Decision ID: 181604e6-f86b-53a1-be95-f53594f0e3ae
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1965
,
war seit
dem
2.
Dezember 2010 in einem Pen
sum von rund 37
%
als Verkaufsmitarbeiterin bei
Y._
,
tätig, und damit bei der
HDI
Global
SE (vormals
HDI
-Gerling Industrie Versiche
rung AG)
gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (
UVG)
obliga
to
risch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten
ver
si
chert
, als sie
am 2
3.
Dezember 2010 in einem fahrenden Bus stürzte (
Urk.
11/K1
Ziff.
1-6)
.
Die Erstbehandlung fand im Spital
Z._
statt, wo eine Rippenkontusion
Hemithorax
links diagnostiziert und eine eintägige 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl.
Urk.
11/M1 und
Urk.
11/M5
Ziff.
5 und
Ziff.
8).
Die HDI Global SE
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom
1
6.
September 2013 (
Urk.
11/K23
)
befand die HDI Global SE die ab
dem
5.
April 2013 behandelten Beschwerden für nicht unfallkausal und
verneinte eine Leistungspflicht
gemäss
dem UVG
. Die dagegen von der Versicherten am 1
6.
Oktober 2013 erhobene Einsprache (
Urk.
11/
K
24)
wies die HDI Global SE mit
Einspracheentscheid
vom
5.
Oktober 2015 ab (
Urk.
11/K36 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
6.
November 2015
Beschwerde g
egen den
Ein
sprache
entscheid
vom
5.
Oktober 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese
r
sei aufzuheben
,
und es sei
en
ihr
auch nach dem 3
1.
Mai 2011 die Leistungen nach UVG, insbesondere Taggelder und Heilungskosten, zu erbringen. Even
tuell sei sie durch einen neutralen Orthopäden im Sinne von
Art.
44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
begutachten zu lassen (
Urk.
1 S. 2
).
Die HDI Global SE
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
März 2016
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 3
0.
Juni 2016 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik (
Urk.
16) ein und die Beschwerdegegnerin erstattete am 2
4.
November 2016 ihre Duplik (
Urk.
22), welche der Beschwer
deführerin am 2
9.
November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
23).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
un
fallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann
. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Be
dingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (
Status quo ante
) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
bedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Beweis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Di
e Beschwerdegegnerin begründete
in
ihre
m
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
die Einstellung der Leistungen per 3
1.
Mai 2011
damit,
gestützt auf die
über
zeugende Beurteilung
durch
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Chirurgie,
auf
welche abgestellt werden könne,
sei überwiegend wahrscheinlich, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerde
führerin geltend gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 2
3.
Dezember 2010
spätestens Ende Mai 2011
dahingefallen sei. Die nach diesem Zeitpunkt noch bestehenden Beschwerden seien somit ausschliesslich unfallfremd.
Ins
besondere
hätten
die erstbehandelnden Ärzte keine Schäden an der li
n
ken Schulter beschrieben
und
die
nach
b
ehandelnden
Ärzte
objektive Befunde im Sinne einer ei
ngeschränkten Schulterbewegung nie erwähnt
(
Urk.
2
S.
7 ff.
Ziff.
2.3-4
).
Hinsichtlich der geltend gemachten
offene
n
Taggeldleistungen für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Mai 2011
sei
in
den medizinischen Akten für diesen
Zeitraum keine Arb
eitsunfähigkeit bescheinigt
(
Urk.
10 S. 18 f.
Rz
48).
Es sei weiter
abwegig, dass die Beschwerdeführerin bei
m Unfall vom 2
3.
Dezember 2010
ein
Schleudertrauma
erlitten habe
n soll
e
respektive ein Kausalzu
sammenhang
der leichten depressiven Stimmungslage zum Unfall
bestehe
(
Urk.
22
S. 5 f.
Rz
6-9).
2.
2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) gel
tend, sie habe
am 2
3.
Dezember 2010 unverschuldet einen Verkehrsunfall erlitten und sich dabei unter anderem Verletzungen an der Schulter links, am Arm und am Rücken zugezogen
(
Urk.
1
S
. 8
Ziff.
6.1
). Das
Arthro
-MRI des Schultergelenkes vom 1
1.
Mai 2011 habe
unter anderem eine diskrete Unterflächenläsion der
Supraspinatussehne
gezeigt, womit ein
unfallbeding
ter
Gesundheitsschaden habe objektiviert werden können
(
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
5.6,
Urk.
16 S. 8
Ziff.
4.7
)
.
A
m 1
0.
April 2013
sei
bestätigt
worden
, dass die Beschwerden an der Schulter links seit dem Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2010 nie wirklich nachgelassen hätten (
Urk.
1
S. 6 Ziff.
5.11).
Auf die Aktengutachten von
Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden.
Dieser sei pensioniert, bereits 82 Jahre alt
,
und es müsse bezweifelt werden, dass er noch über das notwendige medizinische Fachwissen verfüge. Zudem habe er sie nie persönlich untersucht, es fehle eine Anamnese und eine ICD
Codierung, seine Angaben seien widersprüchlich und es sei nicht nach
voll
ziehbar
,
weshalb er eine unfallbedingte Behandlung lediglich bis am 3
1.
Mai 2011 anerkannt habe. Die Beschwerdegegnerin habe ihre
Unter
suchungs
pflicht
verletzt
(
Urk.
1 S. 9 ff.
Ziff.
6.5-8, S. 11
Ziff.
7
;
Urk.
16 S. 7
Ziff.
4.4-6;
Urk.
16 S. 11
Ziff.
5.4, S. 12
Ziff.
5.10).
Vom
3.
Januar 2011 bis Ende Februar 2011 habe sie wieder gearbeitet und anschliessend keine Stelle mehr gehabt und sei zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen.
Sie habe demnach, obwohl die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungs
pflicht
bis am 3
1.
Mai 2011 anerkannt habe, vom
1.
März bis 31.
Mai 2011 keine Taggelder erhalten
(
Urk.
1 S. 11 f.
Ziff.
8.1-2
)
.
Indem Dr.
B._
behaupte, dass der Status quo sine spätestens am 3
1.
Mai 2011 erreicht wor
den sei, müsse rechtlich daraus gefolgert werden, dass mindestens bis am 3
1.
Mai 2011 die Arbeitsfähigkeit noch namhaft habe gesteigert werden kön
nen und die Aussage,
wonach keine Arbeitsfähigkeit (richtig
wohl
:
Arbeits
unfähigkeit
)
bestanden habe, sei falsch (
Urk.
16 S. 5
Ziff.
3.8).
Auch sei im Mai 2011 bestätigt worden
, dass sie nicht zu 100
%
vermittelbar sei, woraus
klar eine Arbeitsunfähigkeit gefolgert werden mü
sse (
Urk.
16 S.
13
Ziff.
5.16).
Obwohl
ein Schleudertrauma nach Sturz im Bus
am 2
3.
Dezember 2010
diagnostiziert worden sei
, sei bis heute nie ein umfassendes polydisziplinäres Gutachten nach der neuen Schmerzrechtsprechung erfolgt. Auch die leichte depressive Stimmungslage sei nie
fachärztlich untersucht worden
.
Eine anti
zipierte Beweiswürdigung sei nicht statthaft (
Urk.
16
S. 4
Ziff.
3.6,
S. 9
Ziff.
4.11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
über den 3
1.
Mai 2011 hinaus respektive ab dem
5.
April 2013
noch unf
allkausale Beschwerden bestehen
,
für welche die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig ist und wie es sich mit den Taggeld
zahlungen
ab
1.
März 2011
verhält.
3.
3.1
N
ach Erstbehandlung der Beschwerdeführerin am 2
3.
Dezember 20
10
nannte
Dr.
med.
C._
, Assistenzarzt Chirurgie,
Spital
Z._
,
in seinem Arztzeugnis vom 2
4.
Januar 2011 (
Urk.
11/M5) als Diagnose eine
Rippen
kontusion
Hemithorax
links (
Ziff.
5). Die Patientin habe von einem Sturz im Bus auf die linke
Thoraxseite
b
eim Absitzen mit anschliessendem
Vor
n
über
rollen
und kurzzeitigem Schwindel berichte
t
(
Ziff.
2). Als Befund nannte
Dr.
C._
einen
Thoraxkompressionsschmerz
links
. Zum Röntgenbefund
führte er aus
,
es bestehe kein Pneu
mothorax
und keine Rippenfraktur
(
Ziff.
4). Es bestehe
für den
2
3.
Dezember 2010
eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit,
danach
sei die Arbeitsunfähigkeit durch den
Hausarzt
festzulegen
(
Ziff.
8-10
, vgl.
Urk.
11/M1
).
3.2
In ihrem Arztzeugnis vom 2
7.
Dezember 2010 (
Urk.
11/M2) bestätigte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
eine Arbeits
unfähigkeit von
100
%
vom
2
4.
Dezember 2010 bis
2.
Januar 201
1.
3.3
In ihrem Arztzeugnis vom
2
0.
Januar 2011
(
Urk.
11/M4)
führte
Dr.
D._
aus,
die Erstbehandlung habe am 2
7.
Dezember 2010 stattgefunden (
Ziff.
1).
Als Diagnose
nannte
Dr.
D._
Prellungen nach Sturz von
Thoraxwand
, Handgelenk und Unterarm links (
Ziff.
5).
Laut Angaben der Patientin sei diese am 2
3.
Dezember 2010 im Bus umgefallen und
habe nun Schmerzen bei der
Thoraxwand
links.
Die Schwellung am Untera
r
m links sei wieder weg (
Ziff.
2).
Zum Befund führte
Dr.
D._
aus, es bestehe eine
Druckdolenz
über der
Thoraxwand
links,
kardial sei die Beschwerdeführerin unauffällig (Ziff.
4).
Sie
sei vom 2
4.
Dezember 2010 bis voraussichtlich
3.
Januar 2011 zu 100
% arbeitsunfähig. Danach sei eine Arbeitsaufnahme
zu 100
%
mög
lich (
Ziff.
8-9).
Der Behandlungsabschluss sei voraussichtlich in drei Wochen (
Ziff.
10)
.
3
.
4
Dr.
med.
E._
, Leitender Arzt Orthopädie, und
Dr.
med.
F._
,
Assistenz
arzt
Orthopädie,
G._
Klinik, nannten in ihrem Bericht vom 1
7.
März 2011 (
Urk.
11/M6) als Diagnose eine
Schulterkontusion links
vom 2
3.
Dezember 2010 (S. 1).
Dr.
E._
und
Dr.
F._
führten aus,
sie hätten die Patientin am 1
7.
März 2011 in der Sprechstunde gesehen. Sie
sei am 2
3.
Dezember 2010
auf dem Weg zur Arbeit im Bus, als dieser gebremst habe, gestürzt und auf die linke Schulter geschlagen.
Seitdem klage sie über zunehmende Schmerzen im Bereich der linken Schulter. Sie klage vor allem über Nachtschmerzen und auch Bewegungsschmerzen bei Rotation.
Zum Befund führten
Dr.
E._
und
Dr.
F._
aus, es bestehe eine deutliche
Druck
schmerzhaftigkeit
ubiqui
tär, eine Einschränkung der
Rotation
der
Hals
wirbelsäule
vor allem nach links und eine
volle Bewegungsfähigkeit der linken Schulter
.
Der Nackengriff sei sehr gut möglich
, der Schürzengriff ebenfalls problemlos. Die Patientin sei Rechtshänderin. Der
Job
e
-Test
sei
deutlich schmerzhaft
und der
Bear
hug
und
Belly
press dezent schmerzhaft. Es bestünden keine Anzei
chen für eine Instabilität.
Im
Röntgen vom 1
7.
März 2011
habe ein gut zentriertes
Glenohumeralgelenk
und einen ausreichenden
Subacromialraum
gezeigt. Es bestehe ein
Acromion
Typ I nach
Bigliani
und
ein unauffälliges
Akromioklavikular
(
AC
)
-Gelenk.
D
ie Indikation für ein
Arthro
-MRI zum Ausschluss einer Schulterpathologie
sei
gegeben (S. 1).
3
.
5
Nach am 1
1.
Mai 2011 durchgeführtem
Arthro
MRI des Schultergelenkes links
führte
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Radiologie,
in seinem glei
chentags verfassen Bericht (
Urk.
11/M7) aus,
es bestehe eine
Ansatzt
endinose
der
Subscapularissehne
sowie eine
diskrete
Unterfläch
en
läsion
der
Supraspi
natussehne
.
Es bestehe
kein Nachweis einer
Ruptur der
Rotatorenmanschette
,
dagegen eine
geringfügige Bursitis
subacromialis
.
Es bestünden
geringgradige
degenerative Veränderungen des AC-Gelenkes
. Eine muskuläre Atrophie zeige sich nicht. Die Gelenkspfanne sei intakt. Die lange
Bizepssehne
liege im
Sulcus
(S.
1).
3.6
Dr.
med.
I._
, Oberarzt Orthopädie,
G._
Klinik, nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Mai 2011
(
Urk.
11/M8)
als Diagnose
unklare Schulterschmerzen
links nach Kontusion am 2
3.
Dezember 201
0.
Als Diffe
renzialdiagnose nannte er eine traumatisierte AC-Gelenksarthrose
.
Dr.
I._
führte aus, die Konsultation habe am 1
1.
Mai 2011 statt
gefun
den.
Die Patientin berichte von unveränderten Schmerzen diffusen Charakters über der gesamten linken Schulter mit Ausstrahlung in den Brust
, Hals- und Oberarmbereich bis hin zu den Händen, wo
über
ein
Taub
heitsgefühl
berichtet werde.
Zum Befund führte
Dr.
I._
aus, die Schulter sei
inspektorisch
unauffällig.
Die passive Beweglichkeit sei frei und ohne jedes Kapselmuster. Aktiv werde die volle Elevation
erreicht, wenn
gleich auch langsam.
Der
Jobe
-Test sei unauffällig
.
Die Palpation des ge
samten Weichteilmantels über der
Schulter werde als schmerzhaft erlebt.
Beim AC-Gelenk
bestehe ein starker Druckschmerz,
ausstrahlend in einen
myogelotischen
Supraspinatus
und
Trapezius
/
Levator
scapulae
. Hinsichtlich der Prüfung eines
Impingement
seien Hawkings und Neer negativ.
Das
Arthro
-MRI habe keine
transmurale
Rotatorenmanschettenruptur
gezeigt, jedoch eine
aktivierte AC-Gelenksarthrose
und eine
leichte kaudale Spornbil
dung
.
Es hätten sich normale
chondrale
Überzüge gezeigt
,
und der
Subsca
pularis
sei unauffällig. Die lange
Bicepssehne
verlaufe im
Sulcus
.
Dr.
I._
führte aus, der klinische Befund zeige multiple schmerzhafte Punkte im gesamten Bereich des linken Schulter-, Arm- und
Thoraxberei
ch
es
. Auffällig sei der starke Druckschmerz über dem
linken AC
Gelenk, wel
cher mit den bildgebe
nden Befunden des heutigen MRI
korrelier
e. Ansonsten zeige sich die subjektive Symptomatik überlagert und von verschiedensten
Schmerz
qualitäten
gekennzeichnet. Es sei eine selektive Infiltration
empfohlen worden (S. 1 f.).
3.7
In seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Mai 2011 (Urk.
11/M9) führte
Dr.
I._
aus, bei persistierender Beschwerdelage sehe er eine 100%ige
Vermittelbarkeit aktuell nicht
gegeben. Die Patientin sei am
1
7.
März 2011 erstmals an der
G._
Klinik gewesen, dies bei Dr.
F._
, welcher zwischenzeitlich die Klinik verlassen habe, so dass die Pati
entin nun durch ihn weiterbetreut werde. Er könne die Frage, ob die Patien
tin seit dem
3.
Januar 2011 wieder ganz arbeitsfähig gewesen sei, nicht abschliessend beurteilen. Ihrerseits seien
keine
Arbeitsunfähigkeits
re
zepte
ausgestellt
worden.
3
.
8
Dr.
B._
führte in seiner Aktenbeurteilung vom
1.
Juni 2011
(Urk.
11/M10) aus,
er beurteile die
Thoraxkontusion
links und di
e Prellung der
Thoraxwand
links
gemäss den Arztberichten vom 2
0.
und 2
4.
Januar 2011 als kausal zum Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010, ebenso die 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
3.
Dezember 2010 bis am
2.
Januar 2011 (S. 2 Mitte).
I
n den Arztberichten vom 2
0.
und 2
4.
Januar 2011
fänden sich keine
Hin
weise auf eine zum Er
eignis vom 2
3.
Dezember 2010 kausale oder teilk
ausale Schulterschädigung links
.
Die von
Dr.
E._
festgestellten Befunde „volle Bewegungsfreiheit der linken Schulter, Nackengriff sehr gut möglich“, wür
den eine bleibende unfallkausale oder teilunfallkausale Schädigung der
linken Schulter ausschliessen
,
nicht aber ein
e
vorübergehende Verschlim
merung
der
im
MRT vom 1
1.
Mai 2011 nachgewiesenen Vorzustände.
Sollten die Schulterbeschwerden der Versicherten tatsächlich seit dem Ereig
nis vom 2
3.
Dezember 2010 bestehen,
empfehle er eine Übernahme der aktu
ellen Behandlungen und die Übernahme der Arbeitsunfähigkeit bis am 2.
Januar 201
1.
Sollte, entsprechend den Arztberichten der erstbehandelnden Ärzte, die linke Schulter nicht geschädigt worden sein, empfehle er die Über
nahme der aktuellen Behandlungen bis am 1
5.
Februar 2011 und der Arbeits
unfähigkeit bis am
2.
Januar 201
1.
Eine nach dem
2.
Januar 2011 noch bestehende Arbeitsunfähigkeit beurteile er aktengestützt
als
weder unfall- noch teilunfallkausal zum Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010 (S. 2 unten).
Sofern aktuell noch Beschwerden in der am 1
7.
März 2011 frei beweglichen Schulter links bestünden, wären sie gestützt auf die ersten Arztbericht vom 2
0.
und 2
4.
Januar 2011 ausschliesslich
durch die im MRT vom 1
1.
Mai 2011 nachgewiesenen Vorzustände (
Ansatztendinose
der
Subscapularissehne
,
dis
krete Unterflächenläsion der
Supraspinatussehne
,
geringfügige Schleim
beutel
entzündung
) bedingt (S. 3 oben).
Im Arztzeugnis vom 2
0.
Januar 2011 habe die behandelnde Ärztin den
Behand
lungsabschluss
in voraussichtlich drei Wochen gesehen. Gestützt auf diese Angaben sei eine Behandlung spätestens bis am 1
5.
Februar 2011 als
unfall- oder teilunfallkausal ausgewiesen
. Sofern von einer vorübergehenden Verschlimmerung von Vorzuständen der Schulter seit dem Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010 ausgegangen werde, sollte die teilunfallkausale Behand
lung dann aktengestützt bis spätestens am 3
1.
Mai 2011 abgeschlossen wer
den können
,
und der Status quo sine sollte zu diesem Zeitpunkt erreicht worden sein
(S. 3
Mitte
).
3.
9
Dr.
med.
J._
, Praktische Ärztin,
nannte in ihrem Be
richt vom
1
2.
Januar 2012
(
Urk.
11/M11) als Diagnose ein
Schleudertrauma
nach Sturz im Bus am 2
3.
Dezember 2010 (
S. 1
Ziff.
1).
Dr.
J._
führte aus, die Patientin habe sich unmittelbar nach dem Unfall in der Praxis vorgestellt mit starken Schmerzen vor allem im Nackenbereich sowie der thorakalen Wand links und der linken Schulter. Zu diesem Zeitpunkt
hätten
sich Prellungen und leichte Schürfungen sowie Schwellungen vor allem im thorakalen Bereich links gezeigt.
Dr.
J._
führte aus, unter Analgesie und Physio
therapie sei eine protrahierte Besserung eingetreten. Die Situation sei soweit bis etwa Mitte April 2011
unverändert geblieben
. Hinzu
gekommen
sei eine relativ ausgeprägte
Chronifizierung
von Kopfschmerzen
,
aufgrund lang nicht unter Kontrolle
gebrachter
Nackenverspannungen. Weiter habe die Patientin auch über starke Schulterschmerzen links geklagt, worauf eine Anmeldung in der Klinik
M._
stattgefunden habe.
Eine
infiltrative
Therapie sei mit der Patientin diskutiert worden, sie habe sich jedoch aus Angst dagegen ent
schieden.
Parallel habe sich auch eine leichte depressive Stimmungslage entwickelt, welche die ganze Situation
exazerbiert
habe.
Dr.
J._
führt
e
aus, ihren Erachtens sei die ganze Situation durch Unfallfolgen verursacht worden (
S. 1
Ziff.
2).
Zu den Therapien führ
t
e
Dr.
J._
aus, es fänden momentan keine Behandlungen mehr statt.
Die letzte Sitzung sei am
7.
September 2011 gewesen (
S. 1
Ziff.
3)
.
3.10
In ihrem
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin am
7.
De
zember 2012 erstellten Bericht (
Urk.
11/M12) führte
Dr.
J._
aus, sie habe die Beschwerdeführerin am
2.
März 2011 bei der
G._
Klinik ange
meldet, wo ein
MRI durchgeführt worden sei.
Es hätten keine Befunde oder Pathologien gefunden werden können, welche die Schmerzen hätten erklären können.
Die Patientin habe strikte eine Infiltration zur Linderung der Symptomatik verweigert.
Dr.
J._
führte aus, sie habe mit alternativen Methoden versucht, die Schulter zu behandeln, was eine l
eichte Besserung gebracht habe.
Am 2
2.
Juni 2011
(
vgl.
Urk.
11/M21
)
habe die
sbezüglich die
letzte Konsultation stattgefunden
,
und bis anhin habe sich die Patientin auch nicht mehr über Beschwerden geäussert.
Eine erneute Untersuchung habe auch nicht mehr stattgefunden.
3.11
Dr.
J._
führte in ihrem Arztzeugnis vom 1
0.
April 20
13 (
Urk.
11/M13)
aus, sie habe die Beschwerdeführerin am
5.
April 2013 erneut zu einer
Ver
laufskontrolle
aufgeboten und gründlich untersucht.
Die Beschwerden an der Schulter links hätten seit dem Unfall nie wirklich nachgelassen.
Die Patientin sei z
wischenz
eitlich lange nicht mehr bei ihnen
zur Kontrolle gewesen, da sie mehrere andere Therapieverfahren anderswo aufgesucht habe. Nun sei sie seit etwa zwei Monaten erneut in ihrer Praxis in Behandlung und habe bisher
5 Sitzungen Akupunktur gehabt
(S. 1 Mitte).
Laut der Beschwerdeführerin hätten die Beschwerden im Zusammenhang mit dem Unfall nie richtig aufgehört und würden teilweise bei Wetterwechsel oder Anstrengung schlimmer
. Sie habe ihren Lebenssti
l dementsprechend angepasst,
ihr Arbeitspensum auf 50
%
reduziert und im Haushalt
auf schwere Lasten verzichtet
(S. 1
unten
).
Dr.
J._
führte aus, im Moment sehe sie von einem Abschluss der Therapie eher ab. Wie lange die Behand
lungen noch andauerten, könne sie nicht genau sagen. Zeitlich gehe sie noch von drei bis vier Monaten aus (S. 2).
3.12
Dr.
B._
f
ührte in seinem Bericht
vom
7.
Mai 20
13 (
Urk.
11/M14
)
aus,
erhobene klinische Befunde im Schulterbereich links seien auch nachdem die Versicherte am
5.
April 2013
Dr.
J._
erneut aufgesucht habe, nicht aktenkundig.
E
r habe eine Teilunfallkausalität der von
Dr.
E._
im Bericht vom 1
7.
März 2011 diagnostizierten Schulterkontusion links zum Ereignis vom 23.
De
zember 2010 aber nicht ausschliessen können. Sollte sich am 23.
Dezember 2010 tatsächlich eine Prellung der linken Schulter ereignet haben, könne da
durch der vorbestehend durch die Spornbildung eingeengte
sub
akro
miale
Raum vorübergehend verschlimmert worden sein. Eine richtunggebende oder dauer
nde Verschlimmerung sei jedoch aktengestützt auszuschliessen (S. 3 oben).
Dr.
B._
führte aus, aktuell seien keine in der linken Schulter erhobene klinische Befunde aktenkundig
.
Sollte eine
Impingement
-Symptomatik vor
liegen, wäre sie, nachdem die Behandlung der Versicherten am 7.
September 2011 abgeschlossen und ein bleibender Nachteil ausgeschlossen worden sei, bei dem bekannten Vorzustand unf
allfremd. Die zum Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010 unfall- oder teilunfallkausale Behandlung der Versicher
ten beurteile er aktengestützt bis spätestens am 3
1.
Mai 2011 als ausge
wiesen,
den Status quo sine z
u diesem Zeitpunkt als erreicht
. Eine Unfall- oder Teilunfallkausalität der Behandlung der Versicherten bis 7.
September 2011 gehe aus dem Bericht von
Dr.
J._
vom 1
2.
Januar 2012 nicht her
vor (S. 3 Mitte).
3.13
Dr.
J._
führte in ihrem Bericht vom 1
5.
Juli 2014 (
Urk.
11/M15) aus,
die unfallbedingte medizinische Untersuchung sei nie wirklich abgeschlossen worden.
So seien die Beschwerden der Schulter links wohl nicht immer bei den Konsultationen ein Thema gewesen, jedoch immer wieder (S. 1
Ziff.
1). Zur Frage, bei welchen Ärzten die Patientin vom
8.
September 2011 bis am
5.
April 2013 in Behandlung gewesen sei, führte
Dr.
J._
aus, die Patien
tin sei mehrmals in diesem Intervall bei ihnen gewesen.
Spezifisch wegen der Schulter sei sie mit A
k
upunktur sieben Mal vom März bis Mai 2013 behan
delt worden. Des Weiteren seien keine anderen Therapeuten bei ihnen doku
mentier
t und auch keine Physiotherapie-
Verordnung
en
. Die Patientin habe in diesem Zeitraum erwähnt, sie sei mehrmals in der Massage gewesen, habe dies jedoch selber bezahlt (S. 1 f.
Ziff.
2).
Sie
sei in der Zwische
nzeit bei
Dr.
med.
N._
, Praktische Ärztin, und
Dr.
med.
O._
, Praktische Ärztin,
bei ihnen in der Praxis in Behandlung
gewesen
. Anlässlich der Konsultation vom 2
7.
Januar 2014 habe sie bei
Dr.
O._
erneut Schmerzen an der Schulter links angegeben.
Dr.
J._
führte aus,
sie habe die Patientin letztmals am 1
7.
April 2013 in der Sprechstunde
(nicht wegen der Schulter) gesehen. Die Behandlung sei somit nicht abgeschlossen (S. 2
Ziff.
3).
3.14
Dr.
N._
führte in ihrem Bericht vom
2.
August 2014 (
Urk.
11/M17) aus, die Beschwerdeführerin befinde sich wegen
nicht den Unfall betreffenden
Beschwerden in ihrer Behandlung.
3.15
Dr.
O._
führte in ihrem Bericht vom 1
9.
August 2014 (
Urk.
11/M18) aus, die Beschwerdeführerin habe sich am 2
7.
Januar 2014 erstmals wegen Schmerzen im Bereich der linken
Scapula
und des rechten Oberschenkels präsentiert
und
berichtet, dass sie seit einem vorausgegangenen Unfall
Schmer
zen an der linken Schulter
habe.
Dr.
O._
führte aus, im Vordergrund d
er Konsultation habe jedoch der Wunsch der Beschwerdeführerin
nach Beruhigungsmittel und einem Zeugnis bei schwieriger familiärer Situation gestanden.
Im Hinblick auf d
ie Schmer
zen vom Schulterunfall
habe sie noch keine Schmerzmittel eingenommen
. Eine lokale Schmerztherapie sei verordnet worden (S. 1
Ziff.
1).
Am 1
7.
Juni 2014 habe sie die Patientin nach einer eventuell
orthostatische
n
Synkope am Morgen desselben Tages aufgesucht. Die Mitarbeit bei den neu
rologischen Test sei schlecht gewesen
,
und es habe eine Unzufriedenheit über die Zeugnisdauer von zwei Tagen bestanden (S. 2
Ziff.
2).
In der
Unfallkon
trolle
vom 1
9.
Juni 2014 habe die Patientin Schmerzen im Schul
ter/
Nacken
bereich
angegeben und beidseits
occipital
, welche am ehesten mit den
vor
bekannten
Nackenverspannungen zu vereinbaren gewesen seien. Da sich die Beschwerdeführerin ein längeres Zeugnis erhofft gehabt hatte, habe sie angekündigt
,
den Arzt zu wechseln.
Dr.
O._
führte aus, sie habe die Beschwerdeführerin seitdem nicht mehr gesehen (S. 3 Ziff.
3).
3.
16
Dr.
B._
führte in seiner
Stellungnahme vom 1
4.
Januar 2015 (Urk.
11/M22)
aus,
sofern
die diskrete Unterflächenläsion der
Supraspinatus
se
hne
kausal oder teilkausal zum Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010 sein sollte, wäre sie bei der Untersuchung am 1
7.
März 2011 nicht mehr sympto
matisch gewesen.
Aktenkundig sei im Bericht von
Dr.
I._
vom 1
1.
Mai 2011 eine leicht
e
Spornbildung im Schultergelenk
. Diese könne Läsionen der
Supraspinatussehne
bewirken und wäre vorbestehend und
unfall
fremd
(S. 3 Mitte).
Zudem sei die von
Dr.
I._
beschriebene AC
Gelenksarthrose von der Versicherten nicht als behandlungsnotwendig erachtet worden
(S. 3 unten).
Zu den Vorwür
f
en der
mangelnden fachlichen Fähigkeiten
seitens der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
11/K24)
führte
Dr.
B._
aus, er sei im Besitz einer Seniorenpraxisbewilligung, welche ihm die Erstellung von Gut
achten ermögliche. Im Übrigen
stütze
sich seine Tätigkeit als beratender Arzt
nicht auf den Besuch von Fortbildungen
,
sondern auf Erfahrungen die er während jahrelanger klinischer unfallchirurgischer Tätigkeit erworben habe (S. 4 oben).
F
ür die Beurteilung von Unfallschäden der Versicherten
sei
nicht
deren
persönliche Begegnung mit dem d
ie Versicherung beratenden Arzt
entscheidend, sondern
die aktenkundigen Befu
nde der erstbehandelnden Ärzte
(S. 4 Mitte).
Dr.
B._
führte aus,
nach nochmaliger Durchsicht der Akten beurteile er bei der Versicherten, bei der von den erstbehandelnden Ärzten keine unfall- oder teilunfallkausale Schäden in der linken Schulter festgestellt wor
den seien, und bei der im Frühjahr 2011 wiederholt eine in
der
G._
Klinik festgestellte freie Schulterbeweglichkeit links aktenkundig sei, den Status quo sine nach wie vor
als
am 3
1.
Mai 2011 als erreicht. Eine vorüber
gehende teilunfallkausale Verschlimmerung eines Vorzustandes im AC-Ge
lenk links habe er aktengestützt nicht ausschliessen können. Die Ver
schlimmerung habe
er bei der attestierten vollen Arbei
tsfähigkeit und frei beweglicher
linken Schulter als kurzfristig beurteilt
.
Die jetzt zugestellten Arztberichte, in denen keine objektivierbaren Schulterschäden aktenkundig seien, und aus denen hervorgehe, dass die Versicherte das schmerzhafte AC
Gelenk nie habe behandeln lassen, bestätigten seine frühere Beurteilung (S. 6 Mitte
).
E
ine Begutachtung der Versicher
ten
halte er
nicht für notwendig
(S. 6 unten f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Einschätzungen
durch
Dr.
B._
vom Juni 2011
, vom Mai 2013 und vom Januar 2015
(vor
ste
hend E. 3.
8, E. 3.12 und E. 3.16
) davon aus,
dass spätestens ab dem 3
1.
Mai
2011 der Status quo sine nach dem Ereignis vom 2
3.
Dezember 2010 erreicht
gewesen
sei
,
und demnach für die ab dem
5.
April 2013 vorge
nommenen Behandlungen keine Leistungspflicht mehr bestehe
(vgl. vor
stehend E. 2.1)
.
Dagegen machte die Beschwerdeführerin geltend
,
der Sach
verhalt sei unge
nügend abgeklärt worden
, auf die Aktengutachten von
Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden
,
und
die
Beschwerden an der Schulter links
hätten
seit dem Unfallereignis
nie wirklich nachgelassen
(vgl. vorstehend E. 2.2
).
4.2
Dr.
B._
erachtete
in seinen
Beurteilung
en
eine vorübergehen
de Ver
schlechte
rung der im
Arthro
MRI des Schultergelenkes links
vom 1
1.
Mai 2011 nachgewiesen Vorzustände
(vgl. vorstehend E. 3.5)
- namentlich der dort festgestellten AC-Gelenksarthrose -
durch das Unfallereignis
als
mög
lich
,
auch
wenn die erstbehandelnden Ärzte keine Schädigung der Schulter festgestellt h
ä
tten
,
und erachtete den
Status quo sine spätestens Ende
Mai 2011 a
ls erreicht
(vgl. vorstehend
E. 3.8, E. 3.12 und E. 3.16
)
.
Dass
Dr.
B._
lediglich eine Aktenbeurteilung vornahm
und die Beschwerdeführerin, wie sie rügte, nicht persönlich untersucht hat (vgl. vor
stehend E. 2.2)
,
ist
nicht zu beanstanden. Denn vorliegend geht es nur um die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zu einem bestimmten Unfallereignis, was
rechtsprechungsgemäss
in einem
Aktengutachten
erörtert werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_396/2011 vom 21. September 2011 E. 5.2).
I
nsbesond
ere mit Hinblick auf die zeitnah zum Unfallereignis erhobenen Befunde
erscheint
die von
Dr.
B._
vorgenommene
Kausalitätsbeurtei
lung
als
überzeugend.
Ins Ge
wicht fällt vorliegend, dass sich
im
Bericht des
die Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2010 gleichentags behandelnden
Arztes des Spital
s
Z._
vom Januar 2011 (vgl. vorstehend E. 3.1) keine Hinweise auf eine erfolgte Schädigung der Schulter finden. Auch
Dr.
D._
,
bei
welch
er
die Beschwerdeführerin am 2
7.
Dezember 2010 vorstellig wurde, beschrieb keine Schulterbeschwerden in ihrem Bericht (vgl. vorstehend E.
3.3). Sie konnte
als Befund
,
gleich wie die Ärzte des Spitals
Z._
,
ledig
lich Prellungen respektive eine
Druckdolenz
der
Thoraxwand
feststellen und attestierte
eine Arbeitsunfähigkeit
bis zum
3.
Januar 201
1.
Hernach sah
Dr.
D._
die Aufnahme der Erwerbstätigkeit zu 100
%
für gegeben. Den Behandlungsabschluss setzte sie voraussichtlich in drei Wochen fest.
Zur voll
ständi
gen
Arbeitsau
fnahme kam es denn
bis zum Beginn der Arbeits
losig
keit per
1.
März 2011
auch
(vgl. vorstehend E. 2.2).
Es war somit anfänglich
direkt nach dem Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2010
hinsichtlich der geltend gemachten Schulterbeschwerden
k
eine
Behand
lungsbedürftigkeit
gegeben, und im Weiteren bestand auch keine
längere
Arbeitsunfähigkeit.
Genauere Abklärungen
von
Schulterbeschwerden fanden
sodann e
rstmals
durch die
Ärzte der
G._
Klinik im März 2011 (vgl. vorstehend E. 3.4)
statt. B
ei festgestellter voller Bewegungsfähigkeit der linken Schulter
diag
nostizierten sie
eine Schulterkontusion links im Zusammenhang mit d
em Unfall vom 2
3.
Dezember 2010
und
veranlassten
in der Folge ein
Arthro
-
MRI des linken Schultergelenkes
, welches am 1
1.
Mai 2011 durchgeführt wurde (vgl. vorstehend E. 3.5).
Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin
,
dass
mit dem
Arthro
-MRI
ein unfallbedingter
Gesundheitsschaden
habe
objektiviert
werden können (vgl. vorstehend E. 2.2)
,
finden
keine Bestätigung in den medizinischen Akten.
So stellte
Dr.
I._
(vorstehend E. 3.6)
, welcher
im Anschluss an das
Arthro
-MRI und nach erneuter Untersuchung der Beschwerdeführerin bei
ebenfalls
festgestellter freier Beweglichkeit
und nun im Vergleich zur
Unter
suchung
durch
Dr.
E._
u
nd
Dr.
F._
im März 2011 (vgl. vorstehend E.
3.5) unauffälligem
Jobe
-Test
der Schulter
,
die Diagnose von unklaren
Schulter
schmerzen
links nach Kontusion am 2
3.
D
ezember 201
0.
Aufgrund dessen, dass die gezeigte Schmerzsymptomatik ihr Korrelat ledig
lich in den von
Dr.
H._
als geringfügig bezeichneten degenerativen Verän
derungen
des AC-Gelenkes fand
(vgl. vorstehend E. 3.5)
, nannte Dr.
I._
als Differe
nt
ialdiagnose eine traumatisierte
AC
Gelenks
arthrose
.
Die von der Beschwerdeführerin in den Vordergrund gestellte diskrete
Unter
flächenläsion
der
Supraspinatussehne
, welche sie aus nicht näher dargelegten
Gründen als unfallkausal
bezeichnete
, zog
Dr.
I._
als Ursache für die Beschwerden nicht einmal in Betracht.
Die von ih
m empfohlene Infiltration wurde
von
der Beschwerdeführerin
abgelehnt
(vgl. vorstehend E. 3.9)
,
und wie aus dem Bericht von
Dr.
O._
vom August 2014 (vgl. vorstehend E.
3.15)
hervorgeht,
fand auch eine Schmerzmitteleinnahme nicht statt
.
A
uch
Dr.
J._
bestätigte
in ihrem Schreiben vom
Dezember
2012 (vgl. vor
stehend E. 3.10), dass das
durchgeführte MRI keine Befunde oder Patho
logien gezeigt
habe
, welche die Schmerzen hätten erklären können.
Dr.
J._
führte
überdies aus, dass am 2
2.
Juni 2011 die letzte Konsultation hinsichtlich der
Schulter stattgefunden habe und
sich die Beschwerdeführerin
bis im Dezember 2012
auch nicht mehr zu diesem Thema geäussert habe (vgl. vorstehend E. 3.10).
Soweit
Dr.
J._
dann
im April 2013 (vgl. vorstehend E. 3.11) ausführte,
dass die Beschwerden an der Schulter links seit dem Unfallereignis vom 23.
Dezember 2010 n
ie wirklich nachgelassen hätten
, stützte sie sich
allein auf die Angaben der Beschwerdeführerin, war diese doch gemäss Angaben von
Dr.
J._
bis zwei Monate vor der Verlaufskontrolle am
5.
April 2013 gar nicht mehr bei ihr
in
Behandlung
. Die Frage, bei welchen Ärzten die Patientin ab Behandlungsabschluss bei
Dr.
J._
vom
8.
September 2011
(vgl. vorstehend E. 3.9)
bis zur Wiederaufnahme der Behandlungen im Frühjahr 2013 gewesen sei, konnte
Dr.
J._
nicht beantworten. Erwähnt wurden lediglich Massagen, welche die Patientin selbst bezahlt habe (vgl. vorstehend E. 3.13).
Zudem lassen sich in den Ausführungen von
Dr.
J._
vom April 2013 und vom Juli 2014 (vgl. vorstehend E. 3.11 und E. 3.13)
,
gena
uso wenig wie in ihren vorangeg
angenen Berichten (vgl. vorstehend E. 3.9-10)
,
Anhaltspunkte für eine unfallbedingte objektivierbare
Schädigung der linken Schulter ent
nehmen. Eine solche geht auch nicht aus den Berichten v
on
Dr.
N._
und
Dr.
O._
vom
August 2014 (vgl. vorstehend E. 3.14-15)
hervor
.
Dr.
O._
hielt sodann
fest, dass es der Beschwerdeführerin primär um die Abgabe von Beruhigungsmitteln
im
Zusammenhang mit einer belastenden familiären Situation
und um die Ausstellung von
Ar
beitsunfähigkeitszeug
nissen
gegangen sei
(vgl. vorstehend E. 3.15)
.
4
.
3
Die Beschwerdeführerin beantragte weiter unter Hinweis auf das von
Dr.
J._
im Januar 2012 (vgl. vorstehend E. 3.9) diagnostizierte
Schleu
dertrauma
sowie die leicht depressive Stimmungslage die Durchfüh
rung ein
es
umfassenden
polydisziplinär
en
Gutachten
s
nach der neuen
Schmerzrecht
sprechung
(vgl. vorstehend E. 2.2).
Diesbezüglich ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass es in Anbe
tracht dessen, dass in
keinem d
er
zeitnah
zum
Unfallereignis ergangenen Arztberichte je die Rede von einem Schleudertrauma war,
abwegig ist
, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 2
3.
Dezember 2010 nun ein solches erlitten haben soll (vgl. vorstehend E. 2.1)
.
Gleiches gilt
hinsichtlich der von
Dr.
J._
erwähnten leichten depressiven Stimmungslage.
Insgesamt sind in Anbetracht der bislang nicht objektivierten Unfallfolgen von weiteren Abklärungen
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (BGE 124 V 90 E. 4b).
4.
4
.
Die Beschwerdeführerin rügte weiter den Umstand, dass die
Beschwerde
gegne
rin
zwar eine Leistungspflicht bis am 3
1.
Mai 2011 aner
kannt, ihr jedoch lediglich während acht Tagen Taggelder ausgerichtet habe
(vgl. vor
stehend E. 2.2)
.
Die Arbeitsaufnahme der Beschwerdeführerin am
3.
Januar 2011
(vgl.
vorste
hend E. 2.2
)
geht mit der von
Dr.
D._
in ihrem Zeugnis vom 27.
Dezember 2010 attestierten Arbeitsunfähigkeit bis
2.
Januar 2011 einher (vgl. vorste
hend E. 3.2). Hinweise dafür, dass
die Beschwerdeführerin
, nachdem
sie rund zwei Monate ihre
Arbeit wieder aufgenommen hatte
, mit Eintritt der Arbeitslosigkeit
per
1.
März 2011
gleichzeitig unfallbedingt zu 100
%
ar
beitsunfähig gewesen sein soll,
liegen in den Akten keine vor.
Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführer
in
,
soweit
sie aus den Äusse
rungen von
Dr.
I._
in seinem Schreiben v
om Mai 2011 (vor
stehend E. 3.7)
eine
unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit ableitete
(vgl. vorste
hend E. 2.2).
So bestätigte
Dr.
I._
in diesem Schreiben
,
dass von Seiten der
G._
K
linik keine Arbeitsunfähigkeitsrezepte ausgestellt worden seien.
Auch
bedeutet der
Umstand, dass
die Beschwerdegegnerin den S
tatus quo sine am 3
1.
Mai 2011 als erreicht ansah,
nicht, dass im Vorfeld eine Arbeitsunfähigkeit bestanden haben muss
(vgl. vorstehend E. 1.
3
)
,
und die Anerkennung der Leistungspflicht des U
nfallversicherers geht nicht
automatisch
mit einem Taggeldanspruch
der Versicherten
einher.
Demnach besteht kein Ansp
ruch der Beschwerdeführerin auf
Ausrichtung von Taggeldern für den Zeitraum vom
1.
März bis 3
1.
Mai 2011.
4.
5
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin geltend ge
mach
ten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 2
3.
Dezember 2010 Ende Mai 2011 dahin
gefallen ist. Mangels ausgewiesener unfallbedingter Arbeits
un
fä
higkeit besteht auch ab dem
1.
März 2011 kein Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin. Damit
erweist sich der angefochtene
Einspracheent
scheid
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.