Decision ID: 04aa1de2-39ec-4fb0-8feb-76a576fcaf9f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1
.1
X._
, geboren 1957, arbeitete als Orientteppichverkäufer (Urk.
10
/7
, Urk. 10/10
), als er im Juli 1991 bei einem Autounfall diverse Ver
letzungen, unter anderem eine Fraktur am rechten Unterschenkel erlitt (
Urk.
10/6/5
). Am 30. Juni 1992 meldete sich der Versicherte
bei der Eid
genös
sischen In
validen
ver
sich
e
rung (IV) zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1
).
Die
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zü
rich, IV-Stelle (nachfol
gend: IV-Stelle), klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse
ab
und sprach dem Versicherten eine Umschulung zum Büroangestellten (Urk.
10
/2) sowie eine Vorbereitung zur Ge
schäftseröffnung im Bereich Teppichhandel
zu (Urk. 10
/13). Die Wieder
ein
glie
derung wurde
im Frühjahr 1995 beendet (Urk. 10
/21). Der Versicherte war da
rauf
hin als selbständiger Teppichhändler tätig (Urk.
10
/21, Urk.
10/24/4, Urk. 10
/27/2).
1.2
Am 10. September 1997 meldete sich der Versicherte bei der Eid
genös
sischen In
validen
ver
sich
e
rung wegen einer Depression erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
10
/24). Die IV-Stelle
sprach
dem Versicherten mit Verfügung vom 21. September 1999 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 60 % mit Wirkung ab dem
1.
November 1997 zu (
Urk.
10
/41-42), welche sie in den fol
genden Revisionsverfahren am
19. Juli 2001 (
Urk.
10/56)
, am
9. Juni 2004
(
Urk.
10
/78)
und am 24. Januar 2005 (Urk. 10/98)
bestätigte
.
In den folgenden Revisionsverfahren wurde die bisherige halbe auf eine ganze Rente ab dem 1. August 2007 erhöht (
vgl.
Ver
fügungen vom 19. August 2010,
Urk.
10
/165, Urk.
10
/187
; Verfügung vom 1
9.
November 2010,
Urk. 10/205
,
Verfügung vom 25. November 2010
,
Urk. 10
/207) und mit Wirkung ab dem 1. Mai 2012 wieder auf eine halbe Rente herabgesetzt (vgl. Verfügung vom
12. März 2012
,
Urk.
10
/229, Urk.
10
/231).
1.3
Nach Eingang eines Gesuchs des
Beschwerdeführer
s um Erhöhung der Rente vom
21. August 2012 (Urk.
10/247) und
nach erneuter
Abklärung der
mass
ge
blichen
Verhältnisse
verfügte die IV-Stelle am
11. Sep
tember 2014 die
Aufhe
bung der
Rente auf Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgen
den Monats (Urk.
10/296
).
Die dagegen mit Eingabe
vom 10. Oktober 2014
erhobene Beschwerde wurde vom Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren Nr. IV.2014.1052 mit Urteil vom 3
1.
Mai 2016 in dem Sinne
gut
geheissen, dass die Sache zur weiterer Abklärung
mittels eines
inter
-
disziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 10/315/
19-
21).
1.4
Der Versicherte stellte daraufhin der IV-Stelle mit Schreiben vom
8.
und 31.
August 2016 für das neue Verwaltungsverfahren
das Gesuch um Bestel
lung
einer un
entgeltlichen Rechtsvertretung in der Person von Rechtsan
wäl
tin
PD Dr.
Silvia Bucher
(
Urk.
10/317-320), welches die
IV-Stelle
mit Verfü
gung vom 19. Januar 2017
mangels Notwendig
keit
einer anwaltlichen Ver
tretung
ab
wies
(Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte mit Eingabe vom
20. Februar 2017
Be
schwerde und beantragte, es sei die Verfügung
vom
19. Januar 2017
aufzu
he
ben und
es sei festzustellen, dass er ab Beginn des auf den
Rückweisungs
ent
scheid
des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich im Verfahren Nr. IV.2014.1052
vom
3
1.
Mai 2016
folgenden neuen Verwaltungsverfahrens Anspruch auf Bestellung von Rechtsanwältin
PD
Dr.
Silvia Bucher, Zürich, als unent
geltliche Rechtsvertreterin für das Verwaltungsverfahren habe.
In pro
zessualer Hinsicht stellte
er
zudem den Antrag, es sei
ihm
für das
Gerichts
verfahren eine unentgeltliche Rechtsvertreterin
in der Person von Rechtsan
wältin
PD Dr.
Silvia Bucher z
u bestellen (Urk. 1 S. 2). Die
Be
schwer
de
gegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
29. März 2017
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
9
). Mit Verfügung vom
6. April
201
7
wurde d
em Beschwerdeführer
Rechtsan
wältin
PD Dr.
Silvia Bucher
als unent
gelt
liche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt
(Urk. 11 S. 2
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unter
lagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wo die Verhältnisse es erfordern, wird der gesuchstellenden Person
im Sozial
versicherungsverfahren
ein un
ent
gelt
licher Rechtsvertreter
bewilligt (
Art.
37
Abs.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts
, ATSG
;
Art.
29
Abs.
3
der Bundesverfassung, BV
).
Voraus
gesetzt
sind Bedürftigkeit, Nichtaussichtslosigkeit der Rechtsbegehren sowie sachliche Gebotenheit der Ver
tretung (
BGE 132 V 200
E. 4.1
; Urteil des Bun
desgerichts
9C_52/2015 vom
3.
Juli 2015 E. 4
.1).
1.2
Das Kriterium
der
sachliche
n
Gebotenheit der Vertretung ist mit Blick darauf, dass im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren der
Untersu
chungs
grundsatz
gilt (
Art.
43 ATSG), nur in Ausnahmefällen zu bejahen. Es
müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalles sowie die Beson
der
heiten des jeweiligen Verfahrens.
Auch
muss eine gehörige
Interes
sen
wah
rung
durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Ver
trauens
leute sozialer Institutionen)
ausser
Betracht fallen (
Urteil des Bun
des
gerichts
9C_52/2015 vom
3.
Juli 2015 E. 4
.1 mit Hin
wei
sen;
BGE 142 V 342, nicht pu
blizierte E. 7.1 [
8C_676/2015 vom
7.
Juli 2016
]
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
eine Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen, wie dies mit Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. Mai 2016 entschieden worden sei,
begründe
grundsätzlich keine Not
wen
digkeit zur unentgeltlichen anwaltlichen Vertretung. Das Gericht habe das weitere Vorgehen klar definiert und vorgegeben. Zudem würden sich weder komplexe rechtliche noch tatsächliche Fragen stellen.
Es stehe dem Beschwerdeführer frei, ein neues Gesuch einzureichen, wenn das Verfahren strittig werden sollte respektive bereits vor dem Vorbescheid strittige Ele
mente aufweisen sollte. Die Notwendigkeit zu einer unentgeltlichen
Rechts
vertretung
sei zum jetzigen Zeitpunkt
(ab Gesuchstellung)
jedenfalls nicht gegeben
(Urk. 2).
2.2
D
er Beschwerdeführer
macht dagegen
zusammengefasst
geltend
,
der Auftrag des Gerichts an die Beschwerdegegnerin sei im Rückweisungsentscheid rela
tiv offen formu
liert worden,
da
keine Angaben zu den somatischen medizi
nischen Fach
richtungen und
zu der Form eines
bi- oder ein polydisziplinäres Gutachten
s
gemacht worden seien. Nebst der Wahrnehmung seiner
Partizi
pationsrechte
bei der Einholung eines solchen Gutachtens
und hernach der Würdigung der neuen Expertise
gehe es somit auch um diese Fragen.
Daher und weil es unter anderem um Kausalitäts
fragen im Zusammenhang mit Sucht und/oder psychosozialen Belastungsfaktoren gehe,
sei das
Verfahren nicht einfach
und beinhalte komplexe Zusammen
hänge verfahrensrechtlicher und
sachverhalts
mässiger
Art.
Da er unter einer bipolaren Störung leide, könne auch aus in seiner Person liegenden Gründen nicht davon ausgegan
gen werden, dass er
seine Rechte oder Fristen im Verfahren wahrnehmen könnte. Er sei nicht ohne Grund erwachsenenschutzrechtlich verbeiständet
(Urk. 1 S. 5 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch auf eine unentgeltliche anwaltliche Rechtsvertretung mangels
sachliche
r
Gebo
tenheit
verneint hat.
3.
3.1
Im Gerichtsverfahren
Nr. IV.2014.01052 war
der Rentenanspruch des Be
schwer
deführers
strittig
und zu prüfen
.
Mit dem Urteil vom 3
1.
Mai 2016
befand das
hiesige Gericht
, dass der medizinische Sachverhalt angesichts der multiplen somatischen und psychischen Beschwerden nicht hinreichend abge
klärt sei
,
und wies daher
die Sache an
die Beschwerdegegnerin
zurück, damit diese ein interdisziplinäres Gutachten mit fachärztlichen Angaben zur Arbeits
fähigkeit in somatischer und psychischer Hinsicht ab August 2012 unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zur Suchtproblematik und zu psychosozialen Belastungsfaktoren einhole (
Urk.
10/315/19-20).
3
.2
Nach der höchstrichterlichen Recht
sprechung vermag nicht jede
Rückwei
sung
an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung
in Bezug auf die Wieder
auf
nahme des Administrativverfahrens einen Anspruch auf
unentgelt
liche
Rechtsver
beistän
dung
im Sinne von Art. 37 Abs. 4 ATSG zu begründen. Gegenteilig verhält es sich beispielsweise dann, wenn die Verwaltung bloss einzelne rechtsverbind
liche Anweisungen gemäss Rückweisungsentscheid ohne eigenen
Ermessens
spielraum
konkret umzusetzen hat (vgl. Urteil des Bundes
gerichts
8C_572/2014 vom 28. Januar 2015 E.
5.2.1
mit Hinweis
).
Auch kann
bei Ein
holung eines polydisziplinären MEDAS-Gutachtens gemäss BGE 137 V 210 durch die Verwaltung
allein aus der Stärkung der
Partei
rechte
nicht auf einen generellen Anspruch auf unentgeltliche
Rechts
vertretung
geschlossen werden
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_572/2014 vom 2
8.
Januar 2015 E. 5.1)
; dies gilt insbesondere, wenn die Verwaltung aus eigenem Antrieb vor Erlass der Verfügung ein
polydiszipli
näres
Gutachten anordnet (Urteil des Bundesgerichts 8C_697/2015 vom 22. Dezember 2015
E.
3 und 4.2.1).
Ferner gehört das Stellen von Ergän
zungs
fragen an di
e von der IV-Stelle beauftragte
Begutachtungsstelle
- für die nicht gerichtlich erstrit
tene Be
gut
achtung -
zum üblichen Ablauf eines Verwaltungsverfahrens und be
gründet keine besondere Komplexität (Urteil des Bundesge
richts 8C_468/2016
vom 13. Sep
tember 2016
E. 3.2).
Vielmehr bedarf es wei
terer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) ein
fach und eine anwalt
liche Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_908/2012 vom 22. Fe
bruar 2013 E.
5.2).
Neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unüber
sichtlichkeit des Sach
ver
halts fallen auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (Urteile des Bundes
gerichts
8C_697/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 3 und 8C_557/2014 vom 1
8.
November 2014 E. 4.2 mit Hinweis).
Das Bundesgericht hat die Notwendigkeit einer unentgeltlichen
Rechtsvertre
tung
im Verwaltungsverfahren bejaht in einem Fall,
in welchem
das kanto
nale Gericht die Sache zuvor zur umfassenden medizinischen Abklärung und Ver
anlassung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückge
wiesen hatte, ein komplexer Sachverhalt vorlag und die versicherte Person bereits im damaligen gerichtlichen Verfahren vertreten war (
Urteil
9C_692/2013 vom 16. Dezember 2013, E. 4.2). Für das Vorliegen besonderer Umstände sprach sich das Bundesgericht auch im Urteil 8C_557/2014 vom 18. Novem
ber 2014, E. 5.2.1-2, im Falle einer Rückweisung an die Verwal
tung zur
mono
disziplinären
Begutachtung aus. Weil die
zufalls
basierte
Zuweisung einer Gutachterstelle bei mono- und
bidisziplinä
ren
medizi
nischen Begutach
tungen nicht zur Anwendung gelange, die übrigen rechts
staatlichen Anfor
derungen im Sinne von BGE 137 V 201 (
Partizipations
rechte
,
Verfügungs
pflichten
und Rechtsschutz) aber sinngemäss anwendbar seien, sei die Be
achtung der Verfahrensgarantien bei solchen Expertisen umso wichtiger. Die Partizipationsrechte der versicherten Person
liessen jedenfalls im Rahmen einer gerichtlich erstrittenen Rückweisung zwecks Wiederaufnahme des
Ver
wal
tungs
verfahrens
zur erneuten medizinischen Begutachtung besondere Umstände erkennen, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine an
waltliche Vertretung als notwendig erscheinen liessen. Zudem war die ver
sicherte Person in jenem Fall bereits im gericht
lichen Verfahren anwaltlich ver
treten (
vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts
8C_572/2014 vom 28. Januar 2015 E.
5.2.3-4
und
Urteil
e
des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2014.00821 vom 31. Januar 2015 E. 4.1-4
und IV.2015.01037 vom 10. Oktober 2016 E. 4
).
3
.3
3.3.1
Der vorliegende Streitfall betrifft das Gesuch
um unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
im Verwaltungsverfahren
(Urk. 10/317-320)
zur
Wah
rung der
Partei
rechte
im an
stehenden
, gerichtlich angeordneten
Begutach
tungsverfahren
.
Im Rückweisungsentscheid
vom
31. Mai 2016
wurde zwar offen gelassen, ob die IV-Stelle im Rahmen der vorzunehmenden Abklä
rungen ein polydisziplinäres MEDAS-Gutachten im Sinne von BGE 137 V 2010 einzuholen habe. Da
jedoch
sich
gegenseitig beeinflussende psychische und somatische Beschwer
den zur Diskussion
standen und eine interdiszipli
näre Begutachtung
ange
ordnet
wurde
, stand fest, dass
zumindest
eine
bidis
ziplinäre
oder aber eine polydisziplinäre
gutachterliche Ab
klärung durchzu
führen war.
Der Beschwerdeführer bringt zutreffend vor, dass zu Beginn des neuen
Verwal
tungsverfahrens
noch nicht entschieden war, welche Form der Abklärung zur Anwendung kommen würde. Dass die
Beschwerde
gegnerin
sich für eine polydisziplinäre Abklärung entschied, wurde ihm
respektive seiner
Rechts
vertreterin
erst nach der angefochtenen Verfügung vom 19. Januar 2017 (Urk. 2), nämlich
mit Schreiben vom
8.
Februar 2017 (Urk. 10/335) mitgeteilt.
Auch wenn letztlich eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasst wurde, hatte d
ie
Beschwerdegegnerin sich
mit dem
Beschwerdeführer
be
ziehungs
weise dessen Rechtsvertreter
in
unter Wahrung der praxisgemäss zu gewähr
leistenden Partizipationsrechte (
BGE 139 V 349 E. 5
) konsens
orientiert über die Gutachterstelle, die Fachdisziplinen u
nd den Fragenkatalog zu einigen
. Dies setzt eine fachliche Kompetenz voraus, welche
der Beschwerdeführer
selbst nicht au
fwies und welche ihm durch die Beiordnung einer
Rechts
ver
treterin
verschafft werden konnte (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_572/2014 vom 28. Januar 2015 E. 5.2.3.2 mit Hinweis
).
3.3.2
Auch der zu klärende Sachverhalt wies angesichts der
verschiedenartigen
möglichen Einwirkungen auf die Leistungsfähigkeit, namentlich somatische und psychische Beschwerden, Sucht
problematik
sowie psychosoziale
Be
las
tungs
faktoren
(Urk. 10/270/14-15, Urk. 10/315/
11-19
)
, und deren
(gege
be
nenfalls)
recht
sprechungsgemäss diff
erenziert vorzuneh
mende
Beur
teilung
sowie
Kausalitäts
prüfung
e
ine erhebliche Komplexität auf, der ein Laie nicht ohne Weiteres zu erfassen
,
geschweige denn fachkompetent zu begegnen
ver
möchte.
Hinzu kommt, dass es sich um ein Revisionsverfahren handelt, bei dem
es
all
fällige
Veränderungen
de
s Sachverhalts seit der letzten materiellen,
rechts
kon
formen
Prüfung und Verfügung zum Rentenanspruch
(
BGE 133 V 108; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 2
6.
März 2010 E. 2.1 mit Hin
weisen
)
zu
beurteilen gilt, was die Komplexität
in tatsächlicher und recht
licher Hinsicht
zusätzlich erhöht.
3.3.3
Insbesondere auch aufgrund
der konkreten subjektiven Verhält
nisse des Beschwerdeführers
, dem aufgrund seiner psychischen und
sozial
spezifischen
Probleme
von der (damaligen)
Vor
mundschafts
behörde
bereits im Mai 2008
ein
e
Beistä
nd
in
beigegeben worden war (Urk. 10/134, Urk. 10/144,
Urk.
10/270/13)
, ist
nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach Fällung des Urteils vom 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
10/315)
fähig war, sich
im Ver
fah
ren zurechtzufinden
.
Dementsprechend
war
der Beschwerdeführer
schon
im
vorgehenden
gericht
lichen Verfahren
anwaltlich
vertreten
, und zwar durch dieselbe Rechtsan
wältin wie heute.
Auch dies spricht für die Erforderlichkeit der (weiter
füh
renden) Vertretung.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer verbeiständet war/ist
und damit in allgemeinen persönlichen Belangen
durch eine soziale Einrichtung unter
stützt wurde,
verschaffte dem Beschwerdeführer angesichts der
gegebenen Komplexität
der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des
auf Jahre zurückreichenden
Sachverhalts
nicht bereits eine
gehörige
Interes
senwah
rung
, die
eine anwaltliche Vertretung allenfalls entbehrlich gemacht hätte (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9
C_951/2008 vom 2
0.
März 2009 E.
2.1).
3.4
Im
Rahmen
der
gerichtlich erstrittenen Rückweisung
sind
damit
besondere Umstände zu erkennen,
welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen lassen
.
Insgesamt kann unter diesen Umständen nicht gesagt werden, dass das nun
mehr seit immerhin vier Jahren pendente (vgl. zur Relevanz der langen
Ver
fahrensdauer
: Urteil des Bundesgerichts 9C_676/2012 vom 2
1.
November 2012 E. 3.2.2) Verfahren einem Laien wie de
m Beschwerdeführer
, welche
r
zusätzlich unter psychischen Problemen leidet, keine besonderen Schwierig
keiten bietet. Vielmehr erweist sich unter Berücksichtigung der erheblichen Tragweite der Sache sowie der tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten eine anwaltliche Vertretung im Verwaltungsverfahren ab
dem Gesuch von
Mitte August 2016 (Urk. 10/317-320)
als geboten.
Die Beschwerdegegnerin hat die Notwendigkeit einer unentgeltlichen
Rechts
ver
tretung
für das Verwaltungsverfahren
somit
zu Unrecht verneint.
4.
D
ie finanzielle Bedürftigkeit des
Beschwerdeführers
ist angesichts der Unter
stüt
zung durch das Sozialamt
seiner
Wohnsitzgemeinde (Urk.
10/317-319
) ausge
wiesen und das Verwaltungsverfahren kann
ferner auch
nicht als aus
sichts
los im Sinne der bundesgerichtlichen Recht
sprechung
(
BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen
)
bezeichnet wer
den.
5.
Der angefochtene Entscheid vom 1
9.
Januar 2017 ist nach dem Gesagten aufzuheben und die
Beschwerde ist mit der Feststellung, dass
der
Be
schwer
deführer Anspruch auf Bestellung
einer unentgeltlichen
Rechtsver
tre
terin
in der Person
von
Rechtsanwältin
PD Dr. Silvia Bucher, Zürich,
für das
Ver
waltungsverfahren
ab Eingang des Gesuchs am 12. August 2016 (Urk. 10/317 [vgl. Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis])
hat, gutzu
heissen.
6
.
6
.1
Da es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
ha
ndelt, ist das Beschwerdeverfah
ren kostenlos.
6
.2
Nach § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) und Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzenden Ersatz der Parteikosten.
Mit der
Honorar
note
vom 28. April 2017 (Urk. 14) macht
die unentgeltliche Rechtsvertreterin in diesem Verfahren
einen Aufwand von 11,5 Stunden
à Fr. 220.--
(
zuzüglich Barauslagenpauschale von 3 % und Mehrwertsteuer
)
respektive
von insgesamt Fr. 2‘814.35 geltend (Urk. 14). Dies ist weder der Schwierig
keit noch der Bedeutung dieses Prozesses angemessen.
Insbeson
dere die geltend gemachten 8,3 Stunden für das Erstellen der 9-seitigen Beschwerde (
Urk.
1) inklusive Aktenstudium ist bei gegebenem Streitgegen
stand
und in Anbetracht des Umstandes, dass die Rechtsvertreterin den Ver
sicherten schon zuvor vertreten hat und die Sachlage bestens kennt,
nicht ange
messen. Die Entschädigung ist daher
unter Berücksichtigung der mass
geb
lichen Kriterien
auf Fr. 1
‘
8
00.-- festzusetzen.