Decision ID: 295a17c8-a106-5f8f-9046-dc1ec64f8e7e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ist iranischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie
und stammt aus B._ (Provinz West-Aserbaidschan). Gemäss eige-
nen Angaben verliess er seinen Heimatstaat am 2. Oktober 2016 in Rich-
tung Irak. Am 18. Juni 2018 reiste er aus Italien kommend unkontrolliert in
die Schweiz ein und stellte gleichentags beim damaligen Empfangs- und
Verfahrenszentrum Kreuzlingen ein Asylgesuch. Am 26. Juni 2018 wurde
er durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) zu seiner Person be-
fragt und am 24. September 2019 eingehend zu den Gründen seines Asyl-
gesuchs angehört. Zwischenzeitlich wurde er für die Dauer des Asylverfah-
rens dem Kanton Graubünden zugewiesen.
B.
Der Beschwerdeführer machte anlässlich seiner Befragungen im Wesent-
lichen geltend, er sei seit dem Jahr 1390 (gemäss iranischer Zeitrechnung;
entsprechend 2011 oder 2012) verheiratet gewesen und habe aus dieser
Ehe seit 2014 ein Kind. Am 20. September 2015 habe seine Ehefrau über-
raschend die gemeinsame Wohnung verlassen und sei mit einem Cousin
geflohen, mit dem sie ihn, den Beschwerdeführer, betrogen habe. In der
Folge sei er zunächst durch seine Familienangehörigen unter Druck ge-
setzt worden, indem diese verlangt hätten, dass er seine Ehefrau und den
genannten Cousin töte. Er sei vor die Wahl gestellt worden, seine Pflicht
zu tun oder selbst getötet zu werden. Auch von seinem "Stamm" und im
Heimatdorf der Familie sei er deswegen bedroht worden. Stattdessen habe
er gegen seine Ehefrau und den Cousin Anzeige erhoben, und sie seien
beide zu achtzig Peitschenhieben und sechs Monaten Gefängnis verurteilt
worden. Von seiner Ehefrau habe er später nichts mehr erfahren. Jedoch
verlange deren Familie, dass er für sein Kind Alimente bezahle, und sei
deswegen im Iran auf gerichtlichem Weg gegen ihn vorgegangen. Deswe-
gen drohe ihm im Iran im Falle seiner Rückkehr die Festnahme durch die
dortigen Behörden.
Des Weiteren habe er Familienangehörige, die politisch aktiv gewesen
seien. So sei ein Sohn eines Onkels bei der PKK (Partiya Karkerên Kurdis-
tan; Arbeiterpartei Kurdistans) zum Märtyrer geworden, und mehrere Cous-
ins seines Vaters seien bei den Peshmerga aktiv. Er selbst habe ebenfalls
Mitglied der Peshmerga werden wollen. Jedoch sei es nicht dazu gekom-
men, weil die Peshmerga nur jedes halbe Jahr einmal rekrutieren würden.
Weil er sich für "die kurdische Partei" interessiert habe, seien seine Fami-
lienangehörigen zur Polizei und zum iranischen Sicherheitsdienst Ettela'at
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gegangen und hätten dort mitgeteilt, er sei Mitglied der Partei geworden.
Danach seien Polizisten zum Haus seiner Familie gekommen, er sei aber
nicht anwesend gewesen. In der Folge habe er sich zur Flucht aus dem
Iran entschieden.
Seit seiner Einreise in die Schweiz unterstütze er im Übrigen "die Partei",
indem er ab und zu bei Festlichkeiten mithelfe und etwas Geld spende.
Im Rahmen seiner Befragungen übergab der Beschwerdeführer dem SEM
verschiedene iranische gerichtliche Dokumente, die sich auf die Probleme
mit der Familie seiner Ehefrau beziehen würden.
C.
Mit Verfügung vom 9. Januar 2020 (Datum der Eröffnung: 10. Januar 2020)
lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete
dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begrün-
dung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Staatssekretariat im We-
sentlichen aus, die betreffenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien
entweder nicht glaubhaft oder asylrechtlich nicht relevant.
D.
Diesen Entscheid focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts-
vertreters vom 10. Februar 2020 beim Bundesverwaltungsgericht an. Da-
bei beantragte er die Aufhebung der genannten Verfügung, seine Anerken-
nung als Flüchtling und die Gewährung des Asyls, eventualiter seine vor-
läufige Aufnahme in der Schweiz wegen Undurchführbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 18. Februar 2020 wurde der Beschwerdefüh-
rer zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.‒ mit Frist bis zum
4. März 2020 aufgefordert, unter Androhung des Nichteintretens im Unter-
lassungsfall.
F.
Mit Einzahlung vom 2. März 2020 wurde der verlangte Kostenvorschuss
geleistet.
G.
Mit Vernehmlassung vom 18. März 2020 hielt das SEM vollumfänglich an
seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
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H.
Mit Zwischenverfügung vom 20. März 2020 wurde dem Beschwerdeführer
in Bezug auf die Vernehmlassung des SEM das Replikrecht erteilt.
I.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. April 2020 reichte der Be-
schwerdeführer eine entsprechende Stellungnahme ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-
gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31)
durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-
tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-
nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-
chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-
dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich
die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).
1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt nach der am 1. März 2019 in Kraft
getretenen Änderung des AsylG das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Über-
gangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
2.
Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG;
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten
Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es sich,
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wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche, weshalb der Beschwer-
deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-
ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs in der angefoch-
tenen Verfügung im Wesentlichen damit, die betreffenden Vorbringen des
Beschwerdeführers seien entweder nicht glaubhaft oder asylrechtlich nicht
relevant. Diese Beurteilung ist als zutreffend zu erachten.
5.2 Zunächst ist festzustellen, dass den angeblichen Bedrohungen seitens
der Familie des Beschwerdeführers aufgrund der Probleme mit seiner Ehe-
frau ungeachtet der Frage ihrer Glaubhaftigkeit offensichtlich keine asyl-
rechtliche Relevanz zukommt.
5.2.1 Wie das SEM zutreffenderweise festgestellt hat, unternahm der Be-
schwerdeführer keinerlei Anstrengungen, sich bei den iranischen Behör-
den um Schutz gegen die behauptete Bedrohung zu bemühen, obwohl er –
nachdem seine Ehefrau und der Cousin, mit dem sie ihn betrogen habe,
strafrechtlich belangt worden seien – mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit damit hätte rechnen können, dass ihm ein entsprechender staatlicher
Schutz tatsächlich zuteil geworden wäre. Des Weiteren ist auch nicht er-
sichtlich, weshalb der Beschwerdeführer allfälligen Nachstellungen seiner
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Familienangehörigen nicht durch die Wahrnehmung einer innerstaatlichen
Aufenthaltsalternative beziehungsweise Schutzalternative in einem ande-
ren Landesteil, etwa in der Hauptstadt Teheran, hätte aus dem Weg gehen
oder gegebenenfalls dort um staatlichen Schutz vor den behaupteten Be-
drohungen hätte ersuchen können. Soweit der Beschwerdeführer ausser-
dem geltend macht, die Familie seiner Frau sei auf gerichtlichem Weg ge-
gen ihn vorgegangen und es drohe ihm wegen seiner Verpflichtung zur
Zahlung von Alimenten zugunsten seines Kindes bei einer Rückkehr in den
Iran die Festnahme durch die dortigen Behörden, so ist dieses Vorbringen
ebenfalls offensichtlich asylrechtlich nicht relevant.
5.2.2 Ergänzend ist festzustellen, dass auch zweifelhaft erscheint, ob die
ehelichen Probleme des Beschwerdeführers überhaupt in der behaupteten
Weise entstanden sind. Gemäss seinen Aussagen gegenüber dem SEM
sollen die Schwierigkeiten mit seiner Ehefrau am 20. September 2015 be-
gonnen haben, als sie ihn unerwartet zugunsten eines Cousins verlassen
habe. Jedoch geht aus einem im vorinstanzlichen Verfahren als Beweis-
mittel abgegebenen iranischen Dokument hervor, dass bereits am 3. März
2015 vor einem Familiengericht in der Stadt B._ gegen den Be-
schwerdeführer ein von seiner Ehefrau angestrengtes Verfahren hängig
war. Dieser Umstand ist nicht mit den Vorbringen des Beschwerdeführers
vereinbar. Angesichts der offensichtlich nicht gegebenen asylrechtlichen
Relevanz der betreffenden Vorbringen erübrigt es sich jedoch, der Frage
nach deren Glaubhaftigkeit weiter nachzugehen.
5.2.3 Schliesslich ist darauf einzugehen, dass der Beschwerdeführer mit
der Beschwerdeschrift behauptet, es sei durch die Vorinstanz sein An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden, weil sich diese nicht dazu
geäussert habe, dass er im Rahmen der Anhörung davon berichtet habe,
er sei von seiner Familie mit dem Tod bedroht worden, indem ein Onkel ein
Gewehr auf ihn gerichtet habe. Auch mit der Replik wird im Wesentlichen
geltend gemacht, die Bedrohung mit einem Gewehr sei durch das SEM
nicht ausreichend oder falsch gewürdigt worden. Indem, wie ausgeführt,
der behaupteten Bedrohung durch Familienangehörige ungeachtet der
Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens keine asylrechtliche Relevanz zu-
kommt, kann von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs in diesem Zu-
sammenhang offensichtlich keine Rede sein.
5.3 Wie in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt wurde, ist
auch nicht von einer asylrechtlich relevanten Gefährdung des Beschwer-
deführers aufgrund seiner Behauptung auszugehen, er habe verschiedene
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Familienangehörige, die politisch aktiv gewesen seien. So sagte er gegen-
über der Vorinstanz auf entsprechende Frage hin aus, mit jenem Sohn ei-
nes Onkels (bzw. Cousin), der bei der PKK zum Märtyrer geworden (impli-
zit: im Kampf für die genannte türkisch-kurdische Organisation gefallen)
sei, habe er persönlich keinen Kontakt gehabt (Protokoll der Anhörung,
S. 5). In Bezug auf weitere Cousins seines Vaters, die bei den Peshmerga
aktiv seien (implizit: Angehörige der Streitkräfte der nordirakischen Auto-
nomen Region Kurdistan seien) wisse er nicht einmal, wo diese stationiert
seien. Der Beschwerdeführer macht auch in keiner Weise geltend, er sei
aufgrund der Aktivitäten der genannten Verwandten zugunsten von tür-
kisch-kurdischen oder irakisch-kurdischen Organisationen seitens der ira-
nischen Behörden irgendeiner konkreten Form von Reflexverfolgung aus-
gesetzt gewesen.
5.4 Schliesslich behauptet der Beschwerdeführer, er selbst habe ebenfalls
Mitglied der Peshmerga werden wollen, was aber nicht möglich gewesen
sei, weil eine entsprechende Rekrutierung nur jedes halbe Jahr erfolge und
er den richtigen Zeitpunkt verpasst habe. Weil er sich für "die kurdische
Partei" interessiert habe, hätten sich seine Familienangehörigen an die ira-
nische Polizei und den iranischen Sicherheitsdienst Ettela'at gewandt, und
anschliessend hätten ihn – in seiner Abwesenheit – Polizisten im Haus sei-
ner Familie gesucht. Die Behauptung, seine Familie, aus welcher mehrere
Angehörige entweder für die PKK oder die Peshmerga aktiv seien, hätten
ihn wegen seiner Pläne, sich ebenfalls für die kurdische Sache zu enga-
gieren, bei den iranischen Sicherheitskräften angezeigt, ist als offensicht-
lich unglaubhaft zu erachten. Mangels jeglicher entsprechender Angaben
des Beschwerdeführers ist auch in keiner Weise ersichtlich, weshalb die
iranischen Behörden anderweitig von seiner Absicht hätten erfahren sollen,
sich in den Irak zu begeben, um dort den Peshmerga beizutreten. Auch
unter diesem Aspekt ist somit offensichtlich von keiner Gefährdung des
Beschwerdeführers im Iran auszugehen.
5.5 Schliesslich ist auch die blosse Zugehörigkeit zur kurdischen Minder-
heit mangels irgendwelcher sonstiger Gründe, die den Beschwerdeführer
in den Augen des iranischen Regimes als politisch verdächtig erscheinen
lassen könnten, nicht als entscheidwesentlich zu erachten.
5.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur
Einschätzung gelangt ist, der Beschwerdeführer habe keine asylrechtlich
relevante Gefährdung glaubhaft gemacht. Die Vorinstanz hat folglich das
Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
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6.
Über die Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren hinaus wird auf Be-
schwerdeebene – und dies in erster Linie – geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer habe sich vor und nach seiner Ankunft in der Schweiz kri-
tisch zur iranischen Politik geäussert und sei im Begriff gewesen, Mitglied
der irakisch-kurdischen Partei PDK (Partîya Demokrata Kurdistanê; Demo-
kratische Partei Kurdistans) zu werden. Deshalb drohe ihm im Falle einer
Rückkehr in den Iran wegen exilpolitischer Aktivitäten eine harte Bestra-
fung, nämlich Gefängnis, Folter und sogar die Todesstrafe. Damit wird das
Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe behauptet (vgl. Art. 3 Abs. 4 AsylG
i.V.m. Art. 54 AsylG; BVGE 2009/28 E. 7.1). Diesbezüglich ist festzustellen,
dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren einzig und ohne
weitere konkrete Ausführungen geltend machte, er unterstütze die (nicht
näher bezeichnete) "Partei", indem er ab und zu bei Festlichkeiten mithelfe
und etwas Geld (im Betrag von Fr. 15.– bis 75.–) spende. Auch mit der
Beschwerdeschrift wurde mit keinem Wort – und ohne irgendwelche Be-
weismittel – näher ausgeführt, worin seine angeblichen gegen das irani-
sche Regime gerichteten exilpolitischen Aktivitäten bestanden haben sol-
len. Ohnehin ist in keiner Weise ersichtlich, weshalb eine allfällige Unter-
stützung einer im Irak tätigen kurdischen Partei überhaupt zu einer Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG seitens der iranischen Behörden führen
könnte. Folglich ist auch das Vorliegen von die Flüchtlingseigenschaft be-
gründenden subjektiven Nachfluchtgründen offensichtlich zu verneinen.
7.
Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-
such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte
Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen
und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-
länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration
[AIG, SR 142.20]).
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8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung in den Iran ist un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwerdeführer –
wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG
ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers ergeben
sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte für
die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung in den Iran mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe oder
Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. aus der Praxis des Europäischen Ge-
richtshofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I,
S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Be-
schwerde Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Auch die allgemeine
Menschenrechtssituation im Iran bietet zum heutigen Zeitpunkt keinen kon-
kreten Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine entspre-
chende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im
Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen
zulässig.
8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
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8.3.2 Die allgemeine Lage im Iran ist weder von Bürgerkrieg noch von all-
gemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung
dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen auch sonst keine
Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Beschwerdeführer sei bei
einer Rückkehr in den Iran einer konkreten Gefährdung im Sinne von
Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt. Insbesondere ist nicht davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in den Heimatstaat in wirt-
schaftlicher Hinsicht in eine existenzbedrohende Situation gelangen wird.
Gemäss eigenen Angaben arbeitete er im Iran als Verkäufer, betrieb ein
eigenes Kleider- und Textilgeschäft und erwarb weitere berufliche Erfah-
rungen im Baugewerbe. Seine Familie gehört nach eigener Aussage wirt-
schaftlich zur iranischen Mittelschicht, wobei sein Vater als Landwirt arbei-
tet. Zudem leben im Iran nicht nur die Eltern, sondern fünf Schwestern –
von denen zwei verheiratet sind – sowie weitere Verwandte des Beschwer-
deführers, womit er über ein ausgedehntes familiäres Netz verfügt.
8.4 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung
mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von
Art. 83 Abs. 2 AIG ist.
8.5 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug ste-
hen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und
sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus den Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-
desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und voll-
ständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist
(Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Dabei ist zur Be-
gleichung der Verfahrenskosten der in selber Höhe geleistete Kostenvor-
schuss zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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