Decision ID: 8d67a2e4-4b4e-4016-aa2e-fc5ac09428d2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
meldete sich nach diagnostizier
tem Mor
bus
Ledderhose
und
Plantaraponeurose
rechts am 6. März 2003 bei der
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug einer Inva
liden
rente
an
(
Urk.
6
/2). Die IV-Stelle ermittelte
eine Aufgabenteilung von 39 % Haushalts- und 61 %
Erwerbstätigkeit
(
Urk.
6
/21) und verneinte
mit Verfügung vom 2
4.
Mai
2004
(
Urk.
6
/24) und Einspracheentscheid
vom
7.
Februar
2005
(
Urk.
6
/35) einen Anspruch
der Versicherten auf eine Invaliden
rente. Nachdem das Sozialversicherungsgericht
die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil
im Verfahren
IV.2005.00291 vom 31. Oktober 2005 gutgeheissen und die Sache zur weiteren
Abklärung an
die IV-Stelle zurückgewiesen hatte
(
Urk.
6
/50), holte diese das medizinische Gutachten
der MEDAS
Z._
vom 29. Oktober 2007
ein
(
Urk.
6
/65). Gestützt darauf und
auf
eine erneute Abklärung
der
Einschrän
kung im Haushalt, welche eine unveränderte Aufga
benteilung erg
e
b
en hatte
(
Urk.
6
/70), ermittelte
die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 21,66 %.
A
m 2
5.
Februar 2008
ver
fügte s
ie
, dass
die Versicherte keinen Anspruch auf eine Rente habe
(
Urk.
6
/79
; vgl.
Urk.
6/72,
Urk.
6
/76
). Diese Verfügung
erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 20. Juni 2012 meldete sich die Versicherte mit der Diagnose Psoriasis
pal
mo
plantaris
p
us
t
ulosa
und einer seit 17. Juni 2011 bestehenden 100%igen Arbeits
unfähigkei
t erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an.
Zudem machte sie Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein geltend
(
Urk.
6
/82). Die IV
-Stelle veranlasste wiederum eine medizi
nische Begutachtung. Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
erkrankungen, stellte in seinem Gutach
ten vom 2.
Juli 2012
einen im Vergleich zur Situation im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung 2007 unveränderten Gesundheitszustand fest
(
Urk.
6
/114/34
; vgl. auch
Urk.
6
/114/55
). Im Rahmen ihrer Abklärungen über die Einschränkung im Haushalt stellte die IV-Stelle ebenfalls unveränderte Umstände fest
(
Urk.
6
/118). Sie ermittelte
einen Invaliditätsgrad von 15 % und verneinte mit Verfügung vom
29. April 2014 einen Anspruch der
Versicherten auf eine Invalidenrente
(
Urk.
6
/140
; vgl. auch
Urk.
6/122,
Urk.
6/125,
Urk.
6
/127
). Die von der Versi
cherten dagegen erhobene Beschwerde
(
Urk.
6
/146/3) wies das Sozial
ver
siche
rungs
gericht mit dem Urteil
im Verfahren
IV.2014.00605 vom 20. April 2015 ab
(
Urk.
6
/155)
.
1.3
Bereits am 23. September 2014 hatte die Versicherte der IV-Stelle eine Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustandes im Bereich der Hände und Handge
lenke gemeldet und
dessen Berücksichtigung bei der Prüfung ihres Anspruchs auf IV-Leistungen beantragt
(
Urk.
6
/150).
M
it Verfügung
vom 11. November 2015
trat die IV-Stelle
auf das neue Leistungsbegehren nicht ein, weil damit eine wesent
liche Veränderung des
Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht worden sei
(
Urk.
6
/163
; vgl. auch
Urk.
6
/157
).
1.4
A
uf die Neuanmeldung der Versicherten vom
6. Januar 2017
wegen
sehr starke
r
Rückenschmerzen sowie
Beschwerden im linken Fuss und in der rechten Hand
(
Urk.
6
/164
; vgl. auch
Urk.
6
/165-166) trat die
IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/169,
Urk.
6
/172) mit
Verfügung vom 24. Mai 2017
nicht ein
(
Urk.
6/175
).
Grund dafür war die Beurteilung
von
med. pract.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie vom Regi
onalen Ärztlichen Dienst RAD, dass die beschriebenen Befunde nicht geeig
net
seien, eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes
zu belegen
(
Urk.
6
/168/2).
Nachdem das
Sozialversicherungsgericht die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
6/176/3
) mit dem Urteil
vom 29. März 2018 im Verfahren
IV.2017.00723 in dem Sinne gutgeheissen hatte, dass es die Sache zur weiteren
Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen
hatte
(
Urk.
6/180/12),
holte
die IV-Stelle
zunächst
den Verlaufsbericht von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Rheumatologie, vom
2.
November 2018 (Eingangsdatum;
Urk.
6/187)
sowie weitere medizinische Unterlagen der Versicherte
n
(
Urk.
6/188,
Urk.
6/192)
ein
. Danach liess sie die Versicherte
durch med. pract.
B._
, Fachärztin für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, untersuchen (
Urk.
6/194) und die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit im Haushalt abklären (
Urk.
6/198).
Die IV-Stelle qualifizierte die
Versicherte
weiterhin als zu 39
%
im Haushalts- und zu 61
%
im
Erwerbsbereich tätig
, ermittelte einen Invaliditätsgrad von 27
%
und verneinte
gestützt darauf
-
nach
Durch
führ
ung des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk.
6/205,
Urk.
6/208-209,
Urk.
6/212
,
Urk.
6/218
)
inklusive
Beizug
aktueller Berichte
von
Dr.
med.
D._
, Fachär
z
t
in für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
6/214) und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, speziell Handchirurgie (
Urk.
6/215)
, sowie einer weiteren Stellungnahme von med. pract.
B._
(
Urk.
6/220/3)
–
m
it
Verfügung vom
2
1.
September 2020
erneut das Bestehen eines Rentenanspruchs (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1
0.
Oktober
20
20
Beschwer
de und beantragte sinngemäss
die Zusprechung
einer
Rente (
Urk.
1
).
Mit Beschwer
deantwort vom 1
1.
November 2020
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der
Beschwerde (
Urk.
5
)
, was der Beschwerdeführerin am 1
2.
November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7)
.
Am
1
3.
November
2020
reichte die Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch lic. iur.
Y._
, Rechtsdienst Inclusion Handicap, einen aktuellen Ver
laufsbericht von
Dr.
C._
vom 2
6.
Oktober 2020
zu den Akten und beantragte die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
8-9). Die IV-Stelle ver
zichtete auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe (
Urk.
13). Mit Replik vom 1
3.
Februar 2021 stellte die Beschwerdeführerin zusätzlich den Antrag, eventu
aliter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
16 S. 2), und reichte die Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 2
9.
Januar 2021 zu den Akten (
Urk.
17).
Die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik (
Urk.
20), was der Beschwerdeführerin am 3
0.
März 2021 mitgeteilt wurde (
Urk.
21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des S
ozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV]), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Inva
lidi
tätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umstän
den auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin
sicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Abweisung des Rentenbegehrens in der angefoch
tenen Verfügung damit,
ihre Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerde
führerin die bisherige Tätigkeit seit Januar 2017 nicht mehr zumutbar sei. Hin
gegen könne sie aus ärztlicher Sicht eine körperlich leichte, wechselbelastende Arbeit zu 70
%
ausüben
(
Urk.
2 S. 1)
.
Bei der von
Dr.
D._
diagnostizierten depressiven Störung handle es sich um eine mittelgradige depressive Episode ohne schwer ausgeprägte Symptome. Diese führe aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht zu einer dauerhaften gesundheitlichen Einschränkung (
Urk.
2 S. 2 f.).
D
as
Valideneinkommen
sei gestützt auf das Einkommen für Hilfstätigkeiten
gemäss der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
festzu
setzen
und betrage
Fr.
54'799.4
5.
Zur Ermittlung des mit
der gesundheitlichen
Beein
trächtigung
erzielbaren Einkommens
könne ebenfalls auf die statistischen
Löhne der LSE abgestellt werden. Unter Berücksichtigung, dass der Beschwerde
führerin weiterhin leichte Tätigkeiten zumutbar seien
, betrage das Einkommen bei einem 70
%
-Pensum
Fr.
38'359.6
0.
Die Gegenüberstellung dieser Einkommen
führe zu einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 30
%
. Im Haushaltbereich sei die Beschwerdeführerin zu 22
%
eingeschränkt. Gewichtet nach den Anteilen des Erwerbs (61
%
) und der Haushalttätigkeit (39
%
) betrage der Invaliditätsgrad kumuliert 27
%
. Damit werde die für die Entstehung eines Rentenanspruchs erhebliche Schwelle von 40
%
nicht erreicht (
Urk.
2 S. 2; vgl. auch
Urk.
5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe Anspruch auf eine Rente. Die behandelnde Rheumatologin
Dr.
C._
sei mit dem RAD-Untersuchungsbericht vom 2
5.
April 2019, auf welchem die angefochtene Verfügung basiere, nicht einverstanden.
Ihre
Stellungnahme vom 2
9.
Januar 2021
setze sich mit den dort gestellten Diagnosen und genannten Befunden dif
ferenziert auseinander. Demnach bestünden mehr Diagnosen mit Ei
nfluss auf die Arbeitsfähigkeit
. Weiter lägen deutlich
einschränkendere
Befunde vor. Für Diag
nose und Befunde sei deshalb auf die nachvollziehbare Beurteilung von
Dr.
C._
abzustellen. Sollte das Gericht nicht darauf abstellen, seien ergänzende Abklä
rungen nötig, da der RAD-Bericht die vorhandenen Diagnosen und Befunde nicht
umfassend berücksichtige. Es sei von einer stärkeren Verschlechterung des Gesund
heitszustandes seit der letzten materiellen Beurteilung auszugehen (
Urk.
16 S. 3 ff.). Als einschränkende Komorbidität müsse die von
Dr.
D._
im Bericht vom 2
9.
Mai 2020 diagnostizierte
, mittlerweile chronifizierte
rezidi
vierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen bis schweren Episode mitberücksichtigt werden. Die von der
Rheumatologin
Dr.
C._
, welche
s
i
e
seit 2008
behandle,
in der Vergangenheit fachfremd diagnostizierte reaktive Depression sei
entgegen der Ansicht des RAD
plausibel, da wegen ihrer Miss
brauchserfahrungen in der Kindheit
aus psychiatrischer Sicht zu erwarten sei, dass es immer wieder zu depressiven Phasen komme. Der davon abweichenden, knappen Aktenbeurteilung des RAD könne nicht gefolgt werden
Urk.
16 S. 5 f.)
.
Dr.
C._
habe sodann nachvollziehbar aufgezeigt, dass sie wegen ihrer Beein
trächtigungen nicht in der Lage sei, Gewichte von 10
kg
zu heben oder
zu
tragen. Zu berücksichtigen sei ferner, dass ihre Hände schwach seien und ihr nur ganz leichte, kurzfristige Tätigkeiten ermöglichten. In einer leichten, behinderungs
angepassten Tätigkeit
sei sie
unter Berücksichtigung ihres Gesamtzustandes
nur zu 30
%
arbeitsfähig, wobei sie während dieser Arbeitszeit vermehrte Ruhepausen benötige (
Urk.
16 S. 6
; vgl. auch
Urk.
1 und
Urk.
8
).
Angesichts ihrer angespannten finanziellen Situation – der Ehemann sei zu 100
%
invalid- und des Wegfalls der Kinderbetreuungsaufgabe sei ihre Angabe
gegenüber der Haushaltabklärungsperson, dass sie aktuell im Gesundheitsfall 60-80
%
arbeiten würde und ihr angestammtes Pensum von 61
%
eventuell ein wenig erhöht hätte, absolut realistisch. Für das Erwerbspensum sei deshalb auf den Dur
ch
schnittswert von 70
%
abzustellen (
Urk.
16 S. 6 f.).
Nicht zu beanstan
den sei das Valideneinkommen. Beim Invalideneinkommen sei hingegen ein
l
ei
dens
bedingter Abzug von mindestens 15
%
zu berücksichtigen, weil
sie bereits 60 Jahre alt und deshalb auf dem Arbeitsmarkt erschwert vermittelbar, gesund
heitlich eingeschränkt einsetzbar und auf einen erhöhten Pausenbedarf ange
wie
sen sei.
Dies führe – selbst wenn der Arbeitsfähigkeitseinschätzung von
Dr.
C._
nicht gefolgt und auf diejenige des RAD abgestellt werde – zu einem Invaliditäts
grad von mindestens 41
,3
%
und damit zum Anspruch auf
eine Vier
telsrente (
Urk.
16 S. 7 ff.).
3.
3.1
Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin aufgrund der Neuanmeldung im
Januar
201
7.
Nachdem die Beschwerdegegnerin auf diese längst eingetreten ist, ist zu prüfen, ob sich seit der letzten materiell umfassenden Prüfung des Rentenanspruchs im Jahr 2014 eine massgebende Ver
änderung mit Auswirkung auf die Invalidität ergeben hat
3.2
Dem von der IV-Stelle nach Erhalt des Rückweisungsurteils des Sozialversiche
rungsgerichts
im Verfahren
IV.2017.00723 vom 2
9.
März 2018 (
Urk.
6/180) eingeholten Verlaufsbericht der behandelnden Rheumatologin
Dr.
C._
vom
2.
November 2018 (Eingangsdatum bei der IV-Stelle) sind
insbesondere
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: eine Pso
riasis-Arthritis mit Mitbeteiligung der F
ingerendgelenke (DIP) II und III rechts
, beider Handgelenke, des linken unteren Sprunggelenks, des Mittelfusses, beider Kniegelenke
und der Zehengrundgelenke; eine Gonarthritis beidseits;
Enthesio
pathien
; der Verdacht auf ein
Lumboradikulärsyndrom
L5
links bei einer kleinen
breitbasigen
Diskushernie median bis
mediolateral
links
L4
/5 mit möglicher Kom
pression der Wurzel L5 gemäss MRI vom
6.
Juli 2012 und einem sensiblen Aus
fallsyndrom links; eine zunehmende
dupuytrensche
Kontraktur der linken Hand; eine reaktive Depression
; eine
Hepato
- und leichte
Splenomegalie
; ein Diabetes
m
ellitus Typ II und eine behandelte arterielle Hypertonie
.
Dr.
C._
führte aus, die Veränderungen im
Handgelenks- und Fingerbereich hätten seit 2012/2014
zuge
nommen
(
Urk.
6/187/1-2)
. Die Beschwerdeführerin leide unter starken Schmer
zen. Im lumbalen Bereich bestünden diese immer und würden durch Belastung verstärkt. Auch in den Füssen habe sie Schmerzen
. Dadurch sei ihre
Leistungs
fähigkeit vermindert, auch die Gehfähigkeit, und sie benötige Ruhepausen. Im bisherigen Tätigkeitsbereich im Gastgewerbe und in fremden Haushalten bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Eine angepasste Tätigkeit müsse leicht und wechsel
belastend sein, keine repetitiven Arbeiten mit den Händen erfordern sowie genü
gende Ruhepausen ermöglichen. Eine Wiedereingliederung in diesem Rahmen sollte für zwei Stunden pro Tag möglich sein (
Urk.
6/187/2-4
).
3.
3
Am 2
5.
April 2019 wurde die Beschwerdeführerin von med. pract.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des RAD, versiche
rungsmedizinisch untersucht.
Dem Untersuchungsb
ericht vom 1
7.
Mai 2019
sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Psoriasisarthritis
mit Kraft- und leichter Funktionsminderung der Hände und Schmerzen in den Füssen sowie Degenerationen der Lendenwirbelsäule mit
einer
Facettenarthrose und Spi
nals
tenose ohne sensomotorische Ausfälle
zu entnehmen
.
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
schrieb
med. pract.
B._
einem
Hallux
rigidus
links
zu
. Sie hielt fest,
der klinische Untersuchungsbefund
habe
im Bereich der Hände Zeichen
der
Psoriasisarthritis
erbracht. Dennoch habe noch eine gute Funktion bestanden, die differenzierten Griffarten hätten ausgeführt werden können. Die Kraftprüfung habe eine erhebliche Differenz
zwischen der linken und rechten Seite ergeben, welche durch die erhobenen klinischen
Befunde und die vorhan
denen radiologischen Befunde, welche symmetrisch seien, nicht erklärt werden könne. Auf
der dominanten rechten Seite habe nur eine geringe Kraftentfaltung gemessen werden können, ohne dass klinische Hinweise auf eine Minderbe
nutzung des rechten Armes und der rechten Hand sowie Umfangdifferenzen vor
gelegen hätten.
Aufgrund
ihrer
Untersuchungsb
efunde
und
des
MRI-Befund
s
der Hände vom 1
4.
September 2018,
der erstmals
erosive
Veränderungen und eine
Synovitis
ergeben habe, könne die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis
mittlerweile als gesichert gelten. Klinisch hätten sich ebenfalls Hinweise für eine Mitbetei
ligung des linken Kniegelenks ergeben, welches leicht geschwollen gewesen sei. Damit sei es im Verlauf zu einer nachvollziehbaren gesundheitlichen Verschlech
terung gekommen. Es könne angenommen werden, dass diese Verschlechterung im Zeitpunkt des Zusatzgesuchs, im Januar 2017, bereits eingetreten gewesen sei (
Urk.
6/194/8).
Im Bereich der Wirbelsäule hätten sich bei radiologisch nachge
wiesenen
,
fortgeschrittenen
Degenerat
ionen gemäss Befunden des S
pitals
F._
vom 1
7.
November 2016 klinisch keine wesentlichen Funktionsmin
derun
gen gezeigt. Dennoch sei in diesem Bereich von einer eingeschränkten Belastbar
keit auszugehen. Die Einschätzung
von
Dr.
C._
, dass die Beschwerde
führerin in angepassten Tätigkeiten nur noch zwei Stunden pro Tag arbeiten könne, sei weder
anhand der erhobenen Befunde noch der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Aktivitätsniveau (vgl.
Urk.
6/194/2-3) nachvoll
ziehbar. Zwar bestehe in der angestammten Tätigkeit als Haushalts
hilfe seit Januar 2017 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer angepassten Tätigkeit (
körper
lich leicht, wechselbelastend, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelas
tungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Trep
pen
stei
gen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende
und kniegelenksbelastende Zwangs
hal
tungen
und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne erhöhte Anfor
de
rungen an die Funktion der Hände sowie ohne andauernde Vibrations
belastungen und Nässe-/Kälteexposition) bestehe eine 70%ige Rest
arbeitsfähig
keit ab Januar 201
7.
Die 70%ige Leistung bezogen auf
ein 100
%
-Pensum könne mit einer Präsenzzeit von 80
%
und – wegen des erhöhten Pausen- und Erho
lungs
bedarfs
aufgrund der Degenerationen in weiten Abschnitten des Bewe
gungsapparates - zusätzlichen Pausen von je einer halben Stunde vor- und nach
mittags erbracht werden (
Urk.
6/194/9).
3.4
Die Psychiaterin
Dr.
D._
, welche die Beschwerdeführerin
seit
Februar 2020 alle zwei Wochen behandelt, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2
9.
Mai 2020
eine rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen bis
schweren depressiven Episode (ICD-10: F33.1). In anamnestischer Hinsicht erwähnte sie, die Beschwerdeführerin sei in der Kindheit sexuell missbraucht worden. Sie habe wiederkehrende depressive Phasen erlebt, seit einiger Zeit sei es zu einer erneuten Verschlechterung des psychischen Zustandsbilds gekommen.
Dr.
D._
erhob einen verlangsamten, inhaltlich um die diversen Probleme kreisenden Gedankengang mit ständigem Grübeln, ferner eine affektive
Depri
miertheit
mit häufiger Anspannung, Freud-, Lust- und Antriebsmangel, Müdig
keit, Erschöpfung, gelegentliche
n
Gefühle
n
der Wertlosigkeit und Angstzustände. Weiter nannte sie chronische Schmerzen in allen Gelenken, Zukunftsängste sowie eine erhöhte Reizbarkeit (Ur. 6/214/7-9). Wegen eines eingeschränkten Auffas
sungsvermögens,
eines
reduzierten Konzentrationsvermögens, einer vermin
der
ten
(psychischen)
Belastbarkeit und Ausdauer
sowie einer
erhöhten Ermüdbar
keit und
Stressintoleranz sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu zirka 60-50
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
6/214/7,
Urk.
6/214/10).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, speziell Handchirurgie, berichtete am
2
5.
Juni 2020 aufgrund der gleichentags erfolgten Untersuchung über die Besc
hwer
deführer
in. Er hielt fest, er behandle s
ie seit 2016
,
ursprünglich wegen einer
Dupuytren
-Kontraktur rechts und der Psoriasis-Arthritis, im weiteren Ver
lauf auch wegen
Dupuytren
-Knoten in der linken Hand. Später seien auch typi
sche
Carpaltunnelsyndrom (
CTS
)
-Beschwerden aufgetreten. Die diesbezügliche Operation links am 1
6.
August 2019 habe zu einem vollständigen Ausheilungs
ergebnis der linken Hand ohne jegliche Einschränkung geführt
. Aktuell bestün
den störende CTS-Beschwerden rechts, die gelegentlich operativ behandelt werden sollten. Von Seiten der beiden Hände bestünden allerdings keine relevan
ten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Haushalt einer Familie
(
Urk.
6/215/7).
3.6
Die RAD-Ärztinnen med. pract.
B._
sowie
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gelangten in ihrer Würdigung der Berichte von
Dr.
D._
und
Dr.
G._
vom
9.
Juli 2020 zur Einschätzung, in soma
tischer Hinsicht lägen keine neuen Tatsachen vor.
Eine rezidivierende
depressive Störung, wie von
Dr.
D._
diagnostiziert, sei nicht ausreichend belegt, da vorhergehende depressive Episoden nach Lage der Akten nicht fach
ärztlich-psy
chiatrisch diagnostiziert worden seien. Einzig
Dr.
C._
habe in der Vergangenheit fachfremd eine reaktive Depression erwähnt. Der aktuell 14
-
tägige Behandlungs
rhythmus bei der Psychiaterin spreche ebenso wie
ihre
Angaben zum psycho
pa
tholo
gischen Befund nicht für eine schwere Ausprägung der Symptome
. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
D._
orientiere sich offenbar an der Selbsteinschätzung ihrer Patientin. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne bei einer mittelgradigen depressiven Episode von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden, wobei kein dauerhafter Gesundheitsschaden ange
nommen werden könne (
Urk.
6/220/3).
3.7
Am 2
9.
Januar 2021 nahm die behandelnde Rheumatologin
Dr.
C._
zum ortho
pädischen Untersuchungsbericht von med. pract.
B._
vom 1
7.
Mai 2019 Stellung. Dabei kritisierte sie, es bestünden weitere
Diagnosen, nämlich im Rahmen der auch
von med. pract.
B._
diagnostizierten Psoriasis
-A
rthritis
,
eine Gonarthritis beidseits, eine
Flexortendopathie
in den Händen beidseits, eine Mitbeteiligung der
o
beren Sprunggelenke linksbetont und der Zehengrund
gelenke,
Enthesiopathien
an beiden Kniegelenken sowie Schmerzen in beiden Ell
bogen. Zusätzlich bestünden der Verdacht auf ein
Lumboradikulärsyndrom
L5
links bei kleiner
breitbasiger
Diskushernie median bis
mediolateral
L4
/5 und ein sensibles Ausfallsyndrom links. Weiter liege ein
zerviko-thorako-spondylogenes
Syndrom beidseits mit/bei deutlicher Einschränkung der HWS-Beweglichkeit und Verminderung des
Thoraxumfangs
inspiratorisch/exspiratorisch auf 1.5 cm vor. Schliesslich bestehe in den Händen zusätzlich ein CTS, welches links im Sommer 2019 operiert worden sei, rechts aber weiterhin bestehe. Es
liege
auch eine reak
tive Depression mit
psycho-physischem
Erschöpfungszustand
vor
, welche im
Ver
lauf der J
ahre zugenommen habe (
Urk.
17 S. 1).
Ihre or
th
opä
dischen/rheu
matologischen Befunde
wichen
zudem erheblich von denjenigen von med. pract.
B._
ab:
Die Wirbelsäulenbeweglichkeit sei stärker einge
schränkt gewesen, als von med. pract.
B._
festgehalten, und die
druck
dolenten
Bereiche
umfangreicher. Zudem
sei der
Mennell
-Test rechts positiv gewesen. Im Bereich der oberen Extremitäten
seien die
Druckdolenzen
ebenfalls
weitflächiger
gewe
sen. Zusätzlich habe sie
Flexortendopathien
in den Fin
g
er
gelenken
II, III rechts und II-V links erhoben.
In den Kniegelenken zeige sich bei ihr beidseits ein Erguss, der auch im Ultraschall nachweisbar sei. Die Sprung
gelenke seien eben
falls
druckdolent
gewesen
,
rechts mehr als links, wobei der
Gaenslen
-Test an beiden Füssen positiv gewesen sei. Insgesamt leide die Beschwerdeführerin an
einer aktiven Psoriasis
-A
rthritis, die mit
Otezla
unge
nügend behandelt sei
(
Urk.
17 S. 2)
. Angesichts all ihrer weiteren Beeinträchti
gungen sei es illusorisch, dass sie 10 kg heben oder tragen könne
. Auch eine leichte, behinderungsange
passte Tätigkeit ohne Heben von Gewichten, ohne Tragen von Lasten
, in Wech
selbelastung, mit nur kurzen Gehstrecken, ohne vorn
über geneigte Haltung, längeres Stehen, Treppensteigen und Arbeiten in gebück
ter oder hockender Stel
lung sowie mit genügenden Ruhepausen sei aufgrund des Gesamtzustandes mit der deutlichen Zunahme der Erschöpfungsdepression nur zu 30
%
möglich (
Urk.
17 S. 3; vgl. auch
Urk.
9).
4.
4.1
Med. pract.
B._
vom RAD und die behandelnde Rheumatologin
Dr.
C._
gingen
übereinstimmend davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der letzten in Rechtskraft erwachsenen Beurteilung des
Rentenanspruchs mit Verfügung vom 29. April
2014 (
Urk.
6
/140), best
ätigt
dur
c
h
das Urteil des Sozialversicherungsgerichts
im Verfahren
IV.2014.00605 vom 20. April 2015
(
Urk.
6
/155
; vgl.
auch E. 4.1 des Urteils
im Verfahren
IV.2017.00723 vom 29. März 2018 [
Urk.
6/180/7]
)
,
deutlich
verschlechtert hat, insbesondere
da
durch
, dass
die
Diagnose einer Psoriasis-Arthritis wegen
Forts
chr
eitens d
er Symptomatik
inzwischen gesichert
ist
(
Urk.
6/187/1-2,
Urk.
6/194/8)
. Zu prüfen bleibt, ob sich diese Sachverhaltsänderung auf den Ren
ten
anspruch der Beschwerdeführerin aus
zuwirken vermag
.
4.2
Der orthopädische Untersuchungsbericht von med. pract.
B._
vom 1
7.
Mai
2019
beruht auf klinisch-orthopädischen Untersuchungen (
Urk.
6/194/2-8), berücksichtigt die Vorakten (
Urk.
6/194/8), die geklagten Beschwerden
(
Urk.
6/194/1-2)
,
die soziale sowie berufliche Anamnese (
Urk.
6/194/2-3)
und enthält
soweit
nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen (
Urk.
6/194/8-9)
.
Allerdings
ist
die behandelnde Rheumatologin
Dr.
C._
in ihren Berichten vom 2
6.
Oktober 2020 und 2
9.
Januar 2021 nicht nur bei der diagnostischen Einord
nung des Gesundheitsschadens
(
Urk.
17 S. 1)
, sondern bereits auf der Befund
ebene zu teils deutlich
abweichenden Ergebnissen gelangt
, die auf stärkere funk
tionelle Einschränkungen hinweisen
können
. So betrug der von ihr erhobene Fingerbodenabstand 35 cm (im Vergleich zu 20 cm bei med. pract
.
B._
[
Urk.
6/194/4,
Urk.
17 S. 2]). Ferner erwähnte sie etwa, im Gegensatz zu med. pract.
B._
,
einen mittels Ultraschall sichtbaren
Erguss
in beiden Kniege
lenken (
Urk.
17 S. 2; vgl. auch
Urk.
6/194/6),
Flexortendopathien
in den Finger
gelenken II, III rechts und II-V links (
Urk.
17 S. 2; vgl. auch
Urk.
6/194/5-6) und einen positiven
Gaenslen
-Test an beiden Füssen (
Urk.
17 S. 2,
Urk.
6/194/7).
Zwar kann
zur Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
nicht
abschliessend
auf
die
pessimistischere Einschätzung
der behandelnden Rheumatologin
abge
stellt werden, weil
angesichts der erheblichen Divergenzen auch die Erfahrungs
tatsache berücksichtigt werden muss, dass
behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zudem
berücksichtigt
e
Dr.
C._
bei der attestierten 70%igen Arbeitsunfähigkeit in der Stellungnahme vom 2
9.
Januar 2021
mit der in diesem Zusammenhang erwähnten Erschöpfungsdepression
(
Urk.
17 S. 3)
auch psychi
sche Beeinträchtigungen, obwohl
sie
als Rheumatologin hierfür fachlich nicht aus
reichend qualifiziert ist
.
Eine (versicherungs-)medizinische Würdigung der Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 2
9.
Januar 2021
, etwa durch med. pract.
B._
vom RAD liegt nicht bei den Akten (vgl.
Urk.
20). Deshalb
ist
die Stellungnahme von
Dr.
C._
geeignet,
mindestens geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
rein verwaltungsinternen
Beurteilung von med. pract.
B._
aufkommen zu lassen
, und es
kann
nicht ohne Weiteres
auf
ihren RAD-
Untersuchungsbericht vom 1
7.
Mai 2019
abgestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
H
insichtlich der somatischen Beeinträchtigungen
liegen
widersprüch
liche Beurteilungen vor
.
4.3
Hinsichtlich der von
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
D._
am 2
9.
Mai 2020 diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung mit einer aktuell mit
telschweren bis schweren Episode ist zu beachten, dass bereits der psychiatrische
Gutachter
Dr.
med.
I._
bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2007 erhebliche Risikofaktoren ausmachte, die seiner Einschätzung nach zukünftig zur Entstehung einer psychischen Krankheit führen
könnten
, im damaligen Zeitpunkt sei die psychische Krankheit
aber
noch nicht in relevantem Ausmass vorhan
den
gewesen
(
Urk.
6/65/50). Der rheumatologische Gutachter
Dr.
med.
A._
erwähnte im Jahr
2013
noch eine weitgehend unauffällige Psyche mit ungüns
tigen psychosozialen Faktoren
. Er vertrat die Auffassung, auf die von
der Rheumatologin
Dr.
C._
bereits damals gestellte Diagnose einer reaktiven Depres
sion könne nicht abgestellt werden
(
Urk.
6/114/28
,
Urk.
6/114/35
)
. Med. pract
.
B._
sowie
Dr.
H._
vom RAD haben in ihrer Stellungnahme vom
9.
Juli 2020
überzeugend dargelegt, dass
allein
die
in den Berichten der behan
delnden Rheumatologin
Dr.
C._
seit längerem erwähnte
reaktive
Depres
sion (
Urk.
6/213)
kein
genügendes Fundament für
di
e Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Störung
bilde
(
Urk.
6/220/3)
. Auch
vermögen
die von
der behan
delnden Psychiaterin
erhobenen psychopathologischen Befunde
und die nicht besonders intensive Therapie (
Urk.
6/214/7-9)
das Vorliegen einer mittel
schweren bis schweren depressiven Störung mit ausgeprägten Einschränkungen der psy
chischen Funktionen
nicht mit dem massgeblichen Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit zu belegen
.
Mit
dem
Bericht
von
Dr.
D._
vom
2
9.
Mai 2020
liegen aber
immerhin
Hinweise für eine erhebliche, die zumut
bare Arbeitsfähigkeit beeinflussende psychische Komorbidität vor. Die RAD-Stellungnahme vom
9.
Juli 2020
, welche nicht auf eigenen psychiatrischen Unter
suchungen beruht, vermag diese nicht zu entkräften.
4.4
Aufgrund des Gesagten besteht weiterer Abklärungsbedarf
sowohl in medizi
nisch-somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht
. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird aufgrund der Komplexität
der g
esundheit
lichen Situation
ein
externes
polydisziplinäres Gutachten über die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten und in leidens
angepassten Tätigkeiten im zeitlichen Verlauf - spätestens ab Erlass der Verfü
gung vom 29. April
2014 (
Urk.
6/140
; vorstehend E.
3.1,
4.1) – einzuholen haben. Hernach wird sie erneut über den Rentenanspruch zu verfügen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
700.--
zulasten der u
nter
liegenden IV-Stelle (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozi
al
versiche
rungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien und
auf der Grundlage des
praxisge
mässen
Stundenansatzes von Fr. 185.--
wird
die Prozessentschädigung ermes
sensweise auf
Fr.
2’400.-- (inklusive Barauslagen und MWSt) festgesetzt.