Decision ID: 6dadf088-038e-478c-9b6b-b3fba7ec625d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1972
, stammt aus der
Y._
,
wo sie als Bauchtänz
erin sowie als Köchin tätig war. Sie reiste im
Mai
2003 in die Schweiz ein
(
Urk.
9/
3)
.
Im
Juli
2003
musste sie sich einem Eingriff am Unterleib unterziehen
,
welcher infolge einer eingetretenen Komplikation weitere
O
perationen nach sich zog
(vgl.
Urk.
9/1)
.
In den Jahren 2004 bis 2006 war sie erwerbstätig, zunächst
für kurze Zeit
als Reinigungshilfe
(vgl. 9/1 S. 14)
und
danach
ab Juli 2005
als Mi
tarbeiterin an einem
Kebabstand
. Ab 2
8.
April 2006 war sie ununterbrochen vollständ
i
g krankgeschrieben
;
d
as
Arbe
itsverhältnis
wurde
per Ende Mai 2006 durch
den Arbeitgeber gekündigt
(Urk. 9/11 S. 2). Im Juni 2007 meldete sich die Versicherte
erstmals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte Abklärungen in erwerbli
cher und medizinischer Hinsicht und
veranlasste eine
pol
ydisziplinäre
Abkl
ärung der Versicherten durch das
Z._
(
MEDAS;
Gut
achten vom 7. August 2008; Urk.
9/55). Gestützt auf die so getätigten Abklärungen verneinte die IV-Stelle
mit Verf
ügung vom 14.
Januar 2009 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
9/72). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Mit Gesuch vom 11.
Mai 2010 meldete sich die Versicherte
erneut
bei der
Inva
lidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk.
9/80), auf welches Gesuch die IV-Stelle
mangels Glaubhaftmachung einer erheblichen Sachverhaltsänderung
mit Verfügung vom
11.
August 2010
nicht eintrat (Urk.
7/87
)
.
Diese Verfügung blieb ebenfalls unangefochten.
1.3
Von November 2011 bis April 2012 war die Versicherte
vollzeitlich
als
Service
mita
r
beiterin
tätig
(
welche Arbeit sie
aus gesundheitlichen Gründen wieder auf
gab;
vgl. diesbezüglich
Urk.
9/113 S. 8).
Mit Gesuch vom 1
8.
Dezember 2012
beantragte die Versicherte unter Hinweis auf eine rezi
divierende depressive Störung/posttraumatische Störung
abermals Leistungen der Invalidenversiche
r
ung
(Urk.
9/96)
,
worauf die
IV-
Stelle
- nachdem s
ie
zunächst
mit Vorbescheid vom
1
5.
Januar 2013
Nichteintreten
auf die Neu
anmeldung
in Aussicht gestellt
(
Urk.
9/103) und die
Versicherte
daraufhin
einen Bericht des behandelnden Psy
chiaters nachgereicht hatte (Urk.
9/106)
-
eine psychiatrische Begutachtung
durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie,
veranlasst
e (Urk. 9/110
). Gestützt auf das von diesem erstattete Gutachten vom
12. November 2013 (Urk.
9/1
13) verneinte die IV-Stelle nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 9/116 ff.) mit Verfügung vom 13. Februar 2014
abermals
den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversiche
rung (
Urk.
2).
2
.
Dagegen liess die Versicherte hierorts
mit Eingabe vom 21.
Februar 2014
(Urk. 1)
durch
Rechtsanwalt
Glavas
Beschwerde erheben mit den
Rechtsbegeh
ren
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien IV-Leistungen, insbesondere die beruflichen Massnahmen und mindestens eine halbe Rente zu gewähren (1.), gleichzeitig sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege und
-
v
erbeiständung
zu gewähren (2.), unter Kosten- und Entschädigungsfolge (3.;
Urk.
1 S. 2). Am 1
3.
März 2014 zeigte Rechtsanwalt
Glavas
die Niederlegung des Mandats an (
Urk.
7). Mit Vernehmlassung vom 28.
März 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwerdeführerin, neu vertreten d
urch Rechtsanwalt
Dr.
iur
.
Gfeller
(Urk.
10), zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
13). Mit Eingabe vom 25.
August 2014 li
ess die Beschwerdeführerin den
Widerruf der bisherigen Vertretungsvollmachten bekannt geben und neu
B._
als
Vertreter anzeigen (Urk.
14-15)
.
Diese Vollmacht w
iderrief die Versi
cherte am 19.
September 2014
(Urk. 20)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht lässt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der
Begrün
dungspflicht
rügen unter Hinweis darauf, dass in der Begründung der ange
fochtenen Verfügung auf die Vorbringen
im Einwand
,
wonach
sie ursprünglich den Beruf als Bauchtänzerin ausgeübt habe,
nicht eingegangen worden sei
. Zudem sei es auch inakzeptabel, dass die
„
Försterkriterien
“
erstmals in der ange
fochtenen Verfügung aufgeführt worden seien, zumal die für deren Beu
r
teilung notwendigen Angaben der medizinischen Fachpersonen fehlten
(
Urk.
1 S.
2 und S. 3
).
1.2
Der Anspruch auf eine (hinreichende) Begründung als Teilaspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt daher grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten sind recht
sprechungsgemäss diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglich
keit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sach
verhalt als auch die Rechtslage frei überprü
fen kann (vgl. BGE 124 V 183 E
.
4a mit Hinweisen;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
Art.
42
Rz
9).
1.3
Es
kann vorliegend offenbleiben
, ob
die
Ausführungen
in der angefochtenen Ver
fügung
den
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen
an eine hinreichende Begründung genügen
, weil sie einer ausdrücklichen Bezugnahme auf die
im Einwand thematisierte
frühere Tätigkeit als Bauchtänzerin entb
ehr
en
. Anzu
merken ist immerhin, dass
d
ie Begründungspflicht nicht
verlangt
, dass sich die Behörde mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinanders
etzt (BGE 129 I 236).
A
uf jeden Fall
sind
die Voraussetzungen für eine Heilung einer allfälligen Verletzung erfüllt, konnte die Beschwerdeführerin doch die fragliche Verfügung vor dem hiesigen Sozialversicherungsgericht, das in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über eine umfassen
de Kognition ver
fügt,
anfechten
. Letzteres gilt auch bezüglich der
bereits
im Einwand
unter Hin
weis auf die z
umutbare Willensanstr
e
ngung sinngemäss geltend g
e
machten, und in der Verfügung
expli
zit aufgeführten
„
Försterkriterien
“, deren Prüfung
ent
gegen der offenbaren Auffassung der Beschwerdeführerin
durch die rechtsan
w
endenden Behörden z
u
erfolgen hat
(
vgl. statt vieler Urteil des Bun
desgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014, E.
3.3.3
).
Im Übrigen verzichtet die Beschwerdeführerin zu Recht darauf, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung aus formellen Gründen zu beantragen (
Urk.
1 S.
2). Denn eine Rückweisung zwecks Ergänzung der Begründung würde zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerunge
n führen (vgl. BGE 132 V 387 E
. 5.1 S. 390 mit Hinweis). Damit ist die angefochtene Verfügung in materieller Hinsicht zu überprüfen.
2
.
2
.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2
.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
Die IV-Stelle begründete die
vorliegend angefochtene
Verfügung vom 13. Februar 2014
zur Hauptsache
damit, dass
die vorhandenen medizinischen Einschränkungen rechtsprechungsgemäss überwindbar seien. Es bestehe daher kein IV-relevanter Gesundheitsschaden, weshalb kein Anspruch auf Leistungen (Rente, Arbeitsvermittlung) bestehe
(Urk.
2)
.
3
.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen
im Wesentlichen
vorbringen, dass
auf
grund der somatischen und
psychischen Leiden ein Leistungsa
nspruch
bestehe
(Urk. 1
).
3
.3
Zu prüfen ist nach dem Gesagten, ob seit der massgeblichen letzten rechts
kräftigen Leistungs
ablehnung
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung eingetreten ist.
Als Vergleichsbasis
ist auf die
(
materielle
)
Verfügung
vom
14. Januar 2009
abzustellen
.
4.
4.1
Der
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen
Verfügung vom 14. Januar 2009 lag das Gutachten des
Z._
vom 7. August 2008,
zugrunde.
Darin erhoben die verantwortlichen Ärzte aufgrund der durchgeführten internistisch
en
, orthopä
dischen sowie psychiatrischen Untersuchung
en
folgende Diagnosen (
Urk.
9/55
S. 11
)
:
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Short-Bowl Syndrom und Verwachsungsbauch
Zustand nach Laparoskopie bei Korpus
Luteum
-Zyste rechts mit
Dünn
darmperforation
und nachfolgenden mehrfachen Revisionen (5 Mal) mit
Ileumresektion
2003
Chronische rechtsseitige Unterbauchschmerzen, chronische Durch
fälle
2.
Zervikales
myofasziales
Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung und
Hal
tungsinsuffizienz
3.
Chronische
Coccygodynie
4.
Status nach
fibularer
Banddistorsion rechtes OSG 2003 mit persistie
render
Ansatztendopathie
im Ligamentum
fibulo
-talare
anterius
ohne
Auswirkung auf die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit:
1.
Somatoforme
Störung mit dissoziierten Empfindungsstörungen und
histrionischen
Anteilen
2.
Arthralgien und Weichteilschmerz in den Händen und Füssen ohne Anhaltspunkte für entzündlich rheumatische Erkrankung
3.
Androgenetische
Alopezie, weibliches Muster Stadium
Ludwig
3 mit
Trichodynie
4.
Nikotinabusus
Sie führten in ihrer Beurteilung im Wesentlichen aus, aufgrund der orthopädi
schen Befunde
sei die
frühere
T
ätigkeit als Bauchtänzerin und Köchin nicht mehr zumutbar, die
zu
letzt
ausgeübt
e Tätigkeit
am
Kebabstand
sei ein Jahr mög
lich gewesen und sollte auch künftig möglich sein. Jegliche körperlich leichte
n
Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ohne schwe
res Heben und Tragen seien medizinisch während 8.5 Stunden zumutbar
bei einer Leistungseinschränkung von 20
% aus orthopädischen Gründen
(S. 12 ff.)
.
4.2
Im Rahmen der Neuanmeldung vom 18. Dezember 2012 nahm die
Beschwerde
gegnerin
f
olgende Unterlagen zu den Akten:
4.2.1
Der verantwortliche leitende Arzt des
C._
, Departement für Chirurgie
, Klinik für
Viszeralchirurgie
(
C._
)
,
wohin die Versicherte durch ihren Hausarzt zwecks
„
Standortbestimmung bei laufendem IV-Antrag
“
zuge
wiesen
worden war
, diagnostizierte
am 19.
Dezember 2012 was folgt
(Urk.
9/101 S. 1)
:
chronische rechtsseitige Unterbauchschmerzen se
it 2003 mit
/bei
laparoskopischer
Detorquierung
und
Fenestration
einer stielgedrehten Kor
p
us
L
uteum
-
Zyste rechts
(27.7.2003),
Illeumsegmentresektion
(29.7.2003)
,
Second
look
O
peration abdomi
nal (31.
7.2003),
Revisi
onslaparotomie
(8.8.2003) und Sekundärnah
t (2
5.
8.2003)
S
tatus nach regelmässiger Vitamin B12-Substitution
Latenter Eisenmangel
Status nach bakterieller Da
r
müberwucherung 2008
Posttraumatische Belastungsstörung mit
Rezidivierenden depressiven Episoden
Zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
Arthralgien und Weichteilbeschwerden der
H
ände und Füsse ohne Anhalts
punkte für entzündlich rheumatische Erkrankungen (Abklärung Rheumatologie
D._
)
Coccygodynie
Hormoninaktives Nebennierenadenom
Androgenetische
Alopezie, weibliches Muster Sta
d
ium 3 mit
Trichodynie
Laktoseintoleranz
Nikotinabusus
Er
gab an,
in Anbetracht der Gesamtsituation wäre
eine Teilzeitarbeitsstelle von 50-60% für leichte Tä
tigkeiten für die Patientin gut (Urk.
9/101
S. 2
).
4.2.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie seit
dem Jahr
2006 behandelnder Psychiater der Versicherten, diagnostizierte in seinem Schreiben an die IV-Stelle
vom 23.
Januar 2012 (wohl: 2013)
eine rezidivie
rende depressive Störung,
ggw
. schwere Epis
ode mit ausgeprägter Angst (ICD-
10 F 33.2) sowie eine
p
osttraumatische Belastungsstörung mit ausgeprägter Ängstlichkeit vor dem Hintergrund einer Verfolgungsproblematik und mehreren Komplikationen während und nach chiru
r
gischen Eingriffen –
Dünndarmper
foration
nach
laparoskopischer
Ovarialzystenfenestierung
, wiederholte
Dünn
darmperforation
nach
Ileumsegmentresektion
(ICD
-
10 F43.1).
Dr.
E._
gab im Wesentlichen an, der Krankheitsverlauf habe sich seit der letzten Berichterstat
tung im Jahr 2010 deutlich verschlechtert.
Dies nicht zuletzt wegen ausbleiben
den Besserungen ihres körperlichen und psychischen Befindens und einer bereits etablierten depressiven Weltsicht.
Die Versicherte sei aus psychiatrisch-psychotherapeuti
s
cher Sicht zumindest
zu
80 % arbeitsunfähig, der
Krankheits
verlauf
sei als c
hronisch zu betrachten
.
Die Therapie bestehe aus zwei Mal monatlich stattfindender psychotherapeutischer Gespräche und Abgabe von Psychopharmaka
(Urk.
9/106).
4.2.3
Am 5. November 2013 wurde die Versicherte i
m
Auftrag der IV-Ste
lle
durch
Dr.
A._
fachärztlich
psychiatrisch untersucht. In seinem Gutac
hten vom 12.
November 2013 diagnostizierte
Dr.
A._
gestützt auf die von ihm erhobenen Befunde
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mitte
l
gradige Episode (ICD-10 F 33.1)
sowie eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
(ICD-10
F
45.4;
Urk. 9/113 S.
1
3
f.
).
I
n seiner versicherungsmedizinischen
Würdigung gab er
im Wesentlichen
an
, aufgrund der aktuellen Untersuchungs
befunde
, namentlich der subjektiv geklagten Müdigkeit, Lustlosigkeit,
Depri
miertheit
, Freudlosigkeit, Interesseverlust, negativ pessimistische
Zukunftsge
danken
, Antriebsarmut, Kraftlosigkeit, sozialer Rückzug, Schlafstörungen und Schmerzen in verschiedenen Bereichen ihres Körpers
bestehe aus rein psychiat
rischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % für einfache Tätigkeiten in der freien Wirtschaft
, zum Beispiel als Betriebsarbeiterin
. Eine zusätzliche Leistungsminderung bestehe nicht, die Versicherte könne zu 4.5
S
tunden an fünf Tagen pro Woche arbeiten.
Aufgrund der sehr dürftigen Anga
ben durch die Explorand
i
n könne ü
ber den Beginn dieser Arbeitsunfähigkeit keine zuver
lässigen Angaben gemacht werden. E
s könne minimal gesagt wer
den, dass ab dem Zeitpunkt der Untersuchung (November 2013) eine Arbeits
unfähigkeit in diesem Umfang bestehe. Die Weiterführung der bestehenden Gesprächspsychotherapie sei zu befürworten, doch sei eine etwas intensivere Sitzungsfrequenz zu empfehlen
(S. 15 ff.)
.
5.
5.1
In ihrer Neuanmeldung hatte die Beschwerdeführerin
ausschliesslich
psychische Beschwerden bezeichnet
(vgl. Urk. 9/96) beziehungsweise
eine Verschlechterung
nur
des psychischen Gesundheitszustandes geltend gemacht (Urk. 9/107).
Dass in somatischer Hinsicht eine Veränderung
(Verschlechterung)
des Gesundheits
zustandes eingetreten wäre
,
ist aus den Ak
ten denn auch nicht ersichtlich.
N
amentlich
enthält
der Bericht
des
C._
keine Hinweise darauf, dass
– vergli
chen mit dem Gesundheitszustand, wie er der erstmaligen Leistungsverneinung
(Verfügung vom 1
4.
Januar 2009)
zugrunde lag (vgl. E. 4.1
hievor
) -
zusätzliche
körperliche
Gesundheitsschäden hinzu
getreten wären oder sich
die Auswirkun
gen der bestehenden Gesundheitsschäden auf die Arbeitsfähigkeit verändert
hätten. Bei der Einschätzung einer 50%
igen
Arbeitsfähigkeit handelt es sich daher um eine unterschiedliche Beurteilung des nämlichen
somatischen
Zustan
des, was jedoch revisionsrechtlich unbeachtlich ist (vgl. E. 2.2
hievor
).
Zu
prüfen ist daher, ob
-
anders als im Zeitpunkt de
r erstmaligen materiellen
Leis
tungs
beurteilung
– nunmehr
in psychischer Hinsicht von einem invalidisieren
den Gesundheitsschaden auszugehen ist.
5.2
Die Verwaltung
ging
gestützt auf das
den rechtsprechungsge
mässen
Anforde
rungen
an eine beweiskräftige Expertise
gen
ü
gende
(
vgl. E. 2
.3
hievor
)
Gutach
ten von
Dr.
A._
davon aus, dass die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung
, derzeitig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) sowie an einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4)
leidet
.
Das Gutachten wird von
der Beschwerdeführerin
weder grundsätzlich noch
nament
lich auch
in Bezug auf
die Diagnosen
in Frage gestellt (vgl.
Urk.
1 S. 3
Ziff.
6).
Zu prüfen ist daher, ob
die Verwaltung diesen Diagn
o
sen – in Abweichung von
Dr.
A._
, welcher der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte
–
zu Recht
keine
n i
nvalid
isierenden Charakter beige
messen hat.
5.3
N
ach
der Rechtsprechung
gilt
eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung grundsätzlich als mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbar. Sie
vermag daher keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Nur ausnahmsweise, unter bestimmten Voraus
setzungen, ist von der Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess auszugehen. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (
BGE 130 V 352
und seitherige Entscheide).
D
abei setzt d
ie - nur in Aus
nahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerz
überwindung
und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
,
oder aber das Vorhan
densein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausge
wiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
["Flucht in die Krankheit"]; oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder
stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeuti
schem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahms
wei
se Unüberwindlichkeit der
somatoformen
Schmerzstörung
(BGE 130 V E.
2.2.3).
5.
4
5.4.1
Gemäss
Dr.
A._
leidet die Versicherte neben der
somatoformen
Schmerz
störung
an einer rezidivierenden depressiven Störung, derzeitig mittelgradige Episode.
Wie die Verwaltung in der angefochtenen Verfügung zu Recht aus
führte, w
erden
jedoch
nach der Rechtsprechung
leicht-mittelgradige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglichte, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts,
wenn
die depressive Episode
– wie vorliegend -
vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressi
ven Störung diagnostiziert worden ist (Urteile 8C_581/2013 vom 1
0.
Dezember 2013 E. 4.2; 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2013 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Fehlt es demnach an einer
ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Inten
sität, Ausprägung und Dauer
,
müssten die zusätzlichen Kriterien besonders aus
geprägt gegeben sein, damit die
Somatisierungsstörung
der Versicherten den
noch ausnahmsweise als unüberwindbar zu betrachten wäre
.
5.4.2
Die Verwaltung hat in der angefochtenen Verfügung
die einzelnen
weiteren
rechtsprechungsgemäss massgeblichen
Kriterien aufgeführt und im Ergebnis zu Recht darauf geschlossen, dass die
se
- nachdem
jedenfall
s zwei davon nicht erfüllt sind -
insgesamt
nicht
genügend
ausgeprägt
sind
, um d
ie Unüberwind
barkeit zu bejahen.
Zwar leidet die Versicherte
, wie sie zu Recht geltend machen lässt
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4)
,
an
chronischen
körperlichen Begleiterkrankungen
und es besteht ein mehrjähriger Verlauf
(vgl. E.
4.1 und E. 4.2.1
).
Doch
führte die Verwaltung
mit Blick auf die weiteren Kriterien
zu Recht aus
(
Urk.
1 S. 2)
und wurde von der Beschwerdeführerin
beschwerdeweise
nicht in
Abrede
gestellt, dass
gemäss Angaben anlässlich der psychiatrischen Begutachtung (Urk. 9/113 S. 9)
z
u ihrem Tagesablauf
(
soweit schmerzb
e
dingt möglich
)
Spaziergänge gehören und sie Konta
k
t zum Mitb
e
wohner
so
wie
zu
einem Kollegen pflegt
,
weshalb
k
ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
vorliegt
.
Ebensowenig
kann
gesagt werden, dass unbefriedigende
Behandlungs
ergebnisse
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vor
handener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person
vorlägen
. So
stand
die Versicherte
- soweit ersichtlich -
nie
in stationärer Behandlung
und
kann
mit Blick auf die
Frequenz
der
beim behandelnden Psychiater
Dr.
E._
durchgeführte
n
Therapie
(I
ntervalle
von zwei Wochen
; vgl.
Urk.
9/106 S. 2, die zudem unregelmässig wahrgenommen werden, vgl.
Urk.
9/113 S. 6
) kaum von einer hinreichend konsequenten ambulanten Be
handlung gesprochen werden
.
5.4.3
Besteht
aber weder eine psychische Komorb
i
dität von
erheblicher Schwere, Inten
sität, Ausprägung und Dauer
noch
liegen
die anderen
rechtsprechungsge
mässen
Kriterien
in der erforderlichen Ausprägung
vor, ist von der
Überwind
barkeit
der Schmerzstörung
auszugehen. Daran ändert entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nichts, dass
Dr.
A._
nicht festgehalten hat
, dass die Beschwerden überwindbar wären (
Urk.
1 S.
3
Ziff.
6
)
beziehungsweise von einer Arbeitsfähigkeit von nur 50
%
ausgegangen
ist
. D
enn die Beantwortung d
e
r
Frage der Überwindbarkeit
gemäss den Försterkriterien
obliegt
(als
Rechts
frage
)
nicht den Arztpersonen, sondern den rechtsanwendenden Behörden
(vgl. E. 1.3
hievor
).
Es können sich daher Konstellationen ergeben, bei welchen
– wie vorlieg
e
nd -
von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähig
keit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2; vgl. auch
BGE 130 V 352
E. 3 S. 356).
5.5
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass in psychischer Hinsicht nach wie vor kein invalidenversicherungsrechtlich bedeutsamer Gesundheitsschaden vorliegt. Damit ist weder in somatischer
(vgl. E. 5.1
hievor
)
noch in psychischer Hinsicht eine Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten, die den Inval
iditätsgrad beeinflussen könnte, weshalb d
ie Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren
zu Recht erneut abgewiesen hat.
5.6
Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob es in psychischer Hinsicht überhaupt eine Verschlechterung gegeben hat.
Dr.
A._
verwies auf im
Z._
-Gutachten geschilderte depressive Stimmungsschwankungen und schloss, dass eine depressive Entwicklung nicht abgestritten worden sei
(
Urk.
9/113/17). Daraus folgt, dass bereits früher eine entsprechende Problema
tik bestand, ohne dass die
Z._
-Ärzte förmlich eine Depression diagnostizier
ten.
6.
6.1
Eine für die Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt vor, wenn der Versicherte bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitli
chen Gründen Schwierigkeiten hat, das heisst es muss für die Bejahung einer
Invalidität im Sinne von
Art.
18
Abs.
1 Satz 1 IVG zwischen dem
Gesundheits
schaden
und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung ein Kausalzusammen
hang bestehen (vgl.
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG). Gesund
heitliche Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle erfüllen den leistungsspezifischen Invaliditätsbegriff, wenn die Behinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit (
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG) Probleme bei der – in einem umfassenden Sinn verstandenen – Stellensuche selber verursacht. Zur Arbeitsvermittlung nach
Art.
18
Abs.
1 Satz 1 IVG ist im Weiteren berechtigt, wer aus invaliditätsbedingten Gründen spezi
elle Anforderungen an den Arbeitsplatz (z.B. Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (z.B. Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen) stellen muss und demzufolge aus invaliditätsbedingten Gründen für das Finden einer Stelle auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen ist. Dies gilt auch für Versicherte, die in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sind. Bei der Frage der Anspruchsberechtigung nicht zu berücksichtigen sind demgegenüber invaliditätsfremde Probleme bei der Stellensuche wie fehlende Kenntnisse der Landessprachen. Schliesslich ist für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung vorausgesetzt, dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_966/2011 vom
4.
Mai 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.2
Die Beschwerdeführerin ist wohl seit längerer Zeit im Ausmass von 20
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, doch ist das noch zumutbare Stellenprofil (leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne heben und tragen schwerer Lasten, E.
4.1) derart breit, dass eine Selbsteingliederung ohne weiteres möglich und keine invaliditätsspezifischen Gesichtspunkte zu erkennen sind, welche eine Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin begründen könnten. Demnach bestehen auch diesbezüglich keine Ansprüche der Beschwerdeführerin.
7.
7.1
Vorliegend sind bei der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen zur Bewilli
gung der unentgeltlichen Rechtspfl
ege erfüllt. In Bezug auf die u
n
en
tgeltliche
Rechtsverbeiständung
ist ihr Rechtsanwalt
Dr.
Glavas
,
Zürich
, als unentgeltli
cher V
ertreter für das vorliegende Verfahren
bis zur Mandatsniederlegung am 1
3.
März 2014 (
Urk.
7)
zu bestellen.
7.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und zufolge Gewährung der unentgeltli
chen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Rechtsanwalt
Dr.
Glavas
ist für seine Bemühungen mit
Fr.
1‘200.
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.