Decision ID: e110ebdb-9a1e-4125-b312-dfe64c0f20e1
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
19
66
, arbeitete
vom 1. April 2004 bis 31. Oktober 2009 als
Luftverkehrsangestellter bei der
Y._
(Urk.
9/1/1)
. A
m
14
. Februar 201
1
meldete er sich
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an
(Urk.
9
/
2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte
(Urk. 9
/
25, Urk. 9/31, Urk. 9/
48, Urk. 9/80),
ein
internistisch-rheuma
tologisches
Gutachten (Urk.
9/45
), einen Auszug
aus dem individuellen Konto des
Versicherten (IK-Auszug; Urk.
9
/
1
2) sowie ei
nen Arbeitgeberbericht
(Urk. 9/15
) ein
und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 9/13) bei
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9
/
58-
7
3
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom
16. Mai 2012
(Urk. 9
/
75
= Urk. 2) einen Anspruch des
Versicherten auf
eine Rente
der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom
16
. Mai 2012 (Urk. 2) erhob d
er
Versicherte am
1
2.
Juni 2012
(
Urk.
1) beziehungsweise
am 1. Juli 2012 (
Urk.
6)
Beschwerde
und beantragte
sinngemäss
, die
se sei aufzuheben und es sei ihm
eine
Rente zuzu
sprechen
. Mit Beschwerdeantwort vom
4
.
September
2012 (
Urk.
8
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was de
m
Beschwerdeführer
am
1
.
Oktober
2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die
medizinischen
Abklärungen
davon aus, dass
der Beschwerdeführer seit dem 5. Juni 2009 in seiner angestammten Tätigkeit arbeitsunfähig sei. In einer optimal angepassten Tätigkeit sei jedoch eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit zu keinem Zeitpunkt ausgewiesen gewesen. Gestützt darauf errechnete sie einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 18
%
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführ
er auf den Standpunkt (
Urk.
1), auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden,
zumal die Gutachterin auf
grund einer gemeinsamen Bekannten befangen gewesen sei.
Ausserdem sei da
von auszugehen, dass zurzeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es s
ich mit der Arbeitsfähigkeit des
Be
schwer
deführers
verhält und auf wel
che medizinische
n
Berichte diesbezüglich abzustellen ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
FMH für orthopädische Chirurgie, berich
tete am 2
1. April 2010 (
Urk.
9/13/16-18) und führte aus, gemäss MRI der
Hals
wirbelsäule
(HWS) vom 3. September 2009 finde sich beim Beschwerdeführer eine laterale Diskushernie C5/6 links mit Kompression der Wurzel C6 im
Neu
roforamen
. Die bekannten Befunde erklärten die Beschwerden des Beschwerde
führers höchstens ansatzweise (S. 3).
Dr.
Z._
berichtete am 1
6
. Juli 2010
(
Urk.
9/13/12-13)
und führte aus, das ausgedehnte Schmerzbild stimme in keiner Art und Weise mit dem Befund einer Diskushernie C5/6 linkslateral überein
(S. 1)
. Der Befund der Diskushernie C5/6 links sei heute ohne klinisches Korrelat.
Entsprechend erübrige sich die Diskussion, ob die Diskushernie überhaupt beim Ereignis vom 5. Juni 2009 ent
standen sei. Dass es kurzfristig zu einem Reizzustand bei vorbestehender
Dis
kusanomalie
gekommen sei, sei denkbar. Mit Wiederaufnahme der Tätigkeit am 6. Juli 2009 wäre retrospektiv die Verschlimmerung behoben, da es in der Folge nie gelungen sei, eine Störung der Wurzel C6 links nachzuweisen (S. 2).
3.2
Dr.
med.
A._
, FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 6. März 2011 (
Urk.
9/13/29-44) und nannte folgende Diagnose (S. 14):
chronische Schmerzstörung mit dysfunktionalem Bewältigungsverhalten (ICD-10 F45.9)
, welche mit einer erheblichen Aggravation einhergehe
Er führte aus,
es habe kein psychopathologischer Befund erhoben werden kön
nen, der auf eine genuine depressive Störung, eine andere affektive Störung oder eine weitere psych
iatrische
Komorbidität
hinweise
(S. 14 unten).
Der Be
schwerdeführer nehme ausserdem schon seit längerer Zeit weder Analgetika noch Schlafmittel ein, obwohl er stärkste Schmerzen beklage. Die Art seiner Beschwerde-Präsentation weise eine deutliche
aggravierend
-demonstrative Komponente auf. Der Beschwerdeführer werde von seiner Partnerin in seinem dysfunktionalen Krankheitsverhalten unterstützt und bestärkt. Die beim Be
schwerdeführer vorliegende chronische Schmerzstörung mit dysfunktionalem Bewältigungsverhalten und erheblicher Aggravation könne in psychiatrischer Hinsicht keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen. Es bestünden auch keine Hinweise für eine psychiatrische
Komorbidität
. Dem Beschwerdeführer sei in seiner letzten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar
,
und er sei auch für andere in Frage kommende Tätigkeiten voll arbeitsfähig (S. 15).
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
FMH Allgemeine Medizin,
berichtete am 15. April 2011 (
Urk.
9/25/1-4) und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1):
zervikoradikuläres
Schmerzsyndrom
sekundär chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
bei ausgeprägter muskulärer
Dysbalance
depressives Zustandsbild
Er führte aus,
der Beschwerdeführer sei aufgrund der invalidisierenden Schmer
zen und des depressiven Zustandsbildes
zu 100
%
arbeitsunfähig (Ziff. 1.7).
3.4
Dr.
med.
C._
, Innere
Medizin FMH,
speziell
Rheumaerkrankun
gen
,
erstattete am 3. September 2011 ihr internistisch-rheumatologisches Gut
achten (
Urk.
9/45)
gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung des Be
schwerdeführers vom 17. August 2011, welche in Gegenwart des Übersetzers
D._
vom
E._
auf
H
indi und
D
eutsch durchgeführt worden sei (S. 1). Sie nannte folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 29 Ziff. 7.1):
Schulterschmerzen links bei
Insertionstendinose
der
Rotatorenmanschette
links mit
Humeruskopf
hochstand
und
Tendinose
der langen
Bizepssehne
mit möglicher
In
tervallläsion
ohne
höhergradige
degenerative Veränderungen der
oss
-
ären Strukturen bei
Status nach
Verhebetrauma
am 5. Juni 2009 mit
normaler Beweglichkeit beider Schultergelenke
sowohl September 2009 wie auch August 2011 und
seitengleichen Unterarm-Umfängen bei Rechtshändigkeit
zervikospondylogenes
bis intermittierend
zervikoradikuläres
Syndrom C6 links bei
kleiner
mediolateraler
Diskushernie C5/6 links mit Einengung des
Neu
roforamens
links und wahrscheinlicher Kompression der
Nerven
wurzel
C6 links und mässiger
Osteochondrose
und Spondylose C5 bis C7 mit
normalem Nadel-EMG der Kennmuskulatur C5/6 links und normaler
Medianus
-Neurographie jedoch
intermittierend leicht herabgesetztem
Bizepssehnenreflex
links (No
vember 2009) bei normalem
Bizepssehnenreflex
in den übrigen Untersuchungen (Oktober 2009, April 2010 und August 2011)
bildgebend mit stationärem Verlauf (MRI September 2009 gegenüber Mai 2010)
Sie nannte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 29 Ziff. 7.2):
Abusus von Nikotin und Cannabis
Fibromyalgie
-Syndrom
a
usgeprägter Vitamin D-Mangel
Hepatopathie und
Hyperferritinämie
unklarer Ätiologie
mit erhöhten Leberenzymen
ohne Zeichen eines aktuellen Alkohol-Abusus und
ohne Nachweis einer hereditären
Hämochromatose
Sie führte aus, in der klinischen Untersuchung finde sich kein wesentlicher Be
fund. Die Untersuchung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) lasse er nicht zu. Beide Schultergelenke seien normal beweglich. Die beiden beidseits gemessenen Unterarm-Umfänge seien seiten
gleich. Bei Rechtshändigkeit habe daher zweifellos keine wesentliche Schonung des linken Arms oder der linken Hand gegenüber de
m
rechten Arm und der rechten Hand stattgefunden. Sowohl im Bereich des linken Schultergelenkes wie auch im Bereich der HWS seien die vorhandenen klinischen und bildgebenden Befunde sehr gering.
Von den fünf geprüften Medikamenten sei nur das Schmerzmittel
Oxycontin
im Blut des Beschwerdeführers vorhanden. Von den übrigen vier Heilmitteln fänden sich keine Spuren. Die vorhandenen Befunde erklärten weder das Ausmass noch die Dauer der Beschwerden des Beschwer
deführers. Das von ihm angegebene Ausmass der Bewegungseinschränkung und die angebliche Hilflosigkeit könnten aus rheumatologischer Sicht nicht erklärt werden. Der aktuell kräftige Zustand seiner Muskulatur am ganzen Körper kor
reliere nicht mit seinen Angaben, dass er seit Juni 2009 meistens praktisch hilflos im Bett liege. Aufgrund seiner Klagen, der Anamnese, der klinischen so
wie den Resultaten der bildgebenden
Untersuchung
und Laborabklärungen könne der Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit zu 100
%
ausüben (S. 30 Ziff. 8).
Obwohl der Beschwerdeführer mit einem Handstock zur Untersuchung komme und ausschliesslich mit dem Stock gehe, fänden sich keine
Gebrauchs
spuren
an seinen Händen. Dies zeige, dass er den Stock im Alltag kaum je brau
che. Sein Handeinsatz sei bei der Untersuchung beidseits normal. Dennoch zeige er bei der Untersuchung eine maximale Handkraft von rechts 40
%
der Norm und links 26
%
. Mit der demonstrierten Handkraft könnte er den Handstock überhaupt nicht verwenden. Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits. Am ehesten bestehe eine Selbstlimitation (S. 31 oben).
Der Beschwerdeführer sei durch die einge
schränkte Funktion der linken Schulter und der HWS limitiert. Mit der rechten Schulter sei er nicht limitiert. Er könne Lasten bis 15 kg heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Überkopfarbeiten könne er nur selten, bis zu einer halben Stunde pro Tag, ausüben
. Es sei denkbar, dass ein Teilbereich der angestammten
Tätigkeit als Luftverkehrsangestellter bei
Y._
nicht adaptiert sei. Diesen Teilbereich könne er nicht mehr ausüben. Als Flight
Attendant
wie auch als Betreiber eines Restaurants könne er unein
geschränkt
arbeiten (S. 33 oben).
In einer adaptierten Tätigkeit sei der Be
schwerdeführer nie langfristig arbeitsunfähig gewesen
und es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
. In einer nicht adaptierten Tätigkeit beziehungsweise in nicht adaptierten Teilbereichen seiner angestammten Tätigkeit sei er seit dem 5. Juni 2009 nicht mehr arbeitsfähig
(S. 33 Ziff. 9.2 bis 9.4)
.
3.5
Die Ärzte des
F._
Institut für Anästhesiologie, berich
teten am 9. September 2011 (
Urk.
9/48 =
Urk.
3/1) und
nannten folgende Diagnosen (S. 2):
Verdacht auf neuropathisches Schmerzsyndrom der Wurzel C6 nach kurz
zeitiger Reizung C6
MRI mit bekannter Diskushernie C5/6
depressive Erkrankung mit/bei
chronischem Schmerzzustand
positiver HADS und CES-D
Insertionstendinose
der
Rotatorenmanschette
Tendinose
der langen
Bizepssehne
Sie führten aus,
der Hergang am Tag der ersten Schmerzen, die neurologische Untersuchung mit einer Hypästhesie im Daumen, Zeigefinger und radialem Un
terarm sowie die MRI Aufnahmen könnten durchaus ein neuropathisches Schmerzsyndrom der Wurzel C6 repräsentieren. Sie würden deshalb beim Be
schwerdeführer eine Therapie mit konservativen Ansätzen vorschlagen.
3.6
Dr
.
B._
führte am
5. Dezember 2011 aus (
Urk.
9/60/1), au
f
Ersuchen des Beschwerdeführers halte er nochmals fest, dass bei diesem gemäss seiner Beur
teilung aufgrund seines physischen und psychischen Zustandes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe.
3.7
Dr.
med
.
G._
, Spezial
a
rzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 11. Juni
2012 (
Urk.
3/3) und nannte folgende Diagnose
n
:
schwere depressive Episode mit psychotischer Symptomatik (ICD-10 F32.3
Verdacht auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom bei Diskushernie C5/6 mit bisher ungenügendem Ansprechen auf analgetische Behand
lung
Er führte aus,
der Beschwerdeführer sei vom 5. September 2011 bis zum
16. Dezember 2011 in seiner ambulanten
psychiatrischen
Behandlung gewesen.
Der Beschwerdeführer leide seit einem
Verhebetrauma
an schweren, teilweise thera
pieresistenten Schmerzzuständen und einer Depression. Der Beschwerde
-
führer habe sich während den Konsultationen konstant und wiederholt sichtlich schmerzgeplagt, gekrümmt am Stock gehend gezeigt. Während den
Untersu
chungsgesprächen
habe er immer wieder mühsam die Sitzposition gewechselt und dabei regelmässig mit Mimik und Gestik Schmerzen angezeigt. Das Be
wusstsein sei klar und die Orientierung vollständig erhalten. Der Gedankengang sei völlig eingeengt auf das eigene Leiden und das kränkende Erleben, darin nicht ernst genommen zu werden. Der Beschwerdeführer sei ausserdem über
zeugt, es bestehe eine Verbindung zwischen einer ehemaligen Beziehungsperson von ihm, einer Gutachterin und einer Sachbearbeiterin der Invalidenversiche
rung. Das Gefühl, Opfer einer Verschwörung zu sein, habe durchaus paranoiden Charakter. Sämtliche Affektäusserungen würden zu einem schwer depressiven Zustandsbild passen. Der Antrieb sei vermindert und die kognitiven Leistungen eingeschränkt.
D
ie beiden
diagnostizierten
Krankheiten stünden vermutlich in einer komplexen Wechselwirkung.
Hinsichtlich
der
Arbeitsfähigkeit beurteile er den Beschwerdeführer im Beobachtungszeitraum als 100
%
arbeitsunfähig für jede Erwerbstätigkeit.
4.
Zu prüfen ist vorderhand, ob
gegen
Dr.
C._
,
wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, ein Ausstands- oder Ablehnungsgrund
aufgrund einer ge
meinsamen persönlichen Bekanntschaft
vorliegt. Es gilt hierbei zu beachten, dass Gutachter grundsätzlich gleichermassen unabhängig und unparteilich sein müssen wie die Richterinnen und Richter. Dadurch soll sichergestellt werden, dass ein Gutachten nicht durch sachfremde, ausserhalb des Verfahrens liegende Umstände beeinflusst wird. Diese elementare rechtsstaatliche Anforderung gilt auch für medizinische Administrativgutachten, sobald sie die Grundlage für die verfügungsweise Entscheidung über einen geltend gemachten Rechtsanspruch bilden (BGE 137 V 2010 E. 2.1.3 mit Hinweisen).
Art.
30
Abs.
1 der Bundesver
fassung (BV) und
Art.
6
Ziff.
1 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(EMRK) sind verletzt, wenn - objektiv betrachtet - Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu be
gründen vermögen (BGE 131 I 113 E. 3.4 S. 116 mit Hinweisen). Solche Um
stände können entweder in
einem bestimmten Verhalten
des betreffenden Richters
beziehungsweise Gutachters
oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Für den Aus
stand wird nicht verlangt, dass
der Richter
oder der Gutachter
tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Mit anderen Worten muss gewährleistet sein, dass der
Ausgang der Begutachtung
aus Sicht aller Beteiligten als offen erscheint (BGE 133 I 1 E. 6.2 S. 6, 89 E. 3.2 S. 92; 131 I 24 E. 1.1 S. 25 mit Hinweisen).
Aufgrund der Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte
für eine Befangenheit der Gutachterin.
Es
ist in
sbesondere
nicht
ersichtlich,
dass die vom Beschwer
deführer behauptete Bekanntschaft
(vgl.
Urk.
6 S.1)
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
überhaupt
besteh
t
.
Hinzu kommt, dass selbst wenn
die behauptete Bekanntschaft
tatsächlich existieren sollte
, dies
er Umstand allein
keine
massge
bliche
Befangenheit zu begründen
vermöchte
.
Auch die übrigen Vorwürfe des Beschwerdeführers gegen die Gutachterin sind weder stichhaltig noch in irgend
einer Weise belegt.
Auch a
ufgrund der Ausführungen von
Dr.
G._
(vgl. vor
stehend E. 3.7)
ist vielmehr
davon auszugehen,
dass die angebliche Bekannt
schaft und Voreingenommenheit der Gutachterin im Rahmen der vom Be
schwerdeführer wahrgenommenen „Verschwörungstheorie“
zu betrachten ist.
Es ist demnach davon auszugehen, dass
Dr.
C._
die Begutachtung
lege
artis
durchgeführt hat
und
ihr
Gutachten aus formeller Sicht verwertbar ist.
5.
5.1
Es ist u
nstreitig und ausgewiesen
,
dass
der Beschwerdeführer seit Juni 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit bezogen auf seine angestammte Tätigkeit teilweise ein
geschränkt
ist
. Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung der Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit vorwiegend auf das Gutachten von
Dr.
C._
(vgl. vor
stehend E. 3.4) ab.
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
internistisch-rheu
-
mato
logische
Gutachten von
Dr.
C._
vom
3
.
September
201
1
(Urk.
9
/
45
; vgl. vorstehend E. 3.
4
)
für die Beantwortung der gestellten
Fragen um
fassend ist. Es beruht auf den für die strittigen Belange umfassenden und allsei
tigen
Untersuchungen sowie einer ausführlichen Anam
nese und berück
sichtigt die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden so
wie sämtliche Be
funde in angemessener Weise. Sodann wurde das Gutachten in Kenntnis der und in Aus
-
einandersetzung
mit den
Vorakten
erstellt
und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
So machte
Dr.
C._
darauf aufmerk
sam, dass sich in der klinischen Untersuchung kein
wesentlicher Befund finde und das vom Beschwerdeführer angegebene Ausmass der
Bewegungseinschrän
kung
und die angebliche Hilflosigkeit aus rheumatologischer Sicht nicht erklär
bar seien
(S. 30). Sie zeigte zudem
in differenzierter Weise
auf, dass von den fünf geprüften Medikamenten einzig das Schmerzmittel
Oxycodon
im Blut des Beschwerdeführers minim oberhalb des therapeutischen Bereichs vorhanden sei und entgegen seinen Angaben von den übrigen vier Medikamenten jede Spur fehle
. Es könne daher postuliert werden, dass sich der Beschwerdeführer selbst als nicht derart krank einschätze, dass er medizinische Massnahmen korrekt durchführen würde (S. 31).
Weiter führte sie in nachvollziehbarer Weise aus, dass
der Beschwerdeführer mit der demonstrierten Handkraft seinen Handstock überhaupt nicht verwenden könnte
,
und es aus rheumatologischer Sicht auch keine
Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits gebe (S. 31 oben).
Dr.
C._
bezog ausserdem ausdrücklich Stellung zur Beurteilung durch
Dr.
Z._
(S. 34).
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der me
dizinische
n Zusammenhänge ein, und die von
der
Gutachter
in
vorgenom
mene Schlussfolgerung zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit wird aus
führlich begründet.
So zeigte
Dr.
C._
in nachvollziehbarer Weise auf, dass der Be
schwerdeführer durch die eingeschränkte Funktion der linken Schulter und der HWS limitiert sei, jedoch Lasten bis 15 kg heben oder tragen könne (S. 32 f.). Überdies berichtete
Dr.
C._
einlässlich und sorgfältig
über eine
mögliche
adaptierte
Tätigkeit
,
und dass der Beschwerdeführer
in einer solchen Tätigkeit
nie
längerfristig arbeitsunfähig gewesen sei
(S. 33).
Schliesslich wies
sie
darauf hin,
dass ein Teilbereich der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführe
rs nicht adaptiert sei
,
und er
diesen Teilbereich seit dem
5.
Juni 2009
nicht mehr ausüben könne
(S. 33)
.
Das Gutachten erfüllt damit entgegen den Ausführungen de
s Beschwerdeführers
die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E
. 1.4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
5.3
Die Berichte von
Dr.
Z._
(vgl. E. 3.1) und
Dr.
A._
(vgl. E. 3.2) stim
men im Wesentlichen mit
dem Gutachten (E. 3.4) überein.
So korrespondieren
deren Beurteilungen
insofern, als
Dr.
Z._
das ausgedehnte Schmerzbild des Beschwerdeführers in keiner Art und Weise mit dem
Befund einer
Dis
kushernie
linkslateral in Ü
bereinstimmung bringen konnte,
er die kurzfristige Verschlimmerung
als am
6.
Juli 2009
behoben
und den
Beschwerdeführer
somit
in einer Verweistätigkeit
ebenfalls
als
zu 100
%
arbeitsfähig
betrachtete.
Auch
anlässlich der Untersuchung durch
Dr
.
A._
konnte kein psychopathologi
sche
r
Befund
erh
o
ben
werden
,
der auf eine genuine depressive Störung, eine andere affektive Störung oder eine weitere psyc
hiatrische
Komorbidität
hinwies
,
und
Dr.
A._
befand sowohl die angestammte wie auch
jede
andere
in Frage kommende
Tätigkeit als zu 100
%
zumutbar.
Auf die
abweichende
Beurteilung und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.3
und E. 3.6)
kann demgegenüber nicht abgestellt werden. So nannte er in seinen Berichten einzig die Diagnosen und legte weder die erhobenen Befunde dar, noch
nahm
er eine nachvollziehbar be
gründete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
vor
. Die
angeführten Gründe, weshalb der
Beschwerdefüh
rer
zu 100
%
arbeitsunfähig
sein soll,
beruhen im Wesentlichen auf den subjek
tiven Angaben des Beschwerdeführers, welche jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sind. Abgese
hen davon
machte Dr.
B._
weder nähere Angaben zu funktionellen Ein
schränkungen, noch äusserte er sich zu möglichen adaptierten Tätigkeiten. Da Dr.
B._
den Beschwerdeführer ausserdem
seit 2009
behandelt, muss zudem der Erfah
rungstatsache Rechnung getragen werden, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf die
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten de
r
Pa
tienten aussag
en
(vgl. BGE 125 V 352 ff.). Seine Ausführungen vermögen das ausführ
liche und eingehend begründete
Gutachten
von
Dr.
C._
demnach nicht zu entkräften.
D
em im Folgenden vom Beschwerdeführer eingeholten Bericht von
Dr.
G._
(vgl. E. 3.7)
lässt sich betreffend
Diagnosestellung und Beurteilung der
Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
ebenfalls
nichts
Konkretes entnehmen
, was
das Gutachten umzustossen vermöchte.
Im Wesentlichen wird die subjektive
Be
schwerdeschilderung
des Beschwerdeführers
wiedergegeben und
sodann er
wähnt, dass sämtliche Affektäusserungen zu einem schwer depressiven
Zu
standsbild
passen würden.
Die
somit
durch
Dr.
G._
vorgenommene
Diagno
sestellung
ist nicht nachvollziehbar und wird von ihm denn auch nicht näher begründet oder durch entsprechende Befunde untermauert.
Eine nachvollziehbar begründete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nahm er
ebenfalls
nicht vor und seinen
v
agen Ausführungen lässt sich denn auch nicht entnehmen, aus welchen Gründen seiner Meinung nach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätig
keit bestehe.
Ebenso wenig
wurde sein Bericht in Kenntnis der
Vorakten
oder
insbesondere in Auseinandersetz
ung mit dem B
ericht von
Dr.
A._
erstellt und
trägt somit der konkreten medizinischen Situation
in keiner Weise
Rech
nung.
Somit verma
g auch diese
r
Bericht
die Einschätzung der Gut
achter
in
nicht zu entkräften.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die ausführ
lich
begründete Beurteilung im
internistisch-rheumatologischen
Gut
achten
von
Dr
.
C._
umzustossen ver
möchten.
5
.4
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen in die Wege zu leiten, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physische als
auch der psychische Gesundheitszustand des
Beschwer
deführers
wurden in den Beurteilungen gebührend berücksichtigt. Der Beschwerdeführer vermochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Ak
tenlage unzutreffend bez
iehungsweise unvollständig ist.
D
ie vorliegenden medi
zinischen Akten
erweisen sich nach dem Gesagten
als ausreichend, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.
Die Einwände des Beschwerdeführers in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Einwände brachte er nicht vor.
5
.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilun
g der Arbeitsfähigkeit auf das
Gutach
ten vo
n
Dr
.
C._
vom
3.
September 2011
abzustellen und somit von e
iner 100%igen Arbeitsfä
higkeit
in sämtlichen leichten und mittelschweren körperli
chen Tätigkeiten
gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil auszugehen ist.
5
.6
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt und gibt aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen An
lass, so dass sich weitere Ausführungen
dazu
erübrigen.
Die angefochtene Verfügung
vom 1
6
.
Mai 2012 (Urk. 2)
erweise
t
sich daher als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.