Decision ID: 4b7a1080-be58-45ef-bfa0-9b541e5db4e6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
1954 geborene
X._
arbeitete bei der Stiftung
Z._
in der Küche
und war dadurch bei der SWICA Versicherungen AG obligatorisch unfallversichert,
als sie am 30. August 2017 beim Aussteigen aus ihrem Auto stolperte und sich dabei das linke Knie verdrehte (Urk. 8/1). Die medizinische Erstversorgung erfolgte am
1. September 2017
bei Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin
, welcher ein instabiles
linkes
Kniegelenk erhob
, der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfäh
i
gkeit vom 4. bis 6. September 2017
bescheinigte und sie an einen O
rthopäden überwies (Urk. 8/11).
Aufgrund des Ergebnisses einer MRI-Untersuchung vom 21. September 2017, welche unter anderem einen Status nach alter subtotaler Ruptur des vorderen Kreuzbandes und einen komplexen
Hinterhornriss
des medialen Meniskus mit horizontaler und radiärer Komponente links ergab (Urk. 8/10), wurde
die Versicherte
am 30. Okto
ber 2017 durch Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie von der
Klinik
C._
, operiert (mediale Meniskusteilresektion
sowie
arthroskopisch
unterstützte vordere Kreuzbandersatzplastik [Urk. 13/1]). Die SWICA
, bei welcher die Versicherte das Ereignis als Unfall gemeldet hatte (Urk. 8/1),
legte die beige
zogenen medizinischen Akten ihrem Vertrauensarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, zu
r
Würdigung vor (Urk. 8/15). Gestützt auf dessen Aktenbeurteilung vom 17. November 2017
(Urk. 8/17)
anerkannte
sie
ihre Leistungspflicht für den Unfall vom 30. August 2017 und stellte ihre Leistungen rückwirkend ab dem 21. September 2017 wieder ein, da ab dann der Status quo sine wieder erreicht gewesen sei (Urk. 8/20).
Am 20. Dezember 2017 erliess die SWICA eine entspre
chende Verfügung (Urk. 8/24).
Die von der Versicherten dagegen - unter Beilage einer Stellungnahme des Operateurs Dr.
B._
vom 17. Januar 2018 zur Unfallkausalität der fortbestehenden Beschwerden (Urk. 8/27/3)
-
erhobene Ein
sprache (Urk. 8/27) wies die
SWICA
mit
Einspracheentscheid
vom 3. August 2018 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch
MLaw
Y._
von der AXA-ARAG Rechtsschutz AG, mit Eingabe vom 13. September 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die S
WICA
zu verpflichten, auch nach dem 21. September 2017 die gesetzlichen Leistungen zu erbri
ngen; eventualiter seien vom Gericht zunächst weitere medizinische Abklärungen zu tätigen,
subeventualiter
sei die Sache zur neu
en Beurteilung an die SWICA
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2018 beantragte die S
WICA
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Auf
die
Vorbringen
der Parteien und
die
eingereichten Unterlagen wird,
soweit
für
die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfol
gen deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie
den
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die SWICA begründet die Einstellung der Versicherungsleistungen ab
21. Sep
tember 2017
damit,
a
ufgrund der beweiskräftigen Aktenbeurteilung von Dr.
D._
vom 17. November 2017 stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerden im linken Knie ab 21. September 2017
und damit auch die Operation vom 30. Oktober 2017
nicht mehr in einem natürlichen Kausal
zusam
menhang mit dem Unfallereignis vom 30. August 2017 stünden.
Der Unfall vom 30. August 2017 sei
bis zum 20. September 2017 eine Mitursache,
nicht
aber
die einzige Ursache
für die
Kniebeschwerden gewesen; die auf den MRI-Bildern sicht
bar gewordene vordere Kreuzbandruptur sowie die komplexe
Innenmenis
kushin
terhornläsion
, insbesondere die horizontale Risskomponente, schienen eher degenerativer Natur zu sein.
Der Status quo sine sei am 21. September wieder erreicht gewesen, da die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall früher oder später im heutigen Ausmass aufgetreten wären.
Die gegenteiligen, jedoch unbegründeten Ausführungen des behandelnden Arztes Dr.
B._
beruhten auf einer unzulässigen «
post
hoc ergo
propter
hoc» Argumentation. Sie vermöchten auch deshalb nicht zu überzeugen, weil
die Beschwerdeführerin nur eine einfache Distorsionsverletzung erlitten habe und auf den MRI-Bildern Veränderungen an den Kollateralbändern gefehlt hätten; mithin sei das Ereignis vom 30. August 2017 nicht geeignet gewesen, das vordere Kreuz
band und einen Meniskus zu zerreissen.
Schliesslich müsse mitberücksichtigt werden, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden.
Die Stellungnahme von Dr.
B._
sei folglich nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Aktenbeurteilung von Dr.
D._
zu begründen (Urk. 2 S.
3
ff., Urk.
7 S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe auch ab 21. September 2017 Anspruch auf Unfallversicherungsleistungen der SWICA.
Dr.
B._
habe in seiner Stellungnahme vom 17. Januar 2018 die Unfallkausalität der Ruptur des vorderen Kreuzbandes sowie des medialen Meniskusrisses nachvollziehbar
begründet, indem er dargelegt habe, dass diese Befunde – wären sie tatsächlich vorbestehend gewesen – bereits früher zu Insta
bilität und Meniskussymptomen geführt hätten.
Zudem hätte sie sich
solchenfalls
an einen früheren Unfall erinnern müssen, was nicht der Fall sei.
Gemäss Dr.
B._
sei es zudem nachvollziehbar, dass die Kreuzbandruptur auf den drei Wochen nach dem Unfall angefertigten MRI-Bildern nicht mehr frisch aus
sehe.
Ferner
sei m
indestens die radiäre
Risskomponente
im Meniskus
sicher durch den Unfall entstanden und nicht degenerativ bedingt. Die
se
Einschätzung ver
möge Zweifel a
n der Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit der Aktenbeurteilung des Versicherungsmediziners Dr.
D._
zu wecken. Deshalb sei ein Gerichts
gutach
ten anzuordnen, oder es sei die Sache an die SWICA zurückzuweisen, damit diese im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eine Begutachtung veranlasse (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Der Hausarzt Dr.
A._
und der behandelnde
Chirurg Dr.
B._
unter
suchten die Beschwerdeführerin nach
der
Kniedistorsion vom 30. August 2017
am 1.
b
eziehungsweise 14. September 2017 klinisch und stellten eine deutlich vermehrte vordere Instabilität des linken Kniegelenks mit
Druckdolenz
am medi
alen Gelenkspalt
fest
(Urk. 8/9/1, Urk. 8/11). Die deshalb ver
an
lasste MRI-Untersuchung ergab eine deutliche Ausdünnung des vorderen Kreuzbandes
(mit lediglich noch einigen dünnen Fasern)
am proximalen Ansatz, wobei der Befund vom Radiologen
im Befundbericht vom 21. September 2017
als Status nach einer alten subtotalen Ruptur interpretiert wurde. Weiter z
eigte sich ein komplexer
Hinter
hornriss
des medialen Meniskus mit horizontaler
und radiärer Komponente (Urk. 8/
10
).
3.2
Anlässlich der Knieoperation vom 30. Oktober 2017 fand der Operateur Dr.
B._
laut
Operationsbericht
interkondylär
eine vollständige proximale Ruptur des vorderen Kreuzbandes vor. Zusätzlich zeigte der mediale Meniskus eine diskrete radiäre Rissbildung im
Hinterhornbereich
(
Urk. 8/13
).
3.3
In seiner versicherungsmedizinischen Würdigung der Unfallakten vom 17. November 2017 hielt Dr.
D._
fest
, der Unfall vom 30. August 2017 sei nicht die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Probleme. Im MRI-Befund
bericht
sei deutlich beschrieben worden, dass die vordere Kreuzbandruptur vorbestehend gewesen sei. Auch die komplexe
Innenmeniskushinterhornläsion
, insbesondere die horizontale Risskomponente, scheine eher degenerativer Natur zu sein.
Der Unfall vom 30. August
2017 sei
bis zum 20. September 2017 für die festgestellte gesundheitliche
Störung
mitursächlich gewesen. D
a die
Beschwerde
führerin lediglich eine leichte Distorsionsverletzung erlitten
habe und
sich auf den MRI-Bildern keine Veränderungen an den Kollateralbändern
zeigten,
stehe fest, dass das erlittene Knietrauma nicht geeignet gewesen sei, das vordere Kreuz
band zu zerreissen.
Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerden auch ohne den Unfall früher oder später im heutigen
Ausmass aufgetreten wären. Der S
tatus quo sine sei am 20. September 2017 wieder erreicht gewesen. Da die Beschwerdeführerin sowohl einen Meniskusriss als auch eine Bandläsion erlitten habe, lägen unfallähnliche Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. c und g UVG vor.
Im gesamten Ursachenspektrum seien diese aber vorwiegend (zu über 50 %) auf Abnützung zurückzuführen, da
die
vordere Kreuzbandläsion
gemäss MRI-Bildern schon alt gewesen
sei und die horizontale Meniskusläsion ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur sei. Die horizontale Meniskusläsion habe das Entstehen der
komplexen Meniskusveränderungen durch alltägliche Belastungen mitbegünstigt (Urk. 8/17/2-3).
3.4
In seiner Stellungnahme vom 17. Januar 2018 erläuterte Dr.
B._
, wes
halb die Läsionen im linken Knie seiner Auffassung nach auf das Unfallereignis vom 30. August 2017 zurückzuführen
seien
. Zunächst wies er darauf hin, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keine Beschwerden im linken Knie gehabt habe. Hätten die Ruptur des vorderen Kreuzbandes und der mediale Meniskusriss bereits vorher bestanden, hätte die Beschwerdeführerin schon früher über Insta
bilität und Meniskussymptome geklagt und wäre sicher bereits
damals
bei einem Arzt vorstellig geworden.
Dass die Kreuzbandruptur auf den MRI-Bildern vom 20. September 2017, welche drei Wochen nach dem Unfallereignis aufgenommen worden seien, nicht mehr frisch aussehe, sei nachvollziehbar. Beim medialen Meniskus sei ein komplexer Riss mit sowohl horizontaler als auch radiärer Kom
ponente zur Darstellung gelangt. Mindestens die radiäre Risskomponente sei sicher durch einen Unfall entstanden und nicht degenerativ bedingt. Hätte sich die Beschwerdeführerin die vordere Kreuzbandruptur und die Meniskusruptur bei einem früheren Unfall zugezogen, müsste sie sich an einen solchen
e
rinnern, was eindeutig nicht der Fall sei (Urk. 8/27/3).
4.
4.1
An sich ist
die
Beurteilung von Dr.
D._
, dass die Kreuzbandruptur angesichts des Hinweises im MRI-Befundbericht vom 21. September 2017
, es liege ein Status nach einer alten subtotalen Ruptur vor,
bereits seit längerer Zeit und mithin vor dem Unfall vom 30. August 2017 bestand
en habe
(Urk. 8/17/2)
, einleuchtend
.
Allerdings legte
der Operateur Dr.
B._
, wie Dr.
D._
ebenfalls Fach
arzt für
Chirurg
ie
,
in seiner Stellungna
hme vom 17. Januar 2018 dar
, es sei
nor
mal, dass die Kreuzbandruptu
r drei Wochen nach dem Unfall auf den MRI-Bildern nicht mehr frisch aussehe
(Urk. 8/27/3)
. Deshalb
bestehen Zweifel
an der Ein
schätzung von Dr.
D._
. Diese können nicht allein mit dem Hinweis, Dr.
B._
sei behandelnder Arzt und sage deshalb eher zu Gunsten seiner Patientin aus, abgetan werden. Es geht nämlich um die Würdigung eines objek
tiven Befund
s, und nicht bloss subjektiver Schmerza
ngaben der Beschwerde
füh
rerin.
Auch trifft es entgegen der Ansicht der SWICA nicht zu, dass die weitere Argu
mentation von Dr.
B._
auf die
unzulässige
Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1)
,
hinausläuft.
Im Gegensatz zu dieser Formel erachtete Dr.
B._
die Läsionen im linken Knie nicht allein deshalb als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem entdeckt wurden, sondern
nahm die zeitliche Zuordnung der Befunde auch anhand der dafür typischen Symptomatik vor.
Seine Begründung,
dass
die Beschwerdeführerin
schon früher über Instabilität und Meniskussymp
tome geklagt hätte und bereits damals bei einem Arzt vorstellig geworden wäre, falls die Ruptur des vorderen Kreuzbandes und der mediale Meniskusriss tatsäch
lich bereits vor dem Unfall vom 30. August 2017 bestanden hätten
(Urk. 8/27/3)
,
kann nicht einfach von der Hand gewiesen
werden.
Dr.
D._
und Dr.
B._
scheinen immerhin darin einig zu gehen, dass die radiäre Komponente des Meniskusrisses unfallbedingt ist
(Urk. 8/17/2-3,
Urk. 8/27/3).
Es ist aber nicht nachvollziehbar,
a
ufgrund welcher Kriterien Dr.
D._
annahm, ab dem 21. September 2017 beruhe die Situation im linken Knie nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen. Seine Begründung, die Beschwerden wären
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall früher oder später im heutigen Ausmass aufgetreten (Urk. 8/17/3)
, ist zeitlich
sehr
unpräzis. Sodann fehlen echtzeitliche Berichte
der behandelnden Ärzte
über den
gesundheitlichen V
erlauf
, welchen Indizien dafür entnommen werden könnten, dass die Kniebeschwerden
ab dem 21. September 2017 nur noch auf unfallfrem
den Ursachen
beruhten
. Schliesslich
hat sich Dr.
D._
für die Festlegung des Zeitpunktes des Erreichens des Status quo sine
auch nicht auf
einen der
herr
schenden Lehrmeinung
entsprechenden medizinischen
Erfahrungss
atz bezie
hungsweise auf eigene Erfahrungswerte
berufen
(vgl.
dazu
die Urteile des Bun
desgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017, E. 5.2.3 und U 2010/04 vom 23. Dezember 2004, E. 4.1 und 4.2.2 mit weiteren Hinweisen)
.
4.2
Insgesamt bestehen
hauptsächlich wegen der Stellungnahme des Operateurs Dr.
B._
vom 17. Januar 2018
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs
sigkeit der versicherungsinternen Beurteilung der Unfallkausalität der Knie
b
e
schwerden durch Dr.
D._
. In dieser Situation hätte die SWICA
zumindest die abweichende Beurteilung von Dr.
B._
Dr.
D._
zur
ergänzende
n
Stellungnahme
vorlegen
müssen. Da sie dies nicht getan hat, ist die Sache an sie zurückzuweisen, damit sie
bei einem Facharzt für Chirurgie/
Orthopä-dische
Chirurgie
eine versicherungsexterne neutrale Expertise zur Unfall
kausalität der
linksseitigen
Kniebeschwerden und -läsionen (sowohl das Kreuzband als auch den Meniskus betreffend) und zum Zeitpunkt des Wegfalls eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhanges (Status quo sine
vel
ante) einhole.
Zu beachten ist sodann, dass es sich bei den fraglichen Verletzungen (Meniskusriss und Bandläsion) auch nach Ansicht von Dr.
D._
(Urk. 8/17/3
; vgl. auch Urk. 8/24/2
) um Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. c und g UVG handelt (vorstehend E. 1.1). Im Hinblick auf eine mögliche
(zusätzliche)
Leistungspflicht unter d
i
e
se
m Titel wird die SWICA durch den beauftragten Gutachter auch zu prüfen lassen haben, ob die
Knieläsionen
vorwiegend auf Abnützung oder Krank
heit zurückzuführen
sind,
was einer Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG entgegenstehen würde
.
Danach wird
die SWICA erneut über ihre
Leistungs
pflicht für die Kniebeschwerden
ab dem 21. September 2017
zu verfügen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Nach § 34 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2)
.
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist die Prozessentschädigung der Beschwerdeführerin ermessensweise auf Fr. 1
'
4
00.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.