Decision ID: 97a16982-17f7-4bb9-8c81-82f90a09f485
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 23. April 2009 unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall
(Rücken) zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act.
2-1 ff.).
A.b Im Frühinterventions-Gesprächsprotokoll vom 29. April 2009 nannte Dr. med.
B._, Facharzt für Innere Medizin FMH, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) nach einem gleichentags geführten Gespräch mit Hausärztin Dr. med. C._,
Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
Diagnosen einer Lumboischialgie beidseits, rechtsbetont, bei einer Spondylarthrose L4/
L5 sowie L5/S1, einer erosiven Osteochondrose L5/S1 (Modic II), einer degenerativen
Osteochondrose L4/L5, einer Olisthesis LWK 3/4 sowie einem Status nach mehreren
Infiltrationen in der Schulthessklinik vom November 2008 bis Februar 2009 ohne
nachhaltige Wirkung und attestierte eine seit dem 12. März 2009 bestehende
Arbeitsunfähigkeit mit vorherigen mehreren kurzfristigen Arbeitsausfällen. In der bis
herigen mittelschweren Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter sei der Versicherte ange
sichts der Schmerzen und verminderten Beweglichkeit eingeschränkt (IV-act. 7-1 ff.,
14-1 ff.).
A.c Am 15. Mai 2009 erstattete die D._ AG einen Arbeitgeberbericht. Darin wurde
ausgeführt, dass der Versicherte seit dem 5. März 1984 als Mitarbeiter
Fertigungslogistik in Vollzeit (40 Stunden pro Woche) beim Unternehmen tätig, jedoch
momentan aufgrund anhaltender Arbeitsunfähigkeit abwesend sei (IV-act. 15-1 ff.).
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A.d Gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 18. Juni 2009 war der Versicherte
vom 11. Mai bis 6. Juni 2009 in der Klinik in stationärer Behandlung gewesen. Es
wurden ein lumbospondylogenes Syndrom beidseits rechtsbetont sowie (als
Nebendiagnosen) eine Ektasie der Aorta ascendes und infrarenal, bullöse
Veränderungen der Oberlappen (CT am April 2009), Status nach Unterschenkelfraktur
von 1984 sowie ein Nikotinabusus diagnostiziert; dem Versicherten sei – nach einem
therapeutischen Arbeitsversuch für zwei Wochen, anschliessendem Einstieg mit 50 %
Arbeitsfähigkeit und langsamer Steigerung auf 100 % - schliesslich die bisherige
berufliche Tätigkeit als Hilfsarbeiter Packerei mit ganztägiger Arbeitszeit sowie eine
mittelschwere Arbeit in Wechselbelastung mit Hantieren von Lasten bis max. 20 kg
ganztags zumutbar (IV-act. 29-8 f.).
A.e Am 6. August 2009 erstattete Dr. med. E._ der Rheumatologie der Schulthess
Klinik Zürich einen Bericht. Darin wurden die Diagnosen eines chronischen
panvertebralen- mit lumbospondylogenen Schmerzsyndroms rechts sowie eine
subacromiale Impingementsymptomatik Schulter rechts genannt. Dr. E._ hielt fest,
klinisch könnten ein radikuläres Reizsyndrom wie auch eine entzündlich
rheumatologische Krankheit mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Der Patient sei über die Gutartigkeit der Diagnose informiert worden. Eine Abklärung in
der Schmerzsprechstunde von Herrn Prof. G._, insbesondere zur Einleitung einer
schmerzdistanzierenden Therapie, würde als sinnvoll erachtet (IV-act. 29-24 ff.).
A.f Im Frühinterventions-Ergebnisprotokoll nach Assessmentgespräch der IV-Stelle
wurde am 19. August 2009 festgehalten, der Versicherte fühle sich subjektiv nicht
arbeitsfähig; der Arbeitgeber teile diese Einschätzung. Es müsse mit einer Kündigung
gerechnet werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt seien keine
Eingliederungsmassnahmen möglich, obwohl ein adaptierter Arbeitsplatz vorhanden
wäre (IV-act. 24). Mit Vorbescheid vom 24. August 2009 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten den Abschluss der Eingliederungsbemühungen (konkret: die
Arbeitsvermittlung) in Aussicht, da er sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 28-1
f.).
A.g Am 7. September 2009 erstattete Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie
FMH, einen Bericht. Darin wurden die Diagnosen eines lumbospondylogenen
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Syndroms rechtsbetont, ein Cervicalsyndrom, eine Supraspinatustendinopathie rechts
mit Impingement, Duputren'sche Kontrakturen Strahl IV beidseits, eine Ektasie Aorta
ascendens und infrarenal, bullöse Veränderungen Operlappen beidseits (CT April 09)
sowie eine depressive Verstimmung genannt (IV-act. 29-29 f.).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten die behandelnden Ärzte des
Wirbelsäulenzentrums der Schulthess Klinik, Zürich, am 22. September 2009 einen
Bericht. Darin wurde ausgeführt, dass der Versicherte aufgrund eines chronischen
panvertebralen Schmerzsyndroms vom 21. Juli 2008 bis 19. April 2009 in ambulanter
Behandlung gewesen sei. Diverse Abklärungen inklusive Stufendiagnostik mit
Facettengelenksinfiltrationen hätten zu keinem konklusiven Ergebnis geführt. Im
Rahmen der letzten Konsultation am 9. April 2009 sei bei fehlender Indikation für ein
operatives Vorgehen der Abschluss der Behandlung in der Wirbelsäulenchirurgie erfolgt
(IV-act. 31-2).
A.i Am 23. September 2009 ging bei der IV-Stelle der undatierte Bericht der
Hausärztin Dr. C._ ein (IV-act. 29-1 ff.). Sie diagnostizierte mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein lumbospondylogenes Syndrom beidseits rechtsbetont, eine
Wirbelsäulenfehlhaltung, eine Beinlängendifferenz rechts -1 cm, ein Cervikalsyndrom
sowie eine depressive Verstimmung. Dr. C._ attestierte eine seit 16. Februar 2009 bis
auf Weiteres bestehende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit (IV-act. 29-3) sowie eine seit 13. Februar 2009 bestehende 100 %ige
Arbeitsfähigkeit (8 Stunden pro Tag) in einer leidensadaptierten Tätigkeit (IV-act. 29-6).
A.j Am 30. September 2009 verfügte die IV-Stelle den Abschluss der beruflichen
Eingliederungsbemühungen bzw. der Arbeitsvermittlung, da sich der Versicherte
subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 32-1 f.).
A.k Am 2. Oktober 2009 führte Dr. med. H._, Facharzt für Innere Medizin, Rheuma
tologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, in einer Stellungnahme des IV-
internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) aus, in einer leidensadaptierten, d.h.
leicht bis mittelschweren Tätigkeit mit Wechselbelastung und einer Gewichtslimite von
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20 kg könne weiterhin von einer vollen 100 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen
werden (IV-act. 33-1 ff.).
A.l Mit Schreiben vom 3. März 2010 (IV-act. 42) liess der Versicherte der IV-Stelle
den Bericht vom 30. September 2009 über die gleichentags stattgefundene
konsiliarische Untersuchung in der Schmerzsprechstunde im Schmerz-/
Gutachtenzentrum der Schulthess-Klinik zukommen. Darin führte Prof. Dr. med. G._,
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie und Leitender Arzt des Schmerz-/
Gutachterzentrums, im Wesentlichen aus, aus seiner Sicht seien die somatischen
Beschwerden im Vordergrund bei multiplen (auch radiologisch) nachweisbaren
Befunden, welche den Patienten in der manuellen Tätigkeit zweifellos relevant
beeinträchtigen dürften. Eine psychische Störung von Krankheitswert (und
entsprechend als Grund für die Arbeitsunfähigkeit) lasse sich aktuell nicht nachweisen
(IV-act. 43-1 f.).
A.m Der RAD hielt am 9. März 2010 in einer internen Stellungnahme fest, aufgrund des
eingegangenen psychiatrischen Berichts von Prof. G._ bestehe keine Psycho
pathologie, welche ein Syndrom von Krankheitswert annehmen lasse. Es bestehe
weiterhin eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule im Rahmen der degenerativen
Veränderungen, wie sie im Austrittsbericht der Klinik Valens festgehalten worden seien.
Somit könne weiterhin auf die Arbeitsfähigkeit gemäss RAD Stellungnahme vom 2. Ok
tober 2009 abgestellt werden (IV-act. 44).
A.n Mit Vorbescheid vom 18. März 2010 (IV-act. 49-1 f.) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung des Leistungsgesuchs (nun was den Rentenanspruch
betraf) in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage 15 % (Valideneinkommen:
Fr. 71'204.--, Invalideneinkommen Fr. 60'696.--).
A.o Der Versicherte erhob am 15. April 2010 Einwand gegen den Vorbescheid (IV-
act. 50-1) und legte gleichzeitig ein Schreiben der D._ AG vom 31. März 2010 (IV-act.
50-2) und von Dr. F._ vom 13. April 2010 ins Recht (IV-act. 50-4). In letzterem wurden
die Diagnosen eines lumbospondylogenen Syndroms rechtsbetont, eines
cervicovertebralen- teilweise spondylogenen Syndroms, einer
Supraspinatustendinopathie rechts mit Impingement sowie einer Anpassungsstörung
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mit depressiver Reaktion genannt; aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in leichter bis höchstens mittelschwerer Tätigkeit. Dem Schreiben der
D._ AG ist zu entnehmen, dass der Versicherte in gekündigtem Anstellungsverhältnis
stehe und unter erhöhten Schmerzen in der Zeit vom 20. Januar bis 3. Februar 2009
aus eigenem Antrieb sowie vom 8. bis 19. Juni 2009 auf ärztliche Anordnung zwei
Arbeitsversuche unternommen habe.
A.p Am 12. Juli 2010 erstattete Dr. F._ im Auftrag der IV-Stelle einen
Verlaufsbericht. Der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich sowohl subjektiv
(Schmerzen im Nacken/Schultergürtelbereich) als auch objektiv (deutlich
eingeschränkte Beweglichkeit der HWS mit Verspannungen der Nacken-/und
Schultergürtelmuskulatur sowie Supraspinatus-Tendinopathie rechts) verschlechtert.
Hinzu komme noch die vermehrte depressive Verstimmung. Seines Erachtens sei der
Patient aktuell auch für leichte Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig (IV-act. 53-1 f.).
A.q Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 28. Januar 2011 ein polydisziplinäres Gutachten mit
Untersuchungsdaten vom 6. und 7. Dezember 2010. Die Gutachter stellten folgende
Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit): ein
cervicolumbales Schmerzsyndrom bei deutlichen degenerativen Veränderungen im
Bereich des Achsenskeletts (ausstrahlend in den rechten Arm und ins rechte Bein ohne
radikuläre Symptomatik), Schulterbeschwerden rechts (subacromiale Impingement-
Symptomatik) anamnestisch August 2009, aktuell beschwerdefrei, aber mit
radiologisch nachweisbaren Verschleisserscheinungen, Kniegelenksbeschwerden bei
leichten degenerativen Veränderungen rechtsseitig anamnestisch (Juni 2009), aktuell
beschwerdefrei, sowie psychische Überlagerung von orthopädischen Beschwerden.
Die Gutachter führten aus, aus orthopädischer Sicht sei dem Versicherten eine
leidensadaptierte Tätigkeit unter leichter Einschränkung der Leistung (von bis zu
maximal 20 %) vollschichtig zuzumuten. Aus psychiatrischer Sicht könne keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (IV-act. 59-1 ff.).
A.r RAD-Arzt Dr. H._ hielt am 10. Februar 2011 in einer internen Stellungnahme (IV-
act. 60) fest, dass das MEDAS-Gutachten in sich widerspruchsfrei sei; die
medizinischen Schlussfolgerungen seien versicherungsmedizinisch plausibel
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nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden Tätigkeit unter
Vermeidung von Heben schwerer Gegenstände (max. 10-15 kg), unter Vermeidung von
repetitiv bückenden oder hockenden Bewegungen, ohne Besteigen von Leitern oder
Gerüsten, bestehend spätestens ab Begutachtungszeitpunkt, betrage 80 % (ganztägig
verwertbar mit bis zu maximal 20 % verminderter Leistung).
A.s Mit einem weiteren Vorbescheid vom 15. Februar 2011 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten erneut die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 63-1 f.). Der
Invaliditätsgrad betrage 32 % (Valideneinkommen: Fr. 71'204.--, Invalideneinkommen
Fr. 48'557.--).
A.t Der Versicherte liess am 15. März 2011 wiederum Einwand gegen den
Vorbescheid erheben. Er beantragte die Gewährung der gesetzlichen Leistungen (IV-
act. 64-1 ff.). In der Einwandergänzung vom 28. April 2011 liess der Versicherte die
vollumfängliche Aufhebung des Vorbescheid, die Zusprache mindestens einer
Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung und eventualiter die Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen beantragen. Als Begründung wurde im Wesentlichen
ausgeführt, verschiedene Arztberichte attestierten dem Versicherten in einer
adaptierten Tätigkeit - im Gegensatz zum MEDAS-Bericht - eine maximale
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Das Gutachten der MEDAS Ostschweiz stimme mithin nicht
mit der medizinischen Beurteilung von einigen Ärzten überein und habe sich damit
zuwenig auseinandergesetzt, weshalb die einzelnen Aussagen dieses Gutachtens
widersprüchlich seien. Bei Zweifeln an der 50 %igen Arbeitsfähigkeit seien weitere
medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zudem wurde die Festsetzung des
Invalideneinkommens bemängelt bzw. der Abzug eines 25 %igen Abzugs gefordert (IV-
act. 68-1 ff.). Dem Einwand wurden unter anderem diverse ärztliche Berichte beigelegt
(IV-act. 68-7 ff.).
A.u Dr. H._ hielt am 14. Juni 2011 in einer internen Stellungnahme (IV-act. 73-1 f.)
fest, Dr. med. X._, Vertrauensarzt Y._ Gesundheitskasse, FMH für Rechtsmedizin
(IV-act. 68-17), habe den Versicherten nie selber gesehen und seine Aussagen bezögen
sich auf Berichte anderer Ärzte. Die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
gegenüber Dr. F._ werde u.a. auf Seite 20 des Gutachtens begründet. Der RAD
empfehle daher, an der von den Gutachtern attestierten Arbeitsfähigkeit festzuhalten.
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A.v Mit Verfügung vom 15. Juni 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 32 % ab (IV-act. 74-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 14. Juli 2011 erhobene Beschwerde.
Darin wird beantragt, es sei die Verfügung vom 15. Juni 2011 vollumfänglich
aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente spätestens ab
November 2009 zuzusprechen und zu entrichten. Eventualiter sie die Angelegenheit

Considerations:
zwecks Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessender
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In der
Beschwerdebegründung wird im Wesentlichen ausgeführt, gemäss MEDAS sei der
Körperbau des Beschwerdeführers "athletisch". Schon allein dies erwecke den
Eindruck, dass die MEDAS Ostschweiz den Beschwerdeführer und damit auch seine
gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht (ernsthaft) zur Kenntnis genommen habe.
Bemerkenswert, zumindest jedoch ungewöhnlich, sei sodann, dass das MEDAS-
Gutachten wohl Diagnosen enthalte, diese jedoch nicht nach ICD klassifiziere. Auch
eine Klassifizierung der Diagnosen nach ICD gehöre nach Auffassung des
Beschwerdeführers zum Standard, den ein medizinisches Gutachten im
Sozialversicherungsprozess zu erfüllen habe. Was im Gutachten der MEDAS
Ostschweiz vom 28. Januar 2011 gänzlich fehle, sei eine Auseinandersetzung mit den
Berichten der behandelnden medizinischen Fachpersonen. Eine Auseinandersetzung
mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ fehle gänzlich - und die sei
entscheidend. Schliesslich sei zu bemerken, dass es sich bei Dr. F._ um einen
Facharzt der Rheumatologie handle. Keiner der am MEDAS-Gutachten beteiligten
Fachärzte sei Rheumatologe. Das Ganze erwecke den Eindruck, dass die MEDAS die
Vorakten wohl zur Kenntnis genommen habe, aber nicht mit der notwendigen
Ernsthaftigkeit. Damit erfülle das Gutachten die Bedingungen der Praxis für den
Beweiswert eines Gutachtens nicht. Auch mit den Ausführungen der Klinik Valens habe
sich die MEDAS nicht auseinandergesetzt. Bezüglich den Kniegelenken zähle die
MEDAS diese zwar zu den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, um
dann gleichzeitig festzuhalten, dass die Kniegelenke beidseits unauffällig seien, dass
neurologisch keine Auffälligkeiten bestünden, dass das gestreckte Bein jeweils zum
rechten Winkel angehoben und gehalten werden könne, dass keine Reflexdifferenzen,
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keine motorischen oder sensiblen Ausfälle vorlägen. Wenn dem so sein sollte, stelle
sich die Frage, wieso die Kniegelenkbeschwerden nach Auffassung der MEDAS dann
überhaupt Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben sollen. Betreffend die
psychischen Beschwerden diagnostiziere die MEDAS eine psychische Überlagerung
von orthopädischen Beschwerden nach ICD-10 F.54. Ein Widerspruch bestehe in der
Tatsache, dass einerseits die Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
geführt, andererseits explizit festgehalten werde, dass aus psychiatrischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden könne. Im Weiteren werde eine rheumatologisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit im MEDAS-Gutachten gar nicht beschrieben, zudem sei
kein Rheumatologe beteiligt gewesen. Schwer verständlich sei sodann, wie der psy
chiatrische Untergutachter darauf komme, dass keine der weiteren Foerster'schen
Kriterien erfüllt seien. Es spreche alles mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit für einen sozialen Rückzug in allen Belangen. Im Weiteren halte das
MEDAS-Gutachten selbst fest, dass ein therapieresistenter Verlauf nach wiederholten
Behandlungsversuchen gegeben und eine wesentliche Änderung nicht zu erwarten sei.
Somit seien bei zutreffender Betrachtungsweise die psychischen Beschwerden von
Relevanz. Das MEDAS-Gutachten vermöge auch diesbezüglich die Vorgaben der
Praxis nicht zu erfüllen. Die medizinische Aktenlage lasse eine rechtsgenügliche
Beurteilung des Rentenanspruchs nicht zu, was zu einer Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin und anschliessender Neuverfügung führen müsse. Der
Beschwerdeführer könne aufgrund seiner gesundheitlichen Störungen kein Einkommen
mehr erzielen und habe deshalb Anspruch auf eine ganze Invalidenrente seit November
2009. Ein Leidensabzug sei schliesslich aufgrund seines Alters, der erheblichen
somatischen und psychischen Störungen, seiner langjährigen Anstellung bei derselben
Arbeitgeberin und mangelhafter Sozialkompetenz angebracht (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, dass die Gutachter die Beschreibung "athletisch" verwendet hätten
oder den Diagnosen die ICD-Codes nicht beigefügt hätten, tue dem Inhalt oder der
Verwertbarkeit keinen Abbruch. Eine Auseinandersetzung mit abweichenden
Auffassungen der behandelnden Ärzte bzw. mit den vorliegenden Akten (Dr. F._ und
Klinik Valens) finde sich sodann auf S. 20 des Gutachtens. Es sei auch nicht nötig, dass
die Gutachter jeden einzelnen Bericht des Haus- oder Spezialarztes, der sich in den
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Akten befinde, explizit erwähnten und kommentierten. Der Behandler habe aufgrund
seiner Erfahrung seine Sicht der Dinge, die sich in verschiedenen Zeugnissen
wiederhole, darzulegen. Zudem kämen die Gutachter hauptsächlich aufgrund ihrer
eigenen Untersuchungen zu ihren Schlüssen und seien bedeutend unabhängiger als
behandelnde Ärzte. Die Tatsache, dass eine psychiatrische Diagnose als "mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" gestellt werde, schliesse nicht aus, dass keine
(zusätzliche) Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht festgestellt werde. Die
psychischen Beschwerden könnten von Relevanz sein, jedoch in Anwendung der
sogenannten Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts in IV-rechtlicher Hinsicht
eben doch nicht zu berücksichtigen sein. Zudem hätten die Gutachter vorliegend
dargelegt, dass die psychischen Beschwerden bzw. eine dadurch allenfalls bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sicher nicht noch zu jener, die aufgrund der
rheumatologischen Beschwerden vorliege, hinzu gezählt werden könne. Überdies sei
zu beachten, dass sich psychosoziale und soziokulturelle Faktoren – kein Ausgang
mehr, Zusammenwohnen mit der 86-jähriger Mutter, fehlende Unternehmungslust – oft
nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen liessen. Infolge dessen
könnten psychische Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht würden
und bei Wegfall der Belastungsfaktoren wieder verschwänden, nicht zur Invalidenrente
berechtigen bzw. deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt
werden. Zudem sei das Gutachten vom IV-internen RAD am 10. Februar 2011 und
14. Juni 2011 ausführlich beurteilt und als plausibel und nachvollziehbar gewertet
worden. Schliesslich würde auch die Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 %
nicht zu einem rentenbegründenden IV-Grad führen (38.6 %) und ein höherer Abzug
komme nicht in Frage (act. G 5).
B.c In der Replik vom 22. September 2011 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er führt im Wesentlichen aus, dass das MEDAS-Gutachten "rein
technisch" den von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien eben gerade nicht
genüge. Zu diesen Kriterien gehöre unter anderem auch, dass der Bericht umfassend
und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sei. Dazu gehöre auch,
dass die Diagnosen nach ICD aufgeführt seien, wie es das BSV verlange. Der
Beschwerdeführer finde sodann den (im Gutachten erwähnten) angeblichen Bericht
von Dr. F._ vom 16. März 2010 nicht in den Akten. Wenn in einem MEDAS-Gutachten
schon ein Bericht erwähnt werde, dann gehöre es auch dazu, dass dieser vohanden
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sei, insbesondere in den Akten der Beschwerdegegnerin vorzufinden sei. Sei dies nicht
der Fall, so liesse auch dies Rückschlüsse zu, wie das Gutachten erstellt bzw. verfasst
worden sei. An den zutreffenden Einschätzungen des Beschwerdeführers vermöchten
auch die Stellungnahmen des RAD nichts zu ändern. Von einer "Auseinandersetzung",
zumindest von einer rechtsgenüglichen Auseinandersetzung des RAD, könne keine
Rede sein und schon gar nicht von einer ausführlichen Beurteilung. Schliesslich sei ein
Leidensabzug von 10 % viel zu wenig, wenn man das Alter des Beschwerdeführers,
seine erheblichen somatischen und psychischen Störungen, seine mangelnde
Sozialkompetenz und die Tatsache, dass er über 25 Jahre bei ein und derselben
Arbeitgeberin gearbeitet habe, berücksichtige (act. G 7).
B.d In der Folge verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom
27. September 2011 auf eine Duplik (act. G 9).
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20),
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat
die angefochtene Verfügung am 15. Juni 2011 (IV-act. 74-1 ff.) und somit vor
Inkrafttreten der IV-Revision 6a erlassen. Gemäss übergangsrechtlichem Grundsatz
werden nachfolgend die zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses anwendbaren
Bestimmungen wiedergegeben.
2.
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Zu prüfen ist vorliegend der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Renten
anspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen Ein
kommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person nach
dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Ver
fügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits
zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das
Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen,
ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte
Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
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Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.1 In medizinischer Sicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 15. Juni 2011 (IV-act. 74-1 ff.) auf das interdisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom 28. Januar 2011 (IV-act. 59-1 ff.). Der Beschwerdeführer erachtet
dieses aus verschiedenen Gründen für nicht beweistauglich.
3.1.1 Die Gesamtbeurteilung hat nach der Untersuchung des Beschwerdeführers
am 6. und 7. Dezember 2010 am 28. Januar 2011 als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit ein cervicolumbales Schmerzsyndrom bei deutlichen degenerativen
Veränderungen des Achsenskeletts (ausstrahlend in den rechten Arm und ins rechte
Bein ohne radikuläre Symptomatik), Schulterbeschwerden rechts (subacromiale Im
pingement-Symptomatik) anamnestisch vom August 2009, aktuell beschwerdefrei,
aber mit radiologisch nachweisbaren Verschleisserscheinungen,
Kniegelenksbeschwerden bei leichten degenerativen Veränderungen rechtsseitig
anamnestisch vom Juni 2009, aktuell beschwerdefrei, sowie eine psychische
Überlagerung von orthopädischen Beschwerden genannt (IV-act. 59-18). Die Gutachter
führten aus, dem Beschwerdeführer seien aus orthopädischer Sicht unter
Berücksichtigung der Beschwerden seitens der Wirbelsäule (HWS und LWS) und des
Schultergürtels (bei zwar aktuell nicht vorhandenen, aber anamnestisch angegebenen
Schmerzen an der rechten Schulter mit radiologisch deutlichen
Verschleisserscheinungen) leidensadaptierte Tätigkeiten vollschichtig unter leichter
Einschränkung der Leistung (von bis zu maximal 20 %) zuzumuten. Eine adaptierte
Tätigkeit sollte unter Vermeidung von Heben schwerer Gegenstände bis zu 15 kg
erlaubt, und unter Vermeidung von repetitiv bückenden oder hockenden Bewegungen
erfolgen. Ebenfalls sollten Tätigkeiten mit der Notwendigkeit, Leitern oder Gerüste zu
besteigen, vermieden werden. Ideal wären wechselbelastende Arbeiten mit
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gelegentlichem Heben bis zu 10 kg. Aus psychiatrischer Sicht könne keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (IV-act. 59-21).
3.1.2 Das psychiatrische Konsiliargutachten von Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ergab die Diagnosen (mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit) einer psychischen Überlagerung von orthopädischen Beschwerden
(ICD-10 F54) und (ohne direkte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine Persönlichkeit
mit abhängigen Zügen (ICD-10 Z73.1) sowie Arbeitslosigkeit und mangelhafte Sozial
kompetenz (ICD-10 Z73.3-4). Der Gutachter führte aus, wie die beiden früher als
Konsiliarärzte involvierten Psychiater Prof. G._ von der Schmerzklinik des Uni
versitätsspitals Zürichund Dr. med. I._, in ihren Berichten festgehalten hätten, sei
auch anlässlich der jetzigen Exploration und Beobachtung keine erhebliche
psychiatrische Störung zu verzeichnen. Auch anamnestisch mache der
Beschwerdeführer weder eine solche geltend noch habe es indirekte Hinweise für eine
erhebliche psychiatrische Komorbidität gegeben.Der MMPI-2-Test habe ebenfalls
keine Pathologie, lediglich subnormale Werte aufgezeigt, diese seien als akzentuierte
Persönlichkeitszüge zu interpretieren. Aus Gründen der depressiven Reaktion, welche
zum Teil mit der aktuell mangelnden sozialen Stimulation zusammenhängen dürften,
seien die somatischen Beschwerden psychisch überlagert. Die Schmerzschilderungen
blieben jedoch konsistent und wenn auch nicht quantitativ, dann doch qualitativ
nachvollziehbar. Aus psychiatrischen Gründen könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
werden (IV-act. 59-29).
3.2 Der Beschwerdeführer sieht den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens einmal
darin erschüttert, dass die Gutachter den Körperbau des Beschwerdeführers als
"athletisch" bezeichneten, was seiner Ansicht nach keineswegs den Tatsachen
entspreche (act. G 1, S. 6). Die Gutachter hielten unter anderem zu den objektiven
Befunden/dem Status fest, dass zur Untersuchung ein 58-jähriger Versicherter,
Körperbau athletisch, erschienen sei (IV-act. 59-15). Es gilt darauf hinzuweisen, dass
die Gutachter lediglich den physischen Konstitutionstyp des Beschwerdeführers
beschrieben haben. Obwohl es zutreffen mag, dass die Beschreibung "athletisch" nicht
dem umgangssprachlich verstandenen Erscheinungsbild des Beschwerdeführers
entspricht, kann dem Gutachten nicht allein deswegen der Beweiswertabgesprochen
werden. Dies, weil dem Gutachten keine Hinweise entnommen werden können, dass
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die gutachterliche Beschreibung des Körperbaus bzw. des physischen
Konstitutionstyps des Beschwerdeführers auch einen massgebenden Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung hatte.
3.3 Gegen das MEDAS-Gutachten bringt der Beschwerdeführer sodann vor, dass
eine Auseinandersetzung mit den Berichten der behandelnden medizinischen
Fachpersonen, vor allem denjenigen des Rheumatologen Dr. F._, gänzlich fehle und
keiner der beteiligten Gutachter ein Rheumatologe sei (act. G 1, S. 6 und 8). Die
Gutachter setzten sich sowohl mit dem Austrittsbericht der Klinik Valens vom 18. Juni
2009 als auch dem Verlaufsbericht von Dr. F._ vom 12. Juli 2010 auseinander (IV-act.
59-20). Diesbezüglich wird im Gutachten ausgeführt, gegenüber dem Befund vom Juni
2009 beim Aufenthalt in der Rehaklinik Valens würden inzwischen, wie in dem Bericht
von Dr. F._ vom 12. Juli 2010 an die SVA St. Gallen erwähnt sei, zusätzlich Be
schwerden im Bereich des Nackens/Schultergürtels aufgeführt. Die lumbalen
Beschwerden stünden jedoch im Vordergrund und seien unverändert gegenüber den
früheren ärztlichen Berichten. Es ist einzuräumen, dass sich die Gutachter äusserst
knapp zu den abweichenden Einschätzungen von Dr. F._ im Gesamtgutachten
äusserten. Sie führten lediglich aus, dass die von Dr. F._ im (Verlaufs-)bericht vom
12. Juli 2010 gegenüber dem Befund vom Juni 2009 beim Aufenthalt in der Rehaklinik
Valens zusätzlich genannten Beschwerden des Beschwerdeführers im Bereich des
Nackens/Schultergürtels sich auf eine adaptierte Tätigkeit hinsichtlich der Arbeitsfähig
keit nicht wesentlich auswirken dürften (IV-act. 59-20). Immerhin gaben die Gutachter
sowohl die Einschätzungen von Dr. F._ in diversen Berichten, als auch diejenigen der
Klinik Valens im Austrittsbericht vom 18. Juni 2009 in der Aktenzusammenfassung bzw.
im Aktenauszug und in der Beschreibung der Krankheitsentwicklung ausführlich wieder
(IV-act. 59-8 f., 59-11, 59-12 f., 59-19 f.). Es wäre wünschenswert, wenn sich die
Gutachter ausführlicher mit den abweichenden Einschätzungen auseinander gesetzt
hätten. Die praktisch fehlende Auseinandersetzung mag für sich allein jedoch noch
keine erheblichen Zweifel an der Beweistauglichkeit des interdisziplinären Gutachtens
zu wecken. Das Ergebnis der gutachterlichen Abklärung (vollschichtige Zumutbarkeit
einer adaptierten Tätigkeit unter leichter Einschränkung der Leistung von bis zu
maximal 20 %) ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit richtig. Dem
weiteren Einwand des Beschwerdeführers, es fehle eine rheumatologische
Untersuchung, ist entgegenzuhalten, dass eine rheumatologische Abklärung
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keineswegs unerlässlich ist, um eine vollständige und verlässliche Diagnose stellen und
eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben zu können; eine rein
orthopädische Abklärung muss mithin nicht unzureichend sein. Die Orthopädie und die
Rheumatologie weisen bei der Art von Krankheiten, wie sie beim Beschwerdeführer
vorliegen, viele Berührungspunkte auf (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 21.
September 2010, 9C_203/2010, E. 4.1; vom 26. Januar 2011, 9C_547/2010, E. 4.1,
sowie vom 23. Mai 2012, 9C_270/2012, E. 4.2). Deshalb war die mit der Untersuchung
befasste Orthopädin Dr. J._ durchaus in der Lage zu beurteilen, ob der Beizug eines
Rheumatologen notwendig sei oder nicht Dies, zumal RAD-Arzt Dr. H._, welcher
selber Facharzt für Rheumatologie ist, den Beizug eines Rheumatologen nicht als
notwendig erachtete (IV-act. 73), und der Rheumatologe Dr. E._ noch im Bericht der
Schulthess Klinik Zürich vom 6. August 2009 festhielt, klinisch könne eine entzündlich
rheumatologische Krankheit mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden
(IV-act. 29-25).
3.4 Der Beschwerdeführer moniert im Weiteren, dass das Gutachten die
Kniegelenkbeschwerden zwar zu den Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsunfähigkeit zähle, um dann gleichzeitig festzuhalten, dass die Kniegelenke
beidseits unauffällig seien, neurologisch keine Auffälligkeiten bestünden, das
gestreckte Bein jeweils zum rechten Winkel angehoben und gehalten werden könne,
sowie keine Reflexdifferenzen, keine motorischen oder sensiblen Ausfälle vorlägen (act.
G 1, S. 8). Im Röntgenbefund des rechten Knies ap, im Stehen und seitlich liegend,
vom 2. Juni 2009 der Radiologie der Klinik Valens (IV-act. 29-23), im Gutachten unter
Aktenauszug vermerkt (IV-act. 59-6), wurde eine diskrete Verschmälerung des
medialen Kniegelenkspaltes, jedoch noch ohne signifikante ossäre Ausziehungen,
vermerkt. Der laterale und auch retropatelläre Kniegelenksspalt seien normal. Es finde
sich kein Gelenkserguss, insgesamt allenfalls eine diskret beginnende degenerative
Veränderung medial. Die im Gutachten diagnostizierten Kniegelenkbeschwerden bei
leichten degenerativen Veränderungen rechtsseitig schienen daher durchaus geeignet
zu sein, die Arbeitsfähigkeit beeinflussen zu können, auch wenn diese im
Begutachtungszeitpunkt als beschwerdefrei erachtet wurden. Vor diesem Hintergrund
wurde wohl in der Beschreibung der noch zumutbaren Arbeiten die Vermeidung der
Notwendigkeit, Leitern oder Gerüste zu besteigen, vermerkt. Daher sprechen in diesem
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Punkt keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise und den
Beweiswert des Gutachtens.
3.5 Der Beschwerdeführer bemängelt am MEDAS-Gutachten schliesslich die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im psychiatrischen Consiliargutachten (act. G 1, S. 10 f.). In
Bezug auf die festgestellte und mit F54 klassifizierte psychische Überlagerung der
somatischen Beschwerden liegt kein psychisches Leiden mit Krankheitswert vor. Bei
den Störungen gemäss ICD-10: F50-F59 handelt es sich um Verhaltensauffälligkeiten
mit körperlichen Störungen und Faktoren. Die Kategorie F54 umfasst psychologische
oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten; sie sollte verwendet
werden, um psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die eine
wesentliche Rolle in der Ätiologie körperlicher Krankheiten spielen, welche in anderen
Kapiteln der ICD-10 klassifiziert werden. Die sich hierbei ergebenden psychischen
Störungen sind meist leicht, oft lang anhaltend (wie Sorgen, emotionale Konflikte,
ängstliche Erwartung) und rechtfertigen nicht die Zuordnung zu einer der anderen
Kategorien des Kapitels V (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. November 2010,
9C_408/2010, vom 17. September 2009, 8C_567/2009, E. 5 und vom 19. März 2010,
8C_1033/2009, E. 2.3.2). Es besteht auf den ersten Blick ein gewisser Widerspruch,
dass die Diagnose einer psychischen Überlagerung von orthopädischen Beschwerden
als "mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit" bezeichnet, gleichzeitig aber keine
psychiatrische objektivierbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wird (IV-act.
59-30). Der Widerspruch lässt sich jedoch dadurch erklären, dass der psychiatrische
Consiliargutachter die obengenannte Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
Überwindung der nicht objektivierbaren psychischen Einschränkungen in seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen liess (vgl. IV-act. 59-29). Zudem hielt bereits
Prof. G._ in seinem Bericht über die konsiliarische Untersuchung in der
Schmerzsprechstunde vom 30. Juni 2009 zusammenfassend fest, dass sich eine
psychische Störung von Krankheitswert (und entsprechend als Grund für
Arbeitsunfähigkeit) aktuell nicht nachweisen lasse (IV-act. 43-2). Insgesamt erscheint
daher die Begründung des psychiatrischen Consiliargutachters bezüglich der
Zumutbarkeit zur Willensanstrengung, trotz Schmerzen einer Arbeit nachzugehen,
hinreichend nachvollziehbar.
3.6 Entgegen der Darlegung des Beschwerdeführers besteht keine Veranlassung, von
der im
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Gutachten der MEDAS vorgenommenen Beurteilung abzugehen. Dieses wurde
aufgrund der Akten, insbesondere auch unter Berücksichtigung des Austrittsberichts
der Klinik für Rheumatologie, Valens, vom 18. Juni 2009, des Berichts der
Rheumatologie der Schulthess Klinik Zürich vom 6. August 2009 und der
konsiliarischen Untersuchung in der Schmerzsprechstunde vom 30. September 2009
von Prof. G._ des Schmerz-/Gutachtenzentrums der Schulthess Klinik Zürich vom
30. September 2009 sowie eigener Untersuchungen (unter anderem Labor, Röntgen,
PACT-Test, Lungenfunktionsprüfung) erstellt. Es ist umfassend, berücksichtigt die
geltend gemachten Beschwerden und begründet in nachvollziehbarer Weise die
Schlussfolgerungen der Experten; auch wird die Art der zumutbaren Arbeiten
dargelegt. Damit vermag es den höchstrichterlich geltenden Anforderungen an ein
Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) zu genügen. Was in der
Beschwerde dagegen vorgebracht wird, vermag zu keinem anderen Ergebnis zu
führen. Bezüglich der abweichenden Einschätzungen von Dr. F._ erwägt die
Beschwerdegegnerin zutreffend, dass Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen seien.
Dies gelte für den Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. März 2007, IV 2006/71, E. 3.b).
Angesichts der umfassenden medizinischen Abklärung besteht kein Anlass zu weiteren
ärztlichen Untersuchungen, weil davon für den massgeblichen Zeitpunkt des
Verfügungserlasses (15. Juni 2011) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Es
steht deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 80% arbeitsfähig ist.
4.
4.1 Auf der Basis des gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeitsgrades für eine
leidensadaptierte Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen.
Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend,
was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall
weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Validen
einkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte,
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nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste
Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Es
rechtfertigt sich daher, von den Einkommensverhältnissen im letzten Jahr vor Eintritt
der gesundheitlichen Beeinträchtigung, nämlich 2007 (IV-act. 2-7), auszugehen. Der
Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2007 ein Einkommen von Fr. 75'205.-- (IV-act.
15-10, 9-3). Für das Valideneinkommen ist somit vom im IK-Auszug sowie im Lohnblatt
der Arbeitgeberin ausgewiesenen Lohn für das Jahr 2007 auszugehen. Namentlich
finden sich darin keine Hinweise dafür, dass ausserordentliche, in anderen Jahren nicht
enthaltene Lohnbestandteile berücksichtigt worden wären.
4.2 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem
Beschwerdeführer gemäss dem Begutachtungsergebnis noch verschiedene
Hilfstätigkeiten offen. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen (vgl. IV-act. 59-18), so können
nach der Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE
129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
Im Jahr 2007 machte der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive
Tätigkeiten von Männern Fr. 60'167.-- aus (vgl. Anhang 2 der Textausgabe
Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen mit Querverweisen und
Sachregister, Ausgabe 2010, S. 210, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
4.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
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Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322
E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Der 1952 geborene Beschwerdeführer war im Zeitpunkt
der Begutachtung bereits 58-jährig. Erwerbslose Personen ab 50 Jahren sind auf dem
Arbeitsmarkt bekanntermassen benachteiligt (Bundesamt für Statistik, BFS Aktuell,
Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 2008, S. 12), was bei Zusammenfallen mit
gesundheitlichen Beschwerden umso mehr gelten dürfte. Das Alter des Beschwerde
führers kann daher bei der Ermittlung des Tabellenlohnabzugs nicht ausser Acht
gelassen werden. Zudem war der Beschwerdeführer von 1984 bis 2010 als Mitarbeiter
Fertigungslogistik bei der gleichen Arbeitgeberin, der D._ AG tätig gewesen (IV-act.
15-2, 59-18). Seine langjährige, auf ein und dieselbe Tätigkeit bezogene
Berufserfahrung wird ihm in einer neuen leidensadaptierten Tätigkeit nicht von Nutzen
sein. Im Gegenteil: dieser Umstand dürfte seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und
damit zugleich den zu erwartenden Lohn weiter schmälern. Es ist schliesslich auch
unter Berücksichtigung seiner intellektuellen Ressourcen und seines
Ausbildungsstands damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeits
fähigkeit auf dem Arbeitsmarkt nur zu einem unterdurchschnittlichen Einkommen ver
werten kann. In Würdigung aller konkreten Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug
von 10 % angemessen. - Das Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 54'150.30
herabzusetzen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt sich ein zumutbares Inva
lideneinkommen von Fr. 43'320.25.
4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'205.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 43'320.25 beträgt der Invaliditätsgrad rund 42 %. Damit
hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung.
4.5 Zur Frage des Rentenbeginns ist Art. 28 Abs. 1 IVG zu beachten, wonach
Versicherte Anspruch auf eine Rente haben, die während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen
sind (lit. b), und nach Ablauf eines Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Für
die Eröffnung der einjährigen Wartezeit muss die Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass
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erreichen, sie muss erheblich sein. Nach der Gerichtspraxis ist eine Verminderung des
funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf von mindestens 20%
vorausgesetzt (AHI 1998 S. 124; I 892/05, Erw. 1.4; so auch Rz. 2010 des vom
Bundesamt für Sozialversicherung herausgegebenen Kreisschreibens über Invalidität
und Hilflosigkeit, gültig ab 1. Januar 2011 [KSIH]). Im MEDAS-Gutachten wurde davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ab 16. Februar 2009 zu 100 %
arbeitsunfähig sei (IV-act. 59-21). Die Wartezeit war demnach im Februar 2010
abgelaufen. Gemäss den Einschätzungen der begutachtenden Ärzte, unter Hinweis auf
den Bericht der Hausärztin Dr. C._ vom 23. September 2009 (IV-act. 29-1 ff.), war
dem Beschwerdeführer jedoch spätestens seit diesem Zeitpunkt (gemeint wohl seit
13. Februar 2009, IV-act. 29-6) eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zu 100 %
zumutbar (IV-act. 59-21). Daher war ihm seit Februar 2009 der Wechsel in eine
körperlich angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar, weshalb im Februar 2010 kein
Rentenanspruch entstehen konnte. Laut Gutachten endete unter Hinweis auf den
Bericht von Dr. F._ die volle Arbeitsfähigkeit für eine leidensadaptierte Tätigkeit am
13. April 2010 (IV-act. 59-21, 50-4); dem Beschwerdeführer war ab diesem Zeitpunkt
nur noch eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis höchstens mittelschweren,
adaptierten Tätigkeiten zumutbar. Bei der nun ab April 2010 ausgewiesenen
rentenrelevanten Verschlechterung des Gesundheitszustands in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ist das Wartejahr jedoch nicht erneut zu erfüllen, da dieses
aufgrund der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit berechnet wird. Das
Wartejahr war somit bei einer nach wie vor vollen Arbeitsunfähigkeit als Verpacker seit
2009 im April 2010 bereits erfüllt. Es ist nach der Rechtsprechung hinreichend, dass
die versicherte Person im Zeitpunkt der rechtsgenüglich erwiesenen Verschlechterung
des Gesundheitszustands bzw. des festzusetzenden Rentenbeginns das Wartejahr
bestanden hat (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom
20. Juni 2003, I 285/02; vgl. auch 9C_684/07). Rentenbeginn ist somit der 1. April 2010.
Der Beschwerdeführer hat deshalb ab 1. April 2010 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung (Valideneinkommen: Fr. 75'205.--, Invalideneinkommen:
Fr. 27'075.15 [Fr. 60'167.-- x 50 % - 10 %], IV-Grad: rund 64 %) Gemäss Gutachten ist
spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt im Dezember 2010 von einer 80 %igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 59-21).
Aufgrund von Art. 88a Abs. 1 IVV ist jedoch erst ab 1. April 2011 von einer dauerhaften
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Verbesserung der Erwerbsfähigkeit auszugehen. Der Beschwerdeführer hat somit für
die Zeit vom 1. April 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und ab
1. April 2011 gemäss Erw. 4.4 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenver
sicherung.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die
angefochtene Verfügung vom 15. Juni 2011 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer wird
von 1. April 2010 bis 31. März 2011 eine Dreiviertelsrente und ab 1. April 2011 eine
Viertelsrente der Invalidenversicherung zugesprochen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin trägt die gesamten Verfahrenskosten. Dem Beschwerdeführer ist
der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP