Decision ID: 5380077b-088b-4cea-9ee4-39d981b15064
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961,
war
seit
November 2011 als Koch bei der
Y._
in
Z._
angestellt und
über diese bei
der
Swica
Versi
cherungen AG (nachfolgend:
Swica
)
u
nfall
versi
chert
, als er am
2.
Mai 2012
bei
der Arbeit
auf das linke Knie stürzte
(
Urk.
8/1
Ziff.
1-6 und 9
,
Urk.
8/10 S.
1
).
Am
1
6.
Mai 2012 wurde er am linken Knie ope
riert (
Urk.
8/10).
Die
Swica
erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 2
8.
August 2013 (
Urk.
8/143) stellte die
Swica
ihre
Versi
cherungsleistungen per 3
0.
April 2013 ein. Die
dagegen
am 2
7.
September 2013 vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
8/144/1) wies die
Swica
mit Ent
scheid vom 2
0.
Mai 2014 ab (
Urk.
8/157 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
3.
Juni 2014 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei die Sache zur Ergänzung des Sachverhaltes an die
Swica
zurückzuweisen.
Des Weiteren sei die
Swica
zu verpflichten,
bezüglich des Unfallereignisses vom
2.
Mai 2012
für die Zeit vom
1.
Mai bis längstens 3
0.
Oktober 2013 die gesetz
li
chen Leistungen zu erbringen und
seinen Anspruch auf eine
Integritätsentschä
digung
zu prüfen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-4).
Die
Swica
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
August 2014 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
8.
August 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) er
bringt die Unfallversicherung Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nicht
berufsunfällen
und Berufskrankheiten.
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
hand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung ab
geschlos
sen
sind.
Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleis
tungen
dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch
auf eine angemessene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG).
Die Entschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Ren
ten
anspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (
Art.
24
Abs.
2 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335
E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang
be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im
Beschwer
defall
das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs
ge
nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1,
119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst ma
nifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie
er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haf
ten Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht
publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heits
schadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363
S.
45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich feh
len
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kau
salzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
desgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich
in ihrem Entscheid
auf
ein
von
ihr
in Auf
trag gegebenes
medizinisches
Gutachten
.
Im
angefochtenen
Einsprach
e
ent
scheid
(Urk.
2)
stellte
sie
dazu
fest
,
der Gutachter
Dr.
med.
A._
ver
trete die Meinun
g
, dass das als invalidisierend
respektive als
leistungsaus
schliessend
empfundene und geschilderte Schmerzbild im Zusammenhang mit dem linken Knie
des Be
schwerdeführers
nicht im subjektiv empfundenen Aus
mass bestätigt werden könne.
Gemäss
Dr.
A._
weise das linke Knie keine messbare Einschränkun
g der Funktion mehr auf (
E.
3.7).
Die natürliche Kausa
lität sei somit per 2
3.
April 2013 weggefallen (E. 3.8).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend
(Urk.
1)
,
im Gutachten von
Dr.
A._
werde
eine
von der Beschwerdegegnerin aufgeführte angebliche Prädisposition als
Ursache für die nach wie vor bestehenden Beschwerden klar verneint. Die
Be
schwerdegegnerin
habe Dinge aus dem Gutachten gelesen, die darin nicht nur
nicht enthalten seien, sondern deren Ursächlichkeit für die damaligen Be
schwer
den klar ver
neint würden (S. 4 f.).
D
er von der Beschwerdegegnerin beigezogene
P
D
Dr.
med.
B._
komme
zum Schluss komme, dass der Unfall die einzige Ursache der beklagten Be
schwer
den sei
und keine anderen (Mit-)Ursachen verantwortlich seien
(S. 6
Ziff.
3.1).
Die Beschwerdegegnerin habe gestützt auf ein nachweislich mangelhaftes Gut
achten die Leistungseinstellung verfügt.
Ohne eine korrekte Diagnose des
Knie
leidens
könne weder ein Arzt noch die Beschwerdegegnerin eine
rechts
genüg
liche
und medizinisch fundierte Aussage über die Besserungsfähigkeit des Lei
dens des Beschwerdeführers machen (S. 12).
2.3
Strittig
ist, ob
die Beschwerdegegnerin die
infolge des Unfalles
erbrachten
L
eis
tungen
zu Recht per 3
0.
April 2013 eingestellt hat.
Des Weiteren ist zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer Anspruch
auf eine I
ntegritätsentschädigung hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer stürzte am
2.
Mai 2012 auf das linke Knie (
Urk.
8/10 S. 1).
Dr.
med.
C._
, Oberärztin,
D._
, stellte in einem Bericht vom 1
1.
Mai 2012 (
Urk.
8/12) die Diagnosen Kniekontusion mit Ver
dacht auf hintere Kreuzbandruptur, Läsionen des medialen und lateralen Menis
k
us, Partialruptur des lateralen Kollateralbandes und eventuell Ru
ptur des vor
deren Kreuzbandes.
Am
1
6.
Mai 2012
wurde der Beschwerdeführer
im
D._
am linken Knie
operiert (
Urk.
8/10).
3.
2
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 1
9.
Septem
b
er 2012 (
Urk.
8/37) über eine
Untersuchung des Beschwerdeführers vom Vortag.
Er
führte aus, der
Patient
sei a
m
2.
Mai 2012 auf einer steilen Treppe
gestürzt
mit erheblicher Distorsion des linken Kniegelenkes. Das Gelenk habe sofort ge
schmerzt und sei angeschwollen, trotzdem habe er noch zwei Tage weiterge
arbeitet. Die
Untersuchung (MRI)
vom
8.
Mai 2012 habe einen komplexen Riss des lateralen Meniskus in allen Kompartimenten sowie einen Riss des medialen Meniskus in der Pars
intermedia
und daneben eine subtotale Ruptur des vor
de
ren Kreuzbandes ergeben.
Der Zustand des hinteren Kreuzban
des werde im MRI-
Bericht nicht erwähnt. Die Operation vom 1
6.
Mai 2012
habe eine
mediale
und
laterale
Teilmeniskektomie
und
die
Rekonstruktion des latera
len
Kollateral
ban
des
beinhaltet
. Anlässlich der weiteren Kontrollen seien Insta
bilitäten geltend gemacht worden. Der Patient sei nach dem Unfallereignis nicht mehr arbeits
fähig geworden.
D
ie Arbeitsstelle sei ihm
gekündigt worden (S. 1).
Der Beschwerdeführer klage über ein Instabilitätsgefühl im linken Kniegelenk, namentlich beim Abwärtsgehen oder beim Treppenabsteigen, ferner auf un
ebenem Gelände und beim Anlaufen nach längerem Sitzen. Das Kniegelenk sei auch schmerzhaft und schwelle häufig schnell an. Schnell laufen oder rennen könne er
nicht
(S. 1 f.).
Im Liegen sei eine leichte Schwellung des linken Kniegelenks
mit einer
Um
fangdifferenz
von + 2.5 cm gegenüber rechts
sichtbar
. Die Extension sei voll mög
lich mit normalem schmerzfreiem Streckanschlag. Die Flexion gelinge aktiv bis 90°, passiv könnten noch weitere 10° dazugewonnen werden, allerdings mit
Schmer
zauslösung
zentral im Kniegelenk. Es bestehe kein Gelenkserguss links, jedoch eine diskrete
retropatellär
e
Schmerzangabe bei
Patella
baja
und
bei
Druck auf die Patella. Eine vordere Schublade sei nicht mit Sicherheit auslösbar. Da
gegen bestehe links eine Schublade nach hinten mit weichem Anschlag. Ge
mäss den Röntgenuntersuchungen der
Klinik E._
vom 2
8.
August
2012 bestehe
weder links noch rechts eine vordere Schublade
, hingegen bestehe eine hintere Schublade rechts von 5 mm und links eine solche von 8 mm. Der Befund links bedeute eine Insuffizienz
(S. 2 Mitte)
.
Es liege ein Zustand
nach einer kombinierten Knieverletzung links vor mit Sta
tus nach
Teilmeniskektomien
lateral und medial sowie nach lateraler
Reinser
tion
und Augmentationsplastik des Kollateralbandes am
Fibulaköpfchen
. Eine nennenswerte Muskelatrophie bestehe nicht. Hingegen bestehe doch eine Insta
bilität des linken Kniegelenkes bezüglich
der lateralen
Aufklappbarkeit und im Sinne einer
posterioren
Translation (Insuffizienz des hinteren Kreuzbandes). Im an
gestammten Beruf als Koch
bestehe zurz
eit glaubhaft keine Arbeitsfähigkeit. Hingegen seien leichtere
Zudien
-Ar
beiten im Umfang von zirka 50
%
vermut
lich ab Oktober 2012 realisierbar
(S. 2 unten)
.
PD
Dr.
B._
be
antwortete
sodann
die Fragen der Beschwerdegegnerin. A
ls
Befund
gab
er
an, es
bestehe eine einge
schränkte Flexion des linken Knie
ge
lenks
(90°) und eine Instabilität im Sinne einer Insuffizienz des lateralen
Kol
late
ralbandes
und des hinteren Kreuzbandes. Die subjektiv geklagten Beschwer
den seien objektivierbar (S. 3
Ziff.
4-5). Die eingeschlagene Behandlung habe nicht
zu einer genügenden Kniegelenksstabilität geführt. Die Weiterbehandlung erfolge
in der
Klinik E._
(S. 3
Ziff.
6). Auf die Frage, ob noch mit einer namhaften Besserung der Gesundheitsschädigung gerechnet werden könne, ant
wortete
Dr.
B._
, eine Besserung sei sicher möglich. Die not
wendigen
The
ra
piemassnahmen
würden vermutlich in der
Klinik E._
fest
gelegt (S. 3
Ziff.
7).
Der Beschwerdeführer sei in der Tätigkeit als Koch zur
z
eit und bis auf Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei
noch unsicher und hänge von den
in der
Klinik E._
vorgeschlagenen
Behandlungsmassnahmen ab. Längeres Stehen, Gehen, Treppensteigen und Verrichtungen in gebeugter Stel
lung seien nicht ausführbar. Hi
ngegen wären einfachere
Zudien
-Arbeiten im Um
fang von zirka 50
%
ab Oktober 2012 denkbar (S. 3
Ziff.
8.1-8.2).
3.3
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
G._
, Oberärztin,
Klinik E._
,
hielten
in einem
Bericht vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/74)
fest, der Patient berichte acht Monate nach einer lateralen Kollateralbandrekonstruktion mit Augmentation mit
Fibre
sowie medialer und lateraler
Teilmeniskektomie
vom 1
6.
Mai 2012 über einen weiterhin schmerz
haften Verlauf (S.
1).
In
der bisher ausgeübten Tätigkeit als Koch
sei er
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Bei
Weiterführung der ambulanten Therapie sei in den nächsten Monaten
für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit
eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
möglich (S. 3).
3.4
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates
, erstattete am 1
3.
Juni 2013 ein medizinisches Gut
achten
im Auftrag der
Be
schwerdegegnerin
(
Urk.
8/126). Die
Begutachtung
fand
am 2
3.
April 2013 unter Mitwirkung eines Dolmetschers
statt
(S. 1).
Dr.
A._
führte
als Befund an
,
i
m Zusammenhang mit der geltend gemachten
Schmerzhaftigkeit
bestehe eine klare Verdeutlich
ungsproblematik
.
Eine
rele
vant
e Atrophie der linken Beinmuskulatur
bestehe
im Vergleich
mit rechts
nicht
(S. 9).
Die Untersuchung des linken Knies habe
insbesondere
keine relevante
laterale Instabilität ergeben
(S. 10).
Im
M
RI
des linken Knies
vom
8.
Mai 2012
sei
en
das vordere und hintere Kreuz
band durchgehend ohne relevante auf eine akute Verletzung hinweisende
Sig
nal
störung
. Lateral bestehe ein
degenerativ veränderter Scheibenmeniskus, ohne Hin
weis auf eine frische Verletzung
. Beim medialen Meniskus bestünden
intra
meniskale
, die Oberfläche knapp
erreichende Veränderungen
. Da
keine perifo
kale
Signalstörung
vorliege
,
seien diese wahrscheinlich älteren Datums (
S. 12 unten).
Dr.
A._
stellte folgende Diagnosen (S. 15 oben):
chronifiziertes
Schmerzsyndrom am linken Knie mit/bei
Status nach Kniekontusions- und
Varisationstrauma
am
2.
Mai 2012
Status nach
arthroskopischer
Teilmeniskektomie
medial und late
ral
Scheibenmeniskus lateral
offener Rekonstruktion des lateralen Seitenbandes
Verdeutlichungstendenz
Bei einer Untersuchung vom 1
1.
Juli 2008 sei ein
gewellte
r
Verlauf des hinteren Kreuzbandes rechts dargestellt. Weil sich das linke Knie gemäss MRI vom
8.
Mai 2012 ebenfalls derart verändert zeige, bestünden differentialdiagnostisch zwei
Überlegungen: Es handle sich
entweder
um eine Anlagevariante oder um Ver
än
derungen, die
sich
der Beschwerdeführer anlässlich seiner „Fussballer Kar
r
iere“
zugezogen
habe. Dass es sich nicht um eine akute Verletzung des Zent
ralpfeilers
handle
, ergebe sich daraus, dass ebendort keine perifokal
e Signalstörung nach
weisbar sei,
eine
conditio
sine qua non bei einer Verletzungsfolge, wenn das Ereignis nu
r einige Tage zuvor stattgefunden
habe (S. 1
6
). Die
Avulsion
des la
te
ralen Seitenbandes am
Fibulaköpfchen
sei in
casu
die einzige Unfallfolge des
Ereignisses vom
2.
Mai 20
1
2 und
sei
suffizient rekonstruiert worden (S. 16
lit
. B).
Die medialen und lateralen Meniskusläsionen links seien aufgrund der Tatsache, dass keine perifokale Signaländerung (weder in den Weichteilen noch
intra
ossär
)
nachzuweisen sei
,
ebenfall
s nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom
2.
Mai 2012 zurückzuführen. Ein Vergleich der MRI von 2008 und 2012 respektive
der Aufnah
men des rechten und linken Kniegelenkes
ergebe zudem, dass praktisch die gleichen
,
ergo anlagebedingten
,
Verände
rungen
in den
Menisci
bestünden. Differentialdiagnostisch handle es sich analog wie beim hinteren Kreuzband um Folgen der fussballerischen Betätigung. In
casu
liege im lateralen Kompartiment eine Anlagevariante in
Form eines „
Scheiben
meniskus
“ vor.
Scheibenmenisken seien
in
30-77
%
der Fälle
an der Gelenk
kapsel nur instabil verankert, wobei diese Instabilität angeboren sein könne oder
aber als Folge repetitiver Mikrotraumata des alltäglichen Lebens im Sinne von Meniskuseinklemmungen entst
ehe
und ergo
einer
konstitutionellen Prädispo
sition
(im Sinne einer das Normalmass übers
teigenden
Scha
densgeneigtheit
)
entspreche
. Dies sei
ein Umstand
,
für den der Beschwerdeführer letzt
end
lich selbe
r einstehen müsse.
E
ine richtungsgebende Verschlimmerung
sei nicht aus
gewiesen
(S. 16 f.
lit
. C).
Eine aktenkundige medizinische Erklärung für den protrahierten postoperativen Verlauf mit Rehabilitationsdefizit ergebe sich nicht und könne auch durch die Anamnese nicht beantwortet werden. Eine Komplikation während de
r Heilung sei nicht ausgewiesen. Aufgrund der angegebenen Schmerzen sei vor und nach
der stationären Rehabilitation vom 1
4.
Januar bis
5.
Februar 2013 zusätzlich Phy
siotherapie verordnet worden. Bis heute werde eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, was mit den klinisch erhobenen Befunden nicht h
inreichend erklärt
werden könne.
Die
attestierte Arbeitsunfähigkeit
bleibe
unv
erständlich, n
icht zu
letzt
,
weil zu diesem Zeitpunkt eine allenfalls leidensangepasste
wechselbe
las
tende
Arbeit mit/bei zumutbarer willentlicher Überwindung des angeblich in
va
li
disierenden Schmerzleidens bereits zumutbar gewesen sei. Es sei notorisch, dass
in Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden
Be
weis
schwierigkeiten
subjektive Schmerzang
a
ben für die Begründung einer Inva
li
dität respektive Arbeits- und Leistungsunfähigkeit nicht genügten (S. 17 f.).
Auf die Frage
der Beschwerdegegnerin
, ob die subjektiv beklagten Beschwerden objektiviert werden könnten, antwortete der Gutachter, das geltend gemachte
,
als invalidisierend respektive als leistungsausschliessend empfundene und ge
schil
derte Schmerzbild könne aufgrund der klinischen und radiologischen Un
ter
suchungsergebnisse nicht im subjektiv empfundenen Ausmass bestätigt wer
den. Die nachgewiesene
intraossäre
Reaktion könne zwar einerseits
schmerz
auslö
send
sein, sei aber andererseits weder abnormal noch
behandlungsbedürf
tig
. Die
Be
weglichkeit des linken Knies sei (zumindest funktionell) gegenüber rechts nicht
eingeschränkt (Flexionsdefizit von 5°). Eine intraartikuläre Proble
matik bestehe aufgrund der Untersuchungsergebnisse mit Sicherheit nicht. Eine relevante In
sta
bilität sei ausgeschlossen (S. 18
Ziff.
4).
Die Operation vom 1
6.
Mai 2012 sei lege
artis
durchgeführt worden und Kom
plikationen, welche im Verlauf der Heilung und Rehabilitation aufgetreten wä
ren
oder
die
die Schmerzen im ang
egebenen Ausmass erklären könnten
, seien weder
aktenkundig noch würden derartige Probleme anamnestisch geltend ge
macht (S.
19
Ziff.
5). Durch schulmedizinisch orientierte
Behandlungsmassnah
men
sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes am linken Knie mehr zu er
warten. Die funktionell absolut unbedeutende minimale
Bewegungs
einschrän
kung
in der maximalen Flexion sei funktionell unbedeutend und da
her auch nicht therapierbar. Wenn geltend gemacht werde, dass Schmerzen für die der
zei
tige Arbeitsunfähigkeit ursächlich seien, so müsse entgegenhalten werden, dass
hierfür kein somatisch nachweisbares Korrelat vorliege (weder kli
nisch noch radio
logisch). Gegebenenfalls könnten auch Schmerzmedikamente akzeptiert wer
den
(S. 19
Ziff.
6).
Die Beschwerdegegnerin stellte
dem Gutachter die Frage, ob es sich beim Unfall vom
2.
Mai 2012 um die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen
Störung handl
e.
Er
antwortete
darauf
,
die Läsion des lateralen
Seiten
bandes
(
Avul
sionsverletzung
am
Fibulaköpfchen
)
am linken Knie
sei aus
schliesslich
un
fall
bedingt
. Die Verletzung sei aber lege
artis
operativ versorgt worden. Eine
funktionelle Einschränkung oder messbare Differenz sei ebenda nicht vorhan
den.
Bei der Operation sei
en
aber,
nota
bene
orthopädisch-trau
matologisch
lege
artis
, dieje
nigen Strukturen (Menisken) behandelt worden, welche
nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit beim inkriminierten
Ereig
nis beeinträchtigt worden seien. Ergo sei ebenda auch keine richtunggebende Verschlimmerung ausge
wiesen. Dass hier zur gleichen Zeit eine Operation not
wendig geworden wäre, sei empirisch unwahrscheinlich (S. 19 f.
Ziff.
7.1).
Die präoperativ festgestellten gesundheitlichen Störungen seien die degenerativ veränderten Menisken (inklusive Scheibenmeniskus) und die unfallkausale Ver
letzung des lateralen Bandapparates am linken Knie, die lege
artis
operati
v ver
sorgt worden sei. Wegen des
Ereignis
ses
und seiner direkten Folgen (Schmerzen, Instabilität) seien Abklärungen getroffen worden, welche die „
Ge
legenheits
diag
nose
“ der veränderten Menisken
ergeben
. Die Operationsindikation sei aber letzt
endlich die laterale Bandläsion gewesen (S. 20
Ziff.
7.2).
Auf die Frage nach dem Erreichen des
status
quo ante antwortete
Dr.
A._
, nach einer kom
plikationslosen
arthroskopischen
Teilmeniskektomie
sei der
sta
tus
quo spätestens nach sechs bis acht Wochen (+/- vier Wochen) erreicht (S. 20
Ziff.
7.4).
Er
habe den Beschwerdeführer in Anwesenheit des Über
setzers un
missverständlich darauf hingewiesen, dass in der beruflichen Tätigkeit als Koch eine Arbeitsunfähigkeit per so
fort nicht mehr ausgewiesen sei,
d
ies auch unter Berücksichtigung eines vollen Arbeitspensums (S.
21
Ziff.
8.1). Eine messbare Einschränkung der Funktion des linken Knies sei nicht ausgewiesen, so dass
die Leistungsfähigkeit
für jegliche Tätigkeiten
(Heben, Tragen, Gehen, Körper
stell
ung und Beweglichkeit)
nicht länger reduziert sei
(S. 21
Ziff.
8.2). Klinisch und radiologisch sei keine unfallkausale Funktionseinschränkung vor
handen. Eine Integr
itäts
entschädigung werde daher nicht fällig (S. 22
Ziff.
9).
Aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht sei retrospektiv ebenfalls nicht nach
vollziehbar, weshalb bei den banalen objektivierbaren Befunden (
suprapatellarer Erguss und
pe
riartikuläre
Überwärung
) eine derart ausgeprägte schmerzhafte Beweglichkeitseinschränkung resultiert haben soll (S. 22
Ziff.
10).
3.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Radiologie,
erstattete
am 2
6.
September
2013
im Auftrag des Beschwerdeführers
einen Bericht (radiologische Beurtei
lung
auswä
rtiger Aufnahmen,
Urk.
8/144/5).
Dr.
H._
führte aus
, anamnestisch sei am
2.
Mai 2012 ein Sturz auf das linke Knie erfolgt. Drei Tage später sei die Notfallzuweisun
g ins
D._
ver
an
lasst worden.
Es
bestünden
Differenzen zwischen den primären radiologi
schen
Befunden nach dem Unfallereignis und der
durch den
Gutachter vorge
nom
menen Nachbeurteilung der MRI-Bilder des Kniegelenkes.
Im
MRI des linken Knies vom
8.
Mai 2012
zeige sich
eine regelrechte Darstel
lung der
ossären
Strukturen.
Im Gelenk
seien
s
chätzungsweise 50 ml Erguss vor
handen. Der normal geformte und gelegene mediale Meniskus sei im mittle
ren Anteil und im
Hinterhorn
inhomogen und weise eine insgesamt deutlich er
höhte Signalintensität auf. Der laterale Meniskus sei erheblich verbreitert; in
ner
halb der Substanz zeigten sich in der gesamten Länge mehrere lineare
Sig
nal
erhöhungen
entsprechend einer Signalalteration Grad III. Die proximale Me
nis
kus
oberfläche sei irregulär abgegrenzt. Das hintere Kreuzband verlaufe leicht wellig und zeige perlschnürartige Kaliberschwankungen. Das vordere Kreuzband s
ei in der Kontinuität erhalten
. In der wasserselektiven Sequenz sei das Signal des Bandes deutlich erhöht
(S. 2 oben).
Nach dem
MRI des linken Knies vom 2
5.
Januar 2013
bestünden
ein Zustand nach
Reinsertion
beider Ende
n
des la
te
ralen Seitenbandes und ein Zustand nach
Reinsertion
des
femoralen
Ur
sprungs des medialen Seitenbandes. Auf der wasserselektiven Aufnahme be
stehe eine leichte Signalverstärkung im
subchondralen
Knochenmark des
Kon
dylus
latera
lis
femoris
, entsprechend einem Knochenmarködem
. In der Pars
in
termedia
des lateralen Meniskus zeige sich eine lineare Signalerhöhung mit Be
teiligung der proximalen Meniskusoberfläche
,
entsprechend einer
Signalaltera
tion
Grad III, ferner eine winzige rundliche Signalerhöhung im
Hinterhorn
des
selben Menis
kus, entsprechend einem
intrameniscalen
Ganglion. Insgesamt sei der laterale Meniskus verglichen mit der Voraufnahme schmaler. Der mediale Meniskus sei unverändert leicht inhomogen (S. 2 unten).
Es handle sich um
ein
en komplexen
Riss eines
diskoiden
lateralen Meniskus und
eine Teilruptur des vorderen Kreuzbandes. Beide Verletzungen seien am
8.
Mai 2012 frisch gewesen. Dies werde auch durch das Vorliegen eines
Gelen
kergusses
bestätigt. Ferner habe sich eine Signalveränderung des medialen Me
niskus ge
zeigt,
vereinbar in erster Linie mit einer Degeneration nach einer alten Verletz
ung. Die beschriebene Veränderung des hinteren Kreuzbandes sei eben
falls nich
t
mit einer frischen, wohl aber mit einer alten Verletzung vereinbar. Bei der nach
folgenden Operation sei der laterale Meniskus offensichtlich zum Teil reseziert worden und es sei eine
Refixation
beider Kollateralbänder durch
geführt worden.
Die nachfolgend angefertigten Funktionsaufnahmen zeigten keine überzeugen
den
Hinweise
für
eine Instabilität.
Der Befund im Bereich der Kreuzbänder zeige sich im Wesentlichen unverändert.
Dr.
H._
stellte aus
radio
logischer Sicht folgende
Diagnosen (S. 3):
frische Teilruptur oder Überdehnung des vorderen Kreuzbandes
frischer komplexer Riss des lateralen
diskoiden
Meniskus, der nachfolgend reseziert wurde
diskrete Hinweise auf partielle Läsionen beider Kollateralbänder, nachfol
gend wurden diese operativ behandelt
Knorpelläsionen im gewichtstragenden Anteil der
Femurkondyle
Grad I-II, medial begleitet von einem leichten Knochenmarködem, die erst postope
rativ sichtbar wurden
Degeneration des medialen Meniskus, wohl nach einer alten Verletzung
Läsion des hinteren Kreuzbandes, entsprechend einer alten Verletzung
Dr.
H._
antwortete auf die Frage nach den feststellbaren Verletzungen, die
unter
lit
. a und b, möglicherweise auch unter
lit
.
c aufgeführten Diagnosen seien
durch ein frisches Trauma bedingt. Die unter
lit
. d aufgeführten
Knor
pelläsionen
sei
e
n erst bei der postoperativen Kontrolle aufgetreten. Die unter
lit
. e und f auf
geführten Diagnosen seien in erster Linie durch ein altes Trauma be
dingt (
Ziff.
2). Die unter
lit
. a, b und eventuell auch unter c aufgeführten Verlet
zung
en seien frisch und vom bildgebenden Aspekt her gut vereinbar mit dem an
ge
ge
benen Unfallzeitpunkt vom
2.
Mai 2012
(
Ziff.
3).
3.6
Dr.
A._
nahm am
3.
Dezember 201
3
zum Bericht von
Dr.
H._
Stellung, wobei er an
seiner Einschätzung
im
Gutachten vom 1
3.
Juni 2013
fest
hielt
(vgl.
Urk.
8/148 S. 3).
3.7
PD
Dr.
B._
nahm am 1
0.
Dezember 201
3
im Auftrag der
Beschwerde
gegnerin
Stellun
g (
Urk.
8/149).
Er
wies da
rauf hin, dass er
den Patienten bereits
am 1
8.
September 2012 untersucht
habe
. Dieser habe damals über
Funktions
ein
schränkungen
im Bereich des linken Kniegelenkes und über ein
Instabilitäts
ge
fühl
berichtet. Damals sei
en
vor allem ein Flexionsdefizit
sowie eine leichte ver
mehrte Aufklappbarkeit lateral und eine vermehrte Translation nach dorsal im linken Kniegelenk festgestellt worden.
Dr.
A._
bezeichne alleine die Läsion des Kollateralbandes lateral am linken Knie als direkte Unfallfolge.
Dr.
H._
dagegen führ
e sowohl die frische Teilruptur und Überdehnung des vorderen Kreuz
bandes sowie den frischen komplexen Riss des lateralen
diskoiden
Menis
kus und auch die Läsion der
Kol
lateralbände
r
auf das Unfallereignis zurück (S. 1).
Im MRI vom
8.
Mai 2012 sei eindeutig ein Gelenkerguss zu erkennen, was auf eine Binnenläsion des Kniegelenkes (Menisken, Kreuzbänder) hinweise. Der
In
nenmeniskus
sei mit seiner Basis normalerweise mit dem medialen
Kollateral
band
verwachsen. Im besagten MRI sei die sonst verwachsene Stelle mit Fett
gewebe aufgefüllt, was einer früheren Meniskusläsion entspreche.
Der laterale
Meniskus dagegen sei nicht mit dem lateralen Kollateralband verwachsen und
eine alleinige Läsion des lateralen Kolla
teralbandes
würde
nicht zu einem fri
schen
Gelenkerguss führen.
Diese Feststellungen sprächen für die Beurteilung durch
Dr.
H._
und gegen diejenige durch
Dr.
A._
(S. 1 Mitte)
.
Bei der Operation vom 1
6.
Mai 2012 habe sich offenbar die komplexe Ruptur des lateralen
diskoiden
Meniskus bestätigt, in dem der verletzte Teil des Menis
kus reseziert worden sei unter Belassung eines weiteren horizontalen Risses ge
gen
die Basis des Meniskus zu.
Beim
mediane
n
Meniskus
habe
im
Hinterhorn
bereich
e
in peripherer
Vertika
lriss im Sinne eines nicht dislozierten
Korbhen
kelrisses
bestanden, die verletzte Partie
sei reseziert worden. Das vordere Kreuz
band habe sich als intakt aber eher locker erwiesen, das hintere Kreuzband habe nicht eingesehen werden können. In der Spinalanästhesie
sei
eine
Translation nach
dor
sal nachgewiesen worden, verglichen mit dem rechten Kniegelenk. In der an
schliessenden Offenoperation sei festgestellt worden, dass das laterale
Kolla
te
ral
band
am
Fibulaköpfchen
abgerissen sei
(S. 1 unten)
. Auch diese intraope
rativen Befunde sprächen für die Beurteilung durch
Dr.
H._
, vor allem was die
arthroskopischen
Befunde betreffe (S.
2 oben
).
Die Beschwerdegegnerin befragte
PD
Dr.
B._
nach dem ursächlichen Zu
sammenhang der von
Dr.
H._
angesprochenen Meniskusläsion.
Er
antwor
tete
darauf, seiner Ansicht nach sei die von
Dr.
H._
angesprochene laterale
Menis
kusläsion
sowie die vertikale dorsal-periphere Lä
sion des medialen Meniskus dem Unfallereign
is zuzuschreiben. Begünstigend
für die Meniskusläsionen könnten
si
ch die leichte vorbestehende
Dissektion
des medialen Meniskus basal und der Zustand eines
diskoiden
Meniskus lateral aus
gewirkt haben. Die festgestellten Meniskusverletzungen seien radiologisch und interoperativ jedoch als direkte Unfallfolge anzusehen
. Dies auch vor dem
Hin
tergrund
, dass das laterale
Kolla
teralband
anlässlich des Unfallereignisses mit Sicherheit
ruptiert
worden sei und damit eine Instabilität im Kniegelenk bewirkt worden sei (mit momentaner Subluxation und Inkongrue
nz der belastenden Gelenkflächen
) und konsekutiver Traumatisierung der Menisken lateral und me
dial (S. 2
Ziff.
1).
Das Unfallereignis vom
2.
Mai 2012 sei als einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung anzusehen (S. 2
Ziff.
1.1).
Eine
durch das Unfallereignis vom
2.
Mai 2012 verursachte Verschlimmerung
einer vorbestehenden Gesundheitsschädigung respektive
eine
Dispositi
on
für eine
Gesundheitsschädigung sei nicht abgeheilt. Ein Status quo ante sei nicht er
reicht
(S. 2
Ziff.
1.4).
Es sei nicht anzunehmen, dass
die
durch das Unfallereignis verursachten
Ge
sundheitsstörungen
auch ohne das erwähnte Ereignis aufgetre
ten wären. Ein Status
quo sine werde somit nicht zu erreichen sein (S. 2
Ziff.
1.5).
3.8
Ergänzend
führte PD
Dr.
B._
am 1
4.
Januar 2014 (
Urk.
8/154) aus
, im
Mo
ment
eines
Traumas werde das Kniegelenk in einen massiven
Varusstress
(De
formation im Sinne eines O-Beines)
ver
setzt
und es komme zu
lateralen
Kapsel
überdehnungen
oder Einrissen, zu Überdehnungen oder partiellen Ein
rissen der Kreuzbänder namentlich des vorderen und zu einer massiven
Druck
zu
nahme
im medialen Kniegelenkskompartiment mit Kompression von mindes
tens Teilen des medialen Meniskus. Dieser Zustan
d entspreche einem kurzen
Momen
t der
Sub
luxation
im Kniegelenk
mit begleitender kurzfristiger Inkongruenz der Ge
lenk
anteile.
Der geschilderte kurze Zeit dauernde Zustand des Kniegelenkes während der totalen Verletzung und Funktionsuntüchtigkeit des lateralen
Kol
lateral
ban
des
könne somit neben der eigentlichen Läsion des lateralen
Kollate
ralbandes
auch Verletzungen der Gelenkbinnenanteile (Menisken, Kreuzbänder, knorpelige Gelenkfläche
und eventuell in Teilen des
subchondra
len
Knochens)
bewirken
.
Eine Einschränkung der direkten Unfallfolgen auf die blosse Verletzung des lateralen Kollateralbandes sei nach
seiner
Ansicht höchst un
wahrscheinlich und entspreche nicht den
Tatsachen. Dies sei vorliegend
umso mehr anzunehmen,
als bei der
arthroskopischen
und der Offenoperation des Gelenkes am 1
6.
Mai 201
2 die folgenden Befunde
erhoben worden seien: komplexe Ruptur des late
ralen
diskoiden
Meniskus, Vertikalriss im Sinne eines nicht dislozierten
Korb
hen
kelrisses
des medialen Meniskus und Lockerung des vorderen Kreuzbandes (ohne Rissbildung).
4.
4.1
Dr.
A._
bewertete
einzig
die
Avulsion
des lateralen Seitenbandes
des linken
Knie
gelenk
s
als unfallbedingt
.
Nach
Dr.
H._
und
PD
Dr.
B._
sind
jedoch auch ein
Riss des
diskoiden
lateralen Meniskus
und eine
Teilruptur des vor
deren Kreuzbandes des linken Knies
auf den Unfall zurückzuführen.
Dr.
A._
ei
nerseits, und
Dr.
H._
und
PD
Dr.
B._
andererseits wider
sprechen sich
auch in
der Frage,
ob
und wann
der
status
quo
ante
erreicht war
.
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
4.3
Mit den
beweistauglichen
Stellungnahmen von
PD
Dr.
B._
und
Dr.
H._
kann nicht unbesehen auf
die Schlussfolgerungen im
Gutachten
von
Dr.
A._
vom 1
3.
Juni 2013
abgestellt werden
.
Nach den
überzeugenden und
medizinisch schlüssigen Stellungnahmen von
PD
Dr.
B._
und
Dr.
H._
hat
sich der Beschwerdef
ührer
beim Unfall die erwähnten weiteren Verletzun
gen
zugezogen
. Es ist daher davon auszugehen, dass
er
sich
unfallbedingt
gra
vie
ren
dere Verletzungen zugezogen hat
als von
Dr.
A._
angenommen.
Die Beschwerdegegnerin selber ersuchte
PD
Dr.
B._
um eine
Akten
be
ur
tei
lung
. Dass sich dieser nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusser
te, liegt darin begründet, dass
sie
ihn nicht danach gefragt hat.
Dass
die
Be
schwer
degegnerin
dies
nun
gegen die Stellung
nahme von
PD
Dr.
B._
anführen möchte
(
Urk.
2 E. 3.7),
vermag nicht zu überzeugen
.
Dr.
G._
,
Klinik E._
, attestierte dem Beschwerdeführer
noch
in einem Bericht vom 1
7.
Juni 2013
bezogen
auf eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne ver
mehrtes Kauern, Knien, dauerhaftes Stehen und häufiges Treppensteigen
eine reduzierte
Arbeitsfähigkeit von
lediglich
50
%
(
Urk.
8/128 S. 2).
Mit Verweis auf die Stellungnahmen und Berichte von
PD
Dr.
B._
und
Dr.
H._
und die Berichte der behandelnden Ärzte der
Klinik E._
kann
nicht auf die Schlussfolgerungen von
Dr.
A._
abgestellt wer
den. Nach dem Gesagten ist d
er medizinische Sachverhalt
als dahingehend er
stellt zu erachten, dass
der
status
quo
ante
zum Zeitpunkt der Leistungs
ein
stellung per 3
0.
April 2013 noch nicht erreicht war.
Bei dieser
Sachlage
erübrigt sich das Einholen eines Gerichtsgutachtens (
Urk.
1 S. 2).
4.4
Zusammenfassend erweist sich die
Einstellung der Versicherungsleistungen
als verfrüht. Der Beschwerdeführer arbeitet seit dem
1.
November 2013 wieder zu 100
%
als Koch
(
Urk.
1 S.
5)
.
Unter Berücksichtigung der
von Seiten der
Klinik E._
attestierten Arbeitsunfähigkeit hat er daher
Anspruch auf Taggelder
des Unfallversicherers
(längstens bis zum 3
1.
Oktober 2013)
und
ge
gebenenfalls auf Heilbehandlung.
Über eine allfällige Integritätsentschädigung ist erst mit
dem
Erreichen des
medizinischen
Endzustandes zu entscheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Ausgangsgemäss hat der obsiegende Beschwerdeführer
bei einem
praxisgemäs
sen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
für bis Ende 2014
entstandenen Aufwand
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche mit
Fr.
2‘300
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu bemessen ist.