Decision ID: 4096860f-9c40-4b99-b4f7-0741a0348a96
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
Die Betriebs-GmbH C._(bis 16. Oktober 2014: Betriebs-GmbH D._) war seit
dem 1. Februar 2014 bei der B._ Ausgleichskasse zwecks Abrechnung der
Sozialversicherungsbeiträge angeschlossen. A._ war vom 10. September 2010
(Eintragung der Gesellschaft) bis zum 16. Oktober 2014 als Gesellschafter und
Vorsitzender der Geschäftsführung mit Einzelunterschrift, seit der Sitzverlegung in den
Kanton St. Gallen als Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift im
Handelsregister eingetragen. Über die Gesellschaft wurde am 21. Juli 2017 der
Konkurs eröffnet und am 1. Februar 2018 für geschlossen erklärt (Online-
Handelsregister der Kantone Graubünden und St. Gallen).
A.a.
Die Gesellschaft hatte die Akontobeiträge für die Sozialversicherung jeweils
monatlich abzuliefern, welche Akontobeiträge des Öfteren gemahnt werden mussten.
Im Konkurs blieben die Monatspauschalen von November 2016 und von Februar bis
Juni 2017 sowie die Jahresrechnung (Januar bis Juni) 2017 offen (act. G 11/17, 24 - 28
und 30). Am 31. Januar 2018 erhielt die B._ vom Konkursamt E._ einen
Konkursverlustschein über Fr. 23'143.70 (act. G 11/36).
A.b.
Am 15. Dezember 2017 erliess die Ausgleichskasse B._ zwei
Schadenersatzverfügungen für die Jahre 2016 und 2017. Darin forderte sie von A._
Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von Fr. 1'353.90
A.c.
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B.
(2016) und Fr. 22'202.70 (2017), total somit Fr. 23'556.60, da der Ausgleichskasse ein
Schaden in dieser Höhe entstanden sei (act. G 3.1/1 - 3).
Mit dagegen gerichteter Einsprache vom 9. Januar 2018 machte A._ geltend, die
Ausgleichskasse habe Zahlungen der Arbeitgeberin nur teilweise berücksichtigt. So
habe die Gesellschaft effektive Zahlungen von Fr. 49'597.05 getätigt, während die
Ausgleichskasse nur Fr. 32'599.10 berücksichtigt habe. Es seien somit Zahlungen von
Fr. 16'997.95 nicht berücksichtigt worden. Diese Zahlungen seien irrtümlich der
Pensionskasse gutgeschrieben worden, obwohl sie gemäss Zahlungstext für die AHV
bestimmt gewesen seien (act. G 3.1/4).
A.d.
Mit Entscheid vom 13. März 2018 wies die Ausgleichskasse B._ die Einsprache
ab. Das Konto der C._ Betriebs-GmbH weise per Datum der Konkurseröffnung einen
Saldo an unbezahlten Sozialversicherungsbeiträgen von total Fr. 24'045.05 aus. Auf
Grund des eröffneten Konkurses und nach Auflage des Kollokationsplans stehe fest,
dass der Ausgleichskasse ein Schaden entstanden sei. Ein solcher entstehe, wenn der
Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich geschuldeter Betrag entgehe. Die vom Einsprecher
aufgeführten Beträge seien - sowie sie überhaupt eingegangen seien - an die offenen
Forderungen angerechnet worden, soweit es sich um Zahlungen für die
Ausgleichskasse gehandelt habe. Teilweise seien die Zahlungen aber auch Bestandteil
des Tilgungsplans vom 24. November 2016 betreffend die Pensionskasse gewesen,
welche Beträge somit bei der Schadenersatzberechnung zu Recht nicht einberechnet
worden seien. Der Einsprecher habe sich als verantwortliches Organ der C._
Betriebs-GmbH nicht genügend darum bemüht, dass die auf den Löhnen anfallenden
Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet und bezahlt werden. Diese Unterlassung
erfülle nach der höchstrichterlichen Praxis den Tatbestand der grobfahrlässigen
Schädigung der Sozialversicherung (act. G 3.1/5).
A.e.
Mit Beschwerde vom 24. April 2018 (Postaufgabe: 26. April 2018) beantragt der
Beschwerdeführer die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids.
Eventualiter solle nur der effektiv offene Saldo des Ausgleichskassenkontos
schadenersatzpflichtig sein. Die Beschwerdegegnerin habe Zahlungen in Höhe von
Fr. 15'882.80 nicht berücksichtigt. Der Vorwurf der nicht ordnungsgemässen
B.a.
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Beitragsablieferung treffe nicht zu. Sämtliche Zahlungen und Tilgungen seien in
Absprache mit der Beschwerdegegnerin erfolgt. Die Arbeitgeberin habe vor dem
Antrag auf Konkurseröffnung den offenen Saldo des Ausgleichskassenkontos
beglichen. Der Konkurs sei abgeschlossen und es seien keine Verfehlungen der
Geschäftsführung festgestellt worden. Lediglich die Beiträge der letzten Lohnzahlung
sowie die Differenz zwischen monatlicher Akontozahlung und definitiver Abrechnung
seien noch ausstehend. Diese Zahlung habe nicht vorgenommen werden müssen, da
die Geschäftspraktik der Beschwerdegegnerin auf Akontozahlungen beruhe und eine
Zahlung eine Gläubigerbevorzugung dargestellt hätte. Das Geld sei jedoch auf dem
Geschäftskonto der Arbeitgeberin bei der Bank F._ vorhanden gewesen. Die
Zuweisung der eingezahlten Beträge sei zudem nicht korrekt erfolgt. So seien seit 2016
die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge für die Ausgleichskasse und für die
Pensionskasse auf ein und dasselbe Konto bei der B._ einbezahlt worden. Dabei
habe die Beschwerdegegnerin wahrscheinlich für die Ausgleichskasse bestimmte
Zahlungen der Pensionskasse zugewiesen. Über den ausstehenden Gesamtbetrag der
beiden Verträge Ausgleichskasse und Pensionskasse seien sich die Parteien dagegen
einig und dieser betrage rund Fr. 24'000.--. Weder in den beiden
Schadenersatzverfügungen vom 15. Dezember 2017 noch im Einspracheentscheid
vom 13. März 2018 seien die Zahlungen vom 28. April 2018 ([richtig: 2017] Fr. 4'291.10
und Fr. 6'591.70) sowie vom 15. Juni 2018 ([richtig: 2017] Fr. 5'000.--) berücksichtigt
worden, sodass der offene Saldo nicht Fr. 24'045.05 (Forderung gemäss
Einspracheentscheid) sondern lediglich Fr. 8'162.25 betrage. Dieser Saldo sei völlig
normal zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung und stelle keine Pflichtverletzung dar (act.
G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sämtliche Zahlungen seien jeweils gemäss dem vom
Beschwerdeführer angegebenen Zahlungszweck verbucht worden. Es treffe sodann
nicht zu, dass die Ausgleichskassen- und Pensionskassenbeiträge auf dasselbe Konto
einbezahlt worden seien, hätten doch die beiden Zahlungsvereinbarungen respektive
Tilgungspläne vom 24. November 2016 sowohl unterschiedliche Adressköpfe als auch
unterschiedliche Kontonummern aufgewiesen. Es treffe somit nicht zu, dass die
Beschwerdegegnerin Zahlungen für die Ausgleichskasse der Pensionskasse
B.b.
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zugewiesen habe. Es könne nicht angehen, dass Zahlungen, die unzweifelhaft mit einer
Zahlungsvereinbarung betreffend Pensionskassenbeiträge getätigt worden seien, nun
den Ausgleichskassenbeiträgen zuzuweisen seien. Es sei aufgezeigt worden, dass
sämtliche für die Ausgleichskassenbeiträge geleisteten Zahlungen berücksichtigt
worden seien. Dabei seien noch zusätzliche, vom Beschwerdeführer selber nicht
aufgeführte Beträge berücksichtigt worden. Die Zahlungsnachweise für die von ihm
geltend gemachten, nicht auf dem Konto eingetroffenen Zahlungen habe der
Beschwerdeführer bis heute nicht erbracht. Zudem sollten nun gemäss
Beschwerdeschrift plötzlich ganz andere Zahlungsdifferenzen vorliegen als noch in der
Einsprache vom 9. Januar 2018. Der Beschwerdeführer könne wie schon im
Einspracheverfahren keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe vorbringen. Er
sei damit als verantwortliches Organ C._ Betriebs-GmbH nicht genügend darum
besorgt gewesen, dass die Löhne unter gleichzeitiger Abrechnung und Einzahlung an
die Ausgleichskasse bzw. Sicherstellung der darauf anfallenden
Sozialversicherungsbeiträge ausgerichtet worden seien. Gerade dieses Unterlassen
erfülle den Tatbestand der grobfahrlässigen Schädigung der Ausgleichskasse
respektive des Sozialversicherers (act. G 3).
Mit Replik vom 2. Juli 2018 hält der Beschwerdeführer an seinem Antrag auf
Aufhebung der Schadenersatzverfügung fest. Eventualiter soll die Forderung zumindest
auf den tatsächlichen Ausstand reduziert werden. Er habe sich keine Pflichtverletzung
zu Schulden kommen lassen. Sämtliche Rückzahlungsvereinbarungen und offenen
Ausgleichskassenforderungen aus früheren Vereinbarungen und Betreibungen seien
spätestens bis am 20. Juni 2017 beglichen worden. Dies hätte die
Beschwerdegegnerin feststellen müssen, hätte sie die Zahlungen der Arbeitgeberin
richtig zugeordnet. Die gerechtfertigte Forderung der Beschwerdegegnerin entspreche
dem zu diesem Zeitpunkt üblichen Zahlungsausstand der Akontozahlung und der
auszugleichenden Beiträge und betrage Fr. 8'162.25. Auf die eigentliche
Beschwerdebegründung sei die Beschwerdegegnerin nicht eingegangen. Die
Abzahlungsabsprachen seien einvernehmlich erfolgt. Die Zahlungsbefehle seien bis am
20. Juni 2017 beglichen worden. Offen geblieben seien lediglich die zum Zeitpunkt der
Insolvenzanmeldung noch nicht fälligen Forderungen für Mai und Juni 2017.
Demgegenüber seien die Zahlungen vom 28. April 2017 von Fr. 4'291.70 (richtig:
B.c.
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Fr. 4'291.10) und Fr. 6'591.70 sowie vom 15. Juni 2017 von Fr. 5'000.--
fälschlicherweise nicht der Ausgleichskasse gutgeschrieben worden (act. G 6).
Mit Duplik vom 6. August 2018 führt die Beschwerdegegnerin aus, dass der
Beschwerdeführer keine neuen Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe vorbringe.
Auch unterlasse er es erneut, seine Behauptungen mit Belegen zu untermauern. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 13. März 2018 erweise sich damit als
gesetzeskonform (act. G 8).
B.d.
Auf entsprechende Aufforderung des Versicherungsgerichts vom 19. September
2019 reicht die Beschwerdegegnerin den Kontokorrentauszug vom 20. September
2019 betreffend die Ausgleichskasse sowie die Postenauszüge Januar 2014 bis Juli
2017 sowie weitere Unterlagen zur Substantiierung des Schadens ein (act. G 11).
B.e.
Mit Stellungnahme vom 13. November 2019 macht der Beschwerdeführer erneut
geltend, die im Nachgang zu den Zahlungsbefehlen vom 6. März 2017 und vom 3. April
2017 geleisteten Zahlungen von Fr. 6'806.75 und Fr. 4'465.40 seien nicht
berücksichtigt worden. Auch die eindeutig belegte und bewiesene Zahlung von
Fr. 5'000.-- der C._ Betriebs-GmbH über die Bank F._ an die AHV sei nicht
aufgeführt. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin eine Zahlung für die Pensionskasse
angenommen hätte, gelte der tatsächliche Wille der Gesellschaft. Der offene Saldo
betrage nach Abzug dieser Zahlungen noch Fr. 5'930.55 (Fr. 22'202.70 - Fr. 6'806.75 -
Fr. 4'465.40 - Fr. 5'000.-- [act. G 13]).
B.f.
Mit Stellungnahme vom 25. November 2019 führt die Beschwerdegegnerin aus,
die Zahlung von Fr. 5'000.-- sei an die ebenfalls unbezahlt gebliebenen, im
vorliegenden Verfahren jedoch nicht relevanten Beiträge an die Pensionskasse
angerechnet worden. Auch aus dem nachträglich eingereichten Bankbeleg sei nicht
ersichtlich, weshalb diese Zahlung den ausstehenden Beiträgen an die
Ausgleichskasse hätte zugewiesen werden sollen. Die Betreibung 17000289 (vom
6. März 2017) betreffe die Monatsrechnung pro Dezember 2016 und sei in den
Beilagen (Postenauszug) im Detail aufgeführt. Die Betreibung 17000455 (vom 3. April
2017) betreffe die Monatsrechnung pro Januar 2017 und sei ebenfalls in den Beilagen
detailliert aufgeführt. Schliesslich sei auch die Zahlung von Fr. 2'000.-- vom 16. Juni
B.g.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von
Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen. Handelt
es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder
der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten
Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften
sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
die Alters- und Hinterlassenenversicherung; AHVG, SR 831.10). Die Arbeitgeber sind
verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Einkommen aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der
Ausgleichskasse abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die
Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu
entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und 36 der Verordnung über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung; AHVV, SR 831.101). Die Missachtung dieser
Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. Art. 52
Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit eine
Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haftungsvoraussetzungen gegeben
sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und
schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss
zwischen dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden ein
adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein. Diese Haftungsordnung gilt
sinngemäss auch für die Beitragsforderungen der Invalidenversicherung (Art. 66 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]), der
Erwerbsersatzordnung (Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Erwerbsersatzordnung [EOG; SR 834.1]), der Arbeitslosenversicherung (Art. 6 des
Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
[AVIG; SR 837.0]) und der Familienausgleichskasse (Art. 47 des bis Ende 2017 in Kraft
2017 in der Schadenersatzverfügung 2017 enthalten; sie sei anteilsmässig mit
Fr. 1'585.95 an die Monatsrechnungen Januar 2017 und mit Fr. 414.05 an die
Monatsrechnung April 2017 angerechnet worden (act. G 15).
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gewesenen Kinderzulagengesetzes [KZG SG; nGS 44-47], Art. 1 Abs. 2 des seit
1. Januar 2018 gültigen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Familienzulagen [sGS 371.1], Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes über die
Familienzulagen [SR 836.2]). Die Schadenersatzforderung verjährt zwei Jahre, nachdem
die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. Der
Arbeitgeber kann auf die Einrede der Verjährung verzichten. Sieht das Strafrecht eine
längere Frist vor, so gilt diese (Art. 52 Abs. 3 AHVG, in der hier anwendbaren, bis Ende
2019 gültig gewesenen Fassung).
2.
2.1. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer ab Eintragung der C._
Betriebs-GmbH in das Handelsregister des Kantons St. Gallen im Oktober 2014 bis zu
deren Löschung im Februar 2018 als Gesellschafter und Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift - zuvor in der Rechtsvorgängerin D._ Betriebs-GmbH als
Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung mit Einzelunterschrift (vgl.
Handelsregister des Kantons Graubünden) - eingetragen war und damit eine
Organstellung innehatte. Der Beschwerdeführer bestreitet jedoch im Wesentlichen die
Berechnung des Schadens sowie das Verschulden, während die übrigen
Haftungsvoraussetzungen sowie die Rechtzeitigkeit der Schadenersatzverfügung nicht
umstritten sind.
2.2.
2.2.1. Die Schadenersatzpflicht des verantwortlichen Organs setzt zunächst den Eintritt
eines Schadens bei der Ausgleichskasse voraus. Der Schaden kann unbezahlt
gebliebene paritätische AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge, Familienzulagen-Beiträge,
Verwaltungskostenbeiträge, Mahngebühren, Veranlagungs- und Betreibungskosten
sowie Verzugszinsen für rückständige Beiträge umfassen (Thomas Nussbaumer, Das
Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Aktuelle
Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 100). Zeitliche Grenze des
zu berücksichtigenden Schadens bildet grundsätzlich die Konkurseröffnung. Die
schadenersatzpflichtige Person hat auf Grund ihrer Mitwirkungspflichten den
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Schadensbetrag substantiiert zu bestreiten, soweit die Forderung nicht auf
rechtskräftigen Verfügungen beruht (ZAK 1991 S. 125, AHI-Praxis 1993 S. 172, SVR
2001 AHV S. 51 Nr. 15).
2.2.2. Die Beschwerdegegnerin machte zunächst einen Schaden von Fr. 23'556.60
geltend, nämlich Fr. 1'353.90 für im Jahr 2016 und Fr. 22'202.70 für im Jahr 2017
entgangene Sozialversicherungsbeiträge (Verfügungen vom 15. Dezember 2017 [act.
G 3/1, 2 und 3]). In den Erwägungen des Einspracheentscheids bezifferte sie den
Schaden unter Berufung auf das Konto der C._ Betriebs-GmbH auf Fr. 24'045.05
(formell wies sie die Einsprache jedoch ab, ohne im Dispositiv einen neuen
Schadensbetrag zu nennen). Dabei handelt es sich um die abgeschriebenen
Monatspauschalen November 2016 (Fr. 1'391.80), Februar bis Juni 2017 (Fr. 4'608.05,
Fr. 4'598.--, Fr. 4'082.60, Fr. 4'480.65 und Fr. 4'073.50) sowie um die
auszugleichenden Beiträge 2017 (Fr. 810.45; jeweils inkl. Nebenkosten und
Verzugszinsen [act G 11/1, 17, 24 - 28, 30]). Die Differenz zu den
Schadenersatzverfügungen besteht in den offen gebliebenen Beiträgen 2016 und 2017
an die G._ von Fr. 37.90 (Fr. 1'027.45 - Fr. 989.55) und Fr. 450.55 (act. G 11/23, 30,
31 und 32). Da diese jedoch nicht zu dem gemäss Art. 52 AHVG gedeckten
Schadenumfang gehören (vgl. vorstehende Erwägung 2.2.1), sind sie - wie in den
Verfügungen - wegzulassen. Im vorliegenden Verfahren legte sie zudem einen
Konkursverlustschein über Fr. 23'143.70 ins Recht, wonach die Schuldnerin die
zugelassene Forderung in diesem Umfang anerkannt habe (act. G 11/36). Darin
enthalten sind (wohl) auch die genannten Beiträge an die G._, womit der durch den
Konkursverlustschein bestätigte ersatzfähige Schaden lediglich Fr. 22'655.25
(Fr. 23'143.70 - Fr. 37.90 - Fr. 450.55) beträgt. Die Differenz zu den
Schadenersatzverfügungen von Fr. 901.35 (Fr. 23'556.60 - Fr. 22'655.25) ergibt sich
einerseits daraus, dass die Beschwerdegegnerin zunächst am 25. Januar 2018 eine
Einzahlung der Arbeitslosenversicherung von Fr. 960.35 an die Februar 2017-
Pauschale angerechnet und am 14. Mai 2018 wieder ausgebucht hat, wodurch der
Schaden rechnerisch um diesen Betrag vergrössert wurde (act. G 11/24). Zum anderen
ist im Konkursverlustschein offenbar auch eine weitere nicht näher definierte, der
Monatspauschale März 2017 angerechnete Abschreibung von Fr. 59.-- enthalten (vgl.
Kontoauszug, act. G 11/1 [14. Mai 2018]). Nachdem letztere gemäss
Konkursverlustschein von der Schuldnerin anerkannt wurde, besteht vorliegend kein
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Anlass, darauf zurückzukommen. Indessen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die von
der Arbeitslosenversicherung am 22. Januar 2018, mithin vor Ausstellung des
Konkursverlustscheins vom 31. Januar 2018, geleistete Zahlung wieder ausgebucht
wurde. Diese Stornierung ist demzufolge in der Schadensberechnung nicht zu
berücksichtigen. In einem Zwischenergebnis ist somit - vorbehältlich der
nachfolgenden Erwägungen und abzüglich die offen gebliebenen Beiträge an die G._
- von einem Betrag von Fr. 22'655.25 (Fr. 23'143.70 - Fr. 37.90 - Fr. 450.55)
auszugehen.
2.2.3. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, die Berechnung der
Lohnbeiträge sei nicht korrekt. Davon ist auch nicht auszugehen, basieren doch die
Jahresabrechnungen der Beschwerdegegnerin für die Jahre 2015 bis 2017 auf den
Lohnangaben der C._ Betriebs-GmbH (Jahresabrechnung 2014 nicht bei den Akten
[vgl. act. G 11/9, 23 und 30]). Hingegen macht der Beschwerdeführer geltend, es seien
diverse, durch die Gesellschaft geleistete Zahlungen nicht angerechnet worden. So
führte er in der Einsprache vom 9. Januar 2018 aus, es seien lediglich Zahlungen in
Höhe von Fr. 32'599.10 berücksichtigt worden anstatt die effektiv getätigten Zahlungen
von Fr. 49'597.05 (act. G 3/4). Als "Beleg" reichte er einen als "provisorische Rechnung
per 30. Juni 2017" bezeichneten unvollständigen Auszug aus der Erfolgsrechnung ein,
deren Urheberschaft oder Erstellungsdatum zudem nicht ersichtlich sind. Selbst wenn
man darauf abstellen wollte, geht daraus lediglich hervor, dass die Gesellschaft in den
Jahren 2016 und 2017 (Januar bis Juni) AHV/IV/EO/ALV-Beiträge in Höhe von
Fr. 38'393.70 (Fr. 25'494.10 + Fr. 12'899.60) verbucht hatte (act. G 3/4.1). Im Weiteren
machte er im Einspracheverfahren geltend, es seien Zahlungen ohne Berücksichtigung
des Zahlungstextes verbucht worden. Als "Beleg" dienten ein nicht näher bezeichneter
"Kontoauszug vom 01.01.2017 bis 31.12.2017" vom 9. Januar 2018 sowie ein ebenfalls
nicht näher spezifizierter Ausdruck oder eine Kopie unbekannter Urheberschaft und
unbekannten Datums. Zwar geht daraus etwa eine Zahlung vom 19. Januar 2017 von
Fr. 7'830.55 hervor, die gemäss diesem Kontoauszug für die Pensionskasse verbucht
worden sein soll, obwohl es sich dabei (wohl) um eine Teilzahlung für die
Ausgleichskasse der Beschwerdegegnerin gemäss Tilgungsplan vom 24. November
2016 handelte (vgl. act. G 3/4.2 f. und G 11/33). Indessen ist aus dem massgebenden
Kontoauszug und den Postenauszügen der Beschwerdegegnerin ersichtlich, dass am
5. und 20. Januar 2017 je eine Zahlung in dieser Höhe bei der Ausgleichskasse
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verbucht wurde. Diese beiden Raten im Umfang von Fr. 15'661.10 (2 x Fr. 7'830.55)
wurden an die Akontorechnungen August 2016 (Fr. 3'356.85), September 2016 (inkl.
Gebühren [Fr. 4'473.70 + Fr. 2'226.30 + Fr. 34.80]) und Oktober 2016 (Fr. 5'569.45)
angerechnet (act. G 11/1, 11 - 13 und 16). Mithin wurde die im "Kontoauszug" des
Beschwerdeführers genannte Zahlung von Fr. 7'830.55 (zweite Rate) vom 19. bzw. 20.
Januar 2017 korrekt bei der Ausgleichskasse verbucht. Die dritte Rate blieb
demgegenüber unbezahlt. Bei der ebenfalls vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Zahlung von Fr. 8'758.10 handelt es sich um eine gemäss Tilgungsplan vom
24. November 2016 an die Pensionskasse der Beschwerdegegnerin zu leistende
Teilzahlung (vgl. act. G 11/34). Diese wurde somit zu Recht in der vorliegend
massgebenden Schadensberechnung nicht berücksichtigt. Im Weiteren wurden
gemäss Kontoauszug der Beschwerdegegnerin vom 20. September 2019 die
einspracheweise geltend gemachten Zahlungen von Fr. 4'550.-- vom 19. bzw. 22. Mai
2017 (die der Beschwerdeführer als Rechnung bzw. Zahlung an die Pensionskasse
aufführte [act. G 3/4.2]), von Fr. 10'000.-- vom 15. Juni 2017 und von Fr. 2'000.-- vom
16. Juni 2017 bei der Ausgleichskasse verbucht. Sie wurden an die Monatspauschalen
November 2016 (Fr. 4'324.15), Dezember 2016 (Fr. 6'988.40), Januar 2017 (inkl.
Gebühren [Fr. 3'011.60, Fr. 1'585.95, Fr. 114.10 und Fr. 111.75) sowie April 2017
(Fr. 414.05) angerechnet (act. G 11/1, 17 - 20, 22 und 26). Bei der Gutschrift von
Fr. 4'400.-- handelt es sich um die Juli 2017-Pauschale, die infolge der
Konkurseröffnung storniert wurde (act. G 11/29). Demgegenüber bestreitet die
Beschwerdegegnerin den Eingang der weiteren aufgeführten Zahlungen von
Fr. 4'035.--, Fr. 810.45, Fr. 4'012.-- und Fr. 3'200.-- (Einspracheentscheid, Ziff. III./11).
Selbst aus den einspracheweise eingereichten Unterlagen des Beschwerdeführers
lassen sich keine derartigen Zahlungen ableiten, sind doch im "Kontoauszug vom
01.01.2017 bis 31.12.2017" nur die Rechnungen in entsprechender Höhe, jedoch keine
solchen Zahlungen aufgeführt. Auch in der nicht weiter spezifizierten, teilweise
abgedeckten und undatierten Kopie wurde in der Rubrik "Bez[ahlt] am" - anders als bei
den Zahlungen vom 15. und 16. Juni in Höhe von Fr. 10'000.-- und 2'000.-- - jeweils
kein Datum eingetragen (act. G 3/4.2 f.). Die fraglichen Beiträge wurden
dementsprechend abgeschrieben. Beim Betrag von Fr. 3'200.-- handelte es sich um
den Restbetrag der Akontozahlung für die Juni 2017-Beiträge an die Pensionskasse
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von Fr. 8'200.-- abzüglich die Zahlung von Fr. 5'000.-- (act. G 15.2 [vgl. nachstehende
Erwägung 2.2.5]).
2.2.4. Im jetzigen Beschwerdeverfahren macht der Beschwerdeführer andere
Zahlungen geltend und bringt dazu weitere Unterlagen bei. So macht er nunmehr
geltend, es seien zwei Zahlungen vom 28. April 2017 in Höhe von Fr. 4'291.10 und
Fr. 6'591.70 sowie eine Zahlung vom 15. Juni 2017 in Höhe von Fr. 5'000.--, total somit
Fr. 15'882.80, nicht berücksichtigt worden. Die offenen Zahlungen würden somit nur
noch Fr. 8'162.25 betragen (Fr. 24'045.05 - Fr. 15'882.80). In seiner Eingabe vom
13. November 2019 beziffert er die bezahlten Beträge auf Fr. 6'806.75 und Fr. 4'465.40
(jeweils inkl. Zins [act. G 13 und 13.4]). Dabei macht er wiederum geltend, diese
Zahlungen seien wahrscheinlich der Pensionskasse anstatt der Ausgleichskasse der
Beschwerdegegnerin gutgeschrieben worden. Im Weiteren macht er geltend, die
Zahlungen vom 28. April 2017 seien am 20. Juni 2017 dem Betreibungsamt gemeldet
und die Zahlung vom 15. Juni 2017 sei über die Bank F._ erfolgt (Eingabe vom 13.
November 2019, Ziff. III; Beschwerde, Ziff. IV.3 f. und Replik, Ziff. IV.2 f.). Dazu legt er
zwei Zahlungsbefehle vom 6. März 2017 über Fr. 6'591.70 betreffend die
Monatspauschale Dezember 2016 samt Verzugszins und vom 3. April 2017 über
Fr. 4'291.10 betreffend die Monatspauschale Januar 2017 samt Verzugszins ins Recht
(act. G 6.2 f.). Die Beschwerdegegnerin macht dazu geltend, diese Zahlungen seien in
den Schadenersatzverfügungen für die Jahre 2016 und 2017 berücksichtigt worden
(act. G 15). Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass gemäss Kontoauszug der
Beschwerdegegnerin vom 20. September 2019 und den Postenauszügen für die
Beiträge Dezember 2016 und Januar 2017 (samt Nebenkosten) die drei Zahlungen vom
22. Mai 2017 (Fr. 4'550.--), 15. Juni 2017 (Fr. 10'000.--) und 16. Juni 2017 (Fr. 2'000.--)
für die Anrechnung an offene Forderungen der Ausgleichskasse verwendet wurden
(act. G 11/1 S. 4, G 11/18 - 20 und 22; vgl. vorstehende Erwägung 2.2.3). Die
übereinstimmend mit dem Beschwerdeführer auf den 28. April 2017 datierten
Einzahlungen in Höhe von Fr. 6'591.70 und Fr. 4'291.10 wurden demgegenüber der
Pensionskasse gutgeschrieben (Kontokorrentauszug vom 22. November 2019
betreffend Pensionskasse [act. G 15.1]). Nachdem es sich bei diesen Betreffnissen
eindeutig und unbestrittenermassen um Forderungen der Ausgleichskasse handelt, ist
mit dem Beschwerdeführer tatsächlich von einer fehlerhaften Verbuchung durch die
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Beschwerdegegnerin auszugehen. Der Schadensbetrag verringert sich demgemäss um
diese beiden Einzahlungen.
2.2.5. Demgegenüber ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, dass auch die
Zahlung von Fr. 5'000.-- vom 15. Juni 2017 (vgl. act. G 15.1) von der
Beschwerdegegnerin zu Unrecht der Pensionskasse gutgeschrieben wurde. Dass diese
Zahlung für die Ausgleichskasse bestimmt gewesen wäre, ergibt sich namentlich nicht
aus der nachträglich vom Beschwerdeführer eingereichten Belastungsanzeige der
Bank F._ vom 31. Oktober 2019, geht dort als Begünstigte lediglich allgemein die
Beschwerdegegnerin hervor (ohne Unterscheidung in Ausgleichskasse und
Pensionskasse [act. G 13.7]). Im Übrigen ging der Beschwerdeführer in der undatierten,
einspracheweise eingereichten Aufstellung offenbar selber davon aus, dass die
Zahlung von Fr. 5'000.-- für die Pensionskasse bestimmt war (act. G 3/4.3).
Möglicherweise verwechselt er die Zahlung vom 19. bzw. 22. Mai 2017 von
Fr. 4'550.--, die in der genannten Aufstellung mit dem Text "AHV/ALV Vers." versehen
wurde, mit jener vom 15. Juni 2017 von Fr. 5'000.-- an die Pensionskasse. Jedenfalls
vermag der Beschwerdeführer nicht zu belegen, dass es sich bei der fraglichen
Zahlung vom 15. Juni 2017 um eine solche an die Ausgleichskasse der
Beschwerdegegnerin handelte. Nachdem er daraus Rechte ableiten will, trägt er die
Folgen der Beweislosigkeit. Schliesslich trifft auch nicht zu, dass - wie der
Beschwerdeführer geltend macht (Replik, Ziff. IV./2.) - die Pauschalen für Mai und Juni
2017 zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung noch nicht fällig waren. Vielmehr
erwartete die Beschwerdegegnerin den Zahlungseingang bis 10. Juni 2017 bzw.
10. Juli 2017 (act. G 11/27 und 28; vgl. auch Art. 34 Abs. 3 AHVV) was jedenfalls noch
vor der (massgebenden) Konkurseröffnung vom 21. Juli 2017 war (vgl. Art. 820 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 725a Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR, SR 220]]). Der
durch die Beschwerdegegnerin grundsätzlich genügend substantiierte Schadensbetrag
von Fr. 22'655.25 (vgl. vorstehende Erwägung 2.2.2) ist nach dem Gesagten um die
fälschlicherweise der Pensionskasse zugeschriebenen Einzahlungen von Fr. 6'591.70
und Fr. 4'291.10 auf Fr. 11'772.45 zu reduzieren.
2.3.
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2.3.1. Weitere Haftungsvoraussetzung für die vorliegend massgeblichen
Schadenersatzforderungen ist die Widerrechtlichkeit. Art. 14 Abs. 1 AHVG in
Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den
Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Bei einer Lohnsumme ab
Fr. 200‘000.-- hat der Arbeitgeber die Beiträge monatlich zu zahlen (Art. 34 Abs. 1 lit. a
AHVV). Gemäss Art. 35 Abs. 2 AHVV in Verbindung mit Rz 2048 der Wegleitung des
Bundesamtes für Sozialversicherungen über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und
EO (WBB) sind Änderungen der ursprünglichen voraussichtlichen Lohnsumme von
mindestens 10 Prozent während des laufenden Jahres zu melden, sofern diese
Änderung mindestens Fr. 20'000.-- ausmacht. Die Beitragsabrechnungs- und -
zahlungspflicht der Arbeitgebenden ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-
rechtliche Aufgabe. Dazu hat das Bundesgericht wiederholt erklärt, dass die
Nichterfüllung dieser öffentlich-rechtlichen Aufgabe eine Missachtung von Vorschriften
im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG bedeute und grundsätzlich die volle
Schadensdeckung nach sich ziehe (BGE 118 V 195 E. 2a mit Hinweisen).
2.3.2. Vorliegend war die C._ Betriebs-GmbH, die ab 1. Februar 2014 der
Beschwerdegegnerin als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen gewesen war,
von Anfang an ihrer Beitragspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen. So mussten
bereits die Beitragspauschalen Februar bis April 2014 gemahnt und betrieben werden,
konnten aber anschliessend mit Gutschriften der D._-Betriebs-GmbH sowie einer
Gutschrift vom Juni 2014 gedeckt werden. Auch die nachfolgenden Monatspauschalen
Mai und Juni 2014 mussten gemahnt und betrieben werden. Ab Juli 2014 wurden die
Monatspauschalen von Fr. 5'500.-- auf Fr. 3'650.-- reduziert und wurden in der Folge
bezahlt, wenn auch teilweise erst nach Mahnung und Betreibung. Ab Januar 2015
wurde die Pauschale auf Fr. 4'150.-- und nach der Jahresabrechnung 2014 - obwohl
Beiträge in Höhe von Fr. 12'927.35 auszugleichen waren - auf Fr. 4'050.-- (jeweils inkl.
ALV, FAK und Verwaltungskosten) festgesetzt. Auch ab Januar 2015 mussten die
Beitragspauschalen - wie auch die auszugleichenden Beiträge 2014 - häufig gemahnt,
wenn auch nur noch wenige Male betrieben werden (act. G 11/1). Im Jahr 2016 klappte
der Beitragsbezug in der ersten Jahreshälfte relativ gut. Nachdem jedoch am 28. Juni
2016 die Beiträge 2015 auszugleichen waren und die Pauschalen per Juli 2016 auf
Fr. 6'700.-- angehoben wurden, stiegen die Ausstände erneut an und betrugen per
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21. November 2016 Fr. 23'491.65 (vgl. Kontoauszug vom 20. September 2019 und
Tilgungsplan vom 24. November 2016 [act. G 11/1 und 33]; act. G 11/3 - 18). Ab
Februar 2017 bis zur Konkurseröffnung im Juli 2017 wurden die Beitragspauschalen
wieder auf Fr. 4'400.-- reduziert und blieben in der Folge unbezahlt, obwohl in diesem
Zeitraum weiterhin Löhne in der pauschal verabgabten Grössenordnung ausgerichtet
wurden (bei den auszugleichenden Beiträgen für den Zeitraum Januar bis Juni 2017
ergaben sich geringfügige auszugleichende Beiträge von Fr. 810.45 [entsprechend
einer noch nicht verabgabten Lohnsumme von Fr. 5'255.10 [Fr. 538.65 : 10,25 x 100]]
act. G 11/24 - 30). Die Beitragsabrechnung erfolgte soweit ersichtlich - bis auf die
Jahresabrechnung 2015, die zweimal angemahnt werden musste - ordnungsgemäss
(vgl. act. G 11/9). Indem die C._ Betriebs-GmbH im Zeitraum von Februar 2014 bis
zum Konkurs am 21. Juli 2017 die Beiträge nur teilweise ordnungsgemäss abgeliefert
hatte, die Pauschalen trotz erheblich grösserer Lohnsummen (mehr als 10 % bzw.
Fr. 20'000.-- Differenz zu den den Pauschalbeiträgen zu Grunde liegenden
Lohnsummen) in den Jahren 2014 und 2015 nicht hatte anpassen lassen und indem
schliesslich ein Betrag von Fr. 11'772.45, entsprechend einem Zeitraum von gut drei
Monaten, offen geblieben war (vgl. vorstehende Erwägung 2.2.4), verstiess sie gegen
die Beitragsablieferungspflicht. Damit ist die Haftungsvoraussetzung der
Widerrechtlichkeit erfüllt.
2.4.
2.4.1. Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Vorschriften absichtlich oder grobfahrlässig
missachtet wurden. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öffentlich-
rechtlichen Aufgaben durch die Arbeitgeberin ohne Weiteres einem qualifizierten
Verschulden ihrer Organe gleichzusetzen. Vorausgesetzt ist vielmehr ein Normverstoss
von einer gewissen Schwere. Eine Nichtabrechnung oder Nichtbezahlung der Beiträge
genügt noch nicht, um ein qualifiziertes Verschulden anzunehmen. Vielmehr sind die
gesamten Umstände zu würdigen. Die Frage der Dauer des Normverstosses ist dabei
ein Beurteilungskriterium, das im Rahmen der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist
und im Sinne der Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen zur Verneinung der
Schadenersatzpflicht führen kann (BGE 121 V 244 E. 4b mit Hinweisen). Von einem
qualifizierten Verschulden ist in der Regel auszugehen, wenn etwa eine Arbeitgeberin
über längere Zeit ihre Abrechnungs- und/oder Ablieferungspflichten nur schleppend
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oder bloss teilweise erfüllt. Gegen ein qualifiziertes Verschulden kann beispielsweise
eine relativ kurze Dauer des Beitragsausstands sprechen oder der Umstand, dass eine
Arbeitgeberin bei ungenügender Liquidität zunächst für das Überleben des
Unternehmens wesentliche andere Forderungen (insbesondere solche der
Arbeitnehmer und Lieferanten) befriedigt, sofern sie auf Grund der objektiven
Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage annehmen darf, sie werde die
geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist nachzahlen können (BGE 121 V 244 E. 4b
mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2011, 9C_330/2010, E. 3.4). Bei
der Verschuldensbeurteilung gilt ein objektiver Verschuldensmassstab, weshalb
subjektive Entschuldbarkeit oder die Gründe für die Mandatsübernahme unbeachtlich
sind (Ueli Kieser, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.],
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage,
G 460 mit Hinweisen). Das Mass der gebotenen Sorgfalt hängt immer von den
Umständen ab, wozu auch die Grösse der Firma und die Anzahl Verwaltungsräte
gehören. Bei einem einzigen Verwaltungsrat gilt ein strengerer Massstab (Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Dezember 2010, 9C_325/2010, E. 5.1).
2.4.2. Der Beschwerdeführer war ab der Eintragung C._ Betriebs-GmbH im Oktober
2014 im Handelsregister des Kantons St. Gallen bis zum Konkurs der Gesellschaft im
Juli 2017 als einer von zwei Gesellschaftern und als (einziger) Geschäftsführer mit
Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Vor der Umfirmierung und
Sitzverlegung der Gesellschaft in den Kanton St. Gallen war er als Gesellschafter und
Vorsitzender der (aus zwei Personen bestehenden) Geschäftsführung im
Handelsregister des Kantons Graubünden eingetragen. Somit gehörten die Festlegung
der Organisation der Gesellschaft im Rahmen von Gesetz und Statuten, die
Ausgestaltung des Rechnungswesens und der Finanzkontrolle sowie die Aufsicht über
die Personen, denen Teile der Geschäftsführung übertragen sind, namentlich im
Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen zu
seinen unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben (Art. 810 Abs. 2 Ziff. 2 - 4 OR).
Dies beinhaltet auch die Überwachung und Einhaltung der Beitragsabrechnungs- und
Ablieferungspflicht betreffend Sozialversicherungsbeiträge. Der Beschwerdeführer war
mithin als zuständiges Gesellschaftsorgan verpflichtet, für eine korrekte und pünktliche
Abrechnung und Ablieferung dieser Beiträge zu sorgen. Dieser Pflicht ist er
offensichtlich nicht vollumfänglich nachgekommen. So wäre es insbesondere seine
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Aufgabe gewesen, eine Erhöhung der laufenden Beitragszahlungen zu veranlassen,
lagen doch die effektiven Lohnsummen in den Jahren 2014 und 2015 jeweils erheblich
über jenen, die den Akontozahlungen zu Grunde lagen. Die auszugleichenden Beiträge
waren dementsprechend hoch. Sie wurden zwar - wenn auch erst mit einiger
Verzögerung - bezahlt. Dafür gab es infolge der daraus fehlenden Mittel wiederum
Schwierigkeiten bei den laufenden Akontobeiträgen. Schliesslich wurde auch der
Tilgungsplan vom 24. November 2016 nur teilweise eingehalten, indem lediglich zwei
von drei vereinbarten Raten bezahlt wurden, und auch dies mit Verspätung. So wurde
die am 10. Dezember 2016 fällige Rate erst nach erneuter Mahnung am 5. Januar 2017,
die am 10. Januar 2017 fällige Rate am 20. Januar 2017 bezahlt. Die 3. Rate blieb
unbezahlt (act. G 11/1 und 33). Immerhin resultierte aus der Jahresabrechnung 2016
eine Rückerstattung von Fr. 2'336.40, die an die Pauschalen Oktober und November
2016 angerechnet werden konnte. Offen blieben schliesslich ein Teil der
Akontobeiträge November 2016 sowie jene für den Zeitraum Februar bis Juni 2017.
Zudem wurde die Lohnsumme im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr auf vergleichbarer
Basis nur unwesentlich reduziert, nämlich von Fr. 467'030.-- (2016) auf Fr. 204'795.--
(Januar bis Juni 2017 [act. G 11/23 und 30]), obwohl ab Anfang 2017 überhaupt keine
Akontozahlungen mehr geleistet wurden. Zwar hätten mit den fälschlicherweise bei der
Pensionskasse verbuchten Zahlungen von Fr. 6'591.70 und Fr. 4'291.10 auch die
Ausstände bei den Akontobeiträgen November 2016 sowie Februar und März 2017
beglichen werden können. Trotzdem trifft den Beschwerdeführer der Vorwurf, den
Betrieb der Gesellschaft über einen längeren Zeitraum von knapp dreieinhalb Jahren
(Februar 2014 bis Juni 2017) teilweise auf Kosten der AHV geführt zu haben, indem er
Löhne ausbezahlt hatte, ohne dass die darauf anfallenden Sozialversicherungsbeiträge
sichergestellt waren. Nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers mussten drei
Sanierungen durchgeführt werden, die offensichtlich nicht zu einer nachhaltigen
Verbesserung der finanziellen Situation führten (wenn er auch zwei Sanierungen als
erfolgreich bezeichnet [Beschwerde, Ziff. IV.2.]). Es ist denn auch weder ersichtlich
noch wird konkret dargetan, dass auf Grund der objektiven Umstände und einer
seriösen Beurteilung der Lage - insbesondere der getroffenen Sanierungsbemühungen
- angenommen werden konnte, die Gesellschaft könne die geschuldeten Beiträge
innert nützlicher Frist nachzahlen. Zwar kann nicht gesagt werden, die Gesellschaft
habe sich überhaupt nicht um ihre Beitragsablieferungspflicht gekümmert, hat sie doch
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immer wieder Zahlungen geleistet. Dementsprechend erscheinen die schliesslich offen
gebliebenen Beiträge (rund Fr. 23'000.-- bzw. rund Fr. 12'000.-- [jeweils ohne
Nebenkosten]) im Verhältnis zu den insgesamt zu bezahlenden (rund Fr. 210'000.--
[ohne Nebenkosten]) mit ca. 11 % bzw. ca. 6 % nicht übermässig hoch. Trotzdem kann
bei einer schleppenden Beitragsablieferung über einen längeren Zeitraum von immerhin
fast dreieinhalb Jahren, der nicht eingehaltenen Abzahlungsvereinbarung vom
24. November 2016 und fehlender - bzw. nicht erwiesener - begründeter Aussicht auf
Besserung der Verhältnisse innert nützlicher Frist nicht mehr von leichter Fahrlässigkeit
ausgegangen werden. Vielmehr hätte der Beschwerdeführer als verantwortliches Organ
wesentlich früher dafür sorgen müssen, dass nur noch so viele Löhne ausgerichtet
werden als darauf Beiträge entrichtet werden konnten. Indem er dies offensichtlich
unterliess, hat er den der Beschwerdegegnerin entstandenen Schaden grobfahrlässig
herbeigeführt.
2.5.
2.5.1. Sodann muss zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften und dem
Eintritt des Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein Ereignis hat
dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebenserfahrung an sich geeignet
ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs
durch das Ereignis also allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 E. 5a und
119 V 406 E. 4a, je mit Hinweisen).
2.5.2. Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Unterlassungen des Beschwerdeführers und dem eingetretenen Schaden gegeben.
Hätte der Beschwerdeführer rechtzeitig dafür gesorgt, dass die Gesellschaft ihren
Beitragsablieferungspflichten nachkommt, insbesondere indem er die
Monatspauschalen hätte anpassen lassen bzw. nur noch soviele Löhne ausbezahlt
hätte wie Beiträge darauf entrichtet werden konnten, wäre kein Schaden in dieser Höhe
entstanden. Indem die Beiträge nach der Konkurseröffnung nicht mehr im ordentlichen
Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG bei der Arbeitgeberin eingefordert werden konnten, ist
der Schaden entstanden (vgl. Entscheid des Bundesgerichts H 37/02 vom
3. September 2003 E. 3.2 mit Hinweisen).
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3.
Schliesslich ist zu Recht unbestritten, dass die Schadenersatzverfügungen vom
15. Dezember 2017 rechtzeitig ergangen sind, nachdem das Konkursamt E._ der
Beschwerdegegnerin am 6. Dezember 2017 mitgeteilt hatte, dass die Gläubiger der
zweiten Klasse nicht mit einer Konkursdividende rechnen können (act. G 11/35). Für
offen gebliebene Beiträge, die infolge der Konkurseröffnung nicht mehr (auf Pfändung)
betrieben werden konnten, entstand der Schaden im Zeitpunkt der Konkurseröffnung,
mithin am 21. Juli 2017. Die absolute fünfjährige Verjährungsfrist endet somit
frühestens am 21. Juli 2022 und ist - wie auch die zweijährige relative Verwirkungsfrist -
augenscheinlich gewahrt. Die Geltendmachung von Schadenersatz ist auch nicht
während des Einsprache- oder Beschwerdeverfahrens verjährt, nachdem diese
Verfahren die Verjährung unterbrechen und die Verjährungsfrist nach Abschluss des
Gerichtsverfahrens von Neuem zu laufen beginnt (Art. 138 Abs. 1 OR, BGE 141 V 487
E. 2.3 S. 489 f. mit Hinweisen).
4.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des
Beschwerdeführers als schadenersatzpflichtiges Organ erfüllt. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach den Beschwerdeführer grundsätzlich zu Recht
verpflichtet, Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen.
Indessen ist der Betrag auf Fr. 11'772.45 (inkl. Nebenkosten) festzusetzen. Nachdem
somit der Schadensbetrag nach unten korrigiert wird, ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG, SR 830.1).