Decision ID: 17eb90b6-c08b-40b7-9787-2c88c13c3e12
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1971 geborene
X._
, Mutter von zwei Kindern (geboren 2001 und 2002) war zuletzt als Hilfsarbeiterin (
Vorverpackung
) bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
8/8/1
,
Urk.
8/11
). Im Oktober 201
0
erlitt die Versi
cherte einen Berufsunfall (Schachteln auf den Kopf gefallen), woraufhin sie vermehrt Sch
windel,
Schwä
che
in den
Beine
n
sowie
Schlafstörungen beklagte (Urk.
8/8/2
,
Urk.
8/15/3
,
Urk.
8/15/6,
Urk.
8/18/1
)
.
Per
3
1
.
Oktober 2011 wurde das
Arbeitsverhält
nis seitens der
Arbeitgeberin
gesundheitsbedingt aufgelöst
(
Urk.
8/8/2
,
Urk.
8/11/1
). Mit Datum vom 1
4.
Februar 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
den
vorgenannten
Arbeitsunfall bei der Eidge
nössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog
Auszü
g
e
aus dem Indi
viduellen Konto (I
K
-Auszug vom 1
3.
März 2012 und 2
0.
März 2012,
Urk.
8/10
,
Urk.
8/12
)
sowie die Akten der
Krankentaggeldversicherung
(Urk.
8/15/1-11
, darunter das p
sychiatrische
G
utachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
8.
Oktober
2011
[Urk.
8/15/3-5]
sowie
den Bericht der
Klinik
A._
, Zentrum für Rehabilitation und Nachbe
handlung,
vom 3
1.
Oktober 2011
[Urk.
8/15/6-8]
)
bei
und tätigte berufliche (
Urk.
8/11) und medizinische (
Urk.
8/13ff.) Abklärungen. Insbesondere veran
lasste sie eine psychiatrische Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
, worüber am 1
7.
September 2012 Bericht erstattet wurde (
Urk.
8/18
/1-6
)
. Mit Schreiben vom 2
3.
November 2012 forderte die IV-Stelle die Versicherte im
Rahmen
ihrer Schadensminderungspflicht
und unter Andro
hung der Säumnisfolgen
auf,
eine
stationäre Behandlung in einer psychosoma
tischen Einrichtung
vorzunehmen
(
Urk.
8/20)
.
Na
ch
durchgeführtem
Vorbe
schei
dverfahren
(Vorbescheid vom 23.
November 2012 [
Urk.
8/22]; Einwand vom
7.
Dezember 2012 [8/23]
, mi
t ergänzender Begründung vom 7.
Februar 2013 [
Urk.
8/27]
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 1
0.
September 2013 mangels invalidenrechtlich relevanten Diagnose
n
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Christe
, Beschwerde und bea
n
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzu
heben und ihr ab August 2012 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Zudem
reichte
sie weitere Arztberic
hte
zu den Akten
(Ur. 3/3, Urk.
3/4).
Die Beschwerdegegnerin schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 15.
November 2013 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde. Am
1
9.
November 2013
w
urde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
9).
Mit Eingabe vom 25.
Februar 2014
(
Urk.
10)
wies
die Beschwerdeführerin
einen we
iteren
Arztbericht
ins Recht
(
Urk.
11)
, welcher der Beschwerdegegnerin am 2
6.
Februar 2014 zur Kenntnis
gebracht wurde (Urk. 12)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Eine fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3
ff.
).
1.4
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
destens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
es
sei
en
anläss
lich der Untersuchung vom 1
7.
September 2012 durch den
RAD
eine mittelgradige depressive Episode sowie eine
Somatisierungsstörung
diagnosti
ziert worden.
Diese Beschwerdebilder würden
grundsätzlich
als überwindbar gelten. Die Voraussetzungen für die Annahme einer ausnahmsweisen Unüber
windbarkeit seien vorliegend nicht erfüllt.
Sodann seien den
A
kten keine objek
tivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus
versicherungsme
dizinischer
Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten.
Bei alle dem würden aus rechtlicher Sicht keine hinreichende
n
Gründe dafür vor
liegen, um anzunehmen, ihre psychischen Ressourcen erlaubten es der Beschwerdeführerin nicht, ihre bis anhin ausgeübte Tätigkeit weiterhin i
n
volle
m
Umfang auszuüben. Damit liege keine länger dauernde oder bleibende
Erwerbsunfähigkeit im invaliden
versicherungs
rechtlich
relevanten Sinne vor
,
weshalb
das Leistungsbegehren
abzuweisen sei
(Urk.
2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich
gestützt auf
den
beschwerdeweise
eingereich
ten
Bericht
von
Dr.
B._
vom 1
6.
September 2013
(
Urk.
3/3)
demge
genüber auf den Standpunkt, sie leide an einer mindestens mittelgradig bis zeitweilig sogar schweren depressiven Episode mit somati
schem Syndrom. Da für ihre
Bewegungsstörung
en
kein pathologisch-ana
tomisches Korrelat
gefun
den worden sei,
habe
Dr.
B._
eine
dissoziative
Bewegungsstörung diagnostiziert, was denn auch vom Gutachter
Dr.
Z._
übernommen worden sei
(
Urk.
1
S.
5).
Auch im
beschwerdeweise eingereichten
Bericht der Klinik
C._
vom 8.
Februar 2013
(
Urk.
3/4)
seien als Diagnosen eine mittelgradig depressive Episode sowie eine dissoziative Bewegungsstörung festgehalten
.
Sodann seien sich d
ie
involvierten Psychiater darin einig gewesen, dass sie seit März 2011 an einer mindestens mittelgradigen, zuweilen
schwergradigen
depressiven Erkran
kung leide.
Bezogen auf den jeweiligen Beurteilungszeitpunkt seien zudem alle psychiatrischen Fachärzte von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jegli
chen Arbeitstätigkeiten ausgegangen.
Der RAD-Psychiater habe die mittelgra
dige depressive Episode im September 2012 nicht als
komorbide
psychiatrische Erkrankung eingestuft, obschon
die Arbeitsunfähigkeit
auch
nach
seiner Ein
schätzung schon seit eineinhalb Jahren bestanden habe
(
Urk.
1 S
.
6)
.
Nach der
höchstrichterlichen
Rechtsprechung
handle es sich bei einer depressiven Episode mittleren Grades definitionsgemäss um ein vorübergehende
s
Leiden, indem sol
che Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauerten und länger dauernde Störungen unter F 33 (rezi
div
ierende depressive Störung) oder F 34 (anhaltende affektiv
e Störungen) zu subsumieren sei
en
.
Rechtspre
chungsgemäss
hätten der RAD-Psychiater sowie
Dr.
B._
die Diagnosen entspre
chend anpassen müssen. Den Berichten von
Dr.
B._
sei immerhin zu ent
nehmen, dass es sich inzwischen um ein
chronifiziertes
psychisches Leiden mit schlechter Prognose handle. Die allfällige Ungenauigkeit in der
Diagnosestel
lung
dürfe
ihr (der Beschwerdeführerin)
jedenfalls nicht angelastet werden.
Ent
gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
sei von einer invalidisierenden Krankheit
auszugehen. E
s
bestehe daher ein
Anspruch
auf eine
ganze Invali
denrente
(Urk.
1
S.
7
.
).
3.
Strittig und prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente hat.
4.
4.1
Der
seit März 2011 (
Urk.
8/15/9)
behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin,
führte
im Bericht
vom 3.
Juni 2011 zuhanden der Krankentaggeldversicherung
als Diagnose S
chwächezustände unklarer Genese
auf
(Urk. 8/15/11)
. Es sei
diesbezüglich
eine spezialärztliche (kardiologisch, neurologisch) Untersuchung durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin sei seit
dem 22.
März 2011 bis auf
weiteres
a
rbeitsunfähig.
Zwecks Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit seien weitere Abklärungen nötig (Urk. 8/15/11).
4.2
Im Bericht vom 2
1.
Mai 2012 zuhanden der IV-Stelle
hielt
d
er seit Januar 2012 behandelnde
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie,
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(1)
eine mittel
gradige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom ICD F 32.21
sowie (2)
den
Verdacht auf
dissoziative B
ewegungsstörungen F 44.4 mit Ab
asie und
Astasie
fest,
beides
bestehend seit dem 22. März 201
1
(
Urk.
8/14/1). Die Beschwerdeführerin
leide häufig an Abasie und
Astasie
, lasse oft
Gegen
stände fallen und sei kraft-, antriebs- und freudlos. Letzteres wirke sich verheeren
d
bei der Arbeit aus (
Urk.
8/14/2).
Die Prognose sei schlecht, zumal die Beschwerde
führerin mit ihrem Arbeitsleben abgeschlossen habe.
Weder die bisherige noch eine angepasste Tätigkeit sei
en
ihr
zumutbar (
Urk.
8/14/2f.).
4.2
Am 1
7.
Oktober 2011
wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der
Kranken
tag
geldvers
icherung
in der Klinik
A._
, Zentrum für Rehabilitation und Nachbehan
dlung, vertrau
e
ns
ärztlich
untersucht.
Ausserdem
wurde die Beschwer
de
führerin am 1
7.
Oktober 2011 im Auftrag
der Klinik
A._
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
, psychi
atrisch beurteilt (Bericht von
Dr.
Z._
an die Klinik
A._
vom 18.
Oktober 2011 [
Urk.
7/15/3-5]).
Die Ärzte
der Klinik
A._
diagnostizierten
in ihrem Bericht vom
31
.
Oktober
20
1
1
, visiert von
Dr
e
s
. med.
E._
, Oberarzt und Facharzt FMH für Allge
meine Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
und
F._
, Chef
arzt und Facharzt FMH für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabi
litation,
im Rahmen der interdisziplinären Gesamtb
eurteilung
eine
mindestens mittel
schwere depressive Episode mit somatischem
Synd
rom (F32.11,
Urk.
8/15/7)
.
Gemäss
psychiatrischem G
utachten
von Dr.
Z._
vom 1
8.
Oktober 2011 müsse differenzialdiagnostisch eine
konversiv-somatisierende
Komorbidität erwogen werden. Diese sei
indes
schwer vom kulturspezifischen Depression
s
erleben abzugrenzen
(
Urk.
8/15/4)
.
Die somatischen und
konversi
ven
Symptome und Erlebnisweisen schienen bei
der Beschwerdeführerin
dem Ausdruck ihres
Leidens zu dienen und der depressiven Symptomatik einen sozial akzeptierbaren Gehalt zu geben.
Sodann bestehe eine Mehrfachbelastung als Hausfrau/Mutter und vollzeitig schichtarbeitende Fabrikarbeiterin.
Die angeblich vom Hausarzt durchgeführten medizinischen Abklärungen (inter
nistisch/neu
rologisch/kardiologisch) hätten kein organisches Substrat für den Schwindel und die Schwächezustände der Beine ergeben. Beim genaueren Befragen habe di
e Beschwerdeführerin angegeben, dass ihre Beine ihr nicht mehr gehorchen würden und dass sie
diese
nicht mehr bewegen könne. Beim vertieften Explorieren komme der Verdacht auf Inkonsistenzen auf, indem
sich
die Beschwerdeführerin
,
trotz ihrer schwachen und gelähmten Beine
,
mit Hilfe
noch bewegen könne. Die Beschwerdeführerin habe das Vollbild eines depressi
ven Sym
ptoms mit gedrückter Stimmung,
Antriebsmangel, Versagens- und Minderwertigkeitsgefühlen, Zukunftsangst und überwertig anmutendem schuld
haften Erleben gezeigt.
Die
Beschwerdeführerin
benötige
eine fachärztliche psy
chiatrische-psychotherapeutische Behandlung mit angepasster antidepressiver Medikation. Weiter benötige sie Informationen über die Art ihrer Erkrankung und vor allem darüber, dass es für den Schwindel und die Beinlähmung keine organische Ursache gäbe und dass diese Symptome mit erfolgreicher Behand
lung der depressiven Symptomatik mit grosser Wahrscheinlichkeit verschwin
den würden
(
Urk.
8
/15/4
)
.
Im Bericht der Klinik
A._
vom 3
1.
Oktober 2011 wu
rd
e
zusammenfassend
festgehalten, es bestehe a
us
interdisziplinärer Sicht
sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Nach einer erfolgreichen Depressionsbehandlung sollte einer Rückkehr in eine der bisherigen Tätigkeit vergleichbare Arbeit aus interdiszipli
närer Sicht nichts im Wege stehen
(
Urk.
8/15/7
).
4.3
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, stellte im Untersuchungsbericht vom 1
7.
September 2012 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach ICD-10 (1) eine
Somatisierungsstörung
sowie
(2) eine mittelgradige depressive Episode (Urk. 8/18/4)
fest
.
Der Gang der Beschwerdeführerin sei
insgesamt
verlangsamt
. Beim Gang ins Untersuchungszimmer sei sie vom Ehemann gehalten und gestützt worden. Sie habe die Fragen bereitwillig, jedoch häufig mit „weiss nicht“
beantwortet.
Auf der anderen Seite sei die Sprache im Gespräch normal laut gewesen. Die Beschwerdeführerin sei wach, zeitlich unscharf, ansonsten orientiert gewesen. Eine deutliche Störung der Merkfähigkeit, der Konzentration oder des Gedächtnisses
hätten
sich während der Untersuchung nicht feststellen
lassen
. Das Denken habe zeitweilig verlang
samt
gewirkt und sei
inhaltlich auf die körperlichen Beschwerden eingeengt gew
esen
. Affektiv habe die Beschwer
deführerin wenig schwingungsfähig gewirkt. Sie habe Gefühle der Hoffnungs
losigkeit, Wertlosigkeit sowie ein
en
deutliche
n
Interessenverlust und Freudlo
sigkeit zum Ausdruck gebracht. D
er Antrieb
sei
mässiggradig
vermindert. Für Suizidalität bestünden keine Anhaltspunkte. Die Beschwerdeführerin habe ver
schiedentlich von Ängsten berichtet, jedoch nicht von Phobien oder Panikstö
rungen. Ein sozialer Rückzug sei nicht feststellbar
.
Sodann fänden sich Hinweise auf Aggravation der Beschwerden. So sei es der Beschwerdeführerin bei
spielsweise gelungen, unbeobachtet problemlos ins Auto einzusteigen, wohin
gegen sie sich am Ende der Untersuchung deutlich abstützend und an der Hand haltend den Raum verlassen habe. Die Beschwerdeführerin schätze
sich selbst als arbeitsunfähig
ein (
Urk.
8/18/3).
Sie
ha
be
einen
deutlich depressiven Ei
n
druck hinterlassen. Widersprüchlich dazu erscheine indes, dass sie trotz ihrer Beschwerden zweimalig in den Ferien gewesen sei und ihre sozialen Kontakte weiterhin pflege. Ebenfalls erstaune, dass die Beschwerdeführerin weiterhin kurze Strecken mit dem Auto selbständig zurücklege
(
Urk.
8
/18/4)
. Auf der anderen Seite müsse eindeutig die Diagnose eine
r
Somatisierungsstörung
gestellt werden.
Die Beschwerden liessen sich gut unter dieser
Diagnosengruppe
zusammenfassen, da
mehrere Organsysteme betroffen seien. Neben dem Schwindel und den Gangstörungen fänden sich ebenfalls Herzrasen, Druc
k- und
Engegefühl
auf der Brust sowie
Atembeschwerden. Diese Beschwerden seien eher typisch für Personen aus diesem kulturellen Kreis stammend mit einem eher somatisch orientierten Krankheitsverständnis. Mit diesen überwieg
e
nd somatischen Beschwerden entstehe unbewusst eine Erleichterung im
Krank
heitsverständnis
und –
gefühl
. Trotzdem fänden sich vereinzelt
die beschriebe
nen
Inkonsistenzen und Hinweise für Aggravation
. Die Ver
s
i
cherte bef
i
nde sich nur in ambulanter psychiatrischer Behandlung
. Diese könne mit zwei- bis drei
wöchigem Abstand und
als
eher stützend
e
und nicht psychotherapeutisch auf
deckende Behandlung nicht
als
ausreichend angesehen werden. Zu wünschen wäre
n
zumindest eine Psychotherapie
in der Muttersprache sowie die Durch
führung einer länger dauernden stationären Behandlung mit Anpassung der Pharma
ko
therapie.
G
egenwärtig sowie rückwirkend überwiegend wahrschein
lich seit März 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätig
keiten (
Urk.
8
/18/5).
5.
5.1
Die IV-Stelle stützte
ihren
ablehnenden
Entscheid vom
1
0.
September 2013
(
Urk.
2
S. 2
,
vgl. auch
Stellungnahme des Rechtsdienstes der IV-Stelle vom 7. August
2013
,
Urk.
8/29/2ff.
) auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht
von
RAD-Arzt
Dr.
G._
vom 17. September 2012
ab.
5.2
Nach Art. 49 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beur
teilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs.
Gemäss
Art. 49 Abs. 2 IVV führen die RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen durch.
Den RAD-Berichten, die zu den sogenannten versicherungsinternen Beurteilungen gehören, kann
Beweis
wert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E.
5.2;
135 V 465
E.
4.4
und E.
4.7).
Beim Arzt des RAD, welcher die Beschwerdeführerin untersuchte, handelt es sich um einen psychiatrischen Facharzt. Sein Bericht beruht auf
der Untersu
chung vom
3.
August 2012
, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden. Die Beurteilung
ist schlüssig und nachvoll
ziehbar, weshalb –
entgegen dem Vorbringen
der Beschwerdeführerin –
auf die von
Dr.
G._
gestellten
Diagnosen abgestellt werden kann.
Im Übrigen
steht
seine
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht
in Widerspruch zur
Beurteilung durch den Rechtsdienst der IV-Stelle (vgl.
Urk.
8/29/2ff.).
Steht
doch
die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
von
Dr.
G._
im Kontext seiner
Ausführungen zu den
Foersterkriter
i
en
,
welche
er weitestgehend verneinte, sowie seiner
Feststellung,
wonach
der Beschwerdeführerin
psycho- sowie
pharmakotherapeutische
Massnahmen z
ur Überwindung ihrer Leiden
zuzumuten seien
.
Infolgedessen
schloss
Dr.
G._
,
„
gegenwärtig
“ bestehe eine 100%ige Unfähigkeit
. Vor diesem Hintergrund
verneinte
er
sinngemäss eine
invalidenrechtlich relevante andauernde Arbeitsunfähigkeit.
Ungeachtet dessen ist
darauf hinzuweisen
, dass
der Beurteilung des
Rechtsdienst
es
der IV-Stelle
eine andere Bedeutung zukommt und die vermeintlich
abweichende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit
durch den Arzt
nicht in Frage
zu stellen vermag
(vgl. BGE
140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.3
Zusammen mit der IV-Stelle kann sodann festgehalten werden, dass es bei
den
Diagnose
n
im Zusammenhang mit der
depressive
n
Symptomatik keine
relevan
ten
Abweichungen gab. So diagnostizierte
Dr.
G._
eine mittelgradig depres
sive Episode
, während de
ssen
Dr.
B._
von einer mittelgradig bis schweren depressiven Episode (ICD F 32.11 [
Urk.
8/14/1,
Urk.
3/3 S. 2])
und
Dr.
Z._
mit den Ärzten der Klinik
A._
von
eine
r
mindestens
mittelschwere
n
Epi
sode
(F
32.11,
[Urk. 8/15/
4
,
Urk.
8/15/7
])
ausgingen
.
P
sychiatrische Exploratio
nen
sind
von der
Natur der Sache her nicht ermes
sensfrei, weshalb verschiedene medizini
sch-psychiatrische Interpretati
onen möglich, zulässig und zu respek
tieren sind, sofe
rn der Experte lege
artis
vorge
gangen ist (vgl. Urteil des Bun
desgerichts vom
5.
März 2009 in Sachen A., 8C_694/2008,
Erw
. 5.1). Insofe
rn lässt sich die
(diskret)
unterschiedli
che Qualifikation der depressiven Episode erklären.
Demgegenüber
erscheint
die Diagnose von
Dr.
B._
insoweit inkohä
rent, als dass er zwar eine
mittelgradig
bis zeitweilig schwere depressive Episode
festhielt,
gleichzeitig
ab
er
einzig
auf
die ICD
10
Klassifikation
F
32.11 verwies
(
vgl.
F
32.2
oder F
32.3
für schwere depressive Episoden; vgl. ICD-10 F32
; Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlini
en,
9.
Auflage, Bern 2014, S. 169 f.
).
Darüber hinaus
hat
das Gericht
der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc
)
.
Die unter
s
chiedli
che Wertung der depressi
ven Episode (
mittelschwer
respektive
mittelschwer
bis zeitweilig schwer
)
können
sich
hier
zwanglos aus der Verschiedenheit von Behandlungsauftrag einerseits und Begutachtungsauftrag andererseits
erklären
(Urteil des Bundesgerichts 9C_842/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2 mit Hinweisen).
5.
4
N
ach der Rechtsprechung
werden
mittelgradige depressive Episoden
-
selbst
wenn
sie
vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven S
törung diag
nostiziert worden sind
-
regelmässig
nicht als von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depre
ssion im Sinne eines verselb
st
ändigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überw
inden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hin
weisen
; vgl. auch U
rteil
9C_856/2013 vom 8.
Oktober 2014
E. 5.1.2
).
Im Ein
klang
mit dieser Rechtsprechung
gingen
die Ärzte de
r
Klinik
A._
,
Dr.
Z._
sowie
Dr.
G._
ungeachtet ihrer Dia
gnosen einhellig davon aus
, die festgestellte depressive Symptomatik
sei mit entsprechender
Behandlung überwindbar (
Urk.
8/15/4f.,
Urk.
8/15/7,
Urk.
8/18/5).
Daran vermag auch die
schlechte Prognose
von
Dr.
B._
im Bericht
vom
2
1.
Mai 2012
, welche er damit
begründete
,
die Beschwerdeführerin
habe
mit dem Arbeitsleben abgeschlossen
,
nichts zu ändern
(
Urk.
8/14/2)
.
Das subjektive
Empfinden der
Beschwerdeführe
rin
ist
nicht
massgebend
.
Insbesondere ist eine Invalidität
nicht gegeben, we
nn die Erwerbsunfähigkeit nicht
durch einen Gesundheitsschaden, sondern
durch
persönliche Gründe wie
etwa
mangelnder
Arbeits
wille
erklärt
wird
(ZAK 1964 S.
299)
.
Soweit
die Beschwerdeführerin gestützt auf den
neuerlichen
Bericht von
Dr.
B._
vom 1
6.
September 2013
v
orbringt
, die mittlerweile
chronifizierte
depressive Episode sei mit mehreren Antidepressiva
in hinreichender Dosierung anzugehen versucht worden
(
Urk.
1 S.
6,
Urk.
3/3 S.
2)
,
so ist
dies aufgrund der
Aktenlage
nicht ausgewiesen. Im Gegenteil wurde die Beschwerdeführerin
noch
Ende 2011 offenbar
allein
mit pflanzlichen Arz
neimitteln gegen
Ver
stimmungs
zustände
(
Rebalance
) behandelt
(
Urk.
8/15/6).
I
m Rahmen
der
von
Dr.
med.
H._
,
Facharzt
FMH
für Innere Medizin
, veranlassten
Blutana
lyse
durch die
I._
vom
3.
August 2012
konnte
sodann
einzig
der Wirkstoff
Duloxetin
(Resultat: 10
ug
/l
bei Referenzwert 30 -120)
nachgewiesen
werden
(
Urk.
8/17
).
Soweit die Beschwerdeführerin
mit dem Bericht von
Dr.
B._
vom 1
6.
September 2013
schliesslich
neue Tatsachen vorbringen will, ist sie damit auf eine Neuanmel
dung zu verweisen.
5.5
Aufgrund der Aktenlage ist
erstellt und auch unbestritten, dass sich im Rahmen der somatischen Beurteilungen keine objektivierbaren anatomischen Befunde und somit kein organisches Korrelat für den beklagten Schwindel und die Schwächezustände der Beine ergaben (
Urk.
8/15/4,
Urk.
8/15/6f.
, Urk.
8/15/11).
Dr.
G._
diagnostizierte diesbezüglich eine
S
o
matisierungsstörung
. Demgegen
über
brachte die Beschwerdeführerin v
or,
Dr.
B._
habe eine dissoziative Bewe
gungsstörung diagnostiziert, was auch von
Dr.
Z._
übernommen worden sei. Bei der
konversiv-somatisierenden
Komorbidität handle es sich lediglich um einen andern Begriff für die dissoziative Bewegungsstörung. Diese wirke sich neben der
mittlerweilen
chronifizierten
depressiven Episode ganz erheblich limitierend auf ihren Aktionsradius
und natürlich auch
auf ihre Arbeit
s
fähigkeit aus
(
Urk.
1
S.
5f.)
.
Festzuhalten ist zunächst
, dass die
von
Dr.
Z._
erwogene
konversiv-somati
sierende
Komorbidität im Bericht der Klinik
A._
vom
31.
Oktober 2011
keinen Einzug
unter
d
ie
interdisziplinär gestellt
en
Diagnosen
fand (Urk.
8/15/7).
Sodann
mag Dr.
Z._
zwar eine
konversive-somatisierende
Komorbidität erwog
en
haben
,
nicht
ohne jedoch g
leichzeitig
einzuräum
e
n, dass
diese gegenwärtig nur schwer vom kulturspezifischen Depressionserleben
der Beschwerdeführerin
abzugrenzen
sei
(
Urk.
8/15/4).
Dr.
B._
schliesslich
nennt lediglich eine Verdachtsdiagnose
(Urk. 8/14),
o
h
n
e dass er diese aufgrund
objektive
r
Befunde
diskutiert
, weshalb sie nicht nachvollzogen werden
kann
. Im Bericht zuhanden der Beschwerdeführerin vom 1
6.
September 2013 stützt
e
er sich denn auch hauptsächlich auf
deren
sowie die
Angaben ihres Ehemannes und führte im Übrigen einzig au
s
, er habe eine dissoziative Bewegungsstörung diagnosti
ziert, da für die Bewegungsstörungen kein pathologisch-anatomisches Korrelat bestehe.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass aus
invalidenversicherungs
rechtlicher
Sicht unerheblich scheint, ob die Schwächegefühle in den Beinen und der Schwindel unter der eigenen Diagnose
dissoziative Bewegungsstörung abgehandelt oder mit den ebenfalls geklagten, organisch nicht erklärbaren vegetativen Symptomen unter die Diagnose
Somatisierungsstörung
zusammen
gefasst werden.
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwi
ckelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungs
störungen (Urteil des Bundesgerichts
9C_1
0/2014 vom 20. August 2014 E. 3.3, SVR 2007 IV Nr.
45 S.
150, I 9/07 E. 4 am Ende)
und
Konversionsstörun
gen
/disso
ziativen Bewegungsstörungen (Urteile des Bundesgerichts 8C_810/2013 vom
9.
April 2014 E. 5.2.2 mit Hinweisen, 9C
_903/2007 vom 30. April 2008 E.
3.4)
analog angewendet.
5.
6
Selbstredend ist auch das beschwerdeweise eingereichte Gesuch um Kostengut
sprache der Klinik
C._
, Fachklinik für kardiale und psychosomatische Rehabi
litation, vom 8. Februar 2013
zuhanden von
Dr.
B._
(
Urk.
3/4)
seinem Wesen und seiner Begründungsdichte nach nicht
als Entscheidungsgrundlage für die vorliegend int
e
ressierenden Fragen geeignet.
5.
7
Mit Bezug auf den
am 2
5.
Februar 2014
seitens der Beschwerdeführerin
nachträg
lich
eingereichte
n
Austrittsbericht der
Klinik J._
vom 2
9.
Januar 2014
(Urk. 11)
ist schliesslich festzuhalten, dass
sich
dieser
auf die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Dezember 201
3
bis 2
1.
Januar 2014
bezieht
, mithin auf einen Sachverhalt, der sich nach Erlass der angefoch
tenen Verfügung verwirklicht hat. Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozial
versicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des
Verwal
tungsverfahrens
gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen
Verwaltungs
verfü
gung
sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b)
. Soweit die Beschwerde
führerin
neue Tatsachen oder
eine Verschlechterung ihres Gesund
heits
zustandes
nach Erlass der angefochtenen Verfügung geltend machen will, ist sie
daher
au
f eine
Neuanmeldung zu verweisen. Soweit im
fraglichen
Austrittsbericht
mit
den
eingangs
aufgeführten
Diagnosen
auf die
vorbestehende
Schwindel
- und Depressionssymptomatik sowie
Beinschwäche
Bezug
genommen wird
, so
sind
d
em Bericht im Weiteren keine
neuen Erkenntnisse
zu
entnehmen
.
Vielmehr
beschreibt
der
Austrittsberi
cht
seinem Wesen nach in erster Linie
den Verlauf der
Depressionsbehandlung
,
wobei
die
diagnostizierte
Depression
nebst fehlen
der Begründung auch nicht
hinsichtlich ihrer Schwere
qualifiziert
wu
rd
e
. Weiter ergibt sich nicht
schlüssig
,
inwiefern und inwieweit
das Depressionserleben von der
diagnostizierte
n
dissoziative
n
Bewegungsstörung
und diese wiederum
von der gleichzeitig diagnostizierten
Somatisierungsstörung
ab
zu
grenz
en
ist
, mithin
,
ob
de
r
dissoziative
n
Bewe
gungs
störung
eine
selbstständige Bedeutung zukommt
.
Eine
Behandel
barkeit
wird grundsätzlich jedoch klar bejaht.
Zusammenfassend
liegen - wie bereits
(E
. 5.2
)
erwogen
-
keine Anhaltspunkt dafür vor, die fachärztliche
Beurteilung von
Dr.
G._
,
wo
nach
bei der Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich seit März 2011 eine mittelgra
dig depressive
Episode
sowie
eine
Somat
isierungsstörung
vorliegen
(
Urk.
8/18/4
),
in Zweifel zu ziehen.
5.
8
Mit Verweis auf die erläuterte Rechtslage (E. 1.3)
be
gründet
eine diagnostizierte
Somatisierungsstörung
als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass sie oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Vorliegend sind indes keine Umstände ersichtlich, welche eine Ausnahme
von
der vermuteten Überwindbarkeit
zu
begründen vermö
ch
ten
: Zunächst liegt
in der mittelgradig depressiven Episode
keine psychische Komorbidität
von erheblicher
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
vor
(E. 5.4)
. Sodann
konnte
im Rahmen
diverser
somatische
r
Untersuchungen kein organisches Korrelat für den beklagten Schwindel und die Schwächezustände der Beine festgestellt
werden (
Urk.
8
/15/11,
Urk.
8/15/4,
Urk.
8/15/6f.
), womit keine objektivierbare körperli
che Begleiterscheinungen besteht.
Auch
ein
ausge
wiesener sozialer Rückzug aus allen Belangen des Le
bens
ist zu verneinen
. Hielt doch
Dr.
G._
in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 1
7.
September 2012 fest, die Beschwerde
führerin sei trotz den Beschwerden zweifach in
den Ferien gewesen
und pflege weiterhin ihre sozialen Kontakte (
Urk.
8/18/4).
Von einer regelmässigen und kon
sequent durchgeführten Psychotherapie kann
mit Blick auf die
im Zeitpunkt der Beurteilung
durchgeführte
ambulante psychiatrische Behandlung
im Rhythmus
von zwei- bis drei
wöchigen Konsultationen
(
Urk.
8/18/5) nicht die Rede sein.
Vielmehr
ist davon auszugehen, dass
die zumutbaren
Behandlungs
massnahmen
angesichts der einhellig festgestellten
Therapie
bedürftigkeit
res
pektive
der empfohlenen ambulanten und/oder stationären psycho- und
phar
ma
ko
therapeutischen
Massnahmen (
Urk.
8/14/2,
Urk.
8/15/5,
Urk.
8/15/7f.,
Urk.
8/18/5) nicht ausgeschöpft
sind
.
Darüber hinaus berichtete
n
sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
G._
von Inkonsistenzen und Aggravation
(Urk.
8/15/
4
, Urk.
8/18/4)
.
Bei alle dem kann schliesslich offen
gelassen werden,
ob
ein primärer Krank
heitsgewinn
vorliegt.
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialver
sicherungsrecht
massgebenden
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass es der Beschwerdeführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2
mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, ihre psy
chischen Leiden zu überwinden und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
Der angefochtene Ent
scheid erweist
sich
als richtig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.