Decision ID: 77827c08-69d7-44f5-ad37-c7d3ccb1f061
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1986, ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie war
zuletzt als Reinigungsfachkraft namentlich bei der Stadt B._ in einem
Pensum von ca. 35 % erwerbstätig. Seit der Geburt ihrer Tochter im
Jahr 2009 litt sie an chronischen Rückenschmerzen. Nachdem Dr. med.
C._, Praktische Ärztin sowie Fachärztin FMH für Rheumatologie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation, im März 2018 ein
panvertebrales Schmerzsyndrom sowie chronische lumbale
Rückenschmerzen diagnostiziert hatte, äusserte sie mit Bericht vom
7. September 2018 namentlich einen hochgradigen Verdacht auf eine
axiale Spondylarthropatie, DD Morbus Bechterew, bei einer Sakroiliitis
beidseits und attestierte A._ ab dem 20. August 2018 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit.
2. Ende September 2018 meldete sich A._ bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug an.
Diese tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Bericht vom
27. März 2019 bestätigte Dr. med. C._ die Diagnose einer axialen
Spondylarthropathie, DD Morbus Bechterew, und wies daneben eine
zunehmende Schmerzchronifizierung aus. Zudem attestierte sie A._
in adaptierten, mitunter leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ab dem
1. April 2019 eine Arbeitsfähigkeit von täglich ein bis zwei Stunden.
3. Daraufhin startete A._ einen therapeutischen Arbeitsversuch als
Reinigungsfachkraft bei der Stadt B._, welcher jedoch bereits nach
wenigen Tagen infolge Schmerzexazerbation abgebrochen werden
musste. Mit Bericht vom 9. Dezember 2019 wies Dr. med. C._ neben
der bereits bekannten axialen Spondylarhtorpathie vom Typ Morbus
Bechterew namentlich ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom sowie
eine Schmerzchronifizierung mit zunehmender reaktiv depressiver
Entwicklung aus.
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4. Anlässlich der am 16. Juli 2020 durchgeführten Abklärung vor Ort gab
A._ an, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 70 % bis 80 % als
Reinigungsfachfrau tätig wäre. In der Haushaltsführung wurde insgesamt
eine Einschränkung von 9.5 % festgestellt.
5. In der Folge liess die IV-Stelle A._ bidisziplinär in den Fachdisziplinen
Rheumatologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie bei der
Begutachtungsstelle asim des Universitätsspitals Basel begutachten
(nachfolgend asim-Gutachten). Die Expertin und der Experte wiesen in
dem am 30. April 2021 erstatteten Gutachten eine psychogene
Schmerzstörung, ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
und eine axiale Spondylarthritis als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit aus. Sie erachteten A._ in ihrer angestammten
Tätigkeit im Reinigungsdienst ab dem 20. August 2018 bis zum 31. März
2019 zu 100 % und danach, je nach Belastungsprofil, zu maximal 50 %
arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit attestierten sie eine
Arbeitsfähigkeit von 60 % seit April 2019.
6. Mit Vorbescheid vom 8. Juli 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Zum
Abklärungsergebnis wurde festgehalten, dass ab dem 20. August 2018
eine gewisse ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Im
Haushalt sei eine Einschränkung von gesamthaft 9.5 % festgestellt
worden, wobei A._ geltend gemacht habe, dass sie ohne Erkrankung
einer Beschäftigung im Ausmass von durchschnittlich 75 % nachgehen
würde. Ihr sei es möglich, eine Beschäftigung in einer adaptierten Tätigkeit
ab dem 1. April 2019 im Ausmass von 60 % auszuüben. Gestützt auf
darauf errechnete die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Methode
bei einer Gewichtung der Anteile Erwerb und Haushalt von 35 % zu 65 %
einen Invaliditätsgrad von 19.78 % bzw. bei einer Gewichtung des Erwerb-
und Haushaltsbereichs von 75 % zu 25 % einen solchen von 31.55 %.
Damit stehe fest, dass A._ zwar eine gewisse Einbusse erleide, diese
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jedoch in beiden Fällen nicht rentenbegründend sei. Dagegen liess
A._ am 8. September 2021 Einwand erheben. Mit Verfügung vom
9. Juni 2022 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte in
Abweisung des Leistungsbegehrens einen Anspruch auf eine
Invalidenrente.
7. Gegen diesen Entscheid liess A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin)
am 7. Juli 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden erheben und in Aufhebung der Verfügung vom 9. Juni 2022
beantragen, ihr sei ab dem 1. April 2019 eine Rente von 54 % und ab dem
1. September 2023 eine solche von 69 % zu entrichten. Eventualiter sei
ihr ab dem 1. April 2019 eine Rente von 41 % und ab dem 1. September
2023 eine solche von 51 % auszurichten. Dabei machte sie im
Wesentlichen geltend, dass gestützt auf den von ihr beigebrachten Bericht
ihrer behandelnden Rheumatologin Dr. med. C._ vom 27. Juni 2022
aus verschiedenen Gründen nicht auf das eingeholte asim-Gutachten
abgestellt werden könne. Vielmehr sei insgesamt von einer additiven
Arbeitsunfähigkeit von 70 % auszugehen. Zudem sie ihr ein
Tabellenlohnabzug von 20 % zu gewähren.
8. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer
Vernehmlassung vom 19. Juli 2022 auf Abweisung der Beschwerde und
nahm darin in ablehnender Weise zu den Vorbringen in der Beschwerde
Stellung.
9. Die Beschwerdeführerin replizierte am 25. August 2022 bei unveränderten
Rechtsbegehren. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 30. August
2022 auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften, die
angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 sowie die weiteren Akten wird,
sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 9. Juni 2022. Eine solche
Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als das örtlich und
sachlich zuständige Versicherungsgericht angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle
Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen
Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung
legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde
zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60
Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit
grundsätzlich einzutreten.
2.1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 9. Juni 2022 zu Recht einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin verneinen durfte. Unbestritten sind dabei die
Anwendung der gemischten Methode zur Bemessung des
Invaliditätsgrads, das gestützt auf die Tabellenlöhne der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) bemessene und
auf ein 100 %-Pensum hochgerechnete Valideneinkommen für das
Jahr 2021 von CHF 55'284.40 (Akten der IV-Stelle [IV-act.] 120) sowie die
mit Haushaltsabklärungsbericht vom 21. Juli 2020 festgestellte
Einschränkung im anerkannten Aufgabenbereich von 9.5 % (IV-act. 75
S. 11).
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2.2. Uneins sind sich die Parteien hinsichtlich des Invalideneinkommens und
dabei insbesondere bezüglich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten sowie hinsichtlich der Vornahme eines
Leidensabzugs.
2.3. Ein Rentenanspruch entstünde angesichts der im September 2018
erfolgten Anmeldung gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem
1. März 2019 (d.h. sechs Monate nach Gelendmachung des
Leistungsanspruchs). Allerdings haben Versicherte von vornherein nur
dann einen Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
arbeitsunfähig gewesen sind (sog. Wartejahr) und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG).
Vorliegend geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin zwar
bereits in der Vergangenheit aufgrund ihrer Erkrankung teilweise ihre
Arbeit aussetzen musste (vgl. Zusammenstellung Krankentaggelder vom
10. Oktober 2018 [IV-act. 21] bzw. undatierte Zusammenstellung [IV-
act. 39 S. 7 ff.] und angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 [IV-act. 122
S. 1]). Eine ununterbrochene, längerfristige Arbeitsunfähigkeit von 100 %
ist indes erst ab dem 20. August 2018 ausgewiesen (vgl. Bericht von
Dr. med. C._ vom 7. September 2018 [IV-act. 20 S. 3] und von
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 17. Oktober
2018 [IV-act. 30 S. 2]; siehe ferner asim-Gutachten vom 30. April 2021 [IV-
act. 104 S. 21, S. 28 und S. 33], wonach die Beschwerdeführerin gemäss
ihren eigenen Angaben im August 2018 nach einer heftigen
Schmerzblockade im Kreuz ihre Arbeit habe ablegen müssen). Während
die behandelnde Rheumatologin Dr. med. C._ eine ununterbrochene,
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit attestierte (vgl.
Berichte vom 27. Juni 2022 [beschwerdeführerische Beilage {Bf-act.} 3
S. 2], vom 2. September 2021 [IV-act. 115 S. 5 f.], vom 9. Dezember 2019
[IV-act. 69 S. 1 ff.], vom 19. Juli 2019 [IV-act. 61 S. 2 f.], vom 9. Mai 2019
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[IV-act. 61 S. 8 f.], vom 2. April 2019 [IV-act. 56 S. 5], vom 27. März 2019
[IV-act. 47], vom 1. November 2018 [IV-act. 56 S. 1] und vom 15. Oktober
2018 [IV-act. 31 S. 1] sowie Arbeitsunfähigkeitsmeldungen [IV-act. 28]
und -zeugnisse [IV-act. 41, 45, 57 und 60] sowie Krankmeldung [IV-act. 39
S. 1 ff.]; vgl. ferner auch Bericht der Dr. med. E._, Fachärztin FMH für
Anästhesiologie und Dr. med F._, Facharzt FMH für Anästhesiologie,
vom 23. April 2019 [IV-act. 61 S. 6]), gingen die Expertin und der Experte
im asim-Gutachten vom 30. April 2021 je nach Belastungsprofil von einer
maximalen Arbeitsfähigkeit von 50 % ab dem 1. April 2019 aus (IV-
act. 104 S. 7). Da aber auch diese über der Schwelle von 40 %
Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt, schloss die
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf, dass das Wartejahr per Mitte
August 2019 erfüllt war (vgl. IV-act. 119 S. 16 [Case Report]). Ein
allfälliger Rentenanspruch entstünde somit entgegen der Rechtsbegehren
der Beschwerdeführerin erst ab dem 1. August 2019, sofern zu jenem
Zeitpunkt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vorgelegen hat.
2.4. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass das Sozialversicherungsgericht nach
ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit der angefochtenen
Verfügung in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die
erst danach eintreten und jenen Sachverhalt verändern, sollen im
Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (vgl. BGE
144 V 224 E.6.1.1, 131 V 242 E.2.1 und 121 V 362 E.1b; Urteil des
Bundesgerichts 9C_442/2020 vom 23. Juni 2021 E.2.2). Demnach wäre
vorliegend eine allfällige Änderung im Status der Beschwerdeführerin (von
Teilerwerbstätige auf Vollerwerbstätige), wie dies in der Beschwerde ab
dem Zeitpunkt der Einschulung des jüngsten Kindes per 1. September
2023 geltend gemacht wird, erst im Rahmen eines künftigen
Verwaltungsverfahrens beachtlich, womit sich im jetzigen Zeitpunkt
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Weiterungen dazu erübrigen. Auf die Beschwerde ist insoweit nicht
einzutreten.
2.5. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem
1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG)
und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in
Kraft sind (Weiterentwicklung der Invalidenversicherung). Da der hier
umstrittene Rentenanspruch seine Begründung jedoch noch vor dem
1. Januar 2022 findet, sind die bis zum 31. Dezember 2021 gültig
gewesenen Bestimmungen massgebend (vgl. Übergangsbestimmungen
des IVG zur Änderung vom 19. Juli 2020; Kreisschreiben über Invalidität
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar
2022, Rz. 9101).
3.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu
beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter
ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven
Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose
zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich
begründet bzw. nimmt sie dazu Stellung, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist.
Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
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noch zugemutet werden können (siehe BGE 145 V 364 E.3.2.1 f., 140 V
193 E.3.1 f. und 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021
vom 2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2,
8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4 und 8C_47/2021 vom 18. März
2021 E.5.2.3).
3.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl.
BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts
8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom
25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1,
8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2 und 8C_144/2021 vom 27. Mai
2021 E.2.4). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
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weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c).
3.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für
die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche
Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit
zahlreichen Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125
V 351 E.3b/bb; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 8C_33/2021 vom
31. August 2021 E.2.2.2 und 9C_257/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2). In
Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter
auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (siehe BGE 135
V 465 4.5, 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person
einerseits und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu
stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, in
denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung
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aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein
der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei
der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (siehe
Urteile des Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1,
8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3 und 8C_105/2021 vom 8. Juni
2021 E.3).
4.1. Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
asim-Gutachten vom 30. April 2021 abgestellt hat oder ob konkrete
Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den
übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, so dass von
der 60%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit
abzuweichen wäre. Während die Beschwerdegegnerin das asim-
Gutachten im Ergebnis für schlüssig, nachvollziehbar und
widerspruchsfrei hält (vgl. angefochtene Verfügung vom 9. Juni 2022 [IV-
act. 122 S. 2]), spricht die Beschwerdeführerin ihm den Beweiswert aus
verschiedenen Gründen ab. Gestützt auf den Bericht ihrer behandelnden
Rheumatologin Dr. med. C._ vom 27. Juni 2022, in welchem diese
auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
schliesst (Bf-act. 3 S. 2), geht die Beschwerdeführerin in Berücksichtigung
einer additiv hinzutretenden psychisch bedingten Einschränkung von 20 %
insgesamt von einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % in einer Verweistätigkeit
aus.
4.2. Mit ihrer Kritik am asim-Gutachten vom 30. April 2021 übersieht die
Beschwerdeführerin, dass die Gutachterin und der Gutachter der asim
sich in ihrer Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten,
insbesondere auch der zahlreichen Berichte von Dr. med. C._ (IV-
act. 104 S. 11 ff.), sorgfältig mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen
auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen gestützt auf die
klinischen, bildgebenden und laborchemischen Untersuchungen getroffen
haben (vgl. IV-act. 104 S. 23 ff. und S. 35 ff.). Dabei berücksichtigten und
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untersuchten sie insbesondere auch die von Dr. med. C._
ausgewiesene Symptomatik (vgl. hierzu namentlich Berichte vom 9. Mai
2019 [IV-act. 61 S. 8], vom 2. April 2019 [IV-act. 56 S. 3], vom 15. Oktober
2018 [IV-act. 31], vom 25. Mai 2018 [IV-act. 30 S. 9 f.], vom 20. März 2018
[IV-act. 30 S. 7 f.]; vgl. ferner Bericht der Dr. med. G._, Facharzt FMH
für Innere Medizin und für Rheumatologie und Dr. med. H._, Facharzt
FMH für Rheumatologie, vom 1. Oktober 2019 [IV-act. 69 S. 4 f.]), wie
namentlich die ihrer Ansicht nach im Vordergrund stehende
Schmerzfehlverarbeitung und Symptomausweitung, die
Haltungsinsuffizienz, die allgemeine und muskuläre Dekonditionierung,
die Adipositas sowie die Missempfindungen in den Händen (vgl. IV-
act. 104 S. 5, S. 36 f. und S. 24 ff.). Auch flossen die von der
Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und
zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand
und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. IV-act. 104 S. 18 ff. und
S. 32 ff.). Die gutachterlichen Ausführungen in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur
versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 104 S. 4 ff., S. 24 ff. und S. 38 ff.).
Ferner ist das Gutachten für die streitigen Belange umfassend. In der
Konsensbeurteilung wiesen die Gutachterin und der Gutachter folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus: Psychogene
Schmerzstörung, am ehesten im Sinne einer somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), differenzialdiagnostisch Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bei die
Symptomatik nicht adäquat begründenden rheumatologischen
Diagnosen; Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, rechts
deutlich ausgeprägter als links, bei beginnenden degenerativen LWS-
Veränderungen distal-lumbal mit beginnenden Diskopathien und
Spondylarthrosen LWK4/5 und LWK 5/SWK1, begleitende
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ansatztendinotische Beschwerden am medialen Beckenkamm rechts;
Axiale Spondyloarthritis bei unter anderem regredienten radiologischen
Befunden mit Sakroiliitis beidseits und aktueller Basistherapie mit
Cosentyx. Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wiesen sie
namentlich einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit am
ehesten impulsiven sowie differentialdiagnostisch abhängig-
unselbstständigen Zügen (ICD-10 Z73.1) aus. In ihrer interdisziplinären
Gesamtbeurteilung führten sie dazu im Wesentlichen aus, die
Beschwerdeführerin verspüre seit der Geburt der Tochter chronische
Rückenschmerzen. Aus rheumatologischer Sicht sei vom Vorliegen eines
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom rechts deutlich
ausgeprägter als links bei beginnenden degenerativen Veränderungen
tieflumbal und begleitenden ansatztendinotischen Beschwerden am
medialen Beckenkamm rechts auszugehen. Die Schmerzen seien
vordergründig als mechanisch zu interpretieren. Auch wenn bei der
Beschwerdeführerin die Diagnose einer axialen Sypondyloarthritis gestellt
werden könne, bestünden aktuell weder eine humorale
Entzündungsaktivität noch eine typische Schmerzanamnese. Eine im MRI
ISG vom 30. August 2018 dargestellte Sakroiliitis zeige sich in
Verlaufsaufnahmen vom 17. April 2019 unter aktueller Basistherapie mit
Cosentyx regredient. Das Ausmass der von der Beschwerdeführerin
beklagten Beschwerdeintensität lasse sich durch die objektivierbaren
Befunde nicht ausreichend begründen. Für diese Diskrepanz
verantwortlich sei gemäss aktueller psychiatrischer Einschätzung eine
psychogene Schmerzstörung, am ehesten im Sinne einer somatoformen
Schmerzstörung. Als (mit-)begründender emotionaler Konflikt bestünden
kindheitsbiographische Belastungen und Auffälligkeiten, wie z.B. Hinweise
auf Schulschwierigkeiten mit unter anderem Impulsivität in der Kindheit,
Jugend und Adoleszenz, zu welchen die wenig gebildete
Beschwerdeführerin bei mangelnder Introspektions- und
Reflexionsfähigkeit keinen Zugang habe und welche eine (am ehesten
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unbewusste) Regressionsneigung bedingen könnten. Aufgrund der
geschilderten kindlichen und jugendlichen Biographie (und
möglicherweise einer hereditären Belastung durch den anamnestisch
gewalttätigen biologischen Vater) sei von einer mangelnden Ausbildung
relevanter psychologischer Ressourcen auszugehen. Zudem könne der
Verdacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit am ehesten
impulsiven sowie differentialdiagnostisch abhängigen-unselbstständigen
Zügen (ICD-10 Z73.1) geäussert werden. Das Ausmass der
psychiatrischen Störung sei derzeit als mittelgradig einzuschätzen (IV-
act. 104 S. 5 f.).
4.3. Soweit die Beschwerdeführerin gestützt auf den Bericht von Dr. med.
C._ vom 27. Juni 2022 vorbringt, das asim-Gutachten vom 30. April
2021 müsste auch die Diagnosen eines chronisch lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms sowie die axiale Spondylarthropatie mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit enthalten, übersieht sie, dass sich diesbezüglich keine
Diskrepanz zum asim-Gutachten eröffnet. Vielmehr wies der
rheumatologische asim-Experte Dr. med. I._, Facharzt FMH für
Rheumatologie und für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
gleichermassen ein funktionelle Auswirkungen zeitigendes chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, rechts deutlich ausgeprägter als
links, bei beginnenden degenerativen LWS-Veränderungen distal-lumbal
mit beginnenden Diskopathien und Spondylarthrosen LWK4/5 bzw.
LWK5/SWK1, sowie eine axiale Spondylarthritis aus (IV-act. 104 S. 37),
welche Einzug in die Konsensbeurteilung gefunden haben (IV-act. 104
S. 5 f.). Diese Diagnosen leitete er gestützt auf seine eigenen und den
aktenkundigen Befundungen, den anamnestischen Angaben und den
bildgebenden Untersuchungen nachvollziehbar her (IV-act. 104 S. 38 f.
sowie S. 35 ff.). Aus dieser Beurteilung geht zudem hervor, dass Dr. med.
I._ der behandelnden Rheumatologin Dr. med. C._ auch
hinsichtlich der Schmerzfehlverarbeitung und Symptomausweitung
- 15 -
beipflichtet. So habe Dr. med. C._ in ihren Berichten wiederholt
darauf hingewiesen, dass zunehmend Zeichen einer
Schmerzchronifizierung im Vordergrund stünden. Dieser Beurteilung sei
zuzustimmen. Dies äussere sich in der klinischen Untersuchung, indem
stellenweise variable Bewegungsausmasse vorhanden seien. Zudem sei
darauf hinzuweisen, dass die Hauptbeschwerden der Beschwerdeführerin
einerseits präsakral ausgelöst werden könnten und andererseits
ausserhalb der Lendenwirbelsäule im Bereich des medialen
Beckenkamms rechts im Sinne eines lokalisierten weichteilrheumatischen
Schmerzsyndroms eine Druckdolenz bestehe, die in den rechten
Sitzbeinhöcker ausstrahle, wobei die Beschwerdeführerin ihre typischen
Schmerzen wiedererkenne. Zusammenfassend bestünden bei der
Beschwerdeführerin chronische Kreuzschmerzen, die vordergründig als
mechanisch bedingt zu interpretieren seien. Im Verlauf hätten sich
Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung und einer Symptomausweitung
eingestellt. Die Schmerzproblematik stehe im Mittelpunkt des Lebens der
Beschwerdeführerin. Sie habe wenig konkrete Therapie-Ansätze, um
diese Beschwerden zu verringern und empfinde diese subjektiv als sehr
intensiv, wobei sie auch funktionell in einer Weise eingeschränkt sei, die
objektiv nicht begründet werden könne (IV-act. 104 S. 39). Vor diesem
Hintergrund erscheint es nachvollziehbar, dass Dr. med. I._ – in
Übereinstimmung mit der behandelnden Rheumatologin Dr. med.
C._ – deutliche Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung und
Symptomausweitung festhielt, die seiner Ansicht nach nicht (vollständig)
einem rheumatologischen Krankheitsbild entsprechen würden (IV-act. 104
S. 38). Soweit Dr. med. C._ in ihrem Bericht vom 27. Juni 2022
kritisiert, dass diese Diagnose jenen ohne funktionelle Auswirkungen
zugeordnet wurde (Bf-act. 3 S. 1), ist dies dem Umstand geschuldet, dass
die im Vordergrund stehenden Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung
und Symptomausweitung im Rahmen der gutachterlich-
rheumatologischen Beurteilung ausdrücklich nicht berücksichtigt worden
- 16 -
sind (IV-act. 104 S. 40). Vielmehr wurden diese von der psychiatrischen
asim-Expertin Dr. med. J._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, beurteilt, was insofern einleuchtet, als mit dem
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom und der axialen
Spondyloarthritis zwar durchaus auf eine – wenn auch nicht vollständig
korrelierende – organische Ursache für die von der Beschwerdeführerin
beklagten chronischen Schmerzen erkannt werden konnte, die allerdings
dessen Ausmass nicht gänzlich zu erklären vermögen (vgl. hierzu auch
psychiatrisches asim-Teilgutachten [IV-act. 104 S. 26]). Inwiefern
diesbezüglich – wie von Dr. med. C._ in ihrem Bericht vom 27. Juni
2022 bemängelt – keine "entsprechende" Trennung zwischen
rheumatologischen und psychiatrischen Faktoren vorgenommen worden
sein soll, vermag somit nicht zu verfangen. Dr. med. J._
diagnostizierte letztlich denn auch eine psychogene Schmerzstörung, am
ehesten im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung (IV-act. 104
S. 24), da die Beschwerdeführerin glaubhaft und authentisch unter einem
anhaltenden, schweren und belastenden Schmerz in einem Körperteil
leide, der nicht adäquat durch den Nachweis eines physiologischen
Prozesses oder einer körperlichen Störung erklärt werden könne und der
anhaltend der Hauptfokus der Aufmerksamkeit sei, ohne dass die
Symptomatik durch eine andere psychische Störung erklärt werden könne.
Im Rahmen der Diagnoseherleitung hielt Dr. med. J._ ferner plausibel
fest, der authentisch imponierende Leidensdruck zeige sich unter
anderem auch in der Bereitschaft der Beschwerdeführerin zu
aufwändigeren somatischen Abklärungen und Behandlungen sowie,
indem – bei fehlenden Hinweisen auf eine eingeschränkte
Beschwerdevalidität – leidvoll erlebte Einschränkungen in allen
vergleichbaren Lebensbereichen bzw. hinsichtlich jeglicher Aktivitäten
(von Haushaltsarbeiten über Spaziergänge, Spielplatzbesuche mit dem
kleinen Sohn bis zu Besuchen von/bei Angehörigen und Freunden etc.)
berichtet würden. Als (mit-)begründender emotionaler Konflikt seien
- 17 -
kindheitsbiographische Belastungen bzw. auch Auffälligkeiten in der
Kindheit, Jugend und Adoleszenz zu nennen, zu denen die wenig
gebildete Beschwerdeführerin bei mangelnder Introspektions- und
Reflexionsfähigkeit keinen Zugang habe und die eine (am ehesten
unbewusste) Regressionsneigung begingen könnten. Die angegebene
Konzentrationsstörung werde schmerzassoziiert interpretiert. Bei der
geschilderten kindlichen und jugendlichen Biographie (und
möglicherweise einer hereditären Belastung durch den anamnestisch
gewalttätigen biologischen Vater) sei von einer mangelnden Ausbildung
relevanter psychologischer Ressourcen (wie Selbstkontrolle, affektiver
Regulationsfähigkeit, "echter" Autonomie etc.) auszugehen (IV-act. 104
S. 26 f.). In diesem Zusammenhang stimmte letztlich Dr. med. C._ in
ihrem Bericht vom 27. Juni 2022 der aus rheumatologischer Sicht
geäusserten Folgerung im asim-Gutachten vom 30. April 2021 zu (vgl. Bf-
act. 3 S. 1; ferner auch Bericht von Dr. med. C._ vom 2. September
2021 [IV-act. 115 S. 5]), wonach darauf hinzuweisen sei, dass wiederholte
Therapiemassnahmen mit einem Biologikum mit wenig Aussicht auf Erfolg
die Beschwerdeführerin in ihrer negativen Krankheitsüberzeugung und
ihren Zukunftsängsten bestärken würden, was sich negativ auf die
Zeichen der Schmerzfehlverarbeitung und Schmerzausweitung auswirken
würden (vgl. IV-act. 104 S. 42). Auch insofern besteht somit keine
Diskrepanz zwischen der Beurteilung der behandelnden Rheumatologin
und der Gutachterin bzw. dem Gutachter der asim.
4.4. Soweit die Beschwerdeführerin gestützt auf den Bericht von Dr. med.
C._ vom 27. Juni 2022 ferner bemängelt, im rheumatologischen
asim-Teilgutachten sei mehrfach erwähnt worden, dass weder in der
Anamnese noch in der klinischen Untersuchung Hinweise für eine
entzündlich rheumatologische Erkrankung bestehen würden (Bf-act. 3
S. 2), ist ihr vorab entgegenzuhalten, dass diese Beurteilung aus dem
eigenen Bericht ihrer behandelnden Rheumatologin vom 20. März 2018
- 18 -
stammt (vgl. hierzu IV-act. 30 S. 8), welcher der rheumatologische asim-
Gutachter Dr. med. I._ beipflichtete (IV-act. 104 S. 38). Ausserdem
kann der von Dr. med. C._ geäusserten Ansicht in dieser Absolutheit
nicht gefolgt werden. Denn Dr. med. I._ anerkannte in seiner
(versicherungs-)medizinischen Beurteilung durchaus, dass Dr. med.
C._ in ihrem Bericht vom 7. September 2018 erhöhte
Entzündungswerte (BSR 50 mm/h und CRP 12.7 mg/l) beschrieben hat
(vgl. hierzu IV-act. 15 S. 3; ferner IV-act. 20 S. 3). Dazu merkte er an,
Dr. med. C._ habe aber darauf hingewiesen, dass damals im
Rahmen einer entzündlichen gynäkologischen Erkrankung Gründe für
diese Erhöhung der Entzündungsaktivität vorhanden seien (IV-act. 104
S. 39), was auch so aus dem besagten Bericht als mögliche Ursache für
die hohen Entzündungswerte hervorgeht (vgl. IV-act. 15 S. 3). Wenn nun
Dr. med. C._ in ihrem Bericht vom 27. Juni 2022 mit Verweis auf die
im Nachhinein von der behandelnden Gynäkologin bestätigte fehlende
Uterusentzündung, die am 27. August 2018 festgehaltenen (Durch-
)Schlafstörung mit der Notwendigkeit aufzustehen und herumzugehen,
sowie das Ansprechen auf das Medikament Humira Hinweise für eine
entzündlich-rheumatologische Erkrankung erblickt, vermag dies nicht über
die Umstände hinwegzutäuschen, dass die bisher durchgeführten
Basistherapien mit Biologika genauso wenig wie entzündungshemmende
Schmerzmittel die erwünschte Wirkung mit Blick auf die Schmerzreduktion
zeitigen konnten (vgl. rheumatologisches asim-Teilgutachten [IV-act. 104
S. 38], Bericht der Dres. med. G._ und H._ vom 1. Oktober 2019
[IV-act. 69 S. 4 f.], Berichte der Dres. med. E._ und F._ vom
2. Oktober 2019 [IV-act. 69 S. 6 f.], vom 11. Juni 2019 [IV-act. 61 S. 12],
vom 20. Mai 2019 [IV-act. 61 S. 10] und vom 23. April 2019 [IV-act. 61
S. 5 ff.], Berichte von Dr. med. C._ vom 2. September 2021 [IV-
act. 115 S. 5 f.], vom 9. Dezember 2019 [IV-act. 69 S. 1 f.], vom 19. Juli
2019 [IV-act. 61 S. 1 f.], vom 9. Mai 2019 [IV-act. 61 S. 8], vom 2. April
2019 [IV-act. 56 S. 3], vom 27. März 2019 [IV-act. 47], vom 1. November
- 19 -
2018 [IV-act. 56 S. 1], vom 15. Oktober 2018 [IV-act. 31 S. 2 f.] und vom
8. Oktober 2018 [IV-act. 30 S. 13]; vgl. ferner auch Bericht von Dr. med.
C._ vom 27. Juni 2022 [Bf-act. 3 S. 2 f.] sowie
Haushaltsabklärungsbericht vom 21. Juli 2020 [IV-act. 75 S. 2 f.]). Hinzu
kommt, dass sich die entzündlichen Veränderungen an den
Sakroiliakalgelenken im Verlauf der durchgeführten radiologischen
Untersuchungen regredient zeigten, bei auch sonst fehlendem Befall im
Bereich der Wirbelsäule (vgl. rheumatologisches Teilgutachten [IV-
act. 104 S. 38 f.] mit Bezugnahme auf das MRI der LWS und des ISG vom
17. April 2019 [IV-act. 61 S. 4] im Vergleich zum MRI der LWS und des
ISG vom 30. August 2018 [IV-act. 15 S. 1 f.]). So berichtete denn auch
Dr. med. C._ am 9. Dezember 2019, dass die entzündlich
rheumatologische Erkrankung eher ruhiger geworden zu sein scheine und
die sich sogar eine Verbesserung der Ödeme im ISG-Bereich eingestellt
habe (IV-act. 69 S. 2, vgl. ferner Bericht von Dr. med. C._ vom 9. Mai
2019 [IV-act. 61 S. 8]). Zudem bestand weder eine humorale
Entzündungsaktivität (vgl. Bericht der Dres. med. G._ und H._
vom 1. Oktober 2019 [IV-act. 69 S. 5]) noch stellten sich die
Entzündungswerte anlässlich der im Rahmen der Begutachtung
durchgeführten laborchemischen Untersuchung ausserhalb des
Normbereichs dar (vgl. IV-act. 104 S. 39 und S. 45). Insoweit erscheint es
plausibel, dass der rheumatologische asim-Gutachter die von der
Beschwerdeführerin beklagten chronischen Rückenschmerzen in erster
Linie als mechanisch bedingt interpretierte (IV-act. 104 S. 39 f.). Dies
stimmt denn auch mit der bei den Dres. med. G._ und H._ vom
Universitätsspital Zürich eingeholten Zweitmeinung überein (vgl. Bericht
vom 1. Oktober 2019 [IV-act. 69 S. 5]).
4.5. Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe alles ihr
Mögliche probiert und alle therapeutischen Optionen ausgeschöpft, um
ihren Zustand zu verbessern, was Dr. med. C._ in ihren Berichten
- 20 -
vom 2. September 2021 und 27. Juni 2022 unter Hinweis darauf bestätigt,
dass sie keine weiteren Möglichkeiten mehr sehe, den
Gesundheitszustand nachhaltig mit medikamentösen oder
therapeutischen Behandlungen zu verbessern (Bf-act. 3 S. 2 f. und IV-
act. 115 S. 5). Auch diesbezüglich besteht keine wesentliche Diskrepanz
zum asim-Gutachten vom 30. April 2021. Denn auch darin wird
ausgeführt, dass aus rheumatologischer Sicht aktuell keine medizinischen
Massnahmen oder Therapien genannt werden könnten, welche die
beklagten Beeinträchtigungen voraussichtlich in relevantem Ausmass
positiv beeinflussen vermöchten, wodurch sich die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin verbessern liesse (vgl. IV-act. 104 S. 8 und S. 42).
Allerdings wird im asim-Gutachten vom 30. April 2021 eine intensive und
konsequente multimodale psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung unter Einbezug schmerzmodulierender Psychopharmaka
dringend empfohlen, die neben Einzelsitzungen z.B. auch
psychoedukative Gruppeninterventionen beinhalten sollte, und darauf
ziele, die komplexen Zusammenhänge zwischen Schmerz und Psyche
sowie funktionale Copingstrategien zu vermitteln (IV-act. 104 S. 8 und
S. 29). Dabei weist der rheumatologische asim-Gutachter darauf hin, dass
es für die behandelnden Fachpersonen eine schwierige Aufgabe sein wird,
die Beschwerdeführerin dahingehend zu informieren, dass sich neben
körperlichen zusätzlich nicht-somatische Beschwerden eingestellt hätten,
die fachspezifisch behandelt werden sollten (IV-act. 104 S. 42).
4.6. Wenn Dr. med. C._ in ihrem Bericht vom 27. Juni 2021 mit Blick auf
adaptierte Tätigkeiten mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit eine von der
gutachterlichen abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit trifft (Bf-
act. 3 S. 2), ist der sich darauf abstützenden Beschwerdeführerin
entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen von der Natur der Sache
her unausweichlich Ermessenzüge aufweisen, die es bei einer lege artis
erfolgten Beurteilung grundsätzlich zu respektieren gilt (vgl. BGE 145 V
- 21 -
361 E.4.1.2 und 4.3, 140 V 193 E.3.1 sowie 137 V 210 E.3.4.2.3; Urteile
des Bundesgerichts 8C_153/2021 vom 10. August 2021 E.5.3.2,
8C_138/2021 vom 7. Juni 2021 E.4.2 und 8C_699/2018 vom 28. August
2019 E.4.2.2). Nur weil eine behandelnde Ärztin zu einer anderen
Einschätzung gelangt bzw. an vorgängig geäusserten, abweichenden
Auffassungen festhält, kann dies nicht zum Anlass weiterer Abklärungen
genommen werden. Dr. med. C._ bringt – wie hiervor bereits
einlässlich ausgeführt – in ihrem zuhanden der Vertretung der
Beschwerdeführerin verfassten Bericht denn auch nichts vor, was bei der
gutachterlichen Beurteilung durch die Fachpersonen der asim, welche die
medizinische Situation und deren funktionelle Auswirkungen nicht nur
mono-, sondern bi- und interdisziplinär gewürdigt haben, unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sein soll (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des
Bundesgerichts 8C_308/2021 vom 4. Oktober 2021 E.5.1.2, 8C_313/2020
vom 12. August 2020 E.8.2.3, 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.4.4.1
und 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2). Vielmehr stimmen ihre
Diagnosen im Wesentlichen mit den gutachterlichen überein, wobei sie
ebenfalls die Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung sowie
Symptomausweitung im Vordergrund sieht (vgl. Bf-act. 3 S. 1 f.). Die asim-
Gutachterin und der asim-Gutachter haben ihre Beurteilung denn auch in
Kenntnis der zahlreichen, aktenkundigen Berichte von Dr. med. C._
getroffen (vgl. IV-act. 104 S. 11 ff.), sowie die darin ausgewiesenen
Symptome berücksichtigt und untersucht (vgl. IV-act. 104 S. 5, S. 36 f.
und S. 24 ff.). Soweit Dr. med. C._ wie bereits in ihrem Bericht vom
2. September 2021 erneut vorbringt, die bisherige Tätigkeit als
Reinigungsfachkraft sei der Beschwerdeführerin anhaltend nicht mehr
zumutbar und mithin diesbezüglich eine 100 % Arbeitsunfähigkeit bestehe
(vgl. IV-act. 115 S. 5 und Bf-act. 3 S. 2), ist darauf hinzuweisen, dass dies
für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht entscheidend ist.
Zudem wird auch im asim-Gutachten vom 30. April 2021 mit Blick auf die
angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin festgehalten, dass die
- 22 -
bisherigen gewerblichen Reinigungstätigkeiten nicht optimal
leidensangepasst seien, wobei solche – je nach Belastungsprofil – gar
nicht mehr oder zu 50 % ausgeübt werden könnten (IV-act. 104 S. 7).
4.7. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin
und die von ihr beigebrachten Berichte von Dr. med. C._ nicht
geeignet sind, konkrete Zweifel am asim-Gutachten vom 30. April 2021 zu
erwecken und dessen Beweiswert zu schmälern. Es ist daher nicht zu
beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin für den hier massgeblichen
Zeitraum ab August 2019 auf die darin ausgewiesene 60%ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Daran vermag
nichts zu ändern, dass die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung
vom 19. Juli 2022 fälschlicherweise behauptete, die Arbeitsfähigkeit würde
aus psychiatrischer Sicht nicht zusätzlich eingeschränkt. Vielmehr ergibt
sich aus der Konsensbeurteilung des asim-Gutachtens klar, dass die
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu 20 % rheumatologisch und zu
weiteren 20 % additiv psychiatrisch bedingt seien, weshalb in einer
angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe (IV-act. 104
S. 7).
5.1. Die Beschwerdeführerin macht des Weiteren geltend, ihr sei insbesondere
aufgrund von infektionsbedingt gehäuften Arbeitsunfähigkeiten und der
zunehmend auch die Hände betreffende Schmerzsituation ein
Leidensabzug von 20 % zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin nahm in
der angefochtenen Verfügung vom 9. Juni 2022 keinen solchen Abzug vor
(IV-act. 122).
5.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 %
- 23 -
begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu
ermittelnden Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende
Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 146 V
16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom
10. August 2021 E.3.2.1, 8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf
das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt,
wie erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen
(BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb und cc; Urteile
des Bundesgerichts 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1,
9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts
9C_42/2022 vom 12. Juli 2022 E.4.2, 8C_115/2021 vom 10. August 2021
E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist
jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen
dürfen (BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021
vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17. August 2020
E.7.1.1). Ferner wies das Bundesgericht in BGE 148 V 174 unter Verweis
auf die jüngsten Erkenntnisse aus der Wissenschaft auf die überragende
Bedeutung des Leidensabzugs als Korrekturinstrument für die
- 24 -
Festsetzung eines möglichst korrekten Invalideneinkommens hin (dortige
E.9.2.3). Insofern ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verglichen mit anderen Beschäftigten mit
einem Minderverdienst rechnen müsste.
5.3. Soweit die Beschwerdeführerin einen Abzug mit dem Verweis auf ihre
gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend macht, ist ihr
entgegenzuhalten, dass die sich aus medizinischer Sicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkenden Limitierungen, welche bereits in qualitativer
Hinsicht bei der Festlegung des Belastungsprofils bzw. in quantitativer
Hinsicht im Sinne einer reduzierten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden
sind, nicht nochmals – als abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen.
Dies käme einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben
Gesichtspunkte gleich (vgl. BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des
Bundesgerichts 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E.4.3.3 f., 8C_390/2020
vom 25. November 2020 E.4.3, 8C_393/2020 vom 21. September 2020
E.3.1, 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1 und 8C_586/2019 vom
24. Januar 2020 E.4.1, 8C_94/2018 vom 2. August 2018 E.7.2. und
9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.3.5.1). Dabei berücksichtigte der
rheumatologische asim-Gutachter Dr. med. I._ insbesondere auch
die von der Beschwerdeführerin beklagten Missempfindungen an den
Händen und Fingern (vgl. IV-act. 104 S. 33; vgl. ferner Berichte der
Dres. med. E._ und F._ vom 2. Oktober 2019 [IV-act. 69 S. 6]
und vom 11. Juni 2019 [IV-act. 61 S. 12] sowie Berichte von Dr. med.
C._ vom 19. Juli 2019 [IV-act. 61 S. 1], vom 7. September 2018 [IV-
act. 20 S. 3], vom 25. Mai 2018 [IV-act. 30 S. 9 f.] und vom 20. März 2018
[IV-act. 30 S. 7]; siehe auch psychiatrisches Teilgutachten [IV-act. 104
S. 18 f.]). Da er indes im klinischen Untersuch im Sinne eines
neurologischen Teilstatus lediglich eine leicht eingeschränkte
Berührungssensibilität an den Fingern IV und V beidseits feststellen
konnte bei ansonsten fehlenden Ausfällen an den Armen und Beinen und
- 25 -
zudem eine freie und indolente Beweglichkeit der Hand- und
Fingergelenke bei negativem Gaenslen-Test und normaler Greifkraft ohne
Fingerarthrosen befunden konnte (IV-act. 104 S. 36 f.), erscheint es
nachvollziehbar, dass er diesbezüglich keine funktionellen Auswirkungen
zeitigende Diagnose ausgewiesen hat (vgl. IV-act. 104 S. 37 ff.). Insofern
ist auch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von
(schmerzbedingten) Einschränkungen an den Händen auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse zu gewärtigen hätte.
Dasselbe gilt mit Blick auf die geltend gemachten
medikamenteninduzierten Infektionen, welche zu gehäufteren
Arbeitsunfähigkeiten führen sollen. Auch wenn die Beschwerdeführerin
nachweislich verschiedene medikamentöse Therapieformen erprobt hat,
welche mitunter zu allergischen Reaktionen und unerwünschten
Nebenwirkungen geführt haben (vgl. Berichte von Dr. med. C._ vom
27. Juni 2022 [Bf-act. 3 S. 2], vom 2. September 2021 [IV-act. 115 S. 5],
vom 9. Dezember 2019 [IV-act. 69 S. 1 f.], vom 19. Juli 2019 [IV-act. 61
S. 1], vom 2. April 2019 [IV-act. 56 S. 3], vom 27. März 2019 [IV-act. 47],
vom 15. Oktober 2018 [IV-act. 31 S. 2] und vom 8. Oktober 2018 [IV-
act. 30 S. 13], asim-Gutachten vom 30. April 2021 [IV-act. 104 S. 6, S. 22
und S. 37]; ferner Evaluationsgespräch vom 18. Oktober 2018 [IV-act. 25
S. 4]), lässt sich den Akten kein Hinweis darauf entnehmen, dass sie
hinsichtlich der aktuellen Basistherapie mit Cosentyx eine
Unverträglichkeit gezeigt hätte oder diese kontraindiziert wäre (vgl. asim-
Gutachten vom 30. April 2021 [IV-act. 104 S. 6, S. 38 f. und S. 34],
wonach sich als Nebenwirkung lediglich eine Blutdrucksenkung gezeigt
hätte). Daher ist in diesem Zusammenhang entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin auch nicht mit häufigen Arbeitsausfällen zu rechnen.
Soweit sie solche in der Replik vom 25. August 2022 mit ihrer chronisch
entzündlichen, in Schüben verlaufenden Krankheit begründet, ist dies
unter Verweis auf das bereits vorstehend Ausgeführte insoweit zu
relativieren, als die Beschwerden aus gutachterlicher Sicht vordergründig
- 26 -
als mechanisch bedingt zu interpretieren sind (vgl. E.4.4). Sollte es
dennoch zu aussergewöhnlichen, krankheitsbedingten Arbeitsabsenzen
kommen, wofür die Beschwerdeführerin jedoch keine Belege anführt,
könnten diese jedenfalls im nachfolgend ausgewiesenen Leidensabzug
von 10 % als mitberücksichtigt gelten (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_42/2022 vom 12. Juli 2022 E.4.5 f. und 9C_439/2020 vom 18. August
2020 E.4.5.2).
5.4. Nicht abzugsrelevant ist sodann die fehlende Berufsausbildung der
Beschwerdeführerin sowie deren bisherige Erwerbstätigkeit in
ungelernten Berufen. Denn diesen Aspekten wird vorliegend mit der
Anwendung des Kompetenzniveaus 1 nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung bereits hinreichend Rechnung getragen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_703/2021 vom 28. Juni 2022 E.5.3, 8C_549/2019 vom
26. November 2019 E.7.7). Praxisgemäss werden für Hilfsarbeiten weder
eine Berufsausbildung noch Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse
vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021
E.5.2.1). Inwiefern sich unter den Aspekten Dienstjahre und Alter ein
Leidensabzug aufdrängen würde, ist nicht ersichtlich und wird – wenn
überhaupt – auch nicht rechtsgenüglich dargetan. Ein solcher wäre
angesichts der zahlreichen, nicht langjährig ausgeübten
Erwerbstätigkeiten in verschiedenen Bereichen (vgl. hierzu IK-Auszug
vom 15. März 2021 [IV-act. 94], Fragebogen Arbeitgebende vom
12. Oktober 2018 [IV-act. 24] und vom 30. Oktober 2018 [IV-act. 36],
undatierter Lebenslauf mit diversen Arbeitszeugnissen [IV-act. 27 S. 1 ff.]
und asim-Gutachten vom 30. April 2021 [IV-act. 104 S. 20 f., S. 25 und
S. 34]) sowie der 1986 geborenen und damit noch jungen
Beschwerdeführerin auch nicht angezeigt. So werden gerade Hilfsarbeiten
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf dem massgebenden
ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (siehe
BGE 146 V 16 E.7.2.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts
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8C_799/2021 vom 3. März 2022 E.4.3.3, 8C_535/2021 vom
25. November 2021 E.5.4.3, 8C_176/2021 vom 18. Mai 2021 E.6.2.2 und
8C_393/2020 vom 21. September 2020 E.4.2).
5.5. Ferner fällt der Umstand, dass der Beschwerdeführerin lediglich noch eine
Verweistätigkeit im Teilzeitpensum im Umfang von 60 % zumutbar ist, –
wenn überhaupt – kaum lohnmindernd ins Gewicht (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E.4.3.3, 9C_323/2019
vom 2. September 2019 E.4.2 und 8C_210/2019 vom 11. Juli 2019 E.7.2).
Denn gemäss der LSE-Tabelle T18 für das Jahr 2020 (veröffentlicht am
28. März 2022 und damit vor Verfügungserlass, vgl. BGE 143 V 295 E.2.3
und Urteile des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021
E.6.2.2, 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.2 f. und 9C_414/2017 vom
21. September 2017 E.4.2) verdienen Frauen ohne Kaderfunktion und
einem Beschäftigungsgrad von 50 bis 74 % mit einem monatlichen
Bruttolohn von CHF 6'065.-- statistisch mehr als solche mit einem
Beschäftigungsgrad von 90 % und mehr, die einen Verdienst von brutto
CHF 5'617.-- pro Monat aufweisen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_487/2021 vom 8. März 2022 E.4.4.3, 9C_238/2018 vom 30. April 2018
E.5.2, 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E.4.3 und 9C_382/2007 vom
13. November 2007 E.6.2). Gleiches gilt mit Blick auf die ausländische
Herkunft der Beschwerdeführerin: Zwar erzielen Frauen ohne
Kaderfunktion mit einer Niederlassungsbewilligung der Kategorie C (vgl.
hierzu IV-act. 83 S. 1 und IV-act. 119 S. 2) mit einem monatlichen
Medianlohn von brutto CHF 4'841.-- ein geringeres Einkommen als
Schweizerinnen derselben Funktionsstufe (vgl. LSE 2018, Tabelle TA12),
aber dennoch mehr als das vorliegend für die Invaliditätsbemessung
herangezogene monatliche Einkommen von CHF 4'371.-- (LSE 2018,
Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Zeile "Total"; vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_702/2020 und 9C_703/2020 vom 1. Februar 2021
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E.6.3.2, 8C_132/2020 vom 18. Juni 2020 E.5.2 und 9C_611/2018 vom
28. März 2019 E.5.2.1).
5.6. Allerdings ist vorliegend die Vornahme eines Leidensabzugs aufgrund der
spezifischen Anforderungen des gutachterlichen Belastungsprofils
angezeigt. Danach sind der Beschwerdeführerin körperlich leichte bis
intermittierend mittelschwere und rückenadaptierte Tätigkeiten zumutbar,
welche nicht mehr als geringe bis mittelgradige Anforderungen an die
Sorgfalt und das kognitive Funktionsniveau stellen (IV-act. 104 S. 7).
Letzteres begründet sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht mit der
bei der Beschwerdeführerin bestehenden mittel- bis (situations- bzw.
belastungsabhängig) schwergradigen Einschränkung hinsichtlich der
Durchhaltefähigkeit sowie der schmerzbedingten
Konzentrationseinschränkungen (IV-act. 104 S. 6 und S. 28). Aus
rheumatologischer Sicht ist zudem präzisierend anzuführen, dass
wiederholt oder längerdauernde Arbeitshaltungen vornüber geneigt oder
rekliniert genauso wie Tätigkeiten mit repetitiven Bück- oder
Torsionsbewegungen ungeeignet sind (IV-act. 104 S. 6 und S. 40). Zwar
umfasst das hier anwendbare Kompetenzniveau 1 ein genügend breites
Spektrum an zumutbaren leichten bis intermittierend mittelschweren,
wechselbelastenden, rückenschonenden und kognitiv einfachen
Verweisungstätigkeiten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_799/2021
vom 3. März 2022 E.4.3.2, 8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.6.3,
8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.8.2.2, 9C_507/2020 vom
29. Oktober 2020 E.3.3.3.2, 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2,
9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.4.3.2, 8C_82/2019 vom
19. September 2019 E.6.3.2 und 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E.2.2.1).
Zu denken wäre beispielsweise an leichte Kontroll- oder
Überwachungsfunktionen sowie an leichte Sortier- oder Prüfarbeiten (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.3,
8C_535/2021 vom 25. November 2021 E.5.4.3 und 9C_574/2019 vom
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16. Oktober 2019 E.2.3 und 8C_77/2019 vom 8. März 2019 E.3.2.2). Aber
auch in diesen Tätigkeiten wird aus Gründen der Qualitätssicherung und
Sicherheit vorausgesetzt, dass während der Arbeitszeit konstant sorgfältig
gearbeitet wird. Wenn nun gemäss gutachterlichem Belastungsprofil
infolge der mittel- bis schwergradigen Einschränkung hinsichtlich der
Durchhaltefähigkeit sowie der schmerzbedingten
Konzentrationseinschränkungen im Vergleich zum üblichen bloss ein
tieferes Sorgfaltsniveau erreicht und zudem gesundheitsbedingt auf
wechselnde Körperhaltung sowie der damit einhergehenden
Ausgestaltung der Arbeitsverrichtungen Rücksicht genommen werden
muss, liegt nahe, dass sich die funktionellen Einschränkungen nicht ohne
Weiteres mit den Anforderungen, welche sich aus den gewöhnlichen
betrieblichen Abläufen ergeben, vereinbaren lassen. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass die spezifischen Anforderungen des gutachterlichen
Belastungsprofils es der Beschwerdeführerin auch im Rahmen einer
adaptierten Tätigkeit nicht erlauben, ihre Arbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit dem gleichen erwerblichen Erfolg wie
gesunde Beschäftige zu verwerten.
5.7. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich vorliegend bei einer gesamthaften
Betrachtungsweise und unter der Berücksichtigung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung somit, einen Leidensabzug von
10 % vom statistisch bemessenen Invalideneinkommen vorzunehmen.
Das Invalideneinkommen per 2021 (zum Grundsatz der zeitidentischen
Bemessung von Validen- und Invalideneinkommen vgl. BGE 129 V 222
E.4.2 und Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2019 vom 25. Oktober 2019
E.5.5) beläuft sich somit auf CHF 30'396.-- (LSE 2018, Tabelle TA 1,
Kompetenzniveau 1, Frauen, Zeile "Total", umgerechnet auf die
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden,
Arbeitsfähigkeit von 60 %, aufindexiert bis ins Jahr 2021 [vgl. hierzu IV-
act. 120], Leidensabzug 10 % = CHF 4'371.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.009117
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x 1.01 x 1.01 x 0.6 x 0.9). Insoweit kann auf Weiterungen zu dem von der
Beschwerdeführerin ausgeübten Erwerbspensum im hypothetischen
Gesundheitsfall verzichtet werden. Denn bei einem unbestritten
gebliebenen Valideneinkommen von CHF 55'284.40 resultiert auch bei
einem Erwerbsanteil von 75 % ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von
33.8 % (= 75 % x 0.45 [d.h. Einschränkung von 45 %]), welcher
zusammen mit jenem im Bereich Haushalt von 2.38 % (= 25 % x 0.095
[d.h. Einschränkung im anerkannten Aufgabenbereich von 9.5 %]) einen
rentenausschliessenden Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 36 %
ergibt. Damit besteht – wie die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom
9. Juni 2022 zu Recht festgehalten hat – selbst bei Vornahme eines
leidensbedingten Abzugs kein Anspruch auf eine Invalidenrente (siehe
Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis am 31. Dezember 2021 gültig gewesenen
Fassung bzw. Art. 28b Abs. 4 IVG, in Kraft seit 1. Januar 2022).
6. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist.
7. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Diese sind von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen.
Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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