Decision ID: 59066f7d-153d-4657-95c1-1628453ac1ec
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war als ungelernter (
Urk.
9/105/5)
Maurer (
Haupterwerb
,
Urk.
9/2
) und Unterhaltsreiniger
I
(Nebenerwerb
,
Urk.
9/60 und 8/65
) über seine beiden Arbeitgeberinnen bei der Suva gegen die Folgen von Unfall obligatorisch versichert, als ihm am 2
9.
Mai 2012 ein Raupenbagger von hinten in die linke Ferse fuhr (
Urk.
9/2
).
Hierbei
zog
er sich
eine dislozierte
Chopart
-Luxationsfraktur
mit mehrfragmentärer intraartikulärer Fraktur des
Processus
anterior
calcanei
und eine intraartiku
läre, nicht dislozierte Basisfraktur der Endphalanx
Dig
. I
zu
(
Urk.
9/20/3
und 9/38
).
Infolgedessen
wurde
der Versicherte
a
m 29.
Mai,
4.
Juni
und 2
1.
August 2012
im
Y._
am linken Fuss operiert
, wobei
insbesondere
eine
Arthrodese
des
Calcaneocuboidgelenks
erfolgte
(etwa
Urk.
9/22/1 und 9/112
)
. D
as restliche
Osteosynthesematerial
wurde
am 18.
November 2013 in der
Z._
entfernt
(
Urk.
9/147 f.)
.
Es folgte a
m 1
0.
März 2015 eine
Arthrodese
Navi
c
ulocuneiforme
1 und 2
in der
A._
(Urk.
9/217)
. Gleichenorts wurde a
m
1.
Februar 2016 das
Osteosynthesematerial
wieder
ent
fernt
(
Urk.
9/25
7
)
.
Überdies nahm der Versicherte im
November 2016 eine stati
onäre Rehabilitation
in der
B._
wahr
(
Urk.
9/326).
Daneben
war
er
a
b
März 2013
bis Sommer 2017
mit Unterbrüchen, variierendem Arbeits
pensum
und
Aufgaben
bereich
sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit
für
seine Hauptarbeitgeberin
tätig
(vgl.
Urk.
9/364
;
Urk.
9/100
, 9/123, 9/130, 9/153, 9/168
, 9/181, 9/195
, 9/243
, 9/264, 9/283, 9/323 und 9/341
).
1.2
Nach
Meldung des
Ereignisses
(
Urk.
9/
2
und 9/60
)
erbrachte die
Suva die
gesetz
lichen
Leistungen (Taggelder und Heilkos
t
en, Urk.
9/5
und 9/77
).
Eine Leis
tungspflicht für die
später
hinzugetretenen Schulterbeschwerden lehnte sie mit Schreiben vom 10. Juni 2014 ab (
Urk.
9/177).
Gestützt auf die kreisärztliche Unter
suchung vom 2
8.
März 2017 (
Urk.
9/337) teilte
die Suva
dem Versicherten
am
25. April 2017
schriftlich
mit, die Taggeld
er
für den Nebenerwerb per 30.
April 2017 und diejenigen für den Haupterwerb per 31. Juli 2017 einzustellen; Hei
lungskosten würden fortan
noch
auf Zusehen im Rahmen von jährlich drei bis vier Arztkonsultationen zur Verschreibung von Schmerzmedikamenten, zwei bis drei Serien Physiotherapie sowie der Zurichtung von je ein bis zwei Paaren ortho
pädischer Arbeits- und Freizeitschuhe übernommen
(
Urk.
9/342
/1-3
).
Sodann
verfügte sie am
1
4.
Juni 2017
e
ine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
mit Wirkung ab
1.
August 2017
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätsein
busse von 30
%
(
Urk.
9/353).
Dagegen liess der Versich
erte
am 9.
August 2017
Einsprache erheben
(
Urk.
8/366
;
Ergänzung
Urk.
9/377
).
Die Suva holte
fachärztliche
Zweitmeinungen
zu
den Behandlungsoptionen
ein
(
Urk.
9/404 und 9/419
)
, die sie dem Kreisarzt zur Prüfung vorlegte
(
Urk.
9/420).
Sodann leistete sie m
i
t Schreiben vom 19.
Juni 2018 Kostengutsprache für eine Schmerztherapie während maximal sechs Mona
ten bei
Dr.
med.
C._
(
Urk.
9/422),
Fachärztin für Anästhesie,
welche die Behandlung
nach der Erstkonsultation
am 3.
September 2018
abschloss
(
Urk.
9/426). Die Suva konsultierte erneut den Kreisarzt
(
Urk.
9/428 f.)
.
Hernach
ersetzte
sie
ihre Verfügung vom 1
4.
Ju
ni 2017 durch diejenige vom 18.
Februar 201
9.
Darin hielt sie
fest, dass nach Abschluss der Behandlung in der
D._
gemäss Bericht vom 5.
September 2018 von weiteren Behandlungs
massnahmen keine Verbesserung des Zustandes mehr erwartet werden könne.
Sie sprach
dem Versicherten
weitere Tag
geldleistungen bis 30. September 2018
zu und legte den Rentenbeginn
auf den
1.
Oktober 2018 fest. Im Übrigen bestätigte sie einen Invaliditätsgrad von 13
%
sowie
eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritätseinbusse von 30
%
(
Urk.
9/445).
In der Folge
übernahm
sie auch
die Heilkosten bis 30.
September 2018 (
Urk.
9/446).
Gegen die neue Verfügung liess der Versicherte
Einsprache
erheben (
Urk.
9/448
;
Begründung
Urk.
9/456
)
. Zu
neuen Berichten
der
Z._
(
Urk.
9/477 und
9/453)
holte
die Suva
nochmals eine kreisärztliche Stellung
nahme
ein
(
Urk.
9/458) und tätigte
zudem
ergänzende Abklärungen bezüglich der
erwerblichen Verhältnisse
(Urk. 9/461 f.), bevor sie die
Einsprache mit Entscheid vom 8.
Oktober 2019 abwies (
Urk.
2).
2.
Gegen
diesen
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechts
anwältin Baur, mit Eingabe vom
7.
November 2019 Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben
und d
ie
Suva
sei
zu verpflichten, weiterhin Heilkosten- sowie
Taggeldleistungen zu erbringen
,
und
nach Abschluss der Heilbehandlung
n
eu über die Höhe
d
er
Rente zu
befinden
; eventualiter sei eine Begutachtung zu veranlassen und hernach über die Höhe
d
er
Rente zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2).
I
n der Beschwerdeantwort vom 16.
Dezember 2019 schloss die Suva, vertreten durch Rechtsanwalt Bachmann, auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2019 zur Kenntnis
gebracht
(
Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sieht Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2
5.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorliegend – vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Es kommen deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen zur Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige (Heil-)Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu (
Art.
16
Abs.
1 UVG). Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Nach
Art.
24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicher
ten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
1.3
Nach der Rechtsprechung kommt
auch
den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
psychische Beschwerden würden weder behan
delt noch die Arbeitsfähigkeit einschränken
;
der Unfall sei
auch
höchstens als mittelschwer zu qualifizieren, wobei nur das Adäquanzkriterium der langen Dauer der Behandlung in nicht ausgeprägter Weise erfüllt sei (
Urk.
2 E. 3
;
Urk.
7
Rz
4
3
-51
).
Für
unfallfremde Leiden, wie
degenerative Veränderung
en
, die von
Dr.
E._
erwähnten
Schmerzen
und
psychische Beschwerden
, bestehe keine Leistungspflicht (
Urk.
7
Rz
19, 33
und 42
).
Der Kreisarzt habe alle Akten berücksichtigt und am Zumutbarkeitsprofil wie auch am Erreichen des Endzustandes festgehalten
. Eine erneute Untersuchung sei nicht nötig gewesen
(
Urk.
7
Rz
20-22 und
24-31).
Die Behandler hätte
n
ihre
Stel
lungnahmen
a
uf Ersuchen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers und beeinflusst durch das Vertrauensverhältnis zu ihm verfasst (
Urk.
7
Rz
16-18 und 41 f.).
Dr.
F._
habe das
im Januar 2018
genannte Gewichtslimit
von 5
kg
nicht begründet
und seither
sei
eine Besserung eingetreten. D
egenerative Verän
derungen
bestünden schon seit dem Jahr 2013; ein Einfluss der
Bildbefunde
aus dem Jahr 201
9
auf das Zumutbarkeitsprofil, falls überhaupt unf
allbedingt, sei nicht dargetan
. Der Verzicht auf weitere Termine
habe
zudem
den
Fallabschluss
bestätigt
.
Als Nebenerwerb komme
eine Tätigkeit
etwa
in der Produktion oder am Empfang in Frage (
Urk.
2 E. 5
;
Urk.
7
Rz
39 f.
).
Dr.
F._
habe einen möglichen Nebenerwerb in einer sitzenden Tätigkeit bestätigt.
Unfallfremde
Faktoren fänden keine Berücksichtigung (
Urk.
7
Rz
32 und 34).
Der Endzustand sei spätestens
Ende
September 2018 erreicht gewesen. Die zuvor
über
längere Zeit durchgeführten Physiotherapien und Infiltrationen hätten allenfalls noch eine gewisse Stabilisie
rung des Gesundheitszustandes gebracht (
Urk.
2 E. 6).
Das Invalideneinkommen für Haupt- und Nebenerwerb sei anhand der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Jahr 2016, Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 1 festzulegen und für die unfallbe
dingten körperlichen Einschränkungen ein Leidensabzug von 10
%
zu gewähren. Den behaupteten unfallfremden Faktoren werde bereits mit dem Kompetenz
niveau R
echnung getragen
.
Aufgrund der aktuellen Angaben zum
Validenein
kommen
betrage der Invaliditätsgrad 12
%
, was eine höhere Rente als die ver
fügte ausschliesse (
Urk.
2 E. 7
;
Urk.
7
Rz
3
5 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt
im Wesentlichen
dafür, der Endzustand sei bei Fort
setzung der Behandlung noch nicht erreicht
(
Urk.
1 S. 11 f.)
. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lägen neue Erkenntnisse
, nämlich
verstärkte degenerative Veränderungen im Fuss
,
vor
. Es gebe keine Hinweise, dass diese nicht unfall
bedingt seien
(
Urk.
1 S. 6-8)
. Für den Nebenerwerb kämen praktisch nur Bürotä
tigkeiten in Frage, für die er nicht qualifiziert sei und
die an
Bürozeiten
gebunden seien (
Urk.
1 S. 8-10)
. Der leidensbedingte Abzug sei aufgrund seiner
Arbeits
erfahrung
, seines Alters, des Belastungsprofils und der
weiteren
Leiden zu tief angesetzt
(
Urk.
1 S. 10-12)
.
Ferner
bestünden psychische
Beschwerden, die
bei diesem schweren Unfall und Erfüllung aller Adäquanzkriterien zu berücksich
tigen seien. Aus
Sicht des seit Juni 2017 behandelnden Psychiaters
sei
seine
Arbeitsfähigkeit
dadurch
um
50
%
ein
ge
schränkt
(
Urk.
1 S. 12-15)
.
3.
3.1
Vorab
ist
festzuhalten
, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit formlosem Schreiben vom 1
0.
Juni 2014 bezüglich seiner Schulterbeschwerden rechts mit
teilte
, ein Unfallereignis nach
Art.
4 ATSG habe sich nicht zugetragen und die Voraussetzung
en
zur Übernahme des Schadensfalls im Rahmen einer unfallähnlichen Körperschädigung oder Berufskrankheit seien nicht erfüllt. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und dem längeren Gehen an Unterarmstöcken aufgrund der Fussgelenksverletzung vom 2
9.
Mai 2012 sei nur möglich, aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
weisbar. Vielmehr lägen degenerative Veränderungen vor, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Unfallversicherung fallen würden (
Urk.
9/177).
3.2
W
enn der Versicherungsträger
in den Fällen nach
Art.
49
Abs.
1 ATSG
zu Unrecht formlos entschieden hat
, erachtet
es die Rechtsprechung
in Analogie zu
Art.
51
Abs.
2 ATSG als angezeigt, dass die versicherte Person einen Entscheid in Form einer Verfügung verlangen kann. Die Frist für eine Intervention
der betroffenen Person
gegen den
unzulässigerweise
formlos mitgeteilten Entscheid beträgt im Regelfall ein Jahr seit der Mitteilung. Eine längere Frist kommt allen
falls dann in Frage, wenn die betroffene Person -
insbesondere
wenn sie rechts
unkundig und nicht anwaltlich vertreten ist - in guten Treuen annehmen durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid fällen wollen und sei mit weiteren Abklärungen befasst. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von
Art.
51
Abs.
1 ATSG ergangen wäre (
Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2017 vom
5.
März 2018 E. 3.4 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 145 E. 5).
3.3
Weder hat d
er Beschwerdeführer innert Jahresfrist gegen das Schreiben vom 10. Juni 2014 interveniert, noch wurden seitens der Beschwerdegegnerin weitere Abklärung
en
hinsichtlich der Schulterbeschwerden
getätigt oder in Aussicht genommen. Selbst nach
dem der Beschwerdeführer im Mai 2016 einen Rechtsver
treter mandatiert hatte
(
Urk.
9/267)
,
waren die Schulterbeschwerden rechts in der Einsprache vom
9.
August 2017 kein Thema (
Urk.
9/366).
Die
Leistungsverwei
gerung
im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden rechts
wegen fehlender Unfallkausalität erwuchs demnach in Rechtskraft.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 11)
vermag
d
er
neue
Bericht der
Z._
vom
8.
April 2019
zur
Verlaufskontrolle
nach der Operation der rechten Schulter
daran
nichts
zu ändern. Der darin ent
haltene Hinweis auf einen Status nach vermehrter Schulterbelastung durch Ver
wendung von Gehstöcken im November 2012 stellt
kein
e neu entdeckte Tatsache dar
. Der Kausalzusammenhang zwischen den
vorübergehend
aufgrund
des Fuss
leidens
erforderlichen Gehstöcken und den ausgeprägten Schäden der
Rotatoren
manschette
wird damit zudem höchstens angedeutet, nicht aber substantiiert
. O
hnehin
besteht
kein
gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung
(
BGE 133 V 50 E. 4.1 und E. 4.2.1).
4.
4
.1
Im
Hauptantrag
verlangte der Beschwerdeführer
die Weiterausrichtung
der vorübergehenden Leistungen, weshalb
es zuerst zu klären gilt
, ob
die Beschwer
degegnerin den Fall zu Recht per 3
0.
September 2018 abschloss (
Urk.
2 E. 6c). In der Beschwerdeantwort
führte diese zwar aus
, es bestünden keine Zweifel an der
kreisärztlichen Feststellung zum Fallabschluss per 2
8.
März 2017 (
Urk.
7
Rz
39), da indessen keine Rückforderung der über diesen Zeitpunkt hinaus erbrachten Taggelder
und Heilkosten
im Raum steht, ist kein Interesse an der Feststellung eines früheren Fallabschlusses
ersichtlich (vgl.
dazu
Urteil des Bundesgerichts 8C_987/2010 vom 2
4.
August 2011 E. 3.3 mit Hinweisen).
4.
2
B
ei der
vorliegend (
unstrittig
)
anwendbaren
Psycho-Praxis
werden
die Adä
quanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E.
6c/
aa
)
. Nur bei
Schleudertraumen
, ä
quivalenten Verletzungen der Halswirbel
säule
und
Schädelhir
ntraumen wird auf
eine Differenzierung zwischen physi
schen und psychischen Komponenten verzichtet (BGE 134 V 109 E. 6.2.1; vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_156/2016 vom 1.
September 2016 E. 2.2).
Dement
sprechend stellen bei der Psycho-Praxis noch
behandlungsbedürftige
psychische Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar (Urteile des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 2
9.
April 2016 E. 4.1, 8C_58/2017 vom
9.
Juni 2017 E. 4.1
und 8C_ 103/2019 vom 1
6.
April 2019 E. 4.1
).
4
.3
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung stehen
zudem
keine zur Diskussion. Weder wurde vom Beschwerdeführer geltend gemacht, d
ass
solche noch laufen würden oder ein Entscheid hierüber ausstehend sei, noch ergeben sich h
ierfür
konkrete
Anhaltspunkte aus den Akten
(
Urk.
9/341 unten)
.
Der Beschwerdeführer verfügt über keine
Berufsausbi
ld
ung,
eingeschränkte
Deutsch
kenntnisse und erachtet sich
grundsätzlich
als arbeits- und lernunfähig
(vgl.
Urk.
9/431
und
Urk.
1 S. 11)
.
Es komm
t
ein (falls
von der Beschwerdegegnerin
zutreffend berechnet) geringer Invaliditätsgrad
hinzu. Die Voraussetzungen für die Anordnung beruflicher Massnahme dürften daher auch kaum gegeben sein.
4.4
Die Beschwerdegegnerin hat
die Heilbehandlung und das Taggeld
demnach
solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Erst wenn dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzu
schliessen (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung bestimmt sich die in
Art.
19
Abs.
1 UVG erwähnte "namhafte Besserung des Gesundheitszustandes" namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit. Die Verwendung
des Begriffs "namhaft" in Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehand
lung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen
muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Kommt der Versicherungsträger hingegen zum Schluss, eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung führe nicht mehr zu einer nennenswerten Besserung, oder hält er eine vom Versicherten oder dessen Arzt vorgeschlagene Behandlung für unzweckmässig, kann er gestützt auf Art.
48 UVG die Fortsetzung der Behandlung ablehnen (BGE 128 V 169 E. 1b; Urteil
des
Bundesgerichts
8C_836/2013 vom 2
7.
März 2014 E. 4.3 mit Hinweis).
In diesem
Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_714/2018 vom
5.
März 2019 E. 4.3.1 und
8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen
)
.
4
.
5
Die Beschwerdegegnerin verwies auf die Stellungnahme des
Kreisarzt
es
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Radiologie,
vom
6.
August 2019
(
Urk.
2 E. 3b). Er hielt fest
, der stabile Gesundheitszustand sei bereits zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung
vom
2
8.
März 2017
[durch den Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
H._
,
Urk.
9/337
]
erreicht gewesen. Die seither erfolgten Abklärungen hätten dies schlussendlich nur bestätigt. Die Abklärungen, die nach se
iner
letzten Beurteilung vom 5.
November 2018 erfolgt seien, hätten dies wieder bestätigt. Momentan könne man dem
Beschwerdeführer
nichts mehr anbieten. Es bleibe beim bishe
rigen Zumutbarkeitsprofil vom
6.
Januar bzw. 2
8.
März 2017 (
Urk.
9/458).
4.6
4.6.1
Dem ist
mit Blick auf die übrigen Akten zuzustimmen. B
ereits
im Austrittsbericht der
B._
vom
6.
Januar 2017
wurde
der Fallabschluss empfohlen, da von einer Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwar
tet werden könne (
Urk.
9/326/2). I
n der
dreiwöchigen
stationären Rehabilitation
im
November 2016
war
keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht
worden
. Ebenso wenig konnte (bei
allerdings
relativ kurzer Aufenthalts
dauer) die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit beim Training wesentlich gesteigert werden
(
Urk.
9/326
/4
).
4.6.2
D
er behandelnde Oberarzt für Fusschiru
r
gie an der
A._
,
Dr.
med.
F._
,
zog im Bericht vom
1
4.
Dezember 2016
n
och eine
Talonaviculäre
- und Sub
t
alare-
Arthrodese
in Betracht
,
di
e voraussichtlich einen weiteren Teil der Beschwerden positiv beeinflussen würde.
Er w
ies jedoch
schon
damals
darauf hin, dass e
ine vollständige Beschwerdefreiheit bzw. Belastbarkeit langfristig nicht zu erwarten und die angesprochene
Arthrodese
im
Rückfuss
nicht ohne Risiko
sei
. Er
e
mpfahl deshalb,
eine Operation sofern möglich zu vermeiden
. Sollten die Beschwerden zunehmen, würde er zunächst
eine sequentielle
Testinfiltration
der
entsprechenden
Gelenke
vor
nehmen
(
Urk.
9/322).
Die
im August, September und November 2017
d
urchgeführten Testinfiltration
en
brachte
n
keinen eindeutigen Effekt. Darüber hinaus, so
Dr.
F._
im Verlaufsbericht vom 31.
Januar 2018
weiter
, bestehe doch eine sehr wechselhafte Symptomatik, sodass er trotz akti
vierter Arthrose
Naviculo-Cuneiform
insgesamt
von einer Operationsempfehlung Abstand
nehme
. Grundsätzlich wäre möglicherweise lokal ein gewisses Verbes
serungspotenzial denkbar, auf
der andere Seite
bestehe jedoch das Risiko eines stark negativen Effektes auf die Gesamtsituation
. Damit sei
das Risiko bei im Wesentlichen schmerzfreier Situation in Ruhe zu gross. Eine langfrist
i
ge
deutliche Verbesserung sei nicht zu erwarten
.
Er
empfahl
eine schmerztherapeutische Unterstützung
(
Urk.
9/408/2).
4.6.3
Der
von
der
Beschwe
r
degegnerin für eine Zweitmeinung beigezogene PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
sowie
Chefarzt am
Z._
,
empfahl am
17.
Januar
2018
ebenso eine schmerz
therapeutische Anbindung neben der
Weiterführung der orthopädischen Abklä
rungen hinsichtlich einer mechanischen Schmerzkomponente
.
Ansonsten
sah
er a
us physikalisch-medizinischer Sicht keine erfolgsverspreche
nd
en Massnahmen (
Urk.
9/404/2).
4.6.4
Im Einklang mit den Berichten von
Dr.
F._
und
Dr.
I._
hielten
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädie sowie manuelle Medizin
,
in ihrer Zweitmeinung vom 10.
April 2018 fest, dass die Beschwerden teilweise auf eine Anschlussarthrose zurückzuführen seien und eine entsprechende
Arthrodese
denkbar wäre, zumal auch der letzte Ausschaltest
im November 2017
eine kurzzeitige Schmerzfreiheit bewirkt habe. Aufgrund der Gesamtkonstellation präferiere man jedoch ein
konservatives Vorgehen, da mit weiteren Eingriffen keine sichere Schmerzreduktion gewährleistet werden könne. Empfehlenswert sei eine schmerztherapeutische Anbindung (
Urk.
9/419).
4.6.5
D
er Kreisarzt
Dr.
G._
gab
bereits
am 1
8.
Juni 2018
zu bedenken
, es sei immer schwer vorherzusagen, wie gross die Erfolgschancen
einer Schmerztherapie
seien. Die Einstellung des Patienten spiele meist eine sehr wichtige, wenn nicht gar die wichtigste Rolle. Im konkreten Fall – auch in Anbetracht des Austrittsberichts der
B._
– erachte er die Chance auf eine namhafte Besserung als sehr gering. Darüber hinaus würde eine erfolgreiche Schmerztherapie nichts am Zumut
barkeitsprofil ändern (
Urk.
9/420/2).
4.6.
6
Schliesslich berichtete die Anästhesistin
Dr.
C._
zur
einzigen
Kon
sultation in
ihrer
Schmerzsprechstunde vom
3.
September 2018, dass durch die
Chronifizierung
der Schmerzen, die aktuell kaum neuropathische Anteile hätten, sondern überwiegend mechanisch seien, psychosoziale Probleme
hinzugetreten
seien. Der Beschwerdeführer werde zunehmend inaktiver und der Teufelskreis grösser.
Gut sei
,
dass er
wenig direkt wirkende Schmerzmedikamente habe, sondern schmerzmodulierende Medikamente wie
Duloxetin
und
Trittico
nehme. V
on direkten
Schmerzhemmern
,
wie Opioiden oder Antirheumatika
,
erwarte sie keine relevante Verbesserung. Dami
t der Status quo erhalten bleibe und sich längerfristig auch bessern könne, schlage sie
nur noch
aktive Physiotherapien, eine geregelte Tagesstruktur mit zirkadianem Rhythmus und begleitet durch den Hausarzt oder Psychologen sowie eine frühere Einnahme von
Trittico
vor. Damit sei die Behandlung bei ihr abgeschlossen (
Urk.
9/426).
4.
7
Der Fallabschluss per Ende September 2018 erfolgte
aus prognostischer Sicht
somit
rechtens.
Alle von den Ärzten
dannzumal
als sinnvoll erachteten
Behand
lungsoptionen
waren spätestens zu jenem Zeitp
unkt
ausgeschöpft, während seit mindestens November 2016 keine
nennenswerte
Besserung des Fussleidens mehr dokumentiert
worden war
.
Ob die von
der Schmerztherapeutin
vorgeschlagene Aktivierung durch
Behandlungspersonen
langfristig
allenfalls
zu einem besseren Umgang mit den Schmerzen
führen würde
,
konnte
bestenfalls als offen bezeich
net werden, zumal der Beschwerdeführer
bis
da
hin
bereits viel Unterstützung
durch die Arbeitgeberin, das Case-Management und seine Ärzte
erfahren
und
stets
eine Physiotherapie besucht hat
te
. Zudem wurde er bereits
zuvor
erfolglos stationär rehabilitiert
u
nd schon seit Juni 2017 psychiatrisch behandelt.
D
ie blosse Möglichkeit, dass irgendwann eine gewisse Besserung eintreten könnte,
reicht nicht
für einen
Aufschub des Fallabschlusses.
Insbesondere aber ist
mit
Dr.
G._
hervorzuheben
, dass
von den
Empfehlungen der Schmerzt
herapeutin keine
nennenswerte Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten war.
Die
auf
grund objektive
r
Befunde
medizinisch-theoretisch festgestellte
eingeschränkte Belastbarkeit des linken Fusses
bleibt davon unberührt.
4.
8
Der Beschwerdeführer
brachte
dagegen
vor, er werde immer noch
in der
Z._
behandelt und leide unter starken Schmerzen. Im Frühjahr 2019 sei er nur beschwerdearm gewesen, weil er infiltriert worden sei und im Rahmen einer Schulteroperation Schmerzmittel eingenommen bzw. sich viel aus
geruht habe. Er werde nochmals
den Oberarzt
Dr.
med.
K._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, konsul
tieren, um abschliessend
zu klären, ob eine Operation sinnvoll sei
und einen ent
sprechenden Bericht nachreichen
(
Urk.
1 S. 11 f.).
Zum einen kann
d
avon ausgegangen werden, der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hätte das Gericht
,
wie von ihm angekündigt
,
informiert, wäre
seit Anhebung der Beschwerde
vor mehr als einem Jahr
eine
weitere Operation geplant oder gar d
urchgeführt worden.
Ohnehin sind aber
die Verhältnisse im Zeitpunkt des Fallabschlusses massgebend.
Zum anderen bestätigt
e
der Beschwer
deführer
, dass
letztlich
auch retrospektiv betrachtet keine namhafte
gesundheit
liche
Besserung nach September 2018 mehr erreicht wurde, indem er
den Erfolg der
danach
durchgeführten Infiltration (vgl. Urk. 9/453) in Abrede stellte.
Vor
hersehbar war
die (subjektiv) eingetretene
, zumindest
vorübergehende Linderung der Schmerzen
zudem
nicht,
zumal auch
Dr.
F._
die Symptomatik als doch sehr wechselhaft beschrieben hatte
(vgl. E 4.6.2)
.
Nichts
zu
seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer
entgegen seiner Auffassung
(
Urk.
1 S. 5)
ferner
aus den gemäss
Dr.
H._
explizit
«
nach Fallabschluss
»
indizierten
medizinischen
Massnahmen
.
Der Kreisarzt hatte fest
gehalten
, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten für eine gewisse Anzahl von
Spezialschuhe
n und
Physiotherapie
sitzungen pro Jahr sowie für
Schmerzmedi
kamente
übernehmen sollte,
einschliesslich der zur Verschreibung notwendigen Arztkonsultationen
(vgl.
Urk.
9/337/8). Massgebend
für einen Fallaufschub
ist
indessen
allein die zu erwartende Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit
; eine
blosse Behandlungsbedürftigkeit reicht hierfür nicht aus
(vgl. Urteil
e
des Bu
ndesgerichts 8C_83/2017 vom 11.
Dezember 2017 E. 4.2 und 4.3
, 8C_590/2008 vom
3.
Dezember 2008 E. 4.2
)
.
5
.
5
.
1
Zur Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht ist dem Austrittsbericht der
B._
vom 6. Januar 2017
nach der letzten Fussoperation
zu entnehmen
, dass
die bisherige Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar
sei
, da es sich hierbei um eine schwere stehend-gehende Tätigkeit handle. Noch zumutbar seien ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
(10 bis 15 kg gemäss Fussnote)
mit Wech
selbelastung, ohne Gehen auf unebenem Gelände
oder Leiternsteigen sowie
ohne Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien
,
Kauern
oder
Hocken
.
Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und
im Behandlungsprogramm gezeigt
. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen (
Urk.
9/326/2).
Dazu wurde erläutert,
bildgebend hätten sich am 1
0.
November 2016 im Ver
gleich zur Voruntersuchung eine progrediente Degeneration
tarso-metatarsal
Dig
.
I und II sowie eine stationäre
subtalare
Arthrose gezeigt. Aufgrund der weiterhin bestehenden
subtalaren
Arthrose seien belastungsabhängige Beschwerden in diesem Bereich nachvollziehbar, nicht jedoch das Ausmass mit Schmerzangaben auch im oberen Sprunggelenk.
Es sei eine mässige Symptomausweitung beobach
tet worden und d
ie zum Teil maladaptiven Überzeugungen des Beschwerdeführers könnten das Ausmass der geklagten Beschwerden erklären. Grösstes Problem sei die Tatsache, dass er sich keine andere Arbeit als seine angestammte Tätigkeit auf dem Bau vorstellen könne und wolle (
Urk.
9/326/3).
5.2
Der Kreisarzt
Dr.
H._
hielt nach eigene
m
Untersuch
a
m 2
8.
März 2017
fest, dass
nach der mehrfach operativ versorgten dislozierten
Chopart
-Luxations
fraktur links unter anderem mit mehrfragmentärer, intraartikulärer Fraktur des
Processus
anterior
calcanei
eine erhebliche Belastungsminderung des linken Fusses
bestehe
. Aktuell stünden besonders die Schmerzen im posttraumatisch
arthrotisch
veränderten
Lisfranc
-Gelenk I und II links ganz im Vordergrund des Beschwerdebildes. Klinisch bestehe an jener Stelle eine erhebliche
Druckdolenz
sowie sicht- und tastbar eine erhebliche knöcherne Prominenz. Ferner fänden sich Druckschmerzen über dem
Sustentakulum
tali
, dem Deltaband, dem oberen Sprunggelen
k ventral, dem Ligamentum
fibulo
talare
anterius
und
d
em Ligamen
tum
fibulocalcaneare
. Die Funktionen des unteren und oberen Sprunggelenks seien im Seitenvergleich deutlich eingeschränkt. Röntgenologisch fänden sich die stärksten
arthrotischen
Randanbauten an der dorsalen
Begrenzung des unteren Sprunggelenks und im Bereich des
Lisfranc
-Gelenkes I und II, ferner zwischen Innenknöchel und Talus (
Urk.
9/337/7).
Gestützt hierauf schloss sich
Dr.
H._
dem für die
Haupttätigkeit
bereits bestehenden
Zumutbarkeitsprofil der
B._
vom
6.
Januar 2017
an
.
Er ergänzte, dass die
Höchstbelastung 15 kg nicht übersteigen
sollte
. Zusätzlich sei ein angepasster Nebenerwerb zumutbar, der mit einer rein sitzenden Tätigkeit ca. 2
1⁄2
bis 3 Stunden pro Tag umfassen dürfe
(
Urk.
9/337/8).
5.3
Dr.
F._
erhob
i
m Bericht vom 1
3.
Juli 2017
eine
Druckdolenz
über dem
Subtalar
-
und
Talonavicular
-Gelenk jedoch auch im Mittelfuss und insbesondere über den
Lisfranc
-Gelenken (
Urk.
9/362/1).
Im Auftrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
9/368/2) nahm
er
am 2
4.
Juli 2017
zudem zu den vorstehenden Arbeitsfähigkeitseinschätzungen Stellung
. Er führte aus, das von der
B._
erstellte Belastungsprofil sei angesichts der aktuellen Entwicklung zumindest temporär inadäquat. Es bleibe der weitere Verlauf abzuwarten. Eine rein sitzende Tätigkeit sei aus orthopä
discher Sicht grundsätzlich natürlich möglich. Ob dies zusätzlich zum Haupter
werb noch
möglich sei, hänge vom Haupterwerb und der damit verbunde
n
en Belastung ab (
Urk.
9/368/1).
Er
gänzend ist dem Bericht vom 31.
Januar 2018 zu entnehmen, dass der Effekt der
Testinfiltration
nicht eindeutig gewesen und eine langfristige deutliche Verbesserung nicht zu erwarten sei, so dass das aktuelle Belastungsprofil eine Betätigung mit längerem Stehen, Laufen oder Tragen von schwereren Gegenständen als 5 kg ausschliesse (
Urk.
9/408/2).
Im Umkehrschluss stellte
Dr.
F._
ein Arbeitspensum im bisherigen Umfang in einer rein sitzenden Tätigkeit und damit oh
ne Belastung des linken Fusses somit n
ie in Frage
.
Dafür spricht auch die von ihm im
Januar 2018
beschriebene
,
im Wesentlichen schmer
z
freie Situation in Ruhe (vgl.
Urk.
9/408/2)
. Hinsichtlich des darüberhinausgehenden Belastungsprofils der
B._
, bestätigt
von
Dr.
H._
, behielt er sich zunächst
weitere
Abklärungen vor. Zwischen August und November 2017 veranlasste er drei
Infiltrationen und liess am 6.
November 2017 ein SPECT-CT durchführen. Letzteres zeigte gemäss seiner Interpretation eine aktivierte Arthrose zwischen Os
naviculare
und Os
cuneiforme
laterale sowie eine leicht aktivierte Arthrose zwischen Basis und Os
metatarsale
1 und
2.
Der Effekt der Infiltration erwies sich nach seinen Angaben als nicht wirklich eindeutig (
Urk.
9/395 und 9/408/2).
In die Darstellung des Beschwerde
führers keinen Eingang fand die Tatsache (
Urk.
1 S. 6), dass
Dr.
F._
in Anbetracht dieser Abklärungsergebnisse
schliesslich alle Tätigkeiten ohne längeres Stehen, [ohne längeres] Laufen und [ohne längeres] Tragen von Lasten von mehr als 5 kg
befürwortete
, ohne dabei
ein zeitliches Limit zu nennen.
Die
vom Beschwerdeführer
zuletzt
noch
ausgeübte Tätigkeit im Werkhof/Magazin (
Urk.
9/323)
dürfte
erfahrungsgemäss
ebenfalls
mit teilweisem Gehen und
zumin
dest
kurzzeitigem Tragen von grösseren Lasten als 5 kg verbunden gewesen sein. Zwar arbeitete er nur halbtags,
doch stellte sich
auch das Problem, dass der Betrieb diese Arbeit nicht in grösseren Umfang anbieten konnte (
Urk.
9/243/1).
5.4
Derweilen erörterte
Dr.
I._
am
1
7.
Januar 2018, er gehe nach wie vor nicht von einem
floriden
komplexe
n
regionale
n
Schmerzsyndrom
(CRPS), sondern von einem neuropathischen Schmerzsyndrom
aus
. Daneben bestehe eine klare mechanische Schmerzkomponente mit belastungsabhängigen Schmerzen und günstigem
, zweitäg
igem
Ansprechen auf eine lokale Infiltration
(
Urk.
9/404/2).
Prof.
E._
diagnostizierte
am
1
0.
April 2018
gestützt auf konventio
nelle
s
Röntgen
und das obgenannte SPECT-CT
im Wesentlichen übereinstimmend mit
Dr.
F._
eine
Anschlussarthrose Os
naviculare
,
Os
cuneiforme
intermedius
und Os
cuneiforme
laterale sowie beginnend
M
etatarsale
I und II.
Klinisch stellte
er
wie
Dr.
H._
eine eingeschränkte
Beweglichkeit des Sprunggelenks sowie
diverse
Druckdolenzen
(
intercuneiform
>
Navcu
-Gelenk
>
Talonavicular
-Gelenk sowie
Tarsometatarsalgelenke
II > I
) fest
. Ergänzend verwies er auf das
detaillierte
Ergebnis
der erwähnten Testinfiltration
. Er schlussfolgerte, dass die Beschwerden teilweise auf die Anschlussarthrose Os
cuneiforme
intermedius
und laterale sowie
Metatarsale
I und II zurückzuführen seien
. Er empfahl e
ine schmerz
therapeutische Anbindung, da eine
Arthrodese
aufgrund der Gesamt
konstellation keine sichere Schmerzreduktion gewährleiste (
Urk.
9/419).
Bezüglich der Ausführungen von
Dr.
C._
im Bericht vom 5.
Sep
tember 2018
(
Urk.
9/426) kann vollumfänglich
auf
E. 4.6.6 verwiesen werden.
5.5
Es
ist
deshalb festzuhalten
, dass nach der letzten Fussoperation kein Arzt ein organisches Korrelat zu bezeichnen vermochte,
da
s dem Ausmass der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden entsprach. Vielmehr wurden seine Beschwerden als nur
bzw.
immerhin
teilweise erklärbar beurteilt respektive zum Teil auf seine maladaptiven Überzeugungen und die schwierige psychosoziale Situation zurückgeführt
.
Insoweit ist die Aussage des Kreisarzt
es
Dr.
G._
vom
5.
November 2018, dass es sich um Schmerzen handle, also um nicht objektivier
bare Symptome, weshalb eine [erneute] kreisärztliche Untersuchung keinen Sinn mache, durchaus nachvollziehbar (
Urk.
9/428/2). Der Zustand des Fusses hatte sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung denn auch nicht wesentlich verändert;
vorab
das SPECT-CT sowie die Infiltrationsergebnisse konnten
ohne Weiteres im Rahmen
einer Aktenbeurteilung gewürdigt werden.
Nicht gänzlich
gefolgt werden kann
den
weiteren
Ausführungen
de
s
Radiologen
Dr.
G._
, wonach es klar sei
, dass das Zumutbarkeitsprofil der
B._
vom 6.
Januar 2017 allgemeingültig sei
. Da die Tätigkeit als Reiniger mit dem Zumutbarkeitsprofil absolut kompatibel sei, könne diese auch als zumutbar betrachtet werden. Die Tätigkeit als Maurer sei hingegen mit dem Zumutbarkeitsprofil nicht kompatibel und müsse somit als nicht zumutbar betrachtet werden. Die Frage, ob dem Beschwerdeführer weiterhin ein Arbeits
pensum von 128
%
bzw. 521⁄2 Stunden pro Woche zumutbar sei, lasse sich nicht ve
rnünftig beantworten. Man könne
nicht zwei voneinander unabhängige Tätig
keiten, wovon die eine uneingeschränkt zumutbar sei und die andere nicht, zu einer Tätigkeit vermischen. Allgemein lasse sich sagen, solange die
ausgeübten Tätigkeiten mit dem Zumutbarkeitsprofil kompatibel seien, bestünden unfallbe
dingt keine zeitlichen Einschränkungen (
Urk.
9/428 f.).
Ein
seits
liegt kein Stellenprofil für die bisherige Tätigkeit als
Unterhaltsreiniger
vor.
Aus dem Arbeitsvertrag (
Urk.
9/65) geht lediglich hervor
, dass der Beschwer
deführer nicht Büros
, sondern
eine
Bäckerei eines Gross
detaillisten
reinigte (vgl.
Urk.
9/65).
Inwiefern er
hierbei
mit schweren Geräten, Leitern oder in Zwangs
haltungen wie Kauern, Knien oder Hocken arbeiten musste, ist nicht bekannt.
Andererseits
ist bei belastungsabhängigen Fussbeschwerden durchaus nachvoll
ziehbar, dass
Dr.
F._
und
Dr.
H._
, die
über
vertiefte
orthopädische
Fachkenntnisse verfügen, die
Zumutbarkeit eines Nebenerwerbs
am gleichen Tag
in Abhängigkeit der
während
des
restlichen Tags zug
emuteten Belastung
im Haupterwerb
beurteilten
(vgl. auch Fragenkatalog,
Urk.
337/1)
.
5.6
Indessen
ist
bezüglich der leicht unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeits
fähigkeit in den Akten hervorzuheben, dass vom Beschwerdeführer verlangt werden kann,
seine Nebenerwerbstätigkeit
wie bis anhin
mitunter
am Wochen
ende auszuüben
(vgl.
Urk.
9/65/15)
, was die tägliche Belastung reduziert
.
Vor allem aber bleib
en
die Diskussion um
das Zumutbarkeitsprofil
für
den Neben
erwerb
wie auch
das etwas anders formulierte Belastungsprofil von
Dr.
F._
im
konkreten Fall
letztlich
ohne
erwerbliche Auswirkungen
.
Beim Abstellen auf
d
en Tabellenlohn
für Hilfsarbeiten
gemäss
Schweizerische
r
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS)
führen nur
Umstände
zu einem Abzug
, die auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als
ausserordentlich zu bezeichnen sind (etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 1
4.
Mai 2018 E. 5.2.2.2). Solche
s
ind mit Bezug auf
das Belas
tungsprofil des Beschwerdeführers
kein Thema.
So
ist
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nicht nur
ein
breites
Spektrum an körperlich leichten
wechselbe
lastenden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_303/2020 vom
6.
August 2020 E.
4.2)
, sondern auch
an
sitzend
ausgeübten
Hilfstätigkeiten
mit der
Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_176/2012 vom
3.
September 2012 E. 8
)
vorhanden
.
Die
darüber hinaus konstatierten
geringfügigen Einschränkungen
(
ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne Leiternsteigen
und
ohne Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern oder Hocken
sowie Heben und Tragen von Lasten von maximal 10 bis 15 kg bzw.
ü
ber längere Zeit nicht mehr als 5 kg)
vermögen nichts daran zu än
dern, dass
er
mit
Blick auf seine unfallbedingten
körperlichen Einschränkungen
somit in der Lage ist,
sein bisheriges
Arbeitspensums von
(unstrittig)
128 % im Rahmen von mehreren Arbeitsstellen
und
Ü
berstunden
zu verwerten
, ohne hierbei einen erheblich
tieferen Lohn als seine Mit
bewerber
in Kauf
nehmen zu müssen
.
Mit anderen Worten, körperliche Einschränkungen, die einen höheren als den von der Beschwerdegegnerin hierfür gewährten
leidensbedingte
n
Abzug von 10
%
recht
fertig
en würden, sind keine ersichtlich.
Es mag zutreffen, dass leichte Büroarbeiten aufgrund
d
es
Werdegangs und
d
er
Fähigkeit
en
des Beschwerdeführers
wenig realistisch erscheinen.
Als Beispiele für
ihm zumutbare Tätigkeiten können
aber
– wie in solchen Fällen üblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2018 vom 1
3.
Juni 2019 E.
5.2 und
7.4.2) –
einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten, die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten sowie die Arbeit als Museumswärter oder Parkplatzwächter genannt werden
, die mitunter
rund um die Uhr und auch
am Wochenende
angeboten werden
.
5.
7
Den
Berichten von
Dr.
K._
vom 1
3.
Februar 2019 und 2
9.
März 2019
sind
e
ntgegen der
Ansicht
des Beschwerdeführers keine relevanten neuen Erkenntnisse zu entnehmen.
Im älteren Bericht notierte
Dr.
K._
, es bestünden weiterhin Schmerzen im Mittelfussbereich.
Er stellte
in erster Linie eine
Druckdolenz
über den
Tarsometatarsalgelenken
I und II bei bildgebend leichten degenerativen Ver
änderungen im ersten Strahl
fest
.
Ferner
beschrieb
er klinisch eine
Druckdolenz
über dem Sinus
taris
sowie der medialen und lateralen Facette des oberen Sprung
gelenks sowie eine schmerzhafte Inversion/
Enversion
gegen Widerstand und gute Dorsal
extension
/
Plantarflexion
. In den Röntgenbildern vom 5. Februar 2019 zeigten sich abgesehen vom
schon
erwähnten Befund
wiederum n
ur leichte degenerative Veränderungen der übrigen Ge
lenke, ein
Osteophyt
an der
anteri
oren
Tibia sowie ein prominenter
Processus
posterior
tali
(
Urk.
9/447).
Im jüngeren Bericht erhob
Dr.
K._
eine
Druckdolenz
im Bereich des Mittel
fusses über den
Tarsometatarsalgelenken
I und II
und
im Bereich des
Malleolus
medials
bei
einer
Dorsalextension/
Plantarflexion
von
5-0-20°.
E
r
erläuterte
,
der Beschwerdeführer habe sehr gut von der Infiltration profitiert, die Beschwerden im Bereich des Mittelfusses und im Bereich des lateralen unteren Sprunggelenks hätten sich um einiges zurückgebildet (
Urk.
9/453/1).
Damit ist im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
8.
März 2017
weder eine
nennenswerte
Progredienz der
nach wie vor
nur leichten degenera
tiven Veränderungen
noch ein verändertes
Beschwerdebild
ersichtlich
.
B
ereits
Dr.
H._
hielt
fest, dass die Schmerzen im
arthrotisch
veränderten
Lisfranc
-Gelenk, konkret in den
Tarsometatarsalgelenken
I und II
,
im Vorder
grund stünden
. Dort, wie auch im unteren Sprunggelenk und ferner zwischen Innenknöchel (=
Malleolus
medials
) und Talus stellte er
schon damals
die stärks
ten
arthrotischen
Randanbauten
fest
(vgl. E. 5.2).
Es sei
allerdings
angemerkt, dass er
dabei
einzig den
Hallux
ridi
gu
s
als unfallfremd beurteilte (vgl.
Urk.
9/337/7). Im Übrigen
attestierte
Dr.
K._
dem Beschwerdeführer keine (zunehmende) Arbeitsunfähigkeit, sondern verzichtete
vielmehr gä
nzlich
darauf, si
ch
hierzu
überhaupt
zu äusser
n
.
Es ist deshalb
Dr.
G._
zu folgen, der auf Vorhalt der Bericht
e
von
Dr.
K._
am Zumutbarkeitsprofil vom
6.
Januar und 2
8.
Mär
z
2017 festhielt (
Urk.
9/458/1).
5
.
8
Zusammenfassend bleibt es
also
bei der alle
n
wichtigen
Aspekte
n
Rechnung tragenden
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
von
Dr.
H._
,
basierend auf
eigener
Untersuch
ung
und
übereinstimmend mit
dem Austrittsbericht der
B._
,
an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit auch nach weiteren Abklärungen keine Zweifel bestehen.
Ergänzend
ist zu berücksichtigen, das
s
vom
Beschwerdeführer
erwartet werden darf
,
dass er das
Arbeitspensum von 128
%
wie bis anhin
verteilt auf sechs bis sieben Tage
pro Woche umsetzt
.
Dabei sind die
allein
fussbedingten Einschränkungen insgesamt
nicht dermassen aus
geprägt
, als da
s
s
nach der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
im
Bereich
Hilfsarbeiten
mit einer
grössere
n
Lohn
einbusse
zu rechnen
wäre
, zumal auch
Dr.
F._
noch vor dem
Fallabschluss vom Zumutbarkeitsprofil einer rein sitzenden Tätigkeit klar Abstand nahm.
6.
6.1
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
hat der Beschwerde
führer
mit einem
Bericht des ihn behandelnden Psychiaters vom 5. November 2019
inzwischen
belegt, dass er wegen der von ihm geklagten psychischen Beschwerden seit Juni 2017 eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung beansprucht (
Urk.
3/5). Ein Hinweis auf diese Behandlung fand sich bereits im Bericht von
Dr.
E._
(
Urk.
9/419/2). Eine
psychisch bedingte
Arbeitsun
fähigkeit bei Erlass des angefochtenen Entscheids lässt sich daher nicht mehr gestützt auf den
mit grossem zeitlichen Abstand verfassten
Bericht der
B._
verneinen. Weitere m
edizinische Abklärungen sind indessen nur ange
zeigt, soweit zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden ein adä
quater Kausalzusammenhang besteht. Da der Fallabschluss rechtens erfolgte, war die Beschwerdegegnerin befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen. Diese beurteilte sie mangels eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung zutreffend unter Ausklammerung der psychischen Beschwerden
nach der sog.
Psycho-Praxis (BGE 115 V 133;
BGE 134 V 109 E. 6.1).
6
.2
Während die Adäquanz bei leichten Unfällen in der Regel verneint und bei schweren Unfällen regelmässig bejaht werden kann (BGE 115 V 133 E. 6a bzw. E. 6b), lässt sich diese Frage bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf
grund des Unfalls allein beantworten. Bei solchen Unfällen sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 1
8.
Sep
tember 2018 mit Hinweis auf BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
).
Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei von einem Bagger überfahren worden, was offensichtlich ein äusserst schwerer Unfall sei (
Urk.
1 S. 14). Die Beschwerdegegnerin hielt indessen dafür, es handle sich höchstens um einen mittelschweren Unfall im engeren Sinn. Dazu verwies sie auf die Qualifikation im Urteil des Bundesgerichts U 15/02 vom 3
1.
Oktober 2003 E. 3.3 (
Urk.
2 E. 3b.cc). Gemäss Sachverhalt A jenes Urteils klemmte sich die versicherte Person den linken Fuss unter einem Gussstück ein, was zu einem schweren Quetschtrauma des Vorfusses mit einer
Metatarsale
I-Köpfchen-Trümmerfraktur sowie einer Berstungsfraktur der proximalen Grundphalanx der Grosszehe führte.
6
.3
Die Schwere des Unfalles ist
aufgrund
des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (
z.B.
Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 vom 1
1.
November 2019 E 5.1 mit Hinweisen
).
Aus der Schaden
meldung (
Urk.
9/2), dem internen Unfallprotokoll der
Haupta
rbeitgeberin (
Urk.
9/12/2), dem Arztbericht vom 1
1.
Juli 2012 (
Urk.
9/15/2) sowie dem Gespräch mit dem Aussendienst vom April 2013 (
Urk.
9/100/1) ergibt sich, dass der Fahrer des Baggers den Beschwerdeführer beim Zurücksetzen
übersah
und
ihm
von hinten in die linke Ferse
fuhr
, wobei der Beschwerdeführer stürzte und sich auf die rechte Hand aufstützte. Der Polier hatte noch Achtung geschrien
.
Das von der Beschwerdegegnerin zitierte Urteil erweist sich somit als einschlägig, zumal nicht wie
bei Fahrzeugunfällen üblich
die Geschwindigkeit respektive der Aufprall im Vordergrund stehen. Das Unfallgeschehen ist vielmehr jenen Tatbe
ständen zuzuordnen, bei denen eine Hand oder ein Fuss bei der Arbeit mit schweren Maschinen verletzt wurde. Als mittelschwere Ereignisse im engere Sinn qualifizierte das Bundesgericht etwa den Fall, beim die Hand des Versicherten in eine Betonrührmaschine hingezogen
wurde
und anschliessend chirurgisch ver
sorgt werden musste (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_445/2010 vom
3.
Novem
ber 2010 Sachverhalt A. und E. 3.1) oder bei dem der Versicherte beim Reinigen einer Doppelwalze mit der Hand in die Walzenräder geriet und sich eine Hautab
lederung des linken Daumens, Quetschwunden über den Endgliedern/-gelenken der Finger II, IV und V sowie eine Zerrung und Distraktionsverletzung der gesamten linken oberen Extremität zuzog (
vgl. Urteil des Bundesgericht U
82/00 vom 2
2.
April 2002 Sachverhalt A. und E. 3.1).
Ergänzend ist das Urteil des Bundesgerichts 8C_524/2007 vom 1
0.
Juni 2008 E. 5.2 zu erwähnen. Als mittelschwer, nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen liegend
,
wurde darin folgendes Geschehen qualifiziert: Gemäss Polizei
rapport wurde die versicherte Person von einem den Parkplatz verlassenden Personenwagen angefahren und darunter ca. 15 Meter mitgeschleift sowie zuerst
mit dem ersten Rad und nachher mit dem hinteren Rad links überrollt. Der Ver
sicherte selbst hatte angegeben, überraschend von hinten angefahren und erfasst, zu Boden geschleudert, eingeklemmt, überrollt, ungefähr 15 Meter mitgeschleift und ein weiteres Mal überrollt worden zu sein.
6.4
Bei
somit vorliegenden,
im engeren Sinne mittelschweren Unfall
kann
die Unfallkausalität der
nicht somatisch bedingten
Beschwerden nur bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E. 5.2 mit Hinweisen).
Der Katalog dieser (wichtigsten) Kriterien lautet: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbe
sondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszu
lösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
(vgl. BGE 115 V 133 E. 6 c/
aa
)
.
6.5
6.5.1
Beim
Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls soll die objektive Eignung
der konkreten Umstände
entscheidend sein
, bei Betroffenen psychische Vorgänge auszulösen
,
die an den
nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können
. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 vom 1
1.
November 2019 E. 5.2).
Entgegen der
Andeutung
des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 14) wird bei diesem Kriterium weder die beim Unfall erlittene Verletzung noch der nachfol
gende Heilungsprozess einbezogen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 28.
Oktober 2013 E. 7 mit Hinweis).
Der Unfallhergang und die auf den Beschwerdeführer dabei einwirkende Kraft wurde
n
bereits bei der
Einstufung
der Unfallschwere berücksichtigt.
Bei
den
zitierten
,
vergleichbaren Ereignissen wurde das Kriterium
denn auch
durchwegs verneint, obschon
im einen Fall
die versi
cherte Person
gleich mehrfach von einem Personenwagen überrollt und zusätz
lich mitgeschleift worden war
und im anderen Fall nicht nur
ihre
Hand, sondern
die ganze obere Extr
e
mität
in die Doppelwalze hineingezogen zu werden
drohte
(oberwähnte Bundesgerichtsurteil
e
8C_524/2007 E.6.2,
U 82/00 E. 3.2.1
und
U 15/02 E. 3.4).
Eine entsprechende Gefahr bestand vorliegend mitunter aufgrund des aufmerksamen Poliers nicht.
6.5.2
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass die Fussverletzung
grundsätzlich
nicht geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen (vgl. BGE
140 V 356
E.
5 mit Hinweis
insbesondere
auf das
Urteil 8C_432/2009 vom
2.
November 2009 E. 5.
3). Es kann ergänzend auf die Urteile de
s Bundesgerichts
U
198/02 vom 20.
Dezember 2002 Sachverhalt A und E. 3.3.2, 8C_445/2008 vom
1.
Dezember 2008 Sachverhalt A und E. 4.2 sowie 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.1
betreffend verschiedene Frakturen im Bereich des Fusses
hingewiesen werden. Hervorzuheben ist, dass der Beschwerdeführer nie
längere Zeit
immobil war. Hinweise auf einen Rollstuhl finden sich keine, zumal auch nur eine untere Ext
remität
betroffen ist.
Ab Mitte November 2012 wurde seitens der Ärzte eine Voll
belastung angestrebt (
Urk.
9/47 und 9/73). Davor war an den Stöcken bereits eine Teilbelastung von 10 kg erlaubt (
Urk.
9/23/2, 9/21/3, 9/39, 9/44, 9/50/2, 9/51/3). Dies ermöglicht es
dem Beschwerdeführer
etwa einzukaufen (
Urk.
9/7) oder
nach Portugal zu seiner Familie zu reisen (
Urk.
9/10 und 9/63).
6.5.3
Entgegen der
Ansicht des
Beschwerdeführer
s
(vgl.
Urk.
1 S. 15) setzt das
Krite
rium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung eine länger
dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung
einzig
von
somatisch begründbare
n
Beschwerden voraus
(BGE 140 V 356 E. 5
.6.2 mit Hinweisen), wobei dies
auch
nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu
beurteilen ist. Von Bedeutung sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit
noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist (Urteil 8C_473/2019 vom 1
1.
November
2019 E. 5.4).
Blosse medizinische Abklärungen, ärztliche Verlaufskontrollen sowie physiotherapeutische und medikamentöse Behandlungen
stellen
keine ärztliche Behandlung im Sinne dieses Kriteriums dar
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_542/2020 vom 1
3.
November 2020 E 6.3).
Im Urteil 8C_518/2019 vom 1
9.
Februar 2020 E. 4.4.4 bejahte d
as Bundesgericht das Kriterium in nicht ausgeprägter Weise in einem Fall, bei dem eine
Femur
fraktur
mehrere Operationen und stationären Aufenthalte erforderte, zusätzlich eine mehrjährige, aufwändige zahnärztliche Behandlung erforderlich war und in Bezug auf d
as
sensomotorische Defizit der rechten unteren Extremität, wodurch auch eine Sexualstörung bestand, keine Besserung zu erwarten war
.
Die
operative Versorgung der Fussverletzung
des Beschwerdeführers
war
nach wenigen Monaten, nämlich
im August 2012
soweit
abgeschlossen
(
Urk.
9/112)
. Ab
Januar 2013
war
die Stockentwöhnung bei erlaubter Vollbelastung das erklärte Ziel (
Urk.
9/73/2
; gemäss Physiotherapeut im gleichen Monat erreicht,
Urk.
9/75
)
und ab November 2014 arbeitete
er
ganztags
, wenn auch mit
Ein
schränkungen
(
Urk.
9
/213
und 9/195/2
)
.
Es folgte
noch eine Operation mit längerer Rekonvaleszenz im März 2015 (
Urk.
9/217),
deren Erfolg
aber
schon
im Vorfeld fraglich erschien (
Urk.
9/210). B
ei den Eingriffen im November 2013
(
Urk.
9/148)
und Februar 2016 (
Urk.
9/257) wurde
lediglich
Osteosynth
esema
terial
entfernt.
Die
viel später erfolgte
stationäre Rehabilitation war kurz und
diente
letztlich
der Abklärung
sowie
Motivation des Beschwerdeführers
(
Urk.
9/326/3 unten)
.
Demnach stand
in den letzten Jahren
nicht
eine
zielgerich
tete
Behandlung somatisch klar begründbarer Beschwerden, sondern
vielmehr
die Suche nach
eine
r
möglichen organischen
Schmerzursache
im Vordergrund, was das Kriterium
entgegen
beider
Parteien
n
icht zu erfüllen vermag.
6.5.
4
Bezüglich des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen ist massgebend, ob über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorlagen (
etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_803/2017 vom 1
4.
Juni 2018 E. 3.5.1).
Die zwar körperlich imponierenden, organisch objektiv jedoch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden haben
dabei
ausser Acht zu bleibe
n (etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018
vom 1
0.
Mai 2019
E. 10.2
mit Hinweisen).
Als nicht erfüllt erachtete das Bundesgericht das Kriterium in einem Fall, bei dem die Schmerzen grundsätzlich gut ertragbar waren und
lediglich mittels
chwere körperliche Belastungen
jeweils zu einer Verstärkung der Symptomatik
führten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2008 vom 25.
September 2008
E. 6.3.3.3)
. Gleiches gilt für den Fall, bei dem entspanntes Sitzen schmerzfrei möglich war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 4.5).
Der Beschwerdeführer wurde
zunächst
a
b Herbst 2012
als
beschwerdearm
/
-frei
bezeichnet
(
Urk.
9/50, 9/52/1, 9/44/1 und 9/47/2).
Im Rahmen
der Vollbelastung klagte er ab Januar 2013 über Schmerzen beim Gehen (
Urk.
9/74/1, 9/73/1),
di
e im Februar 2013 als gebessert und noch leicht, vor allem nach Belastung sowie beim Treppensteigen beschrieben wurden. Eine Schmerzmedikation war nicht nötig (
Urk.
9/88/1).
Im
Sommer
2013 klagte er
über
Schmerzen
bei Belastung
, insbesondere im Zusammenhang mit dem Auf- und Absteigen von Leitern (
Urk.
9/112
)
sowie
nach zwei bis drei Stunden Stehen
,
vor allem
beim Arbeiten auf dem Bau. Mit den
Spezialschuhen
sei er eher beschwerdearm (Urk.
9/118). Privat trug er da
mals
Sandalen (
Urk.
9/123/1). Im Herbst 2013 wurde eine stetige Besserung der Beschwerden, die nach Belastung aber deutlich seien
, notiert
(
Urk.
9/128).
In Ruhe
bestanden
nach eigenen Angaben
wenig Schmerzen
,
Spazieren war fast ohne Einschränkung möglich (
Urk.
9/130/1).
Nach der Metallentfernung im Herbst 2013 besserten sich die Schmerzen weiter (
Urk.
9/153/1
und 9/181/1
).
Ab November 2014 arbeitete der Beschwerdeführer
wie erwähnt
ganztags
(
Urk.
9/213 und 9/195/2
). Für
das Ausmass der
von ihm
nach
der
Arthrodese
Naviculocuneiforme
1 und 2
weiterhin
geklagten Beschwer
den
, fand sich
– wie
in E. 5 erörtert – kein hin
r
eichendes organisches Korrelat.
Bis
zum
Frühjahr 2015
bestanden somit
grundsätzlich
gut ertragbare
, nur bei erhöhter Belastung ein relevantes Ausmass annehmende
Schmerzen
.
Eine soma
tische Erklärung für die danach
und insbesondere im Juni 2017, dem Zeitpunkt in dem eine relevante psychische Störung früh
e
stens in Betracht zu ziehen ist,
geklagten vermehrten
Schmerzen fand sich nicht.
Vielmehr wurde von
Dr.
F._
erneut auf eine im Wesentlichen schmerzfreie Situation in Ruhe hin
gewiesen (
Urk.
9/408/2) und der Beschwerdeführer von
Dr.
K._
als sehr beschwerdearm beschrieben (
Urk.
9/
45
3/2).
Damit
ist da
s Kriterium
nicht erfüllt.
6.5.5
Gemäss Bundesgericht kann aus einem
Implantatbruch
nicht auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen werden (vgl.
oberwähntes
Bundesgerichtsurteil 8C_496/2014 E. 4.7).
In den Akten finden sich denn auch keine Hinweise darauf, dass die vom Beschwerdeführer monierte
(vgl.
Urk.
1 S. 15)
abgebrochene Schraube die Unfallfolgen
irgendwie
verschlimmerte
.
6.5.
6
Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
kationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, genügt allein nicht (
Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E.
10.3).
B
esondere
Gründe – wie etwa eine
ausbleibende
Konsolidation der Fraktur
oder
negative Auswirkungen
wesentliche
r
unfallfremde
r
Krankheiten
auf den Heilverlauf
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_542/2020
vom 13.
November 2020
E. 6.2) – liegen hier nicht vor.
Vorab
bestehen keine Indizien für eine verzögerte Heilung des Fussleidens infolge der Schulterbeschwerden.
6.5.7
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfä
higkeit
ist zumindest
nicht in beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt
. So ist
eine besondere Ausprägung gemäss aktueller Rechtsprechung bei einer angemessenen Teilarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_542/2020
vom 1
3.
November 2020
E. 6.4).
D
er Beschwerde
führer
konnte
weniger als ein Jahr nach dem Unfall wieder
zunehmend
bei seiner
bisherigen
Hauptarbeitgeberin tätig
sein
, wenn auch in einem Teilzeitpensum
mit
eingeschränkter Leistungsfähigkeit
und
angepasstem Aufgabenbereich
(
vgl.
Urk.
9/364 sowie
Urk.
9/100, 9/123, 9/130, 9/153, 9/168, 9/181, 9/195, 9/243, 9/264, 9/283
und
9/323). Ab
November 2014 arbeitete er ganztags
(
Urk.
9/213),
nach der letzten
Fussoperation
kurzzeitig 80
%
(
Urk.
9/283/1) und hernach halb
tags
(
Urk.
9/323
).
Er war somit bis zum Sommer 2017 stets im gewohnten Umfeld beruflich integriert.
Gleichzeitig
wurde ihm bereits
vor Beginn
d
er psychiat
rischen Behandlung
mehrfach
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
attestiert
(vgl. E. 5
).
6.6
Da
folglich
höchstens
das K
riterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
in
nicht
besonders ausgeprägter Weise zu bejahen
ist
, hat
die Beschwerdegegnerin
den adäquat
en Kausalzusammenhang zwischen einer allfälligen
psychischen Beeinträchtigung und
dem höchstens mittel
schweren Unfall vom 2
9.
Mai 2012
zu Recht verneint.
7.
7.1
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung
beanstandete
der Beschwerdeführer
einzig
die
angenommene
volle
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
im Umfang des bisherigen
Arbeitspensum
s
von 128
%
sowie die Festsetzung des le
idensbe
dingten Abzugs auf 10
%
.
Soweit
er hierbei
mit dem Zumutbarkeitsprofil argu
mentiert
e
,
wird
auf die detaillierten Ausführungen in E. 5.6
verwiesen
.
Weiter brachte er vor, über kei
ne Berufsausbildung zu verfügen und
die deutsche Sprache nur sehr rudimentär zu beherrschen
. Er sei
viele Jahre als Maurer
im gleichen Betrieb
angestellt gewesen
bzw.
habe
körperlich Schwerstarbeit verrich
tet
und keine Arbeitserfahrung in anderen Bereichen
.
Er sei
56 Jahre alt,
leide an schmerzbedingten Schlafstörungen und Ruheschmerzen
sowie
an einer
psychi
sche
n
Beeinträchtigung
bzw. stärksten Konzentrationsstörungen. Hinzu kämen Hüftprobleme zufolge der unfallbedingten Fehlhaltung und Schulterprobleme aufgrund des ständigen Gehens an Krücken. Die Tätigkeit als Reiniger sei nicht mehr möglich
(
Urk.
1 S. 9
-11
)
.
7.
2
Die somatisch begründeten Einschränkungen
, einschliesslich des erklärbaren Teils der Schmerzen,
wurden beim Belastungsprofil berücksichtigt
, und
können nicht nochmals als abzugsrelevant h
erangezogen werden (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_439/2018 vom 3
1.
Januar 2019 E. 4.3.1).
Die unfallfremden Schul
terprobleme (vgl. E. 3) und psychischen Beschwerden (vgl. E. 6) dürfen nicht indirekt über den leidensbedingten Abzug zur Zusprechung einer höheren Rente führen. Unfallbedingte Hüftprobleme sind
im Verwaltungsverfahren zudem keine dokumentiert
(
vgl. auch
Einsprache,
Urk.
9/456), während
Grenze
für die Beur
teilung des
medizinischen Sachverhalts
der
Erlass des
Einspracheentscheids
ist. Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen
Invalidenlohns (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2)
. Der
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
bietet wie in E. 5.6 dar
gelegt
denn auch genügend Arbeitsmöglichkeiten i
m Rahmen
des Zumutbarkeits
profils des Beschwerdeführers
.
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugs
relevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/201
9 vom 26. November 2019 E. 7.7). Dies hat die Beschwerdegegnerin getan, indem sie für das Invalidenein
kommen auf
den
Zentralwert
für Männer im tiefsten Kompetenzniveau der
LSE 2016, Tabelle TA 1
abstellte. Dies gilt
ebenfalls
für den Nebenerwerb, den sie nicht anhand des effek
tiv erziel
t
en Lohnes als Unterhaltsreiniger, sondern mit 28
%
des Hauptverdienstes berechnete (vgl.
Urk.
2 E. 7.a/
bb
).
Die
Faktoren Alter und Dienstjahre bzw. Betriebszugehörigkeit
wirken sich
im Kompetenzniveau 1 rechtsprechungsgemäss nicht zwingend lohnse
nkend
aus (vgl. erwähntes Bundes
gerichtsurteil 9C_439/2018 E. 4.3.2
).
Der
Beschwerdeführer
ist zudem
deutlich unter 60 Jahre
alt
und ob das Merkmal «Alter» in der obligatorischen Unfall
versicherung überhaupt einen Abzug zu rechtfertigen vermag, ist nach wie vor offen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8
C_841/201
7
vom 1
4.
Mai 2018 E. 5.2.2.3).
Der Umstand, dass
die Stellensuche
altersbedingt erschwert sein mag, fällt als
invaliditätsfremder Faktor
regelmässig ausser Betracht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_
219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22.
November 2017 E. 3.3.2).
7.
3
Der leidensbedingte Abzug von 10
%
erscheint unter diesen
Aspekten
als
eher wohlwollend
(vgl. etwa Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_319/2017 vom 6.
Septem
ber 2017 E. 3.3)
und kann daher auch
unter Berücksichtigung der im
B
ericht der
B._
vom
6.
Januar 2017 angedeuteten Schwierigkeiten, sich auf einen
Tätigkeits
wechsel einzustellen (
Urk.
9/326/3), bestätigt werden.
Damit hat es bei ansonsten unbestritten gebliebenen Berechnungsgrundlagen sein Bewen
den mit einer Rente von 13%.
8.
Zusammenfassend bleibt es bei der rechtskräftig verneinten Unfallkausalität der Schulterbeschwerden
. A
llfällige psychische Beschwerden bedürfen
mangels recht
licher Adäquanz
keiner weiteren Abklärung. Der Fallabschl
uss per Ende September 2018 ist
weder aus prognostischer noch
retrospektiver Sicht zu
bean
standen
. Die leicht unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit sind im Wesentlichen
dem Umstand zuzuschreiben, dass z
wischen ärztlicher Diagnose und attestierter Arbeitsunfähigkeit auch bei somatisch dominierten Leiden keine
Kor
relation besteht
, weshalb die medizinische Folgenabschätzung unausweich
lich Ermessenzüge tr
ägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1
)
, wobei behandelnde Arzt
personen in Zweifelsfällen auch eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl.
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
)
. A
ngesichts des breiten Spektrums an Hilfstätigkeiten auf dem ausgeglichen
en
Arbeitsmarkt
sind die Unterschiede
auf
grund des Fussleidens
aber vernachlässigbar, zumal sie ohne
Einfluss
auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
bzw.
den zu erwartenden Lohn
sind
.
Ein höherer leidensbedingter Abzug als 10
%
lässt sich nicht rechtfertigen.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.