Decision ID: 246b6b87-3145-44fa-a055-eeee1cf99806
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974,
Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 2007 und 2009),
meldete sich am
2.
Februar 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
7.
Oktober 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/47). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/61;
Urk.
7/62,
Urk.
7/67) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/72).
Die dagegen am
2
3.
März 2018
erhobene Beschwerde (
Urk.
7/73/3-12
)
wurde vom hiesigen Gericht
mit Urteil vom 2
9.
Juni 2018 im Verfahren Nr. IV.2018.00299
nach übereinstimmenden Anträgen in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache an die IV-Stelle zwecks Neuberechnung und
zum neuen Entscheid
zurückgewiesen
wurde
(
Urk.
7/77).
1.2
In der Folge sprach die IV-Stelle nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
7/84
) mit Verfügung vom
2
0.
Februar 2019 der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
eine Viertelsrente ab
1.
Januar 2018 zu
(
Urk.
7/93
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
5.
März 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
0.
Februar 2019
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
ab
1.
Januar 2018 mindestens eine halbe Rente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Mai 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom
8.
August 2019 (
Urk.
11) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
1.
August 2019 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
13), was der Beschwer
deführerin am 2
3.
August 2019 (
Urk.
14) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage
kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2
Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV;
vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosig
keit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011
E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumut
barkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaub
würdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnis
sen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchti
gungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und
Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004
S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der
Y._
vom 2
7.
Oktober 2016 (Urk.
7/47
/1-40
) davon aus, dass der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Reini
gungskraft seit Januar 2015 nicht mehr zumutbar sei, jedoc
h nach Ablauf der Wartezeit im J
anuar 2016 eine Arbeitsfähigkeit für eine optimal angepasste Tätigkeit von 50
%
bestehe
. Die Abklärungen vor Ort hätten eine Einschränkung im Haushalt von 18
%
ergeben. Ohne gesundheitliche Einschränkung würde die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 74
%
arbeiten, womit die restlichen 26
% in den Haushaltsbereich entfallen würden. Daraus ergebe sich nach
der aktuellen anzuwendenden Art
der Berechnung der gemischten Methode ein Invaliditätsgrad von 41
%
(S. 4).
In der Beschwerdeantwort vom
9.
Mai 2019 (
Urk.
6) führte die Beschwerdegeg
nerin ergänzend aus,
bei den
Haushaltaufgaben
sei
die Mithilfe
ein
er Kollegin
nicht im Rahmen der gesetzlichen Mitwirkungspflicht angerechnet worden. Dies
sei
von der Abklärungsperson lediglich als Information erfasst worden.
D
ie Abklärungsperson
habe
für die körperlich anstrengende Wohnungspflege eine Einschränkung von 50
%
angerechnet, was einem sehr hohen Wert
entspreche
. Die
Einschränkung von 50
%
decke
sich im Übrigen auch mit den medizinischen Akten
(S. 1)
.
Die im Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit
sei
bereits unter Berücksichtigung des gesamten Beschwerdebildes inkl
usive
vermehrtem Pausen
bedarf auf 50
%
festgesetzt worden. Die Gewährung eines zusätzlichen Abzuges
würde
einer doppelten Berücksichtigung gleich
komme
n
(S.
2 oben)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich
demgegenüber
auf den Standpunkt
(
Urk.
1),
insbesondere im Haushaltsbereich betrage
die Einschränkung
aus
näher ausge
führten
Gründen mehr als lediglich 18
%
(S. 3 ff.).
Sodann verfüge
sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen lediglich noch über ein Leistungsprofil, das nur noch leichte Arbeiten erlaube und auch dies nur unter eingeschränkten Bedingungen, so dass ein leidensbedingter Abzug
von 15
%
zu berücksichtigen sei. Ihre gesundheitlichen Einschränkungen seien in rechtswidriger Weise weder bei der Abklärung im Haushaltsbereich noch bei der Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges gehörig berücksichtigt worden (S. 7 ff.). Schliesslich habe sich
ihre
Lebenssituation geändert und sie wäre auf ein höheres Einkommen angewiesen, um die Bedürfnisse der Kinder und die eigenen decken zu können. Es rechtfertige sich deshalb durchaus
,
von einer 80%igen hypothetischen Erwerbstätigkeit auszugehen
(S. 9 Mitte).
2.3
Zwischen den Parteien unbestritten ist im Erwerbsbereich
eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
in leidensangepassten Tätigkeiten
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
Urk.
1 S. 4;
Urk.
2 S. 4)
, welche sich auch aus dem polydisziplinären Gutachten vom 2
7.
Oktober 2016 (vgl.
Urk.
7/47)
ergibt.
Strittig und zu prüfen ist
hingegen
die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation und das Ausmass der Einschränkungen im Haushaltsbereich.
3.
3.1
Dr.
Z._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
A._
, Facharzt für Neurologie, sowie
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Y._
(Versicherungsmedizin, Begutachtung/Arbeitsmedizin)
,
nannten im Gutachten
vom 2
7.
Oktober 2016 (
Urk.
7/47) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 14):
-
l
umboradikuläres
Reiz- und Verdacht auf sensomotorisches sensibles
Ausfallsyndrom S1 links, Erstdiagnose (
ED
)
2014
-
l
umbospo
ndylogenes
Schmerzsyndrom links
-
Meniskusschädigung links
-
b
egi
nnende Gonarthrose beidseits
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 15 f.):
-
Status nach
zervikospondylogenem
Schmerzsyndrom links 2015
-
Verdacht auf Fibromyalgie, E
D
2014
-
Status nach Operation
Digitus
V links PIP
-
Verdacht au
f Migränekopfschmerz ohne Aura
-
Verdacht auf Eisenmangel
-
Vita
min
D-Ma
ngel
-
Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit
(PAVK)
-
Status nach Hämorrhoiden
-
Verhaltensauffälligkeit bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, anhaltende Beschwerden nach unfallbedingter Knieläsion links, Verdacht auf Kollagenose
;
ICD-10 F54)
Dazu führten die Gutachter aus, a
ls bisherige Tätigkeit
werde
die Tätigkeit als Reinigungskraft gewertet. Aus
rheumatol
ogischer Sicht
führten
die Einschrän
kungen im Gehen, Stehen und beim Heben von Gewichten sowie die dadurch erforderlichen Positionswechsel und die zusätzlich einzuhaltenden Pausen gesamthaft zu einer gesch
ätzten Arbeitsunfähigkeit von zirka
50
%
. Aus inter
nistischer und psychiatrischer Sicht
läg
en
keine Diagnosen vor, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten (S. 26 unten)
.
Die bisherige Arbeit erfordere
die Durchführung von leichten und mittelschweren Arbeiten, einschliesslich Staub
saugen und der Notwendigkeit von Rumpfrotationen und Bücken, was der Explorandin aufgrund der dadurch verursachten Schmerzen aus neurologischer Sicht nicht mehr zumutbar
sei
.
Aus neurologischer Sicht bestehe
für die bisherige Tätigkeit wegen der lumbalen und
lumboischialgiformen
Schmerzen
linksseitig mit Diagnose einer S
1-Radikulopathie auf
der linken Seite daher eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit.
Gesamtmedizinisch
sei
somit in der bisherigen Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 0
%
auszugehen (S. 27 oben).
In einer angepassten Tätigkeit wäre eine Arbeitsfähigkeit in wechselnder Position mit maximaler
Sitzzeit
von einer halben Stunde und der anschliessenden Mög
lichkeit zum Wechseln in das Stehen von ebenfalls maximal einer halben Stunde und zum Teil mit Gelegenheiten zu Liegen zu 50
%
(entsprechend vier Stunden pro Tag) gegeben. Das Gehen von Strecken über 500
m
sei
nicht ohne Pause möglich. Es dürfen keine Hebearbeiten über 5 kg durchgeführt werden, Arbeits
blöcke in unterschiedlichen Arbeitspositionen dürfen nicht länger als zwei Stun
den dauern, optimal wäre eine zweistündige Arbeitstätigkeit vormittags und
eine
zweistündige Arbeitstätigkeit nachmittags. Insgesamt
sei
jedoch zu bezweifeln, dass eine derartige Arbeit für die Explorandin
im ersten Arbeitsmarkt existiere.
Die Einschränkung der Belastbarkeit
sei
mit der Festlegung auf eine leichte Arbeit mit den entsprechenden Vorgaben
berücksichtigt, die 50
%ige Arbeitsunfähigkeit
ergebe
sich aus der maximalen Arbeitszeit von 2
x
2 Stunden pro Tag. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit sollte langsam erfolgen mit
zu Beginn 25
%iger Tätigkeit (z.B
. mit 2 Stunden Arbeit pro Tag).
Eine weitere Steigerung
könne
nach jeweils einem Monat Arbeitstätigkeit durch den betreuenden Hausarzt abge
schätzt werden, dies bis zur Erreichung einer Arbeitstätigkeit von 50
%
(ent
sprechend vier Stunden pro Tag) innerhalb von 6 Monaten.
Gesamtmedizinisch
sei
somit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
(entsprechen
d vier Stunden pro Tag) auszugeh
en
(S. 27 unten)
.
3.2
Am 2
3.
Dezember 2016 berichtete die Abklärungsperson über die am 1
2.
Dezem
ber 2016 durchgeführte Haushaltsabklärung (
Urk.
7/58). Zu Beginn und Ausmass der Beschwerden
führte
sie
aus, gesamtmedizinisch sei für die bisherige Tätigkeit seit Anfang 2015 von keiner Arbeitsfähigkeit mehr auszugehen. In einer ange
passten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
gegeben in wechselnder Position mit maximaler
Sitzzeit
von einer halben Stunde und der anschliessenden Möglichkeit zum Wechsel in Stehen (ebenfalls maximal eine halbe Stunde) und zum Teil mit Gelegenheit zum Liegen (S. 1
Ziff.
1).
Zu ihren Beschwerden befragt, habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, seit der Begutachtung habe sich keine wesentliche Veränderung der Beschwerden ergeben
. Rücken und Knie würden das Hauptproblem bilden. Die Knieproblematik
führe dazu
, dass am 2
3.
Dezember
2017
ein Eingriff erfolgen werde. Ihr grosser Wunsch sei es, möglichst schnell gesund zu werden. Zu Hause
, wenn sie sich ihren Beschwerden entsprechend ver
halten könne, fühle sie sich besser. Die Abklärungsperson führte ergänzend aus, dass die Beschwerdeführerin während der gesamten Abklärungszeit entspannt und ohne Schmerzangaben oder Schmerzzeichen auf dem Sofa gesessen sei. Sobald sie gezwungen sei, sich beispielsweise nach Terminvorgaben bewegen zu müssen,
verstärk
t
e
n sich
ihre Schmerzen. Alle Therapieversuche hätten bisher keinen Erfolg gebracht (S. 2 oben).
Zur Qualifikation
f
ührte die Abklärungsperson aus, die Angaben der Beschwer
deführerin, wonach sie ursprünglich nebst der Betätigung als Hausfrau freiwillig kein volles Erwerbspensum gesucht habe, seien in Anbetracht der Erwerbsbio
graphie nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin sei vor ihrer Mutterschaft nie länger hochprozentig erwerbstätig gewesen, obwohl nichts gegen eine derartige Aufteilung gesprochen habe (S. 3 unten
Ziff.
2.6.1). Damit keine Benachteiligung in Folge Familiengründung/Kinderbetreuung entstehen könne, werde als Erwerbsanteil das letzte Jahr vor der ersten Mutterschaft als Relevanzgrösse her
angezogen. Es handle sich gleichzeitig um das einkommensstärkste Jahr der
Beschwerdeführerin in der Schweiz. Gemäss GAV-Angaben hätte die Beschwer
deführerin 2016
bei einem 100
%
Pensum Fr.
36'000.- verdienen können. Die Beschwerdeführerin sei also im letzten Jahr vor der Familiengründung zu 73.8
%
im Erwerb tätig gewesen und habe zu 26.2
% als Hausfrau gearbeitet (S. 4 oben).
Zum Bereich «Haushaltsführung» hielt die Abklärungsperson fest, es bestehe keine Einschränkung (S. 5
Ziff.
6.1).
Zum Bereich «Ernährung» führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdefüh
rerin koche ihrer Gewohnheit entsprechend jeweils zwei Mahlzeiten. Sie richte
sich ein
und könne auf diese Weise einfache aber vollwertige Mahlzeiten
zube
reiten. Den Abwasch erledige sie selb
st. Die Arbeitsflächen sauber zu halten
, bereite
ihr keine Probleme. Die Beschwerdeführerin könne die oberflächliche Bodenpflege übernehmen. Die gründliche Bodenpflege werde einmal wöchentlich von einer Kollegin gratis erledigt. Es resultiere eine Einschränkung von 30
%
(S. 5
Ziff.
6.2).
Zum Bereich «Wohnungspflege»
hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwer
deführerin sage, auf guter Höhe könne sie die anfallenden Reinigungsarbeiten verrichten. Es sei ihr auch möglich die oberflächliche Bodenreinigung zu erledi
gen. Früher habe die Versicherung eine Putzhilfe bezahlt, die auch die Fenster gereinigt habe.
Diese Unterstützung sei vorbei. Eine gute Kollegin komme einmal pro Woche und übernehme die gründliche Bodenpflege. Vor allem müsse sie unter den Betten saugen. Die Fenster putze niemand mehr. Die gründliche Nasszellen
pflege übernehme ebenfalls die bereits erwähnte Kollegin. Auch die Betten beziehe ebenfalls die Kollegin. Entsprechend resultiere eine Einschränkung von 50
%
(S. 6
Ziff.
6.3).
Zum Bereich «Einkauf und weitere Besorgungen» führte die Abklärungsperson aus,
nachmittags kaufe die Beschwerdeführerin zusammen mit den Kindern ein, wobei diese dann für den Warentransport verantwortlich seien. Um die häusliche Administration kümmere sich die Beschwerdeführerin selbst. Es sei zum
utbar, die Einkäufe auf Tageseinkäufe aufzuteilen, damit die Kinder nie schwer tragen müss
t
en. Es entstehe keine anrechenbare Einschränkung, die Hilfe der Kinder sei zumutbar (S. 6
Ziff.
6.4).
Im Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von
10
%
, indem
unter anderem
die Hilfe der
Kinder
berücksichtigt wurde (S. 7
Ziff.
6.5).
Zum Bereich «Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen» hielt die Abklärungsperson fest,
es bestehe keine Einschränkung. Die Beschwerdefüh
rerin sei allein verantwortlich für die Erziehungsarbeit, der Kindsvater komme
auch nicht mit an schulische Gespräche oder Anlässe. Die Beschwerdeführerin fühle sich nicht eingeschränkt in ihrer Elternarbeit (S. 7
Ziff.
6.6).
Zum Bereich «Verschiedenes» führte die Abklärungsperson aus,
zum Haushalt würden weder Tiere noch Pflanzen gehören. Auch habe die Beschwerdeführerin weitere Tätigkeiten aus diesem Bereich verneint. Entsprechend bestehe keine anrechenbare Einschränkung (S. 7
Ziff.
6.7).
Zusammenfassend resultiere eine gesamthafte Einschränkung von
9
(rich
tig: 18) %
(S.
7
Ziff.
6.8
)
. Da die Restarbeitsfähigkeit nicht voll ausgeschöpft werde, könne eine allfällige Wechselwirkung vorliegend nicht berücksichtigt werden (S.
7
Ziff.
8).
3.3
Dr.
C._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, Oberarzt Spital
D._
, berichtete am 2
4.
Februar 2017 (
Urk.
7/65) über eine Verlaufskontrolle und führte aus, die Beschwerdeführerin stelle sich zwei Monate postoperativ zur klinischen Kontrolle in der Sprechstunde vor. Das Ganglion sei nicht mehr abgrenzbar. Jedoch bestün
den weiterhin Schmerzen ventral am linken Kniegelenk sowie teilweise Schwellungsneigung. Die Beschwerdeführerin nehme wieder NSAR ein. Des Wei
teren sei sie weiterhin an zwei Gehstöcken mobil.
4.
4.1
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar. Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.5) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift
diesfalls
in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein
schätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
4.2
Die zuständige Abklärungsperson führte zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich am
1
2.
Dezember 2016
eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin
geklagten Leiden und Behinderungen sowie der Familien- und der Wohnverhält
nisse, der technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich von
9
(richtig 18)
%
festgestellt.
Der von der Abklärungsperson verfasste Bericht vom
2
3.
Dezember 2016
(
vgl. vorstehend E. 3.
2
) befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualer Gewichtung und umschreibt die zu verrichtenden Tätig
keiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Bereichen. Ebenfalls berücksichtigt wurde die altersentsprechende Mitwirkungs
pflicht der beiden
Kinder
der Beschwerdeführerin. Der Abklärungsbericht ist sodann schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind vorliegend keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbericht als mangel
haft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die Entscheidfindung grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass
die Einschränkung im Haushalts
bereich im Abklärungsbericht mit 18
%
zu tief ausgefallen sei und
die medizi
nischen Akten in unzulässiger Weise nicht berücksichtigt worden seien
(vgl.
Urk.
1 S. 4 ff.
)
, so kann ihr nicht gefolgt werden.
So stellt der auf der Basis von Erhebungen an Ort und Stelle verfasste Abklärungsbericht vom 2
3.
Dezember 2016 (
Urk.
7/58) grundsätzlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Ermitt
lung der entsprechenden Behinderung dar.
Dagegen vermag entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin die pauschale
und ohne Bezug zu den einzelnen Positio
nen der Haushaltsführung gemachte
Aussage der Gutachter, wonach im Privat
leben noch eine Restfunktion in Bezug auf die Erziehung der Kinder sowie das Führen des Haushaltes zu wenigstens 50
%
vorhanden sei
(vgl.
Urk.
7/47/31)
,
den vorliegenden Abklärungsbericht, welcher vor Ort von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhäl
tnisse und der sich aus den medizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen erhoben wurde, nicht in Zweifel zu ziehen.
Die Beschwerdeführerin verkennt, dass b
ei der Besorgung des eigenen Haushalts in der Regel mehr Spielraum und Flexibilität für die Einteilung sowie Ausführung der Arbeit
besteht,
als im Rahmen eines – hinsichtlich des Tätigkeitsprofils ähn
lich ausgestalteten – Anstellungsverhältnisses. Kann die Versicherte wegen ihrer Beeinträchtigung gewisse Haushaltsarbeiten
nurmehr
mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ent
sprechend gliedern, wobei sie die durch den gesundheitsbedingten Wechsel von der früheren ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit gewonnene Zeit auf die Aufgaben
im Haushalt zu verwenden sowie in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch zu nehmen hat (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_440/2011 vom
1
1.
Juli 2011
E. 4.2).
In diesem Sinne haben
mit
häuslichen Aufgaben beschäftigte Versicherte
auch
Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haus
haltsverrichtungen ermöglichen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_680/2011 vom 1
6.
November 2011 E. 3.2.2).
Vor dem Hintergrund, dass die Haushaltsver
richtungen in zeitlicher und organisatorischer Hinsicht frei gestaltet werden können und schadenmindernde Vorkehren getroffen werden müssen, ist es folg
lich ohne weiteres denkbar, dass
die Abklärungsperson hinsichtlich des Haushal
tes zu einer tieferen Einschränkung gelangt als die generelle gutachterliche Ein
schätzung der leis
tungsmässigen Beeinträchtigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 107/05 vom 2
9.
November
2005
E. 4.2
).
4.4
Unter Berücksichtigung der genannten Faktoren kann entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
in den Bereichen Ernährung, Wohnungspflege und Wäsche/Kleiderpflege
mit Verweis auf die von den Gutachtern postulierte 50%ige Restfunktion im Haushalt (vgl.
Urk.
7/47/31 Mitte)
nicht generell
von mindestens einer 50%igen Einschränkung
ausgegangen werden.
So erweist sich die im Bereich «Ernährung» statuierte Einschränkung von 30
%
als plausibel.
Die Beschwerdeführerin
kocht ihrer Gewohnheit entsprechend jeweils für zwei
Mahlzeiten, hat sich eingerichtet und kann auf diese Weise ein
fache
,
aber vollwertige Mahlzeiten zubereiten. Sie erledigt den Abwasch selber, ist in der Lage
,
die Arbeitsfläche sauber zu halten und kann die oberflächliche Bodenreinigung übernehmen. Bis auf die gründliche Bodenreinigung, welche einmal wöchentlich von einer Kollegin übernommen wird, ist die Beschwerde
führerin in diesem Bereich somit in der Lage, alles selber zu erledigen (vgl. vorstehend E. 3.2).
Vor diesem Hintergrund ist die von der Abklärungsperson postulierte Einschränkung von
30
%
nachvollziehbar.
Auch die im Bereich «Wohnungspflege» statuierte Einschränkung von
50
%
erweist sich als plausibel.
So berücksichtigte
die Abklärungsperson, dass die Beschwerdeführerin die auf guter Höhe anfallenden Reinigungsarbeiten verrich
ten könne und es ihr auch möglich sei
,
die oberflächliche Bodenreinigung zu erledigen.
Hierzu ist ausserdem zu bemerken, dass die Tätigkeit als Raumpfle
gerin nicht mit dem Führen eines privaten Haushalts vergleichbar ist. Letzteres beinhaltet zahlreiche Tätigkeiten, für die keine besonderen körperlichen Voraus
setzungen erforderlich sind bzw. deren Anforderungen direkt von der Grösse des Haushalts und der Anzahl der Haushaltsmitglieder abhängen. Das Führen eines
privaten Haushalts erlaubt zudem, die Tätigkeit an körperliche Probleme anzu
passen, welche unter Umständen nicht mit den Leistungsanforderungen für die Ausübung einer ähnlichen Tätigkeit in einem beruflichen Umfeld vereinbar sind (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 735/04
vom 1
7.
Januar
2006). Dass die Beschwerdeführerin gewisse Arbeiten nicht mehr eigenständig erledigen kann, wurde von der Abklärungsperson entsprechend bei der Einschränkung berück
sichtigt.
Auch im Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» kann
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
nicht ohne weiteres
aufgrund der von den Gutachtern postulierten 50%igen Restfunktion im Haushalt
von einer 50%igen Einschrän
kung ausgegangen werden
, berücksichtigen doch diese wie bereits erwähnt die Schadenminderungspflicht
gerade
nicht. Die Abklärungsperson
veranschlagte
in diesem Bereich
unter Berücksichtigung von schadenmindernden Vorkehrungen seitens der Beschwerdeführerin sowie der Mithilfe der beiden Kinder
eine Einschränkung von
10
%
.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass das Aufhängen der Wäsche aufgrund der Rückenbeschwerden gar nicht möglich sei (vgl.
Urk.
1 S. 6 unten), ist dies aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden
nachvollziehbar, doch ist die Beschwerdeführerin im Sinne der Schadenminde
rungspflicht gehalten, Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren (vgl. vorstehend
E. 4.3).
So führte die Abklärungsperson
in diesem Sinne
aus, es sei nachvoll
ziehbar, dass die Beschwerdeführerin Hilfe beim Wäschetransport benötige. In Taschen könnte dieser Transport jedoch ohne weiteres durch die Kinder ausgeführt werden. Sodann wäre es der Beschwerdeführerin zuzumuten, die Wäsche auf einem tiefen Ständer aufzuhängen. Einzig das Aufhängen grosser Teile wie die Bettwäsche könne als Einschränkung angerechnet werden (vgl.
Urk.
7/58 S. 6
Ziff.
6.5).
4.5
Nach dem Gesagten
ist gemäss Abklärungsbericht vom 2
3.
Dezember 2016 von einer Einschränkung im Haushaltsbereich von
18
%
auszugehen.
5
.
5
.1
Die
Parteien gingen übereinstimmend und gestützt auf das polydisziplinäre Gut
achten vom 2
7.
Oktober 2016 (
Urk.
7/47) davon aus, dass bei der Beschwerde
führerin in
einer dem Leiden angepassten Tätigkeit
eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
besteht (
Urk.
1 S. 4;
Urk.
2 S. 4
).
Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise auf eine höhere Restarbeitsfähigkeit ergeben, ist im Folgenden bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
aufgrund eines
Einkommensvergleiches der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Erwerbs
bereich zu ermitteln.
5
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5
.3
Rechtsprechungsgemäss sind die im Verfügungszeitpunkt jeweils aktuellsten veröffentlichen Tabellen zu verwenden (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2).
Die Beschwerdegegnerin bestimmte das
Valideneinkommen
gestützt auf den Zentralwert der Lohntabelle des Bundesamts für Statistik für
Reinigungspersonal und Hilfskräfte
anhand der Daten der LSE
2014
(vgl.
Urk.
7/59,
Urk.
7/70,
Urk.
7/71 S. 5 oben
)
, dies obschon im Verfügungszeit vom 2
0.
Februar 2019 bereits die
Daten der LSE 2016 veröffentlicht waren (vgl. die Angaben auf
www.bfs.admin.ch
).
Der monatliche Bruttolohn für
Frauen in der Berufsgruppe
«
Reinigungspersonal und Hilfskräfte
»
betrug im Jahr 2016
Fr.
4
’
000.-- (LSE 2016, Tabelle T17,
Ziff.
91, Frauen, 30 - 49 Jahre
), was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 sowie der massge
benden Nominallohnerhöhung von 0.4
%
im Jahr 2017 und 0.5
%
im Jahr 2018, ein h
ypothetisches
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
50'491.
--
(
Fr.
4'
000 :
40
x
41.7 x 12 x 1.004 x 1.005)
ergibt
.
5
.4
Auch bei der Festlegung des Invalideneinkommens ist vorliegend auf die Tabel
lenlöh
ne gemäss LSE 2016 abzustellen. Soweit die Beschwerdeführerin diesbe
züglich vorbrachte, dass das Invalideneinkommen nicht gestützt auf den statis
tischen Durchschnittslohn Total, sondern auf den Durchschnittslohn im Sektor 3 «Dienstleistungen» zu berechnen sei (vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
15), kann ihr nicht gefolgt werden. Dass der Beschwerdeführerin auf Grund ihrer gesundheitlichen
Einschränkungen der Sektor 2 «Produktion» gar nicht mehr offensteht, ist vorlie
gend
nicht ausgewiesen
.
In diesen Wirtschaftszweigen werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, zunehmend durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Bedeutung zukommt.
Folglich gibt es in Industrie und Gewerbe des Sektors 2 «Produktion» durchaus auch leichte Arbeiten, die der Beschwerde
führerin aufgrund ihres Gesundheitszustandes offenstehen
(Urteil des Bundesge
richts I 135/05 vom 1
2.
September 2005 E. 3.2)
. Auf der anderen Seite ist nicht ersichtlich, weshalb einzig der Sektor «Dienstleistungen» zur Ermittlung des Invalideneinkommens herangezogen werden soll und dieser im Hinblick auf die gesundheitlichen Einschränkungen geeigneter sein soll.
Nach dem Gesagten ist nicht ersichtlich, weshalb nicht auf das Total der statistischen Löhne abzustellen
ist.
Der Totalwert für Frauen gemäss LSE 2016, Kompetenzniveau 1, betrug im Jahr 2016 im privaten Sektor
Fr.
4'363.-- (LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1), was
unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 sowie der massge
benden Nominallohnerhöhung von 0.4
%
im Jahr 2017 und 0.5
%
im Jahr 2018 ein hypothetische
s
Invalideneinkommen von
rund
Fr.
55'073.
--
(
Fr.
4'363
.--
:
40
x
41.7
x 12
x
1.004 x 1.005)
und von rund
Fr.
27'53
7.--
bei ausgewiesener 50%iger Restarbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
ergibt
(vgl. vorstehend E. 3.1
und E. 5.1
).
5.5
Soweit die Beschwerdegegnerin vorliegend
von
der
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges mit der Begründung
absah
,
dass die in
der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene
n
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung dessel
ben Gesichtspunkts führen dürf
t
e
n
(vgl.
Urk.
6 S. 2 oben), so kann ihr nur teilweise gefolgt werden. So kann ihr insofern gefolgt werden, dass ein Teil der Einschränkung bereits in den von den Gutach
tern attestierten 50%igen Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurde. Es bestehen
gemäss dem
ärztlich beschriebene
n
Belastungsprofil zusätzliche Einschränkun
gen, welche
mit einem
leidensbedingten Abzug vom statistischen Tabellenlohn
zu berücksichtigen sind. So dürfen gemäss Gutachter beispielsweise die Arbeits
blöcke in unterschiedlichen Arbeitspositionen nicht länger als zwei Stunden dauern, wobei eine zweistündige Arbeitstätigkeit vormittags und eine zweistün
dige Arbeitstätigkeit nachmittags optimal wäre. Weiter ist die
50%ige
Arbeits
fähigkeit
dahingehend eingeschränkt, dass
in wechselnder Position
von einer
maximaler
Sitzzeit
von einer halben Stunde und der anschliessenden Möglichkeit zum Wechseln in das Stehen von ebenfalls maximal einer halben Stunde und
zum Teil mit Gelegenheiten zu Liegen
auszugehen ist (vgl. vorstehend E. 3.1). Angesichts dieser zusätzlichen Einschränkungen ist ein leidensbedingter Abzug von
jedenfalls
10
%
angebracht. Das Invalideneinkommen beträgt damit
rund
Fr.
24'783.
--
(= 0.90 x
Fr.
27'536.73).
5.6
Bei einem
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
50'491.36 und einem Invali
deneinkommen in der Höhe von
Fr.
24'783.05
ergibt sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
25’708.31, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
50.92
%
entspricht.
5.7
Schliesslich wurde auch die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Quali
fikation von 73.8
%
im Erwerb und 26.2
%
im Haushalt bestritten. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die von der Abklärungsperson diesbezüglich vorgenommene Berechnung zur Beurteilung der Statusfrage
(vorstehend E. 3.2)
als
untauglich erscheint.
So erfordert die
Beantwortung der Statusfrage zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden
(vorstehend E. 1.3)
.
Zwar erscheint das Heranziehen des Erwerbsanteils vor der ersten Mutterschaft als
Anhaltspunkt
als durchaus nachvollziehbar.
Die Annahme einer Erwerbstätigkeit
von genau 73.8
%
wird
jedoch
dem hypothetischen Charakter der Beantwortung der Statusfrage nicht gerecht und ist als S
cheingenau
igkeit
zu verwerfen. Stattdessen ist v
on einer
jedenfalls
75%igen hypothetischen Erwerbs
tätigkeit aus
zu
ge
he
n.
5.8
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinvaliditäts
grade.
Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von
75
%
und einer Einschrän
kung im Erwerbsbereich von 50.92
%
(vgl. vorstehend E. 5.6)
ergibt dies anteilig einen
Teili
nvaliditätsgrad von
38.19
%
(
75
%
x 0.
5092
).
Bei einem Anteil des Haushaltsbereichs von 25
%
und einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 18
%
(vgl. vorstehend E. 4.5) ergibt dies anteilig einen Teilinvaliditätsgrad von 4.5
%
(25
%
x 0.18).
Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
38.19
%
und einem solchen von
4.5
%
im Haushaltsbereich
ein Gesamtinvaliditätsgrad von
gerundet 43
%
, was
einen
Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründet.
5.9
Die angefochtene Verfügung vom
2
0.
Februar 2019
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzu
erlegen.