Decision ID: ecde39b7-41f9-4d7e-a0ac-c34a57d615f8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1990 geborene
X._
war seit dem 11. August 2008 bei der
Y._
AG als Detailhandelsfachfrau angestellt und dadurch bei der
Basler Ver
sicherung AG
obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1. A
ugust 2012
stürzte sie mit dem Fahrrad,
ohne Helm und ohne Fremdein
wirkung
,
und erlitt dabei
namentlich
ein
schweres
Schädel-Hirn-T
rauma mit
traumatischer SAB frontal,
fronto
-basaler Kontusionsblutung links,
subduralem
parafalxinem
Hämatom,
Kalottenfraktur
rechts okzipita
l,
Hämatosinus
spheno
idalis
beidseits
(Unfallmeldung vom
22. August 2012
[
Urk.
17/2.1
]
,
Urk.
18/3.32
).
Sie wurde
mit der Schweizerischen Rettungsflugwacht
in
den Kantonsspital
K._
transportiert
, wo sie während
rund
sieben
Wochen medizinisch versorgt
und operiert
wurde
(
Urk.
18/3.32)
.
Im Anschluss erfolgte eine stationäre Rehabi
litation
in der
Rehaklinik
Z._
AG (damals
Klink A._
AG
)
bis zum 3. November 2012
, wo unter anderem ein leichtes, aber alltagsrelevantes kognitives Defizit mit Beeinträchtigungen in der Aufmerksamkeitsteilung und in der Belastbarkeit festgestellt wurde
(
Urk.
18/3.26, 26/8
)
. Die Basler Versicherung AG erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am 27. November 2012 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 26/1).
Im Januar 2013
begann
die Versicherte
unter
Begleitung einer durch die Unfall
versicherung eingesetzten
Casemanagerin
einen
Arbeitsversuch an ihrer bisherigen Arbeitsstelle
(
vgl.
Urk.
18/3.37
, 26/19, 26/30
, 26/33
)
. Im
weiteren
Verlauf
fanden
verschiedene
medizinische B
ehandlungen,
Abklärungen
und
Rehabilitation
en
statt.
Die Basler Versicherung AG
veranlasste im Oktober 2014
ein
inter
disziplinäres Gutachten
(Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Neuropsychologie)
, das von den Ärzten der
B._
GmbH,
Medas
C._
, am
9. April 2015
erstattet wurde
(
Urk.
18/4.9)
.
Gestützt auf
dieses
erliess die IV-Stel
le des Kantons St.
Gallen am 9.
September 2015 einen Vorbescheid
(
Urk.
26/112)
, mit welchem der Versicherten eine halbe Invalidenrente
ab August 2013
in Aussicht gestellt wurde. Nach dagegen erhobenem Einwand
(
Urk.
26/119)
und weiteren Abklärungen
sowie
der Durch
führung eines
von der Basler Versicherung AG finanzierten
Belastbarkeitstrainings
im Dorfmarkt
D._
in
E._
von Mitte September bis 30. November 2015 (vgl. S
chlussbericht
[
Urk.
17/2.59])
und
eines
von der IV-Stelle St.
Gallen veran
lassten Belastbarkeitstraining
s
bei der
F._
AG vom
1. F
ebruar
bis
15.
April 2016
(vgl. Schlussbericht vom 10. Mai 2016 [
Urk.
26/155]
)
sprach die IV-Stelle der
Versicherten
nach Erlass eines neuen V
orbescheides vo
m 1. Juni 2016 (Urk. 26/165)
am
20. April 2017
eine ganze Invalidenrente basierend auf einem Inva
liditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab dem 1.
August 2013 zu
(
Urk.
26/174 f.)
.
Im August 2017 beauftragte d
ie Basler Versicherung AG
die
B._
GmbH
mit einer
interdisziplinären
Verlaufsabklärung
(Neurologie, Psychiatrie, Neuropsychologie)
.
Das Gutachten wurde am 21. Februar 2018 erstellt
(
Urk.
18/4.13)
.
Mit Schreiben vom 23. April 2018
(
Urk.
18/4.15)
konnte sich
die
Versicherte
unter Einreichung eines
Berichtes der Rehaklinik
Z._
AG
vom 17. April 2018 (Urk. 18/4.14)
zum Gutachten
äussern
. Diese
Eingaben
wurde
n den Gutachtern
zur Stellung
nahme vorgelegt, welche
am
12. Juni 2018
erfolgte
(
Urk.
18/4.16)
.
Dazu liess sich die Versicherte am 29. Juni 2018 unter Beilage einer erneuten Stellungnahme der Rehaklinik
Z._
AG vom 21. Juni 2018, welche in den Akten der Unfall
versicherung nicht aktenkundig ist, vernehmen (Urk. 18/4.19).
Gestützt auf die beiden
Gutachten sowie die Stellungnahme der
B._
GmbH
sprach die Basler Versicherung AG der Versicherten mit Verfügung vom 15. März 2019 eine I
nvali
denrente
aus UVG
a
u
f
der Basis eines Invaliditätsgrades von 63 % mit Wirkung ab 1. März 2018 sowie eine Integritätsentschädigung von 65 % zu
(
Urk.
18/5.01)
.
Die dagegen erhobene Ei
nsprache vom 2. Mai 2019 (
Urk.
18/5.02
) wies sie mit Ent
scheid vom 8. Juni 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 9.
Juli 2020 Beschwerde mit dem Antrag,
der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zuzusprechen sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 85 % auszurichten. Zudem seien die Beha
ndlungskosten im Sinne von Art.
21 UVG
weiterhin von der Unfallversicherung
zu übernehmen. Even
tualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2. Februar 2021
schloss die
Basler Versicherung AG
auf A
bweisung der Beschwerde (
Urk.
14
).
Mit Verfügung vom 8. Februar 2021 wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung beigezogen (
Urk.
20). Nach Eingang derselben (
Urk.
26/1-185, 27/1-10) wurde am 1. März 2021 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
28).
Am
31. Mai 2021 reichte die
Beschwerdeführer
in
eine
Replik ein (
Urk.
32
). Die Beschwerdegegnerin erstat
tet
e am
5. Oktober 2021
ihre
Duplik (
Urk.
45), wovon die
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom
12. Oktober 2021
in Kennt
nis gesetzt wurde (
Urk.
47
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1. August 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
steigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er vor
aussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.5
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritäts
schaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integri
tät, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr.
U 445 S. 555 ff.).
1.6
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
wei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritäts
schaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.7
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angege
bene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Ein
zelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom
8
. Juni 2020
(
Urk.
2) im Wesentlichen damit, dass
bei der Beschwerdeführerin
gestützt auf das Gutachten vom 21. Februar 2018
sowie die Stellungnahme vom 12.
Juni 2018 der
B._
GmbH
eine Restarbeitsfähigkeit
von 40 %
ausgewiesen sei.
Gemäss den Gutachtern bestehe eine Verdeutlichungstendenz und die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin hinsichtlich einer Restarbeitsfähigkeit von lediglich einer Stunde pro Tag sei aufgrund der unfallbedingten Verletzungen nicht nachvoll
ziehbar.
In Bezug auf die Integritätsentschädigung
sei eine Höhe von 65 % gerechtfertigt. Insbesondere
könne keine relevante eigenständige psychische Störung klassifiziert werden, welche über die bereit
s in der Tabelle
8 beschriebene
Bewertung und
das dort
erfasste psychische Störungsbild hinaus zu berücksich
tigen wäre.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (
Urk.
1), dass
sich
gestützt auf
die
Berichte der Rehaklinik
Z._
AG
sowie
die
gescheiterten Arbeits
versuche und
das Belastbarkeitstraining
, zuletzt
in
optimal angepasster Umge
bung
und im geschützten Rahmen
,
gezeigt habe, dass
unfallbedingt keinerlei ver
wertbare Restarbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen 1. Arbeitsmarkt
mehr
vorliege
. Die Beschwerdeführerin
habe sich
mit grossem
Willen und Leidensdruck über ihre
gesundheitlichen Grenzen
hinaus
um eine Wiedereingliederung
bemüht und habe
dabei
andere Aktivitäten und Haushaltstätigkeiten aufgegeben und sich sozial zurückgezogen
. Von einem Verdeutlichungsverhalten beziehungsweise Inkonsistenzen könne
dabei
nicht die Rede sein.
Folglich sei ihr
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente auszurichten.
Des Weiteren sei die Integritätsentschädigung
bei mindestens 85 % festzusetz
en
. Die Beschwerde
führerin leide
nicht nur
an einer
(mindestens)
mittelschweren bis schweren Hirnfunktionsstörung
, sondern auch an einer
eigenständigen
–
und über das übliche Mass von Begleiterscheinungen der hirnorganischen Störungen
hinaus
gehenden
–
relevante
n
psychische
n
Störung.
Deshalb
sei neben der
Suva-Tabelle 8
auch die Tabelle
19
anwendbar
.
Zudem
sei unbestrittenermassen
die
posttraumatische Riechstörung
zu berücksichtigen
.
3.
3.1
Im
interdisziplinären
Gutachten der
B._
GmbH
vom 9.
April
2015 (
Urk.
18/
4.9)
wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
St.
n.
sch
w
erem Schädel-Hirn-Trauma 08/2012 mit traumatischer SAB
frontal, linksbe
tonter
bifrontobasaler
Kontusionsblutung und
K
alotten
fraktur
rechts
occipital
-
St.
n.
dekompressive
r
K
raniotomie links
frontopar
i
ete
mporal
mit PEEK-
Kalottenersatz
links
fronto
-tempoparietal, mit residualer Defektbildung linksfrontal 6 x 4,5 x 3,5 cm mit
Hämosiderinablagerung
, kleinerem Defekt auch r
echtsfrontal und links temporal
-
Multifaktorieller chronischer posttraumatischer Kopfschmerz vom Span
nungstyp bei St.
n. schwerer Kopfverletzung
ICD-10
G44.30, anfangs überlagert durch einen sehr wahrscheinlich besteh
e
nden medikamenten
induzierten Übergebrauchskopfschmerz (
Tramundin
,
Metamizol
), seit 12/2013 schmerzmittelfrei, im Weiteren protrahierter Spannungskopf
schmerz vorrangig im Rahmen psychischer Faktoren
-
Organisches Psychosyndrom (Frontalhirnsyndrom)
ICD-10
F07.2 bei o.g. schwerem Schädel-H
irn-Trauma
mit linksbeton
t
bifrontal
ausgedehntem Defekt
-
Angst- und Depression gemischt
ICD-10
F41.2 mit persistenten leicht bis mittelschweren kognitiven Störungen
ICD-10
F
06.7
Als
Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfäh
igkeit wurde
n
eine
anankastische
Persönlichkeit (ICD-10 F60.5) und ein St.
n.
Tympanoplastik
rechts 2010 sowie eine posttraumatische Anosmie festgestellt
(Urk. 18/4.9 S. 44)
.
Die Gutachter führten aus, dass i
n
der angestammten Tätigkeit
(aktueller Arbeits
platz als Einzelhandelskauffrau in Modebranche)
interdisziplinär eine Arbeits
fähigkeit von knapp 30 % anzunehmen
sei
(Pensum 30 %, Rendement 90 %), was der aktuell bereits erbrachten Tätigkeit entspreche
.
Da nicht nur Aspekte des organischen Psychosyndroms, sondern auch psychodynamische Aspekte eine Rolle spielen würden, sei unter fortgesetzter Therapie damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin wieder in der Lage sein werde, in der nächsten Zeit ihre Arbeitsfähigkeit auf 40 % zu erhöhen.
Unter sehr günstigen leidensangepassten Bedingungen
sei
bereits jetzt eine
Arbeit mit
einer
Präsenzzeit
von
50 % und mit leicht gemindertem Rendement um 10
% (pausenbedingt) möglich
.
Bei Fort
setzung der medizinischen Massnahmen wäre auch längerfristig eine weitere vorsichtige Steigerung auf eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 % denkbar
(Urk. 18/4.9 S. 45, 48)
.
In Bezug auf eine
(
allf
ällige)
Integritätsentschädigung
stellten
die Gutachter
fest
, dass zwar rein neurologisch-organisch die Unfallfolgen als abgeschlossen
zu betrachten seien.
Die Auswirkungen auf psychiatrischem Fachgebiet könnten aber noch nicht abschliessend festgelegt werden.
Aus psychiatrischer Sicht sei noch kein Endzustand erreicht, weshalb die Integritätsentschädigung derzeit no
ch nicht festgelegt werden könn
e.
Die Fa
h
r
ei
g
nung we
rde theoretisch-medizinisch als gegeben beurteilt, jedoch aufgrund der reduzierten Belastbarkeit nur für kurze Strecken
(Urk. 18/4.9 S. 46, 49)
.
3.2
Im
Verlaufsg
utachten der
B._
GmbH
vom 21.
Februar 2018 (
Urk.
18/
4.13)
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
St. n. schwerem Schädel-Hirn-Trauma 08/2012 mit traumatischer SAB frontal, linksbetonter
bifronto
-basaler Kontusionsblutung und
K
alotten
fraktur
rechts
occipital
-
St.
n.
dekompressiver
Kraniotomie links
frontopar
ietote
mporal
mit PEEK-
Kalottenersatz
links
fronto
-tempoparietal, mit residualer Defektbildung linksfrontal 6 x 4,5 x 3,5 cm mit
Hämosiderinablagerung
, kleinerem Defekt auch r
echtsfrontal und links temporal
-
M
ultifaktorielle chronische posttraumatische
Kopfschmerz
en
vom Span
nungstyp bei St.
n. schwerer Kopfverletzung
ICD-10
G44.30, anfangs überlagert durch einen sehr wahrscheinlich bestehenden medikamenten
induzierten Übergebrauchskopfschmerz (
Tramundin
,
Metamizol
), seit 12/2013 schmerzmittelfrei,
zuletzt wieder bedarfsweiser Gebrauch
(aber nicht Übergebrauch); d
ie
protrahierten
Spannungskopfschmerz
en sind
vorrangig im Rahmen
der hirnorganischen Folgestörungen mit Impuls- und Reizverarbeitungsstörung, einer Stressverarbeitungsstörung zu b
ewerten
-
Mittelschwer zu bewertende kognitive Störungen im Rahmen des
O
rgani
schen
Psychosyndrom
s
(Frontalhirnsyndrom)
ICD-10
F07.2
nac
h
o.g. schwerem Schädel-Hirn-Trauma mit li
nksbetont
bifrontal
ausgedehnten
Hirnparenchymdefekten
sowie kleinerem D
e
fekt au
ch links
temporopolar
; d
abei ist gegenüber dem V
org
utachten im Rahmen der aktuellen Unter
suchung zusätzlich jetzt besser als vormals abgrenzbar und damit objek
tivierbar ein leichter
Neglect
nach links als unfallkausales Residuum fest
stellbar und erhöht damit die Schweregradbewertung im Vergleich zu
m
Vorbefund
Als nicht
arbeitsrelevant
,
aber für die Integrit
ätsentschädigung
wesentlich
wurde
eine traumaassoziierte hochgradige Riechstörung festgestellt.
Weiter wurden n
icht unfallkausal
e
akzentuierte Persönlichkeitszüge (
anankastisch
getönt)
attes
tiert
(Urk. 18/4.13 S. 37
f.
)
.
Die Gutachter führten aus, dass sich die Beschwerdeführerin a
ngesichts der orga
nisch begründeten Defizite im Rahmen des organischen Psychosyndroms, der dadurch auch begründbaren Einschränkungen
sowie
der kognitiven Defizite
zeit
weise abgelehnt
fühle
beziehungsweise
sich zuletzt auch eher zunehmend ein auffälliges Verdeutlichungs- und Schonverhalten bemerkbar
gemacht habe
. Dieses Verdeutlichungsverhalten könne aber nur teilweise und nur mittelbar den unfallkausalen Aspekten zugeschriebe
n werden und sei mindeste
ns teilweise unfallfremd umkehrbar, wie die anfängliche Arbeitstätigkeit in der nicht hinrei
chend angepassten angestammten Tätigkeit gezeigt habe. Dass nun kaum noch eine Stunde Arbeit möglich sein solle, wie die Beschwerdeführerin es beschreibe, sei nicht nachvollziehbar. Gleichwohl sei ein Status quo sine oder quo ante nicht mehr erreichbar
(Urk. 18/4.13 S. 38)
.
Nach Durchführung der Behandlungs- und Integrationsmassnahmen sei nunmehr weitgehend
von einem Endzustand auszugehen. Die psychischen Störungen seien vorrangig Ausdruck des hirnorganischen Psychosyndroms. Eine konkrete Angst- oder depressive Störungssymptomatik könne nicht mehr festgestellt werden. Bis auf eine Persönlichkeitsakzentuierung lägen keine sonstigen reproduzierbaren psychiatrischen Störungen vor. Die Angaben der Beschwerdeführerin zum psy
chischen Aktivitätsniveau seien nicht real und fänden kein Korrelat in der klinisch-psychiatrischen Untersuchung, im psychopathologischen Befund und in der neuropsychologischen Teilbegutachtung
(Urk. 18/4.13 S. 39-41)
.
Die Tätigkeit als D
etailhandelsangestellte sei eine nur unzureichend angepasste Tätigkeit und entsprechend nur mit einer Zeitpräsenz von 30 % mit zudem leichter
Rendementmind
erung
um 20 % denkbar (Gesamt-Arbeitsfähigkeit
theo
retisch-medizin
isch rechnerisch 24 %).
I
n einer ideal
leidensadaptierten Tätigkeit sei die
Be
schwerd
eführerin
hingegen
bis maximal vier Stunden täglich mit einem leicht verminderten Rendement von 20 %
arbeitsfähig
.
Der Unterschied zum Vor
gutachten 04/2015
erkläre sich durch ein im Rahme
n des aktuellen neuropsycho
logischen Gutachtens nun doch hinreichend objektivierbar bestehenden und diagnostizierenden
Neglects
nach links, was auch die Gesamtbewertung der neuro
psychologischen Störung auf eine mittelgradige Störungsausprägung etwas verstärk
e
.
Allerdings sei zu betonen, dass Anfahrtswege, sicher längere und ganz sicher zu den Stosszeiten, zu den Präsenzzeiten gerechnet werden müssten.
Das Scheitern der Integrationsmassnahmen respektive Belastungserprobung 2015 und 2016 erkläre sich insbesondere durch die nicht hinreichend leidensadaptierte
n
Arbeitsbedingungen
(Urk. 18/4.13 S. 39)
.
Für die mittelschwere kognitive Hirn
schädigung könne gemäss SUVA-Tabelle 8 eine Integritätsentschädigung
von 50 % angenommen werden. Die mittel
schweren hirnorganisch bedingten Störungen beinhalte
te
n kognitive Störungen und übrige psychische Störungen
, welche i
n dieser Bewertung hinreichend berück
sichtigt
seien
. Darüber hinaus gehende eigenständige psychische Störun
gen seien hingegen nicht mehr zusätzlich zu berücksichtigen. Für die A
nosmie sei
gemäss
Anhang 3
zur UVV
zudem
eine
Integritätsentschädigung
von 15 % ausgewiesen.
Eine Fahreignung bestehe nicht
(Urk. 18/4.13 S. 40)
.
3.3
Die
B._
GmbH
nahm
am
12.
Juni 2018
zur Eingabe
der
Beschwerdeführerin vom 23. April 2018
(Urk. 18/4.15) sowie zum
Schreiben der Rehaklinik
Z._
AG
vom 17. April 2018
(Urk. 18/4.14)
,
worin im Wesentlichen geltend gemacht wurde, es sei von einem leichten bis mittelschweren kognitiven Defizit, entsprechend einer IE von 35 % auszugehen, der
Neglect
existiere nicht, er sei als Messfehler und Artefakt zu bewerten, daneben bestehe aber weiterhin eine leichte bis mittelschwere psychische Störung, die mit 30 % zu bewerten sei, die IV-Stelle St. Gallen habe die Möglichkeiten der beruflichen Wiedereingliederung eingehend und fachlich korrekt abgeklärt, eine solche sei nicht möglich, woraus sich die 100%ige Invalidität ergebe,
Stellung und führte F
olgendes aus
(
Urk.
18/4.16
)
:
Die Tabelle
8 umfasse psychische Störungen nach Hirnverletzungen. Darunter falle der kognitive Bereich mit
namentlich
A
ufmerksam
keit, Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, exekutive
n
Funktionen und
Sprache, sowie die übrigen psychischen Bereiche wie
insbesondere
Persönl
ic
hkeit, Stimmung, Antrieb und Affekt, Krit
ikfähigkeit, Sozialverhalten
.
Die von der
Rehaklinik
Z._
AG
formulierten psychischen Beeinträchtigungen würden vollumfänglich unter diese Beschreibung fallen. Die Rehaklinik habe sogar selbst konk
retisiert, dass es sich bei d
en attestierten psychischen Störungen um allt
ag
s
relevante hirnorganische affekti
ve Störungen (ICD-10 F06.
3) handle.
Vorliegend seien keine relevanten eigenständigen psychischen Störungen zu klassifizieren, welche über die bereits in der T
a
belle
8 beschriebene Bewertung und
das
erfasste psychische Störungs
bild hinaus zu berücksichtigen wäre
n
. Zwar seien im ersten Gutachten im April 2015 noch eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) attestiert worden. Diese Diagnose liege aber unter der Schwelle einer höherrangig
rele
vanten affektiven Diagnose und
insbesondere seien die Kriterien einer Angst
störung oder relevanten depressiven Störung nicht erfüllt. Zudem habe im Ver
laufsgutachten selbst diese Diagnose
(ICD-10
F41.2
)
nicht mehr hinreichend verifiziert werden können, zumal sich nun auch teilweise Verdeutlichungszeichen fänden und die Entwicklung eines Vermeidungsverhaltens zunehmend ange
nommen werden müsse.
Die Annahme einer relevanten depressiven Störung habe sowohl anamnestisch und aufgrund
der psychopathologischen
Befunde als auch hinsichtlich der berichteten Aktivitäten und Zielvorstellungen der Beschwerdeführerin nicht nach
vollzogen werden können. Es würden sich zunehmend teilweise
Hinweise für Inkonsistenzen erg
eben. So habe die Beschwerdeführerin gemäss den nun vorliegenden Daten ihren Führerschein erwerben können und sei damit durchaus für ihre Ziele motiviert
, interessiert, trotz kognitiver
Einbussen hinreichend durch
haltefähig und selbstwirksam im Umsetzen solcher Ziele.
Demgegenüber
habe sie anlässlich der psychiatrischen Befragung am 11. Oktober 2017 ange
geben,
dass
sie befürchte, das Autofahren
sei
für sie zu anstrengend, und
dass
sie sich bisher nicht darum gekümmert habe. Allerdings habe die Beschwerdeführerin bereits im Folge
monat den Führerschein erworben
und habe damit zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit Fahrpraxis erworben.
Nicht nachvollziehbar seien auch ihre Angaben, die kognitiven Störungen und die Belastbarkeitsminderung seien
trotz aller Massnahmen
sogar noch stärker geworden. Denn ein Crescendo-Verlauf könne weder hirnorganisch noch psychi
atrisch objektiv begründet werden. Auffällig seien vielmehr zunehmend Inkon
sistenzen, und so sei, wenn auch bei organischem Kern der Gesundheitsstörung, teilweise ein Schon- und Vermeidungsverhalten anzunehmen.
Insbesondere
scheine
die Beschwerdeführerin auch ihre Zukunftsperspektiven zwischenzeitlich geklärt zu haben. So habe sie einerseits klar formuliert, dass sie mit ihrem lang
jährigen Freund konkrete
Heiratspläne fürs kommende Jahr
hege mit festen Vor
stellungen zum Kinderwunsch. Sie selbst wolle vier Kinder und ein gutes Fami
lienleben
haben
. Auch reise sie einmal im Jahr in den
G._
. Andererseits habe sie widersprüchlich dazu berichtet, keine Zukunftsperspektiven mehr zu haben und dem Leben nichts mehr abgewinnen zu können. Diese Diskrepanzen erschie
nen doch sehr auffällig und dürften als eher negativ verzerrende, zweckgerichtete Symptombeschreibung
en
gewertet werden. Auch traue sich
die Beschwerde
führerin gemäss ihren Angaben
nach den wiederholten Arbeitsversuchen keine ausserhäusliche Tätigkeit mehr zu, habe aber doch gelernt, den eigenen Haushalt ohne Mühe zu führen, fahre
nun
Auto und unternehme Reisen in die Heimat.
Zusammenfassend erge
be sich aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie aus dem Bericht der Rehaklinik
Z._
AG
keine Veranlassung, die bisherige Einschätzung zur Integritätsentschädigung und Arbeitsfähigkeit zu ändern.
Vielmehr würden die ergänzenden Befunde der Rehaklinik
Z._
AG
(jetzt mit Ausschluss des Vorliegens eines
Neglects
), bei nunmehr auch belegter Fahrfähigkeit der Beschwerdeführerin
,
Anlass
geben
, die
Einschätzung der Integritätsentschädigung
sogar eher herabzustufen.
Es sei deshalb
weiterhin gemäss Suva
-Tabelle 8 in Ges
amtschau der Folgen des Schädel-Hirn-T
raumas unter Einbezug sowohl der kognitiven
als auch der
psychischen Faktoren von einem höchstens mittelgradigen Störungsbild mit einer Integri
tä
tsentschädigung von 50 % auszugehen, wobei die schmerzmedizinischen Aspekte bereits bein
haltet und nicht zusätzlich zu berücksichtigen seien. Darüber hinaus sei bezüglich der anzuerkennenden posttraumatischen Riechstörung zusätzlich eine Integritäts
entschädigung vo
n 15 % zu berücksichtigen (
Anhang 3
zur UVV
).
Weiter führte
n
die
Gutachter
aus, dass die Arbeitsplätze in den Integrationsmass
nahmen nicht hinreichend leidensadaptiert gewesen seien. Namentlich
am letzten Arbeitsplatz
seien die Belastungsfaktoren der langen Arbeitswege
und der
kog
nitiv nicht ganz so leichten Anforderungen vermutlich für das Scheitern des Integrationsversuchs verantwortlich gewesen.
Zudem sei retrospektiv unter Ein
bezug der nun vorliegenden Informationen zu fehlendem
Neglect
, der bestan
denen und angewandten Fahreignung und den zwischenzeitlich entwickelten Lebensperspektiven ein gewisses Schon- und Vermeidungsverhalten anzu
nehmen, welches nun auch die Bewertung erschwere
und Differenzen in den
Beurteilungen
gegenüber der Aktenlage erkläre.
4.
4.1
Das Gutac
hten der
B._
GmbH vom 9.
April 2015 (
Urk.
18/4.9),
das
Verlaufs
gutachten vom 21. Februar 2018 (
Urk.
18/4.13) sowie
die
Stellungnahme vom 12. Juni 2018 (
Urk.
18/4.16)
vermögen
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollum
fäng
lich zu erfüllen (E.
1.8
). So tätig
ten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Hinweise, wel
che gegen die Verwertbarkeit der Gutachten
sprächen, sind nicht ersichtlich.
4.2
Insbesondere
führten
die Gutachter schlüssig
aus
, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund de
s erfolgten Schädel-Hirn-Traumas
an verschiedenen
kognitiven und
psychischen Beschwerden leidet, welche ihre Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
auf 24 % reduzieren. In ideal angepasster Tätigkeit ist die Beschwerde
führerin demgegenüber im Umfang von 40 % arbeitsfähig. Weiter vermochten die Gutachter nachvollziehbar darzulegen, dass die
vorliegenden psychischen Störungen Ausdruck des hirnorganischen Psychosyndroms
sind
.
Namentlich konnte keine
Angst- oder depressive Störungssymptomatik
mehr festgestellt werden und
es liegen –
abgesehen von einer P
ersönlichkeitsakzentuierung
–
keine
sonstigen
psychiatrischen Störungen vor.
Was die Beschwerdeführerin
hie
gegen
einwandte
,
überzeugt nicht
:
4.3
Soweit sie
vorbrachte
, es bestünden Diskrepanzen zwischen den
Gutachten und den Berichten der
behandelnden Therapeuten der Rehaklinik
Z._
AG
(
Urk.
1 S. 8 ff.
)
, ist sie zunächst auf die Er
fah
rungstatsache hinzuweisen, dass
Haus
ärzt
innen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arzt
per
sonen bezie
hungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Be
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be
handelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schät
zun
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
wei
chende Be
ur
teilung aufdrängt, weil die anderslau
tenden Einschätzungen wichtige –
und nicht rein subjektive
r Interpretation entspringende –
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Letzteres
trifft vorliegend nicht zu.
Die Gutachter
setzten
sich in ihren Expertisen
sehr
ausführlich mit den medizinischen
Vorakten
, den divergierenden Einschät
zungen sowie den Ursachen und dem Ausmass der kognitiven und psychische
n Beschwerden auseinander
und
gelangten
dabei nachvollziehbar zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor über eine verwertbare Arbeitsfähigkeit verfügt und
ausser an einer Persönlichkeitsakzentuierung
an keinen psychiat
rischen Diagnosen leidet. Demgegenüber verneinte die Rehaklinik
Z._
AG
in ihrem Bericht vom 17. April 2018
eine Arbeitsfähigkeit
,
ohne
dies weiter zu begründen
, und beurteilte die psychische Störung
sogar
selbst
als eine alltags
relevante hirnorganische affektive Störung
nach ICD-10 F06.3
(Urk. 18/4.14)
. Der von ihr geschilderte posttraumatische Kopfschmerz
wurde von den Gutachtern sodann in die Gesamtwürdigung miteinbezogen
(Urk. 18/4.16 S. 6)
.
I
m Bericht vom 21. Juni 2018
(
Urk.
33/4)
äusserte
sich
die
Rehaklinik
sodann
zwar
zur
Frage, ob Verdeutlichungszeichen sowie I
nkonsisten
z
e
n
beständen
,
was sie ver
neinte
.
Eine Begründung, weshalb es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein sollte, in einer ideal angepassten Tätigkeit in einem geringen Pensum
von 40 %
zu arbeiten, fehlt
aber
weiterhin.
Zudem beruht
die
Einschätzung
zu einem grossen Teil
auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin.
Wenn
die Therapeuten
weiterhin an der Diagnose einer Angst und depressiven Störung gemischt (ICD-10 F41.2) festhalten, ist s
chliesslich auch darauf hinzuweisen, dass es
dem Behandler
dipl.
-psych.
H._
, klinischer Neuropsychologe GNP und Fachpsychologe für Psychotherapie FSP
,
an einem Facharzttitel und damit der fachlichen Qualifikation zur
Stellung
von psychiatrischen Diagnosen fehlt. Daran ändert auch die Visierung
des Berichtes
durch
Prof.
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie, nichts, fehlt e
s diesem doch ebenfalls an einer
psychiatrischen Facharzt
ausbildung
.
Kommt hinzu, dass eine derartige D
iagnose, selbst wenn sie vorliegen würde,
gemäss ICD-10
weder die
Voraus
setzungen
einer Angst- noch einer depressiven Störung
erfüllt
(vgl.
Urk.
18/4.16 S. 5).
Ob die erworbene Fa
hreignung,
die erfolgte Hochzeit
, die Familienplanung
und die Auslandreisen
als Inkonsistenzen zu den beklagten Beschwerden zu betrachten sind,
ist
schliesslich
nicht ausschlaggebend
. Wie die
B._
GmbH
diesbezüglich zutreffend ausführte, sind dies
e A
ktivitäten
aber zumindest
klare
Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin für ihre Ziele motiviert, interessiert, trotz kognitiver Einbussen hinreichend durchhaltefähig und selbstwirksam im Umsetzen solcher Ziele
ist (
Urk.
18/4.16 S. 5
), was im Hinblick auf bestehende Ressourcen und die
Annahme einer Restarbeitsfähigkeit
durchaus bedeutsam ist.
4.4
Insofern die Beschwerdeführerin
sodann
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt
e
, weil der Bericht der Rehaklinik
Z._
AG
vom 21. Juni 2018
(Urk. 33/4)
sich nicht in den Akten befinden soll
e
oder die Beschwerdegegnerin sich zumindest nicht damit auseinandergesetzt habe
(
Urk.
1 S. 10,
Urk.
32 S. 3)
, vermag sie ebenfalls nicht durchzudringen
. Zum einen
wird
d
er Bericht inhaltlich in
der
aktenkundigen Eingabe
der Beschwerdeführerin
vom 29. Juni 2018
(Urk. 18/4.19) weitgehend zusammengefasst
.
Zum anderen
ist d
ie
im Bericht
beurteilte
Frage der Verdeutlichungsthematik vorliegend wie erwähnt nicht
ent
scheidrelevant
.
In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Begründungspflicht nicht gebietet, dass sich der Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. D
ie Beschwerdegegnerin hat sich
we
der
in der Verfügung vom 15. März 2019 (Urk.
3) noch im hier angefocht
enen
Einsprache
entscheid
vom 8. Juni 2020 (Urk.
2) vertieft mit den von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Argumenten medizinischer Natur befasst, sondern im Wesent
lichen auf das MEDAS G
utachten vom 21.
Februar 2018 sowie die Stel
lungnahme der Gutachter vom 12.
Juni 2018 verwies
en
, um damit die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen. Ob die Beschwerdegegnerin damit dem Sinn und Zweck des
Einspracheverfahrens
entsprochen hat – erneute Über
prüfung der Verfügung und Entscheid über die bestrittenen Punkte, bevor die Beschwerdeinstanz angerufen wird – kann
offen bleiben
. Fakt ist, dass der Beschwerdeführerin die sachgerechte Anfechtung des
Einspracheentscheides
möglich war.
Hinzu kommt, dass
die
Beschwerdeführer
in ihr
Anlie
gen mit der Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vor einer Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über
prüft, vortragen konnte, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
4.5
S
oweit
die
gescheiterten Eingliederungsbemühungen gemäss der Beschwerde
führerin
(
Urk.
1 S. 8 f.)
aufzeigen sollen, dass
sie
über keine R
estarbeitsfähigkeit mehr verfüge
, vermag sie nicht
zu überzeugen
.
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Mass
gabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen
erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundes
ge
ric
hts
8C_170/2021 vom 23. September 2021 E. 5.1.2.2 und 8C_21/2020 vom 8. April 2020 E. 4.1.2
; je mit Hinweis).
Steht eine medizinische Einschätzung der Leis
tungsfähigkeit
aber
in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leis
tung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei ein
wand
freiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabding
bar (Urteile 8C_411/
2015 vom 1
7.
September 2015 E.
5.2; 9C_737/2011 vom 16.
Oktober
2012 E.
3.3; 9C_833/2007 vom 4.
Juli
2008 E.
3.3.2)
.
Vorlie
gend fanden
die Wiedereinglie
de
rungsbemühu
ngen in den Jahren 2013
bis 2016
statt
(Urk. 26/24-162)
und wurden von
den
Gutachtern
bereits berücksichtigt
.
Diesbezüglich legten sie schlüssig dar, dass die Arbeit
s
plätze in den E
inglie
de
rungsmassnahmen offensichtlich nicht hinreichend leidensadaptiert gewesen sind
–
hinsichtlich Lärm, langem Anfahrtsweg, zu komplexer Fragestellungen
(Urk. 18/4.16 S. 6 f.; 18/4.13 S. 39). Zudem
konnte die am wenigsten angepasste Tätigkeit
(bisherige Arbeitsstelle)
während längerer Zeit im Umfang von
etwa 30 % ausgeführt
werden
(
vgl.
IV-Akten
,
insbesondere
Urk. 26/37, 26/58,
26/69, 26/76,
26/80
, 26/99
)
.
Ausserdem
gilt zu berücksichtigen, dass die Massnahmen im Zeitpunkt der Begutachtung bereits
längere Zeit
zurücklagen und folglich über den im Untersuchungszeitpunkt
bestehenden
Gesundheitszustand wenig auszu
sagen vermögen.
In diesem Zusammenhang sind auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach die Eingliederungsmassnahmen nur unter weit
gehender Aufgabe
der
Freizeit sowie einer Zunahme der Beschwerden möglich gewesen sein sollen
(Urk. 1 S. 7)
, nicht aussagekräftig für
die Beurteilung des
Gesundheitszustand
es
im Zeitpunkt der Begutachtung,
war dannzumal
überwie
gend wahrscheinlich
doch von einer gesteigerten
Ressourcenlage
und B
elastung auszugehen (vgl. E. 4.3
)
.
Die Berufsabklärungsberichte wecken daher keine ernst
haften Zweifel an der gutachterlichen
Beurteilung
der Arbeits
fähigkeit
im Jahr 2018
,
weshalb auf das Einholen einer weiteren medizini
schen Stellungnahme ver
zichtet werden
kann.
4.6
An
der vorliegenden Einschätzung
ändert entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin (
Urk.
1 S. 5 f.
) im Übrigen
auch
nichts, dass
ihr
die IV-Stelle eine ganze Rente
zugesprochen hat
(
Urk.
26/174 f.
).
Die Invaliditätsschätzung der Invaliden
versicherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine
Bindungswirkung
(BGE 131 V 362).
Die IV-Stellen und die Unfallversicherer haben die Invaliditäts
bemessung in jedem einzelnen Fall selbstständig vorzunehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der
blossen
Übernahme des Invaliditäts
grades des Unfallversicherers oder der IV-Stelle begnügen
(BGE 133 V 549 E. 6.1
).
S
chliesslich
liegt vorliegend
eine
Abweichung von dem von der IV
-Stelle
festge
legten Invaliditätsgrad
auch darin begründet, dass die Beschwerdegegnerin nach der
Rentenzusprache
durch die IV-Stelle (am 20. April 2017) weitere entschei
dende Abklärungen tätigte, und dass die IV-Stelle ihren Entscheid, aktuell sei keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit gegeben, allein auf das abgebrochene Belastbarkeitstraining bei der
F._
stützte (Urk. 26/163/2, 26/165) und damit auf die
subjektive Arbeitsleistung
der Beschwerdeführerin, anstatt die Frage nach deren Arbeits- und Leistungsfähigkeit gestützt auf vertiefte medizi
nische Erhebungen durch Fachärzte und schlussendlich durch den Rechtsan
wender selber zu beantworten (
BGE 140 V 193).
4.7
Zusammenfas
send ist
damit
den
Gutachten
sowie der Stellungnahme der
B._
GmbH
in Bezug auf die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit voller Beweiswert beizumessen;
damit besteht auch kein weiterer Abklärungs
be
darf (anti
zipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
Was die von der
Beschwerdeführer
in
bestrittene Verwertbarkeit der Restarbeits
fähig
keit (
Urk.
1 S. 12 f.
) anbelangt,
ist zu berücksichtigen
, dass der zu unter
stellende ausgegli
chene Arbeitsmarkt nach ständiger Rechtsprechung durch ein gewisses Gleichge
wicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist (BGE 110 V 273 E. 4b). Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundes
gerichts 8C_113/2016 vom 6. Juli 2016 E. 4.3 mit Hinweisen). Wohl trifft zu, dass nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausge
gangen werden darf. In
dessen umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch soge
nannte Nischen
arbeits
plätze, also Stellenangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundes
gerichts 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 mit Hinweisen).
Vorliegend
sind
unter Berück
sich
tigung der Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens
und des eingeschränkten Leistungsprofils (höchstens mässige Anforderungen an die Konzentration, keine Arbeiten, bei welchen visuell rasch Informationen gewonnen werden sollen, Möglichkeit zur freien Pausengestal
tung, ruhiges und übersichtliches Umfeld ohne visuell anspruchsvolle Tätigkeiten [Urk. 18/4.13 S. 35])
keine Gründe ersichtlich, warum die noch
sehr
junge Beschwerdeführerin nicht in der Lage sein sollte, ihre zeitlich eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit von 40 %
auf dem ausge
gli
chenen Arbeitsm
arkt zu verwer
ten. W
ed
er der psychische Zustand
noch die Berufsbiographie de
r gel
ernten Detail
handelsfachfrau
geben
Anlass anzunehmen, die notwendige Umstellungs- und Anpas
sungs
fähig
keit sei
en
nicht gegeben.
Hie
gegen
bringt die
Beschwerde
führer
in
denn auch keine substantiierten stichhaltigen Einwände vor.
6
.
Da die Beschwerdeführerin unfallbedingt
nur
mehr
sehr eingeschränkt
in ihrem angestam
mten Beruf als Detailhandelsfach
frau arbeitsfähig ist, hat die Beschwer
de
gegnerin den Rentenanspruch auf
grund eines Einkommensvergleichs geprüft
(vgl. Urk. 18/5.1 S. 2 f.)
. Dabei blieben grundsätzlich sowohl die Ermittlung des
Valideneinkommens
aufgrund des zuletzt erzielten und an die Nominallohn
entwicklung angepassten Lohnes
(vgl.
Urk.
17/2.1)
als auch die Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der LSE-Tabelle TA 1 (LSE 2016, Tabelle TA l, TOTAL, Kom
petenz
niveau l, Frauen) unbestritten und sind ausgewiesen. Auch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene leidensbedingte Abzug von 10 % ist nicht zu beanstanden.
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 53'562.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 19'649.-- erweist sich der von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invaliditätsgrad von 63 % als
korrekt
.
Gestützt auf den unbestritten gebliebenen versicherten Verdienst von Fr. 53'759.70 resultiert eine Rente von monatlich Fr. 2'257.90, weshalb die der Beschwerdeführerin in dieser Höhe zugesprochene Rente (Urk. 18/5.1 S. 3 f. [=Urk. 3]) zu bestätigen ist.
7
.
Wenn
eine versicherte Person
nach Festsetzung der Rente zur Erhaltung
der
ver
bleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf, sind
ihr
g
emäss Art.
21 A
bs. 1
lit
.
c UVG
die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
zu gewähren
.
Gemäss dem
Verlaufsg
utachten
vom 21. Februar 2018
würden sich
weitere psychiatrische, psychotherapeutische und neuropsychologische B
ehand
lungen sehr wahrschei
nlich
nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
(vgl. Urk. 18/4.13 S. 39)
. Ist somit keine Behandlungsnotwendigkeit mehr
gegeben,
sind die Voraussetzungen zur Übernahme von H
eilbehandlungskos
ten nach
Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG
nicht erfüllt.
Die Beschwerdeführerin
begründet
e
ihren
entsprechenden Antrag denn auch
in keiner Weise
.
8
.
8
.1
Die Gutachter bewerteten den Integritätsschaden
gestützt
auf
eine
mittelschwere kognitive Hirnschädigung gemäss der Suva-Tabelle 8 – Integritäts
schaden bei psychischen Folgen von Hirnverletzungen – mit 50 % (
Urk.
18/4.13 S. 40).
Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden
. Gemäss der Tabelle 8 berücksichtigt die Erfassung psychischer Störungen durch eine neuropsychologische Untersuchung nebst dem kognitiven Bereich explizit auch übrige psychische Bereiche wie ins
besondere die Persönlichkeit, die Stimmung, den Antrieb und Affekt, die Kritik
fähigkeit und das Sozialverhalten.
Obwohl
die
Rehaklinik
Z._
AG
mittlerweile kein
en
Neglect
mehr bestätigt und die neuropsychologische Störung
lediglich
als leicht bis mittelgradig
einstuft
(Urk. 18/4.14)
, ist dennoch an der Einschätzung einer mittelschweren Störung festzuhalten.
Wie die Gutachter der
B._
GmbH schlüssig darleg
t
en, wäre vorliegend e
ine
Qualifizierung
als leichte
S
törung
zu gering eingestuft, wären hierfür hinsichtlich kognitiver Störungen doch nur leichte Minderleistungen einzelner kognitiver Funktionen gegeben und in Bezug auf die übrigen psychischen Störungen nur eine leichte P
e
rsönlichkeits
änderung
, während
die Ausübung des früheren Berufs grundsätzlich möglich
wäre
(Urk. 18/4.16 S. 4)
. Dies trifft vorliegend
offensichtlich
nicht zu.
Doch auch
eine
Einstufung als leicht bis mittelgradige Störung
vermöchte
vorliegend nicht zu überzeugen. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen
psychischen
Beschwerden
und unter Berücksichtigung auch der schmerzmedizinischen Aspekte (Kopfschmerzproblematik) ist vielmehr mit den Gutachtern (Urk. 18/4.16 S. 6) und der Beschwerdegegnerin
(Urk. 14 S. 18)
trotz fehlendem
Neglect
nach wie vor von einer mittelschweren Störung auszugehen.
Eine darüber hinaus
gehende Störung (mittelschwer bis schwer oder schwer) kann
demgegenüber
ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 15) nicht angenommen werden und wird
medizinisch
weder von den Gutachtern noch von der Rehaklinik
Z._
AG
auch nur schon in Erwägung gezogen.
Da die Tabelle 8 wie erwähnt auch die übrigen psychischen Bereiche abdeckt, kann vorliegend nicht zusätzlich die Tabelle 19 – Integritätsschaden bei psychi
schen Folgen von Unfällen – zur Anwendung gelangen.
Insbesondere werden die von der Rehaklinik
Z._
AG
formulierten psychischen Beeinträchti
gungen (depressive Symptomatik, die sich in Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Niedergestimmtheit, vermindertem Selbstwertgefühl, Gefühlen von Wertlosig
keit,
sozialer Rückzug, verbal-aggressive Durchbrüche bei Überforderung
[Urk. 18/4.14]
)
, wie die
Gutachter nachvollziehbar
begründeten
(Urk. 18/4.16 S. 4)
,
von der Tabelle 8 erfasst, spricht diese bei einer mittelschweren Störung doch explizit von einer deutlichen Persönlichkeitsänderung und einer deutlichen Störung von Antrieb, Affekt, Kritikfähigkeit und Sozialverhalten (einzeln oder kombiniert).
Die Rehaklinik beurteilt
e
die von ihr festgestellten Einschränkungen denn auch selbst als alltagsrelevante hirnorganische affektive Störungen. Die
Suva-Tabelle 19
weist diesbezüglich ausdrücklich darauf hin,
dass
in
die Schät
zung des Integritätsschadens bei psychischen Folgen von Hirnverletzungen
gemäss Tabelle 8
die kognitiven und emotionalen Seiten sowie allfällige Verän
derungen der Persönlichkeit eingehen
würden
. Die Trennung zwischen rein orga
n
ischen und rein psychischen beziehungsweise
psychoorganischen Störungen
sei
artifiziell. D
er psychische
Integritätsschaden müsse deshalb in Art und Ausm
ass gesamthaft geschätzt werden.
Folgen, die zuverlässig mit einer hirnorganisch
en Schädigung zusammenhängen, wü
rden nach Tabelle 8 geschätzt.
Dies gelte namentlich, wenn
im Vordergrund der Störung die organische Läsion
stehe
, wie
beispielsweise bei einem
organischen Psychosyndrom.
Daraus folgt
augen
scheinlich
, dass vorliegend kein Raum für die Anwendung von Tabelle 19 besteht.
Auf die Einschätzung des beratenden A
rztes
der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Mai 2015
(Urk. 18/4.10)
kann entgegen der Ansicht der B
eschwerdeführerin (Urk. 1 S. 14
f.) nicht abgestellt werden, erfolgte dessen Einschätzung doch zu einem Zeitpunkt, als in psychiatrischer Hinsicht der Endzustand noch ni
cht erreicht war. Zudem verfügt
er entgegen dem psychiatrischen Teilgutachter der
B._
GmbH nicht über eine
n
spezifischen psychiatrischen Facharzttitel und setzte sich insbesondere auch nicht mit der Abgrenzung der Tabellen 8 und 19 auseinander.
Seine Ein
schätzung vermag die Beurteilung der Gutachter der
B._
GmbH folglich nicht zu entkräften.
8
.2
Für den Verlust des Geruchssinns ist gemäss
Anhang 3 zur UVV
zudem unbe
strittener- und
ausgewiesenermassen
eine Integritätsentschädigung von 15 % zu berücksichtigen.
8
.3
Zusammenfassend ergibt sich damit gestützt auf die schlüssigen Ausführungen der
B._
GmbH eine Integritätsentschädigung von 65 %.
Für weitere medi
zini
sche Abklärungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheid
relevanten
Erkenntnisse zu erwar
ten sind (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE
144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E.
5.3).
9
.
Folglich erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 8. Juni 2020 (
Urk.
2) als rechtens
. Da der
Einspracheentscheid
an die Stelle der vorgängig erlassenen Verfügung tritt (BGE 119 V 347 E. 1b)
,
bildet Anfechtungsgegenstand des nachfolgenden Beschwerdeverfahrens allein der
Einspracheentscheid
. Soweit die Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 15. März 2019 beantragen liess (Urk. 1 S. 2), ist darauf von Vornherein nicht einzutreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.