Decision ID: da16943a-632e-54a3-8abd-3ab751b8dd32
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 1. März 2008 in der Schweiz ein  einreichte,
dass er vom BFM am 20. März 2008 kurz befragt und am 16. April 2009 einlässlich zu den Gründen für sein Gesuch angehört wurde,
dass er dabei zu seiner Person angab, er sei ein Haussa und er  aus der Stadt X._ in Adamawa State (im äussersten Osten von Nigeria gelegen), wo er mit seiner Mutter auf eigenem Land  betrieben habe,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung vorbrachte, er sei aus Nigeria geflohen, da er seit dem 13. Februar 2008 in  mit dem Tod seines Kollegen S.Y. gesucht werde,
dass er dabei anführte, er sei wie immer mit seinem Kollegen  gewesen und habe dann mit ihm im Y._ (nördlich von X._) in einem Hotel übernachtet, worauf er am nächsten  habe feststellen müssen, dass sein Kollege während der Nacht aus unbekannten Gründen gestorben sei,
dass er in der Folge den Hotelbesitzer gerufen habe, worauf die Polizei erschienen sei, welche erst den Leichnam seines Kollegen  und ihn dann zu dessen Tod befragt habe,
dass die Polizei ihn anschliessend zum Posten habe mitnehmen , worauf er in Panik geraten und geflüchtet sei, da in seiner Region rasch ein Verdacht aufkommen könne und man ihn hätte verdächtigen können, er habe seinen Kollegen umgebracht,
dass er sich versteckt und in der Folge von einem Dritten erfahren habe, dass über den Fall im Radio berichtet worden sei, worauf er X._ am 15. Februar 2008 verlassen und sich nach Benin  habe,
dass der Beschwerdeführer ein Jahr später – im Rahmen der  Anhörung – geltend machte, er habe in seiner Heimat Probleme, da er mit seinem Freund S.Y. etwas getan habe, was zu dessen Tod geführt habe,
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dass er dabei anführte, er habe mit seinem Freund in einem Hotel in Y._ übernachtet, welches ihnen des öftern als Ausgangspunkt für ihre Unternehmungen und als Spielort gedient habe,
dass er am Morgen des 13. Februar 2008 festgestellt habe, dass sein Freund gestorben sei, wobei sein Freund offenbar zu Tode gekommen sei, da sie gemeinsam sexuellen Verkehr gehabt hätten, mithin sein Freund unmittelbar nach dem Verkehr ohnmächtig geworden und in der Folge verstorben sei,
dass der Aufseher der Unterkunft mutmasslich die Polizei verständigt habe, worauf er – als er die ankommende Polizei erblickt habe – sofort nach Hause geflüchtet sei, wo man ihm jedoch vor einem Verbleiben gewarnt habe, da kurz zuvor schon die Polizei dort erschienen sei,
dass er sich vor diesem Hintergrund erst bei einem Freund versteckt und dann seine Heimat in Richtung Benin verlassen habe, wobei er kurz vor seiner Abreise und nochmals unterwegs am Radio über den Vorfall berichten gehört und auf diese Weise vernommen habe, dass nach dem Täter gesucht werde,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gesuchseinreichung keine Reise- oder Identitätspapiere vorlegte, sondern lediglich eine  Geburtsurkunde, wobei er auf diesbezügliche Frage hin anführte, er habe einzig seine Geburtsurkunde, da er sich nie um die  eines Passes oder einer Identitätskarte bemüht habe,
dass er zu den Umständen seiner Reise nach Europa angab, ein  seines Vaters habe ihm Geld für seinen Transport von Jos nach Lagos und weiter nach Benin gegeben und mutmasslich auch seine Weiterreise organisiert, mithin er von verschieden Personen  worden sei, welche ihn im Auto mitgenommen oder Tickets für ihn gekauft hätten,
dass er schliesslich – ohne selbst Papiere vorzuweisen – mit einem Mann auf dem Luftweg von Benin auf einen ihm unbekannten  in Europa gelangt sei, von wo man für ihn seine Weiterreise ins Empfangs- und Verfahrenszentrum des BFM organisiert habe,
dass das BFM mit Verfügung vom 15. Mai 2009 – eröffnet am 25. Mai 2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwer-
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deführers nicht eintrat und dessen Wegweisung aus der Schweiz  den Wegweisungsvollzug anordnete,
dass das BFM im Rahmen der Begründung seines Entscheides zur Hauptsache anführte, für die Nichtabgabe von Reise- oder  lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die vorgebrachten Gesuchsgründe seien aufgrund von klaren Widersprüchen unglaubhaft und im Falle des Beschwerdeführers sprächen keine Gründe gegen eine Rückkehr in dessen Heimatstaat,
dass der Beschwerdeführer am 28. Mai 2009 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichte, wobei er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache ans BFM zwecks Eintreten auf sein Asylgesuch beantragte und um  der Verfahrenskosten ersuchte,
dass er in seiner Eingabe an seinen Gesuchsvorbringen festhielt,  er die ihm vom BFM vorgehaltenen Widersprüche zu erklären  zu relativieren versuchte, unter anderem unter Berufung auf Übersetzungsfehler,
dass er insbesondere geltend machte, im angefochtenen Entscheid sei nicht erwähnt worden, dass er homosexuell sei, obwohl dies das  Argument seines Asylgesuches sei, womit der Sachverhalt in  wesentlichen Punkt nicht ordentlich festgestellt worden sei,
dass er in diesem Zusammenhang vorbrachte, er habe begründete Angst, aufgrund seiner Homosexualität von der Justiz nicht richtig  und zudem aufgrund seiner Homosexualität bestraft zu , da Homosexualität in Nigeria verpönt und auch strafbar sei,
dass er dabei auf einen Bericht von Amnesty International vom 28.  2009 sowie auf einen im deutschen Bundestag hängigen Vorstoss vom 4. März 2009 verwies,
dass er in seinen weiteren Ausführungen die Nichtvorlage von Reise- oder Identitätspapieren als entschulbar erklärte, indem er das  bekräftigte, er habe noch nie ein solches Papier besessen und sich in seiner Heimat jeweils mit seiner Geburtsurkunde ausgewiesen,
dass er im Übrigen sinngemäss die Beschaffung und Nachreichung von Papieren in Aussicht stellte,
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dass am 2. Juni 2009 eine Bedürftigkeitsbestätigung nachgereicht wurde,
dass die vorinstanzlichen Akten am 2. Juni 2009 beim  eintrafen (vgl. dazu Art. 109 Abs. 2 AsylG),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf die frist- und formgerechte Eingabe des legitimierten  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]),
dass die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt –  unbegründet ist, weshalb darüber in einzelrichterlicher  mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),
dass gleichzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht  wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder  abgeben,
dass indes auch im Falle einer Nichtabgabe von Papieren auf ein  einzutreten ist, wenn Asylsuchende glaubhaft machen können,
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sie seien zur Vorlage von Papieren aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf Grund der  sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines  ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass anlässlich der Einreichung des Gesuches keine Papiere im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG vorgelegt wurden, womit die  für einen Nichteintretensentscheid in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl. BVGE 2007/7),
dass daran auch das sinngemäss in Aussicht stellen der Beschaffung und Nachreichung von Identitätspapieren nichts zu ändern vermag (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 1999 Nr. 16 E. 5),
dass im Falle des Beschwerdeführers – wie vom BFM zu Recht  – keine entschuldbaren Gründe für das Fehlen von Papieren  sind (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),
dass seine Ausführungen über seine Reise von Nigeria in die Schweiz – angeblich alleine durch Vermittlung eines befreundeten , welcher für ihn die gesamte Reise organisiert habe, sowie mit  verschiedenster unbekannter Personen – keine nachvollziehbare Substanz aufweisen,
dass im Weiteren die Beschreibung seiner Einreise über einen europäischen Flughafen – angeblich ohne dort persönlich ein  vorzulegen – als offenkundig haltlos zu bezeichnen ist,
dass im Übrigen das Vorbringen auf Beschwerdeebene zum  Nicht-Besitz von Identitätspapieren – der Beschwerdeführer will sich in seiner Heimat jeweils mit seiner Geburtsurkunde ausgewiesen haben – als blosse Schutzbehauptung zu erkennen ist,
dass bei dieser Sachlage im Resultat davon auszugehen ist, vom Beschwerdeführer würden ihm zustehende Papiere bewusst , was nach dem Willen des Gesetzgebers sanktioniert werden soll (vgl. dazu BVGE 2007/7, insb. E. 4.4.1 S. 61 f.),
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dass das BFM in seinen Erwägungen – auf welche anstelle einer  zu verweisen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG) – zu Recht auf klare Widersprüchen , welche die Gesuchsvorbringen als offenkundig unglaubhaft  lassen,
dass der Beschwerdeführer keine stichhaltigen Gründe zur Entkräftung der vorinstanzlichen Feststellungen einbringt, da sich seine  als blosse Anpassung seiner Vorbringen an die vorinstanzlichen Vorhalte erweisen,
dass aufgrund der Akten namentlich kein Anlass zur Annahme vorliegt, es sei im Verfahren zu Übersetzungsfehlern gekommen,
dass sich aufgrund der vorstehenden Zusammenfassung der  vielmehr erhellt, dass der Beschwerdeführer seine  zwischen der Kurzbefragung und der erst ein Jahr später erfolgten einlässlichen Anhörung in praktisch allen wesentlichen Punkten abgeändert hat (vgl. dazu oben),
dass vom Beschwerdeführer namentlich erst im Rahmen der  Anhörung geltend gemacht wurde, sein Kollege respektive Freund S.Y. sei aufgrund homosexueller Aktivitäten zu Tode , hatte er doch anlässlich der Kurzbefragung noch auf ein völlig überraschendes Versterben aus einem unbekannten Grund verwiesen,
dass er im Weiteren in nicht der Lage war, in nachvollziehbarer Weise über seine angebliche Homosexualität zu berichten, erschöpfen sich seine diesbezüglichen Ausführungen doch offenkundig in , welche in keiner Weise auf eine persönliche Betroffenheit  lassen (vgl. dazu act. A9, F. 32-34 sowie F. 46-48),
dass er dabei zusätzliche Widersprüche schaffte, beispielsweise wenn er auf die Frage nach der Geheimhaltung seiner angeblichen  Ausrichtung wiederholt anführte, er habe sich jeweils nur an Freitag- und Samstagabenden mit seinem Freund getroffen (vgl. A9, F. 48. F. 57 und insbesondere F. 69), wo doch der Freund am 13. Februar 2008 – also an einem Mittwoch – verstorben sein soll,
dass aufgrund der Akten von insgesamt konstruierten und im Verlauf des Verfahrens auch noch modifizierten Gesuchsvorbringen  ist,
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dass bei dieser Sachlage die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht gegeben ist und aufgrund der Akten auch keine Notwendigkeit zur Vornahme von weiteren Abklärungen zur Feststellung der  oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses besteht (im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),
dass es insbesondere auch keiner weiteren Erwägungen zur  Homosexualität des Beschwerdeführers bedarf,
dass bei dieser Sachlage der Nichteintretensentscheid in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu bestätigen ist,
dass die Anordnung der Wegweisung nach Art. 44 Abs. 1 AsylG zu  ist, da der Beschwerdeführer über keine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. dazu EMARK 2001 Nr. 21),
dass vom Vollzug der Wegweisung nur dann abzusehen und vom BFM eine vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen wäre, wenn sich der Wegweisungsvollzug als unzulässig, unzumutbar oder unmöglich erweisen würde (vgl. dazu Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass indes der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der  völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da  Hinweise auf Verfolgung noch glaubhafte Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind,
dass auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  ist, da im Falle des Beschwerdeführers keine individuellen  zu erblicken sind,
dass schliesslich auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen ist, da es dem Beschwerdeführer obliegt, an der  gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass unter diesen Umständen die Anordnung einer vorläufigen  ausser Betracht fällt, womit die Anordnung des  zu bestätigen ist,
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dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich  abzuweisen ist,
dass das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) trotz ausgewiesener Bedürftigkeit des  abzuweisen ist, da sich die Beschwerde von Anfang an als aussichtslos erwiesen hat,
dass demnach die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– dem  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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