Decision ID: b8003c3a-396f-5d1d-b430-9d8d3a841d05
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, meldete sich am
1.
April 2011 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/6).
Die IV-Stelle tätigte berufliche und medizinische Abklärungen und erteilte
am 2
0.
Januar 2014
Kostengutsprache für eine Potenzialabklärung in der
Y._
(
Urk.
9/52).
Mit Mitteilung vom 2
3.
April 2014 wurde der Versi
cherte von der IV-Stelle darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Arbeitsvermitt
lung abgeschlossen werde, da diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mö
g
lich sei (
Urk.
9/60). Nach
Einholen des psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Ps
ychiatrie und Psychotherapie
, vom 1
6.
Oktober 2014 (
Urk.
9/65) sowie durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
4.
Mai 2015,
Urk.
9/75) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2015
ab Oktober 2011 eine ganze und ab Januar 2015 eine
Vier
telsrente
zu (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
7.
August 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die angefochtene Verfüg
ung insoweit aufzuheben, als
ab
1.
Januar 2015 die eine
Viertelsrente
übersteigenden Leistungen aufgehoben würden und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, insbeson
dere eine ganze Rente ab dem
1.
Januar 201
5.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung von Rechts
anwalt
Thomas Wyss als unentgeltlichen
Rechtsvertreter sowie um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels. Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
August 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
9/1-94), was dem Beschwerdeführer am
2.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Gleichzeitig wurde der Antrag auf einen zweiten Schriftenwechsel abgelehnt.
Mit Beschluss vom
2.
August 2016 (
Urk.
13) stellte das Gericht dem Beschwerde
führer eine
mögliche
reformatio
in
peius
im Sinne der Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung in Aussicht. Gleichzeitig bewilligte das Gericht
die unentgeltliche Prozessführung und bestellte Rechts
anwalt Thomas Wyss als unentgeltlichen Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren. Mit Stellungnahme vom
7.
November 2016 hielt der Beschwerde
führer an
den Anträgen der
Beschwerde fest
und beantragte zusätzlich,
eventu
aliter sei ein gerichtliches Gutachten anzuordnen und
subeventualiter
seien die Anzahl der im Jahr 2015 zurückgewiesenen
IV-
Fälle, die Gesamtfallzahl und die gerichtlich angeordneten Gutachten durch das angerufene Gericht bekanntzu
geben (
Urk.
18)
. Nach Einsicht in die Eingabe des Beschwerdeführers vom
7.
November 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme (
Urk.
21), was dem Beschwerdeführer am 2
1.
November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass der Beschwerdeführer ab dem 2
3.
Juni 2010 erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei.
Nach Ablauf des Wartejahres sei ihm keine Erwerbstätigkeit zumutbar gewesen, was einem Invaliditätsgrad von 100
%
entspreche.
Der Gesundheitszustand habe sich danach kontinuierlich verbessert und es sei ihm sicher seit dem
6.
Oktober 2014 eine 50%ige Erwerbstätigkeit zumutbar. Gestützt auf einen Einkommensvergleich resultiere ein
Invaliditäts
grad
von 45
%
, womit der Beschwerdeführer ab Januar
2015 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass er gestützt auf das Gutachten lediglich im geschützten
Rahmen
zu 50
%
arbeitsfä
hig sei und er im ersten Arbeitsmarkt weiterhin keine verwertbare Arbeitsfähig
keit besitze. Entsprechend bestehe auch nach dem
1.
Januar 2015 Anspruch auf eine ganze Rente. Eine relevante Veränderung des Sachverhaltes sei entspre
chend zu verneinen (
Urk.
1 S. 6 f.). Eventualiter sei für das
Valideneinkommen
nicht die Hilfsarbeitertätigkeit heranzuziehen, da er die jeweiligen
Erstausbil
dungen
aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen habe. Vielmehr sei ein Tabellenlohn als KV-Angestellter unter Berücksichtigung seiner
Computeraffi
nität
heranzuziehen, womit sein
Valideneinkommen
mindestens Fr.
100‘000.-- betragen würde.
Des Weiteren
sei ihm ein Leidensabzug von 25
% zu gewähren, so dass ein Invaliditätsgrad von über 70
%
resultiere
(
Urk.
1 S. 7 ff.). Selbst wenn noch eine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt angenommen werden würde, wäre diese ohnehin nicht verwertbar (
Urk.
1 S. 9).
Nachdem das Gericht eine
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weitergehenden Abklärung
in Aussicht gestellt hatte (
Urk.
13)
, erklärte der Beschwerdeführer
in seiner Stellungnahme vom
7.
November 2016 (
Urk.
18)
, dass der Sachverhalt vollständig geklärt sei und gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Z._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit i
n
geschü
tzte
m
Rahmen zumutbar sei, was sich auch mit den Angaben der professionellen Berufsberater decke. Sollte das Gericht dennoch zur Auffassung gelangen, dass der Sachverhalt nicht hin
reichend geklärt sei, sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen, eine
Rückwei
sung
sei unzulässig. Des Weiteren bestehe bei richtigem Einkommensvergleich selbst bei Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt Anspruch auf eine ganze Rente, so dass kein Abklärungsbedarf bestehe.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
-
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend
ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich folgendermassen:
3.1
Die behandelnden Ärzte der
A._
hielten in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
5.
April 2011 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
9/17):
Persönlichkeitsstörung, kombiniert (ICD-10 F61.0), bestehend seit 2
3.
Juni 2010
Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1)
Störungen durch
Cannabinoide
, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
Der Beschwerdeführer habe sich bei ihnen vom 2
3.
Juni bis zum 3
0.
Juli 2010 in stationärer und vom 3
1.
Juli bis zum 3
1.
August 2010 in teilstationärer Behandlung befunden. In dieser Zeit sei er
in jeder Tätigkeit
vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen. Eingeschränkt sei er aufgrund der dysfunktionalen Bewältigungsstrategien und des
Substanzabusus
gewesen, so dass er sich mit einer geregelten Tagesstruktur und einem klaren Rahmen, auch das soziale Leben betreffend, schwer tue. Ob, wann und in welchem Umfang mit der Auf
nahme einer behinderungsangepassten Tätigkeit gerechnet werden könne, könnten sie
nicht beurteilen
und bäten die Beschwerdegegnerin, sich an den
Nachbehandler
zu wenden.
Die Einschränkungen liessen sich vermindern durch eine konsequente Weiterführung der psychiatrisch
-psychotherapeutischen The
rapie
sowie einer schrittweisen Eingliederung in den Arbeitsmarkt (
Urk.
9/17/3 f.).
3.2
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
9.
Oktober 2011 erklärten die behandelnden Ärzte
und Therapeuten
der
A._
, dass sie den Beschwerdeführer seit dem
1.
September 2010 ambulant behandeln
würden
und stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/19/2):
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 F60.3)
Differentialdiagnostisch k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit u.a. nar
zisstischen
und impulsiven Zügen (ICD-10 F
61.0)
Abhängigkeitssyndrom von Cannabis, gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10 F12.21)
Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
Status nach schädlichem Gebrauch von multiplen Substanzen (LSD, GHB, XTC, Pilze, Meskalin, Kokain; ICD-10 F19.1)
Pathologischer PC-Gebrauch (Impulskontrollstörung
,
ICD-10 F63.9)
Der Beschwerdeführer
nehme
seit einem Jahr mit wenigen Ausnahmen regelmäs
sig die vereinbarten wöchentlichen Termine wahr, es
seien
ein deutli
cher Leidensdruck sowie auch ein Wille zur Verbesserung der Situation spürbar. Aus diesem Grunde
sei
er
intern im Hause beim Job-Coach-
Programm ange
meldet
worden,
und
werde
betreut. Ganz aktuell s
ehe
es so aus, als ob er evtl. bald einen temporären Job im Bereich PC-Support/
IT beginnen könnte. Zunächst sei
dies im Sinne einer Bela
stungserprobung zu sehen. Es sei
sehr wichtig, dass
der Beschwerdeführer
bald wieder eine für ihn sinnvolle Beschäf
tigung, am besten in Form einer Ar
beitsstelle im Bereich IT, finde
. Seitdem sich eine Wiedereingliederung abzeichne,
sei er
deutlich motiviert und seine Stim
mung
sei
merklich an
gestiegen
. Aus diesem Grunde
sei
einerseits das Vorantrei
ben der Stellensuche ausserordentlich wichtig, andererseits sollte die psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung fortgeführt werden.
Beim Beschwerde
führer gingen sie
von der Diagnose einer Persön
lichkeitsstörung aus. Dies zeige sich wiederholt im Kontaktverhal
ten und daraus resultierenden Probl
emen. Die Behandlung von Persönl
ichkeitsstörungen
gestalte
sich sowohl psychothera
peutisch als auch medikamentös
insgesamt schwierig, und es sei nicht davon auszugeh
en, dass die Symptomatik komplett, im Sinne ei
ner Heilung, beseitigt werden kö
nn
e
. Durch konsequente psychiatrisch-ps
ychotherapeutische Behandlung kö
nn
e
von einer Stabilisierung der Stimmung und einem Rückgang problematischer Verhaltensweise
n ausgegangen werden. Dies führe
in der Folge zu einer Reduktion des Unterstützungsbedarfs durch entspre
chende Institutio
nen, wie z
.B. psychiatrische
Hos
pitalisationen
. Prognostisch sei
schwierig ein
zuschätzen, wie sich der
Beschwerdeführer entwickeln we
rd
e
. Neben der
Behandlung in
ihrer Einrichtung kö
nn
e
sich eine Beschäftigung auch stabilisie
rend auswirken. Hierbei wäre zunächst ein Arbeitsversuch im Sinne einer Belastungserprobung mit schrittweiser Steigerung der Belastung wichtig. Die tatsächliche Belastbarkeit k
ö
nn
e
gegenwärtig noch nicht
eingeschätzt werden und mü
ss
e im Verlauf
re
-evaluiert werden (
Urk.
9/19/3 f.).
Der Beschwerdeführer leide unter deutlichen psychischen Einschränkungen wie Impulsivität und Depressivität. Ausserdem bestünden Probleme im interperso
nellen Bereich. Er sei dadurch intermittierend stark abgelenkt und könne sich nicht auf die Arbeit konzentrieren, da er u.a. stark unter innerer Anspannung und Unruhe leide. Es könnte frühestens ab dem
1.
September 2011 eine 20-50%ige Tätigkeit im IT-Bereich wieder möglich sein. Aufgrund der längeren Arbeitsunfähigkeit seien jedoch zunächst Belastungserprobungen zu empfehlen, um die Arbeitsfähigkeit zu überprüfen und zu steigern (
Urk.
9/19/5).
3.3
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 2
6.
Juni 2013 notierten die behandelnden Ärzte
und Therapeuten
der
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/45/2):
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0), bestehend seit mindestens 2006
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), bestehend seit mindestens 2006
Schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1), bestehend seit min
destens 2012
Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), bestehend seit mindes
tens 2012
Seit der akuten Krise i
m Jahr
2010
habe sich der Beschwerdeführer
ein Stück weit stabilisieren
können. Es sei
zu einem Rückgang der depressiven Sy
mpto
matik und zu einer emotional
en Stabilisierung
gekommen
. Um den Selbstwert
dauerhaft zu stabil
isieren, wäre langfristig eine Ausbildung und beruflich sinn
volle Tätigkeit wichtig, da sonst du
rch das Erleben von Misserfolg/
subjektiver Erfolglosigkeit mit einer Verschlechterung zu
rechnen sei
. Ausbau und Konsoli
dierung in den Bereichen der E
motionsregulierung und zwischen
menschlichen Fertigkeiten würde
n
das Erreichen einer aktiven Lebensgestaltung und Arbeits
fähigkeit fördern. Aufgrund der bestehenden Persönlichkeitsstörung
sei er
aber ambivalent bezüglich der für ihn notwendigen Massn
ahmen. Wie bereits erwähnt liege
einerseits eine Selbstüberschätzung bezüglich der eigenen berufli
chen und sozialen Kompetenzen vor. Andererseits
seien massive
Selbst
wert
probleme
vorhanden, die vom
Beschwerdeführer abgewehrt und projiziert
und als ein Scheitern der
Umwelt/Anderen erlebt werde
. Ein Arbeitsversuch im
Sinne einer Bel
astungserprobung mit schrittwei
ser Steigerung der Belastung wäre
ihres
Erachtens wichtig, wenn möglich mit Begleitung durch ein Job Coaching. Allerdings
sei
aufgrund der vorhandenen Ambival
enz und der ausge
prägten Persön
lichkeitszüge fraglich, ob der
Beschwerdeführer aktuell dazu in der Lage sei
. Der
Beschwerdeführer selber wünsche
eine sinnvolle berufliche
Tätigkeit und Ausbildung und sei
diesbezüglich moti
viert. Die tatsächliche Belastbarkeit kö
nn
e
gegenwärtig allerdings schwierig eingesch
ätzt werden (
Urk.
9/45/4).
Der Beschwerdeführer leide unter deutlichen psychischen Einschränkungen wie mangelhafte Selbst- und Realitätseinschätzung, Ambivalenz, Impulsivität und Problemen im interpersonellen Bereich. Er sei intermittierend stark abgelenkt, er könne sich nicht auf die Arbeit konzentrieren, weil er unter innerer Anspan
nung und Unruhe leide. Zudem sei mit interpersonellen Konflikten und impulsi
ven Konflikten zu rechnen. Es könne frühestens ab
dem
1.
August 2013 eine 20%ige Tätigkeit im IT-Bereich wieder möglich sein. Aufgrund der längeren Arbeitsunfähigkeit seien jedoch zunächst Belastungserprobungen zu empfehlen, um die Arbeitsfähigkeit zu überprüfen und zu steigern (
Urk.
9/45/5).
3.4
3.4.1
Dr.
Z._
hielt in ihrem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenem Gutachten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
9/65/6):
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und
negativisti
schen
Merkmalen (ICD-10 F61.0)
Psychische und Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch, aktuell Cannabis und Nikotin (ICD-10 F19)
Dr.
Z._
erklärte, dass bei der Beurteilung auffalle,
dass der inzwischen 34-jährige
Beschwerdeführer
bereits in der Kindheit ein Einzelgänger und Sonder
ling
gewesen sei
. Durch die besonderen Lebensumstände
habe
er eine
Pseudo
autonomie
entwickelt,
allerdings verbunden mit einer großen persönlichen Unsicherheit und wenig Halt. Im späteren Lebenslauf
falle
beim Ausbildungs
gang auf, dass
er an drei verschiedenen Ausbildungsstät
ten eine Lehre beg
on
nen habe
, ohne schlussendlich einen Abschluss zu
schaffen. Über die Ehe
sei
wenig bekannt. Beim beruflichen Lebenslauf
falle
auf, dass
er
zwar über einige Zeit hinweg einer beruflichen Tätigkeit im KV-Bereich
habe nachgehen können
, es sich allerdings um sehr
„
kurzfristige
“
Anstellungen auch ohne inhaltliche Kontinuität
gehandelt habe
. Im Jahr 2008
sei
durch äußere Belastungsfaktoren
ausgelöst
ein berufliche
r und gesundheitl
iche
r
Einbruch
erfolgt
, von dem
er sich
bei bereits bestehender schwacher Struktur mit einer Persönlic
hkeitsstörung
nicht mehr erholt habe
. Seitdem befinde er sich kontinuierlich in ps
ychiatrischer Behandlung und habe
aufgrund der vorbestehenden Persönlichkeitsstörung sowie der zusätzlichen Störung durch Suchtmittel schwerwiegende psychische Einschränkungen im Alltag sowie in
der beruflichen Leistungsfähigkeit.
Die Leistungseinschränkungen lie
ssen sich anhand des ICF erfassen. Was die psy
chischen Fähigkeiten betr
effe
,
sei der Beschwerdeführer
erheblich eingeschränkt in seiner Fähigkeit
,
sich an Regeln und Routine
n
anzupassen. Aufgrund seines unregelmäßigen Tagesrhythmus beziehungsweise seiner Tag-Nacht-Umkehr
sei
er nicht im Stande, Termine verabredungsgemäss wahrzunehmen und sich in Organisationsabläufe einzufügen, vor allem am Vormittag nicht. Tägliche
Rou
tineabläufe
und Verabredungen am Nachmittag oder am Abend
seien
kaum problematisch. Bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben
sei er
eben
falls mittelgradig eingeschränkt, wenn er jedoch
genügend Zeit zur Verfügung habe, gelinge
es ihm
,
Aufgaben zu planen und auch zu beenden.
Er sei
auf
grund seiner Umständlichkeit und seiner zwanghaften Selbstkontrolle in seiner Flexibilität und Umstellungsfähigkeit erheblich eingeschränkt. In der Anwen
dung fachlicher Kompete
nzen bestehe
keine ersichtliche Einschränkung. Die Entsche
idungs- und Urteilsfähigkeit sei
mittelgradig eingeschränkt. Ausdauer und
Durchhaltefähigkeit seien
sehr wechselhaft, sodass hier im Längsschnitt auch von einer nennenswerten Einschränkung ausgegangen werden m
ü
ss
e
. In den sozialen Fähigkeiten wie Selbstbehauptungsfähigkeit, die Fähigkeit zu engeren Beziehungen sowie Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit
sei er
ebe
nfalls eingeschränkt, dies wirke
sich beruflich vor allem in einer Ein
schränkung der Fähigkeit
,
im Team zu arbeiten, sich Autoritäten unterzuordnen sowie seine Leistungen entsprechend äußeren Anforderungen zu erbringen
,
aus. Die Fähigkeit zu spontanen Aktivitäten,
die
Selbstpflege sowie
Verkehrsfähig
keit
seien
nicht nennenswert eingeschränkt. Aufgrund der oben genannten Einschränkungen
sei er
für Tätigkeiten, die er sich
größtenteils selber einteilen kö
nn
e
, die überschaubar s
eien
un
d keine langfristige Planung brä
uch
t
en, Tätig
keiten in denen keine engere Zusammenarbeit mit Kollegen
oder mit Kunden notwendig sei
und die nicht von Pünktlichkeit am Morgen abhängig
seien
,
zu ca. 50
%
arbei
tsfähig. Aufgrund der Ausbildung und der Neigung des
Beschwerdeführers
kämen hierfür zum Beispiel Tätigkeiten im Computersupport, telefonische oder Onlineberatungen in Frage. Für die Zeit der stationären und der teilstationären Behandlung
sei er zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
. Die jet
zige Einschätzung
gelte ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (
Urk.
9/65/6 f.).
Das Alltag
s- und Aktivitätsniveau sei
gegenüber Gleichaltrigen und ähnlich ausgebildeten Personen um ca. 30
%
reduziert. Die aktuelle Therapie (
regelmä
s-s
ige
psychotherapeutische Gespräche i
m
Anschluss an stationäre und
teilstatio
-
näre
Behandlung) entspr
eche
dem heutigen Standard. Eine zusätzliche
Inten
-
sivierung
oder erne
ute medikamentöse Behandlung sei
anhand des Ver
laufs und des klinischen
Bildes derzeit nicht indiziert.
Der
Beschwerdeführer konsumiere
derzeit nach eigenen Angaben keine Suchtmittel regelmäßig. Er g
ebe
an, s
ehr gelegentl
ich Alkohol zu konsumieren und ab und zu
Cannabis zu rauchen. Die derzeitigen Einschränkungen ergäben sich nicht aus dem
Sub
stanzkonsum
. Eine absolute und kontrollierte Abstinenz von Suchtmitteln würde mit
überwie
-
gender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer Zunahme der Leis
tungsfähigkeit führen (
Urk.
9/65/7 f.).
3.4.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
Z._
in ihrem Schreiben vom 1
4.
Februar 2015 (
Urk.
9/69) ergänzend aus, dass d
ie Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausschliesslich auf den Auswirkungen der
Persönlichkeits
störung
beruhe
. Da der Su
bstanzkonsum derzeit sistiert word
e
n sei, wirke
sich dieser auch nicht auf die Leistungsfähigkeit aus
. Im Übrigen mü
ss
e
davon aus
gegangen werden, dass der
Substanzabusus
sekundär zu
r Persönlichkeitsstörung bestehe
, d.h. ein Versuch
darstelle,
die Persönlichkeitsdefizite bzw. das persönli
c
he Leiden,
das
diese verursache,
auszugleichen.
Da eine Persönlichkeitsstörung prinzipiell die gesamte Persönlichkeit des Betroffe
nen beeinträchtig
e, mü
ss
e
auch immer von einer gewissen
krankheits
bedingten
Einschränkung der Krankheitseinsicht ausgegangen werden. Ande
rerseits besteh
e
auch ein gewisser Leidensdruck, der
die Therapie-Compliance erhöh
e
.
Von einer kr
ankheitsbedingten Non-
Compliance b
ezüglich
Suchtmittel
abstinenz
mü
ss
e
nic
ht ausgegangen werden. Diese sei
durchaus zumutbar.
Während der stationären Aufenthalte
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für alle Tätigkeiten
bestanden
. Anhand der vorliegenden Unterlagen
sei
nicht aus
zumachen
,
aufgrund welcher
konkreter
Einschränkungen nach dem stationären
Aufenthalt 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
wo
rde
n sei
. Da jedoch ein komplexes Störungsbild bestand
en habe
und weiterhin besteh
e und man davon ausgehen mü
ss
e
, dass der Substanzkonsum sekundär an die zugrundeliegende Persönlichkeitsstörung bestand
en habe
, m
ü
ss
e
davon ausge
gangen werden, dass die
von
Dr.
med.
B._
im Bericht vom 2
6.
Juni 2013
(vgl. E. 3.3.)
aufgeführten
Einschrän
kungen versicherungsmedizinisch
zu
einer 100%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt führ
t
en und
auch nachvollziehbar
seien
.
Die Berichte
d
er Abklärungen im
Y._
sow
ie der Eingliederungsberatung liessen
ebenfalls auf eine erhebliche
Leistungsein
schränkung
auch im geschützten R
ahmen schliessen. Durchgehend kö
nn
e
davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer
seit Sommer 2010 in seiner Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt sei
. Auf
dem ersten Arbeitsmarkt bestehe
seitdem keine verwertbare Arbeitsfähigkei
t. Im geschützten Rahmen bestehe
seit Anfang 2013 prinzipiell eine ca. 50%ige Leistungsfähigkeit. Da diese jedoch nicht regelmässig un
d zuverlässig erbracht werden kö
nn
e
,
sei er
derzeit weiter
hin auf einen geschützten Rahmen angewiesen, wo er für seine
krankheitsbe
dingten
Einschränkungen nicht
direkt mit Sanktionen rechnen mü
ss
e
. Zum Zeitpunkt der Begutac
htung bestehe
für adaptierte Tätigkeiten
eine 50%ige Leistungsfähigkeit.
Als ungelernte Hilfskraft wie für
alle anderen Tätigkeiten bestehe
seit
September 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Seit Anfang 2013 bestehe
im geschütz
ten Rahm
en eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
Seit Herbst 2014 besteh
e
für die Tätigkeit als ungelernte Hilfskraft mit den im Gutachten aufgeführten optimalen Anpassungen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
4.
4.1
4.1.1
Die Ausführungen von
Dr.
Z._
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sind unklar und zumindest erklärungsbedürftig: Sie notierte zum
Einen
, dass im geschützten Rahmen seit Anfang 2013 prinzipiell eine ca. 50%ige Leistungsfähigkeit bestehe. Da diese jedoch nicht regelmässig und zuverläss
ig erbracht werden könne, sei der Beschwerdeführer
weiterhin auf einen geschützten Rahmen angewiesen, wo er für seine krankheitsbedingten Einschränkungen nicht direkt mit Sanktionen rechnen müsse. Zum Zeitpunkt der Begutachtung bestehe für adaptierte Tätigkeiten eine 50%ige Leistungsfähigkeit, wie unter Ziffer E im Gutachten beschrieben (
Urk.
9/69/2). In Ziffer E des Gutachtens hielt sie fest, dass er qualitative Einschränkungen habe
(
Urk.
9/65/7)
- dass er die Arbeitsfä
higkeit von 50
%
allerdings nicht im ersten Arbeitsmarkt verwirklichen könne, geht daraus nicht hervor.
Damit bleibt unklar, ob der Beschwerdeführer die
ab Gutachtenszeitpunkt
attes
tierte 50%ige Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt oder nur im geschützten Rahmen verwerten kann.
4.1.2
Dr.
Z._
hielt
in
der
zusammenfassenden Beurteilung
des Weiteren fest
, dass der Beschwerdeführer aufgrund der vorbestehenden Persönlichkeitsstörung sowie der zusätzlichen Störung durch Suchtmittel schwerwiegende psychische Einschränkungen im Alltag sowie in der beruflichen Leistungsfähigkeit habe (
Urk.
9/65/7 oben).
Entsprechend
qualifizierte sie
die Diagnose der psychischen und Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch, aktuell Cannabis und Nikotin,
als mit
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/65/6).
Bei Beantwortung der Frage, ob eine Sucht
mittelabstinenz zumutbar sei
,
sowie
in ihrer ergänzenden Stellungnahme
führte sie dem widersprechend allerdings aus, dass die Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausschliesslich auf den Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung basiere, da der Substanzkonsum der
zeit sistiert worden sei (
Urk.
9/65/7 f.;
Urk.
9/69). Dabei stützte sie sich einzig auf die Aussagen des Beschwerdeführer
s (vgl.
Urk.
9/65/5), eine entsprechende Laboruntersu
chung wurde nicht durchgeführt.
Dies ist in sich widersprüchlich und zumindest erklärungsbedürftig.
4.1.3
Des Weiteren erhob die Gutachterin den Tages
ablauf nur rudimentär:
Der Beschwerdeführer
schlaf
e gut, ca. 6-8 Stunden. Er gehe allerdings sehr unre
gelmässig ins Bett, wodurch er auch einen sehr unregelmässigen Tagesrhyt
h
mus habe. Er stehe entsprechend spät und unregelmässig auf, frühestens gegen Mit
tag. Sein Alltag sei sehr ungeregelt, er esse auch unregelmässig. Einkaufen und Führung des Haushalts
gingen
inzwischen einigermassen. Er sitze viel am PC, versuche jedoch mehrmals am Tag nach draussen zu gehen und mindestens
20
Minuten zu laufen. Für administrative Belange habe er eine Beistandschaft (
Urk.
9/65/4 f.).
Wie die Gutachterin daraus schliessen konnte, dass sein Alltags- und
Aktivitätsni
veau
gegenüber Gleichaltrigen und ähnlich ausgebildeten Personen um ca. 30
%
reduziert sei, ist - insbesondere auch ohne jede Begründung (
Urk.
9/65/7) - nicht nachvollziehbar.
Unklar bleibt, ob diese Einschränkung krankheitsbedingt und von Dauer ist.
4.1.4
Im psychiatrischen
Gutachten
finden sich sodann auch keine Angaben dazu, ob und inwiefern psychosoziale und soziokulturelle Faktoren das Beschwerdebild mitbestimmen
, was allerdings - gerade auch
weil
der Zusammenbruch gemäss den Ausführungen von
Dr.
Z._
im Jahr 2008 aufgrund von äusseren
Belas
tungsfaktoren
ausgelöst worden sei - notwendig gewesen
wäre
(vgl. BGE 127
V
294 E. 5a und Urteile des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012
E.
3.2 mit Hinweisen, und 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Auch fehlen ausführliche Angaben zu seinem Beziehungsnetz und der
Bezie
hungsgestaltung
. Die Gutachterin notierte diesbezüglich, dass er viel Zeit für sich brauche, jedoch Kontakt zu früheren Kollegen habe, die er regelmässig besuche (
Urk.
9/65/5). Eine ausführlichere Darstellung wäre hier
allerdings
mit Blick auf die attestierte Beeinträchtigung der sozialen Fertigkeiten im Umgang mit Kollegen als auch Vorgesetzten
(
Urk.
9/69/1)
notwendig gewesen
.
4.1.
5
Zusammenfassend erweist sich das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
als
zumindest
erklärungsbedürftig
in Bezug auf die
Einschätzungen der Arbeitsfä
higkeit, der
Ausw
irkungen des Substanzgebrauchs und
der Einschätzung des
Allt
ags- und Aktivitätsniveaus
. Des Weiteren
legte die Gutachterin die psycho
sozialen
und
soziokulturellen Faktoren
und deren Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
sowie das Beziehungsnetz und die
Beziehungs
gestaltung
nicht hinreichend dar, womit das Gutachten
diesbezüglich
lücken
haft
ist
.
4.2
Aus den Berichten der Ärzte
und Therapeuten
der
A._
können keine Rück
schlüsse auf den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ge
zogen
werden, da der letzte Bericht vom 2
6.
Juni 2013 datiert (E. 3.3). Des Weiteren ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
dass
behandelnde Ärzte und
Therapie
personen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Die Berichte der Ärzte der
A._
bilden entsprechend keine g
enügende Beurteilungsgrundlage.
4.3
Der Beschwerdeführer brachte vor, die Rückweisung
sei in
casu
nicht zulässig. Diesbezüglich ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung darauf hinzuweisen, dass eine
Rückweisung an den Versicherungsträger möglich
ist
,
um eine vollständig ungeklärte Frage zu erheben
oder wenn
eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist
(vgl. E. 2.5) - was in
casu
der Fall ist (vgl. E. 4.1). In Bezug auf den Antrag auf Edition der Anzahl der im Jahr 2015 zurückgewiesenen Fälle, die
Gesamtfall
zahl
im Jahr 2015 sowie die gerichtlich angeordneten Gutachten durch das angerufene Gericht ist festzuhalten, dass sowohl der Rechenschaftsbericht des hiesigen Gerichts als auch sämtliche Kollegialgerichtsfälle in anonymisierter Form im Internet öffentlich abruf- und einsehbar
sind (www.sozialversiche
-
rungsgerich
t.
zh.ch).
4.4
Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen, damit sie
die
bestehende
n
Unklarheit
en und Lücken in Bezug auf den psychiatrischen Gesundheitszustand in geeigneter Form
klarstelle bzw.
abkläre und danach erneut über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers entscheidet.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Der von Rechtsanwalt
Thomas Wyss mit Honorarnoten vom
9.
Februar und
7.
November 2016 (
Urk.
12 und
Urk.
19)
geltend gemachte Aufwand von
total 22 Stunden und 15 Minuten
beziehungsweise die geltend gemachte Ent
schädigung von
total
Fr.
5‘445.10 (
Fr.
3‘405.75 +
Fr.
2‘039.35)
ist der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses jedoch
nicht ange
messen
.
Insbesondere ist die Notwendigkeit des Aufwandes in Zusammenhang mit der Sozialhilfebehörde für den vorliegenden Prozess nicht ausgewiesen, weshalb dieser nicht zu entschädigen ist. Somit kann der Aufwand für Instruk
tion und Ausarbeitung der Beschwerdeschrift (8:55 h), die Eingabe vom 11. August 2015 und die Kenntnisnahme von Zustellungen einschliesslich des Urteils (3:05 h) sowie die Ausarbeitung der Stellungnahme vom 7. November 2016 (3:00 h) angerechnet werden, was 15:00 Stunden ergibt, und an der obe
ren Grenze der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Entschädigung liegt. Unter Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220
.—
sowie Berück
sichtigung der ermessensweise festgesetzten Barauslagen (Fr. 80.--) ergibt sich eine Prozessentschädigung von Fr. 3‘650.-- (inklusive Barauslagen und
MWSt
).