Decision ID: f9703763-1959-4caf-95fe-a635e1c82e28
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehöriger kurdischer
Ethnie mit letztem Aufenthalt in B._ (Provinz C._), suchte
am 29. Juni 2021 in der Schweiz um Asyl nach.
A.b Am 14. Juli 2021 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer die Erst-
befragung für unbegleitete Minderjährige durch.
A.c Am 25. August 2021 hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich
zu seinen Asylgründen an. Anlässlich dieser Anhörung reichte der Be-
schwerdeführer das Original seiner irakischen Identitätskarte zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 3. September 2021 stellte das SEM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der
Wegweisung an.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 4. Oktober 2021
mittels seiner damaligen Rechtsvertreterin Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht. Dabei beantragte er, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventualiter sei
die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 3. November 2021 teilte das SEM den Be-
schwerdeführer für die Dauer seines Verfahrens dem Kanton D._
zu.
E.
Mit Urteil D-4400/2021 vom 23. November 2021 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde vom 4. Oktober 2021 gut, hob die Dispositiv-
ziffern 4 und 5 der Verfügung des SEM vom 3. September 2021 auf und
wies die Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurück. Zur Be-
gründung führte das Gericht namentlich aus, das SEM sei bei unbegleite-
ten minderjährigen Asylsuchenden auf der Grundlage des Übereinkom-
mens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (nachfolgend:
KRK, SR 0.107) verpflichtet abzuklären, ob Minderjährige zu ihren Eltern
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oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden könnten und ob diese in
der Lage seien, ihre Bedürfnisse abzudecken. Könnten die Angehörigen
nicht ausfindig gemacht werden, oder ergebe sich, dass die Rückkehr zu
diesen dem Kindeswohl nicht entspreche, sei weiter abzuklären, ob das
Kind in der Heimat allenfalls in einer geeigneten Anstalt oder bei einer Dritt-
person untergebracht werden könne. Die Vorinstanz sei demnach gehal-
ten, diesbezüglich konkrete Abklärungen vorzunehmen. Blosse allgemeine
Feststellungen, im Heimat- oder Herkunftsland würden Eltern oder andere
nahe Angehörige leben beziehungsweise es gebe in dem betreffenden
Land entsprechende Einrichtungen, genügten nicht. Die notwendigen kon-
kreten Abklärungen inklusive der allfälligen Übernahmezusicherungen ei-
ner geeigneten Institution seien überdies vor Erlass einer wegweisenden
Verfügung vorzunehmen respektive einzuholen, damit sie einer gerichtli-
chen Überprüfung zugänglich seien.
F.
Am 6. Dezember 2021 wies das SEM den Beschwerdeführer dem erwei-
terten Verfahren zu, da es in seinem Fall weiterer Abklärungen bedürfe.
G.
Am 20. Dezember 2021 erstellte das SEM ein Consulting hinsichtlich der
Frage, ob es in der Provinz C._ in der irakischen Region Kurdistan
(IRK) eine Institution gebe, die sich bis zum Erreichen der Volljährigkeit im
(...) um den Beschwerdeführer kümmern könne. Das Consulting ergab da-
bei, dass es in C._ ein staatliches Heim für Knaben und ein solches
für Mädchen gebe, in welche Jugendliche unter bestimmten Bedingungen
aufgenommen würden (vgl. SEM-Akten [...]-59/2).
H.
H.a Mit Schreiben vom 23. Dezember 2021 ersuchte der Rechtsvertreter
die Vorinstanz darum, schnellstmöglich die nötigen Abklärungen vorzuneh-
men und in der Sache möglichst rasch zu entscheiden beziehungsweise
über den aktuellen Stand der Abklärungen zu informieren.
H.b Mit Schreiben vom 3. Januar 2022 teilte das SEM dem Beschwerde-
führer mit, es sei sich des Beschleunigungsgebots für Minderjährige be-
wusst und handle dementsprechend. Im Weiteren teilte es mit, dass die
Abklärungen im Gange seien.
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I.
Mit Begleitschreiben vom 19. Januar 2022 sandte das SEM der Schweize-
rischen Botschaft in Amman eine Anfrage über eine Unterbringungsmög-
lichkeit für den minderjährigen Beschwerdeführer in der irakischen Region
Kurdistan zuhanden der Sozialbehörden in C._ zu (vgl. SEM-Akten
[...]-64/5).
J.
J.a Mit Schreiben vom 14. Februar 2022 warf die Rechtsvertretung des Be-
schwerdeführers die Frage auf, ob es aufgrund einer fehlenden Schweizer
Vertretung im Heimatland des Beschwerdeführers überhaupt möglich sei,
"geeignete Abklärungen" hinsichtlich Unterbringungsmöglichkeiten für die-
sen vorzunehmen. Sollten entsprechende Abklärungen nicht möglich sein,
werde um einen baldigen Entscheid in der Sache beziehungsweise eine
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz ersucht.
J.b In seinem Antwortschreiben vom 18. Februar 2022 teilte das SEM dem
Beschwerdeführer mit, das SEM habe im letzten halben Jahr durch interne
Einsätze von Mitarbeitenden auf der Botschaft in Amman Kontakte im
Nordirak und vor allem auch in C._ knüpfen können. So habe das
SEM im vorliegenden Fall über die Botschaft in Amman eine entspre-
chende Anfrage an die Sozialbehörde in C._ stellen können. Über
den Ausgang dieser Anfrage werde er informiert, sobald das SEM eine ent-
sprechende Antwort erhalten habe.
K.
K.a Mit Schreiben vom 15. März 2022 erkundigte sich die Rechtsvertre-
tung erneut nach dem Verfahrensstand. Die Ungewissheit über den Aus-
gang seines Verfahrens belaste den Beschwerdeführer sehr. Zwar habe
das SEM ihm am 18. Februar 2022 mitgeteilt, dass über die Botschaft in
Amman eine Anfrage an die Sozialbehörde C._ habe gestellt wer-
den können. Seither habe er indessen keine weiteren Informationen, ins-
besondere zum Ergebnis oder zum aktuellen Stand der Abklärungen, er-
halten. Gleichzeitig stellte er die Einreichung einer Rechtsverzögerungsbe-
schwerde in Aussicht, falls das SEM sein Verfahren innert zwei Wochen
nicht beschleunigt behandle beziehungsweise die vom Bundesverwal-
tungsgericht angeordneten Untersuchungen vornehme.
K.b In seinem Antwortschreiben vom 21. März 2022 hielt das SEM fest,
dass die Abklärungen bei den Sozialbehörden in C._ nach wie vor
hängig seien, womit auch die Instruktionen im vorliegenden Fall noch nicht
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abgeschlossen seien. Selbstverständlich werde er den Asylentscheid
schnellstmöglich erhalten, sobald das SEM eine Rückmeldung von den
nordirakischen Sozialbehörden erhalten habe.
L.
Mit Eingabe vom 31. März 2022 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht mittels seiner Rechtsvertreterin eine Rechtsverzö-
gerungsbeschwerde ein und beantragte, es sei festzustellen, dass das
Asylverfahren N (...) übermässig lange daure, und die Vorinstanz sei an-
zuweisen, das Verfahren N (...) ohne weitere Verzögerung abzuschlies-
sen. Weiter beantragte er in verfahrensrechtlicher Hinsicht, es sei ihm die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses zu verzichten und ihm die unentgeltliche Verbeiständung in
der Person seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen. Eine Bestätigung des
Amts (...) des Kantons D._ bezüglich seiner Bedürftigkeit werde in
den nächsten Tagen nachgereicht.
M.
Mit Schreiben vom 1. April 2022 bestätigte das Bundeverwaltungsgericht
den Eingang der vorliegenden Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel  wie auch vorlie-
gend  endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer an-
fechtbaren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behand-
lung einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfü-
gung zuständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl.
dazu auch MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG],
2019, Rz. 3 zu Art. 46a).
1.1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorlie-
genden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig.
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Seite 6
1.2
1.2.1 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichter-
lass einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt vor-
aus, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass ei-
ner Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch
ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu
handeln und der gesuchstellende Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1
VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.).
1.2.2 Vorliegend hat das SEM in Form einer anfechtbaren Verfügung über
den Vollzug der Wegweisung beziehungsweise eine allfällige vorläufige
Aufnahme zu befinden. Der Beschwerdeführer ist daher zur Beschwerde-
führung legitimiert.
1.3 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-
sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Den-
noch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Belieben
einer beschwerdeführenden Person, zumal auch hier der Grundsatz von
Treu und Glauben eine Grenze bildet. Der Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-
bung ist vorliegend jedoch nicht zu beanstanden.
1.4
1.4.1 Die beschwerdeführende Person muss überdies darlegen, dass sie
zur Zeit der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdiges  mithin aktuelles
und praktisches  Interesse an der Vornahme der verzögerten Amtshand-
lung respektive der Feststellung einer entsprechenden Rechtsverzögerung
hat (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesver-
waltungsgericht, 2. Aufl., 2013, Rz. 5.23).
1.4.2 Das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers an der Vor-
nahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung manifestiert sich vorlie-
gend bereits in mehreren bei den Akten liegenden Eingaben, mit welchen
er um Auskunft über den Verfahrensstand ersuchte.
1.4.3 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht
eingereichte (Art. 52 Abs. 1 VwVG) Rechtsverzögerungsbeschwerde ein-
zutreten.
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Seite 7
2.
Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich
vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot
verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sa-
che mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1
VwVG). Hingegen ist das Gericht nicht dazu befugt, sich dazu zu äussern,
wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sol-
len, da es  Spezialkonstellationen vorbehalten  nicht anstelle der untätig
gebliebenen Behörde entscheiden darf, andernfalls der Instanzenzug ver-
kürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteiligten verletzt würden
(vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2, m.w.H.).
3.
3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der
allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede
Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener
Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfassungsgarantie gilt für alle
Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174
E. 2.2, m.w.H.).
3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinn des Gesetzes ist nach Lehre und
Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht – wie bei einer
Rechtsverweigerung – grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde nicht
innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch als
angemessen erscheint. Die Frage der Angemessenheit der Dauer eines
Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Um-
stände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Kom-
plexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Be-
hörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie ein-
zelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. MÜLLER/BIERI, a.a.O., Rz. 16
zu Art. 46a; BGE 130 I 312 E. 5.1 und 5.2, m.w.H.). Ein Verschulden der
Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, weshalb sie das
Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie wegen Personal-
mangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl.
BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 60 E. 3c; 103 V 190 E. 5c). Spezialgesetzli-
che Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung der Angemessenheit der
Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen auch Urteil des
BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2, m.w.H.).
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Seite 8
4.
4.1 Aus den Akten ist ersichtlich, dass das SEM im vorliegenden Fall be-
reits im Dezember 2021 erste Schritte zur Abklärung allfälliger Unterbrin-
gungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers im Raume C._ einge-
leitet hat, haben doch im Rahmen des Consultings vom 20. Dezember
2021 zusammengetragene Recherchen ergeben, dass in C._ ein
staatliches Heim für Knaben existiert, das unter bestimmten Bedingungen
Kinder aufnimmt (vgl. Sachverhalt Bst. G). Gestützt auf diese Erkenntnisse
hat das SEM am 19. Januar 2022 via die Schweizer Botschaft in Amman
eine entsprechende Anfrage bei der Sozialbehörde in C._ gestellt
(vgl. Sachverhalt Bst. I). Deren Antwort steht indessen derzeit noch aus.
Darüber hinaus hat das SEM den Beschwerdeführer in den Antworten auf
seine Verfahrensstandsanfragen wiederholt darauf hingewiesen, entspre-
chende Abklärungen bei der Sozialbehörde in C._ initiiert zu haben,
indessen in vorliegender Sache erst entscheiden zu können, wenn deren
Antwort vorliegt (vgl. Sachverhalt Bst. J und K). Das SEM hatte in diesem
Sinne auch keine Mittel, unmittelbaren Einfluss auf die Zeitspanne zu neh-
men, innert welcher die dortige Sozialbehörde ihren Entscheid trifft. Dies
umso weniger, als angesichts der Tatsache, dass seit der Anfrage des SEM
bei der Sozialbehörde in C._ erst zweieinhalb Monate verstrichen
sind, noch keineswegs von einem Zeitrahmen gesprochen werden kann,
welcher es als opportun erscheinen lassen würde, die Sozialbehörde in
C._ zusätzlich zur Eile anzuhalten.
4.2 Im Ergebnis ist demnach festzuhalten, dass das SEM im vorliegenden
Fall zeitnah Abklärungen initialisiert hat, um Aufschluss über allfällige Un-
terbringungsmöglichkeiten des minderjährigen Beschwerdeführers in sei-
ner engeren Heimat ausserhalb seines Elternhauses zu erhalten. Deren
Ergebnisse stehen derzeit noch aus, was dem SEM nicht als eigenes Ver-
säumnis angelastet werden kann. Die Unterstellung in der Beschwerde, die
Vorinstanz wolle mit ihrem Entscheid den Zeitpunkt der Volljährigkeit des
Beschwerdeführers abwarten, um eine erneute Wegweisung verfügen zu
können, ohne weitere Abklärungen tätigen zu müssen (vgl. a.a.O. S. 5
Ziff. 10), findet in den Akten keine Stütze und ändert im Übrigen nichts da-
ran, dass das Vorgehen des SEM aktuell nicht zu beanstanden ist. Eine
Verletzung des Beschleunigungsgebots gemäss Art. 29 Abs. 1 BV ist nicht
zu erblicken.
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Seite 9
5.
Aufgrund des Gesagten erweist sich die Rüge der Rechtsverzögerung im
Zeitpunkt ihrer Erhebung am 31. März 2022 als zum vornherein unbegrün-
det, weshalb die Beschwerde ohne Durchführung eines Schriftenwechsels
(vgl. Art. 57 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist.
6.
Die gestellten Rechtsbegehren erweisen sich nach obigen Erwägungen als
aussichtslos, weshalb die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und
amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG
unbesehen einer allfällig bestehenden prozessualen Bedürftigkeit abzu-
weisen sind. Das Gesuch auf Verzicht der Kostenvorschusserhebung ist
mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind demnach dem Beschwerdeführer aufzuer-
legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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