Decision ID: 174708a7-0fb9-4572-bc04-7af0ef7e2bf3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 geborene
X._
, welche in ihrem Heimatland eine
Anlehre
als Näherin absolviert hatte und Mutter zweier in den Jahren 1984 und 1988 geborener Kinder war, reiste 1992 in die Schweiz ein und war vom 1. November 1995 bis 31. August 2004 in einer
Kunststofffabrik
als
Hilfsar
beiterin
(Verputzen von Kunststoff und
Kunststoff
teilen)
in einem 100%igen Arbeitspensum
angestellt (Urk.
6/
11 und Urk. 6/
34). Am 8. Dezember 2004 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf ein chronisches
Panver
tebralsyndrom
, bestehend
seit circa 1999
,
bei der Sozialversich
erungsanstalt des Kantons St.
Gallen
, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 6/11).
Die IV-Stelle
St. Gallen
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veran
lasste eine
Begutachtung der Versiche
rten.
Das
Z._
erstattete sein Teilgutachten über die arbeitsmedizinische Untersu
chung und
die Untersuchung über die
arbeitsbezogene funktionelle Leis
tungsfähigkeit am 11. April 2006 (Urk. 6/51). Die
A._
erstattete
so
dann am 11. Juli 2006 das psychiatrische
Teilgutachten
(Urk. 6/55).
Die
Bericht
erstattung
über die interdisziplinäre Konsensbesprechung
erfolgte am
8. August 2006
(Urk. 6/59).
Am 28. November 2006
reichte
die
A._
auf Veranlassung der IV-Stelle St. Gallen
eine ergänzende Stellungnahme zu den Akten
(Urk. 6/65).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheide vom 18. April 2007
betreffend berufliche Massnahmen
[Urk. 6/68
]
und
Rentenanspruch [
Urk. 6/69]) verneinte die IV-Stelle
St. Gallen
mit Ver
fügung vom 1. Juni 2007 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (Urk. 6/70). Mit Verfügu
ng vom 3. August 2007 sprach die IV-Stelle
St. Gallen
de
r Versicherten
mit Wirkung ab 1. Oktober 20
04
eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zu (Urk. 6/71 und Urk. 6/75)
. Sie
bestätigte
den Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente
mit Mitteilung vom 11. Februar 2009 (Urk. 6/81)
im
Rahmen eines ordentlichen
Rentenrevisions
verfahren
s
.
1.2
Nach dem Umzug der Versicherten in den Kanton Zürich im Dezember 2009 (Urk. 6/82) eröffnete die IV-Stelle Zürich im Jahr 2013 ein ordentliches
Ren
tenrevisionsverfahren
(vgl. den Fragebogen vom
30. Oktober 2013 [Urk. 6/84]). Die IV-Stelle Zürich
klärte die erwerblichen
und medizinischen
Verhältnisse ab und veranlasste eine
polydisziplinäre
Begutachtung
der Ver
sicherten (Urk. 6/89).
Das Gutachten des
B._
wurde
in der Folge
am 2. Sep
-
tember
2014 erstattet (Urk. 6/105). Mit Vorbescheid vom 21. November 2014
kündigte die IV-Stelle Zürich die Aufhebung der bisherigen Invaliden
rente an (Urk. 6/109). Dagegen erhob die Versicherte am 3. Dezember 2014 Einwand (Urk. 6/110, vgl. auch
die
ergänzende Begründung vo
m 8. Januar 2015 [Urk. 6/116]) und stellte der
IV-Stelle
Zürich
zwei Berichte der
C._
vom 7
. Januar 2015 (Urk. 6/115) und
4. Februar 2015 (Urk. 6/120)
sowie einen Bericht des
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 15. März 2015 (Urk. 6/130)
zu.
Die IV-Stelle holte
so
dann einen Verlaufsbericht der
E._
vom 8. Juli 2015 (Urk. 6/133)
ein
. In der Folge liess sie die
Gutachter
stelle
zu den genannten Berichten Stellung nehmen
(Urk. 6/134).
Die Stel
lungnahme erfolgte a
m 15. September 2015 (Urk. 6/135). Dazu äusserte sich die Versicherte am 9. Oktober 2015
(Urk. 6/138) beziehungsweise am 23. November 2015 (Urk. 6/143). Mit Verfügung vom 1. Februar 2016 hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente auf den ersten Tag des zweiten Mo
nats nach Zustellung der Verfügung auf und entzog einer allfälligen Be
schwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 [= Urk. 6/149
]
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 19. Februar 2016 Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten; eventuell seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren (Urk. 1). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 13. April 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 15. April 2016 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozi
alversicherungsrechts
[ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Inva
liditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun
gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
ze
s über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebe
nenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder
Zusatzunter
suchungen
angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stell
e im Wesentlichen, die medizi
ni
schen Abklärungen hätten eine Verbesserun
g des Gesundheitszu
standes erge
ben.
Aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin als auch in körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten voll arbeitsfähig. Auch aus psy
chiatrischer Sicht würden keine Diagnosen mehr bestehen, welche aus Sicht des Rechtsanwenders nicht objektiv überwindbar seien. Es bestehe somit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor,
die Rente sei aus psychischen Gründen zugesprochen worden. Die Arbeitsfähigkeit habe sich gegenüber der ursprünglichen
Rentenzusprache
jedoch nicht verbessert. Es liege nach wie vor eine mittelschwere depressive Episode vor. Auch aus somatischer Sicht liege keine Verbesserung vor. Die Gutachter des
B._
hätten demzufolge lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vorge
nommen, was einer Revision entgegenstehe. Selbst wenn von eine
r Verbes
serung ausgegangen werde
, best
ehe
weiterhin ein Anspruch auf mindestens eine halbe Rente. Die Beschwerdeführerin verfüge über zu wenige Ressour
cen, um die depressive Störung zu überwinden. Während des
Revisionsver
fahrens
seien sodann
drei
Klini
kaufenthalte notwendig geworden, s
eit dem 5. Februar 2016 befinde sich die Beschwerdeführerin erneut in der Klinik. Sie sei seit Jahren aufgrund der depressiven Störung in ärztlicher Behandlung und die psychische Erkrankung sei klar
chronifiziert
(Urk. 1).
3.
3.1
D
ie
Rentenzusprache
vom 3. August 2007 (Urk. 6/71 und Urk. 6/75
) erfolgte nach Begutach
tung der Beschwerdefüh
rerin im
Z._
sowie in der
A._
(Teilgutachten des
Z._
über die arbeitsmedizinische Untersuchung und die Untersuchung über die arbeitsbezogene funktionelle Leistungsfähigkeit vom 11. April 2006 [Urk. 6/51],
psychiatrische
s
Teilgutachten der
A._
vom
11
. Juli 2006 (Urk. 6/55)
, Bericht über die interdisziplinäre
Konsensbespre
chung
vom 8. August 2006 [Urk. 6/59], ergänzende Stellungnahme der
A._
vom 28. November 2006 [Urk. 6/65]).
Gestützt
auf die Diagnose
einer mittelschweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom und Symp
tomen einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F32.11)
war der Beschwerdeführerin von den Gutachtern
für jegliche Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden
(
vgl. insbesondere Urk. 6/55/4
f.
, Urk. 6/59 und Urk. 6/65
), was
schliesslich
zur
Zusprache
einer ganzen Rente führte.
3.2
3.2.1
Im
polydisziplinären Gutachten des
B._
vom 2. September 2014
(internisti
sche,
psychiatrische und orthopädische Un
tersuchung) wurden
aus interdis
ziplinärer Sicht
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit aufgeführt (Urk.
6/105 S. 19
):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Korona
re
Eingefässerkrankung
(ICD-10 I
25.1)
Status nach PTCA einer RCX-Stenose 07/2006
Koronarographie
06/2008:
stenosefreie
Koronararterien, LVEF nor
mal
kardiovaskulä
re Risikofaktoren: positive Familienanamnese, Status nach Nikotinkonsum, metabolisches Syndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgen
den genannt (Urk. 6/105 S. 19):
Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Sympto
matik (ICD-10 M54.80/Z98.8)
Status n
ach Heckauffahrkollision am 12.
4.1999
Status nach
dekompressiver
Fensterung und Diskektomie LWK5/SWK1 beidseits und
dekompressiver
Fensterung LWK4/5 rechts am 15.
9.2009 (
Dr.
D._
,
F._
)
radiologisch keine relevanten Veränderungen an zervikaler un
d lum
baler Wirbelsäule (MRI 23.
6.2010 und 23.4.2014)
keine
höhergradige
Bewegungseinschränkung an zervikaler, thoraka
ler und lumbaler Wirbelsäule
Status n
ach retrokapitaler
Metatarsale
I
-Ost
eotomie nach Kra
mer links am 23.
8.2013 bei
Hallux
valgus
(
Dr.
G._
,
H._
) (ICD-10 Z98.8)
Status n
ach retrokapitaler
Metatarsale
I-Osteotomie nach Kra
mer rechts am 29.11.2013 b
ei
Hallux
valgus
(med.
pract
.
I._
,
H._
) (ICD-10 Z98.8)
im postoperativen Verlauf Wundinfekt
Status nach Karpaltunnel-Release der
adominanten
linken S
eite am 11.
7.2014 bei linksbetontem Karpaltunnelsyndrom (
Dr.
J._
,
H._
) (ICD-10 G56.0
/Z98.8)
Chronisches unspezifisches
multilokuläres
S
chmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
Metabolisches Syndrom
Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.9)
ohne medikamentöse Behandlung kompensiert (HbA1c 6.8
%
)
arterielle Hypertonie (ICD.10 I
10)
mit medikamentöser Behandlung eingestellt
Dyslipidämie
(ICD-10
E78.0)
unter medikamentöser Behandlung kompensiert
erhöhte Leberwerte unklarer Ätiologie
Übergewicht (BMI 26 kg/
m
2
) (ICD-10 E66.0)
Leichte Anämie (ICD-10 D50.0) Verdacht auf Eisenmange
l
In der
interdisziplinären
Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, i
m Vorder
grund der gesundhei
tlichen Beeinträchtigungen stehe
das psychische Leiden. Die
Beschwerdeführerin gebe
an, sie fühle sich schlecht
. Sie berichte
über verschiedene körperliche Beschwerden. Bei
der
ps
ychiatrischen Untersuchung sei
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode, diagnostiziert
worden. Die Stimmungslage sei
bedrückt mit
Affektlabi
lität
, Unruhe und Ängstlichkei
t. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwer
deführerin zu 50
% a
rbeitsunfähig. Im Weiteren werde
die Verdachtsdiagnose einer
somatoformen
Schmer
zstörung gestellt. Diese erkläre
die von
der Beschwerdeführerin vor allem vom B
ewegungsapparat her angegebenen Beschwerden, wel
che somatisch nicht objektivierbar seien
.
Bei
der
o
rthopä
dischen Untersuchung sei
ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei Status nach
Diskushernienoperation
L4/5 und L5/S1 diagnostiziert
wor
den. Radiologisch bestünden
keine relevan
ten degenerativen Veränderungen.
Zusätzlich sei
ein chronisches unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom
diagnostiziert
worden
. A
us orthopädischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
für eine körperlich leich
te bis mittelschwere, wechselbe
l
astende Tätigkeit, wi
e sie diese früher ausgeübt hab
e, nicht eingeschränkt. Lediglich andauernd kör
perlich schwere Tätigkeiten seien
ihr
nicht mehr zumutbar. Bei der
allgemeininternistischen Untersuchung
sei
eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert
worden. Es bestehe
sodann
ein metabolisches Syndrom.
Die medikamentöse Behandlung sei
jedoch
gu
t eingestellt
,
und kli
nisch seien
die Befunde kompensiert. Aus all
gemeininternistischer Sicht seien
der
Beschwerdeführerin
körperlich schwere Tätigkeiten nic
ht mehr zumutbar. Im Übrigen sei
die Arbeitsfähigkeit nicht ei
ngeschränkt. Zusammengefasst sei sie aus polydisz
iplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit, welc
he sie früher auch ausgeübt habe, zu 50
% arbeits- und leistungsfähig. Körperlich an
dauernd schwere Tätigkeiten seien
ihr
hingegen
nicht mehr
zumut
bar
.
Die
Beschwerdeführerin fühle
sich nicht mehr arbeitsfäh
ig. Aus medizinischer Sicht könne
eine volle Arbeitsunfähig
keit nicht bestätigt werden. Negative Faktoren auf
die subjektive Einschät
zung seien
die langjährige Krankschreibung und die IV-Rente sowie ein sekundärer Krankheitsgewinn durch die Unterstützung de
r Familie. Die Ein
schränkungen im Alltag seien sodann
nicht vollständig und teilweise auch auf eine Symptomausweitung zurückzuführen. Somatisch
hätten
sich keine ausreichenden Erklärungen für
die Beschwerden der Beschwerdeführerin ergeben. Es könne
ihr daher zugemutet werden, in reduziertem Umfang einer Erwerbstätig
keit nachzugehen
(Urk.
6/105 S. 20 f.; vgl. auch
das
internisti
sche [Urk. 6/105 S. 23], das psychiatrische [Urk. 6/105 S.
12 f.
] sowie
das orthopädische Teilgutachten [Urk. 6/105 S. 17 f.
]
).
Der begutachtende Psychiater hielt in seinem Teilgutachten im Wesentlichen fest, aus psychiatrischer Sicht könne
aufgrund der
chronifizierten
depressi
ven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Ausprägung eine Einschränkung der Arbe
itsfähigkeit in der Höhe von 50
% at
testiert werden. Die Beschwer
deführerin zeige
einen deutlichen Interes
se
ns
verlust im täglichen Leben,
eine psychomotorische Unruhe, eine Minderung der Libido, der Geduld und der Konzentrationsfähigkeit. Daher
sei ihr
lediglich eine Verweistätigkeit von vier Arbeitsstunden pro Tag zumutbar.
An diese
Tätigkeit
seien
keine hohen Ansprüche an Effektivität und Produktiv
ität
zu
stellen,
und sie
könne
auf
zwei Stunden morgens und zwei
Stunden nachmittags aufgeteilt werden. Die aktue
lle depressive Symptomatik stehe
gegenüber der
somatoforme
n
Störung im Vordergrund. Es sei
daher von einer selbständigen depress
iven Störung auszugehen, respektive e
iner depressiven Störung, die sich über
die Jahre
verselbständigt habe. Die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit erfolge
massgeblich auf Grund der depressiven Störung. Bei der
Beschwerdeführerin seien
nur wenige R
essourcen ersichtlich, sie ziehe
sich mei
stens sozial zurück, Kontakte wü
rden vor allem zu einer Schwester in Deutschland und zu zwei türkischen Nachbarinnen ang
egeben. An den Wochenenden suche
sie
einen
alevitischen
Kulturverein auf, jedoch nicht aus eigenem Antrieb, sondern dem Ehemann zuliebe.
Eine
aus Sicht der Beschwerdeführerin beste
hende 100%ige Arbeitsunfähigkeit könne
allerdings
nicht bestätigt werden, da bei ihr eine Tendenz zur Symptomausweitung und eine demonstrierte Krankheitsrolle zu beobachten seien. Der behandelnde Psychiater, Dr.
K._
,
berichte
in seinem letzten Arztbericht
vom 16. November
2013 von einer rezidivierenden schweren depre
ssiven Störung, wel
che allerdings durch die Behandlu
ng stabilisiert sei.
Eine über mehr als 10 Jahre hinweg anhaltende
schwergradige
depressive Störung ohne Suizidversuche
und stationäre Behandlungen sei
indessen
nicht vorstellbar. Die jetzige Behandlung
sei weiterzuführen, z
usätzliche Massnahmen könn
ten nicht empfohlen werden (Urk. 6/105 S. 1
2 f.
).
3.2.2
In den Berichten der
C._
vom 7. Januar 2015 (Urk. 6/115) sowie vom 4. Februar 2015
(Urk. 6/120)
über die stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin vom 12. Dezember 2014 bis am 29. Januar 2015 wurde die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
,
gestellt.
Im
Austritts
bericht
vom 4. Februar 2015 wurde im Wesentlichen festgehalten, die Ableh
nung des Antrages auf eine Invalidenrente (richtig: der Vorbescheid
mit Ankündigung der
Aufhebung der bestehenden ganzen Rente vom 21. November 2014 [Urk. 6/109]) habe zu einer massiven Verschlechterung der in Response bis Remission befindlichen Depression geführt.
Die psycho
tischen Symptome seien (noch) nicht klar einzuordnen. Da die Beschwerde
führerin den Kontakt mit Mitpatienten offensichtlich genossen habe, sei sie für eine rehabilitative Therapie in der psychiatrischen
L._
ange
meldet worden.
3.2.3
Im
Bericht vom 15. März 2015 (Urk. 6/130) attestierte Dr.
D._
der Beschwer
deführerin aus neurologischer Sicht wegen anhaltenden
Zervikal
gien
, Schulterschmerzen, Lumbalgien und einer
Lumboischialgie
links bei degenerativen Veränderungen auf mehreren Höhen im
Lendenwirbelsäulen
bereich
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.2.4
Im Bericht der
E._
vom 8. Juli 2015
(Urk. 6/133)
über die stationäre Behand
lung der Beschwerdeführerin in der
L._
vom 5. Februar bis 13. Mai 2015
wurde die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Stö
rung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) gestellt
. Es wurde sodann
festgehalten, während des stationären
Aufenthaltes
mit täglichen Therapien sei es zu einer erheblichen Verbesserung gekommen, sodass die depressiv-psychotischen Symptome weitestgehend remittiert seien, ebenso die zuvor bestehende Suizidalität.
E
ine verminderte Stresstoleranz und eine emotionale Labilität
würden
jedoch
weiterhin bestehen
. In Anbetracht der wesentlichen Besserung der Symptome während des stationären Aufenthaltes sei die Prog
nose grundsätzlich als günstig zu bewerten. Die
s
hänge allerdings davon ab, ob die im stationären Setting erreichte Besserung auch in den Alltag über
tragbar sei. Prinzipiell sei eine Belastba
rkeit im Umfang von mindestens zwei
Stunden am Tag
gegeben
.
3.2.5
In ihrer
ergänzenden
Stellungnahme vom 15. September 2015
führten die Gutachter des
B._
im Wesentlichen
aus
(Urk. 6/135)
,
die von Dr.
D._
ange
gebenen klinischen Befunde
würden
mit jenen während der am 16.
Juli
2014 durchgeführten orthopädischen Untersuchung überein
stimmen
.
Auch bezüg
lich der
von Dr.
D._
angeführten Bildgebung der HWS und LWS
bestehe
kein Widerspruch.
D
ie genannten radiologischen Veränderungen
würden aber
nicht zu einer Einschränkung der Arbeit
sfähigkeit für körperlich leicht
e und mittelschwere Tätigkeiten
,
einschliesslich jener im angestammten Bereich
, führen. In diesem Zusammenhang sei zu bemerken, dass Dr.
D._
nicht zwischen angestammter und ang
epasster Tätigkeit unterscheide, sodass unklar bleibe
, ob er selbst für körperlich sehr leichte Verrichtungen eine vollständige A
rbeits
un
fähigkeit für gegeben halte
. An der
im
Gutachten fes
t
gehaltenen Arbeitsfähigkeit sei daher klar festzuhalten.
Bezugnehmend auf die Berichte der
C._
sowie der
E._
hielten die Gutachter fest,
wahrscheinlich
sei es
zu einer Verstärkung der depressiven Symptomatik
gekommen
,
welche
jedoch vorübergehend
gewesen sei
u
nd sich schliesslich gut habe behandeln lassen
. Eine schwere und anha
ltende psychotische Episode könne
aus
den
Sinnestäuschungen, die sich um die Person des orthopädischen Gutachters rank
t
en, nicht abgeleitet wer
den. Ansonsten könnte jeder Explorand mit Suizid und psychotischen Stim
men reagieren, um das Begutachtungsergebnis in seinem Sinne zu beein
flussen. Die angeblichen psychotischen Symptome w
ürden
selbst im Bericht der
C._
als un
klar bezeichnet. Sie entsprächen
einer über
steigerten
Enttäuschungsreak
tion mit Pseudo
h
a
l
luzin
ationen. Typischerweise, so gehe aus dem Bericht hervor, habe
die angeblich psychotische Sympto
matik zunächst
auch nicht
auf Neuroleptika an
gesprochen, was dafür spre
che
, dass die
Beschwerdeführerin
an der
Enttäuschungsreaktion festgehalten habe
.
Es sei sodann
zu erwarten, dass sich die im Gutachten geäusserte Ein
schätzung einer mittelgrad
igen depressiven Störung mit 50
%iger Arbeitsfä
higkeit nach Verarbeitung der Enttäu
schungsreaktion wieder einstelle
.
Es sei bloss von einer vorübergehenden Verschlechterung auszugehen.
3.2.6
In seiner
präzisierenden
Stellungnahme vom 20. November 2015 (Urk. 6/142/1-2) führte Dr.
D._
aus, er attestiere der Beschwerdeführerin sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Er sei der Ansicht, die Arbeitsfähigkeit sei in einer geschützten Werkstatt zu prüfen.
3.2.7
Dr.
med. K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Bericht vom 20. November 2015 (Urk. 7/142/3-5) fest, die Beschwer
deführerin leide seit Jahren unter einer schweren Depression und erheblichen körperlichen Erkrankungen. Sie sei zu 100 % arbeitsunfähig.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
des
B._
vom 2. September 2014
(Urk.
6/105)
samt
ergänzender Stellungnahme vom 15. September 2015 (Urk. 6/135)
ver
mag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen voll
umfänglich zu erfüllen (E. 1.5
). So tätigten d
ie Gutachter sorgfältige, umfas
sende Abklärungen, berücksichtigten die g
eklagten Beschwerden und begrün
deten ihre Einschätzung in nachvollziehbare
r Weise sowie in Ausei
nanderset
zung mit den
Vorakten
. Die Gutachter le
gten die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Obwohl
die Diagnose im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
(E. 3.1) unverändert geblieben ist und nach wie vor eine mittelgradige depressive Symptomatik im Vordergrund steht (E. 3.
2.1 und E. 3.2.5)
, ist
mit Blick auf die
erhobenen Befunde und
persönlichen Ressourcen der Beschwer
deführerin
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen
(vgl. E. 1.1)
. Ein Vergleich der von der Beschwerdeführerin anlässlich der
Begutachtungen geschilderten Tagesabläufe ergibt eine deutliche Zunahme der persönlichen Ressourcen:
Bei
der ersten Begutachtung
hatte die Beschwerdeführerin
noch berichtet,
vorwiegend im Sessel zu sitzen, da sie weder Lust noch die Kraft habe, ihre Hausarbeit zu bewältigen. Sie sei innerlich unruhig und leide unter einer ausgeprägten Ermüdbarkeit, sei immer und wegen allen möglichen Dingen äusserst besorgt. Mit dem Lebenswandel ihrer Söhn
e sei sie nicht einverstan
den, w
eshalb sie krank geworden
sei
(Urk. 6/55/3). Der Ehemann der Beschwerdeführerin hatte ebenfalls bestätigt, dass die Beschwerdeführerin keine Lust habe, irgendetwas zu unternehmen. Sie könne keinen Spass mehr empfinden und sei wenig belastbar. Sie habe keine Interessen und keinen Antrieb mehr. Tagsüber schlafe sie oder sitze in einem Sessel, des Nachts sei sie oft spät
noch
auf und schaue Fernsehen. Aufgrund ihrer fehlenden Belastbarkeit habe sie sich sozial zurückgezogen und gehe kaum mehr aus dem Haus. Wenn Besuch komme, ziehe sie sich spätestens nach einer halben Stunde zurück (Urk. 6/55/3).
Bei der aktuellen Begutachtung
im
B._
gab die Beschwerdeführerin demge
genüber zur Auskunft,
morgens irgendwann auf
zustehen
, vermutlich
gegen 10.
00
Uhr. Dann lege sie sic
h wieder aufs Sofa,
nehme ihre Medikamente ein
,
unternehme
später
einen Spaziergang und kaufe unt
erwegs zum Beispiel ein Brot
. Die Familie habe einen Schrebergarten, oftmals suche
sie
diesen auf. Nach Hause zurückgekehrt ruhe sie sich aus. Abends wolle der Ehemann nochmals zusammen mit
ihr
den Garten aufsuchen. An den Wochenenden begleite sie ihren Ehemann zu einem
alevitischen
Kulturverein. Dort sei sie während zwei bis drei Stunden anwesend. Ein Hobby übe
sie
nicht mehr aus. Sie treibe
auch
keinen Sport, begebe sich jedoch zu gymnastischen Übungen in eine
r Rehaklinik dreimal die Woche à
1.5 Stunden.
Sie
benutze kein Fahrrad und lenke auch keinen Motorwagen. Soziale Kontakte
habe sie vor
allem zu einer Sc
hwester in Deutschland
.
Mit ihr würden fast tägliche Tel
e
fongespräche
geführt
. Die Schwester besuche
sie
auch häufig. Weitere Kon
takte
bestünden
zu zwei türkischen Nachbarinnen. Im Januar 2014 sei
sie sodann
allein in Begleitung einer Bekannten in die T
ürkei gereist. Sie habe dort zehn Tage verbracht (Urk. 6/105 S. 11).
Nach dem Gesagten
ist
eine
deutliche Zunahme der Ressourcen und damit eine Verbesserung des Gesundheitszustands
ausgewiesen.
4.3
An der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Einschätzung ändern auch die Klinikaufenthalte der Beschwerdeführerin nach Ankünd
igung der
Ren
tenaufhebung
mit
Vorbescheid vom 21. November 2014 (Urk. 6/109) nichts. Es kann
diesbezüglich
auf die ergänzende Stellungnahme der Gutachter vom 15. September 2015 verwiesen werden (E. 3.2.5).
Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin
gegenüber dem begutachten
den Psychiater angegeben hatte, zeit ihres Lebens nie in einer psychiatri
schen Klinik hospitalisiert gewesen zu sein (Urk. 6/105 S. 10).
Der Umstand alleine, d
ass sie sich in Anbetracht der drohenden
Rentenaufhebung
, wobei es sich um einen
unbeachtlichen
psychosozialen Faktor handelt,
erstmals in stationäre
psychiatrische
Behandlung begab (vgl. E. 3.2.2),
vermag
die gut
achterliche Beurteilung
nicht
in Zweifel
zu ziehen,
insbesondere auch des
halb nicht, weil es
unter der
psychiatrischen
Behandlung zu einer Remission der
depressiven
Symptom
e
gekommen ist (E.
3.2.4), was wiederum gegen eine
vollkommene Resistenz des psychischen Leidens spricht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen, 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1).
Ein Bericht über eine weitere
Hospitalisation
in der
C._
ab dem 5. Februar 2016 (Urk. 1 S. 3) wurde
im Beschwerdeverfahren
sodann nicht eingereicht und kann damit auch nicht berücksichtigt werden.
4.4
Der
begutachtende Psychiater legte
nachvollziehbar dar, weshalb er die Beur
teilung des behandelnden Psychiaters Dr.
K._
, welcher von einer
seit mehr als 10 Jahre
n
an
dauernden
schwergradigen
d
epressiven Störung aus
geht
(vgl. sodann auch E. 3.2.7)
,
nicht für überzeugend
hält
(E. 3.2.1)
.
Ergänzend ist auch in diesem
Zusammenahng
auf die erhebliche Verbesserung der depressiven Symptomatik im Rahmen des stationären
Aufenthalts
in der
L._
(E. 3.2.4) hinzuweisen, was
wie gesagt
darauf hindeutet, dass
keine vollkommene Resistenz des Leidens vorliegt
.
In Bezug au
f Dr.
K._
ist im Übrigen
der Erfahrungs
tat
sache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.5
Mit den Gutachtern ist
somit
von einer
chronifiziert
en
mittelgradigen
depressi
ven
Erkrankung auszugehen
.
In Anbetracht der
Chronifizierung
der psychischen Symptomatik ist zwar nicht von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit auszugehen. Es ist aber mit Verweis auf die festgestellte Tendenz zur Symptomausweitung, eine demonstrierte Krankheitsrolle (E. 3.2.1), noch nicht voll ausgeschöpfte Therapiemöglichkeiten sowie bestehende psychoso
ziale Belastungsfaktoren (vgl. z.B. Urk. 6/55/4, Urk. 6/120/3 und
Urk. 6/142/4) auch keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen.
Die Ein
schätzung des begutachtenden Psychiaters, wonach eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit in der bisherigen sowie jeder anderen angepassten Tätigkeit besteh
e, vermag
daher zu
überzeugen
, auch wenn sie
eher
wohlwollend erscheint
. N
achdem der
begutachtende Psychiater
bei seiner
Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
das
eingeschränkte
Ressourcenprofil
bereits
mit
berücksichtigt
hat
(E. 3.2.1)
, verbleibt
im Übrigen
kein Raum für e
ine
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(vgl.
die in
Urk. 6/108/5
vorgenommene
Ressourcen
prüfung
).
4.6
Obwohl Dr.
D._
am
20. November 2015
(E. 3.2.7
)
präzisierte
, er attestiere der Beschwerdeführerin sowohl für die angestammte als auch für eine ange
passte Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ändert dies nichts an der Nachvollziehbarkeit der gutachterlichen Beurteilung.
Es entsteht vielmehr der Eindruck, Dr.
D._
stelle primär auf die subjektiven Angaben der Beschwer
deführerin ab, nimmt er doch
zur vom begutachtenden Orthopäden festge
stellten Selbstlimitierung
der Beschwerdeführerin
(Urk. 6/105 S. 18)
gar keine Stellung.
4.7
Nach dem Gesagten ist auf das
polydisziplinäre Gutachten
des
B._
vom 2. September 2014
(Urk.
6/105)
sa
mt
ergänzender Stellungnahme vom 15. September 2015 (Urk. 6/135)
abzustellen, womit mit dem im
Sozialversi
ch
erungsrecht
massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt ist,
dass zum einen eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes eingetreten und der Beschwerdeführerin die bisherige (sowie jede an
dere angepasste) Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist. Demzufolge resultiert ein Invaliditätsgrad von 50 %, was einen Anspruch auf eine halbe Rente der In
validenversicherung begründet.
Vor Herabsetzung der Invalidenrente sind
keine beruflichen Massnahmen zu prüfen oder durchzuführen (Urk. 1 S. 4), sind die Voraussetzungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder Rentenbezug seit mehr als 15 Jahren [vgl. Urk. 2 S. 3) doch nicht erfüllt. Darüber hinaus besteht bei der Beschwerde
führerin eine
derart
starke Krankheitsüberzeugung,
dass berufliche Mass
nahmen ohne Veränderung in der Einstellung der Beschwerdeführerin kaum Aussicht auf Erfolg haben
.
5.
Im Sinne der Erwägungen
ist die Verfügung der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 1. Februar 2016 i
n teilweiser Gutheissung der Beschwerde
insofern abzuändern
,
als
dass
die
bisherige ganze Rente der
Beschwerdeführer
in per 1. April 2016
nicht aufzuheben, sondern bloss
auf eine halbe Rente herabzusetzen ist
.
6.
6.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Par
tei kostenpflichtig. Die Kos
ten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs
an sich obsiegt (vgl. unten E. 6
.2), sind die Kosten voll
umfänglich der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noc
h keine Reduktion der
Partei
ent
schädigung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bun
desgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E.
5). Entsprechend ist die Beschwerdeg
egnerin zu ver
pflichten, der Be
schwerdeführerin eine volle Prozessentschädigung (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
])
zu bezahlen. Diese ist auf Fr.
700
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.