Decision ID: b1a1d646-924a-5574-9838-2be53c7049d8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, verfügt über keine Berufsausbildung und
arbeitete
zuletzt
von 1997 bis Anfang 2001
als Reinigungsan
ge
stellte
(
Urk.
7/8/2
und 7/9
)
.
Im
April 2003 meldete sie sich wegen Rücken- und
B
auchschmerzen sowie einer Depression zum Rentenbezug bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), an (
Urk.
7/1).
Diese holte diverse Arztberichte (
Urk.
7/6-7)
,
einen
Arbeitgeber-Bericht
(
Urk.
7/8)
sowie
einen Auszug aus dem Individuellen Konto ein (
Urk.
7/9).
So
dann
beauftragte sie die MEDAS
Y._
mit der Erstellung eines
internistische
n
, rheumatologische
n
und psychiatrische
n
Gutachten
s,
das vom 30.
Ok
tober 2003 datiert (
Urk.
7/17).
Gestützt hierauf sprach sie der Versicherten
mit Verfügungen vom 2
6.
März 200
4
eine halbe Invalidenrente rückwirkend
ab
1.
Januar 2002 zu (
Urk.
7/21
,
7/27-28
, 7/44, 7/53
).
Später gewährte sie
ihr
in teilweiser Gutheissung ihrer Einsprache (
Urk.
7/33; Beilagen
Urk.
7/34-37)
e
ine ganze
R
ente
von
Januar 2002 bis August 2003 und
ab September 2003
eine unbefristete halbe
R
ente
(
Urk.
7/56
-57
,
7/65
und
7/66/14
).
Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 17. Februar 2005 erhobene Beschwerde wies das
Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2005.00363 vom 30. November 2005
ab
(
Urk.
7/70)
.
1.2
Im Jahr 2007 nahm die IV-Stelle
eine Revision
an die Hand. Sie liess die Versicherte einen Fragebogen ausfüllen (
Urk.
7/74)
und
holte einen Auszug aus dem Individuellen Konto (
Urk.
7/75)
sowie diverse Arztberichte (
Urk.
7/77, 7/80-81) ein. Die Unterlagen legte sie dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (
Urk.
7/82/2) und bestätigte anschliessend die bisherige halbe Invalidenrente mit Mitteilung vom 3
0.
Januar 2008 (
Urk.
7/83).
Kurz darauf
beantragte die Versicherte unter Beilage w
eiterer Arztberichte (
Urk.
7/84)
berufliche Massnahmen (
Urk.
7/85).
Die IV-Stelle holte
neue
Arztberichte ein (
Urk.
7/87
-88
) und lud die Versicherte zu einem Gespräch ein (
Urk.
7/97).
Hernach
gab sie ein psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/99),
das
infolge
einer
mehrwöchigen Hospitalisierung der Versicherten (
Urk.
7/102
-104, 7/107 und 7/111
)
erst
am 28.
Januar 2010
von Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
7/112)
,
und Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen (
Urk.
7/113), erstellt wurde.
Im Februar 2010 folgten neue Bericht von behandelnden Ärzten
(vgl.
Urk.
7/117-119)
und am 2
4.
März 2010 fand ein weiteres Gespräch
zwischen der Versicherten und der
IV-Stelle statt
(
Urk.
7/128
)
. Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/131
, 7/137, 7/140; neuer Arztbericht
Urk.
7/141
)
liess die IV-Stelle
das Gutachten ergänzen (
Urk.
7/143)
, worauf die Versicherte nochmals zwei Arztberichte einreichte (
Urk.
7/145-146). Am
7.
Januar 2011 erlitt die
Versicherte
einen Autounfall (
Urk.
7/148
)
und wurde infolgedessen im Spital Bülach wegen
einer
Halswirbelsäulen-Distorsion Grad II
behandelt
(
Urk.
7/151/3 ff.
und 7/154
).
Nach einer weiteren Stellungnahme der Versicherten (
Urk.
7/156)
und des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
7/
157)
stellte die IV-Stelle die Rente
schliesslich
mit Verfügung
vom 15.
Juli 2011 auf das Ende des der Zustellung
d
erselben folgenden Monats ein
(
Urk.
7/158).
Dagegen erhob die Versicherte unter Beilage eines weiteren Arztberichts Beschwerde
(
Urk.
7/161 ff
.)
. Ferner stellte sie bei der IV-Stelle
nach Eingang weiterer Arztberichte (
Urk.
7/168
-169) ein Revisionsgesuch (
Urk.
7/172)
. Das Sozialversicherungsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil IV.2011.00983 vom 1
9.
März 2013 in dem Sinne gut,
als
es die angefochtene Verfügung aufhob und feststellte, die Versicherte habe weiterhin Anspruch auf mindestens eine halbe Rente; für den Zeitraum ab Mai 2011 werde die Sache zur ergänzenden Abklärung und zum
erneuten
Entscheid über den Rentenanspruch zurückgewiesen (
Urk.
7/179
;
vgl. ferner
Urk.
7/188
,
7/191 ff.
und 7/205
).
1.3
Inzwischen war die Versicherte geschieden (vgl.
Urk.
7/190/7) und mehrfach stationär
psychiatrisch behandelt worden
(vgl.
Urk.
7/198/1)
.
Nach Vorliegen weiterer Arztberichte
(
Urk.
7/182
, 7/186/5 ff.
,
7/189-190
,
7/198
und 7/208
)
gab die IV-Stelle
im August 2014
ein internistisches, orthopädisches, psychiat
risches, neurologisches,
viszeralchirurgisches
und
gastroenterologisches
Gut
achten bei der
A._
GmbH in Auftrag (
Urk.
7/220).
Dieses wurde aufgrund
einer
weiteren
Hospitalisation
nach eine
r Tablettenintoxikation
sistiert (
Urk.
7/248/43-45 und
7/229-232).
Während des Klin
i
kaufenthalt
s erst
attete die Versicherte
Strafanzeige wegen häuslicher Gewalt
gegen ihren
Lebenspartner
(
Urk.
7/233).
Kurz nach dem
Klinikaustritt
Mitte Dezember 2014
(
Urk.
7/238
, 7/236
)
bis im Sommer 2015 (
Urk.
7/250)
wohnt
e
sie
betreut
(
Urk.
7/248/13
und 7/249
). Die gutachtliche Untersuchung im
A._
erfolgte
schliesslich
im März 2015
, das
Gutachten datiert vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
7/248).
Mit Vorbescheid vom
3.
November 2015 kündigte die IV-Stell
e der Versicherten die Einstellung der Invalidenrente an (
Urk.
7/253). Dagegen erhob
die
se
Einwand
(
Urk.
7/257). Am 1
9.
Januar 2016 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente auf das Ende
des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(
Urk.
7/260 =
Urk.
2).
2.
Gegen den Entscheid erhob die Versicherte am 1
8.
Februar 2016 Beschwerde und beantragte, ihr ab
1.
Juni 2015 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1).
In der Beschwerdeantwort vom 1
2.
April 2016 schloss die IV-Stelle auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Die Versicherte erstattete am 3
0.
Mai 2016 die Replik (
Urk.
11), während die IV-Stelle auf eine Duplik verzichtete (
Urk.
14).
In der Folge lud das Sozialversicherungsgericht die Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungsgesells
chaft zum Prozess bei (
Urk.
17) und gewährte mit Verfügung vom 2
1.
November 2017
(
Urk.
20)
sämtlichen Parteien das recht
liche Gehör im Hinblick auf eine allfällige Anwendung von
lit
. a. Abs. 1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG;
6.
Revision, erstes Massnahmenpaket). Die Stellungnahmen der Vorsorgeeinrichtung vom
4.
Dezember 2017 (
Urk.
23), der IV-Stelle vom
8.
Dezember 2017 (
Urk.
24) sowie der Versicherten vom 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
26) wurden den jeweiligen Gegenparteien zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
28).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Anspruchs (ein Viertel, ein
Zweitel
, drei Viertel, ganze Rente;
Art.
28
Abs.
2 IVG) auswirkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 545 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_896/2011 vom 3
1.
Januar 2012 E. 3.1, in: SVR 2012 IV Nr. 36 S. 140; 9C_410/2015 vom 1
3.
November 2015 E. 2). Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts 9C_634/2015 vom 1
5.
März 2016 E. 6.1, in: SVR 2017 IV Nr. 5 S. 10; vgl. auch BGE 136 V 279
E. 3.2.1). Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.4.2; 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2,). Umgekehrt ist - bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpassung an die
Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisionsrechtlich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichts
punkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bunde
s
gerichts 9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.3, in: SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81; zum Ganzen
:
Urteil des Bundesgerichts
8C_170/2017 vom 1
3.
Oktober 2017 E. 5
).
1.2
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so ka
nn die Rentenverfügung
nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwal
tungs
verfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen). Letzteres trifft auf periodische Dauerleistungen wie Renten regelmässig zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_173/2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Ergänzend ist auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
hinzuweisen. Sind weder
Rückkommensgründe
der materiellen Revision (
Art.
17 ATSG) noch der Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) gegeben, ermöglicht es diese Bestimmung, innert drei Jahren nach ihrem Inkrafttreten Renten, die zufolge organisch nicht erklärbarer Schmerzzustände zugesprochen wurden, nach Mass
gabe von
Art.
7
Abs.
2 ATSG zu überprüfen. Der Wortlaut von
Art.
7
Abs.
2 ATSG wurde per
1.
Januar 2008 an die zu den somatoformen Schmerz
störungen begründete Rechtsprechung (BGE 130 V 352) angepasst und statuiert seither den Grundsatz, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn
diese aus objektiv
er Sicht
nicht überwindbar ist. L
aut
ihrem
Abs.
4
findet die
Bestimmung
keine Anwendung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben oder im
Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen.
Im Übrigen ist die
Anwendbarkeit von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
nicht auf vor dem
1.
Januar 2008
zugesprochene Renten beschränkt bzw. nur ausgeschlossen, wen
n die
Rentenzusprache
bereits auf der Grundlage der massgebenden Überwindbar
keitsrechtsprechung erfolgt ist
(vgl. zum Ganzen BGE 140 V 8 E. 2).
Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen,
kann die Schlussbestimmung
auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197
E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis).
Der
organisch begründete
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann
indes
nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten
ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzusprechung war,
h
ängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung letztlich nicht selbständig zur Begründung des R
entenanspruchs beigetragen hat
(Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
1.4
D
ie Revision nach
Art.
17 ATSG
, d
ie Wiedererwägung
und
die Überprüfung nach der Schlussbestimmung stellen
dabei
(bloss) verschiedene rechtliche Begründungen für den Streitgegenstand "Abänderung des Rentenanspruchs" dar. Hat der Versicherungsträger die Rente mit einer unzutreffenden Begrün
dung herabgesetzt oder aufgehoben, führt aber die richtige Begründung zum gleichen Ergebnis, so ist die Verfügung zu bestätigen (Urteil 9C_303/2010 vom
5.
Juli 2010 E. 4.3 [SVR 2011 IV Nr. 20 S. 53]
; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerde
gegnerin
erwog in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
,
der Verkehrsunfall vom
7.
Januar 2011 habe nur zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt. Indes werde im
A._
-Gutachten aufgrund neuer Befunde
neu
eine rezidivierende depressive Störung als eigenständige Diagnose und damit ein Revisionsgrund ausgewiesen
.
Gemäss
Rückweisungsentscheid
könne
der Sachverhalt ab Mai 2011 neu
abgeklärt und über den
A
nspruch neu entschieden werden.
Aus orthopädischer, neurologischer und
gastroenterologischer
Sicht liege keine Arbeitsunfähigkeit vor
,
gemäss psychiatrischer Beurteilung handle es sich hauptsächlich um p
sychosoziale Belastungs
faktoren
.
Es sei anzunehmen
, dass es zu einer wesentlichen
Besserung der Symptome komme, wenn sich die Beschwerdeführerin aus ihrem aktuellen Umfeld löse.
Zudem
seien die therapeutischen Massnahmen noch nicht ausgeschöpft
und es liege
auch
kein sozialer Rückzug vor
, weshalb kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Die
Beschwerdeführerin sei in einer angepassten
Tätigkeit
voll arbeitsfähig.
2.2
Dem
entgegnete
die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (
Urk.
1)
,
gemäss
den neuen medizinischen
Unterlagen
, insbesondere dem
A._
-Gutachten,
habe
sich
ihr
Gesundheitszustand insgesamt verschlechtert. Die revisionsrechtlichen Voraussetzungen für eine Rentenaufhebung seien
also
nicht gegeben, vielmehr sei ihr ab
1.
Juni 2015 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
(
Ziff.
7.1, im Detail
Ziff.
6)
.
In diesem
Kontext
beanstandete
sie
die fehlende Berechnung des Invaliditätsgrades
. Sie nahm s
elbst eine
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten
vor
(
55
bis 60
%
) un
d
ermittelte so
–
teilweise
gestützt auf die Berechnungsgrundlagen gemäss
U
rteil
vom 3
0.
November 2005
(vgl.
Urk.
7/70/13 f.)
–
einen
Invaliditätsgrad von 62,75
%
(
Ziff.
7.2)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) wies die Beschwerdegegnerin
auf
BGE 141 V 9 E. 2
hin, wonach
auch n
eu hinzugetretene Beschwe
rden
Anlass zur
Renten
aufhebu
ng
bilden
könnten
(
Ziff.
2).
Der medizinische Sachverhalt habe sich
gemäss
A._
-Gutachten
seit
Januar 2011
insofe
rn verändert, als die
Abdominal
beschwerden
zugenommen hätten
. Der erhöhte
Pausenbedarf
schränke die
Arbeitsfähigkeit
neu um
10
%
ein
.
Ausserdem
sei es zu einer
leichten
Versc
hlechterung der
depressiven Störung
von einer leichten Ausprägung hin zu einer
leicht
en
bis mittel
gradigen depressiven Episode gekommen
. Damit sei ein Revisionsgrund gegeben
(
Ziff.
3). Bei der allseitigen
Anspruchsprüfung
sei aufgrund der Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung leichter bis höchstens mittelgradiger depressiver Störungen
von
der gutachtlich
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40
%
aus psychiatrischer Sicht
abzuweichen. Der Medikamentenspiegel sei unter dem Referenzwert, die therapeutischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft und theoretisch könne die regelmässige Benzodiazepin-Einnahme die Symptomatik verschlechtern. Zudem bestünden diverse psychosoziale Belastungsfaktoren, namentlich massive Drohungen und Tätlichkeiten durch den Lebenspartner.
Im Übrigen
überzeuge es aufgrund des angegebenen Tagesablaufes sowie der aktuellen Befunde, dass
der
Somatisierungsstörung und
den
akzentuierte
n
Persönlichkeitszüge
n
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen worden sei.
Zusammenfassend
bestehe
unter Berücksichtigung der
Abdominalbeschwerden
in der bisherigen bzw. sämtlichen körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit
von 90
%
(
Ziff.
4).
2.4
Die Beschwerdeführerin erwi
derte in der Replik (
Urk.
11),
auch in BGE 141 V 9 E. 6.3.2
sei
insgesamt eine massgeblich verbesserte Arbeitsfähigkeit festgestellt und nicht bloss ein im Wesentlichen unveränderte
r
Zustand abweichend interpretiert
worden
. Die Beweislast
für eine entsprechende Änderung
liege bei der Beschwerdegegnerin
(
Ziff.
2.1)
. Indes
sei im Rückweisungsentscheid festgestellt worden, dass sie
Ende 2010
im Wesentlichen nach wie vor an einer depressiven Störung,
beim Untersuch
leichtgradiger Ausprägung, an einer somatoformen Schmerzstörung, einem generealisierten Schmerzsyndrom
und chronischen Bauchschmerzen gelitten habe, wobei diese Diagnosen in
den
späteren Arztberichte
n
bestätigt worden seien
(
vgl. im Detail
Ziff.
2.2
)
.
Zutreffend
habe die
Beschwerdegegnerin
eine seither eingetretene
Verschlech
terung der
Adominalbeschwerden
und depressiven Symptomatik
dargetan
.
Auch sei d
ie Schmerzsymptomatik nun so ausgeprägt, dass eine Somatisierungs
störung z
u diagnostizieren sei. Ein veränderter Sachverhalt im Sinne einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei also nicht nachgewiesen (
Ziff.
2.4).
Im Übrigen handle es sich um eine andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens, wobei sich aus dem
A._
-Gutachten nach 13 Jahren keine Anhaltspunkte für eine mögliche Verbesserung durch therapeutische Massnahmen bzw. mit Blick auf den Medikamentengebrauch
ergäben
(
Ziff.
2.5).
2.5
Die Beigeladene
merkte
mit
Eingabe vom
4.
Dezember 2017
(
Urk.
23)
an, dass
der Entscheid vom 1
5.
Juli 2011 auf einem
Valideneinkommen
von F
r.
45‘411.20
beruhe und die Reallohnerhöhung bei beiden Vergleichs
einkommen zu berücksichtigen sei. Z
udem gehe aus
Ziff.
6.
2 und 9 des
A._
-Gutachtens hervor, dass die Beschwerdeführerin insge
samt 40
% arbeitsunfähig sei
, d.h.
die
Arbeitsunfähigkeiten
würden nicht aufsummiert
.
Die behauptete
Leistungsminderung von
55 % sei weder substanti
iert noch belegt.
Ungeachtet eines
leidensbedingten Abzug
s
von 15
%
resultiere
daher
kein Invaliditätsgrad von 60
%
oder mehr.
2.6
Mit Verfügung vom 2
1.
November 2017
machte
das Sozialversicherungsgericht sämtliche Beteiligten
auf E
rwägung
3 seines Urteils IV.2016.496 vom 2
9.
September 2017 aufmerksam und wies darauf hin
, dass die angefochtene Verfügung allenfalls gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision im Sinne einer substituierten Begründung geschützt werden könnte
(
Urk.
20).
Die Beige
ladene verzichtete implizit auf eine Stellungnahme hierzu (
Urk.
23).
Die Beschwerdeführerin
beanstandete
mit Eingabe vom
8.
Dezember 2017
, das
Urteil IV.2016.00496
stehe i
m Widerspruch zu
r
ständigen Rechtsprechung de
s Bundesgerichts, wonach bei gegebenem
Revisionsgrund eine allseitige Neuprüfung vorzunehmen sei
.
Es leuchte nicht ein, we
shalb dies in jener Konstellation
nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz vereinbar sei. S
o habe
beispielsweise
auch
bei
Aufgabe der Erwerbstätigkeit e
ine ärztliche Neubeur
teilung zu erfolgen.
Die Rente sei
diesfalls
auch anzupassen, wenn die dabei festgestellte
höhere Arbeitsfähigkeit
auf
e
ine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts zurückzuführen sei.
Ohnehin
werde im vorliegenden
A._
-Gutachten
auch
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (
Urk.
24).
Die Beschwerdeführerin
monierte
mit
Eingabe vom 2
2.
Dezember 2017,
eine erneute Überprüfung anhand der Schlussbestimmung sei unstatthaft. Es gelte das Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen, weshalb davon auszugehen sei, dass das Gericht in der Beratung zum Rückweisungsentscheid die damals grundsätzlich bestehende Möglichkeit der Anwendung der Schlussbestimmung aufgrund des eindeutigen medizinischen Sachverhalts verworfen habe.
Auch rechtfertige sich mit Blick auf BGE 141 V 9 E. 2.3 keine Anpassung der rechtskräftig verfügten Dauerleistung an die mit BGE 141 V 281 geänderte Gerichtspraxis. Das Bundesgericht habe
mit dieser
bis zum Ablauf der Dreijahresfrist gemäss
Schlussbestimmung
zugewartet
. Im Übrigen sei das
A._
-Gutachten nicht nach einem entsprechend detaillierten Fragekatalog zu den sog. Standardindikatoren erstellt worden (
Urk.
26).
3.
3.1
Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich im vorliegenden Fall
aufgrund
von Dispositivziffer 1 und
Erwägung 5
des
Rückweisungsentscheides vom 1
9.
März 2013 (
Urk.
7/179/9 f.)
unbestrittenermassen durch Vergleich des Sachverhalts, wie
er vor dem Unfall am
7.
Januar 2011
bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 134 V 131 E. 3
).
3.2
3.2.1
Das Sozialversicherungsgericht führte in
Erwägung 4 des
e
rwähnten
Rück
weisungsentscheides
zusammengefasst
aus
, dass
es
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
zu keiner
wesentliche
n
Verbesserung des Gesundheits
zustandes seit der
Zusprache
der befristeten halben Rente
ab September 2003
gekommen
sei
. Eine solche werde im Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
vom 2
8.
Januar 2010 mit einer Besserung des somatischen Gesundheits
zustandes begründet, die nicht
überzeuge
(vgl. im Detail
zur gutachtlich festgestellten Verbesserung des
Schultertiefstand
es
, der Wirbelsäulenbeweglich
keit und de
s
Finger-Boden-Abstand
s
,
Urk.
7/179/7).
3.2.2
Zudem
sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 3
0.
Oktober 2003 vor allem mit psychischen Einschränkungen begründet worden
, weshalb sich eine verbessert
e
Arbeitsfähigkeit auch
in diesem Bereich
hätte niederschlagen müssen.
Indes
seien im Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
die Diagnosen
eine
r
depressive
n
Störung und eine
r
anhaltende
n
so
mato
forme
n
Schmerzstörung
gestellt
worden
, während im
MEDAS-Gutachten
zu
r
ausschliesslich diagnostizierten
Somatisierungsstörung
erläutert worden sei
,
dass
rein aus Optik der Beschwerden am
Bewegungsapparat
auch von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gesprochen werden
könnte; e
ine Depression habe sich
bei der
Begutachtung nicht diagnostizieren lassen, wobei die Beschwerdeführerin
in lockerer psychotherapeutischer Behandlung gestanden und ein Antidepressivum eingenommen
habe
.
Es
sei
somit
erstellt
, dass
sich
die Befunde – soweit nicht
gleich
geblieben
– zumindest nicht verbessert, sondern eher
geringgradig
verschlechtert hätten,
so dass
die zusätzliche
Diagnose einer depressiven Störung gestellt worden sei.
Diese
stelle
indes
keine
wesentliche Verschlechter
ung des Gesundheitszustandes dar
, zumal
Dr.
Z._
deswegen keine höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert und fest
gehalten habe,
diese b
estehe seit dem Jahr 200
2.
Die depressive Symptomatik sei
dementsprechend
gemäss Urteil vom 30. November 2005
–
im Rahmen d
er Somatisierungsstörung
– schon bei der
Rentenzusprache
berücksichtigt worden.
Ferner
würden
die
nur
geringfügig
voneinander
abweichenden
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit von
50 %
(
MEDAS-Gutachten
)
und 65
%
(
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
) zeigen
,
dass es sich im Wesentlichen um eine andere Beurteilung des
s
elben Sachverhaltes handle, zumal es
auch
dem RAD
am
8.
März 2010
nicht
gelungen sei, eine wesentliche
gesundheitliche
Verbesserung nachzuweisen (
Urk.
7/79/7 f.).
3.2.3
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
hätten
auch
die im Herbst 2009 aufgetretene Halbseitensymptomatik
berücksichtig
t
, die Ende 2009 zu einem Aufenthalt in der
C._
geführt habe und
von den dortigen Ärzten e
inem Verdacht auf eine dissoziative Störung zugeordnet worden sei. Dem habe sich
Dr.
Z._
angeschlossen unter Hinweis darauf, dass diese
r
emittiert sei, und unter Zusammenfassung der episodischen Vorkommnisse unter die anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Dies leuchte ein.
So habe
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurol
og
ie, dies
ebenfalls
als wahrscheinlichste Differentialdiagnose erwähnt, obschon er einen Migränezusammenhang nicht ausgeschlossen habe.
Migräneprobleme hätten
allerdings schon
in das MEDAS-Gutachten
Eingang
gefunden, ohne eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zur Folge zu haben
. Ferner habe
Dr.
Z._
nachvollziehbar dargelegt, dass keine erheblichen Anhaltspunkte unter anderem für eine posttraumatische
Belas
tungs
-, Angst-, Anpassungs- oder Zwangsstörung vorliegen würden.
Ebenso seien im
Austrittsbericht de
s Sanatoriums
E._
vom 16.
August 2011
neben der
depressive
n
Störung und anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
keine anderen Diagnosen
aufgeführt
worden
(
Urk.
7/179/
8 f.
).
3.2.4
Das Sozialversicherungsgericht
schlussfolgerte
,
zusammengefasst sei davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin bis Ende 2010 nach wie vor im Wesentlichen an einer depressiven Störung, zum Untersuchungszei
tp
unkt Ende 2009/Anfang
2010 leichtgradiger Ausprägung, an einer somatoformen Schmerz
störung, an einem gener
alisierten Sch
m
e
rzsyndrom und
an
chronischen Bauchschmerzen gelitten habe.
Da somit weiterhin von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen sei, müsse keine neue Invaliditätsbemessung vorgenommen werden
(
Urk.
7/179/9).
3.3
3.3.1
Der
neuen
Gesamtbeurteilung des
A._
-Gutachten
s
vom 1
3.
April 2015
ist zu entnehmen, es
könne
aus Sicht des Bewegungsapparates ein chronisches panvertebrales und unspezifisches,
multi
l
okuläres
Schmerzsyndrom festgestellt werden, das jedoch lediglich eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich andauernd schwere Tätigkeiten begründe.
Hingegen
bestehe für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung einschliesslich sämtlicher bislang durchgeführter Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100
%
. Das Heben und Tragen von Lasten über 15 kg
sei zu vermeiden. Aus neurologischer
Sicht könne
eine
Mischcephalea
(Migräne ohne Aura, chronische Spannungs
kopfschmerzen,
analgetikainduzierte
Kopfschmerzkomponente,
Urk.
7/248/35)
ohne Einfluss auf die Arbeitsf
ähigkeit diagnostiziert werden
.
Aus
gastroentero
logischer
Sicht würden sich diffuse
Abdominalbeschwerden
multifaktorieller Ätiologie mit Verdacht auf eine psychosomatische Überlagerung durch eine chemisch-toxische Gastritis mit Besserung unter PPI finden. Körperlich schwere Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin daher nicht mehr zugemutet werden. Für eine körper
lich leichte bis mittelschwere, nicht belastende Tätigkeit bestehe dagegen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von
9
0
%
aufgru
nd eines erhöhten Pausenbedarfs.
Aus
viszeralchirurgischer
wie auch allgemein
internistischer Sicht würden sich keine weiteren Befund
e
und Diagnosen finden, die eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden. Aufgrund der Diagnose
„
anamnestisch Asthma bronchiale
”
seien Arbeiten in staubfreier Umgebung zu empfehlen.
Aus psychiatrischer Sicht finde sich eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
begründe.
Zusammenfassend bestehe aus polydisziplinärer
Sicht eine volle Arbeitsun
fähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten. Für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten unter Wechselbelastung bestehe dagegen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60
%
über 6 bis 8 Stunden pro Tag umsetzbar, je nach Möglichkeit, am Arbeitsplatz Pausen einzulegen oder stunden
weise zu arbeiten. Die aus somatischer und psychiatrischer Sicht formulierten Arbeitsunfähigkeiten könnten in der Summe nicht addiert werden, da für die entsprechenden Ruhepausen die gleichen Pausen beansprucht werden könnten.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, Untersuchungsbefunde und vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten könne vom genannten Arbeits- und
Leistungsprofil gemittelt
über den Verlauf seit dem Jahr 2012 ausgegangen werden. Während der seither erfolgten Klinikbehandlungen könne punktuell eine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit nachvollzogen werden, was
bei der
40%igen Einschätzung
berücksichtigt
sei. Vorangehend könne ab der Berentung bzw. dem MEDAS-Gutachten bis Ende 2009 von ei
ner Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und von
Januar 2010 bis März 2012 von einer Arbeitsunfähigkeit von 25
%
ausgegangen werden. A
b April 2012
gelte die aktuelle Einschätzung (
Urk.
7/248/37)
.
3.3.
2
Zur Diagnosestellung wurde im psychiatrischen Teilgutachten
sinngemäss erläutert, dass
folgende Kriterien für eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
im Sinne von ICD-10: F33.0/33.1
erfüllt
seien
: verminderte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Schlaf
störungen sowie negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesund
heitlichen und beruflichen Situation.
Die Beschwerdeführerin habe nachts schlechte Träume, in denen sie verfolgt werde und mit Angst aufwache.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
sei eine Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0)
mit einer ausgeweiteten, wechselnden Schmerzsymptomatik im Bewegungs
apparat und im Magendarmbereich zu diagnostizieren. Die Beschwerdeführerin sei in psychiatrischer Behandlung, wohne betreut, besuche die Tagesklinik und es sei auch zu psychiatrische
Hospitalisationen
gekommen. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung. Es bestünden lebens
geschichtliche Belastungen mit einer gescheiterten Ehe, in der
die Beschwerde
führerin
vom
ihr gegenüber gewalttätigen
Ehemann abhängig gewesen
sei
. Sie habe nach wie vor die Tendenz, abhängige Beziehungen einzugehen, so als sie von einem Freund verfolgt und bedroht worden sei. Es bestünden zudem ein Migrationshintergrund und eine finanzielle Abhängigkeit von der Rente
, die sie nicht verlieren wolle
. Neben den Belastungen im Haushalt und als Mutter habe sie als Hilfsarbeiterin viel gearbeitet. Vor dem Hintergrund all dieser Belastungen sei es zu den psychischen Störungen gekommen.
Zu diagnosti
zieren seien ferner akzentuierte abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1).
Gegen eine Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit spreche vor allem der Verlauf vor der Erkrankung mit wenig auffälliger Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit
(
Urk.
7/248/19 f.).
3.3.
3
Zum Krankheitsverlauf wurde im psychiatrischen Teilgutachten ausgeführt,
Dr.
Z._
habe
im letzten Vorgutachten
eine rezidivierende Störung, gegenwärtig leichtgradige Ausprägung, und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Weiter habe er den Verdacht auf ein Abhängigkeitssyndrom durch Benzodiazepine sowie schädlichen Gebrauch von Tabak aufgeführt. Die Diagnosen könnten zum damaligen Zeitpunkt bestätigt werden
. Zudem seien
die Ausführungen
von
Dr.
Z._
zu den früheren fachärztlichen Beurteilungen heute
noch
gültig.
Diesen könne aus heutiger Sicht nichts hinzugefügt werden.
Mittlerweile bestehe eine leichte bis mittelgradige depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung, die sich leicht bis mittelgradig einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die Schmerz
symptomatik sei nun so ausgeprägt, dass die Diagnose einer Somatisierungs
störung und nicht mehr
diejenige
einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung gestellt werden könne.
Seit
der Begutachtung durch
Dr.
Z._
habe sich der Gesundheitszustand
also
etwas verschlech
t
ert mit auch Klinik
behandlungen, weiterhin Tagesklinikbehandlung und betreutem Wohnen. Deshalb sei die Arbeitsunfähigkeit heute höher
, was
im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung
nachvollziehbar sei.
Im Jahr 2012 habe
Dr.
F._
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
sowie
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert
und die
stationäre Behandlung im Sanatorium
E._
im A
pril und August 2012 aufgeführt. Dort sei eine chronische rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert worden. Trotzdem bescheinige
Dr.
F._
im Jahr 2013 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine mittelgradige depressive Episode und damit 50%ige Arbeitsunfähigkeit
könne
während der
Hospitalisationen
nachvollzogen werden. Aufgrund der aktuellen Begutachtung könne
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit im
teilstationären
Rahmen
nicht mehr begründet werden. Gemittelt über den Verlauf bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.3.4
Schliesslich ist dem psychiatrischen Teilgutachten m
it Blick auf die Frage, ob das Leiden im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG aus objektiver Sicht überwindbar ist,
zu entnehmen
, dass e
in chronischer Verlauf
und
eine regelmässige
Einnahme von
Benzodiazepin
bestehe
. Der
diesbezüglich
e
Medikamentenspiegel
sei
allerdings
unter dem Referenzwert gewesen
und eine
Entzugssymptomatik nicht erwiesen
. Theoretisch könne die depressive Symptomatik dadurch aber verschlechtert werden. Weiter seien die therapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Nicht erwiesen sei zudem ein schwerer sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens. Eine deutlich schwere psychiatrische Komorbidität, wie eine schwere chronische psychotische Störung oder eine schwere Persönlichkeitsstörung, bestehe nicht. Die Förster-Kriterien seien
also
nicht hinreichend erfüllt. Die Prognose sei aber aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig
(
Urk.
7/248/20)
.
Die
Beschwerdeführerin
könne sich
nicht mehr vorstellen, wieder einer Arbeit nachzugehen. Diese Selbsteinschätzung könne durch die psychiatrischen Befunde
indes
nicht objektiviert werden. Die Anamnese sei gut möglich gewesen, obwohl leichte Konzentrationsstörungen bei der genauen Angabe von Lebensdaten bestanden
hätten
. Die Beschwerde
führerin gehe zudem einem strukturierten Tagesablauf nach, besuche regel
mässig die Tagesklinik und verrichte in der betreuten Wohngemeinschaft ihre häuslichen Aufgaben. Sie habe Kontakte in ihrem Umfeld, auch innerhalb der Familie, und
auch
Reisen in die Heimat seien trotz der subjektiv starken Schmerzen möglich. Es bestehe ferner eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
und der
Medikamentenspiegel sei in Bezug auf das
A
nti
depressivum
T
rittico
,
das die Beschwerdeführerin
nebe
n
dem Antidepressivum
Cipralex
erhalte,
erhöht gewesen (
Urk.
7/248/21).
3.4
3.4.1
Wie die Parteien
zutreffend und übereinstimmend
feststellten
, kamen die
A._
-Gutachter
aufgrund der Befunde und
Arzt
berichte
nachvollziehbar
zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit
Ende 2010
in dreierlei
Hinsicht
leicht
verschlechtert hat
.
Erstens entwickelte sich die von
Dr.
Z._
diagnostizierte depressive Störung leichter Ausprägung
hin
zu einer rezidivierenden depressiven Störung mit leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden. Zweitens ist die Schmerzsymptomatik
aktuell
so ausgeprägt, dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden konnte. Drittens haben die
Abdominalbeschwerden
zugenommen.
3.
4
.2
Soweit es
indes
die
Arbeitsfähigkeit betrifft, ist aus Sicht der
A._
-Gutachter
einzig
die
Entwicklung
der depressiven Symptomatik bedeutsam
,
wobei eine Zunahme
angesichts des letzten Vorgutachtens von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
sowie der
absolvierten
Klinikaufenthalte durchaus plausibel ist
.
Die
Schmerz
symptomatik
wurde
demgeg
en
über
in Übereinstimmung mit dem letzten Vorgutachten
als überwindbar beurteilt
und
zu den
Abdominalbeschwerden
angemerkt, dass diese
mit Blick auf die
bereits psychisch
bedingt
eingeschränkte Leistungsfähigkeit
keinen
zusätzliche
n
Pausenbedarf erforder
n würden
.
K
onkret attestierten
die
A._
-Gutachter
der Beschwerdeführerin
deshalb
ab April 2012 eine „gemittelte“
– mit anderen Worten eine
durchschnittliche
–
Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. Dabei berücksichtigten sie eine
erhöhte Arbeits
unfähigkeit von 50
%
während der
stationär behandelten
mittelgradigen depressiven Episoden
.
Daraus folgt umgekehrt, dass die Arbeitsunfähigkeit ausserhalb dieser Zeiträume mit unter 40
%
beu
rteilt wurde.
Gegenüber dem
letzten Vorgutachten
hat sich die
durchschnittliche
Leistungsfähigkeit
somit
geringfügig
um
5
%
verringert, nämlich
von täglich 7 Stunden mit einer Leistungs
fähigkeit von 80 %
, was bezogen auf einen 8,5-Stunden-Arbeitstag einer
Arbeitsfähigkeit von 65
%
entspricht,
auf eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
.
3.
4
.3
Dass
die im
A._
-Gutachten attestierte
Arbeitsfähigkeit
höher
ist als
diejenige
im MEDAS-Gutachten,
da
s der
Rentenzusprache
zugrunde lag, ist
also
nicht auf eine irgendwie geartete Verbesserung
der Gesundheit bzw. Arbeitsfähigkeit
, sondern eine andere Beurteilung des im Wesentlichen unveränderten medizin
i
schen Sac
hverhaltes zurückzuführen –
zumal das Sozialversicherungs
gericht bereits in seinem Urteil vom 1
9.
März 2013
für den Zeitraum von September 2003 bis Ende 2010
verbindlich feststellte, dass
keine massgebliche gesundheitliche
Besserung
eingetreten ist
.
Weiter ist hervorzuheben,
dass keine
neue Gesundheitsproblematik
hinzugetreten ist,
sondern sich lediglich das bereits Ende 2010 bestehende Beschwerdebild verschlechtert hat.
4
.
4.1
4
.
1.
1
Wie
die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend machte, hielt
das Bundesgericht
in seinem
Urteil 9C_5
22/2015 vom 2
3.
Februar 2016 E.
4.1
explizit
fest, neu hinzugetretene Beschwerden
könnten
nicht einzig einen Revisionsgrund für eine Rentenerhöhung darstellen, sondern je nach Ergebnis der vorzunehmenden Neueinschätzung von Gesundheitszust
an
d und Arbeitsfähigkeit – auch Anlass für eine Reduktion o
der Aufhebung der Rente bilden.
Die Erwägung enthält einen Verweis auf
BGE 141 V 9 E. 6.
4.
Darin führte
das Bundesgericht dasselbe aus,
nämlich
dass die hinzugetretenen
B
eschwerden nicht einzig einen Revisionsgrund für eine Rentenerhöhung, sondern auch Anlass für eine Auf
hebung der Rente bilden könn
t
en. Allerdings
machte
es mit dem Zusatz „in der vorliegenden Konstellation“
deutlich
, dass es sich
da
bei um eine Ausnahme handel
t.
4.1
.
2
Wie dies
konkret
zu verstehen ist,
ergibt sich aus BGE 141 V 9 E. 6.3.2
:
„
Im Rahmen der vorzunehmenden Neueinschätzung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit ist die gesundheitliche Gesamtsituation zu würdigen. Eine tatsächliche Veränderung in den gesundheitlichen Verhältnissen kann auch darin liegen, dass sich beispielsweise ein Leiden in seiner Intensität und damit in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat, oder in einer verbesserten Leidensan
passung der versicherten Person
. Daher kann auch bei einer hinzugetretenen Schulterproblematik ein höherer Arbeitsfähigkeitsgrad resultieren, ohne dass dem Gutachten die Schlüssigkeit abzusprechen ist. Die anspruchserhebliche Änderung der medizinischen Verhältnisse begründete die Vorinstanz denn auch nicht mit einer Verschlechterung des Gesundheits
zustands, sondern mit dem durch die (trotz neu diagnostizierten Schulter
beschwerden) erhöhte Arbeitsfähigkeit erheblich beeinflussten Invaliditäts
grad, welcher zur Rentenanpassung führt. Entgegen den Darlegungen in der Beschwerde verletzt die vorinstanzliche Vorgehensweise somit nicht die Revisions
bestimmung des
Art.
17 ATSG. Die Gutachter gingen von einer massgeblich verbesserten Arbeitsfähigkeit aus; es ist hinreichend belegt, dass nicht bloss eine abweichende Interpretation und Folgenabschätzung hinsichtlich eines im Wesentlichen unveränderten Zustandes stattgefunden hat. Die Erkennt
nisse der begutachtenden Fachärzte des Gutachtenzentrums D. beruhen auf einer aktuellen
bidisziplinären
Untersuchung des Versicherten; unter Hinweis auf die differierenden Diagnosestellungen äusserten sie sich auch zu den früheren ärztlichen Einschätzungen und nahmen eine schlüssige Beurteilung der medizinischen Situation mit einer revisionsrechtlich relevanten, erhöhten Arbeitsfähigkeit vor.
“
4.1.3
Aufgrund
der Verallgemeinerung im
erwähnten
Urteil 9C_522/2015
,
dem
im Gegensatz zu BGE 141 V 9 nicht
die Bedeutung eines Leitentscheides
zukommt
,
i
st
nicht etwa der S
chluss
zu ziehen
, dass
jede
gesundheitliche Verschlechterung
Grund für eine Rentenaufhebung bilden kann
, indem sie o
hne weiteres eine vo
n früheren Beurteilungen abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
erlaubt
. Dies liesse
sich kaum mit
dem in
BGE 141 V 9
postulierten Ausnahmecharakter
vereinbaren und findet letztlich auch im
fraglichen
Urteil
selbst keine genügende
Stütze.
Einerseits
bildet
e
in jenem Entscheid nicht eine
blosse
Verschlechterung des bestehenden Beschwerdebilds, sondern
wie in BGE 141 V 9
eine neu hinzugetretene
, massgebliche
Gesundheitsproblematik Grundlage der Revision. Andererseits
ist aus dessen Erwägung E. 4.2
nicht
ersichtlich, wie die
Gutachter die
neu attestierte
volle
Arbeitsfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten
letztlich
begründet
en
.
Im Übrigen wurde auch im
bundesgerichtlichen
Urteil 8C_133/2015 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2
die Rente unter Verweis auf BGE 141 V 9
letztlich
infolge
eines verbesserten psychi
s
chen
Gesundheitszustandes
aufgehoben
und
angefügt
, dass dem eine Zunahme der aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht festgestellten Beschwerden nicht
entgegen stehe
.
Zusammenfassend ist deshalb
zu konstatieren
, dass eine gesundheitliche Verschlechterung zweifelsohne Grundlage für eine Rentenerhöhung
, aber nicht immer
für eine
Rentenreduktion oder -
aufhebung sein kann
.
Eine Ein
schränkung in diesem Sinne
liess
das Bundesgericht bereits in
se
inem Urteil 9C_309/2016 vom 13.
September 2016
E.
3.4.1 und 3.4.2.1
verlautbaren. Es erläuterte
, dass aus einer festgestellten Veränderung des Sachverhalts nicht direkt ein Revisionsgrund abgeleitet werden könne. Zusätzlich sei erforderlich, dass die festgestellte Veränderung erheblich sei, indem sie sich
auf den Rentenanspruch auswirke. Bestehe bereits Anspruch auf eine ganze Rente, sei deren Erhöhung nicht möglich; eine weitere gesundheitliche Verschlechterung könne daher nicht anspruchsrelevant sein.
4.2
Mit Blick auf die
vorliegend zu beurteilende
Rentenaufhebung
ist
also
zunächst
zu betonen
,
dass
bei der Beschwerdeführerin kein
e neue gesundheitliche Problematik
vorliegt
, sondern
nur
die Ausprägung der bisherigen Symptomatik zur Diskussion
steht
.
Der vorliegende Fall ist daher nicht ohne wei
teres vergleichbar mit denjenigen in den
oberwähnten
Urteilen des Bundesgerichts
, in
denen
eine neue Schulterproblematik respektive
neue Ar
mbeschwerd
en den Revisionsgrund bildeten.
4.3
4.3.1
Sodann
wurde
im Gutachten plausibel dargelegt, dass sich im Endeffekt nur die Verschlechterung der depressiven Symptomatik negativ au
f die
Gesamt
beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auswirkt
.
Zu beachten ist, dass z
ur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar
ist
, das (fach-)ärztlicherse
its schlüssig festgestellt wird
. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen,
die
von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fach
medizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidens
zustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unter
scheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt,
die
in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Ausserdem
muss i
n jedem Einzelfall eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
4.3.2
Zu erwähnen ist
, dass
das Bundesgericht m
it zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenem Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017
E. 7
erkannt
e
, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
sind
, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung
einzelner Indikatoren bed
arf
.
A
us Gr
ünden der
Verhältnismässigkeit
kann
dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder
un
geeignet ist.
Gemäss
Bundesgericht beurteilt sich di
e Notwendigkeit
einzelfallweise aufgrund der konkreten Fallumstände und der jeweiligen Beweisproblematik
.
Ein
strukturiertes Beweisverfahren
ist
etwa
bei
überein
stimmende
n
fachärztliche
n
Einschätzungen
entbehrlich. Gleiches gilt,
wo im Rahmen
beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint
wurde
und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Bewe
iswert beigemessen werden kann.
4.
3.3
Bei der Beschwerdeführerin sind es akute psychosoziale Belastungsfaktoren, die jeweils vorübergehend zu einer massiven Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes führten, der sich unter adäquater Behandlung aber stets innert absehbarer Zeit besserte (z.B. Renteneinstellung und Auszug des Ehemannes mit zeitnahen psychiatrischen
Hospitalisationen
2011/2012,
Urk.
7/168, 7/171,
7/190/11-15 und 7/198/1; psychiatrische
Hospitalisation
nach einem Streit mit dem Lebenspartner im Jahr 2014, im Anschluss betreutes Wohnen und Rückkehr zum Ex-
Mann
innert eines Jahres,
Urk.
7/238/3,
7/248/43-50 und 7/249-50).
Dementsprechend
waren es auch wiederholt die konkrete
n
Lebensumstände, die einen nachhaltigen Therap
ieerfolg verhinderten. Wie in Erwägung
3.4.2 ausgeführt ist gestützt auf das
A._
-Gutachten
weiter
anzunehmen, dass ausserhalb der stationären Aufenthalte die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu weit weniger als 40
%
eingeschränkt war.
So erscheint auch ein substanzieller
Leidensdruck
fraglich. Soweit ersichtlich
schöpfte die Beschwerdeführerin
die Therapiemöglichkeiten
lange Zeit
nicht konsequent aus
(z.B.
Urk.
7/190/11: zwischen Anfang Mai und Anfang August 2012 nur vier ambulante Behandlungen;
Urk.
7/182/4: unklare ambulante Behandlung zwischen September 2011 und April
2012)
, sondern
intensivierte ihre Therapiebemühungen
erst zeitnah zur geplanten Begutachtung (
Urk.
7/220 und 7/244/2
;
Urk.
7/227, 7/238/7,
7/248/3)
. Ebenso sind nur bedingt Einschränkungen im Alltag ersichtlich
(vgl. E. 3.3.4).
4.3.4
In Anbetracht dessen
kann
ohne detaillierte Prüfung der Standardindikatoren
bereits
gesagt
werden, dass die Entwicklung der depressiven Störung
mit
neu
mittelgradigen depressiven Episoden
von
vornherein
nicht geeignet ist
,
aus psychiatrischer Sicht
eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als
wie bisher
50
%
in einer
dem somatischen Leiden angepassten
Tätigkeit
zu begründen
. Die Beschwerde
gegnerin sprach der depressiven Störung
gestützt auf
die
bisherige
n
Rechtsprechung
(
BGE 140 V 193
E. 3.3)
sogar jegliche invalidisierende Wirkung ab
.
Die ausgewiesene Zunahme
der depressiven
Symptomatik
vermag
den I
nvaliditätsgrad
also zweifelsohne
nicht
zu beeinflussen.
4.4
4.4.1
Zudem
wi
rd w
eder
von den
A._
-Gutachtern noch
von
den Parteien eine in irgendeiner Form verbesserte Arbeitsfähigkeit, sei es infolge einer gesund
heitli
chen Besserung
eines Teils des
bisher
bestehenden
Beschwerdebildes
oder
einer
besseren Adaption an das Leid, thematisiert
.
Damit sind auch keine
Tatsachenänderungen
nachgewiesen, die für sich
genommen
zu einer Senkung des
bisherigen
Invaliditätsgrades
von
57
%
(
Urk.
7/70/14
)
unter den
Schwellen
wert
von 50
%
für eine halbe Rente
führen könnten.
4.4.2
Wäre der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
also
aufgrund
der
fest
ge
stellten Tatsachenänderungen
denn
och
frei und umfassend
zu prüfen
, könnte
eine
Reduktion oder
Aufhebung der bisherigen
halben Rente
auch unter Berücksichtigung der
vorstehend
diskutierten Bundesgerichtsurteile letztlich nur d
ann zulässig sein, wenn sich
deren
Zusprechung im Sinne der Wieder
erwägungsvoraussetzungen
nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG
als
ursprünglich
zweifel
los unrichtig erweist.
Denn könnte eine Zunahme der Arbeitsunfähigkeit ohne diese Schranke zu einer Rentenreduktion oder -aufhe
bung führen, so wären diejenigen Rentenbezüger, deren Gesundheitszustand sich verschlechtert, benachteiligt gegenüber den
jenigen
mit unverän
dertem Gesundheitszustand
(vgl.
Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV. 2016.00496 vom 2
9.
September 2017 E 3.2.4
)
.
Zur
Gegena
rgumentation der Beschwerde
gegnerin ist anzumerken,
dass eine Verschlechterung des invalidisierenden Leidens
als Revisionsgrund i
m Gegensatz zu einer gesundheitlichen Verbesserung oder einer Statusänderung
nie zu einer Herabsetzung der Rente führen
kann,
ohne dass
gleichzeitig eine verbesserte Arbeitsfähigkeit in Bezug auf andere Beschwerden festgestellt oder der
medizinische Sachverhalt
/die Arbeitsfähigkeit
abweichend von früheren Einschätzungen beurteilt
wird. In dieser Konstellation besteht also eine besondere Nähe zur Wiedererwägun
g, weshalb
sich die
analoge Anwendung der Voraussetzungen nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG sachlich rechtfertig
t
.
4.
4.3
Besonders zu beachten ist auch, dass aus
Art.
53
Abs.
2 ATSG
klar hervor geht,
dass
nur auf formell rechtskräftige Rentenverfügungen zurückgekommen werden darf, die nicht bereits Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung bildeten (BGE 110 V 176 E. 2a mit Hinweisen).
Wie der
vorliegende Fall
– in welchem das Sozialversicherungsgericht die aufgehobene halbe Rente bereits zweimal bestätigte
–
zeigt, wären Gerichte andernfalls
gehalten
,
wiederholt über abweichende Interpretationen eines bereits
gerichtlich
beurteil
t
en Sachverhalts
zu entscheiden.
Dabei hätte das Gericht in solche
n
Fällen vorab zu prüfen, ob die festgestellte gesundheitliche Verschlechterung wirklich einen Revisions
grund darstellt, also erheblich genug ist, um die Rente aufgrund einer
bloss
abweichenden Interpretation und Folgenabschätzung aufzuheben.
4.5
Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass es unzulässig ist, wie mit der angefochtenen Verfügung angestrebt, eine gerichtlich bestätigte Rente aufgrund einer bloss abweichenden ärztlichen Folgenabschätzung aufzuheben allein mit der Begründung, es liege eine Zunahme der bisherigen Symptomatik vor. Eine Rentenaufhebung gestützt auf eine gesundheitliche Verschlechterung nach
Art.
17 ATSG setzt
stets
eine irgendwie geartete Verbesserung der Arbeits
fähigkeit voraus, andernfalls müssen für die Rentenaufhebung die Voraus
setzungen der Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG gegeben sein. Beides ist vorliegend nicht der Fall, soweit überhaupt von einem Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG im Sinne einer rentenrelevanten Veränderung ausgegangen werden kann,
zumal
keine neue gesundheitliche Problematik vorliegt und die neue Qualifikation der Depression keinen höheren Invaliditätsgrad als bisher zu begründen vermag.
5.
5.1
Kann die Rentenaufhebung weder unter dem Aspekt der Revision noch der Wiedererwägung geschützt werden,
bleibt die Anwendbarkeit von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision zu prüfen
(vgl. E. 1.3)
.
Das
Bundesgericht
hat
nach Erstellung des MEDAS-Gutachtens
zweimal eine bedeutsame Praxisänderung
in Bezug auf die
Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleich
baren psychosomatischen Leiden
vorge
nommen, worunter auch die im ersten und dritten Gutachten diagnostizierte Somatisierungsstörung fällt (z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.2)
.
Ab
März 2004 galt
zunächst die mit BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung zu den sogenannten Förster-Kriterien. Diese wurde vom Bundesgericht
im Juni 2015
kurz nach
Erstellung des
A._
-Gutachtens
mit
BGE 141 V 281
angepasst
und ein strukturiertes Beweisverfahren
mit
sogenannte
n
Standardindikatoren
eingeführt
.
Grundsätzlich sind Recht
sprechungs
änderungen, so auch jene von BGE 141 V 281, auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden. Diese gilt auch bei einer Rentenprüfung gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C
_354/2015
vom 2
9.
Februar 2016
E. 5
)
.
Daran vermag der Umstand, dass die Änderung der Rechtsprechung k
einen Revisions
grund darstellt (BGE
141 V 585
), entgegen der Auffassung der Beschwerde
führerin nichts zu ändern.
5.2
5.2.1
Im
MEDAS-Gutachten
diagnostizierte
der begutachtende Psychiater
eine
Somatisierungsstörung insbesondere, weil selbst unter Berücksichtigung der somatischen Befunde und der Möglichkeiten von Unkorrektheiten in der früheren medizinischen Behandlung die Dramatik der Beschwerdeschilderung nicht ohne weiteres verständlich sei. Zur Diagnose passen würden einerseits die dramatische Schilderung der Krankengeschichte und andererseits die zum Teil ergebnislosen Operationen. Rein aus der Optik der Beschwerden am Bewegungs
apparat könnte man auch von einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung sprechen. Eine Depression lasse sich zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht diagnostizieren. Der begutachtende Psychiater erachte die Arbeitsfähigkeit
daher als
um 50
%
eingeschränkt (
Urk.
7/17/19; zum psychiatrischen
Konsilium, vgl.
Urk.
7/17/31).
Demgegenüber attestierte der damals begut
achtende Rheumatologe eine volle Arbeitsfähigkeit in körperlich leich
ten Tätigkeiten (
Urk.
7/19/31).
Trotz
der
klar im Vordergrund stehende
n
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
und klaren Differenzierung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer und psychiatrischer Sicht
fanden die
nach Erstellung des Gut
achtens eingeführten
Foerster-Kriterien w
eder im
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Februar 2005 (
Urk.
7/56/2 ff.) noch im Urteil vom 3
0.
November 2005 (
Urk.
7/70/8 ff.)
Berücksichtigung
.
5.2.2
Im
letzten Vorgutachten
aus dem
Jahr 2010
erläuterte indes
Dr.
Z._
, die komplexen Ich-Funktionen seien soweit vorhanden
und ausgebildet. Dies bedeute,
dass bei der Beschwerdeführerin aktuell keine gravierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf ihre Schmerzproblematik bestehe, da ihr die Willensanstrengung, die nötig sei, um die Schmerzen zu überwinden, grundsätzlich zumutbar sei, zumal sich bei ihr keinerlei Hinweise auf auffällige pathologische Persönlichkeitsstrukturen ergeben würden. Sodann liege die Komorbidität einer –
effektiv
im Vordergrund stehenden – rezidivierenden depressiven Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig leichtgradige Ausprägung
vor. Es bestehe ein leichter sozialer Rückzug. Weiter sehe er zwar einen verfestigten, jedoch durchaus therapierbaren Verlauf einer Konfliktbewältigung. Diese Begleitumstände seien von der Ausprägung her so zu bewerten, dass sie momentan nicht zu einer Unzumutbarkeit
d
er Schmerzüberwindung führen würden, sondern sich lediglich in einer Reduktion der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit auswirken würden (vgl.
Urk.
7/112/51 f.; bestätigt
auch
in der
späteren Gutachtense
rgänzung,
Urk.
7/143/2).
Wie die
Beschwerdeführerin
zutreffend ausführte
,
müssen
diese
Überlegungen damals von
den rechtsanwendenden Behörden
zur Kenntnis genommen
worden sein
.
Dennoch setzten sie sich
in der Verfügung vom
15. Juli 2011 (
Urk.
7/158/2) und
dem
Urteil
vom 1
9.
März 2013 (
Urk.
7/179/7 ff.)
zu Recht
nicht
mit den För
ster-Kriterien
auseinander
, da
das Bundesgericht
damals d
ie Auffassung vertrat, die Schlussbestimmung sei nur anwendbar, wenn die
Rentenzusprache
ausschliesslich aufgrund der Diagnose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage erfolgt sei (z.B. BGE 139 V 547 E. 10.1.1
, datiert
vom 3
1.
Oktober 2013). Erst nach dem Rückweisungsentscheid
präzisierte
es
am 1
6.
Mai 2014
in
BGE 140 V 197
E. 6.2.3, dass laufende Renten vom Anwendungsbereich nur auszunehmen seien, wenn und soweit sie auf er
klärbaren Beschwerden beruhten
. Infolgedessen
begründete
es
die einleitend erwähnte Rechtsprechung zu den „Mischsachverhalten
“
(vgl. E. 1.3).
Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen die Anwendbarkeit der Schluss
bestimmung sind somit nicht stichhaltig.
Ausserdem ist sie
heute
noch keine
55 Jahre alt
,
die
halbe Invalidenrente
wurde ihr
rückwirkend ab dem Jahr 2002 zugesprochen
und es handelt sich vorliegend um die Fortsetzung
eines
vor Ende 2014 eingeleiteten Revisionsverfahrens, wobei
der Beschwerdeführerin selbst
die aktuelle Begutachtung
vor Ende 2014 angekündigt wurde. Damit ist auch kein Ausschlussgrund ersichtlich.
5.3
5.3.1
D
ie Prüfung
gestützt auf die Schlussbestimmung hat wie dargelegt anhand der aktuellen Rechtsprechung zu erfolgen.
Gemäss BGE 141 V 281
hat die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Das bisherige Regel/Aus
nahme-Modell wurde durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. Massgebend sind neu in Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen eingeteilte Standardindikatoren. Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind in BGE 141 V 281 E. 4.3 ff. umschrieben. Die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur noch zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standard
indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_421/2015 vom 2
3.
September 2015 E. 5 mit Hinweisen).
5.3.2
Bezüglich der Ausführungen im
A._
-Gutachten zu den Förster-Kriterien
kann
vorab
auf die Zusammenfassung in E. 3.3.4 verwiesen werden.
In intertemporal
rechtlicher Hinsicht ist
dabei
sinngemäss wie in BGE 137 V 210 vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/o
der gerichtlichen Sachverständi
gen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht
(
BGE 141 V 281
E. 8).
5.
4
5.
4
.1
In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ sind f
ür den ersten
Komplex „Gesundheitsschädigung“
die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome, deren Behandlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz sowie allfällige Komorbiditäten
entscheidwesentlich
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 4.1).
Das Vorliegen einer
Somatisierungs
störung
ist unbestritten. Dies ist
angesichts der in
allen
Gutachten festgestellten multiplen körperlichen Symptome, für die keine somatische Erklärung besteht
,
und der von der Beschwerdeführerin dennoch immer wieder
angestrebte
n
ärztlichen Abklärungen
bzw.
Operationen
sowie
der zunächst nur begleitend aufgetretenen depressiven Symptome und fragwürdige
n
Einnahme v
on Benzo
diazepin
e
nicht zu beanstanden (
vgl. E. 3
;
Weltgesundheitsorganisation
[WHO]
,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 1
0.
Aufl. 2015, S.
224 ff.
).
Indes
enthält das Gutachten
zur Ausprägung der Symptomatik nur bedingt Ausführungen. Einerseits
wurde im Psychostatus konstatiert
,
das
formale Denken
sei
auf die Beschwerden eingeengt
(
Urk.
7/17/19).
Andererseits findet sich i
n der Stellungnahme
zu den früheren psychiatrischen Ein
schätzungen die
äusserst
vorsichtig
e
Formulierung,
dass die Diagnose
nun
„gestellt werden kann“
(vgl.
Urk.
7/248/21).
Es
fällt
zudem
wiederum
die zeitliche Nähe der
E
xazerbationen
zu
belastenden Situation
en
(
bzw. dem
Austritt aus der daran anschliessenden
psychiatrischen
Hospitalisation
)
ins Auge
(vgl.
E.
4.3.2
;
z.B.
Erhalt
des
Gutachtens von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
:
Urk.
7/102, 7/106-107, 7/111,
7/
114 und 7/117, 7/119
/1
; Trennung vom Eh
emann und
Einstellung der Rente:
Urk.
7/190/5 ff.
, 7/190/18 ff.
und 7/190/44
; Str
eit mit dem Lebenspartner:
Urk.
7/248/53
ff.
)
.
D
as Beschwerdebild mitprägende psychosozial
e
und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar die Symptomatik beeinflussen,
sind indes
als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.3)
.
Es
liegen
also
keine Anhaltspunkte für ein im
invalidenversicherungsrechtlichen Sinn als schwer zu bezeichnendes Krankheitsgeschehen
vor
, zumal die
–
bei der Begutachtung noch mittelgradig ausgeprägte
–
depressive Episode klar im Vordergrund stand
und die Operationen über die Jahr
e
weniger wurden
.
Nichts
anderes
ergibt sich
aus
de
m Bericht der
G._
vom 1
9.
Dezember 201
4.
Danach zeigte sich eine
schwere depressive Episode bei psychosozialer Belastungssituation
und waren trotz klinischer
Stabilisierung
w
eiterhin
f
luktuierende Ängste bezüglich des Ex-Partners mit begleitender vegetativer Symptomatik sowie
Somatisierungstendenz
vorhanden
(
Urk.
7/248/48 f.).
Im Kontext mit
den
erwähnten
psychosozialen Faktoren und der
dargelegten,
nur bedingten Inanspruchnahme einer psychiatrischen Behandlung (vgl.
E. 6.1.2,
ferner
Urk.
7/190/35) kann
ferner
mit Bezug auf den
zweiten
Indikator „Behandlungserfolg und Resistenz“ nicht vo
n einem
definitiven Scheitern einer indizierten, lege
artis
und mit optimaler Kooperation der
Beschwerdeführerin
durchgeführten Therapie gesprochen werden.
Im
A._
-Gutacht
en
wird sogar
explizit erwähnt
,
dass
die therapeutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft
seien, auch
wenn die Prognose aufgrund des
inzwischen
chronischen Verlaufs
und
der
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
unbeachtlichen sub
jektiven Krankheitsüberzeugung als ungünstig erachtet
wurde. Schliesslich
hat BGE 141 V 281 nichts daran geändert, dass grundsätzlich nur schwer
psychische
Störungen invalidisierend und ein
e
Komorbidität sein können. Diese Voraus
setzung
wird
weder
durch
die depressive Störung
mit leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden bei unzureichender Behandlung,
noch die
weiter
diagnosti
zierten akzen
tuierten Persönlichkeitsanteile erfüllt.
5.
4
.2
Beim zweiten Komplex „Persönlichkeit“ sind die Persönlichkeitsentwicklung und -struk
tur sowie die grundlegenden psychischen Funktionen zu berück
sichtigen (vgl. vorerwähn
tes Urteil 9C_539/2015 E. 4.2).
Soweit ersichtlich
werden in den medizinischen Akten keine strukturellen Defizite im Sinne einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik oder eine erhebliche Stö
rung komplexer Ich-Funktionen thematisiert (vgl. E. 3
und 4.4.2
, ferner
Urk.
7/248/21
).
Diagnostiziert wurden (
und zwar
einzig) im
A._
-Gutachten
akzentuierte abhängige Persönlichkeitszüge,
welchen
aber keine massgeblich
e
Bedeutung – etwa hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit oder Prognose – beigemessen wurde. Es kann diesbezüglich auch auf die ausführliche Prüfung der Ich-Funktionen durch
Dr.
Z._
verwiesen werden (vgl.
Urk.
7/112/49 ff.).
Im Übrigen
pflegt die Beschwerdeführerin weiterhin soziale Kontakte
, vorab mit ihren erwachsenen Kindern
(vgl.
Urk.
7/
248/18
)
.
5.
4
.3
Der dritte Komplex "Sozialer Kontext" bestimmt mit darüber, wie sich die Aus
wirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren. Dazu ist zweierlei festzuhalten: Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie nach wie vor ausgeklammert (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a). Anderseits hält der Lebenskontext der versicherten Person auch (mobilisierbare) Ressourcen bereit, so die Unterstützung, die ihr im sozialen Netzwerk
zuteil wird
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3 und vorerwähntes Urteil des 9C_539/2015 E. 4.3).
Es kann auf das vorstehend Gesagte
mit Blick auf die
ps
ychosozialen Belastungsfaktoren und
familiäre Unterstützung
verwiesen werden.
5.
4
.4
Unter die
zweite
Kategorie „Konsistenz“ fällt der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Dieser zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist dabei stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 mit Hinweisen).
Ein Vergleich mit dem Vorzustand
ist vorliegend
nicht angezeigt, da die Beschwerdeführerin bereits seit Jahrzehnte
n
über somatisch nicht erklärbare Schmerzen klagt. Fest steht indes, dass
sie im Zeitpunkt der letzten Begutachtung imstande war, mit fremden Personen zusammenzuleben, regelmässig Haushaltsarbeiten inkl. auswärtige Einkäufe zu erledigen
,
insgesamt einer regelmässigen Tagesstruktur nachzugehen (vgl.
Urk.
7/
248/18) und offenbar – wenn auch begleitet von vegetativen Symptomen - öffentliche Verkehrsmittel zu benützen (
Urk.
7/248/15).
5.
4
.5
Der weiter in diese Kategorie fallende Aspekt des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks betrifft die Frage
nach der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen. Das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
resistenz
) im Regelfall auf den tatsächlichen Leidensdruck hin (vgl. vorerwähntes Urteil 9C_539/2015 E. 4.5). Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder
die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2). Die Beschwerdeführerin
nimmt
eine regelmässige
ambulante bzw.
stationäre psychiatrische
Behandl
ung
jeweils nur im Rahmen der Verschlechterung der depressiven Symptomatik in Anspruch und auch dies erst seit Infragestellung der Rente.
Insofern kann aus der in der Zeit vor de
r Rentenaufhebung konsequenteren
Inanspruchnahme einer psychiatrischen Behandlung, de
m
kurzzeitigen betreuten Wohnen und dem Medikamentenspiegel von
Trittico
nicht ohne weiteres auf einen erheblichen Leidensdruck geschlossen werden. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass die Beschwerdeführerin Ärzte wiederholt zu letztlich unnötig
en
(erfolglosen)
Operationen drängte.
5.
5
5.5.1
Insgesamt sind
somit
keine
therapeutisch nicht angehbaren, erheblichen funktionellen Einschränkungen d
er
festgestellten
Somatisierungsstörung
nach
gewiesen
, wie sie das Bundegericht für eine rentenbegründende Invalidität voraussetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_340/2015
vom
2
3.
März 2016
E. 4.2)
.
Die
therapeutischen Möglichkeiten
sind
noch
nicht ausgeschöpft
und
die Beschwerdeführerin ist im Alltag und den sozialen Beziehung
en
kaum eingeschränkt, wobei auch das betreute Wohnen nur vorübergehend war. Dem
gegenüber haben
die
psychosozialen Belastungsfaktoren sowie die
subjektive Krankheitsüberzeugung
einen massgeblichen, wenn nicht
den
entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der psychischen Beschwerden
sowie die
Arbeits
fähigkeit
.
Dies erklärt auch, weshalb die Beschwerdeführerin
zu keiner Zeit einen
Arbeitsversuch
unternahm
, obschon sie nun in drei Begutachtungen, verteilt über zehn Jahre und bei weitgehend übereinstimmender Befund
erhebung und
ähnlicher
Diagnos
e
stellung, nie zu mehr als 50
%
arbeitsunfähig erachtet wurde.
Nach dem Gesagten lässt sich anhand der Standardindikatoren gemäss
BGE 141 V 281 – und damit auch aus der Optik des Rechtsanwenders, welcher die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen auf ihre konkrete sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat (vgl. BGE 141 V 281 E
. 5.2
, vorerwähntes Urteil 9C_106 /2015 E. 6.3) –
bestätigen,
dass die Somatisierungsstörung keinen nennenswerten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat
.
5.5.2
Bezüglich d
er depressiven Störung kann
im Übrigen
auf das bereits in E.
4.3.3
A
usgeführte verwiesen
werden
. U
nter zusätzlicher Berücksichtigung
d
er
Ergebnisse der
vorstehenden
Standardindikatoren-Prüfung, die weitestgehend
auch
für die depressive Störung gelten, kann
dafür trotz
der neuen Recht
sprechung
keine
rentenbegründende
Invalidität
anerkannt werden.
D
ies ist
mit der aus medizinischer Sicht postulierten gemittelten 40%-Arbeitsunfähigkeit bei in den letzten Jahren wiederholt im Vordergrund stehenden psychosozialen Belastungssitu
a
tionen
gut
zu
vereinbaren.
5.5.3
Schliesslich sind d
ie
Diagnosen aus der Z-Kategorie (
Kapitel XXI) des ICD-10 Systems, wie vorliegend die von den
A._
-Gutachten gestellte Diagnose akzentuierte abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1),
für Fälle vorge
sehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
es
gerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
weiteren
Hinweisen).
Im psychiatrischen Teil
gutachten wird unter Hinweis auf den Längsverlauf zudem plausibel erläutert, weshalb ein
e
Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen wurde (vgl. E. 3.3.2).
6.
Zusammenfassend kann
also
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden
, dass die Beschwerdeführerin über Monate hinweg aufgrund eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens
in erheblichem Mass
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt war
, selbst wenn sich ihr Gesundheitszustand zwischen April 2012 und Verfügungserlass leicht verschlechtert hat
.
D
ie mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2016 erfolgte Aufhebung der bisherigen halben Rente unter dem Titel der Revision nach
Art.
17 ATSG
ist deshalb im Rahmen einer substituierten Begründung nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision
zu schützen
.
Selbstredend fällt bei dieser Sachlage die von der Beschwerdeführerin geforderte Rentenerhöhung ausser Betracht.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und
entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.