Decision ID: 439eb8bc-0d0e-4f69-ba51-f5ff9823c394
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
war
nach eigenen Angaben
vom 7. Juli 2007 bis zum 31. Mai 2010
in einem Pensum von 60 %
als Verkäuferin bei der Bäckerei-Konditorei
Y._
angestellt. A
m 10. September 2010
meldete sie sich
unter
Hinweis auf eine seit dem 21. Januar 2010 bestehende Arbeitsunfähigkeit zu
folge
Rückenbeschwerden und Depression bei der
Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
Nach dem Eingang der Anmeldung zog die IV-Stelle vom
Krankentaggeldversi
cherer
des vormaligen Arbeitgebers die Akten (Urk. 8/5/1-22)
sowie vom Ar
beitgeber den Fragebogen für
Arbeitgebende
mit Beilagen (Urk. 8/7/1-25) bei
.
Weiter holte sie den Beric
ht des behandelnden Arztes, Dr.
med.
Z._
, All
gemeine Innere Medizin FMH, vom 26. November 2010 samt Beilagen ein (Urk. 8/9/1-9)
, ferner den Bericht des von
Dr.
Z._
erwähnten med.
pract
.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Februar 2011 (Urk. 8/10)
.
Am
7.
April 2011 liess die IV-Stelle die Versicherte
durch den
R
egionalen Ärzt
lichen Dienst
bidisziplinär
(
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie sowie für Neurologie, und
Dr.
med.
C._
, Fach
a
rzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
) fach
ärzt
lich untersuchen (Berichte vom 15. April 2011, Urk. 8/12 und Urk. 8/13
, sowie Konsensbeurteilung vom 2. Mai 2011, Urk. 8/19
/5-6
). Am 30. Mai 2011 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt am
Wohnort der Versicherten (Bericht vom 1. Juli 2011, Urk. 8/14)
. Aufgrund seiner
Erwähnung im Abklärungsgespräch (vgl. Urk. 8/14/2) wurde sodann
noch
der Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 31. März 2012 eingeholt (Urk. 8/17).
Dr.
Z._
hatte bereits am 9. März 2012 über einen seiner Beurteilung nach unveränderten Gesundheits
zustand berichtet (Urk. 8/16).
Dr.
B._
und
Dr.
C._
legten
in ihrer Stellungnahme vom 11. April
2012
dar, dass
den
ärztlichen Berichten, welche nach ihrer Untersuchung und
Konsensbe
urteilung
vom April/Mai 2011 eingegangen seien, keine Hinweise auf eine seit
her erfolgte
dauerhafte
Veränderung des Gesundheitszustandes der Versicherten entnommen werden könne.
S
ie hielten daher an ihrer früheren Einschätzung fest, gemäss der
für die Zeit
vom 25. Januar 2010 bis zur RAD-Untersuchung vom 7. April 2011 aufgrund
der echtzeitlichen ärztlichen Beurteilungen eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
zufolge eines akuten Wurzelreizsyndroms
in der an
gestammten Tätigkeit
(
welche nebst der Verkaufstätigkeit auch
betriebliche
Auf
r
äum- und Ab
wascharbeiten
umfasst habe)
ausge
wiesen sei
. Sie selbst hät
ten anlä
sslich ihrer Untersuchung einen rheumatologisch/orthopädisch
stabilen
Zustand festgestellt, welcher eine 50%ige Arbeitsleistung in einer kö
rperlich
leichten
wechsel
belastenden Tätigkeit ohne regelmässiges Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg sowie ohne wirbelsäulenbelastende
Zwangshal
tungen
und ohne häufiges Treppensteigen zulasse.
Hinsichtlich des Ver
laufs aus psychia
tri
scher Sicht
sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 28. April bis zum 25. Mai 2011 sowie wieder ab dem 17. November 2011 fach
ärztlich bestätigt, wo
bei der behandelnde Psy
chiater keine klinischen Angaben
über den Verlauf ab dem 17. November 2011 machen könne, weil
er die Versi
cherte
danach
nicht mehr
gesehen habe
. Dauerhaft bestehe ab de
m Zeitpunkt der RAD-Unter
such
ung
vom 7. April 2011
nur noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen von maximal 20 % (Urk. 8/19/7-8).
Gestützt auf diese
Beurteilung sowie das Ergebnis der Haushaltabklärung (wel
ch
e eine Einschränkung von 22 % im mit 40 % gewichteten Aufgabenbereich erge
ben hatte, vgl. Urk. 8/14/7) und den erwerblichen Einkommensvergleich (
welcher
gezeigt hatte, dass die Versicherte
als Gesunde in ihrem 60 %-Pensum ein
Va
lideneinkommen
von Fr. 27‘048.-- und in dem ihr noch zumutbaren 50 %-Pen
sum in angepasster Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 26‘654.-- erzielen könnte, woraus sich eine Einschränkung von 1 % im mit 60 % gewichteten Erwerbsbereich ergab, vgl. Urk. 8/18) ermittelte die IV-Stelle unter Anwendung der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von gerundet 10 % (0,87 % er
werblich und 8,8 %
im Aufgabenbereich, vgl. Urk. 8/19/9) ab 7. April 201
1.
Für den Zeitraum nach Ablauf des Wartejahres bis 6. April 2011 ging die IV-Stelle von einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit aus, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 69 % ergab (60 % erwerblich und 8,8 % im Auf
gabenbereich, vgl. Urk. 8/19/8)
.
Dementsprechend stellte sie der Versicherten
mit dem Vorbescheid vom 2. Mai 2012 die
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
ab 1. März 2011 (ein halbes Jahr nach der Anmeldung zum Leistungsbezug) be
fristet bis zum 31. Juli 2011 (drei Monate nach der revisionsrechtlich beachtli
chen Verbesserung des Gesundheitszustands) in Aussicht (Urk. 8/21).
1.2
In der nach Akteneinsicht (vgl. Urk. 8/23) erfolgten Begründung der gegen den Vorbescheid erhobenen Einwände vom 16. Juli 2012 rügte die Versicherte, dass das massgebliche
Valideneinkom
men
zu tief angesetzt worden
und
richtig
mit Fr. 35‘048.-- zu veranschlagen sei (Urk. 8/
28/4). Beim ab dem 7. April 2011
zumutbarerweise
noch erzielbaren Invalideneinkommen sei sodann die von Dr.
D._
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
(in angestammter und angepasster Tätigkeit) während des Winterhalbjahres (Monate
Oktober bis und mit März) zu berücksichtigen
(Urk. 8/28/6). Aus dem
selben Grund sei auch der Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich zu erhöhen
(Urk. 8/28/7-8). Weiter sei beim zur
Ermittlung
des Invalideneinkommens ver
wendeten Tabellenlohn ein Leidensabzug von 10 %
vorzunehmen
(Urk. 8/28/6)
.
Insgesamt ergebe sich damit ab dem 7. April 2011 ein Invaliditätsgrad von 63,86 %, weshalb über den 31. Juli 2011 hinaus eine
Dreiviertelsrente
auszu
richten sei (Urk. 8/28/9).
Nachdem der RAD-Psychiater
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 28. Janu
ar 2013 erklärt hatte, den Schlussfolgerungen im Bericht
Dr.
D._
vom 31. März 2012 hinsichtlich saisonaler Unterschiede der Arbeitsfähigkeit in den Sommer- bzw. Wintermonaten könne aus fachärztlicher Sicht nicht gefolgt wer
den
(Urk. 8/29/6), trug die IV-Stelle den Einwänden der Versicherten
nur
in
sofern Rechnung, als sie das
Valideneinkommen
antragsgemäss anpasste, aber am
zumutbaren Invalideneinkommen und
am zumutbaren
Tätigkeitsum
fang
im Aufgabenbereich
gemäss Vorbescheid
festhielt
(Urk. 8/29/7)
.
Dement
sprechend
verfügte sie am 27. März
2013, dass
bei einem Invaliditätsgrad von 69 % bis
Apri
l 2011 für die Zeit vom 1. März bis 31. Juli 2011
Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
bestehe,
welcher aber ab August 2011 hinfällig werde, da der
Inva
liditätsgrad
ab 7. April 2011 auch unter Berücksichtigung des im
Ein
wand
ver
fahren
erhöhten
Valideneinkommens
lediglich 23,8 % betrage (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 7
. Mai 2013 Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
, es sei die Verfügung vom 27. März 2013 unter Kosten- und
Entschädi
gungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und der Beschwerde
führerin eine unbefristete
Dreiviertelsrente
auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit der Be
schwerde reichte sie verschiedene Kopien von Dokumenten aus den Akten der Beschwerdegegnerin (Urk. 3/2-8 und Urk. 3/10) sowie einen Artikel über „Diag
nose, Ätiologie und Therapie der saisonal abhängigen Depression (SAD)“ aus einer Fachzeitschrift (Urk. 3/9)
und
einen Kommentar zu BGE 126 V 75 aus der Zeitschrift AJP (Urk. 3/11)
zu den Akten.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2013 unter Hinweis auf ihre Akten die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Darüber wurde die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2013 informiert (Urk. 9).
Mit Eingabe vom 23. September 2013 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie be
finde sich in ärztlicher Untersuchung betreffend ihre Wirbelsäulenerkrankung
und ersuchte um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen der diesbezügli
chen Arztberichte (Urk.
10).
Mit Eingabe vom 8. Januar 2015 (Urk. 11) reichte die
Beschwerdeführerin - nebst dem bereits als Urk. 8/9/9 aktenkundigen Be
richt
des
E._
vom 5. Juni 2009 (Urk. 12/12) und dem Bericht
Dr.
Z._
vom 2. März 2011 an den
Krankentag
geldversicherer
der Beschwerdeführerin (Urk. 12/13) -
verschiedene ärztliche Berichte zum
Krank
heitsverlauf
ab Mai 2013 (Urk. 12/14-19) zu den Akten.
In ihrer Eingabe
machte
die Beschwerdeführerin geltend, die damit eingereichten
ärztlichen Berichte zeig
ten, dass bei Erlass der angefochtenen Verfügung kein stabiler orthopä
disch/
rheu
matologischer Zustand vorgelegen habe, weshalb in Ergänzung der
Be
schwer
deanträge
eventualiter die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (Urk. 11 S. 2). Im Oktober 2013 sei
zu
dem eine Verschlechterung des Gesundheitszustands einge
treten (Urk. 11
S. 3
)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Hinsichtlich der gesetzlichen Grundlagen für die Invaliditätsbemessung und den
Rentenanspruc
h
in der Invalidenversicherung
sowie
bezüglich
der zu beachten
den Rentenrevisionsgrundsätze bei Verbesserung des Gesundheitszustands vor Verfügungserlass kann auf die
-
von der rechtskundig vertretenen Beschwerde
führerin nicht in Frage gestellten
-
Ausführungen in der angefochtenen Verfü
gung verwiesen werden (Urk. 2, Verfügungsteil S. 1).
1.2
In beweisrechtlicher Hinsicht ist auf Folgendes hinzuweisen:
1.2.1
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8 ZGB
) hat die versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität. An
diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschrän
kun
g
ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell bedingt (1); die ge
sund
heit
liche Einschränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwind
bar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tä
tigkeit den
noch zumutbar ist (2); die Einschränkung ist medizinisch angeh- oder gar heil
bar (3); die Einschränkung ist nur vorübergehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medizinischen Behandlung abklingt (4). Die entspre
chen
den Elemente (gesundheitlicher Charakter, Evidenz und Erheblich
keit, Un
heil
bar
keit und Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung) sind stets - auch
aus
serhalb
der unklaren Beschwerdebilder - nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauer
leistung der Invalidenversicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1).
1.2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sach
verhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizini
scher Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwer
den berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizi
nischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten,
welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
che
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
denhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S.
24 f.).
1.2.3
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheids
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungs
aktes gegeben war. Dementsprechend haben die Verwaltungsbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen in zeitlicher Hinsicht bis zum Erlass ihres ge
richtlich anfechtbaren Verwaltungsaktes abzuklären (Art. 43 ATSG).
2.
2.1
Da
die Beschwerdeführerin
-
unter Hinweis auf die längere Beobachtungszeit der
behandelnden Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
D._
während der Wintermonate ei
ner
seits und die nur einmalige Untersuchung durch die RAD-Ärzte
im April
(bzw. die kurze Beobachtungsperiode
Dr.
A._
im November/Dezember
)
an
dererseits
-
die „Glaubwürdigkeit“ d
er
involvierten
Ärzte
wertet
(Urk. 1 S. 8 f.), ist
vorab
darauf hinzuweisen, dass die gerichtliche Beweiswürdigung im Sinne von vor
stehender Erwägung 1.2.
2
keine Beurteilung der persönlichen Integrität
der be
richtenden Ärzte darstellt. Vielmehr geht das Gericht
grundsätzlich (so
weit
im
jeweiligen
Entscheid
nicht explizit etwas anderes festgehalten wird)
da
von aus
, dass alle
involvierten
Ärzte den medizinischen Sachverhalt (
eigene Fest
stell
ung
en [klinische und apparative
Befunde
] und von den Untersuchten oder
Drittper
so
nen
erhaltene Informationen [anamnestische Befunde]) wahr
heitsgetreu doku
men
tiert und nach bestem Wissen und Gewissen
beurteilt ha
ben.
Soweit in der höchstrichterlichen Rechtsprechung auf die Erfahrungstatsache
hin
gewiesen wird, dass
Hausärztinnen und Hausärzte
wie überhaupt
behan
deln
de
Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
„mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen“ würden (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc), wird damit nicht die persönliche Integrität der Betroffenen bzw.
die
Inte
grität
von deren Befunddokumentation angezweifelt, sondern
hervorge
hoben,
dass die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts massgeblich vom
auftrags
rechtlichen
Kontext abhängt, in welchem diese Beurteilung erfolgt, und dass die unterschiedliche auftragsrechtliche Situation dazu führen kann,
dass professi
o
nelle Gutachterinnen und Gut
achter
die Schwere einer als klinischer
Befu
nd
er
hobenen Symptomatik (insbesondere deren Auswirkungen auf die Ar
beitsfähig
keit)
anders einschätzen als behandelnde Ärztinnen und Ärzte.
B
ei behandelnden Ärzten gehört die Beurtei
lung der Auswirkungen von
Krank
heitssymptomen
auf die Arbeitsfähigkeit zum therapeutischen Auftrag. Sie müsse
n daher ihre Beurteilung - soweit medizi
nisch nur vertretbar - mit der Selbst
einschätzung des Patienten in Einklang bringen (ihn überzeugen) können und gegebenenfalls - aus Rücksicht auf das für den Therapieerfolg wichtige Ver
trauensverhältnis - bei der Bewertung der krankheitsbedingten
Funktions
einschränkungen
dessen Einschätzung folgen. Demgegenüber hat der von einem
Sozialversicherungs
träger
oder von einem Gericht beauftragte Gutachter die
Krankheits-
bzw. Behinderungsüberzeugung der
Exploranden zwar auch in sein
e Beurteilung einzubeziehen, ist aber ver
pflichtet,
diese klar gegenüber den von ihm selbst erhobenen oder von anderen medizinischen Experten dokumen
tierten Befunden abzugrenzen
und
die Schwere der Symptomatik auf
grund
der durch ärztliche Befunde gesicherten
Informationen
über Defizite und Ressour
cen der
Exploranden zu validier
en
.
Wenn die
von der untersuchten Person
(oder
Dritt
per
sonen
)
berichtete
Schwere einer Symptomatik im Alltag nicht durch
fach
ärztliche
klinische Befunde gesichert ist
(mit klinischen Befunden korres
pon
diert)
,
liegt ein Zweifelsfall
vor
, in welchem behandelnde und
(
nur
)
begut
achtende Ärzte
lege
artis
und in Erfüllung ihrer unterschiedlichen Aufträge zu abwei
chen
den Ein
schätzungen kommen können und - gegebenenfalls - müssen.
2.2
H
insichtlich der psychischen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im
ent
scheidmassgeblichen
Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
(vgl. E. 1.2.3)
wurden in
den
(echtzeitlichen) Arztberichten
folgende klinischen Befunde ausgewiesen
:
2.2.1
Dr.
Z._
, welcher die Beschwerdeführerin seit dem 14. September
2006
behandelt und am 23. November 2010 letztmals untersucht hatte,
weist in seinem von der
Be
schwerdegegnerin
angeforderten Arztbericht vom 26. November 2010
(Urk. 8/9)
keine Befunde aus. U
nter ‚Befunde
‘ (
Ziff.
1.4) verweist er auf die
je
ni
gen des
Rheumatologen
Dr.
F._
.
Dieser hatte in seinem Bericht vom 8. Okto
ber
2010 jedoch auch
ke
ine psychiatrischen Befunde
dokumentiert
(er gab lediglich die Empfehlung, die medikamentöse antidepressive Therapie durch eine Licht
the
ra
pie zu ergänzen, Urk. 8/9/
8
).
Bezüglich der psychischen Problematik gab
Dr.
Z._
nur an, dass diese aktuell durch med.
pract
.
A._
behandelt werde
(
Ziff.
1.2).
Aufgrund welcher Symptome
Dr.
Z._
eine
vollständige Arbeitsun
fähig
keit
vom 10. November 20
09 bis zum 13. Dezember 2009 sowie
- nach einer
Phase un
eingeschränkter Arbeitsfähigkeit
zwischen dem
14.
Dezember 2009 und
dem
24. Januar 2010 - vom 25. Januar 2010 bis auf weiteres
attestierte (
vgl. Ziff.
1.6)
, ist aus
seinem Bericht
nicht ersichtlich
(
Dr.
F._
dokumentierte keine Arbeitsunfähigkeitseinschätzung)
.
Unter
Ziffer
1.7 (Einschränkungen in der bis
herigen Tätigkeit)
des Berichts von
Dr.
Z._
werden somatische Beschwerden do
kumentiert und wird die psychiatrische Diagnose von Z
iffer 1.1 wiederholt.
2.2.2
Med.
pract
.
A._
erhob während seiner Behandlung vom 12
. November bis zum
16. Dezember 2010 den Befund eines mittelgradigen depressiven
Zustands
bilds
mit
Antriebslosigkeit
, Lustlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen (Urk. 8/10/2
Ziff.
1.4). Aufgrund dieser Befunde attestierte er für die
Behand
lungszeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (
Ziff.
1.6).
2.2.3
Dr.
B._
nahm in
seiner Untersuchung vom 7. April
2011 eine strukturierte
Erhebung
psychopathologischer Befunde vor (Urk. 8/12/4-5). Dabei stellte er eine leicht gedrückte, aber ausreichend schwingungsfähige Stimmung sowie ei
nen reduzierten Antrieb fest. Im Übrigen war der Psychostatus ohne Befund (im engeren Sinn von
klinisch
objektivierbar
en
Krankheitszeichen)
.
2.2.4
Der Bericht
Dr.
Z._
vom 9. März 2012 weist keine Befunde aus; es
wird auf de
n Bericht vom 26. November 2010 verwiesen und ein unveränderter Zustand pos
tuliert (Urk. 8/16).
2.2.5
Dr.
D._
, welcher die Beschwerdeführerin vom 28. April bis zum 17. November 2011 behandelt hatte (vgl.
Ziff.
1.2 des Berichts),
dokumentierte i
m Bericht vom
31. März 2012 (Urk. 8/17) seinen klinischen Befund vom April 2011: „Wenig
Energie, wenig Lust, wenig Antrieb, keine Freude, kein Appetit,
Gedankenkrei
sen
und Grübeln“ (
Ziff.
1.4 des Berichts)
. Gemäss seinen Ausführungen im Bei
blatt
zum Formularbericht
waren jedoch bis Ende Mai 2011 alle Sym
ptome ver
schwun
den. Im weiteren Verlauf
(ab der Konsultation vom 8. September bis zur letzten Konsultation vom 17. November 2011) dokumentie
rte
Dr.
D._
keine
klinischen Befunde, sondern (mit den Wor
ten: „berichtete die Vers.“) nur noch
anamnestische
Angaben der Bes
chwerdeführerin
.
2.3
2.3.1
In seiner Stellungnahme vom 28. Januar 2013 stellte sich
Dr.
B._
auf den Standpunkt, er könne den Schlussfolgerungen Dr.
D._
hinsichtlich saisonaler Unterschiede der Arbeitsfähigkeit in den Sommer- bzw. Wintermonaten (vgl.
Be
richt vom 31. März 2012, Urk. 8/17)
aus gutachterlich-fachärztlicher Sicht nicht
folgen.
Dr.
D._
Beurteilung basiere auf subjektiven Befindlichkeitsstö
rungen der Versicherten. Diese hätten keinen Krankheitswert und begründeten keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/29)
.
2.3.2
Dem hält die Beschwerdeführerin
entgegen,
hinsichtlich ihrer Arbeitsunfähigkeit während der Wintermonate sei auf die Beurteilungen Dr.
D._
und Dr.
Z._
abzustellen
, weil nur diese Ärzte
die Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum behandelt und je mindestens zwei depressive Episoden der
- seit 2001
bestehenden
(
Urk. 1 S. 4 und S. 6) - schweren saisonal bedingten Depression (SAD)
in den Wintermonaten (Oktober bis
April/Mai
, vgl. Urk. 1 S. 4
) „miter
lebt“
(von der Beschwerdeführerin in Anführungszeichen gesetzt, vgl. Urk. 1 S. 8)
hätten
. Die
einmalige
Untersuchung beim RAD sei
dagegen
im April er
folgt, also
zu einem Zeitpunkt, in welchem sich die schweren depressiven Epi
soden auf
grund der saisonalen Abhängigkeit
grundsätzlich
in Remission befun
den hätten (Urk. 1 S. 8
).
Weil die SAD - gemäss den diagnostischen Kriterien von DSM-IV
(vgl. Urk. 1 S. 6) - über das Auftreten von depressiven Symptomen im Zusam
men
hang mit den Jahreszeiten charakterisiert werde, könne ein nur kurzer
Unter
suchungszeitraum
nicht als aussagekräftig für das ganze Jahr be
trachtet werden (
Urk. 1 S. 9). Dies wirke sich folglich negativ auf die „Glaubwürdigkeit“ (zur Terminologie, vgl. E. 2.1) von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
aus (Urk. 1 S. 9).
Soweit
Dr.
B._
die
von
Dr.
D._
dokumentierten Beschwerden
als
bloss sub
jektive Befindlichkeitsstörungen qualifiziere, sei dem entgegenzuhalten, dass es in der Natur der Sache liege, dass
Depressionen als psychische Störungen vom
Betroffenen in erster Linie nicht anders dargelegt werden könnten, als dass dieser
seinem Befinden Ausdruck verleihe und dieses beschreibe. Die Anamnese sei ein wesentliches Element der Diagnostik bei psychischen Störungen und er
laube
eine Diagnose.
Dr.
D._
fachärztliche Diagnose passe in das Gesamtbild der
übrigen ärztlichen Beurteilungen und entspreche dem Kriterienkatalog einer SAD
nach DSM-IV. Da
es sich um einen während der Wintermonate
anhalten
denden
Leidenszustand handle und
das Leiden von der nicht beeinflussbaren Jahresz
eit abhängig sei, liege weder
eine soziokulturelle
noch
eine psychosozi
ale Belas
tungs
situation
vor. Es
sei
weder ersichtlich noch nachvollziehbar, weshalb die
Be
schwerdegegnerin
den fachärztlichen Schlussfolgerungen
Dr.
D._
nicht folgen
könne bzw. wolle (Urk. 1 S. 9).
2.4
2.4.1
Mit der
Beschwerdeführerin
ist davon auszugehen, dass
die im vorliegenden Fall involvierten psychiatrischen Fachärzte sich
darin
einig sind, dass die Be
schwerdeführerin
überwiegend wahrscheinlich
an einer
rezidivierenden depres
siven Störung leidet (Urk. 1 S. 8) und dass
für die Diagnose einer
spezifischen
SAD
(unter anderem
, vgl. Urk. 1 S.
6
) zwei schwere depressive Episoden
innert eines Beobachtungszeitraums von zwei Jahren nachgewiesen sein müssen, wel
che
einen klaren Zusammenhang mit ein
er bestimmten Jahreszeit zeigen
und zwischen denen
keine nichtsaisonale depressive Episode eintrat
.
2.4.2
Aus den
aktenkundigen
Angaben über die Beobachtungszeiträume der
im vor
liegenden Fall
involvierten
psychiatrischen Fachä
rzte
(vgl. E. 2.2)
und deren
diagnostischen Schweregradbeurteilungen
ist jedoch weder
ersichtlich, dass Dr.
D._
die Beschwerdeführerin
während des für die Diagnosestellung erfor
der
l
ichen Beobachtungszeitraums
im Sinne des von
ihr ge
ltend gemachten „Miter
lebens“ betreut hätte,
noch ist unter Mitberücksichti
gung
auch
der früheren fach
ärztlichen Beurteilungen ausgewiesen, dass die vo
rstehend genannten
Krite
rien für die Diagnose einer SAD
bis zum Ende der Beobachtung
szeit
Dr.
D._
erfüllt waren.
2.4.3
Dies wird im Übrigen von
Dr.
D._
auch gar nicht behauptet. Vielmehr weist er selbst darauf hin, dass er den Vorzustand bis zum Beginn seiner Behandlung Ende April 2011 nur au
s den Berichten
der Beschwerdeführerin sowie ihres Ehe
mannes kenne und deshalb keine präzisen
Angaben über die Dauer
früherer schwe
rer depressiver
Episoden
sowie
die damit verbundene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen machen könne (Urk. 8/
7
/5). Offen
bar wurde
Dr.
D._
von der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann auch nicht über die innerhalb des
d
iagnos
tischen
Beobachtungszeitraums
(zwei Jahre rück
wirkend ab Ende der Beobachtung
Dr.
D._
am 17. November 2011
, vgl. E. 2.4.1
) erfolgten fachärztlichen A
bklärungen informiert. Denn Dr.
D._
mut
masst, dass
- was effektiv nicht der Fall ist (vgl. E. 2.2.1 und E. 2.2.4) -
der Haus
arzt weitere
Auskunft geben könne
(Urk. 8/
7
/5)
, ohne die - nur drei Wo
chen zu
vor erfolgte - Untersuchung durch
Dr.
B._
(vgl. E. 2.2.3) oder die Be
obach
tung
en
von med.
pract
.
A._
im November/Dezember 2010 (vgl. E. 2.2.2) zu erwähnen.
2.4.4
Dr.
B._
hingegen war der ärztliche beobachtete Verlauf bis zum Beginn der Behandlung bei
Dr.
D._
bekannt, als er in seiner abschliessenden Stellung
nahme vom 28. Januar 2013 die Meinung vertrat,
Dr.
D._
Schlussfolgerun
gen hinsichtlich saisonaler Unterschiede der Arbeitsfähigk
eit könne nicht ge
folgt werden.
Das ist - entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 9) - auch ohne
Weiteres
nachvollziehbar.
Denn d
ie von
Dr.
D._
beobachtete
und von ihm als
schwer
qualifizierte
de
pressive Episode ab Beginn seiner Beobachtungszeit (28. April 2011) bis zum 2
5.
Mai 2011
hatte sich eingestellt
, nachdem
die
von med.
pract
.
A._
in der Zeit
vom 12. November bis zum 16. Dezember 2010
ärztli
ch beobachtete
–
anam
nestisch
saisonale
-
dep
ressive Episode im
Winter 2010/11
nur mittel
schwe
r ausgefallen (vgl. Urk. 8/10)
und gemäss den
Feststellungen von Dr.
B._
bis zum 7. April
2011 weitgehend remittiert war (vgl. Urk. 8/12
).
Letzteres wird von der Beschwerdeführerin
ausdrücklich
bestätigt (Urk. 1 S. 8).
Bei diesem Verlauf
erweist sich
die
von
Dr.
D._
beobachtete depressive Epi
sod
e
im Mai 2011
al
s intermittierend nichtsai
s
onale
, welche die Diagnose einer
SAD
definitionsgemäss
(vgl. E. 2.4.1)
ausschliesst.
2.4.5
Dass
Dr.
B._
den Schlussfolgerungen
Dr.
D._
nicht folgen konnte, ist umso verständlicher,
als die Befundung
Dr.
D._
von Ende
April 2011 keine weite
ren
klinisch beobachteten
Krankheitssymptome ausweist, als
diejenigen, die
Dr.
B._
zu Beginn des Monats
und med.
pract
.
A._
im Dezember 2010
fest
gestellt hatte
n
, nämlich: eine gedrückte Stimmung und einen reduzi
e
rten An
trieb
. Die Beschreibungen d
er diesbezüglichen Befunde durch
Dr.
D._
(„wenig Energie, wenig Lust, wenig Antrieb, keine Freude“, vgl. E. 2.2.5) und med.
pract
.
A._
(„
Antriebslosigkeit
, Lustlosigkeit“, vgl. E. 2.2.2) ist nicht so, dass sich daraus
ein
anderer
Gesundheitszustand
ableiten liesse
.
Zur
Be
fundbe
schreibung
wu
rden keine fachärztlich operationalisierten Begriffe verwendet,
aus den
en ein exakter
Schweregrad
der Symptomatik ablesbar wäre
.
Sodann
dokumentieren Dr.
D._
und med.
pract
.
A._
unter ‚Befunde‘
auch
nicht du
r
chwegs
klini
sche Befunde, sondern ebenso
von der Beschwerdeführerin be
richtete subjektive
Befindlichkeitsstörungen (
Dr.
D._
: „kein Appetit,
Gedan
kenkreisen
und Grü
beln“
,
vgl. E. 2.2.5; med.
pract
.
A._
: „Konzentrations- und Schlafstörungen“, vgl. E. 2.2.2)
.
Wie
med.
pract
.
A._
seinen Befund
„
Konzentrationsstörung
en“ erhoben hat, ist aus seinem Bericht nicht ersichtlich.
Dr.
B._
hat
am 7. April
2011
mit der von ihm dargelegten Prüfmethodik
(vgl. Urk. 8/12/4)
jedenfalls
klinisch
keine Anhaltspunkte für
Konzentrationsstörun
gen
mehr gefunden.
2.4.6
Im Übrigen ist der
Beschwerdeführerin
zwar insofern zuzustimmen, als
psychi
sche Störungen von den
Betroffenen
häufig nur
dadurch mitgeteilt
werden könn
en,
dass
sie ihrem
Befinden Ausdruck verleih
en
und dieses beschreib
en
. Richtig ist auch,
dass die Anamnese
(insbesondere) bei psychischen Störungen
ein wesentliches Element der Diagnostik
bildet
und
unter Umständen
eine erste (vorläufige)
Diagnose
stellung allein aufgrund anamnestischer Angaben vorge
nommen muss (
vgl.
Urk. 1 S. 9).
Letzteres
gilt
allerdings
nur für die auf die Evaluation zweckmässiger therapeutischer Massnahmen ausgerichtete Diagnos
tik, nicht aber
, wenn es darum geht, dauerhafte
(invalidisierende) Auswirkungen
von Symptomen einer diagnostizierten Gesundheitsstörung auf die Arbeitsfä
higkeit
abzuschätzen
(vgl. E. 2.1)
.
Weiter ist zu beachten, dass
diagnostische
Kriterien
einer Krankheit
nicht
zwangsläufig auch
Symptome mit Auswirkun
g auf die Arbeitsfähigkeit
sind
(dies gilt etwa für
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust)
. Auch
genügt die blo
sse Benennung von Symptomen, welche sich nach ärztlicher Erfahrung
in der Regel
auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken
(wie z.B.
rasche Ermüdbarkeit oder vermin
derte Konzentration und Aufmerksamkeit)
,
nicht
, um das Ausmass der
tatsächli
chen
Einschränkungen bei bestimmten
Tätigkeiten
im beruflichen oder ausser
beruflichen
Lebenskontext einer bestimmten
Person nachvollziehbar darzule
gen.
2.5
2.5.1
Insgesamt zeigt sich, dass es sich bei der von
Dr.
D._
gestellten Diagnose ei
ner saisonal abhängigen Depression um eine Verdachtsdiagnose aufgrund
anam
nestischer
Angaben handelt und dass
keine für die Attestierung einer voll
stän
digen Arbeitsunfähigkeit „in den Wintermonaten“ genügende ärztliche
Befund
doku
mentation
vorliegt.
Deshalb hat
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 28. Janu
ar 2013 zu Recht festgehalten, der Beurteilung
Dr.
D._
vom 31. Mär
z 2012 könne nicht gefolgt werden (Urk. 8/29/6) und hat die
Beschwer
degegnerin
in der angefochtenen Verfügung zu Recht keine
zusätzliche
Arbeits
- bzw. Er
werbsun
fähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen
berücksich
tigt.
2.5.2
D
er Antrag der Beschwerdeführerin,
es sei eine gerichtspsychiatrische Untersu
chung in den Wintermonaten Dezember oder Januar anzuordnen,
falls das Ge
richt zum Schluss kommen sollte, auf die Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung
Dr.
D._
könne nicht abgestellt werden
(Urk. 1 S. 10)
, ist in antizipierter
Be
weiswürdigung
a
bzuweisen
. Denn
auch ein gerichtlich bestell
ter Gutachter kann nachträglich
keine Befunde zum psychischen Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (27. März 2013) mehr erheben und eine andere
psychiatrisch-
fachärztliche Befunddokumentation
für die Zeit
nach dem Abbruch der Behandlung durch
Dr.
D._
(am 17. November 2011), auf die
ein gerichtlich bestellter Gutachter seine Beurteilung abstützen könnte,
hat die Beschwerdeführerin
mit ihrer Eingabe 8. Januar 2015 (Urk. 11 und Urk. 12/12-19) nicht nachgereicht
.
2.5.3
Bleibt es nach dem Gesagten dabei, dass die Beschwerdeführerin
ab dem 7. April
2011 im mit 60 % gewichteten Erwerbsbereich nur eine Einschränkung von 25 % erleidet (Invaliditätsgrad 15 %, vgl. Urk. 2, Beschlussteil S. 3) würde auch die von der Beschwerdeführerin verlangte Reduktion des statistisch aus
gewie
se
nen Invalideneinkommens um 10 %
(Fr. 23‘988
.
-- statt Fr. 26
‘
654.--) le
diglich zu einer Einschränkung von 33 % bzw. zu einem Invaliditätsgrad von 20 % im erwerblichen Bereich und zu einem
immer noch
nicht
rentenan
spruchs
berech
tigten
Gesamtin
validitätsgrad von 29 % führen. Die von der Be
schwerdeführerin aufgeworfene Frage nach einer Reduktion des Tabellenlohn
s
um 10 %
(Urk. 1 S. 12)
kann daher offen gelassen werden
.
2.6
Entgegen der von der Beschwerdeführerin mit ihrer Eingabe vom 8. Januar 2015
erhobenen Behauptung
(Urk. 11 S. 2) handelt es sich
bei
den damit zu den Akten gereichten Arztberichten (Urk. 12/12-19)
nicht um echtzeitliche Beurtei
lu
ng
en, welche geeignet wären, den
der angefochtenen Verfügung zugrunde lie
gende
n
rheumatologisch-orthopädische
n Un
tersuchungsbericht Dr.
C._
vom
15. April 2011 (Urk. 8/13)
in Frage zu stellen. Der Bericht des
E._
vom 5. Juni 2009 (Urk. 12/12)
war bereits als Urk. 8/9/9 aktenkundig und der Bericht
Dr.
Z._
an den
Krankentaggeldversi
cherer
vom 2. März 2011 (Urk. 12/13)
enthält - wie
er selber
mit seinem Bericht vom 9. März 2012 (Urk. 8/16)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
bestätigt
- nichts der Beschwerdegegnerin nicht bereits bekanntes.
Diese nachgereichten Akten vermögen den hier
entscheidre
levanten
medizinischen Sachverhalt bis zum Er
lass der angefochtenen Verfü
gung vom 27. März 2013 nicht zu erhellen.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
Ob mit den
weiteren Berichten (Urk. 12/14-15 und Urk. 12/17-19, datier
end
ab September 2013) sowie dem Auszug aus der Krankengeschichte von
Dr.
Z._
(
Urk. 12/16) eine nach Verfügungserlass eingetretene Verschlechterung des Ge
sund
heitszustands der Beschwerdeführerin
ausgewiesen wird,
ist nicht im v
or
liegenden Verfahren zu prüfen,
da für die Beurteilung der
G
esetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung nur derjenige Sachverhalt massgebend ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsakts entwickelt hat (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis)
.
3.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.