Decision ID: bc217292-2755-5fd9-885e-0f830a91afdb
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Pakistan am 28. September 2008 auf dem Luftweg verliess und am 3. Oktober 2008 illegal in die Schweiz gelangte, wo er am gleichen Tag um Asyl ,
dass er im A._ am 9. Oktober 2008 summarisch befragt und am 13. Oktober 2008 vom BFM zu seinen Asylgründen angehört ,
dass er zur Begründung seines Asylgesuches geltend machte, er sei pakistanischer Staatsangehöriger sunnitischen Glaubens mit letztem Wohnsitz in B._ (...),
dass er die (...) absolviert sowie einen (...) besucht und mit dem erworbenen Wissen ein kleines (...) betrieben habe,
dass er und seine Familienangehörigen - mit Ausnahme seiner zwei jüngeren Geschwister - nach dem (...) seiner C._ vor (...)  von deren Familie angezeigt worden seien und die Anzeige später gegen Bezahlung eines grösseren Geldbetrages zurückgezogen  sei,
dass sie erneut mit Vorwürfen seitens der Familie seiner C._ konfrontiert und belästigt worden seien, nachdem ein dieser Familie nahestehender Politiker zum „Member of Province Assembly“ (MPA) gewählt worden sei,
dass sein Vater befürchtet habe, deswegen in eine grössere Sache hineingezogen zu werden und er selber mit unerwünschten  einer Schwester seines Freundes konfrontiert worden sei,
dass er sein Heimatdorf aus Angst, vom älteren Bruder seiner  umgebracht zu werden, verlassen habe und nach D._  sei, wo er zwischen Juli 2008 und September 2008 als E._ gearbeitet habe,
dass er sich schliesslich aus Angst vor Nachstellungen durch die  seiner verstorbenen C._ und den Bruder seiner  entschlossen habe, aus Pakistan auszureisen,
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dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird,
dass der Beschwerdeführer trotz wiederholten Aufforderungen keine Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten reichte,
dass das BFM mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 - eröffnet am 29. Oktober 2008 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das Bundesamt zur Begründung ausführte, der  habe den Asylbehörden innerhalb der ihm eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben,
dass keine entschuldbaren Gründe vorlägen, weil es sich bei den diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers (sein Reisepass und seine Identitätskarte seien beim Schlepper verblieben, seine  in Pakistan seien telefonisch nicht erreichbar, er werde Papiere nachreichen, sobald er solche erhältlich gemacht habe) um stereotype Standardvorbringen vieler asylsuchender Personen handle, die nicht willens seien, ihre Identität mit Dokumenten ,
dass bei Papierlosigkeit zu prüfen sei, ob auf Grund der Anhörung  gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft  werden könne oder ob zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig seien,
dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Begründung seines Asylgesuchs in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung und Logik des Handelns widersprächen,
dass unglaubhaft sei, dass seine Familie nach den erneuten  seitens der Familie seiner C._ bei der Polizei nicht  erstattet habe,
dass nicht anzunehmen sei, dass ein politischer Machtwechsel  oder nachteiligen Einfluss auf eine Fehde zwischen
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Familien ausübe, ja dass sich ein gewähltes Mitglied der Province  aktiv in eine solche Angelegenheit einschalte,
dass auch nicht geglaubt werden könne, der ältere Bruder seiner  Verehrerin habe - wie geltend gemacht - so heftig reagiert, dass der Beschwerdeführer sich zur Flucht entschlossen habe,
dass er denn auch bezeichnenderweise Schwierigkeiten habe, den (...) seiner C._ und andere geltend gemachte Ereignisse zeitlich einzuordnen,
dass er somit die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  aufgrund der Akten nicht erforderlich seien,
dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich sei,
dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 5. November 2008 (Poststempel) die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur materiellen Prüfung des Asylgesuchs, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit, allenfalls der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs unter  der vorläufigen Aufnahme und in prozessualer Hinsicht die  einer angemessenen Nachfrist zur Nachreichung von , den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die unentgeltliche Rechtspflege beantragt,
dass er zur Stützung seiner Vorbringen eine Fürsorgebestätigung vom 4. November 2008, die Kopie einer Geburtsurkunde und Kopien von Diplomen seine Ausbildung betreffend zu den Akten reichte,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Dokumente, soweit für den Entscheid wesentlich, in den  Erwägungen eingegangen wird,
dass die vorinstanzlichen Akten am 7. November 2008 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
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und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.119]),
dass der Beschwerdeführer legitimiert ist, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 52 VwVG),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass die Beurteilung von Beschwerden gegen  praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit  beschränkt ist, bei Begründetheit des Rechtsmittels die  Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. die diesbezüglich weiterhin massgeblichen Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),
dass indessen bei Nichteintretensentscheiden, die gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen werden, das BFM im Rahmen einer  Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der  im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. Entscheide des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/8 E. 2.1),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  volle Kognition zukommt,
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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Abs. 1 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  zu verzichten ist,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren  nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der  sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass es sich gemäss dem Urteil BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitätspapiere" um Dokumente handelt, die "sowohl die  Feststellung der Identität als auch die sichere Durchführung der Rückschaffung ermöglichen" sollen (vgl. E. 6),
dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein  selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der  bestehen (BVGE 2007/7 E. 5.3. in fine),
dass keine rechtsgenüglichen Reise- oder Identitätspapiere  wurden und das BFM in der angefochtenen Verfügung in  Weise dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,
dass aufgrund der realitätsfremden Ausführungen des  zum Ablauf seiner Reise - er sei bei der Grenzkontrolle im  von Rom einfach dem Schlepper, der für ihn einen Reisepass vor-
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gezeigt habe, nachgelaufen (Akten Vorinstanz A1/11 S. 8) - davon  ist, er habe für seine Reise authentische Reise- und  verwendet, welche er jedoch in Verletzung seiner  Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den  Asylbehörden vorenthalte,
dass es sich bei den zusammen mit der Beschwerde eingereichten  einer Geburtsurkunde und von Diplomen nicht um Reise- oder Identitätspapiere handelt, die sowohl die einwandfreie Feststellung der Identität als auch die sichere Durchführung der Rückschaffung ,
dass an dieser Beurteilung auch die nachträgliche Einreichung von gültigen Reise- oder Identitätspapieren nichts ändern würde, weil es bei der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,
dass somit die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht  feststeht und dadurch auch seine persönliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt ist,
dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und den Akten in Beachtung der im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten  (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der  oder eines Wegweisungshindernisses noch zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),
dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Verfolgungs- und Fluchtgründen als haltlos zu bezeichnen sind und sich die  in der Rechtsmitteleingabe darauf beschränken, die Richtigkeit des in der Verfügung vom 23. Oktober 2008 dargestellten Sachverhalts zu bekräftigen, ohne indessen zu den Erwägungen der Vorinstanz überhaupt Stellung zu nehmen,
dass deshalb an dieser Stelle mangels substanziierter Entgegnungen in der Beschwerde zur Vermeidung von Wiederholungen auf die  Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,
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dass bei dieser Sachlage der Antrag auf Ansetzen einer  Frist zur Nachreichung von Beweismitteln abzuweisen ist,
dass festzustellen ist, dass keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG , dem Regelfall des Nichteintretens bei Erfüllen des  von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe vorliegt,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt und der  zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige  ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in seinem Heimat- staat droht,
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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des  noch individuelle Gründe - der Beschwerdeführer verfügt eigenen Angaben zufolge in Pakistan, wo er ein (...) betrieben und vor der Ausreise als E._ gearbeitet haben will, mit seinen Eltern und Geschwistern über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz - auf eine konkrete Gefährdung im Falle seiner Rückkehr schliessen lassen,  der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat schliesslich möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine Vollzugshindernisse bestehen, und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG) und auch  keine zusätzlichen Abklärungen notwendig sind,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass sich die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um unentgeltliche  (Art. 65 Abs. 1 VwVG) unbesehen der nachgewiesenen  abzuweisen und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.− (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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Considerations: