Decision ID: 2ca3bc6e-e093-450c-a316-08d861c52df6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, arbeitete seit
August
2002 als Gipser
bei der
Y._
(Urk. 12/1 Ziff. 3)
und war in dieser Eigenschaft bei der Suva obliga
torisch gegen Unfälle versichert
,
als er am 12. Februar 2016 beim Skifahren stürzte und sich an der rechten Schulter verletzte (Urk. 12/1 Ziff. 4, 6 und 9). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen, bis der Versicherte ab 18. Juli 2016 wieder vollständig arbeitsfähig war (vgl. Urk. 12/35/1).
1.2
Am 21. Juni 2018 meldete die Arbeitgeberin einen Rückfall (Urk. 12/37)
und ersuchte um Wiederaufnahme der Leistungen. Mit Schreiben vom 7. August 2018 lehnte die Suva eine weitere Kostenübernahme ab (Urk. 12/48) und verneinte auch mit Verfügung vom 18. September 2018 einen Leistungsanspruch des Versicherten, da die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien (Urk. 12/60).
Dagegen erhob der zuständige Krankenversicherer am 2. Oktober 2018 Einsprache (Urk. 12/61), zog diese mit Schreiben vom 16. Okto
ber 2018 jedoch wieder zurück (Urk. 12/66). Die vom Versicherten am 9. Oktober 2018 erhobene Einsprache (Urk. 12/63) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 5. April 2019 ab (Urk. 12/75 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 22. Mai 2019 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 5. April 2019 (Urk. 2)
und beantragte die Zusprache der gesetzlichen Versicherungsleistungen, eventuell die Rückweisung an die Suva zur Erstellung eines medizinischen Gutachtens zur Frage des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den aktuellen Beschwerden (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2019 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer am 11. September 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 12. Februar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) insbesondere gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 13. September 2018 davon aus, dass die geklagten Schulterbeschwerden rechts nicht (mehr) unfall-, sondern krankheitsbedingt seien. Die Kontusionsfolgen seien sechs Monate nach dem Unfall vollständig abgeheilt.
Daran vermöge auch der Bericht von Dr.
Z._
vom 3. September 2018 nichts zu ändern, da dieser eine rein zeitliche Kausalat
t
ribu
tion vornehme, welche nicht beweisbildend sei (S. 4 f. Ziff. 3). Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den gemeldeten Schulterbeschw
e
rden rechts und dem Unfall vom 12. Februar 2016 lasse sich nicht nachweisen, jedenfalls nicht mit der
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genüge für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (S. 5 Ziff. 5).
In der Beschwerdeantwort vom 9. September 2019 (Urk. 10) führte sie sodann ergänzend dazu aus, PD Dr.
A._
sei in seiner sorgfältig und ausführlich begrün
deten orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 29. August 2019 zum Schluss gekommen, dass die als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht natürlich-kausal auf das Ereignis vom 12. Februar 2016 zurückzuführen seien (S. 3 f. Ziff. 7.2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
der Entscheid der Beschwerdegegnerin beruhe einzig und alleine auf der Feststellung, dass auf den am 30. Juli 2018 angefertigten MRI-Bildern keine Traumafolgen (mehr) erkenn
bar seien (Urk. 1/1 S. 4 Ziff. 13). Dieser Befund sei zwei Jahre nach dem Oberarmkopfbruch nicht weiter erstaunlich, Knochenbrüche seien in aller Regel mit der Zeit nicht mehr sichtbar. Genau deswegen bilde eine klinische Unter
suchung in solchen Fällen den zentralen Teil der Befunderhebung (S. 4 Ziff. 14). Es stehe fest, dass er bis zum Skiunfall im Februar 2016 vollkommen beschwer
defrei gelebt habe. Das tue er auf der linken Seite nach wie vor, obwohl er als Linkshänder diese Schulter naturgemäss mehr belaste (S. 5 Ziff. 17). Dr.
Z._
habe ausgeführt, dass sich eine krankheitsbedingt
e
degenerative Veränderung nicht wie vorliegend an den Schleimbeuteln, sondern in erster Linie an den Rotatorenmanschetten oder in Form einer Arthrose äussern würde
(S. 5 Ziff. 18). Die Begründung des hausinternen Arztes der Beschwerdegegnerin fusse einzig und alleine in einem Blick auf die erstellten MRI-Bilder, auf denen keine Trauma
folgen sichtbar seien. Weder sei nach der Meinung des behandelnden Arztes Dr.
B._
gefragt noch sei dem hausinternen Arzt die Meinung des Schulter
spezialisten Dr.
Z._
vorgelegt worden (S. 6 Ziff. 20).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit die Frage, ob die aktuell geklagten Beschwerden in der rechten Schulter in rechtsgenüglichem Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis vom 12. Februar 2016 stehen.
3.
3.
1
Nach einer MRT
-
Arthrographie des rechten Schultergelenks
beschrieb
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Radiologie,
in ihrem Bericht vom 17. Feb
ruar 2016 einen grossen Bone Bruise im Tuberculum majus mit einer ausgedehn
ten Fissur, eine dislozierte Fraktur
könne jedoch nicht festgestellt werden. Zudem bestehe eine lokale Kontusion der Supraspinatussehne ohne Nachweis einer transmuralen Läsion (Urk. 12/7).
3.
2
D
er Hausarzt Dr. med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin, diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. Februar 2016 (Urk. 12/8/1) eine Kontusion der rechten Schulter mit T
u
berculum majus-Fraktur und Bone Bruise (Ziff. 5). Es
bestünden
eine sehr starke Druckdolenz im Bereich des Humerokopfes, vor allem über dem Tuberculum majus
,
sowie diffuse Schmerzen in der ganzen rechten Schulter. Alle Bewegungen seien sehr schmerzhaft, es bestehe ein Erguss im Schultergelenk. Die Beweglichkeit sei in diesem Zustand nicht prüfbar. Im Röntgenbefund sei
en
eine grosse Bone Bruise im Tuberculum majus
sowie eine ausgedehnte Fissur ohne Dislokation festgestellt worden (Ziff. 4). Seit dem 12. Februar 2016 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 8).
3.
3
Am 30. August 2016 führte Dr.
B._
aus, nach sehr hartnäckigem Schmerzver
lauf habe die Kraft wieder aufgebaut werden können, er erwarte eine normale Schulterfunktion (Urk. 12/34 Ziff. 2). Soweit bekannt sei die Physiotherapie nun abgeschlossen, der Beschwerdeführer habe am 17. Juli 2016 die Arbeit im frühe
ren Pensum von 100 % wieder aufgenommen (Ziff. 4).
3.
4
In seinem Bericht vom 29. Juni 2018 (Urk. 12/41) hielt Dr.
B._
fest, nach der Schulterkontusion am 12. Februar 2016 sei die Situation mit Physiotherapie viel besser geworden, bei schweren Arbeiten und Überkopfarbeiten sei es aber immer wieder zu Schmerzen gekommen. In der letzten Zeit habe
d
er
Beschwerdeführer
viele sehr schwere Arbeiten, meisten
s
an Decken, ausführen müssen, dadurch sei es wieder zu einer Aktivierung der rechten Schulter gekommen (Ziff. 2). Es
bestünden
eine starke Druckdolenz
der Schultergelenkskapsel rechts sowie eine Druckdolenz und Myalgien auch an Trapezius, Supraspinatussehne, Intraspinatus und AC-Gelenk (Ziff. 4).
3.
5
Nach einer MRT-Untersuchung des rechten Schultergelenks nativ führte Dr. med.
D._
, Facharzt für Radiologie,
in seinem Bericht vom 30. Juli 2018 (Urk. 12/46)
aus, es liege eine vollständige Konsolidation der anlässlich der Voruntersuchung vom 17. Februar 2016 festgestellten, nicht dislozierten Fissur am Tuberculum majus sowie eine vollständige Regredienz des Knochenmark
ödems ohne Hinweise auf eine erneute Fraktur vor. Es seien einige kleine
resi
duelle Knochenzysten feststellbar. Unverändert bestehe eine leichtgradig signal
alterierte Supraspinatussehne im Rahmen einer Tendinose, weiterhin ohne Nach
weis
eines Risses. Die Subscapularis- und Bizepssehne wie auch die Labrum
struk
turen
seien intakt, allerdings sei eine zunehmende Flüssigkeit im subakromialen Raum im Rahmen einer Bursitis feststellbar. Unverändert seien das gut adaptierte AC-Gelenk sowie der Akromion Typ II (Urk. 12/46).
3.
6
Am 3. August 2018 hielt
Kreisarzt
Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, die rechte Schulter des Beschwerdeführers sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor dem Unfall nicht beeinträchtigt gewesen (Urk. 12/47/3 Ziff. 1). Durch den Unfall habe der Beschwerdeführer eine Fissur des Tuberculum majus erlitten, welche verheilt sei. Der Endzustand sei nach sechs Monaten erreicht gewesen (Ziff.
2).
3.
7
In seinem Bericht vom 3. September 2018 (Urk. 12/55)
diagnostizierte Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Chefarzt
der
Klinik für Orthopädie und Traumatologie,
F._
, eine residuelle Funktionseinschränkung der Schulter rechts und reaktive Myogelosen der schulterblattstabilisierenden Muskulatur bei Status nach nicht dislozierter Fraktur des Tuberculum majus rechts am 12. Februar 2016. Von Seiten des rechten Schultergelenks sei der Beschwerdeführer bis zum Unfall am 12. Februar 2016 beschwerdefrei gewesen.
Bei regredienten Beschwerden habe die Arbeitsfähigkeit in der Folge stufenweise wieder erhöht werden können. Vorübergehend habe der Beschwerdeführer wieder 100 % gearbeitet, durch die hohen Belastungen bei den sehr häufigen Überkopf
arbeiten jedoch persistierende Schmerzen im Bereich der Schulter sowie reaktiv auch im Bereich der schulterblattstabilisierenden Muskulatur sowie im Trapezi
usbereich verspürt. Trotz Physiotherapie und physikalische Massnahmen habe die Arbeitsfähigkeit im Verlauf des Jahres 2018 wieder reduziert werden müssen. Aktuell arbeite er 50 %, dabei sei er auf regelmässige Schmerzmedikation ange
wiesen (S. 1). Der Beschwerdeführer zeige funktionell eine leichte Einschränkung des rechten Schu
l
tergelenks. Eine relevante Kapsulitis liege mit Sicherheit nicht vor.
Die vor allem muskulären Schmerzen interpretiere er (ohne vorliegende Bilder
der MRT-Untersuchung
) als reaktive Myogelosen im Rahmen eines leichten Rehabilitationsdefizites im Bereich der Schulter sowie der übermässigen Belas
tung bei seiner Tätigkeit als Gipser. Der kausale Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis vom 12. Februar 2016 sei gegeben (S. 2).
3.
8
Dr.
E._
führte in seiner Beurteilung vom 13. September 2018 (Urk. 12/57) aus,
Dr.
Z._
habe bei seinem Erstkontakt am 31. August 2018, ohne inhaltliche Kenntnis der MRT-Untersuchung vom 30. Juli 2018
,
eine residuelle Funktions
einschränkung
der Schulter rechts sowie reaktive Myogelosen der schulterblatt
stabilisierenden Muskulatur diagnostiziert. In der am 30. Juli 2018 durchgeführ
ten MRT des rechten Schultergelenkes sei bildgebend die vollständige Konsolidierung der stattgehabten Fissur im Tuberculum majus dokumentiert. Als nicht unfallkausale Pathologien im Bereich des rechten Schultergelenks fänden sich eine Tendinose der Supraspinatussehne und eine Bursitis subacromialis. Diese Veränderungen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein degeneratives Verschleissleiden im Bereich des Schultergelenkes zurückzuführen. Der Beschwerdeführer habe aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit das Prädilek
tionsalter für ein degeneratives Verschleissleiden im Bereich des Schultergelenkes erreicht, die Lokalisation der bildgebend dargestellten Pathologien entspreche der Prädilektionslokalisation für einen beginnenden Verschleiss im Bereich des Schultergelenkes (S. 3 f.).
3.
9
Dr.
Z._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 14. Januar 2019 (Urk. 12/82) einen Verdacht auf Schulterdyskines
ie rechts bei Status nach konse
rvativer Behandlung einer nicht-dislozierten Tuberculum majus-Fraktur rechts vom 12. Februar 2016
und führte aus, er habe den Beschwerdeführer letztmals im Sep
tember 2018 wegen identischer Problematik gesehen. Damals habe er ein konser
vatives Vorgehen vorgeschlagen. Der Beschwerdeführer betreibe seither ein intensives Rehabilitationsprogramm, bemerke jedoch keine relevante Verbesse
rung, weder der Belastbarkeit noch der vor allem nächtlichen Schmerzen (S. 1). D
er Beschwerdeführer zeige weiterhin ein dyskinetisches Bewegungsmuster seines rechten Schultergelenks, dies trotz konsequenter Physiotherapie. Ein chirurgisches Vorgehen lasse sich nicht
indizieren. Der Beschwerdeführer werde ihm die MR-Bilder zukommen lassen, so dass er diese ebenfalls noch durchsehen könne (S. 2).
3.
10
In seinem Bericht vom 2. Mai 2019 (Urk. 12/83), in welchem er bezüglich Unter
suchungsbefunde auf den Bericht vom 14. Januar 2019 verwies, führte Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer habe nun während drei Monaten die Medizinische Trainingstherapie besucht. Dabei habe er allenfalls eine leichte Verbesserung der Schulterfunktion bemerkt, dies allerdings ohne verbesserte Belastbarkeit. Medi
zinisch könne er dem Beschwerdeführer wenig bieten. Bezüglich der Arbeits
fähigkeit als Gipser sei er eigentlich überzeugt, dass diese auch langfristig nicht mehr gegeben sein werde. Die Gipserarbeiten würden einfach zu häufig in den Überkopfpositionen (Decken, Wände) anfallen und gerade bei den residuellen Schulterbeschwerden bleibe die Überkopf-Belastbarkeit häufig dauerhaft limi
tiert. Seiner Ansicht nach sollte alles unternommen werden, dass der Beschwer
deführer auch langfristig im Arbeitsprozess
erhalten werden könne. Er sei der Ansicht, dass die Beschwerdegegnerin zwingend die Möglichkeiten einer beruf
lichen Umschulung evaluieren solle (S. 1 f.).
3.
11
Am 21. Mai 2019 (Urk. 3) diagnostizierte Dr.
Z._
eine residuelle leichtgradige Schulterdyskinesie bei Status nach konservativer Behandlung einer nicht-dislozierten Tuberculum majus-Fraktur rechts vom 12. Februar 2016 und hielt fest, Tatsache sei, dass der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Skisturzes respektive der Schulterverletzung rechts vom 12. Februar 2016 von Seiten des rechten Schultergelenkes beschwerdefrei gewesen sei und als Gipser uneinge
schränkt gearbeitet habe. Damals habe er sich die genannte Verletzung zugezo
gen, die Behandlung sei korrekterweise konservativ erfolgt. Die nicht-dislozierten Tuberculafrakturen seien zwar bildgebend oftmals wenig spektakulär, seien aber trotzdem keine Bagatellverletzungen. Dies sei auch beim Beschwerdeführer so, MR-tomographisch sei vor allem das konsekutive Knochenmarksödem im Bereich des Tuberculum majus dokumentiert (S. 1). Sehr häufig komme es jedoch zu einer begleitenden Verletzung der Bursa subacromialis mit entsprechender Bursa und ebenfalls nicht selten zu einer
K
apsulitis
. In der Sprechstunde zeigten die Patien
ten sehr häufig ein
en langwierigen Heilungsverlauf, der oftmals trotz struktu
reller Heilung ein Jahr dauere. Eine Restitutio ad integrum werde nicht immer erreicht. Insofern sei der Verlauf beim Beschwerdeführer in der ersten Phase absolut zeitgerecht, auch habe er die Arbeit als Gipser relativ früh wieder aufgenommen. Allerdings seien in der Folge belastungsabhängige Schmerzen sowie eine einge
schränkte Belastbarkeit aufgetreten. Bei klinisch diskret eingeschränkter Schulterfunktion, vor allem in den Überkopfpositionen, habe er ein dyskine
tisches Bewegungsbild insbesondere beim Rückführen des Armes mit einem ipsilateralen leichten Winging der Scapula und repetitiv auslösbaren Schmerzen im Bereich der schulterblattstabilisierenden Muskulatur gezeigt. Diese Proble
matik sei klar einseitig. Die Gegenseite links sei asymptomatisch und ohne pathologische Befunde. Folgende Gründe würden mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit für einen kausalen Zusammenhang der aktuellen Situation mit dem Unfallereignis sprechen:
-
Der Beschwerdeführer sei bis zum Zeitpunkt des Unfalles von Seiten beider Sch
u
ltergelenke beschwerdefrei und uneingeschränkt belastbar gewesen.
-
Die aktuelle Symptomatik sei ipsilateral auf der traumatisierten Schulter
seite, die Gegenseite sei bland.
-
Die klinischen Befunde zeigten ein dyskinetisches Bewegungsbild, was im weiteren Sinne als Rehabilitationsdefizit interpretiert werden könne.
-
Es bestünden keine Hinweise auf eine Berufskrankheit, da diese eher im Sinne von degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschette oder aber als Arthrose erwartet werden dürfe. Strukturell zeige sich im Verlaufs-MRI jedoch weder eine relevante Arthrose noch eine relevante Pathologie der Rotatorenmanschette (S. 2).
3.
12
In seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 29. August 2019 (Urk.
11) führte PD Dr. med.
A._
, Fachar
zt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Versicherungsmedizin der Beschwerde
gegnerin, unter Bezugnahme auf die vorliegenden bildgebenden Untersuchungen des Beschwerdeführers aus, der vormals bestehende Bruch sei vollständig abgeheilt, Unfallfolgen seien bildgebend fast zweieinhalb Jahre später nicht mehr festzustellen. Auffällig in dem Kernspintomogramm sei eine sehr stark ausge
prägte Muskulatur, die eine relevante Schonung oder einen Mindergebrauch ausschliesse. Dr.
Z._
habe im September 2018 klinisch einen weitestgehend normalen Befund mit lediglich druckschmerzhafter Muskulatur bei praktisch unauffälliger Beweglichkeit beschrieben.
Gemäss dessen Beurteilung zeige der Beschwerdeführer funktionell eine leichte Einschränkung des rechten Schulter
gelenks. Dr.
Z._
habe überzeugend begründet, dass eine relevante Kapsulitis mit Sicherheit nicht vorliege. In der Literatur herrsche Einigkeit, dass nicht oder nur minimal dislozierte Brüche des Tuberculum majus konservativ zu behandeln seien und nahezu immer eine folgenlose Ausheilung erfolge. Erst im Januar 2019 habe Dr.
Z._
beim Rückführen des Armes ein leichtes Scapula-Winging festge
stellt und einen Verdacht auf Schulterdyskinesie rechts formuliert. Die Angabe, dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt weiterhin ein dyskinetisches Bewegungsmuster seines rechten Schultergelenkes, also eine Kontinuität über den Verlauf zeige, sei daher nicht nachzuvollziehen. Dr.
Z._
habe erstmalig bei der jüngsten dokumentierten Konsultation Befunde erhoben, die er in dieser Weise interpretiere (S. 4 f.).
Als Dyskinesien würden Störungen des Bewegungsablaufs und der Haltungsregulation bezeichnet. Für sich alleine genommen entspreche eine Dyskinesie weder einer Verletzung noch einer muskulo-skelettalen Diagnose, sondern einem klinischen Befund. Die möglichen zugrundeliegenden Ursachen seien vielfältig, wobei dies jeweils eine klare Pathologie voraussetze. Den meisten Dyskinesien sei der ursächliche Einbezug von Muskulatur gemeinsam (S. 5).
Nachdem der Beschwerdeführer über einen Zeitraum von sieben Monaten zwischen der Konsultation bei Dr.
B._
im Juni 2018 bis zur Untersuchung bei Dr.
Z._
im Januar 2019 durchgehend zu mindestens 50 % arbeitsunfähig und damit einer reduzierten Belastung ausgesetzt gewesen sei, präsentiere dieser am 31. August 2018
bei Dr.
Z._
zwar eine residuelle Funktionseinschränkung der Schulter rechts und reaktive Myogelosen, aber keine klinischen Hinweise auf eine Bewegungsstörung. Ein kausaler Zusammenhang einer sich erst unter einer - bei Arbeitsunfähigkeit zu erwartenden - körperlichen Schonung nach fast drei Jahren entwickelnden Dyskinesie mit einer am 12. Februar 2016 erlebten, unkompliziert und anatomisch verheilten Fraktur des Tuberculum majus sei unwahrscheinlich. Dies umso mehr, da zwischenzeitlich ab dem 17. Juli 2016 eine volle Arbeits
fähigkeit bestanden habe (S. 5 f.).
Dr.
Z._
habe im Mai 2019 auf die Möglichkeit
der Entwicklung einer Kapsulitis nach nicht-dislozierter Tuberculafraktur
hinge
wiesen. Allerdings erschliesse sich der Bezug dieses Hinweises auf den vor
liegen
den Fall nicht, da er mit Bericht vom 3. September 201
8
festgestellt habe, dass eine relevante Kapsulitis mit Sicherheit nicht vorliege.
Als ersten und damit vordringlichen Grund, der mit überwiegender Wahrschein
lichkeit für einen kausalen Zusammenhang der aktuellen Situation mit dem Unfallereignis vom 12. Februar 2016 spreche, nenne Dr.
Z._
die Tatsache, dass der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Unfalls von Seiten seiner beiden Schultergelenke beschwerdefrei und uneingeschränkt belastbar gewesen sei. Der zweit
e
angegebene Grund, wonach die aktuelle Symptomatik ipsilateral auf der traumatisierten Schulterseite sei, die Gegenseite jedoch bland, finde mit den klinisch gefundenen, fachärztlich dokumentierten Befunden nur eine schwache Grundlage.
Die wesentliche Grundlage
dieser
Einschätzung durch den Schulter
spezialisten bildeten die Angaben des Beschwerdeführers. Der beschriebene Eindruck einer kräftigen Rotatorenmanschette finde zudem bildgebend Bestäti
gung im Kernspintomogramm vom 30
.
Juli 2018, mit dem eine relevante Schonung oder ein Mindergebrauch auszuschliessen sei
(S. 6).
Das als dritter Grund genannte, von Dr.
Z._
beschriebene dyskinetische Bewegungsbild sei auch nicht im weiteren Sinne als Rehabilitationsdefizit zu interpretieren, wenn bereits im Juli 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangt worden sei und erst nach fast drei Jahren ein Verdacht auf Schulterdyskinesie rechts gestellt werde, für den gemäss Untersuchungsbericht des Schulterspezialisten vom 3. September 2018, also vier Monate zuvor, noch kein klinischer Anlass bestanden habe. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die als Rückfall gemeldeten Schulter
beschwerden rechts nicht natürlich-kausal auf das Ereignis vom 12. Februar 2016 zurückzuführen (S. 7).
3.
13
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (
Urk. 12/21, Urk. 12/24, Urk. 12/27
) enthalten keine für die Beurteilung der vorliegen strittigen Fragen relevanten Angaben, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
4.
4.1
Anlässlich des Unfalls vom 12. Februar 2016
erlitt der Beschwerdeführer
eine Kontusion der rechten Schulter mit T
u
berculum majus-Fraktur und Bone Bruise, welche konservativ behandelt wurde (vgl. E. 3.2-3, E. 3.11).
Bezüglich der am
21. Juni 2018
als Rückfall gemeldeten Beschwerden in der rechten Schulter verneinte
PD
Dr.
A._
, Versicherungsmedizin der Beschwerde
gegnerin, in seiner Beurteilung vom
29. August 2019
nachvollziehbar und überzeugend einen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Februar 2016.
G
emäss den bildgebenden Untersuchungen sei der vormals bestehende Bruch vollständig abgeheilt.
D
ie aktuell
beschriebene
Symptomatik
mit den klinisch gefundenen, fachärztlich dokumentierten Befunden
finde
nur eine schwache Grundlage, die wesentliche Grundlage dafür
bildeten
die Angaben des Beschwerdeführers. Der Eindruck einer kräftigen Rotatorenmanschette finde bild
gebend Bestätigung im Kernspintomogramm vom 30. Juli 2018
. Das dyskine
tische Bewegungsbild könne sodann nicht als Rehabilitationsdefizit interpretiert werden, nachdem bereits im Juli 2016 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe und erst nach drei Jahren ein Verdacht auf Schulterdyskinesie gestellt werde, für den vier Monate zuvor noch kein klinischer Anlass bestanden habe
. Insgesamt seien die als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden rechts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 12. Februar 2016 zurückzuführen
(E. 3.12). Diese plausible und nachvollziehbare Argumen
tation, welche PD Dr.
A._
ausführlich und detailliert begründet hat (E. 3.12)
, vermag in jeder Hinsicht zu überzeugen.
4.2
Demgegenüber
stützte sich
der Beschwerdeführer insbesondere auf d
ie Beurtei
lung durch Dr.
Z._
.
Dieser
verwies zunächst
darauf,
dass der Beschwerdeführer
die Arbeitsfähigkeit
vorübergehend
auf 100 % habe erhöhen können, durch die hohen Belastungen bei den sehr häufigen Überkopfarbeiten jedoch persistierende Schmerzen verspürt habe und die Arbeitsfähigkeit im Verlauf des Jahres 2018
wieder habe reduzieren müssen
(E. 3.7)
, und machte damit sinngemäss eine Brückensymptomatik geltend.
Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass der Haus
arzt
D
r
.
B._
am 30. August 2016
festgehalten hatte
, die Physiotherapie sei soweit bekannt nun
abgeschlossen und der Beschwerdeführer habe am 17. Juli 2016 die Arbeit im früheren Pensum von 100 % wieder aufgenommen (E. 3.3). Erst im Juni 2018 konsultierte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt wieder, welcher ausführte, in letzter Zeit habe der Beschwerdeführer viele sehr
schwere Überkopf
arbeiten ausführen müssen, wodurch es wieder zu einer Aktivierung der rechten Schulter gekommen sei (E. 3.4).
Hinweise
auf
in der Zwischenzeit
wahr
genommene
physiotherapeutisch
e oder ärztliche Behandlungen
liegen nicht vor
und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht
.
Dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall im Februar 2016 ununterbrochen an Beschwer
den in der rechten Schulter gelitten hat, ist damit nicht nachgewiesen und eine Brückensymptomatik zu verneinen.
Wie
PD
Dr.
A._
am 29. August 2019
zutref
fend
ausführte,
beschrieb Dr.
Z._
im September 2018
zudem
noch einen weitestgehend normalen Befund und schloss eine Kapsulitis mit Sicherheit aus
(E. 3.7)
. Erst im Januar 2019 formulierte
er
den Verdacht auf eine Schulter
dyskinesie rechts (E. 3.12). Hinzu kommt, dass
gemäss den Ausführungen von PD Dr.
A._
den meisten Dyskinesien der ursächliche Einbezug von Muskulatur gemeinsam ist
(E. 3.12). Au
ch Dr.
Z._
lokalisierte
die repetitiv auslösbaren Schmerzen im Bereich der schulterblattstabilisierenden Muskulatur
und hielt fest
, das dyskinetische Bewegungsbild könne im weiteren Sinne als Rehabilitations
defizit interpretiert werden
(E. 3.11)
.
Ein Rückfall lässt sich dadurch jedoch nicht begründen.
Inwiefern somit die aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Unfall vom 12. Februar 2016 zurückzuführen sein sollen, erscheint damit nicht nachvollziehbar.
4.3
Was sodann die Argumentation betrifft, wonach der Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Unfalles von Seiten beider Schultergelenke beschwerdefrei und uneingeschränkt belastbar gewesen sei (E. 2.2, E. 3.11), ist auf die Recht
sprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach die
Argumentation nach der Formel «post hoc ergo propter hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist und zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/bb., Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
4.4
Insgesamt
ist
damit ein Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 12. Februar 2016 und den aktuell geklagten Beschwerden in der rechten Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich
und das Vorliegen eines Rückfalles ist zu verneinen
.
Damit sind die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
nicht erfüllt und der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. April 2019 erweist sich als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.