Decision ID: c038401d-6092-4120-92b7-72f7bbf82037
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977, arbeitete seit 14. April 2010 beim Personalvermittlungsunternehmen
Y._
und wurde bei verschiedenen Unternehmungen als Kranführer eingesetzt (Urk.
9/
1, Urk.
9/
56). In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen
Unfallver
si
cherungsanstalt
(SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk.
9/
1). Am 26. August 2010 rutschte er beim Hinunter
steigen einer Treppe mit dem rechten Fuss aus und erlitt ein
en
Bruch des Fersenbeins (
Kalkaneus
) rechts, eine obere Sprung
gelenks (OSG)-Distorsion rechts sowie eine
Kalkaneus
-Kontusion links (
Urk. 9/1,
Urk.
9/
10). Die SUVA
erbrachte
bis zur formlosen
Leistung
seinstellung
per 9. Mai 2011 Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (Urk.
10/
18). Am 15. Mai 2011 zog sich der Versicherte durch herab
fallende Glasteile einer Fenster
scheibe
auf Höhe des rechten Ellenbogens eine fünf cm lange, querverlaufende Schnitt
wunde mit Durchtrennung und Teilschädigung von Nerven sowie
Teil
schä
di
gung
eines Muskels zu (Urk.
10/
16 S. 4, Urk.
10/
3).
Mit Verfügung vom 27. Dezember 2013 stellte
die
SUVA ihre aufgrund von Arbeitsunfähigkeit nach dem Un
fall vom 15. Mai 2011 gegenüber
X._
erbrachten Taggeldleistungen per 31. Dezember 2013 ein und teilte diesem mit, dass sie als
Heilungskosten
in Zukunft
noch
Schmerz
medikamente
,
Lyrica
® sowie orth
opädische Schuhversorgung (zwei Paare
) über
nehme (Urk. 9/149 S. 1).
Dagegen erhoben der Versicherte und seine Krankenversicherung, die Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana), am 28. Januar 2014 Ein
sprache (Urk. 9/145, Urk. 9/158). In der Folge sprach die SUVA
X._
am 26. Februar 2014 bei einem Invaliditätsgrad von 46 % mit Wirkung ab 1. Januar 2014 eine Invali
den
rente im Betrag von Fr. 3‘286.40 sowie bei einer Integritätseinbusse von insge
samt 35 % eine
Integritätsentschä
digung
von Fr. 44‘100.-- zu (Urk. 9/165). Gegen diese Verfügung erhob der
Versicherte am 26.
März 2014
ebenfalls Ein
sprache (Urk.
10/251).
Die
SUVA
vereinigte die
Einspracheverfahren
und wies die Einsprachen von
X._
und der Helsana mit Entscheid vom 29. April 2014 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Helsana mit Eingabe vom 20. Mai 2014 Beschwerde
und be
antragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
sei die
SUVA
zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen
(Urk. 1
S. 2
).
X._
erhob am 28. Mai 2014 ebenfalls Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 29. April 2014 (Urk. 1 im Prozess Nr. UV.2014.00131).
Am 22. September 2014 erstattete die
SUVA
die
Beschwerdeant
wort
für beide Beschwerdeverfahren (Urk. 8, unter Beilage ihrer Akten [Urk. 9/1-171,
Urk.
10/1-276])
, wobei sie auf Abweisung beider Beschwerden schloss
.
Im Prozess Nr. UV.2014.00131 setzte das hiesige Gericht
X._
mit Beschluss vom 16. Oktober 2014 Frist an, um zu der vom Gericht in Aussicht genommenen möglichen
reformatio
in
peius
Stellung zu neh
men oder die Beschwerde zurückzuziehen. Am 11. No
vember 2014 zog
X._
seine Beschwerde zurück, und der Prozess Nr. UV.2014.00131 wurde mit Verfügung vom 18. November 2014 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt abgeschrieben.
Mit Verfügung vom
5.
Februar 2015 wurde
X._
zum
vorliegenden
Prozess beigeladen (
Urk.
11). Der Beigeladene liess sich innert der ange
setzten Frist nicht vernehmen, was den
Verfahrensbeteiligten
mit Mit
teilung vom 1
9.
März 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungs
leistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizi
nische Hilfsperson sowie im weiteren durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behand
lung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heil
ung dienlichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1
des
Bundes
gesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
hinter
lässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
1.3
Nach Festsetzung der Rente werden dem Bezüger
gemäss
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10 bis 13 UVG) ge
währt, wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf. Im dazwischen liegenden Bereich, nämlich wenn einerseits von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG mehr erwartet werden kann und anderseits die Voraussetzungen von
Art.
21
Abs.
1 UVG nicht erfüllt sind, hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu übernehmen; an seine Stelle tritt der obligatorische Krankenpflegeversicherer (BGE 140 V 130 E. 2.2
mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 4.1-4.2
).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arzt
berichten
im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2
.
Strittig u
nd zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin dem Beigeladenen
nach der Festsetzung der Rente gestützt auf
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG, über die bereits zugesprochenen
Schmerzmedikamente,
Lyrica
® sowie orthopädische
Schuhver
sorgung
(zwei Paare)
hinaus, weitere
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
nach
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG zu
erbringen hat
(
Urk.
1 S. 3)
.
3.
Im Bericht zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2
5.
Oktober 2013 hielt SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, fest, am rechten Fuss sei der
versicherungs
medizinische
Endzustand bereits bei der letzten Kreisarztuntersuchung vom 24. Januar 2013 erreicht gewesen. Knapp zweieinhalb Jahre nach der
Nerven
verletzung
am proximalen Unterarm links sei versicherungsmedizinisch der Endzustand auch hier erreicht. Weitere Verbesserungen seien nicht zu erwarten und wenn solche eintreten würden, wären diese minimal und bezüglich der Funktion nicht bedeutend. Erfolgsversprechende Therapieoptionen könnten nicht angegeben werden. Weiter zu übernehmen seien hingegen die analge
ti
sche Behandlung und auch
die
schmerzdistanzierende Be
handlung mit
Lyrica
®
. Des Weiteren brauche der Beigeladene auch weiterhin einen zuge
richteten Schuh. Es wäre gerechtfertigt, ihm jeweils zwei Paare zur Verfügung zu stellen
(
Urk.
10/193 S. 8).
4.
D
ie Beschwerde
führerin
beantragt
, die Beschwerdegegnerin
sei
zu ver
pflich
ten, dem Beigeladenen unter dem Titel
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG sämt
liche
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen
zu gewähren, welche er zur Erhaltung seiner verblei
ben
den Erwerbsfähigkeit bed
ürfe (
Urk.
1 S. 3).
Gemäss
SUVA-Kreisarzt
Dr.
Z._
ist der Endzustand
hinsichtlich der Unfallfolgen am rechten Fuss und linken Unterarm erreicht
.
Dies blieb vorliegend unbestritten. Ferner
be
zeichnete
Dr.
Z._
-
in Kenntnis der
Vorakten
(insbes.
Urk.
10/193 S. 1 bis S.
3)
und
nachdem er den Beige
laden
en
untersucht sowie zu seinen Be
schwer
den und
gegenwärtigen Thera
pien befragt hatte (
insbes.
Urk.
10/193 S.
4)
auch diejenigen
L
eistungen,
für
welche
die
Beschwerdegegnerin weiterhin
aufzu
kommen hat
.
Dabei handelt es sich um die nach Festsetzung der Rente
zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbs
fähigkeit noch nötigen
Pfle
geleistungen
und Kostenvergütungen (
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG)
.
Die Beschwerdeführerin erhebt gegen
diesen Bericht von
Dr.
Z._
(Urk. 10/193)
keine Einwände. W
elche Arztbesuche und medizinische Behandlungen
(
Urk.
1 S.
3
)
darüber hin
aus zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit des
Bei
ge
ladenen noch notwendig sein sollen, wird von ihr nicht begründet.
Der
Bericht zur
kreisärztli
chen
Abschlussunter
suchung
vom 2
5.
Oktober 2013
von
Dr.
Z._
(Urk. 10/193)
überzeugt und es ist auf diesen Bericht
abzustellen.
Mit der durch den angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
9.
April 2014 (Urk. 2)
bestätigten Verfügung vom
27. Dezember 2013 (Urk. 9/149)
folgte die Beschwerdegegnerin der Empfehlung ih
res Kreis
arztes. Es ist
mithin
nicht zu beanstanden, dass
sie
dem Beigeladenen
nach
der Einstellung der
Heilbe
hand
lungs
- und
Taggeldleis
tungen
per 3
1.
Dezember 2013
noch
Schmerzmedi
kamente
,
Lyrica
® sowie orthopädische Schuhversorgung (zwei Paare)
zusprach
.
Im Übrigen
hat der
Renten
bezüger
nach Art.
21
Abs.
3 UVG
bei Rückfällen und Spätfolgen
Anspruch auf
Pflege
leistunge
n
und
Kostenv
ergütungen (
Art.
10 bis 13 UVG
;
Art.
11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]
).
Dass ein Rückfall oder Spätfolgen vorlägen, wird von der Beschwerdeführerin nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich.
Demnach ist die Beschwerde a
b
zuweisen.