Decision ID: 56ee4d4c-0358-5c77-9f9e-42ae893016a6
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess Eritrea gemäss seinen Angaben im März
2013. Am 4. August 2014 reiste er in die Schweiz ein. Gleichentags suchte
er um Asyl nach. Am 18. August 2014 wurde er im Empfangs- und Verfah-
renszentrum Basel zur Person befragt (BzP). Dabei führte er aus, er sei
am Fuss verletzt worden, als er während seiner Inhaftierung in B._
verhört und geschlagen worden sei.
Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am 30. November 2015 ver-
tieft zu seinen Asylgründen an. Im Wesentlichen machte er geltend, er
stamme aus C._, D._, nahe der Grenze zum Sudan. In die-
ser Gegend würden viele Menschen illegal ausreisen. Der Vater sei Soldat
gewesen und seit über zehn Jahren verschollen. Seine ältere Schwester
(N [...]) lebe in der Schweiz. Zwei jüngere Geschwister würden bei der Mut-
ter in C._ leben. Er habe die Schule bis zur 11. Klasse besucht und
noch kein Aufgebot zum Militärdienst erhalten. Zuhause sei es seine Auf-
gabe gewesen, mit einem Eselskarren ausserhalb des Wohnortes Wasser
zu holen. Etwa Mitte Januar 2013 sei er beim Wasserholen von zwei in Zivil
gekleidete Personen angehalten worden. Diese hätten ihm vorgeworfen,
Personen illegal über die Grenze zu schleusen. Er sei nach C._ auf
den Polizeiposten gebracht worden. Dort sei er befragt und geschlagen
worden. Nach zwei Wochen sei er auf den Polizeiposten in B._ ver-
legt worden. Auch dort sei er befragt und geschlagen worden. Aufgrund der
Schläge auf den Rücken habe er Schmerzen im Brustkorb gehabt, Blut
spucken müssen und das Essen nicht mehr behalten können. Deshalb sei
er ungefähr nach vier Wochen ins Spital verlegt worden. Am dritten Tag sei
er aus dem Spital geflohen, als der Wächter für kurze Zeit seinen Platz
verlassen habe.
B.
Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 stellte die Vorinstanz fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-
such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug an.
C.
Mit Eingabe vom 21. März 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragt, die angefochtene
Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigen-
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schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Flücht-
lingseigenschaft festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.
Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme aufgrund der Unzulässigkeit
beziehungsweise der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuord-
nen. In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten
und ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeich-
nenden zu bestellen.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med.
E._ Heim vom 21. März 2016, Fotos des linken Oberschenkels und
des linken Unterschenkels, das Schulzeugnis der neunten Klasse in Kopie
sowie eine Fürsorgebestätigung vom 23. Februar 2016 zu den Akten.
D.
Mit Eingabe vom 23. März 2016 reichte der Beschwerdeführer das Schul-
zeugnis der neunten Klasse im Original zu den Akten.
E.
Mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 wies die Instruktionsrichterin die Ge-
suche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf Er-
hebung eines Kostenvorschuss sowie Beiordnung des unterzeichneten
Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand ab. Gleichzeitig wurde der
Beschwerdeführer aufgefordert, bis zum 24. Oktober 2016 einen Kosten-
vorschuss in Höhe von Fr. 600.– zu bezahlen.
F.
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 beantragte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers, die Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2016 sei in Wie-
dererwägung zu ziehen und die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung, Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses so-
wie Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung seien gutzu-
heissen, eventualiter sei eine Notfrist zur Leistung des Kostenvorschusses
anzusetzen.
G.
Am 18. Oktober 2016 leistete der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss
fristgerecht.
H.
Mit Eingabe vom 25. Oktober 2016 teilte der Beschwerdeführer mit, er
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habe den Kostenvorschuss bezahlt habe, halte aber am Wiedererwä-
gungsgesuch fest.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2016 wies die Instruktionsrichte-
rin das Gesuch um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 7. Okto-
ber 2016 ab, soweit dieses nicht gegenstandslos geworden ist.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der
Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-
gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5).
2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend ausgeführt – als offen-
sichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit
mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Wei-
terungen und mit summarischer Urteilsbegründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder
zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht. Glaubhaft gemacht
ist die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 7 AsylG, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält
(Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3).
3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und
folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden
(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2012/5 E. 2.2).
3.3 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie
erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen
ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG
wurden (subjektive Nachfluchtgründe).
4.
4.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Der Beschwerdeführer
habe in wesentlichen Punkten der Asylbegründung vage, unsubstantiiert,
realitätsfremd, detailarm und damit insgesamt nicht glaubhaft ausgesagt.
Namentlich habe er unterschiedliche Verletzungen infolge der erlittenen
Schläge während der Inhaftierung geltend gemacht. Sein Erklärungsver-
such im Rahmen des rechtlichen Gehörs, er habe nie von einer Fussver-
letzung gesprochen, vermöge nicht zu überzeugen. Sodann habe er die
behauptete Festnahme an der Wasserstelle, die anschliessende mehrwö-
chige Inhaftierung sowie die Flucht aus dem Spital nur in kurzen und ste-
reotypen Sätzen geschildert. Auf die Aufforderungen, ausführlicher zu er-
zählen, habe er jeweils nur mit kurzen und detailarmen Sätzen geantwor-
tet. Insbesondere zur angeblich mehrwöchigen Haft habe er keine konkre-
ten Angaben machen können. Weiter sei es erstaunlich, dass er nicht in
der Lage gewesen sei, Näheres zu den angeblich seit Jahren stattfinden-
den illegalen Ausreisen über seinen Wohnort zu erzählen.
4.2 Der Beschwerdeführer hält in der Rechtsmitteleingabe an der Glaub-
haftigkeit seiner Vorbringen fest und rügt, die Vorinstanz habe den Mass-
stab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewendet, mithin Bundesrecht
verletzt. Namentlich habe die Vorinstanz es im Rahmen ihrer Würdigung
unterlassen, die traumatisierenden Folgen sowie die Verletzungen der
Misshandlungen zu berücksichtigen.
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Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung im Einzelnen darge-
legt, aus welchen Gründen die Vorbringen des Beschwerdeführers ohne
Realkennzeichen, vage, unsubstantiiert, realitätsfremd, detailarm und da-
mit insgesamt nicht glaubhaft sind. Mit der Vorinstanz ist zunächst festzu-
stellen, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen unter-
schiedlich zum Grund für die Einlieferung ins Spital äusserte. Bei der Erst-
befragung gab er diesbezüglich an, er sei durch die Schläge am Fuss ver-
letzt worden (vgl, Akten SEM A3 S. 7). Demgegenüber gab er bei der An-
hörung zu Protokoll, die Einweisung sei erfolgt, weil er als Folge der er-
littenen Schläge Blut gespuckt habe (vgl. Akten SEM A16 S. 8). Damit
besteht in einem wesentlichen Punkt der Asylbegründung des
Beschwerdeführers ein unvereinbarer Widerspruch, welcher der
Beschwerdeführer auch im Rahmen der Gewährung des rechtlichen
Gehörs nicht aufzulösen vermochte. Sodann ergibt sich diesbezüglich aus
den Ausführungen in der Rechtsmittelschrift eine weitere Unstimmigkeit,
spricht der Beschwerdeführer darin, unter Hinweis auf der Eingabe
beigelegte Fotos, von zwischenzeitlich vernarbten Verletzungen am Bein.
Der Anlass für die Einweisung ins Spital stellt ein wesentliches Element in
den Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers dar. Immerhin wurde
er deshalb aus dem Gefängnis ins Spital verlegt und konnte anschliessend
von dort aus flüchten. Da der Beschwerdeführer dabei lediglich über selbst
Erlebtes zu berichten hat, dürfen von ihm diesbezüglich ohne weiteres
übereinstimmende und mit Realkennzeichen versetzte Aussagen erwartet
werden. Nachdem der Beschwerdeführer völlig unterschiedliche Gründe
für die Überweisung ins Spital anführt, bestehen erhebliche Zweifel an der
Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Entgegen seiner Ansicht stellt es
sodann einen erheblichen Unterschied dar, ob eine Fuss- oder
Beinverletzung am Unter- und Oberschenkel der Anlass bildete. Weiter
stellen die Verwendung der indirekten Rede sowie der Vorschlag, den
Gummiknüppel zu zeichnen beziehungsweise das Anzeigen dessen
Grösse mit den Händen vorliegend in Bezug auf das Glaubhaftmachen
keine hinreichenden Realkennzeichen dar. Ebenfalls keine Realkenn-
zeichen stellen die in der Eingabe genannten Nebensächlichkeiten dar, wie
die engen Raumverhältnisse sowie das nur einmalige Waschen. Weiter
legt der Beschwerdeführer auch mit dem nicht näher substantiierten
Hinweis, die Aussagen zur Verhaftung und Inhaftierung seien kohärent und
übereinstimmend sowie dem Wiederholen des aktenkundigen
Sachverhalts nicht ansatzweise dar, inwiefern die Vorinstanz im Einzelnen
zu Unrecht auf eine Unstimmigkeit geschlossen hat. Solches ist auch nicht
ersichtlich. Es ist dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, glaubhaft
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zu machen, dass er aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden ins Spital
eingeliefert wurde und von dort fliehen konnte. Demnach ist auch nicht
glaubhaft, dass er verhaftet wurde. Dieser Schluss wird weiter dadurch
bestärkt, dass die Aussagen zur Festnahme sehr allgemein und stereotyp
ausgefallen sind und der Beschwerdeführer trotz mehrmaligem Nach-
fragen nach den genauen Umständen keine substantiierten und
detaillierten Antworten gab (vgl. SEM-Akten A16/18 F 31 ff.). Überdies ist
nicht ansatzweise glaubhaft, dass der Beschwerdeführer in B._
während vier Wochen täglich ohne Pausen von morgens bis abends ge-
schlagen wurde. Nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,
seine Vorbringen glaubhaft zu machen, ist den Ausführungen in der
Rechtsmitteleingabe, wonach bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit
seiner Vorbringen die traumatisierenden Erlebnisse nicht berücksichtigt
worden seien, die Grundlage entzogen. Es ist darauf nicht weiter einzu-
gehen. Dass der Beschwerdeführer aus einem anderen Grund
traumatisiert sein könnte, wird nicht geltend gemacht und solches ergibt
sich auch nicht aufgrund der Akten.
4.3 Weiter gelangt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung auch
bezüglich der illegalen Ausreise zum Schluss, diese sei nicht glaubhaft.
Den Schilderungen würden jegliche Tiefe und Erlebnisbasiertheit fehlen.
Es sei kaum vorstellbar, dass der gesundheitlich angeschlagene Be-
schwerdeführer in der angeführten Zeit die Strecke von B._ nach
F._ habe bewältigen können. Zudem sei die freie Erzählung über
den Fussmarsch äusserst knapp, stereotyp, unpersönlich und detailarm
ausgefallen. Auch auf die Aufforderung, die Ausreise detaillierter zu schil-
dern, seien die Ausführungen vage und substanzlos geblieben.
4.4 Das Gericht geht mit dem Beschwerdeführer davon aus, dass ein lega-
les Verlassen des Landes lediglich mit einem gültigen Reisepass und ei-
nem zusätzlichen Ausreisevisum möglich ist, und dass Ausreisevisa bereits
seit mehreren Jahren nur noch unter sehr restriktiven Bedingungen und
gegen Bezahlung hoher Geldbeträge an wenige als loyal beurteilte Perso-
nen ausgestellt werden. Dabei sind Kinder ab elf Jahren, Männer bis zum
Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grundsätzlich von der Vi-
sumserteilung ausgeschlossen. Verschiedentlich gab es auch Zeiten, in
welchen überhaupt keine derartigen Dokumente mehr erhältlich waren,
selbst bei Vorliegen eines gültigen Reisepasses.
Obwohl der Beschwerdeführer die wahren Umstände seiner Ausreise of-
fensichtlich verheimlicht, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit auf eine
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legale Ausreise schliessen. Sie kann aber auch nicht ausgeschlossen wer-
den. Sich einzig auf die notorisch schwierige Ausreise zu berufen, ohne die
konkreten Ausreisegründe und -umstände auch nur ansatzweise wider-
spruchsfrei und substantiiert darzutun, reicht indes nicht aus. Die Partei
wird nämlich auch unter der in der vorstehenden Erwägung dargelegten
Rechtsprechung nicht davon entbunden, subjektive Nachfluchtgründe
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Beweis- und Sub-
stantiierungslast gilt von Gesetzes wegen und wird nicht etwa umgekehrt
(vgl. Urteile des BVGer E-2008/2016 vom 27. April 2016, D-2119/2016 vom
28. April 2016, E-1705/2016 vom 6. April 2016, E-2511/2015 vom 17. Juni
2015).
Im Zusammenhang mit der illegalen Ausreise macht der Beschwerdeführer
eine ungewohnte Befragungssituation geltend. Indes unterlässt er es, die-
sen Einwand nur schon ansatzweise zu substantiieren. Soweit er sich so-
dann auf die traumatisierenden Erlebnisse in der Haft und deren Folgen für
die Befragung bezieht, ist unter Verweis auf die vorstehenden Erwägungen
darauf nicht weiter einzugehen. Im Übrigen ist es realitätsfremd, dass der
Beschwerdeführer in seinem angeschlagenen Zustand und ohne Reisevor-
bereitungen zu treffen, zwischen 18.00 und 15.00 Uhr den Weg von
B._ nach F._ zurückgelegt haben will. Schliesslich ist noch
festzuhalten, dass er die Grenzregion aufgrund seines Herkunftsortes
umso mehr hätte detailliert beschreiben können müssen, als er sie bereits
– wie in der Rechtsmitteleingabe vorgebracht – gut gekannt hat. Die Vo-
rinstanz hat somit zutreffend festgestellt, dass die Ausführungen zur illega-
len Ausreise insgesamt unglaubhaft sind.
4.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vor-
instanz den Massstab des Glaubhaftmachens richtig angewendet hat. Die
Rüge erweist sich als unbegründet. Da die Vorbringen des Beschwerde-
führers unglaubhaft sind, ist auf die Ausführungen in der Rechtsmittelein-
gabe zur geltend gemachten Verletzung von Art. 3 AsylG nicht näher ein-
zugehen.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen ist, eine bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
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Seite 9
6.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf
nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung
einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht
angeordnet.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslände-
rinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).
6.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht
erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-
lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-
fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Weder aus den Akten noch aus der Beschwerde ergeben sich konkrete
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Aus-
schaffung nach Eritrea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig.
6.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
In Eritrea herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Bezüglich der per-
sönlichen Situation ist vorauszusetzen, dass begünstigende individuelle
Umstände (namentlich ein wirtschaftlich tragfähiges soziales und familiä-
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Seite 10
res Netz oder andere die wirtschaftliche Integration ermöglichende Fakto-
ren) vorliegen (EMARK 2005 Nr. 12 E. 10.5–10.8; zur aktuellen Rechtspre-
chung vgl. z. B. Urteile des BVGer E-3834/2016 vom 23. Juni 2016 E. 6.3,
E-5237/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 7.2, E-6816/2014 vom 9. Juni
2015).
Da die Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu beurteilen
sind, fehlt es an der Grundlage zur Annahme einer Re-Traumatisierung so-
wie von psychischen Problemen bei der Rückkehr. Beim Beschwerdefüh-
rer handelt es sich um einen jungen und – soweit den Akten zu entnehmen
ist – gesunden Mann. Sodann verfügt er gemäss seinen eigenen Angaben
an seinem Herkunftsort über ein tragfähiges soziales sowie familiäres Be-
ziehungsnetz. Auch wenn sein Vater verschollen ist, leben noch seine Mut-
ter, zwei Geschwister sowie mehrere Tanten und Onkel in Eritrea. Zudem
kann davon ausgegangen werden, dass seine Mutter, welche Händlerin sei
– entgegen den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe – ihn finanziell
unterstützen kann. Aufgrund der gesamten Aktenlage kann demnach da-
von ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer mithilfe der fami-
liären Unterstützung die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung in
seine Heimat gelingen wird. Vorliegend sprechen damit keine individuellen
Umstände gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. Die in der
Rechtsmitteleingabe erhobenen Einwände vermögen an dieser Einschät-
zung nichts zu ändern. Der Vollzug der Wegweisung ist zumutbar.
6.4 Der Beschwerdeführer verfügt über eine Identitätskarte und es obliegt
ihm, sich bei der zuständigen Vertretung Eritreas die für eine Rückkehr al-
lenfalls weiter notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8
Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2014/39 E. 9.5 S). Der Vollzug der
Wegweisung ist als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in Höhe von Fr. 600.–
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG i.V.m.
Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2).
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Der am 18. Oktober 2016 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.– ist zur
Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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