Decision ID: 8a7e3cee-dd07-547d-9619-406ca15b157b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1965, bezieht seit dem 1. Februar 2001 bei einem Invali
di
tätsgrad von 53 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Urk.
10
/26
).
Am 31. Dezember 2004 meldete sich der Versicherte in der Schweiz ab und gab einen Wohnsitz in der Türkei an (Urk.
10
/2). Im Rahmen eines von der zentralen Aus
gleichsstelle ZAS, IV-Stelle für Versicherte im Ausland, im Jahr 2012 eingeleite
ten Revisionsverfahrens veranlasste diese insbesondere eine
bidisziplinäre
rheu
matologische sowie psychiatrische Begutachtung des Versi
cherten, über welche im März sowie April 2013 berichtet wurde (vgl. Urk.
10
/95, Urk.
10
/99, Urk.
10
/103), und hob daraufhin die bisherige halbe Invalidenrente mit Verfü
gung vom 14. April 2014 (vgl. hierzu Urk.
10
/
137 und
Urk.
10/
176
S. 3
lit
. D) auf. Die dage
gen vom Versicherten erhobene Beschwerde ans Bundesverwal
tungsgericht wurde mit Urteil vom 17. September 2015 (Urk.
10
/176; Verfahren Nr. C
2788/2014) in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde, damit diese, nach erfolgter polydisziplinärer Abklärung über den Rentenanspruch neu verfüge. Da der Ver
sicherte seinen Wohnsitz wieder in die Schweiz verlegt hatte (Urk.
10
/178, Urk.
10
/181, Urk.
10
/187), wurde das Dossier zuständigkeitshalber an die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, überwiesen (Urk.
10/182).
1.2
Am 8. Dezember 2015 stellte der Versicherte ein Gesuch um rückwirkende Wie
derausrichtung der eingestellten Rente und um Entscheid über eine allfällige Er
höhung sowie um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (Urk.
10
/184/
2
-3). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten daraufhin mit Schreiben vom 22. März 2016 (Urk.
10
/191) mit, dass eine polydisziplinäre Begutachtung notwendig sei.
Das Gesuch um unentgeltlichen Rechtsbeistand wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. April 2016 (Urk.
10
/19
5
) ab.
Die dagegen erhobene Be
schwerde (
Urk.
10/196/3-6) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
0.
Mai 2016 gut (
Urk.
10/203;
Verfahren Nr.
IV.2016.00438).
1.
3
Die IV-Stelle hatte in der Zwischenzeit beim
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten
in Auftrag gegeben
, das am
2
4.
August 2016 erstattet wurde (
Urk.
10/215
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/218
,
Urk.
10/228
)
verneinte die IV-Stelle
mit
Verfügung
vom
8.
Juni 2017 (
Urk.
10/241) einen
Anspruch
des Versicherten
auf eine Invalidenrente.
Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde (
Urk.
10/247/3-13). Mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
10/246) hob die IV-Stelle
die
Verfügung vom
8.
Juni 2017
wiedererwägungsweise auf.
Mit Verfügung des hiesigen Gerichts vom
5.
September 2017 wurde der Prozess als
gegenstandslos
geworden abgeschrieben
(
Urk.
10/257
; Verfahren Nr. IV.
201
7
.00
714
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/248
;
Urk.
10/249
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
4.
Januar 2018
die bisher ausgerichtete Rente
per Ende Mai 2014
auf (Urk.
10/
266
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
1
6.
Februar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
4.
Januar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Sache sei
zur weiteren Abklärung des Gesundheitszustandes und Prüfung einer Rentener
höhung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
April 2018
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde. Di
es wurde dem Beschwerdeführer
am
1
6.
April 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Mit Gerichtsverfügung vom
6.
August 2018 wurde
n
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2 oben
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
(Urk. 13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Invalidenrente des Beschwerdeführers zu Recht per
Ende Mai 2014
aufgehoben wurde.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) aus, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2002 verbessert habe (S. 1 unten). Schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien ihm nicht zumutbar. In leichten Tätigkeiten bestehe in einem vollschichtigen Pensum ein erhöhter Pausenbedarf durch verminderte kardiopulmonale Belastbarkeit und reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts. Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit mindestens Februar 2014 30 %. Da die Arbeitsunfähigkeit für die angestammte sowie für eine angepasste Tätigkeit gelte, sei für die Invaliditätsbemessung kein Einkommens
vergleich notwendig. Der Invaliditätsgrad entspreche der Arbeitsunfähigkeit von 30 % (S. 2 oben).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass er seine Tätigkeit als Kebab-Stand-Betreiber nicht mehr ausübe könne. Die Invaliditäts
bemessung sei praxisgemäss anhand der Tabellenlöhne vorzunehmen (S. 3 oben).
Sowohl die psychische Situation als auch das festgestellte COPD-Syndrom beleg
ten eindrücklich, dass im Verlauf eine Verschlechterung eingetreten sei. So sei er seit seiner Rückkehr in die Schweiz bereits drei Mal stationär hospitalisiert wor
den, jeweils mit der Diagnose einer schweren depressiven Episode (S. 3 unten). Das
Y._
-Gutachten vom September 2016 sei unvollständig und oberflächlich (S. 12 unten) und vermöge den Anforderungen des Bundesverwaltungsgerichts nicht zu genügen (S. 6 unten).
Die offensichtlich gegebene Alkoholproblematik habe im Rahmen der Begutachtung überhaupt keine Beachtung gefunden (S. 7 oben). Des Weiteren könne bei der Tätigkeit
als Kebab-Stand-Besitzer keineswegs von einer bloss leichten Arbeit ausgegangen werden (S. 10 unten).
3.
Die
Rentenzusprache
basierte im Wesentlichen auf dem rheumatologisch-psychi
atrischen Gutachten des
Z._
vom 2
0.
August 2001 (U
rk.
10/13
/1-12
). Darin wurden folgende Diagnosen mit relevantem Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit genannt (S. 9 Mitte):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei
-
funktionell mechanischem
thorako-spondylogenem
Syndrom
-
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts
Als Diagnose mit relevantem Krankheitswert wurde ein Asthma bronchiale bei Nikotinabusus genannt (S. 9 Mitte).
Aus rheumatologischer Sicht wurde festgehalten, die Rückenschmerzen würden als funktionell-mechanisches
thorakospondylogenes
Syndrom mit ungenügender Kraftausdauer der Rückenextensoren eingestuft. Als mögliche Ursache der unter
schiedlichen Gelenkbeschwerden bestehe eine allgemeine
Bandlaxität
. Ein
Fibro
myalgiesyndrom
liege nicht vor.
Die Arbeitsfähigkeit sei seitens des Bewegungs
apparates auf mindestens 50 % zu schätzen und verbessere sich nach einer Re
habilitation auf 75-100 % (S. 8 unten).
Der Rheumatologe stellte im Rahmen sei
ner Untersuchung ein hörbares
endexpiratorisches
Giemen im Rahmen einer COPD bei chronischem Nikotinkonsum fest (
Urk.
10/13/18-19 S. 2 oben).
Im psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
10/13/13-17) wurde ausgeführt, der Be
schwerdeführer leide seit mehreren Jahren an einem Schmerzsyndrom, für das es keine ausreichende körperliche Erklärung gebe und das am ehesten den Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung entspreche. Die Belastungen, die mit der Er
öffnung eines Kebab-Standes in Chur einhergegangen seien, seien als Auslöser für die Schmerzproblematik denkbar (S. 4 Mitte). Das vorliegende psychiatrische Krankheitsbild reduziere die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers um etwa 50 %
(S. 5
Mitte). Die Langzeitprognose sei ungewiss, da bereits eine
Chronifizie
rung
bestehe
. Als prognostisch günstig sei die Tatsache zu werten, dass der Be
schwerdeführer nach wie vor zu etwa 40 % für den eigenen Betrieb arbeite (S. 5 unten).
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass eine Objekti
vierung der vom Beschwerdeführer
g
eklagten Symptomatik
schwerfalle
. So pass
ten die im
thorako
-lumbalen Übergangsbereich liegenden Schmerzen nicht mit denjenigen Symptomen im Bereich des rechten Beins im Sinne einer
radikulären
Symptomatik zusammen. Zeichen eines entzündlichen Prozesses hätten sich we
der klinisch noch labormässig eruieren lassen. Der Beschwerdeführer zeige offen
sichtlich einen Leidensdruck
(S. 9 unten)
. In der bisherigen Tätigkeit seien Ein
schränkungen hinsichtlich der körperlich schwereren Arbeiten
wie Heben von schweren Gewichten und Putzen
vorhanden. Sämtliche administrativen Tätigkei
ten seien jedoch zumutbar (S. 9
f.
).
Gesamthaft resultiere aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 10 oben). Die aktu
elle Arbeit entspreche grösstenteils den Erfordernissen einer angepassten Tätig
keit. Für schwere Tätigkeiten bestehe eine dauerhafte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 50-60 % (S. 10 Mitte/unten). Nach Durchführung der geforderten beruflichen und medizinischen Massnahmen dürfte die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zwischen 75 % und 100 % liegen (S. 10 unten).
4.
Im
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 1
7.
September 2015 wurde die da
mals aktuelle Aktenlage zusammenfassend dargestellt (
Urk.
10/176
S. 16 ff.).
Das Bundesver
waltungsgericht hielt
fest, dass dem Beschwerdeführer darin zuzu
stimmen sei, dass sich den Akten Hinweise auf ein langjähriges Lungenleiden entnehmen lassen würden, dessen Verlauf und Ausmass bisher u
ngeklärt geblie
ben seien (
Urk.
10
/176 S. 24
Ziff.
11.2).
Das Vorliegen einer chronisch obstrukti
ven Lungenerkrankung mit allfälliger Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lasse sich anhand der Akten nicht ausschliessen, jedoch auch nicht zweifelsfrei bestä
tigen. Der Sachverhalt erweise sich insofern als unvollständig abgeklärt. Ent
scheidend für die Leistungsbeurteilung seien die Häufigkeit der Asthmaanfälle, die Schwere der Atemwegsobstruktion anhand der klinischen Befunde und der Funktionsbefunde (
Urk.
10
/176 S. 2
5
Ziff.
11.2).
Da
die COPD
zudem oftmals von Herz
erkrankungen begleitet werde, sei auch eine
kardiologische Abklärung vor
zu
nehmen.
Im Hinblick auf den von
Dr.
A._
im Gutachten vom
2.
April 2013 diagnostizierten schädlichen Alkoholkonsum sei namentlich abzuklären, ob dieser zu dauerhaften somatischen Organschäden geführt habe
(
Urk.
10
/176 S. 25
Ziff.
11.3
).
Ferner lasse
sich auch der psychische Gesund
heitszustand nicht schlüssig beurteilen
. So könne nicht beurteilt werden, ob es sich bei den Be
schwerden um blosse Reaktionen auf schwierige Lebensverhältnisse handle, wel
che für sich allein keine invalidisierenden Gesundheitsbeeinträchtigungen bilde
ten, oder ob eine eigenständige psychiatrische Erkrankung vorliege. Das Gutach
ten von
Dr.
B._
erfülle nicht die Anforderungen an eine beweiskräftige medizini
sche Grundlage. Auch der Beweiswert des Gutachtens von
Dr.
A._
erscheine fraglich
(
Urk.
10
/176 S.
26
Ziff.
11.4).
Das Bundesverwaltungs
gericht kam zum Schluss,
dass es i
m Ergebnis unklar
sei
, welche psychischen, pulmonalen und kardiologischen Beeinträchtigungen vorlä
gen und wie sich diese in Wechselwirkung mit der somatoformen Schmerzstörung auf die Leistungsfähigkeit auswirken würden. Da es sich vorliegend um einen komplexen Fall mit multiplen psychischen und physischen Beeinträchtigungen handle, sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine interdisziplinäre Ab
klärung und Beurteilung durch entsprechende Fachärzte unabdingbar. Eine iso
lierte Betrachtung von somatischen und psychischen Befunden und deren Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei aus beweisrecht
licher Sicht ungenügend
(
Urk.
8/176 S. 27
Ziff.
11.5
).
D
ie Vorinstanz
habe
unt
er Berücksichtigung der vom Bundesgericht einge
leiteten Praxisänderung zur Beurteilung de
r Leistungsfähig
keit bei somato
formen Schmerzstörungen ein polydisz
iplinäres Gutachten in den Fach
disziplinen Pneumologie, Kardiologie sowie Psychi
atrie und Psychotherapie einzu
holen und hernach über den Rentenanspruch neu
zu
verfüge
n
(
Urk.
10
/176 S. 27 f
. Ziff. 11.5 und
Ziff.
13).
5.
5.1
Die nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 1
7.
September 2015
eingegangenen Berichte geben über den Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers folgendes Bild:
5.
2
Vom 1
4.
Juli bis
3.
August 2015 befand sich der Beschwerdeführer in der
C._
. Im Austrittsbericht der Ärzte der
C._
vom 2
1.
September 2015 (
Urk.
10/254/5-8
) wurden folgende psychiatrischen Diagno
sen genannt (S. 1 Mitte):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Die Ärzte der
C._
führten aus, der Beschwerdeführer gehe kaum noch aus dem Haus, verbringe den ganzen Tag im Bett oder vor dem Fernseher (S. 1 unten). Im Vordergrund stünden eine starke Anspannung und innere Unruhe, Hoffnungslosigkeit mit Gedankenkreisen und starken Ein- und Durchsch
l
afstö
rungen (S. 3 oben). Sie empfahlen die ambulante Weiterbehandlung und e
ine
Optimierung der antidepressiven Therapie. Eine erneute stationäre Therapie der depressiven Störung erscheine indiziert (S. 4 Mitte).
5.
3
Vom
5.
August bis zum 3
0.
Oktober 2015 war der Beschwerdeführer wiederum in der
C._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht der Ärzte der
C._
vom
2.
Dezember 2015 (
Urk.
10/184/5-8) wurde ausgeführt, hin
sichtlich der Symptomatik habe in den Bereichen Schlaf, Antrieb, Nervosität, An
spannung und Lebensmüdigkeit eine stückweite Verbesserung, jedoch keine Re
mission erreicht werden können (S.
3 Mitte).
5.4
Dem Bericht der Ärzte des
D._
, Pneumologie, vom
1.
März 2016 (Urk.
10/192/
1-3
) sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
-
chronisch
obstruktive
Pneumopathie
GOLD Stadium II, Risikogruppe B
-
gehäufte
Infektexazerbationen
-
aktuell signifikant reversible obstruktive Ventilationsstörung, normale CO-Diffusion
-
Risikofaktor: persistierender Nikotinkonsum
-
lokalisierte
Bronchiektasen
im rechten Unterlappen
mit
Sekretanschoppung
-
koronare Herzkrankheit
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus, wahrscheinlich Typ 2
-
schwere depressive Episoden
Die behandelnden Ärzte führten aus, dass neben der ausgebauten
inhalativen
Therapie ein Rauchstopp sowie eine regelmässige körperliche Aktivität essentiell sei. Beides könne sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen Verfas
sung derzeit nicht vorstellen (S. 3 oben).
5.
5
Das polydisziplinäre Gutachten der Ärzte
des
Y._
vom
2
4.
August 2016 (Urk. 10/215)
basiert
auf einer
allgemein
internistischen,
einer psychiatrischen
,
einer rheumatologischen
, einer kardiologischen
und einer
pneumologischen
Unter
suchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1
unten
). Darin wurden folgende
D
iagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S.
30
Ziff. 5.1
):
-
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
zervikospondylogenes
Syndrom bei leichten bis mässigen degenerati
ven Veränderungen und bei anamnestisch Status nach HWS-Distorsion anlässlich Autounfall 2004
-
thorakospondylogenes
Syndrom bei leichter Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
-
lumbospondylogenes
Syndrom bei leichten degenerativen LWS-Veränderungen
-
Impingement
-Syndrom linke Schulter
-
Verdacht auf
Sulcus
ulnaris
Syndrom beidseits
-
koronare Herzkrankheit/Koronarsklerose
-
Asthma bronchiale
-
sacculäre
Bronchiektasen
und Verdichtung im rechten
posterobasalen
Lungenunterlappen
-
Immunglobulin-Subklasse 4-Mangel
Zudem wurden
unter anderem
folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit genannt (S. 30
Ziff.
5.2):
-
rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
-
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung
-
Störung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch
-
Verdacht auf Hepatopathie (Differentialdiagnose: medikamentös-to
xisch)
Anlässlich der Exploration habe der Beschwerdeführer weitgehend therapieresis
tente konstante generalisierte Rückenschmerzen mit Ausstrahlung gegen beide Schultern, gegen die Flanken und gegen das Becken, zudem intermittierend auf
tretende Handgelenkschmerzen, eine allgemeine Angespanntheit, Unruhe, Ängste, einen Reizhusten mit Atemnot bereits beim Gehen in der Ebene und eine konstant vorhandene Müdigkeit geklagt (S. 31 oben).
Der psychiatrische Gutachter führte aus, dass
der Beschwerdeführer freundlich und angepasst gewesen sei und die gestellten Fragen ausführlich beantwortet habe. Er habe durchwegs schwer geatmet und ein Giemen gezeigt. Er habe vor allem somatische Beschwerden mit diffusen, ausgeweiteten Schmerzen im Bewe
gungsapparat und Atembeschwerden angegeben (S. 16 unten).
B
eim Beschwer
deführer
bestehe
diagnostisch eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch verminderte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlaf
störungen, verminderten Appetit
und negative Zukunftsperspektiven. Es sei im Verlauf auch zur Verschlechterung der depressiven Symptomatik mit Klinikbe
handlung und teilstationärer Behandlung gekommen. Die somatischen Beschwer
den
liessen sich mit somatischen Befunden nicht hinreichend objektivieren. Di
agnostisch handle es sich um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Es bestünden deutliche psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren
, auch mit lebensgeschichtlichen Belastungen. Der Beschwerdeführer betreibe einen regel
mässigen Alkoholkonsum, rauche Zigaretten und es bestehe eine Analgetika
-
, aber auch Benzodiazepin- und
Hypnotikamedikation
, wodurch die Symptomatik verschlechtert werden könne. Diagnostisch handle es sich um einen schädlichen Substanzgebrauch
(S. 19 unten).
Das alkoholspezifische CDT sei nicht patholo
gisch erhöht gewesen, was gegen einen chronischen
Äthylismus
spreche (S. 17 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe in allen Tätigkeiten, die auch somatisch angepasst seien, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 20 unten).
Aus Sicht des Bewegungsapparates sei dem Beschwerdeführer eine leicht bis
mäs
siggradig
eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
, insbesondere des Achsenske
letts,
zu attestieren, so dass körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr, körperlich mittelschwere Tätigkeiten nur mit einer Einschränkung von 50 % zumutbar seien, wogegen in einer körperlich l
e
ichten Tätigkeit mit nur leichter Rückenbelastung eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe.
Bei der Untersuchung des Bewegungsappara
tes habe eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden imponiert
(S. 31 Mitte).
Aus kardiologischer Sicht weise der Beschwerdeführer eine koronare Herzkrank
heit bei normaler Pumpfunktion auf.
In der
Fahrradergometrie
sei der Beschwer
deführer mit Erreichen von 33 % der Soll-Leistung schlecht leistungsfähig gewe
sen.
Aus kardiologischer Sicht seien körperlich schwere und mittelschwere Tätig
keiten momentan nicht zumutbar. Hingegen bestehe in einer körperlich nicht o
der leicht belastenden Tätigkeit
eine volle Arbeitsfähigkeit (S.
31 unten).
A
us
pneumologischer
Sicht
wurde ausgeführt, dass anamnestisch seit dem 3
0.
Le
bensjahr ein Asthma bronchiale bestehe. Computertomografisch hätten sich im
Februar 2016 erstmals
sacculäre
Bronchiektasen
im rechten
posterobasalen
Un
terlappen mit Verdacht auf konsolidierende Pneumonie gefunden. Laborchemisch zeige sich zudem ein Immunglobulin-Subklasse 4-Mangel als möglicher Co-Fak
tor für gehäufte
Infektexazerbationen
(S. 29 Mitte). Aus rein
pneumologischer
Sicht
bestehe für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten eine volle Ar
beitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten Tätigkeit bestehe
eine Arbeitsf
ähig
keit von 70 % (S. 31 unten)
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wurde festgehalten,
für die Diskrepanz zwi
schen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierba
ren Befunden sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung verantwortlich. Zudem könnten aktuell eine leichte Episode einer rezidivierenden depressiven Störung und eine Störung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch, gestellt werden, welche sich jedoch nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirken wür
den (S. 31 f.).
Dem
Beschwerdeführer
könne
für sämtliche körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten eine volle Arbeitsunf
ähigkeit attestiert werden
. Hingegen bestehe in einer körperlich
leichten, adaptierten Tätigkeit
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % (S. 33 Mitte). Das
Pensum
könnte vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pau
senbedarf von 10-15
Minuten
pro Stunde und leicht reduziertem Rendement (S. 32 oben).
Schon im Jahr 2002 sei die MEDAS nach Abheilung der
Epicondylitis
von einer baldigen Arbeitsfähigke
it von 75-100 % ausgegangen (S.
33 unten).
Die aktuellen Angaben zur Arbeitsfä
higkeit seien mindestens seit der Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Aus
land vom 1
4.
Februar 2014 anzunehmen (S. 32 oben).
Es handle sich um e
ine Besserung des Zustandes, die
eigentlich schon lange zu erwarten gewesen, jedoch erst im Jahr 2013 überprüft worden sei (S. 34 oben).
5.6
Im Bericht der Ärzte der
E._
, Orthopädie, vom 2
0.
Januar 2017 (
Urk.
10/233/1-2)
wurde erwähnt, dass der Beschwerdeführer bereits im Sit
zen
kurzatmig
sei.
5.7
Die Ärzte des
D._
, Pneumologie, führten im Bericht vom 1
5.
Februar 2017 (
Urk.
10/233/6-8) aus,
der Beschwerdeführer habe anlässlich der aktuellen Verlaufskontrolle zunehmende Belastungsdyspnoe beklagt, so dass er auch All
tagsaktivitäten praktisch nicht mehr bewältigen könne. In einer
Fahrradergometrie
mit
Pulsoxymetriemessung
habe der Beschwerdeführer nur gerade 23 % der Soll-Leistung erreicht; ihm müsse eine sehr schwer eingeschränkte Leistungsfä
higkeit attestiert werden. Die Inhalationstherapie sei weiterzuführen, vordringlich sei die Teilnahme an einer pulmonalen Rehabilitation (S. 2 f.).
5.
8
Die
Ärzte der
E._
, Orthopädie,
nannten im Bericht
vom
9.
Juni 2017 (
Urk.
10/254/1-2
)
unter anderem folgende Diagnosen (S. 1 Mitte)
:
-
AC-
Gelenksarthropathie
sowie
subacromiales
Impingement
Schulter rechts
-
articularseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
, AC-
Arthropathie
,
subacromiales
Impingement
Schulter
links
-
Epicondylitis
humeri
radialis
links
Der Beschwerdeführer habe bezüglich der linken Schulter von den Infiltrationen soweit gut profitiert, auch wenn er nicht komplett beschwerdefrei sei. Seit Anfang Mai habe er nun aber auch Beschwerden in der rechten Schulter (S. 1 unten).
5.
9
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Be
richt vom 2
1.
Juni 2017 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
10/254/3-4
) aus,
dass der Beschwerdeführer seit Juli 2014 alle zwei bis drei Wochen zu ihm in die Praxis komme. Seit Beginn der Therapie habe sich sein Gesundheitszustand betreffend Depressionen und auch Lungenfunktion schritt
weise und deutlich verschlechtert (S. 1). An eine Arbeitstätigkeit sei weiterhin nicht zu denken (S. 2).
6.
6.1
Die ausführliche Expertise der Ärzte
des
Y._
vom
August 2016
erfüllt die Anfor
derungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.
4
). Sie setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gungen auseinander und berücksichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte.
Des Weiteren
konnten im
Y._
-Gutachten die gemäss Urteil des Bundesverwal
tungsgerichts noch offenen Fragen beantwortet werden.
Das
Y._
-Gutachten hat nun gezeigt,
dass eine Lungenerkrankung
vorliegt,
welche
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat. Aus kardiologischer Sicht wurde eine koronare Herzkrank
heit festgestellt, welche sich indessen in einer körperlich nicht oder leicht belas
tenden Tätigkeit nicht a
uf die Arbeitsfähigkeit auswirkt
.
In psychiatrischer Hin
sicht
wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine leichte Episode einer rezidivierenden depressiven Störung
ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
diagnostiziert,
und es wurden psychosoziale Belastungsfaktoren festge
stellt
. Zudem konnte
n
trotz regelmässigem Alkoholkonsum keine Alkoholabhän
gigkeit oder dadurch bedingte Organschädigungen festgestellt werden.
Insgesamt ist das
Y._
-
Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen.
6.2
Soweit in den Berichten der Ärzte der
C._
eine gegenwärtig schwere depressive Episode genannt wurde, wurde im
Y._
-Gutachten festgehal
ten, dies könne
während der Zeit der Klinikbehandlung nachvollzogen werden (nicht aber im ambulanten Rahmen; Urk. 10/215 S. 20 Mitte/unten). Der Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
vom Juni 2017 vermag das
Y._
-Gutachten ebenf
alls nicht in Zweifel zu ziehen.
So nannte
Dr.
B._
keine psychischen Be
funde, stützte seine Einschätzung sowohl auf somatische als auch auf psychiat
rische Diagnosen und begründete die volle Arbeitsunfähigkeit nicht näher.
6.3
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten der Ärzte
des
Y._
vom 2
4.
August 2016
abgestellt werden, wonach beim Beschwerdeführer in einer
körperlich
leich
ten,
angepassten Tätigkeit
seit Februar 2014
eine
7
0%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
7.
7.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Ab
klärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem
Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtser
heblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
7.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Kon
sistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Ge
sundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
7.
3
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
Die
Y._
-Gutachter diagnostizierten eine anhaltende somatoforme Schmerzstö
rung sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, wobei diesen Diagnosen ausdrücklich keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Wirkung beigemessen wurde (
Urk.
10/215 S. 31 f.).
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte des
Y._
sowie die übrigen medizinischen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dementsprechend nicht angezeigt.
7.
4
Hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde wurde
im
Y._
-Gutachten
festgehalten, dass
der Beschwerdeführer unter konstanten Rücken
s
chmerzen leide, deren Intensität auf einer zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) im Untersuchungszeitpunkt
5
betrage
n habe (
Urk.
10/215 S. 10 f.)
.
Des Weiteren bestünden
eine verminderte Freudeempfindungsfähigkeit und negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesund
heitlichen und beruflichen Situation
.
Auch beklage der Beschwerdeführer eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, anfallsartige Ängste und einen verminderten Appetit
(S. 17 oben). Zum Tagesab
lauf gab der Beschwerdeführer an, er stehe zwischen 10
Uhr
und 14 Uhr auf und mache sich Kaffee. Meistens bleibe er zuhause und liege auf dem Sofa, sehe manchmal fern, höre Musik und unternehme zwischendurch kurze Spaziergänge. Die Haushaltsarbeiten erledige er selber, Einkaufen gehe er auch selber. Er koche nur wenig. Er habe fast keine Kollegen mehr. Ab und zu erhalte er Besuch von seinem Sohn, der in Chur wohne. Seine Mutter in der Türkei habe er letztmals vor vier Jahren besucht. Im Januar 2016 habe er seine Kinder in der Südtürkei besucht (
Urk.
10/215 S. 11 unten und S. 16 oben).
Daraus kann indessen nicht ohne weiteres auf eine rechtserhebliche Gesundheits
schädigung beziehungsweise auf einen (bestimmten) funktionellen Schweregrad der Störung geschlossen werden. Vielmehr sind das Beschwerdebild ebenfalls mitprägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen, als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 E. 4.3 mit Verweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298). Diesbe
züglich
wurde im
Y._
-Gutachten festge
halten,
es bestünden deutliche psychoso
ziale und emotionale Belastungsfaktoren, auch mit lebensgeschichtlichen Belas
tungen
(zwei gescheiterte Ehen, Scheitern in der selbständigen Tätigkeit, Abhän
gigkeit vom Sozialamt). Auch die Ärzte der
C._
nannten im Sep
tember 2015 verschiedene Belastungsfaktoren. So die damals in Auflösung be
griffene Wohnsituation, die anstehende Scheidung, die abgelehnte Invalidenrente und die fehlenden Sozialkontakte (
Urk.
10/254/5-8 S. 3 Mitte).
Die
vorliegenden psychosozialen Belastungsfaktoren sprechen gegen das Vorliegen eines Krank
heitsgeschehens, das im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne als schwer zu bezeichnen ist.
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") wurde im
Y._
-
Gutachten ausgeführt, dass
sich der Beschwerdeführer in einer ambulanten psy
chiatrisch-therapeutischen Behandlung befinde, die fortgesetzt werden sollte (
Urk.
10/2
15 S. 18 und S. 33). Der Alkoholkonsum sollte kontrolliert und eine Abstinenz von abhängigkeitserzeugenden Substan
z
en
erreicht werden (
Urk.
10/215 S. 18 unten).
Das chronische panvertebrale Schmerzsyndrom, die Schulterbeschwerden und die koronare Herzkrankheit können wohl nicht als massgebliche somatische Komor
biditäten gelten, zumal sich diese nur insofern auf die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers auswirken, als sie der Ausübung körperlich schwerer und teil
weise mittelschwerer Tätigkeiten entgegenstehen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können nur Beschwerden als Begleiterkrankungen rechtlich re
levant sein, wenn ihnen eine eigenständige, invalidisierende Bedeutung zu
kommt. Ist dies nicht der Fall, werden sie allenfalls im Rahmen der Persönlich
keitsdiagnostik berücksichtigt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
Als massgebliche Komorbidität wirken sich indessen die
pneumologischen
Diagnosen
(Asthma bronchiale,
sacculäre
Bronchiektasen
und Verdichtung im rechten
p
osterobasalen
Lungenunterlappen,
I
mmunglobulin-Subklasse 4-Mangel)
aus.
Betreffend die Kategorien Persönlichkeit und sozialer Kontext ergibt sich aus dem
Gutachten
, dass
keine deutlich auffälligen Persönlichkeitszüge bestünden (Urk.
10/215 S. 14 unten).
Der Beschwerdeführer habe wenige Kontakte und lebe nicht völlig sozial isoliert. Er besuche seine Kinder in der Türkei und habe Kon
takte zu seinem in Chur wohnenden erwachsenen Sohn. Auch nehme er eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung wahr (
Urk.
10/215 S. 18 Mitte).
7.5
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Zu den Einschränkungen des Aktivi
tätsniveaus ist
festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer
keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht und gemäss seinen Angaben kaum mehr Kollegen habe
.
Aus der Schilderung der Tages- und Freizeitgestaltung geht hervor, dass sich der Be
schwerdeführer selbst um den Haushalt kümmert, die Einkäufe tätigt und gele
gentlich kocht.
Zudem ist es ihm möglich, trotz subjektiv starker Beschwerden mit dem Flugzeug in die Türkei zu reisen.
Im Gutachten wurde
eine
deutlich aus
geprägte
Krankheits
- und Behinderungsüberzeugung
erwähnt
(
Urk.
10/215 S. 18 unten). Die
Gutachter
hielten
fest,
die
Selbsteinschätzung
des Beschwerdeführers, nicht mehr arbeiten zu können, könne mit objektiv
erhebbaren
psychiatrischen Befunden nicht begründet werden (
Urk.
10/215 S. 20 Mitte).
Medizinisch nicht
begründbare Selbsteinschätzungen und –
limitierungen
können indessen nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anerkannt werden (BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
7.
6
Vor diesem Hintergrund ist eine aus der anhaltenden somatoformen Schmerzstö
rung
sowie der rezidivierenden depressiven Störung
resultierende invalidenversi
cherungsrechtlich massgebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht über
wiegend wahrscheinlich.
Damit bleibt es bei der 30%igen
Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit aus
pneumologischer
Sicht. Gestützt auf das
Y._
-Gutachten ist von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten,
körperlich leichten Tätigkeit
auszugehen.
Insgesamt ist im Vergleich zur
Rentenzusprache
per Februar 2001 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Somit liegt ein Revi
sionsgrund vor.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
8.
8.1
Vorliegend ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer - sowohl aus kardiologi
scher Sicht als auch aus
pneumologischer
Sicht - nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar sind.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass
die
bis
herige
Tätigkeit als Kebab-Stand-Betreiber als körperlich leichte Tätigkeit quali
fiziert werden kann.
Dies
vermag jedoch nicht zu überzeugen
,
zumal für den Be
trieb eines Kebab-Standes unter anderem Getränke,
schwere Fleisch-Spiesse
und
weitere Zutaten
herbeigeschafft
und Putzarbeiten ausgeführt
werden müssen. So
mit rechtfertigt es sich vorliegend nicht,
den Invaliditätsgrad mittels Prozentver
gleich zu ermitteln
und es ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen
.
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222). Vorliegend ist der Rentenanspruch ab
Juni 2014 zu prü
fen
(
rentenaufhebende Verfügung vom 1
4.
April 2014, vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
.
a IVV).
8.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
8.3
Der Beschwerdeführer betrieb
von 1992 bis 1995
einen Kebab-Stand
in Uster, war im Jahr 1996 in einer Verpackungsfirma tätig und eröffnete anschliessend einen Kebab-Stand in Chur (vg
l.
Urk.
10/13 S. 5 oben/Mitte), welchen er im
Jahr 2002
aufgeben m
usste
(vgl.
Urk.
10/
99 S. 4 oben
)
. Schliesslich
war
er
ab Dezember 2002
als Pizzakurier tätig (vgl.
Urk.
10/5).
Vor diesem Hintergrund
erscheint es gerechtfertigt
,
das
V
alideneinkommen
ge
stützt
auf die Lohnstrukturerhebung 2014
zu berechnen
. Demnach betrug der im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von Männern im Kompetenzniveau 1 er
zielte Lohn im Jahr 2014
Fr.
5’312.-- pro Monat (LSE 2014, Tabelle TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1), was bei einer durchschnittlichen Wochenarbeits
zeit von 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Er
werb, Gesundheits- und Sozialwesen)
ein Einkommen von
Fr.
66'453.12 im Jahr ergibt (
Fr.
5'312.-- : 40 x 41.7 x 12).
8.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl.
2014
, N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
8.5
Vorliegend ist z
ur Berechnung des Invalideneinkommens
ebenfalls
auf die Lohn
strukturerhebung 2014
abzustellen
.
Ausgehend von einem Einkommen von
Fr.
66'453.12
(vgl. vorstehende E. 8.3) und
a
ngepasst an das zumutbare Pensum von
7
0
%
resultiert somit ein Einkommen von
Fr.
46
’
517
.
18
(66'453.12 x 0.
7
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Es liegen triftige Gründe vor, das Ermessen der IV-Stelle bei der Beu
r
teilung des Tabellenlohnabzugs zu ersetzen (BGE 137 V 7
1
E
.
5.2 und 126 V 7
5
E.
6).
V
or
liegend wurde die reduzierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % aus
pneumologischer
Sicht attestiert und mit einem erhöhten Pausenbedarf (10-15 Minuten pro Stunde) sowie einem leicht reduzierten Rendement begründet (vgl.
Urk.
10/215 S. 31 f.). Der Beschwerdeführer verfügt nicht über eine abgeschlos
sene Berufsausbildung (
Urk.
10/215 S. 30 unten) und übte vor Eintritt des Ge
sundheitsschadens vorwiegend körperlich schwerere Tätigkeiten aus. So war er in einer Textilfabrik, einer Spinnerei und einer Garage tätig und betrieb schliesslich einen Kebab-Stand (vgl.
Urk.
10/215 S. 31 oben). Aktuell ist dem Beschwerde
führer – der auch im Sitzen eine schwere Atmung und ein Giemen zeigt (vgl.
Urk.
10/215 S. 16 unten) - nur noch eine körperlich leichte Tätigkeit mit auch nur leichter Rückenbelastung, vorwiegend in sitzender Position, zumutbar. Aus
geschlossen sind Tätigkeiten in der Kälte oder in staubiger oder feuchter Umge
bung, an gefährlichen Maschinen, in sturzgefährdender Höhe oder mit der Not
wendigkeit des berufsmässigen Führens eines Fahrzeuges (vgl.
Urk.
10/215 S. 14 oben und S. 24 unten). Vorliegend rechtfertigt es sich, den
gesundheitsbedingten körperlichen Limitierungen der Leistungsfähigkeit Rechnung
zu tragen. Diese
sind zusätzlich zu der infolge des erhöhten Pausenbedarfs um 30 % einge
schränkten Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_480/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 3, 8C_319/2017 vom
6.
September 2017 E.
3.3.2.1 sowie 9C_302/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 3.5). So wird sich der Beschwer
deführer angesichts seiner gesundheitlichen Verfassung mit den genannten kör
perlichen Einschränkungen
– insbesondere angesichts der schweren Atmung und des Giemens, welche in der Bewerbungssituation offensichtlich zutage treten -
mit
überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit mit einem geringeren Lohn zu begnügen haben als voll leistungsfähige und entsprechend einsetzbare Arbeitnehmer
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2017 vom 1
6.
März 2018 E. 5). Angesichts der vorliegenden Umstände erscheint
ein Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
als
an
gemessen
. Damit ergibt sich ein
Invalideneinkommen von rund Fr. 39'539.60
(
Fr.
46
’
517
.
18
x 0.85).
8.6
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
66'453.12
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
39'539.60
beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
26'913.52
, was einem In
validitätsgrad von
40.50
%
entspricht. Entsprechend hat der Beschwerdeführer ab
dem
1.
Juni 2014 Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Dies führt zur teilweisen Gut
heissung der Beschwerde.
9.
9.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 9
00.-- fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Proze
ssentschädigung auszurichten (§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘200
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.