Decision ID: 9847d7b6-eda8-43fc-9b79-ff220d31565a
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:
1. 1.1. Der Beschwerdeführer beanzeigte C. mit Eingabe vom 16. Juni 2021 bei der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg wegen Veruntreuung und Betrugs. Er habe mit C. am 7. April 2021 mündlich einen Darlehensvertrag über Fr. 265'000.00 zwecks Erwerbs einer bestimmten Immobilie  und ihm gleichentags eine entsprechende Summe überwiesen. Am 11. Mai 2021 habe ihn C. über die Annullierung des Immobilienkaufvertrags informiert. Am 22. Mai 2021 habe C. eine schriftliche Schuldanerkennung betreffend die Darlehenssumme unterzeichnet und sich zur Rückerstattung bis zum 31. Mai 2021 verpflichtet. Dieser Verpflichtung sei C. aber nicht nachgekommen. Nachträglich habe sich herausgestellt, dass über C.  im September 2020 der Privatkonkurs eröffnet und im November 2020 mangels Aktiven eingestellt worden sei.
1.2. In einem Nachtrag zur Strafanzeige (Eingabe vom 30. Juni 2021) führte der Beschwerdeführer aus, dass C. am 24. Juni 2021 ausgesagt habe, vom Darlehensbetrag (Fr. 265'000.00) Fr. 45'000.00 zur Rückbezahlung eines Darlehens an seinen Vater (den Beschuldigten) verwendet zu haben.  diesem sei eine genauere Prüfung des Straftatbestands der  (Art. 305bis StGB) angezeigt.
1.3. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg ersuchte am 24. Februar 2022 die Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden um Übernahme des den Beschuldigten betreffenden Verfahrens wegen Geldwäscherei (Art. 305bis StGB). Dieses Ersuchen wurde von der Staatsanwaltschaft  Ausserrhoden mit Schreiben vom 2. März 2022 abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg ersuchte daraufhin am 7. März 2022 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, den Gerichtsstand mit dem leitenden Staatsanwalt des Kantons Appenzell Ausserrhoden zu klären, woraufhin die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau mit Schreiben vom 10. März 2022 die Staatsanwaltschaft Appenzell  ersuchte, dem Übernahmeersuchen der Staatsanwaltschaft -Laufenburg stattzugeben. Auch dieses Ersuchen wurde von der Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden (mit Schreiben vom 14. März 2022) abgelehnt, woraufhin die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons  mit Verfügung vom 22. März 2022 "die vorliegende " der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg zur Erledigung .
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2. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg verfügte am 14. April 2022 die Nichtanhandnahme der den Beschuldigten betreffenden Strafsache wegen Geldwäscherei (Art. 305bis StGB). Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigte diese Nichtanhandnahmeverfügung am 19. April 2022.
3. 3.1. Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 25. April 2022  Nichtanhandnahmeverfügung mit Eingabe vom 4. Mai 2022 . Dabei stellte er folgende Anträge:
" 1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. April 2022  und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner an die zuständigen  zu überweisen;
2. Eventualiter ist die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die  Sachverhaltselemente von Amtes wegen vorab zu erheben.
3. Subeventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. April 2022 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, eine Strafuntersuchung an die Hand zu nehmen und durchzuführen;
4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien auf die Staatskasse zu ;
5. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für dessen Aufwendungen für das Beschwerdeverfahren eine angemessene Entschädigung (zzgl. MWST) zu bezahlen."
3.2. Die Verfahrensleiterin der Beschwerdekammer in Strafsachen des  forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Mai 2022 auf, der Obergerichtskasse innert 10 Tagen ab (am 17. Mai 2022 erfolgter) Zustellung dieser Verfügung für allfällige Kosten eine Sicherheit von Fr. 1'000.00 zu leisten, was dieser am 23. Mai 2022 tat.
3.3. Der Beschuldigte führte mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2022 aus, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreite und auf die begründete Nichtanhandnahmeverfügung verweise.
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3.4. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg beantragte mit  vom 2. Juni 2022 die Abweisung der Beschwerde unter .

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1. Die Strafbehörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten einen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter (Art. 39 Abs. 1 StPO). Erscheinen mehrere Strafbehörden als örtlich zuständig, so informieren sich die beteiligten Staatsanwaltschaften unverzüglich über die  Elemente des Falles und bemühen sich um eine möglichst rasche Einigung (Art. 39 Abs. 2 StPO). Können sich die Strafverfolgungsbehörden verschiedener Kantone über den Gerichtsstand nicht einigen, so  die Staatsanwaltschaft des Kantons, der zuerst mit der Sache befasst war, die Frage unverzüglich, in jedem Fall vor der Anklageerhebung, dem Bundesstrafgericht zum Entscheid (Art. 40 Abs. 2 StPO).
Will eine Partei die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten  anfechten, so hat sie dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an die zuständige Strafbehörde zu beantragen (Art. 41 Abs. 1 StPO).
Gegen die von den beteiligten Staatsanwaltschaften getroffene  über den Gerichtsstand (Art. 39 Abs. 2 StPO) können sich die  innert 10 Tagen bei der nach Art. 40 StPO zum Entscheid über den Gerichtsstand zuständigen Behörde beschweren. Haben die  einen abweichenden Gerichtsstand vereinbart (Art. 38 Abs. 1 StPO), so steht diese Beschwerdemöglichkeit nur jener Partei offen, deren Antrag nach Art. 41 Abs. 1 StPO abgewiesen worden ist (Art. 41 Abs. 2 StPO).
1.2. Den Akten ist zu entnehmen, dass die örtliche Zuständigkeit zwischen der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg und der  des Kantons Aargau auf der einen und der Staatsanwaltschaft -Ausserrhoden auf der anderen Seite strittig war. Mit Verfügung vom 22. März 2022 wies die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau zwar nicht die Strafsache an sich der Staatsanwaltschaft Rheinfelden- zur Erledigung zu, sondern einzig – unter Bezugnahme auf § 3 Abs. 3 EG StPO und eine "telefonische Absprache" – "die vorliegende ". Weil die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg in der Folge aber eine Nichtanhandnahmeverfügung (und damit einen Entscheid in der Sache) erliess und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau
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diese genehmigte, ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg und die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons  sich dem Standpunkt der Staatsanwaltschaft Appenzell-Ausserrhoden implizit anschlossen, zumal die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons  die Sache auch nicht zur Klärung der Zuständigkeit dem  zutrug, weshalb de facto von einer stattgefundenen Einigung i.S.v. Art. 39 Abs. 2 StPO bzw. Art. 41 Abs. 2 StPO auszugehen ist.
Die Gründe für diese Einigung bleiben aber völlig im Dunkeln, weil das stattgefundene Zuständigkeitsverfahren eben nur de facto abgeschlossen wurde und nicht, wie es hier geboten gewesen wäre, mit einer  in Form einer Verfügung, die mit einer  gemäss Art. 41 Abs. 2 StPO zu versehen (vgl. hierzu ERICH KUHN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N 16 zu Art. 39 StPO; vgl. exemplarisch Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2020.27 vom 3. September 2020, Sachverhalt lit. G und E. 1.4) und selbstredend auch zu begründen gewesen wäre. Die unbegründete, nicht mit einer Rechtsmittelbelehrung versehene, dem Beschwerdeführer soweit ersichtlich gar nicht zugestellte und auch inhaltlich unklar formulierte  der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 22. März 2022 erfüllt die Anforderungen an einen Einigungsentscheid i.S.v. Art. 39 Abs. 2 StPO bzw. Art. 41 Abs. 2 StPO nicht. Eine Begründung für ihre  gab die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg auch  in der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung noch – trotz  Vorbringen des Beschwerdeführers mit Beschwerde – mit  ab.
1.3. Der Beschwerdeführer bestritt mit Beschwerde gegen die  die örtliche Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft -Laufenburg und stellte den Antrag, die Staatsanwaltschaft -Laufenburg sei nach Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung , die Strafsache den örtlich zuständigen  am Wohnsitz des Beschuldigten (in Q.) zu überweisen (Antrag Ziff 1; Rz 6) oder (eventualiter) die "zuständigkeitsrelevanten Sachverhalts- von Amtes wegen vorab zu ermitteln" (Antrag Ziff. 2; Rz 7). Dabei handelt es sich der Sache nach um einen Antrag i.S.v. Art. 41 Abs. 2 StPO gegen den de facto Einigungsentscheid der am stattgefundenen  beteiligten Staatsanwaltschaften. Dass der  diesen Antrag bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des  stellte, ist ohne Weiteres einzig darauf zurückzuführen, dass das durchgeführte Zuständigkeitsverfahren von den beteiligten  nur de facto, nicht aber formell korrekt erledigt wurde, was aber nichts daran ändert, dass es nicht an der Beschwerdekammer in  des Obergerichts ist, hierüber zu entscheiden, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
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2. 2.1. Steht damit aber noch nicht einmal fest, ob die Staatsanwaltschaft -Laufenburg zum Erlass der Nichtanhandnahmeverfügung  zuständig war, kann diese selbstredend auch nicht geschützt werden, sondern ist sie – auch weil sie letztlich einzig aufgrund einer in diesem Beschwerdeverfahren (mangels Zuständigkeit der  in Strafsachen des Obergerichts) nicht heilbaren  in Bezug auf die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft  zustande kam – in (teilweiser) Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und ist die Strafsache zum formell korrekten Abschluss – was zunächst einen formell korrekten Abschluss des stattgefundenen  voraussetzt – an die Staatsanwaltschaft  zurückzuweisen.
2.2. Für weitere Anordnungen besteht keine begründete Veranlassung,  die Beschwerde, soweit solche beantragt wurden, abzuweisen ist,  darauf einzutreten ist.
3. 3.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO).
3.2. Der Beschwerdeführer machte einen zeitlichen Aufwand von 9.83 Stunden geltend, den er – bei einem Stundenansatz von Fr. 350.00 – mit insgesamt Fr. 3'441.75 in Rechnung stellte. Dieser Entschädigungsanspruch ist, weil es im Anwendungsbereich von Art. 428 Abs. 4 StPO nicht auf das  ankommt, sondern auf das in Art. 417 StPO statuierte  (vgl. hierzu THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N 25 zu Art. 428 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_534/2018 vom 4. April 2019 E. 3.4), gegen den Staat gerichtet.
Was den geltend gemachten zeitlichen Aufwand anbelangt, lässt sich der eingereichten Kostennote entnehmen, dass für das Verfassen der 11- Beschwerde 7.75 (4.00 + 2.17 + 1.00 + 0.58) Stunden und (im ) für Kontakte mit der Klientschaft 2.08 (9.83 - 7.75) Stunden  wurden, was – auch in Berücksichtigung des Aktenumfangs – noch angemessen erscheint. Dieser zeitliche Aufwand ist jedoch nicht mit dem geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 350.00 zu entschädigen,  gestützt auf § 9 Abs. 2bis Satz 1 AnwT nach dem Regelstundenansatz von Fr. 220.00, womit der Beschwerdeführer – in zusätzlicher  einer Auslagenpauschale von 3 % des eigentlichen Honorars sowie
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der Mehrwertsteuer von 7.7 % (§ 9 Abs. 2bis Satz 2 AnwT) für das  mit Fr. 2'399.00 zu entschädigen ist.
3.3. Dem Beschuldigten sind keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden.