Decision ID: fcabd0b6-4aad-4c5b-83c9-57892f1c3ca5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, ist verheiratet und Mutter von vier in den Jahren 1993, 1995 und 1997 (Zwillinge) geborenen Kindern.
Sie verfügt über eine in
ihr
e
m
Herkunftsland
abgeschlossene Ausbildung als
Alten
pflegerin (Urk.
6/13
)
.
Mit Verfügung vom
1
2.
Juni 2006 (
Urk.
6/63) sprach
die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten für die Zeit vom
1. Fe
bruar
bis zum 3
0.
November
2005 bei einem Invaliditätsgrad von 66 % eine
Drei
viertelsrente
und a
b 1.
Dezember
2005
bei einem Invaliditätsgrad von 76 % eine ganze Invalidenrente zu.
M
it Verfügung vom 17. Dezember 2010 (Urk. 6/94)
hob die IV-Stelle
bei einem Invaliditätsgrad von
nurmehr
26 %
die Rente
auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
auf (
Urk.
6/94)
.
2
.
Mit Schreiben vom 4. November 2012 (Urk. 6/103, 6/107) meldete sich die Versi
cherte erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an.
Nachdem die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 25. Januar 2013 (Urk. 6/
110
) in Aussicht
ge
stellt
hatte
, auf ihre Neuanmel
dung nicht einzutreten, erhob diese am 21. Februar 2013 (Urk. 6/111) und 9. April 2013 (Urk. 6/115) Einwände und reichte neue medizinische Akten (Urk. 6/114, 6/133-135) ein. Die IV-Stelle
zog
einen Auszug aus dem Individu
ellen Konto (Urk. 6/131)
bei
,
und holte
ein am 16. September 2013 (Urk. 6/124) erstattetes polydisziplinäres Gutachten (Fachdisziplinen: Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Rheumatologie und Urologie), sowie einen Haushaltsabklärungsbericht vom 19. März 2015 (Urk. 6/136) ein. Mit
Vorbe
scheid
vom 19. März 2015 (Urk. 6/140) stellte die IV
Stelle die Verneinung des Rentenanspruchs auf der Grundlage eines
Invalidi
täts
grads
von 22 % in Aus
sicht.
Nachdem die Versicherte dagegen mit Schreiben vom 30. April 2015 (Urk. 6/144) Einwände erhoben hatte, entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Mai 2015 (Urk. 6/147 = Urk. 2) wie angekündigt.
3
.
Mit Beschwerde vom 18. Juni 2015 (Urk. 1) beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung der
Verfügung vom 18. Mai 2015
sowie die
Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer Invalidenrente.
Mit
Beschwerdeantwort vom 12. August 2015 (Urk. 5) beantragte die
Beschwer
de
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin erstattete am 13. November 2013 (Urk. 11) die Replik und die Beschwerdegegnerin am 18. Dezember 2015 (Urk. 14) die Duplik.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in der angefochtenen Verfügung vom 18. Mai 2015
,
gestützt auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 11. März 2014 (Urk. 6/136)
,
von
einer
gegenüber früher
unveränderten Qualifikation der Beschwerdeführerin mit Anteilen von Erwerbstätigkeit und Tätigkeit im Aufga
benbereich Haushalt von je 50 %
aus. Bei
einer Einschränkung im Aufgaben
bereich von 27,75 %
berechnete sie
eine
n
Teilinvaliditätsgrad von 14 %
. Auf der Grundlage der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter der
Y._
vom 16. September 2013
(Urk. 6/124)
bestimmte sie
im
Erwerbs
bereich
unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges
von 10 % einen
Teilinva
liditätsgrad
von 8 %. Bei einem Invaliditätsgrad von
total
22 %
total
verneinte sie
einen
Rentenanspruch
(Urk. 2)
.
1
.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sie im hypotheti
schen Gesundheitsfall aufgrund des Alters der Kinder und nicht zuletzt aus wirt
schaftlicher Notwendigkeit einer
Erwerbstätigkeit in einem Vollzeitpensum nachgehen würde.
Anstelle des von der Beschwerdegegnerin gewählten
Vali
deneinkommens
sei von einem solchen von Fr. 62‘122.-- auszuge
hen. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 62 %.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
3.
Nachdem die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetreten
ist
und das Leistungsbegehren ab
ge
wies
en hat
,
hat das
Gericht
einzig den materielle
n
Entscheid über den Rentenanspruch zu überprüfen
,
nicht jedoch, ob die Beschwerdegegnerin zurecht auf die Neuanmeldung eingetreten ist
(
BGE
109 V 108 E. 2b
)
.
Da die Beschwerdeführerin bis zu
r
mit Verfügung vom 17. Dezember 2010 erfolgten Aufhebung
der Re
n
te
per Ende Januar 2011 bereits wegen den gleichen Beschwerden eine
solche
bezog
en hatte
, hat sie die einjährige Warte
zeit
gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG nicht neu zu erfüllen (Art. 29
bis
IVV
). Damit ist aufgrund der Neuanmeldung im November 2012 (Urk. 6/103, 6/107) in Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG, wonach ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgen kann, von einem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. Mai 2013 auszugehen (
BGE 142 V 547
E. 3.2 f.)
und die Rentenberechnung per dieses Datum zu überprüfen
.
4.
4.1
Es stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin im hypothetischen
Gesund
heitsfall
, wie von der Beschwerdegegnerin angenommen, als sowohl im Erwerbsbereich als auch im Aufgabenbereich Haushalt tätig zu betrachten ist, oder ob
die
Ansicht
der Beschwerdeführerin
zutrifft, wonach sie vollzeitig einer Erwerbstätigkeit nachginge. Ist der Ansicht der Beschwerdegegnerin zu folgen, so
wäre
die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung anwendbar.
4.2
Zunächst ist zu prüfen,
ob die
Beschwerdeführerin
aufgrund der knappen finanzi
ellen Mittel im Gesundheitsfall zu einer Erwerbstätigkeit in einem Pen
sum von 100
%
gezwungen
wäre.
Gemäss d
em Bericht über die am 11. März 2014 durchgeführte
Haushaltsabklä
rung
(Urk. 6/136
)
hatten d
ie beiden ältesten Töchter
zu diesem Zeitpunkt
ihre B
erufsausbildung begonnen und erh
ielten damit
entsprechend
einen
Lehrlings
lohn
. Gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin sollten sie mit diesem zwar
mehrheitlich für
ihre eigenen Ausgaben aufkommen
,
m
u
ssten
jedoch
keinen
Beitrag an die gemeinsamen Haushaltskosten leisten
.
Die
se
Tatsache
kann
ein
zig dahingehend
verstanden werden
, dass
die
Ausgaben der Familie
bereits
durch
das Einkommen de
s
Ehemannes
gedeckt waren.
Dieser Umstand wurde denn
auch
entsprechend von
der Beschwerdeführerin
zu Protokoll gegeben, indem sie dieses Einkommen als knapp genügend für das Auskommen der Familie bezeichnete
(Urk. 6/136/4)
.
Damit lässt sich entgegen der von der
Beschwerdeführerin
vertretenen Ansicht
im hypothetischen Gesundheitsfall
allein
aus finanziellen Gesichtspunkten keine Notwendigkeit für eine Erwerbs
tätigkeit in einem 50 % übersteigenden Pensum
begründen
.
Gleichwohl ist mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die Begrün
dung der Beschwerdegegnerin für die Annahme einer Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 50 %
ebenfalls
nicht zu überzeugen vermag.
Dies nicht zuletzt deshalb, da
offenbar
auch Überlegungen betreffend nicht erfolgte Bemühungen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in die Beurteilung
mit
eingeflossen sind
(vgl. Urk. 6/136/5)
.
Dies
betr
i
ff
t
jedoch d
ie Verhältnisse, wie
sie
sich nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens präsentierten
, und
ist
entsprechend für das ohne Behinderung mutmasslich
angestrebte Arbeitspensum
nicht zu berücksichtigen
. In
Würdigung
sämtlicher Umstände erscheint die Annahme der
Beschwerdegeg
nerin
, wonach die Beschwerdeführer
in
im hypothetischen Gesundheitsfall ledig
lich in einem Pensum von 50
%
eine Erwerbstätigkeit
ausüben
würde,
als nicht realistisch, da ihre vier Kinder
einerseits
keiner elterlichen Betreuung mehr bedürfen
,
und von ihnen andererseits auch im Gesundheitsfall zu erwarten wäre,
dass sie zumindest
ihre Zimmer in Ordnung halten
würden
.
Immerhin ist zu b
erücksichtig
en,
dass die Beschwerdeführer
in
einen Sechspersonenhaushalt führen würde
und
die restlichen Familienmitglieder allesamt einer vollzeiti
gen Erwerbstätigkeit nachgehen
respektive eine Berufsausbildung absolvieren wür
den.
Was die bisherigen effektiv ausgeübten Erwerbstätigkeiten betrifft, hat die Beschwerdeführerin
gemäss der erstmaligen Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
seit Juli 1994
bis Ende September 1994 als
Casserolière
gearbeitet. Danach war sie hauptsächlich als Hausfrau tätig. Am 1
5.
März 1993
war
das erste Kind zur Welt
gekommen
(
Urk.
6/9/5). Am 2
4.
Mai 1994 erfolgte die definitive Einreise in die Schweiz (
Urk.
6/1/1;
Urk.
6/9/1). Am
4.
Juli 1995 gebar die Beschwerdeführerin die zweite Tochter (
Urk.
6/9/7), wobei sie vom Vortag der Geburt an bis zum
1.
August 1995 in der Frauenklinik des
Z._
stationär behandelt wurde (
Urk.
6/1/3). Den Tag der Geburt der zweiten Tochter bezeichnete sie als Anfangszeitpunkt ihrer Behin
derung.
Offensichtlich in der Absicht, nebst ihrer Betätigung im Haushalt und in der Kinderbetreuung noch eine Arbeitstätigkeit auszuüben,
beantragte sie am 1
2.
September 1996 die
Gewährung von Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/1/2, 4+5). Am
7.
Mai 1997 kamen schliesslich
ihre
Zwillinge, ein Sohn und eine Tochter, zur Welt (
Urk.
6/14/2;
Urk.
6/15/2+3;
Urk.
6/136/5). Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto vom
9.
Oktober 2003 hatte die Beschwerdeführerin im ganzen Jahr 1994
Fr.
6‘951.
-
- Erwerbseinkommen erzielt, 2002
Fr.
7‘566.
-
- (
Urk.
6/17 1+2) und 2005
Fr.
11‘312.-
-
(
Urk.
6/66/1).
Im Rahmen des im März 2009 eingeleiteten Revisionsverfahrens erfolgte am 1. März 2010 eine Haushaltsabklärung (
Urk.
6/78). Damals waren die vier Kin
der der Beschwerdeführerin zwischen 3 und 7 Jahre alt, das heisst im
Klein
kindalter
oder erst seit kurzem im Vorschulalter respektive schulpflichtig. Aus dem Bericht ergibt sich ferner, dass die Versicherte ab 2005 keinen Arbeitsver
such mehr unternommen hatte. 2011 bezog sie Arbeitslosenentschädigung (IK
Auszug vom 1
8.
Februar 2014;
Urk.
6/131). In Ziffer 2.5 des
Abklärungs
berichts
hielt die Abklärungsperson fest, da die Kinder immer noch viel Betreuung benötigten, würde die Versicherte bei Gesundheit in einem Pensum von 50 % arbeiten
(
Urk.
6/78/1)
. Der im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung, also am 1
8.
Mai 2015, aktuellste Abklärungsbericht datiert vom 1
9.
März 2015 und gründet auf einer Erhebung vom 1
1.
März 2014 (
Urk.
6/136).
Auch wenn
im hypothetischen Gesundheitsfall
die Arbeit
im H
aushalt
eher
geringer ausfallen würde,
bewohnte
die Familie ein Reihenhaus mit siebenein
halb Zimmern
,
weshalb
die Annahme
der Beschwerdeführerin, dass sie
gar
einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit
nachginge,
nicht
plausibel
ist
. Unter Berücksichti
gung der gesamten Umstände erscheint es
vielmehr
als überwiegend wahr
scheinlich, dass
s
ie in einem Pensum von
maximal
80
% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Damit ist von einer Aufteilung in 80
% Erwerbstätigkeit und 20
% Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt auszugehen.
Zwar lässt sich den vorhanden
en
erwerblichen Akten nicht entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
tatsächlich
jemals während längerer Zeit in einem namhaften Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre (vgl. Urk. 6/4, 6/16, 6/66, 6/131)
,
dies wird jedoch dadurch relativiert, dass für die Zeit vor der Geburt des ersten Kindes im März
1993 einzig ein Eintrag für den Zeitraum zwischen August und Dezember 1992 vorhanden ist, was darauf zurückzuführen ist, dass sie erst kurz zuvor in die Schweiz ein
ge
reist
war
(Urk. 6/75/10, 6/124/28)
und danach die Erziehung und Betreuung der vier Kinder im Vordergrund stand
. Damit
spricht
auch die (nachvollziehbare) Erwerbsbiographie nicht gegen eine
hypothetische
Erwerbs
tät
igkeit in einem Pensum von 80 %.
4.3
Weiter ist zu prüfen, ob in Bezug auf die Statusfrage eine zeitliche Abstufung vorzunehmen ist, oder von einer einheitlichen Betrachtung ab dem 1. Mai 201
3
, dem
frühestmögliche
n
Rentenbeginn
auszugehen ist.
Die
im Mai 1997 gebore
nen
Zwillinge begannen ihre berufliche Ausbildung im Sommer 2014, da der Sohn in der Schule die zweite Klasse
hatte
wiederholen m
ü
sse
n
(Urk. 6/124/86)
und seine Zwillingsschwester ein zehntes Schuljahr absolviert
hatte
(Urk. 6/136/5)
.
Das heisst sie standen im
Zeitpunkt der Haushaltsabklärung rein altersmässig kurz vor
dem Beginn der Berufsausbildung
. Dass sie die
Lehr
stellensuche
ohne Hilfe der Eltern
erfolgreich
gestalteten
(Urk. 6/136/8),
ist als Indiz für ihre Selbständigkeit zu werten.
Hilfestellung bei den Hausaufgaben zu bieten,
stand angesichts des Alters der Zwillinge schon im Mai 2013 nicht mehr im Vordergrund.
Zudem
leiste
te
n
sowohl die älteste Tochter als Fachfrau Gesundheit in Ausbildung
,
als auch der Ehemann der Beschwerdeführerin als Busfahrer
,
im Verfügungszeitpunkt
Schichtarbeit (Urk. 6/136/5). Damit ist davon auszugehen, dass sie - zumindest teilweise - zu anderen Zeiten als die Beschwerdeführerin zu Hause wären
und in dieser Zeit an ihrer Stelle allfällig
e, ausnahmsweise
notwendige Betreuungs- und Unterstützungsaufgaben wahrge
nommen hätten. Damit ist
ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn am 1. Mai 2013
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
in einem Pensum
von 80 %
e
rwerbstätig und in einem
zeitlichen Umfang
von 20 % im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre.
5.
5.1
D
er angefochtenen Verfügung
lagen
verschiedene Berichte behandelnder
Arzt
per
sonen
zugrunde:
Am 28. August 2012 (
Urk. 6/102/10-15) berichtete PD
Dr.
A._
, Facharzt für Urologie, speziell Neurourologie,
und leitender Arzt am
Kontinenzzentrum
der
B._
, über die gleichentags erfolgte Untersuchung. Er stellte dabei eine eingeschränkte Kontrolle der Miktion fest, wobei die Ent
leerung der Harnblase mehrheitlich
unphysiologisch
durch Pressen erfolge und in der Mehrzahl der Fälle wohl vollständig sei. Die Harnspeicherung sei durch eine Verschlussschwäche auf dem Boden eines lockeren
urethralen
Band
apparates
gestört.
Zur Neubeurteilung der Residuen des früher diagnostizierten
Caudasyndroms
empfahl
er
eine Untersuchung durch
die ebenfalls am
Konti
nenzzentrum
B._
tätige
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
In
seinem Fachgebiet stellte er folgende Diagnosen:
gemischte Drang- und Belastungsinkontinenz
Zystoz
ele
Rektozele
Dr.
C._
untersuchte die Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2012 (Urk. 6/102/1-9) und stellte aufgrund einer
Elektromyographie
eine
beidseitige
fortgeschrittene
,
gemischte
,
neurogene und muskuläre Schädigung
des
sphincter
ani
fest
, welche sie als korrelierend zur klinisch hochgradigen Atrophie der Beckenbodenmuskulatur beurteilte. Die sakralen Reflexe seien erloschen und das
Pudendus
-SEP nicht reproduzierbar. Die neurogene Schädigung könne damit auf eine
Pudendus
- und/oder
Caudaschädigung
zurückzuführen sein und sei möglicherweise bereits auf das Jahr 1995 zu datieren. Das dysfunktionale Gangbild sei jedoch weder mit einer
Caudaläsion
noch mit einer zentralen spinalen Schädigung hinreichend zu erklären, so dass eine funktionelle Kompo
nente vermutet werden müsse.
5.2
Die Rheumaklinik des
D._
berichtete der Hausärztin der Beschwerdeführerin, med.
pract
.
E._
,
Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin, am 27. Februar 2013 (Urk. 6/114) über
die
stationäre Behandlung vom 18. Februar bis 1. März 201
3.
Sie diagnostizierte dabei insbesondere ein
residuelles
lumboradikuläre
s
Reizsyndrom S1 links mit senso
motorischem Ausfallsyndrom sowie ein chronisches
zerviko
- und
spon
dylogenes
Schmerzsyndrom.
5.3
Zur Abklärung der gesundheitlichen Einschränkungen gab die
Beschwerde
gegne
rin
in der Folge
eine polydisziplinäre Begutachtung
der Beschwerde
führerin
in Auftrag.
Das entsprechende Gutachten wurde am 16. September 2013 erstattet.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, stellte
i
n Berücksichtigung des Migrationshintergrundes, der mangelnden sprachlichen Integration,
der
Schwierigkeiten bei der beruflichen
Integration und
angesichts
knapper finanzieller Verhältnisse sowie de
r
Arbeitsprobleme des Ehemannes die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, da die Schmerzen somatisch nur ungenügend erklärt
werden könnten. Im Zusammenhang
mit den somatisch ebenfalls nicht ausreichend geklärten Gangstörungen
erhob Dr.
F._
die Diagnose einer
anhaltenden
somatoformen
Schmer
zstö
rung mit dissoziativen Anteilen
.
Es bestehe ein mehrjähriger
chronifizierter
und undu
lierender Verlauf; die Beschwerdeführerin sei vorübergehend schwer depressiv gewesen, aktuell lasse sich eine depressive Verstimmung aber nicht nachweisen.
Zwischenmenschlich sei erwähnenswert, dass die Beschwerdeführerin in befriedigen
dem Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie, ihrer Kernfamilie, zum
Halb
onkel
mütterlicherseits
,
sowie Onkeln des Ehemannes stehe
. Ein sozialer Rück
zug in allen Belangen des Lebens habe nicht stattgefunden. Da nur drei Sitzun
gen bei einer Psychiaterin stattgefunden hätten, könne
psychiatrischerseits
auch nicht von einer Therapieresistenz gesprochen werden. Im Gegenteil scheine sie eher von der integrativ
-
psychia
trischen Behandlung profitieren zu können
(Urk. 6/124/34-36)
.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, hielt fest
, dass übereinstimmend mit der Aktenlage von einer
residuellen
Reiz- und Ausfallsymptomatik S1-S4 mit partiellen sensomotorischen Funktionsdefiziten und neurogener
Blasen
funktionsstörung
auszugehen sei. Zudem
bestehe
ein
zervikogenes
und
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen, im Bereich der Halswirbelsäule
,
jedoch ohne Nachweis einer
Kompromittierung
neuraler Strukturen. Neben den vorhandenen organischen Residuen mit resultierender Beeinträchtigung auch der Gehfähigkeit bestehe darüber hinaus auch eine funktionelle Überlagerung (Urk. 6/124/42 f.)
.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Rheumatologie, stellte in seinem Teilgutachten fest, dass die anlässlich der klinischen Untersuchung erhobenen Befunde gut mit dem rheumatologischen Teilgutachten aus dem Jahr 2009, sowie dem
Aus
trittsbericht
der Rheumaklinik des
D._
vom 27. Februar 2013, korrelierten. Es
bestünden
weiterhin ausgeprägte funktionelle Defizite mit
Bewegungsein
schränkungen
und
Gegeninnervationen
, die somatisch nicht erklärbar
,
und beim Beobachten der Spontanbewegungen auch nicht mehr vorhanden
,
seien. Zusätzlich fänden sich Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, welche zuzu
nehmen schienen und möglicherweise für die angegebene Zunahme der Beschwerden verantwortlich seien
(Urk. 6/124/50)
.
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Urologie, beurteilte die bestehende Inkontinenz mit einem Verbrauch von drei bis vier Einlagen pro Tag als gering. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Dranginkontinenz, welche sie zu einem unmittelbaren Aufsuchen der Toilette zwinge, sei
urodynamisch
nicht durch eine Kontraktion des Blasenmuskels objektivierbar. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit um 5 % ergebe sich daher, da die Arbeit periodisch zum Aufsu
chen der Toilette unterbrochen werden müsse (Urk. 6/124/53 f.)
In der Kontextbeurteilung massen die Gutachter den Diagnosen eines chroni
schen lumbalen
und zervikalen Schmerzsyndroms
,
sowie dem Status nach
sub
urethraler
Bandsuspension vom 22. April 2013
,
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. Hingegen beurteilten sie die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung mit dissoziativen Anteilen (ICD-10: F45.4), beginnender Fingergelenksarthrosen, einer Zystozele, einer
Rektozele
sowie eines Status nach
Sectio
caesarea
bei Zwillingen 1997
,
beziehungsweise nach Hepatit
i
s B
,
als die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkend.
D
ie
Belastungsinkon
tinenz
mit häufig erforderlichem
Gang zur Toilette sei ebenfalls zu berücksich
tigen
, da diese auf einer organischen Basis ausgewiesen sei und gehäufte Unter
brechungen einer hypothetischen Tätigkeit erfordere
. Die motorischen Funktionseinschränkungen seien zwar funktionell überlagert, hätten aber auch eine organische Teilursache. Infolge der
residuellen
Schädigung S1 bis S4 bestehe eine objektive Gehbehinderung bei instabiler Hüfte. Diese mehrfachen
,
orga
nisch bedingten Einschränkungen führten auch in einer angepassten Tätigkeit zu einer Verlangsamung und Leistungsminderung, welche mit einer Arbeitsun
fähigkeit von 40 % gemäss dem Vorgutachten nicht ausreichend berücksichtigt
worden
seien. Aus neurologischer Sich
t
ergebe sich eine Ein
schränkung von 50 %, welche ab August 2012 zu berücksichtigen sei. Aus rheumatologischer Sicht seien keine relevanten Befunde erhoben worden, welche die Arbeitsfähig
keit
beeinflussten. Die urologische Beurteilung hätte sodann keine neuen Aspekte ergeben, welche nicht schon im neurologischen Teilgutachten berück
sichtigt seien. Die Gutachter erachteten in Überein
stimmung mit dem
Vorgut
achten
aus dem Jahr 2009 die zuletzt verrichtete Tätigkeit im Reinigungsdienst aufgrund der deutlich verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts
,
ebenso
wie andere körperlich mittelschwere oder schwere Tätig
keiten,
als nicht mehr zumutbar
. In einer körperlich leichten, wechsel
belasten
den
und mehrheitlich sitzend ausgeübten Tätigkeit ohne repetitive
Überkopfarbeiten bestehe ab August 2012 eine erhöhte Arbeitsunfähigkeit von 50 %. In Übereinstimmung mit der Vorbeurteilung könne der
Einschränkungs
grad
im Haushalt weiterhin im Bereich von 40 bis 50 % festgelegt werden.
5.4
Mit inhaltlich identischen Schreiben vom 4. Juni 2014 (Urk. 6/133), sowie vom 19. November 2014 (Urk. 6/135) informierte
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Psychia
trie und Psychotherapie, die Beschwerdegegnerin darüber, dass die Beschwerdeführerin seit dem 14. Juni 2013 wegen einer
chronischen mittel
schweren bis schweren Depression mit Polymorbidität bei ihr in Behandlung stehe.
Im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens berichtete
Dr.
J._
am 21. Oktober 2015 (Urk. 12/9) davon, dass sie die Beschwerdeführerin weiterhin in ihrer Muttersprache fachärztlich behandle. Wegen der schweren körperlichen Behin
derung und der psychischen Problematik bestehe in der freien Wirtschaft eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Seit dem letzten Bericht vom Mai 2015 habe sich der Gesundheitszustand stark verschlechtert. Sie sei
urininkontinent
, wofür sie sich schäme. Dass sie von Schmerzen geplagt werde, sei am Gesichtsaus
druck, der Körperhaltung und der Sprechweise erkennbar. Im Sommer dieses Jahres sei ihre Mutter gestorben, was sie sehr mitgenommen habe. Im Gespräch vom 21. August 2015 sei sie in tiefer Trauer mit Tränenausbrüchen gewesen
.
Aktuell sei die Trauerreaktion ein bisschen milder, die Depression,
Urininkonti
nenz
sowie Rücken- und Beinschmerzen
seien dies
jedoch nicht.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 18. Mai 2015 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf das
Y._
-Gutachten vom 16. September 2013 ab.
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
,
sowie nach Einsicht in die Akten
,
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelan
gen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/
bb
). Aufgabe des begutachtenden Mediziners ist es dabei, den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen. Wenn nötig sind seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, mit den Mitteln fachge
rechter ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen (BGE 140 V 193 E. 3.2). Denn die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens setzt grundsätzlich eine fachgerechte, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (BGE 130 V 396 E. 6, 136 V 279 E. 3.2.1; Urteil des Bun
desgerichts 9C_636/2013 vom 25.
Februar 2014 E. 4.2.1 mit Hin
weisen). Sodann hat der Gutachter oder die Gutachterin eine beschreibende und damit begründete Erklärung der Einschränkungen im Alltag und im Erwerbsbereich der versi
cherten Person abzugeben, welche die gestellte Diagnose mit sich bringt und damit eine begründete Schätzung der Arbeitsfähigkeit
vorzu
nehmen
. Diese Grundlagen sind wichtig für die in der Folge durch das Gericht vorzunehmende Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen (BGE 140 V 193 E. 3.2).
Diesen Anforderungen wird das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten gerecht: Es wurde in Zusammenarbeit versicherungsexterner Fachärzte in ihren jeweiligen Fachgebieten auf der Grundlage persönlicher Untersuchungen sowie in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstellt. Unter Erörterung der erhobenen Befunde gelangten sie nachvollziehbar begründet zum Ergebnis, dass aufgrund neurolo
gischer Einschränkungen sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im
Reinigungs
dienst
, als auch jede andere körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit nicht mehr zumutbar sind und in optimal leidensangepassten Tätigkeiten eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Unter Verweis auf die
Vorakten
führten sie aus, dass diese Einschätzung seit August 2012 Gültigkeit habe. Es
sind keine Indizien ersichtlich, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen.
Auf das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 16. September 2013 (Urk. 6/124) kann damit abgestellt werden, sofern
die Ausführungen des psychia
trischen Gutachters eine Beurteilung der Auswirkung der diagnostizier
ten anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung mit dissoziativen Anteilen auf die Arbeitsfähigkeit
anhand
der durch BGE 141 V 281 neu etablierten
Standar
d
indikatoren
erlaubt.
6.2
In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ sind für den Komplex „Gesund-
heitsschädigung
“ die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der
Behand
lungs
- und Eingliederungserfolg und die
Komorbiditäten
zu ermitteln (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1-E. 4.3.1.3). Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass auf der einen Seite ein Teil des Schmerzbildes bereits durch die körperlichen Leiden im Bereich von Nacken und Rücken (Urk. 6/124/55) erklärt werden kann
.
Damit sind die Befunde einer
somatoformen
Schmerzstörung nicht sehr ausgeprägt.
D
ie Beschwerdeführerin
verzichtete
trotz dringender Indikation und entspre
chender Aufklärung durch die Arztpersonen des
D._
anlässlich des stationären Aufenthalts im Frühjahr 2013
(Urk. 6/114/3)
auf eine
psychosomatische
Reha
bilitation
sbehandlung
.
Die
Frequenz der ambulanten
psychiatrische
n
Behand
lung
lässt sich aufgrund der Berichte von
Dr.
J._
(Urk. 6/133, 6/135, 12/9) nicht zuverlässig beurteilen
, jedenfalls wird trotz Diagnose einer mittelschweren bis schweren Depression nicht von einer stationären Behandlung (Urk. 6/133, 6/135) berichtet
.
Die medizinische Behandlung erfolgt damit nicht mit letzter Konsequenz.
Zudem demonstrierte die Beschwerdeführerin eine deutliche Krankheitsüberzeugung, indem sie
sich
in keiner Weise
mehr
für
arbeitsfähig
hielt
(Urk. 6/124/21, 6/124/66 und 6/124/81)
. Damit ist es wahrscheinlich, dass für den mang
elnden Eingliede
rungserfolg auch krankheitsfremde Gründ
e ver
antwortlich waren.
Komorbi
ditäten
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind in somatischer Hinsicht
in Form eines Wirbelsäulen- sowie Inkontinenzleidens
vorhanden
.
Bei der Prüfung der Kategorie „Konsistenz" so
dann (Vergleich der
Aktivitäts
n
iveaus
der verschiedenen Lebensbereiche und Leidensdruck; BGE 141 V 281 E.
4.4) ist darauf hinzuweisen, dass
es der Beschwerdeführerin weiterhin möglich ist, im Haushalt organisatorische und körperlich leichte Tätigkeiten auszuüben
und mit dem Bus kleinere Besorgungen zu machen (Urk. 6/124/26)
. Zudem liest sie Zeitungen, vor allem solche in albanischer Sprache und geht manchmal spazieren (
Urk.
6/124/89). Soweit sie in der Replik vom 13.
No
vember 2015 (
Urk.
11, S. 4) ausführt, dass im psychiatrischen
Teilgut
achten
beschrieben werde, dass sie sich eher zurückgezogen habe, so handelt es sich dabei um die Wiedergabe der Anamnese.
Demgegenüber
hielt der psych
ia
trische
Gutachter
gegenwartsbezogen
explizit fest, dass kein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens stattgefunden habe (
Urk.
6/124/35).
Überdies ist den medizinischen Akten nicht zu entnehmen, dass ihr vor dem Krankheitseintritt verfolgte Inte
ressen oder ausgeübte Aktivitäten durch den Krankheitseintritt verunmöglich
t
worden wären. Bei diesen
G
egebenheiten kann nicht von einer Schmerzstörung erheblichen funktionellen Schweregrades gesprochen werden. Insbesondere ihre Fähigkeit, mit einer gewissen Unterstützung durch
die Familie bei körperlich anstrengenderen Arbeiten,
den Haushalt zu führen, spricht
da
für auch einer Erwerbstätigkeit gemäss dem gutachtlichen Belastungsprofil nach
g
ehen
zu können
. Dies gilt umso mehr, als aufgrund der
bisher nicht
in Anspruch genommenen
Schmerztherapieoptionen
lediglich von einem geringen
Leidens
druck
auszugehen ist.
In sozialer Hinsicht ist von einer guten ehelichen Beziehung auszugehen (
Urk.
6/124/93). Auch die Beziehung zu den Kindern scheint gut zu sein,
helfen
diese doch im Haushalt mit und wohnen alle noch bei den Eltern. Die familiären Beziehungen zur - in
zwischen verstorbenen (
Urk.
12/8
) - Mutter und zum Bru
der, bei dem diese wohnhaft war, zu einem in Zug wohnhaften Halbonkel ihrer Mutter
,
sowie zu zwei in der Schweiz lebenden Brüdern
ihres Ehemannes
, wur
den von der Beschwerdeführerin als gut beschrieben (
Urk.
6/124/84).
Nachdem in den Akten Angabe
n
darüber fehl
en
,
dass sie
Tätigkeiten und Aktivitäten
seit
Ausbruch der Krankheit nicht mehr nachgehen kann,
ist nicht auf
ein
en sozia
len
Rückzug
zu schliessen
. Vielmehr ist davon auszugehen, dass das
Aktivitäts
niveau
bereits vor Eintritt der Krankheitsfolgen nicht sehr hoch war. Damit besteht
auch
keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen.
Wohl bestehen bei der Beschwerdeführerin somatische
Komorbiditäten
, denen eine invalidisierende
Wirkung
zukommt,
deren Auswirkungen
wurden jedoch nicht konsequent therapeutisch angegangen; vielmehr beschränkte sich die Inanspruchnahme von Therapieoptionen
im somatischen Bereich
in letzter Zeit
auf das Gebiet der Urologie. In Verbindung mit den vorhandenen
Familien
strukturen
und dem nur bedingt eingeschränkten
Aktivitäts
niveau spricht
dies
dafür, dass insgesamt
die
Auswirkungen der Schmerzproblematik
nicht unüberwindbar sind
.
Zusammengefasst lässt sich somit die Beurteilung von
Dr.
F._
, die anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus, auch anhand der neuen Indi
katoren der Rechtsprechung stützen.
6.3
Da für die Beurteilung der Sache in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich derjenige Sachverhalt massgeblich ist, wie er sich bis zum Erlass der streitigen Verfügung
am 18. Mai 2015 verwirklicht hat (vgl. BGE 134 V 392 E. 6),
und die
Y._
-Gutachter in ihrer Beurteilung mit den
jenigen in den
Vorakten
übereinstimm
ten,
stellt sich
schliesslich noch
die Frage, ob
die
zwischen der Begutachtung im Jahr 2013 und dem Verfügungserlass
neu erstellten ärztlichen Berichte auf eine Veränderung des medizinischen Sachverhalts schliessen lassen.
In den
inhaltlich identischen Schreiben vom 4. Juni 2014 (Urk. 6/133) beziehungsweise 19. November 2014 (Urk. 6/135)
stellte
Dr.
J._
ohne Begründung die Diagnose einer chronischen mittels
chweren bis schweren Depression
. Im Bericht vom 21. Oktober 2015 (Urk. 12/9) stellte sie nunmehr die Diagnose einer chronischen schweren
Depression. Sie nahm dabei einerseits auf die Urininkontinenz Bezug und andererseits auf die grosse Trauer der Beschwerdeführerin über den Tod der Mutter im Sommer 201
5.
Damit kann festgehalten werden
, dass in den Berichten von Dr.
J._
keine
rein gesundheit
lich bedingten
Aspekte genannt werden, welche im
Y._
-Gutachten keine Berücksichtigung fanden.
Die Beschwerdeführerin reichte zudem im Beschwerdeverfahren verschiedene Berichte der Arztpersonen des
Kontinenzzentrums
der
B._
ein
(Urk. 12/1-8)
.
Aus diesen geht hervor, dass sich die urologische Situation trotz einer weiteren Operation am 11. April 2014 (Urk. 12/3) nicht massgeblich ver
ändert hat (Urk. 12/2, S. 1). Im Ergebnis kann damit
in Bezug auf die Arbeitsfä
higkeit
auf das
Y._
-Gutachten vom 16. September 2013 (Urk. 6/124) abge
stellt werden
und es ist in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Reinigungsbereich von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen, in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %.
6.4
Während die
Y._
-Gutachter die krankheitsbedingte Einschränkung im Auf
ga
benbereich Haushalt auf zwischen 40 und 50 % schätzten
,
wurde diese von der Abklärungsperson anlässlich der Abklärung vor Ort auf 27,75 % fest
gelegt (Urk. 6/136/9). Diese Differenz erklärt sich dadurch, dass
den beiden Ein
schätzungen
je
eine andere Betrachtungsweise zugrunde liegt: Aufgabe der
Y._
-Gutachter war es, aus der medizinischen Warte zu beurteilen, welche Haushaltstätigkeiten der Beschwerdeführerin krankheitsbedingt nicht mehr zumut
bar sind.
Die
Abklärungsperson
berücksichtigte
demgegenüber zusätzlich
, welche
Arbeiten, die
der Beschwerdeführerin nicht mehr
zumutbar sind,
zumut
barerweise
von den Haus
genossen
übernommen werden können
.
Nachdem den im gleichen Haushalt lebenden Familienmitgliedern
tatsächlich
eine
Mitwir
kungspflicht
zumutbar ist, wie aufgezeigt worden ist
, und damit
diese unter
schiedlichen Einschätzungen der Einschränkung
erklärt werden kö
nn
en
,
ist in Bezug auf die Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt in Übereinstimmung mit
der Abklärungsperson von einer Einschränkung von 27,75 % auszugehen.
In Berücksichtigung der (hypothetischen) Aufteilung in
8
0 %
Erwerbstätigkeit und 20 % Tätigkeit im Haushaltsbereich, ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von 5,6 % im Aufgabenbereich.
7.
7.1
In Bezug auf die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin gehen beide Parteien davon aus, dass sowohl das Ein
kom
men, welches die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall erzielen würde
(
Valideneinkommen
)
, als auch dasjenige Einkommen,
dessen Erzielung
ihr
unter Berücksichtigung des invalidisierenden Gesundheitsschadens noch zumutbar ist (Invalideneinkommen), auf der Grundlage
von
Tabellen
löhne
n
gemäss der Lohnstrukturerhebung
2012 (nachfolgend: LSE 2012)
des Bundesamts für Statistik
(nachfolgend: BFS)
zu bestimmen ist. Dies ist nicht zu beanstanden:
D
ie Beschwerdeführerin
übte
zuletzt im Jahr
2005
(Urk. 6/131/1)
eine Erwerbstätigkeit im Umfang weniger Stunden pro Woche aus, und aus den Akten
ergibt sich
auch
für die Zeit davor
keine Beschäftigung in einem nam
haften Teilzeitpensum während
längerer Dauer.
7.2
In Bezug auf das
Valideneinkommen
ging die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung von
einem Tabellenlohn von Fr. 4‘443.-- (LSE 2012, TA1, Ziff. 96, Kompetenzniveau 3) aus. Diese Tabelle bezieht sich einzig auf den pri
vaten Sektor, wobei
das
Kompetenzniveau 3 komplexe praktische Tätigkeiten umfasst, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen.
Es ist
jedoch
nicht ersichtlich, wieso Tätigkeiten im öffentlichen Sektor nicht berück
sichtigt werden sollten. Zudem
wurde
dieser Tabellenlohn als statistisch unsi
cher
gekennzeichnet
. Schliesslich ist auch nicht nachvollziehbar, inwiefern die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Raumpflege ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen sollte,
wobei
die Beschwerdeführerin
jedenfalls
über keine Ausbildung in diesem Tätigkeitsbereich
verfügt
.
Die Beschwerdeführerin geht hingegen davon aus, dass sich der
Validenlohn
auf Fr. 4
‘
965.-- belaufe (LSE 2012, TA1_b
, o
hne Kaderfunktion, Frauen). Da das Bundesgericht festgehalten hat, dass die TA1_
b-Tabellen, für die
Invaliditäts
bemessung
nicht verwendet werden dürfen (BGE 142 V 178 E. 2.5.7), kann auch dieser Ansicht nicht gefolgt werden.
Aufgrund der zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
,
und der Tatsache, dass die Beschwer
deführerin nie in ihrem ursprünglich im Herkunftsland erlernten Beruf tätig war, ist davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin einer
Reinigungstätigkeit nachgehen würde. Da
keine Gründe dafür ersichtlich sind, weshalb eine Tätigkeit der Beschwerdeführerin im öffentlichen Sektor ausge
schlossen sein sollte,
ist
der
Validenlohn
auf der Grundlage einer sowohl den privaten, als auch den öffentlichen Sektor berücksichtigenden Tabelle zu bestimmen.
Die Reinigungstätigkeit ist der Kategorie „Sonstige persönliche Dienstleistungen“ zuzuordnen (LSE 2012, T1_skill_level,
Ziff.
96). Die Frage, ob die Beschwerdeführerin
dem
Kompetenzniveau 1
oder - wegen der im hypothe
tischen Gesundheitsfall langjährigen Berufserfahrung -
dem
Kompetenzniveau 2
zu
zuordnen wäre, braucht nicht geklärt zu werden, da der monatliche Brutto
lohn in beiden Fällen Fr. 3‘610.-- beträgt.
Weil ferner das Validen- und das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE 2012 zu berechnen sind, können die für beide Einkommensarten identischen Faktoren der
Nominallohnentwicklung und der
betriebsübli
che
n
Arbeitszeit
ausser Acht gelassen werden
. Damit ergibt sich
bei einem Pensum von
8
0 %
für das Jahr 2013
im Gesundheitsfall
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
2‘888.--.
7
.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
in
grundsätzlicher
Über
einstim
mung mit den Parteien auf den Wert Total, Kompetenzniveau 1,
Frauen,
abzustellen. Jedoch ist wiederum die Tabelle T1_skill_level anwendbar, welche auch den öffentlichen Sektor
berücksichtigt. Damit ist von einem
Tabel
lenlohn
von Fr. 4‘228.-- auszugehen und
ergibt sich für das
Jahr 2013
ein
Invaliden
einkommen
von (0,5 x 4‘228.-- =)
Fr.
2‘114.--.
Die
Y._
-Gutachter definierten das Anforderungsprofil an eine
leidensange
passte
Stelle wie folgt: Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, die mehrheitlich sitzend ausgeübt
wird
und keine repetitiven Überkopfarbeiten beinhaltet (Urk. 6/124/60). Zudem ist der durch das Inkontinenzleiden begrün
deten Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin die Möglich
keit haben muss, ihre Arbeit zum Aufsuchen einer Toilette zu unterbrechen (Urk. 6/124/54). Vor diesem Hintergrund ist die Berücksichtigung eines
leidens
bedingten
Abzuges von 10 % durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstan
den.
Damit steht einem
Valideneinkommen
von Fr.
2
‘
888
.
--
ein Invalideneinkommen von Fr. 1
‘
9
02
.
60
(0,9 x Fr. 2‘
114
.
--
) gegenüber. Im erwerblichen Bereich resul
tiert damit eine Einschränkung von 34,1 %. In Berücksichtigung der Aufteilung in 80
%
Erwerbstätigkeit und 20 % Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von 27,3 %
(0,8 x 34,1 %)
im
Erwerbsbe
reich
.
Aus der Addition der Teilinvaliditätsgrade von 27,3 % im Erwerbsbereich und 5,6 % im Aufgabenbereich resultiert ein rentenausschlies
sender Invaliditätsgrad
von 33
%
(vgl. BGE
130 V 121 E. 3.2
)
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung
als rechtens
, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kos
tenpauschale von Fr. 8
00.-- als ange
messen.
Weil die Beschwerde abzuweisen ist,
sind die Kosten d
er
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen
und es ist ihr zufolge Unterliegens keine Parteientschädigung zuzusprechen.