Decision ID: 127f6c96-3125-4fba-b9e6-9f9bd8d02bc1
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 11. August 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie gab an, unter
Arthrosen, Magenbeschwerden sowie Depressionen zu leiden (IV-act. 1).
A.b Gemäss einem Frühinterventions(FI)-Gesprächsprotokoll vom 25. August 2009
stellte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, die
Diagnosen einer Angsterkrankung, einer degenerativen Veränderung der Fingergelenke
und Schulterproblematik sowie des Zustands nach einem Autounfall mit Verstärkung
der Schulter-Nacken-Beschwerden sowie der Ängste (IV-act 10). Am 29. August 2009
ergänzte er das Protokoll schriftlich in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
und gab an, diese sei trotz der aufgrund der Fingerarthrosen bestehenden
Einschränkungen bei Putzarbeiten weiterhin noch als Raumpflegerin tätig. In einer
leichten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 24-1 f.). Dem
unterzeichneten Protokoll legte er weitere Arztberichte bei.
A.c Die Versicherte war aus rheumatologischer Sicht am 30. Dezember 2008 von
Dr. med. C._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, untersucht worden. Diese
hatte als relevante fachliche Diagnose ein protrahiertes Zervikobrachialsyndrom links
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angegeben. Sie hatte ausgeführt, dass die Beschwerden im Anschluss an einen
Autounfall vom 17. Oktober 2008 aufgetreten seien, wobei die seit dem Unfall wieder
verstärkt aufgetretene psychische Problematik nicht unwesentlich zum protrahierten
Heilungsverlauf und der Muskelverspannung beigetragen haben dürfte. Eine Arbeitsun
fähigkeit aus rheumatologischer Sicht bestehe nicht (IV-act. 24-11 ff.). Dr. med. D._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem die Versicherte in ambulanter Be
handlung war, hatte am 14. Januar 2009 gegenüber dem Hausarzt ausgeführt, dass
aufgrund der Anamnese von einer langjährigen Angststörung, insbesondere mit Merk
malen einer Agoraphobie, und dem wiederholten Auftreten von Panikattacken auszu
gehen sei. Weiter sei als Komorbidität das Auftreten von zumindest zwei depressiven
Episoden anzuführen. Durch den Autounfall im Oktober 2008 und die aktuell sozial
schwierige Situation dürfte es zu einer übermässigen psychischen Belastung und zum
neuerlichen Auftreten verstärkter Angst- und Depressionssymptome gekommen sein.
Aktuell könne nebst der Panikstörung mit Agoraphobie und spezifischen Phobien eine
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert werden (IV-act. 24-6). Am 30. April
2009 hatte Dr. E._, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, bezüglich der
Handbeschwerden festgehalten, dass die Versicherte durch Schmerzen vor allem in
den Mittelfingern beidseits in ihrer Tätigkeit als Reinigungsfrau beeinträchtigt werde.
Ursache der Schmerzen seien aktivierte Heberden-Arthrosen und weniger ausgeprägt
auch Bouchard-Arthrosen (IV-act. 24-3 f.).
A.d Am 31. August 2009 erstattete Dr. D._ der IV-Stelle einen Arztbericht. Er
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (seit ca. 04/05 2009), eine seit vielen Jahren bestehende Panikstörung mit
Agoraphobie sowie eine psychosoziale Belastungssituation. In der bisherigen Tätigkeit
als Reinigungsfrau bestehe eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit seit Behandlungsbeginn
bei ihm am 16. Juni 2009 und bis auf Weiteres (IV-act. 20).
A.e Gemäss den Arbeitgeberberichten war die Versicherte als Reinigungsfrau bei
drei verschiedenen Stellen tätig, namentlich im Haushalt und Geschäft von F._ seit 1.
September 2004 mit einem Pensum von ca. 12 Stunden pro Woche (IV-act. 23), im
Büro G._ seit 1. November 2006 für 2,5 bis 3 Stunden pro Woche (IV-act. 19) sowie
stundenweise bei der H._ AG seit 1. Januar 2007 (IV-act. 25). Alle drei Arbeitsverhält
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nisse waren ungekündigt. Im Gesamten ergab sich gemäss eigenen Angaben der Ver
sicherten ein Arbeitspensum von 45% (IV-act. 1-6 f.).
A.f In seinem Arztbericht vom 14. Dezember 2009 gab Dr. E._ ein Schulter-Arm-
Schmerzsyndrom links sowie Heberden- und Bouchard-Arthrosen als Diagnosen an.
Letztere seien seit Februar 2009 vermehrt aufgetreten und führten bei der Tätigkeit als
Reinigungsfrau zu einer schmerzhaften Kraftverminderung in beiden Händen. Eine
Arbeitsunfähigkeit ergebe sich dadurch aber nicht und die Tätigkeit sei im bisherigen
Rahmen weiterhin zumutbar (IV-act. 32).
A.g Am 19. März 2010 erfolgte eine Haushaltabklärung vor Ort. Gemäss dem Bericht
der zuständigen Abklärungsverantwortlichen vom 15. April 2010 gab die Versicherte
an, dass sie ihre Tätigkeit als Reinigungsfrau mit einem bisherigen Pensum von 45%
seit 2 Wochen aus gesundheitlichen Gründen habe reduzieren müssen. Ohne
Behinderung müsste sie aus finanziellen Gründen sicher mit einem Pensum von 65%
arbeiten. Der Ehemann, von dem sie seit einem Jahr getrennt lebe, sei arbeitslos und
sie wisse nicht, wie lange sie die monatliche Unterhaltszahlung von Fr. 2'000.-- noch
erhalten werde. In 1 - 2 Jahren würde sie ihr Pensum aufstocken, da die Kinder dann
älter seien. Gemäss ihrer Stellungnahme hielt die Abklärungsverantwortliche die
Angabe der Versicherten einer 65%-igen Erwerbstätigkeit im hypothetischen
Gesundheitsfall für nachvollziehbar und befürwortete die Einstufung in 65% Erwerb
und 35% Haushalt. Aus dem Ergebnis der Haushaltabklärung resultierte eine
Einschränkung von insgesamt 9,9%, was unter Berücksichtigung eines 35%-igen
Haushaltanteils einem Teilinvaliditätsgrad von rund 3,5% entsprach (IV-act. 58).
A.h Auf Veranlassung des IV-internen Regional Ärztlichen Dienstes (vgl.
Stellungnahme des RAD vom 6. Januar 2010, IV-act. 36) wurde die Versicherte am 22.
März 2010 bidisziplinär von Dr. med. I._, Rheumatologie und Innere Medizin FMH,
und Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht und begutachtet.
Gemäss dem entsprechenden Gutachten vom 3. Juni 2010 stellten die Gutachter
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Periathropathia Schulter links,
Fingerpolyarthrosen, intermittierendes thorakolumbales Schmerzsyndrom sowie rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem
Syndrom. In ihrer Beurteilung führten die beiden Gutachter an, aus rheumatologischer
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Sicht sei eine bis zu mittelschwere Putztätigkeit, wie die Haushaltführung, bezogen auf
ein 100%-iges Pensum in einem zumindest 60%-igen Umfang zumutbar. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine rund 60%-ige Arbeitsfähigkeit. Bidisziplinär sei somit von
einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit als Reinigungsfrau (mit einem den Schulter- und Hand
beschwerden angepasssten Tätigkeitsprofil) sowie in Verweistätigkeiten ab Datum der
Begutachtung auszugehen (IV-act. 59). Mit einer Stellungnahme vom 30. Juni 2010
hielt der RAD fest, auf das Gutachten könne abgestellt werden, es seien jedoch noch
Rückfragen an die Gutachter zu richten. Insbesondere ging es um die Diskrepanz
zwischen der anlässlich der Haushaltabklärung festgestellten Einschränkung im
Haushalt von 9,9% auf der einen Seite und der gutachterlichen Einschätzung einer
40%-igen Arbeitsunfähigkeit andererseits (IV-act. 62). Mit einem Schreiben vom 15. Juli
2010 führte Dr. I._ aus, dass sich eine von psychiatrischer Seite attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 40% in allen Lebensbereichen (Haushalt und Beruf) auswirke,
dies u.a. durch eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Stresstoleranz.
Die Diskrepanz könne durch eine gewisse Dissimulationstendenz der Versicherten
bedingt sein oder an der Erhebungsweise der IV-Stelle liegen. Der psychiatrische
Gutachter Dr. J._ unterzeichnete das Schreiben ebenfalls (IV-act. 63).
A.i Die IV-Stelle nahm eine Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode
vor. Dieser legte sie eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60% und eine Einschränkung
im Haushalt von 9,9% zu Grunde. Es resultierte ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 8,45% (IV-act. 66). Die Abweisung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente wurde der Versicherten mit einem Vorbescheid vom 3. Januar 2011 in
Aussicht gestellt (IV-act. 68). Gegen den Vorbescheid wandte die Versicherte am 17.
Januar 2011 ein, sie würde im hypothetischen Gesundheitsfall aktuell mit einem
Pensum von 85% arbeiten, da die Kinder älter geworden seien. Die Angabe von 65%
habe sie auf den Zeitpunkt der Anmeldung bei der IV-Stelle bezogen. Sie könne
gesundheitsbedingt aktuell und weiterhin nur 14 Stunden pro Woche (ca. 35%)
arbeiten. Zum Haushalt führte sie aus, dass sie zwar in der Lage sei, diverse
Haushalttätigkeiten zu übernehmen, dass sie dafür aber meistens nicht den Willen und
die Kraft aufbringen könne (IV-act. 69).
A.j Am 27. Januar 2011 berichtete med. pract. K._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, er habe als Nachfolger von Dr. D._ die Behandlung der
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Versicherten übernommen. Diese leide aktuell an einer mittelgradigen depressiven
Episode, welche aufgrund des reduzierten Antriebs und der Konzentrationsprobleme
zu einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit (bei der im Bericht zunächst genannten 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit handelte es sich gemäss folgendem Bericht von med. pract.
K._ vom 15. August 2011 um einen Tippfehler, IV-act. 77) in der bisherigen Tätigkeit
als Reinigungsfrau sowie in allen anderen psychisch ähnlich anspruchsvollen Berufen
führe. Die Versicherte habe ihm gegenüber angegeben, sie würde aktuell im
Gesundheitsfall zu 80% arbeiten (IV-act. 70).
A.k Mit Verfügung vom 1. Juli 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten entsprechend dem Vorbescheid ab. Zum Einwand der Versicherten hielt
sie fest, dass unter Berücksichtigung der höheren Zuverlässigkeit einer "Aussage der
1. Stunde" auf die Angabe der Versicherten anlässlich der Haushaltabklärung vom
19. März 2010 abgestellt werde, wonach sie im Gesundheitsfall mit einem Pensum von
65% erwerbstätig wäre. In medizinischer Hinsicht könne an der Einschätzung der Gut
achter vom Juni 2010 festgehalten werden. In Anwendung der gemischten Methode
und unter Annahme einer Einschränkung im Haushalt von 9.9% ergab sich ein IV-Grad
von 8.45% und damit kein Rentenanspruch (IV-act. 74).
B.
B.a Gegen diese Verfügung vom 1. Juli 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 14. August 2011. Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie würde im Gesund
heitsfall aktuell 80 - 90% arbeiten, da die jüngste Tochter nun älter geworden sei. Im
Weiteren sei die Einschränkung im Haushalt höher als die von der IV-Stelle ange
nommenen 9,9%. Viele Haushalttätigkeiten übernehme seit ca. 2 Jahren ihre 19-jährige
Tochter. Es gebe häufig Tage, an denen sie wegen innerer Blockaden nichts machen
könne. Daneben werde sie auch durch die körperlichen Beschwerden beeinträchtigt
(act. G 1).
B.b Gemäss dem Bericht von med. pract. K._ vom 15. August 2011 litt die
Versicherte weiterhin an einer mittelgradigen depressiven Episode. Der Befund habe
sich seit dem letzten Bericht vom 16. März 2011 nicht wesentlich verändert. Die
Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zu 50% eingeschränkt (act. G 2).
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B.c Am 15. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin Arztberichte ihres neuen
Hausarztes, Dr. med. L._, Facharzt für Innere Medizin FMH, sowie des behandelnden
Rheumatologen, Dr. E._, ein (act. G 6). Mit einem Bericht vom 12. September 2011
hatte Dr. L._ bestätigt, dass die Beschwerdeführerin seit November 2010 und bis auf
Weiteres wegen eines chronisch rezidivierenden thorakolumbovertebralen
Schmerzsyndromes sowie eines chronischen Schulter-Arm-Schmerzsyndromes
linksseitig bei ihm in Behandlung sei (act. G 6.1). Am 7. April 2011 hatte Dr. E._ über
den Behandlungsverlauf berichtet und festgehalten, dass das Ausmass der
Bewegungseinschränkung bedingt durch die Schulter-Arm-Schmerzproblematik
gegenüber vor 2 Jahren deutlich regredient sei. Zum Zeitpunkt der Untersuchung Mitte
Februar 2011 seien vor allem die seit Oktober 2010 bestehenden Rückenbeschwerden
im Vordergrund gestanden. Die degenerativen Veränderungen mit einer Chondrose
L3/4 seien als diskret einzustufen. Im Verlauf einer 4-wöchigen medikamentösen
Behandlung sei die Beschwerdeführerin sowohl thorakolumbal als auch von Seiten der
linken Schulter beschwerdearm gewesen (act. G 6.2). Ergänzend hatte Dr. E._ mit
Bericht vom 24. Mai 2011 festgehalten, dass sich unter medikamentöser Behandlung
die Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen weiter zurückgebildet hätten.
Bezüglich der thorakalen Schmerzen habe er mittels chiropraktischer Behandlung eine
Beschwerdebesserung erreicht und empfehle eine Weiterführung dieser Behandlung
(act. G 6.3).
B.d Am 3. Oktober 2011 stellte die Beschwerdegegnerin dem Gutachter Dr. I._ eine
Rückfrage bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten
Tätigkeit aus rein rheumatologischer Sicht (IV-act. 82). Dieser hielt in einem Schreiben
vom 4. Oktober 2011 fest, dass die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der im
Gutachten vom 3. Juni 2010 beschriebenen körperlichen Limitierungen aus
rheumatologischer Sicht zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 83).
B.e Am 13. Oktober 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass die Arbeitsfähigkeit einzig durch die
diagnostizierte mittelgradige depressive Störung eingeschränkt sei, welche
praxisgemäss keine Invalidität im Rechtssinne zu begründen vermöge. In diesem Sinne
könne auch nicht von einer 40%-igen Einschränkung im Haushaltsbereich
ausgegangen werden. Selbst wenn die Diagnose eine Einschränkung im Haushalt
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begründen würde, so wäre für den Umfang der Einschränkung auf den
Haushaltabklärungsbericht der IV-Stelle abzustellen. Selbst unter Annahme einer 40%-
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und im Haushaltsbereich sowie einer im
Gesundheitsfall hypothetischen Erwerbstätigkeit von 80%, würde ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 33% resultieren (act. G 10).
B.f Mit Replik vom 11. Januar 2012 beantragte die Beschwerdeführerin, nunmehr
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, die Aufhebung der
Verfügung vom 1. Juli 2011 und die Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung. Eventualiter beantragte sie die
Zusprache einer halben Invalidenrente ab 1. April 2010. Zur Begründung führte der
Rechtsvertreter zunächst aus, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund der angespannten finanziellen Situation im Gesundheitsfall mit einem Pensum
von 80 - 90% erwerbstätig wäre. Weiter könne nicht auf das bidisziplinäre Gutachten
der Dres. I._ und J._ abgestellt werden, da dieses widersprüchlich, nicht
nachvollziehbar und unvollständig sei. Es treffe entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin nicht zu, dass eine mittelgradige Depression nicht invalidisierend
sei. Die Grundsätze der Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung seien
vorliegend nicht heranzuziehen. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass die
bisherigen Abklärungen genügten, so sei der Beschwerdeführerin gestützt auf die
Einschätzung von med. pract. K._ einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit eine halbe
Rente ab 1. April 2010 zuzusprechen (act. G 16).
B.g Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 18).
B.h Am 5. April 2012 berichtete med. pract. K._ von einer Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes der Beschwerdeführerin in den letzten Wochen. Es sei nun von
einer schwergradigen depressiven Episode auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit habe sich
durch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes reduziert. Die Beschwerde
führerin sei in den letzten Wochen nur selten in ihrer Tätigkeit als Reinigungsfrau
arbeiten gegangen (act. G 19). In seiner diesbezüglichen Stellungnahme vom 17. April
2012 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin fest, es sei aufgrund des
Berichts von med. pract. K._ erstellt, dass die Argumentation der
Beschwerdegegnerin, wonach bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
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eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, aktenwidrig und haltlos sei (act. G 21). Die
Beschwerdegegnerin stellte sich am 8. Juni 2012 auf den Standpunkt, dass für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Verfügungszeitpunkt massgebend und der
erwähnte Arztbericht damit unbeachtlich sei (act. G 23).
B.i Am 16. Oktober 2012 erstattete med. pract. K._ erneut einen Bericht und teilte
mit, dass gegenwärtig wieder von einer mittelgradigen depressiven Episode
auszugehen sei. Der Schweregrad der Depression schwanke zwischen mittel und
schwer. Die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Reinigungsfrau liege aktuell bei 50%.
Die Beschwerdeführerin arbeite auch wieder im Umfang von ca. 12 bis 15 Stunden pro
Woche in dieser Tätigkeit. Die Prognose sei aufgrund der Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung und der aktuell bereits lange andauernden,
vorübergehend schwergradigen, depressiven Episode eher ungünstig. Für eine
stationäre psychiatrische Behandlung sei die Beschwerdeführerin aktuell nicht bereit
(act. G 25). Auf eine Stellungnahme wurde sowohl seitens der Beschwerdeführerin als
auch seitens der Beschwerdegegnerin verzichtet, womit der Schriftenwechsel
abgeschlossen wurde (act. G 26).

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente
der Invalidenversicherung, da nur dieser Gegenstand der angefochtenen Verfügung
vom 1. Juli 2011 darstellt. Sollte die Anspruchsprüfung einen rentenbegründenden
Invaliditätsgrad ergeben, wäre vor einer Rentenzusprache zu prüfen, ob berufliche
Massnahmen vorzunehmen wären (Eingliederung vor Rente).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
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Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der Gesundheits
beeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht zugemutet
werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt gemäss Art. 8
Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, als Invalidität.
Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen Einkommensvergleich er
mittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit, sich
im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt
Art. 28a IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person be
hindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin ist anerkanntermassen als Teilzeiterwerbstätige zu
qualifizieren, weshalb zur Bemessung ihrer Invalidität die gemischte Methode
anzuwenden ist. Umstritten ist hingegen der Umfang der Erwerbstätigkeit bei der im
Rahmen der Invaliditätsbemessung vorgenommenen Aufteilung in Erwerb und
Haushalt.
2.2 Der Umfang der Erwerbstätigkeit einer versicherten Person im hypothetischen
Gesundheitsfall ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Um
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150
E. 2c). Die Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis
zum Erlass der Verfügung entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme
einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht
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übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V
150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April
2006 E. 4.2; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem früheren
Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre
Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl.
Urteil des EVG vom 20. Juni 2003 i.S. A., I 635/02, E. 3.3). Die konkrete Situation und
die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung
zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). Zu beachten ist allerdings, dass die
Frage über den Umfang der Erwerbstätigkeit immer ein solcher über eine Hypothese
bleibt, da sie sich erst stellt, wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung
(schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist.
2.3 Anlässlich der Haushaltabklärung vor Ort am 19. März 2010 hat die
Beschwerdeführerin erklärt, im hypothetischen Gesundheitsfall wäre sie aus finanziellen
Gründen mit einem Pensum von 65% erwerbstätig. Der Ehemann, von welchem sie
seit einem Jahr getrennt lebe, sei arbeitslos und sie wisse nicht, wie lange sie die
monatliche Unterhaltszahlung von Fr. 2'000.-- noch erhalten werde. In 1 - 2 Jahren
würde sie aufgrund des Alters der Kinder ihr Pensum aufstocken (vgl. IV-act. 58-2).
Gemäss dem Haushaltabklärungsbericht hat die Beschwerdeführerin drei Kinder; zwei
Töchter, sowie einen Sohn, welcher gemäss Angabe der Beschwerdeführerin in einem
Heim wohnt und nur am Wochenende zu Hause ist (vgl. IV-act. 58-2). Die
Beschwerdegegnerin hat in der Folge auf die Einstufung in 65% Erwerb und 35%
Haushalt abgestellt und gestützt auf die gemischte Methode einen nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad ermittelt (vgl. IV-act. 66). Gegen den abweisenden
Vorbescheid hat die Beschwerdeführerin am 17. Januar 2011 betreffend ihre
Einstufung eingewendet, dass sie vor eineinhalb Jahren, zum Zeitpunkt der
Anmeldung, im Gesundheitsfall mit einem Pensum von 65 - 70% tätig gewesen wäre.
Tatsächlich hätte sie damals aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nur 19 -
20 Stunden pro Woche arbeiten können. Aktuell wäre sie im Gesundheitsfall mit einem
Pensum von 85% erwerbstätig, da ihr Kind (gemeint ist wohl die jüngste Tochter) älter
geworden sei. Da sie aktuell jedoch immer noch krank sei, könne sie weiterhin nur 14
Stunden pro Woche arbeiten (vgl. IV-act. 69-1). Dem Bericht des behandelnden
Psychiaters med. pract. K._ vom 26. Januar 2011 kann entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin ihm gegenüber gesagt hat, sie würde aktuell gerne zu 80%
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arbeiten gehen, wenn sie gesund wäre. Das Pensum sei höher als vor einem Jahr, weil
ihr jüngstes Kind jetzt älter sei. In ca. zwei Jahren sei das Kind dann so alt, dass sie im
Gesundheitsfall zu 100% arbeiten gehen würde (vgl. IV-act. 70-2). Mit der Beschwerde
vom 14. August 2011 hat die Beschwerdeführerin nochmals betont, sie würde als
Gesunde mit einem Pensum von 80 - 90% arbeiten. Das hypothetische Pensum sei
höher als die anlässlich der Haushaltabklärung angegebenen 65%, da die jüngste
Tochter nun älter sei. Wenn die Tochter in ca. 3 - 4 Jahren zwischen 12 und 19 Jahre
alt sein werde, würde sie im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig sein (vgl. IV-act.
76-2). Der Rechtsvertreter hat in der Replik ausgeführt, dass bei der
Beschwerdeführerin aufgrund der Trennungsproblematik sehr angespannte finanzielle
Verhältnisse bestünden. Unter diesen Umständen wäre sie im Gesundheitsfall mit
einem Pensum von 80 - 90% tätig gewesen. Dazu hat er auf die Angaben der
Beschwerdeführerin im Einwand vom 17. Januar 2011 und der Beschwerde vom 14.
August 2011 verwiesen (vgl. act. G 16).
2.4 Zu den Angaben der Beschwerdeführerin kann festgehalten werden, dass sie den
Umfang ihrer Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall im Zeitpunkt der
Haushaltabklärung am 19. März 2010 auf 65% festgelegt hat. Diese Einschätzung hat
sie unter Berücksichtigung des Alters ihrer Kinder sowie der bereits damals ange
spannten finanziellen Situation vorgenommen. Gleichzeitig hat sie prognostiziert, dass
sie in ca. 1 - 2 Jahren mit zunehmender Selbstständigkeit der Kinder, insbesondere der
jüngsten Tochter, das Pensum erhöhen würde. Bei den späteren Angaben im Einwand
und in der Beschwerde hat sie wiederholt die im Zeitpunkt der Haushaltabklärung ge
machte Einschätzung von 65% bestätigt, hat demgegenüber jedoch mit Hinweis auf
das Alter der jüngsten Tochter vorgebracht, dass sie aktuell mit einem höheren
Pensum von 80 - 90% erwerbstätig wäre. Wenn der Rechtsvertreter auf die Angaben
der Beschwerdeführerin verweist, so widerspricht auch er nicht explizit der
Einschätzung der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung. Die im
Einwand gemachten Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Umfang der
Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall sowie ihrer tatsächlichen
gesundheitsbedingt eingeschränkten Erwerbstätigkeit zeigen, dass die
Beschwerdeführerin in der Lage ist, eine Abgrenzung der beiden Situationen
vorzunehmen und eine realistische Einschätzung für den hypothetischen
Gesundheitsfall abzugeben. Aus diesem Grund kann auf die von der
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Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung gemachte Aussage, wonach sie
als Gesunde zu 65% arbeitstätig wäre, abgestellt werden. Die Frage, ob und in
welchem Umfang die Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses
am 1. Juli 2011 das Pensum hypothetisch erhöht hätte, kann vorliegend offen bleiben,
wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht in medizinischer Hinsicht geltend, dass auf das
bidisziplinäre Gutachten vom 3. Juni 2010 und insbesondere auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht nicht abgestellt werden könne.
3.2 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem vom Grad
der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ab. Um diesen
bestimmen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hin
sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist,
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.3 Gemäss dem bidisziplinären Gutachten vom 3. Juni 2010 litt die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht an einer Periarthropathia der linken
Schulter, an Fingerpolyarthrosen sowie an einem intermittierenden thorakolumbalen
Schmerzsyndrom. Zur Arbeitsfähigkeit hat der rheumatologische Gutachter
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungsfrau unter Berücksichtigung gewisser Bewegungseinschränkungen zu
mindestens 60% arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 59-14). In einer adaptierten, den
Limitierungen der oberen Extremitäten gerecht werdenden Tätigkeit mit leichter
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Gewichtsbelastung in rückengerechten Wechselpositionen sei die Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht zu 100% arbeitsfähig (vgl. IV-act. 83). Den nach
Verfügungserlass von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichten ihres
behandelnden Rheumatologen Dr. E._ vom 7. April und 5. Mai 2011 kann
entnommen werden, dass es bezüglich der thorakalen Schmerzen sowie der Schulter-
Arm-Schmerzproblematik zu einer deutlichen Verbesserung bis hin zur
Beschwerdearmut gekommen war (vgl. act G 6.2 und 6.3). Somit erscheint aus
somatischer Sicht die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von mindestens 60%
in der bisherigen und 100% in einer adaptierten Tätigkeit als eher wohlwollend und ist
jedenfalls nicht nach unten zu korrigieren.
3.4 Aus psychiatrischer Sicht divergieren die Einschätzungen des Gutachters und der
behandelnden Psychiater. Aus dem psychiatrischen Fachgutachten vom 31. Mai 2010
geht hervor, dass der Gutachter Dr. J._ bei der Beschwerdeführerin eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom, eine Panikstörung mit Agoraphobie, eine psychosoziale
Belastungssituation sowie den Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert hat. Als Befunde hat er im Wesentlichen eine depressive Stimmung,
Sorgen und Ängste, eine rasche Erschöpfbarkeit, eine Antriebsminderung sowie
Schlafstörungen erhoben. Er hat ausgeführt, dass sich depressive Erkrankungen der
Beschwerdeführerin ca. im Jahr 1994, ca. 2002 und 2008, anlässlich des Autounfalls,
sowie aktuell feststellen liessen. Damit sei die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung gerechtfertigt. Es bestehe dadurch eine Verminderung der
Belastbarkeit mit labiler Affektivität, Konzentrationsstörungen und rascher
Ermüdbarkeit, was zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führe. Inwieweit die
Agoraphobie und die Panikattacken die Arbeitsfähigkeit einschränkten, lasse sich nur
schwer quantifizieren. Zurzeit sei nur die rezidivierende Depression als Diagnose mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu nennen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine
60%-ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und adaptierten Tätigkeiten (vgl. IV-
act. 60-5 f.). Der erstbehandelnde Psychiater, Dr. D._, hat gemäss seinem Arztbericht
vom 31. August 2009 ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, bestehend seit 04/05 2009, diagnostiziert. Mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat er zudem die Diagnosen einer
Panikstörung mit Agoraphobie sowie die psychosoziale Belastungssituation genannt.
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Die Befunderhebung hat ein depressives Syndrom, u.a. mit gedrückter Stimmung, eine
Verminderung von Freude, Antrieb sowie des Selbstwertgefühls, eine rasche
Ermüdbarkeit, Appetit- und Schlafstörungen sowie Ängste ergeben. In der bisherigen
Tätigkeit als Reinigungsfrau hat er eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit seit 16. Juni 2009
bis auf Weiteres attestiert. Zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit hat er
lediglich festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin auf eine leichte Tätigkeit mit
geringer psychischer Belastung zu achten sei (vgl. IV-act. 20-5). Der ab dem 8.
Dezember 2010 nachfolgend behandelnde Psychiater, med. pract. K._, hat ebenfalls
und als einzige Diagnose eine aktuell mittelgradige depressive Episode festgestellt (vgl.
IV-act. 70). Als Befunde hat er bei der Beschwerdeführerin im Wesentlichen eine
depressive Stimmung, eine Antriebsminderung, geringgradig einen Verlust von Freude
und Interesse, ein reduziertes Selbstwertgefühl, Konzentrationsprobleme,
Schlafstörungen sowie einen reduzierten Appetit erhoben. Aufgrund des reduzierten
Antriebs und der Konzentrationsprobleme sei die Arbeitsfähigkeit in der aktuellen
Tätigkeit im Bereich der Reinigung wie auch für alle anderen psychisch ähnlich
anspruchsvollen Berufe und Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht zu 50%
eingeschränkt (vgl. IV-act. 77).
3.5 Es hat sich gezeigt, dass alle Psychiater im Wesentlichen die gleichen Befunde
und Diagnosen erhoben haben. Die Auswirkungen des Gesundheitszustandes der Be
schwerdeführerin auf deren Arbeitsfähigkeit haben sie jedoch unterschiedlich beurteilt.
Die vom erstbehandelnden Psychiater attestierte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit beinhaltet
gemäss dessen Ausführungen auch die Diagnosen der Panikstörung mit Agoraphobie
sowie der psychosozialen Belastungssituation. Gemäss dem begutachtenden Psy
chiater haben diese Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Von daher lässt
sich die von ihm festgestellte höhere Arbeitsfähigkeit von 60% nachvollziehen. Der
nachfolgend behandelnde Psychiater, med. pract. K._, hat diese Diagnosen gar nicht
mehr gestellt, weshalb wohl mit dem Gutachter davon ausgegangen werden kann,
dass diese keinen relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
haben. Med. pract. K._ hat einzig die Diagnose einer mittelgradigen depressiven
Episode gestellt und daraus eine Arbeitsunfähigkeit von 50% abgeleitet. In einer
Stellungnahme vom 6. September 2011 hat der RAD festgehalten, dass sich die
gegenüber dem Gutachten um 10% niedrigere Arbeitsfähigkeitsschätzung des
behandelnden Arztes med. pract. K._ mit der grösseren Nähe zur
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Beschwerdeführerin sowie dem dabei fast regulären Einbezug von IV-fremden Faktoren
erklären liesse (vgl. IV-act. 79-2). Diese Erklärung erscheint nachvollziehbar und
plausibel. Es kann daher mit dem RAD auf das Gutachten von Dr. J._ und seine
Einschätzung einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit in einer somatischerseits adaptierten
Tätigkeit abgestellt werden.
3.6 Zusammengefasst erscheint das bidisziplinäre Gutachten vom 3. Juni 2010
sowohl in somatischer wie auch psychiatrischer Hinsicht als ausreichend begründet,
nachvollziehbar und schlüssig, womit auf die gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin von 60% abgestellt werden kann.
3.7 Mit Bericht vom 5. April 2012 hat med. pract. K._ aus psychiatrischer Sicht eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit einhergehend eine Reduktion
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Es könne aktuell eine
schwergradige depressive Episode diagnostiziert werden, nachdem sich der Gesund
heitszustand in den letzten Wochen verschlechtert habe (vgl. act. G 19). Für die richter
liche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit
des Erlasses der angefochtenen Verfügung massgebend (BGE 121 V 366 E. 1 b mit
Hinweisen). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu be
rücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem sachlichem Zusammenhang
stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu
beeinflussen. Vorliegend sind keine Hinweise darauf ersichtlich, dass sich die von
med. pract. K._ am 5. April 2012 festgestellte Verschlechterung des Gesundheits
zustandes bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. Juli 2011 auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgewirkt hätte. Kurz nach Verfügungserlass,
am 15. August 2011, hat med. pract. K._ noch festgehalten, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin seit seinem letzten Bericht vom 26. Januar 2011
nicht verändert habe, und dass immer noch von einer mittelgradigen depressiven
Episode auszugehen sei (vgl. IV-act. 77-6). Die rund 9 Monate nach Verfügungserlass
vorgebrachte Verschlechterung ist somit für die Beurteilung der Verfügung vom 1. Juli
2011 irrelevant.
3.8 Der Ansicht der Beschwerdegegnerin, wonach die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
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mittelgradige Episode, nicht zu berücksichtigen sei, da diese Diagnose praxisgemäss
keine Invalidität zu begründen vermöge, ist so nicht zuzustimmen. Der Gesetzgeber hat
im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich hervorgehoben, dass depressive Leiden
invalidenversicherungsrechtlich relevant sind und nicht als pathogenetisch-ätiologisch
unklare syndromale Beschwerdebilder gelten (vgl. Rz. 1003 des Kreisschreibens des
BSV über die Schlussbestimmung der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB],
vgl. auch Amtliches Bulletin Nationalrat, 16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117 ff;
Amtliches Bulletin Ständerat, 1. März 2011, AB 2011 S. 39). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dafür jedoch erforderlich, dass die depressive
Störung nicht bloss als Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern vielmehr
als ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden
erscheint (Urteile des Bundesgerichts 8C_651/2012 vom 8. April 2013 E. 5.3;
9C_521/2012 vom 17. Januar 2013 E. 3.1.1). Zwar wurde vom begutachtenden
Psychiater der Verdacht auf eine zu diesen Beschwerdebildern zählende somatoforme
Störung diagnostiziert, dies jedoch ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Im Weiteren
geht aus dem bidisziplinären Gutachten vom 3. Juni 2010 hervor, dass bei der
Beschwerdeführerin depressive Erkrankungen bereits seit dem Jahr 1994 wiederholt
auftraten, währenddem die somatischen Beschwerden erst seit dem Autounfall im
Oktober 2008 vorliegen (vgl. IV-act. 59-13, 63-1). Die rezidivierende depressive Störung
hat sich somit selbständig und losgelöst von der Schmerzsymptomatik, welche erst
Jahre später aufgetreten ist, entwickelt. Die aufgrund der aktuell mittelgradigen
depressiven Episode bescheinigte Arbeitsunfähigkeit kann nicht mit Hinweis auf das
evtl. gleichzeitige Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung korrigiert und als
invalidenversicherungsrechtlich irrelevant erklärt werden.
3.9 Zu prüfen bleibt, ob vorliegend invaliditätsfremde Umstände gegeben sind,
welche die Annahme einer rentenbegründenden Invalidität aufgrund der festgestellten
mittelgradigen depressiven Episode ausschliessen könnten. Dies ist gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann der Fall, wenn die festgestellte
psychische Krankheit ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen und
soziokulturellen Umständen findet und gleichsam in ihnen aufgeht (BGE 127 V 299 E.
5a). Aus dem psychiatrischen Fachgutachten vom 31. Mai 2010 geht hervor, dass sich
die Frage nach der Ursache der sich seit 1994 immer wieder ereignenden depressiven
Episoden nicht sicher beantworten lässt. Der Gutachter hat ausgeführt, dass die
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Beschwerdeführerin selbst nur den Autounfall als erkennbaren Auslöser angeben
könne. Bei der aktuellen depressiven Episode spiele vor allem die belastende Situation
mit der ADS-Erkrankung des Sohnes eine Rolle (vgl. IV-act. 60). Der behandelnde
Psychiater sieht gemäss seinem Bericht vom 26. Januar 2011 als Ursache der
Erkrankung die verschiedenen psychischen Belastungen, namentlich die Sorgen wegen
des in einem Heim wohnenden Sohnes, die Trennung vom Ehemann sowie den
Autounfall von 2008 (vgl. IV-act. 70). Es kann somit festgehalten werden, dass
gleichzeitig mit der aktuell bestehenden mittelgradigen depressiven Episode diverse
psychosoziale belastende Faktoren vorliegen, jedoch erscheinen diese nicht als derart
ausgeprägt, dass sie das Beschwerdebild bestimmen, sofern dies bei der Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode überhaupt möglich ist.
4.
4.1 Gemäss dem Bericht der Gutachter vom 15. Juli 2010 kann der Beginn der ab
dem Begutachtungszeitpunkt geltenden 40%-igen Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin nicht rückwirkend festgelegt werden. Da das im Vordergrund
stehende psychiatrische Leiden erfahrungsgemäss einen fluktuierenden Verlauf habe,
sei eine Abweichung von der vom vorherig behandelnden Psychiater, Dr. D._,
festgelegten 50%-igen Arbeitsunfähigkeit nicht möglich (vgl. IV-act. 63). Gemäss Dr.
D._ bestehe die mittelgradige depressive Episode seit April/Mai 2009 (vgl. IV-act.
20-2). Das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) ist somit im April 2010 erfüllt
worden. Zur Berechnung der Erwerbseinbusse ist demnach auf die Löhne im Jahr 2010
abzustellen. Aufgrund dessen, dass die Beschwerdeführerin unregelmässig und ohne
ein fixes Pensum gearbeitet hat (vgl. IV-act. 25-3), fehlen genügend Anhaltspunkte für
eine konkrete Einkommensermittlung. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht auf
die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen des
Bundes (LSE) zurückgegriffen. Die Beschwerdeführerin ist als Hilfsarbeiterin zu
betrachten. Sie hat keine Berufsausbildung und war in den letzten Jahren als
Reinigungsfrau tätig. Im Jahr 2010 verdienten Frauen im tiefsten Anforderungsniveau
(Niveau 4) bei einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von
41,6 Stunden Fr. 52'790.-- im Jahr (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012,
Invalidenversicherung). Betreffend das Valideneinkommen ist in Nachachtung der
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bundesgerichtlichen Praxis die im Gesundheitsfall hypothetische Erwerbstätigkeit im
Umfang von 65% heranzuziehen, womit das vergleichbare Jahreseinkommen bei Fr.
34'313.50 liegt. Das vorläufige Invalideneinkommen beträgt gestützt auf eine
medizinisch-theoretische 60%-ige Arbeitsfähigkeit Fr. 31'674.--.
4.2 Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statistischen
Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 25%
gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen Umsetzung des
verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit einhergehende
Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des genannten
Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich berücksichtigt,
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 472 E. 4.2.3). Bei
der Beschwerdeführerin ist von einem erhöhten Nachteil gegenüber gesunden
Hilfsarbeitern auszugehen, denn bei depressiven Arbeitnehmern besteht ein grosses
Risiko überproportionaler Krankheitsabsenzen. Hinzu kommt, dass auch mit
kurzfristigen Leistungsschwankungen zu rechnen ist, was die Einsatzplanung
erschwert. Zudem benötigen depressive Personen grössere Rücksichtnahme seitens
der Vorgesetzten und der Arbeitskollegen. All diese Nachteile sind ökonomisch als
zusätzliche Lohnkosten zu qualifizieren, so dass die Beschwerdeführerin bei
identischem Nettolohn für einen Arbeitgeber deutlich "teurer" wäre als ein gesunder
Arbeitnehmer. Diese Umstände rechtfertigen einen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe
von 10%.
4.3 Auf Grundlage einer medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 60% und unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% beläuft sich das zumutbare Inva
lideneinkommen auf Fr. 28'506.60 (Fr. 52'790.-- x 0.6 - 10%). Stellt man dieses dem
Valideneinkommen von Fr. 34'313.50 gegenüber, so resultiert eine Erwerbseinbusse
von Fr. 5'806.90, was nach dem vom Bundesgericht vorgegebenen methodischen Vor
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gehen einem Invaliditätsgrad für den erwerblichen Bereich von rund 11% (16.92% x
0.65) entspricht.
5.
5.1 Im Weiteren ist die Einschränkung im Haushalt zu prüfen. Betreffend den Umfang
der Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich fällt auf, dass eine
Diskrepanz besteht zwischen der Haushaltabklärung vom 19. März 2010, anlässlich
derer eine Einschränkung von 9,9% ermittelt wurde (vgl. IV-act. 58), und der gutachter
lichen Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin auch im Haushalt zu 40% einge
schränkt sei (vgl. IV-act. 63). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der
Invaliditätsbemessung im Bereich Haushalt als Ausfluss des im Sozialversicherungs
recht geltenden Prinzips der Schadenminderungspflicht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Schadenminderungspflicht, N 48) die Mithilfe von Familienange
hörigen bei der Ermittlung der Einschränkungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 133 V
504 E. 4.2 mit Hinweisen). Diese Mithilfe wurde im Gegensatz zur gutachterlichen Ein
schätzung bei der Haushaltabklärung miteinbezogen, womit sich eine geringere Ein
schränkung der Beschwerdeführerin erklären lässt. Das Ausmass der Mithilfe im Haus
halt, welche den Familienangehörigen zugemutet wird, ist im Einzelfall im Hinblick auf
die Verhältnismässigkeit zu prüfen (BGE 130 V 396 E. 8; vgl. Hardy Landolt, Haus
wirtschaftliche Schadenminderungspflicht von Angehörigen bei der Invaliditätsbe
messung, in Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007,
S. 138 ff.). Dem vorliegenden Haushaltbericht können jedoch keinerlei Angaben
darüber entnommen werden, in welchem Umfang die Mithilfe der Familienangehörigen
bei der ermittelten Einschränkung im Haushalt angerechnet wurde. Es finden sich bei
einzelnen Haushalttätigkeiten lediglich pauschale Hinweise, dass die
Beschwerdeführerin dabei von ihrer Tochter oder dem (getrennt lebenden) Ehemann
unterstützt werde (vgl. IV-act. 58-4 f.). Stellt man die gutachterliche Einschätzung einer
40%-igen Einschränkung der anlässlich der Haushaltabklärung ermittelten
Einschränkung von 9,9% gegenüber, so resultiert eine Diskrepanz von 30,1%. Eine
Mithilfe der Familienangehörigen in diesem Ausmass erscheint als unverhältnismässig,
weshalb eine Diskrepanz in diesem Umfang nicht mit dem Hinweis auf die
Schadenminderungspflicht erklärt werden kann. Vorliegend kann die Frage des
genauen Ausmasses der Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt aber
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offen bleiben. Für die Invaliditätsbemessung wird im Folgenden auf eine Einschränkung
im Haushalt von 40% abgestellt.
5.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 134 V 9 E. 7.3) kann unter
bestimmten Voraussetzungen das infolge der Beanspruchung in der Erwerbstätigkeit
oder im häuslichen Aufgabenbereich im jeweils anderen Tätigkeitsbereich reduzierte
Leistungsvermögen berücksichtigt werden. Allfällige Wechselwirkungen sind stets vom
anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden Bereich zu berücksichtigen.
Da der Anteil an Arbeit im erwerblichen Betätigungsbereich (65%) höher ist als der
Anteil an Arbeit im Haushalt (35%), wäre in der hier zu beurteilenden Sache eine
leistungseinschränkende Wechselwirkung allenfalls für die häusliche Beschäftigung von
Relevanz. Ein reduziertes Leistungsvermögen aufgrund von Wechselwirkungen muss
offenkundig sein und ein gewisses normales Mass überschreiten. Die Möglichkeit einer
gegenseitigen Beeinflussung steigt, je gleichartiger die Anforderungsprofile der Tätig
keitsgebiete ausgestaltet sind (vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, 2. Aufl., S. 337 f.). Die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Reinigungsfrau
beinhaltet ähnliche bis gleiche Aufgaben wie die Haushaltführung. Zudem besteht bei
der zur Haushaltstätigkeit gehörenden Kinderbetreuung eine erhöhte Belastung durch
den ADS-kranken Sohn sowie durch die Trennung vom Ehemann. Eine gegenseitige
negative gesundheitliche Auswirkung der erwerblichen und familiären Belastungen
kann somit als offenkundig und überdurchschnittlich schwer angesehen werden.
Weiter gilt, dass gesundheitliche Auswirkungen vom Erwerbs- in den Haushaltbereich
nur angenommen werden können, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit im
erwerblichen Tätigkeitsbereich voll ausgenützt wird, d.h. der - für den Gesundheitsfall
geltende - Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich übersteigt oder mit
dieser identisch ist. Vorliegend steht dem Erwerbsanteil von 65% eine Arbeitsfähigkeit
von 60% gegenüber, womit diese im erwerblichen Teil voll ausgenützt wird.
Rechtsprechungsgemäss wird eine effektive erwerbliche Tätigkeit verlangt (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 30. November 2009 E. 4.4), welche die
Beschwerdeführerin im Umfang von 35 - 45% als Reinigungsfrau leistet. Bei einem
solchen Pensum, mit welchem die Arbeitsfähigkeit zwar nicht ganz, aber bereits zu
einem erheblichen Teil ausgeschöpft wird, können Wechselwirkungen nicht
ausgeschlossen werden. Weiter wird für deren Berücksichtigung vorausgesetzt, dass
die Arzt- und Haushaltabklärungsberichte nicht bereits in Kenntnis und Würdigung der
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im jeweils anderen Aufgabenbereich vorhandenen Belastungssituation erstellt worden
sind. Das bidisziplinäre Gutachten vom 3. Juni 2010 wurde zeitlich nach der
Haushaltabklärung erstellt, jedoch haben die Gutachter keinen Bezug auf den
Haushaltabklärungsbericht genommen und sich auch nicht zu allfälligen
Wechselwirkungen geäussert. Umgekehrt wurde die Haushaltabklärung nicht in
Kenntnis der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung durchgeführt. Die
Voraussetzungen für die Berücksichtigung von Wechselwirkungen sind damit ge
geben. Unter Beachtung des Maximalansatzes von 15% erscheint für die verminderte
Leistungsfähigkeit vorliegend ein Abzug von 10% als angemessen.
5.3 Die Einschränkung im Haushalt unter Berücksichtigung der Leistungsminderung
aufgrund von Wechselwirkungen beträgt somit gesamthaft 44% (40% + 10%). Bei
einem Haushaltanteil von 35% ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad für diesen Bereich von
15,4% (44% x 0.35).
6.
Im Ergebnis resultiert für beide Teilbereiche zusammen ein unter 40% liegender Inva
liditätsgrad von 26,4%, womit die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Inva
lidenrente hat (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst unter Annahme eines Pensums von 80%
im hypothetischen Gesundheitsfall – die Annahme eines noch höheren Pensums wäre
angesichts der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 70-2) nicht ge
rechtfertigt – läge der Invaliditätsgrad immer noch unter 40%: Das Valideneinkommen
betrüge Fr. 42'232.-- (Fr. 52'790.-- x 0.8), was bei einem Invalideneinkommen von
Fr. 28'506.60 (s.o., E. 4.3) zu einer Erwerbseinbusse von Fr. 13'725.40 führen würde.
Dies entspräche einem anteiligen Invaliditätsgrad für den erwerblichen Bereich von
26% (32.5% x 0.8). Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von
8,8% (44% [s.o. E. 5.3] x 0.2) ergäbe dies ein Invaliditätsgrad von gesamthaft 34,8%.
Die Beschwerdeführerin hätte folglich selbst unter Annahme eines hypothetischen
80%-igen Arbeitspensums keinen Rentenanspruch.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Als unterliegende
Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen. Mit dem von ihr am
19. August 2011 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe (vgl. act. G 5) ist die ge
schuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP