Decision ID: 398101fa-7f08-424d-8c80-be1a8432eee7
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, arbeitet seit
1.
Januar 2016 als Betreuerin von Asylbewerbern bei der
Y._
und ist über die Arbeitgeberin bei der Helsana Unfall AG
(im Folgenden:
Helsana
)
obligatorisch unfallversichert. Am 3
0.
Januar 2017 schlug sie sich bei der Arbeit beim Aufstehen aus der Hocke den Kopf am Metallaufsatz einer Küchenmaschine an (vgl. Unfallmeldung vom
6.
Februar 2017,
Urk.
7/K1). Die Erstbehandlung fand am 3
1.
Januar 2017 bei
Dr.
med.
Z._
, praktische Ärztin für Allgemeinmedizin, statt. Sie diagnostizierte eine Stauchung der Halswirbelsäule und eine Kontusion des Schädels
und schrieb die Versicherte vorläufig arbeitsunfähig
(
Urk.
7/M7). Am
1.
Februar 2017 sucht
e
die Versicherte das
A._
in
B._
auf, wo ein CT des Schädels erstellt wurde (
Urk.
7/M1 und M4). Auf Veran
lassung von
Dr.
Z._
folgte am
6.
Februar 201
7 eine neurologische Unter
suchung im
C._
(
Urk.
7/M2 und M3).
Die
Helsana
erbrachte die gesetzlichen Leistungen
und holte ein neurolo
gisches Aktengutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neu
rologie FMH, zertifizierter medizinischer
Gutachter SIM,
E._
, Po
ly
disziplinäre Begutachtungsstelle MEDAS, vom 2
7.
März 2017 ein (
Urk.
7/M9). Nach Eingang eines Bericht
s
des
F._
vom 17. März 2017
zu einem auf Veranlassung von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurologie
,
veranlasste
n
,
ebenfalls
am 1
7.
März 2017 erstellte
n
MRI (
Urk.
7/M6) sowie des Berichts von
Dr.
G._
vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
7/M10) nahm
Dr.
D._
am
6.
Mai 2017 neuerlich Stellung (
Urk.
7/M13).
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017 teilte die Helsana der Versicherten die Leis
tungseinstellung per
Ende Februar
2017
zufol
ge fehlender natürlicher Kausa
l
ität der aktuell vorliegenden Gesundheitsstörungen mit. Bestätigt wurde in derselben Verfügung die Kostenübernahme für eine unfallbedingte Zahnbe
hand
lung (
Urk.
7/K26). Die Einsprache der Versicherten
vom 1
7.
Mai 2017 (
Urk.
7/K28)
wies die Helsana mit Entscheid vom 2
8.
August 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
September 2017 Beschwerde und bean
tragte die Ausrichtung aller Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 3
0.
Januar 2017 (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom
7.
November 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE
119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der von ihr geltend gemachten Beschwerden auch
ab
1.
März 2017
Leistungen der Be
schwerdegegnerin als Folge des Unfalls vom 3
0.
Januar 2017 beanspruchen kann.
2.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht ab
1.
März
2017 im ange
fochtenen Entscheid mit der Begründung, entsprechend der Beurteilung von
Dr.
D._
sei
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin beim Kopfanprall vom 3
0.
Januar 2017 keine
Co
mmotio cerebri
und damit
keine leichte trauma
tische Hirnverletzung erlitten habe. Die Folgen einer
blossen Kopfprellung seien
gemäss
Dr.
D._
erfahrungsgemäss spätestens nach vier Wochen
abgeheilt, wes
halb es den ab
1.
März 2017 aktuellen gesundheitlichen Beschwerden an der Leistungsvoraussetzung der natürlichen Kausalität fehle (
Urk.
2).
2.3
Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen auf den St
andpunkt, sie habe – wie
Dr.
G._
richtig festgestellt habe – beim Unfall vom 3
0.
Januar 2017 eine aus
geprägte Commotio cerebri erlitten und leide noch
immer
unter physischen Prob
le
men insbesondere im Bereich der
ganzen
rechten Körperhälfte
; auch sei ihre geistige Leistungsfähigkeit seit dem Unfall eingeschränkt. Die Fülle der Beschwer
den sei immer noch extrem präsent, nur das Ausmass sei dezenter geworden (
Urk.
1).
3.
3.1
Den medizinischen Akten ist hierzu Folgendes zu entnehmen:
Die Diagnose im Arztzeugnis
von
Dr.
Z._
zum Erstuntersuch vom 3
1.
Januar 2017 lautet auf eine Stauchung der HWS und eine Kontusion des Schädels. Der Unfall wird dahingehend geschildert, dass sich die Beschwerdeführerin gebückt habe und beim Aufstehen mit voller Wucht mit dem Kopf gegen einen Metall
aufsatz einer Küchenmaschine geprallt sei.
Der Befund lau
tet
auf
isokore
und reaktiv prompte Pupillen und eine regelrechte HWS bei hypermobilen Bändern.
Dr.
Z._
leitete eine Behandlung mit NSAR,
Craniosakral
- sowie Physiothe
rapie ein und überwies die Beschwerdeführerin, welche sie vorläufig arbeitsun
fähig schrieb, zum Neurologen
Dr.
H._
(
Urk.
7/M5).
Bereits am Folgetag, dem
1.
Februar 2017, suchte die Beschwerdeführerin das
A._
in
B._
auf. Anamnestisch erklärte sie, dass sie beim Unfall vom 3
0.
Januar 2017 nicht erbrochen habe und auch nicht bewusstlos gewesen sei. Doch habe sie nun Kopfschmerzen. Die neurologische Untersuchung durch
Dr.
med.
I._
führte abgesehen von einer
endgradig
eingeschränkten Beweglichkeit der HWS und einem von der Beschwerdeführerin angegebenen Druckschmerz im Bereich parietal
occipital
zu keinerlei Befund. Auch die von
Dr.
I._
veranlasste CT-Untersuchung des Schädels vom selben Tag liess keine
Traumafolgen
erkennen (
Urk.
7/M1).
Dr.
I._
'
s
Diagnose lautete auf eine Schädelprellung. Die Arbeitsunfähigkeit sei bereits von
Dr.
Z._
bis zum
3.
Februar 2017 bestätigt worden; sollte es wider Erwarten zu keiner Befund
besserung kommen, lautete seine Empfehlung auf ein Kontroll-CT oder ein MRI (
Urk.
7/M4).
Im Überweisungsschreiben von
Dr.
Z._
an
Dr.
med.
H._
,
Leite
nder Arzt der Neurologie des
C._
, vom
6.
Februar 2017 findet sich die Diagnose "Kontusion Caput". Die Beschwerdeführerin
klage
über Brechreiz, Schwindel-
Dysbalan
ce
sowie
Kribbelparästhesien beidseits und im Gesicht (das Auge rechts fühle sich schwerer an).
Objektive Befunde führte
Dr.
Z._
keine an, erwähnte unter denselben lediglich die Überweisung an
Dr.
H._
zur genaueren Beur
tei
lung mit der Bemerkung, die Beschwerdeführerin sei generell verlangsamt und sehr verunsichert und
wünsche
eine Abklärung (
Urk.
7/M2).
Die Anamnese im Bericht
von
Dr.
H._
vom
6.
Februar 2017 lautete dahin
gehend, dass die Beschwerdeführerin erklärt habe, beim Unfall zwei Beulen, aber keine Platzwunde erlitten zu haben. Weder habe sie erbrochen, noch sei ihr nach dem Unfall übel geworden, auch eine
antro
- oder
reterograde
Amnesie sei ver
neint worden. Seit dem Ereignis leide sie aber unter verschiedenen Beschwerden, wie Übelkeit, auch habe sie mehrere Tage lang geschlafen. Sie verspüre einen Schwindel, kein eigentliches Drehen, eher eine Unsicherheit. Auch habe sie den Eindruck, ihre rechte Gesichtshälfte sei geschwollen; diese würde auch kribbeln. Zudem verspüre sie ein Brennen im Bereich des verletzten Schädels
. Im Rahmen der Beurteilung führte
Dr.
H._
aus, dass er anamnestisch ebenfalls von einer Schädelprellung, nicht von einer Commotio cerebri ausgehe. Die neurologischen Befunde seien in Ordnung gewesen. Die Fülle der Beschwerden könne er sich nicht organisch erklären. Im Rahmen einer Schädelprellung k
om
me es häufig zu einer
Vestibulopathie
; die Lagerungsproben seien diesbezüglich jedoch unauf
fällig gewesen. Der leichte
Schwankschwindel
könnte aber dadurch bedingt sein. Er habe der Beschwerdeführerin zu Geduld geraten, sie solle sich vermehrt be
lasten, ohne sich zu überfordern. Länger dauernde Beschwerden hielt
Dr.
H._
für unwahrscheinlich (
Urk.
7/M3).
Das von
Dr.
G._
veranlasste kraniale MRI des
F._
vom 1
7.
März 2017 führte zu
blanden
Befunden (
Urk.
7/M6).
3.2
Dr.
D._
stellte sich in seiner Aktenbeurteilung vom 2
7.
März 2017 auf den Standpunkt, dass sich aufgrund der Aktenlage keinerlei Hinweise für eine leichte traumatische Hirnverletzung respektive eine Commotio cerebri ergäben. Die
Prognose einer Schädelprellung sei definitionsgemäss günstig und es sei inner
ha
lb von Tagen respektive maximal Wochen von einer vollständigen Heilung aus
zu
gehen. Die im neurologischen Bericht von
Dr.
H._
vom
6.
Februar 2017 ge
nannten Beschwerden wie Übelkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis,
Schwank
schwinde
l
, Schwellungsgefühl und Kribbelparästhesien seien bei dokumentiertem unauffälli
gem neu
rologischem Status unspezifisch
. Eine anhaltende unfallbedingte Arbeits
unfähigkeit sei damit nicht begründbar und es könne spätestens vier Wochen nach dem Ereignis, mithin ab
1.
März 2017 wieder von einer vollen Arbeits
fähigkeit ausgegangen werden.
Nachdem der angegebene Unfallmechanismus mit Kopfanstoss auch nicht für die Diagnose einer HWS-Distorsion prädestiniert und der Lokalbefund an der HWS in den vorliegenden Befundberichten
bland
gewesen sei, erachtete
Dr.
D._
zudem weder Phys
io- noch
C
raniosakraltherapie
als indiziert (
Urk.
7/M9).
3.3
Dr.
G._
, welchen die Beschwerdeführerin am 1
4.
u
nd 2
8.
März 2017 aufsuchte, stellte dagegen d
ie Diagnose
einer ausgeprägten Commotio cerebri ohne nach
weisbare Kontusion mit langsam abklingenden, diffusen Beschwerden im Bereich des
Nervus
trigeminus
rechts,
mit
Sensibilitätsstörungen im Rumpfbereich rechts und kognitiven Funktionsstörungen. Die Beschwerdeführerin habe sich am
3
0.
Janu
ar 2017 zu Hause in der Küche den Kopf beim Aufrichten aus einer sitz
en
den Position an einem vortretenden starken metallenen Kaff
e
ebehälter ange
schlagen. Dabei hätten sich rasch zwei haselnussgrosse Vorwölbungen gebildet. Anfänglich habe sie unter starker Benommenheit, ziemlich langdauerndem Brechreiz, Schwindelgefühlen und diffusen kognitiven Funktionsstörungen und Unwohlsein gelitten.
Dr.
G._
führte eine Vielzahl von der Beschwerdeführerin genannten unfallbedingten Beschwer
d
en an, unter anderem eine mittlerweile ziemlich zurückgegangene starke Schwel
lung der rechten Gesichtshälfte,
stetes Kribbeln/Brennen und Schmerzen im Bereich der rechten Gesichtshälfte im ge
samten Bereich des
Nervus
trigeminus
,
starke Frischgedächtnisstörungen und eine
Störung der Wahrnehmung, die sich durch starke Vergesslichkeit und Konzen
trationsstörungen bemerkbar mache
,
und im rechten Rumpfbereich ein Gefühl der
Verletzung. Der neurologische Befund lautete abgesehen von den subjektiv er
fassten Befunden auf einen ziemlich unsicheren Blindstrichgang mit Falltendenz nach rechts, einem leicht unsicheren Strichgang, ein leichtes
ungerichtetes
Schwanken beim Romberg bei ansonsten im Wesentlic
hem unauffälligem neuro
logischem
Status.
Die Beschwerdeführerin habe durch den starken Kopfanschlag eine Commotio cerebri erlitten; die senkrechte Energieübertragung von Vertikal nach unten habe anfänglich diffuse Hirnfunktionsstörungen verursacht. Aktuell befänden sich die Funktionsstörungen vorwiegend im Bereich des
Nervus
trigeminus
, des
Gyrus
postcentralis
links und des Schläfenlappens links. Die Beschwerdeführerin sei angeblich eine sehr sensible Person, nehme ihren Körper sehr differenziert wahr und habe deshalb auch die Funktionsstörungen sehr tief und differenziert wahr
genommen. Die Ängste und Unsicherheiten habe er mit langen, aufklärenden Ge
sprächen auffangen müssen. Die Beschwerdeführerin sei bis zum
4.
Mai 2017 noch nicht arbeitsfähig
, sobald es ihr
besser
gehe
, werde
sie
versuchen, in einem reduzierten
Pensum ihre Arbeit wieder aufzunehmen; Dru
ck aufzusetzen erach
tete
Dr.
G._
als kontraproduktiv (
Urk.
7/M10).
Dr.
D._
nahm hierzu am
6.
April 2017
Stellung und hielt an seiner Beurteilung vom 2
7.
März 2017 unter Hinweis auf die fehlenden Eingangskriterien für die Diag
n
ose einer Commotio cerebri
fest
(
Urk.
7/M12).
4.
4.1
In Würdigung der medizinischen Aktenlage ist
zunächst festzustellen, dass der Unfall vom 3
0.
Januar 2017 abgesehen vom hier nicht zu beurteilenden Zahn
schaden mit der Kronenfraktur (vgl.
Urk.
7/M7) keine strukturell nachweisbaren Unfallfolgen nach sich gezogen hat. Weder das CT vom
1.
Februar
2017 (
Urk.
7/M1) noch das kraniale MRI vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
7/M6) liessen eine posttraumatische Veränderung erkennen.
Des W
eiteren ist i
n Übereinstimmung mit der gesamten medizinischen Aktenlage
ausser
der Beurteilung von
Dr.
G._
vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
7/M10)
davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin bei ihrem Kopfanprall vom 3
0.
Januar 2017 keine Commotio cerebri und damit auch kein leichtes Schädelhirntrauma (SHT I oder MTBI) erlitten hat.
Eine Commotio cerebri (sogenannte Hirnerschütterung oder leichtes Schädel
hirn
trauma, SHT I
oder MTBI) ist eine traumatisch
bedingte, reversible funktionelle Schädigung des Gehirns ohne morphologisch fassbares Subs
trat. Klinisch ver
langt die Diagnose in der Akutphase gemäss Pschyrembel initial eine kurzzeitige (bis 15-minütige) Bewusstlosigkeit beziehungsweise eine quantitative oder quali
tative Bewusstseinsstörung oder eine leichte Benommenheit auch längerer Dauer (Psc
hyrembel, Klinisches Wörterbuch
, 26
6.
Auflage, Berlin, Boston 2014, S. 409
und S. 1895 zum Schädelhirntrauma
). Das Bundesgericht
definierte die
MTBI
im Urteil 8C_101/2013
vom 3
1.
Mai 2013
als
ein durch Kontaktkräfte (Kopfanprall, Schlag
auf Kopf) oder Akzeleration beziehungsweise
Dezeleration
bedingtes kraniales Trauma, das zu einer Unterbrechung der zerebralen Funk
tionen führt. Die Diagnose setze
entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Ge
dächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall ode
r eine Bewusstseinsstörung (zum Beispiel:
Benommenheitsgefühl, Desorientierung) im Zeit
punkt der Ve
rletzung voraus. Anderseits dürfe
die Störung nicht mit einer Bewusstlosigkeit von mehr als 30 Minuten, einem Wert nach der Glasgow
Coma
Scale
(GCS) von 13 bis 15 nach 30
Minuten oder einer posttraumatischen Amne
sie von mehr als 24 Stunden verbunden sein
(vg
l
. E. 6.1 des zitierten bundes
ge
richtlichen Urteils)
.
Der medizinischen Aktenlage ist
abgesehen von einer im Bericht von
Dr.
G._
vom 2
9.
März 2017 erwähnten
anfänglichen starken Benommenheit (vgl.
Urk.
7/M10
S. 2)
kein Hinweis auf die
diagnostisch verlangte
initiale
Bewusst
seinstrübung oder Amnesie
zu entnehmen
. Weder die Hausärztin
Dr.
Z._
,
noch
Dr.
H._
oder
Dr.
I._
(
Urk.
7/2-5) erwähnten eine entsprechende Symp
tomatik. Vielmehr schlossen sowohl
Dr.
I._
als
auch
Dr.
H._
gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin anamnestisch
ausdrücklich sowohl
eine Be
wusstlosigkeit
als auch
eine Amnesie
aus; des Weiter
e
n verneinte die Beschwer
deführerin
eine initiale
Übelkeit oder ein
Erbrechen
(
Urk.
7/
M3 und M4). Bezeich
nenderweise stellte denn auch
Dr.
Z._
gemäss Arztzeugnis zur Erstbehand
lung vom Unfallfolgetag nicht einmal eine Verdachtsdiagnose einer Commotio cerebri und verordnete der Beschwerdeführerin auch nicht die in diesem Zusam
menhang üblicherweise empfohlene Bettruhe
(
Urk.
7/M5). Die echtzeitlichen medi
zinischen Unterlagen lassen
damit
, wie von
Dr.
D._
nachvollziehbar dar
gelegt (
Urk.
7/M9
; Pschyrembel, a.a.O., S. 409
), nicht auf eine beim Kopfanprall vom 3
0.
Januar 2017 erlittene Commotio cerebri schliessen.
An dieser Schlussfolgerung ändert die gege
nteilige Beurteilung von
Dr.
G._
vom 2
9.
März 2017 (
Urk.
7/M10 S. 2 f.) nichts. Abgeseh
en davon, dass sich
Dr.
G._
in keiner Weise mit den Eingangskriterien für die Diagnose einer Commotio
cerebri auseinandersetzte, seine Diagnose mithin ungenügend begründete, scheint
er seinen Bericht auch in Unkenntnis der bisherigen medizinis
chen Aktenlage erstellt zu haben
, findet sich doch
darin
keine Stellungnahme zu den abweichen
den Meinungen der vorbehandelnden Ärzte
. Erhebliche Zweifel an der Zuver
lässigkeit
der
Beurteilung
von
Dr.
G._
drängen sich zudem angesichts des anam
nestisch falsch geschilderten Unfallhergangs – der Unfall ereignete sich nicht zu Hause, sondern bei der Arbeit und die Beschwerdeführerin richtete sich aus einer gebückten, nicht einer sitzenden Position auf (vgl.
Urk.
7/M10 S. 2), auf.
Auch die anamnestisch erwähnte anfänglich starke Benommenheit findet keinerlei Halt in den übrigen Akten.
Letztlich fehlt es d
er Beurteilung
von
Dr.
G._
auch an jeglicher Begründung für einen allfälligen Zusammenhang der von ihm festge
stellten Funktionsstörungen im Bereich des
Nervus
Trigeminus, des
Gyrus
post
centralis
links und des Schläfenlappe
n
s
beidseits mit der von ihm behaupteten Hirnverletzung.
Damit vermag die
abweichende Meinung von
Dr.
G._
keine Zweifel an den übrigen, übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen hervorzurufen
,
und es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 3
0.
Januar 2017 lediglich eine Schädelprellung und keine Commotio cerebri erlitten hat.
Zudem war, wie
Dr.
D._
ebenfalls nachvollziehbar folgerte (
Urk.
7/M9 S. 5), der Unfallmechanismus nicht für eine HWS-Distorsion präde
stiniert.
4.2
Mangels einer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellbaren Schädigung des Gehirns rechtfertigt es sich
denn
auch nicht, von
einem auf die Unfall
ver
letzung zurückzuführenden
postkommotionellen
Syndrom, welches im Nachgang zu einer Commotio cerebri auftreten kann, auszugehen.
Das
postcommotionelle
Syndrom ist eine Bezeichnung für Allgemeinbeschwerden nach Commotio cerebri
, wobei sich die Symptomatik
unter anderem
auf Apathie, diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Übelkeit und
rasche Ermüdbarkeit erstrecken kann (Pschyrembel, a.a.O., S. 2068). Der Umstand, dass die von der Beschwerdeführer
in
geklagten, einem
postkommotionellen
Syndrom
ähnlichen
Beschwerden nach dem Unfall aufgetreten sind, vermag
nach
der unter obiger Erwägung 1.4
dargelegten
Recht
sprechung,
wonach
e
ine gesundheitliche Schädigung
nicht
schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist,
den
Nachweis
der Unfallkausalität nicht zu erbringen.
Vielmehr ist gestützt auf die überzeugende Beurteilung von
Dr.
D._
als erstellt zu betrachten, dass die Folgen der Schädelprellung
als solcher
innert weniger Wochen abgeheilt waren und die Beschwerdeführerin spätestens ab
1.
März 2017
unter ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfallfolgen
wieder voll arbeitsfähig war.
Die Beschwerdegegnerin sprach damit den von der Beschwerdeführerin
ab
1.
März 2017 noch geklagten, körperlichen
gesundheitlichen Störungen zu Recht die Anspruchsvoraussetzung der natürlichen Kausalität ab.
4.3
4.3
.1
Offen bleiben kann, ob die Beschwerdesymptomatik der Beschwerdeführerin einer psychischen Fehlentwicklung nach dem Unfall zuzuordnen ist. Denn selbst wenn die Beschwerden als psychisch
bedingt
zu qualifizieren wären und in einem natür
lichen
Zusammenhang zum Unfall stünden
, wäre die Adäquanz derselben zu verneinen.
4.3
.2
Denn b
ei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu
sam
men
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
W
eiteres
verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesund
heitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Der Kopfanprall der Beschwerdeführerin vom 3
0.
Januar 2017 kann im Lichte der Rechtsprechung
und unter Berücksichtigung aller Umstände
als leichtes Unfaller
eignis
qualifiziert werden
.
Zwar hat das Bundesgericht entschieden, dass die Adä
quanz des Kausalzusammenhanges ausnahmsweise auch bei einem leichten Unfall
zu prüfen sei. Dies gilt insbesondere, wenn das Ereignis unmittelbare
F
olgen zeitigt, die nicht offensichtlich unfallunabhängig sind (Urteil 8C_824/2008 vom 3
0.
Januar 2009 E. 4.2 Ingress mit Hinweisen).
Diesfalls
muss der adäquate Kau
salzusammenhang jedoch bewiesen werden nach den bei mittlerem Schwere
grad anzuwendenden Kriterien (BGE 129 V 402 E. 4.4.2 mit Hinweis).
I
m hier zu beurteilenden Fall
gebricht
bereits am
Kriterium der Schwere oder be
sonderen Art der erlittenen Verletzung und
demjenigen der
erfahrungs
ge
mässe
n
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
D
i
e Schädelkon
tu
sion der Beschwerdeführerin
, welche
gemäss Aktenlage weder von
erschwerenden Umständen
noch
von
einer
den Akten zu entnehmenden Prädisposition der Beschwerdeführerin begleitet war,
erreicht im Lichte der
jüngeren Kasuistik des
Bundesgerich
ts die
notwendige
Schwere der Verletzung
oder die Eignung, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen,
klarerweise nicht
(vgl. BGE 140 V 356 E. 5.5.1 mit diversen Hinweisen
auf die Kasuistik
). Dass die Beschwerdeführeri
n gemäss
Dr.
G._
eine sehr sensible Person ist
, welche ihren Körper ziemlich detailliert wahrnehme und Funktionsstörungen daher
ebenfalls
tief und diffe
renziert wahrnehme (vgl.
Urk.
7/M10 S. 3), reicht für die Annahme einer entspre
chenden Disposition
nicht
aus
, zumal die Beschwerdeführerin gemäss Anamnese im Bericht von
Dr.
G._
v
om 2
9.
März 2017
nennenswerte gesundheitliche Prob
leme
vor dem Unfall verneinte
(
Urk.
7/M10 S. 1).
4.4
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als zutreffend; die Beschwerde ist abzuweisen.