Decision ID: e956ba99-b457-46a5-bec0-c97328635687
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1963, meldete sich am 17. Februar 2004
unter Hinweis auf
seit etwa 1995 bestehende Depressionen sowie auf Neben
wirkungen der Medikamente bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/1 Ziff. 7.2-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 20. Januar 2005 bei einem Invalidi
täts
grad von 50 % eine halbe Rente ab 1. August 2004 zu (Urk. 7/17 und Urk. 7/22).
Am 9. April 2008 und am 6. Juli 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 7/35, Urk. 7/48).
1.2
Nach Eingang eines am 4. Oktober 2014 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/50) holte
die IV-Stelle einen Abklärungsbericht für Selbständig
erwerbende
(Urk. 7/70) ein und veranlasste unter anderem bei Dr. med. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. Z._, Facharzt für Rheumatologie, ein interdisziplinäres Gutachten, das am 23. Mai 2016 erstattet wurde (Urk. 7/81). Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (Urk. 7/84; Urk. 7/88
)
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Februar 2017 die Invalidenrente ein (Urk. 7/97 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 27. März 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 23. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm auch nach Ende März 2017 eine angemessene Invalidenrente, mindestens die bisherige halbe Rente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Am 29. September 2017 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme seines behandelnden Psychiaters (Urk. 11) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 4. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Mit Gerichtsverfügung vom
5.
März 2018 wurde die META Sammelstiftung für die berufliche Vorsorge zum Prozess beigeladen (
Urk.
13). Diese beantragte in ihrer Stellu
ngnahme vom 20. April 2018
die Abweisung der Beschwerde. Even
tuell sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen mit der Auflage, dem Beschwerdeführer eine angemessene Bedenk- und Durchführungszeit für ein halbambulantes Psychotherapie-Programm zu gewähren (
Urk.
18
S. 2
).
Am 25. Juni 2018 reichte der Beschwerdeführer seine Stellungnahme dazu ein, hielt an seinen beschwerdeweise vorgebrachten Anträgen fest und stellte den Even
tualantrag, dass die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen sei mit der Auflage, ihm eine angemessene Bedenk- und Durchführungszeit zur Durchführung einer Behandlung zu gewähren (Urk. 25 S. 2).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (Urk. 2) die Einstellung der Invalidenrente damit, dass die medizinischen Abklärungen ergeben hätten, dass seit anfangs 2014 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Nach aktuell gültiger Rechtsprechung liege keine gesundheitliche Beein
trächtigung mehr vor, welche sich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Auch seien die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft, und eine ent
sprechende medikamentöse Therapie sei zumutbar und würde zu einer weiteren Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen. Berufliche Ein
gliederungs
massnahmen seien nicht notwendig, da die derzeitige Tätigkeit als Musiker eine optimal angepasste Tätigkeit darstelle (S. 1 f.). Es sei nicht anzunehmen gewe
sen, dass sich einem aktuellen Bericht des behandelnden Psychiaters etwas anderes hätte entnehmen lassen, als aus dessen weiteren Berichten, weshalb darauf verzichtet worden sei (Urk. 6 S. 2 f. Ziff. 3).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) vor, selbst der psychiatrische Gutachter Dr. Y._ sei in seinem Gutachten vom Mai 2016 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bis 40 % ausge
gangen. Es sei absolut nicht nachvollziehbar, dass keine gesundheitliche Beein
trächtigung mehr vorliegen solle, welche sich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (S. 14 f. Ziff. 20-21). Es sei auch nicht ausgewiesen, dass eine medi
kamentöse Behandlung zielführend sei, zumal umfangreiche Behandlungsversu
che mit den verschiedensten Psychopharmaka durchgeführt worden seien (S. 15 Ziff. 22-25). Es sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb es Anfang 2014 zu einer Verbesserung gekommen sei (S. 16 Ziff. 26). Zudem ergebe sich, selbst wenn man von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % bis 70 % ausgehe, ein Invalidi
tätsgrad von über 50 % (S. 16 f. Ziff. 27). Die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt, indem sie letztmals im November 2014 einen Bericht des behandelnden Psychiaters eingeholt habe. Dieser könne keine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigen (S. 17 f. Ziff. 28-31). Auf das Gutachten von Dr. Y._ könne nicht abgestellt wer
den, da es die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise nicht erfülle (S. 18 ff. Ziff. 32-39). Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes sei nicht eingetreten. Es handle sich vielmehr um eine unterschiedliche Beur
teilung eines gleichgebliebenen Sachverhaltes, was keinen Revisionsgrund darstelle (S. 23 f. Ziff. 54-58).
2.3
Die beigeladene Pensionskasse machte in ihrer Stellungnahme (Urk. 18) geltend, sie schliesse sich grundsätzlich den Ausführungen der Beschwerdegegnerin an (S. 3 Ziff. 6). Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer familiär und auch sonst vernetzt sei, soziale Beziehungen pflege und kein sozia
ler Rückzug zu beobachten sei. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradigen Episoden erscheine nicht mit den Auswirkungen auf das soziale Leben des Beschwerdeführers konsistent. Folglich lägen derzeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stabile gesundheitliche Verhältnisse vor, welche eine Erhöhung der medizinisch-theoretischen Erwerbsfähigkeit zuliessen (S. 4 Ziff. 10). Der Beschwerdeführer habe sich an seinen gesundheitlichen Zustand in tatsächlicher Weise dermassen gut angepasst, dass daraus mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit eine Steigerung des Arbeitspensums hervorgehe (S. 4 f. Ziff. 12-14).
2.4
Strittig
und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdegegnerin
und der beigela
denen Pensionskasse
angenommene Verbesserung des Gesundheits
zustandes im Sinne eines
Revisionsgrund
es gemäss Art. 17 ATSG ausgewiesen ist.
3.
3.1
Der rückwirkend ab 1. August 2004 erfolgten
Zusprache einer
halben Rente mit
Verfügung vom 20. Januar 2005
(
Urk. 7/17 und Urk. 7/22
) lag
en
die folgenden medizinischen Berichte zu Grunde:
Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 26. April 2004 (Urk. 7/6) als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10 F33.11/F33.2).
Die aktuelle Episode bestehe seit Sommer 2003. Die affektive Grundstörung dürfte zumindest seit Behandlungsbeginn am 1. Dezember 1999 bestehen und habe intermittierend immer wieder zu (Teil)-Arbeitsunfähigkeit geführt (lit. A.). Der Beschwerde
führer sei seit dem 1. Dezember 1999 bei ihm in Behandlung, und die letzte Unter
suchung sei am 24. März 2004 erfolgt (lit. D. Ziff. 1-2).
Vom 7. Dezember 1999 bis 23. Januar 2000 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden und vom 24. Januar bis 18. Februar 2000 eine von 50 %. Vom 14. August bis 30. November 2003 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden, und seit dem 1. Dezember 2003 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (lit. B.). Sowohl die bisherige Berufstätigkeit als auch eine behinderungs
angepasste Tätigkeit seien lediglich noch halbtags möglich (S. 2).
Dr. A._ führte aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär
(lit. C.). Es zeige sich ein amimischer, deutlich depressiv wirkender Patient.
Der formale Gedankengang sei verlangsamt und gelegentlich blockiert. Es bestün
den keine Anhaltspunkte für Wahnhaftigkeit, Ich-Störungen oder Sinnes
täuschungen. Der Patient berichte über Traurigkeit, Insuffizienz- und Schuld
gefühle. Er erlebe eine
ausgesprochene Energielosigkeit
. Eine Suizidalität liege nicht vor (lit. D. Ziff. 5). Dr. A._ führte aus, der Patient sei ein sehr talen
tier
ter und erfolgreicher Musiker.
Trotz seiner Depressionen gelinge es ihm, musikalisch aktiv zu bleiben
. Das Musizieren habe für den Beschwerdeführer einen wichtigen therapeutischen Nutzen. Es gelinge ihm, einen Teil seines Ein
kommens mit dem Musizieren zu erwirtschaften. Allerdings erbringe er auch in diesem Bereich aufgrund seiner Erkrankung sehr unterschiedliche Leistungen (lit. D. Ziff. 3)
3.2
Am 18. November 2004 erstattete Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten (Urk. 7/14). Dr. B._ nannte als Diagnose rezidivierende schwere depressive Phasen, heute chronisch; ICD-10 F33.2 (S. 6 Ziff. 4). Zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers führte Dr. B._ aus, der depressive Zustand verlaufe mit häufigen Schwankungen in einem solch schweren Grad, dass eine Erwerbstätigkeit im Angestelltenverhältnis nicht zugemutet werden könne. In einem freien Beruf, der Schwankungen angepasst sei, wie zum Beispiel Berufs
musiker, sei eine Erwerbstätigkeit von höchstens 50 % zumutbar (S. 8 Ziff. 7 zu Frage 2).
Dr. B._ führte aus, zusammenfassend bestehe beim Patienten eine Disposition zu Depressionen, und zusammen mit emotionalen Belastungen und Deprivatio
nen in der Kindheit hätten sich bei ihm schon früh protrahierte depressive Phasen ausgebildet. Sie hätten im Alter von neunzehn Jahren und seit fünf Jahren permanent zu psychiatrischen Behandlungen geführt. Seit fast zehn Jahren habe sich die Depressivität kaum zurückgebildet, sondern im Gegenteil mit Schwankungen stetig verschlimmert, so dass die Erwerbsfähigkeit seit Ende 1999 beeinträchtigt worden sei, und der Patient seit August 2003 bezüglich einer auswärtigen Anstellung gänzlich arbeitsunfähig geblieben sei. Ausgespart sei ein Erwerb in der Musikertätigkeit. Anhand der Exploration des Patienten stimme er der Beurteilung durch den behandelnden Psychiater Dr. A._ zu. Prognostisch sei angesichts des langjährigen Krankheits
verlaufes ohne sichtbare Tendenzen zu einer Verbesserung auch auf längere Dauer mit keiner Besserung zu rechnen (S. 7 Ziff. 4).
Die therapeutischen Möglichkeiten auf psychiatrischer Ebene würden ausge
schöpft. Trotzdem sei für die Zukunft mit keinen raschen Veränderungen zu rechnen. Bezüglich den psychischen Behinderungen stünden ein allgemeiner Antriebsmangel und eine Initiativelosigkeit im Vordergrund, die therapeutisch schwierig anzugehen seien. Die Musikertätigkeit bleibe dabei ausgespart, aber auch nur teilweise, und könne dem Patienten nicht in grösserem Umfang zuge
mutet werden (S. 8 Ziff. 6).
4.
Die Bestätigung der unveränderten Invalidenrente mit Mitteilung vom 9. April 2008 (Urk. 7/35)
nach im Februar 2008
eingeleiteter Rentenrevision (vgl. Urk. 7/28) erfolgte gestützt auf den Bericht von Dr. med. C._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. März 2008 (Urk. 7/32, vgl. auch Urk. 7/34).
Dr. C._ nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
chro
nisch rezidivierende mittelgradig bis schwere depressive Episoden; ICD-10 F33.1/2 (
Ziff.
2.1).
Der Beschwerdeführer sei seit dem 20. September 2004 bei ihm in Behandlung, und die letzte Untersuchung sei am 6. März 2008 erfolgt (Ziff. 4.1-2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Musiker (früher Lehrer, Informatiker, Jugendarbeiter)
bestehe seit Dezember 2003 eine Arbeitsunfähig
keit von mindestens 50
%
bis 60
%
(
Ziff.
3).
Die Tätigkeit als selbständiger Musiker sei behinderungsangepasst, da der Patient in den letzten Jahren wegen seiner rezidivierenden chronischen Depressionen keiner geregelten Tätigkeit habe nachgehen können (Ziff. 6.3). Der Patient nehme Selbststrukturierungshil
fen zur Bewältigung der depressiven Antriebsschwäche war (Ziff. 6.5). Die Behandlung mit Antidepressiva sei wenig erfolgreich gewesen, aktuell werde mit klassischer Homöopathie behandelt (Ziff. 4.7).
5.
Auch die Bestätigung der halben Invalidenrente mit Mitteilung vom 6. Juli 2011 (Urk. 7/48) nach im Mai 2011 eingeleiteter Rentenrevision (Urk. 7/43) erfolgte gestützt auf einen Bericht von Dr. C._ vom 17. Juni 2011 (Urk. 7/46, vgl. auch Urk. 7/47).
Dr. C._ nannte als Diagnose chronisch rezidivierende mittelgradige bis schwere depressive Episoden; ICD-10 F33.1/2 (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer befinde sich seit 2004 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 15. Juni 2011 erfolgt (Ziff. 1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Musiker bestehe seit Dezember 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % (Ziff. 1.6). Es bestünden psychische Einschränkungen. Vor allem der Antrieb, die Selbstaktivierung und selbständiges Handeln seien eingeschränkt.
Der Beschwer
de
führer benötige und kreiere sich nach Möglichkeit oft externe Termine
,
um (Übungs-) Strukturen zu schaffen, um überhaupt aktiv werden zu können.
Es bestehe eine schwankende Belastbarkeit von Null bis zehn Stunden am Tag und eine schwankende Anpassungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer
„
überlebe
“
als selbständiger Musiker dank ausgezeichnetem musikalischem Können. Er sei schwankend, im Schnitt etwa 20 Stunden pro Woche, fähig, als Musiker zu arbeiten, teils mit schlecht bezahlter oder Gratisarbeit. Die Leistungsfähigkeit sei wechselnd oder vermindert. Es handle sich dabei um eine behinderungsangepasste Tätigkeit (Ziff. 1.7). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9). Derzeit finde etwa alle vier Wochen eine regelmässige psychiatrisch-psychosoziale Behandlung statt. Medikation werde keine eingenommen, gelegentlich jedoch Homöopathie und Naturheilmittel. Früher seien Antidepressiva eingenommen worden, dies sei jedoch wenig erfolgreich gewesen (Ziff. 1.5).
6.
6.1
Im Rahmen der im Oktober 2014 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 7/50) holte die IV-Stelle die folgenden medizinischen Berichte ein:
Dr. C._ nannte in seinem Bericht vom 7. November 2014 (Urk. 7/52) als Diagnose chronisch rezidivierende mittelgradige, gelegentlich bis schwere Episoden, ICD-10 F33.1/2. Als Nebendiagnosen nannte er diverse Beschwerden des Bewegungsapparates, so dupuytren’sche Kontraktur rechts palmar, ein Schulter-Nacken-Armsyndrom linksbetont mit Epicondylitis radialis links und diverse weitere Gelenkbeschwerden und muskuläre Verspannungen (Ziff. 1.2). Der Verlauf sei unverändert. Es fänden alle vier Wochen Konsultationen statt, und die letzte Kontrolle sei am 20. Oktober 2014 erfolgt (Ziff. 3.1).
Der Patient habe eine unregelmässige Tätigkeit und könne aufgrund seiner Psyche (Antriebshemmung) nicht regelmässig, sondern nur zielorientiert (Auf
tritte, Aufnahmen) spielen und je nach Zustand gegebenenfalls üben. Die aktuelle Tätigkeit sei bereits gut angepasst. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 50 % (Ziff. 2.1).
Dr. C._ führte aus, es bestehe ein weitgehend
unveränderter
fluktuierter Verlauf mit
Phasen leichterer und Phasen schwerer Depression
, oft deutlicher Antriebshemmung, Selbstwertstörung, reduzierter Belastbarkeit wechselnder Intensität und
insgesamt etwas weniger oft schwere
n
depressive
n
Zustände
n.
Die Probleme des Bewegungsapparates hätten sich im Verlauf des Jahres 2011 verstärkt und seien seither oft wieder etwas besser, aber auch diesbezüglich bestehe ein chronisch-fluktuierender Verlauf. Aktuell stellten sie die Teil-Berufsfähigkeit als Musiker nicht in Frage, könnten aber bei intensiverer beruf
licher Belastung oder Verschlechterung zu Schwierigkeiten bei der Berufsaus
übung führen. Insgesamt bleibe die Teilinvalidität unverändert (Ziff. 1.3). Es finde keine Medikation statt, da diese früher wenig erfolgreich gewesen sei. Selten nehme der Beschwerdeführer Homöopathika sowie Nahrungsergän
zungsmittel für die Gelenke ein (Ziff. 3.2
). Die Prognose sei unverändert. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit
als Musiker sei in nächster Zeit und wahrscheinlich mittelfristig kaum zu steigern (Ziff. 3.3).
6.2
6.2.1
Am 23. Mai 2016 erstatteten Dr. Z._ und Dr. Y._ ihr interdisziplinäres Gutachten (Urk. 7/81). Als Diagnose mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannten sie eine rezidivierende depressive Störung, seit Anfang 2014 mittelgradige Episode. Als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie akzentuierte Persönlichkeitszüge (abhängig, beein
flussbar) sowie anamnestisch phasenweise belastungsabhängige Beschwer
den im Bereich der peripheren Gelenke, bis anhin ohne Notwendigkeit für eine ärztliche Behandlung (S. 5 Ziff. III).
In ihrer interdisziplinären Beurteilung (Urk. 7/81/11-12) führten die Gutachter aus, die Arbeitsfähigkeit sei, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beur
teilt, für die vom Versicherten bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten für keinen Zeitraum anhaltend eingeschränkt gewesen.
Für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, keine Einschränkung formuliert werden (S. 1 Mitte).
Die psychiatrische Beurteilung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer in der EDV-Branche seit 2003 mindestens zu 50 % eingeschränkt sei. Als Musiker habe bis Ende 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seit Anfang 2014 betrage die Arbeitsfähigkeit 60 % bis 70 %.
Die Gutachter hielten abschliessend fest, es sei sowohl die somatisch-rheumatologische Komponente als auch die psychosomatisch-psychiatrische Komponente mitberücksichtigt worden. Massgebend seien die psychiatrisch-psychosomatischen Gesichtspunkte (S. 1 unten f.).
6.2.2
Dr. Y._ führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 7/81/14-29) aus, der Beschwerdeführer
habe sich nie längere Zeit von seinen Depressionen lösen können.
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung lasse sich stellen, da es immer wieder zu depressiven Episoden komme. Früher seien diese schwergradig gewesen, unter anderem im Jahr 2004, als der Versicherte begut
achtet worden sei.
Dank geeigneter Umgebungsgestaltung habe sich eine Verbesserung eingestellt. In der Regel dürfte seit 2014 eine mittelgradige depressive Episode vorliegen
(S. 8 oben). Zum Gesundheitsschaden führte Dr. Y._ aus, die objektiven Befunde seien seit Anfang 2014 mittelgradig ausgeprägt (S. 10 I. Ziff. 1). Der Gesundheitszustand habe sich Anfang 2014 verbessert. Es sei immer noch die gleiche psychische Störung vorhanden, jedoch weniger ausgeprägt. Der Gesund
heitszustand habe sich verbessert, seitdem der Beschwerdeführer im Musik
business etabliert sei (S. 15 Ziff. 1-2).
Er könne in der jetzt ausgeübten Tätigkeit, welche auf ihn zugeschnitten sei, seit Anfang 2014 zu 60 % bis 70 % arbeiten. Das Belastungsprofil sei insofern schwer zu beschreiben, als der Versicherte eine Kaskade von Massnahmen ein
gerichtet habe, damit er funktionieren könne (S. 15 Ziff. 2).
Andere Tätigkeiten seien nicht empfehlenswert. In den Tätigkeiten in der Computerbranche dürfte eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehen
(S. 9 oben).
Zu den objektiven Befunden führte Dr. Y._ aus, es bestünden weder Bewusstseins- noch Orientierungsstörungen und auch keine Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Auch seien weder formale Denk
störungen noch Zwänge feststellbar. Der Versicherte habe finanzielle Zukunfts
ängste geäussert. Ein Wahn, Sinnestäuschungen oder Ichstörungen seien nicht vorhanden. Zu den Störungen der Affektivität führte Dr. Y._ aus, der Beschwerdeführer sei in der Stimmungslage wechselhaft, zu Beginn sei er niedergeschlagen und beinahe erstarrt, und mit der Zeit taue er auf. Es bestehe ein eher reduziertes Selbstwertgefühl. Zu den Störungen des Antriebs und der Psychomotorik führte Dr. Y._ aus, der Antrieb sei gering. Nach der Besprechung hätte der Versicherte sich rasch zu Dr. Z._ begeben sollen, er habe ihn jedoch nach längerer Zeit immer noch vor seiner Praxis auf dem Trottoir stehend vorgefunden. Der Versicherte habe die Praxisräume und das Treppen
haus langsam verlassen. Die Psychomotorik sei ruhig (S. 6 lit. f).
Die psychische Störung zeitige teilweise negative Einflüsse auf das Privatleben, wobei der negative Einfluss auf das Berufsleben höher sei. In den Beziehungen sei der Beschwerdeführer nicht eingeschränkt (S. 10 I. Ziff. 2). Eine Aggravation der Beschwerden liege nicht vor, es gebe keine Diskrepanz (S. 10 I. Ziff. 4). Dr. Y._ führte aus, die Persönlichkeitsentwicklung beim Beschwerdeführer sei früh gestört worden. Später sei es zu Schwierigkeiten bei der Berufsaus
übung gekommen. Eine Persönlichkeitsstörung sei nicht nachweisbar. Es lägen aber akzentuierte Persönlichkeitszüge vor (S. 10 I. Ziff. 7). Zum sozialen Kon
text führte Dr. Y._ aus, der Versicherte sei vor allem familiär, aber auch sonst vernetzt. Der Tagesablauf sei sehr regelmässig, beinahe rigid. Der Beschwerde
führer begründe dies mit der Notwendigkeit, genügend Druck von aussen auf
zu
bauen, damit er funktionieren könne (S. 11 II. Ziff. 1-2).
Der Beschwerdeführer
verfüge über eine hohe Selbstdisziplin.
Er richte sich das Leben so ein, dass er trotz seiner psychischen Störung funktionieren könne. Im Musikergeschäft habe er sich einen ausgezeichneten Namen geschaffen. Aller
dings gebe es Tage, während denen die Depression stärker sei und er deshalb nur wenig erledigen könne.
Dr. Y._ führte aus, an eine Rückkehr in den EDV-Bereich sei kaum zu denken. Eine Arbeit im EDV-Bereich sei mit der depressiven Störung nur partiell vereinbar. Die Welt der Musik sei dagegen ein Gebiet, welches sich auf seine Psyche günstig auswirke (S. 8 Mitte).
Die psychotherapeutischen Massnahmen seien niederschwellig, sollten aber genügend sein. Angesichts der Chronifizierung der depressiven Störung sei nicht anzunehmen, dass eine intensive Psychotherapie viel bringen würde (S. 8 unten f.).
Dr. Y._ führte aus, es gebe aber antidepressiv wirkende Medika
mente, welche sich durch relativ geringe Nebenwirkungen beziehungs
weise durch eine deutliche Antriebssteigerung auszeichneten. Eine derartige Therapie sei zumutbar und zielführend (S. 9 oben).
In seiner Stellungnahme zu den vorgängigen Einschätzungen führte Dr. Y._ aus, die Einschätzung von Dr. B._ vom November 2004 sei nach
voll
ziehbar. Dem Bericht von Dr. C._ vom März 2008 lasse sich ent
nehmen, dass die depressive Störung etwas gebessert sei, indem es auch zu mit
telgradigen Episoden gekommen sei. Die Diagnose in seinem Bericht vom November 2014 sei nachvollziehbar, allerdings könne die in der Regel noch mittelgradige depressive Episode nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % führen, jedenfalls nicht in der Tätigkeit als Musiker, welche auf die Versicherten zugeschnitten sei (S. 9 unten).
6.3
Dr. C._ führte in seinem Bericht vom 15. März 2017 (Urk. 3/4) aus, die Ein
stellung der halben Rente des Beschwerdeführers sei aus seiner Sicht als lang
jähriger behandelnder Psychiater mit zusätzlicher hausärztlicher Teilfunktion sachlich falsch und fachlich nicht nachvollziehbar (S. 1 Mitte). Die Tätigkeit als freiberuflicher Jazzmusiker sei beim Beschwerdeführer optimal behinderungs
angepasst. Ohne diese relativ enge berufliche Lücke wäre der Beschwerdeführer wohl vollinvalid. Eine andere relevante Tätigkeit komme nicht in Frage. Die jetzige Tätigkeit wäre schon in psychisch gesundem Zustand nicht so leicht ausbaubar und in krankem schon gar nicht. Die Auftrags- und Verdienstmög
lichkeiten seien beschränkt. Zudem könne der Patient vielleicht kurze Mehrbe
lastungen tolerieren, seiner Belastbarkeit seien jedoch depressionsbedingt deut
liche Grenzen gesetzt (S. 1 Ziff. 1).
Es handle sich um eine Andersbeurteilung der psychischen Krankheit. Beim Patienten bestünden schon Jahrzehnte lang stärkere rezidivierende bis chroni
sche mittelgradige, gelegentlich schwere depressive Episoden. Ob mittel
schwer oder schwer sei letztlich Wortklauberei. Es möge zwar sein, dass sich der psychische Zustand 2014 bis 2015 während einiger Monate tendenziell etwas gebessert habe. Die Verbesserungen seien aber diskret geblieben, und es treffe nach seiner Beobachtung und Beurteilung als behandelnder Psychiater nicht zu, dass sich der Gesundheitszustand des Patienten in arbeits- und rentenrele
vantem Ausmass gebessert habe. Mindestens seit Sommer 2016 habe sich der Zustand tendenziell wieder verschlechtert (S. 2
Ziff. 3).
Dr. C._ führte aus, mit Nachdruck sei hier auch nochmals festzuhalten, dass der Patient durchaus ernsthafte psychopharmakologische Behandlungen hinter sich habe (S. 2 Ziff. 4). Dass eine medikamentöse Therapie
„zu einer weiteren Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen
“
würde, widerspreche den Erfahrungen nach rund zehn Versuchen in diesem konkreten Fall und entsprin
ge einem reinen Wunschdenken. Beim Beschwerdeführer habe man bei lang
jähriger depressiver Erkrankung eine ganze Reihe der therapeutischen Möglich
keiten mit bescheidenem Erfolg auszunützen versucht und mit Hilfe einer gut angepassten beruflichen Tätigkeit als freiberuflicher Musiker eine volle Invalidi
tät verhindern können. Würde man dieses austarierte Gleichgewicht stören, wäre eine Verstärkung der Depression zu befürchten. Dr. C._ hielt abschliessend fest, aus seiner Sicht erscheine es wegen der Erkrankung undenk
bar, dass der Patient in höherem Mass selbständig oder gar in einem Angestell
tenverhältnis tätig sein könnte (S. 3).
6.4
Dr. C._ führte in seinem Bericht vom 7. Juli 2017 (Urk. 11) aus, es sei wenig verantwortungsvoll von der Beschwerdegegnerin gewesen, seine Beurtei
lung als behandelnder Arzt nicht einzuholen (S. 1 Ad 3). Es sei unzutreffend, dass seit 2004 keine medikamentösen Versuche mehr stattgefunden hätten. Erst seit dem letzten erfolglosen Versuch in den Jahren 2008 bis 2009 nehme der Patient keine konventionellen Psychopharmaka mehr ein (S. 1 Ad 4a).
Zudem weise eine nur noch monatliche Behandlungsfrequenz nicht auf einen geringen Leidensdruck hin, sondern darauf, dass der Patient austherapiert sei und es primär nur noch um die Stabilisierung und das Durchhalten gehe. Eine langjährige, wöchentliche Therapiefrequenz von einer Therapiestunde pro Woche zu fordern, erscheine in dieser Situation reichlich realitätsfremd. Grund
sätzlich wäre der Patient aber auf Forderung der Beschwerdegegnerin bereit, sich einer solchen wöchentlichen Therapie zu unterziehen (S. 2 Ad 4b).
7.
7.1
Genauere
Abklärungen der tatsächlichen gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
seit erstmaliger Rentenzusprache im Jahr 2005 (Urk. 7/17 und Urk. 7/22)
fanden
erst im Rahmen des im Oktober 2014
veranlassten Revisionsverfahren
s
(vgl. Urk. 7/50)
statt, indem
zuvor ledig
lich Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. C._ eingeholt wurden (vgl. vorstehend E. 4-5). Demnach ist als Vergleichszeitpunkt, ob eine revisions
relevante Veränderung des gesundheitlichen Zustandes des Beschwer
de
führers eingetreten ist, auf die erstmalige Rentenzusprache abzustellen (vgl. vorstehend E. 1.3).
7.2
Anlässlich der mit Verfügung
vom 20. Januar 2005
(
Urk.
7/17 und
Urk.
7/22) rückwirkend ab
1.
August 2004
bei einem Invaliditätsgrad von 50 % erfolgten
Zusprache einer
halben Rente lagen der Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. A._ vom April 2004 (vgl. vorstehend E. 3.1) und das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten von Dr. B._ vom November 2004 (vgl. vorstehend E. 3.2) vor. Dr. A._ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episo
de (ICD-10 F33.11/F33.2). Sowohl die bisherige Berufstätigkeit wie auch eine angepasste Tätigkeit erachtete Dr. A._ nur noch halbtags für möglich. Beschrieben wurde ein deutlich depressiv wirkender Patient mit verlangsamten, gelegentlich blockiertem formalen Gedankengang und das Vorliegen einer aus
gesprochenen Energielosigkeit.
Was das Gutachten von Dr. B._ vom November 2004 anbelangt, welcher bei diagnostizierten chronischen schweren depressiven Phasen (ICD-10 F33.2) lediglich noch in einer angepassten Tätigkeit eine Erwerbsfähigkeit von höchstens 50 % für gegeben erachtete, ist der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. med. D._, praktischer Arzt, vom 14. Dezember 2004 (vgl. Urk. 7/15/4) beizupflichten, wonach das Gutachten von Dr. B._, da sich der Psychostatus lediglich auf sieben Zeilen beschränkt, die formalen Kriterien an den Beweiswert eines Gutachtens (vgl. vorstehend E. 1.4) nicht erfüllt. Da sich RAD-Arzt Dr. D._ von weiteren Abklärungen keine Änderung versprach, ging er dennoch ab 1. Dezember 2003 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus.
Dazu führte der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin in seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 (vgl. Urk. 7/72/2-3) aus, das Gutachten genüge als Grundlage für einen Rentenentscheid nicht. Empfohlen wurde, die Verfügung vom 20. Januar 2005 in Wiedererwägung zu ziehen. In der Folge hob die Beschwerdegegnerin jedoch mit hier angefochtener Verfügung (Urk. 2) die Ver
fügung vom 20. Januar 2005 (Urk. 7/17 und Urk. 7/22) nicht wiedererwä
gungsweise auf. Diesem Vorgehen ist beizupflichten, zumal insbesondere in Anbetracht der detaillierten Ausführungen von Dr. A._ vom April 2004 (vgl. vorstehend E. 3.1) eine zweifellose Unrichtigkeit der erstmaligen Rentenzu
sprache (
BGE 110 V 176 E. 2a mit Hinweisen
) verneint werden muss.
7.3
Die Beschwerdegegnerin ging
nun in der vorliegend angefochtenen Einstel
lungsverfügung (Urk. 2) von einem seit der erstmaligen Rentenzusprache ver
besserten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers basierend auf den
Feststellungen im rheumatologis
ch-psychiatrischen Gutachten von Dr. Z._ und Dr. Y._ vom
Mai 2016 (vgl. vorstehend E. 6.2)
und damit von einem Revi
sionsgrund aus. Die hernach von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Ressourcenprüfung führte sie zur Feststellung, dass
aus invalidenversiche
rungs
rechtlicher Sicht
kein
relevante
r Gesundheitsschaden mehr vorliege
(vgl. vor
stehend E. 2.1 und
Urk.
7/83/5-6).
7.4
Der Einschätzung der Beschwerdegegnerin, welcher sich die beigeladene Pen
sions
kasse in ihrer Stellungnahme vom April 2018 anschloss (vgl. vor
stehend E. 2.3), kann aus den darzulegenden Gründen nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass der psychiatrische Gutachter Dr. Y._ nach selbst vorgenom
mener Ressourcenprüfung nach wie vor von einer Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 30 % bis 40 % in der Tätigkeit als Musiker ausging, welche er einhergehend mit der Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. C._ (vgl. vorstehend E. 4-5, E. 6.1 und E. 6.3-4) als optimal angepasste Tätigkeit befand, erweist sich auch die von Dr. Y._ seit Anfang 2014 festgestellte Verbesserung des Gesundheitszustandes für nicht genügend ausgewiesen. Insbe
sondere lässt sich anhand der von Dr. Y._ beschriebenen Befundlage mit nach wie vor beobachtetem geringen Antrieb die von ihm festgestellte Steige
rung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von maximal 20 % auf 70 % nicht nachvollziehen, zumal bereits im Rahmen der erstmaligen Rentenzuspra
che von Dr. A._ eine massive Energielosigkeit beschrieben wurde. Den formalen Gedankengang beschrieb Dr. Y._ im Vergleich zu Dr. A._, welcher von einem verlangsamten und teilweise blockierten formalen Gedan
kengang sprach, zwar als unauffällig, jedoch
befand Dr. Y._ den Beschwerdeführer in
der Stimmungslage wechselhaft, zu Beginn niedergeschla
gen und beinahe erstarrt
.
Dr. Y._ schien die Verbesserung des Gesundheitszustandes denn auch im Wesentlichen aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. C._ vom November 2014 (vgl. vorstehend E. 6.1) abgeleitet zu haben, namentlich mass
geblich von dessen Aussage, dass es insgesamt etwas weniger oft zu schweren depressiven Zuständen gekommen sei. Aus dem Kontext des Berichtes von Dr. C._ vom November 2014 geht jedoch hervor, dass es sich hierbei nicht um eine wesentliche, nachhaltige Verbesserung gehandelt hat. So nannte er als Diagnose nach wie vor chronisch rezidivierende mittelgradige, gelegentlich bis schwere Episoden (ICD-10 F33.1/2) und berichtete von einem weitgehend unveränderten Verlauf mit abwechselnden Phasen leichter und schwerer Depression mit oft deutlicher Antriebshemmung.
Dass aus den Äusserungen von Dr. C._ nicht auf eine massgebende Besse
rung des gesundheitlichen Zustandes geschlossen werden kann, bestätigte dieser in seinem Bericht vom März 2017 (vgl. vorstehend E. 6.3), worin er ausführte, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen 2014 und 2015 zwar während einiger Monate tendenziell etwas gebessert habe, die Verbesserungen jedoch diskret geblieben seien und sich der Gesundheitszu
stand seit Sommer 2016 auch wieder tendenziell verschlechtert habe.
Die von Dr. Y._ aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. C._ vom November 2014 abgeleitete massgebliche Verbesserung des gesund
heitlichen Zustandes des Beschwerdeführers, bei nach wie vor festge
stelltem geringem Antrieb, überzeugt daher nicht. Soweit Dr. Y._ nach eigener Untersuchung des Beschwerdeführers demnach eine um 10 % bis 20 % gesteigerte Arbeitsfähigkeit als Musiker feststellte, handelt es sich lediglich um eine andere
Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
haltes.
Demnach ist
k
ein verbesserter Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache ausgewiesen, womit es an einer revisionsrelevanten Sach
ver
halts
änderung im Sinne von Art. 17 ATSG fehlt
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Da
eine geänderte Rechtsprechung für sich allein kein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG darstellt (vgl.
BGE 135 V 201
E. 6),
bleibt auch kein Raum für eine seit der geänderten Rechtsprechung Ende November 2017 vorzunehmende Indikatorenprüfung (vgl. BGE 143 V 418).
7.5
Aufgrund des Gesagten erweist sich die Einstellung der Invalidenrente mangels eines ausgewiesenen verbesserten Gesundheitszustandes und damit mangels eines
Revisionsgrund
es
im Sinne von Art. 17 ATSG als unzulässig.
In Gutheissung der Beschwerde ist d
ie angefochtene Verfügung vom 23. Februar 2017
(Urk. 2) daher aufzuheben mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf die Ausrichtung der bisherigen
hal
ben Rente
hat.
8.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
.
Soweit die Beigeladene wie vorliegend aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht grundsätzlich kein Dispens von der Kostenpflicht (vgl. Gesetz über das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich, Kommentar,
2.
Auflage, Zürich/Bas
el/Genf 2009, § 14 N 33 mit Hin
weis).
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- anzuset
zen und ausgangsgemäss hälftig der Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen aufzuerlegen.
8
.2
Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem Beschwerdeführer
beim praxisge
mässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich MWSt)
eine Prozessents
chädi
gung von Fr. 2‘5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzuspre
chen.
Unterliegende Beigeladene können nur bei der Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden (vgl.
BGE 128 V 323). Ein solches Ver
hal
ten lag bei der Beigeladenen nicht vor, weshalb die Prozessentschädigung von der Beschwerdegegnerin zu leisten ist.