Decision ID: ce6e5d70-e98f-5dd6-b5c4-ede4ed1f5a33
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich nach einer Verletzung und Operation der Supraspinatussehne
der rechten Schulter am 7. Dezember 2010 erstmals bei der Invalidenversicherung (IV)
zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 16. Juni 2014 sprach ihm die IV-
Stelle unter anderem gestützt auf ein Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom
16. Dezember 2013 (Dr. med. B._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie;
Dr. med. C._, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates; Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin;
Untersuchungen vom 14., 20. und 21. November 2013; IV-act. 110-1 bis 58) ab 1. Juni
2011 eine Viertelsrente und ab 1. Dezember 2012 eine halbe Rente zu (IV-act. 123).
Aufgrund eines an den Krankentaggeldversicherer gerichteten Gesuchs vom
9. Oktober 2014, ihm weiterhin Taggelder auszurichten (Aktennotiz vom 15. Oktober
2014, IV-act. 126, IV-act. 128-1), prüfte die IV-Stelle eine Rentenerhöhung und wies
diese nach zweimaliger Anhörung (Vorbescheid vom 23. Januar 2015, IV-act. 132;
Einwand vom 27. Februar 2015, IV-act. 133; zweite Anhörung vom 15. März 2016, IV-
act. 160; Stellungnahme des Versicherten vom 17. Mai 2016, IV-act. 163-1 ff.) mit
Verfügung vom 13. Juli 2016 ab (IV-act. 167).
A.a.
Gegen die Verfügung vom 13. Juli 2016 erhob der Versicherte am 14. September
2016 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 170). Mit
Entscheid vom 28. November 2017 (IV 2016/309, IV-act. 186) hiess das
Versicherungsgericht die Beschwerde teilweise gut und wies die Sache zur weiteren
A.b.
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Abklärung an die IV-Stelle zurück. Es erwog, insgesamt vermöge keine der ärztlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen vollständig zu überzeugen. Ebenso wenig überzeuge die
abschliessende RAD-Stellungnahme vom 10. Juni 2016, wonach keine
arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege bzw.
dass es sich lediglich um eine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung der
behandelnden Ärzte bei unveränderten Befunden handle. Es fehle eine
nachvollziehbare und konsistent begründete polydisziplinäre Auseinandersetzung.
Dabei falle ins Gewicht, dass bei versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ohne
Einholung eines externen Gutachtens strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung
zu stellen seien. Der Sachverhalt erweise sich als abklärungsbedürftig und noch nicht
spruchreif. Die Sache sei an die IV-Stelle zur Veranlassung eines neuen
polydisziplinären Gutachtens (orthopädisch, psychiatrisch und internistisch)
zurückzuweisen (E. 2.5.5, E. 2.6).
Am 16. Januar 2018 erlitt der Versicherte einen ischämischen Hirninfarkt im
Thalamus links (Austrittsbericht Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen
[KSSG] vom 19. Januar 2018, IV-act. 194-10 ff.).
A.c.
Med. pract. E._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, verwies in einem
Verlaufsbericht vom 22. Februar 2018 (IV-act. 191) auf eine seit seinem Vorbericht vom
10. April 2016 (IV-act. 163-12 f.) unveränderte Situation. Dr. med. F._, Facharzt für
Innere Medizin, hielt im Arztbericht vom 16. März 2018 fest, der Versicherte sei
weiterhin zu 80% arbeitsunfähig. Er sei aktuell im Pensum von 20% im Postversand
tätig. Diese Arbeit könne er gut einteilen (IV-act. 194-6 ff.).
A.d.
In Nachachtung des Entscheids des Versicherungsgerichts beauftragte die IV-
Stelle die G._ AG mit einer Verlaufsbegutachtung (Gutachten vom 16. August 2018;
Dr. med. B._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. C._, Fachärztin
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates; Dr. med. H._,
Facharzt Neurologie; Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin;
Untersuchungen 12. und 14. Juni 2018, wobei grundsätzlich alle - bis auf Dr. H._ -
bereits die erste Begutachtung vorgenommen hatten [Aa]). Die Gutachter
diagnostizierten als Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit:
A.e.
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- ein cervikales Schmerzsyndrom bei radiologisch diskreten degenerativen
Veränderungen,
- ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom ausstrahlend ins linke Bein mit radikulärer
Irritation L5 links mit geringem sensomotorischem Ausfallsyndrom L5 linksseitig,
- eine endgradig schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit der rechten Schulter
bei Status nach Supraspinatussehnenruptur am 2. Januar 2010 und Status nach
arthroskopischer subacromialer Dekompression am 9. März 2010,
- eine endgradige Bewegungseinschränkung der Finger II und IV rechts seit etwa 20
Jahren
- schmerzhafte Parästhesien nach Thalamus-Ischämie am 16. Januar 2018
- hirnorganisches Psychosyndrom (ICD-10: F07.9)
- eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01)
- eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1), DD ängstliche Persönlichkeits
störung (ICD-10: F60.6).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien unter anderem
- eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.80)
- ein Status nach rezidivierenden depressiven Episoden, derzeit remittiert (ICD-10:
F33.4; IV-act. 212-9).
In der früheren Tätigkeit als selbständiger Werkzeugschleifer und in jeder anderen
körperlich belastenden Tätigkeit bestehe seit etwa 2010 keine Arbeitsfähigkeit mehr. In
adaptierten Tätigkeiten liege kontinuierlich seit der Begutachtung im Jahr 2013 eine
Arbeitsfähigkeit von 50% vor, ab Februar 2016 betrage die Arbeitsfähigkeit 20% (IV-
act. 212-10 f.).
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A.f. Die IV-Stelle richtete am 17. August 2018 Ergänzungsfragen an die Gutachterstelle
(IV-act. 214; vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 17. August 2018, IV-act. 218-1),
welche der psychiatrische Gutachter am 6. September 2018 beantwortete. Er führte
aus, die Diagnosen von med. pract. E._ (eine rezidivierende mittelgradige depressive
Störung, eine Panikstörung und eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und
somatischen Faktoren), die zu einer Arbeitsunfähigkeit von 80% führten, seien
anlässlich einer stationären Behandlung in der Klinik I._ vom 9. Mai bis 4. Juni 2016
(vgl. Austrittsbericht vom 14. Juni 2016, IV-act. 173) bestätigt worden. Nach dem
ischämischen Hirninfarkt vom 16. Januar 2018 habe eine Veränderung des
psychopathologischen Zustandes objektiviert werden können. Ein depressives
Zustandsbild sei nicht im Vordergrund gewesen, sondern die Störungen der
mnestischen und kognitiven Funktionen, nun hirnorganisch bedingt. Die
Angstsymptomatik habe sich mutmasslich hirnorganisch noch verstärkt. Anhand des
klaren klinischen psychopathologischen Zustandes habe auf eine neuropsychologische
Zusatzuntersuchung verzichtet werden können (IV-act. 215). RAD-Ärztin Dr. J._
nahm am 11. September 2018 Stellung, die Annahme, dass die depressive Problematik
die Arbeitsfähigkeit seit Februar 2016 erheblich beeinträchtigt habe (Arbeitsunfähigkeit
80%) sei spekulativ bzw. könne wegen des (nunmehr) vorherrschenden
(hirnorganischen) Psychosyndroms rückblickend kaum mehr mit ausreichender
Sicherheit bestätigt werden. Hingegen habe die RAD-Psychiaterin Dr. K._ in der
Stellungnahme vom 12. Juli 2016 zeitnah und mit Bezug auf die zusätzlichen
Erläuterungen des behandelnden Psychiaters aus psychiatrischer Sicht gegenüber
dem Referenzzeitpunkt 2013 keine wesentliche Veränderung festgestellt. Eine
arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung sei folglich erst ab Januar 2018
ausgewiesen (IV-act. 218-2).
A.g. Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2018 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Zusprache einer ganzen bzw. Erhöhung der
halben auf eine ganze Rente ab 1. April 2018 (IV-act. 224). Mit Einwand vom
6. November 2018 machte der Versicherte im Wesentlichen geltend, nach Ansicht des
Versicherungsgerichts sei die Einholung eines ergänzenden Gutachtens zu Unrecht
verweigert worden. Werde nun lapidar festgehalten, dass zu seinen Gunsten
rückwirkend der Gesundheitszustand nicht mehr festgestellt werden könne, sei es
rechtsmissbräuchlich, ihn die Folgen dieses Versäumnisses tragen zu lassen (IV-
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act. 229-8 ff.). In einer abschliessenden RAD-Stellungnahme vom 11. Dezember 2018
legte RAD-Ärztin Dr. J._ dar, der psychiatrische Gutachter habe im Gegensatz zur
RAD-Ärztin Dr. K._ keine kritische Würdigung und Diskussion der
psychopathologischen Befunde vorgenommen. Die Angaben des behandelnden
Psychiaters seien nicht geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
(bereits) ab Februar 2016 zweifelsfrei glaubhaft und plausibel zu machen (IV-act. 232).
A.h. Mit Verfügung vom 24. Januar 2019 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. April 2018 die Erhöhung der halben auf eine ganze Rente zu. Gemäss
Gutachten der G._ AG habe sich der Gesundheitszustand seit Januar 2018 relevant
verändert, so dass lediglich eine leidensadaptierte Tätigkeit im Umfang von 20%
zumutbar sei. Gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 6. November 2018 werde
am bisherigen Entscheid festgehalten. Die medizinischen Unterlagen des
behandelnden Psychiaters seien nicht geeignet, eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes vor Januar 2018 auszuweisen (IV-act. 234-1 und 237).
B.
B.a. Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2019 lässt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D. Ackermann, am
22. Februar 2019 Beschwerde erheben. Er beantragt, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm bereits
ab dem 1. Mai 2016 eine ganze IV-Rente auszurichten. Weiter sei ihm im Sinne einer
vorsorglichen Massnahme die unbestrittene ganze Rente ab 1. April 2018 bereits für
die Dauer des Beschwerdeverfahrens auszurichten und ihm die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren. Aus den Erwägungen des Versicherungsgerichts vom
28. November 2017 gehe dessen Auffassung hervor, dass spätestens nach Eingang
des Verlaufsberichts von med. pract. E._ vom 9. Februar 2016 ein polydisziplinäres
Gutachten hätte eingeholt werden müssen. Der RAD habe sich jedoch darauf
beschränkt, die zahlreichen, eine höhere Arbeitsunfähigkeit attestierenden Berichte
abschlägig zu kommentieren. Wenn der RAD nun in seiner Stellungnahme vom
11. September 2018 ausführe, rückblickend könne aufgrund des vorherrschenden
Psychosyndroms eine kontinuierliche Verschlechterung des Gesundheitszustands vor
dem Hirninfarkt nicht mehr mit ausreichender Sicherheit bestätigt werden, sei dies
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rechtsmissbräuchlich und zynisch. Es sei von den Feststellungen des G._-
Gutachtens auszugehen, wonach ab Februar 2016 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen habe (act. G 1).
B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die RAD-Stellungnahme
vom 11. Dezember 2018. Weitere Abklärungen seien aussichtslos, weshalb aufgrund
objektiver Beweislosigkeit vor dem Januar 2018 keine relevante Einschränkung des
Gesundheitszustandes (richtig wohl: der Erwerbsfähigkeit) ausgewiesen sei. Für die
Zeit ab 1. Januar 2018 sei das Gutachten unbestritten beweiskräftig (act. G 3). Am
20. Mai 2019 informiert die IV-Stelle das Versicherungsgericht, dass dem
Beschwerdeführer die Rente seit Februar 2019 bereits ausbezahlt werde. Das
Begehren um die entsprechende vorsorgliche Massnahme sei somit gegenstandslos
(act. G 5).
B.c. Der Beschwerdeführer verzichtet am 17. Juni 2019 auf eine Replik (act. G 7).

Considerations:
Erwägungen
1.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016,
1.2.
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8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und
vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427, E. 6 a. E.).
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden
Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
1.4.
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2.
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -
Ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227
E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb; Urteile des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020,
8C_335/2020, E. 4.1, und vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).
1.5.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hin
weisen).
1.6.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu
beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit allein keinen Revisionsgrund im Sinne
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
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3.
Nachdem dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Juni 2014 ab 1. Juni 2012
eine Viertelsrente und ab 1. Dezember 2012 eine halbe Rente zugesprochen (IV-
act. 123) und diese in Rechtskraft erwachsen war, ist vorliegend über die am 9.
Oktober 2014 eingeleitete Rentenrevision mit fraglicher Erhöhung der Rente zu
entscheiden. Dabei erging am 13. Juli 2016 eine abweisende Verfügung (IV-act. 167),
die das Versicherungsgericht in teilweiser Gutheissung einer Beschwerde mit
Entscheid vom 28. November 2017 aufhob (Verfahren IV 2016/309, IV-act. 186). Mit
vorliegend angefochtener Verfügung sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer ab
1. April 2018 die Erhöhung der halben auf eine ganze Rente zu (IV-act. 237, 234). Der
Beschwerdeführer macht geltend, die 80%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe bereits ab
Februar 2016 und der Anspruch auf eine ganze Rente schon ab 1. Mai 2016.
Umstritten und zu prüfen ist somit die Arbeitsfähigkeit zwischen Februar 2016 und
Januar 2018.
4.
von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2008,
9C_552/2007, E. 3.1.2, mit weiteren Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie
auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1). Eine Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Bei
gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; Urteil vom
5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).
2.2.
Die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2019 basiert in medizinischer
Hinsicht auf dem Gutachten der G._ AG vom 16. August 2018 und auf einer
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. J._ vom 11. September 2018 (IV-act. 218-2).
4.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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5.
Die grundsätzliche Beweistauglichkeit des Gutachtens ist unbestritten. Das
Gutachten gründet auf einer ausführlichen Erhebung von Anamnese und Befunden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung erfolgte nach Massgabe der nach dem strukturierten
Beweisverfahren massgeblichen Standardindikatoren. Zwar beurteilte der
neurologische Gutachter die neurokognitiven Funktionen als "im Rahmen des
biographischen Hintergrundes" unauffällig und erklärte beklagte Konzentrationsmängel
als Auswirkungen der Schmerzen (IV-act. 212-7, 40, 42). Dies steht aber nicht im
Widerspruch zur Einschätzung des psychiatrischen Teilgutachters, der die
festgestellten Einschränkungen der neurokognitiven (und emotionalen) Funktionen als
Folgen des durchgemachten ischämischen Hirninfarkts im Thalamus bzw. als dadurch
bedingtes hirnorganisches Psychosyndrom interpretierte. Im polydisziplinären Konsens
wurde denn auch der Auffassung des psychiatrischen Gutachters gefolgt (IV-
act. 212-10 f.). Dieser führte in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 6. September
2018 bestätigend aus, ein depressives Zustandsbild sei nicht (mehr) im Vordergrund
gestanden, sondern die Störungen der mnestischen und kognitiven Funktionen, nun
hirnorganisch bedingt. Die Angstsymptomatik habe sich mutmasslich hirnorganisch
noch verstärkt. Anhand des klaren klinischen psychopathologischen Zustandes habe
auf eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung verzichtet werden können (IV-
act. 215).
4.2.
Auf das Gutachten kann somit mit dem RAD (Stellungnahme RAD-Ärztin Dr. J._
vom 11. September 2018, IV-act. 218) abgestellt werden, was die Einschätzung ab
dem Begutachtungszeitpunkt bzw. bereits ab Januar 2018 (Hirninfarkt) betrifft.
4.3.
Zu befinden bleibt über die zwischen den Parteien umstrittene Arbeitsfähigkeit
während des Zeitraums von Februar 2016 bis Januar 2018.
5.1.
Der psychiatrische Gutachter kommt zum Schluss, für die angestammte Tätigkeit
sei der Beschwerdeführer ab Februar 2016 aufgrund einer rezidivierenden depressiven
Störung mittelgradiger Ausprägung zu 20% arbeitsfähig gewesen. Aufgrund des neu
hinzugetretenen hirnorganischen Psychosyndroms sei es ab Januar 2018 zu einer
weiteren Verschlechterung gekommen und somit zu einer 100%-igen
Arbeitsunfähigkeit angestammt. Auch für adaptierte Tätigkeiten bestehe seit Februar
2016 eine Arbeitsfähigkeit von 20% (IV-act. 212-8, 11 f.). Seit dem Hirninfarkt im
Januar 2018 sei nicht mehr das depressive Zustandsbild im Vordergrund gestanden,
sondern die nun hirnorganisch bedingten Störungen der mnestischen und kognitiven
Funktionen (Stellungnahme Gutachterstelle vom 6. September 2018, IV-act. 215).
5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
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RAD-Ärztin Dr. J._ hielt in ihrer abschliessenden Stellungnahme vom
11. September 2018 der retrospektiven Einschätzung der Gutachter entgegen, eine
relevante und im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung objektivierte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zur Vorbegutachtung sei ab
Januar 2018 auf das hirnorganische Psychosyndrom nach Thalamus-Ischämie
zurückzuführen. Eine arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung sei erst ab Januar
2018 ausgewiesen (IV-act. 218-2).
5.3.
In der Beantwortung der Rückfrage hat der psychiatrische Gutachter am 6.
September 2018 nachvollziehbar erläutert, dass im Frühjahr 2016 zunächst aufgrund
der Verschlechterung des depressiven Zustandsbildes eine höhere Arbeitsunfähigkeit
von 80% eintrat und sich der Zustand nach dem Hirninfarkt im Januar 2018 noch
weiter verschlechterte. Der Grund für die Arbeitsunfähigkeit hat sich gewissermassen
von der Depression zu den Folgen des Hirninfarkts verlagert. Das scheint plausibel und
war auch dem Gutachten bereits so zu entnehmen. Das Gutachten spricht sich
eindeutig über den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit aus. So ist an mehreren Stellen
dargetan, dass die Gutachter von einer Verschlechterung mit einer Erhöhung der
Arbeitsunfähigkeit auf 80% bereits ab Februar 2016 ausgehen (Konsens IV-act. 212-11,
Ziff. 4.8 "ab Februar 2016 beträgt die AF adaptiert 20%"; IV-act. 212-12, Ziff. 2. "...
weitere Verschlimmerung seit Februar 2016", "Psychiatrisch: erste... ab Februar 2016
aktenkundig, wie auch zusätzlich ab Januar 2018"; psychiatrische Begutachtung IV-
act. 212-23, Ziff. 8.1: "Ab Februar 2016, unter Berücksichtigung einer rezidivierenden
depressiven Episode, die zu der früher vorhandenen Symptomatik hinzugekommen ist,
ist die Arbeitsunfähigkeit von 80% nachvollziehbar. ..."). Die zugrundeliegende durch
die behandelnden Ärzte bereits ab Februar 2016 angenommene Arbeitsunfähigkeit von
80% wurde nicht nur aufgrund der damals diagnostizierten mittelgradigen depressiven
Episode, sondern zusätzlich aufgrund einer Panikstörung und einer chronischen
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (Verlaufsbericht
med. pract. E._ vom 9. Februar 2016, IV-act. 158) attestiert und auch in der Klinik
I._ wurden zusätzlich zur mittelgradigen Depression eine somatoforme autonome
Funktionsstörung des kardiovaskulären Systems und eine nicht organische Insomnie
diagnostiziert (Austrittsbericht vom 14. Juni 2016, IV-act. 173). Neben dem
behandelnden med. pract. E._ attestierten auch der Hausarzt Dr. F._ (Arztbericht
vom 13. März 2018, IV-act. 194-8; IV-act. 151-5) und der Kardiologe Dr. L._
(Konsiliarbericht vom 2. November 2015, IV-act. 151) - wenn auch nicht ausschliesslich
wegen psychiatrischer Diagnosen - bereits ab 10. August 2015 eine Arbeitsunfähigkeit
von 80% bzw. von über 70%.
5.4.
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Die Beschwerdegegnerin nimmt erst den Hirninfarkt bzw. dessen Folgen als eine
Arbeitsunfähigkeit von 80% begründend an und zwar gestützt auf die RAD-
Stellungnahmen von Dr. J._ vom 11. September 2018 (IV-act. 218) und vom 11.
Dezember 2018 (IV-act. 232). Dabei nimmt Dr. J._ den Standpunkt ein, dass für die
Zeit vor dem Hirninfarkt die Annahme einer durch eine Depression bedingte
Arbeitsunfähigkeit spekulativ sei. Dabei lässt sie jedoch ausser Acht, dass die
damaligen Behandler diese bestätigt haben und mangels anderer Angaben und nun
insbesondere aufgrund der Bestätigung dieser Arbeitsunfähigkeit retrospektiv auch
durch die Gutachter darauf abzustellen ist. Dr. J._ verweist für ihre Aussage lediglich
auf die Stellungnahme der RAD-Psychiaterin Dr. K._ vom 12. Juli 2016 (IV-act. 166),
welche echtzeitlich sei und die Einschätzung Dr. E._ analysierte. Dabei übersieht sie,
dass unter anderem genau diese Stellungnahme im Gerichtsurteil vom 28. November
2017 als nicht beweistauglich erachtet wurde (Urteil IV-act. 187-13, E. 2.4.5). Dr. K._
führte in der am 12. Juli 2016 verfassten RAD-Stellungnahme (IV-act. 166-2) aus, mit
den von med. pract. E._ aufgeführten Befunden und Diagnosen lasse sich keine
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands aus psychiatrischer Sicht
gegenüber dem Referenzzeitpunkt bzw. dem MEDAS-Gutachten von 2013 begründen.
Im Entscheid vom 28. November 2017 (Verfahren IV 2016/309, IV-act. 186) erwog das
Versicherungsgericht, in der psychiatrischen RAD-Stellungnahme werde nicht
dargelegt, weshalb die geltend gemachte Verstärkung der Angststörung infolge der
nachgewiesenen Komplikationen beim kardialen Eingriff für die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht relevant sein solle. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit bei
einer Akzentuierung der Angststörung sei zumindest möglich. Weiter äussere sich der
RAD auch nicht dazu, dass im Gegensatz zum MEDAS-Gutachten nun wiederholt von
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
berichtet worden sei und nicht mehr von einer remittierten rezidivierenden depressiven
Störung. Auch hier werde von den behandelnden Ärzten eine Verschlechterung geltend
gemacht, bei welcher eine negative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht von
vornherein ausgeschlossen werden könne. Zudem sei erwähnt worden, dass aufgrund
der kardialen Situation bis auf weiteres keine suffiziente Pharmakotherapie möglich sei.
Auch zu diesem Punkt habe der RAD keine Stellung genommen. Die RAD-
Stellungnahme sei demnach nicht abschliessend, weshalb darauf nicht ohne weiteres
abgestellt werden könne (E. 2.4.5, IV-act. 186-13). Mit Blick darauf wurde die
nachfolgende Begutachtung angeordnet.
5.5.
Es trifft zwar zu, dass der Gutachter die gesundheitliche Situation vor dem
Hirninfarkt nicht mehr direkt anhand seiner aktuellen Befunde beurteilen konnte (vgl.
Stellungnahme RAD-Ärztin Dr. J._, IV-act. 282-2). Indes untersuchte damals RAD-
5.6.
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6.
Ärztin Dr. K._ den Beschwerdeführer nicht persönlich, sondern nahm eine
Aktenbeurteilung anhand der Berichte der behandelnden Ärzte vor. Eine dem
Gutachten vorgehende Beweiskraft aufgrund von Echtzeitlichkeit kann der RAD-
Stellungnahme von Dr. K._ somit nicht zuerkannt werden. Vielmehr hatte der
Gutachter im Gegensatz zur RAD-Psychiaterin die Möglichkeit, den Beschwerdeführer
zum Verlauf des Gesundheitszustandes zu befragen.
Zusammenfassend bestehen keine objektivierten Gesichtspunkte, die die
gutachterliche Einschätzung, eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit habe bereits ab Februar
2016 bestanden, in Frage zu stellen vermögen. Somit ist auch bezüglich der
retrospektiven Einschätzung auf das Gutachten abzustellen. Bei gegebener
Verschlechterung ab Februar 2016 ist die halbe Rente in Anwendung der
Bestimmungen von Art. 88a Abs. 2 IVV ab dem 1. Mai 2016 zu erhöhen. Bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 80% hat der Beschwerdeführer entsprechend des in der
angefochtenen Verfügung ermittelten unbestrittenen IV-Grades von 82 % Anspruch auf
eine ganze IV-Rente.
5.7.
Hinsichtlich des Begehrens um vorsorgliche Rentenauszahlung ist die Beschwerde
aufgrund der von der Beschwerdegegnerin bereits bestätigten und geleisteten
Auszahlung der laufenden ganzen Rente (vgl. act. G 5 und Sachverhalt B. b)
gegenstandslos geworden und in diesem Punkt abzuschreiben.
6.1.
Im Übrigen ist die Verfügung vom 24. Januar 2019 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2016 die halbe Rente auf eine ganze Rente zu
erhöhen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
6.3.
bis
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei ins
besondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorarordnung für Rechtsanwälte und
6.4.
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