Decision ID: d887239e-84d9-48bc-8b81-fb96ec17bea3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1990, absolvierte die obligatorische Schulzeit und machte danach weder eine weitere Ausbildung noch ging sie einer Erwerbstätigkeit nach. Am
3
1.
August
2010 (Datum des Posteingangs) meldete sie sich wegen einem chronischen psychisc
hen Leiden (Angstzustände
) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arztber
icht von Y._
, Fachä
rztin
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 1
9.
Oktober 2010 ein (
Urk.
7/10).
Ausserdem nahm sie Abklärungen über berufliche Massnahmen – insbesondere ein
e
erstmalige berufliche A
usbildung - vor (
Urk.
7/22).
Am 11.
Mai 2011 teilte sie der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe und die Berufsberatung abgeschlossen werde, da die Versicherte selber
der An
sicht sei, es seien aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Mass
nahmen möglich (
Urk.
7/21).
Am
8.
Mär
z 2011 nahmen med.
pract
. Z._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –
psychot
herapie
, und
Dr.
A._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Stellung (
Urk.
7/25/3-4). Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(
Urk.
7/27-28) sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 1
6.
November 2011 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
Februar 2011 eine ausserordentliche
Invalidenrente
in der Höhe von
Fr.
1'547.
pro Monat zu (
Urk.
7/36).
1.2
Im Juli 2016 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein
,
und
X._
füllte am 2
2.
Juli 2016 den Fragebogen «Revision der Invalidenrente» aus (Urk. 7/44).
Am 1
6.
September 2016 teilte der Hausarzt
Dr.
med. B._
,
Arzt für Allgemeine Medizin FMH
,
mit, die Versicherte beziehe aus psychiatri
schen Gründen eine IV-Rente. Er habe sie diesbezüglich nie betreut, sondern lediglich Bagatellerkrankungen behandelt und könne d
eshalb
die gewünschten An
gaben zum Krankheitsverlauf nicht machen (
Urk.
7/47/5).
Der
von der IV
Stelle angeforderte
Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ging trotz wiederholter Mahnungen (
Urk.
7/48-49,
Urk.
7/51-52) nicht ein.
Am
7.
April
2017 führte die IV-Stelle ein Abklärungsgespräch mit der Versicherten durch. Anlässlich diese
s
Gespräch
s
er
klärte di
e Versicherte, dass sie
Dr.
C._
noch einmal dazu auffordern werde, den ausstehenden Arztbericht zu verfassen und der IV-Stelle einzureichen. Die IV-Stelle wies die Versicherte sodann darauf hin, dass allenfalls eine Begutachtung veranlasst werden müsse, wenn sie den Bericht von
Dr.
C._
bis zum
1
1.
Mai 2017 nicht
erhalte (
Urk.
7/57). Nachdem die IV
Stelle
Dr.
C._
am 2
2.
Mai 2017 ein weiteres Mal vergeblich gemahnt hatte (Urk. 7/58), ersuchte sie die Versi
cherte am 2
2.
Juni 2017 darum, sich für eine neuropsychologische Untersuchung mit Intelligenztest bei einem Arzt –
sie empfahl
die
D._
– zu melden und sich auf Kosten der Invalidenversicherung untersuchen zu lassen (
Urk.
7/59). Am 31.
Juli 2017 teilte die Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit, dass
sie die Untersuchung bei der
D._
durchführen werde
, da dort auch ihr Arzt sei
(Urk.
7/61).
Am 3
1.
August
2017 informierte die Versi
cherte über die Durch
führung der Untersuchung in der
D._
bzw. bei
Dr.
C._
(
Urk.
7/62).
Wie sich in der Folge herausstellte, beruhte die Annahme der IV-Stelle, dass sich die Ver
sicherte in die
D._
begeben habe bzw. dass
Dr.
C._
mit der
D._
in Verbindung stehe
,
auf einem Missverständnis. Die Versicherte suchte
Dr.
C._
in dessen Praxis auf, welche in keiner Verbindung zu
r
D._
steht, an der
D._
fanden keinerlei Untersuchungen statt (
Urk.
7/62-63). Die IV-Stelle mahnte
Dr.
C._
in der Folge weiter, den Arztbericht einzureichen (
Urk.
7/65,
Urk.
7/66). Na
chdem diese Bemühungen wieder
erfolglos gewesen waren, teilte sie der Ver
sicherten am 2
7.
Februar
2018 mit, zur Abklärung der Leistungsansprüche sei eine medizi
ni
sche Untersuchung (Psychiatrie inkl.
ne
uropsychologischer Abklä
rung) notwen
dig
. Für die psychiatrische Abklärung würden
Dr.
med. E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
und für die neu
ropsycho
logische Untersuchung
dipl.
-psych. F._
vorgeschlagen. Die Untersu
chungstermine würden direkt von den Gutachtern bekannt gegeben (
Urk.
7/68). Am 1
6.
März
2018 informierte
F._
die IV-Stelle darüber, dass ihm die Versicherte mitgeteilt habe, dass sie zu keinem Termin kommen und einen Anwalt einschalten wolle (
Urk.
7/72). Die IV-Stelle wies
X._
in der Folge
mit Schreiben vom 1
6.
März 2018
auf ihre Mitwirkungspflichten hin und forderte sie auf, ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an der Begutachtung zu erklä
ren, ansonsten aufgrund de
r Akten entschieden werden müsse, was zur Folge ha
ben
könn
e, dass
d
ie Leistungen eingestellt werden müssten (
Urk.
7/73).
Am 2
3.
März
2018 erklärte die Versicherte schriftlich ihre Zustimmung zur Mitwir
kung an der Begutachtung bei
Dr.
E._
und
F._
(
Urk.
7/79). Sie vereinbarte in der Folge mit den beiden Gutachtern auch Untersuchungstermine, nahm diese jedoch unentschul
digt nicht wahr (
Urk.
9/86). Mit Vorbescheid vom 11. April
2018 stellte die IV-Stelle
X._
die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht, da wegen Verletzung der Mitwirkungspflichten die Prüfung des wei
teren Leistungs
anspruches nicht möglich sei (
Urk.
7/88).
Die Ver
sicherte erhob dagegen am 9.
Mai 2018 Einwand. Sie erklärte ihre grundsätzliche Bereitschaft an der Mitwirkung bei der Begutachtung und wies darauf hin, dass sie
wegen eine
s
Wohnungswechsel
s
in letzter Zeit sehr unter Druck gestanden habe und es ausserdem bei der Terminvereinbarung zu Missverständnissen gekommen sei. Es sei deshalb
Dr.
C._
noch eine kurze Frist einzuräumen, damit er den weitgehend fertiggestellten Bericht einreichen könne. Wenn die IV-Stell
e
nach dessen Prü
fung noch zusätzliche Untersuchungen für erf
orderlich halte, solle sie dies
mit der Versicherten im Voraus besprechen, damit ihr deren Durchf
ührung auch mög
lich sei
n
könne
(
Urk.
7/91). Die IV-Stelle setzte der Versicherten daraufhin Frist an, um den Bericht von
Dr.
C._
einzureichen (
Urk.
7/92). Der Arztbericht von
Dr.
C._
ging schliesslich am 1
5.
Juni 2018 bei
der IV-Stelle ein (
Urk.
8/98; vgl.
Urk.
8/99
).
Die IV-Stelle hielt in der Folge daran fest, dass die von ihr angeordnete Begutachtung durchzuführen sei
,
und wies die Versicherte am
6.
September 2018 erneut auf ihre Mitwirkungspflichten hin (
Urk.
7/102). Die Versicherte vereinbarte mit den Gutachtern Termine (
Urk.
7/106-110) und erklärte am 1
8.
Septem
ber
2018 schriftlich ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an der Begutachtung (
Urk.
7/112). Den Termin bei
F._
nahm sie aber
wieder
unentschul
digt nicht wahr (
Urk.
7/115), worauf die IV-Stelle auch de
n Termin bei
Dr.
E._
am 17.
Oktober
2018 storniert
e
(
Urk.
7/117). Mit Verfügung vom 1
7.
Oktober 2018 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente ein (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Dr.
Max
Bleuler
am 1
9.
November 2018 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«
1.
Die angefochtene Ve
rfügung vom 1
7.
Oktober 2018 sei
aufzuheben.
2.
Die per Ende November 2018 aufgehobene Rente sei weiterhin auszurichten.
3.
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
4.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege und in der Per
son
des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.
5.
Alles unter gesetzlicher Kosten- und
Entschädigungsfolge.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am
9.
Januar 2019 um Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am 1
5.
Januar 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
43 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein (
Abs.
1 Satz 1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Abs.
2).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen bean
spruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in un
entschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Per
sonen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hin
weisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit e
inzuräumen
.
Die Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG in einem Fall, bei dem es um lau
fende Leistungen geht und wo die versicherte Person in unentschuldbarer Weise ihrer Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht nicht nachkommt, indem sie die Aus
füh
rungsorgane der Invalidenversicherung daran hindert, den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen, hat eine Umkehr der Beweislast zur Folge. Während es grundsätzlich Aufgabe der Verwaltung ist, eine erhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades abzuklären, wenn sie die Rente reduzieren oder aufheben will,
wird ihr dies bei einer schuldhaften Verletzung der Mitwirkungspflicht durch di
e versi
cherte Person verunmöglicht. In einem solchen Fall obliegt es dieser, nach
zuwei
sen, dass sich ihr Gesundheitszustand oder andere
entscheidwesentliche
Um
stände nicht in einem den Invaliditätsgrad beeinflussenden Ausmass verän
dert haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember
2010 E.
3.2).
1.2
Die Leistungen können gemäss
Art.
7b
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (
IVG
)
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach
Art.
7 dieses Gesetzes oder nach
Art.
43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (
Abs.
1). Die Leistungen können in Ab
weichung von
Art.
21
Abs.
4 ATSG ohne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
ge
kürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person:
a.
trotz Aufforderung der IV-Stelle nach
Art.
3c
Abs.
6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit oder der Invalidität auswirkt;
b.
der Meldepflicht nach
Art.
31
Abs.
1 ATSG nicht nachgekommen ist;
c.
Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat;
d.
der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt (
Abs.
2).
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (
Abs.
3). In Abweichung von
Art.
21
Abs.
1 ATSG werden
Hilflosenentschädigungen
weder verweigert noch gekürzt (
Abs.
4).
1.3
Wird wegen einer Verletzung der Mitwirkungspflicht im Revisionsverfahren ein
e Leistungseinstellung vorgenommen und erklärt daraufhin die versicherte Person ihre Mitwirkungsbereitschaft, so wird das Verfahren als Revisionsverfahren fort
gesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2015 vom 29. Februar 2016 E. 4
.4 mit Hinweis auf BGE 139 V 585 E. 6.3.7).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin lässt zur Begründung der Beschwerde geltend machen, ihre Grundproblematik sei der Beschwerdegegnerin seit langem bekannt. Behörd
liche Anfrage wirkten bedrohend auf sie
,
und einen Termin ausser Haus könne sie kaum wahrnehmen. Damit verbundene Panikattacken verunmöglichten sach
gemässes Verhalten. Die Beschwerdegegnerin begründe nicht, warum der Bericht des behandelnden Psychiaters nicht genügend sei. Mit der Anordnung weiterer Abklärungen dränge die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin
gezielt in eine Situation, die sie krankheitsbedingt gar nicht bewältigen könne. Der Bericht von
Dr.
C._
zeige hinreichend auf, dass nach wie vor ein Anspruch auf
eine ganze Rente bestehe. Das
müsse der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Renten
revision genügen. Es gehe nicht an, einen ärztlichen Bericht in Frage zu stellen, ohne auch nur einen Hinweis zu geben, inwiefern er falsch sein sollte (
Urk.
1).
2.2
Demgegenüber begründet die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung vom 1
7.
Oktober
2018 damit, dass die Beschwerdeführerin trotz mehrmaliger Nachfrage nicht an den von ihr gewünschten Abklärungen teilgenommen habe. Die Beschwerdeführerin habe zwar Bereitschaftserklärungen abgegeben, in der Folge aber die Untersuchungstermine nicht wahrgenommen. Eine Prüfung
des weiteren Leistungsanspruches sei somit nicht möglich und die Rente sei
andro
hungsgemäss
einzustellen (
Urk.
2).
3.
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 16. November
2011 (
Urk.
7/36) aufgrund folgender Beurteilungen eine ganze Invaliden
rente zugesprochen:
3.1
Laut dem Arztbericht der Psychiaterin
Y._
vom 1
9.
Oktober
2010 (Urk. 7/10) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1) sowie ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein Verdacht auf eine narzisstische Persönlichkeits
störung (ICD-10: F60.8).
Die Beschwerdeführerin habe sich vom 2
6.
März 2009 bis zum 1
1.
September 2009
bei ihr
in ambulanter Behandlung befunden, die letzte Kontrolle habe am 1
6.
Juni 2009 stattgefunden.
Die Beschwerdeführerin sei in einer
jenischen
Familie aufgewachsen, Mutter
, Vater
und Bruder seien von der Invalidenversicherung abhängig. Die Beschwerdeführerin habe 2007 den Sek. C
Abschluss erreicht. Danach habe sie nur wenige Arbeits
bemühungen vorge
nom
men. Ideen und Wünsche zur beruflichen Ausbildung seien zwar vorhanden, aber kaum umsetzbar. Die Beschwerdeführerin
wirke matt,
sei verwirrt und chaotisch, habe Abgrenzungsprobleme innerhalb der Familie. Die Prognose sei eigentlich gut, bei motivierter Mitarbeit der Beschwerdeführerin. Sie müsse sich von der Familie ablösen können.
Die Behandlung sei in Form von stützenden Gesprächen sowie Abklärungen über die psychosoziale Situation erfolgt. Auf an sie gestellte Forderungen habe die Beschwerdeführerin mit dem Behandlungs
abbruch reagiert. Die Beschwerdeführerin verfüge über keine Berufsausbildung und habe nach Ab
schluss der Schule nie gearbeitet. Von März 2009 bis Juni 2009 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab Juli 2009 bis auf Weiteres sei ihr eine Arbeitsunfä
higkeit von 50
%
zu attestieren, wobei die Behandlung im August 2009 abgebro
chen worden sei.
Es würden sich Konzentrationsprobleme und eine Selbstverun
sicherung einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Eventuell könnte die Beschwerdeführerin in geschütztem Rahmen integriert werden, wobei
ihr zeitlich ein Pensum von 100
% zumutbar sei.
Die Beschwer
deführerin erleide Angst- und Panikattacken, wenn es um ihre Zukunfts
perspektiven gehe. Sie habe wenig
Int
rospektionsfähigkeit und
Selbstvertrauen
sowie ein des
integrier
tes
Selbstbild
und könne sich die Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft nur wenig vorstellen. Sie habe
üb
erhöhte Ansprüche an das Umfeld ohne Gegenleistung. Gegenüber Drittpersonen habe sie grosses Miss
trauen. Als Symptome ihrer Angst komme e
s zu
sozialem Rückzug, Passivität und Depressivität, welche sie aber kaum beklage.
Die Beschwerde
führerin habe kein oder nur wenig Durchhaltevermögen und sei allgemein wenig motiviert, etwas von sich aus zu tun.
Sie verfüge über wenig Konzentrations
fähigkeit, da sie innerlich schnell abgelenkt sei. Nach aussen habe sie eine fordernde Haltung. Im
hilfspflegerischen
Bereich seien Ressourcen vor
handen, da sie wegen ihrem behinderten Bruder wenig Angst vor Behinderungen habe und zum Teil auch ein liebevoller Umgang möglich sei. Sie habe denn auch die Idee
gehabt
, Klein
kin
dererzieherin zu werden, jedoch sei ihre Zuverlässigkeit fraglich.
3.2
Die
Berufsberatung der
Beschwerdegegnerin hielt betreffend Abklärung über die beruflichen Massnahmen am 1
2.
Mai 2011 (
Urk.
7/22) fest,
die Beschwerdefüh
rerin habe wegen einer generalisierten Angststörung mit Panikattacken bisher keine berufliche Ausbildung absolvieren können. Seit dem Schulabschluss (Sek C), wo sie im letzten Jahr Einzelunterricht gehabt habe, habe sie nie gearbeitet. Sie habe angegeben, dass sie weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung (bei
Dr.
C._
) sei und auch medikamentös unterstützt werde. Sie könne aus gesund
heitlichen Gründen keine Ausbildung machen. Sie habe es nicht einmal geschafft, an einem Beschäftigungsprogramm des Sozialamtes teilzunehmen, da sei bereits auf dem Weg dorthin zusammengebrochen sei und habe ärztlich behandelt wer
den müssen. Sie möchte auch nichts Weiteres versuchen, weder eine Ausbildung noch Integrationsmassnahmen. Vielmehr möchte sie eine Rente.
3.3
Die RAD-Ärztinnen
Z._
und
Dr.
A._
führten am
8.
März
2011
(
Urk.
7/25/2
3)
aus, es sei gemäss den Unterlagen davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin behinderun
gsbedingt keine berufliche A
usbildung habe absolvieren kön
nen.
Ein Gesundheits
schaden sei aus
gewiesen, die Beschwerde
führerin leide an einer generalisierten Angststörung. Diese würde wahrscheinlich einen stark er
höhten Führungsbedarf bewirken, um eine
erstmalige berufliche
Ausbildung durchzuhalten. Vermutlich wäre ein geschützter Rahmen notwendig, wobei die Motivation der Beschwerdeführerin geklärt werden müsste.
4.
Im Rahmen des Revisionsverfahrens konnte die Beschwerdegegnerin folgende medizinischen Einschätzungen erhältlich machen:
4.1
4.1.1
Laut der Stel
lungnahme von RAD-Ärztin
G._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
März
2017 (Urk. 7/87/3) ist es sinnvoll, die Beschwerdeführerin auf niedrigem Niveau in den Arbeitsmarkt einzugliedern. In der Vergangenheit hätten Ablösungs- und Ab
grenzungsprobleme
zum Elternhaus und ein Motivationsproblem bestanden. Möglicherweise habe sich inzwischen aufgrund des Reifungsprozesses etwas ge
ändert. In einem längeren Praktikum könnte auch das Leistungsniveau beurteilt werden. Gegebenenfalls könne bei weiterer Unklarheit ein Gutachten bzw. eine neuropsychologische Untersuchung inkl. Intelligenztest veranlasst werden.
4.1.2
Am 1
3.
Februar 2018 hielt RAD-Ärztin
G._
fest, Intelligenz und neu
rokognitive Defizite seien unklar. Die damalige Diagnose einer generalisierten Angststörung sei nicht nachvollziehbar. Zur Klärung der psychiatrischen Diag
nose und der neurokognitiven Einschränkungen seien ein neuropsycho
logisches und ein psychiatrisches Gutachten im Rahmen der Rentenrevision notwendig. Es lägen keine aktuellen medizinischen Unterlagen vor
(
Urk.
7/87/4)
.
4.2
Gemäss dem Arztbericht des Psychiaters
Dr.
C._
vom 1
5.
Juni 2018 (
Urk.
7/99) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD
10: F40.01), eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F40.1) sowie eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F.41.2). Der Verlauf sei
seit Behand
lungsbeginn
am 3
1.
Mai 2011
stationär. Gegenüber
der Beurteilung von Psychi
aterin
Y._
aus dem Jahr 2010 zeichne sich eine Verschlech
te
rung ab. Die Beschwerdeführerin sei allgemein ängstlich und in Anspannung, es träten oft Panikattacken auf. Dies sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit. Sie meide öffentliche Plätze, könne nicht alleine reisen, entwickle die typische Angstsymp
tomatik mit Herzklopfen, Beklemmungsgefühl, Übelkeit, Schweissaus
bruch, Kraftlosigkeit und Hitzewallungen. Durch solche Anfälle ziehe sie sich auch in ihrer Wohnung zurück, verdunkle alles, bleibe allein und sei dann auch deutlich depressiv.
Ausserhalb der Wohnung benötige sie ständige Begleitung, auch für Arztbesuche. Oft flüchte sie sich zur Mutter oder der Freund müsse sie begleiten. Oft schaffe sie auch den Spaziergang mit dem Hund in der Nähe des Wohnhauses nicht. Bei der ausgeprägten und umfassenden Störung
der Beschwerdeführerin sei auch
eine beschränkte oder angepasste Tätigkeit
nicht
möglich. Es bestünden keine Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit. Schon in der Schule habe sie dem allgemeinen Unterricht nicht mehr folgen können. Sie habe schulpsychologisch betreut werden müssen und Privat
unterricht erhalten. Bei komplexeren Zusam
menhängen scheine sie ausserdem intellektuell schnell überfordert. Die Beschwer
deführerin sei zu 100
%
arbeitsunfähig.
S
ie
komme zwei- bis dreiwöchentlich zur Behandlung.
Sie nehme täglich
Sertalin
100 mg sowie
Trittico
100 zum Schlafen ein. In Reserve habe sie ausserdem
Temesta
Expidet
1.
0.
Die Prognose sei
ange
sichts der intensiven Krankheitssymptomatik und der fehlenden
Ressourcen
un
günstig. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer schwierigen Lebensgeschichte sehr in die Familie eingebunden. Sie sei durch Erinnerungen an traumatisierende Erlebnisse auch immer wieder schwer belastet, doch bestünden keine Faktoren, die das Krankheitsgeschehen aufrechterhalten oder deutlich negativ beeinflussen würden.
4.3
Nach dem Eingang des Arztberichtes von
Dr.
C._
nahm RAD-Ärztin
G._
am 2
4.
Juli 2018 und am
6.
September
201
8
(
Urk.
7/122/3) erneut Stellung. Sie hielt daran fest, dass ein Gutachten einzuholen sei. Neben der psychiatrischen Erkrankung gebe es Anhaltspunkte für neurokognitive Ein
schränkungen. Im Gut
achten sollte zur Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt in Bezug auf eine Hilfstätigkeit eingegangen werden. Wichtig erscheine in diesem Fall auch das Herausarbeiten psychosozialer und krankheitsbedingter Faktoren der Arbeitsun
fähigkeit. Zu prüfen sei, inwieweit eine fachgerechte psychiatrische Behandlung geeignet sei, die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Im neuropsycholo
gischen Teil sollte sodann eine Intelligenztestung durchgeführt werden.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin sprach der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 16. November 2011 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/36). In medizinischer Hinsicht beruhte diese
Rentenzu
sprache
auf dem Bericht der Psychiaterin
Y._
, welche die Beschwerde
führerin nur
von Ende März bis Mitte Juni 2009
behandelt hatte
. Es stellt sich dabei die Frage, ob dies als Grundlage genügte. Einerseits spiel
t
en psychosoziale Umstände
(schwieriges familiäres Umfeld)
für die Nichtausübung einer Erwerbs
tätigkeit offensicht
lich eine gewisse Rolle, andererseits
schien
auch unklar, inwiefern die nicht vorhandene Motivation selbst zur Durchführung von Integra
ti
ons
ma
ss
nahmen krankheitsbedingt war und der Beschwerdeführerin eine
Will
lens
anstrengung
in dieser Hinsicht zumutbar gewesen wäre. Zu beachten ist ins
besondere, dass die Psychiaterin
Y._
die Ausübung einer Erwerbs
tä
tig
keit zumindest in geschütztem Rahmen zu 100
%
für
zumutbar hielt.
Schliess
lich stellte sie der Beschwerdeführerin grundsätzlich auch eine günstige Prognose und wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin die Behandlung von sich aus abge
brochen habe, mithin stellte sich auch die Frage nach der Behandelbarkeit der Erkrankung der Beschwerdeführerin.
5.2
Laut
den
Angaben von
Dr.
C._
findet zwar alle zwei bis drei Wochen eine psy
chotherapeutische Behandlung bei ihm statt und die Beschwerdeführerin nimmt auch Antidepressiva und Schlafmittel ein.
Alleine der Umstand, dass
Dr.
C._
zur Verfassung seines Berichtes an die Beschwerdegegnerin beinahe zwei Jahre be
nötigte, lässt aber daran zweifeln, dass eine psychotherapeutische Behandlung von erheblicher Intensität stattfindet. Es ist
so
dann der Beurteilung von RAD
Ärztin
G._
zuzustimmen, dass Anhaltspunkte für neurokognitive Ein
schränkungen vorhanden sind und eine Intelligenztestung erforderlich scheint. Es
ist a
usserdem unklar, warum der Beschwerdeführerin nicht wenigstens die Ausübung einer Hilfstätigkeit möglich sein soll
,
und es kann aufgrund der weni
gen Angaben im Bericht von
Dr.
C._
nicht überprüft werden, über welche Res
sourcen die Beschwerdeführerin verfügt.
Unklar ist sodann auch, inwiefern die Beschwerdeführerin durch psychosoziale Faktoren
von
der Ausübung einer Er
werbstätigkeit abgehalten wird und ob ihre mangelnde Motivation auf krank
heitsbedingte Ursachen zurückzuführen ist.
Bei der Würdigung von Berichten behandelnder Ärzte ist
schliesslich
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass sie mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Es ist der Beschwerdegegnerin damit darin beizupflichten, dass der Arztbericht von
Dr.
C._
keine genügende Grundlage für die
Beurteilung des Rentenanspruch
s der Beschwerdeführerin bildet.
5.3
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 1.2) ist es zwar grundsätzlich Aufgabe der Verwal
tung, eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades abzuklären, wenn sie die Rente reduzieren oder aufheben will. Soweit eine
rechtsgenügliche
Abklärung aber durch die schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht der versicherten Person verunmöglicht wird, liegt es an dieser, nachzuweisen, dass sich ihr Ge
sundheitszustand nicht in einem den Invaliditätsgrad beeinfl
ussenden Ausmass verändert hat
. Nachdem die Beschwerdegegnerin vom behandelnden Psychiater
Dr.
C._
trotz mehrmaliger Ermahnungen keinen Bericht erhältlich machen konnte, forderte sie die Beschwerdeführerin am 2
2.
Juni 2017 auf, eine neuropsy
chologische Untersuchung inkl. Intelligenztest durchführen zu lassen
,
und schlug der Beschwerdeführerin dafür die
D._
vor (
Urk.
7/59). Die Beschwerdeführerin kam dieser Aufforderung jedoch nicht nach, sondern ersuchte lediglich
Dr.
C._
weiterhin erfolglos
um die Einreichung eines Berichtes an die Beschwerdegegne
rin
. Die Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerde
führerin deshalb schliesslich am 27. Februar 2018 mit, dass eine Begutachtung durchgeführt werde
,
machte sie auf ihre
Mitwirkungspflichten aufmerksam
und wies sie darauf
hin, dass bei einer Verletzung der Mitwirkungspflicht Leistungen auch gekürzt oder verweigert werden könn
t
en
(
Urk.
7/68). Die Beschwerdeführerin reagierte auf die Kontakt
nahme der Gutachter dahingehend, dass sie ihnen mitteilte, sie verweigere die Teilnahme an der Begutachtung (
Urk.
7/72). Nachdem sie am 1
6.
März
2018 (
Urk.
7/73) erneut auf ihre Mitwirkungspflichten aufmerksam gemacht
wor
den war
, erklärt
e
die Beschwerdeführerin schliesslich am 2
3.
März
2018 (
Urk.
7/79) schriftlich ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an der Begutachtung.
Ihre Mutter nahm sodann mit dem Gutachter Kontakt auf, vereinbarte einen Termin und erklärt
e
sich bereit, die Beschwerdeführerin zur Untersuchung zu
begleiten
. Trotzdem erschien sie unentschuldigt nicht (
Urk.
7/86).
Nachdem die Beschwer
degegnerin ihr mit Vorbescheid vom 1
1.
April 2018 (
Urk.
7/88) die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht gestellt hatte, machte die Beschwerdeführerin im Einwand vom
9.
Mai 2018 (
Urk.
7/91) geltend, die Beschwerdegegnerin zweifle zu Unrecht an ihrer
Mitwirkungsbereitschaft
. Dass sie die Termine nicht wahrge
nommen hat, führte sie ledigli
ch auf Missverständnisse zurück. S
ie machte
keine
Umstände geltend, welche darauf hindeuten würden, dass ihr die Mitwirkung an der Begutachtung
grundsätzlich un
zumutbar
gewesen
wäre
.
Die Beschwerde
füh
rerin hat damit ihre Mitwirkungspflichten schuldhaft verletzt. Es liegt nunmehr an ihr, den Beweis dafür zu erbringen, dass sich ihr Invaliditätsgrad seit der
Ren
tenzusprache
nicht in anspruchsbegründender Weise verändert hat. Wie bereits dargelegt, genügt der Arztbericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
Juni 2018 (Urk. 7/98) hierzu nicht.
Die Beschwerdegegnerin machte die Beschwerdeführerin am
6.
September 2018 (
Urk.
7/102) ausdrücklich darauf aufmerksam und ersuchte sie im Sinne einer letzten Chance zur Mitwirkung an der Begutachtung, mit dem Hin
weis, dass ansonsten die Leistungen eingestellt werden könnten. Die Be
schwer
deführerin vereinbart
e
mit den Gutachtern Untersuchungstermine und erklärte gegenüber der Beschwerdegegnerin am 1
8.
September 2018 (
Urk.
7/112) erneut ihre ausdrückliche Bereitschaft zur Mitwirkung. Gründe, welche sie
von
der Er
füllung ihrer Mitwirkungspflichten abhalten könnten, brachte sie kein
e
vor.
5.4
Obwohl die Beschwerdeführerin mehrmals bestätigte, dass sie die Unter
suchungs
termine bei den von der Beschwerdegegnerin beauftragten Gutachtern wahrneh
men werde, verweigerte sie letztlich ihre Mitwirkung und erschien unentschuldigt nicht zu den Terminen. Es trifft wohl zu, dass es Teil der Krankheitsproblematik der Beschwerdeführerin ist, dass sie gewisse Schwierig
keiten hat, ausserhäusliche Termine
wahrzunehmen.
Es liegt aber kein
e Bestätigung dafür vor, dass es
ihr aus medizinischen Gründen unmöglich ist, das Haus zu verlassen und an einer Begutachtung teilzunehmen. Ebenso wenig lässt sich
feststellen, dass behördliche Anfragen wegen deren bedrohlichen Wirkung generell sachgemässes Verhalten bei der Beschwerdeführerin verunmöglichen
,
und die Beschwerdeführerin ist offenbar durchaus in der Lage, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie ein gewisses Ziel erreichen will.
So konnte sie am
7.
April
2017 in Begleitung ihrer Mutter am Standortgespräch der Beschwerdegegnerin teilnehmen (
Urk.
7/57), mit Hilfe einer Drittperson den Einwand gegen den Vorbescheid vom
9.
Mai
2018 (
Urk.
7/91) verfassen und für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Rechts
anwalt mandatieren.
Auch
ein erfahrungsgemäss mit einigen Umständen verbundener Wohnungs
wechsel
war ihr möglich.
5.5
In Anbetracht des jugendlichen Alters der Beschwerdeführerin erscheint es aus
serdem auch
in ihrem Interesse dringend
angezeigt
zu überprüfen, ob
sie
,
allen
falls mit Unterstützung der Beschwerdegegnerin, in der Lage ist,
sich ein Stück weit in die Gesellschaft zu integrieren und eine
geordnetere
Tagesstruktur zu er
reichen.
5.6
Nach dem Gesagten liegt somit eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungs
pflicht der Beschwerdeführerin vor, weshalb die von der Beschwer
degegnerin
– androhungsgemäss -
verfügte Leistungseinstellung zu Recht erfolgte
(vgl
. E.1.1 un
d E.1.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C 668/2018 vom 1
3.
Februar 2019 E. 5.1
mit
Hinweis
)
. Dies gilt solange, bis die Beschwerdeführerin ihrer Pflicht zur Mitwir
kung an den von der Beschwerdegegnerin angeordneten Abklärungs
massnahmen nac
hgekommen ist (vorstehend E. 1.3
).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
wei
sung der Beschwerde führt.
6.
Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird mit dem heutigen Urteil gegenstandslos.
7.
7.1.
Die
Beschwerdeführer
in
hat in
ihrer
Beschwerdeschrift ein Gesuch um unentgelt
liche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Dr.
Max
Bleuler
gestellt (
Urk.
1 S. 2).
Am 1
4.
Janu
ar
2019 (
Urk.
8)
hat sie ausführen lassen, bis zum vorliegend angefochtenen Ent
scheid der Beschwerdegegnerin habe sie pro M
onat die Invalidenrente von Fr.
1'567.-- (
Urk.
9/1) sowie Ergänzungsleistungen von Fr. 1'385.-- (
Urk.
9/2) er
halten. Aufgrund des Entscheides der Beschwerdegegnerin verfüge sie nunmehr aber über kein Einkommen mehr und müsse sich an die Sozialhilfe wenden.
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und
Abs.
2 des G
esetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) sind
somit erfüllt. Der
Beschwerdeführer
in
ist
daher die unentgeltliche Prozessführung zu b
e
willigen und
Rechtsanwalt
Dr.
Max
Bleuler
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das Verfah
ren zu bestellen. Die
Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewie
sen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr
erlassenen Rechtspflegeko
sten verpflich
tet ist, sobald sie
dazu in der Lage ist.
7
.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozess
führung jedoch einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.3
Rechtsanwalt
Dr.
Max
Bleuler
ist
nach Ermess
e
n (vgl.
Urk.
10)
mit
Fr.
1’600
.-- (in
klusive
Barauslagen und
Mehrwertsteuer), aus der Gerichtskasse zu entschädigen.