Decision ID: e1d7c7b2-82d6-49bb-bccf-323773281ae1
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 3. Oktober 2000 (Datum Posteingang bei der IV-Stelle)
erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die
Versicherte hatte bei einem Reitunfall am 7. August 2000 eine Contusio spinales mit
initial sensomotorisch inkompletter Paraplegie sub Th10, Flexions-
Distraktionsverletzung BWK6/7 mit komplettem Berstungsbruch BWK6 und Keil-
Impressionsfraktur BWK7 erlitten. Gleichentags hatte sie sich im Kantonsspital St.
Gallen (nachfolgend: KSSG) einer Dekompression Th6/7 und einer dorsalen
Repositionsspondylodese Th4-8 unterzogen. Vom 9. August bis 1. September 2000
hatte sie sich im Schweizer Paraplegiker Zentrum Nottwil befunden. Die dort
behandelnden Ärzte hatten am 20. September 2000 berichtet, bei Austritt aus der Klinik
sei die Muskelkraft der unteren Extremität vollständig wieder hergestellt gewesen (IV-
act. 4-3 f., 1).
A.b Die Versicherte ist gelernte Floristin und war zum Zeitpunkt des Unfalls als
Verkäuferin tätig (IV-act. 1). Am 13. September 2002 sprach ihr die IV-Stelle für den
Zeitraum vom 21. Oktober 2002 bis 31. März 2003 berufliche Massnahmen im Sinne
einer Umschulung in den Bürobereich (Vorkurs) zu (IV-act. 45). Diese brach die
Versicherte im Januar 2003 beschwerdebedingt ab (IV-act. 55 f., 63).
A.c Gestützt auf ein Gutachten von Dr. med. B._, Orthopäde, vom 18. November
2003 (vgl. IV-act. 62) sprach die IV-Stelle der Versicherten am 2. April 2004
rückwirkend per 1. August 2001 eine ganze Rente zu (IV-act. 74).
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A.d Im Rahmen eines von der Unfallversicherung und der IV-Stelle durchgeführten
amtlichen Revisionsverfahrens (vgl. IV-act. 77 f.) wurde die Versicherte durch Dr. med.
C._ und Prof. Dr. D._, Departement Innere Medizin, Rheumatologie und
Rehabilitation des KSSG, untersucht. In ihrem Gutachten vom 30. Dezember 2005
diagnostizierten diese unter anderem ein chronisches thorako-lumbales Syndrom mit
muskulärer Dysbalance, einen Status nach muskulären Spasmen der Oberschenkel
und sensorischen Störungen der Beine sowie eine Anpassungsstörung mit klinisch
signifikanter Selbstwert-Dysregulation. Zusammenfassend könne aus rein funktionell
somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 85% attestiert werden. Bei
Berücksichtigung der psychischen Situation gingen sie von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit aus. Der Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (IV-act. 89).
Nachdem die Versicherte im August 2006 ein Kind geboren hatte, führte die IV-Stelle
im März 2007 eine Haushaltsabklärung durch (IV-act. 101). Am 23. April 2007 teilte die
IV-Stelle der Versicherten mit, sie habe keine Änderung festgestellt, welche sich auf die
Rente auswirke. Sie werde zu 75% als Erwerbstätige und zu 25% als Hausfrau
qualifiziert, der Invaliditätsgrad betrage insgesamt 81% (IV-act. 103).
A.e Nach der Geburt des zweiten Kindes der Versicherten im Mai 2008 (IV-act. 105)
führte die IV-Stelle eine Revision und erneut eine Haushaltsabklärung durch (IV-act.
106, 117 ff.). Hausarzt Dr. med. E._, FMH Innere Medizin, hielt am 29. September
2008 einen seit März 2005 stationären Gesundheitszustand fest (IV-act. 111-5). Die IV-
Stelle teilte der Versicherten am 27. April 2009 mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf
die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad insgesamt 79%, qualifiziert als 70%
erwerbstätig und 30% Hausfrau; IV-act. 122, vgl. IV-act. 121).
A.f Am 5. August 2013 erhielt die IV-Stelle einen Hinweis einer Drittperson, wonach die
Versicherte unter anderem Auslieferungen an Kunden der Metzgerei ihres Vaters
mache sowie ein Pferd pflege und reite. Sie erscheine der Hinweisgeberin sehr vital,
körperliche Behinderungen seien nicht erkennbar. Zu Hause könne sie alles erledigen,
sie kümmere sich um den grossen Garten und sei auch in der Lage, ihre Kinder
herumzutragen (IV-act. 129). Im September und Oktober 2013 wurde die Versicherte im
Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 136) mehrfach observiert (Überwachungsbericht vom
12. Oktober 2013; IV-act. 143). Dr. med. F._, Mitarbeiterin der IV-Stelle, beurteilte am
12. Dezember 2013, aufgrund des Observationsmaterials sei eine 100%ige
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“Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit“ nicht nachvollziehbar, zumal auch an zwei
Vormittagen eine teilweise sitzende Tätigkeit der Versicherten ohne sichtbare
Einschränkungen dokumentiert worden sei (IV-act. 146).
A.g Am 14. Januar 2014 fand ein Gespräch zwischen der Versicherten und einem
Mitarbeiter der IV-Stelle statt, bei dem erstere geltend machte, sie habe schlechtere
und bessere Zeiten, seit einigen Tagen gehe es ihr gar nicht gut (IV-act. 151 f.). Am
14./15. Januar 2014 wurde die Versicherte erneut im Auftrag (vgl. IV-act. 146, 153) der
IV-Stelle observiert (IV-act. 153). Dr. F._ beurteilte am 19. Februar 2014, die
Versicherte sei am Tag des Gesprächs bei der IV-Stelle und dem darauf folgenden Tag
deutlich aktiver gewesen, als man aufgrund ihrer Aussagen hätte vermuten können. Die
Versicherte habe den ihr vorgeschlagenen ursprünglichen Gesprächstermin bei der IV-
Stelle mit der Begründung verschoben, dass während der Schulferien niemand auf ihre
Kinder aufpassen könne. Gemäss Facebook habe sie sich jedoch während dieser Zeit
in den Skiferien befunden (IV-act. 156). Anlässlich eines Gesprächs vom 12. März 2014
gab die Versicherte gegenüber Mitarbeitern der IV-Stelle an, ihr Zustand habe sich in
den letzten zwei Jahren schleichend verschlechtert. Konfrontiert mit den Aussagen der
Hinweisgeberin führte die Versicherte unter anderem aus, sie liefere mittwochs (falls
gesundheitlich möglich) für ihren Vater Fleisch aus, habe jedoch keinen Arbeitsvertrag
und erhalte keinen Lohn (IV-act. 160).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 172) wurde die Versicherte am 14. und 19.
Januar 2015 durch Dr. med. G._, Rheumatologie FMH, und med. pract. H._,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bidisziplinär abgeklärt. In ihrem Gutachten vom
20. März 2015 listeten sie als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisch thoracovertebrales und anamnestisch lumbovertebrales Syndrom auf. In der
angestammten Tätigkeit als Floristin wie auch in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als
Verkäuferin sei spätestens seit dem Zeitpunkt der Observation im September 2013 von
einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50% auszugehen. In adaptierten Tätigkeiten
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis höchstens 30% (IV-act. 192).
A.i Mit Vorbescheid vom 9. Juni 2015 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
rückwirkende Einstellung der Rente per 31. Dezember 2013 an. Neu werde sie zu 80%
als Erwerbstätige und zu 20% als Hausfrau eingestuft. Sie sei in einer angepassten
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Tätigkeit zu 75% arbeitsfähig und eine Einschränkung im Haushalt sei
unwahrscheinlich. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 4.8% (IV-act. 200). Dagegen
erhob die Versicherte am 8. Juli 2015 Einwand (IV-act. 206). Am 24. Juli 2015 verfügte
die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 208).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. Juli 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. September 2015. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragt
darin deren Aufhebung sowie die Weiterausrichtung einer ganzen Invalidenrente.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Es sei ihr die unentgeltliche
Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren und sie sei von allfälligen Vorschuss-
und Sicherheitsleistungen zu befreien. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Sie bestreite, dass sich aus medizinischer Sicht eine signifikante gesundheitliche
Verbesserung ergeben habe. Dieser Schluss beruhe einzig auf den
Observationsvideos, welche ungenügend Auskunft über den effektiven
Gesundheitszustand gäben und weder den bisherigen Gutachten noch dem gemäss
RAD zu erwartenden Verhalten widersprächen. Ohne Veränderung der Situation sei auf
die bisherigen Gutachten abzustellen. Die Beschwerdeführerin habe nicht schwarz
gearbeitet, sondern sich ohne Entschädigung und auf eigenen Wunsch im
Familienbetrieb mit Arbeiten betätigt, welche ihr das Gefühl “gebraucht zu werden“
vermittelten (act. G1). Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung zog die
Beschwerdeführerin am 30. September 2015 zurück (act. G4).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, die angefochtene
Verfügung stütze sich nicht primär auf das Observationsmaterial sondern auf die später
eingeholten Gutachten. Dr. G._ habe die Beschwerdeführerin einlässlich exploriert.
Dass er auch die IV-Akten und das Observationsmaterial berücksichtigt habe, sei
notwendiger Teil einer vollständigen Begutachtung. Leider habe er die gezielten
Zusatzfragen übersehen und sich nicht explizit zur Frage der Verbesserung geäussert.
Seinen Ausführungen lasse sich jedoch entnehmen, dass er von einer bis spätestens
im September 2013 eingetretenen Verbesserung ausgehe. Aus dem psychiatrischen
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Gutachten gehe eindeutig hervor, dass die früher beschriebenen Angst- und
Panikstörungen vollständig weggefallen seien. Auch die Mitarbeit im Familienbetrieb
habe Erwerbscharakter (act. G4).
B.c Mit Replik vom 15. Dezember 2015 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Sie macht geltend, die Observationsvideos seien sehr aussagekräftig, aber sie
besagten das Gegenteil von dem, was die Beschwerdegegnerin behaupte. Dass
somatisch nicht nachvollziehbare Schwankungen vorlägen, werde mit Verweis auf die
beiliegenden Berichte des Schweizer Paraplegiker Zentrums Nottwil (vgl. act. G10.1)
bestritten. Die Beschwerdeführerin habe die Rente aus somatischen und nicht
psychischen Gründen erhalten, weshalb letztere ohne Belang seien. Es liege kein
Revisionsgrund vor, da es sich vorliegend bloss um eine andere Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit, basierend auf dem gleichen medizinischen Sachverhalt handle (act.
G10).
B.d In ihrer Duplik vom 27. Januar 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest. Den Berichten des Schweizer Paraplegiker Zentrums Nottwil könne ein
weitgehend unauffälliger Befund entnommen werden, es ergäben sich keinerlei
Widersprüche zu den Gutachten. Anzeichen auf eine relevante Arbeitsunfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit liessen sich daraus nicht ableiten (act. G12).
B.e Mit Schreiben vom 14. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin das
Verfahren zu sistieren oder mindestens mit dem Entscheid zuzuwarten, bis ein
Grundsatzentscheid des Bundesgerichts betreffend der Zulässigkeit von
Observationen im Bereich der Invalidenversicherung vorliege (act. G14). Die
Verfahrensleitung teilte den Parteien am 1. Februar 2017 mit, im gegenwärtigen
Zeitpunkt bestehe kein Anlass zu einer förmlichen Sistierung (act. G15).
B.f Am 11. Juli 2017 teilte die Beschwerdegegnerin mit, die Beschwerdeführerin sei
am 16. Juni 2017 von einem Mitarbeiter der IV-Stelle zufällig angetroffen worden, als
sie ein Konzert besucht habe. Dies zeige, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin erfreulicherweise wirklich gebessert habe, nachdem es ihr mit den
früher behaupteten Beschwerden nicht möglich gewesen wäre, an einem solchen
Anlass teilzunehmen. Offenbar könne sie mit ihren Ängsten heute so gut umgehen,
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dass sie sich nicht mehr limitierend auswirkten. Damit sei das Gutachten von med.
pract. H._, die einen Status nach einer voll remittierten Panikstörung diagnostiziert
habe, überzeugend (act. G16, vgl. Aktennotiz vom 21. Juni 2017; act. G16.1). Die
Beschwerdeführerin brachte am 29. August 2017 vor, die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin fussten auf einer illegalen Überwachung und seien daher aus
dem Recht zu weisen. Im Übrigen sei ihre psychische Krankheitsentwicklung von
untergeordneter Relevanz (act. G18).

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin stellte am 14. Dezember 2016 einen Antrag auf
Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zur Fällung eines bundesgerichtlichen
Grundsatzentscheides bezüglich der Zulässigkeit von Observationen in der
Invalidenversicherung (vgl. act. G14). Nachdem in dieser Frage am 14. Juli 2017 ein
Urteil des Bundesgerichts ergangen ist (9C_806/2016, zur Publikation vorgesehen), ist
das Sistierungsgesuch gegenstandslos geworden.
1.2 Bezüglich der Verwertbarkeit des in den Akten liegenden Observationsmaterials ist
folgendes anzumerken: Das Bundesgericht hat − in Nachachtung des Entscheides des
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016, V.-B. gegen
Schweiz, Urteil no. 61838/10 − im Urteil 9C_806/2016 vom 14. Juli 2017 erwogen, dass
es auch in der Invalidenversicherung an einer genügenden gesetzlichen Grundlage,
welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regle, fehle (E. 4).
Entsprechend ist daher davon auszugehen, dass die durch die Beschwerdegegnerin in
Auftrag gegebenen Observationen rechtswidrig waren. Was die Verwendung des im
Rahmen der widerrechtlichen Observation gewonnenen Materials anbelangt, hat das
Bundesgericht im zitierten Urteil erkannt, die Verwertbarkeit der
Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt darauf ergangenen weiteren
Beweise) sei grundsätzlich zulässig, wenn die tangierten öffentlichen Interessen,
namentlich die Verhinderung von Versicherungsmissbrauch, die privaten Interessen
überwögen. Im konkreten Fall ist das Bundesgericht zum Schluss gekommen, die
Observationsergebnisse dürften in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden, weil
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die Observation aufgrund von ausgewiesenen Zweifeln über die Leistungsfähigkeit des
Versicherten eingeleitet worden sei, weil es sich um unbeeinflusste Handlungen des
Versicherten gehandelt habe, die im öffentlichen Raum aufgenommen worden seien
und weil weder eine systematische noch eine ständige Überwachung stattgefunden
habe (E. 5.1.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2017, 8C_735/2016 E.
5.3).
1.3 Anlass für die Observation der Beschwerdeführerin hat der Hinweis einer
Drittperson vom 5. August 2013 (vgl. IV-act. 129) gegeben. Somit hat ein begründeter
Verdacht vorgelegen, dass die − gemäss den IV-Akten vollständig arbeitsunfähige −
Beschwerdeführerin einer Erwerbstätigkeit nachgeht und gesundheitlich weniger
beeinträchtigt ist, als geltend gemacht. Die aufgezeichneten Handlungen hat die
Beschwerdeführerin aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung gemacht
(abgesehen von der Fahrt zu einem Gespräch mit der Beschwerdegegnerin am 14.
Januar 2014; vgl. IV-act. 151, 153). Die Handlungen sind zudem im öffentlichen Raum
aufgenommen worden. Die Beschwerdeführerin ist zwischen dem 24. September und
2. Oktober 2013 sowie am 14./15. Januar 2014 an insgesamt acht Tagen überwacht
worden (vgl. IV-act. 143, 153). Von einer systematischen oder ständigen Überwachung
kann also nicht gesprochen werden. Gestützt auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung sind die Observationsergebnisse somit verwertbar, obwohl die
Observation an sich mangels genügender gesetzlicher Grundlage rechtswidrig
gewesen ist. Ob dies auch für die verdeckt aufgenommenen Fotos und die
diesbezüglichen Berichte zum Besuch der Beschwerdeführerin eines Sportanlasses
sowie eines Konzerts (vgl. IV-act. 182 f., act. G16, G16.1) gilt, ist stark zu bezweifeln,
kann vorliegend jedoch offen bleiben, zumal diese von der Beschwerde¬gegnerin
vorwiegend zur Belegung der ohnehin nicht mehr substantiiert bestrittenen
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes vorgebracht wurden (vgl. E.
4.1).
2.
Die Beschwerdeführerin hat seit 1. August 2001 eine ganze IV-Rente bezogen (IV-act.
74). Mit der angefochtenen Verfügung vom 24. Juli 2015 hob die Beschwerdegegnerin
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die Rente rückwirkend per 31. Dezember 2013 auf. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die
Renteneinstellung zu Recht erfolgt ist.
2.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden
Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei
dem das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die ver¬sicherte
Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet
werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG; siehe auch Art. 5 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei nicht
erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig (gewesen) sind, wird die Invalidität
für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte, formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der
letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf
einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der
streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
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In einem ersten Schritt ist der Status der Beschwerdeführerin zu prüfen (vgl. E. 2.1). Bei
der ursprünglichen Rentenzusprache erachtete die Beschwerdegegnerin sie als
Vollerwerbstätige (vgl. IV-act. 74). Nach der Geburt ihrer beiden Kinder stufte die
Beschwerdegegnerin sie in unterschiedlichem Grad als teilzeitlich Erwerbstätige ein
und berechnete den Invaliditätsgrad gestützt auf Art. 28a Abs. 3 IVG (IV-act. 103, 121
f.). Vor dem Hintergrund dessen, dass die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
das versicherte Gut darstellt und sie vor Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen
erwerbstätig war, ist sie jedoch als Vollerwerbstätige zu qualifizieren (vgl. SVR 2016 IV
Nr. 50; Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 19. Juli 2016, IV 2014/37, mit
weiteren Hinweisen [abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen,
Rechtsprechung, Versicherungsgericht], welches das Bundesgericht mit Urteil vom 9.
März 2017, 9C_552/2016, zwar aufhob, die “Nicht-Anwendbarkeit“ der gemischten
Methode in Konstellationen wie der vorliegenden aber nicht in Abrede stellte).
Demnach ist vorliegend für die Beurteilung des Rentenanspruchs lediglich der
Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich entscheidend.
4.
Die letzte Prüfung des Rentenanspruchs nahm die Beschwerdegegnerin nach der
Geburt des zweiten Kindes der Beschwerdeführerin im Mai 2008 vor (vgl. IV-act. 105).
Am 27. April 2009 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie habe keine Änderung
festgestellt, die sich auf die Rente auswirke (IV-act. 122). Im Erwerbsbereich sei sie zu
100% eingeschränkt (vgl. IV-act. 121). Vorliegend ist zu prüfen, ob seither eine
Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten ist,
welche sich auf deren Erwerbsfähigkeit auswirkt. Dabei ist vorerst die Frage zu
beurteilen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif ist. Die
Beschwerdegegnerin stützte die Renteneinstellung auf das Gutachten von med. pract.
H._ und Dr. G._ vom 20. März 2015 (vgl. IV-act. 192). Die Beschwerdeführerin hält
dieses für mangelhaft (act. G1, G10).
4.1 Nicht (mehr) substantiiert bestritten und durch das überzeugende Teilgutachten
von med. pract. H._ ausgewiesen ist, dass die Panikstörung voll remittiert ist und
auch ansonsten keine psychische Beeinträchtigung mehr besteht, welche sich auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt (vgl. IV-act. 192-31, bzgl. der
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diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung und deren Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit vgl. die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung;
IV-act. 208-8). Bei der Mitteilung vom 27. April 2009 ging die Beschwerdegegnerin
hingegen noch von einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 15% aus (IV-act.
121, 89-24). Es ist somit von einer Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustandes auszugehen.
4.2 Bezüglich des somatischen Teilgutachtens von Dr. G._ macht die
Beschwerdeführerin geltend, dieser sei trotz der gleichen medizinischen Grundlagen
und fehlendem Nachweis einer Verbesserung des Gesundheitszustandes zu einer von
den Vorakten erheblich abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gekommen
(act. G1).
4.2.1 Wie die Beschwerdeführerin richtig vorbringt, bestehen bezüglich der Diagnosen
von Dr. G._ keine relevanten Diskrepanzen zu den vorgängig gestellten (IV-act.
189-25). Er hat sich nicht konkret zur Frage der Veränderung des
Gesundheitszustandes im relevanten Zeitraum geäussert und die gezielten
Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin offenbar übersehen (vgl. auch act. G4). Er hielt
aber fest, eine retrospektive Beurteilung des Verlaufs des gesundheitlichen Befindens
der Beschwerdeführerin zwischen dem Vorgutachten vom 30. Dezember 2005 und der
ersten Observation im September 2013 sei aufgrund der spärlichen Angaben in den
Akten nicht möglich. Spätestens ab dem Observationszeitpunkt sei aus
rheumatologischer Sicht jedoch von einer Einschränkung der Beschwerdeführerin in
körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätig-keiten mit Heben/Tragen von
Lasten bis 5kg von 20% bis höchstens 30% auszugehen (IV-act. 189-26). Damit
bejahte er implizit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Dem Gutachten lässt
sich zudem insofern eine solche Verbesserung entnehmen, als Dr. G._ die vom
KSSG attestierte 85%ige somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht von Anfang an
als unrichtig erachtete, sondern ausführte, diese sei spätestens ab dem Zeitpunkt der
ersten Observation im September 2013 nicht mehr nachvollziehbar (IV-act. 189-26).
Schliesslich stützen auch folgende Erwägungen die Einschätzung Dr. G._, wonach im
Vergleich zu den Vorakten eine erhöhte Arbeitsfähigkeit eingetreten sei.
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4.2.2 Bezüglich der Befunde und der von der Beschwerdeführerin gegenüber den
Ärzten angegebenen Beschwerden lässt sich eine Verbesserung im Zeitverlauf
erkennen. So hielt Dr. E._ am 13. Oktober 2008 insgesamt im Vergleich zu 2005
unveränderte Befunde fest (IV-act. 111). Damals fand eine Abklärung durch Dr. C._
und Prof. D._ statt. Diese hatten primär ein chronisches thorako-lumbales Syndrom
mit muskulärer Dysbalance diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin hatte über starke
Schmerzen am thorako-lumbalen Übergang im Bereich der Unfallverletzung, welche in
die Schulterblätter ausstrahlten, geklagt. Manchmal seien die Schmerzen auch
besonders stark cranial und sekundär leide sie unter Muskelverspannungen mit
Kopfweh- und Schwindel-Episoden. Auslösen könne sie diese Beschwerden durch
schnelle oder einfache Rotationsbewe¬gungen, aber auch bei Tragen von Lasten über
5 kg. Sie habe jeden Tag Schmerzen und wache auch nachts teilweise schmerzbedingt
auf (IV-act. 89-14). Aus rheumatologischer Sicht erhoben Dr. C._ und Prof. D._ eine
beginnende Kyphosierung der Brustwirbelsäule sowie einen Klopfschmerz vor allem im
Bereich der Operationsnarbe über dem Brust-/Lendenwirbelsäulen-Übergang. Es
bestünden ausgedehnte para¬vertebrale Myogelosen im Bereich der Operationsnarbe
zwischen den Schulterblättern (IV-act. 89-16). Die Beschwerdeführerin habe nach wie
vor, jedoch wesentlich weniger häufig als früher, Spastizitäten in den Oberschenkeln
sowie vor allem sensorische Störungen in den Beinen. Die Hauptbehinderung bestehe
jedoch weiterhin in starken Rückenschmerzen, die nach etwa 15 Minuten sowohl im
Sitzen als auch im Stehen aufträten und nur durch Schmerzmittel beeinflussbar seien
(IV-act. 89-22). Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 15% als Verkäuferin in einer
Bäckerei sei realistisch aufgrund der verminderten Kraft der Rumpf-/
Schultermuskulatur und der daraus resultierenden schmerzhaften verminderten
Beweglichkeit der Wirbelsäule (IV-act. 89-19 f.). Nachdem die Beschwerdeführerin bei
der Begutachtung durch das KSSG 2005 beim Zehengang und Einbeinstand noch
Mühe bekundet hatte (IV-act. 89-16), war das Gangbild bei der Untersuchung durch Dr.
G._ flüssig und sämtliche Gangarten konnten problemlos ausgeführt werden. Im
Gegensatz zu den Vorakten fanden sich cervical und lumbal harmonische,
uneingeschränkte und schmerzfreie Bewegungsausschläge. Lediglich in der mittleren
Brustwirbelsäule war die Beweglichkeit nach Spondylodese aufgehoben. Nur auf lokale
Palpation äusserte die Beschwerdeführerin Schmerzen paravertebral links ca. Th8 bis
Th12 (IV-act. 189-21).
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4.2.3 Im Vergleich zu den im letzten Revisionszeitpunkt beschriebenen Verhältnissen
ergeben sich auch deutliche Hinweise auf eine gesteigerte Alltagsaktivität der
Beschwerdeführerin. Anlässlich der Begutachtung durch Dr. C._ und Prof. D._
hatte sie angegeben, bereits einfache häusliche Tätigkeiten wie zehn Minuten Abspülen
in einer leicht vornübergebeugten Haltung führten zu stärksten Schmerzepisoden. Ihr
Mann erledige die meisten Tätigkeiten im Haushalt (IV-act. 89-14 f., vgl. auch Bericht
von Dr. E._ vom 13. Oktober 2008; IV-act. 111). Bei der im Mai 2005 im KSSG durch-
geführten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) wurde festgestellt, dass
der Beschwerdeführerin insbesondere das Stehen vorgeneigt, längeres Stehen,
Hantieren über Kopf sowie Rumpfrotationen Mühe bereiten (IV-act. 89-27). Das Stehen
war ihr während der EFL nur kurzfristig möglich, sie suchte immer wieder
Entlastungshaltungen und konnte zusätzlich keine Arbeiten mit den Armen durchführen
(IV-act. 89-33). Auch bei der Haushaltsabklärung im Frühjahr 2007 hatte die
Beschwerdeführerin angegeben, fast alle Haushaltstätigkeiten würden nicht durch sie
selbst, sondern mit fremder Hilfe (Ehemann) erledigt (IV-act. 100). Das grösste Problem
für sie sei, dass sie den Kopf nicht nach vorne neigen und in dieser Stellung halten
könne, wie es bei Tätigkeiten wie Schreiben, Unterlagen lesen, Staubsaugen,
Saubermachen am Boden, Abwaschen oder Gemüserüsten nötig sei. Sie koche
einfache Mahlzeiten, kümmere sich mit Unterstützung des Ehemannes sowie weiteren
Drittpersonen um den Sohn und erledige kleine Haushaltsarbeiten. Dazwischen lege sie
sich hin (IV-act. 101). Im Frühjahr 2009 gab sie sodann an, ihr Gesundheitszustand
habe sich eher verschlechtert gegenüber der letzten Abklärung im Jahr 2007. Aufgrund
ihrer ständigen Rückenschmerzen hätten sie eine Putzfrau. Je nach Schmerzen würden
alle Haushaltstätigkeiten durch fremde Hilfe erledigt. Bezüglich der Kinderbetreuung
fühle sie sich sehr eingeschränkt (IV-act. 117). Demgegenüber gab die
Beschwerdeführerin bei der Begutachtung durch med. pract. H._ und Dr. G._ an,
bei gutem gesundheitlichen Befinden erledige sie den Haushalt selbständig. An guten
Tagen besorge sie die Wäsche, tätige Einkäufe, koche das Mittagessen und hole ihre
Kinder von der Schule ab. Sie führe auch leichtere Gartenarbeiten aus, mache
gelegentlich Spaziergänge oder eine Fahrradtour. An schlechten Tagen mache sie die
anfallenden Hausarbeiten etappenweise und unternehme wesentlich weniger, auch
bezüglich Freizeitaktivitäten (IV-act. 189-18, 192-25). Seit 2010 fahre sie mit ihrer
Familie jeweils in die Ferien in die X._. Seit etwa 3-4 Jahren gehe sie auch in die
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Winterferien, wo sie vor allem Langlauf betreibe (IV-act. 192-25 f., vgl. bezüglich
Skiferien auch IV-act. 160-11 ff.). Dazu ist zu bemerken, dass die geschilderten
grossen Tagesschwankungen der Schmerzintensität gemäss Dr. G._ aus
rheumatologischer Sicht aufgrund der objektivierbaren Befunde und der
Observationsergebnisse nicht hinreichend erklärbar sind (IV-act. 189-25 f.). Dies
relativiert auch die von der Beschwerdeführerin beanstandete Aussage Dr. G._,
wonach aus rheumatologischer Sicht über die Konstanz der zu erbringenden
Leistungen in der angestammten sowie einer adaptierten Berufstätigkeit keine
schlüssigen Angaben möglich seien (IV-act. 189-26).
4.2.4 Wie unter anderem von Dr. G._ (IV-act. 189) und Dr. F._ (IV-act. 156)
beschrieben, sind auf den Observationsvideos flüssige Bewegungen der
Beschwerdeführerin, insbesondere mehrfaches Drehen des Kopfes und ein leichtes
Vorbeugen des Oberkörpers sowie ein einmaliges spontanes Bücken sichtbar. Die
Beschwerdeführerin scheint bei den während den Überwachungszeiten ausgeübten
Tätigkeiten aus Sicht eines medizinischen Laien nicht bzw. kaum merklich
eingeschränkt. Bei längeren Gesprächen im Stehen wechselt sie zwar gelegentlich ihre
Position bzw. bewegt ihre Füsse etwas, dies erscheint jedoch im Vergleich zu einer
nicht beeinträchtigten Person nicht übermässig. Zudem ist wenige Male zu
beobachten, wie die Beschwerdeführerin kurz ihre Hände in die Hüfte stemmt und
dabei scheinbar ihren Rücken leicht streckt (IV-act. 143, 153). Eine ständige auffallende
(schmerzbedingte) Streckhaltung, wie sie die Beschwerdeführerin vorbringt (vgl. act.
G1), ist jedoch nicht erkennbar. Die Beschwerdeführerin trägt auf einigen Sequenzen
einen kleinen Rucksack bzw. Stroh in einem Gefäss und stösst einmal einen gefüllten
Grüncontainer. Einmalig konnte sie von weitem mit Putzutensilien in ihrem
Hauseingang beobachtet werden. An drei Observationstagen war sie sodann während
rund 2,5 Stunden alleine mit dem Fahrzeug der Metzgerei ihres Vaters unterwegs und
lieferte Fleisch an verschiedene Kunden aus, mit denen sie sich jeweils während
einigen Minuten stehend unterhielt (IV-act. 143, 153). Auch am Tag des Gespräches mit
der Beschwerdegegnerin vom 14. Januar 2014 sowie am darauffolgenden Tag wurde
die Beschwerdeführerin bei diversen Tätigkeiten, insbesondere den
Fleischauslieferungen gefilmt, obwohl sie anlässlich des Gesprächs geltend gemacht
hatte, es gehe ihr seit einigen Tagen ziemlich schlecht (vgl. IV-act. 151-4 f.). Dr. G._
und Dr. F._ hielten diesbezüglich überzeugend fest, es bestehe eine Diskrepanz
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zwischen der Schilderung des subjektiven Befindens anlässlich des Gesprächs vom
14. Januar 2014 und den Ergebnissen der gleichentags durchgeführten Observation.
Auch die geltend gemachte Aussage, wonach die Beschwerdeführerin wöchentlich drei
bis fünf “schlechte Tage“ erlebe, sei aufgrund der Observationsergebnisse aus
rheumatologischer Sicht nur schwer nachvollziehbar (IV-act. 189-27, vgl. IV-act. 156).
Wie die Beschwerdeführerin geltend macht (vgl. act. G1), stehen ihre Aktivitäten in den
Observationsvideos dem von Dr. I._ erstellten Leistungsprofil zu erwartenden
Verhalten nicht entgegen (IV-act. 132-3). Allerdings listete dieser lediglich exemplarisch
einige Tätigkeiten auf, welche den geschilderten Beschwerden (eindeutig)
entgegenstehen oder entsprechen würden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das
Verhalten wie es anlässlich der Observation zu beobachten war, nicht auch als mit den
Beschwerdeschilderungen unvereinbar zu betrachten ist.
4.2.5 Anlässlich des Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2014 gab
die Beschwerdeführerin zu, an den meisten Mittwochvormittagen für ihren Vater Fleisch
auszuliefern (IV-act. 160). Mit Schreiben vom 4. April 2014 ergänzte sie sodann, sie
führe diese Arbeit unregelmässig und an höchstens 2 Tagen pro Woche während 2
bzw. 2,75 Stunden aus. Sie könne dabei abwechselnd stehen, sitzen und sich
bewegen. Die Ware sei nicht schwer (max. 5kg) und sie müsse diese nur kurz tragen
(IV-act. 165). Mit den in den Vorakten geschilderten massiven Einschränkungen der
Beschwerdeführerin scheint diese Tätigkeit kaum vereinbar zu sein.
4.2.6 Die Befunde und die gesteigerten Alltagsaktivitäten der Beschwerdeführerin
lassen eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation, insbesondere im Sinne einer
verbesserten Adaption an die Beschwerden, erkennen. Es ist davon auszugehen, dass
sich dies auch auf die Erwerbsfähigkeit positiv auswirkt. Die Beschwerdeführerin selbst
gab am 12. März 2014 auch an, sich vorstellen zu können, wenn es ihr gut gehe, zwei
bis drei Stunden täglich einer Arbeit nachzugehen, so beispielsweise im Verkauf oder in
der Auslieferung (IV-act. 160-15 f.). Vor diesem Hintergrund ist die im Vergleich zum
Vorgutachten höhere Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ nachvollziehbar.
4.3 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die tendenziöse Bemerkung der
Beschwerdegegnerin in den Akten, wonach die Beschwerdeführerin zur Verschiebung
eines Gesprächstermins falsche Angaben gemacht habe, habe Dr. G._ offensichtlich
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stark beeinflusst, wie aus seinem Gutachten bezüglich Glaubwürdigkeit der
Beschwerdeführerin hervorgehe. Er sei damit in seiner Beurteilung nicht mehr objektiv
gewesen (act. G1). Die entsprechenden Aktenstellen wurden von Dr. G._ zwar
erwähnt (IV-act. 189-9, 189-26, 192-3), ein entscheidender Einfluss auf seine
Einschätzungen ist jedoch nicht erkennbar. Zudem sind gewisse Zweifel an der
erwähnten Aussage der Beschwerdeführerin durchaus angebracht, zumal diese am 6.
Januar 2014 um die Verschiebung eines Gesprächstermins bei der
Beschwerdegegnerin bat und dies mit der fehlenden Kinderbetreuung begründete, da
die Kinder Schulferien hätten und ihr Ehemann bei der Arbeit sei (IV-act. 149). Beim
Gespräch mit der Beschwerdegegnerin am 12. März 2014 gab sie jedoch nach
entsprechender Konfrontation mit den Kenntnissen der Beschwerdegegnerin zu,
während einer Woche mit ihrer Familie in den Skiferien gewesen zu sein. Ausserdem
ergaben sich anlässlich dieses Gesprächs auch weitere Hinweise auf eine Tendenz,
gewisse Aktivitäten zu verschweigen bzw. die körperlichen Möglichkeiten schlechter
darzustellen (IV-act. 160). Die Versuche, die auf mehrfache konkrete Nachfrage der
Beschwerdegegnerin gemachten, zumindest unvollständigen Angaben der
Beschwerdeführerin zu rechtfertigen (act. G1, G10), ändern daran nichts und sind nur
teilweise nachvollziehbar.
4.4 Wie die Beschwerdeführerin richtig geltend macht, lässt sich ihr Beschwerdebild
gemäss den Berichten des Schweizer Paraplegiker Zentrums vom 14. September und
12. Oktober 2015 weitgehend aufgrund der Befunde erklären (act. G10, act. G10.1).
Dies wurde grundsätzlich auch von Dr. G._ nicht bestritten, hat er doch
Beeinträchtigungen und eine dadurch bedingte eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
festgehalten (IV-act. 189). Mit der Beschwerdegegnerin (act. G12) ist anzumerken, dass
sich den Berichten des Schweizer Paraplegiker Zentrums keine höhere
Arbeitsunfähigkeit, als von Dr. G._ attestiert, und weitgehend unauffällige Befunde
entnehmen lassen. Die behandelnden Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin habe
sich nahezu erholt gezeigt mit geringem sensomotorischem Defizit, vor allem
rechtsseitig sensibel und mit geringem motorischem Defizit beider Beine für die
Kennmuskulatur. Diese fielen nur bei einer dezidierten Untersuchung auf und seien im
alltäglichen Leben und im Gangbild nicht zu erwarten. Die beginnende sagittale
Dysbalance könne aller Erfahrung nach mit muskelkräftigenden Übungen wieder ins
Lot gebracht werden. Sie sei in den Aktivitäten des täglichen Lebens selbständig. Ein
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Hinweis auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bzw. eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit ist schliesslich auch in der im Verlauf eingetretenen Adaptation an die
Schmerzen zu sehen (act. G10.1). Die Berichte des Schweizer Paraplegiker Zentrums
sind damit nicht geeignet das Gutachten vom 20. März 2015 zu entkräften.
4.5 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
Gutachten von med. pract. H._ und Dr. G._ (vgl. IV-act. 192) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie bidisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte
Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin
vorgebrachten medizinischen Einschätzungen des Schweizer Paraplegiker Zentrums
ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im genannten Gutachten
ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch keine zwischen dem
Gutachten vom 20. März 2015 und der umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 24.
Juli 2015 (IV-act. 208) eingetretenen massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den
Akten.
4.6 Damit ist vollumfänglich auf das Gutachten vom 20. März 2015 abzustellen. Es ist
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu bejahen und
von einer Arbeitsunfähigkeit von 25% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
Entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin beruht dieser Schluss nicht einzig auf den
Observationsvideos (vgl. act. G1), sondern massgeblich auf den medizinischen
Abklärungen und den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten.
5.
5.1 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt grundsätzlich frühestens
vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art.
88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Ausnahmsweise erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente rückwirkend ab
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu
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Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht
nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die
unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (Art.
88bis Abs. 2 lit. b IVV). Gemäss Art. 77 IVV haben der Berechtigte oder sein
gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede
für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich insbesondere eine
solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der
persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (vgl. Art. 31 Abs. 1 ATSG). Die Meldepflicht
entsteht erst dann, wenn es für die versicherte Person bei zumutbarer Sorgfalt
erkennbar ist, dass sich ihre Invalidität verändert hat. Eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ist für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen,
in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird.
Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung
drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 1 IVV).
5.2 Nachdem die Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit verneint hatte, gab sie auf
mehrfache Nachfrage der Beschwerdegegnerin anlässlich des Gesprächs vom 12.
März 2014 an, auch schon für ihren Vater Fleisch ausgeliefert zu haben. Sie verdiene
dabei jedoch nichts und sehe dies nicht als Erwerbstätigkeit bzw. regelmässige Arbeit
an, auch ein Arbeitsvertrag bestehe nicht. Im weiteren Gesprächsverlauf führte sie aus,
sie gehe jeweils am Mittwochmorgen Fleisch ausliefern, habe aber in den vergangenen
12 Monaten rund zehnmal aufgrund ihrer Schmerzen absagen müssen (IV-act. 160).
Obwohl sie diese Tätigkeit unentgeltlich im Familienbetrieb und gemäss ihren Angaben
auf eigenen Wunsch sowie wegen des Gefühls “gebraucht zu werden“ ausführte (IV-
act. 160, 167), wäre die Beschwerdeführerin diesbezüglich meldepflichtig gewesen.
Dies zumal die Fähigkeit zur Ausführung der Fleischlieferungen auf eine Verbesserung
des Gesundheitszustandes und damit auch der Erwerbsfähigkeit, hindeutet. Vorliegend
ist die Aufnahme der Tätigkeit für den Betrieb ihres Vaters und die Verbesserung des
Gesundheitszustandes spätestens seit der Observation im September 2013
überwiegend wahrscheinlich und die Beschwerdeführerin hat spätestens dann ihre
Meldepflicht verletzt. Somit rechtfertigt sich eine rückwirkende Rentenrevision per 31.
Dezember 2013 (Ablauf von 3 Monaten).
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6.
Schliesslich ist basierend auf dem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% im Rahmen eines
Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG (vgl. E. 2.1, E. 3) der Invaliditätsgrad zu
ermitteln.
6.1 Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt der allfälligen Renten-
revision (vorliegend per 31. Dezember 2013) verdient hätte. Für die Bestimmung des
Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung
und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da
erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom
18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1).
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V
322 E. 4.1). Die Beschwerdeführerin ist gelernte Floristin, war nach Abschluss der
Lehre aber nur für wenige Monate als solche tätig. Danach arbeitete sie bis zum Unfall
vom 7. August 2000 als (ungelernte) Verkäuferin in einer Bäckerei bzw. in der Metzgerei
ihrer Eltern (vgl. IV-act. 1, 8, 13, 192-23). Das Einkommen als Floristin kurz nach
Abschluss der Lehre 1998 ist zur Festlegung des Valideneinkommens nicht geeignet.
Gleiches gilt für die während den nur 7 bzw. 10 Monate dauernden
Arbeitsverhältnissen im Verkaufsbereich, bei denen sie einen vergleichsweise geringen
Verdienst erzielte (vgl. IV-act. 6, 8, 13, 79). Es ist jedoch davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Validenfall weiterhin als (ungelernte) Verkäuferin bzw. allenfalls
als Floristin tätig wäre. Laut den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2012) belief sich der Tabellenlohn des
Wirtschaftszweigs Detailhandel für Frauen, Kompetenzniveau 3, auf Fr. 4‘360.--
monatlich bzw. Fr. 52‘320.-- jährlich. Aufgerechnet auf die betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis 2013 (+0.7%) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr.
54‘925.--.
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6.2 Nach gescheitertem Arbeitsversuch im angestammten Beruf (IV-act. 19) und
abgebrochener Umschulung im Bürobereich (IV-act. 55 f., 63) ist die
Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin zu betrachten. Das Invalideneinkommen ist
gestützt auf die LSE (vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3, 129 V 475 E. 4.2.1), Total sämtlicher
Wirtschaftszweige, Anforderungsniveau 4, Frauen, zu bestimmen, der sich im Jahr
2013 auf Fr. 51‘793.-- belief. Bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 75% ergibt
sich ein Jahreseinkommen von Fr. 38‘845.--.
6.2.1 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Tätigkeiten behindert sind, im
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszuge¬hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die Beschwerdeführerin ist unfallbedingt
selbst bei körperlich leichten Tätigkeiten eingeschränkt und es sind dabei weitere
qualitative Anforderungen zu beachten (wechselbelastende Tätigkeiten ohne
rückenbelastende Arbeiten). Es rechtfertigt sich damit, den Tabellenlohnabzug auf 5%
festzusetzen. Folglich reduziert sich das massgebliche Invalideneinkommen auf Fr.
36‘903.--.
6.3 Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
und unter Berücksichtigung eines 5%igen Tabellenlohnabzugs resultiert bei einem
Valideneinkommen von Fr. 54‘925.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 36‘903.--
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 33%.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 24. Juli 2015 im Ergebnis nicht zu
beanstanden und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin anzurechnen.
7.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.