Decision ID: 66bbdfb4-be0c-4210-bef4-0c930001abf7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1988 geborene
X._
, gelernte Detailhandelsfachfrau, arbeitete seit Juni 2010
bis 31. Dezember 2016
als Sachbearbeiterin für das
Y._
in
Z._
(Urk. 8/3/5 und Urk. 8/16)
.
Am 25.
März 2015 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte mit Hinweis auf Übelkeit,
Reizdarm
, Reflux sowie phobische Ängste und Panikattacken bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Zur Abklärung der me
dizinische
n und erwerblichen Verhältnisse und Durchführung von Eingliede
rungsmassnahmen holte die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 8/6), den Arbeitgeberbericht vom
7.
September 2015 (Urk. 8/16)
sowie Berichte
der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/17
-
18
und
Urk.
8/20).
Im Juli 2015
hatte
die Versicherte
wieder
in einem 30%-Pensum in ihre
r
angestammte
n
Tätigkeit
zu arbeiten
begonnen
. Anschliessend
konnte
sie ihre
Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit durch Unterstützung vom Case Management des
A._
sukzessiv
aufbauen (
Urk.
8/12-13 und Urk. 8/24
).
Am 25. Februar 2016 teilte
ihr
die IV-Stelle mit, dass
sie
d
ie Eingliederungsmassnahmen
abgeschlossen habe
(Urk. 8/23).
In der Folge
verlangte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (Urk. 8/28
,
Urk.
8/31
,
Urk.
8/39-40
, und
Urk.
8/42
).
Mit Mitteilung vom
2
1. De
zember 2016
informierte
die IV-Stelle
die Versicherte
, dass
keine Eingliederungs
massnahmen durchgeführt würden, da s
ie
per 1. Januar 2017
in einem 50%-Pen
sum
im Familienbetrieb
B._
arbeiten werde
(
Urk.
8/37).
Mit
Vorbescheid
vom 24. März 2017
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten
die
Ab
lehnung des Leistungsgesuchs in Aussicht
(Urk. 8
/
47
).
Dagegen erhob
die Versi
cherte
am
1
2
.
April
201
7
einen Einwand
(Urk.
8
/
4
8
).
Diese
r veranlasste
die IV-Stelle
,
weitere Arztberichte einzuholen (Urk. 8/51-53, Urk. 8/57, Urk. 8/60,
Urk. 8/
62
, Urk. 8/65-67, Urk. 8/
70-71) s
owie die Versicherte durch die
Medas
C._
poly
disziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch)
begutachten zu lassen
(
Expertise vom
3. April 2018
, Urk.
8
/
82
)
.
Nach Eingang der Stellungnahme der Versicherten vom 24. Juni 2018 (Urk. 8/84) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Juli 2018 einen Rentenanspruch (Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 20. August 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. Juli 2018 (
Urk.
2) und beantragte, ihr sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks umfassender Abklärung an die Vorinstanz zurückzuwei
sen. In prozessrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin
um
unent
geltliche
Prozessführung und
Verbeiständung
(
Urk.
1 und
Urk.
3). Mit Beschwer
deantwort vom 2
1.
September 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 25.
September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten, wird soweit erforder
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ei
nander
widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen
, dass keine dauerhafte Einschrän
kung der Gesundheit der Beschwerdeführerin vorliege. Die vorhandenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen seien vorüberg
ehend und in einem geringfügig
einschränkenden Umfang. Der Beschwerdeführerin sei weiterhin eine Tätig
keit in ihrem früheren Vollzeitp
ensum zumutbar. Auch das Gutachten enthalte keine Di
agnosen, welche ihre Arbeitsfähigkeit langfristig einschränken würden. Es be
stünden genügend Ressourcen, welche eine Arbeitsfähigkeit begründen würden. Die Beschwerdeführerin erledige selbständig Einkäufe mit dem Auto oder zu Fuss. Zudem habe sie so
ziale Kontakte und könne Hobbies,
wie Spazierengehen oder Sport im Fitnessstudio
,
ausüben. Sie könne auch verreisen. Somit sei es nicht nachvollziehbar, weshalb diese Ressourcen
nicht
in
eine Arbeitsfähigkeit umge
setzt werden könnten
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, das
s
als gravierendstes Problem die
Emetophobie
bestehe, welche das Leben, den Tagesablauf wie auch das Verhalten in jeglicher Hinsicht vollumfänglich beeinflusse. Daneben bestün
den diverse, aus ärztlicher Sich
t
für die Arbeitsfähigkeit irrelevante gesundheitli
che
Einschränkungen, welche jedoch im Gesamten die psychische Problematik verstärkten.
Zudem sei
die
Indikatorenprüfung
der IV-Stelle in verschiedener Hin
sicht
zu kritisieren
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
. Insgesamt schiesse diese am Ziel vorbei
. Die Beschwerdeführerin
habe keine Ressourcen mehr übrig. Festzustellen sei somit, dass die seitens der Gutachter festgestellte verbleibende Arbeitsfähigkeit von 40% wohl als stimmig zu betrachten sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
3. Juli 2018
unter anderem
auf das interdisziplinäre Gutachten vom
3. April 2018
ab (Urk.
8
/
82
). Darin werden die bis zur Begutachtung de
r Beschwerdeführerin
ak
tenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
8
/
82/4
-13
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med. E.
_
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie
und Allgemeine Innere Medizin
,
und
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, von der
Medas
C._
,
di
agnostizierten
in ihrem Gutachten vom
3. April
2018
eine spezifisch
e
phobische Störung im Sinne einer
Emetophobie
(ICD-10 F40.02) sowie eine nicht näher be
zeichnete somatoforme Störung (ICD-10 F45.9
)
mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
(
Urk.
8/82/
24
).
Als ohne
Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beu
rteilten sie folgende Diagnosen
:
-
Myofasciales
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M79.00)
-
Muskuläre
Dysbalancen
-
Allgemeine
Bandlaxizität
, Kriterien für ein
Hypermobiliäts
-Syndrom
nicht erfüllt
-
Mildes
lumbovertebrales
und
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
(ICD-10 M54.86, M54.82)
-
Lumbal konventionell radiologisch keine nennenswerte
Discopathien
, zervi
ka
l
bisegmentale
Discopathie
C4/5 und C5/6
, keine Hinweise auf
radikuläre
Kompression
-
Verifiziertes Karpaltunnel-Syndrom rechts (ICD-10 G56.0)
-
St. n. neurophysiologischer Abklärung 02/18
-
Operativer Eingriff geplant
-
Rezidivierende
Nephro
uretero
lithiasis
beidseits (
ICD-10 N20.9
)
-
St. n.
wiederholten
Pigtail
-Einlagen beidseits seit 2012
-
Adipositas WHO Grad
lll
(ICD-10 E.66.9)
-
Gestörte Glucose-Toleranz
-
Mittelschwere Stammskelett-
Osteopenie
ED 12/2016
(
ICD-10 M85.9
)
-
DXA niedrigster T-Score -2.3
-
Primärer
Hyperparathyreoidismus
(
ICD-10 E21.0
)
-
Status nach offener
Parathyreoidektomie
links 02/2013
-
Chronische Kopfschmerz-Symptomatik
(
ICD-10 R51
)
-
Aneurysmatische
Erweiterung der
Arteria
pericallosa
rechts
(ICD-10 l72.7)
,
MRI 11/2015
-
Gastroösophagealer
Reflux bei
Hiatushernie
(
ICD-10 K44.9
)
-
Reizdarm-Syndrom
(
ICD-10 K58.0
)
-
Status nach Koloskopie und Gastroskopie 2014
Interdisziplinär hielten die Gutachter fest, dass
die Arbeitsfähigkeit
der Beschwer
deführerin um
50% eingeschränkt
sei. Dabei müsse
eine zusätzliche Leistungs
minderung von maximal 25% erwartet werden, was einer verwertbaren Arbeits
fähigkeit von insgesamt knapp 40%
entspr
ä
che
. Diese Angaben
hätten
in der aktuellen Tätigkeit mit sehr flexibler Zeiteinteilung
,
fehlendem Arbeitsweg und eingeweihter Arbeitgeberin
Geltung
.
Nicht abschliessend zu
beurteilen
sei, ob eine
Tätigkeit
mit gleichem Tätigkeitsprofil bei einem anderen Arbeitgeber und längerem Arbeitsweg allenfalls
zu einer höheren Einschränkung führen würde
. Die aktuellen
Arbeitsbedingungen
seien aus psy
chiatrischer Sicht zu begrüssen. Sie
könnten im mittel bis
langfristigen
Verlauf gute Möglichkeiten für eine suk
zessive
Steigerung
der Belastung unter flank
i
e
r
end
en Massnahmen
sowie
einer
intensiveren Behandlung bieten. Diese Angaben
hätten mindestens seit Anfang 2017, d.h. seit Antritt der aktuellen Tätigkeit,
Gültigkeit.
Bezüglich der
vorange
henden Arbeitsfähigkeit
werde
auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte ver
wiesen. Aktuell könne im Konsens keine
besser
an
ge
passte
Tätigkeit
erwähnt
wer
den, so dass die aktuelle Tätigkeit als optimal
angepasst
gelte. In
einer
anderen, ebenfalls
angepassten
Tätigkeit
,
sei
die Arbeitsfähigkeit
keinesfalls
höher zu ta
xieren. Von somatischer Seite solle die
Tätigkeit
vorwiegend
körperlich leicht bis mittelschwer ohne speziell
ergonomisch
ungünstige
Haltungen
gestalte
t
sein.
Auch wenn gewisse Hinwiese auf eine
chronifizierte
Symptomatik und
eine
er
schwerte
therapeutische
Angehba
r
ke
i
t bei komplexer psychiatrischer Problematik
vorlägen
,
erscheine
eine begleitende
Behandlung mit ve
r
h
alt
enstherapeutischem Schwerpunkt sowie eine vertiefte
Abklärung im ambulanten Rahmen mit Frage nach zusätzlichen Komorbiditäten
sinnvoll
.
Daneben
soll
t
en ein
arbeitsplatzbe
zogene
s
Coaching und
eine
begleitende Überprüfung der
Leistungsfähigkeit er
folgen
.
Dadurch
würden
p
rinzipiell
langfristige
sukzessive
Steigerungen des Pen
sums zeitlich und
inhaltlich
denkbar und zumutbar
erscheinen
. Dieses
Vorgehen
empfehle
sich mit
Feststellung
der verwertbaren
Arbeitsfähigkeit
auf 40 bis 50% ab
Frühjahr
201
8
bis mindestens Mitte/Ende 201
9.
Unter diesen flankierenden Massnahmen
sei zu hoffen
, dass in
dieser
Zeit
eine Stabilisierung des Zustands
bildes und ein Rückgang de
r
Symptomatik
erreicht werden würde
und
dadurch
ein
Aufbau
der Leistungs- und
Arbeitsfähigkeit
möglich
werden würde
n
. Allen
falls
sei
2019 im
Rahmen
eine
s
Verlaufsgutachtens zu überprüfen, inwiefern neue
Voraussetzung
en
zur Beurteilung
vorlägen (Urk. 8/82/28-29).
Im Einzelnen führte der psychiatrische Teilgutachter noch auf, dass
e
in komple
xes
Krankheitsbild
mit langjährigem Verlauf
bestehe
. Es bestünden wesentliche Beeinträchtigungen der
Fähigkeiten
gemäss Mini-ICF-APP wie auch
gemäss
ICF sowie r
elevante
funktionelle
Beeinträchtigunge
n, die je nach Umgebungsbedin
gu
n
g
en
deutlich
variieren könnten. Die Symptome würden durch Vermeidung angstauslösender Situationen reduziert. Es persistiere eine Grundverunsicherung auch
bezüglich
der Leistungsfähigkeit. Die aktuelle Arbeitssituation
sei
angepasst
. Allerd
ings beinhalte
die Situation die
Problematik
der weiteren
Vermeidung
der phobischen Symptomatik, was
langfristig
in der Regel nicht zielführend sei und nicht zu einer Remission führe
n könnte
. In Anbetracht der Anamnese und der Befunde erscheine ein Pensum mit 50% realistisch, sei dies fünf halbe Tage oder volle zweieinhalb Tage
(Urk. 8/82/19)
.
4.
Die Beschwerdeführerin machte geltend, es sei auf die Einschätzung der Gutach
ter abzustellen. Das polydisziplinäre Gutachten der
Medas
C._
vom 3. April 2018
(Urk.
8
/82) beruht
auf
den umfassenden fachärztlichen allge
meininternistischen, rheumatologischen und psychiatrischen
Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst
(Urk.
8
/82/4-13
, 5/82/46-47 und 5/82/53-61
). D
ie vorhandenen Arztberichte
wurden
sorgfältig
gewürdigt (Urk.
8
/82/
49
-
50
und Urk. 8/82-94
).
Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten
der Beschwerdeführerin
ausführlich
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medi
zinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen
nach
vollziehbar begründet. Das
Gutachten
erfüllt
daher
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche
Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
1.5
).
Es weist jedoch
bezüglich
der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
Schwach
punkte
auf.
Nicht plausibel erscheint
, weshalb es bei
den dargestellten Einschrän
kungen
nicht darauf ankommen soll, ob die Beschwerdeführerin ihr 50%-Pensum auf mehrere Tage verteilt oder zweieinhalb Tage am Stück arbeitet
(
Urk. 8/82/19
und Urk. 8/82/96
).
Des Weiteren wird festgehalten, dass die Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
seit mindestens Anfang 2017
bei einem 50%-Pensum
um maximal 25% reduziert sei
, was
eine
real
e Arbeits
fähigkeit von
knapp
40%
ergebe
(Urk. 8/82/19, Urk. 8/82/27
und Urk. 8/82/96
),
obwohl die Beschwerde
führerin nach eigenen Angaben seit Anfang 2017 in einem 50%
-
bis 60%-Pen
sum arbeitet (
Urk. 8/82/48 und Urk. 8/82/70
). Hinzu kommt, dass d
em Gutachten
nicht zu entnehmen
ist
, weshalb die Beschwerdeführerin aus
aktueller
medizini
scher Sicht
in der optimal angepassten Tätigkeit im Delikatessen
geschäft
ihrer Mutter nicht in einem höheren Pensum arbeiten könnte. Es enthält einzig die Aussage der Beschwerdeführerin, dass sie
um Weihnachten
2017
in einem 70%- bis 80%-Pensum gearbeitet habe, dies jedoch eine zu hohe Arbeitsbelastung ge
wesen sei
. Sie habe eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands mit Zu
nahme von Angst bemerkt, insbesondere aber auch eine umfangreiche Konzent
rationsabnahme, die ihr ein Funktionieren massiv erschwert habe – sie sei «schus
selig» und vergesslich geworden
(
Urk.
8/82/70
).
Damit hat der psychiatrische Gut
achter nicht begründet dargetan, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit vorliegen soll (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2018 vom
2.
Dezember 2019).
5.
5.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese
Abklärungen enden laut Bundesge
richt stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Lei
dens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle
Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.3
Im Rahmen
des
«funktionellen Schweregrades» ergibt sich mit Bezug
auf die
«Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
und Symptome»
aus dem Gutach
ten, dass
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht neben einer relevanten spezifischen phobischen Störung im Sinne einer
Emetophobie
,
an einer nicht nä
her bezeichneten somatoformen Störung, beides mit hohem Schwergerad,
leide
.
Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie die Verkehrsfähigkeit
seien
schw
er beeinträchtigt. Zudem bestehe
eine mittelgradige Beeinträchtigung der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Entscheidungs-, Urteils-, Durch
halte
-
und Selbstbehauptungsfähigke
it sowie
der
Spontanaktivitäten
.
Weiter
sei
das Selbstvertrauen schwer beeinträchtigt und die Funktionen von Temperament und Persönlichkeit, die psychische Stabilität, die Offenheit gegenüber neuen Er
fahrungen, die Funktion der psychischen Energie und des Antriebes, die Funktion der Aufmerksamkeit sowie der emotionalen Funktionen
seien
mittelgrad
ig
beein
trächtigt.
Die internistischen Diagnosen
wiesen
a
lle keinen langfristigen oder
dauerhaften
Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
auf
(
Urk.
8
/
82/
21
Ziff.
1 und 2
). Demnach bestehen
bei der Beschwerdeführerin
deutliche psychische Beeinträch
tigungen
.
Zu berücksichtigen ist ferner, dass sich die Beschwerdeführerin seit Anfang 2015 konstant in hochfrequenter ambulanter Behandlung befindet. Zusätzlich wurde davor eine stationäre und eine teilstationäre psychiatrische Behandlung durch
geführt. Die antidepressive Therapie wurde im Verlauf mehrfach gewechselt, zu
letzt auf
Venlafaxin
.
Aktuell erreicht das
Medikament einen therapeutischen Spiegel.
Hingegen
sind noch nicht alle
therapeu
tischen Massnahmen ausge
schöpft. Bezogen auf die S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen
müss
ten Kombinationsbehandlungen mit Psychotherapie und Psychopharmakothera
pie durchgeführt werden, welche durch eine kognitive Verhaltenstherapie inklu
sive Expositionsbehandlung oder eine psychodynamische Psychotherapie statt
finden
.
Zusätzlich sollte eine Selbsthilfe-Gruppe besucht werden oder spezifische verhaltenstherapeutische Elemente hin
zu
genommen werden. Insbesondere
könn
ten auch
ein Expositionstraining unter Einbindung einer Psychiatrie-Spitex
(
oder anderweitig delegiert
)
sowie ergänzende differenzialdiagnostische Abklärungen
weiterhelfen
. Aus somatischer Sicht
sollte
ein regelmässiges Ausdauertraining zur Verbesserung der kardiovaskulären Leistungsfähigkeit sowie eine medizinische Trainingstherapie zur Optimierung der Kraft und Kraftausdauer der Schulter- und Beckengürtelmuskulatur und Rumpfstabilisatoren
erfolgen. Zusätzlich sollte das diagnostizierte Carpaltunnelsyndrom rechts
operativ
saniert werden
(Urk. 8/82/25).
Als Komorbidität
kann die Magen-Darm-Problematik genannt werden. Es kann vorkommen, dass sich die Angst vorübergehend in den somatisch-somatoformen Bereich verlagert und die Darmproblematik die Beschwerdeführerin in ihrer Funktionalität so stark einschränkt, dass zusätz
lich eine Diagnose aus dem Be
rei
ch der somatoformen Störung diagnostiziert wird (Urk. 8/82/24-25
).
5.
4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten
, dass keine Per
sönlichkeitsstörung vorliegt. Zudem
führt das Gutachten aus, dass
als Ressourcen die Umgänglichkeit, Funktionen des Gedächtnisses, Funktionen des Denkens, hö
here kognitive Funktionen sowie Selbst- und Zeitwahrnehmung nicht einge
schränkt
seien
. Zudem seien die Motivation, das Pflichtbewusstsein, die Kommu
nikationsfähigkeit und die Therapieadhärenz wesentlich vorhanden
(Urk. 8/82/22
-23
).
Des Weiteren putzt die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben an
den freien Tagen und am Wochenende,
erledigt selbständig E
inkäufe
, fährt Auto, treibt Sp
ort im
Fitnessstudio und liest gerne. Hinzu kommt, dass sie immer noch
in
den Ausgang
gehen
und
an
sozialen
Veranstaltungen
teilnehmen kann, wenn auch weitaus weniger als früher
.
Kurze Strecken kann sie auch mit dem Bus zurücklegen (Urk. 8/82/15
, vgl. auch Urk. 8/82/64
)
.
5.
5
Bezüglich des Komplexes «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen
, dass die Be
schwerdeführerin alleine mit ihren Katzen in einer Dreizimmerwohnung lebt. Den Haushalt besorgt sie alleine. Im unteren Geschoss des Hauses ist das Geschäft der Mutter. Diese lebt auch im selben Haus in einer eigenen Wohnung
(Urk. 8/82/14)
. Zudem verfügt sie über einen Fre
undeskreis. Sie hat zwar wenige
,
aber gute Freunde (Urk. 8/82/15).
5.
6
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz
ist
zunächst fest
zuhalten, dass sich anlässlich der psychiatrischen Exploration keine Anhalts
punkte für eine
Aggravation und ähnliche Erscheinungen ergaben. Es bestand eher das Bild einer gewissen Dissimulation (Urk. 8/82/
21-
22)
.
Zur Konsistenz gilt es im Weiteren zu beachten, dass
entgegen dem Gutachten (Urk. 8/82/
Ziff.
8 S. 2
2 bis 23
und
Ziff.
1 bis 2 S. 26)
keine gleichmässige Einschränkung des
Ak
tivi
tätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen zu erkennen ist.
Es be
ste
hen genügend Ressourcen, welche eine Arbeitsfähigkeit begründen. Die Be
schwerdeführer
i
n verfügt über soziale Kontakte
(E. 5.
5
)
sowie einen geregelten Tagesablauf
(Urk. 8/86/14-15). Des Weiteren übt die Beschwerdeführerin neben ihrer 50% bis 60% Tätigkeit viele Aktivitäten
aus (E. 5.
4
). Selbst wenn
das
Spa
zierengehen
und
das Verreisen, wie von der Beschwerdegegnerin angeführt (Urk. 2 S. 2), nicht dazu gezählt werden
, verbleibt ein hohes
Aktivitätenniveau
. Bezüglich des Spazierengehen
s
gilt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin während der Begutachtung lediglich angab, dass sie früher mit dem Hund Spa
ziergänge gemacht habe. Dieser sei Ende 2015 verstorben (Urk. 8/82/15 und 8/82
/69).
Hinsichtlich de
s
Reisen
s
wurde sie v
om Gutachter gefragt, wann der letzte Auslandsaufenthalt stattgefunden
habe
, worauf sie an
gab, dass dies in Süd
italien gewesen sei, als ihre Cousine im letzten Sommer 2017 geheiratet habe (Urk. 8/82/15). Da es sich dabei um
den einzigen
Auslandaufenthalt handelt und die Hochzeit
eine gesellschaftliche Verpflichtung
darstellt
, kann
nicht daraus ab
geleitet werden, dass die Beschwerd
eführerin regelmässig verreise, zumal
sie
an
gab, dass es für sie «ein Horrormoment gewesen sei» (Urk. 8/82/63).
5.7
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass
bei der Beschwerdeführerin ein gewisser Leidensdruck klar erkennbar ist, sie jedoch
bei Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit in der Lage ist, in einem
rentenausschliessen
den
Pensum tätig zu sein
. Dafür sprechen insbesondere das soziale Umfeld,
die geregelte Tagesstruktur
,
ihr hohes Aktivitätsniveau
sowie die noch nicht ausge
schöpften Therapieoptionen (E. 5.1). Durch einen Therapiewechsel könnte eine Verbesserung des Gesundheitszustands erreicht werden
. Damit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erstellt,
dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt
.
6
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen
7.
7.1
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die unentgeltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (
Urk.
1/
6-7,
3/
4-15 und Urk. 5
). Antragsgemäss (
Urk.
1/1) ist de
r
Beschwerdeführer
in
deshalb die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche
Verbeiständung
zu bewilligen.
7.2
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
7
00.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen
.
7.3
Mit Honorarnote vom
1.
Oktober 2018 (
Urk. 10
) machte Rechtsanwältin
Mirjam
Stanek
Brändle
einen Aufwand von Total
Fr.
2'874.90 (Fr.
2'591.60
Arbeitsauf
wand für
11.78
Stunden plus
Fr.
77.75
B
arauslagen zzgl. MwSt.) geltend,
was
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
angemessen erscheint, weshalb sie in diesem Umfang aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist.
7.4
Die Beschwerdeführerin
ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald
sie
dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).