Decision ID: 5373e42b-1bff-4cd6-a098-28946b8124ba
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war aufgrund seiner Arbeitslosigkeit
bei der
Suva
gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als ihm
laut Schadenmeldun
g
en
vom 2
3.
August 2016 und vom 1
3.
September 2016 bei
der Ausübung eines Zwischenverdienstes bei der
Y._
AG, Schlieren, am
5.
August 2016 beim Spitzen ein Stück Beton ins linke Auge geraten
sei
, obwohl er eine Schutz
brille getragen ha
be
(vgl.
Urk.
12/1
,
Urk.
12/7
). Die Suva anerkannte ihre Leis
tungspflicht
(
Urk.
12/3
-5
).
A
b
1. Mai 2017
wurde
der Beschwerdeführer erneut wegen Augenbeschwerden
zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
12/12
).
Die
Suva
tätigte daraufhin me
dizinische Abklärungen und verneinte mit Verfügung vom
31
.
Juli
2017 (Urk.
12/50)
einen Anspruch auf Versicherungsleistungen
mangels sicherem
oder wahrscheinlichem Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
5.
August 2016 und den gemeldeten Beschwerden.
Die vom Versicherten
am
2.
August 2017 vorsorglich erhobene Einsprache, wel
che
er am
3
0.
August 2017
persönlich
bei der Suva
begründete
(
Urk.
12/51
,
Urk. 12/
62
)
,
wies die
Suva
mit
Einsprachee
ntscheid
vom 1
0.
November 2017
ab
(
Urk.
12/87 =
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 1
2.
Dezember 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
0.
November 2017 (
Urk.
2) und
beantrage, dieser sei aufzuheben und der Fall sei gestützt auf die neuen Unterlagen, seine Anträge und seine Be
gründung neu zu entscheiden. Es sei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Ophthalmologie
,
zu beauftragen, eine Expertise über den Zustand seines linken beschädigten Auges zu erstellen und dabei explizit auch die Frage über den Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfall vom
5.
August 2016 und dem Schaden am linken Auge zu klären. Weiter sei die Suva zu verpflichten, sämtliche Behand
lungs
kosten zu bezahlen (
Urk. 1
S. 1
).
Am 1
8.
Dezember 2017 ergänzte der Be
schwerdeführer seine Beschwerde
(
Urk.
5) und beantragte weiter
die Herausgabe sämtlicher Röntgenaufnahmen von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Ophthal
mologie
,
welche vom
8.
bis 1
2.
August 2016 angefertigt worden seien. Weiter seien
Dr.
B._
,
Frau
C._
und Frau
D._
als Zeugen zu befra
gen. Am 2
1.
Januar 2018
rei
chte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe
(
Urk.
8)
ein
und beantrag
t
e, die Suva sei wegen der Beschädigung seines linken Au
ges und wegen des Verlustes seines Jobs zu verpflichten, ihm eine Entschädigung von
Fr.
150‘000.-- und eine Genugtuung von
Fr.
100‘000.-- zu bezahlen. Sodann
reichte
er
weiter
e
Unterlagen (
Urk.
9/1-5) ein, welche der
Suva
am 2
4.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
10).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2018 beantragte die
Suva
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11),
was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
5.
August 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslö
sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner
zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung davon auszugehen sei, dass das
nach dem
Unfall festgestellte Pterygium
durch eine Verletzung
,
aber auch krank
heitsbedingt
,
ausgelöst werden könne. Die Bindehautwucherung entstehe norma
lerweise über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten. Da diese bereits
drei
Tage nach dem Unfall festgestellt worden sei, sei sie nicht mit überwiegender
Wahr
scheinlichkeit unfallkausal (S. 4 f.
Ziff.
3).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend
, aus dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
0.
Juli 2017 gehe klar hervor, dass das linke Auge früher einwandfrei und damit vor dem Unfall nicht beschädigt gewesen sei (S. 2
Ziff.
3). Der Entscheid der Bes
chwerdegegnerin sei unbegründet,
und es sei ihm nicht
Beton, sondern ein
Metall-Fremdkörper ins Auge geraten. Das heisse Metall habe eine Infektion verursacht, die
bis heute nicht ausgeheilt sei
(S. 2
Ziff.
4-6). Aufgrund der eingereichten Fotos sei klar ersichtlich, dass der Schaden in seinem linken Auge eindeutig auf den Unfall vom
5.
August 2016 zurückzu
führen sei, und nicht auf eine Krankheit wie
Pterygium
(S. 3
Ziff.
9). Er sei auf
grund des Unfalles nicht mehr fähig
,
auf dem Bau zu arbeiten (S. 3
Ziff.
13).
3.
Was die vom Beschwerdeführer beantragte Entschädigung von
Fr.
150'000.--
für die Beschädigung seines linken Auges und den Verlust seines Jobs
und eine Ge
nugtuung von
Fr.
100'000.-- (vgl.
Urk.
8) anbelangt,
handelt es
sich um keine in diesem Verfahren zu prüfende
n
Ansprüche.
So hat die Beschwerde
gegnerin
über eine allfällige Integritätsentschädigung im angefochtenen
Entscheid (
Urk.
2) nicht e
ntschieden, weshalb eine solche vorlie
gend nicht Streitgegenstand bildet
,
und bei einer Genugtuungssumme handelt es sich um einen Anspruch aus dem Zivilrecht.
Strittig und zu prüfen
ist
demnach
, ob die
vom Beschwerdeführer
noch geklagten Augenbeschwerden auf den Unfall vom
5.
August 2016
zurückzuführen sind
und
ob
die Beschwerdegegnerin
hierfür
eine Leistungspflicht trifft.
4
.
4
.1
Der erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Ophthalmologie, führte
im Eintrag in die
Krankengeschichte vom
8.
August 2016 (vgl.
Urk.
12/19/2) aus, der Patient habe Beton gespitzt und dabei einen Unfall erlitten. Es sei ihm etwas ins linke Auge geraten
. Zum Befund führte
Dr.
A._
aus, es zeige sich ein Metall-Fremdkörper links nasal im
Pterygiumbereich
.
Dieser
sei
entfernt worden.
V
om
8.
bis 1
2.
August 2016 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit.
4
.2
Med.
pract
. E._
, Assistenzär
z
tin, Augenklinik
,
F._
, stellte in ihrem Bericht vom 2
5.
August 2016 (
Urk.
12/36/1-2) folgende ophthalmologischen Di
agnosen (S. 1):
-
unklare
Visusminderung
, Differenzialdiagnose Verdacht auf Aggravation
-
Bindehaut-Injektion
-
Pterygium nasal
Med.
pract
.
E._
führte aus, es gehe dem Beschwerdeführer subjektiv bes
ser, aber er sehe noch nicht ganz gut und habe ein Fremdkörper-Gefühl am linken Auge (S. 1 oben). An den vorderen
Bulbusabschnitten
zeige sich ein hoher Trä
nenmeniskus und die Bindehaut sei leicht
injiziert
, aber
regredient
. Die Hornhaut sei glatt und klar bis auf die ältere Fremdkörper-Narbe bei 9
h an der Spitze des Pterygiums, d
ort noch leicht
Fluo
positiv. Die Vorderkammer se
i tief und
reizfrei
. Med.
pract
.
E._
führte aus, es zeige
sich eine
Visusbesserung
von 0
.
16
auf 0
.
6, jedoch eine deutliche Epiphora.
Es sei kein Fremdkörper sichtbar
(S. 1 unten).
4
.3
Pract
. med.
G._
, Assistenzarzt, Augenklinik
,
F._
,
stellte
nach Untersu
chung des Beschwerdeführers am 3
0.
August 2016 in seinem gleichentags erstell
ten Bericht (
Urk.
12/26/1-2) folgende ophthalmologische Diagnosen (S. 2):
-
unklare
Visusminderung
, Differenzialdiagnose Verdacht auf Aggravation
-
Bindehaut-Injektion
-
Pterygium nasal
Pract
. med.
G._
führte aus, hinsichtlich des linken Auges sei der
Visus
immer noch etwas beeinträchtigt, aber deutlich verbessert. Es bestehe noch etwas Fremd
körpergefühl (S. 1 Mitte).
Der Patient sei sehr fordernd, was die Arbeitsunfähigkeits-Bestätigung angehe. Es sei noch nicht perfekt und er habe Angst, dass das Auge durch die Arbeit als Elektromonteur gefährdet sei.
Der Patient sei darüber informiert worden, dass die
Visuswerte
sehr gut seien, der Lokalbefund ruhig
sei
und dass keine wesentliche Gefahr vom Beruf ausgehe. Er habe aber darauf beharrt, dass es noch nicht perfekt sei, und ihm daher die Arbeitsaufnahme nicht zugemutet werden könne
. Nach
längerer Diskussion habe man sich darauf geeinigt, die Arbeitsunfähigkeit noch bis auf das Ende dieser Woche zu verlängern (S. 2).
Gemäss Unfallschein
UVG
bestätigte
pract
. med.
G._
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers bis
4.
September 2016 (vgl.
Urk.
12/9/3).
4
.4
Med.
pract
.
E._
stellte
in ihrem Bericht vom 1
5.
September 2016 (
Urk.
12/39/1) die gleichen Diagnosen wie in ihrem
Vorbericht
vom
2
5.
August 2016 (vgl. vorstehend E. 4
.2
).
Med.
pract
.
E._
führte aus, laut Beschwerdeführer gehe es ihm subjektiv gut. Er sei mit seiner neuen Brille sehr zufrieden.
Der
Fernvisus
betr
age mit eige
ner Brille rechts 1
.
0 und links 1
.
0.
Hinsichtlich der vorderen
Bulbusabschnitte
des
linken Auges sei die Bindehaut
reizfrei
, die Limbu
s-nahe Melanose bei 3 und 7 Uhr
und
d
ie Hornhaut mit Pterygium nasal. A
n der Spitze
des
Pterygium
s
bestehe eine alte runde Ho
rnhautnarbe, nicht
Fluo
positiv.
D
ie Vorderkammer stehe zent
ral und
perifer
tief und sei
reizfrei
.
Med.
pract
. E._
führte aus,
die Beha
ndlung sei abgeschlossen worden
.
4
.5
Dr.
me
d. H._
, Assistenzär
z
t
in, Augenklinik,
F._
,
nannte in ihrem Bericht vom 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
12/22
/2
)
nach gleichentags erfolgter Unter
suchung des Beschwerdeführers
folgende ophthalmologische Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Sta
t
us nach unklarer
Visusminderung
, Differenzialdiagnose Verdacht auf
Aggravation
-
aktuell
Visus
beidseits 1
.
0
-
Melanosis
conjunctiva
e
, physiologisch
-
Pterygium nasal
Dr.
H._
führte aus,
die letzte Untersuchung sei am 2
9.
September 2016 erfolgt. E
s
habe eine Kontrolle bei kratzendem Gefühl am linken Auge und wei
terhin bestehender Epiphora links stattgefunden.
Es habe sich am linken Auge eine reizfreie Bindehaut, eine Limbus-
nahe Melanose bei 3 und 7
Uhr, ei
ne Horn
haut mit Pterygium nasal und
an der Spitze vom Pterygium
eine
alte rundliche Hor
nhaut-Narbe, nicht
Fluo
positiv, gezeigt. Die
Vorderkammer stehe zentral und peripher tief und
sei
reizfrei
. Weiter habe sich eine altersentsprechend
klare Linse gezeigt (S. 1 Mitte).
Der Befund sei stabil
und gemäss Patient
sei
subjektiv bereit
s
eine Besserung
eingetreten
(S. 1 unten).
4
.6
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für
Ophthalmologie,
stellte in ihrem Be
richt vom 1
8.
April 2017 (
Urk.
12/28/4) folgende Diagnosen:
-
Hyperopie
, Astigmatismus,
Presbyopie
beidseits
-
Pterygium nasal links
Dr.
I._
führte aus, anlässlich der Untersuchung
vom gleichen Tag
habe sich der
Visus
am linken Auge mit der eigenen Brille um 20
%
reduziert gezeigt. Mit einer fast ähnlichen Refraktion könne aber eine Sehschärfe von 80
%
erreicht werden. Der Patient fühle sich jedoch nicht ernstgenommen und habe eine wei
tere Augenuntersuchung abgelehnt.
4
.
7
Dr.
med.
J._
, Facharzt für
Ophthalmologie
, stellte in seinem Bericht vom
9.
Mai 2017 (
Urk.
12/38/1) folgende Diagnosen:
-
Pterygium medial links
-
Hyperopie
, Astigmatismus,
Presbyopie
-
Melanosis
conjunctivae
beidseits
-
kleine Hornhautnarbe bei 6 h links
-
Diabetes mellitus ohne Retinopathie
Dr.
J._
führte aus, die Ursache der vom Patienten
geäusserten
Visusstörungen
sowie der intermittierenden Augenschmerzen sei möglicherweise Folge der
Sicca
-
Symptomatik assoziiert mit einem Pterygium links
. Es bestehe eine kleine
sube
p
itheli
are
Trübung, welche keinen Einfluss auf die Sehleistung habe. In Anbe
tracht der gesamten Situation sowie des Fortschreitens des Pterygiums sei eine Exzision zu empfehlen. Die Möglichkeiten seien mit dem Beschwerdeführer be
sprochen worden.
4
.8
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für
Ophthalmologie
,
stellte in ihrem Be
richt vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
12/37) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Hyperopie
,
Presbyopie
,
Astigmatismus
-
Hornhaut
Pterygium nasal links:
Differenzialdiagnose Unfall? Degenera
tion
!
-
trockene Augen
-
Diabetes mellitus Typ II
Dr.
K._
führte aus, sie habe den Beschwerdeführer am 1
2.
Mai 2017 un
tersucht. Vorher sei er von
Dr.
J._
untersucht worden. Der Beschwerdeführer habe eine
Zweitmeinun
g gewollt.
Ausser dem Pterygium habe er keine patholo
gischen Befunde.
Dr.
J._
habe den Patient bestens untersucht.
Der Patient denke, dass das Pterygium unfallbedingt sei.
Pterygien
könnten aber bei Patienten, die am Meer oder in den Tropen leben
,
auftreten und mit der Zeit auch wachsen.
Die Ursache sei sicher nicht unfallbedingt
. Der
Fernvisus
rechts sei
korrigiert mit eigener Brille 1
.
0, links 0
.
3
und sei mit anderen Gläsern nicht zu bessern (S. 1).
Der Patient wisse, dass er eine Pterygium-Operation brauche. Er möchte dies über die Unfallversicherung abrechnen lassen (
S. 2).
4
.
9
Med.
pract
.
E._
, Augenklinik,
F._
, nannte in ihrem Bericht vom 1
3.
Juli 2017 (
Urk.
12/54) als ophthalmologische Diagnosen einen Status nach vorüber
gehender
Visusminderung
unklarer Ursache,
am ehesten
Aggravation nach Fremdkörper-Verletzung
,
sowie ein Pterygium nasal. Med.
pract
.
E._
führte aus, der Beschwerdeführer sei
vom 1
2.
August 2016 bis 1
3.
Februar 2017
regelmässig in ihrer Klinik kontrolliert worden (S. 1 Mitte).
Er habe sich notfallmässig am 1
2.
August 2016 vorgestellt, da er vermutet habe, etwa eine Woche vor der Erstvorstellung einen Splitter ins linke Auge bekommen zu haben. Bei der klinischen Untersuchung habe sich links eine Bindehautinjek
tion bei sonst unauffälligem Befund gezeigt, welche den reduzierten
Visus
links nicht habe erklären können. Bei sonst unauffälligem Befund sei der Beschwerde
führer mit antibiotischen, antientzündlichen und befeuchtenden Augentropfen behandelt und regelmässig kontrolliert worden, bis der
Visus
schlussendlich am 1
5.
September 2016 1
.
0 beidseits betragen habe. Unter diesen Bedingungen habe die Behandlung in der Klinik abgeschlossen werden können.
Zwei Wochen später habe sich der Patient jedoch erneut in ihrer Notfallaufnahme vorgestellt, da er wiederum unter einem Fremdkörpergefühl gelitten und die Augentropfen nicht gut vertragen habe.
Die Augentropfen seien durch befeuchtende ersetzt worden
,
und
das Pterygium links, welches schon länger bestanden habe, sei fotodoku
mentiert worden
, um es vier Monate später im Februar 2017 nachzukontrollieren.
Bei der Nachkontrolle im Februar 2017
ha
be der Beschwerdeführer erklärt
be
schwerdefrei zu sein,
weshalb ihm weitere jährliche Kontrollen bei einem persön
lichen Augenarzt empfohlen worden seien (S. 2 Mitte).
4
.10
Suva-Versicherungsarzt
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Ophthalmolo
gie,
verneinte
in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
12/46)
die Frage, ob die erneuten Augen
be
schwerden links i
n einem mindestens überwiegend
wahrscheinlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
5.
August 2016 stünden.
Dr.
L._
führte aus, aufgrund der vorliegenden objektivierbaren Befunde sei davon auszugehen, dass sich der Versicherte beim Ereignis vom
5.
August 2016 einen metallischen Bindehautfremdkörper im Bereich der Spitze eines bereits vorbestehenden Pterygiums zugezogen habe. Dieser Fremdkörper sei am
8.
August 2016 durch
Dr.
A._
entfernt worden. Objektivierbare Komplika
tionen als Folge dieses Ereignisses seien im vorliegenden
Dossier nicht beschrie
ben.
Dr.
J._
gehe davon aus, dass die Beschwerden links vor allem auf das vor
bestehende Pterygium links in Verbindung mit trockenen Augen zurückzuführen seien und empfehle deshalb eine chirurgische Entfernung des Pterygiums (S. 1 f.
Ziff.
1).
Dr.
L._
führte aus, die erneute Arbeitsunfähigkeit sei nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
5.
August 2016 zurückzu
führen (S. 2
Ziff.
2). Die geplante Operation sei nicht unfallbedingt indiziert. Die geplante Exzision des Pterygiums könne nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das Ereignis vom
5.
August 2016 zurückgeführt werden, da das Pter
y
gium bereits vorbestanden habe
und davon auszugehen sei, dass es auch ohne den Unfall spontan zugenommen hätte (S. 2
Ziff.
3).
4
.11
Suva-Versicherungsarzt
Dr.
L._
führte in seiner Stellungnahme vom
6.
No
vember 2017 (
Urk.
12/86)
z
u Befund und Diagnose aus, dem Krankenaktenauszug von
Dr.
A._
sei zu entnehmen, dass
am
8.
August 2016 am linken Auge zwei Veränderungen bestanden
hätten
, nämlich ein Pterygium (auf der Hornhaut wachsende Bindehaut) sowie ein metallischer Hornhaut-Fremdkörper. Der metal
lische Hornhaut-Fremdkörper sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis
vom
5.
August 2016 zurückzuführen. Das Pterygium sei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit unfallfremd, da eine solche Veränderung für die Ent
stehung mehrere Wochen bis Monate benötige. Die Tatsache, dass das Pterygium bereits drei Tage nach dem Unfall beschrieben worden sei, spreche gegen eine Unfallkausalität dieser Veränderung (S. 1 Mitte).
Bei einem Pterygium handle es sich um eine gefässhaltige Gewebewucherung der Bindehaut, welche auf die Horn
haut
übergreife. Diese Wucherung sei eine oft dreieckige Bindehautverdickung im Lidspaltbereich, welche meist von der Nasen
seite aus in Richtung Hornhautzentrum wachse. Das Pterygium könne
spontan auftreten, könne aber auch Folge verschiedener Krankheiten und Verletzungen sein. Die Entstehung könne durch Sonnenstrahlung begünstigt werden.
Dr.
L._
führte aus, bei den Augenbeschwerden links, die ab
1.
Mai 2017 zu einer erneuten Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, handle es sich nicht um
eine
mindestens überwiegend wahrscheinliche Folge des Unfallereignisses vom
5.
Au
gust 201
6.
Die für das Pterygium typische Bindehautwucherung entstehe norma
lerweise über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten. Aufgrund der Tatsache, dass das Pterygium bereits drei Tage nach dem Unfall von
Dr.
A._
beschrieben worden sei, könne aus ophthalmologischer Sicht eine Kausalität zum Ereignis vom
5.
August 2016 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden (S. 1 unten f.).
4
.12
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
9/1) folgende Diagnosen:
-
anhaltende
Visuss
törung
und Augenschmerzen links mit/bei
-
Augen-Läsion nach Unfall und Fremdkörper am
5.
August 2016
-
Hyperopie
,
Presbyopie
, Astigmatismus
-
Hornhaut
Pterygium nasal links: Differenzialdiagnose Unfall? Degene
ration
!
-
trockene Augen
-
Diabetes mellitus
Typ II
Dr.
M._
führte aus, dass der Beschwerdeführer
vor dem Unfall am
5.
August 2016
keine Augenprobleme gehabt habe. Die therapieresistenten Augenbeschwer
den links hätten dire
kt nach dem Unfall angefangen. A
us gesundheitlichen und medizinischen Gründen sei eine erneute Vorstellung des Patienten beim Spezia
listen oder Gutachter sinnvoll, um weitere Krankheitssymptome mit konsekutiver Inanspruchnahme von Ärzten und Spitälern zu vermeiden.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
gestützt auf die
vertrauensärztlichen
Stellungnah
men
von Dr.
L._
vom 25
.
Juli und vom 6. November 2017 (
vgl. vorstehend
E.
4
.10-11
) davon aus, dass die erneute Arbeitsunfähigkeit ab
1.
Mai 2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Unfallereignis vom
5.
August 2016 zurückzuführen und die geplante Exzision des Pterygium
s
nicht unfallbe
dingt indiziert sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
5
.2
Dr.
L._
verwies in seiner Stellungnahme vom Juli 2017 darauf, dass
nach dem Ereignis vom
5.
August 2016 der metallische Fremdkörper am
8.
August 2016 durch
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.1)
entfernt und objektivierbare Kom
plikationen dieses Ereignisses nicht beschrieben worden
seien
.
Diese Ausführun
gen gehen einher mit der Aktenlage.
Bereits in seinem Bericht vom 3
0.
August 2016 hielt
pract
. med.
G._
fest, dass die
Visuswerte
sehr gut seien, der Lokalbefund ruhig und von der Ausübung des Berufes keine Gefa
hr ausgehe
. Lediglich auf die eingehende Forderung des Beschwerdeführers, ihm eine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren, wurde eine solche noch
bis am
4.
September 2016
verlängert
(vgl. vorstehend E. 4.3)
. In ihrem Be
richt vom 1
5.
Sept
ember 2016 (vgl. vorstehend E. 4
.4) bestätigte med.
pract
.
E._
sodann
den Abschluss der Behandlung.
Anlässlich der
im Februar 2017 erfolgten Nachkontrolle
gab der Beschwerdeführer sodann an
, beschwerdefrei zu sein
(vgl. vorstehend E. 4.9)
.
Was die ab
1.
Mai 2017 erneut zu einer Arbeitsunfähigkeit führenden Augenbe
schwerden des Beschwerdeführers anbelangt, so lässt sich dem Bericht von
Dr.
J._
vom
9.
Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 4
.7) entnehmen, dass die Ursache der vom Beschwerdeführer geäusserten
Visusstörungen
sowie der intermittieren
den Augenschmerzen möglicherweise die
Sicca
-Symptomatik in Verbindung mit
dem P
t
erygium links sei. In Anbetracht des Fortschreitens des Pterygiums
emp
fahl
Dr.
J._
dessen
Exzision.
Die Einschätzung von
Dr.
J._
bestätigte auch die vom Beschwerdeführer für eine Zweitmeinung konsultierte
Dr.
K._
in ih
rem Bericht vom Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 4.8). So führte sie aus,
Dr.
J._
habe den Patient bestens untersucht und ausser dem Pterygium habe er keine pathologischen Befunde
festgestellt
.
Auf die Einschätzung von
Dr.
L._
, dass das zu operierende Pterygium nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom
5.
August 2016 zu
rückgeführt werden könne, da dies
es
bereits vorbestehend gewesen sei, kann ab
gestellt werden.
So hielt
Dr.
A._
anlässlich der am
8.
August 2016 erfolgten Erstuntersuchung fest
,
dass sich
ein Metall-Fremdkörper
links nasal im
Pterygi
umbereich
ge
zeigt habe (vgl. vorstehend E. 4.1). Daraus lässt sich ohne weiteres
schliessen
,
dass
das Pterygium zum Unfallereignis
vorbestehend gewesen ist, zu
mal gemäss den Ausführungen von
Dr.
L._
die Entstehung der für das Pterygium typische
n
Bindehautwucherung einen Zeitraum von Wochen bis Mo
nate benötig
t
.
Auch
Dr.
K._
bestätigte in
ihrem Bericht vo
m Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 4.8
), d
ass
das Pterygium
sicher nicht unfallbedingt
sei
.
Selbst der Hausarzt des Beschwerdeführers
Dr.
M._
verneinte in seinem Bericht vom Januar 2018 (vgl. vorstehe
nd E. 4.12
) eine unfallbedingte Ursache des Pterygi
ums.
Hinsichtlich seiner Ausführungen, dass der Beschwerdeführer vor dem Un
fall am
5.
August 2016 keine Augenbeschwerden gehabt habe,
ist festzuhalten, dass
d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zuläs
sig
ist
und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Entgegen seiner Ansicht (vgl. vorstehend E. 2.2) kann der Beschwerdeführer aus
dem Umstand, dass eine am 1
2.
Juli 2011 durchgeführte Untersuchung bei
Dr.
Z._
hinsichtlich des linken Auge
s
eine klare Hornhaut und einen ins
gesamt unauffälligen Befund er
geben hatte (vgl.
Urk.
12/38/2), nichts zu seinen Gunsten ableiten.
So
wurde
dieser Befund
gut
fünf
Jahre
vor dem
Unfallereignis
erhoben
und vermag damit nicht darzutun, dass das Pterygium erst durch den Unfall vom
5.
August 2016 entstanden sein soll.
Soweit d
er
Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzufüh
ren
, namentlich bei
Dr.
Z._
eine Expertise einzuholen
(
vgl.
Urk.
1 S. 1
Ziff.
2
), kann darauf in antizipierter Bewei
swürdigung (BGE 127 V 491 E. 1b
) verzichtet werden.
Die Sachlage
erweist sich
aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen
oder von den vom Be
schwerdeführer
beantragten Zeugenbefragungen (vgl.
Urk.
5
S. 1 f.
Ziff.
3
)
wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5
.3
Aufgrund des Gesagten
stehen
das zu operierende Pterygium und die dadurch verursachten Beschwer
den nicht in einem überwiegend w
ahrscheinlichen Kau
salzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
5.
August 201
6.
Die Beschwerde
gegnerin hat damit zu Recht eine Leistungspflicht verneint. Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6
.
Das Verfahren ist kostenlos.