Decision ID: 8d7e8499-9e13-5d8c-bb38-df9ed960bb68
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962 und
zuletzt
als Buschauffeur
tätig
(Fragebogen Arbeitgeber,
Urk.
7/7/3), meldete sich am 2
0.
Januar 2012 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine Depression und einen Morbus Bechterew bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
7/54-58; Verfügungstei
l 2,
Urk.
7/46
) ab dem
1.
Dezember 2012 eine halbe Rente zu.
Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2014 (
Urk.
7/63) erfolg
t
e eine Neuberechnung der Rentenhöhe.
In der im Jahr 2015 von Amtes wegen eingeleiteten Revision (Revisionsfragebo
gen vom
8.
Juli 2015,
Urk.
7/69) tätigte die IV-Stelle erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof.
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Innere Medizin spezialisiert Rheumaerkrankungen, vom 2
4.
März 2016 ein (
Urk.
7/85; vgl.
Urk.
7/82-83).
Nachdem die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
7/88) die Aufhebung der Rente in Aussicht gestellt hatte, erhob der Versi
cherte Einwand und reichte weitere medizinische Unterlagen ein (Einwand vom 1
1.
Mai 2016,
Urk.
7/91; ergänzende
Einwandbegründungen
vom 2
2.
Juni und
6.
Juli 2016,
Urk.
7/97 und
Urk.
7/100).
Nach Einholung einer ergänzenden Stel
lungnahme von
Dr.
Z._
vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
7/102) äusserte sich der Versicherte erneut (Stellungnahme vom 2
5.
November 2016,
Urk.
7/107; ergänzende Stellungnahme vom 1
8.
Januar 2017,
Urk.
7/109). Die IV-Stelle hielt mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2017 an der Aufhebung der Rente auf
Ende des
der Zustellung der Verfügung folgenden Monats fest (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
1
6.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügun
g sei aufzuheben und es sei ihm
über März 2017 hinaus weiterhin die bisherige Rente auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte der Beschwerdeführer den Antrag, es sei auf Kosten der Beschwer
degegnerin bei
Dr.
A._
(
B._
) eine psychiatrische Begutachtung oder eventualiter eine polydisziplinäre Begutachtung unter der Leitung von
Dr.
C._
an der MEDAS
D._
zu veranlassen.
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Mai 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-113), was dem Beschwerdeführer am
9.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür (
Urk.
2), dass aus psychiatrischer Sicht keine Ein
schränkungen bestünden.
D
em Beschwerdeführer
sei es
allerdings aufgrund der somatisc
hen Diagnosen nicht zumutbar,
die angestammte Tätigkeit als Buschauffeur auszuüben. Eine körperlich leichte Tätigkeit, bei der er nicht in der Kälte oder Nässe arbeiten müsse, sei ihm allerdings zumutbar, so dass eine belie
bige Hilfsarbeitertätigkeit möglich sei. Da sich die gesundheitlichen Auswirkun
gen lohnmindernd auswirken könnten, sei ein Abzug von 5
%
vorzunehmen. Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 4
%
.
1.2
Der Beschwerdeführer
brachte demgegenüber vor
(
Urk.
1)
,
Prof.
Y._
sei infolge eines Streitgesprächs bezüglich der Notwendigkeit eines Übersetzers befangen, womit das Gutachten nicht verwertbar sei. Des Weiteren habe das psy
chiatrische Gutachten den interpersonellen Prozessen nicht Rechnung getragen, so dass es nicht als lege
artis
anerkannt werden könne. Hinzu komme, dass Prof.
Y._
die Aufhebung der Rente bereits anlässlich der Begutachtung in Aus
sicht gestellt habe, obwohl diese Entscheidung nicht ihm obliege. Entsprechend seien erneut Abklärungen zum Verlauf hinsichtlich der psychischen Gesundheit vorzunehmen.
Dr.
Z._
sei aufgrund ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit als befangen anzusehen, womit das Recht des Beschwerdeführers
auf ein faires Verfahren ver
letzt sei.
Hinzu komme, dass ihr Gutachten auch in inhaltlicher Sicht ungenügend sei und eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit seit der
Rentenzusprache
keines
wegs glaubhaft und nachvollziehbar nachgewiesen sei. So habe auch der behan
delnde Arzt keine Verbesserung gesehen.
Des Weiteren seien im Rahmen des
Einwandverfahrens
medizinische Berichte über die Leisten- und Nabelbruch-Operation vom Oktober 2015 und urologische Tumoroperation im Dezember 2015 mit nachfolgender Reha eingereicht worden – trotzdem sei keine urologische und onkologische Beurteilung eingeholt worden. Dies stelle eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes da
r.
Selbst bei einer bestrittenen Annahme einer Arbeitsfähigkeit sei ein maximaler Leidensabzug von 25
%
zu gewähren und es sei sicherlich weiterhin von einem rentenerheblichen Invaliditätsgrad auszugehen.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b mit Hinweisen; vgl. zur Publi
kation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.2). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.2
2.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
2.2.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der
Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer
bloss
leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiz
i
ert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Die Verfügung vom
1
7.
Juni 2014 basierte in medizinischer Hinsicht auf der ver
trauensärztlichen Abklärung vom
9.
August 2012 von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zuhanden der Pensionskasse
E._
(
Urk.
7/18
) und dem Bericht von
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für
Innere Medizin und Rheumatologie
, vom 2
3.
April 2013 (
Urk.
7/31
;
vgl. Feststellungsblatt vom 2
6.
April 2013,
Urk.
7/33
).
3.1
Dr.
A._
konstatierte in der vertrauensärztlichen Abklärung vom
9.
August 2012, dass beim Beschwerdeführer die Arbeitsfähigkeit
zur
Zeit
eingeschränkt sei. Es müsse
aus psychiatrischer Sicht eine Depression diagnostiziert werde
n
, welche durch adäquate medikamentöse und psychiatrische Behandlung heute in ihrem Ausmass als leichte bis mittelgradige Depression einzustufen sei. Aus psychiatri
scher Sicht sei er aktuell fähig
,
zu 50
%
einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und die entsprechende Leistung zu erbringen. Diese könne langsam auf eine volle Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. Dazu benötige er einen Arbeitsplatz, in dem er eine leichte Arbeit ausführen könne, die wenig
Stressituationen
beinhalte, überschaubar sei, die Kontakte mit Mitmenschen sich auf Kleingruppen beschränkten und die wohlwollende Unterstützung des Vorgesetzten spürbar sei. Als Buschauffeur sei er aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer erlebe das Führen eines Busses, die Verantwortung für die Fahrgäste und die Not
wendigkeit, rasch und konzentriert reagieren zu können, als Belastung. Sowohl für die Fahrgäste wie die übrigen Strassenteilnehmer sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verantworten, dass der
Beschwerdefüher
einen Bus lenke (
Urk.
7/18/10).
3.2
Dr.
F._
notierte in seinem Bericht vom 2
3.
April 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/31):
-
Entzündlich-rheumatische Erkrankung
-
differentialdiagnostisch Spondylarthritis
-
zusätzlich Degenerationen
-
Depressive Episode
-
Müdigkeit, Konzentrationsstörungen (differentialdiagnostisch im Rahmen der entzündlich-rheumatischen Erkrankung oder der depressiven Episode)
Als Buschauffeur sei er bis auf weiteres vollumfänglich arbeitsunfähig
,
da auf
grund der Müdigkeit und der Konzentrationsstörungen Unfallgefahr bestehe. Aus rheumatologischer Sicht sei eine körperlich leichte Tätigkeit mit Wechselbelas
tung und ohne Unfallgefahr zu 50
%
zumutbar.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Februar 2017
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Z._
und Prof.
Y._
ab. Darin wer
den die bis zur Begutachtung des Beschwerde
führers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/82/4 ff.;
Urk.
7/83/5 ff.),
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4
.2
4
.2.1
Prof.
Y._
und
Dr.
Z._
hielten in der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 2
4.
März 2016 fest, dass keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie folgende Diagnosen (
Urk.
7/85):
-
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der
Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
bei
-
kongenital engem lumbalen Spinalkanal mit leichter bis mässiger Spi
nalkanalstenose L2/L3 und geringer auch L3 bis S1 und
-
Entwicklung eines leichten Morbus Scheuermann in der Jugend mit minimalen
Schmorl
'schen
Knoten des
thorakolumbalen
Übergangs sowie
-
leichte degenerative Veränderungen,
erosive
Osteochondrose
L2/L3 (
Modic
Typ l)
und flache
Protrusion
L2/L3 mit Kontakt zu den Nerven
wurzeln L3 beidseits ohne
Kompression mit
-
symmetrischer und krä
ftiger Rückenmuskulatur (MRI 03/
2016) mit
-
normalen neurologischen und elek
trophysiologischen Befunden (08/
2012)
-
ohne
radikuläre
Zeichen
In der angestammten Tätigkeit als Buschauffeur beim
G._
oder in einer anderen angepassten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer könne diese Arbeit zu 100
%
ausüben bezogen auf ein Pensum von 100
%
.
4
.2.2
Prof.
Y._
konstatierte
(
Urk.
7/82/50)
, dass bei der Begutachtung ein ausge
sprochen vitaler, kämpferisch gestimmter, impulsiver Beschwerdeführer zur Vor
stellung komme, der keinerlei Zeichen einer Depression aufweise. Auch fänden
sich keine Hinweise auf psychotische Zeichen. Es fänden sich hingegen Anzei
chen einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung. Die vom Beschwerdefüh
rer vorgetragenen subjektiven Einschränkungen seiner neuro-kognitiven Funkti
onen seien psychopathologisch nicht objektivierbar und in der Plausibilität nicht nachvollziehbar (er sei alleine ohne Verspätung gekommen, fahre Auto, der Tagesablauf sei normal). Zudem mache er zum Teil divergente Angaben zu den Aufzeichnungen in der IV-Akte (Ausbildungsgang, Konsultation bei der Psychi
aterin). Aufgrund des erhobenen psychopathologischen Bildes, de
s
Verhalten
s
während der Exploration (impulsives Auftreten) und de
r
Verlaufsaufzeichnungen im Aktenmaterial komme er aufgrund seiner heutigen Untersuchung zu dem Schluss, dass beim Beschwerdeführer folgende psychiatrischen Krankheitsbilder vorlägen:
-
Mittelgradige depressive Episode,
ggw
. remittiert (ICD-10 F32.4)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und impulsiven Anteilen (ICD-10 Z73.1)
Zudem sei von einer Schmerzverarbeitungsstörung auszugeben. Es sei die Diag
nose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Stö
rungen
zu stellen
(
ICD-10
F
45.41
)
.
Beim Beschwerdeführer könne aus psychiatrischer Sicht aktuell kein Gesund
heitsschaden mehr beschrieben werden. Es sei von einer Remission der depressi
ven Episode auszugeben. Aus rein psychiatrischer Sicht führe die chronische Schmerzstörung zu keinen Auswirkungen auf die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit
.
Die somatischen Folgen des M. Bechterew und weiterer Erkran
kungen beurteile die Co-Gutachterin
Dr.
Z._
. In der Abgrenzung der Funk
tionseinschränkungen, welche auf Gesundheitsstörungen beruhten
,
von ebensol
chen, die nicht versicherte Faktoren beträfen, seien psychosoziale oder soziokul
turelle Belastungsfaktoren mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aktuell nicht zu eruieren. Störungen der Ich-Funktionen seien keine zu erkennen. Ein Hinweis auf ein Suchtleiden ergebe sich nicht. Der Beschwerdeführer habe gute persönli
che Ressourcen, auf welche er gegenwärtig nicht zugreife. Er limitiere sich selbst und habe seine Restarbeitsfähigkeit nicht
verwertet (
Urk.
7/82/51).
Aus gutachterlicher Sicht seien keine Einschränkungen bis auf den schambesetz
ten sozialen Rückzug in den Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers bestehend. Es fänden sich die zuvor erwähnten Inkonsisten
z
en in den Angaben des Beschwerdeführers. Auch ergäben sich Hinweise auf eine teilweise Non-Compli
ance im medikamentösen Einnahmeverhalten, was ein weiteres Indiz für einen fehlenden Leidensdruck sei. Insgesamt stellten sich keine Fähigkeitsstörungen im
Psychiatrischen mehr dar, die den Beschwerdeführer
handicapieren
würden
,
einer geregelten Tätigkeit nachzugehen (
Urk.
7/82/53).
Aus psychiatrisch
-gutachterlicher Sicht komme er
in der Beurteilung der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit zu der Aussage, dass keine Fähigkeitsstörun
gen vorlägen, die die Arbeitsfähigkeit um mehr als 20
%
einschränkten. Da eine depressive Episode und keine rezidivierende Depression vorgelegen habe, gehe er davon aus, dass aus psychiatrischer Sicht die mittel- und langfristige Arbeitsfä
higkeit nie tangiert gewesen sei, wobei er dabei den bundesgerichtlichen Vorga
ben folge. Gemäss der IV-Rechtsprechung kämen depressiven Episoden keine invalidisierende Wirkung zu (
Urk.
7/82/53).
4
.2.3
Dr.
Z._
diagnostizierte – nebst den Diagnosen mit Auswirkunge
n auf die Arbeitsfähigkeit (E. 4
.2.1) –
einen
Nikotin-Abusus (E-Zigaretten) und einen Vita
min D-Mangel ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/83/57) und notierte folgende weitere Diagnosen:
-
Fühlstörung an den Armen und Füssen bei
-
n
ormalen neurologischen und elektrophysiologischen Befunden (08/2012)
-
Urothelkarzinom
in der Harnblase,
pTa
G1 (
low
grade)
-
i
nitial
retroostial
rechts mit
-
t
ransurethraler
Resektion am 21.12.2015
-
k
ein Nachweis eines Primärtumors und keine Hinweise auf Lymphkno
ten oder Fernmetastasen (CT 12/2015) mit
-
u
nauffälligen Abflussverhältnissen
bei
der Nieren
-
Prostatasyndrom Stadium II
-
Status nach
laparoskopischer
total extraperitonealer
Inguinalhernienope
ration
beidseits sowie
Umbilikalhernienverschluss
am 08.09.2015
-
Latente Tuberkulose mit
-
INH-Prophylaxe mit
Rimilon
und V
itamin B6 von 01/2012 bis 10/2012
Dr.
Z._
konstatierte (
Urk.
7/83/58 f.), dass i
n der klinischen Unt
ersuchung
ein Ü
bergewicht vorhanden
sei
(BMI 28.0kg/m
2
). Es fielen Diskrepanzen auf. Er stöhne häufig wegen Schmerzen, wobei das Schmerzstöhnen bei Ablenkung ver
schwinde. Er zeige bei sanfter Berührung ein Zucken, das ebenfalls bei Ablenkung nicht vorhanden sei. Die Untersuchung des Bewegungsapparates sei wegen Gegenspannung erschwert. Der normale Gang sei unauffällig wie auch der Zehen- und Fersengang. Wegen Gegenspannung könne die Beweglichkeit der Lenden
wirbelsäule (LWS) nicht direkt geprüft werden. Bei Ablenkung bewege er die LWS normal. So sei eine volle Extension der LWS vorhanden, wenn er sich auf der Untersuchungsliege von der Rückenlage in die Bauchlage drehe. Die Brustwirbel
säule (BWS) und die Halswirbelsäule (HWS) seien normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. Die Bioim
pedanz-Analyse zeige trotz des Ü
bergewichts eine erfreu
lich grosse Muskelmasse von 57
%
, welche den Normwert von 40
%
weit über
treffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden. Dem entspreche, dass er täglich mindestens eine Stunde lang mit seinem Hund spaziere, ein- bis zweimal pro Woche im
H._
trai
niere und schwimme sowie einmal pro Woche an einer Gruppen-Wassergymnas
tik im
I._
teilnehme.
Die Ganzkörper-MRI-Untersuchung vom 03/2016 zeige im Bereich der LWS aus
ser dem kongenital etwas engen lumbalen Spinalkanal und leichten Scheuermann Veränderungen vor allem im Bereich des
thorakolumbalen
Ü
bergangs auch leichte degenerative Veränderungen sowie eine
erosive
Osteochondrose
L2/L3 (
Modic
Typ I) mit einer flachen
Protrusion
L2/L3 mit Kontakt zu den Nervenwur
zeln L3 beidseits ohne Kompression. Diese bildgebenden Befunde im Bereich der LWS seien keinesfalls gravierend. Um dem Beschwerdeführer nicht Unrecht zu tun, würden sie dennoch unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit aufgeführt, obwohl dies durchaus diskutiert werden könne.
Die Ganzkörper-MRI-Untersuchung zeige keinen Morbus Bechterew. Insbeso
n
dere zeigten beide
Iliosakralgelenke
(ISG) keine entzündlichen Veränderungen. Ausser der
Osteochondrose
L2/L3 zeig
e die ganze Wirbelsäule (HWS, BWS und LWS) keine entzündlichen Veränderungen. Die
Osteochondrose
L2/L3 gehöre nicht zu den typischen Veränderungen im Rahmen eines Morbus Bech
terew/Spondylitis
ankylosans
. Die Ganzkörper-MRI-Untersuchung 03/2016 habe auch keine
Enthesiopathien
ergeben. Die bildgebenden Befunde der HWS und der BWS sowie des
Thoraxskeletts
, des Schultergürte
l
s und des Beckens seien viel
mehr im wesentlichen altersentsprechend. Die Muskulatur der
Thoraxwand
, des Schultergürtels
, des Beckens und der proximalen Oberschenkel seien überall sym
metrisch und kräftig. In Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde stelle sie keine Diagnose im Bereich der HWS, der BWS sowie der
Thor
a
xwand
, des Schultergürtels und des Beckens.
Die ausgedehnte Blutuntersuchung zeige einen mässigen Vitamin D-Mangel. Die 03/2012 begonnene Vitamin D-Substitution sei leider nicht konsequent fortge
setzt worden. Die Entzündungszeichen (C-reaktives Protein) seien normal wie auch der Rheumafaktor und die Anti-
Citrullinantikörper
. Die beiden geprüften Antidepressiva
Cipralex
und
Seroquel
seien im Blut im erwartungsgemässen Bereich vorhanden. Die Haaranalyse bestätige, dass er in der Periode von etwa Mitte 12/2015 bis Mitte Februar 2016 das Citalopram im mittleren Bereich und
das
Seroquel
im oberen Bereich konsumiert habe. In derselben Periode habe kein übermässiger Alkoholkonsum bestanden gemäss dem Resultat der Haaranalyse.
Zusammenfassen
d
bestünden beim Beschwerdeführer teils angeborene, teils erworbene strukturelle Veränderun
gen im Bereich der LWS, die sei
n
e
Leistungs
fähigkeit einschränkten. Die vorhandenen Befunde erklärten das Ausmass seiner Beschwerden nur teilweise. Er könne daher eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
ausüben bezogen auf ein Pensum von 100
%
.
4.3
Der Beschwerdeführer
reichte im
Einwandverfahren
weitere Unterlagen, insbe
sondere den Bericht von
Dr.
F._
vom
2.
Juli
2016 sowie den Bericht von
Prof.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Radiologie vom 2
7.
Juni 2016
(
Urk.
7/99), ein. Die Beschwerdegegnerin ersuchte daraufhin
Dr.
Z._
um erneute Stellungnahme, welche diese
am
2
5.
Oktober 2016
nach Einholung der Stellungnahme von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie, vom
7.
Oktober 2016
, erstattete
(
Urk.
7/102).
Dr.
Z._
führte
aus
(
Urk.
7/102)
, dass die Ganzkörper-MRI-Untersuchung vom
März
2016
hinsichtlich entzündlicher Veränderungen
offensichtlich unter
schiedlich interpretiert werden könne. Zweifellos seien die bildgebenden Befunde nicht fortgeschritten, obwohl der Beschwerdeführer erstmals 2004 und dann ab
November
2011 über lumbale Beschwerden geklagt habe. In der Regel würden die bildgebenden Befunde im Laufe der Erkrankung eindeutig. Da die aktuellen bildgebenden Befunde offensichtlich eine Spondylarthritis nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen würden, stelle sie zusätzlich die Diagnose einer
serone
gativen
Spondylarthritis (HLA B27) neg., auch wenn die Familienanamnese, die klinischen Befunde und die Laborresultate
dagegen sprächen
.
Durch diese zusätzliche Diagnose ändere sich auch die Beurteilung
der
Arbeits
fähigkeit. Die Beurteilung laute neu folgendermassen: Der Beschwerdeführer sei durch die Spondylarthritis und durch die eingeschränkte Funktion der LWS limi
tiert. Er könne aufgrund der Spondylarthritis nicht in Kälte, Nässe oder grossen Temperaturschwankungen arbeiten. Das längere Verharren in vornüber geneigter Haltung – ob stehend oder sitzend – sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen auszuschliessen. Eher günstig seien wechselbe
lastende Tätigkeiten. Lasten bis zu 12.5 kg könne er hantieren (leichtes bis knapp mittelschweres Belastungsniveau).
Die angestammten Tätigkeiten als Buschauffeur bzw. Lastwag
e
nchauffeur s
eien nicht angepasst, weil der Beschwerdeführer
dabei möglicherweise grossen Tem
peraturschwankungen, Kälte oder Nässe ausges
etzt sei. Dagegen seien
die ange
stammten Tätigkeiten
als Hilfskoch, Alleinkoch oder
Produkt
ionsmitarbeiter
angepasst. Er kö
nn
e
diese angestammten Tätigkeiten zu 100
%
ausüben bezogen auf ein Pensum von 100
%
.
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom
2
4.
März 2016
erfüllt sämtliche rechtspre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl
. E. 2.3
). Es beruht auf fachärztlichen Unte
rsuchungen durch die Gutachter (
Urk.
7/82/33 ff.;
Urk.
7/83/47 ff.)
und wurde in K
enntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben
(
Urk.
7/82/4 ff.
;
Urk.
7/83/5 ff.
)
. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig
(
Urk.
7/82/48 f.;
Urk.
7/83/
64 f.;
Urk.
7/102
). Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer machte geltend, es könne nicht auf das psychiatrische Gut
achten abgestellt werden, da Prof.
Y._
befangen sei.
Prof.
Y._
habe trotz fehlender Notwendigkeit einen Übersetzer beigezogen und es sei infolgedes
sen vor der Begutachtung zu einem hitzigen Streit und unsachlichen Äusserungen gegenüber dem Beschwerdeführer gekommen. Dieses Streitgespräch werde im Gutachten unsachlich und mit falschen Annahmen versehen dargestellt. Auch fehle die nach den Leitlinien geforderte Auseinandersetzung des Gutachters mit der emotionalen Wechselwirkung zwischen sich selbst und dem Beschwerdefüh
rer, der Motivation des Beschwerdeführers und der Aspekte der Abwehr, Übertra
gung und
Gegenübertragung. Auch sei Befangenheit anzunehmen, weil Prof.
Y._
bereits anlässlich der Begutachtung die Renteneinstellung in Aussicht gestellt habe.
5.2.2
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sach
verständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenom
menheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befan
genheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das sub
jektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1, 120 V 357 E. 3).
Das Expertenverhalten während der Exploration kann objektiv den Anschein von Befangenheit erwecken. Zu denken ist etwa an Äusserungen, welche die Glaub
haftigkeit der Angaben des Exploranden oder der Explorandin zum Gesundheits
zustand und zur Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit von vornherein mehr oder weniger offen verneinen, abschätzige Bemerkungen persönlicher Natur oder unter Umständen die Art und Weise, wie die Untersuchung durchgeführt wird und in diesem Zusammenhang auch die Dauer der Massnahme. Die Objektivität der Beurteilung steht auch in Frage, wenn die begutachtende Person von weitge
hend sachfremden Kriterien auf Aspekte des Gesundheitszustandes schliesst, wel
che für die zumutbare Arbeitsfähigkeit von Bedeutung sind. Schliesslich kann die Abfassung einer medizinischen Expertise in beleidigendem Ton oder sonst auf unsachliche Art und Weise objektiv Zweifel an der Unvoreingenommenheit der sachverständigen Person wecken
.
Für die Frage, ob bestimmte Äusserungen oder das Verhalten des Experten oder der Expertin objektiv den Anschein der Befan
genheit zu erwecken vermögen, kann allenfalls auch von Bedeutung sein, ob das Verhältnis zwischen der sachverständigen und der zu explorierenden Person angespannt war, ohne dass Anhaltspunkte für ein negatives
unkooperatives
Ver
halten seitens d
er abzuklärenden Person bestand
en
. Der Umstand, dass ein ins
besondere im therapeutischen Kontext wichtiges Vertrauensverhältnis zwischen begutachtendem Arzt und Patient nicht hergestellt werden konnte, lässt jedoch nicht au
f Voreingenommenheit schliessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_905/2011 vom
6.
Juni 2012 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen
).
5.2.3
Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche objektiv betrachtet den
Anschein einer Befangenheit respektive Voreingenommenheit von
Prof.
Y._
zu erwecken vermögen
. Der Umstand, dass der Gutachter
einen Übersetzer beizog, was sich als nicht notwendig erwies
, vermag für sich alleine
keine Befangenheit zu begründen
.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers stellte Prof.
Y._
auch transparent dar, dass – aufgrund der unbekannten Deutschkennt
nisse des Beschwerdeführers
-
ein Dolmetscher beigezogen worden sei. Der Beschwerdeführer habe die Exploration unter Beisein des Dolmetschers verwei
gert, wobei er lautstark und in aggressiver und wenig respektvoller Weise gegen
über dem Dolmetscher und gegenüber Prof.
Y._
sein Missfallen geäussert habe. Nachdem sich Prof.
Y._
von den ausreichend guten Deutschkenntnis
sen überzeugt
gehabt
habe, sei der Dolmetscher entlassen worden und der Beschwerdeführer habe sich wieder abgeregt und die Exploration habe in ruhigen Umständen durchgeführt werden können (
Urk.
7/82/33 f.).
Die pauschalisierte
Aussage des Beschwerdeführers, dass es zu unsachlichen Äusserungen des Gut
achters gekommen sei, vermag entsprechend nicht zu überzeugen, werden diese auch seitens des Beschwerdeführers nicht weiter konkretisiert. Sodann ist dem Gutachten
weder ein persönlich gefärbter Sprachstil noch eine Unsachlichkeit zu entnehmen. Es enthält vielmehr durchwegs differenzierte
und neutral verfasste Aussagen.
Entsprechend kann auf das psychiatrische Teilgutachten von Prof.
Y._
abgestellt werden.
Da Prof.
Y._
eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen nachvollziehbar und schlüssig verneinte, kann auf ein
strukturiertes
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
verzichtet werden (vgl. E. 2.3.3).
5.3
5.3.1
Der Beschwerd
e
führer brachte
des Weiteren
vor, dass
Dr.
Z._
aufgrund ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit befangen sei.
Eine wirtschaftliche Abhängigkeit ist jedoch nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichts für sich allein kein
Ausstandsgrund
(BGE 138 V 271 E. 2.2.2). Das Bundesgericht hat diesen Grundsatz auch für mono- und
bidisziplinäre
Gutachten explizit bestätigt (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1) und hat in weiteren, jüngst ergan
genen Urteilen daran festgehalten (Urteile 8C_599/2014 vom 1
8.
Dezember 2015 E. 3.2, 8C_467/2014 vom 2
9.
Mai 2015 E. 4 und 8C_354/2016 vom 2
5.
Oktober 2016 E. 5.2, je mit Hinweisen). Unter diesen Umständen erlaubt die eingereichte Aufst
ellung zur Anzahl Gutachtensauf
träge
von
Dr.
Z._
i
n den Jahren 2012-2014 (
Urk.
3/3
) nicht den Schluss auf eine Befangenheit von
Dr.
Z._
, auch wenn ihre dominierende Stellung
augenfällig ist
. Hinweise auf eine persön
li
che Befangenheit
von
Dr.
Z._
sind vorliegend nicht ersicht
lich und hat
der Beschwerdeführer
auch nicht geltend gemacht.
5.3.2
Sodann führte der Beschwerdeführer aus, dass das Gutachten von
Dr.
Z._
in inhaltlicher Sicht ungenügend sei, da sie – nach Einreichung von Unterlagen von
Dr.
F._
und Prof.
J._
im
Einwandverfahren
(vgl.
Urk.
7/99; E. 4.3)
– ihre gutachterliche Beurteilung angepasst habe.
Dr.
K._
führte aus,
dass rein nach den ASAS-Kriterien die diskreten und wenig
hyperintensen
subchondralen
Ödemzonen
als
Spondylarthropathie
inter
pretiert werden müssten. N
ach den Richtlinien der ESSR
sei diese Aussage
auf
grund der Grösse und Lage der Läsionen sowie des Fehlens weiterer Verän
derung der ISG zu relativieren. D
ie einzige mögliche entzündliche Veränderung der Wir
belsäule
sei
im Segment L2/L3 festzustellen, wo
gemäss der Interpretationsvor
gabe der ESSR
eine degenerierte Bandscheibe vorliege, was gegen
eine
Spon
dylarthropathie
spreche
. Insgesamt gebe die Bildgebung damit gewisse Anhalts
punkte für eine
Spondylarthropathie
, welche aber sicher zusammen mit Klinik und Labor als Gesamtbild interpretiert werden müssten
(
Urk.
7/103/4).
Dr.
Z._
führte
infolgedessen
in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Oktober 2016 über
zeugend und transparent aus, dass die Bildgebung gewisse Anhaltspunkte für eine Spondylarthritis gebe, die Diagnose jedoch nur zusammen mit den klinischen Befunden und den Labordaten gestellt werden sollte, welche gegen die Diagnose einer Spondylarthritis sprächen
. Da die aktuellen bildgebenden Befunde eine Spondylarthritis allerdings nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen würden, stelle sie die zusätzliche Diagnose einer
seronegativen
Spondylarthritis
(vgl.
Urk.
7/103; E.
4.3).
Diese
Einschätzung
von
Dr.
Z._
und
Dr.
K._
steht
nicht in Widerspruch zur Stellungnahme von
Dr.
F._
vom
2.
Juli 2016 und der von ihm eingehol
ten Stellungnahme von
Prof.
J._
vom 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
7/99): Prof.
J._
hielt fest,
dass die Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der ISG eher entzündlich als mechanisch bedingt seien
und
Dr.
F._
kon
statierte sodann, dass die Bildgebung nicht typisch sei für eine Spondylitis
anky
losans
, sondern eher eine andere Erkrankung aus dem Formenkreis der Spon
dylarthritiden in Frage komme.
Dies zeigt klar, dass die
bildgebenden
Befunde unterschiedlich interpretiert wer
den können.
Dass
Dr.
Z._
in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Oktober 2016 nun eine weitere Diagnose und die damit einhergehenden Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit berücksichtigte, ist damit nicht widersprüchlich zu ihrer ursprünglichen Einschätzung, sondern unter Berücksichtigung der klinischen Befunde und Labordaten, welche gegen die Diagnose einer Spondylarthritis spre
chen, als
zugunsten des
Beschwerdeführer
s
äusserst sorgfältig
zu werten.
Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von
Dr.
F._
vom 1
3.
Januar 2017 (
Urk.
3/4) bringt keine neuen Erkenntnisse, welche eine ander
weitige Beurteilung zulassen würden.
5.4
Der Beschwerdeführer brachte des Weiteren vor, dass mangels urolo
gisch/onkologischer Beurteilung der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei, da der Beschwerdeführer sich sowohl einer Leisten- und Nabelbruchoperation als auch einer urologischen Tumoroperation mit nachfolgender Reha
habe
unter
ziehen
müssen
(
Urk.
1 S. 14).
Die entsprechenden Arztberichte wurden von
Dr.
Z._
gewürdigt und sie führte das
Urothelkarzinom
der Harnblase, das Prostatasyndrom Stadium II sowie den Status nach
laparoskopischer
total extraperitonealer
Inguinalhernienopera
tion
beidseits sowie
Umbilikalhernienverschluss
am
8.
September 2015 als Diag
nosen
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf (vgl. E. 4.2.3;
Urk.
7/83/68). Die behandelnden Ärzte hielten – wie auch von
Dr.
Z._
fest
gestellt (
Urk.
7/102/2) – keine daraus resultierenden
Einschränkungen
fest (vgl.
Urk.
7/
83/33 ff.;
Urk.
7/96). So konstatierte
Dr.
med.
L._
, Oberarzt der Klinik für Urologie des
I._
, in seinem Verlaufsbe
richt vom 2
4.
März 2016
, dass der Beschwerdeführer sich zur regulären postoperativen
zystoskopischen
Kontrolle vorstelle und subjektiv vollständig beschwerdefrei sei (
Urk.
7/96/10).
Von
weiteren
Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer
gefordert, sind
entspre
chend
keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipier
ter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet wird.
5.5
Auf das
bidisziplinäre
Gutachten
von
Dr.
Z._
und Prof.
Y._
ist damit abzustellen.
Entsprechend ist festzuhalten, dass – entgegen den Ausführungen des Beschwer
deführers (vgl.
Urk.
1 S. 12 f.) – ein Revisionsgrund klarerweise erstellt ist: Bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
wurden sowohl psychiatrische als auch somatische Einschränkungen attestiert (vgl.
Urk.
7/46). Prof.
Y._
stellte überzeugend dar, dass die Depression gegenwärtig remittiert ist und aus psychi
atrischer Sicht keine qualitativen oder quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen. Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes ist
damit
gegeben und der Rentenanspruch
umfassend zu prüfen (vgl. E. 2.1)
.
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in qualitativer Hinsicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
Gestützt auf die
bidisziplinäre
Beurteilung von Prof.
Y._
und
Dr.
Z._
ist
dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit, welche nicht in Kälte, Nässe oder grossen Temperaturschwankungen ausgeführt werden muss, ohne längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung (stehend oder sit
zend), ohne unerwartete, asymmetrische Lasteneinwirkung und ohne Hantieren von Lasten über 12.5 kg zuzumuten. Eine wechselbelastende Tätigkeit sei von Vorteil.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
6.3.1
Die Beschwerdegegnerin zog als
Valideneinkommen
das i
n der rentenzusprechen
den Verfügung vom 1
7.
Juni 2014
berücksichtigte Einkommen
als Buschauffeur für das Jahr 2012
in Höhe von Fr.
64'870.—
heran
(vgl.
Urk.
7/46;
Urk.
7/
32)
und r
echnete dieses
auf das Jahr 2017 auf, was ein
Valideneinkom
men
von Fr.
66'441.08
ergab
(vgl.
Urk.
7/111)
. Dieses Vorgehen wurde vom Beschwerde
führer weder be
anstandet
, noch gibt es aufgrund der
Akten
zu Beanstandungen Anlass.
6.3.2
Das Invalideneinkommen ist anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2014 des Bundesamtes für Statistik zu bemessen. Der monatliche Bruttolohn für einen Mann in einer Hilfstätigkeit betrug für das Jahr 2014 Fr.
5'312.--
(BFS, LSE 201
4
, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kom
petenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Total, Männer
,
Einfache
Tätigkei
ten körperlicher oder handwerklicher Art).
Die Beschwerdegegnerin bereinigte dieses um die betriebsübliche
Wochenarbeitszeit sowie die Nominallohnentwick
lung, woraus ein Invalideneinkommen für das Jahr 2017 in Höhe von
Fr.
67'052.99 resultierte.
Der Beschwerdeführer brachte vor, dass
bei der vorliegenden Ausgangslage jedenfalls der maximale Leidensabzug zu gewähren sei.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeits
fähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätig
keiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ver
glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohnein
busse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Ist von einem genü
gend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, kön
nen unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berück
sichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 2
2.
September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 3.2.1).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2).
Damit ist vorliegend ein Leidensabzug aufgrund des nur leicht eingeschränkten Belastungsprofils (vgl. E. 6.1) nicht angebracht.
6.4
Stellt man entsprechend das
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
66'441.08 dem Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
67'052.
88
gegenüber, so ist offensichtlich, dass der Invaliditätsgrad 0
%
beträgt. Die revisionsweise Rentenaufhebung ist damit rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass auch unter Berücksichtigung eines maximalen Leidensabzuges von 25
%
ein rentenausschliessender Invalidi
tätsgrad in Höhe von rund 24
%
resultieren würde (
Fr.
67'052.
88
x 0.75 =
Fr.
50'289.
66
;
Fr.
66'441.08 –
Fr.
50'289.
66
=
Fr.
16'151.
42
;
Fr.
16'151.
42
:
Fr.
66'441.08 = 24.3
%
).
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.