Decision ID: 0d7156c6-d16b-4e2a-9c5b-1281d873cac1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, meldete sich am 1
6.
Mai 2011 unter Hinweis
auf eine schwere Angststörung und
einen
phasenweise totalen Rückzug bei der
Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1).
Bis
An
fang
2010 arbeitete er in einem Teilzeitpensum als Bildredaktor (Freelancer) bei der
Y._
AG. Daneben führte er als selbständig Erwerbstätiger klei
ne
re Grafikarbeiten aus
(Urk.
8/1 und
8/6). Seit
August
2011
wird er
von
den So
zi
alen Diensten der Stadt
Zürich unterstützt (
Urk.
8/11-15
und
Urk.
8/17 S. 2)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
nach der An
meldung zum Leistungsbezug
einen Auszug aus dem individuellen Konto des Ver
sicherten
ein
(IK-Auszug,
Urk.
8/5)
und führte
am
9.
Juni 2011 ein
Ressour
cen
gespräch
durch
(
Urk.
8/6). Am 1
0.
Juni 2011 teilte
sie
dem Versicherten mit,
es seien
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich, der Anspruch auf
eine Rente werde geprüft
(
Urk.
8/7)
.
Die IV-Stelle
holte in der Folge Arbeitgeberauskünfte bei der
Y._
AG
(
Urk.
8/8) und
Arztberichte (
Urk.
8/10
und
Urk.
8/17) ein
.
Schliesslich
beauf
tragte
sie
auf Empfehlung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
8/22
S.
2)
hin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens, das am 2
4.
Juli 2012 er
stat
tet wurde (
Urk.
8/20).
Mit Vorbescheid vom 6.
September 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
den Anspruch auf eine
Viertelsrente
in Aussicht
(
Urk.
8/24).
Dagegen liess der Versicherte am 24.
September 2
012 (
Urk.
8/29) Einwand erheben
und am 3
0.
Oktober 2012 (
Urk.
8/36) unter Beilage von zwei Stellungnahmen der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/33 und
Urk.
8/34) sowie einer Aufstellung über die beruflichen Tätigkeiten von 2000 bis 2011 (
Urk.
8/35) be
gründen. Die IV-Stelle
veranlasste eine Stellungnahme von
Dr.
Z._
zum Ein
wand
und
den Beilagen
(
Urk.
8/37 und
Urk.
8/38)
und
legte diese
dem Versi
cherten
vor (
Urk.
8/39)
.
Mit Verfügung vom 2
1.
März 2013 hielt die
Verwaltung
am Vorbescheid fest und verfügte den Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab April 2012
(
Urk.
2).
2.
2.1
Hiegegen
liess
der Versicherte am
2.
Mai 2013
Beschwerde erheben (Urk. 1)
mit den Anträgen, es sei
ihm eine ganze Rente mit Wirkung ab April 2012 auszu
richten und
die unentgeltliche Prozessführung
zu bewilligen (S. 2). Die IV-Stelle schloss am 1
0.
Juni 2013 auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 7), was dem Be
schwerde
führer
am 17.
Juni 2013
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
2.2
Mit Beschluss vom 15. April 2014 wurde
dem
Beschwerdeführer Gelegenheit ein
geräumt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rückweisung der Sa
che an die Verwaltung zur weiteren Abklärung
Stellung zu nehmen oder die Be
schwerde zurückzuziehen (Urk. 10). Die hierzu angesetzte und auf
Gesuch
hin
ver
längerte (
Urk.
13
und
Urk.
14
) Frist ist am 1
0.
Juni 2014 unbenutzt abge
laufen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die Be
mes
sung
des Invaliditätsgrades nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts
, ATSG),
die Voraussetzung sowie den Beginn des Rentenanspruchs und die
Renten
ab
stufung
nach dem Grad der Invalidität (Art. 28 und
Art.
29 des Bun
desgesetzes über die
Inva
liden
ver
sicherung, IVG)
sind in der angefochtenen Verfügung zu
treffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit den nach
stehenden Er
gän
zungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
IVG
). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen ode
r psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG)
. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
IVG
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwer
ten
, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur s
o
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann
, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
Der Umstand, dass gemäss BGE 139 V 349 (
Bundesge
richts
urteil
9C_207/2012 vom
3.
Juli 2013) die Anforderungen an die medizi
nische Be
gutachtung, wie sie in BGE 137 V 2010 f
ür polydisziplinäre MEDAS-Begut
achtungen umschrieben worden sind, grundsätzlich sinngemäss auf mono- und
bidisziplinäre
Expertisierungen
anwendbar sind, bedeutet nicht, dass nach altem Standard eingeholte Gutachten ungeachtet ihrer jeweili
gen Überzeugungskraft den Beweiswert einbüssten (analog Bundesgerichtsurteil 9C_148/2012 vom 1
7.
September 2012 E. 1.3 und 1.4).
1.6
Zu berücksichtigen gilt es sodann, dass die
Rente der
Invalidenversicherung grundsätzlich eine Erwerbsausfall-Versicherungsleistung ist. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, sondern der durch den Gesundheitsschaden ver
ursachte Verlust der Erwerbsmöglichkeit
(
Art.
1a
lit
. b
IVG;
Art.
7
Abs.
1 und Art. 8
Abs.
1 ATSG)
. Umgekehrt deckt die Invalidenversicherung nur diejenigen
Erwerbsverluste ab, die durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht sind, nicht aber Einbussen, die auf andere Gründe (z.B. wirtschaftliche, persönliche usw.)
zurückzuführen sind. Der Invaliditätsgrad wird deshalb bei Erwerbstätigen so bestimmt, dass das Einkommen, welches der Versicherte ohne
Gesundheits
beeinträchtigung
erzielen könnte
(
Valideneinkommen
)
, demjenigen Einkommen
gegenübergestellt wird, das er nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt bzw.
bei zumutbarer Tätigkeit erzielen könnte
(Invalideneinkommen;
Art.
16 ATSG;
Art.
28 a
Abs.
1 IVG)
.
Nützte der Versicherte im Gesundheitsfall sein wirtschaft
li
ches Potenzial nicht voll aus, so ist dieser nicht verwertete Teil der Erwerbs
fähigkeit nicht
versichert
. Denn wenn
jemand vor Eintritt des
Gesund
heits
scha
dens
aus gesundheitsfremden Gründen nur ein sehr geringes, nicht
existenz
sicherndes
Einkommen erzielt hat und nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
immer noch ein Einkommen in unveränderter Höhe erzielen könnte, so ist nicht der Gesundheitsschaden ursächlich für eine allfällige tatsächliche
Einkommens
einbusse
; kausal sind vielmehr die (nicht bei der Invalidenversi
cherung ver
si
cher
ten) wirtschaftlichen oder persönlichen Umstände, die bereits beim Gesunden die
Erzielung eines höheren Einkommens verhindert haben (BGE 135 V 58 E. 3.4.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihre
Verfügung vom 2
1.
März 2013
, mit wel
cher sie de
m Versicherten ab April 2012 d
en Anspruch auf eine
Viertels
rente
zuerkannte
,
damit,
ihre medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Ver
sicherte seine bisherige Tätigkeit als Webdesigner/Webpublisher sowie auch eine kaufmännische Tätigkeit seit dem
5.
April 2011 (Beginn der einjähri
gen Warte
zeit) nur noch zu 60
%
ausübe
n
könne
(
Urk.
2, Verfügungsteil 2, S.
1)
.
Sie stütz
t
e sich dabei
im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr.
Z._
(
vgl.
Fest
stellungsblatt
Urk.
8/22 S.
3
); den Einwänden des Versicherten ge
gen
dieses
Gut
achten folg
t
e sie nach erneuter Prüfung durch den RAD und
nach
Ein
holung einer gutachterlichen Stellungnahme nicht (
Urk.
2, Verfügungsteil 2, S.
2
und
Fest
stellungsblatt
,
Urk.
8/41 S. 2
).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer zusammenfassend
entgegen, dass das Gutach
te
n von
Dr.
Z._
auf
mangelhaften
Untersuchungen (
fehlende
Rücksprache
mit
den
behandelnde
n
Ärzte
n
) beruhe
und
die geklagten Beschwerden (Depres
sion und Suizidgedanken) zu
wenig berücksichtige. Ferner verunmöglichten
Unsicher
heiten und Unklarheiten
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge die Beantwortung der
massgebenden Fragen
. Er bean
tragte des
halb
gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen die Ausrichtung einer ganzen Rente ab April 2012 (
Urk.
1
S. 9
Ziff.
8).
3.
3.1
PD
Dr.
med.
A._
,
B._
, Leitung Bereich Abhängigkeitserkrankungen, berichtete der IV-Stelle am 2
7.
Juni
2011 (
Urk.
8/10/1-6).
Er
nannte die Diagnosen Angst und Depres
sion g
emischt seit
2004 (ICD-10 F41.2
) sowie Störung durch Kokain, seit 2006 ohne Konsum (ICD-10
F14.20), wobei
er der
letztgenannte
n
Diagnose keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
beimass. PD
Dr.
A._
hielt fest, der Be
schwerdeführer
habe
vom
2.
November 2004 bis 3
1.
Mai 2011 im
C._
in ambulanter Behandlung
gestanden
,
mit zu Beginn wöchentlichen Ge
sprächen, später alle zwei bis drei Wochen. Ferner habe er die Medikamente
Cipralex
10 mg,
Temesta
1 mg und
Xanax
1 mg bei Bedarf er
halten. Vom
7.
bis 1
8.
Juli 2008 sei e
r stationär in der
B._
hospitalisiert
gewesen (vgl.
Urk. 8/10/7-9). Seit April 2011 stehe der Beschwerdeführer bei Dr.
med.
D._
in
E._
in Behandlung.
PD
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Er führte dazu aus, der Versicherte leide unter Angstzuständen, bei denen er
zeitweise
die Wohnung tagelang nicht verlassen könne
; es sei ihm bisher nicht
möglich gewesen, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen und er sei nicht in der
Lage, Bewerbungen zu schreiben oder eine Arbeit auszuführen. Ob es gelinge,
seine Angststörung so zu stabilisieren, dass eine Arbeitsfähigkeit möglich werde
, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.
Sinnvoll wäre eine
sozial
psy
chiatrische
Tagesstruktur.
3.2
Am 2
6.
März 2012 berichtete med.
pract
.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Ärztlicher Leiter der
F._
in
E._
,
der IV-Stelle (
Urk.
8/17). Er diagnostizierte eine
chronifizierte
generali
sierte
Angststörung mit ausgeprägt sozialphobischem Verhaltensmuster und zahlrei
chen
depressiven Krisen (ICD-10 F41.1) sowie eine haltlose Persönlichkeit (ICD-10 F60.8). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen einer
Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität während der Kind
heit/Jugend
(ICD-10 F98.8) sowie einer Störung durch Kokain (ICD-10 F14.20, seit 2006 abstinent).
Med.
pract
.
D._
berichtete weiter, der Beschwerde
führer sei seit dem
5.
April 2011 in seiner ambulanten Behandlung. Seit dem 1
8.
Oktober 2011 sei er zusätzlich an zwei
halben Tagen in der Tagesklinik
(S. 1).
Med.
pract
.
D._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit seit dem
5.
April 201
1.
Er führte aus, eine Wiederaufnahme der beruf
lichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht mög
lich. Der Versicherte habe zuletzt über Jahre nur sporadisch Arbeiten in einem „geschützten Rahmen“ bei Verwandten und wohlgesinnten Bekannten in einem
Pensum von etwa 25
%
ausgeübt. Eine fest geregelte Tätigkeit
jedwel
cher
Art sei ihm wegen der psychiatrischen Erkrankung nicht möglich (S.
3).
Med.
pract
.
D._
nahm den Beschwerdeführer als allseits gut orientiert und freundlich im Umgang wahr. Es sei ein differenziertes Gespräch möglich. Das Denken sei kohärent, etwas eingeengt, verlangsamt. Es bestehe eine bedrückte Haltung, eine depressive Grundstimmung sowie eine ausgeprägte Angst- und
Min
derwertigkeitsproblematik
. Der Versicherte habe Angst vor dem Kontakt mit Menschen. Er leide unter einer Beziehungsstörung sowie einem Rückzugs- und Vermeidungsverhalten. Er sei nicht belastungsfähig bei Kritik und falle dann in depressive oder missmutige Stimmung
en
. Weiter bestünden unreife, haltlose Persönlichkeitszüge.
Med.
pract
.
D._
hielt ferner fest, dass keine psycho
tischen Symptome
vorliegen würden,
der Versicherte nicht suizidal sei und es keine klinischen Zeichen für Drogenkonsum gebe (S. 2).
Med.
pract
.
D._
führte weiter aus, der Beschwerdeführer sei in ungünsti
gen
emotionalen Verhältnissen und
in
nicht stabiler familiärer Struktur aufge
wachs
en. Aufgrund seiner Erkrankung an ADS in der Jugendzeit wäre er auf
stabile Verhältnisse noch
vermehrt
angewiesen gewesen. Seit der Jugendzeit leid
e er unter einer schweren Beziehungsstörung im sozialen Kontakt und habe eine unstete unreife Persönlichkeit mit Tendenzen zu Rückzugs- und
Vermei
dungs
verhalten
entwickelt. Nachdem dem Versicherten auch intensive psychi
atrische
Therapien und Medikament
e
nicht zu grösserer innerer Freiheit verhol
fen hätten
, habe er auch einige Jahre leichtere Drogen und Kokain im Sinn ei
nes
Selbst
hil
fe
versuches
konsumiert, um die Angst noch aushalten zu können. Diese Selbst
hilfe sei gescheitert. Er habe den Konsum im Jahr 2006 beenden und weitgeh
e
nd
abstinent bleiben können. Die Angststörung hab
e
sich zu ei
ner genera
lisierten Form entwickelt und sich als
chronifiziert
und
therapiere
sistent
erwie
sen. Der Einstieg in ein geregeltes Berufsleben sei dem Beschwer
deführer mit dieser an
haltenden Erkrankung verunmöglicht gewesen, obwohl er über genü
gend in
tellek
tuelle Fähigkeiten und eine künstlerisch-grafische Bega
bung ver
füge.
Die bisherige teilstationäre Behandlung in der
F._
habe
keine Besserung bezüglich der Arbeitsfähigkeit erbracht. Die Prognose sei mit grösserer Wahrscheinlichkeit ungünstig (S. 3).
3.3
Am 2
4.
Juli 2012 erstattete
die
Fachärztin
Dr.
Z._
der IV-Stelle ihr Gut
achten (
Urk.
8/20). Sie stellte die nachfolgenden psychiatrischen Diagnosen:
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen/vermeidenden und astheni
schen/abhängigen Zügen (ICD-10 F61.0) mit
krisenhaft auftretenden Phasen der Sozio- und Agoraphobie sowie rezidi
vierender depressiver Reaktionsbildung unter anderem in belastenden
Bezie
hungssituationen
(ICD-10 F41.2)
Störungen durch Benzodiazepine, Abhängigkeitssynd
rom, ständiger
Substanz
gebrauch
(ICD-10 F10.25)
S
törungen durch Kokain, Abhängigkeitssyndrom, Vollremission (ICD
-
10 F41.202)
Anamnestisch Aufmerksamkeits
defizit
störung in der Kindheit und Jugend, ohne Hy
peraktivität (ICD-10 F90.8)
Dr.
Z._
hielt fest, die Psychopathologie des Versicherten sei vor allem auf der Persönlichkeitsebene zu situieren, mit einer eindeutigen schweren
Neuro
tisierung
, die insgesamt auch die Kriterien einer
Persönlich
keitsstörung
nach ICD-10 als genügend erfüllt erscheinen lasse. Dabei lägen die Defizite des Be
schwerdeführers aber nahezu ausschliesslich im
sozial-interakti
onellen
Bereich
beziehungsweise im Umgang mit Menschen, von denen er sich, wenn ungenü
gend
bekannt, tendenziell abgelehnt, kritisiert und verunsichert, gar provoziert und gemobbt fühle (S.
22). So seien vor allem die ICD-10-Krite
rien zweier Sub
typen des Persönlichkeitsstörungsspektrums erfüllt, die der ängstlichen (vermei
den
den) und die der
dependenten
. Es seien auch in seinem aktuellen Erschei
nungsbild beziehungsweise im psychopathologischen Befund anlässlich der Be
gutachtung diese charakteristischen Anzeichen der
Selbstwert
problematik
und der sozialen Interaktionsschwierigkeiten ersichtlich. Daneben lägen Hinweise für
Panikreaktionen vor, sowie gegenwärtig anamnestisch Grü
beln,
Gedanken
krei
sen
,
Exacerbation
der Sozio- und Agoraphobie mit Vermei
den der Öffentlichkeit so
wie Rückzug zu beschützend erlebten Freunden und Anzeichen für Depressivität mit Appetitlosigkeit, Motivationsstörungen und
Anhedonie
. Psychometrisch be
wege sich die
gegenwärtige Depressivität im k
napp mittelgradigen (Grenzwert
leichtgradigen
) Bereich.
Es sei
a
uf die anhaltende
Benzodiazepinabhängigkeit
hinzuweisen (S. 23 f.).
Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei die diagnostizierte kombinierte
Persönlich
keits
störung
(ICD-10 F61.0) vor allem durch Probleme der
sozialen
Interakti
onsfähigkeit
mit Teaminkompetenz, möglicherweise auch Angst vor Zurück
weisung und Kritik durch Kunden, sowie durch die wiederkehrenden Sinn- und Selbstwertkrisen, vor allem in
Trennungssitua
tionen
und bei subjektiv erlebter Ver
unsicherung und Abweisung, mit dann aufflackernder Angst und De
pressi
vität sowie Sozio- und Agoraphobie, rele
vant. Die
Neurotisierung
könne aber keineswegs eine überdauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründen. Vielmehr sei von einer überdauernden
Teilar
beitsfähigkeit
von 60
%
auszugehen, dies in
einer angepassten Tätigkeit im Rahmen der angestammten Bereiche (KV sowie Webpublishing/Gestaltung), die nur wenig Anforderungen an soziale Kompe
ten
zen und
Assertivität
stelle, be
ziehungsweise wo Teamprojektarbeit und
Kun
den
kontakt
vermieden oder stan
dardisiert gestaltet werden könnten.
Der Beginn
der
60%igen Arbeitsfähigkeit (40%igen Arbeitsunfähigkeit) könne
auf den
Zeit
punkt
der Aufnahme der ei
gentlichen störungsbezogenen Psychotherapie bei med.
pract
.
D._
bezie
hungsweise
auf den
5.
April 2011 festgelegt
werden (S. 25)
.
3.4
Nach ergangenem Vorbescheid
nahm
med.
pract
.
D._
am 2
6.
Oktober 2012
auf Wunsch des Beschwerdeführers
zum
Gutachten von
Dr.
Z._
Stellung
(
Urk.
8/33). Er hielt darin nochmals fest, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2003 bis heute aus Krankheitsgründen nicht mehr in der Lage gewesen sei, ein höheres Arbeitspensum als 25
%
zu erfüllen und bemängelte, das Gutachten erwecke den Eindruck, dass der Beschwerdeführer sehr aktiv im Berufsleben ge
standen habe und wohl aus finanziellen Überlegungen nur so
weit arbeite, dass es
grade für seinen Lebensunterhalt reiche. Weiter kritisierte med.
pract
.
D._
, es werde im Gutachten behauptet, dass er sich als behan
delnder Arzt zusammen mit dem Versicherten auf eine Rente festgelegt haben soll.
Er berichtete ferner von einem Suizidversuch mit Autoabgasen in der ge
schlossenen Garage eines Freundes. Med.
pract
.
D._
nannte folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt:
chronifizierte
generalisierte Angststörung mit ausgeprägtem sozialphobischem Verhal
tensmuster (ICD-10 F41.1)
rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F33.11)
haltlose Persönlichkeit (ICD-10 F60.8)
3.5
Am 2
4.
September 2012 berichtete Dipl.-
Psych
FH
G._
, Psychotherapeu
tin
SBAP, der IV-Stelle (
Urk.
8/34), der Beschwerdeführer sei in einer akuten Krise nach einer Trennung im April 2012 zu ihr in die Behandlung gekommen
. Er sei verzweifelt und haltlos gewesen und habe davon berichtet,
zu Hause stunden
lang zu weinen sowie
Panikattacken zu erleiden und unter
Suizidge
danken
zu leiden. Weiter habe
er
von erheblichen Stimmungsschwankungen berichtet, die auch in der Therapie aufgetreten seien.
Der Beschwerdeführer habe weiter ge
schildert, e
s bestehe seit Jahren eine Stress- und
Belastungsinto
leranz
, die nur eine marginale Berufstätigkeit, meist im Bekanntenkreis und nie über lange Zeit
räume zugelassen habe.
Er
reagiere bei psychosozialem Druck häufig mit
dekom
pensativer
emotionaler Instabilität, Rückzug und Vermeidung und sei dann in aller Regel auf (therapeutische) Hilfe und Verständnis ange
wiesen.
Häufig habe
der Versicherte
geplante und vorbesprochene Teilnahme an sozialen Aktivitäten
nicht einhalten können, vor allem wenn mehrere Personen beteiligt gewesen
seien.
An vielen Tage
n
sei es ihm schwer gefallen, das Haus zu verlassen und es sei ihm nur unter
Anxiolytika
gelungen, öffentliche Verkehrs
mittel zu benützen, um die Therapiestunde wahrzunehmen.
Dipl.-
Psych
FH
G._
führte in ihrer Beurteilung aus
, der Beschwerdeführer leide unter einer generalisierten
chronifizierten
und therapieresistenten
Angst
störung
und einer schweren Beziehungsstörung. Er verfüge über gute kognitive
Fähigkeiten und Ressourcen im handwerklichen und grafischen Bereich. Seit de
m
5.
April 2011 sei er zu 100
%
arbeitsunfähig. Trotz sehnlichstem Wunsch
,
an einem
geregeltem
Berufsleben teilzunehmen, sei es mit einer teilstationären Be
hand
lung in der
F._
und intensiver psychotherapeutischer Be
hand
lung nicht gelungen, eine verbesserte Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Mit hoher Wahrsch
einlichkeit sei
die Prognose ungünstig.
Abschliessend bemerkte Dipl.-
Psych
FH
G._
, es sei dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung in den letzten Jahren nicht gelungen, mehr als zu 25
%
zu arbeiten. Seit 18 Monaten sei er zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine 60%ige Arbeitsfähigkeit – wie im Vorbescheid angenommen – sei aufgrund dieser
Fak
tenlage
nicht nachvollziehbar.
3.6
Nach Einsicht in den
Einwand des Versicherten und die nach dem Vorbescheid ergangenen Stellungnahmen der behandelnden Ärzte
sowie die Stellungnahme des Beschwerdeführers zu den beruflichen Tätigkeiten von 2000 bis 2011
hielt
die
begutachtende Psychiaterin
Dr.
Z._
am
3.
Januar 2013 fest, es seien keine
überzeugenden neuen Tatsachen oder psychopathologischen Begebenhei
ten ans Licht gekommen, die zu einer Änderung ihrer diagnostischen und ar
beitsmedizinischen Einschätzung führen könnten (
Urk.
8/38).
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
, auf das sich die
Beschwerde
gegnerin
abstützte, erfüllt die von der Rechtsprechung an eine ärztliche Exper
tise gestell
ten Anforderungen (vgl. E. 1.5
), weshalb darauf abgestellt werden kann
.
Das Gutachten erging in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
und nach eigener Untersuchung am 23.
Juli 2012 sowie sorgfältiger Anamnese
e
rhebung. Die Gutachterin ging detailliert auf die
diversen ihr zur Verfügung gestandenen medizinischen
Akten ein
und
berücksichtigte
auch
die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden. Sie be
gründete ihre Beurteilung der medizinischen Situation sorgfältig und plausibel. Nachvollziehbar begründet ist auch die
Ein
schät
zung
, wonach die diagnostizierte kombinierte
Persön
lichkeitsstörung
den
Be
schwerdeführer zwar
in seiner Arbeitsfähigkeit einschränkt, indessen
keine
100%ige Arbeits
un
fähigkeit zu begründen
vermag
.
4.2
Was die diversen vom Beschwerdeführer vorgetragen
en
Rügen gegen das Gut
ach
ten von
Dr.
Z._
betrifft,
ist zunächst festzuhalten, dass
im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung die klinische Untersuchung in Kenntn
is der Anamnese
entscheidend ist
. Eine Fremdanamnese und (schriftliche oder münd
liche) Auskünfte der behandelnden Arztpersonen b
ezie
hungs
weise Therapeuten
sind
zwar
häufig wünschenswert, aber nicht zwingend er
forderlich. Anfragen beim
behandelnden Arzt sind unter anderem wertvoll, wenn sie erweiterte Aus
künfte über Persönlichkeit und Compliance des Explo
randen erwarten lassen (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_808/2012 vom 21. Dezember 2012 E.
3.3.3 mit Hin
weisen). Solche Umstände liegen hier nicht vor
.
D
ie Gutachterin
setzte
sich mit den B
erichten der behandelnden Ärzte
aus
einander
und
ging
von einem absolut
kooperationsfähigen Versicherten aus
(
Urk.
8/38)
.
In
ihrem
Ermessen
lag
es auch
, bei
Dr.
H._
beziehungs
weise
lic
.
phil.
G._
,
bei denen der
Versicherte dre
i
einhalb Monate zuvor eine
Traumatather
a
pie
zur Aufarbeitung der Ver
gangenheit begonnen hatte
,
keine
Erkundigungen einzuholen
,
ohne dass dieses Vorgehehen die Plausibilität des Gutachtens
in Frage zu stellen
vermö
chte
(
vgl.
Urk.
8/20 S. 10 und 26).
4.3
Nachvollziehbar
und begründet
sind auch die Ausführungen der Gutachterin zu
namentlich nach Trennung
en
auf
ge
tretenen
Phasen depressiver
Reaktions
bil
dung
(vgl. der Einwand in
Urk.
1
S.
8
Ziff.
5)
und die Hinweise auf eine
aktuell
seit drei Monaten nach Beendigung der letzten Partnerschaft bestehende Krise sowie
auf
eine
einmalige psychiatrische
Kurzhospitalisation
im Jahr 2008
, die
eben
falls nach einer Trennung stattgefunden habe
(
Urk.
8/20
S.
23).
Die Gut
ach
terin berichtete in diesem Zusammenhang weiter, es sei bei der gegenwärti
gen
Exploration schwierig, etwaige klinisch relevante depressive Episoden ab
zu
gren
zen (S.
22).
Sie
trug aber den
wiederkehrende
n
depressive
n
und sozio-/
agora
pho
bische
n
Reaktionsmuster
n
, die dann zu mehrwöchigen bis mehrmo
natigen krankheitswerten depressiven Symptomen führen könnte
n
, Rechnung
,
in
dem sie
ausführte,
diese würden mit
einer überdauer
nden Teilarbeitsfähigkeit arbeitsme
di
zinisch adäquat berücksichtig
t
(S. 29).
Richtig ist, dass die Gutachterin
darauf hinwies, der Beschwerdeführer habe
wie
derkehrende Suizidgedanken in Krisensituationen als „selbstverständlich“ be
jaht (
Urk.
8/20 S. 18)
, allerdings ohne konkrete Planung oder Methodenwahl
(S. 22)
, und in ihrer Beurteilung zum Schluss kam, e
ine akute Suizidalität
sei
nicht fest
stellbar
(S.
18
, vgl. der Vorhalt in
Urk.
1 S.
8
Ziff.
5
).
Auch diese Aus
füh
rungen erscheinen differenziert.
M
ed.
pract
.
D._
führte
in seinem Be
richt
vom
2
6.
März 2012
hierzu einzig aus „nicht suizidal“.
Dass
Dr.
Z._
auch nach Kenntniserhalt
des
Suizidversuch
s
im
September 2012
an ihrer ursprünglichen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
festhielt (trotz Sinn- und
Selbstwertkrisen, v. a. in Trennungssituationen mit dann aufflacke
r
nder Angst und
Depressivität, überdauernde Teilarbeitsfähigkeit von 60 %), ist nicht
un
plau
sibel
.
4.
4
Der Beschwerdeführer macht
e
weiter
geltend, die behandelnden Therapeuten hätten kein neurotisches Verhalten festge
stellt
. Es sei nicht ersichtlich, weshalb sich die Gutachterin auf den Begriff der
Neurotisierung
(im Sinne einer verän
derten Erfassung seiner Umwelt) festbeisse (
Urk.
1
S.
9
Ziff.
6). Diesem Vorhalt
ist zu entgegnen, dass eine psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychi
a
ter daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen ver
schiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist.
Dieser
Ermes
senscharakter
kommt
im Übrigen noch
in gesteigertem Masse der
Ar
beits
(
un
)
fäh
igkeitsschätzung
zu
(
vgl.
Urteil des Bundesgericht 9C_78/2014 vom 1
8.
März 2014 E.
4 mit Hinweisen).
Daher kann es nicht angehen, eine medizi
nische
Ad
mini
strativexpertise
stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unter
schied
lichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäus
serten ab
weichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die ge
eignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_809/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E.
4.1 mit Hinweis), was vorliegend nich
t der Fall ist.
4.
5
Überzeugend ist schliesslich auch die kritische Würdigung der vorhandenen Arztbericht
e
, etwa der Hinweis, die vom
C._
festgehaltene Diagnose „Angst und depressive Störun
g gemischt seit 2004“ (ICD-10 F
41.2) sei gemäss ICD-10 Kriterien für „Kombinationen von relativ leichten Symptomen“ vorgesehen. Die Annahme einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit sei mit dieser diagnostischen Kategorie relativ leichter Symptome nicht vereinbar.
Plausibel erscheint
ferner
der Hinweis, es sei unklar
, weshalb der Ver
sicherte nicht in der Lage sein sollte, „Bewerbungen zu schreiben oder eine
Ar
beit auszuführen“, l
äge
n seine Defizite doch nicht im exekutorischen Handeln
,
sondern auf der sozialen Beziehungsebene.
Nachvollziehbar ist
des Weiteren
, dass angesichts der zumindest im Teilzeitpensum ausgeübten
Tätigkeiten
, der
vom Versicherten erwähnten
für sich selbst ausgeführten
Arbeiten
sowie der von ihm gegenüber der Gutachterin me
hrfach erwähnten Reisetätigkeit
(
vgl.
Urk.
8/20 S.
6 und 7)
das Attest einer jahrelang anhaltenden 100%ige
n
Arbeits
unfähigkeit nicht zu überzeugen vermag (
Urk.
8/20 S. 17).
4.
6
D
as
Vorbringen
des Rechtsvertreters,
wonach
es im Hinblick auf die notwendige Unabhängigkeit und Unparteilichkeit
der Gutachterin
prob
lematisch erscheine,
dass die Verwaltung
d
i
ese
r
den Einwand des Versicherten
(
trotz vorgängigem Hin
weis
, dies nicht zu tun)
direkt
zur Stellungnahme
unterbreitet
habe
(vgl.
Urk.
1 S.
6
Ziff.
1
und
Urk.
40),
statt selber entsprechende Ergänzungsfragen
(ohne
Beilage der
Einwandbegründung
) zu stellen
,
vermag vorliegend die
Be
weiswertigkeit
des Gutachtens ebenfalls nicht
nachhaltig zu erschüttern.
Davon abgesehen können
selbst
die
Untersuchungs
berichte
des RAD
einen
vergleich
baren
Beweiswert
wie ein Gutachten
ha
ben
, wenn sie den praxisgemässen An
forderungen an medizinische Ex
pertisen genügen
(BGE 137 V 210 E.
1.2.1; Bundesgerichtsurteil 9C_999/2010 vom 1
4.
Februar 2011 E. 5.1.2)
.
Anzufügen
bleibt, dass es dem Rechtsvertreter offen gestanden hätte,
seinerseits
Ergän
zungs
fragen zu
formulieren
.
4.
7
Richtig ist, dass der Beschwerdeführer – entsprechend seinen eigenen Angaben (vgl. etwa
Urk.
8/35 und
Urk.
8/36
Ziff.
3) und auch
gemäss
den Einträgen im IK-Aus
zug (
Urk.
8/5) – in den letzten zehn Jahren vor der Anmeldung zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung nur in geringem Umfang er
werbstätig war und auch nur ein geringes Einkommen erzielte
, wobei die
in
der Beschwerde
erwähnte
höchstens
25%ige Erwerbstätigkeit angesichts der
erwirt
schafteten Beträge
doch
etwas zu tie
f bemessen erscheint
(
laut
IK-Auszug
verdiente er
beispielsweise im Jahr 2008
aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
Fr.
35‘000.-- und im Jahr 2009 Fr.
22‘050.--, vgl.
Urk.
8/5, daneben
er
wirt
schaftete er
laut
eigenen Angaben
[
Urk.
8/35]
jährlich Fr.
10‘000.-- bis Fr.
18‘000.--
in Aus
übung
kleinere
r
Jobs für Freu
nde und Bekannte, vgl.
Urk.
1 S.
9
Ziff.
7
).
Die geringe
effektive
Erwerbstätigkeit
stellt allerdings die
Einschät
z
ung der Gut
achterin nicht in Frage
, war
dieser Umstand
gemäss den Aus
führungen des Be
schwerdeführers
gegenüber der Gutachterin
doch
auch darauf zurückzuführen, das
s ihm dieser Verdienst gereicht
und er daneben viel für sich selbst gearbeitet, sich in Gestaltun
g und Grafik weitergebildet und
auf Foto
grafien spezialisiert ha
t
sowie
gerne gereist
ist
(
Urk.
8/20 S. 7).
Ferner wies
die Gutachterin
auf den
Zusammenhang zwischen der
Berufsbiographie
des Ver
si
cher
ten und der diag
nostizierten
ängstlichen Persönlichkeitsstörung
hin
(S.
23).
Kommt hinzu, dass sich die
Tätigkeit als selbständiger Grafiker nicht
als
ange
passt
erweist
, bereite
n
dem Beschwerdeführer doch gerade Kundena
k
quisition und der Umgang mit Kunden
Schwierigkeiten
. Dass es ihm nicht gelang, eine massgebende selb
ständige Erwerbstätigkeit aufzubauen
,
ist
deshalb
mit den Ein
schätzungen im Gutac
hten
vereinbar
.
4.
8
Zusammenfassend kann auf
die Einschätzung
von
Dr.
Z._
abgestellt wer
den, wonach seit
dem
5.
April 2011
(Zeitpunkt der Aufnahme einer eigentlichen störungsbezogenen Psychotherapie)
von einer überdauernden
Teilarbeitsfähig
keit
von 60
%
auszugehen ist, dies in einer angepassten Tätigkeit im Rahmen
der angestammten Bereiche (KV sowie Webpublishing/Gestaltung). Angepasst ist
ein Arbeitsumfeld, das nur
geringe
Anforderungen an soziale Kompetenzen und
Assertivität
stellt beziehungsweise wo Teamprojektarbeit und
Kundenkon
takt
e
vermieden oder standardisiert gestaltet werden können.
5.
5.1
Für die E
rmittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was
der Versi
cher
te
im massgebenden Zeitpunkt aufgrund
seiner
beruflichen Fähigkeiten und per
sönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit als Gesunde
r
tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teu
erung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E.
4.1
,
129 V 222 E.
4.3.1 mit Hinweisen).
Das
Validenein
kommen
ist
allerdings
nicht eine vergangene, sondern eine hypothetische Grösse
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
I 696/01 vom
4.
April 2002 E. 4b/
bb
).
5.2
Der Beschwerdeführer war
–
wie bereits erwähnt
–
in den letzten zehn Jahren
vor seiner Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung nur
in geringem Umfang erwerbstätig.
Im Beschluss vom 1
5.
April 2014 erwog das
Gericht
nach
einer ersten summarischen und vorläufigen Prüfung, dass die Sa
che
zur diesbezüglich weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurü
ckzuweisen sein dürfte
(vgl.
Urk.
10)
.
Nach eingehender
allseitiger
Prüfung
muss allerdings t
rotz
einzelner
Anhaltspunkt
e
im Gutachten von
Dr.
Z._
,
die für ein Begnügen
mit einem bescheide
n
en Einkommen aus freien Stücken
sprechen
,
davon aus
gegangen werden, dass die in den letzten Jahren nur geringe Erwerbstätigkeit in Zusam
menhang mit der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung
stand
. Dieser Schluss erhellt sich aus den
weiteren
gutachterlichen Erwägungen
zur
Berufs
biographie
des Versicherten (
Urk.
8/20 S. 23)
,
dem
von der Gutachterin the
matisierten
Zu
sammenhang zwischen
der Persönlichkeitsstörung und
dem seit
15 Jahren
an
dauernden
Benz
odiazepine-Konsum (
Urk.
8/20 S.
3
0)
und
aus
dem Umstand, dass eine Persönlichkeitsstörung immer in der Kindheit oder Jugend be
ginnt und sich auf Dauer im Erwachsenenalter manifestiert (vgl.
die d
iag
nos
tische
n
Leitlinien
zu den spezifischen Persönlichkeitsstörungen F60 in: Inter
nationale Klassifikation psychisch
er Störungen, ICD-10 Kapitel V [F]
, Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien,
9.
Auflage, Bern 2014,
S. 276 f.
Ziff.
4
)
. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen
, dass der Beschwerdeführer
bereits
vom
2.
November 2004 bis
zum
3
1.
Mai 2011 im
C._
in ambulanter Behandlung gewesen war
und
schon
vorher psychologische Hilfe
stellung in Anspruch
genommen hatte
.
Namentlich die auf die
Persön
lich
keits
störung
zu
rückzuführenden Sch
wierigkeiten bei der Kundena
k
quirierung
sowie beim Um
gang mit den Kunden dürfte
n
dazu geführt haben, dass der Beschwer
deführer sein wirtschaftliches Potential
als selbständiger Grafiker
nicht voll aus
nutzen konnte.
Es kann somit
ohne Vornahme weiterer Abklärungen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass der Beschwer
de
führer im Gesundheitsfall seine Tätigkeit als
dipl.
Webpub
lisher
SIZ
in einem 100%-Pensum
ausgeübt hätte.
5.3
Entsprechend ist mit der Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Validen
einkommens
nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abzustellen.
Dieses ist vielmehr anhand des branchenüblichen Durchschnittslohn
s
eines Webdesigners
oder
Mitarbeiters
in einer
kaufmännischen Tätigkeit
(der Beschwerdeführer ab
solvierte nach der Sekundarschule eine zweieinhalbjährige Handelsschule, vgl.
Urk.
1 S.
3
Ziff.
1,
Urk.
8/1 und
Urk.
8/6)
gemäss Schweizerischer
Lohnstruk
t
ur
erhebung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik
f
estzusetzen.
Ob der von der
Be
schwerdegegnerin
dabei herangezogene
und unbeanstandet gebliebene
Tabellen
lohn
(
LSE 2010,
TA1,
Ausgabe 2011
,
Ziff.
58-60, Anforderungsniveau 4;
vgl.
Urk.
8/21)
zutreffend ist
,
kann
offenbleiben, da unter den gegebenen Umstän
den
auch das Einkommen mit Behinderung (Invalideneinkommen) auf derselben ta
bellarischen Grundlage zu ermitteln ist. Der
Invaliditätsgrad
ent
spricht somit
dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines allfälligen Ab
zugs vom Tabellenlohn gemäss BGE 126 V
75 (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts
9C_215/2010 vom 20. April 2010 E.
5.2 mit Hinweisen; ferner Urteil des B
undes
gerichts 9C_311/2013 vom 12. November 2013 E. 6.3).
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat vom Tabellenlohn
trotz der
von der Gutachterin formulierten
Einschränkungen –
Arbeitsumfeld, das
nur
geringe
Anforderungen
an soziale Kompetenzen und
Assertivität
stellt beziehungsweise wo
Teampro
jekt
arbeit
und Kundenkontakt vermieden oder standardisiert gestaltet werden könne
n
–
und der
(
nur
)
Teilarbeitsfähigkeit (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2)
keinen leidensbedingten Abzug
vorge
nommen, was unbeanstandet blieb. Anzufügen bleibt, dass selbst bei einem
lei
densbedingten
Ab
zug von 10
%
derselbe Rentenanspruc
h, nämlich ein
Anspruch auf eine
Vier
telsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 46
%
([1 - 0.6 x 0.9] x 100), resultieren würde.
Die angefochtene Verfügung, wonach dem Beschwerdeführer ab April 2012 ein
Viertelsrente
zusteht, erweist sich somit als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer
liess in seiner Beschwerdeschrift unter Beilage
eine
r
Un
terstützungsbestätigung
der Stadt Zürich, Sozialzentrum Ausstellungstrasse
vom 3
0.
April 2013
(
Urk.
3
),
ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung
stellen
(Urk. 1 S. 2
).
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltli
chen
Pro
zess
f
ührung
gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsge
richt
(
GSVGer
) sind erfüllt.
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
gewiesen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Gerichts
kosten ver
pflichtet werden kann, sobald er dazu in der Lage ist.
6.2
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des
ge
setzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--) auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, allerdings infolge Ge
wäh
rung
der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.