Decision ID: 2c73c348-40b6-4560-8cc6-6372f4b3e677
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Urteil vom
3.
Juni 2013 (
Prozess Nr. IV.2013.00135
;
Urk.
11/154
) hat
das hiesige Gericht die leistungsanspruchsverneinende Verfügung der
Sozial
ver
si
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
8.
November 2012
(
Urk.
11/146
) aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese die medizinischen und beruflichen Verhältnisse von
X._
, gebo
ren 1986,
abkläre und hernach
erneut
über d
en Leistungsanspruch verfüge.
1.2
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
GmbH, deren Gutachten am 2
0.
Mai 2014 erstattet wurde (
Urk.
11/170/2-24). Sodann gewährte die IV-Stelle Massnahmen der Arbeitsvermittlung (
Urk.
11/182;
Urk.
11/185). Mit Vorbescheid vom 1
6.
März 2015 (
Urk.
11/186) stellte sie die Verneinung eines Leistungsanspruchs in Aus
sicht, wogegen die Versicherte Einwände erhob (
Urk.
11/188;
Urk.
11/192). Mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2015 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versi
cherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
11/195 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Mai 2015 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 1
5.
Juni 2015 Beschwerde und beantragte, es seien die Eingliederungsmass
nahmen weiterzuführen und es sei bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ein Abzug von mindestens 20
%
vorzunehmen. Eventuell sei ein neurologisches Gutachten anzuordnen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
August
2015 (
Urk.
10) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwer
de. Dies wurde der
Beschwerdeführerin mit Gerichtsverfügung vom 2
0.
August 2015 mitgeteilt und gleichzeitig antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltli
che Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss
Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese
notwendig
und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Abs.
1).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (
Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (
Abs.
2). Nach Massgabe von Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe c besteht der Anspruch auf Leistungen unabhän
gig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um
die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (
Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in (
Abs.
3):
medizinischen Massnahmen (
lit
. a);
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
Y._
s
);
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe,
lit
. b);
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4
Die versicherte Person muss gemäss
Art.
7 IVG alles ihr Zumutbare unterneh
men, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern (
Abs.
1). Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere:
a.
Massnahmen der Frühintervention (
Art.
7d);
b.
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruflic
he Eingliederung
(
Art.
14a);
c.
Massnahmen beruflicher Art (
Art.
15–18 und 18b);
d.
medizinische Behandlungen nach Artikel 25 KVG;
e.
Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und
Ren
ten
bezügern
nach Art. 8a Abs. 2.
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin nicht motiviert sei, Hilfe bei der Stellensuche anzunehmen. Sie sei der Ansicht, nur im geschützten Rahmen arbeitsfähig zu sein. Die Stellensuche auf dem geschützten Arbeitsmarkt sei jedoch an eine
Invalidenrente gebunden. Die Beschwerdeführerin wünsche keine Eingliederung, sondern eine Invalidenrente
. Sie habe sich nirgends beworben und sei
unko
operativ
, so sei sie beispielsweise ohne ihre Hörgeräte zu den
Beratungsgesprä
chen
erschienen. Ihre Eheprobleme seien IV-fremd. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit werde einzig die Schwerhörigkeit genannt, welche mit Hörgeräten versorgt sei. Es sei der Beschwerdeführerin möglich gewesen, ihre
Anlehre
erfolgreich zu beenden. Ein Leidensabzug sei nicht begründet
(
S. 1 f.
).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, sie leide unter einer
Hörbehinde
rung
und unter verminderter Intelligenz, zudem habe sie massive Eheprobleme, die kürzlich zur Scheidung geführt und sie sehr beansprucht hätten, weshalb sie keine genügenden Ressourcen für die Eingliederung gehabt habe (
Urk.
1 S. 6). Diese Strapaze liege nun hinter ihr, weshalb sie sich auf ihre Gesundheit und berufliche Zukunft konzentrieren könne. Die Scheidung habe Einfluss auf ihre körperliche und psychische Belastbarkeit gehabt. Die beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen seien weiterzuführen; sie habe sich denn auch beworben. Sie sei weiter nur in geschütztem Rahmen arbeitsfähig, weshalb ihr
Tätig
keitsspektrum
eingeschränkt sei. Dem sei mit einem behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 20
%
zu begegnen, woraus sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
ergebe (S. 7 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistu
ngen der Invalidenversicherung
hat.
3.
3.1
Das hiesige Gericht hat mit Urteil vom
3.
Juni 2013
(
Urk.
11/154)
die bis zum Urteilsdatum vorliegenden ärztlichen Berichte und Ausbildungsunterlagen als zur Beurteilung der Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer zweijährigen
Attestausbildung
zur
Atelier
näherin
(vgl.
Urk.
11/173/3
) und ihrer Integrationsfähigkeit im ersten Arbeits
markt zu wenig aufschlussreich befunden. Diese Berichte (vgl. E. 3 des genann
ten Urteils) sind deshalb hier nicht erneut zu berücksichtigen.
3.2
Die Gutachter des
Y._
kamen nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer allgemeininternistischen, psychiatrischen neurologischen, neuropsychologischen und
otorhinolaryngologischen
Untersu
chung in ihrem Gutachten vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
11
/170
/2-24) zu folgender Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
21
Ziff. 5.1
):
Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits
mit Zustand nach
binauraler
Hörgeräteversorgung
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine leichte Lernbehinderung mit Kopfrechenschwäche, ansonsten sei keine neuropsycholo
gische Störung objektivierbar
(S. 21 Ziff. 5.2)
.
Die Beschwerdeführerin habe nach ihrer
Anlehre
als Ateliernäherin ein Jahr lang Arbeitslosentaggelder bezogen und sodann während sechs Monaten bis Februar 2014 befristet in einem Pensum von 50
%
als Betriebsmitarbeiterin bei der Post gearbeitet. Aktuell sei sie
nicht krankgeschrieben
. Sie arbeite an sieben Tagen pro Woche mit einem Pensum von etwa zwei Stunden als
Zeitungsver
trägerin
. Sie könne sich eine geeignete Tätigkeit nur noch in einem Pensum von 50
%
vorstellen; sie
sei gemäss eigenen Angaben
für ein volles Pensum einfach nicht genügend leistungsfähig (S. 21).
Es könne keine klare angestammte Tätigkeit definiert werden. Aus
otorhinola
ryngologischer
Sicht beeinflusse die beidseitige
Schallempfindungsschwerhörig
keit
, welche mit Hörgeräten versorgt sei, ihre Arbeitsfähigkeit. Es bestünden qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, so dass sich auditiv qualifi
zie
rende Tätigkeiten, welche hohe Anforderungen an die auditive Kapazität stell
ten, oder Tätigkeiten unter hohem
Umgebungsgeräuschepegel
für die
Be
schwer
deführerin nicht eigneten. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus
otorhi
n
olaryn
gologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S.
21).
Der neurologische Status sei unauffällig; die Beschwerdeführerin besitze einen Führerschein und nehme am Strassenverkehr teil. Die Arbeitsfähigkeit für kog
nitiv einfache Aufgaben ohne Anforderungen an die Rechenfähigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht nicht eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Störung diagnostiziert werden. Aufgrund der unterdurchschnittli
chen intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Hörbehinderung sei die Be
schwer
deführerin aber nur in der Lage, einfachen, intellektuell wenig an
spruchs
vollen Tätigkeiten nachzugehen. Insgesamt könne somit aus
polydis
zi
pli
närer
Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit für auditiv adaptierte, intellektuell nicht zu anspruchsvolle geeignete Tätigkeiten festgestellt werden. Im Haushalt bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit (S. 22).
Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen der ärztlichen Beurteilung und der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, welche sich nur noch
zu
50
%
arbeitsfähig halte. Ursächlich für diese Diskrepanz seien wahrscheinlich in erster Linie IV-fremde Faktoren wie der schwierige Arbeitsmarkt und ein eventuell vorhandener sekundärer Krankheitsgewinn. Berufliche Massnahmen würden aufgrund der subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung kaum durchführbar sein und könnten deshalb nicht empfohlen werden (S. 22).
3.3
Die Fachleute der Institution
Z._
, die der Beschwerde
führerin im Auftrag der Beschwerdegegnerin Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche auf dem ersten Arbeitsmarkt gewährte
n
(vgl.
Urk.
11/182), hielten in ihrem Bericht vom 2
4.
Februar 2015 (
Urk.
11/185) fest, dass die Beschwerdeführerin ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben wolle. Dabei gelinge es ihr nicht, plausible Gründe dafür zu nennen; sie erkläre, dass ihr der Beruf als Näherin nicht gefalle. Die Motivation für eine dauerhafte Anstellung sei nicht spürbar, was unter anderem auf ihre derzeitige persönliche Situation zurückzuführen sei. In der Zusammenarbeit zeige sie sich wenig kooperativ. Sie habe in den drei Beratungsgesprächen ihre Hörgeräte nur einmal - nachdem sie ausdrücklich dazu aufgefordert worden sei - getragen. Aufgrund ihrer Schei
dung leide sie an Ess-Störungen und Ängsten, welche sie blockierten (S. 1).
Eine Vermittelbarkeit sei zur Zeit nicht vorhanden. Es sei für die
Personalbera
terin
nicht nachvollziehbar, was an den Aussagen der Beschwerdeführerin echt und was gespielt sei. Deshalb sei es unmöglich, eine kooperative Zusammenar
beit aufzubauen (S. 2).
4.
4.1
Die im Urteil vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
11/154) gestellten Fragen nach der Arbeits- und Integrationsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden durch das Gutachten des
Y._
vom 2
0.
Mai 2014, welches den praxisgemässen Anforde
rungen
(vgl. vorstehend E. 1.5
) genügt, hinreichend beantwortet.
Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten d
ie Gutachter
diejenige einer beid
seitigen Schallempfindungsschwerhörigkeit, welche jedoch durch Hörgeräte versorgt ist.
Es besteht
keine quantitative, sondern
einzig eine qualitative Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit,
indem
Tätigkeiten
mit hohen Anforderungen an das Hörvermögen oder
unter hohem
Umgebungsgeräuschepegel
für die Beschwerdeführerin nicht
geeignet sind.
Die
se nach Lage der Akten adäquat versorgte Beeinträchtigung wie auch die
festgestellte
u
nterdurchschnittliche
intellektu
elle
Leistungsfähigkeit
stellen
weder einen Grund für eine Arbeitsun
fähigkeit noch - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin - für eine einzig in einer geschützten Stätte
verbleibende Arbeitsfähigkeit
dar.
Die Gutachter hielten zudem ausdrücklich fest, dass die Beschwerdeführerin nicht krankge
schrieben ist.
Damit fehlt es an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden; es ist von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Diese bringt denn auch nichts vor, was gegen die Beurteilung durch die
Y._
-Gutachter sprechen würde.
Der Arztbericht von
Dr.
phil.
A._
, auf den sie sich in ihrer Beschwerde
stützt (
Urk.
1 S. 7 f.), stammt aus dem Jahr 2009 u
nd ist somit nicht mehr aussagekräftig
, zumal in der aktuellen neuropsychologischen Untersu
chung keine grundlegenden Beeinträchtigungen mehr feststellbar waren.
4.2
Ein subjektives Krankheitsempfinden und die erwähnte psychosoziale und damit invaliditätsfremde Belastungssituation infolge der Eheprobleme und der Schei
dung reicht
en
nicht aus, um einen Leistungsanspruch begründen zu können. Die Beschwerdeführerin ist somit weder
im engeren Sinn
invalid
noch
von
In
vali
dität
bedroht (vgl.
Art.
8 ATSG und vorstehend E. 1.3)
, weshalb die
Be
schwer
degegnerin
nicht gehalten ist, weitere Eingliederungsmassnahmen zu gewähren.
Dies insbesondere, als die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten (Nichttragen der Hörgeräte anlässlich der Eingliederungsberatung, wenig Kooperation, keine spürbare Motivation für eine dauerhafte Anstellung; vgl. vorstehend E. 3.3) zum Ausdruck brachte, diese Massnahmen nicht nutzen zu wollen.
Im Gebiet der Inva
lidenversicherung gilt
zudem
ganz allgemein der Grundsatz, dass die inva
lide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzu
kehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der
Selbsteinglie
derung
ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsat
zes der
Schadenminde
rungspflicht
(vgl. BGE 120 V 368 E.
6b, 117 V 275 E. 2b)
.
Als Ausdruck der allge
meinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, son
dern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesge
richts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
4.3
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdefüh
rerin keinen Anspruch auf Renten- oder Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversiche
rung hat.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang de
s Verfahrens sind die Kosten der
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozess
führung
aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Ab
dul
lah
Karakök
, Zürich, ist für seine Bemühungen beim praxisgemässen
Stun
denansatz
von
Fr.
220.-- (inkl. Mehrwertsteuer) mit
Fr.
1‘900.-- (
inkl.
MWSt
und Auslagenersatz) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die
Beschwerdeführer
in
wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen.