Decision ID: 3020a28e-5787-4a61-9ae9-749f2c9eaec3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
ist bei der
Z._
angestellt. Am 3. März 2009
meldete
er
sich u
nter Hinweis auf
psychi
sche B
eschwerden
sowie auf eine Diabetes-Erkrankung
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Vorsorgeeinrichtung der
Arbeitgeber
in
bei (Urk.
8/16-17).
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2010
sprach die IV-Stelle
dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 73 % eine ganze Rente ab 1. September 2009 zu (Urk. 8/39, Urk. 8/46).
1.2
Nach Eingang eines am 1
2.
September 2012 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 8/49) holte die IV-Stelle
bei
der
Arbeitgeber
in
des Versicherten unter anderem Auskünfte zum Salär ein (Urk. 8/51-54, Urk. 8/56-59). Mit Vorbe
scheid vom 26. April 2013 setzte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente
wieder
erwägungs
weise
auf eine
Dreiviertel
s
rente
herab (Urk. 8/62).
Dagegen erh
ob die
Vorsorge
ein
richtung
Einwä
nd
e
(Urk. 8/63, Urk. 8/71). Die IV-Stelle veranlasste daraufhin ein psychiatrisches Gutachten,
das am
17. März 2014 durch Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattet wurde (Urk.
8/75
). Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/89
; Urk.
8/92, Urk. 8/102
)
setzte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
23. Juli 2015
die bisher ausgerichtete
ganze
Rente
wiedererwägungsweise auf eine halbe Rente herab
(Urk.
8/109-110
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
10. September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
23. Juli 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
weiterhin eine ganze Rente
zuzusprechen, eventuell sei
ihm eine
Dreiviertels
rente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
19. Oktober 2015
(Urk.
7
) die
teilweise Gutheissung
der Beschwerde
und Rückweisung der Sache zur wei
teren Abklärung
.
Mit Eingabe vom 5. November 2015 schloss sich der Beschwerdeführer dem Antrag auf teilweise Gutheissung und Rückweisung an die Beschwerdegegnerin an (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begeh
ren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
In Ergänzung und Präzisierung zu Art. 43 Abs. 1 ATSG hält Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV) fest, dass die IV-Stellen, wenn die versicherungsmässigen Voraussetzun
gen erfüllt sind, die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den Gesund
heitszu
stand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit
der versi
cher
ten Person sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnah
men beschaffen und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öffentlichen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen können.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Beschwerdeantwort aus (Urk. 7), anhand der Aktenlage lasse sich vorliegend nicht feststellen, ob konkrete Wechselwir
kungen zwischen der psychiatrischen und der somatischen Erkrankung des Beschwerdeführers bestehen würden und ob diese gegebenenfalls zu einer abweichenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führen würden. Unter diesen Umständen und in Anbetracht der diesbezüglichen Aussage des begutachtenden Psychiaters seien weitere Abklärungen angezeigt. Die einzig gestützt auf die Akten getroffene Schlussfolgerung des Regionalen Ärztlichen Dienstes erweise
sich demnach als nicht hinreichend begründet, weshalb
dieser
kein voller Beweiswert zukomme. Für eine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszu
standes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bedürfe es weiterer Untersuchungen (S. 2 Mitte). Bezüglich der Berechnung des
Invalideneinkom
mens
sei auf die Ausführungen des Beschwerdeführers abzustellen und das Invalideneinkommen
für das Jahr 2015 sei dementsprechend auf Fr. 150‘570.-- in einem 100 %-Pensum festzusetzen (Ziff. 3).
Der Beschwerdeführer erklärte sich mit diesem Antrag der Beschwerdegegnerin einverstanden und ersuchte ebenfalls um Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch (Urk. 10).
2.2
Nachdem in Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen übereinstim
mende Anträge (vgl. Urk. 10) vorliegen und diese mit der Akten- und Rechts
lage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 23. Juli 2015 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Entscheid zurückzuweisen ist.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte mit Honorarnote vom 5. November 2015 einen Aufwand von 15.3 Stunden
(1.8 Stunden Besprechung mit Klient, 1.2 Stunden Aktenstudium, 9.5 Stunden Verfassen Beschwerde und 2.8 Stunden Telefonate/Schreiben/Emails)
und Barauslagen von Fr. 99.-- gel
tend (Urk. 10 S. 2).
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs.
1 der
Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird nament
lich für unnöti
gen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von
lic
.
iur
.
Y._
mit Eingabe vom
5
.
November 2015
geltend ge
machte Aufwand von
15.3 Stunden
ist der Bedeutung der Streitsache
und der
Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der
Tatsache,
dass
sie
den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheidverfahren
ver
trat und die Akten somit bekannt waren.
S
odann entspricht die Beschwerde
schrift
teilweise
de
r
Stellungnahme vom 2
6
.
März 2015
(Urk.
8/102
).
Namentlich erscheint ein Aufwand von insgesamt
9.5
Stunden fü
r die Beschwer
deschrift überhöht.
Angesichts der zu studierenden gut 115 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der
etwa 15
-seitigen Bes
chwerdeschrift und der weiteren
1
-seitigen
Stellungnahme
(Urk.
10)
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die
Partei
e
ntschädigung
bei Anwendung des ge
richts
üblichen Stundenansatzes von Fr.
185
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘
3
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
3
.3
Somit hat die Beschwerdegegnerin
den Be
schwerdeführer
mit Fr. 2‘300.--
zu entschädigen.