Decision ID: a99fcb42-362b-446c-8c61-ff9d8030f4dd
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Am 18. Juni 2020 erhob die Kantonale Staatsanwaltschaft gegen die
Beschuldigte Anklage wegen Betrugs (Verfahrensakten [VA] act. 1 ff.).
2.
Mit Urteil vom 10. November 2021 sprach die Präsidentin des
Bezirksgerichts Aarau die Beschuldigte von Schuld und Strafe frei, wies
das Grundbuchamt Zofingen an, die Grundbuchsperre betreffend die
Liegenschaft in Q., Grundstück Nr. [...], aufzuheben, verwies die
Schadenersatzansprüche der Privatkläger A. und B. auf den Zivilweg und
wies die Anträge der Privatkläger A. und B. auf eine angemessene
Entschädigung sowie eine Ersatzforderung ab.
3.
3.1.
Sowohl die Privatkläger A. und B. als auch die Staatsanwaltschaft meldeten
am 22. November 2021 je die Berufung an und verlangten ein begründetes
Urteil, wobei die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Schreiben vom
21. März 2022 zurückzog.
3.2.
Mit Berufungserklärung vom 30. März 2022 beantragten die Privatkläger A.
und B., dass das Urteil vollständig aufzuheben, die Beschuldigte wegen
Betrugs schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten
sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00 zu verurteilen sei. Die
Zivilforderung im Umfange von Fr. 558'671.76 (Fr. 476'664.91 zzgl. 5%
Zins seit 1. März 2015 und Fr. 82'006.85) sei gutzuheissen, eventualiter im
Grundsatz nach festzustellen und hinsichtlich der genauen Höhe auf den
Zivilweg zu verweisen; die Ersatzforderung der Staatsanwaltschaft im
Umfange von Fr. 476'664.91 sei gutzuheissen und der Privatklägerschaft,
die im Gegenzug ihre Zivilforderung im Umfange der Ersatzforderung an
den Staat abtritt, zuzusprechen. Der beschlagnahmte Vermögenswert
(Liegenschaft Grundstück Nr. [...] in Q.) sei zur Deckung der Ersatz-
forderung zu verwerten. Die Privatklägerschaft sei für deren Aufwendungen
im Vor-, Haupt- und Berufungsverfahren angemessen zu entschädigen und
die Verfahrenskosten ausgangsgemäss neu zu verlegen.
3.3.
Die Staatsanwaltschaft erhob am 20. April 2022 die Anschlussberufung
und beantragte, dass das Urteil vollumfänglich aufzuheben, die
Beschuldigte wegen Betrugs schuldig zu sprechen und sie hierfür mit einer
Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie einer Verbindungsbusse von
Fr. 2'000.00 zu bestrafen sei. Der beschlagnahmte Vermögenswert
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(Liegenschaft Grundstück Nr. [...] in Q.) sei zur Deckung der Ersatz-
forderung zu verwerten; sofern die Zivilforderung nicht gutgeheissen oder
nicht darauf eingetreten werde, sei der beschlagnahmte Vermögenswert zu
verwerten und der Erlös zugunsten des Kantons Aargau einzuziehen. Die
Beschuldigte sei zu einer Ersatzforderung zu verpflichten und die Kosten-
und Entschädigungsfolgen seien zulasten der Beschuldigten zu verlegen.
3.4.
Die Beschuldigte verzichtete mit Schreiben vom 25. April 2022, einen
Nichteintretensantrag auf die Berufung der Privatkläger A. und B. zu stellen
oder Anschlussberufung zu erklären.
3.5.
Mit Schreiben vom 16. Mai 2022 verzichtete die Beschuldigte einen Antrag
auf Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zu
stellen.
3.6.
Die Staatsanwaltschaft reichte am 7. Juni 2022 ihre Anschlussberufungs-
begründung ein.
3.7.
Mit Schreiben vom 30. Juni 2022 teilte die Beschuldigte mit, dass die
Anschlussberufungsantwort anlässlich der mündlichen Berufungs-
verhandlung erfolgen werde.
3.8.
Die Privatkläger A. und B. reichten am 17. Juli 2022 ihre
Berufungsbegründung ein.
3.9.
Mit Schreiben vom 25. August 2022 teilte die Beschuldigte mit, dass auf
das Stellen von Beweisergänzungsanträgen sowie auf das Einreichen einer
vorgängigen schriftlichen Berufungsantwort verzichtet werde.
3.10.
Die gemeinsame Berufungsverhandlung i.S. F. (SST.2022.76) und C.
(SST.2022.77) fand am 3. November 2022 statt. Sowohl die Privatkläger
A. und B. als auch die Staatsanwaltschaft hielten an ihren Anträgen fest.
Die Beschuldigte beantragte die vollumfängliche Abweisung der Berufung.
- 4 -

Considerations:
Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
In tatsächlicher Hinsicht wird der Beschuldigten gemäss Anklageschrift
vom 18. Juni 2020 stark zusammengefasst vorgeworfen, dass sie
(zusammen mit ihrem Ehemann F.; Mitbeschuldigter im Parallelverfahren
SST.2022.76) beim Verkauf ihres Hauses am [Adresse] in R. die Privat-
kläger A. und B. bewusst über die Beschaffenheit des Kaufobjekts
(Problematik mit der Entwässerung und weitere wasserbedingte und
konstruktive Mängel) getäuscht habe.
1.2.
Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte von Schuld und Strafe frei, da der
Beschuldigten nicht nachgewiesen werden könne, dass sie im Wissen über
die wahren Tatsachen bzw. über die Mängel an der Liegenschaft
(Entwässerungs- und Feuchtigkeitsproblematik sowie konstruktive Mängel)
den Privatklägern A. und B. falsche Tatsachen vorgespiegelt habe, indem
sie die Mängelfreiheit der Liegenschaft beteuert habe.
1.3.
Die Privatkläger A. und B. machen mit Berufung im Wesentlichen geltend,
dass der Beschuldigten die Feuchtigkeits- und Wasserprobleme bekannt
gewesen seien. Die Beschuldigte habe die Privatklägerschaft
diesbezüglich im Unwissen gelassen und Feuchtigkeits- bzw. Wasser-
probleme sogar ausdrücklich verneint.
1.4.
Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Anschlussberufungsbegründung im
Wesentlichen aus, dass die Vorinstanz keine kritische Beweiswürdigung
vorgenommen und vornehmlich auf die Behauptungen der Beschuldigten
und deren Ehemann an der Hauptverhandlung bzw. in den Einvernahmen
in der Strafuntersuchung abgestellt habe. Es sei jedoch gestützt v.a. auf
die Aussagen der beiden Zeugen H. und I. sowie unter kritischer
Betrachtung der Aussagen der Zeugen J., K. und L. nämlich erwiesen, dass
die Beschuldigte über die Entwässerungsproblematik der Liegenschaft
gewusst habe. Indem die Beschuldigte die Mängelfreiheit der Liegenschaft
gegenüber den Privatklägern A. und B. bestätigt habe, habe sie damit
wissentlich falsche Tatsachen vorgespiegelt, um die Privatklägerschaft
vom Kaufobjekt zu überzeugen.
1.5.
Die Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, dass die Berufung und
Anschlussberufung abzuweisen und sie von Schuld und Strafe
freizusprechen sei (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 37 ff.).
- 5 -
2.
2.1.
Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden
durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt
und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich
selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
Als Täuschung gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem
anderen eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen.
Vorausgesetzt wird, dass der Täter eine ganze Kausalkette von
Geschehnissen in Gang setzt. Zwischen dessen irreführendem Verhalten,
dem Irrtum des Getäuschten, der Vermögensdisposition und dem
Vermögensschaden ist ein Kausalzusammenhang erforderlich. Die
Vermögensverfügung muss stets auf den Irrtum des Getäuschten
zurückzuführen sein. Überdies ist zwischen der Täuschung, dem Irrtum und
der Vermögensverfügung ein Motivationszusammenhang verlangt, d.h. der
Betroffene muss infolge der Täuschung und seines Irrtums zur
Vermögensverfügung motiviert worden sein. Täuschungsrelevant können
somit von vornherein nur solche Falschangaben sein, die den Entscheid
des Getäuschten über die vom Täter angeregte Vermögensdisposition
überhaupt zu beeinflussen vermögen (vgl. BGE 147 IV 73; BGE 143 IV 302
E. 1; je mit Hinweisen). Die Erfüllung des Tatbestands erfordert weiter eine
arglistige Täuschung, wobei das Merkmal der Arglist erfüllt ist, wenn der
Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer
Machenschaften oder Kniffe bedient (vgl. BGE 142 IV 153 E. 2.2.2;
135 IV 76 E. 5.1 f.; je mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
6B_151/2019 vom 17. April 2019 E. 3.2).
Der Betrugstatbestand setzt in subjektiver Hinsicht voraus, dass der Täter
bei seiner Täuschungshandlung über die Abweichung seiner Erklärung von
der Wirklichkeit wusste und den Irrtum des Getäuschten zumindest in Kauf
genommen hat. Der Täter muss im Wissen und mit dem Willen handeln,
durch das täuschende Verhalten jemanden mindestens möglicherweise in
einen Irrtum zu versetzen und ihn dadurch zu einer Vermögensdisposition
zu veranlassen, wodurch er sich oder einen anderen schädigt. Zudem
muss er mit der Absicht oder Eventualabsicht handeln, sich oder einen
anderen unrechtmässig zu bereichern (vgl. TRECHSEL/CRAMERI, in:
Praxiskommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 1. Aufl. 2021, N. 31
zu Art. 146 StGB; MAEDER/NIGGLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht,
4. Aufl. 2019, N. 273 zu Art. 146 StGB).
2.2.
Nach der Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der Entschliessung,
Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender
Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter
- 6 -
dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag (nach den
Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan) für die Ausführung des
Deliktes so wesentlich ist, dass sie «mit ihm steht oder fällt». Der Mittäter
muss bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat auch
tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an
der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen
vermag. Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht not-
wendige Voraussetzung für die Annahme von Mittäterschaft
(BGE 135 IV 152 E. 2.3.1 S. 155; Urteil des Bundesgerichts 6B_712/2017
vom 23. Mai 2018 E. 2.3.2, nicht publ. in: BGE 144 IV 198). In
Mittäterschaft begangene Tatbeiträge werden jedem Mittäter zugerechnet
(BGE 143 IV 361 E. 4.10 S. 371; Urteile des Bundesgerichts 6B_371/2020
vom 10. September 2020 E. 2.3 sowie 6B_27/2020 vom 20. April 2020
E. 1.3.2).
2.3.
Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-
fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-
setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die
beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO).
Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden
kann. Nicht verlangt wird indes, dass bei sich widersprechenden Beweis-
mitteln unbesehen auf den für die angeklagte Person günstigeren Beweis
abzustellen ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).
3.
3.1.
In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten und damit erstellt, dass gemäss
dem gerichtlich angeordneten Gutachten M. GmbH vom 14. Juni 2016
(UA BO 5.6 act. 6 ff.) und dem Ergänzungsgutachten M. GmbH vom
2. Dezember 2016 (UA BO 5.6 act. 286 ff.) inkl. Gutachten N. AG vom
18. November 2016 (UA BO 5.6 act. 265 ff.) die Ursache der Schäden an
der betreffenden Liegenschaft in der mangelhaften Planung eines
Konzepts zur Entwässerung von Balkon, Terrasse und Schwimmbad-
umgebung, der fehlenden Flächen- bzw. mangelhaften partiellen
Abdichtung sowie des fehlerhaften Nutzschichtaufbaus mit ungenügendem
Gefälle liege. Bei beiden Flachdächern sowie in der südöstlichen Rinne sei
liegendes Wasser vorhanden gewesen. Die Flachdächer seien fast
gefällelos und die Ausläufe etwas zu hoch versetzt worden, was zu
Wasseranstau und dem vermehrten Ansammeln von Rückständen führe.
Es seien keine Notüberläufe vorhanden. In den darunterliegenden
Schlafzimmern seien jedoch keine Schäden sichtbar. Sowohl die
Nutzschicht beim Balkon im Obergeschoss, als auch die Nutzschicht der
grossen Terrasse im Erdgeschoss, der Aussentreppe, dem Zugangsweg
- 7 -
zum Hauseingang und dem hinteren Zugang des Schwimmbads hätten
verschiedene Schwachstellen (Aussinterungen, Fugen, dunkle
Verfärbungen etc.) aufgewiesen. Eine Drainage- oder Entspannungsebene
oder ein fachgerechter Drainagemörtel sei nicht vorhanden. Durch den
Konstruktionsaufbau könne das Wasser nur ungenügend abtransportiert
werden und es seien deshalb dunkle Verfärbungen sichtbar. Die
Geländerpfosten der grossen Terrasse im Erdgeschoss, welche über
Konsolen direkt auf die Nutzschicht befestigt worden seien, würden
Korrisionsschäden aufweisen. Es sei sichtbar, dass der Pfosten/
Konsolenbereich nachträglich mit einer anderen Farbe überstrichen
worden sei, wobei sich der Anstrich wegen der vorhandenen Feuchtigkeit
bereits ablöse. Zudem sei gemäss Gutachten im Schlafzimmer OG "Sohn",
im Untergeschoss an der östlichen Ecke beim Treppenabgang sowie an
zwei Stellen der Garage Wassereindrang festgestellt worden. Einerseits sei
das Wasser beim Decken/Wandanschluss an der nordwestlichen Wand
(linke Garagenwand) sowie im Übergang Stützmauer/gedeckter Sitzplatz
(darüberliegend) eingedrungen und andererseits infiltriere das Wasser
beim linken Garagenplatz durch die Decke und tropfe teilweise auf die
Schutzdecke, resp. in den Eimer. Es kann hierzu auch auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz in E. 2.4.3 bis E. 2.4.5 verwiesen werden.
Ebenfalls unbestritten ist, dass die beiden Privatkläger A. und B. die
Liegenschaft vor dem Kauf mehrfach besichtigt haben, wobei zwischen den
Kaufparteien die losen Balkonplatten, der Hagelschaden sowie der Fleck
in der Garage besprochen wurden (vgl. Protokoll der Berufungs-
verhandlung S. 5 ff., S. 13 und S. 16 ff.). Der Beschuldigte hat auf
mehrmaliges Nachfragen der Privatkläger A. und B. hin mehrfach bestätigt,
dass sie kein Feuchtigkeitsproblem (gehabt) hätten (Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 34).
Die Beschuldigte bestreitet jedoch, dass sie von den Mängeln
(Feuchtigkeits- und Wasserprobleme aufgrund der Konstruktionsmängel)
an der Liegenschaft wusste und somit wissentlich den Privatklägern A. und
B. falsche Tatsachen vorgespiegelt hat, indem sie die Mängelfreiheit der
Liegenschaft bestätigte.
3.2.
Mit der Vorinstanz gelangt auch das Obergericht aus nachfolgenden
Gründen zur Auffassung, dass es am Nachweis fehlt, dass die
Beschuldigte von den Konstruktionsmängeln bzw. der Wasser- und
Feuchtigkeitsproblematik an der Liegenschaft gewusst hat:
3.2.1.
Gemäss dem gerichtlich angeordneten Gutachten M. GmbH vom 14. Juni
2016 haben die Schäden an der betreffenden Liegenschaft bereits vor dem
1. März 2015 bestanden. Die Tragweite und die Zusammenhänge der
- 8 -
verschiedenen Schäden, resp. Schwachstellen seien aber erst mit der
durchgeführten Untersuchung mit den Sondierungen und Aufnahmen
sichtbar geworden. Gemäss dem Gutachten hätte auch ein Laie unter
Berücksichtigung, dass die Schadenbilder mit den Aussinterungen über
eine längere Zeitdauer seit der Erstellung immer wieder aufgetreten seien,
auf diese Schäden aufmerksam werden können. Je kürzer die Zeitdauer
der Beobachtung der Schadenbilder sei und wenn zudem optische
Korrekturen vorgenommen worden seien, desto unwahrscheinlicher sei es
für einen Laien, die Schäden zu erkennen (UA BO 5.6 act. 35). Aufgrund
der Laborergebnisse wurde festgestellt, dass auf dem 1. Farbanstrich
Kalkablagerungen vorhanden sind, welche mit einem 2. Farbanstrich
überstrichen wurden, wobei auf diesem 2. Farbanstrich auch wieder
Kalkablagerungen vorhanden sind (UA BO 5.6 act. 294 inkl. Gutachten
N. AG vom 18. November 2016 in UA BO 5.6 act. 265 ff.). Die vorhandenen
Aussinterungen seien nicht nur partiell an einer Stelle vorhanden gewesen,
sondern an diversen Stellen. Diese Stellen seien so dominant, dass dies
dem Verkäufer (bzw. der Beschuldigten) in den vielen Jahren der Nutzung
auch als Laie hätte auffallen müssen. Wäre dies nicht aufgefallen oder als
störend empfunden worden, so wäre auch kaum ein zusätzlicher
Farbanstrich ausgeführt worden (UA BO 5.6 act. 294). Wenn an so vielen
Orten Feuchtigkeit austrete und Spuren hinterlasse, müsste sich auch ein
Laie Gedanken machen, dass Schwachstellen in grösserem Umfang
vorhanden seien und als Folge dann Fachpersonen zur Schaden-
beurteilung hinzuziehen (UA BO 5.6 act. 295).
In den Gutachten wird zwar ausgeführt, dass die Aussinterungen und
Spuren der Beschuldigten hätten auffallen müssen und diese sich hätte
Gedanken machen müssen, ob Schwachstellen in grösserem Umfang
vorhanden seien und als Folge dann Fachpersonen zur Schaden-
beurteilung hätte hinzuziehen müssen. Im Gutachten werden aber keine
Angaben dazu gemacht, ob die Beschuldigte aufgrund der sichtbaren
Spuren und Aussinterungen hätte schliessen müssen, dass nicht nur
gewisse Schwachstellen in grösserem Umfang, sondern auch
konstruktionsbedingte Mängel im gutachterlich festgestellten Ausmass in
ihrer Liegenschaft vorliegen. Im Gutachten wird selber eingeräumt, dass
die Tragweite und die Zusammenhänge der verschiedenen Schäden, resp.
Schwachstellen erst mit der durchgeführten Untersuchung mit den
Sondierungen und Aufnahmen sichtbar geworden sind. Es kann gestützt
auf das Gutachten somit nicht gefolgert werden, dass die Beschuldigte aus
dem Vorliegen gewisser äusserlicher Anzeichen an der Liegenschaft wie
Flecken und Aussinterungen auf ein grundlegendes Entwässerungs-
problem im ihr vorgeworfenen Ausmass (bauliche Konstruktionsmängel,
kein Entwässerungskonzept, fehlende Abdichtungen und einen fehler-
haften Nutzschichtaufbau) und den damit zusammenhängenden
Feuchtigkeits- und Wasserprobleme gewusst haben musste; vielmehr wird
diese Frage offengelassen.
- 9 -
3.2.2.
Die Liegenschaft wurde gemäss der Police Nr. [...] bei der Aargauischen
Gebäudeversicherung (AGV) gegen Feuer- und Elementarschäden
versichert. Es bestand bei der AGV hingegen keine Deckung für
Gebäudewasser oder eine sogenannte Zusatzversicherung Aqua Plus
(UA BO 5.1 act. 229 ff.). Die Schweizerische Mobiliar Versicherungs-
gesellschaft AG (fortan: Mobiliar) hielt mit Schreiben vom 18. Juli 2019 fest,
dass während der Bauphase die Liegenschaft eine Gebäudewasser-
versicherung gehabt habe, wobei nach Bauende der Vertrag wieder
aufgehoben worden sei und aufgrund der abgelaufenen 10-jährigen
Aufbewahrungsfrist nicht mehr erhältlich gemacht werden könne
(UA BO 5.1 act. 301). Weiter bestätigte die Mobiliar, dass die Liegenschaft
bis zu ihrem Verkauf im Jahr 2015 gegen Gebäudewasserschäden mit
Ausnahme von Elementarschäden versichert gewesen sei (UA BO 5.1
act. 327). Sowohl die Aargauische Gebäudeversicherung (UA BO 5.1
act. 228) als auch die Mobiliar (UA BO 5.1 act. 301) bestätigten, dass bis
auf den Hagelschaden im Juli 2011 keine Schadensfälle registriert oder
bezahlt worden seien. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom
3. November 2022 reichte die Beschuldigte eine E-Mail der Mobiliar ein,
wonach sie und ihr Ehemann vom 26. September 2005 bis 31. März 2015
eine Gebäudewasserversicherung bei der Mobiliar abgeschlossen hatten
und im gesamten Versicherungszeitraum mit Ausnahme des
Schadenereignisses eines Rückstaus von der Kanalisation im Keller vom
25. September 2006 (vgl. auch Protokoll der Berufungsverhandlung
S. 32 f.) keine weiteren Gebäudeschaden angemeldet und/oder
Versicherungsleistungen bezogen worden sind.
3.3.
3.3.1.
Die Aussagen der Beschuldigten sind bezüglich des Kernvorwurfs während
des gesamten Strafverfahrens konstant, schlüssig und nachvollziehbar und
somit glaubhaft ausgefallen. Die Beschuldigte gab von Anfang an zu,
zusammen mit ihrem Ehemann (Mitbeschuldigter im Parallelverfahren
SST.2022.76) den Privatklägern A. und B. die Liegenschaft nach
zahlreichen Besichtigungen verkauft zu haben und bestreitet die
Ergebnisse des gerichtlich angeordneten Gutachtens der M. GmbH nicht.
Die Beschuldigte macht insbesondere in Bezug auf den Bau und den
Zustand der Liegenschaft konsistente Aussagen, welche durch die
Aussagen des Architekten J. sowie der anderen am Bau beteiligten
Personen bestätigt werden. Insofern sind ihre Aussagen als glaubhaft zu
würdigen. Die Beschuldigte gab zu Protokoll, dass der Privatkläger A.
wiederholt Fragen zum Zustand des Hauses gestellt habe, insbesondere
ob je Wasser eingedrungen sei (UA BO 4.5 act. 7; Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 34). Sie bekräftigte mehrfach, dass sie im
Gebäudeinnern nie Wassereindrang oder einen wasserbedingten Schaden
- 10 -
festgestellt habe. Nicht einmal beim Hagel sei Wasser ins Haus
eingedrungen, wobei die Versicherung alles bezahlt und das gesamte Haus
angeschaut habe (UA BO 4.5 act. 7 ff und act. 17.; GA act. 507 f.; Protokoll
der Berufungsverhandlung S. 30). Sie seien ja gut versichert gewesen und
hätten dies sonst gemeldet (UA BO 4.5 act. 9 f.; GA act. 510 f.). Sie erklärte
in Übereinstimmung mit den Aussagen ihres Ehemannes stringent und
detailliert, dass es Ablagerungen bei den porösen Balkonplatten gegeben
habe, da sich die porösen Platten mit Wasser vollgesogen haben. Das
Wasser sei durch die Platten hindurchgedrungen und es habe
Kalkablagerungen gegeben. Sie hätten dies mit dem Architekten J.
besprochen, der gesagt habe, dass man nichts machen könne, er dies
selber bei seinem Haus auf der Terrasse ebenfalls habe und er davon
ausgehe, dass dies mit der Zeit weniger werden würde (UA BO 4.5
act. 8 f.; UA BO 4.7 act. 4; GA act. 506 f. und act. 509 f.; Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 32). Die Kalkaussinterungen seien aber für sie
kein Mangel gewesen und sie habe dies mit dem Architekten J. abgeklärt,
dass dies von der Natur her normal sei und vielleicht auch weniger werde
mit der Zeit (UA BO 4.7 act. 6). Die Beschuldigte gab mehrfach zu Protokoll,
dass sie sich als Laie auf die Aussagen des Architekten J. verlassen habe.
Sie bestätigte die Aussage der Zeugin I., wonach es Schattierungen auf
den Terrassenplatten gegeben habe, die der Ehemann der Beschuldigten
jeweils im Frühling auch aufgrund der Ölheizungen der Nachbarn
«gekärchert» habe (UA BO 4.5 act. 10; GA act. 506). Den Nagel in der
Wand, um das Kalkwasser abzufangen, hätten sie mit dem Privatkläger A.
und einem weiteren Experten oder einem Banker anlässlich einer
Besichtigung besprochen, da man den Nagel und die verkalkten Steine
gesehen habe (UA BO 4.5 act. 13 f., GA act. 507). In Übereinstimmung mit
den Aussagen ihres Ehemannes bestätigte sie, dass ihr Ehemann die
Betonmauern weiss gestrichen habe und sie das Haus nach dem
Hagelschaden neu anthrazit streichen liessen (UA BO 4.5 act. 11;
UA BO 4.7 act. 4; GA act. 508). Ihr Ehemann habe zudem im Hausinnern
manchmal die schwarzen Striche, die durch Jacken, Taschen etc.
entstanden sind, partiell überstrichen (UA BO 4.5 act. 12; GA act. 507 und
act. 509; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 30).
Da die Beschuldigte ein eindeutiges Interesse am günstigen Ausgang ihres
Verfahrens hat, ist zu prüfen, ob anhand der äusseren objektiven
Tatsachen, d.h. insbesondere auch aus dem Tathergang, Rückschluss auf
die innere Einstellung des Täters, in casu also auf das Wissen um die
Entwässerungsproblematik, gezogen werden kann (vgl. NIGGLI/MAEDER,
in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 60 zu Art. 12 StGB). Die
Beschuldigte gab konstant an, dass die Problematik mit dem Kalkwasser
und insbesondere auch die Funktion der Schraube auf der rechten Seite
der Garage anlässlich einer Besichtigung, an welcher neben den
Privatklägern A. und B. noch ein von ihm beigezogener Experte dabei
gewesen sei, diskutiert worden sei (UA BO 4.5 act. 13; BO 4.7 act. 4;
- 11 -
GA act. 507). Hätte die Beschuldigte um das Ausmass der
Entwässerungsproblematik gewusst und diese vertuschen wollen, hätte sie
oder ihr Ehemann die Schraube eher versteckt bzw. diese zumindest vor
den Besichtigungsterminen entfernt. Mit Ausnahme der Hagelschäden,
welche von der Aargauischen Gebäudeversicherung übernommen worden
waren, hat die Beschuldigte nie bei einer Versicherung irgendwelche
feuchtigkeitsbedingten Mängel angemeldet oder eine Deckung abklären
lassen, zumal die Beschuldigte aufgrund ihrer Aussagen zumindest davon
ausging, dass solche Schäden gedeckt gewesen wären (vgl. obige
Ausführungen). Der Beschuldigten wird zwar nicht direkt vorgeworfen, dass
sie Vorkehrungen getroffen haben soll, um Schäden oder Mängel zu
vertuschen, dies konnte jedoch auch dem Ehemann der Beschuldigten im
Parallelverfahren SST.2022.76 nicht nachgewiesen werden. Die
Beschuldigte vermag in Übereinstimmung mit den Aussagen ihres
Ehemannes die verschiedenen Anstriche nachvollziehbar und belegbar zu
begründen, zumal der letzte grössere Anstrich im Jahr 2013 zeitlich
plausibel und kausal auf den Hagelschaden im Jahr 2011 und nicht im
direkten Zusammenhang mit dem Verkauf im Jahr 2015 zurückzuführen ist.
Was die Reinigung der Bodenplatten anbelangt, so kann dies nicht bereits
per se als Täuschungshandlung qualifiziert werden, zumal es im Hinblick
auf einen Liegenschaftsverkauf im Rahmen des Üblichen erscheint, dass
Verkäufer die Liegenschaft im bestmöglichen Zustand präsentieren, wozu
auch die Reinigung der Bodenplatten mit einem Kärcher gehört. Auch die
jährliche Reinigung der Bodenplatten im Frühling mit dem Kärcher
erscheint dabei nicht auffällig und gehört zum gewöhnlichen Unterhalt
dazu. Die Vornahme der Reinigung alleine rechtfertigt damit nicht bereits
den Schluss auf ein Bewusstsein über die Mangelhaftigkeit der
Entwässerung bzw. auf eine Handlung zur Täuschung über die
Mängelfreiheit. Die Beschuldigte hat die Kalkaussinterungen mit dem
Architekten J. besprochen, dem sie als Fachexperten vertraute und dieser
hat die Aussinterungen nicht als Mangel qualifiziert. Die Erklärung von J.,
dass die Ausblühungen auf der Terrasse auf die wasserdurchlässigen
Granitplatten zurückzuführen seien, erschien der Beschuldigten glaubhaft
und plausibel, weshalb sie sah keinen Grund gesehen hat, diese zu
hinterfragen (vgl. auch untenstehende Ausführungen).
3.3.2.
Die Aussagen des Ehemannes der Beschuldigten F., gegen den das
Parallelverfahren SST.2022.76 als Mitbeschuldigter geführt wird, stimmen
mit denjenigen seiner Ehefrau grundsätzlich überein. Angesichts der
Vorwürfe hat er jedoch ein Interesse daran, sich und seine Ehefrau in ein
möglichst günstiges Licht zu rücken, weshalb grundsätzlich nur mit einer
gewissen Zurückhaltung auf seine Aussagen abgestellt werden kann.
Dennoch sind seine Aussagen im ganzen Verfahren konstant, schlüssig
und nachvollziehbar und somit glaubhaft ausgefallen. Er beteuerte in allen
Einvernahmen, dass er von den Mängeln bzw. den Konstruktionsmängeln
- 12 -
an seinem Haus nichts gewusst habe (UA BO 4.2 act. 4; UA BO 4.6 act. 10;
GA act. 505; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 21 f.). Er erklärte jedes
Mal detailliert und stets stringent, dass bei der Garagenmauer Kalk
rausgelaufen sei, da laut dem Architekten J. das Wasser die porösen
Granitbodenplatten durchlaufe, dann auf den Beton treffe und dort Kalk
herauslöse. Er habe deshalb bei der Aussentreppe eine ca. 15 cm lange
Schraube angebracht, damit das Wasser an der Schraube entlang in einen
Blumentopf tropfe und nicht der Fassade entlang, was er den Privatklägern
A. und B. bei den Besichtigungen auch erklärt habe (UA BO 4.2 act. 4 und
act. 12 f.; UA BO 4.6 act. 7; GA act. 499 und 504). Er habe jeden Frühling
die ganze Terrasse, die Platten, das Geländer etc. abgedampft, auch
aufgrund der Ölheizungen in der Nachbarschaft (UA BO 4.6 act. 4;
GA act. 501; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 22). Er habe nicht
gewusst, was Aussinterungen seien und für ihn habe das Abdampfen der
Platten und Putzen des Kalks zum Unterhalt gehört und es sei für ihn kein
Mangel gewesen, zumal ihm dies der Architekt J. als Fachperson so erklärt
und er als Laie darauf vertraut habe (UA BO 4.2 act. 7 f.; UA BO 4.6 act. 5
und act. 8 ff.; GA act. 499 f. und 505; Protokoll der Berufungsverhandlung
S. 22). Er habe mit den Privatklägern A. und B. über den Flecken in der
Garage diskutiert und er glaube, dass dieser auf die schlechte Isolierung
zurückzuführen sei. Er habe die Garage dann im Jahr 2008 isolieren lassen
und ihn habe der Fleck nicht gestört, da es auch nie auf ein Auto getropft
habe (UA BO 4.2 act. 3; UA BO 4.6 act. 5 f.; GA act. 499; Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 21, S. 25 f.). Er hätte der Versicherung einen
Mangel oder einen Wasserschaden an der Liegenschaft gemeldet, wenn
es denn einen gegeben hätte (UA BO 4.2 act. 3 ff.; GA act. 505; Protokoll
der Berufungsverhandlung S. 22 f., S. 26 f.). Im Rahmen des grossen
Schadens, der durch den Hagelschaden im 2011 entstanden sei, sei auch
das ganze Haus drinnen und draussen nochmals kontrolliert worden
(UA BO 4.2 act. 4 ff.; GA act. 505; Protokoll der Berufungsverhandlung
S. 23, S. 26 f.). Weiter räumte er auch in allen Einvernahmen ein, dass er
im Innenbereich, wo man mit den Einkaufstaschen immer mal wieder
angeschlagen habe, ausgebessert habe, indem er zwei Mal im Jahr etwas
übermalt habe (UA BO 4.2 act. 8 f.; GA act. 499; Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 22). Er erklärt auch in allen Einvernahmen
konsistent, dass nach dem Hagelschaden im Juni 2011 der Experte der
AGV erst Ende Jahr gekommen sei, um die Schäden aufzunehmen und
dass das Haus erst im Frühling 2012 repariert werden konnte. Die Fassade
habe er durch den Maler im Herbst 2012 neu von gebrochen weiss auf
anthrazit streichen lassen. Die Garagenbetonmauern habe er wegen dem
Wechsel des Farbkonzepts von anthrazit auf gebrochen weiss gestrichen,
indem er 2012 das erste Mal und 2013 zur Deckung das zweite Mal
gestrichen habe (UA BO 4.2 act. 10 ff.; UA BO 4.6 act. 4; GA act. 500;
Protokoll der Berufungsverhandlung S. 26).
- 13 -
3.3.3.
Der sachverständige Architekt J. war eng mit dem Bauprojekt der
Beschuldigten betraut und es bestand zumindest zwischen seiner Partnerin
und der Beschuldigten eine freundschaftliche Beziehung. Da er am Bau der
Liegenschaft beteiligt gewesen war, hat er zumindest ein indirektes
Interesse am Ausgang des Verfahrens, was in der kritischen Beweis-
würdigung berücksichtigt werden muss. J. gab zu Protokoll, dass während
und auch nach der Bauphase nie Probleme betreffend Feuchtigkeit oder
andere Mängel aufgetreten seien (UA BO 4.3 act. 44). Es sei nie feucht
gewesen, sonst hätte man einen solchen Wasserschaden auch der
Versicherung gemeldet. Er habe im Jahr 2011 die Schäden aufgrund des
Hagels selber begutachtet (UA BO 4.3 act. 45). Er bestätigte die Aussagen
der Beschuldigten, wonach die Liegenschaft nach dem Hagelschaden
komplett neu gestrichen worden sei (UA BO 4.3 act. 45). Herrn H. kenne
er, aber dieser habe noch nie für ihn gearbeitet (UA BO 4.3 act. 45 ff.).
Weiter bestätigte er, dass es bei der Tiefgarage Kalkspuren gehabt habe.
Er habe sich damals beim Maler schlau gemacht und dieser habe ihm
gesagt, dass dies keine Aussinterungen seien, da er sicherlich nicht über
Aussinterungen streichen würde (UA BO 4.3 act. 48 und act. 52). Mehrmals
gab er in Übereinstimmung mit den Aussagen der Beschuldigten und
derjenigen ihres Ehemannes zu Protokoll, dass die Ausblühungen auf der
Terrasse auf die wasserdurchlässigen Granitplatten zurückzuführen seien
(UA BO 4.3 act. 49 und act. 52 f.). Er betonte zudem wiederholt und mit
Nachdruck, dass sicher nie Wasser ins Gebäude eingetreten sei, weil sonst
die Beschuldigte und ihr Ehemann mit Sicherheit auf ihn zugekommen
wären (UA BO 4.3 act. 44 f., 48 und 53). Die Beschuldigte und ihr Ehemann
seien sehr pingelig, haben wöchentlich eine Putzfrau engagiert und
überdies immer auch noch selber geputzt (UA BO 4.3 act. 54 f.). Seine
Schilderungen sind sachlich, nachvollziehbar und weisen weder
Übertreibungen noch unnötige Mehrbelastungen auf.
3.3.4.
Zwischen der Zeugin I. (Maklerin) und der Beschuldigten kam es infolge
eines Disputs um den O.-Salons zu einem Zerwürfnis ihres
Freundschaftsverhältnisses (vgl. UA BO 4.5 act. 6 f., BO 4.7 act. 7 ff.).
Aufgrund ihres zerrütteten Verhältnisses kann nicht ausgeschlossen
werden, dass sie Mehrbelastungen vorgenommen hat. So hat sie
beispielsweise behauptet, dass die Beschuldigte ihr gegenüber gesagt
habe, dass es beim Hagelschaden überall «hineingeseicht» habe (UA BO
4.3 act. 68). Ob die Beschuldigte dies so gesagt hat oder nicht, kann
grundsätzlich offenbleiben. Aufgrund der Versicherungsunterlagen (siehe
oben) geht jedoch klar hervor, dass beim Hagelschaden eben gerade kein
Wasser in die Liegenschaft eingetreten ist. Weiter gab I. zu Protokoll, dass
sie bei der Terrasse graue Wasserstriemen gesehen habe, was mit den
Aussagen der Beschuldigten übereinstimmt (UA BO 4.3 act. 64). Sie
bestätigte auch die Aussage der Beschuldigten, wonach der Fleck an der
- 14 -
Garagendecke mit den Privatklägern A. und B. besprochen wurde (UA BO
4.3 act. 65 und 67). Auch die Schattierungen auf den Platten auf der
Terrasse seien mit den Privatklägern A. und B. besprochen worden und
dass der Ehemann der Beschuldigten die Platten mit dem Kärcher
abgespritzt hätte (UA BO 4.3 act. 67). Sie gab mehrfach zu Protokoll, dass
der Ehemann der Beschuldigten vor dem Verkauf der Liegenschaft überall
nochmals gestrichen habe, wo es nötig gewesen sei (UA BO 4.3 act. 69 f.
und 72). Der Ehemann der Beschuldigten habe immer wieder gestrichen,
da er und die Beschuldigte sehr pingelig seien. Das Haus sei ständig
geputzt worden, obwohl sie eine Putzfrau gehabt hätten (UA BO 4.3
act. 70). Sie habe bereits das vorherige Haus der Beschuldigten und ihrem
Ehemann verkauft und auch dort sei immer alles ständig geputzt worden
und es habe alles wie neu aussehen müssen (UA BO 4.3 act. 70). Die
Aussagen der Zeugin I. widersprechen den Aussagen der Beschuldigten
im Kerngeschehen nicht. Es wird von ihr auch nicht unterstellt, dass die
Beschuldigte von den Konstruktionsmängeln an der Liegenschaft gewusst
hätte.
3.3.5.
Der Zeuge H. gab zu Protokoll, dass er gegen Ende der Bauphase der
Liegenschaft einmal vor Ort gewesen sei, um Spenglerarbeiten am
Flachdach zu Ende zu führen. Der Architekt J. habe ihn diesbezüglich
angerufen. Er habe mit J. die Flachdacharbeiten vor Ort begutachtet
(UA BO 4.3 act. 29). J. habe ihn ein zweites Mal auf die Baustelle gerufen,
als die Liegenschaft bereits gestanden habe. Es sei dabei um kleinere
Spenglerarbeiten an den Regenrinnen gegangen. Es habe sich jedoch
herausgestellt, dass es relativ kompliziert und aufwändig gewesen wäre
und er auch diverse Sachen hätte Rückbauen müssen, weshalb er den
Auftrag nicht erhalten habe (UA BO 4.3 act. 30). Beim zweiten Mal habe
ihn die Beschuldigte «zämedschiesse» und ihm gesagt, er solle die Sache
in Ordnung bringen, da es überall «hineinseiche» (UA BO 4.3 act. 30). Die
Beschuldigte habe sich dabei wohl gedacht, dass er der Spengler gewesen
sei, der gepfuscht habe, wobei er und J. sie dann aufgeklärt hätten
(UA BO 4.3 act. 30 f.). Er habe an den Fassaden und am Balkon bereits
Kalkspuren bzw. Ausblühungen von Kalk gesehen (UA BO 4.3 act. 31). Auf
der Terrasse habe es stehendes Wasser gegeben, welches nicht
abgelaufen sei (UA BO 4.3 act. 34). Er habe die Beschuldigte und ihren
Ehemann nicht über seine Feststellungen betreffend Mängel informiert. Er
sei aber auch nie im Innern des Hauses gewesen (UA BO 4.3 act. 32 f.).
Sowohl die Beschuldigte (UA BO 4.5 act. 13; GA act. 507) als auch ihr
Ehemann (UA BO 4.2 act. 11; GA act. 503; Protokoll der Berufungs-
verhandlung S. 22) bestritten in ihren Befragungen konsequent, H. zu
kennen bzw. mit ihm gesprochen zu haben oder dass dieser für sie
gearbeitet habe. Die Vorbringen von H. vermögen an der Sachlage
- 15 -
betreffend Wissensnachweis der Beschuldigten von den Konstruktions-
mängel nichts ändern, da er die Beschuldigte und ihren Ehemann nie direkt
über seine Feststellungen informiert hat. Unklar ist auch, was die
Beschuldigte gemeint hat, als sie H. gegenüber angeblich gesagt hat, dass
es überall «hineinseiche», zumal nie irgendein abzuklärender
Wasserschaden der Versicherung gemeldet worden ist (vgl. obige
Ausführungen). Gemäss der Sachverhaltsdarstellung von H. soll es bereits
während der Bauphase zu Feuchtigkeitsproblemen gekommen sein,
wovon die Beschuldigten Kenntnis gehabt haben sollen. Wären der
Beschuldigten diese Probleme dazumal aber tatsächlich bekannt gewesen,
wäre zu erwarten gewesen, dass sie einen solchen Schadenfall bei der
AGV angemeldet hätte und sich zudem gestützt auf SIA-
Normen/Werkvertrag etc. an die Bauunternehmen/Architekten/Handwerker
etc. gewandt und Nachbesserungen verlangt hätte. Dafür liegen indessen
keinerlei aktenkundige Hinweise vor (vgl. auch Protokoll der
Berufungsverhandlung S. 22 f.). Vielmehr sagte J. aus, er sei von den
Beschuldigten diesbezüglich nie kontaktiert worden (vgl. E. 4.3.3). Nach
dem Gesagten kann allein gestützt auf die Aussagen von H. nicht auf einen
den Beschuldigten bekannten Wasserschaden geschlossen werden.
3.3.6.
Befragt wurden auch P. (Vertrauensarchitekt der Privatkläger A. und B.),
AA. und AB. (Geschäftsführer bzw. Verkaufsleiter der beim Bau der
Liegenschaft als Plattenleger involvierten AC.), K. (Baumeister des
Hauses) sowie L. (Spengler in der Bauphase des Hauses). Es kann hierzu
auf die zutreffenden Wiedergaben der Aussagen und Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. 2.4.11.1, 2.4.11.2
und 2.4.11.6). Der Baumeister K. und der Spengler L. sagten aus, nichts
von einem Wasserschaden gewusst zu haben (UA BO 4.3 act. 47 ff.,
act. 77 ff., 82; BO 4.4 act. 4 ff.). Dass solche Ausblühungen des Öfteren
vorkommen, erklärte auch K. Dies sei darauf zurückzuführen, dass früher
qualitativ schlechterer Beton verwendet worden sei als heute (UA BO 4.3
act. 83 f.). Derselben Meinung ist AA., welcher zu Protokoll gab, die
Ausblühungen seien auf das poröse Material des Natursteins
zurückzuführen (UA BO 4.3 act. 18). Und auch der Vertrauensarchitekt der
Privatkläger A. und B. erachtete den Wasserfleck sowie den
Wassereinbruch in der Fassade der Terrasse als rein kosmetische
Probleme, weshalb er den Privatklägern A. und B. auch keine Expertise
empfohlen habe (UA BO 4.3 act. 4 ff.). Auch wenn auf die Aussagen der
Zeugen AA., AB., K. sowie L. aufgrund ihrer Beteiligung am Bau der
Liegenschaft und damit einhergehend ihrer eigenen Interessen am
Verfahrensausgang nur mit Zurückhaltung abgestellt werden kann, so sind
sie dennoch schlüssig und erzeugen ein in sich stimmiges Bild.
Die Aussagen und Erklärungen der Beschuldigten, dass sie nichts von der
Entwässerungsproblematik ihrer Liegenschaft gewusst hat, erscheint
- 16 -
sowohl aufgrund der vorliegenden Sachbeweise als auch aufgrund der
Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen als glaubhaft. Es geht
daraus somit nicht hervor, dass die Beschuldigte von der Entwässerungs-
problematik der Liegenschaft gewusst hatte. Da die Beschuldigte damit
nicht nachweislich von der Entwässerungsproblematik gewusst hat, kann
ihr auch keine Täuschungshandlung zum Vorwurf gemacht werden.
3.4.
Mit der Vorinstanz lässt sich nicht erstellen, dass die Beschuldigte von der
Entwässerungsproblematik bzw. den konstruktiven Baumängeln der
Liegenschaft gewusst hat, weshalb ihr keine Täuschungshandlung i.S.v.
Art. 146 StGB zum Vorwurf gemacht werden kann. Es kann grundsätzlich
offengelassen werden, ob die weiteren Tatbestandsmerkmale des Betrugs
gemäss Art. 146 StGB erfüllt sind. Insbesondere auch, ob zwischen den
vorgeworfenen Täuschungshandlungen und dem Verkauf der Liegenschaft
die Kausalität zu bejahen ist, ob die Beschuldigte Vorsatz in Bezug auf den
Schaden hatte und ob sie in Bereicherungsabsicht handelte.
3.5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Privatkläger A. und B.
und die Anschlussberufung der Kantonalen Staatsanwaltschaft im Schuld-
punkt als unbegründet. Die Beschuldigte ist von Schuld und Strafe
freizusprechen.
4.
4.1.
Das Gericht entscheidet über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es
die beschuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist
(Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO). Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen,
wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder
beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Wäre die vollständige Beurteilung
des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig, so kann das Gericht die
Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im Übrigen auf den
Zivilweg verweisen (Art. 126 Abs. 3 StPO).
Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR ist, wer einem anderen widerrechtlichen Scha-
den zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, ihm zum Ersatze
verpflichtet. Art. 41 OR setzt voraus, dass ein Schaden besteht, welcher
schuldhaft durch eine widerrechtliche Handlung verursacht wurde und dass
zwischen Handlung und Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Verstösst jemand gegen Normen des Strafgesetzes, so ist diese
Handlung grundsätzlich widerrechtlich. Ein adäquater Kausalzusammen-
hang zwischen Handlung und Schaden ist zu bejahen, wenn die
betreffende Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet war, den eingetretenen
- 17 -
Erfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolges als durch die
fragliche Tatsache allgemein als begünstigt erscheint.
Wer Schadenersatz beansprucht, hat den Schaden zu beweisen (Art. 42
Abs. 1 OR). Dazu gehört, dass der Schaden substantiiert behauptet wird,
andernfalls das Gericht die Klage mangels Substantiierung abweist bzw.
im Strafprozess auf den Zivilweg verweist, selbst wenn die Existenz des
Schadens klar wäre. Den Geschädigten trifft somit eine Substantiierungs-
obliegenheit. Mithin muss der Geschädigte mit Blick auf den behaupteten
Schaden jeden Schadensposten so präzise beschreiben, dass ein Beweis-
verfahren durchführbar ist. Dazu gehört auch eine Berechnung des be-
haupteten Schadens. Ungenügend ist die Substantiierung z.B. dann, wenn
bezüglich des Schadens bloss pauschal auf Rechnungen verwiesen wird,
die keine detaillierte Angabe über Arbeiten und deren einzelne Kosten
machen (BGE 108 II 337 E. 4).
4.2.
Der Beschuldigten kann nicht nachgewiesen werden, dass sie die
Privatkläger A. und B. über die Entwässerungsproblematik der
Liegenschaft getäuscht hat, weshalb es bereits am Nachweis der
Widerrechtlichkeit als Voraussetzung einer deliktischen Haftung fehlt.
Insoweit es um rein vertragliche Ansprüche geht, so können diese nicht
Gegenstand einer Adhäsionsklage im Strafverfahren sein (Urteil des
Bundesgerichts 6B_1310/2021 vom 15. August 2022 E. 3.3; zur
Publikation vorgesehen). Die Zivilklage der Privatkläger A. und B. ist daher
auf den Zivilweg zu verweisen.
Wurde die Beschuldigte von Schuld und Strafe freigesprochen und die
Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, besteht für eine Ersatzforderung
gemäss Art. 71 StGB kein Raum mehr. Die Beschlagnahme bzw. die
Grundbuchsperre der Liegenschaft in Q., Grundstück Nr. [...] ist vielmehr
ausgangsgemäss aufzuheben.
5.
5.1.
Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Die obergerichtlichen Verfahrenskosten sind für die gemeinsame
Berufungsverhandlung i.S. F. (SST.2022.76) und C. (SST.2022.77)
insgesamt auf Fr. 16'000.00 festzusetzen (§ 18 VKD).
Sowohl die Berufung der Privatkläger als auch die Anschlussberufung der
Staatsanwaltschaft ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
sind die anteilsmässig auf das Berufungsverfahren der Beschuldigten
entfallenden obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'000.00 den
- 18 -
Privatklägern A. und B. unter solidarischer Haftung zur Hälfte aufzuerlegen
und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 418 Abs. 2 StPO).
5.2.
Wird die beschuldigte Person vollumfänglich freigesprochen, so hat sie
Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene
Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429
Abs. 1 lit. a StPO). Diese Entschädigung für die freigewählte Verteidigung,
die von der Beschuldigten ausdrücklich ins Ermessen des Obergerichts
gestellt worden ist, ist unter Berücksichtigung des Umfangs des Berufungs-
verfahren und der Schwierigkeit der sich in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht stellenden Fragen auf Fr. 10'000.00 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) festzusetzen (§ 9 AnwT).
Die Obergerichtskasse ist anzuweisen, der Beschuldigten die Hälfte dieser
Entschädigung, d.h. Fr. 5'000.00, auszubezahlen. Die andere Hälfte haben
die Privatkläger der Beschuldigten unter solidarischer Haftbarkeit zu
bezahlen (BGE 147 IV 47).
Die Privatkläger A. und B. haben ihre Parteikosten für das obergerichtliche
Verfahren ausgangsgemäss selbst zu tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m.
Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario).
6.
6.1.
Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie
darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428
Abs. 3 StPO). Die Vorinstanz hat die erstinstanzlichen Verfahrenskosten
auf die Staatskasse genommen, was unter Berücksichtigung des
vollumfänglichen Freispruchs nicht zu beanstanden ist (Art. 426
Abs. 1 StPO e contrario).
6.2.
Die der Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene
Entschädigung ist mit Berufung nicht angefochten worden, weshalb darauf
im Berufungsverfahren nicht mehr zurückgekommen werden kann (Urteil
des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019).
6.3.
Die Privatkläger A. und B. haben ihre Parteikosten für das erstinstanzliche
Verfahren ausgangsgemäss selbst zu tragen (Art. 433 Abs. 1 StPO e
contrario).
- 19 -
7.
Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es
ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO,
Art. 81 StPO).