Decision ID: 333d2847-9329-43ff-bd58-47dc75c12ea9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
war
im Rahmen einer Arbeitsvermittlung durch die
Y._
AG ab dem 16. August 2012 als Metallbauer
für die
Z._
AG
tätig
und war bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(SUVA)
gegen
die Folgen von Unfällen
versichert, als ihm
am
27.
August 2012
beim Schneiden mit einem Gewindeschneidautomaten
ein Metallstü
ck auf das linke Handgelenk fiel
und er sich dabei ein
e
Prellung
am linken Handgelenk
zuzog
(Urk. 6/
1 und Urk.
6/7).
Die SUVA kam für die Heil
behandlung auf und richtete Tagg
elder aus. Mit Verfügung vom 3.
Januar 2013 stellte sie diese Leistungen per 31
.
Dezember 2012 ein
,
da die in jenem Zeit
punkt noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern aus
schliesslich krankhafter Natur seien (Urk. 6/35 und Urk. 6/37). Mit Einsprache vom 11. Januar 2013 (Urk. 6/38), ergänzt mit Eingabe vom 28. Februar 2013 (Urk. 6/42), machte der Versicherte im Wesentlichen geltend, die noch geklagten Beschwerden seien auf ein Unfallereignis zurückzuführen, welches sich im Juni 1990 ereignet habe. Mit Entscheid vom 15. März 2013 wurde die Einsprache abgewiesen (Urk. 2 = Urk. 6/47).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
15. April 2013
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm wei
terhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin
zur Vo
rnahme
weitere
r
Abklärungen
zurückzuweisen
(Urk.
1
). Mit Beschwerdeantwort vom
23.
Mai 2013
beantragte die SUVA die Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
5
). Am
27.
Mai 2013
wurde
dem Beschwerde
führer
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt (Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versiche
rung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
erwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht i
m Rahmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich hie
r
bei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
er
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
2.
2.1
Gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr.
A._
hielt die SUVA
verfü
gungsweise
fest, die aktuell noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr auf den Unfall vom 27. August 2012 zurückzuführen, sondern seien aus
schliesslich krankhafter Natur (Urk. 6/35). Im angefochtenen Entscheid wurde sodann erwogen, aus dem im
Einspracheverfahren
aufgelegten Bericht des Dr. med.
B._
vom 12. Februar 2013 gehe nicht hervor, dass der Status quo sine bezüglich des Unfalls vom 27. August 2012 nicht erreicht sei. Gemäss dem UVG-Arztzeugnis des Dr. med.
C._
vom 25. Juni 1990 sei der Beschwerde
führer am 20. Juni 1990 von einer Leiter auf den linken Ellbogen gestürzt und es sei die Diagnose "Distaler Oberarm/Ellbogenkontusion links" gestellt worden. Zudem ergebe sich aus den Akten, dass sich der Beschwerdeführer am 25. Juni 1990 am rechten Daumen verletzt habe. Dass sich der Versicherte im Juni 1990 am linken Handgelenk verletzt hätte, sei indes nicht ersichtlich. Der Darstellung im Bericht des Dr.
B._
vom 12. Februar 2013, wonach die vom Beschwerde
führer geklagten Handgelenksbeschwerden links auf die Unfälle vom Juni 1990 zurückzuführen seien, könne daher nicht gefolgt werden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, der behandelnde Arzt Dr.
B._
habe dafürgehalten, dass die heute noch bestehenden Beschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Unfallereignisse von Juni 1990 zurückzuführen seien, weil die Möglichkeit einer nicht traumatischen Ruptur des SL-Bandes in der Fachliteratur nicht erwähnt werde und auch keine Hin
weise für eine mögliche
Kristallarthropathie
zu finden seien. Entsprechend sei die SUVA leistungspflichtig (Urk. 1).
3.
3.1
Nach dem Unfall vom 27. August 2012 begab sich der Beschwerdeführer am 10. September 2011 zu
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medi
zin FMH
,
in Behandlung. Dieser hielt
in seinem Arztzeugnis vom 16. November 2012
als objektiven Befund
eine
Druckdolenz
im Bereich des
processus
sty
loideus
radialis
,
einen negativen Finkelstein, keine Schwellung sowie
keine Fraktur
fest und
stellte die Diagnose
einer
aktivierten Handgelenksarthrose nach Trauma
(Urk. 6/26).
3.2
Im Bericht
der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie
des
E._
vom 30. November 2012
wurde gestützt auf ein CT des linken Handgelenks vom 2
1.
September 2012
eine fortgeschrittene
radiokarpale Arth
ro
se
bei chronischer
skapholunärer
Dissoziation
,
alte
r
Avulsion
des
Processus
styloideus
ulnae
und mehreren Kapselverkalkungen am dorsalen
Radiokarpal
gelenk
diagn
o
s
tiziert
. Es wurde ausgeführt, dass die Arthrose a
ls Ursache der Beschwerden des P
atienten anzusehen sei
(Urk. 6/33)
.
3.3
Gestützt auf die
se
medizinischen Akten kam der
Kreisarzt
Dr.
A._
am 18. Dezember 2012 zum Schluss, dass der Status quo sine spätestens mit der orthopädischen Abklärung im Spital
E._
am 27. November 2012 erreicht worden sei (Urk. 6/32), was
vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird
.
3.4
Es liegt somit kein
auf das Unfallereignis vom 27. August 2012 zurückzu
führender
Gesundheitsschaden
mehr
vo
r und
d
ie Leistungseinstellung per
31.
Dezem
ber 2012 infolge Erreichens des Status quo sine
ist
nicht zu bean
standen.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer macht
indes
einen Rückfall beziehungsweise Spätfolgen
von früheren Unfällen
geltend, indem er vorbringt, dass zwischen den heute geklagten Beschwerden und einem Unfallereignis vom Juni 1990 ein Kausalzu
sammenhang bestehe.
4.2
Im Bericht der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des
E._
vom 9. Januar 2013 wurde
d
ie Diagnose eines
SLAC-
Wrist
(
scapho-lunate
advanced
collaps
)
Grad III bei Status nach SL-Bandruptur
(Ruptur des
skapholunären
Bandes)
gestellt. Es wurde ausgeführt, dass es sich aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde eindeutig um eine
Traumafolge
bei vor einigen Jahren nicht bemerkter SL-Bandruptur handle (Urk. 6/39).
Im
Bericht derselben Klinik
vom 12.
Februar 2013
wurde festgehalten
,
es lasse sich nicht evaluieren, ob es beim Unfallereignis im Juni 1990 zu einer SL-Bandruptur ge
kommen sei. Es sei aber nahezu sicher, dass ein Trauma unbekannten Datums als Ursache festzuhalten sei (Urk. 6/41).
4.3
Aus den Akten geht hervor, dass
der Beschwerdeführer
am 20
. Juni 1990
von einer Leiter auf den linken Ellbogen gestürzt ist und
sich dabei eine Prellung und eine Quetschung mit Bluterguss am linken Ellbogen zugezogen
hat
(Urk. 6/45
S. 6-7
). Im Arztzeugnis vom 25. Juni 1990 hielt
Dr.
med.
C._
fest, es bestehe eine tiefe Blauverfärbung und
eine
Hämatombildung
vom untersten Drittel des Oberarmes bis über den Ellbogen hinaus, vor allem auf der Dorsal-, aber auch auf der
Volarseite
. Klinisch liege ein Extensionsdefizit von 15-20° vor, während die Flexion lediglich 10° eingeschränkt sei. Es bestehe ein diskreter Gelenkserguss, aber kein Anhaltspunkt für eine
ossäre
Läsion im Be
reich des
Condylen
und des
Olecranons
. Er stellte die
Diagnose
„
Distaler Ober
arm / Ellbogenkontusion links
“
.
Dass sich der Beschwerdeführer bei diesem Unfallereignis eine SL-Bandruptur zugezogen
hätte
,
geht
aus den Akten nicht
hervor
.
Dies
liegt
zwar durchaus
im Bereich des Möglichen
. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt jedoch für die Begründung eines Leistungsanspruchs der Unfallversicherung nicht
.
Im
Bericht der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie des
E._
wird denn auch
erwähnt, dass sich nicht evaluieren lasse, ob es bei diesem Unfallereignis zu einer SL-Bandruptur gekommen sei. Als nahezu sicher wird hingegen ein Trauma unbekannten Datums als Ursache
für die aktu
ellen Beschwerden
festgehalten (Urk. 6/41).
Damit ist ein Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 20. Juni 1990
aber
nicht mit dem massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
.
4.4
Beim Unfallereignis vom 25. Juni 1990 war der Daumen der rechten Hand betrof
fen (Urk. 6/45 S. 3), weshalb ein Kausalzusammenhang zu den gegenwär
tigen Beschwerden des Beschwerdeführers am linken Handgelenk
von
Vornhe
rein ausser Betracht fällt.
4.5
Nach dem Gesagten
lässt sich zwischen d
en aktuellen Beschwerden und den
bei
den
versicherten Unfällen
im Juni 1990 erlittenen Gesundheitsschädigung
en
kein
hinreichender
Kausalzusammenhang
erstellen.
Der
angefochtene
Ein
sprache
e
nt
scheid
ist
daher
nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.