Decision ID: 85f20e0f-1b05-40ea-81e2-7320223d27eb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969,
war seit
dem 1. Juli 2008 als Pflegefachfrau im
Y._
, Zürich, angestellt (vgl. Urk. 9/G1) und in dieser Funktion bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich gegen die Folgen von Un
fällen versichert. Mit Unfallmeldung vom 3. Juli 2018 gab die Versicherte an, sie habe beim Absteigen vom Motorrad das Gleichgewicht verloren und sich dabei am linken Kniegelenk verletzt (Urk. 9/G1; vgl. Urk. 9/G7).
Mit Verfügung vom 7. August 2018 (Urk. 9/G15) verneinte die Unfallversiche
rung der Stadt Zürich ihre Leistungspflicht. Die von der Versicherten am 21. Au
gust erhobene und am 24. September 2018 ergänzte Einsprache (Urk. 9/J3) hiess die Unfallversicherung der Stadt Zürich mit
Einspracheentscheid
vom 7. August 2019
in dem Sinne (teilweise) gut
, als sie vom 26. Juni 2018 bis 25. April 2019 Versicherungsleistungen für die Partialruptur des lateralen Seitenbandes er
brachte, für weitergehende Schädigungen (namentlich für den Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
und für den Knorpelschaden medialer
Femurkondylus
links)
indes
ihre Leistungspflicht verneinte (Urk. 9/J19 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 16. September 2019 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 7. August 2019 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei hinsichtlich Ziff. 4
(keine Leistungspflicht für den Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
und für den Knorpelschaden medialer
Femurkondylus
links)
aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen für den Knorpelschaden
Femurkondylus
links zuzu
sprechen;
eventuell
sei ein gerichtliches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität des Knorpelschadens zu veranlassen und hernach über den Leistungsanspruch zu entscheiden (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2019 (Urk. 7) beantragte die Unfallversi
cherung der Stadt Zürich die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin am 8. Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung
erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG ge
nannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zu
letzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versi
cherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder le
diglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Kör
perschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet
werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen er
übrigen (E. 8.6).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, dass
gemäss Schilderungen der Beschwerdeführerin kein Unfall im Rechtssinne vorliege, da es am Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors fehle (S. 6 Ziff. m).
Damit stelle sich die Frage, ob eine
unfallähnliche
Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG vorliege. Gemäss medizinischer Aktenlage seien am linken Knie die Diag
nosen Partialruptur des lateralen Seitenbandes, Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Baker
zyste
und Knorpelschaden medialer
Femurkondylus
ohne Knochenmark
ödem/ohne freie Gelenkkörper gestellt worden. Es liege damit eine Listendiagnose
gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. g UVG vor, weshalb für die Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie die gesetzlichen Leistungen zu erbringen seien. Beim Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
und beim Knorpelschaden handle es sich indes nicht um Listenverletzungen.
Gem
äss medizinischer Untersuchung vom
25. April 2019 sei die Partialruptur des lateralen Seitenbandes folgenlos ab
geheilt und der Status quo sine erreicht, weshalb die Leistungspflicht per 25. April 2019 ende (S. 6 Ziff. n und o).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (
Urk.
1),
sie habe präzise und glaubhaft den Unfallhergang geschildert
. Darüber hinaus habe die Beschwer
degegnerin mit Verfügung vom 7. August 2018 den Unfallbegriff nicht mehr in Frage gestellt, somit nur noch die Kausalität gestützt auf medizinische Überle
gungen
verneint und demzufolge das Unfallereignis implizit anerkannt (S. 5).
Der rechtsprechungsgemäss vorausgesetz
te ungewöhnliche Faktor sei dar
in zu sehen, dass sie beim Absteigen vom Motorrad mit dem Fuss auf
die
Bordsteinkante zu stehen gekommen sei und deshalb das Gleichgewicht verloren habe. Um den Sturz zu verhindern sei sie unvermittelt auf dem Bein herumgehüpft, was – weil der andere Fuss im kniehohen Stiefel gesteckt und sich die Fussraste nicht sofort gelöst habe
-
zum Verdrehen des Knies gefü
hrt habe (S. 6 oben). Au
sserdem sei der Knorpeldefekt
aus näher ausgeführten Gründen
überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 26. Juni 2018 zurückzuführen, weshalb die Beschwer
degegnerin auch
hier
für die gesetzlichen Leistungen zu erbringen habe (S. 8).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Ereignis
vom 26. Juni 2018
nebst der Partialruptur des lateralen Seitenban
des auch für weitergehende Schädigungen eine Leistungspflicht trifft.
3
.
3.1
Die Beschwerdeführerin hat am 26. Juni 2018 beim Absteigen
vom Motorrad
das Gleichgewicht verloren und dabei hat sich der Fuss nach links gedreht
mit einem Knacken im Knie
(vgl. Unfallm
eldung vom 3. Juli 2018; Urk. 9/G1)
. Im Frageblatt zum Ereignishergang führte die Beschwerdeführerin am 4. Juli 2018 (Urk. 8/G7) aus, dass sie sich beim Absteigen vom Motorrad das linke Knie verdreht habe,
wobei es geknackt habe
und danach normales Gehen nicht mehr möglich gewe
sen sei (Ziff. 2). Schliesslich schilderte sie
mit Stellungnahme vom 15. Juli 2018 (Urk. 8/G13) den Hergang, wonach sie beim Absteigen vom Motorrad mit einer Drehung
mit
de
m
Fuss auf die Bordsteinkante anstatt auf einer ebenen Fläche aufgekommen sei und deshalb das Gleichgewicht verloren habe. Ihr Mann habe sie gerade noch stützen und so einen Sturz verhindern
können
. Dabei sei sie auf dem Bein hin und her gehoppelt, um das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Der andere Fuss, welcher sich während dieses Ausgleitens und Gleichgewichtsabfan
gens noch auf der
Fussraste des Motorrads befunden habe, habe sich verdreht, geknackt und es sei sehr schmerzhaft gewesen. Verstärkt
worden sei
der
Schmerz dadurch, dass sich ihr Fuss ungewöhnlich zögerlich von der Fussraste gelöst habe, was sie im Nachhinein auf ihre neu gekauften Motorradstiefel
zurückführe
(S. 1 Ziff. 1).
3.2
Die Erstbehandlung fand
tags darauf am 27. Juni 2018
auf der Unfallchirurgie des
Z._
in
A._
(Deutsch
land
) statt
(Bericht vom 27. Juni 2018, Urk. 9/M1)
.
Die Ärzte diagnostizierten eine Kniedis
torsion links und schlossen ge
s
tützt auf den Röntgenbefund eine knöcherne Ver
letzungsfolge aus (S. 1). Es wurde eine Hochlagerun
g
, Schonung und Kühlung empfohlen (S. 2).
3.3
Eine am 28. Juni 2018 durchgeführt
e Magnetresonanztomographie (MRT bzw. MRI
) des linken Knies der Beschwerdeführerin ergab ein
en
ausgestanzte
n
Knor
peldefekt von etwa 8
x
9 mm des
medialseitigen
femoralen
Gleitlagers in der Hauptbelastungszone ohne angrenzendes Knochenmarködem,
einen
mässige
n
Gelenkergus
s dorsal sowie
eine
septierte
Bakerz
yste
mit Verdacht auf Ruptur be
im
Ergussanteil entlang des
Musculus
gastrocnemius
(Urk. 9/M3).
3.4
Die Ärzte des
Z._
untersuchten die Beschwerdeführerin er
neut am 29. Juni 2018 (vgl. Bericht vom 10. Juli 2018, Urk. 9/M4). Sie
nannten als Diagnose eine «von Seiten der Anamnese anzunehmender traumatischer Knor
peldefekt am medialen
Femurkondylus
des linken Knies» und führten aus, die Beschwerdeführerin habe am 26. Juni 2018 beim Absteigen von einem Motorrad eine Distorsion ihres linken Kniegelenks mit initialer Schmerzhaftigkeit und int
raartikulärer Ergussbildung
erlitten
(S. 1 oben).
Bei der Inspektion habe die Be
schwerdeführerin mit hinkendem
Gangbild das Untersuchungszimmer betreten. Nach Aufliegen auf der Untersuchungsliege lasse sich eine
mässiggradige
intra
artikuläre Ergussbildung tasten. Die Streckung des Gelenks sei vollständig, die Beugung
endgradig
schmerzhaft eingeschränkt. Die Seitenbandführung des Ge
lenks sei fest, ebenso
das
vordere und hintere Kreuzband. Eine isolierte
meniskale
Symptomatik könne zum heutigen Zeitpunkt nicht verifiziert werden (S. 1 Mitte). Das am 28. Juni 2018 angefertigte MRT weise einen umschriebenen ausgestanz
ten Knorpeldefekt von zirka 8
x
9
mm am
medialseitigen
femoralen
Kondylus
ohne angrenzendes Knochenmarködem sowie eine
septier
te
Bakerzyste
auf (S. 1 am Schluss).
Es bedürfe einer Arthroskopie und letztendlich Festlegung auch in
traoperativ, ob mit einer
Mikrofrakturierung
eine Schliessung des Herdes erreicht werden könne oder ob die Defektgrösse doch grösser sei
,
als es sich im MRT dar
stelle (S. 2).
3.5
Dr. med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin,
führte in seiner Fallbesprechung vom 13. Juli 2018 (Urk. 9/M5) aus, aufgrund der medizinischen Befunde sei der Unfallbegrif
f nicht erfüllt und eine
Bakerz
yste
sei immer Ausdruck eines Vorzustandes (Meniskus, vorderes Kreuzband, Arthrose, etc.).
Eine
Bakerz
yste
per se gebe es nicht im Er
wachsenenalter. Aus diesen Gründen seien die Beschwerden der Beschwerdefüh
rerin nur möglicherweise beziehungsweise eher nicht auf das Ereignis vom 26. Juni 2018 zurückzuführen (Frage 3 Ziff. 1). Die Beschwerden seien degenera
tiver Art (Frage 3 Ziff. 3).
Die Verrenkung von Gelenken sei eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (Frage 3 Ziff. 4). Der Knorpelschaden sei vorbestehend (Frage 3 Ziff. 5). Folglich bestehe keine Pflicht zur Übernahme der Kosten für die vorgesehene Operation (Frage 3 Ziff. 6).
3.6
In seiner Fallbesprechung vom
20. Juli 2018
(Urk. 9/M7) erachtete Dr.
B._
die heutigen Beschwerden der Beschwerdeführerin möglicherweise mit dem Ereignis vom 26. Juni 2018 vereinbar. Zwar könne durchaus sein, dass die
Bakerzyste
frisch platze. Dies ändere nichts daran, dass ein Vorzustand vorgelegen haben müsse (S. 1).
3.7
Die Ärzte der
C._
untersuchten die Beschwerdeführerin am 2. August 201
8.
Mit Bericht vom 6. August 2018 (Urk. 9/M9
=
Urk.
9/M10
) nann
ten sie als Diagnose ein
en
traumatische
n
Knorpeldefekt medialer
Femurkondylus
links vom 26. Juni 2018 mit/bei 9
x
8
mm und
Ligamentum
collaterale
radiale (
LCL
)
-Partialruptur. Die Beschwerdeführerin
habe sich
beim
Absteigen vom Mo
torrad am 26. Juni 2018 ein Kniedistorsionstrauma
zugezogen. Dabei seien starke Schmerzen und eine Schwellung im Verlauf
aufgetreten
.
Die Schmerzen seien nur leicht rückläufig und die Schwellung persistent (S. 1 oben). Es erfolge eine kon
servative Therapie und es werde, um den
akuten Reizzustand zu nehmen, eine therapeutische Infiltration mit
Lidocain
und
Kortikosteroid
veranlasst (S. 2 oben).
E
s erfolge weiterhin eine konservative Therapie mit Physiotherapi
e zur Verbesse
rung des Bewegungs
umfanges. Aufgrund der Partialläsion des LCL werde eine
Varus
/
Valgus
stabilisierende Knieschiene verordnet (S. 2).
3.
8
Mit Einschätzung vom 24. August
2018 (Urk. 9/M11) hielt Dr. med. D._
, Oberarzt Orthopädie an der
C._
,
fest, es sei anhand der Anamnese und der klinischen sowie radiologischen Untersuchung mit höchs
ter Wahrscheinlichkeit von einer
Traumafolge
auszugehen. Insbesondere sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin bis zum Trauma vom 26. Juni 2018 keinerlei Schmerzen im Kniegelenksbereich links gehabt habe und seit diesem Unfall über die Symptomatik klage. Im Weiteren seien in der MR
I
-Untersuchung des linken Knies vom 28. Juni 2018 keine degenerativen Veränderungen im Knie
gelenksbereich zu sehen.
3.
9
Am 12. September 2018 (Urk. 9/M12) berichteten die Ärzte der
C._
im Rahmen einer vorgezogenen Verlaufskontrolle
von einer unklaren
Schmerzexazerbation
bei
fokalem
traumatischem Knorpeldefekt medialer
Femur
kondylus
(Diagnose).
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie von der Infiltra
tion
an
etwa 4
1⁄2
Stunden
lang
komplett beschwerdefrei gewesen sei, anschlies
send seien die Beschwerden unverändert vorhanden gewesen, teilweise sogar stärker als vor der Infiltration. Aufgrund der Schmerzen sei sie in ihrer Nachtruhe stark gestört und könne nur ein bis zwei Stunden pro Nacht schlafen. Als Pflege
fachfrau bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 1).
Die
Schmerzexazerbation
finde kein radiologisches Korrelat, so
dass eine MRI-Untersuchung zum Ausschluss einer möglichen
Femurkondylusnekrose
wieder
holt werde. Aktuell erklärten
die im MRI nachgewiesenen Knorpelläsionen das starke Schmerzbild nicht (S. 2).
3.1
0
Die
bildgebende Untersuchung vom 4. Oktober 2018 (Urk. 9/M15) ergab bei be
kanntem
Knorpeldefekt im Bereich des medialen
Femurkondylus
12
x
12
mm und 8
x
9
mm
einen
posterior
angrenzenden zunehmenden
Knorpelverlust
ohne
Hin
weise auf eine
Osteonekrose
(S. 1 f.).
Gestützt darauf
nannten
die
Ärzte
der
C._
in ihrem Sprechstundenbericht vom 4. Oktober 2018 (Urk. 9/M13) als Diagnose fokale traumatische Knorpeldefekte medialer
Femur
kon
dylus
links mit lateraler Kolla
teralbandruptur Knie links vom 26. Juni 2018 (S. 1 oben).
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin habe ihre Arbeit wieder zu 100 % aufgenommen, jedoch sei sie
nicht schmerzfrei. Die Schmerzmitteldosis habe wesentlich reduziert werden können, zudem habe die Beschwerdeführerin die Schiene abgelegt. Insgesamt berichte sie über einen erfreulichen Verlauf (S. 1 Mitte).
Es zeige sich eine
Regredienz
der Symptomatik. In der durchgeführten MRI-Untersuchung zeige sich keine
Femurkondylennekrose
. Die vorbekannten Knorpeldefekte seien wie zu erwarten weiterhin vorhanden. Bei derzeitiger
Be
schwerderegredienz
könne die konservative Therapie fortgesetzt werden (S. 2 oben).
3.1
1
Mit Bericht vom 10. Oktober 2018 beantworteten die seit dem 2. August 2018 die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte der
C._
die Fra
gen der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin
(Urk. 9/M14). Als Diagnose nannten sie eine unklare
Schmerzexazerbation
bei fokalem traumatischem Knor
peldefekt medialer
Femurkondylus
links vom 26. Juni 2018 mit LCL-Partialrup
tur
(S. 1 oben).
Die nachgewiesenen Knorpeldefekte im medialen
Femurkon
d
ylus
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im natürlichen Kausalzusammen
hang mit dem Ereignis vom 26. Juni 2018 zusammenstehend. Von der Anamnese und Historie her sei die Beschwerdeführerin bis zum Unfallereignis von Seiten des Knies beschwerdefrei gewesen (S. 2 Ziff. 4
lit
. a). Aktuell lasse sich nicht ab
schätzen, wann der Status quo ante wieder erreicht werde, da die Beschwerde
führerin derzeit starke Schmerzen verspüre. Grundsätzlich sei aufgrund des Be
fundes zu erwarten, dass der Status quo ante innerhalb der nächsten 3-6 Monaten erreicht werden sollte (S. 2 Ziff. 4
lit
. c). Eine physiotherapeutische Bewegungs
therapie bis zum Erreichen des Status quo ante sei indiziert, von einer operativen Intervention könne abgesehen werden (S. 2 Ziff. 5).
Die Aussage des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
, vom 13. Juni 2018 sei nur teilweise nachvollziehbar. Es sei zwar korrekt, dass eine
Bakerzyste
und auch die Knorpel
schädigung vom radiologischen Aspekt her eher einem degenerativen Prozess entsprechen könnten. Aus der Anamnese sei jedoch zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführerin vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei und seit dem Unfall die Beschwerden bestünden. Zugleich sprächen die Begleitverletzungen (laterale Kollateralbandruptur) für einen wahrscheinlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis (S. 2 f. Ziff. 6).
3.1
2
Am 13. Mai 2019
erstattete
Dr. med. E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
ein Gutachten im Auftrag
der Beschwerdegegnerin
, dies
gestützt auf die ihm überlassenen Akten und Rönt
genbilder, die Angaben der Beschwerdeführerin sowie seine eigenen
,
am 25. April 2019
erhobenen Untersuchungsbefunde (Urk. 9/M19).
Er nannte die folgenden Diagnosen (S. 7 oben):
-
k
omplexe Knieproblematik links nach Kniedistorsion am 26. Juni 2018
-
Partialruptur laterales Seitenband
-
Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
-
Knorpelschaden medialer
Femurkondylus
ohne Knochenmarködem und ohne freie Gelenkkörper
Er führe aus, die
Beschwerdeführerin habe sich am 26. Juni 2018 beim Absteigen vom Töff das linke Knie verdreht. Die bildgebende Untersuchung am 28. Juni 2018 habe ein
en
umschriebene
n
ausgestanzte
n
Knorpeldefekt des
medial
seitigen
femoralen
Gleitlagers in der Hauptbelastungszone ohne angrenzendes Knochen
marködem,
ein
en
m
ä
ssige
n
Gelenkserguss dorsal sowie
eine
septierte
Bakerzyste
mit Verdacht auf Ruptur bei
m
Ergussanteil entlang des
Musculus
Gastrocnemius
festgestellt. Die weitere Behandlung habe in der
C._
statt
gefunden, anlässlich derer noch die Diagnose einer Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie gestellt worden sei. Die konservative Behandlung sei weitergeführt worden, zusätzlich sei noch eine stabilisierende Knieschiene ab
gegeben worden. Ab Oktober 2018 habe die Beschwerdeführerin die Arbeit als Pflegefachfrau
wiederaufnehmen
können. Die Behandlung sei zwischenzeitlich abgeschlossen worden. Schmerzmedikamente benötige die Beschwerdeführerin nicht mehr. Sie gebe an, dass sie bezüglich des linken Kniegelenkes gute und schlechte Tage habe, Nachtschmerzen aber nicht vorhanden seien und die Geh
fähigkeit nicht eingeschränkt sei (S. 6).
Nach dem Ereignis vom 26. Juni 2018 seien drei wesentliche Gesundheitsschädi
gungen am linken Knie festgestellt worden. Bei der Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie handle es sich um eine
Bandläsion, mithin eine
unfallähnliche Körperschädigung. Die beiden anderen festgestellten Schäd
igun
gen (Verdacht auf
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
und Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
) seien keine Listenverletzungen. Die vorliegende Listenverletzung (Bandläsion) sei als frisch zu betrachten und nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen (S. 7).
Nur die Partialruptur des lateralen Seitenbandes
sei auf das Ereignis vom 26. Juni 2018 zurückzuführen (S. 8 oben). Zwischenzeitlich sei die Partialruptur am linken Knie abgeheilt, der Status quo sine diesbezüglich erreicht (S. 8 Mitte).
Auch seien all
fällige Beschwerden, zu
rückzuführen auf die wohl
rupt
ur
ierte
Bakerzyste
, zwi
schenzeitlich als abgeheilt zu betrachten. Restbeschwerden stünden mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit in Kausalzusammenhang zum festgestellten Knorpel
schaden am
medialen
Femurkondylus
des linken Knies. Beim Knorpelschaden handle es sich aber nicht um eine unfallähnliche Körperschädigung (S. 8 Mit
te
).
Allfällige Behandlungen und Therapien würden in Zusammenhang mit dem fest
gestellten Knorpelschaden am linken Knie stehen. Da dieser Schaden aber nicht auf das Ereignis vom 26. Juni 2018 zurückzuführen sei, erübrigten sich therapeu
tische Massnahmen. Das gelte ebenso für die geplatzte
Bakerzyste
, bei welcher es sich nicht um eine unfallähnliche Körperschädigung handle (S. 9).
Eine Integri
tätsentschädigung sei nicht geschuldet (S. 9 am Schluss).
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin präzisierte Dr.
E._
mit Schreiben vom 16. Mai 2019 (Urk. 9/M20), dass nur bezüglich der Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie eine Listenverletzung vorliege, welche konservativ behandelt und inzwischen
abgeheilt sei. Wann genau der Status quo sine bezüg
lich der Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie erreicht worden sei, lasse sich rückwirkend nicht festlegen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe aber im Zeitpunkt seiner Untersuchung am 25. April 2019 der Status quo sine vorgelegen, weshalb er sein Erreichen auf dieses Datum empfehle (S. 2).
3.1
3
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
, verneinte in seiner Be
urteilung vom 16. Juli
2019 (Urk. 9/M21) die Kausalität zwischen dem ausge
stanzten Knorpeldefekt und dem Unfallereignis vom 26. Juni 201
8.
Wäre der aus
gestanzte Knorpeldefekt frisch traumatisch, dann wäre mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ein angrenzendes Knochenmarködem (
Bone
bruise
) zu erwarten gewesen. Diese Art von Verletzung verlange in der Regel einen Sturz aus gewisser Höhe auf das gestreckte Knie (Ziff. 3).
3.1
4
Mit Bericht vom 4. September 2019 (Urk. 3/6) führte die Fachärztin für diagnos
tische Radiologie des
Z._
aus, der ausgestanzte K
n
orpelde
fekt mit Erguss und
rupt
ur
ierter
Bakerzyste
sei als typisch posttraumatisch zu werden und werde auch in der einschlägigen Fachliteratur, auch bei angrenzend nicht vorhandenem K
n
ochenmarködem
,
als traumatischer Knorpelde
fekt/
Knor
-
pelfaktur
beschrieben. Ein
subchondrales
Ödem sei nicht zwingend zu erwarten. Im Kniegelenk lägen keine degenerativen Veränderungen vor, insbe
sondere keine anderweitigen Knorpelläsionen, keine
Kissing
Läsion
. Auch der Ge
lenkerguss spreche für eine traumatische Ursache, da keinerlei andere Pathologie im Kniegelenk vorliege.
Die minimale Signalanhebung des Aussenbandes halte sie für akzidentiell und nicht für posttraumatisch. Da solche ausgestanzten Knor
pelläsionen einer zeitnahen Therapie bedürften, weil sonst die Gefahr der Ent
wicklung einer posttraumatischen Gonarthrose
bestehe, sei die Situation der Be
schwerdeführerin
in diesem Bericht
dargestellt worden (S. 2).
4.
4.1
Zunächst ist zu prüfen, ob es sich beim Ereignis vom
26. Juni 2018
um einen Unfall im Rechtssinne handelt.
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat.
N
ach
der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Fak
tors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhn
lichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Fak
tor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper ab
hebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
4.2
Die
Beschwerdegegnerin erwog im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin habe in der Schadenmeldung vom 3. Juli 2018 und im Frageblatt Ereignishergang vom 4. Juli 2018 sowie mit Schilderung vom 15. Juli 2018 angegeben, sie habe beim Absteigen vom Motorrad sich den Fuss verdreht.
Am 20. Juli 2018 habe die Be
schwerdeführerin zusätzlich angegeben, dass sie das Gleichgewicht verloren habe, was in den Berichten der behandelnden Ärzte indes nicht erwähnt worden sei.
Im ersten Frageblatt Unfallhergang habe die Beschwerdeführerin trotz aus
führlicher Fragestellung zum Ereignishergang keine weiteren Details zur Ursache und zum Hergang geliefert und übereinstimmend mit den medizinischen Berich
ten das Verdrehen des linken Kniegelenks beim Absteigen vom Motorrad er
wähnt.
Aufgrund der klaren Rechtsprechung zur Beweismaxime der «Aussagen der ersten Stunde»
(vgl. BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen)
sei
der natürliche Ablauf der Körperbewegung nicht pr
ogrammwidrig beeinflusst worden und es fehle auch
am Merkmal
des ungewöhnlichen Faktors (Urk. 2 S. 5 f.).
Die Beschwerdeführerin erachtete hingegen den ungewöhnlichen äusseren Faktor als erfüllt, da sie beim Absteigen vom Motorrad mit dem Fuss auf der Bordstein
kante zu stehen gekommen sei, deshalb das Gleichgewicht verloren habe und
- um den Sturz zu verhindern -
mit dem Bein herumgehüpft sei, wodurch sich ihr anderer Fuss verdreht habe (vgl. vorstehend E. 2.2).
4.3
Mit dem umschriebenen Absteigen vom Motorrad liegt zwar unstreitig ein be
nennbares (äusseres) Ereignis vor, welches zu den geschilderten Beschwerden im linken Knie führte.
Medizinischerseits
wurden keinerlei vom geltend gemachten Ereignis losgelöste Beschwerden angeführt. Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen jedoch in aller Regel nicht als Ursache einer Ge
sundheitsschädigung. Ebenso wenig lässt sich aus der Wirkung auf eine Unge
wöhnlichkeit schliessen (vgl. vorstehend E. 4.1).
Das Absteigen vom Motorrad
stellt in der Regel keine
Ungewöhnlichkeit im Bewegungsablauf dar. Zwar kann nach Lehre und Rechtsprechung
das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung beste
hen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt be
gründeter Umstand den natürlichen Ablauf
einer Körperbewegung gleichsam «
programmwidrig
»
bee
influsst hat (BGE 130 V 117 E. 2
.1).
Dies trifft beispiels
weise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder aus
zuführen versucht.
D
e
n ersten
Schil
derungen der Beschwerdeführerin (vgl. auch vorstehend E. 3.1) lässt sich nur das Verdrehen des linken Knies entnehmen. Ebenso geh
en
aus den medizinischen Berichten keine genauen Angaben hervor, ausser
,
dass
die Beschwerdeführerin
beim Absteigen von einem Motorrad eine Distorsion des linken Kniegelenks erlitten ha
t
(vgl. vorstehend E. 3.4; E. 3.7).
Der
anfänglich von der Beschwerdeführerin
geschilderte Ablauf der Körperbewegung liegt im Rahmen dessen, was üblicherweise beim Absteigen von einem Motorrad stattfinden kann (BGE 134 V 72 E. 4.1), worunter auch das
allfällige
Ausbalan
cieren bei Gleichgewichtsverlust
ohne Sturz
g
ehört,
weshalb die natürliche Kör
perbewegung nicht programmwidrig beeinflusst wurde. Dementsprechend
fehlt es am Merkmal des ungewöhnlichen Faktors.
Daran vermögen auch die nach
träglichen Schilderungen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern
.
Somit vermögen die Einwände der Beschwerdeführerin das Ergebnis der Be
schwerdegegnerin weder in tatsächlicher Hinsicht als unrichtig noch als rechts
widrig erscheinen zu lassen.
4.4
Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin am 26. Juni 2018 keinen eigentli
chen Unfall nach Art. 4 ATSG (in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 und 3 sowie Art. 7 und 8 UVG) erlitten hat, weil es nicht zur schädigenden Einwirkung eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper der Beschwerdeführerin gekommen ist und es damit an einer für die Erfüllung des Unfallbegriffes unabd
ingbaren Voraussetzung mangelt, mithin kein
Unfall im Rechtssinne vorliegt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin nach Art. 6 Abs. 2 UVG leis
tungspflichtig ist.
Sind nicht sämtliche Kriterien des Unfallb
egriff
s nach Art.
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grund
sätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufü
hren ist (vgl. vorstehend E. 1.2
).
Fest steht, dass die Beschwerdeführerin am 26. Juni 2018 beim Absteigen vom Motorrad das linke Knie verdrehte (vgl. vorstehend
E. 4
). Damit liegt ein initiales, nicht ganz untergeordnetes Ereignis als potentielle Ursache ihres Gesundheits
schadens vor, was unbestritten ist.
5.2
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
5.3
V
orliegend begründete Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.13)
, dessen Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 5.2)
erfüllen,
unter Berücksichtigung der Aktenlage und gestützt auf seiner eigenen Untersuchung nachvollziehbar u
nd schlüssig, dass es sich bei der Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie um eine unfallähnli
che Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2
lit
. g UVG handle, welche zwi
schenzeitlich abgeheilt sei und der Status quo sine spätestens am 25. April 2019 vorgelegen habe
.
Ausserdem sei diese Schädigung als frisch zu betrachten und nicht auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen.
Die Beschwerden der
rup
t
ur
ierten
Bakerzyste
seien zwischenzeitlich als abgeheilt zu betrachten. Die nunmehr bestehenden Restbeschwerden seien überwiegend wahrscheinlich auf den festgestellten Knorpelschaden zurückzuführen, welcher aber nicht unfallkau
sal sei.
Bei der
rupt
ur
ierten
Bakerzyste
und beim Knorpelschaden handle es sich nicht um Listenverletzungen und damit nicht um eine unfallähnliche Körperschä
digung.
Damit ist erstellt und es geht nichts Gegenteiliges aus den übrigen medizinischen Berichten hervor, dass die Listenverletzung
der Bandläsion
nach gutachterlicher Einschätzung nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, weshalb eine durch die Unfallversicherung zu deckende unfallähnliche Kör
perschädigung vorliegt, für welche die Beschwerdegegneri
n auch
unbestrittener
massen
Heilbehandlung erbracht hat.
5.4
Die Beschwerdeführerin bestritt die Listendiagnose d
es lateralen Seitenbandes und deren Abheilung nicht, weshalb es diesbezüglich mit der gutachterlichen Be
urteilung
(abgeheilte
unfallähnliche Körperschädigung)
von Dr.
E._
(vgl. vor
stehend E. 5.3) sein Bewenden hat.
Indes machte sie aber geltend
, dass auch der Knorpeldefekt überwiegend wahr
scheinlich auf das Ereignis vom 2
6. Juni 2018 zurückzuführen sei (vgl. Urk. 1 S. 6 ff.).
Wie von Dr.
E._
ausgeführt, ist der Knorpeldefekt keine Listenverlet
zung (vgl. vorstehend E.
3.14
)
,
womit eine unfallähnliche Körperschädigung aus
ser Betracht fällt.
Wenn schon müsste ein Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) vorliegen. Selbst bei Annahme eines solchen und damit entgegen den Ausfüh
rungen in E. 4
.4,
vermögen die Vo
rbringen der Beschwerdeführerin
aus den
nach
folgend dargelegt
en Gründen
nicht zu überzeugen.
5.5
Gutachter Dr.
E._
legte nachvollziehbar dar, dass die vorliegenden Restbe
schwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal
auf den
festgestellten Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
des linken Knies zurückzuführen seien, es sich bei diesem Knorpelschaden indes nicht um eine unfallähnliche Kör
perschädigung handle, was auch für die
Bakerzyste
gelte (vgl. vorstehend E. 3.13). Ebenso verneinte der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
, die Kausalität zwischen dem ausgestanzten Knorpeldefekt und dem Unfallereignis vom 26. Juni 2018 und erachtete diesen als vorbestehend (vgl. vorstehend E. 3.5
f.
und E.
3.13
).
Insbesondere wäre bei einem frisch ausgestanzten Knorpeldefekt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein angrenzendes Knochenmarködem (
Bone
bruise
) zu erwarten gewesen, was in der Regel einen Sturz aus gewisser Höhe auf das gestreckte Knie bedinge (vgl. vorstehend E.
3.13
).
Auch sei
gemäss Dr.
B._
eine
Bakerzyste
immer Ausdruck eines Vorzustandes (vgl. vorstehend E. 3.5).
Der Bericht von Dr.
D._
vom
24. August 2018
(vgl. vorstehend E.
3.8
)
so
wie auch
diejenigen seiner Ärztekollegen der
C._
(vgl. vor
stehend
E. 3.4;
E.
3.11
)
dien
en
nicht als Beurteilungsgrundlage, zumal
ihre
Argu
mentation
, wonach von der Anamnese und Historie her bis zum Unfallereignis eine beschwerdefreier Zustand bestanden habe,
auf einen unzulässigen «Post-hoc-ergo-
propter
-hoc-Schluss» (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
; Urteil des Bundesge
richts 8F_11/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2)
hinausläuft.
Hiervon abgese
hen ist zu beachten, dass behandelnde Arztpersonen mintunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb ihre Bericht
e
mit Vorbehalt zu würdigen sin
d (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Diesbezüglich
sind vor allem die medizinischen Berichte vom 10. Oktober 2018 (vgl. vorstehend E.
3.11
) und
vom 4. September 2019 (vgl. vor
stehend E.
3.14
) zu erwähnen, d
ie
im Rahmen des
Einsprache- bzw.
Beschwerde
verfahrens angefertigt wurde
n
. Auch sonst vermögen diese Berichte
nicht Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der gutachterlichen Feststellung von Dr.
E._
und der Einschätzung des beratenden Arztes Dr.
B._
, wonach der Knorpelschaden als degenerativer Vorzustandes anzusehen sei,
zu
wecken, zumal die
Ärzte der
C._
einräumten, dass eine
Bakerzyste
und auch eine Knorpelschädigung vom radiologischen Aspekt her eher einem dege
nerativen Prozess entsprechen könnten (vgl. vorstehend E.
3.11
).
Zudem vermag der von der Fachärztin für diagnostische Radiologie des
Z._
verwendete
Qualifizierung des Knorpeldefekts als posttraumatisch
nichts zu ändern. Unter einem «posttraumatisch» verursachten Leiden sind nicht zwingend unfallkausale, sondern eben erst nach dem Unfall entstandene Beschwerden zu verstehen. Der Begriff «posttraumatisch» wird im medizinischen Sprachgebrauch zwar häufig gleichbedeutend mit «unfallkausal» verwendet. Nach üblichem, all
gemein geläufigem Sprachverständnis wird der Ausdruck «
post
» oft aber doch auch mit der zeitlichen Abfolge - unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache und Wirkung – in Verbindung gebracht.
Praxisgemäss kann dies die fehlende juristische Qualifikation des Ereignisses als Unfall nicht ersetzen
(BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2)
.
5.6
Zusammenfassend ist dementsp
re
chend
der medizinische Sachverhalt gestützt auf die überzeugenden und beweiskräftigen Ausführungen von
Dr.
E._
und der Einschätzung von Dr.
B._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass
die in
zwischen abgeheilte Partialruptur des lateralen Seitenbandes am linken Knie auf den Unfall vom 26. Juni 2018 zurückzuführen ist, wofür die Beschwerdegegnerin
b
is 25. April 2019
Leistungen
(Heilbehandlung und Taggelder)
erbracht
hat
. Hin
gegen steht fest, dass die
Bakerzyste
und der Knorpelschaden vorbestehend und nicht unfallkausal sind, weshalb hierfür die Beschwerdegegnerin nicht leistungs
pflichtig ist.
Bei diesem Ergebnis sind - entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin (vgl. Urk. 1 S. 2, S. 8) - i
n antizipierter Beweiswürdigung von weiteren medizinischen Abklärungen keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu er
warten (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Das Verfahren ist kostenlos.