Decision ID: 4d8c52c8-ee8d-566c-ab57-af27c9a17a4a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, am
15. November 2015 erstmals in der Schweiz um Asyl ersuchte,
dass dieses Asylgesuch durch das Staatssekretariat für Migration (SEM)
mit Verfügung vom 29. Mai 2017 abgelehnt wurde, bei gleichzeitiger An-
ordnung der Wegweisung aus der Schweiz und des Vollzugs,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde durch das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil D-3652/2017 vom 29. September 2017 abgewiesen
wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben an das SEM vom 5. Januar 2018
ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung vom 29. Mai 2017
einreichte,
dass das Staatssekretariat dieses Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung
vom 16. Januar 2018 ablehnte,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde durch das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil D-920/2018 vom 19. März 2018 abgewiesen wurde, so-
weit auf sie einzutreten war,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters an das
SEM vom 23. Mai 2019 ein Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c Abs. 1
des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) einreichte,
dass das Staatssekretariat dieses Mehrfachgesuch mit Verfügung vom
17. Juni 2019 ablehnte und erneut die Wegweisung des Beschwerdefüh-
rers aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht
mit Urteil D-3533/2019 vom 17. Juli 2019 abgewiesen wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom
18. August 2020 eine als "Wiedererwägungsgesuch/Gesuch" bezeichnete
Eingabe an das SEM richtete,
dass er dabei in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung bean-
tragte,
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dass das Staatssekretariat das Gesuch vom 18. August 2020 (behandelt
als Mehrfachgesuch gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG) mit Verfügung vom
24. September 2020 ablehnte und erneut die Wegweisung des Beschwer-
deführers aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht
mit Urteil D-5247/2020 vom 17. November 2020 gutgeheissen wurde, so-
weit auf sie einzutreten war und soweit die Aufhebung der Verfügung vom
24. September 2020 beantragt worden war,
dass das SEM – in Umsetzung einer entsprechenden, mit dem Urteil vom
17. November 2020 getroffenen Anordnung des Gerichts – den Beschwer-
deführer am 12. Januar 2021 zu den Gründen seines Mehrfachgesuchs
anhörte,
dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem SEM mit Eingabe
vom 12. Januar 2021 eine Honorarabrechnung übermittelte,
dass das SEM mit Verfügung vom 14. Januar 2021 (eröffnet am 15. Januar
2021) das Mehrfachgesuch vom 18. August 2020 hinsichtlich des damit
verbundenen Asylgesuchs erneut abwies,
dass das Staatssekretariat indessen den Beschwerdeführer gestützt auf
Art. 3 AsylG als Flüchtling anerkannte und dessen vorläufige Aufnahme in
der Schweiz anordnete,
dass das SEM des Weiteren den mit der Eingabe vom 18. August 2020
gestellten Antrag auf unentgeltliche Prozessführung guthiess, jedoch den
ebenfalls gestellten Antrag auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab-
lehnte,
dass der Beschwerdeführer die Verfügung des SEM vom 14. Januar 2021
mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. Februar 2021 beim Bundes-
verwaltungsgericht anfocht, soweit die Ziffer 8 (Ablehnung des Gesuchs
um unentgeltliche Rechtsverbeiständung) betreffend,
dass er dabei beantragte, es sei ihm für das Verfahren vor dem SEM die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG zu
gewähren, wobei sein Rechtsvertreter als amtlicher Rechtsbeistand einzu-
setzen und die Vorinstanz anzuweisen sei, den geltend gemachten Hono-
rarbetrag zu entrichten,
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dass er weiter beantragte, eventualiter sei ihm für das Verfahren vor dem
SEM die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren, sein Rechts-
vertreter sei als amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen und die Sache sei
zur Festsetzung des Honorars an die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass er zudem auch für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss
Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG beantragte,
dass mit Zwischenverfügung vom 22. März 2021 die Gesuche um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung für
das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gutgeheis-
sen wurden,
dass zudem das SEM zur Vernehmlassung aufgefordert wurde,
dass das Staatssekretariat mit Vernehmlassung vom 6. April 2021 an sei-
nen Erwägungen betreffend die Ablehnung des Gesuchs um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung festhielt und die Abweisung der Beschwerde bean-
tragte,
dass dem Beschwerdeführer diesbezüglich mit Zwischenverfügung vom
13. April 2021 das Replikrecht erteilt wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
23. April 2021 eine entsprechende Stellungnahme sowie eine Honorarab-
rechnung in Bezug auf das Beschwerdeverfahren einreichte,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-
schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),
dass das Bundesverwaltungsgericht dabei – mit einer vorliegend nicht zu-
treffenden Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
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dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde, der Be-
schwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat, durch
die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges
Interesse an deren (teilweisen) Aufhebung beziehungsweise Änderung hat
(Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1
und Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf sie einzutreten ist,
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Übrigen nach
Art. 49 VwVG richten,
dass im vorliegenden Fall einzig zu beurteilen ist, ob das SEM dem Be-
schwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im vorinstanzli-
chen Verfahren zu Recht verweigert hat,
dass die zu beantwortenden Rechtsfragen ausschliesslich die Anwendung
der Bestimmungen zur unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65
Abs. 2 VwVG betreffen, weshalb sich die Prüfungszuständigkeit des Bun-
desverwaltungsgerichts gestützt auf Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG im
vorliegenden Fall auch auf die Frage der Unangemessenheit der angefoch-
tenen Verfügung erstreckt,
dass asylsuchende Personen, deren Gesuch in einem Zentrum des Bun-
des behandelt wird, Anspruch auf unentgeltliche Beratung und Rechtsver-
tretung haben (Art. 102f Abs. 1 AsylG),
dass demgegenüber in Verfahren vor dem SEM, welche Mehrfachgesuche
gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG betreffen, eine vergleichbare gesetzliche
Regelung fehlt,
dass jedoch gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV gemäss Praxis und Lehre auch
für erstinstanzliche Asylverfahren, bezüglich derer keine ausdrückliche ge-
setzliche Regelung vorhanden ist, von einem verfassungsmässig begrün-
deten Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung be-
steht (vgl. BVGE 2017 VI/8 E. 3.1, m.w.N.),
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die Ablehnung des mit dem
Mehrfachgesuch vom 18. August 2020 gestellten Antrags auf unentgeltli-
che Rechtsverbeiständung im Wesentlichen damit begründete, im vor-
instanzlichen Verfahren hätten sich keine komplexen Sach- oder Rechts-
fragen gestellt, die zwingend eine anwaltliche Vertretung des Beschwerde-
führers erforderlich gemacht hätten,
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dass insbesondere, so die Argumentation der Vorinstanz weiter, die anwalt-
liche Vertretung anlässlich der Anhörung vom 12. Januar 2021 nicht not-
wendig gewesen sei, um den Sachverhalt hinreichend erstellen zu können,
dass das SEM diesen Standpunkt im Rahmen der Vernehmlassung im vor-
liegenden Verfahren wiederholte,
dass es bei dieser Gelegenheit im Wesentlichen weiter ausführte, der Be-
schwerdeführer habe im vorinstanzlichen Verfahren hinsichtlich seiner mit
dem Mehrfachgesuch vom 18. August 2020 geltend gemachten Konver-
sion zum Christentum insbesondere darzulegen gehabt, wie er seine reli-
giöse Überzeugung in der Schweiz lebe und was ihm bei der persönlichen
Glaubensausübung wichtig erscheine,
dass es sich dabei grundsätzlich nicht um eine Fragestellung handle, die
komplexer rechtlicher Erwägungen bedürfe und ein juristischer Laie daher
nicht ohne anwaltliche Unterstützung beantworten könnte,
dass das SEM am 12. Januar 2021 aufgrund des Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts vom 17. November 2020 eine Anhörung des Beschwer-
deführers durchgeführt habe, zu welcher er durch seinen Rechtsvertreter
begleitet worden sei,
dass der im Rahmen dieser Anhörung abzuklärende Sachverhalt weder in
rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht eine erhöhte Komplexität aufge-
wiesen habe,
dass der Beschwerdeführer bei dieser Gelegenheit seine konkreten per-
sönlichen Glaubensvorstellungen auch ohne vertiefte Kenntnisse der
Rechtslage beziehungsweise der Praxis des Europäischen Gerichtshofs
für Menschenrechte (EGMR) oder des Bundesverwaltungsgerichts habe
darlegen können,
dass nach Abschluss der Anhörung der entscheidwesentliche Sachverhalt
ausreichend abgeklärt gewesen sei und keine weiteren Schritte des
Rechtsvertreters erforderlich gewesen seien,
dass nicht nur der allgemeine Anspruch auf amtliche Verbeiständung an-
zuzweifeln sei, sondern insbesondere auch die Angemessenheit des vom
Rechtsvertreter geltend gemachten Aufwands,
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dass der Beschwerdeführer dieser Argumentation mit der Replik im We-
sentlichen entgegenhielt, die anwaltliche Verbeiständung im vorinstanzli-
chen Verfahren sei in jeder Hinsicht notwendig und die diesbezüglich ge-
genüber dem SEM geltend gemachten Kosten seien angemessen gewe-
sen,
dass die Kriterien für die Notwendigkeit der anwaltlichen Verbeiständung
in asylrechtlichen Verfahren vor dem SEM durch das Bundesverwaltungs-
gericht in einem publizierten Entscheid (BVGE 2017 VI/8 E. 3.3.2, m.w.N.)
dargelegt worden sind,
dass gemäss dem genannten Urteil eine Partei, von deren prozessualen
Bedürftigkeit – wie im vorliegenden Fall durch die Vorinstanz in der ange-
fochtenen Verfügung selbst festgestellt – auszugehen ist, einen Anspruch
auf unentgeltliche Verbeiständung hat, wenn ihre Interessen in schwerwie-
gender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters o-
der einer Rechtsvertreterin erforderlich machen,
dass, droht das in Frage stehende Verfahren besonders stark in die
Rechtsposition der betroffenen Person einzugreifen, die Bestellung einer
unentgeltlichen Rechtsvertretung grundsätzlich geboten ist, sonst nur
dann, wenn zur relativen Schwere des Falles besondere tatsächliche oder
rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen die gesuchstellende Per-
son auf sich alleine gestellt nicht gewachsen wäre (BGE 130 I 180 E. 2.2
mit Verweis auf BGE 128 I 225 E. 2.5.2 und 125 V 32 E. 4b),
dass sich die Frage, ob die anwaltliche Verbeiständung notwendig ist, nach
den konkreten objektiven und subjektiven Umständen beurteilt,
dass im Einzelfall zu fragen ist, ob eine nicht bedürftige Partei unter sonst
gleichen Umständen vernünftigerweise eine Rechtsanwältin oder einen
Rechtsanwalt beiziehen würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist
und das Interesse am Prozessausgang den Aufwand rechtfertigt (vgl. Urteil
des BGer 9C_606/2013 vom 7. März 2014 E. 2.2.1),
dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall im Rahmen seines Mehr-
fachgesuchs vom 18. August 2020 durch seinen Rechtsvertreter unter an-
derem geltend machte, der EGMR habe im Rahmen des Urteils A. A. ge-
gen die Schweiz (Beschwerde Nr. 32218/17) vom 5. November 2019 be-
treffend die Gefährdung eines Beschwerdeführers afghanischer Staatsan-
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gehörigkeit in dessen Heimatstaat nach erfolgter Konversion zum Chris-
tentum die Praxis der Schweiz kritisiert und dabei eine Verletzung von
Art. 3 EMRK festgestellt,
dass er im Mehrfachgesuch weiter ausführte, in der Folge habe das Bun-
desverwaltungsgericht seine Praxis an diesen Entscheid des EGMR ange-
passt und beispielsweise mit Urteil E-2956/2018 vom 12. März 2020 die
Sache mit der Begründung an das SEM zurückgewiesen, dieses habe den
betreffenden Beschwerdeführer nicht vertieft zu seiner Konversion befragt,
dass er sein Mehrfachgesuch mit dem Hinweis auf weitere Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts begründete,
dass die vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren angerufene
Praxis des EGMR und des Bundesverwaltungsgerichts für die mit dem Ur-
teil D-5247/2020 vom 17. November 2020 ergangene Kassation der Ver-
fügung des SEM vom 24. September 2020 von entscheidwesentlicher Be-
deutung war,
dass mit dem Urteil vom 17. November 2020 festgestellt wurde, das SEM
habe seine Abklärungspflicht verletzt, indem es im Verfahren betreffend
das Mehrfachgesuch keine Anhörung des Beschwerdeführers durchge-
führt habe, und das Staatsekretariat zur Durchführung der erforderlichen
Massnahmen – mithin insbesondere einer Anhörung des Beschwerdefüh-
rers – aufgefordert wurde,
dass nicht anzunehmen ist, ohne Unterstützung seines Rechtsvertreters
wäre es dem Beschwerdeführer gelungen, die genannte gerichtliche Praxis
zu eruieren und im vorinstanzlichen Verfahren geltend zu machen (vgl.
BVGE 2017 VI/8 E. 3.3.2 S. 83),
dass vielmehr als offensichtlich zu bezeichnen ist, dass der Beschwerde-
führer ohne anwaltliche Rechtsvertretung im vorinstanzlichen Verfahren
ausser Stande gewesen wäre, jene entscheidwesentlichen rechtlichen Ar-
gumente vorzubringen, welche für die Frage der Durchführung einer Anhö-
rung massgeblich waren,
dass das Vorliegen besonderer rechtlicher Schwierigkeiten im vorliegen-
den Fall auch angesichts dessen zu bejahen ist, dass das SEM selbst die
rechtliche Tragweite der vom Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver-
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treter im vorinstanzlichen Verfahren angerufenen Gerichtspraxis nicht kor-
rekt einzuschätzen vermochte, sodass die Sache durch die Beschwer-
deinstanz zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen war,
dass der Zweck der vom SEM durchzuführenden Anhörung im Wesentli-
chen in der Abklärung der Fragen bestand, wie der Beschwerdeführer sei-
nen christlichen Glauben in der Schweiz ausübt und welche Möglichkeiten
er hätte, diesen in Afghanistan weiterhin zu leben,
dass angesichts dessen der Argumentation des SEM insofern beizupflich-
ten ist, als sich im wieder aufgenommenen vorinstanzlichen Verfahren le-
diglich Fragen zum rechtserheblichen Sachverhalt stellten, deren Abklä-
rung im vorliegenden Fall keine erhöhten Schwierigkeiten aufwies,
dass die diesbezüglichen Ausführungen des Rechtsvertreters im Be-
schwerdeverfahren – im Wesentlichen, seine Anwesenheit bei der Anhö-
rung sei angesichts der Möglichkeit erforderlich gewesen, die Vorinstanz
könnte aufgrund der entsprechenden Antworten des Beschwerdeführers
dessen Mehrfachgesuch erneut ablehnen – an dieser Einschätzung nichts
zu ändern vermögen,
dass somit eine differenzierte Beurteilung vorzunehmen ist, indem einer-
seits für das vorinstanzliche Verfahren im Zeitraum vor dem Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts vom 17. November 2020 die Voraussetzungen für
die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung als gegeben zu erach-
ten sind,
dass andererseits das Vorliegen dieser Voraussetzungen für das nach dem
Urteil vom 17. November 2020 wieder aufgenommene vorinstanzliche Ver-
fahren zu verneinen ist,
dass die angefochtene Verfügung folglich, indem sie die Gewährung der
unentgeltlichen Verbeiständung vollumfänglich ablehnt, Bundesrecht ver-
letzt,
dass somit die Beschwerde im Sinne des zuvor Gesagten teilweise gutzu-
heissen ist, wobei die Dispositivziffer 8 der angefochtenen Verfügung auf-
zuheben ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-
dung für das vorinstanzliche Verfahren in der Person des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers gutzuheissen ist, soweit den Zeitraum zwischen
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der Einreichung des Mehrfachgesuchs vom 18. August 2020 und dem Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. November 2020 betreffend,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-
dung für das vorinstanzliche Verfahren demgegenüber abzulehnen ist, so-
weit den Zeitraum zwischen dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 17. November 2020 und der Verfügung des SEM vom 14. Januar 2021
betreffend,
dass in analoger Anwendung der für die Grundsätze der Bemessung der
Parteientschädigung in Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gel-
tenden Bestimmungen (vgl. Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar
2008 [VGKE, SR 173.320.2]) und in Berücksichtigung der Kostennote des
Rechtsvertreters vom 12. Januar 2021 das SEM anzuweisen ist, dem amt-
lichen Rechtsvertreter für das vorinstanzliche Verfahren im erwähnten Sinn
und im entsprechenden Umfang (6,5 Stunden zum ausgewiesenen Ansatz
von Fr. 195.‒, zzgl. Auslagen von Fr. 20.50 und Mehrwertsteuer) eine Ent-
schädigung von Fr. 1'387.20 auszurichten,
dass bei diesem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt anteilmässig aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37
VGG),
dass angesichts der mit Zwischenverfügung vom 22. März 2021 gewährten
unentgeltlichen Prozessführung vorliegend keine Verfahrenskosten zu er-
heben sind,
dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG von Amtes wegen oder
auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen
und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen kann (vgl. Art. 7 ff. VGKE),
dass mit Kostennote des Rechtsvertreters vom 23. April 2021 für das Be-
schwerdeverfahren ein Vertretungsaufwand in der Höhe von insgesamt
Fr. 5'213.15 geltend gemacht wird,
dass diese Honorarforderung als offensichtlich und in erheblicher Weise
überzogen zu bezeichnen ist,
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dass angesichts des Verfahrensgegenstands insbesondere der geltend ge-
machte zeitliche Aufwand für die Beschwerdeführung von insgesamt 20,92
Stunden als offensichtlich unverhältnismässig zu bezeichnen ist,
dass die Parteientschädigung gestützt auf die in Betracht zu ziehenden
Bemessungsfaktoren (Art. 9‒13 VGKE), auf der Basis eines als angemes-
sen zu erachtenden zeitlichen Aufwandes für die Beschwerdeführung von
6 Stunden (zum ausgewiesenen Ansatz von Fr. 230.‒, zzgl. Auslagen von
Fr. 23.30 und Mehrwertsteuer) und angesichts des nur teilweisen Durch-
dringens des Beschwerdeführers um die Hälfte gekürzt auf Fr. 755.70 fest-
zusetzen ist,
dass dieser Betrag dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten
ist,
dass dem Rechtsvertreter im Umfang des Unterliegens ein Honorar für die
amtliche Verbeiständung auszurichten ist,
dass bei einem praxisgemässen Ansatz von Fr. 220.– für Anwältinnen und
Anwälte das amtliche Honorar auf Fr. 723.40 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) festzusetzen ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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