Decision ID: 671d099a-a1f7-443a-b232-7aee216e6b56
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, betreibt mit seiner Ehefrau ein Restaurant. Am 2
2.
August 2016 prallte ein rückwärtsfahrender Personenwagen gegen die rechte vordere Seite des von ihm
gelenkten Autos (
Urk.
7/6/79, 7/6/86-89
). In der Folge litt er an Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen und verspürte ein Ohrenpfeifen. Ärztlicherseits wurde er in unterschiedlichem Mass arbeitsunfähig geschri
eben (
Urk.
7/6/74-77
).
Am
3.
März 2017 meldete er sich unter
Hinweis auf
den Unfall vom 2
2.
August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Die Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte die Akten der zustän
digen Unfallversicherung, der Swica
Versicherungen AG
, sowie einen Bericht des behandelnden Arztes ein, führte mit dem Versicherten ein Standort
gespräch durch und zog die Buchhaltung des Restaurants bei (
Urk.
7/6, 7/10, 7/14, 7/19-20, 7/22).
Am 2
8.
Juni 2017 erging das von der
Unfallversicherung
beim Y._
in Auftrag gegebene
interdis
ziplinäre (neurologische, psychiatrische und
otorhinolaryngolo
gische
)
Gutachten (
Urk.
7/27/2-40). Dazu stellte die IV-Stelle Zusatzfragen (vgl.
Urk.
7/28). Die Beantwortung der Zusatzfragen erfolgte am 1
0.
Oktober 2017 (
Urk.
7/29/6-9). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/31, 7/35)
wies die IV-Stelle
mit Verfügung vom
4.
Februar 2019 das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom
7.
März 2019
erhob der Versicherte
- unter Einreichung diverser Arztberichte (
Urk.
3/1-6) -
Beschwerde und beantragte,
es sei ihm mit Wirkung ab
1.
August 2017 eine Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur weite
ren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
8.
April 2019 auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
0.
April 2019 (
Urk.
8) zur Kenntnis
gebracht
wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
ver
sicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des str
eitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der Verfügung vom
4.
Februar 2019
führte die IV-Stelle aus, aus dem
Y._
-Gutachten vom 2
8.
Juni 2017 gehe hervor, dass aus körperlicher Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei.
Sodann begründe d
ie im Gutachten gestellte
psychiatrische Diagnose
keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es bestehe mithin kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
macht beschwerdeweise geltend
, dass dem
Y._
-Gutachten kein Beweiswert zukomme. Darin werde ausgeführt, die Diagnose einer Verletzung der Halswirbelsäule, wie sie in einigen Vorakten erscheine, sei
nicht zutreffend
. Im Gutachten bleibe diese Einschätzung indessen unbegründet. Sie sei denn auch nicht
nachvollziehbar (
Urk.
1 S. 4). Dem
otorhinolaryngologischen
Teilgutachten sei zu entnehmen, dass die Schwindelbeschwerden und der Tinnitus zumindest teilkausal auf den Unfall vom 2
2.
August 2016 zurückzuführen seien. Entsprechendes ergebe sich auch aus den Vorakten. Davon sei
folglich
auszu
ge
hen (
Urk.
1 S. 6
). Weiter äussere sich das Gutachten nicht zu den Wechselwir
kungen der somatischen und psychischen Beschwerden, auch deshalb sei das Gutachten nicht beweisbildend
(
Urk.
1 S. 8
f
.
). Im neurologischen Teilgutachten werde sodann ausgeführt, dass spätestens nach drei Monaten nach dem Unfall wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Eine medizinische Begrün
dung für diese Annahme könne dem Gutachten aber nicht entnommen werden
(
Urk.
1 S. 8
).
Aus
psychiatrischer Sicht werde dem Beschwerdeführer
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
attestiert. Diagnostiziert werde eine Anpassungsstörung. Rechtsprechungsgemäss seien psych
ische Leiden einem strukturierten
Beweisverfahren zu unterziehen. Gestützt auf das
Y._
-Gutachten sei dies nicht möglich (
Urk.
1 S.
8
ff.).
Im Weiteren habe sich sein Gesundheitszustand seit der Begutachtung beim
Y._
verschlechtert (
Urk.
1 S.
11).
3.
3
.1
Streitig und
zu
prüfen ist, ob
der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
eine Invalidenrente ab
1.
September
2017
(
Urk.
7/3,
Art.
29
Abs.
1
IVG)
hat.
3
.2
Der erstbehandelnde Arzt,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin, den der Bes
chwerdeführer am 2
4.
August 2016
aufgesucht hatte, diagnostizierte eine Dis
torsion der Halswirbelsäule und hielt als Folge des Unfalls Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen, Schwindel sowie Hörstörungen in Form eines
Tinnitus fest (
Urk.
7/6/76
,
7/6/77
). Er veranlasste ein MRI der Halswirbelsäule und des Schädels. Diese zeigten keine Hinweise auf
Traumafolgen
(MRI-Bericht vom 2
3.
Sep
tember 2016,
Urk.
7/6/14
).
Am
4.
Oktober 2016 untersuchte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, den Beschwerdeführer. Er hielt fest, es bestehe ein post
traumatisch akzentuierter Tinnitus mit knapper psychischer Kompensation, ein Schultergürtel- und Nackensyndrom, eine Hochtonperzeptionsstörung beid
seits sowie ein mögliches Schlafapnoesyndrom.
Letzeres
könne die nächtliche
Tinni
tussymptomatik
u
ngünstig beeinflussen (
Urk.
7/6/67
).
3
.3
Dr.
Z._
führte
im Bericht vom 2
6.
November 2016
aus, es bestehe ein Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule mit einem
zervikozephalen
und
zervikospondylogenen
Schmerzsyndrom, Kopfschmerzen und einem Tinnitus. Gleichzeitig vermerkte er, dass d
ie Beschwerden generell
zurückgegangen seien. Vordergründig bestünden noch Kopfschmerzen und der Tinnitus (
Urk.
7/6/59
). Gegenüber der SWICA erklärte der Besch
werdeführer am 2
9.
November 2016
, dass er keine Schmerzen mehr habe. Das
einzige
Problem sei der Tinnitus. Er könne deswegen nur noch drei bis vier Stunden schlafen (
Urk.
9/1).
3
.4
Die Ärzte des
B._
hielten
im Bericht vom
5.
Dezember 2016
fest
, das Hauptproblem stelle zur Zeit der posttraumatisch aufgetretene Tinnitus dar, welcher den Beschwerdeführer massiv belaste und zu Schlafstörun
gen führe. Der Tinnitus sei wohl aber nur eine Teilursache der Schlafstörung.
Gemäss
Ehefrau träten auch nächtliche Atempausen auf. Es müsse daher ein Schlafapnoe-Syndrom vermutet werden. Dazu passe auch die Adipositas, die sich seit dem Unfal
l noch verstärkt habe (
Urk.
7/6/47
). Das von den Klinikärzten veranlasste MRI des Schädels ergab keinen Nachweis einer
duralen
AV-Fistel oder einer anderweitigen Pathologie (MRI vom 1
9.
Dezember 2016,
Urk.
7/22/14
). Im Rah
men der Verlaufskontrolle vom 2
5.
Januar 2017 hielten die Ärzte fest, der Beschwerdeführer berichte von Drehschwindel, Tinnitus, Hörminder
ung und Kopfschmerzen (
Urk.
7/6/20
). Das von ihnen in Auftrag gegebene CT der Schä
delbasis zeigte keine auffälligen Darstellungen (CT vom 3
1.
Januar 2017,
Urk.
7/22/21
).
3
.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine OR
L,
Hals- und Gesichtschirurgie, Rhinologie und Schnarchen, hielt im Bericht vom
8.
Februar 2017 fest, der Beschwerdeführer leide unter Schlafstörungen und einem Tinnitus links. Dreh
schwindelbeschwerden würden negiert. Ohrmikroskopisch bestünden keine Auf
fälligkeiten. Weder klinisch noch aus dem CT vom 3
1.
Januar 2017 ergäben sich Zeichen einer
Perilymphfistel
o
der eines
Barotraumas
(
Urk.
7/22/18
).
3
.6
Die Ärzte des
D._
diagnostizierten im Bericht vom 2
2.
Februar 2017 ein obstruktives Schafapnoe-Syndrom schweren Grades. Die obstruktiven Atemstörungen führten zu
Sauerstoff
ent
sättigungen
und zu einer Fragme
ntierung des Schlafes (
Urk.
7/22/22-34, vgl. auch
Urk.
7/22/48-49
). Die Ärzte des
B._
erklärten im Bericht vom 1
4.
März 2017, die Kopfschmerzen stünden einerseits
im Zusammenhang
mit dem Schlafapnoe-Syn
drom
und anderseits mit
den Beschwerden der Hal
swirbelsäule
(
Urk.
7/22/12-13
).
3
.7
Im
Y._
-Gutachten vom 2
8.
Juni 2017 wurde als unfallkausale Diagnose eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21) gestellt. Das Nacken-, Schulter-, Armsyn
drom
links
,
das
obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
bei
Adipositas, die
sensori
neurale
Schwerhörigkeit beidseits leichten bis mittleren Grades, der subakute bis chronische Tinnitus links sowie das Kopfweh vom Spannungstyp mit unsystema
tischem Schwindel (nicht peripher-vestibulär) wurden als unfallfremd beurteilt (
Urk.
7/27/10).
Dazu führten die Gutachter aus, das Unfallereignis vom 2
2.
August 2016 habe keine milden traumatischen Hirnverletzungen zur Folge gehabt. Die bildgebenden Verfahren hätten keine Hinweise auf strukturelle Verletzungen ergeben. Auch liege kein typischer Verletzungsmechanismus der Halswirbelsäule vor. Die Diag
nose einer Distorsion der Halswirbelsäule, wie sie in einigen Akten aufgeführt würde, sei nicht zutreffend. Seit dem Unfall bestünden permanent verschiedene Beschwerden: Schlafstörungen, welche zum Teil auf das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom bei Adipositas zurückzuführen seien, dauerndes diffuses Kopfweh, unangenehme Ohrgeräusche, Schwindel, Schulterbeschwerden und Kopf- und Nackenschmerzen. Letztere Schmerzen würden von den Ärzten des
B._
als posttraumatisch bezeichnet. Dies beziehe sich gemäss Klassifika
tion aber einzig auf das zeitliche Auftreten und nicht auf die Kausalität (
Urk.
7/27/10).
Zum Schwindel führten die Ärzte aus, weder eine periphere noch eine zentrale Ursache der Schwindelgefühle habe nachgewiesen
werden können. Unsystematische
Schwindelzustände seien typischerweise assoziiert mit Kopfweh vom Span
nungstyp (
Urk.
7/27/11
).
Im Rahmen der neurologischen Beurteilung wurde festgehalten, die Beschwerden des Beschwerdeführers seien nicht objektivierbar. Ein Schädelhirntrauma habe nicht stattgefunden. Das Belastungsprofil und damit die Arbeitsfähigkeit sei auf der neurologischen Ebene nicht reduziert. Retrospektiv sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen T
ätigkeit spätestens drei Monate
nach dem Ereignis, also ab Ende Dezember 2016, wieder voll gegeben gewesen
(
Urk.
7/27/21-22
).
In psychiatrischer Hinsicht wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe bei völliger Gesundheit einen Verkehrsunfall erlitten, welchen er neurotisch ver
arbeitet habe. In diesem Zusammenhang sei es zu einer depressiven Reaktion gekommen, was sich als Anpassungsstörung zeige und
bis heute anhalte (
Urk.
7/27/30
). Diese Störung führe dazu, dass aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
in der bisherigen sowie in Verweist
ätigkeiten bestehe (
Urk.
7/27/32-33
).
Die Symptomatik der Anpassung
sstörung
dürfte wenige Wochen nach dem Unfallereignis aufgetreten sein, als die akute Belastung abgeklungen sei. Aus pragmatischen
Gründen sei der
1.
Oktober 2016 zu nennen (
Urk.
7/27/33
,
vgl. auch
Urk.
7/29/7)
. Es sei davon auszugehen, dass die Anpassungsstörung bei einer angemessenen Behandlung innert e
inem Jahr abklinge (
Urk.
7/27/33
).
Die
otorhinolaryngologische
Beurteilung erging im Rahmen eines eigenständigen Teilgutachtens. Darin führte
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten und
für Hals- und Gesichtschirurgie, zum Tinnitus und zur Schwerhörigkeit aus, aktuell finde sich ein unauffälliger ohrmikroskopischer Befund. Der weitgehend symmetrische Hochtonabfall sei mit einer (frühzeitig) beginnenden
Presbyakusis
vereinbar. Hinweise für eine traumatische Genese der Hörstörung lägen keine vor. Bei einer
Contusio
labyrinthi
oder einem Knall
trauma wäre kein symmetrischer Hochtonabfall zu erwarten, sondern vielmehr eine asymmetrische, einseitige Hochtonsenke mit maximalem Hörverlust bei vier bis sechs kHz. Eine
ohrnahe
Schädelbasisfraktur oder eine
Labyrinthfistel
habe i
m Schädel-CT vom 3
1.
Januar 20
17 ausgeschlossen werden können. Die Kausa
lität des Tinnitus sei nicht eindeutig beurteilbar. Einerseits sei der Tinnitus erst nach dem Kopftrauma vom 2
2.
August 2016 aufgetreten. Andererseits fänden sich, wie erwähnt, im Tonaudiogramm keine objektivierbaren Hinweise für ein relevantes Ohrtrauma. Insgesamt könne also eine traumatische Genese nicht aus
geschlossen werden beziehungsweise erscheine als mögl
ich (
Urk.
7/27/37
). Zu den Schwindelbeschwerden erklärte
Dr.
E._
, dass diese nicht auf eine peri
p
here vestibuläre Pathologie zurückzuführen seien. Die
neurootologischen
Befunde seien normal. Insbesondere könne ein benigner paroxysmaler Lage
rungsschwindel ausgeschlossen werden. Differenzialdiagnostisch sei an
orthosta
tische
Schwindelbeschwerden zu denken, da der Schwindel mehrheitlich beim Aufstehen und beim Bücken auftrete. Es fänden sich also keine klaren objekt
i
vierbaren Hinweise für eine traumatische Genese der Schwindelbeschwerden. Dennoch sei ein Zusammenhang mit dem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule nicht ausschliessbar; eine zumindest partielle traumatische Ursache des Schwin
dels bleibe also möglich
(
Urk.
7/27/37
-38
).
Der Tinnitus sei kausal nicht thera
pierbar. Eine Hörgeräteversorgung
oder ein
Noiser
könnte die
Tinnitusverarbei
tung
ver
bessern. Bei deutlicher psychischer Belastung sei zudem allenfalls eine psychi
atrische Betreuung im Sinne einer Tinnitus
retraining
theraphy
zu empfeh
len. Auch eine verbesserte Schlafqualität durch das Tragen der CPAP-Maske habe positive Auswirkungen auf zentrale Kompensationsmechanismen (
Urk.
7/27/38).
Aus HNO-Sicht werde die Arbeitsfähigkeit weder aufgrund der Schwerhörigkeit noch der Schwindelbeschwerden beeinträchtigt. Grundsätzlich beeinflusse auch der
Tinnitus die Arbeitsfähigkei
t nicht. In Anbetracht der multi
faktoriell bedingt stark beeinträchtigten Schlafqualität empfehle sich eine Reduktion der Arbeitsfä
higkeit auf 50
%
für drei Monate. Nach Durchführung von Therapien sei die Situation neu zu beurteilen beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit auf
100
%
zu steigern (
Urk.
7/27/38
).
3
.8
Im Rahmen der ergänzenden Stellungnahme vom
7.
September 2017 erklärte
Dr.
E._
, dass ein Tinnitus als Folge eines Traumas nur ausreichend wahr
scheinlich gemacht werden könne, wenn gl
eichzeitig andere pathologische
Befunde aufgetreten seien. Solches sei vorliegend nicht der Fall. Der bestehende beidseitige symmetrische Hochtonabfall sei nicht typisch für eine traumatische Schwerhörigkeit, sondern entspreche einer altersbedingten Gehörsabnutzung. Die typische traumatische Gehörseinschränkung zeige eine V- oder U-förmige Senke bei 4000 bis 6000 Hz mit Erholung der Hörschwelle bei 8000 Hz. Eine solche Veränderung bestehe beim Besc
hwerdeführer nicht (
Urk.
7/29/9
).
Auf diese Ausführung
en verwiesen die
Y._
-Gutachter
in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 1
0.
Oktober 201
7.
Ansonsten wiesen sie darauf hin, dass es sich bei einer Anpassungsstörung definitionsgemäss um eine leichte depressive Störung handle. Zur Frage, weshalb der Unfallmechanismus aus medizinischer Sicht nicht zu einer Distorsion der Halswirbelsäule passe (vgl
.
Urk.
9/2)
, erklärten sie, dass eine solche typischerweise im Rahmen einer Heckauffahrkollision oder allenfalls bei einer Frontalkollision auftrete. Bei einer Seitenkollision gält
en andere physikalische Gesetz
mässigkeiten. Auf die weitere Frage, weshalb aus neurologischer Sicht nach spätestens drei Monaten nach dem Unfall wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe (
Urk.
9/2),
antworteten sie, dass Kontusio
nen ohne Nachweis struktureller Verletzungen nach sechs Wochen als abgeheilt gälten. Im Einzelfall könne die Beschwerdedauer auch bis zu drei Monaten betra
gen. Eine längere Arbeitsunfähigkeit lasse sich medizinis
ch nicht begründen (
Urk.
7/29/6-7
).
3.9
Den im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichten ist zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer im Oktober 2017 beginnende Polyarthrosen-Beschwerden sowie eine
schwergradige
Arthrose des unteren Sprunggelenks rechts festgestellt wurde
n
(Bericht
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädie, vom
5.
Oktober 2017,
Urk.
3/2).
We
gen einer Veneninsuffizienz
wurde der Beschwerdeführer am
8.
November 2018
untersucht. Empfohlen wurde ihm eine
endovenöse
Laserphlebektomie
(Bericht
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Ch
ir
ur
gie und Gefäss
chirurgie, vom 1
1.
November 2018,
Urk.
3/4)
, welche nach Angaben des Beschwerdeführers am
8.
Dezember 2018 durchgeführt wurde (
Urk.
1 S. 11,
vgl. auch
Urk.
3/6/
7
-3/6/9
).
Am 1
6.
Januar 2019 wurde das rechte Sprunggelenk ope
rativ versteift (
Urk.
3/5, vgl. auch
Urk.
3/3
).
4.
4.1
Das
Y._
-Gutachten erfüllt die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage (E. 1.4 hiervor)
, soweit es sich zum rechtserheblichen Sachverhalt äussert
.
Indessen ist es, wie sich aus den nach
folgenden Erwägungen ergibt,
nicht für sämtliche
streitigen Belange umfassend.
4.2
Beim Unfall vom 2
2.
August 2016 handelte es sich aufgrund des Hergangs nicht um ein eigentliches Schleudertrauma (Peitschenhieb-Verletzung,
Whiplash-injury
; vgl. Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts U 197/04 vom 2
9.
März 2006 E. 2.1, ferner:
Debrunner
/
Ramseier
, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52 ff.). Offensichtlich darauf bezogen sich die
Y._
-Gutachter, als sie ausführten, der Unfallmechanismus passe nicht zu einer Distorsion der Halswir
belsäule, da eine solche im Rahmen einer Heckfahr- respektive einer Fronta
l
kollision auftrete (
Urk.
7/27/10, 7/29/7
).
Dem Beschwerdeführer ist aber beizu
pflichten, dass er
im Rahmen der Seitenkollision zumindest eine
schleuder
traumaähnliche
Verletzung erlitt
.
Letztlich ist die Frage nach der Diagnose
jedoch
zweitrangig. Denn es
besteht grundsätzlich keine Korrelation zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit
(BGE 140 V 193 E. 3.1
). Vielmehr ergibt sich letztere aus den vorhandenen - objektivierten oder plausibilisierten - Funktionseinschränkungen (vg
l. BGE 140 V 290 E. 3.3.1
;
Bundesgerichtsurteil
9C_474/2017
vom
4.
Oktober 2017
E. 4.1)
4.3
Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung. Ob der Tinnitus
respektive der Schwindel
unfallkausal ist oder nicht, spielt im vorliegenden Kontext daher keine Rolle.
Jedoch sind die Ausführungen
im Gutachten
dazu überzeugend. So kann ein Tinnitus laut
Dr.
E._
bloss dann auf ein Trauma zurückgeführt wer
den, wenn gleichzeitig andere objektivierbare pathologische Befunde aufgetreten sind. Solches ist beim B
eschwerdeführer nicht der Fall
(
Urk.
7/27/37, 7/29/9
). Auch hinsichtlich de
s Schwindels legt
Dr.
E._
nachvollziehbar dar
, dass es
an
einer peripheren oder vestibulären Pathologie fehlt und sich keine objektivierba
ren Hinweise für eine traumati
sche Gen
ese finden (
Urk.
7/27/37
).
Aus HNO-Sicht wird
die Arbeitsfähigkeit weder aufgrund der Schwindelbeschwerden
noch der Schwerhörigkeit
beeinträc
htigt. Grundsätzlich beeinflusst
auch der Tinnitus die Arbeitsfähigkei
t nicht. In Anbetracht der multi
faktoriell bedingt stark beeintr
äch
tigten Schlafqualität empfahl
Dr.
E._
eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
für drei Monate. Nach Durchführung von Therapien sei die Situation neu zu beurteilen beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit auf
100
%
zu steigern (
Urk.
7/27/38
).
Dazu ist festzuhalten
, dass keine organische
Schädigung als U
rsache für den Tinnitus ausgewiesen
ist (
Urk.
7/27/11,
7/27/
37-
38). In einer sol
chen Konstellation ist praxisgemäss die Indikatorenprüfung im Sinne von BGE 141 V 281 vorzunehmen (Bundesgerichtsurteil
8C_175
/18 vom 2
7.
September 2018 E. 6).
E
rst dann zeigt sich, ob die (vorderhand)
von
Dr.
E._
attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus rechtlicher
Sic
ht relevant ist
.
4.4
Im neurologischen Teil wurden
das
Kopfweh vom Spannungstyp mit begleiten
dem unsystematischem Schwindel,
der
Tinnitus
, die Nacken-
, Schulter-
und
Arm
beschwerde
n sowie das obstruktive Schlafa
pnoe-Syndrom
als krankheitswertige Diagnosen aufgeführt (
Urk.
7/27/21).
Dazu wurde ausgeführt,
d
ie Beschwerden seien klinisch-neurologisch nicht objektivierbar (
Urk.
7/27/21).
In Bezug auf die Kopfschmerzen wurde darauf hingewiesen, dass das CT des Schädels vom 3
1.
Januar 2017
ein normales Erg
ebnis gezeigt habe
(
Urk.
7/
27/21)
.
Weiter wird im Gutachten festgehalten,
unsyste
matische Schwindelzustände
seien
typischer
weise mit Kopfweh vom Spann
ungstyp assoziiert (
Urk.
7/27/11
)
.
Demgegenüber
erklärten
die Ärzte
des
B._
die Kopfschmerzen einer
seits
mit dem
Schlafapno
e-Syndrom und anderseits mit den
Beschwerden der Halswirbelsäule
(
Urk.
7/22/12-13
). Das Schlafapnoe-Syndrom, begünstigt durch die Adipositas, wird in keinem der Arztberichte mit dem Unfall in Verbindung gebracht. Die Beschwerden der Halswirbelsäule spielten ab Ende November 2016, wenn überhaupt, nur noch eine untergeordnete Rolle. Dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
6.
November 2016
ist zu entnehmen, dass die Nacken- und Schulterschmerzen
zurückgegangen seien (
Urk.
7/6/59
). Gegenüber der SWICA bestätigte der Beschwerdeführer denn auch drei Tage später, dass er diesbezüglich kein
e Schmerzen mehr habe (
Urk.
9/1
). Angesichts dieses Verlaufs ist auch die vom neurologischen (Teil-)Gutachter geäusserte Einschätzung, wonach spätes
tens nach drei Monaten
nach dem Unfall
keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit me
hr bestanden habe (
Urk.
7/27/22, 7/29/7
), grundsätzlich nicht zu bean
standen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der zuständige Gutachter bei dieser Beurteilung
auf
die Kopfschmerzen, den Schwindel, den Tinnitus sowie die Nacken-, Schulter- und Armschmerzen Bezug nahm (
Urk.
7/
27/21,
7/29/7
). Eine Würdigu
ng respektive eine Einschätzung, ob und inwiefern sich das obstruktive
Schlafa
pnoe-Syndrom
auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkt,
findet sich wed
er im neurologischen noch im
übrigen Teil
des
Y._
-Gutachtens (vgl. dazu
insbs
.
Urk.
7/27/10-11). In diesem Punkt
erweist sich das Gutachten, das sich in erster Linie
mit den Unfallfolgen befasst, als unvollständig.
4.5
Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerde geltend macht, nach der Begut
achtung - die im April
/Mai 2017 stattfand (
Urk.
7/27/2
)
- habe sich der Gesund
heitszustand verschlechtert (
Urk.
1 S. 11), ist festzuhalten, dass aus den einge
reichten Akten zu schliessen ist, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der Venenproblematik eine A
rbeitsunfähigkeit von rund sieben
Wochen attestiert wurde (
Urk.
3/6/7-9
). Da somit keine langandauernde Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vorliegt, erweist
sie
sich invalidenversicherungsrechtlich nicht
als
rele
vant. Was die Arthrose im Sprunggelenk anbelangt, kann entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht von einer Unfallkausalität ausgegangen werden (
Urk.
1 S. 11). Weder war der Unfallhergang geeignet
, Sprunggelenksbeschwer
den zu verursachen, noch
ergeben
sich aus den initialen Arztberichten Anhalts
punkte auf i
rgendwelche Fussprobleme
. Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass sich diese Arthrose (und allenfalls auch die beginnenden
Polyarthrosenbeschwer
den
,
Urk.
3/2) auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Eine (rheumatologische) Ein
schätzung dazu fehlt in den Akten. Auch in diesem Punkt ist der Sachverhalt zu vervollständigen.
4.6
Aus psychiatrischer Sicht wird im
Y._
-Gutachten eine Anpassungsstörung diagnostiziert und deswegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit v
on 30
%
attestiert (
Urk.
7/27/14
). In der angefochtenen Verfügung wird dazu bloss festge
halten, dass diese Diagnose keine
längerandauernde
Einschränkung
begründe (
Urk.
2 S. 2).
Der Beschwerdeführer bemerkt zu Recht (
Urk.
1 S. 8), dass g
rund
sätzlich
sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfah
ren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
sind (BGE 143 V 418). Davon kann dort a
us Gründen der Verhältnismässigkeit abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich
nach dem konkreten Beweisbedarf (BGE 143 V 418 E. 7). Da die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit die bisherige, nach wie vor ausgeübte Tätig
keit betrifft, kann sie dem Invaliditätsgrad gleichgesetzt werden. Selbst wenn also die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht relevant ist
, läge
eine Invalidität von 30
%
vor
, was keinen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet. Vor diesem Hintergrund könnte auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens verzichtet werden
, weil eine
grössere Arbeitsunfähigkeit als die gut
achterlich attestierte
aus einer Indikatorenprüfung nicht resultieren
kann
(
Bundesgerichtsurteil
8C_629/2019 vom
8.
November 2019 E. 4.2.4
)
. Da aber aufgrund des Tinnitus eine
Einschränkung der Arbe
itsfähigkeit von 50
%
bescheinigt
wird und
zur Feststellung der rechtlichen Relevanz eine I
ndikatorenprüfung erforderlich
ist (E.
4.3
hiervor), ist die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens unumgänglich.
Die Sache ist somit
an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit
diese
eine solche Prüfung vornehme.
Daran ändert übrigens nichts, dass
Dr.
E._
damit rechnete, dass die Arbeitsfähigkeit auf 100
%
gesteigert werden kann, wenn eine Therapie erfolgt (
Urk.
7/27/38). Dabei handelt es sich bloss um eine Prognose und ni
cht um eine bereit
s realisierbare
Arbeitsfähigkeit.
4.7
Soweit aus somatischer Sicht gestützt auf das
Y._
-Gutachten eine volle Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist, ist von dieser Seite her eine relevante
Ein
schränkung zu verneinen.
Vor diesem Hintergrund schad
et auch nicht weiter, dass
die Gutachter
sich
nicht explizit zu den Wechselwirkungen der somatischen und psychischen Beschwerden äusserten.
Sollten allenfalls
die (
nach erfolgter Rückweisung) noch zu tätigenden Abklärungen ergeben, dass weitere Einschrän
kungen bestehen, stellt sich allenfalls
der
Frage nach
den
Wechselwirkungen.
4.8
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheis
sen ist, dass die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzu
weisen ist. Sie wird, sofern sie das
Y._
-Gutachten vom
2
8.
Juni 2017
weiterhin als
Entscheidbasis
nimmt, abzuklären haben, ob
und inwiefern sich das Schlafa
p
noe-Syndrom, die
Arthrose im Sprunggelenk
und die beginnende Polyarthrose auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Zudem wird sie in Hinblick auf den Tinnitus und die Anpassungsstörung ein strukturiertes
Beweisverfahren
durchzuführen h
aben. Allenfalls stellt sich auch
die Frage nach Wechselwirkungen von somati
schen und psychischen
Beschwerden.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und entsprechend dessen Ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streit
wert. In
Anwendung dieser Grundsätze ist die Prozessentschädigung beim praxis
gemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (exk
l. M
ehrwertsteuer) auf
Fr.
2’400
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.