Decision ID: 345c3cc6-c9ae-49cc-9de8-9263dac6b152
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1989, schloss im März 2010 ihre Ausbildung zur
diplo
mierten
Pflegefachfrau
HF
ab (Urk. 6/
6
/
3
)
.
I
m Mai 2010
trat sie
eine
80 %-
Arbeitss
telle
auf ihrem erlernten Beruf
an
, die sie
per
Ende Dezember 2010
wie
der
kündigte
(Urk. 6/6/4). Im
Juni 2011 trat sie eine neue
Arbeits
stelle als
Pfle
gefachfrau
an, wiederum zu einem
80%-
Pensum
(Urk. 6/7/3). Dieses Arbeitsver
hältnis
wurde im gegenseitigen Einvernehmen per 22. Juli 2011 aufgelöst (Urk. 6/7/5).
1.2
Am 27. Juli 2011 meldete sich
X._
unter Hinweis auf permanenten Schwindel, Schlaflosigkeit, Überforderung im Beruf, Kopfschmerzen,
Erschöpft
heit
und Panik zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/8).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, wo
bei sie insbesondere Berichte der
Y._
vom
22. September 2011 (Urk. 6/20) sowie
des
Z._
, vom
16. Novem
ber 2011
(Urk. 6/21)
, einholte
.
Von
Mai 2012 bis
anfangs
August 2012 absolvierte die Versicherte ein Belastbarkeitstraining bei der
A._
(Urk. 6/30, Urk. 6/39). Weil die Versicherte sich
das
auf dieses Training folgende anspruchsvollere Belastbarkeitstraining nicht zutraue,
erklärte
die IV-Stelle die beruflichen Eingliederungsmassnahmen mit Mitteilung vom 16. August 2012 als
beendet und teilte mit, sie werde den Rentenanspruch prüfen
(Urk. 6/40)
1.3
Mit Vorbescheid vom 3. September 2012 (Urk. 6/44) stellte
die
IV-Stelle
X._
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Die Versicherte erhob
dagegen Einwände (Urk. 6/45), worauf die IV-Stelle einen weiteren ärztli
chen Bericht einholte (
Bericht
der
B._
vom
15. November 2012, Urk. 6/47
). Mit Verfüg
ung vom 28. November 2012 (Urk.
2)
verfügte
die IV-Stelle
im angekündigten Sinne
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
7
. Dezember 2012 Beschwerde und bean
tragte die Zusprechung einer Teilrente (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2013 (Urk. 5 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-50) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin mit Schreiben vom 6. Februar 2013 (Urk. 7) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid dafür, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, weshalb das Leistungsbegehren abzuweisen sei (Urk.
2).
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Bericht des
B._
vom 15. November 2012 vor, sie sei in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und habe entsprechend Anspruch auf eine
Teil
rente
(Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3
.
3.1
Die Ärzte der
Y._
– hier hatte sich die Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2011 bis 12. Juli 2011 stationär
aufgehalten – führten in ihrem Bericht vom 22. September 2011
zuhanden der IV-Stelle
(Urk. 6/20
) als Diagnose eine Nicht
organische Insomnie (ICD-10 F51.0
)
auf
(Urk. 6/20/1)
. Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin habe über Schlafprobleme
geklagt
,
die seit sechs Jahre bestünden, sich jedoch
mit Abschluss der Ausbildung und dem Eintritt ins Berufsleben verstärkt hätten
(Urk. 6/20/2)
.
D
ie Beschwerdeführerin leide unter Versagensängste
n
in Bezug auf die Arbeit und habe finanzielle Ängste mit Herzklopfen und
Engegefühl
in der Brust, wobei dies
vor allem
abends beim
Einschlafen der Fall sei. Sie leide unter Tagesmüdigkeit und schneller Erschöp
fung
(Urk. 6/20/2)
. Die Ärzte hielten dafür, die Beschwerdeführerin sei während des stationären Aufenthaltes zu 100
% arbeitsunfähig gewesen. Durch eine Ver
besserung des Tag-Nacht-Rhythmus und einer ressour
cenzentrierten
Aktivie
rung könn
e die Arbeitsfähigkeit jedoch bis auf 100 % gesteigert werden
(Urk. 6/20/3-4
)
.
3.2
Die Ärzte
des
Z._
, wo die
Beschwer
deführerin seit Mai 2011 in ambulanter Behandlung stand, führten im Bericht vom 16. November 2011 zuhanden der IV-Stelle (Urk. 6/21)
als Diagnose
n
eine rezidivierende depressive Störung,
leichte Episode
(ICD-10 F33.0), sowie eine psychogene Schlafstörung (ICD-10 F51) auf (Urk. 6/21/1).
Die Ärzte
berichteten
, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin dauere die Einschlafphase bis zu vier Stunden
,
und an den
meisten Morgen fühle sich
die Beschwerdeführerin
nicht ausgeschlafen
(Urk. 6/21/2)
.
Sie
hielten dafür
,
seit dem 23. September 2011 sei e
ine Arbeit in der angestammten Tätigkeit
wieder
zu 100 % zumutbar, wobei aufgrund der Schlafstörung auf Schichtdienst verzichtet werden sollte
. Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin zu 100 % in einem Büro
(Urk. 6/21/3-4).
3.3
Die Ärzte
des
B._
, wo die
Beschwerdeführerin seit Mai 2012 in ambulanter Behandlung steht, diagnostizierten mit Bericht vom 15. November 2012 (Urk. 6/47) eine
leichte
depressive Episode (ICD-10 F32.0) vor dem Hintergrund einer akzentuierten Persönlichkeit mit unsicheren, ängstlichen und abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73.1; Urk. 6/47/1).
Sie
berichteten
, vom 22. März 2012 bis am 25. April 2012 habe sich die Beschwerdeführerin stationär in
der
C._
au
fgehalten
. Das darauffolgende
Belast
barkeitstraining
bei der
A._
sei
für die Beschwerdeführerin
sodann
belaste
nd gewesen
.
D
er berufliche Wiedereinstieg belaste d
ie Beschwerdeführe
rin
, diesbezüglich leide sie
unter Ängsten und Sorgen und e
s bestünden
weiter
hin
Schlafstörungen.
Auch leide die
Beschwerdeführerin nach wie vor unter Schwindel, der sich bei Stress und emotionaler Belastung verstärke (Urk. 6/47/2-3).
Die Ärzte
führten weiter aus, d
ie Beschwerdeführerin habe trotz Scheitern des Belastbarkeitstrainings für sich Erfolge
er
zielen können.
Nach Abschluss dieses Trainings habe sie selbständig eine Arbeitsstelle gesucht und nun bei der Spitex eine Stelle zu einem 30%-Pensum gefunden, die sie Mitte Dezember 2012 antreten werde. Sie hielten dafür, aufgrund der mehrmonatigen Arbeitsunterbrechung und der damit einhergehenden
Dekonditionierung
sei anfänglich maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar
. Langfristig sollte jedoch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % möglich sein (Urk. 6/47/3)
.
4.
4.1
Aus den vorliegenden medizinischen Berichten ergibt sich,
dass
die
Beschwerde
gegnerin
zu Recht ein
en
längerdauernde
n
versicherungsrelevante
n
Gesundheitsschaden
verneinte
.
D
ie Ärzte der
Y._
hielten
nach dem stationären Aufenthalt im Juni/Juli 2011
dafür, dass in Zukunft wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könne
(E. 3.1).
Bereits i
m November 2011
kamen
die Ärzte des
Z._
sodann
zum Schluss, dass nunmehr
die angestammte Tätigkeit
ohne
Schichtdienst
wieder zu 100 % zumutbar
sei
(
E. 3.2)
.
Soweit die Ärzte des
Z._
und de
r
Y._
zuvor
phasenweise eine
Arbeitsunfähigkeit attes
tiert hatten
, ist
im Übrigen
mit Blick auf die von ihnen gestellten Diagnosen
darauf hinzuweisen, dass die Folgen einer nichtorganischen
Schlafstörung
aus versicherungsmedizinischer Sicht
vermutungsweise
als überwindbar erachtet w
e
rden (BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2013 vom 21. August 2013 E. 3.5).
4.2
Der Einschätzung der
Ärzte
des
B._
vom
November 2012
, wonach aufgrund einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) und einer akzentuierten Per
sönlichkeit mit unsicheren, ängstlichen und abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73.1) eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von
50 %
bestehe
(E. 3.3),
kann aus versicherungsrechtlicher Sicht
sodann
nicht gefolgt werden
.
Bei
einer
leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) handelt es sich
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern. Länger dauernde Störungen sind unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affektive Störung) zu subsumieren (Urteil des Bundesgerichts I 510/06 vom 2
6.
Januar 2007, E. 6.3, mit Hinweis auf
Dilling
/
Mom-bour
/Schmidt, Hrsg.,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10,
7.
Aufl., Bern 2010, S. 149 ff.; Urteil 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011, E. 6.3.2). Mithin ist eine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität (
Art.
4
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen Gesundheitsschaden in der Regel davon auszugehen ist, dass die versicherte Person die daraus resultierenden Einschränkungen der Erwerbsfä
higkeit bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (Urteil des Bundesgerichts 9C_6/2007 vom 2
2.
Juni 2007, E. 4.1.2).
Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte
dafür
,
die leichte depressive Episode dennoch als invalidisierend zu betrachten, fehlt es dieser doch an der nach der Rechtsprechung erforderlichen erheblichen Schwere, Ausprägung und Dauer (BGE 130 V 352 E. 2.1.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_959/2009, 9C_995/2009 v
om 19
. Februar 2010, E. 4.4).
Die Diagnose der
akzentuierten Persönlichkeit mit unsicheren, ängstlichen und abhängigen Anteilen
stammt
schliesslich
aus der sogenannten Z-Kategorie des
ICD-10-Sys
tem
s. Bei diesen
Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesund
heitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Ver
letzung oder äussere Ursache unter den Kategori
en A00-Y89 klassifizierbar sind
. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserhebli
chen Gesundheitsschadens (
Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 15. November 2010
,
E. 5.2.4
).
D
ie
von den Ärzten
des
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % (E. 3.3)
hat somit
im versicherungsrechtlichen Rahmen
ausser
Betracht zu
bleiben.
4.3
Zusammenfassend liegt
demnach
keine
längerdauernde
invalidenversicherungs
rechtlich
relevante
Arbeitsunfähigkeit vor, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).