Decision ID: d10d3ffa-efd1-4f85-8bb8-fee8b372cd7d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, war vom
2.
Mai 2001 bis 1
4.
Februar 2006 als Phar
maassistentin bei der
Y._
anfänglich in einem 100%-Pensum, ab September 2002 aufgrund einer Weiterbildung in einem 90%-Pensum angestellt (
Urk.
7/8). Nach
einem plötzlichen Herzstillstand
, Reanimation und ICD-Implantat im Februar 2004
sowie anschliessender
kardiologischen Rehabilitation (
Urk.
7/10)
nahm die Versicherte
ab
August
2004 ihre
Arbeit
vorübergehend
in einem 3
0
%-Pensum wieder auf (
Urk.
7/
8
).
Am 1
4.
Oktober
2005 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
eine Non
-
C
ompaction
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk.
7/4). Die IV-Stelle veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS
Z._
(
Urk.
7/39) und sprach der Versicherten ausgehend von einem anfänglichen Invaliditätsgrad von 100
%
und später von 70
%
mit Verfü
gungen vom 1
6.
Oktober 2008 (
Urk.
7/53 und
Urk.
7/54) eine ganze Invaliden
rente ab
1.
Februar
2005
zu.
1.2
Im März 2013 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfah
ren ein (
Urk.
7/64) und nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor. Sie holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/73
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto de
r Versicherten (IK-Auszug, Urk.
7/65) ein.
Des Weiteren veranlasste die IV-Stelle
eine polydisziplinäre Beguta
chtung durch das A._
, über welche am 2
8.
Mai 2015 berichtet wurde (
Urk.
7/93). In der Folge nahm
Dr.
med.
B._
, Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) am
2.
Juni 2015 Stellung (
Urk.
7/103).
Nach einem beratenden Gespräch über mögliche Eingliederungs
massnahmen (
Urk.
7/103/9) kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit
Vorbe
scheid vom
2.
November 2016 die Einstellung der Invalidenrente
an
(
Urk.
7/104). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 3
0.
November 2016 sowie er
gänzend am 3
1.
Januar 2017 Einwand (
Urk.
7/107 und
Urk.
7/110). In der Folge verfügte die IV-Stelle am 2
2.
Februar 2017 wie vorbeschieden die Einstellung der Invalidenrente auf Ende des folgenden Monats (
Urk.
7/112 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
7.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 2
2.
Februar 2017 aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr weiterhin eine ganze Invali
denrente auszurichten. Eventualiter sei die Sac
he an die Beschwerdegegnerin zu
ergänzenden Abklärung
en zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerd
eantwort vom 1
6.
Mai
2017 (Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2017 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
).
Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG)
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmun
gen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnah
menpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jah
ren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Ren
ten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV
Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestim
mungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schluss
bestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch be
gründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestim
mung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestim
mung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer mate
riellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht
umfassend prüft (Urteil des Bundesge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzuspre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutacht
er
liche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integ
ralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgen
dem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -über
prüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheits
schädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetra
gen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss ver
stärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeit
punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als un
umgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) vom 2
2.
Februar
2017 hielt die Be
schwerdegegnerin fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass die
vorliegenden Diagnosen,
die zu einer
Rentenzusprache
geführt haben, zu den
ätiologisch-patho
genetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare orga
nisch Grundlage gehören würde
n. Merkmale einer Persönlichkeitsstörung oder einer andauernden Persönlichkeitsänderung würden nicht vorliegen, sei doch die Beschwerdeführerin bei fehlenden Auffälligkeiten in der Sozio-Psycho- und Be
rufsbiografie durchaus in der Lage, sich mit ausreichender Flexibilität auf das Gegenüber und die jeweilige Situation einzustellen.
Die Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit werde im Zusammenhang mit einer Verschlechte
rung der psychischen Befindlichkeit gesehen. Zwischen 2007 und 2014 habe je
doch keine konsequente fortlaufende ambulante, teilstationäre oder stationäre psychiatrische bzw. psychotherapeutische Behandlung stattgefunden. Erst seit 2014 würde nun eine ambulante psychiatrische Behandlung
in Anspruch genom
men werden
, wobei die Termine nach dem Befinden
der Beschwerdeführerin
aus
gerichtet werden würden. Eine stationäre Therapie sei nie thematisiert worden und sei auch
während
eines Informationsgesprächs abgelehnt worden. Es sei des
halb von einem eher geringen Leidensdruck auszugehen.
Mit einer regelmässigen
psychiatrischen-psychotherapeutischen Anbindung sowie einer adäquaten medi
kamentösen Therapie könn
t
e eine Verbesserung der psychischen Situation und damit auch eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit erzielt werden.
Aufgrund des Gesagten, könne die im psychiatrischen Teilgutachten der
A._
attestierte 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der mittel
gradigen depressiven Episode aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht berück
sichtigt werden
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 2
7.
März
2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
die
chronifizierte
affektive Erkrankung, wie sich die anhaltende depressive Störung darstelle, gehöre nicht zu den
patho
genetisch-ätiologis
ch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage.
Die Schlussbestimmungen zur IV
Revision 6a würden entsprechend nicht zur Anwendung gelangen. Eine Aufhebung oder Herabset
zung der Rente ohne Verbesserung des Gesund
heits
zustandes komme vorliegend in Anwendung von
Art.
17
Abs.
1
ATSG
nicht in Frage.
Eine Verbesserung des Gesundheitszustande
s
liege nicht vor, was auch durch das
A._
-Gutachten be
stätigt werde.
Entsprechend
sei der Beschwerde
führerin weiterhin eine ganze In
validenrente zuzusprechen. Eventualiter
sei
en der aktuelle Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neu zu beurteilen.
Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegnerin
im Sinne einer antizipierten Beweiswür
digung einfach
annehme
, dass es der Beschwerdeführerin im Falle einer intensi
veren Psychotherapie
besser gehen
würde
, ergebe sich dies doch weder aus dem Gutachten noch aus den übrigen Akten. Die Beschwerdeführerin stehe in fach
ärztlicher Behandlung und nehme die verordne
te
n
Antidepressiva ein. Es gebe keinen Grund
von der gutachterlich bescheinigten Arbeits
un
fähigkeit abzuwei
chen und
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Ferner könne aber auch auf das Gutachten nicht abgestellt werden, gebe es doch nicht den aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wieder
und entspreche es nicht den aktuellen Richtlinien zur Abklärung psycho
so
matischer
Leiden gemäss den IV-Rundschrei
ben Nr. 334 und 33
9.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die der Beschwerdeführerin zugesprochene Rente zu Recht eingestellt wurde.
3.
Der
ursprüngliche
n
Rentenverfügung v
om 1
6.
Oktober 2008 (
Urk.
7/53) lag
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
Z._
vom 1
0.
Januar
2008 (
Urk.
7/39) zugrunde. Die Untersuchungen fanden am 1
2.
September sowie am 2
6.
und 3
0.
Oktober 2007 statt.
Die Gutachter
hielten folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit fest
(
Urk.
7/39 S. 32f.):
-
Neurasthenie (im Sinne der ICD-10)
,
F48.0
-
Mittelschwere bis schwere kognitive Minderleistung, F03.
-
Myofasciales
Schmerzsyndrom des Schultergürtels mit muskulärer
Dysba
lance
, M79.1
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Non-
Compaction
des links
ventrikulären
Myocards
(I42.9) mit Status nach wiederholter Reanimation bei
Asystolie
am 1
4.
Februar 2004 sowie Status nach Implantation eines
implantier
baren Defibrillators (
ICD
)
am 2
6.
Februar 2004 (Z95.8) und das festgestellte Un
tergewicht (R63.0).
Im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung wurde festgehalten, es könne ein Weichteilschmerzsyndrom mit
Druck
d
olenzen
am Schultergürtel, am Becken
gürtel und entlang der Wirbelsäule objektiviert werden. Es liege wohl ein
myofasciales
Schmerzsyndrom mit einer muskulären
Dysbalance
des Schulter
gürtels vor. Bewegungs- oder Funktionsstörungen mit Auswirkung auf die All
tags
akti
vitäten würden dabei
jedoch
keine bestehen. Die bei der klinischen Untersuchung festgestellten Weichteilschmerzen seien laut Aussagen der Beschwer
de
führerin auch nicht für die Niederlegung der Arbeitstätigkeit verantwortlich. Demzufolge
sei
davon aus
zu
gehen, dass seitens der nahezu normalen Befunde am Bewe
gungsapparat medizinisch-theoretisch eine unein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit für eine mechanisch leicht belastende Tätigkeit, die rückenergonomisch durchgeführt werden könne und die wechselnde Positionen erlaube, vorliege. Zeitlich sei eine Restarbeitsfähigkeit von acht Stunden pro Tag zumutbar, aufgrund der vorlie
genden muskulären Haltungsinsuffizienz sei jedoch mit einer Leistungseinbusse von maximal 20 % zu rechnen, wobei diese Leistungseinbusse durch kreislaufak
tivierendes Training theoretisch korrigierbar sei (
Urk.
7/39 S.24).
Der
begutachtende Psychiater
stellte eine Neurasthenie (ICD-10: F48) sowie Hin
weise auf eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.1) fest. Die Beschwerdeführerin habe sich über gesteigerte Ermüdbarkeit, körperliche Schwäche sowie Erschöpfung nach nur geringen Anstrengungen beklagt. Sie habe sich seit ihrer schweren Krankheit körperlich und geistig nicht mehr erholt, habe Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sowie eine nachlassende Gedächtnisleistung. All dies sei für die Neurasthenie charakteristisch und gehöre zum Krankheitsbild. Der Gutachter führte weiter aus, ein eindeutig objektivierba
res organisches Korrelat sei für die beschriebene Symptomatik
jedoch
nicht nach
weisbar. Im Gesamtbild, mit einem schweren organischen Ausgangspunkt, einer
wahrscheinlichen depressiven Störung, einer von aussen mehrfach beschriebenen Leistungsminderung, der anhaltenden subjektiven Müdigkeit und weiteren Stö
rungen gewichtigen Ausmasses, sei eine erhebliche, zumindest qualitative Leis
tungsminderung nicht zu verkennen. Trotz regelmässiger ambulanter Behand
lung (Ergotherapie, Psychotherapie) zeige sich eine kontinuierliche Chronizität bei einem mehrjährigen Verlauf. Mit der Wiederherstellung der vollen Erwerbs
fähigkeit sei kaum zu rechnen. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwe
rdeführerin nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit seien Zeitdruck und Schicht
arbeit zu vermeiden, ebenso besondere Anforderungen an die psychisch-geistige Belastbarkeit, das Konzentrations- und Reaktionsvermögen sowie die
Umstel
lungs
- und Anpassungsfähigkeit (
Urk.
7/39 S. 27f.).
Im neuropsychologischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Beschwerdefüh
rerin wirke psychisch belastet und bedrückt, teilweise auch etwas theatralisch und das Leiden zur Schau stellend. Die Prüfung von Simulation und Aggravation habe jedoch keine Auffälligkeiten hervorgebracht. Im Lauf
e
der Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin zunehmend
dekompensiert
und erschöpft gezeigt.
D
ie durchgeführten neuropsychologischen Untersuchungen hätten insgesamt
auf
eine mittelschwere bis schwere kognitive Minderleistung
hingewiesen
. Insbeson
dere seien das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Exekutivfunktionen teil
weise schwer beeinträchtigt gewesen, Sprache und
Visuokonstruktion
hingegen kaum oder gar nicht. Gegenüber vorherigen neuropsyc
hologischen Untersuchun
gen
habe sich insbesondere die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistung drastisch verschlechtert
, wobei di
ese Verschlechterung nicht auf einen primär hirnorgani
schen Faktor zurückgeführt werden
könne
.
Zwar sei nicht auszuschliessen
, dass eine direkt hirnorganische Verursachung einzelner kognitiver Minderleistungen, vor allem im Bereich der Verhaltenssteuerung und der Aufmerksamkeit
,
möglich sei, insgesamt
spreche
aber der Verlauf mit initial relativ gering ausgeprägten Minderleistungen eher gegen die Annahme einer gravierenden hirnorganischen Verletzung als Folge eines Sauerstoffmangels bei den Herzstillständen im April
200
4.
Es sei durchaus wahrscheinlich, dass die Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit auch im Zusammenhang mit der Verschlechterung der psychi
schen Befindlichkeit stehe. Die Beschwerdeführerin sei deutlich untergewichtig und es sei durchaus möglich, dass eine Mangelernährung und deren Begleiter
scheinungen zur kognitiven Verschlechterung beigetragen hätten.
Ferner
sei ein verschlechternder Einfluss des Autounfalls im Oktober 2005, aufgrund dessen die Beschwerdeführerin eine Halswirbelsäule-Distorsion erlitten habe, nicht gänzlich ausgeschlossen, aber insgesamt doch eher unwahrscheinlich. In Bezug auf die Arbeitsfä
higkeit äusserte
der begutachtende
Neuropsychologe, aufgrund der Ge
dächtnisbeeinträchtigungen sei damit zu rechnen, dass Informationen nur deut
lich vermindert aufgenommen, gelernt und dauerhaft gespeichert werden könn
t
en. Dies wiederum könne unter anderem zu fehlerhaften Arbeiten, grossen Schwierigkeiten mit neuen Aufgaben und einer deutlichen Verlangsamung füh
ren, was auch die kognitive Verarbeitungszeit einschränke. Insgesamt bestehe wegen dieser Einschränkungen keine verwertbare Arbeits
fähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Pharmaassistentin. In einer ange
passten, einfacheren Tätigkeit schätze er die Verminderung der Leistungs
fähigkeit angesichts der mittel
schweren bis schweren kognitiven Minderleistung auf rund 70 %. Auch in rein zeitlicher Hinsicht bestehe aufgrund der erhöhten Ermüd
barkeit eine deutliche Einschränkung der Zumutbarkeit. Es sei davon auszugehen, dass die Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführ
erin noch deutlich tiefer liege
als bei ihrem Arbeits
versuch im Jahr 2005 (30%-Pensum als Pharmaassistentin). Eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit sei nach einer adäquaten Thera
pie der psychi
schen Situation und der Gewichts- und Ernährungs
pro
blematik wahrscheinlich (
Urk.
7/39 S. 30ff.).
Die Gutachter hielten zusammenfassend fest, die bisherige Tätigkeit als Phar
maassistentin sei nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei ab Mai
2006 von einer Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 25 bis maximal 30
%
auszu
gehen (
Urk.
7/39 S. 40f.).
4.
4.1
Im Rahmen der revisionsweisen Überprüfu
ng der
Invalidenrente hielt Prof
.
Dr.
med.
C._
, Zentrum für Rheuma- und Knochenerkrankun
gen,
in seinem Arztbericht vom 1
0.
Oktober 2013 (
Urk.
7/73) zu Händen der IV
Stelle fest, die Beschwerdeführerin berichte glaubhaft über Arthralgien, welche aber mit Ausnahme einer Bursitis
subacromialis
auf der rechten Seite
mittels
der Untersuchungsbefunde nicht objektiviert werden könn
t
en.
Dr.
C._
äus
serte, diese Diskrepanz könne möglicherweise durch die zusätzliche depressive Verstimmung erklärt werden. Auch die durch
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Röntgendiagnostik, durchgeführte Kernspin
to
mo
grafie der Hals-, Brust und Lendenwirbelsäule sowie der
Ileosacralgelenke
(
Urk.
7/73/11) würden keine Hin
weise auf eine
Sacroileitis
oder entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule zei
gen. Einzig eine
subakromiale
Bursitis der rech
ten Schulter sei ersichtlich. Bereits
Dr.
med.
E._
, Rheumatologie und Innere Medizin, legte im Rahmen einer konsiliarischen Untersuchung am 2
2.
März 2012 (
Urk.
7/73/9f.) dar, die Be
schwerdeführerin leide nach eigenen Angaben seit 2007 an Schmerzen in diver
sen Gelenken. Es würden sich jedoch weder anamnestisch, klinisch noch im Labor Anhaltspunkte für ein entzündlich systemisches rheumatologisches Leiden fin
den.
Dr.
E._
vermutete, die Beschwer
den würden mechanisch bedingten Arthral
gien entsprechen, bedingt durch interkurrente Überbelastung der Gelenke. Ferner berichtete auch Prof.
Dr.
med.
F._
, Fachärztin Kardiologie und Innere Medizin, am 1
9.
April 2013 (
Urk.
7/73/6ff.), der Zustand der Be
schwerdeführerin sei gegenüber 2011 unverändert. Sie leide an Schmerzen im Bereich der Gelenke sowie Rückenschmerzen. Weiter habe sie Mühe mit dem At
men. Aus kardialer Sicht sei der Verlauf hingegen ausgezeichnet, sprich die sys
tolische und diastolische Funktion seien erhalten. Echokardiographisch würden sich typische Hinweise für eine Non-
Compaction
finden.
Dr.
F._
äus
serte, wichtig sei, dass die Beschwerdeführerin sich regelmässig körperlich betä
tige. In diesem Zusammen
hang sei eine Abklärung der Situation mit den Gelenk
schmerzen sicherlich ange
zeigt.
Neben wandernden Arthralgien am ganzen Körper nannte
Dr.
C._
in sei
nem Arztbericht (
Urk.
7/73) ausserdem ein rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom sowie eine depressive Grundstimmung als die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnosen. Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdefüh
rerin 100 % (acht Stunden pro Tag) arbeitsfähig, wobei repetitive Arbeiten über dem Kopf zu vermeiden seien.
4.2
Aufgrund eines im Vordergrund stehenden depressiven Syndroms, wurde die Be
schwerdeführerin von
Dr.
F._
bei
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zur psychiatrischen Abklärung und Behand
lung angemeldet. Dieser stellte in seinem Arztbericht vom 2
6.
April
2015 (
Urk.
7/90) zu Händen der
A._
folgende Diagnosen:
-
Längere, leicht- bis mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syn
drom F32.11, nur teilweise gebessert;
-
Verdacht auf anhaltende Persönlichkeitsänderung nach schwerer somatischer Erkrankung F62.
Er hielt fest, die kognitiven Hauptfunktionen der Beschwerdeführerin scheinen intakt zu sein. Sie sei jedoch vergesslich und mache oft Fehler beim Ausführen einfacher Routinearbeiten zu Hause. Nach Angaben der Beschwerdeführerin
wür
den
sie insbesondere die ständige Müdigkeit sowie die Gelenkschmerzen am gan
zen Körper ein
schränken
. Sie fühle sich niedergeschlagen, entmutigt, vom Pech verfolgt und in vielen Aufgaben überfordert. Insbesondere die Kinderbetreuung fordere sie stark, da ihre Tochter an Typ I Diabetes leide und regelmässig Spritzen
benötige.
Dr.
G._
schlug eine antidepressive Medikation, kombiniert mit kogni
tiv-verhaltensorientierter und systemischer Psychotherapie, vor, wobei die Be
schwerdeführerin beidem gegenüber grosse Skepsis entgegengebracht habe.
Dr.
G._
attestierte der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, da sie gemäss eigenen Angaben auch im Alltag häufig Fehler mache und viele Dinge vergesse (vgl.
Urk.
7/95). Aus therapeuti
scher Sicht sei eine Wiedereingliederung im administrativen Bereich zu 20 bis 30
%
im
Rahmen einer geschützten Arbeitsstelle sinnvoll. Gleichzeitig müsse aber eine Entlastung im Bereich des Haushalts und der Kinderbetreuung erfolgen. Überdies scheine die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Diabetes der Tochter eine intensive Edukation zu benötigen.
4.3
4.3.1
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin führte die
A._
eine polydisziplinäre Abklärung durch, über welche am 2
8.
Mai 2015 berichtet wurde (
Urk.
7/93).
Die Gutachter
nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (
Urk.
7/93 S. 19):
-
Depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
-
Lupus
erythematodes
-
Zervikothorakovertebrales
Syndrom
-
Periarthropathia
humeroscapularis
links.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
seien
folgende Diagnosen:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
10: F45.41)
-
Nicht authentische kognitive Funktionsstörungen
-
Rezidivierende Harnwegsinfekte
-
Anamestisch
«Asthma»
-
Non-
Compaction
des linken Ventrikels
-
Leichte Neigung zu
orthostatischem
Blutdruckverhalten.
4.3.2
Im internistischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die aufgrund eines Herzstill
stands im Februar 2004 und prolongierter Laienreanimation entstandenen inter
nistischen Komplikationen (disseminierte intravasale Gerinnung, Pneumonie, vorübergehende Herzinsuffizienz) würden sich nicht ungünstig auf den Gesund
heitszustand auswirken. Die Beschwerdeführerin klage jedoch über eine Atembe
engung, wobei Abklärungen kein typisches Asthma ergeben hätten. Aus internis
tischer Sicht würden sich keine Hinweise auf ein die Leistungsfähigkeit respektive die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes Leiden ergeben. Die Beschwerdeführerin
sei in der bisherigen Tätigkeit als Pharmaassistentin voll arbeitsfähig (
Urk.
7/93 S. 38).
4.3.3
Der Gutachter im Bereich der Kardiologie hielt fest, die diagnostizierte
Non-Com
paction-Kardiomyopathie
im linken Ventrikel sei bis heute lokalisiert geblieben und beeinträchtige mithin weder die systolische noch die diastolische Funktion des Herzens. Der Krankheitsverlauf sei erfreulich günstig. Unter Berücksichtigung des schlanken Habitus und des fehlenden körperlichen Trainings befinde sich die körperliche Leistungsfähigkeit im Normbereich. Zusammenfassend gehe derzeit vom Herzen keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus. In Anbetracht des eher asthenischen Habitus und der Grundkrankheit müsse jedoch vorsichtshalber von ganz schweren körperlichen Tätigkeiten abgeraten werden. Die Beschwerde
führerin beschreibe ausserdem eine Neigung zu
Präkollapszuständen
, welche den zu tiefen Blutdruckwerten zuzuschreiben sei. Sie habe diese Symptomatik durch ein geeignetes Verhalten jedoch durchaus unter Kontrolle, so dass auch von dieser Seite her keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit abzuleiten sei (
Urk.
7/93 S.
45f.).
4.3.4
Im Rahmen der psychiatrischen Abklärung äusserte die Gutachterin, bei der Beschwerdeführerin sei
im Jahr 2004
eine angeborene Anomalie des Herzmuskels festgestellt worden, welche im Verlauf der protrahierten Entwicklung zu einer deutlichen Herabsetzung der emotionalen Belastbarkeit mit anhaltenden Kon
zentrationsdefiziten, erhöhter Ermüdbarkeit, Erschöpfung, durchgängiger An
triebsschwäche, kognitiver und mnestischer Leistungseinschränkung mit Auf
merksamkeitsstörungen, Vergesslichkeit und Defiziten im Durchhaltevermögen geführt habe. Überdies sei eine emotionale Labilität mit Stimmungsschwankun
gen sowie Reizbarkeit mit erhöhter Nervosität
und Explosivität hinzugekommen.
Die Beschwerdeführerin zeige sich nach wie vor beeinträchtigt hinsichtlich der kognitiven und psychischen Defizite. Diesbezüglich sei jedoch zu erwähnen, dass seit 2007 bis 2014 keine konsequente fortlaufende ambulante, teilstationäre oder stationäre psychiatrische bzw. psychotherapeutische Behandlung bestand
en habe
.
Während der psychiatrischen Begutachtung habe die Beschwerdeführerin
denn auch
nur wenig veränderte Beschwerden ge
schildert
.
Auffallend sei, dass die Be
schwerdeführerin in einem ausschliesslich somatischen Erklärungsmodell auf ihren Beschwerden verharre und die psychische Komponente nicht wahrnehme,
wenngleich
sich im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung keine Hin
weise auf eine hirnorganische Genese der subjektiv beklagten Symptomatik er
geben habe
(
vgl.
nachfolgend
E. 4.3.5
)
.
Die begutachtende Psychiaterin führte weiter aus, d
ie diagnostizierte depressive Störung könne zumindest teilweise für die kognitiven Defizite, besonders bei An
triebsleistung, schwerer Verlangsamung sowie schwachen Lern- und Informati
onsverarbeitungsleistungen
,
ursächlich sein. Eine somatoforme Schmerzstörung lasse sich hingegen nicht erhärten, könne doch kein ausgewiesener, ausreichend schwerer innerseelischer Konflikt festgestellt werden. Des Weiteren würden sich auch keine schwerwiegenden psychosozialen Belastungsfaktoren finden. Es liege kein primärer psychischer Faktor vor, der für die Auslösung der Schmerzsympto
matik identifiziert werden könne. Vielmehr sei von einer
dysfunktionellen
Schmerzverarbeitung mit sekundärer Symptombildung auszugehen.
Bei den ursprünglich auslösenden somatischen Faktoren könne man die aufrechterhalten
den psychischen Faktoren bei der Beschwerdeführerin genau identifizieren. Unter anderem seien dies maladaptive Kognitionen in Form von gedanklicher Einen
gung auf das Schmerzerleben,
Katastrophisierung
von Körperempfindungen und Kran
k
heitsfolgen, Grübeln über schmerzassoziierte Inhalte
und rigide Attribution der Ursachen auf organische Faktoren. Es bestehe eine ausgeprägte emotionale Belastung im Sinne einer Verzweiflung bei subjektiv unerträglichen Schmerzen.
Infolge des eben Gesagten und
des Verhaltens mit zunehmender Depressivität, Schon- und Fehlhaltung
sowie
daraus resultierender körperlicher
Dekonditionie
rung
und reduzierten sozialen Kontakten, diagnostizierte die Gutachterin ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
10: F45.41). Unter Berücksichtigung einer Wechselwirkung der depressiven Symptomatik einerseits sowie den chronischen Schmerzen andererseits sei es bei der Beschwerdeführerin zu einer vermehrt nach innen gerichteten Selbstwahr
nehmung, zu einer dysfunktionalen Schmerzbewältigung und zur Selbstlimitie
rung gekommen. Infolge dessen lasse sich jedoch keine Relevanz für die Arbeits
fähigkeit aus der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ableiten. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe durch das Schmerzsyn
drom kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Berücksichtige man zudem die enge Verknüpfung von Schmerzerleben einerseits sowie der depressiven Entwicklung andererseits, so sei medizinisch-theoretisch aus psychiatrischer Sicht die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin zwar eingeschränkt, aber keineswegs aufgeho
ben. In Bezug auf die aktuell diagnostizierte mittelgradige depressive Episode sei die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin als um rund 30 % reduziert zu be
trachten. Somit resultiere aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 70
%
. Tätigkeiten, in denen eine schnelle Einstellung und Umstellung auf neue Situationen und Anforderungen an kognitive Fl
exibi
lität im Vordergrund stünden
, seien ungeeignet. So auch eine Arbeit mit hohen
Anforderungen im Multitasking-Bereich. Überdies seien Arbeiten oder Tätigkei
ten mit grösseren Anforderungen an Verlässlichkeit und Genauigkeit problema
tisch. Büroarbeiten ohne Stress und in einer ruhigen Umgebung sowie körperliche Arbeiten unter Anleitung seien durchaus denkbar. Die Gutachterin attestierte der Beschwerdeführerin sowohl in der angestammten Tätigkeit, wie auch in einer lei
densangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils, eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/93 S. 56-59).
4.3.5
Im neuropsychologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, bei der Beschwerde
führerin würden sich leichte, mittelschwere, schwere und sehr schwer gestörte kognitive Funktionen zeigen. Dabei komme es in keinem der geprüften kogniti
ven Funktionsbereiche zu einem alters- und bildungsentsprechenden Befund. Insbesondere bei Aufgaben, die aktive und selbständige Informationsverarbei
tung erfordern, würden sich schwere bis sehr schwere Störungen zeigen. Es komme sowohl quantitativ wie qualitativ innerhalb einzelner Funktionsbereiche zu Diskrepanzen mit
inhaltlich bizarren Antworten und Fehlern als auch zu gro
ben Abweichungen von Erwartungs- und Normwerten. Dies kontrastiere mit im
mer wieder auch inhaltlich sehr guten und äusserst schnell erbrachten und prä
zisen Antworten und kognitiven Leistungen. Die Leistungen seien
zudem
im Ver
gleich zu klinischen Erwartungs- und Normwerten bei neurologischen Patienten
gruppen sehr auffällig und nicht
erklärbar. Die Symptomvalidierung sei quanti
tativ und qualitativ sowohl im Aufmerksamkeits- als auch im Gedächtnisbereich hoch auffällig. Dabei seien die Ergebnisse in den Symptomvalidierungsverfahren weitaus schlechter als sie im Vergleich zu neurologischen Gruppen mit leichter oder fortgeschrittener Demenz erwartet werden würden. Des Weiteren stellte die
begutachtende
Psychologin
starke Verhaltensauffälligkeiten im Testverhalten fest (passiv-inaktives Verhalten, fehlendes Zuhören, fehlende aktive Informati
onsverarbeitung), wobei sich dieses Testverhalten nicht durchgängig beobachten lasse. Vereinzelt sei auch ein aktives und völlig unauffälliges Testverhalten un
abhängig vom Schweregrad einer Aufgabe möglich gewesen.
Es stehe aber e
in allgemein passiv-inaktives Verhalten, mehrheitlich ohne Anstrengungsbereit
schaft im geistigen und psychischen Bereich
im Vordergrund
.
Somit
sei aus neu
ropsychologischer Sicht von nicht authentischen kognitiven Funktionsstörungen auszugehen. Leichte authentische kognitive Funktionsstörungen seien zwar nicht auszuschliessen, aktuell aber eher unwahrscheinlich und
nicht objektivierbar.
Die aktuell vorhandenen Hinweise auf eine
chronifizierte
und generalisierte kogni
tive Symptomatik würden sich am ehesten durch mangelndes Training und völ
lige Inaktivierung erklären lassen.
Entsprechend könne bei nicht möglicher Iden
tifizierung von authentischen kognitiven Funktionsstörungen
und bei generali
sierter und
chronifizierter
psychischer Symptomatik keine Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit, weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit,
aufgeführt werden (
Urk.
7/93 S.
66f.).
4.3.6
Der behandelnde Rheumatologe diagnostizierte in seinem Teilgutachten Lupus
erythematodes
, ein
zervikothorakovertebrales
Syndrom sowie
Periarthropathia
humeroscapularis
linksseitig. Die Behandlung sei erfolgreich, so dass die Be
schwerdeführerin nicht mehr durch Gelenkschmerzen geplagt sei und sich die Gelenkuntersuchung klinisch unauffällig zeige. Das bereits früher beschriebene
zervikothorakovertebrale
Syndrom sei hingegen auch heute klinisch fassbar. Es würde sich eine schmerzhafte
Tendomyose
im
Trapezius
links befinden. Ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom liege jedoch nicht vor. Die Schmerzen in der linken Schulter würden einer leichte
n
Periarthropathie
mit
Impingement
symptomatik
entsprechen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit äusserte der Gutach
ter, medizinisch-theoretisch könne aus rheumatologischer Sicht eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Einschränkung vollzeitig ausgeübt werden. Die
Feinglied
rigkeit
und die muskuläre
Dekonditionierung
mit Haltungsinsuffizienz und
zer
vikothorakalem
Syndrom würden das Hantieren von schweren Gegenständen verunmöglichen. Ebenso seien repetitive Arbeiten auf Schulterhöhe oder darüber zu vermeiden. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Phar
maassistentin nicht limitiert. Ebenso sei sie für eine körperlich leichte Tätigkeit entsprechend dem Belastungsprofil in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(
Urk.
7/93 S. 72f.)
.
4.3.7
Zusammenfassend könne festgehalten werden,
gegenüber der Begutachtung im Jahr 2008 (vgl.
E. 3
)
handle es sich bei
ihrer
Beurteilung
(
A._
-Gutachter)
um eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei mehr oder weniger gleichem klinischem Bild. Die
neuropsychologischen Untersuchungsbefunde
würden
zwar schlechter ausfallen, die Resultate allerdings anders interpretiert werden. Man gehe von nicht authentischen neuropsychologischen Störungen aus, die sich nicht auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Neu sei
ausser
dem
die rheumatologische Diagnose eines Lupus, dessen Aktivität jedoch nur leichten Grades sei und mit geringer Medikation unter Kontrolle gehalten werden könne. Die kardialen Befunde seien stabil und würden als günstig eingeschätzt werden. Hinsichtlich der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung
, welche für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich sei,
sei anzu
merken, dass bereits im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS Hinweise auf eine leicht- bis mittelgradig schwere dep
ressive Störung erwähnt
worden seien
(
Urk.
7/93 S. 26).
4.4
Zu den gesamten
Vorakten
nahm RAD-Ärztin
Dr.
B._
am
2.
Juni 2015 Stellung (
Urk.
7/103) und äusserte, die willentliche Überwindung der Schmerzempfindun
gen erscheine möglich. Es werde eine polydisziplinäre Rehabilitation empfohlen.
Es sei davon auszugehen, dass eine Verbesserung der geistigen und körperlichen
Dekonditionierung
dadurch erreicht werden könne.
4.5
Dr.
G._
hielt in seinem Verlaufsbericht vom
7.
Februar 2017, der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht wurde, fest (
Urk.
3),
der
psychopathologi
sche
Befund sei praktisch durchgehend derselbe wie beim Erstgespräch
(
Mai
2014,
vgl. E. 4.2)
. Die Beschwerdeführerin sei schüchtern, wortkarg, erschöpft wirkend, affektmässig traurig, depressiv und hoffnungslos. Im Denken sei sie verlangsamt sowie eingeengt auf ihre Schmerzen und die gesundheitlichen Prob
leme ihrer Kinder.
Aufgrund ihrer praktisch permanenten Schmerzen im Bereich der Hände, der Schultern und auch der Beine sowie der extremen Müdigkeit emp
finde sie die Lebensqualität massiv eingeschränkt.
Ausserdem traue sie sich we
gen ihrer Zerstreutheit nichts mehr zu.
Die Beschwerdeführerin sei die verkör
perte Hoffnungs- und Hilflosigkeit, sehe sich als Opfer ihres Schicksals und voll
kommen resigniert. Einzige Lichtblicke seien die Sommerferien im Süden mit der Familie.
Dr.
G._
äusserte weiter, es sei davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin die Medikation regelmässig einnehme, wobei deren Wirkung eher ge
ring zu sein scheine.
Zu
einer zeitweisen Entlastung der Beschwerdeführerin und ihrer Familie
könne allenfalls eine stationäre psychosomatische Rehabilitations
kur beitragen.
Hinsichtlich der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit könne er sich nicht vorstellen, dass die Beschwerd
eführerin in der Lage sei
, einer beruflichen Tätig
keit nachzugehen. Aufgrund ihres mittler
weile derart stark negativ geprägten Selbstkonzepts bei chroni
scher Depression
schaffe sie selbst im Haushalt nur das Minimum. Plausible Anhalts
punkte für Aggravation sehe er nicht.
5.
5.1
Es steht aufgrund der Akten fest, dass sich das klinische Bild im Zeitpunkt der Einstellung der Invalidenrente gegenüber
demjenigen im Zeitpunkt der
Renten
zusprache
im Jahr 2008
nicht wesentlich verändert hat, was im Übrigen auch
unbestritten ist.
Zu prüfen ist, ob die Aufhebung der seit
1.
Mai 2006 zugespro
chenen Invalidenrente per Ende März 2017 im Sinne der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 gerechtfertigt ist.
5.2
Nach der dargelegten Aktenlage, war im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im Jahr 2008 das im MEDAS-Gutachten beschriebene, diagnostisch einer Neurasthenie
zugeordnete Beschwerdebild
sowie
eine mittelschwere bis schwere kognitive Min
derleistung
und
ein
myofasciales
Schmerzsyndrom des Schultergürtels
Grundlage für die Annahme eines die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Gesundheits
schadens (vgl. vorstehend
E. 3
;
Urk.
7/42 S. 7
).
Die Zugehörigkeit der Neurasthe
nie zu den
somatoformen Störungen und damit zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage wurde in der Rechtsprechung schon mehrfach bestätigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 70/07 vom 1
4.
April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 2
8.
April 2010 E. 2.2.2; 9C_662/2009 vom 1
7.
August 2010 E. 2.3).
Aus somatischer Sicht ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf das
MEDAS-
Gutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste
Tätigkeiten aus
(vgl. E. 3)
.
Damit steht fest, dass die
Rentenzusprache
im Jahr 2008 aufgrund eines unklaren Beschwerdebil
des, wie es von der Schlussbestimmung 6a erfasst ist, erfolgte, und
entsprechend
ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Überprüfung der Rente unter diesem Titel nicht zu beanstanden (BGE 139 V 547 E. 10.1.1).
Indem die Beschwerdegegnerin die Überprüfung im März 2013 (
Urk.
7/64) und damit innert der Dreijahresfrist gemäss der Schlussbestimmung 6a einleitete, er
folgte die Überprüfung rechtzeitig.
5.3
Zu prüfen ist im Folgenden, ob im Zeitpunkt der Revision die Voraussetzungen nach
Art.
7 ATSG (vorstehend E. 1.
1
) erfüllt waren.
6.
6.1
6.1.1
Das
A._
-Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf
all
seitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der umfangreichen
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Insbesondere wurden die in den
Akten liegenden Vorgutachten der
MEDAS
wie auch verschie
dene Berichte
der behandelnden Ärzte der
H._
sowie
von
Dr.
C._
und
Dr.
G._
ausführlich wiedergegeben (S.
4-12
) und in die Würdigung miteinbezogen. In Anbetracht der umfangreichen medizinischen
Vorakten
erweist sich das Einholen von (weiteren) Auskünften bei
m
behan
deln
den Psychiater
als entbehrlich, zumal Fremdanamnesen rechtspre
chungsgemäss nicht zwingend er
forderlich sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 1
1.
Juli 2012 E. 7.4).
Sodann
hat
die begutachtende Psychiaterin nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie die Beurteilung
der MEDAS-Gutachter
und des behandelnden Psychiaters
nicht teil
t
(
Urk.
7/93 S. 58f.
)
.
Dabei vermag ihre Begründung zu überzeugen, dass die nie in Anspruch genommene
teilstationäre oder
stationäre Behandlung nicht auf eine
derart beeinträchtigende affektive Störung hindeutet, wie es der
behan
delnde
Psychiater
und
der MEDAS
-Gutachter
attestierte.
Auch die begutachtende Psychologin legte einleuchtend dar, weshalb die stark ausgeprägten neuropsy
chologischen Befunde am ehesten
durch mangelndes Training und völlige Inak
tivierung
erklärbar seien, würden sie doch auffällig von Erwartungs- und Norm
werten abweichen
(
Urk.
7/93 S. 67)
.
Das Gutachten leuchtet auch in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation ein und enthält einleuchtend begründete
Schlussfolgerungen.
6.1.2
Die Beschwerdeführerin machte unter anderem geltend, das
A._
-Gutachten vom Mai 2015 sei im Zeitpunkt der Revisionsverfügung vom Februar 2017 nicht mehr aktuell gewesen. Sie verwies auf einen neueren Berich
t (vgl. vorstehend E.
4.5), gemäss welchem das Ausführen einer beruflichen Tätigkeit aufgrund des derart stark negativ geprägten Selbstkonzepts bei chronischer Depression nicht vorstellbar sei. Die vom behandelnden Psychiater
Dr.
G._
im Verlaufsbericht
geschi
lderte Befundlage ist nicht neu. Er selbst erwähnt gegenüber seinem Erst
gespräch im Mai 2014 ein
en unveränderten psychopathologischen
Befund.
Die von ihm beschriebene psychiatrische Störung (vgl. E. 4.5) war den
A._
-Gutachtern bekannt und wurde im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt (vgl. E. 4.3).
Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit als hin
reichend abgeklärt und aktuell. Eine erneute Begutachtung ist nicht angezeigt.
6.1.3
Entgegen dem Begehren der Beschwerdeführerin, die die Veranlassung eines neuen Gutachtens nach den Vorgaben von BGE 141 V 281 verlangte (
Urk.
1 S. 6), bleibt zu bemerken, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gut
achten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr gilt es im Einzelfall mit seinen je eigenen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen gesamthaft zu prüfen, ob in bundesrechtskonformer Weise abschliessend auf die vorhandenen Beweisgrundlagen abgestellt werden kann. Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob das
A._
-Gutachten - allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Be
richten - eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren er
lauben (Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2).
Dies ist im Folgenden zu prüfen.
6.2
6.2.1
Nach der jüngsten Rechtsprechung ist bei sämtlichen psychischen Leiden beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (zum strukturierten
Beweisverfahren und den Indikatoren, vgl. vorstehend
E. 1.4
) zunächst zu beur
teilen, ob die Schwere des Krankheitsgeschehens auf einen (versicherten) Gesund
heitsschaden zurückzuführen ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1).
6.2.2
Der von den
A._
-Gutachtern gestellten Diagnose einer
chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
:
F45.41; vorstehend
E. 4.3
.4
) fehlt rechtsprechungsgemäss
ein Bezug
zum Schweregrad (BGE 142 V
106 E. 4.2).
Hinsichtlich der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10: F32.1; vorstehend
E.
4.3
.4
) betonte die begutachtende Psychiaterin, dass die Beschwerdeführerin
seit 2007 bis 2014 keine konsequente fortlaufende am
bulante, teilstationäre oder
stationäre psychiatrische
bzw. psychotherapeutische
Behandlung wahrgenommen habe
und auch die aktuelle Medikation keine Ver
besserung gebracht zu haben scheine
(vgl. vorstehend
E.
4.3.4
)
.
Angesichts des ausbleibenden Behandlungserfolgs stellt sich die Frage, weshalb
die Beschwerde
führerin
ihr Leiden nach so langer Zeit nicht mit einem anderen therapeutischen Ansatz wie beispielsweise einer Tagesklinik angegangen ist.
So sieht auch die Psychiaterin der
A._
die Behandlungsmöglichkeiten keineswegs
als
ausge
schöpft
(
Urk.
7/93 S. 58)
.
Unter diesen Umständen kann nicht auf eine besondere Schwere der psychischen Gesundheitsstörung geschlossen werden.
Zum Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
ist dem
A._
-Gutachte
n
zu entnehmen,
dass in Bezug auf den Indikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde» aufgrund der depressiven Störung vor allem die kognitiven Fähigkeiten der Beschwerdeführerin eingeschränkt sind
(vgl. E. 4.3.4)
.
Selbst
Dr.
G._
sah in erster Linie die Vergesslichkeit der Beschwerdeführerin als die Arbeitsfähigkeit ein
schränkend (vgl. E. 4.2),
was, in Anbetracht dessen, dass sowohl
Dr.
G._
als auch die begutachtende Psychologin durch ein Training oder kognitiv-verhaltensori
entierter und systemischer Psychotherapie eine Verbesserung der kognitiven Ein
schränkungen erwarteten
(vgl. E. 4.2 und E.
4.3.5), jedenfalls nicht auf eine an
haltende schwere Störung hindeutet
.
Sodann schloss
die
begut
achtende Psychia
ter
in
eine
mitwirkende
psychiatrische Komorbidität von erheb
lich schwerer In
tensität, Ausprägung und Dauer ausdrücklich
aus (
Urk.
7/93 S.
58)
und eine so
matische Komorbidität fällt von vornherein ausser Acht
.
Zur konkreten Erscheinungsform der Gesundheitsschädigung wies sowohl die psychiatrische Gutachterin als auch die begutachtende Psychologin darauf hin, dass die Motivation der Beschwerdeführerin massgeblich durch die subjektive Krankheitsüberzeugung beeinflusst sei (
Urk.
7/93 S. 55 und S. 67).
Ferner er
wähnte auch
Dr.
G._
die der Psychotherapie entgegengebrachte grosse Skepsis der Beschwerdeführerin (vgl. E. 4.2).
Zum sozialen Kontext gingen die
A._
-Gutachter und
Dr.
G._
übereinstim
mend von intakten Familienbeziehungen aus (
Urk.
7/
93 S. 35f. und
Urk.
3
), wobei die Beschwerdeführerin sei
t
2004
verheiratet ist und der Ehemann sie sowohl im Haushalt als auch in der Erziehung der gemeinsamen Kinder (
2006, 2009
) unter
stützt (
Urk.
7/
93 S. 51 und
Urk.
3
).
Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe sie eine gute Beziehung
zu
ihren Eltern sowie ihren Geschwistern und stehe mit diesen regelmässig in Kontakt (
Urk.
7/
93 S. 51
).
Aus dem
A._
-Gutachten ergibt sich, dass kein vollständiger sozialer Rückzug vorliegt (
Urk.
7/93 S. 58).
6.2.3
Beweisrechtlich entscheidend ist sodann der verhal
tensbezogene Gesichtspunkt der «
Konsistenz
»
.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschrän
kungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist fest
zuhalten, dass diesbezüglich keine gleichmässigen Einschränkungen bestehen. Die Beschwerdeführerin geht seit Jahren keiner beruflichen Tätigkeit nach und fühlt sich aufgrund ihrer
kognitiven
Einschränkungen
schwerkrank und nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
7/93 S. 53
). Daneben zeigt die Beschwerdeführerin einige Aktivitäten im Tagesablauf
(Haushalt, Spaziergänge sowie Physiotherapie und Arzttermine)
und es lassen sich gute familiäre Kontakte erheben
(
Urk.
7/93 S. 33)
e
inschliesslich positiv erlebte Ferienaufenthalte
(
Urk.
3)
.
6.3
Aufgrund dieser Erwägungen zur Schwere des Leidens und zu dessen Konsistenz lässt sich im Ergebnis nicht beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin im Rah
men der Rentenüberprüfung zum Schluss gelangte, eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit sei
entgegen
de
r Einschätzung der
A._
-Gutachtern zu vernei
nen. Mithin hat sie zu Recht erkannt, dass die Voraussetzungen von
Art.
7 ATSG nicht erfüllt sind und in diesem Zuge die Rente gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG pro
futuro
aufgehoben.
Die medizinischen Akten erlauben eine verlässliche Beurteilung des Leistungsan
spruches der Beschwerdeführerin und ergänzende medizinische Abklärungen ver
sprechen keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse, weshalb entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Gerichtskosten im Sinne von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der
un
terliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.