Decision ID: 0b30ed27-e47a-4d56-af2a-32cfde19f4c5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1928, ist Staatsangehörige der Türkei
.
1969
liess sie sich
in der Schweiz
nieder
und a
b
1979 verfügt
e
sie über eine Aufenthaltsbewilligung C (Urk. 15/2a,
Urk.
15/
2g,
Urk.
15/3).
Ab dem Jahr 1990 bezog sie eine
AHV-
Alters
rente und gestützt auf ein im gleichen Jahr gestelltes Gesuch
Ergänzungs
leis
tungen. Die Anspruchsvoraussetzungen wurden im Laufe der Jahre periodischen Überprüfung
en
unterzogen
(
Urk.
15/Deckblatt, Urk.
15/A-I
,
Urk.
15/V33 ff.
).
Am 2
0.
September
2016
lud die
zuständige
Durchführungsstelle,
das
Amt für Zu
satzleistungen zur AHV/IV
der Stadt Zürich
,
X._
auf den 22.
September 2016 zu einer persönlichen Vorsprache in den Räumlichkeiten der Amtsstelle ein
(Urk. 15/154a).
Nachdem die Leistungsbezügerin dieser Aufforderung keine Folge geleistet hatte (Urk. 15/154b),
forderte
die Dur
chführungsstelle sie
am 1
3.
Okto
ber 2016
erneut
auf, nunmehr am
1
7.
Oktober 2016
persönlich
in der Amtsstelle zu erscheinen
(Urk. 15/154c).
Am 1
7.
Oktober 2106 erschien
X._
wiede
rum nicht.
Auch
die weiteren Bemühungen der
Durchführungsstelle
, die Landes
an
wesenheit der Leistungsbezügerin zu kontrollieren,
scheiterten. Keiner der Auf
forderungen leistete die
se
Folge. Stattdessen
teilte
ihre Schwester
,
Y._
,
mit
,
X._
sei
zum Zeitpunkt der anberaumten Termine
nicht
in
Zürich
gewesen
, sondern
habe sich andernorts in
der Schweiz oder im Ausland
aufge
halten
.
A
ufgrund einer längerdauernden Wohnungssanierung
habe sie sich nicht
in Zürich
aufhalten können
. Im Übrigen
aber sei sie nach wie vor in
Zürich wohn
haft und
halte
sich hier auch
auf
(Urk. Urk. 15/AN/5, Urk. 15/154e,
Urk.
15/155,
Urk.
15/155a,
Urk.
15/157,
Urk.
15/158
,
Urk.
15/160 f.,
Urk.
15/163 f.,
Urk.
15/166
f.
).
Am
4.
November 2016
teilte
die Durchführungsstelle
X._
die vorübergehende Einstellung der Auszahlung der Zusatzleistungen mit und stellte ihr in Aussicht, die
Leistungen per Ende Oktober 2016
ohne weitere Mit
teilung einzustellen
, sollte sie
am 1
6.
November 2016 wiederum unentschuldigt oder ohne triftige Gründe nicht in der Amtsstelle erscheinen
(Urk. 15/154d).
Am
3.
April 2017 verfügte die Durchführungsstelle formell die Einstellung
der Ergän
zungsleistungen per 1.
November 2016 (Urk. 15/50).
Gegen diese Verfügung erhob
Y._
namens ihrer Schwester
am 1
4.
Mai 2017 Einsprache (Urk.
15/164
).
Mit Schreiben vom 2
3.
Mai 2017
wies die Durch
führungsstelle erneut darauf hin, es
sei
erforderlich, dass
X._
auf der
Amtsstelle persönlich vorspreche. Andernfalls müsse mit einer Abweisung der Ein
sprache gerechnet werden (Urk. 15/168).
Daraufhin teilte
Y._
der Durch
führungsstelle telefonisch mit, ihre Schwester
X._
halte sich
nach wie vor in der Türkei auf.
G
esundheitliche Gründe verhinderten
derzeit
eine Rückkehr (Urk. 15/AN/2).
Am 2
1.
November 2017 wies die Durchführungsstelle die Einsprache ab (Urk. 2 =
Urk.
15/51).
2.
Gegen den
Einspracheentschei
d
erhob
Y._
namens ihrer Schwester
X._
am 1
2.
Januar 2018 bei der Durchführungsstelle Beschwerde. Sinngemäss beantragte sie die Weiterausrichtung der Ergänzungsleistungen (Urk. 1). Das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV leitete die Beschwerde zuständigkeitshalber an
das Sozialversicherungsgericht weiter (Urk. 4).
Dieses setzte der Beschwerde
füh
rerin eine Nachfrist an, um sich zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu äussern und um eine Vertretungsvollmacht für
Y._
einzureichen (Urk. 5). Mit am
9.
Februar 2018 zur Post gegebener Eingabe wurden eine Vertretungs
voll
macht
(Urk. 10)
und
der Ausschnitt des Briefumschlags enthaltend die Sen
dungsnummer der am 2
2.
Januar 2018 der Post übergebenen Nachfristverfügung nachgereicht (Urk. 11/1). Am 2
0.
März 2018 erstattete die Durchführungsstelle die Beschwerdeantwort mit dem Rechtsbegehren, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen (Urk. 14). Mit Verfügung vom 2
8.
März 2018 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben, sich zu den
Ausführungen
in der Beschwerdeantwort zu äussern (Urk. 16). Am 1
4.
Mai 2018 teilte
Y._
telefonisch
mit, es treffe nicht zu, dass
ihre Schwester
ver
stor
ben sei (Urk. 19). Eine weitergehende Stellungnahme erfolgte nicht (vgl. Urk. 20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Mit
Gerichtsv
erfügung vom 1
9.
Januar 2018 wurde die Beschwerdeführerin auf
ge
fordert, sich zur Rechtzeitigkeit der Beschwerdeerhebung zu äussern und eine Vertretungsvollmacht einzureichen (Urk. 5). Innert Frist ging die verlangte Ver
tretungsvollmacht ein.
Aus den übrigen
innert der Nachfrist
eingereichten Unter
lagen
ergibt sich
, dass der
Einspracheentscheid
zwecks Eröffnung
am 21.
Novem
ber 2017 der Post übergeben worden war. Ab dem 2
2.
November
2017 lag dieser auf der Post zur Abholung
durch die Beschwerdeführerin
bereit, wobei bis zum Ablauf der siebentägigen Abholfrist am 29.
November
2017
keine
Abholung erfolgte. Am
3
0.
November 2017 wurde
die Sendung an die
Absender
in
retour
niert (Urk. 11/2/2). Am
7.
Dezember 2017
stellte
die Beschwerdegegnerin
den
Einspracheentscheid
erneut zu (nunmehr mit normaler Post) und orientierte
die Beschwerdeführerin
hinsichtlich des
erfolglosen Zustellversuchs
über die Zustell
fi
ktion per 29. November 2017 und darüber, dass die Frist zur Erhebung einer
Be
schwerde (unter Berücksichtigung des Friststillstandes zwischen dem 1
8.
Dezem
ber 2017 und dem
2.
Januar 2018; vgl.
Art.
38
Abs.
4
lit
. c
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
am 1
5.
Januar 2018 enden werde (Urk. 11/2/1). Diese Frist war eingehalten, als die Beschwerde am 1
5.
Januar 2018 der Beschwerdegegnerin überbracht wurde (Urk. 4). Das Ein
reichen bei der nicht zuständigen Behörde schadet nicht (
Art.
60
Abs.
2
in Ver
bindung mit
Art.
39
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die Beschwerdegegnerin
beantragte, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer
in
zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Türkei verstorben sei.
In welcher Funktion die
Schwester
Y._
den Prozess führe,
sei es
als Vertreterin oder als Erbin
respektive als
Erben
vertreterin, sei unklar
(Urk. 14 S. 2).
Aus der Beschwerdeschrift ergibt sich, dass
Y._
die Beschwerde als Ver
treterin der Verfügu
ngsadressatin
X._
führt. Sie erwähnte dort ausdrück
lich, sie erhebe die
Beschwerde
für
X._
(
Urk.
1
Ingress
).
Klarheit über den Tod von
X._
besteht nicht. Fest steht nur, dass die AHV-Altersrente seit
August
2018
als «Erloschene Rente» bezeichnet
wird (Urk. 15/J). Auf diesen Umstand ist bei der Anspruchsprüfung einzugehen
(vgl. nachstehende E. 4.4
)
. Die Prozessvoraussetzungen indessen sind erfüllt.
Die Beschwerde
wurde
rechtszeitig erhoben,
sie enthält
ein Rechtsbegehren
sowie
eine Begründung und
Y._
verfügt
über eine
Ver
tretungsvollmacht.
2.
2.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Voraus
setzungen nach
Art.
4-6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tung
en zur Deckung ihres Existenzbedarfs (
Art.
2
Abs.
1 ELG; §
§
1, 13, 15 und 20
Abs.
1 des Gesetzes des Kantons Zürich über die Zusatzleistungen zur Alters-, Hinterlass
enen- und Invalidenversicherung;
ZLG).
Der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung besteht ab Beginn des Monats
, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern sämtliche gesetzlichen Vor
aussetzungen erfüllt sind (
Art.
12
Abs.
1 ELG). Der Anspruch erlischt am Ende des Monats, in dem eine der Voraussetzungen dahingefallen ist (
Art.
12
Abs.
3 ELG).
2.2
Gemäss
Art.
4
Abs.
1 ELG setzt der Anspruch auf Ergänzungsleistungen den zivil
rechtlichen Wohnsitz und den gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz im Sinne von
Art.
13
ATSG
voraus. Der Wohnsitz einer Person bestimmt sich gemäss
Art.
13
Abs.
1 ATSG nach den
Art.
23-26 des Zivilgesetzbuches (ZGB; in der seit
1.
Januar 2013 gültigen Fassung). Der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person be
fin
det sich danach an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (
Art.
23
Abs.
1 ZGB) und den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebens
inte
ressen gemacht hat (BGE 127 V 237 E. 1; BGE 125 III 100 E. 3).
Ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat eine Person an dem Ort, an dem sie während längerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (
Art.
13
Abs.
2 ATSG). Nach der Rechtsprechung ist für den
«
gewöhnlichen Aufenthalt
»
der tatsächliche Aufenthalt in der Schweiz und der Wille, diesen Aufenthalt auf
recht zu erhalten, massgebend; zusätzlich dazu muss sich der Schwerpunkt aller Beziehungen in der Schweiz befinden (BGE 141 V 530 E. 5.3, 136 V 244 E. 7.2.3; 119 V 98 E. 6c, 112 V 164 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 9C_729/2014 vom 1
6.
April 2015 E. 3).
2.3
Zu den Voraussetzungen des Wohnsitzes und des gewöhnlichen Aufenthaltes in der Schweiz sieht die Randziffer (
Rz
) 2310.01 der Wegleitung über die Ergän
zungsleistungen zur AHV und IV (WEL) des Bundesamtes für Sozialver
siche
rungen (BSV), gültig ab
1.
April 2011, Stand
1.
Januar 201
6
, vor, dass die Ergän
zungsleistung bei einem längeren Auslandaufenthalt eingestellt und erst nach der Rückkehr in die Schweiz wieder ausgerichtet wird.
Des Weiteren hat das BSV in der WEL detailliert geregelt, ab wann die Ergän
zungsleistungen infolge Aufgabe des gewöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz einzustellen und ab wann sie infolge Wiederaufnahme des gewöhnlichen Aufent
halts wieder auszurichten sind. So wird laut
Rz
2330.01, wenn sich eine Person – auch über den Jahreswechsel – mehr als drei Monate (92 Tage) am Stück ohne triftigen oder zwingenden Grund im Ausland aufhält, die Ergänzungsleistung ab dem darauffolgenden Kalendermonat eingestellt. Die Ergänzungsleistung wird ab dem Kalendermonat wieder ausgerichtet, in welchem die betreffende Person in die Schweiz zurückkehrt. Die Tage der Ein- und Ausreise gelten nicht als Aus
landaufenthalt.
Ferner sieht die WEL für den Fall, dass sich eine Person im selben Kalenderjahr insgesamt mehr als sechs Monate (183 Tage) im Ausland aufhält, das Entfallen des Ergänzungsleistungsanspruchs für das gesamte Kalenderjahr und die Zurück
forderung der bereits ausgerichteten Ergänzungsleistungen vor (
Rz
2330.02).
Bei Auslandaufenthalten aus triftigen Gründen, unter denen berufliche Zwecke oder eine Ausbildung, nicht aber Ferien- oder Besuchszwecke zu verstehen
sind
, ist eine Weiterausrichtung der Ergänzungsleistungen für maximal ein Jahr vorge
sehen (
Rz
2340.01-02). Im Falle von zwingenden Gründen in Form von
Krankheit
oder höherer Gewalt gilt die Weiterausrichtung für die gesamte Zeitdauer, solange der Schwerpunkt aller Beziehungen in der Schweiz verbleibt (
Rz
2340.03-04).
Bei den Bestimmungen der WEL handelt es sich um Verwaltungsweisungen, die sich grundsätzlich nur an die Durchführungsstellen richten und für das Sozial
versicherungsgericht nicht verbindlich sind. Jedoch weicht das Gericht nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Kon
kretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestre
ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesan
wen
dung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 141 V 365 E. 2.4, 140 V 543 E.
3.2.2.1, 138 V 346 E. 6.2, 137 V 1 E. 5.2.3, 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen). Auf dem Wege von Verwaltungsweisungen dürfen indes keine über Gesetz und
Verordnung hinausgehenden Einschränkungen eines materiellen Rechtsan
spruchs
eingeführt werden (BGE 132 V 121 E. 4.4).
2.4
Gemäss
Art.
30 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
haben di
e mit der Festsetzung und Auszahlung der Ergänzungsleistungen betrauten Stellen die wirtschaftlichen Ver
hältnisse der Bezüger periodisch, mindestens aber alle vier Jahre zu überprüfen.
Anlässlich dieser Prüfung hat eine formelle und materielle Prüfung des Einzel
falles zu erfolgen. Neben den wirtschaftlichen werden (soweit anspruchsrelevant) auch die persönlichen Verhältnisse kontrolliert (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleis
tungen zur AHV/IV,
2.
Aufl., Zürich 2009, S. 97).
2.5
Kommen Personen, die Leistungen beanspruchen, ihren
Auskunfts- oder Mitwir
kungs
pflichten in unentsc
huldbarer Weise nicht nach, so kann der Versiche
rungsträger gestützt auf
Art.
43
Abs.
3 ATSG aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss die Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene
Bedenkzeit einzuräumen. Dieses Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
entspricht demjenigen, welches nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG durchzuführen ist (nicht in BGE 139 V 585 publizierte E. 3.3 des Urteils des Bundesgerichts
8C_481/2013 vom
7.
November 2013, SVR 2013 UV Nr. 6 S. 21, 8C_110/2012 E.
2
mit Hinweisen).
Ein Nichteintreten auf das Leistungsbegehren beziehungsweise eine vorüber
geh
ende Leistungseinstellung setzt die Zumutbarkeit der unterbliebenen Mitwirkung voraus, welche zudem für die Abklärung des Leistungsanspruchs erforderlich sein muss. Hingegen ist diese Sanktion nicht zulässig, wenn sich der Sachverhalt auch ohne Mitwirkung der Partei ohne Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand abklären lässt (Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 2015,
N.
100 zu
Art.
43 ATSG). Im Weiteren muss die versicherte Person sich einer solchen Mass
nahme widersetzt oder entzogen haben oder nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu beigetragen haben. Ab welchem Zeitpunkt eine entsprechende Annahme getroffen werden darf, ist von der richtigen Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
abhängig (Urteil des Bundesgerichts I 824/06 vom 1
3.
März 2007).
3.
3.1
Die Beurteilung der Rechtsmässigkeit der mit Verfügung vom
3.
April 2017
erfolgten Leistungseinstellung mit Wirkung ab dem
1.
November 2016 (Urk. 15
/50) bedarf einer Darstellung der Chronologie der Ereignisse.
Am 20.
September
und am 1
3.
Oktober 2016
lud die
Beschwerdegegnerin
X._
auf den 2
2.
Septem
ber 2016
respektive auf den 1
7.
Oktober 2016
zu einer persönlichen
Vorsprache in den Räumlichkeiten der Amtsstelle ein (
Urk.
15/154a,
Urk.
15
/154c). Beiden Terminen blieb die Beschwerdeführerin
unentschuldigt
fern. Auch eine dritte Einladung zur persönlichen Vorsprache am 16. November 2016 liess die
Beschwerdeführerin
unberücksichtigt (Urk. 15/154d).
Ihr Nichterscheinen zu den ersten beiden Terminen liess die Beschwerdeführerin
durch ihre Schwester und Vertreterin,
Y._
(vgl.
Urk.
15/8a,
Urk.
15/9/b-c,
Urk.
15/V),
nachträglich damit rechtfertigen
,
sie
sei den ganzen September mit Freunden in der Schweiz unterwegs gewesen
,
und
ab
Mitte Oktober
habe sie sich
wiederum mit Freunden
auf einer Auslandreise
befunden
(
Urk.
15/AN/5).
Nach der dritten Einladung auf den 1
6.
November 2016
teilte
Y._
der Durch
führungsstelle
vorgängig am 1
1.
November 2016
mit,
X._
habe mit der zuständigen Sachbearbeiterin telefonisch
Kontakt aufnehmen wollen, was aber nicht
gelungen sei
. Im Übrigen
werde sich
X._
bis Ende des Jahres
in der Türkei auf
halten
(
Urk.
15/154e).
Ebenfalls am 1
1.
November 2016 informierten die Städtische
n
Gesundheits
dienste
von Zürich (SGD) die Beschwerdegegnerin darüber, dass man bereits seit länge
rem erfolglos auf der Suche nach der Beschwerdef
ührerin sei. Man vermute, dass s
ie nicht mehr hier wohne. Der Hauswart an der Wohnadresse habe die Be
schwer
deführerin noch nie angetroffen, sondern nur deren Schwester
Y._
. Auch sei der Briefkaste
n schon überfüllt gewesen (
Urk.
15/AN/5).
Mit Schreiben vom
4.
Januar 2017
sodann
teilte
Y._
der Durchfüh
rungs
stelle mit, infolge von Sanierungsarbeiten in der von ihr und
X._
be
wohnten Wohnung seien sie dort kaum anwesend. Da diese Arbeiten andauerten
,
werde
X._
auch im Januar in der Türkei bleiben. Dem Schreiben beigelegt war eine Kopie des Passes
von
X._
und eine von den
Behörde
n
in Istanbul
ausgestellte Identitäts- und Adressauskun
ft betreffend
X._
vom 7.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
15/155/1
-5
; vgl. auch Urk.
15/155a).
Auch in weiteren Eingaben
liess die Beschwerdeführerin darauf
hin
weisen
,
sie
habe sich wegen Sanierungsarbeiten in
ihrer
Wohnung im Sommer 2016 ausser
halb von Zürich und ab November 2016 in der Türkei aufgehal
ten (Urk.
15/158,
Urk.
15/157/1
).
In der weiteren
Korrespondenz
sodann
wurde mitgeteilt
,
X._
habe in Zürich eine neue Adresse
und es wurde wiederholt um die Wiederausrichtung der Ergänzungsleistungen ersucht (
Urk.
15/160 ff.
).
3.2
Mit den Einladungen vom 2
0.
September und 1
3.
Oktober 2016 hatte die Be
schwer
degegnerin die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, die Auszahlung der Leistungen könne bei unentschuldigtem
Nichterscheinen
vorübergehend ein
ge
stellt werden (Urk. 15/154a,
Urk.
15/154c).
Mit der Einladung
vom
4.
Novem
ber 2016
zum persönlichen Erscheinen am 16. November 2016 hatte die Be
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
unter explizitem
Verweis auf
Art.
43
Abs.
3 ATSG die Einstellung der Leistungen
per Ende Oktober 2016
in Aussicht gestellt, sollte sie unentschuldigt oder ohne triftige Gründe nicht erscheinen (Urk. 15/154d).
Am
5.
Januar 2017 wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, die Leistungen würden
vorläufig nicht mehr ausbezahlt, nachdem davon auszugehen sei, dass sich die Beschwerdeführerin
seit Sommer 2016 nicht mehr in Zürich und seit Ende Oktober 2016 sogar in der Türkei
aufhalte. Zur weiteren Beurteilung seien eine Lebensbescheinigung und der Vorschlag für einen Termin
zwecks
Vorsprache erforderlich (
Urk.
15/156).
Im Schreiben vom 1
5.
März 2017 stell
t
e sich die Beschwerdegegnerin erneut auf den Standpunkt,
aufgrund mehrheitlicher
Abwesenheit
der Beschwerdeführerin
könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sich
ihr
Lebensmittelpunkt
noch in der Stadt Zürich
befinde. Nötig sei
ausserdem
auch
eine amtliche Be
scheinigung hiesiger Behörden, dass die Beschwerdeführerin am Leben sei. Die bislang eingereichten Unterlagen genügten diesen Anforderungen nicht. Ohne diese Unterlagen und ohne konkreten Vorschlag für einen Termin zur persön
li
chen Vorsprache müssten die Leistungen definitiv eingestellt werden (Urk. 15/162).
Am
3.
April
2017 erfolgte sodann die formelle Einstell
ung der Leistungen (Urk. 15
/50),
woran die Beschwerdegegnerin auch nach durchgeführtem
Einspra
chever
fahren
festhielt (Urk. 2).
4.
4.1
Da
die Durchführungsstelle für den
gesetzeskonformen
Vollzug
zu sorgen hat, obliegt ihr die Überprüfung des Wohnsitzes und des Aufenthaltes der Bezüger als Leistungsvoraussetzung (
Art.
4
Abs.
1 ELG
)
.
Die
WEL
enthält hierzu detaillierte Anweisungen
. Geregelt ist insbesondere, wie bei
längeren
Abwesenheiten
der Be
zügerinnen und Bezüger
zu verfahren ist (vgl. vorstehende E. 2). D
as persönliche Vorsprechen zur Kontrolle des tatsächlichen Aufenthaltes
ist
hierbei
eine
geeig
nete
, erforderliche
und
auch
zumutbare Massnahme. Die entsprechende Anord
nung als solche bemängelte die Beschwerdeführerin denn auch nicht.
4.2
Durch die Akten belegt
und im
Ü
brigen
unbestritten ist, dass die Beschwer
de
führer
in keiner der Aufforderungen zum
persönli
chen
Erscheinen
Folge geleistet
hat. Auch die
wiederholte
Aufforderung, selber einen für sie geeigneten Termin vorzuschlagen (Urk. 15/156, Urk. 15/162,
Urk.
15/168)
,
liess die Beschwerde
füh
r
erin unbeachtet. Ihr Ni
chterscheinen hat sie mit mehrfachen Reisen in der
Schweiz
und mit einer
anschliessenden
Landesabwesenheit begründet (Urk. 15/154e,
Urk.
15/155/1,
Urk.
15/155a/1,
Urk.
15/157/1).
E
s
wurden indessen zu keinem Zeit
punkt
Unterlagen
eingereicht, mit de
nen
die vorübergehende
n
Abwesenheit
en
innerhalb der Schweiz
und hernach
im Ausland
konkret
nachvollzogen werden könnte
n. Namentlich d
ie
wiederholt
eingereichte Passkopie und
eine
ebenfalls mehrfach eingereichte
behördliche Bescheinigung der Stadt Istanbul (
residental
place
and
other
address
information
/
identity
information
;
Urk.
15/155/3-4, Urk. 15/155a/4-6,
Urk.
15/163/2-3,
Urk.
15/165/1-2) belegen nicht, dass sich die Beschwerdeführerin nur
vorübergehend
in Istanbul aufgehalten hat. Die behörd
liche Bescheinigung der Stadt Istanbul
vom
7.
Dezember 2016
legt vielmehr nahe, dass die Beschwerdeführerin dort über eine ständige Adresse verfügt.
Auf der mit dem Schreiben vom 2
8.
März 2017
(Urk. 15/163/1)
eingereichten
Kopie der
Be
scheinigung wurde gar
handschriftlich
vermerkt, bei der Adresse in
Istanbul handle
es sich um den Wohnsitz (Urk. 15/163/3). Wie es sich tatsächlich verhält, ist aber offen.
Auch die übrigen Angaben sind nicht
überprüfbar
. Nicht überprüfbar
ist
ferner auch
der Anlass
für die
Abwesenheiten.
Einerseits wurde geltend gemacht, es habe sich um
Ferienreisen
innerhalb der Schweiz (
im Mai sowie im
September und
im
Oktober
2016
) und um einen Ferienaufenthalt in der Türkei (
ab
November 2016)
gehandelt
(
Urk.
15/154e,
Urk.
15/155/1 =
Urk.
15/155a
/1,
Urk.
15/157/1,
Urk.
15/158), andererseits soll wegen S
anierungsarbeiten an der Meldeadresse
vor
übergehend keine Wohnmöglichkeit in Zürich bestanden haben
(vgl.
Urk.
155/1 =
Urk.
15/155a/1,
Urk.
15/158).
Schliesslich wurde
geltend gemacht
, die Be
schwer
deführerin sei im Ausland erkrankt
(vgl.
Urk.
15/176-178)
.
4.3
Auf die Möglichkeit der
vorübergehenden
Einstellung
der Leistungen bei unter
lassen
er Mitwirkung wies die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bereits mit den Einladungen vom 2
0.
September und 1
3.
Oktober 2016
zum persönlichen Erscheinen
hin (Termine vom 2
2.
September und 1
7.
Oktober 2016; Urk. 15/154a,
Urk.
15/154c). Mit der erneuten Einladung vom
4.
November 2016
zur persön
lichen
Vorsprache
am 1
6.
November 2016 sodann machte die Beschwerdegeg
nerin die Beschwerdeführerin explizit auf
Art.
43
Abs.
3 ATSG aufmerksam und nannte den Zeitpunkt, ab welchem die Beschwerdeführerin mit der Rechtsfolge der unterla
ssenen Mitwirkung rechnen müsse
(
vorübergehende Einstellung der
Leistungen
per Ende Oktober
2016
;
Urk.
15/154d
).
Ende Oktober 2016
sistierte
die
Beschwerdegegnerin die Auszahlung der Leistungen
,
womit sich
die Schwester der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom
4.
Januar 2017
nicht einverstanden erklärte
(Urk. 15/155/1)
.
Die angedrohte und hernach umgesetzte
Rechtsfolge steht im Einklang mit den Bestimmungen der WEL, die bei einer Abwesenheit von mehr als drei Monaten
die vorläufige
Einstellung der Leistungen vorsieht
(vgl. vorstehende E. 2.3
). Aufgrund der
verschiedenen
Angaben der Beschwerde
führerin
zu ihrer An- respektive Abwesenheit
(
Urk.
15/155/1,
Urk.
15/155a/1,
Urk.
15/157/1)
erscheint überwiegend wahrscheinlich
, dass sie sich seit Mai 2016
effektiv
nicht mehr in Zürich und stattdessen im Ausland aufgehalten hat
te
.
4.4
Vor der
förmlichen
Einstellung der Leistungen mittels Verfügung vom
3.
April 2017 (Urk. 15/50) gab die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführer
in
mit den Schreiben vom
5.
Januar und 1
5.
März 2017
wiederum
Gelegenheit
,
den Aufla
gen nach
zu
kommen und insbesondere einen Termin
zum persönlichen Erschei
nen
vorzuschlagen
(
Urk.
15/156, Urk. 15/162).
Die
Beschwerdeführerin
wurde
wiede
rum mehrfach
zur Mitwirkung aufgefordert
,
erneut
verbunden mit dem Hinweis auf die Rechtsfolgen
im Falle der Nichtbefolgung
.
Der
Aufforderung kam die Beschwerdeführerin
bis
jetzt
nicht nach und die
stattdessen
von der Schwester
gemachten Angaben und die eingereichten Unterlagen
erlaub
en weiterhin
keine zuverlässige Beurteilung der Sachlage.
A
ngesich
ts der mehrfachen Aufforderung zur Befolgung der Auflagen unter gleichzeitigem Hinweis auf die Rechtsfolgen bei Unterlassung stand der Be
schwer
deführerin eine ausreichend bemessene
Bedenkzeit
zur Verfügung
. Ferner sind keine Gründe ersichtlich, die die fehlende Mitwirkun
g zu entschuldigen vermöchten.
Es
ist
somit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
auf
grund der Akten entschied und
am
3.
April 2017
formell
die Einstellung der ab November 2016 nicht mehr ausbezahlten Leistung
en
verfügte.
Zu diesem Zeit
punkt
erschien überwiegend wahrscheinlich
, dass die Beschwerdeführerin
ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder gar den Wohnsitz
in Zürich beziehungsweise
in der Schweiz aufgegeben hatte, was eine Einstellung de
r Leistungen rechtfertigte (vgl.
vorstehende E. 2.3
).
Aus
den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten ergibt sich
zudem
, dass
die
AHV-Altersrente der Beschwerdeführerin
Ende Juli
2017 eingestellt wurde
(
elek
tronische Abfrage bei
der Zentralen Ausgleichsstelle [TeleZas3]
vom 1
1.
Janu
ar
2018;
Urk. 15/J). Da der Bezug von Ergänzungsleistungen den Rentenbezug voraussetzt (
Art.
4
Abs.
1
lit
. a ELG),
führt die
Einstellung der AHV-Altersrente
zum Erlösche
n
des
Anspruch
s
auf Ergänzungsleistungen.
Wie dargelegt war aber bereits die Einstellung per Ende Oktober 2016 gerechtfertigt.
Aus
den
genannten
Gründen ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin am
3.
April 2017 die Einstellung der
Leistungen ab dem 1.
November 2016
verfügte
(
Urk.
15/50)
und diesen Entscheid im
Einspracheverfahren
schützte (Urk. 2).
Demgemäss ist die
gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
November 2017
erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Nach
Art.
61
lit
. a ATSG, ist das Verfahren kostenlos; einer Partei, die sich mut
willig oder leichtsinnig verhält, können
jedoch
eine Spruchgebühr und die Ver
fahrenskosten auferlegt werden (
vgl. auch
§
33
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Die Begriffe der Mutwilligkeit und des Leichtsinns gehören dem Bundesrecht an. Ihre Tatbestände können als erfüllt betrachtet werden, wenn eine Partei Tatsachen wider besseres Wissen als wahr behauptet oder ihre Stellungnahme auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie bei der ihr zumutbaren Sorgfalt wissen müsste, dass er unrichtig ist. Mutwillig ist ferner das Festhalten an einer offensichtlich gesetzwidrigen Auffassung. Leichtsinnige oder mutwillige Prozessführung liegt aber so lange nicht vor, als es der Partei darum geht, einen bestimmten, nicht als willkürlich erscheinenden Standpunkt durch das Gericht beurteilen zu lassen. Die Erhebung einer aussichtslosen Beschwerde darf einer leichtsinnigen oder mut
wil
li
gen Beschwerdeführung nicht gleichgesetzt werden. Das Merkmal der Aus
sichts
losigkeit für sich allein lässt einen Prozess noch nicht als leichtsinnig oder mutwillig erscheinen. Vielmehr bedarf es zusätzlich des subjektiven – tadelns
werten - Elements, dass die Partei die Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren vernunftgemässen Überlegung ohne weiteres erkennen konnte, den Prozess aber trotzdem führt. Mutwillige Prozessführung kann ferner darin begründet liegen, dass eine Partei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende Pflicht (Mitwirkungs- oder Unterlassungspflicht) verletzt (BGE 128 V 323 E. 1b; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_903/2008 vom 2
7.
März 2009 E. 4.1).
Auf ihr
e
Pflicht, Änderung
en
der Verhältnisse zu melden, wurde die Beschwer
de
führerin mit jeder
Leistungsv
erfügung
aufmerksam gemacht
(vgl. etwa
Urk.
15/46).
Ebenfalls wurde sie im
vorliegend massgebenden,
ordnungsgemäss durchge
führ
ten Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
(vorstehend E. 3)
wiederholt und deut
lich darauf
hingewiesen
, dass eine Widersetzlichkeit die Einstellung der Leis
tungen nach sich ziehen könne (Urk.
15/154). Die Beschwerdeführerin hat dennoch - an
haltend und ohne Entschuldigung - jedenfalls bis zur Beschwerdeerhebung jeg
liche Mitwirkung
und namentlich das persönliche Erscheinen
verweigert. Ob
wohl sie
bei zumutbarer vernunftgemässer Überlegung ohne Weiteres
erkennen musste, dass ihrer Beschwerde
bei der klaren Sach- und Rechtslage
kein Erfolg beschieden sein kann,
erhob sie das Rechtsmittel mit gänzlich unbelegter Be
hauptung, was als
trölerisch
zu betrachten ist. Allein ihre offensichtliche Ver
letzung der Mit
wirkungspflicht im Verwaltungsverfahren rechtfertigt
rechtspre
chungsgemäss
, auf mutwillige
Prozessführung zu
schliessen (BGE 128 V 323 E.
1b)
.
Der Beschwerdeführerin ist daher eine Gerichtskostenpauschale von
Fr.
500.-- aufzuerlegen.