Decision ID: 1334b00a-49ad-4e26-b2a8-1d7093ad4aea
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
arbeitete seit dem Jahre 2005 in einem Pensum von 100 % bei der
Y._
AG (Urk. 12/1 Ziff. 1 und 3) und war in dieser Eigenschaft bei der
Vaudoise
Allgemeine, Versicherungs-Gesellschaft AG (
Vaudoise
),
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 26. November 2012 in die ungesicherte Öffnung eines Reparaturschachtes im Boden stürzte (Urk. 12/1 Ziff. 4 und 6). Die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten eine Schulterluxation rechts nach ventral-kaudal mit Abrissfraktur der
Tuberculum
majus
und minus (Urk. 12/5
S. 1).
Die
Vaudoise
trat auf den Schaden ein und gewährte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Urk. 12/35).
1.2
Mit Verfügung vom 8. Mai 2016 verneinte die
Vaudoise
eine Leistungspflicht für die Kosten der psychischen Beschwerden (Urk. 12/127). Am 19. Juni 2015 zog die
Swica
Gesundheitsorganisation ihre am 29. Mai 2015 vorsorglich erho
bene Einsprache zurück (Urk. 12/130, Urk. 12/132). Die vom Versicherten am 8. Juni 2015 erhobene Einsprache (Urk. 12/131) wies die
Vaudoise
mit
Ein
spracheentscheid
vom 13. Juli 2015 ab (Urk. 12/134 = Urk. 2).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am 1
4.
September 2015 Beschwerde gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 13. Juli 2015 (Urk. 2) und beantragte, die
Beschwerde
gegnerin
sei zu verpflichten, nebst der bereits veranlassten orthopädischen Begutachtung auch eine psychiatrische Abklärung zu veranlassen und sodann neu über ihre Leistungspflicht zu entscheiden (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2). Am 2. Oktober 2015 reichte der
Beschwerdeführer
ergänzende Arztberichte ein (Urk. 7, Urk. 8/20-21). Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit
Beschwerde
antwort
vom 14. Oktober 2015 (Urk. 11) die Abweisung der Beschwerde
, worauf der Prozess m
it Verfügung vom 23. Oktober 2015 bis zum Vorliegen der ortho
pädischen Beurteilung sistiert
wurde
(Urk. 13). Auf entsprechende Nachfrage der
Beschwerdegegnerin
vom 28. Oktober 2015 (Urk. 15) stimmte
der
Beschwerde
führer
am 10. November 2015 der orthopädischen Beurteilung zu (Urk.
18-19).
2.2
Mit Schreiben vom 18. Februar 2016 teilte
der Beschwerdeführer
mit, der von der
Beschwerdegegnerin
beauftragte Kreisarzt
könne
keine Einschätzung abge
geben und empfehle die Durchführung einer EFL in der
Klinik Z._
(Urk. 26). In der Folge wurde die Sistierung des Prozesses am 2. März 2016 aufgehoben und der
Beschwerdegegnerin
Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 27). Mit Schreiben vom 16. März 2016 verneinte die
Beschwerdegegnerin
die
Notwendigkeit
sowohl
einer orthopädischen Begutachtung
als auch
eine
r
EFL-Abklärung für den vorliegenden Prozess (Urk. 29)
und verwies i
nnert mit Verfügung vom 22. März 2016 angesetzter Frist auf eine im Auftrag der Invali
denversicherung durchgeführte polydisziplinäre Begutachtung (Urk. 32). Am 25. April 2016 nahm
der Beschwerdeführer
dazu Stellung (Urk. 36), was der Beschwerdegegnerin am 27. April 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 38). Die vom Beschwerdeführer am 18. Juli 2016 eingereichten medizinischen Berichte (Urk. 39, Urk. 40/1-2) wurden der Beschwerdegegnerin am 20. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 41).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach de
m ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 13. Juli 2015 (Urk. 2) hielt die
Beschwerde
gegnerin
zunächst fest, ein Sturz in eine ungesicherte Öffnung im Boden aus einer Höhe von 1.40 m könne höchstens als mittlerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten klassifiziert werden. Die erlittene Verletzung sei eine dislozierte mehrfragmentäre
Tuber
c
ulum
majus
-Fraktur, welche mittels Osteosynthese behandelt
worden sei. Eine radiologische Kontrolle elf Monate später habe stationäre Stellungsverhältnisse, keine Lockerungszeichen und eine vollständige Konsolidation der Frakturspalten gezeigt (S. 5 Ziff. 2.6). Von den nach der Rechtsprechung für die Adäquanzbeurteilung massgebenden Kriterien könne keines als erfüllt gelten, auf jeden Fall nicht in ausgeprägter Weise. Die psy
chischen Beschwerden könnten nicht
rechtsgenüglich
auf den Unfall vom 26. November 2012 zurückgeführt werden und die Leistungseinstellung sei zu Recht erfolgt (S. 6).
In der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2015 (Urk. 11) wiederholte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen die bereits gemachten Ausführungen.
Am 16. März 2016 machte die Beschwerdegegnerin
weiter
geltend, im vor
liegenden Verfahren gehe es ausschliesslich um die Prüfung der Adäquanz der psychischen Beschwerden mit
Bezug zum
Unfall vom 26. November 201
2.
Dabei handle es sich um eine Rechtsfrage, welche vom Rechtsanwender geprüft werde. Ein orthopädisches Gutachten oder eine EFL-Abklärung
sei
en
somit nicht von Bedeutung (Urk. 29).
In ihrer Stellungnahme vom 3
0.
März 2016 (Urk. 32) verwies die
Beschwerde
gegnerin
sodann auf das im Auftrag der Invalidenversicherung erstellte
poly
disziplinäre
Gutachten
des
A._
vom 12. August 2015 und ging gestützt darauf davon aus, dass die aktuelle Arbeitsunfähigkeit einzig durch
ORL-Beschwerden begründet werde;
die diagnostizierte posttraumatische Schultersteife rechts sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit. Die Begutachtung bestätige die Diskrepanz zwischen den objektiven Befunden und der subjektiven Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (S. 1). Da der Beschwerdeführer somit bereits ausführlich orthopädisch begutachtet worden sei, entfalle eine nochmalige diesbezügliche Beurteilung. Auch werde bestätigt, dass der Beschwerdeführer seinen rechten Arm vollständig schone
;
ein verwertbares Profil habe nicht erstellt werden können. Unter diesen Umständen könne folglich auch auf eine EFL-Abklärung
verzichtet werden (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
das Unfallereignis sei richtigerweise als mittlerer Unfall qualifiziert worden, wobei der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen sei (Urk. 1 S. 5 Ziff. 12-13).
Die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände,
der
erhebliche
n
Schwere
der erlitte
nen Verletzungen, der belastenden ärztlichen Behandlung, der erheblichen Beschwerden, des schwierigen Heilungsverlaufes sowie der erheblichen Arbeits
unfähigkeit seien erfüllt (S. 5 f. Ziff. 14-20).
In seiner Stellungnahme vom 25. April 2016
(Urk. 36)
führte der Beschwerde
führer sodann aus,
das Gutachten de
s
A._
vom 12. August 2015 sei nicht verwertbar. Das Verhalten der neurologischen Gutachterin, welche ihn geduzt und beim Händeschütteln mutwillig verletzt habe, sei erschreckend (S. 2).
Der behandelnde Psychiater habe ausgeführt, dass das
A._
bei der
Befunderhe
bung
, der Interpretation der Befunde und Diagnostik gravierende Fehler gemacht habe und er bereits aus psychischen Gründen als zu 100 % arbeitsun
fähig gelten müsse. Bereits im Jahre 2006 sei eine Persönlichkeitsstörung diag
nostiziert worden, es überzeuge demnach nicht, wenn der
A._
-Gutachter ausführe, die Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers seien nicht
krank
heitswertig
(S. 4).
Der Orthopäde Dr.
B._
halte fest, dass das
A._
-Gutachten schlicht nicht brauchbar sei. Bei der angestammten beruflichen Tätigkeit handle es sich sodann nicht um eine reine Bürotätigkeit, die administrative Tätigkeit in seinem Kleinstunternehmen sei zwangsläufig mit der manuellen Tätigkeit bei der Getränkeauslieferung kombiniert. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse und seiner Ausbildung habe er für einen kaufmännischen Beruf nicht die geringste Chance auf eine Anstellung (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob für die Beurteilung des Leistungsanspruches nebst einer orthopädischen auch eine psychiatrische Begutachtung notwendig ist
beziehungsweise ob
psychische Beschwerden
vorliegen, die in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 26. November 2012 stehen
.
3.
3.1
Soweit in den nachfolgenden Erwägungen die Klinik für Unfallchirurgie, das Institut für Anästhesiologie, die Klinik für Plastische Chirurgie und
Hand
chirurgie
sowie die Klinik für Rheumatologie erwähnt werden, handelt es sich dabei durchwegs um Abteilungen des
C._
.
3.
2
Nach dem Unfall am 26. November 2012 war der Beschwerdeführer vom 27. November bis 2. Dezember 2012 in der Klinik für Unfallchirurgie hospitali
siert. In ihrem Austrittsbericht vom
4
. Dezember 2012
(Urk. 12/8)
diagnosti
zierten die verantwortlichen Ärzte eine Schulterluxation rechts nach
ventrokau
dal
mit Abrissfraktur
des
Tuber
c
ulum
majus
und minus (S. 1).
Nach problemlo
sem intra- und postoperativem Verlauf habe die
Redondrainage
zeitgerecht entfernt werden können. Der Patient sei während des gesamten stationären Aufenthaltes gut schmerzkompensiert gewesen und mit reizlosen
Wundverhält
nissen
entlassen worden (S. 2).
Mit Bericht vo
m 12
.
Februar 2013
berichteten
die Ärz
te
, es sei eine
Schulter
reposition
und operative Versorgung mittels
periartikulärer
und proximaler
Humerusplatte
vorgenommen worden. Für insgesamt sechs Wochen postope
rativ dürfe die Schulter nicht belastet werden (Urk. 12/14 Ziff. 7). Bis 22. Januar 2013 sei der Beschwerdeführer arbeitsunfähig (Ziff. 8).
Am 26. Februar 2013
hielten
die Ärzte
bei
Status nach Osteosynthese
fest
, der Patient berichte weiterhin über eine nahezu funktionslose Schulter aufgrund der
Schmerzen. Aktuell sei es nicht möglich, im Berufsleben teilzunehmen, er betreibe weiterhin Physiotherapie
(Urk. 12/17 S. 1).
Sechs Monate nach der Operation diagnostizierten die Ärzte i
n ihrem Bericht vom 21. Mai 2013 eine posttraumatische-
/
postoperative Schultersteife rechts. Der Beschwerdeführer besuche zwei- bis dreimal wöchentlich Physiotherapie, wodurch die Beschwerdesymptomatik verbessert werde.
Im
rechten Schulterge
lenk
bestünden jedoch persistierende belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen mit Bewegungseinschränkung. Die Rehabilitation könne
bekannter
weise
bis zu zwei Jahre dauern, mindestens ein Jahr posttrauma
tisch/postoperativ könne eine
Kapsulotomie
in Frage gestellt werden (Urk. 12/26 S. 1).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin,
führte am 29. August 2013 aus, zwischen Februar und Mai 2013 habe sich der Zustand der rechten Schulter eindeutig verbessert. Die Anteversion habe von 70° auf 110° gesteigert werden können. Seines Erachtens könne im Mai bei einer so guten Anteversion nicht mehr von einer
Schulter
steife
gesprochen werden. Es wäre erstaunlich, wenn die Rehabilitation zwei Jahre dauern sollte. Acht Monate nach der Operation scheine eine volle Ein
satzfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gegeben (Urk. 12/43).
3.4
In seinem Bericht vom
13. September 2013 hielt
der verantwortliche Arzt der
Klinik für Unfallchirurgie
fe
s
t,
im Mai 2013 habe der Patient zwar eine deutli
che Besserung der Schulterflexion auf 110° gezeigt, jedoch sei die
Aussenrota
tion
immer noch auf maximal 10°
passive Beweglichkeit in Neutralstellung beschränkt gewesen
. Dieser
pathognomische
Befund spreche relativ klar für eine adhäsive
Kapsulitis
im Spätstadium. Ob die diagnostizierte posttraumati
sche/postoperative Schultersteife wirklich volle zwei Jahre andauern werde, sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar (Urk. 12/50).
Am 8. Oktober 2013 führten die Ärzte bei unveränderter Diagnose aus, der Beschwerdeführer berichte weiterhin über starke Schmerzen,
Bewegungsein
schränkung
sowie Kraftverlust im rechten Arm. Des Weiteren gebe er eine Sensibilitätsstörung im Bereich des
proximo
-lateralen Oberarms sowie des Klein- und Ringfingers an. Derzeit sei er
als Kaufmann
noch zu 100 % arbeits
unfähig (Urk. 12/59).
3.5
Nach einer elektrodiagnostischen Untersuchung hielten die Ärzte der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am 5. November 2013 fest, in den untersuchten Muskeln könne man keine akut oder chronisch neurogenen Ver
änderungen sehen
,
wie dies bei einer Schädigung des Plexus
brachialis
der Fall wäre. Hingegen zeige sich der Befund einer verminderten Aktivierung, was
bereits klinisch dokumentiert
und am ehesten schmerzbedingt zu erklären
sei. Dass es im Rahmen des Unfallereignisses zu einer Kontusion respektive Irrita
tion des Plexus
brachialis
gekommen sei, sei im Bereich des Möglichen, könne durch die aktuelle elektrodiagnostische Untersuchung aber nicht objektiviert werden. Am ehesten müsse von einer Überlagerungssymptomatik im Rahmen eines chronischen Schmerzzustandes ausgegangen werden (Urk. 12/62 S. 2).
3.6
Am
28. November 2013
empfahl der Facharzt der Klinik für Unfallchirurgie
bei elektrophysiologisch unauffälligen Befunden und nach Rücksprache mit der betreuenden Physiotherapeutin ein interdisziplinäres Vorgehen, nachdem sich basierend auf der posttraumatischen/postoperativen Schultersteife die
Schmerz
symptomatik
klar
chronifiziert
und ausgeweitet zu haben scheine (Urk. 12/69 S. 2).
3.
7
Der verantwortliche Arzt des Instituts für Anästhesiologie nannte in seinem Bericht vom 27. Januar 2014 folgende Diagnosen (Urk. 12/79 S. 1):
Schulter-Arm-Syndrom rechts
depressives Zustandsbild mit Angstkomponente
Der Beschwerdeführer leide unter persistierenden posttraumatischen Schulter- und Armschmerzen rechts. Auffallend sei eine mutmasslich posttraumatische Schultersteife mit ausgeprägter Schonhaltung und Kraftminderung im gesamten Arm und auch an der Hand. Im Rahmen der klinischen Untersuchung sei eine Hypästhesie im Bereich des gesamten rechten Arms aufgefallen (S. 1).
Er empfehle die Weiterführung der bereits laufenden physiotherapeutischen, medi
kamentösen sowie psychiatrisch-psychothe
rapeutischen Behandlung (S. 2).
3.
8
Am 26.
Februar 2014 hielten die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie bei unver
änderten Diagnosen
(Urk. 12/83 S. 1)
fest, klinisch zeige sich eine leicht gebesserte Schultersteife auf der rechten Seite
bei
schmerzgeplagtem und funk
tionell eingeschränktem Patienten. Er sei intensiv an die schmerztherapeutische Sprechstunde angebunden und permanent auf Schmerzmedikamente und physi
otherapeutische
Beübungen
angewiesen (S. 2).
3.
9
Die Ärzte des
Institut
für Anästhesiologie
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 18. März 2014 ein Schulter-Arm-Syndrom rechts und nannten als Fremddiagnosen folgende (Urk. 12/85 S. 1):
Anpassungsstörung mit Angst, Depression, Anspannung und Wut
(F43.23)
narzisstisch paranoide Persönlichkeit
(F61.0)
Verdacht auf dissoziative
Z
ustände nach traumatisierenden Belastungen
Differentialdiagnose (DD) posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
chronisch
asthmoide
Bronchitis bei langjährigem
Nikotinabusus
Insgesamt würden die Physiotherapie und Medikation die Schmerzen des Beschwerdeführers n
icht zufriedenstellend abdecken
. Aufgrund der Beurteilung, des bisherigen Behandlungsverlaufs und einer interdisziplinären Betrachtung erachteten die Ärzte eine stationäre Rehabilitation mit besonderem Fokus auf Schmerz- und Angstbehandlung für indiziert (S. 2).
3.
10
Der den Beschwerdeführer seit
April 2013
behandelnde Psychiater
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 8. Mai 2014 (Urk. 12/93) folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1):
Anpassungsstörung mit Anspannung, Angst, Wut und Depression
(F43.23)
bei anhaltender psychosozialer Belastung
n
arzisstische und paranoide Persönlichkeitsstruktur
(F61.0)
anamnestisch Status nach traumatisierenden Belastungen mit Differentialdiagnosen Reaktivierung einer posttraumatischen Sympto
matik mit veränderter Schmerzwahrnehmung, vegetativer Dysregulation, erhöhter innerer Anspannung, Schreckhaftigkeit und
Lärmempfindlich
keit
Der Beschwerdeführer sei einer eigentlichen Psychotherapie im ambulanten Rahmen bisher nicht zugänglich. Da schon längere Zeit das Schmerzerleben den Tagesablauf bestimme, sei das Errichten einer Tagesstruktur im ambulanten Rahmen bisher nicht möglich. Auch die Angst vor Psychopharmaka führe sehr schnell zu unspezifischen Stressreaktionen mit Verstärkung von Schmerz und
Missempfinden
, wodurch eine geregelte Medikamenteneinnahme kaum noch möglich sei und zu einem Absetzen der Medikation führe. Er halte daher bei diesem traumatisierten Patienten eine interdisziplinäre stationäre
Schmerzthera
pie
für indiziert (S. 2 Mitte).
Aufgrund des schmerzbedingten körperlichen Schonverhaltens sowie
der
ängst
lich depressiven Regression sei der Beschwerdeführer derzeit mit der Bewälti
gung des Alltages überfordert. Die Aufnahme einer Arbeitsfähigkeit sei derzeit
nicht
vorstellbar (S. 3 Ziff. 4). Seit Aufnahme der Behandlung im April 2013
sei der Beschwerdeführer für keinerlei Tätigkeiten arbeitsfähig gewesen (S. 3 Ziff. 5). Von ärztlich psychiatrischer Seite sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im April 2013 ohne den Unfall vom 26. November 2012, mit dessen Folgen für sein Leben, nicht in psychiatrische Behandlung gegeben hätte. Das Unfallereignis mit den psychosozialen Folgeerscheinungen könne als Auslöser der psychischen Dekompensation betrachtet werden. Der Beschwerde
führer habe bereits von März 2006 bis August 2007 in seiner ambulanten psy
chiatrischen Behandlung gestanden. Bereits damals habe er eine narzisstisch paranoide Persönlichkeitsstruktur und aufgrund einer psychosozial sehr belas
teten Situation eine Anpassungsstörung mit Angst, Depression, Anspannung und Wut diagnostiziert und differentialdiagnostisch dissoziative Zustände nach traumatisierenden Belastungen in Betracht gezogen (S. 3 Ziff. 6).
3.1
1
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie
,
führte am 9. Mai 2014 aus, in der Zusammenfassung der klinischen Befunde bestehe eine postoperative
Schultereinsteifung
rechts mit Bewegungsdefiziten bei der Abduktion und
Aus
senrotation
. Aus seiner Sicht sei die Materialentfernung im Bereich der rechten Schulter zu empfehlen. Vorangehend in der gleichen Operation sollte eine Schulterarthroskopie durchgeführt werden um die Kapselverhältnisse und den
Bizepsanker
des rechten Schultergelenkes zu beurteilen. Auch könne dabei die
Rotatorenmanschette
untersucht werden. Die Physiotherapie des rechten Schul
tergelenkes sei weiterzuführen (Urk. 12/94 Ziff. 3).
3.1
2
Die Ärzte des
Institut für Anästhesiologie
baten in ihrem Bericht vom 13. Juni 2014 (Urk. 12/98a) bei unveränderten Diagnosen (S. 1) um eine schulterchirurgische
Reevaluation
und empfahlen trotz ausbleibender Erfolge die Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung (S. 2). Das psychometrische Screening vom 16. Januar 2014 habe Hinweise für eine depressive Entwicklung mit einer deutlichen Angstkomponente ergeben (S. 6).
3.1
3
Am 2. Juli 2014 führte der Leitende Arzt der Klinik für Unfallchirurgie bei unveränderten Diagnosen aus, die intensive krankengymnastische
Übungsbe
handlung
habe nicht zum erhofften Erfolg geführt
, der Beschwerdeführer sei jedoch durch
das
Physio
therapie-Programm sowie die medikamentöse Ein
stellung bezüglich Allgemeinzustand und Lokalbefund kompensiert eingestellt
. Die vorgeschlagene
Osteosynthesematerialentfernung
lehne
der Beschwerde
führer
komplett ab
. Eine weitere ambulante Nachkontrolle sei nicht geplant
(Urk. 12/101 S. 2).
3.1
4
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie nannten in ihrem Bericht vom 10. Juli 2014 im Wesentlichen folgende Diagnosen (Urk. 12/102 S. 1):
posttraumatische
Frozen
Shoulder
rechts
aktuell Bewegungseinschränkung mit „
kapsulärem
Muster“, mögliche chronische Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
, ausgeprägte
myofas
ziale
Befunde im Bereich der dorsalen Schultermuskulatur,
Schulter
protraktion
und
Impingementsymptomatik
progredientes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
Anpassungsstörung mit Anspannung, Angst, Wut und Depression
(F
43.2)
Beim Beschwerdeführer bestehe eine
Frozen
Shoulder
rechts, welche post
traumatisch in der Folge der
anteroventralen
Schulterluxation mit
Abrissfraktu
ren
des
Tuber
c
ulum
majus
und minus aufgetreten sei. Trotz operativer Sanierung und unmittelbarer physiotherapeutischer Mobilisation sei es im wei
teren Verlauf zu einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit und weiterhin persistierenden Schmerzen gekommen. In den letzten Monaten sei die Schulterbeweglichkeit etwas besser geworden, die Schmerzen seien langsam
regredient
. Durch die chronische Fehlhaltung und Schonhaltung trete zunehmend ein progredientes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
rechts
betont
auf mit ausgeprägten
myofaszialen
Befunden der Nackenmuskulatur und dorsalen Schulterpartie. Hier würden auch deutliche
Triggerpunkte
bestehen, welche die Schmerzausstrahlung bis in die Finger IV und V der Hand rechts auslösten. Zum aktuellen Zeitpunkt sei eine Sonographie der Schulter rechts indiziert, im Verlauf der
Frozen
Shoulder
sei nach 24 Monaten eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzsymptomatik zu erwarten
(S. 3)
.
3.1
5
Mit Schreiben vom 22. Juli 2014 bedauerte Dr.
D._
die Ablehnung der vorge
schlagenen Operation durch den Beschwerdeführer, insbesondere, weil die Diskrepanz zwischen aktiver und passiver Mobilität der Schulter nicht erklärbar bleibe
und
alle durchgeführten Abklärungen negativ ausgefallen seien.
Eine Mobilisation unter Narkose, ob mit oder ohne Arthroskopie, sei eine eher
atraumatische
Operation und hätte den aktuellen Zustand besser verstehen lassen. Da der Beschwerdeführer den Vorschlag nicht annehmen wolle, könne davon ausgegangen werden, dass sein Zustand subjektiv und objektiv gar nicht so schlecht sei.
Aufgrund der beruhigenden Ergebnisse aller Untersuchungen, der im Vordergrund stehenden Fremddiagnosen mit Schmerzerweiterung und Überlagerungssymptomatik empfehle er, den Patienten aus orthopädischer Sicht ab sofort als voll arbeitsfähig zu betrachten (Urk. 12/105).
3.1
6
Dr.
F._
nannte in seinem Bericht vom 23. September 2014
im Wesentlichen
folgende Diagnosen (Urk. 12/114 S. 1 Ziff. 1.1):
mittelgradig ängstlich depressive Störung, im Rahmen einer depressiven Entwicklung posttraumatisch/postoperativ
seit 26. November 2012, mit
telgradig seit Sommer 2014
(F32.1)
rezidivierende Anpassungsstörungen mit Anspannung, Angst, Wut und Depression
(F43.23)
chronisch
multilokuläres
Schmerzsyndrom
narzisstische und paranoide Persönlichkeitsstruktur bei Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung
(F62.0)
F
ür den Patienten sei bereits der Verlust seines Ansehens, seiner Firma, seiner Funktionsfähigkeit und Autonomie eine riesige Kränkung, was es ihm bisher verunmöglicht
habe, sich als Patient anzunehmen und in kleinen Schritten auf
therapeutische Interventionen einzulassen. Er habe riesige Ängste vor Kliniken, Institutionen, geschlossenen oder gar dunklen Räumen und Menschen
gruppierungen und insbesondere vor einer
Psychiatrisierung
. Dies alles stehe einer adäquaten Behandlung im Wege
. Der Beschwerdeführer leide
unter einem schweren
chroni
fizierten
Krankheitsbild
, welches bereits vor dem Unfall labil, jedoch jah
relang kompensiert gewesen sei.
Aufgrund des bisherigen therapeutischen Verlaufes gehe er von einer schlechten Prognose aus. Der Beschwerdeführer müsse zuerst aus dem Stress
und
den existenziellen Ängsten herauskommen und sich auf geeignete Behandlungen einlassen können, damit später, bei günstigem
V
erlauf, an berufliche Mass
nahmen gedacht werden könne (S. 3 f. Ziff. 1.4).
Aufgrund der
Schmerzsymp
tomatik
, der Antriebs- und Energielosigkeit, Kraftlosigkeit, der fehlenden Stressresistenz, geringen Belastbarkeit, emotionalen Labilität mit
Konzentrati
onsstörungen
sei der Beschwerdeführer bereits mit der Alltagsbewältigung und Tagesstrukturierung
ü
berfordert
(S. 4 Ziff. 1.7). Seit dem 29. April 2013 sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Inhaber einer
Getränkehan
delsfirma
vollständig arbeitsunfähig (S. 4 Ziff. 1.6).
Vorderhand könne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (S. 5 Ziff. 1.9).
3.1
7
In ihrem Bericht vom 2. Dezember 2014 (Urk. 12/121) hielten die Ärzte des
Institut für Anästhesiologie
bei unveränderten Diagnosen (S. 1 f.) fest, es seien derzeit keine weiteren Kontrollen geplant. Aus anästhesiologisch-schmerztherapeutischer Sicht würden sich derzeit keine weiteren diagnostisch-therapeutischen Optionen anbieten, so dass die Behandlung vorerst sistiert werd
e
(S. 3).
3.1
8
Nach einem Vorgespräch für einen stationären Aufenthalt nannte d
ie verantwortliche Ärztin der Klinik
H._
in ihrem Bericht vom 29. Januar 2015
(Urk. 12/122)
folgende
Diagnosen (S. 1)
:
schwere Anpassungsstörung mit Anspannung, Angst, Wut und Depression
(F43.23)
mit/bei:
narzisstisch und paranoider Persönlichkeitsstruktur
posttraumatischen Symptomen, differentialdiagnostisch
subsyndro
males
PTSD
chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen
(F45.41)
chronisch
e
asthmoide
Bronchitis
Die Ziele des Beschwerdeführers seien idealerweise die Schmerzreduktion und wieder aktiver zu werden. Im Vordergrund stehe die Distanzierung vom häusli
chen Umfeld, die Erarbeitung von weiteren hilfreichen Strategien im Umgang mit seinen Beschwerden, Stärkung von Ressourcen und wenn möglich Erarbei
ten von Zukunftsperspektiven. Sie seien so verblieben, dass er einen Versuch mache, bei Verschlechterung jedoch ein vorzeitiger Austritt in Betracht gezogen werden müsse
(S. 3)
.
3.
19
Am 15. September 2015 teilten die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie mit, die intensive physiotherapeutische
Beübung
seit dem letzten Kontrolltermin im Juli 2014
habe aufgrund der anamnestischen und klinischen Erhebung offenbar nicht zum erhofften Erfolg geführt.
Dennoch werde die Fortführung der Physi
otherapie zur Erhaltung der Restbeweglichkeit empfohlen. Ansonsten seien die Behandlungsmöglichkeiten aus unfallchirurgischer Sicht leider ausgeschöpft (Urk. 12/137 S. 2).
3.2
0
An fünf Tagen im März sowie April 2015 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens durch die Ärzte des
A._
polydisziplinär begutachtet. In ihrem Gutachten vom 12. August 2015 (Urk. 33/158) nannten die Ärzte folgende
, hier verkürzt angeführte
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 24
lit
. F.1.1-2):
kombinierte Schwerhörigkeit rechts
dekompensierter
chronischer Tinnitus
aurium
rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte sodann (S. 24
lit
. F.2.3-10):
posttraumatische Schultersteife rechts mit/bei
Status nach Sturzverletzung und Traumatisierung der rechten Schul
ter, traumatische Schulterluxation, osteosynthetisch versorgte
mehr
fragmentäre
Humeruskopffraktur
,
einbezüglich
mehrfacher Frakturen im Bereich des
Tuberculum
majus
und
Tuberculum
minus
verbliebene mässige
Athrophie
der Deltamuskulatur
ausgeprägte Schultersteife
im aktuellen
Arthro
-MRI beschriebene AC-Gelenksarthrose sowie Ausdünnung der
Supraspinatus
- und der
Infraspinatussehne
beginnende Hüftgelenksarthrose beidseits mit Beeinträchtigung der Innendrehfähigkeit ab jeweils 10°, röntgenologisch kleinere
Ossikel
im Bereich des
Acetabulums
ohne korrelierende Klinik
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(
F45.41
)
akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen Anteilen
Anpassungsstörung
(
F43.2
)
chronische Atemwegserkrankung
arterielle Hypertonie
Adipositas
Der orthopädische Gutachter
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie u
nd Traumatologie
des Bewegungsapparates
, führte in seinem Teilgutachten vom 16. März 2015 aus, der Beschwerdeführer leide seit einer Schultertraumatisierung rechts vom 26. November 2012 an einer im Dossier unterschiedlich beschriebenen, überwiegend jedoch als posttraumatische Schultersteife interpretierten rechtsseitigen Schulterpathologie. Eine messbare beispielsweise
schonungsbedingte
Minderung der Ober- und
Unterarmmusku
latur
am dominanten rechten Arm bestehe nicht, es finde sich lediglich eine geringe Minderung der schulterdeckenden Deltamuskulatur. Auch bei einer for
cierten Bewegungsprüfung habe kein verwertbares Profil der rechten Schulter infolge massiver Schmerzbekundungen des Beschwerdeführers erstellt werden können. Im aktuellen Verlaufs-
Arthro
-MRI der rechten Schulter sei eine
leicht
gradige
AC-Gelenkarthrose und eine Ausdünnung der
Supraspinatus
- und der
Infraspinatussehne
beschrieben worden. Diese bildgebenden Befunde würden den massiven Schmerzzustand und die assoziierte massive
Bewegungsein
schränkung
der rechten Schulter nicht hinreichend erklären (S. 37 Ziff. 5
).
Beim Versuch einer versicherungsmedizinischen Bewertung der Unfallfolgen der rechten Schulter verbleibe es bei einer anteiligen Unsicherheit bezüglich der Objektivität der mitgeteilten Schmerzen und der vorgeführten
Bewegungsdefi
zite
einerseits und der beispielsweise im
Arthro
-MRI beschriebenen objektiven Befunde. Von einer zumindest graduellen Einschränkung der Funktion der rechten Schulter sei auszugehen, so dass beim Beschwerdeführer von einer ein
geschränkten Belastbarkeit der rechten oberen Extremität ausgegangen werden müsse
(S. 38)
.
Der Beschwerdeführer sei für alle Tätigkeiten geeignet, welche keinen uneinge
schränkten Einsatz der dominanten rechten oberen Extremität voraussetzten. Schwere Tätigkeiten mit Einsatz der rechten Schulter ab Nabelhöhe würden hingegen derzeit nicht realisierbar erscheinen. Als selbständiger Kaufmann sei der Beschwerdeführer im Rahmen der Behinderung der rechten oberen Extre
mität uneingeschränkt arbeitsfähig. Administrative und kaufmännische Tätig
keiten könnten geleistet werden. Der Versicherte sei auch in der Lage, mit dem dominanten rechten Arm die Tastatur eines Computers zu bedienen oder hand
schriftliche Arbeiten rechtshändig auszuführen
(S. 38).
Auch Verweistätigkeiten, welche mit dem vorbeschriebenen Profil korrelierten, seien auf einem 100%
Niveau zumutbar. Rein hypothetisch sei die Ausübung einer kauf
männischen und administrativen Tätigkeiten durchgehend seit dem Jahre 2005 bis über das Jahr 2013 hinausgehend auf einem 100 %-Niveau zumutbar gewe
sen. Somit bestehe eine durchgehende 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit mit einem unfall- und operationsbedingten Unterbruch wegen des Ereignisses vom 26. November 201
2.
Über die tatsächliche unfall- be
ziehungsweise operationsbedingte Arbeitsfähigkeit sei im Dossier nichts Ver
wertbares dokumentiert. Auf dem Wege einer Schätzung sollte spätestens nach Ablauf von einem Jahr nach dem Ereignis vom 26. November 2012, somit ab 26. November 2013, die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und auch in quali
tativ angepassten Tätigkeiten auf einem 100 %-Niveau wieder eingetreten sein (S. 39).
3.2
1
Nach einer
Hospitalisation
vom 16. Juli bis 1
2.
August 2015 in der Klinik
H._
nannten die Ärzte in ihrem Austrittsbericht vom 9. September 2015 im Wesentlichen folgende Diagnosen (Urk.
3
7/2 S. 1):
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung
(F43.23)
chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen
(F45.41)
chronisch obstruktive Lungenerkrankung
GOLD Stadium 2
Vitamin D-Mangel
Der Hauptfokus der psychotherapeutischen Behandlung habe auf einer psychi
schen Stabilisierung, der Unterstützung in der Schmerzbehandlung sowie der Stärkung der Ressourcen gelegen. Der Beschwerdeführer habe motiviert am Therapieprogramm teilgenommen, körperorientierte und kreative Therapien besucht und die Bewegungs-/Physiotherapie genutzt (S. 3).
Er habe in einem stabilisierten und weniger angespannten Zustand entlassen werden können. Für die Zeit des stationären Aufenthaltes sowie für weitere zwei Wochen sei der Beschwerdeführer 100 % arbeitsunfähig gewesen. Danach müsse die Arbeitsfä
higkeit durch die nachbehandelnden Ärzte beurteilt werden (S. 4).
3.2
2
Am 4. April 2016 wies Dr.
B._
darauf hin, das orthopädisch-
traumatologische
Teilgutachten de
s
A._
sei nicht brauchbar, nachdem ein sauberer Schulterstatus, wie dies heute üblich sei, nicht erhoben worden sei, die rele
vanten Röntgenbefunde einfach kopiert beziehungsweise abgeschrieben und als eigene ausgegeben worden seien, die aus dem nicht erhobenen, sauberen ortho
pädischen Befund gestellte Diagnose und die weitere Beurteilung bezüglich der Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar seien und die heute gültigen Kriterien für ein polydisziplinäres Gutachten nicht erfüllt seien (Urk. 37/4 S. 3 f.).
4.
4.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr.
U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
4.2
Der vorliegend zu beurteilende Unfall vom 26. November 2012 wurde von bei
den Parteien übereinstimmend als im weiteren Sinne mittelschwer eingestuft (vgl. E. 2.1-2). Fraglich und zu beurteilen ist, wo im mittleren Bereich der Unfall anzusiedeln ist.
De
n
polizeilichen Einvernahme
n
ist zu entnehmen, dass sich der Unfall im Sicherungsraum eines Restaurants ereignete, in welchem eine Bodenplatte ent
fernt worden war, um einen Wasserschaden im darunterliegenden Zwischenbo
den zu beheben. Die Tiefe des Zwischenbodens betrug 1.4 Meter, das Licht im Raum brannte nicht
und die Öffnung im Boden war nicht gesichert
(Urk. 12/2 S. 4 und 10). Der Beschwerdeführer öffnete die Tür des Raumes, machte einen Schritt in den Raum und fiel
mit dem rechten Bein
in das Loch (
Urk. 12/2
S. 10
)
.
Mit dem linken Bein und dem linken Arm
versuchte
er, sich zu halten. Er
konnte
im Loch nicht stehen und
wusste nicht
, was unten im Loch
war
(Urk. 12/30c S. 5). Der Beschwerdeführer fiel demnach nicht durch das Loch
in den Zwischenboden hinunter
, sondern blieb in der Öffnung stecken.
Ein Vergleich mit den in der Rechtsprechung beschriebenen Fällen zeigt, dass der Unfall vom 26. November 2012
höchstens
als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren ist. So stufte das Bun
desgericht den Fall einer Person, welcher eine Schrägleiter wegrutschte, wodurch sie aus drei Metern Höhe auf den Boden gefallen war, wobei sie sich mit beiden Armen auffangen konnte
, als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen ein (Alexandra
Rumo-Jungo
/André Holzer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, S. 64 f.)
.
Ebenfalls
m
ittel
schwere
Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen wurden angenommen bei einem schweren Sturz auf den Rücken (BGE 123 V 141 E. 3d), bei einem Ausgleiten beim Hinuntersteigen von einer Böschung mit
anschliessendem
hef
tigem Aufschlagen mit dem Rücken auf einem Betonstück am Boden (BGE 115 V 144 E. 11a-b), bei einem Sturz von einem 1.2 Meter hohen Gerüst mit einer
Calcaneusfraktur
(RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449), bei einem Sturz in einen Lichtschacht mit Kontusion der rechten Hüfte und Distorsion des rechten Knies (Urteil U 232/02 vom
5.
August 2003) und bei einem Treppensturz (Urteil 8C_798/2007 vom
3.
Juli 2008).
Hingegen geht das Bundesgericht bei Stürzen aus einer Höhe zwischen etwa zwei und etwa vier Metern in die Tiefe von mittelschweren Unfällen im engeren Sinn aus
(
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 66 f.)
.
4.3
Insgesamt ist es somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Unfall innerhalb des mittleren Bereichs an der Grenze zu den leichten Unfällen einstufte.
5.
5.1
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen
(BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
)
:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit .
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeits
un
fähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE
120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch begründeten
Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall Gegenstand der Prüfung bildet,
ausgeklammert bleiben (Urteil des Bundesgerichts
8C_92/2008
vom
4. August
2008 E.
7.1
mit Hinweisen).
5.2
Offensichtlich nicht erfüllt sind das Kriterium besonders dramatischer Begleit
umstände oder besonderer Eindrücklichkeit des Unfalls, das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen, und das Kriterium einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheb
lich verschlimmert hätte. Dass für den Beschwerdeführer als früheres Folteropfer
ein solcher Sturz ein dramatisches Ereignis
sei
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 14),
kann nicht bestätigt werden
, nachdem sich die besonders dramatischen Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit nach objektiven Kriterien und nicht auf
grund des subjektiven Empfindens oder Angstgefühls beurteilt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013, E. 7 mit Hinweisen). Ebenso ist die erlittene Schulterverletzung keine besondere oder schwere Verletzung (Urk. 1 S. 5 Ziff. 15) im Sinne des entsprechenden Kriteriums.
Dass die Schulter zunächst
lediglich
eingekugelt
worden war
und
das Spital
den Beschwerde
führer wenige Stunden nach der Entlassung wieder zurückgerufen hatte, macht die Behandlung
sodann
noch nicht zu einer Fehlbehandlung (Urk. 1 S. 6 Ziff. 18), insbesondere da in den weiteren Unterlagen keine Hinweise darauf zu finden sind, dass der Heilungsverlauf anders verlaufen wäre,
wenn
die
Erstbe
handlung
anders durchgeführt worden
wäre
.
Bezüglich der ungewöhnlich langen Dauer de
r
ärztlichen Behandlung ist vor
weg festzuhalten, dass die Ärzte des
C._
im Februar 2013 darauf hinwiesen, die Rehabilitation könne bis zu zwei Jahren dauern (E. 3.2). Im Juli 2014
stellten die Ärzte
der Klinik für Rheumatologie
fest, die Schulterbeweglichkeit sei etwas besser geworden, die Schmerzen seien
regredient
(E. 3.1
4
)
und weitere Nachkontrollen in der Klinik für Unfallchirurgie waren nicht mehr geplant (E. 3.1
3
)
. Anfang Dezember 2014 - mithin zwei Jahre nach dem Unfall - wurde sodann
auch
die anästhesiologisch-schmerztherapeutische Behandlung sistiert, nachdem sich keine weiteren diagnostisch-therapeutischen Optionen mehr anboten (E. 3.1
7
).
Die Physiotherapie wird lediglich zur Erhaltung der Restbeweglichkeit weitergeführt.
Insgesamt wurde damit die ärztliche Behandlung der Schulterbeschwerden
innerhalb der
angekündigten
üblichen
Rehabilitationsdauer von zwei Jahren abgeschlossen, eine ungewöhnlich lange Dauer fällt damit ausser Betracht.
Ebenso ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufes und erheblicher Komplikationen zu verneinen.
Als erfüllt zu betrachten
sein
dürfte das Kriterium körperlicher Dauerschmerzen, allerdings angesichts der erheblichen sie unterhaltenden und verstärkenden
psychischen
Faktoren klar nicht in ausgeprägter Weise.
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit aufgrund des erlitte
nen Unfalls sind insofern nicht einfach zu bestimmen, als sich in den medizi
nischen Akten nur sehr wenig verwertbare Angaben hierzu finden und bereits ab April 2013 auch psychische Beeinträchtigungen eine namhafte Rolle gespielt haben
(vgl. E. 3.10)
. Vor diesem Hintergrund kann das Kriterium als erfüllt gel
ten, wenn auch nicht in ausgeprägter Weise.
5.3
Zusammenfassend sind damit lediglich zwei Beurteilungskriterien erfüllt, und beide nicht in besonders ausgeprägter Weise. Der
als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten eingestufte
Sturz durch eine geöffnete und unge
sicherte Bodenplatte und die dadurch erlittene Schulterverletzung ist demnach grundsätzlich nicht geeignet, eine psychische Gesundheitsstörung herbeizu
führen
.
E
in möglicher adäquater Kausalzusammenhang zwischen den psychi
schen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 26. November 2012
ist
zu verneinen.
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die Kosten der
Behandlung der
psychischen Beschwerden verneint hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 13. Juli 2015 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.