Decision ID: e96f8ebf-17c7-455d-9ee2-65e562eeaa3f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, Mutter dreier 1989, 1993 und 1998 geborenen Kinder und zuletzt vom 28. Februar 2000 bis 31. Januar 2003 als Küchenangestellte (Reinigungskraft) im
Y._
(Urk. 5/7 Ziff. 1, Ziff. 5) in einem Arbeitsverhältnis stehend, meldete sich wegen Depressionen am 9. Dezember 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 5/3 Ziff. 1.3, Ziff. 3.1, Ziff. 6.4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr nach getätigten Abklärungen (Urk. 5/7-25) mit Verfügung vom 5. November 2003 bei einem in Anwendung der gemischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad von 72 % mit Wirkung ab 1. März 2003 eine
ganze Rente der Invalidenversi
cherung zu (Urk. 5/26).
1.2
Anlässlich zweier im August 2005 (Urk. 5/31) und September 2008 (Urk. 5/41) eingeleiteten Rentenrevisionen wurde mit Mitteilungen vom 22. September 2005 (Urk. 5/36) und 4. November 2008 (Urk. 5/46) der bisherige Rentenan
spruch der Versicherten bei gleich bleibendem Invaliditätsgrad bestätigt.
1.3
Im Oktober 2011 wurde eine erneute Rentenrevision eingeleitet (Urk. 5/49), in deren Rahmen die IV-Stelle neue Arztberichte (Urk. 5/51, Urk. 5/54) einholte. Im Hinblick auf die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Revision des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) unterbreitete die IV-Stelle die Akten am 12. April 2012 Dr. med.
Z._
,
Fachärztin für
Arbeitsmedizin und
für
Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Gestützt auf deren Stellungnahme vom 22. Mai 2012 (Urk. 5/
5
6/3) stellte die IV-Stelle nach einem persönlichen Gespräch mit der Versicherten (Urk. 5/56/3-4) mit Vorbescheid vom 25. Juni 2012 die Einstellung der Rente gestützt auf die Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März 2011 in Aussicht (Urk. 5/58). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(vgl. Urk. 5/59) holte die IV
Stelle eine weitere Stellungnahme des RAD und des Rechtsdienstes ein (Urk. 5/65) und stellte mit Vorbescheid vom 5. Februar 2013 die
wiederwä
gungsweise
Aufhebung der Verfügung vom 5. November 2003 in Aussicht (Urk. 5/67).
Dagegen erhob die Versicherte am 4. April 2013 Einwände
(Urk. 5/71)
.
D
araufhin
hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom 30. September 2013 die Verfügung vom 5. November 2003 sowie die Mitteilungen vom 22. September 2005 und 4. November 2008 wiedererwägungsweise auf und stellte ferner die Rente auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung des Entscheids folgenden Monats hin ein (
Urk. 5/78
).
In Gutheissung der
hiegegen
eingereichten Beschwerde (Urk. 5/83/3-8)
hielt
das hiesige Gericht mit Urteil vom 7. Februar 2014 (Prozess-Nr. IV.2013.00959,
Urk. 5/86) fest, dass
keine zweifellose Unrichtigkeit und damit kein
Wiederer
wägungsgrund
vorlag,
sich
jedoch
die Aktenlage für eine abschliessende Beur
teilung der Revisionsvoraussetzungen als unzulänglich erw
ies
, weshalb es die Sache an die IV-Stelle zurückwies damit diese nach erfolgter Abklärung neu verfüge (E. 5).
1.4
In Nachachtung dieses Urteils
holte die IV-Stelle medizinische Berichte (Urk. 5/93-94) ein, führte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (
Haushaltsabklärung vom 1
1
. Dezember 2014
, Bericht vom
11. März 2016
;
Urk. 5/116) und veranlasste ein
bidisziplinäres
Gutachten, welches am 7. August
(Urk. 5/109) beziehungsweise am 21. No
vember 2015 (Urk. 5/113) erstattet wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 5/118-119)
bestätigte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 17. August 2016 die
vormals verfügte Renteneinstellung per November 2013 (Urk. 5/122 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 8. September 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. August 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr die sistierte ganze Rente wieder auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2016 (Urk. 4) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 14. Oktober 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die
ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte
psychiatri
sche Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist je
doch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähig
keit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitge
hend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesge
richtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2
IVG
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung; IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.
5
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das 2015 eingeholte
bidisziplinäre
Gutachten davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin
verbessert habe und sie seit November 2011
ohne Einschränkungen arbeitsfähig sei. Ohne
gesundheitliche
Einschränkungen wäre sie weiterhin in einem 60%-Pensum erwerbstätig, die restlichen 40 % würden in den Haushalt entfallen. Seit der letzten Haushalt
s
abklärung im Jahr 2003 sei auch die Einschränkung im Haushalt stark zurückgegangen, dies einerseits weil die Beschwerdeführerin wieder selbst
st
ändiger sei als damals, andererseits weil ihr das Arbeiten in Etappen im Rahmen der Schadenminderungspflicht (Mitwir
kung der beiden erwachsenen Töchter im Haushalt) zumutbar sei (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin
zusammengefasst
den Stand
punkt
, dass
auf
das
eingeholte
Gutachten
nicht abgestellt werden könne und falls doch,
es nicht den Nachweis des verbesserten Gesundheitszustandes erbringe, sondern dass es lediglich einen gleich gebliebenen Gesundheitszustand beurteile, was aber keinen Anlass gebe, die zugesprochene Rente aufzuheben
(
Urk. 1
S. 5 ff.)
.
2.3
Strittig ist die revisionsweise Aufhebung der
bis November 2013
ausgerichteten
ganzen
Rente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wesentlich verbessert respektive sich die für die
Invali
ditätsbemessung
massgebende
Arbeitsfähigkeit verändert hat.
Zu vergleichen ist dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 5.
November 2003
mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfü
gung vom
17. August 2016
zugrunde liegt.
Dementsprechend als
Vergleichs
zeitpunkt
nicht
massgebend
sind die mit Mitteilungen vom 22. September 2005
(Urk. 5/36) und 4. November 2008 (Urk. 5/46) abgeschlossenen
Revisionsver
fahren
, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
vorgenommen wurde (vgl. vorstehend E. 1.
5). Das Einholen von
Ver
laufsberichten
der behandelnden Ärzte (vgl. nachstehend E. 4.2-4.3) reicht für die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.5).
3.
3.1
Vorweg zu prüfen ist die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ver
letzung des rechtlichen Gehörs im
Vorbescheidverfahren
. Dabei rügte sie
in formeller Hinsicht, namentlich zu ihrem Einwand vom 1. April 2016 habe die Beschwerdegegnerin kaum Stellung genommen
beziehungsweise
ihn
nicht beachtet (Urk. 1 S. 2 f.)
.
3.2
Gemäss Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung (
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.3
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
3.4
Zutreffend ist zwar, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht ausdrücklich zu
den
Vorbringen der Beschwerdeführerin
geäussert hat. Die Begründungspflicht verlangt allerdings nicht, dass sich die
Behörde mit jeder
tatbestandlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt (BGE 129 I 232 E. 3.2, 126 I 97 E. 2b, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts B 61/00 vom 26. September 2001 E. 3b). Nachdem sich aus der Verfügung ergibt, aus welchen Gründen die Beschwerdegegnerin zu ihrer Entscheidung gelangt ist, kann aber jedenfalls nicht von einer derart schweren Gehörsverletzung ausgegangen werden, welche die
Aufhebung der Verfügung und die
Rückweisung an die Vorinstanz rechtfertigen würde.
Dies auch deshalb nicht,
da dem urteilenden Gericht die volle Kognition zusteht und eine - auch von der Beschwerdeführerin selbst nicht beantragte - Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führt, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der Beschwerdeführerin an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu ver
einbaren sind (BGE 132 V 387 E. 5.1
; Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2011 vom 12. Oktober 2011 E.
3.2.4).
4
.
4
.1
Medizinische Grundlage für die rechtskräftige
Leistungszusprache
vom 5. No
vember 2003 (Urk. 5/26) war
hauptsächlich der Bericht von Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Januar 2003 (Urk. 5/9/3-6). Darin nannte der Arzt als Diagnose eine seit Anfang 2002 bestehende mittelschwere bis schwere Erschöpfungsdepression mit Somatisierung im Sinne von ICD-10 F33.11 bis F33.3 (
lit
. A). Er führte aus, die Beschwerdeführerin leide an einer Erschöpfungsdepression aufgrund der jahrelangen Überlastung als erwerbstätige Mutter, a
ufgrund der soziokulturellen Fol
gen der Migration und wegen chroni
s
cher - durch den Kulturwechsel mitbedingter - Eheprobleme (
lit
. A Ziff. 7). Die Beschwerdeführerin stehe seit dem 25. März 2002 bei ihm in Behandlung und habe nebenbei wöchentliche Gesprächstermine bei der Praxispsychologin. Seit zirka 10 Jahren fühle sie sich immer wieder so schlecht, dass sie am liebsten sterben möchte. Sie scheine mit der soziokulturellen Entwurzelung nicht zurechtzukommen. Seit vielen Jahren habe sie immer wieder depressive Stimmungsschwankungen, die sich im Jahre 2002 deutlich verschlechtert hätten. Auslösend für die aktuelle Verschlechterung sei der Unfalltod ihrer beiden Neffen gewesen (
lit
. D Ziff. 1-3). Aktuell klage sie über Energie- und Antriebslosigkeit, Ängste und Unruhe, Zittern, Schlafstörungen, kognitive Beschwerden und verschiedene Schmerzen, vor allem im Hals-Nackenbereich, weswegen sie auch durch den Hausarzt zu einem Rheuma
tologen in Behandlung geschickt worden sei (
lit
. D Ziff. 4, Ziff. 6). Körperlich sei die Beschwerdeführerin durch die rheumatologischen Beschwerden
eingeschränkt und die Belastbarkeit sei sowohl körperlich als auch psychisch stark limitiert (S. 2). Als Küchengehilfin im
Y._
sei sie seit dem 25. März 2002 vollständig arbeitsunfähig (
lit
. B).
4
.2
Anlässlich der
ersten
Rentenrevision diagnostizierte Dr. med.
E
._
,
Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, im Verlaufsbericht vom 7. September 2005 (Urk. 5/34) eine schwere chronische Depression mit intermittierenden Wahnsymptomen und Somatisierungen (Ziff. 2). Sie berichtete, seit dem letzten Bericht vom 11. Januar 2003 habe sich der Zustand verschlechtert. Vor allem habe sich die Ehe in eine völlig zerrüttete Situation gesteigert.
Symptomato
logisch
stehe die schwere Depression im Vordergrund mit maximaler depressiver Verstimmung, Klagen, wahnartigen Gedanken um Sterben und Tod, Gedankeneinengung und Affektstarre, chronischer Suizidalität und Muskel
verspannungen im Nacken- und Rückenbereich (Ziff. 3). Die Beschwer
deführerin sei weiterhin zu 100 % erwerbsunfähig. Ihre Restarbeitsfähigkeit im Haushalt betrage höchstens 25 %, welche allerdings anhand einer detaillierten Untersuchung vor Ort geprüft werden müsste (S. 2).
4
.3
Anlässlich der
zweiten
Rentenrevision ergingen die folgenden medizinischen Berichte:
4
.3.1
Dr.
E
._
(vgl. vorstehend E. 4.2)
berichtete am 18. Oktober 2008 (Urk. 5/43/5-6) über die Beschwerdeführerin und nannte als Diagnose eine schwere,
chronifizierte
Depression mit
Somatisierungstendenz
bestehend seit 2002 (S. 1 Ziff. 2). Sie hielt fest, seit dem letzten Bericht vom 7. September 2005 sei der Zustand mehr oder weniger unverändert geblieben, und die Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit bleibe ungünstig (S. 1 Ziff. 3-4).
4
.3.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
B._
,
Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin
, nannte in seinem Bericht vom 23. Oktober 2008 (Urk. 5/44) als Diagnose eine mittelschwere bis schwere depressive Entwicklung mit sozialer Isolation, eine vermehrte Schmerzempfindlichkeit im Bewegungsapparat (Diffe
rentialdiagnose: Anpassungsstörung) seit 2002 und ein chronisches
Panvertebralsyndrom
mit chronischen Spannungskopfschmerzen, muskulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
(Ziff. 1.1). Er berichtet
e, bei der körperlichen Untersu
chung habe die Beschwerdeführerin eine deutliche Abwehr
haltung der Musku
latur dorsal von zervikal bis lumbal sowie sofortige starke Verspannungen und Schmerzreaktionen ohne
radikuläre
Ausfälle gezeigt (Ziff. 3.5). Betreffend Arbeitsfähigkeit attestierte er der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 2002 (Ziff. 2).
5
.
5
.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus folgenden Berichten:
5
.2
Dr.
E
._
stellte in ihrem Bericht vom 18. November 2011 (Urk. 5/51) die Diagnose eines
chronifizierten
depressiven Erschöpfungssyndroms mit
Somatisierungstendenz
(ICD-10 F.34.1) bestehend seit 2002 (Ziff. 1.1). Sie hielt fest, es bestehe ein anhaltend erschöpft-depressives Zustandsbild, die Beschwerdeführerin zeige fehlenden Antrieb und Lebensfreude. Dazu bestünden ein anhaltender Paarkonflikt und Belastung sowie (berechtigte) Sorgen um die drei Kinder (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Ziff. 1.4, Ziff. 1.6-7).
5
.3
Mit Bericht vom 27. Dezember 2011 (Urk. 5/54) attestierte auch Dr.
B._
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6) bei einem diagnostizierten chronischen Panvertebral-Syndrom, einer muskulären
Dekon
ditionierung
sowie einer mittelschweren Depression mit sozialem Rückzug (Ziff. 1.1).
5
.4
Am 3. Juli 2012 (Urk. 5/59) brachte Dr.
E
._
vor,
nach ihrer Einschätzung stehe
die psychiatrische Diagnose eines ausgeprägten,
chronifizierten
depressiven Erschöpfungssyndroms mit
Somatisierungstendenz
(am ehesten im Sinne von ICD-10 F34.1) im Vordergrund. Dieses Zustandsbild habe sich über mehr als ein Jahrzehnt aus wiederkehrenden depressiven Episoden entwickelt, die zeitweise ein psychotisches Ausmass angenommen hätten. Vermutlich habe sich dies aus einer jahrelangen Überlastung als berufstätige Mutter dreier Kinder
entwickelt
, aufgrund der Folgen der Migration mit soziokultureller Entwurzelung sowie wegen chronischen Eheproblemen. Sie halte die Beschwer
deführerin weiterhin, voraussichtlich auch mittel- und längerfristig, für nicht arbeitsfähig (S. 1).
5
.5
Nachdem Dr. med.
Z._
vom RAD in ihrer Stellungnahme vom 22. Mai 2012 die von den behandelnden Ärzten gestellte Diagnose bei den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage verortet hatte (Urk. 5/56/3), hielt sie in ihrer Stellungnahme vom 30. August 2012 (Urk. 5/65 S. 1-3) fest, es liege derselbe Gesundheitsschaden wie im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
vor. Für die Invalidenversicherung irrelevante psychosoziale Belastungsfaktoren würden im Geschehen überwiegen, es handle sich um ein unspezifisches Leiden. Eine koexistierende, von Schmerzen losgelöste, schwerwiegende psychische Störung sei nicht beschrieben und eine chronische körperliche Begleiterkrankung liege nicht vor. Ebenso wenig sei ein sozialer Rückzug ausgewiesen oder die Therapie ausgeschöpft (S. 2 f.).
5
.6
Dr.
E
._
nannte in ihrem Bericht vom 21. August 2014 (Urk. 5/93/3-5) als Diagnosen ein
chronifiziertes
depressives Erschöpfungssyndrom mit
Somatisierungstendenz
(im Sinne von ICD-10 F34.1) bestehend seit 2002, anhaltende psychosoziale Belastungsfaktoren sowie in somatischer Hinsicht ein chronisches Panvertebral-Syndrom und muskuläre
Dekonditionierung
(Ziff. 1.1). Anamnestisch führte sie aus, seit zirka 2002 habe sich bei der Beschwerdeführerin ein depressives Syndrom entwickelt. Mittlerweile bestünden anhaltende, fluktuierende Stimmungsschwankungen sowie ein ausgeprägtes subjektives Leiden mit schwerer Beeinträchtigung der Lebens- und
Beziehungs
gestaltung
. Der Haushalt könne seit Jahren und bis heute nur mit Unterstützung der Kinder und des Ehemannes geführt werden. Aktuell beklage die Beschwer
deführerin fehlenden Antrieb, allgemeine Kraft- und Energielosigkeit, labile Stimmungslage, Gefühl der allgemeinen Sinnlosigkeit
, fehlende Zukunftsper
spektiven, diffuse Ängste, häufig assoziiert mit Druckgefühl über der Brust, Übelkeit,
ein
e
m
quälende
n
Tinnitus sowie
muskuläre
n
Schmerzen. Ausserdem bestehe seit Jahren Tendenz zu
einem
soziale
n
Rückzug (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei seit 2002 durchgehend vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 1.6) und es bestehe aus psychiatrischer Sicht auch keine Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich (Ziff. 1.11).
5
.7
Dem
Verlaufsbericht von Dr.
B._
vom 12. Oktober 2014 (Urk. 5/94/6-10) lässt sich nebst den (bekannten) Diagnosen eines chronische
n
generalisierten Fibro
myalgie-Syndroms
mit
Panvertebralsyndrom
, von chronischen Schmerzen am Kieferwinkel, von chronischen Nacken-Schulter
-Arm-Schmerzen,
einer
chroni
sche
n
schwere
n
depressive
n
Verstimmung mit
einer
somatoforme
n
Schmerz
störung
bei schwerer psychosozialer Belastung (vgl. Ziff. 1.1) entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bisher zirka zwei Mal pro Jahr
zu ihm in die
Sprechstunde komme
, vor allem dann, wenn die Schmerzen am ganzen Körper ein Ausmass angenommen hätten und sie genügend Energie verspüre, etwas dagegen machen zu können. In der körperlichen Untersuchung fänden sich jeweils die muskuläre
Dekonditionierung
, die ausgeprägte Schmerzempfindlich
keit der Sehnenansätze, aber keine neurologischen Ausfälle. Die
Haushalt
s
ar
beiten
würden zum grossen Teil von
d
en Familienmitgliedern erledigt. Die Beschwerdeführerin sei deutlich eingeschränkt in der Planung und könne sich knapp um ihre eigenen persönlichen Bedürfnisse (Hygiene, Essen und Trinken, Bewegung) kümmern (Ziff. 1.4). Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 2008 und es sei keine Arbeit möglich und zumutbar, was sich auch auf den Grossteil der Haushalt
s
arbeiten beziehe (Ziff. 1.6 f.).
5
.8
Am 7. August 2015 erstattete Dr. med. und Dr. nat
.
ETH
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
für
Rheumatologie, ein von der
Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
s
internistisch-rheumatologische
s
Gut
achten (Urk. 4/109/1-55).
Die Gutachterin nannte keine rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48 Ziff. 9.1), hingegen als Diagnosen ohne Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit einen Nikotin-Abusus, ausgedehnte chronische Schmerzen, eine Hypercholesterinämie, einen Vitamin D-Mangel sowie einen Status nach häuslicher Gewalt durch den Ehemann im November 2010 (S.
48
Ziff. 9.2).
In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Die Untersu
chung des Bewegungsapparates
sei
durch Gegenspannung erschwert worden. Bei der direkten Prüfung der Beweglichkeit der HWS habe die Beschwerde
führerin deutliche Einschränkungen gezeigt, bei Ablenkung jedoch normale Bewegung. Es bestünden zusammenfassend keine strukturellen Veränderungen, die ihre Leistungsfähigkeit einschränkten. Sie könne daher sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten (S. 49).
Berufsanamnestisch habe
die Beschwerdeführerin
am 28. Februar 2000 begonnen, als Küchenangestellte im
Y._
zu arbeiten. Ihr letzter effektiver Arbeitstag sei der 22. März 2002 gewesen, die Kündigung auf Ende Januar 2003 erfolgt. Die Arbeitszeit habe 25 Wochenstunden betragen. Gemäss Haushalt
s
abklärung vom 1. Juli 2003 habe die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Ehemann Zeitungen verteilt, diese Arbeitsstelle jedoch aus gesund
heitlichen
Gründen aufgegeben (S. 51).
Aus rheumatologischer Sicht habe nie eine lang andauernde Arbeitsfähigkeit bestanden. Bezogen auf ein Vollzeitpensum sei die Beschwerdeführerin für alle Tätigkeiten, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten, zu 100 % arbeitsfähig (S. 52 Ziff. 11.2-4).
Die Beschwerdeführerin habe eine gute Prog
nose (S. 52 Ziff. 12.3).
5
.9
Am 21. November 2015 erstattete Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein von der Beschwerdegegnerin veranlasstes Gutachten (Urk. 5/113).
Der Gutachter nannte keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18 Ziff. 6.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf Arbeitsfähig
keit nannte er eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und
histrionisch
-unreifen Anteilen (S. 18 Ziff. 6.2).
Bei der aktuel
len gutachterlichen Untersuchung habe sich eine allenfalls leichte depressive
,
eher aber doch
dysphorische
Stimmung gefunden mit leichten Schwankungen der Stimme, zeitweiligen und nicht andauernden leichten Konzentrationsstö
rungen bei einem leicht verminderten Selbstwert-Erleben mit einem allenfalls teilweisen sozialen Rückzug, vorrangig den beruflichen Bereich betreffend. Hauptfokus der Beschwerdeschilderung seien diffuse, unspezifische Schmerzen mit wechselnden Lokalisationen, Schmerzen nach bestimmten Anstrengungen und eine unspezifische, somatisch nicht erklärbare vermehrte Erschöpfbarkeit (S. 14).
Eine schwere depressive Symptomatik habe bei der aktuellen Explora
tion eindeutig nicht beobachtet werden können, auch eine durchgehende oder andauernde mittelgradige oder auch leichte depressive Symptomatik habe nicht bestanden. Sonst wäre allen Beteiligten sicher klar geworden, dass eine regel
rechte stationäre psychiatrische Behandlung unausweichlich gewesen wäre (S. 15 unten).
Der Gutachte
r
führte ferner – näher ausgeführt – anhand der
bundesgerichtli
chen
Standardindikatoren eine Bewertung der diagnostizierten
somatoformen
Schmerzstörung durch und kam zum Ergebnis, dass (nebst der
Dysthymia
) auch durch die anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewiesen seien (S. 16 ff.).
5
.10
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung und Beurteilung der beiden in Auftrag gegebenen rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten vom
21. No
vember 2015
(Urk.
5/113 S. 18-25
) nannten Dr.
C._
und
Dr.
D._
die gleichen Diagnosen wie in ihren jeweiligen Gutachten (vgl. vorstehend E.
5
.
8
5
.9
)
.
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung führt
en sie aus
, diagnostisch sei von einer
Dysthymia
, einer leichten zur
Chronifizierung
neigenden depressiven Ver
stimmung, die nach Schweregrad gegenwärtig nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige depressive Episode erfülle, auszugehen. Die
Dysthy
mia
sei auf dem Boden von
definitionsgemäss
nach der ICD-10-Klassifizierung spätestens seit der Adoleszenz bestehenden akzentuierten Persönlichkeitszügen mit abhängigen und
histrionisch
-unreifen Anteilen entstanden. Bei der
Dysthy
mia
handle es sich zwar um eine anhaltende, aber sehr leichte psychische Stö
rung, die in der Regel keine Arbeitsunfähigkeit verursache. Es seien wohl vor allem die subjektiven Beschwerden und beklagten unspezifischen und diffusen Schmerzen, die die Beschwerdeführerin aus ihrer subjektiven Sicht nach ihren aktuellen Angaben in ihrer Lebensführung und in ihrem Alltag beeinträchtigten, beziehungsweise es ihr insbesondere verunmöglichten, erneut eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen. Es sei diagnostisch von einer
somatoformen
Schmerz
störung
auszugehen (S. 22 Ziff. 9)
.
Durch die Bewertung
der
Standardindi
katoren
könne
keine ausreichende Schwere der psychischen Symptomatik beleg
t
werden
(S. 24 Ziff. 10.3 mit Verweis auf S. 16 ff.)
.
Aus
bidi
s
ziplinärer
Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in den angestamm
ten als auch in adaptierten Tätigkeiten
vollständig arbeitsfähig
(S. 22 Ziff. 9.1, S. 23 Ziff. 9.3). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe seit spätestens Mitte 2012, sehr wahrscheinlich schon seit November 2011 (Bericht der behandelnden Psychiaterin
, vgl. vorstehend E. 5.2)
oder seit der Verfügung der IV-Stelle im September 2013 retrospektiv betrachtet keine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Spätestens aber ab dem aktuellen Untersu
chungszeitpunkt im November 201
5 könne aus gutachterlicher Sicht anhand eigener Untersuchungsergebnisse defi
nitiv eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert werden (S. 23 Ziff. 9.2).
6
.
6
.1
Der rechtskräftigen
Leistungszusprache
vom
5. November 2003 (Urk. 5/26) lag im Wesentlichen der Bericht von Dr.
A._
vom Januar 2003 zu Grunde, in welchem eine seit Anfang 2002 bestehende mittelschwere bis schwere Erschöpfungsdepression mit Somatisierung im Sinne von ICD-10 F33.11 bis F33.3 diagnostiz
iert wurde (vgl. vorstehend E. 4
.1).
Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochte
nen Verfügung vom 17. August 2016 (Urk. 2) auf das
bidisziplinäre
Gutachten von Dr.
C._
und Dr.
D._
vom August/November 2015. Die beiden Gutachter diagnostizierten lediglich noch
eine
leichte depressive Verstimmung
(
Dysthymia
), eine anhaltende (nicht invalidisierende)
somatoforme
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4) sowie akzentuierte Persönlichkeit
szüge, womit
sie keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert stellten (vgl. vorstehend E. 5.10).
Aufgrund der 2015 gestellten und
spätestens
ab
Mitte 2012
Gültigkeit bean
spruchende
n
Diagnosen kann von einer Verbesserung des
psychischen
Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin
und damit von einer erfolgten
revisions
relevanten
Veränderung ausgegangen werden
,
ging Dr.
A._
bei
der
Rentenzusprache
von einer mittelschweren bis schweren Depression aus (vgl. vorstehend E. 4.1), welche in den zwei folgenden Rentenrevisionen von Dr.
E._
bestätigt wurde,
da
auch sie der Beschwerdeführerin eine schwere chronische Depression attestierte (vgl. vorstehend E. 4.2 und E. 4.3.1).
Somit kann – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – in psychischer Hinsicht von einem verbesserten Gesundheitszustand ausgegangen werden und nicht nur von einer anderen Beurteilung des gleichen Gesundheitszustandes.
6
.2
6.2.1
Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist auf das Gutachten von Dr.
C._
und Dr.
D._
abzustellen, das den
rechtspre
chungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Beweis
grundlage
(vgl. vorstehend E. 1.7) vollumfänglich genügt.
Im psychiatrischen Teilgutachten wurden als Diagnose eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie akzentuierte
Persön
lichkeitszüge
mit abhängigen und
histrionisch
-unreifen Anteilen genannt (vgl. vorstehend E.
5.10
).
6.2.2
Eine
Dysthymi
a
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Krite
rien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dysthymi
a
, so kann dies
rechtsprechungsgemäss
wohl eine
Einbusse
an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung - auftritt (Urteile des Bundesge
richts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Diese Grundsätze wurden durch die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vo
m 30. September 2015 E. 3.3.3).
Vorliegend wurde die
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) sowohl vom Gutachter Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 5.9) als auch von der behandelnden Ärztin Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 5.2, E. 5.4, E. 5.6)
fachärztlich einwandfrei
diagnostiziert und vom Gutachter nachvollziehbar begründet (vgl. vorstehend E. 5.10).
Mangels Vorliegens einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung
verma
g
daher die Diagnose
Dysthymia
keinen
Gesundheitsschaden im invalidenversicherungsrech
tlichen Sinn zu begründen.
D
ie
diagnostizierte akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1) ist eine Diagnose aus der Z-Kategorie. Diese ist für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als Diagnosen oder Probleme angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen
Gesundheitsschadens
(SVR 2012 IV
Nr. 52 S. 188 E.
3.1 [
Urteil des Bundesge
richts
9C_537/2011
vom 28. Juni 2012
]; Urteil
des Bundesgerichts
9C
_894/2015 vom 25. April 2016 E. 5.1).
6.2.3
Auch die
im Gutachten von Dr.
D._
genannte
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.
4) wurde sachgerecht diagnostiziert
im Sinne der Rechtspr
echung (BGE 141 V 281 E. 2.1.1)
und nachvollziehbar begründet. Denn v
orherrschende Beschwerde bei einer
somatoformen
Schmerzstörung ist ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht hinreichend erklärt werden kann. Er tritt in Ver
bindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungsfaktoren auf, denen die Hauptrolle für Beginn, Schweregrad, Exazerbation oder Auf
rechterhaltung der Schmerzen zukommt. Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte persönliche und medizinische Hilfe und Unterstützung (Weltgesund
heitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 9. Aufl. 2014, Ziff. F45.4 S. 233).
Dies entspricht im vorliegenden Fall gerade dem Beschwerdebild
. So führte Dr.
D._
unter anderem aus, im Explorationsgespräch habe die Beschwerdeführerin teilweise eher (an-)klagend und zunehmend eher
dysphorisch
über ihre psychosozialen Probleme und Schwierigkeiten, insbesondere über ihre finanziellen Sorgen und die Konflikte mit dem Ehemann, sowie auch über gewisse gesundheitlichen Beschwerden, insbesondere diffuse, zum Teil subjektiv unerträgliche Schmerzen, berichtet (Urk. 5/113 S. 13). Aufgrund dieser subjektiven Beschwerden und beklagten unspezifischen und diffusen Schmerzen sei diagnostisch von einer
somatofor
men
Schmerzstörung auszugehen (Urk. 5/113 S. 15 unten).
Ebenso findet die Diagnose im Bericht der behandelnden Psychiaterin
insofern
ihre Stütze, wonach Dr.
E._
die gleiche gesundheitliche Problematik anführte und von einem ausgeprägten subjektiven Leiden mit schwerer Beeinträchtigung der Lebens- und Beziehungsgestaltung berichtete (vgl. vorstehend E. 5.4 und E. 5.6).
Ebenfalls diagnostizierte Dr.
B._
im Verlaufsbericht vom 12. Oktober 2014 (vgl. vorstehend E. 5.7) eine
somatoforme
Schmerzstörung.
6.2.4
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (
BGE 141 V 281
E. 4.2
) sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systematisiert hat
:
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck
Der psychiatrische Gutachter stellte die Existenz der von der
Beschwerdeführe
rin
beschriebenen Schmerzen grundsätzlich nicht in Frage. Allerdings legte er das Hauptaugenmerk bei der Diagnosestellung auf den Umstand, dass die Schmerzangaben der Beschwerdeführerin gemäss der beweiskräftigen rheuma
tologischen Einschätzung von Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 5.
8
) nicht orga
nisch objektivierbar sind (vgl.
Urk. 5/113 S. 15). In Bezug auf die Schwere der Beeinträchtigung wies Dr.
D._
vor allem
auf
die subjektiven Beschwerden und die beklagten unspezifischen und diffusen Schmerzen, die die Beschwer
deführerin aus ihrer subjektiven Sicht nach ihren aktuellen Angaben in ihrem Alltag beeinträchtigten, beziehungsweise es ihr insbesondere aus ihrer Sicht verunmöglichten, erneut eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen
, hin
(vgl. Urk. 5/113 S. 15). Der psychiatrische Experte machte aber deutlich, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein reges Familienleben zu pflegen, Zeitun
gen zu lesen, täglich Spaziergänge zu machen, im Garten zu arbeiten und zirka ein Mal pro Jahr mit ihrem Mann in die Heimat zu fliegen (Urk. 5/113 S. 10). Das recht aktive Leben der Beschwerdeführerin und ihre zahlreichen sozialen Kontakte deuten insgesamt auf in weiten Teilen erhaltene Alltagsfunktionen hin, Hinweise auf einen krankheitsbedingten Autonomieverlust bestehen
– ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach ein anhaltender sozialer Rückzug bestehe und sie ein eigentlicher Pflegefall sei (Urk. 1 S. 6 f.)
demnach nicht. Des Weiteren hielt Dr.
D._
explizit fest, bei der Beschwerdeführerin sei ein Behandlungserfolg eindeutig ausgewiesen. Eine weitere Besserungstendenz sei bei zumutbarer Wahrnehmung einer adäquaten und konsequenten psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und einer Optimierung der Psychopharmakotherapie kurzfristig anzunehmen (Urk. 5/113 S. 17 oben).
In Bezug auf die im Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale liegt sodann gemäss gutachterlicher Beurteilung weder eine Wahrnehmungsstörung noch eine Ich-Störung vor
(Urk. 5/113 S. 12)
.
Ebenfalls erläuterte der Gutachter nachvollziehbar, dass ein ausgewiesener sozialer Rück
zug in allen Belangen des Lebens fehle
und sich nur Hinweise für einen solchen den beruflichen Bereich betreffend fänden
, jedoch ein hoher sekundärer
Krank
heitsgewinn
vorliege (Urk.
5
/113 S. 17 Mitte). Hinsichtlich des beweisrechtlich entscheidenden Aspekts der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4) lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass eine Inkonsistenz der Fähigkeitsstörungen bestehe, da die psychischen Einschränkungen fast ausschliesslich für den beruflichen Bereich geltend gemacht worden seien.
Folglich
ist
die diskutierte Einschrän
kung in Beruf und Erwerb beziehungsweise im Aufgabenbereich einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (zum Beispiel Freizeitgestaltun
g
, namentlich Tätigkeiten im Haushalt und Garten
) andererseits nicht gleich ausgeprägt.
6.2.5
Das vom Gutachter Dr.
D._
anhand eines strukturierten, normativen
Prüf
rasters
beurteilte tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der Beschwerde
führerin
erscheint nach dem Dargelegten
somit
als überzeugend.
Zusammen
fassend attestierten d
ie Gutachter der Beschwerdeführerin für die angestammte Tätigkeit im Küchendienst sowie für jegliche angepasste Tätigkeiten eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit.
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass
sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Vergleich zum Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
(wie auch zu den zwei durchgeführten
Revisi
onsverfahren
) erheblich verbessert hat und im Zeitpunkt der Renteneinstellung
im September 2013 (Urk. 5/78)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten ausgegangen werden kann
, was auch durch Dr. med.
F._
, Facharzt Anästhesiologie,
RAD
, mit Einschätzung vom 18. Januar 2016 (Urk. 5/117 S. 4 f.) bestätigt wurde.
Diese Annahme findet auch im Aufgabenbereich gestützt auf den
Haushalt
s
abklä
rungsbericht
vom 16. Dezember 2014 (Urk. 5/116)
ihre Stütze
, wonach es der Beschwerdeführerin auch im Aufgabenbereich möglich sei, selbständig und in Etappen den Haushalt zu führen, wobei sie im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
durch ihre Familie unterstützt werde.
Dass ein, wie die Beschwer
deführerin geltend macht
e
, eigentlicher Pflegefall vorliege und sie von den Angehörigen in praktisch allen Lebensbereichen unterstützt werden müsse (vgl. Urk. 1 S. 6 f.), ist
folglich
nicht ausgewiesen.
6.3
K
onkrete Hinweise, die gegen die Schlüssig- und Zuverlässigkeit des
bidiszi
plinären
Gutachtens
C._
/
D._
sprechen, vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen
.
Unzutreffend ist demnach die Ansicht der Beschwerde
führerin, wonach sich der psychiatrische Gutachter nicht mit den massgebenden Akten befasst habe (vgl. Urk. 1 S. 6 f.). Sowohl Dr.
C._
als auch Dr.
D._
haben die medizinischen Akten
zumindest
in der sie betreffenden Disziplin
in ihrem Gutachten
umfassend
aufgeführt und gewürdigt
, womit auch der Ein
wand der Beschwerdeführerin fehl geht, es seien keine fremdanamnestischen
Abklärungen getätigt worden
.
Die
abweichenden
Arbeitsfähigkeitsein
schätzungen
der behandelnden Ärzte
vermögen das beweiskräftige Gutachten nicht zu entkräften. Es gilt der
Grundsatz, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung
zu
r
Patientin
mit Vo
rbehalt zu würdigen sind (BGE 13
5
V
465
E.
4.5
),
welcher
hier
für den allge
mein
praktizierenden Hausarzt
sowie
die behandelnde Spezialärztin
, welche
die Patientin
über einen längeren
Zeitraum
regelmässig
behandel
te
n,
Anwendung findet
.
A
us dem Verlaufsbericht von Dr.
B._
vom 12. Oktober 2014 (vgl. vor
stehend E. 5.7)
geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin lediglich zwei Mal pro Jahr zu ihm in die Sprechstunde
kommt
, was die Aussagekraft des Hausarztes zum Gesundheitszustand
zusätzlich
erheblich schmälert. Ebenso lässt sich den Akten entnehmen, dass Dr.
E._
die Beschwerdeführerin seit 2005 behandelt
(vgl. vorstehend E. 4.2)
, mithin schon
seit
über zehn Jahren, was auch dafür spricht, dass
sich der eingeschlagene Therapieweg
bislang offenbar nicht effektiv gezeigt hat
,
zumal
gemäss Dr.
D._
therapeu
tische Verbesserungen erzielbar
seien
(vgl. Urk. 5/113 S. 19 Ziff. 8.1).
Unzutreffend ist ferner der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin hätte die Beschwerdeführerin
aufgrund einer Wesensveränderung auf das Vorliegen einer demenziellen Entwicklung näher abzuklären (neurologisc
h/neuropsych
o
logisch) gehabt (Urk. 1 S. 5). Hierzu finden sich in den Akten keine Angaben und selbst der Hausarzt der Beschwerdeführerin verneinte das Vorliegen neurologischer Ausfälle (vgl. vorstehend E. 5.7).
7.
Gestützt auf die genannte medizinische Sachlage
bestand
bei der Beschwerde
führerin bereits rückwirkend
seit spätestens Mitte 2012, sicherlich
ab
er ab
Sep
tember 2013 keine Invalidität mehr und dementsprechend auch kein Renten
anspruch.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Frage der Qualifikation
der Beschwerde
führerin
, denn
selbst ausgehend von
der
beschwerdeführerischen
Annahme
, dass sie ohne die gesundheitlichen Einschränkungen zu 100 % erwerbstätig sein würde (vgl. Urk. 1
S. 3
ff.
)
, ergäbe dies keine Änderung im (nicht bestehenden) Rentenanspruch.
Die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten (und im November 2013 eingestellten) ganzen Rente ist somit nicht zu beanstanden. Dementspre
chend ist die angefochtene Verfügung vom 17. August 2016 (Urk. 2) zu bestäti
gen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
8.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.