Decision ID: a19d5c83-5ca2-4090-ba4c-cac465ba345b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Eingabe vom 23. Februar 2013 (Urk. 1)
erhob
X._
Klage gegen die Pensionskasse
O._
in Liquidation
.
Er machte geltend, er habe im Jahre 2008 sein BVG-Guthaben an die
O._
Frei
zügigkeitsstiftung überwiesen. Ende 2009 habe die
Eidgenössische Finanz
markt
aufsicht
FINMA die Liquidation der Vorsorgeeinrichtung beschlos
sen. Da er seit
2009 keinen persönlichen Vorsorgeausweis mehr erhalten habe, stelle er den An
trag, dass ihm die PK-FIV in Liquidation umgehend und rück
wirkend seine per
sönlichen Versicherungs
ausweise zuzustellen habe. Die PK-FIV verstosse gegen die Informationspflicht
,
wie sie BVG und FZG vorschreiben würden.
1.2
Da die Klageschrift den Anforderungen nicht genügte, setzte das Gericht
X._
mit Verfügung vom
4.
März 2013
Frist an, um sie zu verbessern (
Urk.
2). Mit Schreiben vom 1
1.
März 2013 präzisierte
X._
seine Klage dahin
gehend
, dass er bestätigte, sie richte sich
gegen die
PK-FIV
in Liquidation und
er von dieser
die Zustellung der Versicherungsausweise für die Jahre 2009, 2010,
2011 und 2012 verlange (Urk. 4).
2.
Mit Klageantwort vom
6.
Mai 2013 ersuchte die Beklagte um Abweisung der Klage, eventualiter um deren Sistierung (
Urk.
8). Der Kläger reichte keine Replik ein (
Urk.
10 und
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
86b des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) muss die Vorsorgeeinrichtung ihre Versicherten jährlich in geeigneter Form informieren über die Leistungsansprüche, den koor
dinierten Lohn, den Beitragssatz und das Altersguthaben (lit. a), die Organisa
tion
und die Finanzierung (lit. b) und die Mitglieder des paritätisch besetzten Organs nach Artikel 51 (lic. c).
1.2
Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Antritt des Arbeits
verhältnis
ses (
Art.
10
Abs.
1 BVG) und endet unter anderem, wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird (
Art.
10
Abs.
2 lit. b BVG).
Versicherte, welche die Vorsorgeeinrichtung verlassen, bevor ein Vorsorgefall ein
tritt (Freizügigkeitsfall), haben Anspruch auf eine Austrittsleistung (
Art.
2
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenvorsorge [FZG]).
Treten Versicherte in eine neue Vor
sorgeeinrichtung ein, so hat die frühere Vorsorgeeinrichtung die Austritts
leis
tung
an die neue zu überweisen (
Art.
3
Abs.
1 FZG). Versicherte, die nicht in eine neue
Vorsorgeeinrichtung eintreten, haben ihrer Vorsorgeeinrichtung mit
zu
teilen, in welcher zulässigen Form sie den Vorsorgeschutz erhalten wollen (
Art.
4
Abs.
1 FZG). Der Vorsorgeschutz wird durch eine Freizügigkeitspolice oder durch ein Freizügigkeitskonto erhalten (
Art.
10
Abs.
1 der Verordnung über die Freizügig
keit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
vorsorge [FZV]).
2.
Die Beklagte führt
e
in der Klageantwort vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
8) aus, es sei ihr mit Valuta
3.
Oktober 2008 zugunsten des Klägers von der
O._
Freizügig
keits
stiftung
der Betrag von
Fr.
131‘099.15 überwiesen worden.
Es sei in
ihrem System ein Versicherungsausweis des
Klägers
per
1.
Januar 2009 hinter
legt,
wonach dieser per
1.
Januar 2009 eingetreten sein soll. Auf dem Ausweis werde als angeschlossener Betrieb
der Beklagten
die
Y._
angegeben. Auffallend sei, dass der Jahreslohn mit
Fr.
0.-- angegeben werde. Folgerichtig wür
den mit Ausnahme von Verwaltungskosten aufgrund des fehlenden Lohnes auch keine Spar- und Risikobeiträge aufgeführt.
Valuta 2
0.
Januar 2009 sei der Beklagten sodann vom Lebensversicherungs-Gesell
schaften Pool für Freizügig
keitspolicen Zürich der Betrag von
Fr.
8‘852.40 zu
gunsten des Klägers überwie
sen worden. Im Weiteren finde sich bei den Akten der Beklagten eine Aus
tritts
abrechnung per 3
1.
Mai 2009 über den Betrag von
Fr.
142‘099.95, was den er
wähnten Einlagen samt Zins entspreche. Mit der Austrittsabrechnung per 3
1.
Mai
2009 sei die Beklagte gegenüber dem Kläger, was die von ihm ein
ver
langte In
formation und Dokumentation anbelange, nachgekommen.
Weitere Doku
mente gebe es zu diesem Fall nicht. Es werde be
stritten, dass die Beklagte weitere oder - wie vom Kläger verlangt - jährliche Ausweise hätte erstellen müssen. Un
be
stritten sei, dass der Betrag der Austritts
leistung von
Fr.
142‘055.95 nie an den Kläger bzw. auf ein Freizügigkeitskonto zu dessen Gunsten überwiesen worden sei.
Warum das von ihrem damaligen Geschäftsführer nicht gemacht worden sei, entziehe sich der Kenntnis der Be
klagten.
Die Beklagte könne die Forderung aufgrund einer massiven Unterde
ckung nicht mehr begleichen.
Der Sicherheits
fonds BVG
habe zwar Sicherstel
lung geleistet, habe aber diese unter anderem
für den
Kläger
abgelehnt. Die Beklagte habe gegen den entsprechenden Ent
scheid
des Sicherheitsfonds Be
schwerde erhoben.
Es liege im Interesse des Klägers, dass
dieses Verfahren zu Gunsten der Beklagten ausgehe
,
und er sei deshalb vom Bun
desverwaltungsge
richt auch beigeladen worden.
3.
Der Kläger hat der Sachverhaltsdarstellung der Beklagten nicht widersprochen und er ist der Aufforderung gemäss der Verfügung vom 1
3.
Mai 2013 (
Urk.
10) nicht nachgekommen, zur Austrittsabrechnung der Beklagten per 3
1.
Mai 2009
(
Urk.
9/6)
Stellung zu nehmen und darzulegen, welche weiteren Unterlagen ne
ben
den
ihm zugestellten Beilagen (
Urk.
9/1-9) er von der Beklagten verlangt.
Die Sachverhaltsdarstellung der Beklagten stimmt vollst
ändig mit der Aktenlage überein
,
und es besteht kein Hinweis, dass die
se nicht zutreffend sein könnte, ins
besondere ist vom Kläger nichts dagegen geltend gemacht worden.
Es ergib
t sich demgemäss, dass
per 3
1.
Mai 2009
der Austritt des Klägers aus der Be
klagten erfolgte
,
wobei ihm die Austrittsleistung
aber nicht überwiesen wurde
.
Nachdem der Kläger ab dem
1.
Juni 2009 nicht mehr bei der Beklagten
vorsor
geversichert war, waren
ihm dementsprechend für die Jahre 2010, 2011 und 2012 auch keine Vorsorgeausweise mehr aus
zustellen
. Offen bleiben muss dabei
die Frage, ob
der Kläger
mangels Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäfti
gung
überhaupt bei der Beklagten versichert werden konnte, was
offensichtlich
Gegenstand der strittigen Auseinandersetzung zwischen der Beklagten und dem Sicherheitsfonds BVG ist (vgl.
Urk.
9/7 und
Urk.
9/8).
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Kläger im Besitze sowohl des Vorsorgeausweises per
1.
Januar 2009 (
Urk.
9/4) als auch der Austritts
abrech
nung per 3
1.
Mai 2009 (
Urk.
9/6), aus welchem die Höhe seines Anspruches ge
genüber der Beklagten hervorgeht, ist. Weitere Vorsorgeausweise waren dem Kläger mangels eines über den 3
1.
Mai 2009 hinaus bestehenden Vorsorgever
hältnisses nicht auszustellen. Die Klage ist demnach abzuweisen.
4.
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2 GSVGer; vgl.
BGE 128 V 133 E.
5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hin
weisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E.
5b und 320 E.
1a und b sowie 112 V 356 E.
6).