Decision ID: cd1d4ffa-2a61-47ef-970d-a0da6b0abce9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1975 geborene
X._
leidet seit Geburt an einer Dysmelie des linken Beines bei einer
Thorako
-Lumbalskoliose sowie einer linksseitigen Hüftdysplasie (
Urk.
6/24/19).
Er ist gelernter Einzelhandelskaufmann und
war zuletzt in der Zeit von September 2008 bis Mitte 2011 als Bäcker und danach bis August 2012 als Büroangestellter für die
Y._
(als Grenzgänger)
erwerbstätig (
Urk.
6/4 S. 2,
Urk.
6/5). Er reiste am 10. Februar 2012 in die
Schweiz ein und meldete sich am 1. März 2014 aufgrund der
obgenannten
somatischen Beschwerden sowie unter Hinweis auf eine seit Oktober 2007 bestehende psychologische Behandlung bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
-
bezug
an (
Urk.
6/2). Diese liess den Versicherten
bidisziplinär
abklären (Gutachten vom 2
2.
Dezember 2014 von Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Neurolo
gie
sowie
Psychiatrie und Psychotherapie
, sowie
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie;
Urk.
6/22,
Urk.
6/24). Am 8. April 2015 meldete sich der Versicherte zum Hilfsmittelbezug an (
Unter
schenkelorthese
links,
Urk.
6/38,
Urk.
6/42). Mit Schreiben vom 6. Mai 2015 wies die IV-Stelle den Beschwerdeführer auf die ihm obliegende
Mitwir
kungspflicht
im Zusammenhang mit einer regelmässigen orthopä
disch/rheumatologischen sowie einer intensiven psychiatrischen Behandlung hin (
Urk.
6/49).
In der Folge war der Beschwerdeführer vom 4. bis 8. Juni 2015 in der
B._
hospitalisiert (
Urk.
6/56), zudem weilte er vom 11. bis 16. Juni 2015 in der
C._
, wobei der Austritt vorzeitig auf Wunsch des Pa
tienten erfolgte (
Urk.
6/67).
Die Kostengutsprache für die beantragte
Unter
schenkelorthese
erfolgte mit Mitteilung vom 19. Juni 2015 (
Urk.
6/63).
Nach einem letzten telefonischen Kontakt
mit
der
C._
am 29. Juli 2015 nahm der Beschwerdeführer zwei weitere Termine am 4. und 14. August 2015 nicht wahr (
Urk.
6/69).
Mit Vorbescheid vom 30. September 2015 wurde dem Beschwerdeführer die Abweisung des Leistungsbegehrens
(bezüglich berufliche Integration/Rente,
Urk.
6/2)
in Aussicht gestellt (
Urk.
6/71). In der Folge fand eine ambulante Behandlung am Kriseninterventionszentrum
der
C._
statt, wobei
seitens des Versicherten
die Motivation für eine stationäre psychotherapeutische Be
handlung geäussert wurde (
Urk.
6/74). Vom 9. November 2015 bis 13. Januar 2016 sowie vom 9. März 2016 bis 7. Juli 2016 weilte der Beschwerdefüh
rer zur stationären Behandlung i
n der
B._
, wobei aufgrund einer Sta
bilisierung ein Übertritt in ein tagesklinisches Setting erfolgen konnte (
Urk.
6/85,
Urk.
3/6).
Mit Verfügung vom 26. September 2016 hielt die IV-Stelle an ihrem mit Vorbescheid vom 30. September 2015 in Aussicht ge
stellten Entscheid fest (
Urk.
6/94 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 26. Oktober 2016 Beschwerde und bean
tragte sinngemäss
die materielle Leistungsprüfung unter Hinweis auf die im
Rahmen seiner Möglichkeiten erfolgten Bemühungen hinsichtlich der
Scha
denminderungspflicht
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2016 beantragte die Beschwer
-
degeg
nerin
unter Hinweis auf die beiliegenden Akten die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5).
In der Folge reichte der Beschwerdeführer ein Berechnungsblatt zur Bemessung der Sozialhilfe nach SKOS-Richtlinien für Dezember 2016 ein (
Urk.
7)
und teilte auf entsprechende Anfrage hin mit, dass er über keine Rechtsschutzversicherung verfüge (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbseinkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Be
handlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbes
serung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so kön
nen ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hin
gewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Art. 21
Abs.
4 ATSG
).
Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21
Abs.
4 ATSG ge
kürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachge
kommen ist (
Abs.
1).
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschul
dens der versicherten Person, zu berücksichtigen (
Abs.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
nach dem Austritt aus der
B._
der Nachweis einer regelmässigen psychiatrischen Therapie fehle, ebenso ein solcher für eine orthopä
disch/rheumatologische Behandlung. Die Auflage vom
6.
Mai 2015, an wel
cher weiterhin festgehalten werde, sei damit nicht erfüllt, weshalb das
L
eis
tungsbegehren
aufgrund der vorliegenden Akten
abzuweisen sei (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er trotz seinen körperlichen und psychischen Beschwerden stets bemüht ge
wesen sei, seinen Verpflichtungen nachzukommen. So habe er sich um neue orthopädische Schuhe bemüht und sei fast sieben Monate in der
B._
gewesen. Das Angebot der Tagesklinik habe er nicht mehr wahr
nehmen können, da
er kein Dach mehr über dem Kopf gehabt habe. Er sei daran, neue Ärzte zu finden, müsse aber aufgrund der körperlichen Be
schwerden auch schauen, dass alles in der Nähe sei (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine Verlet
zung der Schadenminderungspflicht festgestellt und daher die Leistungen verweigert hat.
3.
3.1
Die für das
bidisziplinäre
Gutachten vom 2
2.
Dezember 2014 verantwortli
chen Fachärzte
stellten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
die folgen
den Diagnosen
(
Urk.
6/24/47)
:
Hüftdysplasie links mit deutlich reduzierter Innenrotation sowie Abduk
tion
Beginnende, kranial betonte Hüftgelenksarthrose Grad
Kellgren
II links
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom aufgrund einer linkskonvexen
Thorako
-Lumbalskoliose mit Versteifung des
2.
bis
5.
Lenden
-
wirbelkörpers
und
Synostose
mit dem
Sacrum
sowie der linksseitigen Darmbeinschaufel
Endgradige
, multidirektionale Bewegungseinschränkung im Bereich der Halswirbelsäule mit dem Alter vorauseilenden
osteoarthrotischen
Umbauvorgängen betont im Segment HWK4/5 sowie 5/6 mit beglei
tender Facettengelenksarthrose
Dysmelie des linken Unterschenkels mit Verkürzung des linken Beines um 18 cm und ausgeprägter Muskelatrophie
Dysmelie des linken Fusses
Raynaud-Syndrom im Bereich des
dysplastischen
linken Unterschen
kels bei anlagebedingter nicht ausgebildeter
A
rteria
fibularis
.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bleiben die
folgenden Diagnosen (
Urk.
6/24/47,
Urk.
6/22/24):
Medial betonte Gonarthrose Grad
Kellgren
I-II rechtsseitig
Verdacht auf Alkoholmissbrauch / -abhängigkeit, gegenwärtig absti
nent (ICD-10 F10.20)
Chronischer Schmerz (ICD-10 R52.5)
Mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syn
drom, reaktiv zum chronischen Schmerz und psychosozialen Proble
men (ICD-10 F32.1 / F32.2)
Ungenügende familiäre Unterstützung (ICD-10 Z63.2)
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Sonstige Probleme bei der Erziehung, institutioneller Aufenthalt und Er
ziehung im Heim (ICD-10 Z62.2).
Aus orthopädischer Sicht sei aktuell von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Die mittel- und langfristige Arbeitsfä
higkeit könne erst nach adäquater Schmerztherapie und Versorgung mit ei
ner angepassten Orthese bestimmt werden (
Urk.
6/24/51). Auch aus psy
chiatrischer Sicht bestehe aktuell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, eine mittel- und langfristige Beurteilung derselben sei derzeit nicht möglich, da die psychischen Krankheitsbilder völlig unbehandelt seien; so sei eine Be
handlung des depressiven Zustandsbildes und der Alkoholerkrankung zu empfehlen (
Urk.
6/22/25).
3.2
Die für den Kurzaustrittsbericht der
B._
vom
7.
Juli 201
6
verantwort
lichen Fachpersonen
gingen von den folgenden Diagnosen aus:
Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61)
Posttraumatis
che Belastungsstörung (PTBS, ICD
-10 F43.1)
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1
)
Geburtsgebrechen, verkürztes linkes Bein
Essentielle arterielle Hypertonie
Anamnestische
Refluxösophagitis
.
Der Beschwerdeführer sei bei ihnen vom
9.
März bis zum
7.
Juli 2016 hospita
lisiert gewesen; er habe ausreichend stabilisiert werden können, um in ein tagesklinisches Setting überzutreten.
Die Prognose sei als schlecht anzu
sehen bei intermittierenden Traumatisierungen seit der Kindheit und entspre
chender Störung der Persönlichkeitsentwicklung. Der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig und sie würden davon ausgehen, dass der Beschwerdefüh
rer keine ausreichende Belastungsfähigkeit mehr erlangen könne, die ihm eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt erlauben würde (
Urk.
3/6).
4.
4.1
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) berief sich die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Schadenminderungspflicht auf ihre Auflage vom
6.
Mai 2015 (Urk. 6/49). Darin wurde ausgeführt, die Abklärungen hätten ergeben, dass nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob die Einschränkung der Er
werbsfähigkeit bleibend sei oder zumindest längere Zeit andauere. Gemäss der medizinischen Einschätzung könne der Gesundheitszustand mit einer re
gelmässigen orthopädisch/rheumatologischen Behandlung und einer intensi
ven psychiatrischen Behandlung wesentlich verbessert werden innerhalb ei
nes Jahres. Es sei davon auszugehen, dass damit mindestens eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit erreicht werden könne. Während dieses Zeitraums werde kein Entscheid gefällt. Damit war die Androhung verbunden, dass eine Säumnis dazu führen könne, dass auf das Leistungsgesuch entweder nicht eingetreten oder aufgrund der Akten entschieden und ein allfälliger Leistungsanspruch abgelehnt werde.
4.
2
Bezüglich der
verlangten
psychiatrischen
Behandlung
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom
9.
November 2015 bis 1
3.
Januar 2016 sowie vom
9.
März 2016 bis
7.
Juli 2016
, mithin noch vor Erlass der ange
fochtenen Verfügung,
zur stationären Behandlung in der
B._
weilte, nach vorgän
g
iger Krisenintervention
vom 2
0.
Oktober bis
9.
No
-
vember
2015
in der
C._
(
Urk.
3/2-6)
.
Vor diesem Hintergrund kann dem Beschwerdeführer
nicht vorgeworfen werden, er h
abe
die Behandlung seiner depressiven Erkrankung nur ungenügend vorangetrieben.
Unbestritten ist dabei, dass der Beschwerdeführer infolge sozialer Probleme den Übertritt in das tagesklinische Setting nicht vollziehen konnte, wobei es auch zu berück
sichtigen gilt, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Austrittsbericht der
B._
weiterhin psychisch stark angeschlagen ist und als nicht ar
beitsfähig eingestuft wurde, trotz monatelanger Behandlung, auch in psychopharmakologischer Hinsicht
. Die Fachärzte der
B._
geben zudem an, die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht vermindern
(
Urk.
3/6 S.
6 und S. 9
).
4.
3
In somatischer Hinsicht ist festzuhalten, dass die
Orthesenversorgung
laut
Mitteilung vom 1
9.
Juni 2015 erfolgte (
Urk.
6/63). Wie dem Austrittsbericht der
B._
zu entnehmen ist, wurde die medikamentöse Versorgung des Beschwerdeführers in umfassender Weise sichergestellt; insbesondere auch zur Behandlung der Schmerzen sowie der arteriellen Hypertonie (
Urk.
3/6 S. 5).
Der Stand und das Gangbild mit Prothese
wurde
als sicher beschrieben (
Urk.
3/6 S. 4).
Inwieweit eine regelmässige orthopä
disch/
rheumatologische Behandlung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers wesentlich verbessern könnte, lässt s
ich den Akten nicht entnehmen, s
o empfahl
Dr.
A._
allein die
orthetische
und medikamentöse V
ersorgung des Beschwerdeführers (
Urk.
6/24/51,
Urk.
6/24/53).
Schon dannzumal stand demnach – wohl auch aufgrund des
chronifizierten
somatischen Gesund
heitszustand
s
– eine adäquate Schmerzmedikation im Vordergrund.
4.4
Insgesamt hat der Beschwerdeführer, unter Berücksichtigung seiner nach wie vor angeschlagenen Gesundheit, die ihm
auferlegten
Schadenminderungs
pflicht
hinreichend erfüllt. Entgegen der Beurteilung durch die Gutachter hat sich nach der
Hospitalisation
in der
B._
während mehreren Mona
ten ergeben, dass aus psychiatrischer Sicht auch durch geeignete Behandlun
gen keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse der Fachärzte der
B._
ist der von den Gutach
tern verlangten Behandlung zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (E. 3.1
hie
vor
) Genüge getan. Der Beschwerdeführer hat mit den wiederholten
Hospita
lisationen
nicht nur
seine verweigernde Haltung aufg
egeben
und sich bereit erklärt, sich der gebotenen
Behandlungen
zu unterziehen
, sondern hat diese sogar umgesetzt und somit nicht bloss Eingliederungsbereitschaft signalisiert (vgl.
hiezu
nachfolgende E. 4.5). Das Gleiche gilt nach Gesagten für die Be
handlung der orthopädischen Beschwerden.
Eine weitere Verweigerung der Leistungen allein aufgrund der Akten er
scheint unter diesen Umständen nicht mehr als angemessen, zumal die von der Beschwerdegegnerin verlangte Therapiedauer von einem Jahr in den me
dizinischen Akten keine Stütze findet.
Demnach ist die angefochtene Verfügung aufzuheben.
4.5
Bei einer anhaltenden Mitwirkungspflichtverweigerung anlässlich der Erstan
meldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung ist die später erklärte Eingliederungsbereitschaft rechtsprechungsgemäss als Neuanmel
dung zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 22. März 2010 E. 5.1). Wird die verweigerte Mitwirkung in einem späteren Zeitpunkt erbracht, kann sich die festgelegte Sanktion - Nichteintreten, Entscheid auf
grund der Akten - nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (BGE 139 V 585 E. 6.3.7.4-5).
Zur weiteren Anspruchsprüfung (Eingliederung, Rente) ist die Sache demnach an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da nunmehr die Leistungsfähig
keit nach dem erfolgten mehrmonatigen stationären Aufenthalt in der
B._
sowie nach einer fachgerechten orthopädischen und medikamentö
sen Versorgung zu beurteilen ist, erscheint eine
aktuelle
polydisziplinäre Ab
klärung des Beschwerdeführers unumgänglich.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird ein allfälliger Antrag des Beschwerde
führers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
7) gegen
standslos.