Decision ID: 78617606-2575-450c-9c72-e96179a5a37b
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 29. Mai 2021 die Schweiz um Asyl. Auf
dem von ihm gleichentags ausgefüllten Personalienblatt gab er an, am (...)
geboren worden zu sein.
B.
Ein Abgleich mit der Fingerabdruck-Datenbank Eurodac ergab, dass er am
10. April 2019 in Griechenland Asyl beantragt hatte.
C.
Am 3. Juni 2021 ersuchte die Vorinstanz die griechischen Behörden ge-
stützt auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die
Prüfung eines Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, um In-
formationen betreffend den Beschwerdeführer.
D.
Anlässlich der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende
(UMA) vom 7. Juni 2021 gab der Beschwerdeführer an, am (...) respektive
nach dem afghanischen Kalender Ende (...) geboren worden zu sein. Er
sei (...)-jährig.
E.
Am 15. Juni 2021 reichte die Rechtsvertretung die Kopie (Fotoausdruck)
der Tazkera des Beschwerdeführers zu den Akten, gemäss welcher er im
Jahr (...) (gemäss gregorianischem Kalender: [...]) (...) Jahre alt gewesen
sei.
F.
Am 22. Juni 2021 beantworteten die griechischen Behörden das Informa-
tionsersuchen der Schweiz und bestätigten das Asylgesuch des als unbe-
gleiteten Minderjähriger registrierten Beschwerdeführers in Griechenland
vom 10. April 2019. In Griechenland sei er als B._, geb. am (...),
registriert worden. Das Asylverfahren sei hängig und es sei kein Altersgut-
achten erstellt worden. Dem Schreiben war eine Kopie einer Tazkera des
Beschwerdeführers angehängt, gemäss welcher er im Jahr (...) (gemäss
gregorianischem Kalender: [...]) (...) Jahre alt gewesen sei.
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G.
Aufgrund von Zweifeln an der geltend gemachten Minderjährigkeit des Be-
schwerdeführers gab das SEM beim Institut für Rechtsmedizin des
C._ ein Gutachten zur Altersabklärung in Auftrag. Das Gutachten
vom (...). Juni 2021 kommt zum Schluss, die durchgeführten Untersuchun-
gen würden ein durchschnittliches Lebensalter von (...) Jahren und ein
Mindestalter von (...) Jahren ([...] Jahre) ergeben. Das vom Beschwerde-
führer angegebene Geburtsdatum (chronologisches Lebensalter von [...])
könne deshalb nicht zutreffen.
H.
Am 19. Juli 2021 wurde der Beschwerdeführer im Beisein seiner zugewie-
senen Rechtsvertretung im Sinn von Art. 29 AsylG [SR 142.31] zu seinem
Asylgesuch angehört.
I.
Mit Schreiben vom 20. Juli 2021 gewährte das SEM dem Beschwerdefüh-
rer das rechtliche Gehör zum Resultat des Altersgutachtens und der beab-
sichtigten Änderung seines Geburtsdatums im Zentralen Migrationsinfor-
mationssystem (ZEMIS) auf den (...), da ihm das Glaubhaftmachen des
behaupteten Geburtsdatums ([...]) nicht gelungen sei. Der Beschwerdefüh-
rer nahm am 28. Juli 2021 dazu Stellung.
J.
Mit Zuteilungsentscheid vom 26. Juli 2021 wurde der Beschwerdeführer
dem erweiterten Verfahren zugewiesen.
K.
Mit Verfügung vom 17. September 2021 – eröffnet am 21. September
2021 – passte das SEM das Geburtsdatum des Beschwerdeführers auf
das errechnete Mindestalter gemäss Altersgutachten an.
L.
Am selben Tag wurde das Mutationsformular für die neue Hauptidentität
des Beschwerdeführers im ZEMIS mit dem Geburtsdatum (...) (mit Bestrei-
tungsvermerk) erfasst.
M.
Ebenfalls mit einer (separaten) Verfügung vom 17. September 2021 ver-
neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers,
lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz
E-4571/2021
Seite 4
an, wobei es den Wegweisungsvollzug infolge Unzumutbarkeit zugunsten
einer vorläufigen Aufnahme aufschob.
N.
N.a Mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 reichte der Beschwerdeführer ge-
gen diese Verfügungen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein.
N.b Er ersuchte darum, es sei die Verfügung betreffend die Anpassung
seines Geburtsdatums aufzuheben und sein Geburtsdatum auf den (...)
anzupassen.
N.c Er beantragte sodann die Aufhebung der Verfügung betreffend die
Flüchtlingseigenschaft und sein Asylgesuch.
Die solchermassen gestellte Beschwerde wurde beim Gericht unter der
Verfahrensnummer E-4538/2021 registriert und weitergeführt. Das vorlie-
gende Verfahren wird mit diesem koordiniert behandelt.
N.d In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses sowie um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands
ersucht.
O.
Mit Verfügung vom 21. Oktober 2021 stellte die Instruktionsrichterin fest,
der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz
abwarten und lud ihn zur Einreichung einer Stellungnahme betreffend die
beiden eingereichten Tazkeras ein.
P.
In ihrer Vernehmlassung vom 3. November 2021 im Verfahren
E-4538/2021 (betreffend das Asylgesuch) nahm die Vorinstanz ebenfalls
zum Begehren gegen die Datenänderung Stellung.
Q.
Am 11. November 2021 setzte die Instruktionsrichterin dem Beschwerde-
führer eine Frist für eine Replik.
R.
Mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember 2021 wies die Instruktionsrich-
terin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
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Seite 5
um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands ab und verzichtete auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Diese Verfügung wurde von der Post mit dem Vermerk "nicht abgeholt" re-
tourniert.
S.
Nach telefonischer Benachrichtigung der dem Beschwerdeführer zugeteil-
ten Vertrauensperson reichte MLaw Sandra Wehrli mit Eingabe vom 9. De-
zember 2021 eine Mandatsanzeige ein und ersuchte um Beiordnung als
Rechtsvertretung. Der Eingabe lag eine vom Beschwerdeführer unter-
zeichnete Vollmacht bei.
T.
Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 (beide Verfahren betreffend) stellte
die Instruktionsrichterin der neu mandatierten Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers eine Kopie der nicht abgeholten Zwischenverfügung vom
2. Dezember 2021 zur Kenntnis zu, mit welcher im vorliegenden Verfahren
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen wurde, und ge-
währte eine erneute Frist zur Einreichung einer Replik.
U.
Mit Replik vom 28. Dezember 2021 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-
nehmlassung Stellung (im Verfahren E-4538/2021).
V.
Am 5. Mai 2022 lud die Instruktionsrichterin den für das Altersgutachten
vom (...). Juni 2021 verantwortlichen Arzt zu ergänzenden Erläuterungen
innert Frist ein.
Die auf den 9. Mai 2022 datierte Stellungnahme ging am 12. Mai 2022 beim
Bundesverwaltungsgericht ein. Diese wird den Parteien mit vorliegendem
Urteil zur Kenntnis gebracht.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d
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Seite 6
VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor-
liegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig (Art. 31 VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, so-
weit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens beschränkt sich auf
das Rechtsbegehren (Ziff. 3), der Entscheid bezüglich der Datenänderung
im ZEMIS sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, das Geburtsda-
tum auf den (...) festzulegen.
3.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet hinsichtlich der ZEMIS-Berich-
tigung mit uneingeschränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene
Verfügung insoweit auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger
oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und
Rechtsfehler bei der Ermessensausübung – sowie auf Angemessenheit hin
(Art. 49 VwVG).
4.
4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über
das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-
nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-
nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG.
4.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
Abs. 3 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit erstellt, besteht auf Berichtigung
ein uneingeschränkter Anspruch (vgl. statt vieler Urteil des BVGer
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Seite 7
A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.2). Die ZEMIS-Verordnung sieht in
Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen
zu berichtigen sind.
4.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisre-
geln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung
sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen
Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich.
Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach
dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes
wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch
gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung
mitzuwirken (vgl. Urteile des BVGer A-4256/2015 vom 15. Dezember 2015
E. 3.3, A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3).
4.4 Amtliche Dokumente ausländischer Staaten, deren Zweck es ist, die
Identität ihres Inhabers nachzuweisen, gelten nicht als öffentliche Urkun-
den im Sinne von Art. 9 ZGB, weshalb ihnen nicht ohne Weiteres ein er-
höhter Beweiswert zukommt und sie wie andere Urkunden einer freien Be-
weiswürdigung zu unterziehen sind (vgl. Urteile des BGer 6B_394/2009
vom 27. Juli 2009 E. 1.1 und 5A_3/2007 vom 27. Februar 2007 E. 2).
4.5 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-
richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenigen der neuen
Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen
noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies
ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten
zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet
werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten. In solchen
Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-
weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-
sen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung eines
Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der be-
arbeiteten Personendaten bestritten und/oder nicht gesichert ist. Spricht
dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Anga-
ben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem
derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben
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Seite 8
(als Neben- beziehungsweise Aliasidentität) weiterhin abrufbar bleiben sol-
len oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlas-
sen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher
eingetragenen Daten als wahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit
einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist je-
weils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein ent-
sprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. Urteil des BVGer A-7615/2016
vom 30. Januar 2018 E. 3.5; Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.2).
4.6 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrechtli-
chen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Person zumin-
dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und E. 4.2.3).
4.7 Im vorliegenden Fall obliegt es demnach grundsätzlich der Vorinstanz
zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum ([...])
korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat nachzuweisen, dass das von ihm
geltend gemachte Geburtsdatum ([...]) richtig ist, als das im ZEMIS er-
fasste, ihm mithin eine höhere Glaubhaftigkeit zukommt als dem bisherigen
Eintrag. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis, ist dasjenige Geburts-
datum im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahr-
scheinlicher ist (vgl. Urteil des BVGer A-3051/2018 vom 12. März 2019
E. 5.5).
5.
5.1 Die Vorinstanz stützt den bestehenden ZEMIS-Eintrag auf das Alters-
gutachten vom (...). Juni 2021, wonach ein durchschnittliches Lebensalter
von (...) Jahren sowie ein Mindestalter von (...) Jahren ermittelt worden
sei. Die Differenz zwischen dem angegebenen Alter und dem errechneten
Mindestalter betrage rund (...). Das angegebene Alter von (...) zum Zeit-
punkt der Untersuchung könne aufgrund der Ergebnisse der forensischen
Altersschätzung somit nicht zutreffen. Seine (zeitlichen) Angaben zur Per-
son, beispielsweise zur schulischen Laufbahn, zur Familie oder zur Aus-
reise, seien zudem zu vage ausgefallen. Obwohl er in der Erstbefragung
UMA angegeben habe, seine Tazkera sowie sein Mobiltelefon bei der Über-
fahrt nach Griechenland im Meer verloren zu haben und somit keine Aus-
weispapiere einreichen zu können, habe er anschliessend eine Kopie sei-
ner Tazkera vorgelegt. Abgesehen davon, dass eine Tazkera nur eine be-
dingte Aussagkraft habe, da sie über keine Sicherheitsmerkmale verfüge
und somit leicht fälschbar sei, seien auf der eingereichten Tazkera die An-
gaben seines Onkels vermerkt, obwohl der Beschwerdeführer in beiden
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Seite 9
Befragungen ausgesagt habe, dass er weder Onkel noch Tanten habe.
Seine Erklärung, dass man in seiner Region den Vater «D._» nen-
nen würde, was in anderen Regionen Afghanistans Onkel väterlicherseits
bedeute, vermöge nicht zu erklären, weshalb die afghanischen Behörden
auf seiner Tazkera diese falschen Angaben übernommen hätten. Die Taz-
kera verliere weiter an Aussagekraft, da der Beschwerdeführer den grie-
chischen Behörden eine andere Tazkera eingereicht habe, wobei auffalle,
dass er gemäss Angaben auf jener Tazkera ein Jahr älter wäre, als er in
der Schweiz angegeben habe, und sich die Layouts der beiden Tazkeras
grundlegend voneinander unterscheiden würden. Er habe die griechischen
Behörden mit einem gefälschten Dokument über seine Identität getäuscht.
Somit sei seine Glaubwürdigkeit beeinträchtigt und es könne auch nicht
ausgeschlossen werden, dass er in der Schweiz das gleiche Vorgehen an
den Tag gelegt habe. Er habe sein Alter weder durch rechtsgenügliche
Identitätsdokumente beweisen noch glaubhaft machen können.
5.2 Der Beschwerdeführer führt aus, er sei bei der Erstbefragung davon
ausgegangen, dass das SEM von ihm originale Ausweisdokumente
verlangt habe, weshalb er angegeben habe, keine Ausweispapiere
beschaffen zu können. Es sei ihm in diesem Moment nicht bewusst
gewesen, dass er auch ein Foto von seinem Ausweis hätte einreichen
können. Er habe das Original seiner Tazkera bei der Überfahrt nach
Griechenland verloren, habe aber vor seiner Überfahrt ein Foto davon
einem Kollegen geschickt, da er vernommen habe, dass die Leute bei der
Überfahrt ihr Hab und Gut verlieren würden. In Griechenland habe er von
diesem Kollegen das Foto wieder erhalten. Das auf der in der Schweiz
eingereichten Tazkera vermerkte Wort «D._» bedeute in seiner
Heimatregion Vater, und nicht Onkel. Dadurch werde die Aussagekraft
seiner Tazkera nicht vermindert. Weshalb der Beamte dieses Wort
entsprechend übernommen habe, könne er nicht wissen. Andere
Fälschungsmerkmale seien von der Vorinstanz nicht aufgezeigt worden.
In Bezug auf seine in Griechenland eingereichte Tazkera habe er bereits in
der Stellungnahme vom 28. Juli 2021 erläutert, dass er sich damals –
aufgrund der Unterbringungssituation – in einer absoluten Notsituation
befunden und ihm deshalb ein Freund aus der Not geholfen habe. Die
Unterbringungsbedingungen in Griechenland seien katastrophal und man
habe ihn mit Erwachsenen zusammen unterbringen wollen. Es scheine
absurd, dass ihm zur Last gelegt werde, dass er damit die griechischen
Behörden habe täuschen wollen, nachdem ihn gerade diese in die
Notsituation gebracht hätten. Er habe mit dieser gefälschten Tazkera
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Seite 10
lediglich seine Minderjährigkeit beweisen wollen, was ja der Wahrheit
entspreche. Er habe dem Kollegen, der sich anerboten habe, ihm zu
helfen, das Foto seiner Tazkera gezeigt, und dieser habe so teils korrekte
Angaben für die gefälschte Tazkera übernommen. Das Einreichen dieser
gefälschten Tazkera schade somit nicht seiner Glaubwürdigkeit. Er habe in
seinen Anhörungen wiederholt deckungsgleich angegeben, dass er sein
Geburtsjahr von seiner Mutter kenne. Dieses Geburtsjahr werde mit der
Kopie seiner Tazkera bestätigt. Damit sei der (...) das wahrscheinlichere
Geburtsdatum.
Weiter bringt er vor, Altersgutachten seien – mit Verweis auf diverse Artikel
– in der Wissenschaft umstritten und nicht hundertprozentig verlässlich.
Das (vorliegende) Altersgutachten ergebe sowohl bei der Zahnanalyse,
wie auch bei der Schlüsselbein- respektive Skelettanalyse ein Mindestalter
von unter 18 Jahren, weshalb das Altersgutachten nicht zur Beurteilung
seines Alters herangezogen werden könne.
6.
6.1 Vorliegend bildet das konkrete Geburtsdatum des Beschwerdeführers
den Streitgegenstand. Dieses ist nach datenschutzrechtlichen Gesichts-
punkten und damit nach der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bestim-
men. Die Beweisregel, wonach im Zweifelsfall von der Minderjährigkeit
auszugehen sei, ist dem Datenschutzrecht fremd (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.4).
6.2 Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdeführer können das von
ihnen behauptete Geburtsdatum beweisen. Es ist daher nachfolgend zu
prüfen, welches Geburtsdatum – der vom Beschwerdeführer behauptete
(...) oder der von der Vorinstanz eingetragene (...) – wahrscheinlicher ist.
Die Frage der Volljährigkeit stellte sich zum Zeitpunkt des Entscheids der
Vorinstanz nicht, hat diese die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers
doch nicht angezweifelt.
6.3 Betreffend die Eruierung des wahrscheinlicheren Geburtsdatums des
Beschwerdeführers lässt sich nach Durchsicht der Akten Folgendes fest-
stellen:
6.3.1 Wie in der Beschwerde vorgebracht, sind von den in der Schweiz
angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung nur die
Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Un-
tersuchung (nicht jedoch die Handknochenaltersanalyse und die ärztliche
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Seite 11
körperliche Untersuchung) zum Beweis der Minder- beziehungsweise Voll-
jährigkeit einer Person geeignet. Zudem lässt sich anhand der medizini-
schen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Voll-
jährigkeit einer Person machen, wenn das Mindestalter bei der zahnärztli-
chen Untersuchung und der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersana-
lyse unter 18 Jahren liegt (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.). Mit einer me-
dizinischen Altersschätzung, die im besten Fall ein mehr oder weniger star-
kes Indiz für die Voll- respektive Minderjährigkeit einer Person sein kann,
ist sodann ein sicherer Nachweis eines Geburtsdatums nicht möglich (vgl.
BVGE 2018 VI/3 E. 6.1).
6.3.2 Die forensische Lebensaltersschätzung des Beschwerdeführers
stützt ihr Ergebnis im Gutachten vom (...). Juni 2021 auf eine körperliche
Untersuchung des Beschwerdeführers, die zahnärztliche Altersschätzung,
die radiologische Altersschätzung des Handgelenks sowie der Schlüssel-
beine. Hierbei ergab die Handknochenanalyse ein Mindestalter von (...)
Jahren und die Schlüsselbeinanalyse ein Mindestalter von (...) Jahren; bei
der zahnärztlichen Untersuchung wurde kein Mindestalter angegeben (vgl.
Altersgutachten vom (...). Juni 2021 S. 4 f.). Diesbezüglich wurde aber ein
Durchschnittsalter von (...) Jahren festgehalten. Das vom Beschwerdefüh-
rer behauptete Alter von damals (...) könne deshalb – gemäss Gutachten
– nicht zutreffen. In seiner Stellungnahme vom 9. Mai 2022, welche den
Parteien aufgrund ihrer allgemeinen Natur erst mit vorliegendem Urteil zur
Kenntnis gebracht wird, hält der für das Altersgutachten verantwortliche
Arzt erläuternd fest, beim Mindestalter handle es sich um das beobachtete
– nicht berechnete – Lebensalter der jüngsten Person in der untersuchten
Referenzpopulation, die das angegebene Merkmal aufweise, weshalb das
in den Altersgutachten angegebene Mindestalter unter Umständen deutlich
unter dem Durchschnittsalter liegen könne. Bei den zahnärztlichen Befun-
den sei eine anderweitige Eingrenzung der Altersspanne (als die bereits im
Altersgutachten vom (...). Juni 2021 angegebenen Altersspanne) anhand
der erhobenen Befunde und der aktuellen Literatur nicht möglich. Anhand
dieser medizinischen Altersabklärung lässt sich folglich keine Aussage zur
Minder- beziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers machen
(vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2 Punkt 5). Die Vorinstanz zweifelte die Min-
derjährigkeit des Beschwerdeführers (zum Zeitpunkt ihres Entscheids) wie
bereits gesagt indes auch nicht an, zumal er damals auch mit dem im
ZEMIS angeführten Geburtsdatums vom (...) als minderjährig galt.
6.3.3 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-
samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen
E-4571/2021
Seite 12
zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbes. [übereinstimmende] Angaben
zum Alter, zu Identitätspapieren bzw. zu den Gründen für deren Nichtein-
reichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, zu Berufs-
bildung / Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie nachvoll-
ziehbare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunftsgebiet).
Die Vorinstanz führte diesbezüglich aus, die vagen Angaben des Be-
schwerdeführers zu seiner Person, beispielsweise zur schulischen Lauf-
bahn, zur Familie oder zur Ausreise, hätten erhebliche Zweifel an dem von
ihm geltend gemachten Alter ergeben. Anhand der ziemlich vagen zeitli-
chen Angaben im Zusammenhang mit der Schulzeit, der darauffolgenden
Zeit zu Hause und der Ausreise liessen sich keine aussagekräftigen Rück-
schlüsse auf das Alter ziehen. In Anbetracht dessen, dass der Beschwer-
deführer im Zeitpunkt der Ereignisse noch sehr jung war, sind allfällige zeit-
liche Unstimmigkeiten jedoch zu relativieren, zumal seine Ausführungen
insgesamt – wie von der Vorinstanz ebenfalls festgestellt – widerspruchs-
frei ausgefallen sind und er den chronologischen Ablauf der Geschehnisse
auch anlässlich beider Anhörungen gleich schilderte (vgl. act. 1097620-
15/16 [nachfolgend SEM-Akte 15] S. 6 f. und 13 sowie act. 1097620-27/13
[nachfolgend SEM-Akte 27] F42 ff.). Insbesondere machte er bereits auf
dem Personalienblatt und in der Erstbefragung UMA geltend, nach persi-
schem Kalender Ende (...) (vgl. SEM-Akten 1 und 15 S. 2) geboren wor-
den, mithin im Jahr 2021 (...)-jährig gewesen zu sein. Sodann sind seine
Angaben zur schulischen Laufbahn (Alter bei Einschulung, Anzahl besuch-
ter Klassen und Alter bei Abbruch der Schule, vgl. SEM-Akte 15 S. 6 f.) in
sich und auch in Bezug auf das angegebene Geburtsdatum, das Alter zum
Zeitpunkt der Ausreise und der noch zuhause verbrachten Zeit nach Schul-
abbruch (vgl. SEM-Akte 15 S. 6 und Ziff. 5.01), dem Zeitpunkt der Entfüh-
rung seines Vaters als er (...)jährig und in der vierten Klasse gewesen sei
(vgl. SEM-Akte 15 S. 7), den Ausreisezeitpunkt (etwa drei Jahre vor der
Erstbefragung Anfang Juni 2021, also etwa Ende 2018; vgl. SEM-Akte 15
Ziffn. 1.07 und 5.01), dem Einreisezeitpunkt in Griechenland (2019; vgl.
SEM-Akte 15 S. 4 und Ziff. 5.01) stimmig ausgefallen und passen mit dem
von ihm angegebenen Jahr seiner Geburt (Ende [...]) zusammen. Diesbe-
züglich ist allerdings festzuhalten, dass er anlässlich der Erstbefragung
UMA angab, er kenne sein genaues Geburtsdatum nicht und wisse nur,
dass seine Mutter ihm gesagt habe, er sei Ende (...) geboren (vgl. SEM-
Akte 15 S. 3). Seine Erklärungen zum Alter erscheinen dem Länderkontext
entsprechend zwar nachvollziehbar. Im afghanischen Kontext ist es für im
ländlichen Gebiet aufwachsende Jugendliche durchaus üblich, dass sie ihr
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Seite 13
Alter nicht mit Sicherheit angeben können und dieses von Drittpersonen im
Verlauf ihres Lebens erfahren, wird dieses doch nicht einmal in der Tazkera
– häufig dem einzigen amtlichen Dokument in deren Besitz – genau aufge-
führt (vgl. nachfolgend E. 6.3.4 sowie Urteil des BVGer E-322/21 vom
17. Februar 2021 E. 3.4). Das genaue Geburtsdatum in Bezug auf den gre-
gorianischen Kalender ([...]) hat der Beschwerdeführer aber aufgrund der
ihm bekannten, ungenauen Informationen (geboren Ende [...]; vgl. SEM-
Akte 15 S. 3) gewissermassen beliebig gewählt. Insofern ist nicht davon
auszugehen, dass es sich beim (...) um das exakte Geburtsdatum des Be-
schwerdeführers handelt.
6.3.4 Der Übersetzung der vom Beschwerdeführer eingereichten Kopie der
Tazkera ist zu entnehmen, dass er im Ausstellungszeitpunkt ([...], also am
[...]) (...) Jahre alt war, was mit dem Beschwerdeführer geltend gemachten
Geburtsdatum vom (...) (nach persischem Kalender Ende [...]), mithin sei-
ner Aussage, im Jahr (...) (...)-jährig gewesen zu sein, in Einklang steht.
Bei der Tazkera handelt es sich zwar – wie auch vom SEM festgehalten
wurde – nicht um ein fälschungssicheres Dokument, weshalb hinsichtlich
der Frage der Identität von Inhabern eines solchen Dokuments praxisge-
mäss von einem reduzierten Beweiswert eingereichter Tazkeras auszuge-
hen ist. Es ist aber nicht statthaft, eine Tazkera pauschal und ohne weitere
Überprüfung als Fälschung zu deklarieren (vgl. BVGE 2013/30 E. 4.2.2).
Hinsichtlich des Alters eines Asylgesuchstellers ist darauf hinzuweisen,
dass auf einer Tazkera kein Geburtsdatum ausgewiesen, sondern lediglich
festgehalten wird, der Inhaber sei im Ausstellungszeitpunkt in einem be-
stimmten Alter gewesen. Bereits aufgrund der Tazkera besteht somit eine
mögliche Altersspanne von fast einem Jahr (der Inhaber der Tazkera kann
bereits am ersten Tag, indessen auch erst am letzten Tag des Ausstellungs-
jahres das entsprechende Altersjahr vollendet haben). Entgegen der vor-
instanzlichen Einschätzung stellt die Tazkera vorliegend ein Indiz dafür dar,
dass der Beschwerdeführer im Jahr (...) geboren wurde (vgl. Urteil des
BVGer D-3362/2021 vom 3. November 2021 E. 5.2.4 m.w.H.). An dieser
Einschätzung ändert auch der Einwand der Vorinstanz nichts, wonach auf
der Tazkera die Angaben des Onkels des Beschwerdeführers vermerkt
seien, obwohl er in beiden Befragungen ausgesagt habe, weder Onkel
noch Tanten zu haben. Einerseits konnte der Beschwerdeführer diese Un-
gereimtheit bereits anlässlich der Anhörung vom 19. Juli 2021 mit den
sprachlichen Gegebenheiten in seiner Heimatregion erklären (vgl. SEM-
Akte 27 F77). Andererseits ist weder aus der Argumentation des SEM noch
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aus den Ausführungen des Beschwerdeführers ersichtlich, ob diese Unge-
reimtheit lediglich auf die Übersetzung der eingereichten Tazkera zurück-
zuführen ist.
6.3.5 Hinsichtlich der Tazkera, die die griechischen Behörden der Vor-
instanz zugestellt haben, ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer
nachvollziehbar aufzeigen konnte, weshalb er sich angesichts der Unter-
bringungssituation in Griechenland dazu entschieden hatte, bei den grie-
chischen Behörden eine gefälschte Tazkera einzureichen (vgl act.
1097620-35/2 S. 2, Beschwerde S. 6, sowie Replik vom 28. Dezember
2021). Dass er aus einer persönlichen Notlage heraus eine solche Ent-
scheidung getroffen hat, ist ihm vorliegend nicht vorzuwerfen, respektive
ändert nichts daran, dass er persönlich glaubwürdig und authentisch er-
scheint. Er ist von Beginn an seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen, hat
seine persönlichen Lebensumstände umfassend dargelegt und war spür-
bar bemüht, die Fragen korrekt zu verstehen und zu beantworten.
6.4 Nach dem Gesagten ist weder dem SEM noch dem Beschwerdeführer
der Nachweis gelungen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburts-
datum ([...]) beziehungsweise das geltend gemachte Geburtsdatum des
(...) korrekt ist. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist jedoch festzu-
stellen, dass das vom Beschwerdeführer – gestützt auf die vagen Angaben
seiner Mutter – geltend gemachte Geburtsdatum eine zu grosse Abwei-
chung der Ergebnisse des Altersgutachtens vom (...). Juni 2021 darstellt.
Insgesamt erscheint deshalb das vom SEM – gestützt auf das wissen-
schaftliche Gutachten – im ZEMIS veranschlagte Geburtsdatum vom (...)
wahrscheinlicher, als das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Ge-
burtsdatum.
Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Geburtsdatum (...) (mit Bestrei-
tungsvermerk) ist unverändert zu belassen.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember 2021 wurden die Gesuche um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung eines
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amtlichen Rechtsbeistandes ungeachtet einer allfälligen prozessualen Be-
dürftigkeit abgewiesen (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG). Auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses wurde verzichtet. Bei diesem Ausgang des Verfah-
rens sind die Kosten von Fr. 500.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).
9.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
(Dispositiv nächste Seite)
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