Decision ID: 341df6cc-e7a2-4f78-810d-a6c908865f62
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959 und zuletzt tätig als
Y._
-Angestellte in einem Pensum von 65.48
%
, meldete sich am 1
1.
April 2012 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf einen Schlaganfall am 1
4.
Februar 2012 bei der Sozialver
si
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/7
).
Die IV-Stelle tätigte berufliche und medizinische Abklärungen und klärte die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt ab (Haushaltsab
klärungsbericht vom 2
2.
Mai 2013,
Urk.
9/52). Mit Verfügung vom
5.
Mai 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem
1.
Februar 2013 eine
Dreiviertels
rente
und ab dem
1.
September 2013 eine halbe Rente zu (
Urk.
9/66).
Nachdem die Versicherte
sich hiergegen vernehmen
liess
(
Urk.
9/65 und
Urk.
9/68), hob die IV-Stelle die Verfügung vom
5.
Mai 2014 wiedererwägungsweise auf, da
weitere medizinische Abklärungen angezeigt seien (Verfügung vom 1
6.
Juli 2014
,
Urk.
9/74).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere Abklärungen und holte das polydis
zi
plinäre Gutachten des
Z._
Begutachtung (folgend:
Z._
)
,
vom
7.
April 2015 ein (
Urk.
9/96). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 1
8.
November 2015,
Urk.
9/106; Einwand vom 2
9.
Januar
2016,
Urk.
9/113)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfü
gung vom 2
7.
April 2016 ab dem
1.
Februar 2013 eine
Dreivierte
l
srente
und ab dem
1.
September 2013 eine halbe Invalidenrente zu. Ab dem
1.
Dezember 2014 bestehe kein Anspruc
h auf eine Invalidenrente mehr (
Urk.
2/1-2).
2.
Hie
rgegen erhob die Versicherte am
1.
Juni 2016 Beschwerde und beantragte, es
seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihr ab Februar 2013
eine unbefristete, ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1; ergänzende Beschwer
de
schrift vom
6.
Juni 2016,
Urk.
5). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
9/1-120), was der Beschwerdeführerin am 3
0.
Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür
(
Urk.
2)
, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle weiterhin in einem Pensum von 65
%
ihrer Arbeitstätigkeit nachgehen würde. Im Haushalt sei sie zu 11.75
%
eingeschränkt. Gestützt auf die ärztliche Einschätzung sei der Beschwerdeführerin keine Arbeitstätigkeit zu
mutbar gewesen bis zum 2
3.
Juni 2013, womit ab Ablauf des Wartejahres im Februar 2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestanden habe.
Der Gesundheitszustand habe schrittweise verbessert und die Arbeitsfähigkeit
gesteigert werden können, so dass ab dem 2
4.
Juni 2013 die Arbeit während einer
Stunde täglich wieder habe aufgenommen werden können. Entsprechend resul
tiere ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 56
%
, woraus zusammen mit dem Haushaltsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 60
%
resultiere.
Ab dem
1.
September 2013 sei eine Arbeitsunfähigkeit von 77
%
ausgewiesen gewesen, woraus ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich in Höhe von 50
%
und ein Gesamtinvaliditätsgrad von 54
%
resultiere, womit ab September 2013 noch ein Anspruch auf eine halbe Rente bestehe.
Ab dem
1.
Dezember 2014 sei eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
ausgewiesen, woraus ein Gesamtinvaliditätsgrad von 39
%
resultiere, womit ab Dezember 2014 kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr bestehe.
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1
,
Urk.
5
)
,
dass die Berechnung des Invaliditätsgrades nach der gemischten Me
tho
d
e diskriminierend sei und
Art.
8
i.V.m
.
Art.
14
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (
EMRK
)
verletze.
Des Weiteren sei die Haushaltsabklärung, nach welcher sie im Haushaltsbereich lediglich zu 11.75
%
eingeschränkt sein soll, nicht plausibel. Sie benötige viel mehr Zeit und müsse einzelne Arbeiten in mehreren Etappen erledigen, so dass über den Tag nicht genügend Zeit bleibe, um sämtliche anfallenden Arbeiten zu erledigen. Insbesondere seien auch grössere Reinigungsarbeiten in der Küche nicht mehr möglich aufgrund der Beschwerden im linken Arm. Im Bereich der Ernährung sei mindestens eine Einschränkung von 25
%
anzunehmen. Das vom Sohn geleistete gehe weit über die Schadenminderungspflicht hinaus, womit im Bereich Einkauf und Besorgungen eine Einschränkung von 50
%
anzunehmen sei und auch im Bereich Wäsche und Kleiderpflege sei eine Einschränkung von mindestens 25
%
anzunehmen, womit die Einschränkung im Aufgabenbereich mindestens 26.25
%
betrage.
Des Weiteren werde der Einkommensvergleich für die Phase ab Dezember 2014 gerügt. Insbesondere sei die Nominallohnentwicklung vorzunehmen und die von den
Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit beziehe sich klarerweise auf eine 40-Stunden- und nicht eine 42-Stunden-Woche.
Das Invalideneinkommen sei
entsprechend zu berechnen, womit ein Teilinvaliditätsgrad von 56
%
im Erwer
bs
bereich resultiere. Damit habe sie selbst unter Berücksichtigung der gemischten Methode einen Rentenanspruch auch
über Dezember 2014 hinaus. Die Ableh
nung eines unbefristeten Rentenanspruches
sei auch stossend, wenn man sich vor Augen führe, dass ihr vom Arbeitgeber per
1.
März 2014 ein neuer Arbeits
vertrag über einen Beschäftigungsgrad von 28
%
ausgestellt worden sei.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären,
sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Ge
samt
invalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich
Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Ma
ss
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilf
losig
keit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeig
nete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschrän
kung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. Septem
ber 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichts
winkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E.
2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behin
derung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit
von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesund
heitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärzt
lichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Ein
schränkungen zu erkennen (Urteile des
Bundesgerichts
8C_817/2013 vom
28. Mai
2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November
2010 E. 7.2 und 9C_631
/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
2
7.
April 2016
(
Urk.
2
/1-2
) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom
7.
April
2015
ab. Darin werden die bis zur Begutachtung der Be
schwerde
führerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
9/96/5 ff
.)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben
werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf
Bezug genommen.
3.2
Die begutachtenden Ärzte hielten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
9/
96/25 f.):
-
Status nach ischämischem Schlaganfall im Mediastromgebiet links am 14.02
.
2012
-
MRI Schädel 16.02.12: frische Ischämie im Gyrus
frontalis
medius
, Gyrus
postcentralis
,
insulär
und
operkulär
links
-
Status nach
i.v.-
Thrombolyse
mit 55mg
Actilyse
-
Status nach ischämischem Schlaganfall im Mediastromgebiet rechts am 07.02.2013
-
MRI Schädel 08
.
02.13: frischer Infarkt rechts im Gyrus
frontalis
medius
, Gyrus
subcentralis
, Gyrus
subcentralis
, Gyrus
temporali
s
superior
, Gyru
s
submarginalis
, des
Lobulus
parietalis inferior und im proximalen Anteil der
Insula
-
Mittelschwere neurokognitive Störung im Rahmen Diagnose 1 + 2
-
Organische Fatig
ue-Symptomatik im Rahmen Diagnose 1 + 2
-
Belastungsabhängige Schmerzen des linken Armes mit/bei:
-
klinisch:
a.e
. neuropathischen Charakters
-
Ätiologie:
differ
entialdiagnostisch
im Rahmen Diagnose 2, zervikales radikuläres Reizsyndrom
-
Leichte de
pressive Episode mit somatischem
Syndrom (ICD
-10 F 32.1) in Kombination mit p
ostischämischer
Fatique
-
auf dem Boden einer Anpassungsstörung nach zweimaligem is
chämischem Schlaganfall mit Verdacht auf
organische
Beteiligung durch Ischämie
-
mit zwei früheren depressiven Episoden, jeweils nach Anpassungsstörung
-
bestehend seit 2012
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie Störungen durch Tabak (ICD-10 F17.8).
Im Rahmen eines ischämischen Schlaganfalls im
Mediastromgebiet links am 1
4.
Februar
2012
sei
es zu einer sensorisch betonten Aphasie und einem dis
kreten
faziobrachialen
Hemisyndrom
rechts gekommen, diese Symptomatik habe
sich erfreulicherweise vollständig zurück
gebildet
. Im Rahmen eines erneuten ischämischen Schlaganfalles im M
ediastromgebiet rechts am
7.
Februar
2013
seien
eine Geschmacksstörung, ein linksseitiger
Hemineglect
und ein bein
be
tontes sensomotorisches
Hemisyndrom
links auf
getreten
. Auch diese n
eurolo
gischen Defizite hätten
sich erfreulicherweise vollständig zurück
gebildet
. Als Folgen d
er beiden Schlaganfälle bestünden
jedoch einerseits mittelschwere neu
ro
kognitive Störungen, anderersei
ts eine organisch bedingte Fatig
ue-S
ympto
ma
tik. Nach dem ersten Schlaganfall seien
aktenanamnestisch zunächst mittel
schwere bis schwere neurokognitive Defizite beschrieben
worden
(Austrittsbe
richt
A._
vom 15.02.12), welche sich deutlich
gebessert hätten
und im Austrittsbericht d
er
B._
vom 2
1.
Mai 20
12 nur noch als diskret beschrieben
worden seien
. Im Rahmen de
s zweiten Schlagan
falles scheine
es zu einer Progredienz der kognitiven Defizite gekomme
n zu
sein. Im Vordergrund stünden
aktuell Störungen im Bereich der Aufmerk
sam
keit
, des Lernens und des Gedächtnisses sowie eine psychomotorisc
he Verlang
sa
mung, insgesamt seien
die neur
okognitiven Defizite als mittel
schwer
einzu
ordnen. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sei
dadurch
auch bei Beru
fen mit geringen kognitiven Anforderungen
beeinträchtigt. Die neurokognitiven Defizite w
ürden durch die Fatigue-Symptomatik noch überlagert. Diese sei
bereits nach dem ersten Schlaganfall aufgetreten und klar organisch begründet, d.h. Folge des Schlaganfalles. Des
Weiteren bestehe
aktuell aus psychiatrischer Sicht eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom au
f dem Boden einer Anpassungsstöru
ng (d.h. nach Schlaganf
all), wobei der Verdacht bestehe
, dass die depressive Symptomatik organisch durch die ischämischen
Schlag
anfälle mitbedingt sei
. Eine Behandlung der depressiven Symptomatik
habe
bis anhin nicht statt
gefunden.
Die Diagnose eines s
chädlichen Alkoholkonsums habe
aus suchtmedizinischer Sicht aktuell nicht gestellt werden
können
und best
ehe
anamnestisch auch in der Vergangenheit nich
t, die ICD-10 Kriterien diesbezüglich
würden
nicht erfüllt. Die von
der Beschwerdeführerin
beklagten belastungsabhängig
en Schmerzen im linken Arm hätten einen neuropath
ischen Charakter. Da diese S
chmerzen unmittelbar nach dem zweiten
Schlaganfall
auf
ge
treten seien, sei
eine zentrale Genese naheliegend, wobei differ
ential
diag
nostisch auch ein zerv
ikales rad
ikuläres Reizsyndrom möglich sei
. Die Ursache der r
ezidivierenden Schlaganfälle sei bis anhin unklar. Es hätten weder
eine kardiale Ursache (unauffälliges Holter-EKG, unauffällige transthorakale Echo
kardiographie 02/12) noch eine Stenose im Bereich der hirnversorgenden Ge
fässe gefunden werden
können. Auch bestehe
weder
eine
Hyperl
ipidämie
, noch eine arterielle Hypertonie oder ein Diabetes mellitus als prädisponierende Fakto
ren. Einziger k
ardiovaskulärer Risikofaktor sei
ein bis anhin bestehender Niko
tin
a
busus (
Urk.
9/96/27 f.).
In ihrer angestammten Tätigkeit bei der
Y._
(Sortieren von
Post
, Auspacken von Kisten) bestehe
aus
gesamtmedizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30
% bei einer Arbeitspräsenz von 50
%
. Die Einschränkung der
Arbeitsfähig
keit sei
dabei einerseits auf
die mittelschweren neurokogniti
ven Fähigkeiten mit
v.a. verminderter Aufmerksamkeit, Konz
entrationsstörungen und Verlang
sa
mung
zurüc
kzuführen. Andererseits schränke
die erhöhte Ermüdbarkeit die Arbeits
fähig
keit
ein (
Urk.
9/96/28).
Auch in j
eder anderen körperlich l
eichten Verweistätigkeit bestehe
auf Grund der mittelschweren neurokognitiven De
fizite und der organischen Fatig
ue eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
bei einer Arbeitspräsenz von 50
%
. Im Ra
hmen einer Verweistätigkeit seien
Tätigkeiten de
nkbar, bei denen die Arbeitsabläufe ein
fach
und strukturiert
seien
. Die einzelnen Arb
eitsschritte sollten seriell erl
edigt werden
können.
Auch sollten der Beschwerdeführerin
auf Grund der erhöhten Ermüd
barkeit Möglichkeiten für Pausen gegeben werden. Parallele Arbeitsschritte sollten ebenso wie Arbeiten unter hohem Zeitdruck vermieden werden. Ebenso sollten Arbeiten an gefährlich
en Maschinen, unregelmässige Ar
beitszeiten, Schicht- und Nachtarbeit sowie das Führen von Fahrzeugen vermieden werden. Auf Grund der
a.e
. neuropathisch anmutenden Schmerzen
am rechten Arm seien
Tätigkeiten, die m
it Heben und Tragen von Lasten von mehr als 5kg ver
bunden seien, nicht möglich (
Urk.
9/96/28).
Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 70
%
best
ehe
mindestens seit dem Zeit
punkt der Exploration (12/2014). Nach dem ersten is
chämischen Schlaganfall am 1
4.
Februar
2012
habe
eine Arbeitsunfähigkeit zunächst von 100
%
bestan
den
. Ab Mai
2012
habe die Beschwerdeführerin
wieder mit Arbeitsversuchen
begonnen
und
habe
die Arbeitsfähigkeit ab Juli
2012 bis
drei Stunden täglich
erhöhen
können
. Eine w
eitere Steigerung der Arbeitsfä
higkeit
sei
nicht möglich
gewesen, was aus neuropsycholog
ischer Sicht nachvollziehbar
sei
. Na
ch dem
zweiten ischämischen Schlaganfall am
7.
Februar 2013 habe
zunächst erneut eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
. Im Rahmen erneuter Arbeits
ver
suche
habe die Beschwerdeführerin
ihre Tätigkeit bei der
Y._
wieder aufneh
men
können
, wobei die Arbe
itszeit langsam gesteigert worden sei und die Arbeits
fähigkeit langsam zugenommen habe
. Ein genauerer Verlauf der
Zunah
me der Arbeitsfähigkeit sei retrospektiv nicht möglich (
Urk.
9/96/28).
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage ist plausibel, dass die Beschwerde
füh
rerin heute im Gesundheitsfalle
im gewohnten Pensum von 65.48
%
erwerbs
tätig
und zu
34.52
%
im
Haushalt tätig wäre
(
Arbeitgeberfragebogen vom
2.
August
2012,
Urk.
9/20/10;
Urk.
1 S.
4)
, womit zur Bestimmung des Invalidi
täts
grades grundsätzlich die gemischte Methode heranzuziehen ist (vgl. E. 2.3).
Die Beschwerdeführerin brachte vor, dass die gemischte Methode vor
liegend nicht zur Anwendung gelangen könne, da
der Europäische Gerichtshof
für Menschenrechte in Strassburg (EGMR) festgehalten habe, dass diese
Art.
8
i.V.m
.
Art.
14 EMRK verletze.
Dem ist entgegenzuhalten,
dass das EGMR-Urteil vom
2.
Februar 2016
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung
unter der geltenden Rechtslage nichts daran ände
rt, dass die gemischte Methode in Fällen der
erstmalige
n
Rentenzusprache
an eine während des ganzen
massgebenden
Beurteilungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich zu qualifizie
rende versicherte Person
anwendbar ist
(
vgl. BGE 143 I 50 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen). Die Rüge der Beschwerdeführerin schlägt damit fehl.
Entsprechend ist die Einschränkung im Erwerbs- und Haushaltsbereich festzu
setzen und der
Gesamtinvaliditätsgrad anhand der gemischten Methode zu be
stimmen
.
4.2
D
as
polydisziplinäre
Gutachten
des
Z._
vom
7.
April 2015
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen (vgl. E.
2.4
).
Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chungen durch die Gutachter und wurde in Ke
nntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen
hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüss
ig. Dies blieb auch seitens der Beschwerdeführerin unbestritten (
Urk.
1 S. 4).
Entsprechend ist
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
erstellt, dass die Beschwer
deführerin in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit ab dem 1
4.
Februar 2012 vollumfänglich arbeitsunfähig
war
. Ab Mai
2012 bestand eine Arbeitsfähigkeit von 3 Stunden täglich bis zum zweiten Schlaganfall am
7.
Februar
2013, wonach wiederum eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit be
stand. Ab Dezember 2014 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(vgl. E. 3.2).
4.3
4.
3
.1
Im Haushaltsabklärungsbericht wurde festgehalten, dass die Beschwerdefüh
r
erin zu 11.75
%
eingeschränkt sei (
Urk.
9/52). Der
Bericht
wurde
von einer quali
fizierten
Abklärungsperson
in
Kenntnis
der
örtlichen und räumlichen Verhält
nisse
sowie der
aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
tigungen und Behinderungen
verfasst
.
Die
Angaben der
Beschwerdeführerin wurden berücksichtigt und d
er Berichtstext
ist
plausibel, begründet und ange
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen und
steht
in Über
einstimmung mit den an Ort
und Stelle erhobenen Angaben (vgl.
Urk.
9/52).
4.3
.2
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leis
tungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leis
tungs
ansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Ver
sicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haus
haltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit
angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrich
tet
werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invalidi
täts
be
messung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familien
ange
hörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicher
weise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familien
ange
hörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine
vernünftige Familienge
mein
schaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleich
sam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Aus
führung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen
(d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden
können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbs
bereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
4.3.3
Die Beschwerdeführerin brachte
in Bezug auf den Haushaltsabklärungsbericht
vor, dass die Arbeiten in den Bereichen Reinigungsarbeiten in der Kü
che, Woh
nungspflege, Einkauf sowie
Wäsche und Kleiderpflege jeweils in Etappen aus
geführt werden müssten und sie
jeweils Pausen einschalten müsse, so dass nicht genügend Zeit bleibe,
alle Arbeiten zu erledigen. Auch seien in der Küche
weiterhin grössere Reinigungsarbeiten zu erledigen, welche sie nicht mehr durch
führen könne. Sie könne auch die Haltbarkeit der Produkte nicht mehr korrekt einordnen und den Vorrat kontrollieren. Entsprechend sei im
Bereich Ernährung mindestens
eine
25
%
ige
Einschränkung anzunehmen (
Urk.
1 S.
5 f.). Dem ist
entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsab
klä
rung
zum Bereich Ernährung selbst ausführte, dass sie jeweils direkt wieder
putze, damit es gründliche Tätigkeiten nicht mehr zu erledigen gebe (
Urk.
9/
52/5). Dass sie die Haltbarkeit nicht mehr einschätzen könnte, geht aus dem Haus
haltabklärungsbericht nicht hervor, allerdings wäre es dem Sohn im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht ebenfalls zumutbar, dies für seine Mutter zu übernehmen. Die attestierte Einschränkung von 15
%
im Bereich Ernährung ist damit
nicht zu beanstanden.
Die Beschwerdeführerin führte aus, dass
die Mithilfe des Sohnes im Bereich Ein
kauf und weitere Besorgungen weit über das ihm
Z
umutbare hinaus
gehe
. Er erledige die Korrespondenz und erläutere ihr den Inhalt v
on an sie gerichteten Schreiben. Entsprechend sei im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen von einer Einschränkung von 50
%
auszugehen
(
Urk.
1 S.
7). Im Haushaltsab
klä
rungs
bericht gab die Beschwerdeführerin jedoch noch zu Protokoll, dass sie administrative Angelegenheiten verrichten könne. Bei Korrespondenz helfe je
weils ihr Sohn, weil sie nicht mehr gut schreiben könne
,
und aufgrund der ein
ge
schränkten Konzentration (
Urk.
9/52/5).
Dass der Sohn die Grosseinkäufe über
nimmt und ihr bei der Korrespondenz hilft, entspricht dem üblichen Um
fang der Mithilfe von Familienangehörigen und ist ihm im Rahmen der Schadenminde
rungspflicht zuzumuten. Entsprechend ist keine Einschränkung in diesem Bereic
h anzunehmen.
Auch im Bereich der Wäsche und Kleiderpflege ist es plausibel, dass keine Ein
schränkung angerechnet wird, da es dem Sohn durchaus zuzumuten wäre, seine eigene Wäsche selbst zu erledigen
- inwieweit sie nicht in der Lage sein sollte, ihre eigene Wäsche zu erledigen, ist nicht ersichtlich.
4.
3
.4
Damit ist d
er Haushaltsabklärungsbericht
vollumfänglich beweiskräftig und es ist von einem
Teilinvalidiätsgrad
im Haushaltsbereich in Höhe von 11.75
%
aus
zugehen (
Urk.
9/52/7).
5.
Festzusetzen bleibt der Gesamtinvaliditätsgrad nach der gemischten Methode
(vgl. E. 2.3)
.
5.1
Der Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich beträgt 11.75
%
, w
eshalb
der gewichtete Teilinvaliditätsgrad
4.05
%
beträgt (11.75
%
x 34.52
%
=
4.05
%
).
5.2
Strittig und zu prüfen bleibt der
jeweilige
Teilinva
liditätsgrad im Erwerbsbereich bzw. die jeweiligen Gesamtinvaliditätsgrade.
5.2.1
Die Beschwerdeführerin ist gesundheitlich eingeschränkt seit dem ersten Schlag
anfall am 1
4.
Februar 2012, w
eshalb
der Rentenbeginn auf
Februar 2013 festzu
setzen ist (vgl. E. 2.2).
Vor
dem ersten Schlaganfall
war die Beschwerdeführerin
in einem Pensum von 65.48
%
tätig (Arbeitgeberfragebogen vom
2.
August 2012,
Urk.
9/20/10)
, war danach bis Mai zu 100 % arbeitsunfähig, arbeitete ab Mai zu einem Pensum von 20 % der bisherigen Arbeitsleistung und ab November 2012 wieder drei Stunden täglich, d.h. zu 54,54 % der bisherigen Arbeitsleistung (15 h / 27,5 h). Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit betrug im Wartejahr damit rund 74 % ([2,5 Monate x 100 % + 6 Monate x 80 % + 3,5 Monate x 45,45 %] : 12
Monate), weshalb die Beschwerdeführerin ab Februar 2013 aufgrund ihres zweiten
Schlaganfalls am 7. Februar 2013 Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente hat, was unbestritten geblieben ist.
5.2.
2
Ab dem 2
4.
Juni 2013 arbeitete die Beschwerdeführerin wiederum an vier Tagen die Woche jeweils eine Stunde täglich (
Urk.
9/31/5;
Urk.
2). Bezogen auf das Pensum im Gesundheitsfall in Höhe von 65.48
%
, bzw. 27.5 Stunden pro Woche resultiert daraus ein Teilinvaliditätsgrad von 85.45
%
(27.5 h - 4 h = 23.5 h; 23.5 : 27.5 = 85.45
%
). Der Gesamtinvaliditätsgrad ist damit in Höhe von 60
%
festzusetzen (65.48
%
x 85.45
%
+ 4.05
%
= 60
%
), womit die Beschwerde
füh
rerin ab dem
1.
Oktober 2013
einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat
(eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, nachdem sie drei Monate ununterbrochen angedauert hat, Art. 88a Abs. 1 IVV).
5.2.3
Ab dem
1.
September 2013 war die Beschwerdeführerin bezogen auf ihr angestammtes Pensum zu 77
%
, ab dem
1.
Oktober zu 74
%
und ab dem
1.
November 2013 zu 72
%
eingeschränkt (vgl.
Urk.
2;
Urk.
9/39;
Urk.
9/103/6). Daraus resultieren folgende Teilinvaliditätsgrade im Erwerbsbereich:
-
ab September 2013 = 50.42
%
(77
%
x 65.48
%
)
-
ab Oktober 2013 =
48.46
%
(74
%
x 65.48
%
)
-
ab November 2013 =
47.15
%
(72
%
x 65.48
%
)
Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 4.05
%
resul
tiert entsprechend jeweils ein Invaliditätsgrad von üb
er 50
%
, womit die
Be
schwer
de
führerin ab dem
1.
Dezember 2013 (
1.
September 2013 zzgl. 3 Monate;
Art.
88a
Abs.
1 IVV) noch Anspruch auf eine halbe Rente hat.
5.2.4
Die Gutachter attestierten der Beschwerdeführerin ab Dezember 2014 eine 30%ige
Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100
%
Pensum (vgl. E. 3.2). Dies entspricht
einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 54.18
%
(65.48
%
- 30
%
=
35.48
%
; 35.48
%
: 65.48
%
= 54.18
%
). Gewichtet resultiert daraus ein anre
chen
barer Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 35.48
%
(54.18
%
x 65.48
%
). Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich in Höhe von 4.05
%
resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 39.53
%
,
d.h. aufgerundet
40
%. Die Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf eine unbefristete
Viertels
rente
ab dem
1.
April 2015 (Gutachtenszeitpunkt 9./10.12.2014 zzgl. 3 Monate).
Offen bleiben kann daher, ob die Gutachter die 30%ige Arbeitsfähigkeit in Bezug
auf eine 40-Stunden-Woche attestierten bzw. ob das heute tatsächlich ausge
übte Pensum
von 28
%
zu berücksichtigen wäre
, da
di
es im
Resultat nichts am
Anspruch der Beschwerdeführerin auf
die zugesprochenen Renten ändern würde
.
5.3
Zusammengefasst h
at die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine
ganze Rente ab dem
1.
Februar
2013, auf eine
Dreiviertelsrente
ab dem
1.
Oktober 2013, auf eine halbe Rente ab dem
1.
Dezember 2013 und auf eine unbefristete
Viertels
rente
ab dem
1.
April 201
5.
Die angefochtene Verfügung ist entsprechend auf
zu
heben und die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.- festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6.2
Nach der Rechtsprechung ist bei
bloss
teilweisem Obsiegen dann eine unge
kürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitig
keiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die bean
tragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen
wird. Dahinter steht die Überlegung, dass eine „
Überklagung
“ eine Reduktion de
r Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren keinen Ein
fluss auf den Prozessaufwand ausübt (Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 vom 17. Januar 2013 mit
weiteren Hinweisen). Die dur
ch Rechtsanwalt Michael Grimmer
vertretene Beschwerdeführer
in
hat somit Anspruch auf eine
unge
kürzte Parteientschädigung.
Diese ist in Anwendung von § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
) auf Fr.
1‘900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzu
lege
n und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.