Decision ID: 80e7a13d-85bf-43e2-aa8d-73d71d3d7a17
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
ist gelernte
Coiffeuse
(
Urk.
6/1 S. 2). Vom
9
.
August 2004 bis 3
0.
Juni 2006 war sie als Mitarbeiterin Kasse und Verkäuferin bei der
Y._
angestellt (
Urk.
6/10/1
Ziff.
1 und 6). Die Ver
sicherte meldete sich am 1
1.
Oktober 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2).
A
m 1
4.
Februar 2007
erteilte die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Kostengutsprache für einen kauf
männischen Vorkurs (
Urk.
6/18).
Mit Verfügung vom 2
4.
September 2007
lehnt
e
sie
eine weitere Kostengutsprache
für
berufliche Massnahmen
ab
(
Urk.
6/28).
Am
2
7.
September 2007
wurde die Versicherte
Mutter eines Sohnes (
Urk.
6/54 S. 1).
Mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2010 (
Urk.
6/51) verneinte die
IV-Stelle
einen
Rentenanspruch
.
1.2
Die Versicherte
erlitt am 1
2.
Mai 2013 ein Schleudertrauma
und eine Gehirner
schütterung
(
Urk.
13/A1
Ziff.
2 und
4-6).
Ab dem 1
0.
September 2013 war sie bei der
Z._
in Zürich an
gestellt (
Urk.
6/62/86
Ziff.
3)
und war über diese bei
der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfol
gend: Mobiliar) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi
chert.
Am
1.
November 2014 erlitt sie bei einem Auffahrunfall erneut ein Schleudertrauma (
Urk.
6/62/86
Ziff.
4-6 und 9).
Die
Mobiliar erbrachte die ge
setzlichen Versicherungsleistungen.
Unter Hinweis auf die Folgen des Unfalles vom
1.
November 2014 und seit 2004 bestehenden Beschwerden am Arm meldete
sich die Versicherte
am 2
4.
Juni 2015 erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/53
Ziff.
6.3
).
Die IV-Stelle zog Akten
der
Mobiliar (
Urk.
6/62,
Urk.
6/64
,
Urk.
6/66
) bei.
Mit Verfügung vom 2
7.
November 2015
(
Urk.
6/66)
stellte die
Mobiliar die in
folge des Unfalles vom
1.
November 2014 erbrachten Versicherungsleistungen per 3
1.
Dezember 2015 ein.
Nach durchgeführtem
Vo
rbescheidverfahren
(
Urk.
6/78-90
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2016 (
Urk.
6/92 =
Urk.
2) einen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 2
0.
Juni 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
8.
Mai 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr spä
tes
tens ab dem
1.
Dezember 2015 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei
unter Berücksichtigung der Leitlinien gemäss BGE 141 V 281 ein neutrales, um
fassendes, polydisziplinäres Gutachten mit den Disziplinen Neurologie, Neu
ro
psychologie, Psychologie und Rheumatologie zu erstellen. Subeventuell sei
en
ihr Eingliederungsmassnahmen (insbesondere berufliche Massnahmen) zu
zu
spre
chen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Juli 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügungen
vom 2
9.
August 2016 (
Urk.
7) und vom 2
5.
Oktober
2016 (
Urk.
10)
zog das hiesige Gericht Akten der Mobiliar (
Urk.
9/1-5) und
der
axa
Winterthur (
Urk.
13)
betreffend die Unfälle vom 1
2.
Mai 2013 und vom
1.
Novem
ber 2014 bei.
Mit Verfügung vom 1
5.
November 2016 wurde der Beschwerdeführerin die
Be
schwerdeantwort
zugestellt (
Urk.
14).
2.2
Die Beschwerdeführer
in
nahm am 1
3.
Dezember 2016 zu den beigezogenen Akten Stellung (
Urk.
18). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
1.
Januar 2017
auf eine Stellungnahme (
Urk.
21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Be
urteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
ren
ten
ausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bun
des
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs.
1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychia
tri
sche Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar
2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
turellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Er
werbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Be
fun
de erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre
hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E.
3.2 mit Hin
weisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Anspruch auf eine Rente ha
ben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kön
nen;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ist auf die Neuanmeldung
der Beschwerdeführerin
vom 2
4.
Juni 2015 eingetreten. In der angefochtenen Verfügung
vom 1
8.
Mai 2016
verneinte
sie
einen Anspruch auf IV-Leistungen mit der Begründung,
gemäss den medizinischen Abklärungen
liege
kein langanh
altender Gesundheitsschaden vor.
Die Arbeitsunfähigkeit werde vorwiegend durch psychosomatische Belas
tungen ausgelöst. Dabei handle es sich
um
einen invaliditätsfremden Faktor, welcher bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden könne. Es bestehe wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte vor,
die
Mobiliar
habe bei der
bidis
ziplinären
Begutachtung kein Einigungsverfahren durchgeführt. Sodann seien ihr die N
amen der Gutachter vor der Begutachtung nicht mitgeteilt wor
den
, weshalb
die beiden Einzelgutachten bereits aus formellen Gründen nicht verwertbar seien
(
Urk.
1 S.
6
Ziff.
5.9.1).
Die Beschwerdegegnerin habe sodann lediglich die
Un
fall
akten
beigezogen. Eigene medizinische Abklärungen habe sie nicht getä
tigt (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
7.2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin verglichen mit
den
Verhältnissen zum Zeitpunkt
der Verfügung vom 1
5.
Februar 2010 verschlechtert hat und ob neu
ein Rentenanspruch und gege
benenfalls ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
, stellte
im Bericht vom 1
8.
Dezember 2006 (
Urk.
6/12/3-4) die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
Überlastungsschmerzen Arm rechts bei
lateraler
Epicondylopathie
Hyperlaxizität
der Gelenke
Myofaszialem
Schmerzsyndrom im Schulter-Arm-Bereich rechts
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung bei/mit depressiven Epi
soden und Verdacht auf Essstörung
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
eine Tonsillektomie 200
1.
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kassiererin
seit dem
1.
März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (
lit
. B).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
C._
, nannte im Bericht vom
4.
September 2008 als Diagnose eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, seit zirka Februar 2008 (
Urk.
6/35
Ziff.
1.1).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
stellte im Bericht vom
2.
Dezember 2008 (
Urk.
6/38/7-8) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
myofasziales
Schmerzsyndrom im Schulter-Nacken-Bereich bei/mit
genereller Verspannung mit Verdacht auf Bruxismus
Hyperlaxidität
der Halswirbelsäule
Generalisierungstendenz der Weichteilbeschwerden
psychosoziale
n
Belastungsfaktoren
Adipositas
Dr.
D._
stellte fest
, die
Beschwerdeführerin sei in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Inwiefern sie als
Coiffeuse
arbeitsfähig sei,
lasse sich zurzeit nich
t
sicher beurteilen.
Gewiss bestehe aber eine Teil
arbeitsfähigkeit (S. 1).
3.4
Die Beschwerdeführerin war seit Juni 2008
bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter Behandlung (
Urk.
6/47/
1-
4
Ziff.
1.2).
Dr.
E._
nannte
i
m Bericht vom 2
3.
September 2009
(
Urk.
6/47/1-4)
als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hypothyreose. Die letzte Episode sei im April 2008 erfolgt. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
E._
eine chronische Sehnen
scheidenentzündung rechts und einen chronischen Tennisellenbogen (
Ziff.
1.1).
Dr.
E._
gab zur Krankengeschichte an
,
bei der Beschwerdeführerin habe eine sehr schwierige Kindheit mit vielen traumatischen Erlebnissen bestanden.
Sie sei
in der Schweiz aufgewachsen. Im Alter von 9-13 Jahren habe sie in der Türkei gelebt. Sie leide zeitweise an einer depressiven Stimmung, die mit den trauma
tischen Kindheitserlebnissen und der belastenden sozi
alen Situation zusammen
hänge (
Ziff.
1.4).
Dr.
E._
attestierte der Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Detailhandel als Kassiererin und
Coiffeuse
eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
med.
F._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regional
ärztlicher
Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellungnahme vom
9.
Dezember 2009 (
Urk.
6/48 S. 3) aus, ge
mäss dem aktuell behandelnden Psychiater bestünden grosse psychosoziale Probleme und eine Einschränkung
des Gesundheitszustandes durch eine chro
nische Sehnenscheidenentzündung und
einen Tennisellenbogen. Die Arbeitsfä
higkeit hänge jedoch nicht von der psy
chischen Befindlichkeit ab. Aus psychi
atrischer Sicht werde kein IV-rele
van
ter Gesundheitsschaden attestiert.
3.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD,
führte
in einer Stellungnahme vom 2
1.
De
zember 2009 (
Urk.
6/48 S. 4) aus
, aufgrund der
medizinischen
Unterlagen sei nich
t
davon auszugehen, dass seit dem Jahr 2007
eine relevante Veränderung eingetreten sei
. Damals sei in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
angenommen worden. Dabei handle es sich um eine leichte Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Heben oder Tragen von Lasten von über 5 kg und ohne den rechten Arm betreffende
Zwangs
hal
tungen
. Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass aus somatischer Sicht di
e
ge
nannte Arbeitsfähigkeit mit dem genannten Anforderungsprofil Gültigkeit habe
.
3.7
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte daraufhin mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2010
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/51).
4.
4.1
Nach
den Unfällen vom 1
2.
Mai 2013 und vom
1.
November 2014
meldete sich die Beschwerdeführerin
am 2
4.
Juni 2015 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/53).
4.2
Am 1
1.
Mai 2015 wurde im Auftrag
der Mobiliar
in der
H._
ein ambulantes Assessment
durchgeführt.
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und
Rehabilitation, Arbeitsorientier
t
e Rehabilitation, Leiter
Standort
K._
, stellten im Bericht vom 1
5.
Mai
2015 (
Urk.
6/62/55-68) folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom
1.
November 2014: PKW-Heckaufprall
Distorsion der Halswirbelsäule (HWS)
Quebec Task Force (QTF)
II
2
9.
Dezember 2014 Röntgen HWS
a.p.
/seitlich: gestreckte Haltung, sonst unauffälliger Befund
chronifiziertes
zervikales
myofasziales
Schmerzsyndrom
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom rechts
bei Verdacht auf Reizung des
Ili
osakralgelenkes
(ISG)
rechts bei
muskulärer
Dekonditionierung
Differentialdiagnose: Facettengelenkssymptomatik, Erkrankung aus dem rheumatologischen Formenkreis
f
ibromyalgieähnliches
Beschwerdebild mit ubiquitärer
Druckdolenz
,
Epikondylopathie
radialis
und
ulnaris
beidseits und
Tendopathien
im Bereich der grossen Gelenke
Verdacht auf depressive Erkrankung bei anamnestischer Angabe von
post
partaler
Depression,
postpartaler
Gewicht
szunahme
und
Angst
symptomatik
nach HWS-Distorsi
onstraum
a
2013 und psychosoziale
n
Be
lastungsfaktoren
Magenbypass
operation
2010
Als aktuelle Probleme bestünden eine erhebliche Symptomausweitung mit
Selbst
limitierung
und Schon
verhalten mit nachfolgender
Dekonditionierung
, ein
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom mit Ausstrahlung in das rechte Bein und in die linke Flanke, ein ständiger Hinterhauptkopfschmerz mit Ausstrahlung nach frontal, verbunden mit Lichtempfindlichkeit, Nackenschmerzen beidseits,
rechts
betont
, mit Ausstrahlung in den rechten Arm, vorbestehende Beschwerden des rechten Armes vom Ellenbogen bis in die Hand, verbunden mit Kraftlosig
keit,
rez
idivierende depressive Symptome,
eine ausgeprägte psychosoziale Be
lastungs
situation und eine eingeschränkte Belastbarkeit im Beruf und Alltag (S. 1 f.).
Dr.
I._
und
Dr.
J._
führten aus, aus medizinisch-diagnostischer Sicht zeige sich ein polymorphes, sich gegenseitig beeinflussendes
Beschwerde
bild
, das sich auf die therapeutischen Massnahmen auswirke. Anhand der Un
tersuchungsbefunde und der Belastungstestung zeigten sich eine hochgradige Sel
bstlimitierung und ein Schon
verhalten mit der Folge einer
Dekonditionie
rung
mit muskulärer
Dysbalance
. Dies könne für das
pseudoradikuläre
Lum
balsyndrom
verantwortlich sein. Des Weiteren fänden sich aber auch deutliche Zeichen einer
f
ibromyalgieformen
Symptomatik und einer psychischen Alte
ration mit depressiver Vorerkrankung und erheblichen psychosozialen
Belas
tungsfaktoren
, die den Verlauf von therapeutischen Massnahmen beeinflussen könnten (S. 2).
Die Häufigkeit und die Dauer der Therapieeinheiten pro Woche seien angesichts der aktuellen Einschränkungen zu gering. Der Anteil der akti
ven Bewegungstherapie sei deutlich zu gering (S. 3 oben).
B
is zum Eintritt in die
H._
sei von einer weiteren Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
auszugehen. Ziel der multimodalen stationären Rehabili
tation sei die
Rekonditionierung
der Patientin zur beruflichen Wiedereingliede
rung in eine Tätigkeit (S. 5 unten).
4.3
Lic
. phil.
L._
, Psychotherapeutin ASP, FSP, führte in einem Bericht vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
6/62/48-51) zur Anamnese und
zur
Per
sönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführer
in
aus, diese sei 1985 zu Verwandten in die Türkei gebracht worden. Zwischen 1988 und 1993 (ab 1990 bei Ferien
auf
enthalten) sei es regelmässig zu sexuellen Übergriffen durch einen Onkel und dessen Sohn gekommen (S. 1
Ziff.
1). Ende 2014 sei es zum Verlust der letzten Arbeitsstelle als Teamleiterin in einer Kantine gekommen (S. 2
Ziff.
1 oben).
Die Beschwerdeführerin habe im Winter 2014/Frühjahr 2015 erneut an depressiven Stimmungen und Existenzängsten gelitten, dies im Zusammenhang mit
einem
Stellenverlust und den medizinischen Folgen des Unfalles vom
1.
November 201
4
.
Sie habe sich hoffnungslos gefühlt und sich grosse Sorgen um ihr Kind, ihre Mutter und sich selber gemacht
. Die Beschwerdeführerin schlafe schlecht, sitze
oft
stundenlang in der Küche, grüble und könne sich zu nichts motivieren. Die Schmerzen im Rücken und Nacken seien unerträglich
(S. 2
Ziff.
2).
Lic
. phil
.
L._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelschwerer Episode (S. 2
Ziff.
4).
Aus psychotherapeutischer Sicht bestehe zurzeit keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit, die durch die psychiatrische Diagnose begründet
sei
. Die Be
schwerdeführer
in
sei auch entschlossen, eine geeignete Arbeit zu suchen
,
sobald sie physisch dazu in der Lage sei (S. 3
Ziff.
6). Die gegenwärtige depressive Episode sei durch die körperlichen Symptome nach dem Unfallereignis vom
1.
November 2014 ausgelöst worden. Die Beschwerdeführerin habe in diesem Zusammenhang nach einer psychotherapeutischen Unterstützung gesucht. Sie habe über grosse Schmerzen geklagt und sich kaum bewegen können (S.
3
Ziff.
1
1).
4.4
Der Unfallversicherer
gab sodann ein
bidisziplinäres
Gutachten
bei der
M._
in Auftrag
.
Das orthopädische
G
ut
achten von 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
6/64/5-26) ist von
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, und Prof.
Dr.
med.
M._
,
Facharzt für Neurologie,
unterzeichnet (S. 17).
Das
G
utachten beruht auf der Untersuchung durch
Dr.
N._
vom
4.
September 2015 und den
den
Gutachtern zur Verfügung gestellten Akten (S. 1). Die Gut
achter nannte
n
als
Diagnose eine
leichtgradige
radiale und
ulnare
Epicondylo
pathie
des rechten Ellenbogengelenks und
stellten fest
,
dass
für
eine objekti
vierte Unfallfolge kein ausreichender Anhaltspunkt
bestehe
(S. 11
Ziff.
4).
Anamnestisch
habe
die Beschwerdeführerin
zunächst Kopf- und
Nackenschmer
zen
geäussert
. Sie verspüre häufiger Übelkeit und habe Schwindel. Die Be
schwerden bestünden dauerhaft. Zeitweilig
komme es auch zu einer
anfallsarti
ge
n
Symptomatik mit Herzrasen. Die Kopfschmerzen s
trahlten vom Nacken be
ginnend
bis in die Stirnregion aus und würden
haubenförmig
geschildert (S. 2
Ziff.
1.
1
oben).
Weiterhin werde eine Lumbalgie mit
Ausstrahlung in die rechte Gesässregion
geschildert
.
Die
Beschwerdeführerin
habe hier
bewegungs- und belastungsabhängig überwiegend lokale Schmerzen. Zeitweise bestehe auch eine Schmerzausstrahlung in den rechten Oberschenkel und das Kniegelenk, die vorwiegend die Vorderseite des Beines betreffe. Die Schmerzen würden als stechend beschrieben. Auf der fiktiven Schmerzskala
(O-10)
bet
rage die aktuelle Intensität 5 und
die
maximale Intensität
8.
D
ie minimale
Intensität liege bei
2.
Längeres
Sitzen bereite vermehrt Beschwerden.
Im Stehen sei die Symptoma
tik erträglich.
Wegen der geschilderten Schmerzen müsse
sie
dauerhaft Medi
kamente einnehmen und sei in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. Bei der Hausarbeit erhalte
sie
Hilfe durch ihre Mutter, die jedoch selbst gesund
heitlich angeschlagen sei (S. 2
Ziff.
1.1).
Im Jahr 2010 sei wegen Adipositas eine
Magenbypassoperation
durchgeführt worden. Sie habe den Eingriff bei einem Körpergewicht von 130 kg durchführen lassen (S. 3
Ziff.
1.2 oben).
Bei dem Unfallereignis vom
1.
November 2014 habe es sich um eine
Heckkolli
sion
auf der Autobahn gehandelt.
Ein
mit hoher Geschwindigkeit fahrendes PKW-Fahrzeug
habe
sie heckseitig angestossen.
Die Beschwerdeführerin
habe anschliessend Nacken- und Kopfschmerzen, Übelkeit und Konzentrationsstö
rungen bemerkt. Sie sei jedoch erst zwei Tage nach dem Unfallereignis zum Hausarz
t gegangen, der ein Röntgenbild veranlasst habe. Es sei eine
Schmerz
medikation
eingeleitet worden sowie eine längere Serie von physiotherapeuti
schen Behandlungen.
Die Beschwerdeführerin habe in den weiteren Ausführun
gen
angegeben, dass sie bereits 2013
bei einem
Verkehrsunfall eine Distorsion der Halswirbelsäule und eine Commotio cerebri erlitten habe mit einer damals zirka dreimonatigen Arbeitsunfähig
keit
. Diese sei wegen Angst vor einem
Stel
lenverlust
beendet worden
. Seit dieser Zeit habe sie wiederkehrende
Zervikoze
phalgien
.
Zu einer
Beschwerdefreiheit sei
es
nach dem ersten Unfallereignis nie
gekommen
(S. 3
Ziff.
1.2).
Die Beschwerdeführerin sei bis 2010 wegen der Erziehung ihres Kindes zu Hause
geblieben
. Sie habe dann eine Tätigkeit im Labortransport und in der Be
gleitung von Patienten angenommen, zuletzt mit einem Pensum von 100
%
. Anschliessend habe sie eine Tätigkeit in der Gastronomie aufgenommen, wo sie als Filialleiterin eingesetzt gewesen sei (S. 4
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin
habe
zervikale und
zephale
Schmerzen sowie die rechts
seitige Lenden-/Beckenregion betreffend
e Schmerzen
geäussert
.
Bei der
gutach
terli
che
n
Untersuchung
sei
eine
leichtgradige
radiale und
ulnare
Epicondylo
pa
thie
des rechten Ellenbogengelenkes objektiviert
worden
. Ansonsten bestehe kein
ausreichender Anhaltspunkt für eine objektivierbare namhafte Auffällig
keit. Die spontane Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei frei und ungehindert. Objektive Zeichen eine
s namhaften zervikalen Syndroms
lägen nicht vor (kein
paraver
tebraler
Hartspann, keine Fehlstellungen oder Fehlhaltungen, kein
ner
va
les
De
fizit). Auch aktenkundig seien keine unfallkausalen strukturellen zervi
kalen oder
zephalen
Läsionen objektiviert worden. Die bisherigen
Arbeits
un
fähig
keitsat
teste
seien offenkundig anhand des subjektiven
Beschwerdevor
trages
er
teilt worden. Sie seien versicherungsmedizinisch nicht haltbar, da nam
hafte objektive
Stö
rungszeichen
oder Läsionen nicht belegt und auch jetzt nicht zu erkennen seien (S. 11
Ziff.
5).
Angesichts der anamnestischen Angabe mehrerer Unfälle und damit assoziierter ähnlicher Beschwerden sei fraglich, welchem Ereignis eine vermeintliche
unfall
bedingte
Gesundheitsstörung überhaupt zuzuordnen sei. Die im Bereich des rechten Armes zu erhebende radiale und
ulnare
Epicondylopathie
sei ohne
Be
schwerdekorrelat
. Eine namhafte funktionelle Beeinträchtigung lasse sich hie
raus nicht ableiten. Weiter liege auch keine Inaktivitätshypertrophie des rechten Armes vor (S. 11
Ziff.
5 unten).
Das Unfallereignis vom
1.
November 2014 sei anamnestisch und aktenkundig als
leichtgradig
zu bewerten, da strukturelle Läsionen nicht nachgewiesen wor
den seien. Auch spreche die Evidenzlage der wissenschaftlichen Medizin gegen einen Kausalbezug der reklamierten chronischen
zervikozephalen
Beschwerden mit Halswirbeldistorsionen ohne belegte strukturelle Verletzungen. Zusammen
fassend sei die Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte und jedwede ver
gleichbare oder auch eine andere Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes als zu 100
%
arbeitsfähig anzusehen. Dies p
er sofort und auch retrospektiv
ex
tunc
geltend (S. 12 unten).
4.5
Die psychiatrische Begutachtung erfolgte am
3.
September 2015 durch med.
pract
.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk.
6/64/27).
Das psychiatrische Teilgutachten vom 1
5.
Oktober 2015 (
Urk.
6/64/27-41) ist von med.
pract
.
N._
und Prof.
M._
unterzeichnet (S. 15).
Die Gutachter hielten unter
der Überschrift
„
Diagnosen
“
fest, es bestehe kein ausreichender Anhaltspunkt für eine die Arbeitsfähigkeit mindernde psychiat
rische Erkrankung. Jedoch bestehe eine mögliche Anpassungsstörung mit vor
wiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (S. 9
Ziff.
4).
Med.
pract
.
N._
und Prof.
M._
führten zur Anamnese aus, die Beschwerde
führerin berichte über unterschiedlich stark ausgeprägte Schmerzen rechtsseitig
im Nacken- und Kopfbereich sowie Lumbalgien mit Ausstrahlung in den rech
ten
Arm und das rechte Bein. Nach psychischen Beschwerden befragt würden Ein- und Durchschlafstörungen
angeführt sowie
intermittierendes
Gedanken
kreisen
, intermittierende Traurigkeit, Freudlosigkeit
,
Wut, erhöhte Reizbarkeit, U
ngeduld und eine schnelle
Erschöpfbarkeit bei erhaltenen Interessen (S. 2
Ziff.
1.1).
Anamnestisch habe sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zirka ab Mitte 2014 verschlechtert, nachdem sie im September 2013 eine neue Ar
beits
stelle in einer Salatbar angenommen habe. Sie habe dort als Filialleiterin gearbeitet. Am 1
1.
September 2014 sei ihr gekündigt worden.
Als
Folge habe sie eine
zunehmende innere Anspannung und Unruhe mit konsekutiver Ungeduld, Wut,
Reizbarkeit und schliesslich auch Traurigkeit entwickelt. Weiter hätten
eine verminderte Fähigkeit zur Freude sowie Ein- und Durchschlafstörungen und phasenweise
eine
Nachdenklichkeit
bestanden
. Seit einem Autounfall vom
1.
November 2014 habe sie vermehrt Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich sowie Übelkeit. Den jetzigen untätigen Zustand erlebe sie als belastend und psy
chisch beeinträchtigend (S. 3
Ziff.
1.3
Mitte
).
Die Beschwerdeführerin könne Lebensdaten sicher rekonstruieren. Eine
Zeit
gitterstörung
liege nicht vor. Das La
ng- und Kurzzeitgedächtnis sei
intakt (S. 7
Ziff.
3 unten).
Med.
pract
.
N._
und Prof.
M._
hielten in ihrer Beurteilung fest
, die
Beschwer
deführerin reklamiere Schmerzen entlang der Wirbelsäule. Zudem sei sie seit zirka einem Jahr schneller reizbar und wütend, habe intermittierend Gefühle innerer Unruhe und Anspannung.
Weiter sei sie
phasenweise traurig, könne sich phasenweise weniger freuen und habe Ein- und Durchschlafstörungen sowie zeitweise Insuffizienzgefühle. Als Auslöser der Symptomatik würden
interaktio
nelle
Probleme, eine Überforderungssituation am Arbeitsplatz sowie letztlich eine Kündigung angeführt.
Die Beschwerdeführerin sei im Alltag selbständig, selbstversorgend, fahre einen PKW und habe 2015 eine Ferienreise unter
nommen. Eine namhafte alltagsrelevante Limitation scheine anamnestisch nicht auf. Ein Unfall mit
schwerwiegenden Verletzungen sei auch aktenkundig nicht be
legt
(S. 9
Ziff.
5 Mitte).
Der AMDP-konform erhobene psychiatrische Untersuchungsbefund sei ohne namhafte objektive Auffälligkeit. Auch aktenkundig lägen keine AMDP-kon
for
men Befunde einer gravierenden Depression vor (S. 9
Ziff.
5).
Die berichteten Unfälle erfüllten auch nicht die Kriterien lebensbedrohlicher oder katastrophaler Ereignisse (S. 9
Ziff.
5 unten).
Allenfalls
sei zu erwägen
, dass es durch eine Überforderungssituation und
inter
ak
tionelle
Probleme am letzten Arbeitsplatz mit dann erfolgter Kündigung zu einer psychischen Reaktionsbildung mit affektiver Beeinträchtigung gekom
men und somit die Diagnose einer Anpassungsstörung als möglich anzusehen sei. Alternativ lasse sich vor dem Hintergrund der Biographie der Beschwerde
füh
rerin auch eine
Dysthymie
diskutieren. Wesentlich sei jedoch, dass der jetzige Befund gegen eine namhafte Depressivität spreche. Die Arbeitsfähigkeit sei für jedwede Tätigkeit mit dem gegebenen Ausbildungsniveau mit 100
%
einzu
s
chätzen. Dies gelte per sofort (S. 10 oben).
Im Bericht der vorbehandelnden Psychotherapeutin werde die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger
depressiver Episode aufgeführt.
Darin sei
letztlich nur eine geringe Beeinträchtigung be
schri
eben worden
und keine objektive B
efunderhebung nach AMDP erfolgt
. Der Bericht reiche versicherungsmedizinisch nicht aus. Für eine auch vorangehend nur geringe psychische Beeinträchtigung
sprächen
zudem die niedrig dosierte, vor allem schlafinduzierte antidepressive Medikation sowie die gute
Alltags
selb
ständigkeit
der Beschwerdeführerin mit einem i
nsgesamt guten
Aktivitäts
niveau
(S. 10 Mitte)
Auch die Kriterien einer
somatoformen
Schmerzstörung oder einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen Fak
toren seien nicht erfüllt. Dies, da eine namhafte Schmerzbeeinträchtigung und ein
fehl
ver
ar
beiteter
seelischer Konflikt zumindest nicht mehr evident seien. Die Sympto
me einer posttraumatischen Belastungsstörung (Albträume, Intrusionen,
Hyper
arousal
, Vermeidungsverhalten) lägen
ebenfalls
nicht vor (S. 10
unten
).
Auf psychiatrischem Gebiet sei eine unfallkausale Gesundheitsstörung nicht und zu keinem Zeitpunkt wahrscheinlich (S. 11
Ziff.
5).
Der Unfallversicherer stellte
den Gutachtern zudem die Frage
, ob Differenzen zwischen den subjektiven Beschwerden und den erhobenen Befunden
bestün
den
.
Med.
pract
.
N._
und Prof
M._
antworteten darauf, in der
Gegenübertra
gung
und im objektiven Befund nach AMDP liessen sich keine gravierenden Beeinträchtigungen erkennen.
Die anamnestisch reklamierte Beeinträchtigung sei also zumindest hinsichtlich deren Ausprägung nicht
ausreichend nachvoll
ziehbar und widerspreche im Übrigen auch der anamnestisch aufscheinenden Alltagsgestaltungsfähigkeit und der Aktivität
der Beschwerdeführerin
(S.
11
Ziff.
6).
4.6
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
5.
November 2015 durch med.
pr
act
.
O._
untersucht (
Urk.
6/68/6).
Med.
pract
.
O._
führte
im Bericht vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
6/68/6-10
)
aus, die Beschwerdeführerin sei ihr zur Beurteilung von
seit
Langem
besteh
enden Kopfschmerz
en und
attacken
artig
en
Störungen zugewiesen worden (S. 1).
Med.
pract
.
O._
stellte folgende Diagnosen (S. 1):
Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz bei
zugrundeliegenden posttraumatischen Kopfschmerzen vom Spannun
gs
typ, Differentialdiagnose: zusätzlicher Migränetyp bei
Status nach zweimaligen HWS-Beschleunigungstrauma und leichtem Schädel-Hirn-Trauma (2012 und 2014)
attackenartige
Zustände mit variablen Symptomen: Schweissausbrüche, Übelkeit, Ganzkörperkribbeln, Übelkeit bisher ungeklärter Genese, Dif
ferentialdiagnose: Kreislaufreaktionen, Differentialdiagnose:
Angst
attacken
, Differentialdiagnosen: epileptische Genese
Anamnestisch
bestünden ein Status nach einer
Magenbypassoperation
2010, eine
Hypothyreose, aktuell substituiert, und ein Vitamin D3 Mangel, aktuell substituiert.
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie seit über einem Jahr vergeblich wegen chronischer Kopfschmerzen betreut
worden sei
. Ursächlich für die
Kopf
schmerzproblematik
seien zwei Autounfälle. Zuvor habe sie nur hin und wieder leichte Kopfschmerzen gehabt (S. 2 oben). Unabhängig von den Kopfschmerzen würden gelegentlich Zustände auftreten, bei denen die Beschwerdeführerin plötzlich Übelkeit und ein Ganzkörperkribbeln empfinde. Es komme zu einem diffusen Sch
w
indelgefühl und zum Teil auch zu Schweissausbrüchen. Das Be
wusstsein sei hierbei nie beeinträchtigt. Die Patientin berichte, dass sie körper
lich und geistig erschöpft sei. Sie sei häufig müde, auch weil sie schlecht schlafe (S. 2 unten).
Die Einschätzung der komplexen medizinischen wie auch psychosozialen Situa
tion der Patientin könne nur bedingt erfolgen, da med.
pract
.
O._
keine Vor
berichte oder Untersuchungsbefunde vorliegen würden. Unstrittig sei, dass bei der Menge und Dauer der Schmerzmitteleinnahme ein
Medikamentenüber
ge
brauchskopfschmerz
diagnostiziert werden müsse (S.
4 Mitte).
4.7
Lic
. phil. P._
, Fallführe
nde Psychologin, und
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führten in einem Bericht vom 1
5.
Januar 2016
(
Urk.
6/81) zur aktuellen Situation aus, seit einem Auto
unfall
im November 2014 bestünden
bei der Beschwerdeführerin
Ein- und
Durch
schlaf
störungen
und Nacken- und Kopfschmerzen.
Die Beschwerden hät
ten sich s
eit August 2015 verst
ärkt mit Anfällen mit Schwindel,
Übelkeit, Krib
beln und Schweissausbrüchen. Dann helfe
ihr
nur Liegen und Schlafen. Bis Mai 2015
hätten
auch
Rückenschmerzen bestanden. Die Patientin wolle keine Pläne ma
chen aus Angst vor Enttäuschung (S. 1).
Lic
. phil
.
P._
und
Dr.
Q._
gaben zum Psychostatus an, d
ie 38-jährige Patientin sehe müde aus. Sie sei bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten ori
entiert. Im Kontakt sei sie teilweise gereizt.
Die Auffassung sei unauffällig, die Konzentration
eingeschränkt
. Es komme zu Gedankenkreisen. Im Antrieb sei sie reduziert
(S. 2 oben).
Die belastete Patientin sei seit dem Unfall
zu
100
%
arbeitsunfähig.
Seither
be
stün
den persistierende Nacken- und Kopfschmerzen.
Es bestehe ein Status nach Binge
Eating
und Magen-Bypass-Operation. Weiter bestehe eine chro
ni
sche
Nacken- und Kopfschmerzsymptomatik bei
einem
Status nach zwe
imaligem HWS
-Distorsionstrauma. E
ine Hypothyreose sei substituiert. Sodann bestehe eine re
zidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode (S. 2).
4.8
Med.
pract
.
R._
, praktischer Arzt und Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD, führte in einer Stellungnahme vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
6/77 S. 3
) aus, aufgrund der vorliegenden Unter
la
gen sei nicht von reinen Unfallfolgen auszu
gehen. Es lägen auch unfallfremde Faktoren vor.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Filialleiterin lägen keine wesentlichen Einschränkungen
vor. Der Medikamentenübergebrauch
-Kopfschmerz sei behan
delbar. Das Schlafentzugs-EEG zeige einen Normalbefund. Der psychiatrische Untersuchungsbefund vom Oktober 2015 sei unauffällig. In der
bisherigen Tätigkeit als Filialleiterin bestehe spätestens seit Oktober
2015 eine Arbeits
fähig
keit von 100
%
. Dies gelt auc
h für eine angepasste Tätigkeit
.
4.9
Die Beschwerdeführerin war
in der Folge
vom 2
2.
Februar bis 1
8.
März 2016 in der
S._
hospitalisiert (
Urk.
6/86 S. 1).
Die Ärzte der
S._
stellten im Bericht vom
7.
April 2016 (
Urk.
6/86) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Verdacht auf Medikamentenüberkonsum bei zugrundeliegenden post
tr
au
matischen Kopfschmerzen, Differentialdiagnose: chronischer
Migrä
netyp
Status nach zweimaligem HWS-Beschleunigungstrauma und leichtem Schädel-Hirn-Trauma (2012 und 2014
)
attackenartige
Zustände mit variabl
en Symptomen: Schweissausbrüche
, Übelkeit, Ganzkörperkribbeln, Übelkeit bisher ungeklärter Genese; Dif
ferentialdiagnose: Kreislaufreaktionen, An
g
stattacken
Status nach
Magenbypassoperation
2010
Hypothyreose unter
Eltroxin
-Substitution
Die Ärzte der Rehaklinik führten aus, die Beschwerdeführerin sei ihnen zur statio
nären n
eurologischen Rehabilitation zugewiesen worden. Seit 2012 be
stünden zunehmende chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Bei zwei Autounfällen sei es zweimalig zu einem HWS-Beschleunigungstrauma und einem leichten Schädel-Hirn-Trauma gekommen. Beim Eintritt
in die Klinik
hätten tägliche Kopfschmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung bis in die Stirn mit einer Stärke auf der Schmerzskala von 8 von 10 bestanden (S. 1).
Die Schmerzsymptomatik habe sich im Verlauf verbessert, ohne dass die Schmer
zen vollständig verschwunden seien (S. 2 oben). Für eine leichte körper
liche Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkei
t von 50
%
denkbar (S. 4 oben).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin
zog sich beim
Unfall vom 1
2.
Mai 2013
ein HWS-Beschleunigungstrauma und
eine Gehirnerschütterung
zu
(
Urk.
13/A1
Ziff.
2 und 4-
6). Am
1.
November 2014
erlitt sie
bei einem Auffahrunfall erneut
ein
Schleudertrauma (
Urk.
6/62/86
Ziff.
2, 4-
6).
Ein
am 1
1.
Mai 2015
in der
H._
durchgeführtes ambulantes
As
sessment
ergab
eine erhebliche Symptomausweitung mit Selbs
tlimitierung und
Schonv
erhalten der Beschwerdeführerin
.
Dr.
I._
und
Dr.
J._
,
H._
,
nannten im Bericht vom 1
5.
Mai 2015 als Diagnosen eine Distorsion der HWS, ein
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom rechts, ein
fibro
myalgieähnliches
Beschwerdebild und einen Verdacht auf eine depressive Erkran
kung (E. 4.2 hiervor).
Im orthopädischen
Teilg
utachten des
M._
vom 1
5.
Oktober 2015 wurde
von somatischer Seite
einzig
eine
leichtgradige
radiale und
ulnare
Epicondylopathie
des rechten Ellenbogengelenks
festgestellt
.
Die psychiatrische Begutachtung im
M._
ergab
sodann
keine
ausreichenden
Anhaltspunkt
e
für eine die Arbeits
fähigkeit
einschränkende
psychiatrische Erkrankung
.
Die Gutachter kamen
da
her
zum Ergebnis, dass
die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit
als Filialleiterin in der Gastronomie
zu 100
%
arbeitsfähig
ist
(E. 4.4 und 4.5 hiervor).
Abweichend dazu attestierten die Ärzte der
S._
der Beschwerdeführerin eine eingeschrä
nkte Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Lic
. phil.
P._
und
Dr.
Q._
attestierten gar eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E. 4.7
und 4.9
hiervor).
5.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung zwar nicht schlechthin auszuschlies
sen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleit
erscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, von einem psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist. Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint dies das Bundesgericht regelmässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014, E. 4.2).
6.
6.1
Das orthopädische und das psychiatrische Teilgutachten
des
M._
vom 1
5.
Oktober
2015 erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung
an ein medi
zinisches Gutachten (E. 5.2 hiervor).
So
werden
darin
die gesundheitlichen
Be
einträchtigungen der Beschwerdeführerin dargelegt, soweit die Gutachter solche
feststellen konnten. Weiter beruhen sie auf den notwendigen Unter
su
chungen und berücksichtigen die geklagten Beschwerden in angemessener Weise
. Sie vermögen sodann in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen.
Nachdem
die Gutachter
aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht überein
stimmend zu einer vollen Arbeitsfähigkeit gelangt sind
,
schadet es nicht
, dass
, soweit ersichtlich, keine eigentliche Konsensbesprechung der Gutachter
statt
gefunden hat
(
vgl.
Urk.
1
S. 8
Ziff.
5.9.6).
Die
orthopädische und die psychiat
rische Begutachtung
wurde
jedenfalls
durch
den fallführenden G
utachter Prof.
M._
koordiniert, der beide Teilgutachten unterzeichnet hat.
Soweit die Be
schwerdeführerin
Mängel bei der Begutachtung wie
eine
fehlende Mitteilung der Namen der Gutachter
beanstandete (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5.9.1),
fällt auf
, dass die Beschwerdeführerin
keine entsprechenden
Be
anstandungen
im UV-Verfahren
vorgebracht hat
, was darauf schliessen lässt, dass sie die Mängel als nicht gra
vierend erachtete.
Das
bidisziplinäre
Gutachten des
M._
erweist sich
folglich
als beweistauglich und
es
kann darauf abgestellt werden.
6.2
Med.
pract
.
N._
und Prof.
M._
verneint
en im psychiatrischen
Teilg
utachten
, dass die Diagnosekriterien einer
somatoformen
Schmerzstörung oder einer chronisc
hen Schmerzstörung erfüllt
seien
(E. 4.5 hiervor).
Die bei
einer
soma
to
formen
Schmerzstörung
und
vergleichbarer psychosomatischer Leiden
zu be
ach
tende
Rechtsprechung
(BGE 130 V 352
und nachfolgend ergangene
Urteile)
ist
vorliegend nicht anwendbar
, nachdem med.
pract
.
N._
und Prof.
M._
ledig
lich eine mögliche Anpassun
gsstörung
, aber keine Schmerzstörung mit Krankheitswert
diagnostiziert hatten
.
Für einen aus psychiatrischer Sicht weit
gehend unauffälligen Befund spricht
zudem
, dass
selbst
die behandelnde Psy
chotherapeutin
der Beschwerdeführerin
L._
eine Einschrän
kun
g d
er Arbeitsfähigkeit
verneint hatte
(E. 4.3 hiervor). Med.
pract
.
O._
wies im Bericht vom 3
0.
November 2015 darauf hin, dass sich die Beschwerde
führerin in einer komplexen medizinischen sowie psychosozialen Situation be
finde
(E.
4.6).
Nach Würdigung der
medizinischen
Akten sind d
ie geklagten psychi
schen
Beschwerden nicht unerheblich auf die psychosoziale Situation der Beschwerdeführerin nach der Kündigung der letzten Arbeitsstelle im Jahr 2014 zurück
zuführen. Ein Rentenanspruch sowie ein Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen sind daher bereits
in Anbetracht der
festgestellten
psychosozialen
Faktoren (vgl. E. 1.3)
zu verneinen.
Soweit
lic
. phil.
P._
und
Dr.
Q._
im Bericht vom 1
5.
Januar 2016
eine
rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode
diagnostiziert hatten, erweist sich eine solche
Störung
rechtsprechungsgemäss (E. 5.3 hiervor) als nicht invalidisierend.
Die im Bericht von med.
pract
.
O._
vom 3
0.
November 2015
diagnosti
zierten Kopfschmerzen nach Medikamentenübergebrauch
sind grundsätzlich behandelbar
.
Hinsichtlich der
von
den Ärzten
der
S._
attes
tierte
n
eingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit von 50
%
ergibt sich, dass die Ärzte im Bericht vom
7.
April 2016
die von ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit
nicht weiter begründet haben. Für das Gericht kann daher nicht nachvollzogen wer
den, wie
diese
zu ihrer Einschätzung gelangt sind. Die Berichte der behandeln
den Ärzte vermögen die Einschätzung der Gutachter des
M._
daher
nicht in Zweifel zu ziehen.
6.3
Der medizinische Sachverhalt ist nach dem Gesagten als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Filialleiterin nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
ist
. Verglichen mit
den Verhältnissen zum Zeitpunkt der Verfügung vom 1
5.
Februar 2010 hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
daher
nicht massgeblich verän
dert. Ein Rentenanspruch sowie ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
sind
daher
zu verneinen.
Die Beschwerdegegnerin hat
einen Anspruch auf IV-Leistungen im angefochte
nen Ents
cheid
demzufolge
zu Recht abgelehnt, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen und der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.