Decision ID: aa177638-7ba0-548e-95da-fc1cac5a4dd0
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der aus Mazedonien stammende Beschwerdeführer (geb. [...]) gelangte
im Jahr 2001 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz, wo auch
seine Eltern und Geschwister leben. Wenig später erhielt er von der zu-
ständigen kantonalen Migrationsbehörde direkt die Niederlassungsbewil-
ligung. Seit Mitte 2010 ist er mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet.
B.
Während seiner Anwesenheit hierzulande geriet der Beschwerdeführer
mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. So verurteilte ihn das Untersu-
chungsrichteramt II Emmental-Oberaargau mit Strafmandat vom 14. De-
zember 2006 wegen Diebstahls zu einer bedingten Gefängnisstrafe von
15 Tagen und einer Busse von Fr. 500.-. Mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Winterthur/Unterland vom 23. Juli 2007 wurde er wegen grober
Verkehrsregelverletzungen sodann mit einer bedingt vollziehbaren Geld-
strafe von 15 Tagessätzen à Fr. 70.- und einer Busse von Fr. 800.- be-
straft. Schliesslich erkannte ihn das Kreisgericht VIII Bern-Laupen mit Ur-
teil vom 12. Mai 2009 des einfachen Raubes schuldig, was eine bedingte
Freiheitsstrafe von 23 Monaten (bei einer Probezeit von vier Jahren) so-
wie eine Busse von Fr. 1'200.- nach sich zog.
C.
Aufgrund dieser Verurteilungen widerrief das Amt für Migration und Per-
sonenstand des Kantons Bern am 10. Mai 2010 die Niederlassungsbewil-
ligung des Beschwerdeführers, wies diesen aus der Schweiz weg und
setzte ihm eine Ausreisefrist bis zum 30. Juni 2010. Dagegen wehrte er
sich erfolglos bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (Ent-
scheid vom 13. Oktober 2010) und anschliessend beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern (Urteil vom 23. August 2011). Das Bundesgericht
wies eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit Urteil
vom 24. Februar 2012 in letzter Instanz ab (Urteil 2C_778/2011).
D.
Mit Verfügung vom 23. März 2012 verhängte das BFM über den Be-
schwerdeführer ein zehnjähriges, bis zum 22. März 2022 befristetes Ein-
reiseverbot. Gleichzeitig ordnete es die Ausschreibung dieser Massnah-
me im Schengener Informationssystem (SIS) an und entzog einer allfälli-
gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung führte das
Bundesamt aus, der Betroffene habe im Zeitraum zwischen 2006 und
2009 zwei Vorstrafen wegen Diebstahls und grober Verletzung von Ver-
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kehrsregeln erwirkt. Am 12. Mai 2009 habe ihn das Kreisgericht VIII Bern-
Laupen zudem wegen Raubes zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 23
Monaten und einer Busse von Fr. 1'200.- verurteilt. Die zuständige Be-
hörde habe die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers des-
halb am 10. Mai 2010 widerrufen und ihn aus der Schweiz weggewiesen.
Angesichts der schweren Delinquenz und der damit einhergehenden Ge-
fährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erscheine der Erlass
einer Fernhaltemassnahme im Sinne von Art. 67 des Ausländergesetzes
vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) angezeigt. Private Interessen,
welche das öffentliche Interesse an künftigen kontrollierten Einreisen zu
überwiegen vermöchten, ergäben sich weder aus den Akten noch seien
solche im Rahmen des rechtlichen Gehörs geltend gemacht worden.
E.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 20. April 2012 an das Bundesverwaltungs-
gericht beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung; eventualiter sei das Einreiseverbot auf zwei Jahre und
subeventualiter auf einen angemessenen kürzeren Zeitraum zu be-
schränken. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er um Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Hierzu lässt er unter
Hinweis auf den Voraufenthalt hierzulande, seine feste Arbeitsstelle und
die Verheiratung mit einer Schweizer Bürgerin im Wesentlichen vorbrin-
gen, durch die vom Amt für Migration und Personenstand des Kantons
Bern verfügte Wegweisung bereits genügend bestraft zu sein. Es sei da-
her nicht angebracht, ihn zusätzlich mit einem Einreiseverbot zu belegen.
Dagegen sprächen nur schon die glückliche und erfüllte Ehe mit einer
Schweizerin und sein gegenwärtig schlechter Gesundheitszustand. An-
dernfalls müsste die Fernhaltemassnahme auf höchstens zwei Jahre be-
schränkt werden. Sollten die angerufenen Argumente nach Ansicht des
Gerichts nämlich keine wichtigen Gründe darstellen, um von einem Ein-
reiseverbot abzusehen, so wären sie doch wenigstens geeignet, um die
Fernhaltemassnahme auf die für gewöhnlich verfügte Dauer von fünf Jah-
ren zu verkürzen. Ein Einreiseverbot von über fünf Jahren dürfe auf kei-
nen Fall ausgesprochen werden, weil vom Beschwerdeführer sicher keine
schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 3 AuG ausgehe. Seit dem schwersten der began-
genen Delikte seien beinahe fünfeinhalb Jahre vergangen. Beim Raub
habe er zudem nicht selber auf das Opfer eingewirkt und in der fraglichen
deliktischen Phase nur drei Straftaten begangen, für die ihm jeweils be-
dingte Strafen gewährt worden seien. Eine Rückfallgefahr sei schon da-
mals verneint worden. Überdies sei er seit zwei Jahren verheiratet und er
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habe bis zu seiner Ausreise nach Mazedonien eine feste Arbeitsstelle in-
ne gehabt. Es gebe überhaupt keine Anhaltspunkte dafür, dass er in Zu-
kunft wieder rückfällig werden könnte. Das verfügte Einreiseverbot von
zehn Jahren sei im konkreten Fall demzufolge nicht gerechtfertigt, völlig
unangemessen, unnötig und mit dem Gesetzeszweck von Art. 67 Abs. 3
AuG unvereinbar.
Dazu reichte er eine ärztliche Mitteilung vom 16. März 2012, ein von der
Gattin und den Schwiegereltern gemeinsam unterzeichnetes Unterstüt-
zungsschreiben vom 13. April 2012 sowie eine Bestätigung des Arbeitge-
bers vom 17. April 2012 ein.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 1. Mai 2012 wies das Bundesverwaltungsge-
richt das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde ab.
G.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. Juni 2012 spricht sich die Vorinstanz für
die Abweisung der Beschwerde aus und ergänzt, das Bundesgericht ge-
he in seinem Urteil vom 24. Februar 2012 betr. Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung und Wegweisung von einer hohen kriminellen Energie
des Beschwerdeführers aus und habe festgehalten, dass nicht mit hinrei-
chender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne, dass weitere
Straftaten folgen würden.
H.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Ausübung seines Replikrechts.
I.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwä-
gungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
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gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das BFM, das mit der An-
ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und
daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme
nach Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts an-
deres bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsbetroffener legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden
Streitsache endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als
Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62
Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann
die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 sowie
2011/1 E. 2).
3.
3.1 Als Beweismassnahme wird auf Beschwerdeebene eine Parteibefra-
gung beantragt. Der Behörde kommt die Pflicht zu, den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 12 VwVG). Gemäss
Art. 12 Bst. a – e VwVG kommen als Beweismittel für die Behörde Ur-
kunden, Auskünfte der Parteien, Augenscheine, Auskünfte und Zeugnisse
von Drittpersonen sowie Gutachten von Sachverständigen in Betracht.
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Was den Antrag den Antrag auf Parteibefragung anbelangt, so ist anzu-
merken, dass das Beschwerdeverfahren grundsätzlich schriftlich geführt
wird (vgl. CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008,
Rz. 34 zu Art. 12 mit Hinweisen; PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMME-
NEGGER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG,
Zürich 2009, Art. 12 N. 105). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung sind
die Behörden verpflichtet, die von den Parteien angebotenen Beweise
abzunehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen Sach-
verhalt zu erhellen. Kommt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswür-
digung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete
Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung,
kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne durch diese
antizipierte Beweiswürdigung den Anspruch auf rechtliches Gehör ge-
mäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum
Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen). Ebenso wenig ga-
rantiert der Anspruch auf rechtliches Gehör eine mündliche Anhörung
(BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148).
3.2 Der entscheidswesentliche Sachverhalt erschliesst sich hier in hinrei-
chender Weise aus den Akten, erhielt der Beschwerdeführer vor Erlass
der Fernhaltemassnahme und während des Rechtsmittelverfahrens doch
mehrmals Gelegenheit, sich zu den relevanten Tatsachen schriftlich zu
äussern. Von der beantragten Beweisvorkehr, die wie eben dargetan oh-
nehin nur ausnahmsweise in Frage käme, kann somit in antizipierter Be-
weiswürdigung ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen wer-
den (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit Hinweisen).
4.
Mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(ANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I des Anhangs
2 zum AuG). Das AuG beansprucht Geltung auf alle Verfahren, die nach
seinem Inkrafttreten eingeleitet wurden, sei es auf Gesuch hin oder von
Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; ferner BVGE 2008/1
E. 2 mit Hinweisen).
Wenn bei der Anwendung des neuen Rechts auf Verhältnisse abgestellt
wird, die – wie vorliegend – zum Teil noch unter der Herrschaft des alten
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Rechts entstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts andau-
ern, liegt eine unechte Rückwirkung vor, die – vorbehältlich des Vertrau-
ensschutzprinzips – grundsätzlich zulässig ist (ULRICH HÄFELIN/GEORG
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. vollständig
überarbeitete Aufl., Zürich / St. Gallen 2010, Rz. 337 ff.).
5.
5.1 Das Einreiseverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 2 AuG (in der seit dem
1. Januar 2011 gültigen Fassung, zum Ganzen vgl. BBl 2009 8881 und
AS 2010 5925) kann gegenüber ausländischen Personen verfügt werden,
die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im
Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Bst. a), Sozialhilfekos-
ten verursacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder
Durchsetzungshaft genommen werden mussten (Bst. c). Das Einreise-
verbot wird für eine Dauer von höchstens 5 Jahren verfügt. Für eine län-
gere Dauer kann es angeordnet werden, wenn die betroffene Person eine
schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar-
stellt (Abs. 3). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen kann
die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einreiseverbots abse-
hen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben
(Abs. 5).
5.2 Das Einreiseverbot ist eine Massnahme zur Abwendung einer künfti-
gen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002
[nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und
Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für
die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unver-
letzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner
(vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3809). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1
Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentli-
che Sicherheit und Ordnung u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder
behördliche Verfügungen missachtet werden. Die Verhängung eines Ein-
reiseverbots knüpft an das Bestehen eines Risikos einer künftigen Ge-
fährdung an. Gestützt auf die Umstände des Einzelfalls ist eine Prognose
zu stellen. Dabei ist naturgemäss in erster Linie das vergangene Verhal-
ten der betroffenen Person zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer
C-820/2009 vom 9. März 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).
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5.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die Ausschrei-
bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Nach Art. 21 und Art. 24
der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 über die
Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informa-
tionssystems der zweiten Generation (SIS II, Abl. L 381 vom
28. Dezember 2006, S. 4-23; nachfolgend SIS-II-VO), welche per 9. April
2013 die in den hier relevanten Punkten gleichlautenden Art. 94 und
Art. 96 des Schengener Durchführungsübereinkommens [SDÜ, Abl. L 239
vom 22. September 2000, S. 19-62] abgelöst haben (vgl. den Beschluss
des Rates 2013/158/EU vom 7. März 2013, Abl. L 87 vom 27. März 2013,
S. 10-11 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 SIS-II-VO), wird ein Einreiseverbot gegen
eine Person, die nicht das Bürgerrecht eines EU-Staates besitzt, nach
Massgabe der Bedeutung des Falles im SIS ausgeschrieben. Die Aus-
schreibung bewirkt grundsätzlich, dass der Person die Einreise in das
Hoheitsgebiet aller Schengen-Mitgliedstaaten verboten ist (vgl. Art. 5
Abs 1 Bst. d und Art. 13 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], Abl.
L 105 vom 13. April 2006, S. 1-32). Die Mitgliedstaaten können einer sol-
chen Person aus humanitären Gründen oder Gründen des nationalen In-
teresses oder wegen internationaler Verpflichtungen aber die Einreise in
das eigene Hoheitsgebiet gestatten bzw. ihr ein Schengen-Visum mit
räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 13 Abs. 1 i.V.m.
Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] Visakodex, Abl.
L 243 vom 15. September 2009).
6.
6.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer mehrmals mit
dem Gesetz in Konflikt kam (siehe Sachverhalt Bst. B). Zuletzt wurde er
wegen Raubes zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten und
einer Busse von Fr. 1'200.- verurteilt (vgl. Urteil des Kreisgerichts VIII
Bern-Laupen vom 12. Mai 2009). Es ist demnach erstellt, dass er wieder-
holt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67
Abs. 2 Bst. a AuG i.V.m. Art. 80 Abs. 1 VZAE verstossen hat. Unter den
Straftaten figuriert auch eine solche, die zu einer Freiheitsstrafe von mehr
als einem Jahr geführt hat. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zu Art. 62 Bst. b erster Satz AuG gilt dies als längerfristige Freiheitsstrafe
(vgl. BGE 139 I 145 E. 2.1 S. 147 sowie 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.), was im
Rahmen der zu stellenden Prognose zu würdigen ist (vgl. Urteil des
BVGer C-970/2010 vom 11. März 2013 E. 5.2 mit Hinweis). Durch seine
abgeurteilte Delinquenz – insbesondere der Beteiligung an einem Raub –
hat der Beschwerdeführer den Fernhaltegrund einer Störung der öffentli-
chen Sicherheit und Ordnung denn ohne Zweifel erfüllt.
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6.2 Das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdefüh-
rers ist nur schon aus präventivpolizeilicher Sicht als gewichtig einzustu-
fen. Ausländische Personen, die sich während ihrer Anwesenheit hierzu-
lande (u.a.) schwerer Straftaten wie des Raubes schuldig machen, sind in
aller Regel von der Schweiz fernzuhalten. Es gilt durch eine kontinuierli-
che Praxis zu verdeutlichen, dass solche Delinquenz zum Schutz der öf-
fentlichen Sicherheit und Ordnung wenn immer möglich eine (mehrjähri-
ge, zeitlich befristete) Fernhaltemassnahme zur Folge hat (zur Zulässig-
keit der Berücksichtigung generalpräventiver Aspekte in Konstellationen,
in denen wie hier kein sogenannter Vertragsausländer betroffen ist, siehe
Urteil des Bundesgerichts 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit wei-
teren Hinweisen).
6.3 Auch in subjektiver Hinsicht wiegt das Fehlverhalten des Beschwer-
deführers, jedenfalls mit Blick auf die letzte strafrichterlich beurteilte Tat,
schwer. Nach den Feststellungen des Kreisgerichts VIII Bern-Laupen fuhr
der Beschwerdeführer am Abend des 28. Dezember 2006 mit drei Kolle-
gen nach X._, wo sie beabsichtigten, eine ihm bekannte alte Frau zu
berauben, bei der sie Geld vermuteten. Der Tipp hierzu stammte vom Be-
schwerdeführer, welcher dann vorerst vor der Haustüre wartete, während
seine Komplizen in das unverschlossene Haus eindrangen. In der Woh-
nung stiessen sie auf den Sohn der betagten Frau. In der Folge wurde
das Opfer gepackt, zu Boden gedrückt, brutal geschlagen, mit einer Pis-
tolenattrappe, einem Messer und einem Pfefferspray in Schach gehalten
und seiner Brieftasche sowie zweier Mobiltelefone beraubt. In der Zwi-
schenzeit war auch der Beschwerdeführer selber ins Wohnzimmer ge-
kommen, wo sich das Ganze abspielte. Nachdem die Täter die vorhan-
denen Wertsachen (mit einem Deliktsbetrag von ca. Fr. 1'800.-) behändigt
hatten, verliessen sie das Anwesen fluchtartig.
Die strafrichterliche Behörde kam in ihrem Urteil vom 12. Mai 2009 zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer in der Phase des eigentlichen An-
griffs zwar praktisch keine Aktivitäten an den Tag gelegt, er jedoch die
Idee und den Tipp geliefert, mit seinem Fahrzeug den Transport zum Tat-
ort organisiert und auch die Flucht gesichert habe. Ausserdem befand
das Strafgericht, dass er den Tathergang persönlich habe mitbekommen
müssen, als er das Wohnzimmer kurz betrat. Aufgrund dieses Tatbeitra-
ges sowie der beabsichtigten gleichmässigen Beuteteilung betrachtete es
den Beschwerdeführer in Bezug auf den Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1
des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB,
SR 311.0) als Mittäter. Angesichts dessen sowie wegen der beiden ande-
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ren Verurteilungen muss davon ausgegangen werden, dass in der Person
des Beschwerdeführers auch der Fernhaltegrund einer Gefährdung der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung gegeben ist.
6.4 Den Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es
innerhalb des zulässigen zeitlichen Rahmens zu befristen ist, legen
Art. 67 Abs. 2 und Abs. 3 AuG in das pflichtgemässe Ermessen der Be-
hörde. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit steht dabei im Vorder-
grund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzu-
nehmen zwischen dem öffentlichen Interesse an der Massnahme einer-
seits und den von der Massnahme beeinträchtigten privaten Interessen
des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährde-
ten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens
und die persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei
den Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN / MÜLLER /
UHLMANN, a.a.O., Rz. 613 ff.).
6.5 Die Vorinstanz hat das Einreiseverbot auf zehn Jahre befristet und
stützt sich damit – wenn auch nicht explizit – auf die Bestimmung von
Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG, welche Fernhaltemassnahmen von mehr
als fünf Jahren Dauer zulässt, wenn die betroffene Person eine schwer-
wiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt. Eine
einfache Störung oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ord-
nung genügen nicht. Verlangt wird eine qualifizierte Gefährdungslage,
worüber nach Massgabe aller Umstände des Einzelfalles zu befinden ist.
Im Sinne der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann sich ei-
ne solche schwerwiegende Gefahr etwa aus der Hochwertigkeit des de-
liktisch bedrohten Rechtsguts (z.B. Leib und Leben, körperliche und se-
xuelle Integrität und Gesundheit) oder der Zugehörigkeit besagten Delik-
tes zur besonders schweren Kriminalität mit grenzüberschreitender Di-
mension ergeben. Zu den letzteren Kriminalitätsbereichen zählt das Bun-
desgericht unter Verweis auf Art. 83 Abs. 1 des Vertrags über die Arbeits-
weise der Europäischen Union (konsolidierte Fassung gemäss Lissabon-
Vertrag, Abl. C 326 vom 26. Oktober 2012, S. 49 ff.) namentlich den Ter-
rorismus, den Menschen- und den Drogenhandel sowie die organisierte
Kriminalität. Gemäss Bundesgericht kann eine entsprechend qualifizierte
Gefährdung überdies aus der zunehmend schwereren Delinquenz bei
Wiederholungstätern mit ungünstiger Legalprognose resultieren (zum
Ganzen vgl. BGE 139 II 121 E. 5 und 6 S. 125 ff.). Der Deliktkatalog ist
relativ offen formuliert.
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Seite 11
6.6 Dass der vom Beschwerdeführer begangene einfache Raub eine
schwerwiegende Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG darstellen kann, erscheint un-
ter den konkreten Tatumständen klar (siehe E. 6.3 vorstehend). Wohl wird
im Rechtsmittelverfahren zu bedenken gegeben, dass der Beschwerde-
führer beim Raub nicht selber auf das Opfer eingewirkt habe. Dies ändert
jedoch nichts an der Tatsache, dass das Kreisgericht VIII Bern-Laupen
den Betroffenen als Mittäter betrachtete. Ausserdem bestimmte es das
Strafmass trotz allem auf 23 Monate, was nahezu einer Verdoppelung der
Strafe für einen "durchschnittlichen" einfachen Raub gleichkommt. Auf-
grund des rechtskräftigen Verdikts lässt sich unschwer erahnen, welch
hohe kriminelle Energie seinem Tatbeitrag innegewohnt haben muss (vgl.
hierzu das im Aufenthaltsverfahren ergangene Urteil des Bundesgerichts
2C_778/2011 vom 24. Februar 2012 E. 4.3.2). Auch aus ausländerrecht-
lichter Optik ist mithin von einem ganz erheblichen Tatbeitrag und Ver-
schulden auszugehen. Die Voraussetzungen für die Annahme einer
schwerwiegenden Gefahr sind somit hinsichtlich des geschützten
Rechtsgutes und dem damit verbundenen Gewaltpotenzial, das der Be-
schwerdeführer bei der Ausübung dieser Tat manifestierte, gegeben.
6.7 Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Wahrscheinlichkeit einer er-
neuten Begehung vergleichbar schwerer Delikte hinreichend gross ist, um
von einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und
Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG ausgehen zu kön-
nen. Sie muss höher sein, als die, welche der Annahme einer rechtlich re-
levanten Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG zu Grunde liegt.
Der Rechtsvertreter wendet in diesem Zusammenhang ein, von seinem
Mandanten gehe keine Rückfallgefahr aus. Er verweist diesbezüglich zur
Hauptsache auf die Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei allen
drei Straftaten sowie den Zeitablauf.
Wie sich dem Sachverhalt entnehmen lässt, wurde der Beschwerdeführer
für einen am 16. November 2006 begangenen Diebstahl mit Strafbefehl
vom 14. Dezember 2006 zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 15 Ta-
gen (Probezeit: zwei Jahre) und einer Busse von Fr. 500.- verurteilt. Dies
hielt ihn nicht davon ab, schon am 28. Dezember 2006 – während der
eben erst angebrochenen Probezeit – an einem Raub mitzuwirken, ehe
er, wiederum wenig später, am 10. Februar 2007 mit deutlich übersetzter
Geschwindigkeit (139 km/h anstatt 100 km/h) in eine Verkehrskontrolle
geriet. Der Beschwerdeführer hat während der zweijährigen Probezeit
des Ersturteils mit anderen Worten gleich zweimal delinquiert, was auf ei-
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ne gewisse Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit schliessen lässt. Das
Bundesgericht hielt im entsprechenden Verfahren betr. Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung denn auch fest, vor diesem Hintergrund könne
nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass
weitere Straftaten folgen würden. Im Kontext der damaligen Aneinander-
reihung von Diebstahl, Raub und grober Verkehrsregelverletzung braucht
selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen zu werden
und es kann diesbezüglich noch nicht von einer günstigen Prognose ge-
sprochen werden.
Mit Blick auf die (auch beim Raub) jeweils bedingt ausgesprochenen
Strafen wäre zu ergänzen, dass die Strafjustizbehörden bei der Gewäh-
rung des bedingten Strafvollzugs durch die Bestimmung einer Probezeit
nicht jegliche Rückfallgefahr ausschliessen (vgl. beispielsweise Urteil des
BVGer C-4620/2011 vom 12. März 2013 E. 7.3). Die im Urteil vom
12. Mai 2009 festgelegte – vergleichsweise lange – Probezeit von vier
Jahren ist im Frühjahr 2013 abgelaufen und im Ausland bewährt hat sich
der Beschwerdeführer seit bald zwei Jahren. Die deliktfreie Zeit wird im
Übrigen nicht nur durch die Probezeit relativiert, vielmehr wirkte auf Sei-
ten des Beschwerdeführers zusätzlich der Druck des drohenden Verlus-
tes seines Anwesenheitsrechts und einer Wegweisung aus der Schweiz
(der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erfolgte erstinstanzlich am
10. Mai 2010, in letzter Instanz am 24. Februar 2012). Sein klagloses
Verhalten gilt es folglich nicht überzubewerten. Erst recht unerfindlich
bleibt, inwiefern er aus dem Umstand, dass er in der deliktischen Phase
nur drei Straftaten beging, die allesamt mit bedingten Strafen geahndet
wurden, etwas für sich ableiten könnte.
6.8 Nach dem Gesagten ist nicht nur aufgrund des Charakters der Haupt-
tat sondern auch wegen der Mehrzahl der Delikte, der Rückfälligkeit (in
der Probezeit nach der ersten Verurteilung), der in mehrfacher Hinsicht
beschränkten Bedeutung des Zeitablaufs sowie des Fehlens einer guten
Prognose eine schwerwiegende Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zwei-
ter Satz AuG zu bejahen (zum Ganzen siehe auch BGE 139 II 121 E. 6.2
und 6.3 S. 129 ff. oder BVGE 2013/4 E. 7.2). Das gegen den Beschwer-
deführer verhängte Einreiseverbot darf damit die Dauer von fünf Jahren
überschreiten.
7.
An persönlichen Interessen macht der Beschwerdeführer geltend, seit
über fünf Jahren mit einer Schweizerin zusammenzuleben, welche er am
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24. Juni 2010 geheiratet habe. Ausserdem verweist er auf seine zum
Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung schlechte psychische Verfassung
und darauf, bis zur Ausreise eine Festanstellung in einer Tankrevisions-
firma inne gehabt zu haben.
7.1 Zunächst ist hervorzuheben, dass allfällige Einschränkungen des Pri-
vat- bzw. Familienlebens des Beschwerdeführers im vorliegenden Zu-
sammenhang aufgrund sachlicher und funktioneller Unzuständigkeit des
Bundesverwaltungsgerichts nicht Verfahrensgegenstand sein können,
soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts in der
Schweiz zurückzuführen sind. Die Erteilung und Verlängerung entspre-
chender Bewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kanto-
ne, wobei im Falle einer Bewilligungserteilung das bestehende Einreise-
verbot aufzuheben wäre. Die Niederlassungsbewilligung des Beschwer-
deführers wurde – wie bereits erwähnt – von der kantonalen Migrations-
behörde am 10. Mai 2010 widerrufen (letztinstanzlich bestätigt durch das
Urteil des Bundesgerichts vom 24. Februar 2012). Die Pflege regelmässi-
ger persönlicher Kontakte zur Ehegattin scheitert damit bereits am feh-
lenden Anwesenheitsrecht (zum Ganzen vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.1 mit
Hinweisen). Schon im Verfahren bezüglich Widerrufs der Niederlas-
sungsbewilligung abgehandelt wurde ferner der Aspekt der Integration
(feste Arbeitsstelle); er bildet in casu ebenfalls nicht Verfahrensgegens-
tand.
Somit stellt sich nurmehr die Frage, ob das über die Verweigerung des
Aufenthaltsrechts hinausgehende, durch das Einreiseverbot bewirkte Er-
schwernis vor Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bzw. Art. 13
Abs. 1 BV standhält.
7.2 Wie bereits aus der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsge-
richts vom 1. Mai 2012 hervorgeht, bestehen die Wirkungen des Einrei-
severbots nicht darin, dem Beschwerdeführer während der Geltungsdau-
er der Massnahme Besuchsaufenthalte bei der Ehefrau in der Schweiz
schlichtweg zu untersagen. Er hat vielmehr die Möglichkeit, aus humani-
tären oder anderen wichtigen Gründen mittels Gesuch die zeitweilige
Suspension der angeordneten Fernhaltemassnahme zu beantragen
(Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Suspension wird aber praxisgemäss nur für eine
kurze und klar begrenzte Zeit gewährt und sie soll ein Einreiseverbot
nicht aushöhlen (vgl. BVGE 2013/4 E. 7.4.3 mit Hinweis). Im dargelegten
Umfang und Rahmen kann den geltend gemachten privaten Interessen
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Rechnung getragen werden. Daneben ist es der Schweizer Gattin zumut-
bar, den Beschwerdeführer im Heimatland zu besuchen und den Kontakt
auf andere Weise aufrecht zu erhalten (Briefverkehr, Videotelefonie, Tele-
fonate, etc.). Analoges gilt mit Blick auf die anderen hierzulande ansässi-
gen Familienangehörigen (Vater, Geschwister, Schwiegereltern). Der
Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Ehefrau die Be-
ziehung zum Beschwerdeführer im Wissen um die Straffälligkeit und den
drohenden Widerruf der Niederlassungsbewilligung eingegangen ist und
damit von Anfang an damit rechnen musste, die später geschlossene Ehe
nicht in der Schweiz leben zu können (zur getrübten Bleiberechtsperspek-
tive vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_249/2012 vom 7. Dezember 2012
E. 3.7). Einer allfälligen psychiatrischen Behandlung schliesslich (das
knapp gehaltene ärztliche Attest vom 16. März 2012 mit einer diagnosti-
zierten Arbeitsunfähigkeit von 100 % steht allerdings in einem gewissen
Widerspruch zur Arbeitsbestätigung vom 17. April 2012) kann sich der
Betroffene auch in Mazedonien unterziehen.
7.3 Selbst wenn von einem unter dem Gesichtspunkt von Art. 13 Abs. 1
BV und Art. 8 EMRK relevanten Eingriff ausgegangen würde, wäre ein
solcher unter den konkreten Begebenheiten gestützt auf Art. 8 Ziff. 2
EMRK als gerechtfertigt zu qualifizieren. Das deliktische Verhalten des
Beschwerdeführers erreicht nämlich die erforderliche Schwere, um unter
besagtem Blickwinkel einen Eingriff in das Privat- und Familienleben zu
begründen (vgl. Urteil des BVGer C-3593/2009 vom 18. Juni 2012 E. 7.3
mit Hinweisen).
7.4 Alles in allem ist festzustellen, dass die verwirklichten Störungen der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die vom Beschwerdeführer aus-
gehende schwerwiegende Gefahr für diese Rechtsgüter (Art. 67 Abs. 3
Satz 2 AuG) ein gewichtiges, general- und spezialpräventiv motiviertes In-
teresse an einer langjährigen Fernhaltung zu begründen vermögen. Im
Sinne einer ausgewogenen Würdigung des öffentlichen Interesses am
Schutz der Allgemeinheit vor möglichen weiteren Straftaten einerseits und
des privaten Interesses des Beschwerdeführers und seiner Schweizer
Gattin andererseits ist dem Ehepaar aber insofern eine Perspektive zu
gewähren, als dass die durch das Einreiseverbot verursachte Erschwer-
nis des Familienlebens zwar von einiger, aber nicht überlanger Dauer ist.
Auf diese Weise kann ebenfalls dem seit Mitte Februar 2007 klaglosen
Verhalten Rechnung getragen. Der Beschwerdeführer muss sich indes
darüber im Klaren sein, dass besagte Perspektive zwingend ein vollum-
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fängliches Wohlverhalten voraussetzt (und zwar sowohl während der An-
wesenheit in Mazedonien als auch anlässlich von Besuchen hierzulande).
7.5 Eine wertende Gewichtung der sich entgegenstehenden Interessen
führt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das Einreisever-
bot dem Grundsatze nach zu bestätigen ist, in der ausgesprochenen
Dauer jedoch nicht mehr als verhältnismässig im engeren Sinne betrach-
tet werden kann. Vielmehr erscheint es als angemessen, die Fernhalte-
massnahme auf die Zeitspanne von sieben Jahren zu begrenzen.
8.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ferner die Ausschrei-
bung des Einreiseverbots im SIS angeordnet. Der Beschwerdeführer ist
mazedonischer Staatsangehöriger und damit Drittstaatsangehöriger im
Sinne von Art. 3 Bst. d SIS-II-VO. Aufgrund der Ausschreibung im SIS ist
es ihm untersagt, den Schengen-Raum zu betreten. Der darin liegende
Eingriff wird durch die Bedeutung des Falles gerechtfertigt (vgl. Art. 21
i.V.m. Art. 24 Abs. 2 SIS-II-VO). Dies gilt umso mehr, als die Schweiz im
Geltungsbereich des Schengen-Rechts die Interessen der Gesamtheit al-
ler Schengen-Staaten zu wahren hat (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Wie er-
wähnt, bleibt es den Schengen-Staaten unbenommen, der ausgeschrie-
benen Person bei Vorliegen besonderer Gründe die Einreise ins eigene
Hoheitsgebiet zu gestatten (vgl. auch Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Vorausset-
zungen für die Ausschreibung des Einreiseverbots (nunmehr beschränkt
auf sieben Jahre) sind demnach erfüllt.
9.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass das auf zehn Jahre bemessene Ein-
reiseverbot Bundesrecht verletzt (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist
daher teilweise gutzuheissen und das gegen den Beschwerdeführer ver-
hängte Einreiseverbot auf sieben Jahre, bis zum 22. März 2019, zu be-
fristen.
10.
Bei diesem Ausgang sind die ermässigten Verfahrenskosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss
zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im
Umfang seines Obsiegens ist dem Beschwerdeführer eine gekürzte Par-
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teientschädigung in gerichtlich festzusetzender Höhe zuzusprechen
(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE).