Decision ID: 154996e8-7563-4dbb-988c-877e5087564e
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Mai 2008, nach zwei Auffahrunfällen im Oktober 2007
und April 2008, zum Bezug von IV-Leistungen an. Er gab an, an HWS- und BWS-
Kontusion/Distorsion zu leiden (IV-act. 9).
A.b Am 13. Oktober 2008 wurde der Versicherte wegen Kopfschmerzen und Lumbago
in die Klinik Valens, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
Bewegungsapparates, zur Rehabilitation und Hospitalisation bis 1. November 2008
überwiesen. Die Klinikärzte diagnostizierten ein chronisches zervikozephales Syndrom
links, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts sowie gegenwärtig ein
mindestens mittelgradig ausgeprägtes depressives Zustandsbild. Aus psychiatrischer
Sicht bestehe derzeit mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Aus somatischer
Sicht sei eine leidensadaptierte Tätigkeit von 50% möglich; längerfristig sei (aus
somatischer Sicht) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben (Austrittsbericht
vom 13. November 2008, IV-act. 42).
A.c Mit Verfügung vom 26. März 2009 stellte die Unfallversicherung ihre
Leistungspflicht per 5. April 2009 ein (IV-act. 140-3f.). Diese Verfügung bestätigte die
Unfallversicherung mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2009 (IV-act. 57).
A.d Am 19. August 2009 wurde der Versicherte (im Auftrag des involvierten
Krankentaggeldversicherers) von der SMAB AG, Swiss Medical Assessment- and
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Business-Center, polydisziplinär (orthopädisch, psychiatrisch und neurologisch)
begutachtet. Die Experten stellten im Gutachten vom 13. Oktober 2009 keine
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Seit dem 4. Oktober 2008, also seit
sechs Monaten nach dem letzten Unfall, bestehe rein somatisch eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bei fortbestehender 50%iger Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 13. November 2008. Spätestens
ab dem Datum der psychiatrischen Begutachtung vom 19. August 2009 sei auch aus
psychiatrischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Es lägen
zahlreiche nicht medizinische Probleme vor, welche die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht
beeinträchtigen würden (IV-act. 77).
A.e Nach erfolgten Abklärungen und ausführlicher Berichterstattung (IV-act. 79f.) hielt
die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle im Schlussbericht vom 10. Dezember
2009 fest, dass der gesamte Verlauf der dreimonatigen beruflichen Abklärung im B._
von der psychosozialen Problematik der ganzen Familie geprägt und überschattet
worden sei. Während der Abklärung habe der Versicherte keine stabile 50%-Präsenz
erbracht und vor allem am Anfang und gegen Ende der Abklärung habe er
regelmässige, schmerzbedingte Ausfälle gehabt. Eine Leistungssteigerung habe nicht
erzielt werden können. Auf Grund der subjektiven Krankheitsüberzeugung und der
bestehenden Kränkung über ausbleibende Versicherungsleistungen könne eine weitere
Begleitung bei der Stellensuche nicht angeboten werden (IV-act. 82).
A.f Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle mit Verfügung
vom 12. März 2010 einen Leistungsanspruch auf berufliche Massnahmen ab (IV-act.
97) und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 26. November 2010 für den
Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 30. November 2009 eine halbe Rente zu (IV-act.
113f.). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 18. Januar 2011 beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde erheben und u.a. eine
unbefristete halbe Rente beantragen (IV-act. 117). Das Versicherungsgericht wies die
Beschwerde mit Entscheid vom 21. November 2011 ab (IV-act. 159). Das während dem
Beschwerdeverfahren neu gestellte Gesuch um berufliche Massnahmen (IV-act. 121)
wies die IV-Stelle am 12. Dezember 2011 ab (IV-act. 157).
B.
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B.a Am 21. März 2012 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an. Zur Begründung machte er eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustands, namentlich seiner Rückenschmerzen, geltend (IV-act. 169, vgl.
auch IV-act. 185). Er stützte sich u.a. auf den Bericht seines Hausarztes Dr. med.
C._, Innere Medizin FMH, vom 9. Januar 2012, worin dieser erklärte, dass neue
medizinisch relevante Diagnosen und gesundheitliche Einschränkungen vorlägen und
der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 171).
B.b Im Bericht vom 16. Januar 2012 diagnostizierten die Neurochirurgen des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ein chronisches, lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits (rezidivierende Lumbalgien rechts und links sowie eine
intraforaminale Diskushernie) sowie als Nebendiagnosen eine arterielle Hypertonie und
chronische Zephalgien. Sie empfahlen eine probatorische Nervenwurzelinfiltration der
Nervenwurzel L4 linksseitig (IV-act. 181-8f.). Vom 23. bis 24. Februar 2012 war der
Versicherte auf Grund einer Exacerbation der chronischen Rückenschmerzen im Spital
D._ hospitalisiert (IV-act. 181-3).
B.c Gestützt auf eine Stellungnahme des RAD vom 12. Oktober 2012 (IV-act. 197) und
nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 7. Februar 2013 ab. Gemäss
den Abklärungen sei er nur vorübergehend in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
gewesen. Seit April 2012 bestehe keine Einschränkung mehr. Daher bestehe kein
Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen (IV-act. 211).
B.d Die dagegen am 19. März 2013 erhobene Beschwerde (IV-act. 213) hiess das
Versicherungsgericht mit Urteil vom 6. Oktober 2014 gut. Es wies die Sache zur

Considerations:
weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurück (IV 2013/129; IV-act. 229).
C.
C.a In der Zeit vom 14. November bis 3. Dezember 2014 und vom 19. bis 21. Januar
2015 wurde der Versicherte gestützt auf den Überwachungsauftrag der IV-Stelle vom
10. November 2014 (IV-act. 236) überwacht (IV-act. 238, 265). Am 21. Januar 2015
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fand sich der Versicherte bei der SVA St. Gallen zu einem Standortgespräch ein, wo er
mit dem Ergebnis aus der Observation konfrontiert wurde (IV-act. 242). In der
medizinischen Stellungnahme vom 27. Januar 2015 hielt Dr. med. E._, Fachärztin
Neurologie und Mitarbeiterin IV-Stelle, fest, dass die Erkenntnisse aus dem
Observationsmaterial weder ein invalidisierendes Rückenleiden noch sonstige
äusserlich erkennbare Anzeichen eines invalidisierenden Schmerzerlebens vermuten
liessen. Sie empfahl daher die Durchführung einer bidisziplinären Begutachtung (IV-act.
243).
C.b Die IV-Stelle entschied, den Versicherten durch das F._ begutachten zu lassen
(IV-act. 244). Am 5. Mai 2014 wurde er rheumatologisch von Dr. med. G._, Facharzt
Rheumatologie und Innere Medizin FMH, untersucht. Im Gutachten vom 22. Mai 2015
befand der Experte, dass aus rheumatologischer Sicht in angepasster Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act. 254-99). Auch der psychiatrische Gutachter Dr.
med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, war gestützt auf seine
Untersuchung am 23. April 2015 im Gutachten vom 10. Juni 2015 zum Schluss
gekommen, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit nicht
eingeschränkt sei (IV-act. 254-54). In der bidisziplinären Konsensbeurteilung befanden
die Gutachter, dem Versicherten seien adaptierte, d.h. körperlich leichte bis
gelegentlich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten zu einem 100%-Pensum
zumutbar (IV-act. 254-59). Dr. E._ befand das Gutachten mit Stellungnahme vom 22.
Juli 2015 als umfassend und nachvollziehbar (IV-act. 255).
C.c Mit Vorbescheid vom 7. Oktober 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da auf Grund einer weiterhin vollen
Arbeitsfähigkeit in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten keine Einkommenseinbusse
vorliege. Daher bestehe weder ein Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine
IV-Rente (IV-act. 256).
C.d Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 9. November 2015 durch
Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler Einwand erheben und die Gewährung der
unentgeltlichen Verbeiständung im Einwandverfahren beantragen (IV-act. 259).
C.e Mit Verfügung vom 26. November 2015 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten auf IV-Leistungen im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 261).
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C.f Am 17. Juni 2016 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels sachlicher
Gebotenheit, fehlender Notwendigkeit sowie gegebener Aussichtslosigkeit (IV
2016/270: act. G 1.2).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 26. November 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. Januar 2015 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf
Durchführung einer neuen interdisziplinären (psychiatrischen, orthopädischen,
rheumatologischen und neurologischen) Begutachtung; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Im Wesentlichen macht der Beschwerdeführer geltend, dass
auf das bidisziplinäre Gutachten nicht abgestellt werden könne, weil aus dem Urteil des
Versicherungsgerichts vom 6. Oktober 2014 hervorgehe, dass die Beschwerdegegnerin
eine interdisziplinäre Begutachtung vorzunehmen habe. Zudem müsse sich dieses
Gutachten inhaltlich mit dem Erstgutachten vom 13. Oktober 2009 auseinandersetzen,
um feststellen zu können, ob eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stattgefunden habe. Dies
sei vorliegend nicht gemacht worden. Schliesslich sei der Beschwerdeführer nicht nach
einem strukturierten Beweisverfahren abgeklärt worden, weshalb die angefochtene
Verfügung ebenfalls aufzuheben sei (IV 2016/9, act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (IV 2016/9, act. G 5).
D.c Am 1. März 2016 bewilligte die Abteilungspräsidentin des Versicherungsgerichts
das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (IV 2016/9, act. G
6).
D.d Mit Replik vom 18. Mai 2016 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 13). Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben vom 16. Juni 2016 auf die
Einreichung einer Duplik verzichtet (IV 2016/9, act. G 15).
E.
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E.a Mit Beschwerde vom 22. August 2016 gegen die Verfügung vom 17. Juni 2016
beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren ab
Rechtskraft des Urteils des Versicherungsgerichts vom 6. Oktober 2014 (IV 2013/129);
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers vorwiegend aus, dass die Komplexität des zu beurteilenden
Falles bereits auf Grund der langjährigen Verfahrensdauer und der Observation
gegeben sei und sich die Sozialen Dienste der Stadt I._ auf Grund dieser Komplexität
nicht zur rechtlichen Vertretung in der Lage gesehen hätten (IV 2016/270, act. G 1).
E.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
auch die Abweisung der Beschwerde vom 22. August 2016, soweit darauf einzutreten
sei. Da sich die angefochtene Verfügung nur mit dem Gesuch der Rechtsvertreterin um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom 9. November 2015 befasse, könne auf den
weiter zurückreichenden Antrag der Rechtsvertreterin, der sich ausserhalb des
Verfügungsgegenstandes bewege, nicht eingetreten werden. In Bezug auf die
Erforderlichkeit der anwaltlichen Vertretung sei festzuhalten, dass es auch die
Rechtsvertreterin nicht für notwendig erachtet habe, sich zur Rechtmässigkeit der
Observation, zur Wahl der Disziplinen bei der Begutachtung, zum Fragenkatalog und
zu den Gutachtern zu äussern. Bei der Abklärung sei es einzig um die Frage gegangen,
ob seit dem 26. November 2010 eine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustands eingetreten sei. Besondere rechtliche oder medizinische
Fragestellungen hätten sich nicht ergeben (IV 2016/270, act. G 3).
Erwägungen
1.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2016/9 bildet die Frage der Rechtmässigkeit der
Abweisung des Begehrens um Leistungen der Invalidenversicherung (Verfügung vom
26. November 2015). Im Verfahren IV 2016/270 bildet die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren jenes Leistungsverfahrens den
Streitgegenstand (Verfügung vom 17. Juni 2016). Da die Streitgegenstände eng
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zusammenhängen und sich dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich,
die Verfahren IV 2016/9 und IV 2016/270 zu vereinigen.
2.
2.1 Zunächst ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
Invalidenversicherung zu prüfen.
2.2 Soweit der Beschwerdeführer im Sinne einer Eventualbegründung eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs geltend macht (act. G 1, Ziff. 3.3), kann ihm nicht gefolgt
werden. So würdigte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
einerseits den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, hauptsächlich gestützt auf
das bidisziplinäre Gutachten, und nahm andererseits eingehend zu den Einwänden der
Rechtsvertreterin Stellung. Damit kann nicht von einer ungenügenden Begründung
bzw. von einer Gehörsverletzung ausgegangen werden, weshalb die Beschwerde
materiell zu beurteilen ist, wie auch der Beschwerdeführer beantragt.
3.
Streitig und zu prüfen ist, ob seit der Verfügung vom 26. November 2010, welche das
Versicherungsgericht mit Urteil vom 21. November 2011 bestätigte, eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eingetreten ist.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die
Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den
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Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
Zu prüfen ist vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit ausreichend ist und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
bidisziplinäre Gutachten des F._ abgestellt hat.
4.1 Die Rechtsvertreterin stellt sich auf den Standpunkt, dass das bidisziplinäre
Gutachten vom 10. Juni 2015 schon aus formellen Gründen ungenügend und aus dem
Recht zu weisen sei, weil das Versicherungsgericht im Urteil vom 6. Oktober 2014 in
seinen Erwägungen eine interdisziplinäre Begutachtung verlangt habe.
4.2 Im Urteil vom 6. Oktober 2014 (Erwägung 3.5) führte das Versicherungsgericht aus,
dass auf Grund der Aktenlage offen sei, ob die Arztberichte eine anhaltende
Verschlechterung des Gesundheitszustands dokumentieren würden. Immerhin würden
im Bericht der Chirurgie des KSSG vom 14. Februar 2013 neue Befunde festgehalten,
die zweifellos schon vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. Februar 2013
bestanden hätten, zumal der Beschwerdeführer wegen zunehmender Schmerzen das
Schmerzzentrum am 28. Januar 2013 aufgesucht habe. In dieser Situation erscheine
eine neue Begutachtung des Beschwerdeführers unumgänglich. Nur in einer
„interdisziplinären Gesamtschau der somatischen und psychiatrischen Befunde“ samt
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei es möglich zu beurteilen, ob gegenüber dem
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Erstgutachten vom 13. Oktober 2009 eine anhaltende Verschlechterung mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten sei (IV-act. 229-13).
4.3 Zwar trifft zu, dass (auch) das Versicherungsgericht grundsätzlich an die Vorgaben
seines eigenen Rückweisungsentscheids gebunden ist (vgl. BGE 133 V 484 E. 5.2.3,
SVR 2012 IV Nr. 19 E. 4.2). Vorliegend verlangte das Gericht die Vornahme weiterer
Abklärungen im Rahmen eines die somatischen und psychiatrischen Leiden
beleuchtenden Gutachtens. Der Hinweis auf eine notwendige interdisziplinäre
Gesamtschau lässt durchaus offen, ob zwei (bidisziplinär) oder mehr (polydisziplinär)
Disziplinen verlangt sind. Das Gericht liess damit offen, mit welchen medizinischen
Disziplinen die Abklärung durchgeführt werden sollte und stellte diese Frage in das
Ermessen der Beschwerdegegnerin beziehungsweise deren medizinische
Fachpersonen. Dr. E._ empfahl aus medizinischer Sicht eine psychiatrische und
rheumatologische Begutachtung (IV-act. 243-4). Damit sind die somatischen und
psychiatrischen Befunde erfasst. Dass mit Blick auf das Erstgutachten (IV-act. 77) statt
einer rheumatologischen eine orthopädische und neurologische Abklärung
unumgänglich gewesen wäre, lässt sich nicht begründen. Jedenfalls fehlen konkrete
Anhaltspunkte dafür, dass die zur Hauptsache geltend gemachten, unspezifischen
Schmerzen mittels rheumatologischer Abklärung nur unzureichend hätten erfasst
werden können. Damit ist das Vorgehen als im Rahmen des gerichtlichen
Zwischenentscheids vom 6. Oktober 2014 zu werten und nicht zu beanstanden.
4.4 Im Weiteren bringt die Rechtsvertreterin vor, dass der Beschwerdeführer durch die
Vornahme einer lediglich bidisziplinären Begutachtung in seinen Mitwirkungsrechten
eingeschränkt worden sei. So unterliege das bidisziplinäre Gutachten anderen
Auswahlkriterien als das interdisziplinäre und die Beschwerdegegnerin habe frei
entscheiden können, wem sie den Auftrag habe vergeben wollen. Inwiefern die
vorliegend strittigen Gutachter des F._ jedoch die Anforderungen an Unabhängigkeit
und Fähigkeit und die Voraussetzungen einer korrekten Begutachtung nicht erfüllt
hätten, wird nicht begründet. Auch aus den Akten sind keine diesbezüglichen
Verletzungen ersichtlich, zumal die Rechtsvertreterin im Vorfeld der angeordneten
Begutachtung keine Einwände erhoben hat (vgl. IV-act. 250f.). Damit ist das
bidisziplinäre Gutachten des F._ in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden, weshalb
es nachfolgend materiell geprüft werden kann.
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5.
5.1 Anlässlich seiner Begutachtung vom 5. Mai 2014 diagnostizierte der Rheumatologe
Dr. G._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes
Syndrom beidseits bei degenerativen Veränderungen L3 bis S1 (Spondylarthrosen).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein chronisch rezidivierendes cervikales
bis cervikocephales Syndrom, eine deutliche Symptomausweitung, Adipositas,
anamnestisch ein Schlaf-Apnoe-Syndrom und eine arterielle Hypertonie feststellbar (IV-
act. 254-89). In der klinischen Untersuchung habe sich eine freie Beweglichkeit von
HWS und BWS gezeigt, es seien aber praktisch alle Bewegungen schmerzhaft
gewesen. Im linken Schultergürtel habe sich eine sehr diffuse Druckdolenz gezeigt
sowohl muskulär, aber auch ossär an der Clavicula und Spina scapulae, welche nicht
klar einer organischen Struktur hätten zugeordnet werden können. Ein muskulärer
Hypertonus der seitlichen Hals- und Schultergürtelmuskulatur sei nicht vorhanden
gewesen. An der LWS sei die Extension und die Seitneigung beidseits jeweils 1/3
eingeschränkt, bei Inklination neige sich der Versicherte nur minimal vor. Von den
Waddell-Zeichen seien (auch diesmal) der axiale Stoss und die Pseudorotation positiv
mit Angabe von lumbalen Schmerzen gewesen. Auffällig und organisch-strukturell
wiederum nicht erklärbar sei auch die ausgeprägte Druckdolenz des gesamten
Sakrums bis nach coccygeal gewesen, daneben habe eine Druckdolenz der unteren
LWS vor allem paravertebral links und am Beckenkamm beidseits bestanden. Auch im
Beckengürtel habe sich kein muskulärer Hypertonus gefunden. Die Beweglichkeit der
peripheren Gelenke sei allseits erhalten gewesen, im linken Arm habe sich eine diffuse,
zirkuläre Druckdolenz befunden, welche sich wiederum nicht einzelnen anatomischen
Strukturen habe zuordnen lassen. Akzentuiert sei die Dolenz am Epicondylus radialis
und entlang der Unterarm-Extensoren. In der neurologischen Untersuchung hätten sich
keine trophischen Störungen gezeigt, die Umfänge der oberen und unteren
Extremitäten seien seitengleich. Im Lasègue-Manöver habe der Beschwerdeführer eine
starke Schmerzhaftigkeit lumbal bereits ab 30° beidseits angegeben, während im
Sitzen mit 90° flektierten Hüftgelenken eine vollständige Streckung der Kniegelenke
möglich gewesen sei, mit lediglich endphasiger Angabe von lumbalen Schmerzen. Die
Muskeleigenreflexe an Armen und Beinen seien symmetrisch auslösbar und die Kraft
der radikulären Kennmuskeln erhalten gewesen. Die Hypästhesien am linken Unterarm
radial und dorsal sowie am linken Ober- und Unterschenkel lateral streifenförmig bis
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zum lateralen Fussrand seien nicht dermatombezogen, insbesondere habe ein
radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom L4 links klinisch weitgehend ausgeschlossen
werden können (IV-act. 254-94). Gestützt darauf schloss der Rheumatologe, dass auch
die intraforaminale Protrusion L4/5 links in den MRI-Abklärungen von 2011 und 2014
ohne klinische Relevanz sei. Als Hauptbefund hätten sich in diesen MRI die
Spondylarthrosen L3 bis S1 gezeigt, welche zwischen der früheren Abklärung von 2005
und jener von 2011 leicht zugenommen hätten, seither aber bis 2014 unverändert
geblieben seien. Im Bereich der Bandscheiben habe sich sodann unverändert zu den
früheren Abklärungen eine Dehydration lediglich der Bandscheibe L5/S1 gezeigt, die
Bandscheibenhöhen seien weitgehend erhalten; im Segment L5/S1 habe sich ebenfalls
eine breitbasige Protrusion gezeigt, welche weder den Duralsack imprimiere noch die
Nervenwurzelverläufe recessal oder foraminal wesentlich tangiert habe. Sie sei deshalb
ebenfalls nicht relevant. Insgesamt könnten gewisse belastungs- und auch
bewegungsabhängige Lumbalgien durch die Spondylarthrosen der unteren LWS
organisch erklärt werden. Das chronifizierte, therapieresistente und ausgedehnte
Schmerzsyndrom des Beschwerdeführers sei dagegen organisch-strukturell nicht
objektivierbar. Er gehe deshalb mit Dr. med. J._, ehemaliger Chefarzt Klinik K._,
und dessen Bericht vom 18. August 2010 einig, wonach eine ganz im Vordergrund
stehende Schmerzverarbeitungsstörung vorliege. Mittlerweile sei es auch noch zu einer
zusätzlichen Schmerz- und Symptomausweitung gekommen, während die
degenerativen Veränderungen der LWS höchstens geringgradig zugenommen hätten
(IV-act. 254-95). Auf Grund der vorhandenen MRI-Bilder könne er dagegen die
Beurteilung von Dr. med. L._, Innere Medizin und Rheumatologie, D._, vom 3.
Oktober 2011, wonach eine somatische Ursache in Form von Diskushernien L4/5 und
L5/S1 mit möglicher Irritation der Nervenwurzeln L5 und S1 beidseits vorliege, nicht
nachvollziehen. Schliesslich sei auch die Orthopädische Klinik des KSSG im Bericht
vom 14. Februar 2013 zur Hauptdiagnose von Spondylarthrosen gekommen.
Demgegenüber sei das ebenfalls erwähnte radikuläre Reizsyndrom L5 auf Grund der
MRI-Befunde nicht nachvollziehbar, da sich weder im Segment L4/5 noch L5/S1 eine
pathologische Veränderung im Verlauf der Nervenwurzel finde. Eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten aus somatischer, rheumatologischer
Sicht lediglich die degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Bereits im
MRI der LWS vom 6.10.2005 zeigten sich leichtgradige Spondylarthrosen von L3 bis
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S1. Diese hätten im weiteren Verlauf gemäss den MRI-Abklärungen vom 23.12.2011
und 8.09.2014 leicht zugenommen und führten zweifellos zu einer verminderten
Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule. Während im SMAB-Gutachten vom 13.10.2009
aus orthopädischer Sicht von einer für jegliche Tätigkeiten vollen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen worden sei, könne auf Grund der aktuellen objektivierbaren Befunde
festgestellt werden, dass körperlich schwere Tätigkeiten dem Versicherten mindestens
seit dem MRI vom 23.12.2011 nicht mehr zumutbar seien. Dagegen sei dem
Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht eine körperlich leichte bis gelegentlich
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit (teilweise gehend/stehend und sitzend)
medizinisch-theoretisch weiterhin zumutbar. Repetitive, bis auf Tischhöhe zu hebende
oder auf Taillenhöhe zu tragende Lasten sollten dabei 7.5kg, vereinzelte Lasten 20kg
nicht überschreiten. Bis Brusthöhe sollten auch keine vereinzelten Lasten über 10kg
gehoben werden müssen. Zusätzlich seien längere Zwangshaltungen der Wirbelsäule,
insbesondere stehend vornübergeneigt zu vermeiden, ebenso sollten keine häufigen
Arbeiten über Kopf mit notwendiger Extension der Wirbelsäule erforderlich sein. Andere
qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit lägen aus rheumatologischer Sicht
nicht vor (IV-act. 254-96f.).
5.2 Der psychiatrische Gutachter Dr. H._ hielt hinsichtlich des psychopathologischen
Untersuchungsbefundes fest, dass der Beschwerdeführer bewusstseinsklar, zeitlich,
örtlich, situativ und über die eigene Person vollständig orientiert sei. Es fänden sich in
der Untersuchungssituation keine Anhaltspunkte für Aufmerksamkeits- oder
Gedächtnisstörungen. Auch eine Konzentrationsstörung lasse sich über die Dauer des
Untersuchungsgesprächs nicht nachweisen. Die Auffassung sei prompt, das Denken
formal ungestört. Es fänden sich keine pathologischen Befürchtungen oder Zwänge,
ebenso wenig seien eine Wahnbildung nachweisbar oder Phänomene wie
Wahnstimmung, Wahnwahrnehmung oder pathologisches Beziehungsdenken. Es
fänden sich keine Anhaltspunkte für Wahrnehmungsstörungen im Sinne von
Sinnestäuschungen oder Halluzinationen. Der psychopathologische
Untersuchungsbefund weise keine Ich-Störungen auf, weder bestehe eine
Derealisation noch eine Depersonalisation. Auch Phänomene wie
Gedankenausbreitung, Gedankenentzug oder Gedankeneingebung liessen sich nicht
nachweisen. Es sei zwar eine etwas angespannte und streckenweise leicht zum
depressiven Pol verschobene Grundstimmung festzustellen. Darüber hinaus gehende
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typische depressive Ausdrucksformen einer Affektstörung, etwa im Sinne eines Gefühls
der Gefühllosigkeit, einer Affektverarmung, einer Störung der vitalen Gefühle oder
Hoffnungslosigkeit fänden sich nicht. Auch fänden sich keine ausgeprägte innere
Unruhe, keine Hochstimmung und keine Labilität des Affektes. Ebenso liessen sich
weder Antriebs- noch psychomotorische Störungen nachweisen. Anamnestisch lägen
keine zirkadialen Besonderheiten vor. Ebensowenig fänden sich ein sozialer Rückzug
oder besondere sozial bedeutsame pathologische Verhaltensweisen. Des Weiteren
bestehe kein Anhaltspunkt für das Vorliegen von Suizidalität (IV-act. 254-20f.).
Schliesslich unterzog sich der Beschwerdeführer verschiedenen Tests. Wie Dr. H._
jedoch ausführte, dienten diese testpsychologischen Befunde dem Gutachter vor allem
dazu, die Frage der „Kongruenz“ oder „Diskrepanz“ zwischen dem erhobenen Befund
und der Beschwerdedarstellung des zu Begutachtenden näher zu bestimmen und zu
bewerten. Für sich allein genommen erlaube keiner dieser testpsychologischen
Befunde eine Diagnosestellung (IV-act. 254-31f.). Gestützt auf seine
Untersuchungsbefunde beurteilte Dr. H._, dass keine deutlicheren Anhaltspunkte für
eine affektive oder sonstige psychische krankheitswertige Störung vorlägen. Während
der Beschwerdeführer die testpsychologischen Selbstbeurteilungsskalen so ausgefüllt
habe, dass sich eine Reihe von depressionstypischen Angaben ergeben hätten, hätten
das klinische Anamnesegespräch und die Untersuchung nicht zu derselben
Einschätzung geführt. Vielmehr sei deutlich geworden, dass sich der Beschwerdeführer
seit etlichen Jahren nicht damit abfinden könne, dass ihm Entschädigungsleistungen
nicht in dem Masse zugesprochen würden, wie dies nach seiner Auffassung
angemessen wäre. Er habe an verschiedenen Stellen des Untersuchungsgesprächs
angegeben, die körperlichen Beschwerden nach dem Unfall seien durchaus begrenzter
Natur gewesen. Es sei jedoch deutlich geworden, dass sich der Beschwerdeführer
subjektiv in einer sehr schwerwiegenden Weise gekränkt fühle, da er wohl
verschiedene Vorgänge im Zusammenhang mit medizinischen Untersuchungen und
der Kommunikation mit den verschiedenen Versicherungsträgern so erlebt habe, dass
ihm seine Beschwerden nicht in vollem Umfang geglaubt worden seien. Er habe offen
angegeben, er müsse immer wieder deutlich machen, dass er in der Tat heftige
Beschwerden gehabt habe. Dies habe nur leider nicht dazu geführt, dass seine
Ansprüche anerkannt worden seien. Darüber hinaus habe er über die schwierige
soziale Situation berichtet, in der er sich befinde, und insbesondere auch darüber, dass
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ihm das schwere psychische Leiden seiner Frau zu schaffen mache. Er habe deutlich
gemacht, dass es für ihn nicht erträglich sei, nicht mehr der Versorger der Familie und
der „Mann“ zu sein, der er einmal gewesen sei. Insofern würden auch soziokulturelle
Faktoren für die Aufrechterhaltung seines Schmerzverhaltens eine möglicherweise
bedeutsame Rolle spielen. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
schloss der Gutachter zum einen deshalb aus, weil die Traumakriterien der ICD-10
durch die geschilderten Abläufe der beiden Unfälle nicht erfüllt seien und zum anderen
klinisch keine Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung bestünden (IV-act.
254-32f.). Entlang der Kriterien der ICD-10 für Persönlichkeitsstörungen hätten sich
keine Auffälligkeiten ergeben. Daher sei die Annahme einer Persönlichkeitsstörung oder
auch nur eines vordergründig prägenden Persönlichkeitsstils etwa nach Achse II der
ICD-10 hier nicht möglich. Besondere Auffälligkeiten hinsichtlich der
Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers seien also aus psychiatrischer Sicht
nicht zu beschreiben (IV-act. 254-49). Weiter führte Dr. H._ aus, dass bereits das
psychiatrische und neurologische SMAB-Gutachten sehr deutlich unauffällige Befunde
beschrieben habe (IV-act. 254-53). Schliesslich habe auch das Observationsmaterial
normale Verhaltensweisen gezeigt, die jedenfalls nicht an einen ausgeprägteren
Krankheitszustand denken liessen. Insofern bestehe durchgängig eine Diskrepanz
zwischen den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und dem
Untersuchungsbefund (IV-act. G 254-54). Zusammenfassend kam Dr. H._ zum
Schluss, dass sich beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig
keine bedeutsamen Funktionseinschränkungen oder gravierenden krankheitswertigen
Störungen nachweisen liessen. Vielmehr verfüge er über ausreichende Ressourcen, um
die Arbeit wieder aufzunehmen (IV-act. 254-53f.).
5.3 Im Rahmen der rheumatologischen und psychiatrischen Konsensbeurteilung
kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
lediglich in qualitativer Hinsicht auf Grund der degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule eingeschränkt sei. Insgesamt bestehe in leidensadaptierten
Tätigkeiten, wie auch der langjährigen Tätigkeit als Allrounder auf einem Campingplatz,
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 254-57ff.).
5.4 Schliesslich kam auch Dr. E._ nach Prüfung des Gutachtens des F._ mit
Stellungnahme vom 22. Juli 2015 zum Schluss, dass es keine formellen Mängel
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aufweise, sorgfältig aufgearbeitet und umfassend sei. Die Auseinandersetzung mit den
früheren ärztlichen Einschätzungen inklusive des Vorgutachtens der SMAB 2009 sei
differenziert und unter sorgfältiger Prüfung der Informationen und unter Einbezug der
Erkenntnisse aus der gesamten Aktenlage erfolgt. Die Konsensbeurteilung sei klar und
nachvollziehbar. Im Weiteren wies sie darauf hin, dass gemäss den Gutachtern das
ausgeprägte Missverhältnis zwischen subjektiv empfundener Leistungseinschränkung
und objektiv nachvollziehbarer Behinderung bei chronischen nicht-organischen
Schmerzerkrankungen häufig gesehen werde und nicht als bewusstes
Täuschungsmanöver, sondern als Schmerzverarbeitungsstörung interpretiert werde.
Auch psychiatrischerseits habe der Gutachter festgehalten, dass sich der
Beschwerdeführer durch Ärzte und Versicherungsträger in seinem subjektiv
schwerwiegenden Leiden nicht ernst genommen fühle, was zur
Beschwerdeverdeutlichung geführt habe (IV-act. 255). In Übereinstimmung mit Dr.
E._ und gestützt auf die gesamte medizinische Aktenlage liegen keine Anhaltspunkte
vor, welche am Gutachten des F._ Zweifel aufkommen lassen würden. Auch der
Beschwerdeführer kann keine konkreten Argumente dagegen vorbringen. Vielmehr ist
es nachvollziehbar, ausführlich und schlüssig aufgebaut, weshalb darauf abgestellt
werden kann.
5.5 Im Übrigen kann auch der Behauptung der Rechtsvertreterin nicht gefolgt werden,
dass das bidisziplinäre Gutachten gar keinen Vergleich mit dem Gutachten des SMAB
zulasse. So führte Dr. H._ aus, dass bereits „das psychiatrische und neurologische
Gutachten für die Taggeldversicherung vom 13. Oktober 2009“ sehr deutlich
unauffällige Befunde beschrieben habe. Unfallassoziierte Beschwerden einschliesslich
einer Behandlungsdauer seien auf sechs Monate limitiert zu betrachten gewesen.
Sämtliche bisherigen Tätigkeiten hätten wieder aufgenommen werden können und
lägen auf einem 100%-Niveau ohne Begrenzung des Pensums und Minderung der
Leistungsfähigkeit. Mit jenem Gutachten befinde sich die aktuell erstellte Beurteilung
und Bewertung ebenfalls in Übereinstimmung (IV-act. 254-53). Sodann hielt Dr. G._
fest, dass eine Progredienz der spondylarthrotischen Veränderungen L3 bis S1
radiologisch seit der MRI-Untersuchung vom 23. Dezember 2011 nachgewiesen sei.
Dies führe zumindest seit der Begutachtung des SMAB zu einer verminderten
Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule insbesondere hinsichtlich körperlich schwerer
Tätigkeiten (IV-act. 254-99). Während somit bereits das SMAB-Gutachten beim
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Beschwerdeführer von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausging (IV-act. 77-21),
befanden ihn auch die Gutachter des F._ weiterhin zu 100% arbeitsfähig. Allerdings
beschränkten jene die Zumutbarkeit neu auf leichte bis gelegentlich mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten (IV-act. 254-59).
5.6 Sodann vermag auch die hausärztliche Beurteilung von Dr. med. M._ vom 3.
November 2015 (IV-act. 259-22f.) die Beurteilungen der Gutachter nicht in Zweifel zu
ziehen. Indem Dr. M._ angab, es liege ihres Erachtens unverändert ein komplexes
somatoformes Schmerzsyndrom vor, umschrieb sie lediglich das sich ihr
präsentierende „unveränderte“ Beschwerdebild (vgl. insbesondere die Angaben des
früheren Hausarztes vom 21. Mai 2012, IV-act. 181-1f.). Eine eigentliche Diagnose
stellte sie damit aber nicht. Im Weiteren setzte sie sich auch nicht mit dem Gutachten
auseinander. Sodann führte sie lediglich auf, welche Beschwerden ihr der
Beschwerdeführer - offenbar nach der Begutachtung - schilderte. So habe er
progrediente Schmerzen im Oberarm, Ellbogen und bis in die Hand in die ersten drei
Finger ausstrahlend links geltend gemacht. Da er jedoch eine lokale Infiltration im
Zervikalbereich durch die Wirbelsäulenchirurgen und/oder Radiologen nicht in Betracht
habe ziehen wollen, verzichtete die Hausärztin vorerst auf ein EMG oder ein MRT der
HWS (IV-act. 259-22f.). Insgesamt sah auch die Hausärztin das Hauptproblem neben
dem „komplexen somatoformen Schmerzsyndrom“ vorwiegend in der pathologischen
und momentan ziemlich aussichtslosen sozialen Situation, wobei beide Ehepartner
ausschliesslich auf ihre Schmerzen und ihre Krankheitsphantasien fixiert seien (IV-act.
259-22f.). Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unterliess die Hausärztin ebenfalls.
5.7 Insgesamt ist somit auf das bidisziplinäre Gutachten des F._ abzustellen und
beim Beschwerdeführer von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
- wie auch der angestammten Tätigkeit als Allrounder auf einem Camping Platz oder
als Hauswart - auszugehen. Damit ist eine Invalidität zu verneinen und der Antrag auf
Leistungen der Invalidenversicherung abzuweisen.
6.
6.1 Schliesslich ist die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
im Verwaltungsverfahren zu prüfen.
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6.2 Vorliegend beantragt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der
Beschwerde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das
Verwaltungsverfahren ab Rechtskraft des Urteils des Versicherungsgerichts vom 6.
Oktober 2014 (IV 2013/129). Demgegenüber stellte sie im Einwand vom 9. November
2015 gegen den Vorbescheid vom 7. Oktober 2015 lediglich ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einwandverfahren (IV-act. 259-9f.). Mit
Bezug darauf wies denn auch die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 17. Juni 2016 konkret einen Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das „Vorbescheidverfahren“ ab (act. G 1.2). Somit ist auf die
Beschwerde dahingehend einzutreten, als sie das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für die Zeit des Anhörungsverfahrens, d.h. ab dem Vorbescheid
vom 7. Oktober 2015, betrifft. Auf den weitergehenden Antrag ist nicht einzutreten.
7.
7.1 Umstritten und zu prüfen ist demnach, ob ein Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ab dem Vorbescheid (IV-act. 256-1ff.) gegeben ist.
7.2 Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
7.3 Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Vorbescheidverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen, und eine
Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
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9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Von Bedeutung ist schliesslich auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich
im Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen)
8.
8.1 Vorliegend macht die Rechtsvertreterin geltend, unter dem Gesichtspunkt der
prozessualen Chancengleichheit sei die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung
für das Verwaltungsverfahren angesichts der gerichtlich erstrittenen Rückweisung zur
erneuten medizinischen Begutachtung zu bejahen. Das werde durch das Schreiben der
Sozialen Dienste der Stadt I._ vom 24. Juni 2016 noch unterstrichen, da es diesen
auf Grund der Komplexität des IV-Verwaltungsverfahrens, dessen Langjährigkeit und
ihrer knappen Ressourcen nicht möglich sei, den Beschwerdeführer im Verfahren
rechtlich zu vertreten (vgl. act. G 1.3). Der vorliegende Fall weise nicht nur auf Grund
einer gerichtlich erstrittenen Rückweisung zwecks Wiederaufnahme des
Verwaltungsverfahrens zur erneuten medizinischen Begutachtung besondere
Umstände auf, sondern sei auf Grund der erfolgten Observation sogar noch komplexer
(act. G 1).
8.2 Entgegen diesen Vorbringen ist festzuhalten, dass es sich hinsichtlich des
Schwierigkeitsgrades um einen durchschnittlichen Rentenfall handelt. Dabei geht es
hauptsächlich um die Frage, ob sich beim Beschwerdeführer eine derartige
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingestellt hat, dass sie ihm einen
Anspruch auf eine Invalidenrente gibt. Hierzu bedarf es medizinischer Grundlagen,
welche einerseits eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit und andererseits auch nach
rechtlicher Würdigung eine (rentenrelevante) Erwerbsunfähigkeit belegen. Die
Rechtsvertreterin kann nicht darlegen, inwiefern sich besondere tatsächliche oder
rechtliche Fragen stellen. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer observiert
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wurde, macht für sich allein noch keine anwaltliche Vertretung erforderlich.
Insbesondere ist dem Beschwerdeführer dadurch insofern kein Nachteil entstanden,
als die Gutachter des F._ das Observationsmaterial zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit insgesamt als wenig hilfreich oder ergiebig befanden, da die
Beurteilung in erster Linie auf Grund der objektivierbaren strukturellen Befunde und die
bei der klinischen Untersuchung festgestellten damit zu vereinbarenden
Einschränkungen (wobei auch Diskrepanzen gewürdigt wurden) erfolgte (IV-act.
254-64, 254-99).
8.3 Die Rechtsvertreterin hat im Einwand vom 9. November 2015 auf Widersprüche
zwischen den Diagnosestellungen des psychiatrischen Gutachters Dr. H._ einerseits
und derjenigen der Hausärztin Dr. M._ andererseits hingewiesen, indem Letztere von
einem komplexen somatoformen Schmerzsyndrom ausgehe und der Gutachter ein
solches verneine. Folglich ergebe sich auch hinsichtlich der Auswirkungen eine andere
medizinische Beurteilung. Zudem seien für den Beschwerdeführer auch die
rheumatologischen Begutachtungsergebnisse vollkommen unverständlich. Diese
Hinweise rechtfertigen jedoch für sich allein noch keine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung. Die Vorbringen zeigen aber, dass sich das
Vorbescheidverfahren einzig auf die Frage der medizinischen Einschränkungen
konzentriert bzw. auf die Frage, von welcher Einschätzung auszugehen ist. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung begründet jedoch weder ein umstrittenes
Gutachten einen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (vgl. Erwägung 2.5
sowie u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 9C_993/2012, E. 4.1), noch ist
selbst dann - nicht ohne Weiteres - von erschwerenden (den Komplexitätsgrad
erhöhenden) Umständen auszugehen, wenn die versicherte Person unter einer
somatoformen Schmerzstörung oder einem vergleichbaren syndromalen Zustand leidet
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 9C_993/2012, E. 4.2.1).
8.4 Schliesslich vermag auch die Argumentation der Rechtsvertreterin, der
Beschwerdeführer sei nicht deutscher Muttersprache und es fehlten ihm die nötigen
Qualifikationen, um seine Rechte vertreten zu können, gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht zu überzeugen (vgl. BGE 139 V 600, E.
3.2.1). Zwar erfordert es in der Regel gewisse medizinische Kenntnisse und juristischen
Sachverstand, Schwachstellen fachärztlicher Expertisen zu erkennen, und es ist davon
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auszugehen, dass der Beschwerdeführer über beides nicht verfügt. Dennoch wäre es
ihm durchaus möglich und damit auch zumutbar gewesen, selber bei seiner Hausärztin
Dr. M._ eine schriftliche Beurteilung bezüglich seines medizinischen
Gesundheitsverlaufs zu erbitten und diese entweder selber oder durch eine ihm
nahestehende Person, wie allenfalls seinen Bruder (vgl. IV-act. 259-22) oder seinen
Sohn N._ (Jahrgang 19_, IV-act. 185-2) mit dem Hinweis, dass er mit dem
Gutachten und der Invaliditätsbemessung nicht einverstanden sei, bei der IV-Stelle
einzureichen. Damit erübrigen sich weitere Ausführungen dazu, ob allenfalls andere
Stellen als die Sozialen Dienste der Stadt I._ bzw. andere soziale Institutionen zur
Vertretung des Beschwerdeführers in Frage gekommen wären.
9.
Zusammenfassend stellen sich auf Grund des obigen Sachverhalts keine besonders
schwierigen Rechtsfragen, weshalb von einem "normalen Durchschnittsfall" im
Sachgebiet der Invalidenversicherung auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. September 2009, 9C_315/2009, E. 2.1). Mit Blick auf die strengen
Anforderungen an die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im
Verwaltungsverfahren hat die Beschwerdegegnerin damit das Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung zu Recht abgelehnt. In der Folge erübrigt sich eine
Prüfung der weiteren Voraussetzungen.
10.
Mit Schreiben vom 14. Dezember 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin eine
Sistierung des Beschwerdeverfahrens IV 2016/9 bis das Bundesgericht über eine
anhängig gemachte Beschwerde betreffend Zulässigkeit von Observationen im IV-
Bereich (Urteil des Versicherungsgerichts vom 27. September 2016, IV 2014/107,
abrufbar im Internet: http://www.gerichte.sg.ch/home/dienstleistungen/
rechtsprechung/aktuelle_entscheide1.html) entschieden hat. Mit dem vorliegenden
Urteil wird die Frage einer Sistierung gegenstandslos.
11.
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11.1 Auf Grund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung betreffend IV-Leistungen vom 26. November 2015 (IV 2016/9) abzuweisen.
11.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 17. Juni 2016 (IV 2016/207) ist
ebenfalls abzuweisen.
11.3 Das Beschwerdeverfahren betreffend IV-Leistungen ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist die
Gerichtsgebühr für das Verfahren IV 2016/9 in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
11.4 Demgegenüber sind im Beschwerdeverfahren IV 2016/270 betreffend
unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend
"IV-Leistungen" handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine
Anwendung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV
2010/270, E. 6.4).
11.5 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verfahren
IV 2016/9 die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht, Verwaltungsrekurskommission und
Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). In der
vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die
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Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
11.6 Der Beschwerdeführer lässt auch für das Verfahren IV 2016/270 die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung beantragen. Die diesbezüglichen
Voraussetzungen sind erfüllt, wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die
Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig oder doch
geboten ist (Art. 61 lit. f ATSG; BGE 103 V 47; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3.
Aufl. Zürich 2015, Rz 177 zu Art. 61 ATSG, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Juni 2012, 8C_438/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). Dabei gilt als bedürftig, wem die Mittel
fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und seine Familie die Anwaltskosten
aufzubringen (vgl. KIESER, a.a.O., Rz 179 f. zu Art. 61 ATSG). Wie den Akten zu
entnehmen ist (vgl. u.a. IV-act. 61, 207) wird die Familie des Beschwerdeführers (mit
zwei Kindern) in finanzieller Hinsicht vom Sozialamt unterstützt, womit die Bedürftigkeit
ausgewiesen ist. Nachdem das Beschwerdeverfahren auch nicht geradezu
aussichtslos war und eine anwaltliche Verbeiständung als geboten erscheint, ist die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen. In der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren erscheint mit Blick auf die Anforderungen und die Komplexität
der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 1'200.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
11.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).