Decision ID: b9889276-5376-4703-aafc-90f73cbc73aa
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1983 geborene
X._
ist gelernter Elektriker und reiste im Oktober 2008 von Italien
her kommend
in die Schweiz ein. Ab dem
1.
Februar 2012 war der Versicherte als Schaler für die
Y._
tätig (
Urk.
7/8), bis er sich am 3
1.
August 2016 bei einem Sturz bei der Arbeit am rechten Knie verletzte (VKB-Ruptur,
Meniskushinterhornläsion
;
Urk.
7/5/3,
Urk.
7/5/11).
Am
8.
September 2016 erfolgte die operative Sanierung des rechten Knies (Menis
kusnaht, VKB-Rekonstruktion;
Urk.
7/5/25); die Suva anerkannte ihre Leistungs
pflicht (
Urk.
7/5/59).
Aufgrund der persistierenden Kniebeschwerden meldete sich der Versicherte am 1
4.
Februar 2017 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8 S. 8).
1.2
Nachdem der Versicherte seine angestammt
e
Tätigkeit am
2.
August 2017
zu 50
% und ab dem 1
8.
September 2017 zu 75
%
wieder
hatte aufnehmen können
, teilte die IV-Stelle am 1
9.
September 2017 mit, dass keine Eingliederungs
mass
nahmen möglich/angezeigt seien (
Urk.
7/30, vgl. auch
Urk.
7/32/18). Am 1
4.
Novem
ber 2017 musste sich der Versicherte erneut einem operativen Eingriff am rechten Knie unterziehen (Entfernung der
Lygamisschraube
,
arthroskopischer
VKB-Ersatz,
Teilmeniskektomie
medial und lateral;
Urk.
7/33/5). In der Zeit vom 1
0.
April bis 2
9.
Ma
i 2018 weilte der Versicherte i
n der
Z._
zur stationären Rehabilitation (
Urk.
7/36). Anlässlich der Besprechung vom 2
3.
Okto
ber 2018 erteilte die Suva Kostengutsprache für einen Deutschkurs sowie für die Ausbildung «Hauswart Express» (
Urk.
7/47/79 f.).
Die IV-Stelle hielt mit Mit
teilung vom
8.
November 2018 fest, dass zurzeit keine Arbeitsvermittlung mög
lich sei (
Urk.
7/48).
Mit Vorbescheid vom
8.
Mai 2019 stellte die IV-Stelle die Ausrichtung einer befristeten ganzen Rente für die Zeit vom
1.
August 2017 bis 3
0.
September 2018 in Aussicht (
Urk.
7/55). Am 1
1.
Juni 2019 musste sich der Versicherte einem dritten operativen Eingriff unterziehen (
Arthrolyse
in allen
Kompartimenten mit Transplantatreduktion und Resektion der Interferenz
schraube
,
Knorpeld
é
bridement
medial,
Teilmeniskektomie
lateral rechts,
Urk.
3). Mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2019 hielt die IV-Stelle am Vorbescheid vom
8.
Mai 2019 fest (
Urk.
2, Mitteilung des Beschlus
ses: 1
7.
Juni 2019,
Urk.
7/56).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 2
7.
November 2019 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer ab
1.
Oktober 2018 mindestens eine halbe Rente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Mitteilung vom 2
2.
Januar 2020 informierte die IV-Stelle über die Kosten
gutsprache für eine Arbeitsvermittlung Plus, gestützt auf die gemeinsame Ent
scheidung vom 1
7.
Dezember 2019 (
Urk.
8/1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Januar 2020 beantragte sie weiter unter Hinweis auf das Belastungsprofil im Feststellungsblatt sowie die Unterstützung im Rahmen der Eingliederung die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
4.
Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des stritti
gen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zi
ni
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die ange
fochtene Verfügung damit, dass für die Zeit vom
1.
August 2017 bis 3
0.
September 2018 ein Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen sei. Ab Juni 2018 sei in einer behinderungsangepassten Tätig
keit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, was zu einem renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 3
%
und in der Folge zur Rentenaufhebung ab
1.
Oktober 2018 führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass
der Beschwerdeführer auch aktuell an starken (vor allem belas
tungsabhängigen) Schmerzen im rechten Knie mit Ausstrahlung in die Wade und den Unterschenkel leide. Längeres Sitzen gehe nicht, danach brauche er eine ge
wisse Zeit, bis er gehen könne (
Urk.
1 S. 12).
Die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten sei falsch; sie beruhe einzig auf dem Austrittsbericht der
Z._
vom
6.
Juni 2018, welcher nicht aus
reichend begründet sei. Der Arbeitsversuch vom Herbst 2017 habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer auch leichte Arbeiten nicht vollschichtig zu leisten ver
möge; vielmehr sei von einer immer noch erheblichen Einschränkung von min
des
tens 50
%
auszugehen. Bei einem leidensbedingten Abzug von 10
%
führe dies ab
1.
Oktober 2018 zu einem Anspruch auf eine halbe Rente (S. 14).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Chefarzt Orthopädie am
B._
,
ging in seinem Operations
bericht vom
9.
September 2016 von den folgenden Di
agnosen aus: Komplette frische
,
proximale
vordere Kreuzbandruptur rech
ts; kapselnahe
,
m
ediale
Menis
kus
hinterhornläsion
;
korbhenkelartige Läsion des lateralen Meniskus im
Hinter
hornbereich
und Korpus sowie Knorpelschaden medialer
Femurkondylus
und laterales
Tibiaplateau
rechts bei Distorsion des Knie
s
rechts bei Sturz vom 3
1.
August 201
6.
Operativ wurde eine Kniegelenksarthroskopie rechts mit Menis
kusnaht medial und Meniskusnaht lateral, ein
Knorpeldébridement
medialer
Femurkondylus
und laterales
Tibiaplateau
, eine Rekonstrukti
o
n des vorderen
Kreuzbandes mit
intraligamentärer
Stabilisierung (
Lygamis
-Technik) vorge
nom
men
.
Während 6 Wochen sollte eine Teilbelastung von 15 bis 20 kg eingehalten werden mit Aufnahme eines kniezentrierenden Krafttrainings ab der
7.
Woche sowie einem Beginn des propriozeptiven Trainings ab der 1
1.
Woche (
Urk.
7/5/25-26).
3.2
In seinem Bericht vom 2
4.
April 2017 hielt
Dr.
A._
fest
, dass es im Anschluss an die Operation vom
8.
September 2016 zu einer verlangsamten Mobilisation ge
kommen sei. Unter Intensivierung der Physiotherapie komme es aber immer mehr zur Besserung der Mobilisation des Kniegelenks, des Kraftaufbaus und der Gehfähigkeit. Eine deutliche Steigerung der Muskelkraft könne vor allem beim Gehen festgestellt werden. Seit dem 3
1.
August 2016 sei von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, die medizinische Rehabilitation sei
im Gang (Urk.
7/21).
3.3
In seinem Bericht vom
7.
Juni 2017 führte
Dr.
A._
aus, dass der Beschwerdeführer
momentan in einem Rehabilitationsprogramm stehe. Angestrebt werde eine Rückke
hr in die angestammte Tätigkeit.
Momentan sei vor allem noch die Kraft
ausdauer das Problem. Der Beschwerdeführer könnte sicher eine sitzende Tätig
keit vollschichtig ausüben, nur sei dies in seinem gelernten Beruf nicht möglich. Momentan sollte aber noch der weitere Rehabilitationsverlauf abgewartet wer
den; sie würden davon ausgehen, dass in 2-3 Monaten die angestammte Tätigkeit
wieder aufgenommen
werden könne (
Urk.
7/25).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte am 1
4.
November 2017 infolge Knieschmerzen bei Restinstabilität eine
Rearthroskopie
durch. Dabei erfolgte eine Entfernung der
Lygamisschraube
, ein
arthroskopischer
VKB-Ersatz mit gedoppelter
Semitendi
nosus
/
G
racilis
Sehne, eine
femorale
Fix
ation
Arthrex
Tight
Rope
, eine
tibiale
Fixation
Biocompositeschraube
10/32mm und eine
Kleinfragmentschraube
32
mm mit
Unterlagsscheibe
, sowie eine mediale und laterale
Teilmeniskektomie
rechts (
Urk.
7/33/5-6).
In seinem Bericht vom 2
0.
Februar 2018 hielt
Dr.
C._
fest, dass
der Beschwer
deführer in ambulanter physiotherapeutischer Rehabilitationsbe
handlung stehe und noch nicht klar sei, ob eine Wiederaufnahme der Arbeit im angestammten Beruf auf der Baustelle möglich sei. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit wäre in 1-2 Monaten möglich, eventuell sei eine stationäre Massnahme in
Z._
ange
zeigt (
Urk.
7/33/1-3).
3.5
Anlässlich der Besprechung im Betrieb vom 2
6.
März 2018 unter Mitwirkung der Suva-Fachpersonen wurde eine Rehabilitation in
Z._
ins Auge gefasst (
Urk.
7/34/245).
In der Folge weilte der Beschwerdeführer in der Zeit vom 1
0.
April bis 2
9.
Mai 2018 zur stationären Rehabilitation in
Z._
. Die für den Austrittsbericht vom
6.
Juni
2018
verantwortlichen Fachpersonen hielten – ausgehend von den be
kannten Diagnosen bei Status nach zweimaliger Knieoperation rechts - bei Aus
tritt die folgen Probleme fest: Belastungsabhängige Schmerzen rechtes Kniege
lenk, Schmerzen recht
e
Wade, Kraftdefizit rechtes Bein, Extensionsdefizit rechtes Kniegelenk. Die Tätigkeit als Bauarbeiter sei aktuell nicht zumutbar. In einer leichte
n bis mittelschweren Tätigkeit
, ohne
knieende
, hockende Tätigkeit, ohne häufiges Steigen auf Leitern und ohne Arbeiten auf Gerüsten, ohne Arbeiten mit
vibrierenden und schlagenden Maschinen sei eine ganztägige Tätigkeit möglich (
Urk.
7/36).
3.6
Dr.
C._
hielt in seinem Operationsbericht vom 1
1.
Juni 2019 fest, dass es zu einer erneuten Entwicklung einer schmerzhaften
Kniearthrofibrose
gekommen sei. Im SPECT CT habe sich eine
Traceranreich
er
ung
an der Interferenz
schrau
benspitze
mit einer
femoropatellären
Überlastung ohne Hinweise für eine in
korrekte
Implantatlage
gezeigt
. In Rahmen der Operation sei eine ausgedehnte
arthroskopische
Arthrolyse
in allen Kompartimenten mit Transplantatreduktion bei
Cyklopssyndrom
und Resektion der intraartikulär gelegenen Interferenz
schraube, ein
Knorpeldé
bridement
medial und eine
Teilmeniskektomie
lat
eral rechts durchgeführt worden (
Urk.
3).
4.
4.1
Unbestritten ist vorliegend die für die Zeit vom
1.
August
2017 bis zum 3
0.
September 2018 erfolgte
Zusprache
einer ganzen Rente. Dieser Anspruch ist auch bei einer Würdigung der medizinischen Akten sowie den Eingliede
rungs
bemühungen nicht in Frage zu stellen.
Nachdem der Versicherte seine ange
stammte Tätigkeit
im Rahmen eines Arbeitsversuches
am
2.
August 2017 zu 50 % und ab dem 1
8.
September 2017 zu 75
%
wieder aufnehmen
konnte, ist bereits dem Suva-Bericht vom 1
8.
September 2017
zu entnehmen, dass eine erneute Operation nötig werden
würde
(
Urk.
7/34/169
, vgl. auch
Urk.
7/32/18).
Diese fand in der Folge am 1
4.
November 2017 statt
; die Rehabilitation fand ihren Abschluss im Rahmen des Aufenthalts in
Z._
(Schlussbericht vom
6.
Juni 2018,
Urk.
7/36). Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
4.
Februar 2017 sowie
der
per
6.
Juni 2018 angenommenen Verbesserung der Leistungsfähigkeit ist die erfolgte
Rentenzusprach
e
bis Ende September 2018
nicht zu beanstanden (
Art.
29
Abs.
1 IVG,
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
4.2
Nicht zu
bemängeln
ist weiter das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, gestützt auf den Austrittsbericht der
Z._
vom
6.
Juni 2018
in einer angepassten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. So weilte der Beschwerdeführer während rund 7 Wochen an der
Z._
, was einer fundierten Einschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit dienlich
ist
. Bei der Ausarbeitung des Austrittsbericht
s
wirkte zudem
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
mit, sodass
auch medizinisch-theoretische Überlegungen in den Bericht eingeflossen sein dürften; weiter erfolgte die Einschätzung unter Berücksichtigu
ng zweier aktueller bildge
bender
Abklärungen (MRI Knie rechts vom
7.
Mai 2018, MRI Unterschenkel recht
s vom
1
8.
Mai 2018,
Urk.
7/36 S. 1 f. und S. 5). Die weiterhin bestehenden, insbe
sondere belastungsabhängigen Restbeschwerden wurden demnach im Rahmen der Einschätzung gewürdigt.
Auch der weitere Verlauf der Beschwerden spricht für eine erhaltene Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit. So
führte
die für den neuro
logischen Bericht vom 2
5.
Juni 2018 verantwortliche Fachärztin aus, dass sich
mechanisch auslösbare Schmerzen im Knie rechts finden würden, ohne Ruhe
schmerz. Die umschriebenen
Hypästhesien
an der lateralen Aussenseite des
Unterschenkels könnten keinem peripheren Versorgungsgebiet zugeordnet werden
(
Urk.
7/47/25).
Das MRI vom 2
4.
Oktober 2018 beurteilte die zuständige Fach
ärztin wie folgt: Status nach VKB-Plastik, lediglich diskret Kniegelenksflüssigkeit,
femoropatellär
im lateralen Anteil leichte Gelenkspaltverschmälerung und leichte Überlastungsreaktion, um den
femoralen
Bohrkanal leichte Stressreaktion, weite
rer
tibialer
Bohrkanal mit im medialen Anteil liegender Interferenzschraube, daran angrenzend auf Höhe der
Eminentia
intercondylaris
kräftige Stressreaktion (
Urk.
7/47/89).
Ein ähnlicher Befund konnte dabei schon anlässlich der b
ildge
benden Abklärungen vom
7.
u
nd 1
8.
Mai 2018 festgestellt werden (vgl.
Urk.
7/36
S. 1 f.).
Anlässlich der beruflichen Standortbestimmung an der
Z._
vom 1
1.
April 2019 wurde
im Hinblick auf eine leidensangepasste Tätigkeit
ein unverändertes Belastungsprofil festgehalten. Dabei führte der Beschwerdeführer aus, dass es mit seinem Knie einigermassen gehe, ohne Belastung sei er schmerz
frei (
Urk.
7/50 S. 2). Der Beschwerdeführer habe einen guten und leistungs
be
reiten Eindruck hinterlassen und ihnen klar kommuniziert, dass er den Besuch des Hauswart-Kurses favorisiere (S. 3).
Auch die Kniearthroskopie vom 1
1.
Juni 2019 wurde infolge Restbeschwerden mit Belastungsintoleranz durchgeführt; dem Operationsbericht ist dabei weder vor noch nach dem Eingriff ein Hinweis darauf zu entnehmen, welcher gegen eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sprechen würde.
Am 1
7.
Dezember 2019 entschieden die Parteien weiter gemeinsam, die Eingliederung wieder voranzutreiben (
Urk.
8/1).
Nicht zu überzeugen vermag zuletzt das Argument des Vertreters des Beschwer
deführers, dass
schon der Arbeitsversuch vom Herbst 2017 gezeigt
habe
, dass der Beschwerdeführer auch leichte Arbeiten nicht vollschichtig zu leisten vermöge. So hatte der Arbeitsversuch zum Ziel
,
eine Eingliederung im angestammten Be
reich zu erreichen; zudem fand er vor der zweiten Operation am 1
4.
November 2017 statt, welche nach den Angaben des Beschwerdeführers zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden geführt hat. Zuletzt sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab
1.
August 2017 und damit für die Zeit des Arbeits
versuches eine ganze Rente zu.
4.3
Zusammenfassend ist demnach spätestens ab dem
6.
Juni 2018 in einer angepassten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
5.1
Gestützt auf die Angaben der
ehemaligen Arbeitgeber
in
ist per 2016 von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
5'
350.--
auszugehen (
Urk.
7/17 S. 4), was einem jährlichen Einkommen von
Fr.
69'550.-- entspricht (vgl. auch
Urk.
7/52). Nach Berücksichtigung der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung führt dies per 2018 zu einem massgebenden Vergleichseinkommen von
Fr.
70'202.30
(Schwei
zerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Männer, Stand 2016: 2239, Stand 2018: 2260
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbsein
kommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
.
5.2
Das per 2018 massgebende Invalideneinkommen ergibt sich aufgrund der
Durch
schnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (
LSE 2018
)
. Ausgehend
von einem monatlichen Einkommen von Fr. 5’417.-- (LSE 2018 TA1_tira
ge_
skil
l
_
level
, Kompetenzniveau 1) ergibt sich n
ach Berücksicht
i
gung der durchschnitt
lichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeits
stun
den)
ein Jahreseinkommen von Fr. 67'766
.
7
0.
Davon ist kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen
. So führt die
gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, wei
ter
hin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
er
minderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei ein
geschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidens
be
dingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. Septem
ber 2019 E. 6.3.2).
Per 2018 führt dies
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad
von
ge
rund
et
3
%
([
Fr.
70'202.30
- Fr. 67'766
.
70] x 100 / Fr.
70'202.30 = 3.46)
.
Zusammenfassend ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht zu bean
standen, was in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahren
s sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.