Decision ID: d5202629-7045-448e-b878-21c6dc5aeb30
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 29. April 2022 in der Schweiz um Asyl er-
suchte und angab, er sei am 15. November 2006 geboren,
dass Abklärungen ergaben, dass seine Fingerabdrücke bereits am 25. April
2022 in B._ registriert worden waren,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbefragung für Minderjährige
vom 2. Juni 2022 erklärte, sein Geburtsdatum sei der (...),
dass er am 3. Juni 2022 Fotografien der Tazkiras seines Vaters und seiner
Schwester sowie die Kopie einer Seite des Korans mit seinem Geburtsda-
tum zu den Akten gab,
dass die (...) Behörden der Vorinstanz am 8. Juni 2022 mitteilten, der Be-
schwerdeführer sei in B._ mit zwei Geburtsdaten registriert, einmal
dem (...) und einmal dem (...),
dass im Auftrag der Vorinstanz am 15. Juni 2022 ein forensisches Alters-
gutachten erstellt wurde, welches in der zusammenfassenden Beurteilung
festhielt, aus den erhobenen Befunden ergebe sich bezüglich des Be-
schwerdeführers ein durchschnittliches Lebensalter von (...) bis (...) Jah-
ren sowie ein Mindestalter von (...) Jahren, mithin das vom ihm angege-
bene Geburtsdatum gemäss der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage
nicht zutreffen könne,
dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer am 11. Juli 2022 mitteilte, sie
beabsichtige sein Alter im Zentralen Migrationsinformationssystem
(ZEMIS) auf den (...) anzupassen und dass ihm Gelegenheit eingeräumt
werde, innert Frist dazu Stellung zu nehmen,
dass der Beschwerdeführer am 11. Juli 2022 bei der Vorinstanz ein Ab-
schlusszeugnis zu den Akten gab,
dass der Beschwerdeführer zur beabsichtigten ZEMIS-Anpassung am
15. Juli 2022 Stellung nahm und im Wesentlichen geltend machte, das er-
stellte Altersgutachten sei kein verlässliches Indiz für seine Volljährig- be-
ziehungsweise Minderjährigkeit und dass er sein Geburtsdatum plausibel
habe darlegen können, weshalb das von ihm angegebene Datum im
ZEMIS als das wahrscheinlichere zu belassen sei,
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dass er in seiner Stellungnahme unter anderem beantragt, es seien weitere
Abklärungen betreffend sein Alter zu tätigen, bei Änderung des Eintrages
sei ferner ein Bestreitungsvermerk anzubringen und es sei zeitgleich eine
anfechtbare Verfügung zu erlassen,
dass die Vorinstanz am 22. Juli 2022 das Geburtsdatum des Beschwerde-
führers auf den (...) festlegte,
dass sie den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. Juli 2022 darüber
informierte, sie habe das Geburtsdatum im ZEMIS auf den (...) festgesetzt,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. Juli 2022 Beschwerde
(eröffnet unter der Geschäftsnummer E-3301/2022) beim Bundesverwal-
tungsgericht erhob und beantragte, es sei festzustellen, dass betreffend
Änderung der Personendaten im ZEMIS eine Rechtsverzögerung vorliege
und die Vorinstanz sei anzuweisen, eine beschwerdefähige Verfügung be-
treffend Änderung der Personendaten im ZEMIS unter Beilage des DDAR-
Formulars zur Anpassung der Geburtsdaten im ZEMIS zu erlassen,
dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer in der Anhörung vom 16. Au-
gust 2022 vertieft zu seinen Asylgründen befragte,
dass sie ihm am 24. August 2022 Gelegenheit einräumte, zum Entwurf des
Asylentscheides Stellung zu nehmen,
dass diese am 31. August 2022 bei der Vorinstanz einging,
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 2. September 2022 feststellte, der
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch
ablehnte und ihn aus der Schweiz wegwies, den Wegweisungsvollzug je-
doch zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob,
dass sie ferner in der Dispositivziffer 7 der Verfügung festhielt, die Haupti-
dentität des Beschwerdeführers laute im ZEMIS fortan: A._, geb.
(...), Afghanistan (mit Bestreitungsvermerk versehen),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-3301/2022 vom 14. Sep-
tember 2022 das Rechtsverweigerungsverfahren als gegenstandslos ge-
worden abschrieb,
dass der Beschwerdeführer am 30. September 2022 gegen den Entscheid
der Vorinstanz vom 2. September 2022 beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhob,
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dass er beantragt, die angefochtene Verfügung sei in der Dispositivziffer 7
aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, das Geburtsdatum auf den
(...) anzupassen, eventualiter sei die Dispositivziffer 7 aufzuheben und die
Sache zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhaltes sowie zur rechtsgenüglichen Begründung an die Vorinstanz
zurückzuweisen,
dass der Beschwerdeführer ferner beantragt, der Beschwerde sei die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen und ihm sei die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu
verzichten,
dass er zusammen mit der Rechtsmitteleingabe unter anderem diverse Un-
terlagen des erstinstanzlichen Verfahrens zu den Akten gab,
und erwägt,
dass das SEM zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben ein Informati-
onssystem zur Bearbeitung von Personendaten im Ausländer- und im Asyl-
bereich führt (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das In-
formationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich [BGIAA,
SR 142.51]),
dass es in diesem Rahmen auch Begehren um Berichtigung von Perso-
nendaten im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Daten-
schutz (DSG, SR 235.1) bearbeitet,
dass sich diesbezügliche Verfahren nach dem VwVG richten (Art. 25 Abs.
4 DSG; auch Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über das Zentrale Migrationsin-
formationssystem [ZEMIS-Verordnung, SR 142.513]),
dass das Bundesverwaltungsgericht damit gestützt auf Art. 47 Abs. 1 Bst. b
VwVG i.V.m. Art. 31 VGG zuständige Beschwerdeinstanz gegen entspre-
chende vorinstanzliche Verfügungen ist, zumal keine Ausnahme gemäss
Art. 32 VGG vorliegt,
dass der Beschwerdeführer als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1
VwVG),
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dass vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet
wurde (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario),
dass im Rahmen eines Berichtigungsverfahrens betreffend Einträgen mit
Bestreitungsvermerk letztendlich die Frage zu klären ist, welche der um-
strittenen Personenangaben die wahrscheinlicheren sind (vgl. statt vieler:
Urteil des BVGer E-3182/2021 vom 6. Oktober 2022 E. 4.4 m.w.H.),
dass die Vorinstanz die von ihr vorgenommene Änderung unter anderem
damit begründet, es würden keine verlässlichen Unterlagen betreffend das
Geburtsdatum des Beschwerdeführers vorliegen, das erstellte Altersgut-
achten spreche dafür, dass der Beschwerdeführer älter sei als dieser be-
haupte und dass er in anderen Dublin-Staaten mit abweichenden Geburts-
daten registriert sei,
dass der Beschwerdeführer dem in der Rechtsmitteleingabe im Wesentli-
chen entgegenhält, das erstellte Altersgutachten enthalte keine verlässli-
chen Hinweise für seine Volljährigkeit und dass die Verlässlichkeit solcher
Gutachten ohnehin umstritten sei,
dass er in diesem Zusammenhang vorbringt, sein geltend gemachtes Alter
liege innerhalb der von der Rechtsprechung tolerierten Standardabwei-
chung,
dass der Beschwerdeführer sodann vorbringt, bei der Registrierung seiner
Altersangaben in B._ sei den dortigen Behörden ein Fehler unter-
laufen,
dass er ferner geltend macht, anlässlich des erstinstanzlichen Verfahrens
bezüglich seines Alters kohärent ausgesagt zu haben,
dass der Beschwerdeführer keine verlässlichen Unterlagen in Bezug auf
sein Geburtsdatum beziehungsweise Alter zu den Akten reichte,
dass die äusseren physischen Merkmale des Beschwerdeführers nicht per
se seine Minderjährigkeit nahelegen,
dass der Beschwerdeführer sein Geburtsdatum nur aufgrund der Angaben
seiner Familienmitglieder kennen soll und keine Hinweise dafür vorliegen,
dass dieses jemals behördlich festgestellt oder registriert wurde,
dass er in B._ mit zwei verschiedenen Geburtsdaten registriert ist,
wobei eines der Geburtsdaten seine Volljährigkeit impliziert,
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dass sämtliche Indikatoren des Altersgutachtens von einem Mindestalter
von über (...) Jahren ausgehen und es die Möglichkeit der Volljährigkeit
zumindest nicht ausschliesst,
dass bei dieser Ausgangslage nicht davon gesprochen werden kann, das
vom Beschwerdeführer geltend gemachte Alter beziehungsweise Geburts-
datum sei das wahrscheinlichere,
dass die Vorinstanz – unter Anbringung eines Bestreitungsvermerks –
durch den von ihr vorgenommenen Eintrag kein Bundesrecht verletzt hat,
dass die Beschwerde abzuweisen ist,
dass bei dieser Ausgangslage das Begehren um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden ist,
dass der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung beantragt (Art. 65 Abs. 1 VwVG),
dass sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, dass seine Begehren
als aussichtslos zu gelten haben und damit eine der kumulativ zu erfüllen-
den Voraussetzungen nicht gegeben ist, weshalb das Gesuch abzuweisen
ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE;
SR 173.320.2]) sind,
dass der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses mit
vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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Considerations: