Decision ID: 492cd6e7-6df9-4037-bff8-4699168078c5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1961 geborene
X._
erlernte in ihrem Heimatland den Beruf
einer
Ver
käuferin,
war zuletzt arbeitslos und
meldet
e sich am 2
6.
September 2011 unter Hinweis auf chronische Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen In
validenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische sowie er
werbliche Abklärungen und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom
2
3.
November
2011 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/11).
Dagegen erhob die Versicherte am 6. Dezember 2011 Einwand (Urk. 8/12). Am 2
6.
Januar 2012 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/15). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Am 1
9.
Mai 2013
(bei der IV-Stelle eingegangen am 7. Juni 2013)
meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an, wobei sie angab, seit dem
1.
Januar 2012 als Haushalts-Mitarbeiterin bei der
Y._
GmbH zu arbeiten und seit langer Zeit an psychosomati
schen Beschwerden sowie Rückenschmerzen zu leiden (Urk. 8/20).
Die IV-Stelle zog die Akten der
Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 8/
21, Urk. 8/33),
führte am 2
6.
Juni 2013
ein Standortgespräch mit der Versicher
ten durch (Urk. 8/27)
, liess einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Auszug;
Urk. 8/29) und holte einen medizinischen Bericht ein (Urk. 8/35)
.
Am 3
0.
Dezem
ber 2013 teilte die IV-Stelle der Versi
cherten mit, dass sie ihr Frühinterventionsmassnahmen in Form
von
einer Potenzialabklärung bei der
Z._
GmbH gewähre (Urk. 8/39).
Am
2
8.
Januar 2014 berichtete die
Z._
GmbH über die Potenzialabklärung (Urk. 8/45)
.
Mit Mitteilung vom 12. Februar 2014 gewährte die IV-Stelle der Versicherten für die Zeit vom
10.
Februar bis am 3
1.
Mai
2014 Beratung und Unterstüt
zung bei der
Stellen
suche
durch die
Z._
GmbH (Urk. 8/46).
Darüber berichtete die
Z._
GmbH am 2
4.
März 2014 (Urk. 8/
51), woraufhin die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung der IV-Stelle vom
4.
April 2014 abgeschlossen wurde (Urk. 8/53).
Im weiteren Ver
lauf wurde die Versicherte durch die Gutachterstelle
A._
psychiatrisch-rheumatologisch begutachtet (Gut
achten vom
1.
Oktober 2014; Urk. 8/61).
Mit Vorbescheid
vom 19. Januar 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk. 8/66).
Gleichzeitig machte sie die Versicherte auf die
Schaden
minderungspflicht
aufmerksam.
Sie wies die Versicherte darauf hin, dass
ihr
Gesundheitszustand durch die Intensivierung der Psychotherapie und mit ei
nem Versuch einer Augmen
ta
tion der Medikation oder einem Wechsel auf ein anderes Präparat
erheblich verbessert werden könne. Sie sei daher gehal
ten, sich
dieser Behandlung bezieh
ungsweise Massnahme zu unterziehen
(
Urk.
8/65
).
Gegen den Vor
be
scheid erhob die Versicherte am 1
9.
Februar 2015 (Urk. 8/69), ergänzt am 2
6.
März 2015 (Urk. 8/
74), Einwand.
Am 1
4.
August 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/91 = Urk. 2).
2.
Gegen die
Verfügung
vom 1
4.
August
2015
erhob die Versicherte
am 16.
September 2015
Be
schwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Even
tualiter sei ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
Sub
eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die IV-Ste
lle zu verpflichten, sie psychiatrisch begutachten zu lassen und gestützt auf das psychiatrische Gutachten neu zu verfügen (Urk. 1 S. 2).
Die
Beschwerde
geg
nerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
2.
Oktober 2015 auf Abwei
sung der Be
schwerde (Urk. 7). Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik vom 1
7.
Dezember 2015 sinngemäss an den von ihr gestellten Anträgen fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
2.
Januar 2016 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 14). Zu den von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 8. Juli 2016 (Urk. 16) eingereichten Arztberichten (Urk. 17/1-2) nahm die Beschwerdegegnerin am 2
2.
Juli 2016 Stellung (Urk. 19), was der Beschwerdeführerin am 2
5.
Juli 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 21). Mit Eingabe vom
9.
November 2016 (Urk. 21) reichte die Beschwerdeführerin weitere Be
richte ein (Urk. 22/1-2). Die
Beschwerde
gegnerin
verzichtete am 25. Novem
ber 2016 auf eine Stellungnahme hierzu (Urk. 24).
Dies wurd
e der Beschwer
deführerin am 29.
November 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 25).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.
3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu be
ja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um
fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be
deutet dies, dass
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhän
gig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent
scheiden hat, ob die ver
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medi
zinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hin
sichtlich des
Be
weiswertes
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun
gen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung
auf den Standpunkt, aus rheumatologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und aus psychiatrischer Sicht lägen keine langandauernden und erheblichen Befunde vor, weshalb sie das Vorliegen eines
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschadens verneinte (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort führte sie aus, rechtsprechungsgemäss handle es sich selbst bei einer mittelgradigen depressiven Episode regelmässig nicht um eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andau
ern
de Depression im Sinne eines versel
bständigten Gesundheitsschadens.
L
eichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
seien grundsätzlich therapierbar und die depressive Episode
stehe
mass
geblich
mit psychosozialen Faktoren
im Zusammenhang
.
Gestützt auf die Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin stellte sie sich zudem auf den Standpunkt, d
ie auf das Jahr 1992 zurückzuführende partielle posttraumati
sche Belastungsstörung wirke sich nicht invalidisierend aus
. Eine Therapie
resistenz sei weiterhin nicht ausgewiesen
(Urk. 7 S. 2).
Namentlich nehme die
Beschwerdeführerin
Lexotanil
immer noch täglich ein und eine wöchentliche Therapiefrequenz sei nicht
dargelegt
(Urk. 19).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Beschwerde zusammengefasst fest, die Arbeitsvermittlung sei nicht an fehlender Motivation ihrerseits, sondern da
ran gescheitert, dass der Arbeitsvermittler der
Z._
GmbH nicht auf ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen Rücksicht genommen habe (Urk. 1 S. 8).
Ferner brachte sie vor, gestützt auf die Potentialabklärung durch die
Z._
GmbH, das psychiatrische Gutachten sowie die Berichte der behan
deln
den Ärzte sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
infolge einer mittelgradi
gen
depressiven Störung sowie einer partiellen posttraumatischen
Belas
tungs
störung
ausgewiesen. Diese dauere an, obwohl sie ihrer
Schadenmin
de
rungspflicht
vollumfänglich nachgekommen sei und weiterhin nachkomme (Urk. 1 S. 8-12). Zudem machte sie geltend, die 50%ige Arbeitsfähigkeit be
stehe nur in
einer angepassten
Tätigkeit, es sei ein Leidensabzug von 15
%
vorzunehmen und der Invaliditätsgrad betrage gerundet 60
%
(Urk. 1 S.
12-1
3).
In ihrer Replik
brachte
die Beschwerdeführerin
vor
,
die
posttrau
matische Belastungsreaktion sei wechselhaft und nie symptomfrei verlaufen und sie habe ihre Leistungsunfähigkeit mit Benzodiazepinen kompensiert (Urk. 12 S. 1-2).
Sie bestritt das Aufgehen der Depression in psychosozialen
Belas
tungsfaktoren
(Urk. 12 S. 2-3) und
machte geltend
, eine
Therapieresis
tenz
sei gegeben (Urk. 12 S. 4).
Mit Eingabe vom
9.
November 2016
führte sie a
us
, die 50%ige Restarbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ergebe sich auch aus dem Bericht des
B._
über ein kürzlich absolviertes
Beschäftigungs
programm
(Urk. 21).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilde
t
die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
kon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März
2010, E. 2.
1 mit Hinweisen)
, mit
hin die Verfügung vom
26. Januar 2012 (Urk. 8/15). Damals hatte sich die
Be
schwerdeführerin wegen chronischer Rückenschmerzen angemeldet (Urk. 8/2/4).
Psychische Störungen wurden noch keine diagnostiziert (Urk. 8/9).
Dadurch, dass in der Zwischenzeit psychische Beschwerden hinzu
getreten sind, liegt eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor, deren Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad zu prüfen sind (vgl. E. 1.3 vor
stehend).
3.2
Dem Abschlussbericht der
Z._
GmbH über die Potenzialabklärung vom 28. Januar 2014 ist zu entnehmen, das Ziel sei unter anderem eine Einschät
zung des aktuellen Eingliederungspotentials aus praktischer Sicht gewesen (Urk. 8/45/1). Dabei empfahlen die involvierten Personen der
Z._
GmbH eine weder rein sitzende noch rein stehende Tätigkeit mit einer Präsenz von 50
%
mit Steigerungsmöglichkeit und
schätzten
die Leistungsfähigkeit bezo
gen auf den ersten Arbeitsmarkt auf 50
%
ein. Sie empfahlen als nächsten Schritt die
„
Arbeitsvermittlung plus
“, welche
mit dem Konzept des
Arbeits
trainings
nicht den direkten Schritt in den ersten Arbeitsmarkt verlange (Urk. 8/45/3). Im Abschlussbericht über die Suche eines Training
s
platzes und die Arbeitsvermittlung berichtete die
Z._
GmbH am 2
4.
März 2014, es sei geplant g
ewesen, mit einem Pensum von 50
% zu sta
rten und dieses auf 80 bis 100
%
zu steigern. Die Motivation der Beschwerdeführerin sei fraglich gewesen und einen Schnuppereinsatz habe sie bereits nach drei Stunden wieder abgebrochen, weil sie die Tätigkeit als körperlich zu anstrengend empfunden habe (Urk. 8/51).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychothera
pie
, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatolog
ie,
A._
, unter
suchten die Beschwerdeführerin psychiatrisch sowie rheumato
logisch und erstatteten ihr
bidisziplinäres
Gutachten am
1.
Oktober 2014 (Urk. 8/61).
Dr.
C._
führte im psychiatrischen Teilgutachten aus, die Beschwer
de
führerin habe
über seit Kriegserlebnissen im Jahr 1992 beste
hende Angst, Nervosität, Herzrhythmusstörungen, Magenschmerzen, Schlaf
störungen und Albträume
geklagt
. Sie habe angegeben, seither sei ihre Le
bensfreude anhal
tend gedämpft. Im Zusammenhang mit der konflikthaften Trennung vom ersten Ehemann hätten die Beschwerden zugenommen. Im Verlauf des Jahres 2012 sei es zu einer deutlichen Verschlechterung der Stimmung sowie zu einer Zunahme von Angst, Nervosität und Schmerzen gekommen. Der Tod ihrer Mutter vor einem Jahr und die Kündigung der letzten Arbeitsstelle
hätten ihre psychische Situation noch verschlechtert (Urk. 8/61/9-10).
Dr.
C._
beschrieb die Beschwerdeführerin als im Kontakt korrekt, dabei fassadenhaft freundlich wirkend mit hintergründig angespannt-gereizter Stimmung
. Affektiv sei sie wenig beweglich und leicht bis mittelgradig respektive deutlich herabgestimmt mit resignativen Tenden
zen. Die Mimik sei
vollständig regungslos und freudige Affekte seien zu kei
nem Zeitpunkt er
kennbar gewesen. Konzentration, Aufmerksam
keit
und
Ge
dächtnisleistungen
seien leicht vermindert, das Denken leicht verlangsamt und inhaltlich auf die erlebten Einschränkungen zentriert. Der Antrieb sei leicht vermindert, die Psy
chomotorik bis auf die beschriebene starre Mimik unauffällig. In der Hamilton-17-Depressionsskala erreiche die Beschwerde
führerin 21 Punkte, was einer mittelschweren Depression entspreche (Urk. 8/61/11).
Dr.
C._
gelangte zum Schluss, die Beschwerdefüh
rerin leide seit 1992 an Ängsten,
traumaspezifischen
Albträumen und einer
Anhedonie
mit Hinweisen auf zumindest subklinische depressive Symptome, sodass zumin
dest das Teilbild einer posttraumatische
n
Belastungsreaktion angenommen werden müsse. Der Verlauf sei wechselhaft gewesen und unter einer seit mehr als 20 Jahren bestehenden Medikation mit Benzodiazepinen mit Toleranzentwicklung sei die Beschwerdeführerin bezüglich ihrer sozialen Leis
tungs
fähigkeit einigermassen kompensiert gewesen, mit Zunahme der Symp
to
me bei externen Stressoren. Eine adäquate psychotherapeutische Behand
lung der posttraumatischen Symptomatik habe nicht stattgefunden.
Im Verlauf des Jahres 2012
habe
sich unter verschiedenen äusseren Belastungen eine manifeste depressive Störung, entsprechend einer mittel
gra
digen de
pressiven Episode, entwickelt. Zugleich hätten die langjährig bestehenden Rückenschmerzen zugenommen. Da die psychischen Symptome im Vorder
grund stünden und die
Schmerzexazerbation
mit der depressiven
Erkran
kung im Zusammenhang stehe, seien die diagnostischen Kriterien einer
anhalten
den
somatoformen
Schmerzstörung nicht erfüllt.
Die
Schmerzver
arbeitung
sei aber wegen der depressiven Erkrankung sowie
wegen
der
Angstsymptome erschwert (Urk. 8/61/11-12).
Dr.
C._
diagnosti
zi
erte eine mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine iatrogen verur
sachte
Benzodia
zepinabhängigkeit
(ICD-10: F13.2) sowie eine (partielle) post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), wobei sie diesen Diagnosen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass (Urk. 8/61/13). Sie hielt fest, ein erneuter Wechsel der Medikation sei zu erwägen, oder alternativ eine Aug
mentation nach dem üblichen Schema. Von einer Therapieresistenz könne noch nicht gesprochen werden. Ferner sei ein Benzodiazepin-Entzug zu emp
fehlen. Eine ebenfalls zu empfehlende psychotherapeutische Behandlung im engeren Sinne sei erst nach einer zumindest wesentlichen Reduktion der
Lexotanil
dosis
durchführbar und müsse mit einer höheren Frequenz, also wöchentli
chen Sitzungen, erfolgen (Urk. 8/61/13).
Sie gelangte zum Schluss, a
ufgrund der leichten Einschränkung einzelner kognitiver Fähigkeiten sowie
de
r affek
tiven Symptome
resultiere eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Be
reich von 50
%
, wobei sich Tätigkeiten mit besonderen Ansprüchen an Kon
zentration, Merkfähigkeit und Schnelligkeit nicht eignen würden (Urk. 8/
61/13-14).
Dr.
D._
berichtete,
die Beschwerdeführerin habe über Beschwerden im Bereiche des Schultergürtels beidseits,
über
lumbovertebrale
Beschwerden, Missempfindungen am rechten Bein sowie an der Aussenseite des Kniege
lenkes und über gelegentliches Einschlafen der Hände in der Nacht geklagt
. Sie könne
laut ihren Angaben
weder längere Zeit sitzen noch stehen
(Urk. 8/61/14-15).
Dr.
D._
gab an, die Beschwerdeführerin habe unbeo
bach
tet im Wartezimmer ihre Sitzposition nicht verändert,
sich
nicht abge
stützt, und es habe keine Hinweise für eine Schmerzperzeption gegeben (Urk. 8/61/16).
Er
hielt als Ergebnis seiner Untersuchung des Bewegungs
apparates fest, diese sei ohne
provozierbare
oder reproduzierbare Schmerzen
verlaufen
.
Entsprechend habe er keine pathologischen Befunde reproduzieren können und keine Hinweise für eine
radikuläre
Begleitsymptomatik lumbal gefunden. Das spontane Bewegungsverhalten sei unauffällig gewesen, beim Aus- und Ankleiden mit freier Beweglichkeit des Achsenskelettes. Die Be
schwerdeführerin habe während der ganzen Untersuchung respektive bei al
len
Bewegungsabläufen keine Schmerzen angegeben beziehungsweise sei keine Schmerzreaktion wahrnehmbar gewesen. Die Bewegungsabläufe seien eher langsam und kontrolliert
erfolgt
. Anhand der Röntgenbefunde sei es möglich, dass bei repetitiven Gewichtsbelastungen respektive
bei
monoton gebückten Bewegungs- oder Haltungsabläufen lumbal Beschwerden auslös
bar seien
(Urk. 8/61/17-18)
.
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit stellte Dr.
D._
keine (Urk. 8/61/19).
Er führte aus, bei den klinischen und radio
logischen Befunden könne er das Ausmass der subjektiv geschil
derten Beschwerden nicht nachvollziehen (Urk. 8/61/21). Radiologisch seien zwar beginnende degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule,
der
Brust
wirbelsäule
und
der
Lendenwirbelsäule ersichtlich, jedoch nicht in ei
nem Aus
mass, das bleibende Einschränkungen begründen würde für leicht
e
bis zeitweise mittelschwere/wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives oder monotones
Vornübergebückt
sein
und ohne repetitive
Gewichtsbelastun
g
en
über 15 bis 20 Kilogramm. Er habe keine Hinweise dafür gewinnen kön
nen, dass diese Schonkriterien bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Haus
haltshilfe/Reinigungsdienst bei der Spitex nicht eingehalten gewesen wären (Urk. 8/61/20-21).
In ihrer gemeinsamen Schlussfolgerung hielten
Dr.
C._
und Dr.
D._
eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychi
s
chen Erkran
kungen fest. Sie gaben an, unter den vorgeschlagenen therapeutischen Mass
nahmen sei eine Verbesserung medizinisch-theoretisch möglich, mit jedoch zurückhaltender Prognose aufgrund des bisherigen Verlaufs (Urk. 8/61/24).
3.4
Die Ärzte des
E._
berichteten am
19. Juni
2015, die Beschwerdeführerin habe sich vom 1
3.
April bis am 5. Juni
2015 in ihrer achtwöchigen tagesklinischen
Rehabilitationsbehand
lung
be
fun
den (Urk. 8/86/1, vgl. auch Urk. 8/77). Als Diagnosen nannten sie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10: F33.1)
,
sowie eine Störung durch Medikamente (ICD-10: F13.2)
. Weiter gaben sie an, die Einnahme von
Lexotanil
sei
von wöchentlich vier
einhalb auf zwei Tabletten à
drei Mil
l
igramm reduziert worden (Urk. 8/86/1).
Insgesamt habe sich der psychische Zustand der Beschwerde
führerin wäh
re
nd der Behandlung leicht
ver
bessert und die Depression habe leicht reduziert werden können
, wobei sich der Depressivitäts-Score nach dem Verfahren zur Ermittlung paranoider und depressiver Erlebnisinhalte (PDS) um fünf Punkte reduziert habe
(Urk. 8/86/4).
Dem Bericht des
E._
vom 2
1.
August 2015 ist zu entnehmen, dass die letzte Kontrolle am 2
0.
Juli 2014 (richtig: 2015) statt
gefunden habe und
dass
die Einzeltherapie 14-täg
lich durchgeführt werde (Urk. 8/92/6).
4.
4.1
Das auf psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen beruhende, die fallrelevanten
Vorakten
sowie die geklagten Beschwerden, die Anamnese und die erhobenen Befunde berücksichtigende
A._
-Gutachten entspricht
grundsätzlich den rechtsprechungsgemässen
formellen
Anforderungen an eine
beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
vorste
hend).
4.
2
Was die Auswirkungen der physischen Beschwerden auf das funktionelle Leistungsvermögen betrifft, hielt der rheumatologische Gutachter fest, dass eine körperlich leichte bis zeitweise mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keit, mit idealerweise Wechsel zwischen sitzenden und stehende
n
Arbeitsab
läufen
, ohne repetitives oder monotones
Vornübergebücktsein
und ohne repe
titive Gewichtsbelastung
en
über 15 bis 20 Kilogramm der Beschwerde
füh
rerin zu 100
%
zumutbar ist. Dabei gelangte er zum Schluss, dass die
ange
stammte Tätigkeit diesem Zumutbarkeitsprofil entsprach (Urk. 8/61/20-21
). Diese Beurteilung ist bei den lediglich beginnenden degenerativen Verände
rungen an der gesamten Wirbelsäule
und vor dem Hintergrund
einer freien
und schmerzlosen Beweglichkeit des
gesamten
Achsenskelettes
sowie bei
fehlenden reproduzierbaren Befunden (Urk. 8/61/20-21) nachvollziehbar.
So
mit
steht fest, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.
3
4.3
.1
Die psychiatrische Gutachterin
Dr.
C._
sah die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer mittelgradigen depressiven Episode, einer
(partiel
len
)
posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer
Benzodiazepinabhän
gigkeit
begründet (Urk. 8/61/13).
Den Beginn der Arbeitsunfähigkeit legte sie auf den März 2013 fest, weil die Beschwerdeführerin sich zu jener Zeit in psy
chiatrische Behandlung begab (Urk. 8/61/14).
Laut dem Bericht der psy
chia
trisch/psychotherapeutisch behandelnden Ärzte vom 1
9.
Juni
2015 lagen eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Epi
so
de, sowie eine Störung durch Medikamente vor (Urk. 8/86/1).
4.3
.2
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begrün
den nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, wel
chem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen ver
ur
sachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit einschränkt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai
2014
,
E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013
,
E. 2 mit Hin
weisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli
2013
,
E. 3.2
mit Hinweis auf I
169/06 vom 8. August 2006
,
E. 2.2).
Die Benzodiazepin
-E
innahme besteht schon seit mehr als 20 Jahren (Urk. 8/61/
12), wobei
die Beschwerdeführerin
aufgrund von Konflikten mit ihrem ersten Ehemann, mithin
in
einer psychosozialen Belastungssituation,
da
mit
begann (Urk. 8/86/3). Eine die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ein
schrän
kende psychische
Krankheit lag damals nicht vor.
Ebenso wenig ist infolge der
Benzodiazepinabhängigkeit
eine
invalidisierende Krankheit ent
standen.
Demnach ist der Medikamentenabhängigkeit keine invalidisierende Wirkung zuzuerkennen.
4.
3
.
3
Auch nach der Praxis
änderung vom 3.
Juni 2015
(BGE 141 V 281)
gelten psychische Störungen
der hier interessierenden Art
,
insbesondere
Depressio
nen,
nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krank
heitsgeschehen
voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015
, E. 5;
9C_125/2015
vom 18. November 2015
,
E. 7.2.1
und 8C_290/2016 vom 2
0.
Juni 2016, E. 4.1
mit Hinweisen
). An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchs
tens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bund
esgerichtes
9C_836/2014 vom 23. März
2015
, E. 3.1;
9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014
, E. 5.4;
9C_696/2012 vom 19.
Juni 2013
,
E.
4.3.2.1;
9C_250/201
2 vom 29. Novem
ber 2012
,
E.
5;
9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012
,
E. 4.2.2.1 so
wie 9C_917/2012 vom 14.
August 2013
,
E. 3.2
) hat
BGE 141 V 281
nichts ge
ändert (vgl. Urteile des Bund
esgerichtes 9C_125/2015 vom 18.
November 2015
,
E.
7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13.
April 2016
,
E. 4.2 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis
höchstens
mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016, E. 4.1.3.1
). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychi
atrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angeh
bar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforde
rungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende
Be
trachtungs
- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären)
Behandlungs
möglichkeiten
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016
,
E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016
,
E.
4.1).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten, es liege noch keine
The
rapieresistenz vor. Empfohlen wurden ein Medikamentenwechsel oder eine
Augmentation, ein Benzodiazepin-Entzug, eventuell im stationären Rahmen
,
und eine psychotherapeutische Behandlung im engeren Sinn mit einer wöch
entlichen Sitzungsfrequenz (Urk. 8/61/13). Unter diesen Mass
nahmen wurde eine Verbesserung mittelfristig medizinisch-theoretisch für möglich gehalten (Urk. 8/61/24).
Dass
Dr.
C._
nicht von einer ausgewiesenen Therapieresistenz aus
ging, ist angesichts der von ihr aufgezeigten weiteren Therapieoptionen und der angegebenen notwendigen Behandlungsfrequenz plausibel.
Im weiteren Verlauf wurde die Einnahme von
L
e
xotanil
reduziert, jedoch noch nicht vollständig sistiert
. Infolge der tagesklinischen Behandlung durch das
E._
trat bereits eine leichte Verbesserung der Depression ein, was gegen eine vollständige Therapieresistenz spricht. Des Weiteren
wurde die Beschwerde
führerin laut dem Bericht des
E._
vom
2
1.
August 2015 nicht
wie von
Dr.
C._
empfohlen
wöchentlich, sondern 14-täglich behandelt, wo
bei der letzte Kontrolltermin vom Montag, 2
0.
Juli 2015 - nicht Sonntag, 2
0.
Juli 2014 - sogar bereits einen Monat zurücklag
im Zeitpunkt der Be
richterstattung vom 21. August 2015
(Urk. 8/92/6
).
Nach dem Gesagten kann vorliegend nicht von einer Ausschöpfung der therapeutischen und medika
mentösen Behandlungs
möglichkeiten gesprochen werden
. Dementsprechend wurde das Vorliegen einer invalidisierenden Wirkung der psychischen Störung mangels einer im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ausgewie
se
nen Therapieresistenz praxisgemäss zu Recht verneint
.
4.
3
.4
P
osttraumatische Belastungsstörungen im Sinne von ICD-10: F43.1, welche erst nach Jahren oder gar Jahrzehnte nach dem auslösenden traumatisieren
den Ereignis diagnostiziert werden, anerkennt die Rechtsprechung
zudem
mangels schlüssiger Beweisbarkeit nicht als invalidisierendes Leiden
(Urteile
des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni
2013
,
E. 4.1.2
f.;
9C_
687/2013 vom 24. Juni 2014,
E. 4.2;
9C_955/2008 vom 8. Mai 2009
,
E. 4.3.1
f.;
vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage
2014,
S. 34,
N
65
zu
Art.
4
).
Erstmals diagnostiziert wurde die
(partielle)
posttraumatische
Belastungs
störung
im Gutachten von
Dr.
C._
im Jahr 2014 (vgl. auch Urk. 8/61/12). Als
traumatisierenden
Auslöser für die posttraumatische
Be
lastungsstörung
nannte sie
Kriegserlebnisse im Jahr 1992
(Urk. 8/61/11).
Diese
l
a
gen
somit
Jahr
zehnt
e zurück
. Hinzu kommt, dass anhand des IK-Aus
zugs davon
auszugehen ist, dass es der Beschwerdeführerin trotz der Kriegserlebnisse möglich war, vollzeitlich zu arbeiten
(vgl.
Urk. 8/8/3
)
.
Ferner war bei der Beschwerdeführerin nur ein Teilbild einer posttraumatischen
Be
lastungsreaktion
respektive eine partielle posttraumatische Belastungsstörung auszumachen (Urk. 8/61/11, Urk. 8/61/13).
Nach dem Gesagten
liegt
bei der Beschwerdeführerin
keine invalidisierende Belastungsstörung vor.
4.4
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem
Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gege
ben
war (BGE 131 V 242 E.
2.1, 121 V 362 E.
1b). Auf die im
Beschwerde
ver
fahren
zusätzlich eingereichten und den gesundheitlichen Zustand nach Erlass der angefochtenen Verfügungen dokumentierenden Arztberichte ist dem
nach nicht näher einzugehen.
4.5
Insgesamt ist nach dem Gesagten
der Standpunkt
der
Beschwerdegegne
rin
,
wonach
kein invalidisierender Gesundheitsschaden
vorliege
, korrekt
. Die gut
achterliche Einschätzung
von
Dr.
C._
sowie jene der behandeln
den Ärzte vermag daran nichts zu ändern.
Denn
die
Frage, ob eine
Benzodia
zepinabhängigkeit
, eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung oder
eine
mittelgradige
depressive Störung
eine leistungsspezifische Invalidität zu
begründen vermag, ist eine Rechtsfrage, die unabhängig von der ärztlich atte
stierten Arbeitsunfähigkeit zu beantworten
ist (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 f.).
Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass diese ihren Beweiswert ver
liert
(Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2015 vom 21. August 2015
,
E. 3 mit weiteren Hinweisen).
Folglich ist
die Beschwerde abzuweisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unab
hängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
ermes
se
ns
weise
auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskos
ten
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.