Decision ID: 5c2c31b5-e97a-4efb-a328-1bb05643f971
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1
.1
Der
am 2
5.
Mai
1954
geborene
X._
arbeitete ab 1994 als selb
ständige
r
Trans
portunternehmer
(
Urk.
7/1,
Urk. 7
/22). Nach einem Sturz von einer Hebebühne auf die linke Seite im November 2003 litt der Versicherte unter
belastungsabhängi
gen
Schmerzen in der linken Hüfte, Lumbalgien und links
seitigen Knieschmer
zen (Urk. 7
/80 S. 6).
Mit Verfügung vom 17. März 2006 (Urk.
7
/24) und unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Einspracheents
cheid
vom 12. Juli 2006 (Urk. 7
/34) wies die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), ein ers
tes Rentenbegehren des Versi
cherten
ab, da ihre medizinischen
und beruflichen Abklärungen
(Urk. 7/1, Urk. 7/7, Urk. 7
/10-12
,
Urk.
7
/22
)
einen
nicht rentenbegründenden
Invaliditäts
grad
von 35
%
ergaben
.
1.2
Im November 2008 kam es zu einem weiteren Arbeitsunfall, der eine rechtssei
tige
Rotatorenmanschette
nruptur
zur Folge hatte (Urk. 7
/80 S. 7). Am 4. März 2009 meldete sich der Versicherte erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 7
/36-
38; vgl. auch Urk. 7/48-51, Urk. 7
/56-59). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab
(Urk. 7/62, Urk. 7/64, Urk. 7
/66-68, Urk.
7
/70) und ordnete eine rheumatolo
gische Begut
achtung an (Urk. 7
/75). Am 22. Februar 2010 erlitt der Versicherte wieder ei
nen Unfall, in
dem er bei der Arbeit von einer Hebebühne auf den Rücken und den Kopf fiel
und sich unter anderem erneut eine rechtssei
tige
Rotatorenmanschettenruptur
zuzog
(Urk. 7
/80 S. 7).
Am
21. Februar 2011
erfolgte deshalb eine operative Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
(
Urk.
7/114/7).
Nach Erhalt des Gutachtens des
Y._
, Rheumaklinik und Institut für physikalische Med
izin, vom 11. März 2011 (Urk. 7
/80) ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 34 % und verneinte, nach Durchführung de
s
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7
/84),
mit Verfügung vom 11. Juli 2011 erneut das Bestehen eines Rentenanspruchs (
Urk.
7/101
). Die
se Verfügung wurde
mit dem Urteil des
Sozialversicherungsge
richts
IV.2011.00818 vom 31. Januar 2013 (
Urk.
7/108) in Gutheissung der
vom Versicherten dagegen erhobene
n
Beschwerde
aufgehoben
, und das Gericht stellte fest
, der Beschwerdeführer
habe
sicher bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 11. Juli 201
1 Anspruch auf eine ganze Rente. Da
s Gericht wies zudem darauf hin, es werde Sache der IV-Stelle sein abzuklären, ab wann die Folgen der Operation vom 21. Februar 2011 abgeheilt seien, dem Beschwerde
führer wieder eine Erwerbstätigkeit zumutbar und die Rente dementsprechend zu revidieren sei (
Urk.
7/108/10).
1.
3
In der Folge holte
die IV-Stelle bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte ein (
Urk.
7/112-114), traf erneut berufliche Abklärungen (
Urk.
7/115-119) und
liess den Versicherten am 10. Februar 2014 durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst RAD (
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, sowie
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin) untersuchen (
Urk.
7/121-122).
Mit Verfügung vom 20. Mai 2014
sprach s
ie dem Versicherten in Nachachtung des Gerichtsurteils ab 1. September 2009 eine ganze Rente zu, befristete diese
jedoch
bis zum 31. Juli 2011 (
Urk.
7/128; vgl. auch
Urk.
7/110). Gestützt auf ihre Abklärungen (
Urk.
7/133) stellte sie dem Versicherten sodann mit Vorbe
scheid vom 26. Mai 2014
die
Verneinung eines
weiteren
Rentenanspruchs in Aussicht, da er ab 1
2.
Juli 2011 in einer leidens
angepassten Tätigkeit zu 100
%
a
rbeitsfähig sei und der Einkommensvergleich einen
nicht rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 34
%
ergebe
(
Urk.
7/134). Nachdem der Versicherte dage
gen Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/136; vgl. auch
Urk.
7/148), verneinte die IV-Stelle wie angekündigt mit Verfügung vom
1. Oktober 2014
das Bestehen eines Rentenanspruchs
ab 1. August 2011
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die OTW Treuhand AG, mit Ein
gabe vom 30. Oktober 2014 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Zuspre
chung einer Invalidenrente für d
ie Zeit nach dem 3
1. Juli 2011 (
Urk.
1,
Urk.
3/2). Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2.2
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Re
ntenanspruch entsteht (
Abs.
3).1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Gemäss Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichti
gen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.4.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gege
ben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhe
bung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.5
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr.
62 S. 203, 9C_830/2007 E.
5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten
massgebend
sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10.
Mai 2013 E.
2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E.
2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 13.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E.
3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13.
März 2014 E.
2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Das Sozialversicherungsgericht
erwog im Urteil IV.2011.00818 vom 31. Januar 2013, gestützt auf die Beurteilung im Gutachten des
Y._
vom 11. März 2011 (Urk. 7/80)
und die Atteste des Operateurs
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, stehe fest, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Septem
ber 2009 bis mindestens zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli 2011 – abgesehen
von
nicht
rentenrelevanten
kurzzeitigen
Unterbrech
ungen -
sowohl in der angestammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen sei. Deshalb habe er ab dem 1. September 2009 sicher bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung Anspruch auf eine ganze Rente. Es werde Sache der IV-Stelle sein zu prüfen, ab welchem Zeit
punkt nach dem Verfügungserlass am 11. Juli 2011 die Folgen der Operation vom 21. Februar 2011 abgeheilt seien und die Rente wegen einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit herabzusetzen oder aufzuheben sei. Im Urteilsdispositiv hob das Gericht die angefochtene Verfügung vom 11. Juli 2011 auf und stellte fest, dass der Beschwerdeführer ab 1. September 2009 Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Urk.
7/108/6-10).
2.2
Die IV-Stelle
veranlasste bereits am 1
2.
April 2013 durch Übermittlung des vom Gericht festgestellten Invaliditätsgrads für die Zeit vom 1. September 2009 bis 11. Juli 2011 an die Ausgleichskasse die Umsetzung des Urteils. In ihrer Mittei
lung vom 1
2.
April 2013 hielt sie fest, die Rentenzahlungen seien bis 11. Juli 2011 beziehungsweise 3
1
. Juli 2011 zu befristen; der Anspruch für die Folgezeit werde separat abgeklärt (
Urk.
7/110). Am
20. Mai 2014 erging die entspre
chende
Verfügung (
Urk.
7/128
).
Mit der angefochtenen Verfügung vom 1. Okto
ber 2014 beurteilte sie, wie sich aus der Begründung ergibt, die Frage nach einem Rentenanspruch für die Zeit nach dem 3
1
. Juli 2011
, und zwar
negativ (
Urk.
2). Mithin entschied die IV-Stelle mit der ersten Verfügung vom 20. Mai 2014 über den Rentenanspruch im Zeitraum vom 1. Septe
mber 2009 bis zum 3
1
. Juli 2011
und mit der zweiten Verfügung vom 1. Oktober 2014 über den Anspruch auf eine Rente in der
darauffolgenden
Zeit ab 1. August 2011.
Im Ergebnis
entspricht dieses Vorgehen der Zusprechung einer rückwirkend befris
teten Rente
durch einen
zeitlic
h gestaffelten Verfügungserlass
, was
auf
Ver
waltungsstufe
an sich nicht zulässig ist.
Eine rückwirkend vorgenommene befristete Rentenzusprechung hat aus einem einheitlichen Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen und ist zeitgleich verfügungsweise zu eröffnen
(
BGE
135 V 14
1
E.
1.4.4; 131 V 164 E. 2.3.3
).
Daraus folgt, dass
dem Beschwerde
führer
, der nur die zweite Verfügung vom 1. Oktober 2014 angefochten hat, aus
dem zeitlich gestaffelten Verfügungserlass auf jeden Fall kein Nachteil erwach
sen darf.
3
.
3.1
Die IV-Stelle begründete die Verneinung eines Rentenanspruchs
ab 1. August 2011
in der angefochtenen Verfügung damit,
sie habe gemäss dem Hinweis im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2011.00818 vom 31. Januar 2013 geprüft, ab welchem Zeitpunkt die Folgen der Operation vom 21. Februar 2011 abgeheilt gewesen seien. Aufgrund ihrer Abklärungen stehe fest, dass es dem Beschwerdeführer zwar nicht mehr zumutbar sei, seine angestammte Tätigkeit auszuüben.
Die Untersuchung durch den RAD habe aber ergeben,
dass er seit dem 1
2.
Juli
2011 in einer behinderungsangepassten Arbeit mit körperlich sehr leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne regelmässige Hebe- und
Trage
belastungen
über 5 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen-, hüftgelenks- und kniegelenksbe
lastende Zwangshaltungen, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände und ohne schlagend
e, stossende und vibrierende
Krafteinwirkungen wieder zu 100
%
arbeitsfähig sei. Der Einkommensvergleich ergebe bei einem
Validenein
kommen
von Fr. 73‘316.05 und einem Invalideneinkommen von Fr. 48‘238.72 eine Erwerbseinbusse von Fr. 25‘077.33 und einen Invaliditätsgrad von 34
%
. Da damit die rentenrelevante Schwelle von 40
%
nicht erreicht werde, bestehe kein Rentenanspruch. Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe ebenfalls kein Anspruch, da der Beschwerdeführer bei der Stellensuche nicht
gesundheitsbe
dingt
eingeschränkt sei (
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
6).
3.
2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
er habe auch für die Zeit nach dem 11. Juli 2011 Anspruch auf eine Invalidenrente.
Die Verfügung sei auf jeden Fall falsch, soweit damit eine Abweisung des
Leis
tungsbegehrens
verfügt worden sei; korrekt wäre eine Aufhebung der Rente wegen Verbesserung des Gesundheitszustandes gewesen.
Dabei müsse die Frist von drei Monaten gemäss Art. 88a IVV beachtet werden.
Gestützt auf den
Ver
laufsbericht
von
Dr.
med.
C._
, Fachär
zt
in für
Physikalische Medizin
, vom
7. Mai 2013 stehe fest, dass eine Einstellung der Rente wegen Verbesserung des Gesundheitszustands frühestens per Ende Mai 2012 erfolgen könne.
Aufgrund des
von der IV-Stelle
als zumutbar erachteten
, sehr eingeschränkte
n
Belas
tungsprofil
s
für zumutbare Tätigkeiten
,
seines fortgeschrittenen Alters von mittlerweile 60 Jahren
und in Anbetracht seiner bisherigen Berufslaufbahn, seiner Ausbildung und seiner Fähigkeiten
sei es aber nicht realistisch, dass er -
auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
und auch
auf einem
Nischenarbeits
platz
– die verbliebe Restarbeitsfähigkeit verwerten könne. Deshalb seien die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Rente bis zu seiner Pensionierung gegeben (
Urk.
1,
Urk.
3/2).
4.
4.1
D
em Gutachten des
Y._
vom 11. März 2011
, welches auf gutachterlichen Untersuchungen vom 25. November 2010 basiert,
sind fol
gende Diagnosen zu entnehmen: eine
Periarthropathie
der rechten Schulter bei Status nach
Rotatorenmanschettenruptur
im November 2008, ei
ner
Rotatoren
manschettennaht
im April 2009 sowie der
Reruptur
der
Rotatoren
manschette
am 22. Februar 2010 mit
transmuraler
Supraspinatusseh
nenruptur
bildgebend; ein chronisches rezidi
vierendes
zer
vikothorakospondylogenes
und fraglich
radi
kuläres
Ausfallssyn
drom
C8 rechts; ein chronisch-rezidivierendes
lumbospon
dylogenes
Syndrom; eine
Femoropatel
lararthrose
beidseits; eine sekundäre
Coxarthrose
links.
Gemäss damaligem Stand der Abklärungen war der Beschwerdeführer nach Beurteilung der Gutachter aus rheumatologischer Sicht vorwiegend we
gen der
Periarthropathia
humeros
capularis
und des
zervikotho
rakospondyloge
nen
Schmerzsyndroms zu 100 % ar
beitsunfähig für schwere und mittelschwere Arbeiten einschliesslich der bisheri
gen Tätigkeit. Für
leidensange
passte
, körper
lich leichte, wechselbelastende Tätig
keiten ohne Überkopfarbeiten bei einem Hebe-/Tragelimit von 5 kg veranschlagten die Gutachter die zu
mut
bare Arbeitsfähigkeit anlässlich der Be
gutachtung auf 100 % (
Urk.
7/80/12 ff.).
Zur Behandlung der am 22. Februar 2010 erlittenen
Reruptur
der
Rotatoren
manschette
rechts
erfolgte
nach der Begutachtung
am 21. Februar 2011 eine erneute Schulteroperation
durch
Dr.
B._
mit Defilee-Erweiterung und
Acromion
-Aufrichtosteotomie, AC-Gelenksresektion, Rekonstruktion der
Rota
torenmanschettenruptur
mit einer
antero
-lateralen
Deltoideus-Augmentations
lappenplastik
(
Urk.
7/114/5-8).
Die behandelnde Ärztin
Dr.
C._
hielt in ihrem Bericht vom 29. April respek
tive
– auf Anfrage der IV-Stelle nach der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit nach der Operation vom Februar 2011 - vom
7. Mai 2013 fest, der Beschwerdeführer sei vom
4. März 2010 bis 6. September 2011
zu 100
%
, vom 7. September bis
7. Dezember 2011 zu 75
%
, vom 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 2012 zu 50
%
und ab 24. Februar 2012 zu 0
%
arbeitsunfähig gewesen. Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden. In der bisherigen Tätigkeit als Transportunternehmer sei der Beschwerdeführer aber nur noch zu 50
%
arbeitsfähig, da ihm schwere Arbeiten mit Treppensteigen
und dem Heben und Tragen schwerer Lasten nicht mehr zumutbar seien (
Urk.
7/113/2-5).
Im Verlaufsbericht
vom 31. Mai 2013 attestierte
Dr.
B._
dem Beschwerdefüh
rer im postoperativen Verlauf folgende Arbeitsunfähigkeiten: 100
%
vom 2
2.
Februar bis 6. September 2011
, 75
%
vom 7. September bis 7. Dezember 2011, 50
%
vom 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 201
2.
Ab 24. Februar 2012 sei er in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne das Heben und Tragen von Lasten über 15 kg bis Hüfthöhe, 10 kg bis Brusthöhe und 5 kg bis Schulter
höhe sowie ohne Überkopfarbeiten zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/114/9-10; vgl. auch
Urk.
7/112
/
5
).
Zur Plausibilisierung der von den behandelnden Ärzten attestierten Arbeits
-
unfä
higkeit
(
Urk.
7/133/4) untersuchten
Dr.
Z._
sowie
Dr.
A._
vom RAD den Beschwerdeführer am
4. Februar 2014
.
Dr.
Z._
nahm i
m
entsprechenden
Bericht vom 11. Februar 2014 (
Urk.
7/122
,
Urk.
7/133/4-6)
sowie
zusammen mit
Dr.
A._
in der ergänzen
den Stellungnahme vom
26. Februar 2014 (
Urk.
7/133/6) zur
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
aus versicherungsmedizinischer, orthopädisch-chirurgischer Sicht
Stellung.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
die Ärzte
eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergürtels bei
Status nach zweimaligem Unfallereignis 2008 und 2010 mit
Rotatorenman
schettenruptur
rechts
und zweimaliger
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
2009 und 2011
, schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkungen des Nackens, der Lendenwirbelsäule und der Hüftgelenke bei degenerativen Verän
derungen sowie eine symptomatische
Femuropatellararthrose
beidseits.
In der bisherigen Tätigkeit als
selbständigerwerbender
Transportunternehmer
habe der Beschwerdeführer 30
%
der Arbeitszeit als Lastwagenfahrer
und
60
%
als Möbelpacker verbracht
;
maximal 10
%
der Zeit
habe er zudem
für die Admi
nistration aufgewendet. Wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei er in dieser Tätigkeit seit 2
2.
Oktober 2010 nicht mehr arbeitsfähig.
In einer leidensangepassten, körperlich sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen bis 5 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen-,
hüft
gelenks
- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne schlagende, stossende und vibrierende Krafteinwirkungen sei spätestens ab der gutachterlichen Untersuchung vom 25. November 2010
grundsätzlich
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
Gestützt auf den Bericht von
Dr.
C._
vom 2
2.
April 2013
(richtig wohl: 7. Mai 2013 [
Urk.
7/113/5]) sollten wegen der traumatischen
Reruptur
der
Rotatorenman
schette
aber noch folgende Arbeitsunfähigkeiten in leidensangepasster Tätigkeit berücksichtigt werden: 100
%
vom 4. März 2010 bis 6. August 2011 (richtig wohl: 6. September 2011, vgl.
Urk.
7/113/5), 75
%
vom 7. September bis 7. De
zember 2011, 50
%
vom 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 2012, 0
%
ab 24. Februar 2012
(
Urk.
7/122/6,
Urk.
7/133/5). Unter Berücksichtigung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts gelte d
ie 100%ige Arbeitsfähigkeit in
l
eidens
angepassten
Tätigkeiten ab 1
2.
Juli 2011 (
Urk.
7/133/6).
4.2
Die IV-Stelle schloss aus den Stellungnahmen des RAD, dass der Beschwerde
-
füh
rer
ab 1
2.
Juli 2011 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits
-
fähig sei (
Urk.
2 S.
2 f.
)
. Mit Blick auf die wiedergegebenen medi
zinischen Bericht
e
kann dieser Beurteilung nicht gefolgt werden
.
Den Stellungnahmen des RAD kann entnommen werden, dass er sowohl in diag
nostischer Hinsicht als auch hinsichtlich der
Einschätzung
der Arbeitsfähig
keit
in der bisherigen sowie in einer zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit mit den
Beurteilung
en
der Gutachter
des
Y._
sowie der
Dres
.
C._
und
B._
weitgehend einig ging.
So attestierte
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer in seinem Untersuchungsbericht vom 11. Februar 2014 zwar grundsätzlich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätig
keiten ab der gutachterlichen Untersuchung im
Y._
am
25. November 2010, hielt anschliessend aber einschränkend fest, wegen der trau
matischen
Reruptur
der
Rotatorenmanschette
, also auch wegen der Folgen der Operation vom 21. Februar 2011, bestehe vom 4. März 2010 bis
6. September 2011 eine 100%ige, vom 7. September bis 7. Dezember 2011 eine 75%ige,
sowie
vom 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 2012 eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit, wobei der Beschwerdeführer
ab
dem
24. Februar 2012
wieder vollumfänglich arbeits
fähig gewesen
sei (
Urk.
7/122/6)
.
Die ergänzende Stellungnahme
des RAD
vom 26. Februar 2014, wonach unter Berücksichtigung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts die 100%ige Arbeitsfähigkeit in
l
eidensangepassten Tätigkeiten ab 1
2.
Juli 2011 gelte (
Urk.
7/133/6), scheint zwar auf den ersten Blick der Erstbeurteilung zu wider
sprechen. Bei näherer Prüfung kann es sich dabei aber nur um eine Wiederho
lung der im Untersuchungsbericht vom 11. Februar 2014 vorgenommenen grundsätzlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab der Begutachtung im
Y._
handeln. Die im nächsten Abschnitt des Untersuchungs
berichts attestierte vorübergehende Arbeitsunfähigkeit zwischen dem 4. März 2010 und dem 23. Februar 2012 als Folge der
Reruptur
der
Rotatorenman
schette
und der Rehabilitation nach der Operation vom 21. Februar 2011
(
Urk.
7/122/6)
wurde
offensichtlich
versehentlich nicht in die spätere Stellung
nahme vom
26. Februar 2014
(
Urk.
7/133/6)
übernommen
.
Massgeblich ist sodann F
olgendes:
D
as Sozialversicherungsgericht
stellte
bereits im Urteil
IV.2011.00818 vom 31. Januar 2013
, E. 3.3.2
,
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nach der Begutachtung im
Y._
massge
blich auf die Atteste von
Dr.
B._
ab
(
Urk.
7/108/8)
. In den Akten fehlen Anhaltspunkte für eine Selbstlimitierung oder
aggravierendes
Verhalten des Beschwerdeführers; im Gegenteil wies
RAD
-Arzt
Dr.
Z._
in seinem orthopädischen Untersuchungsbericht vom 11. Februar 2014 darauf hin, der Beschwerdeführer sei
anlässlich
der Untersuchung kooperativ gewesen und habe sich bemüht, den ärztlichen Anweisungen Folge zu leisten (
Urk.
7/122/2). Aus diesen Gründen
rechtfertigt
es
sich
,
die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit
ab 1
2.
Juli 2011 auf
grund
de
r
übereinstimmende
n
Beu
rteilung der behandelnden Ärzte
festzulegen
.
Da
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 31. Mai 2013 ausführte, in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit, dem Beschwerdeführer aber gleichzeitig ab 24. Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass sich die bescheinigte Arbeitsfähigkeit nach der Operation vom 21. Februar 2011 auf die von
Dr.
B._
als zumutbar
erachteten
leidensangepassten Tätigkeiten bezog (
Urk.
7/114/2-3,
Urk.
7/114/10).
Davon ging auch RAD-Arzt
Dr.
Z._
in seinem Untersuchungsbericht vom 11. Februar 2014 aus, allerdings gestützt auf die identische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
C._
(
Urk.
7/122/6).
Aufgrund des Gesagten
kann als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer, wie von den behandelnden Ärzten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
bescheinigt,
in einer leidensangepassten Tätigkeit vom 1
2.
Juli bis 6. September 2011 zu 100
%
, vom 7. September bis 7. Dezember 2011 zu 75
%
sowie vom 8. Dezember 2011 bis 23. Februar 2012 zu 50
%
arbeitsunfähig war; ab dem 24. Februar 2012 bestand wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Bei den jeweiligen S
teigerungen der Arbeitsfähigkeit handelt es sich um wesentliche Verbesserungen des Gesund
heitszustandes
im revisionsrechtlichen Sinn (vorstehend E. 1.4)
im Rahmen der
postoperativen Rehabilitation
.
5
.
5.1
Zu prüfen bleibt aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers
und der höchst
richterlichen Rechtsprechung (vorstehend E. 1.5)
, ob sein vorgerücktes Alter die erwerbliche Verwertung der verbleibenden medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ausschliesst.
5.2
Der Beschwerdeführer war i
m Februar 2012, als
ihm
nach dem Gesagten wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten zumutbar war (vgl. zum massgebenden Prüfungszeitpunkt vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bun
desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz ü
ber die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auflage
, Art.
28
Rz
15),
rund
58 Jahre alt.
E
r absolvierte nach der Schule in seiner Heimat
D._
eine Lehre zum Zimmer
mann. 1978 reiste er in die Schweiz ein und arbeitete hier, da seine Lehre nicht anerkannt wurde, als Chauffeur bei verschiedenen Arbeitgebern. Seit Juni 1994 war er
Selbständigerwerbend
er
und führte mit seiner Firma Transporte und Um
züge für Privatpersonen und Geschäfte durch. Dabei führte er sämtliche anfal
lenden Arbeiten durch, also das
Aus- und Wiedereinräumen, den
Transport sowie die Demontage und Montage der Gegenstände. Zusätzlich handelte er mit Einrichtungsgegenständen, für welche die Kunden keine Verwendung mehr hatten. Je nach Grösse der Umzüge beschäftigte er zusätzlich Hilfskräfte, die aber nicht fest angestellt waren.
Bei schwankendem Arbeitsanfall hatte er nach eigenen Angaben immer genügend Arbeit. Auch nach der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
war er weiterhin
regelmässig
für sein Unternehmen tätig
, so etwa auch noch im Februar 2014 (
Urk.
7/121/3), und erledigte diejeni
gen Arbeiten, die ihm noch möglich waren (
Urk.
7/22/2-4).
Dem Beschwerdeführer sind
nur noch sehr leichte,
wechselbelastende
Tätigkei
ten ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen bis 5 kg
(gemäss eigenen Angaben bis maximal 10-15 kg [
Urk.
7/119/1])
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen-,
hüftge
lenks
- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, sowie ohne schlagende, stossende und vibrie
rende Krafteinwirkungen zumutbar.
5.3
Unter Berücksichtigung des eingeschränkten medizinischen
Belastbarkeitsprofil
s
stehen
dem Beschwerdeführer
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt trotz der schlechten Deutschkenntnisse (
Urk.
7/122/1)
beispielsweise verschiedene Kontroll-, Überwachungstätigkeiten oder auch feinmotorische Tätigkeiten offen
.
In solchen Tätigkeiten sollte der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand
gering sein, und auch die geringen Deutschkenntnisse sollten kein Problem darstellen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2011 vom 21. April 2011, E. 6.2).
Die langjährige erfolgreiche Tätigkeit als
Selbständigerwerbender
und das dabei versehene Spektrum an Tätigkeiten
lässt
hinsichtlich der Persönlichkeitsstruktur
auf eine gewisse
Leistungs- und
A
npassungsfähig
keit sowie ein gewisses ver
käuferisches T
alent schliessen, welche
einer beruflichen Eingliederung in einer
einfachen
Verweisungstätigkeit eher förderlich
sind
.
Ebenfalls hilfreich ist, dass der Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden praktisch durchgängig arbeitete, dem Arbeitsleben also nie für längere Zeit fern blieb
, und dass er in einer leidensangepassten Verweisungstätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig ist
.
Zudem stand ihm im Februar 2014 als 58jährigem noch
ein
Zeitraum
von rund sieben Jahren
berufliche
r
Tätigkeit
bis zur ordentlichen Pensionierung bevor.
Unter Berücksichtigung sämtlicher gesundheitliche
r und beruflicher
Ressourcen
und des Umstands, dass auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitnehme
r
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2013 vom 10. September 2013, E. 4.3.2),
ist von einer genügenden Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers für zumutbare
Verwei
sungstätigkeiten
, wie die
beispiel
haft aufgeführten
Kontroll-/Überwachungs
-
tätigkeit
en
oder feinmotorischen
Arbeit
en, auszugehen
.
Diese Beurteilung steht im Einklang mit der höchstrichterlichen Praxis
, welche wiederholt auch bei über 60jährigen Versicherten eine ausreichende Vermittel
barkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt angenommen hat, vor allem bei solchen, denen eine vollzeitliche Arbeit zumutbar war (vgl. das Urteil des Bun
desgerichts
8C_345/2013
vom 10. September 2013
, E. 4.3 mit Hinweisen; Meyer/
Reichmuth
, a.a.O., Art. 28
Rz
13 f.;
vorstehend E. 1.5).
6
.
Der Beschwerdeführer macht nicht geltend
(
Urk.
1,
Urk.
3/2)
, und aus den Akten geht auch nicht einwandfrei
hervor
, dass
ihm
die Verwertung
des verbliebenen
Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender
beruflicher
Massnahmen
nicht möglich
sei
.
Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass es ihm zumutbar ist, die
medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähig
keit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten
(
vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_363/2011 vom 31. Oktober 2011, E. 3.1 mit Hinweisen
)
.
7.
7.1
Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bleibt zu prüfen, wie sich die medizi
nisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Die Abklärungen der IV-Stelle ergaben für das Jahr 2010 ein hypothetisches
Vali
deneinkommen
in der angestammten Tätigkeit von Fr. 71‘442.40. Ausgehend von den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik für Hilfsarbeiten und unter Berücksichtigung des maximal zulässigen
behinde
rungsbedingten
Abzugs von 25 % ermittelte die IV-Stelle zudem ein im glei
chen Jahr in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit im Vollzeitpensum erziel
bares Invalideneinkommen von Fr. 47‘006.-- (Urk. 7/81
,
Urk.
7/82/6)
.
Es recht
fertigt sich,
für die Invaliditätsbemessung von diesen Löhnen auszugehen,
zumal bereits im Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2011.00818 vom 31. Januar 2013, E. 4.1 (
Urk.
7/108/9)
,
von diesen Vergleichseinkommen ausgegan
gen wurde. Auch müsse
n die Vergleichseinkommen nicht, wie
die
s die
IV-Stelle
getan hat
(
Urk.
7/133/6-7),
an die se
ither eingetretene Nominallohnentwicklung in Prozenten ange
pass
t werd
en
.
Eine solche Aufrechnung müsste nämlich parallel beim Validen- und Invalideneinkommen erfolgen, würde sich deshalb im Rahmen des Einkommensvergleichs neutralisieren und hätte deshalb keinen Einfluss auf den Invaliditätsgrad.
Für die
Periode
vollständiger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten be
darf es zur Invaliditätsbemessung keines Einkommensvergleichs; der
Invalidi
täts
grad
beträgt dann 100 %. Bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 75
%
in
leidens
angepasster
Tätigkeit
ergibt der Ver
gleich von Validen- und
Invalideneinkom
men
(Fr.
11
‘
751.5
0) bei einer
in
validi
tätsbedingten
Verdiensteinbusse von Fr.
59‘690.9
0 einen Invaliditätsgrad von
84
%, was Anspruch auf eine ganze Rente gibt (vorstehend E. 1.2.1). Wäh
rend der 50%igen Arbeitsfähigkeit beläuft sich der Invaliditätsgrad bei einem
Invali
deneinkommen
von Fr. 23‘503.-- und einem Minderverdienst von Fr. 47‘939.
4
0 auf 67 %. Dies berechtigt zum Bezug einer
Dreiviertelsrente
. In den Perioden vollzeitlicher Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit beträgt der Invaliditätsgrad
bei einer Erwerbseinbusse von
Fr.
24‘436.--
34 %. Ein solcher Invaliditätsgrad schliesst einen Rentenbezug aus.
7.2
Der Beschwerdeführer hat somit
im Anschluss an die ihm mit Verfügung vom 20. Mai 2014 befristet bis zum 31. Juli 2011 zugesprochene ganze Rente
(
Urk.
7/128)
v
om 1.
August
20
11
bis zum 31.
März
201
2
(drei Monate nach Verbesserung der Erwerbsfähigkeit im Sinne von Art. 88a Abs. 1 IVV) bei einem
Invalidi
tätsgrad
von zunächst 100 %
und anschliessend 84
% Anspruch auf eine ganze Rente.
Vom 1. April
2012
bis 31. Mai 2012 (drei Monate
nach der letztmaligen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
ab dem 24. Februar
2012 gemäss Art. 88a
Abs.
1 IVV; vgl. zur Entwicklung der Arbeitsfähigkeit
E. 4.2
)
hat der Beschwerdeführer sodann auf Basis eines Invaliditätsgrades von 67
%
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
8
.
Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf ärztliche Zeugnisse
, in welchen ihm ab 1. Oktober 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird
(
Urk.
3/3-4)
, eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend macht, ist fol
gendes zu beachten: In den fraglichen Zeugnissen wird der Grund für die Arbeitsunfähigkeit nicht angegeben (
Urk.
3/3-4). Deshalb sind diese Atteste nicht geeignet, eine (weitergehende) invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit zu beweisen. Zudem fällt der Beginn der attestierten Arbeits
unfähigkeit just mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 2014 zusammen. Dementsprechend wurden diese Zeugnisse erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung erstellt, erstmals im Beschwerdeverfahren eingereicht und konnten von der IV-Stelle noch gar nicht berücksichtigt werden. Die Zeug
nisse sind deshalb nicht geeignet, im massgeblichen Beurteilungszeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung eine rentenrelevante Änderung des Gesundheitszustandes zu belegen.
Dem Beschwerdeführer steht es frei, die neuen Arztzeugnisse zusammen mit einem Revisionsgesuch respektive eine
r
Neuanmeldung zum Rentenbezug bei der IV-Stelle
einzureichen
.
9
.
9
.1
Ausgangsgemäss
gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
800.-- zulasten der unterlie
genden IV-Stelle (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
9
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde
führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ist dem
Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung des bis 3
1.
Dezember 2014 geltenden
ge
richtsüblichen Stundenansatzes bei rechtlicher Vertretung durch einen N
ichtjuristen von
Fr.
135.--
eine Parteientschädigung von
Fr.
1
‘
100.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zuzusprechen.