Decision ID: f9974b1e-df1c-40ff-bd25-d3d8e50060a4
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956,
verheiratet
,
doch
getrennt lebend
seit April 2012
und Mutter zweier erwachsener Töchter,
arbeitete
seit 1985
als
Son
derklas
senlehrerin
auf der Primarstufe, als
sie sich unter Hinweis auf ein Burn
out, be
stehend seit 23. August 2010, zur Früherfassung bei der Invalidenversi
cherung (Urk. 7/
3) und am 6. Dezember 2010 wegen
einer
zusätzlich
en
mittelgradige
n
depressiven Episode zum Bezug von Leistungen anmeldete (Urk. 7/7).
Die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
zog Akten der Taggeldversicherung der Versi
cherten (Urk. 7/19) sowie drei von der Pensionskasse der Versicherten veran
lasste Gutachten von Dr. med.
Z._
(Urk. 7/24, Urk. 7/42, Urk. 7/75)
bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/82, Urk. 7/84, Urk. 7/89) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Mai 2014 einen Rentenanspruch (Urk. 7/94 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
22. Juni 2014 unter Auflage
eines weiteren
medizini
sche
n
Berichte
s
(Urk. 3/4) Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. Mai 2014 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr
rückwirkend ab April 2011 eine Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 28. August 2014 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2014 (Urk. 8) wurde die
Pensionskasse der Beschwerdeführerin, die
Personalvorsorge Y._,
zum Prozess beigeladen, welche am 3. November 2014 Stellung nahm (Urk. 9).
Mit Schreiben vom 24. Februar 2015 (Urk. 15) verzichtete die Beschwerdeführe
rin auf
die Einreichun
g
einer Replik, zu welcher ihr das
Gericht mit Verfügung vom 4. November 2014 (Urk. 11)
Frist angesetzt hatte
, was der
Beschwerdegeg
nerin
unter Zust
ellung der Stellungnahme der
Y._
vom 3. November 2014 (Urk. 9)
am 26. Februar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selbst
ändigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann ab
zusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 1
9.
April 2000 E. 3).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in de
r angefochtenen Verfügung (Urk.
2) davon aus,
dass bei der Beschwerdeführerin eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom und eine akzentuierte Persönlichkeit vorliege
, wobei beide nicht invalidisierend seien. Ferner sei der stets als mittelgradig diagnosti
zierte Schweregrad gemäss den Gutachten von Dr.
Z._
angesichts der gesund
heitlichen Verbesserungen nicht nachvollziehbar. Die depressive Symptomatik sei in Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater eher als leicht ein
zustufen. Ausserdem würden
bei der Beschwerdeführerin psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
das Beschwerdebild und damit
ihre
Arbeitsunfähigkeit
mit
bestimmen, die invalidenversicherungsrechtlich für sich alleine genommen irrelevant seien.
Sobald sich die familiären Verhältnisse
der Beschwerdeführerin
besserten, sei mit einer weiteren Remis
sion der Beschwerden zu rechnen. Aus
serdem seien die medikamentösen Behandlungsmethoden nicht ausgeschöpft, weshalb auch nicht von einem Endzustand ausgegangen werden könne (S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin m
achte in ihrer Beschwerde (Urk.
1) demgegenüber zu
sammenfassend geltend,
sie sei seit April 2010 arbeitsunfähig, wobei sich ihr Zustand zwischenzeitlich gebessert habe und sie ab August 2012 ihre Arbeitsfä
higkeit als Sonderklassenlehrerin auf 50 % habe steigern können. Nach Ablauf
des Wartejahres im April 2011 sei sie mindestens zu 65 % arbeits- und weiter
hin erwerbsunfähig gewesen, weshalb die Invalidenversicherung grundsätzlich rückwirkend seit diesem Zeitpunkt eine Rente zusprechen müsse, egal ob der
Endzustand erreicht sei oder nicht. Es sei weiterhin von einer mittleren Depres
sion auszugehen. Die Krankheit beruhe nicht auf psychosoziale
n
Faktoren. Sie sei zwar durch Burnout ausgelöst worden, doch sei sie längst eine eigenständige Krankheit (S. 5 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdeführerin ein (möglicherweise) leistungsbegründender, invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheits
schaden
besteht.
3.
3.1
Am 8. Februar 2011 erstattete Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sein im Auftrag der
Personalvorsorge Y._
erstelltes psychiatrisches Gutach
ten (Urk. 7/24), welches sich auf die ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen, telefonische Auskünfte des behandelnden Psychiaters und seine eigenen Untersuchungen und Befunde vom 9. und 1
6
. Dezember 2010 stützte.
Er nannte als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und eine akzentuierte Persönlichkeit
mit ängstlich-vermeiden
den und abhängigen Zügen (S. 13
lit
. d).
Die mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom ergebe sich aus den anamnestischen und
fremd
anamnestischen
Angaben sowie den klinischen Befunden.
Ursächlich seien eine Arbeitsüberlastung und negative
Elternintrojekte
.
Klinisch seien der durchge
hende depressive Affekt und der Antriebsmangel nachweisbar.
Die Diagnose einer akzentuierten Persönlichkeit
ergebe sich ebenfalls aus den a
namnestischen und fremdanamnestischen Angaben (S. 10). Leistungseinschränkend seien die psychopathologischen Symptome der depressiven Störung, konkret der An
triebs
mangel, die starke Störung der Vitalgefühle, die mittelstarken Schlafstö
rungen, die leichten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die mittelgra
dige Denkhemmung, das starke Grübeln, die starken Insuffizienzgefühle, die starke innere Unruhe, die starke Ambivalenz und der Interessenmangel (S. 11 unten).
Therapeutisch sei vorerst eine konsequente und lege
artis
durchgeführte antidepressive Behandlung angezeigt. Prognostisch sei bezogen auf die Wieder
erlangung der vormaligen Arbeitsfähigkeit von 78.57
%
vorerst noch von einem guten Verlauf auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe zurzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % bezogen auf ein 100 %-Pensum im angestammten Beruf (S. 12).
3.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, berichtete am 24. Juni 2011 über die Beschwerdeführerin, die seit dem 23. August 2010 bei ihm in Be
handlung st
ehe
(Urk. 7/32
/5-7
). Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode bestehend seit 26. April 2010 (Ziff. 1.1)
. Gestützt auf die Angaben des
behandelnden Psychiaters attestierte er der Beschwerdeführerin eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit vom 26. April bis 22. Aug
u
st, hernach eine solche von 85 % bis 25. Oktober und
von
75 % bis 30. November 2010 sowie gegenwärtig eine
Arbeitsunfähigkeit von
65 % (Ziff. 1.6).
3.3
Mit Bericht vom 24. Juni 2011 (Urk. 7/33
/5-11
) nannte der behandelnde Arzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diag
nosen (Ziff. 1.1) eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F32.11), eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen und ängstlich-vermeidenden Zügen sowie ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 F48.0).
Er führte aus,
zur Zeit
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 65 %. Günstig auf die Prognose wirke sich die starke Therapiemotivation aus, die gute
Thera
piecompliance
, die gute psychosoziale Unterstützung durch die Familie
, die Ar
beitgeber und das Case Management, die gute Reaktion auf das antidepressive Medikament
Trittico
und die aktuelle positive Entwicklung in der
Familiensitu
ation
(Ziff. 1.4). Im Vordergrund stehe momentan eine
supportive
, psychothera
peutische und medikamentöse Behandlung (Ziff. 1.5).
Dr.
B._
erachtete die Beschwerdeführerin bis zum 16. Juli 2011 als
zu
65 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6) und hielt fest, dass zum jetzigen Zeitpunkt schwierig abzuschätzen sei, in welchem zeitlichen Rahmen es zu einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit
käme
(Ziff. 1.7).
3.4
Am 10. Februar 2012 erstattete Dr.
Z._
für die
Personalvorsorge Y._
sein zweites psychiatri
sches Gutachten (Urk. 7/42), welches sich wiederum auf die ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen, nachträglich eingeholte Akten, telefonische Auskünfte mit dem behandelnden Psychiater, der Case Managerin
und
der Beschwerde
führerin sowie auf seine eigenen am 3. November 2011 erhobene
n
Befunde stützte (S. 1).
Er bestätigte seine im ersten Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.1) gestellte Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode, jedoch nun ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10)
,
sowie eine
r
akzentuierte
n
Persönlichkeit mit
dependenten
und ängstlich-vermeidenden Zügen (S. 15
lit
. d).
Er führte aus, aktuell habe ein durchgehend depressiver Affekt festgestellt werden können sowie eine reduzierte Antrieb
s
-, Interesse- und Freudlosigkeit, womit die depres
siven Kernsymptome nachweisbar seien. Die Symptomatik dauere seit Monaten an, wenn auch mit verminderter Intensität
,
und sei nicht durch eine andere psychische Störung oder durch ein körperliches Leiden erklärbar (S. 11 f.).
In
seiner Plausibilitäts- und Konsistenzkontrolle hielt der Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht sei ohne erhebliche Zweifel auf die subjektiven
Beschwer
deklagen
der Beschwerdeführerin abzustellen
(S. 12 Mitte).
In seiner Beurteilung führte der Gutachter weiter aus, die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe sich im Vergleich zur ersten Be
gutacht
ung gebessert, sei aber noch nicht vollständig wiederhergestellt (S. 12 unten).
Er schätze die aktuelle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Heilpädagogin auf 65 % (S. 13 unten). Prognostisch sei im Hinblick auf die vollständige Wiedererlan
gung der Arbeitsfähigkeit von einem ungewissen Verlauf auszugehen. Diese Einschätzung ergebe sich aus den bestehenden Belastungsfaktoren (Trennung Ehemann), den eingeschränkten Ressourcen (akzentuierte Persönlichkeit) und dem nun schon länger dauernden Krankheitsverlauf (mehr als ein Jahr). Für einen positiven Ausgang spreche hingegen der zuvor sich stetig bessernde Zu
stand der Beschwerdeführerin unter regelmässiger Psychotherapie, die gute psy
chosoziale Unterstützung, die nach wie vor gute berufliche Perspektive und die noch nicht ausgeschöpften Therapieoptionen (S. 14 f.).
3.5
Am 11. Juli 2013 erstattete Dr.
Z._
sein drittes Gutachten zuhanden der
Personalvorsorge Y._
(Urk. 7/75). Gestützt auf die ihm zur Verfügung gestellten Akten und seine
am 14. März 2013 durchgeführte
Untersuchung (vgl. S. 1) bestätigte er die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) sowie eine
r
akzentuierte
n
Persönlichkeitsstörung (S. 12
lit
. d).
Der Gutachter führte aus, die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin als
Son
derklassenlehrerin
habe sich aus psychiatrischer Sicht gegenüber der letzten Begutachtung vom 1. Februar 2012 weiter verbessert, aber insgesamt sei sie noch immer eingeschränkt. So sei die äussere Belastung durch die Trennung reduziert
worden
, weil der erste Schock überwunden worden sei
und
d
ie
Beschwerdeführerin
die Auseinandersetzung an ihre Anwältin habe delegieren können. Zudem habe sie sich in ihrer beruflichen Tätigkeit bezüglich
Arbeits
pensum
leic
ht steigern und bewähren können. Sie schätze ihre derzeitige Arbeits
unfähigkeit in angestammter Tätigkeit mit 50 % ein. Auch der behan
delnde Psychiater habe im Bericht vom 21. Februar 2013 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert. Aufgrund der unveränderten psychischen
Fähigkeitsein
schätzungen
und leicht gesteigertem Arbeitspensum (50 % gegenüber 35 % im Vorjahr) sowie konstant guten Leistungen erachte er eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als möglich (S. 10 f.).
Der Gutachter hielt fest, obwohl bei einer nur leichten Zunahme der Arbeitsfä
higkeit von 15 % innerhalb eines Jahres bei fortgesetzter Therapie ein Endzu
stand der psychischen gesundheitlichen Entwicklung vermutet werden könnte, sei doch die fehlende medikamentöse Umstellung ein gewichtige
s Argument ge
gen diese Annahme
. Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit mit
tels
Ausbau der antidepressiven medikamentösen Therapie sei möglich (S. 11 Mitte, S. 12
lit
.
f).
3.6
Mit Schreiben vom 7. Oktober 2013 (Urk. 7/78) beantwortete Dr.
Z._
die Fra
ge
n
der
Personalvorsorge Y._
dahingehend,
dass bei Umstellung der medikamentösen Behand
lung von einem Zeitrahmen von etwa fünf bis sechs Monaten auszugehen sei. Ferner sei
unter Berücksichtigung von eher ungünstigen Prognosefaktoren (ein
geschränkte Ressourcen bei akzentuierter Persönlichkeit und chronische
m
Krankheitsverlauf) vorerst von einer
etwa
50%igen Verbesserung der aktuellen Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(auf eine Arbeitsunfähigkeit von noch 25 % bezo
gen auf ein 100 %-Pensum)
bei erfolgreicher antidepressiver Behandlung aus
zugehen.
3.7
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Allgemeine Medi
zin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
hielt
in ihrer Stellungnahme vom 30.
Juli
2013
fest, dass depressive Episoden per definitionem nicht langandau
ernd einschränkend sein könnten, da sie behandelbar und vorübergehend seien. Solange keine rezidivierende depressive Störung ausgewiesen sei, müsse daher von einer Überwindbarkeit ausgegangen werden
(Urk. 7/80/6).
3.8
Am 1. April 2014 nahm der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin
ausführlicher
Stellung (Urk. 7/93/2-4). Er führte aus, dass knapp vier Jahre nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht mehr von depressiven Episoden gesprochen werden könne, auch wenn Dr.
Z._
immer die
se
Diagnose
ge
stellt
habe, und deshalb nicht mehr ohne Weiteres von einem vorübergehenden Gesundheitsschaden ausgegangen werden könne.
Betreffend
die
medikamentöse Therapie liege keine fachärztliche Stellungnahme vor, dass solche ausprobiert worden und Neben
wirkungen so gross gewesen seien, dass keine
Pensumserhöhung
hätte erreicht werden können. Medikamentöse Behandlungsmethoden seien also nicht ausge
schöpft worden. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Schweregrad nicht verändert haben soll
e
, da eine klare Verbesserung ersichtlich sei. Der Schweregrad sei eher als leicht einzustufen. Es spielten nach wie vor psychoso
ziale Belastungsfaktoren mit. Sobald sich die familiären Verhältnisse verbesser
ten, sei mit einer weiteren Remission zu rechnen. Daher liege kein
leistungsbe
gründender
Gesundheitsschaden vor.
3.9
Am 17. Juni 2014 berichtete Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (Urk. 3/4). Er führte aus,
es
bestünden
weiterhin eine depressive Störung (vor
wiegend mittelgradig bis März 2014, zunehmend leichte depressive
Episode
ab April 2014
)
mit Status nach Burnout sowie eine Persönlichkeitsstruktur mit ängstlich-vermeidenden Zügen, mithin
liege
noch kein stabiler Zustand
vor
.
In
Drucksituationen gehe es ihr schlechter.
Dank der getroffenen Massnahmen könne die Beschwerdeführerin insgesamt bei 50 % Arbeitsleistung den Alltag meistern
. Betreffend Medikamente sei zuerst
Cipralex
, dann Citalopram
Helve
pharm
eingesetzt worden, die jedoch aufgrund
von
Nebenwirkungen hätten ab
gesetzt werden müssen. Auch das seit September 2014
[richtig wohl 2013]
ein
gesetzte Medikament
Zoloft
verursache Nebenwirkungen (S. 1).
Betreffend Arbeitsfähigkeit sei zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit zur Regeneration brauche. Die durch d
a
s
50%ige Arbeit
spensum
entstandene Erschöpfung könne noch nicht wie früher kompen
siert werden. Eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei unter diesen Um
ständen nicht zumutbar. Die therapeutischen Massnahmen seien ausgeschöpft (S. 2).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht besteht vorliegend unbestrittenermassen kein
Gesund
heitsschaden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dies ist aktenmässig ausgewiesen. Aus den medizinischen Akten ergibt sich indes weiter, dass die Beschwerdeführerin
sowohl an einer mittelgradigen
depressiven Episode (ICD-10 F32.10)
als auch an einer
akzentuierten
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 Z73.1)
leidet, die sich gemäss sämtlichen involvierten psychiatrischen Fachärzten (vgl. vorstehend
E. 3.1, E. 3.3-
6
) auf ihre Arbeits
fähigkeit auswirken. Daneben liegen
(
unbestrittenermassen
)
etliche psychosozi
ale Faktoren vor, welche die Fachärzte bei ihren jeweiligen Beurteilungen aber mitberücksichtigten.
4.2
Die drei Gutachten von Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.4, E. 3.5) sind zwar einerseits sehr ausführlich und basieren auch auf eigenen Untersuchungen, auf Einholung von Fremdauskünften und Akten
studium
, entsprechen mit
hin
grundsätzlich
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweis
kräftiges Gutachten
(
vgl.
BGE 134 V 231
E. 5.1)
.
Andererseits ist es augenfällig, dass der Gutachter stets
e
i
n
e Arbeitsfähigkeit
entsprechen
d
dem jeweils von d
e
r
Beschwerdeführerin ausgeübt
en Arbeitspensum und
ihre
n
subjektiven Einschät
zungen
attestierte
. Ferner
wirft
es
Fragen auf, weshalb er die
gestellte
Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode
beibehielt
, obschon einerseits die depressive Symptomatik über Jahre andauerte
,
und andererseits eine gesundheit
liche Besserung eingetreten ist
.
D
ie gleichen Fragen stellen sich bei der Beurteilung durch den
behandelnde
n
Psychiater Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.3). De
r
(neu)
behandelnde Dr.
D._
sprach demgegenüber
erstmals für die Zeit ab April 2014
ohne Weiterungen
von einer leichten depressiven Symp
tomatik
, erwähnte indes auch Verschlechterungen in Drucksituationen
(vgl. vorstehend E. 3.9).
Die Beschwerdegegnerin hat selber weder eigene Untersu
chungen vorgenommen noch zusätzliche Abklärungen veranlasst. Ihr
Rechts
dienst
und nicht der RAD stellte fest
, dass nunmehr nicht mehr ohne
W
eiteres
von einem vorübergehenden Gesundheitsschaden ausgegangen werden könne (v
gl. vorstehend E. 3.8),
währenddem
Dr.
C._
vom RAD
angesichts der
von Dr.
Z._
gestellten Diagnose ganz allgemein auf eine Überwindbarkeit schloss
(vgl. vorstehend E. 3.7).
Bei dieser Sachlage erscheint es zumindest fraglich, ob die Beschwerdegegnerin das Vorliegen
eines IV-relevanten
Gesund
heitsschadens
ohne Weiterungen einfach verneinen durfte, zumal sie hierzu auch keine weiteren Abklärungen veranlasste.
Ebenfalls ist unklar, wie es sich mit der Medikation verhält beziehungsweise ob die medikamentösen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind und folglich von einem Endzustand ausgegangen werden kann.
Hierzu
widersprechen sich die
medizinische
n
Berichte
von Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.8) und von
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.9).
4.3
Für die Annahme, dass - wie die Beschwerdegegnerin argumentiert
–
bei Weg
fall der
psychosozialen Belastungsfaktoren
auch eine Verbesserung
bezie
hungs
wei
se
Weg
fall
der
depressive
n
Störung beziehungsweise
der
Angststörung
ein
träte
, be
stehen indes keine
genügenden
Anhaltspunkte. Der interne
Rechtsdienst
der Beschwerdegegnerin, auf
dessen
Stellungnahme sich die
Beschwerdegegne
rin
verfügungsweise
stü
t
zte
, begründete denn seine diesbezügliche Annahme auch nicht näher (vgl. vorstehend
E. 3.8
). Vielmehr setzt er sich damit in Wi
der
spruch zu d
en fachärztlichen Beurteilungen
, die psychosoziale Belastungs
fak
toren nicht alleine für die psychische Beeinträchtigung verant
wortlich mach
t
en.
So beschrieb Dr.
Z._
in seinen Gutachten, dass die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ursprünglich durch eine berufliche Überlastungssituation ausgelöst worden sei und später familiäre Probleme (Trennung vom Ehemann) hinzugekom
men seien (vgl. vorstehend E.
3.1, E. 3.4, E. 3.5
), mithin hätten sie zur Entstehung des Krankheitsbildes beigetragen. Ebenfalls ist unbestritten, dass solche
psychosoziale Belastungsfaktoren
die weitere Prognose auch beeinflussen könnten.
Dennoch berichtete Dr.
Z._
, dass diese
psychoso
zialen
Belastungs
faktoren
nunmehr
hätten
reduziert werden können
, aber eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit
bestehen blieb, was auch Dr.
D._
bestätigte (vgl. vorstehend E. 3.9)
. Folglich kann davon ausgegangen werden, dass
zwar
psychosoziale
Belastungsfaktoren vorliegen, nicht aber
,
dass die depressive Störung ihre hin
reichende Erklärung in den psychosozialen Umständen allein findet
, womit sich
der beschwerdegegnerische Standpunkt nicht einfach aufrecht erhalten
lässt
,
wonach kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei.
Zwar
ist zur depressiven Störung festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung mittelgra
dige depressive Episoden im Zusammenhang mit Schmerzerkrankungen grund
sätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens darstellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012 E.
4.2.2.1 mit Hinweisen, vgl. aber auch Urteile des Bundesgerichts 9C_707/2013 vom 1
2.
Februar 2014 E. 3.2 und 8C_242/2014 vom 2
7.
Mai 2014 E. 5.3), im vorliegenden Fall aber gerade keine Schmerzstörung vorliegt.
Es liesse sich vielmehr der Schluss ziehen, dass es sich bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode um einen länger andauernden Zustand handle (seit
April 2010
), welcher gegebenenfalls entgegen der
vorhin
dargeleg
ten Rechtsprechung invalidisierend im Sinne eines verselbständigten
G
esund
heitsschadens
sein könnte, mithin sich eine verselbständigte psych
ische Störung herausgebildet habe
, die zumindest befristet Anspruch
auf eine Rente verleihen könnte
, weshalb es einer eingehenden Abklärung bedarf.
Dabei
gilt es
auch
zu berücksichtigen, dass die diagnostizierte akzentuierte Persönlichkeitsstörung
in
sogenannter ICD-10–Z-Kodierung
rechtsprechungsgemäss keine
invaliditätsrecht
lich
erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung dar
stellt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.1).
4.4
Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit sagen, dass bei der Beschwerdeführerin kein
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vorliegt.
Ob
überhaupt
, wie
und wie
lange
sich
ein solcher
leistungsbegründend auswirkt
(e)
, wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben
,
die ihren Abklärungspflichten gemäss Art
.
43 ATSG nicht
rechtsgenüglich
nachgekommen ist.
Die
Sache ist deshalb an diese zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen treffe und hernach über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin erneut verfüge.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf
eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses (§ 34 Abs.
3
GSVGer
)
und nach Einsicht in die Aufwandzusammenstellung vom
10
. März 2015 (
Urk.
18) bei einem für Aufwendungen bis 3
1.
Dezember 2014
gültigen
gerichtsüblichen
Stunden
ansatz
von
Fr.
2
00.-- (
ex
kl.
MWSt
)
auf
Fr.
2‘6
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen
.
Der von Rechtsanwältin
Lotti Sigg
B
onazzi
mit Eingabe vom
10. März 2015
geltend gemachte
Betrag von
Fr.
3‘221.50 b
asiert dahingeg
en auf
einem
Stun
den
ansatz
von Fr. 250.--.