Decision ID: 05beb275-ce4f-4430-a71a-71ecbb550c0a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ arbeitete als Application Developer bei der B._ AG und war dadurch bei
der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Mit seinem Auto kollidierte er am 25. August 2020 unverschuldet
mit einer Strassenbahn (siehe die Schadenmeldung vom 4. September 2020, UV-act. 3,
die Angaben des Versicherten zum Verkehrsunfall vom 23. September 2020, UV-act. 8,
und dessen undatierten Unfallbericht, UV-act. 10; zum Fahrzeugschaden siehe das
Gutachten der EXPERTA Schadenreglierungs-GmbH, Wien, vom 3. September 2020,
act. G 1.4, sowie die Fotoaufnahmen des Autos und der Strassenbahn in act. G 1.5).
Der am Unfalltag erstbehandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
führte im gleichentags erstellten Bericht aus, er habe den Versicherten gründlich
untersucht. Dabei habe er HWS-Schmerzen (ohne Bewegungseinschränkung)
festgestellt. Ansonsten seien keine sichtbaren Verletzungen oder traumabedingte
Beschwerden anzumerken. Er hielt den Versicherten bis 28. August 2020 für
arbeitsunfähig (UV-act. M1; zu den in der Folge von Dr. med. D._, Facharzt für
Allgemeinmedizin, ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen siehe UV-
act. M2 ff.).
A.a.
Der behandelnde Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
diagnostizierte eine Distorsion der LWS und eine bekannte Lumbago bei
Osteochondrose L4/L5 sowie eine Distorsion der HWS und rechten Schulter. Am
19. September 2020 habe er als Erstdiagnose gestützt auf eine MRT-Untersuchung
vom 16. September 2020 (UV-act. M8) einen frischen medianen Diskusprolaps L5/S1
mit Irritation der Wurzel S1 rechts erhoben (vgl. UV-act. M9). Der Versicherte habe nach
dem Unfall eindeutig eine Zunahme der vorbestehenden Lumbago-Beschwerden
A.b.
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angegeben. Ein unfallkausaler Zusammenhang des Bandscheibenvorfalls müsse
letztendlich gutachterlich abgeklärt werden. Aufgrund der Gesamtsituation bei
therapieresistenter Lumbago empfehle er vorerst eine 50%ige Arbeitsreduktion (Bericht
vom 3. Oktober 2020, UV-act. M11; siehe auch die weiteren Berichte von Dr. E._
etwa vom 16. Oktober 2020, UV-act. M13, und vom 23. Februar 2021, UV-act. M19).
Die Helsana legte den Fall zur Beurteilung der Rückenbeschwerden des
Versicherten ihrem beratenden Dr. med. F._, Facharzt für Innere Medizin, speziell
Rheumatologie, vor. Dieser erstattete am 11. März 2021 seine Einschätzung, dass eine
vorübergehende, nicht richtunggebende Verschlimmerung einer vorbestehenden
degenerativen Diskopathie L4-S1 mit Scheuermann-Residuen und Osteochondrose L5/
S1 vorliege. Zum jetzigen Zeitpunkt, bald sieben Monate nach einem richtunggebenden
Ereignis, beurteile er den Status quo ante als erreicht. Die LWS-Beschwerden seien
vorbestehend. Dies sei in den Berichten von Dr. E._ bestätigt worden. Aktuell
persistierende Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt.
Nach erreichtem Status quo ante sei unfallbedingt von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen (UV-act. M20).
A.c.
Dr. E._ berichtete am 19. März 2021, trotz regelmässiger Einnahme von
Analgetika klage der Versicherte immer noch über therapieresistente
Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Bis auf weiteres sei der Versicherte
zu 100 % arbeitsunfähig (UV-act. M21; siehe auch die Arbeitsunfähigkeitsbestätigung
vom 20. Mai 2021, UV-act. M24).
A.d.
Mit Verfügung vom 22. März 2021 ordnete die Helsana gestützt auf die Beurteilung
von Dr. F._, wonach der degenerative Vorzustand per sofort wieder erreicht sei, die
Einstellung der Leistungen ab 1. April 2021 an (UV-act. 22).
A.e.
Am 30. März 2021 (siehe zum Datum das Verzeichnis der medizinischen Akten, vor
UV-act. M1) beantwortete Dr. E._ ebenfalls den von der Helsana an Dr. F._
gerichteten Fragebogen vom 10. März 2021. Er bejahte einen Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 25. August 2020 und den Rückenschmerzen (UV-act. M22).
A.f.
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B.
C.
Der Versicherte erhob am 29. April 2021 Einsprache gegen die Verfügung vom
22. März 2021 und beantragte die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen über den
31. März 2021 hinaus. Eventualiter sei ein versicherungsexternes Gutachten einzuholen
(UV-act. 27).
B.a.
Dr. E._ berichtete am 4. Mai 2021, der Versicherte sei bei einer
physiotherapeutischen Behandlung vom 27. April 2021 mit dem linken Kniegelenk
eingeknickt und habe sich das linke Knie verdreht. Seit diesem Ereignis leide der
Versicherte an messerstichartigen Belastungsschmerzen über der Aussenseite des
linken Kniegelenks. Dr. E._ diagnostizierte eine Knie-Distorsion des linken
Kniegelenks (UV-act. M23; zum MR-Befund vom 5. Mai 2021, siehe act. G 1.12).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 10. August 2021 wies die Helsana die Einsprache
des Versicherten ab (UV-act. 29).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid vom 10. August 2021 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin A. Guyot, am
14. September 2021 Beschwerde. Er beantragte dessen Aufhebung und es seien ihm
von der Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) weiterhin ab 1. April 2021 die
gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilbehandlung, zu erbringen.
Eventualiter sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin habe nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit das Dahinfallen jeglicher kausalen Bedeutung des
Unfallereignisses für den fortbestehenden Gesundheitsschaden nachweisen können.
Die Beurteilung des die Beschwerdegegnerin beratenden Rheumatologen Dr. F._ sei
fachfremd und auf unvollständiger Aktenlage erfolgt, weshalb sie mangelhaft und nicht
beweiskräftig sei. Des Weiteren wies er darauf hin, dass Kniebeschwerden links durch
eine unfallbedingt verordnete Physiotherapie aufgetreten seien, wofür die
Beschwerdegegnerin ebenfalls leistungspflichtig sei (act. G 1). Mit der Beschwerde
reichte er u.a. den Bericht der Radiologie G._ vom 11. Oktober 2018 über die
C.a.
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unauffälligen Ergebnisse einer gleichentags wegen einer Lumbago acuta
durchgeführten Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule (act. G 1.10), einen
Bericht des seit dem 29. September 2020 durchgehend wöchentlich behandelnden
Physiotherapeuten vom 25. Juni 2021 (act. G 1.15), einen Bericht von Dr. E._ vom
22. Juli 2021 (act. G 1.17) und einen Bericht über die Ergebnisse einer am 23. Juli 2021
durchgeführten MRT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule, worin u.a. ein kleinbogiger
medianer subligamentärer Diskusprolaps LWK5/SWK1 und ein flacher zirkulärer
subligamentärer Diskusprolaps LWK4/5 festgestellt worden war (act. G 1.18), ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom
10. November 2021 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen
geltend, die Beurteilung von Dr. F._ sei beweiskräftig und gestützt darauf sei sie zu
Recht davon ausgegangen, dass die unfallbedingte Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustands vorübergehend gewesen und der Status quo sine vel ante
am 31. März 2021 eingetreten sei. Die Voraussetzungen für eine weitgehend
unfallbedingte Diskushernie seien vorliegend nicht erfüllt. Da sie (die
Beschwerdegegnerin) ab dem 1. April 2021 nicht mehr leistungspflichtig sei, habe der
Beschwerdeführer auch keinen weiteren Anspruch auf die Übernahme der
Behandlungskosten, welche von den Kniebeschwerden, die er sich in der
Physiotherapie zugezogen habe, herrühren würden (act. G 5).
C.b.
In der Replik vom 23. Dezember 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 8).
C.c.
Die Beschwerdegegnerin teilte am 1. Februar 2022 ihren Verzicht auf eine Duplik
mit (act. G 10).
C.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum Unfall vom 25. August 2020
erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für Heilbehandlungen und Taggelder)
auf den 1. April 2021 einstellte und das Gesuch um weitere Leistungen abwies.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
(Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Die
Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis (Art. 4 ATSG) zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1; Rumo-Jungo, a.a.O.,
S. 55, 58; André Nabold, in: Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018
[nachfolgend UVG-Kommentar], N 53 und 59 zu Art. 6; BGE 129 V 181 E. 3.1).
1.1.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers endet, wenn der Unfall nicht mehr eine
natürliche und adäquate Ursache der fortdauernden Beschwerden darstellt, d.h. wenn
die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen
(vgl. zu den Begriffen Status quo sine und Status quo ante: Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54; Nabold, UVG-Kommentar, N 54 zu Art. 6). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
1.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/12
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Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4). Da es sich
dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil
des Bundesgerichts vom 25. April 2017, 8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die
vorgenannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und – im
Beschwerdefall – das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich
nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines medizinischen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Herkunft noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind
auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen,
beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3 und BGE 125 V 352
E. 3).
1.3.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht es einer medizinischen
Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle
Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und
ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als
eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine
Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome
der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit
1.4.
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2.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Frage nach den natürlich kausalen
Unfallfolgen über den 31. März 2021 hinaus spruchreif abgeklärt worden ist.
sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. Bezüglich der Frage, ob sich eine
vorbestehende Diskushernie richtunggebend, mithin dauernd, unfallbedingt
verschlimmert hat, gelten dieselben Kriterien wie für eine unfallbedingte Diskushernie.
Dies bedeutet, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur
dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde
Bandscheibe zu verletzen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2012,
8C_902/2011, E. 2.1 mit Hinweisen; Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und 13. Juni 2005,
U 441/04, E. 3.1). Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss
röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression
abheben (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 6.4.3, und
25. April 2012, 8C_237/2012, E. 4.2.4). Ist hingegen die Diskushernie bei einem
(stummen) degenerativen Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber
verursacht worden, liegt eine vorübergehende Verschlimmerung vor. Diesfalls hat die
Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem
Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem
Wissensstand kann in solchen Fällen das Erreichen des Status quo sine bei
posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten
erwartet werden. Im Allgemeinen ist bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule die vorübergehende Verschlimmerung nach sechs bis neun Monaten und
bei Vorliegen eines erheblichen degenerativen Vorzustandes spätestens nach einem
Jahr als abgeschlossen zu betrachten (siehe zum Ganzen etwa das Urteil des
Bundesgerichts vom 27. April 2021, 8C_19/2021, E. 7.2 mit Hinweisen).
Bei fehlender natürlicher und adäquater Kausalität zwischen einem Unfall und
fortdauernd geklagten Beschwerden entfällt zum Vornherein ein weiterer Anspruch auf
Heilbehandlung und Taggeld. Die Leistungseinstellung erfolgt diesfalls ohne Prüfung
des Erreichens des medizinischen Endzustands gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG und es
muss deshalb auch nicht mehr geprüft werden, ob von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann
(vgl. vorstehende E. 1.2).
1.5.
Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Standpunkt, dass spätestens am 31. März
2021 der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
2.1.
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25. August 2020 und den vom Beschwerdeführer geklagten Leiden dahingefallen sei,
auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. F._ vom 11. März 2021 (UV-
act. M20).
Zunächst ist von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall
vom 25. August 2020 an einer Lumbago bei einer 2018 radiologisch bestätigten
Osteochondrose auf der Höhe L4/L5 gelitten hatte (UV-act. M5, S. 1, UV-act. M7, S. 1,
und act. G 1.10) und damit ein erheblicher Vorzustand bestand. Dr. E._ begründete
die von ihm im Bericht vom 11. September 2020 empfohlene bildgebende Abklärung
(«MRT LWS») denn auch «zum Ausschluss eines neuerlichen Bandscheibenvorfalls
bzw. Bone bruise» (UV-act. M5, S. 2; siehe auch die Angabe in der MR-Zuweisung vom
11. September 2020: «aktuell bei bek[annter] Lumbago Schmerzverstärkung
posttraumatisch», UV-act. M7). Ergänzend kann auf die zutreffenden Ausführungen der
Beschwerdegegnerin verwiesen werden (act. G 5, II. Rz 5.3). Des Weiteren leuchtet die
Einschätzung von Dr. F._ ein, dass eine durch ein Unfallereignis verursachte
Diskushernie auf zwei Etagen unmittelbare Schmerzen auslösen würde, was beim
Beschwerdeführer jedoch nicht der Fall gewesen sei (UV-act. M20, S. 1). In Anbetracht
dieser Verhältnisse und der weiteren Begründung von Dr. F._ im Rahmen der
Würdigung des MR-Befundberichts von Dr. med. H._, Privat CT und MRT I._, vom
16. September 2020 (UV-act. M8), erscheint der von ihm gezogene Schluss, dass die
subligamentären Diskusprolapse L5/S1 und L4/L5 – entgegen der Einschätzung der
Dres. H._ und E._ (UV-act. M9) – nicht als frisch imponierend zu werten seien (UV-
act. M20), als plausibel. Aus den Akten ergibt sich denn auch, dass der
Beschwerdeführer nicht unverzüglich, sondern erst ein paar Tage nach dem Unfall über
Schmerzen in der Lendenwirbelsäule klagte. So gab der am 25. August 2020
erstbehandelnde Dr. C._ im gleichentags erstellten Bericht an, der Beschwerdeführer
sei von ihm auf Verletzungen «gründlich untersucht» worden. Abgesehen von HWS-
Schmerzen, die zu keiner Bewegungseinschränkung geführt hätten, seien keine
sichtbaren Verletzungen oder traumabedingte Beschwerden festgestellt worden (UV-
act. M1). Die im Krankenhaus J._ durchgeführten Abklärungen beschränkten sich
ebenfalls auf den HWS- und Schulterbereich. Laut Befundbericht von Dr. E._ vom
11. September 2020 verspürte der Beschwerdeführer erst vier Tage nach dem Unfall
Schmerzen im Lumbalbereich (UV-act. M5). Gegen eine traumatische Diskushernie
spricht ausserdem, dass der Beschwerdeführer noch selbstständig zum Krankenhaus
hatte fahren können (UV-act. M5). Diese Umstände sowie die weiteren zutreffenden
Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum nach dem Unfallereignis aufgetretenen
Beschwerdebild und den nicht ausgelösten Airbags (act. G 5, II. Rz 5.4 f.) bekräftigen
2.1.1.
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entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 8, Rz 8, worin er im Übrigen
ausführt, dass der Innenraum des Unfallautos nicht beschädigt worden sei und damit
offenbar die Krafteinwirkung grösstenteils von der Karosserie abgefangen wurde)
zudem die Angabe von Dr. F._, dass im Rahmen des Unfallgeschehens bloss geringe
Kräfte auf die Lendenwirbelsäule eingewirkt hatten (UV-act. M20, S. 1; zur fehlenden
Auslösung von Airbags als Indiz gegen hohe Kräfte eines Verkehrsunfalls siehe das
Urteil des Bundesgerichts vom 15. Dezember 2020, 8C_608/2020, E. 6.2 am Schluss).
Daran ändert der Umstand für sich allein nichts, dass es sich – wie der
Beschwerdeführer vorbringt (act. G 1, III. Rz 7 f., und act. G 1, IV. Rz 33) – beim
Unfallereignis nicht bloss um eine (leichte) Streifkollision gehandelt habe.
Aus den bereits unter vorstehender E. 2.1.1 gemachten Ausführungen zur
degenerativen Problematik und zum Fehlen unfallbedingter struktureller Läsionen ist –
wie von Dr. F._ ebenfalls überzeugend beurteilt – auch eine richtunggebende
Verschlimmerung eines Vorzustands zu verneinen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 14. September 2021, UV 2021/4, E. 2.10).
2.1.2.
Damit ist, wie von Dr. F._ eingeschätzt, von einer lediglich vorübergehenden
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands auszugehen. Der von ihm
angenommene Zeitpunkt des Wegfalls der natürlichen Kausalität erscheint mit Blick auf
die konkreten Umstände (insbesondere angesichts des Fehlens sichtbarer
Verletzungen im LWS-Bereich, des erst verzögerten Auftretens der LWS-Schmerzen
und der geringen Krafteinwirkung auf die LWS; siehe vorstehende E. 2.1.1) plausibel
und er lässt sich auch mit der vom Bundesgericht als massgeblich erachteten
Erfahrungstatsache vereinbaren (siehe hierzu vorstehende E. 1.4).
2.1.3.
Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, Dr. F._ fehle es als Rheumatologe an
den erforderlichen orthopädischen Kenntnissen (act. G 1, Rz 28, und act. G 8, Rz 9),
kann nicht gefolgt werden. Allein schon mit Blick auf den vorbestehenden
degenerativen Vorzustand an der Wirbelsäule erscheint der Beizug eines
rheumatologischen Experten zur Beurteilung bzw. Abgrenzung des Einflusses der
Unfallfolgen darauf als sach- und fachgerecht, bilden doch (chronische) Schmerzen
des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der
Orthopädie (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2015, 8C_835/2014, E. 3.3).
2.1.4.
Nicht geteilt werden kann auch der Standpunkt des Beschwerdeführers, Dr. F._
habe nicht über sämtliche relevanten Vorakten verfügt (act. G 1, Rz 30). Zunächst ist zu
beachten, dass sich Dr. F._ mit den massgeblichen Vorakten, insbesondere auch
dem MR-Befundbericht von Dr. H._ vom 16. September 2020 (UV-act. M8), schlüssig
2.2.
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3.
Bezüglich des vom Beschwerdeführer für die Beschwerden am linken Knie geltend
gemachten Leistungsanspruchs (act. G 1, Rz 34) gilt es das Folgende zu beachten:
Zwischen den Parteien unbestritten ist, dass die Kniebeschwerden nicht in einem
Zusammenhang mit einem nach Art. 6 Abs. 1 UVG versicherten Ereignis stehen. Etwas
Gegenteiliges lässt sich auch nicht dem Bericht von Dr. E._ vom 4. Mai 2021
entnehmen, worin die Angaben des Beschwerdeführers zum Auftreten der
Knieschmerzen wiedergegeben werden (UV-act. M23). Vielmehr leitet der
Beschwerdeführer einen Anspruch gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG ab, wonach die
Versicherung ihre Leistungen ausserdem für Schädigungen erbringt, die dem
Verunfallten bei der Heilbehandlung (Art. 10 UVG) zugefügt werden. Wie die
Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt (act. G 5, II. Rz 8.2), fiel ihre Leistungspflicht
per Ende März 2021 dahin, womit der erst im April 2021 aufgetretene Knieschaden
nicht (mehr) im Rahmen einer unfallversicherungsrechtlichen Heilbehandlung im Sinn
von Art. 10 UVG auftrat. Folglich hat die Beschwerdegegnerin auch nicht für daraus
auseinandersetzte (siehe vorstehende E. 2.1.1 f.). Die Beschwerdegegnerin weist
ausserdem zutreffend darauf hin, dass Dr. H._ darin Bezug auf den (nicht in den
Akten liegenden) Bericht von Dr. med. K._, Radiologie G._, vom 11. Oktober 2018
(act. G 1.10) nahm («Röntgen von 10/2008», richtig wohl: 2018) und dessen
wesentlichen Inhalt wiedergab (act. G 5, II. Rz 6.4). Des Weiteren lässt sich dem Bericht
von Dr. E._ vom 11. September 2020 entnehmen, dass im Rahmen der im
Unfallkrankenhaus J._ durchgeführten Untersuchungen bildgebende Abklärungen
lediglich der HWS gemacht wurden und sich keine Frakturzeichen ergaben (UV-
act. M5). Deshalb und weil auch aus anderen Akten kein Hinweis für ein relevantes
andauerndes unfallbedingtes HWS-Leiden besteht, war der Beizug der dort erstellten
medizinischen Berichte für eine aussagekräftige Verlaufsbeurteilung der natürlichen
Unfallkausalität bezüglich des im Vordergrund stehenden LWS-Leidens nicht
erforderlich. Insbesondere hielt auch Dr. E._ keine weiteren bildgebenden
Abklärungen im HWS-Bereich für notwendig (Befundbericht vom 11. September 2020,
UV-act. M5). Schliesslich wies er wiederholt darauf hin, «ein unfallkausaler
Zusammenhang des Bandscheibenvorfalls muss letztendlich gutachterlich abgeklärt
werden» (siehe etwa UV-act. M14 und UV-act. M24), womit er Zweifel an einer
traumatischen Ursache zum Ausdruck brachte.
Insgesamt bestehen keine Zweifel an der Einschätzung von Dr. F._, dass
spätestens im März 2021 die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom
25. August 2020 und den vom Beschwerdeführer geklagten Leiden dahingefallen ist.
2.3.
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entstehende Gesundheitsschäden nach Art. 6 Abs. 3 UVG einzustehen (vgl. UVG-
Kommentar-Nabold, N 87 zu Art. 6).
4.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG nicht zu erheben (Art. 61
lit. f ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.