Decision ID: 84f0cd3f-90fa-5559-bbad-ec9e88f4f486
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am (...) 2021 ersuchte das Justizministerium B._ die Schweiz for-
mell um Auslieferung des Beschwerdeführers. Gestützt auf dieses Auslie-
ferungsbegehren erliess das Bundesamt für Justiz am (...) 2021 einen Aus-
lieferungshaftbefehl gegen den Beschwerdeführer, worauf er am (...) 2021
im Kanton C._ festgenommen wurde. Seither befindet er sich in
Auslieferungshaft im (...). Am (...) 2021 verfügte das Bundesamt für Justiz
die Auslieferung des Beschwerdeführers nach Deutschland und lehnte
seine Haftentlassung ab. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerde-
führer Beschwerde an das Bundesstrafgericht.
B.
B.a Der Beschwerdeführer liess am 5. August 2021 (Postaufgabe) aus der
Haft beim SEM ein Asylgesuch einreichen. Sein Fall wurde anschliessend
dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region D._ zugewiesen. Am
9. September 2021 fand die Anhörung nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) zu
den Asylgründen statt.
B.b Zu seinem persönlichen Hintergrund führte der Beschwerdeführer aus,
er sei deutscher Staatsangehöriger und komme aus E._. Er habe
eine (...)ausbildung absolviert, mit anschliessender Ausbildung zum staat-
lich geprüften (...) und schliesslich zum (...). Anschliessend habe er in der
Industrie gearbeitet, wobei zu den Kunden Unternehmen wie F._
und andere Unternehmen der (...)industrie gezählt hätten. (...) Jahre lang
sei er in dieser Branche tätig gewesen. Im (...) oder (...) 2020 habe er sich
in der Schweiz angemeldet, da er bereits seit ungefähr (...) Jahren in im-
mer grösserem Ausmass in der Schweiz beruflich tätig gewesen sei und
sich dann gedacht habe, dass er sich hier anmelden sollte, weil er ständig
hier sei. Er habe dann das gesamte Paket durchgezogen und auch den
Führerschein umgeschrieben, damit er keine Probleme kriegen würde. In
G._ habe er dann eine Firma gegründet und dabei (...)unterneh-
men vertreten.
Als Grund für die Einreichung seines Asylgesuches gab er an, es sei sein
Ziel, Schweizer zu werden. Er sei sein Leben lang immer wieder in der
Schweiz gewesen, die Schweiz habe landschaftlich viel zu bieten und ihm
gefalle das politische System gut. Zudem habe er jetzt am eigenen Leib
erfahren, wie ungerecht das deutsche System sei, wenn man dafür gear-
beitet habe und raus wolle. Die deutschen Behörden, darunter insbeson-
dere der (...) (nachfolgend: [...]), würden ihn nicht in Ruhe lassen. Er habe
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während seines Berufslebens in der Industrie auch Aufträge für den (...)
ausgeführt; darunter in den Jahren (...) bis (...) auch solche, welche den
Schweizer Staat beziehungsweise die Belange des Schweizer Staates hät-
ten unterwandern sollen. Konkret habe er dabei beispielsweise für den (...)
wie auch für die Interessen der (...) mittels von ihm entwickelter techni-
scher Vorrichtungen gewährleisten sollen, dass (...). Er sei nicht mehr be-
reit gewesen, diese Mitarbeit fortzusetzen und habe aussteigen wollen.
Doch sei ihm im Jahre 2021 unzweideutig angedeutet worden, dass es
keinen Ausstieg geben würde aus einer solchen Mitarbeit. Er befürchte zu-
dem, in Deutschland seitens der (...) gefährdet zu sein, da er gewisse Auf-
träge nicht alleine für den (...), sondern auch zusammen mit (...) ausge-
führt habe.
C.
Mit Schreiben des SEM vom 10. September 2021 an den (damaligen)
Rechtsvertreter wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, bis spätestens
am 20. September 2021 das Antwortschreiben des (...) (nachfolgend: [...])
und den Vertrag mit Herrn H._ vom (...), über welche Dokumente
er gemäss Aussage in der Anhörung verfüge, sowie sämtliche aktuellen
ärztlichen Berichte einzureichen.
D.
Nach zwei gewährten Fristerstreckungen liess der Beschwerdeführer mit
Eingabe vom 8. Oktober 2021 einen ärztlichen Bericht des Universitätsspi-
tals I._ vom 6. Oktober 2021 einreichen. Ebenfalls beigefügt wurde
das Antwortschreiben des (...) an den (damaligen) Rechtsvertreter betref-
fend "(...)" vom 3. September 2021. Gleichzeitig ersuchte der Rechtsver-
treter um eine weitere Fristerstreckung bis zum 22. Oktober 2021, um die
Vereinbarung mit dem (...) einzureichen. Der Vertrag habe nicht beim Be-
schwerdeführer zu Hause vorgefunden werden können, sondern müsse
nunmehr durch das (...) herausgegeben werden. Diese Fristerstreckung
wurde vom SEM gewährt. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2021 ersuchte
der Rechtsvertreter um eine weitere Fristerstreckung bis zum 5. November
2021, da vom (...) bislang keine Rückmeldung erfolgt sei.
E.
Eine am 11. Oktober 2021 für den 22. Oktober 2021 anberaumte weitere
Anhörung wurde am 14. Oktober 2021 abgesagt.
F.
Mit Verfügung vom 27. Oktober 2021 – eröffnet am 1. November 2021 –
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stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht und lehnte sein Asylgesuch ab.
G.
Mit Eingabe vom 7. November 2021 (Faxeingang am 8. November 2021;
Poststempel des Originals: 9. November 2021) erhob der Beschwerdefüh-
rer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid
und beantragte sinngemäss, ihm sei die Flüchtlingseigenschaft zuzuerken-
nen und Asyl zu gewähren, eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Der Beschwerde lag die Mitteilung des SEM den stornierten Vorladungs-
termin vom 22. Oktober 2021 betreffend bei.
H.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 9. November
2021 den Eingang der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser es besteht – wie vorliegend
– ein Auslieferungsersuchen des Staates, vor welchem die beschwerde-
führende Person Schutz sucht (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 31‒33 VGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 3
und 7 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde
ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend
aufgezeigt wird, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb auf
einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeentscheid nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-
scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar
2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.).
5.
5.1 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Bundesrat
habe die Bundesrepublik Deutschland am 1. August 2003 als sicheren
Staat (Safe Country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet.
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Gegenwärtig würden alle EU-Länder als Safe Countries gelten. Ein umfas-
sender Grundrechtskatalog und ihre Rechtsstaatlichkeit würden diese Län-
der auszeichnen. Es bestehe daher die gesetzliche Regelvermutung, dass
asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nicht-
staatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Im Vorbringen des Beschwerde-
führers, er sei nicht mehr bereit gewesen, für den (...) tätig zu sein, und
habe insbesondere keine Straftaten in der Schweiz begehen wollen, je-
doch habe ihm der (...) angedeutet, dass ein Ausstieg aus einer solchen
Zusammenarbeit nicht möglich sei, seien keine Hinweise auf eine Verfol-
gung aus einem asylrelevanten Motiv zu erkennen. Der Druck auf den Be-
schwerdeführer habe davon hergerührt, dass er die Zusammenarbeit mit
dem (...), welcher gemäss seinen Aussagen (...), welche ein Eigenleben
führen und sich nicht an die demokratischen Rechtsgrundsätze halten wür-
den, habe beendigen wollen, um nicht in der Schweiz straffällig zu werden.
Auch sei in der Tatsache, dass ihm lediglich in einem Gespräch angedeutet
worden sei, dass eine solche Zusammenarbeit nicht beendet werden
könne, keine Massnahme gegen Leib, Leben oder Freiheit zu erkennen,
welche aufgrund ihrer Intensität ein menschenunwürdiges Leben im Hei-
matstaat verunmöglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren würde,
so dass es auch an der Intensität fehle. Hinzu komme, dass er auf die
Frage, was passieren würde, wenn er nicht mehr kooperieren würde, selbst
angegeben habe, dass dann die Involvierten alles neu starten müssten,
das heisst (...). Aus dieser Antwort sei klar ersichtlich, dass es selbst Lö-
sungen geben würde für den Fall, dass er die Zusammenarbeit ganz be-
enden würde, auch wenn dies natürlich zeitraubend wäre. Bei offensichtlich
fehlender flüchtlingsrechtlicher Relevanz könne darauf verzichtet werden,
auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen.
Anzumerken sei, dass der Beschwerdeführer seine Vorbringen durch kei-
nerlei Beweise habe untermauern können. So sei er wiederholt aufgefor-
dert worden, seinen Vertrag mit dem (...) einzureichen, was bis zum Zeit-
punkt des Entscheides nicht geschehen sei, so dass ernstlich bezweifelt
werden müsse, dass es diesen Vertrag je gegeben habe. Zudem würden
seine Vorbringen in ihrer Gesamtheit nicht glaubhaft erscheinen. Insbeson-
dere sei nicht einzusehen, worin das Interesse des (...), geschweige denn
der (...). Hinzu komme, dass sich die vom Beschwerdeführer dargelegten
technologischen Vorgänge in physikalischer Hinsicht nicht nachvollziehen
liessen. Sodann würde sich sein Vorbringen, er sei in die Schweiz gereist,
um hier ein neues Leben aufzubauen, zumal er am eigenen Leib erfahren
habe, wie ungerecht das deutsche System sei, wenn man dafür gearbeitet
habe und raus wolle, auf seine sozialen und wirtschaftlichen Lebensum-
stände in Deutschland beziehen und sei somit nicht asylrelevant. Soweit er
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angegeben habe, er befürchte im Falle einer Rückkehr nach Deutschland,
dass er von (...) getötet werden könnte, da er nicht nur mit dem (...), son-
dern auch mit (...) zusammengearbeitet habe, sei festzuhalten, dass der
deutsche Staat sowohl schutzfähig als auch schutzwillig sei. Die gesetzli-
che Regelvermutung in Bezug auf einen verfolgungssicheren Staat habe
er durch seine Ausführungen nicht umzustossen vermocht.
5.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde zunächst geltend,
er habe vom Asylentscheid erst am 5. November 2021 postalisch durch
Rechtsanwalt J._ Kenntnis erhalten. Im Weiteren sei der negative
Entscheid nicht nachvollziehbar, zumal ein zweiter Befragungstermin auf-
grund von offenen Fragen für den 22. Oktober 2021 anberaumt, jedoch am
14. Oktober 2021 ohne Angabe von Gründen telefonisch abgesagt worden
sei. Sodann werde in der Verfügung ein falsches Geburtsdatum ([...]) er-
wähnt. Ferner gehe aus der Begründung des SEM hervor, dass dieses
nicht über die speziellen Fachkenntnisse verfüge, um die Zusammenhänge
nachvollziehen zu können. Die Erwägungen des SEM seien in technischer
Hinsicht unrichtig und unvollständig. Zudem seien die Feststellung hin-
sichtlich des Zusammenhangs zwischen (...) unrichtig und unvollständig.
Er empfehle dem SEM, sich über den (...) zu informieren und diesen dann
mit dem Anhörungsprotokoll zu vergleichen. Das SEM verstehe die politi-
schen Zusammenhänge nicht, woraus die unrichtigen und unvollständigen
Feststellungen resultieren würden. Zufälligerweise werde diese brisante
Thematik in einem Artikel in der (...) behandelt. Rechtsanwalt J._
habe versucht, den Vertrag mit dem (...) durch das (...) (Deutschland) zu
erhalten. Leider habe er (der Beschwerdeführer) wegen der Auslieferungs-
haft keine andere Möglichkeit, diesen zu bekommen. Das (...) erscheine
bisher aber nicht kooperativ. Das SEM unterstelle fälschlicherweise, dass
es diesen Vertrag nicht gebe. Er deute die Position des SEM so, dass die-
ses alles versuche, um in seinem Fall keinen positiven Asylentscheid aus-
sprechen zu müssen. Dieser Umstand sei bei der Befragung mehr als deut-
lich geworden, gerade im Hinblick auf die Art und Weise der Befragung und
die sehr lange zeitliche Unterbrechung am Mittag. Auch deute die Argu-
mentation im Asylentscheid sehr darauf hin. Es handle sich hier um eine
hochbrisante Situation, welche weitere Gespräche bei beziehungsweise
mit einer entsprechend fachkundigen Stelle erfordere. Ein zweites Ge-
spräch sei aber ohne Begründung wieder abgesagt worden. Im Entscheid
würden, unter anderem basierend auf fehlenden Kenntnissen, unrichtige
und unvollständige Feststellungen gemacht, welche komplett aus dem Zu-
sammenhang gerissen worden seien.
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6.
6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass das SEM seine Verfügung dem dama-
ligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zustellte (vgl. Art. 12 ff.
AsylG und Art. 11 Abs. 3 VwVG). Der Beschwerdeführer macht alsdann zu
Recht geltend, beim auf der Verfügung angegebenen (Alias-)Geburtsda-
tum (...) handle es sich laut dem Zentralen Migrationsinformationssystem
(ZEMIS) um einen Erfassungsfehler. Aus der versehentlichen Angabe die-
ses Geburtsdatums erwachsen dem Beschwerdeführer jedoch keine
rechtserheblichen Nachteile, zumal die korrekten Personalien des Be-
schwerdeführers ebenfalls aufgeführt sind.
6.2 Der Beschwerdeführer wirft dem SEM eine unrichtige und unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts vor. Diesbezüglich
ist zunächst festzuhalten, dass das SEM berechtigt war, den zweiten An-
hörungstermin ohne Angabe von Gründen abzusagen, nachdem es zum
Ergebnis gelangt war, der Sachverhalt sei offensichtlich rechtsgenüglich
erstellt. Beim Vorbringen, es fehle dem SEM an der (technischen) Fach-
kenntnis, um die Zusammenhänge nachvollziehen zu können, handelt es
sich um pauschale und nicht weiter substantiierte Kritik am angefochtenen
Entscheid. Der Beschwerdeführer unternimmt in der Beschwerde denn
auch keinerlei Bemühungen, die fraglichen technischen Vorgänge genauer
zu erläutern. Dasselbe gilt für die Rüge, das SEM verstehe die politischen
Zusammenhänge nicht und ziehe deshalb die falschen Schlüsse. Soweit
der Beschwerdeführer dem SEM empfiehlt, sich über (...) zu informieren
beziehungsweise einen Artikel in der (...) zu konsultieren, ist darauf hinzu-
weisen, dass es ihm obliegt, die von ihm als bedeutsam erachteten Quellen
genau zu bezeichnen und die daraus gezogenen Schlüsse substantiiert
darzulegen. Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdefüh-
rer nicht gelingt darzulegen, inwiefern das SEM den Sachverhalt falsch o-
der ungenügend erstellt haben könnte. Entsprechendes geht auch aus den
Akten nicht hervor. Allein der Umstand, dass das SEM die vom Beschwer-
deführer zur Begründung seines Asylgesuches geltend gemachten Vor-
bringen anders beurteilt, als von ihm erwartet, bedeutet nicht, dass die Vo-
rinstanz seiner Untersuchungspflicht nicht nachgekommen wäre bezie-
hungsweise den rechtserheblichen Sachverhalt falsch oder unvollständig
erstellt hätte.
6.3 Der Beschwerdeführer wirft dem SEM sodann implizit Befangenheit
vor, wenn er ausführt, die Vorinstanz versuche alles, um keinen positiven
Asylentscheid aussprechen zu müssen. Solches lässt sich den Akten nicht
entnehmen. Im Gegenteil geht aus dem Anhörungsprotokoll hervor, dass
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das SEM den Beschwerdeführer ausführlich zu Wort kommen liess, ihm
zur Klärung des Sachverhalts viele Zusatzfragen stellte und ihm höflich und
wohlwollend begegnete. Aus der in der Tat überdurchschnittlich langen Mit-
tagspause und dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer zum Schluss
der Anhörung "reiner Wein" eingeschenkt wurde (vgl. SEM-act. [...]-11/21
F84 ff.), lässt sich nicht ableiten, das SEM habe sich bei seinem Entscheid
von unsachlichen Überlegungen leiten lassen.
6.4 Auch in materieller Hinsicht sind die Erwägungen des SEM, auf welche
an dieser Stelle vollumfänglich verwiesen werden kann, zu bestätigen. In
der Beschwerde wird nichts vorgebracht, das geeignet wäre, zu einem an-
deren von demjenigen der Vorinstanz abweichenden Ergebnis zu gelan-
gen. Nicht nur sind die Asylgründe des Beschwerdeführers als nicht asyl-
relevant zu qualifizieren; sie halten darüber hinaus auch den Anforderun-
gen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. So ist etwa davon auszugehen,
dass das (...) den angeforderten Vertrag mit dem (...) herausgegeben
hätte, wenn es diesen tatsächlich gäbe.
6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM die Flüchtlingsei-
genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch
abgelehnt hat. Es besteht auch keine Veranlassung, die Sache an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
9.
Da im vorliegenden Fall ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt,
vor welchem der Beschwerdeführer im Asylverfahren um Schutz nach-
sucht, liegt eine Ausnahme im Sinne Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG vor. Das
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Urteil kann daher unter den Voraussetzungen von Art. 82 ff. BGG beim
Bundesgericht angefochten werden.
(Dispositiv nächste Seite)
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