Decision ID: ca950bb9-36c3-5d1e-b139-0c258b7ccd9b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend Versicherte oder Beschwerdeführerin), geboren
am (...) 1956, deutsche Staatsangehörige, verheiratet, wohnhaft in
(...)/Deutschland, leistete seit Ende März 2005 im Rahmen ihrer berufli-
chen Tätigkeit in (...) Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Aufgrund gesundheitlicher Be-
einträchtigungen meldete sich die Versicherte mit Formular datiert vom
14. Oktober 2008 bei der IV-Stelle des Kantons B._ zum Bezug ei-
ner Invalidenrente an. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfol-
gend IVSTA oder Vorinstanz) wies in der Folge das Rentenbegehren der
Versicherten ab (Verfügung vom 5. November 2014). Im Rahmen der da-
raufhin erhobenen Beschwerde sprach das Bundesverwaltungsgericht der
Versicherten mit Urteil vom 9. Januar 2019 eine Viertelsrente der Invaliden-
versicherung von Mai 2009 bis Ende März 2011 zu und wies die Sache zur
Berechnung und Auszahlung der Rentenbetreffnisse an die Vorinstanz zu-
rück (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-
6997/2014 vom 9. Januar 2019). Auf die daraufhin erhobene Beschwerde
trat das Bundesgericht mit Urteil 8C_96/2019 vom 11. März 2019 aufgrund
eines offensichtlichen Begründungsmangels nicht ein.
B.
B.a Nachdem das erwähnte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und da-
mit die zugesprochene Viertelsrente von Mai 2009 bis Ende März 2011
rechtskräftig geworden war, leitete die IVSTA die Akten der Versicherten
am 10. April 2019 an die Schweizerische Ausgleichskasse (nachfolgend
SAK) weiter (Vorakten der IVSTA [IVSTA-act.] 15-20), welche die Versi-
cherte mit Schreiben vom 15. April 2019 aufforderte, weitere Unterlagen
für die Leistungsfestsetzung einzureichen (IVSTA-act. 21). Die Versicherte
reichte mit Schreiben datiert vom 28. Juli 2019 (Eingang bei der SAK am
5. August 2019) weitere Unterlagen ein (IVSTA-act. 24-28).
B.b In der Folge tätigte die SAK am 19. August 2019 weitere Abklärungen
insbesondere in Bezug auf die Versicherungszeiten, weil die Versicherte
die vorgeschriebene Mindestbeitragsdauer von drei Jahren nicht erfüllte
(IVSTA-act. 30).
B.c Mit Schreiben datiert vom 19. August 2019 nahm die Versicherte Be-
zug auf die weiteren Abklärungen der SAK, welche sie zur Kenntnis erhal-
ten hatte, und reichte die Seiten 1, 8 und 9 des Bescheids der Deutschen
C-4885/2019
Seite 3
Rentenversicherung vom 22. April 2009 sowie die Bankverbindung einer
deutschen Bank ein (IVSTA-act. 41-43). Die SAK hielt am 26. August 2019
fest, die deutschen Versicherungszeiten des Bescheids vom 22. April 2009
könnten für die IV-Rentenberechnung berücksichtigt werden (IVSTA-
act. 38). Gleiches teilte sie mit E-Mail ebenfalls vom 26. August 2019 der
Versicherten mit (IVSTA-act. 34).
B.d Mit Verfügung vom 26. August 2019 sprach die IVSTA der Versicherten
für die Zeit von Mai 2009 bis Ende März 2011 eine IV-Rente in der Höhe
von gesamthaft Fr. 532.- zu, welche vorerst auf ein Wartekonto überwiesen
wurde. Sie legte der Rentenberechnung eine anrechenbare Beitragsdauer
von 2 Jahren, bei einer gesamten Beitragsdauer des Jahrganges von
31 Jahren, die Anwendung der Rentenskala 3 sowie ein massgebendes
durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 23’664.- zugrunde (IVSTA-
act. 32).
B.e Am 29. August 2019 richtete die Versicherte eine schriftliche Anfrage
betreffend die Rentenberechnung an die SAK (IVSTA-act. 44 und 45). Am
11. September 2019 beantwortete die SAK die erwähnte Anfrage und
machte Ausführungen zur Berechnung der Rentenhöhe (IVSTA-act. 46).
C.
C.a Mit Schreiben datiert vom 24. September 2019 (Eingang beim Bundes-
verwaltungsgericht am 30. September 2019; vorab zugestellt via Fax) er-
hob die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die Verfügung der IVSTA
vom 26. August 2019 (Beschwerdeakten [B-act.] 1 und 2). Sie beantragte,
die IVSTA habe ihre IV-Rente richtig zu berechnen, diese Berechnung sei
für sie als Laie mathematisch nachvollziehbar, verständlich und vollständig
mit entsprechenden Nachweisen unterlegt darzulegen und ihre IV-Rente
sei – wenn möglich – hinsichtlich der generellen Höhe und der Dauer der
Rentenzahlung zu überprüfen. Zusammengefasst begründete sie ihre Be-
schwerde damit, dass die Berechnung der Rente – trotz Hinweisen – nicht
verständlich sei. Die Höhe und Dauer der Rente sei nach Möglichkeit eben-
falls zu überprüfen, weil die dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu-
grunde gelegten Annahmen nachweislich falsch seien. Aus diesem Grund
habe sie damals auch Beschwerde beim Bundesgericht in Luzern erhoben,
welches – soweit sie es richtig verstanden habe – wohl aus formalen Grün-
den nicht auf die Beschwerde eingetreten sei.
C-4885/2019
Seite 4
C.b Mit Zwischenverfügung vom 2. Oktober 2019 forderte das Bundesver-
waltungsgericht die Beschwerdeführerin auf, einen Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 800.- zugunsten der Gerichtskasse zu leisten (B-act. 3).
Nachdem der verlangte Kostenvorschuss am 23. Oktober 2019 bei der Ge-
richtskasse einging (B-act. 5), forderte das Bundesverwaltungsgericht die
Vorinstanz am 28. Oktober 2019 zur Vernehmlassung auf (B-act. 6).
C.c Die Vorinstanz stellte mit der Vernehmlassung vom 6. November 2019
den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfü-
gung zu bestätigen (B-act. 9). Zur Begründung verwies sie auf die anwend-
baren Rentenberechnungsgrundsätze und führte die einzelnen Berech-
nungsschritte detailliert aus.
C.d Am 11. November 2019 bot das Bundesverwaltungsgericht der Be-
schwerdeführerin die Gelegenheit, bis zum 11. Dezember 2019 eine Replik
einzureichen (B-act. 10). In der Folge ging ein unvollständiges Fax vom
3. Dezember 2019 beim Bundesverwaltungsgericht ein (B-act. 12), wes-
halb die Beschwerdeführerin am 9. Dezember 2019 aufgefordert wurde,
ihre Eingabe bis zum 8. Januar 2020 vollständig und im Original einzu-
reichen (B-act. 13).
Mit Replik datiert vom 3. Dezember 2019 (Eingang beim Bundesverwal-
tungsgericht am 10. Dezember 2019) machte die Beschwerdeführerin gel-
tend, die Vorinstanz habe nun erstmalige genaue Angaben zur Berechnung
der IV-Rente gemacht, jedoch seien der Vorinstanz bei der Rentenberech-
nung mehrere Fehler unterlaufen, insbesondere sei der Versicherungsfall
bereits 2007 eingetreten (B-act. 14).
C.e Das Bundesverwaltungsgericht stellte der Vorinstanz am 11. Dezem-
ber 2019 die Replik der Beschwerdeführerin zu und gab ihr Gelegenheit,
eine Duplik einzureichen (B-act. 15).
C.f In ihrer Duplik vom 18. Dezember 2019 führte die Vorinstanz ergän-
zend aus, die Arbeitsunfähigkeit sei im konkreten Fall im August 2007 ein-
getreten, so dass unter Berücksichtigung des Wartejahres der Rentenan-
spruch im August 2008 entstanden sei. Entsprechend sei die in der Ver-
nehmlassung dargelegte Berechnung gültig. In Bezug auf die Forderung
der Beschwerdeführerin, es sei eine vollständige Invalidität zwischen 2007
und 2013 festzustellen, werde auf das rechtskräftige Urteil vom 9. Januar
2019 verwiesen, gemäss welchem der Beschwerdeführerin eine Viertels-
rente von Mai 2009 bis Ende März 2011 zustehe (B-act. 16).
C-4885/2019
Seite 5
C.g Am 23. Dezember 2019 übermittelte das Bundesverwaltungsgericht
der Beschwerdeführerin die Duplik der Vorinstanz zur Kenntnisnahme und
schloss den Schriftenwechsel ab (B-act. 17).
C.h Mit Schreiben vom 29. Januar 2021, vorab zugestellt via Fax, erkun-
digte sich die Beschwerdeführerin, bis wann mit dem Urteil des Gerichts
gerechnet werden dürfe (B-act. 18 und 19). Das Bundesverwaltungsge-
richt teilte ihr daraufhin am 3. Februar 2021 mit, dass mit einem Urteil in
der Beschwerdesache aller Voraussicht nach bis Ende des Jahres 2021 zu
rechnen, eine präzisere und verbindliche Prognose aufgrund der anhaltend
hohen Geschäftslast jedoch derzeit nicht möglich sei (B-act 20).
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versi-
cherte im Ausland. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor.
Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die
Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten So-
zialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialver-
sicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen
C-4885/2019
Seite 6
des ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und
Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom
ATSG vorsieht.
1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung,
so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1
ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss in-
nert Frist geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die Beschwerde
einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz in
Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen das
Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und
die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der so-
zialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die
Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG)
Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR
0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die
durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-
spruchserheblichen Invalidität bzw. die hier umstrittene Rentenberechnung
beurteilt sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordi-
nierungsvorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253
E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).
3.
3.1 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens können die Verletzung von
Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung des Ermessens, die un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt werden (Art. 49
VwVG).
3.2 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz be-
herrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Da-
C-4885/2019
Seite 7
nach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Am-
tes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen
Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2;
138 V 218 E. 6).
3.3 In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtli-
cher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die
bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung ha-
ben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). Deshalb
finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfü-
gung vom 26. August 2019 in Kraft standen.
3.4 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215
E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen
im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE
121 V 362 E. 1b).
3.5 Vorliegend sind insbesondere das IVG (in der Fassung vom 1. Januar
2008), die Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar
1961 (IVV, SR 831.201; in der Fassung vom 1. Januar 2008), das AHVG
(in der Fassung vom 1. Januar 2008), die Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101; in der Fassung vom
1. Januar 2008), das ATSG sowie die Verordnung vom 11. September
2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV,
SR 830.11) anwendbar.
4.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 26. August 2019, mit der die Vorinstanz die Höhe der IV-
Viertelsrente der Beschwerdeführerin von Mai 2009 bis Ende März 2011
festsetzte. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist vorlie-
gend die Festsetzung und Berechnung der Rentenhöhe.
Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus beantragt, ihre IV-Rente sei
in Bezug auf die generelle Höhe (Viertelsrente) sowie die Dauer der Ren-
C-4885/2019
Seite 8
tenzahlung erneut zu überprüfen, weil die dem Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts zugrunde gelegten Annahmen nachweislich falsch seien, ihr
von Anfang an (2007) bis 2013 von verschiedensten Seiten ein Invaliditäts-
grad und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestätigt worden und die zeit-
lich begrenzte monatliche IV-Rente von nur Fr. 23.- (beziehungsweise rich-
tigerweise Fr. 38/39.-) äusserst armselig und einem Land wie der Schweiz
eigentlich völlig unwürdig sei, ist darauf nicht einzutreten. Das Bundesver-
waltungsgericht hat bereits mit dem Urteil C-6997/2014 vom 9. Januar
2019 rechtskräftig über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine In-
validenrente sowie deren Umfang entschieden.
5.
Mit E-Mail vom 26. August 2019 teilte ein Mitarbeiter der SAK der Be-
schwerdeführerin in Beantwortung deren Schreibens vom 19. August 2019
(vgl. IVSTA-act. 41) insbesondere mit, dass es sich bei der «Mitteilung/Be-
schluss vom 10. April 2019» um ein Dokument handle, das zwischen IV-
Stelle und Ausgleichskasse zur Rentenberechnung verschickt werde und
Versicherte vorher als Information einen Vorbescheid bekämen (IVSTA-
act. 33). Entsprechend ist fraglich, ob die IVSTA dadurch, dass die ange-
fochtene Verfügung ohne Vorbescheidverfahren erlassen wurde, das
rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat. Das Bundesverwal-
tungsgericht prüft eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs von Am-
tes wegen.
In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
aus der erwähnten Aussage der SAK betreffend Vorbescheid, welche glei-
chentags wie die angefochtene Verfügung erging, nichts zu ihren Gunsten
ableiten kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist nämlich
bei der Berechnung der Höhe von IV-Renten durch die Ausgleichskasse
kein Vorbescheidverfahren gemäss Art. 57a IVG durchzuführen. Die in al-
ler Regel nicht umstrittene Rentenberechnung könne zudem nach Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens (in Bezug auf die Festlegung des In-
validitätsgrades und des Rentenbeginns) ohne zusätzliche vorgängige Ge-
hörsgewährung erfolgen. Ein anderes Vorgehen dränge sich höchstens
ausnahmsweise auf, wenn aus besonderen Gründen zu erwarten sei, dass
die Rentenberechnung als solche umstritten sein könnte (zum Ganzen:
BGE 134 V 97 E. 2; vgl. auch Kreisschreiben über das Verfahren in der
Invalidenversicherung (KSVI), gültig ab 1. Januar 2010, Stand 1. Januar
2018, Rz. 3013.5 1/10). Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass
die Beschwerdeführerin bereits vorgängig Elemente der Rentenberech-
nung gerügt hat, weshalb vorliegend nicht von einem Ausnahmefall im
C-4885/2019
Seite 9
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auszugehen ist. Im Übri-
gen hat die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren
keine Gehörsverletzung gerügt. Schliesslich ist festzuhalten, dass selbst
wenn vorliegend auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu schliessen
wäre, diese nicht besonders schwerwiegende Verletzung infolge des
durchgeführten doppelten Schriftenwechsels sowie der Prüfung der Sach-
lage durch das Bundesverwaltungsgericht, welches über volle Kognition
verfügt, geheilt werden könnte (vgl. Urteil des BGer 8C_305/2018 vom
23. Januar 2019 E. 2.1 m.w.H.).
6.
Nachfolgend sind die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und die
von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen.
6.1 Anspruch auf eine ordentliche IV-Rente haben Versicherte, die bei Ein-
tritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet ha-
ben (Art. 36 Abs. 1 IVG).
Versicherte sind gemäss Art. 1b IVG diejenigen Personen, die nach Art. 1a
und 2 AHVG obligatorisch oder freiwillig versichert sind. Obligatorisch ver-
sichert sind namentlich natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz
und natürliche Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben
(Art. 1a Abs. 1 Bst. a und b AHVG).
Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des
Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht
hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Anspruch auf eine IV-Rente haben gemäss Art. 28
Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich
im Aufgabenbereich zu betätigen nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a),
die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig im Sinne von Art. 6 ATSG gewesen sind
(Bst. b) und die nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid im
Sinne von Art. 8 ATSG sind (Bst. c). Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invali-
dität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit.
6.2 Für die Berechnung der ordentlichen Invalidenrenten sind die Bestim-
mungen des AHVG sinngemäss anwendbar (Art. 36 Abs. 2 IVG). Entspre-
chend werden die Renten nach Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbsein-
C-4885/2019
Seite 10
kommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der rentenbe-
rechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Al-
tersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles
(Rentenalter oder Tod) berechnet (Art. 29bis Abs. 1 AHVG). Die Beitrags-
dauer ist vollständig, wenn eine Person gleich viele Beitragsjahre aufweist
wie ihr Jahrgang (Art. 29ter Abs. 1 AHVG). Als Beitragsjahre gelten gemäss
Abs. 2 Zeiten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (Bst. a), in
welchen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 3 AHVG mindestens den doppel-
ten Mindestbeitrag entrichtet hat (Bst. b) oder für die Erziehungs- oder Be-
treuungsgutschriften angerechnet werden können (Bst. c). Ein volles Bei-
tragsjahr liegt vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im
Sinne von Art. 1a oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit den
Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter
Abs. 2 Bst. b und c AHVG aufweist (Art. 50 Abs. 1 AHVV). Bei unvollstän-
diger Beitragsdauer besteht Anspruch auf eine Teilrente entsprechend dem
gerundeten Verhältnis zwischen den vollen Beitragsjahren der versicherten
Person und denjenigen ihres Jahrganges (Art. 29 Abs. 2 Bst. b AHVG;
Art. 38 Abs. 2 AHVG; vgl. zur Abstufung der Teilrenten in Prozenten der
Vollrente: Art. 52 Abs. 1 und Abs. 1bis AHVV sowie die jeweils anwendbaren
Rententabellen [AHV/IV] des Bundesamtes für Sozialversicherungen
[BSV], www.bsv.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen, Kreis-
schreiben etc. > Vollzug Sozialversicherungen > AHV > Grundlagen AHV
> Weisungen Renten > Rententabellen; BGE 121 V 71 E. 1; zum Stellen-
wert dieser Verwaltungsweisung vgl. BGE 140 V 314 E. 3.3).
6.3 Innerhalb der anwendbaren Rentenskala (Art. 52 AHVV) bestimmt sich
der Rentenbetrag nach dem durchschnittlichen Jahreseinkommen. Dieses
setzt sich zusammen aus den Erwerbseinkommen, den Erziehungs- und
den Betreuungsgutschriften (Art. 29quater AHVG). Weil die Beiträge während
einer langen Beitragskarriere zum Nominalbetrag bezahlt worden sind,
wird die Summe der Erwerbseinkommen entsprechend dem Rentenindex
aufgewertet (Art. 30 Abs. 1 AHVG). Das BSV legt die Faktoren für die Auf-
wertung der Summe der Erwerbseinkommen nach Art. 30 Abs. 1 AHVG
jährlich fest (Art. 51bis Abs. 1 AHVV). Gemäss Art. 51bis Abs. 2 AHVV wer-
den die Aufwertungsfaktoren ermittelt, indem der Rentenindex nach
Art. 33ter Abs. 2 AHVG durch den mit 1,1 gewichteten Durchschnitt der
Lohnindizes aller Kalenderjahre von der ersten Eintragung in das individu-
elle Konto (IK) des Versicherten bis zum Vorjahr des Eintritts des Versiche-
rungsfalles geteilt wird. Bei unvollständiger Beitragsdauer ist das Kalender-
jahr für den Aufwertungsfaktor massgebend, in welchem erstmals ein IK-
C-4885/2019
Seite 11
Eintrag vorgenommen wurde, wobei dieses Jahr zwischen dem der Zu-
rücklegung des 20. Altersjahres folgenden Jahr und dem Eintritt des Versi-
cherungsfalles liegen muss (vgl. dazu Art. 29bis Abs. 2 AHVG i.V.m.
Art. 51bis Abs. 2 AHVV). Die Summe der aufgewerteten Erwerbseinkom-
men sowie die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften werden durch die
Anzahl der Beitragsjahre geteilt (Art. 30 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 AHVG,
Art. 51bis Abs. 1 AHVV).
6.4 Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Beiträge
wird grundsätzlich auf die individuellen Konten (IK) abgestellt, welche für
jeden beitragspflichtigen Versicherten geführt und in welche die entspre-
chenden Daten eingetragen werden (vgl. Art. 30ter AHVG; Art. 137 ff.
AHVV). Der Versicherte hat das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für
ihn ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten
Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Art. 141
Abs. 1 AHVV). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt,
oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des
Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen
Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder
dafür der volle Beweis erbracht wird (Art. 141 Abs. 3 AHVV). Das gilt nicht
nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige bzw. fehlende Eintra-
gungen in den IK (BGE 117 V 261 E. 3a). Der geforderte volle Beweis
schliesst den Untersuchungsgrundsatz nicht aus. Der Mitwirkungspflicht
des Betroffenen kommt jedoch ein erhöhtes Gewicht zu. Im Fall der Be-
weislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die daraus
Rechte ableiten will (BGE 117 V 261 E. 3b-d m.H.).
7.
7.1 Zur Streitsache haben sich die Parteien wie folgt geäussert:
7.1.1 Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde geltend, die Be-
rechnung der Rente sei – trotz einiger Hinweise – nicht verständlich und
ihr stehe gemäss eingereichter Beilage (IV-Renten ab 1. Januar 2019,
Skala 44: Monatliche Vollrenten) eine monatliche Viertelsrente der IV von
Fr. 351.- zu.
7.1.2 Dagegen wendet die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zusammen-
gefasst ein, die Beschwerdeführerin weise bis zum Jahr vor dem Eintritt
des Versicherungsfalls (konkret: 31. Dezember 2007) ein anrechenbares
Einkommen von Fr. 60'250.- auf. Dieser Betrag ergebe geteilt durch die
C-4885/2019
Seite 12
anrechenbare Beitragsdauer von 2 Jahren und 9 Monaten ein massgebli-
ches durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 21'909.-. Unter Berück-
sichtigung der durchschnittlichen Lohn- und Preisentwicklung betrage das
massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen im Jahr 2008 somit
Fr. 22'542.-. In Bezug auf die Ermittlung der Rentenskala weise der Jahr-
gang 1956 im Jahr 2008 31 Beitragsjahre auf, womit bei einer Eintrags-
dauer von 2 Jahren und 9 Monaten die Skala 3 der Rententabellen 2007
zur Anwendung komme. Die Viertelsrente betrage bei einem durchschnitt-
lichen Jahreseinkommen von Fr. 22'542.- schliesslich Fr. 23.- und ver-
bleibe auch bei einer Lohn- und Preisentwicklung auf Fr. 23'256.- (ab 1. Ja-
nuar 2009) bei diesem Betrag.
7.1.3 Replikweise bemängelte die Beschwerdeführerin schliesslich, die Vo-
rinstanz habe erstmals genaue Angaben zur Berechnung gemacht, bei der
Rentenberechnung seien jedoch mehrere Fehler unterlaufen: Der Eintritt
des Versicherungsfalls sei unstreitig im Kalenderjahr 2007 und nicht 2008
gewesen. Entsprechend ergäben sich für ihren Jahrgang 30 Beitragsjahre
anstatt 31. Für 30 Beitragsjahre und die tatsächliche Beitragszeit von
2 Jahren und 9 Monaten ergebe sich sodann eine Skala von knapp 5 und
nicht 3. Bei der Verwendung der Skala 5 ergebe sich schliesslich eine mo-
natliche Viertelsrente in der Höhe von Fr. 38.-/39.- und nicht Fr. 23.-.
7.1.4 Duplikweise führte die Vorinstanz aus, die Invalidität gelte als einge-
treten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige
Leistung (vorliegend eines Rentenanspruchs) erforderliche Art und
Schwere erreicht habe. Der Eintritt der Invalidität beziehungsweise des
Versicherungsfalls erfolge in jenem Zeitpunkt, in welchem eine Leistung
der IV (hier einer Rente) objektiv erstmals angezeigt sei. Der Versiche-
rungsfall trete ein, sobald die versicherte Person während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % ar-
beitsunfähig gewesen sei und weiterhin mindestens zu 40 % erwerbsunfä-
hig sei, also am ersten Tag nach Ablauf der einjährigen Wartefrist. Vorlie-
gend sei die Arbeitsunfähigkeit im August 2007 eingetreten, sodass der
Rentenanspruch im August 2008 entstanden sei. Entsprechend sei die in
der Vernehmlassung dargelegte Berechnung gültig.
7.2 Dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6997/2014 vom 9. Ja-
nuar 2019 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Mai
2009 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenver-
sicherung hat. Grundlage hierfür war das als beweiskräftig eingestufte Gut-
achten der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 17. April
C-4885/2019
Seite 13
2013, gemäss welchem die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ab
August 2007 100 % und schliesslich ab August 2008 weiterhin 50 % betra-
gen habe. Es ist daher mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Versiche-
rungsfall (Rentenanspruch infolge Eintritt der Invalidität, vgl. auch oben
E. 6.1) im August 2008 eingetreten ist, nachdem die Beschwerdeführerin
ab August 2007 während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig war und ab August 2008
weiterhin zu mindestens 40 % invalid war.
Daraus, dass der Versicherungsfall im August 2008 eingetreten ist, ergibt
sich, dass die Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder
Betreuungsgutschriften bis zum Jahr vor dem Eintritt des Versicherungs-
falles (Art. 29bis Abs. 1 AHVG; vgl. oben E. 6.2), konkret also 31. Dezember
2007 zu berücksichtigen sind.
Den Ausführungen der Beschwerdeführerin (vgl. oben E. 7.1.3) in Bezug
auf den Eintritt des Versicherungsfalls kann somit nicht gefolgt werden. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch den weiteren replikweisen Aus-
führungen der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden könnte: Wenn der
Versicherungsfall bereits im Jahr 2007 eingetreten wäre, hätten sich zwar
die Beitragsjahre des Jahrganges um ein Jahr auf 30 reduziert, im gleichen
Umfang jedoch auch die tatsächliche Beitragszeit der Beschwerdeführerin
auf 1 Jahr und 9 Monate. Weiter hätte sich auch das zu berücksichtigende
Erwerbseinkommen verändert.
7.3 Die im IK-Auszug angeführten Versicherungszeiten sind vorliegend
verbindlich, zumal keine Anhaltspunkte für deren Unrichtigkeit bestehen
und solche von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht wer-
den (vgl. auch oben E. 6.4). Gemäss den verbindlichen Einträgen im IK-
Auszug war die Beschwerdeführerin vom 1. April 2005 bis zum 31. Dezem-
ber 2007 während 33 Monaten respektive 2 Jahren und 9 Monaten bei der
AHV/IV versichert (IVSTA-act. 11 S. 2; 31; 35). In Anwendung von Art. 50
Abs. 1 AHVV sind demnach vorliegend 2 volle Beitragsjahre anrechenbar.
Bei der Beschwerdeführerin beläuft sich die (im Zeitpunkt des Versiche-
rungsfalls im Jahr 2008) maximale Beitragsdauer des Jahrgangs 1956 auf
31 Jahre (vgl. Rententabellen 2007, S. 7). Wie vorstehend (vgl. oben
E. 6.2) dargelegt, besteht bei unvollständiger Beitragsdauer lediglich An-
spruch auf eine Teilrente entsprechend dem gerundeten Verhältnis zwi-
schen den vollen Beitragsjahren der versicherten Person und denjenigen
ihres Jahrganges (Art. 29 Abs. 2 Bst. b AHVG; Art. 38 Abs. 2 AHVG). Bei
einer effektiven Beitragsdauer von 2 Jahren resultiert mithin vorliegend die
C-4885/2019
Seite 14
Rentenskala 3 (vgl. dazu Rententabellen 2007, S. 10). Mit 2 Beitragsjahren
weist die Beschwerdeführerin im Vergleich zu einer vollen Beitragsdauer
von 31 Jahren eine erhebliche Lücke auf, was im Ergebnis – im Vergleich
zu einer Vollrente – zu einer Kürzung des Rentenanspruchs führt. Dass die
Vorinstanz die Rentenberechnung in Anwendung der Rentenskala 3 vor-
genommen hat, erweist sich demnach als korrekt und ist nicht zu bean-
standen.
7.4 Gestützt auf die verbindlichen IK-Eintragungen (vgl. oben E. 6.4) hat
die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für die Jahre 2005 bis 2007 korrekt
ein Gesamteinkommen von Fr. 60’250.- gutgeschrieben (IVSTA-act. 35
S. 3). Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die SAK als ersten IK-Ein-
trag das Jahr 2005 berücksichtigt und in Anwendung der für das Jahr 2008
massgeblichen Aufwertungsfaktoren einen Faktor von 1.000 ermittelt hat
(vgl. dazu Rententabellen 2009, S. 15). Als durchschnittliches Einkommen
resultiert daher – bei einer Beitragsdauer von 33 Monaten – ein Betrag von
Fr. 21’909.- (= Fr. 60’250.- x 1.000 : 33 x 12). Auch diesen Betrag hat die
Vorinstanz demnach korrekt ermittelt (vgl. dazu IVSTA-act. 35; 48).
7.5 Das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen setzt sich zu-
sammen aus dem Durchschnitt der aufgewerteten Erwerbseinkommen so-
wie dem Durchschnitt der anrechenbaren Erziehungs- und Betreuungs-
gutschriften. Die Durchschnitte werden addiert und auf den nächsthöheren
Tabellenwert des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens
aufgerundet (Wegleitung über die Renten in der Eidgenössischen Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL], gültig ab 1. Januar
2003, Stand 1. Januar 2008, Rz. 5101). Da die Beschwerdeführerin ge-
mäss IK-Eintragungen über keine Erziehungs- oder Betreuungsgutschrif-
ten verfügt, entspricht vorliegend das ermittelte durchschnittliche Erwerbs-
einkommen von Fr. 21'909.- dem durchschnittlichen Jahreseinkommen der
Beschwerdeführerin. Aufgerundet auf den nächsthöheren Tabellenwert der
Rentenskala 3 von Fr. 23’256.- ergibt sich bei einer IV-Viertelsrente für die
Jahre 2009 und 2010 der verfügte Betrag von monatlich Fr. 23.- (vgl. Ren-
tentabellen 2009, S. 101). Im Jahr 2011 erhöht sich der monatliche Ren-
tenbetrag schliesslich bei einer Aufrundung auf den nächsthöheren Tabel-
lenwert von Fr. 23'664.- auf Fr. 24.- (vgl. Rententabellen 2011, S. 101). Hie-
raus ergibt sich die von der Vorinstanz korrekt berechnete IV-Viertelsrente
von insgesamt Fr. 532.- für den Zeitraum vom 1. Mai 2009 bis 31. März
2011 ([8 x 23.- {2009}] + [12 x 23.- {2010}] + [3 x 24.- {2011}]).
C-4885/2019
Seite 15
8.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Rentenberechnung durch die
Vorinstanz korrekt erfolgt ist, die Beschwerde dementsprechend abzuwei-
sen ist, soweit darauf einzutreten ist, und die angefochtene Verfügung vom
26. August 2019 zu bestätigen ist.
9.
9.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m.
Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei die Verfahrenskosten grundsätzlich der unterlie-
genden Partei auferlegt werden. Die Verfahrenskosten können der Partei
gemäss Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR
173.320.2) ganz oder teilweise erlassen werden, wenn andere Gründe in
der Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erschei-
nen lassen, sie ihr aufzuerlegen. Dies ist vorliegend in Anbetracht der Höhe
der strittigen IV-Rente der Fall, weshalb der Beschwerdeführerin die Ver-
fahrenskosten zu erlassen sind. Der einbezahlte Kostenvorschuss von
Fr. 800.- ist der Beschwerdeführerin demnach nach Eintritt der Rechtskraft
dieses Urteils zurückzuerstatten.
9.2 Grundsätzlich kann die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise ob-
siegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung
für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbehörde hat die obsiegende Vo-
rinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 VGKE). Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist entsprechend
dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64
Abs. 1 VwVG e contrario).
C-4885/2019
Seite 16