Decision ID: 4d60b93b-272b-5329-94a8-9e441cb89700
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
verfügt über keine
relevante
Schul- und Berufs
ausbildung (Urk.
8
/
4/4
).
1991 kam er als Flüchtling in die Schweiz. Er arbeitete als Hilfsarbeiter in einer Bäckerei, bis er eine Mehlstauballergie entwickelte, die 2003 eine Unterlappenresektion
der rechten Lunge
erforderlich machte. Danach
arbeitete er
bis 2011
für den angestammten Betrieb als Auslieferungsc
hauffeur
(Urk. 8/7/2
, Urk. 8/10/3
und
Urk.
8/62/9-11
).
Am
24. Oktober 2012
meldete sich der Versicherte
unter Angabe
von
Atemproblemen und
Beschwerden in
der rechten Schulter bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/
4)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte mit dem Versicherten ein Standortgespräch (Urk. 8/7)
und
holte
einen IK-Aus
zug ein (Urk. 8/10).
Mit Verfügung vom 1
7. Dezember 2012
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab
(Urk. 8/14). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 23. September 2013 meldete sich der Versicherte wiederum zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 8/16). Dabei gab er an, er leide an Beeinträchtigungen
am linken
Arm und habe psychische Beschwerden (Urk. 8/16/4).
Die IV-Stelle holte
medi
zinische
(Urk. 8/21, Urk. 8/33
, Urk. 8/37
, Urk. 8/41, Urk. 8/42, Urk. 8/47, Urk. 8/50
)
und erwerbliche
(Urk. 8/27
, Urk. 8/38
)
Auskünfte ein
und
liess
den Versicherten
im
Y._
poly
disziplinär
in den medizinischen Fachrichtungen der Allgemeinen Inneren Medizin, der Neurologie, der Psychiatrie und der Orthopädie untersuchen (Gut
achten vom 14. November 2014
;
Urk. 8/62).
Am 19. November 2014 reichte
der behandelnde Arzt des Versicherten
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
einen Verlaufsbericht
sowie weitere Arztberichte
ein (Urk. 8/63
-64
).
Mit Vorbescheid vom 14. Januar 2015 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass sie gedenke, das
Begehren um eine Invalidenrente
abzu
weisen (Urk. 8/67). Am 9. März 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/74 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom
9. März 2015 (Urk. 2) liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Müller, am 24. April 2015 Beschwerde erheben und bean
tragen, es sei die Verfügung aufzuheben, und es sei auf zuvor vervollständigter medizinischer Aktenlage unter
Beizug
von vollständigen Verlaufsberichten der behandelnden Ärzte von unabhängiger Stelle eine interdisziplinäre Begutach
tung einzuholen und es sei eine Evaluation der Leistungsfähigkeit durchzufüh
ren.
Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und es sei ihm mindestens eine
halbe Rente zuzusprechen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Müller
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 21. Mai 2015 die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 7).
Mit Verfügung vom 1. Juni 2015 bewilligte das Gericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung, bestellte ihm Rechts
anwalt Müller als unentgeltlichen Rechtsvertreter und ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk. 9).
Am 7. September 2015 erstatte
te
der Beschwerde
führer
unter Beilage einer Stellungnahme von
Dr.
Z._
vom 13. April 2015
zum Gutachten
des
Y._
(Urk. 14)
Replik und beantragte die Vergütung der Kosten für die Stellungnahme von
Dr.
Z._
(Urk. 13
).
A
m 12. Oktober 2015 reichte die IV-
Stelle die Duplik ein (Urk. 16), die dem Beschwerdeführer mit
Verfügung vom 19. Oktober 2015 zur Kenntnis
zugestellt wurde
(Urk. 17
).
Mit Schreiben vom 4. November 2015 ersuchte der Beschwerdeführer um Ansetzung einer
Frist zur Triplik
(Urk. 18). Mit Verfügung vom 5. November 2015 wurde ein dritter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 19). Am 9. Dezember 2015 erstat
tete der Beschwerdeführer Triplik (Urk. 21) und am 21. Dezember 2015
teilte die IV-Stelle mit, dass sie auf eine
Quadruplik
verzichte
(Urk. 24), was dem Beschwerdeführer am
22. Dezember 2015
mitgeteilt wurde
(Urk. 25).
Mit Verfü
gung vom 20.
Juli 2016
(Urk. 29)
wurde
der Beschwerdegegnerin
eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 12. Juli 2016 (Urk. 27) sowie des ärztlichen Berichts von Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin
FMH
und Facharzt für
Rheumatologie
FMH,
vom 19. Juni 2016 (Urk. 28) zugestellt und es wurde ihr eine Frist von
zehn
Tagen angesetzt, um dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Am 29. Juli 2016 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung (Urk. 30). Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. August 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 31).
Mit Schreiben vom 25. August 2016 (Urk. 33) reichte Rechtsanwalt Müller seine Honorarnote ein (Urk. 34).
Auf die
einzelnen Vorbringen
der Parteien
in den Rechtsschriften und die ein
gereichten Unterlagen (
Urk.
3/3-7,
8/1-77, 14, 22/1-3 und 28)
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs nach der Neuanmeldung vom
23.
September 201
3.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 4) handelte es sich bei der
ersten
Anmeldung vom Oktober 2012 um eine Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Urk. 6/4/1) und nicht lediglich um eine Anfrage in Bezug auf die Zusammenarbeit der IV-Stelle mit dem Regiona
len Arbeitsvermittlungszentrum
(vgl. Urk. 3/3). Die Anmeldung ging
am 24.
Oktober 2012 und damit
vor und unabhängig
von
der genannten Anfrage
, die vom 2
5.
Oktober 2012 datiert,
ein.
Zu prüfen ist daher analog einem
Revisi
onsfall
, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom
17. Dezember 2012
bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
9. März 2015
in einem rentenbegründenden
Ausmass
verschlechtert hat.
Dabei stellt sich insbesondere auch die Frage, ob die Akten vollständig und ausreichend sind.
2
.
2
Die Beschwerdegegnerin
begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2)
gestützt auf das polydisziplinäre
Gutachten
des
Y._
vom
14. November 2014
-
jedoch in Abweichung von dessen Gesamtbeurteilung
-
damit,
dass
dem Beschwerdeführer
eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80 % zumutbar
sei
.
Davon ausgehend
errechnete
sie
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad
von 29 %.
2.
3
Der Beschwerdeführer
lässt vorbringen,
das
Gutachten
des
Y._
sei
unvoll
ständig,
da auf Fremdanamnese
n
verzichtet worden sei
,
keine
Verlaufsberichte
von Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH
,
und
von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und für Pneumologie FMH
,
eingeholt worden
seien
,
nicht mit dem behandelnden Psy
chiater Rücksprache ge
nommen worden sei
und auf bildgebende
Abklärungen
verzichtet worden sei. Daher sei eine
neue Begutachtung erforderlich
. Die von der Beschwerdegegnerin abweichend vom Gutachten festgelegte Arbeitsfähig
keit sei überdies aktenwidrig.
Zudem sei ein
Leidensabzug
von
mindestens
zehn
Prozent
zu gewähren
(Urk.
1).
3.
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
17. Dezember 2012
(Urk.
8
/
14
), ist auf
das
Feststellungs
blatt
der IV-Stelle vom
5. November 2012
zu verweisen (Urk.
8
/
11
). Demnach
lag
einzig
ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis aus dem Jahr 2005
bei den Akten
, während medizinische Berichte gänzlich fehlten
(
Urk. 8/11/2,
vgl. Urk.
8/9
).
Zudem ist dem Standortgespräch, welches die IV-Stelle mit dem Beschwerdeführer am 1. November 2012 führte
,
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
in seiner
zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als
Chauffeur
zu 100 % arbeitsfähig
war
(Urk. 8/7/5)
.
Gestützt darauf verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
17
.
Dezember
20
12
einen Rentenanspruch (Urk.
8
/
14
).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der Verfügung vom
9. März 2015
,
mit der
das Leistungsbegehren
erneut
abgewiesen wurde
(Urk. 2), lagen der Beschwerdegegnerin im Wesentli
chen die folgenden ärztlichen Berichte und Stellungnahmen vor:
4.2
4.2.1
Im
undatierte
n
Bericht
des
D
._
, Rheumaklinik,
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 2
2.
April bis
9.
Mai 2013 (
Urk.
8/42/7-10)
wurden die folgenden
Diagnosen aufgeführt
:
1.
Zervikoradikuläres
Schmerzsyndrom C7 links
2.
Bronch
i
ektasen
Unterlappen rechts
3.
Lagerungsbedingte Parese am rechten Arm nach OP 6. Juni 2003
4.
Chronische asthmatische Bronchitis
5.
Hypovitaminose D (ED 2
2.
April 2013)
.
Der Beschwerdeführer
leide seit etwa acht Wochen an Schmerzen im Bereich des Nackens, der linken Schulter und des linken Armes
mit
Sensibilitätsvermin
derung
und
Parästhesie
n
in den Fingern I-III
, entsprechend einer
intraforami
nalen
Bandscheibenhernie C6/7 links mit Kompression der Nervenwurzel
C
7.
Nach erfolgloser ambulanter Behandlung sei er
zur stationären
multi
modalen
Komplextherapie überwiesen worden. Die durchgeführte Physio- und Ergo
therapie mit Behandlungsschwerpunkt auf Neuromobilisation,
Haltungs
schulung
, Ausdauer- und Krafttraining in Verbindung mit einer leichten medi
kamentösen Schmerztherapie habe zu einer zufriedenstellenden
Regredienz
der Schmerzen geführt. Der Beschwerdeführer solle
die Physiotherapie weiterführen;
eine Arbeitsunfähigkeit nach Beendigung der
Hospitalisation
wurde nicht attes
tiert.
Die Elektrodiagnostische Untersuchung vom
7.
Mai 2013 in der Klinik für Neu
rologie des
D._
hatte nebst einer leichten C7-Radikulopathie links keine weite
ren
radikulären
oder peripheren Läsionen, und insbesondere kein
Carpaltun
nelsyndrom
gezeigt
. Das Ausmass der geklagten Beschwerden lasse sich mit der erhobenen C7-Radikulopathie nicht erklären
(
Urk.
8/42
/11
).
4.2.2
A
m 17. Dezember 2013 führte das
E._
ein MRI der Halswirbelsäule und ein
Arthro
-MRI der linken Schulter durch
, das mässige multisegmentale Degenerationen der Halswirbelsäule
mit
Diskopathien
und neu
ralen Tangierungen mit dem Hauptbefund einer kleinen bis mittelgrossen Diskushernie C6/7
mediolateral
links mit
Irriataion
der austretenden
Nerven
wurzel
C7 links und eine leichte
humeruskopfseitige
Partialruptur der
Supraspi
natussehne
ergab (
Urk.
8/37).
4.2.3
Wegen einer akuten Muskelschwäche im rechten Bein bei Verdacht auf ein
radi
kuläres
Syndrom i
m Bereich der Lendenwirbelsäule
wurde am 2
8.
Januar 2014 ein MRI der Lendenwirbelsäule gemacht. Es zeigten sich beginnende
osteo
chondrotische
Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule ohne abgrenzbare fokale
Hernation
, ohne Kompression einer austretenden Nervenwurzel oder der
Cauda
equina
und ohne fokale Diskushernie (
Urk.
8/47/12).
4.3
4.3.1
Aus
psychiatrischer Sicht diagnostizierte
die Klinik für Psychiatrie und Psycho
therapie des
D._
im Bericht vom
2.
Juli 2013 aufgrund des Erstgesprächs vom 2
4.
Mai 2013 eine mittelgradige depressive E
p
isode (ICD-10: F32.1) und diffuse Schmerzen diverser Lokalisation bei der Differentialdiagnose einer undifferen
zierten
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.1).
D
er Beschwerdeführer leide an den oberen und den unteren Extremitäten an diffusen Schmerzen wechselnder Intensität und Charakteristik bei einem Status nach politischer Hafterfahrung in Ex-Jugoslawien. Im Querschnitt zeige sich ein ängstlich-depressives und erschöpftes Zustandsbild bei psychosozialen Belastungsfaktoren. Für die seit drei bis vier Jahren bestehenden körperlichen Beschwerden
habe bisher nach neurologischer und rheumatologischer Abklärung kein ausreichendes somati
sches Korrelat gefunden werden können, so dass der Verdacht auf eine
Somati
sierungsstörung
bestehe. Der Verdacht auf eine
p
osttraumatische
Belastungs
störung
aufgrund der Inhaftierung in den Jahren 1988 bis 1990 habe sich hingegen nicht erhärten lassen, da die klassischen
M
erkmale wie Wiedererleben und Vermeidungsverhalten kaum vorhanden seien
(
Urk.
8/20/32-35).
4.3.2
Im von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 2
2.
Oktober 2013 führte
Dr.
Z._
als
psychiatrische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine mittelgradige bis schwere depressive Störung (ICD-10:F32.1 und F32.2) seit mindestens neun Monaten mit der Differentialdiagnose ei
ner aufgelagerten Angststörung und
eine anhaltende
somatoforme
Störung (ICD-10: F45.0)
mit der seit mehreren Jahren bestehenden Differentialdiagnose einer undifferen
zierten Schmerzstörung mit
somatisierend
aufgelagerten Elementen (ICD-10: F45.1), aber auf dem Boden echter körperlicher Schmerzen durch den Bewe
gungsapparat verursacht
, auf. Seit der Beschwerdeführer wegen der „
Bäcker
lunge
“ nicht mehr arbeiten könne, habe er am gesamten Bewegungsapparat anhaltende und quälende Schmerzen entwickelt, deren Folge eine massive Beeinträchtigung in sämtlichen zentralen Lebensbereichen sei. Es liege eine beson
ders schwere Form einer Schmerzverarbeitungsstörung mit depressiver Entwicklung vor. Der Beschwerdeführer leide massiv und erdrückend unter dieser Situation, die er trotz starker Willensanspannung und Motivation nicht ändern könne. Es bestehe für sämtliche Tätigkeitsbereich
e
bis auf
Weiteres
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/21).
Im ergänzenden und korrigierenden Bericht vom
2
6.
November 2013
diagnosti
zierte
Dr.
Z._
zusätzlich
eine
seit 1988 bestehende
p
osttraumatische
Belas
tungsstörung
(ICD-10: F43.1)
. Dazu führte er aus, der
Beschwerdeführer leide an Ich-Störungen in Form von Depersonalisation und
Derealisation
, an Nachhalle
rinnerungen, an nächtlichen Alpträumen und müsse ständig an die Folterzeit von 1988 denken, als er im Balkankrieg in Isolationshaft gehalten worden sei. Er sei innerlich stark unruhig und leide unter ständiger Angst (
Urk.
8/33).
Im Bericht vom
9. Juni 2014
ergänzte
Dr.
Z._
bei gleicher Diagnosestellung, d
er Beschwerdeführer sei überwachsam, aber zu allen Modalitäten orientiert. Das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit und
die
exekutive
n
Funktionen seien eingeschränkt. Formalgedanklich sei er stark auf seine Sorgen eingeengt. Er grüble ständig und
überlege sich
Auswege aus seinem Leidenszustand.
Er sei sehr ängstlich und seine Ängste
seien
hypochondrisch anmutend. Die
Affektre
gulation
sei gestört. Die Impulsivität sei leicht erhöht mit
einer
schwer ernied
rigte
n
Frustrationstoleranz. Das Risikoverhalten sei allgemein erhöht.
Er sei unfähig zu vertrauen und habe Angst, wieder zum Opfer zu werden. Es mache sich eine Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breit.
Er sei gereizt und habe
Wutausbrüche. Zudem sei ein hohes
Mass
an Impulsivität und Reizbarkeit vor
handen.
Um Angst abzuwehren
sei er b
ei sozialen Anlässen teilnahmslos
.
Er habe das Gefühl
,
seine Zukunftsperspektive sei eingeschränkt und er sei sozial isoliert.
Die Depressivität, die kognitiven
Einbussen
und das subjektive Leiden hätten zugenommen.
Eine
Arbeitsfähigkeit bestehe
nicht
(Urk. 8/47/
1-6
).
4.4
Im polydisziplinären Gutachten de
s
Y._
vom 14. November 2014, welches Fachgutachten
der Psychiatrie, der Orthopädie/Traumatologie
,
der Neurologie und
der Inneren Medizin umfasst,
wurden
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/62/13):
Mittelgradige depressive Episode (
ICD-10:
F32.1)
Bandscheibenvorfall C6/7 links mit
Zervikobrachialgie
links, C7-Schmerzsymptomatik mit Kraftminderung
der
linke
n
Hand bei
Wurzellä
sion
C7 links
Supraspinatussehnen
-Teilruptur links mit
Impingementsymptomatik
und schmerzhafter Bewegungseinschränkung
Bronchiektasien des rechten Oberlappens
Mehlstauballergie
.
Der psychiatrische
Teilgutachte
r
führte aus
, der Beschwerdeführer habe nach dem Verlust der Arbeitsstelle eine depressive Episode entwickelt,
die zurzeit mittelgradigen Ausmasses
sei. Die Voraussetzungen für eine schwere Depression seien nicht erfüllt, die Symptomatik tendiere eher zu einer leichten Depression.
Die in den Akten mehrfach erwähnte Diagnose einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
habe sich nicht erhärten lassen. Die zahlreichen körperbezogenen Beschwerden, die somatisch nicht erklärbar seien, würden die Annahme einer
somatoformen
Störung, insbesondere einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
begründen.
Diese wirke sich indes nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, da es an einer aus
reichend schweren psychischen Komorbidität fehle und auch die weiteren soge
nann
ten Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. Einzig die mittelschwere Depres
sion wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus, so dass eine 70%ige Arbeitsfähigkeit resultiere (
Urk.
8/62/9-11).
Der orthopädische Teilgutachter attestierte
dem Beschwerdeführer
wegen des Bandscheibenvorfalls C6/7 und der dadurch bewirkten Einschränkungen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Lieferant. Eine angepasste Tätigkeit, die der Minderbelastbarkeit des linken Armes Rech
nung trage, sei hingegen zu 100
%
möglich (
Urk.
8/62/11).
A
us ne
urologischer Sicht wurden wegen der
motorischen Wurzelläsion C7 links
armbelastende Tätigkeiten als nicht mehr zumutbar erachtet, während für ange
passte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bestehe (
Urk.
8/62/12).
Der
i
nternist
e Teilgutachter
führte aus, die zunehmende
Anstrengungsdispnoe
sei durch die Unterlappenresektion
an der rechten Lunge
und die leichten Bron
chiektasien erklärt. Eine Ventilationsstörung sei nicht festgestellt worden. D
ie Tätigkeit als Lieferant - aus
ser in einer Bäckerei - sei dem Beschwerdeführer aus internistischer Sicht z
u 80
%
zumutbar, eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
(
Urk.
8/62/12).
Zusammenfassend
kamen die Gutachter zum Schluss, dass dem Beschwerde
führer die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zumutbar
sei
.
A
us
polydiszip
linärer
Sicht
sei er
nur noch in der Lage,
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten unter Einsatz beider Hände und ohne Überkopfarbeiten, ohne besonderen Zeit
druck und ohne besondere Anforderungen an die Verantwortungsfähigkeit und an die Team- und Konfliktfähigkeit während
4
,
5 Stunden täglich ohne weitere Minderung der Leistungsfähigkeit auszuüben, so dass eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50 % für adaptierte Tätigkeiten resultiere (Urk. 8/62/15).
4.5
Am 1
9.
November 2014 reichte
Dr.
Z._
der IV-Stelle unter Beilage eines Berichts des
E._
über eine Computertomogra
phie des Thorax vom 1
3.
November 2014
einen Verlaufsbericht
ein (
Urk.
8/63 und 8/64). Während im Bericht über die Computertomographie
stationäre
Bron
chiektasen
beschrieben wurden, hielt
Dr.
Z._
- wie schon in seiner Stel
lungnahme vom
9.
Juni 2014 (
Urk.
8/47) - eine Zunahme der Depressivität, der kognitiven Einschränkungen und - trotz adäquater Therapie
- des subjektiven Leidens fest und attestierte weiterhin eine 100%ig
e
Arbeitsunfähigkeit.
Am
13. Februar
2015
reichte
Dr.
Z._
der IV-Stelle einen weiteren Bericht ein, in dem er im Wesentlichen ausführte, unter Einbezug der neusten Befunde habe die Diagnose einer schweren und
chronifizierten
posttraumatischen Belastungsstörung verifiziert werden können.
Der Beschwerdeführer seit weiter
hin vollständig arbeitsunfähig (
Urk.
8/70).
5.
5.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit der letztmaligen Beurteilung
im Jahr 2012
verändert hat
.
Damit stellt sich die Frage nach den Auswirkungen des ver
änderten Gesundheitszustands auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
Dies ist
aus
somatischer und danach
aus
psychiatrischer Sicht zu prüfen.
Strittig ist
dabei insbesondere
, ob auf das Gutachten des
Y._
vom 14. November 2014 (Urk. 8/62) abgestellt werden kann und ob die Beschwerdegegnerin von der
i
m Gutachten unter „Synthese aus allen untersuchten Fachgebieten nach Konsens vom 10. November 2014“ (vgl. Urk. 8/62/14-16) festgehaltenen Arbeitsfähi
gkeit von 50 % abweichen durfte, oder ob weitere medizinische Abklärungen erfor
derlich sind.
5.2
5.2.1
In somatischer Hinsicht erfüllen das internistische, das neurologische und das orthopädische Teilgutachten als solche grundsätzlich die
vom Bundesgericht aufgestellten
Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (BGE 125 V 351 E.
3a).
Zur Rüge
des
Beschwerdeführer
s
, es fehle an
fremdanam
nestischen
Angaben zum somatischen
Gesundheitszustand
(Urk. 1 S. 6
, Urk. 14 S. 5
)
,
ist festzuhalten, dass
bereits die IV-Stelle
vergeblich versucht
hatt
e, vom
Hausarzt Dr.
B._
Berichte
einholen und diesen mehrmals
schriftlich
und
telefonisch auf
forderte
,
die verlangten
Arztberichte einzureichen (Urk. 8/43-46, Urk. 8/76/1). Dass daraufhin der internistische Gutachter
nicht nochmals ver
suchte
,
diese Unterlagen einzufordern, ist nicht zu beanstanden.
Ebenfalls nicht dem Gutachter anzulasten ist, dass vom
Pneumologen
Dr.
C._
nur Unterla
gen aus dem Jahr 2008 erhältlich waren. Demgegenüber konnte
er vom
D._
aktuelle
pneumologische
Berichte
vom 16. Juli und vom 21. Oktober 2014 bei
ziehen
(Urk. 8/62/56)
.
D
as internistische Gutachten
ist daher
vollständig und es mangelt
nicht
an nicht eingeholten Fremdanamnesen.
Im Übrigen ist auf die Stellungnahme der IV-Stelle vom
12. März 2015
zu ver
weisen, in der sie festhielt, dass auch der Beschwerdeführer den
versprochenen Bericht von Dr.
C._
, welchen er telefonisch
angekündigt hatte
, nie ein
reicht
e (Urk. 8/60, Urk. 8/61, Urk. 8/76
).
Dem Vorhalt
des Beschwerdeführers, die Gutachter hätten auf eigene zusätzliche und somit auch
auf
bildgebende Abklärungen verzichtet (Urk. 1 S. 7), ist entge
genzuhalten, dass aus dem Gutachten schlüssig hervorgeht, dass aktuelle
bild
gebende
Abklärungen beigezogen wurden und in die Beurteilung einflossen (Urk. 8/62/4-9, Urk. 8/62/33-34, Urk. 8/62/41, Urk. 8/62/47, Urk. 8/62/55-56, vgl. Urk. 8/62/60-79). Somit waren eigene bildgebende Untersuchungen nicht angezeigt. Aus dem Gutachten de
s
Y._
ergibt sich zwar
nicht, ob die Gut
achter – wie der Beschwerdeführer geltend macht
(Urk. 1 S. 7)
–
die
bildgeben
den
Akten einsahen
oder ob
sie sich auf deren schriftliche
Befunde beschränk
ten. Da sich die Gutachter vertieft mit den Befunden auseinandersetzten, gegen die Ärzte, welche die schriftlichen Befunde erhoben, keine
Ausstandsgründe
vorliegen
,
und
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass jene Ärzte, die die Befunde erhoben hatten, un
korrekte Diagnosen stellten, ist
nichts
dagegen ein
zuwenden
, wenn die Gutachter lediglich auf die schriftlichen Befunde abstell
ten.
Durch die übrigen medizinischen Akten wird der somatische Gesundheits
zustand überdies bestätigt
.
Auch der Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Juni 2016 (
Urk.
28), soweit seine Aussagen den hier zu beurteilenden Zeitraum betreffen, stimmt mit den Befunden und Schlussfolgerungen der somatischen
Teilgutach
ter
überein. Es kann deshalb vollumfänglich auf das Gutachten, soweit es den soma
tischen Gesundheitszustand betri
fft, abgestellt werden.
5.2.2
Hinsichtlich des
psychische
n
Beschwerdebild
es
ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
(vgl. Urk. 1 S. 6
f.
, Urk. 13 S. 6 f.
, Urk. 14 S. 5
)
nicht zu beanstanden, dass
das Gutachten des
Y._
keine
fremdanamnestischen
Aus
führungen enthält, da
den psychiatrischen Experten
bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zukommt
und das Ein
holen fremdanamnestischer Angaben nicht zwingend notwendig ist
(Urteile des Bundesgerichts 8C_660/
2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3 und
8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2, vgl. dazu auch die
von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie herausgegebenen
Qualitätsleitlinien für psy
chiatrische Gutachter in der Eidgenössischen Invalidenversicherung vo
m
Feb
ruar 2012
)
.
Zur Kritik des Beschwerdeführers, der
psychiatrische
Gutachter habe keine Rück
sprache mit dem behandelnden Psychiater genommen (Urk. 1 S. 7
, Urk. 14 S. 5
)
,
ist
festzuhalten, dass der psychiatrische Gutachter
alle
Vorakten
der behandelnden Ärzte
bei seinen Befunden berücksichtigte
und
begründete
, wes
halb er
davon abwich
(Urk. 8/62/31)
.
Der
b
ehandelnde Psychiater
Dr.
Z._
hatte in sämtlichen Berichten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und ausgeführt, weshalb er zu diesem Schluss gekommen war. Som
i
t kannte der Gutachter die Auffassung von
Dr.
Z._
und sah sich nicht mehr z
u einer mündlichen Rücksprache
mit ihm
veranlasst
, was nicht zu beanstanden ist
.
Soweit der Beschwerdeführer die Explorationsdauer von 90 Minuten für die psychiatrische Teilbegutachtung rügt, ist
erneut auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach
es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration gibt, sondern lediglich verlangt wird, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestel
lung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteil
des Bundesgerichts
8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2). Die Exploration ist
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig und erscheint aufgrund der zu
beurteilenden Psychopathologie als angemessen
, so dass nichts gegen das psy
chiatrische Teilgutachten einzuwenden ist.
5.2.3
Schliesslich
vermögen auch die Ausführungen von
Dr.
Z._
in seiner Stel
lungnahme vom 1
3.
April 2015 keine ernsthaften Zweifel am Gutachten zu we
cken.
A
uf
einzelne
Vorbringen, wie die fehlende Fremdanamnese oder die zeitli
che Dauer der Begutachtung
, ist bereits in den oben stehenden Erwägungen
eingegangen worden
.
D
ie
weiteren
Vorwürfe
, soweit sie ausreichend
substanzi
iert
worden sind, betreffen das Vorgehen des psychiatrischen Teilgutachters bei der Begutachtung und bei der Diagnosestellung. Es bestehen indes keine Anhaltspunkte dafür, dass das psychiatrische Teilgutachten nicht mit der erfor
derlichen Sorgfalt erstellt worden wäre.
Es ist primär Sache des Gutachters und nicht des behandelnden Arztes zu beurteilen, welche Angaben, Informationen und Selbsttests er zur zuverlässigen Diagnosestellung benötigt.
Wenn sich
der
Gutachter bei der Diagnosestellung
sodann
auf die Abkürzung „F32.1“ beschränkte, so ist hinreichend klar, dass damit ICD-10: F32.1 gemeint
war
, so dass auch darin kein ernstzunehmender Mangel erblickt werden kann.
5.2.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das
Gutachten des
Y._
vom 1
4.
November 2014 keine Mängel auf
weist
, die den Schluss nahelegten, es könne nicht darauf abgestellt werden. Sodann beleuchtet es den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers und die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit umfassend, so dass keine weiteren medizinischen Abklärungen erforderlich sind.
5.3
5.3.1
Bei der Beantwortung der Frage, ob die gestellten Diagnosen eine Invalidität begründen, gilt es zu berücksichtigen, dass der Arztperson bei der
Folgenab
schätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits
fähigkeit keine
abschliessende
Beurteilungskompetenz zukommt. Die Beurtei
lung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, ist eine Rechtsfrage und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechtsanwen
denden
Behörden. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung sozial
versicherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., 132 V 393 E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
Aus psychiatrischer Sicht lagen
gemäss
dem
psychiatrischen Teilg
utachten die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) und einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.1) mit anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) vor. Dabei attestierte der psychi
atrische Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % wegen der mittelgradigen depressiven Episode (Urk. 8/62/31).
Der undifferenzierten
Somatisierungsstö
rung
mit anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung sprach er keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. Urk. 8/62/30-31)
.
5.3.2
Zwar wurde die Frage, ob sich die
somatoforme
Schmerzstörung auf die Arbeits
fä
higkeit auswirkt,
von der
damals gültig gewesene
n
bundesgerichtli
che
n
Rechtsprechung
ausgehend
gestützt auf die Überwindbarkeitsvermutung und
nach den so genannten Foerster-Kriterien beurteilt.
Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechung mit Urteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) geändert und das bisherige Regel-/
Ausnahmemo
dell
durch ein
strukuriertes
Beweisverfahren er
setzt. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs treten im Regelfall beachtli
che
Standard
indikatoren
. U
nter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer
Belastungs
fak
toren
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden (
BGE 141
V 281
E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der
Über
windbarkeitsver
mutung
an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer objektivierten
Beurteilungsgrund
lage
. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwind
bar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und
limitierungen
, wie sie ge
richtsnotorisch ärzt
li
cher
seits sehr oft unterstützt wer
den – wobei erst noch häufig gar keine konse
quente Behandlung stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung
en
anzu
erkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (be
treffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen eine
r gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
geben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stel
len auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezo
genen admi
ni
strativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gut
achten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüs
sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben
oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
5.3.3
Die beim Beschwerdeführer objektivier
ten
somatischen Befunde
betreffen den Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule C6/7 und die Teilruptur der
Supra
spinatussehene
links, die je zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und zur Kraftminderung
im linken Arm und
in der linken Hand führen, sowie die Bronchiektasie im Oberlappen der rechten Lunge, die eine zunehmende
Anstrengunsdispnoe
bewirkt. Im Hinblick auf eine angepasste Tätigkeit wirkt sich einzig die Wurzelläsion C7 einschränkend aus und zwar im Umfang von 20
%. Aus somatischer Sicht kann daher n
ur beschränkt
von einem erheblichen Gesundheitsschaden
gesprochen werden.
Zur posttraumatischen Belastungsstörung, welche sowohl Dr.
Z._
(Urk. 8/47
, Urk. 8/
63
,
Urk. 8/70
) als auch die
F._
i
m
Aus
trittsbericht
vom 10. September 2015 (Urk. 22/3) diagnostizierte
n
,
begründete der psychiatrische Teilgutachter des
Y._
nachvollziehbar,
dass er mangels
ausreichend schwerer Symptome,
katastrophisierender
Reaktionen, sich andrän
gender unabwendbarer Intrusionen und eines ausgeprägten
Vermeidungsver
haltens
die Diagnose nicht bestätigen könne (
Urk.
8/62/30).
Zum gleichen Schluss waren schon die Ärzte der Psychiatrischen Klinik des
D._
im Bericht vom
2.
Juli 2013 gekommen (
Urk.
8/20/32-35), da es auch damals an den klas
sischen Merkmalen wie Wi
e
dererleben und Vermeidungsverhalten fehlte.
Im Übrigen fällt die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts
8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E.
5.2
)
unter die Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden (vgl.
BGE 141 V 281
)
,
so dass das in dieser Erwägung Gesagte auch für die
Massgeblichkeit
einer posttraumatischen
Belastungsstörung - sollte eine
sol
che dennoch vorliegen - gilt.
Die ebenfalls diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F.32.1)
fällt n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
nur
dann
als invalidisierende Krankheit
in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent
ist
(
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahr
scheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
geschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3,
137 V 64
E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
Der Beschwerdeführer steht seit Juli 2013 bei
Dr.
Z._
in psychiatrischer Behandlung. Die Sitzungen finden etwa wöchentlich statt (
Urk.
22/1 und 8/62/21). Die Behandlungen waren zuerst psychiatrisch-psychotherapeutisch und dann psychoanalytisch ausgerichtet (
Urk.
22/1). Eine
intensive
psycho
pharmakologische
Behandlung, insbesondere gegen die Depression, fand nicht statt. Dem Beschwerdeführer wurde einzig gegen die Schlafstörungen
Zolpidem
verabreicht (
Urk.
22/1 und 8/62/24). Den Ausführungen von
Dr.
Z._
in sei
ner Stellungnahme vom 1
6.
November 2015 (
Urk.
22/1) ist insoweit zuzustim
men,
als
der Therapieansatz, die Frequenz der Sitzungen, die Methode und die Ausrichtung der Therapie und die Abgabe von Medikamenten Sache des behan
delnden Psychiaters sind.
Beansprucht eine versicherte Person jedoch wegen ihres depressiven Leidens Leistungen der Invalidenversicherung, so kommt eine Leistungspflicht von Vornherein erst in Betracht,
wenn eine Therapieresistenz ausgewiesen ist, wozu auch eine gescheiterte pharmakologische Behandlung gehört.
Dass eine antidepressive Behandlung beim Beschwerdeführer nicht aus
sichtslos ist, zeigt
der Umstand, dass die
leitliniengemässe
Anpassung der
anti
depressiven
Medikation mit
Paroxetin
während des Aufenthalts des Beschwer
deführers in der
F._
vom 1
8.
August bis zum
7.
September 2015 zu einer deutlichen Besserung des depressiven Erlebens führte und die Fortführung dieser Medikation empfohlen wurde (Austrittsbericht vom 1
0.
September 2015;
Urk.
22/3). Bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfü
gung kann daher nicht von einer therapieresistenten depressiven Erkrankung gesprochen werden, die Leistungen der Invalidenversicherung auszulösen ver
möchte.
Damit fehlt es an
massgeblichen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die die Ressourcen des Beschwerdeführers namhaft einschränken.
Dem Komplex der Persönlichkeit kommt keine
entscheidwesentliche
Bedeutung zu (vgl. BGE 141 V 281 E.4.3.2), da sich diesbezüglich keine Besonderheiten zeigten, die auf eine Einschränkung der Ressourcen
schliessen
liessen
(vgl.
Urk.
8/62/29). Das Gleiche gilt für den Bereich des sozialen Kontexts. Der Beschwerdeführer erfährt von seiner Familie weder besondere Unterstützung und Zuwendung, die ihn in seinem Kranksein bestätigen, noch liegen
negative
soziale Umstände vor, die Ressourcen binden.
Eine
massgebliche
Einschränkung in anderen Lebensbereichen kann nicht eru
iert werden. Die soziale Distanz und Anonymität in der Nachbarsch
a
ft
liegt an der Struktur des Zusammenlebens und ist unabhängig vom Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Das gilt auch für den Umstand, dass er den Kulturverein nicht mehr besucht; als Begründung hierfür gab er die kommerzielle Ausrich
tung des Vereins an. Daneben pflegt der Beschwerdeführer gute Kontakte zu
den in der Schweiz und in Deutschland wohnenden Geschwistern und kann auf einige „wirklich verlässliche Freunde“ zählen (
Urk.
8/62/23).
Angesichts der sehr unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen der
krank
heits
be
dingten
Auswirkungen und der durchwegs durch
Dr.
Z._
attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit
ohne den geringsten Versuch einer Wiederein
gliederung lässt sich auch ein behandlungs- und
eingeliederungsanamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck nicht bejahen. Damit ist eine
invalidenversiche
rungsrechtlich
entscheidende Auswirkung der
somatoformen
Schmerzstörung auch unter dem Blickwinkel der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu verneinen.
5.3.4
Wie oben in Erwägung 5.3.3 ausgeführt, kommt einer mittelgradigen depres
siven Episode nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur dann invalidi
sierende Wirkung zu, wenn sie sich trotz konsequenter und optimaler Behand
lung als therapieresistent erweist, was im vorliegenden Fall
nicht zutrifft
. Damit ist der im
psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
bescheinigten Arbeitsunfä
higkeit von 30
%
wegen des depressiven Leidens (
Urk.
8/62/31) der Boden ent
zogen.
Zusammenfassend kann deshalb auf
die
im
Y._
-
Gutachten
unter „Synthese aus allen untersuchten Fachgebieten nach Konsens vom 10. November 2014“
attestierte
Arbeits
un
fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 5
0 %
(
Urk. 8/62/16)
nicht ab
gestellt werden
.
Diese Arbeits
un
fähigkeit setzt sich unter Bezugnahme auf die einzelnen Gutachten
aus
der
30%ige
n
Einschränkung
aus psychiatrischer Sicht
und
aus
der
20%igen
Arbeitsunfähigkeit
aus
neurologi
scher Sicht zusammen,
denn die
anderen beiden
Gutachter, der Internist
und
der Orthopäde
,
attestierten für eine leichte leidensadaptierte Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als
fünf
Kilogramm weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/62/14)
.
Somit ist bei der Arbeitsunfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
ledig
lich
die 20%ige Arbeitsfähigkeitseinschränkung aus neurologischer Sicht zu berücksichtigen (vgl. Urk. 8/62/14).
Gemäss
dem
Belastungs- und
Ressourcen
profil
im polydisziplinären Konsens
k
ann
d
er Beschwerdeführer leichte körperli
che Arbeiten durchschnittlicher geistiger Art mit durchschnittlichen
Verant
wortungsbereichen
ausüben. Zu vermeiden seien Tätigkeiten unter besonderem Zeitdruck und unter Nachtarbeitsbedingungen. Zu vermeiden seien zudem Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an d
ie Team- und Konfliktfähigkeit, sowie
Arbeiten in ungünstiger Haltung
und mit besonderer Belastung
des linken Arm
s und
Tätigkeiten mit Staub-, Kälte- und Nässeexposition sowie Tätigkeiten
mi
t Exposition gegenüber Getreide.
Es sei auf eine lufthygienisch optimale Umgebung zu achten (Urk. 8/62/15).
Dieses Belastungsprofil ist
aufgrund der Diagnosen und Einschränkungen
,
wie sie
sich au
s
den Fachgutachten der Neurologie, der Orthopädie und
der Inneren Medizin ergeben,
nachvollziehbar und es
ist
darauf abzustellen.
Insgesamt ist von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
Eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit, wie sie der Beschwerdeführer beantragen lässt, ist angesichts der präzisen Umschreibung, welche Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit zu stellen sind, nicht erfor
derlich.
6.
6.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
D
ie
IV-Stelle
ermittelte
das
Valideneinkommen
basierend auf dem Einkommen des Beschwerdeführers
als Brotlieferant
von
Fr.
71‘654.--
, welches sie dem
I
K
Auszug
für das Jahr 2010
und dem
Fragebogen
der
Unia
Arbeitslosenkasse ent
nahm (vgl.
Urk.
8/27/3
, Urk. 8/38/1
)
.
Diesen
Lohn
passte
sie
der
Nominal
lohn
entwicklung
für das Jahr 2014 an
und ermittelte ein
massgebliches
Vali
deneinkommen
von
Fr.
74‘121.3
5.
Dieser Vorgehensweise ist zu folgen.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens ist
– in Übereinstimmung mit der IV
Stelle (vgl. Urk. 2 S. 2) -
auf die Tabelle TA1, S. 34-35 der
Lohnstrukturer
hebung
2012
abzustellen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache Tätigkeiten kör
perlicher und handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Männer betrug Fr. 5‘210.-- (Total Ziff. 5-96).
Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2014
betriebsüb
liche
wöchentliche Arbeitszeit von 41
,
7 Stunden hochzurechnen (BFS,
Betriebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total 2014; abrufbar im Internet)
sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [Basis 2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T1.1.10], Total, Ziff. 5-96;
2012
: 101.7; 201
4
: 10
3
.
2
]). Daraus resultiert bei einem
8
0%igen Pensum ein jährliches Brut
toeinkommen von Fr.
52
‘
911
.-- (Fr. 5‘210.-- x
12 :
40 x 41.7 : 101.7 x 10
3
.
2
: 10 x
8
).
6.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die
IV-Stelle
gewährte
keinen leidensbedingten Abzug.
A
ufgrund der
Teilar
beitsfähigkeit
rechtfertigt sich jedoch
ein leidensbedingte
r
Abzug von 5 %. Damit
ist
dem Umstand Rechnung
zu tragen
, dass bei Männern statistisch gese
hen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine
Vollzeittä
tigkeit
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014, E. 3.1.2). Weitere Faktoren, die zu einem Abzug führen könnten, sind nicht ersichtlich.
Unter Berücksichtigung des leidensbedingten Abzugs von 5 % resultiert ein
Inva
lideneinkommen
von Fr.
50‘265
.-- (
Fr. 52‘911.
--
:
100 x 95).
6.4
Eine Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt einen
Inva-liditätsgrad
von gerundet
3
2 % (
Fr. 23‘856.35 [Fr. 74
‘
121.35
– Fr.
50‘265.--
] :
Fr.
7
4‘121.35
x 100), welcher
keinen Anspruch auf eine
Rente begründet.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7
.
7.1
Der Beschwerdeführer beantragt die Vergütung der Kosten für die Stellung
nahme von
Dr.
Z._
vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
14) zum
Y._
-Gutachten (
Urk.
13).
Die Kosten eine
s
von der versicherten Person veranlassten
Gutachten
s
sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der Sachverhalt erst auf
grund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versicherungsträger insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sach
verhaltsabklärung
vorzuwerfen ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_411/2012 vom 2
7.
Dezember 2012 mit Hinweis auf
RKUV 2004 Nr. U 503 S. 186).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Die Stellungnahme
von Dr.
Z._
ist
weder
unerlässlich für die Beurteilung des Anspruchs
des Beschwerdeführers
noch ist der IV-Stelle eine Verletzung ihrer Untersuchungspflicht vorzuwerfen. Eine Vergütung der Kosten für die Stellungnahme von
Dr.
Z._
fällt somit
ausser
Betracht.
7.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterlie
genden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewährten unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.
3
Die unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanwalt
Oskar Müller
,
Zürich,
machte
mit
der
Honorarnote vom 25. August 2016 einen Zeitaufwand von 24,86 Stun
den und Barauslagen von Fr. 296.80 geltend, was bei einem Stundenansatz von Fr.
250.-- zuzüglich 8
%
Mehrwertsteuer den Betrag von Fr.
7‘032.75
erg
ibt
(Urk.
34).
Hierzu ist festzuhalten, dass
der gerichtsübliche Stundenansatz seit dem Jahr 2015 Fr. 220.
--
beträgt
und
der geltend gemachte zeitliche Aufwand dem Schwierigkeitsgrad des vorliegenden Falls nicht angemessen
ist, da
sich keine
schwierigen juristischen Fragen stellen
.
Insbesondere der geltend gemachte Aufwand für die drei Rechtsschriften von gesamthaft mehr als 15,5 Stunden ist zu hoch. Angemessen erscheint ein Aufwand von 3 Stunden für jede
Rechts
schrift
. Auch der Aufwand für den Kontakt mit
Dr.
Z._
von
2,83 Stunden war in Anbetracht dessen, dass
Dr.
Z._
als behandelnder Arzt keine unab
hängige Meinung vertrat, weitgehend nicht notwendig; hier rechtfertigt sich ein Aufwand von rund einer Stunde.
Da nach
§
8
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädi
gungen vor dem Sozialversicherungsgericht nur der notwendige Aufwand
ver
gütet
wird, ist
die Entschädigung
im Rahmen des gerichtlichen Ermessens in Anlehnung an in vergleichbaren Fällen zugesprochene Entschädigungen auf Fr.
4
'
0
00.-- festzusetzen (inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer von 8
%
)
. In diesem Umfang ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus der Gerichtskasse
zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich laut § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zur Nach
zahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.