Decision ID: 5496b696-d4a5-40e4-98ca-abd526923b4e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, Mutter von drei Kindern (geboren 1977, 1978, 1982,
Urk. 6/3 Ziff. 3), arbeitete von 1994 bis 2000 zu rund 85 % (im Sommer) be
ziehungsweise zu rund 70 % (im Winter) im Restaurant
Y._
als Küchenhilfe (Urk. 6/3
Ziff.
6.3.1). Am 16. November 1998 erlitt sie
einen Auffahrunfall und gab an, seither deswegen arbeitsunfähig gewesen zu sein;
ab 12. November 1999 war sie bei der Arbeitslosenversiche
rung gemeldet
(Urk. 6/3
Ziff.
6.7.1). Am 6. März 2001 meldete sich die Versicherte aufgrund der
Un
fallfolgen (Schleudertrauma) bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungs
be
zug
(Umschulung, Arbei
tsvermittlung, Rente) an (Urk. 6
/
3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
der Ver
sicherten
mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 45
%
eine
Viertelsrente
ab dem
1.
März 2000 zu (
Urk.
6/37,
Urk.
6/43).
Die da
gegen erhobene Beschwerde vom 1
3.
Januar 2003 (
Urk.
6/47/16-30) wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
4.
Dezember 2003 im Verfahren IV.2003.00022 (
Urk.
6/48) abgewiesen und die Verfügung der IV-Stelle vom 1
3.
Dezember 2002 dahingehend abgeändert, dass d
ie Versicherte erst ab dem
1.
Mai
2001 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
1.2
Nach Eingang eines am 2
1.
Juli 2007 ausgefüllten R
evisionsfragebogens (
Urk.
6/66
)
holte die IV-Stelle unter anderem bei
m Zentrum
Z._
ein
inter
disziplinäres Gutachten ein, das am
1
7.
Dezember 2008
erstattet wurde (Urk.
6/76). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/78-85
)
hob die IV-Stelle die bishe
r ausgerichtete Rente
mit Verfügung vom
26. Mai 2009
auf (
Urk.
6/
86).
1.3
Am 1
3.
November 2012 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/91).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/97-107
) trat die IV-Stelle mit
Verfügung vom
9.
Juli 2013 (
Urk.
6/109 =
Urk.
2) auf das neue Leistungs
be
gehren der Versicherten nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am
5.
September 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fü
gung vom
9.
Juli 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, auf den Antrag vom 13./1
9.
November 2012 einzutreten und ihr nach gesetzmässiger Abklärung eine Invalidenrente zu
zusprechen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Oktober 2013
(
Urk.
5
) die
Abweisung der Beschwerde. Dies
wurde
der Beschwerdeführerin am
1.
Novem
ber 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 die
ser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb
li
chen Weise ge
ändert hat.
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch
Nichteintreten. Dabei wird sie u.a. zu berücksichtigen haben, ob die frühere Ver
fügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966
S.
279, vgl. auch BGE 130 V 64 E.
5.2, 72 E.
2.2 mit Hin
weisen). Insofern
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Ge
richt grundsätzlich zu
respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch
die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintre
ten streitig ist, d.h. wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nicht
eintreten beschlossen hat und
die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine rich
terliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die
Neu
an
meldung
eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit Art. 87 Abs. 3
i.V.m
. Abs. 2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Ver
wal
tung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder
mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d. h. keine Verän
de
rung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264
E.
3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt wer
den, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes
An
spruchs
element
betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen
Leistungs
ab
weisung
zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem ge
samten für die
Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
würdig dartut. Trifft dies
zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
be
gehren einzu
tre
ten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in recht
licher) Hin
sicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E.
3a und 200 E.
4b; vgl. auch BGE 130 V 64
E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV
hat das
Bun
des
gericht in BGE 130 V 64
E. 5.2.5 entschieden, dass die versi
cherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebli
che
Tatsachen
än
de
rung
glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine
Beweisführungs
last
zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute
Leistungsbe
gehren
ein, hat sie
demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu
sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57
des
Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung
(IVG)
in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr.
10 S.
39 E.
4.1 [I
457/04]).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2013
(Urk. 2) davon aus, mit dem neuen Gesuch werde nicht glaubhaft darge
legt, dass
sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesent
lich ver
än
dert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sach
ver
haltes vor (Urk. 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
die
Auf
he
bungsverfügung
vom 2
6.
Mai 2009 sei klar gesetzeswi
drig, weshalb sie
wie
der
erwägun
g
s
weise
aufzuheben gewesen wäre
(
Urk.
1 S.
2 f.)
. Ausserdem bestä
tig
ten sowohl
der Bericht von
Dr.
A._
als
auch der Untersuchungsbericht des
Spitals B._
eine erhebliche Verschlechterung des aktuellen Gesundheitszustandes gegenüber jenem gemäss
Z._
-Gutachten
(
S. 5
Ziff.
19).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft
gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes
seit der
Rentenaufhe
bung
im Mai 2009
(Urk. 6/86)
- zu Recht nicht auf das erneute Leistungsbegehren ein
ge
treten ist.
Ebenfalls streitig ist, ob die Einstellung der Rente mit Verfügung vom 2
6.
Mai 200
9 offensichtlich unrichtig war und einer Wiedererwägung zugänglich ist.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 26. Mai 2009 (
Urk.
6/86)
stellte sich der Sach
ver
halt in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen wie folgt dar:
3.2
Die
Ärzte des
Zentrums Z._
erstatteten ihr interdis
ziplinäres Gutachten am 1
7.
Dezember
2008 (
Urk.
6/76) gestützt auf die Anam
nese, die Befunde, die internistische, rheu
ma
tologische, neuropsychologische und psychiatrische Untersuchungen vom 3
0.
Septem
ber und 1
5.
Oktober 2008 sowie die Akten. Sie nannten folgende Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (S.
41
Ziff.
6.1):
medial und retropatellar betonte
Gonarthrose
beidseits mit/bei:
Status nach Implantation einer
unikompartimentellen
Teilprothese rechts medial am 2
0.
März 2006
Status nach
arthroskopischer
partieller medialer
Meniskektomie
rechts am 1
8.
April 2005
Sie nannten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
42
Ziff.
6.2):
chronisches linksseitiges
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerz
syndrom
mit/bei
:
zunehmender Symptomausweitung
ausgeprägter
myostatischer
Insuffizienz
initialer
ACG-Arthrose rechts
Differentialdiagnose:
Verdacht auf medik
amenteninduzierten Kopf
schmerz
chronisches rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
mit/bei:
Fehlhaltung / diskreter
skoliotischer
Fehlstatik
ausgeprägter
myostatischer
Insuffizienz
Adipositas
Grad I
s
ubklinische Hypothyreose
Sie führten aus,
die anlässlich der aktuellen interdisziplinären Begutachtung durc
h
geführte internistische Beurteilung ergebe einen normalen Befund. Bezüg
lich der Kopfschmerzen sei aufgrund der regelmässigen Einnahme von Analge
tika
beziehungsweise NSAR differentialdiagnostisch ein
medikamentenindu
zierter
Kopf
schmerz in Erwägung zu ziehen. Die postulierte Diagnose einer mil
den trau
matischen Gehirnverletzung könne nicht bestätigt werden, zumal die hierfür er
forderlichen diagnostischen Kriterien nicht erfüllt seien. Zusammen
fassend lasse
sich aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit recht
fertigen (S. 45
Ziff.
7.3).
Bei der rheumatologischen Untersuchung bestehe eine auffallende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden im Ver
gleich zu den von der Beschwerdeführerin demonstrierten Beschwerden und Schmer
zen. So fänden sich für die demonstrierte erhebliche Einschränkung der aktiven und passiven Beweglichkeit des linken Schultergelenkes sowohl klinisch als auch bildgebend keine nachweisbaren pathologisch-anatomischen Korrelate, abgesehen von einer
initialen
ACG-Arthrose.
Auffällig sei die ausgeprägte In
suffizienz insbesondere der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur mit daraus resultierender Fehlhaltung und somit ständiger Fehl- und Überbelastung insbe
sondere des Achsenorgans.
Die neurologische Untersuchung ergebe keine Hinweise auf eine aktuelle
neu
ro
ra
dikuläre
Symptomatik. Ein
Fibromyalgiesyndrom
sei gemäss den stren
gen Kri
terien zum heutigen Begutachtungszeitpunkt nicht ausgewiesen. Im Be
reich beider
Kniegelenke finde sich in der aktuellen konventionellen
Röntgen
dar
stellung
eine medial und
retropatellär
betonte
Gonarthrose
, rechtsseitig be
stehe
ein Status nach Implantation einer
unikompartimentellen
Teilprothese
medial. Di
e von der Beschwerdeführerin beklagten Restbeschwerden im Bereich des rech
ten Kniegelenks erklärten sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus degenera
tiven Veränderungen. Unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde lasse sich der ausschliesslich die Arbeitsfähigkeit limitierende
Ge
sundheits
scha
den
auf rheumatologischem Fachgebiet durch die eingeschränkte Belastbarkeit beider Kniegelenke bei medial und
retropatellär
betonter
Gon
arthrose
.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe mit regelhaft auf
tretenden gelenk
belastenden Bewegungsmustern lasse sich aus
versicherungs
medizinischer
Sicht keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit mehr attestieren. In einer
behinderungs
angepassten
, leichten, wechselbelastenden, primär im Sitzen auszuführenden Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus rein rheumatologi
scher Sicht hingegen zu 100
%
arbeitsfähig (S. 46).
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration liessen sich keine Symptome eruie
ren, die die Diagnose einer depressiven Störung rechtfertigten. Die vermutete post
traumatische Belastungsstörung nach dem Auffahrunfall könne ausge
schlossen
werden, da diesbezüglich keine Symptome vorhanden seien.
Kon
zen
trations
- und Gedächtnisstörungen seien im Gespräch nicht aufgefallen, ob
wohl die Beschwerdeführerin diese geltend mache. Deutlich werde jedoch, dass die Beschwerdeführerin gerne ihrer Arbeitsstelle im Restaurant nachgegangen sei
und die Kündigung als sehr belastend erlebt habe.
Erst nach dieser Kündi
gung
habe
die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen geltend gemacht. In der Folge sei
es zu einem massiven sekundären Krankheitsgewinn gekommen, da die Be
schwer
deführerin ihre Schmerzen in der Familie immer mehr in den Vor
der
grund gestellt habe und die Töchter und der Ehemann sie seither rund um die Uhr betreu
ten
. Die Inkongruenzen während des Gesprächs würden auf
bewusst
seinsnahe
Anteile hinweisen. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich ausser des maladaptiven Verhaltens nach dem Arbeitsplatzverlust keine ICD-10-Diagnose ableiten; die Beschwerdeführerin sei deshalb auch aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (S. 47
oben
).
Bei der neuropsychologischen Testung habe die Beschwerdeführerin die Fragen stereotyp, gar nicht oder abweisend beantwortet. Der
Testwert
weise auf eine eingeschränkte Testmotivation hin, so dass die zusätzlich durchgeführten
neu
rokognitiven
Ergebnisse nicht interpretierbar seien und somit die Testergebnisse wahrscheinlich nicht den aktuellen Stand der kognitiven Fähigkeiten der Be
schwerdeführerin wiedergegeben würden
(S. 47 unten)
.
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
fun
de
bestehe aktuell aufgrund der rheumatologischen Problematik (
Kniearth
rose
) eine volle Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit. In einer
behin
de
rungsangepassten
Tätigkeit lasse sich hingegen aus interdisziplinärer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen (S. 47 unten).
4.
4.1
Seit Erlass der Verfügung
vom 26. Mai 2009 (
Urk.
6/86) sind folgende
Arztbe
richt
e
zu den
Akten genommen worden:
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt f
ür Allgemeine Innere Medizin
, berichtete am
4.
Dezember 2012 (
Urk.
6/95) und führte aus, die Beschwerdeführerin
habe sich zu einer chronischen Schmerzpatientin entwickelt. Die Schmerzen seien links
seitig betont, nach wie vor im Sinne eines
zervikospondylogenen
Syn
drom
s
, aktuell aber auch
lumbospon
d
ylogen
links bei wahrscheinlich muskulä
rer
Dys
balance
. Auch das einst operierte Knie rechts mache Beschwerden
, so dass die Beschwerdeführerin häufig den ganzen Tag im Bett liege
. Es gelinge je länger je weniger
,
der
Chronifizierung
auszuweichen.
An eine Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu denken.
4.3
Die Ärzte des
Spitals B._
, Rheumaklinik, berichteten am
4.
Januar 2013 über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Dezem
ber 2012 bis
7.
Janua
r 2013 (
Urk.
6/106). Sie nannten folgende Diag
nosen:
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom links
Periarthropathia
humero-scapularis
tendinopathica
linksbetont
Harnwegsinfekt
Fingerpolyarthrosen
Hypovitaminose D
p
assagere Transaminasenerhöhung
,
am ehesten medikamentös
Status nach Teilprothese des rechten Knies bei
Gonarthrose
Sie führten aus, dass sich bei der Schulter
sonographisch
eine
trasmurale
Ruptur der
Supraspinatus
-Sehne rechts und eine Partialruptur links
fände
.
Sekundär seien
tendomyotische
Schmerzen pektoral und über dem
Musculus
trapezius
aufgetreten. Die Fingerschmerzen seien auf
arthrotisch
e
Veränderungen zurück
zuführen.
Hinweise auf entzündliche Veränderungen hätten nicht bestanden
(S.
2 oben
)
.
Unter der multimodalen rheumatologischen Komplextherapie, bestehend aus
phy
siotherapeutischen und ergotherapeutischen Massnahmen
,
sei es insbeson
der
e zu einer Reduktion der Fingerschmerzen gekommen. Die
Schulterschmer
zen
und die
lumbospondylogenen
Schmerzen hätten nur unwesentlich positiv beeinflusst
werden können. Das Fortführen der ambulanten Physiotherapie und eine
Ge
wichts
reduktion
seien anzustreben (S. 2
Mitte
).
V
on 1
8.
Dezember
2012 bis
zum
2
0.
Januar
2013
habe eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit bestanden (S. 3).
5.
5.1
Gemäss dem
Z._
-Gutachten vom 1
7.
Dezember 2008 (v
gl. vorstehend E.
3.2)
klagte die Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt der Begutachtung
in
somatisch
er Hin
sicht
über Kopf-, Nacken-, Schulter-, Arm-, Rücken- und Kniebeschwerden
(
Urk.
6/76 S.
19
und S.
45
). Es wurde
eine medial und
retropatellär
betonte
Gon
arthrose
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert
(
Urk.
6/76 S. 41
Ziff.
6.1). Weiter stellten die Gutachter die Diagnosen eines chronischen links
seitigen
zervikoze
phalen
und
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms, eines chroni
schen rezidivie
renden
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms, einer Adipositas Grad I sowie einer subklinischen Hypothyreose
, welche sich jedoch nicht auf die Arbeitsfä
higkeit auswirkten (S. 42
Ziff.
6.2).
In psychiatrischer Hinsicht stellten die Gut
achter fest, dass
sich
bei der Beschwerdeführerin
ausser dem
maladap
tiven
Ver
halten nach dem Arbeitsplatzverlust keine ICD-10-Diagnosen ableiten liessen (S. 47 oben
).
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
Z._
-Gutachten vom 1
7.
Dezember 2008 (vgl. vorstehend E. 3.2) die von
der Beschwerdeführerin ge
klagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt
e
, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rechnung tr
u
g. So zeigten die Gutachter in nachvoll
ziehbarer Weise auf, dass
bei der rheumatologischen Untersuchung eine auffal
lende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden im Vergleich zu den von der Beschwerdeführerin demonstrierten Be
schw
erden und Schmerzen bestand
(S.
46).
Weiter setzten sich die Gutachter
differenziert mit
dem psychischen Befundstatus der Beschwerde
führerin ausei
nander (S.
47
) und nahmen ausdrücklich Stellung zu
r
Arbeitsfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
(S.
45 ff.
). Das
Z._
-Gutachten leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge
ein und die von den Gutachtern vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Ge
sund
heitszustand und Arbeitsfähig
keit w
u
rden ausführlich und nachvollziehbar be
gründet. So machten sie in nachvollziehbarer Weise darauf aufmerksam, dass der
Beschwerdeführerin aus
inter
disziplinärer Sicht
unter Berücksichtigung aller
Ge
gebenheiten und Befunde die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe nich
t
mehr zumutbar sei, hingegen angepasste, leichte, wechselbelastende, primär sit
z
en
de Tätigkeiten zu 100
%
zumutbar seien (S. 46, S. 47 unten).
Das
Z._
-Gutachten
war
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend und erfüllt
e
damit die praxisgemässen Kriterien
(vgl. vorstehend E.
1.5)
an den Beweiswert eines ärztli
chen Berichts vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheid
findung
darauf abgestellt werden konnte.
Somit wies das Gutachten nicht derart gravierende Mängel auf, dass es als offensichtlich unrichtig zu bezeichnen wäre.
Zudem ging daraus zumindest hinsichtlich der kognitiven Störungen eine Ver
besserung hervor, weshalb eine Aufhebung der Rente gestützt auf das
Z._
-Gut
achten gerechtfertigt war. Schliesslich wurde die Verfügung vom 26. Mai 2009 (Urk. 6/86) nicht angefochten, obwohl die Beschwerdeführerin zu jenem Zeit
punkt bereits anwaltlich vertreten war und gar ein entsprechender Einwand er
hoben wurde (vgl. Urk. 6/84). Die Rüge der unterschiedlichen Behandlung des gleichen Sachverhaltes und die grundsätzli
che Kritik am
Z._
-Gutachten beziehungsweise am
G
utachter Dr.
C._
hätten somit bereits zu jenem Zeit
punkt erhoben werden müssen.
Im Übrigen wird für die grundsätzliche Kritik am
Z._
-Gutachten auf die entsprechende
b
undesgerichtliche Rechtsprechung ver
wiesen.
Die Renteneinstellung mit Verfügung vom 26. Mai 2009 war somit nicht
zweifellos unrichtig und es liegen keine Revisionsgründe im Sinne von Art. 53
Abs.
1 ATSG vor, weshalb im Folgenden zu prüfen ist, ob eine gesundheitliche
Ver
schlechterung mit Auswirkung auf den Invaliditätsgrad glaubhaft gemacht wurde.
5.3
Im Vergleich zu den Befunden im
Z._
-Gutachten führte Dr.
A._
in seine
m
Be
richt
vom
4.
Dezember 2012
(vgl. vorste
hend E. 4.2) aus, die Beschwerdefüh
rer
in habe sich zu einer chronischen Schmerzpatientin ent
wickelt. D
ie Schmer
zen
seien
linksseitig betont, nach wie vor im Sinne eines
zervikospondylogenen
Syndrom
s
, aktuell
aber auch
lumbospon
d
ylogen
links bei wahrscheinlich mus
kulärer
Dysbalance
.
Weiter mache a
uch das einst operierte Knie rechts Be
schwerden
.
Die Ärzte des
Spitals B._
führten in ihre
m Beric
ht vom
4.
Janua
r 2013 (vgl. vorstehend E.
4.3) aus, die Beschwerdeführerin leide an Rücken-, Schulter-, Arm-, Finger- und Knieschmerzen (
Urk.
6/106 S.
4). I
m Vergleich zum
Z._
-Gutachten
lasse
sich bei der Schulter
sonographisch
eine
transmurale
Rup
tur der
Supraspinatus
-Sehne rechts und eine Partial
ruptur links feststellen (S. 2).
Die von
den involvierten Ärzten beschriebenen
Beschwerden der Beschwerde
führerin unterscheiden sich nicht wesentlich von den im
Z._
-Gut
achten auf
geführten
Befunden und
Diagnosen
.
So lag
bereits zum Zeitpunkt der Begut
ach
tung im
Z._
ein chronisches
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerz
syn
drom
sowie
ein chronisches rezidivierendes
lumb
ospondylogenes
Schmerz
syn
drom
vor (vgl. vorstehend E. 3.2)
.
Weiter legte
Dr.
A._
in seinem
Bericht we
der erhobene Befunde dar, noch nahm er eine nachvollziehbar begründete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeits
fähigkeit vor. Die von ihm genannte Verschlechterung
im Sinne einer
Chro
nifi
zierung
kann vor diesem Hintergrund nicht als glaubhaft nachvollzogen wer
den, zumal er seine Ein
schätzung weder näher begründete noch Angaben zu funktionellen Einschrän
kungen machte und sich auch nicht zu adaptierten Tä
tigkeiten äusserte, sondern lediglich
von einer
Chronifizierung
berichtete und ausführte, an eine Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu denken.
Zudem stützte sich
A._
bei seinen Ausführungen
wohl
auch auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, welche für die Beurteilung der Arbeit
sfähigkeit nicht
mass
gebend
sind
.
Nachdem sich im Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung für die demonstrierte erheb
liche Einschränkung der aktiven und passiven Beweglichkeit des linken Schul
ter
gelenkes sowohl klinisch wie auch bildgebend keine nachweisbaren patholo
gisch-anatomischen Korrelate, abgesehen von einer
initialen
AC-Gelenksarth
rose
,
finden
liessen
, wurde im Januar 2013 nebst einer AC-Arthrose beidseits
eine
Peri
arthropathia
humeroscapularis
mit einer
trans
muralen
Ruptur der
Supra
soi
natussehne
rechts, wobei auch eine Partialruptur links nicht
ausgeschlossen
werden könne, diagnostiziert
(
Urk.
6/106 S.
1).
Inso
fern ist
eine
Veränderung de
s Gesundheitszustandes d
er Beschwer
deführerin
zwar nicht
auszuschliessen
. Diese
allfällige
Veränderung genügt jedoch nicht
, um
das Erfor
dernis
des
Glaubhaft
machens
einer für den Anspruch erheblichen Änderung des
Invalidität
grads
zu erfüllen
(vgl. E.
1.1)
. So wurde von den Ärz
ten des
Spitals B._
in Bezug auf die Schulterproblematik insbeson
dere keine spezifischen Therapien oder Operationen empfohlen, sondern ledig
lich
das Fortführen der ambulanten
Physiotherapie, das Durchführen eines Heimprogrammes, eine
Gewichtsredu
ktion
(
Urk.
6/106 S.
2 unten) sowie eine
aktivere Tagesgestaltung beziehungsweise eine
allgemein
e Aktivierung (
Urk.
6/106 S.
7). Auch bei den neu erwähnten
Finger
polyarthrosen
handelt es sich lediglich um eine geringe Arthrose, welche ausser
dem
nicht als einschrän
kend für die vorgesehene Ergo- beziehungs
weise Phy
sio
therapie erachtet wu
rd
e
.
Aus dem Gesagten geht somit nicht hervor, dass sic
h eine relevante Einschrän
kung aus den
gestellten
Diagnosen ergibt.
Insgesamt
wurde somit trotz geringfügi
ger
Abweichungen in den
Diagnosen eine
inva
lidi
tätsrelevante
Änderung nicht glaubhaft ge
macht, zumal auch im Bericht des
Spital
s B._
vom 4. Januar 2013 eine Arbeitsunfähigkeit im Wesent
lichen lediglich für die Dauer des stationären Aufenthalts attestiert wurde (vgl. Urk. 6/106 S. 3).
5.4
Da die Renteneinstellung demnach nicht zweifellos unrichtig war und die Be
schwerdeführerin eine gesundheitliche Verschlechterung mit den neu einge
reich
ten Berichten nicht glaubhaft zu machen vermochte, traf die
Be
schwerde
geg
nerin
keine Pflicht zur Vornahme von weiteren Abklärungen des Sachver
halts.
Die an
ge
fochtene Verfügung vom 9. Juli 2013 erweist sich demzufolge als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.