Decision ID: 53d249a1-29ec-5aa7-a358-ce32cfa26500
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, ist
verheiratet und Mutter von zwei Kindern (geboren 1991 und 1994; Urk.
9/1, 9/2
0 f.
).
Sie verfügt über eine Ausbildung als
Coiffeuse
(Urk
. 9/
9/2
) und war
bis ins Jahr 2012 in verschiedenen Branchen erwerbstätig, unter anderem als Call Agent, als Promotorin, als Rei
ni
gerin von Flugzeugen oder als Servicemitarbeiterin (Urk. 9/9/1, Urk. 9/18/3, Urk. 9/18).
Am 4. März 2015 meldete sie sich
unter Hinweis auf starke Depres
sionen
bei der
Eidgenössischen Invalidenversicherung
z
ur Früherfassung an (Urk. 9/4). Z
wecks
Klärung der aktuellen Situation führte die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
am 15. April 2015 zunächst ein Standortgespräch mit der Versicherten durch (Urk. 9/10).
Nachdem sich die Versicherte
sodann
unter Hin
weis auf
Depressionen, einen
krummen Rücken sowie eine
Visuseinschränkung
auf dem rechten Auge am 8. Mai 2015 zum Leistungsbezug an
gemeldet hatte
(Urk. 9/11), führte die IV-Stelle am 26. Juni 2015 ein
weiteres
Gespräch zur Ab
klärung der beruflichen Situation durch (Ur
k. 9/17
). Mit Schreiben vom 29. Juni 2015 teilte sie der Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheits
zustandes keine beruflichen Eingliede
rungs
massnahmen möglich seien und der Rentenan
spruch geprüft werde (Urk. 9/16).
Zudem holte sie
e
inen Auszug aus dem indi
vi
duellen Konto (IK-Auszug, Urk. 9/18) sowie
die Berichte des behandelnden Psy
chiaters
Dr. med
.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, einen Bericht des
die
Adipositas behandelnden Arztes Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, und einen Bericht des Hausarztes Dr.
med.
A._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, ein
(Urk. 9/19, 9/39, 9/40, 9/41). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Untersuchung durch Dr. med.
B._
, Fach
ärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, Urk. 9/43)
.
Mit Schreiben vom 11. November 2016 wurde die Ver
sicherte angehalten, ihre Rückenschmerzen von einem Spezialisten abklären zu lassen (Urk. 9/44).
Nach Eingang
des ärztlichen Berichtes
der
Neurologin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Neurologie und Psychiatrie und Psy
cho
therapie
(Urk. 9/55
)
,
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 10
. Oktober 2017
der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/57), wogegen diese am 10. November 2017 Einwand erhob (Urk.
9/58
)
. Mit Verfügung vom 20. November 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbe
gehren ab (Urk. 9/61 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 15. Dezember 2017 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 20. November 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ihr ab September 2015 eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Ab
klä
rung an die IV-Stelle zurückzuweisen
. Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und Bestellung einer unent
gelt
lichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Aurelia Jenny
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit ihrer Beschwerdeantwort vom 5. März 2018 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8
).
Am 13. März 2018 stellte das Gericht die Vernehmlassung der Versicherten zu und gewährte ihr die unentgeltliche Prozess
führung
und Rechtsvertretung
(Urk. 10).
Am 27. März 2018 reichte
Rechtsanwäl
tin Aurelia Jenny ihre Honorarnote für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein (Urk. 13).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische
Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indi
ka
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
fak
toren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
be
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht die
selbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klä
rungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung vom 20. Novem
ber 2017 (Urk. 2) zusam
mengefasst den Standpunkt,
es liege aus medi
zinischer Sicht aufgrund der gestellten Diagnosen kein Gesundheitsschaden vor, der die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dauerhaft und erheblich ein
schränke. Unter entsprechender Fortführung der psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung könne eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden.
Die Voraussetzungen für den Anspruch auf IV-Leistungen seien somit nicht erfüllt (Urk. 2 S. 1).
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
geltend gemachten Einwände merkte die IV-Stelle sodann an, dass die von
der Be
schwer
deführerin
geltend gemachte
n Diagnosen bereits im Vorbe
scheid berücksichtigt worden seien
und sie aufgru
nd fehlender neuer medizinischer
Unterlagen weiterhin am Entscheid
festhalte
(Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Versicherte wendet in ihrer Beschwerdeschrift vom
15. Dezember 2017 ein,
im Rahmen der Gesamtbetrachtung der
Indikatorenprüfung
könne von keiner relevanten Arbei
tsfähigkeit ausgegangen werden
(Urk. 1 S. 10)
.
Die
Durchsicht der anlässlich der RAD-Untersuchung erhobenen Befunde
zeige
, dass bei
ihr
mehr als die gemäss ICD-System zur Annahme einer leichten depressiven Episode
verlangten drei Symptome vorliegen würden, was für eine mittelgradige depres
sive Episode spreche
.
Es liege ausserdem eine langjährig durchgeführte, jedoch bislang weitestgehend erfolglose Therapie vor, weshalb das Leiden
chronifiziert
sei
(Urk. 1 S. 7)
. Eine nähere Abklärung der somatischen Beschwerden sei bislang unterblieben, es sei allerdings von körperlichen Komorbiditäten auszugehen. Des Weiteren sei seitens der psychiatrischen Behandler eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden. Neben der Diagnose einer Depression würden folglich diver
se weitere Beschwerdebilder hinzutreten, welche sich im Zusammenwirken mit dieser gesamthaft negativ auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke
(Urk. 1 S. 8)
.
Der Mini-ICF-Test, nach welchem die Beschwerdeführerin in der überwiegenden Anzahl der Kriterien zumindest leichtgrad ein
g
eschränkt sei, sowie ihre berichteten Wutausbrüche würden für eine reduzierte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise eine auf die Arbeitsfähigkeit limitierend wirkende Aus
gangslage sprechen
(Urk. 1 S. 8 f.)
. Zudem seien der Wohnungs- und Stel
lenverlust und der damit verbundene soziale Abstieg, der Rückzug ihres Freun
des
kreises sowie ihre schlechten Erfahrungen aus ihren Beziehungen als we
itere Belastungsfaktoren zu werten, wobei
der Kontakt zu den Kindern und zu den Nachbarinnen
jedoch eine positive Ressource darstelle
.
Die psychischen Beein
trächtigungen
würden sich stark in ihrem Pri
vatleben abzeichnen, weswegen sie in ihrer alltäglichen Aktivität eingeschränkt sei
(Urk. 1 S. 9)
.
Zwar l
ie
sse
n
sich den Akten über den bei der Beschwerdeführerin vorhandenen Leidensdruck wenig bis gar keine Informationen entnehmen, doch sei aufgrund der langjährigen Be
handlungsdauer und den nur limitiert eingetretenen Erfolgen davon auszugehen, dass es sich für die Beschwerdeführerin um eine belastende Situation handle.
Die RAD-Ärztin gehe von einer
Leis
t
ungsfähigkeit
von 50 % in einer Tätigkeit aus,
in welcher kein Zeit- oder Termindruck und nur geringer Publikumsverkehr herrsche
und keine besonderen Anforderungen an die Umstellungs- und Anpas
sungsfähigkeit gestellt werde
. Von einer Arbeitsgelegenheit könne aber nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur mehr in so einge
schränkter Form möglich sei, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt nicht mehr kenne oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausg
eschlossen erscheine (Urk. 1 S. 10
).
Zum Eventualbegehren führt die Versicherte aus, die vorhandenen medizinischen Unterlagen seien als Grundlage für die Beurteilung ihres Gesundheitszustandes und ihrer Arbeitsfähigkeit als unzureichend zu bezeichnen. Insbeso
ndere liege
keine orthopädische oder rheumatologische Untersuchung
vor, obwohl
eine solche
aufgrund ihrer ausgewiesenen Einschränkungen
angezeigt gewesen wäre. Des Weiteren sei die Stellungnahme der RAD-Ärztin nich
t einleuchtend und schlüssig
.
Die seitens Dr.
Y._
festgestellte passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung habe weder bestätigt noch widerlegt werden können (Urk. 1 S. 11 f
.
).
3.
3.1
Der behandelnde Psychiater
Dr.
Y._
berichtete der IV-Stelle am 21. Juli 2015 über die Behandlung der
Beschwerdeführerin. Er diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit der
Adoleszenz
bestehende passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.81). Sodann führte er aus, die Beschwerde
führerin sei seit dem
26. März 2012 bei ihm in Behandlung und von diesem Zeitpunkt an
in der angestammten Tätigkeit
vollständig a
rbeitsunfähig
. Fragen zur bisherigen sowie zu einer angepassten Tätigkeit könne er allerding
s nicht beurteilen (Urk. 9/19/1
ff.).
3.2
Hausarzt Dr.
A._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 18. Mai 2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Adi
positas bei einem Body-
Mass
-Index (BMI) von 31, eine Hypothyreose sowie einen schweren Vitamin-D-Mangel (Urk. 9/39/1). Sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/39/2).
3.3
Im Verlaufsbericht vom 23. Juni 2016 bestätigte Dr.
Y._
der IV-Stelle die in seinem Bericht vom 21. Juli 2015 gestellte Diagnose der
seit der Adoleszenz bestehenden
passiv-aggressiven Persönlic
hkeitsstörung (ICD-10: F60.81)
.
Weiter führte er aus
, dass
eine ungünstige Prognose und eine ausgeprägte krankheits
bedingte Verweigerungshaltung beständen, welche sowohl die bisherige als auch eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich verunmöglichen würde
(Urk. 9/41/1 f.).
3.4
In der Folge fand am 25. Oktober 2016
eine psychiatrische Untersuchung
durch d
ie RAD-Ärztin Dr.
B._
statt. Sie
stellte in ihrem Bericht vom 10. November 2016 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Episode
(richtig: Störung)
, gegen
wärtig leichte
Episode (ICD-10:
F33.0
)
,
sowie als somatische Diagnose
n
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
eine Adipositas und
seit der Jugend bestehende
chronische R
ückenschmerzen (Urk. 9/43/7).
In der versicherungspsychiatrischen Untersuchung führte RAD-Ärztin Dr.
B._
aus, es bestehe eine leichte Antriebsstörung mit einer psychophysischen Belast
barkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentra
tiven
Ausdauerbelastbarkeit.
In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem 1. Februar 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck mit nur geringem Publikumsverkehr und ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs-
und A
npassungsver
mögen seien
zu Beginn
zu einem Pensum von 50 % vorstellbar. Des Weiteren sei durch eine Fortführung der integrativen psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung medizin-theoretisch und unter optimalen Bedingungen innerhalb eines Jahres eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer a
ngepassten Tät
igkeit erziel
bar (Urk. 9/43/8).
3.5
Schliesslich berichtete
die Neurologin
Dr.
C._
der IV-Stelle am 4. August 2017 unter Beilage
ihres
Berichtes vom 29. Mai 2017 über die Behandlung der Beschwerdeführerin und stellte folgende Diagnosen (Urk. 9/55/5):
-
Restless
-
L
egs
-Syndrom
-
g
emischte
Hyperlipidämie
-
t
ra
u
matische Kniedistorsion links am 4. Oktober 2015
-
Status nach schwerer Depression
-
a
ktuelle Medikation mit
Fluc
t
ine
40 mg, regelmässig psychiatrische und psychotherapeutische Begleitung
-
Magnetresonanztomographie (
MRI
)
der Lendenwirbelsäule (
LWS
)
vom 5. Dezember 2016 ohne Nachweis einer Spinalkanalstenose oder Neuro
kompression
-
MRI
des
Schädel
s
und
der Halswirbelsäule (
HWS
)
: bei
anamnestischem Status nach
Meningeomentfernung
im Jugendalt
er, fokale Atrophie der inferio
ren
Vermis
cerebelli
, unauffällige Darstellung des
Myelons
Weiter führte Dr.
C._
aus, dass sich die gestellten
D
iagnosen
aus neurolo
gischer Sicht
nicht auf
die Arbeitsfähigkeit
auswirken
würden
(Urk. 9/55/2).
4.
4
.1
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat.
Der
frühest
mögliche (hypo
thetische) Beginn einer allfälligen Rente ist aufgrund der Anmeldung vom 8. Mai 2015 (Urk. 9/11) und in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 und
Abs.
3 IVG der 1. November 201
5.
Da die Beschwerdeführerin gemäss ärztlichem Bericht von Dr.
Y._
vom 21. Juli 2015 ab dem 26. März 2012 100 % arbeitsunfähig war,
hat das Wartejahr zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden
(Urk. 9/19/3)
.
Ausser
dem bildet die angefochtene Verfügung vom 20. November 2017 (Urk. 2) recht
sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mi
t Hinweisen).
4.2
Die IV-Stelle
stützte sich bei ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom 20. November 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin
Dr.
B._
vom 10. November 2016
.
Den Berichten versicherungs
in
terner Ärzte kommt grundsätzlich Beweiswert zu. Auf eine versicherungsexterne Begutachtung kann indessen nur verzichtet werden, sofern an der Zuverlässigkeit der versicherungsinternen Beurteilung keine Zweifel bestehen. Ansonsten sind weitere Abklärungen vorzunehmen (vgl. vorstehende E. 1.4). Wird die Schlüssig
keit eines versicherungsinternen Berichts durch die Darlegungen eines behan
delnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung nicht, um die Zweifel zu beseitigen. Ebenfalls kann nicht bloss darauf verweisen werden, diese Berichte erfüllten die Anforderungen an ein Gutachten nicht oder sie seien unvollständig. Um in einer solchen Situa
tion bestehende Zweifel auszuräumen, sind weitere Abklärungen angezeigt. Diese
r Grundsatz ist Ausdruck der im Verfahren zu berücksichtigenden Waffengleichheit (BGE 135 V 465 E. 4.6).
4.3
Mit Blick auf die medizinische Aktenlage erweist sich der RAD-Unte
rsuchungs
bericht
als nicht umfassend. Der Bericht basiert zwar auf einer Erhebung der Anamnese
un
d der beklagten Beschwerden,
RAD-Ärztin Dr.
B._
setzte sich aber nur ungenügend mi
t den Berichten der behandelnden
Ärzte
auseinander.
Sie
stellte als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Episode
(richtig:
Störung)
, gegenwärtig leichte
Episode,
und führte
ergänzend
aus, dass daneben passiv-aggressive, vielleicht auch
narzistische
akzen
tuierte Persönlichkeitszüge bestehen könnten.
Die von Dr.
Y._
gestellte
Diagnose einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung
könne
aufgrund der Untersuchung weder bestätigt noch wiederlegt werden (vgl. Urk. 9/43/7).
Damit begründet
Dr.
B._
aber
nicht, weshalb sie von der Einschätzung von Dr.
Y._
abweicht
, was im Ergebnis Zweifel an der Zuverlässigkeit der gestellten Diagnose sowie deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufkommen lässt.
Sodann
attestierte sie der Beschwerdeführerin in einer zeitlich flexiblen Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termindruck mit nur geringem Publ
ikumsverkehr und ohne besondere
Anforderung
en
an das Umstellungs- und Anpassungs
ver
mögen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, welche durch die Fortführung der inte
gra
tiven psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung medizin-theoretisch und unter
optimalen Bedingungen innerhalb eines Jahres
auf
80%
gesteigert werden
kann
(vgl. Urk. 9/43/8).
Was unter optimalen Bedingungen zu verstehen ist, erläuterte die RAD-Ärztin nicht. Ferner leuchtet nicht ein, weswegen Dr.
B._
angesichts der gestellten Diagnose mit insgesamt nur wenig ausge
präg
ten Krankheitssymptomen überhaupt zum Schluss kam, eine den Limita
tionen bereits umfassend Rechnu
ng tragende
Tätigkeit sei nur in einem verminderten Pensum zumutbar, zunächst gar nur in einem solchen von 50 %.
Auch die vor
genannten Arztbericht
e
äussern sich nicht genügend konkret zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in
einer
angepassten Tätigkeit. So
ging
Dr.
Y._
in seinem Bericht
vom 21. Juli 2015 in der angestammten Tätigkeit
als Allrounderin
von eine
r vollen Arbeitsunfähigkeit aus, kam aber gleichzeitig zum Schluss, dass er Fragen zur bisherigen sowie zu einer angepassten Tätigkeit nic
ht beurteilen könne (Urk. 9/19/3
). In seinem Bericht vom 23. Juni 2016
äusserte er sich
dann aber
dahingehend
,
dass
er von einer ausgeprägten krankheitsbedingten Verwei
ge
rungshaltung der Beschwerdeführer
in ausgehe
, welche sowohl die bisherige als
auch eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich v
erunmöglichen würde (Urk. 9/41/3
).
Schliesslich geht
Hausarzt Dr.
A._
in seinem
– eher rudimentär verfassten –
Bericht vom 18. Mai 2016
hingegen sowohl in der bis
herigen als auch in einer angepassten Tätigkeit von keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (Urk.
9/39/2).
4.4
Bezüglich des somatischen Gesundheitszustandes der Versicherten ist zudem festzuhalten, dass auch in diesem Kontext weitere medizinische Abklärungen angezeigt sind. Zum einen
wurden – wie die Beschwerdeführerin richtig geltend macht (vgl
. Urk. 1 S.
11) – im
Rahmen der RAD-Untersuchung körperliche
Ein
schränkungen festgehalten, deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht diskutiert
(Urk. 9/43/7
f.
)
. Zum anderen
wurde die Beschwerdeführerin nach der RAD-Untersuchung angehalten, ihre Rückenschmerzen von einem Spezialis
ten abklären zu lassen (Urk. 9/44). Zwar liegt den Akten nun ein
Bericht
der Neurologin
Dr.
C._
vor
, in welchem
diese
aufgrund der gestellten Diagnosen von keiner Arbeitsunfähigkeit ausgeht
,
doch
liegt im
Bericht
der
Schwerpunkt auf dem
Restless
-
Legs
-Syndrom
und nicht auf den
seit der Jugend bestehenden chronischen Rückenschmerzen
(Urk. 9/55/2).
Eine rheumatologische-orthopädi
sche Beurteilung fehlt zudem gänzlich. Die Notwendigkeit einer Abklärung auf diesem Fachgebiet verdeutlicht auch die Erkenntnis der RAD-Ärztin, die atte
stierte Restarbeitsfähigkeit lasse sich nur erreichen,
wenn dies auch aus ortho
pädischer Sicht möglich sei (Urk. 9/56/5).
Aus diesem Grund
ist es nötig,
die Rücken
beschwerden der Beschwerdeführerin näher zu untersuchen und die somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auch aus orthopädischer Sicht
zu ermitteln.
4.
5
Doch auch aus weiter
e
n Gründen kann auf den RAD-Untersuchungsb
ericht nicht abgestellt werden.
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung, dass die gegenwärtig leichtgradige rezidivie
rende depressive Störung keine Leistungen der Invalidenversicherung mehr be
gründe und bei adäquater Therapie von einer weiteren Verbesserung auszugehen sei (vgl. E. 2.1).
Die Voraussetzungen, unter denen leichten bis mittelschweren Depressionen invalidisierende Wirkung zukommen kann (BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197 mit Hinweis; Urteil 9C_841/2016 vom 8. Februar 2017 E. 3.1), sind mit BGE 143 V 409 und 418 geändert worden (
vorstehend E.
1.
3
).
Die invalidisierende Wirkung eines psychischen Leidens kann nicht mehr allein unter Hinweis auf deren Therapierbarkeit verneint werden.
Gemäss
BGE 143 V 418 sind sämtliche
psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittel
schwere
Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxis
änderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2017 vom 7. März 2018 E. 4 mit weiterem Hinweis) und ist somit auch im vorliegenden Fall
massgebend
.
RAD-Ärztin Dr.
B._
hat zwar in ihrem Bericht vom 10. November 2016 Aus
führungen zu den Ressourcen, zum sozialen Kontext und zur Behandlung und Eingliederung gemacht (
Urk. 9/
43
),
jedoch
ist eine beweisrechtliche Beurteilung
anhand
der Standardindikatoren nicht möglich. Es wurde keine begründete Gesamtbetrachtung der Leiden (depressive Leiden, somatisch bedingte Beschwer
den) in Berücksichtigung ihrer Wechselwirkung hinsichtlich der funktionellen Auswirkung der Gesundheitsbeeinträchtigungen vorgenommen.
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des RAD-Untersuchungsberichtes sind damit nicht ausgeräumt.
4
.6
Letztlich scheint auch eine Überprüfung der Qualifikation von
50 % Erwerbs- und 50 % Haushaltbereich angezeigt
, da
die Beschwerdeführerin angab, dass ihre heute 25 und 28 Jahre alten Kinder bereits ausgezogen seien,
was zu einer neuen Einstufung mit rechtserheblichen Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad führen könnte.
4.
7
Zusammenfassend
ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass sich aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht beurteilen lässt, ob und bejahendenfalls in welchem
Ausmass
die Beschwerdeführerin in der Zeit ab Beginn des theoretischen Renten
anspruchs bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung aufgrund der psychischen
und somatischen
Beeinträchtigung
en
in der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einge
schränkt war.
Da die Versicherte noch nie umfassend begutachtet wurde und das einzuholende Gutachten für die Beurteilung der zumutbaren Leistungsfähigkeit von ausschlaggebender Bedeutung sein wird,
ist es angezeigt
, ein polydiszi
pli
näres Gutachten in Auftrag zu geben, das nebst der psychiatrischen und neuro
logische
n Beurteilung eine orthopädisch-
rheumatologische
umfasst
. Es wird Sache der Gutachtenstelle sein, die erforderlichen Fachdisziplinen definitiv festzulegen (BGE 139 V 349 E. 3.3).
Aufgrund der psychischen Beschwerden werden sich die Experten
gemäss
dem mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 präzisierten strukturierten, normativen Prüfungsraster insbesondere zu den ent
sprechenden Standardindikatoren zu
äussern
haben (vgl. BGE 143 V 409, 143 V 418).
Die Beschwerde ist
somit
gestützt auf die dargelegten Gründe in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die angefochtene Verfügung
vom 20. November 2017 (Urk. 2)
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und hernach über den Leistungsanspruch erneut entscheide (
§
26 des Gesetztes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom St
reitwert im Rahmen von Fr. 200.--
bis Fr. 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00
.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat bei diesem Ausgang entsprechend
ihrem
Antrag (§ 34 Abs. 1
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses festzusetzen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Mit
Honorarnote vom 27. März 2018
(Urk. 13) macht die
Rechtsvertreter
in Rechtsanwältin
Aurelia Jenny
, Zürich, einen Aufwand von
9,4
Stunden geltend und stellt einen Entschädigungsansatz von
Fr
. 250.-- in Rechnung. Nebst dem vertretbaren Aufwand
von 0,6 Stunde für die Erstbesprechung vom 5. Dezember 2017 und der 1,5
Stunden für das Studium der Akten
sowie der
6,7 Stunden für
das
Verfassen der Beschwerdeschrif
t listet die
Rechtsvertreter
in
detailliert den Aufwa
nd für die Kommunikation mit der Klientin
und die
Durchsicht der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2017
auf. Obschon der Aufwand für einzelne Arbeitsschritte eher
grosszügig
bemessen ist (beispielsw
eise Studium von 20
Minuten für die Gerichtsverfügung vom
20. November 2017; Urk. 2
) hält er sich insgesamt im Rahmen des Vertretbaren. Indessen berücksichtigt das Sozialversicherungsgericht
praxisgemäss
einen Stun
den
ansatz von Fr. 220.-- und nicht einen solchen von Fr. 250.--. Auf die Zeit bis Ende 20
17 entfällt ein Aufwand von 9,2
Stunden, was ausgehend vom Stunden
ansatz von Fr. 220.-- eine
Teilentschädigung von Fr. 2'024.-- respektive von Fr. 2'084.70
zuzüglich Spesen im Umfang von 3 % ergibt. Hinzu kommt die Mehrwertsteue
r von 8 %, das
heisst
Fr. 166.7
5.
Auf die Zeit ab 1. Januar 2018 entfällt ein Aufwand von
0,2
Stunden, was ausgehend vom Stundenansatz von Fr. 220.-- eine Teilentschädigung von Fr.
44.-- respektive von Fr. 45.30
zuzüg
lich Spesen im
Umfang von 3 % ergibt. Hinzu kommt die Mehrwertsteu
er von 7,7 %, das
heisst
Fr. 3.5
0.
Damit ergibt sich eine Entschädigung von Fr. 2'
300.25
.