Decision ID: 44a06bfa-75f7-4e2a-b840-8e639bdcab34
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
war als ausgebildete Pharma-Assistentin
(Urk. 7/25)
ab August 2005
bei einer Apotheke in einem 80
%-Pensum tätig und meldete sich am 1. September 2009 (Eingangsdatum) wegen einer depressiven Symptomatik und eines Burnouts
, bestehend seit 21. Januar 2009,
bei der
Sozi
alversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Invaliden
versicherung an (Urk. 7/7
und
Urk.
7/13
).
Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab
. Am 18. Februar 2010 teilte sie der Versicherten mit,
aufgrund der Unterstützung durch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
würden
keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen
durchgeführt
(Urk. 7/34). Nach
weiteren Abklärungen und
durch
geführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 4. Juni 2010; Urk. 7/39) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 15. Juli 2010 ab (Urk. 7/40).
1.2
Am 24. Februar 2012
(Urk. 7/45)
meldete sich die Versicherte
, welche vom 13. Dezember 2010 bis am 31. Januar 2012 als
Serviceangestellte in einem 60
%-Pensum tätig
gewesen
war (Urk. 7/56),
bei der IV-Stelle unter Hin
weis auf
einen am 6. August 2010 erlittenen
Unfall
(mehrfachem Bruch
der linken Hand
)
, eine
Gelenksentzündung und Arthrose an der rechten Hand sowie
seit
1994
immer wiederkehrende
Depression
en
erneut zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an
(Urk. 7/45/4)
.
Die IV-Stelle zog die Akten des
Unfallversiche
rers
(Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, SUVA) bei (Urk. 7/55
und Urk. 7/59
)
. D
ie SUVA teilte der Beschwerdeführerin am 27. März 2012 mit, die Invaliditätsansprüche würden abgelehnt. Sie sei in angepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig. Es liege weder eine wesentliche Behinderung noch eine unfallbedingte Erwerbseinbusse vor. Auch lasse sich keine
Integritäts
entschädi
gung
begründen (Urk. 7/59/2 f.).
Die IV-Stelle
tätigte weitere Abklärungen bezüglich der erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse
und veranlasste
am 27. November 2013
(Urk. 7/81) eine ärztliche Untersuchung bei med.
pract
.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
.
Dieser erstattete seinen Bericht am 26. Februar 2014 (Urk. 7/82).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 15. Juli 2014; Urk. 7/87) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 16. Februar 2015 ab (Urk. 2 [= Urk. 7/99]).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte mit Eingabe
vom 13. März 2015
Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, die angefochtene Verfügung sei au
fzuheben, und es sei
en
ihr
berufliche Massnahmen und
eine
Invalidenrente zuzusprechen, even
tuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte
sie
die Gewährung
der unentgelt
lichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Verfügung vom 20. März 2015 wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um ihr Gesuch um unentgeltliche
Prozess
führung
zu substantiieren. Ausserdem wurde der Beschwerdegegnerin Frist zur Beschwerdeantwort angesetzt (Urk. 4). Mit Beschwerdeantwort vom 10. April 2015 schloss diese auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Eingabe vom 17. April 2015
(
Urk.
8)
wies sich Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin aus
(Urk. 9)
, zog das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung in ihrem Namen zurück und beantragte die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 8). Mit Schreiben vom 24. April 2015 wurde ihm das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt. Zudem wurde er darauf hin
gewiesen, dass die Beschwerdefrist mittlerweile abgelaufen sei und seine Ein
gabe nach Ablauf der nicht erstreckbaren gese
tzlichen Beschwerdefrist erfolgt sei
. Zur Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels bestehe zudem kein Anlass, da die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort lediglich auf die Akten de
s Verwaltungsverfahrens verwiesen habe
(Urk. 10). Mit Eingabe vom 15. Mai 2015 erklärte Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
, dass an der Beschwerde festge
halten werde (Urk. 12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung
keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
An diesem Grundsatz ändert auch das kürzlich ergangene, zur Pub
likation bestimmte Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 nichts (vgl. insbesondere E. 3.7).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Die
r
egionalen
ä
rztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG
massgebende
funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art.
59 Abs.
2
bis
IVG).
Nach Art.
49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizini
schen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (Abs.
1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs.
2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5)
.
Der Beweisw
ert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs.
2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den
praxisgemässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E.
5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E.
1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen
–
zu denen die RAD-Berichte gehö
ren
–
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E.
5.2;
135
V
465
E.
4.4
und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Ent
scheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Beschwerdefüh
rerin sei seit dem 6.
Februar
2012 in ihrer Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit eingeschränkt. Die Abklärungen hätten ergeben, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin in der bisherigen Tätigkeit als Serviceangestellte in einem Pensum von 80 % tätig wäre. Die restlichen 20 % würden auf den Aufgabenbereich entfallen. Die Tätigkeit als Serviceangestellte sei ihr nicht mehr zumutbar, hingegen eine angepasste Tätigkeit in einem Vollzeitpensum
ab Mitte April 201
3.
Die Wartezeit sei am 6. Februar 2013 erfüllt.
Aufgrund des Einkommensvergleichs resultiere
kein rent
enbegründender Invaliditätsgrad.
Das
Valideneinkommen
betrage Fr. 43‘312.60
in der Tätigkeit als Serviceangestellte
.
Das Invalideneinkommen, welches mit Hilfe der
Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE)
zu bemessen sei, betrage
unter Berücksichtigung eines Abzuges vom Tabellenlohn in der Höhe von 5 %
Fr. 41‘552.70
für Hilfsarbeiten
.
Bei einem Einkommensvergleich resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 1‘759.90, was einer Einschränkung von 4 % entspreche. Unter Berücksichtigung, dass im Haushalt von keiner Einschränkung auszugehen sei, betrage der Invaliditätsgrad 3.25 %.
Damit bestehe kein Rentenanspruch. Darüber hinaus bestehe auch kein Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung, da die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Eingliederungsmassnahmen könnten geprüft werden, sobald sich die Beschwerdeführerin in der Lage fühle, in ang
epasster Tätigkeit in einem 100
%-Pensum zu arbeiten (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
sie habe sich vom RAD nicht richtig eingeschätzt gefühlt. In den Berichten von
Dr.
Z._
und Frau
A._
sowie des Sanatoriums
B._
werde ihre Erkrankung angemessen dargestellt. Falls nicht auf diese abgestellt werde, sei sie ein zweites Mal durch einen anderen Arzt des RAD zu untersuchen (Urk. 1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2012 (Urk. 7/45
)
einget
reten; sie ging davon aus, eine
Verschlech
terung
des Gesundheitszustandes sei glaubhaft gemacht
.
Eine zumindest
vorübergehende Verschlechterung ist
auch
au
sgewiesen. Zu prüfen bleibt aber das Vorliegen einer anspruchsbegründenden Verschlechterung
im massge
ben
den
Vergleichszeitraum zwischen der
rentenabweisenden Verfügung vom 15. Juli 2010 (Urk. 7/40)
und der angefochtenen Verfügung vom
16. Februar 2015
(Urk. 2).
3.2
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 15. Juli 2010 (Urk. 7/40) kann auf den Arztbericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, vom 2. Mai 2010 (Urk. 7/35) verwiesen werden; dieser lag dem damaligen rentenabweisenden Entscheid zugrunde (vgl. Urk. 7/37/4).
Dr.
C._
hatte darin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige
Episode (ICD-10 F33.0/1) mit Schwankungen
,
sowie eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhängi
gen Zügen (Z73.1)
angeführt
. Es bestünden eine reduzierte psychische Belastbar
keit, eine verminderte Frustrationstoleranz, eine rasche Überforderung mit Stresssymptomatik, ein vermindertes Selbstvertrauen und eine rasche
Erschöpf
barkeit
. In ihrer angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit könne seit April 2010 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Mit unterstützendem Arbeits- und Belastbarkeitstraining sowie weiteren Beschäftigungsmassnahmen sollte eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähig
keit um jeweils 10 % möglich werden. Aufgrund der vorhandenen Ressourcen und der psychischen Belastbarkeit seien auch alternative, mit weniger Stress ver
bundene Tätigkeiten in Erwägung zu ziehen (Urk. 7/35).
3.3
Die Neuanmeldung
der Beschwerdeführerin
erfolgte
am 24. Februar 2012 (Urk. 7/45
). Sie
hat demnach frühestens am
1.
August
2012 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG; vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 9C_160/
2012 vom
6.
Juni 2012 E. 4.1.3).
4.
4.
1
Im Rahmen der erstmaligen Abklärung eines allfälligen Leistungsanspruches der Beschwerdeführerin in den Jahren 2009 und 2010 bildete deren somatischer Gesundheitszustand noch kein Thema. Im massgeblichen Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1) präsentierte sich die medizinische Aktenlage diesbezüglich wie folgt:
4.1.1
Die Beschwerdeführerin erlitt am 6. August 2010 einen Bruch des linken Handge
lenks (Urk. 7/55/178).
Im
Operationsbericht des
Spital
s D._
vom 17. August 2010
wurden die folgenden Diag
nosen gestellt (Urk. 7/55/157
):
Distale intraartikuläre Radiusfraktur links (AO 23C2)
Status nach Anlage eines Fixateur externe am 06.08.2010
Undislozierte
Scaphoid
fraktur
links
Nach der am 16. August 2010 durchgeführten Operation
(Volare
LCP-Radius
platte
und
Herbertschrauben
implantation
)
durfte die Beschwerdeführerin
ihr linkes Handgelenk f
ür sechs Wochen
nicht belasten (Urk. 7/55/158
).
4.1.2
Am 26. April 2011 fand eine kreisärztliche Untersuchung im Auftrag der SUVA statt. Im Bericht vom 28. April 2011 hielt der Kreisarzt
med.
pract
.
E._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
fest, vom klinischen Aspekt her bestehe ein gutes Operationsergebnis. Auf den letzten vorliegenden konventionellen Röntgenaufnahmen des Handgelenks links vom 6. Oktober
2010 zeige sich eine gute Lage
des
Osteosynthesematerials
. Inwieweit die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen im Bericht des ursprünglich nicht traumatisierten distalen
ulnaren
Handgelenks von dem Unfallereignis herrühre, könne mit den derzeit vorliegenden Aufnahmen nicht beurteilt werden. Aufgrund der Angabe der
Beschwerdeführerin von einem neun- bis zehnstündigen Arbeitstag im Servicebereich ohne Pause würden die Beschwerden insofern durchaus erklärbar erscheinen
. Es handle sich bei dieser Servicetätigkeit zwar um eine mässig handgelenksbelastende Tätigkeit mit Tra
gen von leichten Tabletts mit nur Getränken darauf. Jedoch erscheine diese Tätigkeit
medizinisch
betrachtet
auf
längere Sicht aufgrund der
Handgelenks
schädigung
nicht ohne weiteres als geeignet. Insofern wäre eine berufliche Neu
orientierung auf eine nicht handgelenksbelastende Tätigkeit bei
F
ortbestehen der Schmerzen beziehungsweise einer Schmerzzunahme durchaus zu überlegen. Gegenüber einer solchen Neuorientierung sei die Beschwerdegegnerin nicht abgeneigt. Derzeit erscheine die 60%ige Arbeitsfähigkeit im Servicebere
ich noch plausibel (Urk. 7/55/11
2 f.).
4.
1.
3
Im Bericht des Rheuma- und Reha-Zentrums
F._
vom 16. September 2011 wurde neu die Diagnose einer aktivierten
Rhizarthrose
rechts mit
Synovi
tis
und Ergussbildung (DD: Ganglion, ausgehend vom Daumensattelgelenk) gestellt. Der behandelnde Arzt hielt dafür, es sei wahrscheinlich durch die Mehrbelastung der rechten Hand als Folge der verminderten Belastbarkeit der linken Hand zu einer Schmerzproblematik im Bereich des rechten
Daumensat
telgelenkes
gekommen. Die aktuelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 40 %
- bezogen auf die Tätigkeit im Service -
erscheine adäquat (Urk. 7/55/81 f.).
4.
1.
4
Am 16. Januar 2012 erfolgte die kreisärztliche Abschlussunter
suchung im Auf
trag der SUVA. Die Kreisä
rzt
in
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für
Chirugie
,
hielt in
ihrem
Bericht vom 17. Januar 2012 fest, aus unfallkausaler Sicht sei eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit mit maxi
malen Krafteinsätzen von 5 kg, selten von 10 kg, ohne kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegung sowie ohne repetitive Arbeitsvorgänge und Vibrationen und
ohne Schläge
mit der linken Hand ganztags zumutbar. Die verminderte Belast
barkeit des linken Handgelenkes sowie die
endgradige
Bewegungseinschrän
kung
seie
n unfallkausal (Urk. 7/55/32).
4.1.5
Dr.
med.
H._
, FMH für Rheumaerkrankungen, nannte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
8.
März 2012 (
Urk.
7/54/1-3) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine symptomatische, fokale
Rhizarthrose
Hand rechts mit begleitendem Ganglion (rheumatologische Diag
nose) und eine Depression (nicht rheumatologische Diagnose). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Osteo
synthese einer distalen Radiusfraktur links mit persistierenden Restbeschwerden, ein zervikal und lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
sowie Kniebeschwerden rechts bei Status nach partieller Kreuzbandruptur (2009). Hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Serviceangestellte sei die Beschwerdeführerin seit dem
6.
Februar 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig, dies hauptsächlich aus psy
chischen Gründen. Aus rheumatologischer Sicht (Summation aller erwähnten Störungen im Bewegungsapparat) ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit für ins
besondere manuelle Tätigkeit von 25
%
. Die Beschwerdeführerin sei behindert durch die Schmerzen im rechten Daumen und die lumbalen Beschwerden nach längerem Stehen. Er gehe davon aus, dass sich die im Vordergrund stehenden Daumenbeschwerden durch eine operative Intervention beheben liessen. Medi
zinisch-theoretisch sei es wahrscheinlich, dass aus rheumatologischer Sicht mittelfristig die volle Arbeitsfähigkeit wieder erreicht werden könne.
4.
1.
6
Gemäss Operationsbericht
der
Klinik I._
vom 11. Oktober 2012 wurde aufgrund
der diagnostizierten
Rhizarthrose
rechts
eine Resektions-Suspensions-Interpositions-
Arthroplastik
(modifiziert nach
Epping
) links
durchgeführt. Im Bericht wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin leide seit einem Jahr unter zunehmenden belastungsabhängigen Schmerzen im rechten Daumensattelgelenk. Es seien im letzten Jahr insgesamt vier
Steroidinfiltratio
nen
durchgeführt worden, die letzte vor einem Mona
t, jedoch ohne positiven Effekt, weshalb
die Indikation zur operativen Versorgung gestellt worden
sei
.
Ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis
sei
für sechs Wochen ausgestellt worden (Urk. 7/67/5 f.; vgl.
auch
Urk. 7/68/5).
4.1.
7
Im Bericht der
Klinik I._
vom 29. November 2012
wurde
sechs Wochen nach der Operation ein zufriedenstellender Verlauf
festgestellt
. Die Beschwer
deführerin klage immer noch über leichte belastungsabhängige Schmerzen im rechten Daumensattelgelenk (Urk. 7/
6
8/6).
Angaben über die Arbeitsfähigkeit sind dem Bericht nicht zu entnehmen.
4.
1.
8
Im Bericht der
Klinik I._
vom 16. Mai 2013 wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei nun gut sechs Monate nach der
Arthroplastik
zu 100 % in leichten Tätigkeiten arbeitsfähig. Die Arbeit im Service sei nicht mehr
durchführbar (Urk. 7/77).
4.
2
4.2.1
Im Neuanmeldungsverfahren ist spätestens ab der ersten kreisärztlichen Untersu
chung vom 26. April 2011 bis am 16. Mai 2013 aufgrund der vorge
nannten ärztlichen Atteste - abgesehen von einer vorübergehenden, rund sechswöchigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit (E. 4.1.
6
) – aus somatischer Sicht von einer durchgehenden mindestens 60%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin im Servicebereich auszugehen.
Wo Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten handgelenksschonenden Tätigkeit fehlen,
kann ohne weiteres
davon
ausgegangen werden,
dass die Arbeitsfähigkeit mindestens ebenso hoch ist wie diejenige im Servicebereich. Bei der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin
(vgl. Sachverhalt 1.1) h
andelt es sich
jedenfalls
um eine
handge
lenksschonende
Tätigkeit.
4.2.2
Ab dem 16. Mai 2013 ist von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin im Servicebereich und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer handgelenkssc
honenden Tätigkeit auszugehen.
4.2.3
Dr.
med.
C._
hatte der Beschwerdeführerin im Erstanmeldungsverfahren in der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin eine 50%ige Arbeitsfähig
keit und in einer behinderungsangepassten, mit weniger Stress verbundenen Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Urk. 7/35).
4.2.4
Die somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Servicebereich kann für die Geltendmachung einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes
nicht herangezogen werden, zumal es sich bei der Servicetätigkeit nicht um die
angestammte Tätigkeit handelt und in der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin aus somatischen Gründen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
besteht
.
Nach dem Gesagten ist eine
anspruchsbegründende Veränderung
aus somatischen Gründen
im Vergleich zur rentenabweisen
den Verfügung vom 15. Juli 2010
zu verneinen
. Die Beschwerdegegnerin errechnete damals den Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs
und zog
sowohl für die
Bestimmung des
Valideneinkommens
als auch des Invalideneinkommens
den Lohn der Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assis
tentin
heran. Die Beschwerdegegnerin
ging von einer 80%igen Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall und von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit
im Krankheitsfall aus
, was zu keinem rentenbegründenden Inval
iditätsgrad führte (Urk. 7/40). Bei der Tätigkeit als Pharma-Assistentin handelt es sich
, wie gesagt,
nach wie vor um die angestammte Tätigkeit.
Liegt
im
Neuanmeldungs
verfahren
aus somatischen Gründen
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit vor
, ergibt sich
auch
keine Verschlechterung.
5.
5.1
5.1.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte im Bericht vom 31. August 2012 (Urk. 7/65/1) die Diagnose einer rezidivieren
den depressiven Störung, bestehend seit 1994, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1).
Er hielt fest, die Beschwerdeführerin sei von Februar bis Ende September 2012 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Servicefachfrau zu 100 % arbeitsunfähig. Mit grosser Wahrscheinlichkeit werde die Arbeitsunfähi
gkeit wegen der geplanten Hando
peration länger andauern (Urk. 7/65/2).
Danach
,
unter Berück
sichtigung der Handoperation ab circa April 2013 (der genaue Zeitpunkt sei schwer abzuschätzen),
sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Servicefachfrau
wieder zu 40-50 % zumutbar, beispielsweise in einer Cafeteria, nicht hingegen in einer Bar oder in einem Speiserestaurant. Die Arbeit könne im Umfang von vier Stunden pro Tag ausgeübt werden (Urk. 7/65/2 f.).
5.1.2
Im Verlaufsbericht vom 4. Februar 2013 (Urk. 7/72) hielt
Dr.
Z._
an der von ihm berei
ts gestellten Diagnose (E. 5.1.1
) fest. Seiner Einschätzung nach mache es Sinn, berufliche Massnahmen zu klären. Eine Arbeit im Teilpensum könnte die depressive Erkrankung positiv beeinflussen (wenn die Arbeit von den kör
perlichen Einschränkungen her machbar sei).
5.1.3
Im Austrittsbericht des Sanatoriums
B._
vom 23. Juli 2013 wurden die folgenden Diagnosen gestellt (Urk. 7/78/3):
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) nach Tod eines Angehörigen (Sohnes) 2011 (Z63.4)
Nikotinabhängigkeit
Anamnestisch Verdacht auf rezidivierende depressive Störung
Anamnestisch Verdacht auf früher intermittierenden Alkohol- und
Cocainabusus
Im Bericht wurde festgehalten, die Beschwerdeführer
in habe sich vom 18. Juni bis
12. Juli 2013 im Sanatorium in stationär-psychiatrischer Behandlung befunden (Urk. 7/78/3).
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ist dem Bericht nicht zu entnehmen.
5.1.4
Im Verlaufsbericht vom 20. August 2013 hielt
Dr.
Z._
an der von ihm gestell
ten Diagnose (E.
5.1.1
)
weiter
fest. Er führte aus, nach seiner Einschät
zung sei die Beschwerdeführerin sowohl psychisch als auch körperlich nach wie vor zu instabil, um einer Arbeitstätigkeit konstant nachzugehen (Urk. 7/78
/1 f.).
5.1.5
Mit
ergänzendem Bericht
vom 26. September 2013 führte
Dr.
Z._
aus, es bestehe zum jetzigen Zeitpunkt keine Arbeitsfähigkeit. Seit dem Tod ihres Soh
nes vor zwei Jahren sei keine klare Remission der depressiven Erkrankung
ein
getreten. Mit einer leichten Verbesserung der depressiven Symptome könne bei gutem Verlauf gerechnet werden. Nach seiner Einschätzung sei der
Wiederge
winn
einer stabilen Arbeitsfähigkeit aber auch längerfristig unwahrscheinlich (Urk. 7/80).
5.1.6
Med.
pract
.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztli
cher Dienst (RAD),
führte
in seinem Untersuchungsbericht vom
26. Februar
2014 (Urk. 82/6)
k
eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
an
. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, gegen
wärtig remittiert (ICD-10 F43.21).
Med.
pract
.
Y._
hielt dafür, die Beschwerdeführerin sei sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Pharma-Assistentin als auch in einer angepassten Tätig
keit zu 80 % arbeitsfähig. Die Erreichung einer höheren Arbeitsfähigkeit sei im weiteren
Verlauf möglich (Urk. 7/82/6).
5.2
5.2.1
Bei RAD
-Arzt
Y._
, welcher die Beschwerdeführerin untersuchte, handelt es sich um einen Facharzt
für Psychiatrie
. Sein Bericht beruht auf sorgfältigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden. Sodann ist der Bericht hinsichtlich der Befunderhebung und Diagnosestellung schlüssig und nachvoll
ziehbar.
Der RAD-Bericht erfüllt demnach insoweit alle
recht
spre
chungsgemässen
Krite
-
rien
für eine beweistaugliche medizinische
Entschei
dungsgrundlage
, weshalb
i
hm grundsätzlich voller
Beweiswert zukommt.
Auf die Schlussfolgerung
von RAD-Arzt
Y._
, wonach bei der
Beschwerdeführer
in
aus
psychiatrischen Grün
den eine 20
%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen sei, kann indessen
im Rahmen der
Inva
lid
ätsbemessung
aus den nachfolgenden Gründen nicht abgestellt werden
(zur Verteilung der Aufgaben zwischen Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der
Invalidi
-
tätsbemessung
vgl.
BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.2
RAD-Arzt
Y._
konnte
anlässlich seiner Untersuchung vom 14. Januar 2014
in nachvollziehbarer Weise
keine Befunde erheben, welche zu einer Ein
schränkung der A
rbeitsfähigkeit
geführt hätten. Er ging einzig aufgrund der langdauernden Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von einer Einschrän
kung von circa 20 % aus, was invalidenversicherungsrechtlich allerdings unbe
achtlich ist.
RAD-Arzt
Y._
hielt fest,
während des gesamten Explorationszeitraumes sei keine erhebliche Ängstlichkeit, Müdigkeit oder
dergleichen
aufgetreten. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Symptome seien nicht erkennbar gewesen. Sie habe sich situationsadäquat verhalten. Feststellbar sei ein teilweise
appellatives
Verhalten (Urk. 8/82/4).
Im Besonderen
konnte
RAD-Arzt
Y._
keine formalen oder inhaltlichen Denkstörungen, Ich-Störungen, Wahrnehmungsstörungen oder Sinnes
täuschun
gen feststellen. Die Beschwerdeführerin sei zu allen Qualitäten hin orientiert. Ihre Aufmerksamkeit und Konzentration sowie das Gedächtnis seien nicht ein
geschränkt. Die Stimmung sei aus der Mittellage heraus gut auslenkbar, vom Antrieb her normal und psychomotorisch ruhig, die Sprache unauffällig. Die Krankheitseinsicht sei somatisch ausgerichtet. Es bestehe kein Anhalt für eine Fremd- oder Selbstgefährdung. Ängste würden angegeben in Form von diffusen Ängsten, Lebens- und Todesängsten. Ein sozialer Rückzug sei nicht feststellbar; die Beschwerdeführerin treffe sich regelmässig mit Familienangehörigen und Freundinnen. Es würden Schlafstörungen angegeben. Die Beschwerdeführerin schätze sich subjektiv als schwer krank und überhaupt nicht belastbar ein
. Eine Einschränkung gemäss den Mini-ICF-Parametern bestehe nicht. Sodann bestün
den Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen. Es sei zudem eine ausgeprägte Selbstlimitierung zu erkennen. Die eigene Arbeitsfähigkeit könne die Beschwer
deführerin nicht einschätzen, sie habe angegeben,
sie müsste „es probieren“
(Urk. 7/82/4 f.).
RAD-Arzt
Y._
kam zum Schluss, bei der Beschwerdeführerin bestünden keine wesentlichen krankheitsbedingten funktionellen Einschränkungen. Die von ihr subjektiv geschilderten Beschwerden seien nicht objektivierbar, sondern als bewusstseinsnahe Störung einzuordnen. Die in den
Vorakten
vorbeschriebe
nen
depressiven Auslenkungen bei Anpassungsstörung seien aus medizinischer Sicht nachvollziehbar. Diese seien jedoch zum Untersuchungszeitpunkt remit
tiert. Aufgrund der langdauernden Arbeitsunfähigkeit sei zum aktuellen Zeit
punkt nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, sondern von einer Einschränkung von circa 20 %. Die weitere Leistungsfähigkeit müsse im Verlauf
ge
sehen werden (Urk. 7/82/6).
5.2.3
Die
Feststellungen von RAD-Arzt
Y._
steh
en
im Einklang mit de
n
jenigen der Ärzte des Sanatoriums
B._
im Austrittsbericht vom 23. Juli 2013 (vgl. E.
5.1.3
).
Die Zuweisung der Beschwerdeführerin an das Sanatorium
B._
war gemäss Austrittsbericht durch die behandelnde Psychologin erfolgt, da bei der Beschwerdeführerin eine anhaltend depressive Symptomatik mit Umkehr des Tag-Nacht-
Rhythmus
es
und eine starke Belastung durch den Tod des Sohnes
im September 2011 bestanden
hätten
(Urk. 7/78/3).
Im Austrittsbericht wurde zum psychopathologischen Befund bei Eintritt festge
halten, die Beschwerdeführerin sei wach und voll orientiert. Es bestehe kein Anhalt für kognitive Defizite. Die Konzentration im Gespräch sei gut, biogra
phische Angaben
seien
präzise. Formal-gedanklich sei die Beschwerdeführerin geordnet. Es bestehe ein Gedankenkreisen um den Tod des Sohnes. Im Kontakt sei die Beschwerdeführerin freundlich zugewandt und es bestehe kein Anhalt für inhaltliche Denkstörungen, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Im Affekt sei sie leicht bis mittelgradig gedrückt, jedoch noch gut
modulationsfä
hig
. Es würden leichte Zukunftsängste, Insuffizienzerleben und eine ausgeprägte Antriebsminderung beschrieben. Im Gespräch sei der Antrieb unauffällig. Es bestünden Einschlafstörungen. Suizidgedanken seien vereinzelt vorhanden, jedoch ohne Handlungsabsichten. Die Beschwerdeführerin distanziere sich aktu
ell klar von akuter Suizidalität. Es best
ehe
keine Fremdaggression (Urk. 7/78/5).
Weiter wurde festgehalten, bereits wenige Tage nach dem Eintritt habe die Beschwerdeführerin mit gutem Antrieb ihren Tag-/Nacht-Rhythmus normali
sieren können. Auch habe sich rasch eine Stimmungsverbesserung gezeigt. Eine deutlich depressive Symptomatik sei im Verlauf nicht mehr ersichtlich
gewesen
.
Kognitive Auffälligkeiten hätten sich im Stations- und Therapiealltag nicht gezeigt. Es hätten leichte bis mässige Stimmungsschwankungen bestanden, wel
che gemäss der Beschwerdeführerin seit dem jungen Erwachsenenalter vorhan
den seien und möglicherweise einer emotional instabilen
Persönlichkeitsakzen
tuierung
zuzuordnen seien (wobei diesbezüglich keine Diagnostik erfolgt sei). Die Beschwerdeführerin habe von den Therapien (insbesondere den aktivieren
den Therapien mittels Physio- und Ergotherapie sowie kognitivem Training) sehr profitieren können. Im Rahmen von Wochenendurlauben sei es ihr gelun
gen, auch zu Hause die Tagesstruktur beizubehalten. Die Trauerbewältigung des Verlustes des Sohnes sei teilweise in ärztlichen Einzelgesprächen thematisiert worden; die Beschwerdeführerin wünsche die weitere
Bearbeitung ambulant
bei der
behandelnden
Psychologin (Urk. 7/78/5 f.).
Im
Austrittsbericht des Sanatoriums
B._
wurden
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit
gemacht.
Aus
juristischer Sicht
vermögen die
darin gestellten
Diagnose
n
und
Befunde
aber jedenfal
ls keine relevante (andauernde)
Arbeits
unfähigkeit
zu begründen
.
5.
2.4
Demgegenü
ber vermag die
von Dr.
Z._
vorgenommene
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen.
Während
Dr.
Z._
in
seinen
Berichte
n
an der Diagnose einer mittelschweren depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, durchgängig festhielt, schätzte er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unterschiedlich ein. Zunächst ging er im Bericht vom 31. August 2012 aus rein psychiatrischer Sicht von einer (befristeten) 100%igen Arbeitsunfähigkeit von Februar bis Ende Sep
tember 2012 aus (E.
5.1.1
). Lediglich der Einbezug einer fachfremden Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Handoperation führte zu einem länger
dauernden Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis circa Ende März 201
3.
Ab diesem Zeitpunkt hielt er eine Arbeitsfähigkeit von 40-50 % für zumutbar. Im Beric
ht vom 4. Februar 2013 (E. 5.1.2
) erachtete er die Klärung beruflicher Massnahmen zudem
als sinnvoll, da
eine Arbeit im Teilzeitpensum die depressive Erkrankung positiv beeinflussen
könnte
. Dagegen hielt er im Verlaufsbericht vom 20. August 2013
(E. 5.1.4
) und im ergänzenden Bericht
vom 26. September 2013 (E. 5.1.5
) eine Arbeitstätigkeit für nicht mehr zumut
bar, da die Beschwerdeführerin zu instabil sei.
Die bei gleichgebliebener Diagnose geänderte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
ist nicht einsichtig
. Zum einen entsteht der Eindruck, als würde sich Dr.
Z._
in seinen Berichten vornehmlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin abstützen. Zum anderen ging er nach einer im Verlaufsbericht vom 20. August 2013 beschriebenen
leichten
Verbesserung des psychischen Gesund
heitszustandes von einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit aus, was nicht nachvollziehbar ist
resp. darauf zurückzuführen sein dürfte, dass er seiner Beurteilung den
(
psychischen und physischen
)
Gesamtbefund
zugrunde legte
. So
hielt
Dr.
Z._
fest, der Gesundheitszustand sei leicht verbessert, aber nach wie vor instabil. Eine depressive Stimmung, ein Morgentief und ein Antriebs
mangel träten nach wie vor auf. Seit dem Klinikaufenthalt sei es ihr gelungen, ihren Tag-/Nacht
-R
hythmus so umzustellen, dass vermehrt Nach
t
schlaf möglich sei. Das ermögliche ihr jetzt mehr Aktivität und zwischenmenschliche Kontakte tagsüber. Auch eine teilstationäre Behandlun
g in der Akut-Tagesklinik
der psychiatrischen
Klinik I._
werde
erst
dadurch ermöglicht. Der Antrieb sei leicht verbessert, allerdings nicht stabil. Die Trauer um den Verlust ihres Sohnes sei nicht mehr so stark im Vordergrund, trete aber schub
weise noch stark und den Alltag bestimmend auf. Sie leide ausserdem seit eini
gen Monaten an wiederkehrenden Beschwerden im Verdauungsbereich mit noch unklarer Diagnose, die sie ebenfalls in ihrer Aktivität einschränkten. Die Schmerzen in den Händen erlebe sie nach wie vor als belastend (Urk. 7/78/1).
5.2.5
Nach dem Gesagten ist gemäss übereinstimmender Einschätzung
von RAD-Arzt
Y._
sowie der behandelnden Ärzte des Sanatoriums
B._
von einer A
npassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion gemäss ICD-10 F43.21 auszugehen. Dabei handelt es sich
grundsätzlich um ein vorübergehendes und deshalb an sich nicht invalidisierendes Leiden (Urteile des Bundesgerichts 9C_
4/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 2.2 und 8C_322/2010 vom 9.
August 2010 E. 5.2, je mit Hinweisen).
RAD-Arzt
Y._
fand denn im Zeitpunkt der von ihm durchgeführten Untersuchung (1
4.
Januar 2014) auch keine depressiven Symptome und bezeichnete die Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion dementsprechend als remittiert.
D
ie Diagnose
begründet
aus rechtlicher Sicht
grundsätzlich
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Selbst wenn im vorliegenden Fall von einer 20%igen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
ausgegangen würde
, resultiert
e
daraus keine
anspruchsrele
vante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus psychiatris
cher Sicht.
Dr.
C._
hatte
der Beschwerdeführerin
im
Erst
anmeldungsverfahren eine höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert.
5.3
5.3.1
Die Beschwerdeführerin stellt
e
die
Beurteilung von RAD-Arzt
Y._
in ihrer Beschwerde in Frage und berief
sich auf den behandelnden Psychiater
Dr.
Z._
sowie die Ärzte des Sanatoriums
B._
.
Die von ihr im Beschwerdeverfahren eingereichten
Berichte
(Urk. 3/3 und Urk. 3/4) lagen der Beschwerdegegnerin nicht vor und
dienten
somit nicht als
Entscheid
ungs
grundlage
. Dennoch sind sie
im Beschwerdeverfahren
in die Beurteilung
mitein
zubeziehen
. Es handelt sich um den Austrittsbericht des Sanatoriums
B._
vom 2. März 2015, wo sich die Beschwerdeführerin vom 5. Dezember 2014 bis 13. Januar 2015
erneut
in stationär-psychiatrischer Behandlung befand (Urk. 3/3), sowie einen Bericht von
Dr.
Z._
vom 13. März 2015 (Urk. 3/4). In beiden Berichten
wurde
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
nach ICD-10 F33.1 gestellt (Urk. 3/3 und Urk. 3/4).
5.3.2
Selbst wenn
von einer mittelschweren depressiven Störung gemäss ICD-10 F33.1
ausgegangen
würde, änderte dies nichts
am Ergebnis, da damit eine
inva
lidisierende Wirkung nicht zwin
gend gegeben
wäre
. Eine solche
ist
zwar nicht schlechthin auszuschliessen. Deren Annahme bedingt indessen jedenfalls, dass es sich dabei um ein selbständiges, von allfälligen psychosozialen
Belastungs
faktoren
losgelöstes depressives Leiden handelt (vgl. Urteile des
Bundesgerichtes
9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.2 mit Hinweisen;
und 9C_140/2014 vom
7.
Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch das zur Publikation bestimmte Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 4.3.3 unter Hinweis auf BGE 127 V 294 E. 5a).
5.
3.3
Es steht ausser Frage, dass bei der Beschwerdeführerin seit Jahren
psychosoziale
Belastungsfaktoren bei der Entstehung
der
psychischen Beschwerdebilder
eine massgebliche Rolle spielten.
Bereits in den Berichten, welche der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der Erstanmeldung vorgelegen hatten, wurden wiederholt psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
genannt. Zu erwähnen sind
beispielsweise
die Scheidung vom Ehemann,
dessen Drogenprobleme sowie diejenigen
des ältesten und zweitäl
testen Sohnes
,
Beziehungsprobleme
mit einem neuen Partner sowie Schulden
(vgl. z.B. Urk. 7/16/7, Urk. 7/16/13 f.,
Urk. 7/31/3, Urk. 7/35/2
, vgl. neu auch Urk. 3/3 S. 2
)
.
Auslöser für
die hier zu beurteilende
depressive Symptomatik war
der Tod des ältesten Sohnes am
18. September 2011 (Urk. 7/43).
Psychosoziale Belastungsfaktoren stehen
auch
weiterhin
im Vordergrund, was sich
a
us dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Austrittsber
icht des Sana
toriums
B._
vom
2.
März 2015
(Urk. 3/3)
ergibt
. Die Beschwerdeführerin
berichtete
gegenüber den behandelnden Ärzten
, die depressive Symptomatik
habe sich
seit einer Wo
che deutlich verschlechtert
, was sich vor allem durch Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit und Freudlosigkeit zeige. Auch sei die Bezie
hung zu ihrem Lebenspartner, welcher hauptsächlich die Zeit bei ihr verbringe, seit etwa einem halben Jahr zunehmend belastend und weniger unterstützend als vor drei Jahren, als dieser sie zur Zeit des Todes des Sohnes sehr unterstützt habe. Hinzu komme, dass der Partner sehr viel Alkohol konsumiere und es so öfters zu Auseinandersetzungen komme. Der Partner vernachlässige sie, sei ver
bal aggressiv und hinterlasse zudem in ihrer Wohnung eine Unordnung, die sie vor allem in depressiven Phasen sehr störe.
Eine z
usätzliche Belastung bes
tehe
durch die finanziellen Schwierigkeiten (sie erhalte nur wenig Sozialgeld), das intensive Kümmern um die betagten Eltern in den letzten Wochen und immer noch der Tod des Sohnes vor drei Jahren. Als Ziele für den Aufenthalt habe die Beschwerdeführerin formuliert, sich ausruhen und wieder zu mehr Energie kommen zu können sowie durch die Therapieteilnahme wieder eine Tages
struktur herstellen zu können. Zudem profitiere sie auch von Bewegung. Durch den Abstand von zu Hause erhoffe sie sich klarere Gedanken zur Partnerschaft
(Urk. 3/3 S. 1 f.).
So wurde im Austrittsbericht denn auch explizit festgehalten, die Beschwerdeführerin habe sich vor allem durch eine psychosoziale Belas
tungssituation, am ehesten im Rahmen der schwierigen Beziehung zum Lebens
partner, belastet gefühlt. Bereits durch die stationäre Aufnahme und de
n
damit verbundenen
Umfeldwechsel
habe sich die Beschwerdeführerin deutlich entlas
tet gezeigt. Sie habe regelmässig an den aktivierenden Therapien (Bewegungs- und Kunsttherapie) teilgenommen und von den sozialen Kontakten auf der Sta
tion und den bezugspflegerischen und ärztlichen Gesprächen profitiert. Den stationären Aufenthalt habe sie, insbesondere hinsichtlich der Etablierung einer Tagestruktur, als sehr hilfreich empfunden. Sie habe wieder verstärkt Interesse an Kunst und Bewegung entdeckt und wolle dies auch in ihre zukünftige Frei
zeitgestaltung übernehmen. Von der Klinik aus habe die Beschwerdeführerin mehrmalig Vorstellungsgespräche bei der
Hilfsorganisation K._
wahrnehmen können, und sie werde ab 2015 unentgeltlich eine Stelle annehmen. Die Belastungsurlaube über die Festtage seien ohne Schwierigkeiten verlaufen. Die bei Eintritt bestehende Problematik mit dem Lebenspartner habe teilweise geklärt werden
können. Am 13. Januar 2015 sei
die Beschwerdeführerin in einem psychisch stabilisierten Zustand, bei fehlender Suizidalität und verbesserter Stimmung sowie effizienter medikamentöser Ein
stellung,
regelrecht nach Hause entlassen
worden (Urk. 3/3 S. 4)
.
Bei einem Vergleich der psychopathologischen Befunde bei Eintritt (Urk. 3/3 S. 3) und Austritt (Urk. 3/3 S. 5) ist eine deutliche Verbesserung erkennbar. Bei
Austritt ist höchstens noch von einer
leichtgradigen
depressiven Symptomatik auszugehen.
5.
3.4
D
er prägende Einfluss psychosozialer Belastungsfaktoren steht der Annahme eines selbständigen depressiven Leidens entgegen. Darüber hinaus ist
nicht von e
iner anhaltenden mittelschweren depressiven Störung auszugehen
, nachdem sich
wiederholt eine Verbesserung
der depressiven Symptomatik, zuletzt nach Entlassung aus dem Sanatorium
B._
am 13. Januar 2015, eingestellt hat
.
Dem Austrittsbericht
des Sanatoriums
B._
vom 2. März 2015 ist
zwar
keine
Angabe
über die
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen.
Aus rechtlicher Sicht ist aber nach dem Gesagten so oder so
nicht von einer
relevanten
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Dass
Dr.
Z._
der Beschwerde
führerin in seinem Bericht vom 13. März 2015 wiederholt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 3/4) attestiert
e
, ändert daran nichts.
In Bezug auf Dr.
Z._
ist der Erfahrung
statsache Rechnung zu tragen
, dass behandelnde Ärzte und Ärz
tinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Darüber hinaus scheint d
ie Beschwerdeführerin über genügend
psychische
Ressourcen
für die Ausübung einer Arbeitstätigkeit
zu verfügen, war es ihr in den Wochen vor dem Klinikaufenthalt im Dezember 2014 doch mög
lich, sich intensiv um ihre betagten Eltern zu kümmern (Urk. 3/3 S. 1). Während des Klinikaufenthaltes war sie sogar imstande,
mehrmalig Vorstellungsgesprä
che bei der
Hilfsorganisation K._
wahrzunehmen und nach der Entlassung aus der Klinik bei der
Hilfsorganisation K._
eine (unentgeltliche) Stelle anzunehmen (Urk. 3/3 S. 4) oder zumin
dest einen Arbeitsversuch zu starten (Urk. 3/4 S. 2).
Zudem pflegt die Beschwer
deführerin zu ihren Söhnen und den Enkelkindern ein inniges und zu ihren Eltern ein gutes Verhältnis (Urk. 3/3 S. 3).
Sie hat auch einen guten Kontakt zu ihrer Schwester (Urk. 3/3 S. 2).
5.3.5
Nach dem Gesagten ist auch aus psychiatrischer Sicht nicht von einer
relevan
ten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
auszu
gehen.
6.
6.1
Zusammengefasst
ist unter Berücksichtig
ung
sämtlicher
Faktoren
k
eine
massgebli
che
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
sowie der Arbeitsfä
higkeit zumindest in der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin sowie in jeder anderen angepassten Tätigkeit
im Vergleich zur rentenabweisenden Verfügung vom 15. Juli 2010 ausgewiesen.
Bei einem Vergleich der attestierten Arbeitsfähigkeiten im Erst- sowie im Neuanmeldungsverfahren
müsste
sogar
von einer Verbesserung ausgegangen werden. Allerdings erweist sich bei genauerer Betrachtung bereits die von
Dr.
C._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sowie von 50 % in der angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin als nicht nachvollziehbar. Bereits damals impo
nierten psychosoziale Faktoren (E. 5.3.3).
Mangels ausge
wiesener Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist jedenfalls kein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen.
Vielmehr kann ohne weiteres angenom
men werden, dass weiterhin
kein Anspruch auf eine Invalidenrente
besteht
. Ebenso besteht kein Anspruch auf
berufliche Massnahmen in Form von Arbeitsver
mittlung
und/oder Umschulung
; die Beschwerdeführerin ist in ihrer angestammten Tätigkeit als Pharma-Assistentin zu 100 % arbeitsfähig.
6.
2
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist
damit
abzuweisen.
7
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemes
sen.
Ausgangsgemäss
ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.