Decision ID: 90da839f-1452-4211-b4cf-41f91a1142c1
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war von November 2016 bis Mai 2018 bei der
Y._
,
in Z._
, in einem 80%-Pensum als Preis
aus
zeichnerin
/
Etikettiererin
angestellt (
Urk.
7/3 f.
,
7/8/2,
7/19
und 7/23
).
Am 2
8.
Juni 2019 rutschte sie
zu Hause
auf nassem Boden aus
, stürzte und
verletzte sich
dabei
an der linken Schulter sowie am rechten Fuss (vgl.
Urk.
7/12/275 f.,
7/12/339,
7/12/363 und 7/12/381).
Die Suva als zu
ständiger Unfallversicherer erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
7/12/350, 7/26/2-3).
Insbesondere unter Hinweis auf Fussschmerzen und eine Fussschwellung rechts meldete
sich die Versicherte
am 2
2.
Juni 2020 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte zunächst nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/8) die Akten der Suva ein (
Urk.
7/12-14). Nach einem Telefonat mit der Versicherten vom
8.
September 2020 (vgl.
Urk.
7/15)
teilte ihr die IV-Stelle gleichentags schriftlich mit, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht worden sei und abgewartet werden müsse. Nach dessen Eintritt werde nochmals geprüft, ob Unterstützung für die Eingliederung notwendig sei (Urk. 7/16).
Im weiteren V
erlauf
holte die IV-Stelle einen Arbeitgeberbericht ein (
Urk.
7/23)
und zog ausserdem
weitere Akten der Suva
bei (
Urk.
7/24-26).
In deren Auftrag war die Versicherte am 1
8.
Dezember 2020 kreisärztlich untersucht worden (Bericht vom 2
4.
Dezember 2020,
Urk.
7/25/44-53).
Mit Vorbescheid vom
9.
März 2021
stellte
die IV-Stelle
der Versicherten die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
7/28), wogegen diese am 2
2.
April 2021 Einwand erhob (Urk.
7/33).
Am 2
8.
April 2021 verfügte die IV-Stelle im ang
ekündigten Sinne (
Urk.
2 = Urk.
7/37).
2.
Dagegen erhob
X._
am 3
1.
Mai 2021 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Sache zu weiteren Abklärungen sowie zwecks Prüfung beruflicher Massnahmen und allen
falls neuer Rentenprüfung
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom
3.
November 2021 zog das Gericht die Unfallakten der Suva bei, soweit diese noch nicht bei den Akten lagen (
Urk.
10). Nach
deren
Eingang (
Urk.
13/1, 13/2/252-275
) wurde den Parteien mit V
erfügung vom 19.
November 2021 Frist
für eine
freiwillige
Stellungnahme
angesetzt (Urk.
14). Während sich die Beschwerdeführerin innert Frist nicht vernehmen liess, teilte die Beschwerde
gegnerin mit Eingabe vom 1
0.
Dezember 2021 mit, auf das Einreichen einer Stellungnahme zu verzichten (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon,
ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
April 2021
hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest, bei der Beschwerdeführerin
habe
bereits zu Be
ginn der Abklärungen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätig
keiten vorgelegen. Diese habe zwischenzeitlich mit verschiedenen Therapien auf 100
%
gesteigert werden können.
Mangels einer Erwerbseinbusse bestehe somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2 S. 1).
Bezug
nehmend auf den Einwand betonte die Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung verfüge und bisher in Aus
übung von Hilfsarbeiten ein Einkommen erzielt habe. Dies sei ihr im Rahmen einer geeigneten Tätigkeit
nach wie vor
möglich.
Zur Begründung eines An
spruchs auf Arbeitsvermittlung bedürfe es ausserdem einer spezifischen Ein
schränkung gesundheitlicher Natur. Der Beschwerdeführerin seien leichte Tätig
keiten voll zumutbar und sie sei bei der Stellensuche nicht aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschränkt. Somit sei das
R
egionale Arbeits
vermittlungszentrum
(
RAV
)
für die Unterstützung bei der Stellensuche zuständig (
Urk.
2 S. 2).
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 3
1.
Mai 2021 machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend,
es sei strittig, ob die kreisärztliche Beurteilung schlüssig sei und ob darauf abgestellt werden könne.
Der medizinisch relevante Sachverhalt sei noch nicht vollständig abgeklärt, weshalb sich die Verneinung
d
es Leistungs
anspruchs als verfrüht erweise. Zunächst sei der weitere Gang des unfall
versicherungsrechtlichen Verfahrens abzuwarten; die Akten der Suva seien für dieses Verfahren zu edieren (
Urk.
1 S
.
4 f.).
Ungeachtet dessen habe die Beschwerdegegnerin verkannt, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (richtig: Arbeitsfähigkeit) in einer leidensangepassten Tätigkeit den Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen nicht von vornherein ausschliesse. Dieser setze jedoch grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20
%
voraus. Mittels Ein
kommensvergleichs resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Ab
zuges von 25
%
ein Invaliditätsgrad von 24
%
im erwerblichen Bereich, weshalb die Beschwerdegegnerin Eingliederungsmassnahmen zu prüfen habe. Eventualiter seien Frühinterventionsmassnahmen nach Rücksprache und in Koordination mit dem zuständigen RAV zu prüfen (
Urk.
1 S
.
5 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin
stürzte am 2
8.
J
uni 2019 und zog sich dabei Ver
letzungen an der linken Schulter sowie am rechten Fuss zu (Urk. 7/12/275 f., 7/12/339, 7/12/363 und 7/12/
381).
Nachdem zunächst die
medizinische
Behand
lung des Schultertraumas im Vordergrund
gestanden hatte
(vgl. U
rk.
7/12/304 f., 7/12/331 f., 7/12/334 und 7/12/363-365
), lag der Fokus
ab
Frühjahr
2020 auf den persistierenden Beschwerden am rechten Fuss
. Diesbezüglich ist dem
Bericht der Klinik
A._
vom 2
7.
Januar 2020 zu entnehmen, dass sich die Haupt
symptomatik im Bereich des
Cal
c
aneocuboidal
-Gelenkes gezeigt habe, wobei auch ein CRPS (
complex
regional
pain
syndrome
) nicht sicher
ausgeschlossen werden könne
(
Urk.
7/12/214 f.).
Nach erfolgten radiologischen Abklärungen wurde sodann m
it Bericht vom 2
6.
Februar 2020
die Hauptdiagnose eines CRPS I bei Status nach Distorsion am 2
8.
Juni 2019 gestellt.
Die dazu notwendigen Budapest-Kriterien seien erfüllt. Klinisch hätten sich anlässlich der Konsultation eine Hypästhesie, eine Hyperalgesie, ein Ödem und eine livide Verfärbung am
rechten
Fussrist
, eine leichte Schwäche des Fusshebers/-senkers
und Grosszehen
hebers/-senkers sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit im Bereich des oberen Sprunggelenks (OSG) gezeigt.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage für
stehende Tätig
keiten
100
%
und für sitzende Tätigkeiten 0
%
(
Urk.
7/12/132-134).
Die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit wurde seitens der Klinik
A._
in
den Ver
laufsberichten
vom
2
4.
März 2020 sowie
vom
4.
und 1
8.
Mai 2020 bestätigt (Urk. 7/12/
102 f.
,
7/12/116 f.
und
7/12/119 f.
).
3.2
Vom 2
3.
Juni bis
8.
Juli 2020 war die Beschwerdeführerin zwecks multimodaler Schmerztherapie bei CRPS I Fuss rechts in der Universitätsklinik
B._
hospitalisiert.
Gemäss Austrittsbericht vom
9.
Juli 2020 hätten a
uf S
ymptom
ebene
bei Eintritt Schmerzen, eine Schwellung, ein Wärmegefühl,
vermehrtes Schwitzen, Verfärbungen, eine reduzierte Beweglichkeit sowie ein verändertes Nagelwachstum
Digitus
II bestanden. Auf Befundebene hätten sich eine
Druck
dolenz
, eine leichte Schwellung und eine Bewegungseinschränkung objektivieren lassen. Das Nagelwachstum
Digitus
II habe sich leicht verändert gezeigt.
Auf
grund dieser Befunde
liege aktuell kein
florides
CRPS vor. Differential
diagnostisch sei neben einem CRPS in partieller Remission an ein neuropathisches Schmerzsyndrom mit vasomotorischer Dysregulation zu denken.
Bis zum 3
1.
Juli 2020 sei der Beschwerdeführerin für ihre angestammte Tätigkeit als
Etikettiererin
noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Danach sollte in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit vereinzelten Transfers eine 50-70%ige Arbeitsfähigkeit
umsetzbar
sein. Eine gelegentliche Belastung des Fusses mit 50 Kilogramm sollte ebenfalls möglich sein
(
Urk.
7/12/38-41; vgl. auch
Urk.
7/12/45).
3.3
Mit Stellungnahme vom 2
7.
August 2020 äusserte sich die Kreisärztin med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
dahingehend, dass aktuell von einem CRPS I in partieller Remission auszugehen sei. Der medizinische End
zustand sei noch nicht erreicht. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit teile sie die
in der Beurteilung
der Universitätsklinik
B._
vom
9.
Juli 2020
vertretene Auf
fassung
(
Urk.
7/14/19).
3.4
Vom
1.
August 2020 bis 3
1.
Januar 2021 wurde
von
den
behandelnden Ärzte
n
insbesondere denjenigen der Klinik
A._
eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert.
Ausser
dem wurde festgehalten, dass nur leichte körperliche beziehungsweise vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten mit Möglichkeit zur Wechselbelastung und ohne Belastung des rechten Fusses zumutbar seien (
Urk.
7/22/16 f., 7/25/84 und 7/25/99).
3.5
Dem kreisärztlichen Untersuchungsbericht
von med.
pract
.
C._
vom 24.
Dezember 2020 ist folgende Diagnose zu entnehmen (
Urk.
7/25/49):
-
CRPS I Fuss rechts in partieller Remission bei Status nach Distorsion am 2
8.
Juni 2019.
Im Rahmen der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich des rechten Fusses geklagt, welche insbesondere bei Belastung aufträten. Sie benötige weiterhin Schmerzmittel; nach Belastung komme es immer wieder zu Schwellungen des Fusses. Die Beweglichkeit des rechten Fusses sei relativ gut.
Aus ärztlicher Sicht habe sich bei der klinischen Untersuchung
inspektorisch
so
wie
palpatorisch
ein unauffälliger Befund im Vergleich zur Gegenseite gezeigt.
Sowohl die aktive als auch die passive Dorsalextension sei bei etwa 15 Grad ein
geschränkt gewesen. Die Sensibilitätsprüfung habe keine
Allodynie
oder Hyper
sensibilität ergeben.
Die Budapest-Kriterien seien daher a
ktuell nicht erfüllt;
Anhaltspunkte für ein
florides
CRPS seien nicht vorhanden. Aufgrund des akten
anamnestischen Verlaufs sei von einem CRPS I in Remission auszugehen (
Urk.
7/25/49).
Unter Berücksichtigung der medizinischen Berichte habe sich der Zustand im Verlauf deutlich verbessert. Gewisse Restbeschwerden seien nachvollziehbar. Nach etwa eineinhalb Jahren nach dem Unfallereignis erscheine eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustands fraglich. Insofern könne aus versicherungs
medizinischer Sicht schon jetzt vom medizinischen Endzustand ausgegangen werden. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführerin eine leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ganztags zu
mutbar. Überwiegend stehende sowie gehende Arbeiten, häufige Tätigkeiten auf unebenem Gelände oder auf Leitern und Gerüsten sowie mit häufigem Knien oder Hocken verbundene Arbeiten seien zu vermeiden (Urk. 7/25/49).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin gelangte in der angefochtenen Verfügung im Wesent
lichen zur Auffassung, die Beschwerdeführerin sei für eine angepasste Tätigkeit aus medizinischer Sicht wieder zu 100
%
arbeitsfähig, weshalb ihr keine Erwerbs
einbussen entstünden und kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung bestehe (
Urk.
2 S. 2).
Auf welche
r
medizinischen
Grundlage
diese
Beurteilung
beruht
, geht auch
aus den
Angaben in den Feststellungsblättern
(
Urk.
7/27, 7/35)
nicht
explizit
hervor.
Es findet sich allerdings der
vom
5.
November 2020 datierte Vermerk
, wonach
die Abklärungen des Kreisarztes der Suva
abgewartet würden (
Urk.
7/27/4).
Nach Eingang weiterer Akten der Suva im Januar respektive Februar 2021 (
Urk.
7/25 f.), worunter sich insbesondere der kreisärztliche Untersuchungsbericht vom 2
4.
Dezember 2020 befand (
Urk.
7/25/44-53),
erliess die Beschwerdegegnerin am
9.
März 2021 ihren Vor
bescheid (
Urk.
7/28).
Es ist daher davon auszugehen, dass
ihr
e
Beurteilung
auf dem
Untersuchungsbericht
von med.
pract
.
C._
basiert
, worauf auch die Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2021 (
Urk.
6) hindeutet
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass auf den kreisärztlichen Untersuchungs
bericht abgestellt werden könne
,
und verweist in diesem Zusammenhang auf das (im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung) noch
bei der Suva
hängige unfall
versicherungsrechtliche Verfahren. Es lägen weitere medizinische Berichte vor, welche die kreisärztliche Beurteilung zu erschü
ttern vermö
cht
en. Der medizinisch
relevante Sachverhalt sei gegenwärtig noch nicht vollständig abgeklärt (
Urk.
1 S. 4 f.).
4.2.2
Wie bereits
ausgeführt
(vgl. vorstehende E. 1.5), kommt Berichten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Med.
pract
.
C._
legte in Kenntnis der
relevanten
Vorakten
(vgl.
Urk.
7/25/44-47)
und auf der Grundlage der von ihr erhobenen Befunde
(
Urk.
7/25/48)
nachvollziehbar dar,
weshalb sie in Anbetracht der
zum Untersuchungszeitpunkt
nicht
mehr
erfüllten Budapest-Kriterien
ein
CRPS I am rechten Fuss in partieller Remission
diagnostizierte
.
Überzeugend
ist
bei diesen Gegebenheiten auch die kreisärztliche Einschätzung, wonach über
wiegend stehende sowie gehende Arbeiten, häufige Tätigkeiten auf unebenem Gelände oder auf Leitern und Gerüsten sowie mit häufigem Knien oder Hocken verbundene Arbeiten
zu vermeiden
seien.
Damit wurde den von der Beschwerde
führerin geklagten und von der Kreisärztin für nachvollziehbar erklärten Rest
beschwerden
gebührend
Rechnung getragen.
Es leuchtet des Weiteren ein, dass med.
pract
.
C._
hingegen
leichte
bis gelegentlich mittelschwere wechsel
belastende Tätigkeiten ganztags für zumutbar erachtete (
Urk.
7/25/49).
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin liegen keine medizinischen Berichte vor, welche die
kreisärztlichen Schlussfolgerungen in Frage stellen.
Zu
nächst ist festzuhalten, dass b
eschwerdeweise nicht
im Einzelnen
substantiiert
wurde
, welche ärztlichen Unterlagen
zu einer anderen Beurteilung führen könnten.
Insbesondere seitens der Klinik
A._
war zwar vor der kreis
ärztlichen Untersuchung
im Dezember 2020
bloss
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
körperlich
leichte
und wechselbelastende Tätigkeiten attestiert worden (
Urk.
7/22/17, 7/25/84 und 7/25/99).
Es mangelt jedoch an einer hinreichenden Begründung für d
ie
se
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leidens
adaptierte T
ätigkeiten
, welche
angesichts des Umstands, dass die
Klinik A._
noch
im Frühjahr 2020 über mehrere Monate hinweg eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
für sitzende Tätigkeiten bescheinigt hatte (
Urk.
7/12/103, 7/12/117, und 7/12/120 und 7/12/134),
umso mehr zu erwarten gewesen
wäre
.
Darüber hinaus
sind den
vom Gericht
zwecks Vervollständigung der Aktenlage
beigezogenen
Unterlagen
der Suva
keine
medizinischen
Feststellungen
zu ent
nehmen, welche
der kreisärztlichen B
eurteilung widersprechen beziehungsweise sich damit
überhaupt
eingehend
auseinandersetzen (vgl.
Urk.
13/2/261
, 13/2/271/2-3
).
Aus den Akten der Suva geht ausserdem hervor,
dass das unfall
versicherungsrechtliche Verfahren
zwischenzeitlich
mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
August 2021
soweit ersichtlich
rechtskräftig abgeschlossen wurde (
Urk.
13/2/265,
13/2/272; vgl. auch
Urk.
9).
Dabei wurde
ebenfalls auf die kreis
ärztliche Beurteilung
von med.
pract
.
C._
abgestellt
;
weitere medizinische Abklärungen
erachtete die Suva nicht für angezeigt (Urk. 13/2/265/6).
4.
2.
3
Nach dem Gesagten bestehen keine auch nur geringen Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
im Untersuchungsbericht vom 24. Dezember 2020 enthaltenen kreisärztlichen
Feststellungen
. D
em Bericht
kommt folglich voller Beweiswert zu
. Von weiteren
Abklärungen
sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (
antizipierte
Beweiswürdigung; BGE
144 V
361 E. 6.5
,
1
36 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b
).
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beein
trächtigung.
Unstreitig ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerbs- und zu 20
%
im Aufgabenbereich (Haushalt) tätig wäre (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
12
,
Urk.
7/35/1).
Eine Invalidität im Aufgabenbereich steht nicht zur D
iskussion; Weiterungen dazu erübrigen sich.
In Bezug auf den Erwerbsbereich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
seit dem 3
0.
Mai 2018 arbeitslos
ist
(vgl.
Urk.
7/4/6, 7/8/2), wobei sie ihr letztes Anstellungsverhältnis als Preis
auszeichnerin bei der
Y._
nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern aufgrund von Differenzen mit der Arbeitgeberin auflöste (Urk. 7/23/1).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist somit erstellt, dass sie
die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali
dität nicht mehr ausgeübt hätte.
Bisher ist die über keine berufliche Ausbildung verfügende Beschwerdeführerin Hilfsarbeitertätigkeiten nachgegangen (vgl.
Urk.
7/12/340). In diesem Bereich sind ihr
leidensadaptierte Tätigkeiten
aufgrund der beweiskräftigen kreisärzt
lichen Beurteilung
weiterhin ganztags zumutbar. Sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen sind ausgehend vom selben Tabellenlohn
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
zu berechnen, weshalb sich deren genaue Ermittlung erübrigt. Der Invaliditätsgrad
entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
und beträgt demnach im konkreten Fall
grundsätzlich
0
%
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_478/2021 vom 11. November 2021 E. 5.2.1
).
Fraglich ist, ob
auf Seiten des Invalideneinkommens
allenfalls ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, welchen die Beschwerdeführerin auf 25
%
veran
schlagt haben will (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
14).
Die von ihr in diesem Zusammenhang angeführten Gründe rechtfertigen rechtsprechungsgemäss allerdings keinen
A
b
zug. So bildet insbesondere
der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, kein
en
Grund für einen zusätzlichen leidens
bedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
gerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Überdies sind weder mangelnde Sprachkenntnisse
noch
eine ungenügende berufliche Aus
bildung abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveau
s
Rechnung zu tragen ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Es ist somit
insgesamt
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von der Gewährung eines Abzuges absah (vgl.
Urk.
2 S. 2).
6.
Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 0
%
im Erwerbs
bereich
(80
%
)
hat die Beschwerdegegnerin
unabhängig von einer allfälligen Einschränkung im Auf
gabenbereich (20
%
) keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung, da jedenfalls kein Gesamtinvaliditätsgrad von mindestens 40
%
resultieren würde (vgl. vorstehende E. 1.3).
Mangels einer mindestens rund 20%igen Erwerbs
einbusse besteht ferner kein Anspruch auf Umschulung
im Sinne von
Art.
17 IVG
(BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b, je mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_266/2021 vom 13. Juli 2021 E. 4.2.3 mit Hinweisen)
. Zu Recht verneint hat die Beschwerdegegnerin überdies den Anspruch auf Arbeits
vermittlung
(
Art.
18 IVG), da dieser rechtsprechungsgemäss eine spezifische Ein
schränkung gesundheitlicher Art voraussetzt. Der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, genügt hingegen nicht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2015 vom 12. Januar 201
6 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch
Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE],
Stand 1. Januar 2020,
Rz
5005
). Schliesslich ist der Beschwerdeführerin selbst bewusst (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
16), dass kein Rechtsanspruch auf Frühinterventionsmassnahmen be
steht (
Art.
7d
Abs.
3 IVG),
weshalb
die Beschwerdegegnerin seitens des Gerichts nicht verpflichtet werden kann, derartige Massnahmen
in die Wege zu leiten
.
Gesamthaft hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen.
7
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
6
00.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unter
liegenden
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.