Decision ID: 17764476-4532-4666-87b7-3513cbe3205f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
X._
GmbH reichte
a
m 1
4.
September 2021 eine Voranmeldung von Kurzarbeit für die Zeit vom
1.
September bis 3
0.
November 2021 ein (
Urk.
6/1
Ziff.
4).
Mit Verfügung vom
3.
Dezember 2021 (
Urk.
6/10) lehnte
das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
das Gesuch
vom 1
4.
September 2021
ab. Die von der
X._
GmbH am
4.
Januar 2022 (
Urk.
6/11 Beilage 1) dagegen erhobene Einsprache wies das AWA mit Entscheid vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
6/12 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Gesellschafter der
X._
GmbH erhob am 1
0.
Februar 2022 Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
2).
Er
beantragte
sinn
gemäss
, der Entscheid sei aufzuheben
,
und
es sei
dem Gesuch um Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung
ab Dezember 2021 bis Februar 2022 zu
entspre
chen (
Urk.
1).
Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2022 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der
Beschwerdeführer
in
am
3.
M
ärz 2022 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
31
Abs.
1
lit
. b und d des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben Arbeit
nehmerinnen und Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt ist, Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung
,
wenn der Arbeitsausfall anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können. Voraussetzung für die Anrechenbarkeit des Arbeitsausfalles ist, dass er auf wirt
schaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art.
32 Abs.
1
lit
. a AVIG). Die Rechtsprechung legt den Begriff der wirtschaftlichen Gründe - in Berücksichtigung des präventiven Charakters der Kurzarbeitsentschädigung - sehr weit aus und versteht darunter sowohl strukturelle als auch konjunkturelle Gründe insgesamt und nicht nur den Rückgang der Nachfrage nach den norma
lerweise von einem Betrieb angebotenen Gütern und Dienstleistungen (BGE 128 V 305 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts
8C_549/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 3.2 und
C 279/05 vom 2. November 2006 E. 1, je mit Hinweisen).
Ein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführender und an sich grundsätzlich anrechenbarer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als anrechenbar, wenn er
branchen
,
berufs
oder betriebsüblich ist oder durch saisonale Beschäftigungs
schwankungen verursacht wird (Art.
33 Abs.
1
lit
. b AVIG). Damit will das G
e
setz vor allem regelmässig wiederkehrende Arbeitsausfälle von der Kurzarbeitsent
schädigung ausschliessen (BGE 121 V 371 E. 2a, 119 V 357 E. 1a, je mit Hinwei
sen). Ebenfalls nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn er durch betriebs
organisatorische Massnahmen, andere übliche Betriebsunterbrechungen oder durch Umstände bedingt ist, die zum normalen Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (Art. 33 Abs. 1
lit
. a 2. Satzteil AVIG; ARV 2004 Nr. 5 S. 58 E. 2.1).
1.2
Gemäss
Art.
32
Abs.
3 AVIG regelt der Bundesrat für Härtefälle die Anrechenbar
keit von Arbeitsausfällen, die auf behördliche Massnahmen, auf wetterbedingte Kundenausfälle oder auf andere vom Arbeitgeber nicht zu vertretende Umstände zurückzuführen sind. Er kann für die Fälle von Absatz 2 abweichende längere Karenzfristen vorsehen und bestimmen, dass der Arbeitsausfall nur bei vollstän
diger Einstellung oder erheblicher Einschränkung des Betriebes anrechenbar ist.
1.3
Arbeitsausfälle, die auf behördliche Massnahmen oder andere nicht vom Arbeit
geber zu vertretende Umstände zurückzuführen sind,
sind anrechenbar, wenn der Arbeitgeber sie nicht durch geeignete, wirtschaftlich tragbare Mass
nahmen ver
meiden oder keinen Dritten für den Schaden haftbar machen kann (
Art.
51
Abs.
1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung, AVIV). Der Arbeitsausfall ist gemäss
Art.
51
Abs.
2 AVIV insbesondere anrechenbar, wenn er verursacht wird durch:
a.
Ein- oder Ausfuhrverbote für Rohstoffe oder Waren;
b.
Kontingentierung von Roh- oder Betriebsstoffen einschliesslich Brenn
stoffen;
c.
Transportbeschränkungen oder Sperrung von Zufahrtswegen;
d.
längerdauernde Unterbrüche oder erhebliche Einschränkungen der Energie
versorgung;
e.
Elementarschadenereignisse.
Der Arbeitsausfall ist nicht anrechenbar, wenn die behördliche Massnahme durch Umstände veranlasst wurde, die der Arbeitgeber zu vertreten hat (
Art.
51
Abs.
3 AVIV).
1.4
Im Zusammenhang mit Massnahmen wegen des
Coronavirus
(COVID-19) erliess der Bundesrat unter anderem die folgenden Verordnungen, die innert kurzer Zeit mehrere Änderungen erfuhren:
1.
Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung 2) vom 13. März 2020, ersetzt durch Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung 3) vom 19. Juni 2020 (SR 818.101.24);
2.
Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung besondere Lage) vom 19. Juni 2020, ersetzt durch gleichlautende Verordnung vom 23. Juni 2021 und vom 16. Februar 2022 (SR 818.101.26; in Kraft bis 31. März 2022);
3.
Verordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Arbeitslosen
versicherung) vom 20. März 2020 (SR 837.033);
4.
Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) vom 20. März 2020 (SR 830.31).
1
.5
Im Übrigen hat das Staatssekretariat für Wirtschaft
(
Seco
)
Vorgaben für die Ver
waltung publiziert.
Laut
Ziff.
2.2 der Weisungen 2021/13 und 2021/16 Aktualisierung «Sonder
regelungen aufgrund der Pandemie» des
Seco
vom 3
0.
Juni 2021 und vom
1.
Ok
tober 2021 kann eine Pandemie aufgrund des jähen Auftretens, des Ausmasses und der Schwere nicht als normales, vom Arbeitgeber zu tragendes
Betriebsrisiko im Sinne von
Art.
33
Abs.
1
lit
. a AVIG betrachtet werden, selbst wenn unter Umständen jeder Arbeitgeber davon betroffen sein kann. Demnach sind Arbeits
ausfälle aufgrund rückläufiger Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die auf die Pandemie zurückzuführen sind, in Anwendung von
Art.
32
Abs.
1
lit
. a AVIG anrechenbar. Der Arbeitgeber muss jedoch glaubhaft darlegen können, dass die in seinem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf das Auftreten der Pan
demie zurückzuführen sind. Der einfache Hinweis auf die Pandemie genügt nicht als Begründung.
1.6
Beabsichtigt ein Arbeitgeber, für seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kurzarbeitsentschädigung geltend zu machen, so muss er dies der kantonalen Amtsstelle mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit schriftlich voran
melden. Der Bundesrat kann für Ausnahmefälle kürzere Voranmeldefristen vor
sehen. Die Voranmeldung ist zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als drei Monate dauert (
Art.
36
Abs.
1 AVIG). In der Voranmeldung muss der Arbeitgeber unter anderem Ausmass und voraussichtliche Dauer der Kurzarbeit angeben (
Art.
36
Abs.
2
lit
. b AVIG) sowie die Notwendigkeit der Kurzarbeit begründen und anhand der durch den Bundesrat bestimmten Unterlagen glaubhaft machen, dass die Anspruchsvoraussetzungen nach den Artikeln 31
Abs.
1 und 32
Abs.
1 Buchstabe a erfüllt sind. Die kantonale Amtsstelle kann weitere zur Prüfung nötige Unterlagen
einverlangen
(
Art.
36
Abs.
3 AVIG). Die kantonale Amtsstelle prüft, ob die Anspruchsvoraussetzungen glaubhaft gemacht worden sind und die Notwendigkeit der Kurzarbeit begründet ist. Hält sie eine oder mehrere Anspruchsvoraussetzungen für nicht erfüllt, erhebt sie durch Verfügung Einspruch gegen die Auszahlung der Entschädigung (
Art.
36
Abs.
4 Satz 1 AVIG).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entschei
d fest, d
ie
Beschwerde
führer
in
habe weder in der Voranmeldung noch in der Einsprache vorgebracht, von welchen konkreten behördlichen Massnahmen
sie
betroffen sei, noch inwie
fern die Massnahmen sich auf die geschäftlichen Tätigkeiten im Detail auswirk
ten. Die Geltendmachung der Home-Office-Pflicht allein genüge nicht, um den Kausalzusammenhang zwischen behördlichen Massnahmen und dem geltend gemachten Arbeitsausfall nach
zuweisen. Das Unternehmen sei zudem nicht von Schliessungen betroffen
und die
Durchführung von Kundenterminen inklusive Ausbauarbeiten seien nicht behördlich verboten. Diese seien unter Einhaltung der Schutzkonzepte möglich. Ein Kausalzusammenhang zwischen dem geltend gemachten Arbeitsausfall und behördlichen Massnahmen sei daher nicht erstellt und
d
er Arbeitsausfall
sei nicht
als ausserordentlich zu betrachten
(
Urk.
2
S. 2 unten).
Der Beschwerdegegner prüfte sodann, ob der Arbeitsausfall auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und anrechenbar
sei
. Er hielt dazu fest, zu Beginn
der Pandemie sei es
für die Unternehmen
schwer gewesen, sich
kurzfristig auf die geänderte Situation einzustellen. Die Pandemie dauere
aber
mittlerweile beinahe zwei Jahre. Es sei de
r
Beschwerdeführer
in
nun zumutbar, sich an die veränderte Situation anzupassen und entsprechende Massnahmen zur Schadenminderung zu treffen. Die Situation stelle sich dementsprechend nicht mehr gleich dar wie noch im Jahr 202
0.
Im Rahmen der Schadenminderung könne deshalb erwartet werden, dass
d
i
e Beschwerdeführer
in
sich
bemühe, den Kundenkreis zu erweitern und Massnahmen treffe, um den Arbeitsausfall möglichst gering zu halten (S. 3 oben).
Die gesamte Bau- und Nebenbaubranche befinde sich nach wie vor in einer soli
den Konjunkturphase.
Von einem markanten Rückgang der Nachfrage nach Bau- und Nebenbaudienstleistungen aus wirtschaftlichen Gründen könne nicht gespro
chen werden. Der Arb
eitsausfall sei daher weder als
ausserordentlich noch als aussergewöhnlich zu qualifizieren.
Er sei dem normalen Betriebsrisiko zuzu
ordnen, was einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ausschliesse. Termin
verschiebungen auf Wunsch von Auftraggebern, Verzögerungen bei Baustellen, Baueinsprachen und andere Gründe, die von den mit der Ausführung von Arbei
ten beauftrag
t
en Unternehmen nicht zu verantworten seien, stellten zudem nichts Aussergewöhnliches dar
. Es handle sich um ein normales Betriebsrisiko oder um Branchen-
,
Berufs- oder Betriebsüblichkeit
(S. 3 Mitte).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
brachte vor,
sie
beantrage die Bewil
ligung von Kurz
arbeit
ab Beginn der Home-Office-Pflicht im Dezember 2021 bis Ende Februar 202
2.
Sie
habe in
den Voranmeldungen
und in der Einsprache
klar mitgeteilt, welche behördlichen Massna
hmen den Entscheid des Bauherrn
ausgelöst hätten. Es handle sich ganz klar um die Home-Office-Empfehlung und danach die Home-Office-Pflicht.
Ihr
Unternehmen
habe aus Rücksicht
,
und weil die Lage kurzfr
istig wieder besser gewesen sei
,
auf
eine
Anfang 2021
bewilligte Kurzarbeit verzichtet. Auf der anderen Seite habe
sie
, wenn es notwendig sei, keine Bewilligung für Kurzarbeit erhalten. Sollte das Gesuch abgelehnt werde
n
, werd
e
sie
Personal ent
lassen müssen (
Urk.
1).
2.3
Gemäss der
Voranmeldung von Kurzarbeit vom 1
4.
September 2021
wurde Kurz
arbeit für die Zeit
vom
1.
September bis 3
0.
November 2021
beantragt
(
Urk.
6/1
Ziff.
4).
Gemäss
Art.
17b
Abs.
1 Covid-19-Gesetz (Stand
2.
September
2021) ist in Abwei
chung von
Art.
36
Abs.
1 A
V
IG keine V
oranmeldefrist
für Kurzarbeit einzuhalten. Sodann ist die Voranmeldung zu erneuern, wenn die Kurzarbeit länger als sechs Monate dauert.
Ab dem
1.
Juli 2021 darf Kurzarbeit mit einer Dauer von mehr als drei Monaten längstens bis zum 3
1.
Dezember 2021 bewilligt werden.
Für rückwirkende Anpassungen einer bestehenden Voranmeldung ist ein entspre
chendes Gesuch bis am 3
0.
April 2021 bei der kantonalen Amtsstelle einzu
reichen. Betriebe
n
, die aufgrund der seit dem 1
8.
Dezember 2020 beschlossenen behördlichen Massnahmen von Kurzarbeit betroffen sind, wird des Weiteren der Beginn der Kurzarbeit in Abweichung von
Art.
36
Abs.
1 A
V
IG auf Gesuch hin rückwirkend auf das Inkrafttreten der entsprechenden Massnahme bewilligt. Das Gesuch ist bis zum 3
0.
April 2021 bei der kantonalen Amtsstelle einzureichen (
Art.
17b
Abs.
2 Covid-19-Gesetz).
Die
Beschwerdeführer
in
beantragte in der Einsprache vom
4.
Januar 202
2
neben der
bereits
beantragten Kurzarbeit
für die Monate September bis November 2021
neu zusätzlich
Kurzarbeit
ab Dezember 2021 (
Urk.
6/11, Beilage 1).
Für den Zeit
raum Dezember 2021 bis Februar 2022
, auf den sich
die
Beschwerdeführer
in
auch in der Beschwerde bezieht,
fehlt es jedoch an der erforderlichen Voranmeldung
von Kurzarbeit
.
Mangels einer einzuhaltenden
Voranmeldefrist
ist die Bewilli
gung von Kurzarbeit ab
1
4.
September
2021
, mithin ab dem Tag des Eingangs der Voranmeldung,
zu prüfen
.
Strittig ist daher
einzig, ob Kurzarbeit für die
Zeit ab 1
4.
September bis
3
0.
November 2021 bewilligt werden kann
, während auf den Antrag auf Bewilligung von Kurzarbeit von Dezember 2021 bis Februar 2020 nicht einzutreten ist
.
3.
3.1
Nachfolgend ist auf die früheren Voranmeldungen
von Kurzarbeit
der
Beschwer
deführer
in
einzugehen.
Die
Beschwerdeführer
in
beantragte in der
Voranmeldung von Kurzarbeit vom 2
7.
März
2020 (
Urk.
6/17)
Kurzarbeit
für die Zeit vom
2.
März bis 3
1.
August 2020
(S. 2
Ziff.
4).
Sie
gab an, das Unternehmen sei im Bereich Bau- und Pro
jektleitung und Fallschirm-Events tätig (S. 3
Ziff.
9 a). Auf die
Fragen
nach
einer
Veränderung der Auftragslage und der Entwicklung des Geschäftsganges
antwor
tete
die
Beschwerdeführer
in
,
es seien diverse Projekte gestoppt beziehungsweise verschoben worden. 2018 sei ein Umsatz von zirka
Fr.
500'000.-- inklusive Mehr
wertsteuer und 2019 von zirka
Fr.
2
9
0'000.-- inklusive Mehrwertsteuer
erwirt
schaftet worden
(S. 3
Ziff.
10 a-b).
Aktuell sei der Auftragsbestand
bei den laufenden Aufträgen soweit gut. Es seien jedoch zwei Projekte verschoben worden.
Sie
rechne mit
der
Normalität und der Wiederaufnahme der Projekte ab September 2020 (S. 3
Ziff.
10 c-d).
Die Kurzarbeit betreffe ausschliesslich einen Mi
tarbeiter, der eigens für zwei Projekte engagiert worden sei. Durch die Verschiebung von Projekten auf unbe
stimmte Zeit breche
diesem
die Einnahmequelle weg. Es handle sich um eine pro
jektbezogene
unbefristete
Anstellung. Der Mitarbeiter habe die letzten beiden Wochen vor der Kurzarbeit sämtliche Projektunterlagen wie Offerten, Verträge etc. vorbereitet und habe alles organisiert, damit es nach dem
S
hutdown
nahtlos weitergehen könne (S. 3
Ziff.
11 a-b). Zwei
Grosskonzerne hätten ihre Büroa
us
bauten
und
Umbauten
auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Begründung
hätten sie
Covid-19 angegeben. Projekt 1 habe einen Umfang von zirka
Fr.
70'000.--, Projekt
2 von zirka
Fr.
10'000.--
(S. 3
Ziff.
11 c).
Der Beschwerdegegner bewilligte
mit Verfügung vom
6.
April 2020 (
Urk.
6/18)
die Voranmeldung
für Kurzarbeit
teilweise.
Sofern die übrigen Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt seien, sei in der Zeit ab 2
7.
März 2020 bis 2
6.
September 2020 Kurzarbeit
sentschädigung auszurichten.
3.2
I
n der
Voranmeldung von Kurzarbeit vom 1
5.
Februar 2021
(
Urk.
6/15)
bean
tragte d
ie
Beschwerdeführer
in
Kurzarbeit ab dem
1.
März 2021 (
Ziff.
5).
Sie
äusserte sich zum Grund
«Betriebsschliessung oder -einschränkung wegen behördlicher Massnahmen infolge Pandemie Covid-19
»
(
Urk.
6/15
Ziff.
2)
.
Sie
gab
dazu
an
:
«
Projektverschiebungen Bauprojekte (Büro Aus- und Umbau), Schliessung
Windwerk
(Auftraggeber) und Einstellung der Freizeitaktivitäten (Fallschirmspringen)
»
.
Der Beschwerdegegner bewilligte mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2021 (
Urk.
6/16) Kurzarbeit für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Mai 202
1.
3.3
Am 1
4.
September 2021 (
Urk.
6/1) erfolg
t
e eine weitere Voranmeldung von Kurz
arbeit.
Die
Beschwerdeführer
in
gab auf einem Beiblatt
zum Formular
(S. 4) an, ein Mitarbeite
r
arbeite jeweils projektbezogen als Bauleiter. Aufgrund der neues
ten Massnahmen und der Zertifikationspflicht seien
wie
bereits 2020 zwei Projekte von Kunden abgesagt worden, die für die Zeit von September bis November 2021 geplant gewesen seien.
Aufgrund der sehr wirren Informationspolitik der Regierung sei die Auftragslage leider sehr instabil.
Kunden würden kurzfristig «abspringen» oder würden ihre Projekte verschieben, was einen Kleinbetrieb an seine Leistungsgrenzen bringe. Sämtliche Massnahmen wie Ferienabbau etc. seien bereits im Sommer ausge
schöpft worden.
3.4
Die
Beschwerdeführer
in
präzisierte
in einer E-Mail vom
4.
November 2021 (
Urk.
6/6) an den Sachbearbeiter des Beschwerdegegners
die Angaben in der Voranmeldung vom
1
4.
September 202
1.
Sie
gab an, die
X._
GmbH sei im November 2011 gegründet worden. Das Unternehmen biete neben den Bereichen Baumanagement auch Dienstleistungen im Fallschirm-Sektor an. Die Speziali
sierung liege bei Renovationen und Bür
oausbauten (S. 2
Ziff.
9 a-b).
Viele
Kun
den hätten ihre Büroausbauten aufgrund von Covid-19
verschoben oder abge
sagt. Die Arbeiten seien teilweise mehrmals hintereinander verschoben worden (
Ziff.
10 a). Normalerweise sei
von
einem monatlichen Umsatz von
Fr.
20'000.-- bis
Fr.
30'000.-- auszugehen (
Ziff.
10 b). Aktuell gebe es Aufträge, die ab dem
Jahr 2022 beginnen
würden. Ansonsten seien keine Aufträge vorhanden, die aus
geführt werden könnten. Vor zwei Jahren sei die Auftragslage sehr gut gewesen
,
und es sei über das ganze Jahr Arbeit vorhanden gewesen (
Ziff.
10
c).
Ab dem Jahr 2022 ziehe die Auftragslage wieder an und werde sich für die nächsten zwei Jahre halten (aktueller Auftragsstand,
Ziff.
10 d).
Der gleiche Mitarbeiter habe sich bereits in Kurzarbeit befunden, da ein grosses Projekt auf Oktober bis Dezember 2021 verschoben worden sei. Die
ses
sei nun erneut auf unbestimmte Zeit verschoben worden (
Ziff.
11 a). Der Mitarbeiter sei im Stundenlohn angestellt. Bei einem Ausfall des Projekts entfalle für ihn jegliche Bezahlung.
Der Mitarbeiter
habe sich bereits privat eingeschränkt
,
u
nd es sei ver
sucht worden, ihn mit
internen Arbeiten zu beschäftigen (
Ziff.
11 b). Es seien Aufträge abgesagt beziehungsweise auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Sie hätten sich bemüht und seien ab Januar 2022 wieder voll ausgelastet. Bei allen Aufträgen handle es sich um Büroausbauten. Diese seien wegen der ver
mehrten Home-Office-Pflicht, welche vom Bundesamt für Gesundheit angeordnet worden sei, verschoben oder abgesagt worden (
Ziff.
11 c).
Die Aufträge für die Jahre 2022 bis 2024 seien soweit eingetroffen
,
und es könne davon ausgegangen werden, dass diese ausgeführt werden könnten. Entspre
chende Verträge seien bereits unterzeichnet worden
oder
würden noch unter
zeichnet (
Ziff.
12).
4.
4.1
Die Voranmeldung
de
r
Beschwerdeführer
in
von Kurzarbeit vom 1
4.
September 2021 (
Urk.
6/1) wurde mit Verfügung des Beschwerdegegners vom
3.
Dezember 2021 (
Urk.
6/10) und
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Januar 2022 (
Urk.
2) abge
lehnt.
4.2
Der Beschwerdegegner
verneinte das Vorliegen eines anrechenbaren Arbeitsaus
falles aus wirtschaftlichen Gründen. Zur Begründung
wies
er unter
anderem auf die solide Konjunkturphase in der Bau- und Nebenbranche
und auf die Schaden
minderungspflicht des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der geänderten Situation nach bald zwei Jahren Pandemie
hin
(
Urk.
2 S. 3 oben).
Der Einschät
zung des Beschwerdegegners zur
im Allgemeinen
guten konjunkturellen Lage in der Baubranche ist zu folgen.
Nach der Rechtsprechung
sind
zudem
Terminverschiebungen auf Wunsch von Auftraggebern und Verzögerungen auf Baustell
en
als branchenüblich zu bewer
ten (Barbara Kupfer-Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG,
5.
Aufl., 2019, S. 282 unten).
Mit dem Beschwerdegegner fehlt es daher an einem
anrechenbaren
,
auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführenden Arbeitsausfall nach
Art.
32
Abs.
1
lit
. a AVIG.
Zu prüfen bleibt, ob ein Arbeitsausfall vorliegt, der auf behördliche Massnahmen nach
Art.
32
Abs.
3 AVIG
in Verbindung mit
Art.
51
Abs.
1 AVIV zurückzu
führen ist.
4.3
Die
Beschwerdeführer
in
machte geltend, die angeordnete Homeoffice-Empfeh
lung und die Homeoffice-Pflicht
hätten d
en
Entscheid des Bauherrn a
usgelöst
(
Urk.
1).
Gemäss der
E-Mail
de
r
Beschwerdeführer
in
vom
4.
November 2021
an den Beschwerdegegner ist
das Unternehmen
unter
anderem in den Bereichen Dienstleistungen und Büroau
sbauten
tätig (E. 3.4 hiervor).
Art.
25
Abs.
2
Covid-19-Verordnung besondere Lage
(
Präventionsmassnahmen,
Stand am
6.
Dezember 2021)
sah vor,
dass
die
Arbeitgeber
weitere Massnahmen
gemäss dem
STOP-Prinzip
treffen
(Substitution, technische Massnahmen, orga
nisatorische Massnahmen, persönliche Schutzausrichtung), namentlich
die Mög
lichkeit
von Homeoffice
,
die physische Trennung, getrennte Teams, regelmässiges Lüften oder das Tragen von Gesichtsmasken.
Nach
Art.
25
Abs.
5 Covid-19-Verordnung besondere Lage (Stand am 2
0.
Dezember 2021)
waren die
Arbeit
geber
ab dem 2
0.
D
ezember 2021
verpflichtet sicherzustellen, dass die Arbeit
nehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitsverpflichtungen von zu Hause aus erfüllen
können
, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhält
nismässigem Aufwand umsetzbar ist. Sie treffen die geeigneten organisatorischen und technischen Massnahmen.
In Übereinstimmung mit
Art.
25
Abs.
2 und
Abs.
5 Covid-19-Verordnung besondere Lage bestand
hingegen
ab dem 2
6.
Juni 2021
lediglich eine
Homeoffice-Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Ab dem
6.
Dezember 2021 bestand eine dringliche Homeoffice-Empfeh
lung, während ab dem 2
0.
Dezember 2021 wieder eine Homeoffice-Pflicht
vorlag
. Daraus folgt, dass im
zu prüfenden Zeitraum
vom 1
4.
September bis 3
0.
Novem
ber 2021 einzig eine Homeoff
ice-Empfehlung des BAG vorlag (vgl. auch
www.ai.ch/themen/gesundheit-alter
und-soziales.ch; Entscheide des Bundesrates in chronologischer Reihenfolge)
.
Die blosse
Homeoffice-Empfehlung des BAG
dürfte
das Unternehmen der Beschwerde
führerin kaum betroffen haben. Der Beschwerdegegner wies zu Recht darauf hin, dass
das Unternehmen
nicht von Betriebsschliessungen betroffen und die Durchführung von Kundenterminen nicht behördlich verboten war (
Urk.
2 S. 2 unten). Soweit die Beschwerdeführerin darauf hinwies, dass ihre Kunden Pr
ojekte erneut verschoben hätten (E. 3.4 hiervor), wurde ein Zusammenhang mit der Homeoffice-Empfehlung des BAG von der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft
dargelegt (vorstehend E. 1.5)
.
Ein
nur entfernter, möglicher
Zusam
menhang genügt hierfür nicht.
Anzufügen ist, dass von der Beschwerdeführerin
als Ausdruck der Schaden
minderungspflicht rund
eineinhalb bis zwei Jahre nach Beginn der Pandemie erwartet
werden durfte
, dass sie geeignete Vorkehren zur Abwendung eines Arbeitsausfalles trifft
und sich an die veränderte Situation anpasst
(vorstehend E. 1.3)
.
Im V
ordergrund stehen
dabei
Vorkehrungen,
den
betroffene
n
M
itarbeiter
, der offenbar nur für zwei bestimmte, immer wieder verschobene Projekte heran
gezogen worden war,
anderweitig im Betrieb
zu beschäftigen.
4.4
Nach dem Gesagten vermochte die B
eschwerdeführerin nicht
glaubha
f
t darzu
legen, dass die in ihrem Betrieb entstandenen Arbeitsausfälle in direktem Zusam
menhang mit der Pandemie beziehungsweise der von behördlicher Seite in diesem Kontext ergriffenen rechtlichen Massnahmen stehen. Der Beschwerdegegner hat das Gesuch um Bewilligung von Kurzarbeit für die Zeit vom 1
4.
September bis 3
0.
November 2021 daher zu Recht abgelehnt.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.