Decision ID: 3d1358ea-0549-50b7-bb41-87795f397a40
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 31. Januar 2007 wegen Kniebeschwerden seit einem am
2. Februar 2005 erlittenen Unfall bzw. einer Gonarthrose links zum Bezug von
Leistungen bei der Invalidenversicherung an (vgl. IV-act. 1 f. und IV-act. 10; soweit
nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den Verweisungen um die Akten des
Verfahrens IV 2019/78).
A.a.
Mit Mitteilungen vom 7. und 8. August 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten
die Abweisung ihres Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 30 und IV-act. 32). Dagegen
erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Ronald Pedergnana, am
17. September 2007 Einwand (IV-act. 33). Nach weiteren Abklärungen (IV-act. 35 ff.)
und nachdem die Versicherte sich ab dem 22. August 2008 in fachärztliche
Behandlung bei Dr. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, begeben
hatte (vgl. Suva-act. 7-15), stellte der RAD mit Stellungnahme vom 16. Dezember 2008
fest, dass zu den somatischen Befunden psychiatrische Diagnosen hinzugetreten
seien. Er empfahl deshalb eine bidisziplinäre Begutachtung (IV-act. 45). Daraufhin
veranlasste die IV-Stelle am 21. Januar 2009 eine Begutachtung (psychiatrisch und
rheumatologisch) bei Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin, und Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 47 ff.).
A.b.
Dr. C._ attestierte der Versicherten im Gutachten vom 16. Mai 2009 aus
somatischer Sicht eine adaptierte Arbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 53-9). In der
A.c.
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zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit dem 29. November 2006 eine volle
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 53-11). Dr. D._ diagnostizierte eine Symptomausweitung
resp. anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD 10 F 45.4) mit begleitender
mittelgradiger depressiver Episode (ICD 10 F 32.1) bei Knieschmerzen seit ca. Frühling
2008 (IV-act. 52-6). Er hielt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von insgesamt
50 % seit Frühjahr 2008 für gegeben (IV-act. 52-9).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 63 ff.) wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren gestützt auf die damalige bundesgerichtliche Rechtsprechung zur
Überwindbarkeit von Schmerzstörungen mit Verfügung vom 12. Januar 2010 ab (IV-
act. 66). Die hiergegen erhobene Beschwerde vom 2. Februar 2010 (IV-act. 68) hiess
das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 25. Mai 2012 unter Zusprache einer
halben Rente und unter Offenlassen des Rentenbeginns teilweise gut (IV-act. 87). Mit
Urteil vom 27. Februar 2013 hob das Bundesgericht diesen Entscheid auf und wies die
Sache zur weiteren Abklärung, namentlich zu einer erneuten psychiatrischen
Begutachtung, an die IV-Stelle zurück (IV-act. 95).
A.d.
Mit Mitteilung vom 17. April 2013 und Zwischenverfügung vom 8. Mai 2013
informierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass sie eine bidisziplinäre
Begutachtung (psychiatrisch / rheumatologisch) im MGSG in Auftrag geben werde (IV-
act. 100 und IV-act. 107). Am 8. Oktober 2013 hiess das Versicherungsgericht die
dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 108) gut und verpflichtete die IV-Stelle, eine
Begutachtung durch die von der Versicherten vorgeschlagenen Fachärzte zu
veranlassen (IV-act. 116). In der Folge leitete die IV-Stelle die Begutachtung in die
Wege (IV-act. 120 ff.).
A.e.
Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, äusserte in ihrem
Gutachten vom 9. September 2014, aus psychiatrischer Sicht sei zuerst eine
somatoforme Schmerzstörung aufgetreten, dann die depressive Erkrankung und
schliesslich habe sich eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei Schmerzstörung
etabliert (vgl. IV-act. 143-21 f.). Das Verhalten der Versicherten sei zum Teil dramatisch,
appellativ und teilweise manipulativ wirkend, zeige jedoch keine Diskrepanz zur
Psychopathologie der Störungen (IV-act. 143-23). Seit der ersten Hospitalisierung in
der Klinik F._ 2010 sei es nicht mehr zu einer Remission der schwergradigen
A.f.
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depressiven Erkrankung gekommen. Es sei mit einem ungünstigen Verlauf zu rechnen,
da die Schmerzen seit langem fast unverändert vorhanden seien und bei der
Versicherten schon mehrere therapeutische Ansätze ohne Erfolg geblieben seien. Für
eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe aus rein psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von ca. 70 bis 80 %, wobei derzeit keine Tätigkeit im freien
Arbeitsmarkt zu realisieren sei (IV-act. 143-26). Dr. med. G._, Oberarzt i.V.
Orthopädie Knie, hielt in seinem Gutachten vom 3. September 2014 als Diagnosen
chronische Schmerzen in beiden Knien bei St. n. Knieprothese links und rechts bei
Gonarthrose fest (vgl. IV-act. 144-22). Unter optimalen Bedingungen könne die
Versicherte fünf bis sechs Stunden pro Tag arbeiten (IV-act. 144-26).
Die IV-Ärztin Dr. med. H._, Fachärztin für Neurologie, hielt mit Stellungnahme
vom 6. Januar 2015 fest, das psychiatrische Gutachten stütze sich ausschliesslich auf
subjektive Angaben der Versicherten resp. ihrer Familienangehörigen. Es stelle sich die
Frage, ob die subjektiv berichteten und in Untersuchungssituationen präsentierten
Einschränkungen in diesem Ausmass dauernd vorhanden seien. Aus medizinischer
Sicht wäre es deshalb sinnvoll, das funktionelle Niveau der Versicherten in ihrem Alltag
zu überprüfen (IV-act. 153-3). Daraufhin erteilte die IV-Stelle einen
Überwachungsauftrag (IV-act. 155).
A.g.
Im Zeitraum vom 6. Februar 2015 bis 15. März 2015 sowie am 21. März 2015
wurde die Versicherte observiert. Sie wurde an zwei Tagen auf dem Balkon, an einem
Tag bei Tätigkeiten im Schrebergarten und an einem Tag beim Einkaufen mit ihrem
Ehemann und ihrer Tochter beobachtet (vgl. IV-act. 163 und 167).
A.h.
Dr. H._ hielt zu den Observationsergebnissen fest, die von der behandelnden
Psychiaterin erwähnten Pathologien Pseudodemenz, präpsychotische Starre und
invalidisierende Einschränkung aller kognitiven Fähigkeiten hätten sich nicht
beobachten lassen. Das Gangbild an zwei Gehstöcken imponiere durch ein
Entlastungshinken links, doch würde nicht der Eindruck von invalidisierenden
Schmerzen entstehen (IV-act. 169). In der Folge erachtete die IV-Stelle eine nochmalige
Begutachtung als notwendig (IV-act. 170 ff.). Mit Mitteilung vom 15. Mai 2015
informierte sie die Versicherte, dass die Begutachtung durch Dr. med. I._, Facharzt
Psychiatrie, und Dr. med. J._, Facharzt für Rheumatologie, Neurologicum K._,
A.i.
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stattfinden werde (vgl. IV-act. 178 f.) Die Versicherte zweifelte die Rechtmässigkeit der
Observation sowie die Notwendigkeit einer erneuten Begutachtung an und ersuchte die
IV-Stelle am 18. Mai 2015, zuzuwarten, bis eine Stellungnahme der behandelnden
Psychiaterin vorliege (vgl. IV-act. 172 und 182). Am 2. Juni 2015 teilte die IV-Stelle ihr
mit, die Frist, sich zur Gutachterwahl zu äussern, sei unbenutzt verstrichen. Damit
stehe der Begutachtung nichts mehr im Wege. Insbesondere bestehe keine Pflicht, die
Meinungsäusserung der behandelnden Psychiaterin abzuwarten. Sollte die Versicherte
die Mitwirkung verweigern, müsste dies als Verletzung der Mitwirkungspflicht
interpretiert werden und es müsste ein Entscheid aufgrund der Akten erfolgen (IV-
act. 185).
Mit Schreiben vom 4. Juni 2015 bezeichnete die Versicherte unter Verweis auf die
Einschätzung ihrer behandelnden Psychiaterin eine erneute Begutachtung als nicht
notwendig. Mit Ergänzungsfragen und nötigenfalls einem erneuten Gespräch bei
Dr. E._ könne sich die Versicherte einverstanden erklären (IV-act. 189; vgl. auch
Bericht Dr. B._, IV-act. 190). Mit Schreiben vom 25. Juni 2015 bekräftigte die
Versicherte, sie werde nicht zu einer weiteren Begutachtung erscheinen. Sollte die IV-
Stelle daran festhalten wollen, ersuche sie um den Erlass einer anfechtbaren Verfügung
(IV-act. 194). Mit Schreiben vom 21. Juli 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
sie habe keinen Anspruch auf eine Verfügung betreffend Begutachtung, nachdem sie
alle Fristen unbenützt habe verstreichen lassen. Sie wies sie erneut auf die
Mitwirkungspflicht und die Säumnisfolgen hin (IV-act. 197). Die Versicherte erschien
nicht zu den im August 2015 angesetzten Untersuchungsterminen (IV-act. 198 f.). Nach
durchlaufenem Vorbescheidverfahren (IV-act. 201 ff.) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 unter Verweis auf eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht sanktionsweise ab (IV-act. 207).
A.j.
Am 25. Januar 2016 meldete die Versicherte sich erneut zum Bezug von
Leistungen an (IV-act. 208; vgl. auch Schreiben Dr. B._ vom 24. Februar 2016, IV-
act. 215) und liess am 26. Februar 2016 mitteilen, dass sie mit der Neuanmeldung ihre
Bereitschaft zur Mitwirkung dargetan habe (IV-act. 216; siehe auch Schreiben Dr. L._
vom 5. Februar 2016, IV-act. 217). Am 28. Januar 2016 erhob sie gegen die Verfügung
vom 14. Dezember 2015 Beschwerde (IV-act. 212). Auf das neuerliche
A.k.
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Leistungsbegehren vom 25. Januar 2016 trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. April
2016 nicht ein (IV-act. 220).
Mit Entscheid vom 8. September 2016 hielt das Versicherungsgericht fest,
aufgrund von schweren Verletzungen der Verfahrensrechte erweise sich die Anordnung
der Begutachtung als nicht rechtmässig. Damit sei keine Pflicht zur Teilnahme für die
Versicherte entstanden. Die Voraussetzungen für eine Sanktion wegen Verletzung der
Mitwirkungspflicht seien nicht erfüllt gewesen. Es hob die Sanktionsverfügung vom
14. Dezember 2015 auf und wies die Sache zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens
an die IV-Stelle zurück (IV-act. 229). Auf die Beschwerde der IV-Stelle gegen diesen
Entscheid (IV-act. 232) trat das Bundesgericht nicht ein (IV-act. 234). Am 6. September
2017 ordnete die IV-Stelle die Begutachtung schliesslich verfügungsweise an (IV-
act. 247), was unangefochten blieb (vgl. IV-act. 250).
A.l.
Mit Gutachten vom 26. April 2018 stellten die Dres. J._ und I._ folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronische depressive Störung,
vergleichbar der Double Depression nach den ICD-10-Diagnosen Dysthymia und
mittelschwere depressive Episode; Gonarthrose beidseits bei St. n. medialer
unikompartimenteller Endoprothese links 2007, rechts 2012; lumbospondylogenes
Syndrom beidseits und Fingerpolyarthrosen. Unter den Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter anderem eine Schmerzverarbeitungsstörung
mit teilweiser Schmerzgeneralisierung, erhöhter Schmerzempfindung und funktionellen
Sensibilitätsstörungen sowie ein intermittierendes cervikospondylogenes Syndrom bei
mehrsegmentalen degenerativen HWS-Veränderungen (vgl. interdisziplinäre
Gesamtbeurteilung, IV-act. 257-91 f.). In einer optimal angepassten Tätigkeit sei die
Versicherte medizinisch-theoretisch zu 50 % arbeitsfähig. Eine berufliche Eingliederung
wäre aus psychiatrischer Sicht allerdings nur mit einer intensiven externen
Unterstützung durch ein Coaching und unter fortgesetzter psychiatrischer Behandlung
möglich. Psychiatrisch dürfte eine rentenrelevante Einschränkung aufgrund der Akten
seit 2008 angenommen werden, wobei im Längsschnitt eine durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit von 50 % plausibel erscheine. Rheumatologisch hätten die
degenerativ bedingten Funktionseinschränkungen seit der letzten Begutachtung 2014
allmählich zugenommen. Das heutige Ausmass der Einschränkungen, welche für sich
alleine eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % verursachten, könne seit mindestens Juli 2017
A.m.
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angenommen werden, während zum Zeitpunkt der Observation im März 2015
rheumatologisch noch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in rein sitzender Tätigkeit gegeben
gewesen sei. Angesichts der Kombination der chronischen psychiatrischen Erkrankung
mit den multiplen erheblichen körperlichen funktionellen Einschränkungen sei eine
Reintegration in den Arbeitsprozess aktuell höchstens in einem geschützten Rahmen
mit körperlich leichten Tätigkeiten realisierbar (IV-act. 257-93 f.).
Mit Stellungnahme vom 20. Juni 2018 hielt Dr. H._ fest, das Gutachten vom
26. April 2018 sei umfassend und erfülle grundsätzlich die geforderten
Qualitätskriterien. Auf den somatischen Teil könne abgestellt werden. Die Beurteilung
der psychiatrischen Symptomatik sei aber durch das Verhalten der Versicherten
deutlich erschwert worden. Das psychiatrische Teilgutachten imponiere mit einer
detaillierten Aufarbeitung der Akten. Die Beurteilung auf dem psychiatrischen
Fachgebiet habe sich aufgrund der eingeschränkten Kooperation mit auffälligem
teilweise sehr demonstrativen Verhalten der Versicherten allerdings schwierig gestaltet.
Dem psychiatrischen Gutachter sei es nicht möglich gewesen, eine bewusstseinsnah
vorgespielte Beschwerdepräsentation von einer krankheitswerten Symptomatik
quantitativ zu trennen. Auf psychiatrischem Fachgebiet seien verschiedene Fragen
offen geblieben. Eine Aggravation habe testpsychologisch nicht überprüft werden
können, da die Versicherte angeblich nicht in der Lage gewesen sei, die
entsprechenden Fragebögen konsistent auszufüllen. Die Entscheidung, ob dem
Gutachten gefolgt werden solle, bleibe dem Rechtsanwender überlassen (IV-act. 258).
A.n.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 266 ff.) sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügungen vom 27. Februar 2019 (laufende Rente ab 1. April
2019) und vom 15. April 2019 (Rente bis 31. März 2019) ab dem 1. Juli 2017 eine
Viertelsrente zu. Zur Begründung führte sie aus, beweisrechtlich im Vordergrund stehe
das bidisziplinäre Gutachten vom 26. April 2018. Dieses Gutachten sei umfassend und
erfülle grundsätzlich die geforderten Qualitätskriterien. Aus rheumatologischer Sicht
seien seit der letzten Begutachtung neue Diagnosen dazugekommen. Ab Juli 2017 sei
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands aus somatischer Sicht nachgewiesen.
Die Arbeitsfähigkeit sei daher auf 50 % seit Juli 2017 festzusetzen. Die gutachterliche
Beurteilung der psychiatrischen Symptomatik sei durch das Verhalten der Versicherten
deutlich erschwert worden, ihre Kooperation sei mangelhaft gewesen. Dem
A.o.
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B.
psychiatrischen Gutachter sei es deshalb nicht möglich gewesen, eine
bewusstseinsnahe vorgespielte Beschwerdepräsentation von einer krankheitswertigen
Symptomatik quantitativ zu trennen. Es seien aus psychiatrischer Sicht verschiedene
offene Fragen verblieben. Vor diesem Hintergrund sei eine psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit anzuzweifeln. Die früheren Beurteilungen könnten eine
invalidisierende psychische Erkrankung nicht rechtsgenüglich nachweisen. Dadurch
entstehe ein Zustand der Beweislosigkeit, der auch durch weitere Abklärungen nicht
beseitigt werden könne. Erst ab Juli 2017 sei eine (somatisch begründete)
Arbeitsunfähigkeit von 50 % nachgewiesen. Die Versicherte sei zu 90 % als
Erwerbstätige und zu 10 % als Hausfrau zu qualifizieren. Im Haushalt sei sie nicht
eingeschränkt. Der Einkommensvergleich stütze sich auf die Verhältnisse, wie sie im
Feststellungsblatt vom 24. November 2009 dokumentiert seien. Ein Tabellenlohnabzug
sei nicht geschuldet. Selbst wenn die Versicherte als zu 100 % erwerbstätig eingestuft
würde, würde der Invaliditätsgrad 47 % betragen, womit kein höherer Rentenanspruch
bestünde (IV-act. 278 f. und IV-act. 282).
Gegen die Verfügung vom 27. Februar 2019 erhebt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Ronald Pedergnana, am 29. März 2019 Beschwerde. Sie beantragt, die
Verfügung vom 27. Februar 2019 sei aufzuheben und ihr sei eine halbe IV-Rente ab
Februar 2006 zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin. Im bidisziplinären Konsens würden die Gutachter festhalten, die
Dauer der Einschränkung im aktuellen Mass könne retrospektiv nicht eindeutig
bestimmt werden. Psychiatrisch erscheine seit 2008 eine durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit von 50 % plausibel. Das stimme mit dem Gutachten der Dres. E._
und G._ überein, wobei diese die Einschränkung höher eingeschätzt hätten. Dr. J._
habe indes nicht gemerkt, dass die Prothese links gelockert gewesen sei. Die
Beschwerdeführerin hätte ohne Invalidität 100 % gearbeitet. Sie sei im Zeitpunkt des
Unfalls 90 % beschäftigt gewesen und habe Fr. 45'500.-- verdient, was hochgerechnet
auf 100 % Fr. 50'556.-- ergebe. Dies ergäbe selbst ohne behinderungsbedingten
Abzug Anspruch auf eine halbe Rente. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nur 90 % arbeiten würde, sei die Annahme,
sie sei im Haushalt nicht eingeschränkt, willkürlich. In der Überwachung sei zu sehen,
B.a.
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wie sie an Unterarmstöcken einkaufe. Sie sei also sogar beim Einkaufen auf Hilfe
angewiesen. Bei der vorliegenden psychiatrischen Diagnose, dem begleitenden
somatischen Störungsbild mit nur sitzend möglicher Arbeit und der mehr als
vierzehnjährigen Leidensgeschichte mit Absenz vom Arbeitsmarkt müsse von einer
kaum mehr verwertbaren Leistungsfähigkeit im freien Arbeitsmarkt gesprochen
werden. Der Beschwerdeführerin würde es gut tun, wenn sie 50 % in
behinderungsangepasster Tätigkeit in geschütztem Rahmen aktiv sein könnte. Die
Voraussetzung dafür sei, dass sie eine halbe Rente erhalten würde. Die Gutachter
würden diesbezüglich festhalten, es sei denkbar, dass die Beschwerdeführerin in
einem geschützten Rahmen kleinschrittig und mittels intensivem Coaching an ihre noch
vorhandene Leistungsfähigkeit herangeführt werde. Ohnehin stelle sich die Frage, ob
ihr nicht ab Februar 2006 eine halbe und ab Verfügungszeitpunkt eine ganze Rente
zustehe (act. G1).
Am 17. Mai 2019 erhebt A._ auch gegen die Verfügung vom 15. April 2019
Beschwerde, stellt, da es um den gleichen Sachverhalt geht, dieselben Anträge und
macht im Wesentlichen gleichlautende Ausführungen wie in der Beschwerde vom
29. März 2019 (act. G1 in IV 2019/120).
B.b.
Mit Schreiben vom 24. Mai 2019 vereinigt das Versicherungsgericht die Verfahren
IV 2019/78 und IV 2019/120 (act. G4; act. G2 in IV 2019/120).
B.c.
Mit Schreiben vom 13. Juni 2019 verlangt die Beschwerdegegnerin die
Nachbesserung der Beschwerde gestützt auf Art. 36 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) sowie die Prüfung einer Sanktion nach
Art. 36 Abs. 3 VRP (act. G5). Am 1. Juli 2019 erinnert die verfahrensleitende
Versicherungsrichterin die Parteien daran, dass das Gericht ausschliesslich sachlich
vorgetragene und nachvollziehbar begründete Argumente, die sich mit dem
Beschwerdegegenstand beschäftigen zu prüfen hat und fordert den Rechtsvertreter zur
Mässigung auf (act. G6).
B.d.
Mit Beschwerdeantwort vom 8. August 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin,
die angefochtene Verfügung sei insofern zuungunsten der Beschwerdeführerin zu
korrigieren, als der Rentenbeginn auf Februar 2018 festzusetzen sei. Im Übrigen sei die
B.e.
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Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin habe die Beschwerdeführerin unter
Androhung der Säumnisfolgen mehrfach ermahnt, sich der Begutachtung zu
unterziehen, zuletzt nochmals am 20. Oktober 2017. Es reiche nicht, dass eine
versicherte Person zwar zur Begutachtung erscheine, dann aber eine Abklärung nicht
zulasse. Es sei von einer gravierenden Verletzung der Mitwirkungspflicht auszugehen.
Der psychiatrische Gutachter habe erhebliche Unsicherheiten durchblicken lassen. Aus
juristischer Sicht müsse von einem nicht authentischen Beschwerdebild ausgegangen
werden. Ein depressives Geschehen sei zwar wahrscheinlich. Die gestellten Diagnosen
würden jedoch bloss als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich
erscheinen. Dies ergebe sich nicht zuletzt e contrario aus der zusammenfassenden
Feststellung des Gutachters, der darlege, eine quantifizierende Aufteilung der
verschiedenen Faktoren, die zum Beschwerdebild beitragen würden, erscheine nicht
möglich. Mit hinreichender klinischer Wahrscheinlichkeit könne gesagt werden, dass es
sich nicht um eine reine Simulation oder bewusste Beschwerdeverdeutlichung handle.
Ins Gewicht falle, dass das vom Psychiater beschriebene eindrückliche Gehabe der
Beschwerdeführerin im rheumatologischen Gutachten nicht beschrieben worden sei.
Diese Diskrepanz sei ein starker Hinweis darauf, dass die bewusst gesteuerten
Verdeutlichungstendenzen überwiegen würden. Diese Feststellung bestätige auch die
rechtliche Folgerung, dass das diagnostizierte psychische Störungsbild nicht
rechtsgenüglich nachgewiesen sei. Umso mehr fehle ein hinreichender Nachweis für
den rechtlich relevanten Funktionsverlust. Es sei nicht möglich gewesen, die zumutbare
Willensanstrengung zu bestimmen. Bei der Abklärung der Konsistenz sowie der
Ausschlussgründe Aggravation und psychosoziale Belastungsfaktoren habe die
Beschwerdeführerin nicht mitgewirkt, was sich nicht zu ihren Gunsten auswirken dürfe.
Relevant seien die somatischen Einschränkungen. Damit sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin während Jahren zu 80 % arbeitsfähig gewesen sei, dies auch
unter Berücksichtigung der chronischen nichtorganischen Schmerzerkrankung. Seit
Juli 2017 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit.
Anlässlich der Begutachtung hätten noch keine Anzeichen für eine Lockerung der
Knieprothese festgestellt werden können. Die bei der letzten Arbeitgeberin, der M._
AG, erzielten Einkünfte seien nur bedingt aussagekräftig für die Frage, was die
Beschwerdeführerin als Gesunde verdienen würde, denn die Beschwerdeführerin habe
kurz nach Antritt dieser Stelle die Verletzung erlitten, die zum Stellenverlust und zur
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heute diskutierten Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Davor sei die Beschwerdeführerin
arbeitslos gewesen bzw. habe deutlich tiefere Einkommen erzielt. Dass sie weiterhin
90 % gearbeitet hätte bzw. ihre Arbeitszeit nicht doch wieder reduziert hätte, sei nicht
gesichert. Ein Tabellenlohnabzug wäre höchstens dann nachvollziehbar, wenn eine
erhebliche psychische Erkrankung angenommen werde. Eine solche sei aber nicht
rechtsgenüglich nachgewiesen. Die Beschwerdeführerin sei ihrer
Selbsteingliederungspflicht nicht nachgekommen. Sie habe darauf verzichtet, ihre seit
Jahren bestehende Restarbeitsfähigkeit von 80 % zu verwerten. In Bezug auf den
Rentenbeginn sei an den Eintritt der 50%igen Arbeitsunfähigkeit im Juli 2017
anzuknüpfen. Davor sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzunehmen. Eine
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % habe im Februar 2018
vorgelegen. Damit sei der Rentenbeginn auf Februar 2018 festzusetzen (act. G7).
Mit Replik vom 13. September 2019 bzw. verbesserter Eingabe vom 18. Oktober
2019 macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei seit dem Unfall vom 2. Februar
2005 nie mehr als 50 % arbeitsfähig gewesen. Der Suva-Kreisarzt Dr. N._ halte in
seiner Beurteilung vom 8. Januar 2007 fest, rückblickend seien die geklagten
Beschwerden zum grössten Teil nachvollziehbar. Das Wartejahr sei somit am
2. Februar 2006 abgelaufen. Die erfolgte Überwachung sei widerrechtlich gewesen und
habe nach Meinung der Dres. J._ und I._ keinen wesentlichen Erkenntniswert,
weshalb es sinnvoll wäre, die Berichte gar nicht zu berücksichtigen. Die
Beschwerdeführerin sei seit Jahren mit ihrem körperlichen und seelischen Zustand
überfordert. Sie sei bei unzähligen behandelnden und begutachtenden Psychiaterinnen
und Psychiatern gewesen, habe Psychopharmaka konsumiert, sei zu stationären
Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken gewesen, die von der Krankenkasse und den
Behandlern gutgeheissen worden seien und habe ihre eigene Familie ins Unglück
gestürzt. Sie sei emotional gar nicht in der Lage, die Fachärzte zu täuschen. Sie sei als
"Psycho" abgestempelt worden, obschon es körperliche Ursachen für ihr
Schmerzerleben gebe, etwa die gebrochene Knieprothese. Ihre "Auftritte" hätten ihr
demnach mehr geschadet als genützt, weil man ihre Schmerzen als Schmerzstörung
abgetan und nicht mehr den (tatsächlich vorhandenen) körperlichen Ursachen
zugeordnet habe. Die Gutachter hätten nie eine Aggravation behauptet. Sie hätten die
Überwachungsbilder ausgewertet und nichts gefunden, was nicht konsistent gewesen
B.f.
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Considerations:
Erwägungen
1.
wäre. Nach 14 Jahren Unfall und Krankheit wäre es eine grosse Entlastung für das
Familiensystem und die Psyche der Beschwerdeführerin, wenn sie einen halben Tag in
geschütztem Rahmen arbeiten könnte. Dafür bräuchte sie aber die Unterstützung der
Beschwerdegegnerin. Es sei Zeit, dass in das Verfahren und in das Leben der
Beschwerdeführerin Ruhe einkehre (act. G9 und G12). Die Beschwerdeführerin reicht
eine Stellungnahme ihrer behandelnden Psychiaterin vom 22. August 2019 ein
(act. G9.1).
Mit Duplik vom 25. November 2019 macht die Beschwerdegegnerin geltend, die
behandelnde Psychiaterin würde sich in ihrer Stellungnahme vom 22. August 2019 für
ihre Beurteilung primär auf die Selbstangaben der Beschwerdeführerin stützen. Zudem
äussere sie sich zu Fragen, die nicht in ihren Kompetenzbereich fallen würden. Soweit
sie sich darüber erfreut zeige, dass die Beurteilungen von Dr. E._ und Dr. I._ sich
mit ihrer eigenen praktisch deckten, sei es aufgrund der unzureichenden Kooperation
der Beschwerdeführerin nicht weiter erstaunlich, wenn sich Dr. I._ – unter deutlichem
Hinweis auf die Unsicherheiten – an die Vorakten angelehnt habe. Ein Bruch der
Knieprothese sei nicht belegt. Im radiologischen Bericht vom 14. November 2018
werde lediglich eine Lockerung beschrieben. Diese Lockerung sei erst nach der
Begutachtung aufgetreten, sodass nicht nur die somatische Beurteilung für den
Zeitpunkt der Begutachtung schlüssig gewesen sei, sondern Dr. I._ auch von
richtigen Annahmen ausgegangen sei. Vor der Lockerung der rechten Knieprothese im
Verlauf des Jahres 2018 seien mit einer Ausnahme im September 2007, als nach der
Implantation einer Prothese im linken Knie Zementreste entfernt werden mussten, keine
postoperativen Probleme aufgetreten. Dr. B._ gehe von falschen Annahmen aus. Im
Übrigen löse sie die Diskrepanz zwischen den Auftritten der Beschwerdeführerin bei
Dr. I._ und Dr. J._ nicht auf. Die Observationsergebnisse würden das
Funktionsniveau der Beschwerdeführerin in der damaligen Zeit zeigen. Dr. J._
äussere sich sehr differenziert zum Beweismaterial und stelle fest, dass sich der
Gesundheitszustand seither verändert habe. Immerhin könne er aus dem
Observationsmaterial ableiten, dass wesentliche spondylogene Beschwerden noch
nicht vorgelegen hätten (act. G14).
B.g.
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1.1. In den Verfahren IV 2019/78 und IV 2019/120 stehen sich dieselben Parteien
gegenüber und ihnen liegt derselbe Sachverhalt sowie dieselbe Rechtslage zugrunde.
In beiden Fällen geht es um die Rentenzusprache gestützt auf denselben
Gesundheitsschaden. Der Erlass von zwei Verfügungen war einzig der Tatsache
geschuldet, dass die rückwirkend zugesprochene Viertelsrente mit Leistungen anderer
Versicherer koordiniert werden musste, während die für die Zukunft zugesprochene
Rente der Beschwerdeführerin direkt ausbezahlt werden konnte. Im Sinne der
Prozessökonomie wurden die Verfahren am 24. Mai 2019 vereinigt (vgl. B.c). Die
Parteien haben denn auch keine Einwände dagegen erhoben. Die Neuanmeldung vom
25. Januar 2016 (IV-act. 208), auf welche die Beschwerdegegnerin nicht eingetreten ist
(IV-act. 220) ist sodann nicht mehr von Bedeutung, da das Versicherungsgericht die
Angelegenheit zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens mit Entscheid vom
8. September 2016 an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte (IV-act. 229),
sodass diese in der Folge auch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Verschlechterung des Gesundheitszustands prüfte.
1.2. Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision und am 1. Januar 2012 die
aufgrund der IV-Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen
Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1 und BGE
126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.3. Die Beschwerdeführerin meldete sich am 31. Januar 2007 zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Die angefochtenen Verfügungen sind am 27. Februar 2019
bzw. am 15. April 2019 ergangen (IV-act. 278 f. und IV-act. 282). Somit ist ein
Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der
IV-Revisionen 5 und 6a begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der
Rechtsstreit eine Dauerleistung (Invalidenrente) betrifft, über die noch nicht
rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
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Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 bzw. bis 31. Dezember 2011 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2012 auf die neuen Normen der IV-
Revision 6a abzustellen (vgl. BGE zur 4. IV-Revision 130 V 445; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden grundsätzlich
die aktuell gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben. Altrechtliche
Bestimmungen werden mit einem ausdrücklichen Vermerk erwähnt, soweit sie sich von
den gültigen Bestimmungen unterscheiden und für die vorliegende Angelegenheit
relevant sind.
1.4. Im Gegensatz zur Anwendbarkeit von Rechtsnormen ist eine neue Rechtsprechung
im Grundsatz sofort und überall anwendbar und gilt nicht nur für künftige, sondern für
alle im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_313/2018 vom 10. August 2018 E. 8 mit Hinweis).
2.
2.1. Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung hat ein Versicherter Anspruch auf eine Rente, wenn er zu mindestens 40 %
invalid ist. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (sowohl in der bis 31. Dezember 2011 gültig
gewesenen wie auch in der aktuell geltenden Fassung) haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind, Anspruch auf eine Rente. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu
60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch
auf eine Viertelsrente.
2.2. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Von der Erwerbsunfähigkeit ist die
Arbeitsunfähigkeit zu unterscheiden. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
2.3. Nach altem Recht wurde der Rentenanspruch grundsätzlich vom Beginn des
Monats an ausgerichtet, an dem der Anspruch entstand (vgl. aArt. 29 Abs. 2 und
Art. 48 in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung). Seit 1. Januar 2008
entsteht der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 IVG).
3.
3.1. Vorliegend streitig sind sowohl der Rentenbeginn als auch die Rentenhöhe und
damit insbesondere der retrospektive Verlauf der Arbeitsfähigkeit. Zunächst ist zu
prüfen, wann das Wartejahr abgelaufen ist und wann der frühestmögliche
Rentenbeginn wäre.
3.2. Dr. J._ legte in seinem Gutachten vom 26. April 2018 nachvollziehbar dar,
weshalb die Einschätzung Dr. C._s, wonach in der zuletzt ausgeübten rein stehenden
Tätigkeit aufgrund der eingeschränkten Geh- und Stehfähigkeit keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, zutrifft (vgl. IV-act. 257-87). Dr. C._ seinerseits hatte
im Gutachten vom 16. Mai 2009 festgehalten, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
bestehe seit dem 29. November 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 53-11). Die
Beschwerdeführerin erlangte danach nie mehr eine verwertbare Arbeitsfähigkeit für
diese Tätigkeit (zur abweichenden Einschätzung Dr. G._s, IV-act. 144, siehe die
überzeugende Gegenargumentation Dr. J._s, IV-act. 257-87 f.). Das Wartejahr
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war somit spätestens am 29. November 2007
abgelaufen.
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3.3. Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 8. Januar 2007 (IV-act. 10-9), den
echtzeitlich ausgefüllten Unfallschein (IV-act. 3-2) sowie die RAD-Stellungnahme vom
2. Juli 2007, wonach seit 10. Mai 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte ausschliesslich stehende Tätigkeit bestand (IV-act. 23-3) könnte mit Dr.
J._ davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit bereits 2005 eingetreten ist (vgl. IV-act. 257-87). In diesem Fall
wäre das Wartejahr gemäss Art. 28 IVG zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung der
Beschwerdeführerin bereits erfüllt gewesen. Ob das Wartejahr schon vor dem
29. November 2007 abgelaufen ist, kann indes aus den nachstehenden Gründen offen
bleiben.
3.4. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht mehr, dass in somatischer Hinsicht
zumindest noch über einige Jahre hinweg eine rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit bestanden hat. Dies ergibt sich auch aus allen in den
Akten liegenden Gutachten (vgl. IV-act. 53-9, IV-act. 144-26 und IV-act. 257-93).
Gemäss der Einschätzung von Dr. I._ – der sich hierbei auch auf die Meinung
Dr. D._s stützen kann – trat zur somatischen Einschränkung eine rentenrelevante
weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands durch das Hinzukommen der
psychiatrischen Problematik im Jahr 2008 ein (vgl. IV-act. 257-93). Die von der
Beschwerdeführerin behauptete Erwerbsunfähigkeit (und nicht blosse
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit) trat somit frühestens im Jahr
2008 ein.
3.5. Zu jenem Zeitpunkt war zwar das neuere Recht anwendbar, welches eine
Karenzfrist von sechs Monaten vorsieht (Art. 29 Abs. 1 IVG). Da die
Beschwerdeführerin sich indes bereits im Januar 2007 angemeldet hat, war diese
Karenzfrist im Jahr 2008 ohne Weiteres abgelaufen. Der Zweck der Karenzfrist, den
Anreiz bei den Versicherten zu verstärken, sich möglichst frühzeitig anzumelden (vgl.
hierzu BGE 138 V 475 E. 3.2.1), war damit erfüllt. Ein allfälliger Rentenanspruch
entstand frühestens im Jahr 2008 (nach Eintritt einer allfälligen rentenrelevanten,
nachstehend noch genauer zu prüfenden Verschlechterung des Gesundheitszustands),
auch wenn das Wartejahr und die später eingeführte Karenzfrist schon früher
abgelaufen waren. Folglich sind die vorstehend erwähnten altrechtlichen
Bestimmungen für die vorliegende Beurteilung nicht mehr weiter von Bedeutung.
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4.
4.1. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Rechtmässigkeit der vom 6. Februar bis
15. März 2015 sowie am 21. März 2015 durchgeführten Observation, gestützt auf
welche sie erneut begutachtet wurde. Es ist daher zu prüfen, ob das
Observationsmaterial für das vorliegende Verfahren verwertet werden darf.
4.2. Für die erfolgte Observation fehlte die gesetzliche Grundlage, womit die
Observationsergebnisse unrechtmässig erhoben worden sind (siehe bezüglich der
Konventionswidrigkeit das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in
Sachen Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil no. 61838/10, vom 18. Oktober 2016, und
zur Verfassungswidrigkeit den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 6. Dezember
2016, IV 2016/145, E. 3, insoweit bestätigt im Urteil des Bundesgerichts vom
18. August 2017, 8C_69/2017, E. 5). Das Bundesgericht ist jedoch im Wesentlichen zur
Auffassung gelangt, dass von der IV-Stelle in Auftrag gegebenes, illegal beschafftes
Observationsmaterial grundsätzlich verwertbar sei, sofern die Überwachung im
öffentlich einsehbaren Raum erfolgt und die versicherte Person keiner systematischen
oder ständigen Überwachung ausgesetzt gewesen sei (BGE 143 I 377 E. 5.1 ff. mit
Hinweisen; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2017,
9C_328/2017). Es räumt dem Interesse des Sozialversicherers und der
Versichertengemeinschaft an der Verhinderung unrechtmässiger Leistungsbezüge eine
vorrangige Stellung in der Interessenabwägung ein (BGE 143 I 377 E. 5.1.2; Thomas
Gächter/Michael E. Meier, Rechtswidrige Observationen in der IV - Verwertbarkeit der
Observationserkenntnisse, Bemerkungen zum Leitentscheid 9C_806/2016 vom 14. Juli
2017, in: Jusletter vom 14. August 2017, Rz 104). Während das Bundesgericht in
früheren Entscheiden dafürhielt, es müssten konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die
Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend
gemachten Arbeitsunfähigkeit erweckten (vgl. BGE 143 I 377 E. 5.1 i.V.m. BGE 137 I
327 E. 5.4.2.1), lässt es eine Verwertbarkeit der Observationsergebnisse in seiner
späteren Rechtsprechung gar unabhängig davon zu, ob die Observation objektiv
geboten war oder nicht (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2019,
9C_308/2019, E. 2.1, vom 4. Juli 2019, 8C_244/2019, E. 4.1, und vom 8. Februar 2019,
9C_561/2018, E. 5.2.2).
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4.3. Vorliegend hegte die Beschwerdegegnerin Zweifel am Ausmass der durch die
Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Einschränkung des funktionellen
Leistungsniveaus (vgl. medizinische Stellungnahme Dr. H._ vom 6. Januar 2015, IV-
act. 153-3). Sie hatte den Akten und insbesondere der vorangegangenen
Begutachtung Hinweise auf Selbstlimitierung und Symptomausweitung entnommen
(IV-act. 155-3; vgl. beispielhaft IV-act. 52-6). Die Beschwerdeführerin hatte in der
Vergangenheit zuweilen widersprüchliche Aussagen gemacht (vgl. beispielhaft Suva-
act. 1-36 f.), eine theatralische oder sehr dramatische Ausdrucks- und Verhaltensweise
gezeigt (vgl. beispielhaft Suva-act. 4-3, IV-act. 52-7 und 94-9; dieses Verhalten wurde
indes im Rahmen der psychiatrischen Erkrankungen interpretiert und nicht als
Aggravation gedeutet, zumal die Beschwerdeführerin viele therapeutische Optionen in
Anspruch genommen hatte, vgl. IV-act. 143-23) und wurde zudem teilweise als
manipulativ wahrgenommen (wobei dieses Verhalten auch als störungsimmanent bzw.
krankheitskonform beurteilt wurde, vgl. IV-act. 52-5 und 146-3). Im Austrittsbericht der
kantonalen Psychiatrischen Klinik F._ über die stationäre Hospitalisation vom
29. April bis 19. Juli 2013 wurde unter Verweis auf die erstellten Medikamentenspiegel
eine fragliche Compliance in Bezug auf die verordnete Medikation festgehalten, wobei
die Beschwerdeführerin beteuerte, dass sie die Medikamente regelmässig
eingenommen habe (vgl. IV-act. 143-11). Aus diesen Gründen erachtete die
Beschwerdegegnerin eine Beobachtung in Alltagssituationen, in denen sich die
Beschwerdeführerin unbeobachtet wähnt, als objektiv geboten, um ihre subjektiven
Angaben zu überprüfen (IV-act. 153-3 und 155-3). Somit lagen konkrete Anhaltspunkte
vor, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zu wecken
vermochten.
4.4. Die Beschwerdeführerin wurde im Zeitraum von knapp zwei Monaten an insgesamt
acht Tagen observiert, wobei sie lediglich an zwei Tagen ausser Haus und an zwei
Tagen für kurze Zeiten auf ihrem Balkon gesehen wurde. Es wurden ausschliesslich
unbeeinflusste Handlungen in öffentlich frei einsehbaren Bereichen aufgezeichnet
(Balkon, Schrebergarten, beim Einkauf mit dem Ehemann und der Tochter). Unter
diesen Umständen war die Observation verhältnismässig (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Januar 2019, 8C_689/2018, E. 4.1 f.). Ein überwiegendes
privates Interesse an der vollständigen Entfernung des Observationsmaterials ist nicht
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auszumachen. Die Observationserkenntnisse sind somit gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung verwertbar und verbleiben somit in den Akten.
5.
5.1. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in elchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes von
Arztberichten sowie Gutachten ist entscheidend, ob sie für die streitigen Belange
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden
berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchten und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V
231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a). Den von Versicherungsträgern im
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung
entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte darf voller Beweiswert zuerkannt
werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2020, 9C_173/2020, E. 4.3, u.a. mit
Hinweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4).
5.2. Die Rechtsanwender prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen und funktionellen
Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es soll keine
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten
Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft
werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen
Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 5.2.2 f.; BGE 144 V 50 E. 4.3).
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Berücksichtigen die Experten die in BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen
überzeugend, hat ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auch aus Sicht des
Rechtsanwenders Bestand. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein
Abweichen davon gebietet (BGE 145 V 361 E. 4.3).
5.3. Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 281 E. 3.2 mit
Hinweisen). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
(vgl. BGE 143 V 418 E. 6; Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017,
8C_350/2017, E. 5.4, und vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
141 V 281 und BGE 143 V 418, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen
einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427 E. 6). Die psychiatrische Exploration eröffnet dem begutachtenden Psychiater
daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020, E. 4.1, mit diversen Hinweisen auf
BGE 145 V 361).
5.4. Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
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stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Es ist an die Begehren der Parteien
nicht gebunden (Art. 61 lit. d ATSG).
6.
6.1. Beide Parteien stellen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin grundsätzlich auf die letzte Begutachtung durch die Dres. J._
und I._ (IV-act. 257) ab. Deren Gutachten entspricht den vom Bundesgericht
postulierten Anforderungen an einen beweiskräftigen Arztbericht (vgl. E. 4.2
vorstehend), wie auch die IV-Ärztin Dr. H._ in ihrer Stellungnahme vom
20. September 2018 bestätigte (IV-act. 258-2).
6.2. Dr. H._ führte weiter aus, auf den somatischen Teil des Gutachtens könne
vollständig abgestellt werden (IV-act. 258-2). Die Beschwerdeführerin kritisiert am
rheumatologischen Gutachten einzig, Dr. J._ habe übersehen, dass die Prothese im
rechten Knie "gebrochen" bzw. gelockert gewesen sei. Die Schmerzen seien zumindest
teilweise organischen Ursprungs. Immerhin habe Dr. J._ dafürgehalten, dass die
Pangonarthrosen als Ursache von belastungsabhängigen Knieschmerzen anzusehen
seien (act. G1, Ziff. 18 ff.). Dr. J._ hat indes radiologische Befunde erhoben und
ausgewertet. Gestützt sowohl auf die Vorakten (wonach die Prothesen auch anlässlich
von Untersuchungen 2012 und 2014 unverändert gut sassen, vgl. IV-act. 144-19 ff.) wie
auch auf die neue radiologische Bildgebung stellte er keine Lockerungszeichen fest (IV-
act. 257-75 f.). An beiden Kniegelenken stellten sich die implantierten medialen
Hemiprothesen unauffällig dar mit korrekter Lage und fehlenden Zeichen einer
Lockerung (IV-act. 257-84).
6.3. Eine Lockerung der Komponenten der Prothese im rechten Knie wurde erst am
14. November 2018 festgestellt (IV-act. 268-4), mithin also rund 10 Monate nach der für
das Gutachten verwendeten radiologischen Bildgebung (vgl. IV-act. 257-76). Der
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operative Prothesenwechsel wurde erst Ende Januar 2019 angekündigt (IV-act. 272).
Somit muss davon ausgegangen werden, dass die Prothesen zum Zeitpunkt der
Begutachtung 2018 korrekt sassen und noch nicht gelockert waren. Die Beurteilung Dr.
J._s ist in dieser Hinsicht folglich nicht zu beanstanden. Soweit dieser festhielt, die
Beschwerden seien zumindest teilweise organischen Ursprungs bzw. somatisch
erklärbar, kann die Beschwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der
Gutachter hat diese organisch begründeten Einschränkungen in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Er attestierte der Beschwerdeführerin in
einer den verschiedenen körperlichen Einschränkungen optimal angepassten Tätigkeit
aus rheumatologischer Sicht eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von
50 % ab spätestens Juli 2017, davor bereits seit 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %
für adaptierte Tätigkeiten (vgl. IV-act. 257-88 und 257-93). Diese Beurteilung ist
einleuchtend begründet, sodass darauf abzustellen ist.
7.
7.1. Zwischen den Parteien nach wie vor streitig und nachfolgend zu prüfen ist das
Ausmass der psychisch begründeten Arbeitsunfähigkeit. Während die
Beschwerdeführerin geltend macht, aus dem Gutachten Dr. I._s resultiere für die
Vergangenheit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab dem Gutachtenszeitpunkt eine
volle Arbeitsunfähigkeit, bringt die Beschwerdegegnerin vor, ein grosser Teil der
Beschwerdedarstellung könne vorgespielt sein. Dr. I._ habe eine mögliche Simulation
oder Aggravation nicht von der krankheitswertigen Symptomatik trennen können,
weshalb auf seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht abgestellt werden könne. Dabei
scheint sie aus rechtlicher Sicht von der gutachterlichen Einschätzung abweichen zu
wollen, wobei nicht ersichtlich ist, auf welche konkrete Praxis oder Rechtsprechung sie
sich diesbezüglich abstützt. Denn von einem Administrativgutachten, das im Verfahren
nach Art. 44 ATSG eingeholt wurde, darf (wie bereits erwähnt, vgl. E. 5.1 f. vorstehend)
grundsätzlich nur abgewichen werden, wenn konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen.
7.2. Rechtsprechungsgemäss liegt Aggravation oder eine ähnliche Konstellation
namentlich vor, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten
Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese
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besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage
bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird;
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken
oder wenn schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale
Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses
verdeutlichendes Verhalten hin. Eine auf Aggravation oder einer vergleichbaren
Konstellationen beruhende Leistungseinschränkung vermag einen versicherten
Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall
Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte
für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die
Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne
dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbstständigte, krankheitswertige
psychische Störung zurückzuführen wäre (Urteil des Bundesgerichts vom
20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Führen die von den
Gutachtern einhellig berichtete Aggravation und die gezeigten Inkonsistenzen zum
Ergebnis, dass ein erhebliches krankheitsmässiges Geschehen nicht mehr mit
ausreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann, so geht die daraus
resultierende Beweislosigkeit zu Lasten der versicherten Person (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 und 4.4 mit Hinweisen).
7.3. Vorliegend hatte die Beschwerdegegnerin, wie bereits ausgeführt, schon vor der
letzten Begutachtung Zweifel an dem von der Beschwerdeführerin geklagten Ausmass
der Einschränkung ihrer funktionellen Leistungsfähigkeit und ordnete deshalb eine
Observation an (siehe E. 4.3 vorstehend). Dr. H._ konnte anhand der
Observationsergebnisse die von Dr. E._ attestierten psychisch bedingten
Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht bestätigen (jedoch auch nicht widerlegen; vgl. IV-
act. 169-4 f.) Dr. H._ ist Fachärztin für Neurologie, nicht für Psychiatrie, sodass ihrer
Einschätzung, sofern sie das psychiatrische Fachgebiet betrifft und den früheren
Befunden der psychiatrischen Gutachter widerspricht, nicht zwingend gefolgt werden
kann. Die Beschwerdegegnerin nahm ihre Stellungnahme jedoch zum Anlass, eine
neuerliche Begutachtung zu veranlassen. Als sie den Gutachtensauftrag erteilte, legte
sie besonderen Wert darauf, dass Aggravation und Simulation geprüft würden und
stellte entsprechende Ergänzungsfragen (vgl. etwa IV-act. 238-6 und IV-act. 238-8).
Der psychiatrische Gutachter setzte sich folglich an mehreren Stellen der
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Begutachtung ausführlich mit dieser Thematik auseinander, wie nachfolgend dargelegt
wird.
7.3.1. Dr. I._ sah das Observationsmaterial als für sein Fachgebiet unergiebig an. Es
zeige keinerlei in psychopathologisch relevanter Weise auffällige Verhaltensweisen (IV-
act. 257-35). Die anlässlich der Überwachung gemachten Beobachtungen führten
demnach nicht dazu, dass Dr. I._ eine Aggravation oder gar Simulation der
Beschwerdeführerin in den früheren Begutachtungssituationen (bei Dr. E._ und
Dr. D._) sehen konnte. Ebenso wenig konnte er einen Widerspruch zwischen dem
von ihm anlässlich seiner Begutachtung festgestellten Beschwerdebild und der
tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin während der Observation
ausmachen.
7.3.2. Dr. I._ schilderte, problematisch sei aus psychiatrischer Sicht die Abgrenzung
eines bewusstseinsnah gesteuerten Beschwerdeverdeutlichungsverhaltens,
insbesondere vor dem Hintergrund unterschiedlicher kultureller Vorerfahrungen auch in
Bezug auf den Umgang mit Schmerzen. Das Verhalten der Beschwerdeführerin (lautes
Wehklagen, Haare raufen, mit den Fäusten an den Kopf schlagen, Zittern) wirke
demonstrativ und werde gemeinhin als Hinweis auf bewusstseinsnahes
Beschwerdeverdeutlichungsverhalten gedeutet, könne aber naturgemäss auch
Ausdruck von Unglücksgefühlen sein bei fehlender Möglichkeit, diese zu
versprachlichen. Aufmerksamkeit und Gedächtnis hätten nicht eingehend geprüft
werden können, weil die Beschwerdeführerin einen erheblichen Teil des
Untersuchungsgesprächs mit lautem Wehklagen und ausgeprägter Beschwerdeklage
verbracht habe (IV-act. 257-35 und IV-act. 257-40). Es hätten sich keine Ansatzpunkte
für typisch depressive Kognitionen etwa im Sinne einer negativen kognitiven Trias
gefunden. Jedoch sei eine Katastrophisierung deutlich zu erkennen gewesen und eine
Generalisierung der Schmerzklage (IV-act. 257-36). Abgegrenzt werden müsse auch
das klassisch-psychiatrische Bild der agitierten Depression ("Jammerdepression").
Kriterium für den Übergang von einem möglicherweise bewusstseinsnah initiierten und
später verselbständigten und willentlich nicht mehr abweisbaren
Beschwerdeempfinden, was dann seinen Ausdruck in einer wie hier streckenweise
geradezu bizarren Beschwerdeklage finde, sei die zumutbare Willensanstrengung.
Diese sei bei der Beschwerdeführerin schlechthin nicht näher zu bestimmen. Das
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jetzige Erscheinungsbild stelle eine Amalgamisierung von durchaus anzunehmenden
erheblich depressiven Erlebensanteilen dar mit einer in unglücklicher Weise auch
"unangemessen" und "hilflos" wirkenden Beschwerdeklage. Da sich für seine
Beurteilung die geschilderten Aspekte nicht näherhin voneinander abgrenzen liessen
und insgesamt eine depressive Entwicklung klar erkennbar gewesen sei und die
Beschwerdeklage nicht aufgehe in einem reinen demonstrativen oder gar simulativen
Verhalten, wofür auch die in Kauf genommenen Nachteile der Situation sprechen
würden, werde eine depressive Störung diagnostiziert. Nach gründlicher Durchsicht der
Aktenlage und insbesondere der dort niedergelegten psychiatrischen Gutachten werde
eine durchgehend anhaltende Depression im Sinne des DSM-5 gestellt und damit
unterstellt, dass ein wesentlicher Teil der psychischen Beschwerdesymptomatik und
der in der Untersuchung erlebten Leidensäusserung von der Beschwerdeführerin nicht
mit zumutbarer Willensanstrengung überwunden werden könne, sondern einem
mittlerweile verselbständigten depressiven Leiden entspreche, dem die
Beschwerdeführerin nicht genügend psychische Kraft entgegenzusetzen habe und zu
dessen durchgreifender Restitution es an Resilienzfaktoren fehle (IV-act. 257-40 f. und
IV-act. 257-48 f.; zur Resilienz auch IV-act. 257-39: initial hätten offenbar keine
ausreichenden Coping-Mechanismen vorgelegen. Darüber hinaus verfüge die
Beschwerdeführerin nicht über Introspektionsfähigkeit im Sinne einer "psychological
mindedness". Ihr Krankheitskonzept sei vollständig zentriert auf organische
Schmerzen).
7.3.3. Unter dem Titel "Berücksichtigung von Ausschlussgründen wie Aggravation und
ähnliche Erscheinungen sowie deren Ausmass" wiederholt Dr. I._, der klinische
Gesamteindruck sei der einer Amalgamisierung genuin depressiver Verzweiflung und
des Gefühls von Aussichtslosigkeit und ebenso der Verwendung von
Dramatisierungsformen, die gemeinhin den Eindruck einer aktiven bewusstseinsnahen
Beschwerdeverdeutlichung vermitteln. Stelle man die kulturell unterschiedlichen
Herkunftsbedingungen, die ja bekanntermassen auch die besonderen Formen des
Ausdrucks von Schmerzen beinhalteten, ebenfalls in Rechnung, so lasse sich eine klare
Trennung hier nicht treffen. Es werde daher davon ausgegangen, dass ein wesentlicher
Teil der geklagten Beschwerdesymptomatik nicht einer reinen Begehrenshaltung
zuzuordnen sei, sondern einer mittlerweile jahrelang chronifizierten Depressivität bei
völlig fehlender Introspektionsfähigkeit und rein organischer Ursachenüberzeugung.
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Testpsychologische Zugänge zum Thema Aggravation seien nicht möglich gewesen,
da die Beschwerdeführerin nicht in der Lage gewesen sei, entsprechende Fragebögen
konsistent auszufüllen (IV-act. 257-42).
7.3.4. Die Beschwerdegegnerin stellte dem psychiatrischen Gutachter, wie erwähnt,
ergänzende Fragen. Sie fragte unter anderem nach psychosozialen Faktoren, welche
das Leistungsniveau negativ beeinflussen würden. Dr. I._ beantwortete diese Frage
dahingehend, die Beschwerdeführerin habe darüber keine Auskünfte geben können
oder mögen (IV-act. 257-47). Die Befunde hätten nicht eindeutig objektiviert werden
können. Es bestehe ein Mischbild aus einer agitierten chronischen Depression von
Krankheitswert mit beschwerdeverdeutlichendem Verhalten erheblichen und zum Teil
bizarren Ausmasses. Es bestehe weder nur eine depressive krankheitswerte Störung
noch ein reines Beschwerdeverdeutlichungsverhalten. Die Beschwerdegegnerin stellte
dem psychiatrischen Gutachter sodann die Frage: "Ist es möglich, die von der
versicherten Person geltend gemachten Beschwerden vorzuspielen bzw. zu
simulieren?" Darauf antwortete Dr. I._: "Ja, grundsätzlich ist es möglich, dass ein
grosser Teil der angebotenen Beschwerdedarstellung vorgespielt bzw. simuliert wird.
Dies ist auch bei gutem differentialdiagnostischem Bemühen vor dem Hintergrund 30-
jähriger fachärztlicher Erfahrung im vorliegenden Fall nicht so klar von einer
krankheitswertigen Symptomatik zu trennen (agitierte oder "Jammerdepression"), dass
hier eine quantifizierende Aufteilung möglich erschiene." (IV-act. 257-47). Die
Beschwerdeführerin habe sich nicht in der Lage gesehen, Testfragebögen, darunter
auch Beschwerdevalidierungsbögen, in einer verwertbaren Form auszufüllen. Bei einer
ausgeprägten agitierten Depression würden Fragebögen zur Beschwerdevalidierung für
die differentialdiagnostische Einschätzung auch nicht helfen, da der an einer
krankheitswertigen Störung bzw. agitierten Depression erkrankte Mensch oft zu
katastrophierendem Denken neige und entsprechende Selbsteinschätzungsfragebögen
ebenso ausfüllen würde. Hiermit wäre also kein differentialdiagnostisches Mittel
gefunden, das hier eine Differenzierung möglich erscheinen liesse (IV-act. 257-37 und
IV-act. 257-47 f.). Die Frage der Beschwerdegegnerin nach einem
"Täuschungsverhalten" sei keine medizinische Fragestellung. Sofern damit ein
Beschwerdeverdeutlichungsverhalten angesprochen werde, werde auf die
entsprechenden Ausführungen verwiesen (IV-act. 257-49). Die Beschwerdegegnerin
stellte weiter die Ergänzungsfrage, ob sich aufgrund der Aktenlage (insbesondere der
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Erkenntnisse aus der Observation, Befragungsprotokolle etc.) Aspekte ergeben
würden, die frühere medizinische Einschätzungen und Beurteilungen als unrichtig
erscheinen liessen, was Dr. I._ ausdrücklich verneinte. Im Wesentlichen seien auch
die hiesigen Erkenntnisse bereits in der Vergangenheit so oder in ähnlicher Form
mitgeteilt worden. Schon relativ früh sei der Eindruck eines erheblichen
Beschwerdeverdeutlichungsverhaltens entstanden und die Diagnosen einer schweren
depressiven Episode gestellt worden, sodass beide auch in seinem Gutachten
diskutierten Aspekte schon langjährig in den entsprechenden fachärztlichen
Einschätzungen dokumentiert worden seien (IV-act. 257-50). Eine prognostische
Einschätzung sei nicht möglich. Es handle sich um ein Syndrom bestehend aus
vermutlich genuinen depressiven Symptomen und einem "Leidensgefühl", das
krankheitswertige Ausmasse erlangt habe. Die problematischen Verhaltensweisen, die
zum Teil bizarre Ausmasse annehmen würden, sollten nicht vorschnell als Simulation
eingeschätzt werden, da sie ein Aspekt des Leidensausdrucks der Beschwerdeführerin
seien, die sich in der Tat offenbar in keiner Weise zu helfen wisse (IV-act. 257-52).
7.4. Den obenerwähnten Auszügen aus dem Gutachten sowie den Antworten auf die
Ergänzungsfragen ist zu entnehmen, dass Dr. I._, obschon er mehrfach explizit
danach gefragt worden war, eben gerade kein Vorliegen einer Aggravation oder gar
Simulation bestätigt hat. Er hat im Gegenteil davor gewarnt, vorschnell eine Simulation
anzunehmen. Ein "Täuschungsverhalten" hat er nicht bestätigt, sondern lediglich ein
Verdeutlichungsverhalten beschrieben. Dass es grundsätzlich möglich ist, die
dargestellten Beschwerden vorzuspielen, reicht nicht aus, eine Simulation
anzunehmen. Die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens müssten zweifellos
überschritten sein, ohne dass dieses Verhalten auf eine verselbständigte,
krankheitswerte psychische Störung zurückzuführen wäre. Vorliegend äusserte
Dr. I._ jedoch gerade, dass das Leidensgefühl der Beschwerdeführerin sich
verselbständigt habe, nicht (mehr) durch eine zumutbare Willensanstrengung
überwindbar sei, und dass ihm Krankheitswert zukomme. Auch wenn die Angaben der
Beschwerdeführerin wenig strukturiert waren sowie demonstrativ vorgetragen wirkten,
kam der erfahrene Gutachter somit zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin ein
erheblicher krankheitswerter Leidensdruck vorhanden sei. In diesem Ausmass
erachtete er die Äusserungen der Beschwerdeführerin mithin als glaubwürdig. In
diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass vor Dr. I._ schon Dr. E._ schilderte,
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die Beschwerdeführerin habe eine Neigung zur Dramatisierung, wodurch die
Glaubwürdigkeit der Schmerzen vage bleibe, wegen des langjährigen Verlaufs aber
überwiegend wahrscheinlich sei (IV-act. 143-28).
7.5. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeführerin habe
Mitwirkungspflichten verletzt, was sich nicht zu ihren Gunsten auswirken dürfe. Die
Bereitschaft der Beschwerdeführerin zur Mitwirkung hat während des langjährigen
Verfahrens immer wieder zu Diskussionen zwischen den Parteien Anlass gegeben. So
hatte das Versicherungsgericht schon im Jahr 2016 über die Mitwirkung der
Beschwerdeführerin befinden müssen und entschieden, dass keine für das damalige
Beschwerdeverfahren relevante Verletzung der Mitwirkungspflicht vorlag (vgl. IV-
act. 197 ff. und IV-act. 229). Angesichts dessen ist darauf hinzuweisen, dass für die
Frage, ob das Gutachten beweiskräftig ist oder aufgrund einer allfälligen Verletzung der
Mitwirkungspflicht eine von der Beschwerdeführerin verschuldete Beweislosigkeit
anzunehmen ist, nur auf das Verhalten der Beschwerdeführerin anlässlich der
Begutachtungen abgestellt werden darf. Die Streitigkeiten zwischen den Parteien
namentlich über die Führung des Verfahrens und die von der Beschwerdegegnerin
teilweise als mangelhaft angesehene Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin
in dessen Verlauf dürfen nicht zu einer Beweislastumkehr in dem Sinne führen, dass
eine mangelnde Mitwirkung vermutet würde und die Beschwerdeführerin nachweisen
müsste, dass sie ihren Pflichten nachgekommen ist.
7.6. Dr. I._ hielt nicht fest, die Beschwerdeführerin habe seine Abklärungen
verunmöglicht. Er schrieb vielmehr, die Beschwerdeführerin sei offenbar nicht in der
Lage gewesen, Fragebögen konsistent bzw. in einer verwertbaren Form auszufüllen.
Daraus ist e contrario zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin die Fragebogen
bearbeitet hat. Wären diese für die Beschwerdevalidierung entscheidend gewesen,
hätte der Gutachter diesbezüglich weitere Abklärungen treffen müssen um
festzustellen, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich nicht fähig war, die Fragen
adäquat zu beantworten oder um die erforderlichen Antworten doch noch zu erhalten.
Indes erklärte Dr. I._ in seinem Gutachten nachvollziehbar, dass das Ausfüllen-
Lassen der Fragebögen angesichts der gegebenen agitierten Depression für die
differentialdiagnostische Einschätzung nicht hilfreich gewesen wäre (IV-act. 257-37 und
IV-act. 257-47 f.). Auch aus korrekt ausgefüllten Fragebögen hätte somit kein
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zusätzlicher Erkenntnisgewinn resultiert. In diesem Zusammenhang ist auf den
Austrittsbericht der Klinik O._ über den Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 2. bis
22. August 2017 hinzuweisen. In dessen Anhang wird erwähnt, dass bei Eintritt der
Beschwerdeführerin keine Daten erhoben werden konnten und bei ihrem Austritt die
Daten zum Beck Depressions-Inventar auf eine schwere Ausprägung der depressiven
Symptomatik hinwiesen (IV-act 257-113). Die Ausführungen des psychiatrischen
Gutachters finden sich somit in den Vorakten bestätigt. Selbst wenn die
Beschwerdeführerin also die Fragebögen in verwertbarer Form ausgefüllt hätte, wäre
das Gutachten im Ergebnis nicht anders ausgefallen.
7.7. Die Beschwerdegegnerin hält der Beschwerdeführerin vor, sie habe bei der
Abklärung psychosozialer Belastungsfaktoren nicht mitgewirkt. Auch in diesem
Zusammenhang hielt Dr. I._ indes keine mangelnde Mitwirkungsbereitschaft fest,
sondern sprach davon, die Beschwerdeführerin habe keine Auskunft geben können
oder mögen. Da der Gutachter die Möglichkeit in Betracht zieht, dass die
Beschwerdeführerin nicht in der Lage war, Angaben zu machen, lässt sich daraus keine
überwiegende Wahrscheinlichkeit für mangelnde Kooperation ableiten. Es ist sodann
nicht ersichtlich, inwiefern IV-fremde Faktoren vorliegend Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben sollten, zumal keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, die
Depression und das Leidensgefühl der Beschwerdeführerin sowie ihr Schmerzerleben
würden nebst den somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem vollständig
auf organische Schmerzen konzentrierten Krankheitskonzept der Beschwerdeführerin
von IV-fremden Faktoren negativ beeinflusst. Dr. I._ erwähnte namentlich weder die
finanzielle oder familiäre Situation der Beschwerdeführerin noch ihre Bildung, ihr Alter
oder ihre Sprachkenntnisse im Zusammenhang mit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung.
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt erwähnte er nur insofern, als er äusserte, der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lasse ohnehin nur eine problembehaftete
Wiedereingliederung erwarten. Sicher führe eine liberale Pausengestaltung, verbunden
mit einer stringenten Förderung durch einen Coach und weiterhin engmaschiger
psychiatrischer Behandlung am ehesten zur Wiederherstellung einer Arbeitsfähigkeit.
Auch in einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit werde die Arbeitsunfähigkeit 50 %
betragen (IV-act. 257-45). Daraus wird deutlich, dass Dr. I._ psychosoziale
Belastungsfaktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit tatsächlich aussenvor
gelassen hat. Dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden verdeutlicht, wurde vom
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Gutachter bereits berücksichtigt, indem dieser entgegen der subjektiven
Selbstwahrnehmung der Beschwerdeführerin und ihres bizarren Verhaltens eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % attestierte.
7.8. Nicht nur Dr. I._ geht von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus. Nebst der
behandelnden Fachärztin und dem Hausarzt haben auch die beiden früheren
Fachbegutachtenden Dr. D._ und Dr. E._ eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder
mehr attestiert. Seit dem Jahr 2008 hat die Beschwerdeführerin verschiedene
fachärztliche sowie stationäre Behandlungen in Anspruch genommen. Ausserdem hat
eine Observation stattgefunden. In den daraus resultierenden Berichten finden sich
keine Anhaltspunkte, welche an der Korrektheit der letzten fachärztlichen Einschätzung
ernstliche Zweifel zu wecken vermögen. Dabei ist zu betonen, dass die
Beschwerdeführerin gemäss Dr. I._ in einer adaptierten Tätigkeit tatsächlich 50 %
arbeitsfähig ist, sodass die im Rahmen der Observation festgestellten Aktivitäten von
relativ geringer Intensität keinen Anlass zu einer anderen Einschätzung geben.
Erhebliche Diskrepanzen zwischen den geschilderten Leiden und dem gezeigten
Verhalten sind nicht dokumentiert.
7.9. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeführerin habe anlässlich
der Begutachtung durch Dr. J._ ein weit weniger auffälliges Verhalten gezeigt und
leitet daraus ab, dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden lediglich vorspiele.
Dieser Argumentation kann indes nicht gefolgt werden. Einerseits standen bei jener
Begutachtung die organischen Ursachen der Beschwerden im Vordergrund, sodass die
Beschwerdeführerin dementsprechend weniger Anlass hatte, über ihre allgemeine
Situation zu klagen und ihre Gefühle kundzutun. Andererseits finden sich auch im
Gutachten Dr. J._s Hinweise auf das theatralisch anmutende Verhalten der
Beschwerdeführerin. So beschrieb dieser ein "doch sehr auffällige[s] Schmerzverhalten
im Sinne einer ausgeprägten Schmerzmimik und starken Schmerzäusserungen" und
ein erhebliches, auffälliges Schmerzverhalten (IV-act. 257-83). Wäre das Verhalten der
Beschwerdeführerin anlässlich der somatischen Begutachtung nicht mit jenem
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung vereinbar gewesen, so hätten die
Gutachter dies in ihrer Konsensbeurteilung festgehalten und gewürdigt, zumal die
Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin eine ausführliche Auseinandersetzung mit
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der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin erforderlich
gemacht hatten.
7.10. Zusammenfassend ist ein über eine blosse Verdeutlichung hinausgehendes
aggravatorisches oder gar simulierendes Verhalten der Beschwerdeführerin nicht
nachgewiesen, ja nicht einmal überwiegend wahrscheinlich, sondern lediglich möglich.
Die blosse Möglichkeit einer Aggravation oder Simulation führt nicht zum Ausschluss
eines IV-relevanten Gesundheitsschadens. Es liegt somit keine Beweislosigkeit vor,
welche zu Lasten der Beschwerdeführerin ginge (vgl. E. 7.2 vorstehend). Nachdem sich
der Gutachter einlässlich und abschliessend zu diesem Thema geäussert und eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl für den Zeitpunkt der Begutachtung als auch
retrospektiv vorgenommen hat, besteht kein Raum, von dessen Beurteilung
abzuweichen. Nach dem Gesagten ist deshalb auf die Einschätzung Dr. I._s in
seinem einlässlichen und sorgfältig erstellten Gutachten vom 26. April 2018 abzustellen
und es ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht seit
dem Jahr 2008 durchgehend zu 50 % arbeitsunfähig ist.
7.11. In der Konsensbeurteilung führen die Gutachter aus, die attestierte
Arbeitsfähigkeit könne nur mit Unterstützung umgesetzt werden und schlagen dafür
anfangs einen geschützten Rahmen vor. Im psychiatrischen Teilgutachten wird die
medizinisch-theoretisch festgelegte Arbeitsfähigkeit von 50% nicht lediglich für den
geschützten Rahmen als zumutbar erachtet. Insofern ist der in der Konsensbeurteilung
vorgesehene geschützte Rahmen nicht als medizinisch nötiges Adaptionskriterium zu
verstehen, sondern als Hinweis der Gutachter für die rein praktisch wohl
anforderungsreiche Umsetzung der attestierten Arbeitsfähigkeit (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 7.3.1, wonach es nicht
Aufgabe der Arztperson ist, sich zu den erwerblichen Auswirkungen der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, namentlich zur Integration in den ersten
Arbeitsmarkt, zu äussern).
7.12. Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit hat sich Dr. I._ nicht im Detail geäussert.
Dr. D._ ging davon aus, dass die psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
seit dem Frühjahr 2008 bestand (IV-act. 52-9). Sie trat jedenfalls nicht vor Januar 2008
ein; die Beschwerdeführerin wurde bis zum 10. Januar 2008 stationär in der Reha Klinik
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Bellikon behandelt und die depressive Symptomatik – damals noch im Sinne einer
Anpassungsstörung gewertet – remittierte unter Antidepressiva nahezu vollständig (vgl.
Suva-act. 4-1 und 4-3). Danach verschlechterte sich der psychische
Gesundheitszustand erheblich. Als Folge davon nahm die Beschwerdeführerin am
22. August 2008 die Behandlung bei Dr. B._ auf (Suva-act. 7-15). Es leuchtet daher
ein, dass die Arbeitsunfähigkeit wie von Dr. D._ ausgeführt ab Frühjahr, mithin ab
Ende März/Anfang April 2008, (mindestens) 50 % betrug. Ab 1. April 2008 war die
Beschwerdeführerin mithin zu mehr als 40 % erwerbsunfähig. Zu diesem Zeitpunkt
waren das Wartejahr und die Karenzfrist bereits abgelaufen (vgl. E. 3 vorstehend).
Dr. I._ geht von einem chronischen, nur in geringem Umfang fluktuierenden Verlauf
aus (IV-act. 257-50). Demnach ist der nachstehend noch genauer zu bestimmende
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin am 1. April 2008 entstanden und besteht im
gleichen Umfang bis auf Weiteres fort.
8.
8.1. Zwischen den Parteien besteht Uneinigkeit betreffend die Höhe des
Invaliditätsgrades.
8.2. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Valideneinkommen; sogenannte allgemeine
Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Für den
Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
8.3. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt
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und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte
miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht
unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen.
Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne
Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu
bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren
Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich). Der Prozentvergleich bietet sich
somit namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen
Tabellenlohn zu berechnen sind. Deren genaue Ermittlung erübrigt sich: Der
Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
8.4. Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird nach der gesetzlichen
Anordnung von Art. 28a Abs. 3 IVG für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so bemisst sich die
Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sogenannte gemischte Methode;
vgl. zur konkreten Berechnung für den Zeitraum vor und nach dem 1. Januar 2018
Entscheid des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 9C_690/2019, E. 4.2 mit
Hinweisen sowie BGE 137 V 334).
8.5. Vorliegend ist in erster Linie streitig, ob bei der Beschwerdeführerin die gemischte
oder die allgemeine Methode zur Anwendung kommt. Die M._ AG hat gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 14. Februar 2007 angegeben, die Beschwerdeführerin arbeite
wöchentlich 37.5 Stunden (wobei die normale Arbeitszeit 41.25 Stunden betrage, IV-
act. 8-2). Daraus hat die Beschwerdegegnerin auf eine Teilzeitbeschäftigung von 90 %
geschlossen (vgl. etwa IV-act. 278-5). Aus dem Arbeitsvertrag geht jedoch nicht hervor,
dass es sich um eine Teilzeitbeschäftigung handelte (IV-act. 86-3). Die Arbeitgeberin
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hatte in der Unfallmeldung vom 27. Mai 2005 vielmehr einen Beschäftigungsgrad von
100 % notiert und die Arbeitszeit der Beschwerdeführerin mit 41.25 Wochenstunden,
also der üblichen betrieblichen Wochenarbeitszeit angegeben (Suva-act. 1-113). Nach
dem Unfallereignis wurde zwischen den Beteiligten offenbar die Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf 100 % vereinbart (vgl. entsprechende Angaben in der
Arbeitsanamnese im psychiatrischen Gutachten von Dr. E._ vom 9. September 2014,
IV-act. 143-16). Die Beschwerdeführerin war im Übrigen bereits früher, namentlich
auch nach der Geburt ihres jüngsten Kindes, in hohen Teilzeitpensen erwerbstätig (vgl.
Suva-act. 11-3, IV-act. 7-2 und IV-act. 52-4 i.V.m. IV-act. 16). Zum Unfallzeitpunkt
2005 war ihr jüngstes Kind _ Jahre alt. Dennoch arbeitete die Beschwerdeführerin
damals bereits 100 %. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall
weiterhin im Vollzeitpensum hätte arbeiten wollen und können. Die Beschwerdeführerin
ist somit als Vollerwerbstätige anzusehen, weshalb die Invaliditätsbemessung nach der
allgemeinen Methode zu erfolgen hat.
8.6. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist zu beachten, dass das
Unfallereignis vom 2. Februar 2005 nur wenige Monate nach Stellenantritt eingetreten
ist (vgl. IV-act. 86-3). Das Arbeitsverhältnis war demnach, wie die Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort (act. G7) richtig anmerkt, nicht gefestigt.
8.7. Soweit die Beschwerdegegnerin ausführt, die Beschwerdeführerin habe in der
Vergangenheit tiefe Einkünfte erzielt, kann daraus nicht ohne Weiteres abgeleitet
werden, dass sie in Zukunft unterdurchschnittlich verdient hätte. In den Akten finden
sich keine Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin sich freiwillig mit einem tiefen
Gehalt abgefunden hätte. Vor Antritt ihrer letzten Stelle war die Beschwerdeführerin
arbeitslos gewesen (vgl. IV-act. 7-1). Ihre jüngste Tochter bedurfte noch der Betreuung.
Sie musste daher eine Stelle antreten, die mit ihren familiären Pflichten in Einklang zu
bringen war und ihr auf dem aktuellen Arbeitsmarkt angeboten wurde. Im
Gesundheitsfall hätte sie ihre Einkommenssituation durch die Suche einer besser
bezahlten Stelle aus dem laufenden Arbeitsverhältnis heraus verbessern können. Ihre
Tochter wäre mit zunehmendem Alter und namentlich mit Übertritt in die Oberstufe
immer weniger auf Betreuung angewiesen gewesen, sodass die Beschwerdeführerin
auch bezüglich Arbeitszeiten und Arbeitsweg flexibler geworden wäre und so bessere
Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehabt hätte. Statt auf das zuletzt erzielte, nicht
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aussagekräftige tatsächlich generierte Einkommen ist deshalb für das
Valideneinkommen auf Tabellenwerte (Tabelle TA1 2008, total alle Wirtschaftszweige,
Kompetenzniveau 1, Frauen, der vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE]) abzustellen.
8.8. Die Beschwerdeführerin ist nicht erwerbstätig. Demnach sind auch für das
Invalideneinkommen keine konkreten Zahlen verfügbar, sodass die Tabellenwerte der
LSE herangezogen werden müssen. Da sowohl das Validen- als auch das
Invalideneinkommen auf Hilfsarbeiterinenniveau angesiedelt und gestützt auf die LSE
zu bestimmen sind, kann ein Prozentvergleich erfolgen. Demnach entspricht der
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines
allfälligen Tabellenlohnabzugs.
9.
9.1. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend
einsetzbaren arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen. Der Abzug ist auf höchstens 25 % begrenzt (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
9.2. In ihrer Berechnung aus dem Jahr 2007 (bei welcher sie den 13. Monatslohn der
Beschwerdeführerin nicht berücksichtigte; vgl. zur Tatsache, dass der
Beschwerdeführerin ein 13. Monatslohn geschuldet war, IV-act. 86-3 f. und 86-7) hat
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin noch einen Tabellenlohnabzug von
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10 % gewährt (IV-act. 27), während sie ab dem Jahr 2009 keinen Tabellenlohnabzug
mehr berücksichtigte. Damals hatte sie indes gestützt auf die frühere Rechtsprechung
zu somatoformen Schmerzstörungen eine Invalidität generell verneint (vgl. IV-act. 59
und 61), sodass mangels Invalidität auch nicht über einen Tabellenlohnabzug zu
befinden war. In den vorliegend angefochtenen Verfügungen orientierte sich die
Beschwerdegegnerin für ihre Berechnung des Invaliditätsgrades offenbar am
Feststellungsblatt aus dem Jahr 2009 und gewährte keinen Tabellenlohnabzug (vgl. IV-
act. 278-5). In der Beschwerdeantwort macht sie geltend, ein Tabellenlohnabzug wäre
höchstens dann geschuldet, wenn eine erhebliche psychische Erkrankung
angenommen werde (act. G7). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist
vorliegend nicht nur von einer physischen, sondern auch von einer solchermassen
erheblichen psychischen Einschränkung auszugehen (vgl. die vorstehenden
Erwägungen).
9.3. Eine den organischen Leiden der Beschwerdeführerin angepasste Tätigkeit muss
vorwiegend sitzend sein mit der Möglichkeit, regelmässig kurz aufzustehen, mit nur
kurzen gelegentlichen Gehstrecke, ohne kniende, kauernde oder gebückte Arbeiten,
ohne häufiges Heben oder Tragen von Lasten über 5 kg, ohne länger dauernde
Zwangshaltungen im Sitzen mit Haltungskonstanz des Kopfes insbesondere in
vorgeneigter Stellung und ohne repetitive grob-motorische Belastungen der Hände.
Auch in einer solchermassen adaptierten Tätigkeit ist aufgrund der multilokulären
degenerativen Veränderungen aus rein somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von
"maximal 50 % medizinisch-theoretisch" gegeben (IV-act. 257-89). Aus psychiatrischer
Perspektive ist eine liberale Pausengestaltung notwendig (IV-act. 257-46). Zudem
werde die Beschwerdeführerin für den beruflichen Wiedereinstieg nicht nur weiterhin
regelmässige psychiatrische Behandlung benötigen, sondern auch eine engmaschige
Betreuung durch ein Arbeitscoaching.
9.4. Im Bereich der Hilfsarbeiten berücksichtigt das Bundesgericht invaliditätsfremde
Gründe wie Alter, fehlende Schulbildung oder fehlende Dienstjahre kaum als
Abzugsgründe, weil solche Arbeiten gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung
unabhängig von diesen Persönlichkeitsmerkmalen auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nachgefragt werden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar
2019, 9C_439/2018, E. 4.3.2 mit Hinweisen). Bei der Beschwerdeführerin bestehen
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zwar invaliditätsfremde Gründe für eine erschwerte Reintegration in den
Arbeitsprozess, namentlich geringe Bildung, fehlende Berufsbildung, bescheidene
Sprachkenntnisse und eine lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt bei inzwischen
einigermassen fortgeschrittenem Alter. Dafür kann allerdings mit Blick auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts kein Tabellenlohnabzug erfolgen. Daneben
bestehen aber – wie in E. 9.3 vorstehend aufgezählt – erhebliche Einschränkungen
aufgrund des Krankheitsbildes der Beschwerdeführerin. Diese ist nicht nur hinsichtlich
der Auswahl an Stellen durch die Kombination von körperlichen und psychischen
Leiden auch auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt erheblich
eingeschränkt, sondern wird in einer konkreten Anstellung sowohl aufgrund ihrer
physischen Einschränkungen als auch aufgrund ihres psychischen Beschwerdebildes
wenig anpassungsfähig sein. Sie ist dementsprechend auf viel Wohlwollen seitens
allfälliger Mitarbeiter und Vorgesetzten angewiesen, was durch ihr krankheitsbedingt
dramatisierendes, theatralisches und teilweise bizarr wirkendes Auftreten erschwert
wird. Die Beschwerdeführerin wird zudem eine lange und intensiv betreute
Einarbeitungsphase benötigen, auch danach engmaschig begleitet werden müssen
und mit grosser Wahrscheinlichkeit unvorhersehbar schwankende Leistungen
erbringen. Dr. J._ und Dr. I._ sprechen von einer medizinisch-theoretischen bzw.
maximalen Arbeitsfähigkeit von 50 %. Sie beziehen sich also auf einen Optimalfall, der
nur durch einen kleinschrittigen Wiedereinstieg und Aufbau des Arbeitspensums
mithilfe eines Arbeitscoachings bei fortgeführter therapeutischer Begleitung erreicht
werden kann und bei welchem alle Beteiligten, namentlich Vorgesetzte und Mitarbeiter,
auf die Beschwerdeführerin Rücksicht nehmen und viel Verständnis aufbringen
müssen. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senken diese
Risiken, deren Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen, den
"Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu kompensieren und
konkurrenzfähig zu bleiben, muss die Beschwerdeführerin mit einem erheblich tieferen
Einkommen rechnen als eine gesunde Person im Rahmen einer Hilfstätigkeit (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3). Es ist deshalb ein
Abzug von 10 % vom Tabellenlohn vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin beträgt somit 55 % (100 % - [50 % x 0.9]).
10.
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10.1. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die
Verfügungen vom 27. Februar 2019 und vom 15. April 2019 aufzuheben sind und der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2008 eine halbe Rente zuzusprechen ist.
Zur Berechnung der Rente sowie zur neuen Verfügung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr.
1‘000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Im vorliegenden Entscheid sind zwei separat
erhobene Beschwerden gemeinsam beurteilt worden (vgl. E. 1.1 vorstehend), wobei
beiden angefochtenen Verfügungen der gleiche Streitgegenstand zugrunde lag.
Zwischen der Beantragung von Leistungen der Invalidenversicherung und der
Einreichung der vorliegend zu beurteilenden Beschwerde sind rund zwölf Jahre
vergangen, während denen vielfältige Abklärungen erfolgten und mehrere
Gerichtsverfahren durchgeführt wurden. Es lagen dementsprechend umfangreiche
Vorakten, namentlich mehrere medizinische Gutachten, im Recht. Der Sachverhalt war
dementsprechend komplex und es waren verschiedene Rechtsfragen zu beurteilen. Die
Gerichtsgebühr wird deshalb auf Fr. 1'000.-- für die vereinigten Verfahren festgelegt.
Die Beschwerdeführerin obsiegt zum grössten Teil. Zwar hat sie einen früheren Beginn
der Rentenleistungen (ab 2006, act. G1) beantragt und in der Replik einen
Eventualantrag auf eine ganze Rente gestellt (act. G12). Angesichts dessen, dass es
sich beim Antrag auf eine ganze Rente lediglich um einen Eventualantrag handelte und
ihr (Haupt-)Antrag auf eine halbe Rente ab 1. April 2008 gutgeheissen wird, während
die Beschwerdegegnerin den Rentenbeginn auf den 1. Juli 2017 festgesetzt hatte,
unterliegt die Beschwerdeführerin in so geringem Ausmass, dass die Gerichtsgebühr
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
10.3. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘500.-- bis
bis
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Fr. 15‘000.--. Eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) erscheint angemessen.