Decision ID: 0c3241da-2282-4a24-88a9-1a16914478f6
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 19. Juni 2022 in der Schweiz um Asyl
nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._ zu-
gewiesen. Auf dem von ihm gleichentags ausgefüllten Personalienblatt gab
er an, am (...) geboren zu sein. Gegenüber dem Schweizerischen Grenz-
wachtkorps (GWK) gab er anlässlich seiner Anhaltung am 18. Juni 2022
an, am (...) geboren zu sein.
B.
Am 12. Juli 2022 fand die Erstbefragung (EB) unbegleiteter minderjähriger
Asylsuchender (UMA) und am 19. September 2022 die Befragung zu den
Asylgründen (Anhörung) statt. Anlässlich der EB machte der Beschwerde-
führer hinsichtlich seines Geburtsdatums im Wesentlichen Folgendes gel-
tend:
Er sei gemäss afghanischem Kalender am (...) geboren ([...] gemäss gre-
gorianischem Kalender). Das Geburtsdatum wisse er von seiner Mutter:
Als er in Österreich gewesen sei, sei das Geburtsdatum ein wichtiges
Thema gewesen, weshalb er mit seiner Mutter Kontakt aufgenommen und
sie ihm sein genaues Geburtsdatum genannt habe. Er sei sich zwar nicht
ganz sicher, aber wenn seine Mutter das sage, sollte das schon stimmen.
Zudem stehe auf seiner Tazkira, dass er im Jahr (...) ([...]) elf Jahre alt
gewesen sei. Die Tazkira befinde sich wohl noch zuhause; er habe sie nicht
mitgenommen. Er werde seine Mutter kontaktieren und sie danach fragen.
Er sei (...) Jahre alt gewesen, als er zum ersten Mal zur Schule gegangen
sei, welche er (...) Jahre lang besucht habe. Mit (...) Jahren habe er auf-
grund der Lage im Land die Schule nicht weiter besuchen können.
C.
Am 17. August 2022 führte das (...) im Auftrag der Vorinstanz eine medizi-
nische Altersabklärung des Beschwerdeführers durch.
Im Altersgutachten vom 18. August 2022 kamen die untersuchenden Ärzte
zum Schluss, dass die radiologischen Untersuchungen der linken Hand,
der medialen Anteile des rechten Schlüsselbeines und der dritten Molaren
in einem durchschnittlichen Alter von (...) Jahren resultieren. Das zu be-
rücksichtigende Mindestalter des Beschwerdeführers sei mit (...) Jahren
zu benennen, womit das angegebene Alter von (...) Jahren und (...) Mo-
naten nicht plausibel erscheine.
E-4873/2022
Seite 3
D.
Am 23. August 2022 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das
rechtliche Gehör zum Resultat des Altersgutachtens, den Zweifeln an der
vorgebrachten Identität sowie zur beabsichtigten Anpassung des Geburts-
datums im ZEMIS auf den (...). Hierzu äusserte sich der Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 23. August 2022.
E.
E.a Ein Vergleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Fin-
gerabdruck-Datenbank Eurodac ergab, dass er am (...) 2022 in Bulgarien
und am (...) 2022 in Österreich um Asyl ersucht hatte. Die Vorinstanz stellte
daher am 18. August 2022 ein Rückübernahmeersuchen an die bulgari-
schen und österreichischen Behörden gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kri-
terien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten
Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-
VO), welche diese am 25. August 2022 (Österreich) respektive am 29. Au-
gust 2022 (Bulgarien) abschlägig beantworteten. Österreich führte aus,
dass der Beschwerdeführer als minderjährig registriert wurde (mit dem Ge-
burtsdatum [...]) und danach untergetaucht sei, weshalb sich Österreich
als nicht zuständig für die Übernahme des Beschwerdeführers erachte.
Die bulgarischen Behörden verwiesen auf die Zuständigkeit Österreichs.
Hierbei gaben sie auch bekannt, dass der Beschwerdeführer in Bulgarien
unter einer gänzlich anderen Identität registriert ist, nämlich unter dem Na-
men C._, Geburtsdatum (...).
E.b Am 31. August 2022 stellte die Vorinstanz ein erneutes Übernahmeer-
suchen an die österreichischen Behörden, welches jedoch von den öster-
reichischen Behörden am 6. September 2022 abgelehnt wurde.
E.c In der Folge beendete die Vorinstanz das Dublin-Verfahren und führte
das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren durch.
F.
Mit Verfügung vom 28. September 2022 verfügte die Vorinstanz die Anpas-
sung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers im ZEMIS auf den (...)
mit Bestreitungsvermerk (Dispositivziffer 1), entzog einer allfälligen Be-
schwerde gegen die Anpassung des Alters die aufschiebende Wirkung
E-4873/2022
Seite 4
(Dispositivziffer 2), verneinte die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers (Dispositivziffer 3) und lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivziffer
4). Gleichzeitig verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz, deren
Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Auf-
nahme aufgeschoben wurde (Dispositivziffern 6-9).
Auf die Begründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
G.
Mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und bean-
tragte die Aufhebung deren Dispositivziffern 1 bis 5 und die Berichtigung
respektive Anpassung seines Geburtsdatums im ZEMIS auf den (...). In
prozessualer Hinsicht beantragte er die Wiederherstellung der aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde gegen die Altersanpassung, insbeson-
dere sei er sofort wieder in eine Struktur für UMA zu verlegen und es sei
eine Beistandschaft zu errichten. Weiter sei die unentgeltliche Prozessfüh-
rung inklusive Kostenvorschussverzicht zu gewähren.
Auf die Begründung wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Praxisgemäss wird das vorliegende Beschwerdeverfahren betreffend
ZEMIS-Datenbereinigung (E-4873/2022) vom unter der Verfahrensnum-
mer E-4822/2022 eröffneten Asyl-Beschwerdeverfahren getrennt und se-
parat geführt (vgl. BVGE 2018 VI/3). Es werden separate Urteile erlassen.
Vorliegend bilden die Ziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung den
Gegenstand des Verfahrens.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Da keine Ausnahme nach
Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts an-
deres bestimmt (Art. 37 VGG).
E-4873/2022
Seite 5
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
1.4 In Anwendung von Art. 37 VGG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VwVG wurde auf
einen Schriftenwechsel verzichtet.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet hinsichtlich der gerügten
ZEMIS-Änderung mit uneingeschränkter Kognition. Es überprüft die ange-
fochtene Verfügung somit auf die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
sowie auf die Unangemessenheit hin (Art. 49 VwVG).
3.
3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-
nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-
nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-
kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-
tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten,
nach dem Datenschutzgesetzt (DSG, SR 235.1) und dem VwVG.
3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass
unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25
Abs. 3 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit erstellt, besteht auf die Berichti-
gung ein uneingeschränkter Anspruch (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1). Die ZEMIS-Verordnung
sieht in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes
wegen zu berichtigen sind.
3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die
Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-
streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-
daten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012
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E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisregeln des
VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher
Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel blei-
ben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem
Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-
chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-
klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss
Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwir-
ken (vgl. Urteile des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3,
A-2291/2015 vom 17. August 2015 E. 4.3).
3.4 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-
sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige
der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder
die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1
DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-
sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-
weise bearbeitet werden. Dies gilt namentlich auch für die im ZEMIS er-
fassten Daten zur Identität. Sofern das öffentliche Interesse an der Bear-
beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich-
tigkeit überwiegt, sieht Art. 25 Abs. 2 DSG die Anbringung eines Vermerks
vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten
Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der
neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die
neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen.
Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben sollen
oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlassen.
Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher einge-
tragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahr-
scheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk
zu versehen. Über das Anbringen des Bestreitungsvermerks ist jeweils von
Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechen-
der Antrag gestellt worden ist (vgl. Urteil des BVGer A-7615/2016 vom
30. Januar 2018 E. 3.5; Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August
2012 E. 3.2).
4.
4.1 Die Vorinstanz hielt in Bezug auf das vom Beschwerdeführer behaup-
tete Geburtsdatum fest, dass dieses zu bezweifeln sei. Der Beschwerde-
führer behaupte, am (...) geboren zu sein und verweise hierzu auf eine
(angeblich noch im Heimatland vorliegende) Tazkira. Hieraus könne er
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aber nichts zu seinen Gunsten ableiten. Da bei der Ausstellung einer
Tazkira das Alter der betreffenden Person von den Beamten lediglich ge-
schätzt werde, sei die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei nicht um das
tatsächliche Alter handle und es zu Fehleinschätzungen kommen könne,
als relativ hoch einzuschätzen. Darüber hinaus sei der Beweiswert einer
Tazkira mangels Sicherheitsmerkmalen, deren leichten Erhältlichkeit und
der in Afghanistan weitverbreiteten Korruption sehr gering. Aus seinen An-
gaben erschliesse sich ferner nicht, auf welche Grundlage sich das von
ihm angegebene Geburtsdatum vom (...) genau abstütze. Weiter resultiere
aus der zahnärztlichen Beurteilung gemäss dem Altersgutachten ein
Durchschnittsalter von (...) Jahren. Das (...) gebe seit längerer Zeit kein
Mindestalter bei den Zähnen mehr an, da dieses nie über 17 Jahre liege
und somit wenig aussagekräftig sei; die jeweiligen Altersspannen könnten
hingegen mit unterschiedlichen Bestimmungsmethoden berechnet wer-
den. Daraus ergebe sich, dass sich die Altersspanne bei den Zähnen mit
dem Schichtröntgenscan überschneide und somit als Indiz für die Volljäh-
rigkeit herangezogen werden könne. Weiter entspreche der Schichtrönt-
genscan der medialen Anteile des Schlüsselbeins dem Stadium (...), was
einem Mindestalter von (...) Jahren gleichkomme. Massgebliche Schlüs-
selbeinstudien bei verschiedenen Populationen ergäben jedoch, dass Per-
sonen, die das Stadium (...) erreicht hätten, älter seien als 18 Jahre. Die
Untersuchungen resultierten in einem Durchschnittsalter von (...) Jahren.
Die Kombination der beiden Befunde sei nach Ansicht des SEM als Indiz
für die Volljährigkeit zu erachten, zumal sich die Altersspannen der beiden
Teilergebnisse überschnitten. Das Altersgutachten bestätige somit die be-
stehenden Zweifel an seinen Altersangaben. Aufgrund einer Gesamtwürdi-
gung aller Indizien sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von seiner
Volljährigkeit auszugehen.
4.2 Der Beschwerdeführer verwies hinsichtlich seiner Angaben zunächst
auf die Stellungnahme vom 26. August 2022 zur Altersabklärung (vgl. vor-
instanzliche Akten [...]-31/5 [nachfolgend act. 31]). Darin führte er aus, er
habe gesagt wie alt er sei und auch versucht, die Tazkira zu beschaffen.
Die Familie sei aufgrund des Krieges in Afghanistan aber nicht erreichbar.
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb seine Aussagen vage gewesen sein
sollen; vielmehr habe er sein exaktes Geburtsdatum nennen und erklären
können, wie er davon erfahren habe. Da das Geburtsdatum in Afghanistan
nicht denselben Stellenwert habe wie in Europa, brächten viele Gesuch-
steller erstmals in Europa ihr Geburtsdatum in Erfahrung. Im Weiteren
wisse er, was auf seiner Tazkira stehe; dies stimme mit dem geltend ge-
machten Alter überein. Dem Argument des SEM hinsichtlich des geringen
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Beweiswerts der Tazkira könne nicht gefolgt werden, zumal es sinnfremd
sei, dass er eine gefälschte Tazkira gekauft haben solle, um dann von die-
ser während der Anhörung zu erzählen.
Weiter brachte der Beschwerdeführer Zweifel an den von der Vorinstanz
aus dem Altersgutachten gezogenen Schlüssen vor. Das SEM habe die
Befunde der Experten in arbiträrer, selektiver und unzulässiger Weise mit
selbst ausgewählten – vom (...) nicht zitierten – wissenschaftlichen Er-
kenntnissen ergänzt. Die Argumentation hinsichtlich dem zahnärztlichen
Mindestalter unterstreiche die willkürliche Interpretation und Verwendung
der Altersgutachten. So werde gemäss SEM das Mindestalter der zahn-
ärztlichen Untersuchung vom (...) nicht mehr angegeben, da dieses an-
geblich nie über 17 Jahren liege und daher als wenig aussagekräftig qua-
lifiziert werde. Trotzdem erachte das SEM das Mindestalter der unter-
schiedlichen Bestimmungsmethoden – welches wohl durch die Behörde
neuerdings selbst ausgerechnet und bestimmt werde – dann wieder als
aussagekräftig, wenn es darum gehe, die entsprechende Altersspanne zu
eruieren. Mangels Angabe von Quellen bleibe sodann ungeklärt, ob es sich
hinsichtlich der Begründung des vom (...) nicht mehr angegebenen Min-
destalters der zahnärztlichen Untersuchung um eine offizielle Begründung
des (...) oder um eine Vermutung der Vorinstanz handle. Vorliegend habe
das SEM keine Prüfung anhand der vom Bundesverwaltungsgericht auf-
gestellten Kriterien vorgenommen, welche die Angabe eines Mindestalters
voraussetzten. Vielmehr habe es nach eigenen Kriterien sowie eigenen
wissenschaftlichen Erkenntnissen Indizien für die Volljährigkeit geschaffen
und somit das Altersgutachten sowie die Kriterien des Bundesverwaltungs-
gerichts untergraben. Dem Altersgutachten könne nichts entnommen wer-
den, wonach eine Minderjährigkeit nicht möglich sei. Folglich müsse der
Grundsatz in dubio pro minore greifen und sein erfasstes Alter im ZEMIS
müsse berichtigt werden.
5.
5.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht geltend, dass im
Zweifelsfall von der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen
sei und verweist auf den Grundsatz «in dubio pro minore». Vorliegend bil-
det sein konkretes Geburtsdatum den Streitgegenstand. Dieses ist nach
datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten und damit nach der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu bestimmen. Die Beweisregel, wonach im Zwei-
felsfall von der Minderjährigkeit auszugehen sei, ist dem Datenschutzrecht
fremd (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019
E. 2.4).
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5.2 Wie vorstehend (vgl. E.3) dargelegt, obliegt es grundsätzlich dem SEM
zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des
Beschwerdeführers ([...]) korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat seinerseits
nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum ([...])
richtig respektive zumindest wahrscheinlicher ist als die derzeit im ZEMIS
erfassten Angaben. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Ge-
burtsdatums, ist dasjenige im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, des-
sen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E.
3.5, m.w.H.).
5.3 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-
samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen
zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-
scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbesondere übereinstimmende Anga-
ben zum Alter, zu Identitätspapieren bzw. zu den Gründen für deren Nicht-
einreichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, zu Berufs-
bildung/Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie nachvollzieh-
bare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunftsgebiet).
5.4 In einem ersten Schritt wird nachfolgend auf die vom Beschwerdefüh-
rer vorgebrachten Altersangaben sowie seine übrigen Angaben zu seiner
Identität näher eingegangen.
In Bezug auf das vom Beschwerdeführer behauptete Geburtsdatum fällt
auf, dass die entsprechenden Datumsangaben einer gewissen Beliebigkeit
unterliegen und klare Abweichungen erkennbar sind. So wurden im Rah-
men seiner bisherigen behördlichen Personalienaufnahmen nicht weniger
als vier verschiedene Geburtstage registriert. Während der Beschwerde-
führer gegenüber den Schweizer Migrationsbehörden angab, am (...) ge-
boren zu sein, hat er gegenüber den bulgarischen Behörden den (...) als
Geburtstag genannt (vgl. act. 32), während er in Österreich mit dem Ge-
burtsdatum (...) erfasst wurde (vgl. act. 35). Als der Beschwerdeführer vom
Schweizerischen Grenzwachkorps angehalten wurde, gab er an, am (...)
geboren zu sein (vgl. act. 7, S.2). Bereits vor diesem Hintergrund ist er-
kennbar, dass die Datumsangaben des Beschwerdeführers zu seinem an-
geblichen Geburtstag klare Widersprüche aufweisen und stellenweise gar
beliebig erscheinen.
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Seite 10
Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer in seinen bisheri-
gen Verfahren gegenüber den Behörden anscheinend auch Falschidenti-
täten verwendet und somit die Behörden über seine Identität zu täuschen
versucht hat. So hat der Beschwerdeführer gegenüber den bulgarischen
Behörden sich mit der Identität C._, Geburtsdatum (...), registrieren
lassen (vgl. act. 32), während er sich in der Schweiz und in Österreich mit
der Identität A._, geboren am (...), ausgab. Bei zumindest einer der
beiden verwendeten Identitäten muss es sich offenkundig um eine Falsch-
identität handeln. Auch vor diesem Hintergrund sind klare Zweifel an den
(ohnehin unbewiesenen) Altersangaben des Beschwerdeführers anzubrin-
gen.
Weiter kommt hinzu, dass auch die spezifischen Angaben, weshalb er sein
Geburtsdatum exakt kenne, mit Unstimmigkeiten behaftet sind. Vorab fällt
auf, dass der Beschwerdeführer lediglich hinsichtlich seines eigenen Ge-
burtsdatums genaue Angaben macht, während er beispielsweise das Alter
seiner Geschwister bloss grob schätzen kann (vgl. act. 11 Ziff. 3.01). Ins-
besondere aber sein Erklärungsversuch, weshalb er sein Geburtsdatum
exakt kenne, überzeugt nicht. So gab der Beschwerdeführer diesbezüglich
zu Protokoll, er habe im Rahmen des Verfahrens in Österreich sein ge-
naues Geburtsdatum abgeklärt. Hierzu habe er seine Mutter angerufen
und diese habe ihm dieses mündlich bekanntgegeben. Abgesehen von
dem Umstand, dass unklar ist, weshalb die Mutter plötzlich Kenntnisse
über sein genaues Geburtsdatum haben sollte und abgesehen davon,
dass diese angebliche Auskunft der Mutter keinerlei Beweiswert hat, ver-
mag die entsprechende Schilderung des Beschwerdeführers aus einem
anderen Grund nicht zu überzeugen. Hätte der Beschwerdeführer effektiv
wie behauptet im Rahmen des Verfahrens in Österreich sein Geburtsdatum
abgeklärt, so wäre zu erwarten gewesen, dass das in Österreich re-
gistrierte Geburtsdatum und das später in der Schweiz angegeben Ge-
burtsdatum identisch sind. Aus den Akten geht indes hervor, dass er in Ös-
terreich mit dem Geburtsdatum (...) erfasst ist. Dieses deckt sich nicht mit
dem nun behaupteten Geburtsdatum ([...]).
Weiter ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer bis heute keine hei-
matlichen Beweismittel (Tazkira, Schulzeugnisse etc.) beschafft respektive
eingereicht hat. Dies, obwohl er anlässlich der EB auf die Wichtigkeit der
Einreichung seiner Tazkira hingewiesen wurde und er darauf antwortete,
er werde seine Mutter sicherlich danach fragen (vgl. act. 11 Ziff. 4.03 und
Ziff. 1.06). An der Anhörung gab er ausweichend an, es sei sehr schwierig,
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Seite 11
seine Familie zu kontaktieren. Vielleicht hätten sie irgendwelche Doku-
mente zuhause. Er müsse jedes Mal seinen Cousin anrufen und wenn die-
ser eine Internetverbindung habe, gehe er zu seiner Familie und er könne
mit ihnen sprechen (vgl. act. 40 F8). Zuletzt habe er aber vor einer Woche
mit seiner Familie Kontakt gehabt (vgl. a.a.O. F27-29), wobei er aber au-
genscheinlich entgegen seiner Aussagen nicht nach seiner Tazkira gefragt
hatte. Er hätte also durchaus die Möglichkeit gehabt, nach allfälligen Do-
kumenten und Beweismitteln zu fragen und zumindest Fotografien davon
zu beschaffen. In diesem Zusammenhang ist auch nicht nachvollziehbar,
weshalb er nicht bereits in Österreich – wo das Alter «ein wichtiges Thema
gewesen» sei und er aus diesem Grund auch Kontakt mit seiner Mutter
aufgenommen habe (vgl. act. 11 Ziff. 1.06) – nach allfälligen Beweismitteln
gefragt und sich um die Beschaffung derselben bemüht hat.
Letztlich ist auch darauf hinzuweisen, dass das Gutachten des (...) vom
18. August 2022 zur Altersschätzung die Altersangaben des Beschwerde-
führers im Resultat als ausdrücklich «nicht plausibel» einstuft (vgl. act. 24,
Seite 5/6).
Insgesamt muss vor dem Hintergrund der widerspruchsbehaften Angaben
des Beschwerdeführers, der abweichenden Datumsangaben, der gar voll-
ständig differierenden Identitätsangaben (anderer Name und Vorname, an-
deres Geburtsdatum) sowie dem Ergebnis des Gutachtens zu Altersein-
schätzung die Richtigkeit des von ihm behaupteten Geburtsdatums ([...])
angezweifelt und somit als eher unwahrscheinlich eingestuft werden.
5.5 Nachfolgend ist nun in einem weiteren Schritt zu prüfen, inwiefern das
Resultat des Altersgutachtens, das nur eines der Elemente bei der Beur-
teilung der geltend gemachten Altersangaben ist, die Angaben des Be-
schwerdeführers zu untermauern oder widerlegen vermag.
5.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich zur Beweistauglichkeit von
Altersabklärungen in grundsätzlicher Art geäussert (vgl. BVGE 2018 VI/3).
Praxisgemäss sind von den in der Schweiz angewandten Methoden der
medizinischen Altersabklärung nur die Schlüsselbein- respektive Skelettal-
tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht jedoch die Hand-
knochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche Untersuchung) zum
Beweis der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person geeignet.
Relevant für die Beurteilung sind mithin die Ergebnisse betreffend das fest-
gestellte Mindestalter der Schlüsselbeinanalyse sowie der zahnärztlichen
Untersuchung. Medizinische Altersabklärungen stellen – je nach Ergebnis
E-4873/2022
Seite 12
– unterschiedlich zu gewichtende Indizien für das Vorliegen der Minder-
respektive Volljährigkeit einer Person dar.
5.5.2 Gemäss dem Gutachten zur Altersschätzung vom 18. August 2022
basierend auf der körperlichen Untersuchung, der radiologischen Untersu-
chung der linken Hand und der medialen Anteile des rechten Schlüssel-
beins (die Wachstumsfuge des linken Schlüsselbeins war aufgrund einer
Formvariante nicht beurteilbar) sowie der zahnärztlichen Beurteilung der
dritten Molaren ergibt sich für den Beschwerdeführer ein durchschnittliches
Alter von (...) Jahren, wobei das zu berücksichtigende Mindestalter mit (...)
Jahren benannt wurde. Damit erscheine das (im Zeitpunkt der Untersu-
chung) angegebene Alter von (...) Jahren und (...) Monaten nicht plausibel.
Im Einzelnen weist das Altersgutachten hinsichtlich der zahnärztlichen Be-
urteilung für jeden der vier Weisheitszähne vier – da auf vier unterschiedli-
chen Methoden basierende – Durchschnittsaltersangaben mit entspre-
chender Altersspanne aus (von [...] [+/- (...)] Jahren bei Zahn Nr. 18 nach
MINCER et al. bis zu (...) [+/- (...)] Jahren bei Zahn Nr. 38 nach KAHL et
SCHWARZE). Als Schlussfolgerung wurde festgehalten, dass der Proband
ein Durchschnittsalter von (...) Jahren aufweisen dürfte. Der Schichtrönt-
genscan der medialen Anteile des rechten Schlüsselbeines entspreche
nach den verwendeten Methoden einem Mindestalter von (...) Jahren mit
einem Median von (...) und einem Maximalalter von (...) Jahren.
5.5.3 Eingangs ist mit dem Beschwerdeführer festzustellen, dass das SEM
bei der Würdigung des Altersgutachtens in der angefochtenen Verfügung
in nicht nachvollziehbarer Weise im Gutachten selber nicht zitierte Studien
hinsichtlich der Mineralisierung der Weisheitszähne sowie des Stadiums
der Wachstumsfugen der Schlüsselbeine heranzieht und eigene Schluss-
folgerungen anstellt. Mit dieser eigenständigen Einordnung der Gutachten-
ergebnisse überschreitet das SEM aber seine Kompetenz. Einer Würdi-
gung zugänglich ist einzig der konkrete Inhalt des Gutachtens mit den darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, ungeachtet dessen Ausführlichkeit.
Obwohl hinsichtlich der zahnärztlichen Untersuchung kein explizites Min-
destalter angegeben wurde, lässt sich ein solches anhand der angegebe-
nen Durchschnittsalter und der entsprechenden Altersspannen durchaus
eruieren. Ausgehend von einem Durchschnittsalter von (...) Jahren bei
Zahn Nr. 18 gemäss MINCER et al. ergibt sich unter Berücksichtigung der
möglichen Altersspanne von +/- (...) Jahren ein Mindestalter von (...) Jah-
ren respektive für den Zahn Nr. 38 nach KAHL et SCHWARZE ein Höchstalter
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Seite 13
von (...) Jahren. Damit liegt – entgegen der Annahme des Beschwerdefüh-
rers – eine Überlappung der Altersspannen der Zahn- und Knochenanalyse
(letztere ergab eine Spannbreite von [...] bis [...] Jahren) vor, womit das
Altersgutachten als Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers ge-
mäss der Rechtsprechung des Gerichts zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE
2018 VI/3 E. 4.2.2).
Vor diesem Hintergrund erweist sich das von der Vorinstanz verwendete
Geburtsdatum als plausibel.
5.6 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-
nen noch diejenige des vom Beschwerdeführer angegebenen Geburtsda-
tums bewiesen. In Gesamtwürdigung aller Beweismittel und Indizien ist je-
doch das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum ([...]) wahrscheinlicher als
das beantragte Geburtsdatum ([...]).
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der aktuelle ZEMIS-Eintrag
auf einem fiktiven Geburtstag des Beschwerdeführers beruht und daher mit
grösster Wahrscheinlichkeit nicht richtig ist. Dies lässt sich in Fällen, bei
denen das Geburtsdatum unbekannt ist und stattdessen praxisgemäss der
(...) als fiktiver Geburtstag erfasst wird, nicht vermeiden (vgl. Urteile des
BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 E. 2.5 und 1C_240/2012 vom
13. August 2012 E. 5.5; Urteil des BVGer A-1338/2020 vom 14. Oktober
2020 E. 5.4). Der bestehende ZEMIS-Eintrag mit dem Geburtsdatum (...)
(mit Bestreitungsvermerk) ist unverändert zu belassen.
6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die
Beschwerde ist abzuweisen. Das Gesuch um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Altersanpassung (mit
den damit verbundenen Anträgen um Verlegung in UMA-Strukturen und
der Errichtung einer Beistandschaft) ist gegenstandslos geworden.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch auf-
grund der Akten von seiner Bedürftigkeit auszugehen ist und die Be-
schwerde hinsichtlich der Datenänderung im ZEMIS zumindest nicht als
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gänzlich aussichtslos bezeichnet werden kann, ist das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen und auf die Aufer-
legung von Verfahrenskosten zu verzichten.
Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist
mit dem vorliegenden Direktentscheid gegenstandslos geworden.
8.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) be-
kanntzugeben.
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