Decision ID: 70f4fa8c-9d55-421e-99fb-fc37f15e4ce2
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre
1956
geborene
X._
war seit dem 1
5
.
März 2010
bei
der
Y._
GmbH als Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig
und als solcher bei der Schweizerische
n Unfallversicherungsanstalt (SUVA
) obligatorisch gegen die Fol
gen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Am
16. Juni 2010 wurde er von einem Rohr getroffen, wobei er sich am rechten Unterschenkel eine Prellung zuzog (Urk. 8/1) und bis zum 18. Juni 2010 im
Spital Z._
hospitalisiert war (Urk. 8/4).
Dem Bericht der
A._
vom 27. Juli 2010 ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Rahmen des
Unfallgesche
hens
gestürzt
ist und sich eine Kniedistorsion rechts sowie eine
Schulterkontu
sion
rechts zugezogen hat. Weiter diagnostizierten die zuständigen Fachärzte eine posttraumatische Thrombose am rechten Oberschenkel (Urk. 8/12).
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgte mit Schreiben vom 11. Oktober 2010 auf den 11. November 2010 (Urk. 8/37).
Nachdem
bereits
am
23. Juli 2010 positive Meniskuszeichen festgestellt
worden waren
(Urk. 8/12), fand am 12. Oktober 2010 eine operative Versorgung des rechten Kni
es statt (
arthroskopi
sche
medial
e und laterale Meniskusteilresektion im Vorderhorn,
Zyklopresek
tion
,
Plicaresektion
, Urk. 8/46). In der Zeit vom 12.
Januar bis 2. Februar 2011 weilte der Versicherte an der
B._
zur stationä
ren Rehabilitation (Urk. 8/69). Am 17. März 2011 erfolgte ein weiterer operativer Eingriff am rechten Knie (
Needling
medialer und lateraler Meniskus,
Mikrofrakturierung
medialer
Fe
murkondylus
rechts, Urk. 8/85).
Aufgrund der Ergebnisse der am 16. Dezember 2011 durchgeführten
kreisärzt
li
chen
Untersuchu
ng (Urk. 8/142) stellte die SUVA
die
Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen mit Schreiben vom 12. Januar 2012
per 31. Januar 2012
ein und lehnte einen Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung mit Schrei
ben vom 16. Januar 2012 ab (Urk. 8/143 f.). Diese Entscheide wurden in der Folge mit Verfügung vom 18. April 2012 und
Einspracheentscheid
vom 12. Juni 2012 bestätigt (Urk. 8/178, Urk. 8/190 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin des Versicherten am 12. Juli 2012 Beschwerde und beantragte, es
seien
weiterhin Taggelder auszurichten und die
Heil
ungs
kosten
zu übernehmen. Nach Abschluss der Heilbehandlung sei dem Beschwer
deführer eine Rente und Integritätsentschädigung auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2012 beantragte der Vertreter der Beschwerdegegnerin
,
in Abweisung der Beschwerde
sei der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom 12. Juni 2012
zu bestätigen
(Urk. 7). Mit Verfügung vom 24. September 2012 wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
, Winterthur, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 10).
Mit Schreiben vom 18. Januar 2013 reichte die Vertreterin des Beschwerdefüh
rers einen ergänzenden Bericht der
C._
zu den Akten und ver
zichtete im Weiteren auf das Einreichen einer Replik (Urk. 14). Mit Duplik vom 25. Februar 2013 hielt der Vertreter der Beschwerdegegnerin an den
in der
Be
schwerdeantwort
ges
tellten Anträgen fest (Urk. 18), was der
beschwerdeführen
den
Partei am 26. Februar 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 19).
Mit Schreiben vom 6. März 2013 reichte die Vertreterin des Beschwerdeführers die Honorarnote gleichen Datums ein (Urk. 20 f.).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Be
handlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medi
zi
ni
sche Hilfsperson sowie im
weitern
durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Be
handlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft
dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sin
ne von Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) hin
terlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 44
Erw
. 2c).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicher
ten ("
une
sensible
amélioration
de
l'état
de
l'assuré
", "
un
sensibile
migliora
mento
della
salute
dell'assicurato
" in der französischen resp. italienischen Text
fassung des Art. 19 Abs. 1 UVG) zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzep
tion nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist (vgl. etwa Art. 1 [seit 1. Januar 2003 Art. 1a mit unverändertem Wortlaut] und Art. 4 UVG), wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wieder
her
stellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetz
geber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge
wicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109
Erw
. 4.3 mit Hinweisen).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistun
gen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des
Invaliditäts
grades
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
1.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistige
n Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresverdiens
tes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritätsscha
dens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
genfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten
für die Bemes
sung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen meh
rere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fälle
n zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Be
einträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 U
VG nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
mediz
inischen
Befund ist der
Integri
täts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessu
ng des Integri
tätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
In
tegritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem an
gegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integritätsschä
den
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige
Gebrauchsunfä
higkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend ge
ringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritätsscha
den
weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass gestützt auf die Einschätzung von Prof. Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom 16. Dezember 2011 von einem Endzustand ausgegangen werden könne.
In einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit sei von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wobei aus
schliesslich stehende und gehende Tätigkeiten sowie häufiges Knien und häufi
ges Hocken vermieden werden sollte. Das
Valideneinkommen
sei grundsätzlich gestützt auf die ehemalige Tätigkeit für die
Y._
GmbH zu ermitteln. Da das Jahreseinkommen von Fr. 58‘505.-- 12.6 % unter den Werten der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE) liege, sei im Umfang von 7.6 % eine Paralle
lisierung vorzunehmen.
Gestützt auf fünf DAP-Profile sei
weiter
von einem
In
valideneinkommen
von Fr. 58‘581.-- auszugehen, was nach Abzug von 7.6 % einem zumutbaren
Jahreseinkommen
von Fr. 54‘129.-- entspreche und zu ei
nem Invaliditätsgrad von 7.48 % führe.
Hinsichtlich der
Integritätsentschädi
gung
liege kein relevanter unfallbedingter Integritätsschaden vor (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend,
dass der Endzustand bezüglich der Kniebeschwerden noch nicht er
reicht sei. So empfehle die Klinik
C._
weitere Infiltrationen mit
Lidoca
in
und
Kenacort
intraartikulär
(Urk. 8/173)
,
und auch der Hausarzt bestätige, dass nach wie vor Restbeschwerden im Knie vorhand
en seien (Urk. 14, Urk. 15/2); z
udem sei intensive Physiotherapie sowie Analgesie verordnet worden.
Darüber hinaus
hätte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die
Stellensu
che
eine Übergangsfrist von fünf Monaten einräumen und weiter Taggelder aus
richten müssen. Hinsichtlich des
verb
leibenden Restleistungsvermögens
könne nicht von einer 100%
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Selbst wenn man dies täte, sei festzuhalten, dass die DAP-Profile der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht gerecht würden. Bei fast allen Profilen seien
feinmoto
rische
Arbeiten gefordert, welche der Beschwerdeführer aufgrund seiner
Augen
probleme
nicht ausführen könne. Würde man dennoch auf die DAP-Profile ab
stellen, sei von den Minimallöhnen auszugehen, da der Beschwerdeführer schon relativ alt sei, immer als Bauarbeiter gearbeitet habe, kaum deutsch spreche, Ausländer sei und zusätzliche Pausen benötige.
Weiter erscheine die Wahl der Bemessungsmethode (DAP oder LSE) willkürlich und aufgrund de
r Tatsache, dass allein die SUVA
über DAP-Profile verfüge, sei die Rechtsgleichheit verletzt. Zur Berechnung des Invalideneinkommens sei demzufolge die LSE heranzuzie
hen, wobei ein leidensbedingter Abzug von 20 % zu gewähren sei. Das
Validen
einkommen
sei nicht anhand der Tätigkeit für die
Y._
AG zu ermitteln, son
dern aufgrund statistischer Durchschnittswerte (
Salarium
individueller
Lohn
rechner
), was zu einem Jahreseinkommen von Fr. 78‘108.--
respektive Fr. 73‘258
.
-- führe. Bezüglich der Integritätsentschädigung sei zu berücksichtigen, dass das Knie zweimal habe operiert werden müsse
n
, eine dritte Operation sei vorgesehen, allenfalls sei eine Knieprothese erforderlich (Urk. 1).
3.
3.1
Strittig ist zunächst, ob im vorliegenden Fall
die verbliebenen unfallkausalen Kniebeschwerden rechts durch weitere Behandlungen noch namhaft gebessert werden können, oder ob entsprechend den Ausführungen der
Beschwerdegeg
nerin
von einem Endzustand
auszugehen ist. Dabei interessiert in erster Linie der postoperative Verlauf seit der zweiten Knieoperation am 17. März 2011 (Urk. 8/85).
3.2
Dr. med.
E._
von der
A._
hielt in seinem Bericht vom 12. April 2011 fest, dass von einem regulären postoperativen V
erlauf ausgegangen werden könne. Unter
Condrosulf
-Einnahme seien die physiotherapeutischen Massnahmen fortzusetzen
(Urk.
8/97). Dem Bericht vom 4. Mai 2011 ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer nun zunehmend die Knieschiene weglassen und zur Vollbelastung de
s rechten Beines übergehen kann
.
Laut Dr.
E._
ist die
Medikation mit
Condrosulf
fortzuführen, jene mit Voltaren auszuschleichen. Daneben
ist
die Physiotherapie fortzusetzen bei deutlicher
Quadrizepsatrophie
zur Kräftigung der Kniemantelmuskulatur (Urk. 8/101). Aus dem Bericht
des gleichen Arztes
vom 23. Juni 2011 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
aller
dings nur
zögerlich eine deutliche Beschwerdeverbesserung angibt. Der
Kraft
verlust
sei durch nochmalige Aufnahme der Physiotherapie zu verbessern. Der Beschwerdeführer sollte versuchen
,
stockfrei zu gehen und bei Bedarf auf Schmerzmedikation z
urückzugreifen. Hinsichtlich des
Restleistungsvermögens
sei in
einer angepassten
Tätigkeit von einer 50
%
igen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen
(Urk. 8/118).
Im Bericht vom 9. August 2011
äusserte sich
Dr.
E._
da
hingehend
, dass er die geschilderten Beschwerden nicht zuordnen könne. Das Knie sei klinisch reizlos bei jedoch deutlichem Rehabilitationsdefizit bei
Quadri
zepsatrophie
. Die konservativen Massnahmen seien mit Physiotherapie und sta
tionärem Aufenthalt in
B._
bereits ausgeschöpft worden
,
ohne
Besse
rungstendenz
. Derzeit sehe er keine Möglichkeit
,
eine Beschwerdeverbesserung zu erreichen. Seines Erachtens sollte in einer angepassten Tätigkeit eine Ar
beitsfähigkeit von 50 % erreicht werden können. Allenfalls könne über eine zusätzliche Schmerzmedikation ein physiotherapeutischer Muskelaufbau zur Stabilisierung der Kniemantelmuskulatur erfolgen (Urk. 8/123).
3.3
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie
, hielt im Anschluss an die Sprechstunde vom 22. September 2011 fest, dass er ein konservatives Vorgehen empfehlen würde. Das MRI zeige einen erfreulich guten Zustand des Kniegelenkes, ohne Notwendigkeit eines erneuten Eingriffs. Der Beschwerdeführer halte das Bein beim Gehen völlig steif und demonstrativ,
was nicht ganz mit dem MRI-Befund
korrespondiere
. Er empfehle wenn immer möglich Physiotherapie, vor allem eigenständiges Training; weiter ein Ein
schleusen in den Arbeitsprozess (Urk. 8/131).
3.4
Prof.
D._
beurteilte die Situation anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 16. Dezember 2011 dahingehend, dass
der Beschwerdeführer weiterhin über belastungsabhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk
klage, welche die Gehfähigkeit einschränken würden. Auch längeres Sitzen sei aufgrund der Schmerzzunahme im rechten Kniegelenk nicht möglich. Bei der aktuellen
kreis
ärztlichen
Untersuchung sei
von einer gering eingeschränkten Beweglichkeit und einer gering ausgeprägten Belastungsintoleranz des rechten Kniegelenkes auszugehen, bei Status
nach
zweimaliger operativer Versorgung.
Es bestehe we
der eine Überwärmung, noch eine relevante Kapselschwellung des rechten Kniegelenkes als Zeichen einer erheblichen Kniegelenksschädigung. Die im Rahmen der letzten kreisärztlichen Untersuchung (8. Dezember 2010) beschrie
benen Rehabilitationsdefizite seien im dargelegten Ausmass nicht mehr nach
weisbar. Darüber
hinaus lasse sich das rechte Kniegelenk passiv ohne stärkere Schmerzangabe in die 0°-Stellung bringen. Aus kreisärztlicher Sicht sei der me
dizinische Endzustand erreicht, wobei von einer weiteren medizinischen Be
handlung keine Verbesserung mehr zu erwarten sei. Bezüglich der Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter Wechselbelastung von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus
zugehen, wobei ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeiten sowie häufi
ges Knien und Hocken aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen sei (Urk. 8/142).
3.5
Dr. med.
G._
, Oberarzt an der
C._
, hielt in seinem Bericht vom 5. April 2012 fest, dass der Beschwerdeführer unter deutlichen
Restbe
schwerden
im Bereich des Kniegelenkes bei Status nach zweimaliger
arthrosko
pischer
Operation leide. Leider sei der Beschwerdeführer bezüglich der Rehabi
litation und vor allem der Ph
ysiotherapie nicht sonderlich motiviert. Weiter sei auch eine Reduktion des Nikotinkonsums für die weitere Rehabilitation sinnvoll.
Man teile
die Einschätz
ung von Dr.
F._
, dass
vorerst eine operative Inter
vention sicherlich nicht ge
winnbringend se
i
, ebenso sei im vorliegenden Bild
material die Indikationsstellung einer prothetischen Versorgung sicher noch zu früh. Therapeutisch
empfehle man eine
Infiltration mit
Lidocain
und
Kenacort
intraartikulär, anschliessend eine intensive Physiotherapie zur Verbesserung des aktuell
dekonditionierten
Kniegelenkes, zur Analgesie und Verbesserung der
range
of
motion
sowie der Muskelkraft. Der Beschwerdeführer wolle dies aber nicht hier durchführen lassen, sondern im Spital
H._
(Urk. 8/173).
3.6
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, diagnostizierte in seinem Be
richt vom 4. Dezember 2012 neben den bekannten Kniebeschwerden auch einen Verdacht auf Anpassungsstörung mit Schmerzverarbeitung
sstörung
sowie einen Diabetes mellitus Typ 2. Der Beschwerdeführer beklage konstante Schmerzen
,
die durch Belastung deutlich verstärkt würden; weiter leide er an Schlafstörun
gen und Nervosität. Seit April 2012 sei er
nicht mehr
an der
C._
in Behandlung gewesen. Die psychischen Beschwerden
würden von Dr. med.
J._
in
K._
behandelt (Urk. 15/2).
4.
4.1
Die Vertreterin des Beschwerdeführers macht vorab geltend, dass die von der
C._
vorgeschlagenen therapeutischen Massnahmen noch zu einer namhaften Besserung der Situation führen könnten, so dass der Fallabschluss verfrüht erfolgt sei. Dr.
G._
von
der
C._
empfahl
in seinem Bericht vom 5. April 2012
eine erneute Infiltration mit
Lidocain
und
Kenacort
, um im Anschluss daran mittels Physiotherapie eine Kräftigung des Kniegelenks erzielen zu können. Dazu ist festzuhalten, dass die physiotherapeutischen Mass
nahmen zur Kräftigung schon immer im Zentrum der Rehabilitation gestanden haben. So hielt Dr.
E._
bereits in seinem Bericht vom 4. Mai 2011 fest, dass
eine deutliche
Quadrizepsatrophie
bestehe, welche durch Kräftigung der Kniemantelmuskulatur angegangen werden müsse. In der Folge wurde in jedem Bericht eine Fortsetzung der physiotherapeutischen Massnahmen empfohlen,
bis
Prof.
D._
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
vom
16. Dezember 2011
eine Verbesserung der Rehabilitationsdefizite feststellen konnte.
Bei diesem Verlauf der therapeutischen Bemühungen darf aber davon ausgegangen werden, dass die wesentlichen Verbesser
ungen in Sachen Kniekraft und –
beweglichkeit
bis Mitte Dezember 2011 erzielt worden sind. Für die Zeit danach sind
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
namhafte
n
Verbesserungen mehr zu erwarten, zumal aufgrund des Verlaufs von einem nicht sonderlich motivierten Beschwerdeführer auszugehen ist.
Der Zeitpunkt des Fallabschlusses ist dem
nach vorliegend nicht zu beanstanden.
4.2
Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der
Schadenminde
rungspflicht
einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die verän
derten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt (RKUV 2000 Nr. KV 112 S. 122, K 14/99 E. 3a mit weiteren Hinweisen). Diese
Über
gangsfrist
bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles. In der Praxis der sozialen Krankenversicherung, welche sinngemäss auch im Bereich der sozialen Unfallversicherung gilt (RKUV 1987 Nr. U 27 S. 394), wurden Zei
ten von drei bis fünf Monaten als angemessen betrachtet (
Bundesgerichtsu
rteil 8C_803/2010
vom 17. Dezember 2010
, E. 3.1.2 mit weiteren Hinweisen
).
Aufgrund des Verlaufs der Rehabilitation stand
wohl ab dem
Zeitpunkt des zwei
ten operativen Eingriffs (17. März 2011)
im Raum
, dass der Beschwerde
führer
allenfalls
nicht mehr in seinen körperlich schweren Beruf w
ürde
zurück
kehren können. Demensprechend empfahl Dr.
E._
in seinem Bericht vom 23. Juni 2011 den Wiedereinstieg in eine körperlich angepasste Tätigkeit zu 50 % und bekräftigte diese Einschätzung in seinem Bericht vom 9. August 2011.
D
em Bericht von Dr.
F._
vom 22. September 2011 ist
ebenfalls
zu entnehmen, dass eine Einschleusung in den Arbeitsprozess an die Hand genommen werden sollte.
Auch
vor diesem Hintergrund ab
er
konnte
auf eine formelle Aufforde
rung seitens der Unfallversicherung zur Stellensuche
mit Einräumung einer Übergangsfrist, während welcher rechtsprechungsgemäss das bisherige Taggeld geschuldet bleibt,
nicht verzichtet werden. Eine solche
ist
indes
unbestrittener
massen nicht erfolgt (vgl.
etwa Urk. 7 S. 5 e
contrario
)
.
Da sich ein
nötiger
Be
rufswechsel
jedoch
schon über lä
ngere Zeit abgezeichnet hat, ist die Dauer
der Übergangsfrist
- unter Berücksichtigung der dem Beschwerdeführer ohnehin obliegenden Schadenminderungspflicht - auf drei Monate festzusetzen
bezie
hungsweise es besteht während weiteren drei Monaten
Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung.
5.
5.1
Was die verbleibende Restleistungsfähigkeit betrifft, kann auf die schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen von Prof.
D._
in seinem kreisärztlichen Bericht vom 16. Dezember 2011 abgestellt werden. Die von Prof.
D._
festge
stellten objektiven Befunde
entsprechen dabei der Feststellung von Dr.
F._
in seinem Bericht vom 22. September 2011,
wonach
das MRI einen erfreulich guten Zustand des Kniegelenkes
zeige. Den zweifelsohne bestehenden
Restbe
schwerden
trägt Prof.
D._
im Rahmen des Anforderungsprofils an eine
leidens
angepasste
Tätigkeit Rechnung.
Insgesamt kann demnach in einer leichten bis mittelschweren körperlichen Tätig
keit unter Wechselbelastung von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausge
gangen werden, wobei ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeiten sowie häufiges Knien oder Hocken vermieden werden sollte.
5.2
Das
Valideneinkommen
ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand des Stunden
lohnes bei der
Y._
GmbH per 2011. Der ehemalige Arbeitgeber teilte diesbezüglich mit Schreiben vom 5. Januar 2012 mit, dass sich dieser Stunden
lohn aus dem LMV für das Bauhauptgewerbe ergeben
habe
, welcher seit dem 1. Januar 2012 nicht mehr in Kraft
stehe
. Von da an seien für sie die neuen Richt
linien des
GAV-Personalverleih
massgebend
Urk. 9/141)
. Vor diesem Hinter
grund
kann
per 2012 von einem massgebenden Stundenlohn von Fr. 25.75 zu
züglich Fr. 2.49 für den 13. Monatslohn
ausgegangen werden
(GAV
Personal
verleih
Bauhauptgewerbe)
, was bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40.5 Stunden zu einem Jahreseinkommen von Fr. 59‘473.45 führt.
Wie die
Be
schwerdegegnerin
zutreffend festhielt, spricht die Empirik dafür, dass der Be
schwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin für die
Y._
GmbH tätig gewe
sen wäre, wobei keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er dabei ein die GAV-Richtlinien übersteigendes Einkommen erzielt hätte.
Ein Vergleich mit den statistischen Durchschnittswerten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2010; LSE) zeigt dabei Folgende
s
: Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) männlicher Arbeitskräfte im privaten Sektor für einfache und repetitive Tätig
keiten betrug im Jahre 2010
im Baugewerbe Fr. 5
'
310
.-- (LSE 2010, S. 26, Ta
belle TA1). Nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden pro Woche
(Die Volkswirtschaft, 11-2013, S. 86)
ergibt sich ein Ein
kommen von rund Fr. 5'
522
.
40
, nach Berücksichtigung der
No
minallohnent
wicklung
(
Schweizerischer Lohnindex insgesamt
[1939 = 100], Männer,
Stand 2010: 2151, Stand 2012: 2188;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb,
Löhne/Er
werbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung
) per 2012 ein solches von rund Fr. 5'
617
.
40
, was einem jährlichen
Einkommen von rund Fr.
67
‘
408.80
entspricht.
Das gemäss GAV per 2012 ermittelte
Valideneinkommen
weicht dabei um rund 11.8 % vom massgebenden
statistischen
Durchschnitts
einkommen ab, so dass
von einem unterdurchschnittlichen
Valideneinkommen
auszugehen ist.
5.3
5.3.1
Hinsichtlich der Bemessungsmethode des Invalideneinkommens (DAP oder LSE) hielt das Bundesgericht
unlängst
fest, dass
es
zutreffe
, dass die
Invaliditätsbe
messung
gestützt auf die DAP zu anderen Ergebnissen als eine solche auf Grundlage der LSE führen
könne
. Indessen
könne
nicht gesagt werden, die Ver
wendung der DAP führe bei korrekter Anwendung dieser Methode stets zu hö
heren Invalideneinkommen (vgl. beispielsweise Urteil 8C_123/2013 vom 5. September 2013 E. 4.2.3). Der
Vorteil der DAP-Methode bestehe
darin, dass dem
konkreten Einzelfall besser Rechnung getragen werden
könne
als mit der LSE-Methode und sie daher dem Ziel näh
erkomme
, das Invalideneinkommen auf
grund der beruflich-erwerblichen Situation, in welcher die
versicherte Person konkret stehe
, zu bestimmen. Als Vorteil
könne
auch gesehen werden, dass der Invalidenlohn allein anhand von Löhnen aus der Region der versicher
ten Per
son bestimmt werde
und die Löhne auf dem tatsächlichen - und nicht auf dem ausgeglichenen - Arbeitsmarkt ausgerichtet
würden
. Dass die Methode ledigl
ich bei Personen angewendet werde
, welche bei der SUVA versichert
seien
, - und auch bei diesen aufgrund ungenügender Profile nicht in jedem Fall -,
sei bedau
erlich, stelle
indessen kein Hindernis dar, sie nicht wenigstens in jenen Fällen zu benutzen, in denen dies möglich
sei (
zur Publikation vorgesehenes
Bundes
gerichtsurteil
8C_541/2012
vom 31. Oktober 2013
, E.
7.1).
Unter Berücksichtigung der
vorerwähnten
Rechtsprechung kann in der Festset
zung des Invalideneinkommens anhand von DAP-Profilen
entgegen der
be
schwerdeweisen
Auffassung
nicht per se ein willkürliches oder die
Rechts
gleichheit
verletzendes Vorgehen erblickt werden. Vielmehr ist die Ermittl
ung der Vergleichseinkommen der üblichen Prüfung im Einzelfall zu unterziehen.
5.3.2
Gemäss BGE 129 V 472 hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten
Be
hinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des
Aus
wahlermessens
ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Ar
beitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die SUVA die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu äussern. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des
Auswahlermes
sens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die SUVA im
Einspracheent
scheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die SUVA nicht in der Lage, im Ein
zelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die SUVA hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im
Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechtskonfor
mität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vo
rzunehmen (
erwähntes
Urteil 8C_541/2012, E.
6.3 mit weiteren Hinweisen).
5.3.3
Gestützt auf die beigezogenen DAP-Blätter ermittelte die Beschwerdegegnerin e
in Invalideneinkommen von Fr. 58'581.40 (Urk. 9/146
);
es bleibt im Folgenden zu prüfen, ob die beschrieb
enen Tätigkeiten dem Beschwerde
fü
hrer zuzumuten sind oder nicht.
Die Beschwerdegegnerin
legte
der Festsetzung des
Invaliden
einkommens
fünf DAP-Blätter zu Grunde, wobei es sich
dabei
durchwegs um leichte Tätigkeiten in der industriellen Produktion oder um andere leichte Hilfstätigkeiten handelt, welche den von
Prof.
D._
ermittelten Anforderungen an eine behinderungsangepasst
e Tätigkeit entsprechen (Urk. 9/146). Ausserdem wur
den Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslo
hn der entsprechenden Gruppe ge
macht. Der von der Beschwerdegegnerin errechnete Betrag von rund Fr.
58'581.40 für das Jahr 2011
entspricht dabei dem Durchschnitt der Löhne gemäss den fünf ausgewählten DAP-Blättern.
Was den Einwand der Vertreterin des Beschwerdeführers betrifft, dass ihr Mandant aufgrund bestehender
Augen
beschwerden
keine feinmotorischen Tätigkeiten mehr verrichten
könne
, ist an
zumerken, dass die genannten Beschwerden nicht unfallkausal und damit für die vorliegende Ermittlung der Vergleichseinkommen
nicht erheblich sind.
Zu prüfen bleibt in der Folge, wie der Tatsache des unterdurchschnittlichen
Vali
deneinkommens
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens anhand von DAP-Profilen Rechnung getragen werden kann. Das Bundesgericht hielt diesbe
züglich unlängst fest, dass bei einer korrekten Anwendung der DAP-Methode bei unterdurchschnittlichen
Valideneinkommen
in der Regel ebenfalls unter
durchschnittliche DAP-Blätter ausgewählt würden (erwähntes Urteil 8C_541/2012 E
.
7.5). Der Durchschnitt der fünf ausgewählten DAP-Profile liegt vorliegend bei Fr. 58‘581.40, wohingegen der Durchschnitt der
Durchschnitts
löhne
über das gesamte Suchresultat (44 DAP) Fr. 58‘146.-- beträgt (Urk. 8/146). Die ausgewählten Arbeitsplätze sind demnach in lohnmässiger Hinsicht leicht überdurchschnittlich, so dass nicht von einer korrekten Anwendung der DAP-Methode gesprochen werden kann. Da die detaillierten
Arbeitsplatzbe
schriebe
zum gesamten Suchergebnis den Akten (wie üblich) nicht beiliegen, ist die Sache zur korrekten Durchführung der DAP-Methode sowie zur
Neuermitt
lung
des Invaliditätsgrades an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Hinsichtlich des Integritätsschadens verwies die Vertreterin des Beschwerdefüh
rers auf
die durchgeführten Operationen
sowie die Möglichkeit eines dritten Eingriffs. Anzumerken ist, dass sich ein Integritätsschaden nicht aufgrund der Anzahl der durchgeführten Eingriffe bestimmen lässt, sondern aufgrund der sich darbietenden Klinik. Prof.
D._
führte diesbezüglich am 16. Dezember 2011 aus, dass von einer gering eingeschränkten Beweglichkeit und einer gering aus
geprägten Belastungsintoleranz des rechten Kniegelenkes
auszugehen sei. Im Rahmen der durchgeführten Beweglichkeitstests stellte Prof.
D._
im Bereich des rechten Knies eine Extension/Flexion von 0-10-110° und am linken Knie eine solche von 0-0-130° fest. Diese Werte unterscheiden sich doch deutlich von je
nen wie sie
dem Feinraste
r der SUVA
(Integritätsentschädigung gemäss UVG, Tabelle 2, Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremi
täten) entnommen werden können. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen kann darüber hinaus auch eine Gelenkinstabilität im Sinne
der Ta
belle 6 des SUVA
-Feinrasters (Integritätsschaden bei Gelenkinstabilitäten) aus
geschlossen werden (vgl. etwa Bericht von Dr.
F._
vom 22. September 2011 betreffend MRI-Beurteilung, Urk. 9/131).
Die objektiv vorliegende Funktions
störung erreicht
damit
die
Erheblichkeitsschwelle
für die Ausrichtung einer
In
tegritätsentschädigung
nicht.
7.
Zusammenfassend führt dies
zur
teilweise
n
Gutheissung der Beschwerde
in dem Sinne
, dass der Beschwerdeführer
während weiteren drei Monaten Anspruch auf das bisherige Taggeld hat (E. 4.2
hievor
); ferner ist die Sache zwecks
Neuer
mittlung
des Invalideneinkommens beziehungsweise
des Invaliditätsgrades an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; im Übrigen
ist
die Beschwerde
abzu
weisen
.
8
.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der unentgeltli
chen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Lotti Sigg
Bonazzi
, Winterthur, eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, wel
che in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie
nach Einsicht in die Honorarnote vom 6. März 2013
auf Fr.
2‘832.90 (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist
.