Decision ID: 3635ea2c-1234-49d1-ab98-1ed793bc984f
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 1. August 2022 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass das SEM mit Verfügung vom 5. Oktober 2022 – eröffnet am 6. Okto-
ber 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Ös-
terreich anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
13. Oktober 2022 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erheben und dabei beantragen liess, der Entscheid des SEM
sei aufzuheben und dieses anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten
und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen, eventua-
liter sei der Entscheid des SEM aufzuheben und (die Sache) zur rechts-
genüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen,
dass er ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es sei im
Sinne einer vorsorglichen Massnahme der vorliegenden Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde sei unverzüg-
lich anzuweisen, von seiner Überstellung nach Österreich abzusehen, bis
das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung entschieden habe, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und
ein amtlicher Rechtsbeistand einzusetzen und es seien die vorinstanzli-
chen Akten sowie diejenigen des separaten Verfahrens (seines Cousins),
B._ (N [...]), beizuziehen,
dass der Beschwerde die Vollmacht seines Rechtsvertreters, die angefoch-
tene Verfügung und der Verlaufsbericht der UPKKJ (Universitäre psychiat-
rische Klinik für Kinder und Jugendliche; Anmerkung Bundesverwaltungs-
gericht) C._ vom September 2022 (Beschwerdebeilage 3) je in Ko-
pie beilagen,
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Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um
eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach
Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.)
dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-
dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am (...) in Öster-
reich ein Asylgesuch eingereicht hat,
dass das SEM am 5. September 2022 die österreichischen Behörden um
Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dub-
lin-III-VO ersuchten,
dass die österreichischen Behörden mit Verweis auf das angebliche min-
derjährige Alter des Beschwerdeführers und damit die Registration als un-
begleiteter Minderjähriger das Ersuchen des SEM am 12. September 2022
ablehnten,
dass das SEM am 21. September 2022 den österreichischen Behörden ein
Remonstrationsersuchen übermittelten und darlegten, dass sowohl die
schweizerischen wie auch die österreichischen Asylbehörden gleichermas-
sen auf die Volljährigkeit des Beschwerdeführers schliessen würden,
dass die österreichischen Behörden dem Remonstrationsersuchen um
Übernahme am 22. September 2022 zustimmten,
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dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Österreich ein Asylgesuch
eingereicht zu haben und auch nicht behauptet, dieser Mitgliedstaat sei für
die Behandlung seines Gesuches grundsätzlich nicht zuständig,
dass somit die Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens gegeben ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon
ausgeht, das österreichische Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-
gen für Asylsuchende würden keine systemischen Mängel aufweisen, die
die Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im
Sinne des Artikels 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
(2012/C 326/02: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. etwa
die Urteile des BVGer F-3872/2022 vom 11. Oktober 2022 E. 6 und
D-2096/2022 vom 20. Mai 2022 E. 10),
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-
VO nicht gerechtfertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und die Vorinstanz das Asylgesuch gemäss dieser Be-
stimmung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn
dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass in der Beschwerde unter Verweis auf die Ausführungen des Be-
schwerdeführers anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 1. September
2022 geltend gemacht wird, sein Zielland sei stets die Schweiz gewesen,
da sich hier bereits ein Cousin, D._, aufhalte und er (der Beschwer-
deführer) seinen minderjährigen Cousin, B._, welcher sich eben-
falls hier in der Schweiz im Asylverfahren befinde, nicht alleine lassen
wolle,
dass – wie schon das SEM zutreffend festgehalten hat – der Wunsch des
Beschwerdeführers auf Verbleib in der Schweiz an der Zuständigkeit Ös-
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terreichs für die Prüfung eines Asylgesuchs nichts zu ändern vermag, zu-
mal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ih-
ren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45
E. 8.3),
dass den Akten keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Öster-
reich werde dem Beschwerdeführer gegenüber den Grundsatz des Non-
Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem
sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3
Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden,
dass der Beschwerdeführer weiter kein konkretes und ernsthaftes Risiko
dargetan hat, das darauf hindeutet, die österreichischen Behörden würden
sich weigern, ihn aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen
Schutz unter Einhaltung der Regeln der Richtlinie des Europäischen Par-
laments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen
Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen
Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) zu prüfen,
dass sodann eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-
heitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen
Art. 3 EMRK darstellen kann, insbesondere wenn die betroffene Person
sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und be-
reits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod
rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte
(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 m.H. auf die damalige Praxis des EGMR), oder
wenn eine schwer kranke Person durch die Abschiebung – mangels ange-
messener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko
konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen erheb-
lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des
EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer
4173810, §§ 180–193 m.w.H.),
dass dies vorliegend – ohne die aktenkundige gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers zu bagatellisieren – für seine Situation offensicht-
lich nicht zutrifft und diesbezüglich auf die zu bestätigenden Erwägungen
in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, zumal in der Beschwerde
nicht weiter auf die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers ein-
gegangen wird,
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dass auch keine Hinweise vorliegen, wonach Österreich dem Beschwer-
deführer eine adäquate medizinische Behandlung verweigern würde und
die Mitgliedstaaten den Antragstellern gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie
des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni
2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die in-
ternationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) die erforderli-
che medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die
unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psy-
chischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen, und den Antrag-
stellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder
sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer geeigneten psycho-
logischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtli-
nie),
dass sich der Beschwerdeführer somit an die zuständigen Behörden vor
Ort wenden und die ihm zustehenden Dienstleistungen notfalls auf dem
Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie),
dass im Übrigen in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden Erwägun-
gen des SEM in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,
dass in der Beschwerde unter Hinweis auf einen Verlaufsbericht der UP-
KKJ (N [...]) vom September 2022 den Cousin (B._) des Beschwer-
deführers betreffend geltend gemacht wird, eben dieser minderjährige
Cousin befinde sich seit seiner Ankunft in der Schweiz in psychologischer
Behandlung, er leide an einer starken psychischer respektive psychoti-
scher Erkrankung (bisher ohne Diagnose), unter akuter Suizidalität, star-
ken Erregungszuständen und Ängsten, und sei bisher mit Neuroleptika be-
handelt worden,
dass weiter ausgeführt wird, durch den Tod seiner Mutter, von welchem
der Cousin während seiner Reise erfahren habe, sowie die traumatisieren-
den Fluchterlebnisse in E._, habe sich sein Zustand noch ver-
schlimmert; er wende sich bei auftretenden Suizidgedanken an den Be-
schwerdeführer, was mit der Gesprächsperson auch so als sogenannter
Sicherheits-Plan vereinbart worden sei,
dass dem Verlaufsbericht zu entnehmen sei, dass der Beschwerdeführer
für den Cousin eine grosse Stütze sei, er habe angegeben, er suche diesen
regelmässig auf, wenn es ihm emotional schlecht gehe, und er habe ihn
schon mehrfach bei akuten Suizidgedanken auffangen können; der Cousin
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habe zudem Angst vor einer allfälligen Trennung vom Beschwerdeführer;
seit dem (...) befinde sich der Cousin aufgrund seines Zustands stationär
im Universitätskinderspital C._,
dass aus den Angaben des Beschwerdeführers im erstinstanzlichen Ver-
fahren ein über die normale affektive verwandtschaftliche Verbundenheit
hinausgehende Beziehung zwischen ihm und seinem Cousin nicht ersicht-
lich wird,
dass dem SEM insofern weder eine unvollständige Sachverhaltsfeststel-
lung noch eine Verletzung der Begründungspflicht vorgeworfen werden
kann,
dass – wie von der Vorinstanz zu Recht erwogen – festzuhalten ist, dass
ein Cousin nicht als Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-
III-VO gilt und auch nicht zum in Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO bezeichneten
Personenkreis gehört, weshalb die Anwendung letzterer Bestimmung von
vornherein nicht in Betracht fällt, woran auch das in der Beschwerde zi-
tierte, sich auf Geschwister beziehende Urteil des Bundesverwaltungsge-
richt F-280/2021 vom 22. Juni 2021 nichts ändert,
dass sodann auch aus den Ausführungen in der Beschwerde und dem ein-
gereichten Verlaufsbericht vom September 2022 nicht hervorgeht, inwie-
fern aufgrund der psychischen Probleme des Cousins ein aus medizini-
scher Sicht besonderes Abhängigkeitsverhältnis zum Beschwerdeführer
bestehen soll, welches dessen physische Anwesenheit in der Schweiz mit
Blick auf das Wohlergehen des im (...) volljährig werdenden Cousins un-
ausweichlich erforderlich machen würde,
dass ungeachtet dessen die Aufrechterhaltung des Kontaktes zwischen
den beiden und eine allfällige weitere Unterstützung des Cousins auch
dann möglich bleibt, wenn sich der Beschwerdeführer in Österreich aufhält,
dass vor diesem Hintergrund auch eine Verletzung von Art. 8 EMRK oder
Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des
Kindes (KRK, SR 0.107) im Falle der Überstellung des Beschwerdeführers
nach Österreich im Rahmen des vorliegenden Dublin-Verfahrens ausge-
schlossen werden kann,
dass unter diesen Umständen auf den Beizug der Akten des minderjähri-
gen Cousins zu verzichten und der entsprechende Verfahrensantrag abzu-
weisen ist, da in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2)
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davon auszugehen ist, auch der Beizug der vollständigen Akten des min-
derjährigen Cousins würde keine Erkenntnisse zu Tage fördern, die eine
Zuständigkeit der Schweiz für die Prüfung des Asyl- und Wegweisungsver-
fahrens des Beschwerdeführers begründen könnten,
dass sich die formellen Rügen (unvollständige Sachverhaltsfeststellung;
Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht) mithin als unbe-
gründet erweisen, weshalb keine Veranlassung besteht, die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen,
und der diesbezügliche Antrag abzuweisen ist,
dass die Schweiz somit völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, von ihrem
Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu
machen und sich für die Behandlung des Asyl- und Wegweisungsverfah-
rens des Beschwerdeführers für zuständig zu erklären,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt (vgl. BVGE
2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige Er-
messensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz
zu entnehmen sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und
das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als
gegenstandslos erweisen,
dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes abzuweisen sind, da die
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Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-
sichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65
Abs. 1 und 2 VwVG nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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