Decision ID: 8e67456e-1821-40de-b6f6-a05ecd0be64e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, schloss im Jahr 1988 die Ausbildung zum Lehrer ab (vgl.
Urk.
7/4).
Im Anschluss da
ran
arbeitete er in einer kurzen Festanstellung (1992-1994) und
übte
seither unregelmässig diverse Vikariate
aus
(vgl. Urk.
7/47), letztmals im Juni 2014 in einem 70%-Pensum als Lehrer bei der Gemeinde
A._
. Am 3
0.
Juni 2014
teilte das Volksschulamt des Kantons Zürich
mit
,
dass
er bis auf Weiteres nicht mehr zum
Viktariatsdienst
zugelassen sei (vgl.
Urk.
7/26).
Am 1
0.
August 2015 (
Eingangsdatum
) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Sozial
schizo
phrenie und Paranoia zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
siche
rung an (Urk. 7/5). Die IV-Stelle holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/11 und Urk. 7/14) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten (IK
Auszug,
Urk.
7/10) ein
und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (Arbeit
geber
fragebogen vom 2
9.
Januar 2016, Urk. 7/24). Des Weiteren veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung bei der
B._
, über welche am
2.
Dezember
2016 berichtet wurde (Urk.
7/46). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine aktenbasierte Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD).
Dr.
C._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 1
3.
Dezember 2016 Stellung (
Urk.
7/49 S. 6-7). Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 36
%
stellte die IV
Stelle mit Vorbescheid vom 2
4.
Januar 2017 die Abweisung des Leistungsbe
gehrens in Aussicht (
Urk.
7/50). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 1
7.
Februar 2017 sowie ergänzend am 3
0.
März 2017 Einwand (
Urk.
7/51 und
Urk.
7/57). Mit Verfügung vom 2
8.
April 2017 verneinte die IV
Stelle wie vorbeschieden einen Rentenanspruch (
Urk.
7/60 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
2.
Juni 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 2
8.
April 2017 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszu
richten. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
(Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juli 2017 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 1
2.
Juli 2017 substan
tiierte der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
8,
Urk.
9,
Urk.
10/1-7).
Mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2017 wurde dem Beschwerde
führer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburtsge
bre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
April 2017 (
Urk.
2) hielt d
ie Beschwer
degegnerin
fest
,
da die Einkommen des Beschwerdeführers relativ unregelmässig
gewesen seien
, stütze man sich auf die Lohnstrukturerhebung. Der Einkommens
vergleich habe einen Invaliditätsgrad von 36 % ergeben, womit der Beschwerde
führer kein
en
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung habe.
2.2
Demgegenüber machte
der
Beschwerdeführer in
seiner
Beschwerde vom
2.
Juni
2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
im Gesundheitsfall wäre er als Lehrer in
einem 100%-Pensum tätig. Die bislang fehlende nachhaltige und 100%ige Inte
gra
tion im Lehrerberuf bzw. der lückenhafte berufliche Werdegang und die ent
sprechend tiefen Einkommen dürften nicht zur Begründung und Recht
fertigung des von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten tiefen hypotheti
schen
Vali
den
einkommens
herangezogen werden. Es sei im Rahmen des Ein
kommens
ver
gleichs von einem deutlich höheren
Valideneinkommen
auszugehen. Überdies sei nicht nachvollziehbar, welche Tätigkeit dem im Gutachten umschriebe
nen Zumut
barkeitsprofil entspreche. Vorstellbar sei einzig eine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt. Auf dem ersten Arbeitsmarkt sei angesichts der Einschränkungen von einem erheblich reduzierten Lohn im Vergleich zu den Durchschnittslöhnen gemäss Statistik auszugehen und entsprechend
wäre
ein Leidensabzug von 25 % vorzunehmen.
3.
3.1
Seit September 2004 war der Beschwerdeführer bei
Dr.
D._
, Fach
arzt für Innere Medizin FMH, in Behandlung. Dieser nannte in seinem Arztbericht vom 2
8.
August 2015 (
Urk.
7/11) zu Händen der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Depression
-
chronische Schlafstörungen
-
Status nach
Polytoxikomanie
(
Cocain
, Cannabis)
Dr.
D._
sah eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von
mindestens
50 % jedoch durchaus im Rahmen des Möglichen. Die bisherige Tätigkeit als Lehrer sei nicht mehr zumutbar. Da die Probleme im Beruf sowie die Arbeitsunfähigkeit als Lehrer einzig psychisch bedingt seien, verwies er hinsicht
lich der psychischen Problematik auf den Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
, Facharzt FMH Psychiatrie/ Psychotherapie (vgl. Arztbe
richt vom 1
2.
November 2015;
Urk.
7/14). Dieser konstatierte, der Beschwerde
führer stehe vor dem Hintergrund einer tiefgreifend charakterneurotischen Fehl
entwicklung mit konsekutivem psychosozialem Scheitern, operational im Sinne einer manifesten F6-Persönlichkeitsstörung
in seiner niederfrequenten Betreu
ung
. Die therapeutische Erreichbarkeit für ein
sichts
orien
tierte Strategien sei sehr gering, strukturbezogene verhaltens
thera
peutisch orientierte Strategien würden am verfestigten Grundmorbus scheitern. Art, Ausmass und Schweregrad der interaktionell ausgeprägt dysfunk
tiona
len Ver
haltensanteilen mit verminderter Impulskontrolle und Steuerungs
fähigkeiten, infantil-egozentrischem Habitus mit
sensitiver Kränkbarkeit, Affektlabilität und kognitiv eigenlogischer Umweltver
arbeitung würden störungsbedingt implizieren, dass der Beschwerdeführer auf seinem angestammten Berufsfeld keinem Arbeitgeber
und
(keinen)
Kindern zumutbar sei. Auch ausserhalb der Berufstätigkeit als Lehrer sei nach vernünfti
gem
, lebensnahem Ermessen
eine Arbeitsfähigkeit nur sehr bedingt möglich.
3.2
Auf
Zuweisung von
Dr.
E._
erfolgte bei
Dr.
F._
, FMH Neu
ro
logie, eine neuropsychologisch-verhaltensneurologische Abklärung (vgl. Arzt
bericht vom 2
2.
Juli 2015; Urk. 7/15).
Dr.
F._
äusserte, der Beschwerde
führer sei extrem freundlich und wirke im Verhalten angepasst, zeige jedoch eine verminderte Introspektionsfähigkeit mit auch selbstüberschätzenden Tendenzen. Er neige zur Impulskontrollstörung mit aggressiven Ausbrüchen in Stress- und Belastungssituationen. Während der strukturierten Untersuchung sei die Impuls
kontrolle hingegen gegeben. Der Beschwerdeführer sei jedoch rasch ablenkbar. Sein Arbeitstempo sei generell verlangsamt, seine Kooperation indessen nicht beeinträchtigt.
Dr.
F._
stellte fest, im Vordergrund stehe ein Verhaltens
syn
drom mit verminderter Impulskontrolle, die sich insbesondere in Stress- und Belastungssituationen bemerkbar mache und in der Vergangenheit regelmässig zu Konfliktsituationen in der beruflichen Tätigkeit geführt habe. Der Beschwer
de
führer falle zudem durch ein sehr unkonventionelles Äusseres und ein Queru
lanten
tum seit der Kindheit auf. Im kognitiven Bereich würden sich ein sprach
lich-betontes
anterograd
amnestisches
Syndrom, qualitative Auffällig
keiten bei der Prüfung der lexikalischen und eine quantitativ eingeschränkte figurale Ideen
produktion sowie ein vermindertes Arbeitstempo und eine wechselnde Fehlerkon
trolle zeigen. Unter Berücksichtigung der Anamnese seien die Ver
haltens
auf
fälligkeiten Folgen einer frühkindlich erworbenen
cerebralen
Ent
wicklungs
störung des Präfrontalhirnes mit Störung der Persönlichkeit und ein
ge
schränkter Sozialkompetenz. Zusätzlich würden sich multiple kognitive Teilleistungsschwä
chen finden, die wahrscheinlich durch im Alter abnehmende Kompensationsme
chanismen und verminderte kogniti
ve Ressourcen
aggraviert
werden
, respektive in Stress- und Belastungssituationen
dekompensieren
würden. Bis auf eine Erweiterung der äusseren
Liquorräume
(
vgl.
Schädel-
MRI vom
8.
Juli 2015;
Urk.
7/
15 S. 2
) würden sich neuroradiologisch keine auf die kognitiven und Ver
haltenssymptome Einfluss nehmenden strukturellen Läsionen finden. Dr.
F._
war der Meinung, dass der Beschwerdeführer aktuell keinem Arbeit
geber zumutbar
sei, was auch die vielen Arbeitsplatzverluste und nur kurzzeitigen Anstellungen gezeigt hätten.
3.3
Im Rahmen der rentenabweisenden Verfügung vom 2
8.
April 2017 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das psychiatrische Gut
achten von
Dr.
G._
, Facharzt FMH für Neurolo
gie und Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, des
B._
vom
2.
Dezember 2016 (Urk.7/46). Die Exploration fand am 2
9.
November 2016 statt.
Der Gutachter hielt eine nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.9) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0;
Urk.
7/46 S. 38).
Zu
den aktuellen
Beschwerden befragt
habe der Beschwerdeführer angegeben, sich häufig müde und erschöpft zu fühlen. Er habe
Lebensüberdrussgedanken
, sei häu
fig schwermütig und fühle sich einsam. Dass er keine Partnerschaft habe, belaste ihn sehr. Ebenso würde ihn sei
n Einzelgängertum belasten. Er
ertrage nicht viel Lärm, gehe nicht unter Leute und rege sich schnell auf. Der Beschwerde
führer gab weiter an, trinke er mehr als drei Bier, werde er verstärkt impulsiv und aggressiv. Er sei ein jähzorniger Mensch (
Urk.
7/46 S. 25).
Dr.
G._
hielt fest, der Beschwerdeführer sei freundlich und im Kontakt zugewandt. Den Blickkontakt könne er während der Exploration sehr gut halten. Auf die Fragen habe er jeweils ohne verzögerte
Antwortlatenzen
geantwortet, wobei die Antworten weitschweifig gemacht worden seien. Es bestehe ein offen
sichtliches Rentenbegehren. Zum Untersuchungszeitpunkt liege keine quantita
tive oder qualitative Bewusstseinsstörung vor. Überdies gebe es keine klinischen Hinweise auf Amnesie, Konfabulationen oder
Paramnesien
. Auch seien weder die Aufmerksamkeit noch die Konzentration während der Begutachtung herabge
setzt. Das Denken sei in Kohärenz und Stringenz einer eigenlogischen Umwelt
betrachtung untergeordnet und werde während der Exploration von Gedanken im Sinne eines Rentenbegehrens bei beruflicher Perspektivlosigkeit geprägt. Immer wieder habe der Beschwerdeführer während der Untersuchung die Bitte nach der Gewährung einer Rente formuliert. Hinweise für Wahn sowie Ich-Stö
rung im Sinne von Gedankeneingebung, -ausbreitung oder -beeinflussung,
Dereali
sation
und Depersonalisationen liessen sich nicht eruieren. Ebenso wenig Zwangshandlungen, -rituale oder -gedanken. Die Grundstimmung des Beschwer
deführers sei indifferent. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei gegeben, jedoch würden sich Ansätze eines
parathymen
Lachens finden lassen. Die Vitalgefühle seien leicht gemindert bei Insuffizienzgedanken und Minderung des Selbstwert
gefühls bei gleichzeitig erhöhter narzisstischer Kränkbarkeit. Es gebe subjek
tiv/ob
jektive Diskrepanzen zum affektiven Erleben. Während objektiv keine affektiven Auffälligkeiten in der Affektivität bei sehr guter Schwingungs
fähigkeit des Beschwerdeführers best
ünden
, gebe er an
,
schwermütig zu sein. Die Psycho
motorik sie unauffällig, der Antrieb gegeben. Es bestehe keine Reduktion der
Freud
fähigkeit und der Interessen, die sich jedoch einseitig auf die Musik kon
zentrieren würden. Es bestünden wirtschaftliche Zukunftsängste bei beruf
li
cher Perspektivlosigkeit, aus welcher das Rentenbegehen erwachse. Passive Todes
wünsche würden im Rahmen von
Lebensüberdrussgedanken
geäussert wer
den, eine akute S
uizidalität bestehe aber nicht
(
Urk.
7/46 S. 29-31).
Dr.
G._
stellte fest
, der Beschwerdeführer weise eine auffällige Persön
lich
keitsstruktur auf. Ein impulsives oder aggressives Verhalten habe während der Exploration jedoch nicht beobachtet werden können. Der Beschwerde
führer zeige sich freundlich zugewandt und im Kontakt umgänglich. Er gehe davon aus, dass die Impulsivität und Aggressivität durch den chronischen Alkoholkonsum (>
sechs Bier am Tag) verstärkt worden sei. Der Beschwerdeführer könne ziemlich genau angeben, dass er ab drei Bier impulsiv und aggressiv werden würde und er zum Zeitpunkt seiner Entlassung (Juni 2014) mindestens sechs Bier am Tag getrunken habe. Zudem könne das Verhalten ein Gegenübertragungsphänomen gewesen sei, da der Beschwerdeführer den Lehrerberuf nie habe ausüben wollen. Laut Aussagen des Beschwerdeführers habe er den Beruf nur seiner Mutter zu Liebe gewählt.
Dr.
G._
gehe davon aus, dass es bereits in der Jugend
zeit des Beschwerdeführers zu einer Störung der Persönlichkeit gekommen sei, infolge derer das Selbstwertgefühl Schaden genommen habe und sich eine abnorme Persönlichkeitsstruktur mit unreifen Anteilen sowie narzisstischen und schizoiden Zügen manifestiert habe. Der Beschwerdeführer habe sich sozial zurückgezogen und auf die ihn störenden Umwelteinflüsse mit unreifen impulsiv-aggressiven Verhaltensweisen reagiert. Ob diese Störungen durch einen frühkind
lichen erworbenen Hirnschaden ausgelöst worden seien, sei nicht sicher zu sagen. Ein verhaltensneurotischer Hintergrund erscheine ihm ebenso plausibel. In Bezug auf die persönlichen Ressourcen gab
Dr.
G._
an, der Beschwerdeführer verfüge über eine normale Intelligenz und spiele Cello. Er spreche mehrere Spra
chen und habe durchaus private Interessen. Hinsichtlich der Diagnose äusserte Dr.
G._
, es würden qualitative Einschränkungen mit Impulsivität bei Reizüberflutung und Störungen in den sozialen Interaktionen bestehen. Diese würden gegebenenfalls zu einem Konflikt mit dem Leistungsprofil bestimmter Tätigkeiten führen, wie beispielsweise dem Lehrerberuf oder anderen Tätigkeiten, in denen Verantwortung für Menschen übernommen werden müsse.
Ebenso wenig
geeignet seien prozessuale Abläufe mit hoher Verantwortlichkeit oder Tätigkeiten in lauter Umgebung und anderen Situationen, die zu Reizüberflutung prädestinier
t
en. In der angestammten Tätigkeit als Lehrer sei der Beschwerde
führer entsprechend vollständig arbeitsunfähig. Hingegen seien einfache Tätig
keiten ohne erhöhten Stresslevel in ruhiger Umgebung ohne oder nur mit wenig Kundenkontakten zu 100
%
leistbar (
Urk.
7/46 S. 33-35). Die RAD-Ärztin
Dr.
C._
empfahl
,
auf die Beurteilung des Gutachters vollumfänglich abzu
stellen (
Urk.
7/49 S. 7).
4.
4.1
In der Beurteilung des leistungseinschränkenden Gesundheitsschadens sind sich die medizinischen Fachpersonen einig; der Beschwerdeführer
leidet an einer F6
Persönlichkeitsstörung.
Nach einhelliger ärztlicher Einschätzung besteht beim Beschwerdeführer
entsprechend
aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Lehrer.
Dies ist unbestritten.
Indes bestehen divergente Beurteilungen darüber, ob
dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zuzumuten ist und in welchem Umfang.
Während sowohl der behandelnde Psychiater Dr.
E._
sowie die Neuropsychologin
Dr.
F._
die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit verneinten resp. als nur sehr bedingt möglich ein
schätzten
(vgl. E. 3.1 und E. 3.2), ging
Dr.
D._
von einer 50%igen Arbeits
fä
higkeit (vgl. E. 3.1)
und
Dr.
G._
von einer vollständigen Arbeits
fähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit aus
(vgl. E. 3.3).
4.2
Dr.
G._
erachtete eine
einfache
Tätigkeit
ohne erhöhten Stress
level in ruhiger Umgebung ohne oder nur mit wenigen Kundenkontakten
als in vollem Pensum zumutbar (vgl. E. 3.3). Hierauf kann abgestellt werden, da
das Gutachten auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung basiert und in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgege
ben wurde.
Der Gutachter hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den
vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwer
den auseinander
gesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar b
egründet.
Dr.
G._
erkannte insbesondere, dass
die impulsiv-aggressiven Verhaltensauffälligkeiten durch einen erhöhten Alkohol
konsum akzentuiert
werden
und
die Leistungsfähigkeit des
Beschwerde
führer
s
bei Verzicht auf Alkohol und weitere legale und illegale Drogen
nicht
aufgehoben ist
. Dem Gutachten von
Dr.
G._
kommt somit grund
sätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E.
1.5
).
Der Gutachter hat sich ausserdem mit den genannten medizinischen
Vorakten
auseinandergesetzt (
Urk.
7/46/32ff.) und aufgezeigt, weshalb die Einschätzung von
Dr.
F._
(E. 3.2) aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar ist. Einerseits wurde keine Symptomvalidierung durchgeführt und bleibt unklar, aufgrund welcher Testungen die Neurologin zu ihren Ein
schätzungen kam. Wie
Dr.
G._
zudem zutreffend vermerkte, lassen sich dem Bericht vom 2
2.
Juli 2015 keine konkret benannten Fähigkeitsstörungen entnehmen, weshalb die
Schlussfolge
rung, dass keine verwertbare Arbeitsfähig
keit (mehr) vorliege, nicht nachvoll
ziehbar ist.
Dr.
E._
begründete die weitergehende Erwerbsun
fähigkeit ausser
halb des Lehrerberufs nicht, schloss eine Erwerbs
tätigkeit aber auch nicht aus, ohne konkret die Bedingungen an den Arbeitsplatz zu nennen oder die allen
falls zeit- und leistungsmässigen Einschrän
kungen zu begründen (E. 3.1 in
fine
). Demgegenüber verkennt der Gutachter die einschränkende, auffällige Persönlich
keits
struktur nicht, legt aber konkret dar, unter welchen Voraus
setzungen in zeitlicher und leistungsmässiger Hinsicht eine Erwerbstätigkeit aus medizinischer Sicht zumutbar bleibt.
Hierauf kann abgestellt werden.
Zu prüfen bleibt, ob – wie der Beschwerdeführer vorbringt – die aus medizinischer Sicht geforderte Ausgestaltung des Arbeitsplatzes eine Verwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit ausschliesst.
4.3
4.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Dabei ist nicht von realitäts
fremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegeben
heiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeits
gelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungs
gemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumut
bare Tätigkeit nur noch in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausge
glichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realisti
schem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2
mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
132 zu Ar
t. 28a IVG).
4.3.2
Nach Ansicht des Gutachters kann die Impulskontrollstörung mit aggressiven Ausbrüchen unter Alkoholabstinenz weitestgehend kontrolliert werden. Eine solche ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht (vgl. statt vieler BGE 120 V 368 E. 6b mit Hinweisen) zweifellos zumutbar. Im Übrigen erachtete
Dr.
G._
(
Urk.
7/46) qualitative Einschränkungen mit Impulsivität bei Reizüberflutung und Störungen in den
sozialen Interaktionen als die Leistungsfähigkeit beein
trächti
gend.
Er empfahl Tätigkeiten ohne erhöhten Stresslevel in ruhiger Umge
bung ohne oder nur mit wenig Kundenkontakten.
Die beschriebenen
,
aus der Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers resul
tieren
den Einschränkungen erweisen sich
nicht
als derart erheblich, dass es als ausgeschlossen erscheint, dass er die ihm verbleibende Arbeitskraft auf dem all
gemeinen Arbeitsmarkt wirtschaftlich nutzen
könnte
.
Es gibt auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt durchaus Stellen, die wenig soziale Interaktionen bzw. Kompetenzen erfordern, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die diesbezüglichen Fähigkeiten beim Beschwerdeführer nach gutachterlicher Einschätzung nicht gänzlich aufgehoben sind. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass er seit jeher in einer Wohngemeinschaft lebt und sich in einer Grossstadt bewegen kann.
5.
Zu prüfen
bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in
erwerbliche
r Hinsicht auswirkt
.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können f
ür die Bestimmung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
visionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5
.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
5.3
5.3.1
Der hier zu prüfende Rentenanspruch
konnte
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühes
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungs
anspruchs (Anmeldung vom 1
0.
August 2015, Urk. 7/5), mithin frühestens am 1. Februar 2016
entstehen
. Die Beschwerdegegnerin bemass das
Validen
ein
kom
men
anhand der
LSE
Tabelle, was vom Beschwerdeführer beanstandet wird.
Dieser machte insbesondere geltend, ohne Erkrankung würde er zu 100 % als
Lehrer arbeiten, was bei der Berechnung des
Valideneinkommens
berücksichtigt werden müsse (
Urk.
1 S. 4).
5.3.2
Aus den Akten (vgl. insbesondere
Urk.
7/10 und
Urk.
7/47) ergibt sich,
dass der Beschwerdeführer
neben dem Lehrerpatent im Jahr 1988 auch die Ausbildung als Pfle
geassistent beim Roten Kreuz
(1989-1990) sowie die Aufnahme
prü
fung an das Konservatorium Bern als Cellist
absolvierte
(1990
; vgl.
Urk.
7/47
).
Nach Abschluss der Lehrerausbildung
versah er
Vikariatsdienste
in
H._
(1988
1990)
.
In dieser Zeit
arbeitete er
ausserdem
als Pflegeassistent im
Spital
zentrum
in
H._
(1989-1991). Die folgenden Jahre war der Beschwerdeführer als
stellver
tretender
Lehrer
an diversen Schulen in den Kantonen Bern und Zürich tätig
und bezog Arbeitslosenentschädigung
(1991-200
4
). Danach
jobbte er bei der
I._
, im
J._
sowie der
K._
(2004-2007)
, rechnete Beiträge als
Selbständigerwerbender
ab (2008)
und
war
bei
der
L._
AG
in einem kleinen Pensum
tätig
(2005-2011),
wobei er
nach eigenen Angaben
auch von
der Sozialhilfe abhängig
war
(200
9
-2012)
.
In den Jahren 2012 bis 2014
versah
der Beschwerdeführer wieder ver
schiedene Vikariate im Kanton Zürich
(vgl. Urk.
7/10)
, letztmals in der Gemeinde
A._
, bis ihm Ende Juni 2014 mitgeteilt wurde, dass er zum
Vikariatsdienst
nicht mehr zugelassen sei (Urk.
7/26).
5.3.3
Die Beschwerdegegnerin begründete die Berechnung des
Valideneinkommens
gestützt auf die LSE Tabelle damit, dass
der Beschwerdeführer relativ unregel
mässige Einkommen erzielt habe und sich diese nicht annähernd im beantragten Rahmen von rund
Fr.
100'000.-- bewegt hätten
.
Dr.
F._
war der Meinung, dass die Verhaltensauffälligkeiten Folgen einer frühkindlich erworbenen
cerebralen
Entwicklungsstörung des Präfrontalhirnes mit Störung der Persönlichkeit und eingeschränkter Sozialkompetenz seien (vgl.
vorstehend E. 3.2). Der begutachtende Psychiater
war
sich dessen unschl
üssig, f
ür ihn
wäre
ein verhaltensneurotischer Hintergrund ebenso plausibel.
Aber auch er ist der Meinung, dass das Störungsbild bereits seit Jahren vorgelegen
hat
(vgl.
vorstehend E. 3.3;
Urk.
7/46 S. 39).
Angesichts dessen, dass der Beschwerde
führer keine
Festanstellung auftreten oder eine
Arbeitsstelle auf Dauer halten konnte und es - laut Angaben des Beschwerdeführers - in der Ver
gangen
heit regelmässig zu Konfliktsituationen in seiner beruflichen Tätigkeit gekommen ist, ist
nicht aus
zuschliessen,
dass der Beschwerdeführer
infolge seiner Ver
haltens
störungen in der Ausübung seines Lehrerberufes seit längerem beein
trächtigt war. Jedoch gab der Beschwerdeführer wiederholt an, der Lehrerberuf sei nie sein Wunschberuf gewesen, er habe ihn auf Drängen der Mutter ergriffen, seine Leidenschaft sei die Musik (
Urk.
7/46/23), und hat er sich auch in anderen Tätigkeiten versucht, beispielsweise im pflegerischen Bereich (E. 5.3.2). Es ist
daher nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass er ohne das psychiatrische Leiden fortgesetzt als Lehrer tätig gewesen wäre. Ob der von der Beschwerdegegnerin herangezogene Tabellenwert den persönli
chen und sachli
chen Umständen angepasst ist, braucht, wie die nach
folgen
den Erwägungen auf
zeigen, indes nicht abschliessend geprüft zu werden.
5.3.4
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er als Lehrer jährlich
Fr.
101'825.-- verdienen würde, wobei dieser Einschätzung sein letzter Lohn in der Gemeinde
A._
in der Höhe
von
Fr.
5'939.80 in einem 70%-Pensum als Grundlage diente.
Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich sieht in einem 100%-Pensum 28 Wochenlektionen vor, wobei pro Lektion
Fr.
92.50 Lohn bezahlt werden
(vgl.
Arbeitgeberfragebogen vom 2
9.
Januar 2016;
Urk.
7/24)
.
Aufgerechnet ergibt dies ein Jahreseinkommen von rund
Fr.
101'010.-- (28 x
Fr.
92.50
x [52 - 13 Wochen]).
Vor dem Hintergrund, dass auch beim standardisierten Einkommen von
Fr.
8'025.-- für männliche Angestellte im Bereich Erziehung und Unterricht gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE 2014, TOTAL im Bereich Erziehung und Unterricht (
Ziff.
85) in der Tabelle TA1, Männer)
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen A
rbeitszeit im Jahr 2016
von 41,4 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt
für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zei
t nach Wirtschaftsabteilungen, Q
67
)
sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (Bundesamt für Statistik, T 39 Ent
wicklung der Nominallöhne 1976-2016, Männer; Stand 2014: 2220, Stand 2016: 2239)
ein Jahreseinkommen von
Fr.
100'523.55
(Fr.
8'025.-- x 12 : 40 x 41,
4
: 2220 x 2239) resultieren würde
und
damit ein annähernd gleicher Wert
,
kann vorliegend auf die Angaben der Bildungsdirektion des Kantons Zürich abgestellt werden.
Somit
kann
das hypothetische
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers im Jahr 2016
im besten Fall mit
Fr. 101'010.
--
beziffert wer
den
.
5.3.
5
Da einfache Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind und
sich
der Beschwerdeführer
auch
eine körperliche Tätigkeit
(z.B. auf einem Bauernbetrieb) vorstellen kann (vgl.
Urk.
7/11 S. 3), kann das standardi
sierte
monatliche Einkommen von
Fr.
5'312.
--
für männliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe
nen Lohnstruktur
er
hebungen (LSE 2014, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1, Männer) heranzog
en werden.
Das standardisierte monat
liche Einkommen von Fr. 5'312.--
ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, Q 8) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (
Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016, Männer; Stand 2014: 2220, Stand 2016: 2239)
auf ein Jahresein
kommen
von Fr. 67'021.85
hochzurechnen (Fr. 5'312.--
x 12 : 40 x 41,7 :
2220
x
2239
). Das
anzurechnende
Inva
lideneinkommen beträgt somit Fr. 67'021.85
.
Aus der Gegenüberstellung
mit dem möglichen
Valideneinkommen
von Fr. 101'010.-- (vgl. vorstehend E. 5.3.
4
) resultiert eine Erwerbs
ein
busse von Fr. 33'988.15 oder ein Invaliditätsgrad von 33,65 %, gerundet 34 %.
5.4
5.4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. M
ärz 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeits
kollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständi
ger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesund
heitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
).
5.4.2
Dem Beschwerdeführer sind - wie bereits dargelegt - einfache Tätigkeiten ohne erhöhten Stresslevel in ruhiger Umgebung ohne oder nur mit wenig Kundenkon
takten zu 100 % zumutbar. Dies rechtfertigt keinen Leidensabzug. Die Einschrän
kungen
sind
bereits durch die Verwendung des
Tabellen
lohnes
des
Kompetenz
niveau
s
1 abgegolten
.
5.5
Aufgrund dieser Erwägungen besteht die angefochtene Verfügung vom 2
8.
April 2017 zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
N
ach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist,
die Prozesskosten zu bestreiten
(Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 15.
Januar 2010 E.
6.2.1 mit Hin
weisen).
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom
2.
Juni 2017
um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung sowie
um Bestellung von
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Silvan Meier Rhein
als
unentgeltlichen Rechtsvertreter
(
Urk.
1 S. 6). Die Vor
aussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und unent
geltlichen Rechtsvertretung
gemäss
§
16 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungs
gericht (
GSVGer
) sind erfüllt (vgl.
Urk.
9
,
Urk.
10/1-7
)
, weshalb dem Gesuch stattzugeben ist
.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie de
m Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
.
6.3
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Silvan Meier Rhein
reichte dem Gericht am
6.
November 2018 eine Honorarnote in der Höhe von
Fr.
1'911.75
(
inkl. Mehrwertsteuer und
Barauslagen)
ein (
Urk.
12)
, was angemessen scheint, weshalb er in dieser Höhe aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
6.4
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nach
zahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).