Decision ID: 93123701-1f8a-46a1-925d-4ba2fc241318
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
ist gelernter Elektromonteur und arbeitete ab 198
1
im Rahmen verschiedener
Temporärarbeitsverhältnisse
in seinem Beruf (vgl. den Bericht der IV-Regionalstelle für b
erufliche Eingliederung vom 31.
Oktober 1994,
Urk.
14/5
, und die Arbeitgeberberichte vom 2
8.
und vom 2
9.
Juli 1994,
Urk.
14/2 und
Urk.
14/3
).
I
m Frühjahr 1994
kam es ohne ersichtlichen Anlass zu lumbalen Schmerzen
mit Ausstrahlungen in das rechte Bein
(vgl. Bericht von
Dr.
med.
Y._
vom 1
6.
August 1994
,
Urk.
14/146/79
). D
ie behandelnden Ärzte diagnostizierten ein
lumbospondy
logenes
bis
lumboradikuläres
Reizsyndrom (
vgl. Urteil des hiesigen Gerichts IV.2006.00410 vom 3
0.
Augst 2007,
Urk.
14/148
,
Sachverhalt 1.1
).
X._
meldete sich daraufhin am 2
7.
Juli 1994
(Eingangsdatum)
bei der Invalidenversicherung
(IV)
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
14/1
).
M
it Verfü
gung vom 1
4.
Mai 1996
erteilte
die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle
,
X._
Kostengutsprache für eine
berufsbeglei
te
nde
Ausbildung
zum Hauswart
.
Als er
anschliessend
keine Stelle als Haus
wart fand, im Rahmen derer er die nötige Praxis für die berufsbegleitende Au
sbildung hätte erwerben können
, hob die SVA
ihre Verfügung vom 1
4.
Mai 1996 mit Verfügung vom 2
1.
November 1997 mangels
Eingliede
rungswirksamkeit
der Hauswartausbildung wieder auf (
Urk.
14/17
; vgl. auch Abklärungsbericht vom
9.
Mai 1996,
Urk.
14/10
)
.
Nach weiteren Abklärun
gen verneinte die
SVA
mit Verfügung vom
5.
Februar 1998
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente, wogegen er Beschwerde erhob
(
Urk.
14/148, Sachverhalt 1.2)
.
In der Folge sprach
die SVA
dem Versicherten während des hängigen Beschwerdeverfahrens mit Verfügung vom
5.
Februar 1999
(Urk.
14
/146/15
-16
)
berufliche
Massnahmen
in der Form eines Prakti
kums im Informatikunternehmen
Z._
AG
, d
as
zur Durchführung der beruflichen Vorsorge der
Winterthur-
Columna
Stiftung für die berufliche Vorsorge, Winterthur
(heute:
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
)
angeschlossen war,
im Zeitraum von April 1999 bis März 2000 sowie berufs
begleitende Ausbildungen zum Informatik-Anwender
SIZ
und zum
PC-Sup
porter
SIZ
zu, zuzüglich
der entsprechenden Taggelder
. Der Versicherte
liess
daraufhin seine Beschwerde gegen die rentenabweisende Verfügung vo
m
5.
Februar 1998 zurückziehen
(
Urk.
14/148
, Sachverhalt 1.2
)
.
Der Versicherte
schloss in der Folge die Ausbildung zum Informatik-Anwen
der
erfolgreich ab
, bestand hingegen die PC-
Supporter
-Prüfung nicht.
Nach
dem die Praktikumsdauer abgelaufen war, wurde
X._
per
1.
April 2000 bei der
Z._
AG vollzeitlich a
ls Netzwerktechniker angestellt
. Die
SVA
teilte
ihm
daraufhin
am
4.
August 2000 mit, dass er nunmehr renten
ausschliessend eingegliedert sei, sodass weitere beruflic
he
Massnahmen
nicht nötig seien
.
Der Versicherte wies mit Schreiben vom 18.
August 2000
jedoch
darauf hin, dass er entgegen der Annahme der IV-Stelle die PC-
Supporter
-Prüfung nicht bestanden habe und diese im Jahr 2001 nachholen werde und dass er sich Anfang Juni 2000 einer weiteren Rückenoperation habe unter
ziehen müssen (
Urk.
14/148
, Sachverhalt 1.3
)
.
I
m Zusammenhang mit d
ieser
Rückenproblematik
stellte der Versicherte seine
Arbeitstätigkeit b
ei der
Z._
AG ab d
em 3
0.
April 2000
ein und nahm sie a
m 27.
August 2000
wieder
zu 50
%
auf
(
Urk.
14/148
, Sachverhalt 1.4
).
1.2
Am 1
3.
Dezember 2000 ersuchte
X._
d
ie
SVA um
Übernahme der Kosten einer Ausbildung zum Informatiker, da die Tätigkeit als PC-
Supporter
auf das Ausliefern und Konfigurieren der Geräte beschränkt sei und dem
entsprechend mit gesundheitlich nicht mehr zumutbarem
Heben und Tragen verbunden sei
(
Urk.
14/148, Sachverhalt 1.4)
.
Die SVA sprach
ihm
mit Verfü
gung vom 2
4.
Juni 2002 berufliche
Massnahmen
für den Zeitraum von August 2002 bis Juli 2004 in Form der Kosten der berufsbegleitenden Aus
bildung zum Informatiker, Richtung Systemtechnik, mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, wiederum zuzüglich der entsprechenden Taggelder
zu
(
Urk.
14/31
; vgl. auch die Mitteilung des Beschlusses vom 2
4.
Juni 2002,
Urk.
14/32
, und die Taggeldverfügung vom
2.
August 2002,
Urk.
14/39
).
Im Laufe des Sommers 2003 nahmen die Rückenbeschwe
rden des Versicherten wieder zu.
Das Praktikum wurde
in der Folge per 2
8.
August 2003 abgebro
chen (
Schlussbericht der In
stitution
A._
, bei welcher der Versicherte das Praktikum nach Auflösung des Arbeitsverhältnis mit der
Z._
AG absolvierte,
Urk.
14/70
; vgl. auch Arbeitszeugnis der
Z._
AG vom 1
9.
März 2003,
Urk.
14/48
).
1.3
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach die SVA
dem
Versi
cherten mit Verfügung vom
5.
September 2005
(
Urk.
14/112) bzw. Ein
sprac
he
entscheid vom 1
3.
März 2006 (
Urk.
14/129)
rückwirkend ab
dem
1.
August 2004 eine halbe Rente
zu
. Die von
X._
gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 1
3.
März 2006 erhob
ene
Beschwerde
(
Urk.
14/134
/3-10
)
hiess
das hiesige Gericht
m
it Urteil vom 3
0.
August 2007
(
Urk.
7/148)
in dem Sinne gut, dass der angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben und die Sache an die
SVA
zurückgewiesen w
u
rd
e
, damit sie zu den Ansprüchen
des Versicherten
im Zeitraum von März 2001 bis April 2002 und ab dem
1.
August 2003 die erforderlichen
rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen
Abklärungen
(vgl. E. 3.3.5 des Urteils)
durchführe und her
nach über diese Ansprüche unter Berücksichtigung der gerichtlichen Festle
gungen - vorerst Anspruch auf eine ganze Rente ab dem
1.
August 2003 -
neu verfüge.
Die
SVA
nahm in der Folge weitere medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen sie
beim
B._
ein
polydisziplinä
res
Gutachten in Auftrag
gab
, welches am 2
4.
November 2008 erstattet wurde (
Urk.
14
/166). Da der Versicherte mittlerweile im Ausland Wohnsitz hatte,
war für die Leistungsprüfung neu die IV-Stelle für Versicherte im Ausland
(IVSTA) z
uständig. Diese sprach dem Versicherten mit Verfügung
en
vom 1
4.
Januar 2011 für die Zeit von März 2001 bis April 2002 eine halbe, von August 2003 bis August 2004 eine ganze und von September 2004 bis Februar 2009 eine
befristete
halbe Invalidenrente zu (
Urk.
14/202, vgl. Ver
fügungsteil 2,
Urk.
14/201). Dagegen erhob der Versicherte am
15.
Februar 2011 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte ab Sep
tember 2004
die
Zusprache
eine
r
unbefristete
n
Dreiviertelsrente
(vgl. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-11
05/2011 vom 1
8.
Juni 2013, Urk.
24
, J
).
2.
Mit Eingabe vom 1
0.
November 2011 (
Urk.
1) erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Christine
Kessi
,
Procap
Schweiz
, Klage gegen die AXA
, welche mit Schreiben vom 1
0.
Januar 2008 (
Urk.
2
/3) eine Leistungspflicht abgelehnt hatte,
und beantragte:
„1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger aus dem Vorsorgeverhältnis ab dem 3
0.
April 20
0
2 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditäts
grades von 50
%
, ab dem
1.
August 2003 eine ganze Rente aufgrund eines IV-Grades von 100
%
und ab dem
1.
September 2004 erneut min
destens eine halbe Rente gemäss den gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen auszurichten.
2.
Die Beklagte sei zu verpflichten, den Kläger auf den
frühest
möglichen Zeitpunkt von der Beitragspflicht zu befreien.
3.
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger auf den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5
%
, spätestens ab dem Zeitpunkt der
Klageein
reichung
zu bezahlen.
4.
Es sei dem Kläger
die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch die Unterzeichnende zu gewähren.
5.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
“
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom
5.
März 2012 die Abweisung der Klage (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom
6.
März 2012 (
Urk.
10) wurden die Akten der
IV
beigezo
gen (
Urk.
14/1-205).
Mit Verfügung vom 1
0.
April 2012 (
Urk.
15) wurde der Kläger aufgefordert, weitere Belege zum Nachweis seiner prozessualen Bedürftigkeit einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Kläger am 1
5.
Mai 2012 nach (
Urk.
18 und
Urk.
19/1-13)
,
worauf ihm mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
20) Rechtsanwältin Christine
Kessi
als unentgeltliche
Rechtsvertreterin
bestellt wurde. Da
das Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung
en
der
IVSTA
vom 14.
Januar 2011
vor dem Bundesverwaltungsgericht
noch hängig war, wurde gleichzeitig das vorliegende Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung des am Bundesverwaltungsgericht hängigen Verfahrens sistiert.
Mit
Schreiben
vom
2.
Juli 2013 (
Urk.
23) liess der Kläger das Gericht darüber in Kenntnis setzen, dass das Bundesverwal
tungsgericht mit Urteil vom 18.
Juni 2013 (
Urk.
24) seine Beschwerd
e gegen die Verfügungen vom 14.
Januar 2011 in dem Sinne
gutgeheissen habe
, dass die
angefochtene
n
Verfügungen aufgehoben
wurden
und die Sache an die IVSTA zurück
gewie
sen wurde
, damit diese nach
Vornahme weiterer
Abklärung
en über den Ren
tenanspruch ab 1.
September 2004 neu verfüg
e
. Die Sistierung des vorlie
genden Verfahrens blieb in der Folge weiter bestehen (vgl. Sc
hreiben vom 1
0.
Juli 2013, Urk.
25/1-2)
.
Nach Vornahme weiterer Abklärungen, in deren Rahmen sie unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten beim
C._
GmbH einholte (Gutachten vom 1
0.
September 2014,
Urk.
39
/82), sprach die IVSTA dem Kläger mit Verfügung vom 17.
August 2016 (
Urk.
34/1) ab
1.
September 2004 eine unbefristete
Drei
viertelsren
te
zu. Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, welche den Kläger mittlerweile vertrat, setzte das Gericht darüber mit Eingabe
vom 21.
November 2016 (
Urk.
33) in Kenntnis und beantragte die Aufhebung der Sistierung des Verfahrens und ihre Bestellung als unentgeltliche
Rechtsver
treterin
des Klägers. Mit Verfüg
ung vom 1
3.
Dezember 2016 (Urk.
36) wurde die Sistierung des Verfahrens aufgehoben. Gleichzeitig wurden die nach dem
4.
Februar 2011 erstellten Akten der
IV
beigezogen
(
Urk.
39/1-160)
und Rechtsanwältin Christine
Kess
i
als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Klä
gers entlassen. Dem Kläger wurde sodann Frist angesetzt, um zu seiner pro
zessualen Bedürftigkeit Stellung zu nehmen
und um eine schriftliche
Vertre
tungsvollmacht
einzureichen
.
Mit Eingabe vom 5. Januar 2017 (
Urk.
40) reichte Advokatin Karin
Wüthrich
eine Vertretungsvollmacht (
Urk.
41) sowie
eine Honorarnote
betreffend die von
Rechtsanwältin Christine
Kessi
getätig
ten Aufwendungen
ein (
Urk.
42) und erklärte, dass das Gesuch um ihre Bestellung als unentgeltliche Rechtsvertreterin zurückgezogen werde. Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 201
7 (
Urk.
43
) wurde Rechtsanwältin Christine
Kessi
für ihre Tätigkeit als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Klägers eine Entschädigung aus der
Gerichtskasse zugesprochen. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
Mit Replik vom 1
4.
Februar 2017 (
Urk.
44) liess der Kläger mitteilen, dass er an seinen
Klagea
nträgen festhalte. Die Beklagte schloss daraufhin mit Duplik vom 2
0.
März 2017 (
Urk.
47) weiterhin auf Abweisung der Klage, was dem Kläger am 2
1.
März 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
48).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Ver
bindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
,
GSVGer
).
1.2
Nach der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung von Art. 23 BVG haben Personen, die im Sinne der
IV
zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen. Am 1. Januar 2005 ist Art. 23 BVG in der Fassung gemäss 1. BVG
Revision in Kraft getreten. Danach haben unter anderem Personen, die im Sinne der IV zu min
destens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen (
lit
. a).
Vorliegend ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich sowohl vor als auch nach dem Inkrafttreten der Neufassung von Art. 23
BVG ereignet hat. Da der Rechts
streit eine Dauerleistung betrifft, über welc
he noch nicht rechtskräftig ent
schieden wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtli
chen
Regeln für die Zeit bis Ende 2004 auf den damals gültig gewesenen Art. 23 BVG und ab diesem Zeitpunkt auf Art. 23 BVG in der Fassung gemäss 1. BVG
Revision abzustellen (BGE 130 V 445; Urteil des
damaligen
Eidgenö
ssischen Versicherungsgerichts, EVG,
B 18/06 vom 18. Oktober 2006 E. 3.1.1). Bei der Ermittlung der Leistungszuständigkeit spielt die intertem
poralrechtliche Abgrenzung allerdings keine wesentliche Rolle.
1.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der
IV
und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invali
ditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der
IV
grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzli
chen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Kon
zeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) berufli
chen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der
IV
rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das
Berufs
vorsorgegericht
zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätes
tens) ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
bis
der Verordnung über die I
V
, IVV, in der von 1. Juli 1987 bis 31. Dezember 2002 in Kraft gestandenen Fassung, beziehungsweise Art. 73
bis
ff. IVV, in der seit 1. Juli 2006 geltenden Fassung) - respektive, während dessen zeitweiligem Ersatz durch das Einsprachever
fahren von 1. Januar 2003 bis 30. Juni 2006, bei der Verfügungseröffnung – einbezogen, ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen) und sich die Invaliditätsbemessung der
IV
aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhalt
bar erweist (BGE 132 V 1, 130 V 270 E. 3.1, 129 V 73, 126 V 308 E. 1).
1.4
1.4.1
Das Gesetz knüpft den Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenleistung - wie bereits erwähnt (vorne E. 1.2) - an das Bestehe
n eines
Versicherungsver
hältnis
ses
im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invali
dität geführt hat (Art. 23 BVG in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Art. 23
lit
. a BVG in der seit 1. Januar 2005 gültigen Fassung). Der Anspruch auf Invalidenleistungen der (obligatori
schen) berufli
chen Vorsorge setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der allenfalls erst später bestehenden Invalidität voraus. Die 1. BVG-Revision hat an diesem für die
Leistungs
pflicht
der
Vorsorgeein
richtung
massgebenden Erfordernis nichts geändert.
1.4.2
Der sachliche Konnex ist zu bejahen, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im Wesentlichen derselbe ist, welcher der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2).
Ein zeitlicher Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfä
hig wurde. Eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhanges darf nicht bereits angenommen werden, wenn die versicherte Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist (
Hürzeler
in: Schnei
der/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, Art. 23 BVG N 27 mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung)
.
2.
2
.1
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen
(
Urk.
1 und
Urk.
44)
, er sei bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert gewesen, als
er am 3
0.
April 2000 aufgrund
einer
Diskushernie auf Höhe L4/5 arbeitsun
fähig geworden sei. Ab dem 3
0.
April 2000 sei
er
in seiner angestammten T
ätigkeit als Netzwerkt
echniker in erheblichem Masse eingeschränkt gewe
sen. Auch in einer angepassten Tätigkeit habe während längerer Zeit keine vollständige Arbeitsfähigkeit mehr bestanden.
Zwischen der Diskushernie auf Höhe L4/5, die ab dem 3
0.
April 2000 zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe, der Invalidität und der Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Bandscheibenvorfall auf Höhe L3/4 von Aug
u
st 2003 besteh
e
ein enger sachlicher Konnex.
Er
habe vor dem Antritt der Anstellung bei der
Z._
AG
nie Rentenleistungen bezogen. Er habe
seine Ausbildung zum
Netz
werkt
echniker
regulär abschliessen können und sei anschliessend rentenaus
schliessend eingegli
edert
gewesen
. Der 3
0.
April 2000 s
ei ein Knick in seinem Lebenslauf. Ab diesem Zeitpunkt habe er nie wieder die vorherige Leistungs
fähigkeit erreicht. Es hätten zwar bereits vorher gesundheitliche Probleme bestanden, doch seien diese nicht derart erheblich gewesen, dass Anspruch auf Rentenleistungen bestanden hätte.
Die Verfügungen vom
5.
September 2005 und vom 1
4.
Januar 2011 seien der Beklagten zugestellt worden. Die Beklagte sei ins
Vorbescheidverfahren
mit
einbezogen
worden und habe sich jeweils einer Stellungnahme enthalten. Die Rentenentscheide entfalteten somit Bindungswirkung für die Beklagte.
2
.2
Die Beklagte wendete dagegen ein (
Urk.
9 und
Urk.
47),
der Kläger sei vom 1.
Januar 2000 bis zum 3
1.
März 2003 bei ihr vorsorgeversichert gewesen. Der Kläger habe bereits
ab April 1994 unter Rückenschmerzen aufgrund eines Reizsyndroms gelitten und habe sich
in
folgedessen
im
Oktober 1996 einer Rückenoperation unterziehen müssen.
Die I
V
habe in ihrer Verfügung
vom
1
7.
August 2016
festgehal
ten, dass der Kläger sei
t
dem 7.
Oktober 199
7
in der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur zu 100
%
arbeitsunfähig sei
. Der Kläger sei seit 1997 aufgrund der gleichen Ursache (Diskushernien
i
n den aneinander grenzenden Bereichen L5/S1, L4/5 und L3/4) in seiner Leis
tungsfähigkeit eingeschränkt. Es liege daher ein enger sachlicher Zusammen
hang zwischen der bereits vor Versicherungsbeginn des Klägers bei ihr vor
handen gewesenen Arbeitsunfähigkeit und der Invali
d
ität vor.
Ab
1.
April 2000 sei de
r
Kläger als Net
z
werktechniker, zu welchem er vorher von seiner Praktikumsfirma angelernt worden sei, angestellt worden. Wie es um die Arbeitsfähigkeit des Kläger
s
zu diesem Zeitpunkt gestanden habe, könne den Akten nicht entnommen werden. Tatsache aber sei, dass der Klä
ger bereits am 3
0.
April 2000 wie
der
voll arbeitsunfähig geworden sei und von da an die Tätigkeit a
l
s Netzwerktechniker als nicht mehr zumutbar gegolten habe. Der Kläger habe aus gesundheitlichen Gründen seit Februar 1994 nicht mehr gearbeitet.
Er habe von der
IV
Umschulungsmassnahmen vergütet erhalten, was praxisgemäss eine Invalidität von mindestens 20
%
voraussetze.
Er
habe die Prüfung zum PC-
Supporter
, welche
ihm die Aus
übung einer
seinem Gesundheitszustand wohl angepasst
en
Tätigkeit erlaubt hätte
, nicht bestanden
. Die deshalb ausschliesslich ausgeübt
e
T
ätigkeit als Netzwerktechniker
sei aus gesundheitlicher Sicht nicht angepasst gewesen.
Es habe daher
am
1.
April 2000 nach Beendigung des Praktikumsvertrag
es
nicht davon ausgegangen werden dürfe
n
, dass der Kläger voll und dauerhaft arbeitsfähig für di
e
auszuübende Tätigkeit als Netzwer
ktechniker sei. Bis
zu jenem Zeitpunkt
habe er diese Tätigkeit
denn auch
lediglich zu 50
%
oder 60
%
ausgeübt.
Es gebe
weder
einen Hinweis in den Akten noch sei es aus medizinischer Sicht plausibel, dass sich der Gesundheitszustand des Klägers praktisch über Nach
t
um 40 bis 50
%
verbessert habe
. Eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs
zwischen der bei Eintritt bei ihr vorbestehen
den Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität
liege somit nicht vor.
3.
Das hiesige Gericht hielt mit Urteil vom 3
0.
August 2007 (
Urk.
14/148
) fest, dass es die
Organe der
IV
zunächst zu Unrecht unterlassen
hätten
, über einen allfälligen Rentenanspruch des Klägers für die Zeit von April 2000 bis April
2002
zu entscheiden
. Da der Kläger jedoch erst mit Beschwerdeschrift vom 2
6.
April 2006 für diesen Zeitraum erneut eine Leistungsprüfung verlangt habe, seien die Leistungen für den Zeitraum vor März 2001 verwirkt (
E.
3.2.1-
E.
3.2.3). In der Folge prüften die Organe der
IV
entsprechend ledig
lich einen Rentenanspruch des Klägers ab März 2001 (Verfügung der IVSTA vom 1
4.
Januar 2011,
Urk.
14/201-202; vgl. auch
das
Urteil des Bundesver
waltungsgerichts vom 1
8.
Juni 2013
,
Urk.
24)
, weshalb sie
den davorliegen
den medizinischen Verlauf nicht zu klären hatte (
Urk.
14/148 E. 3.2.5-3.2.6).
Bei diesem
,
mit einer
verspäteten Anmel
dung vergleichbare
n
Sachverhalt besteht berufsvorsorgerechtlich hinsichtlich
des Zeitpunkts des
Eintritt
s
der Arbeitsunfähigkeit keine Bindungswirkung an
den
invalidenver
sicherungs
rechtlichen
Entscheid
(vgl.
E.
1.3)
.
4.
4.1
Gemäss de
n
unbestritten gebliebenen Angaben der Beklagten war der Kläger ab dem
1.
Januar 2000 bei ihr berufsvorsorgev
ersichert (
Urk.
9 S. 4 und Urk.
47 S. 3; vgl.
Urk.
1 und
Urk.
44)
. Das Versic
herungsverhältnis endete am 31.
März 2013 (
Urk.
9 S. 4)
.
4.2
D
ie Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass zwischen der am
30.
April 2000 aufgrund
von
Rückenproblemen
eingetretenen Arbeitsunfä
higkeit und
der Invalidität
des Klägers
ein
enger sachlicher
und zeitlicher
Konnex
besteh
t
(vgl. E. 2.1, E. 2
.2,
Urk.
1 S. 9
und
Urk.
9 S. 5
).
So nahm der Kläger zwar am
2
7.
August 2000
seine Arbeitstätigkeit wieder zu
50
%
auf
(
Urk.
14/148
, Sachverhalt 1.4
; vgl. auch die Ärztlichen Zeugnisse von Dr. med.
D._
vom Stadtspital
E._
, von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, des
G._
und der
H._
Klinik, Urk.
14/187
und
Urk.
14/190
), bis am 2
9.
April 2002 bezog er jedoch
aufgrund seiner
Rücken
beschwerden
Krankentaggelder (vgl.
Eingabe des Klägers vom 1
3.
Juli 2010,
Urk.
14/185/1
, sowie Schreiben der Taggeldversicherung vom 1
5.
Dezember 2003,
Urk.
14/62
). Ab März 2001 wurde
ihm
zudem
wegen seiner
Rücken
beschwerde
n
eine Rente der
IV
ausgerichtet
(vgl.
Urk.
14/201-202 sowie
Urk.
24)
, welche lediglich durch den Bezug von Tagge
ldern beziehungsweise Wartetaggeldern der I
V
unterbrochen wurde
(
Urk.
14/31
,
Urk.
14/32
und Urk.
14/39).
4.3
Wie da
rgelegt (Sachverhalt 1.1-1.2)
wurde der Kläger
jedoch
bereits
1994 von plötzlichen Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in das rechte Bein befallen
. In Kenntnis
der Rückenbeschwerden
(vgl.
Urk.
14/10)
erteilte ihm d
ie
SVA
mit
Verfügung vom 1
4.
Mai 1996
Kostengutsprache für eine
berufs
begleite
nde
Ausbildung zum Hauswart.
Diese Verfügung hob die
SVA
mit
Verfügung vom 2
1.
November
199
7
(
Urk.
14/17)
zwar
wieder auf,
da der Kläger für die berufsbegleitende Ausbildung keine Stelle gefunden
hatte
.
Weil
der Kläger in der angestammten Tätigkeit
aufgrund seiner
Rückenbe
schwerden
jedoch
weiterhin eingeschränkt war, sprach
sie
ihm m
it
Verfü
gung vom
5.
Februar 1999
(
Urk.
14/146/15-16) erneut
berufliche
Massnah
men
zu, und zwar
in Form
des
Praktik
ums
bei der
Z._
AG im Zeit
raum von April 1999 bis März 2000 sowie
von
berufsbegleitende
n
Ausbil
dungen zum Informatik-A
nwender und
PC-
Supporter
(
Urk.
14/148
, Sachver
halt 1.3
).
Wie die Beklagte zutreffend ausführte
(
Urk.
47 S. 4
; E. 2.2
)
, setzt
beziehungs
weise setzte
auch in den Jahren 1999 und 2000
d
ie
Ausrichtung von Leis
tungen zur Umschulung voraus, dass der Versicherte mindestens zu
etwa
20
%
invalid ist
(vgl. BGE 124 V 108
sowie
Art.
17
IVG
in der in den Jahren 1999 und 2000 gültig gewesenen Fassung bzw. in der heutigen Fassung
)
.
Bereits die Arbeitsunfähigkeit
, welche
für die Jahre
1996 und 1997 bezie
hungsweise 1999 bis 2000
die
Zusprache
von beruflichen
Massnahmen
zur Folge hatte,
war durch die Rückenbeschwerden des Kläger
s
begründet
(
vgl. Gutachten von
Dr.
med.
I._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie vom 2
5.
November 2005,
Urk.
14/122/3-4,
Gutachten des
C._
vom 1
0.
Se
p
t
ember 2014,
Urk.
3
9/82/22,
sowie Replik des Klägers im Verfahren IV.1998.00141 vom 2
8.
Juli 1998,
Urk.
14/146/67
,
und Ur
k.
14/10
)
.
Der Kläger war somit bereits bei Eintritt bei der Beklagten am 1. Januar 2000
i
n der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Nachdem der Kläger hinsichtlich seiner Ausbildung zum
PC-
Supporter
die Prüfung nicht bestand, war es ihm nicht möglich, diese Tätigkeit auszu
üben
,
weshalb er weiterhin als Netzwerktechniker beschäftigt blieb.
Entspre
chend erachtete sich der Kläger selber
nach Abschluss des Praktikums bei der
Z._
AG
noch nicht als rentenausschliessend einge
g
liedert (vgl.
Urteil des hiesigen Gerichts vom 30. April 2007, Urk.
14/148
, Sachverhalt 1.3 sowie
E.
3.2.1
und E. 3.2.5
ganz
am Ende
).
Ob die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise, wonach dem Kläger ab März 2001 eine halbe Rente zusteht (Urk. 14/2012-2), nicht als offensichtlich unhaltbar zu betrachten wäre (vgl. hierzu etwa Urk. 39/8/3), kann vorliegend offen bleiben. Fest steht jedenfalls, dass - folgte man den Feststellungen der Invalidenversicherung - eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs zwischen (späterer) Inva
lidität und vorbestehender Arbeitsunfähigkeit mangels
rentenausschliessen
der
Eingliederung nicht gegeben wäre.
4.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass
die Arbeitsunfähigkeit des Klägers, wel
che zur Invalidität führte, bereits im Zeitpunkt des Versicherungsbeginns
bei der Beklagten
eingetreten war. Da eine allfällige uneingeschränkte Arbeitsfä
higkeit des Klägers im April 2000, das
heisst
dem einzigen Monat, in wel
chem
er
weder Taggelder der I
V
bezog noch ansonsten eine Arbeitsunfähig
keit geltend macht, den zeitlichen Zusammenhang von vornherein nicht unterbrechen kann, ist die Beklagte nicht leistungspflichtig.
5.
Die Klage erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.