Decision ID: 8a47732e-b0b8-5f43-b980-c8d7367ca661
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, arbeitete seit dem
1.
Dezember 2008 bei der
Y._
in Zürich als Kurier/Reprograf, ehe er am 1
3.
März 2010
beim Snowboardfahren stürzte
und sich dabei einen Wirbelsäulenbruch zuzog
(Urk.
7/1). Am 1
0.
Mai 2010
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte wegen Beschwerden infolge dieses Unfalls bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Mit Verf
ügung vom 2
9.
Juni 2011 wies die IV-Stelle
das Begehren des Versicherten um be
rufliche Massnahmen ab (
Urk.
7/
42
).
M
it Verfügung vom 1
7.
Februar 2012
sprach sie ihm
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 63
%
mit Wirkung ab
dem
1.
März bis
zum
3
1.
Oktober 2011 eine befrist
ete
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
7/68
).
Dagegen erhob der Versicherte
am 1
6.
März 2012
Besch
werde (
Urk.
7/73
), welche das
Sozialversicherungsgericht mit Urteil
IV.2012.00326
vom 1
7.
S
eptember 2013 abwies (
Urk.
7/93
). Die
dagegen vom Versicherten am
6.
November 2013 erho
bene Beschwerde (
Urk.
7/94
) wies das Bundesgericht mit Urteil 8C_791/2013 vom 1
9.
Dezem
ber 2013
(
Urk.
7/95) ab.
1.2
Mit Ve
rfügung vom 1
6.
Mai 2013 hatte
die Allianz Suisse Versicherungs-Gesell
schaft
AG
(nachfolgend: Allianz; Unfallversicherung) die für die Folgen des Unfalls vom 1
3.
März 2010 erbrachten Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen mit Wirkung per 3
1.
März 2013 ein
gestellt
.
Im Weiteren
hatte
sie einen Anspruch
des Versicherten
auf eine Rente
verneint
und
ihm
bei einem Integritätsschaden von 25
%
eine
Integritäts
entschädigung zu
gesprochen
(
Urk.
7/86
). Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wies die Allianz mit Entscheid v
om 2.
Dezember 2013 ab.
Dage
gen erhob der Versicherte am
8.
Januar 2014 Beschwerde.
Mit Urteil
UV.2014.00003 vom 2
8.
November 2014
hiess das Sozi
alversicherungsgerich
t die
Beschwerde in
dem Sinne gut, dass
es den
angef
och
tene
n
Einspracheentscheid
aufhob
und die Sache an die
Allianz
zurückwies
, damit diese
ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten in Auftrag gebe und danach
über den Leistungsanspruch des Vers
icherten neu verfüge (Urk.
7/123
).
1.3
Am 2
6.
Februar 2014 (Eingangsdatum) hatte sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
7/97). Mit Vorbescheid vom 28.
März 2014 stellte die IV-Stelle ihm die Abweisung seines Gesuchs um beruf
liche Massnahmen in Aussicht (
Urk.
7/103). Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
Mai respektive 1
8.
Juni 2014 Einwand (
Urk.
7/104 und
Urk.
7/108). Am
2
2.
Oktober 2014
stellte
er
bei der IV-Stelle ein Revisions-/Wiedererwägungsge
such
betref
fend die Rentenverfügung vom 1
7.
Februar 2012
(
Urk.
7/113).
Mit Eingabe vom 2
8.
April 2015 reichte
d
er Versicherte der IV-Stelle das
von der Allianz in Auftrag
gegebene Kurzgutachten
von Prof.
Dr.
med. Z._
vom
A._
ein (
Urk.
7/121-122).
Die
IV-Stelle
zog
das von der Allianz
veranlasste
Gutachten der
B._
vom 1
7.
Januar 2017 und das
Gutachten
von
Dr.
med. C._
, FMH Chi
rurgie, vom 3
0.
Januar 2017
bei
(
Urk.
7/137). Mit Vorbescheid vom 24.
Februar 2017 stellt
e
sie
dem Versicherten die Abweisung
des
Leistungsbegehrens in Aus
sicht
. Die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Ver
fügung vom 1
7.
Februar 2012 seien sodann nicht erfüllt
(
Urk.
7/140). Mit Verfü
gung vom 2
4.
Februar 2017 verneinte
die IV-Stelle
einen Anspruch des Versi
cherten
auf berufliche Massnahmen (Urk.
7/141).
Am
2
8.
März 2017
erhob der Versicherte Einwand (
Urk.
7/146-147).
Daraufhin nahm die IV-Stelle den
von der Allianz
in Auftrag gegebenen
Bericht
des
D._
vom 1
0.
Juli 2017
betreffend Funktionsorientierte Medizinische Abklärung
(FOMA)
zu den Akten (
Urk.
7/152).
Mit Verfügung vom 1
5.
September 2017
stellte die Allianz die Tagge
ld- und Heil
behandlungsleistungen
per 3
1.
März 2013
ein. Weiter hielt die Allianz fest, dass der Versicherte ab dem
1.
April 2013
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44
%
Anspruch
auf eine Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG)
habe
(
Urk.
7/161
).
Mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2017 ver
neinte d
ie IV-Stelle einen Anspruch
auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
2
9.
November 2017 Beschwerde mit folgen
dem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
In Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei dem Beschwerdeführer rückwirkend
ab dem
1.
November 2011 auf unbefristete Zeit eine angemessene Invalidenrente
zuzusprechen;
2.
Es seien die vollständigen Akten des UVG-Versicherers, Schadennummer
«...»
, Allianz Suisse, Zürich, im vor
liegenden Verfahren beizuziehen;
u
nter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Januar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6),
was dem Beschwerdeführer am 23.
Januar 2018 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE
117
V
198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditäts
grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwer
defall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit weiterhin voll arbeitsfä
hig sei. Die Besprechung mit ihrem
Rechtsdienst habe ergeben, dass im
Bericht des
D._
s vom 1
0.
Juli 2017
Widersprüche vorhanden seien. Die Leistungsbereit
schaft des Beschwerdeführers werde als fraglich beurteilt und die schmerzbeding
ten Einschränkungen seien nicht nachvollziehbar. Im Wesentlichen handle es sich bei den somatischen Beschwerden um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Aus dem Bericht
von
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
3.
Oktober 2017
gehe hervor, dass psych
o
soziale Fak
toren vorhanden seien. Zudem könnten die psychischen Beschwerden mit der Fortführung der Behandlung wesentlich verbessert werden. Aus psychiatrischer Sicht handle es sich daher nicht um IV-relevante Diagnosen (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer ma
chte demgegenüber geltend,
dass
das
D._
infolge der Wirbelsäulenproblematik eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher leidensangepassten
Tätigkeit postuliert habe. Gestützt auf diese Beurteilung sei
ihm von der Allianz rückwirkend ab dem
1.
April 2013
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44
%
eine Invalidenrente aus UVG zugesprochen worden. Entgegen der Beschwerdegegnerin könne nicht von einer anderen
Beurteilung des gleichen
Sachverhalts gesprochen werden. D
er Unfall vom 1
3.
März 2010
sei vielmehr
erst nach Rückweisung des Falles durch das Sozialversicherungsgericht
an die Allianz
abschliessend abgeklärt
und
damit liquid geworden (
Urk.
1
S. 7 ff.
).
3
.
3.1
3.1.1
Der
vom Bundesgericht mit Urteil 8C_791/2
013 vom 1
9.
Dezember 2013 (Urk.
7/95)
höchstinstanzlich
bestätigten
Verfügung der Beschwerdegegneri
n vom 1
7.
Februar 2012 (
Urk.
7/68
), mit welcher dem Beschwerdeführer vom 1.
März bis zum 3
1.
Oktober 2011 eine befristete
Dreiviertelsrente
zugesprochen
wurde
,
lagen in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen folgende Beurteilungen zugrunde.
3.1.2
Dr.
med.
F._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hi
elt in der Stellungnahme vom 8.
März 2011 fest, dass ein
Gesundheitsschaden im S
inne einer Berstungsfra
ktur
Brustwirbelkörper (
BWK
)
9 und Deckplattenimpressionsf
raktur BWK7 am 13.
März 2010 sowie
eine
Osteosynthesematerialentfernung
BWK 8-1
0 am 21.
Oktober 2010 vorlägen. R
ein sitzende, wechselbelastende, ohne vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten, ohne Bücken, ohne Überkopfarbeiten,
ohne Kauern, ohne Knien, ohne Rotation im Sitzen, Heben und Tragen körper
-
nah/-fern
Gewichtslimite
2-5 kg, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Trep
pe
n
steigen
seien dem Beschwerdeführer
ab dem 2
7.
Februar 2011
in einem 50%-Pensum möglich (
Urk.
7
/41/3).
3.1.3
Die Ärzte der
G._
erklä
rten im Austrittsbericht vom 1
8.
Juli 2011
,
dass
die Kopfhaltung und der Schulterstand unauffällig sowie der Beckenstand des Beschwerdeführers gerade seien. Auch die Wirbelsäule sei in Form und Hal
tung unauffällig. Die Narben im Bereich des
thorakolumbalen
Übergangs seien
bland
und reizlos, wobei sich dort ein sensorisches Defizit finde. Der Finger-Boden-Abstand betrage 25 cm, die Zeichen nach Ott 30/30 cm, die Zeichen nach Schober 10/17 cm. Die Beinachsen seien gerade, der Gang unauffällig, der Zehen- und Fersengang sowie die tiefe Hocke problemlos, der
Einbeinstand
beidseits gut möglich und das Fussgewölbe unauffällig.
Endgradig
werde an der Wirbelsäule jeweils ein Ziehen verspürt. Die
Waddell
-Zeichen seien negativ. Die Lateralfle
xion der Wirbelsäule sei beidseits in der Norm, die Rotation beidseits frei. Betref
fend Neurostatus seien Sensibilität, Kraft und Koordination allgemein kursorisch geprüft unauffällig (Ausnahmen siehe Wirbelsäule). Kraft und Koordination seien symmetrisch und unauffällig, die Muskeleigenreflexe seien ebenfalls symmet
risch und seitengleich
provozierbar
. Die Ärzte der
G._
kamen zum Schluss, dass dem
Beschwerdeführer die Tätigkeit als Kurier-Chauffeur und wechselbelastende leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne wirbelsäulenbelas
tende Zwangshaltungen, ohne häufig wiederholtes Bücken und ohne länger dau
ernde vorgeneigte Tätigkeiten
nunmehr
(wieder)
ganztags
zumutbar seien
(
Urk.
7
/52/83-84
und
Urk.
7/52/87-88
).
3
.2
3.2.1
Im Rahmen des vorliegenden Neuanmeldungsverfahrens sind im Wesentlichen folgende ärztlichen Beurteilungen aktenkundig:
3.2.2
Prof.
Z._
führte im
Kurzgutachten
vom 3
1.
März 2015 zuhanden der Allianz folgende Diagnose an (
Urk.
7/122/1):
Status nach
BWK9–
instabiler Fraktur und Deckplattenimpressionsfraktur BWK7
p
rimär Versorgung von dorsal mit
Pedikelschrauben
in BWK8 und BWK10,
März
2010
H._
Entfernun
g des Implantates, Oktober 2010
H._
a
ktuell
Pseudarthrose
der Wirbelkörperfraktur BWK9
Prof.
Z._
erklärte
, dass d
ie Frakturversorgung primär nicht optimal vorgenom
men
worden sei
.
Als Folge zeige
sich eine frühzeitige Schraubenlockerung mit nur teilweisem
Durchbau
. Bei der Schraubenlockerung habe
man den dorsalen
Du
rchbau
Th8/9 gesehen. Th9/10 sei jedoch nicht durchgebaut.
Aufgrund der
Pseudarthrose
und der zusätzlich verle
tzten
Costeovertebralgelenke
sei
es nach
vollziehbar,
dass der Beschwerdeführer Schmerzen habe
.
Bei den gegebenen
Beschwerden und
der nachgewiesenen
Pseudarthrose
wäre
eine Revisionsopera
tion zu empfehle
n. Der Beschwerdeführer sei
an einer weiteren chirurgischen Behandl
ung nicht interessiert, da er dazu
psy
chologisch nicht in der Lage sei
. Seine Mutter sei an
Krebs erkrankt, sein Vater habe einen Hirnschlag erlitten und sein Bruder sei
nach einem Mot
orradunfall querschnittgelähmt. Zudem habe er Angst,
nach einer erneuten Operatio
n mehr Beschwerden zu haben
(
Urk.
7/122
)
.
3.2.3
Die Ärzte
der B._
erklärten im
an die Allianz gerichteten
Akteng
utachten vom 1
7.
Januar 2017, dass es sich bei der von Prof.
Z._
vorgeschlagenen
Operation (dorsale
langstreckige
Fixation von Th6-C10 mit
Pedikelschrau
b
en
und zusätz
lich Knochenanlagerung
)
um einen erheblichen Eingriff handle. Dies aufgrund der Lokalisation des Operationsgebietes, der Dauer der Operation, der
Implantat
dichte
und der engen Beziehung zum Rückenmark im Thorakalbereich.
Ange
sichts der Vor
abklärung durch PD
Dr.
med.
I._
aus dem Jahr 2011 mit den zuvor durchgeführten CT-gesteuerten Facettengelenksinfiltrationen auf Höhe Th8/9 und Th9/10 beidseits, die zu einer Verbesser
ung der Beschwerden geführt hätten
, sei nicht klar ersichtlich, inwieweit
die Fraktur oder Begleitung des
BWK7
ebenso für die Beschwerden ursächlich sei. Angesichts der persönlichen Ängste, der familiären Situation und
des
deutlichen Vorbehalt
s
des Beschwerdefüh
rers gegenüber einem Eingriff könne
ihm
ein solcher Eingriff
grundsätzlich
nicht
auf
gezwungen werden.
Der Erfolg bleibe
fraglich
(Urk.
7/137/54-55).
3.2.4
Dr.
C._
hielt in der
an die Allianz gerichteten
Aktenbeurteilung vom 30.
Januar 2017 fest, dass
aufgrund der Gesamtsituation ohne erneute Interven
tion abzuklären sei, ob dem Beschwerdeführer eine wirbelsäulenadaptierte Tätig
keit
zu 100
%
zumutbar wäre (
Urk.
7/137/3).
3.2.5
Die Ärzte des
D._
s
führten im
FOMA-
Bericht
vom 1
0.
Juli 2017 zuhanden der Allianz aus,
dass
angesichts der
ossär
erwiesenermassen schl
ech
teren Situation (als damals im März 2014 im
H._
angenommen)
davon
auszuge
h
en
sei
,
dass der Beschwerdeführer in seiner ursprünglichen Tätigkeit
als Kurier nur noch in wenigen Prozenten, vielleicht 20
%
bis
30
%
, arbeitsfähig sei.
In einer leicht-mittelschweren
wechselbelastenden
Tätigkeit sei er bei einer sechs
stündigen Präsen
z zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/152/7-8
).
3.2.6
Dr.
E._
stellte im Bericht vom
3.
Oktober 2017 als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mitte
l
gradige Episode (ICD-10 F32.1), bestehend seit mindestens 2013, aktuelle Episode seit Juni/Juli 201
7.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er keine.
Dr.
E._
erklärte, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kurier/Hilfsarbeiter aus psychiatrischer Sicht vom
2.
August bis zum
1.
Oktober 2017 zu 100
%
ar
beitsunfähig gewesen s
ei. Ab dem
2.
Oktober 2017 könne mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50
%
gerechnet werden (
Urk.
7/162/1 und
Urk.
7/162/
4-
5).
4.
4.1
Zu prüfen ist zunächst, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zwischen
dem
Erlass der Ver
fügung vom
1
7.
Februar 2012 (
Urk.
7/68)
und dem Erlass der
angefochtenen Ver
fügung vom 3
0.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
erheblich verschlechtert haben.
4.2
Dr.
med.
J._
, FMH Orthopädische Ch
irurgie, gab im Bericht vom 16.
Juni 2
014
(«Drittmeinung»)
an,
dass sich
im am
2.
Juni 2014
d
urch
geführten CT
eindeutig
zeige
, dass der Wi
rbel Th9 weiterhin instabil,
vor allem belastungs
instabil
sei
. Eine Ausheilung der Segmente Th9 und Th10 habe nach vier Jahren nicht stattgefunden. Faktisch laufe der Beschwerdeführer mit einer Fraktur herum, die aufgrund des Frakturtyps spontan nie respektive – wenn überhaupt - erst im Verlauf mehrerer Jahre zur Einheilung komme. Es sollt
e
unb
edingt eine Operation erfolgen
(
Urk.
7/107/3).
Dr.
med.
K._
vom
L._
erklärte
im
von der Allianz veranlassten
Kurz
g
utachten vom 29.
September 2014
demgegenüber
, dass aufgrund der (aktuellen) Bildgebung eine Instabilität von BWK9 wenig wahrscheinlich sei. Die
ossäre
Kon
solidation des Wirbelkörpers linksseitig bis zur Hälfte dürfte für die Stabilität des Wirbelkörpers ausreichen. Eine Sinterung von BWK9 im Vergleich zu den Unfallbildern
habe nicht
stattgefunden (Urk.
7/114/54).
Im Wesentlichen auf
grund dieser
sich wi
dersprechenden Beurteilungen der
Dr
es
.
J._
und
K._
wies das
Sozialver
sicherungsgericht die Streitsache mit Urteil UV.2014.00003 vom 2
8.
November 2014
an die Allianz zurück, damit diese
ein orthopädisch-chirur
gisches Gutachten einhole (Urk.
7/123).
Prof.
Z._
stellte
in seinem
von der Allianz veranlassten Kurzg
utachten
vom 3
1.
März 2015
sodann
– gestützt
auf eine klinische Untersuchung und
auf
die Ergebnisse
ein
es
bereits im
Juni 2014 durchgeführte
n
CT der BWS -
erstmals eine
Pseudarthrose
(Falsch
gelenk) der Wirbelkörperfraktur BWK9 fest.
Aufgrund dieser
Pseudarthrose
und der zusätz
lich verle
tzten
Costeovertebralgelenke
erachtete er es als
nachvollziehbar,
dass der Beschwerdeführer Schmerzen habe
(
Urk.
7/122
).
In der Folge wurde der Beschwerdeführer
von den Ärzten des
D._
s
am 19
.
/2
0.
Juni 2017
ein
gehend fachärztlich untersucht. Zudem wurde insbesondere
eine
FOMA
durchgeführt
, im Rahmen derer auch unterschiedliche Tests betref
fend Kooperation und Konsistenz vorgenommen wurden.
Die
Ärzte des
D._
s kamen
zum Schluss, dass aufgrund
der
nachgewiesenen, nicht verheil
ten Th9-Fraktur, der daraus resultierenden Fehlstatik und der mechanisch mus
kulären Komponenten davon
auszugehen
sei
,
dass
der Beschwerdeführer auch in einer leicht-mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit nicht mehr ganztägig arbeitsfähig sei. Eine ganztägige Präsenz führe
mit an Sicherheit grenzender Wah
rscheinlichkeit zu einer deutli
c
hen Schmerzkumulation. Somit sei
die Prä
senz
auf sechs Stunden
pro Tag
zu reduzieren, wobei innerhalb di
eser sechs Stun
den zusätzliche Kurzp
ausen von insgesamt zwei Stunden erforderlich seien
,
um einer Schmerzintensivierung
bei ununterbrochener Arbeit entgegenzuwirken
. Rechnerisch resultiere
demnach
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bzw. Leistung bei
sechsstündiger Präsenz (Urk.
7/158/13
).
4.3
Diese Beurteilung der Ärzte
des
D._
s
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen nachvollziehbar.
Dass der Beschwerdeführer
im Rahmen der
durchgeführten
Test
s ein
teilweise selb
stlimi
t
ierendes Verhalten gezeigt habe
und die Konsistenz
mässig gewesen
sei
(
Urk.
7/152/6 und
Urk.
7/152/8), haben die Gutachter des
D._
s berück
sichtigt.
Nachdem die Ärzte der
G._
im Austrittsbericht vom 1
8.
Juli 2011
eine angepasste Tätigkeit
gestützt auf weitgehend unauffällige Befunde im
Bereich der Wirbelsäule
noch in einem 100%-Pensum als zumutbar erachtet hatte
n
(
Urk.
7/52/83
),
kann
somit
von einer
erhebliche
n
Verschlechte
rung des
somatischen
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden.
Nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
war diese Verschlechterung bereits bei der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug am 2
6.
Februar 2014 (Eingangsdatum) eingetreten (
Urk.
7/97; vgl.
auch
E. 5.3 nachfolgend).
4.4
Was die psychischen Beschwerden anbelangt, ist
im Übrigen
unbestrittenermas
sen
nicht von einem Leiden auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers
zusätzlich
dauerhaft
einschränken würde (
Urk.
1 S. 8).
Der
Beizug
weiterer Akten der Allianz ist nicht erforderlich (
Urk.
1 S. 2).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit
des Beschwer
deführers
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes
Ausmass
, so werden bei der Berec
hnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b IVG früher z
urückgelegt
e Zeiten angerechnet (
Art.
29
bis
IVV).
Die Erhöhung der Renten erfolgt frühestens,
sofern der Versicherte die Revision verlangt, von dem Monat an, in dem das Revisionsbeg
ehren gestellt wurde (Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV).
Diese Sonderregelung ist analog anwen
dbar und die sechsmonatige Karenz
zeit nach
Art.
29
Abs.
1 IV
G nicht zu bestehen, wenn die Invalidität aus den gleichen Gründen, welche frühe
r zur Invalidität geführt haben
, wiederauflebt (vgl. BGE 140 V 2; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 27 zu
Art.
29).
5.3
Nachdem
die
Dreiviertelsrente
des Beschwerdeführers per Ende Oktober 2011 aufgehoben wurde
(
Urk.
7/68) und er sich am 2
6.
Februar 2014 (Eingangsdatum) wegen derselben Beschwerden, die zur befristeten
Rentenzusprache
geführt hat
ten,
erneut zum Leistun
gsbezug angemeldet hat (
Urk.
7/97
), ist per Februar
2014 ein neuer Einkommensvergleich vorzu
nehmen.
5.4
Im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
ging die Allianz bei der Ermitt
lung des
Valideneinkommens
vom Monatsl
ohn in der Höhe von brutto
Fr.
4'800.--
aus
, den der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesun
dheitsschadens bei der
Y._
erzielte.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung errechnete
sie
sodann
ein
jährliches
Validen
e
inko
mmen
von
Fr.
59'110.-- (Urk.
7/161/3
).
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihm
an sich
zumutbare neue Tätigkeit aufgenommen hat, zog die Allianz bei der Bemes
sung des
Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne gemäss der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik
(LSE 2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Männer) heran.
Ausgehend vom monatlichen Medi
anlohn in der Höhe von
Fr.
5'210.-- im Jahr 2012 errechnete sie
unter Berück
sichtigung der
betriebsübliche
n
wöchentliche
n
Arbeitszeit von 41,7 Stunden und
der
Nominallohnentwicklung ein hypothetisc
hes Einkommen von
Fr.
65’698.--.
Da dem Beschwerdeführer lediglich noch ein 50%-Pensum möglich ist,
resultierte
ein Invali
deneinkommen von
Fr.
32’849.--.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
59‘110.-- und einem Inva
lideneinkommen von
Fr.
32‘849.--
resultiert eine
E
rwerbseinbusse
von Fr. 26‘261.--
und damit ein Invaliditä
tsgrad von
abgerundet 44 % (Fr. 26‘261.
--
:
Fr. 59‘110.--).
5.5
Dieser Einkommensvergleich
der Allianz
ist nicht zu beanstanden. Er wurde vom Beschwerdeführer auch
nicht in
Zwei
fel gezogen
.
Der Beschwerdeführer wies vielmehr – zu Recht – darauf hin, dass eine bereits rechtskräftige Invaliditätsfest
legung zwar für einen später entscheidenden anderen Versicherungsträger
nicht verbindlich, von diesem aber doch massgebe
nd zu berücksichtigen sei (
Urk.
1 S. 9
; BGE 126 V 288
). Schliesslich ist
bezüglich
des
Einkommensvergleichs
der Voll
ständigkeit
halber noch
zu bemerken, dass
der Rentenanspruch bei Vorliegen eines Revisionsgrundes in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («all
seitig») zu prüfen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
5.6
Bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 44
%
hat der
Beschwerdeführer ab dem
1.
Februar
2014 somit Anspruch auf eine
Viertels
rente
(vgl. E. 1.3).
6.
I
n teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung (Urk. 2) deshalb aufzuheben und
es ist festzustellen, dass der
Beschwerdeführer
ab dem
1.
Februar
2014
Anspruch auf
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
hat
. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 6
00.-- anzuset
zen.
Ausgangsgemäss
sind sie z
u einem Drittel (Fr. 200.--) dem Beschwerdeführer und zu zwei Dritteln der
Beschwerdegegnerin
(Fr. 400.--)
aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 1‘400.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.