Decision ID: 942cd8a1-3403-4745-84d5-d7f62d15a18a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1972 geborene
X._
wurde am 9. Mai 2012 zur Früherfassung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) angemeldet (Urk. 7/2). Am 7. Juni 2012 stellte sie – unter Hinweis auf eine Depression mit Panik und Angststörungen sowie ein L
ong
-QT-Syndrom
(LQTS)
– ein Gesuch um Leistun
gen (berufliche Integration, Rente) der IV (Urk. 7/6). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin
einschlägige
Abklärungen und teilte der Versicherten am 28. Juni 2012 mit, dass sich berufliche Einglie
derungsmassnahmen aufgrund
ihres
aktuellen Gesundheitszustand
s
als unmög
lich erwiesen
(Urk. 7/14). In der Folge
tätigte die
IV-Stelle
weitere – berufliche, erwerbliche sowie medizinische
–
Abklärungen und zog (
wiederholt
)
d
ie Akten des Kranken
taggeld
versicherers (Urk. 7/16
, Urk. 7/31, Urk. 7/35)
bei
.
Mit Schreiben vom 7. Februar 2013 (Urk. 7/36)
forderte sie die Versicherte – unter
Hinweis auf deren
Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht – auf, sich ei
ner kognitiven Verhaltenstherapie zu unterziehen, ansonsten aufgrund der Ak
ten über
ihren
Rentenanspruch befunden werde.
Am 9. April 2014 teilte sie ihr mit, d
ass
die Eingliederungsberatung abgeschlossen werde, weil
Integrations
massnahmen
derze
it nicht möglich seien
(Urk. 7/54). Nachdem sie die Versi
cherte Ende September 2014 von den Ärzten der MEDAS
Y._
polydis
ziplinär
hatte begutachten lassen (vgl. Expertise vom 4. November 2014, Urk. 7/65), verfügte die IV-Stelle am 20. Februar 2015 – in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 5. Dezember 2014 (Urk. 7/68)
–
die Abweisung des
Leis
tungsbegehrens
(Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am
23. März 2015 mit folgen
den Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„Die Verfügung sei aufzuheben und es se
i der Beschwerdeführerin ab dem
1. Januar 2013 eine Rente zuzusprechen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu
lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle schloss am 7. Mai 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
vgl.
Be
schwerdeantwort
, Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 11. Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeit
smarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht in
valid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog
enannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenverweigerung damit, dass die im Gutachten der MEDAS
Y._
vom 4. November 2014 (Urk. 7/65) diagnostizierten psychischen Störungen willentlich überwindbar seien und demnach keine inva
lidisierende Wirkung hätten
(Urk. 2 S. 2, Urk. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, gestützt auf die – beweiskräftige – Expertise der MEDAS
Y._
vom 4. November 2014
(Urk. 7/65) sei davon auszugehen, dass si
e
aufgrund einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, einer mittelgradigen
depressiven Episode, einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Agoraphobie mit Panikstörung und eines langen QT-Syndroms
mit reaktiver Angstsymptomatik lediglich noch in der Lage sei, im Pensum von 50 %
einer optimal leidensangepassten
Tätigkeit nachzugehen. Angesichts der konkret bestehenden Einschränkungen falle nur noch eine Beschäftigung in geschütztem Rahmen in Betrach
t, weshalb sie An
spruch auf eine ganze Rente habe. Gehe man
trotz der bestehenden
Leistungs
defizite
von der Verwertbarkeit ihrer
Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Ar
beitsmarkt aus, so ergebe sich ein
– Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
be
gründender – I
nvaliditätsgrad von 65 % (Urk. 1 S. 3 ff.
)
.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychia
trie und Psychotherapie, diagnostizierte
in ihrem Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers
vom 11. Juli 2012
(Urk. 7/28 S. 5-7)
eine schwere
angstbetonte Depression, ICD-10 F32.
2.
Die Beschwerdeführerin, die seit 13. Januar 2012 bei ihr in Behandlung stehe (S. 6), habe nach einer enorm belastenden Zeit (mehrmalige Ohnmachts
anfälle ihrer damals dreizehnjähr
igen Tochter vor zwei Jahren,
schliesslich Feststellung eines LQT
S
auch bei dieser
und darauf folgende Implantation eines Defibrillators) zunehmende Angst- und Depressionssymptome entwickelt (S. 5).
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Die Prognose sei unsicher. Die – schon seit über zwei Jahren anhaltende – schwere Depression könne aufgrund des LQT
S
(medikamentös) nicht adäquat behandelt werden. Es sei möglich, dass sich die Symptomatik unter längerdauernde
n
stressfreien Be
dingungen bessern würde (S. 7).
3.2
Gegenüber der IV-Stelle gab Dr.
Z._
am 16. August 2012 an, die Beschwerdeführerin leide seit zirka zwei Jahren an einer zunehmenden mittel
schweren bis schweren, angstbetonten Depression, ICD-10 F31.1-2 (Urk. 7/28 S. 1). Wegen Erschöpfbarkeit, Reizüberempfindlichkeit sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sei sie zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2).
3.3
Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
diagnosti
zierte am 12. September 2012 eine seit 200
9
bestehende
mittelschwere bis schwere angstbetonte Depression. Das überdies seit 1984 vorhandene
L
QT
S
und der Status nach kardialer Synkope
hätten keinen Einfluss auf das Leis
tungsvermögen (Urk. 7/29 S. 1). Im Jahr 2009 habe die Tochter der Beschwer
deführerin wegen ventrikulärer Arrhythmien bei einem
L
QT
S
ein
en implantier
baren
Kardioverter
-Defibrillator (
ICD
)
erhalten. Seither sei die Beschwerdefüh
rerin psychisch belastet und erschöpft. Allmählich habe sich eine ängstlich-de
pressive Störung entwickelt. Seit Dezember 2011 träten zudem Panikattacken auf, die sich seit Januar 2012 invalidisierend auswirkten. Seit 15. Januar 2012 sei die Beschwerdeführer
in
– wegen eingeschränkter Belastbarkeit,
Panikatta
cken
sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen – zu 100 % arbeitsunfä
hig (S. 2 f
.
).
Aktuell könne
sie
wegen der dep
ressiven Störung nicht arbeiten; die Arbeitsfähigkeit
auf längere Sicht
lasse sich
aufgrund des Grades der De
pression und der Schwierigkeit der Behandlung nicht beurteil
en
(S. 7).
3.4
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde die Beschwerdeführerin am 2. November 2012 von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatri
e und Psy
chotherapie, begutachtet
. Dieser stellte
– gestützt auf die Akten, die
telefoni
schen
Auskünfte
der behandelnden Psychiaterin Dr.
Z._
sowie die Ergebnisse
der
eigenen (auch testpsycho
logischen) Untersuchung – in seiner
Expertise
vom 30. November 2012 (Urk. 7/31 S. 2-28)
folgende Diagnosen (S. 2
5
):
Panikstörung, ICD-10 F41.0
A
npassungsstörung mit Angst und d
epressi
ver Reaktion
gemischt, ICD-10 F43.21
Verdacht auf unspezifische
Somatisierungstendenz
im Sinne einer Symp
tomausweitung
Eine mittelschwere oder gar schwere depressive Störung sei aktuell gänzlich auszuschliessen und habe wohl auch früher nicht vorgelegen (S. 20). Die Prog
nose bei einer Panikstörung sei bei geeigneter psychotherapeutischer Behand
lung grundsätzlich g
ut, und d
ie Beschwerdeführerin verfüge durchaus über Ressourcen. Die Dauer der Erkrankung, insbesondere die bis anhin ungenügende Behandlung, die Überzeugung der Explorandin, dass die Prognose „ganz, ganz schlecht“ se
i
, das psychosoziale Umfeld mit zwei IV-Fällen in der Familie (Ehe
mann und Tochter),
die „Verstärkung durch den Ehemann“, die Herzerkrankung von Tochter und Mutter sowie eine beginnende Symptomausweitung mit kör
perlichen Beschwerden seien prognostisch ungünstige Faktoren (S. 22
und S. 27
).
In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei aufgrund der festgestellten Inkonsistenzen und der
medizinalfremden
Faktoren schwierig; es sei – nach erfolgter Behandlung (kognitive Verhaltenstherapie, idealerweise in stationärem Rahmen [S. 25]) mit einer zunehmenden Arbeitsfä
higkeit zu rechnen (S. 24). Insgesamt seien für den bisherigen ungünstigen Verlauf und die Einschränkungen – massgeblich, aber nicht überwiegend –
me
dizinalfremde
Faktoren sowie die bisher ungenügende Behandlung der
Panik
störung
verantwortlich (S.
25
).
3.5
Die behandelnde Psychiaterin Dr.
Z._
diagnostizierte am 30. Dezember 2012 weiterhin eine seit zirka zwei Jahren bestehende mittel
schwere angstbetonte Depression (Urk. 7/32 S. 1). Der Befund habe sich nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der anhalt
ende
n starken
Er
schöpfbarkeit
und
Reizüberempfindlichkeit sowie
wegen
Konzentrations- und Gedächtnis
-
störungen
nach wie vor nicht in der Lage, zu arbeiten (S. 2).
3.6
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 21. Februar bis 18. April 2013 statio
när behandelt hatten, stellten die Ärzte der Klinik
C._
in ihrem (undatierten) Bericht nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 7/40 S. 1):
Panikstörung mit Agoraphobie, ICD-10 F40.01
Schwere depressive Episode, ICD-10 F32.2
Keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus folgenden Diagnosen:
LQTS mit Status nach Arrhythmien, Synkopen, unter Behandlung mit Beta
blockern seit Jahrzehnten beschwerdefrei; Cave: Antidepressiva (ausser Johanniskraut) und Neuroleptika sowie
Gabapentin
/
Pregabalin
seien kontraindiziert
Während des Klinikaufenthalts habe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Einschränkend auf das Leistungsvermö
gen wirkten sich die psychopathologischen Symptome aus; generell weise die Beschwerdeführerin aufgrund der kontinuierlich hohen Anspannung vor dem Hintergrund der psychischen Erkrankung
eine starke Erschöpfung und eine hohe Ermüdbarkeit
auf (S. 2). Die psychopathologischen Symptome führten zu
schwergradigen
Beeinträchtigungen der Mobilität, Flexibilität und
Umstel
lungsfähigkeit
, der Durchhalte- und Gruppenfähigkeit sowie der Konzentrati
onsfähigkeit und Belastbarkeit. Eine leidensangepasste Tätigkeit (klar struktu
rierte Arbeitsabläufe, räumliche Distanz zu Mitarbeitern, Möglichkeit, bedarfs
gerechte Pausen einzulegen, zu Fuss erreichbarer Arbeitsplatz) sei der Be
schwerdeführerin im Rahmen einer Arbeitszeit von maximal drei Stunden täg
lich zumutbar.
Mittels medizinischer Massnahmen lasse sich die Arbeitsfähigkeit noch verbessern (S. 3).
3.7
In ihrem Bericht vom 29. September 2013 stellte Dr.
Z._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/44 S. 1):
Mittelschwere angstbetonte Depression, ICD-10 F32.1-2
Panikstörung mit Agoraphobie, ICD-10 F40.01
LQTS
Nach dem Aufenthalt in der Klinik
C._
sei es der Beschwerdeführe
rin subjektiv deutlich schlechter gegangen. Die Prognose sei a
ngesichts
des bis
herigen Verlaufs – abhängig von äusseren Stressoren – eher ungünstig.
Seit 13. Januar 2012 bestehe – aufgrund der Erschöpfbarkeit, der Angstsymptome, der Reizüberempfindlichkeit sowie der Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen – eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit.
Die gegenwärtige Behandlung bestehe aus einer kognitiven Verhaltenstherapie in einer
Angst
gruppe
im
zeitlichen
Umfang von zwei Stunden wöchentlich,
der Gesprächs
therapie
bei ihr (Dr.
Z._
)
alle zwei Wochen und der Einnahme von
Temesta
bei Notwendigkeit (S. 2).
3.8
Die Ärzte des
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie, stellten
gestützt auf die Ergebnisse zweier im August 2013 durchgeführter
Abklärungsgespräche
am 1. Oktober 2013 nachstehende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/47 S. 1):
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1, bestehend seit mindestens zwei Jahren
Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01
Der Beschwerdeführerin sei die Teilnahme a
n der Gruppentherapie für Pa
nik
/Agoraphobie im
D._
empfohlen worden.
Ihre
Arbeits
fähigkeit lasse sich aufgrund
der zwei
Abklärungsgespräche nicht beurteilen (S. 3).
3.9
Nachdem die Beschwerdeführerin vom 25. September bis 19. November 2013 im
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
an
einer
ambulanten
Therapie in
einer Panikbewältigungsgruppe teilgenommen hatte, diagnostizierten die Ärzte im Abschlussbericht vom 23. Januar 2014 eine Ago
raphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01 (Urk. 7/51 S. 1). Die Beschwerde
führerin habe sehr aktiv und motivier
t
an der Gruppentherapie teilgenommen und im Verlauf – auch wenn eine erhebliche Symptomatik fortbestanden habe – über Fortschritte bei der Bewältigung ihrer Panik-Episoden berichtet
(S. 2).
3.10
Die Ärzte der MEDAS
Y._
stellten, nachdem sie die Beschwerdeführerin Ende September 2014 allgemein-internistisch, psychiatrisch und kardiologisch untersucht hatten, in ihrem
Gutachten
vom 4. November 2014
nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/65 S. 39):
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1
Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1
Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01
LQT
S mit reaktiver Angstsymptomatik
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
L
QTS
(Erstdiagnose 1993)
Status nach dreimaligen Synkopen
reaktive Angstsymptomatik
familiäre Form mit
LQTS
bei der Tochter (mit ICD)
Mediale Meniskusläsion und retropatellare
Chondropathie
Knie rechts
Status nach Schulterluxation rechts
mit radiologischer Hill-
Sachsläsion
Schulter rechts
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gruppenleiterin im Verkauf in der Confise
rie-Abteilung der Stiftung
E._
sei sie aufgrund der – objektiv feststellbaren – Angst- und Panikattacken, der depressiven Ent
wicklung mit den damit verbundenen Einschränkungen
der Konzentration und der Aufmerksamkeit
und
der eingeschränkten Fähigkeit, die Verantwortung für Behinderte wahrzunehmen, seit 11. Juli 2012 zu 100 % arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit lasse sich mit zumutbarer Willensanstrengung nicht über
winden (S. 41 f.
und S. 43
).
In einer leidensangepassten Tätigkeit, bei der sie den Arbeitsweg nicht allein
e
bewältigen und nie (auch nur für kurze Zeit) al
leine arbeiten müsse, bei der sie nicht Auto fahren müsse und die keine
Sturz
gefahr
bärgen, bestehe noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 42 f.).
3.11
Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, Ärztin des
Regionalärztli
chen
Diensts (RAD) der IV, gelangte in ihrer auf den Akten basierenden Stel
lungnahme vom 10. November 2014 zum Schluss,
dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit seit 13. Januar 2012 zu 70 bis 80 % und seit 11. Juli 2012 zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 7/67 S. 9). In einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit sei ab 29. September 2014 von einer 50%igen Ar
beitsfähigkeit auszugehen; allerdings
werde
die praktische Umsetzbarkeit dieser Restarbeitsfähigkeit durch die gemäss den Gutachtern der MEDAS
Y._
aktuell bestehende Unfähigkeit der Beschwerdeführerin, den Arbeitsweg selb
ständig zu bewältigen
, massgeblich erschwert
(S. 9 f.).
4.
4.1
Aufgrund der zitierten medizinischen Akten
steht fest, dass die Beschwerdeführe
rin
in physischer Hinsicht
an einem
seit 1993 bekannten LQTS leidet, welches unter etablierter Betablocker-Therapie kontrolliert ist und sich als solches
nicht
auf d
as
Leistungsvermögen
auswirk
t
(vgl. etwa Urk. 7/29 S. 1, Urk. 7/40 S. 1, Urk. 7/65 S. 39
und S. 48 [aus kardiologischer Sicht angepasst zu 100
%
arbeitsfähig]
, Urk. 7/31 S. 42 f.).
4.2
4.2.1
Was die psychische Symptomatik anbelangt, gelangten die behandelnden und begutachtenden Ärzte
– teilweise unter Hinweis auf erhebliche Inkonsistenzen betreffend
einerseits
die von der Beschwerdeführerin
geschilderten Beschwerden und andererseits ihr Verhalten
(vgl. etwa Urk. 7/31 S. 25) –
sowohl
hinsichtlich
d
er
Natur der Gesundheitsstörung(en) als auch bezüglich deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu divergierenden Schlüssen.
4.2.2
In Bezug auf die – ausschliesslich von den Gutachtern der MEDAS
Y._
gestellte
–
Diagnose einer (anhaltenden) s
omatoforme
n
Schmerzstörung
(Urk. 7/65 S. 39) ist darauf hinzuweisen, dass der für die Annahme eines derar
tigen Leidens a
ls "vorherrschende Beschwerde"
ver
langt
e
andauernde, schwere und quälende Schmerz
(BGE 141 V 281 E. 2.1.1 mit Hinweis insbesondere auf
Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dil
ling
/
Mom
-
bour
/Schmidt [Hrsg.], 9.
Aufl.
2014, Ziff.
F45.4 S.
233) nicht gegeben ist. Zwar geht aus den Akten verschiedentlich hervor, dass die Beschwerdefüh
rer
in
über gewisse – mit keiner objektivierbaren organischen Ursache zu erklä
renden – physische Beschwerden
klagt, was denn auch den vom Gutachter Dr.
B._
am 30. November 2012 geäusserten Verdacht auf eine unspezifische
Somatisie
-
rungstendenz
im Sinne einer Symptomausweitung (Urk. 7/31 S. 20) erklärt.
Die f
ür e
ine eigentliche
somatoforme Störung nach ICD-10 F45
charak
teristische
wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach
medizinischen Untersuchungen trotz wieder
holter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind
(Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnosti
sche Leitlinien,
a.a.O.,
Ziff.
F45 S.
233)
, ist bei der Beschwerdeführerin indes eindeutig nicht ausgewiesen. Insofern erstaunt auch nicht, dass keiner der (auch stationär [vgl. Bericht Klinik
C._
, Urk. 7/40]) behandelnden Ärzte je auch nur differentialdiagnostisch eine somatoforme (Schmerz-)Störung fest
stellte.
Anzu
-
merken ist
in diesem Zusammenhang, dass das
im von den Gut
achtern der MEDAS
Y._
durchgeführten PACT-Test
(
der die Selbstein
schätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit
wiedergibt
)
erreichte schlechte Ergebnis (kein ver
wertbares Arbeitspotenzial, selbst
in einer leichten sitzenden Tätigkeit
; Urk. 7/65 S. 25
) in deutlichem Widerspruch steht zur
im Alltag
effek
tiv
gezeigten
physischen Leistungsfähigkeit. So ist die Beschwerdeführerin
na
mentlich
– jedenfalls mit Pausen –
in der Lage, die im Haushaltsbereich anfal
lenden Arbeiten zu verrichten (Urk. 7/11 S. 3
, Urk. 7/31 S. 8
)
,
führt regelmässig während 20 Minuten Körperübungen am Gerät durch (Urk. 7/31 S. 43) und er
ledigt
aufgrund der R
ückenbeschwerden ihres Ehemanns
sämtliche Gartenar
beiten alleine
(
Urk. 7/
31 S. 7
und S. 8
)
.
4.2.3
Hinsichtlich der – ebenfalls einzig – von den Gutachtern der MEDAS
Y._
festgestellten posttraumatischen Belastungsstörung ist festzuhalten, dass die fragliche Diagnose ausschliesslich auf den
–
von
ihren
früheren
Be
schwerdeschilderungen
deutlich abweichenden
–
Angaben der Beschwerdefüh
rerin anlässlich der einstündigen
(Urk. 7/65 S. 25)
psychiatrischen Exploration beruht
(Urk. 7/65 S. 27
und S. 28
)
und schon
aufgrund des Fehlen
s
jeglicher Anhaltspunkte für ein derartiges Leiden in sämtlichen
im Laufe der Jahre er
gangenen
weiteren medizinischen
Berichten
als unwahrscheinlich erscheint. Anzumerken ist, dass einer p
osttraumatische
n
Belastungsstörung
gegebenenfalls ohnehin keine invalidisierende Wirkung zukäme,
da
es sich beim auslösenden Vorfall (
nicht selbst miterlebte
lebensbedrohliche Synkope der Tochter mit so
fortiger adäquater medizinischer Behandlung und danach gu
tem Verlauf [vgl. etwa Urk. 7/28 S. 7, Urk. 7/29 S. 2, Urk. 7/65 S. 26
]) um kein
traumatisches Er
eignis von aussergewöhnlicher Schwere
handelte
(vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_554/2009
vom 18. August 2009 E. 6 in
fine
und E. 7 mit Hinweisen)
.
4.2.4
Was sodann die
(
nicht nur von den Experten der MEDAS
Y._
, sondern auch von den weiteren Ärzten festgestellte
)
Angst- und depressive Symptomatik anbelangt, geht aus den Akten hervor, dass
das Beschwerdebild
wesentlich
durch
- grundsätzlich invaliditätsfremde und daher
bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs
auszuklammernde (
E. 1.3)
- psychosoziale
Belastungsfakto
ren
ausgelöst wurde und seither von solchen
geprägt
ist. Namentlich zu erwäh
nen sind dabei das kardiale Leiden der Tochter, die schwere Herzerkrankung der Mutter,
der vom Vater erlittene Schlaganfall,
der Verlust der Stelle,
das
invali
denversicherungsrechtliche
Verfahren
(
nicht nur
der Beschwerdeführerin selbst,
sondern auch
der
Tochter und de
s
an Rückenbeschwerden leidenden
Ehemanns
, dessen Anspruch auf Leistungen der IV
das hiesige Gericht zwischenzeitlich
mit
in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Urteil vom 10. Dezember 2014 im Prozess Nr. IV.2013.00736 verneint hat
)
,
finanzielle Probleme, die unsichere Zukunft sowie die erfolglose Stellensuche der Tochter
(
Urk. 7/28 S. 5, Urk. 7/29 S. 2, Urk. 7/31
S. 3, S. 5, S. 9, S. 15,
S. 22 und S. 25,
Urk. 7/65 S. 27).
Es ist daher davon auszugehen, dass die
wesentlich
durch un
günstige psychosoziale Umstände
geprägte
psychische Störung de
r
Beschwer
deführer
in
bei Wegfall der Belastungsfaktoren mit überwiegender Wahrschein
lichkeit wieder verschwände
.
Die behandelnde Psychiaterin Dr.
Z._
machte den Eintritt einer Besserung denn auch – von Anfang an – von
länger
dauernden
”
stressfreien Bedingungen
“ abhängig, wobei sie darauf hinwies, dass die Beschwerdeführerin
auf jede
n Kontakt mit ihrer (damaligen)
Arbeitgeberin
und
mit
Versicherungen mit einer Verschlechterung der Symptomatik
reagiere
(
vgl. Bericht vom 11. Juli 2012, Urk. 7/28 S
.
7).
Am 29. September 2013 betonte Dr.
Z._
erneut, dass die weitere Entwicklung, wie schon der bishe
rige Heilverlauf,
von
”
äusseren Stressoren
”
abhängig und die Prognose damit eher ungünstig sei (Urk. 7/44 S. 2).
Sowohl
die
depressive als auch
die
Angst
störung
sind
daher jedenfalls nicht von invalidenversicherungsrechtlicher Rele
vanz.
Daran vermag d
ie Schwere des auslösenden Vorfalls
(kardiale Synkope ihrer Tochter
)
– entgegen den
einschlägigen
Ausführungen der Gutachter der MEDAS
Y._
(Urk. 7/65 S. 31) – nichts
zu ändern
.
Betreffend die
mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
, wie sie die Gut
achter der MEDAS
Y._
diagnostizierten (Urk. 7/65 S. 39),
beziehungs
weise die von den Psychiatern des
D._
festgestellte rezidi
vierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1; Urk. 7/47 S. 1)
,
ist im Übrigen darauf hinzuweisen,
dass
schon
das
Aktivitätsni
veau
und das familiäre Engagement der Beschwerdeführerin gegen eine (invaliden
-
versicherungsrechtlich relevante) Leistungseinbusse aufgrund der
fraglichen
Symptomatik spricht (vgl.
hiezu
BGE 140 V 290 E.3.3.2 mit Hinweis). Zu er
wähnen ist dabei etwa, dass die Beschwerdeführerin über einen gut strukturier
ten Tagesablauf verfügt
,
täglich (zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter) sämtliche im Haushalt anfallenden Arbeiten
erledigt, soziale Kontakte (auch) ausserhalb der Familie pflegt
, fast täglich
spazieren geht sowie
liest, Mu
sik hört, sich gerne Filme (im TV und auch im Kino) anschaut und ihre Tochter bei der Suche einer Stelle unterstützt
(Urk. 7/31 S. 8; Urk. 7/65 S. 20
f.
)
.
Zudem verneint
das Bundesgericht die
invalidisierende Wirkung
derartiger
depressiver
Störungen
regelmässig
(
vgl.
hiezu
etwa
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3.
April 2014 E. 4.2
,
8C_195/2014
vom 12. Juni 2014 E. 4.4
und
9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4.2
, je mit Hinweisen
).
Anzumerken ist
in diesem Zusammenhang
, dass es sich bei der
Beurteilung, ob ein invalidi
sierender Gesundheitsschaden vorliegt,
um
eine Rechtsfrage
handelt, deren Be
antwortung folglich
nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den
rechtsan
wendenden
Behörden
obliegt
(BGE 140 V 193
E. 3.1
f., Urteil des Bundesge
richts 9C_636/2
007 vom 28. Juli 2008 E.
3.3.1); d
ie diesbezüglichen Ausfüh
rungen der Gutachter der MEDAS
Y._
(Urk. 7/65 S.
32)
sind daher nicht von Relevanz
.
Hinsichtlich der Agoraphobie mit Panikstörung
schliesslich
vermag nicht einzu
leuchten, dass die Gutachter der MEDAS
Y._
insofern
von einer ein
schränkenden Auswirkung dieser Störung auf
das Leistungsvermögen ausgin
gen, als es der Beschwerdeführerin – bei 100%iger Arbeitsfähigkeit in einer
entsprechend angepassten Tätigkeit – unzumutbar
sei, den Arbeitsweg alleine zu b
ewältigen und
(auch nur kurzzeitig)
alleine zu arbeiten
(Urk. 7/65 S.
42
).
Angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin, die nicht Auto fährt
(Urk. 7/31 S. 8)
, imstande ist, die alle zwei Wochen stattfindenden Konsultatio
nen bei ihrer Psychiaterin Dr.
Z._
selbständig wahrzunehmen und dementsprechend den Weg zwischen ihrem Wohnort in
G._
und der Praxis der genannten Ärztin in
H._
alleine
mit öffentlichen Verkehrsmit
teln
(Zug und/oder Bus
)
zu bewältigen (Urk. 7/31 S. 14)
, ist davon auszugehen, dass sie auch in der Lage ist, sich ohne Begleitung an ei
nen Arbeitsplatz und wieder nach Hause zu begeben
sowie bei der Arbeit zu
mindest zeitweise alleine zu sein
.
E
ine relevante Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit aufgrund der Agoraphobie mit Panikstörung ist im Übrigen auch des
halb
zu verneinen
, weil die
–
durchaus
über Ressourcen verfügende (Urk. 7/65 S. 32) –
Beschwerdeführerin
, die sozial gut integriert ist und häufige Kontakt zu
zwei sehr guten Freund
inn
en, zu
Kollegen und Kolleginnen
sowie
zu ihren
Nachbarn pflegt
(Urk. 7/65 S. 32,
Urk. 7/11 S. 3,
Urk. 7/31 S. 8)
,
imstande ist,
ein- bis zweimal pro Jahr
(in der Regel)
mit dem Zug oder Flugzeug nach
I._
zu reisen
(Urk. 7/31
S. 6
und S. 9
)
und
Freizeitaktivitäten wie
etwa Kino
besuche wahrzunehmen
(Urk. 7/
31 S. 8)
.
4.3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass
die Beschwerdeführerin
– selbst unter
der
Annahme, dass ihre psychisch
en Beschwerden lediglich
teilweise durch un
günstige psychosoziale Faktoren bedingt seien (Urk. 7/31 S. 25) – weder
aus
psychischer noch aus
physischer Sicht eine invalidenversicherungsrechtlich re
levante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aufweist. Die von der IV-Stelle verfügte Leistungsverweigerung erweist sich demnach als rechtens.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 900.-- der Beschwerdeführerin aufzuer
legen,