Decision ID: 9425f685-7276-48b1-beb1-d28f9ad3d4ef
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte die Schweiz am 21. März 2022 um Ge-
währung des vorübergehenden Schutzes. Am 6. April 2022 mandatierte er
die ihm zugewiesene Rechtsvertretung.
B.
Am 6. April 2022 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu seinen Ge-
suchsgründen in Anwesenheit der Rechtsvertretung befragt. Er gab im We-
sentlichen an, dass er nigerianischer Staatsangehöriger und ethnischer
(...) sei. Er sei im Bundesstaat B._ geboren, wo er nach dem Auf-
wachsen im benachbarten Bundesstaat C._ auch gelebt habe. In
Nigeria komme es immer wieder zu Gewalttätigkeit. So seien im Bundes-
staat C._ mutmasslich durch Fulani-Hirten Häuser in Brand gesetzt
worden. Viele Menschen seien dabei umgekommen und er habe in diesem
Zusammenhang seine Eltern und seine beiden Brüder verloren. Momentan
würden keine Angehörigen mehr in Nigeria leben. Er habe aber Verwandte
und Freunde in D._. Seine beiden Söhne ([...]- und [...]jährig) seien
seinerzeit von einem Freund nach D._ gebracht worden. Er selbst
habe keine Probleme mit den Fulani gehabt, zumal er sich mehrheitlich in
B._ aufgehalten habe. Nach der schulischen Ausbildung habe er in
der im Bundesstaat B._ gelegenen Stadt F._ jahrelang er-
folgreich einen Handel mit (...) betrieben. Nach dem Verlust der Eltern
habe er sich zur Ausreise aus Nigeria entschlossen und so sei er vor vier
oder fünf Jahren in die Ukraine gelangt. Dort habe er in E._ auf
einem Markt einen (...) betrieben. Der Verdienst habe ihm erlaubt, auch
seine Kinder in D._ finanziell zu unterstützen. Im (...) habe er in
E._ eine ukrainisch-(...) Doppelbürgerin geheiratet und in der Folge
von den ukrainischen Behörden eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung
erhalten. Nach Ausbruch der kriegerischen Ereignisse im Februar 2022
habe seine Ehefrau ihn aufgefordert, sich dem bewaffneten Widerstand
gegen die russischen Invasoren anzuschliessen, und ihm gedroht, dafür zu
sorgen, dass er im Falle einer Ausreise aus der Ukraine keine Chance
mehr haben würde, dorthin zurückzukehren. Er habe sich aber nicht an
Kampfhandlungen beteiligen wollen, zumal er über keine militärische Er-
fahrung verfüge. Weil er eine Zwangsrekrutierung und weitere Nachteile
befürchtet habe, habe er sich vorgeblich bereit erklärt, mit einer Gruppe
aggressiv wirkender Männer mitzugehen. Noch am gleichen Abend sei es
ihm aber gelungen, sich abzusetzen und zur ukrainisch-ungarischen
Grenze zu gelangen, über die er die Ukraine verlassen habe. Er sei am
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21. März 2022 in die Schweiz eingereist und habe gleichentags das Ge-
such um vorübergehenden Schutz gestellt. Er sei nach dem Weggang aus
der Ukraine nicht nach Nigeria zurück, weil ihm immer noch präsent sei,
weshalb er sein Heimatland seinerzeit verlassen habe. Nigeria sei nach
wie vor unsicher. Nachdem er der einzige Überlebende seiner Familie sei,
habe er sich entschieden, in Europa zu bleiben. Vor dem Ausbruch des
Kriegs in der Ukraine habe er geplant gehabt, den ukrainischen Pass zu
beantragen.
C.
C.a Mit Verfügung vom 28. April 2022 (gleichentags eröffnet) lehnte das
SEM das Gesuch um Gewährung des vorläufigen Schutzes ab und es ord-
nete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den
Wegweisungsvollzug an.
C.b Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, dass der Beschwerde-
führer nicht zu den vom Bundesrat am 11. März 2022 definierten Gruppen
schutzberechtigter Personen gehöre, da er in Sicherheit und dauerhaft in
sein Heimatland Nigeria zurückkehren könne. Es sei davon auszugehen,
dass er Nigeria seinerzeit (2017/2018) auf legalem Weg verlassen habe
und über einen nigerianischen Reisepass verfüge. Im Falle des Ablaufs der
Gültigkeit respektive eines allfälligen Verlusts des Dokuments könne er bei
den Vertretungen Nigerias einen neuen Pass ausstellen lassen. Er könne
somit nach Nigeria zurückkehren, sich dort niederlassen und grundsätzlich
auch wieder aus Nigeria ausreisen und – nach einem allfälligen Ende der
kriegerischen Auseinandersetzungen – in die Ukraine zurückkehren. Die
Rückkehr in sein Heimatland sei für ihn folglich dauerhaft und, wie insbe-
sondere den Erwägungen betreffend den Wegweisungsvollzug zu entneh-
men sei, auch in Sicherheit möglich. Das Gesuch um Gewährung des vo-
rübergehenden Schutzes sei daher abzulehnen und die Wegweisung an-
zuordnen. Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich.
Der Beschwerdeführer habe zwar zu Recht auf die in Nigeria bestehenden
Spannungen ethnischer und konfessioneller Art hingewiesen. Im Bunde-
staat C._ wohnhaft gewesene Angehörige seien vor einigen Jahren
Opfer von Angriffen mutmasslicher «herdsmen» der Ethnie der Fulani ge-
worden. Er persönlich sei jedoch nicht Opfer derartiger Angriffe gewesen,
da er seit vielen Jahren in der im Bundesstaat B._ gelegenen
Grossstadt F._ gewohnt habe. Es handle sich bei ihm um einen un-
bescholtenen nigerianischen Bürger, der weder aufgrund seiner Ethnie als
(...) noch seiner Glaubenszugehörigkeit einer persönlichen und gezielten
Gefährdung im Sinne eines «real risk» ausgesetzt sei. Die nigerianischen
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Sicherheitskräfte würden entschlossen gegen ethnische und konfessio-
nelle Auseinandersetzungen vorgehen und die Behörden seien bemüht,
Spannungen abzubauen und eine Politik des Gleichgewichts zu praktizie-
ren. In diesem Licht betrachtet sei nicht davon auszugehen, dass dem Be-
schwerdeführer im Aufenthaltsstaat B._, im benachbarten
C._ oder in anderen Regionen Nigerias mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung
drohen würde. Des Weiteren herrsche in Nigeria keine landesweite Situa-
tion allgemeiner Gewalt, die einen Wegweisungsvollzug dorthin generell
unzumutbar machen würde, und aus heutiger Sicht würden auch keine in-
dividuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit sprechen. Der Beschwerdefüh-
rer, der viele Jahre in der Grossstadt F._ gelebt und dort einen er-
folgreichen Handel mit (...) betrieben habe, könne von seiner Berufserfah-
rung profitieren und wiederum etwa in den Handel, Kauf und Verkauf von
(...) oder (...) einsteigen und sich dadurch eine neue wirtschaftliche Basis
erarbeiten. Er sei noch immer jung, faktisch wieder ungebunden und ge-
sund und verfüge auch über ein Beziehungsnetz, wenn allenfalls auch nicht
in Nigeria, so doch im relativ nahegelegenen D._, wo auch seine
Söhne wohnhaft seien. Er habe weit über (...) Jahre seines Lebens in Ni-
geria verbracht und könne sich dort auch nach einer vier- bis fünfjährigen
Auslandsabwesenheit noch immer zurechtfinden, zumal er dort – anders
als hierzulande – die Sprache beherrsche, mit den landesüblichen Gege-
benheiten vertraut sei und über eine wirtschaftliche Ausgangsbasis ver-
füge. Er könne auch von Nigeria aus wieder in die Ukraine zurückkehren,
sollte sich dort eines Tages eine neue Aufenthaltsperspektive für ihn erge-
ben. Schliesslich sei der Vollzug auch möglich.
D.
D.a Mit Eingabe vom 30. Mai 2022 erhob der Beschwerdeführer durch die
rubrizierte Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.
Er beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und ihm vor-
übergehender Schutz zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur vollstän-
digen Feststellung des Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen. In ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er zudem um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses.
D.b Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, die vorinstanzli-
che Verfügung enthalte keine Ausführungen zur Auslegung der bundesrät-
lichen Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schut-
zes im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine vom 11. März 2022
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respektive zur Frage der Analogie zur entsprechenden Regelung und Pra-
xis der EU. Bei Gesuchen um vorübergehenden Schutz habe eine zwei-
stufige Prüfung zu erfolgen. Zunächst sei zu prüfen, ob die Person einer
Schutzgruppe angehöre, und wenn dies verneint werde, sei in einem zwei-
ten Schritt zu prüfen, ob andere Schutz-/Fluchtgründe und/oder Wegwei-
sungshindernisse vorliegen würden. Vorliegend habe das SEM sich bei der
Prüfung der Frage, ob er der Schutzgruppe nichtukrainischer Staatsbürger,
die nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zurückkehren
könnten, angehöre, nicht dazu geäussert, ob die Rückkehr nach Nigeria für
ihn sicher und dauerhaft möglich sei. Indem es die besagten Aspekte erst
bei der Beurteilung des Wegweisungsvollzugs abgehandelt habe, sei die
Frage seiner Zugehörigkeit zu der besagten Schutzgruppe unvollständig
geprüft worden. Nachdem die ethnischen und kulturellen Spannungen in
Nigeria seit Jahren andauern würden, könne nicht auf eine sichere Rück-
kehr dorthin geschlossen werden. Obschon die nigerianischen Behörden
sich bemühen würden, die Spannungen abzubauen, seien Angriffe, Gewalt
und Sachbeschädigungen an der Tagesordnung. Sein Vater und seine Brü-
der seien ums Leben gekommen, als deren Dorf von Fulani-Hirten in Brand
gesetzt worden sei, und seine Mutter sei kurze Zeit später verstorben.
Nachdem er in Nigeria keine Verwandten mehr gehabt habe, sei er nach
D._ und später in die Ukraine gegangen. Er sei daran gewesen,
einen ukrainischen Pass zu beantragen, als der Kriegsausbruch in der Uk-
raine ihn zur Flucht gedrängt habe. Nur weil er über einen nigerianischen
Pass verfüge, heisse dies auch nicht, dass er wieder dauerhaft in Nigeria
leben möchte. Dort sei ihm nichts geblieben und sein Lebensmittelpunkt
befinde sich heute in der Ukraine.
Zudem habe das SEM ihm durch die Anordnung der Wegweisung das
Recht verweigert, ein Asylgesuch einzureichen. Das SEM hätte nach der
Ablehnung des Gesuchs um vorübergehenden Schutz von Amtes wegen
ein Asylverfahren eröffnen müssen. Er habe sich mit der Stellung des Ge-
suchs um vorübergehenden Schutz eine grundsätzliche Schutzgewährung
in der Schweiz erhofft, sei es durch den Erhalt des Schutzstatus S oder die
Gewährung von Asyl. Mit der Einreichung eines Schutzersuchens müsse
logischerweise auch ein Asylverfahren zu laufen beginnen, zumal von einer
schutzsuchenden Person kaum erwartet werden könne, dass sie bei der
Gesuchseinreichung erkläre, gestützt auf welchen Gesetzesartikel sie
Schutz erhalten möchte. Es dürfte Sache der Behörden sein zu klären, ob
und welchen Schutz eine Person brauche. Er habe bei der Kurzbefragung
gesagt, aus persönlichen Gründen aus Nigeria ausgereist zu sein, und das
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SEM hätte danach für eine vollständige Abklärung des Sachverhalts sor-
gen, mithin die allgemeine Menschenrechtslage und politische Situation in
Nigeria sowie seine konkrete Gefährdungslage erheben müssen. Indem es
dies nicht getan habe, habe es die Untersuchungspflicht und damit seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 31. Mai 2022 den Eingang
der Beschwerde.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Juni 2022 stellte die Instruktionsrichterin
fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten dürfe. Sie hiess das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzich-
tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud sie die
Vorinstanz zur Vernehmlassung zur Beschwerde ein, wobei sie die Frist
dazu am 13. Juli 2022 auf Antrag des SEM hin neu bis zum 30. Juli 2022
ansetzte.
G.
In seiner Vernehmlassung vom 19. Juli 2022 beantragte das SEM die Ab-
weisung der Beschwerde. Der Ansicht des Beschwerdeführers, dass das
SEM sich bei der Auslegung des bundesrätlichen Beschlusses vom
11. März 2022 betreffend die Gruppen schutzberechtigter Personen an
analoge Beschlüsse der EU anlehnen müsse, könne nicht gefolgt werden.
Der bundesrätliche Beschluss sei eigenständig nach innerschweizerischen
Rechtsmassstäben auszulegen. Bei Drittstaatsangehörigen sei folglich zu
prüfen, ob eine Rückkehr in den Heimatstaat in Sicherheit und dauerhaft
möglich sei, und zwar mittels der Kriterien der Zulässigkeit, Zumutbarkeit
und Möglichkeit der Rückkehr. Für den Beschwerdeführer sei eine Rück-
kehr nach Nigeria in Sicherheit und dauerhaft möglich. Ein Automatismus,
wonach bei der Ablehnung eines Gesuchs um vorübergehenden Schutz
von Amtes wegen ein Asylverfahren zu eröffnen sei, wäre widersinnig,
würde dies doch zur faktischen Regelvermutung führen, dass bei jedem
Drittstaatsangehörigen von einer wahrscheinlichen Verfolgung durch die
heimatlichen Behörden auszugehen wäre, was offenkundig unzutreffend
sei. Zudem sei es einem Drittstaatsangehörigen ohnehin unbenommen, je-
derzeit ein Asylgesuch einzureichen. Es könne daher keine Rede davon
sein, dass dem vertretenen Beschwerdeführer das Recht zur Stellung ei-
nes Asylgesuchs verweigert würde.
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H.
Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2022 stellte die Instruktionsrichterin
dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zu und räumte ihm die Gele-
genheit zur Replik ein.
I.
In seiner Replik vom 8. August 2022 entgegnete der Beschwerdeführer im
Wesentlichen, dass er bei der Kurzbefragung gesagt habe, dass er nicht
nach Nigeria zurückkehren könne, weil er der einzige Überlebende seiner
Familie sei. Es seien somit Hinweise auf eine Verfolgung im Heimatstaat
vorgelegen und der Sachverhalt hätte im Rahmen eines Asylverfahrens
vollständig abgeklärt werden müssen. Zumindest hätte das SEM begrün-
den müssen, weshalb es nicht von einem Asylgesuch nach Art. 18 AsylG
(SR 142.31) ausgegangen sei. Sollte ihm kein vorübergehender Schutz
gewährt werden, sei die Sache daher zur vollständigen Sachverhaltserstel-
lung an das SEM zurückzuweisen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 72 i.V.m. Art. 105
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und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die
Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während ei-
nes Krieges oder Bürgerkrieges sowie in Situationen allgemeiner Gewalt,
vorübergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und
nach welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender
Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). Ehegatten von Schutzbedürfti-
gen und ihren minderjährigen Kindern wird gemäss Art. 71 Abs. 1 AsylG
vorübergehender Schutz gewährt, wenn sie gemeinsam um Schutz nach-
suchen und keine Ausschlussgründe nach Art. 73 AsylG vorliegen (Bst. a)
oder wenn die Familie durch Ereignisse nach Art. 4 AsylG getrennt wurde,
sich in der Schweiz vereinigen will und keine besonderen Gründe dage-
gensprechen (Bst. b).
3.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG
eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes
im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022
586). Gemäss Ziff. I dieser Allgemeinverfügung wird folgenden Personen-
kategorien vorübergehender Schutz in der Schweiz gewährt:
a) schutzsuchenden ukrainischen Staatsbürgerinnen und -bürgern und
ihren Familienangehörigen (Partnerinnen und Partner, minderjäh-
rige Kinder und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der
Flucht ganz oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem
24. Februar 2022 in der Ukraine wohnhaft waren;
b) schutzsuchenden Personen anderer Nationalität und Staatenlosen
gemäss Definition in Buchstabe a, welche vor dem 24. Februar 2022
einen internationalen oder nationalen Schutzstatus in der Ukraine
hatten;
c) Schutzsuchenden anderer Nationalität und Staatenlosen sowie ih-
ren Familienangehörigen gemäss Definition in Buchstabe a, welche
mit einer gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung be-
legen können, dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in
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der Ukraine verfügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre
Heimatländer zurückkehren können.
4.
4.1 Vorab ist zu prüfen, ob die verfahrensrechtlichen Rügen des Beschwer-
deführers, die Vorinstanz sei der Begründungs- und Untersuchungspflicht
ungenügend nachgekommen und habe dadurch sein rechtliches Gehör
verletzt, geeignet sind, eine Kassation der angefochtenen Verfügung her-
beizuführen.
4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26 - 33 VwVG kon-
kretisierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst alle Befugnisse, die
einer Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur
Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1).
Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur Sache zu
äussern. Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachauf-
klärung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht der Partei dar. Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-
troffenen tatsächlich zu hören, sorgfältig zu prüfen und in der Entscheid-
findung angemessen zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Der Un-
tersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Ver-
waltungs- respektive Asylverfahrens (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).
Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen, die für das
Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten
Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen.
Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher
und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wurde oder Beweise falsch
gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-
scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden. Die Be-
gründung muss so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung
ermöglicht. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von de-
nen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid
stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei-
standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
4.3 Der Beschwerdeführer monierte, das SEM habe bei der Beurteilung
seiner Zugehörigkeit zur Schutzkategorie c nicht geprüft, ob er in Sicher-
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heit und dauerhaft nach Nigeria zurückkehren könne, und damit die Be-
gründungspflicht verletzt. Diese Rüge geht fehl. Das SEM hat in seiner Ver-
fügung vom 28. April 2022 ausführlich dargelegt, weshalb es davon aus-
gehe, dass für den Beschwerdeführer eine dauerhafte und sichere Rück-
kehr nach Nigeria möglich sei (vgl. vorinstanzliche Verfügung Ziffer II/3.
i.V.m. Ziffer III). Dass es in Bezug auf das Element der Rückkehr in Sicher-
heit (auch) auf seine Ausführungen zur Zulässigkeit des Vollzugs der Weg-
weisung nach Nigeria verwiesen hat, wonach sich keine Anhaltspunkte da-
für ergeben hätten, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr
in sein Heimatland mit einer beachtlichen Wahrscheinlichkeit eine durch
Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe oder drohen könnte,
ist nicht zu beanstanden. Hinsichtlich des Hinweises in der Beschwerde
auf die Praxis der EU kann auf die Ausführungen des SEM in seiner Ver-
nehmlassung verwiesen werden.
4.4 Des Weiteren rügte der Beschwerdeführer, dass das SEM, wenn es
das Gesuch um vorübergehenden Schutz ablehne, von Amtes wegen ein
Asylverfahren hätte eröffnen müssen, um in dessen Rahmen den Sachver-
halt eingehender abzuklären. Auch diese Rüge vermag keine Kassation
des vorinstanzlichen Entscheids zu bewirken. Der Ansicht des Beschwer-
deführers, dass bei Einreichung eines Gesuchs um Gewährung vorüber-
gehenden Schutzes automatisch, auch ohne dass ein Asylgesuch gestellt
worden wäre, ein Asylverfahren durchzuführen sei, kann nicht gefolgt wer-
den. Aus den Materialien geht hervor, dass ein Verfahren dann als orden-
tliches Asylverfahren fortzusetzen sei, wenn das gestellte Gesuch nach
Art. 18 AsylG als Asylgesuch zu betrachten sei (vgl. BBl 1996 II 81). Der
Beschwerdeführer hat am 21. März 2022 ein Gesuch um Gewährung des
vorübergehenden Schutzes gestellt. Bei der Befragung vom 6. April 2022
wurde er aufgefordert, die Probleme, mit denen er in Nigeria vor der vor
vier oder fünf Jahren erfolgten Ausreise in die Ukraine konfrontiert gewe-
sen sei, zu schildern, und es wurde ihm Gelegenheit eingeräumt, die
Gründe darzulegen, die ihm zufolge eine sichere und dauerhafte Rückkehr
in seinen Heimatstaat in Frage stellen würden. Er gab dabei zu Protokoll,
dass er seit vielen Jahren in der Grossstadt F._ im Bundesstaat
B._ gelebt und gearbeitet habe, und anders als seine im Bundes-
staat C._ wohnhaft gewesenen Familienangehörigen selber nicht
Opfer von Angriffen mutmasslicher Fulani-Hirten geworden sei; er sei aus
Nigeria ausgereist, weil er dort keine Verwandten mehr gehabt habe. Nach-
dem auch im heutigen Zeitpunkt keine Verwandten in Nigeria leben würden
und er das Land generell als unsicher erachte, möchte er lieber in Europa
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bleiben. Konkrete Anhaltspunkte für eine potenziell asylrelevante Verfol-
gungsgefahr für ihn im Heimatstaat hat der Beschwerdeführer damit nicht
dargelegt. Auch auf Beschwerdeebene hat er nicht dargetan, dass er bei
einer heutigen Rückkehr nach Nigeria mit gezielten Verfolgungsmassnah-
men zu rechnen hätte. Es kann daher nicht geschlossen werden, dass der
Beschwerdeführer neben dem Gesuch um Gewährung des vorübergehen-
den Schutzes auch ein Asylgesuch (Art. 18 AsylG) gestellt hat. Das SEM
hat die besagten Vorbringen des Beschwerdeführers gehört und sich in
seinem Entscheid mit diesen auseinandergesetzt. Den Sachverhalt betref-
fend das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um Gewährung vorüber-
gehenden Schutzes hat das SEM in genügender Weise erstellt und es be-
stand – wie festgestellt – keine Grundlage für die Eröffnung eines Asylver-
fahrens. Für die Annahme, dass dem von Beginn des vorinstanzlichen Ver-
fahrens an vertretenen Beschwerdeführer die Einreichung eines Asylge-
suchs verweigert worden wäre, liegen keinerlei Anhaltspunkte vor. Allein
der Hinweis des Beschwerdeführers auf weiterhin bestehende ethnische
Spannungen in Nigeria kann nicht als Asylantrag gewertet werden.
4.5 Aufgrund des Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene
Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Der entsprechende (Eventual-)Antrag um Rück-
weisung ist daher abzuweisen.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer ist nicht ukrainischer Staatsangehöriger und es
liegen keine Hinweise dafür vor, dass seine Ehefrau, die ukrainisch-(...)
Doppelbürgerin sei, in der Schweiz ein Gesuch um Gewährung
vorübergehenden Schutzes gestellt hätte. Damit fällt die Anwendung von
Buchstabe a der Allgemeinverfügung vom 11. März 2022 ausser Betracht.
Sodann machte der Beschwerdeführer nicht geltend, in der Ukraine über
einen Schutzstatus zu verfügen, weshalb auch Buchstabe b der Allgemein-
verfügung keine Anwendung findet.
5.2 In Bezug auf die Anwendung von Buchstabe c der Allgemeinverfügung
vom 11. März 2022 ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in der Uk-
raine über eine gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt, aber das Bundes-
verwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit der Einschätzung des
SEM zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in Sicherheit und dauerhaft
in seinen Heimatstaat zurückkehren kann. Nigeria ist zwar insbesondere in
den nordöstlichen Bundesstaaten seit einiger Zeit von Gewaltakten vorwie-
gend radikal-islamistischer Gruppierungen betroffen. Abgesehen davon
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bietet die allgemeine Menschenrechtssituation in Nigeria zum heutigen
Zeitpunkt jedoch keinen konkreten Anlass zur Annahme, dem Beschwer-
deführer, der vor der 2017 oder 2018 erfolgten Ausreise seit vielen Jahren
in der im (...) Bundesstaat B._ gelegenen Grossstadt F._
gelebt habe, drohe bei einer heutigen Rückkehr persönlich eine gezielte
Gefährdung. Den Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der Be-
fragung vom 6. April 2022 und den Rechtsmitteleingaben ist auch sonst
nichts zu entnehmen, was eine sichere und dauerhafte Rückkehr in den
Heimatstaat in Frage stellen könnte.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die
Voraussetzungen der Gewährung des vorübergehenden Schutzes nicht er-
füllt und das SEM das entsprechende Gesuch zu Recht abgelehnt hat.
6.
Die Ablehnung des Gesuchs um Gewährung des vorübergehenden Schut-
zes hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 69
Abs. 4 AsylG). Da dem Beschwerdeführer vorliegend keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt wurde und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), steht die
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen
und wurde demnach von der Vorinstanz ebenfalls zu Recht angeordnet.
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Wegweisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Be-
weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.
BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
7.2.1 Der Beschwerdeführer hat in der Schweiz bislang kein Asylgesuch
gestellt (vgl. hierzu auch die vorstehenden Ausführungen unter E. 4.4.).
Den Akten sind keine Hinweise auf eine Verletzung des flüchtlingsrechtli-
chen Refoulement-Verbots (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1
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des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge
[FK, SR 0.142.30]) zu entnehmen. Sodann ergeben sich weder aus den
Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte da-
für, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine
Menschenrechtssituation in Nigeria lässt den Wegweisungsvollzug zum
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.
7.2.2 Der Vollzug erweist sich damit als zulässig.
7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht in Bezug auf Nigeria davon aus,
es herrsche keine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. etwa Urteile des
BVGer D-2832/2022 vom 7. Juli 2022 S. 8, E-4801/2020 vom 8. Juni 2021
E. 7.4 m.w.H.)
7.3.2 Es lassen auch keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefähr-
dung des Beschwerdeführers bei einer Rückkehr nach Nigeria schliessen.
Gesundheitliche Probleme wurden vom Beschwerdeführer weder geltend
gemacht noch sind solche aktenkundig. Seinen Angaben zufolge hat er vor
der Ausreise aus Nigeria in der im Bundesstaat B._ gelegenen
Grossstadt F._ gelebt und dort viele Jahre lang erfolgreich einen
Handel mit (...) betrieben. In der Ukraine habe er ebenfalls ein eigenes (...)
geführt. Auch wenn der Beschwerdeführer in Nigeria über kein verwandt-
schaftliches Netzwerk mehr verfügen sollte, darf angesichts seiner lang-
jähriger Berufserfahrung davon ausgegangen werden, dass er dort wieder
für seinen Lebensunterhalt wird aufkommen können.
7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), sollte er nicht über einen gültigen Reisepass verfügen. Der
Vollzug der Wegweisung ist folglich auch als möglich zu bezeichnen
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
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7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem ihm
aber die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ge-
währt wurde, ist von der Kostenerhebung abzusehen.
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