Decision ID: 1ed034bc-c482-4143-a8a3-94153e24ac4e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1982,
meldete sich am 21. April 2008 bei der Sozialver
sicherungsanstalt das Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Massnahmen/Rente) an (Urk. 10/
5
). Nach
beruflichen
und medizini
schen Abklärungen sprach die IV-Stelle der Versicherten m
it Verfügungen vom 7. Oktober 2010
(Urk. 10/57)
eine
vom 1. April 2007 bis am 31. Januar 2009 befristete ganze Rente sowie ab 1. Februar 2009 eine halbe Rente zu
.
1.2
Im Frühjahr 2013
leitete die IV-Stelle ein
amtliches Rentenr
evision
sverfahren
ein (Urk.
10
/59).
Die IV-Stelle holte Berichte bei den behandelnden Ärzten ein (Urk.
10
/62, Urk.
10
/68) und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk.
10
/60, Urk.
10
/
70
).
Am
12. Februar 2014
ersuchte die Versicherte um Durchführung von ber
uflichen Massnahmen (Urk.
10
/74)
. Mit Vorbescheid vom 3. April 2014
(Urk. 10/81) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Erhöhung der bisher ausgerichteten halben auf eine ganze Invalidenrente vom 1. Juni 2013 bis am 31. März 2014 sowie die erneute Herabsetzung auf eine halbe Rente ab dem 1. April 2014
in Aussicht
. Nachdem die Versicherte keine Ein
wände erhoben hatte, verfügte die IV-Stelle am 11. Juli 2014
wie angekündigt
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 27. August 2014 (Urk. 1) und ergänzender Eingabe vom 14. September 2014 (Urk. 5) Beschwerde und b
ean
tragte
sinngemäss
höhere Rentenleistungen ab dem 1. April 201
4.
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2014 (Urk. 9 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 10/1-100) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 27. Oktober 2014 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) kam in seiner Stellungnahme vom 9. Dezember 2013
(Urk. 10/79/3-4)
zum Schluss, gestützt auf die medizinischen Berichte sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin vom 21.
Febr
uar 2013 bis Ende Dezember 2013 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, seit dem 1. Januar 2014 für körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten jedoch wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Beurteilung des RAD folgend
erhöhte
die Beschwerdegegnerin
die der Beschwerdeführerin zuvor ausgerichtete halbe Rente für den Zeitraum vom
1. Juni 2013 (drei Monate nach Eintritt der Verschlechterung, Art. 88a Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung,
IVV)
bis Ende März 201
4
(drei Monate nach Eintritt der Verbesserung, Art. 88a Abs. 1 IVV) auf eine ganze Rente und sprach ihr ab dem 1. April 2014 wieder eine halbe Rente zu (Urk. 2).
1.2
D
ie Beschwerdeführerin
machte beschwerdeweise im Wesentlichen geltend
,
es sei ihr
aus gesundheitlichen Gründen nicht
möglich,
zu
einem Pensum von
50 %
zu
arbeiten (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3.
3.1
Dass
die Beschwerdegegnerin
– der Stellungnahme des RAD folgend -
ab Feb
ruar 2013 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist
(E. 1.1)
, gibt zu keinen Beanstandungen Anlass
:
Der Beschwerdeführerin,
bei welcher im Jahr 2005 ein
Synovialsarkom
diagnostiziert worden war,
wurden am 21. Februar 2013 sowie am 8. Mai 2013 mehrere Lungenmetastasen (beidseits) operativ entfernt (
Urk. 10/60/5,
Urk. 10/68/
6
)
und der behandelnde Arzt,
Prof. Dr.
med.
Y._
, Chefarzt der
Klinik für
Medizinische Onkologie
und Hämatologie
des
Z._
,
attestierte infolgedessen ab Februar 2013
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 10/60/9
, Urk. 10/68/2-3
, Urk. 10/70/2
)
.
3.2
Ob, wie
die Beschwerdegegnerin
annimmt,
ab J
anuar 2014 wieder eine 50
%ige Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit vorlag,
kann
nicht abschliessend fest
gestellt werden.
So hielt Dr.
Y._
mit
Bericht vom 11.
November
2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Urk. 10/68)
einzig dafür
, möglicherweise sei ab dem 1. Januar 2014
wieder eine behinderungsangepasste Tätigkeit während
täglich
4-5 Stunden möglich (Urk. 10/68/3).
Auch wenn die Beschwerdeführerin im Februar 2014 um Durchführung beruflicher Massnahmen ersuchte (Urk. 10/74) und am 24. März 2014 im Rahmen der Arbeitsvermittlung bestä
tigte, sich subjektiv eingliederungsfähig zu fühlen (Urk. 10/82), bleibt dennoch unklar,
ob die Arbeitsfähigkeit wie von Dr.
Y._
prognostiziert eintrat, zumal in den Akten noch
ein ärztliches Zeugnis von Dr.
Y._
vom 28. Januar 2014 (Urk. 10/76)
liegt
,
mit welchem er
ab dem 1. Januar 2014 bis Ende Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestierte. Dürfen die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind und genügt die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts den Beweisanforderungen
nicht
(
BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3),
so ist eine gesund
heitliche Verbesserung, wie von der Beschwerdegegnerin dem angefochtenen Entscheid zugrunde gelegt, nicht
rechtsgenüglich
ausgewiesen, weshalb
vorlie
gend weitere Abklärungen angezeigt
sind
.
Die Sache ist daher für ergänzende Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird
die Arbeitsfähigkeit de
r Beschwerdeführerin
für die Zeit
ab
dem
1. Januar 2014
abzuklären haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde in Aufhebung der Verfügung vom 11. Juli 2014 gutzuheissen.
4
.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 6
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).