Decision ID: 26d95cdb-3cf0-4aa9-a756-32b0be1c2039
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ reiste am (...) in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein
Asylgesuch. Da Zweifel an der von A._ geltend gemachten Herkunft
(Tibet) bestanden, liess das Staatssekretariat für Migration SEM (damals
noch Bundesamt für Migration BFM) eine Sprach- und Herkunftsanalyse
(sog. LINGUA-Analyse) erstellen. Gestützt auf ein telefonisches Interview
kam die sachverständige Person mit dem Pseudonym (...) in ihrem Bericht
vom (...) (nachfolgend: LINGUA-Analyse) zum Schluss, dass A._
sehr wahrscheinlich nicht in der von ihr behaupteten Gemeinde sozialisiert
worden sei, sondern in der exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der
Volksrepublik China. Im Rahmen der Anhörung vom 3. Juni 2014 wurde
A._ das rechtliche Gehör zur LINGUA-Analyse gewährt.
Mit Verfügung vom 4. Juni 2014 lehnte das SEM das Asylgesuch von
A._ ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den
Vollzug der Wegweisung an, verbunden mit der Einschränkung, der Vollzug
der Wegweisung in die Volksrepublik China werde ausgeschlossen. Die
dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit
Urteil D-3754/2014 vom 26. März 2015 ab.
B.
Am 8. März 2021 ersuchte A._ das SEM um vollständige Einsicht
in die Akten ihres Asylverfahrens, insbesondere in die LINGUA-Analyse.
C.
Mit Verfügung vom 19. März 2021 hiess das SEM das Einsichtsgesuch
teilweise gut, verweigerte jedoch die Einsicht u.a. in die LINGUA-Analyse.
Zur Begründung führte es aus, die LINGUA-Analyse würde Angaben ent-
halten, an deren Geheimhaltung ein wesentliches öffentliches Interesse
bestehe. Der wesentliche Inhalt der Analyse sei ihr im Rahmen der Anhö-
rung vom 3. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht worden und sie habe Gele-
genheit erhalten, sich dazu zu äussern. Mit Schreiben vom 11. September
2020 sei ihr zudem der anonymisierte Werdegang der sachverständigen
Person zugestellt worden.
D.
Gegen diese Verfügung des SEM (nachfolgend: Vorinstanz) liess
A._ mit Eingabe vom 21. April 2021 Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei
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aufzuheben und ihr Einsicht in die LINGUA-Analyse zu gewähren. In pro-
zessualer Hinsicht ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2021 hiess das Bundesverwaltung das
Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege gut.
F.
In ihrer Vernehmlassung vom 3. September 2021 schliesst die Vorinstanz
auf Abweisung der Beschwerde.
G.
Die Beschwerdeführerin hält in ihren Schlussbemerkungen vom 28. Okto-
ber 2021 an ihren Anträgen und Standpunkten fest.
H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im
Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember
1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)
erlassen wurde. Nachdem keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor-
liegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig (Art. 31 VGG).
Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts ande-
res bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-
ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung, mit welcher ihr die
Einsicht in die LINGUA-Analyse verweigert wurde, sowohl formell als auch
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materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48
Abs. 1 VwVG).
1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1
VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-
schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er-
messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Es
wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der
Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht. Sie habe in ihrem Akteneinsichtsgesuch explizit eine Verlet-
zung von Art. 8 des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 19. Juni
1992 (DSG, SR 235.1) geltend gemacht. Die Vorinstanz sei darauf nicht
eingegangen, sondern habe lediglich auf die gesetzlichen Bestimmungen
des VwVG verwiesen. Der alleinige Verweis auf das Bestehen von wesent-
lichen öffentlichen Interessen an der Geheimhaltung der LINGUA-Analyse
genüge der Begründungspflicht offensichtlich nicht. Vielmehr müsse dar-
gelegt werden, aus welchen Gründen die Interessenabwägung zwischen
ihrem Anspruch auf Einsicht und den entgegenstehenden öffentlichen In-
teressen zur Einschränkung des Auskunftsrechts führe.
3.2 Die Vorinstanz führt hierzu aus, der Beschwerdeführerin sei beizu-
pflichten, dass in der angefochtenen Verfügung fälschlicherweise lediglich
auf die Bestimmungen des VwVG verwiesen worden sei und dies für eine
Geheimhaltung der LINGUA-Analyse nicht genüge. Ob ein Verweigerungs-
grund vorliege, müsse im Einzelfall konkret geprüft werden, sei vorliegend
aber zu bejahen.
3.3 Nach der Rechtsprechung folgt die Begründungspflicht aus dem ver-
fassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29
Abs. 2 BV und ergibt sich für das Verfahren vor Bundesverwaltungsbehör-
den unmittelbar aus Art. 35 Abs. 1 VwVG (BGE 138 I 232 E. 5.1 mit Hin-
weisen auf die Rechtsprechung; Urteil des BGer 2A.587/2003 vom 1. Ok-
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tober 2004 E. 10.2). Die Begründung einer Verfügung entspricht den An-
forderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die
Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und
sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen.
Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der
Parteien zu äussern. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid we-
sentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist,
von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess (BGE 141 III 28
E. 3.2.4, 140 II 262 E. 6.2 und 136 I 229 E. 5.2).
Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich dazu, dass im
Beschwerdeverfahren der formell mangelhafte Entscheid der Vorinstanz
aufgehoben wird. Das Bundesgericht lässt es jedoch zu, Verfahrensfehler
wie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Rechtsmittel-
verfahren zu heilen bzw. die unterbliebene Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs nachzuholen. Dies setzt voraus, dass die Verletzung nicht besonders
schwer wiegt und der Betroffene die Möglichkeit hat, sich vor einer Be-
schwerdeinstanz zu äussern, die zur freien Prüfung aller Sachverhalts- und
Rechtsfragen berechtigt ist. Des Weiteren dürfen dem Betroffenen durch
die Heilung keine unzumutbaren Nachteile entstehen. Unter dieser Voraus-
setzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst
bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge-
hör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2;
Urteil des BGer 2C_856/2013 vom 10. Februar 2014 E. 3.2; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 3.110 ff.).
Der nachträglichen Gewährung des rechtlichen Gehörs zugänglich sind
insbesondere Verstösse gegen die Begründungspflicht. Hierzu ist das Ver-
säumte im Rechtsmittelverfahren nachzuholen, indem entweder die
Vorinstanz eine genügende Begründung nachschiebt, etwa in ihrer Ver-
nehmlassung, oder aber die Rechtsmittelinstanz der beschwerdeführen-
den Partei vor Erlass ihres Entscheids Gelegenheit einräumt, zu der in Aus-
sicht genommenen Begründung Stellung zu nehmen (BGE 125 I 209 E. 9a;
Urteil des BGer 2C_762/2011 vom 15. Juni 2012 E. 4.1; BVGE 2012/24
E. 3.4; vgl. auch RENÉ WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach Art. 29
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Abs. 2 BV und die Heilung bei Verletzung, in: Schweizerisches Zentralblatt
für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl], 2010, S. 502).
3.4 Eine Verletzung der Begründungspflicht wird von der Vorinstanz zu
Recht nicht bestritten. Der blosse Hinweis darauf, dass an der Geheimhal-
tung der LINGUA-Analyse ein wesentliches öffentliches Interesse im Sinne
von Art. 27 Abs. 1 VwVG bestehe, genügt den Anforderungen von Art. 29
Abs. 2 BV nicht. Es muss vielmehr dargelegt werden, aus welchen Grün-
den die Güterabwägung zwischen dem Anspruch der Beschwerdeführerin
auf Einsicht und den entgegenstehenden Interessen zum betreffenden Er-
gebnis führt (vgl. Urteil des BVGer A-3764/2008 vom 18. Dezember 2008
E. 8.2). Die Vorinstanz hat das Versäumte jedoch in ihrer Vernehmlassung
nachgeholt und eingehend dargelegt, weshalb die Einsicht in die LINGUA-
Analyse aufgrund überwiegender öffentlicher Interessen (Art. 9 Abs. 2
Bst. a DSG) und überwiegender Interessen Dritter (Art. 9 Abs. 1 Bst. b
DSG) zu verweigern sei. Da die Beschwerdeführerin hierzu in ihren
Schlussbemerkungen Stellung nehmen konnte und das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden mit voller Kognition überprüft (vgl. vorstehend
E. 2), ist der ursprüngliche Mangel in der Begründung als geheilt anzuse-
hen, zumal auch nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschwerdeführerin
dadurch ein unzumutbarer Nachteil entstehen könnte.
4.
4.1 Die LINGUA-Analyse wurde im bereits abgeschlossenen Asylverfahren
erstellt. Nach abgeschlossenem Asylverfahren sind die Bestimmungen des
DSG uneingeschränkt anwendbar und gehen den Regeln von Art. 26–28
VwVG, die das Akteneinsichtsrecht während des materiellen Verfahrens
regeln, vor (vgl. Urteile des BVGer 3764/2008 vom 18. Dezember 2008
E. 6.1 und A-1711/2007 vom 8. November 2007 E. 3). Die Beschwerdefüh-
rerin stützt ihr Einsichtsgesuch daher folgerichtig auf das DSG.
4.2 Gemäss Art. 8 DSG kann jede Person von der Inhaberin einer Daten-
sammlung Auskunft darüber verlangen, ob Daten über sie bearbeitet wer-
den (Abs. 1). Die Auskunft ist in der Regel schriftlich, in Form eines Aus-
drucks oder einer Fotokopie zu erteilen (Abs. 5).
4.3 Das Auskunftsrecht gilt nicht uneingeschränkt. Nach Art. 9 Abs. 1 DSG
kann der Inhaber der Datensammlung die Auskunft verweigern, einschrän-
ken oder aufschieben, soweit ein Gesetz im formellen Sinn dies vorsieht
(Bst. a) oder es wegen überwiegender Interessen Dritter erforderlich ist
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(Bst. b). Ein Bundesorgan kann dies ausserdem tun, soweit es wegen über-
wiegender öffentlicher Interessen, insbesondere der inneren oder äusse-
ren Sicherheit der Eidgenossenschaft, erforderlich ist (Art. 9 Abs. 2 Bst. a
DSG) oder die Auskunft den Zweck einer Strafuntersuchung oder eines
andern Untersuchungsverfahrens in Frage stellt (Art. 9 Abs. 2 Bst. b DSG).
Eine Einschränkung des Auskunftsrechts muss in jedem Fall verhältnis-
mässig sein. Angesichts der grossen Bedeutung des Auskunftsrechts für
den Datenschutz ist die Auskunftsverweigerung auf das zeitlich und sach-
lich unbedingt Notwendige zu begrenzen (BGE 147 II 408 E. 2.3 und 125
II 473 E. 4c).
4.4 Obschon die Geltendmachung des Auskunftsrechts nach Art. 8 DSG
grundsätzlich keinen Interessennachweis voraussetzt, kann die nach Art. 9
DSG gebotene Abwägung der gegenseitigen Interessen erfordern, dass
der um Auskunft Ersuchende seine Interessen darlegt (BGE 138 III 425
E. 5.4; Urteile des BVGer A-6603/2013 vom 1. Oktober 2014 E. 5.2.2 und
A-5176/2012 vom 28. Februar 2013 E. 3.3).
5.
Die LINGUA-Analyse beinhaltet ohne Zweifel Personendaten der Be-
schwerdeführerin im Sinne des DSG (vgl. zum Begriff Art. 3 Bst. a DSG).
So enthält sie Informationen betreffend die sprachlichen, geschichtlichen,
geographischen und politischen Kenntnisse der Beschwerdeführerin über
ihr angebliches Herkunftsland. Die Beschwerdeführerin hat deshalb ge-
stützt auf Art. 8 DSG grundsätzlich Anspruch auf Einsicht in dieses Akten-
stück. Das ist unbestritten. Streitig und nachfolgend zu prüfen gilt es hin-
gegen, ob die Vorinstanz die Einsicht gestützt auf Art. 9 DSG zu Recht
verweigerte. Hierfür ist das Interesse der Beschwerdeführerin an der Ein-
sicht gegenüber dem Interesse der Vorinstanz an der Geheimhaltung ab-
zuwägen.
5.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei davon auszugehen, dass die
in der LINGUA-Analyse enthaltenen Personendaten falsch seien, weshalb
ihr gestützt auf Art. 5 Abs. 2 DSG ein Anspruch auf deren Berichtigung zu-
komme. In einem von einer Gruppe von Tibetologie-Professorinnen und -
Professoren sowie Lehrbeauftragten an Universitäten in Bern, Leipzig und
Paris erstellten Bericht werde auf massive fachliche und qualitative Mängel
in LINGUA-Analysen aufmerksam gemacht. Insbesondere Analysen der
sachverständigen Person (...) würden wissenschaftlichen Ansprüchen in
keiner Weise standhalten. Die Expertinnen und Experten würden sogar
noch weiter gehen und sagen, dass diese sachverständige Person auf dem
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Seite 8
Forschungsstand der achtziger Jahre stehen geblieben sei. Es sei davon
auszugehen, dass es sich beim publik gewordenen Fall um keinen Einzel-
fall handle und auch ihre Begutachtung höchstwahrscheinlich mangelhaft
sei. Um ihrem Anspruch auf Berichtigung allenfalls falscher Daten gerecht
zu werden, sei die Gewährung des Auskunftsrechts im Sinne von Art. 8
DSG und damit die vollständige Offenlegung der LINGUA-Analyse unab-
dingbar. Es bestehe kein überwiegendes öffentliches Interesse an der Ge-
heimhaltung. Das Argument, wonach sich Asylsuchende mittels der Ana-
lyse auf ihre Gespräche vorbereiten könnten, sei vorliegend nicht einschlä-
gig. Andernfalls müsste dies für fast alle Unterlagen des Asylverfahrens
gelten, insbesondere auch für die Befragung zur Person. Diese diene
ebenfalls der Erhebung von Informationen über das Leben, die Identität
und die Fluchtgründe und werde als wesentliche Entscheidungsgrundlage
zur Beurteilung der Asylwürdigkeit herangezogen. Auch sei der Auffassung
der Vorinstanz, die Offenlegung der LINGUA-Analyse würde einen Lernef-
fekt in Bezug auf landeskundliche und sprachliche Aspekte ermöglichen,
zu widersprechen. Landeskundliche Aspekte könnten mittels Internet und
Erfahrungsberichten von Einheimischen vorbereitet werden. Darüber hin-
aus könne die betroffene Person schon beim Telefoninterview oder beim
erneuten Anhören des aufgezeichneten Interviews die gestellten Fragen
notieren und diese Notizen anderen Betroffenen zur Verfügung stellen. Es
sei auch möglich, dass andere Asylbewerber das Telefoninterview mithör-
ten. Die Geheimhaltung vermöge daher einen Lerneffekt nicht zu verhin-
dern. Auch hinsichtlich der sprachlichen Aspekte sei ein Lerneffekt nahezu
ausgeschlossen, da die Merkmale eines Sprachgebiets nicht allgemeiner,
sondern individueller Natur seien. Es würde einer erheblichen Sprachbe-
gabung bedürfen, seinen Akzent entsprechend zu modifizieren, sich alle
Merkmale einzuprägen und diese in der Alltagssprache allgemein anzu-
wenden. Personen könnten ihr sprachliches Profil zudem durch das Hören
von lokalen Medien oder durch direkten Kontakt mit Muttersprachlern un-
bewusst verändern. Schliesslich sei es möglich, in einer bestimmten Re-
gion sozialisiert zu werden, ohne deren sprachliche Besonderheiten zu er-
werben. Aber selbst wenn ein öffentliches Interesse an der Geheimhaltung
bestehen sollte, würde dieses das erwähnte private Interesse an der Of-
fenlegung nicht überwiegen. Auch wesentliche Interessen von Drittperso-
nen seien nicht ersichtlich, da weder die Offenlegung des Namens gefor-
dert werde, noch sich die Identität dieser Person aus der LINGUA-Analyse
ergebe. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die von der sachverständigen
Person gestellten Fragen zur Herkunftsregion der Beschwerdeführerin Auf-
schluss über die Identität der sachverständigen Person geben sollte. Es
sei zudem durchaus möglich, dass jemand die sachverständige Person
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über das von der Vorinstanz herausgegebene Informationsschreiben zu
deren Werdegang und Qualifikation identifizieren könne. Allfällige geheime
Informationen betreffend die sachverständige Person könnten ansonsten
problemlos geschwärzt werden.
5.2 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung hierzu aus, das in den
Schlussfolgerungen in LINGUA-Analysen enthaltene Expertenwissen er-
mögliche einen Lerneffekt in Bezug auf landeskundliche und auch sprach-
liche Aspekte. Es sei auch für Laien möglich, in LINGUA-Analysen ge-
nannte sprachliche Formen im Hinblick auf ein LINGUA-Interview zu ler-
nen. Das würde – selbst wenn angelernte Formen nicht konsistent verwen-
det würden – die Analyse verfälschen und künftige Abklärungen erschwe-
ren. Nach der noch heute gültigen Rechtsprechung sei eine LINGUA-Ana-
lyse deshalb als vertraulich zu klassifizieren und dürfe keinesfalls vollstän-
dig veröffentlicht werden. LINGUA-Analysen würden sich stark von sonsti-
gen Unterlagen aus dem Asylverfahren (z.B. der Befragung zur Person)
unterscheiden, aus denen zwar die gestellten Fragen zur Herkunftsregion,
nicht aber die korrekten Antworten oder spezifische sprachliche Formen
ersichtlich seien. Bei Offenlegung der LINGUA-Analyse könne sodann die
Sicherheit der sachverständigen Person nicht garantiert werden. Es be-
stehe die realistische Möglichkeit, dass die sachverständige Person auf-
grund ihrer verfassten LINGUA-Analyse identifiziert werden könne. Dieser
Aspekt sei gerade angesichts der aktuellen Debatte um die sachverstän-
dige Person (...), an deren Neutralität und Qualifikation nicht zu zweifeln
sei, nicht zu unterschätzen. Bei einer Identifikation sei nicht nur mit einem
Reputationsverlust und beruflichen Einschränkungen zu rechnen. Auch
konkrete Drohungen gegen die sachverständige Person und ihr Umfeld
könnten nicht ausgeschlossen werden. Für viele relevante Herkunftsspra-
chen gebe es nur sehr wenige Spezialisten. Das gelte auch für das Tibeti-
sche. Spezialisten seien oft miteinander bekannt und für jemanden, der
sich auskenne, sei es durchaus möglich, anhand der Argumentation, dem
wissenschaftlichen Fokus sowie weiterer inhaltlicher und formaler Merk-
male auf die Identität der hinter einem Pseudonym stehenden Person zu
schliessen. Dieses Risiko sei real und könne nicht mit einer Schwärzung
bestimmter Passagen eliminiert werden.
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich wiederholt mit der Einsicht-
nahme in LINGUA-Analysen gestützt auf Art. 26 ff. VwVG und Art. 8 DSG
auseinandergesetzt. Nach dessen konstanter Rechtsprechung stehen der
vollumfänglichen Einsicht in die LINGUA-Analyse sowie einer vollumfäng-
lichen Offenlegung des Fragenkatalogs und der korrekten Antworten auf
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die jeweiligen Fragen samt den entsprechenden Quellen überwiegende öf-
fentliche und private Geheimhaltungsinteressen entgegen. Das öffentliche
Interesse besteht namentlich in der Verhinderung der missbräuchlichen
Weiterverbreitung des Fragenkatalogs und der Verhinderung eines Lernef-
fektes, wodurch ähnliche Abklärungen in zukünftigen Verfahren erschwert
oder verunmöglicht würden, zumal der Analysebericht regelmässig neben
den gestellten Fragen und den entsprechenden Antworten der asylsuchen-
den Person auch weitergehende Ausführungen beinhaltet (z.B. die korrek-
ten Antworten oder Hinweise, weshalb die asylsuchende Person eine kor-
rekte Antwort hätte kennen müssen). Das private schützenswerte Interesse
an einer Geheimhaltung liegt insbesondere im Sicherheitsanspruch des
Sachverständigen (vgl. BVGE 2015/10 E. 5.1; Urteile des BVGer
D-3988/2019 vom 9. Juni 2020 E. 3.4.1, D-4327/2015 vom 5. September
2016 E. 6.9.2, E-6681/2013 vom 11. Februar 2015 E. 5.2, A-3181/2008
vom 8. Juli 2008 E. 3 und A-1711/2007 vom 8. November 2007 E. 6; so
auch bereits EMARK 1999/20 E. 3 und EMARK 1998/34 E. 9b). In gleicher
Weise hielt auch das Bundesgericht fest, dass Informationen wie der Fra-
genkatalog zu allgemeinen Kenntnissen über die Herkunftsregion oder die
Beschreibung der als ausschlaggebend erachteten Sprachmerkmale von
anderen Asylsuchenden missbraucht werden könnten, um die Identifizie-
rung ihrer Herkunft zu erschweren. Die Gefahr einer Weitergabe und eines
Lerneffekts könne daher nicht ausgeschlossen werden, wenn ein vollstän-
diger Zugang zu den LINGUA-Analysen gewährt werde (Urteil des BGer
1A.279/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2.2 und 2.3). Die Rechtsprechung hat
sodann Mindeststandards definiert, denen die Akteneinsicht betreffend
LINGUA-Analysen zu genügen hat. So ist der betroffenen Person vom we-
sentlichen Inhalt der Analyse Kenntnis zu geben. Dazu muss die Behörde
in zusammenfassender Weise die von der Fachperson gestellten Fragen
und den wesentlichen Inhalt der darauf erhaltenen Antworten offenlegen
(BVGE 2015/10 E. 5.1; Urteile des BVGer D-3988/2019 vom 9. Juni 2020
E. 3.4.1 und D-4327/2015 vom 5. September 2016 E. 6.9.2).
5.4 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht – auch unter Berücksichti-
gung der Vorbringen der Beschwerdeführerin – kein Anlass, von dieser ge-
festigten Rechtsprechung abzuweichen. Auch wenn landeskundliche As-
pekte mittels Internet oder anderen Quellen bis zu einem gewissen Grad
vorbereitet werden können, so würde die vollständige Offenlegung der LIN-
GUA-Analyse doch eine gezieltere Vorbereitung ermöglichen und aufgrund
des Lerneffektes und der Bekanntgabe der Analysemethodik ähnliche Ab-
klärungen in zukünftigen Verfahren erschweren. Dieselbe Argumentation
vermochte denn auch das Bundesgericht im bereits erwähnten Urteil
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1A.279/2006 nicht zu überzeugen. Was den Fragenkatalog anbelangt, so
wäre es zwar möglich, die Fragen beim Interview oder beim erneuten An-
hören des Interviews zu notieren und den Fragenkatalog insofern selbst zu
erstellen. Allerdings ist davon auszugehen, dass der hierfür erforderliche
Aufwand eine Verbreitung des Fragenkatalogs zumindest eindämmt. Die
Beschwerdeführerin führt denn auch selbst aus, dass das Transkribieren
des fast 60-minütigen Interviews nicht verlangt werden könne. Auch das
mögliche Mithören des Interviews durch andere Asylbewerber hat nicht
denselben Lerneffekt zur Folge wie die schriftliche Weitergabe des konkre-
ten Fragenkatalogs. Schliesslich ist betreffend den Lerneffekt von sprach-
lichen Aspekten der Vorinstanz zuzustimmen. Selbst eine nicht konsistente
Verwendung der aufgrund der Offenlegung angelernten Sprachmerkmale
ist geeignet, die Analyse zu verfälschen und die Identifizierung der Herkunft
zu erschweren. Der vollumfänglichen Einsicht in die LINGUA-Analyse ste-
hen daher gewichtige öffentliche Interessen entgegen. Diese überwiegen
das Interesse der Beschwerdeführerin an der Offenlegung. Dabei ist ins-
besondere zu berücksichtigen, dass das Asylverfahren bereits abgeschlos-
sen ist. Das Interesse der Beschwerdeführerin erschöpft sich in einer all-
fälligen Berichtigung unrichtiger Personendaten in der LINGUA-Analyse.
Ein darüberhinausgehendes Interesse macht sie nicht geltend und ist auch
nicht ersichtlich. Bei diesem Ergebnis ist unerheblich, ob der beantragten
Einsichtnahme auch noch Interessen Dritter, namentlich der sachverstän-
digen Person (...), entgegenstehen und ob diese Interessen durch Schwär-
zung bestimmter Passagen gewahrt werden können.
5.5 Als Zwischenfazit kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz
die (vollumfängliche) Einsicht in die LINGUA-Analyse bzw. deren Offenle-
gung aufgrund überwiegender öffentlicher Geheimhaltungsinteressen zu
Recht verweigert hat.
Zu klären bleibt allerdings, ob und allenfalls inwieweit die Vorinstanz der
Beschwerdeführerin zumindest teilweise hätte Einsicht gewähren bzw.
Auskunft erteilen müssen, muss eine Einschränkung des Auskunftsrechts
doch stets auch verhältnismässig sein (vgl. vorstehend E. 4.3).
5.6
5.6.1 Die Beschwerdeführerin verlangt in ihrer Beschwerde, ihr sei gege-
benenfalls Einsicht unter Schwärzung der geheim zu haltenden Informati-
onen zu gewähren. In ihren Schlussbemerkungen wiederum macht sie gel-
tend, ihr seien die von der sachverständigen Person gestellten Fragen, der
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wesentliche Inhalt der darauf gegebenen Antworten sowie die weiteren in
den Akten enthaltenen Beweiselemente, auf welche sich die sachverstän-
dige Person gestützt habe, bekannt zu geben. Die Vorinstanz habe im Asyl-
verfahren ihr rechtliches Gehör verletzt, da ihr der Inhalt der LINGUA-Ana-
lyse nicht in genügender Weise mitgeteilt worden sei. Ihr seien eine "kleine
Zusammenfassung", mithin drei Beispiele, sowie das Fazit der Analyse be-
kannt gegeben worden. Von einer Bekanntgabe des wesentlichen Inhalts
könne nicht gesprochen werden. Sodann sei sie erst an der Anhörung vom
3. Juni 2014 über die Möglichkeit aufgeklärt worden, das aufgezeichnete
Telefongespräch nochmals anhören zu können. Ein solches Anhören sei
nicht ausreichend, um die Mängel der Analyse abschliessend beurteilen
und rügen zu können. Eine sinnvolle materielle Stellungnahme sei nicht
möglich gewesen.
5.6.2 Die Vorinstanz hält dem entgegen, dem Auskunftsinteresse der Be-
schwerdeführerin sei im Rahmen des Asylverfahrens Genüge getan wor-
den. Ihr sei im Rahmen der Anhörung vom 3. Juni 2014 das rechtliche Ge-
hör zur LINGUA-Analyse gewährt worden. Einer asylsuchenden Person
würden ein anonymisierter Lebenslauf der sachverständigen Person sowie
eine Zusammenfassung der Resultate der Analyse vorgelegt. Zudem habe
die Person das Recht, ihr Interview anzuhören.
5.6.3 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Frage, ob der Beschwer-
deführerin im Asylverfahren das rechtliche Gehör zur LINGUA-Analyse in
genügender Weise gewährt wurde, nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens bilden kann. Eine solche Rüge hätte die Beschwerdeführerin
im asylrechtlichen Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt vorbringen müssen. Das datenschutzrechtliche Verfahren dient nicht
dazu, im Asylverfahren nicht geltend gemachte Rechte nachträglich zu be-
antragen (Urteil des BVGer A-3764/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 7.2).
Auf diese Rüge ist daher nicht weiter einzugehen. Der Vollständigkeit hal-
ber kann aber festgehalten werden, dass das Bundesverwaltungsgericht
keine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Asylverfahren feststellte (vgl.
Urteil des BVGer D-3754/2014 vom 26. März 2015).
5.6.4 Die Beschwerdeführerin wurde im Rahmen des Asylverfahrens an-
lässlich ihrer Anhörung vom 3. Juni 2014 von der Vorinstanz über den In-
halt der LINGUA-Analyse informiert. Im Urteil des Bundesverwaltungsge-
richt D-3754/2014 vom 26. März 2015 wurde festgehalten, der Beschwer-
deführerin sei von der Vorinstanz Folgendes mitgeteilt worden:
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Seite 13
"Sie habe insgesamt keine hinreichenden Kenntnisse im landeskundlich-kultu-
rellen Bereich nachweisen können, um eine vollumfängliche Sozialisation im
tibetischen Gebiet von X._ annehmen zu können. Die nachgewiesenen
Kenntnisse entsprächen nicht vollumfänglich dem, was man von einer einhei-
mischen Person im entsprechenden Alter und ihrem sozialen, ethnischen Tä-
tigkeitshintergrund erwarten könne. Beispielsweise habe sie den Weg zur
Kreisstadt X._ nicht gekannt, den wichtigsten Pass in der Nähe ihrer
Gemeinde nicht erwähnt. Sie habe zwar zwei kleinere Pässe in der Nähe ihres
Dorfes erwähnt; diese hätten indessen offiziell nicht gefunden werden können.
Zudem träfen ihre Angaben zum Fluss in der Nähe ihres Wohnortes nicht zu.
Weiter habe sie die Namen der wichtigsten Klöster in ihrem Kreis nicht gekannt.
Das Gegenteil wäre indessen angesichts der Bedeutung dieser Klöster zu er-
warten gewesen. Schliesslich habe sie nicht gewusst, was ein eingetragener
ständiger Wohnsitz (Tibetisch: [...]) sei. Die Stückelung des O._ habe
sie grösstenteils korrekt angeben können. Demgegenüber seien die Angaben
zum P._ (Währungseinheit unter dem O._) nicht korrekt ausge-
fallen. Sie habe gesagt, P._ existiere nur als Hartgeld, doch gebe es
P._ heutzutage nur noch in Form von Noten. Die sprachliche Analyse
habe ergeben, dass sie viele Laute verwendet habe, welche in dem von ihr
angeblich gesprochenen Y._-Dialekt nicht vorkämen, sondern vielmehr
typisch seien für die Sprache der Exiltibeter. Hingegen fehlten typische Aspekte
des Y._-Dialektes in ihrem Sprachgebrauch. Die Analyse komme des-
halb zum Schluss, die Beschwerdeführerin spreche nicht den Y._-Dia-
lekt, sondern einen zentral-exiltibetischen. Es müsse deshalb davon ausgegan-
gen werden, sie sei nicht in der geltend gemachten Gemeinde sozialisiert wor-
den. Dieses Ergebnis werde auch durch die oben erwähnten landeskundlichen
Kenntnisse gestützt."
Damit wurde der Beschwerdeführerin der wesentliche Inhalt der LINGUA-
Analyse mitgeteilt. Zudem konnte die Beschwerdeführerin das der LIN-
GUA-Analyse zugrundeliegende Telefoninterview nachträglich anhören.
Dadurch konnte sie im Nachgang zum Interview nochmals von den ihr ge-
stellten Fragen und den von ihr gegebenen Antworten Kenntnis nehmen.
Insgesamt erhielt die Beschwerdeführerin damit – unter Berücksichtigung
der erwähnten öffentlichen Geheimhaltungsinteressen – in genügender
Weise Auskunft über die in der LINGUA-Analyse erfolgte Datenbearbei-
tung und die von der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung de-
finierten Grundsätze betreffend die Akteneinsicht bei LINGUA-Analysen
(vgl. dazu vorstehend E. 5.3) wurden eingehalten. Die Einschränkung des
Auskunftsrechts erweist sich somit als verhältnismässig. Wie aus dem Ur-
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teil des Bundesverwaltungsgericht D-3754/2014 vom 26. März 2015 her-
vorgeht, war die Beschwerdeführerin durch die erhaltene Auskunft durch-
aus in der Lage, um zur LINGUA-Analyse Stellung zu nehmen und ihre
Einwände dagegen anzubringen. Weder rügte sie im damaligen Verfahren
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, noch machte sie geltend, eine
sinnvolle Stellungnahme sei aufgrund ungenügender Auskunft nicht mög-
lich.
Daraus folgt, dass die Vorinstanz nicht gehalten war, der Beschwerdefüh-
rerin auf deren Ersuchen hin weitergehend Auskunft über den Inhalt der
LINGUA-Analyse zu erteilen. Die angefochtene Verfügung erweist sich so-
mit als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Es bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdever-
fahrens zu befinden.
6.1 Verfahrenskosten sind weder der unterliegenden Beschwerdeführerin,
der die unentgeltliche Prozessführung gewährt worden ist, noch der obsie-
genden Vorinstanz aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
6.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dasselbe gilt
für die Vorinstanz als Bundesbehörde (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
7.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite)
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