Decision ID: beb42f8b-b262-4a0e-bcf7-db5855130afa
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1963 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 19. August 2019
wegen diverser gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei der Beschwerde-
gegnerin zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) an. Diese tätigte verschiedene Abklärungen in beruflicher und
medizinischer Hinsicht und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers
bei, namentlich das bidisziplinäre Gutachten der B. GmbH vom 1. und
17. August 2020. Gestützt auf dieses Gutachten verneinte die Beschwer-
degegnerin – nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung
vom 30. November 2021 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
2.
2.1.
Am 17. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde
dagegen und beantragte Folgendes:
"1. Die Verfügung vom 30. November sei aufzuheben und es sei die  zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab dem 19. Februar 2019 eine Rente der Invalidenversicherung oder  zuzusprechen.
2. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung der Verfügung vom 30. No-
vember 2021 zur angemessenen Abklärung des medizinischen  und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 14. Februar 2022 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Considerations:
Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-
ren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 30. November 2021 (Ver-
nehmlassungsbeilage [VB] 90) mangels Vorliegen einer Invalidität im Sinne
des Gesetzes zu Recht abgewiesen hat.
2.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom
30. November 2021 (VB 90) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf
- 3 -
das von der Krankentaggeldversicherung des Beschwerdeführers einge-
holte bidisziplinäre Gutachten vom 1. und 17. August 2020 (VB 58.2) und
die RAD-Stellungnahme vom 29. November 2021 (VB 89).
2.2.
Das bidisziplinäre Gutachten vereint eine versicherungsmedizinische Be-
urteilung von Dr. med. C., Fachärztin für Physikalische Medizin und Reha-
bilitation, und eine psychiatrische Beurteilung von Dr. med. D., Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie (VB 58.2 S. 1 ff., 89 ff.). Die Gutachter stell-
ten in der versicherungsmedizinischen Konsensbeurteilung vom 17. Au-
gust 2020 die folgenden Diagnosen (VB 58.2 S. 135 f.):
"Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - Gegenwärtig formal leichtgradig depressive Episode (F32.0)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - St. n. Arthroskopie des rechten Kniegelenks (...) - St. n. Arthroskopie des linken Schultergelenks (...) - Morbus Crohn (ED 2002) mit/bei (...) - Arterielle Hypertonie - St. n. akutem Schub einer Psoriasis pedis (plantaris et periungualis)
02/2019 (...) - Aktenanamnestisch: asymptomatische Inguinalhernien beiderseits
(CT vom 20.03.2013) - Anamnestisch Abhängigkeitssyndrom von Tabakwaren, ggw. absti-
nent (F17.2)"
Die Gutachter hielten fest, auf somatischem Fachgebiet könne beim Versi-
cherten spätestens ab der aktuellen Begutachtung vom 12. Juni 2020 kein
Gesundheitsschaden objektiviert werden, der versicherungsmedizinisch
eine Limitierung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit be-
gründen könne. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrage
aus versicherungsmedizinischer Sicht ebenfalls 100 % "bezogen auf ein
Vollschichtpensum". Es handle sich dabei um leichte bis mittelschwere Tä-
tigkeiten, welche wechselbelastend und ohne Absturzgefahr, ohne Tempe-
raturschwankungen sowie ohne repetitive und stereotype Bewegungsab-
läufe im Bereich des linken Schultergelenkes ausgeführt werden könnten.
Zudem sei das Arbeiten über die "linke Armhorizontale hinaus" sowie in
kniender beziehungsweise kauender Position lediglich zeitweise möglich.
Aufgrund des Morbus Crohn sollte der Arbeitsplatz in der Nähe einer Toi-
lette liegen; zudem bestehe aufgrund dieser Diagnose keine Arbeitsfähig-
keit für Tätigkeiten unter Zeitdruck (Akkordarbeit), für Schichtarbeit sowie
für Arbeiten, welche den repetitiven Einsatz der Bauchpresse bedingen.
Aus psychiatrischer Sicht hingegen werde aufgrund der Auswirkungen der
aktuellen Psychopathologie die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit gegenwärtig auf 80 % beziehungsweise in einer leidensange-
passten Tätigkeit, bei der weniger Ansprüche an die Belastbarkeit gestellt
würden, auf 90 % geschätzt. Bei Annahme eines natürlichen Verlaufs sei
- 4 -
ab dem 20. August 2020 auch auf diesem Gebiet von einer vollen Arbeits-
fähigkeit in der angestammten wie in einer angepassten Tätigkeit auszuge-
hen (VB 58.2 S. 136 f.).
2.3.
Zu den Einwänden und eingereichten medizinischen Berichten im Vorbe-
scheidverfahren (vgl. VB 77; 82; 86) führte RAD-Ärztin med. pract. E.,
Fachärztin für Allgemeinmedizin (D), in ihrer Stellungnahme vom 29. No-
vember 2021 aus, der Versicherte befinde sich in begleitender Behandlung
mit Optimierung der "immunsuppressiven Einstellung". Gemäss dem psy-
chiatrischen Behandler habe sich der Zustand seit Juni 2020 nicht verän-
dert. Die Psoriasis plantaris befinde sich in deutlicherer Remission. Aus den
neu eingereichten medizinischen Berichten gehe keine erhebliche Verän-
derung des Gesundheitszustandes des Versicherten hervor. Es könne da-
her auf das B.-Gutachten abgestellt werden (VB 89 S. 3).
3.
3.1.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-
ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
3.2.
Der Umstand, dass ein Gutachten im Auftrag des Krankentaggeldversiche-
rers erstellt wurde, spricht nicht gegen dessen Beweiswert im Verfahren
betreffend Prüfung eines Rentenanspruchs nach IVG (Urteil des Bundes-
gerichts 8C_71/2016 vom 1. Juli 2016 E. 5.2). Solchen vom Krankentag-
geldversicherer nicht im gesetzlich vorgesehenen Verfahren nach Art. 44
ATSG eingeholten Gutachten kommt der Beweiswert versicherungsinter-
ner ärztlicher Feststellungen zu (Urteile des Bundesgerichts 9C_481/2016
vom 18. Januar 2017 E. 2.2 und 8C_71/2016 vom 1. Juli 2016 E. 5.3).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.;
122 V 157 E. 1d S. 162 f.).
- 5 -
4.
4.1.
Der Beschwerdeführer wurde im Rahmen der bidisziplinären Begutachtung
fachärztlich umfassend und in Kenntnis der Vorakten (VB 58.2 S. 5 ff.,
92 ff.) untersucht. Das bidisziplinäre Gutachten beruht auf allseitigen Un-
tersuchungen der beteiligten medizinischen Fachrichtungen (VB 58.2
S. 46 ff., 115 ff.). Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwer-
den (VB 58. 2 S. 31 ff., 107 ff.) und führten eigene Zusatzuntersuchungen
durch (Labor, Röntgen; VB 58.2 S. 53). Die Beurteilung der medizinischen
Situation sowie die fachärztlichen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar
begründet (VB 58.2 S. 54 ff., 118 ff.). Das Gutachten wird den von der
Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medi-
zinische Stellungnahme demnach gerecht (vgl. E. 3.2.), wovon auch RAD-
Ärztin med. pract. E. in der versicherungsmedizinischen Stellungnahme
vom 1. März 2021 ausging (VB 66 S. 3). Das Gutachten ist somit grund-
sätzlich geeignet, den Beweis für den anspruchserheblichen medizinischen
Sachverhalt zu erbringen.
4.2.
4.2.1.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Untersuchungen und Abklärun-
gen der Gutachterin Dr. med. C. zu der mehrfach durch die behandelnden
Ärzte diagnostizierten enteropathischen Arthritis seien unzureichend gewe-
sen, weshalb eine entzündliche Gelenkerkrankung sowie deren Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit unerkannt geblieben seien und von der gut-
achterlichen Beurteilung abzuweichen sei (Beschwerde Ziff. 3.2).
4.2.2.
Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. F., Facharzt für Rheumatologie,
stellte beim Versicherten in seinem Bericht vom 17. Juni 2020 die Diagnose
einer klinisch möglichen Crohn-Arthritis mit "Synovitiden Schulter bds.,
Knie rechts, MCP, PEEP, DIP III rechts". Weiter erwähnt er unter dem
Punkt "bisheriger Verlauf", dass seit gut 20 Jahren eine Polyarthritis der
grossen und kleinen Gelenke bestehe mit Schwellungen, welche gut auf
Humira angesprochen hätten. Durch die Polyarthritis sei die Belastbarkeit
der Gelenke, insbesondere die Handfunktion und die Gehfähigkeit, einge-
schränkt (VB 58.2 S. 194 f.).
Dieser Bericht lag der Gutachterin Dr. med. C. vor (vgl. VB 58.2 S. 18). Sie
hielt diesbezüglich fest, die vom behandelnden Rheumatologen gestellte
Diagnose basiere primär auf den Angaben des Versicherten, da in den vor-
liegenden medizinischen Akten weder subjektive Beschwerden noch ob-
jektive Befunde beschrieben würden, welche in Einklang mit einer entzünd-
lichen Gelenkerkrankung ("Arthritis") gebracht werden könnten (VB 58.2 S.
56 f.). Die Diagnose einer CED-assoziierten, nicht-axialen Arthritis und
Arthropathie erfolge klinisch und mit einer Einteilung in Typ 1 und Typ 2.
- 6 -
Indem Dr. med. F. ausführe, beim Versicherten liege bereits seit dem Jahr
2000 eine klinisch mögliche Crohn-Arthritis vor, scheide der Typ 1 definiti-
onsgemäss aus, da dies eine akute Form sei, bei der die Symptome meist
nach spätestens zehn Wochen rückläufig seien. Beim Typ 2 seien lediglich
die kleinen Körpergelenke betroffen. Dr. med. F. spreche jedoch von einer
Polyarthritis der kleinen und grossen Körpergelenke, weshalb auch Typ 2
ausscheide (VB 58.2 S. 57). Die Gutachterin verneinte sodann eine Pso-
riasis-Arthritis, da im Bereich der Fingergelenke und insbesondere im Be-
reich des "DIP Dig. IV links" weder ein Druckschmerz noch ein Bewegungs-
schmerz hätte objektiviert werden können. Auch in den aktuell durchgeführ-
ten Röntgenaufnahmen beider Hände hätten keine Pathomorphologien
nachgewiesen werden können (VB 58.2 S. 59).
Zunächst gilt festzuhalten, dass es sich bei der von Dr. med. F. gestellten
Diagnose einer klinisch möglichen Crohn-Arthritis um eine Verdachtsdiag-
nose handelt. Solche Verdachtsdiagnosen reichen rechtsprechungsge-
mäss zur Anerkennung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens nicht
aus (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_795/2017 vom 19. März
2018 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Auch die Polyarthritis stellt Dr. med. F. nicht
als Diagnose, sondern erwähnt diese unter dem Punkt "bisheriger Verlauf"
(VB 58.2 S. 194). Darauf wies auch die Gutachterin in ihrer Beurteilung hin
(VB 58.2 S. 60). Dennoch setzte sie sich ausführlich mit dem Bericht von
Dr. med. F. auseinander und prüfte die verschiedenen Typen einer Arthritis.
Diese verneinte sie in nachvollziehbarer Weise, indem sie jeweils begrün-
dete, weswegen beide Typen der Arthritis beim Versicherten nicht vorlä-
gen. Eine mangelhafte gutachterliche Abklärung ist damit nicht ersichtlich.
4.2.3.
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer ei-
nen Bericht von Dr. med. G., Fachärztin für Rheumatologie, Universitäts-
spital H., vom 3. Dezember 2021 ein. Darin berichtet diese über die tags
zuvor durchgeführte radiologische Untersuchung der linken Schulter, der
Lendenwirbelsäule, der beiden Füsse, der beiden Handgelenke sowie des
Beckens des Beschwerdeführers. Es liege eine periphere Polyarthritis mit
klinischem Nachweis von Synovitiden der MCP-Gelenke und der Hände
beidseitig vor. Differenzialdiagnostisch käme bei bekanntem Morbus Crohn
eine periphere Arthritis bei enteropathischer Spondyloarthritis oder eine
Psoriasisarthritis in Frage. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sie sich nicht (Be-
schwerdebeilage [BB] 7).
Grundsätzlich massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zur streitigen
Verfügung vom 30. November 2021 entwickelte (BGE 130 V 445 E. 1.2
S. 446; 129 V 167 E. 1 S. 169). Der im Beschwerdeverfahren eingereichte
Bericht von Dr. med. G. vom 3. Dezember 2021 (BB 7) datiert zwar nach
dem Verfügungszeitpunkt, ist aber aufgrund der Nähe zwischen Verfügung
- 7 -
und Untersuchung sowie der Bezugnahme zur Diagnose Polyarthritis, wel-
che bereits vorgängig in den Akten diskutiert wurde, nachfolgend zu be-
rücksichtigen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_114/2019 vom
5. November 2019 E. 2).
4.2.4.
Im Zusammenhang mit der Diagnose einer seronegativen Polyarthritis er-
wähnt Dr. med. G. einzig die MCP-Gelenke und die Hände (BB 7). Diese
wurden bereits im Rahmen der Begutachtung klinisch und radiologisch un-
tersucht und als unauffällig beurteilt (VB 58.2 S. 51 ff.). Zudem setzte sich
die Gutachterin anhand der Akten und der klinischen Untersuchung mit den
weiteren Gelenken auseinander. Dabei hatte die Gutachterin betreffend
das rechte Kniegelenk keine Auffälligkeiten objektivieren können (VB 58.2
S. 62). Auch betreffend linkes Schultergelenk konnte die Gutachterin die
vom Versicherten geltend gemachten Schmerzen in dem Ausmass nicht
objektivieren (VB 58.2 S. 65, 72 f.). Entsprechend konnte die Gutachterin
gestützt auf ihre Untersuchung eine allfällige Polyarthritis beim Beschwer-
deführer nicht bestätigen (siehe hiervor E. 4.2.2.; vgl. VB 58.2 S. 53, 56 ff.).
Sodann sind die von Dr. med. G. gestellten Differentialdiagnosen einer pe-
ripheren enteropathischen Spondyloarthritis sowie einer Psoriasisarthritis
unbeachtlich, weil sie dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181)
nicht genügen (Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2007 vom 29. Januar 2008
E. 3).
Im Übrigen ist für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht die Diagnose
entscheidend, sondern die aus einer gesundheitlichen Beeinträchtigung re-
sultierende funktionelle Einschränkung (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281),
wobei auch Dr. med. G. keine derartigen Einschränkungen beschrieb. Zu-
sammenfassend ist somit festzuhalten, dass aus dem Bericht von Dr. med.
G. – wie bereits aus der RAD-Aktennotiz vom 9. Februar 2022 (VB 97) her-
vorgeht – keine neuen, bisher unberücksichtigten Aspekte zu entnehmen
sind, welche nicht bereits im Gutachten schlüssig beurteilt worden sind.
Angesichts der umfassenden gutachterlichen Abklärungen und Ausführun-
gen ist in dieser Hinsicht auf das Gutachten abzustellen.
4.3.
4.3.1.
Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass die Gutachterin zwar for-
mal die Diagnose Morbus Crohn bestätigt, jedoch anschliessend keine
Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit attestiert habe. Die
Gutachterin sei von einem Krankheitszustand ausgegangen, der nachge-
wiesenermassen nicht dem tatsächlichen Schweregrad der Krankheit ent-
spreche. Zudem weise das Gutachten, welches auf Laborbefunden und
äusserlichen körperlichen Untersuchungen beruhe, nicht dasselbe Mass
an Genauigkeit und Zuverlässigkeit auf wie die durch die behandelnden
- 8 -
Ärzte durchgeführten gastroenterologischen Untersuchungen (vgl. Be-
schwerde Ziff. 2.2 und Ziff. 3.1.).
4.3.2.
Der zeitlich letzte Bericht vor dem Gutachten, welcher sich ausführlich zur
Diagnose Morbus Crohn äussert, datiert vom 11. Mai 2020 und stammt
vom behandelnden Gastroenterologen Dr. med. I., Facharzt für Gastro-
enterologie und Innere Medizin. Aus diesem Bericht geht hervor, dass die
chronisch-entzündliche Darmerkrankung beim Versicherten erstmals im
Jahr 2002 diagnostiziert worden sei. Die letzte Darmspiegelung vom
24. Juni 2019 habe eine entzündliche Aktivität im Dickdarm gezeigt. Jedoch
hätten die erhöhten Entzündungswerte im Stuhl durch eine Anpassung der
Medikation normalisiert werden können, sodass sich aktuell normale Ent-
zündungswerte im Stuhl zeigen würden. Die gastrointestinale Symptomatik
stehe gegenwärtig im Hintergrund und es komme selten zu abdominalen
Krämpfen und Diarrhö. Insgesamt habe der Morbus Crohn in den letzten
Jahren beim Versicherten, welcher sich seit August 2014 bei Dr. med. I. in
Behandlung befinde, zu keiner Arbeitsunfähigkeit geführt (VB 49 S. 2). Aus
gastroenterologischer Sicht dürfte eine Arbeitsfähigkeit daher grundsätzlich
gegeben und zeitlich uneingeschränkt zumutbar sein, da sich die abdomi-
nale Symptomatik zwar immer wieder abzeichne, insgesamt aber durch die
bestehende Medikation gut behandelbar scheine. Je nach Symptomatik
könne aber die Leistungsfähigkeit etwas limitiert sein. Zudem sollten in der
angestammten wie in einer angepassten Tätigkeit die Verfügbarkeit von
Toiletten und die Möglichkeit für Pausen gegeben sein (VB 49 S. 3).
Zu diesem Bericht nimmt die Gutachterin keine Stellung und erwähnt ihn
auch nicht in der Aktenzusammenschau. Übereinstimmend mit Dr. med. I.
hält sie jedoch fest, die im Rahmen der gutachterlichen Exploration be-
stimmten Laborparameter lägen im Normbereich und insbesondere seien
die Entzündungswerte nicht erhöht. Auch fänden sich keine klinischen An-
haltspunkte für eine intestinale Blutung oder Anämie (VB 58.2 S. 54). Ge-
stützt auf diese Untersuchung, die Auseinandersetzung mit der Medikation
des Versicherten und den Einbezug der "Internationalen Klassifikation der
Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF)" könne beim Versi-
cherten bezüglich des Morbus Crohn keine Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit nachvollzogen werden
(VB 58.2 S. 55 f.). Damit findet im Gutachten eine eingehende Auseinan-
dersetzung mit der Diagnose Morbus Crohn statt. Die Gutachterin gelangt
zu demselben Schluss wie Dr. med. I., welcher über einen gastroenterolo-
gischen Facharzttitel verfügt, und attestierte dem Beschwerdeführer keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund dieser Diagnose (VB 58.2
S. 79; vgl. VB 49). Entsprechend vermag die Ansicht des Beschwerdefüh-
rers, die gutachterlichen Abklärungen seien nicht derart genau und zuver-
lässig wie die gastroenterologischen Untersuchungsergebnisse, das Gut-
achten nicht in Frage zu stellen. Zudem wurden die sich im Zusammenhang
- 9 -
mit dem Morbus Crohn ergebenden möglichen Beschwerden auch im Gut-
achten bei der Formulierung des Belastungsprofils berücksichtigt (vgl. E.
2.2.; VB 58.2 S. 80 f.).
4.3.3.
Der Beschwerdeführer reichte im Vorbescheidverfahren weitere medizini-
sche Berichte ein. Aus dem Bericht von Dr. med. J., Facharzt für Allge-
meine Innere Medizin und Gastroenterologie, H., vom 1. Juli 2021 geht her-
vor, dass trotz Therapie mit einem anti-TNF klinisch und sonographisch von
einer klaren Aktivität des Morbus Crohn auszugehen sei (VB 86 S. 7). Am
22. Juli 2021 berichtete Dr. med. J. nach durchgeführter Ano-Proctoskopie
und Koloskopie, der Morbus Crohn sei unter der Therapie mit Infliximab
nicht genügend kontrolliert. Es werde daher eine Anpassung der Therapie
auf Ustekinumab oder Upadacitinib empfohlen (VB 86 S. 3).
Aus diesen nach der Begutachtung eingereichten Facharztberichten geht
hervor, dass der Morbus Crohn gegenwärtig aktiv sei und medikamentös
nicht genügend kontrolliert werde. Jedoch wird darin keine dauerhafte Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers attes-
tiert, sondern Dr. med. J. empfahl lediglich eine Änderung der Medikation.
Zu einer solchen ist es bereits in den Jahren 2009, 2013 und 2019 gekom-
men (vgl. BB 7). Auch die Therapieumstellung im Jahr 2019, welche im
Zusammenhang mit der entzündlichen Aktivität im Dickdarm stand, führte
zu keiner anhaltenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes und
hatte insbesondere keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers (vgl. E. 4.3.2.) Es blieb vielmehr bei der Anpassung der
Medikation, wie dies auch aktuell der Fall ist (vgl. BB 7; VB 49 S. 2). Die im
Zusammenhang mit dem Morbus Crohn vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Einwände vermögen damit die Schlussfolgerung des B.-Gutach-
tens nicht in Frage zu stellen, was auch aus der RAD-Stellungnahme vom
29. November 2021 hervorgeht (VB 89 S. 3; vgl. auch Urteil des Bundes-
gerichts 9C_641/2019 vom 6. Dezember 2019 E. 4.2.2).
4.4.
4.4.1.
Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, die Angabe im Gutachten,
wonach ab dem 5. April 2019 aus dermatologischer Sicht keine Arbeitsun-
fähigkeit bestanden habe, sei unzutreffend (Beschwerde Ziff. 3.3). Aus den
medizinischen Berichten vor sowie auch nach der Begutachtung ergebe
sich aus dermatologischer Sicht eine wiederkehrende Arbeitsunfähigkeit.
Zudem seien psoriasistypische Hautveränderungen mit der Untersuchung
im H. vom 2. Dezember 2021 nachgewiesen worden (Beschwerde
Ziff. 3.3.3; vgl. BB 7).
- 10 -
4.4.2.
Anlässlich der Begutachtung teilte der Beschwerdeführer der Gutachterin
mit, dass die Psoriasis im Bereich der Füsse zwar "nur wenig" ausgeprägt
sei, die Arbeitsschuhe jedoch nicht zumutbar seien (VB 58.2 S. 63). Aus-
serdem führte der Beschwerdeführer aus, aufgrund der geringen Ausprä-
gung der Psoriasis im Bereich der Füsse habe er aktuell keine Probleme
und Schmerzen (vgl. VB 58.2 S. 44). Im Rahmen der Begutachtung unter-
suchte die Gutachterin insbesondere die Haut des Beschwerdeführers und
hielt fest, die Psoriasis pedis sei aktuell in deutlicher Remission (VB 58.2
S. 46, 80). Dies deckt sich mit den Äusserungen des Beschwerdeführers
gegenüber der Gutachterin. Zudem machte die Gutachterin Ausführungen
zur Thematik "Sicherheitsschuh am Arbeitsplatz", weil dadurch einer allfäl-
ligen Belastung bei der Arbeit entgegengewirkt werden könne und bei de-
ren Auswahl auch die Benutzerfreundlichkeit und etwaige Beeinträchtigun-
gen oder Belastungen des Trägers berücksichtigt werden könnten (VB 58.2
S. 64). Weiter stellte die Gutachterin einen Verdacht auf eine chronische
Nagelpsoriasis der Hände "mit primärem Befall von Dig. IV links" fest
(VB 58.2 S. 81), wobei sie diesbezüglich weder eine arthritische bezie-
hungsweise enthesitische "Entzündung", noch eine Funktionseinschrän-
kung der Fingergelenke hätte objektivieren können (VB 58.2 S. 65). Damit
setzte sich die Gutachterin eingehend mit der Diagnose einer Psoriasis
auseinander. Aufgrund dieser Abklärungen hat die Gutachterin nachvoll-
ziehbar und begründet dargelegt, weshalb die Psoriasis keine Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit habe (VB 58.2 S. 79). Aus den Akten ergibt sich
zwar eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Psoriasis vom 14. März 2019 bis
zum 4. April 2019 sowie zwischen dem 8. Juli 2019 und dem 27. August
2019 (BB 4). Aus diesem Umstand kann der Beschwerdeführer jedoch
nichts für sich ableiten, da es sich lediglich um zwei kurz andauernde Ar-
beitsunfähigkeiten handelte und seit dem 27. August 2019 keine Arbeits-
unfähigkeit mehr dokumentiert ist. Insgesamt bestehen in diesem Zusam-
menhang keine auch nur geringen Zweifel am Gutachten von Dr. med. C..
4.4.3.
Der Beschwerdeführer verweist zudem auf die aktuellen Untersuchungser-
gebnisse der Klinik K. des H. vom 3. Dezember 2021 (vgl. Beschwerde Ziff.
3.3.3; zu dessen Berücksichtigung im vorliegenden Verfahren E. 4.2.3.
hiervor). Dort wird die Diagnose Psoriasis vulgaris (seit 2011) gestellt. Aus
der durchgeführten klinischen Untersuchung ergäben sich trockene Haut-
veränderungen vor allem an der Fusssohle sowie psoriasistypische Verän-
derungen am rechten Knie. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht festgehal-
ten (BB 7).
Wie bereits ausgeführt wurde, ist für die Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit nicht die Diagnose entscheidend, sondern die aus einer gesundheitli-
chen Beeinträchtigung resultierende funktionelle Einschränkung (E. 4.2.4.
hiervor). Die Gutachterin äusserte sich eingehend zur Psoriasis pedis und
- 11 -
machte diesbezüglich auch Ausführungen zu den Sicherheitsschuhen am
Arbeitsplatz, welche individuell angepasst werden könnten, um dadurch die
Belastung für den Fuss und die Haut zu vermindern (VB 58.2 S. 64). Indem
sie ausserdem festhielt, dass über die Höhe der tatsächlichen Rezidivge-
fahr der Psoriasis lediglich spekuliert werden könne (VB 58.2 S. 63), be-
rücksichtigte sie auch den Umstand, dass es zu vorübergehenden Verän-
derungen der Psoriasis kommen könne. Dass es nun mit den Hautverän-
derungen an der Fusssohle und den psoriasistypischen Veränderungen am
rechten Knie seit der Begutachtung zu einer Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes des Beschwerdeführers mit Einfluss auf die Arbeitsfä-
higkeit gekommen wäre, ist dem Bericht des H. vom 3. Dezember 2021
nicht zu entnehmen. Insbesondere sind ihm keinerlei Hinweise auf eine Be-
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Entsprechend vermag
auch dieser Aspekt die Schlussfolgerung des Gutachtens nicht in Frage zu
stellen, wovon auch die RAD-Ärztin med. pract. E. in ihrer Stellungnahme
vom 9. Februar 2022 ausging (VB 97).
4.5.
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, es werde im Gut-
achten weder auf den Bericht des behandelnden Psychiaters, Dr. med. L.,
vom 2. Juni 2020 (vgl. VB 58.2 S. 197) noch generell auf die Gesundheits-
situation aus psychiatrischer Sicht eingegangen (vgl. Beschwerde Ziff. 3.5),
spricht bereits das psychiatrische Gutachten vom 17. August 2020 als Teil
der bidisziplinären Begutachtung gegen diese Annahme (VB 58.2 S. 89 ff.).
In der psychiatrischen Begutachtung nimmt Dr. med. D. Bezug zum Bericht
von Dr. med. L. vom 2. Juni 2020 und den darin gestellten Diagnosen einer
depressiven Störung (gegenwärtig mittel bis schwergradige depressive
Episode, ohne psychotische Symptome; F32.1, F32.2), Angststörung
(F41.0) und anhaltende Schmerzstörung (F45.40; VB 58.2 S. 197).
Dr. med. D. beschreibt ausführlich, weshalb diese Diagnosen nicht nach-
vollziehbar seien. Insbesondere würden die genannten Diagnosen eine in-
tensivere Behandlung erfordern, als sie vom Versicherten wahrgenommen
werde. Zudem seien gemäss Angaben in der Laboruntersuchung vom 12.
Juni 2020 trotz Angabe des Beschwerdeführers, dass er entsprechende
Medikamente einnehme, weder Lorazepam noch Escitalopram, Quetiapin
oder dessen Metabolit Norquetiapin nachweisbar, was Zweifel am Aus-
mass der beklagten Beschwerden aufwerfe und zudem eine medikamen-
töse Noncompliance belege (VB 58.2 S. 118 f.). Weiter führte der Gutach-
ter aus, er könne im Rahmen der aktuellen Exploration weder eine mittel-
bis schwergradig depressive Symptomatik, noch die typischen Beschwer-
den einer Panikstörung feststellen (VB 58.2 S. 119 ff.). Hingegen stellte
Dr. med. D. die Diagnose einer leichtgradig depressiven Episode mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und würdigte damit die Leistungsfähig-
keit des Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht (VB 58.2 S. 120,
123). Damit nimmt Dr. med. D. in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise
Stellung zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers.
- 12 -
4.6.
4.6.1.
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Gutachterin Dr. med. C.
sei von einem falschen Arbeitsprofil seiner angestammten Tätigkeit ausge-
gangen. Sie habe das Arbeitsprofil gestützt auf die Angaben des Produkti-
onsleiters erstellt. Dieser sei aber während den lediglich zehn Monaten, in
denen er mit dem Beschwerdeführer zusammengearbeitet habe, vorwie-
gend im Büro tätig gewesen und habe daher kein zuverlässiges Bild über
die Tätigkeit des Beschwerdeführers abgeben können. Zudem sei im Gut-
achten unberücksichtigt geblieben, dass der Beschwerdeführer für viele
Heizkörper zuständig gewesen sei, deren Reparatur jeweils länger gedau-
ert habe ("Spezialanfertigungen"). Aus diesem Grund hätten auch die Löt-
und Schweissarbeiten einen wesentlichen Teil seiner Tätigkeit ausgemacht
(Beschwerde Ziff. 3.4.).
4.6.2.
Die Beschwerdegegnerin klärte mittels Fragebogen vom 23. März 2020 an
den ehemaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers dessen Tätigkeit ab
(VB 32.1). Ebenfalls tätigte der Krankentaggeldversicherer am 30. Juli
2020 Abklärungen beim ehemaligen Arbeitgeber und holte beim Produk-
tionsleiter ein Arbeitsprofil ein (VB 58.2 S. 36). Diese beiden Berichte an
die Beschwerdegegnerin beziehungsweise an den Krankentaggeldversi-
cherer, welche von verschiedenen Mitarbeitenden des ehemaligen Arbeit-
gebers des Beschwerdeführers stammen, stimmen hinsichtlich der Tätig-
keit des Beschwerdeführers überein. Aus diesen Berichten ergeben sich
zudem keine Hinweise auf unpräzise oder widersprüchliche Angaben, wes-
wegen sie ohne weiteres nachvollziehbar erscheinen. Das gegenüber dem
Krankentaggeldversicherer erstellte Arbeitsprofil sowie ein fünfminütiges
Video des ehemaligen Arbeitgebers, auf dem die Arbeitsabläufe des Be-
schwerdeführers filmisch dokumentiert wurden, wurden sodann der Gut-
achterin vorgelegt. Zudem befragte die Gutachterin den Beschwerdeführer
im Rahmen der allgemeinen Anamnese zu seinem Arbeitsprofil. Dabei gab
der Beschwerdeführer an, während über 35 Dienstjahren stets in der Dicht-
heitsprüfung von Heizkörpern tätig gewesen zu sein. Er habe an einem
Wasserbecken gearbeitet, in das die Heizkörper mit einer sogenannten
Kranbirne abgesenkt worden seien. Sei Luft aus diesen Heizkörpern aus-
getreten, so habe die undichte Stelle verlötet werden müssen (VB 58.2
S. 33 f.). Auch diese Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner
Tätigkeit decken sich mit den Berichten vom 23. März und 30. Juli 2020 des
ehemaligen Arbeitgebers. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb der Pro-
duktionsleiter die Tätigkeit des Beschwerdeführers nach einer zehnmona-
tigen Zusammenarbeit nicht hätte zuverlässig schildern können, zumal
seine Angaben mit den Ausführungen des Beschwerdeführers übereinstim-
men.
- 13 -
Da aus verschiedenen medizinischen Berichten in den Akten hervorgeht,
der Beschwerdeführer habe hauptberuflich als Schweisser gearbeitet
(vgl. VB 6 S. 60 f.; 15.1 S. 5, 11; 19 S. 2; 26 S. 3), befragte die Gutachterin
den Beschwerdeführer zusätzlich dazu. Der Beschwerdeführer gab an, teil-
weise als Schweisser ausgeholfen zu haben, falls es in seiner Abteilung
keine Arbeit gegeben habe (VB 58.2 S. 34). Jedoch machte er gegenüber
der Gutachterin nicht geltend, dass die Löt- und Schweissarbeiten einen
wesentlichen Teil seiner Tätigkeit ausgemacht hätten und dies ergibt sich
auch nicht aus den Akten und der Videoaufnahme. Gleich verhält es sich
mit der Aussage des Beschwerdeführers, dass er bei seiner Tätigkeit je-
weils Spezialanfertigungen habe reparieren und dadurch mehr habe
schweissen beziehungsweise löten müssen. Dies führte er weder gegen-
über der Gutachterin aus, noch ergibt sich dies aus den Akten. Weshalb in
den älteren Arztberichten davon ausgegangen wurde, der Beschwerdefüh-
rer sei hauptberuflich als Schweisser tätig gewesen, ist vor diesem Hinter-
grund nicht nachvollziehbar. Die Gutachterin setzte sich eingehend mit den
Angaben des Beschwerdeführers sowie mit den Unterlagen des ehemali-
gen Arbeitgebers an den Krankentaggeldversicherer auseinander und er-
fasste anhand dessen das Arbeitsprofil des Beschwerdeführers schlüssig
(VB 58.2 S. 36, 76 ff.). Gestützt auf dieses Arbeitsprofil wurde auch die Ar-
beitsfähigkeit im Gutachten nachvollziehbar beurteilt.
4.7.
Es ergibt sich damit zusammenfassend, dass die Rügen des Beschwerde-
führers keine auch nur geringen Zweifel am bidisziplinären B.-Gutachten
vom 17. August 2020 zu begründen vermögen. Eine Veränderung des Ge-
sundheitszustandes seit dem Begutachtungszeitpunkt ist aufgrund der Ak-
ten ebenfalls nicht ausgewiesen. Es ist somit bezüglich der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das beweiskräftige bidiszipli-
näre B.-Gutachten abzustellen und von einer vollen Arbeitsfähigkeit seit
dem 20. August 2020 in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätig-
keit auszugehen.
Vor diesem Hintergrund erscheint der medizinische Sachverhalt als voll-
ständig abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen in antizipierter Beweis-
würdigung verzichtet werden kann (BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 139 I 229
E. 5.3 S. 236; Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2015 vom 8. August 2015
E. 2.3).
5.
Da der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfä-
hig ist, ist kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Auf die
Vornahme eines Einkommensvergleichs zwecks Ermittlung des Invalidi-
tätsgrades ist zu verzichten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_352/2017
vom 9. Oktober 2017 E. 7 und 8C_699/2016 vom 27. Januar 2017 E. 2.2.4).
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Die Beschwerdegegnerin hat demnach das Leistungsbegehren (Invaliden-
rente bzw. Eingliederungsmassnahmen) des Beschwerdeführers mit Ver-
fügung vom 30. November 2021 zu Recht abgelehnt.
6.
6.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende
Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-
gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
6.3.
Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-
zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch
auf Parteientschädigung zu.