Decision ID: 090e5dab-8712-4b15-abc3-9706496ed8cb
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, war als
langjähriger
Betriebsmitarbeiter Gepäcktransport der
(heutigen)
Y._
AG
bei der Suva gegen die Folgen von Unfall obligatorisch versichert (Urk.
14/1
), als er a
m 7.
September 2018 auf der Treppe ausrutschte und sich eine dorsale Ell
bogenluxationsfraktur rechts mit Radiusköpfchenfraktur zuzog, die
sogleich
operativ versorgt wurde (
Urk.
14/
3-5
). In den
weiteren
A
bklärungen zeigte sich
eine Abrissfraktur des
Tuberculum
majus
rechts (
Urk.
14/
10/2
f.)
bzw.
eine
Rotatorenmanschettenläsion
rechts mit kompletter
transmuraler
Ruptur der
Supraspinatussehne
, Oberrandläsion der
Subscapularissehne
und Partialruptur der langen
Bizepssehne
(
Urk.
14/
16
und 14/
28/1
).
B
ei verzögertem
Knochen
durchbau
der Radiusköpfchenfraktur
,
Entwicklung einer Ankylose bei
hetero
topischer
Ossifikation
und
sensorisch betontem
Axonenschaden
des
Nervus
ulnaris
wurde
er
am
6.
Mai 2019
erneut am rechten Ellbogen
operiert. Es erfolgten insbesondere eine subkutane Vorverlagerung des
Nervus
ulnaris
, eine
Column
-Prozedur mit Resektion von
Osteophyten
sowie
di
e Implantation einer
Mopyc
-Radiuskopfprothese (Urk. 14/
67
).
A
m 2.
September 2019
wurde
eine Schulter
arthroskopie rechts mit
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion,
Bizepstenotomie
und
Kapsulotomie
durchgeführt
(
Urk.
14/
101
/4
).
1.2
Die Suva übernahm zunächst die Kosten der Heilbehandlung und erbrachte Tag
geldleistungen (etwa
Urk.
14/44 und 14/
180
).
Nach der letzten Operation
wurde der Versicherte nochmals neurologisch untersucht
(
Urk.
14
/
172/2-5 und 14/165/2-5
)
,
bevor
die Kreisärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Chirurgie,
am 2
1.
August 2020
die Abschlussuntersuchung
durchführte
(
Urk.
14/183).
Im Anschluss daran setzten sich der V
ersicherte, dessen
Arbeit
geberin sowie die beteiligten Sozialversicherer zusammen
, um eine Lösung für ersteren zu finden
(
Urk.
14/187
und
14/189).
Schliesslich
teilte die Arbeitgeberin der Suva mit, sie habe sich mit dem Versicherten darauf geeinigt,
dass er vom
1.
Februar bis 30.
November 2021 an einem Schonarbeitsplatz eingesetzt werde und im Dezember 2021 in Frühpension gehe (
Urk.
14/190-191).
Infolgedessen schloss die
ebenfalls involvierte
Invalidenversicherung
die
Arbeitsplatzerhaltung am
3.
November 2020 ab (
Urk.
14/195).
1.3
Bereits am 3
0.
Oktober 2020 hatte d
ie
Suva dem Versicherten
schriftlich mit
geteilt
, die Taggeldleistungen per 3
1.
Januar 2021 definitiv einzustellen (Urk.
14/192/2 f.)
.
Vor Erlass
der Verfügung betreffend die weiteren Leistungen
gewährte sie ihm
alsdann
m
it Schreiben vom
5.
Februar 2021
(
bei
Korrektur der
Schichtzulagen gegenüber dem Vorjahr
,
Urk.
14/130/2 f. und 14/201/3 f.)
d
as rechtliche Gehör zur Invaliditätsbemessung
(U
rk.
14/206/2-4)
. Sein
dies
bezüglicher
Einwand datiert vom 1
1.
Februar 2021 (
Urk.
14/208).
Mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2021
sprach die Suva dem Versicherten ab
1.
Februar 2021 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 20
%
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritätseinbusse
von 15
%
zu (U
rk.
14/
216
).
Die vom Versicherten am
8.
März 2021 unter Beilage eines neuen Arztberichts (
Urk.
14/224)
gegen die Rente von 20
%
erhobene Einsprache (Urk. 14/221) wies die Suva am
30. April 2021
ab
(
Urk.
2)
.
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
4.
Mai 2021 (
Urk.
1), vertreten durch die TCL Treuhand Versicherungen & Immobilien AG sowie unter Beilage eines neuen Arztberichts (
Urk.
3), Beschwerde. Er beantragte sinngemäss,
den angefochtenen Entscheid aufzuheben und ihm eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
, eventualiter von mehr als 20
%
zuzusprechen
(vgl.
Urk.
1
S. 2
). Die Beschwerde wurde innert der vom Gericht hierfür mit Verfügung vom
1.
Juni 2021 angesetzten Frist (
Urk.
5
) rechtsgültig unterzeichnet (
Urk.
7
und
8
). Mit Begle
itbrief vom 1
0.
Juni 2021 (Urk. 9
) reichte der Versicherte einen weiteren Arztbericht (
Urk.
10)
ein. In der Folge wurde der
Suva
mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2021 unter Beilage aller eingereichten Unter
lagen eine 30-tägige Frist zur Einreichung der Beschwerdeantwort angesetzt (
Urk.
1
1
). Mit
Beschwerdeantwort
vom
1
1.
August 2021 (
Urk.
13), die dem Ver
sicherten mit Verfügung vom
1
3.
August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15), schloss die
Suva
auf Abweisung der Beschwerde.
Im Übrigen
verneinte die
Invalidenversicherung
n
ach Erhalt
der
Suva-
Verfügung vom 24. Februar 2021
bei identischem Invaliditätsgrad
einen
Rentenanspruch
des Versicherten. Gegen die entsprechende Verfügung vom 2
1.
April 2021 erhob der Versicherte am 1
2.
Mai 2021 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich.
D
as
unter der Prozess-Nr.
IV.2021.00353
angelegte Verfahren
wird ebenfalls mit Entscheid heutigen Datums erledigt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin
hat
im
a
ngefochtenen E
ntscheid
die Rechtsgrundlagen des Rentenanspruchs (
Art.
18
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfall
versicherung [UVG],
Art.
8
Abs.
1 und
Art.
7 des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]) –
einschliesslich der
Invaliditätsbemessung mittels Ein
kommensvergleich (
Art.
16 ATSG)
samt Hin
weisen auf die einschlägige
Kasuistik zum leidensbedingten Abzug
–
ausführlich
dargelegt
(vgl.
Urk.
2 E. 2.1-2.4.1, 3.1.1, 3.3.1 und
3.3.5). E
benso
erörterte sie die Rechtsprechung
zum
Beweiswert
von Arztberichten
(vgl.
Urk.
2 E. 2.4; dazu
BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen)
. Auf ihre
zutreffende Darstellung der Rechtslage kann verwiesen werden.
Ergänzungen, Präzisierungen oder Wieder
holungen, soweit sie angezeigt bzw. sinnvoll sind, erfolgen in den ent
sprechenden Erwägungen.
2.
2.1
Der Beschwerdeführer hielt dafür, gestützt auf den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Handchirurgie, spezialisiert unter anderem auf Hand- und Ellbogenchirurgie sowie periphere Nervenchirurgie,
vom 1
1.
Mai 2021 rechtfertige sich eine Reduktion des zumut
baren Einkommens. Zudem sei er bereits 63 Jahre alt, weshalb beim Invaliden
einkommen ein maximaler leidensbedingter Abzug von 25
%
vorzunehmen sei. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 31.83
%
(
Urk.
1
Ziff.
4).
2.2
Demgegenüber erwog d
ie Beschwerdegegnerin,
es
sei auf
das schlüssige Ergebnis
der kreisärztlichen Untersuchung
vom 2
1.
August 2020
abzustellen
(
Urk.
2 E. 3.2
). Eine leichte manuelle Tätigkeit erfordere nicht zwingend permanent eine Pro- und Supination
(
Urk.
13
Ziff.
4.2).
Das Invalideneinkommen sei anhand
des
Tabellenlohn
s
für Männer im Kompetenzniveau 1 gemäss Schweizerischer Lohn
strukturerhebung (LSE) 2018, Tabelle TA1 auf
Fr.
69'256.
32 festzusetzen. Die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
erscheine bei voller Arbeits
fähigkeit in angepassten Tätigkeit
en
im Kompetenzniveau 1 auch bei einer Beschränkung auf leichte Tätigkeiten und trotz langer Betriebszugehörigkeit so
wie fehlender Berufserfahrung in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht als unan
gemessen (Urk. 2 E. 3.3).
Daran würde sich nichts ändern, wenn eine permanente oder häufige Pro- und Supination nicht mehr zumutbar wäre (
Urk.
13
Ziff.
4.3). Das Alter rechtfertige
in der Unfallversicherung in Anbetracht von
Art.
28
Abs.
4
der
Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
allenfalls sogar grundsätzlich, insbesondere aber
bei Hilfsarbeiten
,
keinen leidensbedingten A
bzug
(
Urk.
13
Ziff.
4.5).
3.
3.1
Die Kreisärztin
Dr.
Z._
hielt in ihrer Beurteilung vom 2
4.
August 2020 nach eigener Untersuchung fest,
der Beschwerdeführer gebe an, dass es ihm
insgesamt
seit der dritten Operation am Ellbogengelenk wesentlich
besser
gehe
. Die Beweg
lichkeit habe sich verbessert,
die Belastbarkeit sei
aber
immer noch
vermindert
und bei vermehrter Bewegung und Belastung
habe er
Schmerze
n im rechten Ell
bogengelenk
.
Stören würden ihn
vor allem die Sensibilitätsstörungen, Kribbel
parästhesien im Bereich des rechten Ring- und Kleinfingers.
Weiter
gebe
er
an,
dass sich seit
gut drei bis sechs Monaten keine wirkliche Veränderung im Bereich der rechten Schulter
/d
es rechten Ellbogens gezeigt
habe
(vgl.
Urk.
14/183/11 f.)
.
3.2
Klinisch
, so
Dr.
Z._
,
würden die Beschwerden authentisch geschildert. Es
würden
sich eine
endgradige
Bewegungseinschränkung im Bereich der rechten Schulter sowie ein Streckdefizit und vor allem ein
Supinationsdefizit
im Bereich des rechten Ellbogengelenks sowie eine persistierende
Nervus
ulnaris
-Irrit
at
ion rechts
zeigen
(vgl. dazu im Detail
Urk.
14/183/10)
. Die aktuell erhobenen Befunde seien identisch mit den letzten Untersuchungsbefunden von
Dr.
A._
(vgl. dazu
Urk.
14/146/2 unten)
und
Dr.
B._
(vgl. dazu
Urk.
14/139/3)
. In Zusammenschau der Unterlagen und in Anbetracht der Schwere der Verletzung liege insgesamt ein sehr gutes postoperatives
,
rehabilitiertes Ergebnis im Bereich der rechten Schulter und des rechten Ellbogens vor
(vgl.
Urk.
14/183/12)
.
Ferner gehe
sie mit
der Neurologin (vgl. dazu
Urk.
14/165/5 unten;
ebenso der
für eine Zweitmeinung beigezogene Neurologe,
Urk.
14/172/3 Mitte)
davon aus
,
dass die multisegmentalen Veränderung
en
im Bereich der Halswirbelsäule degenerativer Natur seien (vgl.
Urk.
14/185/1 Frage 1)
.
3.3
Dr.
Z._
schlussfolgerte, der Beschwerdeführer
sei
i
n einer leichten manuellen Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Das Gewichtslimit in axialer Richtung bis Tisch
höhe betrage knapp 10 kg und bei
Abspreizbewegungen
2 bis 5 kg. Die Tätigkeit sollte ohne kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen, ohne einseitiges Ab
stützen, ohne kraftvolles Zupacken oder Bedienen von vibrierenden Maschinen mit rechts und ohne Besteigung von Leitern und Gerüsten sein (vgl.
Urk.
14/183/12).
4.
4.1
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wird
– wie von der Beschwerdegegnerin ausgeführt –
nach der Rechtsprechung Beweiswert zuerkannt, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis).
Zu ergänzen
ist, dass bei Ent
scheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozial
versicherungsträger stammen, strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen sind. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44 ATSG oder ein Gerichts
gutachten anzuordnen (
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_861/2018 vom 1
4.
Juni 2019 E. 2.2 mit Hinweisen
).
4.2
Vorliegend hat sich
die
über orthopädische Fachkenntnisse verfügende
Kreis
ärztin
gestützt auf
eigens erhobene klinische Befunde (vgl.
Urk.
14/183/9 f.) und
die
lückenlosen
Vorakten
(mit
insbesondere umfassende
n
bildgebende
n
und
aktuellen
neurologische
n
Abklärungen
,
vgl.
Urk.
14/183/1-8
und 14/183/11
) zu sämtlichen vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
geäussert
. Dabei setzte sie sich auch mit den fachärztlichen Berichten der behandelnden Arztpersonen auseinander und wies
auf di
e übereinstimmenden Befunde hin.
Während sich die
behandelnden Ärzte
nicht zur Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
äusserten
, lässt sich d
as von der Kreisärztin erstellte Zumutbarkeits
profil
–
vorab
der Verzicht auf kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen
–
gut mit
dem vom
Beschwerdeführer
geschilderten Alltag
vereinbaren
(vgl.
Urk.
14/183/9)
.
E
r gab an,
morgens
leichte Ha
ushaltstätigkeiten zu erledigen. Da
bei
würden Wischbewegungen
zu vermehrten Schmerzen im Ellbogengelenk führen
(vgl. auch
Urk.
14/1
32
/2 «aktuell»)
,
während
das Rüsten und Schneiden von Gemüse
–
wenn er selbst koche oder beim Kochen helfe
–
soweit ganz gut gehe
. Um einen Topf mit 1 bis 1,5 Litern Wasser auszuleeren, müsse er die linke Hand zu Hilfe nehmen. Er versuche auch wieder Fitness zu machen, aber
ab
1,5 kg komme es nach ein paar Bewegungen zu vermehrten Schmerzen und Blockaden im rech
t
en Ellbogengelenk.
Dass der Beschwerdeführer
angab,
nachts keine Schmerzen
zu haben
und nur bei Bedarf Schmerzmittel
einzunehmen,
wo
bei er im Regelfall wöchentlich ein bis zwei Tabletten
Pregabalin
50 mg benötig
e
,
legt zudem nahe
, dass es sich um
rein
belastungsabhängige Beschwerden handelt und die Schmerzsituation
trotz leichter Tätigkeiten
im Alltag
soweit kompensiert ist.
Im Übrigen beschrieb der Beschwerdeführer in der Kontrolluntersuchung im Dezember 2020 eine weitere Besserung von Extension und Flexion des Ellbogen
gelenks bei weiterhin eingeschränkter Pronation und Supination.
Er bestätigte, i
n neutraler Pronation/Supination bis zu 5 kg heben
zu können und trotz
weiterhin
belastungsabhängige
r
Schmerzen im lateralen Ellbogen
keine
Schmerzmittel mehr
einzunehmen
(vgl.
Urk.
14/199/2)
.
Somit hat die Kreisärztin die medizinische Situation und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen einleuchtend begründet.
Die von ihr postulierten möglichen Lasten von 2 bis 5 bzw. knapp 10 kg liegen nur unwesentlich über den vom Beschwerdeführer selbst geschätzten Belastbarkeitsgrenzen von 1,5 bzw. 5 kg und
schränken das Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten nicht in relevantem Ausmass weiter ein
(vgl. nachstehend E 5.
4
).
4
.
3
Die
vom Beschwerdeführer
nachgereich
t
en
jüngsten
Berichte von
Dr.
A._
vermögen
an der kreisärztlichen Beurteilung
keinerlei Zweifel zu wecken.
Dr.
A._
hielt
im Bericht vom 11. Mai 202
1
dafür, dass die
n
och grossen Ein
schränkungen der Pro- und Supination gegen die Zumutbarkeit einer leichten manuellen Tätigkeit sprechen würden, zumal der Beschwerdeführer dabei permanent die fehlende Beweglichkeit [gemeint: im Ellbogengelenk] mit Schulter und Handgelenk kompensieren müsste, weshalb eine Überbelastung der benach
barten Gelenke zu erwarten wäre (
Urk.
3)
.
Am
7.
Juni 2021 berichtete
er
, in den aktuellen Röntgenbildern zeige sich im Vergleich zu den Voraufnahmen vor einem Jahr ein stabiler Ellbogenzustand mit weiterhin Verdacht auf eine Weichteil-bedingte (
ektopische
Kalzifikationen) Beweglichkeitseinschränkung. Die Pronation habe leicht gebessert.
Der Nerven
zustand sei stabil bei immer noch lokalisiertem
Tinelzeichen
.
Wenn der Beschwerdeführer beim Drehen in Supination forciere, habe er Schmerzen und
spüre wie eine Blockade im lateralen Ellbogen. Er mache weiterhin einmal wöchentlich Physiotherapie; Schmerzmittel nehme er keine mehr ein. Ein Kraft
aufbauprogramm sei kompliziert, weil
er
nicht mehr als
1 kg mit Ellbogenflexion in Supination tragen könne (vgl.
Urk.
10 S. 2 f.).
4.4
Dr.
A._
bestätigte also
im Wesentlichen
einen
unveränderten Zustand gegen
über
dem Zeitpunkt
der kreisärztlichen Beurteilung
. Der Fallabschluss
im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG
per 3
1.
Januar 2021 ist somit auch retrospektiv betrach
tet zu Recht unstrittig, nachdem schon im Zeitpunkt der kreisärztlichen Ab
schlussuntersuchung seit
mehreren Monaten
keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr eingetreten respektive auch für die Zukunft nicht zu erwarten war
und die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung bereits im November 2020 abgeschlossen worden waren (vgl.
Urk.
14/95).
Neue Aspekte, insbesondere Befunde, welche die Kreisärztin übersehen
hätte
, ver
mochte
Dr.
A._
keine aufzuzeigen. Der
d
amals
wie heute
nach Ansicht aller Ärzte
im Vordergrund stehenden Einschränkung von Pronation und Supination
des Ellbogens trug die Kreisärztin mit ihrem Zumutbarkeitsprofil
indessen wie aufgezeigt
Rechnung
und setzte nicht nur Gewichtslimits, sondern erachtete gewisse kraftvolle Bewegungen als von vornherein unzumutbar.
Dass
den
noch zahlreiche leichte manuelle Tätigkeiten bei ansonsten uneingeschränkter Motorik der Hände (vgl.
Urk.
14/183/10)
ohne intrinsische oder
Hyperthenar
-Atrophie
sowie
normaler Kraft
von
Interossei
(vgl.
Urk.
10 S.
2 unten) möglich sind, bestätigen auch die vom Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben a
us
geführten leichten Reinigungs- und Küchenarbeiten. Insoweit ist es ohne Belang, dass sich die Ursache dieser Bewegungseinschränkung (Oss
i
fikationen, Narben
bildung, neuropathischer Schmerz oder Weichteilschaden) in den umfangreichen Untersuchungen nicht restlos klären liess (vgl. auch
Urk.
14/105/3, 14/139/3 und 14/146/3).
4.
5
Zusammenfassend ist
vollumfänglich auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Kreisärztin abzustellen. Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer in einer optimal angepassten Tätigkeit nur ein Teilzeitpensum zumutbar wäre oder in einer solchen Tätigkeit eine verminderte Leistungsfähigkeit bestünde, was zu einer Herabsetzung des Invalideneinkommens führen würde, ergeben sich keine. Bei Einhaltung des kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofils ist weder
vo
n
neu auf
tretenden, massgeblichen Schmerzen im Ellbogengelenk noch
von
der Not
wendigkeit von Ausweichbewegungen respektive einer Überbelastung anderer Gelenke (bei auch limitierter Hebe- und Traglast) auszugehen.
Ergänzend sei auf den Bericht von
Dr.
A._
vom
3.
März 2021 verwiesen, worin dieser die Bewegungseinschränkungen des Ellbogens im Vergleich zur Gefühlsstörung mit Schmerzen bei Belastung als relativ geringfügig beurteilte (vgl.
Urk.
14/224),
während
der Beschwerdeführer – wie dargelegt –
bereits im Herbst 2020
kaum respektive
ab Ende 2020
gar
kei
n
Pregabalin
mehr benötigte.
5.
5.1
Aufgrund des ihm zumutbaren Vollzeitpensums in einer dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer ein genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen. So bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss konstanter Rechtsprechung genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten selbst für Personen, die funktionell als Ein
armige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_134/2020 vom 2
9.
April 2020 E. 4.5 mit weiteren Hinweisen). Zu denken sind beim Beschwerdeführer neben der Bedienung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die
keinen
kraftvollen
Einsatz des
rechten
Arms erfordern, etwa an Überwachungs
arbeiten,
sehr
leichte Montagearbeiten in körpernaher Position oder eine Tätigkeit als Parkplatzwächter.
5.2
Im Bereich der Unfallversicherung hat sich zudem keine Rechtsprechung etabliert, wonach die Unverwertbarkeit einer verbleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_313/2018 vom 1
0.
August 2018 E. 6.6).
Stattdessen hat der Bundesrat in
Art.
28
Abs.
4
der
Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV)
eine besondere Regelung für die Ermittlung des Invaliditäts
grades bei Versicherten getroffen, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vor
gerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind der Invaliditätsbemessung die Vergleichseinkommen für einen Versicherten im mittleren Alter zu Grunde zu legen. Dieses liegt nach der Rechtsprechung bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren. Dabei kann nicht nur die ab einem Alter von rund 60 Jahren aus medizinischer Sicht grundsätzlich vorhandene physiologische Alters
gebrechlichkeit die Anwendbarkeit von
Art.
28
Abs.
4 UVV rechtfertigen. Viel
mehr wurden in der jüngeren Rechtsprechung vermehrt die erwerblichen Aus
wirkungen des Altersfaktors betont, indem die Bestimmung auch dann zur An
wendung gelangt, wenn das vorgerückte Alter das Zumutbarkeitsprofil nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit trotzdem entgegensteht, weil
etwa
die Wiedereingliederung schwierig ist, eine Umschulungsmassnahme nicht (mehr) gewährt wird oder aber sich kein Arbeitgeber mehr findet, der eine Person in diesem Alter noch einstellen würde (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.2.2 und 5 sowie 8C_799/2019 vom 1
7.
März 2020 E. 2.3 und 3.2.2).
Nichts Anderes kann im Rahmen der
zugunsten
des
Beschwerdeführers am «
Roundtable
» mit Arbeitgeber und Sozialversicherungen erarbeiteten Lösung gelten (vgl. Sachverhalt E. 1.2), wobei
er
inzwischen offenbar tatsächlich früh
pensioniert wurde (vgl.
Urk.
11 S. 2 «aktuell»)
.
5.3
Unbestritten geblieben ist das von der Beschwerdegegnerin in
Urk.
2 E. 3.1.3 auf
Fr.
76'186.15 festgesetzte
Valideneinkommen
. Es kann auf die Angaben der damaligen Arbeitgeberin (
Urk.
14/201/3 f.) verwiesen werden (vgl. ferner auch den Auszug aus dem individuellen Konto,
Urk.
14/6
im Prozess Nr. IV.2021.353
).
Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin anhand des Zentralwerts für Hilfsarbeiten für Männer gemäss LSE 2018, Tabelle TA 1_tirage_skill_level,
Ziff.
5-96 von
Fr.
5’417.-- fest.
Unter Berücksichtigung
einer durchschnittlichen betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von insgesamt 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen; www.bfs.admin.ch)
und einer durch
schnittlichen Nominallohnentwicklung für Männer im Jahr 2019 von 0.9 % und im Jahr 2020 von 0.8 % (Nominallohnindex, 2016-2020; www.bfs.admin.ch) resultiert für das Jahr 2021
ein hypothetischer Betrag
von Fr. 68‘924.
--
(
= Fr.
5’417.-- x 1.009 x 1.008 x 12 Monat
e ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden).
Dies
bezüglich wendete der Beschwerdeführer einzig ein,
dass
aufgrund der gesund
heitliche Einschränkungen eine
Reduktion bzw. zusammen mit dem
Faktor Alter einen maximalen leidensbedingten Abzug
bezüglich des zumutbaren Ein
kommens
zu gewähren sei.
5.4
Hilfsarbeiten werden
– wie von der Beschwerdegegnerin erörtert –
auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen)
, weshalb sich hierfür kein leidensbedingter Ab
zug rechtfertigt
.
Wie in E. 4 dargelegt
,
ist gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung
zudem
davon auszugehen, dass
dem Beschwerdeführer
in einer an
gepassten Tätigkeit ein Vollzeitpensum ohne Leistungseinbusse
möglich
ist.
Als nicht
überhöht erachtete das Bundesgerichts in seinem Urteil
8C_744/2017 vom 14.
Mai 2018 E. 5
schliesslich
einen leidensbedingten Abzug von 20
%
im Falle eines Versicherten, der gemäss Zumutbarkeitsprofil den dominanten rechten Arm nicht mehr einsetzen konnte und auch in Tätigkeiten für den linken Arm hinsichtlich der Belastbarkeit erheblich eingeschränkt war. Dies angelehnt an
seine Rechtsprechung
, wonach eine faktische
Einhändigkeit
oder Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
einen Abzug von
20
bis
25
%
zu recht
fertigen vermag.
Demgegenüber verneinte das Bundesgericht m
it Urteil 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 einen Abzug bei einer versicherten Person mit Einschränkungen der dominanten Hand, der
weiterhin
eine
sehr leichte Tätigkeit, überwiegend sitzend, ohne besondere Beanspruchung der rechten Hand hinsichtlich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität
zumutbar war
(E. 3.2 und E. 4.2.2).
Ebenso verneinte es einen Abzug im von der Beschwerdegegnerin an
geführten Urteil 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 6.2
im Falle einer
versicherten Person, die ihre
linke
adominante
Hand
noch
als Stütz-/Hilfshand einsetzen und mit ihr nicht repetitiv
auch
leichte Gewichte heben
konnte
.
Beim Beschwerdeführer
sind
im Wesentlichen die Supination und Pronation
der
rechten
oberen Extremität,
verbunden mit einem erheblichen Kraf
t
defizit
der Hand, und das Arbeiten über Tischhöhe eingeschränkt
.
Ansonsten ist die
Funktionalität
der
dominanten
Hand erhalten. Eine unfallbedingte Ein
schränkung der linken oberen Extremität besteht nicht. Die Situation ist somit nicht mit einer faktischen
Einhändigkeit
vergleichbar
.
Es bestehen
jedoch
selbst i
n sehr leichten Tätigkeiten Einschränkungen
in Bezug auf im Alltag und Beruf
wichtige
Bewegungen
(z.B.
bei
Verwendung eines Schraubenziehers
, Überkopf
arbeiten
).
Hinsichtlich des dadurch auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt etwas eingeschränkten Spektrums an manuellen Verweistätigkeiten erweist sich der g
ewährte Abzug von 10
%
als
im Ermessen der Beschwerdegegnerin stehend
.
5.5
Stellt man dem
Valideneinkommen
von
Fr.
76'186.15 ein Invalideneinkommen von
Fr.
62'031.60 (= 0.9 x
Fr. 68‘924.--) gegenüber
, muss es beim von der Beschwerdegegnerin zugunsten des Beschwerdeführers
letztlich
aufgerundeten Invaliditätsgrad von 20
%
sein Bewenden haben.
6.
Zusammenfassend
geben die neuen Bericht
e
von
Dr.
A._
entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers
keinen Anlass, von einem tieferen Invaliden
einkommen als von der Beschwerdegegnerin veranschlagt auszugehen. Dies gilt sowohl mit Bezug auf die
medizinische
Arbeitsfähigkeitseinschätzung (im Sinne eines reduzierten Arbeitspensums oder einer verminderten Leistungsfähigkeit), als auch im Rahmen der rechtlichen Würdigung der erwerblichen Auswirkungen
des Zumutbarkeitsprofils
auf dem ausgeglichen
en
Arbeitsmarkt (im Sinne eines höheren leidensbedingten Abzugs).
Zu Recht keinen Anlass zu Diskussionen zwischen den Parteien gab die in der Verfügung vom
5.
Februar 2021 fest
gehalten
e
Kürzung der Rente bei Erreichen
des
ordentlichen Rentenalters (vgl. Art. 20 Abs. 2
ter
UVG).
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.