Decision ID: 18eda07c-4705-4f9f-9738-be82773b131c
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden suchten am 9. September 2021 in der Schweiz
um Asyl nach. Am 16. September 2021 fand die Aufnahme der Personalien
(PA) der volljährigen Beschwerdeführerin statt. Am 27. Oktober 2021 hörte
das SEM sie erstmals zu ihren Asylgründen an und befragte sie am 12. No-
vember 2021 vertieft.
B.
Zu ihrem persönlichen Hintergrund und zur Begründung ihres Asylgesuchs
brachten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen vor, sie seien nord-
mazedonische Staatsangehörige albanischer Ethnie und stammten aus
D._. Einer Arbeit sei die volljährige Beschwerdeführerin nie nach-
gegangen. Im Heimatstaat habe sie stets von der Witwenrente ihrer mitt-
lerweile verstorbenen Mutter gelebt.
Im Jahr 2007 habe die volljährige Beschwerdeführerin geheiratet und sei
mit ihrem Ehemann in dessen Heimat E._ gezogen. Nach der Ge-
burt des ersten Kindes im Jahr (...) habe er begonnen, sie zu misshandeln
und sei später auch gegenüber den gemeinsamen Kindern handgreiflich
geworden. Das zweite Kind der Eheleute leide an einer Entwicklungsstö-
rung. Schliesslich habe er die Beschwerdeführenden verstossen, worauf-
hin sie nach D._ in Nordmazedonien gereist respektive zurückge-
kehrt seien und bei Bekannten gelebt hätten. Am 4. Juli 2021 seien sie le-
gal in die Schweiz gelangt, wo sie bis zur Einreichung des Asylgesuchs –
rund zwei Monate später – bei einer Freundin Zuflucht gefunden hätten.
C.
Mit Verfügung vom 16. November 2021 teilte die Vorinstanz die Be-
schwerdeführenden dem erweiterten Verfahren zu.
D.
Mit Verfügung vom 15. Juni 2022 – tags darauf eröffnet – verneinte das
SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden, lehnte ihre
Asylgesuche ab, wies ihren Antrag auf psychologische Abklärung ab, ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Be-
züglich der Beschwerdefrist hielt es fest, dass diese bei Entscheiden nach
Art. 40 AsyIG (Ablehnung ohne weitere Abklärungen) in Verbindung mit
Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsyIG (SR 142.31) fünf Arbeitstage betrage.
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz im
Vollzugspunkt aus, der Bundesrat habe Nordmazedonien per 1. Januar
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2018 als Staat bezeichnet, in den die Rückkehr in der Regel zumutbar sei.
Das Umstossen dieser Regelvermutung sei den Beschwerdeführenden
nicht gelungen. Ihre Angaben zu ihrem familiären Netzwerk im Heimatstaat
seien weder konsistent noch gelte als erstellt, dass die volljährige Be-
schwerdeführerin tatsächlich Bemühungen unternommen habe, sich mit ih-
rer Familie in Verbindung zu setzen. Im Falle fehlender familiärer Unter-
stützung wären sie gehalten, sich an die heimatlichen Sozialhilfebehörden
oder Hilfsorganisationen zu wenden. Auch der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführenden stehe einer Rückkehr nach Nordmazedonien nicht
entgegen. Ebenso wenig das Wohl der noch minderjährigen Kinder.
E.
Mit Eingabe vom 23. Juni 2022 erhoben die Beschwerdeführenden durch
die rubrizierte Rechtsvertreterin gegen diese Verfügung Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragten die Aufhebung der Dispositiv-
ziffern 3 bis 6 der angefochtenen Verfügung und die Anordnung der vorläu-
figen Aufnahme. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Zudem sei festzustellen, dass die Beschwerdefrist 30 Kalendertage
betrage. Dementsprechend sei ihnen eine Frist zur Beschwerdeergänzung
anzusetzen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses sowie die unentgeltliche Verbeiständung durch die rubri-
zierte Rechtsvertreterin.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2022 stellte der Instruktionsrichter fest,
dass der vorliegende Entscheid im erweiterten Verfahren ergangen sei und
die Beschwerdefrist 30 Kalendertage betrage. Weiter setzte er ihnen Frist
bis zum 18. Juli 2022 zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung, ver-
bunden mit der Androhung, bei ungenutzter Frist werde Verzicht angenom-
men und das Verfahren aufgrund der Aktenlage fortgesetzt.
G.
Die Beschwerdeführenden reichten innert Frist keine Beschwerdeergän-
zung ein.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-
führenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legiti-
miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Beschwerde richtet sich aufgrund der Rechtsbegehren und Beschwer-
debegründung ausschliesslich gegen den angeordneten Wegweisungs-
vollzug (mangels eines entsprechenden Begehrens sowie zugehöriger Be-
gründung insbesondere nicht gegen die Wegweisung an sich). Gegen-
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet demnach die Frage,
ob das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet hat. Im Übri-
gen ist die angefochtene Verfügung mangels Anfechtung mit Ablauf der
Rechtsmittelfrist in Rechtskraft erwachsen.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE
2014/26 E. 5).
4.
4.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie
nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
4.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel
verzichtet.
5.
Soweit die Beschwerdeführenden eine unrichtige beziehungsweise unvoll-
ständige Sachverhaltsabklärung rügen, da die Vorinstanz es unterlassen
habe, ihre sozioökonomische Lebenssituation in Nordmazedonien sowie
ihren Gesundheitszustand rechtsgenüglich abzuklären, ist vorab festzu-
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stellen, dass diese Rüge unbegründet ist. Die Vorinstanz würdigte im an-
gefochtenen Entscheid die im Rahmen des Asylverfahrens gemachten Vor-
bringen. Es ist nicht ersichtlich – und wird auf Beschwerdeebene auch nicht
näher ausgeführt − inwiefern die finanziellen Möglichkeiten der Beschwer-
deführenden im Heimatstaat weiterer Abklärungen bedurft hätten. Gleiches
gilt für ihre gesundheitliche Situation. So gab die volljährige Beschwerde-
führerin denn an, abgesehen von Bluthochdruck, Augen- und Kopfschmer-
zen gesund zu sein (vgl. A26/12 F11 und A34/12 F6). Hinweise auf die in
der Beschwerdeschrift geltend gemachte Traumatisierung finden sich in
den Akten jedoch nicht. Gleiches gilt für die (angebliche) Traumatisierung
des Kindes B._. Zwar äusserte die Kindsmutter während der Anhö-
rung diesbezüglich Bedenken (vgl. A34/12 F19), es wurden aber auf Be-
schwerdeebene keine Belege für ein allfälliges psychisches Leiden des äl-
teren Kindes eingereicht. Bezüglich des Kindes C._ liegt ein ärztli-
cher Bericht der Neuropädiatrie des Kantonsspitals F._ vor, gemäss
welchem keine Grunderkrankungen bestehen. Das von der Kindsmutter
als aggressiv beschriebene Verhalten gehe über ein normales Mass an Är-
ger nicht hinaus (vgl. A52/3 S. 2). Die in der Beschwerdeschrift geltend ge-
machte – jedoch nicht weiter belegte – Verdachtsdiagnose Autismus bei
C._ erweist sich somit als reine Mutmassung.
Vor diesem Hintergrund musste sich die Vorinstanz nicht veranlasst sehen,
weitere Abklärungen vorzunehmen und es besteht keine Veranlassung, die
angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben. Das Eventu-
albegehren auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen.
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
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6.2
6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25
Abs.3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Fol-
ter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung
oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Aus-
länderin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt-
staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG).
6.2.2 Nachdem das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdefüh-
renden verneinte und dies unangefochten geblieben ist (vgl. E. 2 hiervor),
kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Be-
schwerdeführenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von
Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte dafür, dass
sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-
Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall
einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen
würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008,
Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihnen indes nicht
gelungen, zumal die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Ge-
fährdung durch den Ehemann und Kindsvater sich nicht auf Nordmazedo-
nien bezieht. Ferner lässt auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen.
6.3
6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
Sind Kinder von einem allfälligen Wegweisungsvollzug betroffen, so bildet
das Kindeswohl im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung einen Gesichts-
punkt von gewichtiger Bedeutung.
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6.3.2 Der Bundesrat hat Nordmazedonien als Heimat- oder Herkunftsstaat
bezeichnet, in welchen der Vollzug der Wegweisung in der Regel zumutbar
ist, da dort politische Stabilität herrscht und die medizinische Grundversor-
gung gewährleistet ist (vgl. Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Art. 18 der Verordnung
vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie
der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL,
SR 142.281] sowie deren Anhang 2). Diese Regelvermutung kann durch
konkrete und substantiierte gegenteilige Hinweise widerlegt werden, sofern
ernsthafte Anhaltspunkte dafür dargetan werden, dass die beschwerdefüh-
rende Person aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftli-
cher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde
(vgl. Urteil des BVGer D-51/2022 vom 8. März 2022 E. 6.3.2).
6.3.3 Die vorgenannte Regelvermutung vermögen die Beschwerdeführen-
den auch durch ihre Ausführungen auf Beschwerdeebene nicht umzustos-
sen. Zwar verfügt die volljährige Beschwerdeführerin weder über eine Be-
rufsausbildung noch über Berufserfahrung (vgl. A26/12 F45), die gesunde
und junge Frau weist aber eine solide Schulbildung vor (vgl. A34/12 F38),
weshalb durchaus anzunehmen ist, dass sie – nach einiger Zeit der Rein-
tegration – im Heimatstaat eine Anstellung zu finden vermag. Bis dahin ist
davon auszugehen, dass sie und ihre Kinder – wie bereits vor der Ausreise
– auf die Unterstützung von Freunden und Verwandten zurückgreifen und
in deren Haushalt unterkommen können (vgl. A26/12 F30, F33, F62 und
A34/12 F17, F43, F65). So sei es denn in ihrer Kultur üblich, «dass man
Verwandte [und] Bekannte in Notfällen unterstützt» (vgl. A26/12 F36). Der
angebliche Kontaktabbruch und die angeblich vergeblichen Versuche der
Kontaktaufnahme mit den Angehörigen im Heimatstaat erscheinen ange-
sichts der überwiegend widersprüchlichen und ausweichenden Aussagen
der volljährigen Beschwerdeführerin nicht glaubhaft (vgl. beispielsweise
A26/12 F39 f., F42 und A34/12 F26 ff., F29). Selbst bei Wahrunterstellung
ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, die Beschwerdefüh-
renden könnten sich nach ihrer Rückkehr in den Heimatstaat nicht an ihre
Verwandten wenden, zumal der Grund der behaupteten Kontaktverweige-
rung mit der Trennung der Eheleute weggefallen ist (vgl. A34/12 F37) und
auf Beschwerdeebene eingestanden wird, der Kontakt zur Verwandtschaft
sei lediglich eingeschlafen (vgl. Beschwerde S. 7, Ziff. 15). Sollten die Be-
schwerdeführenden wider Erwarten nicht in der Lage sein, sich aus eigener
Kraft respektive mit Unterstützung ihres Umfelds in Nordmazedonien finan-
ziell zu integrieren, ist es ihnen zuzumuten, sich an die entsprechenden
staatlichen Stellen respektive privaten Organisationen – auf welche die an-
gefochtene Verfügung zu Recht hinweist – zu wenden und Sozialhilfe zu
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beziehen. Da sie sich bislang offensichtlich nicht um staatliche Unterstüt-
zung bemühten (vgl. A34/12 F46), handelt es sich bei der Behauptung in
der Beschwerdeschrift, ebensolche würde ihnen verweigert, lediglich um
eine Mutmassung. An dieser Einschätzung vermag auch der auf Be-
schwerdeebene eingereichte Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe
nichts zu ändern, zumal dieser keinen Bezug zu den Beschwerdeführen-
den aufweist.
6.3.4 Schliesslich spricht auch aus medizinischer Sicht nichts gegen eine
Rückkehr der Beschwerdeführenden, ergibt sich doch aus den Akten we-
der eine Diagnose noch ein akuter Behandlungsbedarf (vgl. auch E. 5 hier-
vor), weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden
grundsätzlich gesund sind. Eine notwendige medizinische Versorgung
(auch psychischer Erkrankungen) ist in Nordmazedonien im Bedarfsfall oh-
nehin gesichert (vgl. Urteile des BVGer E-2518/2020 vom 30. April 2021
E. 6.2.4.3 f. und E-7115/2018 vom 29. Juli 2020 E. 8.4.2.2).
6.3.5 Vorliegend steht auch das Kindeswohl dem Vollzug der Wegweisung
der Beschwerdeführenden nicht entgegen. Zwar ist nicht auszuschliessen,
dass eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Nordmazedonien
nach jahrelanger Landesabwesenheit eine gewisse Belastung darstellt, es
ist aber nach einem knapp elfmonatigen Aufenthalt in der Schweiz (seit
Asylgesuch) noch nicht von einer fortgeschrittenen Verwurzelung auszu-
gehen. Die (noch) wichtigste Bezugsperson der (...)- und (...)jährigen Kin-
der ist denn auch die Kindsmutter. Zudem befinden sich die Kinder in einem
Alter, in dem sie eine fremde Sprache vergleichsweise leicht erlernen und
sich damit problemlos die in ihrer Heimatregion gesprochene Sprache –
sollte sich diese von Albanisch unterscheiden – aneignen können und
ihnen die Eingliederung in das heimatliche Schulsystem gelingen dürfte.
Der Wegweisungsvollzug nach Nordmazedonien hätte damit keine derar-
tige Entwurzelung der Kinder zur Folge, dass eine Rückkehr dorthin mit
dem Kindeswohl nicht vereinbar wäre.
6.3.6 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch als zumutbar.
6.4
Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung auch möglich (Art. 83 Abs. 2
AIG), da die Beschwerdeführenden über gültige Reisepässe verfügen
(vgl. BM 001 – 003).
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7.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-
sungsvollzug nach Nordmazedonien zu Recht als zulässig, zumutbar und
möglich bezeichnet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt da-
mit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist un-
geachtet der behaupteten Mittellosigkeit abzuweisen, da die Begehren –
wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu
bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dementsprechend ist auch das
Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands abzuweisen.
Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird
mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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