Decision ID: 6c2fa76c-4d97-5ebd-8bf1-025cb08fb9e6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ethnischer Tamile aus dem Distrikt Jaffna – suchte
am 7. April 2016 in der Schweiz um Asyl nach. Zum Zeitpunkt seiner Asyl-
gesuchstellung galt er als unbegleiteter Minderjähriger. Am 21. April 2016
wurde er summarisch befragt und am 3. November 2017 einlässlich zu sei-
nen Asylgründen angehört.
Im Wesentlichen machte er geltend, sein Vater sei Mitglied der Liberation
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen. Er habe in den Kriegsjahren für die
LTTE Waffen vergraben und LTTE-Angehörige versteckt. Im Jahr 2012 sei
der Vater in den Fokus des Criminal Investigation Department (CID) gera-
ten und inhaftiert worden. Er selbst sei in den Jahren 2012, 2013 und 2014
in eigener Person von Angehörigen des CID behelligt und zeitweise auch
inhaftiert worden und zu seinen Verbindungen zu den LTTE befragt wor-
den. Im Jahr 2015 sei er vom CID erneut gesucht worden, weshalb die
Familie beschlossen habe, ihn ausser Landes zu bringen.
B.
Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 verneinte das SEM die Flüchtlingsei-
genschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. Es ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung
an. Das Vorbringen des Beschwerdeführers wurde als unglaubhaft erach-
tet.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2. März 2018 Be-
schwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhe-
bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Asylgewährung, eventualiter
die Anordnung der vorläufigen Aufnahme.
D.
Mit Urteil E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 wies das Bundesverwaltungsge-
richt die Beschwerde ab. Es stützte die Einschätzung der Vorinstanz, wo-
nach die Vorbringen nicht glaubhaft seien.
Für das ordentliche Verfahren wird auf die entsprechenden Akten der Vor-
instanz N (...) und die des Beschwerdeverfahrens E-1317/2018 verwiesen.
E.
Am 24. September 2020 reichte der Beschwerdeführer – handelnd durch
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die rubrizierte Rechtsvertreterin – eine als «zweites Asylgesuch respektive
Mehrfachgesuch, eventualiter Wiedererwägungsgesuch, sub-eventualiter
qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch, sub-sub-eventualiter Revisionsge-
such» bezeichnete Eingabe beim SEM ein.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, es könnten
neue Beweismittel eingereicht werden, die die vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachte asylrelevante Verfolgung beweisen könnten. Es handle sich
um ein Schreiben des Anwalts der Mutter des Beschwerdeführers. Dieses
Schreiben sei am 24. August 2020 ausgestellt worden. Das Schreiben be-
lege, dass die Mutter des Beschwerdeführers wegen des Beschwerdefüh-
rers Befragungen durch die sri-lankischen Geheimdienstoffiziere ausge-
setzt sei. Es werde damit die Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts wi-
derlegt, dass die Familie in Sri Lanka unbehelligt leben könne. Gemäss
Schreiben überdaure die Suche nach dem Beschwerdeführer sogar den
Tod des Vaters, womit eindeutig aufgezeigt werde, dass der Beschwerde-
führer selbst im Fokus stehe. Der Beschwerdeführer sei im Falle seiner
Rückkehr konkret gefährdet. Sodann könne ein weiteres Schreiben, näm-
lich das eines Grama-Offiziers eingereicht werden, bei welchem es sich um
einen Regierungsbeamten handle. Das Schreiben stamme somit von einer
offiziellen sri-lankischen Behörde, womit der wiederholt vom SEM und vom
Bundesverwaltungsgericht geäusserte Verdacht, bei den im ordentlichen
Verfahren eingereichten Beweismitteln handle es sich um Gefälligkeits-
schreiben, in diesem konkreten Fall widerlegt sei.
Eingereicht wurde die Kopie eines Schreibens, bei welchem es sich um ein
solches eines Grama Officers B._ vom 22. Juli 2020 und ein sol-
ches eines Anwalts C._ vom 12. August 2020 handeln soll.
Im Weiteren wurde auf die Machtübernahme des Rajapaksa-Clans am
16. November 2019 und die Parlamentswahlen vom August 2020 verwie-
sen. Dieser neue Sachverhalt lasse die Länderanalyse der Vorinstanz als
überholt und unzureichend erscheinen.
F.
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2020 stellte das SEM fest, dass der Be-
schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, wies das als quali-
fiziertes Wiedererwägungsgesuch und Mehrfachgesuch anhand genom-
mene Gesuch ab, soweit darauf eingetreten werde, wies den Beschwerde-
führer aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
Es wurde eine Gebühr in Höhe von Fr. 600.– erhoben.
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G.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch
seine Rechtsvertreterin – am 16. November 2020 Beschwerde vor dem
Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Verfügung des SEM vom 15.
Oktober 2020 sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzu-
stellen und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit
und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und
die vorläufige Aufnahme anzuordnen; sub-eventualiter sei die Sache an die
Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht wurde darum ersucht, dem Beschwerdeführer für
das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtpflege zu
gewähren und die bevollmächtigte Rechtsvertreterin amtlich beizuordnen.
H.
Am 19. November 2020 wurde der Eingang der Beschwerde bestätigt.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das SEM hat zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen gel-
tend gemacht, die eingereichten Beweismittel seien beide nach dem Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 entstan-
den. Da es sich mithin um Beweismittel handle, welche vorbestandene Tat-
sachen, nämlich die Verfolgung des Beschwerdeführers belegen sollen,
die aber erst nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens entstanden
seien, sei das Gesuch als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch anhand
zu nehmen (BVGE 2013/22 E. 13.1). Im Schreiben des Grama Offiziers
vom 22. Juli 2020 werde festgehalten, dass der Beschwerdeführer vor dem
Jahr 2015 im Gebiet gelebt habe, für welches er zuständig sei. Der Be-
schwerdeführer und dessen Familie seien in verschiedener Weise von der
abnormalen Situation im Heimatstaat betroffen gewesen. Die Armee habe
nach dem Beschwerdeführer gesucht, weshalb dieser in die Schweiz weg-
gezogen sei. Die sri-lankische Armee würde immer noch nach ihm suchen.
Es sei festzuhalten, dass solche Bestätigungen leicht gegen Entgelt erwor-
ben werden könnten, weshalb sie in der Regel kaum Beweiswert hätten.
Die Ausführungen im Schreiben seien vage und wenig substanziiert. Es sei
nicht geeignet, die vom SEM und dem Bundesverwaltungsgericht ge-
troffene Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer im Falle seiner
Rückkehr keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung im Heimatstaat zu
befürchten habe, umzustossen. Das Schreiben sei daher wiedererwä-
gungsrechtlich nicht relevant. Auch das Schreiben des Anwalts vom
12. August 2020 sei nicht relevant. Dieses sei auf Wunsch der Mutter aus-
gestellt worden. Darin werde in allgemeiner Form festgehalten, dass der
Militärgeheimdienst den Beschwerdeführer weiterhin suche und die Mutter
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davon ausgehe, dass der Name des Beschwerdeführers auf der Liste der
gesuchten Personen aufgeführt sei. Der Militärgeheimdienst habe sich zu
Hause nach dem Beschwerdeführer erkundigt, selbst nach dem Tod des
Vaters. Das Schreiben sei als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren und
weise keinen Beweiswert auf, zumal es allein auf den wenig substanziier-
ten Aussagen der Mutter des Beschwerdeführers beruhe. Verwiesen wurde
sodann auf die Beurteilung eines ähnlichen Schreibens durch das Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 (E. 3.3).
Soweit ausserdem auf die Machtübernahme des Rajapaksa-Clans vom
16. November 2019 sowie auf die Parlamentswahlen vom 5. August 2020
verwiesen werde, welche mit einem Erdrutschsieg der Partei von Rajapa-
ksa geendet habe und höchstwahrscheinlich zu einer Verfassungsände-
rung führen könne, sei dieser Aspekt als Mehrfachgesuch an Hand zu neh-
men. In diesem Zusammenhang sei festzustellen, dass im ordentlichen
Verfahren die Situation in Sri Lanka nach der Machtübernahme Rajapa-
ksas ausführlich gewürdigt worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht sei
im Urteil E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 zum Schluss gekommen, dass
auch unter Berücksichtigung der Veränderung der Machtverhältnisse und
der aktuellen Situation im Falle des Beschwerdeführers nicht von einer
flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr auszugehen sei (a.a.O.
E. 4.2). Es werde im Gesuch geltend gemacht, dass eine Verfassungsän-
derung dazu genutzt werden könnte, unter dem Deckmantel der «Terroris-
musbekämpfung» und der öffentlichen Sicherheit zum Zwecke der Macht-
erhaltung mit noch härteren Mitteln gegen Personen mit LTTE-Vergangen-
heit vorzugehen. Der Beschwerdeführer sei mit seiner Vorgeschichte und
seinem mehrjährigen Auslandsaufenthalt eine vulnerable Person, welche
bei einer Einreise unverkennbar einer konkreten Folter- und Todesgefahr
ausgesetzt sei. Dieses pauschale Vorbringen und der Verweis auf mögli-
che Zukunftsszenarien lasse aber eine hinreichend konkrete Subsumtion
auf den konkreten Einzelfall vermissen. Eine begründete Verfolgungsge-
fahr sei nicht dargetan worden. Der Beschwerdeführer erfülle mithin die
Flüchtlingseigenschaft nicht und das Mehrfachgesuch sei abzulehnen.
Der anzuordnenden Wegweisung würden auch keine allgemeinen oder
konkreten Vollzugshindernisse entgegenstehen. Diesbezüglich werde auf
die Ausführungen auf S. 6 der Verfügung vom 31. Januar 2017 (recte:
2018) und die Ausführungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 (E. 9) verwiesen.
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4.2 In der Beschwerde wird zunächst geltend gemacht, die Vorinstanz
habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig abge-
klärt, indem sie sich nicht mit sämtlichen Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers, den neuen Beweismitteln und der Gefährdungslage auseinanderge-
setzt habe. Damit liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nach
Art. 29 VwVG sowie eine Verletzung von Art. 12 VwVG vor.
Sodann wird in materieller Hinsicht nochmals der bereits bekannte Sach-
verhalt der Asylvorbringen wiederholt. Es wird ausgeführt, dass der Be-
schwerdeführer ein Risikoprofil aufweise, im Heimatstaat aufgrund etlicher
Verhaftungen und Verbindungen zu den LTTE bekannt sei und sich ferner
in der Öffentlichkeit an exilpolitischen Tätigkeiten beteiligt habe (Be-
schwerde S. 15), was dem sri-lankischen Geheimdienst in der Schweiz si-
cher nicht entgangen sei. Im Weiteren werden Ausführungen zur aktuellen
Situation in Sri Lanka getroffen.
5.
5.1 Die erhobene formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeig-
net sein könnte, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu bewir-
ken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043
ff. m.w.H.).
5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die
Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheid-
findung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich
die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65
E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O,
Rz. 1043).
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5.3 Die formelle Rüge der Verfahrensverletzung geht vorliegend fehl. Eine
unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts ist nicht fest-
stellbar. Das SEM hat den Sachverhalt, wie er im ausserordentlichen
Rechtsmittel/Mehrfachgesuch vorgebracht wurde, in seinen Entscheid auf-
genommen und der materiellen Würdigung zugrunde gelegt. Sofern mit
den Ausführungen sinngemäss auch eine Verletzung der Begründungs-
pflicht gerügt wird, weil sich das SEM nicht genügend mit den vorgebrach-
ten Tatsachen und Beweismitteln auseinandergesetzt habe, geht auch
diese Rüge fehl. Beide Aspekte bildeten Gegenstand der materiellen Beur-
teilung. Der Umstand, dass das SEM aus sachlichen Gründen zu einer an-
deren Einschätzung in Bezug auf die konkrete Gefährdungslage des Be-
schwerdeführers gelangt, als von ihm erwartet, ist als inhaltliche Kritik am
Entscheid zu verstehen und bildet Gegenstand der nachfolgenden materi-
ellen Erwägungen.
5.4 Da sich die formellen Rügen als unbegründet erweisen, besteht keine
Veranlassung, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechtsbegehren sind so-
mit abzuweisen.
6.
6.1 In materieller Hinsicht sind die vorinstanzlichen Erwägungen vollum-
fänglich zu bestätigen und es ist auf diese zur Vermeidung von Wiederho-
lungen vorab zu verweisen.
6.2 Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers in einem ordentlich durchlaufenen Asylverfahren rechts-
kräftig abgewiesen wurde. Die abweisende Verfügung des SEM vom
31. Januar 2018 wurde mit Urteil E-1317/2018 vom 26. Juni 2020 des Bun-
desverwaltungsgerichts bestätigt und die Beschwerde des Beschwerde-
führers abgewiesen. Es wurde mithin rechtskräftig festgestellt, dass der
Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, weil er seine in-
dividuelle Gefährdungssituation nicht glaubhaft machen konnte.
Die Begründung in seinem ausserordentlichen Gesuch und in der Be-
schwerde enthalten im Wesentlichen eine neuerliche Wiedergabe der Vor-
fluchtgründe, welche er im ordentlichen Verfahren bereits geltend gemacht
hat und die einer eingehenden Prüfung unterzogen sowie für unglaubhaft
befunden worden sind. Es wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer
in eigener Person kein Risikoprofil aufweise, welches darauf schliessen
lasse, dass er im Falle seiner Rückkehr in den Heimatstaat einer konkreten
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Gefährdung ausgesetzt wäre. Soweit vorliegend eine Neubeurteilung eines
bereits beurteilten Sachverhalts im Rahmen eines erneuten Verfahrens an-
gestrebt wird, ist darauf nicht weiter einzugehen, dient doch das ausseror-
dentliche Verfahren nicht dazu, Entscheide einer nochmaligen Beurteilung
durch ein anderes Spruchgremium zu unterziehen.
6.3 Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel sind in der Tat
nicht beweistauglich. Es ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass
es sich vorliegend um ein ausserordentliches Rechtsmittelverfahren und
Mehrfachgesuch handelt. An die Substanziierung solcher Rechtsmittel sind
hohe Anforderungen zu stellen, die das vom Beschwerdeführer einge-
reichte Gesuch von vornherein nicht erfüllt. Dies betrifft zum einen die ein-
gereichten Beweismittel an sich, die Ausführungen zum Erhalt derselben
sowie dazu, warum solche nicht bereits im ordentlichen Verfahren hätten
eingereicht werden können. Die Einschätzung bezieht sich zum anderen
aber auch auf die Ausführungen zu den konkreten Sachumständen, die
vage blieben und nicht substanziiert wurden.
6.4 Die Vorinstanz hat das Wiedererwägungsgesuch daher zutreffend ab-
gewiesen.
7.
7.1 Soweit der Beschwerdeführer eine allgemeine Gefährdungslage für
nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsuchende nach der Macht-
ergreifung des Rajapaksa-Clans geltend macht, kann auf die zutreffenden
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Das Ri-
sikoprofil des Beschwerdeführers bildete ausserdem Gegenstand ausführ-
licher Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1317/2018
vom 26. Juni 2020 (E. 4). Als einzig neuer Sachumstand wurde in diesem
Zusammenhang die abgehaltene Parlamentswahl im August 2020 geltend
gemacht. Auch diesbezüglich hat das SEM zutreffend festgestellt, dass die
Ausführungen im Gesuch keinen konkreten Bezug zum Beschwerdeführer
herstellen und in Bezug auf eine anstehende Verfassungsänderung rein
spekulativer Natur sind (vgl. angefochtene Verfügung S. 7).
7.2 Soweit in der Beschwerde erstmals ohne weitere Konkretisierungen
geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer betätige sich exilpolitisch
(S. 14), ist auf dieses Vorbringen nicht weiter einzugehen. Festzustellen
ist, dass die Beschwerdeausführungen vage blieben und nicht geeignet
sind, zu einer anderen Einschätzung zu führen.
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7.3 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer keine nach dem rechtskräfti-
gen Abschluss seines ordentlichen Asylverfahrens entstandenen Gründe
geltend machen, die in Bezug auf seine Flüchtlingseigenschaft oder den
Wegweisungsvollzug zu einer anderen Würdigung führen könnten. Der
Vollzug der Wegweisung erweist sich vorliegend als zulässig, zumutbar
und möglich. Diesbezüglich wird auf die ausführlichen Erwägungen im Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts E-1317/2020 vom 26. Juni 2020 ver-
wiesen (E. 8). Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt
richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit dies-
bezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
8.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG sind abzuweisen, da sich die in der
Beschwerde gestellten Begehren als zum vornherein aussichtslos erwei-
sen.
(Dispositiv nächste Seite)
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