Decision ID: 0200e10b-6a96-440e-99f1-2a8e2b8fc7a9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1950 geborene
X._
war
ab 1996
bei der
Y._
GmbH
als
Lüf
tungsanlagebauer
angestellt
(davor in dieser Tätigkeit als
Selbständigerwerben
der
angemeldet)
und dadurch
bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 1. November 2010 pra
llte er während der Arb
eit gegen ein Gerüst und zog sich dabei eine Verletzung an der rechten Schulter zu (Schadenmeldung vom 1. Februar 2011 [Urk. 11/1
]
).
Anlässlich der Erstbehandlung vom 24. Januar 2011
stellte
Dr. med.
Z._
, Facharzt F
MH für Allgemeine Medizin, die Verdachtsdiagnose einer
Sehnenruptur
. Er attestierte dem Versicherten
ab
dem Untersuchungstermin
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
(Bericht vom 18. Februar 2011 [Urk. 11/13]).
Das
Arthro
-MRI der rechten
(dominanten)
Schulter vom 31. Januar 2011 zeigte eine schwere gelenkseitige Partialruptur der
Supraspi
natussehne
und eine
Tendinopathie
der restlichen Sehnensubstanz der
Supra
spinatussehne
, eine
Tendinopathie
der
Infraspinatussehne
, der
Subscapula
rissehne
und der langen
Bizepssehne
sowie eine schwere AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand. Sodann wurden Hinweise a
uf eine
Capsulitis
beschrieben
(Bericht der
A._
vom 31. Januar 2011 [Urk. 11/12]).
Ab
dem 31. Januar 2011
wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 11/9
-10
).
Die SUVA
ka
m für die Heilkosten auf und erbrachte Taggeld
leistungen
(Urk. 11
/16)
.
Am 22. Februar 2011
(Urk. 11/20 bzw. Urk. 11
/29
und Urk.
11
/35
)
unterzog sich der Versicherte
in der
B._
einer Ope
ration an der rechten Schulter, unter anderem einer
Su
praspinatussehnenrekonstruktion
.
Der
Rehabi
litationsverlauf
verzögerte sich
jedoch
stark
(
vgl.
Bericht vom 7. Juni 2011 [U
rk. 11
/51
]
).
Am 8. Juli 2011 meldete sich der Versicherte bei der Invaliden
versicherung zum
Bezug von Leistungen an (Urk. 11
/63).
Nachdem
er
die Arbeit ab dem 1. September 2011 in einem 50%-Pensum
wieder aufgenommen hatte (Urk. 11/71 und Urk. 11
/73 S. 2), ereignete sich a
m 23. September 2011 ein weiterer Unfall auf der Baustelle
mit Traumatisierung des rechten Schulterge
lenkes.
Dr.
Z._
attestierte dem Versicherten
ab dem 23. September 2011
wieder
eine 10
0%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 11/75, Urk. 11
/82
; für den weite
ren Verlauf der Arbeitsfähigkeit vgl.
Urk. 11
/79
,
Urk. 11
/90
und
Urk. 11
/92-93).
A
b dem 15. Februar 2012
bestand
wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 11
/95,
Urk. 11
/97
und Urk. 11
/105
).
Schmerzen in der rechten Schulter persistierten
jedoch
weiter
hin
(Urk. 11
/110
und Urk. 11
/120
).
A
ufgrund der
neu gestellten
Diagnose einer leichten
frozen
Shoulder
rechts mit unklarem Reizzustand
wurde
die Indikation für eine weitere Operation g
estellt (vgl. Urk. 11
/131)
und dem Versicherten a
b dem 3. Januar 2013
wieder eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(Urk.
11
/139).
Der operative Eingriff fand am 6. März 2013 statt (Operations
bericht vom 7. März 2013 [Urk. 11
/150]), wobei wie geplant eine Schulterarthroskopie und aufgrund einer festgestellten
Reruptur
der
Rotatorenmanschetten
eine Rekonstruktion
derselben
durchgeführt wurde
(Urk.
11
/150)
.
Der weitere Verlauf gestaltete sich
nicht zuletzt wegen einer bakteriellen Entzündung
in der Schulter
schwierig
(
vgl. Urk. 11
/156,
Urk. 11/162, Urk. 11
/186,
Urk. 11
/202
, Urk. 11/218, Urk. 11
/221 und
Urk.
11
/230 S. 2)
. Am 11. November 2013 wurde erneut ein
Arthro
-
MR-Bild der rechten Schulter angefertigt
(Urk. 11
/224),
welches PD Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
in seinem Verlaufsberic
ht vom 25. November 2013 (Urk. 11
/226) beurteilte. Er stellte die Diagnose einer Teil-
Reruptur
der
Supraspinatussehne
und eines möglichen persistierenden
low
-grade Infektes mit
Propionibacterium
ac
n
es
. Das
Glenohumeralgelenk
sei in gutem Zustand. Die
Supraspinatussehne
sei durchgängig, stellenweise deutlich ausgedünnt und te
ilweis
e nicht eingeheilt. Dr.
C._
attestierte dem Versicherten ab dem 1. Dezember 2013 eine 20%ige Arbeitsfähigkeit. Als
Lüf
tungsmonteur
werde er ganztags auf der Baustelle präsent sein, ohne jegliche Belastung.
Am 13. Januar 2014 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt unter
Verweis
auf den bisherigen Verlauf
in seinem Bericht vom 14. Januar 2014
fest, dass sich der Versicherte keinen weiteren Ein
griffen mehr unterziehen wolle
. Der Fall
sei
da
mit
ab
zuschliessen
(Urk. 11
/235
; vgl. au
ch die Verlaufsberichte von Dr.
C._
vom 7. Mai 2014 [Urk. 11
/240
] und vom 7. August 2014 [Urk. 11
/247]
).
Den
Integritätsschaden
schätzte Dr.
D._
auf 20 % (Urk. 11
/236).
Mit Vorbescheid
vom 19. August 2014
terminierte die SUVA
den Fall
abschluss auf den
31. Juli 201
4.
Das Rückfallmelderecht bleibe jederzeit gewahrt. Über den Fallabschluss hinaus würden jährlich 4-6 Arztbesuche und die nötigen Schmerzmittel im Zusammenhang mit der rec
hten Schulter übernommen (Urk. 11
/248). Mit Verfügung vom 25. August 2014 sprach die SUVA dem Ver
sicherten gestützt auf eine Integritätseinbusse von 20 % eine
Integritätsentschä
digung
von Fr. 25‘200.-- und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 18 %
ab dem 1. August 2014
eine Invaliden
rente der Unfallversicherung in der Höhe
von
Fr. 1‘175.70 zu (Urk. 11
/250).
Gegen die Verfügung vom 25. August 2014 erhob der Versicherte
am 25. September 2014
Einsprache und beantragte eine höhere Invalidenrente bei einem Invaliditäts
grad von mindestens 30 % (Urk. 11
/259).
Mit Bericht von
Dr.
C._
vom 26. Februar 2015 machte der Versicherte Unfallfolgen auch an der linken Schulter geltend. Die Beschwerden seien durch
Mehrbelastung entstanden (Urk. 11
/266-268
und Urk. 11
/270
).
Am 19. Mai 2015 teilte die SUVA dem Versicherten mit, aufgrund der medizinischen Unter
lagen bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis vom 1. November 2010 und den linksseitigen
Schul
terbeschwerden
. Sie sei demzufolge
nicht leistungspflichtig (Urk. 11
/272).
Mit Verfügung vom 11. September 2015 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Versicherten ab
dem
1. Januar 2012 eine halbe Invalidenrente zu (Urk.
11
/279), weshalb der Versich
erte bei der SUVA beantragte, eine
Invalidenrente der Unfallversicherung
sei ebenfalls basierend auf einem Invaliditätsgrad
von mind
estens 50 % zuzusprechen (Urk. 11
/276 und Urk.
11/
281). Mit
E
ntscheid vom 23. Oktober 2015
hiess die SUVA die Einspra
che teilweise gut und erhöhte
die Invalidenrente
gestützt auf einen
Invaliditäts
grad
von 23 %
rückwirkend per 1. August 201
4.
Im Übrigen wies sie die
Ein
sprache ab (Urk. 2 [= Urk. 11/283]; vgl. auch Urk. 11
/285-287
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 25. November 2015 Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. August 2014 eine Invalidenrente der Unfallversicherung basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 46 % zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Nach
zweima
lig erstreckter
Frist (Urk. 8 und Urk. 9) schloss die Beschwerdegegnerin
m
it Beschwerdeantwort vom
9. März 2016
auf A
bweisung der Beschwerde (Urk. 10
), was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 14. März 2016 angezeigt wurde (Urk. 13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
-
den
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 d
es Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG)
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
).
Voraussetzung für den Leistungsanspruch ist, das
s der
Gesundheitsschaden
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu einem versi
cherten Ereignis steht.
1.2
1.2.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1
.2.
2
Nimmt ein Versicherter nach
einem
Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind
im Bereich der Unfallversi
cherung
für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte (
Art.
28
Abs.
4 der Verordnung über
die Unfallversicherung [UVV]).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Unfallversicherung nicht dafür einzustehen, wenn der Versicherte aus
invalidi
tätsfremden
Gründen, zu denen unter anderem auch das Alter gehört, und durch die vor allem die Vermittelbarkeit auf dem realen Arbeitsmarkt beein
trächtigt wird, keine entsprechende Arbeit findet (BGE 122 V 418 E. 4a). Dem Umstand, dass – nebst der grundsätzlich allein versicherten unfallbedingten Invalidität – auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bildet, wird im Bereich der Unfallversicherung bei der
Invaliditäts
bemess
ung
mit der Bestimmung von Art.
28
Abs.
4 UVV Rechnung getragen. Wenn ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursa
che der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt
(Variante II), sind gemäss Art.
28
Abs.
4 UVV für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Damit wird auch berücksichtigt, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangen (
Art.
19
Abs.
2 UVG), wobei sie – in Abweichung von
Art.
17
Abs.
1 ATSG – ab dem Monat, in dem die berechtigte Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab Erreichen des Rentenalters nach
Art.
21 AHVG, nicht mehr revidiert werden können (
Art.
22 UVG). Mit
Art.
28
Abs.
4 UVV soll demnach verhindert werden, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und Dauerrenten zugespro
chen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funk
tion von Altersrenten aufweisen (BGE 122 V 418 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts U 313/06 vom 1
4.
August 2007 E. 3.3). Das vorgerückte Alter (im Bereich von "rund 60 Jahren", BGE 122 V 418 E. 1b) ist in der Unfallversi
cherung nur im Rahmen von
Art.
28
Abs.
4 UVV zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts U 313/06 vom 1
4.
August 2007 E. 3.4). Die Anwendung von
Art.
28
Abs.
4 UVV setzt hinsichtlich seiner (hier allein in Frage kommenden) Variante II eine physiologische Altersgebrechlichkeit voraus, welcher im gesamten Ursachenspektrum der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine im Vergleich zur unfallbedingten Körperschädigung wesentliche Bedeutung zukommt (BGE 122 V 418 E. 3b
i.f
.; Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2013 vom 1
1.
November 2013 E. 4.2). Des Weiteren findet
Art.
28
Abs.
4 (Variante II) UVV dann Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versicherten Person das Zumutbarkeitsprofil zwar nicht zusätzlich beeinflusst, mithin keine zusätzli
chen Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV
-
Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen ein
stellen würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf das Urteil 8C_209/2012 vom 1
2.
Juli 2012 E. 5.3).
2.
2.1
Der Zeitpunkt des Fallabschlusses, die Höhe der Integritätsentschädigung sowie die kreisärztliche Beurteilung
(abgesehen vom Belastungsprofil)
wurden
vom Beschwerdeführer
nicht in Frage gestellt.
Strittig und zu prüfen
sind
einzig
die
Bemessung
des Validen- sowie des Invalideneinkommens (Urk. 1 S. 3) und damit auch der
Invalidi
tätsgrad.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
nahm im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 23. Oktober 2015 folgenden Einkommensvergleich vor: Für das Jahr 2014
habe die Abteilung Versicherungsleistungen einen
mutmasslichen
Verdienst
von Fr. 83‘948.
-- ermittelt (in Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV unter Heranzie
hung der
Tabellenlöhne
in der
vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebung 2010 [
vgl. Urk. 11
/287])
.
Dagegen sei nichts einzuwenden, habe das durchschnittliche
Jahreseinkommen zwischen den Jahren 2006 und 2010 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto Fr. 83‘684.-- betra
gen. Nach Aktenlage lasse der zu erwartende Geschäftsgang der
Y._
GmbH denn auch kein höheres
Valideneinkommen
vermuten. Zur Bemessung des
Inva
lideneinkommens
zog
die Beschwerdegegnerin
ebenfalls
die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE)
heran und stellte auf die LSE 2012 ab.
Das durchschnittli
che Jahreseinkommen im Jahr 2014 (
Tabelle 1, Kompetenzniveau 2
, 41.7 Wochenstunden, indexiert) betrage Fr. 71‘530.--. Gegen die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV spreche nichts. Nach einem leidensbedingten Abzug von 10 % resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 64‘377.-- (Urk. 2).
2.3
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, der
„
Versichertenver
dienst
“
im Jahr vor dem Unfall habe Fr. 97‘977.-- betragen. Er sei vor dem Unfall vom 1. November 2010 voll leistungsfähig gewesen, und es sei akten
mässig dokumentiert, dass er die Absicht habe, seine angestammte Tätigkeit als Lüftungsmonteur auch über das AHV-Alter hinaus auszuüben. Ebenso sei dokumentiert, dass er seine berufliche Tätigkeit im Rahmen des Möglichen wie
der aufgenommen habe. Aus diesen Gründen sei das
Valideneinkommen
auf mindestens Fr. 101‘762.-- festzusetzen.
Zur Berechnung des
Invalideneinkom
mens
sei nicht auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen. Ausserdem sei ein Abzug von mindestens 20 % indiziert. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von rund 46 %. Allerdings sei gemäss Entscheid der IV-Stelle ein Rentenanspruch
der Unfallversicherung
von
ebenfalls
50 % ausgewiesen (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
D._
gab in seinem Bericht vom 14. Januar 2014 zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 13. Januar 2014
betreffend die rechte Schulter
das folgende Belastungsprofil an:
Zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Tätig
keit den ganzen Tag. Das Gewicht von zu hebenden Lasten bis Taillenhöhe sei auf 15 kg, bis Brusthöhe auf 5 kg limitiert. Überkopfarbeiten seien nicht mehr möglich. Repetitiv weit ausreichende Tätigkeiten mit der rechten dominanten oberen Extremität seien nicht mehr möglich. Tätigkeiten, welche mit
Impulswir
kung
verbunden seien wie Arbeiten mit stossenden oder vibrierenden Geräten seien ungeeignet. Aufgrund dieser Zumutbarkeitsbeurteilung sei die effektive Tätigkeit als Lüftungsmonteur ungeeignet und nicht mehr zumutbar. Admi
nistrative Tätigkeiten wie das Erstellen von Offerten oder das Erteilen von Anweisung
en
an die Ang
estellten seien zumutbar (Urk. 11
/235
S. 9
)
.
Einen Kausalzusammenhang zwischen den linksseitigen
Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 1. November 2010 ve
rneinte er dagegen (Urk. 11
/271).
3.2
Inwiefern das beschriebene Belastungsprofil nicht nachvollziehbar sein sollte (Urk. 1 S. 5), erschliesst sich aus den Behauptungen des Beschwerdeführers nicht. Es liegt keine
anderslautende
ärztliche Einschätzung vor.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer ist zwar Angestellter der GmbH und damit grundsätzlich als unselbständig Erwerbender einzustufen. Er ist zusammen mit seiner Ehefrau jedoch Inhaber der GmbH und im Handelsregister als Gesellschafter und Vorsit
zender der Geschäftsführung mit Einzelzeichnungsberechtigung eingetragen (Urk. 14
; vgl. auch Urk. 11
/73 S. 1). Es ist deshalb davon auszugehen, dass er einen massgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft hat, weshalb die
Invaliditäts
bemessung
faktisch
analog den selbständig Erwerbenden durchzuführen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_898/2010 vom 1
3.
April 2011, E. 5.3 sowie 8C_346/2012 vom 2
4.
August 2012, E. 4.3 und 4.6)
. Die Parteien gingen über
einstimmend davon aus, dass der Invaliditätsgrad mithilfe eines
Einkommens
vergleichs
(und nicht in Anwendung der ausserorden
tlichen
Bemessungsme
thode
bzw. eines
Betätigungsvergleichs)
zu bestimmen ist, was
vorliegend
nicht zu beanstanden ist
.
4.2
Der Beschwerdeführer
, geboren am 27. November 1950 (vgl. Urk.
11
/1),
war im Zeitpunkt des Rentenbeginns, welcher
mit Blick auf den per Ende Juli 2014 terminierten Fallabschluss auf den 1. August 2014 festgesetzt wurde (Urk.
11
/248 und Urk.
11
/250), 63
2
/
3
Jahre alt.
Von ein
em vorgerückten Alter nach Art. 28 Abs. 4 UVV ist –
unter Berücksichtigung berufsspezifischer Gewohnheiten und allfälliger B
esonderheiten des Einzelfalles –
in der Regel ab rund 60 Jahren auszugehen (
E. 1.2.2
). Die altersmässige Voraus
setzung für die Anwendung der
besagten
Bestimmung ist
vorliegend
somit
zweifellos
erfüllt.
Kommt h
inzu, dass dem Beschwerdeführer die bisherige
langjährige
Tätigkeit als Lüftungsanlagebauer nicht mehr zumutbar ist
. Er wäre daher
gehalten, eine geeignete Arbeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aufzunehmen
, wobei sich das
vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbs
fähigkeit auswirkt
,
steht e
iner
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten
Tätigkeit
(auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt)
doch
entgegen, dass
kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen einstellen würde
.
Im
Ver
-
gleich zum Element des fortgeschrittenen Alters tritt der Gesundheitsschaden, welcher dem Beschwerdeführer nach wie vor eine vollschichtige angepasste Tätigkeit erlauben würde, in den Hintergrund.
Der Anwendung von Art. 28 Abs.
4 (Vari
ante 2) UVV
steht somit nichts entgegen (vgl. E. 1.2.2).
4.3
In Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV ist sowohl für die Ermittlung des Vali
den- als auch des Invalideneinkommens auf die Löhne im mittleren Alter abzu
stellen (vgl. Urteil
8C_815/2015
des Bundesgerichts vom 8. April 2016 E.
5;
Peter
Omlin
, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, mit besonderer Berücksichtigung der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Dissertation, Freiburg 1995, S. 256 mit Hinweisen). Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit im Rahmen des Möglichen wieder aufgenommen hat und beabsichtigt, diese über das AHV-Alter hinaus fortzuführen (Urk. 1 S. 4)
, denn es
sind nicht die realen Einkommensverhält
nisse
zu ermitteln
; es ist von einem hypothetischen Einkommen im mittleren Alter auszugehen
.
Davon abgesehen
lässt sich von der faktischen Anwesenheit auf der Baustelle (vgl. Urk. 11/230 S. 2 und Urk. 11/243 S. 1) nicht ohne Wei
teres auf die
Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit
schliessen
. Wie bereits gesagt, ist dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als
Lüftungsanla
gebauer
nicht mehr zumutbar, was angesichts des Belastungsprofils und des vom Beschwerdeführer umschriebenen Stellenprofils
(Urk. 11
/73 S. 1 f.) durch
aus nachvollziehbar erscheint.
Der Beschwerdeführer
kann die Aufträge
dem
zufolge auch
nicht mehr – wie bisher – selb
er
ausführen, sondern muss die Aufgaben weit
est
gehend delegieren (
Urk. 11/243 S. 1, vgl. auch Urk. 11
/212 S. 1
und Urk. 11
/158).
4.4
Dass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Validen- sowie des
Invalidenein
kommens
die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Sta
tistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE)
heran
zog (vgl. Urk. 11
/287 S. 3 f. und Urk. 2)
, ist nicht zu beanstanden. Allerdings
scheint es problematisch
, für die Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die LSE 2010 und für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die LSE 201
2
abzustellen, da die Erhebungen auf unterschiedlichen Variablen beruhen
(vgl. das IV-Rund
schr
ei
ben Nr. 328 vo
m 22. Oktober 2014 des Bundesamt
es für Sozialversiche
rungen)
.
4.4.1
Mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/287) ist zur Bemessung des
Valideneinkom
mens
auf den Lohn im Bereich Baugewerbe (Ziff. 41-43) in der Tabelle 1 der LSE 2010, Anforderungsniveau 1+2, Männer, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 6‘500.-- auszugehen, welches unter Berücksichtigung der branchenspezifischen durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41,5 Stunden pro Woche
(
vgl. Bun
desamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen,
T
03.02, F 41-43
)
sowie der Nominallohnentwicklung nach Wirtschaftszweigen bis ins Jahr 2014
(vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T1.1.10, Nominallohnindex, Männer 2011-2015 [Basis 2010 = 100], F 41-43, 2014: 102,8 %)
auf ein Jahreseinkommen für eine 100%ige Tätigkeit hoch
-
zu
rechnen ist. Es resultiert ein hypothetisches
Valideneinkommen
von Fr. 83‘191
.
-- (Fr. 6‘500.-- x
12 :
40 x 41,5 x 1,028).
Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, das Einkommen im Jahr vor dem Unfall habe Fr. 97‘977.-- betragen und die IV-Stelle habe das
Valideneinkommen
auf Fr. 101‘762.-- festgelegt (Urk. 1 S. 3), verkennt er, dass im Unterschied zur Invalidenversicherung hier die Verhältnisse eines Versicherten im mittleren Alter massgebend sind und der versicherte Verdienst (Art. 15 UVG) nicht iden
tisch ist mit dem
Valideneinkommen
. Hinzu kommt, dass gemäss Eintragungen im individuellen Konto des Versicherten (Urk. 11/190 S. 4 und S. 6) das durch
schnittliche Erwerbseinkommen der letzten fünf Jahre vor dem Unfall (2005-2009) effektiv Fr. 77‘489.— respektive, rechnet man den überdurchschnittlich guten Geschäftsabschluss im Unfalljahr 2010 dazu (Durchschnitt 2006-2010), Fr. 83‘684.-- betragen hat (2005: Fr. 64‘588.--; 2006: Fr. 63‘659.--; 2007: Fr. 86‘118.--; 2008: Fr. 91‘773.--; 2009: Fr. 81‘309.—; 2010: Fr. 95‘563.--). An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass für die Invaliditätsbemessung das AHV-beitragspflichtige Erwerbseinkommen massgebend ist.
4.4.2
Dem Beschwerdeführer
ist nur noch eine angepasste Tätigkeit zumutbar (vgl. E. 3), weshalb zur
Bemessung des Invalideneinkommens das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfskräfte heranzuziehen ist (TOTAL
in der Tabelle 1 der LSE 2010, Männer). Der Beschwerdeführer verfügte im Zeit
punkt des Unfallereignisses über eine jahrelange Erfahrung als
Selbständiger
werbender
und hätte diese Erfahrung auch im hypothetisch mittleren Alter, allerdings in deutlich vermindertem Umfang. Die selbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers beinhaltete nicht nur (wenn auch primär) Montagearbeiten, sondern auch Geschäftsführungsaufgaben (Kundenbetreuung und Akquisition, Personalführung). Es darf deshalb angenommen werden, dass er diese Erfahrung als Geschäftsinhaber und die seit 1984 gewonnenen beruflichen Kenntnisse im Bereich Lüftungsmontage
auch
in anderer Stellung oder anderen Tätigkeiten und bei mittlerem Alter verwerten
könnte, zumal davon ausgegangen werden kann, dass in diesem Alter auch noch Weiterbildungen absolviert werden.
Inso
weit ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
Anforde
rungsniveau
3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) der LSE 2010 heran
zog (Urk. 11/250; bzw. das Kompetenzniveau 2 der LSE 2012, Urk. 2).
Die Berechnung gestützt auf die LSE 2010 ergäbe folgendes: Ausgehend
von einem standardisierten monatliche
n Einkommen,
Anforderungsniveau 3, von Fr. 5‘909
.--, unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübli
che
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, P 85) sowie der
Nominallohnent
wicklung
bis ins Jahr 2014 (Indexstand 2151 [2010] auf 2220 [2014], vgl. Bun
desamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2014, Männer)
errechnet sich
ein Jahreseinkommen von
Fr. 76‘293.-- (Fr. 5‘909
.-- x 12 : 40 x 41,7
: 2151 x 2220). Der von der SUVA errechnete invaliditätsbedingte Abzug von 10
%
erweist sich als grosszügig, weil
ausschliesslich die unfallkausalen
Einschränkungen zu
berücksichtigen sind, dem Beschwerdeführer jedoch damit eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags zugemutet wird.
Dem Vorbrin
gen des Beschwerdeführers, es sei ein Abzug von mindestens 20
%
indiziert (
Urk.
1 S. 5),
kann nicht gefolgt werden
.
Es bestehen wenig
Anhaltspunkte dafür, dass
der Beschwerdeführer (im hypothetischen mittleren Alter)
wegen eines oder mehrerer
der praxisgemäss zu beachtenden
Merkmale
(
persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungs
grad
) seine
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten
könnte
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75)
.
Das Invalideneinkommen
, berechnet gestützt auf die LSE 2010 und unter Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin ermessensweise getätigten Abzugs von 10 %
, betrüge somit Fr. 68‘664.--
(Fr. 76‘293.-- x 0,9
).
Die Gegenüberstellung gestützt auf die Werte der LSE 2010 ergibt jedoch einen Invaliditätsgrad im Umfang der ursprünglichen Verfügung vom 25. August 2014. Wenn die Beschwerdegegnerin mit
Einspracheentscheid
vom 23. Oktober 2015 ein geringeres Invalidenei
nkommen in Höhe von Fr. 64‘377.--
heranzog, so liegt dies innerhalb ihres Ermessens, in welches das Gericht einzuschreiten keinen Anlass sieht. Immerhin könnte man angesichts des Umstandes, dass von einem mittleren Alter auszugehen ist, Berufs- und Fachkenntnisse negieren und auf das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abstellen, was indes keinen
Malusabzug
mehr zuliesse, weil dem Beschwerdeführer – wie ausgeführt – ohne Unfallfolgen eine mittel
schwere Tätigkeit vollschichtig zumutbar wäre, ohne dass andere
lohnmin
dernde
Umstände zu beachten wären. Damit errechnet sich ein Invaliditätsgrad knapp unter 24 % (Fr. 4‘901.
-- :
40 x 41,7 : 2151 x 2220 x 12 = Fr. 63‘278.--; [Fr. 83‘191.-- - Fr. 63‘278.--] : Fr. 83‘191.-- x 100), weshalb hier eine Korrektur zu Ungunsten des Beschwerdeführers nicht angezeigt erscheint.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich der
Einspracheentscheid
der
Beschwerdegegne
rin
vom 23. Oktober 2015 als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen ist.