Decision ID: eb0f0ce3-352d-59b8-974c-289245f2374d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, absolvierte eine kaufmännische Lehre
(Urk. 8/2/3, Urk.
8/34/24)
. Danach bildete sie sich an der Maturitätsschule für Erwachsene
weiter,
besuchte eine
Aus
bildung in Theaterpädagogik und vertiefte ihre EDV-
und Projektmanagementk
enntnisse
(Urk
.
8/3,
Urk.
8/34/
23,
Urk.
8/34/28, Urk.
8/34/30-32
)
.
V
om 1.
Dezember 2004 bis am 31.
Dezember 2010 war sie beim Amt für Jugend und Berufsberatung in einem Pensum
von 80
% in der Webkoordination tätig
, wo
bei der letzte Arbeitstag am 8.
März 2010 stattfand und die Versicherte in der F
olge krankgeschrieben war (Urk.
8/12
, Urk.
8/34/8-10
)
.
Am 5.
Januar 2011 meldete sie sich wegen diverser psychischer Probleme bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung an (Urk.
8/3).
Daraufhin
trat sie
am 1. Mai 2011
eine
bis 31.
Dezember 2011 befristete Stelle in einem 60%igen Pensum im Bereich Web und E-Learning im Schulamt der Stadt
O._
an
, welche sie Ende November 2011 verliess
(Urk.
8/23
, Urk.
8/34/3-4
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte erwerbliche und medizinische Abklärungen durch (
Urk
.
8/1, Urk. 8/9, Urk. 8/12, Urk. 8/14, Urk. 8/16, Urk. 8/40/5, Urk.
8/56/2-3
), insbesondere gab sie bei med. pract.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gut
achten in Auftrag, welches dieser am 19.
Januar 2012 erstattete (Urk.
8/29).
Mit Vorbescheid vom 23.
Mai 2012 stellte die IV-Stelle eine Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk.
8/42). Die Versicherte liess
am 11. Juni 2012
Einwand erheben (Urk.
8/47) und diesen innert erstreckter Frist
am 23. August 2012
begründen (Urk.
8/5
4
). Mit ein
em weiteren Vorbescheid vom 31.
Januar 2013 wurde der Versiche
rten
die Zusprechung einer Viertelsrente
ab 1. Juli 2011
in Aussicht gestellt, wobei von ei
ner Restarbeitsfähigkeit von 50
% in der angestammten Tätigkeit un
d einem Invaliditätsgrad von 48
% au
sgegangen wurde (Urk.
8/58). Daraufhin liess die Versicher
te
mit Schreiben vom 1. März 2013
erneut Einwand erheben (Urk.
8/60).
Mit Verfügung vom 19.
April 2013 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres zweiten Vorbescheids (Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
die Beschwerdeführerin, vertreten durch di
e Axa-Arag Rechts
schutz, am 22.
Mai
2013 Beschwerde erheben (Urk.
1), unter Beilage eines
E-Mails der behandelnden Ärztin
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 16.
Mai 2013
. Sie beantragte, es sei ihr mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen
(Urk.
3). Mit Beschwerdeantwort vom 27.
Juni 2013 beantragte die IV-Stelle eine reformatio in peius und führte aus, bei rich
tiger Berechnung resultiere ein Invaliditätsg
rad von 15
%
, weshalb kein Ren
tenanspruch bestehe
(Urk.
7).
Die Versicherte liess am 18.
Juli 2
013 ihre Replik
erstatten (Urk.
10). Mi
t Eingabe vom 12.
September 2013 erfolgte die Duplik (
Urk.
12), in welcher die IV-Stelle den Antrag
einer
reformatio in peius in einen Antrag
auf
Abweisung der Beschwerde
abänderte
, wobei sie
nun
einen Invali
ditätsgrad von 40,2
% errechnete (Urk.
12). Zu diesen Ausführungen der Beschwerdegegnerin liess die Versicherte mit
Eingabe vom 9.
Oktober 2013 Stell
ung nehmen (Urk.
15) und die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 7.
November 2013 auf e
ine weitere Stellungnahme (Urk.
17). Mit Eingabe vom 24.
Dezember 2013 liess die Versicherte über eine Lohnnachzahlung für die Zeit vom 1.
Dezember 2007 bis zum 31.
Dezember 2010 informiere
n (Urk.
19, Urk.
20), woraufhin die IV-Stelle am 27.
Januar 2014 auf eine Stellungnahme zu dieser Eingabe verzichtete (Urk.
22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über das Allgemeine Sozialversicherungsrecht
[
ATSG
]
) Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar i
st (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit kön
nen in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden ein
e Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychi
schen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän
-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge
hend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Aus
übung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsscha
den führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art.
7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens
-
vergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls d
eutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle ga
b bei med. pract.
Y._
am 15.
September 2011 ein psychiatri
sches Gutachten in Auftrag. Med. pract.
Y._
un
tersuchte die Versicherte am 1.
Dezember 2011 und e
rstattete sein Gutachten am 19. Januar 2012 (Urk.
8/29). Er erhob die Krankengeschichte, eine persönliche Anamnese, eine Arbeitsanamnese, die aktuelle soziale Situation, die subjektive Einschätzung der Versicherten und ihren Tagesablauf (
Urk.
8/29/3-10).
Weiter
erhob
der Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/29/12):
Rezidivierend depressive Störung, aktuell noch leicht bis höchstens mittel
gradig depressives Zustandsbild (ICD-10 F33.0/1)
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit anankastischen, emotional-insta
bilen und histrionischen Zügen (ICD-10 F61.0).
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er zudem anamnes
tisch einen Status nach Bulimia nervosa (ICD-
10 F50.2) fest (
Urk.
8/29/12). Zudem hielt er fest, d
ie Versicherte nehme die Medikamente Citalopram und Lamotrigin ein (
Urk.
12/29/9).
Der Gutachter führte aus, p
sychiatrisch auffällig sei die Versicherte erstmals mit 26 Jahren geworden, nachdem sie eine langjährige Partnerschaft zur Überra
schung des Umfelds aufgelöst habe. Gemäss anamnestischen Angaben habe sie damals ein bulimisches Verhalten und ein depressives Zustandsbild entwickelt. Zu einer zweiten psychischen Dekompensation mit anamnesti
sch stark regressi
vem Verhalten
sei es nach der Beendigung ihrer Beziehung zu ihrem damaligen
Chef gekommen, was sowohl beruflich als auch privat zu
r
Eskalation geführt habe. Die jetzigen Beschwerden hätten
Anfang
2009 begonnen, als sie sich am Arbeitsplatz ausgenutzt und nicht mehr wertgeschätzt vorgekommen sei (Urk.
8/29/12-13).
Gemäss Gutachter war die Versicherte
anlässlich der Untersuchung
wach und allseits orientiert. Die Konzentrationsfähigkeit sei während der Exploration vor
handen gewesen, anamnestisch nehme diese jedoch unter anhaltendem Druck spürbar ab.
Die Ermüdbarkeit habe nach Aussagen der Versicherten zugenom
men. Sie beschreibe unter Anspannung oder in Situationen mit vermehrter Belastbarkeit ein leichtes Depersonalisationserleben.
Bezüglich der Persönlich
keit scheine eine erhöhte Zwangshaftigkeit zu bestehen.
Im Affekt wirke die Versicherte zur Zeit weitgehend ausgeglichen, aber noch etwas verunsichert. Subjektiv werde noch eine leicht gedrückte Stimmungslage beschrieben und die Selbstsicherheit sei (noch) vermindert. Gemäss der Versicherten bestehe noch ein verminderter Antrieb und ein geringgradiger sozialer Rückzug. Sie beschreibe, dass es rasch zu Überforderungsgefühlen und zu einer Reizüberflu
tung komme sowie das Interesse an der Umgebung noch eingeschränkt sei. Die Fähigkeit sich zu freuen
sei
zurückgekehrt (Urk.
8/29/11).
Es liessen sich anamnestisch wiederkehrende depressive Phasen beobachten, die offenbar mit einem hohen Funktionsverlust im Alltag einhergingen. Auffällig scheine, dass im Vorfeld der depressiven Einbrüche kaum jemand die drohende Überforderung und damit verbundene Dekompensation wahrzunehmen scheine. Sich unterzuordnen scheine der Versicherten Mühe zu bereiten und sie tendiere dazu, berufliche und private Beziehungen unter Druck abrupt abzubrechen und damit
ihr soziales Netz zu destabilisieren. Die in letzter Zeit wiederholt aufge
tretenen Dekompensationen sch
ie
nen ihr Gleichgewicht destabilisiert zu haben und zu einer zunehmenden allgemeinen Verunsicherung geführt zu haben. Entsprechend scheine die Versicherte je länger sie mit den Auswirkungen ihrer Erkrankung zu kämpfen habe
,
desto mehr Zeit zu benötigen
,
um das in Mitlei
denschaft gezogene Selbstvertrauen wieder aufzubauen und jeweils wieder Sicherheit für den Alltag zu gewinnen
. Die Belastbarkeit sei entsprechend trotz der Regredienz der depressiven Symptomatik noch spürbar vermindert
(Urk.
8/29/13).
M
ed. pract.
Y._
hielt
fest, dass für Tätigkeiten, in denen hohe Anforderungen gestellt würden an die Fähigkeit
,
über längere Zeit emotionalen oder zeitlichen Druck auszuhalten, sich in vorgegebene Regeln und Strukturen einzuordnen beziehungsweise sich vorgegebenen Prozessabläufen unterzuordnen,
zur Zeit höchstens eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit bestehe
. In Tätigkeiten, in denen die Versicherte sich nicht allzu stark vorgegeben
en Strukturen unterordnen müsse,
in de
nen
sie ein gewisses Mass an Eigenständigkeit beibehalten könne und in de
nen
sie weiter nicht allzu sehr unter zeitlichen Druck gerate, sei eine ungefähr 70%ige Arbeitsfähigkeit umsetzbar
.
Schwierigkeiten könne bereiten, dass sowohl eine Unter- als auch eine Überforderung den Erfolg einer ber
uflichen
Reintegration möglicherweise gefährde
. Anhand der anamnestischen Angaben könne davon ausgeg
angen werden, dass ab dem 1.
August 2009 in jeder Tätig
keit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Spätestens ab Mai 2011 hätten die erhobenen Angaben zur Arbeitsfähigkeit Gültigkeit. Prognostisch könne bei einer vorsichtigen Steigerung der Arbeitsbelastung erwartet werden, dass die Arbeitsfähigkeit w
eiter erhöht werden könne (Urk.
8/29/14).
2.2
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
Z._
führte in ihrem Bericht vom 13.
August 2012 aus, es sei die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), einer traumatischen Belastungsstörung in der Kindheit (ICD-10 F43.23) sowie eines Status nach Bulimie nervosa
(ICD-10 F50.2) zu stellen. Sie
kritisierte
die durch med. pract.
Y._
gestellte Diag
nose einer Persönlichkeitsstörung und führte aus, die Versicherte habe viele störungsfreie Anteile. Weiter führte sie aus, die Ängste hätten bei der Versi
cherten in letzter Zeit stark zugenommen. Sie leide unter Existenzängsten und Unsicherheiten, ob sie den Sprung ins Arbeitsleben wieder schaffen werde. Im Zusammenhang mit der erneuten Anmeldung beim RAV und der Stellensuche sei sie von Panik überrollt worden und habe sich im Kriseninterventions
-
zentrum
der
Psychiatrischen Universitätsklinik
A._
(
A._
) gemeldet, wo sie sich zur Zeit befinde. Als kurzfristiges Ziel erachte sie es, die Klientin bei der Suche nach einer maximal 30%igen Anstellung zu unterstützen. Mit dem Einbruch
von
Panikattacken müsse die Arbeitsfähigkeit neu beurteilt werden, da Ängste und Panik einen akuten Abbruch der
Arbeitssuche bewirkt hätten (Urk.
8
/54/9-12).
2.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD)
führte in seiner Stellungnahme vom 27.
November 2012 insbesondere aus, dass
Dr.
Z._
eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert habe, jedoch den ICD-10 Code einer Anpassungsstörung mit vor
wiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen angegeben habe und die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht aufführe. Demge
genüber spreche sie von Panikattacken, die jedoch nicht als Diagnosen aufge
führt würden. Eine Anpassungsstörung generiere aus versicherungspsychiat
-
rischer Sicht maximal eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Da
Dr.
Z._
die von med. pract.
Y._
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung bezweifle, könne das Funktionsniveau keineswegs schlechter sein, als von med. pract.
Y._
beschrieben. Daran ändere auch ein viertägiger kurzfristiger Aufenthalt vom
7. bis 10.
August 2012 im
A._
nichts. Auch passe das von Dr.
Z._
beschriebene Ressourcen- und Persönlichkeitsprofil nicht zu einer 70%igen Arbeitsunfähig
keit. Zusammenfassend könne also davon ausgegangen werden, dass s
ich der Gesundheitszustand im Vergleich zum psychiatrischen Gutachten
vom 19.
Januar 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich ver
schlechtert ha
be
und es sich bei der Einschätzung von
Dr.
Z._
um eine an
dere Beurteilung des gleichen Sachverhalts handle (
Urk.
8/56/2-3).
3.
3.1
Im Gutachten von med. pract.
Y._
werden
Panikattacken nicht erwähnt und
pathologische Ängste und Zwänge ausdrücklich verneint (Urk. 8/29/11). Es wird
betreffend Angst lediglich
ausgeführt
, die Versicherte habe im Vergleich zu frü
her mehr Angst vor einem erneuten Scheitern (Urk.
8/29/10).
Dr.
Z._
erwähnte im Bericht vom 30.
Januar 2011
ebenfalls
Existenzängste, jedoch keine Panikattacken (Urk.
8/1/1-3).
Zudem
führte
Dr.
Z._
am 1. März 2011
aus, die Versicherte habe Angst vor jeder Forderung und reagiere mit Blockade, weil sie ihre Hirnleistungen als stark reduziert wahrnehme.
So
erwähnte sie bei den Störungen vorhandene Ängste
, jedoch keine Panikattacken
(Urk.
8/17)
.
Im Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 3.
Dezember 2009
wurde
demgegenüber
ausgeführt, es seien bei Eintritt Beschwerden wie Platzangst, Atemnot und Engegefühl in der Brust vorhanden gewesen, wobei sich das pani
kartige Symptom der Platzangst nach der hälftigen Aufenthaltsdauer deutlich rückläufig entwickelt habe (Urk.
8/1/4-6).
3.2
Die behandelnde
Psychiaterin
Dr.
Z._
hat in ihrem Bericht
vom 13.
August 2012 wie erwähnt
ausgeführt, die Versicherte leide neu unter Panikattacken und befinde sich zu
r
Behandlung im
A._
(Urk.
8/54/9-12)
.
Daraufhin holte die IV-Stelle
lediglich eine Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
B._
ein, welcher die Versicherte nicht untersucht hatte und seine Stellungnahme aufgrund der Akten erstellte.
Da
Dr.
Z._
jedoch das Auftreten eines neu
respektive erneut auftretenden
Symptoms schilderte, hätte da
s Vorhandensein dieses Symptoms, die
allenfalls entsprechend
zu erhebende
ICD-10 Diagnose sowie
der
allenfalls vorhandene
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
abgeklärt werden müssen.
Insbe
sondere
hätte die IV-Stelle einen Bericht des
A._
einholen sollen
, welcher Informationen über den Grund des Aufenthaltes und den Zustand der Versi
cherten enthalten hätte
. Ein solcher befindet sich nicht in den Akten und es
geht aus den Akten nicht hervor
,
wie der RAD-Arzt darüber informiert wurde, dass der Aufenthalt
im
A._
viertägig war. Gerade angesichts dessen, dass der Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 3. Dezember 2009
bereits
solche
Paniks
törungen erwähnt
e
(Urk. 8/1/4-6)
, ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass die Versicherte erneut an solchen leiden könnte.
3.3
Auf das Gutachten von med. pract.
Y._
vom 19. Januar 2012 (
Urk.
8/29)
kann somit zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass
im Zeitraum
zwischen
der Gutachtenserstat
tung sowie
dem Verfügungszeitpunkt weitere psychische Störungen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auftraten
.
Im Bericht von
Dr.
Z._
vom 13. August 2012 (Urk. 8/54/9-12) wird
bei d
en Diagnosen nicht festgehalten
, welche davon Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Zudem kritisierte der RAD-Arzt zu Recht, dass bei der traumatischen Belastungsstörung der ICD-10 Code der Anpassungsstörung aufgeführt wurde, so dass unklar ist, ob eine posttraumatische Anpassungsstörung (ICD-10 F43.1) oder eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23) diagnostiziert werden sollte.
Weiter unterliess es
Dr.
Z._
auch aufzuführen, mit welcher Diagnose
die neu hinzugetretenen Panikattacken
erfasst werden s
oll
t
en und wie sich diese konkret auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Folglich wurden die von
Dr.
Z._
aufgeführten 30
%
Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig begründet, weshalb auf ih
ren Bericht zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden kann.
3.
4
Die Aktenlage zeigt zusammenfassend auf, dass die Beschwerdeführerin verschie
dene psy
chische
Störungen
aufweist
.
Unklar ist, ob
sie unter
Panikattacken
leidet
, wie diese mittels ICD-10 Code zu erfassen sind und
ob
diese
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben
. Nach höchstrichterlicher Recht
sprechung ist Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche schwerge
wichtig auf der Stufe des Administrativverfahrens zu führen und nicht im gerichtlichen Prozess. Diese Grundsatzentscheidung hat der Gesetzgeber in Art. 43 Abs. 1 ATSG getroffen und deren Abänderung müsste in einem Gesetz im formellen Sinn vorgesehen sein (BGE 136 V 376 E. 4.2.1). Auch nach der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist sodann eine Rückweisung an die Verwaltung vorzunehmen, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 E. 4.4.1.4)
,
was vorliegend der Fall ist.
3.5
.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Verwaltung nach Eingang des Berichts von
Dr.
Z._
vom
13.
August 2012 (Urk.
8/54/9-12)
aufgrund der dort neu aufgeführten Panikattacken gehalten gewesen wäre, weitere medizini
sche Abklärungen vorzunehmen oder zu veranlassen, was nachzuholen ist.
4.
4.1
Unbestritten ist, dass bei der Beschwerdeführerin psychische Störungen vorlie
gen und diese ihre Arbeitsfähigkeit mindestens in dem Ausmass einschränken, in welchem dies das Gutachten von med. pract.
Y._
festhielt.
Da die Anmel
dung am 5.
Januar 2011 erfolgte (Urk.
8/3), wurde die Viertelsrente zu Recht ab 1.
Juli 2011 zugesprochen.
Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die
B
erechnung
des Invaliditätsgrades
korrekt ausgefallen ist.
4.2
Für das Valideneinkommen ging die IV-Stelle in ihrer Verfügung
vom 19.
April 2013
von jährlich brutto Fr.
111‘755.-- aus, wobei sie auf das tatsächliche mit einem 80%igen Pensum erzielte Einkommen als Webkoordinatorin sowie
auf
ein
hypothetisches
20%iges Einkommen als Theaterpädagogin gemäss Tabel
lenwerten abstellte
(Urk. 2, Urk. 8/55)
. In ihren
Eingabe
n vom
27. Juni
und
12. September 2013
ging die IV-Stelle
sodann
für das gesamte Valideneinkom
men
von einem
Lohn gemäss Tabellenwerten
au
s
(Urk. 7, Urk. 12)
.
Zur Bestimmung des
Valideneinkommen
s ist
grundsätzlich auf das letzte tatsäch
lich
erzielte Einkommen abzustellen. Vorliegend ist
kein Grund ersicht
lich
,
von dieser Praxis abzuweichen
und
dem Valideneinkommen
Tabellen
werte
zu Grunde zu legen
.
Im Übrigen schloss die
Versicherte ihre Ausbildung in Theaterpädagogik im Jahr 2007 ab und war
danach
nie in diesem Bereich berufstätig. Es
geht aus den Akten nicht hervor, dass
die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen in einem Teilzeitpensum erwerbstätig war. Dr.
Z._
, welche die Versicherte aus jahrelanger Behandlung k
ennt
, führte
vielmehr
aus, die Versicherte habe nie das Ziel gehabt
,
100
%
erwerb
stätig zu sein
,
und
das Privatleben sei
der Versicherten
stets
sehr wichtig gewesen, worin
sie keinen Krankheitsanteil
sehe
(Urk.
8
/54/10). Somit ist
aufgrund der vorhandenen Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Versicherte im Gesundheitsfalle in einem Pensum von 80
% tätig wäre und somit für das Valideneinkommen auf das
tatsächlich erzielte Einkommen im 80%
-
Pensum
als Webkoordinatorin
abzustellen
, wobei
dieses Einkommen im Jahr 2010 Fr.
9
1
‘
765.--
betrug (
= Bruttolohn
./.
Ferienentschädigung;
Urk.
8/12/15
-16
) und auf das Jahr 2011 hochgerechnet (Bundesamt für Statistik [BFS], Schwei
zerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nomi
nallohnindex Frauen [
T1.2.10
]
, Total; 2011:
1.0)
sowie unter Berücksichtigung der
erhaltene
n
Lohnnachzahlung
(Urk. 20)
ein Valideneinkommen in der Höhe von
Fr
.
97‘54
8.--
(
Fr.
9
1
‘
765.--
x 1.01 + [
Fr.
15‘000 : 37 x 12]) resultiert.
4.3
In der Verfügung vom 19.
April 2013
ging
die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte als Webkoordinatorin nun zu 50
% statt zu 80
% tätig sein werde, weshalb sich ihr Einkommen anteilsmässig reduziere (Urk.
2, Urk.
8/55). In ihren
Stellungnahmen vom
27. Juni und 12. September 2013 hat die IV-Stelle
jedoch
ausgeführt,
es sei
stattdessen
auf die Werte der Tabelle TA11
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE)
2010
abzustellen
und diese seien gemäss
einem Pensum von 70
% auf das Jahr 2011 hochzurechnen (Urk. 7, Urk. 12). Der standardisierte Monatslohn (Vollzeit
äquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für das Anforde
rungsn
iveau 3 für Frauen
betrug
gemäss der Tabelle TA11
Fr.
6‘474.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2011 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von
41,
7
Stunden hochzurechnen (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Wochen
arbeitszeit, Periode 1990 bis 2013, im Internet abrufbar) sowie an die Nominal
lohnentwicklung anzupassen (Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [
T1.2.10
], Total; 2011:
1.0). Daraus resultiert
ein jährliches Bruttoein
kommen von Fr
.
81‘
800.--
(Fr.
6‘474.-- :
40 x 41,
7
x 12 x 1,01) respektive von Fr.
57‘260.--
für ein 70%iges Pensum.
Die Versicherte machte geltend,
es hätten
die Werte der Tabelle TA1 berücksich
tigt werden müssen
(Urk.
1
5
)
.
Nach der Rechtsprechung ist beim Einkommens
vergleich aufgrund der LSE von der Tabellengruppe A (standardisierte Brutto
löhne) auszugehen (
BGE 124 V 321
E. 3b/aa S.
323). Üblich ist die Tabelle TA1 (
BGE 126 V 75
E. 7a S. 81; SVR 2003 IV Nr. 1 E.
4b). Es besteht jedoch kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. Welche Tabelle zur Anwendung zu bringen ist, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls
(Urteil des Bundesgerichts
9C_87/2007 vom 25. Juli 2007 E.
3.4)
.
Zutreffend ist
, dass das Invalideneinkommen mittels Tabellen
werten
festzulegen ist, da die Versicherte zur Zeit nicht erwerbstätig ist.
Da die Versicherte in den letzten Jahren stets im öffentlichen Sektor tätig war, erscheint es nachvollzieh
bar, dass
ihr auch der öffentliche Sektor offensteht
, weshalb
die IV-Stelle
auf die Werte der Tabelle TA11
(öffentlicher und privater Sektor)
und nicht auf die lediglich den Privatsektor einbeziehende Tabelle TA1 abstellt
e
.
Weiter
stellt
e
die IV-Stelle auf das Anforderungsniveau 3 ab, was
aufgrund der Qualifikationen und Arbeitserfahrung der Versicherten
ebenfalls nachvollziehbar erscheint.
Es ist somit von einem Invalideneinkommen von
Fr.
57‘
122.43
auszugehen.
4.4
Somit
resultiert
ein
Minder
verdienst
in der Höhe von Fr.
4
0
‘
488.--
(Fr. 97‘54
8
.
--
- Fr. 57‘
260.--
)
und ein Invaliditätsgrad von rund 4
1
%, so dass sich die Zusprechung der Viertelsrente als korrekt erweist.
Ob der Beschwerde
-
führerin hingegen eine die Vie
rtelsrente übersteigende Rente
zusteht, ist nach der der
zeitigen Aktenlage
wie ausgeführt (vgl. E.
3)
nicht spruchreif. Die angefochtene Verfügung vom 19.
April 2013 ist daher insoweit aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
nach erfolgter Abklärung über den Leistungsanspruch neu verfüge.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklä
rung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesge
richts U 199/02 vom 10.
Februar 2004 E.
6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E.
3). Die Kosten sind der unterlegenen Beschwerdegegne
rin aufzuerlegen.
5
.2
Ferner hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessent
-
schädi
gung. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (Art. 61 lit. g ATSG, § 34 Abs. 3 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich [GSVGer]
)
. Unter Berücksichti
gung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr.
170.-- ist die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr
. 1‘700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu be
zahlen.