Decision ID: e811a205-7b29-5038-b9bb-bab27e148dcb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
, Mutter der 1977, 1980, 1991 und 1994 ge
borene
n
Kinder,
arbeitete zuletzt von
Februar 2003
bis zum letzten effektiven Arbeitstag am 1
8.
Juni 2011
bei der
Y._
(
Urk.
10/13/1)
sowie
seit Mai 2007
bei der
Z._
als Raumpflegerin im Teilzeit
pensum (
Urk.
10/19/1)
. Mit Datum vom 1
6.
November 2011 meldete sich die Ver
sicherte unter Hinwe
is auf Rückenschmerzen bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, I
V-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/4)
.
Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Aus
zug vom
8.
Dezember 2011,
Urk.
10/12) bei und tätigte berufliche und medizi
nische Abklärungen. Insbesondere
veranlasste sie eine orthopädi
sche/rheumatologische Untersuchung durch den Regionalen Ärztlich
en Dienst (RAD), worüber am
20.
September 2012 Bericht erstattet wurde (
Urk.
10/27).
Sodann
gab sie ein bidis
zi
plin
ä
res
(Neurologie/Psychiatrie)
Gutachten
bei Dr
es
. med.
A._
,
Facharzt FMH
für Neurologie, sowie
B._
, Facharzt FM
H für Psychiatrie und Psychotherapie
,
in Auftrag, welches am 2
4.
Februar 2013 er
stattet
wurde (
Urk.
10/34, mit ergänzender Stellungnahme vom 1
9.
März 2013,
Urk.
10/36
).
Weiter
beauftragte sie ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Haushalt (Abklärungs
bericht vom 2
9.
Mai 2013,
Urk.
10/39).
Nach Durchführung des Vorbescheid
ver
fahren (vgl. Urk. 10/42-43)
sprach die IV-
Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 10. Januar 2014
befristet für die Peri
ode
vom
1.
Juni 2012 bis 3
0.
Novem
ber 2012
eine ganze Rente, zuzüglich einer akzessorischen Kinderrente
zu. Dies
gestützt auf eine
n
nach der gemischten Methode bemessenen Gesamtinvalidi
tätsgrad von 73
%
. Darüber hinaus verneinte sie einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Hie
rgegen erhob die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Georg Engeli, am 1
0.
Februar 2014 Beschwerde und beantragte, es sei die angefoch
tene
Ve
rfügung auf
zuheben und ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht
ersuchte
die Beschwerdeführerin
sinngemäss um einen zwei
ten
Schriftenwechsel sowie darum
, es sei ihr die unentgeltliche Prozess
führung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwalt Georg Engeli ein un
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (
Urk.
1 S.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
März 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom
1
9.
März 2014 wurde ein zweiter
Schrif
tenwechsel ange
ord
net (
Urk.
11).
Die
Beschwer
deführerin
stellte
replicando
den Antrag, es seien weitere
Abklärungen
vorzunehmen
(
Urk.
15
S.
2
). Am
1
8.
J
uli
2014 verzichtete
die Beschwerd
egeg
nerin auf eine Duplik (Urk.
1
8), was der Be
schwerdeführe
rin am 2
1.
Juli
2014 zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze o
der teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min
des
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprech
end der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; ge
mischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und er
werb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
va
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
be
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamt
in
validität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der
Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des
Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung
erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Renten
beginns mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten
Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der
Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstan
des des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten ge
bliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit so
wohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen die anspruchsbeein
flussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück
sich
tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau
ert ha
t und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose
unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hin
weisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Be
schwer
de
führerin sei seit Beginn der einjährigen Wartezeit im Juni 2011 in ihrer Ar
beits
fähigkeit erheblich eingeschränkt. Entsprechende Abklärungen hätten erge
ben, dass
sie
ohne Gesundheitsschaden
weiterhin
als Reini
gungsfachfrau
in einem Pensum vo
n
70
%
arbeiten
würde. Die restlichen 30
%
entfielen auf den
Aufgabenbereich.
Aus ärztlicher Sicht sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr zu
mut
bar. Jedoch bestehe seit September 2012 (
Datum
RAD
-
Untersuchung) in einer angepassten Tätigkeit, ohne erhöhte An
forderungen an das Gleichge
wichts
system, eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
bei 100
%
Anwesenheit
.
Im Aufga
benbereich sei die Beschwerdeführerin zu 11.50 % eingeschränkt.
Bei einer Auf
teilung der Tätigkeiten Erwerb und Haus
halt von 70
%
und 30
%
würden sich
für den Zeitraum
von Juni 2012 bis
Sep
tember
2012
ein Teilinvaliditätsgrad von 70
%
im Erwerbsbereich und ein Tei
linvaliditätsgrad von 3.45
%
im häus
lichen Bereich ergeben. Es resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 73
%
, womit
ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe.
Ab Verbesserung des Gesund
heitsschadens im September 2012
resul
tiere
b
ei einem erwerblichen Teilin
validitäts
grad von 0
%
unter Berücksichti
gung der Teilinvalidität im Haushalt von
3.45
%
ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von 3.45
%
. Per
1.
Dezem
ber 2012
(dreimonatige
Frist) sei die
ab
1.
Juni 2012
zu
zu
spr
e
chen
d
e Rente daher wieder aufzuheben
(
Urk.
2)
.
2.
2
Die Beschwerdef
ührerin brachte
demgegenüber im W
esentlichen vor
,
es werde bestritten, dass seit Dezember 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit bestehe. Auch könne sie keine andere Tätigkeit ausüben.
Selbst wenn eine Teilarbeitsfähigkeit bestehen würde, so könnte sie keinesfalls ein
Einkommen
in derselben Höhe
erzielen
(
Urk.
1
S. 2
).
Replicando führte die Beschwerdeführerin aus,
es sei den Unterla
gen nicht zu entnehmen, wie die Ein
schätzung, wonach sie in einer angepass
ten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig sei, zustande gekommen sei. Nach Angaben von
Dr.
C._
sowie des
D._
hätten nachvoll
ziehbare Schmerzen sowohl betreffend die Wirbelsäule
als
auch im Gleichge
wichtsystem bestanden. Auch die IV-Stelle habe offenbar eingesehen, dass in dieser Zeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden habe. Die Einschät
zung
durch den
RAD
habe sich jedoch am 20.
September 2012 aus nicht nac
hvollziehba
ren Gründen geändert.
Die
s
sei im Gutachten
von Dres.
B._
und
A._
bestätigt worden. Das Gutachten
habe
sich bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit allerdings im Wesentlichen auf die Beurtei
lung des RAD vom 2
0.
September 201
2
gestützt
.
Dies sei ein Zirkelschluss
.
Auch dem Gutachten sei nicht zu entnehmen, weshalb sich die Arbeitsfähigkeit im Sep
tember 2012 verändert
haben soll.
Die Ärztin
med
.
pract
.
E._
habe am 8.
März 2013 denn auch angemerkt
, dass bei den Gutachtern noch nachzufragen sei, ob vor September 2012 eine Arbeitsfähigkeit bestanden
habe. Im Guta
chten vom 1
9.
März 2013 habe
Dr.
B._
die Ansicht
vertre
ten
,
diese Frage
könne
nicht beantwortet werden. Es sei daher offen, ob die Ein
schätzung des RAD vor September 2012 oder diejenige nach September 2012 richtig
sei. Es sei daher unabdingbar noch abzuklären,
ob
sich
die Arbeits
fähi
g
keit
tatsächlich derart deutlich
ver
ändert
habe und wie dies zu klären sei. Laut Gutachten soll sie (die Beschwerdeführerin) eine derart ausgeprägte Fehlinner
vation gezeigt haben, dass eine Steh- oder Gehfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Dies würde bedeuten, dass sie ihre Beschwerden simuliere. Dies stehe indes im Widerspruch zu allen bisherigen ärztlichen Untersuchungen. Bei einem derart
schwerwiegenden Un
tersuchungsergebnis hätte in Rücksprache mit anderen Ärzten
geklärt werden müsse
n, ob dies tatsächlich zutreffe.
Diesbezüglich seien
weitere Abklärun
g
e
n vorzunehmen
. Auch die psychiatrische Beurteilung lasse
wes
entliche Fragen offen. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass die Foers
ter
kriterien teilweise er
füllt seien. Von einem therapieresistenten, innerseelischen Verlauf im Sinne ei
ner missglückten psychisch aber entlastenden Konfliktbe
wäl
tigung könne indes nicht gesichert ausgegangen werden, jedoch würden Hin
weise dafür bestehen. Angesichts dieser Unsicherheit
der Diagnose und der teil
weise
erfüllten Fo
ersterkriterien seien auf jeden Fall weitere Abklärungen not
wen
dig. Selbst wenn die Arbeitsfähigkeit dem medizinischen Gutachte
n entspre
chen
würde, so müssten die erheblichen Einschränkungen stärker berücksichtigt werden. So komme der Gutachter zum Schluss, die 70
%
Arbeitsfähigkeit könne nur in ei
nem 100%-Pensum geleistet werden. Unter Berücksichtigung des Alters der Beschwerdeführerin sei dies mit einem Leidensabzug von 15
%
zu
veran
schla
gen (
Urk.
15).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin die
ab
1.
Juni 2012 zuge
spro
chene ganze Inv
alidenrente zu Recht
per 30. November
2
012
eingestellt hat, mithin, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zu diesem Zeitpunkt in rentenausschliessender Weise verbessert und diese Besserung ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Dabei sind mit Verweis auf die eingangs erläuterte
Rechtslage (E. 1.
4
) auch die zuvor befristet zugesproche
nen Renten und für de
ren
Zuspra
che massgeblichen Umstände zu prüfen.
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie,
RAD,
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
hig
keit (
Urk.
10/27/6):
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lendenwir
bel
säule (LWS) bei
Status nach mikrochirurgischer Dekompression L3/L4 und L4/L5, Seque
sterotomie und Nucleotomie L4/L5 links sowie Facettenthermo
koagulation L3/L4 und L4/L5 links mit Restbeschwerden im Sinne eines lumbo-radikulären Schmerzsyndroms S1 links
zur Zeit in Abklärung befindlicher Schwindel
Die Beschwerdeführerin habe Schmerzen im Kreuz mit Ausstrahlung in die linke
Seite bis in alle Zehen des linken Fusses, hauptsächlich DII bis DV
,
beklagt. Nach
dem konservative Behandlungsversuche keine Erfolge gezeitigt hätten, habe sich die Beschwerdeführerin am
7.
Februar 2012 eine
r
Rücko
peration un
ter
zogen. Nach eigenen Angaben habe sich postoperativ eine Besserung von 5
%
eingestellt
.
Sie fühle sich nicht sicher auf den Beinen und habe belastungs
abhängige Schmerzen im Kreuz und im linken Bein. Es bestehe Stolperneigung ein- bis zweimal pro Woche mit leicht zunehmender Tendenz. Gehen könne sie 10 bis 15 Minuten, meistens mit Stock, danach müsse sie 5 Minuten absitzen wegen der Schmerzen im Kreuz mit Ausstrahlung ins linke Bein. Insgesamt
könne sie eine halbe Stunde gehen, stehen könne sie nur 10 Minuten, dann werde
sie unsicher. Sitzen könne sie nur 15 bis 20 Minuten, dann fühle sie sich un
wohl und müsse aufstehen, wobei sie Anlaufschmerzen im Kreuz habe (
Urk.
10/27/1).
Seit Januar 2012 leide sie
unter Schwindel, welcher nach der Operation zugenommen habe
. Am
3.
Juli 2012 un
d am 10.
August 2012 seien diesbezüglich Untersuchungen
im
G._
durchgeführt worden. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor
(Urk.
10/27/2
.)
.
Anlässlich der Befunderhebung habe sich die Beschwerdeführerin relativ flüssig
im Stehen, mit Blockbewegungen der Wirbelsäule unter Vermeidung von Bü
cken
,
ausk
leiden können. Die Schuhe habe sie k
nien
d ausgezogen
. Das Ausklei
den der Socken sei sehr mühselig im Langsitz auf der Untersuchungsliege er
folgt. Das Ankleiden
sei
relativ flüssig gelungen, teilweise frei stehen
d
, teilweise mit An
l
ehnen an der Wand, teilweise mit Festhalten an einer Stuhllehne, ohn
e
wesent
liche Ausweichbewegungen. Die Schwingung der Brustwirbelsäule (BWS) sei physiologisch bei abgeschwächter Lendenlordose. Die Wirbelsäule sei im Lot.
Es bestehe eine reizfreie lumbale Narbe. Die Paravertebralmuskulatur sei physi
ologisch ausgebildet. Paraventral bestehe kein Hartspann. Die BWS weise kei
nen hypersonoren
Klopfschall
(KS) auf. Demgegenüber bestehe hinsichtlich aller
Dornfortsatzspitzen
(DFS) der Lendenwirbelsäule (LWS) ein KS. Sodann seien sämt
liche DFS der BWS und LWS druckdolent. Ein Druckschmerz bestehe auch hinsichtlich der Costotran
sversalgelenke rechts und links. Im Bereich der ge
sam
ten Wirbelsäule habe die Beschwerdeführerin einen
Federungsschmerz
be
klagt
. Der Druckschmerz
beim
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
sei links grösser als rechts. Demgegenüber sei der Druckschmerz der Musculus Piriformis-Gruppe sowie
des Glutaeus
maximus und
medius
links grösser als rechts
. Das Lasègue-Ze
ichen sei beidseits negativ. Der
Langsitz sei möglich. Die Valleix-Punkte seien bei inkon
sistenten Angaben nicht konklusiv beurteilbar. Der Nervus Femoral
is-Deh
nungstest sei beidsei
ts negativ
. Weiter bestehe ein Schultergradstand. Das Mus
kelrelief sei
im Rahmen der oberen Extremitäten physiologisch
seitengleich. Sowohl der Nacken- als auch der Schürzengriff seien beidseits möglich
(
Urk.
10/27/4).
Sodann zeige die Beschwerdeführerin
ein langsames, symmetri
sches Gangbild ohne Hilfsmittel. Der Treppengang sei mit Handlauf links er
folgt. Die Beinachsen seien physiologisch. Es bestehe ein Beckengradstand. Der Zehen-, Fersen- und Einbeinstand sei beidseits unter Demonstration erheblicher
Unsicherheit möglich. Ein tiefer Hocksitz sei bei groteskem Bewegungsablau
f
nicht möglich.
Auch hinsichtlich der unteren Extremitäten sei d
as M
uskelrelief
seitengleich (
Urk.
10/27/5).
Im Rahmen
der segmentalen
neurologischen
Unter
suchung der groben Kraft sei bei inkonsistentem Verhalten keine Reduktion in den Kennmuskeln der oberen und unteren Extremitäten beidseits aufgefallen (
Urk.
20/27/6).
Dr.
F._
kam
zum Schluss, die beklagten Beschwerden liessen sich nur teil
weise mit den Untersuchungs
b
efunden vereinbaren. Bei der repetitive
n
Durch
führung des Untersuchungsgangs seien erhebliche Inkonsistenzen aufgefallen. Die angegeben
e
Hyposensibilität des linken Armes u
nd des linken Bei
nes seien anatomisch so nicht zuzuordnen. Im Gegensatz zu den anamnestischen Anga
ben sei die Beschwerdeführerin in der Untersuchungssi
tuation in der Lage ge
wesen, 1.5
Stunden zu sitzen. Auch die bei der Untersuchung der Wirbelsäule angegebenen Beschwerden würden im Wesentlichen nicht mit den objektiven Befunden korrelieren (
Urk.
20/27/7).
Aus rein orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin seit Mitte Juni 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer – näher umschriebenen – angepassten Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, die wegen des erhöhten Pausenbedarfs im 1
00
%
Zeitpensum zu leisten sei
.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ausserhalb des orthopädischen Fachgebietes sei namentlich die
entsprechende
ärztliche Dokumentation des
G._
einzuholen (
Urk.
10/27/7).
3.3
A
m
3.
Juli 2012
und
2
1.
August 2012 wurde die Beschwerdeführerin im Zent
ru
m für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen,
G._
, untersucht.
Die beurtei
lenden Fachärzte erhoben
im
Neuro-Otologie-Bericht vom 28.
August
2012
fol
gende Diag
nosen (
Urk.
10/28/5):
Verdacht au
f multifaktoriellen Schwindel, differenzialdiagnostisch
im Rahmen der nachfolgenden Diagnosen
Bekannte Migräne seit Jahren
Verdacht auf vestibuläre Beteiligung
Status nach cochleo-vestibulärer Funktionsstörung links bei
leichter peripher-vestibulärer Unterfunktion links
hochgradige
r
sensorineuraler
Schwerhörigkeit links
Chronisch lumbales Schmerzsyndrom und lumbale Spinalkanalstenose L2 bis L4 mit
Status nach operativer Dekompression (
D._
02/12)
Polyneuropathie, untere Extremitäten beidseits distal betont
Verdacht auf
reaktive Depression
Hinsichtlich
des
Oto-Rhino-Laryngologie
(
ORL
)
-Status, des neuro-otol
o
gischen Status sowie des ergänzenden allgemein-neurologischen Status
erhoben die be
ur
teilenden Fachärzte – abgesehen vom unsicheren Gangbild - unauffällige B
e
funde (
vgl.
Neuro-Otologie-Befund vom
3.
Juli 2012
Urk.
10/28/1f.). Der Vest
-Test-Befund vom 2
2.
August 2012
habe
eine leichte peripher-vestibuläre Unter
funktion links
ergeben
.
Demgegenüber
könne dieser Befund
nicht
allein
für die
von der
Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden verantwortlich gemacht
werden (
Urk.
10/28/4).
In den ausgedehnten Abklärungen des peri
pher-vesti
bu
lären Systems habe
jedenfalls
eine grössere Pathologie ausge
schlossen werden können.
Abschliessend
regten die beurteilenden Fachärzte eine neurologische sowie psychiatrische Untersuchung an (
Urk.
10/28/6).
3.
4
Am
4.
Februar 2013 wurde die Beschwerdeführerin durch
Dres.
A._
und
B._
neurologisch und psychiatrisch untersucht.
Hinsichtlich des medizi
ni
schen Sachverhalts bis zum Zeitpunkt der
Begutachtung
wir
d im Wesentli
chen
auf die umfas
sende, chronologische Wiedergabe der medizinischen Ak
tenlage im
Gu
tachten selbst verwiesen (
Urk.
10/34/2-4
).
3.
4.1
Dr.
A._
stellte
im neurologischen Teilgutachten folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/34/8):
Zustand nach per
i
pherer Vestibulopathie links mit noch möglicher leich
ter Beeinträ
chtigung des Gleichgewichtssinns
Lumbovertebralsyndrom sowie Zustand nach Sequest
e
rektomie und
Nukle
otomie Lendenwirbelkörper (LWK) 4/5 links mit mikrochirurgischer Dekompression cr
oss over LWK 3/4 und LWK 4/5 li
nks, Thermo-Koagu
lation der Facette LWK 3-5 am
7.
Februar 2012 mit möglicher residueller radikulärer Reizsymp
tomatik, eventuell die Wurzel S
1 links betreffend
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigke
it diagnostizierte er eine Hemi
hypäs
thesie links, organisch nicht zuordenbar (
Urk.
10/27/8).
Im Rahmen der Befunderhebung hielt
Dr.
A._
fest, die LWS sei Klopf- und druckdolent. Die HWS sei frei
. Die
Bauchhautreflexe seien schwach
. Es bestehe eine Sen
sibilität mit Angabe einer Hypä
sthesie scharf mittellinienbegrenzt links. Weiter bestehe ein mässig ausgeprägter muskulärer Hartspann. Das paraverteb
rale lumbale HWS-Provokationsmanöver für radikuläre Beschwerden sei beid
seits negativ. Hinsichtlich der unteren Extremitäten
seien Trophik und Tonus beidseits unauffällig. Die Motilität sei allseits frei. D
ie grobe Kraft
sei
bei ausge
prägter Fehlinnervation
jedoch
nicht beurteilbar. Diese sei derartig, dass wenn tatsächlich Paresen vorliegen würden, eine Geh- oder Stehfähigkeit nicht mehr gegeben wäre
n
, so dass die Beschwerdeführerin auf den Beinen in sich zusam
mensacken müsste. Das Lasègue-Zeichen sei negativ. Positionsversuche in
Rückenlage sowie der Knie-Hacken-Versuch seien kooperationsbedingt nicht
durch
führbar. Der
Patellarsehnenreflex
(PSR) sei symmetrisch schwach.
Der
Achillessehnenreflex
(ASR) sei beidseits nicht auslösbar. Das Babinski-Zeichen sowie der Gordon-Reflex seien beidseits negativ. Die Sensibilit
ät für Berührung und Schmerz links betreffe das ganze Bein in gleichem Masse (
Urk.
10/34/7). Der Gang sei ausgesprochen unterschiedlich. Zum Teil stark schwankend, sich an Gegenständen, dem Untersucher festhaltend. Zum Teil unauffällig mit
guten Mitbewegungen. Fersen-
und Fussspitzgang seien beidseits möglich. Die Gang- und Standproben seien mit ungerichteter Falltendenz im Romberg erschwert, wobei jeweils rechtzeiti
g ein Ausfallschritt erfolge
. Sowohl der Strich- als auch der Blindstrichgang seien kooperationsbedingt nicht durchführbar. Die elektro
encephalographische Untersuchung habe eine normale Grundaktivität ergeben, ohne Herdbefund. Sodann würden keine Anhaltspunkte für eine cerebrale Über
erregbarkeit bestehen (
Urk.
10/34/8).
Insgesamt sei anlässlich der klinisch-neurologischen Untersuchung eine ausge
sprochen inkonsistente Befundlage aufgefallen. Es bestehe eine Hemihypästhe
sie für Berührung und Schmerz links, wobei diese im Bereich des Rumpfes scharf
mittellinienbegrenzt sei und organisch nicht zugeordnet werden könne. VOR-
Suppression und Optokinetischer Nystagmus (OKN) seien unauffällig. Ein Nystag
mus könne auch bei Provokation (Lagerung und Kopfschütteln) unter Fren
zel
brille
nicht beobachtet werden
.
Sodann
berichtete
Dr.
A._
über – detailliert
umschriebene - Auffälligkei
ten während der Untersuchung
, welche im Zusam
men
hang mit der Kooperation stehen würden (
Urk.
10/34/9f.). Im Vor
dergrund und die Beschwerden prägen
d
und diese überlagernd imponiere eine ausge
prägte Verdeutlichungstendenz/Aggravation mit auffälligem, inkonsis
tentem Untersuchungsverhalten. Dies relativiere in erheblichem Masse die An
gaben der Beschwerdeführerin
,
auch im Hinblick auf die angegebenen Be
schwerden (
Urk.
10/34/10).
Die vom RAD-Arzt aus orthopädischer Sicht vorgenommene Arbeitsfähigkeits
beurteilung sei auch
aus
neurologischer Sicht vollumfänglich nachvollziehbar. Zusätzlich bestehe eine Beeinträchtigung aufgrund der Sch
w
indelbeschwerden für exponierte Tätigkeiten oder sämtliche anderen Tätigkeiten mit erhöhter An
forderung an den Gleichgewichtssinn zufolge der neurootologisch verifizierten, geringgradigen vestibulären Unterfunktion links (
Urk.
10/34/10).
3.4.2
Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte
Dr.
B._
(1) eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), (2)
eine Dysthymie (ICD-F34.1) und
(3)
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4,
Urk.
10/34/13).
Die Beschwerdeführerin sei pünktlich, sauber und bescheiden bekleidet, freund
lich
und kooperativ. Es hätten sich keine mnestischen Funktionsstörungen ge
zeigt. Der Zugang zu ihren Erinnerungen, Phantasien und Gefühlen sei einge
schränkt. Die Beschwerdeführerin habe keine Denkstörungen. Auch fänden sich keine Halluzinationen, Wahn- oder Zwangsvorstellungen. Die Beschwerdefüh
rerin sei dysphorisch gestimmt, etwas subaggressiv, missmutig, bedrückt und zwischendurch traurig. Vor allem
,
wenn die Beschwerdeführerin gehen müsse
,
sei die körperliche Frische und Spannkraft etwas mehr vermindert. Sie schwank
e dann und müsse sich an den Wänden abstützen. Die Mimik sei dys
phorisch. Gestisch
zeige sie
immer wieder wegwerfende Bewegungen, dass es ihr egal
und
sie enttäuscht sei (
Urk.
10/34/13).
Aus psychiatrischer Sicht liege heute eine depressive Symptomatik mit leichter Ausprägung vor.
Die Beschwerdeführerin
sei bedrückt, niedergeschlagen, freud
los.
Ihr
Antrieb sei leicht vermindert. Sie zeige einen Interessenverlust, eine ver
minderte Gedächtnisleistung, ein vermindertes Selbstwertgefühl, eine negative Zukunftsperspektive, Schlafstörungen
sowie
eine fehlende Fähigkeit, sich auch in angenehmer häuslicher Umgebung zu entspannen.
Diesbezüglich werde d
ie Beschwerdeführerin psychiatrisch behandelt und nehme als Antide
pressivum Cymbalta 60 mg ein. Sodann bestehe
eine dysphorische Gestimmt
heit,
die mit grosser Wahrscheinlichkeit schon vor der heute festgestellten de
pressiven Symp
tomatik bestanden habe. Die Beschwerdeführerin sei diesbezüg
lich auch
hereditär vorbelastet. Es müsse von einer chronischen depressiven Verstimmt
heit
ausgegangen werden, auch mit Reizbarkeit,
jedoch
ohne
dass ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit diesbezüglich
über die letzten Jahre
beein
trächtigt gewesen wäre
n
. Auch habe sie sich diesbezüglich nie in psychiatrisch-psychothera
peu
tische Behandlung
b
egeben. So
wie die Beschwerdeführerin ihr
Familienleben, ihre Bindungen
und Beziehungen und ihre Vergangenheit be
schrieben habe,
sei
durchgehen
d
eine dysthyme Gestimmtheit, eine Enttäu
schung sowie ein latenter Groll durchgeschimmert. Im Weiteren müsse infolge der Schmerzsymptomatik, die nicht alleine mit organischen Befunden erklärt werden könne und in Kom
bi
na
tion mit einer emotionalen Problematik bestehe, die Diagnose einer anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung gestellt werden (
Urk.
10/34/14f.).
Der Krankheitsv
erlauf sei
indes
nicht
mehrjährig. Ebenso we
nig bestehe
ein sozialer
Rückzug in allen Lebensbelangen. Von einem therapie
resistenten, innerseeli
schen
Verlauf im Sinne einer missglückten psychisch aber entlastenden Konfliktbe
wäl
tigung könne noch nicht gesichert ausgegangen werden, es würden aber Hinweise dafür vorliegen. Weder die ambulanten noch die stationären Mass
nahmen hätten bisher Erfolge gezeigt. Insgesamt müsse da
von ausgegangen werden, dass die Foersterkriterien nur teilweise erfüllt seien. Eine psychosoziale Belastungssituation bestehe insofern, als dass die Beschwer
deführerin über 50
Jahre alt
sei
und keine gute Ausbildung habe. Zudem sei ihr die sprachliche Integration in der Schweiz nicht gut gelungen (
Urk.
10/34/15).
Die Beschwerdeführerin sei aus rein psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit
sowohl in der angestammten Tätigkeit als Textilarbeiterin als auch als Reinigungsangestellte und in jeder anderen Tätigkeit
zu maximal 20
%
beeinträchtigt, wobei psychosoziale Faktoren hierbei keine wesentliche Rolle spielen
würden.
Es
sei ihr zuzumuten
,
ihre Restarbeitsfähigkeit im ersten Ar
beitsmarkt zu realisieren.
So könne sie sich an Regeln und Routinen anpassen. Sie könne auch, wenngleich eingeschränkt, planen und strukturieren. Zwar sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Dysthymie und Depressivität wenig flexibel. Demgegenüber könne sie ihre fachlichen Kompetenzen anwenden und entscheiden. Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptung, Kontakt- und Gruppenfä
higkeit seien leicht eingeschränkt, insbesondere wegen der depressiv
en
dysthy
men Gestimmtheit. Die Beschwerdeführerin brauche etwas mehr und verlängerte Erholungspausen als eine gesunde Reinigungsangestellte.
Die
Beschwerdeführe
rin
selbst fühle sich in keiner Weise
arbeitsfähig. Es liege hier eine Fixierung
und Selbstlimitierung sowie ein Ausdruck der Enttäuschung vor. Es bestehe keine
Motivation, in den ersten Arbeitsmarkt zurückzukehren. Ab welchem Zeitpunkt
die 20%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein
getreten sei,
sei aufgrund der Aktenlage schwierig zurückzuverfolgen. Immerhin unterziehe sich die Bes
chwerdeführerin seit nunmehr 2.5
Monaten einer psychi
atrisch-psy
chotherapeutischen Behandlung, womit die Symptomatik aus gut
achterlicher Sicht sicher seit drei Monaten bestehe, das heisse ab November 201
2.
Im Bericht des
G._
vom 2
8.
August 2012 werde ein Verdacht auf eine re
aktive Depression diagnostiziert. Weiter zurückliegend könnten keine Hinweise für eine Depressi
vi
tät festgestellt werden. Die Fortsetzung der psychotherapeu
tischen und psy
cho
pharmakologischen Behandlung bleibe indiziert. Es könne davon aber, nament
lich aufgrund der erheblichen Selbstlimitierung und Fixie
rung
sowie der fehlen
den Introspektionsfähigkeit,
keine weitere Verbesserung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit erwartet werden
(
Urk.
10/34/15f.)
.
Im Rahmen der Konsensbesprechung
kamen die Gutachter zum Schluss,
die neu
rologische Beurteilung
sei
hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgebend. Demzufolge bestehe eine 30%ige Beeinträchtigung für jegliche Tä
tig
keit und
wobei
zu berücksichtigen
sei
, dass Tätigkeiten mit erhöhten Anfor
derungen an das Gleichgewichtssystem nicht geeignet seien
(
Urk.
10/34/16f.)
.
Au
f
entsprechende Rückfragen der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
B._
betreffend den Beginn
der aus psychiatrischer Sicht
attestierten Arbeitsunfähig
keit mit Schreiben vom 19. März 2013
ergänzend
aus,
es
sei
– wie bereits im
Gutachten festgehalten – angesichts der
seit zwei Monaten in
Anspruch ge
nommenen
psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
davon auszuge
hen,
dass die depressive Symptomatik seit November 2012 bestehe. Auf den Bericht des
G._
vom 2
8.
August 2012, welcher lediglich den Verdacht auf eine reaktive Depression dokumentiere, könne demgegenüber nicht abgestellt wer
den. Ferner sei der Bericht von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für
Allgemeine Medizin
,
vom
4.
April 2012,
worin diese über eine aktuell mittel
schwere de
pressive Entwicklung berichte, zu wenig detailliert begründet. Es handle sich da
bei auch nicht um eine psychiatrische Beurteilung
. Warum es sich um eine
mittelgradige und nicht um eine leichtgradige Depression gehandelt habe und wie
lange die mittelgradig depressive Episode gedauert habe, könne den Akten auch nicht entnommen werden. Ausserdem habe sich die Beschwer
deführerin diesbe
züglich bis etwa November 2012 nicht behandeln lassen.
Vor diesem Hinter
grund könnten keine Ergänzungen zu der bereits im Gutachten vorgenommenen Arbeitsfähigkeits
beurteilung vorgenommen werden
(
Urk.
10/36).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin stützte
den
angefochtenen Entscheid im Wesentlichen auf den
orthopädisch/rheumatologischen
Untersuchungsbericht
von
Dr.
F._
vom 2
0.
September 2012 sowie auf das bidiszi
plinäre Gutachten von Dres.
A._
und
B._
vom 2
4.
Februar 2013
ab (vgl.
Urk.
2;
Feststellung
blatt zum Beschluss,
Urk.
19/41/5).
4.2
Nach
Art.
49
Abs.
1 der Verordnung über die I
nvalidenversicherung (IVV) beur
teilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD)
die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs. Gemäss
Art.
49
Abs.
2 IVV führen die RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen durch. Den RAD-Berichten, die zu den
so
genannten versicherungsinternen Beurteilungen gehören, kann Beweiswert bei
gemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs
sigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Beim Arzt
des RAD, welche
r
die Beschwerdeführerin untersuchte, handelt es sich um eine
n
orthopädische
n
Fach
arzt
. Der Bericht beruht auf der klinischen Untersuchung vom
5.
September 2012
,
berücksichtigt
die geklagten
Beschwer
den und liefert
in Kenntnis der
Vorakten einleuchtende und nachvollziehbare Schlussfolgerungen.
Damit genügt
er
den an eine beweiskräftige Entschei
dungs
grundlage gestellten Anforderungen (E.
1.6), weshalb zur Entscheidfin
dung unbe
strittenermassen auf die darin gestellten Diagnosen abgestellt werden kann
. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist sodann festzuhalten, dass die Ein
schätzung von
Dr.
F._
sowohl mit den objektiven Untersu
chungsb
efunden
als auch mit der Einschätzung des behandelnden
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH
für
Innere Medizin und Rheumatologie, welcher
ab August bis
September 2012 eine Teilarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in Betracht zog
(vgl. Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin vom
2
0.
Juni 2012
[Eingangs
datum],
Urk.
10/22/3), im Einklang steht.
Sodann v
erwies
Dr.
F._
darauf, dass die beklagten Beschwerden nur teilweise mit den Untersuchungs
befunden
korrelier
t
en und dass bei repetitiver Durchführung des Untersu
chungsganges ver
schiedentlich erhebliche
Inkonsistenzen
aufgetreten seien.
Dass die Beschwerde
gegnerin
für die Periode Juni 2011 bis September 2012 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
gegangen ist
,
steht
mit der
ab
September 2012 von
Dr.
F._
festgestellten Arbeitsfähigkeit vo
n
70
%
nicht im Wider
spruch,
so
n
dern
lässt sich
mit der Rückenoperation
im Februar 2012 und
der
darauf
fol
genden
postoperativen Rekonvaleszenzzeit von 4-6 Monaten
ohne Weiteres
schlüssig
erklären
. Der Einwand,
die Einschätzung des RAD
habe sich aus
nicht nachvollziehbaren Gründen am 20.
September 2012 (Datum orthopä
discher Untersuchungsbericht)
geändert, geht
damit
ins Leere.
Vielmehr
kann auf
d
ie
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im beweiskräftigen RAD-Untersuc
hungsbe
richt abgestellt werden, welche sich
angesichts
der Tatsache
, dass die Beschwer
de
führerin im Jahre 2013 offenbar
sogar
in ihrer angestammten Tätigkeit ar
beits
tätig war und ein Einkommen von
Fr.
3‘785.25 erwirtschaften konnte (vgl. Lohn
ausweis,
Urk.
7/2),
im Übrigen
als wohlwollend
erweist
.
4.4
Es bleibt im Folgenden zu prüfen, ob sich ausserhalb des orthopädischen Fach
gebietes weitere Einschränkungen der Arbeitsfähigkei
t ergeben. G
ab doch
Dr.
F._
seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung insbesondere unter Vorbehalt
der
Untersuchungsergebnisse des
G._
ab.
4.5
Die beurteilende
n
Fachärzte des
G._
äusserten
sich im Konsiliarbericht vom 28. August 2012 naturgemäss
nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin.
Demgegenüber
kamen sie zum Schluss, i
n den ausgedehnten Ab
klä
rungen des peripher-vestibulären Systems habe eine grössere Pathologie ausge
schlossen werden können. I
m
Übrigen
regten sie
eine neurologische sowie psy
chiatrische Untersuchung an (
E.
3.3
,
Urk.
10/28/6).
4.
6
Das
neurologische/psychiatrische
Gutachten
von Dres.
A._
und
B._
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten und den be
klagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinische
n
Untersuchung
en
vom
4.
Februar 201
3.
Weiter
leuchtet
es
in der Darlegung der me
dizinischen Situa
tion und
Zusam
menhänge ein
, womit auf die darin gestellten Diagnosen abge
stellt werden kann.
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin stehen die von
Dr.
A._
festgestellten Diskrepanzen zu den beklagten Beschwerden so
wie das inkonsistente Untersuchungsverhalten der Beschwerdeführerin nicht im Widerspruch, sondern vielmehr im Einklang mit den Vorakten (
Urk.
10/18/17,
Urk.
10/18/18,
Urk.
10/28/4,
Urk.
10/28/6,
Urk.
10/34/9)
.
Mit ihren
übrigen
Vor
bringen
vermag die Beschwerdeführerin aus den nachfolgenden Gründen
ebenso
wenig
durchzudringen.
Im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung kamen die
Gutachter
zum Schluss
, es sei nicht die psychiatrische, sondern vielmehr die neurologische Ausgangs
situation
für die attestierte Arbeitsunfähigkeit
massgebend
(
Urk.
10/34/17)
.
Dieser
Einschätzung kann aufgrund der erhobenen Befunde sowie unter Be
rück
sich
ti
gung der wiederholt beschriebenen
und sozialversicherungsrechtlich unbea
cht
lichen
Verdeutlichungstendenzen/
Aggrav
ation
sowie Selbstlimitierung
der Be
schwerdeführerin
gefolgt werden.
Ebenso
kann die Frage, ob bei der Beschwer
deführerin allenfalls bereits vor November 2012
(auch) aus psychiatrischer Sicht
eine Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen hat
, mangels entscheid
relevanter Bedeutung offen gelassen werden.
Ging doch
die Beschwerdegegne
rin für die Periode von Juni 201
1 (Beginn Wartejahr)
bis September 2012 be
reits
allein
aufgrund der somatischen Situation von einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit aus, mithin seit einem Zeitpunkt vor der – wenn auch zu wenig um
fassend und ausserhalb ihres Fachgebietes - von
Dr.
H._
mit Bericht vom
4.
April 2012 erstmalig aktenkundig dokumentierten depressiven Entwicklung (
Urk.
10/18/5).
Ungeachtet dessen ist festzuhalten, dass
Dr.
H._
die depressive Entwicklung unter die Diagnosen ohne Auswirkungen au
f die Arbeitsfähigkeit aufführte. Im Einklang damit hielt
auch
Dr.
B._
in schlüssiger Weise
fest, e
s müsse
bei der Beschwerdeführerin
von einer chronischen depressiven Ver
stimmtheit ausgegangen werden,
welche
ihre
Arbeits- und Leistungsfähigkeit über die letzten Jahre
jedoch nicht beeinträchtigt habe
(
Urk.
10/34/14)
.
Entspre
chend hat
die Beschwerdeführerin vor November 2012
in keinerlei Hinsicht
psychi
atrische Massnahmen beansprucht
(
Urk.
10/34/15).
Im neurologischen Teilgutachten
führte
Dr.
A._
ferner
aus, es sei die von Dr.
F._
aus orthopädischer Sicht postulierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
in
einer angepassten Verweistätigkeit auch aus neurologischer Sicht
vollumfäng
lich
nachvollziehbar. A
us neurologischer Sicht
sei dabei
zu berücksichtigen, dass Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an das Gleichgewichtssystem nicht geeignet seien (
Urk.
19/34/16).
Indem bereits Dr.
F._
namentlich
Tä
tigkeiten mit Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Überkopfarbeiten als un
zumutbar ausgeschlossen hat (vgl.
Urk.
10/27/7), ergeben sich aufgrund der
Be
urteilung
von
Dr.
A._
keine neuen Erkenntnisse, welche die Arbeitsfähigkeit über das im
orthopädischen/rheumatologischen
Bericht von
Dr.
F._
festge
legte Mass weiter einschränkten.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin –
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizi
pierte
Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezem
ber 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4.7
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass sich der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin in erheblicher Weise verbessert hat und ihr nunmehr jedenfalls seit
September
2012 eine angepasste Verweistätigkeit
(mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne
häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshaltun
ge
n und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien und Überkopfarbeit)
zu
7
0
%
in einem Pensum von 100
%
zumutbar ist.
5.
5.1
Unbestritten ist
ferner
, dass zur Ermittlung des Invaliditätsgrades die gemischte Methode anzuwenden ist und die Bemessungsfaktoren "Anteil Erwerbstätigkeit" 70
%
bzw. "Anteil Haushaltstätigkeit" 30
%
betragen.
5.2
Der Bericht ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhäl
tnisse verfasst worden sowie be
gründet, plausibel und ange
messen detailli
ert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen, womit er den an ihn gestellten Anforderu
ngen entspricht. Ins
besondere greift der
Richter in das Ermessen der Ab
klärungsperson nur ein, wenn klar feststell
bare Fehleinschät
zungen oder An
haltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (bei
spielsweise infolge von Widersprüchli
chkeiten) vorlie
gen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, das
s die fachlich kompetente Abklärungs
pe
rson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerde
fall zu
ständige Gericht (BGE 128 V 94 E. 4). Die
vorliegend
erfüllten Beweiswürdigungskriterien gelten nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der
Behinderung im Haushalt, sondern analog auch für jenen Teil eines Abklä
rungs
berichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teiler
werbstätigen Versicherten mit häusli
chem Aufgabenbereich im Gesund
heitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E.
5.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Invalidität bestimmt sich demnach grundsätzlich dadurch, dass im Erwerbs
bereich ein Einkommens- und im Haushaltsbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird (E.
1.3), wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (vgl. BGE 130 V 396 E. 3.3).
5.3
Die IV-Stelle ging beim Einkommensvergleich von einem Valideneinkommen von
Fr.
33'953.-- für ein Pensum von 70
%
im Jahre 2012 aus und errechnete
gestützt auf die seit September 2012 zumutbare 70%ige Arbeitsfähigkeit in ei
ner
angepassten Verweistätigkeit (beispielsweise leichte Fertigungsarbeiten, Qualitäts
kontrolle oder Sortierarbeiten)
ein Invalideneinkommen von Fr. 37'651.--
, was einer Erwerbseinbusse von
Fr.
0.-- bzw.
eine
m
erwerblichen
Teilinvaliditätsgrad
von
0
%
entspricht (
Urk.
8/30). Gestützt auf die Abklärung vor Ort ging die IV-Stelle
sodann
von einer 11.5%igen Einschränkung im Be
reich der Haushalt
führung aus, was
gewichtet ein
Teilinvaliditätsgrad
im Haus
haltsbereich
von
3.45
%
ergab
. Daraus resultierte ein Gesamtinvaliditätsgrad von rund 3
%
(
Urk.
2
S.
2). Dies
es Vorgehen ist gestützt auf die
Arbeitgeberbe
richt
e vom 2
0.
Dezem
ber
2011 (
Urk.
10/13/1-9) und vom 2
0.
April 2012 (
Urk.
10/19) sowie den IK-Aus
zug vom
8.
Dezember 2011 (
Urk.
10/12
) und unter Hinweis auf den Abklä
rungsbericht vom
2
9.
Mai 2013 (
Urk.
10/39
) sowie den Tabellenlohn für Hilfs
arbeiten gemäss den vom Bundesamt für Statistik pe
riodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebungen (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4) nicht zu beanstanden.
Weshalb
sie keine andere Tätigkeit ausführen respektive keinesfalls ein Einkom
men in derselben Höhe erzielen könne
(
Urk.
1 S. 2), liess die Beschwerdeführe
rin unbegründet und ist auch nicht einsichtig.
Insbesondere
k
ann die versicherte Person nicht auf der
Anwendung von Lohnansätzen aus einem bestimmten Niedriglohnsektor (z.B. Reinigungsgewerbe) bestehen, wenn ihr weiterhin nor
mal entlöhnte Hilfsarbeiten zumutbar sind. Die Schadenminderungspflicht wirkt sich auch in diesem Punkt aus (vgl. zum Ganzen: Meyer, Bundesgesetz über die Invali
denversicherung [IVG], 2010, S.
313 f.).
Der
Umst
and, da
ss die Beschwerdeführerin
das ihr zumutbare Arbeitspensum von
7
0
% nur über einen ganzen Tag verteilt und mit Pausen ausüben kann, führt – entgegen
ihrem Vorbringen
- nicht zu einem
zusätzlichen
Abzug
vom Tabellenlohn
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E.
3.1.2 mit Hinweisen).
Dasselbe gilt für
die fehlende Ausbildung
,
zumal für Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 definitionsgemäss eine besondere Bildung
nicht vorausgesetzt wird (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_633/2013 vom 23.
Okto
ber 2013 E. 4.2 sowie E.
4.2.4 nachfolgend).
Was d
as Merkmal Alter an
belangt - die
Beschwerde
führerin
war bei Verfügungserlass am
1
0.
Januar 2014 56
Jahre alt -,
so
führt
d
as fortgeschrittene Alter nicht automatisch zu ei
nem Abzug, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 sogar eher lohnerhö
hend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Um
stände des Einzelfalles zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beein
flussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urtei
l des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Wie es sich vor
liegend im Einzelnen damit verhält, kann indes offen gelassen werden. So
liesse sich selbst unter Berücksichtigung des theoretisch bis maximal 25
%
zulässigen Abzug
e
s kein rentenbegründender Invaliditätsgrad errechnen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich auch hinsichtlich des Zeitp
unkts der Rentenaufhebung (vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV
,
E.
1.5
)
als richtig. Da auch der un
ange
fochtene Rentenbeginn zu keiner gerichtlichen Korrektur Anlass gibt, ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin stellte
am 1
0.
Februar 2014
ein Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S.
1).
Mit Eingabe vom
5.
März 2014 sub
stantiierte sie ihr Gesuch bezüglich Bedürftigkeit und reichte nebst dem For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit diverse Belege ein (
Urk.
6,
Urk.
7/2-10,
Urk.
8).
Vorliegend sind die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1
und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) erfüllt, wes
hal
b der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person von Rechtsanwalt Georg Engeli ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen ist. Die Beschwerdeführerin ist sodann auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der ihr erlassenen Gerichtskosten so
wie der Auslagen für die unen
tgeltliche Rechtsvertretung ver
pflichtet ist, so
bald sie dazu in der Lage ist.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzusetzen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.3
Rechtsanwalt
Georg Engeli
macht
e
mit Honorarnote vom
1.
Juni
2015
einen Gesamtaufwand von
8.83
Stunden geltend (
Urk.
21,
Urk.
22
), was angemessen erscheint.
In Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
(zuzüglich 8
%
Mehrwertsteuer) ist
er
mit
Fr.
1‘907.95 (inklusive
Mehr
wert
steuer)
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
.