Decision ID: 338d7322-d60a-4654-a9ba-6b7cf5170e5e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
war seit Mai 1998 bei der
Y._
als
Assistant
Vice
President
angestellt und in diesem Rahmen bei der AXA Ver
sicherungen AG (nachfolgend: Unfallversicherung) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom
12. November
2013 sei es am 11. Oktober 2013 zu einem Sturz vom Pferd gekommen, nachdem
dieses uner
wartet gescheut habe
(Urk. 11/A1).
Der Versicherte gab an, dabei nach hinten gekippt und von
zirka
2 Metern Höhe direkt und ungebremst auf das Gesäss gefallen zu sein. Das Pferd sei ebenfalls gestürzt und habe ihn dabei an der rech
ten Beckenseite gestreift
(
Urk.
11/A7 S.
1)
. Nach durchgeführtem MRI
wurde
n
am 21. November 2013 unter anderem eine rechtsseitige
Sacrumfraktur
sowie eine Knochenkontusion des linken OS
sacrum
diagnostiziert (Urk. 11/M1). Am 17. Juni 2014 wurde beim
Versicherten
zur Behandlung einer monosegmentalen
Diskopathie
L4/5
auf der Höhe L4/5 eine
Spondylodese
durchgeführt (Urk. 11/M14). Nachdem postoperative Abklärungen einen vermehrten Knochen
umbau im
Bereich der Boden
-
und Deckplatte
mit einer
Schrä
glage des Cages sowie einem Einsinken der Bodenplatte L4 und einer Irritation der Deckplatte L5
im Sinne einer erhöhten Instabilität in diesem Segment ergeben hatten (vgl. Urk. 11/M32),
wurde der Cage L4/5
am 2. März 2015
operativ
restabilisiert
(Urk. 11/M37).
Nach weiteren medizinischen Abklärungen (vgl. Urk. 11/M41, Urk. 1
1/M49, Urk. 11/M51-52, Urk. 11/B
54/3, Urk. 11/M
59-
60, Urk. 11/M
62-
64,
Urk.
11/M67,
Urk. 11/7
2, Urk. 11/M74-75, Urk. 11/M77)
beauftragte
die Unfall
versicherung die
Z._
mit der
interdisziplinären
Begutachtung des Versicherten.
Der Versicherte wurde in den Disziplinen Orthopädie
-Traumatolo
gie
, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie exploriert (Urk. 11/M81-83, Urk. 11/M85).
Zudem wurde zuhanden der Gutachter eine physio- und ergothe
rapeutische Untersuchung durchgeführt (Urk. 11/M84).
Am 31. August 2017 wurde die interdisziplinäre Zusammenfassung erstattet (Urk. 11/M86
).
Mit Verfü
gung vom 26. April 2018
teilte
die Unfallversicherung
dem Versicherten die Ein
stellung der
Übernahme der Pflegeleistungen/Kostenvergütungen und der Tag
gelder per 31. Oktober 2017
mit
.
D
em Versicherten
wurde
ein Anspruch auf
eine Integritätsentschädigung
aufgrund einer Integritätseinbusse von 10%
in der Höhe
von Fr. 12'600.
--
zugestanden
(Urk. 11/A303). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 18. Mai 2018 (Urk. 11/A307)
wies die Unfallversiche
rung
mit
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2018 ab (Urk. 2 = Urk. 11/A315).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 26. Oktober 2018 erhob der Versicherte am 22. November 2018 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einsprache
entscheid
sei aufzuheben und
es sei
ihm mindes
tens eine 20%ige Invalidenr
ente zu gewähren. Weiter sei ihm eine Integritätsentschädigung von 18 % zu gewäh
ren. Eventualiter beantragte der Versicherte die Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuer Entscheidung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 15. März 2019 schloss die Unfallversi
cherung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10
), worüber der
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 19. März 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 12). Mit Ein
gabe vom 9. September 2019 reichte die
Beschwerdegegnerin
eine
Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 27. August 2019 ein (Urk. 13-14).
Am
28. November 2019
nahm der
Beschwerdeführer
zur Ein
gabe der
Beschwerdegegnerin
vom 9. September 2019 Stellung und beantragte die Durchführung einer öffentlichen Ve
rhandlung samt Parteibefragung
(Urk. 20). Mit Eingabe vom 18. Dezember 2019 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
die Abweisung des
prozessualen Antrag
es
auf Durchführung einer öffentli
chen Verhandlung (Urk. 22).
3.
Zu ergänzen ist, dass die IV-Stelle dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 27. August 2019 eine ganze Rente vom 1. Oktober 2014 bis am 31. August 2017 zugesprochen und einen darüberhinausgehenden Rentenanspruch
verneint
hat (Urk. 14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. Oktober 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Ver
si
cherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige)
Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.5
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
6
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integri
tätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der pri
vatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell un
ter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integri
tät, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilwei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wo
bei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
7
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrem
Einspracheentscheid
vom 26. Okto
ber 2018 auf den Standpunkt, mit dem
interdisziplinären
Gutachten der
Z._
sei belegt, dass dem
Beschwerdeführer
eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Informatiker
zumutbar
sei.
Da von weiteren Behand
lungen keine namhafte Verbesserung zu erwarten
sei
, bestehe kein Anspruch mehr auf Übernahme von Heilbehandlungskosten.
Bei einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit verfüge der
Beschwerdeführer
weder über einen Taggeld- noch über einen Rentenanspruch.
Gestützt auf
die SUVA-Tabellen
ergebe sich ein Integritätsschaden von
10 %
(Urk. 2 S. 10 f
f.
, vgl. auch Urk. 10
).
2.2
Dagegen
wandte
der
Beschwerdeführer
ein
, es liege noch kein
d
efinitiver Zustand vor, da das
Iliosakrargelenk
(I
SG
)
und
die
Hüftgelenke mitbetroffen blieben und die Körperzuckungen ihn erheblich stören würden
.
Die
Beschwerdegegne
rin
werde
darauf
behaftet, dass der Informatik-Job eine grundsätzlich sitzende Tätigkeit vor dem Bildschirm darstelle, wobei es sich noch um eine vorgeneig
te Stellung handle. Gerade eine solche Position könne
er
nicht den ganzen Tag –
a
uch nicht an einem Stehpult –
ausführen
. Die rückwirkende Einstellung des Tag
geldes verstosse gegen Art. 16 UVG.
Das Gutachten der
Z._
sei nicht schlüssig, den Gutachtern müssten Ergänzungsfragen zusammen mit dem St
el
lenbeschrieb gestellt werden.
PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
habe eine Integritätsentschädigung von 18 % geschätzt, weshalb die gewährten
10 % zu tief ausfallen würden
(Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
Die
Beschwerdegegnerin
stützte ihren Entscheid insbesondere auf das
interdis
ziplinäre
Gutachten der
Z._
vom 31. August 201
7.
In der inter
disziplinären Beurteilung
wurde
folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
gehalten (Urk. 11/M86 S.
3-5):
Orthopädie-Traumatologie:
-
Status nach Pferdesturz am 11. Oktober 2013 mit
-
Monosegmentaler
Diskopathie
L4/5 (ICD-10 M51.9)
Daneben
stellten die Gutachter
folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 11/M86 S.
4-5):
Orthopädie-Traumatologie:
-
Status nach Pferdesturz am 11. Oktober 2013 mit
-
Sakrumfraktur
rechts (ICD-10 S32.1)
-
Sakrumkontusion
links (ICD-10 S30.0)
Neurologie:
-
Status nach Beeinträchtigung lumbaler Nervenwurzeln links (ICD-10 G54.4), klinisch-neurophysiologisch am 17. März 2017 nicht mehr nach
weisbar
Auf orthopädisch-
traumat
ologischem
Fachgebiet habe sich eine Situation gezeigt, bei der beim
Beschwerdeführer
nach einem Reitunfall vom 11. Oktober 2013 auch nach zwei operativen Eingriffen keine Beschwerdefreiheit
habe
erzielt werden
können
, obwohl zumindest der Zweiteingriff am 2. März 2015 lege
artis
durchgeführt
worden sei
, mit einem regelrechten Verlauf und zuletzt einem knö
chernen
Durchbau
der
Spondylodese
bei freien
foraminären
Abgängen im Seg
ment L4/
5.
Auch medikamentöse Therapien und Infiltrationen hätten laut dem
Beschwerdeführer
keine Reduktion der Schmerzen gebracht
,
weswegen sämtliche sistiert worden seien. Nach zwei Rückenoperationen und
entsprechenden
dege
nerativen Veränderungen (
Spo
ndylarthrosen
L5/S1) an der LWS
könne man gewisse Beweglichkeitseinschränkungen und Beschwerden durchaus nachvollzie
hen, jedoch nicht in dem Ausmass, wie vom
Beschwerdeführer
geklagt. Dies vor allem vor dem Hintergrund einiger Inkonsistenzen, wie im
orthopädisch-trauma
tologischen
Gutachten dargestellt. Im MRI vom 22. Juli 2015 und im Rahmen der letzten konventionell radiologischen Kontrolle der LWS
in der
B._
vom 7. März 2017 hätten letzten Endes bild
technisch keine strukturellen Pathologien mehr nachgewiesen werden können, welche für die so stark geklagten Beschwerden verantwortlich sein könnten. Zusammenfassend könne man sagen, dass sich die subjektiv geklagten Beschwer
den nicht in Einklang bringen liessen mit den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden. Natürlich müsse man nach so vielen Jahren Schmerz
geschichte von einer
Chronifizierung
ausgehen. Möglicherwe
ise habe sich auch zum Teil ein
falsches Gangbild eingeschlichen und verfestigt, welches in der Regel wieder schwer zu beseitigen
sei
. Allerdings müsse man
das Schonhinken und das Benützen eines Stockes alleine auf Grund der fehlenden Muskelatrophie links nach 3 Jahren Schonhaltung zumindest hinterfragen. Therapeutisch würden keine wirklichen Optionen verbleiben.
Eine
Gangschulung mittels Physiotherapie wäre
eventuell
noch eine mögliche Option, unterstützt durch Erlernen von Coping-Strat
egien im Umgang mit Schmerzen. B
ei regelrechten knöchernen Ver
hältnissen entfalle
eine operative Therapie
. Eine psychotherapeutisch ausgelegte Therapie mit Schwerpunkt Schmerzproblematik werde bereits seit einem Jahr durch Frau
C._
durchgeführt – laut dem
Beschwerdeführer
jedoc
h mit wenig Erfolg (Urk. 11/M86 S. 3
).
Auf psychiatrischem Fachgebiet bestehe keine psychopathologische Störung. Der
Beschwerdeführer
leide nicht an Einschränkungen des funktionellen Leistungs
vermögens in Folge einer wie
auch immer
gearteten,
zum Beispiel
relevant aus
ge
prägten depressiven Symptomatik
oder einer anderen psychischen Störung. Das geklagte Schmerzleiden entspreche auch nicht dem Bild einer somatoformen Schmerzstörung
. Auf Ebene der Persönlichkeit
wü
rden
nicht unerhebliche Res
sourcen
bestehen
. Es sei möglich, dass der
Beschwerdeführer
bei seiner Konstitu
tion bezüglich Persönlichkeitszügen allenfalls, bei weiterer ungünstiger Entwick
lung seines Falles, in eine gewisse vermehrte Verbitterungshaltung hin
eingeraten könn
e (Urk. 11/M86 S. 4
).
Neurologisch seien im Zusammenhang mit dem Unfall vom Oktober 2013 beim
Beschwerdeführer
nicht mit Wahrscheinlichkeit erhebliche oder relevante Schä
digungen zentraler oder peripherer neuronaler Strukturen entstanden. Auch wenn nicht auszuschliessen sei, dass durch die zwei operativen Eingriffe als Folge dieses Unfalls lumbale Nervenwurzeln beeinträchtigt worden seien, sei zum Zeitpunkt der gutachterlichen neurologischen Untersuchung im März 2017 keine so hoch
gradige Nervenwurzel-Schädigung objektivierbar, dass eine erhebliche Einbusse der körperlichen Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s damit begründet wer
den könn
e.
Objektive Zeichen einer lumbalen oder sakralen Nervenwurzel-Schä
digung, wie eindeutige Reflex-Abschwächungen oder Paresen oder andere auf
fällige Befunde seien in der gutachterlichen neurologischen Untersuchung und in der gezielten EMG-Zusatz-Untersuchung während der Begutachtung nicht zu objektivieren gewesen. Die Beschwerden u
nd die klinischen
Untersuchungs
–
Befunde würde
n
nicht auf das Vorliegen einer
Meralgia
paraesthetica
im Bereich des linken Oberschenkels hinweisen. Es sei im Sinne einer Inkonsistenz zu werten, dass der
Beschwerdeführer
bei Beschreibung von neuropathisch anmu
tenden Schmerzen ein im Allgemeinen gut gegen neuropathische Schmerzen wirken
des Medikament wie
Lyrica
nicht regelmässig
eingenommen habe,
beziehungs
wei
se angegeben habe
, dass dies seine Beschwerden nicht verbessere (Urk. 11/M
86 S. 4
f
.
).
Neuropsychologisch hätten sich unspezifische minimale kognitive Einbussen
gezeigt
. Es
bestehe
keine kognitive Störung bei chronischen Schmerzen sowie leichter Übertreibungstendenz in Bezug auf somatische und aff
ektive Beschwer
den (Urk. 11/M86 S.
5).
Im Rahmen der
interdisziplinären
versicherungsmedizinischen Beurteilung hiel
ten die Gutachter zusammenfassend fest, dass – mangels Unfallfolgen in den an
deren untersuchten Fachgebieten – im Wesentlichen die Beurteilung aus ortho
pädisch-
traumatologischer
Sicht gelte.
Da erhebliche Diskrepanzen zwischen sub
jektiv empfundener Schmerzintensität, dem klinischen Bild,
beziehungsweise
Verhalten und den objektivierbaren Befunden bestünden, müsse die Beurteilung der Leistungsfähigkeit rein medizinisch-theoretisch erfolgen. Diese Beurteilung gehe davon aus, dass das gezeigte Hinken und Benützen eines Gehstocks zumin
dest fraglich erscheine. Deshalb sei festzuhalten, dass die folgende Beurteilung auch mit diesem Gangbild und Benützung von einem Stock gelte, da
der Beschwerdeführer
auch in diesem Zustand ausreichend mobil sei und somit die unten dargestellten Kriterien erfülle. Aufgrund zweifacher Operationen und zusätzlicher degenerativer Veränderungen in der LWS seien dem
Beschwerdefüh
rer
keine mittelschweren und schweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Die in der therapeutischen Beurteilung beobachtete Belastbarkeit entspreche im Wesentli
chen einer sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit, ohne häufiges Bücken und ohne häufige Wirbelsäulenzwangshaltungen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Informatiker sei eine leichte, vorwiegend sitzende Bürotätigkeit gewesen. Diese Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
medizinisch-theoretisch spätestens ab der Be
gutachtung wieder ganztags zumutbar. Diese Einschätzung werde unterstützt durch den Nachweis guter kognitiver Leistungen in der Neuropsychologie. Der Integritätsschaden gemäss UVG der
Suva-Tabelle 7 liege bei 10 % (Urk. 11/M86 S.
5).
Medizinische Massnahmen
seien
nur noch begrenzt möglich. Im Rahmen der für einen begrenzten Zeitraum weiterhin zu empfehlenden Psychotherapie könnten Coping-Strateg
ien zum Schmerzverhalten und Umg
ang mit Schmerzen
erlernt werden. Zusätzlich könn
e man eine erneute, letzte Serie von Physiotherapie mit dem Schwerpunkt Gangschulung empfehlen. Falls danach keine Besserung erzielbar sei,
seien
keine weiteren
Therapien sinnvoll (Urk. 11/M86 S.
7).
4.
4.1
Die Parteien gehen
in Bezug auf
den vorliegend
zu beurteilenden Unf
all
überein
stimmend davon aus, dass der gesetzliche Unfallbegriff gemäss Art. 4
ATSG erfüllt und der Kausalzusammenhang gegeben
ist
(Urk. 2
S. 5, vgl. auch Urk. 10
). Dies
e Beurteilung steht mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang.
4.2
Das interdisziplinäre
Gutachten
der
Z._
vom 31. August 2017
(
Urk. 11/M81-83, Urk. 11/M85-86)
vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erf
üllen (E. 1.7
). So tätig
ten die
Gutachter sorgfältige, umfassend
e Abklärungen, berücksichtigten
die geklagten B
eschwerden und begründeten ihre
Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowi
e in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Sie
legten
unter Hinweis auf diverse
Inkonsistenzen
zwischen
den
g
eklagten Schmerzen und Einschrän
kungen einerseits und
dem
klinischem Eindruck beziehungsweise fehlenden ob
jektiven Zeichen einer na
mhaften Limitation andererseits
(
kein bildtechnischer Nachweis von strukturellen orthopädischen Pathologien,
keine feststellbare Mus
kelatrophie
nach
dreijähriger Schonhaltung,
keine relevante erhebliche Schädi
gung zentraler oder peripherer neuronaler Strukturen, unspezifische minimale kognitive Einbussen) schlüssig dar,
weshalb
sie
medizinisch-theoretisch eine leichte, vorwiegend sitzende Bürotätigkeit
ganztags
als zumutbar erachteten (Urk. 11/M86 S. 5)
.
4.3
4.3.1
Der
Beschwerdeführer
brachte vor,
die Gutachter hätten seinen Stellenbeschrieb bei
ihrer Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt
. So sei ihnen ins
besondere nicht bekannt gewesen, dass es sich dabei um eine rein sitzende und vorgeneigte Tätigkeit vor dem Bildschirm handle.
D
ie Gutachter
hätten sich
nicht dazu geäussert, ob
er
mit seiner Rückenbetroffenheit die volle Stundenpräsenz sitzend oder an einem Stehpult absolvieren könne (Urk. 1 S. 4
und S. 6, Urk. 20 S. 2
).
4.3.2
Der orthopädisch-
traumatologische
Gutachter
, Dr.
D._
,
nahm eine
ausführliche Berufsanamnese vor
und ging von folgendem Stellenbeschrieb der vor
dem Unfall
ausgeübten Tätigkeit aus
:
Incident
-Management, zentrale Anlaufstelle für Anfra
gen betreffend IT Infrastruktur. Fachliche Führung und Leitung der Serviceteams im Schichtbetrieb. Übernahme, Einhaltung und Review der Aufträge aus Service
provision. Verantwortlich für das
Recovery
Enescalation
bei Störung sowie Rap
portierung aller Störungen und Vorkommnisse (Urk. 11/M85 S. 24).
Anlässlich der Exploration konnte sich auch der
Beschwerdeführer
zu seiner bisherigen beruflichen
Tätigkeit
äussern (vgl. Urk. 11/M85 S. 31). Aufgrund zweifacher Ope
rationen mit einer daraus resultierenden gering- bis mittelgradigen Beweglich
keitseinschränkung und zusätzlicher degenerativer Veränderungen an der LWS erachtete der orthopädische Gutachter mittelschwere und schwere Tätigkeiten als dem
Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar.
Zumutbar seien leichte Tätigkeiten, wechselbelastend, ohne häufiges Bücken und ohne häufige Wirbelsäulenzwangs
haltungen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Informatiker sei eine leichte, vor
wiegend sitzende Bürotätigkeit. Diese Tätigkeit und angepasste andere Tätigkei
ten
seien
dem
Beschwerdeführer
wieder ganztags zumutbar (Urk. 11/M85 S. 34).
4.3.3
Auf Ersuchen des
Beschwerdeführer
s
(Urk.
11/A272
, Urk. 11/A279
)
holte die
Beschwerdegegnerin
anschliessend zur Begutachtung
ausserdem
einen Tätig
keitsbeschrieb beim letzten Arbeitgeber des
Beschwerdeführer
s ein.
Aus dem Tätigkeitsbeschrieb vom 19. Dezember 2017 geht eine detaillierte Umschreibung des Berufs als Central
Incident
Manager hervor und, dass es sich um einen Bild
schirmarbeitsplatz mit einer täglichen Sitzbelastung von 8.5 Stunden
gehandelt habe
. Der
Beschwerdeführer
habe zweimal pro Monat (Samstag und Sonntag) Wochenend-Schichten absolviert. Eine Schicht habe dabei jeweils 12 Stunden gedauert (Urk. 11/A280).
Auf telefonische Rückfrage durch die
Beschwerdegeg
nerin
wurde der Tätigkeitsbeschrieb insoweit ergänzt, als es sich bei einem
Infor
matikerjob
grundsätzlich um eine sitzende Tätigkeit handle, Stehpulte aber, sofern gesundheitliche Gründe dies erforderten, möglich seien. Auch anlässlich
der 12-
Stundenschichten
des
Beschwerdeführer
s
habe es eine Mittagspause und stündliche Pausen gegeben. Der
Beschwerdeführer
habe sich innerhalb den 12 Stunden «frei bewegen» können (Urk.
11/A287, vgl. Urk. 11/B296/1).
4.3.4
Nach
dem Gesagten sind
keine konkreten Anhaltspunkte dafür auszu
machen,
dass
die Gutachter der
Z._
bei ihrer Arbeitsfähigkeits
beurteilung von einem unzutreffenden Beschrieb der bisherigen Tätigkeit des
Beschwerdeführer
s ausgegangen
sind
.
Daran ändert auch nichts, dass der
Beschwerdeführer
angab, vor dem Unfall vom 11. Oktober 2013 praktisch aus
schliesslich im Sitzen gearbeitet zu haben (Urk. 11/A271), zumal eine
abwechs
lungsweise Belastung bei einer
Bürotätigkeit mit einer Anpassung des Arbeits
platzes insbesondere einem
Stehpult optimiert werden
kann
, sodass in der ange
stammten Tätigkeit eine
Wechselbelastung möglich sein sollte (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_181/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Aus wel
chem Grund die Tätigkeit als Informatiker in vorgeneigter Stellung ausgeübt wer
den muss (vgl. entsprechende Vorbringen des Beschwerdeführers, in:
Urk.
1 S. 4) und nicht, wie
jede andere Tätigkeit am Bildschirm, in ergonomisch optimaler Position erfolgen kann, lässt sich den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht entnehmen. Auch bieten diese keine Anhaltspunkte zu diesbezüglichen weiteren Abklärungen, so auch nicht zu einer persönlichen Befragung des Beschwerdefüh
rers hierzu (BGE 110 V 48 E. 4a).
4.3.5
Der Beschwerdeführer liess weiter einwenden, PD
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Neurologie, habe eine Nervenverletzung festgestellt, welche nach wei
teren Abklärungen verlange (
Urk.
1 S. 5). Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass das von PD
E._
in ihrem Bericht vom
2.
Februar 2016 diagnostizierte
radikuläre
Reizsyndrom L4 und L5 links bei elektromyographisch festgestellter leichtgradiger
Radikulopathie
L5 und L4 links regressiv (
Urk.
11/M59 S. 1) bereits im Zeitpunkt der nächsten Untersuchung durch PD
E._
am 2
1.
Juni 2016 elektromyographisch lediglich noch in Form einer sehr leichtgradigen
Radikulo
pathie
L5 und L4 vorlag und gemäss Bericht vom 2
4.
Juni 2016 auch keine Anhaltspunkte für eine spinale Leitungsverzögerung gegeben waren (Urk. 11/M67 S. 1 f.). Die bereits von PD
E._
aufgezeichnete
Regredienz
der klinischen Symptomatik L4/5 findet im neurologischen Gutachten der
Z._
seine Fortsetzung, schloss doch der Facharzt für Neurologie,
Dr.
F._
, bei nunmehr unauffälliger
Elektromyographie
(vgl. dazu
Urk.
11/M83 S. 22) und im Wesentlichen unauffälligen klinischen Befunden (
Urk.
11/M83 S.
19 ff.) im Zeitpunkt der Untersuchung im März 2017 das Vorliegen einer neuro
nalen Schädigung und/oder einer
radikulären
Schädigung im Bereich L4/5 nach
vollziehbar aus. Dabei schloss er – ebenfalls begründet und nachvollziehbar – in Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage nicht aus, dass durch die zwei operativen Eingriffe als Folge des Unfalls möglicherweise lumbale Nerven
wurzeln beeinträchtigt worden sein könnten. Dies aber rechtfertigt keine ernst
haften Zweifel an seiner Beurteilung, wonach im Zeitpunkt seiner Untersuchung keine so hochgradige Nervenwurzel-Schädigung (mehr) objektivierbar war, dass eine erhebliche Einbusse der körperlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers damit begründbar wäre. Auch schloss er nachvollziehbar Anhaltspunkte für eine
Meralgia
paraesthetica
respektive ein neuropathisches Schmerzsyndrom im engeren Sinne aus (
Urk.
11/M
89 S. 30).
Auch der Einwand des Beschwerdeführers, dass sich die Gutachter der
Z._
nicht mit der Tragweite der Rückenschmerzen auseinandergesetzt hätten (
Urk.
1 S. 5), verfängt nicht, setzte sich doch
Dr.
F._
in seinem Gutachten ausführlich mit den Angaben des Beschwerdeführers zur Schmerzhaftigkeit aus
einander und beleuchtete diese unter Berücksichtigung der entsprechenden Medikationen (
Urk.
11/M89 S. 26). Auch fanden
die Beobachtungen in der ergo- und physiotherapeutischen Befund-Erhebung (
Urk.
11/M89 S. 27) Eingang in seine Beurteilung, was ihn zum nachvollziehbaren Hinweis auf das Vorliegen verschiedener Inkonsistenzen und auf Übertreibungstendenzen führte (Urk. 11/M89 S. 29 unten). Auch
Dr.
D._
setzte sich mit der Divergenz der sub
jektiv als stark geklagten Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen und dem Versa
gen der bisherigen Medikationen sowie dem stark verdeutlichenden Verhalten des Beschwerdeführers auseinander und legte nachvollziehbar dar, dass sich die sub
jektiv geklagten Beschwerden nicht in Einklang bringen liessen mit den objekti
vierbaren klinischen und radiologischen Befunden (
Urk.
11/M85 S. 33).
4.3.6
Zusammengefasst
vermag
der
Beschwerdeführer
mit
seinen Argumenten nicht
durchzudringen und erweist sich
seine
Kritik am Gutachten als unbegründet.
Ent
gegen
seinem
Dafürhalten
erfüllt das Gutac
hten die von der Rechtsprechung
s
ta
tuierten Anforderungen (E. 1.7
), womit ihm voll
er Beweiswert zuzuerkennen ist.
Für weitere medizinische Abklärungen
– namentlich Ergänzungsfragen
bezüglich
Stellenbeschrieb oder
Neubegutachtung des Besch
werdeführers (vgl. Urk. 1 S. 4 ff.) –
besteht kein An
lass.
Der
vom
Beschwerdeführer
mit Eingabe vom
28. November 2019 gestellte Antrag
auf Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung mitsamt Parteibefragung
, damit er selber erklären könne, was er im Rahmen seiner früheren Tätigkeit getan habe (Urk. 20),
wurde nach Durchführung des ordentlichen Schriftenwechsels
(Beschwerde vom 22. November 2018 [Urk. 1], Beschwerdeantwort vom 15. März 2019 [Urk. 10])
und damit
angesichts
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verspätet gestellt (Urteil des Bundesge
richts 8C_64/2017 vom 27. April 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 134 I 331).
Zudem verleiht
Art.
6
Abs.
1
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zum vornherein keinen Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung pri
mär im Hinblick auf eine Beweisabnahme (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 8
C
_64/2017 vom 2
7.
April 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass
dem
Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit
spätestens seit der Begut
achtung in
Z._
wieder
vollumfänglich zumutbar ist. Mangels Erwerbsein
busse hat die
Beschwerdegegnerin
einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu
Recht
verneint.
4
.
4
Massgebend für den Fallschabschluss und damit auch für die Einstellung der Tag
geld- und Heilbehandlungsleistungen ist zunächst, ob zum Zeitpunkt des Fallab
schlusses mit einer relevanten Besserung der Beschwerden zu rechnen ist (E. 1.4).
Vorwegzunehmen ist, dass
sich
die namhafte Verbesserung des Gesundheitszu
standes gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in erster Linie auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bezieht. Ist die versicherte Person – wie vor
liegend
(E. 4.3.6
)
– wieder in der Lage, in ihrer angestammten Tätigkeit vollzeit
lich erwerbstätig zu sein, wird der Fall in der Regel abzuschliessen sein, selbst wenn die Befindlichkeit der versicherten Person durch die Fortsetzung der medi
zinischen Behandlung noch verbessert werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_970/2012 vom 31. Juli 2013 E. 3.4 mit Hinweisen).
Gemäss dem – beweis
kräftigen (vgl. E. 4
.2-4.3
) – Gutachten
verbleiben
t
herapeutisch keine wirklichen Optionen. Eine Gangschulung mittels Physiotherapie bezeichnete der orthopädi
sche Gutachter als eine eventuell noch mögliche Option, unterstützt durch Erler
nen von Coping-Strategien im Umgang mit Schmerzen (Urk. 11/M86 S. 3).
Dies steht dem Fallabschluss vorliegend jedoch nicht entgegen, zumal
die blosse Mög
lichkeit eines positiven Resultats der Fortsetzung einer ärztlichen Behandlung oder von weiteren Massnahmen zu erwartende geringfügige therapeutische Fort
schritte keinen Anspruch auf deren Durchführung verleihen (
E. 1.4
).
Dies gilt ins
besondere auch für Behandlungen zur Stärkung von Selbstmanagementfähigkei
ten (Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2011 vom 29. Mai 2012 E. 3.2).
Mit Schreiben vom 11. Oktober
2017
stellte die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
das Gutachten zu und informierte ihn hinsichtlich der Einstel
lung der Taggelder per 31. Oktober 2017 (Urk. 11/A
2
67). Das Gutachten lag dem
Beschwerdeführer
spätestens am 18. Oktober 2017 vor (Urk. 11/A269).
Damit kann von einer
rückwirkende
n
Einstellung der Taggelder
keine Rede sein, wobei anzumerken bleibt, dass
selbst
eine solche
dem Grundsatz nach
zulässig
wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_614/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.3 mit
Hin
weis
auf
BGE 133 V 57
)
.
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend erwog (
Urk.
10 S. 15), vermag der
Beschwerdeführer zudem aus BGE
143 V 148 keine Besitzstandgarantie abzuleiten.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden
,
dass die
Beschwerdegegnerin
den Fallabschluss
per 31. Oktober 2017 verfügt
hat.
4.
5
Mit Verfügung vom 26. April 2018
sprach die
Beschwerdegegnerin
dem
Be
schwerdeführer
bei eine
r
Integritätseinbusse
von 10
% eine Int
egritätsentschädi
gung von Fr. 12
'
6
00.-- zu
(Urk. 11/A303
).
Sie stützte sich dabei auf das orthopä
disch-
traumatologische
Gutachten der
Z._
(Urk. 11/A303 S. 3). Dagegen
erachtete
der
Beschwerdeführer
gestützt auf die Einschätzung von Dr.
A._
vom 13. Dezember 2017
,
eine Integritätseinbusse von 18 %
als gegeben
(Urk. 1 S. 8).
Der orthopädische Gutachter der
Z._
, Dr.
D._
,
und Dr.
A._
sind sich darin einig, dass beim
Beschwerdeführer
eine Fraktur der Wirbelsäule
inklu
sive
Spondylodesen
mit einer Fehlstellung bis 10° zu berücksichtigen ist
(Urk. 3/3 und Urk. 11/M85 S. 38)
. Angesichts der Suva-Tabelle 7
(Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen)
erscheint dafür eine Integritätsentschädigung von über 10 % nur bei starken Dauerschmerzen (Zusatzbelastung nicht möglich, auch nachts und in Ruhe, bei Verstärkung lange Erholungszeit) gerechtfertigt. Gestützt auf den medizinischen Sachverhalt sind
jedoch weder
solche starken Dauer
schmerzen
noch ein
von Dr.
A._
berücksichtigtes (unbenanntes) Verschlechte
rungspotential ausgewiesen. Damit verbleibt für die Schätzung der Integritätsein
busse ein durch die Suva-Tabelle 7 vorgegebener Rahmen von 5-10 % für geringe Dauerschmerzen
.
Dr.
D._
hat diesen Rahmen –
mit der Begründung von zwei stattgehabten Operationen, wob
ei die erste nur ungenügend
gewe
sen sei
–
in nachvollziehbarer Weise
voll
ausgeschöpft
und die Integritätseinbusse mit 10 % bemessen
. Damit ist die
von der
Beschwerdegegnerin
verfügte und
auf einer Integritätseinbusse von 10 % beruhende Integritätsentschädigung von 12'600.-- nicht zu beanstanden.
4.6
Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides bildet der Anspruch des Beschwerdeführers auf Hilfsmittel gemäss
Art.
11 UVG. Soweit der Beschwerde
führer, wenn auch nicht in seinem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2), sondern lediglich unter Erwägungen 6 seiner Beschwerde (
Urk.
1 S. 8 f.), einen Antrag auf
Zuspra
che
von Hilfsmitteln in Form eines Gehstockes, eines Stehpultes und eines Len
denmieders stellen lässt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Zwar kann
das verwaltungsgerichtliche Verfahren nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegen
standes, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung beziehungsweise durch den
Einspracheentscheid
bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hin
weisen).
Im hier zu be
urteilenden Fall kann aber zunächst nicht von einer eigentlichen
Tatbestandsgesamheit
zwischen dem Anspruch auf Hilfsmittel und den im ange
fochtenen Entscheid beurteilten Rechtsverhältnissen (Rentenan
spruch, Anspruch auf
Integritätsentschädigung) gesprochen werden. Zudem erweist sich die Frage mangels beweiswertiger ärztlicher Stellungnahmen zum Ausgleichscharakter der beantragten Hilfsmittel nicht als spruchreif.
5.
Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin
korrekterweise
den Versiche
rungsfall
per 31. Oktober 2017 abgeschlossen,
einen Rentenanspruch verneint und die Integritätsentschädigung
ausgehend von einer Integritätseinbusse von 10
%
festgelegt
. Damit
ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.