Decision ID: 430703b8-c060-5789-b74a-033d1af164f5
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden – sri-lankische Staatsangehörige tamilischer
Ethnie – beantragten am 11. Juni 2018 bei der Schweizerischen Botschaft
in Bangkok humanitäre Visa.
B.
Mit Formularverfügung vom 11. Juni 2018 wies die Botschaft diese Visums-
anträge ab (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM pag.] 58-59, 70-71, 80-81, 88-
89 und 95-96). Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe
vom 18. Juni 2018 (Eingangsdatum bei der Schweizerischen Vertretung
am 2. Juli 2018) gestützt auf Art. 6 Abs. 2bis AuG (Ausländergesetz, gültig
bis 31. Dezember 2018, ab 1. Januar 2019 Ausländer- und Integrationsge-
setz [AIG, SR 142.20]) bei der Botschaft Einsprache, welche zuständig-
keitshalber dem SEM überwiesen wurde.
C.
Mit Entscheid vom 6. November 2018 wies das SEM die Einsprache der
Beschwerdeführenden ab (SEM pag. 102-106).
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, es sei trotz der
schwierigen Lebensumstände davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führenden in Thailand nicht unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und
Leben gefährdet seien.
D.
Mit Eingabe vom 5. Dezember 2018 erhoben die Beschwerdeführenden
gegen den Einspracheentscheid vom 6. November 2018 fristgerecht bei
der Botschaft Beschwerde, welche zuständigkeitshalber dem Bundesver-
waltungsgericht überwiesen wurde, und beantragten sinngemäss die Auf-
hebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Ausstellung der beantrag-
ten Visa.
Zur Begründung der Anträge machen die Beschwerdeführenden zur
Hauptsache geltend, sie lebten seit Ende 2014 in Bangkok, nachdem sie
ihr Heimatland aus Angst vor Verfolgung hätten verlassen müssen. Sie
seien im Oktober 2014 von ehemaligen LTTE-Mitgliedern massiv angegan-
gen worden, wobei die Ehefrau (Beschwerdeführerin 2) hierbei einen se-
xuellen Übergriff erlitten habe. Als Ausländer ohne gültige thailändische
Visa hätten sie grosse Angst, von den dortigen Behörden nach Sri Lanka
zurückgeschafft zu werden.
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Auf die beigebrachten Beweismittel, welche die Beschwerdeführenden teil-
weise bereits mit ihren Visumsanträgen eingereicht haben, wird – soweit
entscheidsrelevant – in den Erwägungen eingegangen.
E.
In seiner Vernehmlassung vom 7. März 2019 beantragte das SEM die Ab-
weisung der Beschwerde.
F.
Bereits am 1. März 2019 überwies die Schweizerische Botschaft in Bang-
kok (eingegangen beim Bundesverwaltungsgericht am 13. März 2019) eine
weitere (undatierte) Eingabe des Beschwerdeführers 1 (inhaltlich identisch
mit der bereits im vorinstanzlichen Verfahren in englischer Sprache einge-
reichten Eingabe), in welcher er unter anderem auf die gesundheitlichen
Probleme seiner Ehefrau und seines Sohnes und die schwierigen Verhält-
nisse in Thailand verwies, Gründe für die Ablehnung seines Asylgesuchs
nannte sowie Ausführungen zu seinem angeblichen LTTE-Hintergrund be-
ziehungsweise zur Ausreise der Familie von Sri Lanka nach Thailand
machte.
Der Eingabe waren wiederum verschiedene, zum Teil schon früher einge-
reichte Dokumente beigelegt.
G.
In ihrer Replik vom 26. April 2019 hielten die Beschwerdeführenden an ih-
rer Beschwerde und deren Begründung fest und bringen sinngemäss vor,
mit Hilfe eines Agenten, welchem sie 500'000 Rupien hätten zahlen müs-
sen, sei es ihnen gelungen, mit einem dreimonatigen Visum nach Thailand
zu gelangen. Da dieses jedoch abgelaufen sei, könnten sie nach thailändi-
schem Gesetz jederzeit verhaftet und inhaftiert werden.
In der Folge reichten die Beschwerdeführenden am 3. Juni 2019 unaufge-
fordert eine weitere Eingabe weitgehend identischen Inhalts sowie zahlrei-
che Beweismittel zu den Akten.
H.
In einer ergänzenden Vernehmlassung vom 6. Juni 2019 schloss die Vor-
instanz nach wie vor auf Abweisung der Beschwerde.
I.
In einer weiteren Stellungnahme vom 24. Juli 2019 machten die Beschwer-
deführenden schliesslich geltend, für sie wäre es kein Problem, in Thailand
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zu leben, würden sie nicht abgeschoben. Der Prozess sei schon vollendet
und die thailändische Regierung habe leider so entschieden. Sie seien da-
her gezwungen, illegal bei Bekannten zu leben.
J.
Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä-
gungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide betreffend huma-
nitäre Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfecht-
bar (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). In diesem Bereich entscheidet
das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das
VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführenden sind zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48
Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor,
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. Art. 50 und Art. 52
VwVG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Als Staatsangehörige von Sri Lanka unterliegen die Beschwerdefüh-
renden für die Einreise in die Schweiz der Visumspflicht. Mit ihren Gesu-
chen beabsichtigen sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb nicht die
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Erteilung von Schengen-Visa zu prüfen ist, sondern mit Art. 4 der Verord-
nung vom 15. August 2018 über die Einreise und die Visumerteilung (VEV,
SR 142.204) im Wesentlichen nationales Recht zur Anwendung gelangt.
Die revidierte VEV ersetzt die aufgehobene Verordnung vom 22. Oktober
2008 über die Einreise und die Visumerteilung (aVEV, AS 2008 5441). Ge-
mäss der Übergangsbestimmung von Art. 70 VEV kommt im vorliegenden
Verfahren das neue Recht zur Anwendung. Mit der Neufassung von Art. 4
Abs. 2 VEV hat der Gesetzgeber die rechtliche Grundlage für den Anwen-
dungsbereich der humanitären Visa für einen längerfristigen Aufenthalt ge-
schaffen, nachdem bis anhin diese Gesetzeslücke durch die bundesver-
waltungsgerichtliche Rechtsprechung gefüllt wurde (BVGE 2018 VII/5
E. 3.5; m.H. auch zum Folgenden).
3.2 In Art. 4 Abs. 2 VEV wird nun ausdrücklich die bereits vor dem Erlass
der neuen Rechtsgrundlage geltende Praxis festgehalten, wonach ein hu-
manitäres Visum insbesondere dann erteilt werden kann, wenn die betref-
fende Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib
und Leben gefährdet ist. Demnach kann ausnahmsweise ein nationales
Visum aus humanitären Gründen erteilt werden, wenn bei einer Person
aufgrund des konkreten Einzelfalls offensichtlich davon ausgegangen wer-
den muss, dass sie sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonde-
ren Notsituation befindet, die ein behördliches Eingreifen zwingend erfor-
derlich macht und es rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen
in derselben Lage – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei
akuten kriegerischen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individu-
ellen Gefährdung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft, der Fall
sein. Befindet sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat oder ist
sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder
Herkunftsland zurückgekehrt und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den
Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Ge-
fährdung mehr besteht (vgl. Urteile des BVGer F-5492/2018 vom 25. Juni
2019 E. 3.2 m.H.; F-5607/2018 vom 25. September 2019 E. 4.2 und 4.3
m.H.).
3.3 Das Visumsgesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefähr-
dung, der persönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im
Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig zu prüfen. Dabei können auch wei-
tere Kriterien, wie das Vorliegen von Bindungen zur Schweiz und die hier
bestehenden Integrationsaussichten oder die Unmöglichkeit, in einem an-
deren Land um Schutz nachzusuchen, berücksichtigt werden (Urteil des
BVGer F-5607/2018 E. 4.3).
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4.
4.1 Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids hielt die Vorinstanz ein-
leitend fest, das Asylgesuch des Beschwerdeführers 1 vom 26. Februar
1999 – eingereicht bei der Schweizerischen Vertretung in Colombo – sei
vom damaligen Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) mit Verfügung vom
12. Dezember 2001 abgewiesen und die Einreise in die Schweiz nicht be-
willigt worden.
In der diesbezüglichen Begründung wies das BFF darauf hin, dass der Be-
schwerdeführer 1 aufgrund einer richterlichen Verfügung vom Vorwurf ter-
roristischer Aktivitäten freigesprochen und umgehend aus seiner Haft ent-
lassen worden sei. Damit sei zweifelsfrei belegt, dass die sri-lankischen
Behörden ihn keiner strafrechtlichen Vergehen mehr verdächtigen würden.
Den Akten seien keine konkreten Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach er
seit seiner Freilassung eine einreiserelevante Verfolgung seitens der hei-
matlichen Behörden erlitten oder ihm eine solche gedroht hätte.
4.2 Bezüglich ihrer Gesuche um Erteilung humanitärer Visa führte das
SEM hauptsächlich aus, die Beschwerdeführenden befänden sich seit Jah-
ren in einem sicheren Drittstaat und müssten nicht mit einer Rückschie-
bung nach Sri Lanka rechnen. Die angeblich auch gegen den Beschwer-
deführer 1 stattfindende Verfolgung und ständige Bedrohung durch unbe-
kannte Personen mit Verbindungen zu paramilitärischen Organisationen
sei nicht glaubhaft belegt worden. Es sei deshalb nicht nachgewiesen, dass
für ihn und seine Familienangehörigen eine unmittelbare, ernsthafte und
konkrete Gefahr für Leib und Leben bestehe. Das SEM verkenne nicht,
dass sich die Beschwerdeführenden in Thailand in einer schwierigen Lage
befänden. Es herrsche dort jedoch weder Krieg noch Bürgerkrieg oder eine
Situation allgemeiner Gewalt. Zudem treffe es zu, dass Thailand die Flücht-
lingskonvention nicht ratifiziert habe, sodass die Asylsuchenden und
Flüchtlinge in diesem Land keinen besonderen rechtlichen Status oder
Rechtsschutz geniessen würden. Gemäss Erkenntnissen der Schweizeri-
schen Vertretung in Bangkok könnten Personen in Thailand wegen illegaler
Einreise und widerrechtlichem Aufenthalt inhaftiert werden und einmal in
Haft, nicht mehr wie früher, gegen Bezahlung einer Kaution ihre Freilas-
sung erwirken. Dies könne jedoch nicht als Begründung für ein humanitä-
res Visum geltend gemacht werden. Damit seien die Voraussetzungen für
die Erteilung humanitärer Visa nicht erfüllt (Art. 2 Abs. 4 VEV).
4.3 Dieser Argumentation wird auf Beschwerdeebene im Wesentlichen
entgegengehalten, der neue Kommissar der Einwanderungsabteilung
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habe verlauten lassen, alle Ausländer, welche sich ohne gültiges Visum in
Thailand aufhielten, abzuschieben. In der Folge seien hunderte von Aus-
ländern festgenommen und viele von ihnen in ihr Heimatland deportiert
worden. Er (der Beschwerdeführer 1) habe dem UNHCR gegenüber viele
wichtige Details seines Falles vorenthalten, um seine LTTE-Zugehörigkeit
zu verbergen und das Überleben seiner Familie zu sichern.
4.4 Auf Vernehmlassungsstufe führt die Vorinstanz aus, die Beschwerde-
führenden hielten sich seit anfangs 2015 in Thailand auf. Aus den Akten
gehe nicht hervor, dass sie in dieser Zeit ins Visier der örtlichen Behörden
geraten wären. Da keine konkreten Anzeichen für eine Inhaftierung oder
gar Rückschaffung nach Sri Lanka bestünden, läge keine besondere Not-
situation vor. Auch die nicht weiter substantiierten Drohungen durch Dritt-
personen in Thailand führten zu keinem anderen Schluss. Abgesehen da-
von seien die Beschwerdeführenden vom UNHCR betreffend ihren Asylan-
trag nicht als Flüchtlinge anerkannt worden.
In ihrer ergänzenden Vernehmlassung vom 6. Juni 2019 hält das SEM er-
neut fest, es sei nicht erkennbar, dass die Beschwerdeführenden seit ihrem
Aufenthalt in Thailand ins Visier der örtlichen Behörden geraten wären oder
konkrete Anzeichen für eine Inhaftierung oder gar Rückschaffung nach Sri
Lanka bestehen würden. Ausserdem seien die vom Beschwerdeführer 1
erneut geltend gemachten Verbindungen zur LTTE und die damit verbun-
denen Befürchtungen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ohnehin nicht
glaubhaft dargetan. Eine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefähr-
dung an Leib und Leben, der Beschwerdeführenden, welche die Ausstel-
lung humanitärer Visa rechtfertigen würde, sei nicht ersichtlich.
5.
5.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gilt
Thailand mit Blick auf Asylsuchende und Flüchtlinge nicht als sicherer Dritt-
staat. Das Gericht erwog, diese würden als illegale Immigranten angese-
hen und könnten deshalb inhaftiert werden. Das Land sei nicht Vertrags-
partei des Übereinkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und
missachte das Non-Refoulement-Gebot gerade auch bei der Ausschaffung
tamilischer Asylsuchender, selbst wenn sie vom UNHCR als Flüchtlinge re-
gistriert worden seien. Vielmehr seien diese Personen der regulären Im-
migrationsgesetzgebung Thailands unterworfen und müssten sich – wie
alle anderen ausländischen Personen auch – ein thailändisches Visum be-
schaffen. Gerade bei sri-lankischen Staatsangehörigen würden jedoch oft
Sicherheitsbedenken geltend gemacht, weshalb eine Verlängerung von
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Visa nicht garantiert sei. Es gebe überdies keine Möglichkeit, in Thailand
eine Bewilligung für den dauernden Aufenthalt zu erlangen (vgl. Urteil des
BVGer F-5030/2018 vom 7. Juli 2020 E. 5.1 m.H.).
5.2 Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Asylsuchende und
Flüchtlinge in Thailand keinen effektiven und dauerhaften Schutz vor Ver-
folgung geniessen, weshalb die Gefahr einer Rückschiebung durch die
thailändischen Behörden in den Heimatstaat nicht generell ausgeschlos-
sen werden kann. Zu prüfen ist daher, ob im Einzelfall eine konkrete Gefahr
der Rückschiebung besteht und ob die betroffenen Personen der Gefahr
einer unmittelbaren und individuellen Gefährdung ausgesetzt wären, wür-
den sie in ihren Heimatstaat zurückgeschickt (vgl. Urteil F-5607/2018
E. 6.2 m.H.).
6.
6.1 Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass die vom Beschwerde-
führer 1 geltend gemachten Verbindungen zur LTTE und die damit verbun-
denen Befürchtungen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka insgesamt nicht
glaubhaft dargetan worden seien, zumal dieser zugegeben hat, gegenüber
dem UNHCR zu seiner Verfolgungssituation falsche Angaben gemacht zu
haben. Seine diesbezüglichen Erklärungen sind demzufolge als reine
Schutzbehauptung zurückzuweisen. Das SEM hat zudem zutreffend fest-
gestellt, dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge unbe-
helligt mit Touristenvisa über den internationalen Flughafen Colombo nach
Bangkok ausgereist seien, was klarerweise dafür spreche, dass für sie da-
mals keine Gefährdungssituation bestanden habe. Wären diese nämlich
auf einer "Watch-List bzw. Stop-List" vermerkt gewesen, hätten sie nicht
mit ihren eigenen Pässen nach Thailand ausreisen können und wären spä-
testens zu diesem Zeitpunkt von den Behörden verhaftet worden. Ebenso
unglaubhaft sind die nicht weiter substantiierten Drohungen durch Drittper-
sonen in Thailand.
6.2 Zusammenfassend gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergeb-
nis, dass die restriktiven Voraussetzungen für die Erteilung eines humani-
tären Visums nicht erfüllt sind. Aus den vorliegenden Akten ergeben sich
insgesamt keine Hinweise, welche für eine unmittelbare, ernsthafte und
konkrete Gefährdung an Leib und Leben respektive eine unmittelbare Ge-
fahr durch eine Wegweisung der Beschwerdeführenden aus Thailand spre-
chen würden. Im erwähnten und jüngst ergangenen Urteil F-5030/2018
(E. 4.3) hielt das Bundesverwaltungsgericht in diesem Zusammenhang
ausdrücklich fest, weder dem SEM noch der mit den Verhältnissen vor Ort
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bestens vertrauten Schweizerischen Auslandvertretung seien Fälle von
zwangsweisen Rückschaffungen durch thailändische Behörden nach Sri
Lanka bekannt. Auch seien gemäss jüngsten Ausführungen der Schweize-
rischen Botschaft in Colombo trotz der neuesten politischen Entwicklungen
in Sri Lanka keine Konsequenzen betreffend die Rückführungspraxis fest-
gestellt worden.
Demzufolge kann in casu nicht auf eine besondere Notsituation geschlos-
sen werden, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich machen
würde. Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass sich die Be-
schwerdeführenden in Thailand zweifellos in einer schwierigen Situation
befinden. Allerdings ist diese insgesamt mit derjenigen anderer Flüchtlinge
ohne Aufenthaltsbewilligung in Thailand vergleichbar. Ausserdem haben
die Betroffenen als Mitglieder der (...) (vgl. deren Schreiben vom 6. April
2019) zumindest noch ein soziales Umfeld, welches sie nötigenfalls im All-
tag unterstützen kann. Eine unmittelbare Gefährdung der Beschwerdefüh-
renden, welche die Ausstellung humanitärer Visa rechtfertigen könnte, liegt
indessen nicht vor.
Bei dieser Sachlage kann darauf verzichtet werden, auf die weiteren Vor-
bringen und Beweismittel näher einzugehen.
7.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene
Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die
Beschwerde ist demnach abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich
den unterliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen. In Beachtung der
besonderen Umstände kann jedoch in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in
fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet
werden.
(Dispositiv nächste Seite)
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