Decision ID: e5435419-5e79-4bcd-a1e0-75b7bd666237
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, arbeitete als Gipser
, als er sich a
m 22.
November 2005 wegen
Verletzun
gen an der linken Hand sowie
Frakturen am Rücken bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk. 6/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die
medizi
nische und erwerbliche
Situation
ab und verneinte n
ach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 6/91-95
)
mit Verfügung vom 1. Dezember 2010 (Urk. 6/96) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente.
1.2
Am 26. Juli 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/118). Die IV-
Stelle
trat nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 6/129-145) mit Verfügung vom 6. Februar 2013 (Urk. 6/
146
) auf das neue Leistungsbegehren nicht ein.
Dagegen erhob der Versicherte am
6.
März 2013 Beschwerde
(Urk.
6/156/3-5
), welche vom hiesigen Gericht im Verfahren IV.2013.00230 mit Urteil vom
6.
Juni 2013 in dem Sinne gutgeheissen wurde, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit sie auf die Neuanmeldung vom 2
6.
Juli 2012 eintrete
(
Urk.
6/158)
.
1.3
Die IV-Stelle klärte in der Fol
ge die medizinische und erwerbliche Situation
ab und verneinte n
ach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/178
-187
)
mit Verfügung vom
2
8.
Mai 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/188
=
Urk.
2)
des Versicherten.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
1.
Juli 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom
2
8.
Mai 2014
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
und es sei
ihm
eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
August 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem
Beschwerdeführer
am
2.
September 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
2.2
Am 2
2.
September 2014 reichte
Dr.
med.
Y._
auf Wunsch des
Beschwer
deführers
einen Bericht zu den Akten
(
Urk.
8), welcher der
Beschwer
degegnerin
am 2
4.
September 2014 zur freiwilligen Stellungnahme zugestellt wurde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom
6.
Oktober 2014 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer diverse Berichte zu
den Akten (
Urk.
11/1-5). Diese
wurden der
Beschwerdegeg
nerin
am
8.
Oktober 2014 zur freiwilligen Stellungnahme zugestellt (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 1
5.
Oktober 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen
einer Stellungnahme (
Urk.
13). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
0.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14).
Am 1
2.
November 2014 reichte
Dr.
med.
Z._
einen Bericht auf Wunsch des Beschwerdeführers zu den Akten (
Urk.
15/1-2).
Dieser wurde der Beschwerdegegnerin am 1
7.
November 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 die
ser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuan
mel
dung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invalidi
tätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE
130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine
anspruchsbegrün
dende
Invalidität zu be
ja
hen,
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
te
ri
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des
Be
weiswertes
eines ärzt
lichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anam
nese) abgegeben wor
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon
aus, dass beim Beschwerdeführer
aus fachärztlicher Sicht
nach wie vor
eine voll
umfängliche Arbeitsfähigkeit für eine somatisch optimal leidensangepasste
Erwerbstätigkeit bestehe (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt dem entgegen (Urk. 1), dass
er gemäss Bericht seines Hausarztes
Dr.
med.
A._
lediglich teilzeitlich in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei und eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit Dezember 2010 eingetreten sei. Weiter verwies er auf diverse Anstrengungen und Bemühungen in den letzten neun Jahren,
in welchen er versucht habe,
sich in die Arbeitswelt zu integrieren.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom
1.
Dezember
2010 (Urk.
6
/
96
) eine erhebliche Verände
rung des Gesund
heits
zu
standes des Beschwerdeführers eingetreten ist und ihm infol
ge
dessen ein An
spruch auf eine Rente zusteht.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Verfügung vom 1. Dezember 2010 (Urk. 6/96) lagen im Wesent
lichen die nachfolgenden medizinischen Berichte zu Grunde.
3.2
Dem Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung des SUVA-Kreisarztes Dr. med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 10. Ja
nuar 2008 (Urk. 6/57/2-7) ist zu entnehmen, dass am
Zumutbarkeitszeug
nis
vom 17. Oktober 2006 nach wie vor vollumfänglich festgehalten werden könne. Demnach sei dem Beschwerdeführer eine wechselbelastende bis mittel
schwere Tätigkeit voll zumutbar. Als durch den Rücken bedingte Einschränkung müssten stehend und sitzend auszuführende Arbeiten pro Stunde während min
destens fünf Minuten unterbrochen werden können. Körpernahes Tragen sei bis 20 kg, körperfernes Tragen bis 5 kg möglich. Zwangshaltungen der Wirbelsäule in
Reklination
oder Inklination sowie heftige Schläge und Erschütterungen der Wirbelsäule seien dem Beschwerdeführer nicht zumutbar. Durch die
durchge
baute
Arthrodese
des Daumensattelgelenks an der
adominanten
linken Hand ergäben sich keine zusätzlichen Einschränkungen (vgl. Urk. 6/57/48-52).
3.3
Im Rahmen der Evaluation der funktionelle
n Leistungsfähigkeit (EFL) vom 21
.
und 22. Juni 2010 bei Ergonomie Hendriks (Urk. 6/86)
gab der Beschwerde
führer
als aktuelle Probleme
den oberen Rücken, die Schultern, den Nacken sowie den Kopf an (S. 2 oben). Aufgrund des selbstlimitierenden Verhaltens des Beschwerdeführers könne die maximale körperliche Zumutbarkeit nicht beurteilt werden.
Aufgrund der Leitmerkmalmethode sei jedoch nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines beschädigten und bezüglich Beweglichkeit eingeschränkten Rückens für die letzte berufliche Tätigkeit als Gipser
leistungs
vermindert
sei und dass körperliche Überbelastung wahrscheinlich sei. Dem Be
schwerdeführer sei angepasst mindestens eine leichte Arbeit ganztags zumutbar (S. 5 Mitte).
3.4
Dem Bericht von Dr. med.
Y._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, vom 2. Juli 2010 (Urk. 6/84) lassen sich unter anderem fol
gende Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen
(
Ziff.
1.1)
:
Status nach Motorradunfall mit Frakturen Brustwirbelkörper (BWK
)
5-7
Status nach Suizidversuch mit Kopfschuss links temporal
Status nach depressiver Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21) bei langer psychosozialer Belastung durch unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit, feh
lender Unterstützung, finanzieller Probleme, sozialer Isolation, Stress und Überforderung bei Umschulung
anamnestisch angeblicher Status nach frühkindlicher Hirnschädigung
Status nach Kokainabhängigkeit, seit 2006 clean (ICD-10: F14.20)
Status nach Bennet-Fraktur Daumen links bei Autounfall
Die depressiven Verstimmungszustände seien reaktiver Genese und somit sei grund
sätzlich von einer positiven Prognose
auszugehen (Ziff. 1.4). Während depressiver Episoden sei
der Beschwerdeführer psychisch beeinträchtigt, an
sonsten nicht,
wobei der psychische Zustand fragil sei (Ziff. 1.6 und 1.7).
3.5
Dr. med.
C._
, Facharzt Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 23. August 2010 Stellung (Urk. 6/90/8-9) und führte aus, gemäss Bericht des behandelnden Psychiaters Dr.
Y._
sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar nicht eingeschränkt.
Körperlicherseits
sei gemäss kreisärztlicher Untersuchung der SUVA eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, hin
gegen eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, körperlich leichten Arbeit gemäss Zumutbarkeitsprofil ausgewiesen.
3.6
Dem Bericht der Rehaklinik
D._
vom 28. September 2010 (Urk. 6/88) ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen von 50 bis höchstens 70 % angepasst arbeitsfähig einschätze (S. 3 oben). Aufgrund der langen Ar
beits
unfähigkeit werde ein Programm der Interinstitutionellen Zusammenarbeit mit einem mehrmonatigen Training empfohlen (S. 3 unten).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom Dezember 2010 finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte:
4.2
Dr. med.
E._
, Facharzt Chirurgie, erstattete sein Gutachten am 8. Februar 2012 (Urk. 6/117/10-20) und führte aus, dass der
status
quo sine bereits 14 Tage nach dem Sturz des Beschwerde
führers in der Badewanne im September 2011 erreicht gewesen sei (S. 10 Mitte). Weiter führte dieser aus, es liessen sich keine neu hinzugekommenen Beschwer
den oder Pathologien fest
stel
len. Insbesondere lasse sich keine Verschlimme
rung des Zustandes doku
men
tieren. Eine grundlegende richtunggebende Verschlimmerung sei nicht vor
handen (S. 8 unten).
4.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemein
e Innere M
edizin, berichtete am 9. Juli 2012 (Urk. 6/117/3)
und führte aus, dass er den Beschwerdeführer seit September 2010 als Hausarzt behandle.
E
ine intermit
tierende depressive Symptomatik
werde
aktuell wieder medikamentös behan
delt.
4.4
Dr. med.
Z._
,
Facharzt
für physikalische Medizin, speziell
Rheuma
erkrankungen
, führte in seinen Berichten vom 18. Juli 2012 (Urk. 6/117/5-7), vom 3. Oktober 2012 (Urk. 6/144) sowie vom 23. Januar 2013 (Urk. 6/141) aus, die klinischen Befunde seien praktisch gleich geblieben und es sei keine Ver
schlechterung vorhanden.
4.5
Dr. med.
F._
,
Facharzt für
Psychiatrie
und
Psychotherapie, führ
te
in seinem Bericht vom 5. Oktober 2012 (Urk. 6/139) aus, es sei aus psy
chia
t
ri
scher Sicht neben einer in der Intensität wechselnden reaktiv-depressiven Verstim
mung im Zusammenhang mit den verschiedenen somatischen Be
schwer
den und den psychosozialen Problemen ausserdem zu einer dysfunkti
ona
len
Schmerz
bewältigung
gekommen, die möglicherweise bereits das Aus
mass einer anhal
tenden
somatoformen
Schmerzstörung angenommen habe
und die Arbeitsfähigkeit miteinschränke
.
4.6
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.3)
berichtete erneut am
8.
Oktober 2012 (
Urk.
6/160/2 =
Urk.
3/4)
und nannte folgende Diagnosen:
chronisches
Thorakovertebralsyndrom
Status nach
Arthrodese
bei posttraumatischer Arthrose
Daumensattel
gelenk
links
2005
rezidivierende depressive Symptomatik
Er führte aus,
dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Gipser wegen des
Thorakovertebralsyndroms
nicht mehr zumutbar sei.
Seit mindestens 7 Jahren bestehe eine depressive Symptomatik mit fluktuierender Ausprägung, die sich in den letzten Monaten deutlich verstärkt habe. Eine Teilzeitarbeit in einer angepassten Tätigkeit sei wünschenswert.
4.7
Mittels am 2
9.
Oktober 2013 am
G._
durch
ge
führter Computertomographie (CT)
der Brustwirbelsäule
(
Urk.
6/168/1)
konnte eine regelrechte Position der
Pedikelschrauben
und somit kein eindeutiger Hin
weis auf eine Schraubenlockerung festgestellt werden
.
Es bestehe ein
Zustand nach Fraktur BWK 6 und offensichtlich
ein
Zustand nach
Deckplattenimpres
sion
.
4.8
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 1
8.
Dezember 2013 (
Urk.
6/173
=
Urk.
11/4
) und führte aus, er habe den Beschwerdeführer erstmals am 1
6.
Dezember 2013 gesehen. Der Beschwerde
führer berichte über Beschwerden im Bereich der mittleren
B
rustwirbelsäule
(B
WS
) und über ei
n
Kribbeln im linken Kleinfinger (S. 1).
Nach
der
Durchfüh
rung
einer Computertomographie
der
BWS
zeige sich eine leichte Kyphose des operierten Bereichs, doch sässen alle Schrauben einwandfrei und
es zeige sich auch eine zunehmende Konsolidierung. Eine Indikation zu einer
Revisionsope
ra
tion
sei nicht gegeben.
Am
6.
November 20
13 sei eine Facetteninfiltration mit dem Ziel der Beschwer
delinderung durchgeführt worden. Die
Intervention
habe sich
problemlos
gestaltet
.
Der Beschwerdeführer sei m
omentan
für körperlich schwere und mittelschwere Arbeiten
deutlich eingeschränkt. Eine
Umschulung würde Sinn machen
(S. 2)
.
4.9
Dr.
Y._
(vgl. vorstehen
d
E.
3.4)
berichtete am 2
6.
Dezember 2013 (
Urk.
6/172/1-5
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
rezidivierende Depressionen, gegenwärtig mittelschwer (
ICD-10
F33.11) bei chron
ischen
psychosozialen Belastungen und Perspektivlosigkeit nach gescheiterter beruflicher Reintegration nach Umschulung
chron
ische
Rückenschmerzen
bei Status nach Wirbelkörperfraktur BWK 6+7 und
Spondylodese
BWK 3-9
Verdacht auf
somatoforme
Schmerz
verarbeitung
(
ICD-10
F45.4)
multiple somatische Schmerzanamnese, aktuell verstärkte Schmerzen bei Instabilität der
Spondylodese
mit
angeblicher Schraubenlockerung
Er führte aus, er
behandle
den Beschwerdeführer
wieder seit
dem
1
9.
August 20
13
(S. 1
Ziff.
1.2). Der Beschwerdeführer
leide unter chron
ischem
psychosozi
alem Stress,
es sei ein
ständiger Überlebenskampf.
Der Beschwerdeführer
habe
den
starken Wunsch und Willen für
eine
Umschulung auf
eine
rückenadaptierte Tätigkeit, die ihn intellektuell nicht überfordere.
Im Vordergrund stünden die c
hron
ischen
Rückenschmerzen
, die
Depression sei sekundär. Die psych
ische
Über
lagerung führe zu
einer
somatoforme
n
Schmerzverarbeitung.
Der Be
schwer
deführer
sollte rasch umgeschult werden.
Es bestünden jedoch
Ein
schrän
kung
en
durch
die
kognitive Lernstörung
(S. 2 Ziff.
1.4)
.
Die Arbeitsfähig
keit
sei vor allem aus somat
ischen
Gründen redu
z
iert. Die psych
isch
bedingte Arbeitsfähigkeit
sei sekundär
und
von schwankendem Ausmass
,
je nach Grad der Depression und Perspektivlosigkeit. Nach
einer
Umschulung auf
eine
rücken
adaptierte
Tätigkeit
bestehe aus psychischen
Gründen
eine
100%
ige
Arbeitsfähigkeit
. Aus psych
ischer
Sicht
bestehe demnach
per sofort
eine
100%
ige
A
rbeitsfähigkeit
für angepasste Tätigkeit
en (S. 3 Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7)
.
4.10
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
8.
Januar 2014 (
Urk.
6/174
=
Urk.
11/1
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Symptomatik
chronisches
Thorakovertebralsyndrom
Status nach
Arthrodese
bei posttraumatischer Arthrose
Daumensattel
gelenk
links 2005
Er füh
rte aus,
dass die Problematik
chronifiziert
sei
.
Die p
hysiotherapeutische
n
Massnahmen hätten keine langanhaltende Besserung gebracht, auch die psych
i
atrische
n
Behandlungen
seien insgesamt
nicht
von Erfolg begleitet gewesen (
Ziff.
3.7)
. In der Krankheitsanamnese
erwähnte er
nochmals
die
Verstärkung der psych
ischen
Probleme in den letzten Jahren
(
Ziff.
3.3). Es bestehe eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit
als Gipser
(
Ziff.
2)
. In einer angepassten Tätigkeit
bestehe eine
A
rbeitsfähigkeit
von 30 bis 50
%
ab sofort
(
Ziff.
5.2)
.
4.11
RAD-Arzt
Dr.
C._
nahm am 1
7.
Februar 2014 Stellung (
Urk.
6/176/3) und führte aus, dass aktuell
nur
der
Haus
arzt
Dr.
I._
eine
Teil
restarbeitsfähig
keit
bescheinige, während s
owohl
der behandelnde
Psychiater
Dr.
F._
(richtig:
Dr.
Y._
)
als auch der Orthopäde
Dr.
H._
nachvollziehbar
eine
100%
ige Arbeitsfähigkeit
für angepasste Tätigkeiten
bescheinigen würden. Das
Problem liege wohl in
den
mangelnden Möglichkeiten der Eingliederung,
die
med
izinische
Situation sei klar
.
5.
5.1
Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend die erneute
Verneinung
eines Anspruchs auf eine Rente. Somit ist vor
liegend zu prüfen, ob
sich der Gesund
heitszustand des
Beschwer
deführers
seit der Verfügung vom 1. Dezember 2010 (
Urk.
6/96) bis zum Zeitpunkt der Verfügung vom 28. Mai 2014 (
Urk.
2), wel
cher
rechtspre
chungsge
mäss
die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprü
fungs
befugnis
bil
det (BGE 130 V 68 E. 5.2.3, BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweis, vgl. auch BGE 129 V 4 E. 1.2), in einem rentenbegründenden Ausmass ver
schlechtert hat.
5.2
Die Rentenabweisung im Jahr 2010
erfolgte
gestützt auf
die Einschätzung
durch den SUVA-
Kreisarzt
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.2), de
n behandelnden Psychiater
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 3.4) sowie gestützt auf die Resultate der
Evaluation der funktionelle
n Leistungsfähigkeit (EFL; vgl. vorstehend E. 3.3).
Damals standen
die Rückenproblematik
sowie eine fluktuierende depressive Symptomatik
im Vordergrund der Beschwerden.
Gestützt darauf wurde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht
für angepasste körperlich
leichte Tä
tigkeiten
attestiert.
Der Beschwerdeführer rügte, seit der Rentenabweisung habe sich sein Gesund
heitszustand, insbesondere in psychischer Hinsicht, verschlechtert, was sich aus den Berichten seiner behandelnden Ärzte ergebe.
5.3
Bereits im Verfahren IV.2013.00230 wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
6.
Juni 2013 festgehalten, dass aus den eingereichten Arztberichten keine rele
vante Änderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in somati
scher Hinsicht hervorgeht.
So führte
Dr.
E._
in seinem Gutachten nach
vollziehbar aus, dass sich keine neu hinzugekommenen Beschwerden oder Pathologien feststellen liessen und sich insbesondere keine Verschlimmerung des Zustandes dokumentieren lasse (vgl. vorstehend E. 4.2).
Auch
Dr.
Z._
befand, dass die klinischen Befunde praktisch gleich geblieben seien und somit keine Verschlechterung vorhanden sei (vgl. vorstehend E. 4.4). Gegenüber
Dr.
H._
klagte der Beschwerdeführer über Beschwerden im Bereich der mittleren B
W
S und über ein Kribbeln im linken Kleinfinger.
Die von
Dr.
H._
veranlasste CT der BWS (vgl. vorstehend E. 4.7) zeigte jedoch
keine Lockerung der Schrauben sowie eine zunehmende Konsolidierung, womit
keine Indikation zu einer Revisionsoperation
gegeben
sei
.
Dr.
H._
attes
tierte dem Beschwerdeführer eine deutliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich schwer
e und mittelschwere Arbeiten.
Aus seinen Ausführungen, wonach eine Umschulung sinnvoll wäre, kann geschlossen werden, dass er eine körperlich leichte Tätigkeit für den Beschwerdeführer als zumutbar erachtet (vgl. vorstehend E. 4.8).
D
ass der Beschwerdeführer in
körperlich
schweren und mittelschweren Tätigkeiten - zu welchen auch seine angestammte Tätigkeit als Gipser gehört - arbeitsunfähig ist
, ist unbestritten, so wurde dies
bereits bei Erlass der Verfügung im
J
ahre 2010 berücksichtigt (vgl. vorstehend E. 5.2).
Aus somatischer Sicht sind somit weder neue Diagnosen und Befunde noch Ein
schränkungen
zu
verzeichnen
, welche eine Verschlechterung zu begründen vermöchten.
5.4
Dr.
F._
deutete in seinem Bericht auf die
Möglichkeit einer
somato
for
men
Schmerzstörung hin
(vgl. vorstehend E. 4.5)
,
was eine
anspruchserheb
liche
Änderung des Sachverhaltes glaubhaft erscheinen liess.
Die w
eiteren Abklärun
gen durch die Beschwerdegegnerin
haben jedoch ergeben, dass der den Beschwer
deführer nun wieder behandelnde Psychiater
Dr.
Y._
(vgl. vorste
hend E. 4.9) die psychische Arbeitsunfähigkeit als sekund
ä
r beurteilt
e
und
dem Beschwerdeführer
medizinisch
-theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit attestierte.
Die durch
Dr.
Y._
vorgenommene Beur
tei
lung erscheint nachvollziehbar und wurde
eingehend begründet.
So führte er aus, dass die rezidivierende Depression vor dem Hintergrund chronischer psy
chosozialer Belastungen und Perspektivlosigkeit nach gescheiterter beruflicher
Reintegration zu sehen und die Arbeitsfähigkeit vor allem aus somatischen Gründen reduziert sei.
In seinem nachträglich eingereichten Bericht vom 2
2.
September 2014 hielt
Dr.
Y._
fest, dass
psychiatrischerseits
keine w
e
sent
lic
hen Veränderungen, auch nicht diagnostisch, eingetreten seien (Urk. 8 S. 1).
Eine objektive Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ist
nach dem Gesagten
nicht ausgewiesen.
Im Gegensatz dazu äusserten
die Hausärzte
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.3 und E. 4.6) und
Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 4.10) eine Verstä
rkung der psy
chischen Probleme
in den letzten Jahren
und attestierten dem Beschwerdeführer lediglich eine Teilrestarbeitsfähigkeit. Diese Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit wurden jedoch weder näher begründet noch durch Befunde untermauert.
Die angeführten
Gründe, weshalb dem
Beschwerdeführer
eine angepasste Tätigkeit nicht zu 100
%
zumutbar sein soll,
beruhen im Wesentlichen auf
psychosozia
len Belastungsfaktoren und
den subjek
tiven Angaben des Beschwerdeführers, welche jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sind.
Da
Dr.
A._
den Beschwerdeführer ausserdem seit
September
20
10
behan
delt, muss zudem der Erfah
rungstatsache Rechnung getragen werden, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf die
auf
tragsrechtliche
Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der Pa
tienten aussagen (vgl. BGE 125 V 352 ff.).
Überdies können weder
Dr.
A._
noch
Dr.
I._
die erforderli
che Qualifikation als Facharzt auf dem Ge
biet der Psychiat
rie vorweisen. Ihre
Ausführungen vermögen
demnach die
ausführliche und eingehend begründete
Beurteilung
durch den Psychiater
Dr.
Y._
nicht zu entkräften.
5.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht von einer objekti
ven, anspruchserheblichen Verschlechterung des Gesundheits
zustandes des Be
schwerdeführers
und somit
nach wie vor
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in sämtlichen leichten körperlichen Tätigkeiten auszugehen ist
, weshalb mit der Beschwerdegegnerin kein Anspruch auf eine Invalidenrente ausgewiesen ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von V
ersicherungsleistungen geht, ist
das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
600
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.