Decision ID: 41fd1dbf-9737-577e-938a-6737c4868502
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
arbeitete
zuletzt als
Reinigungskraft
bei der
Y._
AG, Reinigungen
,
und beim
Z._
und war dadurch bei der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) berufsvorsor
geversichert. A
m 2
8.
September 2015 (
Urk.
15/2)
meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an. Die IV-Stelle liess in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vo
m
3.
November 2015,
Urk.
15/7),
holte Arbeitge
berberichte der
Y._
AG
,
Reinigungen
,
(
Urk.
15/9) und des
Z._
(
Urk.
15/18)
sowie
einen
Bericht des Hausarztes der Versicherten,
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin
,
(
Urk.
15/13)
ein
und zog die Akten der zustän
digen Krankentaggeldversicherung
en
(
Urk.
15/16-17
und Urk.
15/35
)
sowie
der BVK bei (
Urk.
15/
33-34
)
. Mit Mitteilung vom
1
9.
Februar 2016
setzte die IV-Stelle die Versicherte darüber in Kenntnis, dass zurzeit keine beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
15/37). Die IV-Stelle holte in der Folge weitere Arztberichte bei der
B._
(
B._
;
Urk.
15/41
),
bei der
C._
(
C._
;
Urk.
15
/42) und bei med.
pract
.
D._
, Fachärztin
für
Allgemeine
Innere Medizin und für Psychiatrie und Psychotherapie
,
(
Urk.
15/47) ein.
Am 1
4.
Juni 2016 sprach
die BVK der Versicherten bei einer Berufsunfähig
keit von 100
%
mit Wirkung ab
1.
März 2016
eine Berufs
invalidenrente zu (
Urk.
15/48). Im April
2017 gab die IV-Stelle bei Dr.
med.
E._
, Fachärz
tin FMH für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie
, und
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine
bidis
zi
plinäre
medizinisch
e Abklärung in Auftrag (
Urk.
15
/71
).
Dr.
E._
erstat
tete ihr rheumatologisches Gutachten am 1
2.
August 2017 (
Urk.
15/86),
Dr.
F._
ihr psychiatrisches Gutachten am 1
7.
November 2017 (
Urk.
15/95). Am 2
8.
März 2018 beantwortete
Dr.
F._
Zusatzfragen der IV-Stelle (
Urk.
15/103
;
Urk.
15/98
). Mit Vorbescheid vom 1
1.
April 2018 stellte die
IV-Stelle in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (
Urk.
15/105).
Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
15/118 und
Urk.
15/120).
Mit als Verfügung bezeichnetem, jedoch ohne Rechtsmittel
belehrung
versehenem Schreiben vom 7. Juni 2018 (Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch
der Versi
cherten
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte m
it Eingabe vom
9. Juli 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Zusprache einer ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab 1. März 201
6.
In prozessualer Hinsicht
ersuchte
sie
um Gewährung der
unent
geltliche
n Prozessführung und um
Bestellung von Rechtsanwältin Silva
Appert
als unentgeltliche Rechtsvertreterin
(Prozess Nr. IV.2018.00614). Noch während laufender Frist für das Erstatten de
r Beschwer
deantwort (vgl. Urk. 7) reichte die Beschwerdef
ührerin mit Eingabe vom 11. Sep
tember 2018 (Urk. 9) eine Verfü
gung der Beschwerdegegnerin vom 23. Juli 2018 (Urk.
10) ein, mit welcher diese das «
Schreiben
vom 7. Juni 201
8»
aufhob und einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführer
in verneinte. Die Beschwerdefüh
rerin ersuchte, das hängige Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben.
Mit Eingabe vom 12. September 2018 (Urk. 16/1) erhob die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 23. Juli 2018 ebenfalls Beschwerde und
stellte die glei
chen Anträge wie in ihrer gegen das Schreiben vom
7.
Juni 2018 gerichteten Beschwerde (
Prozess Nr. IV.2018.00753).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2018 (Urk. 14) ersuchte die Beschwerdegegnerin im Prozess Nr. IV.2018.00614 um Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 1
8.
September 2018
(
Urk.
17)
wurde
der Prozess Nr. IV.2018.00753 mit dem Prozess Nr. IV.2018.00614 vereinigt und unter dieser Prozessnummer weitergeführt. Der Prozess Nr. IV.2018.00753 wurde als erledigt abgeschrieben. Gleichzeitig wurde die Eingabe
der Beschwerdeführerin vom 12.
September 2018 (
Urk.
16/1; Beschwerde im Verfahren IV.2018.00753) der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme
zugestellt. Mit Eingabe vom 28.
Septem
ber 2018 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf eine Stellungnahme ver
zichte (
Urk.
18). Der Verzicht der Beschwerdegegnerin auf Stellungnahm
e
wurde der Beschwerdeführerin am
1.
Oktober 2018 angezeigt (
Urk.
19).
Mit Eingabe vom 1
9.
Dezember 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine
n
Bericht von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für
Dermatologie und Venerologie, vom 1
7.
Dezember 2018 ein (
Urk.
21). Dieser Bericht wurde der Beschwerdegegnerin am
8.
Januar 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Pa
rteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicheru
ngsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenvers
icherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. BGE 139 V 547 E. 5, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
1.
3
.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
3
.4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der ma
s
s
geblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung der Leistungsablehnung
(Urk.
2 und
Urk.
16/2/1)
, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass belastende Faktoren im Vordergrund stünden. Nachdem die
Alimenten
z
ahlungen
durch den Ex-Ehemann eingestellt worden seien, habe sich die Bes
chwerdeführerin erstmals am 24.
Feb
ruar 2015 in ärztliche Behandlung begeben. Zusätzlich seien finanzielle Schwie
rigkeiten, Konflikte mit dem Arbeitgeber, die Krebserkrankung der Mutter sowie eine
Psoriais
dazugekommen. Die von der Beschwerdeführerin eingenommenen Medikamente lägen unterhalb des Wirkungsbereichs. Es bestehe nachweislich ein sehr hoher Spiegel von Benzodiazepine
n
. Zusätzlich
lägen
Hinweise auf Aggra
vation
vor
, da eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten bestehe. Es würden intensive Schmerzen angege
ben, deren Charakterisierung
jedoch
vage bleibe. Die demonstrativ vorgetragenen
Beschwerden
könn
t
en aus rheumatologischer Sicht
nicht bestätigt werden. Die Antriebsstörung sei nicht so ausgeprägt, wie von der Beschwerdeführerin geschil
dert.
Die
behaupte
ten
schwere
n
Einschränkungen im Alltag
seien nicht nachvoll
ziehbar
.
Insgesamt sei keine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung ausge
wiesen, die eine Einschränkung der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsmitarbei
terin begründen würde.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1 und
Urk.
16/1)
, im Rahmen des von der Beschwerdegegn
erin in Auftrag gegebenen
bidis
z
i
plinären
Gutachten
s
sei ihre Arbeitsfähigkeit ab dem
1.
August 2016 mit 50
%
beurteilt worden. Es
werde im Gutachten jedoch nicht dargelegt
, inwiefern es seit der Beurteilung
der
B._
, welche von einer 100%igen Arbeitsunfä
h
igkei
t
ausgegangen sei, zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen sein soll. Entgegen der Einschätzung im
bidisz
i
plinären
Gutachten – insbesondere mangels nachvollziehbarer Begründung
-
sei nicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, sondern von 100
%
auszugehen.
Die Einschätzung der Beschwerde
gegnerin, dass in Abweichung des Gutachtens gar kein invalidenversicherungs
rechtlich relevanter
Gesundheitsschaden
vorliege, entbehre jeder medizinische
n
Grundlage und sei geradezu willkürlich. Bezüglich der
von der Beschwerdegeg
nerin behaupteten Belastungsfaktoren gelte es zu beachten, dass die
finanziellen
Schwierigkeiten
erst mit der Einstellung der Krankentaggelder per Ende Februar 2018 entstanden seien. Allfällige Konflikte mit dem Arbeitgeber seien
ebenfalls e
rst nach ihrer Erkrankung entstanden. Ihre Mutter habe sie stets als Stütze und nie als Belastung wahrgenommen.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am
1.
September 2015
im Auftrag der BVK
von med.
pract
.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Ps
ychotherapie,
untersucht. Mit Gutachten zu Händen der
BVK vom
9.
September 2015 (Urk.
15/
34
) nannte
med.
pract
.
H._
als Diagnosen
(
Urk.
15/34
/11):
-
m
ittelschwere bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2)
-
s
chädlicher Konsum von Nikotin
-
Nebendiagnose einer Psoriasis nach Angaben der Beschwerdeführerin
Aktuell besteh
e
noch eine 70%ig
e Arbeitsunfähigkeit, das heisse
eine Teilarbeits
fähigkeit von etwa 30
%
bei unter Umständen etwas verlängerter Präsenzzeit.
Es
sei
nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht in einer anderen Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit erreichen würde.
Es werde dringend empfohlen den beruflichen Wiedereinstig nach längerer Krank
heit stufenweise und begleitend umzusetzen. Unter guten Voraussetzungen sei davon auszugehen, dass in den nächsten drei bis sechs Monaten wieder die volle Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft erreicht werden sollte (
Urk.
15/34/11-12).
3.2
Dr.
A._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
2.
Dezember 2015 (Urk.15/13) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen depressive
n
Zustand
bestehend seit Februar 2015
(ICD-10 F32.2). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führt
e
Dr.
A._
eine Psoriasis und rezidivierende Schulter-Nacken Verspannungen an. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
4.
Februar 2015 und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Dr.
med.
I._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
J._
,
Oberarzt,
von der
B._
nannten mit Bericht an die Beschwerdeg
egnerin vom
7.
April 2016 (Urk.
15/41) als Diagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. Nach der Kündigung der Arbeitsstelle sei es zu einer zunehmenden depressiven Dekompensation seit etwa Februar/März 2015 gekom
men. Die Beschwerdeführerin sei auf Zuweisung ihrer ambulanten Psychiaterin zur weiteren Tagesstruktur
ierung
und Stabilisierung gekommen. Bei Eintritt habe sich eine ausgeprägte depressive Symptomatik mit deutlicher affektiver Depri
miertheit, sozialem Rückzug, stark vermindertem Antrieb, formalgedanklicher Verlangsamung und intermittierend lebensmüden Gedanken gezeigt. Nach einem physischen Übergriff durch den Ex-Ehemann, bei de
m
es auch zu einer Messer
stichverletzung der Beschwerdeführerin gekommen sei, sei schliesslich eine sta
tionäre Hospitalisation in der
C._
notwendig geworden. Aktuell sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Angesichts der komplexen Problema
tik, bei der körperliche und psychosoziale Aspekte den Verlauf beeinflussten, erscheine aktuell ein längerer Kr
ankheitsverlauf wahrscheinlich.
3.4
Mit Bericht an die
Beschwerdegegnerin
vom 1
6.
Juni 2016
(
Urk.
15/47)
nannte med.
pract
.
D._
als Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeit
s
f
ä
h
igkeit
:
-
r
ezidivierende depressive Störung, chronifiziert, gegenwärtig schwere Epi
sode
-
p
osttraumatische Belastungsstörung
D
ie Beschwerdeführerin sei seit März 2015 bei ihr in Behandlung.
Die Sympto
matik habe 2012 nach einer Augenoperation wegen Kurzsichtigkeit und der anschliessenden Arbeitsunfähigkeit für einen Monat, die nur
zum
Teil vom Arbeitgeber anerkannt worden sei, begonnen. Seit die
ser Zeit sei immer Druck auf die Beschwerdeführerin
ausgeübt worden.
Die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.5
Med.
pract
.
K._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
L._
, Assistenzärztin, von der
C._
führten mit Austritt
sbericht vom
5.
Juli 2016 (Urk.
15/50) als Diagnosen an:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicher-vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73)
-
Psoriasis
Sie verstünden die depressive Symptomatik als Dekompensation nach hoher psy
chosozialer Belastung mit Gewalterfahrung durch den Ehemann sowie Rollenver
änderung bei zunehmender Selbständigkeit der erwachsenen Kinder auf dem Boden einer selbstunsicher-vermeidenden Persönlichkeitsakzentuierung. Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machten die Ärztinnen der
C._
nicht.
3.6
Am 2
9.
November 2016 war die Beschwerdeführerin in der Psoriasis-Sprech
stunde der Dermatologischen Klinik des
M._
. Die Ärzte des
M._
nannten
mit Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
15/78)
als Diagnose eine Psoriasis
vulgaris
Typ I (
ICD-10
L40.020). Sie hätten der Beschwerdeführerin angesichts des niederen
Psoriasis Area and
Severity
Index
(
PASI
)
primär eine
topische
Therapie vor
ge
schlagen
. Eine erneute Lichttherapie möchte die Beschwerdeführerin aktuell nicht durchführen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Beschwerdeführerin hätten sie ein Kostenübernahmegesuch für
Otezla
® an die Krankenkasse gesendet, welches aufgrund des tiefen PASI
jedoch
ab
g
elehnt wor
den sei. Im Moment verwende die Beschwerdef
ü
hrerin eine Lokaltherapie beste
hend aus
Dai
vobet
Gel als antientzündliche
und
Excipial
U Lipolotion als rück
fettende Therapie.
3.7
Dr.
E._
hielt in ihrem
rheumatologischen
Gutachten vom 1
2.
August 2017 (
Urk.
15/86) keine Diagnose mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit fest (Urk.
15/86/12). A
ls Diagnosen ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit führte sie an
(
Urk.
15/86/12):
-
unspezifische Arthralgien (ICD-10 M25)
-
kein entzündlicher Schmerzcharakter der Arthralgien, kein Nach
t
schmerz, keine Morgensteifigkeit von mehr als einer Stunde
-
klinisch, anamnestisch und radiologisch keine Hinweise einer aktiven
Enthesitis
oder Arthritis
-
Differentialdiagnose
bei Psoriasis
vulgaris
Typ
1, Erstdiagnose 2014 –
topisch
behandelt
-
intermittierende myofasziale Beschwerden (ICD-10 M79)
-
Nacken/Schultergürtel und paravertebrale Muskulatur
Aus rheumatologischer Sicht liege weder in der angestammten noch in einer anderen angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
15/86/17
).
3.8
Dr.
F._
nannte mit Gutachten vom 1
7.
November 2017 (
Urk.
15/95) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/95
/21)
:
-
m
ittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
F._
an (
Urk.
15/95/21):
-
chronische Schmerzstörung mit somatisch
en und psychischen Faktoren (ICD
-10 F45.4)
-
psychische
und
Verhaltensstörungen durch Sedative und Verdacht auf schädlichen Konsum (ICD-10 F13.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ängstlich-vermeidend; ICD-10 Z73.0)
Es gebe in der Kindheit und Jugend der Beschwerdeführerin klar zu erkennende Konflikte, beziehungsweise schwierige psychosoziale Bedingungen. Die Beschwerdeführerin sei teilweise bei ihren Grosselt
ern aufgewachsen. Der Vater sei
verstorben
,
als
sie
10-jährig gewesen
sei
. Die
Beschwerdeführerin imponier
e
ängstlich und vermeide teilweise für sie belastende Situationen, sodas
s von einer Persönl
ichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermeidenden Zügen ausz
ugeh
en
sei.
Im Vordergrund steh
e
jedo
ch ein depressives Symptom mit
Energielosigkeit,
Lust
losigkeit,
Interessensverlust und sozialem Rückzug sowie manifesten
Schlafstö
rungen
.
Es best
ünden
zudem starke Insuffizienzgefühle und insgesamt
sei
derzeit
von einer depressiven Episode mittelgradiger Ausprägung auszugehen. Im Wei
teren
best
ünden
infolge der sehr belastenden Erlebnisse durch den gewalttätigen Ehemann mit
mehreren Messer-Angriffen gegenüber der Beschwerdeführerin die Symptome einer
posttraumatischen Belastungsstörung. Die Beschwerdeführerin
habe
über Alb
träume,
Intrusionen, Flashbacks und eine manifeste Irritierbarkeit
berichtet
und
habe
ebenfalls im
Rahmen der Exploration so
imponiert
. Es
seien
jedoch auch weitere Symptome vorhanden, so lieg
e beispielsweise
ein Schmerzsyndrom vor, das vor alle
m auf die Gelenke konzentriert sei
. D
ie Inten
sität auf
der VAS-Skala we
rd
e
als sehr hoch beurteilt
,
ein somatisches Korrelat besteh
e
nicht. Die
Beschwerdeführerin
gebe
sich nicht wissend und demonstrativ leidend mit einer klaren
Verdeutlichungstendenz. Die Angaben über die Schmer
zen und das im Gegensatz
beobachtete Verhalten während den Explorationen erschi
e
nen diskrepant. Es
sei
insgesamt
von einer Dekonditionierung in erhebli
chem Ausmass auszugeben. Die Beschwerdeführerin
gebe
an,
im häuslichen Rah
men wenige Tätigkeiten auszuüben, sie verfüg
e
jedoch über einen
grundsätzlich geregelten Alltag. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin
angegebenen
kör
perlichen Schmerzen sowie dem nicht ausreichend erk
l
ärbaren somatischen Kor
re
l
at (vg
l
.
rheumatologisches Gutachten) und aufgrund der zusätzlich bestehen
den diffusen
Symptomatik
sei
gemäss den ICD-10-Kriterien auch die Diagnose einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren zu stellen
(
Urk.
15/95/23)
.
Die gutachterliche Konsistenzprüfung
habe
Hinweise auf nicht im geklagten Umfang
vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen
ergeben
.
Es
hätten beispiels
weise
Diskrepanzen zwischen der
subjektiv geschilderten Intensität der Beschwer
den und teilweise der Vagheit der
Beschwerden
bestanden.
Ebenfalls
hätten
in der Untersuchungssituation die massiven subjektiven Beschwerden nicht mit
einer erkennbaren körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung
korreliert
. Es
hätten sich
ebenfalls Diskrepanzen zwischen der schweren subjektiven Beein
trächtigung und dem
aufrechterhaltenen Alltagsniveau
ergeben
. Die Beschwer
deführerin
nehme
therapeutische Hilfe in
Anspruch. D
ie zeitnah zur Untersu
chung als eingenommen angegebenen Medikamente
seien mit Au
snahme der Benzodiazepine
, die einen sehr hohen Spiegel aufgewiesen hätten,
leicht unter
halb des empfohlenen Bereiches
nachweisbar
gewesen.
Die Beschwerdeführerin
habe
sich
teilweise
appellativ-dramatisch
verhalten
und in ihrer Darstellungs
weise theatralisch
gewirkt
. Die
Symptombeschreibung
sei
global und teilweise plakativ
gewesen
. Es
sei
davo
n auszugeh
en, dass
neben der depressiven Sympto
matik auch eine manifeste Symptomausweitung und
Selbstlimitation vor
lä
gen
(
Urk.
15/95/24)
.
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit 2015 in psychiatrischer Behandlung. Es
seien
mehrere
Abklärungen durchgeführt worden, wobei jeweils die Diagnose einer schweren depressiven
Episode gestellt
worden sei
, später verbunden mit einer posttraumatischen Be
l
astungsstörung.
Jegliche Interventionen schien
en angebracht und leitliniengerecht verlaufen zu sein. Die Gabe von Benzodiazepi
nen sollte, da bei der Beschwerdeführerin
vermutl
ich ein erhöhter Konsum vor
liege
, möglichst limitiert erfolgen bzw. streckenweise
oder langsam abgebaut werden (
Urk.
15/95/24).
Die Beschwerdeführerin selbst erachte sich als zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine sol
che
Einschränkung
könne
mit den
medizinischen Befunden nicht gänzlich begründet werden. Es
sei
trotz der Einschränkungen im funktionellen Bereich von einer Teilarbeitsfähigkeit
in einem mindestens 50%
igen Ausmass
auszugehen
(
Urk.
15/95/25).
Es bestünd
en neben den psychischen Beeinträchtigungen mehrere, manifest belastende
psychosoziale Faktoren, die den Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin negativ
mitbeeinfluss
t
en
. Namentlich
eine mangelnde soziale Unterstüt
zung seitens der Familienangehörigen,
knappe finanzielle Verhältnisse sowie die bestehende Arbeitslosigk
eit. Anamnestisch werde
auch über soziale Schwierig
keiten des Sohnes be
richtet. I
m Gegensatz dazu stehe
, dass die
Beschwerdeführe
rin ang
ebe
und auch in den vorhandenen Berichten davon berichtet w
e
rd
e
, dass eine
gute und enge soziale Unterstützung seitens der Kinder besteh
e
. Die Beschwerdeführerin
sei zu
den Explorationen jeweil
s auch von ihrem Sohn begleitet worden
(
Urk.
15/95/25-26)
.
In der
zuletzt ausgeübten Erwerbstätig
keit als Angestellte in der Reinigung
sei
die Beschwerdeführerin
seit
dem
1.
August
2016 auf psychiatrischem Fachgebiet al
s zu 50% arbeitsfähig anzusehen.
Die
Beschwerdeführerin
wäre auch in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Es
sei
bezüglich
des Berufsalltages mit einer Limitation im Rahmen der beruflichen Tätigkeit im Rendement
zu rechnen (
unter anderem
hinsichtlich
Schnelligkeit, Fehleranfälligkeit, Adaptationsfähig
keit, Ermüdbarkeit). Es
sei
davon auszugeben, dass die Beschwerdeführerin trotz der Symptomausweitung und der
Dekonditionierung vor allem eine depressive Symptomatik aufweis
e
sowie durch die
Symptome einer posttraumatischen Be
lastungsstörung beeinträchtigt sei
, welche die
Arbeitsfähigkeit aktuell aus psy
chiatrischer Sicht zu 50% beeinträchtig
t
en (Urk.
15/95/26).
In einer angepassten Tätigkeit ohne zu hohe kognitive Anforderungen und ohne zu hohe
Anforderungen an kreative Fertigkeiten, ohne Konflikte mit dem Arbeit
geber, in einem
möglichst lärmarmen, nicht zu exponierten Arbeitsort und mit einer klaren und zeitlich
umschriebenen Arbeitszeit wäre die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht ebenfalls zu 50
%
arbeitsfähig
(Urk.
15/95/26)
.
3.9
Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, aufgrund welcher Kriterien die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) gestellt worden sei
(
Urk.
15/98)
, antwortete
Dr.
F._
am 2
8.
März 2018
(
Urk.
15/103)
, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der Exploration angegeben, dass sie unter Albträumen, Flashbacks und Intrusionen in Bezug auf die erfolgten Misshand
lungen seitens ihres Ex-Ehemannes leide. Sie hab
e sich als vegetativ übererregt,
mit einer
Vigilanzsteigerung
sowie übermässiger Schreckhaftigkeit und Schlaflo
sigkeit
gezeigt
. Diese Symptome hätten sich auf die belastenden Ereignisse seitens des gewalttätigen Ehemannes mit mehreren Messerangriffen gegenüber der Beschwerdeführerin bezogen. Es müsse festgehalten werden, dass die Beschwer
deführerin sich sehr demonstrativ leidend verhalten
habe
und erhebliche Inkon
sistenzen im Rahmen der Exploration bestanden hätten. So habe sie in der Sit
zung fast jede Frage mit «Ja» beantwortet. Die Vagheit der Beschwerden, dies allerdings vor allem in Bezug auf die Schmerzqualität, habe im Vordergrund gestanden. Die Beschwerdeführerin habe sich zum Teil
app
e
llativ
und in ihrer Darstellungsweise theatralisch verhalten. Die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung seien anamnestisch und aktuell im Rahmen der Exploration jedoch weitgehend nachvollziehbar, auch im Rahmen der fremdanamnestisch berichteten Gewalttätigkeiten. Weiter erklärte
Dr.
F._
auf entspre
chende Fragen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
15/98), die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beziehe sich auf die Zeit ab dem
1.
August 201
6.
Sie empfehle eine Neubeurteilung spätestens in 18 Monaten
nach
dem Begutachtungszeit
punkt, da man davon ausgehen könne, dass die Symptome einer posttraumati
schen Belastungsstörung sich unter entsprechender Therapie deutlich
besser
n
müssten.
3.10
Med.
pract
.
D._
erklärte mit Stellungnahme vom 2
0.
Ap
ril 2018 (Urk.
15/117), die finanziellen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin seien erst nachdem das Krankentaggeld Ende Februar 2018 eingestellt worden sei, entstan
den. Die Beschwe
rdeführerin sei
jedoch bereits 2014 durch den Hausarzt für die psychischen Beschwerden immer mal wieder krankgeschrieben worden und sei auf seine Empfehlung ab Anfang 2015 zu ihr in Behandlung gekommen. Bei einer chronifizierten depressiven Störung, das heiss
e
mehr als zwei Jahre ohne Verbes
serung unter Behandlung und bei einer posttraumatischen Belastungsstörung gehe sie weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus.
3.11
Mit Stellungnahme vom 2
0.
Juni 2018 (
Urk.
6)
führte
med.
pract
.
D._
aus, e
ntgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin stünden nicht belas
tende Faktoren im Vordergrund. Nach der Scheidung bis zur Erkrankung habe die Beschwerdeführerin an zwei Stellen gearbeitet und sich um zwei Kinder gekümmert. Sie habe sich erst am 2
4.
Februar 2015 in fachärztlich
e
psychiatri
sche Behandlung begeben. Zuvor sei sie mit psychischen Problemen in Behand
lung beim Hausarzt gewesen. Es sei ihr
vor dem
Angriff durch ihren Ehemann
bereits
bessergeg
angen
. Die Messerattacke habe
jedoch
zu einer Retraumatisie
rung, zu langen Spitalaufenthalten und vermehrt zu Temesta-Einnahme geführt. Die Konflikte am Arbeitsplatz im
Z._
seien erst nach ihrer Erkrankung entstan
den, als sie ihren Pflichten nicht mehr nachgekommen sei. Die Beschwerdeführe
rin habe ihre Mutter immer bewundert und ihre Krankheiten nicht als Belastung erlebt. Die Antidepressiva hätten zwar zum Zeitpunkt des Gutachtens unter dem Normbereich gel
eg
en, aktuell lägen sie aber im Normbereich.
3.12
Mit Bericht an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 1
7.
Dezember 2018
(
Urk.
21)
erklärte
Dr.
G._
, die Besc
hwerdeführerin sei seit dem 15.
Novem
ber 2018 aufgrund ihrer Psoriasis an der Kopfhaut und an Händen und Füssen bei ihr in Behandlung.
Da eine Lokaltherapie im Vorfeld keine ausreichende Bes
serung der Beschwerden gebracht habe, sei eine Systemtherapie mit Methotrexat begonnen worden. Das Ansprechen der Therapie sei erst nach mehreren Wochen zu beurteilen. Da die Beschwerdeführerin einen Befall der Hände habe, sollten die Hände aktuell vor Wasser und mechanischen Ei
nflüssen
geschützt werden. Eine stark mechanisch belastende manuell
e
Tätig
k
eit sowie
Tätigkeiten
mit häufigem Wasserkontakt seien zu meiden.
4.
4.1
4.1.1
Dr.
E._
erhob in ihrem rheumatologischen Gutachten vom 1
2.
August 2017
(E. 3.7)
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das Gutachten von
Dr.
E._
erfüllt die Voraussetzungen an beweiskräftige medizinische Gutachten. Das Gut
achten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf eingehenden fach
ärztliche Untersuchungen,
es
berücksichtig
t die geklagten Beschwerden, es
leuch
te
t
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein, und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl.
BGE 134 V 231 E. 5.1;
BGE 125 V 351 E. 3a; E. 1.
4
).
Die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus rheumatologis
cher Sicht wird von ihr denn
auch
zu Recht
nicht infrage gestellt.
4.1.2
Aus somatischer Sicht leidet die Beschwerdeführerin an einer Psoriasis.
Dr.
G._
hielt mit Bericht vom 1
7.
Dezember 2018
(
E. 3.2) fest
,
dass aufgrund des Befalls der Hände
stark mechanisch belastende manuelle Tätigkeit
en
sowie
Tätigkeiten
mit häufigem Wasserkontakt zu meiden
seien
.
Der Bericht von
Dr.
G._
wurde knapp fünf Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
16/2/1) erstattet. Z
eitliche Grenze für die gerichtliche Überprüfungsbefugnis
bildet jedoch
grundsätzlich der Zeitpunk
t der angefochtenen Verfügung
(vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 4.4).
Hinweise, dass die Hände der Beschwerdeführerin bereits
im Zeit
punkt des
Erlass
es
der angefochtenen Verfügung, das heisst
im Juli 2018
,
von der Psoriasis
befallen gewesen wären,
liegen nicht vor
.
Vielmehr geht
aus dem rheu
matologischen Gutachten von
Dr.
E._
vom 1
2.
August 2017 hervor
, dass im Gutachtenszeitpunkt – lediglich - die Kopfhaut, die Streckseiten der Ellenbo
gen und die Unterschenkel betroffen
ware
n
(
Urk.
15/86/7)
.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die von
Dr.
G._
attestierte Einschränkung für mechanische belastende manuelle Tätigkeiten sowie
Tätigkeiten
mit häufigem Wasserkontakt
für sich alleine genommen keinen Anlass gibt, die angefochtene Verfügung infrage zu stellen.
4.2
4.2.1
Aus psychiatrischer Sicht wurde sowohl von den behandelnden Fachärzten
als auch von den
Gutachterinnen eine depressiv
e Erkrankung diagnostiziert (E.
3.1, E. 3.3, E. 3.4, E. 3.5, E. 3.8 und E. 3.11). Zusätzlich wurde nach der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Messerattacke durch ihren Ex-Ehmann aus psychiatrischer Sicht eine posttraumatisch
e Belastungsstörung erhoben (E.
3.4, E. 3.5, E. 3.8, E. 3.9 und E. 3.11). Als weitere psychiatrische Diagnosen, denen sie jedoch keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zumass, erhob
die IV-Gutachterin
Dr.
F._
eine chronische Schmerzstörung mit psychi
schen und somatischen Faktoren
(ICD-10 F45.4)
, psychische und Verhaltensstö
rungen durch Sedativa und Verdacht auf schädlichen Konsum (ICD-10 F13.1) sowie akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ängstlich-
vermeidend; ICD-10 Z73).
Aus diagnostischer Sicht stimmen die Beurteilungen der behandelnden und der begutachtenden Psychiater
innen
und Psychiater
im Wesentlichen
überein. Wie sich aus den zitierten ärztlichen Berichten und Gutachten
(vgl. E. 3.1, E. 3.2,
E.
3.3, E. 3.4, E. 3.5, E. 3.8, E. 3.9, E. 3.10 und E. 3.11)
ergibt, besteht jedoch Unei
nigkeit betreffend Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Während die behandeln
den Psychiater und Psychiaterinnen von einer 100%igen Arbeits
-
unfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgehen
(E. 3.3, E. 3.4 und E. 3.
1
0
)
, erachtet die Gutachterin
Dr.
F._
eine 50%ige
Arbeitstätigkeit für zumutbar
(E.
3.8).
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Juni 2018 (
Urk.
16/2
/1
) in Abweichung der ärztlichen Beurteilungen von keiner Einschrän
kung
der Arbeitsfäh
igkeit aus.
Sie begründet
e
dies unter anderem mit den vor
handenen psychosozialen Belastungsfaktoren. Aus der Aktenlage ergeben sich tatsächlich
Hinweise auf
zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren, welche das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin beeinflussen.
So erläutert
e denn auch
die behandelnde Psychiaterin med.
pract
.
D._
, die Symptomatik
habe 2012 n
ach einer Augen-Operation und der anschliessenden Arbeitsunfähigkeit für einen Monat
begonnen
, die nur zum Teil von der Arbeitgeberin anerkannt worden sei. Seit dieser Zeit sei immer Druck auf die Beschwerdeführerin ausgeübt worden
(E. 3.4)
. In den Jahren 2009 bis 2014 sei viel
zusammengekommen, namentlich
Probleme bei der Arbeit
und die Erkrankung der Mutter an
Brustkrebs (
Urk.
15/47/2).
Dass die Erkrankung der Beschwerdeführerin wesentlich durch psychosoziale Faktoren beeinflusst wird, wird auch von med.
pract
.
K._
und
Dr.
L._
von der
C._
bestätigt, welche die depressive Symptomatik als Dekompensation nach hoher psychosozialer Belastung mit Gewalterfahrung durch den Ehemann sowie Rollenveränderung bei zunehmender Selbständigkeit der erwachsenen Kinder auf dem Boden einer selbstunsicher-vermeidenden Per
sönlichkeitsakzentuierung verstehen (E. 3.5). Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin durch psychosoziale Faktoren belastet ist, kann jedoch
nicht per se geschlossen werden, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden
vorliegt
.
Es trifft zwar zu, dass
soziale Belastungen
,
soweit sie
direkt negative funktionelle Folgen zeitigen,
invalidenversicherungsrechtlich
ausser Acht
bleiben
.
P
sychosoziale Belastungsfaktoren
können jedoch
mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer eigentlichen Beeinträch
tigung der psychischen Integrität führen, welche ihrerseits eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, wenn sie einen verselbständigten Gesundheitsscha
den aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den inva
liditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_680/2017 vom 2
2.
Juni 2018 E. 5.2 mit Hinweisen). Aus den medizinischen Akten ergibt sich nicht konkret, wie die psychosozialen Belastun
gen die Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin beeinflussen. Insbesondere
erklärt beziehungsweise begründet
auch
Dr.
F._
in ihrem Gutachten ni
cht
, wie die von ihr aufgeführten psychosozialen Belastungsfaktoren den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin beeinflussen. Es ist für den Rechts
anwender dementsprechend auch nicht nachvollziehbar, ob
Dr.
F._
die psychosozialen Belastungsfaktoren rechtskonform ausgeschieden beziehungs
weise mitberücksichtigt hat.
Im Weiteren weist
Dr.
F._
in ihrem Gutachten
zwar
zutreffend darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin – zum damaligen Zeitpunkt
in Anwendung von
BGE 141 V 281 – gestützt
auf ein strukturiertes Beweisver
fahren zu beurteilen ist (
Urk.
15/95/2
). Eine
spezifische
Stellungnahme zu d
en einzelnen Standardindikatoren
beinhal
tet d
as
Gutachten jedoch nicht.
Die Beschwerdegegnerin stellte
Dr.
F._
zwar am 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
15/98), das heisst nach der mit
BGE 143 V 418 erfolgten Rechtssprechungs
änderung, wonach neu sämtliche psychische Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren zu unterziehen sind,
Rückfragen, sie unterliess es jedoch
hinsichtlich der einzelnen Standardindikato
ren
Dr.
F._
um präzisierenden Angaben zu
fragen
. Entsprechend äus
serte sich
Dr.
F._
in i
hrer Stellungnahme vom 28.
März 2018 (
Urk.
15/103) auc
h nicht
zu den einzelnen Indikatoren
, weshalb d
ie
Stellung
nahme auch keine
Gesamtbetrachtung sämtlicher Leiden in Berücksichtigung
ihrer
Wechselwirkung
en beinhaltet
(BGE 143 V 418 E. 8.1)
.
Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass
gemäss
Dr.
F._
die Begutach
tung
Hinweise auf nicht im geklagten Umfa
ng vorhandene Funktionsbeeinträc
h
tigungen
ergab.
Die Symptom
ausweitung war laut Dr.
F._
global und teilweise plakativ.
Es sei davon auszugehe
n, dass neben der depressiven Sympto
matik auch eine manifeste Symptomausweitung und Selbstlimitation vorl
äg
en
(vgl. E. 3.8,
Urk.
15/95/24)
.
Es ergibt sich aus dem Gutachten jedoch nicht,
wie die Verdeutlichungstendenzen zu werten sind, insbesondere auch nicht,
ob im
Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Ver
haltens zweifellos überschritten sind,
respektive
ob beziehungsweise
inwieweit
das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psy
chische Störung zurückzuführen
ist
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_154/2016
vom 1
9.
Oktober 2016 E. 4.3
).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich gestützt auf das Gutachten von
Dr.
F._
die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht
rechtsgenügend fest
stellen lässt. Diese
Einschätzung teilt im Übrigen auch
Dr.
med.
N
._
, Fach
ärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Beschwerdegegnerin, welche mit Stellungnahme vom 1
0.
April 2018 festhielt, dass die Diagnosen und Arbeitsunfähigkeitsangaben im Gutachten von
Dr.
F._
aus medizinischer Sicht nicht klar nachvollziehbar seien
(Urk.
15/104/8). Nachdem sich auch gestützt auf die übrigen aktenkundigen ärzt
lichen Berichte
(vgl. E. 3)
die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend feststellen lässt,
erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als ungenügend abg
e
klärt.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Im Prozess um Zusprechung oder Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen holt die Beschwerdeinstanz in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Vorliegend steht die Rechtsprechung gemäss
BGE 137 V 210
einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht entgegen, da die Notwendigkeit ergänzender Abklärungen im Wesentlichen durch die mit BGE 143 V
418
geänderte Recht
sprechung begründet ist (E. 4.2.2; vgl.
BGE 143 V 409
E. 5.2; Urteil des Bundes
gerichts
8C_461/2017
vom 27. September 2017 E. 8.3).
Sodann
ändert
BGE 137 V 210 nichts an der gesetzlichen Ordnung, wonach
der
Beweis über sozialversi
cherungsrechtliche Ansprüche primär auf der Stufe des Administrativverfahrens (vgl.
Art.
43 f. ATSG) und nicht im gerichtlichen Prozess geführt wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 4.2).
Wie das Bundesgericht festgestellt hat, litte die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung empfindlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abgeschlosse
nen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbes
serung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2).
Stellt wie hier der RAD fest, dass ein Gutachten den Anforderungen hinsichtlich nachvollziehbarer Begründung nicht entspricht, hat er der Verwaltung die erforderlichen Massnahmen zur rechts
genüglichen Beurteilung der medizinischen Leistungsfähigkeit (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG), insbesondere durch das Einholen einer ergänzenden Stellungnahme oder eines neuen Gutachtens, vorzuschlagen.
Demnach ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein auch den Anforderungen von BGE 143 V 409 und 143 V 418 entsprechendes
psychiatrisches Gutachten sowie
Verlaufsberichte hinsichtlich
der
Psoriasis
e
in
holt
und hernach erneut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ent
scheide
t
. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200
.-- bis
Fr.
1'000.
festgelegt. Vorlie
gend sind sie
auf
Fr.
800.-- fest
zusetzen
.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Die vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
§
34
Abs.
1
GSVGer
).
Diese
wird
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mit Honorarnote vom 1
1.
September 2018 (
Urk.
11) machte Rechtsanwältin Sil
via
Appert
einen Aufwand von 6,
86
Stunden sowie Ba
rauslagen von Fr. 63.60 geltend. Dieser Aufwand, welcher beide Beschwerdeschriften (
Urk.
1 und
Urk.
16/1) umfasst, erscheint
angemessen. Unter Berücksichtigung des gerichts
üblichen Stundenansatzes
von
Fr.
220.-- ist die von der
Beschwerdegegnerin
aus
zurichtende
E
ntschädigung auf
Fr.
1'
69
3.90
([
6,86
x Fr.
220.-- + Fr. 63.60] x 1,077
) festzusetzen.
6.
3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Gesuch de
r Beschwerdefüh
rerin
um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung als gegenstandslos.