Decision ID: db193f8a-8918-438d-a552-cfba57c96d01
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1957
, war seit
dem 1. Februar
1989
bei
der
Y._
AG
als
Fensterbauer
angestellt und damit bei der
Suva
versichert, als er am
1. Oktober 2011 beim Aussteigen aus einem Lieferwagen ausrutschte und sich eine leicht dislozierte Radiusköpfchenfraktur links und eine Schulterkontusion links zuzog (vgl.
Urk. 12/6/107
= Urk. 12/35/182
; Urk. 12/6/57-58; vgl. auch
Urk. 2 S. 2 Ziff. A
)
. Am 12. Dezember 2012 stürzte der Versicherte von einer Leiter und zog sich eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts zu (
Urk. 8/1
= Urk. 12/15/25
= Urk. 12/35/319
;
vgl. Urk. 8/13
= Urk. 12/15/11-12
).
Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1. Juli 2015 (Urk. 8/91 =
Urk. 8/102/1-4 =
Urk. 12/58/31-34 = Urk. 12/58/48-51 =
Urk. 3/3) eine Rente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 26 % ab dem 1. September 2015 und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Dagegen erhob der Versicherte Einsprache (Urk. 8/100).
Am 24. Septem
ber
2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie ihre Verfügung vom 1. Juli
2015 vollumfänglich zurücknehme, da der Abschluss der medizinischen Behand
lung zu früh erfolgt sei (Urk. 8/107).
Mit Verfügung vom 19. August
2016 (Urk. 8/114 =
Urk. 8/126/1-5 =
Urk. 12/62/63-67 =
Urk. 3/4) sprach die Suva dem Versicherten eine Rente ent
sprechend einer Erwerbseinbusse von 42 % ab dem 1. August 2016
und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 37.5 % zu.
Da
gegen erhob die Krankenversicherung des Versicherten am 26. Augus
t
2016 Ein
sprache (Urk. 8/118)
,
zog diese
jedoch
am 1. September 2016
wieder
zurück (Urk. 8/121).
Die vom Versicherten am 21. September 2016 erhobene Einsprache (Urk. 8/122) wies die Suva mit Entscheid vom
26. Juni 2017 (Urk. 8/137 =
Urk. 12/76 =
Urk. 2) ab.
1.2
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 20. Juli 2017 (
Urk. 8/138
/2-9
= Urk. 3/6)
von
Februar 2013 bis Ap
ril 2014 eine
Viertelsrente
, von
Mai 2014 bis Juli 2015 eine ga
nze Rente, von August bis
Dezember 2015 eine
Viertelsrente
und ab dem 1. Januar 2016 eine ganze Rente zu.
2.
Der
Versicherte erhob am
28. August 2017
Beschwerde gege
n den
Einsprache
entscheid
vom 26. Juni 2017
(Urk. 2) und beantragte,
dieser und die Verfügung der Suva vom 19. August 2016 seien teilweise aufzuheben, ihm sei eine Rente
von 100 % zuzusprechen sowie eine Integritätse
inbusse von 62.5 % zuzugeste
hen
. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Suva mit dem Auftrag zurückzuweisen, eine spezifische und neutrale ärztliche Beurteilung der Arbeits
fähigkeit vornehmen zu lassen (Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-2
). Mit Beschwerdeantwort vom
28. September
2017
(Urk.
7) beantragte die Suva
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 (Urk. 10) wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung beigezogen (vgl. Urk. 12). Die Beschwer
deantwort
wurde dem Beschwerdeführer am
30. Oktober 2017 zur Kenntnis ge
bracht (Urk. 13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die hier zu beurteilenden Unfälle
haben
sich am
1. Oktober
2011 und 12. Dezember
2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember
2016 gültig gewe
se
nen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert wer
den.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach
Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4
Gemäss
Art.
18
Abs.
3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften über die Bestimmung des Invaliditätsgrades erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von
Art.
28 UVV Gebrauch gemacht, welche Bestimmung verschie
dene Sonderfälle der Invaliditätsbemessung regelt. Gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massge
bend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbs
tätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vor
gerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa „42 Jahren" oder zwischen „40 und 45 Jahren" und das vorgerückte Alter im Bereich von „rund 60 Jahren", wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 mit Hinweisen).
1.5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
ge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraus
sichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang be
steht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gel
ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhan
ges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
7
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.
8
Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Invali
den- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben Invalidi
tätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Regelung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden In
validitätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der Invaliditäts
schätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungs
zweig (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus,
dass dem
Beschwerdeführer
gestützt auf den
kreisärztliche
n Untersu
chungsbericht vom Juni 2016 mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeiten mit Anheben von Lasten auf Schulterniveau oder darüber nicht mehr zugemutet werden könnten. Er könne jedoch allenfalls gelegentlich leichte Lasten bis Hüft
höhe bewältigen, wobei der linke Arm nur noch als
Zudienhand
verwendet wer
den könne (S. 12 Ziff. 7a).
Der Beschwerdeführer könne
auf dem hypothetisch ausgegl
ichenen Arbeitsmarkt eine seinem
unfallbedingten Gesundheitsschaden angepasste
Arbeit finden und ausüben (S.
1
3
Ziff. 7b). Das Invalideneinkommen ergebe sich aus dem Tabellenlohn für einfache Tätigkeiten im Sektor Dienstleis
tungen, von welchem ein Abzug von 25 % angezeigt sei (S. 13 f. Ziff. 7c, Ziff. 7d). Der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen ergebe einen In
validitätsgrad von 42 % (S. 14 Ziff. 7f). Die Festlegung der Integritätseinbusse auf
3
7.5 % sei aus näher
dargelegten Gründen richtig (S. 14 ff. Ziff. 8-9
).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 7) grund
sätzlich fest.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass sich sein Gesundheitszustand aufgrund der Unfälle vom 1. Oktober 2011 und 12. Dezember 2012 sukzessive verschlechtert und zum Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses vom 19. August 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, die einzig und allein auf die Unfallfolgen zurückzuführen sei und auch heute noch bestehe. D
ies ergebe sich auch aus den
Akten
der Invalidenversicherung
, die ebenfalls von einer bestehenden und andauernden vollständigen Arbeitsun
fähigkeit ausgehe
n würden
. Somit sei er aktuell und bleibend nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen (S. 4 Ziff. 6). Es sei ihm somit ab August 2016 eine Rente in der Höhe von 100 % auszurichten (S. 10 Ziff. 8.3). Zudem habe er aus näher dargelegten Gründen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entspre
chend einer Integritätseinbusse von 62.5 % (S. 10 ff. Ziff. 9).
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2011 beim Aussteigen aus einem Lieferwagen
ausrutschte
und sich eine leicht dislozierte Radiusköpfchenfraktur links und eine Schulterkontusion links zuzog (
vgl. Urk. 12/6/107 = Urk. 12/35/182; Urk. 12/6/57-58; vgl. auch Urk. 2 S. 2 Ziff. A)
.
Am 12. Dezember 2012 stürzte der Versicherte von einer Leiter und zog sich eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts zu (Urk. 8/1 = Urk. 12/15/25 = Urk. 12/35/319; vgl. Urk. 8/13 = Urk. 12/15/11-12).
3.
2
In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 18. Dezember 2013
(Urk. 8/44
= Urk. 12/35/257
)
diagnostizierte Kreisarzt Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, einen Status nach Schulterarthroskopie mit Rekonstruktion der
Rotato
ren
manschette
und Schultereckgelenks
(
AC
)
-
R
esektion am 11. April
201
3.
Da die Funktion im September
2013 bereits hervorragend gewesen sei und keine nen
nens
werten Beschwerden dokumentiert seien, sei der Integritätsschaden im Rah
men der AC-Gelenksresektion gemäss Feinrastertabelle 5 mit 5 % zu schätzen. Eine weitere Anpassung sei nicht vorzunehmen.
3.
3
Kreisarzt Dr.
Z._
berichtete am 19. Dezember
2013 über die gleichentags er
folgte ärztliche Abschlussuntersuchung (Urk. 8/46
= Urk. 12/35/249-253
)
. Er diagnostizierte einen Status nach beidseitiger
Rotatorenmanschetten
re
konstruk
tion
(links April 2012, rechts April 2013). Im Rahmen der klinischen Befunde sei dem Beschwerdeführer eine mittelschwere Arbeit ganztags zuzumuten. Gele
gent
lich könnten Überkopfarbeiten wahrgenommen werden. Optimal sei das Anheben von Gewichten körpernah. Ob ein voller Einsatz in der angestammten, schweren Arbeit wieder möglich sei, scheine fraglich (S. 4 Ziff. 5).
3.
4
Gemäss
Austrittsbericht der
A._
vom 14. Oktober
2014 (Urk. 8/80
= Urk. 12/38/48-49 = Urk. 12/38/92-93
)
wurde
der Beschwerdeführer vom
1.
bis zum 27. September
2014 in der Klinik stationär behandelt
(S. 1
Mitte).
3.
5
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 18. Dezember 2014 über die gleichentags erfolgte Untersuchung (Urk. 8/85
= Urk. 12
/38/38-45
). Er
legte dar, dass bei laufender Therapie derzeit nicht von einem Endzustand ausgegangen werden könne. Für eine Beurteilung eines allfälligen Integritätsschadens der lin
ken Schulter sei es ebenfalls noch zu früh, da in Bezug auf die
Reruptur
der
Rotatorenmanschette
der linken Schulter noch kein Endzustand erreicht sei (Ziff. 5 S. 8 oben).
3.
6
Am 13. April 2015 berichtete Kreisarzt Dr.
B._
über die gleichentags erfolgte Untersuchung (Urk. 8/88
= Urk. 12/38/12-17
) und führte aus, dass die Unfallfol
gen an der linken Schulter
dauernd und erheblich seien und eine Integritätsent
schädigung begründe
ten
. An der rechten Schulter liege keine wesentliche Zu
stands
verschlimmerung vor, eine
Integritätsentschädigung mit 5 % bei Zustand nach AC-Gelenkresektion sei im Dezember 2013
geschätzt worden (S. 5 unten; vgl. vorstehend E. 3.2).
3.
7
Dr.
B._
führte am 1. Mai 2015 (Urk. 8/90) in Ergänzung seines kreisärztlichen Untersuchungsberichtes vom 13. April 2015 (vgl. vorstehend
E. 3.6
) aus, dass dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der Zumutbarkeit für beide Schul
tergelenke leichte körperliche Tätigkeiten ganztags zumutbar seien. Zu vermeiden seien ein einseitiges Tragen, Anheben und Bewegen von Gewichten über 5 kg bis Gürtelhöhe, beidseitig über 10 kg, dauerhafte Armvorhaltetätigkeiten, Überkopf
tätigkeiten mit dem linken Arm. Zudem seien berufliche Tätigkeiten, die mit einer vermehrten Stoss- und Vibrationsbelastung für beide Schultergelenke verbunden seien, zu vermeiden.
3.
8
Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, berichtete am 7. März
2016 über die gleichentags erf
olgte Untersuchung (Urk. 8/112
= Urk. 12/60/60
64
= Urk. 12/60/73-77
). Er führte aus, dass sich der Zustand im Bereich der rech
ten Schulter seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung im April 2015 (vgl. vorstehend
E. 3.7
) stabil zeige. Im Bereich der linken Schulter sei es im Jahr 2015 zu einer Befundverschlechterung nach einer massiven
Reruptur
der
Supraspi
natussehne
sowie
Subscapularissehne
und dann
zur Implantation einer inversen Schulter-Totalprothese linksseitig gekommen. Ein Fallabschluss sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich (S. 4).
3
.
9
Am 22. Juni
2016 berichtete Kreisarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, über die glei
chentags erfolgte Untersuchung (Urk. 8/142/33-39
=
Urk. 12/60/97-103 =
Urk. 12/62/13-19
= Urk. 3/7
). Er legte dar, dass bezüglich des linken Schulterge
lenkes nach mehreren Operationen und palliativer Implantation einer inversen Schulterprothese eine mittelgradig bis hochgradig schmerzhafte Funktionsbeein
trächtigung des linken Schultergelenkes bestehe, die dazu führe, dass das linke Schultergelenk de facto nur noch als
Zudienhand
eingesetzt werden könne. Ein grösserer Kraftaufwand oder ein grösseres Bewegungsausmass im Bereich der seitlichen Anhebung des linken Armes sei nur noch mittel- bis hochgradig ein
geschränkt möglich, die vordere Elevation mittelgradig eingeschränkt. Es bestehe eine erhebliche Kraftminderung des linken Armes. Bezüglich des rechten domi
nanten Schultergelenkes bestehe eine mittelgradige Einschränkung der Funkti
onsfähigkeit ebenfalls mit Kraftminderung und unter Einschränkung der Bewe
gungsausmasse (S. 6 oben).
Dem Beschwerdeführer könnten mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkei
ten mit Anheben von Lasten auf Schulterniveau oder darüber nicht mehr zuge
mutet werden. Er könne allenfalls gelegentlich leichte Lasten bis Hüfthöhe bewältigen, wobei der linke Arm nur noch als
Zudienhand
verwendet werden
könne. Insofern sei es zu einer deutlichen Verschlechterung des Zumutbarkeits
profiles im Vergleich zur Beurteilung vom 13. April 2015 (vgl. vorstehend
E. 3.6
) gekommen. Bezüglich des linken Armes sei es ebenfalls zu einer weiteren Ver
schlechterung des Integritätsschadens gekommen (S. 6 Mitte).
3.10
In der Beurteilung des Integritä
tsschadens vom 22. Juni
2016
(
Urk. 12/60/104
-105
=
Urk. 12/62/20-21
)
führte Kreisarzt Dr.
D._
aus, dass gemäss Tabelle
1 UVG respektive Tabelle 5 UVG
der schlechte funktionelle Zustand eines Schul
tergelenkes nach Implantation einer
Endoprothese
analog zur Symptomatik einer mässigen bis schweren Form einer Periarthritis
humeroscapularis
mit 10 - 25 % taxiert werde. Der vorliegende Integritätsschaden des linken Schultergelenkes werde im vorlie
gen
den Fall mit 22.5 % bewertet. Gemäss Tabelle 1 UVG werde eine bis zur Horizontalen bewegliche Schulter mit 15 % taxiert, dementsprechend erfolge die Bewertung des rechten Schultergelenkes mit 15 %. Insgesamt liege somit ein unfallbedingter Gesamtintegritätsschaden von 37.5 % vor.
3.
11
Am 23. November
2016 berichtete Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Invalidenversicherung, über seine am 22. November 2016 erfolgte Untersuchung (Urk. 12/66). Er nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 8):
-
geringgradige
schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit Kraftverlust rechtes Schultergelenk
-
fast vollständige schmerzhafte Bewegungseinschränkung linkes Schulter
gelenk
-
massive anhaltende Schmerzsymptomatik linke Schulter
In der bisherigen Tätigkeit als Fenstermonteur/Glaser bestehe seit dem 1. Februar
2014 auf Dauer keine Arbeitsfähigkeit mehr. Leichte (angepasste) Tätig
keiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Las
ten, ohne beidseitiges Arbeiten in Armvorhalteposition und Über
kopf
arbeiten wä
ren medizinisch-theoretisch zumutbar, es würde aber zurzeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehen.
Ab dem 1. Oktober 2015 bestehe in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (S. 8 f. Ziff. 10).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt
unbestrittenermassen
anlässlich der Unfälle im Jahre 2011 und 2012 massive Schäden der
Rotatorenmanschette
beider Schultergelenke als traumatische Folge zweier Schadenereignisse
. Diese Verletzungen haben ge
mäss den diesbezüglichen übereinstimmenden medizinischen Akten zur Folge,
dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Fensterbauer
nicht mehr zumutbar ist (
vorstehend
E. 3.1-3.11
; vgl. Urk. 3/7 S. 6 oben). Strittig ist hingegen, in welchem Ausmass die noch bestehenden Einschränkungen die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einschränken (vgl. vorstehend E. 2.1, E. 2.2).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass der Bericht des
Kreisarztes Dr.
D._
vom
Juni 2016 (vgl. vorstehend E. 3.9) für die Beantwortung der ge
stellten Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit umfassend ist. Die Beurteilung berücksichtigt die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. So nahm der Kreisarzt
Dr.
D._
differenziert Bezug auf die gestellten Diagnosen sowie die erhobenen Befunde und
legte in schlüssi
ger und nachvollziehbarer Weise dar, dass dem Beschwerdeführer keine mittel
schwere
n
bis schwere
n
körperliche
n
Tätigkeiten mit Anheben von Lasten auf Schulterniveau oder darüber mehr zugemutet werden können, er jedoch gelegent
lich leichte Lasten bis Hüfthöhe bewältigen
kann
, wobei der linke Arm nur noch als
Zudienhand
verwendet werde
n kann
(vorstehend E. 3.9).
Der Kreisarzt Dr.
D._
schränkte somit das mögliche Tätigkeitsprofil des Beschwerdeführers ein, ohne jedoch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in quantitativer Hin
sicht zu beschränken. Die Beschwerdegegnerin durfte daher die Einschätzung des Kreisarztes dahingehend verstehen, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigk
eit unter Berücksichtigung des genannten
Belastungsprofils zu 100 % zu
mutbar ist. Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 8.1) erweist sich somit als unbegründet.
Die ärztliche Beurteilun
g durch den Kreisarzt Dr.
D._
entspricht somit den von der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen (vgl.
vorstehend
E. 1.6
, E. 1.7
) vollumfänglich.
4.3
Auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr.
E._
der Invalidenversicherung vom November 2016 (vorstehend
E. 3.11
) kann hingegen
- entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 7 ff. Ziff. 8.2) -
nicht abgestellt werden.
So legte Dr.
E._
einerseits nicht näher dar, weshalb der Beschwerdeführer die von ihm festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für leichte, an
gepasste Tätigkeiten nicht umsetzen könne. Andererseits wies er darauf hin, dass zum weiteren Verlauf und zur Vervollständigung der Akten ein aktueller Rönt
genbefund der linken Schulter sowie des behandelnden Arztes sowie die Stel
lungnahme (Zweitmeinung) der schulterchirurgischen Abteilung der Universitäts
klinik
F._
Mitte bis Ende Januar 2017 angefordert werden
sollte
n
(Urk. 12/66
S. 9 Ziff. 10).
Die genannten einzuholenden Berichte lagen
der Invalidenversi
cherung
zum Zeitpunkt der
Leistungszusprache
im Juli 2017
jedoch (noch) nicht vor (vgl. das Aktenverzeichnis der Invalidenversicherung, Urk. 12/1-77).
Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht eine Bindungswirkung rechtskräftiger Invaliditätsbemessungen der Invalidenversicherung für den Un
fallversicherer verneint hat (vgl. vorstehend E. 1.
7
). Dies gilt umso mehr, als dass vorliegend die
Leistungszusprache
der Invalidenversicherung nicht ohne Weiteres nachvollziehbar erscheint.
4.4
Zusammenfassend kann zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers in einer angepassten Tätigkeit auf die überzeugende, nachvollziehbare und ausführlich begründete Einschätzung des Kreisarztes Dr.
D._
abgestellt wer
den.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Der Beschwerdeführer war vor seinen Unfällen am 1. Oktober
2011 und 12. Dezember 2012 seit Februar 1989 bei der
Y._
AG als
Fensterbauer
tätig
(vgl. Urk. 3/7 S. 4 oben).
Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung des
Vali
deneinkommens
für das Jahr 2016
die Angaben der
Y._
AG vom 14. Ja
nuar
2014 (Urk. 8/63
= Urk. 12/35/47 = Urk. 12/35/214
) heran, wonach der Be
schwerdeführer im Jahr
2014 ohne Unfall ein Jahreseinkommen von Fr. 81'175.-- ([Fr. 5'875.-- x 13] + Fr. 400.-- x 12]) erzielt hätte. Die Heran
ziehung der Lohn
angaben des früheren Arbeitsgebers ist nicht zu beanstanden,
hingegen
hätte die
allgemeine Lohnentwicklung
im Jahr 2015 in der Höhe von
0.5 %
und im Jahr
2016 in der Höhe von
0.4
% im Sektor 2 Produktion (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total Sektor 2 Produktion, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung
)
berücksich
tigt werden müssen.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung der Jahre 2015 und 2016 würde ein
Valideneinkommen
von Fr. 81'907.-- (Fr. 81'175.-- x 1.005 x 1.004) resultieren, womit von einem um Fr. 732.-- höhe
ren
Valideneinkommen
auszugehen wäre.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (v
gl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im
Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch,
dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichts
punkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Janu
ar
2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
5.5
Der Beschwerdeführer kann die angestammte Tätigkeit als Fensterbauer nicht mehr a
usüben. Zumutbar ist ihm jedoch eine angepasste Tätigkeit, wobei er
ge
legentlich leichte Lasten bis Hüfthöhe bewältigen
kann
, den
linke
n
Arm
kann er jedoch
nur noch als
Zudienhand
verwende
n (vorstehend E. 4.2).
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin
den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art im Sektor 3 Dienstleistunge
n (Ziff. 45-96, Kompetenzniveau
1) gemäss LSE heran und berechnete unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Ar
beitszeit
im Jahr 2016
und der allgemeinen Lohnentwicklung
in den Jahren 2015 und 2016
sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % ein Invalideneinkommen von Fr. 47'061.-- für das Jahr 2016.
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens hätte jedoch der
standardisierte Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen
des privaten Sektors gemäss LSE herangezogen werden müssen.
Die Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % ist hingegen nicht zu beanstanden.
Das im Jahr 2014 von Männer
n
im Durch
schnitt für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtli
chen Wirtschaftszweigen erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr. 5’312.-- (LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenz
niveau
1, Total Männer, www.bfs.admin.ch, Löhne/
Erwerbseinkom
men/Arbeits
kosten), mithin Fr. 63’744.-- pro Jahr (Fr. 5’312.-- x 12). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7 % (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbsein
kommen/Arbeits
kosten, Lohnentwicklung)
,
der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstä
tigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit)
sowie eines leidensbedingten Abzuges von 25 % würde ein Invalideneinkommen von rund Fr. 50’389
.-- (Fr. 63’744.-- x 1.004 x 1.007 : 40 x 41.7
x 0.75
) für das Jahr 2016
resultieren, womit von einem um Fr. 3'328.
- höheren Invalideneinkommen auszugehen wäre.
5.6
Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe
a
ufgrund seines fortgeschrittenen
A
lters keine Möglichkeit mehr
, auch nur eine allenfalls
bestehende
Restarbeitsfä
higkeit zu realisieren, weshalb auch in Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV
da
von auszugehen sei, dass bei einer dauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit von einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- auszugehen wäre (vgl. Urk. 1 S. 10 Ziff. 8.2).
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung die Anwendung der Bestimmung von Art. 28 Abs. 4 UVV
(vgl. vorstehend E. 1.4)
ab einem Alter des Versicherten von rund 60 Jahren grundsätzlich in Betracht zu ziehen ist, was aber freilich nicht bedeutet, dass bei der Invaliditätsbemessung ab jenem Alter stets nach Art. 28 Abs. 4 UVV zu verfahren wäre. Auch bei Versi
cherten im vorgerückten Alter ist die Anwendung dieser Bestimmung erst dann zu erwägen und durch entsprechende Abklärungen zu ergründen, wenn Anhalts
punkte dafür bestehen, dass der physiologischen Altersgebrechlichkeit verglichen mit den anderen Ursachen der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine we
sentliche Bedeutung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_205/2016 vom 20. Juni 2016 E. 3.4).
Der 1957 geborene Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Rentenbeginns, welche auf den 1. August 2016 festgelegt wurde, 59
Jahre und 11 Monate alt, weshalb die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV nicht von vor
herein ausgeschlossen werden kann.
Kreisarzt Dr.
D._
begründete die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde
führers in der anges
tammten Tätigkeit beziehungsweis
e die 100%ige Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit mit den diagnostizierten
massiven
Schäden der
Rotatorenmanschette
beider Schultergelenke als traumatische Folge zweier Scha
denereignisse (vorstehend
E. 3.9, E. 4.2
).
Andere Ursachen als die unfallb
edingte
Verschlechterung der Schulterproblematik
führte
er
dabei nicht
an
, insbesondere auch nicht das fortgesc
hrittene
Alter des Beschwerdeführers. Zudem bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit durch die erlittenen Unfälle
und
ihre
Folgen bei einer Person mittleren Alters geringer
ausgefallen wäre
als beim Beschwerdeführer
.
Ob die
Voraussetzungen
für die Anwendbarkeit von Art. 28 Abs.
4 UVV
erfüllt sind, kann jedoch vorliegend offen
gelassen werden, denn die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV hätte hier ohne
hin keinen Einfluss auf den Invaliditätsgrad, wäre doch auch bei einer Person mittleren Alters zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf den stan
dar
di
sier
ten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
, Kompe
tenz
niveau 1,
gemäss LSE abzustellen (vgl. vorstehend E. 5.5). Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers erweist sich somit als unbegründet.
5.7
Der Vergleich des
Valideneinkommen
s
von
Fr. 81'907.--
mit
Invalideneinkom
men von
Fr. 50’389.--
ergibt
ei
ne Erwerbseinbusse von Fr. 31’518
.-- und damit ein
en
Invaliditätsgrad von rund 38 %
statt dem von der Beschwerdegegnerin be
rechneten Invaliditätsgrad von 42 %.
Rechtsprechungsgemäss sind im Beschwerdeverfahren die Voraussetzung
en an eine
reformatio
in
peius
-
in Anlehnung an die Wiedererwägung nach Art.
53 Abs.
2
ATSG
– streng, es ist zurückhaltend davon Gebrauch zu machen und diese ist auf Fälle offensichtlicher Unrichtigkeit und
mit
erheblichem Korrekturbedarf zu beschränken (vgl. BGE 142 V 337 E. 3.1; vgl. auch BGE 143 V 168 E. 4.2). Die Differenz des Invaliditätsgrades von
4
% rechtfertigt keine Abänderung des an
gefochtenen Entscheids zum Nachteil des Beschwerdeführers.
Für die beantragte
Zusprache
einer höheren Rente besteht
bei
dieser Sachlage hingegen keine Ver
ankerung.
Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen.
6
.
6.1
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädi
gung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 37.5 % zu, wohingegen der Be
schwerdeführer von ein
er Einbusse von 62.5 % ausgeht (vgl. vorstehend E. 2.1, E. 2.2).
6.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität
erleidet (vgl. vorstehend E. 1.5).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritäts
schäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessen
den Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschä
den, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Ent
schädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfä
higkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädi
gung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als
5
%
des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
6.
3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.4
Der Beschwerdeführer machte einen Integritätsschaden
von 62.5 % geltend
und führte diesbezüglich aus, dass für den Verlust eines Armes im Ellbogen oder ober
halb desselben gemäss Anhang 3 der UVV eine Integritätsentschädigung von bis zu 50 % geschuldet sei. Einem Verlust einer Gliedmasse sei auch die völlige Gebrauchsunfähigkeit derselben gleichgestellt. Der linke Arm sei massiv einge
schränkt und könne nur noch als
Zudienhand
gebraucht werden. Damit sei von einer Einschränkung von drei Vierteln der normalen Gebrauchsfähigkeit auszu
gehen
, weshalb eine zu entschädigende Integritätseinbusse allein für den linken Arm von 37.5 % (3/4 von 50 %) resultiere. Der rechte dominante Arm sei sodann mittelgradig eingeschränkt, womit von einer Integritätsentschädigung von einem
Zweitel
des maximal Möglichen und damit von 25 %
(1/2 v
on 50 %) auszugehen sei (Urk. 1 S. 10 ff. Ziff. 9
).
Gemäss Kreisarzt Dr.
D._
werde
gemäss Tabelle 1 UVG respektive Tabelle 5 UVG der schlechte funktionelle Zustand eines Schultergelenkes nach Implanta
tion einer
Endoprothese
analog zur Symptomatik einer mässigen bis schweren Form einer Periarthritis
humeroscapularis
mit 10 - 25 % taxiert. Der vorliegende Integritätsschaden des linken Schultergelenkes werde
deshalb
mit 22.5 % bewer
tet. Gemäss Tabelle 1 UVG werde eine bis zur Horizontalen bewegliche Schulter mit 15 % taxiert, dementsprechend erfolge die Bewertung des rec
hten Schulter
gelenkes mit 15 % (vorstehend E. 3.10).
Dies ist nicht zu beanstanden.
Zudem liegt keine dem Kreisarzt widersprechende ärztliche Beurteilung der Integritäts
einbusse vor.
Es besteht damit kein Anlass, die kreisärztliche Beurteilung in Frage zu stellen. Die Beschwerde ist auch diesbezüglich abzuweisen.