Decision ID: 687bee6c-6396-4c4a-8c18-a9d2f778d408
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
medizinischen Sachverhalts anzusehen seien und bei gegebener Aktenlage nicht
nachvollzogen werden könnten. Die Einschätzungen der Gutachter seien höher zu
gewichten.
B.
B.a Gegen die Aufhebungsverfügung vom 14. November 2014 erhob die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 12. Dezember 2014 Beschwerde (act. G 1). In
der Beschwerdebegründung vom 9. Januar 2015 (act. G 3) beantragte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung. Zudem stellte er
ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur
Begründung machte er geltend, dass die seinerzeitige Rentenzusprache nicht
ausschliesslich aufgrund der Diagnose einer Fibromyalgie bzw. einer Tendomyalgie
erfolgt sei. Vielmehr seien damals auch ein Panvertebralsyndrom bei
Wirbelsäulenfehlhaltung und muskulärer Dysbalance und eine Hyperlaxität
diagnostiziert worden. Zudem habe sich die Beschwerdeführerin bei einem Autounfall
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im September 2004 u.a. eine Commotio cerebri zugezogen. Ausserdem sei bereits
damals eine Anpassungsstörung bei depressiver Reaktion mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden. Auch im Revisionszeitpunkt habe nicht
ausschliesslich ein syndromales Beschwerdebild vorgelegen. Die Gutachter seien zu
Unrecht davon ausgegangen, dass lediglich noch leichte depressive Verstimmungen im
Rahmen der Schmerzstörung vorlägen. Sie hätten auch nicht rechtsgenüglich
abgeklärt, ob die Foerster-Kriterien erfüllt seien. Bei der teilweise schweren Depression
handle es sich um eine psychische Komorbidität. Auch die Foerster-Kriterien seien
erfüllt. Die Rente könne weder gestützt auf die Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision noch gestützt auf Art. 17 ATSG (Revision) aufgehoben werden.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 12. Februar 2015
die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung brachte sie vor, aus dem
Austrittsbericht der Klinik Valens ergebe sich eindeutig, dass die diagnostizierte
Anpassungsstörung eine Folge der Schmerzstörung und damit kein eigenständiges
psychisches Leiden sei. Der Beschwerdeführerin sei also überwiegend gestützt auf ein
syndromales Leiden eine Rente zugesprochen worden. Das ABI-Gutachten sei
ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen erschienen als begründet. Das
Schreiben von Dr. G._ sei sehr rudimentär und stütze sich nicht auf eine aktuelle
psychiatrische Untersuchung. Ausserdem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung
überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagten. Gestützt auf das ABI-Gutachten sei
von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen. Im Übrigen handle es sich bei der erheblichen Verbesserung der
depressiven Symptomatik um einen Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG.
B.c Das Gericht bewilligte am 16. Februar 2015 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).
B.d In seiner Replik vom 10. März 2015 (act. G 8) machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ergänzend geltend, dass die seinerzeit diagnostizierte
Anpassungsstörung nicht lediglich ein Teilaspekt einer Schmerzstörung dargestellt
habe. Die Behauptung, dass sich die Beurteilung von Dr. G._ nicht auf eine aktuelle
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Untersuchung stütze, sei nicht stichhaltig. Die Beschwerdeführerin befinde sich
weiterhin bei Dr. G._ in Behandlung. Der psychiatrische Gutachter habe die
geschilderten depressiven Symptome nicht ausreichend exploriert. Dem Umstand,
dass die psychischen Probleme zumindest teilweise gravierend gewesen seien, habe
er nicht Rechnung getragen. Dr. G._ hatte am 8. März 2015 ergänzend vorgebracht,
ein voller sozialer Rückzug sei zu bejahen, da die Beschwerdeführerin nur noch Kontakt
mit ihren Kindern, dem Ehemann und den Schwiegereltern habe (act. G 8.1). Die
Versicherte sei immer motiviert gewesen, sich selber zu helfen, und sie habe an
diversen Therapien teilgenommen. Sie sei immer kooperativ gewesen und habe
versucht, ihre Gesundheit durch die vorgeschlagenen Massnahmen zu verbessern. Am
11. März 2015 reichte der Rechtsvertreter ein Zeugnis von Dr. med. P._, Fachärztin
für Gynäkologie, vom 11. März 2015, ein (act. G 9). Diese hatte über eine Mastodynie
(Schmerzhaftigkeit der Brust) mit Mamillensekretion berichtet und erklärt, dass die
Beschwerden von der Einnahme der Psychopharmaka stammen könnten.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10 f.).
B.f Am 7. April 2017 räumte das Gericht den Parteien die Gelegenheit ein, zur
Änderung der Rechtsprechung zur invalidenversicherungsrechtlichen Behandlung
anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer Leiden Stellung zu
nehmen (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin antwortete am 12. April 2017, dass die
Rechtsprechungsänderung keinen Anlass biete, ihre Beurteilung zu revidieren (act. G
13). Es sei weiterhin auf das schlüssige ABI-Gutachten abzustellen. Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin erklärte am 10. Mai 2017, dass die Diagnose einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nichts über
deren Schweregrad aussage. Das Gutachten des ABI genüge den Anforderungen an
eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens nicht. Es fehle
eine „kriteriengeleitete“ Beurteilung der Funktionseinschränkungen, der
Aktivitätsdimensionen und der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit.
B.g Am 18. Mai 2017 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine
Kostennote über einen Betrag von Fr. 4'657.40 (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ein (act. G 16). Zur Begründung erklärte er, dass die nachträglichen
Eingaben zu einem überdurchschnittlichen Aufwand geführt hätten.
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Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Oktober 2003 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die Rentenleistungen mit
der angefochtenen Verfügung vom 14. November 2014 per 1. Januar 2015
aufgehoben. Strittig ist demnach, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015
weiterhin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
1.2 Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 (6. IV-Revision) werden
Invalidenrenten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden,
innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die
Voraussetzungen von Art. 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) nicht erfüllt, so wird die Rente
herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1
ATSG nicht erfüllt sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf Personen, die
im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben
oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet worden ist, seit mehr als 15
Jahren eine Rente der Invalidenversicherung bezogen haben (Abs. 4). Die Überprüfung
der Rente ist im Dezember 2012 und somit innerhalb von drei Jahren seit dem
Inkrafttreten der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision eingeleitet worden. Die
Beschwerdeführerin ist im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung erst 35
Jahre alt gewesen und hat die Rente im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung erst
seit neun Jahren bezogen.
1.3 Zu prüfen bleibt, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage
zugesprochen worden ist. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin ist lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision auch
in Fällen anwendbar, in denen eine laufende Rente sowohl für unklare als auch für
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erklärbare Beschwerden zugesprochen worden ist (vgl. BGE 140 V 197 E. 6.2.3;
MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, N 99 zu Art.
30-31). Gemäss einem internen Feststellungsblatt ist die ursprüngliche
Rentenzusprache wegen eines Panvertebralsyndroms bei Wirbelsäulenfehlhaltung und
muskulärer Dysbalance, einer Hyperlaxität und einer Fibroymalgietendenz erfolgt (siehe
IV-act. 32). Es handelt sich hierbei um die von Dr. E._ in ihrem Bericht vom 6.
Oktober 2003 angegebenen Diagnosen (IV-act. 13). Dr. E._ hat die Arbeitsunfähigkeit
in diesem Bericht mit den intensiven Schmerzen am ganzen Körper begründet. Sie hat
zudem darauf hingewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit zur Hälfte den körperlichen und
sicherlich zur Hälfte den psychischen Beschwerden zuzuschreiben sei. Demgegenüber
hat die Klinik Valens die volle Arbeitsunfähigkeit nur auf psychiatrische Gründe
zurückgeführt (IV-act. 13-9 ff.). Auch aus dem ABI-Gutachten vom 16. Juli 2014 geht
hervor, dass die Rente zumindest überwiegend aufgrund eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische
Grundlage zugesprochen worden ist. Der rheumatologische Gutachter hat nämlich
erklärt, dass auch in den Berichten von früheren rheumatologischen Untersuchungen
(d.h. namentlich denjenigen von Dr. E._ keine erklärenden Befunde als
Beschwerdekorrelat im Bereich des Bewegungsapparates beschrieben worden seien
(IV-act. 113-21). Vor diesem Hintergrund überzeugt die Einschätzung von RAD-Arzt Dr.
K._, dass die führende gesundheitliche Beeinträchtigung bereits im Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenzusprache in einer Schmerzverarbeitungsstörung (anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung) gelegen hat (IV-act. 89-2). Lit. a Abs. 1 der
Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision ist somit anwendbar. Demnach ist
nachfolgend anhand der aktuellen Rechtsprechung zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2015 weiterhin einen Rentenanspruch hat. Der
IV-Grad ist dabei anhand des in diesem Zeitpunkt aktuellen Sachverhalts zu ermitteln.
Abzustellen ist dabei auf den Gesundheitszustand respektive die Arbeitsfähigkeit im
Zeitpunkt des Erlasses der Einstellungsverfügung, d.h. am 14. November 2014.
2.
2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG würde die Beschwerdeführerin weiterhin einen
Anspruch auf eine Invalidenrente haben, sofern sie im Wirkungszeitpunkt der
angefochtenen Verfügung zu mindestens 40 % invalid gewesen wäre. Invalidität ist
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gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nichterwerbstätigen
Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – namentlich bei im Haushalt tätigen
Personen – wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass
eine Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen
(spezifische Methode des Betätigungsvergleichs; Art. 28a Abs. 2 IVG). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die
übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Bei versicherten Personen, die
teilweise erwerbstätig sind, erfolgt die Invaliditätsbemessung nach der gemischten
Methode. Dabei werden die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festgestellt und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in
beiden Bereichen bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
3.
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache ist die Invaliditätsbemessung anhand eines
reinen Einkommensvergleichs erfolgt, d.h. die Beschwerdeführerin ist im
Gesundheitsfall als zu 100 % erwerbstätig qualifiziert worden. Im Rahmen eines im
Dezember 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens ist eine Statusänderung erfolgt, weil
die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich Mutter von drei Kindern gewesen ist. Neu ist
die Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und als zu 50 % im Haushalt tätig
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einstuft worden. Die Kinder der Beschwerdeführerin sind im Verfügungszeitpunkt (14.
November 2014) _, _ und _-jährig gewesen. Ihr Betreuungsbedarf hat seit der
Revision im Januar 2010 (IV-act. 72) zwar abgenommen, sie sind aber immer noch auf
eine enge Betreuung angewiesen gewesen. Demzufolge hat sich bezüglich des Status
zwischenzeitlich keine erhebliche Sachverhaltsänderung eingestellt. Die Qualifikation
der Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig ist für
das vorliegende Verfahren daher verbindlich, d.h. sie kann nicht auf ihre Richtigkeit hin
überprüft werden.
4.
4.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. In medizinischer Hinsicht liegen
insbesondere das ABI-Gutachten vom 16. Juli 2014 und die Berichte der behandelnden
Rheumatologin Dr. E._ vom 6. Oktober 2003, 1. Februar 2013 und 12. Oktober 2014
sowie die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. G._ vom 22. Januar 2013, 11.
Dezember 2013, 17. September 2014 und 8. März 2015 im Recht.
4.2 Für die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schmerzen am ganzen
Körper haben die Gutachter weder aus internistischer noch aus rheumatologischer
oder neurologischer Sicht eine Erklärung gefunden. Als (in qualitativer Hinsicht)
arbeitsfähigkeitsrelevant sind lediglich eine leichte Fehlhaltung der Wirbelsäule, ein
myofasciales Nacken-/Schultergürtelsyndrom, Senkfüsse, eine Tendenz zu leichter
allgemeiner Hyperlaxität und eine erhebliche Dekonditionierung im Rahmen eines
Schonverhaltens beurteilt worden. Die Einschätzung der Gutachter, dass die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer körperlich leichten bis teilweise
mittelschweren Tätigkeit mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen und ohne monoton-
repetitive Haltungen oder Bewegungen voll arbeitsfähig sei, überzeugt daher. Im
Aufgabenbereich haben die Gutachter mit der Begründung, dass die
Beschwerdeführerin nach eigenem Gutdünken Pausen zur Erholung einlegen und sich
von ihrer Familie helfen lassen könne, ebenfalls keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit festgestellt. Zwar überzeugt diese Beurteilung nicht in allen Teilen:
Einerseits wäre ein allenfalls erhöhter Pausenbedarf bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
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im Haushalt zu berücksichtigen. Andererseits ist es nicht die Aufgabe der
medizinischen Sachverständigen, eine allfällige Schadenminderungspflicht in ihre
medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen zu lassen. Angesichts der vollen
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis teilweise mittelschweren Tätigkeit muss
allerdings davon ausgegangen werden, dass auch im Haushalt eine geringe, aber keine
anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Berichte von Dr.
E._ vermögen keine Zweifel an dieser gutachterlichen Beurteilung zu wecken.
Einerseits hat Dr. E._ in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung stets auch (fachfremde)
psychiatrische Aspekte berücksichtigt (siehe Bericht vom 6. Oktober 2003).
Andererseits hat sie zwar somatische Diagnosen genannt (Panvertebralsyndrom und
Hyperlaxität), sie hat jedoch nie ausreichend begründet, weshalb diese auch in einer
körperlich adaptierten Tätigkeit zu einer derart hohen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führen sollten. Der Umstand, dass sie die volle Arbeitsunfähigkeit mit
den intensiven Schmerzen am ganzen Körper begründet hat, deutet zudem darauf hin,
dass die Grundlage ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung die subjektive
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der Beschwerdeführerin und nicht eine objektive
Einschätzung der noch zumutbaren Arbeitsleistung gewesen ist. Der im
Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der behandelnden Gynäkologin vom 11.
März 2015 liefert offenkundig keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig ist. Auch in der Haushaltstätigkeit
ist die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht wesentlich und damit IV-relevant eingeschränkt.
4.3 Der psychiatrische Gutachter hat als Diagnose eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einen Status nach mittelgradiger
depressiver Episode angegeben. Beiden Diagnosen hat er keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen, weshalb er die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
ab dem Begutachtungszeitpunkt auf 100 % geschätzt hat. Die behandelnde
Psychiaterin Dr. G._ hat die psychiatrische Situation demgegenüber diametral anders
eingeschätzt und der Beschwerdeführerin gestützt auf die Diagnosen einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und einer
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anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine volle Arbeitsunfähigkeit in jeglicher
Tätigkeit attestiert.
4.3.1 Der psychiatrische Gutachter hat zwar leichte depressive Verstimmungen
festgestellt, diese jedoch im Rahmen der Schmerzstörung, d.h. nicht als eigenständige
Erkrankung, angesehen. Dass die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden erheblich
verdeutlicht, leuchtet angesichts der vom psychiatrischen Gutachter angegebenen
Diskrepanzen auf: Dieser hat die geklagten Konzentrations- und
Orientierungsstörungen in keiner Art und Weise nachvollziehen können. Auch die
Aussagen, dass die Schwiegermutter praktisch den ganzen Haushalt erledige, effektiv
aber während den Sommermonaten im Heimatland weilt, sind widersprüchlich. Die
Beschwerdeführerin hat im Zeitraum April 2011 bis 6. Januar 2014 elf Konsultationen
bei Dr. G._ wahrgenommen; durchschnittlich haben also lediglich drei Konsultationen
pro Jahr stattgefunden. Eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung mit einem
wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit geht mit einem grossen Leidensdruck
einher, weshalb sich die Betroffenen regelmässig in engmaschiger psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung befinden. Die abweichende Einschätzung von Dr.
G._ kann vor diesem Hintergrund nicht anders erklärt werden, als dass sie die
ausgeprägte Verdeutlichung der psychischen Beschwerden verkannt hat. Aus diesem
Grund muss ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beweiswert abgesprochen werden.
Die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, dass die Beschwerdeführerin nicht
(mehr) an einer depressiven Episode, sondern lediglich an (die Arbeitsfähigkeit nicht
beeinträchtigenden) depressiven Verstimmungen leidet, überzeugt auch angesichts
des psychiatrischen Befundes: Zwar hat er eine herabgesetzte Stimmung festgestellt.
Der Antrieb ist jedoch nicht herabgesetzt und die Psychomotorik ist lebhaft gewesen,
von Suizidgedanken und Suizidimpulsen hat sich die Beschwerdeführerin explizit
distanziert, sie hat keine Zeichen einer Konzentrationsschwäche gezeigt, die
Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen sind intakt gewesen und das Denken ist
nicht eingeengt gewesen (gesamter Befund siehe IV-act. 113-9). Demnach ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht an einer die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden depressiven Symptomatik gelitten hat.
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4.3.2 Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B.
IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt auch bei Rentenüberprüfungen
gemäss lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision zur Anwendung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015 E. 5). Nach dem alten
„Verfahrensstandard“ eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per
se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob
die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
281 E. 8). Während die Beschwerdegegnerin der Meinung ist, dass weiterhin auf das
ABI-Gutachten abgestellt werden könne, vertritt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin die Auffassung, dass das Gutachten die Anforderungen an eine
ergebnisoffene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht erfülle. Nachfolgend ist somit zu
prüfen, ob das psychiatrische Teilgutachten mit Bezug auf die Diagnose einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine
schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der neuen
Rechtsprechung erlaubt.
4.3.3 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher sie die Folge
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens, d.h. die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung, überwinden könnte,
aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung anhand eines
Kataloges von Indikatoren des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen.
Die Handhabung des Katalogs muss stets den Umständen des Einzelfalls gerecht
werden; es handelt sich nicht um eine "abhakbare Checkliste". Die im Regelfall
beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
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- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende
psychische Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Begutachtung über starke Schmerzen am
ganzen Körper geklagt, die ihr die Ausübung einer Erwerbstätigkeit voll und die
Erledigung des Haushalts weitgehend verunmöglichten. Der psychiatrische Gutachter
hat erklärt (IV-act. 113-11), dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien,
hänge wesentlich damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz
allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den
Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen. Das Vorliegen einer ausgeprägten
psychiatrischen Komorbidität und/oder einer chronischen körperlichen
Begleiterkrankung hat er verneint, was aufgrund der gestellten Diagnosen bzw. der
geringen pathologischen Befunde einleuchtet (psychiatrisch Status nach mittelgradiger
depressiver Episode und somatisch leichte Fehlhaltung der Wirbelsäule, myofasciales
Nacken-/Schultergürtelsyndrom, Senkfüsse, Tendenz zu leichter allgemeiner
Hyperlaxität und erhebliche Dekonditionierung im Rahmen eines Schonverhaltens). Der
psychiatrische Gutachter hat keinen ausgeprägten sozialen Rückzug feststellen
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können. Die Beschwerdeführerin hat eine sehr gute Beziehung zu ihren Eltern und ihren
Geschwistern; es besteht ein regelmässiger Kontakt und die Beschwerdeführerin
besucht die Familienangehörigen regelmässig (IV-act. 113-7). Auch die Beziehung zum
Ehemann ist gut (IV-act. 113-8). Die Schwiegermutter unterstützt die
Beschwerdeführerin im Haushalt. Sonntags besteht Kontakt mit den
Familienangehörigen des Ehemannes (IV-act. 113-8). Weiter ist die Beschwerdeführerin
in der Lage, mit dem Bus nach B._ in die Ferien zu fahren (IV-act. 113-9 und 113-11).
Entgegen der Ansicht der behandelnden Ärztinnen und des Rechtsvertreters kann
angesichts der guten familiären Einbettung nicht von einem vollen sozialen Rückzug
gesprochen werden. Der psychiatrische Gutachter hat sodann darauf hingewiesen,
dass sich keine schweren lebensgeschichtlichen Belastungen gefunden hätten. Auch
Hinweise auf unbewusste Konflikte hätten gefehlt. Wie die somatischen Beschwerden
verdeutliche die Beschwerdeführerin auch die psychischen Beschwerden derart, dass
sie vor sich und der Umgebung die Rechtfertigung dafür habe, nicht arbeiten zu
müssen. Die Beschwerdeführerin ziehe aus ihren Beschwerden einen hohen
sekundären Krankheitsgewinn. Der psychiatrische Gutachter ist zum Schluss
gekommen, dass die geklagten Schmerzen weder durch eine somatische noch durch
eine psychiatrische Störung hinreichend erklärbar seien. Insbesondere unter
Berücksichtigung einer fehlenden erheblichen psychiatrischen oder physischen
Komorbidität, des hohen sekundären Krankheitsgewinns und der festgestellten
Diskrepanzen bzw. erheblichen Inkonsistenzen überzeugt die Einschätzung des
psychiatrischen Gutachters, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, trotz der
subjektiv empfundenen Schmerzen in einer körperlich angepassten Tätigkeit einer
vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerdeführerin ist folglich aus
psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in ihrer
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Da das ABI-Gutachten eine schlüssige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit anhand der neuen Standardindikatoren erlaubt hat, ist keine erneute
psychiatrische Begutachtung notwendig.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in einer
körperlich adaptierten Tätigkeit spätestens seit dem Begutachtungszeitpunkt (Juni
2014) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig ist.
5.
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5.1 Somit bleibt noch der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Wie in Erw. 3.1 dargelegt, ist
die Beschwerdeführerin als zu 50 % erwerbstätig und als zu 50 % im Haushalt tätig
einzustufen. Die Beschwerdeführerin hat vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2002
ein unterdurchschnittliches Hilfsarbeiterinneneinkommen erzielt; ihr
Erwerbseinkommen hat sich im Jahr 2001 auf Fr. 36'280.-- belaufen, während eine
Hilfsarbeiterin im selben Jahr, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 46'911.-- verdient hat (Anhang 2 der IVG-Ausgabe
der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Das im Jahr 2001 erzielte
Erwerbseinkommen kann jedoch ohnehin nichts darüber aussagen, was die
Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt, d.h. 13 Jahre später, verdienen würde,
wenn sie nie invalid geworden wäre. Das Validen- und das Invalideneinkommen sind
daher anhand des Tabellenlohnes zu bemessen, weshalb ein sog. Prozentvergleich
vorgenommen werden kann. Da die Beschwerdeführerin in einer körperlich adaptierten
Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, erleidet sie durch die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen keine Erwerbseinbusse. Der IV-Grad im Erwerb beträgt folglich 0
%. Die Beschwerdeführerin benötigt bei der Erledigung des Haushaltes eventuell etwas
vermehrte Pausen; zudem beinhaltet die Haushaltstätigkeit möglicherweise auch nicht
optimal adaptierte Tätigkeiten. Die prozentuale Einschränkung wird aber so tief sein,
dass der Gesamt-Invaliditätsgrad auf jeden Fall unter 40 % liegt. Der genaue IV-Grad
im Haushalt kann daher offen bleiben. Die Beschwerdeführerin hat bei einem IV-Grad
unter 40 % daher keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
5.2 Folglich hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht
für die Zukunft, d.h. mit Wirkung per 1. Januar 2015, aufgehoben. Demnach ist die
Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr
in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/22
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St.Galler Gerichte
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung der
Gerichtsgebühr zu befreien.
6.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. In einem durchschnittlichen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht
praxisgemäss eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- zu. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über den Betrag von Fr.
4'657.40 eingereicht (Stundenlohn à Fr. 250.--, d.h. ohne Abzug von 20 % für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung). Er hat erklärt, dass die nachträglichen Eingaben
zu einem überdurchschnittlichen Aufwand geführt hätten. Das Aktendossier ist im
vorliegenden Fall vergleichsweise dünn gewesen, der entsprechende Arbeitsaufwand
also unterdurchschnittlich. Da der Rechtsvertreter jedoch wegen der
Rechtsprechungsänderung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und
vergleichbarer Leiden neben der Beschwerdeschrift und der Replik eine weitere
Eingabe getätigt hat, erschiene ein durchschnittliches pauschales Honorar von Fr.
3'500.-- im vorliegenden Fall dennoch als angemessen. Die vom Rechtsvertreter
geltend gemachten Kosten von Fr. 4'657.40 erweisen sich somit als deutlich übersetzt.
Das Honorar von Fr. 3'500.-- ist zur Ermittlung des Vergütungsansatzes bei
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit
Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
6.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).