Decision ID: 5aaa546a-7f80-520b-b490-903b2c8792e4
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin, eine Eritreerin triginischer Ethnie, gelangte eige-
nen Angaben zufolge am 16. August 2015 in die Schweiz, wo sie am
17. August 2015 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._
um Asyl nachsuchte. Am 27. August 2015 wurde sie zu ihrer Person, zum
Reiseweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung
zur Person [BzP]) und am 1. März 2018 eingehend angehört.
Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte sie im Wesentlichen geltend,
sie stamme aus C._, D._, E._ und habe die achte
Klasse abgeschlossen. Ihre Schwester, welche Nonne sei, habe ihr eines
Tages erzählt, sie sei von einem Unbekannten vergewaltigt worden und
nun schwanger. Dies habe sie der Mutter erzählt, diese habe aber kein
Verständnis gezeigt. Da so etwas in der eritreischen Gesellschaft nicht ak-
zeptiert werde, sei sie mit ihrer Schwester ausgereist, da sie diese habe
unterstützen wollen. Nach der Ausreise nach Äthiopien hätten sich die
Schwestern während elf Monaten im Lager Hintsats aufgehalten, danach
seien sie über den Sudan und Libyen nach Italien und von dort in die
Schweiz gereist. Bei einer Rückkehr nach Eritrea fürchte sie, in den Natio-
naldienst eintreten zu müssen.
B.
Da die Beschwerdeführerin geltend machte, minderjährig zu sein, liess die
Vorinstanz am 8. September 2015 eine Handknochenanalyse durchführen,
welche für die Beschwerdeführerin ein Knochenalter gemäss Greulich und
Pyle von 18 Jahren ergab. Zu diesem Ergebnis wurde ihr am 18. Septem-
ber 2015 das rechtliche Gehör gewährt, wobei sie auch auf widersprüchli-
che Angaben ihrerseits sowie ihrer Schwester diesbezüglich hingewiesen
wurde. Da sie ferner keine Identitätsdokumente eingereicht hatte, wurde
ihr Geburtsdatum vom SEM auf den (...) datiert und die Beschwerdeführe-
rin wurde im Asylverfahren als Volljährige behandelt.
C.
Mit Verfügung vom 8. März 2018 – eröffnet am 10. März 2018 – stellte das
SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Vollzug an.
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D.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 9. April 2018 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung
der vorinstanzlichen Verfügung, die Gutheissung des Asylgesuchs, even-
tualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme, subeventualiter die Rück-
weisung des Verfahrens an die Vorinstanz sowie in prozessualer Hinsicht
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung, unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvor-
schusses. Als Beweismittel reichte sie Kopien einer Taufurkunde vom
30. Mai 1999, einmal mit und einmal ohne deutsche Übersetzung, sowie
eine Anfrage betreffend Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 9. Ap-
ril 2018 zu den Akten.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 11. April 2018 wurde der legale Aufenthalt der
Beschwerdeführerin während des Verfahrens festgestellt. Gleichzeitig wur-
den die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung gutgeheissen und Herr MLaw Ruedy Bollack,
HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Solothurn, als amtlicher
Rechtsbeistand eingesetzt. Ebenfalls am 11. April 2018 ging die Fürsorge-
bestätigung beim Bundesverwaltungsgericht ein.
F.
Am 14. Dezember 2018 wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, innert
Frist einen aussagekräftigen Arztbericht und allfällige weitere Beweismittel
einzureichen.
G.
Mit Eingabe vom 31. Januar 2019 reichte die Beschwerdeführerin ein ärzt-
liches Zeugnis vom 24. Januar 2019 der Ärztegemeinschaft (...) zu den
Akten.
H.
Mit Vernehmlassung vom 11. Februar 2019 hielt das SEM an seiner Verfü-
gung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Am 2. April 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine Replik ein.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken(...) (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Zur Begründung ihres Entscheides führte die Vorinstanz im Wesentli-
chen aus, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen ihres Asylverfahrens
weder eine erlebte Verfolgung noch die Angst vor einer zukünftigen Verfol-
gung geltend gemacht, sondern angegeben, sie sei ausgereist um ihrer
Schwester beizustehen. Dies sei nicht asylrelevant. Als einziger Grund der
gegen eine Rückkehr nach Eritrea spreche habe sie angegeben, dort nach
Schulabschluss in den Nationaldienst eintreten zu müssen und deswegen
keine Zukunft zu haben. Auch dies genüge nicht, um einen asylrechtlich
erheblichen Sachverhalt zu begründen. Sodann stelle gemäss aktueller
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts auch die illegale Aus-
reise keinen ernsthaften Nachteil gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG dar.
4.2 Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, eine
schwerwiegende geschlechtsspezifische Diskriminierung oder Gewalt
durch Dritte sei dann asylrechtlich relevant, wenn diese Massnahmen mit
ausdrücklicher oder stillschweigender Duldung des Staates Bestandteil ei-
nes gesellschaftlichen, zumeist jahrhundertalten Verständnisses über die
Rollenzuteilung der Frau darstellen. Nicht relevant sei eine geschlechts-
spezifische Verfolgung, wenn die betroffenen Frauen genügend Schutz in
ihrem Heimatland finden können. Im Bericht der Untersuchungskommis-
sion zu den Menschenrechten in Eritrea des UNO-Menschenrechtsrates
vom 4. Juni 2015 sei festgestellt worden, dass Diskriminierung und sexu-
elle Gewalt gegen Frauen in der eritreischen Gesellschaft omnipräsent
seien. Frauen seien nicht nur im Militärdienst einem extremen Risiko be-
treffend sexuelle Gewalt ausgesetzt, sondern allgemein in der Gesell-
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schaft. Im Bericht der Untersuchungskommission zu den Menschenrech-
ten in Eritrea des UNO-Menschenrechtsrats vom 8. Juni 2016 sei zudem
anerkannt worden, dass die eritreischen Behörden das Ausmass von Ge-
walt an Frauen verleugnen würden, was dazu führe, dass die eritreischen
Frauen darüber schweigen und der Gang zur Justiz verhindert werde. Der
eritreische Staat missachte seine Pflichten, die Bevölkerung vor sexueller
Gewalt zu schützen sowie sexuelle Gewalt zu verhindern, zu bestrafen und
beseitigen. Die Beschwerdeführerin habe ihrer schwangeren Schwester
beigestanden und sei mit dieser ausgereist. Dadurch sei sie ebenfalls Ver-
folgungsmassnahmen, sozialer Ächtung und schwerwiegender geschlech-
terspezifischer Diskriminierung ausgesetzt. Da in Eritrea bei sexueller Ge-
walt und geschlechterspezifischer Diskriminierung kein staatlicher Schutz
bestehe und keine innerstaatliche Fluchtalternative vorliege, sei die Be-
schwerdeführerin in Eritrea ernsthaften Nachteilen ausgesetzt, weshalb ihr
Asyl zu gewähren sei. Ferner sei sie illegal ausgereist. Durch die Unter-
stützung ihrer Schwester sei sie als missliebige Person aufgefallen, wes-
halb sie die Flüchtlingseigenschaft aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe
erfülle. Betreffend Alter wurde festgehalten, sie habe zwei Schulzeugnisse
eingereicht und reiche mit der Beschwerde ihre Taufurkunde ein. Damit
habe sie belegt, dass sie (...) geboren sei.
4.3 In ihrer Eingabe vom 31. Januar 2019 legte die Beschwerdeführerin
dar, die bakterielle Infektion im Magen habe eradiziert werden können, sie
habe aber weiterhin Magenprobleme und befinde sich in psychisch
schlechter Verfassung. Seitdem sie das integrative Arbeitsprogramm besu-
chen könne, gehe es ihr besser, sie leide aber weiterhin an Schlafstörun-
gen. Sie habe zwei Termine bei den psychiatrischen Diensten wahrgenom-
men, den dritten aufgrund ihrer Erkrankung (Mageninfektion) jedoch ver-
passt. Sie wolle allerdings keine weiteren Termine bei den psychiatrischen
Diensten wahrnehmen, da sie nicht über ihre schwierige Vergangenheit
sprechen wolle. Ferner wurde in der Eingabe ausgeführt, im Fall einer
Rückschaffung nach Eritrea wäre sie einem hohen Risiko ausgesetzt, im
Rahmen des Nationaldienstes Opfer von sexueller Gewalt zu werden, was
die Bestimmungen des Übereinkommens vom 18. Dezember 1979 zur Be-
seitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (SR 0.108, nachfolgend:
CEDAW) verletze. Der Ausschuss gegen Frauendiskriminierung habe be-
treffend den vierten und fünften periodischen Bericht Eritreas die äusserst
besorgniserregende Tatsache unterstrichen, dass eritreische Frauen im
Rahmen des Nationaldienstes oft Opfer sexueller Gewalt werden, insbe-
sondere von Vergewaltigung durch Offiziere und männliche Rekruten. Da-
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bei werden die mutmasslichen Täter nur selten verfolgt. Der Wegweisungs-
vollzug der Beschwerdeführerin verletze vor diesem Hintergrund Art. 2d
CEDAW. Dem gleichzeitig eingereichten Arztbericht ist zu entnehmen,
dass bei der Beschwerdeführerin eine Posttraumatische Belastungsstö-
rung (PTBS) sowie eine mittelgradige depressive Episode mit somati-
schem Symptom diagnostiziert wurde.
4.4 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die
Beschwerdeführerin habe in ihrer Anhörung nicht ansatzweise Befürchtun-
gen betreffend geschlechtsspezifischer Diskriminierung aufgrund ihrer Un-
terstützung der Schwester gehegt, weshalb der Vorwurf, das SEM habe die
Situation diesbezüglich verkannt, haltlos sei. Dem eingereichten Arztbe-
richt seien sodann keine Hinweise auf eine medizinische Notlage zu ent-
nehmen. Im Weiteren werde auf die Verfügung verwiesen, an welcher voll-
umfänglich festgehalten werde.
4.5 Dem wurde in der Replik entgegengehalten, die Hilfe und Unterstüt-
zung für ihre Schwester führe in Eritrea automatisch zu einer Zurückwei-
sung durch die Gesellschaft, auch wenn die Beschwerdeführerin dies nicht
explizit geäussert habe. Die Vorinstanz hätte diesen Umstand aufgrund
des Untersuchungsgrundsatzes erkennen und an der Anhörung zumindest
ansprechen müssen. Des Weiteren habe das SEM die Schwester am
19. Oktober 2018 vorläufig aufgenommen. Es wäre stossend, die Be-
schwerdeführerin trotz der gemeinsamen Flucht aus der Schweiz wegzu-
weisen. Ferner sei der Wegweisungsvollzug aufgrund ihrer gesundheitli-
chen Situation unzumutbar und das Vorliegen begünstigender individueller
Umstände für eine Rückkehr nach Eritrea sei vorliegend zu verneinen.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt übereinstimmend mit der Vo-
rinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht
asylrelevant sind. Diese reiste zusammen mit ihrer Schwester aus um sie
zu unterstützen. Als einzigen Asylgrund gibt sie eine möglicherweise dro-
hende Rekrutierung in den Nationaldienst an. Sie macht keine Desertion
oder Einberufung in den Nationaldienst und auch keine sonstigen Kontakte
mit den Behörden geltend.
5.2 Zur illegalen Ausreise der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass,
wie bereits von der Vorinstanz ausgeführt, gemäss aktueller Praxis in Re-
ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-7898/2015 vom 30. Januar
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2017 (vgl. E. 4.6 ff., 5.1 f.) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-
von auszugehen ist, dass einer Person einzig aufgrund ihrer illegalen Aus-
reise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung droht. Nicht asylrelevant ist
auch die Möglichkeit, dass jemand nach der Rückkehr in den National-
dienst eingezogen wird; ob eine drohende Einziehung in den National-
dienst unter dem Blickwinkel von Art. 3 und Art. 4 EMRK relevant ist, betrifft
die Fragen der Zulässigkeit beziehungsweise der Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs. Für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft im erit-
reischen Kontext bedarf es neben der illegalen Ausreise zusätzlicher An-
knüpfungspunkte, welche zu einer Schärfung des Profils und dadurch zu
einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen können.
5.3 Die Beschwerdeführerin weist neben der illegalen Ausreise keine rele-
vanten zusätzlichen Anknüpfungspunkte für eine Schärfung ihres Profils
auf. Die von ihr geltend gemachten Gründe im Zusammenhang mit ihrer
Schwester sind wie bereits erwähnt nicht asylrelevant. Die Furcht vor einer
zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung wegen illegaler Aus-
reise erweist sich daher als unbegründet. Allein die Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin bei einer Rückkehr in den Nationaldienst einberufen wer-
den könnte, ist entgegen den Ausführungen in der Beschwerde gemäss
der aktuellen Rechtsprechung nicht asylrelevant. Andere Anknüpfungs-
punkte, welche sie in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige
Person erscheinen lassen könnten, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Aus die-
sen Gründen ist der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten illegalen
Ausreise aus seinem Heimatstaat praxisgemäss keine flüchtlingsrechtliche
Relevanz beizumessen.
5.4 Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin somit nicht gelun-
gen, asylrelevante Fluchtgründe nachzuweisen oder glaubhaft zu machen.
Die Vorinstanz hat folglich zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint
und ihr Asylgesuch abgelehnt.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
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6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2
7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der
Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
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AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-
fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in
den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-
sig.
7.2.3 Die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei anstehen-
der Einziehung in den eritreischen Nationaldienst ist vom Bundesverwal-
tungsgericht in einem Grundsatzurteil geklärt worden (vgl. Urteil des BVGer
E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 [BVGE-Publikation vorgesehen], E. 6.1).
Im genannten Urteil hielt das Gericht zunächst fest, dass es sich beim erit-
reischen Nationaldienst nicht um Sklaverei oder Leibeigenschaft im Sinne
von Art. 4 Abs. 1 EMRK handle (a. a. O. E. 6.1.4). Ferner prüfte das Gericht
ausführlich die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs sowohl unter dem
Gesichtspunkt des Zwangsarbeitsverbots (Art. 4 Abs. 2 EMRK; vgl. dazu
nachfolgend, E. 5.1.4.2) als auch unter jenem des Verbots der Folter und
der unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK; vgl.
dazu nachfolgend, E. 5.1.4.3).
7.2.3.1 Nach einer umfassenden Analyse der verfügbaren Quellen ge-
langte das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil in tatsächlicher
Hinsicht zum Ergebnis, dass die Bemessung der Dienstdauer und die Ge-
währung von Urlauben im eritreischen Nationaldienst für die Einzelperson
kaum vorhersehbar seien. Die durchschnittliche Dienstdauer lasse sich
nicht genau beziffern, auszugehen sei jedoch davon, dass sie zwischen
fünf und zehn Jahre betrage und in Einzelfällen darüber hinausgehen
könne. Die Lebensbedingungen gestalteten sich sowohl in der Grundaus-
bildung als auch im militärischen und im zivilen Nationaldienst schwierig;
im zivilen Nationaldienst insbesondere deshalb, weil Verpflegung und Un-
terkunft nicht immer zur Verfügung gestellt würden und der Nationaldienst-
sold – trotz einzelner Verbesserungen in jüngster Zeit – kaum ausreiche,
um den Lebensunterhalt zu decken. Darüberhinausgehend stellte das Bun-
desverwaltungsgericht fest, dass es im eritreischen Nationaldienst – insbe-
sondere in der Grundausbildung und im militärischen Nationaldienst – zu
Misshandlungen und sexuellen Übergriffen komme (a. a. O., E. 6.1.5.2).
7.2.3.2 In rechtlicher Hinsicht führte das Bundesverwaltungsgericht aus,
Art. 4 Abs. 2 EMRK stehe dem Wegweisungsvollzug nur dann entgegen,
wenn das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung des Zwangsarbeits-
verbots anzunehmen wäre. Der im eritreischen Nationaldienst effektiv zu
befürchtende Nachteil, auf unabsehbare Zeit eine niedrig entlöhnte Arbeit
für den Staat ausführen zu müssen, sei zwar als unverhältnismässige Last
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zu qualifizieren. Der Nachteil beraube jedoch Art. 4 Abs. 2 EMRK nicht sei-
nes essenziellen Gehalts; insofern sei keine flagrante Verletzung anzuneh-
men. Nicht erstellt sei zudem, dass die kolportierten Misshandlungen und
sexuellen Übergriffe systematisch stattfänden und dass jede National-
dienstleistende und jeder Nationaldienstleistende dem ernsthaften Risiko
ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu erleiden (vgl. a. a. O.
E. 6.1.5.2). Dabei ist auch zu beachten, dass sich die Behandlung bei
Dienstpflicht im zivilen Bereich in vielen Fällen kaum von derjenigen bei
ordentlicher Arbeitstätigkeit unterscheidet. Auch beziehen sich die Berichte
über Misshandlungen fast ausschliesslich auf den militärischen Bereich
und stehen oft im Zusammenhang mit Desertion. Insgesamt ist eine Ver-
letzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK durch den Wegweisungsvollzug zu vernei-
nen.
7.2.3.3 Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-
rechte (EGMR) müsste die Beschwerdeführerin mit Blick auf Art. 3 EMRK
das ernsthafte Risiko ("real risk") nachweisen, dass ihr im Fall einer Rück-
schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl.
EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar
2008, Nr. 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Im Grundsatzurteil E-5022/2017
führte das Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich aus, dass keine hinrei-
chenden Belege dafür existieren, dass Misshandlungen und sexuelle Über-
griffe im Nationaldienst systematisch stattfänden und jede Dienstleistende
und jeder Dienstleistende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst
solche Übergriffe zu erleiden. Misshandlungen kommen offenbar insbeson-
dere im Zusammenhang mit Desertion vor. Auch von einem „real risk“ einer
Haftstrafe allein aufgrund der Ausreise vor bestehendem Nationaldienst
ging das Bundesverwaltungsgericht nicht aus. Es besteht daher kein ernst-
haftes Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK bei bevorstehendem Nati-
onaldienst (vgl. a. a. O. E. 6.1.6 - 6.1.8).
7.2.4 Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 2 Bst. d
CEDAW rügt, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss dem Wortlaut von Art. 2
Bst. d CEDAW verpflichten sich die Vertragsstaaten kraft der Konvention
«eine Politik zur Beseitigung der Diskriminierungen der Frau zu verfolgen
und [...] zu diesem Zweck Handlungen oder Praktiken zu unterlassen, wel-
che die Frau diskriminieren, und dafür zu sorgen, dass alle staatlichen Be-
hörden und öffentlichen Einrichtungen im Einklang mit dieser Verpflichtung
handeln». Die Bestimmung richtet sich in erster Linie an jene Institutionen,
die auf politischer und gesellschaftlicher Ebene operieren (vgl. Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts B-2184/2017 vom 7. Februar 2018 E. 7 sowie
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Seite 12
SCHLÄPPI, ERIKA, in: SCHLÄPPI/ULRICH/WYTTENBACH [Hrsg.], CEDAW-
Kommentar, Bern 2015, N 7ff. zu Art. 2 Ingress, lit. a, b, c, d S. 248 ff.).
Nichtsdestotrotz sind die Bestimmungen der CEDAW bei der Auslegung
anderer Anspruchsnormen zu berücksichtigen. In casu lassen sich indes-
sen im Zusammenhang mit dem eritreischen Militärdienst daraus keine
über Art. 3 EMRK hinausgehenden Rechte ableiten.
7.2.5 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsge-
richt die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges im jüngsten Entscheid –
aufgrund des fehlenden Rückübernahmeabkommens zwischen der
Schweiz und Eritrea – lediglich für freiwillig Rückkehrende beurteilte, und
die Zulässigkeit zwangsweiser Rückführungen ausdrücklich offenliess (vgl.
Urteil E-5022/2017 E. 6.1.7).
7.2.6 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei-
sungsvollzugs ergeben sich weder aus den Akten noch aus der Beschwer-
deschrift. Der Wegweisungsvollzug ist folglich als zulässig zu betrachten.
7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.1 Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2311/2016 vom 17. Au-
gust 2017 (als Referenzurteil publiziert) hielt das Bundesverwaltungsge-
richt nach eingehender Analyse der Ländersituation (vgl. Urteil
D-2311/2016, E. 15 und 16) fest, angesichts der dokumentierten Verbes-
serungen in der Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, im Bildungswe-
sen sowie im Gesundheitssystem Eritreas könne die bisherige Praxis, dass
eine Rückkehr nur bei begünstigenden individuellen Umständen zumutbar
sei (vgl. EMARK 2005 Nr. 12), nicht mehr aufrechterhalten werden
(a. a. O. E. 17.2). Das Gericht stufte den Wegweisungsvollzug nach Eritrea
als grundsätzlich zumutbar ein.
7.3.2 Im bereits erwähnten Urteil E-5022/2017 befand das Gericht nun-
mehr, dass auch Personen, welche im Falle einer Rückkehr nach Eritrea in
den Nationaldienst eingezogen würden, aufgrund der allgemeinen Verhält-
nisse im Nationaldienst nicht in eine existenzielle Notlage zu geraten dro-
D-2070/2018
Seite 13
hen (a. a. O. E. 6.2.3). Zudem bestehe mangels flächendeckender Miss-
handlungen und sexueller Übergriffe kein Grund zur Annahme, sie würden
überwiegend wahrscheinlich von solchen Übergriffen betroffen (a. a. O.
E. 6.2.4). Demnach sei auch nicht davon auszugehen, dass National-
dienstleistende bei Rückkehr generell im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG kon-
kret gefährdet seien. Die drohende Einziehung in den eritreischen Natio-
naldienst führt mithin nicht zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs.
7.3.3 Angesichts der im Urteil D-2311/2016 festgehaltenen schwierigen all-
gemeinen – und insbesondere wirtschaftlichen – Lage in Eritrea muss bei
Vorliegen besonderer Umstände aber nach wie vor von einer Existenz-
bedrohung ausgegangen werden. Die Frage der Zumutbarkeit bleibt im
Einzelfall zu prüfen (a. a. O. E. 17.2).
7.3.4 Die Vorinstanz führte betreffend Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs aus, die Beschwerdeführerin sei jung, gesund und voll und ganz ar-
beitsfähig. Sie habe die Schule neun Jahre lang besucht. Ihr Vater sei Sol-
dat in F._, ihre Mutter und ihre jüngste Schwester würden nach wie
vor in ihrem Heimatdorf von der Landwirtschaft leben. Ihre Schwester,
G._ (N [...]), habe ferner erklärt, ihre Familie sei in der Lage gewe-
sen, Ernteüberschüsse und auch Nutztiere zu verkaufen. Im Übrigen wür-
den zahlreiche Onkel und Tanten der Beschwerdeführerin in der
E._leben. Ferner habe sie einen Onkel in Israel, einen Bruder in
Deutschland sowie einen Bruder und zwei Schwestern in der Schweiz. Es
könne erfahrungsgemäss davon ausgegangen werden, dass ihre Eltern re-
gelmässige monetäre Hilfeleistung durch ihre Kinder im Ausland erhalten
würden. Damit verfüge die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat über ein
tragfähiges soziales Beziehungsnetz und könne im Bedarfsfall mit der Un-
terstützung ihrer Verwandtschaft in- und ausserhalb Eritreas rechnen. Aus
den Akten würden sich demnach keine individuellen Gründe ergeben, wel-
che ihren Wegweisungsvollzug nach Eritrea als unzumutbar erscheinen
liessen.
7.3.5 Die Beschwerdeführerin hielt dem entgegen, ihre Familie lebe von
der Landwirtschaft, sei aber immer nur knapp über die Runden gekommen.
Die meisten ihrer Onkel seien im Militärdienst und könnten sie somit nicht
unterstützen. Für die Aussage der Vorinstanz, die im Ausland lebenden
Verwandten könnten sie unterstützen, seien keinerlei Hinweise vorhanden.
Sie habe die Schule abgebrochen und keinen Beruf erlernt. Ihre Wieder-
eingliederung sei ausserdem nahezu unmöglich, da sie zu ihrer Schwester
gestanden habe, welche vergewaltigt worden sei und ein uneheliches Kind
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zur Welt gebracht habe. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass be-
günstigende individuelle Umstände vorliegen würden, um den Wegwei-
sungsvollzug als zumutbar zu bewerten. Sie verfüge in Eritrea über kein
wirtschaftlich tragfähiges Netz und es sei nicht auszuschliessen, dass sie
bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten würde. Sie sei
deshalb vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.
7.3.6 In casu ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass sich im Fall der Be-
schwerdeführerin aus den Akten keine individuellen Gründe ergeben, wel-
che einen Wegweisungsvollzug nach Eritrea als unzumutbar erscheinen
liessen. Die Beschwerdeführerin verfügt über Verwandte in ihrem Heimat-
land. Vor ihrer Ausreise lebte sie bei ihrer Mutter, zu welcher sie wieder
zurückkehren kann. Entsprechend kann die Wohnsituation als gesichert
angesehen werden. Die Familie der Beschwerdeführerin lebt von der Land-
wirtschaft. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass sie bei ihrer
Rückkehr auf ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen
kann. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
7.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-
rung nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen
Rückkehr steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit
des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG entgegen. Es
obliegt daher der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung
des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12),
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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9.
9.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch das mit der
Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege mit Verfügung vom 11. April 2018 gutgeheissen wurde, werden keine
Verfahrenskosten auferlegt.
9.2 Mit Instruktionsverfügung vom 11. April 2018 wurde auch das Gesuch
um Beigabe des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand
(Art. 110a Abs. 1 Bst. A und Abs. 3 AsylG) gutgeheissen. Die Festsetzung
des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8–11 sowie Art. 12
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), wobei für
nichtanwaltliche Rechtsvertretungen praxisgemäss ein Stundenansatz von
Fr. 100.– bis 150.– vorzusehen ist. Der Rechtsvertreter hat am 2. April 2019
eine Kostennote zu den Akten gereicht, in der Höhe von gesamthaft
Fr. 2612.50. Danach erfolgten keine weitere Eingabe durch ihn. In seiner
Kostennote weist der Rechtsvertreter einen Gesamtaufwand von 10.25
Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250.– sowie Auslagen in der
Höhe von Fr. 50.– aus. Der ausgewiesene Stundenansatz erweist sich als
zu hoch und ist auf Fr. 150.– zu kürzen. Das amtliche Honorar für vorlie-
gendes Verfahren bemisst sich damit auf einen Betrag von Fr. 1538.- und
Auslagen von Fr. 50.–, total ausmachend Fr. 1588.-
(Dispositiv nächste Seite)
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