Decision ID: e5306291-0f58-4a1b-8bc9-165384ba2fbb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, war vom
1.
Juli 2008 bis 3
1.
Mai 2012 bei der
Y._
AG als Allrounder tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 2
1.
Dezem
ber 2011 war (
Urk.
6/11)
.
Unter Hinweis auf
eine Depression meldete
er
sich am
9.
August 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, klärte die medizi
ni
sc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten des Krankenversicherers bei (
Urk. 6/2).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/28
;
Urk.
6/33) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2013 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/35
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
0.
November 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
2.
Oktober 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die IV-Stelle sei zu verpflichten
,
ein psychiatrisches Gutachten einzuholen
, eventuell sei
ihm eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1 S.
2).
Mit
Be
schwer
deergänzung
vom 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
8) reichte der Beschwerd
eführer einen Arztbericht nach und
erklärte den Eventualantrag zum Hauptantrag
sowie
den Hauptantrag zum Eventualantrag.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
und 2
3.
Januar 2014
(
Urk.
5
, Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer am
2
7.
Januar 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Mit Replik vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
15) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
.
Mit
Ge
richtsverfügung
vom
6.
Mai 2014
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
5 S.
3
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und de
r
Be
schwerde
gegnerin
gleichzeitig
die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
21
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschrän
kung
en
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
ne
n (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen
Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Re
gel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345,
Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE
130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011
E. 4.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt
auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass beim Beschwerdeführer kein
invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege und eine volle Arbeitsfähig
keit für
die bisherige Tätigkeit bestehe, und verneinte einen Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
degegnerin
angenommene volle Arbeitsfähigkeit und
machte geltend,
auf die Be
urteilung des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
könne nicht abgestellt wer
den, da er keine eigene Untersuchung durchgeführt habe
und die Stellung
nah
me
nicht durch einen Facharzt abgegeben worden sei
(S.
8 f.)
.
Trotz ur
sprünglich günstiger Prognose sei gestützt auf die Persistenz der konstatierten Befunde und
Einschätzungen trotz adäquater Behandlung weiterhin von einer Arbeitsun
fähig
keit auszugehen.
D
ie IV-Stelle habe den medizinischen Sachver
halt und de
sse
n
er
werbliche Auswirkungen nicht genügend abgeklärt
und habe auch nach Ein
gan
g einer Verschlechterungsmeldung keine weiteren Abklärun
gen getroffen (S.
9 f.)
. Die Sache sei daher zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 11)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerde
führer
s
verhält
und
ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen
invalidi
sierenden Gesundheitsschaden
verneint hat
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unter
suchte den Beschwerdeführer am 1
5.
Mai 2012 im Auftrag des
Krankenversi
che
rers
. Mit Bericht vom 2
1.
Mai 2012 (
Urk.
6/2/8-13 =
Urk.
6/19/8-13) diag
nos
tizierte er eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion (ICD-10 F
43.21) und attestierte dem Beschwerdeführer
4 Wochen nach
Untersu
chungs
da
tum
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit (S.
12). Die aktu
elle psychische Gesundheitsstörung stehe im Zusammenhang mit dem uner
warteten Verlust der Arbeitsstelle, verbunden mit den Sorgen bezüglich der wei
te
ren Zukunft (S. 13).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 1
7.
Juli 2012 (
Urk.
6/2/6-7 =
Urk.
6/2/32-33 =
Urk.
6/19/
6-7 =
Urk.
6/19/31-32) als Diagnose eine mittelgradi
ge depressive Episode (ICD-10
F
32.1) und führte dazu aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 2
1.
Februar 2012
im bisherigen Beruf zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Bei wenigstens
einer
Teil
remission
werde der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig
und
e
ine vor
aussichtliche Arbeitsaufnahme aufgrund des Krankheitsverlaufs nicht vor Ende Septem
ber 2012 möglich sein.
3.3
Am
6.
November 2012 berichtete
Dr.
A._
(
Urk.
6/16) und nannte
als
Diagnose
erneut eine
mittelgradige depressive Episode (
Ziff.
1.1). Erst nach einem drei
vier
te
l Jahr sei es zu einer diskreten Besserung des agitiert-ängstlichen de
pressiven Syndroms gekommen (
Ziff.
1.4). Obwohl bisher keine Remission
habe
er
reicht werden k
ö
nne
n
, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich um eine erste depressive Episode handle, sei von einer eher günstigen Prognose auszu
gehen. Weiter führte
Dr.
A._
aus, dass die ge
genwärtige Behandlung in Form einer Psychopharmakotherapie erfolge, weitere Therapien w
ü
rden keine emp
foh
len (
Ziff.
1.5).
Der Beschwerdeführer sei nach wie vor zu 100
%
arbeitsun
fähig (
Ziff.
1.6). Die Einschränkungen
liessen
sich durch
Psychoph
armako
the
rapie
vermindern
, wobei bei einer Teilremission eine 50%ige und bei einer
Voll
remission
nach schritt
weiser Steigerung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreich
bar sei
(
Ziff.
1.8). Frü
hestens ab
1.
Januar 2013 könne mit einer Wiederauf
nah
me der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9)
.
Zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit w
u
rden keine An
gaben gemacht.
3.4
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom 1
3.
März 2013 (
Urk.
6/20)
als
Diagnose
erneut eine
mittelgradige depressive Episode (
Ziff.
1.1). Ergänzend führte er aus, dass die Prognose unsicher und eine definitive Aussage zum jetzigen Zeitpunkt
nicht möglich sei (
Ziff.
1.4).
Zur weiteren Verminderung der Ein
schränkungen
empfehle er
eine stati
onäre psychiatrische Behandlung (
Ziff.
1.8).
Dr.
A._
ging nach wie vor davon aus, dass mit einer Wiederaufnahme der be
ruflichen Tätig
keit gerechnet werden könne, nur bezüglich des Zeitpunkts
machte er keine kon
kreten Angaben
(
Ziff.
1.9).
3.5
Am 1
0.
April 2013 berichtete
Dr.
A._
(
Urk.
6/22) von einer geplanten
stationä
ren psychiatrischen
Behandlung (
Ziff.
1.4) und fügte hierzu an, dass der Be
schwerdeführer eventuell nach der psychiatrischen
Hospitalisation
eine 50%ige Tätigkeit aufnehmen könne (
Ziff.
1.9).
3.6
Am 2
9.
Mai 2013 berichteten die Ärzte des
B._
(
Urk.
6/25/7-12), wo der Beschwerdeführer vom
1.
bis 2
4.
Mai 2013
in stationärer Behandlung war und nannten als Diagnose eine mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
.
Im Aufnahmegespräch
habe
der Be
schwer
deführer
berichtet
, dass es ihm gut gehe. Er habe etwas Druck im Kopf, sonst sei aber alles in Ordnung (S. 7). Er
habe
sich deprimiert
präsentiert
, ängst
lich (
Zu
kunftssorgen
, Angst vor
dem
Sozialamt) und über permanenten star
ken Druck im Kopf
berichtet
(S. 8). Weiter berichteten die Ärzte, dass der Beschwer
de
führer mit der Aufenthaltsdauer hadere, da es ihm als freihe
itsliebendem
Mensch schwer
gefallen sei
, sich auf eine Behandlung einzulassen.
Als sub
jektive Ziele habe er „normalen Schlaf zu finden, weniger Druck im Kopf zu haben und im Kontakt argumentieren zu können und nicht wegzulaufen“ genannt. Ein ver
tiefter Einstieg in die Bearbeitung der belastenden Themen sei während der Zeit der Behandlung nicht gelungen. Die Ärzte empfahlen dem Beschwerdeführer eine längere Behandlung zur medikamentösen Einstellung, kognitiven Testung und weiteren vertieften psychotherapeutische
n
Behandlung.
Nach knapp einem Monat Aufenthalt und stabilerem Zustandsbild
habe
der Be
schwerdeführer schliesslich auszutreten
gewünscht
und ambulant mit der Be
hand
lung weiter zu fahren. Die besprochenen Abklärungen
habe
er nicht mehr im Rahmen der stationären Behandlung durchzuführen
gemocht
(S. 8)
.
Schliess
lich attestierten die Ärzte eine Ar
beitsunfähigkeit für die Dauer des stationären Aufenthaltes (S. 9).
3.7
Dr.
A._
reichte zusammen mit dem Austrittsbericht des
B._
einen weiteren Bericht vom 2
6.
Juni 2013 (
Urk.
6/25/1-6) ein.
In Abweichung zu den bisherigen Berichten
ging
Dr.
A._
nun
mehr davon aus, dass sich die Einschränkungen nicht mehr durch medizi
nische Massnahmen vermindern l
ie
ssen (
Ziff.
1.8).
Trotz der Bejahung einer
Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkeit
machte
Dr.
A._
in diesem Zu
sammenhang keine weiteren Ausführungen zu einer möglichen Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.9)
.
Für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nach wie vor vollständig
a
rbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
3.8
Med.
pract
.
C._
, Praktischer Arzt, RAD,
führte am 1
0.
September 2013
(
Urk.
6/26/4) aus,
für die Zeit des stationären Aufenthalts sei eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. D
ie früher wie auch aktuell atte
stierte 100%ige
Arbeitsunfä
higkeit könne aus medizinischer Sicht nachvoll
zogen wer
den, aus
versiche
rungsmedizinischer
Sicht jedoch nicht. Die bisherige und jeden
falls eine adaptierte Tätigkeit, das heisst keine komplexen Arbeiten, zeit
lich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das
Umstel
lungs
- und An
passungsvermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeits
atmos
phäre, wären ab der Feststellung der genannten Diagnosen unter
Weiterführung der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung vol
l
umfänglich mög
lich.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob es sich bei der Erkrankung des Beschwerdeführers um ein dauerhaftes, invalidisierendes Leiden handelt
.
Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu
nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beur
te
i
lung der Zumutbark
eit von Arbeitsleistungen bilden
, es jedoch letztlich der
rechts
anwendenden
Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
4.2
Rechtsprechungsgemäss zählen d
epressive Störungen
nicht zu den unklaren
Be
schwerdebildern
.
Das
Bundesgericht
hielt in Urteil 9C_856/2013 vom
8.
Oktober
2014
in
Erwägung
5.2
fest, dass
die Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ä
tio
logisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
ni
sche
Grundlage nicht zur Anwendung
gelange
, sofern
davon ausgegangen
werde
, dass
ausschliesslich eine rezidivierende depressive Störung
vorliege
oder zu
mindest dieses Leiden gegenüber einer allfälligen Schmerzstörung klar im Vordergrund
stehe
.
D
ie Frage ein
es
invalidisierende
n
Gesundheitsschaden
be
urteil
e
sich dann
vielmehr
mit Blick auf die depressive Störung
.
Zur pauschalen Aussage im angefochtenen Entscheid, wonach mittelgradige de
pressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven
Verstimmungszustän
den
klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstän
digten
Gesundheitsschadens darstellen,
wendet der Beschwerdeführer zu Recht ein
, dass
sich diese Rechtsprechung auf Sachverhalte bezieht, bei denen die de
pressive Symptomatik reaktiv und untrennbar
im Zusammenhang
mit einer
Schmerz
pro
blematik
steht, die auf eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstö
rung
oder an
dere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bilder
ohne nach
weis
bare organische Grundlage (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) zurückzuführen sind.
Vorliegend
ist unbestritten
und steht fest
, dass kein unklares Beschwerdebild vorliegt.
In diesem Fall ist - ohne dass die Besonderheiten der
Schmerzrecht
sprechung
zum Zuge kämen - zu prüfen, wie es sich mit den Auswirkungen der
diagnostizierten depressiven Episode
auf die Arbeitsfähigkeit verhält
.
4.
3
Laut Bundesgericht ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren de
pressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen, indessen bedingt deren An
nahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer
Schmerz
krankheit
, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom los
gelöstes depressives Leiden handelt und dass eine konsequente
Depressions
the
rapie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des
Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 1
4.
August 2013 E. 3.2). Zumindest bei mittel
schweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht dies regelmässig (Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2,
8C_98/2013 vom
4.
Juli
2013 E.
3.3.1). Zudem gelten leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grund
sätz
lich als therapeutisch
angehbar
(vgl.
Habermeyer
/
Venzlaff
, Affektive Stö
rungen, in: Psychiatrische Begutachtung,
5.
Aufl. 2009, S.
193; SVR 2012 IV Nr. 18 =
9C_418/2010 E.
5.3.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012
E. 4.2.2.1).
Vor dem Hintergrund des
Grundsatz
es
der Selbsteingliederungs- und
Schaden
minderungspflicht
ist in diesem Zusammenh
ang ebenfalls zu berücksichtigen,
dass ein Rentenanspruch grundsätzlich nicht entstehen kann, solange zumut
bare
therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausge
schöpft wer
den. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesund
heitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine we
sentliche Verbesse
rung des (psychischen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch einge
schrän
kten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein inva
lidisierender
Ge
sundheitsschaden
im Sinne des Gesetzes vor (Urteil
des Bundes
gerichts
9C_947/2012 vom 1
9.
J
uni 2013 E. 3.2.2 mit Hinweis).
4.4
Vorgängig ist festzuhalten, dass es sich b
ei der von
Dr.
A._
genannten Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1)
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden
handelt.
Solche Episoden dauern im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr. Länger dauernde Störungen sind unter
einer anderen Codierung zu subsumieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 6.3.2 mit Hinweis auf Urteil I 152/05 vom 2
3.
Mai 2006 E.
3.3).
Aus den medizinischen
Akten
ergibt sich
weiter
, dass sich der Beschwerdeführer nach der unerwarteten Kündigung seiner Arbeitsstelle und auf Drängen seiner Freundin
im Februar 2012
in psychiatrische Behandlung begab.
Aus
den
Be
richten
von
Dr.
A._
geht
zudem
klar
hervor, dass
sich die
depressiven
Ein
schränkungen mit medizinischen
Massnahmen
vermindern lassen und mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit gerechnet werden könne.
Daraus ist zu
schliessen
, dass es sich
bei der von
Dr.
A._
diagnostizierten
de
pressiven Episode klar um ein therapeutisch angehbares reaktives Geschehen auf be
stimmte belastende Lebensereignisse handelt.
Dies wird
ebenso
durch die Aus
sage von
Dr.
Z._
gestützt, welcher
in seinem Untersuchungsbericht
vom 2
1.
Mai 2012 (vorstehend E.
3.1)
festhielt
, dass die psychische
Gesund
heits
stö
rung
im Zusammenhang mit dem unerwarteten Verlust der Arbeitsstelle, ver
bunden mit den Sorgen bezüglich der weiteren Zukunft
,
stehe.
Ferner ergibt sich
a
us den Berichten
von
Dr.
A._
, dass
die zumutbaren
Behandlungs
mög
lich
kei
ten
bisher
nicht optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden.
So berichtete
er
be
züg
lich Art und Umfang der Behandlung
ausschlies
slich
von
einer
Psycho
phar
makotherapie. Eine
begleitende
und auf den Konflikt bezogene Psycho- be
zieh
ungsweise Verhaltenstherapie
wurde
offenbar auch nach
den unbefriedi
gen
den
Behandlungsergebnissen nicht in das ambulante Behandlungskonzept
über
nom
men
.
Aus dem Austrittsbericht des
B._
geht überdies hervor, dass ein vertiefter Einstieg in die Bearbeitung der belas
tenden Themen während der Zeit der Behandlung nicht gelang und der Be
schwerdeführer die besprochenen Abklärungen nicht mehr im Rahmen der sta
tionären Behandlung durchführen
wollte
(vorstehend E. 3.6)
.
Dies spricht gegen einen erheblichen Leidensdruck und es muss zumindest davon ausgegangen wer
den, dass dieser nicht derart ausgeprägt ist, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers davon erheblich und dauerhaft eingeschränkt wird.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
sind die
zumutbaren therapeuti
schen
und schadenmindernde
n
Vorkehren
damit
nicht ausgeschöpft
, womit es
an einer adäquaten
und konsequenten
Depressionstherapie
fehlt
, deren Schei
tern
das Leiden
im Sinne der Rechtsprechung
als resistent ausweisen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 2
9.
April E. 4.3.2).
4.5
Gegen eine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustands spricht
schliess
lich auch, dass es sich bei
m Beschwerdebild
um
einen auf belastende psychoso
ziale Faktoren zurückzuführenden Befund handelt.
Dabei gilt es zu beachten,
dass durch Ärzte oder Gutachter erhobene Befunde,
welche in den psychosozi
ale
n und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, kein invalidisierender psychischer
Gesundheits
schaden
gege
ben
ist
(BGE 127 V 294 E.
5a S.
299).
Die depressive Symptomatik lässt sich
da
her
ohne weiteres
mit dem unerwarteten Verlust der Arbeitsstelle, verbunden mit den Sorgen bezüglich der weiteren beruflichen Zukunft
(vorste
hend E. 3.1)
, den
zahlreichen
-
und gemäss eigenen Aussagen
-
bedrückenden Absagen bei der Stellensuche
(vgl.
Urk.
6/2/2 unten)
sowie
allgemeinen
Zu
kunftssorgen
und Angst vor dem Sozialamt
(vgl.
Urk.
6/58/8 Mitte)
, und den aus dieser persön
lichen Situation resultierenden
Insuffizienzgefühlen und Exis
tenzängsten, mit
hin
durch die psychosoziale Situation bedingt, erklären.
Die
Beschwerdegegnerin
ging folglich zu Recht davon aus, dass s
olche Faktoren zwar medizi
nisch die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, aber recht
lich keine andauernde
Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen.
4.
6
Der Einwand des Beschwerdeführers,
wonach die
Beschwerdegegnerin
das recht
liche Gehör verletzt habe, indem
sie
die geltend gemachte verschlechterte
Ge
sundheitssitua
tion
nicht ab
ge
klärt
habe
, vermag nicht zu überzeugen. Der Be
schwerdeführer muss sich entgegen halten lassen, dass er von der
Beschwer
de
gegnerin
im Rahmen des
Vorbe
scheidverfahrens
mit Schreiben vom
4.
Oktober 2013 (
Urk.
6/34) darauf auf
merksam gemacht worden ist, dass allfällige
Arzt
be
richte
nachgereicht werden
sollen. Auch wurde er darauf hingewiesen, dass er b
ei Fragen zum weiteren Vorgehen
mit der
Beschwerdegegnerin
telefonisch Kon
takt aufnehmen könne. Er wäre so
mit im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht gehalten gewesen, eine entsprechende ärztliche Stellungnahme zu veranlassen
, anderweitige
Angaben zu machen
oder sich bei der
Beschwerdegegnerin
zu melden
.
Der Einwand, dass
der Beschwerdeführer auf
grund seiner depressiven Symptomatik nicht dazu in der Lage
gewesen sei
, ist
unbehel
flich
.
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen und ein psychiatrisches Gutachten einzuholen, kann darauf in antizi
pier
ter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E.
1b mit Hinwei
sen). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist aufgrund der medizi
nischen
Akten hinreichend erstellt. Die Beschwerdegegnerin ging daher
im zu beurtei
len
den Zeitraum
zu Recht von keiner invalidenversicherungsrechtlichen Rele
vanz der Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode
aus und musste dies
be
züglich auch keine weiteren Abklärungen treffen.
5.
Nach dem
Gesagten
bleibt kein Raum für die Annahme eines invalidisierenden Gesun
d
heitsschadens.
Daran vermag auch der im Rahmen des
Beschwerdever
fahrens
eingereichte Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
9)
nichts
zu ändern
, da der Erlass des angefochtenen Entscheids
rechtsprechungs
gemäss
die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 132 V 215 E.
3.1.1, BGE 131 V 407 E.
2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E.
1). Eine allfällige seither eingetretene gesundheitliche Verschlechterung bildet daher nicht Gegen
stand dieses Verfahrens.
Folglich bleiben auch die
Eingaben des Beschwer
de
führers vom 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
8) und vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
15) und
in
diesem Zusammenhang vorgebrachte Einwände zur
neu diag
nostizierten
de
pressi
ven Störung, gegenwärtig schwere Episode,
für das vorlie
gende Verfahren
unbeachtlich.
Aufgrund des Berichts von
Dr.
A._
vom 1
9.
Dezember 2013 ist indes nicht
aus
zuschliessen
, dass sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin nach
Verfügungserlass verschlechtert hat. Diese allfällige Verschlechterung des Ge
sund
heitszustands
u
nd gegebenenfalls deren erwerbliche
n
Auswirkungen sind von
der Beschwerdegegnerin zu prüfen. Zu diesem Zweck sind ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids die Akten zu überweisen.
D
ie angefochtene Verfügung
erweist sich demzufolge
als rechtens, was zur Ab
weisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6
.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr.
700.-- anzu
setzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung werden sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
6.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Christine Fleisch, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit der Honorarnote vom 4. Mai 2015 machte sie einen Aufwand von 14.75 Stunden und Barauslagen in der Höhe von Fr. 83.50 gel
tend (Urk. 24). Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sa
che angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- bis Ende Dezember 2014 und
von Fr. 220.-- ab dem 1. Januar 2015 auf Fr. 3‘276.20 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).