Decision ID: 643cbe9d-4e0f-45d2-b7a3-5c4c890de645
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
C._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hebeisen, Löwenstrasse 12,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
C._ meldete sich gemäss den Angaben der IV-Stelle am 1. Februar 2001 zum Bezug
von IV-Leistungen an. Die Anmeldung fehlt in den dem Versicherungsgericht zur
Verfügung gestellten Akten. Die A._ AG gab am 21. Februar 2001 an, sie habe den
Versicherten von 1996 bis 31. Juli 1998 als Maschinisten beschäftigt. Der Lohn habe
ab 1998 Fr. 3850.- betragen. Die B._ teilte am 7. Februar 2001 mit, der Versicherte
sei von 1998 bis 31. März 2000 als Schleifer für sie tätig gewesen. Der Lohn habe
zuletzt Fr. 4500.- (x13) betragen. Dr. med. D._ berichtete der IV-Stelle am 5. Juni
2001, der Versicherte leide an Inguinal- und Oberschenkelschmerzen rechts bei
Femurkopfnekrose Hüfte rechts (St. n. Inguinalhernienoperation 12/99) und er klage
über Schmerzen in der Leistengegend mit Ausstrahlung in den Oberschenkel bei
Belastung (Gehen über eine Stunde), langem Stehen und Heben schwerer Lasten. Die
Schmerzen seien auch in Ruhe vorhanden. Der Versicherte sei in einer adaptierten
Tätigkeit (ohne langes Stehen und ohne Heben schwerer Lasten) voll arbeitsfähig. Der
Berufsberater der IV-Stelle hielt am 20. September 2001 fest, der Versicherte werde
sich erst ernsthaft mit seiner beruflichen Zukunft auseinandersetzen, wenn die
Rentenprüfung vorgenommen worden sei. Mit einem Vorbescheid vom 4. Oktober
2001 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein
Rentengesuch abzuweisen. Dr. med. E._ teilte der IV-Stelle am 23. November 2001
mit, der Versicherte leide nicht nur unter Beschwerden von Seiten der
Femurkopfnekrose der rechten Hüfte, sondern auch unter Schmerzen an
verschiedensten Körperteilen. Diese Schmerzen stünden gegenwärtig gegenüber der
Hüfte im Vordergrund. Dr. med. F._ hatte in einem Bericht vom 2. November 2001 an
den Hausarzt als Diagnosen chronische Schmerzen und Paraesthesien beider Hände
(wahrscheinlich bei einem muskulär bedingten Thoracic outlet-Syndrom), ein
chronisches cervico-thoraco-vertebrales Syndrom bei muskulärer Dysbalance und
segmentalen Dysfunktionen sowie eine Femurkopfnekrose und eine Coxarthrose rechts
angegeben. Die IV-Stelle forderte bei Dr. med. F._ einen Bericht an. Dr. med. F._
teilte am 27. Dezember 2001 mit, bezüglich des Thoracic outlet-Syndroms und des
cervico-thoraco-vertebralen Syndroms würden intensive physikalische Massnahmen
durchgeführt. Da keine strukturellen Probleme und keine wesentlichen degenerativen
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Veränderungen vorlägen, sei davon auszugehen, dass die Beschwerden an den oberen
Extremitäten längerfristig deutlich abnehmen würden. Eine vorwiegend sitzende
Tätigkeit ohne Heben von Lasten und ohne stereotype schwere Belastung der Arme
und Hände sei vollzeitlich zumutbar. Eine sichere Schätzung sei aber noch nicht
möglich, da mit der Physiotherapie erst begonnen worden sei.
B.
Vom 26. Februar bis 26. März 2002 hielt sich der Versicherte zur Rehabilitation in der
Klinik Valens auf. Diese führte in ihrem Austrittsbericht vom 11. April 2002 aus, der
Versicherte leide an einem zervikospondylogenen und zervikobrachialen
Schmerzsyndrom bds. (mit/bei St. n. HWS-Distorsionstrauma 1998 und HWS-
Streckhaltung C2-C6 und muskulärer Dysbalance), an einem lumbospondylogenen
Syndrom bds., an einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mittleren Grades
sowie an einer mässiggradigen Coxarthrose rechts mit/bei umschriebener
Femurkopfnekrose 2,5 x 2cm und begleitender Osteodystrophie inferozentral. In den
Basistests habe eine angstbedingte Selbstlimitation bestanden, weshalb das
funktionelle Leistungsmaximum nicht habe ergründet werden können. Für eine sitzende
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Der positive Borrelien-Titer habe nicht
mit den Beschwerden in Verbindung gebracht werden können. Nach einer
sechsmonatigen antidepressiven Therapie sollte die Arbeitsfähigkeit nochmals beurteilt
werden. Der Versicherte trat am 21. Mai 2002 in die Institution H._ ein, ohne eine
entsprechende Leistungszusage der IV-Stelle vorweisen zu können. Dr. med. G._
gab dem H._ am 18. Juni 2002 an, der Versicherte sei nur zu 50% arbeitsfähig. Der
Psychiater Dr. med. I._ berichtete der IV-Stelle am 22. Juli 2002, der Versicherte leide
an einer massiven Anpassungsstörung (neurotische Hypochondrie) bei vielfältigen
somatischen Gebrechen. Aus den vielen Arztberichten scheine hervorzugehen, dass
der Versicherte schon aus somatischen Gründen nur in einem reduzierten Pensum
einsatzfähig sei. Alles zusammengenommen betrage die Arbeitsfähigkeit 50%. Der
Berufsberater der IV-Stelle hielt am 15. August 2002 fest, die Abklärung im H._ sei
am 19. Juli 2002 abgebrochen worden, weil sie von der Invalidenversicherung nicht
gutgeheissen worden sei. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50% und einem zusätzlichen
Abzug von 18% resultiere ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 23'439.-. Das
Valideneinkommen betrage Fr. 60'682.-. Am 20. August 2002 erfuhr die IV-Stelle, dass
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die SUVA aufgrund eines Zeckenbisses einen Leistungsanspruch des Versicherten
prüfte. Die IV-Stelle sistierte de facto das Verwaltungsverfahren, um den Entscheid der
SUVA bzw. zunächst ein von der SUVA in Auftrag gegebenes Gutachten des
Universitätsspitals K._ abzuwarten.
C.
Der Infektiologe Prof. Dr. med. L._ berichtete in seinem Gutachten zuhanden der
SUVA vom 21. Dezember 2004, der Versicherte habe über Gelenkschmerzen,
Müdigkeit und Leistungsintoleranz geklagt. Im Vordergrund hätten Schmerzen im
Hüftgelenk rechts (v.a. im Bereich der Leiste), im Gesäss rechts mit Ausstrahlung bis in
die Füsse, Schmerzen im Bereich beider Schultern und Handgelenke, der HWS, des
Kopfes und der Augen gestanden. Prof. Dr. med. L._ führte weiter aus, die klinische
Untersuchung habe den klaren Befund einer Coxarthrose rechts, einer Grenzwert-
Hypertonie und einer Adipositas ergeben. Es liege keine Fibromyalgie vor. Die Lyme-
Serologie sei diskussionslos positiv, die Liquoruntersuchung eher negativ gewesen. Die
Laboruntersuchungen hätten zudem den Verdacht auf NASH (nonalcoholic steatosis
hepatis) ergeben. Es fehlten Anhaltspunkte für eine virale Hepatitis, eine Autoimmun-
Hepatitis oder eine andere Lebererkrankung. Eine alkoholische Hepatitis sei aufgrund
der Anamnese auszuschliessen. Die Lyme-Borreliose erkläre weder die früheren noch
die aktuellen Befunde. Der Versicherte leide nicht an einem Borrelien-assoziierten
Fibromyalgiesyndrom. Die Leistungsintoleranz und die Müdigkeit seien auf die
Borreliose zurückzuführen. Das gelte möglicherweise auch für die Arthralgien im
Bereich der Hände, der Knie und eventuell des Schultergürtels. Die Coxarthrose sei
verantwortlich für die Beschwerden im Bereich des rechten Hüftgelenks und reaktiv
auch im Bereich des rechten Beins und der Wirbelsäule. Die Beschwerden im Bereich
der Augen, des Kopfes und der HWS könnten durch degenerative Veränderungen der
HWS mit konsekutivem Zervikalsyndrom erklärt werden. Insgesamt sei der Versicherte
zu 100% arbeitsunfähig. Eine weitere antibiotische Therapie der Lyme-Borreliose sei
nicht erfolgversprechend. Im Bericht der Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 16. Juli 2003, auf den Prof. Dr. med. L._ Bezug
genommen hatte, waren folgende Diagnosen angegeben worden:
Panvertebralsyndrom mit Zervikobrachialgie und Lumboischialgie bds.,
Fibromyalgiesyndrom und Lyme-Borreliose. Dr. med. M._ hatte am 21. Oktober 2002
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berichtet, es bestehe eine noch floride Lyme-Borreliose, wobei das ZNS aktuell noch
mitbeteiligt sei. Es sei schwierig abzuschätzen, welche klinischen Symptome zur Lyme-
Borreliose gehörten.
D.
D.a Die SUVA teilte der IV-Stelle am 9. November 2005 mit, der Versicherte werde
stationär in der Rehaklinik Bellikon untersucht. In ihrem Austrittsbericht vom 21.
Dezember 2005 führten die Ärzte der Klinik Bellikon aus, sie hätten folgende Diagnosen
erhoben: St. n. Zeckenbiss am 5. Mai 2001: Lyme-Borreliose, St. n. Autounfall 10/96
mit V. a. Schleudertrauma, St. n. Inguinalhernienoperation 2000, degenerative
Veränderungen im Bereich der HWS (MRI vom 26. März 2003), Femurkopfnekrose
rechte Hüfte, Coxarthrose bds., rechtsbetont. In der interdisziplinären
Zusammenfassung im Rahmen der neurologischen Stellungnahme vom 23. Dezember
2005 (S. 9 f.) wurde ausgeführt, die Nacken- und Schulterbeschwerden könnten zu
einem erheblichen Teil dem degenerativen HWS-Befund zugeordnet werden. Trotz
dieser Beschwerden sei eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar.
Auch die Coxarthrose lasse eine vorwiegend sitzende leichte Arbeit ganztags zu. Das
gelte auch für das lumbospondylogene Schmerzsyndrom, das auf altersentsprechende
degenerative Veränderungen zurückzuführen sei. Neben den erwähnten Symptomen
klage der Versicherte über Schmerzen im ganzen Körper, in den Händen, den Füssen
und in den Knien sowie über Schwellungszustände in den Fingern. Letztere hätten sich
nicht verifizieren lassen. Laborchemisch seien keine wegweisenden Veränderungen
festgestellt worden. Die geklagten Beschwerden hätten sich weder klinisch noch
labormässig oder röntgenologisch objektivieren lassen. Die Diagnose einer
Fibromyalgie könne nicht gestellt werden: Auch wenn eine Borreliose im muskulo-
skelettalen Bereich vorliege, sprächen das Nichtansprechen auf die Therapie bzw. das
erst spätere Auftreten gegen diese Diagnose. Die geltend gemachten Schmerzen im
zervikobrachialen und im Hüftbereich seien durch die degenerativen Veränderungen
genügend erklärt. Psychiatrischerseits fänden sich eine gesteigerte Unruhe und eine
emotionale Labilisierung, die aber nicht die Qualität eines eigentlichen depressiven
Syndroms hätten, sondern an eine Anpassungsstörung erinnerten, die wellenförmig
schon lange persistiere. Es sei wichtig, dem Versicherten wieder eine berufliche
Perspektive zu vermitteln. Aus neurologischer Sicht bestehe eine schmerzassoziiert
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herabgesetzte, kognitiv-psychische Dauerleistungsfähigkeit. Bei der Testuntersuchung
seien keine spezifischen kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen objektiviert worden.
Die Probleme bei der Ausdauer, bei der Aufmerksamkeit und bei der Konzentration
seien eindeutig mit der Schmerzproblematik assoziiert. Der Versicherte wäre mit
seinem kognitiven Leistungspotential in der Lage, die angestammte oder eine
verwandte Tätigkeit auszuführen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Labilisierung
im Sinne einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23). Anhaltspunkte für eine
somatoforme Schmerzstörung seien nicht in genügendem Ausmass gegeben.
D.b In der traumatologischen Stellungnahme vom 31. Mai 2006 führten die Ärzte der
Klinik Bellikon aus, im Vordergrund stünden das Zervikobrachialsyndrom bds. und die
Hüftbeschwerden rechts. Neue Röntgenbilder hätten degenerative Veränderungen C5-
C7 ergeben. Ein neu angefertigtes vertebrospinales Kernspintomogramm von C0 bis
Th6 habe die bekannte mehrschichtige Osteochondrose, Unkarthrose und
Spondylarthrose zwischen C3 und C7, C5/6 und C6/7 links akzentuierte präforaminale
und foraminale Einengung ohne Nervenwurzelkompression auf Höhe V4/5, jedoch mit
Kompression der Nervenwurzeln C6 und C7 links bei ungehindertem Nervenverlauf
rechts gezeigt. Das übrige zervikale und obere thorakale vertebrospinale
Kernspintomogramm sei altersentsprechend normal gewesen. Der Vergleich mit dem
drei Jahre alten MRI habe nur eine minimale Zunahme der degenerativen
Veränderungen gezeigt. Der Kompression der Nervenwurzeln C6 und C7 links habe
klinisch kein Korrelat entgegengesetzt werden können. Die Paraesthesien träten in allen
Fingern beider Hände auf und seien somit nicht dermatombezogen. Die Beweglichkeit
der HWS sei durch diese degenerativen Veränderungen nur minimal eingeschränkt. Im
Bereich des Schultergürtels, der Arme und der Hand bestünden keine Atrophien.
Leichte wechselbelastende Tätigkeiten seien dem Versicherten ganztags zumutbar.
Beschwerdemässig ebenbürtig seien die Hüftbeschwerden rechts. Die rechte Hüfte sei
in der Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Die sitzende Position sei aber möglich.
Röntgenologisch habe die Coxarthrose ständig zugenommen, so dass bereits eine
Totalprothese zur Diskussion stehe. Funktionell habe sich die Coxarthrose noch nicht
als gravierend erwiesen, so dass eine vorwiegend sitzende, leichte Arbeit ganztags
zumutbar sei. Das lumbospondylogene Schmerzsyndrom falle weniger ins Gewicht, die
Arbeitsfähigkeit werde dadurch nicht tangiert. Die geklagten Schwellungszustände der
Hände hätten weder klinisch noch labormässig oder röntgenologisch objektiviert
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werden können. Die Diagnose einer Fibromyalgie könne nicht gestellt werden. Es sei
nicht wahrscheinlich, dass die Beschwerden im muskulo-skelettalen Bereich durch die
Borreliose verursacht seien.
E.
Die IV-Stelle beauftragte am 30. April 2007 die Academy of Swiss Insurance Medicine
(asim) mit einer interdisziplinären Begutachtung. Die Sachverständigen führten im
Gutachten vom 19. März 2008 aus, folgende Diagnosen seien erhoben worden:
Chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom und okzipitofrontale Kopfschmerzen
anamnestisch seit 1996 (St. n. HWS-Distorsionsereignis 1996, deutliche degenerative
tiefzervikale Segmentveränderungen, Thoracic outlet-Syndrom bds.), chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom (radiologisch geringfügige degenerative
Veränderungen L4/5, aktuell frei bewegliches lumbales Achsenskelett), Coxarthrose
bds., St. n. Hüft-TP rechts 11. September 2006 bei Femurkopfnekrose, verheilt) sowie
– ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – St. n. Zeckenstichen Mai 2001 mit
Borrelienexposition (positive Borrelienserologie, Ausschluss Neuroborreliose,
Doxycyclin p.o. 02-03/2002, Rocephin iv 30.Oktober bis 26. November 2002), leichte
Ringbandstenose-Symptomatik am Mittel- und Ringfinger links, epikondylopathische
Ellbogenbeschwerden bds., V. a. arterielle Hypertonie, St. n. Inguinalhernienoperation
rechts 2000 und St. n. Autounfall 10/96. Im Gutachten wurde weiter ausgeführt, beim
Versicherten lasse sich keine psychiatrische Diagnose stellen. Er sei affektiv gut
schwingungsfähig, es bestünden keine Insuffizienzgefühle und keine
Konzentrationsstörungen. Die früher festgestellten Hinweise auf eine
Anpassungsstörung seien nicht mehr nachweisbar. Obwohl der Versicherte auf seine
Schmerzsymptomatik fokussiert sei, liege keine somatoforme Schmerzstörung vor. Am
Bewegungsapparat bestünden eine freie Mobilität und ein freies Gangbild. Der
Versicherte zeige keine Trendelenburgzeichen und das lumbale Achsenskelett sei
vollständig frei beweglich ohne Schmerzen. Die HWS-Beweglichkeit sei
altersentsprechend ebenfalls weitgehend frei. Endphasig träten leichte zervikale
Schmerzen ohne radikuläre Schmerzkomponente auf. Es zeigten sich tiefzervikale
leichte Muskelverspannungen und diffuse Druckdolenzen der Weichteile interskapulär
und parazervikal bds. bis entlang der linea nuchalis. An den Händen bestünden eine
Ringbandstenose-Symptomatik links an zwei Gelenken und epikondylopathische
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Schmerzen. Die Schultern seien frei beweglich. In den Resistivtests seien nuchale
muskuläre Schmerzen ausgelöst worden. Im Beckengürtelbereich seien nur leichte
insertionstendinopathische Beschwerden am Beckenkamm rechts und am vorderen
Schambeinast rechts bei geringer Intensität aufgetreten. Sonst seien die Verhältnisse
unauffällig gewesen mit symmetrischer Muskeltrophik und frei beweglichen Hüft- und
Kniegelenken. Unter Berücksichtigung der in der HWS nachgewiesenen
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen deutlichen Ausmasses und unter
Berücksichtigung kleinerer degenerativer Auffälligkeiten im Bereich der oberen
Extremitäten könne dem Versicherten eine verminderte Belastbarkeit des
Bewegungsapparates zuerkannt werden. Radiologisch sei am linken Hüftgelenk eine
beginnende Coxarthrose bekannt. Rechts liege ein St. n. Gelenkersatz vor. Beide
Hüftgelenke seien frei beweglich und schmerzlos. Aus muskuloskelettaler Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit nicht vermindert. Gültig sei diese Einschätzung ab dem
Rehabilitationsabschluss nach dem Hüftgelenkseingriff 09/06. Es bestünden muskuläre
und diffuse Weichteildolenzen im Schultergürtelbereich, aber ohne
rotatorenmanschetten-tendinopathische Beschwerdeelemente. Beidseits sei ein
Thoracic outlet-Syndrom provozierbar. Eine Fibromyalgie oder ein generalisiertes
Schmerzsyndrom seien nicht nachweisbar. Gemäss der infektiologischen
Begutachtung seien die langjährigen Beschwerden nicht auf eine Lyme-Borreliose
zurückzuführen. Für eine körperlich leichte Tätigkeit ohne repetitives Heben, Stossen
oder Ziehen von Lasten von mehr als 10kg, ohne Arbeiten über Kopf oder gebückt,
nicht ausschliesslich gehend oder stehend, ohne häufiges Treppensteigen, ohne
repetitive greifende Bewegungen und ohne monotone Körperhaltungen sei der
Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Dr. med. N._ vom RAD betrachtete dieses
Ergebnis der interdisziplinären Begutachtung durch das asim als plausibel.
F.
Mit einem Vorbescheid vom 11. Juni 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, sein Rentenbegehren abzuweisen, da der Invaliditätsgrad nur
7% betrage. Der Versicherte liess am 15. August 2008 einwenden, ihm sei spätestens
ab März 2000 rückwirkend eine ganze Invalidenrente nebst sämtlichen weiteren
Leistungen auszurichten. Die Behauptung, eine adaptierte Erwerbstätigkeit sei zu
100% zumutbar, sei klar und eindeutig unzutreffend. Das Gutachten vom 19. März
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2008 genüge den Anforderungen in keiner Weise. Es habe die geklagten Beschwerden
nicht ausreichend einlässlich und umfassend erhoben und einbezogen. Das ergebe
sich aus den Beschwerdeschilderungen gemäss dem Bericht des Kantonsspitals St.
Gallen vom 16. Juli 2003 und aus dem Gutachten des Universitätsspitals K._ vom 21.
Dezember 2004. Das asim habe nicht alle zuständigen Fachdisziplinen einbezogen,
weshalb es an einer allseitigen Untersuchung mangle. Der Versicherte hätte auch
neurologisch und orthopädisch begutachtet werden müssen. Das asim habe sich nicht
mit früheren Diagnosestellungen, Befunderhebungen und medizinischen Beurteilungen
auseinandergesetzt. Beispielsweise sei im Gutachten vom 21. Dezember 2004 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben worden. Auch zu vielen anderen Aussagen in
jenem Gutachten habe sich das asim nicht geäussert. Im Gutachten des asim seien
Aussagen aus dem Gutachten vom 21. Dezember 2004 selektiv, unvollständig und
verzerrt wiedergegeben worden. Auch mit der von Dr. med. I._ im Bericht vom 22.
Juli 2002 angegebenen Anpassungsstörung und der daraus resultierenden
Arbeitsunfähigkeit von 50% habe sich das asim nicht auseinandergesetzt. Im
Gutachten der Klinik Valens vom 11. April 2002 sei eine depressive Reaktion mittleren
Grades angegeben worden. Dr. med. G._ habe am 18. Juni 2002 aus neurologischer
Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestätigt. Deshalb hätte die Begutachtung durch
das asim auch eine neurologische Abklärung beinhalten müssen. Der infektiologische
Sachverständige des asim sei nicht auf die für das Beschwerdebild typischen
Symptome eingegangen. Dasselbe gelte für den psychiatrischen Sachverständigen des
asim, der nicht auf allfällige psychische Folgeschäden der Lyme-Borreliose
eingegangen sei. Gemäss dem Gutachten des Universitätsspitals K._ vom 21.
Dezember 2004 bewirke bereits die Lyme-Borreliose allein eine Arbeitsunfähigkeit von
100%. Weshalb der psychiatrische Sachverständige des asim angegeben habe, es sei
keine deprimierte Grundstimmung vorhanden, sei nicht nachvollziehbar, denn der
Versicherte habe während der Befunderhebung des öfteren geweint. Die
Selbstbeurteilungsfragebögen hätten nicht auf Spanisch vorgelegen und die
Bezugspersonen des Versicherten seien nicht einbezogen worden. Der
rheumatologische Sachverständige des asim habe die geklagten Beschwerden nicht
ausreichend umfassend und einlässlich erhoben. Auf die starken linksseitigen
Hüftbeschwerden gemäss dem Bericht von Dr. med. O._ vom 27. März 2002 sei
überhaupt nicht eingegangen worden. Die nachgewiesenen mehrsegmentalen
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degenerativen Veränderungen deutlichen Ausmasses der HWS seien bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt worden. Schliesslich sei kein
Dolmetscher beigezogen worden. Sollte nicht aufgrund der bestehenden Aktenlage
entsprechend den Anträgen verfügt werden, müsse nochmals eine Begutachtung
erfolgen. Eventualiter sei eine Oberbegutachtung vorzunehmen. Subeventualiter seien
der Gutachterstellte die mit der Stellungnahme zum Vorbescheid eingereichten
Ergänzungsfragen vorzulegen. Sollte wider Erwarten eine Restarbeitsfähigkeit
bestehen, müsste eine BEFAS-Abklärung erfolgen. Im übrigen wäre eine
Restarbeitsfähigkeit auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar.
Wäre wider Erwarten von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen,
müsste ein zusätzlicher Abzug vom statistischen Lohn von 25% erfolgen. Das
Valideneinkommen sei zu tief angesetzt worden. Es betrage Fr. 65'952.-.
G.
Dr. med. P._ vom RAD hielt am 9. Oktober 2008 fest, es seien keine weiteren
medizinischen Abklärungen erforderlich. Die Beschwerden des Versicherten seien
eingehend und umfassend erhoben worden. Beurteilungsrelevant seien die derzeitigen
Beschwerden gewesen. Beschwerdebilder pflegten sich zeitläufig zu ändern. Die
Kribbelparaesthesien seien im internistisch-rheumatologischen Gutachten
aufgenommen und diesbezüglich in einer neurologischen Befunderhebung auch
berücksichtigt worden. Das Gutachten des asim habe sich mit den Vorgutachten
auseinandergesetzt. Es finde sich eine umfassende Auflistung in den Akten.
Schwerpunktmässig seien die Vorbefunde dargestellt worden. Die von L._ am 21.
Dezember 2004 angegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht begründet gewesen.
Entscheidend sei nicht eine einlässliche Auseinandersetzung mit einem vier Jahre alten
Gutachten, sondern die Erhebung der arbeitsfähigkeitsrelevanten Einschränkungen.
Wenn jemand bei der psychischen Exploration weine, dann sei das noch längst kein
Beweis für eine depressive Störung. Selbst wenn eine depressive Symptomatik
vorgelegen hätte, so sei sie jedenfalls 2008 (bzw. schon Jahre zuvor) verschwunden.
Nach der Aussage von Prof. L._ habe ausdrücklich keine Neuroborreliose
vorgelegen. Die psychiatrische Abklärung sei im Beisein einer Dolmetscherin erfolgt.
Bei den übrigen Gutachten seien die Deutschkenntnisse des Versicherten ausreichend
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gewesen. Mit einer Verfügung vom 15. Oktober 2008 wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren des Versicherten ab.
H.
Der Versicherte liess am 17. November 2008 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente rückwirkend spätestens ab März 2000 sowie die
Ausrichtung sämtlicher weiterer IV-Leistungen (insbesondere auch berufliche
Massnahmen) beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, die angefochtene
Verfügung genüge der Begründungspflicht nicht. Die RAD-Stellungnahme beschlage
nämlich nur einzelne Teilaspekte und dies auch nur in medizinischer Hinsicht. Die
gestellten Beweisanträge seien ohne jede Begründung nicht abgenommen worden. Die
Ergänzungsfragen seien der Gutachterstelle ohne Begründung nicht unterbreitet
worden. Die materielle Beschwerdebegründung entsprach weitgehend wortwörtlich
derjenigen in der Stellungnahme zum Vorbescheid. Ergänzend liess der Versicherte
ausführen, die Auflistung medizinischer Vorakten und medizinischer Vorgutachten sei
keine einlässliche und umfassende Auseinandersetzung mit den medizinischen
Vorakten. Der psychiatrische Sachverständige des asim habe sich auf die falsche
Feststellung abgestützt, die Vorakten zeigten keine depressiven Symptomatiken auf.
Nach der Einreichung der Beschwerdeschrift liess der Versicherten einen Bericht von
Dr. med. M._ vom 26. November 2008 einreichen. Dr. med. M._ hatte dort
ausgeführt, das Gutachten des asim sei nicht umfassend, es beruhe nicht auf
allseitigen Untersuchungen, die geklagten Beschwerden seien nicht berücksichtigt
worden, es habe keine Auseinandersetzung mit den Vorakten stattgefunden und die
Schlussfolgerungen seien nicht verständlich. Zur Zeit lägen die Folgezustände einer
früher durchgemachten Lyme-Borreliose vor. Dementsprechend habe die aktuelle
Symptomatik wenig mit der früheren Symptomatik während der akuten Phase zu tun.
Im rheumatologischen Teilgutachten seien die früher vorhandenen Arthralgien und
Periarthralgien sowie die Müdigkeit und die Leistungsintoleranz nicht erwähnt und
dementsprechend auch nicht beurteilt worden. Die damaligen Gelenksbeschwerden
seien Teil der Grundlage des daraus entstandenen und bereits bestehenden
fibromyalgiformen Beschwerdebildes. Entgegen der Auffassung des Sachverständigen
des asim schliesse ein Normalbefund im Liquor die Neuroborreliose nicht aus. Beim
Versicherten sei davon auszugehen, dass das Immunsystem weiterhin stimuliert und
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aktiv sei. Wäre die Lyme-Borreliose ausgeheilt, würden nicht weiterhin Antikörper
gebildet. Soweit die aktuellen Beschwerden zugeordnet werden könnten, seien sie
unter des Diagnose des Postlyme-Syndroms zusammenzufassen. Der Sachverständige
des asim habe diese Diagnose zu Unrecht verneint. Gemäss den diesem Bericht
beigelegten Auszug aus einem Aufsatz in der Schweizerischen Ärztezeitung bestanden
die Symptome dieser Krankheit aus Arthralgien, Myalgien, Müdigkeit, Gedächtnis- und
Konzentrationsstörungen, neuropathischen Beschwerden, Kopfschmerzen und
Schlafstörungen.
I.
Die IV-Stelle beantragte am 4. Februar 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie
machte geltend, die Begründung einer Verfügung könne sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Punkte beschränken. Das sei mit der Stellungnahme von Dr. med. P._
vom RAD geschehen. Die IV-Stelle sei nicht an den Entscheid der Unfallversicherung
gebunden. Zudem handle es sich beim UV-Entscheid um einen Vergleich. Die
Anamnese und die Beschwerden seien zusammen mit dem Versicherten erhoben
worden. So hätten alle Angaben des Versicherten Eingang in das Gutachten des asim
gefunden. Weitere Untersuchungen seien nicht nötig gewesen. Am 14. Dezember 2005
habe in Bellikon eine neuropsychiatrische Untersuchung stattgefunden. Das kognitive
Leistungsprofil sei bis auf die schmerzassoziierten Aufmerksamkeitsprobleme
unauffällig gewesen. Die Berichte der Orthopäden seien ebenfalls berücksichtigt
worden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. G._ vom 18. Juni 2002 enthalte
keine Diagnose und auch keine Beurteilung. Ein solcher Bericht könnte dem Gutachten
nicht entgegengehalten werden. Der Bericht der Klinik Valens sei aus dem Jahr 2002
und deshalb nicht mehr aktuell. Im übrigen habe damals das funktionelle
Leistungsvermögen aufgrund der angstbegründeten Selbstlimitation nicht ergründet
werden können. Dr. med. F._ habe dem Versicherten bereits am 27. Dezember 2001
eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Klinik Valens habe eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mittleren Grades angegeben. Dr. med.
I._ habe am 22. Juli 2002 eine Anpassungsstörung diagnostiziert. Seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung könne aber nicht herangezogen werden, da er alles
zusammengenommen habe. Es sei nicht abwegig, dass fünf Jahre später keine
psychiatrische Diagnose mehr gestellt werden könne. Die Symptome einer
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Anpassungsstörung hielten meist nicht länger als sechs Monate an. Die behaupteten
psychiatrischen Beschwerden seien nicht vordergründig, da der Versicherte seit 2003
nicht mehr in psychiatrischer Behandlung stehe. Die Stellungnahme von Dr. med.
M._ vom 26. November 2008 vermöge keine Zweifel an der Richtigkeit des
Gutachtens des asim zu wecken. Im übrigen sei nicht ersichtlich, inwiefern der
Versicherte durch die von Dr. med. M._ angegebene Krankheit in der Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt sein sollte.
J.
Der Versicherte liess dem am 6. September 2009 insbesondere entgegen halten, die
Unfallversicherung hätte keinen Vergleich mit einer Invalidität von 30% abgeschlossen,
wenn es zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der fortdauernden Borrelioseinfektion
keinen Zusammenhang gäbe. Weil die Sachverständigen des asim davon ausgegangen
seien, dass die Unfallversicherung das Leistungsbegehren abgelehnt habe, seien sie in
bezug auf die Arbeitsfähigkeitsrelevanz der Borrelioseinfektion unzutreffend beeinflusst
worden. Bei einer interdisziplinären Begutachtung müssten sämtliche Fachdisziplinen
im Rahmen eigenständiger Konsilien einbezogen werden. Blosse Verweise auf frühere
fachärztliche Beurteilungen genügten nicht. Insbesondere wäre zwingend ein
orthopädischer Sachverständiger beizuziehen gewesen. Gegen die Begutachtung
durch die Rehaklinik Bellikon seien verschiedene Einwände erhoben worden. Diese
hätten dazu geführt, dass die Unfallversicherung eine Rente zugesprochen habe.
Weiter hätte ein neurologischer Sachverständiger beigezogen werden müssen. Auch
die bildgebenden Befunde seien nicht ausreichend einlässlich und umfassend erhoben
worden. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens habe sich nicht auf eine
angstbezogene Selbstlimitation, sondern auf die gestellte Diagnose gestützt. Die von
Dr. med. I._ diagnostizierten Beeinträchtigungen seien zwischenzeitlich nicht
weggefallen, zumal im Bericht der Klinik Valens vom 11. April 2002 nicht nur eine
Anpassungsstörung, sondern auch eine depressive Reaktion mittleren Grades
diagnostiziert worden sei. Die infektiologische Abklärung habe die Diagnosekriterien
des Post-Lyme-Syndroms nicht abgehandelt, was zum Schluss zwinge, dass dieses
nicht erfasst worden sei. Wie man angesichts der klaren Aussagen von Dr. med. M._
in dessen Stellungnahme vom 26. November 2008 noch behaupten könne, es seien
keine Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens des asim geweckt worden, sei
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unerfindlich. Dr. med. M._ habe sich mit der Arbeitsfähigkeit des Versicherten
auseinandergesetzt, denn dass seine abweichende Diagnose eine abweichende
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ergebe, sei offensichtlich.
K.
Die IV-Stelle verzichtete am 27. Mai 2009 auf eine Stellungnahme zur Replik vom 6. Mai
2009.

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines verfahrensrechtlichen
Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG) im Zusammenhang mit der
Begutachtung durch das asim und in bezug auf die Begründung der angefochtenen
Verfügung. Die Beschwerdegegnerin hat dem – bereits damals anwaltlich vertretenen –
Beschwerdeführer am 1. Mai 2007 mitgeteilt, dass sie eine Begutachtung durch das
asim vornehmen lasse. Sie hat zwar den (Standard-) Fragebogen dieser Mitteilung
nicht beigelegt, aber der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hatte mehrere
Monate Zeit, den Fragenkatalog anzufordern, allfällige Ergänzungsfragen zu formulieren
und diese zur Beantwortung durch die medizinischen Sachverständigen des asim der
Beschwerdegegnerin einzureichen. Das ist nicht geschehen, d.h. der
Beschwerdeführer hat seinen Anspruch auf das Stellen von Ergänzungsfragen nicht
benutzt. Da die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen ist, den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf die Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu
stellen, hinzuweisen, und da sie erst recht nicht verpflichtet gewesen ist, den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aufzufordern, Ergänzungsfragen zu stellen und
einzureichen, kann die Beschwerdegegnerin mit ihrem Verhalten bei der Beschaffung
des Gutachtens den verfahrensrechtlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör nicht verletzt haben. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
seine Liste mit den Ergänzungsfragen erst mit seiner Stellungnahme zum Vorbescheid
eingereicht. Da das Gutachten des asim zu diesem Zeitpunkt bereits existiert hat, hat
sich nur noch die Frage nach der Würdigung dieses Gutachtens stellen können,
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konkret die Frage, ob das Gutachten des asim geeignet sei, den leistungsrelevanten
Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu belegen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat unterstellt, dass das
Gutachten des asim nicht überzeuge, den relevanten Sachverhalt also nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit belege und deshalb ergänzt werden müsse. Er hat
weiter unterstellt, dass die Gutachtensergänzung auf der Grundlage seiner
Ergänzungsfragen erstellt werde müsse. In bezug auf den verfahrensrechtlichen
Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör unterscheidet sich diese
Konstellation grundlegend von derjenigen vor der Begutachtung. Im Rahmen der
Würdigung der Überzeugungskraft des Gutachtens des asim hat kein Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör bestanden, das über einen Anspruch auf eine
Stellungnahme zum Ergebnis der Beweiswürdigung durch die Beschwerdegegnerin
hinausgegangen wäre. Der Anspruch auf rechtliches Gehör hat offensichtlich keinen
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine – verbindliche – Würdigung der
Überzeugungskraft des Gutachtens als ungenügend, auf eine Anordnung einer
Gutachtensergänzung und darauf, dass seine Ergänzungsfragen die Grundlage dieser
Gutachtensergänzung bilden müssten, beinhaltet. Mit der konkludenten Weigerung, die
Ergänzungsfragen des Beschwerdeführers zum Gegenstand einer
Gutachtensergänzung zu machen, kann die Beschwerdegegnerin also den Anspruch
des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör gar nicht verletzt haben.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). Dabei handelt es sich praxisgemäss (vgl.
U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., N. 37 zu Art. 49 ATSG) um einen Teilgehalt des
verfahrensrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 42 ATSG. Der
Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil
der pauschale Verweis in der angefochtenen Verfügung auf die internen Ausführungen
eines RAD-Arztes nicht genüge und weil diese Ausführungen sich nur zu einigen
wenigen der in der Stellungnahme zum Vorbescheid vorgebrachten Teilaspekte der
Kritik äusserten. Zudem seien auch die in der Stellungnahme zum Vorbescheid
gestellten Beweisanträge ohne Begründung abgelehnt worden. Der Beschwerdeführer
scheint davon ausgegangen zu sein, dass der Umfang seiner Stellungnahme zum
Vorbescheid eine ähnlich umfangreiche Verfügungsbegründung erfordere, damit
seinem Anspruch auf rechtliches Gehör Rechnung getragen sei. Dem ist entgegen zu
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halten, dass auch der Anspruch auf eine Verfügungsbegründung dem
Verhältnismässigkeitsgrundsatz untersteht. Massstab für die Verhältnismässigkeit ist
dabei nicht der Umfang der Einwendungen des Verfügungsadressaten vor dem Erlass
der Verfügung, sondern der Sinn und Zweck der Begründungspflicht: Der
Verfügungsadressat soll nachvollziehen können, weshalb die Verwaltung so und nicht
anders entschieden hat. Die Verfügungsbegründung muss es dem
Verfügungsadressaten erlauben, die Chancen einer Anfechtung anhand der Beweislage
und anhand der rechtlichen Würdigung einzuschätzen und gegebenenfalls das
Rechtsmittel ausreichend und fundiert zu begründen. Diese Anforderung kann erfüllt
sein, auch wenn die Verwaltung eines oder mehrere von vielen in der Stellungnahme zu
Vorbescheid vorgebrachten Argumenten des Verfügungsadressaten in der
Verfügungsbegründung überhaupt nicht erwähnt. Das setzt allerdings voraus, dass die
Stossrichtung der ausdrücklichen Verfügungsbegründung ohne weiteres die
Schlussfolgerung zulässt, die Verwaltung habe diese(s) Argument(e) – konkludent – als
nicht stichhaltig qualifiziert. Dasselbe gilt auch für in der Vernehmlassung zum
Vorbescheid gestellte Beweisanträge, sofern die ausdrückliche Verfügungsbegründung
darauf schliessen lässt, dass die Verwaltung die entsprechenden Beweismittel
antizipierend für nicht stichhaltig, gar nicht erhebbar o.ä. hält. Diese konkludente
Begründung findet sich auch im vorliegenden Fall. Die Beschwerdegegnerin bzw. der
RAD-Arzt haben sich auf die wichtigsten Einwände gegen die Überzeugungskraft des
Gutachtens des asim beschränkt und damit - konkludent - klargestellt, dass sie die
anderen Einwände als zum vornherein nicht stichhaltig ansähen. Die
Beschwerdegegnerin hat die beantragten Beweise nicht abgenommen und damit -
konkludent – die Auffassung vertreten, die Abnahme dieser Beweise sei unnötig, weil
der Sachverhalt bereits mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehe. Beides war für
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers anhand der Verfügungsbegründung und
der Aktenlage ohne weiteres erkennbar. Das gilt auch für den Umstand, dass die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nur auf eine in Kopie beiliegende
interne Stellungnahme des RAD-Arztes verwiesen hat. Für das Verständnis des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers hat es offensichtlich keinen Unterschied
gemacht, ob die Ausführungen des RAD-Arztes direkt oder vom Verfügungsautor
wortwörtlich oder sinngemäss in der Verfügungsbegründung wiedergegeben worden
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sind. Die Beschwerdegegnerin ist also ihrer Pflicht zur Begründung der abweisenden
Verfügung in ausreichender Weise nachgekommen.
1.3 In der Lehre wird auch der Anspruch auf einen Übersetzer als Teilgehalt des
verfahrensrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör betrachtet. In dieser
Allgemeinheit trifft das nicht zu. Bei der medizinischen Begutachtung geht es nämlich
um die Ermittlung des effektiven Sachverhalts. Die erfolgreiche Verständigung mit der
zu explorierenden versicherten Person ist die Voraussetzung einer Erhebung des
Sachverhalts, d.h. die Pflicht zum Beizug eines Übersetzers fliesst aus dem
Untersuchungsgrundsatz. Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist der Anspruch
auf den Beizug eines Übersetzers nur, wenn es direkt um die Wahrnehmung des
rechtlichen Gehörs geht, so z.B. wenn der Beschwerdeführer persönlich bei der
Beschwerdegegnerin erschienen und mündlich zum Vorbescheid Stellung genommen
hätte. Hier hätte der Anspruch auf den Beizug eines Übersetzers einen Teilgehalt des
Anspruchs auf rechtliches Gehör gebildet. Sowohl der psychiatrische als auch der
infektiologische Sachverständige des asim haben einen Übersetzer beigezogen. Nur
die rheumatologische Abklärung ist ohne Übersetzer erfolgt. Allerdings hat der
rheumatologische Sachverständige des asim angegeben, der Beschwerdeführer habe
ausreichend Deutsch verstanden und gesprochen, so dass die Untersuchung nicht
durch Verständigungsprobleme beeinträchtigt gewesen sei. Das ist durchaus plausibel,
denn im Gegensatz zu den beiden anderen Fachgebieten beschränkte sich die
rheumatologische Abklärung weitgehend auf Untersuchungsmethoden, in denen keine
komplizierten Gesprächsinhalte notwendig waren. In bezug auf die sprachliche
Verständigung anlässlich der Abklärung durch das asim liegt also keine Verletzung der
Pflicht zum Beizug eines Übersetzers vor.
2.
2.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und
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des zumutbaren Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und
der Invalidenkarriere voraus. In seinem Lebenslauf hat der Beschwerdeführer
angegeben, er habe in Spanien eine Lehre als Mechaniker absolviert. Weder in Spanien
noch in der Schweiz ist er aber in diesem Beruf tätig gewesen. In der Schweiz hat der
Beschwerdeführer nur Hilfsarbeiten ausgeübt. Von 1996 bis 1998 hat er für die A._
AG die Zuschneidemaschine bedient und Paletten zusammengenagelt. Von 1998 bis
2000 hat er als Schleifer/Hilfsarbeiter für die B._ AG gearbeitet. Danach ist er, soweit
sich das anhand der dem Gericht vorliegenden Akten beurteilen lässt, nicht mehr
erwerbstätig gewesen. Wäre er gesund geblieben, hätte der Beschwerdeführer bis zu
seiner altersbedingten Pensionierung eine Hilfsarbeit ausgeübt. Es gibt kein Indiz dafür,
dass er sich hätte weiterbilden wollen oder dass er als qualifizierter Mechaniker hätte
tätig sein können. Die wahrscheinlichste Validenkarriere des Beschwerdeführers ist
deshalb diejenige eines Hilfsarbeiters. Da der Beschwerdeführer seinen letzten
Arbeitsplatz bei der B._ AG gekündigt und dann keine andere Stelle mehr angetreten
hat, kann das Valideneinkommen nicht anhand eines konkret erzielbaren Lohnes
ermittelt werden. Stattdessen ist auf einen statistisch ermittelten schweizerischen
Durchschnittslohn für Hilfsarbeiter abzustellen. In bezug auf die zumutbare
Invalidenkarriere hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend gemacht, eine
allfällige medizinisch-theoretische Resteinsatzfähigkeit sei nicht mehr verwertbar. Im
Gutachten des asim ist ausgeführt worden, der Beschwerdeführer könne eine
körperlich leichte Tätigkeit ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten
über 10 kg, ohne vorwiegende Überkopfarbeiten oder gebückte Arbeiten, ohne
dauernd stehend oder gehend auszuübende Arbeiten, ohne sehr häufiges
Treppensteigen, ohne repetitive greifende Bewegungen und ohne monotone
Körperhaltungen ausüben. Geht man davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer
solcherart adaptierten Erwerbstätigkeit noch in einem relevanten Ausmass arbeitsfähig
ist (was im Folgenden noch zu prüfen sein wird), so genügen zumindest die
medizinisch bedingten Einschränkungen für sich allein nicht, um die Verwertbarkeit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verneinen. Erfahrungsgemäss gibt es durchaus
Arbeitsstellen, an denen der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit ungehindert
verwerten könnte. Derartige Hilfsarbeiten dürften zwar nicht allzu häufig anzutreffen
sein und es dürfte im massgebenden Zeitraum auch nicht leicht gewesen sein, eine
solche Stelle zu finden. Das ist aber bei der Festlegung der zumutbaren
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Invalidenkarriere irrelevant, denn nach dem Konzept des ausgeglichenen
Arbeitsmarktes muss die konkrete Arbeitsmarktlage ignoriert werden. Stattdessen wird
fingiert, dass dem Beschwerdeführer immer eine adaptierte offene Arbeitsstelle zur
Verfügung gestanden hätte, wenn er bereit gewesen wäre, seine Restarbeitsfähigkeit
zu verwerten. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vorgebrachten, von ihm
so genannten "invaliditätsfremden" Nachteile führen ebenfalls nicht dazu, dass eine
allfällige Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar wäre. Die langjährige Erwerbslosigkeit
kann objektiv betrachtet keinen Nachteil bewirkt haben, da der Beschwerdeführer nie
über berufliche Kenntnisse verfügt hat, die inzwischen als Folge des technischen
Fortschritts überholt wären, so dass eine berufliche Eingliederung erfolgen müsste, um
das Verpasste nachzuholen. Hilfsarbeiten können nämlich definitionsgemäss ohne
berufliche Kenntnisse ausgeübt werden, so dass sie nie mehr als eine kurze
Einarbeitung erfordern. Sollte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit dem
Hinweis auf die lange Abwesenheit von der Arbeitswelt auf eine subjektive
"Arbeitsentwöhnung" bezogen haben, so ist ihm entgegen zu halten, dass diese in
Erfüllung der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht durch eine zumutbare
Willensanstrengung überwunden werden kann. Ein Hilfsarbeiter benötigt nur eine
schulische Grundausbildung, berufliche Spezialkenntnisse sind nicht erforderlich.
Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer also nicht schlechter qualifiziert als die meisten
anderen Hilfsarbeiter. Wäre der Beschwerdeführer tatsächlich aufgrund der fehlenden
Deutschkenntnisse überhaupt nicht als Hilfsarbeiter einsetzbar, wie sein
Rechtsvertreter behauptet, so hätte er auch in der Vergangenheit nie eine Hilfsarbeit
ausführen können. Tatsächlich hat der Beschwerdeführer aber trotz der angeblich
vollständig fehlenden Deutschkenntnisse gearbeitet. Im übrigen ist es auch dem
Beschwerdeführer möglich und zumutbar, so weit Deutsch zu lernen, dass er dem am
Arbeitsplatz bestehenden Kommunikationsbedarf genügen kann. Die angeblichen
"invaliditätsfremden" Nachteile des Beschwerdeführers wirken sich in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit nicht stärker aus als in jeder anderen Hilfsarbeit.
Die Beschwerdegegnerin ist also zu Recht davon ausgegangen, dass eine allfällige
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar sei.
2.2 Der nächste Schritt bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
besteht in der Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten
Hilfsarbeit. Dabei scheinen beide Parteien davon ausgegangen zu sein, dass sich der
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Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen 2002 und dem Zeitpunkt der
Begutachtung durch das asim nicht verändert habe. Die Beschwerdegegnerin hat die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des asim, die ausdrücklich nur für die Zeit ab
dem Hüftgelenkseingriff im September 2006 abgegeben worden ist, zurückbezogen bis
zum möglichen Rentenbeginn (gemäss der Rechtslage vor der 5. IV-Revision)
entsprechend der am 1. Februar 2001 erfolgten Anmeldung. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers geht umgekehrt davon aus, dass sich der Gesundheitszustand
nach 2002 nicht mehr geändert habe, so dass die Überzeugungskraft des Gutachtens
des asim anhand der Diagnosen, Beurteilungen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus
den Jahren 2001 und 2002 zu prüfen sei. Tatsächlich zeigen die medizinischen Akten
aber auf, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen 2001
und 2008 sehr wohl erheblich verändert hat. Zu untersuchen bleibt, ob das auch für die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zutrifft. Die Gesundheitsbeeinträchtigung hat
mehrere Ursachen, die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen zuzuordnen sind.
Dies legt es nahe, jede Ursache der Gesundheitsbeeinträchtigung (und die daraus
allenfalls resultierende Arbeitsunfähigkeit) für sich auf den Zustand zum Zeitpunkt eines
allfälligen Rentenbeginns und auf die Entwicklung bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung zu beurteilen.
2.2.1 Im Bericht von Dr. med. D._ vom 5. Juni 2001 wurde als einzige
Gesundheitsbeeinträchtigung die Femurkopfnekrose rechts angegeben. Die mit der
Abklärung und mit der Therapie dieser Erkrankung befassten Ärzte waren der
Auffassung, dass eigentlich eine Hüftprothese rechts implantiert werden sollte. Dr.
med. D._ betrachtete den Beschwerdeführer als uneingeschränkt arbeitsfähig für
eine Tätigkeit, die den Hüftbeschwerden angepasst war. Am 27. Dezember 2001 wies
Dr. med. F._ darauf hin, dass zusätzlich ein chronisches cervico-thoraco-vertebrales
Syndrom und ein Verdacht auf ein Thoracic outlet-Syndrom bestünden. Trotzdem ging
auch er davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer allen Beeinträchtigungen
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Im Austrittsbericht der Klinik Valens
vom 11. April 2002 wurde dann eine Arbeitsfähigkeit von nur noch 50% angegeben.
Die berichtenden Ärzte gaben aber nicht an, ob dies auf die körperlichen
Beeinträchtigungen oder aber auf die erstmals diagnostizierte Anpassungsstörung mit
depressiver Reaktion mittleren Grades zurückzuführen war. Gemäss der
traumatologischen Stellungnahme der Rehaklinik Bellikon vom 31. Mai 2006 war im
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Bereich der HWS nur eine minimale degenerative Veränderung erkennbar. Auch die
Ärzte der Rehaklinik Bellikon gingen davon aus, dass der Beschwerdeführer durch
diese Beschwerden in seiner Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Erwerbstätigkeit nicht
eingeschränkt sei. Dasselbe galt ihrer Auffassung nach für die Coxarthrose, obwohl
sich die Situation hier stetig verschlechtert hatte. Die Coxarthrose war funktionell noch
nicht gravierend, so dass sie keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine
adaptierte Tätigkeit zur Folge hatte. Im rheumatologischen Teilgutachten das asim
wurde angegeben, am 11. September 2006 sein eine Hüft-TP rechts erfolgt. Links sei
eine beginnende Coxarthrose erkennbar. Aus muskuloskelettärer Sicht bestehe für eine
adaptierte Erwerbstätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend
ist für die Zeit ab 2001 festzuhalten, dass durchgehend eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Erwerbstätigkeit bestanden hat. Mit den
muskuloskelettären Gesundheitsbeeinträchtigungen kann der Beschwerdeführer die
behauptete vollständige Arbeitsunfähigkeit also nicht belegen, denn es steht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass diese Gesundheitsbeeinträchtigung nur
eine "qualitative" Einschränkung zur Folge hat, d.h. dass sie die noch in Frage
kommenden Erwerbstätigkeiten stark einschränkt. Entgegen der Auffassung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers setzte die vollständige medizinische
Abklärung keinen Beizug von Spezialisten anderer Fachrichtungen, insbesondere der
Orthopädie oder der Neurologie, voraus. Die einzelnen Beeinträchtigungen
muskuloskelettärer Art waren seit längerem bekannt und abgeklärt, so dass sie vom
rheumatologischen Sachverständigen des asim ohne weiteres in bezug auf ihre
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beurteilt werden
konnten. Es ist entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters keineswegs so, dass
eine Begutachtung nur dann ein überzeugendes Resultat zu liefern vermag, wenn
Spezialisten all jener medizinischen Fachgebietes beigezogen werden, die allenfalls
auch noch tangiert sein könnten. Die Spezialisierung ist keineswegs so intensiv, dass
die medizinischen Fachgebiete Rheumatologie, Orthopädie und Neurologie immer
durch einen entsprechenden Facharzt vertreten sein müssten. Im übrigen ist der
rheumatologische Sachverständige des asim in bezug auf die bildgebenden Verfahren
ausreichend dokumentiert gewesen und er hat den medizinischen Vorakten
ausreichend Beachtung geschenkt, so weit das aufgrund der inzwischen eingetretenen
Veränderungen notwendig gewesen ist. Davon kann bei einem erfahrenen
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Sachverständigen ohne weiteres ausgegangen werden, zumal die Auflistung (und
Würdigung) der Vorakten umfassend ist.
2.2.2 Im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 11. April 2002 wurde erstmals eine
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers angegeben. Die
Ärzte gaben die Diagnose einer Anpassungsstörung mit einer depressiven Reaktion
mittleren Grades an. Sie hatten eine medikamentöse antidepressive Therapie
eingeleitet. Da sie eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit nach einer sechsmonatigen
antidepressiven Behandlung empfahlen, muss vermutet werden, dass sie die
angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50% auf die psychische Beeinträchtigung
zurückgeführt haben. Das bedeutet, dass diese psychische Beeinträchtigung als
heilbar qualifiziert haben. Dr. med. I._ stellte am 22. Juli 2002 ebenfalls eine massive
Anpassungsstörung fest. Seine Arbeitsunfähigkeitsschätzung (50%) bezog sich aber
nicht allein auf die psychische Beeinträchtigung. Er stützte sich auf den gesamten
(psychischen und somatischen) Zustand des Beschwerdeführers. Im Gegensatz zu den
Ärzten der Klinik Valens war Dr. med. I._ in bezug auf die Heilungschancen der
Anpassungsstörung pessimistischer. Er kreuzte im Berichtsformular die Variante
"stationär" an und bei der Variante "besserungsfähig" machte er ein Fragezeichen. Im
psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik Bellikon vom 4. Januar 2006 wurde zwar
über eine deutlich gesteigerte Unruhe und eine emotionale Labilisierung berichtet, aber
die zuständige Arzt ging davon aus, dass die Qualität eines eigentlichen depressiven
Syndroms nicht erreicht sei; auch die Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung
seien nicht erfüllt. Die psychische Beeinträchtigung erinnerte aber noch an eine
wellenförmig auftretende Anpassungsstörung. Der zuständige Arzt der Rehaklinik
Bellikon äusserte sich zwar nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers,
aber er ging davon aus, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich wieder in den
Arbeitsprozess integriert werden könne. Damit steht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers verbessert hatte. Es lag nämlich keine Anpassungsstörung mit
einer depressiven Reaktion mittleren Grades mehr vor. Das psychosomatische
Konsilium der Rehaklinik Bellikon ist so zu interpretieren, dass der Beschwerdeführer
zu diesem Zeitpunkt wieder in der Lage gewesen wäre, mittels einer zumutbaren
Willensanstrengung die subjektive Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu
überwinden und wieder zu 100% einer – körperlich adaptierten – Erwerbstätigkeit
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nachzugehen. Das psychosomatische Konsilium liefert aber keinen Hinweis auf den
Zeitpunkt, in dem diese Verbesserung eingetreten ist. Der psychiatrische
Sachverständige des asim hat überhaupt keine psychiatrische Diagnose mehr gestellt.
Die früher diagnostizierte Anpassungsstörung war nicht mehr nachweisbar. Der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hatte sich also nochmals
verbessert. Es bestand eindeutig keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Aufgrund der
weitgehend übereinstimmenden ärztlichen Aussagen ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer zwar möglicherweise im Frühjahr 2002 aus psychischen Gründen
teilweise arbeitsunfähig war, dass sich der psychische Zustand aber in der Folge so
verbessert hat, dass jedenfalls anlässlich der stationären Abklärung durch die
Rehaklinik Bellikon keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden hat.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin reicht dies aber nicht aus, um einen
Rentenanspruch auch rückwirkend für die Zeit ab dem möglichen Anspruchsbeginn zu
verneinen. Ebensowenig reichen die Angaben der Klinik Valens und diejenigen von Dr.
med. I._ aus, um eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die
Sache ist deshalb zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin wird in sorgfältiger Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht zu
klären haben, ob im massgebenden Zeitraum einmal eine rentenbegründende
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Sollte diese Frage objektiv nicht
mehr beantwortet werden können, wird der Beschwerdeführer den Nachteil der
Beweislosigkeit zu tragen haben.
2.2.3 Der Beschwerdeführer hatte sich am 21. Februar 2002 wegen eines am 5. Mai
2001 erlittenen Zeckenbisses bei der Unfallversicherung angemeldet. Dr. med. E._
hatte der Unfallversicherung am 22. März 2002 berichtet, er behandle den
Beschwerdeführer wegen der Folgen des Zeckenbisses. Dr. med. M._ hatte am 21.
Oktober 2002 als Diagnose eine Lyme-Borreliose Stadium II mit Beteiligung des
Bewegungsapparates und des zentralen Nervensystems angegeben. Er war von einer
floriden Lyme-Borreliose ausgegangen, aber er hatte keine eindeutige Aussage darüber
machen können, ob und gegebenenfalls welche Symptome, die er beim
Beschwerdeführer festgestellt hatte, von der Lyme-Borreliose ausgingen. Er hatte keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Prof. Dr. med. L._ hatte der
Unfallversicherung am 21. Dezember 2004 berichtet, es bestehe ein Status nach Lyme-
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Borreliose. Die Lyme-Serologie sei positiv, die Liquor-Untersuchung aber negativ
gewesen. Er könne keine Arbeitsfähigkeit bezogen nur auf die Frage des St. n. Lyme-
Borreliose angeben. Aber er könne die Symptome nennen, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf die Borreliose zurückzuführen seien: Leistungsintoleranz,
Müdigkeit, möglicherweise Arthralgien im Bereich der Hände, der Knie und eventuell
des Schultergürtels. Unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes des
Beschwerdeführers sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag nicht zu überzeugen, da nicht bekannt ist, auf
welche Art von Erwerbstätigkeit sie sich bezogen hat und da Prof. Dr. med. L._
möglicherweise die Folgen der Wirbelsäulen- und Hüftbeschwerden für die
Arbeitsfähigkeit überschätzt hat. In der traumatologischen Stellungnahme der
Rehaklinik Bellikon vom 31. Mai 2006 zuhanden der Unfallversicherung hatte ein
muskuloskelettaler Borreliosebefall nicht ausgeschlossen, aber auch nicht als
wahrscheinlich betrachtet werden können. Dr. med. M._ hatte am 21. Dezember
2006 angegeben, die muskuloskelettalen Beschwerden seien durch die Lyme-
Borreliose bedingt, auch wenn das Schleudertrauma und die degenerativen
Veränderungen ebenfalls untergeordnete Beschwerdeursachen seien. Im
infektiologischen Konsilium zur Begutachtung durch das asim vom 7. Dezember 2007
wurde ausgeführt, es könne kein Post-Lyme-Syndrom vorliegen, weil nicht alle Kriterien
erfüllt seien. Insbesondere fehlten eine klinisch dokumentierte Borreliose, ein plausibler
zeitlicher Zusammenhang der Symptome mit einer stattgehabten akuten Lyme-
Borreliose und ein Ausschluss einer psychischen Erkrankung oder einer Sucht. Dr.
med. M._ hat am 26. November 2008 nicht nur diese infektiologische Einschätzung,
sondern die gesamte Abklärung durch das asim in scharfem Ton kritisiert bzw. als
untauglich bezeichnet. Soweit sich Dr. med. M._ auf die rheumatologische und auf
die psychiatrische Abklärung bezogen hat, erwecken seine Äusserungen den Eindruck,
dass über das Ziel hinausgeschossen worden sei. Die Folgen des Zeckenbisses
vermögen kaum alle Beschwerden des Beschwerdeführers zu erklären, denn es sind
andere Ursachen zumindest eines Teils der Beschwerden nachgewiesen, wie im
übrigen auch Prof. Dr. med. L._ erkannt hat. In bezug auf die Frage, ob der
Beschwerdeführer eine akute Lyme-Borreliose durchgemacht hat und nun an den
Spätfolgen dieser Krankheit leidet, erscheinen die Ausführungen von Dr. med. M._ –
jedenfalls aus der notwendigerweise laienhaften Sicht des Gerichts – als zumindest so
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plausibel, dass sie die Überzeugungskraft der Feststellung im infektiologischen
Konsilium des asim, arbeitsfähigkeitsrelevante Spätfolgen der Lyme-Borreliose seien
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, erheblich herabsetzen.
Andererseits vermag aber auch die Einschätzung von Dr. med. M._, der – auch für
die Vergangenheit - von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten
ausgehen dürfte, nicht zu überzeugen. Damit fehlt nicht nur für den Zeitpunkt der
Abklärung durch das asim, sondern für die Zeit ab dem frühestmöglichen
Rentenbeginn eine überwiegend wahrscheinlich richtige Arbeitsfähigkeitsschätzung. Da
das zumutbare Invalideneinkommen nicht ermittelt werden kann, besteht keine
Möglichkeit, die Invalidität des Beschwerdeführers zu bemessen. Das bedeutet, dass
die angefochtene Verfügung (bzw. der dort behauptete Invaliditätsgrad) auf einem
unzureichend abgeklärten Sachverhalt beruht und deshalb aufgrund eines Verstosses
gegen den Untersuchungsgrundsatz (bzw. das Beweismass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit) als rechtswidrig zu qualifizieren ist.
3.
Daraus folgt, dass die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom
24. Oktober 2008 aufzuheben ist. Die Sache ist zur weiteren Abklärung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit für die
gesamte Zeit ab dem möglichen Rentenbeginn an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang ist in bezug auf die amtlichen und die
ausseramtlichen Kosten als vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu
betrachten, so dass die eventualiter bewilligte unentgeltlichen Rechtspflege und -
verbeiständung nicht zum Zug kommt. Der Beschwerdeführer hat gegenüber der
Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf den Ersatz der Vertretungskosten. Diese
bemessen sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Das Verfahren ist in bezug auf beide Kriterien als
durchschnittlich zu werten. Deshalb ist dem Beschwerdeführer praxisgemäss eine
Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zuzusprechen. Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr zu bezahlen.
Diese bemisst sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Da auch hier bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 26/26
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von einem durchschnittlichen Verfahren auszugehen ist, erweist sich praxisgemäss
eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG