Decision ID: 6cd1fa3c-c55a-42a6-a037-b6926424d69c
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Am 8. Oktober 2007 erliess der Gemeindevorstand von D._ den
Quartierplan Gewerbezone C._. Dieser umfasste nebst den
Parzellen E._, F._, G._ und H._ die Parzelle
I._ von A._. Im (Quartier-)Erschliessungsplan wurden
gestützt auf die Quartierplanvorschriften (QPV) eine "Fahrbahn mit
Belag" (gelb gekennzeichnet, ausparzelliert als Grundstück J._)
und über das Grundstück F._ hinweg eine "Fahrbahn ohne Belag"
(weiss gekennzeichnet, nur Fläche, nicht ausparzelliert) festgelegt. Am
9. März 2009 erfolgte die erste Änderung des Quartierplans hinsichtlich
der Gebäudehöhe und Form der Bauten.
2. Am 22. Dezember 2017 stellten K._, Eigentümer des Grundstücks
F._, ein Baugesuch für die Erstellung eines Wohn- und
Gewerbegebäudes. Gegen dieses Baugesuch erhob A._ während
der öffentlichen Auflage am 7. Februar 2018 Einsprache. Anlässlich des
Augenscheins vom 17. Mai 2018 zeigte sich, dass hinsichtlich der
Realisierung, Finanzierung und Benützung der im Quartierplan
C._ festgelegten "Fahrbahn ohne Belag", welche über das
Grundstück F._ führt, und der Erschliessung der Grundstücke
F._, I._ und H._ dient, keine Einigung unter den
Quartierplanbeteiligten bestand. Aufgrund dessen zog die
Bauherrschaft das Baugesuch wieder zurück.
3. Am 30. Juli 2018 beschloss der Gemeindevorstand D._ das
Quartierplanverfahren zum Zweck der Überarbeitung des Quartierplans
"C._" von Amtes wegen einzuleiten und gab am 10. August 2018
die Absicht zur Einleitung des Quartierplanverfahrens für das Gebiet
C._ betreffend Änderung 2019 wie folgt öffentlich bekannt:
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"1. Das Quartierplangebiet umfasst die Parzellen Nr. N._ (teilweise),
E._, F._, I._, G._, H._, J._, L._ und
M._ des Grundbuches D._.
2. Der Plan mit der vorgesehenen Abgrenzung des Quartierplangebietes kann
auf der Gemeindekanzlei eingesehen werden.
3. Die Quartierplanung umfasst insbesondere:
– Die Überarbeitung, Aktualisierung und Ergänzung des Quartierplans be-
züglich der Erschliessungsplanung
– Die Überarbeitung und Aktualisierung der Vorschriften über die Nutzung
und Ausnützung
– Die Regelung der Verteilung der Planungs- und Erschliessungskosten."
Die beabsichtigte Einleitung wurde den Quartierplanbeteiligten vorab
am 3. August 2018 mitgeteilt. Mit Schreiben vom 7. September 2018
liess sich u.a. A._ dazu vernehmen, wobei er beantragte, die
Zufahrtsstrasse zu den Grundstücken I._ und H._ sei
auszuparzellieren und mit der Strassenparzelle J._ zu vereinigen.
Am 26. September 2018 teilte der Gemeindevorstand D._ den
beteiligten Grundeigentümern und den beiden Einsprechern seine
Absicht mit, den Zweck der Quartierplanrevision gemäss Ziff. 3 von
Amtes wegen wie folgt zu erweitern: "Die Prüfung und – wenn
zweckmässig – Festlegung von Baulinien und/oder Baufenstern". Da
innert der 30-tägigen Frist keine Einsprache gegen die beabsichtigte
Erweiterung des Planungszweckes einging, beschloss der
Gemeindevorstand D._ am 30. Oktober 2018 die Einleitung des
Quartierplanverfahrens C._. In den Erwägungen des Beschlusses
wies er darauf hin, dass er anlässlich der Sitzung vom 11. September
2018 auf die Einsprache von A._ nicht eingetreten sei, dessen
Antrag jedoch zuhanden der Erarbeitung der Quartierplanänderungen
im Sinne einer Mitwirkung entgegengenommen worden sei. Der
Einleitungsbeschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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4. Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens beantragte A._ mit
Eingabe vom 12. April 2019 erneut die Ausparzellierung der als private
Zufahrtsstrasse bezeichneten Strasse und Vereinigung mit der
Strassenparzelle J._ sowie den vollständigen Erlass der Planungs-
und Erschliessungskosten betreffend die Änderung des Quartierplans.
Mit Schreiben vom 5. August 2019 nahm der Gemeindevorstand
D._ dazu Stellung.
5. Nachdem der Quartierplan erarbeitet und den Beteiligten Gelegenheit
zur Mitwirkung gegeben worden war, legte der Gemeindevorstand
D._ den Entwurf für den überarbeiteten Quartierplan samt
Erschliessungsplan vom 9. August bis zum 9. September 2019
öffentlich auf. Nebst Änderungen bei den Grenz- und
Gebäudeabständen und Fassadenhöhen sowie der Nutzung bzw.
Ausnützung war im (Quartier-)Erschliessungsplan neu auf der Parzelle
F._ eine Baulinie festgelegt (Quartierplanvorschriften (nQPV) vom
28. Juni 2019). Das Kapitel der Erschliessung wurde um den Art. 10a
nQPV mit folgendem Wortlaut ergänzt:
"1. Der im Erschliessungsplan bezeichnete private Zufahrtsweg dient der
Erschliessung der Grundstücke Nr. F._, I._ und H._. Die
jeweiligen Grundeigentümer haben das Recht, den Zufahrtsweg
uneingeschränkt zu befahren und zu begehen.
2. Der Zufahrtsweg ist dauernd für das Befahren offenzuhalten. Insbesondere ist
eine Nutzung zu Parkierungszwecken oder das Abstellen von Gütern aller Art
untersagt.
3. Die Projektierung und Erstellung des privaten Zufahrtsweges ist Sache der
Gemeinde. Der Zeitpunkt der Ausführung wird von der Baubehörde bestimmt.
Die Ausführung erfolgt spätestens mit Baubeginn eines Neubaus auf einem
der berechtigten Grundstücke. Der Unterhalt und spätere Erneuerungen des
Zufahrtsweges richten sich nach Art. 21 Abs. 1 der Quartierplanvorschriften."
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Geändert wurden zudem die Bestimmungen zu den Verfahrenskosten
und die Kosten der Erschliessungsanlagen, wonach die Kosten der
Quartierplanung "Änderung 2019" sowie für die Projektierung und
Erstellung des im Erschliessungsplan bezeichneten privaten
Zufahrtsweg den Eigentümern der Grundstücke F._, I._ und
H._ gemäss Verteilschlüssel auferlegt wurden (Art. 19 f. nQPV).
6. Mit Eingabe vom 9. September 2019 erhob A._ Einsprache gegen
den Quartierplan C._ mit dem Antrag, der Quartierplan C._
"Änderung 2019" sei aufzuheben und im Sinne der Ausführungen zu
ergänzen und zu überarbeiten; anschliessend sei die öffentliche
Auflage zu wiederholen. Die Einsprachegründe entsprachen im
Wesentlichen den Punkten, welche bereits im Rahmen des
Mitwirkungsverfahrens vorgebracht wurden.
7. Mit Einsprache- und Genehmigungsbeschluss vom 15. Oktober 2019,
mitgeteilt am 24. Oktober 2019, wies der Gemeindevorstand D._
die Einsprache ab, soweit darauf eingetreten wurde, und genehmigte
die Quartierplanänderung C._ 2019. Die Verfahrenskosten gingen
zu Lasten der Planungskosten.
8. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am
25. November 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einsprache- und Genehmigungsbeschlusses und die Rückweisung der
Sache an die Gemeinde D._ im Sinne der Ausführungen zur
Überarbeitung, mit anschliessender Wiederholung der öffentlichen
Auflage. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung
der aufschiebenden Wirkung.
9. Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2020 nahm die Gemeinde
B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) als Rechtsnachfolgerin
- 6 -
der Gemeinde D._ Stellung zur Beschwerde vom 25. November
2019, worin sie die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf
überhaupt eingetreten werden könne, beantragte. Zur Begründung
verwies sie grundsätzlich auf die Ausführungen im angefochtenen
Einsprache- und Genehmigungsbeschluss des damaligen
Gemeindevorstandes D._ vom 15. bzw. 24. Oktober 2019 und
bestritt sämtliche Ausführungen des Beschwerdeführers, sofern sie
nicht mit den Ausführungen im angefochtenen Entscheid oder mit den
Ausführungen in der Vernehmlassung übereinstimmten.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
und auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Angefochten ist vorliegend der Entscheid des damaligen
Gemeindevorstandes der Gemeinde D._ vom 15. Oktober 2019,
mitgeteilt am 24. Oktober 2019, worin dieser die Einsprache von
A._ betreffend Änderung des Quartierplans C._ abgewiesen
und den geänderten Quartierplan erlassen hat. Es handelt sich insofern
um einen verbindlichen kommunalen Entscheid aus dem Gebiet des
öffentlichen (Bau- und Planungs-)Rechts, welcher von der zuständigen
Planungsbehörde getroffen wurde (vgl. dazu Art. 7 des kommunalen
Baugesetzes [BG] sowie Art. 53 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für
den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100] und Art. 19 Abs. 1 der
Raumplanungsverordnung über den Kanton Graubünden [KRVO; BR
801.110]). Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) unterliegen solche
Entscheide der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, wenn sie wie vorliegend
weder bei einer anderen Instanz angefochten werden können, noch
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nach kantonalem
oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Zur Beschwerde legitimiert
ist nach Art. 50 VRG, wer vom angefochtenen Entscheid berührt ist und
ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat
oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Der
Beschwerdeführer hat sich bereits im vorinstanzlichen Verfahren in
eigenem Namen als Einsprecher konstituiert und ist mit seinen
Anträgen unterlegen (vgl. dazu Art. 18 Abs. 3 KRVO i.V.m. Art. 101
Abs. 2 KRG). Als materieller und formeller Adressat des angefochtenen
Entscheides sowie Quartierplanbeteiligter ist er somit zur Beschwerde
legitimiert. Insofern ist auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde vom 25. November 2019 – unter Vorbehalt der
nachstehenden Erwägung 7.5 – einzutreten (vgl. dazu Art. 38 f. und
Art. 52 Abs. 1 VRG).
2. In prozessualer Hinsicht wurde der Antrag um Gewährung der
aufschiebenden Wirkung am 19. März 2021 instruktionsrichterlich
gewährt. In beweisrechtlicher Hinsicht kann auf die Durchführung des
(beschwerdegegnerisch beantragten) Augenscheins in antizipierter
Beweiswürdigung verzichtet werden, da sich der Sachverhalt
hinreichend aus den Akten ergibt (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 131 I 153
E.3, 127 V 491 E.1b).
3. In Bezug auf die Kognition des Verwaltungsgerichtes in der
vorliegenden Sache ist zunächst auf Art. 51 Abs. 1 VRG hinzuweisen,
wonach mit verwaltungsgerichtlicher Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, sowie
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts gerügt werden können. In bau- und planungsrechtlichen
Angelegenheiten ist zusätzlich auch noch Art. 33 Abs. 2 und Abs. 3 lit. b
des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) zu
berücksichtigen. Demnach muss das kantonale Recht wenigstens ein
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Rechtsmittel gegen Verfügungen und Nutzungspläne vorsehen, die
sich auf das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen
Ausführungsbestimmungen stützen. Zudem ist die volle Überprüfung
durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewährleisten. Damit
steht zwar dem Verwaltungsgericht, als erste und einzige kantonale
Beschwerdeinstanz, grundsätzlich eine volle Überprüfungsbefugnis zu,
doch heisst dies nicht, dass es sein eigenes Ermessen ohne Weiteres
an dasjenige der Planungsbehörde setzen darf. Denn es ist
Rechtsmittelinstanz und nicht Planungsbehörde, womit es sich
regelmässig rechtfertigt, eine gewisse Zurückhaltung bei der
Überprüfung von (planerischen) Ermessensentscheiden bzw. lokalen
Angelegenheiten zu üben (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU]
R 18 6 vom 2. Oktober 2018 E.2.1, VGU R 17 9, R 17 10, R 17 11 und
R 17 12 vom 14. November 2017 E.2b, VGU R 16 68 vom 8. Juni 2017
E.2b; Urteil des Bundesgerichts 1C_420/2015 vom 22. April 2016 E.3.4
m.H.a. BGE 127 II 238 E.3b/aa; vgl. dazu auch Art. 2 Abs. 3 RPG,
welcher grundsätzlich auch von den Rechtsmittelbehörden zu beachten
ist [siehe dazu WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar zum
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 2 Rz. 62]). Zudem sind Bündner
Gemeinden in weiten Teilen der Raumplanung und des Bauwesens
autonom. Bei der Festsetzung von Quartierplänen kommt der
kommunalen Planungsbehörde schon grundsätzlich eine
Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu (siehe Urteile des
Bundesgerichts 1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.2.4, 1C_334/2018
vom 1. April 2019 E.3.3, 1C_131/2015 vom 16. Oktober 2015 E.2.1. f.
m.H.a. BGE 128 I 3 E.2b; vgl. auch Art. 3 Abs. 1, Art. 22 Abs. 1 und 3
und Art. 53 KRG sowie Art. 65 der Verfassung des Kantons
Graubünden [KV; BR 110.100]).
4. Gemäss Zusammenschlussvertrag zwischen der Gemeinde B._
und der Gemeinde D._ vom 30. August bzw. 25. November 2018
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tritt die Gemeinde B._ in die Rechtsverhältnisse der bisherigen
Gemeinde D._ ein und übernimmt deren Vermögen und
Verbindlichkeiten einschliesslich der gesprochenen Kredite (Ziff. 1.).
Für die zusammengeschlossene Gemeinde gilt das kommunale Recht
der Gemeinde B._. Die Rechtserlasse der Gemeinde D._
gelten mit Inkrafttreten des Zusammenschlusses unter Vorbehalt von
Ausnahmen, u.a. des Baugesetzes, als aufgehoben (Ziff. 2 lit. a). Diese
Erlasse werden per 1. Januar 2020 ins Recht der Gemeinde B._
aufgenommen und beanspruchen für die ehemalige Gemeinde
D._ so lange Geltung, bis sie von der Gemeinde B._
aufgehoben bzw. durch neues Recht ersetzt werden. Das Baugesetz
der Gemeinde D._ wurde bis anhin weder aufgehoben noch
ersetzt, so dass es noch Geltung hat. Mit dem Zusammenschluss
erfolgte auch eine Anpassung der Parzellennummerierung, welche im
vorliegenden Urteil Anwendung findet. Im Weiteren wurde die
ehemalige Parzelle H._ (ehemals Erbengemeinschaft O._) in
zwei Parzellen aufgeteilt und am 14. August 2019 an P._ (je 1⁄2
Miteigentum an Parzelle Q._) sowie A._ (Parzelle R._)
veräussert.
5.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs geltend. Dazu führt er insbesondere aus, dass die Vorinstanz
seine Rügen nicht richtig verstanden und deshalb nicht habe behandeln
können. Die vorgebrachten Rügen beträfen keineswegs die
Infragestellung des Einleitungsverfahrens des Quartierplans C._.
Mit den neuen geplanten Quartierplanvorschriften C._ habe die
Gemeinde, nicht wie von ihm beantragt, den bestehenden Quartierplan
vollzogen bzw. die Erschliessung der Strasse nördlich der Parzelle
S._ geregelt, sondern vielmehr die bestehenden
Quartierplanvorschriften in dem Sinne geändert, dass sie ein bereits
detailliert erarbeitetes Bauprojekt ermöglichten. Die von der Gemeinde
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D._ vorgesehenen Quartierplanänderungen seien damit nicht
aufgrund einer Verhältnisänderung erfolgt, welche die beabsichtigten
Änderungen rechtfertigen würden.
5.2. Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf
rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert
andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der
Parteien im Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung
haben kann. Die Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig
geschütztes Individualrecht, es hat den Charakter eines selbständigen
Grundrechtes (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1001 und 1003).
Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt insbesondere auch ein Mindestanspruch auf
Begründung eines hoheitlichen Aktes. Die Begründungspflicht für
kantonale Behörden ergibt sich insbesondere aus dem kantonalen
Verfahrensrecht, vorliegend aus Art. 22 Abs. 1 VRG (vgl. auch Art. 3
Abs. 2 der eidgenössischen Raumplanungsverordnung [RPV;
SR 700.1] bezüglich der Begründungspflicht von
Interessenabwägungen bei der Wahrnehmung von raumwirksamen
Aufgaben). Die Begründung eines Entscheids muss so abgefasst sein,
dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann.
Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz
sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In
diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt (PVG 2011 Nr. 31 E.2c/aa). Sie muss sich nicht mit
jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen, sondern kann sich vielmehr auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE
140 II 262 E.6.2 m.H.a. 136 I 229 E.5.2). Ob die Begründung dann auch
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rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist nicht eine Frage des formellen
Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen Beurteilung
der Streitfrage (vgl. zum Ganzen auch VGU R 18 3 vom 12. September
2018 E.6.2, R 11 121 vom 3. Juli 2018 E.3.4).
5.3. Im angefochtenen Entscheid vom 15. Oktober 2019 legte der damalige
Gemeindevorstand D._ zunächst den Sachverhalt dar und
äusserte sich in Ziffer 10 hinsichtlich der Rügen des (damaligen)
Einsprechers, wonach kein Platz für die aktuell gewollte
Änderung/Ergänzung der Quartierplanung trotz gleicher Verhältnisse
bestehe und der Zeithorizont, nach welchem gemäss Rechtsprechung
allenfalls eine Anpassung vorgenommen werden könne, ebenfalls noch
nicht verstrichen sei. Mit diesem Vorhalt sei nicht der Einwand
verbunden, der Quartierplan dürfe aufgrund der nicht geänderten
Verhältnisse nicht überprüft werden. Entscheidend sei allerdings, dass
keine Verhältnisänderung ersichtlich sei, die die beabsichtigte
Änderung der Quartierplanung (Gestaltungs- und Nutzungsregelung)
rechtfertigen würde. Die vorliegende Quartierplanänderung erfolge nur,
um der Realisierung eines konkreten Bauprojektes zum Durchbruch zu
verhelfen. Der damalige Gemeindevorstand D._ trat auf diese
Rügen mit dem Argument, wonach der Einleitungsbeschluss in
Rechtskraft erwachsen sei und damit auch die Frage der Zulässigkeit
des mit der Änderung des Quartierplanes beabsichtigten Zweckes,
weshalb die Einwendungen des Einsprechers in der
Durchführungsphase somit nicht mehr gehört werden könnten, nicht
ein. Der Vollständigkeit halber wies er darauf hin, dass es nicht verboten
sei, einem bereits detailliert erarbeiteten Bauprojekt mittels Änderung
der Nutzungsplanung zum Durchbruch zu verhelfen. Eine
Quartierplanung könne auch nur zugunsten einer einzigen Liegenschaft
durchgeführt werden, wenn sich dies als geeignetes Instrument für eine
einwandfreie Erschliessung oder die optimale Nutzung von Bauland
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darstelle. Die beabsichtigte Quartierplanrevision erfolge jedoch ohnehin
nicht allein gestützt auf die Parzelle T._, sondern insbesondere
auch hinsichtlich weiterer raumordnungsrelevanter Anordnungen,
namentlich der Überarbeitung und Aktualisierung der Vorschriften über
die Nutzung und Ausnützung sowie Gestaltungsregelung.
5.4. Der damalige Gemeindevorstand D._ ist damit auf die Rügepunkte
des Beschwerdeführers eingegangen und hat hinreichend dargelegt,
von welchen Überlegungen er sich bei seinem Entscheid leiten liess.
Eine sachgerechte Anfechtung durch den Beschwerdeführer erscheint
dem Gericht damit ohne Weiteres möglich. Im Übrigen betreffen die
Rügen des Beschwerdeführers vielmehr die Frage, ob die Begründung
des Gemeindevorstandes zu beanstanden ist oder nicht. Dies ist aber
wie dargelegt, eine Frage der materiellen Beurteilung der Streitfrage.
Insofern ist kein Begründungsmangel ersichtlich, so dass keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt.
6. Vorliegend ist umstritten, ob der damalige Gemeindevorstand D._
zu Recht den geänderten Quartierplan in der vorliegenden Fassung
erlassen und den Anträgen des Beschwerdeführers nicht entsprochen
hat. Der Beschwerdeführer verlangt im Ergebnis eine Rückweisung der
Quartierplanung an die Beschwerdegegnerin, wonach diese die als
private Zufahrtsstrasse bezeichnete Strasse auf Parzelle T._
ausparzellieren und mit der Strassenparzelle vereinigen solle. Ferner
sei die Berechtigung am privaten Zufahrtsweg grundbuchlich
abzusichern und selbiges im Quartierplan festzuhalten sowie beim
Kostenverteiler vom Verursacherprinzip auszugehen und demnach ein
Teil der Quartierplankosten von der Beschwerdegegnerin zu tragen. In
materieller Hinsicht gilt es im Einzelnen die Rügen des
Beschwerdeführers zu prüfen.
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7.1. Der Beschwerdeführer macht einleitend geltend, er habe nie gerügt,
eine Änderung oder Ergänzung des Quartierplans dürfe nicht
vorgenommen werden. Im Gegenteil habe er selbst die Gemeinde
darauf aufmerksam gemacht, dass der bestehende Quartierplan
C._ nicht in jeder Hinsicht vollzogen worden sei, weshalb eine
entsprechende Regelung erfolgen solle. Er habe sich selbstverständlich
nicht gegen die Einleitung eines Quartierplanverfahrens gewehrt, in der
Hoffnung, dass entsprechend seiner Anfragen die Thematik der
Erschliessungsstrasse nördlich der Parzelle S._ thematisiert und
geregelt würde. Die Quartierplanänderungen seien nicht aufgrund einer
Verhältnisänderung erfolgt, welche die beabsichtigten Änderungen
rechtfertigen würden.
7.2. Der Quartierplan dient nach Art. 51 Abs. 1 KRG der Regelung der
Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder
von weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail im Rahmen der
Grundordnung. Das Quartierplanverfahren kommt auch für die
Regelung des Unterhalts und der Erneuerung von (bestehenden)
Erschliessungsanlagen grundsätzlich in Frage. Wenn für die geplante
Regelung betreffend die Infrastrukturanlagen mehrere geeignete und
betreffend Verfahrensaufwand und Kostenbelastung vergleichbare
Verfahren zur Verfügung stehen, steht die Verfahrenswahl im
(pflichtgemässen) Ermessen der Gemeinde (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 1C_289/2019, 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020
E.3.3 und 4.4 ff.). Die Einleitung und Durchführung einer (amtlichen)
Quartierplanung sowie der Erlass und Änderungen des Quartierplans
fallen in den Zuständigkeitsbereich des Gemeindevorstands. Der
Gemeindevorstand beschliesst von Amtes wegen
oder auf Antrag Privater über die Einleitung der Quartierplanung. Die
Einzelheiten über das Verfahren sind von der Regierung gestützt auf
Art. 53 Abs. 4 KRG geregelt worden und sehen ein Verfahren mit
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jeweiligen Verpflichtungen zur Auflage der Planungsmittel und
entsprechenden Mitwirkungs-, Einsprache- und
Rechtsmittelmöglichkeiten für die von der Quartierplanung Betroffenen
vor (Art. 16 KRVO: Einleitungsbeschluss; Art. 17 ff. KRVO: Erarbeitung
und Erlass Quartierplan; Art. 20 KRVO: Kostenverteiler). Die Frage, ob
die Quartierplanpflicht im fraglichen Gebiet C._ mit einer Änderung
des bestehenden Quartierplanes erfüllt wird, liegt im pflichtgemässen
Ermessen der Planungsbehörde. Es handelt sich um ein rein lokales
Anliegen, für das ein geschützter behördlicher Beurteilungsspielraum
besteht. Der streitgegenständliche Entscheid ist in formeller Hinsicht
rechtmässig zustande gekommen; ob er auch in materieller Hinsicht
rechtens ist, ist nachstehend zu prüfen.
7.3. Für die Einleitung einer Änderung oder Anpassung eines
Quartierplanes wird nach Art. 21 Abs. 1 KRVO vorausgesetzt, dass sich
die Verhältnisse seit dem Erlass desselben erheblich geändert haben.
Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein noch nicht ausgeführter
Quartierplan geänderten Vorschriften der Grundordnung nicht mehr
entspricht. Art. 21 Abs. 1 KRVO korrespondiert mit und richtet sich nach
Art. 21 Abs. 2 RPG, welcher besagt, dass – sofern sich die Verhältnisse
erheblich geändert haben – die Nutzungspläne überprüft und
nötigenfalls angepasst werden. Art. 21 RPG gilt für alle Arten von
Nutzungsplänen, also auch für Quartierpläne (vgl. WALDMANN/HÄNNI,
a.a.O., Art. 21 Rz. 3; Urteil des Bundesgerichts 1C_494/2018 vom 13.
Juni 2019 E.3.2 m.H.a. AEMISEGGER/KISSLING, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbemerkungen zur
Nutzungsplanung, Rz. 59 ff.). Art. 21 Abs. 2 RPG unterscheidet mit
Blick auf die Änderung von Nutzungsplänen zwei Stufen: In einem
ersten Schritt wird geprüft, ob sich die Verhältnisse so erheblich
verändert haben, dass die Nutzungsplanung überprüft werden muss; in
- 15 -
einem zweiten Schritt erfolgt nötigenfalls die Plananpassung (vgl. BGE
140 II 25 E.3 m.w.H.).
7.4. Als Verhältnisse, deren Änderung eine Plananpassung rechtfertigen
bzw. gebieten kann, fallen sowohl tatsächliche (wie z.B.
Bevölkerungswachstum, Wirtschaftsentwicklung, Bedrohung eines
Landschaftsbildes oder eines Lebensraums, neue
Erschliessungsverhältnisse) als auch rechtliche Umstände (wie z.B.
Änderungen des Planungs- und Umweltrechts, Revision des
Richtplans, ergangene Rechtsprechung) in Betracht. Eine
Planänderung ist allerdings nur dann mit Art. 21 Abs. 2 RPG vereinbar,
wenn sich die Verhältnisse seit der letzten Planfestsetzung erheblich
verändert haben. Dies ist der Fall, wenn entweder die tatsächlichen
oder rechtlichen Umstände, die der Planfestsetzung zugrunde gelegen
hatten, zu wesentlichen Teilen dahingefallen sind, oder wenn seither
neue bedeutende Bedürfnisse entstanden sind. Die Verhältnisse
müssen sich mit anderen Worten in einer Weise geändert haben, dass
kein öffentliches Interesse mehr an der Beibehaltung der bisherigen
Nutzungsordnung besteht. Hingegen fehlt es an den Voraussetzungen
für eine Planänderung, wenn die Verhältnisse bei der früheren Planung
bereits bekannt waren und somit schon in den planerischen Entscheid
eingeflossen sind. Von erheblich geänderten Verhältnissen im Sinne
von Art. 21 Abs. 2 RPG ist mithin auszugehen, wenn man
vernünftigerweise annehmen kann, das Gemeinwesen hätte anders
verfügt, wenn es im Zeitpunkt der Entscheidfindung mit den
gegenwärtigen Verhältnissen konfrontiert gewesen wäre (vgl.
WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 21 Rz. 15 f.; TANQUEREL, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, a.a.O., Art. 21 Rz. 38 ff.).
7.5. Aus den Akten ergibt sich, dass der Einleitungsbeschluss des
damaligen Gemeindevorstands D._ vom 30. Oktober 2018
unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist (vgl.
- 16 -
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 11 und 12), was vom
Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird. Aufgrund seiner
Vorbringen ist der Beschwerdeführer zudem darauf zu behaften, dass
er gegen eine Änderung des Quartierplans "C._" nichts
einzuwenden hat, womit er implizit auch anerkennt, dass die
Voraussetzungen für eine Quartierplanänderung gegeben sind (vgl.
BGE 140 II 25 E.1.1 und 3). Einwendungen gegen das Verfahren an
sich und das Planungsgebiet können im weiteren Verfahren nicht mehr
erhoben werden (vgl. Art. 16 Abs. 2 KRVO). Auf eine solche Rüge hätte
somit nur im Einleitungsverfahren, welches jedoch wie bereits
aufgezeigt, rechtskräftig abgeschlossen ist, eingetreten werden
können. Der Einleitungsbeschluss ist jedoch in Rechtskraft erwachsen
und damit auch die Frage nach der Zulässigkeit des mit der Änderung
des Quartierplanes beabsichtigten Zweckes, so dass auf diese Rüge
nicht einzutreten ist.
7.6. Der Beschluss des damaligen Gemeindevorstands D._ zur
Einleitung einer Quartierplanrevision ist nachvollziehbar, die
Verhältnisse haben sich in Bezug auf die geänderten Bestimmungen
geändert und rechtfertigen eine Plananpassung des Quartierplans aus
den Jahren 2007 bzw. 2009. Im Sinne einer haushälterischen
Bodennutzung besteht zudem ein gewichtiges öffentliches Interesse,
die bereits eingezonte Parzelle T._ möglichst zeitgerecht der
vorgesehenen Nutzung, d.h. der Überbauung zuzuführen und an der
Ermöglichung der recht- und zweckmässigen Überbauung der Parzelle
im Hinblick auf eine haushälterische Bodennutzung (Art. 75 Abs. 1 BV;
Art. 1 Abs. 1 RPG). Dies entspricht auch dem Ziel nach Art. 1 Abs. 2
lit. abis RPG (Siedlungsentwicklung nach innen) bzw. dem
raumplanerischen Grundsatz der Inneren Verdichtung (Art. 3 Abs. 3
lit. abis RPG; vgl. AEMISEGGER/KISSLING, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, a.a.O., Vorbem. zur
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Nutzungsplanung Rz. 40; WALDMANN/HÄNNI, a.a.O. Art. 1 Rz. 14). Im
Weiteren ist ein öffentliches wie auch ein privates Interesse gegeben
hinsichtlich der Überarbeitung, Aktualisierung und Ergänzung des
Quartierplans bezüglich der Erschliessungsplanung, hat doch der
Beschwerdeführer selbst die Anpassung des Quartierplans betreffend
die private Zufahrtsstrasse beantragt. Vorliegend besteht damit weder
ein öffentliches noch ein privates Interesse an der Erhaltung des
bestehenden Quartierplans. Auch hinsichtlich der Interessenabwägung
zwischen Planbeständigkeit und notwendiger Anpassung an veränderte
Verhältnisse überwiegt das öffentliche Interesse. Somit wäre diese
Rüge, wenn auf sie eingetreten würde, abzuweisen.
8.1. Der Beschwerdeführer beantragt die Ausparzellierung der privaten
Zufahrtsstrasse auf Parzelle T._ und deren Vereinigung mit der
Strassenparzelle 20831 und Überführung ins Miteigentum der
Quartierplanbetroffenen. Diesbezüglich sei die Vorinstanz auf seine
Rügen zu Unrecht nicht eingetreten, obwohl sie selbst eine
Vertrauensgrundlage dafür geschaffen habe, welche sie mit ihrem
Entscheid verletze. Zudem liege auch ein materieller Verstoss vor, da
es die Vorinstanz versäumt habe, den ursprünglichen Quartierplan zu
vollziehen. Im Weiteren habe die Vorinstanz das Vertrauen in die
Rechtssicherheit, die der ursprüngliche Quartierplan geschaffen habe,
verletzt und behandle die Erschliessungsstrassen trotz Anspruch auf
eine Gleichbehandlung unterschiedlich.
8.2. Vorliegend, kann offengelassen werden, ob der damalige
Gemeindevorstand D._ mit seiner Bemerkung, wonach dem
Beschwerdeführer in Aussicht gestellt wurde, dass sein Antrag um
Ausparzellierung und Vereinigung der privaten Zufahrtsstrasse bei der
Erarbeitung der Quartierplanänderung im Sinne einer Mitwirkung
entgegengenommen würde, eine Vertrauensgrundlage bilden konnte,
und der Gemeindevorstand zu Recht auf die Einsprache des
- 18 -
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, da sich der angefochtene
Entscheid diesbezüglich auch in materieller Hinsicht, wie folgt
aufgezeigt, als rechtens erweist.
8.3. Mit einem öffentlichen Quartierplan wird in die Rechte der
Grundeigentümer, insbesondere in deren Baufreiheit als Bestandteil
der Eigentumsgarantie nach Art. 26 BV eingegriffen. Gemäss Art. 36
BV muss daher u.a. die Einleitung eines Quartierplanverfahrens auf
einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen
Interesse liegen und verhältnismässig sein (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_314/2018 vom 1. April 2019 E.4.1). Die
zweckmässige Erschliessung von Bauland gehört zu denjenigen
Aufgaben, die im öffentlichen Interesse liegen und vom Gemeinwesen
zu erfüllen ist. Ferner besteht auch ein öffentliches Interesse der
Gemeinde an einer genügenden Zufahrt zu einer rechtskräftig
ausgeschiedenen Bauzone. Nach herrschender Gerichtspraxis wird die
Ausscheidung von eigenständigen Strassenparzellen durch die
Gemeinden für die Erschliessung von grösseren,
zusammenhängenden Quartierplangebieten nicht beanstandet, sofern
sie die beste und zwecktauglichste Massnahme darstellt, um die
Baugebietserschliessung endgültig zu regeln und für die Zukunft zu
garantieren (vgl. PVG 2004 Nr. 23 E.2; VGU R 00 136A/137A E.3d).
8.4. Bisher war der private Zufahrtsweg als öffentlich-rechtliche
Eigentumsbeschränkung (vgl. Art. 9 QPV) festgelegt, was nach Ansicht
der Gemeinde auch gemäss der neuen Bestimmung Art. 10a nQPV so
bleiben sollte. Auch eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung
muss mit der Eigentumsgarantie vereinbar sein. Das setzt voraus, dass
sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse
Iiegt und verhältnismässig ist. Die Gemeinwesen sind zur Erschliessung
der in ihren Baugebieten gelegenen Grundstücke verpflichtet. Gemäss
Art. 51 ff. KRG steht den Gemeinden dafür grundsätzlich das
- 19 -
Ordnungsinstrument der Quartierplanung zur Verfügung. Dabei steht es
aber ausdrücklich im pflichtgemässen Ermessen der zuständigen
Gemeinden, wie und wann sie ein solches Verfahren im Rahmen der
gesetzlichen Vorgaben für angezeigt und sinnvoll erachten. Bei der
Beurteilung dieser wichtigen Frage steht der kommunalen
Baubehörden, die mit den örtlichen Begebenheiten am besten vertraut
ist, daher auch ein erhebliches Ermessen zu.
8.5. Der damalige Gemeindevorstand D._ hat in nachvollziehbarer
Weise dargelegt, was seine Beweggründe für die grundsätzliche
Beibehaltung der bisherigen öffentlich-rechtlichen
Eigentumsbeschränkung waren. Er ist damit dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit (Art. 26 i.V.m. Art. 36 BV) gerecht geworden und
hat mit seinem Entscheid sein Planungsermessen nicht verletzt. Es
rechtfertigt sich bei einer Feinerschliessung wie sie vorliegt, lediglich
eine Dienstbarkeitslösung, womit letztlich eine Beschränkung des
Kreises der Strassenbenutzer bezweckt werden soll, vorzusehen. Eine
im Quartierplan festgelegte öffentlich-rechtliche
Eigentumsbeschränkung erweist sich bei dieser Grössenordnung bzw.
bei lediglich vier betroffenen Parzellen als zweckmässig und
wirtschaftlich. Die Verhältnismässigkeit ist gewahrt, da der vom
Beschwerdeführer beantragte weitergehende Eingriff in die
Eigentumsgarantie sich als nicht erforderlich erweist. Zudem wird damit
auch dem Antrag des Beschwerdeführers nach Eintragung der
Berechtigung ins Grundbuch nachgekommen, da der Quartierplan nach
Eintritt der Rechtskraft im Grundbuch anzumerken ist (vgl. Art. 19
Abs. 3 KRVO). Der im Planungsermessen des damaligen
Gemeindevorstands D._ liegende Entscheid ist somit nicht zu
beanstanden. Auch die Rüge, wonach die private Zufahrtsstrasse im
Generellen Erschliessungsplan enthalten sein müsse, geht ins Leere,
da gemäss Art. 45 Abs. 1 KRG (in der ab dem 1. April 2019 gültigen
- 20 -
Fassung) keine generelle Pflicht besteht, eine
Feinerschliessungsanlage im Generellen Erschliessungsplan
einzutragen (vgl. Art. 58 Abs. 4 KRG). Damit ist auch die Rüge der
Verletzung des Gebots der Gleichbehandlung nicht zu hören und
materiell unbegründet.
8.6. Ebenso unbegründet ist die Rüge, wonach der ursprüngliche
Quartierplan nicht vollzogen und der Anspruch auf Rechtssicherheit
verletzt werde. Im bisherigen Erschliessungsplan aus dem Jahre 2007
war die private Zufahrtsstrasse unter dem Begriff "Fahrbahn ohne
Belag" festgelegt. Im Erschliessungsplan (Änderung 2019) wird sie neu
"privater Zufahrtsweg" genannt, die Fläche blieb konstant, nur die
beabsichtigte Nutzung wird im neuen Art. 10a QPV näher umschrieben
("1 Der im Erschliessungsplan bezeichnete private Zufahrtsweg dient
der Erschliessung der Grundstücke Nr. F._, I._ und H._.
Die jeweiligen Grundeigentümer dieser Grundstücke haben das Recht,
den Zufahrtsweg uneingeschränkt zu befahren und zu begehen. [...] ").
Mit der Änderung des Quartierplans wird der ursprüngliche
Quartierplan, wie vom Beschwerdeführer verlangt, umgesetzt. Ebenso
vollzogen wurde Art. 14 aQPV, wonach für die damalige neue
Erschliessungsstrasse ("Fahrbahn mit Belag") eine eigene Parzelle zu
bilden war (vgl. Bg-act. 2). Somit ist keine Verletzung der Grundsätze
der Rechtssicherheit und der Planbeständigkeit ersichtlich.
9.1. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter die Festlegung der Baulinie.
Auf eine solche sei mit Blick auf die Verkehrssicherheit und
Wohnhygiene zu verzichten. Die Vorinstanz verletze damit Art. 20 des
Baugesetzes der Gemeinde D._. Sie berufe sich auf die erlaubten
Abweichungen vom minimalen Strassenabstand, ohne eine dafür
notwendige Voraussetzung zu erfüllen. Mit der damit entstehenden
Verknappung des Erschliessungsraumes verstosse sie sowohl gegen
die Interessen des Beschwerdeführers als auch gegen das öffentliche
- 21 -
Interesse. Zudem liege eine unrichtige Sachverhaltsdarstellung vor,
wenn die Erschliessungsstrassen im Quartierplan C._ als ungleich
dargestellt würden.
9.2. Die Beschwerdegegnerin führt dazu aus, die Bestimmung Art. 20 BG
gelange vorliegend gar nicht zur Anwendung. Die Gemeinde sehe
vielmehr die Festlegung einer Baulinie gestützt auf das KRG entlang
der privaten Zufahrtsstrasse mit einem Abstand von 2 m bzw. 4 m vor
(Art. 55 Abs. 2 KRG). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers liege die Festlegung der Baulinie nicht nur im
Interesse des Grundeigentümers des Grundstücks T._, damit er
ein wirtschaftliches Bauvolumen schaffen könne, sondern auch im
öffentlichen Interesse. Damit werde unter anderem eine recht- und
zweckmässige Überbauung des Grundstücks T._, insbesondere
im Hinblick auf eine haushälterische Nutzung des Bodens ermöglicht.
Die vorgesehene Festlegung der Baulinie entspreche zudem dem Ziel
gemäss Raumplanungsgesetz (Siedlungsentwicklung nach innen) bzw.
dem raumplanerischen Grundsatz (Innere Verdichtung) welcher
ebenfalls die Zuführung von Grundstücken in der Bauzone zu ihrem
eigentlichen Zweck fördern solle.
9.3. Baulinienfestlegungen erfolgen in bundesrechtlicher Hinsicht mit
Nutzungsplänen nach Art. 14 RPG. Im Bereich des kantonalen Rechts
handelt es sich in der Regel um Sondernutzungspläne (z.B.
Quartierplan; vgl. IVHB-Erläuterungen, Stand 3. September 2013).
Baulinien sind das hauptsächliche oder gar einzige Instrument, um im
Siedlungsgebiet frühzeitig den für Verkehrsanlagen und
Versorgungsleitungen nötigen Raum zu sichern. Das Grundeigentum
soll durch Baulinien aber nur so weit eingeschränkt werden, als dies zur
Sicherung der öffentlichen Interessen erforderlich ist. Gemäss Art. 55
Abs. 1 KRG dienen Baulinien insbesondere der Freihaltung von
Räumen entlang von Erschliessungsanlagen, Gewässern und
- 22 -
Waldrändern sowie der Freihaltung von Flächen im Interesse des
Ortsbildes und des Natur- und Umweltschutzes. Die Baulinien gehen
allen anderen öffentlich-rechtlichen Abstandsvorschriften vor und
bestimmen die Grenze, bis zu der ober- und unterirdisch gebaut werden
darf (Art. 55 Abs. 2 KRG). Werden Baulinien als Bestandteil von
Quartierplänen festgelegt, gelten die Verfahrensvorschriften für die
betreffenden Pläne (vgl. Art. 57 Abs. 2 KRG). Baulinien begrenzen
damit die Bebauung und dienen insbesondere der Sicherung
bestehender und geplanter Anlagen und Flächen sowie der baulichen
Gestaltung.
9.4. Die Beschwerdegegnerin hat dargelegt, zu welchem Zweck sie die
Prüfung und – falls zweckmässig – Festlegung von Baulinien, vorsieht.
Die vorgesehenen Baulinien entsprechen dem Grundsatz der
haushälterischen Bodennutzung im Sinne von Art. 1 Abs. 1 RPG (vgl.
Art. 75 Abs. 1 BV) wie auch dem Ziel des Raumplanungsgesetzes, die
Siedlungsentwicklung nach innen zu entwickeln (Art. 1 Abs. 2 lit. abis)
sowie dem raumplanerischen Grundsatz der inneren Verdichtung nach
Art. 3 Abs. 3 lit. abis. Die Baulinien liegen somit unbestreitbar auch im
öffentlichen Interesse.
9.5. Zur Grundstücksgrenze von Parzelle T._ bleibt mit dem
Strassenabstand von 2 m bzw. 4 m und der Strassenbreite von 3 m ein
Korridor von mindestens 5 m frei, so dass kein Verstoss gegen das
Gebot der Wohnhygiene ersichtlich ist. Zudem weist die private
Zufahrtsstrasse eine Breite von 3 m auf und dient einzig der
Erschliessung der Grundstücke T._, S._, Q._ und
R._. Damit steht der Festlegung der vorgesehenen Baulinie auch
aus Verkehrssicherheitsaspekten nichts entgegen. Die Tatsache, dass
vorspringende Gebäudeteile über die Baulinie hinausragen dürfen,
ändert daran nichts, da diese gemäss Art. 55 Abs. 3 KRG mindestens
4.5 m über dem Strassenniveau liegen müssen. Durch die festgelegte
- 23 -
Baulinie werden somit weder die Verkehrssicherheit noch die
Wohnhygiene tangiert, die Baulinie erweist sich als zweckmässig. Das
Interesse des Beschwerdeführers am Verzicht auf die Baulinie vermag
schliesslich die entgegenstehenden privaten und öffentlichen
Interessen nicht zu überwiegen, so dass auch diese Rüge abzuweisen
ist.
10.1. In Bezug auf Art. 6 und Art. 13 der QPV beanstandet der
Beschwerdeführer in formeller Hinsicht, dass nicht alle Änderungen rot
eingezeichnet seien. Materiell rügt er, dass in Bezug auf die Grenz- und
Gebäudeabstände sowie die Fassadenhöhe auf das neue Baugesetz
verwiesen werde, mit der Konsequenz, dass höher gebaut werden
dürfe. Dadurch würden in unzulässiger Weise nicht alle im
Planungsperimeter liegenden Grundstücke gleich behandelt. Die
Bauten auf Parzelle U._ und S._ hätten vielmehr den
restriktiveren Regeln des bisherigen Quartierplans gerecht werden
müssen. Die Vorinstanz habe des Weiteren das falsche
Planungsinstrument – nämlich jenes des Quartierplans – gewählt, um
private Interessen einer Bauherrschaft durchzusetzen.
10.2. In Bezug auf die formelle Rüge führt die Beschwerdegegnerin aus,
entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers seien alle
Anpassungen im Rahmen der 1. Änderung des Quartierplans vom 9.
März 2009 und aufbauend darauf in der hier interessierenden 2.
Änderung 2019 in den QPV rot gekennzeichnet worden. Bezüglich der
materiellen Rüge verweist sie auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid. Demgemäss sei es im Hinblick auf eine haushälterische
Bodennutzung richtig, dass die QPV in Bezug auf die Grenz- und
Gebäudeabstände sowie die Fassadenhöhen als auch mit Blick auf die
Nutzung dem neuen Baugesetz angepasst würden bzw. darauf
verwiesen werde. Eine solche Revision entspreche einem hohen
öffentlichen Interesse. Nicht massgebend gegen die Revision spreche
- 24 -
auch der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die Parzelle
T._ auch ohne Revision überbaubar sei, zumal die verdichtete
Bauweise zweifelsfrei im öffentlichen Interesse liege.
10.3. Die formelle Rüge des Beschwerdeführers geht ins Leere. Entgegen
seinen Behauptungen sind alle Änderungen (2019) in den
Quartierplanbestimmungen rot gekennzeichnet (vgl. Bg-act. 17). Eine
Quartierplananpassung ist vorzunehmen, wenn ein noch nicht
ausgeführter Quartierplan geänderten Vorschriften der Grundordnung
nicht mehr entspricht (vgl. Art. 21 Abs. 1 KRVO). Der Beschwerdeführer
hat anerkannt, dass die Voraussetzungen für eine
Quartierplanänderung gegeben sind. Damit kann er sich auch nicht auf
den Grundsatz der Rechtsbeständigkeit stützen. Auch kann mit Verweis
auf das Gleichbehandlungsgebot eine Änderung des Quartierplans
nicht verhindert werden. Dies hätte zur Konsequenz, dass ein
Quartierplan nie veränderten Verhältnissen angepasst werden dürfte.
Im Übrigen haben die neuen QPV für alle Quartierplanbeteiligten
Geltung, womit das Gleichbehandlungsgebot gewahrt bleibt. Eine
Anpassung der QPV an das Baugesetz in Bezug auf die Grenz- und
Gebäudeabstände, die Fassadenhöhen wie auch die Nutzung ist im
Hinblick auf eine haushälterische Bodennutzung zweckmässig und
entspricht dem öffentlichen Interesse (vgl. Art. 75 Abs. 1 BV; Art. 1
Abs. 2 lit. abis, Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 3 lit abis RPG). Da die Rüge,
wonach sich die Vorinstanz zur Durchsetzung privater Interessen mit
dem Quartierplan des falschen Planungsinstrumentes bedient habe,
bereits im Einleitungsverfahren hätte vorgebracht werden müssen bzw.
der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für eine
Quartierplanungsänderung anerkannt hat, geht auch diese Rüge ins
Leere. Zusammenfassend ist auch diese Änderung als zweckmässig
und im öffentlichen Interesse liegend zu erachten. Auch diesbezüglich
vermag das Interesse des Beschwerdeführers die privaten Interessen
- 25 -
weiterer Grundeigentümer wie auch das entgegenstehenden öffentliche
Interesse nicht zu überwiegen, so dass seine Rüge abzuweisen ist.
11.1. Der Beschwerdeführer rügt schliesslich die Überbindung von Kosten im
Zusammenhang mit der Quartierplanänderung. Er sei lediglich zu
verpflichten, die minimalen Zusatzkosten, welche die Ausführung des
alten Quartierplans verursacht hätte, zu tragen. Indem die Vorinstanz
ihm bzw. seiner Parzelle S._ darüber hinausgehende Kosten
auferlege, verletze sie das Verursacherprinzip. Zudem berücksichtige
sie bei der Kostenverteilung zu Unrecht die Interessen der
Quartierplanbeteiligten an der Ergänzung und Änderung des
Quartierplanes nicht.
11.2. Hinsichtlich dieser Rüge verwies die Beschwerdegegnerin auf den
angefochtenen Entscheid, wonach sich der Kostenverteilschlüssel an
der Rechtsprechung und der Praxis zum Kostenverteilschlüssel
gemäss Art. 54 Abs. 3 KRG i.V.m. Art. 63 Abs. 3 KRG zu orientieren
habe. Im vorliegenden Fall seien im Kostenverteiler gemäss
Mitwirkungsauflage zwei Faktoren, nämlich die mögliche
Grundstücknutzung (max. zulässige anrechenbare Geschossfläche;
aGF) und die Bedeutung der Strasse für die einzelnen Grundstücke
(Haupterschliessung oder Zweiterschliessung) fälschlicherweise
unberücksichtigt geblieben. Deshalb sei der Kostenverteiler wie folgt
geändert worden: (1) Die anrechenbare Grundstücksfläche von
Parzelle T._ sei um die Fläche der Zufahrtsstrasse
(Feinerschliessung) entsprechend Art. 37a Abs. 5 KRVO reduziert
worden; (2) betreffend Parzelle S._ sei versehentlich der
"Zweiterschliessungsabzug" vergessen gegangen, womit
berücksichtigt werde, dass Parzelle S._ über eine weitere von der
zu erstellenden Zufahrtsstrasse unabhängigen Erschliessung über die
Parzelle 20831 verfüge. Entsprechend sei im Verteilschlüssel ein
solcher Abzug von 40 % berücksichtigt worden, so dass der
- 26 -
Kostenanteil der Parzelle S._ an den Erschliessungskosten auf
60 % gesunken sei. Dem Antrag auf vollständigen Erlass der Kosten
könne hingegen nicht entsprochen werden, da die Parzelle S._
nämlich sehr wohl vom projektierten Zufahrtsweg profitiere. Da zur
Aktualisierung der Vorschriften über die Nutzung und Ausnützung
lediglich die entsprechenden Artikel in den QPV gestrichen und auf das
Baugesetz habe verwiesen werden müssen, seien die entsprechenden
Planungskosten vernachlässigbar.
11.3. Gemäss Art. 19 Abs. 2 Satz 2 RPG regelt das kantonale Recht die
Beiträge der Grundeigentümer an die Erschliessung ihrer Grundstücke
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_548/2015 vom 3. August 2016
E.6.5, 2C_1131/2014 vom 5. November 2015 E.2.2.2, in: ZBl 118/2017
S. 331; JEANNERAT, in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, a.a.O.,
Art. 19 Rz. 66 ff.; WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 19 Rz. 58). Art. 54
Abs. 1 KRG sieht grundsätzlich eine Tragung der Planungs- und
Erschliessungskosten durch die (privaten) Quartierplanbeteiligten vor.
Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten, soweit an der Planung oder
den Anlagen ein weitergehendes öffentliches Interesse besteht.
Gemäss Art. 54 Abs. 3 KRG richtet sich die Aufteilung der
Planungskosten sinngemäss nach Art 62 f. KRG. Einzelheiten über das
Verfahren zur Festlegung und für den Einbezug der Quartierplankosten
sind in der KRVO geregelt (Art. 54 Abs. 4 KRG). Nach Abschluss der
Quartierplanung legt der Gemeindevorstand die von den
Quartierplanbeteiligten zu tragenden Anteile an den Planungskosten
aufgrund der tatsächlichen Aufwendungen und des verbindlichen
Verteilschlüssels gemäss Quartierplan in einem Kostenverteiler fest
(Art. 20 Abs. 1 KRVO). Gleich ist auch betreffend die (tatsächlichen)
Kosten für die Erschliessung und Ausstattung nach der Fertigstellung
einzelner oder aller Erschliessungswerke vorzugehen (Art. 20 Abs. 2
KRVO). Die Frage, welche Planungskosten im Rahmen des
- 27 -
Kostenverteilers gemäss Art. 20 KRVO berücksichtigt werden dürfen,
stellen sich aber erst im nachfolgenden Kostenverteilverfahren, wenn
die entsprechenden Gesamtkosten bekannt sind. Art. 20 Abs. 1 nQPV
sieht vor, dass die Kosten für die Erstellung der
Quartierplanvorschriften, der Quartierplanung sowie der privaten
Erschliessungsanlagen (Zufahrten, Parkierungsanlagen,
Werkleitungen) zu Lasten der berechtigten Grundeigentümer gehen.
Die Kosten für die Projektierung und Erstellung des im (Quartier-
)Erschliessungsplan bezeichneten privaten Zufahrtsweg tragen die
Eigentümer der Grundstücke T._, S._ und Q._ gemäss
Verteilschlüssel im Anhang 1 (Abs. 2).
11.4. Eine gesetzliche Grundlage, wonach die Gemeinde in ihrer Funktion als
Gemeinwesen verpflichtet wäre, einen Teil der Quartierplankosten
selber zu übernehmen, mit der Ausnahme, als die Gemeinde selber
Eigentümerin von zu erschliessenden Grundstücken im
Quartierplanperimeter ist, besteht grundsätzlich nicht. Vielmehr ist die
Gemeinde berechtigt, ihren eigenen Aufwand, der ihr als
Quartierplanbehörde im Zusammenhang mit der Ausarbeitung und
Festsetzung des Quartierplanes (Verfahrenskosten) entstanden sind,
auf die Quartierplanbeteiligten zu überwälzen (vgl. VGU R 13 131 E.3c).
Überdies hat das Baurekursgericht des Kantons Zürich in einem
Entscheid festgehalten, dass die Gemeinde als Planungsträgerin die
Mehrkosten nicht zu übernehmen hat, die daraus entstehen, dass sich
eine Planung im Laufe des Quartierplanverfahrens oder im
anschliessenden Rechtsmittel- oder Genehmigungsverfahren als
mängelbehaftet und überarbeitungsbedürftig erweist. Das
Quartierplanverfahren bildet in aller Regel einen komplexen Vorgang
unter Mitwirkung der betroffenen Grundeigentümer, der sich im
Widerstreit von Eigentümer- und Allgemeininteressen abspielt und in
stufenweisem Fortschreiten dem Wesen dieses Prozesses
- 28 -
entsprechend entwickelt (...). Es haben sowohl die gesamten
Aufwendungen für die schliesslich zum Festsetzungsbeschluss
erhobene Planung als auch solche Kosten von Quartierplanänderungen
als anrechenbare – und damit auf die Quartierplanbeteiligten
überwälzbare – Administrativkosten zu gelten, die als Folge von
Entscheiden der Rechtsmittelbehörden entstanden sind. Andernfalls
würde die Pflicht zur Bezahlung solcher Kosten bei der Gemeinde
verbleiben, was eindeutig nicht dem Sinn der gesetzlichen
Kostenregelung entsprechen würde (vgl. Urteil des Baurekursgerichtes
des Kantons Zürich [BRKE] IV Nr. 155/2002 vom 12. Dezember 2002
in BEZ 2003 Nr. 16 E.3c, zum Ganzen: BEZ 1990 Nr. 6; VGU R 13 131
E.3c).
11.5. Vorliegend richten sich die Kosten nach der Grösse und der Belastung
der Grundstücke. Beim Beschwerdeführer, dessen Grundstück eine
Fläche von 725.4 m2 aufweist, wurden, unter Anrechnung des
Zweiterschliessungsabzugs, lediglich 60 % der Grundstückfläche als
belastet erachtet, woraus eine Kostenbeteiligung von 25.2 %
resultierte. Im Gegensatz dazu wurden den übrigen Eigentümern je
100 % der Grundstücke als belastet erachtet, womit ihre
Kostenbeteiligung an den Planungskosten Quartierplananpassung
2019 mit 34.3 % (Grundstücke Q._ und R._, ehemals
Erbengemeinschaft O._) sowie 40.5 % (Grundstück T._,
K._) deutlich höher ausfielen (vgl. Verteilschlüssel, Bg-act. 17).
11.6. Gemäss Art. 62 Abs. 3 KRG sind Erschliessungsabgaben grundsätzlich
von den Personen zu bezahlen, die aus den öffentlichen Anlagen einen
wirtschaftlichen Sondervorteil ziehen oder die Anlagen nutzen oder
nutzen könnten. Nach Art. 63 Abs. 1 KRG werden Beiträge zur
Deckung der Kosten für die Erstellung, Änderung und Erneuerung von
Erschliessungsanlagen erhoben. Zu den beitragspflichtigen Kosten
gehören alle für das öffentliche Werk notwendigen Aufwendungen. Für
- 29 -
die Aufteilung des Privatanteils auf mehrere Beteiligte dient in der Regel
die mögliche Grundstücksnutzung unter Berücksichtigung allfälliger
weiterer Vor- und Nachteile (Art. 63 Abs. 3 KRG).
Grundstückeigentümerbeiträge fallen unter die öffentlich-rechtlichen
Beiträge bzw. Vorzugslasten und sind folglich Kausalabgaben (vgl.
BGE 132 II 371 E.2.3, 131 I 313 E.3, 118 Ib 54 E.2b; siehe dazu
WALDMANN, Die Vorzugslast, in: HÄNER/WALDMANN (Hrsg.),
Kausalabgaben, Bern 2015, S. 55 ff., insb. 57; HUNGERBÜHLER,
Grundsätze des Kausalabgabenrechts, in: ZBl 104/2003, S. 505 ff.).
Der Beitrag stellt die Gegenleistung für die staatliche Hauptleistung dar,
die sich in der Erstellung oder Verbesserung des Werks äussert (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 2C_604/2017 vom 10. Januar 2018 E.3.2.1).
Beiträge bzw. Vorzugslasten werden einem beschränkten
Personenkreis auferlegt, denen aus einer öffentlichen Einrichtung ein
wirtschaftlicher Sondervorteil erwächst (vgl. BGE 132 II 371 E.2.3;
WIEDERKEHR, in: WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen
Verwaltungsrechts, Band II, Bern 2014, Rz. 880). Entsprechend hat
beispielsweise der Perimeter zur Erhebung von Strassenbeiträgen alle
Grundeigentümer einzubeziehen, deren Land aus der
verkehrsmässigen Erschliessung einen Nutzen ziehen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_434/2008 vom 3. März 2009 E.3.1). Es genügt die
blosse Möglichkeit, den betreffenden Vorteil (die Strasse, die
Versorgungs- und/oder Entsorgungsanlage usw.) zu nutzen. Nicht
entscheidend ist, ob es tatsächlich zur Nutzung kommt. Der
wirtschaftliche Vorteil muss jedoch konkretisiert sein und darf nicht
bloss theoretisch/abstrakter Natur sein (vgl. BGE 131 I 313 E.3.3;
WIEDERKEHR, a.a.O., Rz. 886; PVG 1998 Nr. 63, 1986 Nr. 53).
Gemeinden sind befugt, Kausalabgaben zu erheben, soweit ihnen im
fraglichen Bereich Rechtsetzungsautonomie zukommt und sie die
Schranken des kantonalen Rechts einhalten (vgl. Art. 50 Abs. 1 BV).
- 30 -
11.7. Der Verteilschlüssel gemäss QPV bezweckt, die bei der Umsetzung des
Quartierplanverfahrens anfallenden Kosten möglichst gerecht zwischen
den beteiligten und der davon profitierenden Privateigentümern zu
ermitteln und zu überwälzen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung
zu den Kausalabgaben lässt auch im Bereich der Vorzugslasten bzw.
Beiträge eine gewisse Schematisierung oder Pauschalisierung zu (vgl.
BGE 132 II 371 E.2.1; PVG 1994 Nr. 39). Auch wenn es zulässig ist, bei
der Kostenverteilung nach schematischen Grundsätzen vorzugehen,
muss doch der wirtschaftliche Sondervorteil für jedes einzelne
Grundstück mitberücksichtigt werden, solange keine unsinnigen,
sachlich absolut nicht mehr vertretbaren bzw. keine willkürlichen
Unterscheidungen getroffen werden (vgl. BGE 131 I 1 E.4.4, 106 Ia 241
E.3b, Urteil des Bundesgerichts 2C_754/2019 vom 2. April 2020 E.5.1).
Unerlässliche Voraussetzung für die Aufnahme in den Kostenverteiler
ist indessen stets, dass die aufgelaufenen Kosten direkt im betreffenden
Quartierplanverfahren entstanden sind bzw. ohne dessen
Durchführung nicht angefallen wären. Diese Voraussetzung liegt vor.
Von der Erschliessung durch die private Zufahrtsstrasse profitieren
ausschliesslich die betroffenen Grundstückeigentümer. Ersichtlich ist
auch, dass die Parzelle S._ im Gegensatz zu den Parzellen
T._, Q._ und R._ weniger von der besagten
Erschliessung profitiert, da sie über eine weitere davon unabhängige
Erschliessung über die Parzelle V._ verfügt. Dieser Tatsache
wurde denn auch entsprechend durch den Zweiterschliessungsabzug
von 40 % Rechnung getragen. Jedoch ist auch genügend erstellt, dass
selbst die Parzelle S._, die bereits durch die Strassenparzelle
V._ erschlossen ist, durch die Erschliessung der privaten
Zufahrtsstrasse einen Sondernutzen erhält, da sie so über eine
doppelte Erschliessung zu ihrer im Norden liegenden Garage inklusive
verbessertem Ausbaustandard verfügt. Mit dem Argument, dass sein
Grundstück überbaut sei und er keinerlei Interesse an der Ergänzung
- 31 -
und Änderung der bestehenden Quartierplanung habe, der
Zufahrtsweg seit langem bestehe und einzig die Berechtigung an
diesem Weg in der bestehenden Quartierplanung ungenügend geregelt
sei und daher mangels verwertbaren Nutzens konsequenterweise aus
dem Kostenverteilschlüssel zu entlassen sei, dringt der
Beschwerdeführer in der Sache selbst daher nicht durch. Im Weiteren
ist festzuhalten, dass die Festlegung der Kostenanteile im
pflichtgemässen Ermessen der Gemeinde liegt. Sie verfügt dabei über
einen erheblichen Beurteilungsspielraum, den sie verfassungskonform
wahrzunehmen hat (vgl. PVG 1998 Nr. 63). Mit Blick auf das
gesetzgeberisch gewollte Tatbestandsermessen greift das
Verwaltungsgericht nicht ohne Weiteres in die Ermessensbetätigung
der Abgabebehörde ein (vgl. BGE 131 I 1 E.4.4, 106 Ia 241 E.3b, Urteil
des Bundesgerichts 1C_131/2015 vom 16. Oktober 2015 E.2.1). Der
vorliegende Kostenverteilschlüssel erweist sich aufgrund des Gesagten
als zweckmässig und der damalige Gemeindevorstand D._ hat
sein Ermessen verfassungsmässig ausgeübt, so dass auch diese Rüge
abzuweisen ist.
12. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Verfahrenskosten
bestehen aus der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen
und Mitteilungen des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1
VRG). Die Staatsgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.--, sie richtet
sich nach dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach
dem Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der
Kostenpflichtigen (Art. 75 Abs. 2 VRG). Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren wird die Staatsgebühr im Sinne von Art. 75
Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.-- festgesetzt. Sie wird zusammen mit den
Kanzleiausgaben dem Ausgang des Verfahrens entsprechend dem
- 32 -
Beschwerdeführer auferlegt. Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG wird Bund,
Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen.
Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass, weshalb der
Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.