Decision ID: ba40c457-43c6-5c22-a89a-b8994ad57b5f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, Mutter von 3 Kindern (Jahrgang 1991, 1992, 2003),
war von Dezember 2011 bis Dezember 2012 im Spital
Y._
als Mitarbeiterin in der Spezialreinigung tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
4.
Dezember 2012 war (
Urk.
6/13)
.
Unter Hinweis auf
beidseitige Hand
beschwerden
meldete sie sich am 3
0.
August 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und verneinte nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/20
;
Urk.
6/23
) mit Verfügung vom
2
8.
Januar 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/26
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2
8.
Februar 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
Januar 2014
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine Invalidenrente
zuzusprechen
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
März 2014
(
Urk.
5
) die
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
7.
April 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass kein IV-relevanter
Gesund
heitsschaden
ausgewiesen sei, und verneinte eine
n
Anspruch auf eine Invaliden
rente (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
degegnerin
angenommene volle Arbeitsfähigkeit und machte geltend, dass bei ihr schon seit zwei Jahren eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATSG vorliege und
sie
die Hausarbeiten ohne Hilfe der Kinder und des Ehemannes nicht mehr bewältigen könne. Sie wisse nicht
,
wie sie wieder gesund werden könnte;
die Schmerzen könne
zwar niemand sehen, aber die Schwellungen an den Händen und den Unterarmen seien nicht zu übersehen.
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie und für Handchirurgie
,
nannte
in seinem Bericht vom 2
6.
März 2012 (
Urk.
6/17/14-15) als Diagnose
einen
Verdacht auf
ein
symptomatisches okkultes dorsales Handgelenksganglion beidseits.
Die Untersuchung zeige völlig unauffällige Weichteilverhältnisse bei nahezu
freier Handgelenksbeweglichkeit. Die klinische Beschwerdesymptomatik wie auch
die Anamnese spreche am ehesten für ein symptomatisches okkultes dor
sales Handgelenksganglion, das
derzeit vornehmlich auf der linken Seite Beschwerde verursache (S. 2).
3.2
Die Ärzte der A._
Klinik nannten im Bericht vom 2
7.
Juni 2012 (
Urk.
6/17/12-13) als Diagnose
regrediente
Handgelenksschmerzen links bei
intraossärem
Ganglion im Os
scaphoideum
.
Inspektorisch
zeige sich ein unauffälliges Integument
. Bei aktuell
annähe
r
nder
Beschwerdefreiheit
seien
keine weiteren Massnahmen
zu empfehlen
(S. 2).
3.3
Nach erneuter MR-tomographische
r
Bildgebung nannten die Ärzte der
A._
Klinik am 2
0.
September 2012 (
Urk.
6/17/11) als Diagnose ein Ganglion im Carpalkanal, vom
Trapezoideum
ausgehend links. Als therapeutische Möglichkeit komme bei diesem Befund eine operative
Exzision des Ganglions in Frage.
Die operative Entfernung des Ganglions sei am 1
6.
November 2012 geplant (
Urk.
6/17/9)
.
3.4
Die Ärzte der
A._
Klinik nannten im Bericht vom
3.
Dezember 2013 (
Urk.
6/17/6-7) als Diagnose unklare Handgelenks- und Unterarmschmerzen links sowie ein MR-tomografisch nachgewiesenes,
intraossäres
Ganglion im
Scaphoid
(März 2012).
Es zeige sich eine sehr diffuse Schmerzsymptomatik im Bereich des linkes Handgelenkes und linken Unterarmes. Die Beschwerdeführerin könne keine genau
e
Schmerzlokalisation angegeben. Der Schmerz trete vor allem bei stärkeren Belastungen auf.
Es könne kein radiologisch-anatomisches Korrelat für die Beschwerden gefunden werden, weshalb aus handchirurgischer Sicht die Entfernung der Ganglien nicht indiziert sei. Zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit für leichtere Tätigkeiten sei gegeben. Eine genaue Evaluation der Arbeitsfähigkeit müsse durch eine andere Stelle erfolgen.
3.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi
zin, wiederholte in ihrem Bericht vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
6/17/1-4) die be
reits bekannten Diagnosen (vgl. vorstehend E. 3.4) und hielt fest, dass aus ihrer hausä
rztlichen allgemeinmedizinischen
Sicht keinerlei Indikation für eine Invalidenrente bestehe (
Ziff.
1.5).
Leichte körperliche Tätigkeiten seien ab sofort zumutbar.
In einem Arztzeugnis vom 3
0.
Januar 2013 (
Urk.
6/17/8) zuhanden der Arbeits
lo
senversicherung führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2013
in Tätigkeiten, welche das linke Handgelenk nicht stark belasten, wieder voll arbeitsfähig sei.
3.6
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 1
7.
Dezember 2013 (
Urk.
6/18/3) aus, dass
gestützt auf die vorliegenden
medizinischen Akten kein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, welcher eine nachvollziehbare, längere oder dauerhafte Tangierung
der Ar
beitsfähigkeit begründen könne.
4.
4.1
Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Be
einträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser
Massstab
gilt für sämtliche Leiden
gleichermassen
(BGE 139 V 547 E. 9.4).
Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Sub
strat, das
fachärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt.
Eine
An
spruchsberechtigung
setzt
dabei
stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsf
ähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Lei
stungs
fähigkeit rechtserheblich
einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
4.2
Den medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an
unklaren Handgelenks- und Unterarmschmerzen links leidet.
Zu den von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen fand sich in zahlreichen Untersuchungen
kein radiologisch-anatomisches Korrelat. Im Bereich des
MR-
tomografisch
festgestellten
intraossäre
n
Ganglion
s
im
Scaphoid
gab die Beschwerdeführerin
hingegen
keine
Schmerzen an (vgl. vorstehend E. 3.4)
.
Zu subjektiven Schmerzangaben hielt d
as Bundesgericht in
Urteil
BGE 139 V 547
E.
5.4 fest, dass
diese
im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung mit Blick auf die sich stellenden Beweisschwierigkeiten durch damit
korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein müssen. Die
von
der
Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden liessen sic
h klinisch und bildgebend jedoch nicht objektivieren.
Dies reicht für einen
rechtsgenüglichen
Nachweis
einer Beeinträchtigung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
nicht aus
(vgl. vorstehend E. 4.1)
.
Fehlt es
- wie im vorliegenden Fall -
an einer objektiven Nachweismöglichkeit, kann auch der Beweis, wonach
der geklagte Gesundheitsschaden
invalidisierende Folgen zeitig
t
, nicht erbracht werden.
Nach der allgemeinen Beweisregel obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung
jedoch
der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie
über keinen Leistungsanspruch
(
BGE 139 V 547
E. 8.1).
5.
Nach dem Gesagten bleibt kein Raum für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
.
Daran
vermag auch der beschwerdeweise eingereichte Be
richt von
Dr.
med.
D._
vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
3/3)
, welcher die bereits bekannten Befunde aufführt,
nichts zu ändern.
Die Beschwerdegegnerin
hat demnach zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen
und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.