Decision ID: 3de3e54d-69f3-44a6-ae79-a474d1982284
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der
e._
Staatsangehörige
X._
, geboren 1965, reiste im August 2001 als Asyls
uchender in die Schweiz ein,
erhielt im Jahr 2009 die
Niederlas
sung
sbewilligung C (vgl.
den Ausländerausweis in
Urk.
17/3)
, und im Jahr 2016 wurde ihm das Schweizer Bürgerrecht erteilt (vgl. die Identitätskarte in
Urk.
17/3f)
. Er ist seit Februar 2006 mit
Y._
verheiratet, und die Eheleute sind Eltern eines Sohnes, geboren im September 2010, und einer Tochter, geboren im Dezember 2017 (vgl. die Datenblätter in
17/2d-k)
.
Im August 2011 meldete sich
X._
bei der Invalidenversicherung an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, liess ihn unter anderem durch
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, Klinik
A._
, begutachten (
in den eingereichten Akten nicht mehr vorhandenes
Gutachten vom
3.
Mai 2012
;
vgl. den Sachverhalt in Ziffer 1.2 des
Urteils des Sozialversicherungsgerichts vom 3
0.
April 2020 des Prozesses Nr.
ZL
.2018.00089,
Urk.
9/127). Anschliessend verneinte die IV-Stelle m
it Verfü
gung vom 1
1.
September 2012 einen Rentenanspruch von
X._
, da sein Gesundheitsschaden bereits bestanden habe, als er in die Schweiz eingereist sei (
Urk.
17/D
). Diese Verfügung blieb unangefochten.
Aufgrund eines Hinweises der IV-Stelle meldete sich
X._
nach dem Erhalt der rentenabweisenden Verfügung im Herbst 2012 beim Amt für Zusatz
leistungen der Stadt Zürich (AZL) an (vg
l
.
die Aktennotiz des AZL vom 29.
Okto
ber 2012,
Urk.
14/6,
und die Unterlagen in
Urk.
14/8
-29). Das AZL ersuchte die IV-Stelle daraufhin um Angaben zum Invaliditätsgrad von
X._
(Schrei
ben vom 1
7.
Dezember 2012,
Urk.
1
7
/E), worauf die IV-Stelle mit Beschluss vom 2
3.
Januar 2013 einen Invaliditätsgrad von 50
%
ab der Antragsstellung vom August
2011 bis zur Gegenwart bekannt
gab (
Urk.
17
/F;
vgl. auch das
Feststel
lungsblatt
vom 2
3.
Februar 2018
in
Urk.
17/K
).
1.2
Mit Verfügung vom
1.
Oktober 2013 sprach das AZL dem Gesuchsteller rückwir
kend ab Februar 2012 Zusatzleistungen in Form von Ergänzungsleistungen zu und rechnete bei deren Bemessung unter anderem zumutbare Erwerbseinkünfte von ihm und seiner Ehefrau an (
Urk.
14/V1; vgl. das Begleitschreiben vom
1.
Oktober 2013 an die Sozialen Dienste der Stadt Zürich, welche das Ehepaar
X._
mit Sozialhilfe unterstützt hatten,
Urk.
14/36;
siehe den Leistungsentscheid in
Urk.
14/8 und die
Bestätigung vom 1
6.
Februar 2012,
Urk.
14
/9).
Für das Jahr
2014 erneuerte das AZL die
Leistungszusprache
mit Verfügung vom 1
2.
Dezem
ber 2013, wiederum unter Anrechnung der entsprechenden Erwerbseinkünfte (
Urk.
14
/V2).
Die
Anrechnung
von Erwerbseinkünften
war Gegenstand von Einsprachen gegen die Verfügungen vom
1.
Oktober und vom 1
2.
Dezember 2013 (vgl.
Urk.
14
/39
46). Mit Entscheid vom
1.
April 2014 hiess das AZL die Einsprachen unter Reduktion der anrechenbaren zumutbaren Einkünfte
der beiden Eheleute
teilweise gut (
Urk.
14
/V4) und berechnete dementsprechend mit der zugehörigen Verfügung gleichen Datums die Ergänzungsleistungen ab Februar 2012 neu (
Urk.
11/V3). Die Frist zur Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
1.
April 2014 und die darin integrierte Verfügung lief unbenützt ab
,
X._
liess jedoch am 2
7.
Mai 2014 beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ein Fristwiederherstellungsgesuch stellen und gleichzeitig sinngemäss Beschwerde erheben. Mit Beschluss vom 1
2.
Juni 2014 wies das Gericht das Frist
wiederherstellungsgesuch ab und trat auf die Beschwerde mangels Rechtzeitigkeit nicht ein (
Urk.
14/52; Prozess Nr. ZL.2014.00057).
Für die folgenden Jahre bis 2017 sprach das AZL
X._
weiterhin Ergän
zungsleistungen zu (V
erfügung
vom
4.
Dezember 2014,
Urk.
14
/V6; Verfügung vom 2
1.
Mai 2015,
Urk.
1
4
/
V
10; Verfügung vom 2
4.
August 2015,
Urk.
14
/
V
11; Verfügung vom 1
0.
Dezember 2015,
Urk.
1
4
/V12; Verfügung vom 2
1.
September 2016,
Urk.
1
4
/
V
15; Verfügung vom
7.
Dezember 2016,
Urk
.
14
/
V
16; Verfügung vom 3
1.
Januar 2017,
Urk.
1
4
/
V
17). Dabei hob das AZL die anrechenbaren zumut
baren Erwerbseinkünfte der Ehefrau in zwei Schritten
an, nämlich per
1.
September 2015 und per
1.
Oktober
2016
(vgl. Urk.
14
/V11 S.
3 und
Urk.
1
4
/V15 S. 3; vgl. auch die Korrespondenz in Urk. 1
4
/79-83 und die Erläute
rungen des AZL zur Fallführung vom 2
4.
August 2015 und vom
9.
Juni 2016,
Urk.
14
/60A und
Urk.
14
/80
).
Dies war
bei der ersten Anhebung nochmals Gegen
stand
eines
Einspracheverfahrens
(unangefochten gebliebener
abweisender
Ein
sprache
entscheid
vom 2
2.
April 2016,
Urk.
14
/V14),
blieb hingegen
bei der zwei
ten Anhebung unbeanstandet
. Zudem erhielt
X._
ab dem
1.
Januar 2017 zusätzlich zu den Ergänzungsleistungen kantonale Beihilfe (Urk.
14
/V17 S.
4).
1.3
Mit Schreiben vom
7.
April 2017 ersuchte
X._
das AZL unter Beilage eines Arztzeugnisses um Erhöhung der Zusatzleistungen (
Urk.
14/99/1+2)
, worauf dieses
die IV-Stelle am 1
2.
April 2017 um die revisionsweise Festlegung des Invaliditätsgrades
bat
(
Urk.
14
/107)
. Die
IV-Stelle liess
X._
durch
das Medizinische Zentrum
B._
polydisziplinär begutachten
(
in den eingereichten Akten nicht mehr vorhandenes
Gutachten
vom 2
4.
Januar 2018
;
vgl. den
Sachverhalt in Ziffer 1.5 des Urteils des Sozialversicherungsgerichts vom 3
0.
April 2020 des Prozesses Nr. ZL.2018.00089,
Urk.
9/127)
und teilte dem AZL anschliessend a
m 2
3.
Februar 2
018
mit, dass sich im Revisionsverfahren neu ein Invaliditätsgrad von 0
%
ergeben habe (Urk.
14
/108; vgl. das Feststellungsblatt vom 23. Februar 2018,
Urk.
17
/K).
Das AZL hatte
X._
mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 für die Zeit ab dem 1. Januar 2018 vorerst erneut Ergänzungsleistungen und kantonale Beihilfe zugesprochen (Urk.
14
/V19) und war mit Verfügung vom 15. Februar 2018 für die Zeit ab Dezember 2017 zum einen auf die Zusprechung kantonaler Beihilfe zurückgekommen und hatte zum andern berücksichtigt, dass die Eheleute
X._
im Dezember 2017 Eltern einer Tochter geworden waren (Urk.
14
/V20). Gestützt auf den Bescheid der IV-Stelle vom 23. Februar 2018 verfügte das AZL
alsdann
am 2
0.
März 2018 die Einstellung der zugesprochenen Ergänzungs
leistungen per April 2018 (Urk.
14
/V22).
X._
, vertreten durch Rechts
anwältin Dina
Raewel
, liess gegen die Verfügung vom 2
0.
Mär
z 2018 Einsprache erheben (Urk.
14/112)
, worauf das AZL ihm für die Dauer des
Einsprachever
fahrens
antragsgemäss weiterhin Zusatzleistungen zusprach (Verfügungen vom
1
8.
und vom 2
3.
Mai 2018,
Urk.
14
/V23
und
Urk.
14
/V24).
Auf die Aufforderung
zur Vernehmlassung
hin
(Briefe vom 1
8.
Mai und vom 24.
Juli 2018,
Urk.
14/113 und
Urk.
14/116) teilte die IV-Stelle dem AZL a
m 10.
August 2018 mit, dass sie an
der
Bemessu
ng des Invaliditätsgrades auf 0
%
festhalte (
Urk.
14
/
117; Feststel
lungsblatt vom 1
0.
August 2018,
Urk.
14
/118).
Mit Entscheid vom 2
0.
August 2018 wies das AZL daraufhin die Einsprache durch Einstellung der Zusatzleistun
gen per
1.
Oktober 2018 ab (
Urk.
9/V25).
Mit Urteil vom 3
0.
April 2020 hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwer
de von
X._
gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
0.
August 2018
(
Urk.
9/120)
mit der Feststellung gut, dass
X._
ab dem
1.
Oktober 2018 weiterhin Anspruch auf Ergänzungsleistunge
n habe (
Urk.
9/127; Prozess Nr.
ZL.2018.00089).
Gegen das Urteil
wurde keine Beschwerde erhoben (vgl. die Notizen des AZL vom 1
0.
Juli und vom 1
7.
A
ugust 2020,
Urk.
9/128 und Urk.
14/119).
1.4
In der Folge holte das AZL im Rahmen der Periodischen Überprüfung des Zusatz
leistungsanspruchs bei den Eheleuten
X._
aktuelle Angaben und Unterlagen zu den persönlichen und finanzielle
n Verhältnissen ein (Urk. 9/132
145
b
) und sprach
X._
daraufhin mit Verfügung vom 27.
August 2020 rückwirkend ab Oktober 2018 Zusatzleistungen
in Form von bundesrechtlichen Ergänzungs
leistunge
n
zu
(
Urk.
9/V28). Dabei rechnete das Amt zumutbare Erwerbseinkünfte des Ehemannes von
Fr.
12'000.-- und solche der Ehefrau von
Fr.
36'500.-- an
(
Urk.
9/V28 S. 4
, S. 6, S. 8 und S. 10
; vgl. auch die Erläuterung
des AZL zur Fallführung vom 1
8.
August 2020,
Urk.
9/1
4
6).
X._
liess durch die pro
infirmis
mit Eingabe vom 2
5.
September 2020 Einsprache erheben und beantra
gen, es seien lediglich die tatsächlichen Einkünfte seiner Ehefrau in die Berech
nung einzubeziehen, da die Ehefrau wegen der
Betreuungs- und Pflegebedürftig
keit der Tochter nicht dazu in der Lage sei, ein höheres Arbeitspensum als das ausgeübte zu versehen
(
Urk.
9/157).
Zur
Untermauerung
liess er einen Bericht des
Spitals C._
vom 1
6.
Juli 2020 (
Urk.
9/158)
und einen Bericht des ihn behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
D._
vom 2
1.
Mai 2020
(
Urk.
9/159)
ein
reichen
.
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Januar 2021 wies das AZL die Einspra
che gegen die Verfügung vom 2
7.
August 2020 ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/V32). Ausser
dem hatte das AZL mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 2020 die Zusatzleistungen für die Zeit ab Januar 2021 berechnet und die gleichen Einkommensbeträge der beiden Eheleute wie in der Verfügung vom 2
7.
August 2020 einbezogen (
Urk.
9/V31).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Januar 2021 liess
X._
, nun
mehr
wieder vertreten durch Rechtsanwältin Dina
Raewel
,
mit Eingabe vom 1
2.
Februar 20
21
Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, der
Einsprache
entscheid
sei aufzuheben und ihm seien Zusatzleistungen unter Anrechnung des tatsächlichen Einkommens seiner Ehefrau auszurichten (
Urk.
1 S. 2). In prozessu
aler Hinsicht liess er den Antrag auf die unentgeltliche Rechtspflege stellen für den Fall, dass seine Rechtsschutzversicherung die Kosten
nicht
übernehme (
Urk.
1 S. 2 und S.
8). Das AZL beantwortete die Beschwerde mit Eingabe vom
4.
März 2021 und verwies
mit dem Antrag auf Abweisung
der Beschwerde
auf die Aus
führungen im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
8 und die damit e
inge
reichten Unterlagen in Urk.
9/120-167 und
Urk.
9/V26-V
32
)
.
Mit Eingabe vom 1
9.
März 2021 liess der Beschwerdeführer das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege unter Hinweis auf die unterdessen erteilte Kosten
gutsprache der Rechtsschutzversicherung zurückziehen (
Urk.
10). Das Gericht liess durch die Beschwerdegegnerin die Unte
rlagen vervollständigen (Urk.
14/6-119 und
Urk.
14/V1-V25 sowie
Urk.
17/0-5,
Urk.
17/A-K und Urk.
17/v-v6) und setzte den Beschwerdeführ
er hernach mit Verfügung vom 8.
April 2021 von der Beschwerdeantwort in Kenntnis, bei gleichzeitiger Vormerkung des Rückzugs des Gesuchs um die un
entgeltliche Rechtspflege (Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Bundesgesetz
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
und die
Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
sind per
1.
Januar 2021 einer umfassenden Revision unterzogen worden (EL-Ref
orm; Änderungen des ELG vom 2
2.
März 2019
und Änderungen der ELV vom 2
9.
Januar 2020). Mit der EL-Re
form einhergehend wurden per
1.
Januar 2021 auch Änderungen im Zusatzleistungsgesetz (ZLG) und in der Zusatzleistungsverordnung (ZLV) des Kantons Zürich vorgenommen. Ebenso wurden p
er
1.
Januar 2021 die stadt
zür
cherische
Verordnung über den Vollzug des Gesetzes über die Zusatzleistun
gen zur eidgenössischen Alte
rs-, Hinterlassenen- und Invali
denversicherung und die Gewährung von Gemeindezuschüssen (Zusatzleistungsverordnung
) und die stadtzürcherischen
Ausführungsbestimmungen
dazu
(Ausführungsbestimmungen zur Zusatzleistungsverordnung; AZVO)
partiell geändert. In Bezug auf diese Änderungen gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, wonach der Beurteilung jene Rechtsnormen zug
runde zu legen
sind
,
die in
Kraft gestanden sind
, als sich der
Sachverhalt verwirklicht hat, der zu
den m
ateriellen Rechtsfolgen geführt hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.2
Im ang
e
fochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Januar 2021 wird ausdrücklich Bezug genommen auf die Verfügung vom 2
7.
August 2020 (
Urk.
9/V28) und die dagegen erhobene Einsprache vom 2
5.
September 2020 (
Urk.
9/1
57). Nur diese Verfügung, die
den Zusatzleistungsanspruch für die Zeit von
Oktober
2018 bis Ende 2020 bet
rifft, ist somit Gegenstand d
es
E
inspracheentscheids
und damit auch des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Eine allfällige Einsprache gegen die Verfügung vom 1
7.
Dezember 2020 betreffend den Zusatzleistungsanspruch ab Januar 2021 (
Urk.
9/V31) - eine solche
Einsprache
ist in den eingereichten Unterlagen der Beschwerdegegnerin nicht dokumentiert - müsste demnach Gegenstand eines separaten
E
inspracheentscheids
und eines
separaten Beschwer
de
verfahrens
sein.
Dies gilt umso mehr, als
die
Rechtsbeständigkeit einer Zusatz
leistungsverfügung auf das Kalenderjahr begrenzt ist (BGE 128 V 39 E. 3b; vgl.
Jöhl
/
Usinger
-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bun
desverwaltungsrecht [SBVR],
3.
Auflage, Basel 2016, S. 1711 ff.
Rz
15 ff., sowie
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
3.
Auflage, Zürich 2021, S. 99 f.
Rz
247 ff.
) und im Jahr 2021 das per
1.
Januar 2021 revidierte Recht zu berück
sichtigen ist.
1.3
Auf den vorliegend zu beurteilenden Zusatzleistungsanspruch bis Ende 2020 gelangen
demgegenüber
gestützt auf den dargelegten übergangsrechtlichen
Grund
satz die Bestimmungen des ELG und der ELV zur Anwendung, wie sie bis Ende 2020 in Kraft gewesen sind. Ebenso richtet sich die Frage nach dem Anspruch auf kantonale Beihilfe und auf Gemeindezuschüsse nach den Bestim
mungen der zitierten kantonalen und kommunalen Gesetze und Verordnungen, wie sie bis Ende 2020 gegolten haben.
Nachfolgend werden daher, soweit nichts
anderes
vermerkt ist, die massgebenden Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen i
n den Fassungen
vor
dem Inkrafttre
ten
der EL-Reform p
er
1.
Januar 2021 zitiert
.
2.
2.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
1 ELG entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen über
steigen. Die anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen von Ehegat
ten sowie von
Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit
Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV be
gründen, sind gestützt auf Art.
9
Abs.
2 ELG zusammenzurechnen.
2.2
Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG, die anrechenbaren Einnahmen in Art. 11 ELG aufgelistet.
Zu den anerkannten Ausgaben gehören
ein nach oben begrenzter jährlicher Betrag für den allgemeinen
Lebensbedarf (Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG), der eben
falls auf einen jährlichen Höchst
betrag begrenzte Mietzins (Art.
10
Abs.
1
lit
. b ELG) und ein jährlicher Pauschalbet
rag für die obligatorische Krankenpflegeversiche
rung (Art.
10
Abs.
3
lit
. d ELG).
Zu den anrechenbaren Einnahmen zählen unter anderem
zwei Drittel der Erwerbs
einkünfte, soweit sie einen Frei
betrag von Fr. 1'000.-- (Allein
st
ehende) bezie
hungsweise von Fr.
1'500.-- (Ehepaare und
Personen mit Kindern
, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen
) übersteigen (Art. 11 Abs.
1
lit
. a ELG),
und die Einkünfte und Vermögenswerte, auf
die verzichtet worden ist (Art.
11 Abs. 1
lit
. g ELG). Soweit es sich bei den Einkünften, auf die verzichtet worden ist, um Erwerbseinkünfte handelt, gilt bei der Anrechnung ebenfalls die Privil
egierung nach Art. 11 Abs.
1
lit
. a ELG (Freibetrag und Beschränkung auf zwei Drittel; BGE 117 V 287 E. 3c
sowie
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen
zur AHV und IV [WEL], Stand 1.
J
anuar 2020,
Rz
3482.04
).
Zeitlich
massgebend
für die Berechnung der jährlichen Er
gänzungsleistung sind nach
Art.
23
Abs.
1 ELV in der Regel die während des vorausgegangenen Kalen
derjahres erzielten anrechen
baren Einnahmen sowie das am
1.
Januar des
Bezugs
jahres vorhandene Vermögen.
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV sieht sodann vor, dass die jährliche Ergänzungs
leistung bei Eintritt
einer voraussichtlich längere Zeit
dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom ELG anerkannten
Aus
gaben und Einnahmen neu fest
zusetzen ist, wobei die neuen, auf ein Jahr umge
rechneten dauernden Ausgaben und Einnahmen und das bei Eintritt der Verän
derung vorhandene Vermögen massgebend sind.
2.3
2.3.1
Die Vorschriften zu den Verzichtseinkünften und zum Verzichtsvermögen stellen eine Konkretisierung des allgemeinen, im gesamten Sozialversiche
rungsrecht
mass
gebenden
Grundsatzes der Schadenminderungspflicht dar (vgl.
Carigiet
/
K
och, a.a.O., S. 211
Rz
534 mit Hinweis
auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_380/2008 vom 1
7.
September 2008
).
Ein Verzicht auf Einkünfte, der eine Anrechnung erlaubt, liegt
rechtsprechungsgemäss
dort vor, wo eine Person
aus von ihr zu ver
ant
wortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 121 V 204 E. 4
a mit Hinweisen).
2.3.
2
Bei Teilinvaliden wird nach
Art.
14a
Abs.
1 ELV als Erwerbseinkommen grund
sätzlich der Betrag angerechnet, den sie im mass
gebenden Zeitabschnitt tatsäch
lich ver
dient haben. Invaliden unter 60
Jahren ist aber nach Art. 14a Abs. 2
lit
. a-c ELV je n
ach Invaliditätsgrad beziehungs
weise Rentenhöhe (
Viertelsrente
,
halbe Rente,
Dreiviertelsrente
) mindestens ein bestimmter Betrag anzurechnen, für dessen Bemessung der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Alleinste
henden nach Art. 10 Abs. 1
lit
. a Ziff. 1 ELG massgebend ist.
Der Anrechnung nach
Art.
14a Abs. 2 ELV liegt die Vermutung zugrunde, dass die EL-berechtigte Person in der Lage ist, die entsprechenden Mindesteinkünfte zu erzielen;
diese Anrechnung
stellt somit einen Anwendungsfall der Regelung zu den Verzichtseinkünften nach
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG dar. Die Vermutung kann von den Leistungsansprechern widerlegt werden; diese können objektive und subjektive Umstände geltend machen, welche die Realisierung eines Erwerbs
einkommens verhindern oder erschweren (
Carigiet
/Koch,
a.a.O., S. 215
Rz
543
unter anderem mit Hinweis auf BGE 117 V 156).
Bei den Umständen, die zur Widerlegung der
Vermutung nach
Art.
14a
Abs.
2 ELV geeignet sind, handelt es sich nach der
Rechtsprechung um invaliditäts
fremde Gründe wie Alter, mangel
hafte Ausbildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeits
marktsituation (BGE 140 V 267 E. 2.
2 mit Hinweisen).
D
ie Invaliditätsbemessung der IV-Stellen
als solche ist demgegenüber
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
für die mit den Zusatzleistungsansprüchen
befassten Durchführungsorgane und für die Sozialversicherungsgerichte grund
sätzlich verbindlich (BGE 140 V 267 E. 2.3 und E. 5.1). Dies gilt
nur
dort nicht, wo die IV-Stelle den Invaliditätsgrad gestützt auf
Art.
41
Abs.
1
lit
. k
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
lediglich amtshilfeweise festlegt, um
der Durchführungsstelle
die Grundlage für die Frage nach einem hypothetischen Rentenanspruch für den Fall der Erfüllung der Mindestbeitragszeit nach
Art.
4
Abs.
1
lit
. d ELG zu liefern. In diesen Fällen, in denen die Möglichkeit zur Anstren
gung eines invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens nicht gegeben war,
besteht
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine derartige Ver
bindlichkeit der Invaliditätsbemessung. Vielmehr ist die Invaliditätsbemessung in diesen Fällen im Rahmen der Beurteilung des Anspruchs auf Ergänzungsleis
tungen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_71
0/2017 vom 13. Dezember 2017 E.
3.3).
2.3.3
Anrechenbar gestützt auf
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG
sind
des Weiteren
auch Ein
künfte, auf die
nicht die
ergänzu
ngsleistungsberechtigte Person, sondern ihr nicht rentenberechtigter
Ehegatte
ver
zichtet (
BGE 142 V 12 E. 3.2, 117 V 287;
Carigiet
/Koch,
a.a.O., S. 219 ff.
Rz
553
ff.,
Jöhl
/
Usinger
-Egger
,
a.a.O.,
S. 1809 f.
Rz
129 und S. 1891
Rz
207).
Bei der
Festlegung d
es anrechenbaren Verzichtseinkommens eines nicht renten
berechtigten Ehegatten
ist
nach der Verwaltungs- und Gerichtspraxis
der kon
krete Einzelfall
unter Anwendung familien
rechtlicher Grundsätze (Art.
163
des
Schweizerischen Zivilgesetzbuch
es [ZGB]) massgebend
(
BGE 142 V 12 E. 3.2 mit Hinweis
en
)
.
Eines der
Krite
rien
für die Zumutbarkeit, die Arbeitskraft beruflich einzusetzen,
ist somit
die
f
amiliäre Situation;
bei der Kinderbetreuung ist nach der Anzahl und dem Alter der Kinder, nach deren Gesundheitszustand und nach der Möglichkeit der Betreuung durch den rentenberechtigten Ehegatten sowie nach
ausserhäuslichen
Betreuungsmöglichkeiten zu fragen (
Carigiet
/Koch, a.a.O.,
S. 220 f.
Rz
556
f
f.;
Jöhl
/
Usinger
-Egger
, a.a.O., S. 1812 ff.
Rz
131 ff.;
WEL
, Stand
1.
Januar 2020,
Rz
3482.04
,
und Stand
1.
Januar 2021,
Rz
3521.04
).
2.4
2.4.1
In Bezug auf die kantonale Beihilfe
finden
nach § 15 ZLG
die Vorschriften, die für die jährliche Er
gänzungsleistung nach Art.
9
ff. ELG gelten, entsprechende Anwen
dung, soweit für die Beihilfe nichts Abweichendes bestimmt ist.
Nach § 17 ZLG wird für die Berechnung der Beihilfe auf die Bedarfsrechnung für die jährliche Ergänzungsleistung abgestellt, wobei die tatsächlich ausge
richteten Ergänzungsleistungen als anrechenbare Einnahmen behandelt werden (Abs. 1
lit
. a) und der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf bei zu Hause wohnenden
Personen um den Höchstbetrag der Beihilfe (für Ehepaare Fr. 3'630.--
und
für minderjährige Waisen und Kinder
Fr.
1
'
210
.--
; vgl. § 16 ZLG) erhöht wird (Abs. 1
lit
. b).
Bei Mehrpersonenhaushalten wird
nach
§
19 ZLV
der rechnerische Anspruch auf
Beihilfe um denjenigen Betrag gekürzt, um den die Netto-Erwerbseinkünfte nicht invalider Familienmitglieder in der Berechnung der jährlichen Ergänzungs
leistung herabgesetzt werden.
2.4.2
Gemäss § 20 ZLG können die Gemeinden Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind.
Nach Art. 4 Abs. 1 der stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung wird für die Berechnung des jährlichen Gemeindezuschusses auf die Bedarfsrechnung für die gesetzliche Beihilfe abgestellt, wobei die tatsächlich ausgerichtete Beihilfe als Einnahme angerechnet wird. Dabei wird bei zu Hause wohnenden Personen der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf um die Beträge in Art. 3 Abs. 1 der Verordnung erhöht (für Ehepaare Fr. 5’856.--
und
für Waisen und Kinder Fr.
1
’
176.--
), und der so ermittelte Bedarf wird um den Mietzinsanteil erhöht, der nach Abzug des im Einzelfall möglichen ge
setzlichen Mietzinsabzuges verbleibt, höchstens um Fr. 3‘300.--.
Der
Bedarf für den jährlichen Gemeindezuschuss
wird
sodann
nach Art. 4 Abs. 5 der stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung um denjenigen Betrag gekürzt, der den nicht
angerechnete
n
Teil des Erwerbseinkommens
um einen
bestimmten
Freibetrag
übersteigt, nämlich
bei Ehepaaren
von
Fr.
4'500.--
und
bei Waisen und Kindern
von
Fr.
1
’
500.--.
Kein Gemeindezuschuss wird nach
Art.
2
lit
. c
der
Ausführungsbestimmungen
zur stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung unter anderem bei Ehepaaren gewährt,
die mit einem oder mehreren Kindern zusammenleben, welche Anspruch auf eine Kinder- beziehungsweise Waisenrente zur AHV/IV begründen.
Unter den Voraussetzungen in
Art.
3 der Ausführungsbestimmungen kann auf die Anwen
dung dieser Regelung verzichtet werden.
Art.
12
Abs.
1 der stadtzürcherischen Zusatzleistungsverordnung erklärt sodann die Bestimmungen des ZLG sinngemäss auch für die Gemeindezuschüsse als anwendbar.
3
.
3.1
Strittig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen
sind
einzig die Berech
nungsposition
en
der anrechenbaren Einkünfte. Die übrigen Positionen der Zusatz
leistungsberechnung sind unumstritten, und es besteht kein Anlass, sie von Amtes
wegen in Frage zu stellen.
3.2
3.2.1
Bei der Festsetzung der anrechenbaren Erwerbseinkünfte des Beschwerdeführers auf
Fr.
12'000.-- stützte sich die Beschwerdegegnerin entsprechend den Vermer
ken in der Verfügung vom 2
7.
August 2020 auf die Regelung
in
Art.
14a
Abs.
2
lit
.
b
ELV (
Urk.
9/V28 S. 4, S. 6, S. 8 und S. 10).
3.2.2
Das Gericht
hatte
im Urteil vom 3
0.
April 2020 frei geprüft, ob die IV-Stelle im hypothetischen Fall, dass sie dem Beschwerdeführer aufgrund des Invaliditäts
grades von 50 % eine halbe Rente zugesprochen hätte, diese Rente aufgrund eines nachfolgend neu ermittelten Invaliditätsgrades von 0 % hätte aufheben dürfen, und
hatte
sich dabei auf die dargelegte Rechtsprechung
gestützt (
vorstehend
E.
2.3.2), wonach die Durchführungsorgane dort nicht an die Invaliditätsbe
messung der IV-Stelle gebunden sind, wo diese lediglich amtsh
ilfeweise erfolgt ist. Dabei war
das Gericht
zum Schluss gekommen, die Herabsetzung des ursprüng
lich ermittelten Invaliditätsgrades von 50
%
, den die IV-Stelle mit dem Beschluss vom 2
3.
Januar 2013 bekanntgegeben ha
tte (Urk.
17/F), lasse sich weder mit einer Sachverhaltsänderung rechtfertigen noch mit der Wiederer
wägungsvoraus
setzung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Fest
legung dieses Invaliditätsgrades und der darauf basierenden Annahme eines hypo
thetischen Anspruchs auf e
ine halbe Rente begründen (Urk.
9/127 E.
6-10)
.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig erkannte, ist damit für die Bemessung der anrechenbaren Erwerbseinkünfte des Beschwerdeführers, der im Zeitraum von Oktober 2018 bis Ende 2020 kein tatsächliches Arbeitseinkommen erzielte, der Betrag nach
Art.
14
Abs.
2
lit
. b ELV für Personen mit einem Invaliditätsgrad von 50
%
bis unter 60
%
massgebend. Dieser Betrag entspricht dem
B
etrag für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach
Art.
10
Abs.
1
lit
. a Ziffer 1 ELG
und würde sich damit
im Jahr 2018 auf
Fr.
19'290.-- und in den Jahren 2019 und 2020 auf
Fr.
19'450.-- belaufen (Verordnungen 15 und 19 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen).
3.2.3
Die Reduktion dieses Betrages auf
Fr.
12'000.-- in Anwendung
der ziti
erten Rechtsprechung zur Widerlegung der Vermutung nach
Art.
14a
Abs.
2 ELV
geht auf die Zeit der erstmaligen Festlegung des Zusatzleistungsanspruchs ab Februar
2012 mit den Verfügungen vom
1.
Oktober und vom 1
2.
Dezember 2013 zurück (
Urk.
14/V1 und
Urk.
14/V2).
Darin
(
Urk.
14/V1 S. 3
-4 und
Urk.
14/V2 S. 3)
hatte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zunächst die damals massgebend gewesenen Beträge
nach
Art.
10
Abs.
1
lit
. a Ziffer 1 ELG
von
Fr.
19'050.-- (2012) beziehungsweise
Fr.
19'
21
0.-- (2013 und 2014) angerechnet (Verordnungen 11 und 13 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen)
, hatte diese Beträge jedoch im
Einspracheverfahren
auf jährlich
Fr.
12'000.-- reduziert (
Urk.
14
/V3 S.
3-5) und diese Reduktion damit begründet, dass der Beschwerdeführer vor über zehn Jahren bereits invalid in die Schweiz eingereist sei, hier noch nie gearbeitet habe, nur über geringe Deutschkenntnisse verfüge und gemäss den Angaben der zuständigen Sozialberaterin aufgrund der traumatischen Erfahrungen und einer langjährigen Inhaftierung schwierig zu motivieren sei, sodass wegen der geringen Chance für eine Integration in den Arbei
tsmarkt auf entsprechende Vorke
hren verzichtet worden sei (
Urk.
14/V4 S. 2).
An
dieser Sachlage hat sich in den nachfolgenden Jahren grundsätzlich nichts geändert. Die Angaben des Beschwerdeführers vom November 2017 im Rahmen der Begutachtung durch das
B._
dokumentieren zwar dessen substanzielle Beteiligung an den Hausarbeiten und an der Betreuung des 2010 geborenen Sohnes (
Urk.
9/127 E. 8.1.5.5 S. 21), die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit stand hingegen offenbar nicht zur Diskussion und die sozialen Kontakte beschränkten sich auf den Austausch in der Muttersprache mit den Kollegen des Vereins
J._
(
Urk.
9/127 E. 8.1.5.5 S. 22). Es ist daher plausibel, dass die Beschwerde
gegnerin das dem Beschwerdeführer zumutbare Erwerbseinkommen in den Jahren 2015 bis 2018 auf der Höhe von
Fr.
12'000.-- belassen hat
(Urk.
14/V6 S.
3,
Urk.
14/V
10 S. 3,
Urk.
14/V
11 S. 3,
Urk.
14
/V12 S. 3,
Urk.
14/V
15 S. 3,
Urk.
14/V
16 S. 3,
Urk.
14/V
17 S. 3
-4
,
Urk.
14/V19 S.
3, Urk.
14/V20 S. 4 und S.
6,
Urk.
14/V24 S. 4) und nach dem vorstehend Dargelegten auch für die vorlie
gend strittige Zeit von Oktober 2018 bis Ende 2020 dabei geblieben ist (
Urk.
9/V28 S. 4, S. 6, S. 8 und S. 10
; vgl.
Urk.
2 S. 1 sowie
die Erläuterung vom 1
8.
August 2020 in
Urk.
9/146
)
. Die Parteien sind sich denn auch einig über die Anrechnung dieses Betrages.
3.3
3.3.1
Keine Einigkeit besteht demgegenüber in Bezug auf
den Betrag von
Fr.
36'500.
, den die Beschwerdegegnerin als anrechenbare
s
zumutbare
s
Erwerbsein
kommen
der Ehefrau des Beschwerdeführers eingesetzt hat (
Urk.
9/V28 S. 4, S. 6, S. 8 und S.
10).
Die Beschwerdegegnerin ging für die Ermittlung dieses Betrages vom Arbeitsver
trag der Ehefrau mit der
F._
GmbH aus,
in dem
für die Zeit ab dem
1.
April 2018
ein wöchentliches Arbeitspensum von 17 Stunden zu einem
monat
lichen
Brutt
olohn von
Fr.
1'520.-- festgelegt ist
(
Urk.
9/145), und
berech
nete,
dass dieses Pensum den Umfang von 40
%
einer Vollzeitstelle ausmache (rund 40,5
%
bei 42 Wochenstunden). Wie aus der Erläuterung vom 1
8.
August 2018 hervorgeht (
Urk.
9/146), erachtete sie es indessen als der Ehefrau zumutbar, ein Pensum von 80
%
zu verrichten,
und bemass dementsprechend das zumutbare Erwerbseinkommen auf das Doppelte de
s tatsächlich erzielten E
inkommens bei der
F._
GmbH. Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer eine
Pen
sums
steigerung
über die vereinbarten und geleisteten 17 Wochenstunden hinaus für nicht zumutbar und liess dies namentlich mit dem Gesundheitszustand der Tochter
und den beschränkten eigenen Möglichkeiten zur Mithilfe bei der
en
Betreuung und der Pflege
begründen (
Urk.
1 S.
4 ff.,
Urk.
9/157
).
3.3.2
D
ie
Höhe des
Erwerbseinkommen
s
, das der Ehefrau des Beschwerdeführers ergän
zungsleistungsrechtlich zumutbar ist, war bereits in der Zeit vor Oktober 2018
umstrit
ten
gewesen. In den Verfügungen vom
1.
Oktober und vom 1
2.
Dezember 2013 hatte die
Beschwerdegegnerin für die Jahre
2012 bis 2014 jährliche zumut
bare
Netto-
Erwerbseinkünfte der Ehefrau in der Höhe von
Fr.
24'001.-- angerech
net (
Urk.
14/V1 S. 3-4 und
Urk.
14/V2 S. 3)
, dies in Abweichung von den tat
sächlich erzielten, niedrigeren Einkünften im Rahmen der
damaligen
Tätigkeit im Kiosk
G._
(gemäss den eingereichten Lohnausweisen
Fr.
10'733.-- im Jahr 2012,
Fr.
14'962.-- im Jahr 2013 und Fr.
21'961.--
[einschliesslich Kinderzu
lagen]
im Jahr 2014,
Urk.
14/51A/1-3).
Im
Einspracheverfahren
reduzierte die Beschwerdegegnerin die anzurechnenden Erwerbseinkünfte alsdann angesichts des Vorschulalters des Sohnes auf einen jährlichen Nettobetrag von
Fr.
20'
001
.
- (
Urk.
14/V3 S. 3-5 und
Urk.
14/V4 S. 2
), was im Jahr 2014 den
tat
sächlichen Verhältnissen
ungefähr entsprach
. Wie vorgesehen
(
Urk.
14/V4 S. 2)
,
folgte anschliessend die Anhebung der
zumutbaren
Erwerbseinkünfte der Ehefrau auf
Fr.
30'001.-- ab September 2015 (Urk. 14/V11 S. 3
,
Urk.
14/V12 S. 3
und
Urk.
14/V14) und auf
Fr.
36'001.--
beziehungsweise
Fr.
36'000.--
ab Oktober 2016 (
Urk.
14/V15 S. 3
,
Urk.
14/V16 S. 3,
Urk.
14/V17 S. 3
-4
,
Urk.
14/V19 S. 3,
Urk.
14/V20 S. 4 und S. 6,
Urk.
14/V24 S. 4),
dies mit der Überlegung, dass der Sohn unterdessen in den K
indergarten eingetreten sei
(vgl.
Urk.
14/V14 S. 2 ff.). Der Ehefrau des Beschwerdeführers gelang es in der F
olge denn auch, ihre Erwerbseinkünfte zu erhöhen
, und sie erreichte
mit einer Tätigkeit beim Unter
nehmen
H._
im Jahr 2016 einen Nettolohn von
Fr.
25'499.-- (
L
ohnausweis
2016,
Urk.
14/
94) und im Jahr 2017 einen solchen von
Fr.
32'404.-- (Lohnauswei
s 2017,
Urk.
14/105)
.
Im Dezember 2017 trat jedoch mit der Geburt der Tochter eine Veränderung in den privaten
Verhältnissen des Beschwerdeführers und seiner Familie ein, und diese zog auch in beruflicher Hinsicht eine Veränderung nach sich, indem die Ehefrau im April 2018 bei
der
F._
GmbH als
neue
r
Arbeitgeberin das besagte
40%-Pensum
zu
m monatlic
hen Brut
tolohn von
Fr.
1'520.--
bezie
hungsweise zu einem Jahreslohn von
Fr.
18'240
.-- (12 x
Fr.
1'520.--, ein 13.
Monatslohn war nicht vereinbart; vgl.
Urk.
9/145)
aufnahm.
Der auf das Doppelte
dieses Bruttolohnes
bemessene Betrag von aufgerundet
Fr.
36'500.--, den die Beschwerdegegnerin in der Zeit von Oktober 2018 bis Ende 2020 als zumutbares
Netto-
Erwerbseinkommen der Ehefrau in die Zusatzleistungsberech
nung einbezog (
sie
brachte
in der Zusatzleistungsberechnung
von
diese
r
Summe
keine
Sozia
lversich
erungsbeiträge in Abzug
), liegt sogar
leicht über dem Betrag, den sie in der Zeit
vor der Geburt der Tochter
seit Oktober 2016 einbezogen hatte.
Die Beschwerdegegnerin gestand der
E
hefrau somit für die Betreuung der Toch
t
er keine zusätzliche Zeit zu, sondern setzte voraus, dass der Beschwerdeführer den grösseren Teil der zusätzlich anfallenden Betreuungsaufgaben zu übernehmen in der Lage sei.
3.3.3
Es trifft zu
, dass die Schilderungen des Beschwerd
eführers von Ende November 2017
anlässlich der Begutachtung durch das
B._
(vgl.
Urk.
9/127 E. 8.1.4)
von seiner Fähigkeit gezeugt hatten, nicht nur bei der Hausarbeit, sondern auch bei der Kinderbetreuung einen namhaften Beitrag zu leisten;
d
er
Beschwerdeführer
hatte damals berichtet, er bringe den Sohn zur Schule und er esse mit ihm und bringe ihn zu Bett, wenn seine Frau bei der Arbeit sei (
Urk.
9/127 E. 8.1.5.5).
Es gilt jedoch zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin
es
nicht nur der Ehefrau, sondern auch dem Beschwerdeführer
zumutet
, in einem gewissen Umfang erwerbstätig zu sein. Dieser Erwerbstätigkeit, die angesichts der angerechneten
hypothetischen
Einkünfte von
Fr.
12'000.-- einem Pensum von 20-30
%
ent
spricht, muss bei der Festlegung der Kinderbetreuungspflichten des Beschwer
de
führers Rechnung getragen werden, und zwar un
abhängig davon, ob der Beschwerdeführe
r tatsächlich erwerbstätig ist. Denn
wenn
die entsprechenden E
inkünfte unabhängig von einer tatsächlichen Erwerbstätigkeit angerechnet werden, so muss dies auch
für
die Zeit
gelten
, die
für die
Erziel
ung dieser Ein
künfte benötigt wird
.
Die Annahme, der Beschwerdeführer
habe im strittigen Zeit
raum
zeitlich uneingeschränkt für die K
inderbe
treuung zu
r
Verfügung
gestanden
, verbietet sich daher.
Des Weiteren kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich die gesundheit
lichen Probleme des Beschwerdeführers
in der Zeit von Oktober 2018 bis Ende
2020
bei der Betreuung der Kinder überhaupt nicht aus
ge
wirk
t
haben
. Der psy
chiatrische Gutachter
Dr.
med. I._
des
B._
hatte zwar im November 2017 die Diagnose einer
chronifizierten
depressiven Störung, die
Dr.
Z
._
im Jahr 2012 gestellt hatte, nicht bestätigt und auch dessen Verdacht auf eine bleibende Persönlichkeitsänderung nicht geteilt
, sondern hatte dem Beschwerde
führer aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
(vgl.
Urk.
9/127 E.
7.1.3 und
E.
8.1.4). Zum einen hatte
Dr.
I._
aber
im Rahmen der Test
untersuchungen
doch gewisse V
erlangsamungen
festgestellt (
vgl.
Urk.
9/127 E.
8.1.5.2), und zum andern
beschrieb
Dr.
D._
den
Beschwerdeführer
später
im Bericht vom 2
1.
Mai 2020 über die Behandlung seit August 2018 als von gedrückter Stimmung mit eingeeng
t
er Affektivität und vermindertem Antrieb, als verlangsamt in der Psychomotorik und im Denken und auch als etwas vernach
lässigt in der Körperpflege
(
Urk.
9/
159 S. 6).
Hinzu kommt, dass die Tochter
gemäss dem Bericht des
Spitals C._
vom
1
6.
J
ul
i 2020 an einer chronischen Nier
eninsuffizienz mit erhöhter Gefahr von Harnwegsinfekten sowie an Fehlbildungen im Rahmen eines
angeborenen
Currarino
-Syndroms und einer VACTERL-Assoziation leidet (
Urk.
9/158 S. 1).
Der qualitative und quantitative Pflegeaufwand im Zusammenhang mit diesen Geburts
leiden, wie er in der Bes
chwerdeschrift geschildert wird
(
Urk.
1 S. 5 f.), ist zwar im Bericht des
Spitals C._
nicht detailliert dargestellt
.
D
okumentiert ist aber immerhin, dass die Tochter regelmässig Medikamente ein
n
ehmen muss, dass sie einen Blasenkatheter benötigt und auf tägliche Einläufe angewiesen ist und dass sie einer stetigen Überwachung
in Bezug auf das Auftreten febrile
r Harn
wegsinfekte bedarf (
Urk.
9/158
S. 2 f.). Damit ist der zusätzliche Pflegeaufwand zumin
dest für die vorliegend zur Diskussion stehenden ersten Lebensjahre der Tochter genügend belegt, und belegt ist auch, dass dieser Aufwand mit zusätz
lichen
qualitativen
Anforderungen im Vergleich zum Aufwand für die Betreuung eines gesunden Kleinkindes
verbunden ist.
3.3.4
Bei den dargelegten Einsc
hränkungen
in der zeitlichen Verfügbark
eit auf der einen Seite und d
en gesundheitlichen Einschränkungen sowie dem erhöhten Pfle
gebedarf der Tochter auf der anderen Seite
war
es dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten,
schon in den ersten drei Lebensjahren
der
Tochter, als zudem auch der Sohn erst die Unterstufe der Primarschule besuchte, während
einer ausser
häuslichen
Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau
von vier Tagen in der Woche
(80%-Pensum)
die gesamte famil
iäre Mehrbelastung zu tragen.
Daran ändert auch
nichts, dass der Beschwerdeführer im strittigen Zeitraum leistungsfähiger gewe
sen sein mochte, als dies dem Attest einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit durch
Dr.
D._
entsprach (vgl.
Urk.
9/159 S. 11).
Die Ausführungen im Bericht des
Spitals C._
lassen es
sodann
auch als plau
sibel erscheinen,
dass eine Fremdbetreuung
der Tochter,
in einer Tagesstätte oder bei einer Privatperson,
in der strittigen Zeit des Kleinkinderalters
kaum prakti
kabel gewesen wäre
(vgl.
Urk.
1 S. 6)
oder zumindest einen finanziellen Aufwand erfordert hätte, der die Erwerbseinkünfte der E
hefrau zu einem erheblichen Anteil
aufgewogen hätte.
3.3.5
Damit
erscheint es nicht als zumutbar
, d
er
Ehefrau des Beschwerdeführers in den ersten Jahren nach der Geburt der Tochter
ein gleich hohes Pensum
auf
zu
erlegen
beziehungsweise
von ihr
g
leich hohe Erwerbseinkünfte
zu erwarten
wie unmit
telbar vorher.
Bei der
Frage nach dem
zumutbaren
,
niedrigeren Eink
ommen
gilt es zu beachten
, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers mit ihren Einkünften der Jahre 2018 und 2019 von
Fr.
18'240.-- brutto (12 x
Fr.
1'520.--) beziehungsweise
Fr.
16'886.-- netto (vgl. die
Summen in den
Lohnausweise
n nach Abzug der Kinderzulagen,
Urk.
3/6 und
Urk.
3/7 =
Urk.
9/145a) dem Einkommen
in der Höhe von Fr.
20'000.--
netto
nahekam
, das die
Beschwerdegegnerin in den ersten Lebens
jahren des Sohnes bis zu dessen Erreichen des Kindergartenalters im September 2015
i
n die Zusatzleistungsberechnung einbezogen hatte (vgl. vorstehend E.
3.3.2)
.
Es gelang den Eheleuten somit, mit zwei betreuungsbedürftigen Kindern, von denen das jüngere erhöht pflegebedürftig war, Erwerbseinkünfte
der Ehefrau
zu
generieren, die nur wenig unter denen in der Zeit lagen,
als sie erst für den Sohn im Vorschulalter zu sorgen hatten.
Unter diesen Umständen bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
die Ehefrau des
Beschwerdeführer
s
ihre Leistungs
fähigkeit im Beruf und in der Kinderbetreuung im strittigen Zeitraum von Oktober 2018 bis Ende 2020 nicht im Rahmen des ergänzungsleistungs
rechtlic
h Zumut
baren ausgeschöpft hätte
. Dies gilt auch im Lichte der neueren bundesgericht
lichen Rechtsprechung
zum
Unterhaltsrecht, wonach dem haupt
betreu
enden Elternteil
zwar früher als nach der bisherigen 10/16-Regel, aber doch erst ab dem Eintritt des jüngsten - gesunden - Kindes in den Kindergarten oder in die Schule eine Erwerbstätigkeit im Umfang eines 50%-Pensums zuzumuten ist (
BGE 144 III 481
E. 4.7.6).
E
s
ist daher
im Sinne des Antrags in der Beschwerdeschrift
gerechtfertigt, dass bei der Festlegung des Zusatzleistungsanspruchs des Beschwerdeführers in der
Zeit von Oktober 2018 bis Ende 2020 allein die tatsächlich erzielten Erwerbs
einkünfte d
er Ehefrau
einbezogen werden.
3.4
Der angefochtene
E
inspracheentscheid
ist somit
in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Zusatzleistungsanspruch des Beschwerdeführers in der Zeit von Oktober 2018 bis
Ende 2020 unter Anrechnung d
er tatsächlich erzielten Erwerbseinkünfte der Ehefrau neu festlege. Es wird sich zeigen, ob infolge dieser Neuberechnung auch ein Anspruch auf
kantonale Beihilfe resultiert.
4.
Nach
Art.
61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde
führer eine
Prozessentschädigung von
Fr.
2'000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.