Decision ID: 049e1179-3ecb-4dbe-884b-b28ff4cda1c0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
war
als
Eisenleger
tätig
(Urk. 7/
7/1
-3
)
, als er am 27. April 2005 einen
Auffahr
unfall erlitt
(Urk. 7/4/40-48)
. Im
September 2006
meldete er sich
unter
Hinweis auf ein Schleudertrauma bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 7/1
und Urk. 7/10
)
.
Diese sprach ihm mit Verfügung
en
vom 1
4
. M
ai
2009
(Urk. 7/43
, Urk. 7/50
)
vom 1. April 200
6
bis 31. August 2008
eine ganze
Invali
denr
ente und ab 1. September 2008
ein
e
halbe
R
ente zu. Im Jahre 2010 wurde der Rentenanspruch
von Amtes wegen überprüft
(Urk. 7/65)
und
am
7. September
2010
die Weiterausrichtung der halben Rente
mitgeteil
t (Urk
. 7/72).
Am 9.
Juli 2013 leitete die IV-Stelle
gestützt auf
lit
. a
Abs. 1
der per 1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmung
en
der Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 18. März 2011 (6. IV-
Revi
sion, erste
s Massnahmenpaket;
SchlB
IVG 6. IV-Revision)
eine Überprü
fung
des Ren
t
enanspruchs ein (Urk. 7/82).
Nach
Begutachtung im
Y._
(
Y._
; Expertise vom 12. Januar 2015, Urk. 7/108) und
durchgeführtem
Informati
onsgespräch
unter anderem betreffend Eingl
ie
derungsmassnahmen (Urk. 7/114
S. 9
oben)
stellte die IV-Stelle dem Versi
cher
ten im
Vorbescheid vom 8. März 2016 (Urk. 7/113) die Einstellung der Inva
l
idenrente in Aus
sicht.
In der Folge
absolvierte
der Versicherte
zwei Schnuppertage bei der Einrichtung
Z._
(Urk. 7/118)
und
ersuchte
am
1
2.
und 19. April 2016
Mas
snahmen zur Wiedereingliederung
(Urk. 7/117
-118
)
.
Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
10. Mai 2016
(Urk. 7/122)
hob
die IV-Stelle
die Invalidenrente gestützt auf die er
wähnte
n
Schlussb
estim
mung
en
auf und stellte die Leistung auf Ende des der Zustellung der Verfü
gung folgenden Monats ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/126
und
Urk.
7/132
) ord
nete die IV-Stelle
mit Verfügung vom 5. Oktober 2016 (Urk. 2)
den Abbruch der
Abklärungen zu
Wie
dereingliederungsmassnahmen an.
2
.
Dagegen erhob der Versicherte am 28. Oktober 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 5. Oktober 2016 (Urk. 2) sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Abklärung und Durchführung von
Wiederein
gliederungsmassnahmen
an die Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen, ver
bunden mit der Verpflichtung, die Rente seit deren Einstellung gemäss Ver
fügung vom 10. Mai 2016 bis zum Ablauf der Eingliederungsmassnahmen auszurichten (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2016 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem
Be
schwerdeführer am 19. Dezember
2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk
. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird eine Rente, die bei einem
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage ge
sprochen wurde, gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
aufge
hoben, so hat der Bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereinglie
de
rung nach Art. 8a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG). Ein Anspruch auf eine
Übergangsleis
tung
nach Art. 32
Abs.
1
lit
. c IVG ent
steht dadurch nicht (
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG
6.
IV-Revision). Werden
Mass
nahmen zur Wiedereingliede
rung nach
Art.
8a IVG durchgeführt, so wird die Rente bis zum Abschluss der Mass
nahmen weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeitpunkt
der Aufhebung (
lit
. a
Abs.
3
SchlB
IVG
6.
IV-Revision).
1.2
Gemäss Art. 8a Abs. 1 IVG be
steht ein Anspruch auf Massnahmen zur Wie
dereingliederung, sofern die Er
werbsfähigkeit voraussichtlich verbessert werde
n kann und die Massnahmen geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit zu verbessern
.
Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten. In diesem Sinne ist insbesondere von Bedeutung, dass die fragliche Massnahme eingliederungswirksam ist, was eine subjektive und objektive
Eingliederungs
fähigkeit
der betroffenen Person voraussetzt (vgl. das Urteil des Bundes
gerichts 8C_664/2013 vom 2
5.
März 2014 E.
2 mit Hinweisen). Massgebend ist der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (
Urteil des Bundes
g
e
richts 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2 mit Hinweisen
).
Bei der Beurteilung
des Eingliederungswillens
respektive
der subjektiven
Ein
gliederungsfähigkeit
sind insbesondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten Aus
sagen betreffend
Krankheitsüber
zeugung
und Arbeitsmotivation zu berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vorbescheidverfahren
und v
or dem kantonalen
Versi
che
rungs
gericht
gemachten Ausführungen
beziehungsweise
gestellten An
träge
(vgl. das Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_231/2015 vom 7.
September 2015 E. 4.2
mit Hinweisen).
1.3
Massnahmen zur Wiedereingliederung
sind
gemäss Art. 8a Abs. 2
lit
. a IVG
insbesondere
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung a
uf die berufliche Eingliederung
, welche
unter anderem
Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabilitation beinhalten
(Art. 14a Abs. 2
lit
. a
IVG)
. Als solche
gelten
Mass
nahmen zur Gewöhnung
an den Arbeitsprozess,
zur Förderung der
Arbeits
motivation
, zur
St
abilisierung der Persönlichkeit und zum
Einüben sozialer
Grundfähigkeiten
(Art. 4
quinquies
Abs. 1 der Verordnung über die Invali
den
versicherung,
IVV).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) da
mit, der Beschwerdeführer könne sich eine Arbeitsstelle im geschütz
ten Um
feld vorstellen. Diese Art von Beschäftigung sei zusammen mit einer Renten
leistung als Strukturerhaltung sinnvoll, gelte jedoch nicht als
einglie
derungs
wirksam
im ersten Ar
beitsmarkt. Es fehlten die klar
en Verbindlich
keiten, um die Eingliederungsfähigkeit innerhalb des zeitlichen Rahmens nachhaltig zu
steigern, wobei der Beschwerdefü
hrer diese Verbindlichke
iten
aufgrund seines
Gesundheitszustands
nicht habe eingehen
wollen.
Er
benö
tige zudem
mehr Medikamente, habe seine Restar
beitsfähigkeit nie verwertet,
habe sich
Frei
willigenarbeit
und/oder eine Beschäftigungsmassnah
m
e in ei
nem geschützten Umfeld nicht vorstellen können und fühle sich unter Menschen unwohl.
Es
fehle
dem Beschwerdeführer
somit
an der subjektiven
Ein
gliederungs
fähig
keit
, um Massnahmen zur Wiedereingliederung im ersten Arbeitsmarkt sinn
voll und zielführend anzugehen
(S. 1 f.)
.
2.
2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
(Urk. 1)
, er habe im April und Juli 2016 seinen Eingliederungswillen mehrfach
bekundet
. Letzterer
sei zudem auch
durch seinen
behandelnden Psychiater bestä
tigt worden
(Ziff. 2.2)
.
Im Weiteren handle es sich bei der Tätigkeit
in d
er Ein
richtung
Z._
um eine auf die berufliche Eingliederung gerich
tete
M
assnahme, die der Steigerung der Motivation dienen könne und bei der so
ziale Grundel
emente eingeübt werden könnten
(Ziff. 3.2).
2.3
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin
nach der rechtskräftig verfügten
R
en
ten
einstellung
den Abbruch der Abklärungen zu
Wiedereingliederungs
mass
n
ahmen
verfügen durfte (Urk. 2). Dabei ist
zu prüfen,
ob Massnahmen in der
Einrichtung
Z._
respektive an einem geschützten Arbeitsplatz
Wieder
ein
gliederungsmassnahmen
im Sinne von
lit
.
a
Abs. 2
SchlB
IVG 6. IV-Revision
darstellen und ob beim Beschwerdeführer eine entsprechende sub
jek
tive Eingliederungsfähigkeit respektive Eingliederungsbereitschaft be
steht (vgl. E. 1.2-1.3).
3.
3.1
Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation
stellen
Wiedereingliede
rungsmassnahmen
im Sinne von
lit
.
a
Abs. 2
SchlB
IVG 6. IV-Revision dar (Art. 8a IVG Abs. 2
lit
. a in Verbindung mit Art. 14a Abs. 2
lit
.
a IVG
; vgl. auch E. 1.3
). Darunter fallen insbesondere an einem geschützten Arbeitsplatz durchgeführte Integrat
ionsmassnahmen, dienen sie doch
der Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
in den ersten Arbeitsmarkt
respektive
der Gewöhnung an den Arbeitsprozess, der Förderung der Arbeitsmotivation, der Stabilisierung der Persönlichkeit und dem Einüben sozialer Grundfähigkeiten (vgl.
Art. 4
quinquies
Abs. 1 IVV).
Gleiches
folgt
aus dem
Kreisschreiben über die Integrationsmassnahmen des Bundesamtes für Sozialversicherungen
(BSV)
in der ab 1. Januar 2016
gültigen Fassung
(KSIM)
Rz
.
1033
, wonach
Wieder
eingliederungsmassnahmen
zwar
„nach Möglichkeit“ in Betrieben im ersten
Arbeitsm
arkt durchgeführt werden sollen
,
entsprechende Massnahmen
auss
er
halb des ersten Arbeitsmarkts
indessen nicht ausgeschlossen
sind
, soweit die Massnahmen für eine Wiedereingliederung „sinnvoll und nutzbringend" sind (vgl. auch
Rz
. 1007.1 zweiter Abs. des Kreisschreibens des Bundesamtes über Sozialversicherungen über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18.
März 2011 des IVG [KSSB; in der seit 1. April 2016 geltenden Fassung]).
Da
von ging bei der Renteneinstellung auch die Beschwerdegegnerin aus, lud
sie doch noch vor
Erlass der
Verfügung vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/122) den Be
schwerdeführer zum Gespräch
betreffend
Eingliederung
ein
(Urk.
7/117, Urk.
7/119 und
7/127).
Die Begründung der Beschwerdegegnerin, eine Arbeitsstelle im geschützten Umfeld sei nicht eingliederungswirksam (Urk. 2 S. 1 unten), kann daher nicht gehört werden. Selbst wenn die rentenaufhebende Verfügung vom 10. Mai 2016 unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, kann entgegen der Dar
stellung der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid nicht von der Hand gewiesen werden, dass die hier fragliche Eingliederung in engem Zu
sam
menhang mit der Rentenaufhebung steht (vgl. dazu auch die nach
fol
gende E. 3.2.4) und daher der Leistungsanspruch im Lichte von
lit
. a Abs. 2
SchlB
IVG in Verbindung mit Art. 8a IVG zu prüfen ist. Unter diesen Um
ständen kann nicht gesagt werden, der Einsatz
im
geschützten Rahmen bei
Drahtzug
sei nicht sinnvoll oder nutzbringend.
Die Beschwerdegegnerin hat daher die Wiedereingliederung zu Unrecht unter dem Hinweis verneint, diese müsse auf dem ersten Arbeitsmarkt erfolgen.
3
.
2
3.2
.
1
Im Zusammenhang mit der Prüfung der
Eingliederungsfähigkeit
des Beschwer
deführers ist z
um massgeblichen Sachverhalt
vorab zu bemerken, dass die am 10. Mai 201
6
gestützt auf
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision verfügte Einstellung der Invalidenrente per Ende Juli 201
6
(Urk. 7/122) in medizini
scher Hinsicht auf dem polydisziplinären Gutachten de
s
Y._
vom 12. Januar 2015 (Urk. 7/108
/1-119
) beruhte (vgl. Urk. 7/122 S. 2). Darin wurden als Diag
nosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes
Zervikozephalsyndrom
sowie ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
genannt
(S. 108)
. Seit dem 20. April
2014 sei der
Beschwerdeführer in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Eisenleger
unter Ausschluss des
Führen
s
von Fahrzeu
gen und Maschinen
sowie des Besteigens
von Leitern und Gerüsten wieder zu 100 % arbeitsfähig (S. 116). Damit steht die objekti
ve
Eingliede
rungsfähigkeit
fest, welche
von den Parteien
im hiesigen Verfahren denn auc
h nicht
in Frage gestellt
wurde.
3.2
.2
Die
Y._
-Gutachter wiesen in ihrem Gutachten vom 12. Januar
2015
(Urk. 7/108
/1-119
)
darauf hin,
dass sich der Beschwerdeführer
selbstein
schätzend
als nicht mehr arbeitsfähig beurteile (S. 112)
.
Sie hielten weiter fest,
dass berufliche Massnahmen aufgrund der mangelnden Motivation nicht erfolgsversprechend seien (S. 1
17
).
Nach dem
Informationsgespräch am 1. März 2016
und entsprechender Auf
klä
rung
betreffend
lit
.
a
SchlB
IVG 6. IV-Revision (Urk. 7/114 S. 9
)
wurde die Beschwerdegegnerin seitens der
A._
am
12. April
2016
telefonisch darüber informiert,
dass der Be
schwerdeführer Ein
gliederungsmassnahmen wünsche und vor Erlass des Entscheids der
Beschwer
de
gegnerin
ein „Arbeitsversuch“ in der Einrichtung
Z._
geplant wor
den sei
(Urk. 7/117)
.
Im
Schreiben vom 19. April 2016 (Urk. 7/118)
teilte
der Beschwerdeführer
d
er
Beschwerdegegnerin
mit
, dass er am 11. und 13. März
2016
in der Ein
richtung
Z._
geschnuppert
habe. Es habe ihm dort sehr gut gefallen und er habe sich sehr wohl gefühlt.
Dr.
med.
B._
, Leitender Arzt an der
A._
,
habe ihn auf den
Schnuppertermin
sorgfältig vorbereitet und mit ihm danach alles besprochen, was ihm sehr geholfen hab
e. Entsprechend wolle er
das Eingliederungstraining sehr gerne in dies
er Einrichtung absolvieren
.
Gemäss dem Verlaufsprotokoll
„
Eingliederungsberatung nach
Schlussbestim
mung
6a
“
der Beschwerdegegnerin
vom 7. Juni 2016 (Urk. 7/127)
habe der Beschwerdeführer am
Gespräch vom 3. Juni 2016
eine Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation seit März 2016
angegeben.
Er habe vor
allem Kopf- und Halsschmerzen, fühle sich physisch und psychisch sehr kr
ank und benötige deshalb mehr Medikamente. Seit der Information über d
ie
Ren
ten
aufhebung
habe er sich
mit dem beruflichen Wiedereinstieg
nicht
aus
ein
an
dergesetzt und könne sich eine Eingliederung als „kranker Mensch“ nicht vorstellen.
Er fühle sich
nicht wohl unter Menschen, könne keine Hausarbei
ten übernehmen und sich auch nicht vorstellen, seine gesundheitlichen Ein
schränkungen zu überwinden.
Aus
dem im
Einwandverfahren
eingereichten Bericht des behandelnden Psy
chi
aters
Dr.
B._
vom
30. Juni 2016
(Urk. 7/131)
geht hervor,
dass die Not
wendigkeit des beruflichen Wiedereinstiegs mit dem Beschwerdeführer im Laufe
der Behandlung immer wieder thematisiert und letzterer auf die Wie
der
eingliederung in die Arbeitswelt vorbereitet worden sei.
Am 18. Dezember 2015 sei mit dem Beschwerdeführer die Einrichtung
Z._
besucht wor
den, wo im Februar 2016 zwei Schnuppertage erfolgreich absolviert worden seien
(S. 1)
.
Der
Beschwerdeführer habe im Gespräch mit
der
Beschwerde
geg
nerin
am 3. Juni 2016 seine Situation und Motivation anscheinend nicht adäquat
darlegen
können und habe aus
s
einer Darstellung
„zu viel weinen müssen
“
.
Im Weiteren hielt
Dr.
B._
fest, dass er aus psychiatrischer Beur
teilung die grundsätzliche Motiviertheit des Beschwerdeführers für eine be
ruf
liche Wiedereingliederungsmassnahme für glaubhaft halte. Durch die de
pressive Erkrankung, die akzentuierte Persönlichkeit und die noch
immer
bestehende Sprachbarriere sei die Fähigkeit des Beschwerdeführers, seine Motivation adäquat auszudrücken, begrenzt (S. 2).
In seinem Einwand
vom 5. Juli 2016
(Urk. 7/132/1)
wies der Beschwerdefüh
rer
darauf hin, dass sein Alltag weiterhin von einer depressiven Symptomatik und
von
Schmerzen geprägt sei, seine Motivation und sein Arb
eitswillen in
dessen echt seien. Er wolle an einem geschützten Arbeitsplatz tätig sei
n
, wobei es ihm in der Einrichtung
Z._
gut gefallen habe. Am Gespräch vom 3. Juni 2016
habe er dies nicht zeigen können, da einerseits die Sprache
e
in Hindernis und er andererseits
„
innerlich blockiert
“
gewesen sei.
3.2.3
Aus dem Schreiben des Beschwerdeführers vom 19. April 2016 (Urk. 7/118) sowie de
m
Bericht von
Dr.
B._
vom 30. Juni 2016 (Urk. 7/131) geht hervor
,
dass der Be
schwerdeführer im Dezember 2015 die Einrichtung
Z._
be
sichtigte und dort im Februar
(
g
emäss Dr.
B._
) re
spektive März 2016
(g
emäss Beschwerdeführer
)
zwei Schnuppertage
absolvierte
, was von der
Be
schwerdegegnerin
nicht bestritten wurde
.
D
ie Organisation des
Besich
ti
gungs
termins
und
der Schnuppertage erfolgte
dabei
ohne Zutun der
Beschwer
de
gegnerin
.
Nachdem er sich anlässlich des Gesprächs vom 1. März 2016 noch nicht
f
estzulegen vermocht hatte (Urk. 7/114/9),
äusserte der Beschwerde
führer gegenüber der Beschwerdegegnerin
a
m 12. April
2016
seinen Wunsch be
treffend Eingli
ederungsmassnahmen (Urk. 7/117), welchen er
am
19. April 2016 (
Urk.
7/118) und 5. Juli 2016 (Urk. 7/132/1)
nochmals bekräftigte. Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. E.
1.2) davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung über die erforderliche subjektive
Eingliederungs
fähigkeit
verfügte.
An dieser Beurteilung vermag das Verlaufsprotokoll der Beschwerdegegnerin vom 7. Juni 2016
(Urk. 7/127) nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer
am 5. Juli 2016
seinen Wunsch betreffend Eingliede
rungsmassnahmen wieder
holte
und darauf hinwies,
dass er
seine
Eingliede
rungsbereitschaft
aufgrund
einer inneren Blockade und
infolge
Sprachhin
dernissen
nicht habe zeigen können (Urk. 7/132)
.
Dem besagten
Protokoll
ist kein Hinweis zu entnehmen, dass das Gespräch im Beisein eines Dolmet
schers geführt wurde, obwohl die marginalen Deutschkenntnisse des Be
schwerdeführers der
Beschwerde
geg
ne
rin
bekannt waren (Urk. 7/114 S. 3)
. Im Weiteren bestätigte Dr.
B._
in seinem Schreiben vom 30. Juni 2016 (Urk. 7/131) die „Motiviertheit“ des Beschwerdeführers für eine Massnahme z
ur Wiedereingliederung und wies
da
rauf hin, dass
dessen Fähigkeiten
, die
se
Motivation gegenüber der
Be
schwer
degegnerin
adäquat auszudrü
cken aufgrund der depressiven Erkran
kung, der akzentuierten Persönlichkeit und der immer noch bestehenden Sprachbarriere begrenzt seien (S. 2).
3.2.4
Die rentenbegleitenden Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a
IVG
haben
grundsätzlich nahtlos an die Rentenaufhebung gemäss
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG anzuknüpfen, wenn im Gespräch mit der versicherten Person ersichtlich wurde, dass diese im Anschluss an die Aufhebung oder Herab
setzung der Rente an Massnahmen zur Wiedereingliederung teilnehmen will. Während diese Massnahmen durchgeführt werden, besteht ein akzessorischer Anspruch auf die Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente (vgl. BGE
141 V 385 E.
5.4-5 mit Hinweisen). Über die Rentenrevision wird mithin ent
schieden, bevor Massnahmen zur Eingliederung stattgefunden haben. Der
An
spruch auf Wiedereingliederungsmassnahmen ist demnach Folge der Re
duk
tion oder Aufhebung der Rente (Urteil des Bundesgerichts 8C_667/2015 vom 6.
September
2016 E.
4.1).
In diesem Sinne hat das Bundesgericht erkannt, eine Rentenaufhebung ohne Durchführung von Massnahmen zur Wieder
eingliederung (Art. 8a IVG) nach
lit
. a Abs. 2 und 3 der
SchlB
IVG sei nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle verfügungsweise festgehalten habe, die Eingliederung wäre mangels Interesse der versicherten Person nicht erfolg
versprechend (Urteil des Bundesgerichts 9C_623/2014 vom 18. Februar 2015 E. 5.2).
Entgegen dieser Rechtsprechung hat sich die Beschwerdegegnerin in der
ren
tenaufhebenden
Verfügung vom 10. Mai 2016 nicht mit der Frage der Ein
gliederung auseinandergesetzt. Vielmehr ging sie damals selbst davon aus, die Eingliederung sei möglich, hat sie doch den Beschwerdeführer noch am Vortag, nämlich am 9. Mai 2016 zur Abklärung der beruflichen Situation eingeladen (Urk. 7/119). Wie sich aus dem vorstehend Gesagten ergibt, hat sie allein aufgrund des Gesprächs vom 7. Juni 2016 (Urk. 7/127) zu Unrecht auf den fehlenden Eingliederungswillen geschlossen.
Der Gesetzgeber hat den (eingliederungswilligen) Betroffenen gleichsam eine maximal zweijährige Anpassungsfrist zugestanden, während derer sie sich befähigen können, ihr Leben durch den Einsatz ihrer Erwerbsfähigkeit und damit ohne Rente zu bestreiten (vgl. BGE 139 V 547 E. 9.3). Da der Abbruch der rentenbegleitenden Massnahmen zur Wiedereingliederung nicht korrekt erfolgte, ist der Beschwerdeführer so zu stellen, wie wenn die
Renten
auf
hebung
unter Anbieten von Eingliederungsmassnahmen übergangslos voll
zo
gen worden wäre. Letzteres hat die Beschwerdegegnerin nun an die Hand zu nehmen, weshalb es sich rechtfertigt, die Invalidenrente für die Zeit ab der Rentenaufhebung einstweilen weiter auszurichten.
3.
3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Integrationsmassnahmen an einem geschützten Arbeitsplatz Wiedereingliederungsmassnahmen im Sinne von
lit
. a
Abs. 2
SchlB
IVG 6. IV-Revision
darstellen und der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids über die erforderli
che Eingliederungsbereitschaft verfügte.
Die besagte Verfüg
ung
ist daher auf
zu
heben und
es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung
im Sinne von
lit
. a
Abs. 2
SchlB
IVG 6. IV-
Revision
sowie
gestützt auf
lit
.
a Abs.
3
SchlB
IVG 6. IV-Revision
einstweilen
weiterhin Anspruch auf
Ausrichtung der
bisherige
n
halbe
n
Rente hat (vgl. auch E. 1.1).
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
4.
4.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kost
en werden unab
hän
gig vom Streit
wert, nach dem Verfahrensaufwand im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt und sind der unterliegenden Partei aufzuerlegen.
Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden ermessensweise auf
Fr. 8
00.-- festgesetzt und ausgangsgemäss de
r Beschwerdegegnerin
als un
terliegende Partei auferlegt.
4.2
Ausgangsgemäss hat de
r
Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Die Entschädigung ist in Anwendung von § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Verbin
dung Art. 61
lit
.
g ATSG ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘
00
0.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.