Decision ID: 58941270-f47a-5402-af59-754031fca000
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1951 geborene, verheiratete Schweizer Staatsbürger
A._ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) wohnt in
(...). Er leistete in den Jahren 1969 bis 1978 während insgesamt 101 Mo-
naten Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denversicherung (AHV/IV). Am 15. Oktober 2005 erlitt er ein Schädelhirn-
trauma mit subakutem Subduralhämatom. Mit Bescheid vom 15. Februar
2007 stellte das (...) einen Grad der Behinderung (GdB) im Ausmass von
50 % fest. Nachdem der Versicherte zuletzt bis zum 31. Juli 2013 teilzeitlich
als Fachberater in der Arbeitsvermittlung erwerbstätig gewesen war, be-
zieht er seit dem 1. August 2013 von der deutschen Rentenversicherung
eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen; seit dem 1. August 2016
ist er überdies Bezüger einer ordentlichen schweizerischen AHV-Rente
(Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversicherungs-Stelle für Versi-
cherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1, 2, 6, 12 S. 12
bis 25, 13, 14, 49).
B.
Mit Datum vom 11. Februar 2013 beantragte der Versicherte über den zu-
ständigen deutschen Sozialversicherungsträger eine Rente der schweize-
rischen Invalidenversicherung (IV; act. 1). Nach Vorliegen mehrerer ausge-
füllter und unterzeichneter Fragebögen (act. 12 S. 1 bis 13) sowie medizi-
nischer Dokumente (act. 15 bis 19) empfahl Dr. med. B._, Facharzt
für Allgemeine Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (im Folgenden:
RAD) am 9. Januar 2015 die Einholung eines psychiatrischen Berichts
(act. 22). In Kenntnis des psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutach-
tens von Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie
und Sozialmedizin, vom 23./26. Februar 2015 (act. 28) war Dr. med.
D._ vom IV-internen medizinischen Dienst in ihrer Stellungnahme
vom 24. Juni 2015 der Auffassung, von psychiatrischer Seite lägen keine
Erkrankungen und Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vor (act. 32). Da-
raufhin erliess die IVSTA am 6. Juli 2015 einen Vorbescheid, mit welchem
sie dem Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
stellte (act. 33). Hiergegen legte der Versicherte in seiner Eingabe vom
26. Juli 2015 seine Einwendungen dar (act. 37). Nachdem Dr. med.
B._ am 20. August 2015 erneut Stellung genommen hatte (act. 41),
erliess die IVSTA mit Datum vom 31. August 2015 eine dem Vorbescheid
vom 6. Juli 2015 (act. 33) im Ergebnis entsprechende Verfügung (act. 42).
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Seite 3
C.
Hiergegen erhob der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-
gabe vom 23. September 2015 Beschwerde und beantragte sinngemäss
die Aufhebung der Verfügung vom 31. August 2015 und die Gewährung
einer Teilrente mit Wirkung ab 1. Januar 2006 (act. 44). Mit Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts C-6145/2015 vom 3. Oktober 2016 wurde die Be-
schwerde insofern gutgeheissen, als die Verfügung vom 31. August 2015
aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
gewiesen wurde. Weiter wurde die Vorinstanz angewiesen, den Versicher-
ten im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung in der Schweiz inter-
nistisch, neurologisch und psychiatrisch abklären zu lassen (act. 50; vgl.
auch act. im Beschwerdeverfahren C-6145/2015). Dieser Entscheid er-
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
D.
D.a In der Folge holte die IVSTA beim Versicherten mit Schreiben vom
1. Dezember 2016 (act. 52 bis 55) und bei der deutschen Rentenversiche-
rung am 30. Januar 2017 (act. 56 bis 69) weitere Unterlagen ein. Nachdem
die IVSTA gestützt auf die Berichterstattung des IV-internen medizinischen
Dienstes vom 17. August 2017 (act. 72) mit Schreiben vom 18. August
2017 bei der deutschen Rentenversicherung um die Durchführung einer
neuropsychologischen und neurologischen Exploration ersucht hatte
(act. 73), erhob der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-
gabe vom 28. August 2017 eine Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzö-
gerungsbeschwerde (act. 76). Mit Urteil C-4887/2017 vom 6. Dezember
2017 hiess das Bundesverwaltungsgericht diese Beschwerde gut, soweit
es darauf eintrat. Die Vorinstanz wurde angewiesen, den Beschwerdefüh-
rer gemäss dem rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-
6145/2015 vom 3. Oktober 2016 im Rahmen einer polydisziplinären Begut-
achtung in der Schweiz internistisch, neurologisch und psychiatrisch abklä-
ren zu lassen und anschliessend über seinen Invalidenrentenanspruch so
rasch als möglich zu entscheiden (act. 60; vgl. auch act. im Beschwerde-
verfahren C-4887/2017). Dieser Entscheid wurde ebenfalls unangefochten
rechtskräftig.
E.
In der Folge annullierte und ersetzte die Vorinstanz am 3. April 2018 die
vom 27. Dezember 2017 datierende Ankündigung (act. 93 und 94). Nach
weiterer Korrespondenz zwischen dem Versicherten und der IVSTA
(act. 95 und 96) beauftragte letztere am 1. Juni 2018 die E._, mit
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einer interdisziplinären medizinischen Abklärung (act. 99; vgl. auch act.
100 bis 111). Nach Vorliegen des polydisziplinären Gutachtens vom 15.
Oktober 2018 (act. 113) resp. der entsprechenden Teilgutachten von Dr.
med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 11. Septem-
ber 2018 (act. 114), Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, vom 13. September 2018 (act. 116) und Dr. med. H._,
Facharzt für Neurologie, vom 2. Oktober 2018 (act. 115) sowie zahlreicher
weiterer Dokumente (act. 116 bis 145) nahmen die Dres. med. I._,
Fachärztin für Allgemeine und Physikalische Medizin und Rehabilitation,
und J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom IV-inter-
nen medizinischen Dienst am 18. Februar 2019 Stellung (act. 147). Darauf-
hin erliess die IVSTA am 28. Februar 2019 einen Vorbescheid, mit welchem
sie dem Versicherten erneut die Abweisung des Rentenbegehrens in Aus-
sicht stellte (act. 148); die entsprechende Verfügung datiert vom 3. Mai
2019 (act. 149).
F.
F.a Hiergegen erhob der Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit
Eingabe vom 18. Juni 2019 (Posteingang: 24. Juni 2019) Beschwerde und
beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 3. Mai 2019 und
die Ausrichtung einer Viertelsrente mit Wirkung ab 1. März 2007 (act. im
Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1).
Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, die Begründung für die
Ablehnung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sei fehlerhaft. Die IVSTA
lasse die Zeiten vom 1. März 2007 bis zum 31. Juli 2013, in denen er nur
zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, einfach unberücksichtigt. Ebenso wür-
den die bis heute anhaltenden Schwierigkeiten der linken Hand nicht be-
achtet. Die IVSTA versuche wie bereits das letzte Mal, ihn von seinem Be-
schwerderecht wegen möglicher Gerichtskosten abzuhalten. Er sei noch
immer zu mindestens 40 % behindert.
F.b Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2019 forderte die Instruktionsrich-
terin den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nicht-
eintreten auf die Beschwerde) auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von
Fr. 800.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-
act. 3 und 4); dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer nach (B-act.
5).
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Seite 5
F.c In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2019 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde (B-act. 7).
Zur Begründung führte sie zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde zusammen-
gefasst aus, in der Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 3. Mai 2019
sei die Regelung von Art. 39 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) bzw. Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) nicht wiedergegeben
worden. Folglich habe die Beschwerdefrist durch die Aufgabe bei der deut-
schen Post gewahrt werden können. Die 30-tägige Beschwerdefrist sei vor-
liegend am 19. Juni 2019 abgelaufen; durch die Übergabe der Beschwerde
an die deutsche Post am 18. Juni 2019 sei die Frist gewahrt worden. Auf
die Beschwerde sei folglich materiell einzutreten.
In materieller Hinsicht machte die Vorinstanz zusammengefasst geltend,
der Beschwerdeführer habe sein Leistungsgesuch am 11. Februar 2013
gestellt. Demzufolge habe in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens
ab dem 1. August 2013 ein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehen kön-
nen. Der Antrag auf Gewährung einer IV-Rente ab dem 1. März 2007 gehe
somit allein schon deshalb fehl. Seit dem 1. August 2016 beziehe der Be-
schwerdeführer eine ordentliche Altersrente der AHV. Es sei dementspre-
chend im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nur zu prüfen gewesen,
ob im Zeitraum zwischen dem 1. August 2013 und dem 31. Juli 2016 ein
allfälliger IV-Rentenanspruch bestanden habe. Die Verhältnisse vor dem
1. August 2013 seien insoweit nicht von Relevanz gewesen. Was die vom
Beschwerdeführer geklagten Schwierigkeiten der linken Hand betreffe, so
habe er diese gegenüber den Gutachtern des E._ ausführlich ge-
schildert. Diese seien objektiv geprüft worden, und die Gutachter seien zur
Beurteilung gelangt, dass diese keine relevanten Funktionseinschränkun-
gen und damit auch keine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tä-
tigkeit oder in vergleichbaren Tätigkeiten verursachten. Davon, dass diese
Beschwerden nicht beachtet worden seien, könne somit keine Rede sein.
In der Gesamtschau seien die Gutachter zur Feststellung gelangt, dass
beim Beschwerdeführer, ausser direkt nach dem Unfall von 2005 und wäh-
rend zwei stationären Massnahmen in den Jahren 2010 und 2012, keine
Arbeitsunfähigkeit in den von ihm ausgeübten Erwerbstätigkeiten bestan-
den habe. Diese Beurteilung stehe in Übereinstimmung mit den Entlas-
sungsberichten von 2010 und 2012 sowie dem psychiatrischen Gutachten
von Februar 2015. Dementsprechend habe sich auch der ärztliche Dienst
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Seite 6
dieser Beurteilung anschliessen können. Die abweichende Betrachtungs-
weise des Beschwerdeführers, wonach nur eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
bestanden hätte, sei jeweils in Widerspruch zur Beurteilung der behandeln-
den und begutachtenden Ärzte gestanden. Es bleibe in diesem Zusam-
menhang auch festzustellen, dass das effektiv ausgeübte Pensum – ge-
mäss den eigenen Angaben des Beschwerdeführers gegenüber den Ärz-
ten – meistens näher bei vollschichtig denn bei halbschichtig gelegen habe.
Die durchgeführten ergänzenden medizinischen Abklärungen hätten somit
bestätigt, dass beim Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitraum ab
dem 1. August 2013 keine anspruchsbegründende Invalidität bestanden
habe. Aus der Beschwerde ergäben sich keine neuen Tatsachen, welche
Anlass zu einer abweichenden Betrachtungsweise geben könnten.
F.d In seiner Replik vom 11. September 2019 hielt der Beschwerdeführer
sinngemäss an seinen Rechtsbegehren fest und widersprach der Begrün-
dung der Vorinstanz bezüglich Arbeitsfähigkeit und Dauer der Einschrän-
kung (B-act. 10).
Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, im Entlassungsbericht
der Klinik K._ vom 2. April 2010 sei darauf hingewiesen worden,
dass er nicht mehr voll arbeitsfähig sei. Er habe aus Sorge um seine Ge-
sundheit seine Präsenzstunden resp. die Arbeitszeit von fast 37 Stunden
(Vollzeit) auf 20 Stunden reduzieren müssen. Die Kurklinik habe ihn als voll
arbeitsfähig entlassen. Dem habe er dann beim Rentenversicherungsträ-
ger widersprochen. Die Klinik habe ihn "in ihrem Abschlussbericht so ent-
lassen" müssen, da sie sonst keine weiteren Patienten wegen fachlich un-
genügenden Fähigkeiten bekommen würde. Er sei dann vorzeitig mit 62
Jahren aufgrund seiner 50%igen Schwerbehinderung in den Ruhestand
getreten. Er habe von 2010 bis zu seinem Ausscheiden also nur noch in
Teilzeit gearbeitet und habe "heute" noch Einschränkungen in seiner linken
Hand. Bei den Untersuchungen in der Schweiz sei er nicht auf eine mögli-
che "Parkinson Krankheit" untersucht worden. Er bitte daher um eine er-
neute Überprüfung und Bewilligung einer Teilinvalidenrente mindestens für
die Zeit vom 1. Mai 2010 (Kurende) bis zum 31. Juli 2013 (Renteneintritt).
F.e In ihrer Eingabe vom 23. September 2019 führte die Vorinstanz aus,
sie habe von der Replik des Beschwerdeführers vom 11. September 2019
Kenntnis genommen. Dieser lege darin nochmals seinen persönlichen
Standpunkt dar, ohne dass sich wesentliche neue Gesichtspunkte ergä-
ben. Die Replik gebe dementsprechend keinen Anlass zu weiteren Bemer-
C-3187/2019
Seite 7
kungen. Es werde vielmehr nochmals vollumfänglich auf die Vernehmlas-
sung vom 24. Juli 2019 verwiesen und an den darin gestellten Anträgen
festgehalten (12).
F.f Mit prozessleitender Verfügung vom 27. September 2019 schloss die
Instruktionsrichterin unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnah-
men den Schriftenwechsel (B-act. 13).
F.g Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-
weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 VwVG; SR 172.021; BVGE 2016/15
E. 1; 2014/4 E. 1.2).
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG; SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss
Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesge-
setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die
einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind
die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 28
- 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG
vorsieht. Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln finden
diejenigen Verfahrensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Be-
schwerdebeurteilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2).
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Seite 8
1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung vom 3. Mai 2019 (act. 149) berührt und kann sich auf ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59
ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Da der Beschwerdeführer den Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 800.- fristgerecht geleistet hat (B-act. 5) und
das Bundesverwaltungsgericht den Ausführungen der Vorinstanz betref-
fend Fristwahrung im Zusammenhang mit der Einreichung der Beschwerde
seitens des Beschwerdeführers (B-act. 7) nichts weiter beizufügen hat, ist
auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art.
50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 4 VwVG) einzu-
treten.
1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung der Vorinstanz vom 3. Mai 2019 (act. 149), mit welcher die Vor-
instanz das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat.
Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügung resp. mit
Blick auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, ob dieser Anspruch
auf mindestens eine befristete Viertelsrente hat bzw. ob der Vorinstanz in
medizinischer Hinsicht nun – wie vom Bundesverwaltungsgericht im Ent-
scheid C-6145/2015 vom 3. Oktober 2016 angeordnet (act. 50) und im
Rahmen der Gutheissung der Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde mit Urteil C-4887/2017 vom 6. Dezember 2017 (act. 90)
bestätigt – eine voll beweiskräftige, polydisziplinäre (internistische, neuro-
logische, psychiatrische) Expertise als Entscheidbasis diente.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Es ist gemäss
dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Be-
gründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-
cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
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Seite 9
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-
richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-
chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Staatsbürger und wohnt in
Deutschland, sodass vorliegend in erster Linie Schweizer Recht anwend-
bar ist. Ebenfalls kann das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999
(FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koor-
dinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA,
insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Ver-
ordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR
0.831.109.268.11), zur Anwendung gelangen. Seit dem 1. Januar 2015
sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012
und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen
der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer
anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungs-
bereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizeri-
schem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012
vom 16. Januar 2013 E. 4).
2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vorschriften Anwendung,
die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 3. Mai 2019 (act. 149) in
Kraft standen (so auch die Normen der am 1. Januar 2012 in Kraft getre-
tenen Fassung des IVG vom 18. März 2011 [6. IV-Revision]); weiter aber
auch solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG, vgl. auch E. 2.4
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353 http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
C-3187/2019
Seite 10
hiernach) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorge-
sehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (AHV/IV) geleistet hat, d.h. während mindestens dreier Jahre
(Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Diese
Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein
Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. Der Beschwerdeführer
hat unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge
geleistet (act. 6 S. 2; vgl. auch Sachverhalt A.), so dass die Voraussetzung
der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar
2008 geltenden Fassung erfüllt ist.
2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-
ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff
enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren
Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-
keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeits-
unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf
oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
ATSG).
2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann
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Seite 11
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V
281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106
E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 S.
5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies
ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V
279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).
2.6 Nach den Vorschriften der 4. IV-Revision entsteht der Rentenanspruch
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu
40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a
und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung).
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung
haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-
keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig
(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-
destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art. 28
Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf
eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derje-
nige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine
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halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein sol-
cher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten-
den Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als
50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn-
sitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben,
soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Rege-
lung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend gegeben (vgl. Art. 7
der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts (bis Ende Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungs-
gericht [EVG]) stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvor-
schrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V
275 E. 6c).
2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-
nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Demgegenüber fällt es nicht
in den Aufgabenbereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer
allfälligen Rente zu äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von me-
dizinischen, sondern auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl.
Art. 16 ATSG).
Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende soma-
toforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches
Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis
mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-
sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281
E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung
und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-
stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das
Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie
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Seite 13
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-
schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-
tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-
täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-
tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-
text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-
tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-
tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-
handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-
druck (E. 4.4.2).
Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).
Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Unab-
hängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie
oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-
rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-
kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-
rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-
terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-
liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu
plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-
tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen
C-3187/2019
Seite 14
Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine
ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290
E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-
tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-
nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-
beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den
Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose
gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-
hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-
tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-
tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2).
Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA,
welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-
achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile
des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8.
Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hinwei-
sen). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer
9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E.
3.3.2). Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten ab-
weichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage
zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kri-
tisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige
Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt wer-
den kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klä-
rende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a).
3.
Aus dem Bescheid des (...) vom 15. Februar 2007, mit welchem ein Grad
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Seite 15
der Behinderung (GdB) im Ausmass von 50 % festgelegt wurde (act. 14),
kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da sich sein
allfälliger Rentenanspruch alleine aufgrund der schweizerischen Rechts-
grundlagen bestimmt. Es besteht für die rechtsanwendenden Behörden in
der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen ausländischer Versiche-
rungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und An-
spruchsbeginn (vgl. BGE 130 V 253 E.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch
ZAK 1989 S. 320 E. 2), und aus dem Ausland stammende Beweismittel
unterliegen der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des
BVGer C-3377/2016 vom 28. März 2017 E. 4 mit Hinweisen; zum Grund-
satz der freien Beweiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
Das Bundesverwaltungsgericht erwog im Entscheid C-6145/2015 – an wel-
chen diese Instanz vorliegend gebunden bleibt (vgl. hierzu BGE 135 III 334
E. 2; Urteile des BGer 8C_680/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 4.1 und
4.3.3 und 8C_720/2015 vom 12. April 2016 E. 3) – zusammenfassend,
dass die angefochtene Verfügung vom 31. August 2015 aufgrund der un-
zureichenden medizinischen Sachverhaltsabklärung aufzuheben und die
Sache zur Neubeurteilung des strittigen Rentenanspruchs mit Wirkung ab
1. August 2013 an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. Insofern sei die Be-
schwerde vom 23. September 2015 gutzuheissen. Die Vorinstanz werde
gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG angewiesen, eine umfassende, polydis-
ziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers (insbesondere in internis-
tischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht) in der Schweiz zu ver-
anlassen. Die beauftragten Gutachter hätten dabei insbesondere sämtliche
medizinischen Vorakten einschliesslich des Gutachtens von Dr. med.
C._ und der bisherigen Stellungnahmen des medizinischen Diens-
tes auszuwerten und in ihre Beurteilung einzubeziehen (act. 50 S. 16 E. 6).
5.
Im Zusammenhang mit der vorliegend angefochtenen, in Nachachtung des
erwähnten Urteils C-6145/2015 vom 3. Oktober 2016 ergangenen Verfü-
gung vom 3. Mai 2019 stützte sich die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht
in erster Linie auf das polydisziplinäre Gutachten vom 15. Oktober 2018
(act. 113) resp. die entsprechenden Teilgutachten von Dr. med. F._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 11. September 2018 (act.
114), Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 13. September 2018 (act. 116) und Dr. med. H._, Facharzt für
Neurologie, vom 2. Oktober 2018 (act. 115) sowie auf die Stellungnahme
der Dres. med. I._, Fachärztin für Allgemeine und Physikalische
C-3187/2019
Seite 16
Medizin und Rehabilitation, und J._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom IV-internen medizinischen Dienst vom 18. Februar
2019 (act. 147). Diese medizinischen Dokumente sind nachfolgend zusam-
mengefasst wiederzugeben und einer Würdigung zu unterziehen. Anhand
dieser medizinischen Akten ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen
(befristeten oder unbefristeten) Rentenanspruch hat resp. ob die materiel-
len, kumulativen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis
c IVG (vgl. zum kumulativen Charakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG
bspw. Urteil des BGer 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art.
28 Abs. 2 IVG erfüllt sind (vgl. E. 2.6 hiervor). In diesem Zusammenhang
ist darauf hinzuweisen, dass der Rentenanspruch gemäss Art. 29 IVG frü-
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-
tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht, jedoch frühestens im
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Aufgrund
der Anmeldung vom 11. Februar 2013 (act. 1) könnte dem Beschwerdefüh-
rer demnach frühestens ab dem 1. August 2013 unter der Bedingung, dass
die materiellen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c
IVG erfüllt sind (vgl. E. 1.4.2 und 2.6 hiervor), eine IV-Rente ausgerichtet
werden.
5.1
5.1.1 Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte
in seinem allgemeininternistischen Gutachten vom 11. September 2018
(act. 114) keine Diagnosen. Im Weiteren verwies er auf das neurologische
Fachgutachten von Dr. med. H._ und auf die psychiatrische Unter-
suchung.
5.1.2 DR. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 13. Septem-
ber 2018 (act. 116) ebenfalls keine psychischen Krankheiten. Er berichtete
zusammengefasst, zum jetzigen Zeitpunkt könne keine depressive Epi-
sode diagnostiziert werden. Es bestehe keine Anhedonie und keine Reduk-
tion des Antriebs und der Interessen. Lediglich eine erhöhte Ermüdbarkeit
werde vom Versicherten geschildert. Trotz dieser erhöhten Ermüdbarkeit
sei er sehr aktiv. Es sei somit nicht davon auszugehen, dass sich die sub-
jektiv erlebte erhöhte Ermüdbarkeit schwergradig auf die Aktivitäten des
Versicherten auswirkten. Dies werde auch durch die Gutachten von 2017
und 2015 so unterstrichen. Bereits in den beiden Reha-Austrittsberichten
von 2012 und 2010, in denen ein Erschöpfungszustand und eine depres-
sive Episode diagnostiziert worden seien, werde der Versicherte als voll
C-3187/2019
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arbeitsfähig nach dem Austritt beurteilt. Es sei somit auch nicht in der Ver-
gangenheit davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
aufgrund dieser erhöhten Ermüdbarkeit eingeschränkt gewesen wäre. Hin-
weise für akzentuierte Persönlichkeitszüge ergäben sich weder aufgrund
der Anamnese noch der Begutachtung. Andere psychopathologische Be-
funde oder gar Diagnosen könnten nicht gestellt werden. Aus psychiatri-
scher Sicht sei der Versicherte weder jetzt noch in der Vergangenheit in
seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Dies zeige sich auch im
Mini-ICF-APP-Rating-Bogen, wo sich keinerlei Beeinträchtigungen gefun-
den hätten. Es seien aus psychiatrischer Sicht keine medizinischen Mass-
nahmen indiziert. Die in der aufgehobenen Verfügung attestierten 100%i-
gen Arbeitsunfähigkeiten (16. Oktober bis 8. November 2005, 9. März bis
20. April 2010 und 8. bis 25. Dezember 2012) könnten aufgrund der ent-
sprechenden stationären Aufenthalte bestätigt werden. Es sei nicht davon
auszugehen, dass sich seit der aufgehobenen Verfügung der Gesundheits-
zustand verschlechtert habe.
5.1.3 Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte in sei-
nem neurologischen Teilgutachten vom 2. Oktober 2018 (act. 115) einen
Status nach subakutem Subduralhämatom rechts nach leichtem Schädel-
hirntrauma vom 15. Oktober 2005 sowie Zustände nach armbetonter He-
miparese links, fokalem epileptischem Anfall brachio-facial links mit nach-
folgender Todd'scher Parese sowie nach Evakuation des Subduralhäma-
toms am 25. Oktober 2005. Weiter berichtete Dr. med. H._, da der
Versicherte pensioniert und nicht mehr erwerbstätig sei, erfolge die aktuelle
Diagnoseauflistung ohne Unterscheidung mit/ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit. Es handle sich um eine retrospektive Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit im Anschluss an das akute Ereignis vom 15. Oktober 2005.
Diese könne zusammenfassend sowohl für die ursprünglich ausgeübte Tä-
tigkeit als kaufmännischer Angestellter und Betriebswirtschafter wie auch
für die später ausgeübte Tätigkeit als Personalberater erfolgen. Im An-
schluss an das erlittene rechtshemisphärische Subduralhämaton und die
durchgeführte neurochirurgische Behandlung bestehe retrospektiv eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 15. Oktober 2005. Deren Dauer sei
anhand der Aktenlage mindestens bis zum Zeitpunkt der Beendigung der
Behandlung im Zentrum für ambulante Rehabilitation, Berlin, zu bescheini-
gen. Im Abschlussbericht vom 10. Februar 2006 habe diese Institution be-
scheinigt, dass der Versicherte sowohl in seiner bisherigen Tätigkeit als
auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar sei. Arbiträr sei eine
wiederhergestellte vollschichtige Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt des
vom Versicherten genannten neurologischen Behandlungsabschlusses im
C-3187/2019
Seite 18
Juni 2006 anzunehmen. Der Versicherte sei danach in der Lage gewesen,
eine anspruchsvolle berufliche Weiterbildung zu absolvieren und als Zweit-
bester von 20 bis 25 Kandidaten abzuschliessen. In der Folge habe er wäh-
rend Jahren in einem Vollzeitpensum gearbeitet (37.5 Stunden pro Wo-
che). Für die Dauer der stationären Behandlungen vom 9. März bis 20. Ap-
ril 2010 und vom 13. November bis 25. Dezember 2012 sei vorübergehend
eine erneute 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen, dies allerdings
nicht mit spezifischen neurologischen Faktoren, sondern aufgrund der we-
gen des Burnouts erforderlichen Hospitalisationen. Dazwischen und im An-
schluss an die stationären Behandlungen sei aus neurologischer Sicht eine
vollschichtige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung zu bescheini-
gen. Die angestammten Tätigkeiten seien leidensangepasst. Es ergäben
sich keine davon abweichenden Einschätzungen in einer anderweitig an-
gepassten Tätigkeit. Grundsätzlich sei bei der nach wie vor beklagten Ta-
gesmüdigkeit der Ausschluss eines Schlafapnoesyndroms empfehlens-
wert. In der aufgehobenen Verfügung sei eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % seit dem 16. Oktober bis 8. November 2005 konstatiert worden. Die
Dauer dieser Arbeitsunfähigkeitsperiode sei für eine längere Zeitspanne
anzunehmen. Eine Dauer von acht Monaten für die Funktionserholung
nach der erlittenen intrakraniellen Blutung und durchgeführten neurologi-
schen Operation sei plausibel. Die Dauer der 100%igen Arbeitsunfähigkeit
sei vom 16. Oktober 2005 bis spätestens 30. Juni 2006 anzunehmen. Die
in der aufgehobenen Verfügung genannten Phasen der 100%igen Arbeits-
unfähigkeit vom 9. März bis 20. April 2010 sowie vom 18. Oktober bis
25. Dezember 2012 seien zu bestätigen. Die retrospektive Beurteilung des
Verlaufs des Gesundheitszustands stütze sich auf die Aktenlage sowie we-
sentliche anamnestisch erhobene Daten. Davon abgesehen, dass sich die
Rehabilitationsdauer nach der intrakraniellen Blutung über einen grösseren
Zeitpunkt als in der Verfügung angenommen erstrecke, ergäben sich keine
Veränderungen.
5.1.4 Im Rahmen der polydisziplinären, von allen Experten elektronisch vi-
sierten Beurteilung (act. 113) wurden die von Dr. med. H._ aufge-
listeten Diagnosen wiederholt und weiter ausgeführt, im Anschluss an das
erlittene rechtshemisphärische Subduralhämatom und die durchgeführte
neurochirurgische Behandlung bestehe retrospektiv eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit ab 15. Oktober 2005. Arbiträr sei eine wieder hergestellte voll-
schichtige Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt des vom Versicherten ge-
nannten neurologischen Behandlungsabschlusses im Juni 2006 anzuneh-
men. Für die Dauer der stationären Behandlungen vom 9. März bis 20. Ap-
C-3187/2019
Seite 19
ril 2010 sowie vom 13. November bis 25. Dezember 2012 sei vorüberge-
hend eine erneute 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen, dies aller-
dings nicht mit spezifisch neurologischen Faktoren, sondern aufgrund der
wegen des Burnouts erforderlichen Hospitalisationen. Dazwischen und im
Anschluss an die stationären Behandlungen sei aus neurologischer Sicht
eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung zu be-
scheinigen. Gestützt auf die Aktenlage betreffe das Profil der zumutbaren
Arbeitstätigkeit sämtliche Tätigkeiten ohne Nachtschicht. Die angestamm-
ten Tätigkeiten seien leidensangepasst. Es ergäben sich keine davon ab-
weichenden Einschätzungen in einer anderweitig angepassten Tätigkeit.
5.1.5 In ihrer Stellungnahme vom 18. Februar 2019 (act. 147) setzten sich
die Dres. med. I._ und J._ vom IV-internen medizinischen
Dienst mit den Teilgutachten bzw. der polydisziplinären Expertise der
E._ auseinander. Die diversen 100%igen Arbeitsunfähigkeiten ga-
ben die beiden Ärzte wie folgt an: 15. Oktober bis und mit 8. November
2005, 9. März bis und mit 20. April 2010, 13. November bis und mit 25.
Dezember 2012. Weiter führten sie aus, die Experten berücksichtigten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit während den Perioden, in denen der Versi-
cherte hospitalisiert gewesen sei. Sie schätzten, dass keine Diagnostik mit
dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit existiere und der Versi-
cherte bis auf die Zeit während den Hospitalisationen vollständig arbeitsfä-
hig gewesen sei.
5.2 Das polydisziplinäre Gutachten vom 15. Oktober 2018 erfüllt die an den
vollen Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens gestellten Kriterien. Insbe-
sondere ist es für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Ebenso steht es mit den
entsprechenden Teilgutachten von Dr. med. F._ vom 11. September
2018, Dr. med. G._ vom 13. September 2018 und Dr. med.
H._ vom 2. Oktober 2018 in Übereinstimmung. Zudem ist es in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation für die hier interessierenden Fragen einleuchtend
und in den Schlussfolgerungen begründet, so dass darauf abgestellt wer-
den kann. Obwohl retrospektive Beurteilungen der Arbeits(un)fähigkeit –
wie vorliegend – schwierig sind und deshalb entsprechende Begutachtun-
gen erhöhten Ansprüchen genügen müssen (vgl. Urteil des BVGer C-
8902/2010 vom 14. März 2013 E. 5.2.1 mit Hinweisen), erweisen sich der
medizinische Sachverhalt und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit im vorliegenden Fall als rechtsgenüglich abgeklärt (vgl.
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BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch E. 2.7 hiervor). Bei dieser
Sachlage kann auf weitere diesbezügliche Abklärungen verzichtet werden
(vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; vgl. auch
BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S.
11 E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli
2008 E. 5 mit Hinweisen), zumal auch die wesentlichen Fragen rechtspre-
chungsgemäss anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters
(BGE 143 V 418 E. 7 und BGE 141 V 281 E. 4.1) beantwortet wurden.
5.2.1 Bezüglich der Stellungnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG der
Dres. med. I._ und J._ vom 18. Februar 2019 ist weiter fest-
zuhalten, dass diese grundsätzlich auch schlüssig und beweiskräftig ist,
zumal diesen beiden Fachärzten ein lückenloser Befund vorgelegen hatte
und es bei ihrer Beurteilung im Wesentlichen bloss um die fachärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts ge-
gangen war (vgl. E. 2.7 letzter Absatz hiervor), wie er im polydisziplinären
E._-Gutachten erstellt worden war. Jedoch ist diese Beurteilung der
Dres. med. I._ und J._ im Hinblick auf die attestierten Ar-
beitsunfähigkeitsperioden teilweise in Zweifel zu ziehen ist. Entgegen de-
ren Auffassung, wonach der Beschwerdeführer vom 15. Oktober bis und
mit 8. November 2005, 9. März bis und mit 20. April 2010 und vom 13.
November bis und mit 25. Dezember 2012 vollständig arbeitsunfähig ge-
wesen sei, ist gemäss dem E._-Gutachten zu Gunsten des Be-
schwerdeführers davon auszugehen, dass bei diesem vom 16. Oktober
2005 bis 30. Juni 2006, 9. März bis 20. April 2010 sowie vom 18. Oktober
bis 25. Dezember 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden
hatte, was jedoch für den vorliegenden Fall keine Relevanz zeitigt (vgl. E.
6 hiernach).
5.2.2 Mit Blick auf die vollständige Arbeitsfähigkeit zwischen den Arbeits-
unfähigkeitsperioden haben die Ausführungen der Experten resp. von
Dr. med. H._, wonach die aktuelle Diagnoseauflistung zufolge Pen-
sionierung des Versicherten ohne Unterscheidung mit/ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähig erfolgt sei, keinen negativen Einfluss auf die Beweis-
kraft der E._-Expertise. Daran vermögen auch seine Ausführungen,
wonach bei der nach wie vor beklagten Tagesmüdigkeit grundsätzlich der
Ausschluss eines Schlafapnoesyndroms empfehlenswert sei, nichts zu än-
dern. Der Grund dafür liegt insbesondere im Umstand, dass der Experte
Dr. med. G._ explizit festgehalten hatte, von aussen hätten keine
Erschöpfungs- oder Ermüdungszeichen festgestellt und die Exploration
habe problemlos durchgeführt werden können (act. 116 S. 10). Hinzu
C-3187/2019
Seite 21
kommt, dass die vom Beschwerdeführer erwähnten Konzentrationsstörun-
gen anlässlich der Begutachtung nicht hatten objektiviert werden können
(act. 116 S. 11). Mit Blick auf die Tagesstruktur, die regelmässige Pflege
von sozialen Kontakten, die Aktivität in mehreren Vereinen etc. ist die Be-
urteilung von Dr. med. G._, wonach die Arbeitsfähigkeit aufgrund
der subjektiv erlebten erhöhten Ermüdbarkeit auch in der Vergangenheit
nicht oder zumindest nicht wesentlich eingeschränkt war (act. 116 S. 13 f.),
nachvollziehbar. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass
die Gutachter nach ihrem pflichtgemässen Ermessen auf den Beizug eines
Facharztes oder einer Fachärztin für Pneumologie verzichtet hatten, da es
primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über die er-
forderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. hierzu BGE 139 V 349 E.
3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1), und sie
einerseits für die fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär
erstellten Entscheidungsgrundlage und anderseits aber auch für eine wirt-
schaftliche Abklärung verantwortlich sind (vgl. hierzu BGE 139 V 349 E.
3.3).
5.2.3 Hinsichtlich des Arguments des Beschwerdeführers, die bis heute an-
haltenden Schwierigkeiten der linken Hand seien nicht beachtet worden,
ergibt sich, dass diese Umstände in der Beurteilung von Dr. med.
H._ Berücksichtigung gefunden haben, zumal dieser Facharzt
diese vom Beschwerdeführer geschilderten Probleme sehr wohl explizit er-
wähnt (act. 115 S. 10 und 12) und beurteilt hatte. So berichtete Dr. med.
H._ im Zusammenhang mit den oberen Extremitäten von einer
Kraftprüfung mit leichter Schwäche im Bereich der Fingerbeuger, der Ell-
bogenbeuger und –strecker links, einer Sensibilitätsprüfung mit ausge-
dehnter leichter Hypalgesie der linken Hand sowie von knapp mittellebhaf-
ten Muskeleigenreflexen beidseits ohne sichere Asymmetrie und von ei-
nem links leicht verlangsamten Fingertaping (act. 115 S. 19). Im Übrigen
äusserte sich der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung explizit
darüber, dass sich Gefühl und Kraft im linken Arm weitgehend erholt hätten
und die normalen alltäglichen Verrichtungen zufolge der residuellen leich-
ten Störung des linken Arms zwar zeitweise verlangsamt, nicht aber grund-
sätzlich verunmöglicht seien (act. 115 S. 12). Unter diesen Umständen be-
nannte weder der Beschwerdeführer noch ein behandelnder Facharzt
wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-
würdigt geblieben wären und aufgrund welcher sich eine abweichende Be-
urteilung aufdrängen würde (vgl. hierzu SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).
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5.3 Nach dem Dargelegten ergibt sich zusammengefasst, dass der Be-
schwerdeführer bloss für die Zeit vom 16. Oktober 2005 bis 30. Juni 2006,
9. März bis 20. April 2010 sowie vom 18. Oktober bis 25. Dezember 2012
vollständig arbeitsunfähig gewesen war. Darüber hinaus bestand eine voll-
schichtige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung, wobei die ange-
stammten Tätigkeiten leidensangepasst waren resp. sich keine davon ab-
weichenden Einschätzungen in einer anderweitig angepassten Tätigkeit
ergaben. Nachfolgend ist unter diesen Gegebenheiten der Rentenan-
spruch zu prüfen.
6.
6.1 Betreffend die vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Oktober 2005
bis 30. Juni 2006 ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 29 Abs. 1
Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung
nicht erfüllt waren (vgl. hierzu BGE 121 V 264 E. 6b/cc). Für die beiden
anderen Perioden (9. März bis 20. April 2010 sowie 18. Oktober bis 25. De-
zember 2012) ist weiter festzuhalten, dass diesbezüglich sämtliche Vo-
raussetzungen von Art. 28 Abs. 1 IVG (Bst. a bis c) in der ab 1. Januar
2008 in Kraft stehenden Fassung nicht erfüllt waren, weshalb auch aus
diesen Perioden mangels rentenbegründender Invalidität (Versicherungs-
fall Invalidenrente; vgl. hierzu BGE 137 V 417 E. 2.2.1 und 2.2.4; SVR 2007
IV Nr. 7 S. 23, I 76/05 E. 1.1; BGE 138 V 475 E. 3) kein Rentenanspruch
resultieren konnte.
6.2 Unter diesen Umständen erübrigt sich grundsätzlich die Bemessung
der Invalidität. Doch selbst wenn davon ausgegangen würde, dass der Be-
schwerdeführer zufolge seiner geklagten Schwierigkeiten mit der linken
Hand sowie der beklagten Tagesmüdigkeit zu 30 % – was eindeutig zu
hoch erscheint – in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt
wäre, würde selbst daraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad re-
sultieren. Diesfalls wäre das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Er-
werbseinkommen mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkom-
men auf 70 % zu veranschlagen wäre, was einen Invaliditätsgrad von le-
diglich 30 % zur Folge hätte (zum Verzicht auf einen bezifferten Einkom-
mensvergleich vgl. bspw. Entscheid I 816/05 des EVG vom 7. Juni 2006,
E. 4.3 mit Hinweisen; zur Zulässigkeit des Prozentvergleichs siehe auch
Urteil des BGer 9C_785/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 2.2 mit Hinweisen
auf BGE 114 V 310 E. 3a; 104 V 135 E. 2b).
http://links.weblaw.ch/I_816/05 http://links.weblaw.ch/9C_785/2009 http://links.weblaw.ch/BGE-114-V-310 http://links.weblaw.ch/BGE-114-V-310 http://links.weblaw.ch/BGE-104-V-135 http://links.weblaw.ch/BGE-104-V-135
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6.3 In Anwendung der formellen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG
(vgl. hierzu BGE 142 V 547 E. 3.2) in der seit 1. Januar 2008 geltenden
und vorliegend anwendbaren Fassung, wonach der Rentenanspruch frü-
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-
tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat,
der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt, entsteht, ist demnach
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2013
bis 31. Juli 2016 (letzter Monat vor Bezug der ordentlichen Altersrente ab
1. August 2016) keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Schliesslich
sind dem Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen resp. durch
die Nichterfüllung der Voraussetzungen des Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG
auch keine Nachteile aus der verspätet eingereichten Anmeldung vom 11.
Februar 2013 entstanden. Insofern zeitigt die Rechtsänderung, wonach –
im Gegensatz zur bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Regelung –
eine Anspruchswahrung im Sinne von aArt. 48 Abs. 2 IVG (Ausrichtung der
Rentenleistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich [höchs-
tens] für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate; im Zuge der 5.
IV-Revision gestrichen) nicht mehr möglich ist (ULRICH MEYER/MARCO
REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-
rungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. Zü-
rich/Basel/Genf 2014, Art. 29 Rz 2), für den Beschwerdeführer keinerlei
Relevanz.
7.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass sich die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 3. Mai 2019
als rechtens erweist, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde vom
18. Juni 2019 (Posteingang: 24. Juni 2019) als unbegründet abzuweisen
ist.
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kostenpflichtig.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.-
festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zur
Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
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8.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i. V. m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario), und die obsie-
gende Vorinstanz als Bundesbehörde (BGE 127 V 205 E. 4) hat ebenfalls
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG in
Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 VGKE).