Decision ID: 1f02912a-221e-4d11-862c-fd8a9cba6c82
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
absolvierte
in ihrer Heimat
eine Ausbil
dung zur Krankenschwester und Pädagogin und verfügt über Kenntnisse im Kosmetikbereich (Urk. 9/8/5). N
ach ihrer
zweiten
Heirat im Jahr 2003
liess sie sich
mit ihren 1989 und 1995 geborenen Kindern
in der Schweiz nieder (Urk. 9/8/1
-2
).
Vom
1.
April 2005 bis am 1
4.
August
2007 arbeitete sie
in
einem
Arbeitsp
en
sum von 63
%
als Raumpflegerin und Kinderbetreuerin
in einem Privathaushalt, wobei sie bis Ende 2007
bei
der
Y._
AG
angestellt war
(Urk. 9/8/5
, Urk. 9/15,
Urk.
9/20/3,
Urk.
9/21/2
)
, und sie arbeitete
im Sommer 2007 zusätzlich circa
zehn
Stunden wöchentlich als Ferienvertretung in de
r Reinigung (Urk. 9/8/6).
Nach einer Knieoperation am 1
7.
Oktober 2007 wurde sie gänzlich arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
9/7/1) und sie meldete sich deshalb am
2.
Juli 2008
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 9/8)
, wobei sie Massnahmen für die berufliche Eingliederung und/oder eine Invalidenrente beantragte (Urk. 9/12/1). Die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte daraufhin medizinische sowie erwerbliche Ab
klärungen und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei.
Nachdem sie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
Dezember 2009 (Urk. 9/58) einge
holt hatte, stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
6.
August 2010 die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 9/63).
Dagegen erhob die Versicherte am 8. September 2010 Einwand (Urk. 9/65), woraufhin weitere
ärzt
liche Zeugnisse und Be
richte zu den Akten genommen wurden
(Urk. 9/67, Urk. 9/70/2-4,
Urk.
9/71-73,
Urk.
9/81)
.
Zudem
gab
die IV-Stelle
ein
bidiszipli
näres
Gutachten in Auftrag, bestehend aus dem internistisch-rheumato
logischen Teilgutachten von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
A._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, vom
22. Oktober 2011 (Urk. 9/83)
, aus dem psychiatrischen Teilgutachten von
PD Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
21
.
Okto
ber 201
1
(Urk.
9/84
)
sowie aus der
interdisziplinären Gesamtbeurtei
lung vom
1
5.
November 2011
(Urk.
9/87
).
Die
sem Gutachten lagen weitere Berichte behandelnder Ärzte bei (Urk.
9/83/55-93
).
Es
folgten
ein
Arztbericht (Urk. 9/
85) und eine Haushaltabklä
rung, über welche am
3.
Januar 2012 berichtet wurde (Urk. 9/95).
Nach Vorlage des Dossiers beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), dessen
Dr.
med.
C._
, Praktischer Arzt FMH, am 18. November 2011 sowie am 2
3.
Januar 2012 Stellung nahm (Urk. 9/96/4-5),
sowie nach Durchführung eines Einkommensvergleichs (Urk. 9/96/5-7)
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1. März 2012 die Zusprechung einer befristeten ganzen Rente für die Zeit vom
1.
Oktober 2010 bis 31. Dezember 2011 in Aussicht (Urk. 9/98). Nachdem die
Versicherte den Gesprächstermin zwecks beruflicher Eingliederung abgesagt hatte, teilte die IV-Stelle der Versicherten am 19. März 2012 den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (Urk. 9/100-103).
Gegen den Vorbescheid vom
1.
März 2012 erhob die Versicherte am 2
9.
März 2012
sowie am 1
3.
April 2012
Einwand (Urk. 9/104
und
Urk.
9/106
)
, welchen sie am 2
0.
Juni 2012 ergänzen liess (Urk. 9/115).
Es folgten weitere Arztberichte (Urk. 9/117
=
Urk.
9/119,
Urk.
9/121,
Urk.
9/123,
Urk.
9/125
, Urk.
9/129-131,
Urk.
9/133-134
)
.
Hernach
wurde die Versicherte orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch sowie internistisch durch die
Medizinische Abklärungsstelle
D._
(
MEDAS
D._
)
begutachtet, welche ihr interdisziplinäres Gutachten am 2
8.
Juli 2014 erstattete (Urk. 9/149)
und am 25.
November 2014 ergänzte (Urk. 9/156).
Sodann ergingen verschiedene Berichte behandelnder Ärzte und Ärztinnen (Urk. 9/166,
Urk.
9/171,
Urk.
9/173,
Urk.
9/179,
Urk.
9/186
,
Urk.
9/190).
In der Folge
gab die IV-Stelle
ein
polydisziplinäre
s
Verlaufsgutacht
en
in Auftrag
, wel
ches
das
Institut E._
am 2
5.
September 2017 erstattete (Urk. 9/206).
Dazu äusserte sich die Versicherte am
8.
Dezember 2017 (Urk. 9/212). Im weiteren Verlauf wurde
ein
Operationsbericht vom 2
6.
Oktober
2017 eingereicht (Urk. 9/215)
,
und die IV-Stelle nahm einen Einkommensver
gleich vor (Urk. 9/217).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
Januar 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 9/219), wogegen die Versicherte am
5.
März 2018 Einwand erhob (Urk. 9/225). Mit Ver
fügung vom 1
2.
März 2018 verneinte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Ver
sicherten wie angekündigt (Urk. 9/228 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 2
5.
April 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr ab 1. August 2008 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerdeführerin am 18. Juni 2018 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
2.
März 2018
und somit nach Inkrafttreten
sowohl
der
5.
IV-Revision
als auch
der Revision 6a
ergangen. Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im Juli 2008
(Urk. 9/
8/9).
In Nachachtung von BGE 138 V 475 ist bei einer Anmeldung zum Leistungsbezug nach dem 30. Juni 2008 die Karenzzeit von Art. 29 Abs. 1 IVG zu berücksichtigen (bestätigt beispielsweise in den Urteilen des Bundesgerichts 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.3.1
und
9
C_254/2013 vom 30. Oktober 2013
E. 1.1).
Da folglich eine Rentenzu
sprechung frühestens mit Wirkung ab
1.
Januar 2009
überhaupt
in Frage kommt, ist der
Sachverhalt
ab 1.
Januar 2008 zu beurteilen. Dies
er
hat nach dem
Inkraft
treten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision
am 1. Januar 2008 begonnen, jedoch vor dem Inkrafttreten der IV-Revision 6a
. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 20
11
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der IV-Revision
6a
abzustellen.
D
ie massgeblichen Gesetzesbestimmungen
werden
im Folgenden in der
aktuellen
(unveränderten)
Fassung zitiert.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätz
lich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu un
terziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mit
telschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argu
ment der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen syste
matisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentia
len (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapier
barkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswür
digung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung am 3
0.
November 2017 noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen)
.
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes von Gutachten zu psychischen Beeinträchtigungen ist mit Bezug auf die dargelegte Rechtsprechungsänderung (E. 1.4) übergangs
rechtlich bedeutsam,
dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gut
achten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztli
chen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indika
toren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
laut dem
E._
-Gutachten sowie der Stellungnahme ihres RAD sei
die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit
als Haushälterin
zu 70
%
und in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig (Urk. 2 S. 1). Sie führte aus, im Vergleich zu den Gutachten aus den Jahren 2011 und 2014 lägen keine wesentlichen Veränderungen der Arbeitsfähigkeit vor. Die diversen Klinikaufent
halte und die zuletzt durchgeführte Operation hätten keine längerfristigen höhe
ren Arbeitsunfähigkeiten zur Folge
gehabt
.
Die
Beschwerdeführerin hätte im Gesundheitsfall bis Ende März 2009 in einem Pensum von 63
%
gearbeitet. I
n diesem
Erwerbsbereich resultiere
dabei
ein Invaliditätsgrad von 0
%
. Im Haus
haltsbereich, welcher 37
%
ausgemacht habe, sei sie zu 36
%
eingeschränkt. Dem
nach resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 14
%
. Ab dem
1.
April 2009 sei die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren.
Ab diesem Zeitpunkt
ermittelte die Beschwerdegegnerin
bei einer 80
%
igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
einen Invaliditätsgrad von 25
%
und verneinte dementsprechend einen Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 2). Bezugnehmend auf den Einwand der Beschwerdeführerin hielt sie sodann fest, im
E._
-Gutachten sei eine Ressourcenprüfung vorgenommen worden (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen zusammengefasst ein, sie sei seit
An
fang 2008 arbeitsunfähig. In sämtlichen Begutachtungen sei ihr depressives Leiden anerkannt worden und der Gutachter PD
Dr.
B._
habe ihr deswegen eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert (
Urk.
1 S. 4-5)
.
In Wirklichkeit liege gar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor
; dies im Zusammenspiel mit weite
ren Erkrankungen. Die Wechselwirkungen dieser Vielzahl von Diagnosen seien zu Unrecht nicht diskutiert worden
(
Urk.
1 S. 7
-8
und S. 17-18
).
Nachdem nun auch bei depressiven Störungen eine
Standardindikatorenprüfung
vorzunehmen sei, bestehe
wegen
der langjährigen und therapieresistenten Depression klarer
weise eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
1 S. 8-10).
Die IV-Stelle sei auf die Notwendigkeit einer Prüfung der Standardindikatoren auf das vorliegende Leiden entsprechend der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht einge
gangen,
wodurch sie - nebst der materiellen Fehlerhaftigkeit - ihre Begründungs
pflicht verletzt habe (
Urk.
1 S. 10
-11
).
Ferner prüfte die Beschwerdeführerin die
Standardindikatoren selber und rügte, die Beschwerdegegnerin habe den Unter
suchungsgrundsatz verletzt (
Urk.
1 S. 12-17).
Zu diesen Vorwürfen äusserte sich die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort nicht (
Urk.
8).
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für orthopädische Chirurgie,
Spital G._
,
führte bei der Beschwerdeführerin
am 1
7.
Oktober 2007 im Knie rechts eine
Valgisations
o
steotomie
durch
(
Urk.
9/
18/35). Zugleich entfernte er im linken Knie eine Platte bei Zustand nach einer
Valgisationsosteotomie
am 6. September 2006 (Urk. 9/18/28,
Urk.
9/18/35
).
In seinen Berichten vom
2
4.
Oktober 2007
sowie vom 21. November 2007
ging er davon aus, die Beschwerdeführerin werde
drei
bis
vier Monate postoperativ wieder voll arbeitsfähig sein
(Urk. 9/18/38
, Urk. 9/18/33
)
.
Am 1
9.
Juni 2008 hielt er fest, eine sitzende Tätigkeit sei absolut möglich. Leichte gehende Tätigkeiten ebenfalls. Belastendes längeres Stehen, Gehen oder Tragen von schweren Lasten hingegen zurzeit nicht. Eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
sei sicher möglich, allenfalls sogar eine von 100
%
. Nach der Metallentfernung s
ei
wieder von einer vollen Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit auszugehen
(Urk. 9/18/28).
Am 2
8.
August 2008 attestierte er ihr indes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom
5. September bis 3. Dezember 200
6 sowie vom 1
6.
August 2007 bis zum Zeitpunkt der Berichterstattu
ng (Urk. 9/22/7) aufgrund eines schmerzhaften Knies rechts, weswegen die Versicherte in der
Klinik H._
angemeldet sei.
Zugleich hielt er bezüglich physischer Ressour
cen fest, verschiedenste Tätigkeiten seien ihr sehr oft zumutbar und die psychi
schen Ressourcen seien uneingeschränkt (Urk. 9/22/4-5). Jedoch werde die Gesundheit und/oder die Arbeitsfähigkeit durch Eheprobleme beeinflusst (Urk. 9/22/6).
Am
1.
Dezember 2008 berichtete er, die Beschwerdeführerin habe sich zur weiteren Behandlung in die
Klinik H._
begeben. Für die ange
stammte Tätigkeit liege wegen Restbeschwerden im
Tibiakopfbereich
aufgrund einer Reizung und
einer
überstehende
n
Platte
im rechten Knie
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Eine sitzende, leicht belastende Tätigkeit könne sie indes ganztags durchführen. Die Chancen stünden gut, dass sie nach der Metallent
fernung schmerzfrei sein werde (Urk. 9/34/5-7).
3.2
Dem Bericht der
Klinik H._
vom 1
7.
Februar 2009 ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide an einem
multilokulären
Schmerzsyndrom
(zervikal, lumbal und Knie rechts)
, welches nicht eindeutig ätiologisch zugeordnet werden könne
, wobei gewisse degenerative Veränderungen sowohl an der Halswirbel
säule (HWS) als auch an der L
endenwirbelsäule (LWS) vorlägen
.
Man empfahl eine schmerztherapeutische Behandlung (
Urk.
9/42/7).
3.3
Am
1.
April 2009 berichtete
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, die Beschwerdeführerin stehe seit dem
9.
Juli 2008 bei ihr in Behandlung.
Sie habe an permanenten und sehr starken Schmerzen gelitten. Schlafen sei kaum möglich gewesen. In dieser Zeit sei ihre zweite Ehe gescheitert und die Beschwerdeführerin sei wegen anhaltender Schmerzen sowie Scheidungs
prozess, Verlust der Wohnung und Wohnungsnot in eine Depression geraten. Die Beschwerdeführerin befinde sich nun in psychiatrischer Behandlung, wobei sie (
Dr.
I._
) die Krankheit als therapieresistent erachte. Es liege eine voll
umfängliche Erwerbsunfähigkeit
bis auf weiteres
vor (Urk. 9/43/2).
3.4
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in seinem Bericht vom 3
0.
Mai 2009 an, er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
Dezember 2006 (Urk. 9/44/2).
Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte er eine prolongierte Anpassungsstörung mit starker depressiver Symptomatik (ICD-10 F43.2) und äusserte zudem den Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwer
e
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2;
Urk.
9/44/6).
Er beurteilte die Beschwerdeführerin als zu 80 % arbeitsun
fähig und erachtete den Krankheitsverlauf als bereits
chronifiziert
(Urk. 9/44/8).
3.5
Am 2
2.
Dezember 2009 erstattete
Dr.
Z._
sein psychiatrisches Gutachten (Urk. 9/58).
Er
diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit anhaltend
er depressi
ver Reaktion (ICD-10
F43.2) bei multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren und mass dieser Diagnose keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 9/58/8).
Er hielt fest, die psychosozialen Belastungsfaktoren (Ehescheidung, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, Verlust der Arbeitsstelle, finanzielle Schwierigkeiten, kulturelle Entwurzelung) stünden im Vordergrund (Urk. 9/58/11).
3.6
Vom 3
0.
Juli bis 2
7.
August 2010 begab sich die Versicherte freiwillig in die stationäre Therapie
der p
sychiatrischen
K
linik
K._
. Auslöser war gemäss Bericht der
K._
vom 1
1.
März 2011 eine Verschlechterung der depressiven und Schmerzsymptomatik aufgrund der psychosozialen Belastungs
situation wegen Konflikten mit dem Sohn. Die Ärzte diagnostizierten eine rezidi
vierende depressive Störung damals mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Nach vielfältigen Therapien, der Installation einer pädagogisch-therapeutischen Familienhilfe und der Anpassung der Medikamente konnte die Versicherte in den teilstationären Behandlungsrahmen übertreten und schliesslich am
9.
Oktober 2010 in deutlich gebessertem Zustand in die ambulante Betreuung austreten (
Urk.
9/71/8).
Bereits ab 2
5.
November 2010 trat die Versicherte erneut freiwillig in eine psy
chiatrische Klinik, ins Sanatorium
L._
, ein, wo sie bis am 1
3.
Januar 2011 blieb.
Anstoss war laut Bericht vom
7.
März 2011 der Wunsch der Versicherten nach einer Auszeit von zu Hause und den Schwierigkeiten mit dem Sohn, die wegen Stress und Überforderung zu einem depressiven Zustandsbild mit Suizidgedanken geführt hätten. Die Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, damals mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und sie berich
teten von einer gebesserten Situation nach dem Klinikaufenthalt (
Urk.
9/81).
3.
7
3.7
.1
Dr.
A._
stellte in ihrem Teilgutachten vom
2
2.
Oktober 2011
folgende rheu
matologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
9/83/44
):
-
Knieschmerzen beidseits
bei
-
rechts:
Valgisationsosteotomie
am 1
7.
Oktober 2007 mit leichter
femoropatellärer
und lateral
femorotibialer
Arthrose sowie mässiger medialer
femorotibialer
Arthrose mit liegendem
Osteosynthesematerial
und Abstehen der Platte distal um 3 Millimeter (Röntgen vom Oktober 2011)
-
links:
Valgisationsosteotomie
am
6.
September 2006 mit Metallentfer
nung am 1
7.
Oktober 2007 mit leichter
femorotibialer
und
femoro
patellärer
Arthrose (Röntgen vom Oktober 2011).
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass sie
dem Nikotin-Abusus, den ausgedehnten chronischen
Schmerzen, einer Adipositas Grad I (BMI
30,6
kg/m
2
),
einem Handekzem sowie einem Vitamin D-Mangel
bei
(Urk.
9/83/44
).
In ihrer Beurteilung führte Dr.
A._
aus
, die Beschwerdeführerin klage seit Jahren über Knieschmerzen
, welche sich unterdessen auf den ganzen Körper aus
gedehnt hätten. Die Beschwerdeführerin habe die klinische Untersuchung der Beweglichkeit der LWS nicht zugelassen, jedoch spontan den
Langsitz
eingenom
men, was eine wesentliche lumbale Nervenwurzelkompression ausschliesse. Beide Knie seien normal beweglich.
Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich grosse Muskelmasse von 4
2,2
%, welche den Normwert sogar
etwas
übertreffe.
Die MRI-Untersuchungen der HWS und der LWS (Oktober 2011) zeigten im
W
esentlichen altersentsprechende Befunde ohne Kompression neuraler Struktu
ren. Die Ganzkörp
e
r-Skelettszintigraphie (Oktober 2011) schliesse eine entzünd
lich-rheumatische Erkrankung im Sinne einer rheumatoiden Arthritis oder einer anderen Ar
thrit
is aus. Die Röntgenuntersuchungen beider Knie (Oktober 2011) zeigten links eine leichte Arthrose sowie rechts eine mässige Arthrose im medialen
femorotibialen
Gelenk
mit einem distalen Abstehen der Osteosynthese-Platte um 3 Millimeter. Die vorhandene
n
Befunde würden weder das Ausmass noch die Dauer der geklagten Beschwerden erklären. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr zu 100
%
zumutbar. Von den vier in ihrem Blut beziehungsweise Uri
n geprüf
ten Medikamenten fände
n
sich einzig Spu
ren des
Antihypertensivums
Enate
c
. Die
übrigen
drei Medikamen
t
e (Antidepressivum
Cymbalta
, Schmerzmittel
Brufen
und Beruhigungsmittel
Xanax
) fehlten gänzlich.
Daraus lasse sich schliessen, dass die Beschwerdeführerin
vom
Cymbalta
schon mehrere Einnahmetermine verpasst
habe
. Es könne postuliert werden, dass sich die Beschwerdeführerin selbst als nicht derart krank einschätze, dass sie medizinische Massnahmen korrekt durch
führen würde. In der
Dolorimetrie
seien sämtliche 18 Tender Points pathologisch
gewesen
, wie auch alle acht Kontrollpunkte. Eine Fibromyalgie bestehe daher nicht. Ihre aktuellen Beschwerden seien im Wesentlichen im Rahmen der ausge
dehnten Schmerzen zu interpretieren.
Ihr Handeinsatz bei der Untersuchung sei beidseits normal. Dennoch habe sie bei der Prüfung der
maximalen
Handkraft
eine Handkraft von rechts 7
%
und links 8
%
der Norm gezeigt. Aus rheumato
logischer Sicht gebe es keine Ursache für eine massiv
verminderte Handkraft beidseits. Es liege wohl eine Selbstlimitierung bei der Untersuchung vor
(Urk. 9/83/45 f.).
Dr.
A._
gelangte in ihrer Beurteilung zum Schluss,
die Beschwerdeführerin könne Lasten bis zehn Kilogramm heben und tragen (leichtes Belastungsniveau). Tätigkeiten auf Leitern beziehungsweise Arbeiten in kauernder oder kniender Haltung könne sie nicht mehr ausüben. Es sei denkbar, dass ein
Teilbereich
der
zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
als Haushälterin mit Kinderbetreuung
nicht adap
tiert sei. Diesen Teilbereich könne die Beschwerdeführerin seit dem 1
6.
August 2007 nicht mehr ausüben. In einer adaptierten Tätigkeit sei sie nie langfristig arbeitsunfähig gewesen. Als Ausbildnerin in Gesundheitsberufen mit abgeschlos
sener Fachhochschul
ausbil
dung könne sie ohne Einschränkungen ganztags arbeiten. Im Haushalt sei sie nicht eingeschränkt und bei nicht-adaptierten Arbeiten könne ihr Sohn ihr helfen (Urk. 9/83/48).
3.
7
.2
De
r psychiatrische
Gutachter
PD Dr.
B._
nannte in seinem Teilgutachten
vom
2
1.
Oktober 2011
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F
45.4; Urk.
9/84/9).
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe in der Exploration
deut
lich
e Hinweise für eine depressive Störung gezeigt. Ihre subjektiven Angaben hätten klar sämtliche Kardinalkriterien für eine depressive Störung erfüllt und die Beschwerdeführerin habe in ihren Angaben und in ihrem Verhalten affektiv authentisch leidend gewirkt. Insgesamt habe aber eine Verdeutlichungstendenz vorgelegen, welche dazu führen könne, dass aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin von einer schweren depressiven Störung ausgegangen werde. Wenn man aber die objektiven Untersuchungsbefunde und die Tagesakti
vitäten herbeiziehe, könne eine schwere depressive Störung
eindeutig
ausge
schlossen werden (Urk. 9/84/11).
Eine
somatoforme Schmerzstörung
könne
diagnostiziert werden beim Vorliegen einer emotionalen Belastung, zahlreicher psychosozialer Belastungsfaktoren, Schmerzen und einer gewissen Verdeutli
chungs
tendenz (Urk. 9/84/12).
Beim Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode könn
t
e
n
gemäss versicherungsmedizinischen Richtlinien der Swiss Insurance
Medicine
(SIM) qualitative Funktionseinbussen in der Höhe von 50
%
attestiert werden (Urk. 9/84/12). Darin seien gemäss SIM auch die sich aus der somatoformen Schmerzstörung ergebenden qualitativen Funktionseinbussen bereits berücksichtigt (Urk. 9/84/13 f.).
Allerdings sei deutlich dokumentiert, dass unter optimierten Behandlungsmassnahmen eine Stimmungsaufhellung erzielt werden könne
,
und eine antidepressive Behandlung sei aktuell kaum gegeben. Unter optimierter Behandlung könne in einem Zeitraum von drei, spätestens sechs Monaten, eine Stimmungsaufhellung zumindest in Richtung einer leichten depressiven Auslenkung mit einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
erreicht werden (Urk. 9/
84/14,
Urk.
9/84/20 f.)
. Die aktuell 50%ige Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit gelte sicher ab dem Untersu
chungsdatum (Urk. 9/84/14 f.).
Die von
Dr.
Z._
erhobenen objektiven Untersuchungsbefunde seien indes nicht sonderlich anders ausgefallen als die durch ihn (PD
Dr.
B._
) erhobenen; nur einzelne Befunde seien aktuell etwas pathologischer ausgefallen (Urk. 9/84/20).
Sodann würden Anhaltspunkte für eine Verschlechterung seit April 2011 fehlen (Urk. 9/84/22).
3.
7
.3
In ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten Dr.
A._
und PD Dr.
B._
fest,
aus
bidisziplinärer
Sicht sei der Beschwerdeführerin eine ange
passte Tätigkeit, welche auf die eingeschränkte Funktion beider Knie Rücksicht nehme, ab 1
0.
Oktober 2011 zu 50
%
und ab spätestens 1
1.
April 2012 zu 80
%
zumutbar (Urk. 9/87).
3.
8
Am 2
1.
Dezember 2011 erfolgte eine Haushaltabklärung, über welche am 3. Januar 2012 berichtet wurde (Urk. 9/95). Unter Berücksichtigung der verschie
denen Tätigkeitsbereiche ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung im Haushalt
um
36,6
% (Urk.
9/95/9
). Dabei berücksichtigte sie die zumutbare Mit
wirkungspflicht
des
teilweise
zuhause lebenden, 1995 geborenen
schulpflichtigen
Sohnes (Urk. 9/95/5 ff.).
Zur Qualifikation gab die Beschwerdeführer
in anlässlich der Haushaltabklä
rung
an,
sie wäre bei guter Gesundheit
zu 100
%
ausserhäuslich
erwerbstätig
. Falls sie wieder in der sehr strengen Tätigkeit als Haushalthil
fe/Kinderbetreuerin/
Unterhaltsreinigerin tätig wäre
,
jedoch nur zu 63 %
(Urk.
9/95/4). Die Abklärungs
person gelangte in Würdigung
des Pensums der zu
letzt ausgeübten Erwerbstätigkeit
zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei als zu
63
% erwerbs- und zu
37
% im Haushalt tätig zu qualifizieren (Urk.
9/95/4
).
3.
9
Laut dem Bericht des Universitätsspitals
M._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, vom 1
9.
November 2012 erfolgte am 1
6.
November 2012 eine totale
Thyreoidektomie
(Schilddrüsenentfernung) bei symptomatischer Struma
multinodosa
zweiten Grades (Urk. 9/121/2). Der Beschwerdeführerin wurde für die Zeit vom 1
6.
bis zum 2
5.
November 2012 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert (Urk. 9/121/1).
Vom
6.
Juli bis
2.
August 2013 begab sich die Versicherte in die psychiatrische Klinik
N._
, wo eine rezidivierende depressive Störung mittelgradige bis schwere depressive Episode mit Suizidalität (ICD-10 F33.1), eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.4) und ein
Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) diagnostiziert wurden (
Urk.
9/131/1) und eine
traumaspezifische
Abklä
rung empfohlen wurde. Eine solche fand im August 2013 in der
K._
statt (
Urk.
9/134/1). Die Ärzte diagnostizierten dort eine posttraumatische Belastungs
störung (ICD-10 F43.1; Differentialdiagnose Verdacht auf andauernde Persön
lichkeitsänderung nach Extrembelastung, F62.0; Differentialdiagnose emotional inst
abi
le Persönlichkeitsstörung:
Borderline
Typ, F60.31), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2; Differentialdiagnose schwere Episode mit psychotischen Symptomen, F33.3), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) und psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom (F17.2).
3.
10
3.
10
.1
Am 2
8.
Juli 2014 erging das
interdisziplinäre
Gutachten der
MEDAS
D._
(Urk.
9/149).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
O._
hielt fest, auch aktuell habe der Medikamentenspiegel für
Duloxetin
(
Cymbalta
)
deutlich unter dem therapeutischen Bereich gelegen. Er stimme PD
Dr.
B._
darin
zu, dass eine konsequente psychiatrische und psychopharmakologische Behandlung zu fordern sei
und zu einer Besserung führen würde
. Nicht eigentlich psychiatrisch-medizinische Faktoren, sondern vielmehr die gegenwärtig noch immer eher regressive Haltung der Beschwerdeführerin mit der selbst auferlegten Limitierung von Aktivitäten und
ihre
passive, jedoch sehr
ansprüchliche
Haltung würden das Eintreten der von PD
Dr.
B._
getroffenen Prognose verhindern (Urk. 9/149/23).
Die Störungen, welche das
syndromale
Störungsbild einer
PTBS
prägen würden, könnten bei der Beschwerdeführerin nicht beobachtet werden und seien auch anamnestisch nicht in entsprechender Ausprägung berichtet worden. Sodann fehle es an einem Trauma von einer aussergewöhnlichen Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmass, welches eine tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde (Urk. 9/149/24).
Demnach sei keine PTBS zu diagnostizieren. Es bestehe eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
histrionischen
, abhängigen, narziss
tischen, emotional instabilen und vermeidenden Anteilen. Im Zuge der verschie
denen psychosozialen Probleme, speziell der gescheiterten ehelichen Beziehun
gen, seien vorwiegend psychosoziale Belastungen wirksam geworden
.
Zeitweilig seien auch erlebnisreaktiv affektive Symptome aufgetreten, welche zu Krisenin
terventionen geführt hätten, jedoch unter der jeweiligen Therapie rasch gebessert hätten. Die psychiatrische Behandlung sei spärlich geblieben und entspreche dem Leidensdruck der Beschwerdeführerin, welcher nur dann entstanden sei, wenn sie unter Druck geraten sei und Symptome entwickelt habe
(Urk. 9/149/24 f.). Für eine Tätigkeit mit überschaubaren Aufgaben, wohlwollenden Führungsstrukturen und ohne Akkord liege eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
vor (Leistung 70
%
[richtig wohl: 80
%
], Präsenzzeit 8,5 Stunden; Urk.
9/149/26).
3.
10
.2
Gemäss dem Neurologen
Dr.
med.
P._
ergäben sich zumindest teilweise erklärbare Erschöpfung und Müdigkeit durch reduzierte Schlafqualität im Rahmen eines eindeutig beschriebenen
Restless
-
L
egs
-Syndroms hoher Ausprä
gung. Im Moment sei die Leistungsfähigkeit allenfalls um 20
%
reduziert, wobei bei konsequenter Behandlung diesbezüglich eine Verbesserung und weitgehende Normalisierung innert kurzer Frist zu erwarten wäre, respektive eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auch die Migräne sei durch die Anwendung von effektiven Akutmedikamenten ausreichend
kupierbar
, sodass keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Ebenso sei das Carpaltunnelsyndrom an der rech
ten Hand prinzipiell kurativ behandelbar, falls nötig (Urk. 9/149/28).
3.10
.3
Aus orthopädischer Sicht hielt
Dr.
med.
Q._
fest, es lägen weitgehend altersentsprechende Normalbefunde inklusive beginnender degenerativer Verän
derungen vor. Körperlich leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten könnten ab sofort in vo
llem Pensum ohne Einschränkung
der Leistungsfähigkeit verrichtet werden (Urk. 9/149/29,
Urk.
9/149/37). Retrospektiv sei davon auszu
gehen, dass die orthopädische Arbeitsunfähigkeit ein Jahr nach der Operation des rechten Kniegelenks beendet gewesen sei, mithin im Herbst 2008, als
erstmals
der Verdacht auf ein generalisiertes Schmerzsyndrom geäussert worden sei
(Urk. 9/149/38).
3.
10
.4
Aus interdisziplinärer Sicht führten die Gutachter der MEDAS
D._
aus, für die Arbeitsfähigkeit seie
n
vorwiegend die Diagnosen
aus
dem psychiatrischen
Fach
gebiet relevant, wobei sich erhebliche psychosoziale Kontextfaktoren eruieren liessen, welche zu teilweise widersprüchlichen Einschätzungen der Arbeitsfähig
keit durch die behandelnden Ärzte im Vergleich zu den versicherungsmedizinisch orientierten psychiatrischen
Gutachtern
führ
ten
.
Unter Auslassung der versiche
rungsmedizinisch nicht relevanten Faktoren, als welche auch die geringe Compliance und Mitwirkung der Beschwerdeführerin zählten, liege medizinisch-
theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
für sämtliche Tätigkeiten vor. Gegen
über der gutachterlichen Einschätzung durch PD
Dr.
B._
vom Oktober 2011 liege keine Veränderung vor (Urk. 9/149/29
,
Urk.
9/149/32
).
Die genannte Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychiatrischen Gründen spätestens seit August 2007 (Urk. 9/149/31). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nann
ten sie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) und eine Störung von anderen Gefühlen und des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.22 und F43.23;
Urk.
9/149/30).
3.
10
.
5
Am 2
5.
November 2014 machte der psychiatrische Gutachter der MEDAS
D._
ergänzende Angaben zum Vorliegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und hielt sinngemäss fest, die Arbeitsfähigkeit betrage 80
%
(nämlich
bei voller Präsenzzeit
eine
Leistungsfähigkeit von
80
%
)
. Ferner führte er aus, unter günstigen Bedingungen, abhängig von motivationalen und psychosozialen Fak
toren, erscheine eine deutliche Verbesserung der Symptomatik möglich. Daher werde eine Verlaufsbegutachtung in einem bis zwei Jahren empfohlen (Urk. 9/156).
3.1
1
Ein erneuter Klinikaufenthalt in der
N._
erfolgte zwischen 1
1.
Juni und 2
0.
Juli 201
5.
Die Ärzte dort übernahmen die Diagnosen der
K._
von August 2013 und berichteten über im Vordergrund stehende Suizidgedanken, sodann Affektlabilität, Schmerzproblematik, Zukunftsängste, Schamgefühle wegen ihrer Krankheit und sozialen Rückzug. Die Versicherte wu
rde in nur leicht stabilisiertem
Zustand in die
K._
entlassen (
Urk.
9/166/4), wo sie bis 3
1.
August 2015 blieb (
Urk.
9/173). Vom
9.
Oktober bis 2
6.
November 2015 war die Versicherte wieder freiwillig in der
K._
stationär hospitalisiert, wobei die Ärzte die Diagno
sen einer PTBS und einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige Episode und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Bericht vom
5.
Januar 2016 be
s
tätigten (
Urk.
9/190/3). Die Versicherte konnte nach zahl
reichen Therapien und einer medikamentösen Neueinstellung in einem deutlich stabileren Zustand entlassen werden (
Urk.
9/190/5).
3.
1
2
Die
E._
-Gutachter nannten
in ihrem Gutachten vom 2
5.
September 2017
als
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte bis
mittelgradige Episode (ICD-10
F33.0/
F33.1), sowie
beginnende degenerative Veränderungen
in den Knien
beidseits
(ICD-10
M17
.0;
Urk. 9/206/32
).
Sie führten aus,
die Beschwerdeführerin habe
vor allem
über Schwäche, Müdigkeit und Schmerzen geklagt. Diese Beschwerden könnten nicht auf die a
us allgemein
internistischer Sicht
gestellten Diagnosen einer Adipositas, einer gut behandelten
arteriellen Hypertonie sowie einer Hypothyreose bei Status nach totaler
Strumektomie
zurückgeführt werden (Urk. 9/206/33
,
Urk.
9/206/15
).
Im Vordergrund gestanden habe das
psychische Leiden.
Bei der psychiatrischen Untersuchung
durch
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Psychiatrie,
sei eine rezidivie
rende depressive Störung diagnostiziert worden. Eine erhöhte Müdigkeit und Erschöpfung könne damit erklärt werden. Vor allem sei die Kontaktfähigkeit ein
geschränkt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe daher für die frühere Tätigkeit als Haushälterin und Kinderbetreuerin eine
Arbeitsunfähigkeit
von 30
%
. In einer an
gepassten einfachen Tätigkeit ohne Kundenkontakt sei die Arbeitsfähigkeit um 20
%
eingeschränkt
(Urk. 9/
206/33)
.
Der
orthopädische
Gutachter
Dr.
med.
S._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
gab an,
in beiden Kniegelenken lägen degenerative Veränderungen vor nach
valgisierender
Tibiakopfosteotomie
beidseits. Die übrigen Befunde am Bewe
gungsapparat seien weitgehend unauffällig gewesen. Klinisch bestehe ein leichtes
subakromiales
Impingement
der Schultern sowie vor allem muskulär bedingte Nacken- und lumbale Schmerzen. Aus orthopädischer Sicht seien der Beschwerde
führerin körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten sowie solche mit Kniebelastung, Kauern und Treppengehen nicht mehr zumutbar. In einer kör
perlich leichten bis höchstens mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
(Urk. 9/
206/33
,
Urk.
9/206/27
).
Dem neurologischen Teilgutachten
von
Dr.
med.
T._
, Facharzt für Neurologie,
ist zu entnehmen,
es
bestünden
keine neurologischen Ausfälle. Das
Restless
-
Legs
-Syndrom sei therapierbar und die Migräne führe nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, da die Anfälle nicht häufig vorkämen. Ferner wirke sich die neue Behandlung der Migräne-Kopfschmerzen günstig aus und es bestünden weitere therapeutische Optionen.
Insgesamt
liege keine neu
rologische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor (Urk.
9/206/33,
Urk.
9/206/31
).
Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die
E._
-Gutachter zum Schluss,
für die angestammte Tätigkeit als Haushälterin und Kinderbetreuerin bestehe eine Arbeits- und Leistun
gsfähigkeit von 70
%
, welche in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verwertbar sei.
Für
andere körperlich leichte bis intermit
tierend mittelschwere, wechselbelastende, einfache Tätigkeiten ohne Kundenkon
takt liege eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
vor (Urk. 9/206/33
,
Urk.
9/206/35
).
Bei den Haushaltsarbeiten entstehe durch das psychische Leiden eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 10
%
. Die
genannte
Arbeitsunfähigkeit
sei geringer als
jene
für die Erwerbstätigkeit, da die Arbeiten individuell über den Tag verteilt verrichtet werden könnten.
Bei der früher bei der Haushalt
abklärung
eruierten Arbeitsunfähigkeit von 36
%
sei eine subjektive Selbstlimitierung an
zunehmen, welche berücksichtigt worden sei. Aus somatischer Sicht bestehe keine Einschränkung, da in einem kleinen Haushalt keine körperlich schweren Tätig
keiten zu verrichten seien.
Aus psychiatrischer Sicht habe sich die Arbeitsun
fähigkeit seit der letzten Begutachtung 2004 (richtig: 2014) nicht wesentlich ver
ändert (Urk. 9/206/34).
3.1
3
Dem Operationsbericht des
HandZentrums
der Klinik
U._
vom 26.
Oktober 2017 ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin
am 24.
Oktober 2017 eine Operation in Form einer ausgedehnten
Tenosynovektomie
der Beugesehne und
Neurolyse
des
Nervus
medianus
rechts durchgeführt wurde. Als Diagnose nannte die berichtende Ärztin eine chronische
Tenosynovialitis
der Beugesehnen im Carpaltunnel mit Kompression des
Nervus
medianus
rechts. Sodann hielt sie fest, bis zum Ende der sechsten postoperativen Woche sei auf stärkere Kraftanwendung zu verzichten. Bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit im Operationsgebiet daure es meistens drei bis sechs Monate (Urk. 9/215).
4.
4.1
Die IV-Stelle ging bei der Durchführung ihrer Einkommensvergleiche von der Zumutbarkeit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus (Urk. 9/217).
Aus somatischer Sicht wurde
für die Zeit ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn Anfang 2009 (vgl. vorstehende E. 1.1)
von keinem der Gutachter eine höhere Arbeitsunfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit attestiert
(vgl. vor
stehende E. 3.7
.1,
E. 3.
10
.2-3.
10
.4, E. 3.1
1
).
Auch
Dr.
F._
, welcher die Opera
tion vom 1
7.
Oktober 2007 durchgeführt hatte, ging ursprünglich davon aus, drei bis vier Monate postoperativ werde wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vorliegen
, doch diese verzögerte sich in der Folge
.
A
m
1.
Dezember 2008
hielt er allerdings
fest
, eine sitzende, leicht belastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin ganz
tags zumutbar
.
Die Hausärztin nannte für das Attest der vollumfänglichen Erwerbsunfähigkeit primär psychische sowie psychosoziale Faktoren.
Insgesamt liegen nach dem Gesagten keine Anhaltpunkte dafür vor, dass entgegen
sämtli
chen
somatischen
Gutachtern eine Einschränkung für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehen würde oder
während längerer Zeit
bestanden hätte.
Auch der Operationsbericht vom 26. Oktober 2017 vermag keine solche darzutun, zumal eine Einschränkung der Belastbarkeit nur für sechs Wochen angegeben wurde.
Ebenso wenig
bestand nach der Kreuzbandoperation rechts
vom
1.
Juni 2016 eine längere Arbeitsunfähigk
eit
(
Urk.
9/179),
weshalb die Einschätzung durch das
E._
, wonach während allerhöchstens drei Monaten eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (Urk. 9/206/27), nicht zu beanstanden ist.
Die
E._
-Gutachter
erhoben ein korrektes postoperatives Ergebnis (Urk. 9/206/26).
Vor dem Hintergrund der
post
operativen Residuen
mit gewissen degenerativen Veränderungen
, jedoch ohne Hinweise auf ein akutes Geschehen mit Ergussbildung, Rötung oder Überwär
mung (Urk. 9/206/26),
ist
es
nachvollziehbar, dass entsprechend der Beurteilung durch das
E._
eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht für körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Aktivitäten, bei welchen eine Hebe- und
Trag
e
limit
e
von
zehn
Kilogramm nicht überschritten wird und keine überdurch
schnittliche Belastung der Kniegelenke vorkommt, beispielsweise durch Knien und Kauern oder durch das regelmässige Begehen von Treppen und Leitern (Urk. 9/206/27).
Sodann konnten für die übrigen, diffus geschilderten Schmerzen keine eindeutigen objektivierbaren Korrelate gefunden werden (Urk. 9/206/26).
In Übereinstimmung damit
hielten auch behandelnde Ärzte eine unzureichende Erklärbarkeit der geklagte
n Schmerzen fest (Urk. 9/43/10), und
es
findet sich in den Akten auch mehrmals die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstör
ung (Urk. 9/84/9, Urk. 9/131/1), wobei die
E._
-Gutachter die
weiter
gehenden
körperlichen Beschwerden der larvierten Form der depressiven Störung zuordneten (Urk. 9/206/20).
4.2
D
ie
E._
-Gutachte
r
nannte
n
als
psychiatrische
Diagno
se
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive
Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.0/F33.1;
Urk.
9/206/32).
Von
sämtlichen
Psychiatern
ausser
Dr.
Z._
wurde ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung
oder eine andere psychiatrische Erkrankung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
angegeben.
Vor dem Hintergrund der diesbezüglichen Übereinstim
mung ist erstellt, dass bei der Beschw
erdeführerin ein psychisches Be
schwerde
bild mit Krankheitswert
- mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine rezidivie
rende depressive Störung -
vorliegt.
Keine
hinreichend
gesicherte
n
Diagnose
n
sind dagegen diejenige der posttraumatischen Belastungsstörung und der weite
ren von der
K._
geäusserten Differentialdiagnosen. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts bedarf die
Herleitung und Begründung der Diagnose einer PTBS einer besonderen Achtsamkeit. Dies gilt zunächst für das Belastungs
kriterium, mithin das auslösende Trauma. Dieses ist nicht in erster Linie und allein von der Gutachterperson bzw. vom Arzt selbst zu klären
,
aber von diesem zwingend zu referieren. Nebst der für die Bejahung einer PTBS bedeutsamen Schwere des Belastungskriteriums erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung eine eingehende Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen, bis (sechs) Monate. Besondere Begründung braucht es dabei in jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden soll
(BGE 142 V 342 E. 5.2.2,
Urteil des Bundesgerichts 9C_548/2019 vom 1
6.
Januar 2020 E. 6.3.1
).
Dr.
R._
vom
E._
verneinte diese Diagnose mit dem Hinweis darauf, dass keine Flashbacks, kein Gefühl des
Betäubtseins
und emotionaler Abstumpfung oder der vegetativen Übererregung oder Schreckhaftigkeit vorhanden seien. Sodann könne bei einem längeren Ehekonflikt nicht von einem lebensbedrohlichen Ereignis von kata
strophenartigem Ausmass ausgegangen werden. Sodann h
a
tten weder die Gut
achter
B._
noch die MEDAS-Gutachter diese Diagnose diskutiert (
Urk.
9/206/17). Die abklärenden Ärzte der
K._
erwähnten eine wahrscheinliche Dauer von 15 Jahren, während der diese Diagnose bereits zu stellen sei. Als Trauma erwähnten sie die massivste Gewalt durch den Vater und den ersten Ehe
mann und wiederholte Vergewaltigungen in der
1.
Ehe. Auch hielten sie die Kriterien von Albträumen, Flashbacks für gegeben (
Urk.
9/134/2). Die erste Ehe der Beschwerdeführerin dauerte von 1988 bis 199
9.
Von eigentlichen Flashbacks oder Albträumen über die erwähnten Traumata, die gemäss ICD-10 zu den typi
schen Merkmalen bei der PTBS zählen (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F) klinisch-diagnostische Leitlinien, 9.A., F43.1 S.
207), wurde in keinen anderen Berichten der Fachärzte trotz jahrelanger Thera
pien und stationärer
Hospitalisationen
erzählt (
Urk.
9/44, 9/58/6, 9/71, 9/83), so dass sich die Ärzte der
K._
im Bericht vom 2
8.
August 2013 wohl ausschliesslich auf die Aussagen der Versicherten ihnen gegenüber stützten, was jedoch für die Annahme, dass diese Symptome bereits seit ca. 15 Jahren und damit seit Been
digung der ersten Ehe vorhanden sein sollen, nicht zuverlässig und damit nicht überzeugend ist.
Dr.
R._
äusserte damit zu Recht Zweifel an dieser Diagnose und verblieb wie die anderen Fachärzte bei derjenigen der rezidivierenden depressiven Störung, seiner Ansicht nach leicht- bis mittelgradige Episode.
Unerh
eblich ist dabei, dass die diag
nostischen Einschätzungen nicht vollständig übereinstimmen, ist doch letztlich nicht die genaue Diagnose, sondern allein entscheidend, ob die Beschwerden zu einer ausgewiesenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_501/2008 vom 15. Juli 2008 E. 2.2.1 und 9C_166/2013 vom 12. Juni 2013 E. 4.2.2), respektive kommt es auf die konkreten Auswirkungen einer Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit an (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2017 vom 9. April 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
Die Beschwerdeführerin machte auf
Dr.
R._
in ihren Bewegungen einen müden und verlangsamten Eindruck, nachdem sie im Wartezimmer auf der Bank geschlafen hatte
(Urk. 9/
206/17).
Die kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis imponierten in der grob klinischen Prüfung nicht beeinträchtigt. Konzentration und Aufmerksamkeit waren in etwas reduziertem
Ausmasse vorhanden. Im A
ffekt zeigte d
ie
Beschwerdeführerin
eine deutlich bedrückte und weinerliche Stimmungslage
(Urk. 9/
206/18).
Der Gutachter hielt in nachvollziehbarer Weise fest, dass die Beschwerdeführerin ihre Eigenaktivität bagatellisiere. Ein völlige
s Darniederliegen der Aktivitäten stellte er zu Recht
in Frage, zumal ihr Therapie- und Arztbesuche möglich
ware
n
- namentlich Wassertherapie zweimal pro Woche
(Urk. 9/
206/14) -,
sie ohne fremde Hilfe zur gutachterlichen Untersuchung
anreisen konnte
(Urk. 9/
206/14)
und im selben Jahr ein Aufenthalt in der Türkei stattgefunden
hatte
. Auch war aus objektiver Sicht keine deutliche Beeinträchtigung im Antrieb erkennbar, da die Beschwer
deführerin während des Gesprächs sehr lebhaft argumentierte
(Urk. 9/
206/19).
Dennoch hielt der Gutachter die Symptomdarstellung der Beschwerdeführerin für weitgehend authentisch
(Urk. 9/
206/22).
Hauptsymptom
waren
die depressiven Verstimmungen, welche durch die Erinnerung an Gewaltanwendungen unterhal
ten würden
. Die depressive Störung
ist laut
E._
-Gutachter
deutlich und über Jahre
chronifiziert
(Urk. 9/
206/20).
Zusätzlich
weist die Beschwerdeführerin ge
mäss Gutachten
eine Symptomausweitung mit hoher Passivität auf. Die Beein
trächtigung liege in Form einer Motivationslosigkeit vor
(Urk. 9/
206/21).
Zudem führten die Gutachter eine erhöhte Müdigkeit und Erschöpfung sowie eine Ein
schränkung in der Kontaktfähigkeit auf die psychische Störung zurück
(Urk. 9/
206/33).
Dementsprechend gelang
ten
sie zum Schluss, in einer angepassten einfachen Tätigkeit ohne Kundenkontakt sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin um 20
%
eingeschränkt
(Urk. 9/
206/33).
Von der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
(vgl. E. 1.4)
kann da
her nicht Umgang genommen werden.
4.3
Die Beschwerdeführerin
bestreitet
, dass im
E._
-Gutachten
eine Ressourcenprü
fung vorgenommen worden sei (
Urk.
1 S. 13). Ent
gegen der Meinung der Beschwerdeführerin
ist die Überprüfung der höchst
gerichtlich festgelegten Indi
katoren durch den Rechtsanwender allerdings nicht erst nach erfolgter Beurtei
lung durch den medizinischen Sachverständigen zulässig. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls ist vielmehr entscheidend, ob eine schlüs
sige Be
urteilung im Lichte der Indika
toren aufgrund der Sachverhaltsfeststellun
gen im Gutachten möglich ist oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der
Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen.
Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen.
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V
50 E. 4.3
).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkran
kungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.4
4.4
.1
Bezüglich des Komplexes «Gesundheitsschädigung
» in der Kategorie «funktionel
ler Schweregrad» ist festzuhalten,
dass laut dem psychiatrischen Teilgutachter eine
deutl
iche depressive Störung vorlieg
t, welche sich über Jahre
chronifiziert
hat. Die bedrückte Stimmungslage
erachtete er als
leicht bis mitt
elschwer
. Weitere Erschei
nungsformen sind Schlafstörung, Grübeleien, Antriebslosigkeit, Inaktivität, Passi
vität, sozialer Rückzug, diffuse Schmerzen und intermittierend suizidale Gedanken
(Urk. 9/
206/20).
Konzentration und Aufmerksamkeit waren anlässlich der Explo
ration in etwas reduziertem Ausmasse vorhanden und die Beschwerdeführerin wirkte eher inaktiv und passiv, träge sowie im Affekt deutlich bedrückt und in weinerlicher Stimmungslage.
Jedoch zeigte sich die Fähigkeit zur Modulation der Affekte erhalten. Sodann
imponierten Auffassung und Gedächtnis in der grob kli
nischen Prüfung nicht beeinträchtigt
. Ferner waren die höheren Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, Beziehungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Impulskontrolle und Willensbildung intakt
,
und psychomotorisch imponierte
die Beschwerdeführerin
weder agitiert noch gehemmt
(Urk. 9/
206/18).
Bei der letzten stationären Behand
lung in der
K._
im Oktober/November 2015 waren Auffassung, Konzentration und Aufmerksamkeit ohne beobachtbare Mängel und es bestand kein klinischer Anhalt für relevante Gedächtnisstörungen. Formalgedanklich war
die Versicherte
geord
net, leicht verlangsamt, konnte dem Gesprächsverlauf jedoch gut folgen. Im Affekt war sie nachdenklich und etwas niedergeschlagen mit einem Gefühl des Versagens. Ein affektiver Rapport war herstellbar und die Beschwerdeführerin war schwin
gungsfähig und ohne Antriebsstörungen oder Änderungen des
psychomotor
ischen Antriebs
(Urk. 9/
190/4).
Aus somatischer Sicht ist die Beschwerdeführerin ledig
lich bei
knie
belastenden
sowie bei schweren und andauernd mittelschweren
Tätigkeiten limitiert (Urk.
9/206/33
). Vor diesem Hintergrund
ist der
Gesundheits
schaden
gesamthaft
als
leicht bis
mittelschwer
einzustufen.
Die Beschwerdeführerin
befand sich
verschiedentlich in freiwilliger psychiatri
scher Hospitalisation
, so
vom 3
0.
September bis 1
3.
Oktober 2009
(Urk. 9/
70/4), vom 3
0.
Juli bis 2
6.
August 2010
(Urk. 9/
70/3), vom 2
5.
November 2010 bis
1
3.
Januar 2011
(Urk. 9/
70/2), vom
6.
Juli bis
2.
August 2013
(Urk. 9/
130-131), vom 1
1.
Juni bis 3
1.
August 2015
(Urk. 9/
166 und Urk. 9/173/1) sowie vom
9.
Oktober bis 2
6.
November 2015
(Urk. 9/
171/2 und
Urk.
9/190/3)
,
w
obei sie mit ihrem im November 2010 angetretenen Klinikaufenthalt ein «Time-out» bezweckte, respektive zur Ruhe kommen wollte
(Urk. 9/
81/2)
und auch sonst mehrheitlich psychosoziale Umstände Anlass für die Eintritte waren.
Im Jahr 2009 wirkte
die Versicherte
bereits beim Eintritt in die
K
linik
V._
nur leicht depressiv und konnte dann leicht stimmungsaufgehellt wieder entlas
sen werden
(Urk. 9/
85/2). Im Jahr 2010
trat
sie
in
- im Vergleich zum Eintritt -
deutlich gebessertem Zustand aus
der
K._
aus
(Urk. 9/
71/8).
Auch während ihres Aufenthalts in der
N._
im Jahr 2013 vermochte sie an Antr
ieb
zu gewinnen und positive Stimmung aufzubauen
(Urk. 9/
130/3).
Im Jahr 2015 konnte durch Medikamenteneinstellung in derselben Klinik rasch eine Stabilisie
rung erzielt werden
(Urk. 9/
173/1), welche auch beim Austritt aus der
K._
, wohin sie
weiter
überwiesen worden war, noch vorhanden war
(Urk. 9/
173/3).
Beim letz
ten stationären Aufenthalt im Oktober/November 2015 konnte mittels einer leich
ten Erhöhung der antidepressiven Medikation (
Cymbalta
) ebenfalls eine affektive Aufhellung er
reicht
werden
(Urk. 9/
190/5).
Zwischen den stationären Behandlun
gen
hatte die Beschwerdeführerin auch ambulante psychiatrische Behandlungen wahrgenommen, mit Terminen alle zwei bis drei Wochen
(Urk. 9/
84/5).
Ende 2016 war offenbar
Dr.
I._
zuständig für die antidepressive Medika
tion
, über deren Einstellung sie am 5. Dezember 2016 berichtete
. Die letzte Untersuchung hatte zuvor am 13. September 2016 stattgefunden
(Urk. 9/
186/3).
A
nlässlich der
E._
-Begutachtung
gab die Beschwerdeführerin
an, zweimal pro Woche eine Traumatherapi
e bei
m Psychologen
lic
. phil.
W._
wahr
zunehmen
(Urk. 9/
206/16)
, welcher mit
Dr.
I._
zusammenarbeitet
(Urk. 9/
175)
.
Eine ambulante Anbindung der Beschwerdeführerin an die
K._
bestand hingegen nicht (
Urk. 9/218/14).
Bei der durch
Dr.
A._
veranlassten Analyse fanden sich v
on den vier in ihrem Blut beziehungsweise Urin geprüften Medikamenten einzig Spuren des
Antihypertensivums
Enatec
. Die übrigen drei Medikamente (Antidepressivum
Cymbalta
, Schmerzmittel
Brufen
und Beruhi
gungsmittel
Xanax
) fehlten gänzlich. Daraus
schloss
Dr.
A._
, dass die Beschwerdeführerin vom
Cymbalta
schon mehrere Einnahmetermine verpasst ha
tt
e
(Urk. 9/
83/45 f.
,
Urk.
9/83/52
)
.
Auch
anlässlich der Begutachtung
in der
MEDAS
D._
lag
der Medikamentenspiegel für
Duloxetin
(
Cymbalta
) deutlich unter dem
therapeutischen Bereich
(Urk. 9/
149/23)
, obwohl die Beschwerde
führerin ausgeführt hatte, nur die Medikamente würden ihr helfen
(Urk. 9/
149/18)
.
Andere Antidepressiva nahm
die Beschwerdeführerin
mangels Bedarfs nicht ein
(Urk. 9/
83/37,
Urk.
9/84/9,
Urk.
9/84/15).
Es ist
daher von einer
zwischenzeitlich
zweifelhaften me
dikamentösen Compliance au
szugehen
, respek
tive von einem Zusammenhang zwischen unzureichender Medikamentenein
nahme und therapieresistentem Verlauf
(Urk. 9/
83/50).
Bei der
E._
-Begutachtung lagen die Medikamenten-Serumspiegel der
Fluctine
hingegen im Referenzbereich
und die Kooperation der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Therapie wurde nicht beanstandet
(Urk. 9/
206/22). Angeregt wurde die Umstellung auf ein schlaf
anstossende
s
Antidepressivum
(Urk. 9/
206/
20
, Urk.
9/206/22
,
Urk.
9/206/34
).
Unter den Komorbiditäten
sind
sodann
der Status nach Problemen in der Bezie
hung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0) sowie der Status nach vermutetem sexuel
lem Missbrauch (ICD-10 Z61.4;
Urk.
9/206/19)
zu berücksichtigen, da
diesen Gegebenheiten
eine
ressourcenhemmende Wirkung bei
zumessen ist
, zumal die biographische Entwicklung mit mehrfacher Gewalterfahrung das Leben der Beschwerdeführerin massgeblich geprägt hat. Diese Problematik widerspiegelt sich aktuell in einer emotionalen Instabilität mit Affektinkontinenz und einem deutlich subjektiven Leidensbild
(
Urk.
9/206/21,
BGE 143 V 418 E. 8.1).
4.4
.2
Beim Komplex «Persönlichkeit» ist ebenfalls auf die soeben genannte Persönlich
keits
entwicklung
und deren Auswirkungen hinzuweisen.
Die Beschwerdeführe
rin
weist sodann infolge der psychischen Erkrankung allgemein eine Motivations
losigkeit auf
(Urk. 9/
206/21).
Als
vor
handene Ressource ist
der enge Kontakt zu einer benachbarten Freundin zu sehen, bei welcher die Beschwerdeführerin zeit
weise wohnt und
welche
die Beschwerdeführerin bei der Haushaltsführung un
terstützt
(Urk. 9/
206/21
,
Urk.
9/206/14
). Belastend wirkt
sich die psychische Erkrankung de
s Sohnes
der Beschwerdeführerin
aus
(Urk. 9/
206/21
).
4.4
.3
Zum Komplex «sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin sich zumindest teilweise sozial zurückgezogen hat
, wobei
der Rückzug auch auf
die unvollständige Integration
(Urk. 9/
206/34
,
Urk.
9/149/25
) zurückzuführen sein könnte
.
Dennoch hat die Beschwerdeführerin eine offenbar enge Freundin
, welche sie stark unterstützt
und
sie
vor
ü
bergehend bei sich aufgenommen hat
(Urk. 9/
206/17
,
Urk.
9/206/21
).
Zu ihren Kindern besteht grundsätzlich ein guter Kontakt
(Urk. 9/
206/17)
, wenn auch kein häufiger
(Urk. 9/
206/24)
. Z
udem
pflegt die Beschwerdeführerin
selten
en Kontakt
zu
ihren in der Türkei lebenden Geschwistern
(Urk. 9/
206/16
,
Urk.
9/206/24
).
Insgesamt verfügt sie zumindest über ein gewisses soziales Netz, welches als eine begünstigende Ressource ange
sehen werden kann.
4.4
.4
Zur Kategorie «Konsistenz» ist zu bemerken, dass
die Beschwerdeführerin
bei der Begutachtung durchs
E._
angegeben hat, «gar nichts» zu machen
(Urk. 9/
206/23). Dadurch
bagatellisierte
sie ihre Eigenaktivität, denn sie
nahm
viele Therapie- und Arzttermine wahr
, so zweimal pro Woche Traumatherapie
und zweimal pro Woche Wassertherapie
(Urk. 9/
206/14,
Urk. 9/
206/16,
Urk. 9/
206/19
, Urk.
9/206/22
). Auch i
n die Türkei
reist
e
sie offenbar noch regelmässig, so
auch in der ersten Jahreshälfte 2017
(Urk. 9
/206/19)
. Dies
obwohl ihre Mutter zwischenzeitlich
-
spätestens im Jahr 2013
-
verstorben
ist
(Urk. 9/
130/2
, Urk. 9/149/17
)
und sie bei PD
Dr.
B._
noch angegeben hatte,
es handle sich nicht um Ferien, sondern
sie gehe eigentlich nur
in die Türkei
, um ihre Mutter zu besuchen, weil diese vielleicht nicht mehr so lange lebe
(Urk. 9/
84/7)
.
Laut ihren eigenen Angaben hat die Beschwerdeführerin früher gerne gelesen (Urk. 9/206/29), fühlt sich aber nun
mangels Konzentrationsfähigkeit
nicht mehr in der Lage dazu
(Urk. 9/
206/14
, Urk. 9/206/29
)
.
Bei früheren Begutachtung
en
hatte sie noch angegeben, früher regelmässig Spaziergänge unternommen zu haben
(Urk. 9/
58/6)
beziehungsweise früher gerne Musik gehört zu haben
(Urk. 9/
149/45)
und früher noch Kolleginnen gehabt zu haben
(Urk. 9/
149/17)
.
Ansonsten berichtete sie nicht über
frühere
Freizeitaktivitäten, welche sie aufge
geben hätte.
Hinzu kommt, dass angesichts der obgenannten Bagatellisierung der Eigenaktivitäten fraglich ist, ob sie wirklich nicht mehr liest, Musik hört, spazie
ren geht etc.
Demzufolge ist der Freizeitgestaltung der Beschwerdeführerin kein allzu grosses Gewicht beizumessen.
Sodann wurde sowohl anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
A._
und PD
Dr.
B._
(Urk. 9/
83/45 f.,
Urk.
9/83/52)
als auch anlässlich jener
in der
MEDAS
D._
(Urk. 9/
149/23)
festgestellt, dass
die Beschwerdeführerin
ihre Medikamente unzureichend einnahm. Dazu gab sie einmal an,
das Antidepressivum
Remeron
sowie das Beruhigungsmittel
Xanax
habe sie schon eine Weile nicht mehr gebraucht
(Urk. 9/
83/37
). Beim anderen Mal hatte sie indes angegeben, nur Medikamente würden ihr helfen, weshalb sie die Psychotherapie abgebrochen habe (
Urk. 9/
149/18).
Die Akten lassen
nach dem Gesagten
insgesamt auf einen
nicht
allzu grossen
krankheitsbedingten
Leidensdruck
schliessen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2019 vom 1
3.
August 2019 E. 3.4.2)
.
Dies trotz der vor
stehend erwähnten Klinikaufenthalte, da diese
teilweise
nicht direkt wegen des psychischen Leidens, sondern eher wegen der psychosozialen Situation erfolgten
(Urk. 9
/
81/2
,
Urk. 9/
131/2)
.
Die Beschwerdeführerin zeigte anlässlich der Begutachtungen mehrfach ein
gewisses
verdeutlichendes Verhalten
(
Urk.
9/58/7,
Urk. 9/
84/11
, Urk. 9/206/22)
sowie eine Symptomausweitung
(Urk. 9/
206/21)
und b
ei der neuropsychologi
schen Testung während ihres letzten stationären Klinikaufenthalts in der
K._
fiel eine Tendenz zur Aggravation auf
(Urk. 9/
190/5).
4.5
In Anbetracht der
leicht bis
mittelmässig ausgeprägten Befunde, der
belastenden biographischen Entwicklung
, der
gewissen Verdeutlichungstendenzen
bei jedoch
teilweisem sozialem Rückzug
und reduziertem
Aktivitätsniveau im privaten Lebensbereich lässt sich die gutachterlich angegebene Einschränkung der Arbeits
fähigkeit um
2
0 % auch mit Blick auf die Standardindikatoren nachvollziehen.
Denn letztere
weisen
ebenfalls auf eine
teilweise Einschränkung der Ar
beitsfä
higkeit
hin
. Demnach rechtfertigt es sich nicht, aus juristischer Sicht von dieser medizi
nischen gutachterlichen Beurteilung
abzuweichen.
Sodann ist in Bezug auf den Einwand der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 13) festzuhalten, dass d
em
E._
-Gutachten zwar keine
so bezeichnete
konkrete Beurteilung der Indikatoren zu entnehmen
ist,
es jedoch die dafür benötigten Grundlagen
liefert.
Da nach dem Gesagten sämtliche Teilgutachten des
E._
-Gutachtens vom
25. September
2017 beweiskräftig sind und das zusammenfassende Gesamtgut
achten vor dem Hintergrund der schlüssigen Teilgutachten plausibel ist, ist von einer
8
0%igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptier
ten Tätigkeit auszugehen (Urk. 8/184/99).
Dafür, dass die Gutachter bei ihrer interdisziplinären Beurteilung das Zusammenwirken der gestellten Diagnosen unzureichend gewürdigt hätten (vgl. den Einwand in
Urk.
1 S. 7-8 und S. 17-18), fehlen Anhaltspunkte.
4.
6
Zu prüfen bleibt die Frage, ab wann
die
gestützt auf die Exploration vom August 2017 (Urk. 9/206/2) festgelegte
80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
gilt. Gemäss
E._
-Gutachten besteht die Einschränkung - abgesehen von vorüber
gehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeiten während der Klinikaufenthalte - schon seit mehreren Jahren in etwa demselben Ausmass. Im Vergleich zum Gutachten der MEDAS
D._
liegt
laut
E._
-Gutachten
keine
wesentliche
Veränderung
vor (
Urk. 9/206/19,
Urk. 9/206/34).
Im Vergleich zum Gutachten von PD
Dr.
B._
ebenfalls nicht (Urk. 9/206/19, Urk. 9/206/20).
In Übereinstimmung damit gingen die Gutachter der MEDAS
D._
von einem im Vergleich zur Begutachtung durch PD
Dr.
B._
unveränderten Zustand aus
(Urk. 9/149/29,
Urk.
9/149/32). Sie hielten fest, die genannte Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychiatrischen Gründen spätestens seit August 2007 (Urk. 9/149/31).
Dr.
I._
erachtete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin am
4.
Juli 2012
sowie am 1
3.
Februar 2013
als unverändert
, namentlich nicht verbessert
(Urk. 9/117
und
Urk.
9/123/2
)
. Am 1
3.
September 2013 führte sie aus, die depressive Störung sei schwerer geworden (Urk. 9/133/8), wobei sich aus dem Bericht der
N._
vom 26. August 2013 ergibt, dass die Beschwerdeführerin sich auf
grund eines Stellenangebots in der Türkei zusätzlich belastet
gefühlt habe
, was zur Exazerbation geführt haben könnte
(Urk. 9/131/2
).
PD Dr.
B._
hielt fest, im Vergl
eich zur Begutachtung durch Dr.
Z._
seien aktuell nur einzelne Befunde etwas pathologischer ausgefallen (Urk. 9/84/20). Sodann würden An
haltspunkte
für eine Verschlechterung seit April 2011 fehlen (Urk. 9/84/22). Nach dem Gesagten kam es nie zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin,
weshalb
- abgesehen von den Klinikaufenthalten -
auch in der Vergangenheit
mindes
tens
eine 80%ige Arbeitsfähi
gkeit in angepasster Tätigkeit bestand
.
4.
7
Die Beschwerdeführerin wandte ein, der Gutachter PD
Dr.
B._
habe ihr eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
1 S.
5
).
Hierbei ist zu beachten, dass ärztlicherseits
substanziiert
darzulegen ist,
aus welchen medizinisch-psychiatri
schen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Bei rezidivierenden depressiven Entwicklungen genügt
es
nicht, dass der medizinisch-psychiatrische Sachverständige vom diagnostizier
ten depressiven Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst; vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
(
BGE 145 V 361
E.
4.3 mit Hinweisen
).
PD
Dr.
B._
folgte
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
den
Richtlinien
der
Swiss Insurance
Medicine
(SIM),
gemäss welchen
offenbar bei einer mittelgradi
gen depressi
v
en Episode
Funktionseinbussen in der Höhe von 50
%
(Urk. 9/84/12) und bei einer leic
hten depressiven Episode Einbus
sen in der Höhe von 20
%
anzunehmen sind
(Urk. 9/84/14).
Er diskutierte zwar die bei der Beschwerdeführerin vorliegenden Befunde, dies aber primär in Bezug auf eine Übereinstimmung mit den Empfehlungen der SIM. Beispielsweise hielt er fest, bei der 50%igen Einbusse gemäss SIM seien die erhöhte Ermüdbarkeit, die Antriebs
minderung sowie die reduzierte psychische Belastbarkeit berücksichtigt, wobei diese spezifischen Einbussen auch von der Beschwerdeführerin berichtet
worden seien
(Urk. 9/84/12-13).
Des Weiteren
nahm er anhand der objektiven Parame
ter
n
, welche die innerpsychische Vitalität abbilden, Bezug auf den Schweregrad der depressiven Störung (Urk. 9/84/13). Insgesamt ist seine Beurteilung dadurch insofern zu schematisch, als hauptsächlich der diagnostizierte Schweregrad der Depression überprüft wurde und dann von diesem direkt - entsprechend den Richtlinien der SIM - auf
die Arbeitsunfähigkeit eines bestimmten Grades
geschlossen wurde.
Nach dem Gesagten vermag das Gutachten von PD
Dr.
B._
keine Zweifel an der Beurteilung durch
die Experten des
E._
zu erwecken.
4.
8
Des Weiteren wandte die Beschwerdeführerin ein, die Beschwerdegegnerin habe ihre
Begründungspflicht
verletzt, indem sie nicht auf ihren Einwand betreffend Indikatorenprüfung bei Depression eingegangen sei (Urk. 1 S. 10).
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebe
nenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kön
nen. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Ent
scheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinan
der setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Die Beschwerdegegnerin
stellte
in der angefochtenen Verfügung
fest
, dass sie die im
E._
-Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeit auch aus juristischer Sicht - anhand von Indikatoren wie Ressourcen und Konsistenz - für korrekt halte (Urk. 2 S. 2). Damit
legte sie
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
dar, auf welche sie sich
beschränken durfte.
Der Beschwerdeführerin war es möglich
, auf der Grundlage der angefochtenen Verfügung
ihr Anliegen im Be
schwerdeverfah
ren sachgerecht vorzutragen,
was sie denn auch tat. Folglich geht dieser Einwand der Beschwerdeführerin fehl.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Es ist unstrittig (vgl.
Urk.
9/115/3) und nachvollziehbar begründet, dass die Beschwerdeführerin (spätestens) nach der Scheidung von ihrem zweiten Ehemann ab April 2009 als Vollerwerbstätige zu qualif
izieren ist (vgl.
Urk.
9/218/3).
Der für diesen Zeitraum
vorgenommene Einkommensvergleich (Urk. 9/217/2-3) wurde in der Beschwerde nicht beanstandet.
Bezüglich des
Valideneinkommens
hatte die Beschwerdeführerin
jedoch
im Einwand vom 2
0.
Juni 2012 vorgebracht
, im Gesundheitsfall würde sie qualifizierte Arbeiten verrichten
(Urk. 9/115/4)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Dafür, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in der Schweiz als Ausbildnerin für Krankenschwestern arbeiten würde, liegen keine konkreten An
haltspunkte vor, zumal die Beschwerdeführerin
nur
über
einfache
respektive teil
weise
Deutschkenntnisse verfügt
(Urk. 9/
84/12, Urk. 9/84/23
)
und nach ihrer Ein
reise in die Schweiz auch nie in diesem oder einem ähnlichen Bereich gearbeitet hat
(vgl.
Urk.
9/16/2,
Urk.
9/20/2,
Urk.
9/169)
.
Soweit die Beschwerdeführerin
in Bezug auf die Festsetzung des
Valideneinkommens
vorbringt, sie sei schon seit langem psychisch angeschlagen (
Urk.
9/115/4), ist
am Rande zu bemerken
, dass sie als ausländische Staatsangehörige die versicherungsmässigen Voraussetzun
gen nur erfüllt, sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten hat (
Art.
6
Abs.
2 IVG)
.
Es bleibt somit dabei, dass für die Zeit der hypothetischen vollen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall das
Vali
deneinkommen
gemäss dem hypothetischen Vollpensum in der vormaligen Haus
wirtschaftstätigkeit zu ermitteln ist und das Invalideneinkommen gestützt auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einem Hilfsarbeitsbereich mit einem Abzug zu ermitteln ist, welche Berechnungsweise von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht gerügt wurde (
Urk.
9/217). Für die Zeit ab April 2009 besteht somit kein Rentenanspruch.
5.3
5.3.1
Für die Zeit bis Ende März 2009 qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als zu 63
%
im Erwerbsbereich und zu 37
%
im Haushaltbe
reich tätig und errechnete einen Invaliditätsgrad von aufgerundet 14 %
(Urk. 9/
218/22,
Urk.
9/217/1). Die Beschwerdeführerin
hatte
einst vor
gebracht
, sie wäre als vollzeitlich erwerbstätig zu qualifizieren
(Urk. 9/
115/2-3). Die Statusfrage kann indes vorliegend
offen bleiben
, da die Beschwerdeführerin bei Qualifikation als Vollerwerbstätige in Analogie zu vorstehender E. 5.2
auch für die Zeit bis Ende März 2009
keinen Rentenanspruch hätte.
5.3.2
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der
IVV
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
2.
März 2018
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
5.3.3
Die Beurteilung im
E._
-Gutachten, wonach die Beschwerdeführerin bei den Arbeiten im eigenen Haushalt wegen der freien zeitlichen Einteilbarkeit weniger stark eingeschränkt ist als bei der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit
(Urk. 9/
206/34), ist schlüssig. Die exakte Einschränkung ist nicht entscheidend
, da selbst bei d
er Annahme einer Einschränkung
von
36,6 %
im Haushalt
- ent
sprechend dem Haushaltabklärungsbericht
(Urk. 9/95/9)
-
klarerweise
auch ins
gesamt
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
für die Zeit der Teilerwerbs
tätigkeit
resultiert.
Auch dies wurde von der Beschwerdeführerin im Verfahren nicht eigentlich gerügt.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der Beschwer
deführerin aufzuerlegen.