Decision ID: 9be8f2b3-465e-4cc2-9544-602b61d6c383
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1970 in
Nordmazedonien
geborene
X._
meldete sich am 9. März 2016 (Eingangsdatum) wegen psychischen
Beschwerden
erst
mals bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbe
zug an (
Urk.
8/3). Nach Abklärungen in beruflich-erwerblicher sowie medizini
scher Hinsicht verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 1
.
September
2017
einen Ren
tenanspruch (
Urk.
8/24
).
Am
16. Februar
2021
(Eingangsdatum) reichte
D
r.
med. Y._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, für die
Versicherte eine Neua
n
meldung ein
(
Urk.
8/25), welche die Versicherte am 19. Februar
2021 mit ihrer U
nterschrift
bestätigte
(
Urk.
8/27).
Die IV
Stelle tätigte daraufhin beruf
lich-erwerb
liche sowie medizinische Abklärun
gen.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Vorbescheid vom 20. August
2021 [
Urk.
8/41]; Ein
wand vom 6. September
2021 [
Urk.
8/42])
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Oktober 2021 einen Anspruch auf IV-Leistungen
(
Urk.
2 =
Urk.
8/45
)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. November 2021 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, es sei die Verfügung vom 1. Oktober 2021 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, den Rentenanspruch
neu umfassend zu prüfen und ihr
minimal eine
Viertelsrente
zuzusprechen.
Es
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die notwendigen Abklärungen und insbesondere eine erneute Haushaltsabklärung durchzuführen (
Urk.
1 S. 2)
. Mit Beschwer
de
antwort vom 28
.
Januar 2022
bean
tragte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung der Be
schwerde (
Urk.
7
), was der Beschwer
de
führerin mit Verfügung vom
1. Februar 2022 angezeigt wurde (
Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember
2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3
.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.3
.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabe
nbereich von Bedeutung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts
bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens ge
nügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, dass
sich gemäss den
medizinischen Abklärun
g
en
der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin seit der letzten Prüfung im Jahr 2017 nicht verändert habe. Es sei
zudem
auch weiterhin davon auszuge
hen, dass sie zu 80 % im Haushalt arbeiten würde
. Da sich an den Einschränkun
gen in diesem Aufgabenberei
ch nichts geändert habe, bestehe
nach wie vor kein Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass
die Beschwerdegegnerin nach dem Eintreten auf die Neuanmeldung verpflichtet gewesen wäre, das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und rechtlicher Hin
sicht umfassend zu prüfen. Dies habe sie jedoch unterlassen. Sie habe lediglich bei der behandelnden Psychiaterin und beim Sanatorium
Z._
je einen Arzt
bericht eingeholt. Diese könnten jedoch nicht detailliert über die Einschränkun
gen im Haushalt Auskunft geben. Zudem hätte die Qualifikation von 20 % Erwerbstätigkeit und 80 % Haushalt
aufgrund der Änderungen in finanzieller und familiärer Hinsicht
nochmals abgeklärt werden müssen (
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach
, ob
sich
einerseits
in Bezug auf den
Status
,
und andererseits hinsichtlich der gesundheitlichen Situation
der Beschwer
d
efüh
rerin
eine Änderung ergeben hat.
Da
bei ist insbesondere
auch
die Frage zu klären, ob der medizinische Sachverhalt
rechts
genüglich
abgeklärt wurde
.
3.
3.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren
(vgl. Art. 27 IVV)
sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massge
bend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen
).
3.2
3.2.1
Die Beschwerdegegnerin stufte die Beschwerdeführerin unverändert zur erste
n Leistungsprüfung im Jahre 2017 als im Gesundheitsfall zu 2
0 % erwerbstätig ein
, da sich weder finanziell noch familiär eine Änderung ergeben habe und deshalb auch auf eine erneute Abklärung
der Qualifikation
verzichtet werden könne
(vgl.
Feststellungsblatt vom
20. August 2021,
Urk.
8/40/4
)
.
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
zur aktuellen Situation geltend, dass dem Ehemann zwischenzeitlich die Arbeitsstelle gekündigt worden sei und er nun eine neue Anstellung mit einem längeren Arbeitsweg, vermehrt Wochenend- und Piketteinsätzen sowie Nachtschichten und einem geringeren
Einkom
men innehabe. Dies seien Änderungen, die sehr wohl dazu führen könnten, dass die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall ihr Pensum erhöhen würde. Zudem sei die Qualifikation von 20 % Erwerbstätigkeit und 80 % Haus
haltstätigkeit bereits im Jahr
2017 unhaltbar gewesen, habe die Beschwerde
führerin
damals doch ausgesagt
, dass sie im Gesundheitsfall zu 40 % arbeiten würde
, wenn sie je die Möglichkeit gehabt hätte, im angestammten Beruf als Physiotherapeutin zu arbeiten
(
Urk.
1 S. 6
und 8
,
Urk.
3
).
3.2.2
Die Beschwerdeführerin hat in Mazedonien eine Ausbildung zur Physiotherapeu
tin (1984-1988) absolviert.
Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1998
habe
sie
gemäss ihren Angaben anlässlich der Haushaltsabklärung
vom 11. April 2017
nach einer geeigneten Stelle in ihrem erlernten Beruf
gesucht
.
Das Zertifikat
sei
allerdings
nicht anerkannt
worden
. S
ie hätte mindeste
ns ein Jahr in ihrem Beruf
als Praktikantin
arbeiten und danach
das Diplom
nachholen müssen.
Dazu habe sie keine Mö
glichkeit gehabt,
da sie keine Praktik
umss
telle gefunden
und im Ü
brigen kein Deutsch verstanden
habe. Nach einiger Zeit habe sie resigniert und keine Stelle mehr in ihrem erlernten Beruf gesucht. Von Juli 2012 bis Januar 2014 sei sie als Aushilfe bei der
A._
AG tätig gewesen und jeweils nur aufge
boten worden, wenn grössere Aufträge zu verarbeiten gewesen seien. Dadurch habe sie sehr unterschiedlich gearbeitet, beispielsweise eine Woche zu 100 % und dann wiederum drei bis vier Mon
a
te gar nicht. Es sei für sie daher schwierig gewesen, so in einen Rhythmus zu kommen, was für sie wichtig gewesen wäre. Folglich habe sie die Stelle nach einiger Zeit wieder aufgegeben. Seither habe sie sich nicht mehr um eine geeignete Stelle beworben, da sie sich gesundheits
bedingt nicht mehr dazu in der Lage gefühlt habe.
Die Beschwerdeführerin
ist verheiratet und hat keine Kinder. Der Ehemann arbeitete im Zeit
punkt der Haushaltsabklärung als Betriebselektriker in einem 100 % Pensum. Die Beschwerdeführer
in
gab damals an, wenn sie je die Möglichkeit gehabt hätte, in ihrem angestammten Beruf als Physiotherapeutin arbeiten zu können, hätte sie bei guter Gesundheit an zwei Tagen pro Woche (40 %) gearbeitet. Sie habe nie ein
e
Vollzeittätigkeit angestrebt, da sie so nebenbei noch gut den Haushalt habe erledigen können. Sie und ihr Ehemann seien zufrieden mit dem Leben, so wie es sei, sie hätten nicht nach Luxus gestrebt. Es wäre schön gewesen, wenn sie noch etwas zusätzlich zum Haushalt hätte beisteuern können. Man lebe jedoch seit J
ahren vom E
inkommen des Ehemannes, sie habe gelernt, mit dem G
eld
umzu
gehen
(
Urk.
8/21
/1 ff.
)
.
Die Abklärungsperson legte die Qualifikation in der Folge mit 20 % Erwerbs
tä
tigkeit und 80 % Haushalt fest. Sie führte dazu aus, dass die
Beschwerdeführerin
im Jahr 1998 in die Schweiz eingereist sei und im Jahr 2008 erstmals über ein
Stellenvermittlungsportal eine kurzfristige Erwerbstätigkeit von zwei Monaten innegehabt habe. Danach
habe sie
vier Jahr
e
lang keine Erwerbstätigkeit ausge
übt, bis es dann im Juli
2012 zu der Anstellung bei
der
A._
AG
mit sehr wechselhaften Einsätzen
gekommen sei.
Angesichts der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin in den ersten 10 Jahren nach der Einreise in die Schweiz keiner geregelten Erwerbstätigkeit nachgegangen sei und sich auch nicht um eine andere Stelle ausserhalb ihres erlernten
Berufes beworben habe
, sei ihre Aussage, wonach sie im Gesundheitsfall in einem Pensum von 40 % arbeitstätig wäre, nicht nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin sei insgesamt seit ihrer Einreise in
die Schweiz knapp zwei Jahre einer Erwerbstätigkeit in
einem Teilzeitpensum nachgegangen. Ents
prechend sei es eher unwahrschei
nlich, dass
sie
aktuell ohne Gesundheitsschaden einer geregelten beziehungsweise einer höheren Erwerbs
tätigkeit als der bisherigen im Umfang von etwa 20 %
nachgehen würde
(
Urk.
8/21
/5
).
3.2.3
Aus
einem Verg
leich der Situation im Jahr 2017
zur
aktuellen
ergibt sich somit
, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
heute
weiterhin
arbeitstätig ist und
wohl
etwas
–
aber kaum erheblich
–
weniger
als damals
verdient,
hätte die Beschwerdeführerin
dies ansonsten doch erwähnt und mit Belegen untermauert.
Dass
Schulden, finanzielle Schwierigkeit
en
oder
gar
eine
Sozialhilfe
abhängigkeit
bestehen würden, wurde nicht geltend gemacht – ein Gesuch um G
ewä
h
r
ung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde denn auch nicht gestellt
.
Die
momentane
wirtschaftliche Situation präsentiert sich demnach
ähnlich zu derjenigen im Jahre 2017
und auch Betreuungsaufgaben hat die Beschwerdeführerin nach wie vor keine zu erfüllen.
Dass der Ehemann
nun
offenbar einen weiteren Arbeitsweg sowie
vermehrt
Pikett
- und Nacht
einsätze zu leisten habe
(vgl. insbesondere
Urk.
3)
, hat keinen Einfluss auf die Frage, in welchem Pensum die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall tätig wäre. Vielmehr ist weiterhin
ausschlaggebend
, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Einreise in die Schweiz während den ers
ten 14 Jahren lediglich zwei Monate
arbeitete
und auch anschliessend lediglich ein sehr geringes und unregelmässiges Pensum
ausübte
.
Insbesondere hat sie aus krankheitsfremden Gründen nie ein Praktikum als Physiotherapeutin sowie eine anschliessende Prüfung mit dem Ziel der Anerkennung ihres Zertifikates absol
viert.
Im Einklang damit
äusserte
sie anlässlich der
Haushaltsabklärung im Jahr 2017
, dass sie und ihr Ehemann zufrieden mit diesem Leben gewesen seien und nie nach Luxus gestrebt hätten.
Ihre Aussage, wonach sie gerne während
zwei Tage
n
pro
Woche
als Physiotherapeutin gearbeitet hätte
,
konnte und kann vor
diesem
Hintergrund
nicht
zu
ihren
Gunsten
berücksichtigt werden
– sie
er
f
üllte
die Voraussetzungen zur Ausübung dieser Tätigkeit in der Schweiz nicht
.
Folg
lich ist m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdefü
hrerin wie bereits im Jahre 2017
bei guter Gesundheit einer Teile
r
werbstätigkeit
in
einem anderen Tätigkeitsbereich
im Umfang von
höchstens
20
% nach
gehen würde. Gründe, weshalb die Beschwerdeführerin mehr arbeiten würde, sind bei
weitgehend
unveränderten wirtschaftlichen und sozialen Umstän
den
– obwohl explizit hierzu aufgefordert (
Urk.
8/28), hat es die Beschwerde
führerin unterlassen, Änderungen in den
persönlichen
oder wirtschaftlichen Verhältnissen anzu
zeigen -
keine ersichtlich und wurden auch nicht weiter begründet geltend ge
macht.
Anlass, von der im Jahr 2017 festgelegten Quali
fikation abzuweichen, besteht damit nicht.
3.3
Nachdem unverändert von einer Qualifikation
der Beschwerdeführerin als zu 20
% erwerbstätig auszugehen ist, liegt diesbezüglich kein Revisionsgrund vor. Es bleibt damit im Folgenden zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand
und dessen Aus
wirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise den Aufgaben
bereich
der Be
schwerdeführerin
seit de
r Anspruchsprüfung im Jahre 2017
bezie
hungsweise der rechtskräftigen Leistungsverweigerung vom 1. September
2017 (
Urk.
8/24; BGE 133 V 108 E. 5.4)
massgeblich
verändert hat.
4
.
4
.1
Der Verfügung vom
1. September 2017
(
Urk.
8/24)
lagen aus psychiatrischer Sicht im Wesent
lichen folgende medizinische Berichte zugrunde:
4
.1
.1
Die behandelnde Psychiaterin Dr.
Y._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 4. April 2016
(
Urk.
8/8)
eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3),
gekennzeichnet durch Trägheit, starke Ängst
e
, Panikstörungen sowie soziale Phobien
und attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. A
b dem 1. Juli 2016
prognostizierte sie
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Mit Bericht vom 7. Sep
tember
2016
(
Eingang,
Urk.
8/11)
erklärte sie, dass sich der Gesundheits
zustand zwischenzeitlich verschlechtert habe, attestierte wiederum eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit und gab eine zurückhaltende
Prognose
ab
. Zudem nannte sie eine
Behandlungsfrequenz von einmal monatlich. In einem weiteren Bericht vom 5. Februar 2017
(
Urk.
8/19)
führte
die Psychiaterin aus, dass der p
sych
ische Zustand stabil, aber sehr fragil sei. D
ie Beschwerdeführerin
habe eine depressive Grundstimmung, ohne Interessen und Freude, mit einer erhöhten Müdigkeit,
sei verlangsamt und bisweilen schläfrig. Die aktuelle Therapie sei ausreichend, eine
Steigerung der Pharmakotherapie hätte Nebenwirkungen zur Folge. Die Be
schwer
de
führerin könne den Haushalt nur mit Schwierigkeiten bewältigen, da sie bereits bei
kleinstem Druck
überfordert sei. Eine Tätigkeit ausser Haus sei mangels Belastbarkeit nicht möglich. Sie könne allenfalls zu 50 % im geschützten Rahmen tätig sein.
4
.1
.2
Dr.
med. B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 15. Oktober
2016
(
Urk.
8/13-14)
, dass er die Beschwerdeführerin von Oktober 2008 bis März 2014 mit einer 2,5-jährigen Therapiepause behandelt
und eine gem
ischte An
g
st- und depressive Störung
(
ICD-10 F41.2
)
festgestellt habe.
4
.1
.3
Der Hausarzt Dr.
med. C._
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medi
zin, führte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2016
(
Urk.
8/18)
eine Depression seit 2008
auf
und gab an, nur Kontrollen wegen der eingenommenen Psycho
pharmaka durchzuführen.
4
.2
Weiter führte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, am 11. April
2017 eine Haushaltsabklärung durch, wobei im Bericht vom
24. April 2017
eine Einschränkun
g im Haushalt von insgesamt 10.25
%
erfasst wurde (
Urk.
8/21/10
).
4
.3
Im Rahmen des mit Gesuch vom
13
.
/19.
Februar
2021 (
Urk.
8/25
, 8/27
)
angehobenen Neu
anmeldeverfahrens waren insbesondere Arztbe
richte
von
Dr.
Y._
und des Sanatoriums
Z._
neu aktenkundig:
4
.3.1
Die Ärzte des
Sanatorium
s
Z._
führte
n
im Austrittsbericht vom 21. Dezem
ber 2020 (
Urk.
8/39) aus, dass
sich
die Beschwerdeführerin
vom 20. November bis 14.
Dezember 2020
erstmals
in ihrer stationären-psychiatrischen Behandlung befunden habe. Sie sei per ärztlicher fürsorgerischer Unterbringung zugewiesen worden bei Selbstgefährdung im Sinne von persistierender Suizidalität und einem Status nach Suizidversuch
am 20. November 2020
(vgl. ICD-10 X84.9
!
)
. Es wurde eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
diagnosti
zi
ert
. Im Verlauf verbesserte sich insbesondere mit Wiederaufnahme der medikamentösen Therapie der Zustand und die Compliance der Beschwerdefüh
rerin deutlich.
4
.3.2
Dr.
Y._
begründete
die
Neuanmeldung vom
13
. Februar 2021 (
Urk.
8/25)
damit
, dass die Beschwerdeführerin im November 2020
einen Suizidversuch begangen habe. Vorausgegangen seien Monat
e
mit
depressiven und manischen Phasen, Aggressionen
gegenüber dem Ehemann, Selbstverletzungen, Todes
wünschen, unkontrolliertem Alkoholkonsum, Aufgabe der Medikamenten
ein
nahme sowie der psychotherapeutischen Behandlung. Seit dem Austritt aus der Klinik könne sich die Beschwerdeführerin nicht mehr um sich selbst und ihren Haushalt
kümmern. Sie werde durch die
p
sychiatrische Spitex
sowie
durch
Dr.
Y._
unterstützt.
Am 12. April
2021 (
Urk.
8/33)
stellte
Dr.
Y._
die Diagnosen
rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (
ICD-10 F33.3
)
und
absichtliche Selbstschädigung (ICD-10
X84.9!
)
.
Sie führte aus, dass eine t
iefe Frustra
tionstoleranz, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, fehlendes Selbstvertrauen,
Isolation,
starke
Ängste sowie ein fragiler psychischer Zustand bestehe
n würden
. Eine Arbeits
fähigkeit
als Physiotherapeutin
sei nicht gegeben
.
Zudem beständen Ein
schrän
kungen bei der Wohnungspflege und dem Einkauf.
Aktuell stehe die Beschwer
deführerin einmal monatlich bei ihr in Behandlung, wobei zusätzlich vier telefo
nische Beratungen stattfinden würden.
5
.
5
.1
Anlässlich der erste
n Anspruchsprüfung im Jahre 2017
verneinte die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons
Zürich
, IV-Stelle, gestützt auf
die
dannzumal
vor
liegenden Berichte und einen rentenausschliessenden IV-Grad von 28 %
einen Leistungsanspruch (
Urk.
8/24
). Bei ihrer Berechnung ging sie bereits von einer vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit
hinsichtlich beruflicher Tätigkeit
aus, weshalb d
iesbezüglich keine Veränderung
mit (negativen) Auswirkungen auf den Erwerbsbereich
möglich ist
, die geeignet
wäre
, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Doch auch im Hinblick auf den Haushaltsbereich kann nicht von einer
wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes
ausgegangen werden, zeigt der
Ver
gleich der gesundheitlichen Situation im Jahre 2017 mit den seit der Neu
anmel
dung im
Februar 2021
eingegangenen medizinischen Berichten, dass sich weder die Diagnosen noch die Befunde wesentlich verä
ndert haben:
5.2
Der Bericht des
Sanatoriums
Z._
(vgl. E. 4
.3.1)
bezieht
sich auf die infolge eines Suizidversuches erfolgte fürsorgerische Unterbringung
im Novem
ber/Dezem
ber 2020
und damit auf einen sehr beschränkten Zeitraum
.
Entspre
chend äusserte die Privatklinik mit Bericht vom 17. Juni 2021
(
Urk.
8/38) denn auch, über den weiteren
V
erlauf keine Aussagen machen zu können.
Insoweit die Beschwerdeführerin
geltend machte
, aus den
im B
ericht vom 21. Dezember 2020
erfolgten
Hinweise
n
auf einen soziale
n Rückzug, eine Abhängigkeit von ihrem
Ehemann
sowie Gewalterfahrungen mit diesem
ergebe sich durchaus eine verän
derte Situation
(
Urk.
1 S. 8)
, vermag sie nicht zu überzeugen. Die Beschw
erde
führerin zog sich bereits in den
Jahr
en
2016/
2017 sozial
stark
zurück (vgl. etwa
Urk.
8/8,
8/21/2
,
8/21/
9
) und eine Abhängigkeit vom Ehemann
sowohl
aus
finanziellen
als auch
aus
gesundheitlichen Gründen lag
damals
offenkundig
ebenfalls schon
vor. Bezüglich der G
ewalterfahrungen
führte
das Sanatorium
Z._
in seinem Bericht sodann
aus, dass die Eheleute glaubhaft dargelegt hätten, dass es sich dabei um eine einmalige
, von beiden Seiten ausgehende kör
perliche Auseinandersetzung
gehandelt
hätte (
Urk.
8/39)
.
Auch den
Berichte
n
von D
r.
Y._
(vgl. E. 4
.3.2
)
lässt sich sodann
keine
wesentliche
Veränderung der gesundheitlichen Situation
entnehmen, welche
Aus
wirkungen
auf die Einschränkungen im Haushaltsbereich haben könnte
.
Die Psychiaterin stellte wie bereits in den Jahren 2016 und 2017 die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychoti
schen Symptomen (ICD-10 F33.3). Insoweit sie als weitere Diagnose die absicht
liche
Selbstschädigung (ICD-10 X84.9!
)
angab
, ist
davon auszugehen, dass sich diese Diagnose ebenfalls im Wesentlichen auf die fürsorgerische Unterbringung von November/Dezember
2020
beziehungsweise die Monate davor
bezieht. Jeden
falls scheint es zwischenzeitlich
mangels
entsprechender
Erwähnung nicht zu einer weiteren Hospitalisierung gekommen
zu sein
und auch eine tagesklini
sche Behandlung
wird offensichtlich
nicht in Betracht gezogen
.
Im Gegenteil fand bis zum Bericht vom 12. April 2021 lediglich einmal pro Monat eine Konsultation vor Ort statt, während weitere Beratungen
nur
telefonisch erfolgten.
In Bezug auf den Psychostatus
führt
e
Dr.
Y._
in ihren neueren Berichten weiter
aus,
dass die Beschwerdeführerin unter einer tiefen Frustrationstoleranz, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, fehlendem Selbstvertrauen, Isolation, starken Ängste
n
sowie einem fragilen
psychischen Zustand leide
und auf die psychiatrische Spitex angewiesen sei
(vgl. E. 4.3.2). Damit
schilderte
sie allerdings
keine Befunde, wel
che Hinweis auf eine veränderte gesundheitliche Situation geben
würden
, hatte sie doch bereits
in den Jahren 2016 und 2017
(
Urk.
8/19)
über einen fragilen psychischen Z
ustand, eine depressive Grundstimmung, Freudlosigkeit, Verlang
samung, Schläfrigkeit, starke Ängste und Panikattacken sowie eine soziale Phobie berichtet. Einzig der
Beizug
der psychiatrischen Spitex scheint neu zu sein, gibt aber ebenfalls keinen Hinweis auf veränderte Auswirkungen auf den Haushalts
bereich. Diesbezüglich stellte Dr.
Y._
schon
in den Jahren 2016/2017
fest, dass die Beschwerdeführerin den Haushalt nur mit Schwierigkeiten bewälti
gen könne und bereits bei kleinstem Druck überfordert sei.
Dennoch konnten in der Haushaltsabklärung
von April 2017
lediglich Einschränkungen in der
Höhe von 10.25
% erhoben werden.
Dies wäre im aktuellen Zeitpunkt gleich zu beur
teilen, hat sich doch die psychiatrische Befundlage kaum geändert. Auch die Tat
sache, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin nunmehr offenbar einen län
geren Arbeitsweg hat und häufiger P
ikett
-/Nacht
dienst leistet, führt dies
bezüglich nicht
zu einer grösseren Einschränkung, gilt es doch «lediglich» einen Zweiper
sonenhaushalt zu führen, wofür der Beschwerdeführerin
– selbst bei Ausübung einer Erwerbstätigkeit –
vier Tage pro Woche zur Verfügung stehen und
die Arbeiten entsprechend
in Etappen
über die Woche verteilt
und auf Tage gelegt
werden
können
, an welchen es ihr besser geht,
sow
i
e
dem Ehemann
weiterhin
eine gewisse
Mithilfe
im Haushalt trotz
etwas strengerer
Arbeitsbedingungen
zumutbar ist.
Nachdem keine Anhaltspunk
te bestehen, wonach sich an d
er Situa
ti
on
der Beschwerdeführerin
sowohl
in gesundheitlicher Hinsicht
als auch
in Bezug auf die Haushaltsführung wesentliche Veränderungen ergeben habe
n
,
bedurfte es weder
weitere
r
medizinische
r
Abklärungen
noch einer erneuten
Haushaltsabklä
rung.
Denn die IV-Stelle kann dann auf die Abnahme weiterer Beweise verzich
ten, wenn sie nach den von Amtes wegen vorzunehmenden Abklä
rungen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, ein be
stimmter Sach
verhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und wei
tere Beweismassnahmen könnten an diesem Ergebnis nichts mehr ändern (anti
zipierte Beweiswürdigung). Darin liegt weder eine Verletzung des Untersuchungs
grund
satzes noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; vgl. BGE
124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d). Davon, dass die von ihr getätigten Abklärungen eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwer
deführerin erlaubten, ging die IV-Stelle nach dem Gesagten denn auch zu Recht aus.
5.3
Zusammenfassend ist somit
festzuhalten
, dass es seit der letzten An
spruchsprü
fung im September 2017 weder zu einer Änderung der Qualifikation noch zu einer wesentlichen Veränderung der gesundheitlichen Situation gekommen ist. Ein Revisionsgrund ist somit zu verneinen.
Die angefochtene Verfügung vom 1. Oktober 2021 erweist sich damit als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die
Verfahrenskosten sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.