Decision ID: 286975fb-7232-5bd8-891e-ac9a1717c053
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reiste am 19. März 2015 in die Schweiz und er-
suchte hier gleichentags um Asyl. Anlässlich der Befragung zur Person
vom 24. März 2015 und der Anhörung vom 24. Mai 2016 trug er im We-
sentlichen folgenden Sachverhalt vor:
Sein Vater sei 19(...) festgenommen worden, weil man bei einer Kontrolle
einer seiner Warenlieferungen (...) gefunden habe. Bis 20(...) sei sein Va-
ter in Haft gewesen, habe aber auch danach noch regelmässig in einem
Camp Unterschrift leisten müssen. 20(...) sei sein Bruder B._ auf
dem Weg nach C._ ohne ersichtlichen Grund verhaftet und erst
2009 freigelassen worden. Danach habe auch sein Bruder B._ Un-
terschrift leisten müssen. Als sein Vater und sein Bruder irgendwann im
Jahr 2009 die Unterschriften nicht geleistet hätten, hätten Vertreter des sri-
lankischen Militärs ihn zu Hause aufgesucht, ins Camp D._ mitge-
nommen und zwei Tage festgehalten. Bei der Mitnahme habe man ihn mit
einer abgebrochenen Zaunlatte geschlagen; davon habe er die Narbe am
(...) Unterarm davongetragen. Während der zwei Tage im D._
Camp habe man ihn zudem verschiedentlich verhört und geschlagen.
Nach seiner Freilassung habe er bis Ende 20(...) zu Hause in E._
gelebt. Als sein Vater und sein Bruder aufgrund der Bedrohung durch die
srilankische Armee untergetaucht seien, habe er bis zu seiner Ausreise bei
seinem Onkel F._ Zuflucht gefunden.
B.
Mit Verfügung vom 17. Juni 2016 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab,
verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
C.
Mit Urteil E-4514/2016 vom 18. Oktober 2018 wies das Bundesverwal-
tungsgericht die vom Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfü-
gung erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat, und bestätigte
den angefochtenen Entscheid. Es begründete die Abweisung im Wesentli-
chen damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien nicht geeignet,
seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu
machen. Insbesondere seien die Vorbringen betreffend seine erlittenen
Misshandlungen unglaubhaft und er habe nicht darlegen können, wegen
seines Vaters oder seines Bruders in seinem Heimatland Verfolgungshand-
lungen ausgesetzt gewesen zu sein.
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Seite 3
D.
Mit einer als „neues Asylgesuch“ bezeichneten Eingabe vom 15. Novem-
ber 2018 stellte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein zweites Asyl-
gesuch. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, die Lage in Sri
Lanka habe sich für tamilische Rückkehrer erheblich verschärft. Zudem sei
bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden.
E.
Mit Verfügung vom 8. Februar 2019 nahm die Vorinstanz die vom Be-
schwerdeführer als „neues Asylgesuch“ bezeichnete Eingabe vom 15. No-
vember 2018 als Wiedererwägungsgesuch entgegen und wies dieses ab.
F.
Mit Urteil E-817/2019 vom 4. April 2019 hiess das Bundesverwaltungsge-
richt die am 15. Februar 2019 erhobene Beschwerde gut, soweit es darauf
eintrat, und wies die Vorinstanz an, die Eingabe vom 15. November 2018
als Mehrfachgesuch anhand zu nehmen und zu prüfen.
G.
Mit Verfügung vom 16. August 2019 lehnte die Vorinstanz das zweite Asyl-
gesuch ab, soweit darin keine revisionsrechtlichen Vorbringen geltend ge-
macht wurden; auf letztere trat sie mangels funktioneller Zuständigkeit
nicht ein. Ferner verfügte sie die Wegweisung des Beschwerdeführers aus
der Schweiz, ordnete den Vollzug an und terminierte die Ausreisefrist auf
den Tag nach Eintritt der Rechtskraft. Zudem erhob sie eine Gebühr von
Fr. 600.–.
H.
Die dagegen am 23. September 2019 erhobene Beschwerde wies das
Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-4849/2019 vom 13. November 2019
ab, soweit es darauf eintrat.
I.
Mit als "neues Asylgesuch" bezeichneter Eingabe vom 13. Dezember 2019
stellte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein drittes Asylgesuch.
Im Wesentlichen machte er geltend, sein Vater habe ihm telefonisch mit-
geteilt, dass im Zuge der Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten
im November 2019 die Leitung der örtlichen CID-Stelle neu besetzt worden
sei und er – der Vater – nach Jahren wieder mit seiner früheren Tätigkeit
für die LTTE konfrontiert worden sei. Konkret sei der Vater von (...) Beam-
E-1997/2020
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ten besucht worden, welche sich darüber erkundigt hätten, ob er noch et-
was mit den LTTE zu tun habe. Ferner hätten sie angekündigt, in Zukunft
regelmässig vorbeizukommen, und ihn darüber informiert, über die (...) Ak-
tivitäten seiner Söhne im Bilde zu sein. Schliesslich hätten sie den (...) des
Vaters beschlagnahmt. Angesichts der geschilderten Umstände habe der
Beschwerdeführer begründete Furcht, im Falle seiner Rückkehr massiven
Verfolgungshandlungen ausgesetzt zu werden.
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Sistierung des Verfahrens sowie
die Durchführung einer weiteren Anhörung.
J.
Mit Verfügung vom 27. März 2020 lehnte die Vorinstanz die Anträge des
Beschwerdeführers auf Sistierung des Verfahrens und Durchführung einer
erneuten Anhörung ab, trat gestützt auf Art. 111c AsylG (SR 142.31) i.V.m.
Art. 13 Abs. 2 VwVG auf die als Mehrfachgesuch qualifizierte Eingabe vom
13. Dezember 2019 nicht ein, verfügte die Wegeweisung aus der Schweiz
und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug. Zudem erhob
sie eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600. –. Die Vorinstanz begründete ihr
Nichteintreten damit, dass der Beschwerdeführer lediglich pauschal auf die
allgemeine Lage im Heimatland verwiesen habe, ohne eine Subsumption
im Einzelfall vorzunehmen. Die geltend gemachten Veränderungen wiesen
keinen Bezug zum Einzelfall auf.
K.
Hiergegen gelangte der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom
14. April 2020 an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die Verfü-
gung der Vorinstanz sei aufzuheben und die Sache zur materiellen Be-
handlung als Mehrfachgesuch an diese zurückzuweisen. Ferner sei der
Vorinstanz die Weisung zu erteilen, die gesetzlichen Voraussetzungen für
die Fällung eines Nichteintretensentscheids korrekt anzuwenden. Eventu-
aliter sei die Verfügung aufzuheben und seine Flüchtlingseigenschaft fest-
zustellen und ihm Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei die Verfügung
aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit, eventuell die Unzumutbarkeit,
des Wegweisungsvollzuges festzustellen. Ferner sei der Beschwerdefüh-
rer zu seinen neu vorgebrachten Asylgründen erneut anzuhören und ihm
Frist anzusetzen, damit die neuste gesundheitliche Entwicklung abgeklärt
und bezogen auf die Frage der Asylgewährung oder Annahme der Unzu-
lässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit beantwortet werden könne.
Als Beweismittel reichte er unter anderem eine CD-ROM mit zahlreichen
elektronischen Dokumenten zu den Akten.
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Seite 5
L.
Mit Eingabe vom 17. April 2020 wurde die Anordnung der Fürsorgerischen
Unterbringung des Beschwerdeführers vom 27. März 2020 zu den Akten
gereicht. Diese erfolgte aufgrund eines Suizidversuch des Beschwerdefüh-
rers.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2020 forderte der Instruktionsrichter
den Beschwerdeführer dazu auf, innert Frist einen aktuellen ärztlichen Be-
richt zu seiner gesundheitlichen beziehungsweise psychischen Verfassung
einzureichen. Ferner hielt er den Rechtsvertreter dazu an, dem Gericht
eine aktuelle Vollmacht zuzustellen. Schliesslich forderte er den Beschwer-
deführer dazu auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 1'500. – zu-
gunsten der Gerichtskasse einzuzahlen.
N.
Mit Eingabe vom 13. Mai 2020 ersuchte der Beschwerdeführer um unent-
geltliche Prozessführung, inklusive Erlass des Kostenvorschusses. Zu-
sammen mit der Eingabe reichte er unter anderem einen psychiatrischen
Bericht von Dr. med. G._, vom 21. April 2020 zu den Akten. Ferner
beantragte er Fristverlängerung für das Nachreichen weiterer Beweismittel
und machte ergänzende Ausführungen zur Lage in Sri Lanka.
O.
Mit Eingabe vom 20. Mai 2020 ging beim Gericht eine aktuelle Anwaltsvoll-
macht vom 19. Mai 2020 des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ein.
Ferner wurde in der Eingabe um Gewährung einer Fristerstreckung zwecks
Darlegung des Gesundheitszustands Beschwerdeführers ersucht.
P.
Der Instruktionsrichter setzte dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfü-
gung vom 16. Juni 2020 Frist an, um weitere Beweismittel und Ergänzun-
gen zu den Akten zu reichen.
Q.
Mit Eingabe vom 9. Juli 2020 wurde ein Arztbericht von G._, vom
2. Juli 2020 betreffend den Beschwerdeführer zu den Akten gereicht. Fer-
ner wurden in der Eingabe erneut ergänzende Ausführungen zur Lage in
Sri Lanka gemacht.
E-1997/2020
Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 105 Asylgesetz [AsylG]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde ist – unter nachfolgendem Vorbehalt – einzutreten
(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.2 Auf den Antrag auf Mitteilung betreffend die Bildung des Spruchgremi-
ums ist nicht einzutreten (vgl. Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai
2018 E. 4).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-
tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Insbesondere rügt der
Beschwerdeführer, die Vorinstanz sei zu Unrecht nicht auf das Mehrfach-
gesuch eingetreten beziehungsweise habe sie ihren Entscheid zu Unrecht
als Nichteintretensentscheid bezeichnet. Sodann habe sie seinen An-
spruch auf rechtliches Gehör und die Pflicht zur sorgfältigen und vollstän-
digen Sachverhaltsabklärung verletzt.
3.2
3.2.1 Nicht gehörig begründete Folgegesuche können als Ausdruck einer
mangelnden Mitwirkung gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG in Verbindung mit
Art. 13 Abs. 2 VwVG mit einem Nichteintretensentscheid erledigt werden
(vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1).
Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, die zu behan-
delnden Vorbringen des Beschwerdeführers seien im Ergebnis nicht gehö-
rig begründet, weshalb im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13
Abs. 2 VwVG darauf nicht einzutreten sei. Sie bezeichnet ihren Entscheid
als Nichteintretensentscheid, obwohl sie in der angefochtenen Verfügung
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diverse prozessuale Anträge des Beschwerdeführers behandelte und sich
auch in materieller Hinsicht mit der aktuellen Lage in Sri Lanka und weite-
ren Sachaspekten auseinandersetzte. Da es dem Beschwerdeführer offen-
sichtlich möglich war, innert der für Nichteintretensentscheide geltenden
fünftägigen Rechtsmittelfrist eine ausführliche und rechtsgenügliche Be-
schwerdeeingabe einzureichen – ihm mithin keine Rechtsnachteile aus ei-
ner allenfalls fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung erwachsen sind – ist auf
die Qualifikation der angefochtenen Verfügung in dieser Hinsicht nicht nä-
her einzugehen (vgl. dazu auch Urteil des BVGer E-5758/2019 vom
29. November 2019 E. 7.3).
3.2.2 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs beziehungsweise der Be-
gründungspflicht erblickt der Beschwerdeführer insbesondere darin, dass
die Vorinstanz auf die neuen Vorbringen im Zusammenhang mit der be-
hördlichen Behelligung des Vaters mit keinem Wort eingegangen sei.
Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
Mit diesem korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich
zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen
zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit al-
len Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Sie hat sich
jedoch mit den wesentlichen Vorbringen des Rechtssuchenden zu befas-
sen und ihre Entscheide zu begründen (Art. 35 Abs. 1 VwVG).
In seiner Eingabe vom 13. Dezember 2019 begründet der Beschwerdefüh-
rer sein neues Mehrfachgesuch im Kern damit, dass nach der Präsident-
schaftswahl vom 16. November 2019 sein eigener Vater von CID-Beamten
zu seiner LTTE-Vergangenheit befragt worden sei. Weiter sei diesem zu-
sätzliche Besuche angekündigt worden. Ferner sei der Vater darüber infor-
miert worden, dass die Behörde die Aktivitäten der (...) Söhne, somit auch
jene des Beschwerdeführers, genau beobachten würden. Der Beschwer-
deführer machte hierdurch eine individuell-konkrete Veränderung der ihn
und seinen Vater betreffenden Lebensumstände im Heimatland geltend.
Hierzu ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die dem Vater von Seiten
der Behörden unterstellte LTTE-Verbindung und seine deshalb erlittene
Haft im Urteil E-4514/2016 vom 18. Oktober 2018 vom Bundesverwal-
tungsgericht als glaubhaft qualifiziert wurden (vgl. E. 5.3.1 sowie E. 5.4 des
erwähnten Urteils). Vor diesem Hintergrund hätte sich die Vorinstanz mit
dem eigentlichen «Kernargument» des Mehrfachgesuches – eine konkrete
einzelfallspezifische Sachverhaltsänderung in Form der Behelligung des
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Vaters aufgrund dessen LTTE-Vergangenheit – materiell auseinanderset-
zen müssen. Das entsprechende Vorbringen wird in der angefochtenen
Verfügung jedoch nicht mit einem Wort erwähnt und ist weder in der Schil-
derung des Sachverhalts noch in den Erwägungen aufgeführt. Die Ein-
schätzung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer weise in seinem Mehr-
fachgesuch lediglich pauschal auf die allgemeine Ländersituation im Hei-
matland hin, ohne dass eine Subsumption im Einzelfall vorgenommen
werde, weshalb das Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG
i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht gehörig begründet worden sei, ist in dieser
Form unzutreffend und verletzt im Resultat den Anspruch des Beschwer-
deführers auf rechtliches Gehör.
3.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz zurück.
Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt – angesichts
des formellen Charakters des Gehörsanspruchs unabhängig davon, ob die
angefochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis an-
ders ausgefallen wäre – grundsätzlich zur Kassation und Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz. Eine Heilung von Gehörsverletzungen aus pro-
zessökonomischen Gründen kommt vorliegend nicht in Frage (vgl. dazu
BVGE 2014/22 E. 5.3 m.w.H.). Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben
und die Sache zur rechtsgenüglichen Prüfung, Begründung und Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3.4 Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten im Hauptbegehren gutzu-
heissen. Die Verfügung vom 27. März 2020 ist aufzuheben und die Sache
zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Bei dieser Ausgangslage ist auf die im Zusammenhang mit dem Wegwei-
sungsvollzug vorgebrachte psychische Situation des Beschwerdeführers
beziehungsweise dessen geltend gemachten Suizidalität nicht weiter ein-
zugehen. Die Vorinstanz hat diese Aspekte im Rahmen ihrer neuen Ent-
scheidfindung zu berücksichtigen.
4.
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit der Antrag auf Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die
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Zahlung des mit Zwischenverfügung vom 28. April 2020 einverlangten Kos-
tenvorschusses hinfällig werden.
4.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde
keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen Partei-
kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine
VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung wird
in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung
der massgeblichen Bemessungsfaktoren demnach von Amtes wegen auf
insgesamt Fr. 1’500. – (inkl. Auslagen) festgelegt.
(Dispositiv nächste Seite)
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