Decision ID: 4da0c424-9d30-4c22-9485-346a13fe44be
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
medizinische Sachverhalt nicht korrekt und vollumfänglich gewürdigt und
die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu hoch eingeschätzt worden
sei.
6. Mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2018 beantragte die Suva
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und
die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids. Die
Beschwerdegegnerin hält an ihren Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid fest und erachtet die Einwände des
Beschwerdeführers als nicht substantiiert. Der medizinische Sachverhalt
sei vollständig erstellt, weitere medizinische Abklärungen seien nicht
erforderlich.
7. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2018 verzichtete die instruierende Richterin
auf die Anordnung eines zweiten Rechtsschriftenwechsels, stellte jedoch
dem Beschwerdeführer die Einreichung einer Stellungnahme zur
Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin frei.
8. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, dass
er auf eine Stellungnahme verzichte. Gleichzeitig reichte sein
Rechtsvertreter die Honorarnote ein.
Auf die weiteren Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid
sowie auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
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soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 29. Juni 2018 (Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] [ohne Ziffer, nachfolgend 0]; Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] I/237). Ein solcher Entscheid kann gemäss
Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in
dem die versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit
der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer hat seinen
Wohnsitz im Kanton Graubünden, womit das Verwaltungsgericht für die
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig ist. Gemäss
Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde
unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2018 (Bf-act. 0; Bg-
act. I/237) stellt einen solchen Entscheid und damit ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem streitberufenen Gericht dar,
womit auch die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zur
Beurteilung der vorliegenden Streitsache zu bejahen ist. Als formeller und
materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer von diesem berührt, und er weist ein schutzwürdiges
Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 ATSG); seine
Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen.
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1.2. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG).
2. Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin
auch nach dem zweiten Unfallereignis vom 24. November 2014 zu Recht
von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten
Tätigkeit ausgegangen ist oder nicht.
3. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 29. Juni 2018 (Bf-act. 0; Bg-
act. I/237) legte die Beschwerdegegnerin dar, dass in medizinischer
Hinsicht vollumfänglich auf die Beurteilung ihres Vertrauensarztes,
Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie, vom 27. Oktober 2017, sowie
bezüglich Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf den Bericht des Kreisarztes,
Dr. med. D._, vom 13. Juni 2016 abgestellt werden könne. Demnach
sei es dem Beschwerdeführer wieder zumutbar, einfache,
wechselbelastende Tätigkeiten halbtags auszuüben. Weitere medizinische
Abklärungen seien nicht angezeigt. Es stehe nicht zur Diskussion, dass
diese Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht
verwertet werden könnte. Für den Einkommensvergleich verwies die
Beschwerdegegnerin auf die angefochtene Verfügung.
3.1. Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde vom 9. August 2018
einzig, dass die Beschwerdegegnerin von einer zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 50 % auch nach dem Unfall vom 24. November 2014
ausgehe. Er führt aus, die bisherigen Einschränkungen hätten lediglich auf
neurologisch-kognitiven Defiziten beruht, hingegen seien nunmehr die
Folgen der zahlreichen Frakturen nicht beachtet worden. Sowohl
chirurgische (Dr. med. E._ und Dr. med. F._) wie neurologische
(Dr. med. C._) Fachärzte würden von einer relevanten
Verschlechterung des Gesundheitszustands sprechen. Dies zeige sich
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auch in der nach der neurologischen Beurteilung erfolgten Erhöhung des
Integritätsschadens von ursprünglich 10 % auf 20 %. Der Kreisarzt habe
die Fuss- und Zehenheberparese nicht gewürdigt, weshalb seine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu hoch sei. Aus dem Bericht der
neuropsychologischen Abklärung (Klinik O._) gehe hervor, dass der
Beschwerdeführer seine Beschwerden
eher dissimuliere, was der Kreisarzt nicht erkannt habe. Im Übrigen sei im
Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung keine Evaluation der
Leistungsfähigkeit vorgenommen worden. Aus all diesen Gründen solle die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden, damit sie die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers eingehend abkläre.
3.2. Die Beschwerdegegnerin verweist in ihrer Beschwerdeantwort vom 3.
Oktober 2018 auf den Einspracheentscheid vom 29. Juni 2018 und erklärt,
dass sie an den dortigen Erwägungen festhalte. Sie erachtet den Einwand
des Beschwerdeführers, aufgrund der langen Verletzungsliste erscheine es
fraglich, ob die Einschätzung des Kreisarztes korrekt sei, als nicht
substantiiert. Die Beurteilung des Kreisarztes, Dr. med. D._, sei nicht
zu beanstanden. Zudem hätten sich weder Dr. med. E._ noch
Dr. med. F._ zur Restarbeitsfähigkeit geäussert. Der Vertrauensarzt,
Dr. med. C._, habe bei seiner Beurteilung die Fuss- und
Zehenheberparese mitberücksichtigt, und im Übrigen die
Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes, Dr. med. D._, bestätigt.
Diese Beurteilungen würden durch die Einwände des Beschwerdeführers
nicht in Zweifel gezogen. Zudem stehe die Bemessung der
Integritätsentschädigung nicht in Abhängigkeit zum Grad der
Arbeitsunfähigkeit; vorliegend sei die Erhöhung der Integritätseinbusse
nicht mit einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verbunden.
Weitere (externe) medizinische Abklärungen seien nicht geeignet, zu
neuen oder "besseren" Erkenntnissen zu führen.
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4. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1.
Januar 2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft sind (Änderung
vom 25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen
zur Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen
für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September
2015, mithin vor dem 1. Januar 2017, ereignet haben, (...) nach bisherigem
Recht gewährt. Vorliegend ereignete sich der fragliche Unfall im November
2014, sodass diesbezüglich grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016
gültigen Bestimmungen Anwendung finden. Hinsichtlich der für das
vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen
mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben.
4.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Ist die versicherte
Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, so kann sie eine
Invalidenrente beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands zu erwarten ist und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (Art. 19 UVG). Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATGS). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
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wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 Satz 2
ATSG).
4.2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 43 ATSG gilt auch im
Unfallversicherungsrecht der Untersuchungsgrundsatz. Demnach prüft der
Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Abs. 1).
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung
notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu
unterziehen (Abs. 2). Das heisst, Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) haben von sich aus für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
(KIESER, Kommentar zum ATSG, Zürich 2020, Art. 61 Rz. 107; RUMO-
JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, Zürich
2012, Art. 1, S. 3 f.). Dabei sind Versicherungsträger und im
Beschwerdefall das Gericht auf verlässliche medizinische
Entscheidungsgrundlagen angewiesen.
4.3. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Das heisst, Versicherungsträger
und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, nämlich ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (zum Ganzen:
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BGE 132 V 393 E.2.1, BGE 125 V 351 E.3a; KIESER, a.a.O., Art. 61 Rz. 130).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme
als Bericht oder Gutachten (zum Ganzen: BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125
V 351 E.3a; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1, S. 6 f.).
4.4. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a). Demnach
kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.4,
BGE 125 V 351 E.3b/ee). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen:
BGE 125 V 351 E.3b). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
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Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139
V 225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4). Anspruch auf ein
Gerichtsgutachten besteht rechtsprechungsgemäss, wenn die
Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in
rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind (Urteile
des Bundesgerichts 8C_187/2017 vom 11. August 2017 E.2.4 und
8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E.2.4; BGE 137 V 210 E.4.4.1.5).
5. Vorliegend ist die medizinische Aktenlage nach Ansicht der
Beschwerdegegnerin klar, weshalb sie weitere Abklärungen als nicht
erforderlich erachtet. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Ansicht,
dass die medizinischen Abklärungen ungenügend seien und eine weitere
Beurteilung seiner Leistungsfähigkeit erfolgen müsse.
5.1. Um der Frage nachgehen zu können, ob der medizinische Sachverhalt
ausreichend abgeklärt wurde, werden im Nachfolgenden die wesentlichen
medizinischen Akten, die nach dem Unfall vom 24. November 2014 erstellt
wurden, in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst:
- Bericht Dr. med. F._, Chefarzt Unfall-/Allgemeinchirurgie KSGR, und Dr. med. G._, Oberarzt, vom 7. August 2015 (Bg-act. I/95): Acht Monate nach der Operation des rechten Oberschenkels (Primärostheosynthese) und sechs Monate nach Ersetzung des Implantats (Reostheosynthese) zeigten sich sehr erfreuliche Verhältnisse; der Patient könne kürzere Strecken bereits ohne Stöcke gehen.
- Kurzbericht Kreisarzt, Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie FMH, vom 22. September 2015 (Bg-act. I/102): Die letzte Kontrolle zeige einen positiven Verlauf. Die Frakturen seien verheilt, das neurologische Problem sei nur noch leicht vorhanden. Er empfiehlt, den Verlaufsbericht von November abzuwarten. Eine Teil-Arbeitsfähigkeit sollte möglich sein.
- Verlaufsbericht Dr. med. F._, Chefarzt Unfall-/Allgemeinchirurgie KSGR, und Dr. med. G._, Oberarzt, vom 16. November 2015 (. I/107): Zwölf Monate postoperativ zeigten sich erfreuliche
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Verhältnisse. Der Patient sei (...) nun mobilisiert auch ohne Stöcke. Er benötige diese nur bei längerem Gehen oder zur Sicherheit.
- Bericht Dr. med. D._ vom 20./26. Januar 2016 über die kreisärztliche Untersuchung vom 19. Januar 2016 (Bg-act. I/122): Der Patient macht den Einbeinstand und läuft auch ohne Gehstöcke flüssig und mit praktisch normalem Gangbild langsam und sicher. Es bestehe durchaus noch Verbesserungspotenzial. Empfohlen wurde weiterhin Physiotherapie zum weiteren Muskelaufbau und zur Kräftigung auch der Wirbelsäulenmuskulatur.
- Verlaufsbericht Dr. med. F._ und Dr. med. H._, Oberarzt, vom 11. Mai 2016 (Bg-act. I/137): Eineinhalb Jahre postoperativ zeige sich ein regelrechter Verlauf. Die Mobilisation werde immer besser. Die Beschwerden würden v.a. im rechten Bein auftreten, im Sinne von Muskelschmerzen. Radiologisch zeigten sich schön konsolidierte Frakturen. Empfohlen wurde das selbständige Weiterführen der Übungen. Es seien keine weiteren klinischen und radiologischen Verlaufskontrollen mehr vorgesehen.
- Bericht Dr. med. D._ vom 15. Juni 2016 über die kreisärztliche Untersuchung vom 13. Juni 2016 (Bf-act. 13, Bg-act. 150 bzw. 156): Bei der Untersuchung zeige sich eine symmetrische Muskulatur beider Beine, eine gleichmässige Beschwielung/Hornhautverteilung an der Fusssohle, was für eine regelmässige Aktivität spreche, sowie ein verbesserter Muskelumfang. Der Patient könne offensichtlich auch ohne Gehstöcke gut laufen. In den Röntgenbildern zeige sich keine Arthrose in den Gelenken (Oberschenkel und Knie rechts), im linken Kniegelenk könne sich eine solche in den nächsten Jahren sicher noch entwickeln. In den Hüftgelenken und dem rechten Knie, die vom Unfall nicht betroffen waren, seien keine Pathologien sichtbar. Nach der heutigen Untersuchung bei sicher verheilten Frakturen, freier und stabiler Gelenksbeweglichkeit seien einfache Tätigkeiten wieder halbtags zumutbar; dies als Wechseltätigkeit mit Möglichkeit zum Sitzen und Stehen, verteilt auf mehrere Tage. Von einer vermehrt knienden Tätigkeit werde abgeraten. Eine Physiotherapie sei nicht mehr notwendig. Die grobneurologische Untersuchung zeige eine offensichtlich gute Erholung des Nervs, die sich im flüssigen Gangbild bei muskulär stabilem Fuss links zeige. Ein Fallfuss bestehe nicht. Trotzdem werde noch eine definitive Abklärung bei einem Neurologen vorgenommen. Nach der heutigen Untersuchung gehe er jedoch nicht von einer veränderten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus.
- Bericht Dr. med. E._, Stv. Leiter Unfall-/Allgemeinchirurgie KSGR, vom 25. Juli 2016 (Bf-act. 11, Bg-act. I/158) (Ergänzung zum Bericht von Dr. med. F._/Dr. med. H._ vom 9. Mai 2016): Eineinhalb Jahre nach dem Unfall dürfe von einer guten Wiederherstellung der
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Funktionen gesprochen werden. Es würden aber deutliche posttraumatische Residuen bestehen, welche die vollständige Wiederherstellung der körperlichen Funktion wie vor dem Unfall nicht erlaubten. Zu erwähnen seien objektivierbare Gangunsicherheiten sowie Schmerzen der gesamten rechten unteren Extremität. Es resultiere daher eine Restarbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Allerdings könne er die Arbeitsunfähigkeit nur aufgrund der telefonischen Konsultation mit dem Patienten sowie der Sprechstundenberichte der Kollegen nicht abschliessend beurteilen. Nach Besprechung des Falles mit Dr. med. F._ und Konsultation des Berichts von Dr. med. D._ vom 15. Juni 2016 würden sie eine klare Diskrepanz der Beurteilungen durch Dr. med. D._ und den eigenen Beurteilungen feststellen. Ihres Erachtens sei die versicherungsmedizinisch festgelegte Arbeitsfähigkeit nicht vertretbar.
- Bericht Dr. med. I._, Leitender Arzt und Leiter Neurologie KSGR, vom 7. September 2016 (Bg-act. I/167): Diagnostiziert wird 1. eine residuelle axonale Schädigung des Nervus peroneus links mit/bei u.a. Fuss- und Zehenheberparese mit sensiblen Defiziten, im EMG axonaler Schaden (Denervierungszeichen) und Lichtung der Willküraktivität, in der motorischen Neurographie Amplitudenreduktion und fehlendes distales Antwortpotenzial (M. extensor digitorum brevis), ursächlich traumatische Schädigung bei Z.n. Polytrauma 2014 mit Unterschenkelverletzung links, Defektdeckung mit , Z.n. Tibiaschaftfraktur links, sowie 2. eine klinisch  Funktionsstörung bei Schädel-Hirn-Trauma 2008 und 2014 mit/bei bildgebend/strukturell Z.n. traumatischer SAB frontal, Kontusionsblutungen links temporal und rechts temperozentral, Felsenbeinfraktur, vorbekannte posttraumatische Epilepsie (2008) als Spätepilepsie, zuletzt anfallsfreier Verlauf.
Insgesamt bestehe ein residueller, axonaler Schaden des Nervus peronaeus rechts [recte wohl links] mit einer mittelgradigen Parese der versorgten Muskulatur sowie eine resultierende Gangstörung. Prognostisch sei nicht von weiteren wesentlichen Verbesserungen auszugehen. Im Gespräch mit dem Patienten hätten sich klinische Hinweise für eine frontotemporale Funktionsstörung ergeben. Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit sei diese u.U. weiter abklärungsbedürftig. Ergebnisse von neuropsychologischen Untersuchungen habe er in den Unterlagen nicht gefunden. Aus den Unterlagen gehe aber hervor, dass die Unfälle 2008 und 2014 zu einer strukturellen Hirnschädigung mit bildgebendem Nachweis von frontalen und temporalen Läsionen, sowie auch einer Spätepilepsie geführt hätten.
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- Bericht Dr. med. K._ und Dr. med. L._ des Universitätsspitals Zürich (UZR) vom 28. Juli 2017 (Bg-act. I/199): MRT des Gehirns (durchgeführt am 13. Juli 2017)
- Bericht Prof. Dr. rer. nat. M._, Neuropsychologe, und Dr. sc. nat. N._, Psychologin FSP, Klinik O._, Schweizerischer , vom 31. August 2017 (neuropsychologische Untersuchung vom 14. August 2017) (Bf-act. 15, Bg-act. 200): Aufgrund der unauffälligen Leistung in einem Beschwerdevalidierungsverfahren und der Tendenz des Versicherten, Beschwerden eher zu dissimulieren, würden sie von validen neuropsychologischen Befunden ausgehen. Es wurden Beeinträchtigungen der kognitiven und sozialen Funktionen festgestellt, im Vordergrund würden jedoch die Verhaltensauffälligkeiten mit Distanzminderung sowohl in Bezug auf Personen wie auch auf Themen (...) bestehen. Das Leistungsprofil sei im Vergleich zur Voruntersuchung vom Oktober 2013 weitgehend stabil. Insgesamt würden sie von einer unveränderten leichten bis mittelschweren kognitiven Störung mit dominierenden Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen einer organischen Persönlichkeitsstörung (IDC-10 F70.0) ausgehen.
- Bericht Vertrauensarzt, Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie, vom 27. Oktober 2017 (neurologische Beurteilung) (Bf-act. 14, . I/205): Die Frage, ob sich der Gesundheitszustand durch den Unfall vom 24. November 2014 wesentlich verschlechtert habe, wurde seinerseits bejaht. Der Grund dafür sei in der hinzugetretenen Nervenläsion des Nervus peronaeus links mit residueller mittelgradiger Fuss- und Zehenheberparese (Kraftgrad M3+) verbunden mit einer Gangstörung zu sehen. Hinsichtlich der Kopfverletzung sei es zu keiner relevanten richtunggebenden Verschlimmerung im Vergleich zum Vorzustand gekommen. Die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 13. Juni 2016 (einfache Tätigkeiten halbtags, in Wechselbelastung, Möglichkeit zum Sitzen und Stehen) würde sich in neurologischer Hinsicht auch unter Berücksichtigung der mittelgradigen Fuss- und Zehenheberparese links nicht ändern. Hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit hätten sich keine Veränderungen ergeben.
5.2. Während die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
auf die Angaben des Kreisarztes, Dr. med. D._, und ihres
Vertrauensarztes, Dr. med. C._, abstellte, rügt der Beschwerdeführer,
Dr. med. D._ habe die Folgen der zahlreichen Frakturen nicht
beachtet, weshalb seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht korrekt
sei. Vorerst ist dazu festzuhalten, dass sowohl dem Kreisarzt, Dr. med.
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D._, als auch dem Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med.
C._, die Vorakten zur Verfügung standen (inkl. bildgebendem
Material) und dass Dr. med. D._ den Beschwerdeführer zweimal (am
19. Januar 2016, Bg-act. I/122, und am 13. Juni 2016, Bg-act. 150/156)
persönlich untersuchte. Darüber hinaus kann den Beurteilungen dieser
beiden Fachärzte nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein
Beweiswert nicht schon deswegen abgesprochen werden, weil es sich um
versicherungsinterne Fachpersonen handelt (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Der
Beschwerdeführer erachtet die medizinischen Abklärungen als
unvollständig und nicht schlüssig, weil Dr. med. D._ die Belastungen
einer halbtägigen Arbeitstätigkeit auf die verschiedenen Verletzungen nicht
beurteilt und die Arbeitsfähigkeit lediglich mit der Konsolidierung der
Frakturen begründet habe. Es sei notorisch, dass auch nach dem
Durchbau der Frakturen weitere Einschränkungen bestehen würden. Der
Beschwerdeführer weist zur Untermauerung dieser Angaben auf den
Bericht von Dr. med. E._ vom 25. Juli 2016 hin (Bf-act. 11, Bg-
act. I/158). Dr. med. E._ bestätigte eine Restarbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit (Werkzeugmacher). Er
gibt an, dass eineinhalb Jahre nach dem Unfall von einer guten
Wiederherstellung der Funktionen gesprochen werden könne, jedoch
deutliche posttraumatische Residuen bestehen würden. Diese
Ausführungen allein vermögen die von Dr. med. D._ eingeschätzte
Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht zu erschüttern, zumal dieser angab, die
dem Beschwerdeführer zumutbare einfache Tätigkeit müsse sich auf
mehrere Tage verteilen und der Beschwerdeführer müsse die Möglichkeit
der Wechselbelastung – Sitzen und Stehen, eher nicht Knien – haben.
Darüber hinaus gab Dr. med. E._ (Bf-act. 11, Bg-act. I/158) an, dass
seine Einschätzung allein auf der telefonischen Konsultation des Patienten
und den Berichten der Kollegen beruhe, er also die Arbeitsunfähigkeit nicht
abschliessend beurteilen könne. Damit kann nicht gesagt werden, dass die
von Dr. med. E._ erwähnten posttraumatischen Einschränkungen des
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Beschwerdeführers – Gangunsicherheiten und Schmerzen in den unteren
Extremitäten – in der Einschätzung des Kreisarztes nicht mit- bzw.
unkorrekt berücksichtigt wären. Wenn Dr. med. E._ zudem erwähnte,
dass eine vollständige Wiederherstellung der körperlichen Funktionen wie
vor dem Unfall nicht erreicht sei, so erweist sich diese Aussage als relativ
unspezifisch, insbesondere geht daraus nicht hervor, was für einen
Vorzustand er meint. Auch führte Dr. med. E._ lediglich aus, die
versicherungsmedizinisch festgelegte Arbeitsfähigkeit sei, auch nach
Rücksprache mit Dr. med. F._, nicht vertretbar, er erklärt jedoch nicht
konkret, worauf diese "klare Diskrepanz" der Beurteilungen beruhen würde.
Inwiefern durch eine einfache, wechselbelastende Tätigkeit weitere
Belastungen "auf die verschiedenen Verletzungen" resultieren würden, wie
er behauptet, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Keine Bedeutung
kommt schliesslich der in diesem Zusammenhang vom Beschwerdeführer
aufgeworfenen Frage zu, wie lange die kreisärztliche Untersuchung vom
13. Juni 2016 gedauert habe. Auch das Bundesgericht hat festgehalten,
dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts nicht auf die
Dauer der Untersuchung ankomme, zumal gerade bei orthopädischen
Begutachtungen oftmals die klinische Untersuchung des Patienten und die
Befunderhebung im Fokus stünden; vielmehr sei massgeblich, ob die
Beurteilung inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sei (Urteil des
Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 24. Oktober 2019 E.5.2). Nach all dem
Gesagten erweisen sich die entsprechenden Einwände des
Beschwerdeführers tatsächlich als pauschal und nicht substantiiert, wie die
Beschwerdegegnerin geltend macht.
Der Beschwerdeführer verweist auch auf die Aussage von Dr. med.
C._, wonach sich der Gesundheitszustand durch den Unfall vom 24.
November 2014 relevant verändert habe. Es könne daher nicht zutreffen,
dass eine gleich hohe Arbeitsfähigkeit wie vor dem Unfall resultiere.
Zutreffend ist, dass Dr. med. C._ in seinem Bericht vom 27. Oktober
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2017 (Bf-act. 14, Bg-act. I/205) von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands sprach. Diese sah er in der hinzugetretenen
Nervenläsion des Nervus peronaeus links, welche die (mittelgradige) Fuss-
und Zehenheberparese verursacht, die ihrerseits zur bekannten
Gangstörung führt (vgl. Bf-act. 14, Bg-act. I/205: Antwort zu Frage 1, S. 7
f.). Auf konkrete Frage hin, bestätigte er aber die Zumutbarkeitsbeurteilung
"einfache Tätigkeiten halbtags, in Wechselbelastung, Möglichkeit zum
Sitzen und Stehen" und gibt an, dass sich diese auch unter
Berücksichtigung der Fuss- und Zehenheberparese nicht verändert habe.
Zudem verneint er Veränderungen bezüglich der kognitiven
Leistungsfähigkeit.
Mit diesen Aussagen steht die Feststellung von Dr. med. D._, dass
sich der Nerv offensichtlich gut erholt habe (Bf-act. 13, Bg-act. 150 bzw.
156, S. 6), nicht im Widerspruch. Dr. med. D._ erklärte, dies zeige sich
im flüssigen Gangbild bei muskulär stabilem Fuss links (Bf-act. 13, Bg-
act. 150 bzw. 156, S. 6); ihm sei nicht klar, warum der Beschwerdeführer
die Gehstöcke weiterhin benutze, zumal auffallend sei, dass er bei deren
Benutzung ein schlechteres Gangbild abgebe. Ihm gegenüber erklärte der
Patient, dass er diese wegen den Beschwerden und der Unsicherheit bei
längeren Gehstrecken brauche. Aus den Angaben des Versicherten
gegenüber Dr. med. D._ (Bg-act. 150 bzw. 156, S. 3 f.) geht hervor,
dass er sich in der Wohnung ohne Gehstöcke bewegen könne, er diese
aber ausser Haus zur Sicherheit mitnehme; zudem würde er auf allen
Vieren staubsaugen, weil das so besser gehe. Dementsprechend empfahl
Dr. med. D._ die Weiterführung der dem Patienten bekannten
Übungen sowie des Geh- und Schwimmtrainings (Bg-act. 150 bzw. 156,
S. 6). Das heisst, Dr. med. D._ verneint Residuen des Unfalls mit
Auswirkungen auf das Gehen nicht, auch wenn diese anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung nicht manifest waren. Dies erscheint denn
auch plausibel, zumal Beschwerden offenbar und v.a. nach längerem
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Laufen auftreten (vgl. auch der Hinweis auf ein Arztschreiben von Dr. med.
F._, Bf-act. 13, Bg-act. 150 bzw. 156, S. 4 oben).
Der vom Beschwerdeführer erwähnte Umstand, dass die residuelle
mittelgradige Fuss- und Zehenheberparese zu einer Erhöhung des
Integritätsschadens geführt habe (mit Hinweis auf Bf-act. 13 und 14; vgl.
auch Bf-act. 9 und 12 sowie Bg-act. I/148 und 206), ist zwar zutreffend,
führt jedoch nicht automatisch auch zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit,
zumal es sich bei der Frage der Integritätsentschädigung und der
Berentung um zwei unterschiedliche Rechtsinstitute handelt (vgl. Art. 24 ff.
bzw. Art. 18 ff. UVG) und gewisse Gesundheitsschäden zwar zu einer
Integritätseinbusse führen können, jedoch nicht zwingend auch
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit haben
müssen (Urteil des Bundesgerichts 8C_569/2013 vom 30. September 2013
E.4.2.4).
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers kann auch deshalb
nicht davon ausgegangen werden, Dr. med. D._ habe bei seiner
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Juni 2016 die Fuss- und
Zehenheberparese nicht beachtet, weil dieses Problem mit dem linken
Fuss bei seiner im gleichen Zeitraum vorgenommenen Schätzung des
Integritätsschadens bereits im Raum stand ("Verdacht auf peroneus
communis Neuropraxie links bei Fussheberparese") (vgl. Bf-act. 9, Bg-
act. 148, jeweils S. 2, Ziff. 1). Schliesslich ist auch nicht ersichtlich,
inwiefern der Beschwerdeführer aufgrund einer angeblichen Tendenz zur
Dissimulation (vgl. den Hinweis des Beschwerdeführers auf den Bericht der
Klinik O._ vom 31. August 2017, Bf-act. 15) seine Beschwerden
heruntergespielt haben sollte. Jedenfalls macht der Beschwerdeführer
selbst in seiner Beschwerde keine weitergehenden Einschränkungen
geltend als diejenigen, die in den medizinischen Berichten auch aufgeführt
sind (Gangstörung, Beschwerden bei längerem Laufen, Staubsaugen auf
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allen Vieren). Folglich ist nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer
nicht halbtags in einer einfachen, wechselbelastenden Tätigkeit arbeiten
könnte, und ebensowenig ist ersichtlich, inwiefern eine Evaluation der
Leistungsfähigkeit zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu anderen oder
neuen Erkenntnissen führen würde und daher noch erforderlich wäre.
Das Gericht kommt zusammenfassend zum Schluss, dass die
medizinische Sachlage umfassend und widerspruchsfrei abgeklärt ist und
keine Indizien gegen die Vollständigkeit, Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der massgebenden Berichte von Dr. med. D._ vom 15. Juni 2016 (Bf-
act. 13, Bg-act. 150 bzw. 156) und Dr. med. C._ vom 27. Oktober
2017 (Bf-act. 14, Bg-act. I/205) sprechen. Deren Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge leuchtet ein (BGE 134 V 231 E.5.1,
BGE 125 V 351 E.3a); die relativ allgemein gehaltenen Ausführungen des
Beschwerdeführers vermögen daran keine Zweifel zu wecken (BGE 139 V
225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4). Auf diese Berichte kann somit
abgestellt werden und es sind keine ergänzenden medizinischen
Abklärungen vorzunehmen. Damit ist die Beschwerde abzuweisen und der
angefochtene Einspracheentscheid vom 29. Juni 2018 (Bf-act. 0, Bg-
act. I/237) zu schützen.
6.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht für die Parteien grundsätzlich kostenlos, es sei denn
die Beschwerdeerhebung wäre mutwillig oder leichtsinnig erfolgt. Dies ist
vorliegend nicht der Fall, weshalb keine Gerichtskosten erhoben werden.
6.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(vgl. Art. 61 lit. g ATSG).