Decision ID: daaa2e96-5cfd-41d4-836e-d8443b768cc4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war
seit
1.
August 2012
bei der
Gemeinde
Y._
im Rahmen eines teilzeitlichen Arbeitspensums von
7
Lektionen in der Woche
beziehungsweise im Umfang eines Beschäftigungsgrades von rund 24
%
als Lehrperson Unterstufe (Urk. 7/19/1-6)
tätig
und
übte
gleichzeitig
im Umfang eines Arbeitspensums von rund 10 % (
Urk.
7/3
Ziff.
5.4;
Urk.
7/18/4) eine selbstständige Erwerbstätigkeit
aus (Verkauf von Reinigungsmitteln;
Urk.
7/9/11), als sie am 1
1.
Dezember 2013 als Lenkerin eines Motorfahrzeuges an einem Verkehrsunfall beteiligt war (Urk. 7/9/2
;
Urk.
7/9/11-12
). Am 1
4.
Mai 2014 meldete sich die Versicherte mit dem Hinweis auf die Folgen des Unfalls vom 1
1.
Dezember 2013
(Urk. 7/
3
Ziff.
6.2
-6.3
) bei der Invalidenver
siche
rung zum Leis
tungs
bezug an
(Urk.
7/3
).
Die
Sozialversi
che
rungs
ansta
lt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog beim zuständigen Unfallversicherer, der Helsana Unfall AG, die Akten betreffend den Unfall der Versicherten vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/9/1-59;
Urk.
7/17/1-18;
Urk.
7/27/1-12 und
Urk.
7/39/1-110) bei und beteiligte sich (
Urk.
7/28/1-6 und
Urk.
7/39/1) an einem vom Unfallversicherer in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten (Gutachten vom 2
8.
Oktober 2015;
Urk.
7/9/2-
89).
In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte
bidisziplinär
(neurologisch und psychiatrisch) begutachten (Gutachten vom 1
1.
Juli 2017;
Urk.
7/68/1-33). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/77 und
Urk.
7/82) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
7/85 =
Urk.
2) einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
.
2.
Gegen die Verfügung vom
1
4.
Mai 2018
(Urk. 2) erhob
die
Versicherte am
1
3.
Juni 2018
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte,
jene
sei aufzuhe
ben und es sei die IV
Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen und insbe
sondere eine Invalidenrente
für die Zeit vom Dezember 2014 bis März 2017
auszurichten (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
August 2018
(Urk. 6) beantragte die Beschwer
de
gegner
in die Abweisung der Beschwerde, wovon
der Beschwerdeführerin am
5.
September 2018
Kenntnis gegeben
wurde (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleiben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung (sowie bei einer Neuanmeldung zum Leistungs
be
zug) der versicherten Person, die invalidisieren
den Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs
anspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt (BGE 140 V 290 E.
4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nach
achtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärun
gen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die
Anspruchsgrundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4
.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Mai 2018
(Urk.
2)
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten
davon aus, dass seit dem Unfallzeitpunkt vom Dezember 2013 eine Erwerbsfähigkeit von
8
0
%
bestanden habe, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seither gebessert habe, und dass ihr ab Januar 2017 die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 90
%
zuzumuten gewesen sei, weshalb ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung nicht ausgewiesen sei (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
sich dem
bidisziplinären
Gut
achten
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/68/1-33), auf welches sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung gestützt habe, nicht entnehmen lasse, dass seit dem Unfall vom Dezember 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bestanden habe. Vielmehr sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab dem Unfallzeitpunkt auszugehen. Sodann habe die Beschwerde
gegnerin zu Unrecht die von ihr eingereichten Ergänzungsfragen nicht an die Verfasser des
bidisziplinären
Gutachtens weitergeleitet und
sich
zu Unrecht
nicht
mit den von ihr gegen das
bidisziplinäre
Guta
chten erhobenen Einwänden
in der angefochtenen Verfügung
auseinandergesetzt (
Urk.
1 S. 9). Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon abgesehen, eine Abklärung des Haus
halts vor Ort vorzunehmen (
Urk.
1 S.
10)
und ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen, obwohl dem vom Unfallversicherer eingeholten polydisziplinären Gutachten genügend Angaben zu den funktionellen Aus
wirkungen
des Gesund
heitsschadens zu entnehmen seien
. Da auf Grund der medizi
nischen Aktenlage eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erst ab Ende des Jahres 2016 erstellt sei, sei
daher
ein Anspruch auf eine
befristetet
e
ganze Rente für die Zeit vom Dezember 2014 bis März 2017 ausgewiesen
(
Urk.
1 S. 11)
.
3.
3.1
Vorerst ist von Amtes wegen zu prüfen, ob
im Verwaltungsverfahren
den An
sprüchen
der
Beschwerdeführerin
auf
das
recht
liche
Gehör
hinreichend nachge
kommen
wurde.
3.2
Die Parteien haben nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) und Art. 42 Satz 1 ATSG Anspruch auf rechtliches Gehör; sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (Art. 42 Satz 2 ATSG; BGE 134 V 97 E. 2.8.1).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist von Amtes wegen zu überprüfen (Art. 29 Abs. 2 BV; Urteil des Bundesgerichts H 4/05 vom 19. April 2005 E. 2).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE
132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Vorbehalten sind
rechtsprechungs
gemäss
diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern
, die sowohl den Sach
verhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines
–
all
fälligen
–
Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 125 V 368 E. 4c/
aa
, 124 V 183 E. 4a).
3.3
Das Akteneinsichtsrecht als Teilaspekt des Gehörsanspruchs wird in
Art.
47 ATSG separat geregelt. Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätz
lich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass der Verfügungsadressat vor Erlass eines für ihn nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusse
rungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die versicherte Person kann sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt
wird
, die Unterlagen ein
zusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat. Das recht
liche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung und stellt ander
seits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue Akten beizieht oder erstellt, auf die er sich in seiner Verfügung zu stützen gedenkt, grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten über den
Aktenbeizug
zu informieren (
BGE
115 V 297 E. 2e). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach
auch zu gewähren, wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Ver
fahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr dem Betroffenen selbst überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3).
3.4
Das Akteneinsichtsrecht wird grundsätzlich nur auf entsprechendes Gesuch hin gewährt (Urteil des Bundesgerichts 1C_482/2010 vom 1
4.
April 2011 E. 3.1 mit Hinweisen). Eine Partei hat daher grundsätzlich ein Gesuch um Akteneinsicht zu stellen, damit überhaupt die Einsichtnahme gewährt oder verweigert werden kann. So kann der Versicherer gemäss
Art.
8
Abs.
1
der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV)
die Gewährung der Akteneinsicht von einem schriftlichen Gesuch abhängig machen. Allerdings bedingt dies, dass die Beteiligten über den
Beizug
neuer
entscheidwesentlicher
Akten informiert werden, welche diese nicht kennen und auch nicht kennen können (BGE 132 V 387 E. 6.2).
3.5
Gemäss der Rechtsprechung ist der Beweiswert von Berichten
der Regionalen Ärztlichen Dienste der IV-Stellen (RAD)
nach
Art.
49
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
mit jenem von externen medizinischen Sachver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - kann allerdings nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 1
2.
April 2017 E. 3.2).
3.6
Dem RAD kommt gemäss
der Rechtsprechung
insbesondere die
folgende Aufgabe zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2014 vom
3.
September 2015 E. 3.3.2 f.):
Sinn und Zweck der Regelung gemäss
Art.
59
Abs.
2bis IVG und
Art.
49
Abs.
1 IVV ist, dass die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Anspruchsvoraus
setzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich sein. Die
RAD
bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgeben
den funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden.
Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer ver
sicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht. Den regionalen ärztlichen Diensten kommt grosse Bedeutung zu für die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen aus medizinischer Sicht. Der abschliessende Ent
scheid darüber liegt indessen bei der IV-Stelle, wie sich bereits aus Satz 1 von
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG ergibt. Danach stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Vor
aussetzungen des Leistungsan
spruchs zur Verfügung. Dessen Berichte und Stellungnahmen sind denn auch Teil der medizinischen Sachverhaltsabklärung und müssen von der IV-Stelle und im Streitfalle vom kantonalen Versiche
rungs
gericht und allenfalls vom Bundesge
richt gewürdigt werden. Zu den Aufgaben der RAD gehört insbesondere, aus medizinischer Sicht - gewissermassen als Hilfe
stellung für die medizinischen Laien in der Verwaltung und auch an den Gerichten
,
die im Streitfall über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben - den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen sowie sich zur Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zu äussern. Die IV-Stelle kann sich indes auch auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf Gutachten Sachverständiger stützen.
4.
4.1
In
der Beschwerdeantwort vom
9.
August 2018 (
Urk.
6)
verwies
die Beschwerde
gegnerin
auf die Stellungnahmen
von RAD-Arzt
dipl.
med.
B._
vom 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/75/8-9) und vom 1
1.
Mai 2018 (Urk.
7/84/3)
.
4.2
4.2.1
Dipl. med.
Peter
B._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie,
nahm
am
2
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/75/9) zum Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/68) Stellung und führte aus, dass der Gesundheitsschaden aus medizinischer Sicht nur leicht ausgeprägt sei, und dass aus psychiatrischer Sicht höchstens eine mittelgradige depressive Episode und eine somatoforme Schmerzstörung festzustellen seien
,
und dass eine
posttraumatische Belastungsstörung
auszuschliessen sei.
4.2.2
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2018 (
Urk.
7/84/3)
bestätigte
dipl.
med.
B._
, dass
er
an
seiner
bisherigen Beurteilung des Gutachtens von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
festhalte
, dass
dieses
Gutachten nachvollziehbar und plausibel sei, und dass
die Beschwerdeführerin
im Rahmen
ihres
Einwandes keine neuen medizinischen Sachverhalte geltend gemacht
habe, weshalb auf das Gutachten abzustellen sei.
4.3
Die
Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin
am 2
6.
März 2016
die
Akten
zur Einsicht zugestellt
(
Urk.
7/
50
)
. Anschliessend ersuchte die Beschwerdeführe
rin
am
8.
August 2017
die Beschwerdegegnerin um
Zustellung
des Gutachtens von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2017
(
Urk.
7/69),
worauf
ihr
die Beschwerdegegnerin dieses
am 2
9.
August
2017
zustellte
(
Urk.
7/70). Die Stellungnahmen von
RAD-Arzt
dipl.
med.
B._
vom 2
1.
Juli 2017 und vom 1
1.
Mai 2018 hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführer
in
vor Erlass der angefochtenen Verfügung
indes
nicht zugestellt.
Für die Beschwerdeführerin, welche keine Kenntnis davon hatte, dass die Beschwerdegegnerin bei
dipl.
med.
B._
die fraglichen
Stellungnahmen
eingeholt hatte, bestand
indes
kein Anlass,
bei der Beschwerdegegnerin ein
Gesuch um
Einsicht in die Stellung
nahmen von
dipl.
med.
B._
vom 2
1.
Juli 2017 und vom 1
1.
Mai 2018
zu stellen. Demzufolge hätte die Beschwerdegegnerin
vor Erlass der angefocht
enen Verfügung vom 1
4.
Mai 2018 der Beschwerdeführerin
von sich aus
beziehungs
weise von Amtes wegen Einsicht in die Stellungnahmen von
dipl.
med.
B._
vom 2
1.
Juli 2017 und vom 1
1.
Mai 2018
gewähren
müssen.
4.4
Das Unter
lassen der
Gewährung von Akteneinsicht in die fraglichen
Stellung
nahmen
von RAD-Arzt
dipl.
med.
B._
,
welche Teil der während des Ver
wal
tungsverfahrens durchgeführten medizinischen Sachverhaltsabklärungen dar
stell
t
en, stellt eine Ver
let
z
ung des rechtlichen Ge
hörs der
Beschwerdeführerin
dar.
5.
5.1
Wesentlicher Bestandteil des verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs ist die Begründungspflicht. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsach
lichen Motiven leiten lässt, und es den Betroffenen ermöglichen, die Verfü
gung gege
benenfalls sachgerecht anzufechten. Die Begründungspflicht be
deu
tet nicht, dass sich die Behörde mit jedem einzelnen Vorbringen und jedem einzelnen Akten
stück ausdrücklich auseinandersetzen muss. Der An
spruch auf rechtliches Gehör verlangt insbesondere, dass die rechtserheb
li
chen Vorbringen der Parteien ange
hört und berücksichtigt werden (BGE 124 I 241 E. 2). Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich die Verfügung stützt. Nicht
erforderlich ist hingegen, dass sich die Verfü
gung mit allen Partei
stand
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein
zelne Vorbringen aus
drücklich widerlegt.
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkt
e beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b und 124 V 180 E. 1a).
Es genügt, wenn die Verfügung gegebenenfalls sachge
recht ange
fochten werden kann (BGE 130 II 530 E. 4.3, 129 I 232 E. 3.2, 124 V 180 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2).
Demgegenüber darf sich die
Behörde nicht damit begnügen, die von der betroffe
nen Person vorgebrachten
entscheidwesentlichen
Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den
entscheidwesentlichen
Einwänden auseinanderzusetzen oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berück
sichtigen kann (Urteil des Bundesgerichts
B 61/00 vom 2
6.
September 2001
E. 3b; BGE 124 V 180 E
. 2b).
5.2
Die Beschwerdegegnerin
führte im Vorbescheid vom 2
1.
Februar 2018 (
Urk.
7/77) aus: „Das neu erstellte medizinische Gutachten“ (von
Dr.
med.
A._
und
Dr.
med.
Z._
vom 1
1.
Juli 2017) „kommt zum Ergebnis, dass seit dem Unfallzeitpunkt im Dezember 2013 eine Erwerbsfähigkeit von 80
%
ausge
wiesen war. Der Gesundheitszustand von
X._
hat sich im Verlauf ver
bessert. Ab Januar 2017 war ihr eine Tätigkeit in einem 90%-Pensum zumutbar“.
5.3
Im
Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
erhob
die Beschwerdeführerin
Einwand gegen den Vorbescheid vom 2
1.
Februar 201
8.
In ihrem Schreiben vom
9.
April 2018 (
Urk.
7/82) machte sie geltend, dass die Verfasser des polydisziplinären Gut
achtens der
Medas
C._
vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/39/2-88) keine auf dem freien Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit festgestellt hätten (S.
3). Demgegenüber hätten
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
in ihrem Gutachten vom 1
1.
Juli 2017
eine Verbesserung des Gesundheitszustand
es
seit dem statio
nä
ren Aufenthalt in der
D._
festgestellt (S. 4).
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
hätten in ihrem Gutachten grundsätzlich lediglich zum Gesund
heitszustand zum Zeitpunkt der Untersuchung beziehungsweise seit dem Zeit
punkt des Austritts aus der
D._
im Dezember 2016 und nicht zur Entwicklung der Arbeitsfähigkeit seit dem Unfallzeitpunkt bis zu jenem Zeit
punkt Stellung genommen (S. 5). Gestützt
auf
die medizinischen Akten, insbe
sondere das Gutachten der Ärzte der
Medas
C._
,
sei
daher von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit sei
t
dem
Unfalldatum vom 1
1.
Dezember 2013 auszugehen. Demzufolge sei ab dem Zeitpunkt bei Ablauf des Wartejahres am 1
0.
Dezember 2014 bis Dezember 2016 ein Anspruch auf eine (befristete) ganze Rente ausgewiesen (S. 7).
5.4
In der angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
2
S. 2
) führte die Beschwerdegegnerin zu den
von der Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid
erhobenen Einwendungen
das Folgende aus:
«
Das neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 1
1.
Juli 2017 von
Dr.
med.
A._
, FMH Neurologie/Verhaltens
neurologie und
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wel
ches Grundlage für die Beurteilung der Invalidität ist, ist umfassend. Es ist aus ärztlicher Sicht in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die
Schlussfolgerungen der Experten sind begründet. Es erfüllt somit die von der Praxis gestellten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten zur Bestimmung der Invalidität. Aus medizinischer Sicht werden keine neuen Aspekte hervorge
bracht und es gibt keinen Anlass, noch weitere medizinische Abklärungen durch
zuführen
».
5.5
Die Beschwerdegegnerin nahm in der
angefochtenen Verfügung vom 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
2)
nicht ausdrücklich Stellung zu den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
erhobenen Einwendungen (vorstehend E. 5.3) sondern hielt in der angefochtenen Verfügung diesbezüglich lediglich fest, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
in medizinischer Hinsicht keine neuen Aspekte geltend gemacht habe, weshalb gestützt auf das nachvollziehbare und überzeugende
Gutachten
von Dr.
A._
und Dr.
Z._
vom 1
1.
Juli 2017
ein Rentenanspruch zu verneinen sei (vorstehend E. 5.4).
5.6
Bei den Einwänden der Beschwerdeführerin betreffend die Frage, ob für den Zeit
raum ab dem Unfallzeitpunkt vom 11. Dezember 2013 bis zum Zeitpunkt des Aus
tritts aus der
D._
im Dezember 2016 auf die Beurteilung
durch Dr.
A._
und Dr.
Z._
vom 11. Juli 2017 beziehungsweise auf diejenige durch die Ärzte der
Medas
C._
vom 28. Oktober 2015 abzustellen sei, beziehungsweise betreffend die Frage nach einem Anspruch auf eine befristete Rente während eines gewissen Zeitraums, handelt es sich um
entscheidwesentli
che
Einwände, mit welchen sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefoch
tenen Verfügung gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E. 5.1) aus
drücklich hätte auseinandersetzen oder zumindest die Gründe hätte angeben müssen, weshalb sie die vorgebrachten Gesichtspunkte nicht berücksichtigen konnte. In Würdigung der gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung daher nicht in genü
gender Weise mit den von der Beschwerdeführerin anlässlich des
Vorbescheid
verfahrens
erhobenen (
entscheid
wesentlichen
) Einwendungen auseinandersetzte. Auch damit hat sie den Anspruch auf der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt.
Da, wie nachfolgend zu zeigen ist, ein Entscheid in der Sache ohnehin nicht mög
lich ist, ist von einer Heilung jedoch abzusehen.
6.
6.1
Die Ärzte der
Medas
C._
stellten in ihrem polydisziplinären (rheuma
tologischen, neurologischen und psychiatrischen) Gutachten vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/39/2-88) die folgenden Diagnosen (S. 42 f.):
-
m
yofasziales
Schmerzsyndrom im Nac
ken-/Schultergürtelbereich
mit/bei:
-
Status nach Verkehrsunfall
vom 1
1.
Dezember
2013 mit HWS
Distorsion
(aktenanamnestisch)
-
c
hronische Spannungskopfschmerzen mit episodischer
migräniformer
Exazerbation
ohne Aura
-
somatoforme Störung (Differentialdiagnose: nicht näher bezeichnete dissoziative
Störung)
Nebendidagnosen
:
-
Status nach
OSG
-Bandläsion mit operativer
Band
naht
rechts im Alter
von 13 Jahren
(a
namnestisch
)
-
m
oderat
e Hypermobilität
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin
in wichtigen Fähigkeiten für
die
Tätigkeit als Primarlehrerin erheblich eingeschränkt
sei
, nämlich bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellfähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, unter Umständen auch in der Anwendung fachlicher Kompetenzen, der Durchhaltefähigkeit, und der Selbstbehauptungsfähigkeit. Aufgrund dessen
sei die Beschwerdeführerin gegenwärtig
nicht in der Lage einer Tätigkeit als Primar
lehrerin nachzugehen.
Die Ausübung behinderungsangepasster Tätigkeiten sei der Beschwerdeführerin
theoretisch jeweils für ganz kurze Zeiten, in der Grössenordnung
von einer halben bis
maximal einer Stunde
, ein- bis zweimal
pro Tag
zuzumuten. Dies entspreche
jedoch
nicht
einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt (S. 48), wobei nicht auszuschliessen sei
,
dass eine
stationäre Rehabilitation mit interdisziplinärem Ansatz und
einem
Schwerpunkt im psychiatrisch-psychothe
rapeuti
schen Bereich und eine nachfolgende ambulante Behandlung zu einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes führen könnte. Mit
einer
rele
vante
n
Verbes
serung des Gesundheitszustandes sei indes
nicht vor Ablauf von zwei bis drei Jahren
zu rechnen (S. 49).
6.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellten in ihrem
bidis
ziplinären
Gutachten vom 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/68/1-33) die folgenden Diagno
sen (S. 16 und S. 23):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
zervikoz
ephales
Schmerzsyndrom mit Genickschmerzen sowie
zervikogen
getriggerten
Kopfschmerzen bei Zustand nach Verkehrsunfall vom Dezember 2013
-
i
ntermittierende Spannungskopfschmerzen
(
möglich
)
-
Migräne mit und ohne Aura
(selten)
-
leicht ausgeprägte generalisierte Angststörung
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Symptomausweitung mit subjektiver Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen bei unauffälliger verhaltensneurologischer Untersuchung
-
d
epressive Episode, mittleren Grades,
gegenwärtig
remittiert
Die Gutachter erwähnten, dass die psychiatrische Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgeben
d
sei (S. 33).
Der Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin habe sich verbessert,
insbesondere seit sie in der
D._
vom
9.
Mai
bis
4.
Juni
2016
stationär behandelt worden sei (S. 32).
Dafür sprächen auch die Umstände
, dass die Beschwerdeführerin im Januar 2017
in ein
Eigenheim
umgezogen sei,
ohne
dass es dadurch zu
einer aktenkundige
n
Exazerbation ihrer Symptome
gekommen sei, und dass sie anschliessend
im April 2017, die Behandlung mit
einem Antidepressivum
sistiert
habe (S. 31).
Insgesamt
sei
von einer Degression der Symptomatik auszugehen.
Gegenwärtig bestehe noch eine
Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
von insgesamt 10
%
, wobei die Beschwerdeführerin im Vergleich zu Gesunden insbesondere
etwas mehr Erholung und Pausen
benötige (S. 32).
Rück
blicken
d
sei
mit grosser Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
Unfalldatum
bis zum
Dezember 2016 in schwankendem Ausmass
unter
einer depressiven Episode leicht bis mittleren Grades und
unter
einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung gelitten
habe, und dass sie deshalb im Durchschnitt (
gemittelt
) im Umfang von
20
%
in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen sei
. Dies stehe in Übereinstimmung mit der auf S. 47 des
Medas
-Gutachtens vorgenommenen Beurteilung
(S. 31).
6.3
RAD-Arzt
dipl.
med.
B._
stellte in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/75/8-9) fest, dass das Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vom 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/68) nachvollziehbar und in Bezug auf die medizinischen Schlussfolgerungen plausibel sei, weshalb darauf abgestellt werden könne. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass der Gesundheitsschaden aus medizi
nischer Sicht nur leicht ausgeprägt sei. In psychischer Hinsicht leide die Beschwerdeführerin höchstens unter einer mittelgradigen depressiven Episode und unter einer somatoformen Schmerzstörung; eine posttraumatische Belas
tungsstörung
und psychosoziale Belastungsfaktoren
sei
en
auszuschliessen.
6.4
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2018 (
Urk.
7/84/3)
stellte
dipl.
med.
B._
fest
, dass er an seiner bisherigen Beurteilung des Gutachtens von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
festhalte. Dieses sei aus medizinischer Sicht
nachvollziehbar und plausibel und
es sei darin insbesondere auch die Entwicklung des Gesundheits
schadens seit dem Unfallzeitpunkt (vom 1
1.
Dezember 2013) beurteilt worden. Da
die
Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Einwandes keine neuen medizinischen Sachverhalte geltend gemacht habe,
sei daher
auf das Gutachten
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
abzustellen.
7
.
7
.1
I
n BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht in Änderung der bisherigen Recht
spre
chung zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung die Überwind
barkeits
ver
mutung aufgegeben und diese durch eine ergebnisoffene, symmetrische Beurtei
lung des tatsächlich erreichbaren funktionellen Leistungs
vermögens als Beweisgegenstand ersetzt, wobei das bisherige Regel/Ausnahme-Modell durch einen strukturierten, normativen Prü
fungs
raster beziehungsweise durch ein strukturier
tes Beweisverfahren ersetzt wurde. Am 30. November 2017 hat das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 143 V 418 seine bisherige Rechtsprechung zur Invalidität bei Störungen aus dem depressiven Formenkreis aufgegeben und festgestellt, dass die Therapier
barkeit allein keine abschliessende evidente Aussage über das Gesamt
mass der Beeinträchtigung und deren Relevanz im invalidenver
siche
rungs
rechtlichen Kontext zu liefern vermöge. Weiter hat es erkannt, dass sämtli
che psychischen Erkrankungen, namentlich auch depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur, grundsätzlich einem strukturierten Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien.
7
.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bun
desge
richt stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
7
.3
Neben den durch den Rechtsanwender zu prüfenden allgemeinen beweis
rechtli
chen Vorgaben an ein Gutachten (vorstehend E.
1.4
)
ergibt sich aus BGE 141 V 281 Folgendes: Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einläss
liche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entspre
chende Begründung, kann zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitge
hend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grund
lage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizi
nischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsan
wendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vor
gaben zu orien
tieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Frage
stellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die mass
gebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berück
sichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG).
7
.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine
Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
8
.
8
.
1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Recht
sprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der not
wendigen Erhebung einer bisher vollständig un
geklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Prä
zi
sierung oder Ergän
zung der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (
BGE
139 V 99 E. 1.1
und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
8
.2
In psychischer Hinsicht ist den erwähnten medizinischen Akten zu entnehmen, dass die
Ärzte der
Medas
C._
in ihrem Gutachten vom 2
8.
Oktober 2015 (vorstehend E.
6.1
) davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin unter
einer
somatoforme
n
Störung
leide und dadurch in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt werde, und dass au
f dem freien Arbeitsmarkt aus psychischen Gründen keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe.
Damit übereinstimmend gingen
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
in ihrem Gutachten vom 1
1.
Juli 2017 (vorstehend E.
6.2
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht
durch eine
leicht ausgeprägte generalisierte Angststörung
und
durch eine anhaltende soma
toforme Schmerzstörung in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt werde.
In Abweichung von der Beurteilung durch die Ärzte der
Medas
C._
gingen
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
indes davon aus, dass die Beschwerde
führerin ab Dezember 2016 lediglich im Umfang von 10
%
aus psychischen Gründen in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt
werde
, und dass
im
Zeitraum ab dem Unfallzeitpunkt vom 1
1.
Dezember 2013 bis Dezember 2016
eine
d
urchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im Umfang von
20
%
bestanden habe
.
Dass die beiden Gutachter zur Begründung dieser Annahme auf S. 47 des
Medas
-Gutachtens verwiesen, ergibt keinen Sinn, da dort von einer vollen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sowie von einer
auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht verwertbaren
-
Arbeitsfähig
keit im Umfang von einer halben bis maximal einer Stunde, vielleicht ein- bis zweimal täglich, ausgegangen wurde (vgl.
Urk.
7/39/48 unten). Somit ist die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bis Ende 2016 unklar.
8
.3
Auf Grund der medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin unter einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung beziehungsweise unter
einer somatoformen Störung litt
und aus diesem Grunde in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
war
. Da nicht von einer lediglich leicht
gradigen psychischen Störung ohne
Chronifizierung
und ohne Komorbiditäten
auszugehen ist, kann vorliegend von einem strukturierten Beweisverfahren nicht
abgesehen werden (vorstehend E.
7
.4
). Das psychische Leiden der Beschwer
de-führerin ist daher einem strukturieren Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen.
8
.4
Vorliegend lassen sich indes weder dem Gutachten der
Ärzte der
Medas
C._
vom 2
8.
Oktober 2015 (vorstehend E.
6.1
) noch demjenigen von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
vom 1
1.
Juli 2017 (vorstehend E.
6.2
) hinreichende Ausführungen zu den
Standardindiktoren
gemäss
BGE
141 V 281 entnehmen.
A
uch m
angels genügender und nachvollziehbarer Angaben zu den gemäss der Rechtsprechung zu beachtenden Indikatoren in den vorhandenen medizinischen Akten erweist sich eine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit beziehungsweise des tatsächlich noch erreichbaren restlichen Leistungsver
mö
gens der Beschwerde
führerin anhand der Standardindikatoren im Sinne der Recht
spre
chung vor
liegend
somit
als unmöglich. Insofern erscheint der Sachverhalt nicht als rechts
genügend abgeklärt,
weshalb die vorhandenen medizinischen Akten zu ergänzen sind.
Ebenfalls ist angesichts der Qualifikation der Beschwerdeführerin eine Haus
haltabklärung in Betracht zu ziehen.
9
.
Nach Gesagtem ist die
Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit sie
- nach
Gewährung des rechtlichen Gehörs und nach
Vervollständigung der
medi
zinischen
Akten sowie Einholung allfälliger weiterer wes
ent
licher
Entscheidgrundlagen
- über den Rentenanspruch der Be
schwer
de
führerin
mit einer
rechts
genüglichen
Begründung
neu verfüge. Dabei wird die Beschwerdegegnerin sinn
voller
weise ein psychiatrisches Gutachten einholen und dazu die begutachtende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin
anhand der einschlägigen
Standardi
ndikatoren
beauftragen.
Zu prüfen ist auch ein allfälliger befristeter Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs.
Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen.
1
0
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- fest
zu
setzen
und ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
1
1
.
1
1
.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
1
1
.2
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schä
di
gung, welche in Berücksichtigung
der Bedeu
tung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses
und eines gerichts
üblichen Stundenansatzes von
Fr.
220
.-- (zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
2
‘400
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.