Decision ID: 7ef6df35-8c1c-4309-b8d8-2bf4d272799c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1977 geborene
X._
war seit dem
1.
Mai 2007 als Verputzmaurer bei der
Firma Y._
beschäftigt und damit bei der Schweizerischen
Unfallver
si
cherungsanstalt
(SUVA) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversi
cherung (UVG) obligatorisch versichert (
Urk.
11/102). Am 2
6.
Juli 2007 stürzte er vo
n eine
m Fassadengerüst (
Urk.
11/102 und
Urk.
11/2)
und
war
bis am 3
0.
Juli 2007 im
Spital Z._
hospitalisiert
(
Frakture
n der Rippen 8, 9 und 10 und der
Querfortsätze
9, 10 und 11, minimaler Pneumothorax rechts, Eröffnung der Bursa
olecrani
rechts und Hautwunde Unterschenkel rechts diag
nostiziert
;
Urk.
11/4).
Am 1
5.
Juli 2008 wurde eine rechtsseitige
Pli
caresektion
in der
Klinik A._
durchgeführt (
Urk.
11/50). Mit Schreiben vom 26.
Januar 2009 teilte die SUVA mit, dass sie die Heilkosten- und
Taggeldleis
tungen
per 2
8.
Februar 2009 einstellen werde (
Urk.
11/64).
In der Folge fanden
weitere
Untersuchungen in der
Klinik A._
statt (
Urk.
11/65, 11/67 und 11/69)
. Am
27. April 2009
erklärte sich die Unfallversi
cherung
dazu
bereit, dem Versicherten aufgrund seiner „de facto Arbeitslosig
keit“
Taggeld
leistungen
bis am 3
0.
Juni 2009 auszurichten. Gleichzeitig machte sie ihn auf das Rückfallrecht aufmerksam (
Urk.
11/70).
Nachdem das am 2
5.
Mai 2009 durchgeführte
Arthro
-CT des rechten Ellbogens keine Pathologie
ergeben
hatte (
Urk.
11/75),
machte
die SUVA am 2
4.
Juli 2009 auf ihre diversen Schreiben betreffend Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen
auf
merksam
und teilte dem Versicherten mit, dass sie ihm das Taggeld ohne genauere Überprü
fung des Sachverhalts bis am 3
1.
Juli 2009 entrichten werde. Zudem wie
s sie daraufhin hin, dass sie den Fall unter erneutem Hinweis auf das Rückfallrecht abschliessen werde
,
und bat um Mitteilung bis am 3
1.
August 2009, ob der Erlass einer Verfügung gewünscht
werde
(
Urk.
11/80). Da der Ver
sicherte auf
grund seiner Ferienabwesenheit
keine Möglichkeit hatte,
für den Erwerbsausfall im August 2009 Leistungen der Arbeitslosenkasse geltend zu machen
(
Urk.
11/83-85), zahlte die SUVA „im Sinne einer pragmatischen Lösung“ das Taggeld bis am 31. August 2009 aus (
Urk.
11/86).
1.2
Ab dem
1.
März 2010 war
X._
als Verputzmaurer respektive
Fassaden
bauer
bei
der
Firma B._
angestellt und damit erneut bei der SUVA versichert (
Urk.
10/1).
A
m 3
1.
Mai 2011 rutschte er auf ein
er Treppe
an seinem Wohnort
aus und schlug
mit dem
Rücken an
einer Stufenkante auf
(
Urk.
10/1 und
Urk.
10/35).
Nachdem
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Radiologie, am
7.
Juni 2011 eine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule des Ve
rsicherten (
Urk.
10/16 und Urk.
10/
25 S. 2)
und
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für
Neurologie,
am 16
.
Juni 2011
eine
neurologische Untersuchung mittels Nadel-EMG
(
Urk.
10/7) durchgeführt hatte
n
, diagnostizierte
Dr.
med.
E._
,
Fachärz
tin
FMH für Physikalische Medizin, am 1
1.
August 2011
ein posttraumatisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom bei
einer
Diskushernie L5/S1 und ein
Bone
bruise
im
Processus
transversus
des Lendenwirbelkörpers (
LWK
)
2 (Urk. 10/19).
In der Folge erbrachte die SUVA die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 2
8.
August 2012 stellte sie diese
– unter Hinweis darauf, dass ausschliess
lich unfallunabhängige Beschwerden die gegenwärtige Arbeitsunfähigkeit und
Be
handlungsbedürftigkeit
des Versicherten beding
t
en –
per
1.
Juli 2012 ein (Urk. 10/105).
Nachdem
X._
dagegen Einsprache erhoben hatte
(Urk.
10/107)
, holte die SUVA eine kreisärztliche Beurteilung e
in (
Urk.
10/121
) und bestätigte gestützt darauf mit Einspracheentscheid vom
4.
Juli 2013
ihre Verfügung vom 2
8.
August 2012
(
Urk.
10/122 =
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
4.
Juli 2013 erhob der Versicherte am 6. September 2013 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, die Abklärungen seien durch ein medizinisches Gutachten zu ergän
zen und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2013 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Replik
vom 2
1.
Februar 2014 hielt der
Beschwerdeführer an
seinen
Anträgen fest
(
Urk.
16). Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf eine Duplik, was de
m
Versicherten am
7.
April 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich - in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
1.2.1
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene
Person nicht einverstanden ist, hat
der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (
Art.
49
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Im gleichen Sinn bestimmte
Art.
99
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(
UVG
)
in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung, der Versicherer habe über er
hebliche Leistungen und Forderungen und über solche, mit denen der Betroffe
ne nicht einverstanden ist, schriftliche Verfügungen zu erlassen. Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter
Art.
49
Abs.
1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (
Art.
51
Abs.
1 ATSG). Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (
Art.
51
Abs.
2 ATSG). Der bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG gültig gewesene, unverändert gebliebene
Art.
124 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hält in
lit
. b fest, eine schriftliche Verfügung sei unter anderem zu erlas
sen über die Verweigerung von Versicherungsleistungen. Mit dem Inkrafttreten des ATSG hat sich in diesem Punkt gegenüber der Rechtslage nach
Art.
99
Abs.
1 UVG (in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung) nichts geändert. Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von – vorüber
ge
hen
den (Heilbehandlung, Taggeld) und/oder dauerhaften (Invalidenrente,
Integ
ritätsentschädigung
) - Leistungen zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu intervenieren.
Diesfalls
hat der Ver
sicherer eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einsprache erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksam
keit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von
Art.
51
Abs.
1 ATSG ergan
gen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2011 vom
7.
September 2011 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 134 V 145 und 132 V 412 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_506/2008 vom
5.
März 2009).
1.2.2
Im das erste Unfallereignis
(vom
2
6.
Juli 2007)
betreffenden
Verwaltungsv
er
fahren
teilte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 2
6.
Januar 2009 mit, dass sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 2
8.
Februar 2009 einstellen werde (Urk. 11/64). Am 2
7.
April 2009 informierte sie den Beschwerdeführer darüber, dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung die neusten Untersu
chungen in der
Klinik A._
keine neuen Befunde ergeben hätten. Sie halte deshalb an ihrem Schreiben vom
2
6.
Januar 2009 fest. Sie erklärte sich
jedoch
– wie eingangs bereits erwähnt
–
dazu
bereit, dem Versicherten auf
grund
seiner „de facto Arbeitslosigkeit“ die Taggeldleistungen bis am 3
0.
Juni 2009 auszurichten (
Urk.
11/70). Bezugnehmend auf die vorerwähnten Schreiben teilte die Beschwerdegegnerin am 2
4.
Juli 2009 mit, dass sie dem Beschwerdeführer das Taggeld ohne genauere Überprüfung des Sachverhalts bis am 3
1.
Juli 2009 entrichten werde
; z
usätzlich wies sie darauf hin, dass sie den Fall unter erneu
tem Hinweis auf das Rückfallrecht abschliessen werde
,
und
bat um Mitteilung bis Ende August 2009, ob der Erlass einer Verfügung gewünscht sei (
Urk.
11/80). Daraufhin teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 3
1.
August 2009 mit, dass der Versicherte die Mitteilung betreffend die
Leis
tungseinstellung
per Ende Juli 2009 erst nach seiner Rückkehr aus
den Ferien im August 2009
zur Kenntnis
genommen und deshalb
keine Möglichkeit gehabt habe, ab August 2009
Leistungen
bei der Arbeitslosenkasse geltend zu machen. Es sei daher zu prüfen, ob Taggelder auch im August ausgerichtet werden könnten (
Urk.
11/83-84). In der Folge zahlte die Beschwerdegegnerin „im Sinne einer pragmatischen Lösung“ Taggeldleistungen bis am 3
1.
August 2009 aus
(Urk.
11
/86). Gegen die
a
m 2
4.
Juli 2009
mitgeteilte
Anordnung des
Fallab
schlus
ses
ohne Zusprechung von Dauerleistungen opponierte der Beschwerde
füh
rer nicht. Aus seiner Reaktion auf das erwähnte Schreiben und dem Um
stand, dass er am
1.
September 2009 eine leidensangepasste Tätigkeit
aufnehmen respektive sich vorsorglich bei der Arbeitslosenkassen anmelden
wollte
(
Urk.
11/85), ist vielmehr zu schliessen, dass er die Leistungseinstellung akzeptiert hat. Die Anordnung des Fallabschlusses betreffend das erste Unfallereignis erweist sich deshalb als rechtlich wirksam.
1.3
Im
Verwaltungsverfahren, das
gestützt auf das im Juni 2011 gemeldete
zweite
Unfallereignis
(vom 3
1.
Mai 2011)
eingeleitet
wurde,
lag der Fokus offen
kundig auf den Rückenbeschwerden. So verwies die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 1
4.
Juni 2012 auf den vom Beschwerdeführer auf das Unfallereignis vom 3
1.
Mai 2011 zurückgeführten Rückenschaden und kam aufgrund der medizi
nischen Unterlagen zum Schluss, dass die Arbeitsunfähigkeit
bzw.
die
Behand
lungsbedürftigkeit
seit geraumer Zeit nicht mehr durch Unfallfolgen begründet werde (
Urk.
10/94). In seiner Stellungnahme vom 1
6.
Juli 2012 verwies der Beschwerdeführer
(
einzig
)
auf strukturelle Schädigungen an der Wirbelsäule (
Urk.
10/101). In der Verfügung vom 28. August 2012 führte die
Beschwerde
gegnerin
an, sie habe für die Folgen des Unfalls vom Mai 2011 die Versiche
rungsleistungen erbracht (
Urk.
10/105). In der Einsprache vom
1.
Oktober 2012 verlangte der Beschwerdeführer unter Bezugnahme
auf das Unfallereignis
vom
3
1.
Mai 2011 die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen und verwies auf Schädigungen an der Lendenwirbelsäule (
Urk.
10/107/1-3). Zuvor hatte er Prof.
Dr.
F._
von der
Klinik Z._
um eine Stellungnahme zur Frage des Zusammenhangs zwischen de
r Rückenproblematik
und dem Unfall vom 31. Mai 2011 gebeten (Schreiben vom 1
2.
Juli 2012 [
Urk.
10/107/4-5]).
Im an
gefochtenen
Einspracheentscheid
wurde
entsprechend
über
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den
im Zuge des
zweiten
Un
falls auf
getretenen
unfall
bedingten
Rückenbeschwerden entschieden (
Urk.
2)
.
Anlässlich des
zweiten Unfall
s
rutschte
der Beschwerdeführer
auf ein
er Treppe aus und schlug mit dem Rücken
im Bereich der Lendenwirbelsäule
ohne Beteiligung des rechten Ellbogens
auf der Kante einer Treppenstufe auf (
Urk.
1 S. 3
,
10/19
und 10/64
)
.
Auch berichtete er
gegenüber den behandelnden Ärzten über keine danach aufgetretenen Ellbogenbeschwerden
respektive
sind
solche
nicht
dokumentiert
; eine richtunggebende Veränderung des Vorzustandes durch den zweiten Unfall wurde daher verneint
(vgl. auch
Urk.
12/1 S. 6 f. und
Urk.
12/2 S. 14)
. Ohne neu hinzugetretene
äussere Einflü
ss
e
kann insbesondere
– so die überzeugende Beurteilung des SUVA-Arztes
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurologie
,
vom 2
9.
Oktober 2013 –
auch die Entwicklung eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms, das am
5.
März 2008 elektroneurographisch
noch
ausgeschlossen wurde,
nicht angenommen werden
(
Urk.
12/1 S. 6)
.
Überdies zeigten sich i
n den
am 1.
Dezember 2011 angefertigten Röntgenbild
ern
beide Ellbogengelenke mit regelrechter Knochenstruktur
,
und es fanden sich keine Hinweise für degenerative Veränderungen oder frische knöcherne Verletzungen (
Urk.
10/57 S. 13).
In Übereinstimmung damit führte der Beschwerdeführer die Ellbogenbeschwerden einzig auf den ersten Unfall zurück (vgl.
Urk.
1 S. 7
; siehe auch
Urk.
10/57 S. 1
).
Das Vorbringen, die Auswirkungen der (durch den ersten Unfall verursachten) Gesundheitsschädigung am rechten Ellbogen seien nicht ausreichend abgeklärt (Urk.
1 S. 5, 7 und 10), geht ins Leere.
2.
2.1
Z
u prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
hinsichtlich
der Rückenproblematik
ihre Leistungspflicht über den
1.
Juli 2012 hinaus zu Recht verneinte.
2.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr
gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
2.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine über den
1.
Juli 2012 hinaus bestehende Leistungspflicht
unter Hinweis auf das Ergebnis der kreisärztlichen Beurteilung
vom
1.
Juli 2013 mit der Begründung, bereits im September 2011 hätten keine Unfallfolgen mehr bestanden, weshalb die Einstellung der Leistungen pe
r
1.
Juli 2012 nicht beanstandet
werden könne (
Urk.
2 S. 8).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
gestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung vom
1.
Juli 2013 könne nicht abschliessend über die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entschieden werden. Es sei deshalb ein medizinisches Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 7 ff.).
4
.
4
.1
Das am
7.
Juni 2011 im
I
nstitut
H._
angefertigte Röntgenbild (
vgl.
Urk. 10/25 S. 2
und
Urk.
10/121 S. 8
) zeigte eine tiefe
thorakolumbale
Kyphose, eine
lumbosakrale
Hyperlordose und eine s-förmige Skoliose der
Lendenwir
belsäule
(LWS). Frakturen waren keine ersichtlich. Die gleichentags durch
ge
führte MRT-Untersuchung der L
W
S
machte
eine kleine mediane
Diskushernie in Höhe L5/S1 ohne
eine
darüber hinausgehende S1-Nerven
wurzelkompression und einen
Bone
bruise
im
Processus
transversus
LWK 2 rechts
deutlich (Bericht
Dr.
C._
vom 2
5.
Juli 2011 [
Urk.
10/16]).
4
.2
Dr.
med.
D._
diagnostizierte am 1
7.
Juni 2011 eine posttraumatische Lum
bal
gie mit
radikulären
Reizerscheinungen. Er führte aus, die neurologische Untersuchung habe keine Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel ergeben. Der Status wie auch die durchgeführten EMG-Unter
suchungen seien normal (
Urk.
10/7).
4
.
3
Die erstbehandelnde
Dr.
E._
stellte im Arztzeugnis UVG vom 1
1.
August 2011 die Diagnosen eines posttraumatischen
lumboradikulären
Reizsyndroms bei Diskushernie L5/S1 und eines
Bone
bruise
im
Processus
transversus
LWK 2 rechts.
Sie stellte eine ausgedehnte muskuläre Verspannung lumbal beidseits mit stark eingeschränkter Beweglichkeit der LWS
sowie
blockierte distale Seg
mente und einen Pseudo-
Lasègue
beidseits (50 Grad positiv) fest. Sie attestierte eine ab
6.
Juni 2011 bis auf weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/19).
4.4
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 1
9.
August 2011 in ihrer
Wirbelsäulen
sprechstunde
ambulant untersucht hatten, führten d
ie behandelnden Ärzte der
Klinik A._
die vom Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 3
1.
Mai 2011 beklagten
Kribbelparästhesien
am wahrscheinlichsten auf die Facettengelenksabnutzung tieflumbal zurück
(Bericht vom 2
9.
August 2011 [
Urk.
10/25])
.
Die mit dem Beschwerdeführer besprochene Infiltration der
Facettengelenke L4/5 und L5/S1 (vgl.
Urk.
10/25 S. 2) fand am 2
4.
August 2011 statt (
Urk.
10/31) und brachte
gemäss der am 20. September 2011 durchgeführ
ten Nachkontrolle keine Besserung. Die Ärzte kamen zum Schluss, aus der kli
nischen Untersuchung wie auch aus der Bildgebung würden sich keine Korrelate zur Schmerzsituation finden lassen. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
sehe man
keinen weiteren Therapieansatz
. Sie empfahlen dem Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch (Bericht vom 2
9.
September 2011 [
Urk.
10/37]).
4
.
5
Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Chirurgie, ordnete am 27. Oktober 2011 eine stationäre Früh
rehabilitation an (
Urk.
10/45), die vom 21. November bis 1
5.
Dezember 2011 in der
Klinik J._
stattfand. In ihrem Austrittsbericht vom 1
9.
Dezember 2011 (
Urk.
10/57) stellten
Dres
. med.
K._
, Oberärztin Arbeitsorientierte Rehabilitation, und
L._
, Assistenzarzt Arbeitsorientierte Rehabilitation, folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom
6.
Juni 2011: Sturz auf der Treppe
LWS-Kontusion
Posttraumatisches
lumbo-radikuläres
Reizsyndrom bei Diskushernie L5/S1 und
Bone
bruise
im
Processus
transversus
LWK 2 rechts
1
6.
Juni 2011 Neurologische Untersuchung mittels Nadel-EMG: Keine Hinweise für relevante
Läsio
nen lumbaler oder sakraler Wur
z
e
l
n
7.
Juni 2011 MRI LWS: kleine mediane Diskushernie Höhe L5/S1 ohne darüber hinausgehende S1-Nervenwurzelkompression.
Bone
bruise
Processus
transversus
LWK 2 rechts
2
4.
August 2011 Facetteninfiltration L4/5 und L5/S1 rechts ohne
Benefit
Unfall vom 2
7.
Juli 2007: Sturz
Fraktur der
Processus
transversi
BWK 9-11
3.
Juni 2008 MRI HWS und LWS: posttraumatische, geringe
Kno
chenumbauprozesse
Bereich
Processus
transversus
BWK 9 und 10 rechts. Diskrete rechtskonvexe thorakale und linkskonvex lumbale Skoliose. Breite
Diskusprotrusion
L5/S1, keine Neurokompression
Ellenbogenkontusion mit Eröffnung Bursa
olecrani
Juli 2008 Ellbogen-Arthroskopie bei
schmerzhafter
posteriorer
Plica
2
8.
Oktober 2011 MRI Ellbogen rechts: unauffällig
1.
Dezember 2011: Ellbogengelenk beidseits lateral,
ventro
-dorsal: beide Ellbogengelenke mit regelrechter Knochenstruktur. Unauffällige Gelenkverhältnisse. Kein Hinweis für degenerative Veränderungen oder frische knöcherne Verletzungen
Sie führten aus, klinisch würden sich keine Hinweise
für
eine
radikuläre
Symp
tomatik zeigen (S. 3).
Sie attestierten bezogen auf die bisherige Tätigkeit als Verputzmaurer und Fassadenbauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine mit
telschwere Arbeit ohne längerdauernde vorgeneigte Rumpfposition hielten sie
ganztags für zumutbar. Sie empfahlen einen erleichterten Wiedereinstieg mit einem täglichen Pensum von vier Stunden, sofern ein Einsatz in einer Ver
weistätigkeit im bisherigen Betrieb möglich sei
(S. 2).
4
.
6
Kreisarzt
Dr.
I._
ging am 1
0.
Januar 2012 davon aus, dass bezüglich der lumbalen Beschwerden der Status quo ante/sine circa sechs Monate nach dem Unfallereignis – und damit auch im Beurteilungszeitpunkt – erreicht sei (Urk. 10/56). Eine Woche später führte er aus
, der Unfall vom 31. Mai 2011 habe am Rücken bildgebend keine traumatisch bedingte Läsion verursacht. Er verwies hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf die im Austrittsbericht der
Klinik J._
vorgenommene Beurteilung (
Bericht vom 1
7.
Januar 2012 [
Urk.
10/59
]
).
4.7
Nachdem die Beschwerdegegnerin bei
Dr.
K._
von der
Klinik J._
im Wesentlichen um ergänzende Angaben zu den Unfallfolgen nachgefragt hatte (
Urk.
10/62),
berichtete diese
am
1.
März 2012
, der Beschwerdeführer habe sich im Rahmen der Rehabilitation als konsistenter, leistungsbereiter Patient gezeigt, der sein Belastungsvermögen aufgrund seines Einsatzes deutlich
habe
steigern können.
Mittels kontinuierlichen Trainings könne die in der
Klinik J._
festgestellte
Leistungslimite
erhöht werden.
Der Beschwerdeführer
habe berichtet, dass er seit dem Unfall im Juli 2007 im Rückenbereich nie mehr schmerzfrei gewesen sei und mit den Beschwerden gearbeitet habe. Aufgrund des neuerlichen Unfalls habe er eine massive Schmerzzunahme angegeben. Die Beurteilung der Kausalität – so
Dr.
K._
weiter – liege nicht in ihrem Kompe
tenzbereich, weshalb sie die Erstellung
eines Gutachtens empfehle (Urk.
10/80).
4.8
Dr.
E._
nannte am
9.
März 2012 (
Urk.
10/82) nachstehende Diagnosen:
Posttraumatisches
Thorakolumbovertebralsyndrom
mit rezidivierendem
lumboradikulärem
Reizsyndrom bei Diskushernie L5/S1 und
Bone
bruise
im
Processus
transversus
LWK 2
Status nach Facettengelenksinfiltration L5/S1 und L4/5 rechts
Sie führte aus, seit dem Unfall mit Treppensturz leide der Beschwerdeführer an permanenten Lumbalgien mit belastungsabhängigen Ausstrahlungen in beide Beine.
Die Schmerzen seien vorhanden, o
bwohl neurologisch keine nennens
wer
ten Defizite
hätten
nachgewiesen werden
können
. Dem Beschwerdeführer sei weder die Ausübung seiner Tätigkeit als Coiffeur noch als Fassadenmonteur zumutbar (
Urk.
10/82).
4.9
Auf erneute Nachfrage der Beschwerdegegnerin
bei der
Klinik J._
(
Urk.
10/86)
führte
Dr.
med.
M._
, Medizinischer Leiter Arbeitsorientierte Rehabilitation, aus, seit Jahren bestehe die Abmachung, dass die Kausalität nicht durch die Ärzte der
Klinik J._
, sondern durch die
Beschwerde
gegnerin
beurteilt werde.
Im konkreten Fall sei festgestellt worden, dass sich der Beschwer
deführer in der Rehabilitation gut leistungsbereit und konsistent gezeigt habe und somit nicht davon auszugehen sei, dass psychogene oder
ver
haltensmässige
Faktoren bei der Persistenz der Rückenbeschwerden eine Rolle spielen würden. Da die
Klinik J._
keine Kausalitätsbeurteilungen vor
nehme, könne nicht beurteilt werden, ob beim Versicherten nicht unfallbedingte somatische Gründe für die Persistenz der Rückenbeschwerden
verantwortlich
seien. Selbstkritisch müsse
aber
festgestellt werden, dass im Austrittsbericht
bei der
Diagnose eines
lumboradikulären
Reizsyndroms
auf den Ausdruck „post
traumatisch“ hätte verzichtet werden sollen (
Urk.
10/89).
4.10
Das am 2
8.
Juni 2012 im
Institut H._
angefertigte MRT der Len
den- und der Brustwirbelsäule zeigte eine kleine mediane Diskushernie im Seg
ment LWK 5/SWK 1 ohne abgrenzbare
n
Kontakt zu den Nervenwurzeln. Abge
sehen davon sei ein altersentsprechender regelrechter lumbaler und thorakaler Untersuchungsbefund der Wirbelsäule ohne Nachweis entzündlicher Verände
rungen oder einer Diskuspathologie ersichtlich (
Urk.
10/100).
4.11
Kreisarzt
Dr.
med.
N._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom
1.
Juli 2013
fest, nach den Untersuchungen vo
m 1
8.
August und 2
0.
September 2011 in der Wirbelsäulensprechstunde der
Klinik A._
seien von den dortigen Spezialisten keine Ursache für die beklagten Beschwer
den erkannt und kein Therapieansatz gesehen worden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
hatten
zu diesem Zeitpunkt keine Unfallfolgen mehr vorge
legen. Der kernspintomographische Befund einer Diskushernie im Segment LWK 5/SWK 1
habe
zu keinem Zeitpunkt eine klinische Entsprechung
gezeigt
und sei somit nie symptomatisch gewesen. Es handle sich um einen Zufallsbefund ohne klinische Relevanz.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die Diskushernie durch das Unfallereignis vom Mai 2011 weder hervorgerufen noch aktiviert worden. Der mit Bericht vom 2
5.
Juli 2011 fachradiologisch erhobene Befund eines
Bone
bruise
im Bereich des rechten Querfortsatzes des zweiten
Lendenwir
belkörpers
sei nicht geeignet, in die Beine ausstrahlende Schmerzen zu erklären. Ein kausaler Zusammenhang mit den inkriminierten Unfallereignissen sei ledig
lich möglich (
Urk.
10/121 S. 13).
5.
5.1
Aus den zitierten Arztberichten geht hervor,
dass der Beschwerdeführer
wie er
wähnt
am 31. Mai 2011
(
und nicht am
6.
Juni 2011, wie in der Unfallmeldung
[
Urk. 10/1
]
angegeben und in der Folge von
verschiedenen Ärzten angenom
men) auf ein
er Treppe stürzte und sich am Rücken verletzte.
Während die von Dr.
C._
kernspintomographisch als
Bone
bruise
interpretierte
Signalauffällig
keit
auf der Höhe des rechten Querfortsatzes des zweiten Lendenwirbelkörpers (vgl.
Urk.
10/121 S. 12) – die vo
n
Kreisarzt
Dr.
N._
als
nur
möglicherweise durch das Unfallereignis hervorgerufen qualifiziert wurde (
Urk.
10/121 S. 13) –
vor der Leistungseinstellung ausgeheilt war (
Urk.
1 S. 8 ff.,
10/100, 10/121 S. 12 und 16 S. 4)
und folglich
nicht für die anhaltenden Beschwerden verantwortlich ist
, litt
d
er
Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben noch über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus unter sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
d
en Rückenbeschwerden.
5.2
Hinsichtlich der von
Dr.
C._
am 2
5.
Juli 2011 erhobenen
kleinen medianen Diskushernie LWK 5/SKW 1 gelangte
Dr.
N._
am
1.
Juli 2013 zum Schluss, dass der betreffende Befund zu keinem Zeitpunkt eine klinische Entsprechung
ge
zeigt
hab
e und
nie
symptomatisch
gewesen sei
. Dies begründete er durchaus einleuchtend damit, dass der von
Dr.
D._
erhobene klinische und elektro
myographische Befund normale Ergebnisse zeigte und auch die Ärzte der
Klinik A._
kein auf eine Affektion der Nervenwurzel hinweisendes
Untersuchungsergebnis erhoben ha
tten (
Urk.
10/121 S. 11).
In Übereinstimmung damit hielt
en sowohl
Dr.
C._
als
auch
Dr.
E._
fest, dass die Diskushernie zu keiner Nervenkompression
ge
führt
habe
(
Urk.
3/2
und
Urk.
10/16
).
5.3
Dass die pathologischen Befunde im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere die
kleine mediane Diskushernie LWK
5/
SWK 1, traumatischer Natur wären, ist auf
grund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer auf nämlicher Höhe bereits am
3.
Juni 2008
eine
breite
Diskusprotrusion
aufwies
(
Urk.
10/32)
, sowie ange
sichts
des Unfallgeschehens nicht anzunehmen. So entspricht es einer medizi
nischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenverän
de
rungen
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonde
ren Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt.
Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das
Unfall
ereignis
von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (vgl. für Viele
etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_843/2014 vom 1
8.
März 2015 E. 8.1
).
Ein Unfall ist
somit
nur in Ausnahmefällen geeig
net, eine Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine gesunde Band
scheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher die Wir
belknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde
. B
ezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten dieselben
Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesun
de Bandscheibe zu verletzen (Urteil des damaligen Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts U 441/04 vom 1
3.
Juni 2005 E. 3.1).
Selbst wenn –
wie vom Beschwerdeführer behauptet
– der
Bone
bruise
überwie
gend wahrscheinlich
durch das Unfallereignis vom 3
1.
Mai 2011 verursacht worden
wäre
,
wären
die Voraussetzungen für die Qualifikation der kleinen
medianen
Diskushernie LWK 5
/
SWK 1 als unfallkausal nicht erfüllt. Denn in der Rechtsprechung werden als Beispiele für ein Unfallereignis von besonderer Schwere etwa ein freier Stur
z aus erheblicher Höhe, ein Spru
ng aus zehn Meter Höhe, ein Sturz beim Tragen von Lasten oder ein Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit genannt. Es sind massivste Gewalteinwirkungen auf den Kör
per notwendig (Urteil
des Bundesgerichts
8C_811/2012 vom
4.
März 2013 E.
6.2).
Damit nicht vergleichbar ist der
vom Beschwerd
eführer erlittene
Unf
all, bei dem er auf ein
er Treppe stürzte
und mit
d
em Rücken auf der Kan
te einer Treppenstufe aufschlug.
Nur schon aus diesem Grund kann das Anschlagen der Lendenwirbelsäule
nicht als Ursache der beim Beschwerdeführer vorhandenen Diskushernie gelten.
Der am Tag nach dem Unfallereignis unternommene Arbeits
versuch (
Urk.
1 S. 3) lässt sich zudem mit den
für die Annahme einer
unfallbedingten Verursachung der Diskushernie rechtspr
echungsgemäss
gefor
der
ten unverzüglichen dramatischen Auswirkungen, welche
nach dem Ges
a
gten
nicht ausgewiesen sind, nicht vereinbaren.
Hieran ändert auch die im Auftrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers abgegebene Beurteilung von
Dr.
E._
vom
4.
September 2012 zur
Unfall
kausalität
der Diskushernie nichts (
Urk.
3/1-2
=
Urk.
10/128
), fehlt
es
doch
an
eine
r
schlüssige
n
Begründung.
So
weit
Dr.
E._
die Diskushernie bereits des
halb als durch einen Unfall verursacht erachtet, weil sie nach diesem aufgetre
ten ist (vgl. auch
Urk.
16 S. 4), erschöpft sich ihre Begründung in der Figur „
post
hoc ergo
propter
hoc“. Dies genügt indes rechtsprechungsgemäss nicht für die Annahme einer natürlichen Kausalität (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
5.4
Nebst
der
(
unfallfremden
)
Diskushernie in Höhe L5/S1 und dem abgeheilten
Bone
bruise
diagnostizierte
Dr.
E._
ein
Thorakolumbovertebralsyndrom
mit
rezidivierendem
lumboradikulärem
Reizsyndrom (
Urk.
10/82
und
Urk.
3/2
)
, wobei
ein entsprechender
Befund auch von den Ärzten der
Klinik J._
erhoben
wurde (
Urk.
10/57 S. 1)
.
Dr.
D._
ging von einer
Lumbalgie mit
radikulären
Reizerscheinungen
aus (
Urk.
10/7 S. 1)
,
und die Ärzte der
Klinik A._
stellten eine Lumbago fest (
Urk.
10/37)
.
Den von den behan
delnden Ärzten übereinstimmend erhobenen
lumbalen Beschwerden ist gemein
sam, dass sich
ihnen
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
kein
unfall
bedingtes
organisches Substrat gegenüberstellen lässt.
D
er
Bone
bruise
– sofern er überhaupt überwiegend wahrscheinlich unfallkausal ist
bzw.
zu strukturellen Verletzungen geführt hat, was von der Beschwerdegegnerin verneint wird (Urk. 10/121 S. 12)
–
ist
ausgeheilt. Anderweitige organische Beschwerden sind keine
feststellbar
.
Namentlich
fehlt es an
n
eurologischen Ausfällen (vgl.
insbesondere
die
Berichte von
Dr.
D._
vom 1
7.
Juni 2011 [Urk.
10/7] und
des
Instituts G._
vom 2
5.
Juli 2011 und
3.
Juli 2012 [
Urk.
10/16 und
Urk.
10/100]).
Im Übrigen gilt es
zu berücksichtigen, dass nach derzeitigem medizinischen Wissensstand der Status quo sine bei posttraumati
schen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden kann
,
wogegen ei
ne allfällige richtunggebende Ve
rschlimmerung rönt
genologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss (Urteil des Bundesgerichts 8C_843/2014 vom 1
8.
März 201
5
E. 8.1).
In Übereinstimmung damit steht, dass die behandelnden Ärzte der
Klinik A._
am 2
0.
September 2011 – und damit knapp vier Monate nach dem Unfallereignis – weder klinisch noch bildgebend ein Korrelat zur Schmerzsituation finden konnten und deshalb auch keinen Therapieansatz mehr sahen (
Urk.
10/37).
Soweit der Beschwerdeführer
in diesem Zusammenhang
der Beurteilung
von Assistenzärzten per se
geringeren
Be
weiswert
beimessen
möchte
als denjenigen
hierarchisch übergeordneter Ärzte
(vgl.
Urk.
1 S. 9), kann ihm nicht gefolgt werden.
Ob und gegebenenf
alls inwieweit bereits vor dem Unfall (klinisch stumme) dege
nerative Erkrankungen vorhanden ware
n, die durch den Unfall vom 31.
Mai 2011 verschlimmert worden sind, braucht nicht näher geprüft zu wer
den, da es einer medizinischen Erfahrungstatsache entspricht, dass eine trauma
tische Verschlimmerung solcher Erkrankungen in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abgeschlossen ist (
vgl. etwa
Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 354/04 vom 1
1.
April 2005 E. 2.2
, Bundesgerichtsurteil 8C_1029/2012 vom 2
2.
Mai 2013 E. 4.2.1 mit Hinweisen
). Von diesen allgemeinen Erkenntnissen abzugehen besteht umso weniger Anlass, als die Kontusion vom
3
1.
Mai 2011
nicht besonders schwer war (
vgl. E.
5.3 vorstehend
)
.
5.5
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann aufgrund de
s
Umstandes
, dass die behandelnden Ärzte ihren Diagnosen jeweils den Ausdruck „posttrau
matisch“ voranstellten (
Urk.
1 S. 8)
,
nicht auf eine Unfallkausalität der Beschwer
den geschlossen werden.
D
enn dabei handelt es sich einzig um eine zeitliche Angabe, aus der
zu lesen ist, dass die
gesundheitlichen Störungen
nach dem U
nfallereignis
aufgetreten sind.
Ausserdem
hat sich keiner der betreffenden Mediziner explizit und nachvollziehbar begründet zur Kausalitätsfrage
geäus
sert
.
Gleiches gilt für den ärztlichen Zwischenbericht von
Dr.
med.
O._
, Assistenzarzt an der
Klinik A._
(vgl.
Urk.
10/37 S. 2) vom
14. Oktober 2011 (Urk. 10/40).
5.6
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern die Einholung eines medizini
schen Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entschei
dende Erkenntnisse liefern könnte
(
antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d mit weiteren Hinweisen)
, zumal
es für die Beendigung der
Leistungs
pflicht
der Unfallversicherung genügt, dass mit überwiegender
Wahrscheinlich
keit der Status quo ante
vel
sine eingetreten ist.
Folglich ist darauf zu verzich
ten.
6.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer ab
2.
Juli 2012 weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen
nicht
überwiegend
u
nfallkausal sind
. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistun
gen per
1.
Juli 2012 einstellte
.
Dies führt
zur Abweisung der Beschw
erde
, soweit darauf ein
zu
treten
ist
.