Decision ID: 54b9fdad-fcfe-4566-b1ff-8e126b11a438
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956,
meldete sich am 2
2.
Juni 2002 unter Hin
weis auf
zwei versteifte Halswirbel bei der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
8/3), nachdem die
Z._
seine
Anstellung als Kranführer
nach längeren krankheitsbedingten Abwesenheiten
(Urk. 8/21)
auf Ende April 2002 gekündigt hatte (
Urk.
8/11). Die
Sozialver
si
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
veranlasste nach erwerblichen
(
Urk.
8/11
,
Urk.
8/12
und
Urk.
8/37
) und medizinischen (
Urk.
8/16
,
Urk.
8/19
und Urk.
8/36
)
Abklärungen
eine Begutachtung durch die
MEDAS
A._
(
Gutachten vom 1
8.
März 2005,
Urk.
8/59).
Schliesslich verneinte
sie
m
it Verfügung vom 2
8.
April 2005 (
Urk.
8/62)
den
Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 21
%
, woran sie mit
Einspracheentscheid
vom 8.
September 2005 festhielt (
Urk.
8/74)
.
1.2
Am
1.
Juli 2009
(
Urk.
8/84
,
Urk.
8/91
und
Urk.
8/95
) stellte der nun von den Sozia
len
Diensten
der Stadt
B._
unterstützte
X._
erneut ein Gesuch um
Zu
sprache
von Leistungen der Invalidenversicherung (Massnahmen für die berufli
che Eingliederung/Rente) unter Beilage von Arztberichten (
Urk.
8/88) und dem
Hinweis, sein Gesundheitszustand habe sich relevant verschlechtert. Die IV-Stelle
holte einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
8/97) und
weitere Arztb
erichte (
Urk.
8/98
,
Urk.
8/102
-103
,
Urk.
8/106
,
Urk.
8
/112
) ein
.
Zudem
beauftragte sie
Dr.
med.
C._
, FMH Rheumatologie und
Physikalische Medizin,
D._
, bei dem der
Versicherte
bereits in Behandlung stand,
mit einer me
dizini
schen Abklärung
unter Einschluss einer Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit
(
EFL;
Urk.
8
/114).
Die Expertise
wurde am 16.
September 2010 erstattet
(
Urk.
8
/116). Mit Vorbescheid
en
vom
1
8.
und 1
9.
Januar 2011
stellte die IV-Stelle
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Bezug auf die Arbeitsvermittlung
(Urk.
8/125)
und
die
Zusprache
einer vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2010 befris
te
ten
ganzen
Invalidenrente
in Aussicht
(
Urk.
8/
12
7
)
.
Am 1
8.
Feb
ruar 2011 erhob der Versicherte
Einwand
gegen den
Rentenvorbe
scheid
(
Urk.
8/133) und am 1
1.
März 2011 teilte er mit, dass er nach eine Ver
schlechterung der gesundheitlichen Situation erneut an der Halswirbelsäule
ope
riert werden müsse (
Urk.
8/136).
Mit Eingabe vom 3
1.
Mai 2011
liess
der Ver
sicherte
durch seine Rechtsvertreterin
zudem
einwenden
,
die Untersuchung
im
D._
sei wider der Ankün
digung nicht
von
Dr.
C._
,
sonder
n von
Dr.
med.
E._
durchgeführt
worden
,
weshalb nach
der geplanten Operation an der Halswirbelsäule erneut
eine Begutachtung
stattfinden
müsse (
Urk.
8/139). Mit
Verfügung vom 1
7.
Okto
ber 2011 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren in Bezug auf die Ar
beits
ver
mittlung ab (Urk.
8/141).
Der Chirurg
Dr.
F._
, FMH Ortho
pädie,
be
richtete
der IV-Stelle am 1
2.
November
2011
über die Operation
an der
Hals
wirbelsäule
(
Urk.
8/144)
, worauf die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbe
scheid
vom 1
4.
Februar
2012
eine
vom 1.
Januar bis 31.
Oktober
2010 und vom
1.
Janu
ar bis 3
0.
April 2012
befristete
ganze Rente in Aussicht
stellte
(
Urk.
8/146)
. Nach
erneutem
Einwand des Versicherten (
Urk.
8/150
),
Eingang einer
Stellungnahme von
Dr.
C._
zur Begutachtung durch
Dr.
E._
(
Urk.
8/153-154
),
einer weiteren Stellungnahme
des Versicher
ten
(
Urk.
8/157)
und
Rücksprache mit
dem
Rechtsdienst (
Urk.
8/170/4-5)
ver
anlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Untersuchung beim
G._
. Das Gutachten datiert vom 1
5
.
Oktober
2013 (
Urk.
8/16
7
/2-32).
Die IV-Stelle
gab dem Versicherten
in der Folge
Gelegenheit zur Stellungnahme (
Urk.
8/169)
und
sprach dem Versicherten
mit Verfügungen vom 2
9.
Januar 2014
befristet
vom
1.
Januar bis 3
1.
Oktober 2010 (
Urk.
2) und
vom
1.
Januar bis 3
0.
April 2012
eine ganze Rente
zu
(
Urk.
8/171, Urk.
8/184/1-2).
2.
Gegen die
Verfügung(en) vom 2
9.
Januar 2014 erhob der Versicherte am 7.
März
2
014 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem Antrag
, diese sei
(
en
)
aufzuheben und es seien
ihm
ab dem
1.
November 2010 und ab dem
1.
Mai 2012 die gesetzli
chen
Leistungen auszurichten (S.
2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Ver
nehm
lassung auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort vom 2
4.
April 2014
,
Urk.
7) unter Beilage einer Stellungnahme ihres
R
egionalen
Ä
rzt
lichen Dienstes (RAD,
Urk.
9
)
. D
er Beschwerdeführer präzisierte
in seiner Replik vom
1
0.
Juni 2014
den Antrag
dahingehend, dass er ab November 2010 sowie ab Ma
i 2012 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (
Urk.
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
15), was dem Beschwerdeführer am
6.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.
1.
Am 2
9.
Januar 2014 erliess die IV-Stelle
insgesamt
vier verschiedene Verfügun
gen, welche
die beiden befristeten
Ansprüche
des Beschwerdeführers
auf
Aus
richtung einer
ganze I
nvalidenrente
vom
1.
Januar bis 3
1.
Oktober 2010
und
vom
1.
Januar bis 3
0.
April 2012
sowie die
dazugehörigen
Kinderrente
n
zum In
halt
hatten
(
Urk.
8/180-202).
Die Begründung
(Urk. 8/171)
war
wohl
(
einzig
)
der
Ver
fügung
betreffend den
vom
1.
Januar bis 3
0.
April 2012 befristeten Renten
an
spruch
angefügt
(
Urk.
8/184
, siebenseitige Verfügung
). Diese Verfü
gung
en
ging
en
zwar an die korrekte Adresse des Beschwerdeführers
(
Urk.
8/182,
Urk.
8/194,
Urk.
8/197 und
Urk.
8/201) sowie an die
Sozialen Dienste
der Stadt
B._
(
Urk.
8/185-186)
.
Doch
konnte
n sie
der Rechtsvertreterin des Beschwer
deführers vorerst nicht zugestellt werden, da sie falsch adressiert war
en
(
Urk.
8/184)
, wes
halb sie von der Post wieder retourniert wurden (
Urk.
8/202
/3
)
.
Beim erneuten Versand am 7.
Februar 2014 an die aktuelle Adresse der
Rechts
vertreterin
(
Urk.
8/202/1-2)
wurde vermutlich nur die erste Verfügung betref
fend die
Ren
ten
befristung
vom 1.
Januar bis 3
1.
Oktober 2010 zugestellt (
Urk.
2).
Die
Rechts
vertreterin
machte in ihrer Beschwerde entsprechend geltend, die vom
1.
Januar
bis 3
0.
April 2012
befristete Rente
sei wohl schlichtweg ver
gessen worden. Zu
dem
rügte sie, auf ihre Stellungnahme zum Gutachten sei in der Verfügung
überhaupt nicht e
ingegangen worden (
Urk.
1 S.
3). A
us dieser Verletzung des recht
lichen Gehörs leitet
e
sie allerdings keinen Anspruch ab, sie macht
e
ins
be
son
dere nicht geltend, dass die Sache deswegen an die
Beschwer
degegnerin
zurück
zuweisen sei.
1.2
Die Rechtsvertreterin erhielt in der Folge
Einsicht in die gesamten
Gerichtsakten
und
Gelegenheit zur Replik
(
Urk.
10)
, womit sie
auch die Begründung der befris
teten
Rentenzusprache
zur Kennt
nis nehmen konnte.
Sie nahm allerdings
zum Verfahrensablauf
keine Stellung und verlangte wiederum nicht, dass die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei
(
Urk.
12), weshalb
–
um eine unnötige, vom Beschwerdeführer nicht erwünschte Verzögerung
zu vermeiden
(BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 15. Januar 2010 E. 2.1-2)
–
von einer Rückweisung
der An
ge
legenheit an die IV-Stelle
abzusehen ist
.
1.3
Vor diesem Hintergrund kann offen gelassen werden, ob die Rechtsvertreterin
– immerhin geht sie in ihrem Rechtsbegehren ohne Weiteres davon aus, dass die gesetzlichen Leistungen ab November 2010 und
ab
Mai 2012 in Streit stehen –
vom Fehler Kenntnis hatte
,
womit sie nach
dem Grundsatz von Treu und Glau
ben, welcher Behörden und Privaten gleichermassen rechtsmissbräuchliches und
widersprüchliches Verhalten
verbietet
,
gehalten
gewesen wäre
,
sich bei der IV-
Stelle nach einem möglichen Versehen
und dem Inhalt der anderen Verfüg
ung
en
zu erkundigen
(v
gl. etwa BGE 134 V 306 E. 4.
2
)
.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2
ATSG).
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.
3
Für die Bejahung eines Rentenanspruches im Rahmen einer
Neuanmeldung
nach vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur
Rentenre
vision
gemäss
Art. 17 Abs. 1 ATSG eine erhebliche Änderung des
Invaliditäts
grades
verlangt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE
133 V 108 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung ein
getreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demje
nigen zur Zeit
des auf die
Neuanmeldung
hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E. 2 mit Hinweis, 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine
bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sach
ver
haltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. auch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130 V 34
3
E. 3.5 mit Hinweisen).
2
.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog an
wendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des
Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen
(Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E.
2.3 mit Hinweisen)
.
2
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die befristete
Rentenzusprache
(
Urk.
8/171)
mit vollständigen Arbeitsunfähigkeiten nach
zwei
am 2
9.
September 2009 und am 2
5.
Oktober 2011 durchgeführten Rückenoperationen. Sie stützte sich dabei
im Wesentlichen
auf das Gutachten des
G._
vom 1
5
.
Oktober
2013
und die Stellungnahme ihres RAD
und ging davon aus, dass der Beschwerdeführer nach der ersten Rückenoperation ab dem 2
0.
Juli 2010 (Datum der EFL
beim
D._
)
und nach der zweiten Rückenoperation ab dem
1.
Februar 2012
in angepassten Tätigkeiten wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei.
In ihrer Beschwerdeantwort
vom 2
4.
April 2014 (
Urk.
7)
hielt die Beschwerdegegnerin unter Bezugnahme auf eine beigelegt
e
RAD-Stellungnahme (
Urk.
9) an ihrer Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit fest. Sie nahm im Weiteren Anpassungen beim Validen- und Invalideneinkommen vor und errechnete so
ab dem 2
1.
Juli 2010 einen Invaliditätsgrad von 32
%
und ab
dem
1.
Februar 2012 einen Invaliditätsgrad von 33
%
(
Urk.
7).
3
.2
Der Beschwerdeführer bestritt die Beweiswertigkeit des
G._
-Gutachtens, nam
ent
lich in orthopädischer und neurologischer
Hins
icht (
Urk.
1 S.
3 ff.)
.
Er reichte eine
abweichende Stellungnahme seines behandelnden Chirurgen Dr.
F._
und einen Bericht zu einem am 1
6.
Dezember 2013 durch
geführten CT der
Len
denwirbelsäule
ein (
Urk.
3/3-4).
Zudem beanstandete er das der Verfügung zu
grunde
liegende
Valideneinkommen
(
Urk.
1
S.
7).
In seiner Replik
bemängelte der Beschwerdeführer erneut die Beweiswertigkeit der
G._
-Expertise
sowie
die
von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Validen- und
Invalidenein
komme
n
(
Urk.
12).
3.3
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers für die Zeit ab 1. Januar 2010 (vgl. auch E. 2.4).
4
.
Der
erstmaligen
Abweisung des Rentenanspruchs
mit Verfügung vom 2
8.
April 2005 (
Urk.
8/62) und
Einspracheentscheid
vom
8.
September 2005 (Urk. 8/74)
lag
das polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
A._
vom 1
8.
März 2005
in den
Disziplinen Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie
zugrunde
(
Urk.
8/59)
. Die berichtenden Fachärzte stellten damals die folgenden Diagnosen
(S.
12)
:
-
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
Cervicalsyndrom
bei leichter
Spondylarthrose
und
Unk
overtebralarthrose
mit/bei:
Status nach
Diskushernienoperation
und
Spondylodese
nach
Cloward
-Robinson C6/7 im Mai 2001
-
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
:
chronifiziertes
,
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne strukturelles Korrelat
chron
ifizierte
Epicondylalgia
hum
er
ora
dialis
beidseits
chronisch-rezidivierendes Hämorrhoidalleiden
Status nach Fingerendgliedamputation
Dig
. V rechts
Die Gutachter stell
t
en zusammenfassend fest, der Beschwerdeführer sei für eine mittelschwere Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Aufgrund der degenerativen Ver
änderungen im Bereich der Halswirbelsäule
(HWS)
sei eine Tätigkeit als Kran
füh
rer mit häufigen
HWS-
Extensionsstellungen als nicht ideal zu betrach
ten (S. 14
).
5
.
5
.1
Die
Arztberichte, welche die Neuanmeldung betreffen,
ergeben über den Ge
sund
heitszustand des Be
schwerdeführers folgendes Bild:
5
.
2
Dr.
F._
,
Spine
Care, Spital
H._
, bei welchem der Beschwerde
füh
rer
seit März 2001 in Behandlung steht
,
berichtete der IV-Stelle am 2
8.
Juli 2009
(
Urk.
8/98/1-4) von einem
Status nach
Cloward
Spondylodese
C6/7 im Mai 2001
bei einem verifizierten
Durchbau
und im Verlauf deutlicher
erosiver
Osteochondrose
auf der Ebene C5/6 mit belastungsbedingter
Cerviko
brachialgie
. Zu
dem bestehe ein therapieresistentes invalidisierendes
Lumbo
ischialgie
syn
drom
linksbetont bei medialer Diskushernie L5/S1 s
owie
Osteo
chondrose
gemäss
einem
MRI der Lendenwirbelsäue vom
5.
Januar 200
9.
Diesbezüglich sei am 2
9.
September 2009 eine
Spondylodese
mit PLIF L5/S1 links vorgesehen.
Dr.
F._
wies ferner auf eine
nicht orthopä
dische Diagnose, eine aus
geprägte
myogene
Schädigung des Sphinkter
ani
ex
ternus
beidseits mit
Anal
stuhlinkontinenz
Grad I-II
, hin
.
Dr.
F._
führte
im Weiteren
aus, es bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule aufgrund des Nackens und des Lumbalbereichs. Das monotone Stehen und Sitzen sowie das Tragen von über 10 Kilogramm seien auf Da
uer zu meiden.
Abweichend zu seiner früheren Einschätzung, als er lediglich HWS-Beschwerden beurteilt und eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hatte (Bericht vom 28. August 2002, Urk. 8/16), ging
Dr.
F._
ab sofort und auf Dauer von einer
Restarbeitsfähigkeit von höchstens 50
%
– auch in angepasster Tätig
keit –
aus
.
5.
3
Dr.
med.
E._
stellte
im medizinischen Gutachten des
D._
(visiert durch
Dr.
C._
)
vom 1
6.
September 2010 (
Urk.
8/116
/1-9
) unter Einschluss einer
am
19./2
0.
Juli 2010 durchgeführten
EFL (
Urk.
8/11
6/14-26)
die folgenden Diagnosen
(S. 8)
:
chronisches
l
umbospondylo
genes
Schmerzsyndrom bei
Status nach
Spondylodese
L5/S1
dorsomedial
rechts,
Hemi
-PLIF L5-S1 von links,
Hemilaminektomie
,
Neurolyse
,
Foraminotomie
und Diskektomie L5/S1
links we
gen invalidisierender
Lumboischialgie
bei medialer
Diskusprotrusion
sowie
Facet
tengelenksarthrosen
L5/S1
Spondylodese
nach
Cloward
Robinson C6/C7 mit Knochenspan 2001
persistierendes chronisches
cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom
persistierendes sensibles
radikuläres
Reizsyndrom C6 rechts
nachgewi
esene
myogene
Schädigung des
Sph
inkter
ani
externus
beidseits mit
Stuhlin
kontinenz
Grad I-
II
.
Die Berichterstatter attestier
t
en dem Beschwerdeführer
in der letzten beruflichen Tätigkeit als Kranführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 2
7.
Juli 2010 auf
grund der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule in vorgeneigten Positio
nen,
der verminderte
n Belastbarkeit der Halswirbelsäule
beim nach hinten Stre
cken des Kopfes und der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule beim Han
tieren
mit
Gegenständen, die schwerer als zirka 15 Kilogramm sind.
Nicht zu
mutbar sei zudem die Verweistätigkeit als Hilfsarbeiter auf dem Bau, bei der Gewichte
von über 25 Kilogramm
zu
heben und hantieren
seien
. Sie führten aus, das
Aus
mass der in der EFL demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit
den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der kli
nischen Un
ter
suchung und der bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen in soma
ti
sche
r Sicht zum Teil erklären. Aus medizinisch-theoretischer Sicht sei eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar. Spezielle Einschrän
kungen
bestün
den in Bezug auf monoton-
repetitive
Reklinationsstellungen
des Kopfes sowie vor
geneigt stehend und vorgeneigt sitzende Positionen, die nur manchmal aus
geführt werden sollten (EFL S. 5 und 7
und Gutachten S. 7 f.
)
5
.
4
Nach der
Osteosynthesematerialentfernung
und
Neurolyse
vom 8. Februar 2011
(Urk.
8/138) und der
am 2
5.
Oktober 2011 durchgeführten
Spondylodese
am
Hals
wirbelkörper
(HWK)
5/6 gab
Dr.
F._
am 1
4.
November 201
1
an,
die übliche
Rekonvaleszenzzeit
betrage drei Monate. Im Vordergrund stehe nach
wie vor die lumbale Beschwerdeproblematik. E
s bestehe auf Dauer eine Ein
schrän
kun
g der Wirbelsäulenbelastbarkeit. M
onotones Stehen und Sitzen sowie das Tragen von Gewichten über 10 Kilogramm sollten auf Dauer vermieden werden
(
Urk.
8/144)
.
5
.
5
D
ie
G._
-Gutachter
Dr.
med.
I._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Fallfüh
rung
,
Dr.
med.
J._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
K._
, FMH
Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
L._
, Facharzt Neurologie und PD
Dr.
med.
M._
, FMH Chirurgie,
stellten in ihrer
polydisziplinären
Ex
pertise
vom 1
5.
Oktober 2013 (Urk.
8/167/2-32
) folgende Diagnosen
(S. 28):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
chronisches
lumbovert
ebrales
Schmerzsyndrom
Status nach dorsaler
Spondylodese
LWK5/SWK1 am 29.
9.2009
Status nach Entfernung
des
Osteosynthesematerials
am 8.
2.2011
r
adiologisch regelrechter Befund
(Röntgen 23.12.2009 und CT 29.
9.2010)
2.
chronische Schulterbeschwerden beidseits
r
adiologisch Tendinitis
calcarea
und AC-Arthrose links sowie unauffälliger Be
fu
nd rechts (Röntgen 15.5.2012, MRI 27.8.2012 und 19.
2.2013)
k
linisch unauffälliger Befund
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
anale
Kontinenzstörung
niedrigen Grades bei
Status nach wiederholten
Hämorrhoidenoperationen
episodischer
Dyscheziesymptomatik
vom Typ der inkompletten Entleerung bei
Ver
dacht auf Outlet
obstruction
durch
paradoxe
Puborektalisfunktion
vermehrter Alkoholkonsum (ICD-10 F10.1) und Status nach regelmässigem
Can
nabiskonsum
(ICD-10 F12.1)
chronische Beschwerden im
Bereich der oberen Extremitäten
Status nach traumatischer Amputation des Kleinfingerendgliedes rechts zirka 1982
radiologisch unauffälliger Befund der Hände (Röntgen 15.01.2008)
chronische Nackenbeschwerden
Status nach
Spondylo
dese
HWK6/7 am 05/2001
Status nach
Spondy
lo
dese
HWK5/6 am 25.10.2011 bei Anschlussdegeneration
radiologisch regelrechter Befund (Röntgen 22.10.2012)
klinisch unauffälliger Befund
Status nach
Leistenhernienoperation
beidseits ohne Beschwerden und ohne Rezidiv
Die Gutachter berichteten, der Beschwerdeführer
gebe verschiedene Schmerzen an –
vor allem Rückenschmerzen und dort hauptsächlich in der Kreuzgegend, jedoch auch Schulter- und Armprobleme. Nach den vielen Hämorrhoiden-Ope
rationen habe er andauernd leichte Stuhlprobleme. Im Weiteren führten sie aus,
den subjektiv geklagten Beschwerden entsprechend stehe die Evaluation aus Sich
t
des Bewegungsapparates im Vordergrund. Diese Evaluation sei orthopä
disch und
neurologisch geführt worden. Es hätten sich dabei bezogen auf das chronische
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom und auch auf das chronische
HWS-S
yndrom keine
radikulären
Ausfälle gezeigt. Lumbal sei im Jahr 2009 eine
Spondylodese
erfolgt, zervikal hätten zwei
Spondylodesen
stattgefunden, einmal im Jahr 2001
und einmal im Jahr 201
1.
Daneben bestünden die chroni
schen
Schulterbe
schwer
den
beidseits mit radiologisch degenerativen Verände
rungen bei klinisch unauf
fälligem Befund. Aufgrund der objektivierbaren Be
funde, vor allem des Status
nach dreimaligen, formal erfolgreichen Operationen im Halswirbel- und
Lende
n
wirbelsäulenbereich
, bestehe eine verminderte Be
lastbarkeit der Wirbelsäule. Kör
per
lich schwere und anhalten
d
mittelschwere Tätigkeiten seien
dem Beschwer
de
führer
bleibend nicht mehr zumutbar. Auch Arbeiten in Zwangshaltungen,
mit repetitiven Überkopfarbeiten und mit Lasten heben über 15 Kilogramm seie
n für den Beschwerdeführer ungeeignet. Für kör
perlich leichte bis selten mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten, unter Einhaltung der ausgeschlossenen Belastungen, bestehe aus Sicht des Bewe
gungsapparates eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit
(S. 29).
Der orthopädische Gutachter gab an, d
ie vom Beschwerdeführer beklagten Be
schwerden liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde kei
nes
wegs vollständig begründen. Nachvollziehbar seien Restbes
chwerden nach lum
ba
ler
Spondylod
ese
sowie auch Einschränkungen an den Schultern bei
einer
Protraktionsfehlhaltung, kaum aber die als invalidisierend angegebenen Schmer
zen.
Die erhebliche
Beschwielung
der dominanten rechten Hand könne als un
trügliches Zeichen kürzlich erfolgte
r
manuelle
r
Tätigkeit
en
in nicht uner
heb
li
chem Ausmass angesehen werden (S. 21).
Die Gutachter berichtete
n
weiter, b
ei der
viszeralchirurgischen
Untersuchung hät
ten sich anale
Kontinenzstörungen
niedrigen Grades bei einem Status nach
wie
derholten Hämorr
h
oiden-Operationen gezeigt. Der Beschwerdeführer habe durch adäquate Essgewohnheiten eine günstige Stuhlregulation für sich erwir
ken kön
nen, so dass er im Alltag kaum eingeschränkt sei. Aus
viszeralchirurgischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Auch aus
allgemein
inter
nis
t
ischer
Sicht bestünden keine weiteren Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die Arbeitsfähigkeit sei ferner weder durch den vermehrten Alkoholkonsum noch allgemein aus psychiatrischer Sicht ein
ge
schränkt (S. 29).
Zusammenfassend resultiere aus interdisziplinärer Sicht, dass beim Beschwerde
führer eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere, anhaltend mittelschwere und nicht adaptierte Tätigkeiten bestehe, so auch für die ursprünglich ange
stam
mte und langjährig durchgeführte Arbeit als Kranführer. Für körperlich leichte bis selten mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S.
29).
Postoperativ könne nach den
Wirbelsäulenoperationen jeweils von Krankenständen von drei bis sechs Mona
ten
ausgegangen werden mit in dieser Zeit aufgehobener Arbeitsfähigkeit (S. 30).
Es sei seit der letzten Rentenverfügung
vo
m September 2005 zu keiner Verän
de
rung des Gesundheitszustandes mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gekommen
(S. 31)
.
6
.
6.1
Auf das
G._
-Gutachten vom 1
5.
Oktober 2013 (
Urk.
8/167/2-32), das nach fach
ärztlichen Untersuchungen in den Gebieten
Psychiatrie, Orthopädie,
Neu
ro
logie
und
Viszeralchirurgie
,
in Kenntnis
der
Vorakten
und
unter Berücksichti
gung
der geklagten Beschwerden erging und den rechtsprechungsgemässen An
forderungen an eine beweiswertige Expertise entspricht
,
kann
abgestellt wer
den.
Es
ist in Bezug auf die
viszeralchirurgischen
und psychiatrischen Einschät
zungen unbestritten.
Was die Rückenbeschwerden betrifft
,
stimmt das Gutachten
mit der Expertise des
D._
unter Einschluss einer EFL
vom 1
6.
September 2010 (E. 5.3)
überein.
Die
in der Zwischenzeit erfolgte
n
weitere
n
Operation
en
an Hals
- und Lenden
wirbelsäule
wurde in die Würdigung miteinbezogen
und d
er orthopädische Gutachter
ging wie
der Operateur
Dr.
F._
davon aus
,
dass
beim Beschwerdeführer
auf Dauer eine Einschränkung der Wirbelsäulenbelastbarkeit bestehe
(vgl. E. 5.4)
–
wobei dem
Orthopäden
die von
Dr.
F._
beschriebene Belastungs
grenze (Tragen von Gewichten über 10 Kilogramm) etwas tief angesetzt erschien (
Urk.
8/167/2-32 S. 22).
Dr.
F._
formulierte im damaligen
Bericht
keine zeitliche
n
Einschränkungen für belastungsadaptierte Tätigkeiten
, prog
nos
tizierte allerdings bereits im Bericht vom 2
8.
Juli 2009 auf Dauer eine
Rest
ar
beitsfähigkeit
von höchstens 50
%
(E.
5.2)
, was aber auch die Expertise
des
D._
(E. 5.3)
nicht bestätigte
.
Der orthopädische Gutachter setzte sich auch mit den
chronischen
Schulterbe
schwerden
des Beschwerdeführers
und den zuvor in bildgebenden Verfahren, etwa
im MRI der Klinik
N._
vom 1
9.
Februar 2013
,
festgestellten dege
ne
rativen Veränderungen
im Schulterbereich
in nachvollziehbarer Weise ausei
nander
(vgl.
Urk.
8/167/2-32 S. 20 f.
und Einwand
Urk.
1 S. 5 unten
).
6.2
Nicht geeignet, das Gutachten in Zweifel zu ziehen
,
ist die im
Beschwerdever
f
ahren
ergangene
Stellungnahme
von Dr.
F._
vom 1
3.
Februar 2014
(
Urk.
3/3)
, in welcher
der behandelnde Chirurg in
anwaltschaftlicher
Ma
nier für seinen langjährigen Patienten
einsteht. In diesem Zuge äussert er sich zum Ren
tenanspruch, was nicht Aufgabe des Arztes ist, setzt
sich mit dem Guta
chten aber nicht auseinander
, sondern
sieht bestenfalls
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in angepasster T
ätigkeit als realistisch an,
ohne seine
a
bweichende Ein
schät
zun
g nachvollziehbar zu begründen
.
6.3
Auch die
in der Beschwerde gegen den Beweiswert des Gutachtens erhobenen Ein
wände
sind nicht geeignet,
dessen
Plausibilität
zu erschüttern. So gibt es keine
Hinweise dafür, dass die Experten die Möglichkeit von Beeinträchtigun
gen durch
Operationsnarben
nicht in Betracht zogen, stellte die
Rechtsvertrete
rin
doch
selber fest, solche Operationsfolgen sollten dem neurologischen Gut
achter bestens
bekannt sein. Bekannt waren den Gutachtern zudem die zuvor dia
gnos
tizierten Sensibilitätsstörungen an den Armen und Händen (
Urk.
8/167/
2-32 S.
34)
und
die
vom Beschwerdeführer
geschilderte rasche Ge
fühllosigkeit in den
Fingern (S.
23
)
.
Die Feststellung
einer
gute
n
Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte
der
Wirbelsäule
(S.
21) steht nicht im Widerspruch zu
einzelnen
Wirbelverstei
fung
en
.
Insgesamt würdigte die Rechtsvertreterin
in
ih
rer
Beschwerde
schrift
– wie
Dr.
O._
bereits
in seiner Stellungnahme vom 10
.
Dezember 2013 zum Ein
wand zutreffend feststellte – den
glei
chen me
dizinischen Sachverhalt
aus der
Sicht einer Juristin
anders als die Gutachter
(
Urk.
8/170 S. 7), was nicht geeig
net
ist,
den Beweiswert der Fachexpertise
in Zweifel zu ziehen.
Soweit im neu auf
ge
legten Bericht
zu
m CT der
Lendenwir
belsäule
vom 1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
3/4) von einer leichten Einengung des Spinalk
anals und einer möglichen Irrit
ation
der Nervenwurzel S1 links die Rede ist
, sind diese
Befunde
nicht ge
eignet, das von
den Gutachtern formulierte
Be
lastungsprofil
in Frage zu stellen
(vgl.
Stell
ung
nahme des RAD-Arztes
Dr.
O._
vom 2
5.
April 2014,
Urk.
9
)
.
6.
4
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass
seit der letzten
anspruchsver
neinenden
Verfügung
keine
grundlegende
Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes
eingetreten ist.
Graduell
e
Verschlechterungen
– auch bedingt durch die
mehrfachen Operationen an der Wirbelsäule –
sind
mit dem
G._
-Gutachten
aller
dings
ausgewiesen
.
Angepasste
, körperlich leichte bis selten mittelschwere,
wech
sel
belastende
Tätigkeit
en
sind dem Beschwerdeführer
immer
noch
zu 100
%
zu
mutbar,
aber mit
Einschränkungen
bezüglich der
Belastbarkeit
und unter Aus
schluss von
anhaltend mittelschwere
n Tätigkeiten
.
Arbeiten in
Zwangshal
tung
en
,
mit repetitiven Überkopfarbeiten und mit Lasten heben über 15 Kilogramm
sind
für d
en Beschwerdeführer ungeeignet.
Zu berücksichtigen sind zudem die
mit den Rückenoperationen zeitlich befris
te
te
n
100%igen Arbeitsunfähigkeiten
während der Rekonvaleszenz.
Was deren Dauer
betrifft kann auf die nachvollziehbare Einschätzung des RAD-Arztes Dr.
O._
vom 2
5.
April 2014 (
Urk.
9)
abgestellt werden, wonach
hin
sicht
lich der dorsalen
Spondylodese
an der Lendenwirbelsäule vom
29.
September 2009 seit dem Datum der EFL (19./2
0.
Juli 2010) wieder von ei
ner vollen Arbeits
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten ausgegangen werden
kann
.
In
Bezug auf die am 2
5.
Oktober 2011 erfolgte
Spondy
lo
dese
der
Halswir
belkörper
5 und 6
ist
auf die
vom behandelnden Chirurgen
Dr.
F._
angegebene
übliche
dreimonatige
Rekonvaleszenz
(vgl.
E.
5.4
)
abzustellen
.
Anhaltspunkte dafür, dass
die
Osteosynthesematerialentfernung
vom 8. Februar 2011 (Urk. 8/138/3) zu
längerer Erwerbsunfähigkeit geführt hätte, sind den Akten und insbesondere dem
Bericht von Dr.
F._
vom 14. November 2011 (E. 5.4
) nicht zu ent
nehmen.
7.
7.1
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten seit der
am
1.
Juli 2009 erfolgten Neuanmeldung
und somit
frühestens
per 1.
Januar 2010 (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
7.2
Nach Art. 88a Abs. 2
I
VV
(
auch in der bis zum
1.
Januar 2012 geltenden Fas
s
ung
) ist eine
auf den gleichen Gründen beruhende
Verschlechterung der Erwerbs
fähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(BGE 140 V 2 E.
5.2)
. Art
.
29
bis
IVV ist sinngemäss an
wend
bar.
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ist
für die Herabsetzung oder Aufhe
bun
g der Leistung sodann gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV von dem Zeitpunkt an zu be
rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich län
ge
re
Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich wei
ter
hin andauern wird.
Das Bundesgericht wendet in solchen Fällen in der Regel den
zweiten Satz dieser Vorschrift an und gewährt oder bestätigt eine hö
here Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundh
eitszustandes hinaus (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 1
0.
Februar 2012 E.
5.1
mit weite
ren
Hinweisen
).
Für die
Dauer der vorübergehenden operationsbedingten vollen Arbeits
-
und Er
werbs
unfähigkeiten vom 2
9.
September 2009 bis
19./
2
0.
Juli 2010 und vom 25. Oktober 2011 bis
Ende Januar
2012 hat die
Beschwerdegegnerin dem Be
schwerdeführer
somit
zutreffend vom
1.
Januar bis 3
1.
Oktober 20
10
(
drei Mo
nate
nach
Eintritt der
Verbesserung
) und vom
1.
Januar bis 3
0.
April 2012
(drei Monate nach
Eintritt der
Verschlechterung bis drei Monate nach
Eintritt der
Verbesserung) eine
ganze
Invalidenrente
zugesprochen
.
7.
3
Zu prüfen bleibt, wie sich die
nach Erholung von den Rückoperationen verblei
benden
vor allem wirbelsäulen
- und schulter
bedingten Einschränkungen
ab
2
0.
Juli
2010 sowie ab
Februar 2012 in erwerblicher Hinsicht a
uswirkten.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.4
Was das
Valideneinkommen
betrifft hat die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfü
gung
sbegründung
–
wie be
reits in der ersten rentenableh
n
en
den Verfügung vom
2
8.
April 2005 (
Urk.
8/6
2
)
–
auf das seinerzeit als Kranführer bei der
Z._
erzielte Einkommen
abgestellt
und dieses an die
Nomi
nal
lohnentwicklung
angepasst
(vgl.
Urk. 8/61,
Urk.
8/123
und
Urk.
8/171
)
.
Sie er
rechnete derart für das Jahr 2010 ein
Valideneinkommen
von Fr.
81‘
13
5.
--
.
In ih
rer Beschwerdeantwort stellte die Beschwerdegegnerin auf
den
im Baugewerbe
im Anforderungsniveau
1 +
2
(Verrichtung selbständiger und qualifizierter Arbei
ten)
erzielten Tabellen
lohn
von monatlich Fr. 6‘500.--
gemäss
den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
ab. Auch diese
s
Vor
gehen, mit welcher
die Beschwerdegegnerin die
Kranführer
aus
bildung
und -
tä
tigkeit
ebenfalls
angemessen berücksichtigte
, ist zur Ermittlung
des hypotheti
schen
Valideneinkommens
geeignet, zumal
praktisch
derselbe Lohn
resul
tiert (Fr.
81‘120.--
;
Urk.
7
)
. Unter Hinweis auf die ständige
Bundesgerichts
recht
sprechung
, wonach das
Valideneinkommen
grundsätzlich ausgehend vom zuletzt erzielten Einkommen (BGE 134 V 322 E.
4.2) oder
subsidär
gestützt auf die LSE ermittelt wird (Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
si
cherung, Zürich 2014 S.
329 RZ 55 zu Art. 28a),
kann den Ein
wendungen des Beschwerdeführers n
icht gefolgt werden
,
wonach auf die auf dem Internetportal
einer
Temporärvermittlung
angepriesenen Löhne
für Kran
führer
abgestellt werden
sollte
(vgl.
Urk.
1
S. 7 und
Urk.
12
S. 3)
.
7.
5
Der Beschwerdeführer
ist nichterwerbstätig (vgl. etwa
Urk.
8/97)
, weshalb die
Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invalideneinkommens korrekter
weise
auf die
Tabellenlöhne
der LSE
abgestellt hat
.
Sie hat dabei
in der
Be
schwerde
antwort
zutreffend das von
Männern im
Total
aller einfachen und re
petitiven
Tätigkeiten erzielte
Medianeinkommen
von Fr. 4
‘
901.-- monatlich
herange
zo
gen
(LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Männer, Anforderungsniveau 4
;
Urk.
7
).
Dieses Lohnniveau repräsentiert eine
grosse
Bandbreite von
möglichen
Tätig
keiten. Weder der Ge
sundheitszustand, noch die Ausbildung oder der Werde
gang des Beschwerde
führers
(vgl. etwa
Urk.
8/32 und
Urk.
8/97)
geben Anlass stattdessen einzig auf die im Dienstleistungssektor erzielten Löhne abzustellen
(vgl. der Einwand in
Urk.
12 S.
3).
Unbestritten ist der leidensbedingte Abzug von
10 % vom
Tabel
lenlohn
, der die behinderungsbedingten Einschränkungen ange
messen berück
sichtigt
(
Urk.
12 S. 3)
.
Zu keinen
weiteren
Bemerkungen Anlass
geben
die konkrete Berechnung des Inv
alideneinkommens
bezogen auf das Jahr 2010
, die Anpassung
von Validen-
und Invalideneinkommen
an die Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr 2012 und
die aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultie
renden
unter der rentenbegründenden Schwelle von 40
%
liegenden
Invalidi
tätsgrade
von 32
%
ab
2
0.
Juli 2010 und 33
%
ab Februar 2012
(vgl.
Urk.
9)
.
Der Umfang der von der Beschwerdegegneri
n zugesprochenen Renten
erweist si
ch somit als richtig.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die in Anwendung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG auf
Fr.
700.-- anzusetzenden Gerichtskosten dem Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.