Decision ID: 585e5a31-f144-4031-ae35-b8d117113f11
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
reist
e
im November 2009 in die Schweiz ein. In seinem Heimatland hatte er eine Berufslehre als M
aler
absolviert und
üb
te zuletzt diverse Tätigkeiten aus
. V
or dem Arbeitsunfall
(Sturz von einer Leiter)
vom 3
0.
Juli 2014 war er im
100%-Pensum
als Bauarbeiter
ohne Fachkenntnis
se
angestellt
(Urk.
7/3/10,
Urk.
7/3/5
,
Urk.
7/3/14-15
,
Urk.
7/6
).
Der Unfallversi
cherer gewährte dem Versicherten ab dem
2.
August 2014 Versicherungsleis
tungen (
Urk.
7/3/11).
Am 2
6.
August
2015
(Empfangsdatum
der Unfallversiche
rung, vgl.
Urk.
7/3/2
)
reichte der Versicherte
eine am 2
0.
August 2015 unter
zeichnete
Anmeldung zum
B
ezug
von Leistungen
der Invalidenversicherung
beim Unfallversicherer
ein (
Urk.
7/3/160-165
[= Urk.
7/4]
)
.
Am 26.
April 2016 leitete der Unfallversicherer die
IV-
Anmeldung des Versicherten an die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, weiter (
Urk.
7/3/1)
, welche dort am 2
9.
April 2016 einging (vgl. Aktenverzeichnis
Urk.
7/1-43).
Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Aus
zug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/6) sowie einen Bericht des behandelnden Hausarztes von
X._
(
Urk.
7/11) bei.
Mit
Vorbe
scheid vom 1
0.
Oktober 2016
(
Urk.
7/14
) stellte die IV-Stelle dem Versicherten – ausgehend von einem IV-Grad von 4
%
ab März 2016
– die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Der Versicherte erhob dagegen
am
3.
November 2016
(Urk.
7/16
)
,
am 1
6.
Januar 2017 (Urk.
17/26)
und am 2
7.
Februar 2017 (
Urk.
7/28)
Einwände.
Am 3
0.
März 2017 verfügte die IV-Stelle wie
vorbeschie
den (
Urk.
7/37 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Ei
ngabe 1
5.
Mai 2017 Beschwerde und be
antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Sache zwecks Einholung eines medizinischen Gutachtens und Neuentscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; eventuell sei dem Beschwerdeführer eine befristete ganze Rente
ab
Beginn der einjährigen Wartefrist (
1.
August 2015) bis Ende März 2016 auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juli 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
Juli 2017 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in ei
nem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenem Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfah
ren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es
daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, der Beschwerde
führer sei seit dem 3
0.
Juli 2014 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt; seine bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter sei ihm seither nicht mehr zumutbar. Im März 2016 habe sich sein Gesundheitszustand erheblich verbessert und es sei ihm wieder eine behinderungsangepasste Tätigkeit im 100%-Pensum zumutbar.
Da die Anmeldung zum Leistungsbezug erst am 29. April 2016 bei der Be
schwerdegegnerin eingegangen sei, könnten erst ab 1. Oktober 2016 Leistungen ausgerichtet werden. Zu diesem Zeitpunkt liege bereits wieder ein rentenaus
schliessender IV-Grad von 4
%
vor
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor, die Beschwer
degegnerin habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt indem sie lediglich auf einen Bericht der Rehaklinik
Y._
ab
ge
stell
t habe
,
welcher weder hinreichend substantiiert noch schlüssig sei.
Die Beurteilung des Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers sei einzig durch die eingeschränkte
„
UVG-Brille
"
erfolgt.
Die Rehaklinik
Y._
sei
in keiner
Weise versicherungsunab
hängig
.
Vielmehr hätte ein psychiatrischer Gutachter beauftragt werden müssen.
Sofern das Gericht die Arbeitsunfähigkeitserwägungen der Beschwerdegegnerin s
chütze
, so resultierte daraus zumindest eine befristete Rente ab Beginn der Wartefrist. Die Anmeldung sei nicht erst Ende April 2016 eingereicht worden, sondern bereits am 2
0.
August 2015 bei der SUVA. Diese habe es verpasst, die Anmeldung weiterzuleiten, was dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten wer
den könne (
Urk.
1).
3.
3.1
3.1.1
Dem Austrittsbericht der Rehaklinik
Y._
vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
7/3/229-238
=
Urk.
7/11/10-21)
, wo sich der Be
schwerdeführer zwischen dem 15.
Februar 2016 und dem 2
2.
März 2016 aufgehalten hatte, können folgende Diagnosen entnommen werden (
Urk.
7/3/229
)
:
-
Unfall vom 3
0.
Juli 2014: Leitersturz (ca. 1,
5 m Höhe)
-
dislozierte, intraartikuläre Basisfraktur Typ Rolando
Digitus
I Hand links (beidhändig, rechtsschreibend)
-
6.
August 2014
o
ffene Reposition,
V
ier-Loch-T-Platten-Osteosynthese
Digitus
I Hand links
-
1
5.
Januar
2015 Röntgen beide Hände
a
.
p.
sowie
Daumensattel
gelenk
beidseits
a
.
p
.
:
r
adiologisch zeig
e
sich zwar lockerungsfrei einliegendes
Osteosynthesematerial
, im Vergleich zu den intra
operativen Vorbefunden lieg
e
jedoch der Verdacht eine
s
sekun
dären Re-Positionsverlustes nahe. Nicht ganz ausgeschlossen werden k
ö
nn
e
eine intraartikuläre
Implantatlage
. Anzeichen für eine relevante Arthrose best
ünden
derzeit noch nicht
-
1
9.
Februar 2015
Osteosynthesematerial
-Entfernung Os
me
tacarpale
I links. Stero
i
d-Inf
i
ltration Daumensattelgelenk links
-
b
eginnendes CRPS-Typ II bei Irritation des
Ramus
superficia
l
is
N.
radialis
-
Schulterkontusion links
-
1
2.
Februar 2015
Arthro
-MRI Schultergelenk links:
k
ein Hinweis auf eine
Rotatorenmanschettenläsion
, b
ei deutlicher AC-Gelenksarthrose und etwas eingeengtem
Subakromialraum
, dis
kreter Bursitis
subacromialis
sowie mögliche
r
Konstellation für
ein
Impingement
, an
l
agebedingt hypop
l
astisches, ventrales Labrum
glenoidale
und kräftiges, mittleres,
glenohumerales
Li
gament im Sinne eines Buford-Komplexes. Keine Hinweise auf eine traumatische Läsion
-
Hüftkontusion links
-
3
0.
Juli
2014 Röntgen Becken/Hüfte axial links:
k
ein
Fraktur
nachweis
,
o
steophytäre
Auszi
e
hungen am Pfannenrand und oberhalb des Pfannenankers beidseits. Gelenkspalt beidseits nicht wesentlich verschmälert
-
e
infache Ha
utabschürfungen Unterarm rechts
-
p
sychosomatische und
p
sychiatrische Diagnose Rehaklinik
Y._
März
2016
-
Angst und depressive Störung gemischt mit
Somatisierungstendenz
(ICD-10 F41.2) D
ifferentialdiagnose
:
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
a
kzentuierte selbstunsichere-ängstl
i
che Persön
l
ichkeitszüge (ICD-10 Z73
)
-
A
dipositas Grad I
-
B
auchumfang 110 cm
-
w
ährend der Rehabilitation kalorienreduzierte Kost mit 1600 kcal, darunter
-
Nikotinabusus ca. 60
p
ackyears
-
2 Päckchen/Tag, Start mit 16 Jahren
-
a
rterielle Hypertonie
-
a
ktuell unter
Lisinopril
20 mg 1-0-0
-
d
arunter leicht verbesserte, j
edoch weiterhin leicht erhöhte Werte
Zur Arbeitsfähigkeit ist dem Bericht zu entnehmen, die festgestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die Beurteilung der Zumutbarkeit erfolge aus unfallkausaler Sicht. Die berufliche Tätigkeit als Maurer sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar, die Anforderungen seien zu hoch, da es sich um schwere Arbeit mit
bimanuellen
repetitiven Arbeiten hand
le. Eine mittelschwere Arbeit sei zumutbar. Einschränkungen bestünden in Be
zug auf die linke Hand/den linken Daumen dahingehend, dass keine Tätigkeiten ausgeführt werden könnten, welche repetitives Festhalten von Gegenständen im Grobgriff, Spitzgriff und Schlüsselgriff erforderten, Vibrationsbelastung sowie Schläge bezüglich der linken Hand
seien nicht zumutbar
(
Urk.
7/3/230).
Dem Bericht ist sodann zu entnehmen, dass im Rahmen der stationären Rehabi
litation keine namhafte Verbesserung der Beschwerden habe erzielt werden können. Weitere physiotherapeutische Massnahmen seien nicht vorgesehen. Um den Beschwerdeführer ressourcenorientiert bei der Schmerzverarbeitung weiter zu unterstützen und einer Verschlechterung entgegenz
uwirken
,
sei nach dem
Austritt eine psychotherapeutische Behandlung in der Muttersprache des Be
schwerdeführers indiziert (
Urk.
7/3/230).
Ferner kann dem Austrittsbericht
der Rehaklinik
Y._
entnommen werden, gesamthaft betrachtet finde sich 20 Monate nach einem Leitersturz, bei dem sich der Beschwerdeführer eine dislozierte, intraartikuläre Basisfraktur
,
Typ Ro
lando
Digitus
I
,
Hand links
,
zugezogen habe, welche
ostheosynthetisch
versorgt worden sei, sowie eine Kon
t
usion der Schulter und Hüfte links ohne strukturel
len Sch
aden,
eine
chronifizierte
Schmerzproblematik, die weit über das hinaus gehe, was man mit den objektivierbaren Unfallrestfolgen erklären könne. Es finde sich objektiv radiologisch eine posttraumatische Daumensattelgelenks
arthrose links, die das Schmerzbild in seiner Gesamtheit nicht erklären könne. An der linken Schulter finde sich eine vorbestehende, deutliche AC-Gelenksarthrose und an der linken Hüfte
osteophytäre
Ausziehungen am
Pfan
nenrand
, zu interpretieren als degenerativer Vorzustand. Das Ausmass der sub
jektiven Beschwerden werde vor dem Hintergrund der diagnostizierten Angst und depressive Störung gemischt mit
Somatisierungstendenz
, DD: chronische Schmerzstörung mit somatis
c
hen und psychischen Faktoren, eher erklärbar (
Urk.
7/3/231).
3.1.2
Dem psychosomatischen Konsilium vom 1
7.
März 2016 von
Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
A._
ist zu entnehmen,
d
er protrahierende Heilungsverlauf, die inadäquate Schmerz
verarbeitung durch Vermeidung von Belastung
sowie
Ängste und
die
Tendenz zur Schonhaltung
hätten
bei
m Beschwerdeführer
zur
Chronifizierung
der Schmerzen
geführt
. Dazu k
ämen
unterschiedliche internistische Probleme (z.
B.
hoher Blutdruck, gastrointestinale Probleme u
nd ähnliches
) und auf der emotio
nal-affektiven Ebene eine m
ä
ssig ausgeprägte Introspektionsfähigkeit, welche eine
Somatisierungstendenz
verstärk
e
. Aus der Anamneseerhebung erg
ebe
sich
im Jahr
2007, nach der Trennung von der Ehefrau, eine depressive Episode, welche psychiatrisch-psychotherapeutisch nicht behandelt worden sei. Der Un
fall 2014
habe
zu einer Dekompensation des
Beschwerdeführers
geführt und
seine ängstliche Natur
intensiviert. Der Beschwerdeführer
präsentier
e
sich emo
tional angeschlagen, depressiv herabgestimmt mit grossen Existenzängsten und
D
urchschlafstörungen (
Urk.
7/3/239)
.
Insgesamt sei
diagnost
i
sch von einer ge
mischten Angst und depressiven Störung mit
Somatisierungstendenz
am ehes
ten auszugeben.
Gegebenenfalls
k
ö
nn
e
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diskutiert werden. Die festgestellte psy
chische Störung begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung
(Urk.
7/3/240).
3.2
Der k
reisärztliche
n Untersuchung
zu Händen
der Suva vom 2
6.
August 2016
(
Urk.
7/
11/23-29)
ist zu entnehmen, dass die Schmerzen aufgrund des Leiter
sturzes subjektiv persistiert
hätten
(im gesamten linken Arm, Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen
, Parästhesien am Arm, Sensibilitätsstörungen am
ulnaren
Daumen und Schmerzen beim Gehen im Bereich der linken Hüfte
)
. Objektiv fin
de sich kein unfallbedingtes
pathoanatomisches
Korrelat für die geklagten Hüft
beschwerden, diese seien überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt, ebenso kein unfallbedingtes
pathoanatomisches
Korrelat für die Schulterbe
schwerden, auch hier handle es sich um ausschliesslich degenerative Verände
rungen. Es bestehe keine Einschränkung der Daumenbeweglichkeit links gegen
über rechts, klinisch liege ein
Tinel
-Phänomen über der proximalen Narbe vor. Bildgebend seien Zeichen einer posttraumatischen Arthrose bei in leichter Fehl
stellung verheiltem Fragment
vorhanden
(
Urk.
7/11/28)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt im Bericht vom 19. September 2016 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/11/1-5) fest,
der Beschwerdeführer leide an einer Rolando-Fraktur am linken Daumen und an einer
Periarthropathie
h
umeroscapularis
links. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung, eine Hypertonie, ein tiefes Bildungsni
veau, fehlende Sprachkenntnisse sowie Hämatome (
Urk.
7/11/1).
Als Bauhilfsar
beiter sei der Beschwerdeführer seit 3
0.
Juli 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Dr.
B._
verwies
im Weiteren
auf den Bericht der Rehaklinik
Y._
(
Urk.
7/11/2
, vgl. E. 3.1
).
3.4
Im Bericht von
Dr.
B._
vom 2
6.
Januar 2017 zu Händen der Rechtsvertre
tung des Beschwerdeführers
(
Urk.
7/29)
präzisiert
e
er, bezugnehmend auf seinen Bericht vom 1
9.
September 2016 (E. 3.3),
der Beschwerdeführer sei nur sehr be
schränkt arbeitsfähig, sicher
jedoch
nicht mehr als Maurer. Dies hätten die Ab
klärungen in
Y._
ergeben. Die Antwort nach der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit habe er bewusst offengelassen. Diesbezüg
lich sei der Beschwerdeführer in
Y._
abgeklärt worden. Die psychosomati
schen Beschwerden würden den Beschwerdeführer bei der Schmerzverarbeitung behindern. Seine Motivation, wieder in irgendeinen Arbeitsprozess einzusteigen, sei dadurch stark vermindert.
3.5
Der für den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) tätige
Dr.
med.
C._
, FMH Chirurgie
, hielt in seiner Stell
ungnahme vom
7.
März 2017 (Urk.
7/36/3-5) fest,
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erwähne, dass vor einem Jahr schon eine psychiatrische Behandlung indiziert gewesen wäre, diese aber aufgrund der Passivität des Hausarztes nicht erfolgt sei. Jedoch sei hier zu hinterfragen, an
wessen Passivität eine rechtzeitige psychiatrische The
rapie gescheitert sei: an einem als nicht
compliant
zu bezeichnenden Patienten ohne Krankheitseinsicht, ohne ausreichenden Leidensdruck und mit einer sub
jektiven Krankheitsüberzeugung, die keinerlei berufliche Tätigkeit einschliesse
,
oder an einem engagierten Hausarzt, der sich massiv und wiederholt für den Beschwerdeführer einsetze, um einen Reha-Aufenthalt in
Y._
bei der Suva durchzusetzen. Damit könne davon ausgegangen werden, dass spätestens sei
t
dem Austritt aus der Reha Klinik
Y._
(2
2.
März 2016) der Endzustand be
züglich des linken Daumens erreicht sei, eine Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tä
tigkeit als Maurer nicht mehr bestehe, eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils bestehe und die festge
stellte psychische Störung keine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe (
Urk.
7/36/4).
4.
4.1
4.1.1
Unter den Parteien herrscht Einigkeit, soweit die Beschwerdegegnerin vom 30. Juli 2014 bis
(zumindest)
am 2
2.
März 2016 von einer 100%igen Erwerbs
unfähigkeit ausgegangen ist. Unbestritten und nicht weiter zu prüfen ist ferner, dass der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bauarbeiter zufolge seiner somatischen Leiden dauerhaft seit 3
0.
Juli 2014 zu 100
%
einge
schränkt ist
,
ihm
aber in einer angepassten Tätigkeit in körperlicher Hinsicht unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils
ein
100%
-Pensum zugemutet werden kann
.
Strittig und zu prüfen ist,
ob
dem Beschwerdeführer
aus psychiatrischer Sicht
die Ausübung einer
angepasste
n
Tätigkeit zumutbar ist
bzw. ob dies hinrei
chend abgeklärt ist.
4.1.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
März 2017 davon aus, dass
der Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht in
einer leidensangepassten Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
Y._
bzw. dessen psy
chiatrisches Konsilium vom 1
7.
März 2016 (E. 3.
1
).
4.1.3
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass d
er – bei erstmaliger Rentenprüfung von der versicherten Person zu erbringende (BGE 139 V 547 E. 8.1) - Nachweis einer Invalidität nach der Rechtsprechung eine gesundheitlich bedingte, erhebliche
und evidente, dauerhafte und objektivierbare Beeinträchtigung voraus
setzt
. Die
ser Massstab gilt für sämtliche Leiden g
leichermassen (BGE 139 V 547 E.
9.4).
4.2
4.2.1
Der
Beschwerdeführer
stellte sich hinsichtlich der Rehaklinik
Y._
auf den Standpunkt, auf d
ere
n
Bericht
dürfe nicht abgestellt werden, da
sie
nicht versi
cherungsunabhängig sei.
4.2.2
Das Bundesgericht hat sich im Urteil 9C_540/2012 vom 17. Dezember 2012 zum Beweiswert eines Berichtes der Rehaklinik
Y._
dahingehend geäussert, dass es sich bei dieser Klinik um eine Institution der S
uva
und nicht um eine Verwal
tungseinheit der Invalidenversicherung handle. Der IV-Stelle sei es nicht ver
wehrt, im Rahmen der Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (Art. 43 ATSG) Unterlagen bei Dritten einzuholen (Art. 28 Abs. 3 ATSG). Sie seien in die Beur
teilung des Leistungsanspruches einzubeziehen, auch wenn bei deren Erstellung
Parteirechte gemäss Art. 44 ATSG allenfalls – etwa mangels Anwendbarkeit die
ser Norm – nicht gewahrt worden seien. Dieser Umstand sei indessen bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen.
Vorliegend ist nicht ersichtlich und wurde nicht dargelegt, inwiefern die Ärzte der Rehaklinik
und
inbesondere
der psychiatrische Konsiliarius
Dr.
Z._
be
fangen gewesen sein sollten.
Speziell
Dr.
Z._
nimmt in seinen Ausführun
gen in keiner Weise Bezug auf
der Kausalität der
psychische
n
Beeinträchtigun
gen.
Der Austrittsbericht der Rehaklinik
Y._
vom
2
9.
März 2016
inkl. psy
chiatrischem Konsilium vom 1
7.
März 2016
beruht auf einem gesamthaft
über einen Monat
dauernden Rehabilitationsaufenthalt des Beschwerdeführers (
vom 1
5.
Februar 2016 bis 2
2.
März 2016
). Er basiert auf umfassenden Untersuchun
gen (
somatisch und
psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese
[
Urk.
7/3/235-36,
Urk.
7/3/241]
) abgegeben.
In Bezug auf das psychosoma
tische Konsilium ist festzuhalten, dass
Dr.
Z._
e
in
en
detaillierte
n
psychopa
thologische
n
Befund
erhoben hat und
die psychi
a
trische
n Diagnosen
schlüssig
her
geleitet
und
sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt
hat
. Zudem wurden
die medizinischen Umstände und Zu
sammenhänge einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar begründet. Der Austrittsbericht der Rehaklinik vom
2
9.
März 2016 inkl. psychosomatischem Konsilium
ist demnach in Bezug auf den Gesundheitszu
stand und die Arbeitsfähigkeitsschätzung umfassend und überzeugend, weshalb ihm grundsätz
lich volle Beweiskraft zukommt
.
4.3
4.3.1
Nebst dem depressiven Zustandsbild diagnostizierte Dr.
Z._
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass akzen
tuierte Persönlichkeitszüge als Z-Diagnosen (ICD-10 Z73.1) keinen rechtserheb
lichen Gesundheitsschaden zu begründen vermögen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer Persönlichkeitsstö
rung (Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen).
4.3.
2
Einzugehen ist auf die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der gestellten Diagnose „Angst und depressive Störung gemischt mit
Somatisierungstendenz
(ICD-10 F41.2)“.
Dr.
Z._
wies darauf hin, dass der protrahierende Heilungsverlauf, die inadä
quate Schmerzverarbeitung durch Vermeidung von Belastung, Ängsten und
die
Tendenz zur Schonhaltung zur
Chronifizierung
der Schmerzen geführt hätten. Dazu kämen diverse internistische Probleme und auf der emotional-affektiven Ebene eine mässig ausgeprägte Introspektionsfähigkeit, welche die
Somatisie
rungstendenz
verstärke. Die depressi
ve Symptomatik besteht laut Dr.
Z._
seit der Trennung von seiner Ehefrau im Jahr 2007 und der Unfall im Jahr 2014 habe zur Dekompensation geführt und seine ängstliche Natur verstärkt
.
Dr.
Z._
legte nachvollziehbar dar, dass die festgestellte psychische Störung keine arbeitsrelevante Leistu
ngsminderung begründet (E. 3.1.2
).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers widerspricht sich
Dr.
Z._
nicht, wenn er zwar keine arbeitsrelevante Leistungsminderung attestiert, aber
den
noch eine Therapie
empfiehlt, zumal im Rahmen des Aufenthaltes in der Rehaklinik
Y._
keine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands erreicht werden konnte
und der Beschwerdeführer bisher gänzlich auf eine Be
handlung der psychischen Leiden verzichtet hat
.
Dr.
Z._
begründet die Indi
kation zur Therapie denn auch damit, dass mittels Durchführung einer solchen die ressourcenorientierte Schmerzverarbeitung unterstützt und einer Ver
schlechterung entgegengewirkt werden soll (E. 3
.1.2
).
Mit Blick auf die – bei Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren – recht
sprechungs
gemäss beachtli
chen Stan
dardindikatoren (BGE 141 V 281; BGE 142 V 106),
wobei diese Rechtsprechung mit Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 (E. 4.5.1) grundsätzlich auf sämtliche psychischen Leiden ausgeweitet worden ist – gelten psychische Leiden nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch
nicht (mehr)
angehbar
sind
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zem
ber 2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1)
.
Betreffend den funktionellen Schweregrad der psychischen Beeinträchtigung ist dem festgehaltenen Psychostatus eine nur mässige Ausprägung der Befunde zu entnehmen (
Urk.
7/3/241)
.
Eine Angst und depressive Störung, gemischt, er
reicht
definitionsgemäss
nach
ICD-10 F4
1.2
das Ausmass weder einer Angststö
rung noch einer depressiven Störung. Definitionsgemäss liegen bei dieser Diag
nose lediglich milde Symptome vor (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internatio
nale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien
, 10. Auflage 2015, S. 199 f.
).
Gegen einen übermässigen Schweregrad spricht sodann, dass der Beschwerdeführer bisher
keine psycho
pharmakologische Behandlung der psychis
chen Störung in Anspruch genom
men hat (Urk.
7/11/2).
Sodann gilt es zu berücksichtigen, dass der Psychiater
Dr.
Z._
hinsichtlich der psychiatrischen Diagnosen nicht von einer Leis
tungsminderung ausging.
Es
wurde nicht dargelegt, dass die Angst und depressive Störung, gemischt, nicht behandelbar wäre. Vielmehr führte
Dr.
Z._
aus, sei eine psychothera
peutische Behandlung
gerade
indiziert (E. 3.1.2).
Den Akten ist – wie bereits ausgeführt – zu entnehmen, dass
bislang noch keine psychiatrische Behandlung der psychischen Beeinträchtigungen erfolgt
ist
, weder nach der Trennung von seiner Ehefrau im Jahr 2007 noch nach dem Unfall im Jahr 2014 (E. 3.1.2).
Sodann ist namentlich auch mit Bezug auf den beweisrechtlich im Vordergrund stehenden Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4) zu bemerken, dass
an
gesichts des Aktivitätsniveaus (Kochen, Kollegen treffen, Partnerin) sowie
des
fehlende
n
Leidensdruck
s
(keine Inanspruchnahme von psychiatrischer Hilfe in Form von Therapie und Medikation)
davon auszugehen ist, dass
die geltend gemachten Einschränkungen anders zu begründen sind
,
als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016)
.
4.3.3
Unter diesen Umständen ist aus rechtlicher Sicht der vorliegend gestellten Diag
nose einer
Angst und depressiven Störung, gemischt
keine invalidisierende Wir
kung beizu
messen
und es kann ohne weiteres angenommen werden, dass beim Be
schwerde
führer aus psychiatrischer Sicht keine invalidenversicherungs
rechtlich relevante Beeinträchtigung besteht.
4.4
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerde
führer die
Ausübung
der
bisherige
n
Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr
mög
lich ist; e
ine angepasste Tätigkeit (mittelschwer, ohne Tätigkeiten, welche repe
titives Festhalten von Gegenständen im Grobgriff Spitzgriff oder Schlüsselgriff erfordern, ohne Vibrationsbelastung und Schläge bezüglich der linken Hand (
Urk.
7/3/230)
ist dem Beschwerdeführer jedoch zu 100
%
zumutbar.
Aus psy
chiatrischer Sicht ergibt sich keine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der festgestellten Leiden.
I
nsbesondere die Einholung eines Gutach
ten erweis
t
sich als nicht erforderlich.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit de
s
Beschwer
deführer
s
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.1
5.1.1
Der Beschwerdeführer meldete sich bereits am 2
6.
August 2015 (Eingangsdatum bei der Suva,
mit Datum vom
2
0.
August 2015 unterzeichnet) zum Leistungsbe
zug
an
,
zwar nicht bei der Invalidenversicherung, sondern bei der Suva (
Urk.
7/3/160-165 =
Urk.
7/4,
Urk.
7/3/2). Die Suva leitete das Rentengesuch am 2
6.
April 2016 an die Beschwerdegegnerin weiter
(vgl.
Urk.
7/3/1)
.
5.1.2
Art.
30 ATSG
(anwendbar gestützt auf
Art.
1
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung)
statuiert, dass alle Stellen, die mit der Durchführung der Sozialversicherung betraut sind, versehentlich an sie gelangte Anmeldungen, Gesuch
e und Eingaben entgegenzunehmen,
das Datum der Einreichung festzu
halten und dieses in der Folge an die zuständige Stelle weiterzuleiten haben.
5.1.3
Die Suva unterliess eine unverzügliche Weiterleitung
der Anmeldung zum Leis
tungsbezug
. Vielmehr ver
g
ingen rund acht Monate
ohne weiteres Tätigwerden
. Die unterlassene Weiterleitung
wirkt sich jedenfalls nicht zu Ungunsten des
Be
schwerdeführer
s aus
. Die sechsmonatige Wartezeit seit dem Zeitpunkt der An
meldung beginnt
damit
am 2
6.
August 2015
(Eingangsdatum bei der Suva)
. Das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG läuft vorliegend am 3
0.
Juli 2015 ab. Zufolge der verspäteten Anmeldung zum Leistungsbezug wäre der frü
h
e
stmögliche Rentenbeginn am 1. Februar 2016.
5.2
Die dem Bericht der Rehaklinik zu entnehmende Verbesserung des körperlichen
Gesundheitszustands ergibt sich ab dem 2
2.
März 2016
(Klinikaustritt des Be
schwerdeführers)
. Bis zu diesem Zeitpunkt
war der Beschwerdeführer zu 100
%
erwerbsunfähig. Dies berechtigt den Beschwerdeführer zum Bezug einer ganzen Invalidenrente.
5.3
5.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V
592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtspre
chung).
5.4
Hinsichtlich des Gesundheitszustands ab 3
0.
März 2016
stellte
die
Beschwerde
gegnerin
aufsei
ten des
Valideneinkommens
– zu R
echt – mangels
eines
kon
stante
n
oder nachvollziehbar
en
Einkommens vor Eintritt des Gesundheitsscha
dens
(vgl.
Urk.
7/6)
auf die
Tabellen der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik
ab
.
Dabei sind die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichen Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2). Auf
der Basis der LSE 2014 ist von
einem monatlichen Einkommen von
männlichen Hilfskräften im Bergbau, Bau, bei der Herstellung von Waren und im Transportwesen
von
Fr.
5’550
.— (LSE 2014, Tabelle T
17
,
Ziff.
93
, Männer
, 30-49 Jahre
) auszugehen. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.
4
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02 03.01.04.01
,
Ziff.
41-43
) und angepasst an die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2016 (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016; Männer; Stand 2014: 2220, Stand 2016: 2239) ergibt d
ies ein Jah
reseinkommen von Fr. 69'520.95 (Fr. 5
‘
550
.-- x 12 : 40 x 41.
4
: 2220 x 2239).
5.5
Unter Berücksichtigung, dass dem Beschwerdeführer ab dem 3
0.
März 2016 nur noch Arbeiten mit eingeschränktem Belastungsprofil zumutbar sind,
ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin auf den Zentralwert für männliche Hilfsarbeitskräfte ab
gestellt hat
(LSE 2014, T17, Männer, 30-49 Jahre,
Ziff.
9). Es resultiert ein Wert von
Fr.
67'980.75 pro Jahr (
Fr.
5'388.
--
x
12 :
40 x 41,7 : 2220 x 2239), dies bei vollzeitlich zumutbarer Arbeitstätigkeit.
5.6
Wird das
Valideneinkommen
2016 von Fr.
69'520.95
dem Invalideneinkommen
2016
von Fr.
67'980.75
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
1'540.20
, was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
2.22,
ge
rundet
2
% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2)
,
entspricht.
5.7
Gemäss Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistungen von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Die Verbesserung ist jedenfalls zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich weiterhin dauern wird. Die ganze Rente ist somit bis zum 3
0.
Juni 2016 zu befristen.
6.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
März 2017 (
Urk.
2) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben, und es ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh
rer vom
1.
Februar 2016 bis 30.
Juni 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie zu
r Hälfte (
Fr.
400.--) der Beschwerdegegnerin und zur Hälfte (
Fr.
400.--)
de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht de
m
Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung für das Beschwerdeverfahren zu. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und auf insgesamt Fr.
7
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.