Decision ID: f11b7a2b-a70e-42df-854e-debb212535c2
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1976 geborene B._ war seit Juni 1998 als Pflegeassistentin für das A._
tätig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG, Winterthur (nachfolgend: AXA),
gegen die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. A1). Als sie am Morgen des 25.
Februar 2001 auf dem Weg zur Arbeit auf der Autobahn A1 die Fahrbahn nach links
wechseln wollte, wo noch Schnee lag, schleuderte sie mit ihrem Personenwagen und
prallte zuerst seitlich und dann frontal gegen die Leitplanke (UV-act. A1, A8). Die
gleichentags in der Zentralen Notfallaufnahme des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
durchgeführten Röntgenuntersuchungen ergaben keine sicheren Hinweise für frische
traumatische ossäre Läsionen oder Instabilitäten (UV-act. M1). Erst mit radiologischer
Untersuchung vom 12. April 2001 zeigten sich Deckenplattenimpressionsfrakturen von
BWK 4, 5, 6, 8, 9 und 11 mit diskretem Knochenmarksödem als Hinweis auf subakute
Verletzungen (UV-act. M5). Im Zeugnis vom 22. Mai 2001 diagnostizierte die Hausärztin
med. pract. C._ nebst diesen Frakturen eine HWS-Distorsion, wobei die HWS-
Probleme bereits abgeklungen seien (UV-act. M3). Die Ärzte attestierten der
Versicherten ab Unfalldatum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M1, M2, M3,
M4). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen
Leistungen.
A.b Vom 10. bis 12. Juli 2001 wurde die Versicherte wegen Koliken im Rahmen einer
rezidivierenden Urolithiasis hospitalisiert (act. G 7.3). Am 8. September 2001 konnte sie
die Arbeit mit einer Arbeitsfähigkeit von 25% wieder aufnehmen, war jedoch ab 30.
September 2001 wegen vermehrter Rückenschmerzen erneut vollständig
arbeitsunfähig (UV-act. M11). Auf Grund einer fortgeschrittenen fleckförmigen
Hornhautdystrophie wurde am 20. November 2001 in der Klinik für Augenkrankheiten
des KSSG am rechten Auge eine perforierende Keratoplastik durchgeführt, wodurch
mit Brille ein Visus von 60% erzielt werden konnte (act. G 7.4, UV-act. A8, M13, M14,
M26 S. 2). Infolge Kündigung durch die Arbeitgeberin endete das Arbeitsverhältnis der
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Versicherten am 30. April 2002 (UV-act. A50). Am 13. November 2002 brachte die
Versicherte ihr zweites Kind zur Welt (act. G 7.2 S. 2).
A.c Unterdessen hatte die AXA mit Verfügung vom 8. Oktober 2002 den natürlichen
und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den fortbestehenden Beschwerden
und dem Unfall vom 25. Februar 2001 verneint und die Versicherungsleistungen per
30. Oktober 2002 eingestellt (UV-act. A18). Dagegen erhob Rechtsanwalt Dr. iur. D._
für die Versicherte Einsprache (UV-act. A22, A27). Gestützt auf die Stellungnahme ihres
beratenden Arztes Dr. E._, Spezialarzt FMH Chirurgie, vom 28. Januar 2003 (UV-act.
M24) hiess die AXA die Einsprache mit Entscheid vom 29. Januar 2003 gut und leitete
eine multidisziplinäre Begutachtung ein (UV-act. A30).
A.d Auf Grund einer polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz
diagnostizierte Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Bericht vom
15. Juli 2003 aus psychiatrischer Sicht Angst und depressive Reaktion gemischt
(ICD-10 F43.22) mit hypochondrischer Störung (ICD-10 F45.2) bei Persönlichkeit mit
narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1). Bis April 2004 sei die Versicherte als Hausfrau
und Mutter zu 25% und in einer externen, angepassten Arbeitstätigkeit zu 50%
eingeschränkt (UV-act. M25). Dr. med. G._, Orthopädische Chirurgie FMH, befand im
Bericht vom 8. Dezember 2003 aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit als zumutbar, in der angestammten Tätigkeit als
Pflegeassistentin bestehe dagegen eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV-act. M26).
A.e In der Stellungnahme vom 10. Mai 2007 erachtete Dr. med. H._, Spezialarzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, die noch bestehenden psychischen Probleme
der Versicherten nicht mehr als unfallbedingt (UV-act. M29).
A.f Am 31. März sowie am 1. und 2. April 2008 wurde die Versicherte wiederum durch
die MEDAS-Ärzte untersucht. Gestützt auf das Gutachten vom 11. Juli 2008 (UV-act.
M37) verfügte die AXA am 10. November 2008 die Einstellung der
Versicherungsleistungen per 31. Juli 2008 (UV-act. A95).
B.
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Die gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen, für
die Versicherte erhobene Einsprache vom 11. Dezember 2008 hiess die AXA mit
Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2009 in dem Sinn teilweise gut, als der
Versicherten eine Integritätsentschädigung von 5% zugesprochen wurde. Die übrigen
Begehren wurden abgewiesen (UV-act. A107).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom
16. November 2009 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2009
sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die UVG-Leistungen auch über den
31. Juli 2008 hinaus zu gewähren; insbesondere seien ihr eine UVG-Rente in Höhe von
50% mit Wirkung spätestens ab August 2008 und eine Integritätsentschädigung von
40% zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt
der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, dass das MEDAS-Gutachten unvollständig
sei und insbesondere nicht genügend abgeklärt worden sei, ob der Verlust der
Sehkraft, die Nierenbeschwerden und die verzögerte Entwicklung des zweiten Kindes
der Beschwerdeführerin auf die infolge des Unfalls eingenommenen Medikamente
zurückzuführen seien. Unklar sei ebenfalls, was allenfalls die Osteopenie ausgelöst
habe. Zudem sei auch das psychische Beschwerdebild klar unfallbedingt, weshalb es
nicht angehe, die Verantwortung der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die
Rechtsprechung über die Adäquanz von psychischen Unfallfolgen abzulehnen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2010 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies nebst Verweis auf den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2009 u.a. damit, dass sich die
3⁄4-Rente der IV-Stelle St. Gallen gestützt auf sämtliche Diagnosen des MEDAS-
Gutachtens vom 15. Juli 2003 begründen lasse und damit im Gegensatz zur
Unfallversicherung unabhängig von einer Unfallkausalität geschuldet sei. Im Übrigen
sei die Ursache der Urolithiasis gemäss MEDAS-Gutachten unklar, und da das
Augenleiden bereits am 20. Oktober 2001 operiert worden, eine Medikation bei der
Beschwerdeführerin aber erst ab Oktober 2001 erfolgt sei, sei auch hier kein
Zusammenhang zwischen beidem nachweisbar. Ebensowenig könnten die
verschriebenen Medikamente für die Entwicklungsstörung des zweiten Sohnes der
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Beschwerdeführerin verantwortlich gemacht werden, weil die Beschwerdeführerin
diese auf ein Minimum beschränkt habe.
C.c In der Replik vom 26. Mai 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Zudem stellte sie das Begehren, bei der Klinik für Augenkrankheiten am KSSG
bzw. dem Kantonalen Spital Rorschach eine weitere Begutachtung zur Frage der
Unfallkausalität der Visusstörung sowie der Nierenkoliken zu veranlassen (act. G 13).
Die Beschwerdegegnerin nahm dazu mit Duplik vom 7. September 2010 Stellung und
hielt an ihrem Abweisungsbegehren vollumfänglich fest (act. G 19).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit erforderlich,

Considerations:
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht bezüglich des Unfalls
vom 25. Februar 2001 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. Streitig
und zu prüfen ist, ob sie weitere Leistungen ab 31. Juli 2008 wegen fehlender
Unfallkausalität zu Recht verweigert hat.
1.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere
jene des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis
und gesundheitlicher Schädigung zutreffend dar; darauf ist zu verweisen (vgl.
Erwägung 2.4 Abs. 1). Anzufügen bleibt, dass im Bereich klar ausgewiesener
organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein
organisches Substrat konnte mit Bild gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen,
Computertomogramm, EEG] nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
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automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade
klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt
zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person eine
Schleudertraumaverletzung erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der
HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen
und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328
E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem
Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie
Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist, wenn und soweit
sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000
Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
1.3 Gemäss Art. 6 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch für Schädigungen, die dem
Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Art. 10 UVG). Der
Unfallversicherer hat somit für Schäden einzustehen, die durch Heilmassnahmen im
Anschluss an versicherte Unfälle herbeigeführt werden, ohne dass diese
behandlungsbedingte Schadensverursachung den Unfallbegriff, den Tatbestand des
haftpflichtrechtlichen Kunstfehlers oder der strafrechtlich relevanten Körperschädigung
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erfüllen müsste und ohne dass zwischen dem Unfall und der bei der unfallbedingten
Heilbehandlung aufgetretenen Komplikation (bzw. dem dadurch hervorgerufenen
Schaden) ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen müsste. Der Gesetzgeber hat
durch den Erlass dieser Bestimmung bewusst eine Risikoverteilung zwischen Unfall-
und Krankenversicherung vorgenommen (Alexandra Rumo-Jungo, Bundesgesetz über
die Unfallversicherung - Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 75 mit Hinweis).
1.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt
erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b).
Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden.
Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein
Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist
nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet,
als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
2.
2.1 Streitig und zu prüfen sind als Erstes die somatischen Beschwerden. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, unter brennenden Rückenschmerzen auf
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Brusthöhe mit Verkrampfungen ober- und unterhalb davon, Nierenkoliken, einer
Visusverminderung beidseits und Osteopenie zu leiden. Zudem sei wohl auch die
Entwicklungsstörung ihres jüngeren Sohnes darauf zurückzuführen, dass sie infolge
des Unfalls Medikamente habe einnehmen müssen.
2.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektiviert gilt eine solche Läsion durch einen entsprechenden
radiologisch erhobenen Untersuchungsbefund. Röntgenuntersuchungen der HWS/
BWS/LWS ap/lat und Dens vom 25. Februar 2001 ergaben keine sicheren Hinweise für
eine frische traumatische ossäre Läsion oder Instabilität (UV-act. M1). Demgegenüber
zeigten die Röntgenaufnahmen vom 12. April 2001 Deckplattenimpressionsfrakturen,
zum Teil mit angedeuteter keilförmiger Deformation der Brustwirbelkörper 4, 5, 6, 8, 9
und 11 mit diskretem Knochenmarködem als Hinweis auf subakute Verletzungen.
Hinweise auf discoligamentäre Verletzungen oder eine Spinalkanalstenose lagen nicht
vor (UV-act. M5). Eine neurologische Untersuchung im Herbst 2001 ergab keinen
pathologischen Befund (UV-act. M12). Im Bericht vom 8. Dezember 2003 hielt Dr.
G._ diagnostisch verheilte Deckplattenimpressionsfrakturen BWK4, 5, 6, 8, 9 und 11,
eine verheilte HWS-Distorsion sowie eine verheilte Distraktionsverletzung Th12/L1 fest.
Die Befunde würden wie bereits früher eine gute Funktion der Wirbelsäule zeigen,
jedoch lägen noch Restbeschwerden bei Belastung vor, die mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Kausalzusammenhang zum Unfall stünden. Da die Unfallfolgen
in letzter Zeit immer noch abgenommen hätten, dürfe von einer weiteren Zunahme der
Belastbarkeit der Wirbelsäule ausgegangen werden. Dabei hänge allerdings der
Zustand der Beschwerdeführerin von der Entwicklung der nachgewiesenen Osteopenie
ab. Eine Behandlung dieser unfallfremden Osteopenie sei indiziert (UV-act. M26 S.
3 ff.). Das Gutachten vom 11. Juli 2008 enthielt im Vergleich zum früheren
Gutachtensbefund lediglich eine geringe Verschlechterung des Bewegungsumfangs
der Wirbelsäule, die allerdings nicht verwertbar sei. Am Brustbein bestünden
demgegenüber keine Druckschmerzen mehr. Die objektivierbaren Einbrüche von
mehreren Brustwirbelkörpern seien aus orthopädischer Sicht überwiegend
wahrscheinlich auf den Autounfall zurückzuführen. Die aktuell wie auch damals
vorgenommenen Messungen der Knochendichte liessen vermuten, dass schon im
Unfallzeitpunkt ein pathologischer Wert vorgelegen habe. Dieser hätte zu 30% die
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Entwicklung von Wirbelfrakturen begünstigen können. Internistischerseits könne eine
zum Zeitpunkt des Unfalls bereits bestehende Osteopenie nicht ausgeschlossen
werden. Eine Hyperkalzämie habe bisher nie dokumentiert werden können. Ein
Hyperparathyreoidismus, eine Hyperthyreose, Neoplasie oder chronische
Niereninsuffizienz kämen als Ursache nicht in Frage. Zum Zeitpunkt der noch
ausgeübten Tätigkeit als Pflegerin könne ebenfalls eine Inaktivität als Ursache der
Osteopenie ausgeschlossen werden, allenfalls könne das Rauchen als begünstigender
Faktor aufgeführt werden. Grundsätzlich könne postuliert werden, dass bei
vorbestehender Osteopenie ein erhöhtes Frakturrisiko bestehe, das die Entwicklung
mehrfacher Wirbelkörper-Frakturen beim Unfall begünstigt haben dürfte (UV-act. M37
S. 39). Gemäss den orthopädischen Ausführungen sei, wenn das Vorliegen eines
krankhaften Zustands im Zeitpunkt des Unfalls angenommen werde, sieben Jahre nach
dem Unfallereignis ein Erreichen des Status quo sine anzunehmen. Das heisse nicht,
dass in dieser Zeit mit grosser Wahrscheinlichkeit Frakturen aufgetreten wären,
sondern dass wenigstens mit dem Auftreten von ähnlichen Beschwerden hätte
gerechnet werden müssen. Es sei damals mit persistierenden Beschwerden über drei
Jahre gerechnet worden, so dass ab 2006 mit dem Erreichen des Vorzustands auch
ohne Unfall gerechnet werden könne. Dies lasse sich auch damit begründen, dass die
Frakturen der Wirbelkörper ohne Fehlstellung verheilt seien (UV-act. M37 S. 40). Laut
Dr. E._ kann schon rein auf Grund der radiologischen Untersuchungen im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis geschlossen werden, dass vorbestehend
bereits eine Osteopenie vorhanden war. Dieser Zustand habe sicher die
Deckenplattenfrakturen multipler Wirbelkörper begünstigt. Es handle sich dabei um den
Zustand, der im Verlauf der Zeit auch aus eigener Dynamik heraus nicht unbedingt zur
Spontanfrakturierung von Wirbelkörpern führen müsse, dennoch aber sehr häufig
Ursache von erheblichen Rückenbeschwerden sei, und zwar durchaus in einem
Umfang, wie sie heute geklagt würden. Da die Frakturen ohne Fehlstellung verheilt
seien, sei der im Gutachten festgehaltene Zeitpunkt des Eintretens des Status quo sine
sieben Jahre nach dem Unfallereignis nachvollziehbar (UV-act. M39). Dass Dr. G._
noch im Bericht vom 8. Dezember 2003 (vgl. UV-act. M26 S. 3) eine bereits im
Zeitpunkt des Unfalls vorliegende Verminderung der Knochendichte nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bestätigen konnte, zeigt lediglich eine Beurteilung
auf Grund damaliger Untersuchungsergebnisse. Wenn sich sodann der Zustand der
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Knochendichte nach mehreren Jahren kaum relevant verändert hat und die Ärzte auf
Grund der laufenden Gesundheitsentwicklung zu neuen Erkenntnissen gelangen, ist
dies nicht zu beanstanden. Da sowohl im Begutachtungszeitpunkt 2003 als auch in
jenem von 2008 eine verminderte Knochendichte festgestellt wurde und weitere
Ursachen unterdessen ausgeschlossen werden konnten, erweisen sich die
Ausführungen von Dr. E._ zum Vorbestehen der Osteopenie sowie zum mittlerweise
eingetretenen Status quo sine somit als nachvollziehbar. Folglich ist davon
auszugehen, dass in Bezug auf die Rückenbeschwerden spätestens im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung am 31. Juli 2008 derjenige Zustand, wie er auch ohne Unfall
eingetreten wäre, erreicht war.
2.3 Am 10. Juli 2001 suchte die Beschwerdeführerin erstmals wegen kolikartigen
Schmerzen im linken Unterbauch notfallmässig das Kantonale Spital Rorschach auf.
Die rezidivierenden Schmerzen wurden als Koliken im Rahmen einer rezidivierenden
Urolithiasis beurteilt und die Beschwerdeführerin nach zwei Tagen auf Grund deutlich
regredienter Beschwerden wieder entlassen (act. G 7.3). Gemäss ihrem Rechtsvertreter
traten auch aktuell wieder Nierenkoliken auf (vgl. act. G 1 Ziff. III A 4.). Die Ursache der
nach dem Unfall aufgetretenen Urolithiasis bleibt laut dem MEDAS-Gutachten vom
15. Juli 2003 unklar, wobei damals noch eine zeitlich begrenzte Hyperkalzämie zur
Diskussion stand, einerseits durch Immobilisation bedingt, andererseits Vitamin D-
bedingt zusammen mit der von der Beschwerdeführerin durchgeführten Selbsttherapie
eines dyspeptischen Syndroms mit Milch und Rennie-Tabletten (act. G 7.2 S. 17 und S.
4). Nach erneuter Begutachtung hielten die Ärzte im MEDAS-Bericht vom 11. Juli 2008
fest, dass angeblich weitere Nierenkoliken persistierten, die jedoch zu keinen weiteren
Komplikationen geführt hätten, indem die bisherige Selbsttherapie mit Buscopan,
allenfalls zusätzlich Mefenacid und viel Trinken ausgereicht habe und insbesondere
keine weiteren stationären Aufenthalte erforderlich gewesen seien. Eine
Nierenfunktionsstörung wie auch eine Hyperurikämie könnten ausgeschlossen werden
(UV-act. M37 S. 38). Damit könnten die nach dem Unfall aufgetretene Nephrolithiasis
sowie die in der Folge anamnestisch weiterhin rezidivierenden Nierenkoliken als nur
möglicherweise in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 25. Februar 2001
stehend beurteilt werden (UV-act. M37 S. 39). Nachdem auch Dr. E._ diese
Ausführungen am 9. Oktober 2009 für schlüssig erachtete, sie nachvollziehbar sind und
keine Anhaltspunkte vorliegen, die zu einer anderen Schlussfolgerung führen würden,
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ist nicht davon auszugehen, dass die Nephrolithiasis mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis steht.
2.4 Bezüglich der Augenproblematik ist nach anamnestischen Angaben von einem
korrigierten Visus rechts von 60% und links von 30% auszugehen (act. G 7.2 S. 17,
UV-act. M37 S. 36). Gemäss dem Operationsbericht der Klink für Augenkrankheiten
des KSSG vom 20. November 2001 wurde bei der Beschwerdeführerin am
20. November 2001 infolge einer diagnostizierten fortgeschrittenen fleckförmigen
Hornhautdystrophie eine perforierende Keratoplastik durchgeführt (act. G 7.4). Bei der
Diagnose der Hornhautdystrophie handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für
eine Gruppe erblicher, immer beidseitiger, angeborener oder sich später
manifestierender Trübungen in den verschiedenen Schichten der Hornhaut
(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 904). Für die MEDAS-
Ärzte war die Ursache der fleckförmigen Hornhautdystrophie gemäss Gutachten vom
15. Juli 2003 unklar. Diesbezüglich könnten aus den zur Verfügung stehenden Akten
keine Rückschlüsse gezogen werden. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass
korneale und konjunktivale Calcifikationen im Rahmen von Hyperkalzämien
beschrieben würden (act. G 7.2 S. 17). Auch im Gutachten vom 11. Juli 2008 wurde
aufgeführt, dass die erstmalig nach dem Unfall aufgetretenen Nierenkoliken mit
dokumentierter Lithotripsie im KSSG insbesondere beim gleichzeitigen Auftreten einer
fleckförmigen Hornhautdystrophie einen mindestens transitorisch bestehenden
hyperkalzämen Zustand vermuten liessen. Das Auftreten der fleckförmigen
Hornhautdystrophie könne (aber) nur möglicherweise in natürlichem
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehend beurteilt werden (UV-act. M37 S. 38
f.). Damit ist auch hier - trotz Angaben der Beschwerdeführerin erst seit dem Unfall
unter Sehstörungen zu leiden (vgl. act. G 7.2 S. 3) - der Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und diesen Beschwerden nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
2.5 Der Rechtsvertreter macht schliesslich geltend, die Entwicklungsstörungen des
am 13. November 2002 geborenen Sohnes der Beschwerdeführerin seien auf die ihr
infolge des Unfalls verordnete Medikation zurückzuführen. Wie dem MEDAS-Gutachten
vom 11. Juli 2008 zu entnehmen ist, habe der Sohn im Kindergarten Mühe gehabt,
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jedoch habe sich die Situation mit Logopädie gebessert (UV-act. M37 S. 2).
Ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführerin direkt nach dem Unfallereignis das
Schmerzmittel Mefenacid (UV-act. M2) und gemäss eigenen Angaben Ponstan
verschrieben wurden (act. G 7.2 S. 2). Im KSSG-Bericht vom 15. Oktober 2001 wurde
die Empfehlung abgegeben, während zehn Tagen Vioxx50 einzunehmen (UV-act. M8).
Dieses Medikament ist mittlerweile v.a. auf Grund eines gesteigerten Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisikos wieder vom Markt genommen worden (vgl. Abfrage vom 9.
Dezember 2010: http://www.netdoktor.de/Magazin/Vioxx-r-Rueckzug-5222.html).
Infolge der unfallfremden Nierenkoliken im Juli 2001 verordneten ihr die behandelnden
Ärzte Buscopan Dragees bei Bedarf, Primofénac Tabletten 50mg bei Bedarf sowie
Noroxin 400mg 1-0-1 bis 19. Juli 2001 (act. G 7.3). Ansonsten konnte sie ebenfalls bei
Bedarf durch die Hausärztin nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) beziehen (UV-act.
M13). Gemäss dem MEDAS-Bericht vom 15. Juli 2003 nahm die Beschwerdeführerin
das Antidepressivum Deroxat lediglich vor der zweiten Schwangerschaft ein (vgl. act. G
7.2 S. 3). Diesbezügliche über die Medikamenteneinstellung hinaus andauernde
Nebenwirkungen sind mit Blick auf die bekannten Risikofaktoren jedoch zu verneinen
(vgl. Arzneimittel-Kompendium der Schweiz, Deroxat, Abfrage vom 9. Dezember 2010:
http://www.kompendium.ch/MonographieTxt.aspx?lang=de&MonType=pi). Im Übrigen
scheint sich die Beschwerdeführerin ihrer Schwangerschaft bereits frühzeitig bewusst
gewesen zu sein und es zeigt sich, dass sie auch sofort die nötigen
Vorsichtsmassnahmen ergriff, indem sie beispielsweise bereits Anfang März 2002 auf
risikoreiche Röntgenabklärungen verzichtete (UV-act. M16). Die gemäss dem Bericht
der Klinik für Urologie des KSSG vom 24. Juli 2002 durchgeführte Medikation mit
Magnesiocard 1.2, Neobron sowie Dafalgan bei Bedarf (vgl. zur Zulässigkeit bei
Schwangerschaft Abfrage vom 9. Dezember 2010: http://www.kompendium.ch/
MonographieTxt.aspx?lang=de&MonType=pi) erfolgte schliesslich in Kenntnis der
Schwangerschaft bzw. scheint teilweise dadurch indiziert gewesen zu sein (act. G 7.2
S. 8). Vor diesem Hintergrund können die geltend gemachten Störungen in der
Entwicklung des Sohnes nicht auf die infolge des Unfalls eingenommenen
Medikationen zurückgeführt werden, ganz abgesehen davon, dass allfällige
Gesundheitsschäden beim Sohn der Beschwerdeführerin ohnehin nicht durch deren
Unfallversicherung gedeckt wären.
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2.6 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die über den 31. Juli 2008 hinaus
geklagten Beschwerden somatisch nicht mehr bzw. lediglich teilweise, jedoch mit nicht
unfallbedingten Befunden erklärbar sind.
3.
3.1 Schliesslich ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin beim Autounfall vom 25.
Februar 2001 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, muss
beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel,
neurologische Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), Übelkeit,
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. nach
dem Unfall vorgelegen haben (BGE 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 2.4 bzw. BGE
117 V 359 E. 4b S. 360). Kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen
Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer
Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen
werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem
Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133
zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild
eines HWS-Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben
sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach
dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im
Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Einstellungszeitpunkt gesamthaft
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111f.,
127 V 102 E. 5b/bb S. 103, 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 5/2002 Nr. U 465 S. 437, je mit
Hinweisen).
3.2 Die medizinischen Berichte gehen beim Unfall vom Februar 2001 konkret von
einer HWS-Distorsion aus (UV-act. M1 - M3). Distorsionen der HWS sind Folgen von
Beschleunigungskräften, die im Sinn einer Überdehnung und Überbiegung auf die
HWS einwirken und mit einem Kopfanprall verbunden sein können. Ein eigentliches
Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei einer Auffahrkollision durch die plötzliche
Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen -
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zuerst nach hinten zu knicken scheint und anschliessend nach vorne beschleunigt wird.
Führt der Beschleunigungsmechanismus zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem
Schleudertrauma, sondern von einer HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl.
diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in
die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-
Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische,
biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern
2001, S. 31 f.). Gemäss dem Fragebogen bei HWS-Verletzungen, welchen die
Hausärztin am 13. März 2001 beantwortete, fand kein Kopfanprall statt (UV-act. M2).
Ob die Beschwerdeführerin aber ein eigentliches Schleudertrauma oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-
Hirntrauma, erlitten hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Es genügt,
dass davon ausgegangen werden kann, dass sie eine Beschleunigungsverletzung der
HWS erlitten hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht als strukturelle
Verletzung zeigte (vgl. Erwägung 2.2).
3.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel
anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e).
3.4 Folglich ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfallereignis ein
typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma mit einer Beschwerdehäufung
vorgelegen hat. Gemäss dem Bericht des KSSG vom 1. März 2001 konnte die
Beschwerdeführerin nach Einlieferung in die Notfallaufnahme den Kopf nicht von der
Unterlage abheben, jedoch bestand keine Druckdolenz über der HWS (UV-act. M1).
Ihre Hausärztin hielt im Fragebogen bei HWS-Verletzungen am 13. März 2001 fest,
dass sich nach dem Unfall Schwindel, Benommenheit und Verwirrtheit, Übelkeit und
Erbrechen, Spontanschmerzen im Nacken rechts und links mit Ausstrahlung in die
Schultern sowie eine Bewegungseinschränkung der HWS eingestellt hätten. Bei der
ersten Konsultation in ihrer Praxis am 27. Februar 2001 hätten immer noch Schwindel,
leichte Übelkeit, Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schultern sowie eine HWS-
Bewegungseinschränkung bestanden. Die HWS-Beweglichkeit wurde als endphasig
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schmerzhaft beschrieben. Zu Beginn seien die Schmerzen und der Schwindel
zunehmend gewesen, im Zeitpunkt des Arztberichts vom 13. März 2001 sei v.a.
Schwindel bis hin zum Kollaps geklagt worden (UV-act. M2). Gemäss Arztzeugnis vom
22. Mai 2001 machte die HWS zu jenem Zeitpunkt keine Probleme mehr (UV-act. M3).
Ende Juni 2001 wurde eine seit dem Unfall bestehende Lichtempfindlichkeit
dokumentiert (UV-act.M4), die aber mit der Hornhautdystrophie in Zusammenhang
gestanden haben dürfte. Schliesslich stellten sich seit dem Arbeitsversuch im
September 2001 wieder vermehrt Rückenschmerzen sowie eine depressive
Verstimmung ein (UV-act. M11). Gemäss Bericht des KSSG vom 15. Oktober 2001
beklagte die Beschwerdeführerin Schmerzen im mittleren unteren thorakalen
Wirbelsäulenbereich, welche in letzter Zeit Richtung HWS ausstrahlten (UV-act. M12).
Die Diplomierte Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin / ECF Dr. phil. I._
berichtete am 25. Juli 2002, dass sie unter Alpträumen, Erschöpfungszuständen,
erhöhter Reizbarkeit, sozialen Rückzugstendenzen und depressiver Verstimmung
gelitten habe (UV-act. M20). Als weitere geltend gemachte Beschwerden nannte Dr.
F._ im Bericht vom 15. Juli 2003 eine Einschränkung in der Konzentrationsfähigkeit
und Rückenschmerzen. Zudem habe die Beschwerdeführerin angegeben, im Vormonat
leicht unter Kopfschmerzen, Schwindel, Ohnmachtsanfällen, Herzklopfen und
Herzrasen gelitten zu haben (UV-act. M25 S. 5, 8). Diese Erhebungen zeigen ein
Beschwerdebild mit mehreren typischen Beeinträchtigungen unmittelbar nach dem
Unfall vom 25. Februar 2001 sowie solchen nach einer gewissen Latenzzeit, wobei
letztere grundsätzlich nicht berücksichtigt werden können. Gesamthaft ist aber von
einer Häufung von Beeinträchtigungen im Sinn eines typischen Beschwerdebilds nach
HWS-Distorsionstrauma auszugehen, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-
Traumas zu betrachten ist.
4.
Dr. F._ befand nach seiner psychiatrischen Begutachtung 2008, dass das aktuelle
Zustandsbild vorwiegend einem chronifizierten Schmerzsyndrom entsprechen dürfte,
nachdem man ursprünglich von einer Kränkungsreaktion und Anpassungsstörung habe
ausgehen können. Ein direkter Zusammenhang mit dem Unfall sei aus psychiatrischer
Sicht nicht mehr nachvollziehbar. Die Beeinträchtigung des Ehelebens, die
Entwicklungsstörung des Kleinkinds und die von der Psychotherapeutin im letzten
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Bericht erwähnte Aktualisierung von verdrängten frühkindlichen Traumata seien durch
das Unfallereignis möglicherweise begünstigt worden, stünden jedoch nicht in einem
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang. Im Übrigen würden sie von der
Untersuchten aktuell nicht bestätigt. Die Panikstörung resultiere aus einer chronischen
Überreizung durch Schmerzerleben, Zukunftsängste, familiäre Belastung etc. (UV-act.
M37 S. 29). Auch die Dres. med. K._ und med. H._, beratende Ärzte der
Beschwerdegegnerin, sahen in ihren Berichten vom 7. August 2002 bzw. 10. Mai 2007
spätestens ab August/September 2002 und aktuell 2007 die psychogene Problematik
als nicht mehr unfallbedingt (UV-act. M23 Ziff. 4, M29). Ob demzufolge der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen den über den 31. Juli 2008 hinaus geklagten
Beschwerden und dem streitigen Unfall verneint werden müsste, kann vorliegend aber
offen bleiben, da - wie nachfolgende Ausführungen ergeben - eine weitergehende
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ
vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs ohnehin zu verneinen ist (BGE 135
V 472 E. 5.a).
5.
Bereits im Arztzeugnis vom 6. November 2001 empfahl die Hausärztin eine
psychologische/psychiatrische Begleitung der Beschwerdeführerin auf Grund einer
depressiven Verstimmung (UV-act. M11). Eine solche fand dann bei Dr. I._ statt,
welche mit Bericht vom 25. Juli 2002 eine Anpassungsstörung mit vorwiegender
Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) diagnostizierte (UV-act. M20).
Gemäss Dr. F._ ist die psychosomatische Störung der Beschwerdeführerin im
Verhältnis zum gesamten Beschwerdebild in den Vordergrund gerückt. Den Zeitpunkt,
ab wann dies so ist, könne man rückblickend nicht genau eruieren. Es dürfe aber
davon ausgegangen werden, dass zwei Jahre nach einem Ereignis
Anpassungsstörungen überwunden seien, es sei denn, die Auslöser würden
fortbestehen. Als solcher seien die Schmerzen zu betrachten. Dazu komme eine
gewisse Vulnerabilität in Form einer vorbestehenden leichten narzisstischen
Problematik. Aus diesem Grund könne man grosszügig noch ein bis zwei Jahre
zusätzliche Verarbeitungszeit mit notwendiger Psychotherapie zuschlagen. Spätestens
Anfang 2005 dürfe aber die jetzige psychosomatische Störung als im Vordergrund
stehend betrachtet werden (UV-act. M37 S. 29 f.). Sind die geklagten gesundheitlichen
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Störungen nach dem Gesagten auf Grund der medizinischen Akten im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung zumindest in ihrer überwiegenden Mehrheit als von psychischem
Ursprung zu qualifizieren, hat die Beurteilung der Adäquanz praxisgemäss unter dem
Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) zu
erfolgen und nicht anhand der Kriterien, wie sie für Schleudertraumata der
Halswirbelsäule entwickelt wurden (BGE 117 V 367 E. 6a). Vor diesem Hintergrund ist
die Adäquanzprüfung vorliegend trotz diagnostizierter HWS-Distorsion und des
gegebenen typischen Beschwerdebilds nicht nach der Rechtsprechung gemäss BGE
117 V 366 ff., sondern nach jener zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen
(BGE 115 V 133 ff.) vorzunehmen.
6.
6.1 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6,
bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen.
Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen
dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Während die
Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht, in der Regel bei banalen Unfällen ohne weiteres
verneint und bei schweren Unfällen bejaht werden kann, lässt sie sich bei Unfällen im
mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr
sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 139 E. 6a-c). Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2,
2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als
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wichtigste Kriterien gelten dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
6.2 Praxisgemäss werden Auffahrunfälle, bei welchen das Auto vor einem
Fussgängerstreifen oder Lichtsignal stillsteht, dem mittleren Bereich an der Grenze zu
den leichten Fällen zugeordnet (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 4.2 mit Hinweisen [U
193/01]). Im hier zu beurteilenden Fall kam der von der Beschwerdeführerin gelenkte
Personenwagen auf der verschneiten Autobahn ins Schleudern und prallte gegen die
linke und die rechte Leitplanke (UV-act. M1, A1, A7). Der Wagen ist dabei vorne und
auf der linken Seite stark ("total") beschädigt worden. Ebenfalls zu beachten ist, dass
die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben mit einer Geschwindigkeit von 90 -
100km/h gefahren ist (UV-act. A7). Dieser Geschehensablauf ist offensichtlich
schwerwiegender als eine blosse Auffahrkollision in ein stehendes Auto, weshalb das
Ereignis vom 25. Februar 2001 nicht bloss als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu
den leichten Fällen zu qualifizieren ist. Dass ein Unfall im Grenzbereich zu den
schweren Fällen vorliegt, lässt sich denn aber gestützt auf die Rechtsprechung zu
ähnlich gelagerten Fällen (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar
2009 i/S S. [8C_897/2009] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen) ebenfalls nicht begründen,
zumal sich das Fahrzeug weder überschlug noch weitere Wagen involviert waren.
Somit ist auf Grund des unbestrittenen Geschehensablaufs und der sich dabei
entwickelnden Kräfte mit der Beschwerdegegnerin von einem Unfall im mittleren
Bereich im eigentlichen Sinn auszugehen.
6.2.1 Das Ereignis vom 25. Februar 2001 hat sich weder unter besonders
dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war es von besonderer
Eindrücklichkeit. Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit ist objektiv zu
beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der
versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil vom 25.
Januar 2008 i/S A. [U 56/07] E. 6.1). Denn nicht was im Betroffenen psychisch vorgeht,
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ist entscheidend, sondern die objektive Eignung der Begleitumstände, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche
somit allein noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreicht (Urteil vom 11.
Februar 2009 i/S S. [8C_799/2008] E. 3.2.3 mit Hinweis).
6.2.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin muss angesichts der
Deckenplattenimpressionsfrakturen von BWK 4, 5, 6, 8, 9 und 11 mit diskretem
Knochenmarksödem sowie einer HWS-Distorsion - auch wenn die
Impressionsfrakturen erst eineinhalb Monate nach dem Unfallereignis diagnostiziert
werden konnten - doch von erheblichen Verletzungen ausgegangen werden, die
erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
Entsprechend kann das diesbezügliche Kriterium grundsätzlich bejaht werden,
allerdings nicht in ausgeprägter Weise.
6.2.3 Für die Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung wird auf die
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, die
lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der
Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant.
Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität
einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts vom
27. Februar 2008 i/S D. [U 11/07] E. 5.3.1 mit Hinweisen). Am Unfalltag wurde die
Beschwerdeführerin lediglich ambulant in der Zentralen Notfallaufnahme des KSSG
versorgt, wo sie einen weichen Halskragen erhielt (UV-act. M1). Hospitalisationen auf
Grund des Unfalls fanden keine statt. Die Hausärztin verschrieb ihr Schmerzmittel und
ordnete Physiotherapie an (UV-act. M2, M3, M9, M13, M15, M18, M21, M22). Zudem
wurde Elektrotherapie und Fango angewandt (UV-act. M8, M10). Nach der Geburt des
zweiten Kindes bestanden die weiteren Behandlungen schliesslich nur noch in
Physiotherapiesitzungen (vgl. u.a. UV-act. M28, M32, M34, M36) und den für die
Adäquanzprüfung nicht relevanten psychotherapeutischen Behandlungen (UV-act.
M20, M30) sowie einer allfälligen Medikation zur Behandlung der Osteopenie (vgl. UV-
act. M26 S. 4). Damit ist das Kriterium einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung klarerweise nicht erfüllt.
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6.2.4 Während der Begutachtung durch Dr. G._ im Jahr 2003 gab die
Beschwerdeführerin an, noch ständig leichte Schmerzen im Brustbereich vorne sowie
hinten zu spüren. Manchmal würden sie von hinten bis in den Nacken ausstrahlen.
Durch Belastung erfolge jedoch keine Schmerzzunahme (UV-act. M26 S. 2). Auch
während der Untersuchung im Jahr 2008 bildeten die Rückenbeschwerden noch immer
das Hauptproblem. Sie bestünden in Form von Brennen und Stechen am Rücken auf
Brusthöhe und Verkrampfungen gegen oben und unten. Es gebe gute Tage bis zu einer
Woche, wo sie keine Schmerzmedikamente einnehme. Vorne am Brustkorb
vorhandene Beschwerden wurden keine mehr erwähnt und konnten auch nicht
objektiviert werden (UV-act. M37 Bericht von Dr. G._ vom 20. Juni 2008 S. 1 und 3).
Da folglich lediglich von leichten körperlichen Dauerschmerzen auszugehen ist, durch
welche die Beschwerdeführerin im Lebensalltag jedoch nicht massgeblich
beeinträchtigt ist, kann das Kriterium der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden
erheblichen Beschwerden nicht bejaht werden.
6.2.5 Anzeichen einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, eines schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher
Komplikationen sind vorliegend nicht ersichtlich. Auch wenn die
Deckenplattenimpressionsfrakturen der verschiedenen BWK erst zeitlich verzögert und
durch eine zweite Röntgenuntersuchung eruiert werden konnten, kann darin noch keine
Fehlbehandlung gesehen werden, zumal die Frakturen ohne Fehlstellungen verheilt
sind. Im Übrigen sind, wie bereits ausgeführt wurde (vgl. Erwägung 2.5), auch durch
den Medikamentenkonsum keine Nebenwirkungen nachgewiesen, welche zu negativen
Folgen geführt hätten.
6.2.6 Die Beschwerdeführerin war im Anschluss an das Unfallereignis vom 25.
Februar 2001 vollständig arbeitsunfähig (UV-act. M1, M2). Ein Arbeitsversuch mit einer
Arbeitsfähigkeit von 25% musste nach drei Wochen wegen Rückenschmerzen wieder
abgebrochen werden (UV-act. M11). Zwischenzeitlich bestand jedoch zusätzlich eine
Hospitalisation aus unfallfremden Gründen, d.h. wegen Nierensteinen, und es wurden
auch nachfolgend weitere Therapien durchgeführt (act. G 7.3, UV-act. M9). Zudem
hatte sich die Beschwerdeführerin einer Operation des rechten Auges zu unterziehen
(vgl. act. G 7.4). Beim Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit gilt es schliesslich auch den Umstand zu berücksichtigen, dass die
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psychischen Probleme die organischen schon relativ früh unterhalten haben. So wurde
Anfang November 2001 erstmals eine depressive Verstimmung dokumentiert (UV-act.
M11) und Dr. F._ hielt im Bericht vom 15. Juli 2003 fest, dass die jetzigen
psychischen Beschwerden nach dem Unfall aufgetreten seien, ein exakter Beginn
jedoch nicht festgestellt werden könne. Vielmehr hätten sich die psychischen
Störungen an die unfallbedingten somatischen Symptome angeschlossen und mit
psychischen Reaktionen auf die Keratoplastik vermischt (UV-act. M25 S. 6). Während
die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht in körperlich angepasster Tätigkeit
gemäss Bericht von Dr. G._ vom 8. Dezember 2003 (UV-act. M26 S. 4) 100% betrug,
war die Beschwerdeführerin laut Dr. F._ aus psychiatrischer Sicht in einer vollzeitigen
externen Arbeit zu 50% eingeschränkt (UV-act. M25 S. 6, 8). Nach dem MEDAS-
Gutachten vom 15. Juli 2003 kam eine Wiedereingliederung in der Wirtschaft zu jenem
Zeitpunkt aber lediglich deshalb nicht in Frage, weil die Doppelrolle Hausfrau-
Mitverdienerin eine Überforderung dargestellt hätte, was eine Verschlechterung des
psychischen Zustands hätte bewirken können (act. G 7.2 S. 3). Unter diesen
Umständen kommt dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit kein besonderes Gewicht zu.
6.2.7 Somit kann höchstens eines der massgebenden Kriterien (die besondere
Art oder Schwere der erlittenen Verletzung) als erfüllt gelten und zwar ausdrücklich
nicht in ausgeprägter Weise, weshalb die Unfalladäquanz der psychischen
Beeinträchtigungen verneint werden muss (BGE 115 V 139 E. 6c). Im Übrigen kann
festgehalten werden, dass die Adäquanz selbst nach der gemäss Rechtsprechung für
die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109 ff.)
ebenfalls nicht erfüllt wäre.
7.
7.1 Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf
eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Als dauernd gilt ein
Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in
gleichem Umfang bestehen wird, und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige
Integrität unabhängig von der Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist
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(Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; vgl. RKUV
1998 Nr. U 303 S. 354).
7.2 Die Entschädigung ist nach der Schwere des Integritätsschadens abzustufen
(Art. 25 Abs. 1 UVG). Für ihre Bemessung gelten die Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV
(Art. 36 Abs. 2 UVV). Der Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala der Integritätsschäden.
Dadurch, dass ein Integritätsschaden in der Liste steht, ist dessen Erheblichkeit bejaht,
nicht dagegen in jedem Fall die Dauer, d.h. der voraussichtlich lebenslange Charakter
(Gilg/Zollinger, Die Integritätsentschädigung, Bern 1984, S. 49 f.). Die Skala ist
verbindlich, als Grobraster indessen nicht abschliessend. Sie enthält lediglich
richtunggebende, in der Praxis häufig vorkommende Schäden mit den entsprechenden
Werten. Teilschäden, andere Schäden oder Kombinationen derartiger Ganz- oder
Teilschäden müssen mit den Listenfällen verglichen und nach der Schwere der
durchschnittlichen Auswirkungen taxiert werden (Art. 36 Abs. 3 UVV; Ziff. 1 Abs. 2 der
Richtlinien im Anhang 3 zur UVV). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine
ausschliesslich ärztliche Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3
zur UVV erlaubt es dem Arzt oder der Ärztin, grundsätzlich jeden Integritätsschaden
annähernd vergleichbaren Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat
sich in der Praxis ein Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der
Integritätsschäden manifestiert. Die Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten
Skala und unter Berücksichtigung dieser verbindlichen Werte, weitere
Schätzungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der
Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der
Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für
die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur
UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens
für den Regelfall gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben
ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen
die Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und
Nr. U 31 S. 438).
7.3 Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der Arzt oder die Ärztin
festzustellen, in welcher Hinsicht die versicherte Person durch den Unfall noch
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körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Sie haben sich im Weiteren dazu zu
äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu betrachten sind, d.h. voraussichtlich
während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang bestehen bleiben. Bei
geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der Arzt oder die Ärztin zur Frage zu äussern,
ob die Schädigung im Hinblick auf die im Anhang 3 zur UVV enthaltenen
Listenpositionen als erheblich, d.h. augenfällig oder stark zu gelten hat. Gegebenenfalls
haben sie zudem auf voraussehbare Verschlimmerungen aufmerksam zu machen.
Anschliessend ist es Sache der Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die
ärztlichen Schlussfolgerungen daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen
Anforderungen gerecht werden.
7.4 Im Bericht vom 8. Dezember 2003 hielt Dr. G._ eine Beurteilung des Inte
gritätsschadens für verfrüht, da immer noch eine Besserung der Beschwerden
stattgefunden habe und eine Zunahme der Belastbarkeit noch möglich sei (UV-act.
M26). Die am 1. April 2008 im Röntgeninstitut und MR-Zentrum Dres. L._, M._,
N._ angefertigten Röntgenaufnahmen ergaben, dass die gemessenen Werte im LWS-
und Beckenbereich einer Osteopenie entsprachen und der Wert im distalen Vorderarm
im Normbereich sei. Die Morphometrie zeige die beschriebenen Frakturen im unteren
BWS-Bereich, im Übrigen aber eine normale Morphometrie. Wegen der
anamnestischen Distraktionsverletzung Th12/L1 sei die Messung auch im LWK 2-4
durchgeführt worden. Diese zeige jedoch ähnliche Verhältnisse wie beim Wert L1-L4
(UV-act. M37 S. 23). Laut Dr. G._ im MEDAS-Bericht vom 11. Juli 2008 waren die
Frakturen sodann nicht in Fehlstellung verheilt, der Zustand seit fünf Jahren stationär
und eine Verschlimmerung nicht voraussehbar. Gestützt auf die Suva-Tabelle 7
gemäss UVG lägen mässige Beanspruchungsschmerzen nach Frakturen der BWS vor
mit möglicher Erholung und schmerzfreien Intervallen. Daraus ergebe sich ein
Integritätsschaden von 5% (UV-act. M37 S. 34). Demgegenüber kann die vorliegende
psychosomatische Störung gemäss Dr. F._ nicht mit Bestimmtheit als Unfallfolge
bezeichnet werden. Sie stelle auch keine definitive erhebliche Schädigung der geistigen
Integrität im Sinn von Art. 24 UVG dar (UV-act. M37 S. 31). Dr. E._ hielt die im
Gutachten festgelegte Schädigung der körperlichen Integrität von 5% unter
Berücksichtigung der nur minimen funktionellen Einschränkungen und der Tatsache,
dass die Frakturen ohne Dislokation verheilt seien, sowie in Anbetracht des seit 2003
stationären Verlaufs für nachvollziehbar (UV-act. M39). In Anbetracht dieser
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/24
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St.Galler Gerichte
schlüssigen und einleuchtenden Integritätsschadensbeurteilungen durch die MEDAS-
Ärzte, welche sich auf lückenlose Verlaufsdokumentationen abstützen und die
Beschwerdeführerin bereits fünf Jahre früher begutachtet hatten, besteht somit kein
Grund für ein Abweichen. Insbesondere liegen auch keine Berichte oder
Röntgenbefunde mit anderslautenden Ergebnissen vor. Damit ist die von der
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2009 zugesprochene
Integritätsentschädigung von 5% nicht zu beanstanden.
8.
Den Anträgen zur Einholung von zusätzlichen medizinischen Gutachten zur Frage der
Unfallkausalität der Visusstörung sowie der Nierenkoliken ist nicht zu entsprechen, da
nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des
vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen. Vielmehr kann auf das
schlüssige und nachvollziehbare Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 11. Juli 2008
abgestellt werden (vgl. dazu BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit
Hinweisen; antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117;
SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
9.
Auf Grund dieser Ausführungen ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid
vom 15. Oktober 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG