Decision ID: d5e8e786-7846-4f69-838b-c082e4be0a20
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
war
bei der
Y._
,
Z._
(
Y._
)
,
als Raumpflegerin in einem Pensum von mindestens zwölf Stunden pro Woche
angestellt
(
Urk.
7/
11
). Seit 2. Mai 2013 arbeitete sie sodann bei der
A._
, Zürich
(
A._
)
,
als Reinigungsmitarbeiterin in einem Pen
sum von 13.50
Wochenstunden
(
Urk.
7/33/
154).
A
m 16. März 2014
meldete sie sich
unter Hinweis auf einen am 17. Juli 2013 (recte: 25. Juni 2013,
Urk.
7/33/144) erlittenen Sturz bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht, es wurden die Akten der Suva sowie der Krankentaggeld
versicherung
Swica
eingeholt. Am 8. Dezember 2014 (
Urk.
7/35) erstattete die B._
,
im Auftrag der IV-Stelle
ein polydisziplinäres Gutachten.
Unter den von der
Swica
eingeholten Unterlagen befand sich
auch
ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
sowie Pharmazeutische Medizin
, vom 31. Dezember 2014 (
Urk.
7/53 S. 3 ff.).
Mit Schreiben vom 12. Februar 2015 (
Urk.
7/39) teilte die IV-Stelle der Versicher
ten mit,
ihre Abklärungen hätten ergeben
, dass zurzeit nicht abschliessend beur
teilt werden könne, ob die Einschränkung
der
Erwerbsfähigkeit
der Versicherten
bleibend sei oder zumindest längere Zeit andauere. Gemäss der medizinischen Einschätzung könne
ihr
Gesundheitszustand mit einer intensivierten psychiatri
schen Behandlung für die Dauer von mindestens sechs Monaten verbessert wer
den. Während dieses Zeitraums werde kein Entscheid über einen allfälligen IV-Rentenanspruch gefällt. Nach Abschluss der oben erwähnten Massnahme nehme die IV die Abklärungen wieder auf und entscheide danach, ob eine bleibende oder zumindest längere Zeit dauernde Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vorliege. Die Versicherte werde gebeten, bis zum 15. April 2015 mitzuteilen, bei welchem
Arzt oder
welcher
Ärztin sie die oben erwähnte Massnahme durchführen werde. Nach Behandlungsbeginn werde dort der Behandlungsplan angefordert. Darauf
hin begab sich die Versicherte vom 6. Juni bis 11. Dezember 2015 einmal pro Woche in die Tagesklinik der
D._, E._ (
Urk.
7/57
S. 3 ff., 7/67 S. 5 f.).
1.2
Am 15. Dezember 2016 (
Urk.
7/100) erstattete das
F._
, ein
weiteres
polydisziplinäres Gutachten. Nach
der
Einholung einer ergänzenden Stellungnahme
bei den
Gutachter
n
(
Urk.
7/101, 7/103)
und
insbesondere einer abschliessenden Beurteilung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
sowie nach
Überprüfung des Sachverhalts aus juristi
scher Sicht
(
Urk.
7/107 S. 13 ff.) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbe
scheid vom 12. April 2017 (Urk. 7/108) die Abweisung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht. Dies wurde unter Abweisung der dagegen erhobenen Einwände (
Urk.
7/115) mit Verfügu
ng vom 28. September 2017 (Urk.
2) bestätigt.
2.
Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1. November 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und stellte folgende Anträge (S. 2):
«1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28.09.2017 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin rückwirkend per 01.09.2014 eine ganze IV-Rente auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur ergänzenden Abklä
rung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3
.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin.»
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2017 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 28. September 2017 (
Urk.
2) damit, dass
die Beschwerdeführerin seit dem 25. Juni 2013 (Beginn der einjährigen Wartefrist) und weiterhin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Reinigungs
angestellte zu 100 % arbeitsunfähig sei. Dies aufgrund der somatischen Ein
schränkungen.
Für die Zeit ab Unfall vom 25. Juni 2013 bis zur zweiten Begut
achtung beim
F._
werde
auf die Beurteilung der
B._
vom 8. Dezember 2014
abgestützt
. Ab 9. Januar 2014 hätten keine Einschränkungen in einer angepass
ten Tätigkeit vorgelegen, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente ent
stehe. Seit der zweiten Begutachtung beim
F._
vom 15. Dezember 2016 gelte eine Einschränkung für eine angepasste Tätigke
it
von durchschnittlich 25 % ebenfalls aus somatischer Sicht. Falls aus psychiatrischer Sicht
eine schwere depressive Episode vorgelegen habe, sei diese nur vorübergehend gewesen. Bei der angegebenen somatoformen Schmerzstörung könne mit Blick auf die Diskre
panzen weiter kein Schweregrad festgestellt werden. Eine spezifische Therapie habe nicht stattgefunden. Von einer Therapieresistenz könne nicht ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht liege kein invalidisierender Gesundheitsscha
den vor. Eine Demenz sei durch die Behandler nie bestätigt worden. Die beiden Gutachten seien nachvollziehbar und für die Gesamtbeurteilung erforderlich gewesen. Gesamthaft sei die Beschwerdeführerin für ihre bisherige Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu 100 % eingeschränkt und für eine leichte Tätigkeit ohne erhöhte Sturzgefahr, in Wechselbelastung sei sie zu 70-80 % arbeitsfähig. Bei einer durchschnittlichen Einschränkung von 25 % entstehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente
.
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 1. November 2017 (
Urk.
1) im Wesentlichen vor, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei seit Juli 2013 medizinisch eindeutig dokumentiert. Dafür spreche insbesondere der Umstand, dass der Beschwerdeführerin gestützt auf eine 100%ige unfall- bzw. später krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit Unfall- respektive Krankentaggel
der von den jeweiligen Versicherungen ausgerichtet worden seien. Schliesslich liege ein umfassendes und schlüssiges Gutachten einer nach dem Zufallsprinzip bestimmten medizinischen Abklärungsstelle (
B._
) vor, welches die vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (zumindest aus psychiatrischer Sicht) bis auf weiteres bestätigt habe. Die Anspruchsvoraussetzungen für eine Invali
denrente seien daher spätestens mit dem Vorliegen des
B._
-Gutachtens vom 8. Dezember 2014 erfüllt gewesen, weshalb
der
Beschwerdeführerin entsprechend eine ganze Invalidenrente auszurichten gewesen wäre respektive
sei
. Die Beschwerdegegnerin hätte nicht zuwarten dürfen, bis die diagnostizierte schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen remittiert sei. Vielmehr wäre es ihr freigestanden, den Rentenanspruch im Rahmen einer Revision neu zu über
prüfen. Das
F._
-Gutachten vermöge eine erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades nicht zu beweisen. Weder der Rheumatologe noch der Psychiater hätten sich zur
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
der Beschwerdeführerin geäussert. Insofern bleibe das Gutachten unvollständig und unschlüssig. Der psychiatrische Gutachter habe festgehalten, dass gemäss Hamilton Depressionsindex eine mittelschwere depres
sive Episode vorliege. Weiter habe er ausgeführt, dass eine psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung angesichts der
chronifizierten
, möglicherweise auch
aggravierten
Situation mit einer hohen
Wahrscheinlichkeit wenig Einfluss auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit hätte. Diese Beurteilung würde demnach eine therapieresistente mittelschwere depressive Episode bestätigen, die gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung als invalidisierende Krankheit anzuerkennen wäre. Betreffend
die
seitens der
F._
-Gutachter geltend gemachten Inkonsisten
zen sei darauf hinzuweisen, dass der Bericht von
Dr.
C._
im Auftrag der Kran
kenversicherung der Beschwerdeführerin verfasst worden sei und daher aufgrund mangelnder Unabhängigk
eit als reine Parteibehauptung
zu qualifizieren sei. Die behauptete Inkonsistenz lasse sich aufgrund des Berichts von
Dr.
C._
nicht begründen. Mit dem
F._
-Gutachten liege höchstens eine unterschiedliche Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor. Schliesslich
machte die Beschwerdeführerin geltend,
die Beschwerdegegnerin
sei
in ihrer Verfügung kaum auf die Einwände der Beschwerdeführerin eingegangen. Damit habe sie ihre Begründungspflicht verletzt (S.
3
ff.).
3.
Vorweg ist festzuhalten, dass eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs
(
Art.
29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, BV)
im Sinne der Begründungspflicht durch die Beschwerdegegnerin vorliegend als geheilt erachtet werden müsste, da sich die Beschwerdeführerin vor dem hie
sigen Gericht, das über eine volle Kognition verfügt, äussern kann und eine Rück
weisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin
zu einem formalistischen Leerlauf
und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde,
die
mit dem Interesse der Beschwerdeführerin an
einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache
nicht zu ver
einbaren wäre
n
(
BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis
). Auf eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin
infolge Verletzung des rechtlichen Gehörs
ist daher zu verzichten.
4.
4.1
Grundlage der Verfügung vom 28. September 2017 (
Urk.
2)
bildete
(
unter anderem
)
das
F._
-Gutachten vom 15. Dezember 2016 (
Urk.
7/
100
; Urk. 7/118 S. 2 f.,
E. 2.
1
).
4.
1
.1
Darin wurden aus somatischer Sicht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(
Urk.
7/100 S. 55):
-
Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) mit CPAP-Beatmung
-
Axi
ale
Spondyloarthritis
-
Schwere Osteoporose
-
Lumbospondylogenes Syndrom beidseits, linksbetont
-
Dysbalance des Schulter- und Beckengürtels
-
Weichteilrheumatische Beschwerden,
periarticuläre
Schmerzareale
Die Gutachter
führten aus, unter Berücksichtigung sämtlicher Befunde und Ein
schränkungen sei eine Arbeitsfähigkeit in mittelschwerer bis schwerer Tätigkeit, welche die Beschwerdeführerin bisher ausgeführt habe, nicht mehr möglich. Auch wenn die Arbeitsunfähigkeit erst eine Woche nach dem Unfallgeschehen bestätigt worden sei, sehe man diese Einschränkung ab dem Zeitpunkt des Unfalldatums als gegeben. In leichter Tätigkeit ohne erhöhte Sturzgefahr, in Wechselhaltung sehe man die Beschwerdeführerin vor allem aus rheumatologischen Gründen (entzündliches Geschehen des Achsenskeletts und Osteoporose im Fraktursta
dium) als um 30 % eingeschränkt, spätestens ab Januar 201
4.
Auch im Bereich des eigenen Haushaltes sehe man die Beschwerdeführerin zu 70-80 % arbeitsfä
hig
(S. 62).
4.
1
.2
Die Beschwerdeführerin bringt vor,
der rheumatologische Gutachter habe sich nicht zur Arbeitsfähigkeit geäussert. Diesbezüglich ist festzuhalten,
dass der rheu
matologischen
Stellungnahme
entnommen werden kann,
dass die Beschwerde
führerin
für
sehr leichte bis leichte Tätigkeiten ohne erhöhte Sturzgefahr teilar
beitsfähig
ist
,
wobei
vermehrte Kurzpausen nötig
sind
(
Urk.
7/10
0
S. 36). Anläss
lich einer Konsenskonferenz vom 27. Oktober 2016, welcher der rheumatologi
sche Gutachter
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie (
Urk.
7/100 S. 26),
ebenfalls beiwohnte (
Urk.
7/100 S. 54), wurde
sodann
die gesamte
medizinische
Sachlage unter den Gutachtern bespro
chen und
in quantitativer sowie qualitativer Hinsicht zur
Arbeitsfähigkeit Stel
lung genommen (E. 4.1.1). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin zielt damit ins Leere.
4.2
Die aus somatischer Sicht erfolgte gutachterliche Beurteilung ist mit Blick auf die Aktenlage sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch betreffend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf nicht zu beanstanden. So wurden sämtliche aktenkundigen Diagnosen durch die
F._
-Gutachter berücksichtigt und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
erscheint
mit Blick auf die (echtzeitlichen) fach
ärztlichen Berichte (
insbesondere hinsichtlich der unbestrittenermassen im Vor
dergrund stehenden rheumatologischen Problematik)
schlüssig
(
vgl.
Urk.
7/8 S. 6 ff., 7/13, 7/33 S. 110 ff., S. 120 f., S. 172 f.,
7/35 S. 29, S. 31 f., S. 59 ff.,
7/53 S. 11 ff., S. 18 ff., S. 26, S.
28, 7/69 S. 7 ff., 7/80).
5.
5.1
In psychiatrischer Hinsicht ist der Aktenlage im Wesentlichen Folgendes zu ent
nehmen:
5.2
Am 16. Juni 2014 (
Urk.
7/18) diagnostizierte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, eine lang anhaltende Anpassungsstörung mit vor
wiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Sorgen, Depression und Schmer
zen), bestehend seit 201
3.
Der Psychiater führte aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit 9. November 2013 bei ihm in Behandlung, wobei die letzte Kon
trolle am 22. Mai 2014 stattgefunden habe (S. 1).
Weiter legte der Psychiater dar, d
ie Beschwerdeführerin sei als zweites von vier Kindern im Kosovo geboren und in normalen Familienverhältnissen aufgewach
sen. Sie sei mit einem Landsmann verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Von 2008 bis 2013 habe sie bis zu ihrem Unfall stundenweise in einer Reinigung gearbeitet und vorher habe sie fünf Jahre an einer anderen Arbeitsstelle gearbei
tet. Wegen ihrer Rheumaerkrankung sei sie früher in der
I._
behandelt worden. Ihre letzte Stelle sei ihr 2013 gekün
digt worden, da sie seit dem 1. Juli 2013 krankgeschrieben sei. Sie sei auch in neurologischer Behandlung in Zürich. Neben den Schmerzen klage die Beschwer
deführerin über innere Unruhe, Konzentrationsstörung, Vergesslichkeit und eine Schwäche in den Händen. Trotz Physiotherapie und Medikamenten sei es nicht besser geworden. Sie schlafe mit einer Maske wegen Schlafapnoe (S. 1 f.).
Im Befund hielt der behandelnde Psychiater fest, die Beschwerdeführerin sei ori
entiert, wach, es bestünden Lücken im Frisch- und Altzeitgedächtnis. Die Mimik sei traurig und depressiv, es liege eine Antriebslosigkeit vor, eine Konzentrati
onsverminderung sowie eine verminderte Ausdauer. Es bestünden keine Anhalts
punkte für psychotische Erlebnisse, Ich-Störungen oder Zwänge. Psychomoto
risch sei die Beschwerdeführerin ruhig und sie sei nicht suizidal (S. 2).
Gestützt hierauf beurteilte er die Beschwerdeführerin als
vollumfänglich
arbeits
unfähig
,
wobei
er
dies aus psychiatrischer Sicht mit der verminderten Konzent
ration und Ausdauer sowie den Schmerzen
begründete
. Zur Frage, in welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar sei, nahm der Psychia
ter keine Stellung (S. 2 f.).
Das Konzentrationsvermögen
beurteilte
Dr.
H._
als
mittelschwer eingeschränkt, das Auffassungsvermögen
als
uneingeschränkt, die Anpassungsfähigkeit
als
leicht und die Belastbarkeit
als
mittelschwer eingeschränkt. Die Fahrtauglichkeit
erachtete er als nicht eingeschränkt
(S. 5).
5.3
Im Rahmen der Begutachtung der Beschwerdeführerin durch die
B._
(
Urk.
7/35) diagnostizierte
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2014 (S. 39) eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen sowie eine gene
ralisierte Angststörung seit Mitte der 90er-Jahre, früher leichtgradig ausgeprägt, im Rahmen der depressiven Erkrankung zunehmende Symptomatik (S. 48).
Bei der Anamneseerhebung äusserte sich die Beschwerdeführerin zurückhaltend und mit wenig mimischer Beteiligung (S. 40). Im psychopathologischen Befund war die Konzentration durch Ermüdung während der Untersuchung gegen Ende beeinträchtigt (S. 44). Im Zusammenhang mit formalen Denkstörungen konnte festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin deutlich verlangsamt war, aber nicht umständlich. Sie war eingeengt auf depressive Inhalte. Sie berichtete über eine
Grübelneigung
, vor allem abends und nachts mit Gedankendrängen. Weiter
äusserte sich
die Beschwerdeführerin
dahingehend
, seit etwa zwei Jahren vor allen Dingen Angst zu haben.
In diesem Zusammenhang führte sie
aus, sie
müsse viel kontrollieren
.
Weiter legte sie dar, m
anchmal habe sie das Gefühl, dass jemand an der Türe sei, der sie töten könnte. Sie wisse, dass dies mit der Angst verbunden sei. Manchmal höre sie in Zuständen, in denen sie Angst habe, eine Stimme. Es bestünden Körpererleben wie Elektrizität in den Armen und olfakto
rische Halluzinationen mit unangenehmen Geruchsempfindungen. Die Beschwer
deführerin wirkte
bei der Begutachtung ratlos
bezüglich der Lebenssituation. Sie
berichtete davon, sich häufig leer zu fühlen.
Es liess sich eine deutliche Affektar
mut beobachten. Die Vitalgefühle waren schwer beeinträchtigt.
Sie
war mittel
gradig bis
schwergradig
deprimiert. Es lagen eine ausgeprägte Hoffnungslosigkeit und eine schwere Ängstlichkeit vor.
Der Gutachter führte aus, d
ie Beschwerde
führerin erlebe sich häufig
dysphorisch
und gereizt. Teilweise fühle sie sich innerlich unruhig. Sie
sei
nicht
klagsam
oder
jammerig
gewesen
. Sie
habe
deut
liche Insuffizienzgefühle
gezeigt
. Sie
sei
deutlich antriebsarm
gewesen
, in der Untersuchung
habe
sie motorisch unruhig
gewirkt
. Sie
habe
von Sterbenswün
schen ohne konkreten Handlungsdruck
berichtet
(S. 46).
Zusammenfassend führte
Dr.
J._
aus
, aktuell sei die Beschwerdeführerin deutlich depressiv herabgestimmt und hoffnungslos. Dies lasse sich psychomoto
risch und
mimisch beobachten. Sie habe Schlafstörungen. Das Energieniveau sei deutlich reduziert und sie habe eine schwere Antriebsstörung. Immer wieder komme es zu Sterbenswünschen. Sie
klage
über Konzentrations- und Gedächt
nisstörungen und es lasse sich in der Untersuchung eine schnellere Ermüdbarkeit beobachten. Im formalen Denken sei sie verlangsamt. Hinzu kämen
synthyme
psychotische Symptome mit Geruchshalluzinationen mit unangenehmen Gerü
chen und einer Aktivierung der bereits vorbestehenden Ängste. Zudem bestehe neben der Depression vorbestehend eine Angststörung, die durch die biografische Erfahrung des Kosovo-Konfliktes getriggert worden sei und im Rahmen der depressiven Symptomatik zugenommen habe. Die Angststörung habe die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Durch die Arbeit sei die Angststörung sogar besser geworden, weil die Beschwerdeführerin abgelenkt gewesen sei.
Sie
habe zwar eine biologisch verwurzelte Geschichte zu den Angstsymptomen. Trotzdem bestehe im Vordergrund eine generalisierte und anhaltende Angst, die sich nicht nur auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränke (S. 49).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
legte
der Gutachter
dar
, bei der aktuellen schwe
ren depressiven Störung mit psychotischen Symptomen sei aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Gemäss Mini-ICF könnte die Beschwerde
führerin sich noch an Regeln anpassen. Die Planung und Strukturierung von Auf
gaben sei durch die schwere Antriebsminderung schwer herabgesetzt, ebenso die Flexibilität und Umstellfähigkeit. Die Anwendung fachlicher Kompetenzen sei leichtgradig aufgrund der kognitiven Einschränkung beeinträchtigt. Wegen der psychotischen Symptome sei auch das Urteilsvermögen beeinträchtigt. Die Durchhaltefähigkeit sei durch die Antriebsarmut schwer beeinträchtigt, ebenso die Selbstbehauptungsfähigkeit aufgrund der Insuffizienzgefühle. Wegen des sozialen Rückzugs sei die Kontaktfähigkeit zu Dritten schwer beeinträchtigt. Familiäre und intime Beziehungen seien mittelgradig beeinträchtigt. Die sponta
nen Aktivitäten im familiären Bereich seien noch etwas vorhanden, aber mindes
tens mittelgradig beeinträchtigt (S. 51).
In retrospektiver Hinsicht
wurde
seitens der Gutachter
im Zusammenhang mit den psychischen Einschränkungen
dargelegt,
nach
der
Behandlung der Frakturen der Wirbelsäule und des
Sakrum
mittels
Osteoplastie
am 23. August 2013 sei es rasch auch zu einer psychischen Verschlechterung gekommen und seit Juli 2013 zu keiner Wiede
rerlangung der Arbeitsfähigkeit mehr.
Eine Neu-Evaluation sollte jedoch aus psychiatrischer Sicht in spätestens einem Jahr erfolgen (S.
32).
5.4
Mit Bericht vom 31. Dezember 2014 betreffend eine psychiatrische
Untersuchung
der Beschwerdeführerin vom 24. November 201
4 (
Urk.
7/53/3 ff.) stellte Dr.
C._
die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reak
tion, die inzwischen weitgehend am Zurückgehen
sei
(S. 6).
Der Facharzt führte aus, der psychopathologische Befund sei zum Zeitpunkt der Evaluation durch eine ausgeglichene Stimmungslage gekennzeichnet gewesen. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls intakt gewesen. Im Affekt habe die Beschwerdeführerin nach wie vor empfindsam und vor allem erheblich gekränkt mit Blick auf ihre derzeitige persönliche Situation gewirkt, insbesondere ange
sichts des durch den letzten Arbeitgeber gekündigten, inzwischen aufgelösten Beschäftigungsverhältnisses als Raumpflegerin. Im Auftreten habe sich die Beschwerdeführerin situationsangemessen und freundlich verhalten, im Ton ver
bindlich, im Verhalten
klagsam
. Sie habe mit fester Stimme gesprochen und sei in der Lage gewesen, Blickkontakt zu halten. Psychomotorisch sei sie ausgegli
chen gewesen. Die kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Auffassung, Merkfähigkeit, Erinnerung und Umstellungsfähigkeit im Gespräch seien im Rah
men der klinischen
Prüfung während der Evaluation
intakt gewesen. Ein flüssiger Gesprächsverlauf sei durchgehend möglich gewesen. Im äusseren Erscheinen sei die Beschwerdeführerin gepflegt gewesen. Im formalen Denken sei sie strukturiert und geordnet gewesen. Das inhaltliche Denken sei im Rahmen der Evaluation situationsbezogen auf die Schilderung von Biographie und Krankheitsentwick
lung gerichtet gewesen. Gedanklich habe die Beschwerdeführerin vor allem ihre im Moment schwierige persönliche respektive berufliche Situation und eine noch ungewisse nahe Zukunft nach Auflösung des letzten Anstellungsverhältnisses, ausserdem der Umgang mit den dem Vernehmen nach seit einigen Jahren beste
henden Schmerzen beschäftigt. Zeichen psychotischen Denkens, Erlebens, Wahr
nehmens oder Verhaltens hätten sich nicht gefunden. Hinweise auf aktuelle Eigen- oder Fremdgefährdung hätten ebenfalls nicht vorgelegen (S. 6). Ange
sichts des mehrheitlich rückläufigen klinischen Befundes sei die Beschwerdefüh
rerin mit Datum seiner Untersuchung vollständig arbeitsfähig (S. 7).
5.5
Am 21. September 2015 (
Urk.
7/57 S. 3 ff.) stellten die Ärzte der
D._
aus psy
chiatrischer Sicht die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel- bis schwere Episode, einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einer Angststörung, nicht näher bezeichnet, bestehend seit 201
3.
Sie führten aus, d
ie Beschwerdeführerin befinde sich
vom 6. Juni 2015 bis voraussichtlich Ende 2015 in tagesklinischer Behand
lung in der
D._
, die letzte Kontrolle habe am 4. September 2015 stattgefunden (S. 4).
Weiter legten sie dar, d
ie Beschwerdeführerin sei von Juli 2013 bis fortlaufend 100 % arbeitsunfähig für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft. Sie könne aufgrund der körperlichen Krankheiten nicht mehr arbeitstätig sein. Unter den chronischen Schmerzen seien auch die geistigen und psychischen Schmerzen verstärkt, eventuell auch auslösend. Die anhaltenden Rückenschmerzen würden die Beschwerdeführerin daran hindern, ihre bisherige Tätigkeit ausüben zu kön
nen. Momentan sei auch keine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich. Zur
zeit seien die Schmerzsymptomatik sowie die Depression zu ausgeprägt, um an eine Wiedereingliederung zu denken (S. 6 f.). Die Beschwerdeführerin sei auf
grund der Depression und dem Schmerzsyndrom in ihrem Konzentrations- und Auffassungsvermögen, ihrer Anpassungsfähigkeit sowie ihrer Belastbarkeit ein
geschränkt. Man kenne die Beschwerdeführerin erst seit Juni 201
5.
Es sei jedoch davon auszugehen, dass diese Einschränkungen seit dem Unfallereignis bestün
den (S. 9).
5.6
Am 24. Dezember 2015 (
Urk.
7/67/
5 f.) diagnostizierten die Ärzte der
D._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig, eine chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie eine Angststörung, nicht näher bezeichnet.
Sie legten dar, d
ie Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten eine Therapiepause gewünscht. Bei Austritt sei die Stimmung der Beschwerdeführerin leichtgradig aufgehellter gewesen.
5.7
In seiner Stellungnah
me vom 6. April 2016 (
Urk.
7/67/
1 ff.) blieb der behan
delnde Psychiater
Dr.
H._
in diagnostischer Hinsicht bei einer langanhaltenden Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Sorgen, Depression und
Schmerzen), bestehend seit 2013
(S. 1). Er beschrieb eine allseits orientierte Patientin, wach,
bedrückte und depressive Mimik und führte aus, die Beschwerdeführerin
sei antriebslos, es bestehe eine verminderte Konzentration sowie Ausdauer. Es lägen keine Anhaltspunkte für Wahnerlebnisse oder Zwänge vor. Psychomotorisch sei die Beschwerdeführerin ruhig, nicht suizidal. Die Arbeitsfähigkeit beurteilte er aufgrund der Schmerzen, der Konzentrations- und Ausdauerverm
inderung als nicht mehr gegeben -
w
eder in angestammter noch in angepasster Tätigkeit (S. 2 f.).
5.8
Im
F._
-Gutachten vom 15. Dezember 2016 (
Urk.
7/100) wurde aus psychiatri
scher Sicht die Diagnose einer anhaltenden somatoformen S
chmerzstörung gestellt (S. 49).
Der Gutachter legte dar, insgesamt ergebe der psychiatrische Status ein sehr dis
krepantes Bild. Die Beschwerdeführerin präsentiere sich teilweise als quasi dement, wobei der Verdacht entstehe, dass dies einer Verdeutlichungstendenz oder sogar einer Simulation im Sinne einer bewussten Symptomverdeutlichung entspreche. Subjektiv sei für die Beschwerdeführerin die Schmerzsymptomatik im Vordergrund. Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung seien jedoch insbe
sondere die kognitiven Defizite aufgefallen. Die Beschwerdeführerin gebe sich weitgehend hilflos. Sie zeige starke Beeinträchtigungen der Affektivität, sei emo
tional eingeengt, habe formale Denkstörungen, berichte auch über Halluzinatio
nen. Allerdings bleibe sie in Bezug auf aktuelle Gegebenheiten, ihre Alltagsschil
derung sowie auch die Vorstellungswelt sehr vage. Sie berichte, dass sie selbst in alltäglichen Verrichtungen wie dem Ankleiden und der Körperpflege auf Hilfe angewiesen sei. Mit den diskrepanten Befunden beziehungsw
ei
se dem Ablauf der Untersuchung in der neuropsychologischen Untersuchung sowie in den anderen Teiluntersuchungen müsse von psychiatrischer Seite
(
ebenfalls
)
der Verdacht auf eine bewusstseinsnahe Symptomverdeutlichung in den Raum gestellt werden. Aufgrund der sehr bewusstseinsnahen Verdeutlichungstendenz sei der Schwere
grad der psychischen Beeinträchtigung sehr schwierig zu beurteilen. Die subjek
tiven Beschwerden und die präsentierten Symptome würden für eine psychische Erkrankung schweren Ausmasses sprechen, aber aufgrund
d
er Diskrepanzen seien diese Angaben nur sehr schlecht verwertbar (S. 49 f.). Die Untersuchungsbefunde hätten auch in der psychiatrischen, inklusive neuropsychologischen, Untersu
chung inkonsistent gewirkt. Insbesondere hätten sich auch grobe Inkonsistenzen gezeigt, wenn man das Verhalten der Beschwerdeführerin in den verschiedenen Teiluntersuchungen betrachte. In der internistischen Untersuchung zeige die Beschwerdeführerin offenbar keinerlei kognitiven Defizite. Sie befolge die Anweisungen des Untersuchers auch auf Deutsch scheinbar ohne Problem. In der psychiatrischen Untersuchung demonstriere sie ein Bild der
weitestgehenden
Hilflosigkeit. Es sei anzunehmen, dass die demonstrierten Einschränkungen bewusstseinsnah seien und in einer Täuschungsabsicht erfolgt
sei
en. Abgestützt auf das subjektiv präsentierte Beschwerdebild liege bei der Beschwerdeführerin auch in der aktuellen Untersuchung gemäss Hamilton Depressionsindex eine mit
telschwere depressive Episode vor. Wegen der
bewusstseinsnah vordemonstrier
ten Symptome und Einschränkungen habe man aber diese Diagnose bewusst nicht aufgeführt (S. 51 f.).
Mit ergänzender Stellungnahme vom 7. Februar 2017 (
Urk.
7/103) führten die Gutachter aus,
in
ihrer Untersuchung hätten sich objektiv keine verwertbaren konsistenten Befunde gezeigt. Die psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse hätten eine dement anmutende, dissoziierte Beschwer
deführerin gezeigt, während dem dieser Umstand keinem anderen Gutachter auf
gefallen sei. Das Verhalten der Beschwerdeführerin sei zutiefst auffällig, bizarr gewesen. Dass kein einziger Test in der neuropsychologischen Untersuchung habe durchgeführt werden können, selbst nicht ein Test, den schwer minderbegabte Menschen noch durchführen könnten, deute ebenfalls auf eine Simulation hin. Diese bei den verschiedenen Teilgutachtern auf verschiedenen Ebenen aufgefal
lenen Diskrepanzen mit Verdacht auf Simulation seien durch die zusätzliche fremdanamnestische Abklärung beim behandelnden Psychiater definitiv auch betreffend Gnostik und
Mnestik
belegt worden (S. 2).
6.
6.1
6.1.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass
bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
6.1.2
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig
kein
versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschränkun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine auf
Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
vatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kons
tellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durchfüh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
6.1.3
Wann ein Verhalten (nur) verdeutlichend und unter welchen Voraussetzungen die Grenze zur Aggravation und vergleichbaren leistungshindernden Konstellati
onen überschritten ist, bedarf gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung. Eine Aggravation zeichnet sich aus durch
eine Übertreibung oder Ausweitung von Beschwerden, indem tatsächlich vorhandene Symptome zur Erreichung eines Ziels (im hier interessierenden Kon
text die Zusprechung einer Rente) verstärkt werden. Externe Motivation (Errei
chen einer Rente) und Bewusstseinsnähe sind somit starke (in der Praxis aller
dings oft schwierig nachzuweisende) Anhaltspunkte für eine anspruchshindernde Aggravation. Eine Aggravation liegt umso eher vor, je mehr Hinweise auf eine absichtliche,
gesteuerte und in diesem Sinne «bewusste»
Symptomerzeugung hin
deuten. Für die Beantwortung dieser Frage ist - wiederum - zentral, dass die Gut
achter, wie auch die anderen mit der Berichterstattung über die versicherte Person befassten Ärzte, alle verfügbaren Hinweise aus dem Alltag der versicherten Per
son, insbesondere auch aus dem ausserberuflichen Bereich, berücksichtigen und auf dieser möglichst breiten Beobachtungsbasis eine Verbindung herstellen zwi
schen dem festgestellten versicherten Gesundheitsschaden und den dadurch bewirkten funktionellen Einschränkungen einerseits sowie den geschilderten sowie tatsächlichen, gegebenenfalls fremdanamnestisch erhobenen Auswirkun
gen auf Aktivität und Partizipation anderseits. Auf dieser Grundlage ist zu plau
sibilisieren, dass die Inkonsistenzen über das im Rahme
n einer blossen Verdeut
lichung «Normale»
hinausgehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
6.2
Zu prüfen ist vorweg,
ob die
psychiatrische
Beurteilung von
Dr.
J._
im
B._
-Gutachten
(E. 5.3,
Urk.
7/35 S. 39 ff.)
als beweiswertig
im Sinne der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung (E. 1.3, 6.1.1)
zu erachten ist.
6.2.1
Mit Blick auf das
psychiatrische
Teilgutachten
fallen
folgende Ungereimtheiten auf:
Dr.
J._
diagnostizierte
unter anderem
eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (
E. 5.3
).
Hinsichtlich der psychotischen Symptome fällt auf, dass diese allesamt aus
schliesslich auf subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruhten. So führte sie aus, sie habe manchmal das Gefühl, dass jemand an der Türe sei, der sie töten könnte. Sie wisse, dass das in der Regel mit Angst verbunden sei. Weiter berich
tete die Beschwerdeführerin von Körpererleben wie Elektrizität in den Armen sowie olfaktorischen Halluzinationen mit unangenehmen Geruchsempfindungen (
E. 5.3
). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gegenüber dem beh
andelnden Psychiater
Dr.
H._
nie über psychotische Symp
tome gesprochen hatte (
Urk.
7/35
S. 44), wobei der Psychiater diese - entgegen seiner Angabe gegenüber dem
Gutachter (S. 51) - exploriert hatte (Urk.
7/18 S.
2). Es ist davon auszugehen, dass
psychotische Symptome
- wären sie effektiv vor
handen -
dem behandelnden Psychiater im Rahmen seiner
zweiwöchentliche
n
Behandlung (
Urk.
7/35
S. 40) aufgefallen wären.
Dr.
J._
war weiter bewusst, dass die Symptome, die für eine Depression sprechen könnten, auch andere Ursachen haben könnten, so etwa die aufgrund der somatischen Beschwerdeproblematik eingenommenen Medikamente sowie die bei der Beschwerdeführerin vorliegende Schlaf-Apnoe
-Symptomatik
. Eine eingehende Auseinandersetzung mit dieser Problematik lässt der Gutachter jedoch vermissen (
Urk.
7/35
S. 42, 49, 51).
Sodann
befindet sich
die Beschwerdeführerin seit November 2013 in psychiatri
scher Behandlung.
Dr.
H._
wies
Dr.
J._
explizit darauf hin, dass die Dynamik der Depression
(auch)
im Zusammenhang mit der aktuellen Lebenssitu
ation der Beschwerdeführerin
steh
e
(
Urk.
7/35
S. 44).
E
ine Stellungnahme zur Frage nach einer auf psychosozialen Umständen beruhenden depressiven Symp
tomatik
(BGE 127 V 294 E. 5a)
wäre damit - obwohl aus rechtlicher Sicht davon hätte abgewichen werden dürfen - unerlässlich gewesen. Eine solche
ist dem Gut
achten ebenfalls nicht zu entnehmen.
Hinsichtlich
der Beurteilung
des retrospektiven Verlaufs fällt schliesslich auf, dass
Dr.
H._
am 16. Juni 2014
auf eine Anpassungsstörung schloss
(E. 5.2)
. Gegen
über
Dr.
J._
bestätigte
Dr.
H._
demgegenüber, dass der Schweregrad der Depr
ession immer mindestens leicht
war
(
Urk.
7/35
S. 44, 51). Auch wenn man hiervon ausgeht,
erscheint
die seitens der
B._
-
Gutachter gezogene Schlussfol
gerung, wonach
bei einer psychischen
Verschlechterung, die rasch nach der Behandlung der somatischen Probleme im August 2013 eingesetzt habe, von einer vollumfänglich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit seit Juli 2013 ausgegan
gen werden müsse
(E. 5.3)
, nicht nachvollziehbar. Vielmehr könnte eine schwere depressive Symptomatik mit in der Folge
vollumfänglicher
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht frühestens ab dem Begutachtungszeit
punkt im Oktober 2014
(E. 5.3)
angenommen werden. Eine schlüssige Beurteilung des retrospektiven Verlaufs fehlt
somit
im
B._
-
Gutachten.
6.2.2
Insgesamt ist aufgrund des Dargelegten darauf zu schliessen, dass das
psychiat
rische Teilgu
tachten
von
Dr.
J._
sowohl in diagnostischer Hinsicht (insbe
sondere bezüglich der psychotischen Symptomatik der Depression) als auch
hin
sichtlich
der
(retrospektiven) Beurteilung des Schweregrades der Depression und somit
auch
der Arbeitsfähigkeit nicht als beweiswertig im Sinne der bundesge
richtlichen Rechtsprechung qualifiziert werden kann. Eine Rentenzusprache gestützt
hierauf
wäre damit
- entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin -
nicht gerechtfertigt gewesen. Die Durchführung einer weiteren Begutachtung
durch das
F._
war vielmehr angezeigt
.
Das
F._
-Gutachten stellt
daher
keine unzulässige
second
opinion
dar (
Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2 f.; vgl. auch BGE 138 V 271 E. 1.1
).
6.3
6.3.1
Mit Blick auf
das Verhalten der Beschwerdeführerin
anlässlich
der
F._
-Begutachtung
(
Urk.
7/100)
fällt
sodann
Folgendes auf
:
Während die Beschwerdeführerin bei der internistischen Untersuchung in beo
bachteten Momenten beim Gehen eine grosse Unsicherheit zeigte und sich auf
fällig kleinschrittig und zögernd bewegte
,
war in Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlte
,
ein flüssiges und unauffälliges Gangbild zu
erkennen
(S. 23 f.). Bei der rheumatologischen Begutachtung war das Gangbild beidseits hinkend (S. 30), im Rahmen der neurologischen Untersuchung
bewegte sie sich
gemäss Gutachter sehr auffällig, sehr langsam, auch leicht
breitbasig
.
Sie
hinkte mal rechts- mal linksseitig (S. 39). Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung bewegte sich die Beschwerdeführerin mühevoll, schmerzgeplagt, in schleppen
dem, unsicherem Gang (S. 46 f.). Im Vorfeld zur neuropsychologischen Untersu
chung benötigte sie schliesslich für das Überwinden von zwei Treppen in der Praxis zehn Minuten, wobei sie sich auf allen Vieren vorwärtsbewegte (S. 53).
Anlässlich der internistischen Untersuchung gab die Beschwerdeführerin
sodann
an, den Oberkörper
zu
maximal 20° neigen zu können. Im Widerspruch dazu
war sie in der Lage, einen Gegenstand
, der ihr aus der Manteltasche gefallen war
,
mit nahezu gestreckten Knien auf
zu
heben und damit einen Finger-Boden-Abstand von 0 cm
vor
zu
demonstrieren
(S. 24). Im Rahmen der rheumatologischen Unter
suchung zeigte sie
dagegen
einen Finger-Bodenabstand von 50 cm (S. 30), bei der neurologischen Begutachtung konnte die Beschwerdeführerin de
n
Rumpf
schliesslich
nur um wenige Bewegungsgrade nach vorne beugen (S. 38).
Während der internistischen Nacken- und Rückenuntersuchung zeigte die Beschwerdeführerin
weiter
massive Schmerzen an, mit
Zusammenzucken und
Aufjucken
selbst bei sanftester Berührung. Im
Kontrast
dazu war die Rücken- und
Nackenuntersuchung bei Ablenkung durch Lesen der
Visus
-Tabelle auch unter intensivem Druck völlig schmerzlos und ohn
e Schmerzreaktion oder Schmerzge
baren möglich (S. 24).
Bei der neurologischen Untersuchung
be
klagte die Beschwerdeführerin als Haupt
beschwerden andauernde Rücken-/Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung
,
vor allem in das linke Bein, etwas weniger auch in das rechte Bein. Ein angegebenes Krib
beln im linken Bein konnte sie nicht genauer orten und auslösende Momente für die Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Bein
e waren ihr nicht bekannt.
Sie
führte aus,
Treppensteigen sei aufgrund der Schwäche in den Beinen erschwert (S. 37).
Wegen
der vielfältigen Beschwerden
könne sie
im Haushalt kaum mehr etwas machen
(S. 38). Nach fachärztlicher Untersuchung hielt der Gutachter fest, d
ie Klagen über Gefühlsstörungen und
Schwächezustände hätten kein neurologi
sches Korrelat. Es erstaune in Anbetracht der vorliegenden Befunde, wie wenig die Beschwerdeführerin im Haushalt tue. Man habe aufgrund der Schilderungen und der vorliegenden Untersuchungsbefunde Mühe, diese schwere Behinderung zu erklären (S. 42).
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung blieben die Schmerzangaben
der Beschwerdeführerin
diffus und wenig präzise (S. 45). Mit der Angabe eines regel
mässigen und intensiven Schmerzmittelkonsums kontrastierten schliesslich die kaum messbaren Medikamentenspiegel (S. 22, S. 25, S. 27, S. 41, S. 67).
Hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten fällt
sodann
auf, dass ein valider neu
ropsychologischer Status nicht erhoben werden
konnte. Die Beschwerdeführerin zeigte anfänglich immer deutlich unterdurchschnittliche Resultate. Wurde sie mit diesen konfrontiert, war manchmal eine leicht unterdurchschnittliche Leistung möglich. So gelang
ihr
beim Kopieren von Figuren anfänglich eine deutlich unterdurchschnittliche Menge. Auf die teils unmöglich wirkenden Lösungen hin
gewiesen
,
gelang ihr die Kopie der Figur
en
vollständig und richtig (S. 53).
Bei der psychiatrischen Untersuchung konnte die Beschwerdeführerin über frühere anamnestische Gegebenheiten wie die Geburtsjahre ihrer Eltern sowie ihrer Geschwister präzise Auskunft geben, erschien über gewisse Strecken der Untersuchung jedoch als beinahe vollständig kognitiv beeinträchtigt. Sie berich
tete
davon
, nicht mehr alleine Bus fahren
zu können
, oft habe sie sich bereits verirrt und habe den Ehemann anrufen müssen, damit er sie abhole. Kochen würde sie nicht mehr, sie habe ein paar Mal die Herdplatte brennen lassen. Alleine könne sie nicht mehr sein. Während der Untersuchung wirkte sie zeitweise geistig abwesend, dissoziiert,
dann im Verlauf zeitweise wieder vollständig klar. Die Denkvorgänge waren stark verlangsamt.
Sie
imponierte als kognitiv und emoti
onal
schwerst
Behinderte, die in sämtlichen Alltagsfunktionen bis hin zu Anklei
den und Körperpflege auf die Hilfe von aussen angewesen
sei
. Aufgrund eines durchgeführten
, deutlich pathologischen
Uhrentests wurde der Verdacht auf eine d
ementielle Entwicklung gestellt
(S. 46 ff., S. 59 f.). In Diskrepanz hierzu war dem behandelnden Psychiater nie aufgefallen, dass die Beschwerdeführerin an Demenz leiden könnte. Entsprechende Klagen wurden ihm auch nie durch den Ehemann der Beschwerdeführerin vorgetragen (S. 58). Im Rahmen der internisti
schen Begutachtung hatte die Beschwerdeführerin den Aufforderungen des Gut
achters sodann prompt Folge leisten können (S. 23), was ebenfalls
gegen die teils gezeigte schwere kognitive Störung spricht.
6.3.2
Aufgrund des Dargelegten sind erhebliche Diskrepanzen im Verhalten der Beschwerdeführerin dokumentiert. Es bestehen deutliche Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin nicht nur vorhandene Symptome zur Erreichung eines Ziels verstärkte, sondern dass sie hierzu sogar das Vorliegen nicht vorhandener Symptome vortäuschte. Dies sowohl hinsichtlich der kognitiven Einschränkungen als auch betreffend die Schmerzproblematik. Es ist damit auf eine absichtliche, vorgetäuschte Symptomerzeugung zu schliessen, welche den Rahmen, der noch als blosse Verdeutlichung sprechen würde, klar überschreitet
(E. 6.1.2 f.)
.
6.3.3
Diese Annahme bestätigt sich auch im retrospektiven Verlauf
.
So zeigte die Beschwerdeführerin bereits früher ein ho
chgradig diskrepantes Verhalten:
Sie wurde
durch
Dr.
J._
und
Dr.
C._
im Abstand von etwa einem Monat am
29. Oktober 2014
sowie
24. November 2014
psychiatrisch untersucht. Dabei wur
den komplett divergierende Befunde erhoben
(E. 5.3 f.)
: Während
sich die Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung durch
Dr.
J._
deutlich affektarm und mit schwerer Beeinträchtigung der Vitalgefühle zeigte
, ausgeprägt hoffnungslos/ratlos und schwer ängstlich erschien mit deutlicher Antriebsarmut, Insuffizienzgefühlen und motorischer Unruhe sowie Sterbenswünschen (ohne konkreten Handlungsdruck), war die Stimmungslage bei der Untersuchung durch
Dr.
C._
ausgeglichen und die affektive Auslenkbarkeit intakt
, der
Affekt erschien empfindsam und vor allem erheblich gekränkt. Hinweise auf eine Eigen- oder Fremdgefährdung bestanden nicht. Psychomotorisch war die Beschwerde
führerin ausgeglichen. Bei der Begutachtung durch
Dr.
J._
war die Kon
zentration
sodann
gegen Ende der Untersuchung beeinträchtigt, was bei
Dr.
C._
nicht der Fall war
- vielmehr waren Merkfähigkeit, Konzentration, Auf
fassung, Erinnerung und Umstellungsfähigkeit intakt. Zeichen
eines psychoti
schen Erlebens, Denkens, Wahrnehmens oder Verhaltens zeigten sich bei
Dr.
C._
nicht. Im Rahmen der
B._
-Begutachtung berichtete die Beschwerde
führerin dagegen von Stimmenhören, Körpererleben wie Elektrizität in den Armen und olfaktorischen Halluzinationen.
Bei
Dr.
J._
erschien
sie
im for
malen Denken deutlich verlangsamt und eingeengt auf depressive Inhalte. Es bestand eine
Grübelneigung
mit Gedankendrängen. Sie äusserte sich zurückhal
tend und mit wenig mimischer Beteiligung.
Gegenüber
Dr.
C._
war die Beschwerdeführerin im Auftreten
dagegen
situationsangemessen und freundlich, ihr Ton war verbindlich, sie sprach mit fester Stimme und hielt Blickkontakt. Das formale Denken war strukturiert und geordnet, der Gesprächsverlauf flüssig.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin ist die Stellungnahme von Dr.
C._
(E. 5.4) sehr wohl geeignet, Diskrepanzen aufzuzeigen. So handelt es sich dabei um ein seitens der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenes monodisziplinäres Gutachten (vgl.
Urk.
7/53
/
41 f.). Inwiefern
diesem
der Beweis
wert abzusprechen wäre
(E. 1.3)
, ist weder ersichtlich noch wird dies
substanziiert
dargelegt
.
Dr.
C._
berücksichtigte die seitens der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (
Urk.
7/53 S. 5) und nahm seine Beurteilung nach eingehender Befunderhebung sowie unter Berücksichtigung differentialdiagno
stischer Aspekte vor (S. 6 f.).
6.4
Insgesamt überwiegen damit die Gründe, welche die Annahme einer leistungs
auslösenden
psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten. Auf die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens nach den massgeblichen
Standard
indikatoren gemäss BGE 141 V 2
81 kann
daher
verzichtet werden (
E
.
6.1.2
).
Mit Blick auf
die dargelegten
offenkundigen
und
erheblichen Diskrepanzen
(E. 6.
3
) kann auch für den Zeitraum, in welchem sich die Beschwerdeführerin bei der
D._
in Behandlung befand (E. 5.5 f.), nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (
BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BG
E 130 III 321 E.
3.2 und 3.3
) auf einen krankheitswertigen Gesundheitsschaden in psychiatrischer Hinsicht geschlossen werden (zum Grundsatz der Validität: BGE 141 V 281 E.
3.7.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547
).
Es bleibt somit
für die
nachfolgend vorzunehmende
Bemessung des Invaliditäts
grades bei der seitens der
F._
-Gutachter
aus somatischer Sicht
festgelegten voll
umfänglichen Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in der angestammten
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin/Raumpflegerin
. In
leidens
angepasster
leich
ter
Tätigkeit ohne erhöhte Sturzgefahr, in Wechselhaltung, ist
dagegen
seit
Januar 2014
von
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen
und im Haushalt von einer Einschränkung von 25 %
(E. 4.).
7.
7.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
7.2
7.2.1
D
ie Beschwerdegegnerin
qualifizierte die Beschwerdeführerin als Vollzeiter
werbstätige
(
Urk.
7/107 S. 15, 7/118 S. 1)
und
nahm
zur Ermittlung des Invalidi
tätsgrades einen Prozentvergleich
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a
)
vor
(
Urk.
2).
7.2.2
Im Zeitpunkt des Unfallereignisses am 25. Juni 2013 (
Urk.
7/33/144) war die Beschwerdeführerin
in einem Pensum von mindestens 12 Stunden pro Woche
bei der
Y._
angestellt
(
Urk.
7/11 S.
2
)
.
Mit Blick auf die
Aktenlage ist auf ein
effek
tives
Pensum von rund 50 % zu schliessen. So arbeitete die Beschwerdeführerin in den Monaten Februar bis Mai 2013
total
348.78 Stunden (52.43 + 67.48 + 129.00 + 99.87
;
Urk.
7/11 S. 5 ff.
). Dies ergibt ein
durchschnittliches
Pensum von
rund
21.
8
Wochenstunden (
348.78/
16)
, woraus
b
ei einer allgemeinen Arbeitszeit von 42 Wochenstunden
(
Urk.
7/11 S.
2
)
ein Pensum von rund
50 %
resultiert
(21.8/42).
Daneben arbeitete die Beschwerdeführerin
seit 2. Mai 2013
in einem Pensum von
30 %
bei der
A._
(
Urk.
7/36/168)
.
Insgesamt war die Beschwerdeführerin damit in einem Pensum von rund 80 % erwerbstätig
und ist
daher
als Teilzeiterwerbstätige zu qualifizieren
.
Ob ein Auf
gabenbereich besteht oder nicht
, kann -
wie nachfolgend aufzuzeigen ist -
o
ffen
gelassen werden
.
Hierzu wird zugunsten der Beschwerdeführerin von einem bestehenden Aufgabenbereich ausgegangen.
8.
8.1
8.1.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
28. September 2017 (
Urk.
2)
und somit vor dem Inkrafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, wes
halb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 5.3 mit Hinwei
sen). Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
8.
1.
2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe
gattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festge
legt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehe
gatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich fest
zulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Berei
chen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE
141
V
15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE
125
V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermit
telten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
8.2
8.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrsc
heinlichkeit erstellt sein (BGE
129
V
222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
8.2.
2
Sowohl bei der
A._
als auch der
Y._
wurde der Beschwerdeführerin aus
gesundheitlichen Gründen gekündigt (
Urk.
7/11 S
.
1, 7/33 S. 102). Damit ist das Valideneinkommen gestützt auf die zuletzt erzielten Einkommen zu ermitteln.
G
emäss Auszug aus den individuellen Konten (IK
;
Urk.
7/9
S. 1
)
verdiente die Beschwerdeführerin
in den Jahren
20
10
bis 2012 (letzte
drei
Jahre vor dem Unfallereignis vom 25. Juni 2013,
Urk.
7/33/144
)
F
r
.
20'313.
--
,
Fr.
27'630.
--
sowie Fr.
23'152.
--
bei der
Y._
.
Aufindexiert
auf das vorliegend relevante Jahr 2014 (Anmeldung zum Leistungs
b
ezug am 16. M
ä
rz 2014, Urk.
7/
1
, Art. 28 f. IVG
; Bundesamt für Statistik
[BFS]
, T.1.2.10, Nominallohnindex Frauen,
2011-2016, Position N
)
resultieren folgende Einkommen:
Fr.
21'064.60
(20'313.
--
x 103.7/
100)
,
Fr.
28'396.75
(27'630.
--
x 103.7/
100.9
) sowie
Fr.
23'584.10
(23'152.
--
x 103.7/
101.8
).
Dies entspricht
für das Jahr
2014
einem durchschnittlichen Ein
kommen von Fr
.
24'348.50
([
21'064.60 + 28'396.75 +
23'584.
10]/
3
)
bei der
Y._
.
Gemäss Arbeitsvertrag vom 8. Mai 2013 (
Urk.
7/33/154) entsprach die wöchent
liche Arbeitszeit
der Beschwerdeführerin
b
ei der
A._
13.5 Stunden.
D
er Stundenlohn
lag
bei
Fr. 17.8
0.
Ein
Ferien- und Feiertagszuschlag
war
separat geschuldet,
so auch
(nach dreimonatiger Anstellung)
ein 13. Monatslohn
.
Der Ferien- und Feiertagszuschlag belief sich auf 9.53 %, der 1
3.
Monatslohn auf 8.33 % (
Urk.
7/36/168).
Damit
resultiert für das Jahr 2013
bei einer Jahresarbeits
zeit von 702 Stunden (13.5 x 52)
ein Einkommen von rund Fr.
14'826.50
(702 x 17.80 x 1.0953 x 1.0833) bei der
A._
.
Aufindexiert
auf das vorliegend mass
gebende Jahr 2014
(
BFS
, T.1.2.10, Nominallohnindex Frauen, 2011-2016, Position N
)
ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr.
14'985.45
(
14'826.50
x 103.7/102.6)
.
Insgesamt ist damit von einem Valideneinkommen
von
rund
Fr.
39'333.95
(
24'348.50
+
14'985.45
)
auszugehen.
8.3
8.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezo
gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brut
tolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2008 von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft
10-2009 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124
V
321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
8.3.2
Der Beschwerdeführerin ist gemäss beweiswertiger Beurteilung der
F._
-Gut
-
achter eine leidensangepasste Tätigkeit
(seit Januar 2014)
in einem Pensum von 70 % zumutbar
(E. 6.4)
. Da sie
kurz
nach dem Unfallereignis
ihre Erwerbstä
tigkeit eingestellt (
Urk.
7/11 S. 1, 7/33/168) und seither keine Erwerbstätigkeit
mehr aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die
LSE
des
BFS
zu ermitteln, wobei vorliegend das Jahr 2014
massgebend
ist
.
Gemäss
LSE-
Tabelle TA1
,
Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor
,
verdienten Frauen
im Jahr 2014
im Kompetenzniveau 1
durchschnittlich Fr. 4'300.
--
pro Monat
. Dies ent
spricht
einem Jahreseinkommen von Fr. 51'600.
-- (4'300.-- x 12)
. Angepasst
an
das der Beschwerdeführerin zumutbare Pensum von 70 %
sowie an die betriebs
übliche Arbeitszeit von
41.7
Wochenstunden
im Jahr 2014
(
BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen, in
Stunden
pro Woche,
Total
, 2014)
resultiert hieraus ein Invalideneinkommen von Fr.
37'655.10
(51'600.
--
x
41.7
/40
x 0.7
).
8.4
Bei eine
r Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr.
39'333.95
)
und Invali
deneinkommen
(Fr.
37'655.10
) resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 1'678.85 (39'333.95 - 37'655.10). Dies entspricht - gewichtet (E. 7) - einem Invaliditätsgrad von rund 3 % (1'678.85/39'333.95 x 0.8, gerundet gemäss BGE
130 V 121).
8.5
Gemäss beweiswertiger Beurteilung im
F._
-Gutachten
ist die Beschwerdeführe
rin im Haushalt zu 25 % eingeschränkt
(E. 6.4)
. Dies ergibt gewichtet
auf 20 % (E. 7
) einen Invaliditätsgrad von 5 % (25 x 0.2).
8.
6
Insgesamt
würde damit selbst unter
Anrechnung eines Aufgabenbereichs ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
rund 8
%
(3 + 5)
resultieren. Der Anspruch auf eine Invalidenrente wurde damit zu Recht verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren
kosten
pflichtig. Die Gerichts
kosten
sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die
Kosten sind vorliegend auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.