Decision ID: 4da92f92-aaed-4b6d-8a4c-1aad028961a2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
seit Mai 2008 als
Bauspengler
bei der
Y._
GmbH angestellt (
Urk.
12/25)
, meldete sich am 2
1.
März 2017 (Eingangsdatum,
Urk.
12/1)
unter Hinweis auf eine Meniskus
operation mit anschliessendem Infekt
zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte darauf hin berufliche-erwerbliche
sowie
medizinische Abklärungen
und holte die Akten des Taggeld- und des Unfallversicherers ein (
Urk.
12/2-35)
. Mit Mitteilung vom 1
5.
Januar 2018 beschied
sie dem Versicherten
, die Arbeitsver
mittlung abzuschliessen.
So sei es ihm g
emäss Einschätzung des RAD-Arztes möglich, eine
k
nie
-angepasste Tätigkeit
vollumfänglich rentenausschliessend auszuüben (
Urk.
12/36)
.
Mit Schreiben vom
7.
Juni 2018 (eingegangen am
8.
Juni 2018,
Urk.
12/46)
teilte
der Versicherte mit, dass er anhaltend zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben sei, am 1
7.
Juni 2018 in die
Klinik Z._
eintrete, wo er ein neues Kniegelenk erhalte und die
Rekonvaleszenzzeit
abzuwarten sei, bevor über seinen Leis
tungs
anspruch (Umschulung/Rente) definitiv entschieden werde.
Abweichendenfalls
bitte er um eine anfechtbare Verfügung. Mit Schreiben vom 1
4.
Juni 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie auf sein am
8.
Juni 2018 einge
gan
genes Gesuch eintrete und der Heilverlauf nach der Operation während rund sechs Monaten abzuwarten sei (
Urk.
12/47)
.
Nach weiteren medizinischen Abklä
rungen teilte sie dem Versicherten am
6.
November 2018
mit
, dass keine Ein
glie
derungs
massnahmen möglich seien (
Urk.
12/63)
.
Mit
Vorbescheid vom 2
2.
August 2019
stellte sie sodann
in Aussicht,
seinem
Rentengesuch
nicht zu entsprechen
(
Urk.
12/82). Nach durchgeführtem
Einwandverfahren
(
Einwand
vom 2
5.
Septem
ber [
Urk.
12
/86],
ergänzende Eingaben
vom
7.
Oktober [
Urk.
12/89],
vom
1
1.
Okto
ber
[
Urk.
12/92
]
und
vom 1
3.
November 2019
[
Urk.
12/98
]
sowie
vom 2
7.
Januar
[
Urk.
12/102],
vom
4.
Februar [
Urk.
12/104],
vom
2
9.
April [
Urk.
12/111] und vom
2
5.
Januar 2020 [
Urk.
12/115]) entschied
die IV-Stelle im angekündigten Sinne und wies das Gesuch um eine Invalidenrente ab (Verfügung vom
8.
Juli 2020,
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
September 2020 Beschwerde
beim hiesigen Sozialversicherungsgericht
und beantragte, die Verfügung vom
8.
Juli 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm
«
ab wann rechtens
»
eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ihm eine befristete Rente zuzusprechen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren und ihm in der Person von Rechtsanwalt Michael
Keiser
ein unent
geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (
Urk.
1).
Mit Eingabe vom 2
2.
Oktober 2020 zog der Beschwerdeführer seine Gesuche betreffend unentgeltliche Rechtspflege zurück (
Urk.
9).
Mit
Beschwerdeantwort vom
2
0.
November
2020
schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11
), worüber der Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2020 in Kenntnis gesetzt wurd
e (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9.
Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138
V 457 E. 3.4).
1.4
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleich
gewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1). Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkeh
ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkreti
sierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch recht
spre
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138
V 457 E. 3.1).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumut
bare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis
ti
schem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und
das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen
erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Janu
ar
2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hin
weisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 132 zu Art.
28a
).
1.5
Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente begründet (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 und 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1, je mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies das
Begehren
um eine Invalidenrente mit der Be
gründung ab, dass der Beschwerdeführer in einer seinen gesundheitlichen Ein
schränkungen angepassten Tätigkeit weiterhin zu 100
%
arbeitsfähig sei
.
Eine dem Beschwerdeführer zumutbare
knie
-angepasste Tätigkeit
könne
auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt verwertet werden
, weshalb kein Rentenanspruch
be
stehe
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
erachtet
demgegenüber
die ihm verbliebene Arbeits
fähig
keit als nicht verwertbar
.
Infolge dessen
sei von einer vollständigen Erwerbsun
fähigkeit auszugehen,
weshalb
er
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
habe
. Sofern
ein
unbefristete
r
Rentenanspruch
verneint
würde,
wäre ihm
mindestens
eine befristete Rente zuzusprechen. So
habe
zeitweilig auch
für
adaptierte Tätig
keit
en
keine Arbeitsfähigkeit
bestanden
(
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dabei ist entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 1) nicht von einer neuanmeldungsrechtlichen, sondern von einer erstmaligen Rentenprüfung auszu
gehen, nachdem der Beschwerdeführer auf die formlose Mitteilung der Beschwer
degegnerin vom 1
5.
Januar 2018 betreffend Abschluss Arbeitsvermittlung unter Hinweis auf eine rentenausschliessende Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
12/36) mit Schreiben vom
7.
Juni
2018 fristgerecht intervenierte
(vgl. dazu: BGE 134 V 145 E. 5) und für den Fall, dass die Beschwerdegegner einen Anspruch auf Umschu
lung und Rente verneine, explizit den Erlass einer
anfechtbaren Verfügung ver
langte
(
Urk.
12/46; vgl. zur Verfügungspflicht der IV-Stelle:
Meyer/ Reichmuth,
a.a.O., Rn 1 f. zu
Art.
58).
Materiell im Streite steht zwischen den Parteien insbesondere, ob der Be
schwer
deführer die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt verwerten kann
respektive
ob infolge vorübergehender Einschrän
kungen auch der Restarbeitsfähigkeit zumindest ein befristeter Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer unterzog sich am
1
7.
November 2016 eine
r
Kniearthro
skopie mit medialer
Teilmeniskektomie
links und
wurde
vom operierenden
Dr.
med
.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, ab 1
4.
November 2016
(Erstbehandlung) arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
12/2/1-4). Aufgrund eines postoperativen Infekts erfolgten am 2
0.
und 3
0.
November sowie
am
8.
Dezember 2016 ar
throskopische Gelenkspülungen im
Spital B._
(im
Folgenden:
B._
,
Urk.
12/2/7-11). Gemäss Beurteilung des MRI-Befundes der
B._
vom 1
3.
Dezember 2016 waren Zeichen einer ausgeprägten Arthritis erkenn
bar (
Urk.
12/9/75 f.).
3.2
Am 1
9.
Mai 2017 unterzog sich der Beschwerdeführer bei weiterhin schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit des linken Knies und der Diagnose einer Arthro
fi
brose im Kantonsspital
C._
einer offenen Arthrolyse (
Urk.
12/58/13 f.).
Mit Bericht vom 2
5.
Juli 2017 sprach sich der o
rthopädische Facharzt
Dr.
med.
D._
für eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus, jedoch seien dem Beschwerdeführer alle nicht kniebelastenden Tätigkeiten zu
mutbar (
Urk.
12/58/5). Dies bestätigte er in seinem Bericht vom 2
8.
November 2017, gemäss welchem noch Schmerzen nach über halbstündiger Gehzeit und Probleme bei
knieenden
Tätigkeiten sowie repetitivem Besteigen von Leitern und Treppen vorgelegen seien (
Urk.
12/58/7-8).
3.3
Von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in überwiegend sitzend ausgeübter Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung ging denn auch der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med. E._
, Facharzt für Innere Medizin, am
7.
November 2017 aus (
Urk.
12/31).
3.4
Anlässlich einer Konsultation im Muskulo-Skelettal Zentrum, Orthopädie Untere Extremitäten, der
Klinik Z._
vom 2
0.
März 2018 klagte der Beschwerde
führer vor allem über Schmerzen medial, aber auch über eine eingeschränkte Beweglichkeit; im angestammten Beruf als Spengler
erachtete
ihn
Dr.
med.
F._
,
Konservativer Oberarzt Orthopädie, als nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
12/52/15-1
6). Ein MRI vom 1
0.
April 2018 liess eine ausgeprägte, fortgeschrittene, medial
be
tonte Gonarthrose erkennen (
Urk.
12/42/2). Am
6.
Juli 2018 unterzog sich der Beschwerdeführer in der
Klinik Z._
einer Implantation einer Knietotal
prothese links (
Urk.
12/49/1-3). Gemäss Austrittsbericht vom 1
4.
Juli 2018 zeigte sich postoperativ ein komplikationsloser Verlauf (
Urk.
12/50/2). Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 2
2.
August 2018 berichtete der Beschwerdeführer über nur wenige Schmerzen, es persistiere jedoch eine deutliche Schwellung des linken Kniegelenks sowie am Unterschenkel, vor allem nach Aktivität. Der Beschwerde
führer trainiere täglich zweimal eine halbe Stunde am Home-Trainer, das Arbeits
unfähigkeitsattest werde bis zur nächsten Verlaufskontrolle verlängert (
Urk.
12/52
/7-8, vgl. auch:
Urk.
12/55/19). Gemäss Konsultationsbericht der
Klinik Z._
vom
2.
Oktober 2018 ging
es dem Beschwerdeführer drei Monate postoperativ zunehmend besser; die Schwellung sei unter Lymphdrainage deutlich reduziert. Persistieren würden leichte Schmerzen und Schwellungszu
stände, sobald mehr Aktivität durchgeführt werde. Das Arbeitsunfähig
keits
zeugnis werde bis 1
2.
November 2018 verlängert, anschliessend werde sich der
Beschwerdeführer beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum melden, da sein Krankentaggeld auslaufe (
Urk.
12/56/33). Anlässlich der klinischen Verlaufs
kon
trolle vom 1
6.
Januar 2019 habe der Beschwerdeführer über einen schleppenden Verlauf mit rezidivierenden Schwellungszuständen sowie Anlaufschmerz und
Streifheitsgefühl
nach längerem Stehen berichtet. Die zuständigen Ärzte emp
fahlen eine venöse Gefässabklärung (
Urk.
12/66/1-2).
3.5
Der
Angiologie
Dr.
med
.
G._
schloss am 1
7.
März 2019 auf einen Status nach
Hypodermitis
über dem linken Unterschenkel bei insuffizienter
Perforansvene
und empfahl das regelmässige Tragen eines
Kompressiosstrumpfes
. Er attestierte aus phlebologischer Sicht eine vom 1
7.
Januar bis
5.
Februar 2019
dauernde Arbeitsunfähigkeit; seither sei der Beschwerdeführer
nicht
mehr
eingeschränkt (
Urk.
12/70/1-7).
3.6
Anlässlich einer weiteren Verlaufskontrolle in der
Klinik Z._
am 2
3.
April 2019 klagte der Beschwerdeführer über eine weiterhin unbefriedigende Situation. Nach einer Laufdauer von 1 1⁄2 Stunden komme es zu einem deutlichen Auf
schwellen des Kniegelenks, zudem leide er unter Anlaufschmerzen, das Treppen
steigen sei möglich (
Urk.
12/76).
3.7
Mit am 2
6.
Juni 2019 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenem Arztbericht, sprach sich
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Orthopädie der
Klinik Z._
, dafür aus, dass dem Beschwerdeführer regelmässiges Knien und ständiges Stehen in der Zukunft nicht mehr möglich sein werden, dagegen sei ihm eine dem Leiden ange
passte Tätigkeit zu acht Stunden täglich zumutbar (
Urk.
12/79/1-5)
. Gemäss Sprec
hstundenbericht vom
1.
Oktober 2019 konnte der Beschwerdeführer zwi
schen
zeitlich unter regelmässiger medizinischer Trainingstherapie die maximale Lauf- und Stehdauer auf zwei Stunden erhöhen (
Urk.
12/90).
3.8
Am 1
0.
September 2019 unterzog sich der Beschwerdeführer einer
Schaum
sklero
sierung
der insuffizienten
Perforansvene
. Im Zusammenhang mit am 1
7.
Septem
ber 2019 zusätzlich
thrombosierten
Seiten
ästen
auf Kniegelenkshöhe und über dem
Fussrist
, welche
Dr.
G._
für die aktuelle Schmerzproblematik
verantwort
lich erachtete, vera
b
r
eichte er Lyman Gel
und ging davon
aus, dass sich die Symptomatik innert Tagen vollständig zurückbilden sollte (
Urk.
12/97).
Eine an
f
angs Oktober 2019 aufgetretene neuerliche Schwellung mit lokaler Rötung konnte gemäss
Dr.
G._
mittels Kompressionsklebeverband innert zwei Wo
chen wieder vollständig
entstaut
werden (
Urk.
12/98
).
3.9
Eine
Spect
-Untersuchung des linken Kniegelenks vom 1
0.
Januar 2020, welche aufgrund des für den Beschwerdeführer weiterhin unbefriedigenden Verlaufs
durchgeführt wurde, zeigte keine sicheren Hinweise auf eine Lockerung der Pro
these und einen lediglich leichten
synovitischen
Reizzustand von geringer Intensität (
Urk.
12/101, 12/103).
4.
Unumstritten
ist
und zu keinen Weiterungen Anlass gibt, dass der Beschwer
de
führer seine angestammte Tätigkeit als Spengler/Sanitär
seit der Meniskusope
ration im November 2016 und dem darauffolgenden Infekt mit diversen Folge
eingriffen
nicht mehr ausüben kann.
Ferner ist ausgewiesen
und wurde vom Beschwerdeführer bestätigt (
Urk.
1 S. 3 f.)
, dass
er
aus medizinisch-theoretischer Sicht
eine angepasste
Tätigkeit
abgesehen von Operations-, Untersuchungs- und
Rekonvaleszenzzeiten
uneingeschränkt aus
zu
üben
vermag
.
Was diese Zeiten
anbelangt
(
vgl. dazu:
Urk.
1 S. 5)
, lassen die Akten den Schluss auf eine
min
destens drei Monate dauernde Verschlechterung
(
v
gl. nachfolgende E. 5
.4
)
im Sinne einer Einschränkung auch in adaptierter Tätigkeit
nicht zu. So lag gemäss
Dr.
D._
nach der Arthrolyse vom 1
9.
Mai 2017 spätestens ab 2
5.
Juli 2017 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in allen nicht kniebelastenden Tätigkeiten vor (
Urk.
3.2).
Die am
6.
Juli 2018 erfolgte Operation machte sodann lediglich einen Spitalaufenthalt von wenigen Tagen erforderlich. Zudem wurde bereits im Austrittsbericht auf einen bei der Entlassung guten Allgemeinzustand hinge
wiesen und vermerkt, dass die intraoperativ gewonnenen mikrobiologischen Proben unauffällig geblieben seien und die Mobilisation unter physiothera
peu
tischer Anleitung probl
emlos gelungen sei (E. 3.4,
Urk.
12/52/2-3).
In den Berichten zu den anschliessenden Konsultationen wurde im Wesentlichen auf eine persistierende Schwellung des linken Knies hingewiesen, welche bei Belastung auftrete, wobei die Belastbarkeit bereits am 2
2.
August 2018 zweimal tägliches Training auf dem Home-Trainer von einer halben Stunde zuliess und bis Juni 2019 gar eine Lauf- und Stehdauer von bis zu zwei Stunden
(
Urk.
3.4
, 3.6, 3.7
). Inwiefern der Beschwerdeführer durch die lediglich nach Aktivität ein
getretenen Schwellungen insbesondere in einer primär sitzenden Tätigkeit über längere Zeit massgeblich hätte eingeschränkt sein sollen, erschliesst sich nicht aus den Akten.
Ob sich die von
Dr.
G._
aus phlebologi
scher Sicht attestierte Arbeits
unfähigkeit
vom 1
7.
Januar bis
5.
Februar 2019 auch auf die Restarbeitsfähigkeit bezieht, kann
angesichts der nur kurzen Dauer des Attestes offenbleiben; Hinweise auf weitere durch den phlebologischen Zustand verursachte Arbeitsunfähigkeiten sind den Akten nicht zu en
tnehmen.
Kein Widerspruch ist
sodann
darin zu erkennen, dass dem Beschwerdeführer über
längere
Zeiträume Arbeitsu
nfähigkeit
en
attestiert wurde
n
. So
äusserten
sich die Ärzte
regelmässig
nicht
zur
Arbeitsfähigkeit in
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit.
Wo
sie auf
diese Bezug
nahmen, bejahten sie eine solche ausdrücklich
(
Urk.
12/58/5
,
12/70/3
,
12/79/5
).
Entsprechend legte die Beschwerdegegnerin dem angefoch
te
nen Entscheid zu Recht die Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zugrunde, wobei eine optimal angepasste Tätigkeit gemäss der überzeugenden Einschätzung von
Dr.
E._
vom
7.
November 2017
überwiegend sitzend mit leichter Wechselbelastung ausgeübt werden sollte
(E. 3.
3
).
Strittig und im Folgenden zu prüfen
bleibt
, ob die dem Beschwerdeführer ver
bleibende Restarbeitsfähigkeit verwertbar ist.
5.
5.1
Für die Beantwortung der Frage, ob
dem Beschwerdeführer
die ärztlich attestierte
100
%ige Arbeits
fähigkeit in
einer
angepassten Tätig
keiten
zumutbar
ist
, sind unter anderem
sein
Alter und die voraussichtlich verbleibende Dauer
seiner
Erwerbstätigkeit von Bedeutung
.
Was die Frage nach dem Zeitpunkt des Fest
stehens der medizinischen Zumutbarkeit anbelangt
(
E. 1.3
)
, stand diese nach der Beurteilung von
Dr.
E._
vom
7.
November 2017 (
Urk.
3.3) grundsätzlich fest und wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
7.
Juni 2018 auch mit
ge
teilt (
Urk.
12/46). Berücksichtigt man zu Gunsten des Beschwerdeführers
die
mit
der operativer Versorgung
des Kniegelenks
vom
6.
Juli 2018 einherg
egangene
Ungewissheit und eine
Rekonvaleszenzzeit
von zirka zwei Monaten
bis Ende August 2018
,
verblieben
dem am 1
4.
August
1957
geborenen Beschwerdeführer
vier
Jahre
bis
zum E
rreichen des AHV-Pensionsalters
.
5.2
Das Bundesgericht hat in neuerer Zeit die Verwertbarkeit der noch vorhandenen Arbeitsfähigkeit von über 60-jährigen Versicherten in folgenden Fällen bejaht:
-
Urteil 9C_797/2019 vom
6.
Januar 2020 E. 5: 61 1⁄2-jähriger Versicherter, der leidensangepasste Erwerbstätigkeiten (in körperli
cher Hinsicht leicht, ohne über
wiegendes Gehen) uneingeschränkt auszuüben vermag.
-
Urteil 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 4: 60-jähriger Versicherter, verfügt sowohl über eine abgeschlossene Ausbildung als auch über Erfah
rung in leichte(
re
)n Arbeiten, die er in einer ihm zumutbaren leidens
an
ge
passten Tätigkeit nutzen kann. Aktivitätsdauer
von
vier Jahre
n
und sieben Monate
n
. Diese Aktivi
täts
dauer reicht grundsätzlich - auch bei einer Restar
beitsfähigkeit von 50 % - aus, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit auf
zunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben.
-
Urteil 9C_574/2019 vom 1
6.
Oktober 2019 E. 2.4: 60 3/4-jährige Beschwer
de
führerin, ging nach ihrem Unfall vom 1. April 2013 invaliditätsbedingt keiner Erwerbstätigkeit mehr nach,
war
aber in leidensangepassten Verwei
sungstätigkeiten nicht mehr eingeschränkt und zeitlich voll disponibel. Zu
dem arbeitete sie schon in unterschiedlichsten Berufen. Auch wenn sie diesbezüglich für eine angepasste Tätigkeit keine spezifischen Fertigkeiten nutzbar machen kann, zeugen die seiner
zeitigen Berufserfahrungen dennoch von einer gewissen Umstellungsfähigkeit der Versicherten im Erwerbsleben.
-
Urteil 8C_892/2017 vom 2
3.
August 2018 (= SVR 2019 IV Nr. 7): gut 62-jähriger Barpianist ohne formelle Ausbildung, verbleibende Aktivitätsdauer im Beurtei
lungs
zeitpunkt knapp 3 Jahre, Rest-Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit 80
%
.
-
Urteil 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 4.1: Restaktivitätsdauer im Zeit
punkt des Gutachtens noch mindestens 3 1⁄4 Jahre.
Verneint wurde die Verwertbarkeit vom Bundesgericht in neuerer Zeit in folgen
den Fällen:
-
Urteil 9C_766/2019 vom 1
1.
September 2020, E. 4.2 ff.: Versicherte ist
- selbst unter Berücksichtigung von Nischenarbeitsplätzen - nicht in der Lage, die ihr
verbliebene Arbeitsfähigkeit von 20
%
- längerfristig - wirtschaftlich zu verwer
te
n.
-
Urteil 9C_644/2019 vom 2
0.
Januar 2020, E. 4.3: 59-jährige Versicherte mit ausgeprägter
arbeitsmark
tlicher
Desintegration.
-
Urteil 9C_183/2017 vom 30. Oktober 2017, E. 5.2.3 und E. 6:
D
ie Versicherte wäre bei einer Rückweisung zwecks Anordnung von Eingliederungs
mas
s
nahmen deutlich über 62-jährig gewesen, mit klar weniger als zwei Jahren bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters, weshalb die bisher ausgerichtete ganze Rente nicht herabgesetzt oder aufgehoben wurde.
-
Urteil 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 3.1 und E. 5: Alter 62.5 Jahre, Restaktivitätsdauer eineinhalb Jahre. Die Versicherte hatte keinen Beruf erlernt. Sie arbeitete seit 2005 als Montagemitarbeiterin am Fliessband, was ihr aus ge
sundheitlichen Gründen nicht mehr zugemutet werden konnte. Altersbedingt und aufgrund minimaler (Aus-) Bildung wurde von einer geringen Anpassungs
fähig
keit an eine neue Tätigkeit ausgegangen.
Insgesamt ist zu konstatieren, dass «die Nich
tverwertbarkeit der Restarbeits
fähig
keit aufgrund fortgeschrittenen Alters in der Rechtsprechung in der Regel eine
Ausnahme bleibt» (Marco Weiss, Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund
vorgerückten Alters - Rechtsprechungstendenzen, SZS 2018, S. 630 ff., S. 640).
5
.3
Der Beschwerdeführer
war i
m massgebenden Zeitpunkt
61 Jahre
alt
(E. 1.3, 5
.1)
; es verblieben ihm
noch vier Jahr
e
bis zum Eintritt ins AHV-Rentenalter
.
Aufgrund seines
Zumutbarkeitsprofils
ist er zwar auf
überwiegend sitzende Tätigkeiten
i
n Wechselbelastung
angewiesen,
war
aber mit Ausnahme der
Spitalaufenthalte
mit anschliessenden
Rekonsvaleszenzzeiten
in angepasster Tätigkeit zumindest ab Ablauf des Wartejahres (November 2017) nie eingeschränkt und zeitlich voll disponibel
(E.
4)
.
Auch wenn sich s
eine
berufliche Erfahrung
im Wesentlichen
in
der langjährigen Tätigkeit
im Sanitär- und
Spenglerbereich
erschöpft
(
Urk.
12/
9/61,
12/12)
,
bringt
er
damit
nicht nur einen Berufsabschluss, sondern auch
jahrzehntelange Berufserfahrung
in wechselnden Anstellungen sowie zw
i
schenzeitlich als
Selbständigerwerbender
mit.
Als Inhaber des Meisterbriefs (
Urk.
12/9/
61, 12/9/
69) weist er zudem
neben
fachpraktische
n
und fachtheore
tische
n
Kenntnisse
n
im betreffenden Handwerk kaufmännisch-betriebswirtschaft
liche und berufspädagogische Kenntnisse
auf (
§
45 ff. der deutschen Hand
werks
ordnung,
HwO
/DE
)
.
Solche
Qualifikationen sind
in vielen Berufen
gefragt
.
A
nge
sichts
dessen
und der uneingeschränkten Restarbeitsfähigkeit von 100
%
(E. 1.4)
sind
die
Chancen
des Beschwerdeführers
auf dem massgeblichen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt
deshalb
als
intakt
zu bezeichnen
.
Schlies
s
lich
hat das Bundesgericht
wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen).
Was das vom Beschwerdeführer angeführte, fortgeschrittene Alter anbelangt, lässt ein solche
s
aufgrund der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(E.
5
.2)
für sich alleine
nicht
auf Unverwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit
schliessen
.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf das Urteil 9C_644/2019 vom
2
0.
Januar 2020 beruft (
Urk.
1 S. 4), lag dort insbesondere eine ausgeprägte
arb
ei
ts
marktliche
Desintegration vor.
Die Versicherte hatte während über 20 Jahren ausschliesslich in der eigenen Kosmetik- und Therapiepraxis gearbeitet und ihre Berufserfahrung ausserhalb dieses Bereichs lag Jahrzehnte zurück. Sie verfügte über keinerlei Kompetenzen, von denen sie in einer ihr zumutbaren leidens
an
gepassten Tätigkeit hätte profitieren können
und war zudem nach einer Beinam
putation auf rein sitzende Tätigkeiten angewiesen
(E. 4.3 des Urteils). Dagegen kann der Beschwerdeführer
auf jahrelange Tätigkeiten als angestellter sowie selb
ständiger Spengler und eine damit bewiesene Umstellfähigkeit zurückgreifen
sowie auf kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. Auch ist er nicht auf rein sitzende Tätigkeiten angewiesen. Die beiden Konstellationen sind somit nicht vergleichbar.
Soweit der Beschwerdeführer auf seine erfolglos geblieb
enen Arbeitsbemühungen verweist
und dies als Argument gegen die Verwertbarkeit der noch vorhandenen
Resta
rbeitsfähigkeit vorbringt
,
gilt das unter E. 1.4 Dargelegte
.
Letztlich lässt auch die
Diabeteserkrankung
des Beschwerdeführers, welche ge
mäss dessen Ausführungen einen mehrmaligen täglichen Rückzug für die ent
spre
chende Behandlung nach sich ziehe (
Urk.
1 S. 4)
, nicht auf eine Unver
wert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit schliessen,
kann doch eine entsprechende Rück
sicht
nahme seitens potentieller Arbeitgeber jedenfalls erwartet werden.
Angesichts der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen errichtet hat (Urteil 8C_803/2
018 vom
6.
Juni 2019 E. 5.3 mit Hinweisen; vgl. Meyer/Reichmuth,
a.a.O.
,
Rn 13 f. zu
Art.
28),
fällt der
vom Beschwerdeführer
gezogene Schluss auf eine
vollständige Erwerbsunfähigkeit
jedenfalls ausser Betracht.
5
.4
Was
einen allfälligen
befristete
n
Rente
nanspruch
anbelangt,
lassen sich den Akten keine Hinweise entnehmen, wonach ein solcher ausgewiesen wäre
. So ist zwar für die Dauer der
erfolgten
Operation
en
mit anschliessender Rekonvaleszenz
grundsätzlich
auch in
einer
knie
-adaptierte
n
Tätigkeit von einer Arbeitsun
fähig
keit auszugehen.
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich i
m Aufgabenbereich zu betätigen,
ist
gemäss
Art.
88a
Abs.
2
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
allerdings erst dann zu berücksichtigen, wenn angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird
beziehungsweise
wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird. Davon ist vorliegend nicht auszugehen
(E. 4).
6
.
6
.1
6
.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6
.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
6
.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.2
6.2.1
Zwecks Ermittlung des Valideneinkommens ist auf den vom Beschwerdeführer im Jahr 2016 beim letzten Arbeitgeber erzielten Lohn abzustellen, welcher gemäss Angaben des letzteren im Arbeitgeberfragebogen vom 1
8.
August 2017 ohne Taggeldbezugsphase
Fr.
72'150.
--
betragen
hätte
(
Urk.
12/
25/4-5). Angepasst an die N
ominallohnentwicklung bis
2017 (
frühest
möglicher Rentenbeginn gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. b in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 IVG)
resultie
rt ein Vali
deneinkommen von
Fr.
72'366.--
(Index 2016: 100.4, Index 2017:
100.7; Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer 2016-2019,
Ziff.
41-43 Baugewerbe/Bau).
6.2.2
Bezüglich Invalideneinkommen ist mit Blick auf die dem Beschwerdeführer offen
stehenden Einsatzmöglichkeiten auf den statistischen Durchschnittslohn aller Wirtschaftszwei
ge («Total») von Män
nern
im Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA1 der LSE 2018 abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochen
stunden monatlich
Fr.
5’417.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebsüb
li
chen wöchentlichen Arbeitszei
t von 41.7 Stunden im Jahr 2017
(vgl. BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Ziff.
«Total») und der Nominallohnentwicklung bei Männern im «Total» aller Wirtschafts
zweige zwischen den Jahren 2017 und 2018 (Index 2017: 101.0, Index 2018:
101.5; vgl. die vorerwähnte Tabelle T1.1.1
5) resultiert für das Jahr 2017
ein Invalideneinkommen von
Fr.
67'433.-- (
Fr.
5’4
17.-- x 12 / 40 x 41.7 / 101.5 x
101.0) bei einem dem Beschwerdeführer zumutbaren Vollzeitpensum. Dies führ
t zu einem Invaliditätsgrad von knapp 7
%
([
Fr.
72’366.--
abzüglich
Fr.
67'433.--]
/
Fr.
72'366.--
x 100).
Selbst wenn – ohne nähere Prüfung der Berechtigung – der maximal zulässige Abzug von 25
%
(BGE 135 V 297) gewährt und mithin von einem Invaliden
einkommen von
Fr.
50'575.-- ausgegangen würde, bestünde mi
t einem Invalidi
täts
grad von
30
%
([
Fr.
72'366.-- abzüglich
Fr.
50'575.--] /
Fr.
72’366.--
x
100
)
kein Rentenanspruch. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.