Decision ID: d73754bb-2a4a-59a2-ae29-8cc19b8abe5e
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Verein A._ ist in den Bereichen persönliche Beratung, Fach-
und Projektberatung, Sprach- und Alphabetisierungskurse, Integrations-
kurse sowie der Ausbildung für interkulturelle Dolmetscher (Intercultura) tä-
tig. Er setzt sich zielgruppenorientiert für die Integration von Migrantinnen
und Migranten ein und engagiert sich für eine verstärkte Partizipation der
ausländischen Bevölkerung sowie einen besseren Zugang zu bestehen-
den Ressourcen und Strukturen (vgl. Statuten [B-Beilage 2]).
B.
Die Mitarbeitenden des Vereins A._ sind seit dem 1. Januar 2013
bei der B._ AG (nachfolgend: B._ AG oder Vorinstanz) ge-
gen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen (nachfolgend: BU bzw.
NBU) obligatorisch unfallversichert. Gemäss Versicherungspolice vom
13. Juni 2013 (B-Beilage 4) ist der Verein A._ in der Berufsunfall-
versicherung (BUV) in der Klasse 76 Stufe 8 und in der Nichtberufsunfall-
versicherung (NBUV) in der Klasse 11 Unterklasse 7 eingeteilt. Die Prämie
beläuft sich in der BUV auf 1,71‰ und in der NBUV auf 10,40‰ der Jah-
reslohnsumme.
C.
Mit einem im Oktober 2013 verfassten Schreiben (B-Beilage 6) teilte die
B._ AG dem Verein A._ mit, die Risikoprämie werde sich
dank des guten Schadenverlaufs nicht erhöhen. Es gebe jedoch eine An-
passung beim Umlagebeitrag für Teuerungszulagen, so dass sich die End-
prämien per 1. Januar 2014 auf 1,68‰ (BUV) und 10,24‰ (NBUV) belau-
fen würden.
D.
Im Oktober 2015 (vgl. B-Beilage 7) gelangte die B._ AG erneut an
den Verein A._ und teilte ihm mit, in der obligatorischen Unfallver-
sicherung sei in den letzten Jahren durch die gestiegene Lebenserwartung
sowie der Zunahme der Behandlungskosten eine Kostensteigerung einge-
treten. Kostenhemmend wirke demgegenüber eine generelle Abnahme der
Schadenfallzahlen. Aufgrund dieser Feststellungen seien die Prämien per
1. Januar 2016 neu berechnet worden. Die Endprämiensätze lägen neu in
der BUV bei 2,12‰ und in der NBUV bei 12,04‰. Die B._ AG teilte
den Verein A._ in der BUV neu in die Klasse 760 Stufe 10 und in
der NBUV in die Klasse 102 Stufe 10 ein.
C-1367/2016
Seite 3
E.
Gegen die im Oktober 2015 angekündigte Prämienerhöhung erhob der
Verein A._, vertreten durch die fairsicherungsberatung ag, mit
Schreiben vom 24. November 2015 Einsprache bei der B._ (B-Bei-
lage 8).
F.
Mit Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2015 (B-Beilage 1) wies die
B._ die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie aus, sie stütze
sich zur Berechnung der Tarife auf die Angaben der C._ ab. Diese
habe per 1. Januar 2016 eine neue Einteilung der Gefahren-Klassen fest-
gelegt und die Prämiensätze der Gefahren-Klassen angepasst. Vorliegend
müsse die Erfahrung der Risikogemeinschaft berücksichtigt werden, da der
Verein A._ ein Kleinbetrieb sei und demzufolge nicht nur auf dessen
Erfahrungen abzustellen sei. Dies führe zu einer für alle Betriebe der be-
treffenden Risikogemeinschaft einheitlichen, von zufallsartigen Risiko-
schwankungen unbeeinflussten Durchschnittsprämie. Die Branchenerfah-
rung mit der Risikogemeinschaft habe zur Folge, dass für den Verein
A._ per 1. Januar 2016 sowohl eine neue BU-Stufe als auch eine
NBU-Unterklasse festgelegt werden müsse.
G.
Gegen den Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2015 erhob der Ver-
ein A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Fürspre-
cher Rolf P. Steinegger und Rechtsanwalt Dr. Marcel Süsskind, mit Ein-
gabe vom 28. Januar 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern. Mit Urteil vom 2. Februar 2016 (BVGer-act. 1) trat dieses auf die
Beschwerde vom 28. Januar 2016 nicht ein und übermittelte die Beschwer-
deschrift sowie die entsprechenden Beilagen am 15. März 2016 (nach Ein-
tritt der Rechtskraft des Urteils vom 2. Februar 2016) an das Bundesver-
waltungsgericht (vgl. BVGer-act. 2).
H.
In ihrer Beschwerde vom 28. Januar 2016 beantragte der Beschwerdefüh-
rer, der Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2015 sowie die Verfügung
vom Oktober 2015 seien aufzuheben. Von einer Prämienerhöhung per
1. Januar 2016 sei Abstand zu nehmen. Eventualiter sei die Prämienan-
passung auf ein angemessenes Mass zu reduzieren.
C-1367/2016
Seite 4
Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die
sehr summarisch gehaltene Begründung der Vorinstanz vermöge eine Er-
höhung der BU-Prämie um 26% (von 1,68‰ auf 2,12‰) und der NBU-
Prämie um 18% (von 10,24‰ auf 12,04‰) nicht zu rechtfertigen. Auch der
Einspracheentscheid gebe keinen weitergehenden Aufschluss über die
Gründe und Notwendigkeit des verordneten Prämienaufschlags. Die Hin-
tergründe der massiven Prämienerhöhung blieben völlig im Dunkeln. Die
Vorinstanz erweise sich angesichts der vorangegangenen Prämiensenkun-
gen als absolut unglaubwürdig und widersprüchlich. Sie habe die Notwen-
digkeit der Prämienerhöhung an sich wie auch deren Ausmass nachzuwei-
sen und könne sich nicht einfach hinter dem weiten Ermessensspielraum,
der den UVG-Versicherern bei der Festlegung der Risikoklassen- und -stu-
fen eingeräumt werde, verschanzen. Gelinge ihr dieser Beweis nicht, so
sei auf die verfügte Prämienanpassung zu verzichten oder sie sei auf ein
nachvollziehbares, vernünftiges Mass zurückzunehmen. Es könne in kei-
ner Weise davon ausgegangen werden, dass ohne die Prämienerhöhung
die künftigen Leistungen nicht mehr kostendeckend hätten erbracht wer-
den können. Der sehr gute individuelle Schadenverlauf des Beschwerde-
führers spreche jedenfalls eine andere Sprache. Mit Bezug auf die Jahre
2013 bis 2015 lasse sich für den Beschwerdeführer ein Rendement von
60,5% ermitteln (Schadenaufkommen inklusive Rückstellungen von total
Fr. 31‘597.- im Verhältnis zum Prämientotal von Fr. 52‘189.-. Auch wenn
man den Vergleich mit der bisherigen Risiko- oder Nettoprämie von 1,26‰
(BU) bzw. 7,98‰ (NBU) anstelle, ergebe sich immer noch ein günstiges
Schadenrendement von 75%. Schliesslich, so der Beschwerdeführer, sei
die Prämienanpassung sehr spät, nämlich erst am 27. Oktober 2015 eröff-
net worden. Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht mehr die Möglichkeit ge-
habt, den Versicherungsvertrag per 31. Dezember 2015 aufzulösen. Wenn
er sich der Prämienerhöhung nicht mehr mittels einer Kündigung entziehen
könne, dann müsse von der Vorinstanz umso mehr verlangt werden, sich
strikte auf Prämienerhöhungen zu beschränken, deren Gründe sie ein-
leuchtend und überzeugend zu belegen vermöge. Das von der Vorinstanz
an den Tag gelegte intransparente Verhalten dürfe auf keinen Fall geduldet
werden.
I.
Der mit Zwischenverfügung vom 1. April 2016 (BVGer-act. 4) einverlangte
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘500.- ist am 21. April 2016 beim
Bundesverwaltungsgericht eingegangen (BVGer-act. 6).
C-1367/2016
Seite 5
J.
Mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2016 (BVGer-act. 10) beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, im Einspracheentscheid
sei ausführlich begründet worden, warum die Prämienerhöhung erfolgt und
wie diese zustande gekommen sei. Der Endprämiensatz bemesse sich auf-
grund der Erfahrung der Risikogemeinschaft. Der Beschwerdeführer sei
als Schule privat (ohne Sportschule) klassifiziert (Risiko Nr.8361.02) und
gemäss UVG-Tarif der C._ (Ausgabe 01.2014) würden für derartige
Betriebe die Gefahren-Klassen 76 (BU) und 11 (NBU) gelten. Im Rahmen
ihres Ermessens habe sie den Beschwerdeführer im Bereich Berufsunfall
der Stufe 8 und im Bereich Nichtberufsunfall der Unterklasse 7 zugewie-
sen. Die Endprämiensätze seien somit unterhalb der von der C._
vorgegebenen (Basis-)Endprämiensätze gewesen. Mit Schreiben vom 26.
Februar 2015 habe das BAG gegenüber der Vorinstanz ausgeführt, dass
die Nettoprämien jeder Risikoklasse aufgrund von Art. 92 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG; SR
832.20) und Art. 113 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung
vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) ungefähr den Risikoprämien
entsprechen sollten. Die Vorinstanz habe das Schreiben des BAG sowie
die Neugestaltung des UVG-Tarifs der C._ per 1. Januar 2016
(Ausgabe 01.2016) zum Anlass genommen, die Prämiensätze sämtlicher
bei ihr versicherten Betriebe zu überprüfen, anzupassen und auch mit den
Anforderungen des BAG in Einklang zu bringen. Die Endprämiensätze
seien somit an die von der C._ vorgegebenen (Basis-)Endprämien-
sätze angepasst worden. Der Beschwerdeführer verbleibe weiterhin in der
Kategorie Schule privat (ohne Sportschule). Die Schulen privat seien per
1. Januar 2016 neu in die Gefahren-Klassen 760 (BU) und 102 (NBU) ein-
gereiht worden. Bei der Kategorie Schule privat (ohne Sportschule) hätten
sich die (Basis-)Endprämiensätze nicht geändert. Bei der BUV sei dieser
unverändert bei 2,12‰ und bei der NBUV unverändert bei 12,04‰ verblie-
ben. Aufgrund der Vorgaben des BAG sei beim Beschwerdeführer eine An-
passung der Endprämiensätze unter Anwendung des Systems der Basis-
prämie nötig gewesen. Der für den Beschwerdeführer geltende Endprämi-
ensatz habe 2015 unterhalb der (Basis-)Endprämie der Risikogemein-
schaft Schulen privat (ohne Sportschule) gelegen. In Übereinstimmung mit
den Vorgaben des BAG sei dieser erhöht worden. Damit der Beschwerde-
führer die vorgegebenen Endprämiensätze für Schulen privat (ohne Sport-
schule) erreichen konnte, hätten bei ihm die Stufen (BUV) respektive die
Unterklassen (NBUV) erhöht werden müssen. Beim Beschwerdeführer sei
C-1367/2016
Seite 6
bei der BUV ein neuer Endprämiensatz von 2,12‰ (Erhöhung von Stufe 8
auf Stufe 10) und bei der NBUV sei ein neuer Prämiensatz von 12,04‰
(Erhöhung von Unterklasse 7 auf Unterklasse 10) festgelegt worden. Auf-
grund der Anwendung des Systems der Basisprämie, bei dem die Risiko-
gemeinschaft massgebend sei, seien die Schadenfallzahlen des Be-
schwerdeführers nicht von Belang. Weiter listete die Vorinstanz die Zusam-
mensetzung der Endprämiensätze in der BUV und NBUV per 1. Januar
2016 auf und führte aus, die Prämienerhöhung sei ausreichend und nach-
vollziehbar begründet worden. Sie habe sich nicht intransparent verhalten.
Sie habe die Prämienerhöhung dem Beschwerdeführer rechtzeitig, das
heisst mindestens zwei Monate vor der Vertragsänderung, mitgeteilt. Mit
der Anwendung des vereinbarten Typenvertrags sei die Kündigungsmög-
lichkeit bei Erhöhung der Prämie ausserhalb der ordentlichen Kündigungs-
frist wegbedungen worden. Die Durchführung der Prämienerhöhung sei
vorliegend im Einklang mit den gesetzlichen und vertraglichen Bestimmun-
gen erfolgt.
K.
Mit Replik vom 14. Juli 2016 (BVGer-act. 12) hielt der Beschwerdeführer
mit Ausnahme des Eventualantrags an den Rechtsbegehren fest.
Er beanstande neu die Heraufsetzung der Prämienzuschläge (namentlich
des Verwaltungskostenzuschlags und des Unfallverhütungsbeitrages).
Hierzu habe er sich erst nach Einsicht in die Vernehmlassung und die da-
zugehörigen Unterlagen veranlasst gesehen. Er sei sich bewusst, dass
diese Rüge streng genommen nicht in den Kompetenzbereich des Bun-
desverwaltungsgerichts gemäss Art. 109 lit. b UVG falle (Urteil des BVGer
C-919/2008 vom 24. März 2010 E. 4). Angesichts verfahrensökonomischer
Gesichtspunkte sowie aufgrund des Grundsatzes der Kompetenzattraktion
sei es jedoch geboten, dass sich das urteilende Gericht sämtlichen Aspek-
ten dieses Falles widme.
Zur Begründung führte er aus, die von der Vorinstanz auferlegte signifi-
kante Prämienerhöhung lasse sich nicht auf die Einführung eines neuen
Tarifes zurückführen. Jedenfalls lasse sie sich nicht mit der gestiegenen
Lebenserwartung und der Zunahme der Behandlungskosten begründen.
Diese behaupteten höheren Schadenaufwendungen hätten sich im Tarif
der Risikogemeinschaft, welcher der Beschwerdeführer zugeteilt worden
sei, preiserhöhend niederschlagen müssen. Dies aber sei eben gerade
nicht der Fall gewesen. Es sei der Vorinstanz insoweit zuzustimmen, als
der Beschwerdeführer für eine Erfahrungstarifierung nicht in Betracht
C-1367/2016
Seite 7
komme. Es sei damit im Grundsatz der Durchschnittswert der Risikoge-
meinschaft massgebend. Der bisherige ausgezeichnete Schadenverlauf
vermöge an sich keine Rolle zu spielen. Immerhin könne die Vorinstanz
nicht argumentieren, ein schlechter Schadenverlauf hätte sie dazu veran-
lasst, die in der Police gewährten Preisabschläge wiedererwägungsweise
rückgängig zu machen. Allerdings sei sie darauf zu behaften, dass sie beim
Abschluss des Vertrags Preisnachlässe im Gewand von unter den Durch-
schnittswerten liegenden Stufen bzw. Unterklassen gewährt habe. Über die
Gründe dieser aussertariflichen Rabatte schweige sich die Vorinstanz weit-
gehend aus. Sie führe dazu lediglich an, es habe eine Ermessenseinstu-
fung stattgefunden. Die Rabatte könnten während der Vertragslaufzeit von
der Vorinstanz nicht – jedenfalls nicht ohne ausreichende Gründe, welche
hier nicht vorlägen – gegen den Willen des Beschwerdeführers aufgeho-
ben werden. Hierzu müsste analog der Rechtspraxis zum Widerruf von
Verwaltungsverfügungen ein Revisions- bzw. Wiedererwägungsgrund ge-
geben sein. Ein solcher sei jedoch in casu nicht ersichtlich. Die Verhält-
nisse hätten sich seit dem Vertragsschluss in keiner Weise geändert. Der
Vorinstanz sei es deshalb verwehrt, die sog. „clausula rebus sic stantibus“
anzurufen. Vom zwischenzeitlichen Eintritt einer gravierenden Äquivalenz-
störung könne keine Rede sein. Ein einseitiges Gestaltungsrecht, die aus-
sertariflich gewährten Prämienrabatte während der Laufzeit des Vertrags
zurückzunehmen, habe sich die Vorinstanz nicht vorbehalten lassen. In-
dem sie dennoch zu diesem Mittel greife, habe sie Vertragsbruch began-
gen. Weiter tauge das Schreiben des BAG vom 26. Februar 2015 nicht als
Begründung für die angefochtene Prämienerhöhung. Die Aufsichtsbehörde
habe offenbar festgestellt, dass in gewissen Risikoklassen zu tiefe Prämien
erhoben worden seien, was mit den Prämien aus anderen Risikoklassen
ausgeglichen worden sei. Inwiefern dies auf die Gefahrenklasse Schule
privat (ohne Sportschule) zutreffen solle, bleibe völlig offen. Selbst dann,
wenn die Aufsichtsbehörde die Vorinstanz angewiesen hätte, aussertarifli-
che, aufgrund eines geschäftspolitischen Entscheids gewährte Rabatte zu
korrigieren und tarifgemässe Durchschnittsprämien zu verlangen, könnte
das nicht als zureichender Grund für einen Verstoss gegen die Vertrags-
treue dienen. Die einseitig per 1. Januar 2016 verfügte Prämienerhöhung
lasse sich durch nichts rechtfertigen.
L.
Mit Duplik vom 19. September 2016 (BVGer-act. 14) hielt die Vorinstanz
an ihren Rechtsbegehren und an sämtlichen Ausführungen in der Ver-
nehmlassung fest.
C-1367/2016
Seite 8
Zur Begründung machte sie zusammengefasst geltend, eine Anpassung
während der Vertragsdauer sei zulässig gewesen. In Ziff. 1 der Vertrags-
bestimmungen zur Versicherung gemäss UVG werde erwähnt, dass eine
Prämienanpassung zulässig sei, wenn der Prämientarif ändere. Vorliegend
habe mit der Neugestaltung des UVG-Tarifs der C._ per 1. Januar
2016 der Prämientarif geändert. Damit sei eine Anpassung des Prämien-
satzes während der festen Vertragsdauer zulässig gewesen. Weiter gehe
man mit dem Beschwerdeführer einig, dass es aus verfahrensökonomi-
schen Gründen Sinn mache, wenn sich das angerufene Gericht mit sämt-
lichen Aspekten der vorliegenden Streitsache befasse. Das Bundesverwal-
tungsgericht besitze eine volle Kognition. Das bedeute, dass eine allfällige
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör – was vorliegend aus-
drücklich bestritten werde – geheilt werden könne. Die Vorinstanz sei be-
rechtigt gewesen, eine Anpassung der Prämiensätze vorzunehmen. Der
Beschwerdeführer sei vor 2016 unter den (Basis-)Endprämiensätzen gele-
gen. Diese Tatsache habe zu einer Angleichung der Endprämiensätze an
die (Basis-)Endprämiensätze der Risikogemeinschaft berechtigt. Richtig
sei, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer bei Vertragsbeginn unter-
halb der (Basis-)Endprämiensätze eingereiht habe. Daraus lasse sich aber
kein unbefristeter Vertrauensschutz für die Zukunft ableiten. Der Vorinstanz
müsse es aufgrund der Änderung der Verhältnisse und ihres Ermessens-
spielraums möglich sein, Anpassungen der Prämiensätze für die Zukunft
vorzunehmen. Vorliegend sei sie aufgrund der Vorgaben des BAG und der
Neugestaltung des UVG-Tarifs der C._ gehalten gewesen, die Prä-
miensätze der Betriebe zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Nur aufgrund der Prämienanpassung sei gewährleistet, dass zwischen den
Prämieneinnahmen und den Kosten bei allfälligen Schadenfällen ein
Gleichgewicht bestehe. Aufgrund der Vorgaben des BAG sowie der Neu-
gestaltung des UVG-Tarifs der C._ per 1. Januar 2016 hätten die
Prämiensätze überprüft werden dürfen. Die Überprüfung habe ergeben,
dass der ursprüngliche Einreihungsentscheid einer Änderung bedurft
habe. In diesem Sinne seien die Voraussetzungen einer Wiedererwägung
vorliegend gegeben. Eine Anpassung der Prämiensätze an die Risikoge-
meinschaft sei notwendig und somit zulässig gewesen. Eine Belassung der
Prämiensätze auf dem Stand von 2015 wäre für die Vorinstanz nicht zu-
mutbar gewesen. Eine gravierende Äquivalenzstörung wäre die Folge ge-
wesen. In diesem Sinne seien die Voraussetzungen der „clausula rebus sic
stantibus“ erfüllt. Eine Anpassung an die (Basis-)Nettoprämiensätze der Ri-
sikoklasse Schule privat (ohne Sportschule) sei aufgrund des Schreibens
des BAG vom 26. Februar 2015 unumgänglich gewesen. Der Vorwurf des
Beschwerdeführers, eine Erhöhung der übrigen Prämienbestandteile sei
C-1367/2016
Seite 9
nicht zulässig gewesen, ziele ins Leere. Es müsse mit Nachdruck bestritten
werden, dass die angefochtene Verfügung und der Einspracheentscheid
nichtig seien. Sollte das Gericht wider Erwarten einen inhaltlichen Mangel
feststellen, müsse entgegnet werden, dass ein solcher nur die Anfechtbar-
keit der Verfügung zur Folge habe.
M.
Mit Eingabe vom 29. September 2016 (BVGer-act. 16) äusserte sich der
Beschwerdeführer zur Duplik wie folgt: Es treffe zwar zu, dass eine Prä-
mienerhöhung bei einer Änderung des Prämientarifs gemäss Ziffer 1 der
Vertragsbestimmungen zulässig sei, und es sei korrekt, dass die Vorin-
stanz ihren UVG-Tarif per 2016 neu gestaltet habe. Indessen hätten sich
die Prämiensätze für die Risikoklasse des Beschwerdeführers nicht geän-
dert, so dass sich die Vorinstanz nicht auf den entsprechenden Passus be-
rufen könne. Ferner sei der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Beschwer-
deführer keinen unbefristeten Vertrauensschutz mit Bezug auf die unter-
halb der Basisprämiensätze erfolgte Einstufung geniesse. Solange jedoch
das eingegangene Vertragsverhältnis in Kraft und nicht gekündigt worden
sei, obsiege der Vertrauensschutz des Beschwerdeführers auf Weitergel-
tung der gewährten Rabatte gegenüber dem Bestreben der Vorinstanz, un-
ter Verzicht auf geschäftspolitisch motivierte Rabatte tarifgemässe Prä-
mien zu verlangen.
N.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-
mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-
den Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VwVG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme
nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG ge-
nannten Behörden. Die B._ ist als zugelassene Unfallversicherung
mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben des Bundes betraut und als solche eine
Vorinstanz im Sinne von Art. 33 lit. h VGG.
C-1367/2016
Seite 10
1.2 Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung von
Beschwerden gegen Einspracheentscheide über die Zuteilung der Be-
triebe und der Versicherten zu den Klassen und Stufen der Prämientarife
ist in Art. 109 lit. b UVG ausdrücklich geregelt. Anfechtungsobjekt ist vor-
liegend der Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 23. Dezember 2015,
in welchem sie die Verfügung vom Oktober 2015 bestätigt, mit welcher der
Beschwerdeführer in neue Gefahrenklassen, Stufen und Unterklassen ein-
gereiht und der Endprämiensatz neu festgesetzt wurde. Somit ist das Bun-
desverwaltungsgericht für die Beurteilung der Streitsache zuständig.
1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3
lit. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1).
1.4 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist als Adressat durch den angefochtenen Einspracheentscheid vom
23. Dezember 2015 in besonderer Weise berührt und hat an dessen Auf-
hebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1
VwVG; vgl. auch Art. 59 ATSG). Er ist deshalb zur Beschwerde legitimiert.
1.5
1.5.1 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 38 Abs. 4 lit. c und Art. 39 Abs. 2
ATSG). Da auch der Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.- rechtzeitig überwie-
sen wurde, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten.
1.5.2 Im Bereich der Prämientarife besteht die Überprüfungsbefugnis des
Bundesverwaltungsgerichts einerseits darin, die richtige Anwendung des
Tarifs zu kontrollieren; andererseits kann es − im Rahmen der konkreten
Normenkontrolle − die der Verfügung zu Grunde liegenden Tarifpositionen
auf ihre Gesetz- und Verfassungsmässigkeit überprüfen (vgl. E. 1.2 hier-
vor). Was die konkrete Festsetzung der Prämie und die Verletzung von
Vertragsrecht betrifft, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Behandlung
dieser Rügen nicht zuständig, weshalb diesbezüglich nicht auf die Be-
schwerde einzutreten ist (vgl. Urteile des BVGer C-1362/2016 vom
23. März 2017 E. 1.2 und C-1363/2016 vom 19. Juni 2017 E. 1.2 mit Hin-
weis auf das Urteil des Bundesgerichts [BGer] U 18/03 vom 20. November
2003 E. 4.3.2).
C-1367/2016
Seite 11
1.5.3 Anfechtungs- und Streitgegenstand bildet demnach die Neueinrei-
hung in den Prämientarif. Aufgrund der Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers ist streitig und zu prüfen, ob für die Neueinreihung und der damit ver-
bundenen Prämienerhöhung ausreichende und nachvollziehbare Gründe
vorliegen resp. ob die Vorinstanz die Notwendigkeit und das Ausmass der
Prämienerhöhung in rechtsgenüglicher Weise nachgewiesen hat. Nicht
streitig und nicht zu prüfen ist die vertragliche Regelung, wonach dem Ver-
sicherten im Falle einer Kündigung nach Art. 92 Abs. 5 UVG kein Kündi-
gungsrecht vor Vertragsablauf zusteht (vgl. zur Abgrenzung E. 1.5.2 hier-
vor).
1.5.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-
messenheit des Entscheides beanstanden (Art. 49 VwVG). Nach der
Rechtsprechung hat auch eine Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition
zusteht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorin-
stanz zu respektieren. Sie hat eine unangemessene Entscheidung zu kor-
rigieren, kann aber der Vorinstanz die Wahl unter mehreren angemesse-
nen Lösungen überlassen (BGE 133 II 35 E. 3). Das Bundesverwaltungs-
gericht hat daher nur den Entscheid der unteren Instanz zu überprüfen und
sich nicht an deren Stelle zu setzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 6). Insbesondere
dann, wenn die Ermessensausübung, die Anwendung unbestimmter
Rechtsbegriffe oder die Sachverhaltswürdigung hochstehende, speziali-
sierte technische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Kenntnisse erfor-
dert, ist eine Zurückhaltung des Gerichts bei der Überprüfung vorinstanzli-
cher Bewertungen angezeigt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3; 133 II 35 E. 3;
128 V 159 E. 3b/cc). Es stellt daher keine unzulässige Kognitionsbeschrän-
kung dar, wenn das Gericht − das nicht als Fachgericht ausgestaltet ist −
nicht ohne Not von der Auffassung der Vorinstanz abweicht, soweit es um
die Beurteilung technischer, wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher Spezi-
alfragen geht, in denen die Vorinstanz über ein besonderes Fachwissen
verfügt (vgl. BGE 135 II 296 E. 4.4.3; 133 II 35 E. 3 mit Hinweisen; siehe
zum Ganzen auch YVO HANGARTNER, Behördenrechtliche Kognitionsbe-
schränkungen in der Verwaltungsrechtspflege, in: Bovay/Nguyen [Hrsg.],
Mélanges en l'honneur de Pierre Moor, 2005, S. 319 ff.; FELLER/MÜLLER,
Die Prüfungszuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts – Probleme in
der praktischen Umsetzung, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und
Verwaltungsrecht [ZBl] 110/2009 S. 442 ff.). Dies gilt jedenfalls insoweit,
C-1367/2016
Seite 12
als die Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte ge-
prüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durch-
geführt hat (BGE 139 II 185 E. 9.3; BGE 138 II 77 E. 6.4). Das Bundesver-
waltungsgericht überprüft ansonsten den angefochtenen Entscheid frei,
dies unter Berücksichtigung der vorgebrachten Rügen. Die Beschwer-
deinstanz hat mithin nicht zu untersuchen, ob sich die angefochtene Ver-
fügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt
erweist, sondern untersucht im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstan-
dungen. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen
werden nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder ande-
rer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass be-
steht (BGE 119 V 347 E. 1a; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über
die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 348).
2.
Zunächst sind die für die Einreihung von Betrieben wichtigsten gesetzli-
chen Bestimmungen, massgebenden Grundsätze sowie die massgebli-
chen Tarifbestimmungen wiederzugeben.
2.1 Für die Durchführung der Unfallversicherung sind einheitliche Rech-
nungsgrundlagen zu verwenden. Der Bundesrat erlässt Richtlinien (Art. 89
Abs. 1 UVG).
2.2 Gemäss Art. 92 Abs. 1 UVG werden die Prämien von den Versicherern
in Promillen des versicherten Verdienstes festgesetzt. Sie bestehen aus
einer dem Risiko entsprechenden Nettoprämie und aus Zuschlägen für die
Verwaltungskosten, für die Kosten der Verhütung von Unfällen und Berufs-
krankheiten und für die nicht durch Zinsüberschüsse gedeckten Teue-
rungszulagen. Die Versicherer können für die beiden obligatorischen Ver-
sicherungszweige je eine vom jeweiligen Risiko unabhängige Minimalprä-
mie erheben; der Bundesrat legt die Höchstgrenze der Minimalprämie fest.
Laut Art. 92 Abs. 2 UVG werden für die Bemessung der Prämien in der
Berufsunfallversicherung die Betriebe nach ihrer Art und ihren Verhältnis-
sen in Klassen des Prämientarifs und innerhalb dieser in Stufen eingereiht.
Massgebend sind dabei insbesondere die Unfallgefahr und der Stand der
Unfallverhütung. Aufgrund der Risikoerfahrungen kann der Versicherer von
sich aus oder auf Antrag von Betriebsinhabern die Zuteilung bestimmter
Betriebe zu den Klassen und Stufen des Prämientarifs jeweils auf den Be-
ginn des Rechnungsjahres ändern (Art. 92 Abs. 5 UVG). Für die Bemes-
C-1367/2016
Seite 13
sung der Prämien in der Nichtberufsunfallversicherung können Tarifklas-
sen gebildet werden. Die Prämien dürfen nicht nach dem Geschlecht der
versicherten Personen abgestuft werden (Art. 92 Abs. 6 UVG).
2.3 Die Prämienzuschläge für Verwaltungskosten dienen der Deckung der
ordentlichen Aufwendungen, die den Versicherern aus der Durchführung
der Unfallversicherung erwachsen, einschliesslich der nicht der Heilbehan-
dlung dienenden Aufwendungen für Dienstleistungen Dritter wie Rechts-,
Beratungs- und Begutachtungskosten (Art. 92 Abs. 7 UVG; Art. 114 Abs. 1
UVV). Gemäss Art. 115 Abs. 1 UVV werden die Prämien – unter Vorbehalt
der in den lit. a bis d genannten Abweichungen – auf dem versicherten Ver-
dienst im Sinne von Art. 22 Abs. 1 und 2 UVV erhoben.
2.4 Die Betriebe oder Betriebsteile sind so in Klassen und Stufen des Prä-
mientarifs einzureihen, dass die Kosten der Berufsunfälle und Berufskrank-
heiten einer Risikogemeinschaft voraussichtlich aus den Nettoprämien be-
stritten werden können (Art. 113 Abs. 1 UVV). Die Betriebe oder Betriebs-
teile sind folglich nach Massgabe ihres Risikos in die Klassen und Stufen
des Prämientarifs einzuteilen (Grundsatz der risikogerechten Prämien).
2.5 Bei der Prämienbemessung ist weiter das in Art. 61 Abs. 2 UVG vorge-
sehene Prinzip der Gegenseitigkeit zu berücksichtigen. Dieses Prinzip ver-
langt, dass die Suva und die weiteren an der obligatorischen Unfallversi-
cherung beteiligten Versicherer einerseits keine Gewinne aus dem Versi-
cherungsgeschäft erzielen, andererseits finanziell autonom sein sollen.
Neben diesen im Gesetz explizit geregelten Prinzipien müssen sich die
Versicherer bei der Aufstellung der Tarife an die allgemeinen Grundsätze
halten, welche aus dem Sozialversicherungsrecht des Bundes, dem Ver-
waltungsrecht und der Bundesverfassung fliessen. Unter die allgemeinen
Prinzipien, welche bei der Tarifgestaltung zu berücksichtigen sind, fällt na-
mentlich der Grundsatz der Solidarität. Demnach muss das Unfallrisiko
durch eine grosse Zahl von Versicherten getragen werden (BGE 112 V 316
E. 5c). In eine ähnliche Richtung geht das Versicherungsprinzip, wonach
das Risiko durch eine Mehrzahl von Versicherten zu tragen ist. Weiter ist
der Grundsatz der Verwaltungsökonomie zu beachten (Urteile des BVGer
C-541/2011 vom 16. Mai 2013 E. 2.3 und C-539/2009 vom 20. August 2012
E. 3.4.1 mit Hinweisen), sollen doch die Prämieneinnahmen nicht durch
übermässige Verwaltungsaufwendungen geschmälert werden.
2.6 Das Prinzip der Solidarität und jenes der Risikogerechtigkeit sind ei-
nander entgegengesetzt. Grösstmögliche Solidarität wäre durch eine für
C-1367/2016
Seite 14
alle Betriebe geltende Einheitsprämie zu erreichen, während grösstmögli-
che Risikogerechtigkeit eine für jeden Betrieb individuell bestimmte Prämie
bedingen würde. Die Ausgestaltung des Prämientarifs hat sich zwischen
diesen zwei Polen zu bewegen. Aus dem Gegensatz dieser zwei Grunds-
ätze fliesst denn auch, dass das Gleichbehandlungsgebot nicht zur Folge
haben kann, dass für jeden einzelnen Betrieb ein individueller Risikosatz
bestimmt wird; es fliessen zwangsläufig Faktoren anderer − nicht identi-
scher − Betriebe für die Einreihung mit ein, sei dies im Rahmen der Zutei-
lung zu den Klassen oder bei der Berücksichtigung von Vergleichswerten
(BVGE 2007/27 E. 5.6).
2.7 Ein Prämientarif hat sodann den Grundsätzen der Verfassung zu ent-
sprechen, insbesondere dem Prinzip der Gleichbehandlung (Art. 8 BV) und
dem Willkürverbot (Art. 9 BV). Nach ständiger Rechtsprechung ist der
Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung verletzt, wenn rechtliche Unter-
scheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu re-
gelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen
unterlassen werden, welche sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen.
Die Rechtsgleichheit wird insbesondere dann verletzt, wenn Gleiches nicht
nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht nach Mas-
sgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass
sich die ungerechtfertigte Gleich- bzw. Ungleichbehandlung auf eine we-
sentliche Tatsache bezieht (BGE 131 V 107 E. 3.4.2). Willkürlich ist eine
Bestimmung, wenn sie sich nicht auf ernsthafte Gründe stützen lässt oder
wenn sie sinn- oder zwecklos ist (BGE 132 I 157 E. 4.1; siehe auch BGE
133 V 42 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Bundesgericht (vormals Eidg. Versi-
cherungsgericht EVG) hat im Übrigen festgestellt, dass im Bereich der Prä-
mientarifgestaltung das Gleichbehandlungsgebot und das Prinzip der Risi-
kogerechtigkeit deckungsgleich sind (vgl. RKUV 1998 Nr. U 294 S. 228
E. 1c). Lässt sich also für eine Betriebsart oder einen Betrieb ein gegen-
über anderen Betriebsarten unterschiedliches Risiko feststellen, so gebie-
tet dieser Unterschied, diese Betriebsart ungleich zu behandeln. Bei glei-
chen Verhältnissen müssen auch gleiche Leistungen beziehungsweise
Prämien resultieren (BGE 112 V 291 E. 3b mit Hinweisen), wobei unter
Gleichheit nicht Identität zu verstehen ist.
2.8 Laut dem hier anwendbaren Prämientarif der C._, gültig ab dem
1. Januar 2016 ([Vorinstanz] act. 18) werden die Betriebe sowohl in der
BUV als auch in der NBUV in Gefahrenklassen des Tarifs eingereiht. In der
BUV erfolgt alsdann eine Einreihung in Gefahrenstufen, in der NBUV eine
Einreihung in Unterklassen. Eine nachträgliche höhere Einstufung in eine
C-1367/2016
Seite 15
andere Gefahrenstufe ist bei Kleinbetrieben (ohne Erfahrungstarifierung)
in der BUV und in der NBUV aufgrund von Sanierungen möglich (S. 4, 5).
In Bst. C (Prämientarif; S. 9 ff.) wird die Berechnung der Prämiensätze in
der BUV und der NBUV (BU/NBU-Klassen, Nettoprämiensätze, Verwal-
tungskostenzusätze, Bruttoprämiensätze, Unfallverhütungsbeiträge, Prä-
mienzuschläge für Teuerungszulagen und Endprämiensätze) beschrieben.
Laut Bst. D (S. 15 f.) können Kleinbetriebe bei schlechtem Verlauf des Ver-
sicherungszweigs saniert, d.h. in eine BU-Stufe bzw. eine NBU-Unter-
klasse höher als 10 eingereiht werden. Dabei wird empfohlen, die nachste-
henden Regeln anzuwenden. Weiter wird in Bst. D unter anderem der
Rhythmus der Erfahrungstarifierung, die Beobachtungsperiode und die
Kalkulation beschreiben (S. 16 f.). Im Anhang zum Tarif werden u. a. fiktive
Berechnungsbeispiele dargestellt (S. 18 f.). Für den Beschwerdeführer als
Kleinbetrieb kommt die unter Bst. D beschriebene Erfahrungstarifierung
nicht zur Anwendung, da die entsprechend beschriebenen Limiten nicht er-
reicht wurden.
3.
Betreffend die durch den Beschwerdeführer geltend gemachte Nichtigkeit
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. Dezember 2015 zu-
folge unzulänglicher Begründung ist festzuhalten, dass Nichtigkeit nur un-
ter ganz bestimmten eng umschriebenen Vorausetzungen anzunehmen
ist. Nach ständiger Rechtsprechung ist eine fehlerhafte Verfügung nach
Art. 5 Abs. 1 VwVG nur ausnahmsweise nichtig, wenn der Mangel beson-
ders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist; zudem
darf die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft
gefährdet sein. Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab die funktionelle und
sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Ver-
fahrensfehler in Betracht. Nur ausserordentlich schwerwiegende inhaltliche
Mängel führen zur Nichtigkeit (BGE 138 III 49 E. 4.4.3 S. 56; Urteil des
BGer 9C_320/2014 vom 29. Januar 2015 E. 4.1 mit Hinweisen). Als nichtig
wäre namentlich eine Verfügung anzusehen, die einen unmöglichen Inhalt
hat, bei der die Fehlerhaftigkeit an ihr selbst zum Ausdruck kommt, bei tat-
sächlicher Unmöglichkeit des Vollzugs oder wenn sie unklar oder unbe-
stimmt ist (Urteil des BGer 5P.178/2003 vom 2. Juni 2003 E. 3.2). Eine
unzureichende Begründung der Verfügung stellt aber keinen Nichtigkeits-
grund dar (vgl. Urteil des BGer 2A.61/2006 vom 2. März 2006 E. 2.2, Urteil
des BVGer C-7527/2014 vom 12. August 2015 E. 2.2). Die mangelnde ex-
plizite Aufteilung der Prämienbestandteile und die fehlende Begründung für
die Erhöhung führen demnach nicht zur Nichtigkeit des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vom 23. Dezember 2015.
C-1367/2016
Seite 16
4.
4.1 Per 1. Januar 2016 setzte die C._ einen neuen Tarif in Kraft und
ersetzte damit ihren Tarif vom 1. Januar 2014 (act. 9). Im neuen Tarif wur-
den die Schulen privat (ohne Sportschule) durch die C._ in die
Klasse 760 (BUV) und Klasse 102 (NBUV) eingereiht. Die Vorinstanz über-
nahm die durch die C._ erfolgte Einreihung des Beschwerdeführers
in die Gefahrenklassen. Gleichzeitig hat die Vorinstanz den Betrieb per 1.
Januar 2016 neu in die Stufe 10 für BU und in die Unterklasse 10 für NBU
– dem Durchschnittswert – eingereiht. Es erfolgten somit neu ab dem 1. Ja-
nuar 2016 Erhöhungen in der BUV um 2 Stufen und in der NBUV um 3
Unterklassen, was zur Folge hatte, dass sich der Endprämiensatz beim
Beschwerdeführer per 1. Januar 2016 von 1,68‰ auf 2,12‰ (BUV) res-
pektive von 10,24‰ auf 12,04‰ erhöhte.
4.2
4.2.1 Die Vorinstanz begründete diese Erhöhung in der Verfügung mit der
gestiegenen Lebenserwartung und mit der Zunahme der Behandlungskos-
ten. In ihrem Einspracheentscheid begründete sie die Erhöhung mit dem
neuen Tarif und mit der Erfahrung der Risikogemeinschaft (beim Beschwer-
deführer handelt es sich um einen Kleinbetrieb) und damit, dass die Zahl
und die Kosten der Unfälle Zufallsschwankungen unterworfen seien, wes-
halb für die Ermittlung des mutmasslichen künftigen Risikos der Mehrzahl
der Betriebe zwangsläufig weitgehend auf die Erfahrungen mit der Ge-
samtheit der in der Risikogemeinschaft zusammengefassten Risikoeinhei-
ten abgestellt werden müsse. Als weiteren Grund für die Erhöhung führte
die Vorinstanz an, ohne eine solche wären die Prämien für allfällige zukünf-
tige Leistungen nicht mehr kostendeckend gewesen. In der Vernehmlas-
sung und in der Duplik verwies die Vorinstanz erneut auf den neuen Tarif
der C._ sowie auf ein Schreiben des BAG vom 26. Februar 2015,
welche beide Anlass geboten hätten, die Prämiensätze aller bei ihr versi-
cherten Betriebe zu überprüfen, anzupassen und auch mit den Anforderun-
gen des BAG in Einklang zu bringen. Die Überprüfung habe ergeben, dass
der ursprüngliche Einreihungsentscheid einer Änderung bedurft habe. In
diesem Sinne seien auch die Voraussetzungen einer Wiedererwägung vor-
liegend gegeben. Eine Anpassung der Prämiensätze an die Risikogemein-
schaft sei notwendig und somit zulässig gewesen. Schliesslich machte die
Vorinstanz auch in der Duplik vom 19. September 2016 noch geltend, die
Prämienerhöhung sei – unter Geltendmachung der clausula rebus sic stan-
tibus – auf den neuen Tarif zurückzuführen.
C-1367/2016
Seite 17
4.2.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, die Erhöhung der Prämie
lasse sich nicht mit der Einführung des neuen Tarifs der C._ und mit
der gestiegenen Lebenserwartung sowie der Zunahme der Behandlungs-
kosten der Risikogemeinschaft begründen. Die behaupteten höheren
Schadenaufwendungen hätten sich im Tarif der Risikogemeinschaft, wel-
cher der Beschwerdeführer zugeteilt worden sei, niederschlagen müssen,
was eben nicht der Fall gewesen sei.
4.2.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in der Ge-
fahrenklassifikation des Tarifs neuen Nummern (760 in der BUV [vorher
76], 102 in der NBUV [vorher 11]) zugeteilt wurde. Der Endprämiensatz
blieb sowohl in der BUV als auch in der NBUV gleich und blieb – bezogen
auf die Stufe 10 respektive Unterklasse 10 – bei 2,12‰ (BUV) respektive
12,04‰ (NBUV). Inwieweit sich die Vorinstanz unter diesen Umständen bei
der Neueinreihung, verbunden mit einer massiven Prämienerhöhung, auf
den Tarif berufen will, kann deshalb nicht rechtsgenüglich nachvollzogen
werden. In den Akten finden sich schliesslich auch keine Hinweise dafür,
dass sich die von der Vorinstanz geltend gemachte gestiegene Lebenser-
wartung oder die geltend gemachte Zunahme der Behandlungskosten im
Prämientarif der C._ in der Risikogemeinschaft Schule privat (ohne
Sportschule) niedergeschlagen hätte. Insgesamt lässt sich die Neueinrei-
hung bzw. die Prämienerhöhung gestützt auf die clausula rebus sic stanti-
bus nicht mit dem neuen Tarif begründen respektive ist die Prämienerhö-
hung nicht rechtsgenüglich nachvollziehbar.
4.2.4 Soweit die Vorinstanz die Prämienerhöhung in ihrem Einspracheent-
scheid mit der Erfahrung der Risikogemeinschaft und demnach mit einer
Änderung des Risikos – respektive in ihrer Duplik mit einer erheblichen
Veränderung der Verhältnisse – begründet, ist ihr entgegenzuhalten, dass
laut Tarif das Risiko der Risikogemeinschaft Schule privat (ohne Sport-
schule) sowohl in der BUV als auch in der NBUV gleichgeblieben ist. Spe-
zifische Tatsachen oder Verhältnisse, welche aufgrund einer wesentlichen
Risikoänderung eine Erhöhung der Stufe (BUV) respektive der Unterklasse
(NBUV) zu rechtfertigen vermöchten, werden von der Vorinstanz nicht sub-
stantiiert vorgebracht oder gar nachgewiesen und sind aus den Akten auch
nicht ersichtlich. Die „Branchenerfahrung mit der Risikogemeinschaft“ nach
dem Vertragsschluss und die nachträgliche Prämienerhöhung sind damit
nicht nachvollziehbar begründet und überdies auch nicht belegt. Die Neu-
einreihung erweist sich demnach als rechtswidrig (vgl. hierzu auch Urteil
des BVGer C-1362/2016 vom 23. März 2017 E. 5.5.2). Unerheblich bleibt
C-1367/2016
Seite 18
deshalb, dass in einem von Art. 92 Abs. 5 UVG erfassten Fall kein Kündi-
gungsrecht vorliegen würde.
4.3
4.3.1 Weiter rügte der Beschwerdeführer, aus dem Schreiben des BAG
vom 26. Februar 2015 lasse sich für die vorliegende Streitsache nichts ab-
leiten; dieses tauge nicht als Begründung für die angefochtene Prämiener-
höhung. Selbst wenn das BAG die Vorinstanz angewiesen hätte, ausser-
tariflich gewährte Rabatte zu korrigieren und tarifgemässe Durchschnitts-
prämien zu verlangen, könnte dies nicht als Grund für einen Verstoss ge-
gen die Vertragstreue dienen. Es sei nicht Aufgabe des BAG, gesell-
schaftsindividuelle UVG-Prämientarife zu genehmigen.
4.3.2 Die Vorinstanz machte dazu geltend, dieser Aussage des Beschwer-
deführers müsse widersprochen werden. Das BAG habe die Vorinstanz in
ihrem Schreiben vom 26. Februar 2015 aufgefordert, die Risikoprämien so
festzulegen, dass sie den Nettoprämien der Risikoklasse entsprächen.
Eine Anpassung sei vorliegend unumgänglich gewesen. Zudem sei der
UVG-Tarif der C._ sehr wohl von der Aufsichtsbehörde genehmigt
worden.
4.3.3 Im Schreiben des BAG wurde die Vorinstanz aufgefordert, die Net-
toprämiensätze des Tarifs so festzulegen, dass keine systematische Quer-
finanzierung zwischen Risikoklassen entstehe. Soweit dieses Schreiben
lesbar und nicht geschwärzt ist, ist ihm keine Anweisung zu entnehmen,
die Einreihung des Beschwerdeführers und die entsprechenden Prämien-
sätze einseitig anzupassen.
4.4
4.4.1 Weiter brachte der Beschwerdeführer vor, die Vorinstanz sei darauf
zu behaften, dass sie beim Abschluss des Vertrages Preisnachlässe im
Gewand von unter den Durchschnittswerten liegenden Stufen respektive
Unterklassen festgelegt habe. Über die Gründe dieser aussertariflichen
Rabatte schweige sich die Vorinstanz weitgehend aus.
4.4.2 Die Vorinstanz wendete dagegen ein, sie sei berechtigt gewesen,
eine Anpassung der Prämiensätze vorzunehmen. Der Beschwerdeführer
sei vor 2016 unter den (Basis)-Endprämiensätzen für Berufs- und Nichtbe-
rufsunfälle der Risikogemeinschaft Schule privat (ohne Sportschule) gele-
gen. Diese Tatsache habe zur einer Angleichung der Endprämiensätze des
C-1367/2016
Seite 19
Beschwerdeführers an die (Basis-)Endprämiensätze dieser Risikogemein-
schaft berechtigt. Aus dem Umstand, dass die Vorinstanz den Beschwer-
deführer bei Vertragsbeginn unterhalb der (Basis-)Endprämiensätze der
Risikogemeinschaft Schule privat (ohne Sportschule) eingereiht habe,
lasse sich kein unbefristeter Vertrauensschutz für die Zukunft ableiten.
4.4.3 Betreffend die Ausführungen der Vorinstanz, es habe bei Vertragsbe-
ginn eine Einreihung unterhalb der (Basis-)Endprämiensätze der Risikoge-
meinschaft stattgefunden und daraus lasse sich kein unbefristeter Vertrau-
ensschutz ableiten, geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass
die ursprüngliche Einreihung im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses rechts-
konform und unter Wahrung der einschlägigen Prinzipien der Gegenseitig-
keit und Risikogerechtigkeit zustande gekommen ist. Ferner geht es davon
aus, dass sie sich bei der ursprünglichen Einreihung – im Rahmen des ihr
zustehenden grossen Ermessens – auf objektive Kriterien gestützt hat (vgl.
dazu Urteil des BVGer C-1362/2016 vom 23. März 2017 E. 5.6). Konkrete
Hinweise, welche auf eine ursprünglich fehlerhafte Einreihung schliessen
liessen, sind auch aus den Akten nicht ersichtlich und werden von der Vo-
rinstanz denn auch nicht substantiiert geltend gemacht. Konkrete Zahlen
oder Daten, welche eine ursprünglich falsche Einreihung in der Risiko-
gruppe Schule privat (ohne Sportschule) belegen würden und auf welche
sich die Vorinstanz bei Notwendigkeit der Neueinreihung im konkreten Fall
stützen könnte, sind ebenfalls keine aktenkundig. Damit hat die Vorinstanz
nicht nachgewiesen, dass die Voraussetzungen für eine Neueinreihung im
Sinne des Einspracheentscheids vom 23. Dezember 2015 (bzw. der Ver-
fügung vom Oktober 2015) gegeben sind. Auf Art. 92 Abs. 5 UVG kann sich
die Vorinstanz im Falle einer ursprünglichen Falscheinreihung nicht beru-
fen, sondern nur bei einer – vorliegend nicht ausgewiesenen – notwendi-
gen neuen Einreihung.
5.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzuhal-
ten, dass die Vorinstanz die Neueinreihung nicht nachvollziehbar begrün-
det hat. Zudem wird die Verschlechterung des Risikos der Risikogemein-
schaft zwar behauptet – einerseits nach Vertragsabschluss, andererseits
schon bei Vertragsabschluss bestehend – aber nicht belegt. Deshalb kann
sich die Vorinstanz bei der Neueinreihung auch nicht auf Buchstabe D („Er-
fahrungstarifierung“) Ziffer 1.2 des Tarifs stützen, wonach kleinere, nicht
der Erfahrungstarifierung unterliegende Betriebe bei schlechtem Verlauf
des betreffenden Versicherungszweigs saniert werden dürfen. Die Neuein-
C-1367/2016
Seite 20
reihung des Beschwerdeführers per 1. Januar 2016 ist insgesamt rechts-
widrig. Die Voraussetzungen für eine einseitige Vertragsänderung liegen
nicht vor. Der Einspracheentscheid ist damit ersatzlos aufzuheben. Bei die-
sem Ergebnis erübrigt sich eine nähere Prüfung der im Zusammenhang
mit der Erhöhung der Prämienbestandteile (Verwaltungskostenzuschlag
etc.) vorgebrachten Rüge. Festzuhalten bleibt, dass sich die Vorinstanz
rechtsprechungsgemäss (BGE 131 V 431 E. 6) nicht auf Art. 113 Abs. 3
UVV beziehungsweise Art. 92 Abs. 5 UVG stützen kann, wenn sie die üb-
rigen Prämienbestandteile erhöhen will. Schliesslich braucht mit Blick auf
das vorliegende Ergebnis auch der vom Beschwerdeführer erhobene Vor-
wurf der Verletzung von Treu und Glauben im Sinne von Art. 9 der Bundes-
verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
(BV; SR 101) nicht mehr geprüft zu werden (vgl. zum Ganzen auch Urteile
des BVGer C-1362/2016 vom 23. März 2017 und C-1363/2016 vom
19. Juni 2017 E. 5.7/5.5 und 6).
6.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
6.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten der unterlie-
genden Partei aufzuerlegen. Infolge Gutheissung der Beschwerde sind
dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der von ihm
geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘500.- ist ihm nach Eintritt
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihm bekannt zu ge-
bendes Konto zurückzuerstatten. Der unterliegenden Vorinstanz sind keine
Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG).
6.2 Dem obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist ge-
mäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Parteientschädigung zu
Lasten der Vorinstanz zuzusprechen. Da keine Kostennote eingereicht
wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs.
2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des ge-
botenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens ist die Par-
teientschädigung – auch mit Blick auf die in den sehr ähnlich gelagerten
Beschwerdeverfahren C-1362/2016 und C-1363/2016 zugesprochene
Parteientschädigung von je Fr. 4‘000.- – im vorliegenden Verfahren auf ins-
gesamt Fr. 2‘000.- festzusetzen (vgl. Urteil C-1365/2016 vom 24. August
C-1367/2016
Seite 21
2017 E. 6.2). Der unterliegenden Vorinstanz ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).
(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.)
C-1367/2016
Seite 22