Decision ID: 3248ccfc-ebee-5a2a-b803-b292a7563fc6
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG als Plattenleger und Geschäftsführer tätig und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 11. April 1994 ausrutschte und sich
dabei das linke Knie verdrehte (vgl. Suva-act. I/1-58, I/1-107, II/1-3, II/7-12 f.). Der
gleichentags erstbehandelnde Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte eine Distorsion des linken Kniegelenks, eventuell eine Meniskusläsion
medial. Er attestierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. I/
1-105). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf. Der Versicherte unterzog sich am
2. Mai 1995 im Spital D._ einer Kniearthroskopie links. Die behandelnden Ärzte
hielten in ihrem Austritts- bzw. Operationsbericht als Diagnose eine alte, partielle
Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) sowie eine alte Läsion des medialen
Meniskusvorderhorns fest (vgl. Suva-act. I/1-48, I/1-51 f.). Am 16. August 1995 wurde
der Versicherte durch Dr. med. E._ kreisärztlich untersucht. Dieser befand, seit dem
12. Juni 1995 habe wegen der Knieverletzung eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 %
bestanden, ab 17. August 1995 liege jedoch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit vor
(Suva-act. I/1-27 ff., vgl. auch frühere kreisärztliche Untersuchungen; Suva-act. I/1-70
f., I/74 ff., I/1-94 ff.).
A.a.
Am 15. Juni 2000 sprang der Versicherte von einem Balkon und verspürte danach
Schmerzen im Knie rechts sowie ein Instabilitätsgefühl (Suva-act. II/1-19 f.). Der am 29.
A.b.
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Juni 2000 erstbehandelnde Dr. med. F._, Arzt für allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte eine traumatisierte Prägonarthrose rechts (Suva-act. II/1-19). Suva-
Kreisarzt Dr. E._ untersuchte den Versicherten am 17. November 2000 und beurteilte
gleichentags, bei diesem bestehe der Verdacht auf eine mediale Meniskusläsion im
Bereich des Hinterhorns des rechten Knies (vgl. Suva-act. II/1-14 ff.). Seit dem 2.
Oktober 2000 liege als Inhaber einer Bodenbelagsfirma eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
vor. Ab dem 20. November 2000 sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75 % und
ab 4. Dezember 2000 auf 100 % zumutbar (Suva-act. II/2). Die Suva kam für die Folgen
des als unfallähnliche Körperschädigung anerkannten Vorfalls auf (Suva-act. II/3).
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2000 führte die Suva aus, der Versicherte wolle
die medizinisch indizierte Arthroskopie am Knie rechts nicht durchführen lassen (vgl.
diesbezüglich Suva-act. II/1-14 f.), weshalb sie den Fall abschliesse. Die geklagten
Knieschmerzen links seien nicht kausal auf den Unfall vom 11. April 1994
zurückzuführen. Die Kosten für die zunehmenden Knieschmerzen rechts und auch für
die geltend gemachten Rückenschmerzen könnten von der Suva nicht übernommen
werden (Suva-act. II/6). Nachdem die Krankenkasse des Versicherten dagegen
Einsprache erhoben hatte (vgl. Suva-act. II/19-24 ff., II/19-33), zog die Suva ihre
Verfügung mit Schreiben vom 7. September 2001 zurück und richtete dem
Versicherten in der Folge weiterhin Leistungen für die Kniebeschwerden beidseits aus
(Suva-act. II/11 f.).
A.c.
Die Arbeitgeberin hatte dem Versicherten per 30. Juni 2001 gekündigt (Suva-act.
II/20-4).
A.d.
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Chirurgie, Ärzteteam Unfallmedizin der Suva,
untersuchte den Versicherten am 14. August 2001. Am 20. August 2001 beurteilte er,
es lägen Unfallfolgen am linken Kniegelenk vor. Die Meniskusschädigung rechts sei als
unfallähnliche Körperschädigung anerkannt worden. Der derzeitige Zustand lasse sich
beidseits nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit und ohne unnötige Risiken operativ
beheben. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten in einem vollen Pensum
zumutbar. Eine Umschulung sei aus therapeutisch-rehabilitativer Sicht sehr dringlich.
Bezüglich des linken Kniegelenks schätze er den Integritätsschaden auf 15 %,
bezüglich des rechten Kniegelenks auf höchstens 5 % (Suva-act. II/19).
A.e.
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Vom 1. Oktober 2001 bis 31. März 2002 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung zum CAD-Informatiker zu (Suva-
act. II/20-6 f., II/37). Diese wurde jedoch vorzeitig abgebrochen (vgl. Suva-act. II/23, II/
37-9, II/38-3).
A.f.
Mit Verfügung vom 2. August 2002 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung
ab 7. Januar 2002 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 28 % sowie
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20 % zu (Suva-act. II/
38-14 ff., betr. Integritätsentschädigung vgl. auch Suva-act. II/21). Die vom
Versicherten dagegen erhobene Einsprache (vgl. Suva-act. II/38-11 ff.) wies die Suva
mit Entscheid vom 15. November 2002 ab (Suva-act. II/38-2 ff.). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die vom Versicherten dagegen
erhobene Beschwerde (vgl. Suva-act. II/41-1 ff.) mit Entscheid vom 19. November 2003
ebenfalls ab (Suva-act. II/40).
A.g.
Vom 1. Februar 2004 bis 28. Februar 2007 absolvierte der Versicherte mit
Unterstützung der IV-Stelle eine Umschulung zum Mitarbeiter mit Aufgaben im CAD
(Suva-act. II/42-1 ff., II/42-7 ff., II/43, II/55-2 ff.). Während der Umschulung leistete die
IV-Stelle Taggelder, weshalb die Suva die Rentenzahlungen ab 1. Juni 2004
vorübergehend einstellte (Suva-act. II/63).
A.h.
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. Suva-act. II/51) wurde der Versicherte im Juli 2008
durch Ärzte der asim Begutachtung, Universitätsspital Basel, polydisziplinär
(internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 7.
August 2008 diagnostizierten diese als Beeinträchtigungen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), ein
chronisches Zervikalsyndrom, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom, anamnestisch
eine Rotatorenmanschettenläsion rechts (degenerativ veränderte Supraspinatussehne),
einen klinischen Verdacht auf eine Retropatellararthrose, einen Status nach partieller
Ruptur des vorderen Kreuzbandes und eine alte Läsion des medialen Meniskus links
sowie einen Riss im medialen Meniskushinterhorn rechts. In der früheren Tätigkeit als
Bodenleger sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Für die umgeschulte Tätigkeit
eines CAD-Zeichners oder eine andere optimal adaptierte Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 75 % (Suva-act. II/55-5 ff.).
A.i.
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Mit Verfügung vom 13. Februar 2009 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei
einem Invaliditätsgrad von 27 % ab (Suva-act. II/58). Nachdem der Versicherte
dagegen Beschwerde erhoben hatte, widerrief die IV-Stelle am 27. April 2009 ihre
Verfügung (Suva-act. II/65). Sie gab den Auftrag (vgl. Suva-act. II/67), den Versicherten
erneut durch Ärzte der asim begutachten zu lassen. Gestützt auf das Verlaufsgutachten
vom 28. Dezember 2009 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 22.
März 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 32 % ab (Suva-act. II/69). Mit Entscheid vom
5. Januar 2012 (IV 2010/175) hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde dahingehend gut, als es die
Verfügung vom 22. März 2010 aufhob und die Sache zur Weiterführung der
Eingliederung und anschliessenden neuen Verfügung über das Rentengesuch an die
IV-Stelle zurückwies. Auf die dagegen von der IV-Stelle erhobene Beschwerde trat das
Bundesgericht mit Urteil vom 5. Juni 2012 nicht ein (9C_108/2012). Mit Verfügung vom
23. November 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten sodann rückwirkend ab 1.
März 2007 (im Anschluss an die beruflichen Massnahmen) eine Viertelsrente zu (Suva-
act. I/7, vgl. Suva-act. I/4, II/79).
A.j.
Am 22. Dezember 2015 wurde der Versicherte im Spital D._ untersucht. Die
zuständigen Ärzte berichteten am 4. Januar 2016 über eine medial betonte
Gonarthrose rechts bei Verdacht auf Innenmeniskusläsion rechts und eine medial
betonte Gonarthrose links. Der Versicherte leide in den letzten Monaten unter
zunehmenden Schmerzen vor allem im rechten Kniegelenk unter Belastung (Suva-act.
II/82). Am 13. Januar 2016 berichteten sie, die Innenmeniskusläsion rechts habe sich
kernspintomographisch (vgl. Untersuchung vom 29. Dezember 2015; Suva-act. II/88)
bestätigt. Sie empfahlen eine Innenmeniskus-Teilresektion (Suva-act. II/84).
A.k.
Der Versicherte reichte der Suva am 19. Januar 2016 eine Rückfallmeldung
bezüglich beider Kniegelenke ein (Suva-act. II/85), worauf die Suva Kostengutsprache
für die geplante Kniearthroskopie rechts erteilte (Suva-act. II/89). Diese erfolgte am 16.
Februar 2016 im Spital D._ (Suva-act. II/91, II/93). Am 5. April 2016 berichtete der
zuständige Arzt dieses Spitals, bei anhaltender Beschwerdesymptomatik sei die
Indikation zur Knietotalprothese mittelfristig gegeben (Suva-act. II/94).
A.l.
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B.
Am 13. Juni 2016 wurde der Versicherte durch Dr. med. H._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, kreisärztlich
untersucht. Tags darauf befand dieser, in den letzten 15 Jahren habe sich der Zustand
beider Kniegelenke etwas verschlechtert, links deutlicher als rechts. Es bestehe
beidseits eine verminderte Belastbarkeit und Beweglichkeit. Dem Versicherten sei eine
überwiegend sitzende Tätigkeit ohne wiederholtes Treppensteigen sowie ohne
Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten ganztags zumutbar (Suva-act. II/100). Er schätze
den Integritätsschaden auf insgesamt 35 %, wobei der Versicherte 20 % bereits
bezogen habe (Suva-act. II/101).
A.m.
Mit Verfügung vom 18. August 2016 hielt die Suva fest, die Voraussetzungen für
eine Rentenerhöhung fehlten. Die Integritätseinbusse habe sich um 15 % erhöht,
weshalb er Anspruch auf eine entsprechende Integritätsentschädigung habe (Suva-act.
II/108). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache (Suva-act. II/110, vgl.
Suva-act. II/116) wies die Suva mit Entscheid vom 29. Dezember 2017 ab (Suva-act. II/
123).
A.n.
Am 5. Dezember 2018 erfolgte eine MRI-Untersuchung beider Knie in der
Radiologie I._ (Suva-act. II/138). Dr. med. J._, Praktischer Arzt, befand am 11.
Dezember 2018, die MRI-Untersuchung habe im Vergleich zur Voruntersuchung des
Jahres 2016 eine eindeutige Befundprogredienz ergeben (Suva-act. I/34). Am 13.
Februar 2019 führte Dr. J._ ergänzend aus, die Kreuzbandläsion und
Innenmeniskusläsion links 15 Jahre zuvor hätten eine erhebliche Gonarthrose bewirkt.
Bevor eine Versorgung mit einer Totalendoprothese erfolge, sei eine Knorpelaufbaukur
mit intraatrikulär verabreichter Hyaluronsäure (Ostenil) indiziert. Er bitte die Suva um
entsprechende Kostengutsprache (Suva-act. I/29). Die Suva verweigerte am 20.
Februar 2019 eine Kostenübernahme, da die Zweckmässigkeit und Wirksamkeit der
Behandlung mit Ostenil nicht genügend nachgewiesen sei (Suva-act. I/31).
B.a.
Am 5. Februar 2019 war der Versicherte im Spital D._ untersucht worden. Der
dort tätige Dr. med. K._, Oberarzt mbF Orthopädie, hatte gleichentags über eine
Varusgonarthrose links berichtet. Der Versicherte habe über starke Schmerzen geklagt,
die im Bereich des linken Kniegelenks zugenommen hätten. Nach Durchführung einer
B.b.
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C.
Röntgenuntersuchung (vgl. Suva-act. I/39) hatte Dr. K._ dem Versicherten die
Implantation einer Knietotalprothese empfohlen (Suva-act. I/35).
Am 1. März 2019 stellte der Versicherte der Suva ein Gesuch um weitere
medizinische Abklärungen und eine Erhöhung seiner Rente (Suva-act. I/33).
B.c.
Kreisarzt Dr. med. L._, Facharzt für Orthopädie, hielt am 21. März 2019 fest,
klinisch habe sich der Zustand am linken Knie im Vergleich zur kreisärztlichen
Untersuchung vom 13. Juni 2016 nicht wesentlich geändert. Auch unter
Berücksichtigung einer allenfalls weiteren Zunahme der degenerativen Veränderungen
könne zudem am damaligen Zumutbarkeitsprofil festgehalten werden (Suva-act. I/37).
Gestützt darauf teilte die Suva dem Versicherten am 10. April 2019 mit, es werde keine
Rentenrevision durchgeführt (Suva-act. I/41). Mit Schreiben vom 16. April 2019
verlangte der Versicherte eine einsprachefähige Verfügung (Suva-act. I/42-1, vgl. Suva-
act. I/43 f.).
B.d.
Kreisarzt Dr. L._ bestätigte in einer ausführlich begründeten Aktenbeurteilung
vom 13. Mai 2019 nochmals, dass sich der unfallbedingte Gesundheitszustand des
Versicherten seit dem 13. Juni 2016 nicht erheblich verändert habe (Suva-act. I/46).
B.e.
Mit Verfügung vom 17. Mai 2019 verneinte die Suva den Anspruch auf eine
Rentenerhöhung (Suva-act. I/47).
B.f.
Dagegen erhob der Versicherte am 18. Juni 2019 Einsprache (Suva-act. I/48-1 ff.).
Er reichte einen Bericht von Dr. J._ vom 21. Mai 2019 ein (Suva-act. I/48-12).
C.a.
In seiner Stellungnahme vom 25. Juni 2019 hielt Kreisarzt Dr. L._ erneut fest, der
unfallbedingte Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit der kreisärztlichen
Untersuchung vom 13. Juni 2016 nicht erheblich verändert (Suva-act. I/49).
C.b.
Mit Entscheid vom 3. März 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. I/56).C.c.
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D.

Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die dem
Beschwerdeführer ursprünglich zugesprochene Rente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 28 % zu revidieren bzw. zu erhöhen ist. Der Beschwerdeführer
macht ausserdem geltend, die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung
sei erneut zu prüfen (act. G1, G7). Anfechtungsgegenstand des vorliegenden
Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 3. März 2020 (Suva-act I/56). Diesem
liegt die Verfügung vom 17. Mai 2019 zugrunde (Suva-act. I/47). Sowohl in der
Verfügung als auch im Einspracheentscheid wurden einzig die (fehlenden)
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. März 2020 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1. April 2020 die vorliegende Beschwerde. Er
beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids. Die Angelegenheit sei an die
Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, damit diese ein externes
Gutachten in Auftrag geben könne, um anschliessend neu über die Rentenhöhe und
die Integritätsentschädigung zu verfügen. Eventualiter sei ein gerichtliches
Obergutachten in Auftrag zu geben und anschliessend neu über die Rentenhöhe und
die Integritätsentschädigung zu entscheiden. Es sei ihm die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).
D.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Mai 2020, die Beschwerde sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Sie brachte vor, der Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung sei nicht Streitgegenstand. Es sei an beiden Knien zu keiner
wesentlichen, revisionsbegründenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes
gekommen. Die kreisärztlichen Einschätzungen seien beweiskräftig (act. G3).
D.b.
Am 18. Mai 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act.
G4).
D.c.
Mit Replik vom 11. Juni 2020 und Duplik vom 4. August 2020 hielten die Parteien
an ihren Anträgen fest (act. G7, G9).
D.d.
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Voraussetzungen für eine Rentenerhöhung thematisiert. Der Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung wurde nicht erwähnt. Die Formulierung "Gemäss unseren
Abklärungen liegt bei Herrn A._ weder eine wesentliche Verschlechterung der
Unfallfolgen vor, noch hat sich die erwerbliche Situation wesentlich verändert", lässt
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (act. G7) nicht auf etwas anderes
schliessen. Die Beschwerdegegnerin verwies damit lediglich auf die beiden möglichen
Voraussetzungen einer Rentenrevision, nämlich einen veränderten Gesundheitszustand
oder Veränderungen der erwerblichen Situation (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, N 33 ff. zu Art. 17). Dasselbe gilt hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Formulierung der Fragen der Beschwerdegegnerin an den Kreisarzt Dr.
L._ (vgl. act. G7, Suva-act. I/45). Der Beschwerdeführer hatte am 1. März 2019
darum ersucht, es seien durch die Beschwerdegegnerin aufgrund der neuen
medizinischen Unterlagen hinsichtlich des Grades der Erwerbsfähigkeit eine neue
medizinische Begutachtung vorzunehmen und gestützt darauf die Rente zu erhöhen
(Suva-act. I/33). Weder in seinem Antrag, noch in den Ausführungen seines Gesuchs
war die Frage der Integritätsentschädigung konkret erwähnt. Dasselbe gilt auch für
seine Einsprache vom 18. Juni 2019, in der er erneut explizit lediglich eine neue
Begutachtung und gestützt darauf die Erhöhung der Rente beantragte (Suva-act. I/48).
Da im Beschwerdeverfahren nur Rechtsverhältnisse überprüft werden können, zu
denen die Vorinstanz vorgängig verbindlich Stellung genommen hat (vgl. BGE 125 V
413, E. 1.a), kann die Frage der Integritätsentschädigung vorliegend nicht
Streitgegenstand bilden. Daran ändert auch der Verweis des Beschwerdeführers auf
den Untersuchungsgrundsatz nichts (vgl. act. G7). Soweit er vorbringt, wenn eine
Verschlechterung des medizinischen Gesundheitszustandes geltend gemacht werde,
sei gegebenenfalls nebst der Rentenhöhe auch die Höhe der Integritätsentschädigung
betroffen, ist dies zwar korrekt (act. G7). Da die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid bzw. der diesem zugrundeliegenden Verfügung
aber nicht (erneut) über die Integritätsentschädigung entschieden hat, kann diese
vorliegend nicht Streitgegenstand bilden. Soweit der Beschwerdeführer eine Erhöhung
seines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung beantragt, ist darauf mithin nicht
einzutreten.
2.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
2.1.
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Bei der Rentenrevision ist
zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrads die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V
108 E. 5). Zum Vergleich heranzuziehen ist der Sachverhalt zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweisen) bzw. des
Einspracheentscheids.
2.2.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2018; Irene Hofer,
N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich
Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
2.3.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
2.4.
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sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/19
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3.
Die letzte umfassende materielle Neuprüfung des Rentenanspruchs nahm die
Beschwerdegegnerin im Jahr 2016 vor. Mit Verfügung vom 18. August 2016 bzw.
Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2017 sprach sie dem Beschwerdeführer
mangels Vorliegens von Revisionsgründen weiterhin eine Rente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 28 % zu (Suva-act. II/108, II/123). Im Folgenden ist zu prüfen, ob
zwischen diesem Einspracheentscheid und dem vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid vom 3. März 2020 (Suva-act. I/56) eine wesentliche Veränderung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Diesbezüglich ist
festzuhalten, dass seine Kniebeschwerden beidseits unbestritten unfallkausal sind.
Vorerst ist die Situation per 29. Dezember 2017 zu ermitteln.
Der Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2017 stützte sich in medizinischer
Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. H._ vom 13. Juni 2016
(Suva-act. II/100, II/123).
3.1.
Dr. H._ hielt am 13. Juni 2016 fest, es bestünden eine verminderte
Belastbarkeit und Beweglichkeit des Knies rechts bei medialer Gonarthrose und
Retropatellararthrose sowie eine verminderte Belastbarkeit und Beweglichkeit des
Knies links bei medial betonter femorotibialer Arthrose. Er beurteilte, in den letzten rund
15 Jahren seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. August 2001 habe sich der
Zustand im Bereich beider Kniegelenke etwas verschlechtert, links deutlicher als
rechts. Die Kniegelenke zeigten keine Reizzeichen, die degenerativen Veränderungen
seien aber klinisch bzw. radiologisch bzw. arthroskopisch nachgewiesen. Dem
Beschwerdeführer sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit ganztags zumutbar ohne
wiederholtes Treppensteigen und ohne Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten. Der
Beschwerdeführer habe Anrecht auf Schmerzmittel bei Bedarf, längerfristig werde die
Indikation zur Implantation einer Knietotalprothese zu prüfen sein (Suva-act. II/100).
3.1.1.
Dr. H._ stützte sich bei seiner Beurteilung unter anderem auf die am 29.
Dezember 2015 in der Radiologie I._ durchgeführte MRT-Untersuchung des Knies
rechts. Diese hatte moderate Arthrosezeichen femorotibial medialseitig sowie auch
femoropatellär ergeben. Medialseitig waren eine komplexere Rissbildung des
Innenmeniskus betreffend die Pars intermedia und das Hinterhorn mit rezessaler
Subluxation der Pars intermedia sowie moderate Knorpelausdünnungen mit
zusätzlicher kleiner Ulzeration in der femoralen Belastungszone zu sehen. Lateralseitig
zeigten sich keine relevant imponierenden degenerativen Veränderungen.
3.1.2.
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Femoropatellär retropatellär waren eine Chondropathie Grad II bzw. trochleär eine
Chondropathie Grad II bis III sowie ein Gelenkserguss ersichtlich (Suva-act. II/88). Die
behandelnden Ärzte des Spitals D._ hatten am 4. Januar 2016 festgehalten, eine
Röntgenuntersuchung habe eine initiale Retropatellararthrose beidseits sowie beidseits
eine Höhenminderung des medialen Gelenkspaltes ergeben. Im lateralen Tibiaplateau
des rechten Kniegelenks hätten sich kleinere osteophytäre Randzacken gezeigt (Suva-
act. II/82). Nach Kenntnis des Ergebnisses der obgenannten MRT-Untersuchung
berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals D._ am 13. Januar 2016, es zeige
sich klinisch eine Innenmeniskusläsion rechts, welche sich nun kernspintomographisch
bestätigt habe. Sie empfahlen dem Beschwerdeführer eine Kniearthroskopie mit
Innenmeniskus-Teilresektion, welche am 15. Februar 2016 durchgeführt wurde (Suva-
act. II/84, II/91). In ihrem Austrittsbericht vom 16. Februar 2016 hielten sie bezüglich
des rechten Knies die Diagnosen Innenmeniskusläsion und umschriebene
Chondromalazie Grad III med. Femurkondylus bei gleichzeitiger beginnender
Gonarthrose bei Teilruptur des anteromedialen VKB rechts, Retropatellararthose
zweiten bis dritten Grades, Arthrose des lateralen Tibiaplateaus ersten bis zweiten
Grades sowie des medialen Tibiaplateaus Grad II und bei Arthrose des medialen
Femurkondylus Grad III fest. Bezüglich des linken Knies diagnostizierten sie eine
medial betonte Gonarthrose bei Status nach Partialruptur des VKB sowie
Innenmeniskus-Teilresektion links ca. 15 Jahre zuvor (Suva-act. II/93). Am 5. April 2016
berichtete der zuständige Arzt des Spitals D._, aufgrund weiterhin vorhandener
Belastungsschmerzen im rechten Kniegelenk habe er dem Beschwerdeführer eine
Infiltration mit Kenacort angeboten, was dieser jedoch abgelehnt habe. Es solle nun
weiter Physiotherapie durchgeführt werden. Bei anhaltender Beschwerdesymptomatik
sei die Indikation zur Knietotalprothese mittelfristig gegeben (Suva-act. II/94). Am 10.
März 2017 befand der behandelnde Arzt des Spitals D._ sodann, die Indikation zur
Knietotalprothese sei gegeben, der Beschwerdeführer wünsche dies allerdings noch
nicht. Das am 7. März 2017 erstellte Röntgenbild des linken Knies zeige eine
medialbetonte Gonarthrose mit nahezu aufgehobenem Gelenkspalt sowie eine
beginnende Retropatellararthrose (Suva-act. II/122).
Der Beschwerdeführer macht geltend, seit der Verfügung vom 18. August 2016
bzw. dem Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2017 sei bezüglich beider
Kniegelenke eine Verschlechterung eingetreten. Er verweist dabei auf die Beurteilung
seiner behandelnden Ärzte (act. G1, G7). Die Beschwerdegegnerin verneint jedoch eine
massgebliche Verschlechterung insbesondere gestützt auf die Einschätzungen von
Kreisarzt Dr. L._ (act. G3, G9).
3.2.
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Zunächst ist die Entwicklung bezüglich der Beschwerden im Bereich des linken
Knies zu prüfen.
3.3.
Am 5. Dezember 2018 wurde in der Radiologie I._ eine MRT-Untersuchung
beider Kniegelenke durchgeführt. Dr. med. O._, Facharzt für Radiologie, hielt
gleichentags bezüglich des linken Knies fest, im Vergleich zur Röntgenuntersuchung
vom 4. Dezember 2015 sei das VKB deutlich ausgedünnt und proximal nur noch partiell
durchgängig. Das hintere Kreuzband sei vermehrt anguliert. Er beurteilte, es liege ein
langstreckig volumengeminderter Innenmeniskus, wahrscheinlich nach
Teilmeniskektomie medial (am 2. Mai 1995; vgl. Suva-act. I/1-48), vor. Der
Restmeniskus sei dorsal nach intercondylär umgeschlagen. Zentral sei eine mediale
Chondropathie Grad III bis IV mit Knochenmarködem und moderatem Reizerguss
ersichtlich. Retropatellär liege eine Chondropathie Grad III mit fokaler Knorpelglatze an
der lateralen Trochlea vor. Weiter finde sich eine längliche Bakerzyste, ein moderater
Reizerguss und eine alte, subtotal erscheinende VKB-Ruptur (Suva-act. II/138).
3.3.1.
Pract. med. P._, Oberärztin an der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin,
Spital D._, untersuchte das linke Knie des Beschwerdeführers am 5. Februar 2019
radiologisch. Gleichentags hielt sie fest, im Vergleich zur Voruntersuchung vom 7. März
2017 (vgl. Suva-act. II/122), mithin vor dem Einspracheentscheid vom 29. Dezember
2017 (vgl. Suva-act. II/123), liege eine stationäre moderate Gonarthrose medial
femorotibial mit Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten und subchondraler
Mehrsklerosierung des Tibiaplateaus vor. Es fänden sich kleine Osteophyten in der
Patella und normale übrige ossäre Strukturen. Die Patella sei zentriert und es bestehe
kein signifikanter Gelenkserguss (Suva-act. I/39).
3.3.2.
Dr. K._ berichtete darauf am 5. Februar 2019, der Beschwerdeführer klage
über starke Schmerzen, die im Bereich des linken Kniegelenks zugenommen hätten.
Die letzte, drei Monaten zuvor durchgeführte Infiltration, habe dem Beschwerdeführer
nur wenig Besserung gebracht. Er empfehle dem Beschwerdeführer die Implantation
einer Knietotalprothese links. Da dieser jedoch aufgrund negativer Erfahrungen im
Bekanntenkreis grossen Respekt vor dem Eingriff habe, verschreibe er dem
Beschwerdeführer Physiotherapie. Sollten die Schmerzen sich nicht bessern und der
Beschwerdeführer für die Operation bereit sein, werde sich dieser wieder melden
(Suva-act. I/35). Dem Bericht von Dr. K._ ist kein objektiver Vergleich mit früheren
Untersuchungen, insbesondere nicht solche bildgebender Art, zu entnehmen. Er hielt
lediglich anamnestisch eine Zunahme der Schmerzen im Knie links fest. Dr. L._ führte
am 21. März 2019 sodann auch überzeugend aus, klinisch habe sich der von Dr. K._
3.3.3.
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festgehaltene Zustand am linken Knie vergleichsweise zur kreisärztlichen Untersuchung
vom 13. Juni 2016 nicht wesentlich geändert (Suva-act. I/37). Am 13. Mai 2019
bekräftigte Dr. L._ seine Auffassung erneut und hielt fest, es habe sich keine
wesentliche Änderung des klinischen und bildmorphologischen Zustandes am linken
Knie ergeben. Bei subjektiv zunehmendem Leidensdruck liege klinisch keine
wesentliche Veränderung der aktiven Kniefunktion links bei bekannter medialbetonter,
femorotibialer Arthrose links vor (vgl. Suva-act. I/46). Schliesslich führte Dr. L._ am
25. Juni 2019 aus, Kreisarzt Dr. H._ habe am 13. Juni 2016 eine belastete Knieflexion
bis ca. 90 , zufriedenstellende Stabilitätsverhältnisse, in Bezug auf die Sagittalebene
links eine mässiggradige vordere Schublade und eine Flexion/Extension von 125-0-0
festgestellt (vgl. Suva-act. II/100-3 f.). Im Röntgenbefund des linken Knies vom 5.
Februar 2019 (Suva-act. I/39) sei eine stationäre moderate Gonarthrose im Vergleich
zur Voruntersuchung vom 7. März 2017 festgestellt worden. Dr. K._ habe am 5.
Februar 2019 klinisch eine ROM Flexion/Extension links von 120-0-0 , eine
mediolaterale Stabilität und eine verlängerte vordere Schublade bei weichem Anschlag
notiert (vgl. Suva-act. I/35). Zusammenfassend schlussfolgerte Dr. L._ überzeugend,
seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 13. Juni 2016 habe sich keine erhebliche
Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben (Suva-act. I/49).
o
o
o
Dr. J._ führte am 11. Dezember 2018 aus, die Kreuzbandläsionen links sorgten
für eine statische Instabilität, die den Beschwerdeführer ausgleichend das rechte Knie
überbelasten lasse. Prospektiv sei eine Totalprothese beidseits in absehbarer Zeit
vorauszusagen (Suva-act. I/33). Die Kreuzbandläsion links bestand jedoch - wie Dr.
J._ in seinem Schreiben vom 13. Februar 2019 sodann selbst ausführte (vgl. Suva-
act. I/29-2) - schon seit dem Jahr 1995 (vgl. Suva-act. I/1-48, I/1-51 f.). Den Berichten
von Dr. J._ ist nicht zu entnehmen, inwiefern die damit verbundene Instabilität und
die dadurch entstandene Gonarthrose links seit dem Vergleichszeitpunkt am 29.
Dezember 2017 in relevantem Ausmass zugenommen hätten. Auch die von Dr. J._
erwähnte (Suva-act. I/34), zukünftig allenfalls notwendige Implantation einer
Knieprothese war bereits am 5. April 2016 erstmals diskutiert (Suva-act. II/94) bzw. am
10. März 2017 sodann empfohlen worden (vgl. Suva-act. II/122) und weist keine
Verschlechterung der Situation nach. Nach Kenntnis der Einschätzung von Dr. L._
(vgl. Suva-act. I/46) führte Dr. J._ am 21. Mai 2019 aus, eine Knorpelaufbaukur mit
intraartikulär verabreichter Hyaluronsäure habe zu keiner Verbesserung geführt. Die
durch das Spital D._ (Dr. K._) gestellte Indikation zur Totalprothese des linken
Knies sei eine objektivierbare Tatsache. Diese sei jederzeit durch eine Zweitmeinung zu
bestätigen und entspreche der subjektiven Wahrnehmung des Beschwerdeführers,
3.3.4.
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nämlich dem Schmerz. Die Umkehr dieser Kausalkette in Form der dargestellten
"stationären Situation" durch Dr. L._ entspreche nicht der objektiv tatsächlich
bestehenden Operationsindikation und könnte somit auch als "Gesundsprechung"
bezeichnet werden (Suva-act. I/48-12). Entgegen dieser Aussage ist jedoch - wie
gesagt - dem Bericht von Dr. K._ keine objektive Verschlechterung der
gesundheitlichen Situation seit dem 29. Dezember 2017 zu entnehmen. Er stützte sich
bezüglich der festgestellten Zunahme der Beschwerden rein auf die subjektiven
Aussagen des Beschwerdeführers (vgl. Suva-act. I/35). Zudem war - wie erwähnt - eine
mittelfristige Indikation für eine Knieprothese bereits am 5. April 2016 erstmals
thematisiert worden (Suva-act. II/94) und am 10. März 2017 hatte der behandelnde Arzt
des Spitals D._ eine Knietotalprothese für indiziert erachtet (Suva-act. II/122). Die
Beurteilung von Dr. J._ vom 21. Mai 2019 ist damit nicht geeignet, die Einschätzung
von Dr. L._ vom 13. Mai 2019 (Suva-act. I/46) in Frage zu stellen.
Insgesamt ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine erhebliche
Verschlechterung bezüglich des linken Kniegelenks eingetreten.
3.3.5.
3.4.
Bezüglich des rechten Kniegelenks hielt Dr. O._ im Bericht über die MRT-
Untersuchung vom 5. Dezember 2018 fest, vergleichend zur MRT-Untersuchung vom
29. Dezember 2015 liege eine regrediente Auftreibung und Signalalteration am
Innenmeniskus von der Pars intermedia bis zum Hinterhorn vor, mit zunehmender
Volumenminderung wahrscheinlich nach Teilmeniskektomie. Es bestünden bekannte
Degenerationen und kein sicherer Risshinweis. Medial und retropatellär liege eine
Chondropathie Grad III vor. Es bestehe ein narbiger Hoffa-Fettkörper, eine
Tendinopathie der Patellarsehne, ein zarter Reizerguss und eine kleine Bakerzyste
(Suva-act. II/138).
3.4.1.
Dr. J._ befand am 11. Dezember 2018, im Vergleich zur Voruntersuchung des
Jahres 2016 habe die MRI-Untersuchung vom 5. Dezember 2018 eine eindeutige
Befundprogredienz ergeben. Das Beschwerdebild äussere sich dementsprechend mit
zunehmenden Belastungsbeschwerden. Die Graduierung des Knorpelschadens im
rechten Gelenk sei von Grad II auf Grad III bis IV erhöht worden (Suva-act. I/34).
Entgegen dieser Aussage hielt Dr. O._ bezüglich des Knies rechts eine
Chondropathie Grad III fest (Suva-act. II/138). Bereits anlässlich der Untersuchung vom
29. Dezember 2015 lag trochleär eine Chondropathie vom Grad II bis III und
retropatellär eine solche vom Grad II vor (Suva-act. II/88). Dies entspricht lediglich einer
leichten Verschlechterung. Soweit Dr. J._ die Notwendigkeit einer beidseitigen
3.4.2.
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Knietotalprothese in absehbarer Zeit voraussagte, stellt dies, wie in E. 3.3.4 erwähnt,
keine vorliegend relevante Verschlechterung dar.
Kreisarzt Dr. L._ hielt am 13. Mai 2019 fest, auch bezüglich der
bildmorphologisch bekannten medialen Gonarthrose und der Retropatellararthrose
rechts zeigten sich im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom 13. Juni 2016
keine wesentlichen Veränderungen (Suva-act. I/46). Am 25. Juni 2019 führte er
ergänzend aus, am 15. Februar 2016 sei eine Teilmeniskektomie medial rechts, ein
Knorpeldébridement bei medialer Gonarthrose Grad III sowie einer
Retropatellararthrose Grad II bis III durchgeführt worden (vgl. Suva-act. II/91). Dr. H._
habe am 13. Juni 2016 klinisch eine belastete Knieflexion bis ca. 90 ,
zufriedenstellende Stabilitätsverhältnisse, in Bezug auf die Sagittalebene rechts eine
leichte vordere Schublade und eine Flexion/Extension von 120-0-0 festgestellt (Suva-
act. II/100-3 f.). Im Vergleich dazu sei im MRT-Bericht vom 5. Dezember 2018 eine
mediale Chondropathie Grad III und retropatellär Grad III festgehalten worden (vgl.
Suva-act. II/138). Zusammenfassend habe sich somit der unfallbedingte
Gesundheitszustand seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. H._ nicht
erheblich verändert (Suva-act. I/49).
3.4.3.
o
o
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (act. G3), standen in den
neueren medizinischen Berichten die Beschwerden am Knie links im Vordergrund. Der
Beschwerdeführer klagte gegenüber Dr. K._ über zunehmende Schmerzen im
Bereich des linken Kniegelenks. Das rechte Kniegelenk wurde im Bericht vom 5.
Februar 2019 nicht erwähnt (vgl. Suva-act. I/35). Auch Dr. J._ berichtete
insbesondere am 21. Mai 2019 nur über eine Behandlungsbedürftigkeit des linken,
nicht aber des rechten Kniegelenks (vgl. Suva-act. I/48-12).
3.4.4.
Insgesamt ist damit keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands im
Bereich beider Kniegelenke nachgewiesen. Die Berichte der behandelnden Ärzte,
insbesondere von Dr. J._, sind nicht geeignet, die überzeugende Beurteilung von Dr.
L._ in Zweifel zu ziehen. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich damit. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass - wie Dr. L._ am 21. März 2019 bemerkte
(Suva-act. I/37) - selbst wenn eine Zunahme der degenerativen Veränderungen
anzuerkennen wäre, diese nichts an der Zumutbarkeitsbeurteilung vom 13. Juni 2016
ändern würde. Kreisarzt Dr. H._ hatte damals eine überwiegend sitzende Tätigkeit
ganztags ohne wiederholtes Treppensteigen und ohne Tätigkeiten auf Leitern oder
Gerüsten für zumutbar erachtet (Suva-act. II/100). Diese Adaptionskriterien
berücksichtigen die Beeinträchtigungen an den Knien bereits umfassend, so dass sich
eine weitere Anpassung bzw. Einschränkung nicht rechtfertigt. Die behandelnden Ärzte
3.5.
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4.
Es besteht somit insgesamt kein medizinisch bedingter Revisionsgrund und es ist
weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen. Hinsichtlich der Validen- und Invalideneinkommen ist keine
Sachverhaltsänderung eingetreten, weshalb sich diesbezüglich keine Neufestsetzung
rechtfertigt. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, aufgrund seines
fortgeschrittenen Alters sei im Gegensatz zum Vergleichszeitpunkt ein
Tabellenlohnabzug vorzunehmen (act. G1), ist zu sagen, dass die diesbezügliche
Rechtsprechung uneinheitlich ist und sich nicht per se ein Abzug rechtfertigt (vgl.
Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]:
Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 143 ff.; Marco Weiss, Der Abzug vom
Tabellenlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung, in HAVE 2020, S. 263 f.). Zudem hat
die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad ursprünglich und auch im
Vergleichszeitpunkt gestützt auf DAP-Zahlen festgelegt (vgl. Suva-act. II/38-14 ff., II/
106, II/108), womit ohnehin kein Tabellenlohnabzug in Betracht fällt. Des Weiteren sind
gemäss Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
bei einer versicherten Person, die nach einem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber
nicht mehr aufnimmt oder bei der sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt, für die Bestimmung des Invaliditäts
grades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren
Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Wie bei der
ursprünglichen Rentenzusprache durch die Beschwerdegegnerin ist damit weiterhin
von einem Anspruch auf eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 28 %
auszugehen (vgl. Suva-act. II/38-2 ff., II/123).
5.
äusserten sich nicht zum Zumutbarkeitsprofil, stellten dieses mithin auch nicht in
Frage.
Im Sinne der Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 13. März 2020 nicht zu
beanstanden und die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren
Fassung).
5.2.
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
5.3.
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