Decision ID: 65935c52-fc09-4fea-8b8e-982724eed24d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war von Januar 2012 bis Ende Februar 2016 bei der
Y._
als Hortleiterin tätig (
Ur
k
. 7/14, Urk.
7/50)
.
Unter Hinweis auf eine rezidivierende depressive Störung bei Problemen durch negative Kindheitserlebnisse, Rauschen im Kopf, Schwindel im Körper
sowie eine Hornhautablösung
meldete
sich d
ie Versicherte
am
3.
Juni 2015
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerb
liche Situation ab
.
Nach
durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (
Urk.
7/38-53)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2016 einen
Leistungs
anspruch (
Urk.
7/54
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2
2.
Juni 2016
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
2
4.
Mai
2016
(
Urk.
2) und beantra
gte, diese sei aufzuheben (S.
2
Ziff.
1
) und
das Verfahren sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da
mit diese weitere medizinische Abklärungen vornehme
, zum Beispiel ein Gut
achten einhole
, eventuell ein Arbeits- und Belastungstraining durchführe oder ihr subeventuell eine Umschulung bewillige
(S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
August 2016
(
Urk.
6
)
die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am
8.
Septem
ber 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Mit Eingabe vom 1
1.
Januar 2017 (
Urk.
9)
reichte die Beschwerdeführerin wei
tere Dokumente (
Urk.
10/1-3) zu den Akten, welche der Beschwerde
gegn
erin am 1
2.
Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar
2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die
medizinischen Abklärungen
davon aus, dass kein
langanhaltender
Ge
sund
heitsschaden
vorliege
. Die Arbeitsunfähigkeit sei vorliegend durch psycho
soziale Faktoren ausgelöst worden. Dabei handle es sich um einen
invalidi
täts
fremden
Faktor, welcher zur Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden könne. Aufgrund der mangelnden Erheblichkeit des Gesundheitsschadens bestehe keine medizinische Einschränkung, die für die
Ren
ten
prüfung
relevant sei (S.
1).
Es lägen weiterhin Z-Diagnosen sowie eine rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, vor. Diese Diag
no
sen sei
e
n
nicht invalidisierend (S. 2). Weiter bestehe ein Anspruch auf die beantragte Umschulung nur, wenn der dauernde invaliditätsbedingte
Minder
verdienst
mindestens 20 % betrage. Da jedoch nicht von invaliditätsbedingter Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, müsse auch kein Minderverdienst ermittelt werden (Urk. 6 S. 2).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
machte demgegenüber geltend (Urk. 1),
dass sie aufgrund einer nicht mehr erträglichen Überlastungssituation an ihrem letzten Arbeitsplatz im März 2015 erkrankt und deshalb seither zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(S. 3)
.
Sämtliche behandelnden Ärzte und sämtliche sie betreuende Fachpersonen würden klar festhalten, dass sie in ihrem bisherigen Beruf als Hortleiterin auf
grund ihrer psychischen Erkrankung zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Dies dürfe von der Beschwerdegegnerin nicht einfach ignoriert werden (S. 12).
Eine Umschulung durch die Beschwerdegegnerin sei angezeigt und müsse durch
geführt werden (S. 11).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf
Leistungen der Invaliden
ver
siche
rung
und somit die Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführer
in
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrauensärztin der Pensionskasse
Y._
, berichtete am 2
5.
Mai 2015 (
Urk.
7/8) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
bei Problemen durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Sie führte aus,
dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
6.
Januar 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig sei (S.
1). V
om
5.
April bis
2.
Mai
2015
habe
eine stationäre Be
handlung in der
A._
stattgefunden
(S.
3 oben). Es
gebe nicht-medizinische Gründe, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten
, so ungünstig erlebte Bedingungen am Arbeitsplatz (S. 4).
Es liege eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
vorübergehend
für
drei bis vier Monate vor (S. 8).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgem
eine Innere Medizin, berichtete im
Juni 2015
(
Urk.
7/11) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Epi
sode, bestehend seit Ende 2014 (S. 1
Ziff.
1.1). Er führte aus, dass
bei der
Be
schwerdeführerin im Anschluss an einen viralen Infekt im Herbst 2014 und einer Hornhautablösung im Januar 2015 zunehmend Beschwerden wie Rau
schen im Kopf, Unruhe, Druck im Kopf, N
ervosität und
starke Beeinträchtigung der Belastbarkeit aufgetreten seien.
Die Prognose sei langfristig günstig (S. 2
Ziff.
1.4). Seit dem
7.
Februar 2015 sei die Beschwerdeführerin
als Hortleiterin
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6). Es bestehe eine stark eingeschränkte Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit, was zu einer raschen Überforderung führe (S. 2
Ziff.
1.7).
Unter Psychotherapie und Schonung
komme es zu einer zunehmenden Besserung. Mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit könne ge
rechnet werden (S. 3
Ziff.
1.7).
3.3
Med. pract.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik
D._
, berichtete im Juli 2015
(
Urk.
7/12 =
Urk.
7/13 =
Urk.
7/17) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1
Ziff.
1
.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.11)
-
erste depressive Phase zirka 1987/1988
-
zweite depr
essive Phase seit März 2015
-
Spannungskopfschmerzen und Rückenschmerzen seit zirka 2013
-
Tinnitus beidseitiges Pfeifen seit Januar 2015
Er führte aus, dass
er die Beschwerdeführerin seit Mai 2015 behandle (S. 1
Ziff.
1.2).
Die Beschwerdeführerin sei seit Dezember 2014 zuerst wegen einer Infektion krankgeschrieben gewesen. Dazu seien depressive Symptome im Sinne von Erschöpfung und Überforderungsgefühlen (seit März 2013) gekommen. Ihr
Zustand habe sich durch den Klinikaufenthalt deutlich verbessert. Geblieben se
ien jedoch immer noch die mangelnde Belastbarkeit, eine immer wieder aufkom
men
de Traurigkeit und die Zukunftsängste. Bei Stress reagiere sie immer noch mit einer Zunahme der Beschwerden
. Bei besserer Stabilisierung der Be
schwerdeführerin sei mit der Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(S. 2
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin komme einmal w
öchentlich in die psychothe
rapeu
t
i
schen Einzelsitz
u
ngen mit kognitiv-verhaltenstherapeutischem Schw
er
punkt und besuche einmal wöchentlich eine Gruppentherapie (S. 2
Ziff.
1.5). Seit
März 2015 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig als Kinderhortleiterin (S. 2
Ziff.
1.6).
Für die Beschwerdeführerin sei ein Arbeitswechsel, weg vom Kinderhort
,
sehr wichtig. Möglich sei auf jeden Fall eine strukturierte Arbeit mit regelmässigen Pausen und ohne Interaktion mit grossen Gruppen. Die verminderte Leis
tungs
fähigkeit zeige sich in der Kinderbetreuung. Die Beschwerdeführerin sei über
fordert, könne keine Prioritäten setzen, weil sie auf jedes einzelne Kind optimal eingehen möchte
. Ein stufenweiser Einstieg in die Arbeitswelt ab September 2015 werde als realistisch angesehen
(S. 3
Ziff.
1.7).
3.4
Med. pract.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, berich
tete am 1
1.
Oktober 2015 (
Urk.
7/22) und nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.1)
-
mit Schwindel und Brechreiz, seit Dezember 2014
-
Tinnitus
-
Eisenmangel
Sie führte aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit Juli 2015 behandle (S. 1
Ziff.
1.2).
Zum Zeitpunkt der Untersuchung sei die Beschwerdeführerin 100
%
arbeitsunfähig
, sowohl in der angestammten, wie auch in einer angepassten Tätigkeit
. Die psychische Belastbarkeit, Konzentrations- und Anpassungsfähig
keit seien beeinträchtigt. Im besten Fall werde die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf wieder 100
%
arbeitsfähig sein. Wann mit einer teilweisen oder vollständigen Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden könne, sei zurzeit nicht voraussagbar (S. 3
Ziff.
1.4). Seit dem 2
1.
Juli 2015 finde eine ambu
lante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in wöchentlichen bis vierzehntägigen Frequenzen bei ihr statt
. Zudem nehme die Beschwerde
führerin 25 mg
Trittico
zur Schlafinduktion
(S. 3 Ziff.1.5)
.
3.5
Dr.
Z._
berichtete erneut am 1
5.
Dezember 2015 (
Urk.
7/29) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) am
R
emittieren
-
bei Problemen durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Sie führte aus,
dass sowohl subjektiv wie auch objektiv von einer
Zustands
bes
se
rung
ausgegangen werden könne. Es bestehe eine Konfliktsituation durch den schwer erkrankten und betagten Vater (S. 3). D
ie Beschwerdeführerin be
richte,
dass die Behandlung bei
Dr.
E._
gut
sei. Sie habe
mit beiden Psy
chothe
ra
pien, der Ergotherapie, Yoga und dem Malkurs ein dichtes und s
tützen
des Pro
gramm
, das sich aktuell gut bewähre und ihr Halt gebe. Der psychopatholo
gische
Befund sei gegenüber September 2015 nochmals gebessert. So
seien
die Auf
merk
samkeit und das Gedächtnis unter strukturierten ruhigen
Untersuchungsbe
dingungen
unauffällig (S. 4).
In einer reizärmeren Tätigkeit, die den Fähigkeiten und Ressourcen der Beschwerdeführerin besser entspreche, sei zukünftig die bisherige Arbeitsfähigkeit
wieder zu erwarten.
Aktuell seien die Arbeitsfähigkeit und Reintegrationschancen weitgehend durch die Persönlichkeitsakzentuierung beeinflusst.
Die Depression sei unter Entlastung, adäquater Therapien und guter Krankheitseisicht und Mitwirkung der Beschwerdeführerin am
R
emittieren. Die langfristige Prognose sei am günstigsten, wenn einerseits die
Reintegrations
phase
mit grosser Sorgfalt und zusammen mit der motivierten Beschwerde
füh
rerin geplant und angegangen werde und andererseits die erhöhte
Rückfall
ge
fahr
im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung minimiert werde durch sorgfältiges Austrainieren der jeweils adäquaten Belastung (S. 6).
3.6
Med
.
pract.
E._
berichtete am
6.
Januar 2016 (
Urk.
7/28)
und führte aus, dass die Beschwerdeführerin gegen 7.30 Uhr aufstehe und frühstücke. Montags habe sie bis Mitte Dezember ihren Vater beim Einkaufen begleitet und ihm ge
holfen. Seitdem ihr Vater spitalbedürftig geworden sei, besuche sie ihn fast täg
lich im Spital und bleibe dort für zirka eine Stunde. Am Dienstag nehme sie die Einzelpsychotherapie wahr. Am Mittwoch treffe sie am Nachmittag eine Freundin für zwei bis drei
Stun
den. Am Donnerstag
v
ormittag mache sie
Ergotherapie
, sowohl in der Gruppe
als auch einzeln. Im November sei sie am Donnerstagabend nach
F._
gefahren und habe an einer Maltherapie teilgenommen. Auch habe sie in einem Altersheim freiwillig für eine Stunde nachmittags A
k
tivierungst
h
erapie über
nommen.
Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie nach zwei Stunden Konzen
tration und Aufmerksamkeit bei den Aktivitäten Ruhepausen benötige. Es sei zu einer leichten, jedoch nicht nachhaltigen Besserung des psychischen und phy
sischen Zustandes gekommen. Der Antrieb und der Schlaf hätten sich wesent
lich gebessert. Die kognitiven Funktionen wie klares s
trukturiertes Denken, Planen,
Durchführen und Ha
n
deln
im Arbeitsprozess seien noch beeinträchtigt.
Die Stimmung sei nicht mehr niedergedrückt, jedoch bestünden heftige
Stim
mung
s
schwankungen
. Die psychische und physische Belastbarkeit seien nach wie vor herabgesetzt
(S. 2 oben)
.
Eine Rückkehr auf den alten Arbeitsplatz als Hortleiter
i
n erscheine nicht mehr als Möglichkeit der Arbeitsaufnahme. Wenn die Beschwerdeführerin in ihrem erlernten Beruf als Sozialarbeiterin arbeiten möchte, sei es ausserordentlich wichtig, dass die Arbeitsabläufe klar geregelt und strukturiert seien, ohne den Spielraum für Kreativität und Eigengestaltung einzuschränken (S. 2 unten).
3.7
G._
,
dipl.
Psychologin, berichtete am 1
1.
April 2016 (
Urk.
7/48) und führte aus, dass zu Beginn der Behandlung noch unklar gewesen sei, ob die Beschwerdeführerin eine Laufbahnberatung oder eine Psychotherapie suche. Ins
gesamt sei sie im Jahr 2015 an sechs und im Jahr 2016 an fünf Sitzungen gewesen. Die Beschwerdeführerin habe sich zu Beginn der Sitzungen in einem Akutzustand befunden mit Burnout/Erschöpfungssyndrom sowie einer depressi
ven Störung begleitet von akuten körperlichen Symptomen und Zukunfts
ängs
ten
.
Erst nach vollständigem Abklingen der Symptome sei an eine
Laufbahnbe
ra
tung
im engeren Sinn zu denken gewesen. Aus ihrer Sicht werde eine Um
schu
lung befürwortet
, damit die Beschwerdeführerin wieder erwerbstätig werden könne. Es müsse noch geprüft werden, wie ausgeprägt die sozialen Kontakte
und die damit verbundenen Belastungen sein dürften. Die Beschwerdeführerin habe noch nicht zu ihren ursprünglichen Kräften zurückgefunden und sei imme
r noch sehr eingeschränkt in ihrer Aktivität. Eine definitive Beurteilung sei also
zum jetzigen Zeitpunkt schwierig. Eine klassische Stelle als Sozialarbeiterin könne
mit Sicherheit nicht in Erwägung gezogen werden, weil die damit ver
bundenen Belastungen nach diesem schweren gesundheitlichen Einbruch nicht mehr getr
ag
en werden könnten.
Eine Arbeit als Hortleiterin oder
Hortmit
ar
bei
terin
komme nicht mehr in Frage, auch nicht für ein kleines Teilpensum, da die Wahrscheinlichkeit einer schnellen, erneuten Erkrankung sehr hoch sei (S. 1). Die Ressourcen der Beschwerdeführerin seien jedoch als gut zu erachten. Sie sei
kreativ und habe für sich ein Wochenprogramm entwickelt, das ihre Heilung gut unterstütze. Ein neues Berufsfeld könnte neue Begeisterung und Motivation generieren (S. 2).
3.8
Med. pract.
E._
berichtete am 1
2.
April 2016 (
Urk.
7/47) und nannte fol
gen
de Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
-
Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.1)
-
m
it Schwindel
und Brechreiz seit Dezember 2014
-
Tinnitus
-
Eisenmangel
Sie
führte aus, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der jetzigen Unter
suchung unter einer Anpassungsstörung mit Depression und Angst, nach einer
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode, vergleichbar mit einem
Erschöp
fungssyndrom
, beginnend im Frühjahr 2015, leide.
Die Arbeitsfähigkeit sei nicht von der Diagnose abhängig. Im Mittelpunkt der Beurteilung stehe die Frage, welche Einschrän
kungen hinsichtlich Fähigkeiten
aus der Psychopathologie resul
tieren würden und einen Menschen an der Wahrnehmung von
Rollen
funk
tionen
hindern könnten.
Bedauerlicherweise werde sie in der Aktennotiz des Telefongesprächs vom
1.
Dezember 2015 falsch zitiert. Sie habe einen stufen
weisen Wiedereinstieg in den erlernten Beruf als Sozialarbeiterin befürwortet und nicht in die bisherige Tätigkeit als Hortleiterin (S. 2). Bei einer Rückkehr auf den alten Arbeitsplatz als Hortleiterin bestehe die Gefahr eines Rückfalls in die depressive Störung. Erkrankungen würden sich nicht nur in Krankheits
symp
tomen im engeren Sinne äussern, sondern in der Regel auch in daraus resultierenden Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben. Es komme zu
Partizi
pations
- beziehungsweise Teilhabestörungen. Grund dafür seien Beeinträchti
gungen der Leistungsfähigkeit, die aus den Krankheitssymptomen resultieren und die Ausführung von Aktivitäten einschränke
n
würden. Für die Definition einer Krankheit sei es also nicht ausreichend, Krankheitssymptome und –
synd
ro
me
entsprechend der ICD-10 zu klassifizieren, sondern es müssten auch
Krank
heitsfolgen
und Kontextfaktoren einbezogen werden (S. 3).
4.
4.1
Eine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die ver
blei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzu
mu
ten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeits
fähig
keit sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (vgl. vor
stehend E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es gemäss Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem kon
kreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber abschlies
send und
für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsun
fähig
keit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt. Vielmehr hat die
rechts
anwendende
Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähig
keit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2-3.3).
4.2
Aufgrund der vorhandenen medizinischen Berichte ist ohne weiteres davon aus
zugehen, dass die Beschwerdeführerin seit
Frühjahr 2015
an einer depressi
ven Störung,
leichte bis
mittelgradige Episode, leidet (
vgl. vorstehend
E.
3.1-3.8
),
wobei ihr
eine Arbeitsunfähigkeit ab
Januar
2015
attestiert wurde
(vorstehend E.
3.1)
.
Sowohl
m
ed. pract.
C._
(vorstehend E.
3.3) wie auch
Dr.
Z._
(vorstehend E.
3.5)
gingen grundsätzlich von einer g
ünstigen Prognose mit einem stufenweisen Widereinstieg
in die Arbeitswelt
bis
zur bisherigen Arbeitsfähigkeit
aus.
In ihrem
Bericht
vom Dezember 2015 (vorstehend E. 3.5)
schilderte
Dr.
Z._
denn auch
bereits
eine subjektive und objektive
Zu
standsv
erbesse
rung
, insbesondere sei
en
die Aufmerksamkeit und auch das Ge
dächt
nis unter strukturierten ruhigen Untersuchungsbedingungen unauffällig
.
Ebenso
stellte
die behandelnde Psychiaterin
m
ed. pract.
E._
im Oktober 2
015 lediglich noch eine leichte depressive Episode fest,
wobei sie die
Arbeitsun
fähig
keit – sowohl für die angestammte wie auch eine angepasste Tätigkeit - n
ach
wie vor auf 100 % festlegte
(vgl. vorstehend E. 3.4)
.
Im April 2016 berichtete med
. pract.
E._
sodann noch von einer Anpassungsstörung mit Depression und Angst nach einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode und diag
nostizierte zudem ein Erschöpfungssyndrom (vgl. vorstehend E. 3.
8
).
Diesen Beurteilungen, wonach sich die depressive Symptomatik gegen Ende des Jahres 20
15
zwar noch nicht restlos, jedoch weitgehend
zurückgebildet hatte, steht
keine abweichende ärztliche Einschätzung entgegen. So wird in sämt
lichen Berichten dieselbe Formulierung verwendet
, jedoch in keiner der Ein
schätzungen näher ausgeführt, weshalb
sich
die Arbeitsfähigkeit trotz ver
bessertem
Gesundheitszustand
,
anhaltender Therapien und an sich g
ünstiger
Prog
nose nicht erhöht
hatte.
Es kann somit insgesamt nicht davon ausgegangen werden, dass die Thera
pien bereits gescheitert sind und von einer Therapieresistenz ausgegangen werden muss. Zu beachten ist ausserdem, dass die Beschwerdeführerin bis
anhin
nicht mit einer
antidepressive
n
Pharmakotherapie
behandelt wurde, sondern lediglich
etwas zur Schlafinduktion nimmt. D
ies
kann
insbesondere mit Blick auf das Aus
mass der geklagten Beschwerden Rückschlüsse auf den Leidensdruck zu
lassen
.
4.3
D
es Weitere
n
bleibt auch
zu beachten
, dass
das Bundesgericht wiederholt fest
gestellt
hat
,
dass
leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis
,
seien sie im Auftreten rezidivierend oder episo
disch
- ent
sprechend den Ausführungen der behandelnden Ärzte der Beschwer
deführerin (vgl. vorstehend E. 3.1-3.8) -
grundsätzlich als therapeutisch angeh
bar gelten (vgl. etwa Urteil 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1; Urteil 9C_266/2012 vom 2
9.
August
2012 E.
4.3.2 und Urteil 9C_302/2012 vom 1
3.
August 2012 E. 4.3.2) und
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193 E. 3.3).
Dies ist vorliegend nicht der Fall (vgl. vorstehend E. 4.
2).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gelten auch Anpassungsstörungen
nicht als invalidisierendes Leiden
(
vgl. dazu bei
spielsweise das Urteil des Bundesgerichts
9
C_4/2013 vom 19. Dezember 2013) und handelt es sich
bei den Diagnosen aus der sogenannten Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10-Systems um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruch
nah
me des Gesundheitswesens führen. Die Kategorien Z00-99 sind für Fälle vorge
sehen, in denen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien
A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den
Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesge
richts 8C_663/2010 vom 1
5.
November 2010 E. 5.2.4 mit weiteren Hinweisen).
Bei der seitens der behandelnden Psychiaterin med. pract.
E._
gestellten Diag
nosen einer Anpassungsstörung mit Depression und Angst sowie eines
Er
schöpfungssyndroms
handelt es sich um eine solche Z-Kodierung. Diese können folglich ebenfalls nicht als invalidisierende Krankheit angesehen werden.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt
zu erachten, dass zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses weder in somatischer
- der von der Beschwerdeführerin nachträglich eingereichte Bericht des
Röntgen
instituts
H._
(Urk. 10/1) enthält keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit -
noch in
psychischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheits
schaden im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausgewiesen war.
Bei fehlender Invalidität besteht kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherungen.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
wei
sung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwer
de
führer
in aufzuerlegen.