Decision ID: 396fe4d4-79e3-4c8b-b33b-32dd9468114e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
meldete sich im Mai 2011 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/9 und
Urk.
7/21). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
7/20) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/41) sowie Berichte von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein (
Urk.
7/25 und
Urk.
7/28). Zusätzlich liess sie den Ver
sicherten am
1
4.
Mai 2013 durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (psychiatrische Expertise vom 2
1.
Mai 2013 [
Urk.
7/35]). Mit Vorbescheid vom 1
1.
März
2014 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/49). Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
hin (
Urk.
7/
50, 7/56 und 7/59
) – mit Verfü
gung vom 1
2.
November 2014 fest (
Urk.
7/64 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
Dezember 2014 Be
schwer
de
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten; eventuell sei die Sache zur wei
teren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Januar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am
2.
Februar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Al
l
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Er
werbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni
2012 E.
3.2 mit Hin
weisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenablehnung
damit, die gutachter
lich festgestellten Einschränkungen
würden
als überwindbar
gelten
. Die beim Beschwerdeführer vorliegende rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode) habe nach der Rechtsprechung nicht die erfor
derliche Intensität
für eine invalidisierende Wirkung
. Ein
invalidenversiche
rungsrechtlicher
Gesundheitsschaden sei daher nicht ausgewiesen. Angesichts dessen, das
s
die Depression als Reaktion auf die Kündigung der langjährigen Arbeitsstelle aufgetreten sei, sei von einem reaktiven Geschehen auszugehen. Eine solchermassen von den belastenden Lebensumständen nicht verselbstän
digte Depression vermöge keine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbs
unfähigkeit zu bewirken (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführe
r stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt,
die psy
chiatrischen Berichte würden eine spezifizierte, selbständige psychiatrische Er
krankung ausweisen, die eine invalidisierende Krank
heitswertigkeit
aufweise
. Die vorliegend
andauernde Depression unterscheide sich klar von depressiven Verstimmungszuständen, die nach der Rechtsprechung überwindbar seien.
Die
Krankheit sei
daher unüberwindbar
. Aufgrund der schlüssigen medizinischen Berichte sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
% auszugehen, weshalb ihm mindestens eine 50%ige Rente zustehe
(
Urk.
1 S. 5 f.).
3.
3.1
In seinem im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstellten Gutachten vom
2
2.
September
2011 (
Urk.
7/16/22-33) diagnostizierte
Dr.
med.
Dipl.-Psych.
A._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit somati
schen Symptomen vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F 33.11). Den Problemen mit Arbeitsplatzverlust (ICD-10 Z56) mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 9).
Er hielt fest, objektiv
habe die Befundlage für ein in erster Linie mittelgradig depressives Syndrom mit
gedrückt-depressiver, freudloser-ratloser, affektstarrer, in der affektiven Modu
la
tions
fähigkeit deutlich verminderter und
zum depressiven Pol verscho
bener Stimmungslage
gesprochen. Der Antrieb sei
bei wenig mitschwingender Mimik und Gestik
deutlich vermindert
gewesen. Der Beschwerdeführer habe über paro
xysmale Ängste
berichtet. Kognitiv
sei
eine fluktuierende Aufmerk
samkeit im Verlauf des Gesprächs
erkennbar gewesen
. Formalgedanklich
hätten
sich eine Verlangsamung,
Grübelneigung
, deutliche Einengung auf den
Arbeits
platz
ver
lust
und Zukunftsängste
gezeigt
. Es
sei
ein konsistentes Syndrom de
pressiver Hemmung mit viskös-stockendem R
edefluss, verlangsamtem formalem
Gedan
ken
gang sowie wenig mitschwingender Mimik und Gestik
erkennbar ge
wesen
. Psychometrisch
habe
sich auf den beiden Fremdbeurteilungsskalen (Ha
milton, MADRS) ein mittelgradig depressives Syndrom a
bgebildet (S.
10). Ge
genwärtig bestehe aus psychiatrischer Sicht keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
. Unter Fortführung und Intensivierung der Behandlung sollte
– so der Gutachter weiter –
in den nächsten drei Monaten mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit (50
%
) in einer den Fähigkeiten des Beschwerdeführers entsprechenden Ar
beitstätigkeit erreichbar sein mit Steigerung auf 100
%
in den darauffolgenden zwei Mona
ten. Die Prognose werde allerdings deutlich durch belastende
Kon
textfaktoren
(Arbeitsplatzverlust, ungewisse berufliche Zukunft, ungünstiges
Wiedereinglie
de
rungsalter
) erschwert (S. 12).
3.2
Dr.
Y._
diagnostizierte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2012 (
Urk.
7/25)
eine chronisch rezidivierende Depression mit psychotischen Zügen bei Sta
tu
s nac
h kumulativer Traumatisierung (S. 1).
Der behandelnde Psychiater berichtete über
Depersonalisationserlebnisse und massivste Schamaffekte. So habe der Be
schwer
deführer seinen Kindern bis heute die Kündigung seines Arbeitsplatzes ver
schwie
gen. Er
wirke zurückgezogen und
sei gedanklich auf den
Stellenver
lust
eingeengt
. Es bestehe eine Affektarmut und –starre bei subjektiv geschilde
ter
Anhedonie
. Mit einer Besserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu rechnen (S. 2). Bei einem Beschäftigungsgrad von 70
%
bestehe seit 2
7.
Mai
2011 bis auf wei
te
res eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
Der nämliche Arzt teilte am 1
7.
Dezember 2012 mit, dass der Krankheitsverlauf beim Beschwerdeführer stationär sei (
Urk.
7/28).
3.3
Gestützt auf das Ergebnis seiner psychiatrischen Untersuchung stellte
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
7/35) folgende Diagnosen (S. 11):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode mit zusätzlichen Somatisierungen (ICD-10 F32.11)
Depressive Entwicklung nach multiplen lebensgeschichtlichen Belastun
gen
Sensitive Persönlichkeitszüge mit Dekompensation im Mai 2011 nach Kränkung durch Kündigung der Arbeitsstelle
Er
berichtete
,
a
nlässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung
habe der Beschwerdeführer
klinisch auf
der Achse I
noch
ein leichtes bis knapp mittel
gradiges depressives Syndrom auf
gewiesen
. Unter Mitberücksichtigung der
so
matisierten
Depressionskomponente gehe
er
insgesamt
von einer mittelgradigen Beein
träch
tigung aus. Unter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung und intensiver antidepressiver Medikation sowie zusätzlicher Behandlung mit Benzodiazepin-Beruh
igungsmittel
n
sei
es im Verlauf zu einer gewissen Stabili
sierung gekommen. Im Vergleich zur Beschreibung von Dr.
A._
habe
sich das depressive Syndrom tei
lweise aufgehellt. Der Versicherte sei
sozial gut inte
g
riert. Stundenweise helfe
er in einem kleinen Pensum in der Firma seiner Frau mit
. Weiter sei
er als Sportchef eines Zweitligafussballclubs aktiv. Er pflege gute Beziehungen mit den Vorstandsmitgliedern sowie mit zwei bis drei weiteren Freunden im Dorf. Die psychodynamischen Überlegungen von
Dr.
Y._
seien
nachvollziehbar. Eine posttraumatische Belastungsstö
rung gemäss ICD-10 – so der Gutachter weiter – bestehe
nicht. Die beschriebene Sensibilität und Sensiti
vität sowie die Neigung zur chron
isch depressiven Verstimmung sei vor
dem Hintergrund der multiplen belastenden Lebenserfahrungen des
Beschwerdefüh
rers
nachvollziehbar. Auch anlässlich der
gutachterlichen Untersuchung seien
die Sensitivität sowie eine Grunddepressiv
ität im Sinne eines depres
siven
Res
t
syndroms
, das
chronifiziert
sei, weiterh
in bestehen
d
gewesen
. Ein schweres de
pressives Syndrom sei
aktuell jedoch nicht objektivierbar. Es
sei
weiterhin ein deutlicher Leidensdruck
vorhanden
, den der
Versicherte teilweise
somatisier
e
. Bezüglich einer beruflichen Wiedereingliederung
zeige
sich
der Beschwerde
füh
rer
hoffnungs- und perspektive
n
arm. Es mach
e
den Eindruck, dass
er
mit dem Berufsle
ben weitgehend abgeschlossen habe
(S.
10 f.)
.
Zur Frage der Ar
beits
fähigkeit führte Dr.
Z._
an, medizinisch
-
theoretisch sei unter Abstrak
tion von invaliditätsfremden
Faktoren von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit aus
zu
gehen, wobei die leistungsmässige und zeitliche Einbusse integriert beur
teilt worden sei (S. 11).
3.4
In seinem Bericht vom 1
9.
Mai 2014 hielt
Dr.
Y._
ergänzend fest, beim Be
schwerdeführer bestehe die hohe Gefahr einer weiteren
Krankheitsverschlech
terung
und einer Zementierung von Depression, Psychose und
Rückzugsverhal
ten
. Es gebe keine Möglichkeit zur Überwindung des Krankheitsgeschehens. Der Beschwerdeführer sei auf die Anerkennung seiner Krankheit durch die Aussen
welt vital angewiesen. Es liege ein
chronifiziertes
Krankheitsbild vor.
De
r
Be
schwerdeführer
leide
unter
einer chronischen Depression (ICD-10 F33.3) von erheb
lichem
Schwere
grad
mit einem inneren Absterben des psychischen Funk
tionierens
,
einer schweren, vitalen Angststörung
vor Annihilation der eigenen psychischen Existenz und einer Psychose (ICD-10 F25.1) mit Selbstentfremdung
und
Un
wirklichkeitserleben
. Dadurch sei es zu einem regelmässigen und un
über
wind
baren Scheitern der eigenen aktiven Anstrengungen zur Überwindung
der schwierigen Krankheitssituation gekommen. Es bestehe ein hohes Mass an Ängs
ten (
Urk.
7/60).
4.
4.1
Aus den medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervor, dass der Be
schwerdeführer
an einer rezidivierenden depressiven Störung leidet. Eine über
dies bestehende Psychose
, wie sie vom behandelnden Psychiater ohne genauere Begründung diagnostiziert wurde (
Urk.
7/25 und
Urk.
7/60), schloss der Gut
achter
Dr.
Z._
– nachdem er knapp zwei Stunden mit dem Beschwerdeführer gesprochen hatte – aus
(
Urk.
7/35 S. 9), was in Anbetracht der erhobenen Be
funde durchaus einleuchte
t
.
Was die Angststörung betrifft
, ist darauf hinzu
weisen, dass
Dr.
Y._
die entsprechende Diagnose
wiederum
ohne eingehende Begründung stellte und sie insbesondere nicht mit der Bezugnahme auf die etablierten Kriterien der ICD-10 untermauerte. Er nahm
sodann
keine
,
für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens vorausgesetzte
,
fachärztlich
psychiatrisch gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten
Klassi
fi
kationssystem
vor (BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6).
4.2
Hinsichtlich der depressiven Störung steht aufgrund der aktenkundigen
Arztbe
richte
fest, dass sie mit ungünstigen psychosozialen Faktoren zu erklären ist. Zu erwähnen sind dabei namentlich
die
durch die Kündigung der Arbeitsstelle d
urch den langjährigen Arbeitgeber
ausgelöste Kränkung
(Urk.
7/16/4,
7/16/9-17 S.
5,
7/16/22-33 S.
5
und S.
10
,
7/25 S.
2,
7/35 S.
6, S.
9 f. und S.
12
), die
belastende
familiäre
Situation
(
Urk.
7/16/22-33 S.
5
und S.
10,
Urk.
7/25 S.
2 und S. 4
)
, die
unklare
berufliche Zukunft (
Urk.
7/16/9-17 S. 5 f.) und die finan
zielle Problematik (
Urk.
7/16/9-17 S. 6
und
Urk.
7/61/1
)
.
Vor dem Hintergrund, dass der behandelnde Psychiater
– wie auch der Be
schwerdeführer selbst (
Urk.
7/16/9-17 S. 6
f.
) –
die zukünftige Arbeitsfähigkeit von der Möglichkeit der Reintegration ins Berufsleben abhä
ngig machen
(Urk.
7/16/19
), ist davon auszugehen, dass es kein
unabhängig von den mit un
günstigen psychosozialen Gegebenheiten zu erklärenden psychischen Be
schwer
den bestehendes (erhebliches) psychisches Leiden gibt.
Daran ändert nichts, dass
Dr.
Z._
– unter Abstraktion von invaliditätsfremden Faktoren – von
einer
50%igen Res
tarbeitsfähigkeit ausging (Urk. 7/35 S. 11). Denn aus der gut
ach
terlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung geht
angesichts des Umstands, dass
der Experte
die leistungsmässige und zeitliche Einbusse integriert beurteilt,
nicht
schlüssig hervor, inwie
weit
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
begründet ist.
Ausser
dem ist
auch
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, wonach behandelnde Spezialärzte
– wie es auch Dr.
Y._
ist –
mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5 und 125 V 351 E.
3b/cc).
Nach der Recht
sprechung ist es zudem in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträch
tigungen, somit auch bei Depressionen, keineswegs allein Sache der mit dem
konkreten Einzelfall (gutachtlich) befassten Arztperson, selber abschliessend und
für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu ent
schei
den, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vor
übergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE
140 V 193 E. 1).
4.3
In Anbetracht der geschilderten Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass die durch ungünstige psychosoziale Umstände verursachte
psychische Störung de
s
Beschwerdeführers bei Wegfall der Belastungsfaktoren mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit wieder verschwände. Da ein klinisches Beschwerdebild, das (einzig)
von belastenden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren herrührt, recht
sprechungsgemäss nicht als invalidenversicherungsrechtlich relevante Be
ein
träch
tigung zu verstehen ist, vermag
die psychische Störung de
s
Beschwer
de
führer
s
keinen
Leistungs
anspruch zu begründen (
vgl.
E.
1.3
hievor
)
.
4.4
Au
ch der
vom Beschwerdeführer geschilderte Tagesablauf (inklusive Tätigkeiten in den Abendstunden [
Urk.
7/35 S.
8 f.]) deutet augenfällig auf ein erhöhtes Aktivitätsniveau und damit
– auch mit Blick auf die aufgewendeten Ressourcen
–
auf
k
eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit hin
(vgl.
hiezu
auch BGE 140 V 290 E. 3.3.2)
. So gab der Versicherte an, er stehe in der
Regel zwi
schen 08.00 und 09.00 Uhr auf. Er sei dann aber meist i
mmer noch müde und fühle sich nicht
ausge
ruht.
Oft wache er bereits gegen 05.00 Uhr auf
, könne da
nach aber wieder eindö
sen. Nach einem Kaffee sch
aue er am
TV
Nachrichten. Anschliessend gehe er an guten Tagen zwischen 30 und 60 Minuten spazieren. Danach lege er sich aufs
Sofa und schlafe während circa zehn
Minuten. Bei Be
darf gehe er einkaufen. Je nach Arbeit
sprogramm seiner Frau koche sie;
an
sonsten esse er am Mittag kalt. Täglich besuche er seinen Vater im Nachbar
haus. Er spreche sich mit der Pflegerin ab und erledige Einkäufe. Nachmittags kümmere er sich eventuell um sein Amt als Sportchef eines
Zweitligafussball
clubs
. Er bringe beispielsweise die Tenues zur Wäscherei oder stelle d
as Material für das Training be
reit. Wenn möglich nehme er auch dreimal wöchentlich am Abendtraining als Sportchef teil. Zwi
sch
en 18.00 und 20.00 Uhr
nehme er das
Abendessen
ein
. Anschliessend
schaue er fern
. Meist gehe er zwischen 23.00 und 23.30 Uhr zu Bett.
4.5
Die vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung
– eine gegen
wärtig schwere Episode (vgl.
Urk.
7/60) ist weder angesichts der erhobe
nen
Befunde noch des Freizeitverhaltens des Versicherten nachvollziehbar –
von der Beschwerdegegnerin verfügte Abweisung des Leistungsbegehrens
des Beschwer
de
führers steht sodann mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Ein
klang. Eine invalidisierende Wirkung einer leichten respektive mittelschwe
ren depressiven Störung ist zwar nicht schlechthin auszuschliessen. Deren An
nahme bedingt jedoch, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (vgl. etwa Urtei
le des Bundesgerichts
9C_863/2015 vom 7. Januar 201
6
E. 1,
8C_303/2015 vom
8.
Oktober
2015 E.
4.4 mit weiteren Hinweisen und 9C_369/2014 vom 1
9.
November
2014). Es sind daher die Umstände des konkreten Falls zu berück
sichtigen. Vorliegend kann – entge
gen dem Gutachter
Dr.
Z._
(
Urk.
7/35 S.
12; v
gl. auch
Urk.
1 S. 5) –
von ei
ner Ausschöpfung der therapeutischen und
medikamentösen
Behandlungsmög
lic
hkeiten
nicht gesprochen werden. D
ie
am
bu
lante
Therapie bei
Dr.
Y._
findet zweimal im Monat statt
(
Urk.
7/35 S.
7)
.
Eine (teil-)stationäre Behandlung wurde bislang noch keine durchgeführt (Urk. 7/25
S. 1). Auch angesichts dieser Intensität der Therapiebemühungen kann
dem Leiden des Beschwerdeführers keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden.
5.
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern
könnten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 12
2 V 157 E. 1d mit weiteren Hinweisen).
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).