Decision ID: 06a4adcd-dd6a-498f-9656-18340ea5a1ee
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene X._ schloss eine kaufmännische Lehre ab und arbeitete zuletzt bei der O._ AG als Underwriter Marine (Urk. 8/14, Urk. 8/29). Nach Vorabklärungen im Rahmen der Früherfassung (Urk. 8/1-6) meldete er sich am 16. Dezember 2013 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf seit 20 bis 25 Jahre bestehende psychische Beschwerden sowie Gelenkschmerzen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
siche
rung an (Urk. 8/7). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse zog die IV-Stelle zunächst einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 8/14) bei und h
olte einen Arbeitgeberbericht (Urk.
8
/
29
) sowie
Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/21-22
,
Urk.
8/31) ein. Mit Mitteilung vom 1
5.
Mai 2014
zeigte
die IV-Stelle dem Versicherten
an
, dass aufgrund seines Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 8/23). Am 4. Juni 2015
fand eine psychiatrische Untersuchung beim Regionalen
Ärzt
lichen Dienst statt (psychiatrischer RAD-Untersuchungsbericht vom 8. Juni
2015 [Urk. 8/38]
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vor
be
scheid vom
7. Juli 2015 [Urk. 8/43], Einwand durch den behandelnden Psychiater vom 5. August 2015 [Urk. 8/44], Einwand durch den Rechtsschutzversicherer vom 8. Sep
tember 2015 [Urk. 8/50]), begründete Einwände durch die Rechtsver
tretung des Versicherten vom 2. Oktober 2015 [Urk. 8/53] und 6. November 2015 [Urk. 8/58]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. April 2016 einen Leistungs
anspruch (Urk. 2 [= Urk. 8/61]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 27. Mai 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten; eventuell sei durch das Gericht eine psychiatrische Begutachtung anzuordnen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 9. August 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 12. August 2016 wurde das Gesuch um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels abge
wiesen und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesund
heitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
gemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten
den soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Bei
spiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungs
situation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invali
disierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditäts
begründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurtei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD
(Regionale Ärztliche Dienste)
die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigne
ten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege, insbesondere keine Persönlichkeitsstörung. Ausserdem sei das Vorliegen psychosozialer Faktoren invalidenversiche
rungsrechtlich nicht massgebend (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor, auf den RAD-Untersuchungsbericht dürfe nicht abgestellt werden, da es im Rahmen eines einmaligen 90-minütigen Untersuchs nicht möglich sei, die Arbeitsfä
higkeit retrospektiv ein Jahr zurück zu beurteilen. Hierzu wäre eine mehr
stündige Untersuchung, verteilt auf zwei oder mehr Termine, notwendig. Es seien auch keine Fremdauskünfte eingeholt worden, was bei einer bipolaren Erkrankung notwendig wäre. Aus dem echtzeitlichen Bericht des behandeln
den Psychiaters ergebe sich hingegen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens April 2014. Die Diagnosen der bipolaren Störung und der Per
sönlichkeitsstörung hätten seiner Ansicht nach über mehrere Jahre eindeutig validiert werden können. Dass der Beschwerdeführer eine Beziehung geführt habe, spreche nicht gegen das Vorliegen einer schweren Psychopathie. Aus dem Austrittsbericht der Y._ ergebe sich keine Remission der bipolaren affektiven Psychose. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin mit ihrer Mit
teilung vom 15. Mai 2014 noch der Ansicht gewesen, dass aufgrund des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers keine beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen möglich gewesen seien. Die Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit durch den RAD-Arzt erscheine nur schon deswegen widersprüchlich (Urk. 1).
3.
3.1
Dem Bericht der Y._ vom 12. März 2014 zu Händen der Beschwerdegegnerin über die stationäre Behandlung vom 24. Dezember 2013 bis 11. Februar 2014 (Urk. 8/22) kann e
ntnommen werden,
dass b
ei fachgerechter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung von einer Verbesserung der depressiven resp. hypomanischen Symptomatik ausgegangen werden
könne
. Es könne mittelfristig mit einer teilweisen oder vollständigen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess gerechnet werden (
Urk.
8/22/2). Aktuell sei die bisherige Tätigkeit nicht zumutbar, im weiteren Verlauf könne mit der
en
Wiederaufnahme gerechnet werden (
Urk.
8/22/3).
3.2
Dem beschwerdeweise eingereichten Austrittsbericht der Y._ vom 14. April 2014 zu Händen der Hausärztin des Beschwerdeführers (Urk. 3/4) können die Diagnosen (1) bipolare affe
ktive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode (ICD-10 F31.6)
, (2)
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.2)
, (3)
psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyn
drom, gegenwärtig abstinent, seit Oktober 2013 (ICD-10 F13.2)
, (4)
kombi
nierte und andere Persönlichkeitsstörungen mit emotional-instabilen, nar
zisstischen, zwanghaften und negativistischen Anteilen (ICD
10 F61)
ent
nommen werden (Urk. 3/4 S. 1).
Es wurde festgehalten, der Beschwerdeführer sei vom 2
4.
Dezember 2013 bis am 1
1.
Februar 2014 in der Klinik
Z._
de
r
Y._
hospitalisiert gewesen (
Urk.
3/4 S. 1). Im Verlauf der Behandlung sei aufgefallen, dass sich die depressiven Symptome rasch verbessert hätten und der Beschwerdeführer auf Station ein hypomanisches Verhalten gezeigt habe. Zudem sei er logor
rhoisch gewesen mit gereizter, teils euphorischer Stimmung sowie gesteiger
tem Antrieb und Aktivität. Es sei eine diagnostische Abklärung mithilfe des SKID-1 erfolgt, in dem eine bipolare Erkrankung vom Typ II diagnostiziert worden sei. Ausserdem sei auf Wunsch der ambulanten Behandlerin auch ein SKID-II durchgeführt worden, in dem sich gezeigt habe, dass der Beschwer
deführer auch narzisstische, emotional-instabile, zwanghafte sowie negati
vistische Anteile aufweise, die auch im Stationsallta
g und in den Spezialthe
rapien beobachtet worden seien (
Urk.
3/4 S. 2). Zum Zustand des Beschwer
deführers beim Austritt wurde angefügt, er sei wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert. Gemäss eigenen Angaben seien die Konzentration und Aufmerksamkeit eingeschränkt. Dies sei im Gespräch jedoch unauffällig. Der formale Gedankengang sei geordnet. Es liege kein Hinweis auf Wahn vor. Sinnestäuschungen würden verneint. Sodann l
ä
ge
n
keine Ich-Störung
en
vor. Im Affekt sei er wenig spürbar. Er habe keine Antriebs- oder psycho
motorischen Störungen. Der Beschwerdeführer könne sich klar und glaubhaft von Suizidalität distanzieren. Es bestehe auch kein Anhalt für akute Fremd
gefährdung.
Vom 2
4.
Dezember 2013 bis am 1
1.
Februar 2014 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
3/4 S. 3)
.
3.3
Laut dem Bericht des nachbehand
elnden Psychiaters
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie vom 2
6.
April 2014 zu Händen der
Beschwerdegegnerin (Urk. 8/21) liegen beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen vor (Urk. 8/21/1):
-
bipolare affektive Störung, vermutlich Typ I, Status nach langan
dauern
der manischer Phase, aktuell in teilweiser Remission
-
gemischte Persönlichkeitsstörung
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der behandelnde Psychiater fest, der Beschwerde
führer sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kaufmann in der Versiche
rungsbranche seit dem 30. August 2013 bis auf un
bestimmte Zeit 100
%
a
rbeitsunfähig (Urk. 8/21/2).
Das
Problem bei der Berufstätigkeit
des Beschwerdeführers
stelle seine psychotische bzw. Persönlichkeitsstörung dar, die ihm aktuell die für das Berufsleben erforderliche Anpassung verunmögli
che. Der Zustand des Beschwerdeführers müsse sich auch für berufliche Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin noch bessern (Urk. 8/21/3). Es sei eine längerfristige Behandlung der genannten Störungen erforderlich (Abklingen der akuten manischen Störung). Der therapeutische Zugang
zur Persönlichkeitsstörung dürfte jedoch sehr schwierig sein (Urk.
8/21/3).
Zum Befund führte Dr. A._
aus, seit Behandlungs
beginn am 12.
Februar 2014 bestehe eine submanische Stimmungslage weiter. Der Beschwerdeführer sei jedoch gedanklich geordnet, sowohl formal wie inhaltlich, im therapeuti
schen Kontakt adäquat kontrolliert, zumindest während den Behandlungs
sitzungen. Zu Hause zeige sich beim Beschwerdeführer jedoch weiterhin eine starke Reizbarkeit, emotionale Instabilität und extreme Ungeduld. Kleinig
keiten brächten ihn aus der Fassung. Der Beschwerdeführer leide unter der aktuellen beruflichen und persönlichen Perspektivlosigkeit. Es sei für ihn schwer vorstellbar, in seinen erlernten bzw. langjährig ausgeübten Beruf zurückzukehren. Er leide zudem unter einer sehr unangenehmen Wohnsitua
tion, die für seine psychische Verfassung äusserst ungünstig sei und seine innere Unruhe verstärke
. Er streit
e sich mit dem Lokalbesitzer, der sich scheinbar um die Emissionsvorschriften (Lärm, Gerüche) foutiere. Aktuell besteh
e
beim Beschwerdeführer kein Substanzmissbrauch, er halte eine voll
ständi
g
e Alkoholabstinenz ein (
Urk.
8/21/2).
3.4
Dr. A._ führte im Bericht vom 11. August 2014 zu Händen der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/31) aus, der gesundheitliche Gesamtzustand und insbesondere die psychopathologische Symptomatik hätten sich seit seinem letzten Bericht praktisch nicht verändert. Der Beschwerdeführer habe nach wie vor häufige affektive Schwankungen zwischen Depressivität und Manie. Er sei unvermindert dysphorisch und reizbar vor allem im privaten Milieu. Die bisherige Behandlungsform (Gesprächstherapie mit kognitiv-behaviora
len und supportiven Elementen sowie medikamentös)
s
ei
fort
zu
führ
en (Urk.
8/31/2).
Gegenwärtig arbeite der Beschwerdeführer stundenweise im Geschäft seiner Ehefrau und erledige betriebliche Hilfsarbeiten; dies während zwei bis drei Stunden, anschliessend erfolge eine rasche Ermüdbarkeit und er sei vermehrt gereizt (Urk. 8/31/3).
3.5
Am 4. Juni 2015 fand ein Untersuch beim RAD statt. Med. pract. B._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Untersuchungsbericht vom 8. Juni 2015 (Urk. 8/38) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/38/5):
-
bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 31.7)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind dem Bericht die Diagnosen (1) ak
zentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1),
(2)
Alko
holabhängigkeit (ICD-10 F10.2) sowie
(3)
Sedativ
a
abusus zu entnehmen (
Urk.
8/38/5).
RAD-Arzt
B._
führte in seiner versicherungspsychiatrischen Beurteilung sodann aus, der Beschwerdeführer beschreibe sich selber als eine Persönlich
keit, der eine gewisse Reizbarkeit immer schon „nichts Unbekanntes" gewe
sen sei, und dieser Charakterzug habe in den letzten drei Jahren allmählich zugenommen. Trotzdem habe der Beschwerdeführer eine Ausbildung absol
vieren und jahrelang an verschiedenen Arbeitsstellen arbeiten können, bis ihm im Vorfeld der bipolaren Entgleisung gekündigt worden sei. Darüber hinaus sei er fähig gewesen, eine Partnerschaft einzugehen und jahrelang zu leben. Angesichts dieses Funktionsniveaus könne man nicht von einer Per
sönlichkeitsstörung sprechen, sondern nur von einer Persönlichkeitsakzen
tuierung. Entgegen der Diagnostik der
Y._
sei es in einer manischen Phase nicht möglich, eine Persönlichkeitsstörung sicher zu diagnostizieren. Die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung sei anamnestisch und durch die Beobachtungen der
Y._
gesichert. Einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 3
0.
August 2013 könne zugestimmt werden. Erfreulicherweise sei es zu einer baldigen Besserung gekommen. Die
Y._
gebe nur noch „leichte" Beeinträchtigungen an. Auch dem Bericht von
Dr. A._
vom 11. August 2014 sei zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei affektiv kon
trolliert, und im Bericht vom 2
6.
April 2014 sei er ebenfalls
als
„gedanklich geordnet, sowohl formal wie inhaltlich" bezeichnet worden. Ob die häusli
chen Unbeherrschtheit
en
noch als „submanisch" eingeschätzt werden oder als IV-fremde Einflüsse einer unbefriedigenden Ehe
-
und Wohnsituation zu bezeichnen seien, könne im Nachhinein nicht genau differenziert werden. Sicher sei jedoch laut Angaben
von
Dr. A._
, dass
d
er
Beschwerde
führer
sich spätestens ab dem 26.
April 2014 habe beherrschen können. Somit liege spätestens ab dem 26.
April 2014 kein psychopathologischer Befund mehr vor, der eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnte. Es wirke glaubhaft, dass der Beschwerdeführer keine grosse Freude mehr an seiner bisherigen Versicherungsarbeit habe und durch die
Ehe- und Wohnsituation belastet sei. Diese Faktoren seien invalidenversicherungsrechtlich jedoch nicht relevant (
Urk.
8/38/6).
Vom 30. August 2013 bis am 26. April 2014 sei er in seiner bisherigen Tätig
keit als Underwriter Marine als zu 100 % arbeitsunfähig zu erachten. Danach liege für diese sowie eine angepasste Tätigkeit ohne Wechselschichten oder Nachtarbeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 8/38/7).
3.6
Der behandelnde Psychiater Dr. A._ hielt im beschwerdeweise einge
reichten Bericht vom 22. Oktober 2015 zu Händen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (Urk. 3/3) fest, die Diagnosen (1) bipolare Störung und (
2) Persönlichkeitsstörung hätten in der Verlaufsbeobachtung über mehrere Jahre eindeutig validiert werden können. Eine gewisse Erschwerung der diagnostischen Beurteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehe in der teilweisen symptomatischen Überschneidung dieser beiden Diagnosen und der exakten Zuordnung einzelner Symptome zu je einer dieser Diagnosen. Die Behauptung, dass jahrelange Berufstätigkeit und/oder Partnerschaft gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung sprächen, werde durch die
Alltagspraxis in der Psychiatrie vollumfänglich widerlegt (
Urk.
3/3 S. 1).
Dr. A._
fügte an, die von ihm geschilderte psychische Verfassung des Beschwerdeführers während den Therapiesitzungen könne in keiner Weise dazu dienen, das Vorliegen einer vollen Arbeitsfähigkeit zu begründen. Auch schwer kranke Menschen seien oft durchaus in der Lage, über lange Zeit
räume in der ruhigen und weitgehend stressfreien Atmosphäre eines psychotherapeutischen Sprechzimmers höflich, ruhig und geordnet aufzutre
ten. Im Gegensatz dazu stehe die stress-geladene Atmosphäre im Alltagsle
ben mit den mannigfachen zwischenmenschlichen Spannungen in der Ehe, im öffentlichen Raum und v
or allem
unmittelbar am Wohnort
, wo sich die Psychopathologie des Beschwerdeführers zeige. Es bestehe für eine Berufs
ausübung auf dem normalen Stellenmarkt nach wie vor eine volle Arbeits
unfähigkeit. Eine exakte Beurteilung sei nicht möglich, da das Leistungs
spektrum des Beschwerdeführers sehr unterschiedlich sei und auch stark von der äusseren bzw. sozialen Umgebung im Arbeitsleben abhänge, welche in der Sprechstunde nicht simuliert werden könne. Eine sofortige Beschäftigung in der freien Wirtschaft stehe ausser jeder Diskussion
(
Urk.
3/3 S. 2).
3.7
Der für den RAD tätige med. pract. B._ hielt mit Stellungnahme vom 2. März 2016 (Urk. 8/60/2-3) fest, der Beschwerdeführer sei in der Y._ auf der Akutstation wegen einer gemischten bipolaren Störung behandelt wor
den. In dieser Akutphase würden sich die Symptome von Persönlichkeits
merkmalen und bipolarer Störung überschneiden. Daher
könnten die Beobachtungen in dieser Akutphase nicht zur sicheren Diagnose einer Per
sönlichkeitsstörung führen. Die vom ICD geforderte schwere Beeinträchti
gung liege angesichts der jahrelangen Berufstätigkeit und Partnerschaft nicht vor. Daher handle es sich nicht um eine Persönlichkeitsstörung, sondern es fänden sich akzentuierte Persönlichkeitszüge. Entscheidend für die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit bleibe der objektiv erhobene Befund. Psychosoziale Belastungen wie Spannungen in der Ehe, laute Mitbewohner und andauernde Lärmemissionen der Gastwirtschaft seien IV-fremd. Mit Blick auf die erwähnten ehelichen Spannungen werde verständlich, dass seine Ehefrau „zunehmend häufige Eskalationen" angebe. Aus objektiver Sicht
, so im Bericht
der
Y._
vom 12.
März 2014
,
hätten nur noch leichte Beeinträchti
gungen in Konzentration, Anpassung und Belastbarkeit und keine Ein
schränkung
en
in der Auffassung bestanden. Auch der Befund in der RAD-Un
tersuchung vom
4.
Juni 2015 sei unauffällig geblieben. Bei der RAD-Un
tersuchung habe der Beschwerdeführer eine Abneigung gegen eine weitere Tätigkeit in der Versicherungsbranche angegeben. Diese Abneigung rechtfer
tige keine Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
8/60/3).
4.
4.1
Die Einschätzung des RAD-Arztes B._, welcher als Fach
arzt der Psych
iatrie und Psychotherapie offensichtlich über die erfor
derlichen per
sön
lichen und fachlichen Qualifikationen verfügt, beruht auf einer persönli
chen psych
iatrischen Untersuchung vom 4. April 2015 und entspricht den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an ärztliche Berichte.
4.2
Unter Hinweis darauf, dass der behande
lnde Psychiater
ihn im Vergleich zum RAD-Arzt
B._
viel besser kenne, brachte der Beschwerdeführer gegen den RAD-Untersuchungsbericht vor, die psychiatrische Untersuchung habe nur 90 Minuten gedauert und es seien auch keine Fremdauskünfte
bei Dr. A._
oder
bei Familienangehörigen
eingeholt
worden, was insbe
sondere bei einer bipolaren Störung notwendig sei. Der RAD-Untersuchungs
bericht entspreche nicht den Anforderungen an ein Gutachten, er sei ober
flächlich, es werde nicht auf die Vorgeschichte und den Krankheitsverlauf eingegangen und auch die Diskussion der Diagnosen sei nicht adäquat (
Urk.
1 S. 4).
Hierzu ist festzuhalten, dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung der Dauer einer psychiatrischen Exploration keinen bedeutenden Stellenwert zumisst, solange die Expertise den praxisgemässen Kriterien entspricht (Urteile des Bundesgerichts 8C_448/2009 vom 2
7.
Juli 2009, E. 2.2 und 8C_485/2010 vom 2
1.
September 2010, E. 2.4.3).
Insofern ist unerhe
blich, ob die psychiatrische Untersuchung 90 Minuten oder länger gedauert hat.
Unbehelflich ist weiter der pauschale Einwand des Beschwerdeführers, RAD
Arzt
B._
habe den behandelnden Psychiater
Dr. A._
nicht konsultiert beziehungsweise keine Rücksprache mit ihm genommen, um den Ausschluss seiner Diagnose zu verifizieren. Hier ist festzuhalten, dass die Berichte von
Dr. A._
und diejenigen des
Y._
bei den Akten liegen (vgl. E.
3.1-4
) und im RAD-Bericht berücksichtigt wurden.
4.3
Hinsichtlich der geschilderten objektiven Befunde stehen die Feststellungen von RAD-Arzt B._ denjenigen des behandelnden Psychiaters Dr. A._ nicht entgegen. Während Dr. A._ jedoch das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung postuliert, diagnostizierte RAD-Arzt B._ lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge. Dr. A._ begründet seine Diagnostik damit, diese hätte in der Verlaufsbeobachtung über mehrere Jahre eindeutig validiert werden können und jahrelange Berufstätigkeit und/oder Partnerschaft würden gemäss der Alltagspraxis in der Psychiatrie nicht gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung sprechen (Urk. 3/3).
Das Vorliegen einer kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörung F61 (hier gemäss Dr. A._ mit emotionalen instabilen, narzisstischen, zwanghaften und negativistischen Anteilen) ist nach den klinisch-diagnosti
schen Leitlinien der ICD-10 (Kapitel V [F]) häufig schwerer zu diagnosti
zieren, als die spezifischen Persönlichkeitsstörungen gemäss F60 (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 284). Vorliegend erscheint eine solche Diagnose zumindest zweifel
haft, wenn - wie in den Leitlinien ausgeführt – deutliche Unausgeglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktionsbereichen vor
liegen müssen, das auffällige Verhaltensmuster andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer Krankheit begrenzt ist und das auffällige Verhaltensmuster tiefgreifend und in vielen persönlichen und sozialen Situa
tionen eindeutig unpassend ist (Dilling/Mombour/Schmidt, a.a.O., S. 276f.). Diesbezüglich hat med. pract. B._ schlüssig darlegt, dass angesichts des beruflichen und persönlichen Werdeganges des Beschwerdeführers sowie des aktuellen klinischen Eindruckes das auffällige Verhaltensmuster weder einer Persönlichkeitsstörung entsprechend tiefgreifend ist noch sich in mehreren Funktionsbereichen auswirkt bzw. ausgewirkt hat noch wesentlich mit per
sönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher geht (Urk. 8/60/2f). Dem setzte Dr. A._ nichts entgegen. Insbesondere imponieren häufige Eskalationen ehelicher Auseinandersetzungen und Stress- und Frustrations
in
toleranz in reizstarker Umgebung (vgl. Urk. 3/4 S. 2) noch nicht als wesentli
che soziale Beeinträchtigung. Zu vermerken ist auch, dass die Ärzte des Y._ im Bericht vom 14. April 2014 (Urk. 3/4) in Bezug auf ihre diagnostische Abklärung ausführten, es hätten sich – nebst der bipolaren Erkrankung vom Typ II - mithilfe des SKID-II auch narzisstische, emotional-instabile, zwang
hafte sowie negativistische Anteile gezeigt (vgl. E. 3.2). Eine eigentliche Begründung dafür, dass diese Anteile in qualitativer bzw. quantitativer Hin
sicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreichen würden, fehlt. Insoweit besteht keine gesicherte Aussage darüber, dass eine solche Störung nach ICD-10 F61 anlässlich des stationären Aufenthaltes eindeutig diagnosti
ziert werden konnte.
4.4
Gewichtiger, als die „richtige“ Diagnose ist jedoch, dass der Nachweis der Invalidität praxisgemäss eine gesundheitlich bedingte erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung voraussetzt. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_813/2016 vom 10. März 2017 E. 4). Auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung weist, wie die meisten Diag
nosen, keine direkte Korrelation zu einer Arbeitsunfähigkeit auf (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1). Umso mehr, wenn wie vorliegend der Beschwerdeführer trotz der vermutlich seit dem Jugendalter vorliegenden Persönlichkeitsstö
rung (vgl. Urk. 10/21/1) jahrelang beim selben Arbeitgeber (vgl. Urk. 10/14) erfolgreich (Urk. 10/6/27-32) einer Erwerbstätigkeit nachgehen, einen Freun
deskreis und Beziehungen pflegen konnte (Urk. 3/4 S. 5). Die von Dr. A._ postulierten (Urk. 10/21/1) frühen Lernschwierigkeiten sind jedenfalls angesichts der erfolgreichen Abschlüsse und Weiterbildungen nicht ausgewiesen (vgl. auch Urk. 3/4). Es ist nicht nachvollziehbar, dass diese Störung nunmehr nach Abklingen der zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt habenden Symptomatik der bipolaren Störung eine wesentliche und anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken sollte. Dies umso mehr, als der behandelnde Psychiater von Verhaltensstörungen in Zusam
menhang mit der unbefriedigenden Ehe- und Wohnsituation bzw. Stress- und Frustrationsintoleranz in reizstarker Umgebung berichtet. Auch die behandelnden Ärzte der Y._ massen der depressiven respektive hypomani
schen Symptomatik den wesentlichen Anteil an der Arbeitsunfähigkeit zu (vgl. Urk. 10/22/3) - wie sich auch aus der Kaskade der Diagnoseliste (Urk. 10/22/1) ergibt – und rechneten mit einer Wiederaufnahme der bisheri
gen Tätigkeit (Urk. 10/22/2-3).
4.5
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ergibt sich aus dem Bericht der Y._, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Ausritts (11. Februar 2014) noch nicht für arbeitsfähig erachtet wurde bei guter Prognose im weiteren Verlauf (Urk. 10/22/3). Als leicht eingeschränkt wurden das Konzentrationsvermö
gen, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit genannt (Urk. 10/22/5). Mit Bericht vom 26. April 2014, basierend auf der letzten Konsultation drei Tage vorher, berichtete Dr. A._ davon, dass die submanische Stimmungs
lage weiterbestehe, wobei er anlässlich der Behandlungssitzungen keine Symptome nennen konnte, sondern auf die starke Reizbarkeit, emotionale Instabilität und extreme Ungeduld im häuslichen Kontext sowie die persönli
che und berufliche Perspektivlosigkeit hinweist (Urk. 10/21/2). Problem bei der Berufstätigkeit sei seine psychotische bzw. Persönlichkeitsstörung, die ihm aktuell die für das Berufsleben erforderliche Anpassung verunmögliche (Urk. 10/21/3). Auch am 11. August 2014 berichtete Dr. A._ von affektiver Kontrolle und dass der Beschwerdeführer fähig sei, sich distanziert zu seiner Psychopathologie zu äussern, er sei aber innerlich dauernd gespannt und könne sich schlecht konzentrieren, sei lärmempfindlich und könne in Konfliktsituationen nicht adäquat reagieren (Urk. 10/31/2). Damit bringt Dr. A._ jedoch nicht eigene, objektive Symptome vor, sondern gibt die Ausführungen des Beschwerdeführers wieder. In Bezug auf den psychopathologischen Befund widerspricht er den anlässlich der Untersu
chung im RAD erhobenen objektiven Befunden nicht (Urk. 10/38/4). Auch dort berichtete der Beschwerdeführer von inadäquatem Verhalten in bestimmten Situationen (in der Schlange stehen vor Kasse oder Post, Kampf um Sitzplatz auf dem Schiff oder bei Ärger zu Hause; Urk. 10/38/2). Seitens der Leistungseinschränkung ist jedoch auf den erhobenen Befund abzustel
len, woraus sich auch aus den Erhebungen des behandelnden Psychiaters keine invalidenversicherungsrechtliche massgebliche Einschränkung mehr ergibt, seit die objektive Befundlage die bipolare affektive Störung als remittiert ausweist. Soweit med. pract. B._ den Zeitpunkt auf den Bericht von Dr. A._ vom 26. April 2014 festlegt, erscheint dies nachvollzieh
bar. In diesem Bericht stellte Dr. A._ lediglich noch eine submanische Stimmungslage (ohne nähere Angaben) bei gedanklich geordneter und for
mal wie inhaltlich adäquat kontrollierter Stimmungslage fest (Urk. 10/21/2). Hierzu ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die Lithiumbehandlung im Zeitpunkt der Untersuchung durch den RAD-Arzt abgesetzt hatte (vgl. Urk. 10/39/3). Ferner steht dieser Annahme auch die Mitteilung vom 15. Mai 2014 (Urk. 8/23) betreffend berufliche Eingliede
rungsmassnahmen nicht im Weg: Zum einen lagen zu jenem Zeitpunkt im Wesentlichen erst die Angaben des behandelnden Psychiaters vor (Urk. 8/21) sowie die mit der Anmeldung eingereichten Akten (Urk. 8/6) und das Proto
koll des Gesprächs im Rahmen der Früherfassung (Urk. 8/4). Zum anderen setzt der Anspruch auf berufliche Massnahmen nebst der objektiven Ein
gliederungsfähigkeit auch weitere Voraussetzungen voraus und vermag die Begründung den nachfolgenden Rentenentscheid nicht zu präjudizieren.
4.6
In psychiatrischer Hinsicht kann de
mnach dem nachvoll
zieh
baren und wider
spruchs
freien RAD-Untersuchungsbericht vom
8. Juni 2015
(Urk. 8/38) ohne weiteres gefolgt werden. Demzufolge ist der Beschwerdeführer seit dem 26. April 2014 in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsfähig zu erachten (E. 3.5).
5.
Damit ist die angefochtene Verfü
gung, mit welcher ein Rentenanspruch ver
neint wurde, nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vo
r dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und
dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.