Decision ID: d768b7d8-f9c3-5e8b-8c72-8586853fa304
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
Am 26. Februar 2015 (IV-act. 9; Eingangsdatum 4. März 2015) übermittelte die _
AHV-IV-FAK der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine an
Erstere gerichtete Anmeldung von A._, wohnhaft in _, zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung vom 5. Februar 2015, namentlich einer Rente (IV-act. 1), zur
Erstprüfung. Die Versicherte hatte angegeben, nach der Berufsschule (19_)
hierzulande eine Lehre als _ abgeschlossen und _ erwachsene Kinder zu haben.
Seit September 2007 sei sie (in der Schweiz) als Serviceangestellte tätig. Seit 2012
leide sie an Lupus erythematodes, Gelenkschmerzen (nach zweistündiger Arbeit stark),
Müdigkeit (mit mehrmals täglich Bedarf an langen Ruhephasen) und
Leistungsschwäche (infolge Einnahme sehr vieler Medikamente). In einem Fragebogen
hatte die Versicherte ergänzt, Knie, Rücken und Arme würden bei der sehr gern
ausgeübten Arbeit, die sie nicht vollständig missen wolle, überlastet. Es seien ihr aber
dennoch alle Tätigkeiten möglich, allerdings nicht für die volle Zahl an Arbeitsstunden.
A.a.
Die Arbeitgeberin gab in einer Bescheinigung vom 18. Februar 2014 (recte: 2015;
IV-act. 14) an, die Versicherte habe von September 2007 bis 11. Dezember 2014
während der betriebsüblichen Arbeitszeit von 3 bis 5.5 Stunden pro Tag bzw.
22 Stunden pro Woche gearbeitet, danach bis zum letzten Arbeitstag am 16. Dezember
2014 noch an zwei Stunden pro Tag bzw. 11 bis 12 Stunden pro Woche. Sie verdiene
einen Stundenlohn von Fr. 21.60 (einschliesslich Ferien- und Feiertagsentschädigung
von Fr. 0.40 und Fr. 1.90 und 13. Monatslohn von Fr. 1.50), pro Monat ca. Fr. 1'760.--
und pro Jahr ca. Fr. 23'000.--. Seit 17. Dezember 2014 sei die Versicherte zu 50 %
arbeitsunfähig und beziehe Krankentaggelder. Nach zwei Stunden Arbeit würden ihre
Leistungen zurückgehen.
A.b.
Dr. med. B._, Rheumatologie FMH, gab in seinem IV-Arztbericht vom 18. Mai
2015 (IV-act. 18) als Diagnosen bekannt (erstens) einen systemischen Lupus
erythematodes (SLE; mit u.a. Rheumafaktor positiv, Hypergammaglobulinämie,
A.c.
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Komplementverbrauch, Polyarthralgien/Arthritiden, Hautbefall), (zweitens) ein
chronisches lumbospondylogenes und intermittierendes Reizsyndrom L3 rechts (mit
u.a. Diskussequester im Recessus L3/4 mit u.a. Kompression der rechten
Nervenwurzel L3, mässiger Spinalkanalstenose L3/4 und grenzwertig L2/3), (drittens)
beginnende Gonarthrosen bds. (mit u.a. St. n. KAS rechts und links), (viertens) eine
Polyglobulie und (fünftens) ein vaskuläres Risikoprofil mit Adipositas und
Nikotinabusus. Im MR des Schädels hätten sich flächige Gliosezonen im Marklager der
Grosshirnhemisphären gezeigt, differentialdiagnostisch würden postischämische
Veränderungen im Rahmen einer Vaskulitis vermutet, ggf. könnte ein Zusammenhang
mit einem Phospholipid-Syndrom bestehen. Klinisches Korrelat seien wiederkehrende
Kopfschmerzen. Es werde wegen der Grunderkrankung eine erweiterte
Immunotherapie durchgeführt. Er habe ab 17. Dezember 2014 eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % attestiert, seit 23. April 2015 sei die Versicherte nun wegen des radikulären
Schmerzsyndroms voll arbeitsunfähig. Sie sei infolge der verschiedenen Erkrankungen
eingeschränkt belastungsfähig und es sei mittel- bis langfristig nicht mit einer
Besserung der (gemeint wohl: 50-prozentigen) Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
In einem Strategie-Protokoll vom 26. Oktober 2015 (IV-act. 32) wurde
festgehalten, es seien die Voraussetzungen für einen Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen in Form von Arbeitsvermittlung (Arbeitsplatzerhaltung und
Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf das Vorniveau) erfüllt. - Nach einem
Abklärungsgespräch bei der Versicherten zuhause vom 17. September 2015 hielt die
IV-Eingliederungsverantwortliche am 18. September 2015 (IV-act. 33) fest, die
Versicherte nehme bereits ein Pensum von 30 % wahr, das sich gemäss
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung
allenfalls steigern lasse. Die Versicherte habe berichtet, es gehe ihr gesundheitlich
insgesamt besser (geringere Schmerzen nach Infiltration und vorübergehender
Opiateinnahme; keine Operation vorgenommen). Sie wolle an ihrem bisherigen
Arbeitsplatz verbleiben. Ihr momentanes Arbeitspensum von etwa 30 %, das etwa der
Hälfte des vormaligen Pensums entspreche, zu erhöhen, sehe sie sich längerfristig
nicht mehr in der Lage, da sie damit an die körperlichen Grenzen stosse. Am 30. März
2016 (IV-act. 38) wurde Letzteres erneut bestätigt, worauf die beruflichen Massnahmen
gleichentags abgeschlossen wurden (Mitteilung IV-act. 40).
A.d.
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Dr. B._ gab im Arztbericht vom 30. Mai 2016 (IV-act. 45) an, infolge einer
Besserung sei ab Mitte Juli 2015 nach der vollen Arbeitsunfähigkeit ein stufenweiser
Wiedereinstieg in die Tätigkeit als Serviceangestellte erfolgt. Die
Rückenschmerzsymptomatik habe sich deutlich stabilisiert. Ab Ende August (sc. wohl
2015) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Eine Steigerung des Pensums sei nicht
möglich. Nebst den Rücken- und Knieschmerzen, die seit der Reduktion des
Arbeitspensums auf 50 % besser erträglich seien, leide die Versicherte - im Rahmen
der Grunderkrankung - auch an einem ausgeprägten Fatigue-Syndrom, weshalb die
körperliche Belastbarkeit in einer allfälligen angepassten Verweisungstätigkeit
schwierig einzuschätzen sei.
A.e.
Das _spital hatte am 14. Februar 2016 (IV-act. 52) u.a. von einer Pneumonie links
(vgl. auch IV-act. 49) berichtet und die Versicherte bis 21. Februar 2016 voll
arbeitsunfähig geschrieben.
A.f.
Am 18. April 2016 (IV-act. 42) teilte die Krankentaggeldversicherung der
Versicherten mit, sie richte ein Taggeld aus. Am folgenden Tag (Fremd-act. 1-1) reichte
sie ihre Akten ein, darunter zahlreiche Arbeitsunfähigkeitszeugnisse. Ausserdem hatte
_ Dr. med. C._, Chefarzt Neurochirurgie, am 19. Juni 2015 (Fremd-act. 1-9 f.)
mitgeteilt, es liege bei der Versicherten ein lumbales Wurzelkompressionssyndrom
rechts bei engem Wirbelkanal und Diskushernien LWK 2/3 und LWK 3/4 rechtsbetont
vor. Sie leide an einer Lumboischialgie rechts mit anfangs sehr starken, nun eher etwas
rückläufigen Schmerzen im rechten Bein, insbesondere in der rechten Leiste, und an
einer leichten Hüftbeugerparese. Er habe zur Operation im Sinn einer Dekompression
und Nukleotomie LWK 2/3 und LWK 3/4 rechts raten müssen. Die Versicherte wolle
davon zurzeit infolge der eingetretenen Besserung noch absehen, bleibe aber auf die
Einnahme von täglich zweimal 10 mg Targin angewiesen und sei zurzeit nicht
arbeitsfähig.- Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hatte am
20. Januar 2016 (Fremd-act. 1-7) erklärt, es bestünden drei Leiden, nämlich die
Spinalkanalstenose mit lumbalen Diskushernien, welche eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % als Serviceangestellte nachvollziehbar erscheinen lasse, dann ein systemischer
Lupus erythematodes, der bei ihr medikamentös offensichtlich schwierig in den Griff zu
bekommen sei, was mit einer Einschränkung des Allgemeinzustands einhergehe, und
schliesslich Gonarthrosen, welche die Arbeitsfähigkeit im Service, aber auch jene auf
A.g.
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dem freien (wohl: allgemeinen) Arbeitsmarkt einschränkten und bezüglich welcher die
Versicherte wahrscheinlich um Eingriffe nicht herumkommen werde. Die
Arbeitsunfähigkeit von derzeit 50 % sei deshalb ausgewiesen und er teile die
Auffassung des Rheumatologen, dass es kaum zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
kommen werde.
In einem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt
(IV-act. 53-1 und 53-3 ff.) gab die Versicherte am 14. Juni 2016 an, sie sei derzeit zu 10
bis 12 Stunden pro Woche erwerbstätig, die Reduktion um etwa dasselbe Mass sei im
Dezember 2014 aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Ohne Behinderung würde sie
einer Erwerbstätigkeit im Service im Umfang von 60 % nachgehen. Nicht oder nur
teilweise möglich seien ihr das Heben schwerer Pfannen und anderer schwererer
Gegenstände, die Fensterreinigung, der Grosseinkauf und das Tragen des
Wäschekorbs zur Maschine.
A.h.
Auf Empfehlung des RAD vom 8. Juli 2016 (IV-act. 54) wurde am 10. August 2016
(IV-act. 57) eine monodisziplinäre rheumatologische Begutachtung bei Dr. med. E._,
Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. Rheumatologie, in Auftrag gegeben (Mitteilung
IV-act. 56). Weil ihr bei mehrsegmentärer Einengung des Spinalkanals zu einer
operativen Dekompression geraten worden sei, ersuchte die Versicherte am
13. September 2016 um Verschiebung der Begutachtung (vgl. IV-act. 59 f.). Dr. B._
erachtete die Verschiebung am 19. September 2016 als sinnvoll (vgl. IV-act. 60; die
Operation sei im Oktober vorgesehen).
A.i.
Am 29. September 2016 (IV-act. 69) wurden eine Laminektomie L3 rechts, eine
Diskektomie L3/4 von rechts und Entfernungen des kranial luxierten
Bandscheibenvorfalls subligamentär und des rezessal bis foraminal reichenden
Bandscheibenvorfalles L2/3 rechts vorgenommen. Der Operateur Dr. med. F._,
Neurochirurgie FMH, gab im Austrittsbericht vom 12. Oktober 2016 (IV-act. 68) über
den Aufenthalt der Versicherten vom 28. September bis 2. Oktober 2016 in der Klinik
bekannt, die Operation sei bei Claudicatio spinalis mit radikulärer Reizung L3 und L2
rechts bei fortgeschrittener Degeneration der LWS mit Torsionsskoliose und
Diskopathien, kaudal luxiertem Bandscheibenvorfall L2/3 rechts und rezessal und
kranial luxiertem Bandscheibenvorfall L3/4 rechts erfolgt. Die Versicherte sei nur noch
A.j.
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in vornüber geneigter Position stehfähig gewesen und habe intensivste proximale
Oberschenkelschmerzen sowie eine Quadrizeps- und Iliopsoasparese von M3-M4
gehabt. Schon sechs Stunden nach der Operation habe sie eine deutliche Besserung
der Beschwerdesymptomatik wahrgenommen, nach 24 Stunden habe sich die ihr
mögliche Gehstrecke deutlich verlängert. Für die nächsten zwei bis drei Wochen
bestehe volle Arbeitsunfähigkeit. - Am 26. Oktober 2016 (IV-act. 67) berichtete der Arzt,
die Versicherte benenne eine weiterhin persistierende Schmerzsensation im proximalen
und distalen Oberschenkelbereich rechts nach Zurücklegung einer gewissen
Gehstrecke, zusätzlich neu auch linksseitig inguinale Schmerzen. - In einem weiteren
Austrittsbericht vom 18. November 2016 (IV-act. 74) über einen Klinikaufenthalt vom
11. bis 16. November 2016 wurde bekanntgegeben, nach initial fast unmittelbarer
vollständiger Beschwerdefreiheit hätten die lumbovertebralen Schmerzen der
Versicherten zugenommen und die Einschränkung der möglichen Gehstrecke sei
wieder zurückgekehrt. Bei mikrobiologisch nachgewiesenem Wundinfekt habe sie
notfallmässig hospitalisiert werden müssen. Am 12. November 2016 (IV-act. 73) sei
wegen progredienter lumbovertebraler Schmerzen bei tiefliegendem abszedierendem
Wundinfekt nach Laminektomie L3 rechts eine operative Revision (Abszessentlastung,
Wundrevision, Teilentfernung eines Rezidivsequesters, IV-act. 74) vorgenommen
worden. Mittelfristig stelle sich die Frage nach einer weiteren operativen Versorgung
zur Spondylodese, um die progrediente Skoliosierung der LWS therapeutisch
anzugehen (vgl. IV-act. 74). - Am 24. November 2016 (IV-act. 75) teilte Dr. F._ mit, es
sei vorgesehen, eine Zweitmeinung von der Orthopädie am Kantonsspital St. Gallen
einzuholen. Am 15. Dezember 2016 (IV-act. 84) gab er bekannt, es zeigten sich nebst
einer subkutanen Flüssigkeitseinlagerung klare Instabilitätszeichen, die eine
stabilisierende Intervention notwendig werden lasse. - Die Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St. Gallen
(Wirbelsäulenchirurgie, Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates) gab in einem Bericht vom 11. Januar 2017
(IV-act. 86) als Diagnosen eine persistierende rechtsseitige Femoralgie und chronische
belastungsabhängige Lumbalgien an. Als strukturelles Korrelat der
belastungsabhängigen Lumbalgien zeige sich eine deutliche linkskonvexe degenerative
Lumbalskoliose mit 34°. Auf den Etagen L2 und L3 würden die Foramina konsekutiv
eingeengt, auf letzterer Höhe bestehe ferner eine Diskushernie foraminal bis
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extraforaminal. Eine erneute Dekompression würde wegen der Skoliose wenig Erfolg
versprechen, es sei eine Aufrichtungsspondylodese Th10-S1 oder allenfalls bis zum
Ilium angeraten worden. Osteoporose und Nikotinabusus stellten ungünstige Faktoren
dar. Ausserdem sei bei hohem Opiatbedarf die Medikation zu optimieren. - Die Klinik
für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (Dr. med. H._) hatte am 29. August
2016 (IV-act. 91) berichtet, die Versicherte leide an einer therapieresistenten
Lumbofemoralgie rechts und einer neurogenen Claudicatio spinalis-Symptomatik.
Klinisch hätten sich mit Ausnahme einer seit mehr als einem Jahr bekannten
Hypästhesie im ventrolateralen Oberschenkel rechts keine neuen neurologischen
Defizite gezeigt. Kernspintomographisch bestehe nebst einer Rezessusstenose L1/2
rechts eine degenerative, vor allem diskogen bedingte Wirbelkanalstenose L2 - L4. Es
werde eine Dekompression L1 - L4 rechts empfohlen.
Am 13. Juli 2017 (IV-act. 95-1 f.) gab Dr. B._ bekannt, es seien eine intensivierte
ambulante Schmerztherapie mit Ausbau der Analgesie durch Schmerzmodulatoren und
Opiate und stationäre Spitalaufenthalte nötig gewesen. Die Versicherte habe deutlich
an Gewicht abgenommen. Bei einem Verlaufs-MR habe sich der hochgradige Verdacht
auf eine Spondylodiszitis mit Wirbelkörperosteolyse und Psoasabszess ergeben. Am
17. Juli 2017 werde eine Abszess-Biopsie erfolgen und am 27. Juli 2017 wäre eine
Revisionsoperation geplant. Die Versicherte sei weiterhin voll arbeitsunfähig. Beigelegt
wurden zwei Berichte der Klinik I._ vom 5. April 2017 und vom 6. Juli 2017 (IV-
act. 95-3 ff.).
A.k.
Die Klinik I._ (Wirbelsäulenchirurgie, Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) reichte am 13. September
2017 (IV-act. 98) u.a. einen Operationsbericht vom 24. Juli 2017 (IV-act. 98-9 ff.:
absolute Operationsindikation, weil andernfalls mit Lähmung zu rechnen und Gefahr
einer lebensbedrohlichen Sepsis) und einen Austrittsbericht vom 4. August 2017 (IV-
act. 98-5 ff.) ein. In Letzterem war die Spondylodiszitis L3/4 mit Wirbelkörperosteolyse
L4, Subluxation und grosser segmentaler Instabilität diagnostiziert worden. Bei der
Operation seien eine Infektrevision und eine instrumentierte Korrekturspondylodese mit
Reposition Subluxation L3/4, eine Stabilisation L2-L5, eine TLIF L2/3 rechts, L4/5 links,
ein partieller Wirbelkörperersatz L4 über TLIF Zugang von links, eine Vertebroplastik
transpedikulär L2-L5 und eine Dekompression L2-L5 erfolgt. - In einem Bericht vom
A.l.
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5. September 2017 (IV-act. 98-2 ff.) war beschrieben worden, bei der Kontrolle sechs
Wochen nach der Operation habe die Versicherte erklärt, die präoperativ
ausstrahlenden Beinschmerzen rechts seien komplett verschwunden und die Haltung
des Oberkörpers habe sich verbessert. Die Versicherte fühle sich allerdings vor allem
wegen der Antibiotika-Einnahme (noch bis Mitte Oktober 2017 geplant) schwach und
seit einiger Zeit bestünden linksseitige Leistenschmerzen. Diese seien am ehesten auf
eine beginnende Coxarthrose zurückzuführen oder im Rahmen der Grunderkrankung
zu sehen. Die Opiate seien langsam zu reduzieren. Es bestehe weiterhin volle
Arbeitsunfähigkeit. - Am 1. November 2017 (IV-act. 122) wurde dargelegt, drei Monate
postoperativ habe die Versicherte berichtet, praktisch keine lumbalen
Rückenschmerzen zu haben und auch die Ausstrahlung in die Leiste und jene in die
Beine seien verschwunden. Zwischenzeitlich seien starke Beschwerden seitens des
Lupus erythematodes aufgetreten, die regredient seien. - Am 9. Februar 2018 (IV-
act. 116) wurde von einem ein halbes Jahr nach der Operation vorliegenden weiterhin
guten Verlauf berichtet. - Am 12. Oktober 2017 (IV-act. 109) hatte der RAD noch einen
instabilen Gesundheitszustand angenommen, der versicherungsmedizinisch noch nicht
abschliessend eingeordnet werden könne.
Dr. B._ hatte inzwischen am 18. Dezember 2017 (IV-act. 114) mitgeteilt, die
Schmerzsituation der Versicherten habe sich deutlich gebessert, doch bestehe
weiterhin ein Opiatbedarf bei ausgedehnten bewegungsabhängigen Schmerzen der
LWS und deutlicher muskulärer Dekonditionierung. Wie der RAD am 16. März 2018 (IV-
act. 119) festhielt, teilte Dr. B._ ihm damals mit, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich einigermassen stabilisiert. Der Verlauf nehme sich gemessen an
der hochdelikaten Problematik, die in der Klinik I._ habe bewältigt werden müssen,
erfreulich gut aus. Die Versicherte habe stark an Gewicht abgenommen und es bestehe
immer noch eine Opiatabhängigkeit, allerdings sei eine starke Reduktion der Dosis
gelungen. Er sehe sich angesichts des hochkomplexen Gesundheitsschadens
ausserstande, die Arbeitsfähigkeit festzulegen, schätze sie aber approximativ auf ca.
50 % ein. Der RAD befürwortete eine Haushaltabklärung und eine nachfolgende
rheumatologische Begutachtung.
A.m.
Am 4. Juni 2018 (IV-act. 123) erfolgte die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt.
Gemäss dem Bericht hat die Versicherte angegeben, von 2004 bis 2009 in einem
A.n.
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Pensum von 50 % als Produktionsmitarbeiterin tätig gewesen zu sein und ab
September 2007 im Service, und zwar bis 2009 als Aushilfe (mit Fr. 1'000.-- bis
Fr. 2'000.-- Einkommen pro Jahr), nach Aufgabe der Stelle als Produktionsmitarbeiterin
dann ansteigend auf ein Pensum von 50 bis 60 % bzw. an ca. 28 Stunden pro Woche.
Bei guter Gesundheit würde sie weiterhin im bisherigen Ausmass von 60 % als
Serviceangestellte arbeiten. Im Vordergrund stünden die Freude an der Arbeit und die
zwischenmenschlichen Kontakte, und natürlich gebe es auch einen wirtschaftlichen
Aspekt. Betreuungsaufgaben habe sie keine. Sie habe stets zum Lebensunterhalt und
zu Extras ihren Teil beigesteuert. Der IV-Abklärungsbeauftragte hielt fest, die
Versicherte stelle sich ihrer Situation positiv, mache das Beste daraus und habe sich
bereits einige Hilfsmittel zugelegt, u.a. zwei Hochbetten, was auf die bestehende
Problematik hinweise. Er ermittelte im Haushaltsanteil von 40 % (Differenz von 100 %
zur Erwerbstätigkeit von 60 %) keine Einschränkung. Die Versicherte habe im Bereich
der Ernährung (von 47 % des Haushaltsbereichs) eine Einschränkung von 25 %, bei
der Wohnungspflege (22 %) eine solche von 50 % und beim Einkauf und weiteren
Besorgungen (12 %) sowie bei der Wäsche und Kleiderpflege (8 %) je eine solche von
25 %, total eine Einschränkung von 27.75 %, geltend gemacht. Weil den
Familienangehörigen eine Mithilfe von 60 bis 90 Minuten pro Tag
rechtsprechungsgemäss zumutbar sei, könnten die 21 Minuten bei der Ernährung und
die 20 Minuten bei der Wohnungspflege vom Ehemann übernommen werden. Auch bei
der Wäsche und Kleiderpflege müsse dessen Unterstützung eingefordert werden, doch
sei auch verständlich, dass die Versicherte diese Arbeit - mit grösserem Zeitaufwand -
selbst besorge. Die notwendige Unterstützung beim Einkauf sei minim. Damit sei
insgesamt eine Schadenminderungspflicht von rund 28 % bzw. 50 Minuten pro Tag bei
einem Gesamtaufwand von 3.03 Stunden berücksichtigt worden. Die langdauernde
Krankheit habe am 17. Dezember 2014 begonnen. Bei einer Einschränkung von 50 %
bezüglich des Erwerbsteils von 60 % ergebe sich eine Invalidität von insgesamt 30 %.
Im Verlauf des dritten Monats (sc. voller Arbeitsunfähigkeit) nach der ersten Operation
vom September 2016, d.h. im Dezember 2016, resultiere eine jahresdurchschnittliche
Einschränkung von 40 %. Die Versicherte habe daher ab 1. Dezember 2016 Anspruch
auf eine Viertelsrente, drei Monate später, d.h. ab 1. März 2017, auf eine ganze Rente.
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Am 4. Dezember 2018 (IV-act. 129) erstattete Dr. E._ das internistisch-
rheumatologische Gutachten (Begutachtung am 2. Oktober 2018). Er gab bekannt, als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen vor (teilweise verkürzt
wiedergegeben, erstens) eine fortgeschrittene linksbetonte und beidseits aktivierte
Pangonarthrose mit degenerativen Meniskopathien mit Kniegelenksarthroskopie links
02/05, 08/05 und 03/15, Kniegelenksarthroskopie rechts 08/11 und Genua vara, und
(zweitens) eine aufgehobene LWS-Beweglichkeit und ein anamnestisch
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit u.a. Laminektomie L3 rechts, Diskektomie
L3/4 von rechts und Entfernung des Bandscheibenvorfalls L2/3 rechts am 29.09.2016,
oberflächlicher und tiefer Wundrevision am 12.11.2016 und Infektrevision am
24.07.2017. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, aber von Krankheitsrelevanz sei
der systemische Lupus erythematodes (mit u.a. sekundärem Raynaudsyndrom und
Polyarthralgien/-arthritiden), bei aktuell klinischer Remission. Daneben bestünden
weitere Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (etwa Senkfüsse bds.). Eine
berufliche Reintegration in die zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit als Serviceangestellte
sei aufgrund des deutlich eingeschränkten Belastungsprofils der Wirbelsäule und der
Kniegelenke nicht sinnvoll. Diesbezüglich sei die Versicherte seit spätestens August
2016 dauerhaft arbeitsunfähig. Davor sei eine schlüssige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit nicht möglich. Es gebe keine sicheren
Hinweise auf eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % bezogen auf ein
volles Pensum. Auch andere körperlich mittelschwere und schwere berufliche
Tätigkeiten und Arbeiten, die ein hilfsmittelfreies Gehen über längere Strecken, ein
Treppensteigen ohne Handlauf oder mit gleichzeitigem Tragen von leichten Lasten
oder längeres Stehen erforderten, seien dauerhaft zu vermeiden bzw. nicht möglich. In
körperlich leichten, wechselbelastenden und überwiegend sitzend auszuführenden
beruflichen Tätigkeiten ohne Heben/Tragen von Lasten über 5 kg, ohne längerdauernde
Wirbelsäulenzwangshaltungen, ohne repetitive Wirbelsäulenflexionen/-extensionen und
insbesondere ohne Wirbelsäulentorsionen und ohne im Knien oder in der Hocke
auszuführende Arbeiten bestehe aus rheumatologischer Sicht spätestens ab dem
Zeitpunkt des Gutachtens eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, wahrscheinlich bereits ab
1. November 2017. Von August 2016 bis Oktober 2017 sei für alle beruflichen
Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Vor August 2016 lasse sich eine
Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % diesbezüglich aufgrund der vorhandenen
A.o.
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medizinischen Akten retrospektiv nicht begründen. Nach der Implantation von
Knietotalendoprothesen bds. könne mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
gerechnet werden; aufgrund der persönlichen Erfahrungen mit den
Wirbelsäuleneingriffen sei die Versicherte einem erneuten operativen Eingriff gegenüber
aber (verständlicherweise, vgl. IV-act. 129-27) skeptisch. - Der RAD schloss sich dem
Gutachten an (vgl. IV-act. 130).
Mit Vorbescheid vom 5. Februar 2019 (IV-act. 134) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten eine
Abweisung ihres Leistungsgesuchs um eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 30 %
in Aussicht. Im Einkommensvergleich ergebe sich eine Einschränkung von 50 %,
bezogen auf das Teilpensum von 60 % entsprechend eine solche von 30 %. Im
Haushaltteil von 40 % bestehe dagegen keine Einschränkung.
A.p.
Dr. B._ erhob am 11. März 2019 (IV-act. 136) einen von der Versicherten
mitunterzeichneten Einwand (vgl. ausserdem IV-act. 140-2). Die Versicherte sei
polymorbid, befinde sich in Dauer-Physiotherapie, sei auf eine Daueranalgesie
einschliesslich Opiat-Medikation angewiesen und stehe unter einer immunsuppressiven
Therapie des - intermittierend aktiven - Lupus erythematodes. In diesem
Zusammenhang leide sie seit Jahren an einem Fatigue-Syndrom. Intermittierend
komme es zu schubartigen Polyarthralgien und Kopfschmerzen, die sich lediglich
durch passagere Erhöhung der Steroidtherapie bessern liessen. Das müsse ergänzend
bei der zumutbaren Belastbarkeit berücksichtigt werden, zumindest mit einem
erhöhten Erholungsbedarf. Es sei grundsätzlich schwierig nachvollziehbar, dass die
Versicherte im Erwerb zu 50 % arbeitsfähig sein solle, insbesondere da sie gleichzeitig
den Haushalt führen müsse. Die Tätigkeiten im Haushalt könnten zudem kaum
mehrheitlich im Sitzen ausgeführt werden. Dass sie von Familienangehörigen dabei
Hilfe bekomme (nötig beim Rasenmähen, Reinigen von Treppen, Fenstern und
Duschkabine/Badewanne sowie beim Zehennägelschneiden), sei schön, könne jedoch
bei der Abschätzung des Invaliditätsgrads nicht bewertet werden. Bei entsprechender
Belastung habe die Versicherte deutlich mehr Rückenschmerzen und brauche
Erholungsphasen. Daher sei aus medizinischer Sicht nachvollziehbar, dass sie, wie sie
dafürhalte, die zugemutete Belastung mit Erwerb und Haushalt in der Summe nicht
bewerkstelligen könne, auch wenn sie sich die Haushaltarbeiten einteilen könne.
A.q.
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Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 (IV-act. 144) nahm der Gutachter zum Einwand
Stellung. Die seit Jahren bestehende Fatigue-Symptomatik sei multifaktorieller Genese
und könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die entzündliche
rheumatische Systemerkrankung zurückgeführt werden. Diesbezüglich sei auf die
installierte Opiattherapie hinzuweisen. Die chronische Fatigue sei bei der Begutachtung
auch auf gezielte Befragung hin nicht erwähnt worden. Die Versicherte habe vielmehr
von einer Besserung der chronischen Müdigkeit unter der medikamentösen
Behandlung des SLE berichtet. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzungen ergäbe sich
nichts Neues. Das Ergebnis des Haushaltabklärungsberichts sei aus gutachterlicher
rheumatologischer Sicht nachvollziehbar gewesen. Zum Zeitpunkt des Gutachtens
habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten als Hausfrau bei
allfälliger Teilerwerbstätigkeit nicht gerechtfertigt geschienen, auch nicht unter
Würdigung der qualitativen Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Unter
Berücksichtigung der aktuell aufgeführten Einschränkungen liesse sich eine
Einschränkung von maximal 20 % begründen. Bei einer Einstufung als zu 60 %
Erwerbstätige und zu 40 % im Haushalt Arbeitende bedürfe die Versicherte gemäss
dem geschilderten Tagesablauf einer verlängerten Mittagsruhe, welche die gleichzeitige
Bewältigung eines Teilzeitarbeitspensums von 50 % und des Pensums als Hausfrau
nicht massgeblich tangiere. Bei der Verrichtung der Haushaltarbeiten könne die
Versicherte wiederholt Pausen einlegen, bei welchen sie sich sitzend ausruhen könne.
Daher bestehe kein Widerspruch in der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in den beiden
Bereichen.
A.r.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2019 (IV-act. 146) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch der Versicherten ab. Vor August
2016 sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Von August 2016 bis Oktober 2017
bzw. bis zum Ablauf einer an die Operation vom Juli 2017 anschliessenden
dreimonatigen Rekonvaleszenz sei die Versicherte im Erwerb voll und im Haushalt zu
25 % arbeitsunfähig gewesen, nach der Verbesserung durch die dritte Operation vom
Juli 2017 im Erwerb noch zu 50 % und im Haushalt nicht mehr. Der
Einkommensvergleich ergebe eine Einschränkung von 50 % (Valideneinkommen
Fr. 54'783.--, Invalideneinkommen Fr. 27'397.--). Damit resultiere bei gemischter
Methode ein Invaliditätsgrad von insgesamt 30 % (0.6 mal 50 %).
A.s.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 14. August 2019 (act. G 3;
vgl. auch act. G 1). Die Beschwerdeführerin beantragt eine zweite, unabhängige
rheumatologische Abklärung und sinngemäss die Zusprache einer Rente. Es sei ihr
weder eine Tätigkeit im Stehen noch eine solche im Sitzen möglich. Dem beigelegten
Bericht der Klinik I._ vom 16. Juli 2019 lasse sich entnehmen, dass sich der Zustand
ihrer Bandscheibe weiterhin verschlechtere. - Die Klinik I._ (PD Dr. J._) hatte im
genannten Bericht (act. G 3.2) festgehalten, die Beschwerdeführerin sei bei der letzten
Kontrolle relativ beschwerdearm gewesen. Sie berichte über eine seitherige gewisse
Schmerzzunahme im oberen Bereich der Instrumentation und gehäuft auch Richtung
rechte Leiste ausstrahlende Schmerzen, vor allem bei körperlichen Aktivitäten. Zwei
Jahre nach der Operation zeige sich (in einem Röntgenbild der LWS vom 16. Juli 2019)
eine im Vergleich zu den Voraufnahmen progrediente Anschlusssegmentdegeneration
L1/2 mit deutlicher Verschmälerung des Bandscheibenfaches und Verlust der
segmentalen Höhe, welche die vermehrten lumbalen Schmerzen erkläre. Zu empfehlen
seien physiotherapeutische Massnahmen, allenfalls eine Facettengelenkinfiltration und/
oder L1-Wurzel-Infiltration.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin
eine teilweise Gutheissung der Beschwerde und Zusprache einer auf die Zeit vom
1. August 2017 bis 31. Januar 2018 befristeten ganzen Rente gemäss Rz 4015 ff. (sc.
wohl insbesondere Rz 4018) des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH). Es
sei sehr unwahrscheinlich, dass vor Erlass der Verfügung eine Verschlechterung
eingetreten sei, hätte sich doch dann Dr. B._ in seiner Stellungnahme kurz davor
entsprechend geäussert. Der Beschwerdeführerin werde empfohlen, sich neu
anzumelden, damit der RAD prüfen könne, ob eine Verschlechterung seit Erlass der
Verfügung glaubhaft sei. Die Beschwerdeführerin habe seit jeher in Teilzeit gearbeitet.
Anhaltspunkte für eine anderweitige Aufteilung bestünden nicht. Eine Nichtanwendung
der gemischten Methode wäre unrechtmässig. Dem Abklärungsbericht sei die
erforderliche Beweiskraft zuzugestehen.
D.
Von der ihr mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat die Beschwerdeführerin keinen Gebrauch
gemacht.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/26
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Considerations:
Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 14. Juni 2019, mit welcher die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch abwies. Sie hielt darin fest, sie habe damit das Gesuch vom
März 2015 beurteilt. In der Beschwerdeantwort beantragt sie eine teilweise
Gutheissung der Beschwerde und Zusprache einer befristeten Rente für die Zeit vom
1. August 2017 bis 31. Januar 2018. Die Beschwerdeführerin beantragt eine erneute
rheumatologische Abklärung sowie sinngemäss Rentenleistungen.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG.
2.2.
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen versicherten Personen ist
gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). - Nach
Art. 5 Abs. 1 IVG bestimmt sich die Invalidität bei versicherten Personen mit
vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/26
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St.Galler Gerichte
3.
Unbestrittenermassen (und nach überwiegender Wahrscheinlichkeit) ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall zu 60 %
erwerbstätig (und dementsprechend zu 40 % im Haushalt tätig) wäre, weshalb ihre
Invalidität nach der gemischten Methode mit einer entsprechenden Aufteilung in einen
Erwerbsteil von 60 % und einen Haushaltteil von 40 % zu bemessen ist.
4.
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, nach Art. 8 Abs. 3 ATSG. Nach dieser
letztgenannten Bestimmung gelten volljährige solche versicherten Personen als invalid,
wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Gemäss Art. 28a IVG wird bei nicht erwerbstätigen versicherten Personen, die im
Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht
zugemutet werden kann, für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen (Abs. 2; spezifische Methode). - Bei versicherten Personen, die nur zum Teil
erwerbstätig sind (oder unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten mitarbeiten), wird die
Invalidität gemäss Art. 28a Abs. 3 IVG für diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt.
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese
Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und
der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in
beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. schon BGE 102 V 165).
2.4.
Hinsichtlich des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin hat sich die Beschwerdegegnerin bei der Begründung des Antrags
in ihrer Beschwerdeantwort offenbar auf das Ergebnis der rheumatologischen
Begutachtung durch Dr. E._ vom 2. Oktober 2018 (Gutachten vom 4. Dezember
2018) gestützt.
4.1.
Zunächst lässt sich dazu festhalten, dass der Gutachter der Rheumatologie die
Vorakten zur Kenntnis nahm (vgl. IV-act. 129-4 ff.) und ergänzende Akten einholte (vgl.
IV-act. 129-3); er machte konventionelle Röntgenaufnahmen (vgl. IV-act. 129-3 und
-21 f.: von Thorax stehend dv und von Kniegelenken links und rechts ap im
4.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/26
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Einbeinstand und seitlich) und liess die Laborbefunde erheben (vgl. IV-act. 129-3),
erfragte von der Beschwerdeführerin die geklagten Beschwerden und erhob die
Anamnese (vgl. IV-act. 129-14 ff.) sowie die Untersuchungsbefunde (vgl. IV-
act. 129-20 ff.).
Die Beschwerdeführerin hatte ihm im Oktober 2018 u.a. berichtet, es bestünden
Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit beim Heben/Tragen von Lasten
(ab Boden nur bezüglich leichter Gegenstände möglich) und beim Stehen. Gehen
könne sie an Wanderstöcken maximal eine halbe Stunde ohne Pause, bergauf
allerdings nicht. Treppensteigen könne sie nur mit Benutzung eines Handlaufs.
Langsames Bücken sei möglich; geschehe es repetitiv, so würden jedoch lumbale
Schmerzen mit Ausstrahlungen in die rechte Inguina (von 0 bis 5, sc. wohl auf der VAS-
Skala) auftreten. Sie verspüre eine Kraftlosigkeit in den Knien und in diesen Gelenken
liege eine Schmerzintensität von 2 bis 8 vor. Bei den Haushaltarbeiten benötige sie
wiederholte Pausen; nach maximal einer halben Stunde müsse sie sich hinsetzen (vgl.
IV-act. 129-25). - Der Gutachter gab bekannt, die Beschwerden seien konsistent und
plausibel geschildert worden und sie hätten mit den objektivierbaren pathologischen
Befunden korreliert. Die geltend gemachten Einschränkungen der körperlichen
Belastung beim Stehen und Gehen und bei rückenbelastender Arbeit seien
nachvollziehbar (vgl. IV-act. 129-27).
4.3.
Die Begutachtung erscheint nach dem Dargelegten vollständig. Der Gutachter hat
soweit ersichtlich alle geklagten und aktenkundigen gesundheitlichen Schädigungen
berücksichtigt (vgl. Befunde und Diagnosen).
4.4.
Er schloss, die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Serviceangestellte seit spätestens August 2016 dauerhaft voll arbeitsunfähig, bis
Oktober 2017 sei sie es auch für alle anderen beruflichen Tätigkeiten gewesen. Für
angepasste Tätigkeiten mit ihren zahlreichen beschriebenen (vgl. IV-act. 129-28)
Beschränkungen bestehe seit 1. November 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit von
50 %. Diese Einschätzungen erscheinen zunächst gutachterlich nachvollziehbar
begründet.
4.5.
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt äusserte sich der
Gutachter erst in der Stellungnahme vom 28. Mai 2019. Er hielt dafür, der
Haushaltabklärungsbericht sei aus gutachterlicher rheumatologischer Sicht
nachvollziehbar gewesen. Es könne angenommen werden, dass die
Beschwerdeführerin die anfallenden Haushaltarbeiten selbständig einteilen und
zwischendurch Pausen einlegen könne. Die punktuelle Mithilfe von
4.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/26
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Familienangehörigen habe dazu geführt, dass keine prozentuale Einschränkung
resultiert habe. Eine Einschränkung in diesem Tätigkeitsbereich sei zum Zeitpunkt der
Begutachtung bei allfälliger Teilerwerbstätigkeit nicht als gerechtfertigt erschienen.
Auch unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin (gemäss dessen
Einwandschreiben vom 11. März 2019) Dr. B._ gegenüber beschriebenen
Beeinträchtigungen liesse sich rheumatologisch eine Einschränkung der (spezifischen)
Arbeitsfähigkeit von maximal 20 % begründen. Die verlängerte Mittagsruhe, welche die
Beschwerdeführerin nach ihren Angaben benötige, tangiere die gleichzeitige
Bewältigung eines Teilzeiterwerbspensums von 50 % (entsprechend der
Arbeitsfähigkeit) und des Haushalts (Anteil von 40 %) nicht.
Bei der Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode wird gemäss dem
am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV in einem ersten Schritt
das Erwerbseinkommen, das durch die Teilerwerbstätigkeit erzielt werden könnte, auf
eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet, mit welchem ein Einkommensvergleich
gemacht wird (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG). Und gemäss Art. 27 Abs. 4 IVV wird für die
Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung der versicherten Person
im Aufgabenbereich der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, da die versicherte Person nicht invalid
geworden wäre, ermittelt. - In einem zweiten Vorgang erfolgen je Gewichtungen der
Resultate, nämlich eine solche betreffend den Erwerbsteil anhand des hypothetischen
Beschäftigungsgrads als nicht invalide Person (vgl. Art. 27 Abs. 3 lit. b; hier von
60 %) und eine weitere betreffend den Haushaltteil anhand der Differenz dieses Grads
zu einer Vollzeiterwerbstätigkeit (vgl. Art. 27 Abs. 4 Satz 2; hier von 40 %). - Als
Drittes werden die beiden so ermittelten (Teil-) Invaliditätsgrade aus dem
Erwerbstätigkeitsbereich und aus dem Aufgabenbereich summiert (vgl. Art. 27 Abs. 2
IVV). - Bei einer solchen Invaliditätsbemessung für teilzeiterwerbstätige versicherte
Personen mit einem Aufgabenbereich sind demnach im ersten Schritt zwei separate
Invaliditätsbemessungen vorzunehmen, einmal, als ob die versicherte Person
Vollerwerbstätige (reiner Einkommensvergleich) wäre, und einmal, als ob sie
vollumfänglich im Haushalt tätig wäre (reiner Betätigungsvergleich).
4.6.1. bis
bis
bis
bis
bis
Für eine einwandfreie solche Invaliditätsbemessung ist vorausgesetzt, dass die
beiden medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzungen die Einschränkungen einer
versicherten Person bezeichnen, wenn diese im einen Fall ein vollzeitliches
Erwerbspensum und wenn sie im andern Fall ein vollständiges Haushaltpensum leisten
müsste. Das Zusammentreffen und die Kombination der beiden Bereiche - d.h. die
4.6.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/26
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Berücksichtigung, dass beide Tätigkeiten zu entsprechenden Teilen erfüllt werden
müssen - erfolgt dagegen erst mit Gewichtung und Addition.
Nach gutachterlicher Beurteilung ist die Beschwerdeführerin in einer - diversen
einschränkenden Bedingungen entsprechenden - Erwerbstätigkeit zu 50 % (einer
Vollzeitarbeit) in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zu 50 % zu leisten vermag sie
demnach - was wie erwähnt als nachvollziehbar begründet scheint - nur noch
körperlich leichte, wechselbelastende und überwiegend im Sitzen auszuführende
berufliche Tätigkeiten ohne Heben/Tragen von Lasten über 5 kg, ohne längerdauernde
Wirbelsäulenzwangshaltungen, ohne repetitive Wirbelsäulenflexionen/-extensionen und
insbesondere ohne Wirbelsäulentorsionen und ohne im Knien oder in der Hocke
auszuführende Arbeiten. Körperlich mittelschwere und schwere berufliche Tätigkeiten
und Arbeiten, die ein hilfsmittelfreies Gehen über längere Strecken, ein Treppensteigen
ohne Handlauf oder mit gleichzeitigem Tragen von leichten Lasten oder längeres
Stehen erfordern, sind ihr nicht möglich. - Die gutachterliche Antwort auf den
grundsätzlich berechtigten Einwand Dr. B._s, dass die Arbeiten im Haushalt kaum
mehrheitlich im Sitzen ausgeführt werden könnten bzw. dass sie den umschriebenen
Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit nicht entsprächen, wonach die
Beschwerdeführerin im Haushalt wie erwähnt dank Pausenmöglichkeit, freier Einteilung
und Mithilfe der Familienangehörigen voll arbeitsfähig sei, erscheint deshalb nicht ohne
weiteres überzeugend.
4.6.3.
Bei der Haushaltabklärung vom Juni 2018 hatte die Beschwerdeführerin eine
Einschränkung von rund 28 % geltend gemacht, die aufgrund der beschriebenen und
auch der medizinisch anerkannten rheumatologischen Beeinträchtigungen als plausibel
betrachtet werden kann. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte in der Folge
grundsätzlich zu Recht eine Mithilfe der Familienangehörigen bei der Bewältigung des
(auch deren) Haushalts. Denn eine gewisse Entlastung durch sie ist nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts in die Schätzung einzubeziehen; allerdings darf
nach dieser Rechtsprechung nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in
einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt
werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach
gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine
ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (vgl. BGE 133
V 504 E. 4.2). Die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit sind
aber durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe der
Familienangehörigen - denen dadurch ausserdem keine unverhältnismässige Belastung
entstehen darf - möglichst zu mildern (vgl. BGE 130 V 396 E. 8), stets allerdings ohne
4.6.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/26
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5.
aus dem Blick zu verlieren, dass es um die Bemessung der behinderungsbedingten
Einbusse an persönlicher Leistungsfähigkeit der versicherten Person geht.
Vorliegend ist demnach davon auszugehen, dass im Betätigungsvergleich eine
gewisse Mithilfe der Familienangehörigen zu berücksichtigen ist, und dass die Tätigkeit
im Haushalt, obwohl ebenfalls im ersten Schritt bezogen auf ein vollumfängliches
Pensum zu betrachten, einen grösseren Spielraum in der Arbeitseinteilung (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2007, IV
2006/111 E. 5g) bietet als eine ausserhäusliche berufliche Betätigung in einem
Anstellungsverhältnis. Ein vermehrter Zeitbedarf und erforderliche Pausen sind jedoch
auch dort arbeitsunfähigkeitsrelevant. In Anbetracht der einschränkenden
Umschreibung einer angepassten Arbeit, welche der Beschwerdeführerin medizinisch
lediglich zu 50 % zumutbar ist, ist für die Haushaltstätigkeit mit ihren eingeschlossenen
ungeeigneten Tätigkeiten im Ergebnis (nach Berücksichtigung von Mithilfe und freierer
Arbeitseinteilung) die Feststellung des Gutachters als überzeugend zu betrachten,
wonach sich bei einer Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin gegenüber
Dr. B._ neu dargelegten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Haushalt eine
Einschränkung von maximal 20 % begründen liesse. Da diesbezüglich allerdings nicht
von einer Sachverhaltsentwicklung auszugehen ist, ist auf diese Einschätzung auch für
die Zeit der Begutachtung abzustellen.
4.6.5.
Für den Begutachtungszeitpunkt erscheint zusammenfassend das Ergebnis voller
Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Serviceangestellte und hälftiger
Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit wie erwähnt einleuchtend begründet. Darauf
kann abgestellt werden. Für die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt ist von einem Ausmass
von (maximal) 20 % auszugehen (zur Differenz der Arbeitsunfähigkeitsgrade vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 29. Dezember 2014, 9C_487/2014 E. 3.2.1).
4.7.
Was den Erwerbsbereich betrifft, ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 18. Februar 2015 hätte die
Beschwerdeführerin damals ohne Gesundheitsschaden Fr. 23'000.-- pro Jahr verdient
(vgl. IV-act. 14-4). Es lässt sich annehmen, dass sie in jenem hypothetischen Fall
möglicherweise zunächst an der betreffenden Stelle verblieben wäre, allenfalls jedoch
auch nur vorübergehend, denn sie hatte gemäss dem IK-Auszug auch schon
verschiedene Arbeitsverhältnisse gehabt. Es rechtfertigt sich jedenfalls, für die
Bemessung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen. Die bisherige
Arbeit ist der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar und sie hat nach der Aktenlage
5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/26
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auch keine andere Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen. Daher (vgl. BGE 129 V 472
E. 4.2.1) ist für die Bemessung des Invalideneinkommens ebenfalls auf die statistisch
erhobenen Tabellenlöhne zu greifen. Sind sowohl Validen- wie Invalideneinkommen
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu bestimmen, so entspricht der Invaliditätsgrad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom
Tabellenlohn gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 9. Mai 2016,
8C_934/2015, und vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2).
Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist
ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des
Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl.
BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die medizinischen Beeinträchtigungen der
Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben in der medizinisch
begründeten Arbeitsunfähigkeitsschätzung ihren Ausdruck gefunden und sind nicht
nochmals beim Abzug zu berücksichtigen. Auch zur Thematik der Fatigue hat sich der
Gutachter geäussert (vgl. IV-act. 129-14 und 144-1) und den Opiateinsatz dabei
berücksichtigt. Ob die Beschwerdeführerin die Arbeitsfähigkeit von 50 % (bezogen auf
100 %) während einer vollzeitlichen Erwerbsbeschäftigung erbringen könnte, lässt sich
dem Gutachten zwar nicht entnehmen. Gemäss der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist aber unter diesem Aspekt kein Abzug zu gewähren (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 19. Juli 2017, 9C_72/2017 E. 4.3). Ein Abzug wegen nicht
mehr zumutbarer körperlich belastenderer Arbeit fällt schliesslich, da der gewählte
Tabellenlohn bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst,
nicht ohne weiteres in Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 20. April 2018,
9C_833/2017 E. 5.1, und vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 E. 4.2). Unter diesen
Umständen erscheint es - auch bei einer gesamthaften Würdigung aller Faktoren -
nicht gerechtfertigt, einen Abzug anzubringen. - Bei einer Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 50 % ergibt sich somit eine invaliditätsbedingte
Erwerbseinschränkung von ebenfalls 50 %. Bezogen auf den Anteil der
Erwerbstätigkeit von 60 % beläuft sich der Teilinvaliditätsgrad auf 30 %.
5.2.
Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad aus dem Haushaltbereich von 8 %
(Einschränkung von 20 % bezogen auf einen Anteil von 40 %) ergibt sich - für den
5.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/26
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6.
Zeitpunkt der Begutachtung berechnet - ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad
von 38 %.
Indessen ist auch der vor der Begutachtung liegende Zeitraum zu berücksichtigen.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen,
erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (lit. c). - Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs.
1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV;
Bundesgerichtsentscheide vom 16. Februar 2018, 8C_633/2017 E. 3.4, und vom
10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG).
6.1.
ter
Was die zurückliegende Zeit vor der medizinischen Begutachtung betrifft, zeigt
sich zur Arbeitsfähigkeit Folgendes:
6.2.
Betreffend zunächst die erste Phase vor August 2016 hielt der Gutachter der
Rheumatologie eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin als Serviceangestellte für nicht möglich. Sichere Hinweise für eine
längerfristige Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % (bezogen auf ein volles
Arbeitspensum) in dieser Tätigkeit bestünden nicht (vgl. IV-act. 129-28). Eine
Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % lasse sich auch für eine adaptierte Tätigkeit nicht
begründen (vgl. IV-act. 129-29). - Eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % erscheint nach
dieser gutachterlichen Auffassung demgemäss möglich, nach der gesamten Aktenlage
aber ausserdem überwiegend wahrscheinlich. Denn wie der RAD festgehalten hat, sind
die medizinischen Einschätzungen von Dr. B._, der wie der Gutachter ausgewiesener
Rheumatologe sei, nicht etwa lediglich mit Blick auf seine Funktion als behandelnder
Arzt weniger aussagekräftig. Seine echtzeitlichen Beurteilungen erscheinen denn auch
begründet.
6.3.
Nach der entsprechenden Aktenlage wurde der Beschwerdeführerin erstmals ab
14. Dezember 2014 eine (solche) Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. IV-act. 18-3)
bescheinigt, anschliessend vom 23. Februar bis 22. März 2015 eine solche von 100 %,
6.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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hernach bis 12. April 2015 wiederum eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. auch
Fremd-act. 1-32 bis 40) und vom 13. April 2015 bis Ende August 2015 eine solche von
erneut 100 % (vgl. auch schon den Bericht von _ Dr. C._ vom 15. Juni 2015). Nach
einer von Dr. B._ beschriebenen (vgl. IV-act. 45) Verbesserung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin Ende August 2015 lag bis Ende August
2016 wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor. Bei Ablauf einer möglichen
Wartezeit von einem Jahr Mitte Dezember 2015 war die Beschwerdeführerin demnach
im Erwerb während eines Jahres zu durchschnittlich (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) über
70 % (72.9 %; 2.5 Monate zu 50 %, 1x 100 %, 0.5x 50 %, 4.5x 100 %, 3.5x 50 %)
arbeitsunfähig gewesen. Im Haushaltsbereich lag der Durchschnitt entsprechend bei
über 50 % (56.6 %; je bei Teilarbeitsfähigkeitsphasen mit 20 % Arbeitsunfähigkeit
berechnet: 2.5 Monate zu 20 %, 1x 100 %, 0.5x 20 %, 4.5x 100 %, 3.5x 20 %). Bei
gemischter Berechnung (wie nach BGE 130 V 97 E. 3.4, Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. August 2012, IV 2010/302, und
Rz 2019.1 KSIH erforderlich) ergibt sich ein über 40 % liegender Durchschnitt (von
66 %, 43.7 % und 22.6 %).
Da angesichts einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % im Erwerb und einer wie oben
dargelegt anzunehmenden spezifischen Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von 20 %
indessen damals kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, sondern ein solcher von
38 %, resultiert, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht bereits ab Dezember 2015
eine Rente zugesprochen (oder in der Beschwerdeantwort beantragt).
6.3.2.
Auf den Zeitpunkt von August 2016 (zweite Phase) setzte der Gutachter im
Weiteren den Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für alle
beruflichen Tätigkeiten fest, und zwar weil spätestens bei der damaligen
Erstbeurteilung durch die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen eine
solche ausgewiesen sei (vgl. IV-act. 129-28, vgl. IV-act. 129-7). Auch dieser
Einschätzung kann nach der Aktenlage gefolgt werden.
6.4.
Während der Zeit einer vollen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auch
für adaptierte Tätigkeiten ergibt sich unbestrittenermassen eine Invalidität eines
Ausmasses, das Anspruch auf eine ganze Rente gibt.
6.4.1.
Was den Eintritt des Rentenfalls betrifft, wird der Anspruch auf eine ganze Rente
in der Beschwerdeantwort ab 1. August 2017 - somit ein Jahr nach dem Beginn der
vollen Arbeitsunfähigkeit - anerkannt. Bei der Abklärung an Ort und Stelle war dagegen
davon ausgegangen worden, dass bei vorbestehender Einschränkung der
Beschwerdeführerin im Umfang von 30 % (50 % Arbeitsunfähigkeit in 60-prozentigem
6.4.2.
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Erwerbsteil) im Verlauf des dritten Monats nach Eintritt der vollen Arbeitsunfähigkeit,
somit im Dezember 2016, die (sc. gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) erforderliche
jahresdurchschnittliche Einschränkung von 40 % erreicht werde, weshalb zu jenem
Zeitpunkt ein Anspruch auf eine Viertelsrente entstanden und drei Monate später (sc.
gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV und Art. 29 IVV) eine ganze Rente geschuldet sei.bis
Vor der vollen Arbeitsunfähigkeit ab August 2016 war die Beschwerdeführerin
wie oben (E. 6.3.2) dargelegt bereits zu 38 % in ihrer (kombinierten) erwerblichen und
spezifischen Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Nach elf Monaten dieser Einschränkung
von 38 % und einem Monat voller Arbeitsunfähigkeit wird ein Durchschnitt von 43 %
Arbeitsunfähigkeit erreicht. Die Beschwerdeführerin erfüllt die Wartezeit-Voraussetzung
demnach schon im September 2016 (und nicht erst im Dezember 2016 wie vom
Abklärungsbeauftragten berechnet).
6.4.3.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der Verwaltungspraxis (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 21. Februar 2019, 8C_718/2018 E. 2.2, vom 18. Februar
2016, 9C_942/2015 E. 3.1, vom 21. Oktober 2013, 8C_174/2013 E. 3.2, vom 24. März
2010, 8C_5/2010 E.3.2, und vom 2. Dezember 2008, 9C_718/2008 E. 4.1.1; AHI 1996
S. 187; BGE 105 V 156 E. 2c und 2d, entsprechend ZAK 1980 S. 282; Rz 4001 f. KSIH,
vgl. auch Rz 4005 KSIH) müssen die durchschnittliche Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende
Erwerbsunfähigkeit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen
erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden
Umfang zugesprochen werden kann. - Deshalb kann bei einer Invalidität der
Beschwerdeführerin von 100 % ab September 2016 eine Viertelsrente zugesprochen
werden. - Für eine erforderliche Abstufung der Rente bei einer rückwirkenden
Rentenfestsetzung ist in der Folge nicht mehr Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, sondern (der
zunächst auf Rentenrevisionen zugeschnittene) Art. 88a IVV massgebend (vgl. BGE
109 V 125 E. 4a für den alten Art. 29 Abs. 1 IVG). Nach dessen Abs. 2 ist eine
anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat. Artikel 29 IVV ist sinngemäss anwendbar (vgl. dazu ZAK 1990 S. 49). Letztere
Bestimmung vermag vorliegend jedoch keine Erhöhung innert weniger als drei Monaten
zu bewirken. Demnach ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nach Ablauf
von drei Monaten auf eine ganze Rente zu erhöhen.
6.4.4.
bis
Gemäss dem Gutachten dauerte die volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin (von August 2016) bis Oktober 2017. Ab dem 1. November 2017
ist die bei der Begutachtung vorgefundene Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Demnach ist
6.5.
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7.
Angemerkt werden kann, dass der Beschwerdeführerin für den Zeitraum des
ermittelten Invaliditätsgrades von 38 %, da sie im Erwerb zu 50 % arbeitsunfähig ist
und sich das auf ein 60 %-Pensum bezieht, in der gemischten Methode eine
Erwerbstätigkeit von 30 % (2.46 Stunden pro Tag) zugemutet wird. Daneben soll sie
den Haushalt mit einem Anteil von 40 % noch zu 80 % leisten können, d.h. also an
rund 2.6 Stunden pro Tag. Zusammen sind das rund fünf Stunden täglicher Arbeitszeit.
8.
Am 16. Juli 2019 hat die Klinik I._ darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin
im Vergleich zur letzten Kontrolle über eine gewisse Schmerzzunahme berichtet habe.
In einem aktuellen Röntgenbild der LWS sei eine im Vergleich zu den Voraufnahmen
progrediente Anschlusssegmentdegeneration L1/2 mit deutlicher Verschmälerung des
Bandscheibenfaches und Verlust der segmentalen Höhe zu sehen, welche die
vermehrten lumbalen Schmerzen erkläre. Das stellt einen Hinweis auf eine mögliche
rentenrelevante Verschlechterung dar. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
Standpunkt, eine allfällige Verschlechterung sei jedenfalls nicht vor dem vorliegend
massgeblichen letzten Beurteilungszeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung,
somit nicht vor dem 14. Juni 2019, eingetreten, und verweist die Beschwerdeführerin
auf ein Neuanmeldungsverfahren. Sie begründet dies mit dem Bericht von Dr. B._
vom 11. März 2019, worin keine Verschlechterung beschrieben wurde. Da die
Verschlechterung jedoch bereits rund einen Monat nach Erlass der Verfügung in einer
medizinischen Beurteilung beschrieben wurde, und zwar als degenerative Progredienz,
ist anzunehmen, dass es sich gegebenenfalls um eine allmähliche Entwicklung
handelte, die zumindest möglicherweise bereits in den vorliegenden Zeitraum
ab jenem Zeitpunkt eine erhebliche und anhaltende Verbesserung des
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anzunehmen,
nach welcher die oben (E. 5.3) ermittelte Invalidität von 38 % verbleibt. - Der
Rentenanspruch ist daher drei Monate nach Andauern dieser Verbesserung, somit auf
den 31. Januar 2018, wie es die Beschwerdegegnerin beantragt, aufzuheben. Denn
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung bei einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen
werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
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zurückreicht. Die Beschwerdeführerin damit in neues Verfahren zu verweisen, erscheint
daher nicht gerechtfertigt. Denn für die (richterliche) Beurteilung sind grundsätzlich die
tatsächlichen Verhältnisse massgebend, wie sie sich bis zum Zeitpunkt der
angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b;
BGE 125 V 150 E. 2c). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch
insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung des Sachverhalts im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom
7. Oktober 2016, 8C_357/2016 E. 3.2; vgl. BGE 99 V 102). Da Dr. B._ am 11. März
2019, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt, noch keine Verschlechterung
der Beschwerdesituation der Beschwerdeführerin beschrieb, ist der Sachverhalt ab
März 2019 als abklärungsbedürftig zu betrachten.
9.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin nach gegenwärtiger
Aktenlage vom 1. September 2016 bis 31. Dezember 2016 Anspruch auf eine
Viertelsrente (vgl. E. 6.4.3 f.) und vom 1. Januar 2017 (vgl. E. 6.4.3) bis 31. Januar 2018
(vgl. E. 6.5) Anspruch auf eine ganze Rente hat. Anschliessend besteht kein
Rentenanspruch mehr, bis sich eine allfällige rentenrelevante Verschlechterung
eingestellt hat. Ob und wann dies noch im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum (bis
14. Juni 2019) der Fall sei, lässt sich noch nicht beurteilen, da diesbezüglich der
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (E. 8).
10.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 14. Juni 2019 teilweise gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin ist ab 1. September 2016 (bis 31. Dezember 2016) eine
Viertelsrente und von 1. Januar 2017 bis 31. Januar 2018 eine ganze Rente
zuzusprechen. Was den Sachverhalt ab März 2019 betrifft, ist die Sache zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.1.
Es rechtfertigt sich, bei diesem Ausgang des Verfahrens für die Kosten von einem
vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen und die Gerichtskosten, die nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69
Abs. 1 IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
10.2.
bis
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