Decision ID: fbc3331d-0652-4c27-93d1-b37bece036bc
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979 geborene
X._
war
zuletzt von
1.
März 2001
bis 30. Septem
ber 2012
als
Betriebsmitar
beiter bei der
Y._
GmbH
ange
stellt (
Urk.
10/
17
und
Urk.
10/99
)
.
1.2
Am 23.
September
2010 erlitt er als Lenker eines Personenwa
gens einen Ver
kehrs
unfall, in dessen Folge unter anderem ein Distorsions
trauma der Halswir
belsäule (
HWS) diagnostiziert wurde
(
Urk.
10/15/8)
. Die von der Suva verfügte Leistungseinstellung per 2
1.
August
2011 wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
8.
Juni 2013 (Prozess-Nr. UV.2012.00100) rechtskräftig bestätigt.
1.3
Am
2.
Mai 2011
meldete
sich der Versicherte
unter Hinweis auf
Nackenschmer
zen, Ausstrahlung in den linken Arm, und thorakale Dauerschmerzen linksseitig
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/6
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und
wies
das Leistungsbegeh
ren mit Verfügung vom
2
9.
Mai
2013
(Urk.
10/83
) ab.
Die vom Versicherten da
gegen erhobene Beschwer
de wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
8.
September 2014 (Prozess-Nr. IV.2013.00618,
Urk.
10/93) ab.
1.4
Am
2
3.
Februar
2017
meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf
Nacken- und
Hinterkopfschmerzen
, Schmerzen in der Schulter links, HWS-/BWS- und
Thoraxschmerzen
, LWS-Schmerzen, Schmerzen im Bein/Arm links, Tinnitus und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/100
). Die
IV-Stelle
tätigte
wiederum
me
dizinische und erwerbliche Abklärungen und liess den Versicherten insbesondere durch
das Zentrum
Z._
polydisziplinär
(all
gemeininternistisch, neurologisch, psychiatrisch-psycho
therapeutisch, orthopä
disch)
be
gut
achten (Expertise vom
2
7.
September
2018
;
Urk.
10/142
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/114
und
Urk.
10/120
, vgl. auch
Urk.
10/152 und
Urk.
10/154
) wies sie das Leistungs
begehren mit Verfügung vom
8.
Juli 2019
(U
rk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
6.
Juli
2019 Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine IV
Rente zuzusprechen. Eventualiter sei eine Oberbegutachtung anzuordnen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
Mit Eingabe vom
15. August
2019 (
Urk.
7) legte er einen Bericht des Zentrums
A._
vom 3
1.
Juli 2019 (
Urk.
8) auf.
Am
1
3.
September 2019
(Urk.
9
) bean
tragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
3.
September 2019
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
8.
Juli 2019
(Urk. 2) damit, dass
e
in
e erhebliche und langandauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht
ausgewiesen
sei
. Das eingeholte Gut
achten erfülle die formalen Aspekte.
A
us rechtlicher Sicht
habe
kein stimmiges Gesamtbild für ein IV-relevantes Leiden aufgezeigt werden können. Der Schwe
regrad des psychischen Leidens sei aufgrund weniger objektiver Befunde nicht nachvollziehbar. Die therapeutischen Optionen seien nicht ausgeschöpft. In allen Fachdisziplinen des Gutachtens lägen Hinweise auf Diskrepanzen, Symptomver
deutlichung bis hin zu Aggravation und Selbstlimitierung wie auch erlernte Hilflosigkeit vor. Zudem beständen viele psychosoziale Belastungsfaktoren, die für die Symptomatik auslösend gewesen seien. Ein ausgeprägter Leidensdruck
sei
nicht nachvollziehbar, weshalb es dem Beschwerdeführer zumutbar sei, einer Er
werbstätigkeit nachzugehen. Bei den zusätzlich eingereichten Berichten handle es sich um eine unterschiedliche Beurteilung des gleichen Gesundheitszustandes. Es bestehe deshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (S.
1-2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
ge
mäss dem eingeholten Gutachten sei er zu 40
%
arbeitsunfähig und habe damit Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Ihm gehe es gesundheitlich ganz schlecht, so würden etwa die schweren
, seit Jahren behandelten
Depressionen immer schlim
mer.
Auf das Gutachten könne - aus nä
her dargelegten Gründen - nicht
vollum
fänglich abgestellt werden. Die Ärzte des Zentrums
B._
hätten festgestellt, dass er nicht arbeitsfähig sei (S. 2-4).
3.
3.1
Die behandelnden Fachpersonen des Zentrums
A._
hielten in ihrem Bericht vom 2
6.
Oktober 2017 (
Urk.
10/112/6-9) zu Händen der Be
schwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 1):
-
schwere depressive Episode
-
Status nach Unfall am 2
3.
September 2010 (seitlicher Aufprall eines anderen Autos, Überschlag, keine Bewusstlosigkeit,
Thoraxschmerzen
,
C._
, keine Frak
turen)
Zudem stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Tinnitus
-
Vitiligo
Dazu führten sie aus,
der Beschwerdeführer werde von ihnen seit 2012 ambulant behandelt, die letzte Kontrolle habe vor rund einem Monat stattgefunden (S. 1). Aufgrund seiner eingeschränkten kognitiven Leistungen und fehlender Belastbar
keit könne er sich nicht konzentrieren, verliere sofort den Überblick, könne seine Arbeitsaufgaben nicht planen, das Arbeitstempo sei stark reduziert, er sei schnell erschöpft und vergesse schnell Details. Angesichts des protrahierten Verlaufs so
wie des Alters des (38-jährigen) Beschwerdeführers werde er vermutlich kaum mehr im Stande sein, seine bisherige
Arbeit
auszuüben. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (S. 3-4).
3.
2
Dr.
D._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
E._
, FMH Neurologie, Dr.
F._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
G._
, FMH Ortho
pädie, vom
Z._
stellten in ihrem Gutachten vom
2
7.
September
2018
(Urk.
10/142
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Aggravation
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
9
):
-
Vitiligo
-
l
eichte Adipositas
-
Tinnitus
-
Verdacht auf
Sulcus
ulnaris
-Syndrom linksseitig
-
chronisches
cerv
icocephales
- und linksbetontes brachiales Schmerzsyndrom mit/bei
-
Status nach HWS Distorsion QTF1 2
3.
September
2010
-
keine Neurokompression/Myelopathie (MRI HWS vom 07/16)
-
geringgradige
degenerative Veränderungen
-
keine neurologischen Ausfälle
Dazu führten sie aus,
a
us
i
nternistischer Sicht
falle
vor allem eine
Vitiligo
auf. Diese ha
be
k
einerlei Einfluss auf die Arbeit
sfähigkeit
. Es sei nach
einem Antikör
per-Syndrom (
Polyglanduläres
Distress
Syndrom) gesucht
worden
, das jedoch nicht
habe
nachgewiesen werden
können
. Ausserdem besteh
e
eine leichte Adipo
sitas.
Ein angegebener Tinnitus
habe
anlässlich der Untersuchung nicht verifiziert werden
können, sei
jedoch nicht ausschlaggebend für die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Bei der Untersuchung
seien
mannigfaltig Zeichen einer Symptomverdeutlic
hung bis hin zur Aggravation auf
gefallen (
S. 3
).
Aus orthopädischer
Sicht
habe der Beschwerdeführer
am 2
3.
September
2010 anlässlich eines Autounfalles eine leichte HWS-Distorsion QTF1 ohne Bewusstlo
sigkeit und ohne Amnesie, ohne Angst-
oder Schreckreaktion mit multiplen Kon
tusionen sowie oberflächlicher Schürfung der Hand links
erlitten
. Es
sei
ein aus
serordent
lich protrahierter Verl
auf mit Entwicklung intermittierender chronischer Nackenschmerzen sowie eines Ganzkörperschmerzes
gefolgt
. Diese
seien
durch die Rehaklinik
H._
auf einen maladaptiven Umgang mit den Beschwerden bei erheblicher Symptomauswei
t
ung zurückgeführt
worden
.
Klinisch finde
sich eine deutliche Aggravationstendenz, bei der Prüfung der aktiven HWS-Beweg
lichkeit
habe
der
Beschwerdeführer
eine
mässiggradige
Bewegungsein
schränkung aber
kein
en
paravertebrale
n
Hartspann
gezeigt
.
Es
fände
sich eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den subjektiv beklagten, seit 2010 bestehenden Beschwer
den,
welche in ihrer Intensität zunä
hmen und den spärlichen objek
t
i
vierbaren Befunden. Radiologisch
würden
die letzten Abklärungen der Wirbel
säule 2016
zei
gen
, dass sowohl zervikal wie lumbal nur wenig degenerative Ver
änderungen vorhanden
seien
. Aufgrund der subjektiv empfundenen Beschwerden im Nacken
bereich sollte der
Beschwerdeführer
nicht für repeti
tive Ü
ber-Kopf-Ar
beiten ein
gesetzt werden. In der ursprünglichen Tätigkeit bei
Y._
, bei der es sich um eine leichte Arbeit
gehandelt habe
,
sei
er
weiterhin ganztags voll
schichtig einsetzbar
, dies ebenfalls in je
dweder leichten bis mit
telschweren Tätig
keit ohne repetitive Ü
ber-Kopf-Arbeit
(
S. 3-4
).
Aus neurolo
gischer Sicht hätten sich während
der Untersuchung Hinweise für eine Symptomverstärkung mit dramatische
m
Absinken beider Arme beim Arm
vorhalteversuch,
welches nicht reproduzierbar sei, und
vermehrtem Stöhnen beim Aufrichten und Aufstehen
gefunden
. Insgesamt
fänden
sich neurologisch keine
d
ermatombezogenen
sensomotorischen Ausfälle, die
beschriebene
Hypästhesie
sei
anatomisch nicht erklärbar, foka
le Paresen an der linken oberen Extremität
würden
sich nicht abgrenzen
lassen
. Entsprechend
seien
auch in der MRI-Un
t
ersuchung der HWS von 20
1
6 keine neuralen Kompressionen sichtbar
gewe
sen
. Auffällig
seien
die muskuläre
Dekonditionierung
und Fehlhaltung trotz
j
ah
relanger physiotherapeutischer Behandlung. Die subjektiven Einschränkungen und die objektiven Befunde
seien diskrepant.
Es besteh
e
eine aus neurologischer Sicht nicht nachvollziehbare, a
usgesprochene Selbstlimitierung.
Verschiedene Befunde
würden
sich anatomisch nicht erklären
lassen
(
beispielsweise
Ausbrei
tung des
Hypästhesieareals
)
und seien
in der Untersuchung nicht reproduzierbar
gewesen
.
A
us neurologischer Sicht
beständen
keine wesentlichen körperlichen Beeinträchtigungen.
Die Arbeit bei
Y._
habe
laut
dem Beschwerdefüh
rer
leichte körperliche Arbeiten
beinhaltet
. Diese Tätigkeit
sei ihm
weiterhin zu
zumu
ten. Das
Sul
cus
ulnaris
Syndrom h
abe
keinen nennenswerten Einfluss auf
seine
Arbeitsfähigkeit. Für alle
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
sei er
seit Anfang 2011 aus neurologisch
er Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (
S. 5-7
).
Aus psychiat
rischer Sicht
handle
es sich um einen heute 39-jährigen
Beschwer
deführer
, der in der Persönlichke
itsentwicklung Defizite aufweise
. Obwohl
er
in nach eigenen Angaben sehr gutbehüteten und materiell abgesicherten Verhält
nissen aufgewachsen
sei
und keinerlei Traumatisierungen weder durch Kriegser
lebnisse noch durch die Migration erlebt ha
be, leide
er seit einem Unfall 2010 an unspezifischen, sich wiederholenden, diversen Beschwerden, die 2012 erstmals zu einer psychiatrischen Beurteilung durch das Zentrum
A._
geführt hätten
. Bereits in diversen Austrittsberichten, u
nter anderem
auch durch die Klinik
H._
,
seien
beim
Beschwerdeführer
ein schleppender Verlauf, eine pro
t
rahierte Erkrankung sowie eine Symp
t
omausweitung
festgestellt worden.
Was punkto Be
handlung zwischen 2012 und 2016 passiert
sei
, bleib
e
unklar
.
Im Jahre 2016
sei
der
Beschwerdeführer
aufgrund Persistenz der Beschwerden zuerst stationär und danach tagesklinisch psychiatrisch behandelt
worden
.
Er habe
nach eigenen An
gaben über all die Jahre diverse Analgetika und Antidepressiva ein
genommen
, ohne jeglichen Erfolg. Ein Arbeitsversuch, der im Jahre 2011 durch die IV initiiert
worden sei, habe
aufgrund von Schmerzen abgebrochen werden
müssen
. Seit diesem Zeitpunkt
sei
der
Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben zu Ha
use, er
sei
unfähig, irgendeine Tätigkeit sei es auch nur hilfsweise im Haushalt zu erle
digen, er sitz
e beziehungsweise
lieg
e
mehrheitlich herum. Dass es trotz stationä
rer, teils
t
a
t
ionärer und ambulanter
Behandlung nie zu einer Veränderung der Symptomatik gekommen
sei, sei
hoch auffällig. In
ihrer
eigenen Untersuchung
entstehe gesamthaft
der Eindruck, dass eine bewusstseinsnahe Symptomverdeut
lichung vorhanden
sei
. Diskrepan
t
sei
auch, d
a
ss die Medikamentenspiegel der Medikamente, die der
Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben in hohen Dosen einnehmen
müsse
,
kaum messb
a
r
seien
und somit mit einer hohen Wahrschei
n
lichkeit kaum je eingenommen wü
rden. Zudem
seien
die psychiatrischen Diag
nosen deutlich psychosozial überlagert. Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
eine leichte kognitive Beeinträchtigung, diese könnte jedoch durchaus auch der rudi
mentären Bildung des
Beschwerdeführers
geschuldet sein. Die kognitiven Symp
tome (Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitsstörung), die im letzten Bericht der Klinik
A._
für eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit verantwortlich gemacht
worden seien, seien
angesichts der intellektuell anspruchslosen, repetitiven, keine besonderen Anforderungen an Konzentration und Merkfähigkeit stellenden letz
ten Arbeits
t
ätigkeit irrelevant.
I
n den Jahren zwischen 20
1
2 und 2018
hätten sich
keine wesentlichen Symptome, die auf eine krankheitsbeding
t
e Verschlechterung hinweisen
würden
, ergeben. Der
Beschwerdeführer
klag
e
mehr oder weniger im
mer noch über die gleichen Symptome wie im Jahre 201
2.
Aus diesem Grund
werde
die Beurteilung des Zentrums
A._
von Ende April 2012
übernommen
, wo eine um 40
%
reduzierte Arbeitsfähigkeit a
ttestiert worden sei
.
D
ie Reduktion der
Arbeitstätigkeit
werde
insbesondere
aufgrund des
verminderte
n
Rendement
s gesehen
,
das heisst der
verminderte
n
Leistungsfähigkeit, dies insbesondere a
uf
grund der psychischen
Dekondit
ionierung
,
das heisst
der langen Arbei
t
s
ab
wesen
heit von einer Arbeits
t
ätigkeit. Diese Einschränkung der Leistungsfähigkeit
sei
jedoch nicht als definitiv zu betrachten, sondern
sei
durchaus
steigerbar
[recte: reduzierbar]
(
S. 7-9
).
In der
bisherige
n
Tätigkeit mit k
örperlich leichte
r
Arbeit ohne grössere intellek
tuelle Ansprüche und ohne Bedarf von erhöhter Aufmerksamkeit
bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit.
Die Reduktion erfolg
e
aufgrund des psychischen Lei
dens
. D
ie bisherige Tätigkeit
sei
optimal für die Fähigkeiten des
Beschwerdefüh
rers
adaptiert
gewesen. Eine Arbeitstätigkeit, in welcher er in höherem Masse ar
beitsfähig wäre, könne nicht genannt werden (
S. 11-12
).
Subjektiv
beständen
beim
Beschwerdeführer
gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen. Allerdings
sei
dieses Aktivitäts
niveau, welches eigentlich einer völligen Untätigkeit entspr
e
ch
e
, selbst bei schwer
d
epressiven Patienten ungewöhnlich. Der
Beschwerdeführer
könne
nicht
moti
viert werden, aktive Bewält
igungsstrategien umzusetzen. Eine minimale Mithilfe im Haushalt bei einer Erwerbstätigkeit des Partners
dürfe
auch bei einer Depres
sion vorausgesetzt werden. Es hand
le
sich hier um eine starke Symptomaus
wei
t
ung und Selbstlimitierung. Die Un
t
ersuchungsergebnisse
seien
valide und nach
vollziehbar, es
fände
sich jedoch eine deutliche
Überlagerung
durch psycho
sozi
ale
Faktoren,
a
usserdem besteh
e
eine Verdeutlichungstendenz bis hin zur Aggra
vation.
In der Schilderung der Symptome wirk
e
der
Beschwerdeführer
bewusst
seinsnah. Aus soma
t
ischer Sicht besteh
e eine erhebliche Aggravations
t
en
denz. So
habe
er
während der Anamneseerhebung den Kopf frei auf beide Seiten
bewegt
, bei der fokussierten Untersuchung der HWS
sei
eine deutliche Bewe
gungs
ein
schränkung demonstriert
worden
. Des Weiteren
seien
sofort vege
tative Symp
tome wie Schwindel, Ü
belkeit etc. beklagt
worden
bei schon leich
testen Anstren
gungen, wie etwa schnellerem Laufen im Untersuchungs
zimmer oder beim
Vorn
überneigen
bei
der
Beurteilung der Lendenwirbel
säulen
beweglichkeit. Das Auf
treten dieser vegetativen Symptome
sei
nicht nachvoll
zieh
bar. Aus neuro
l
ogi
scher Sicht
seien
die subjektiven Einschränkungen und die objektiven Befunde diskrepant. Es besteh
e
eine nicht n
a
chvollziehb
a
re aus
gesprochene Selbstlimitie
rung. Einige Befunde
würden
sich anatomisch nicht erklären
lassen
(
beispiels
weise
Ausbreitung des
Hypästhesieareals
)
. Auch im Berei
che der sprachlichen Fä
higkeiten
würden
grosse
Diskrepanzen auf
fallen
. So
habe
der
Beschwerdeführer
auf der einen Seite beim Internisten während andert
halb Stunden perfekt Deutsch sprechen
können
und das Verständnis
habe sich
als sehr gut
erwiesen
, auf der anderen Seite
habe
bei der Psychi
at
erin und beim Ortho
päden kaum ein vollstän
diger Satz auf Deutsch geäussert werden
können und sei e
in mangelndes Ver
ständnis geltend gem
a
cht
worden
. Nach Angabe der Dolmetscherin anlässlich der
orthopädischen Untersuchung verstehe und spreche der
Beschwerdeführer
aber gut Deutsch
(S.
10-11
).
3.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
J._
vom Zentrum
A._
führten in ihrer Stellung
nahme zum Gutachten vom 2
8.
Februar 2019 (
Urk.
10/155) folgende Diagnosen auf (S. 3-4):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome
-
HWS-Distorsion QTF I mit/bei
-
schwerem, weitgehend therapieresistentem, posttraumatischem,
cervico-ce
phalem
Schmerzsyndrom bei Status nach Überdehnungst
r
auma der HWS am 2
3.
September 2010 (Autounfall)
-
multiplen Kontusionen ohne Frakturen
-
Tinnitus
-
Vitiligo
-
multifokale persistierende Schmerzen prädominant entlang der ganzen Wir
belsäule und Einbezug der benachbarten Körperregionen
Dazu hielten sie fest, das behauptete demonstrative Verhalten habe im Verlauf seit 2012 bei drei tagesklinischen Behandlungen keineswegs beobachtet werden können. Der Beschwerdeführer leide unter einem deutlich
chronifizierten
Krank
heitsgeschehen mit allen Kriterien einer schweren Depression.
Es habe eine in
tensive Behandlung stattgefunden und
er
habe sie motiviert wahrgenommen. Erfolg sei wenigstens subjektiv kein Suizid, allerdings sei es kaum zu einer wesent
lichen Besserung über die Zeit gekommen trotz zusätzlicher psychophar
makolo
gischer Behandlung. Wesentliche psychosoziale Konflikte seien nicht vor
handen (S. 1-2). Aufgrund der Schwere der depressiven Störung und der chroni
schen Schmerzen werd
e er als für jegliche Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsun
fähig beurteilt (S. 4).
3.4
Im Austrittsbericht des Sanatoriums
K._
(
Urk.
10/158/1-3), wo sich der Be
schwerdeführer vom
1.
bis 1
5.
März 2019 in stationär-psychiatrischer Behand
lung befand, wurde als Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome genannt. Die behan
delnden Ärzte hielten fest, er habe sich wie beim Voraufenthalt im Jahre
2016 bemüht, am multidisziplinären Therapieplan teilzunehmen. Wie
beim
Voraufent
halt sei ein lösungsorientiertes Arbeiten, trotz spürbaren Anstrengungen seitens des Beschwerdeführers, sehr schwer gewesen. Nach zwei Wochen Aufenthalt sei objektiv und subjektiv keinerlei Verbesserung des Zustandsbildes erkennbar ge
wesen. Er sei in weitgehend unverändertem Zustandsbild in die angestammten Wohnverhältnisse ausgetreten (S. 1-2).
4.
Vorwegzuschicken ist, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 2
9.
Mai 2013 (Urk. 10/83) nicht wesentlich verschlechterte. So kamen die Fachärzte im beweiskräftigen Gutachten vom 2
7.
September 2018 (vgl. hernach E. 5) zum Schluss, in den Jahren zwischen 2012 und 2018 hätten sich keine wesentlichen Symptome, die auf eine krankheitsbedingte Verschlechterung hinweisen würden, ergeben. Der
Beschwerdeführer
klage mehr oder weniger immer noch über die gleichen Symptome wie im Jahr 2012 (Urk. 10/142 S. 8).
Die behandelnden Ärzte des Zentrums
A._
hatten de
m
Be
schwerdeführer bereits am 1
1.
Januar 2013 eine vollumfängliche Arbeitsunfähig
keit attestiert (
Urk.
10/78), weshalb ihre aktuelle, gleichlautende Einschätzung (
Urk.
3/3) nicht als Verschlechterung aufgefasst werden kann. Dies namentlich auch deshalb, weil sich keine erheblich veränderte Befundschilderung findet. So klagte der Beschwerdeführer bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Rentenab
lehnung 2013 unter vollständiger Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Rück
zug, Antriebslosigkeit, Nervosität, Schuldgefühle, Verlust von Selbstver
trauen, Sinnlosigkeitsgedanken, Vergesslichkeit sowie anamnestisch über Suizid
ideen (
Urk.
10/78 S. 3). Dies entspricht im Wesentlichen den aktuellen Schilderungen (
Urk.
3/3 S. 2).
Damit ist überwiegend erstellt, dass seit Erlass der letzten rentenabweisenden Verfügung keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten ist, weshalb dem Beschwerdeführer keine Leistungen der Invalidenversi
cherung zustehen.
Wollte man gleichwohl von einem veränderten Gesundheitszustand ausgehen, ergäbe sich Folgendes.
5
.
5
.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 2
7.
September 2018 (E. 3.2
hievor
) beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, neurologischen, ortho
pädischen und psy
chi
atrischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallre
levanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammen
hänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerde
führers auseinander.
Die Gutachter beschrieben in allen Disziplinen mannig
faltige Zeichen für eine ausgesprochene Selbstlimitierung sowie eine Symptom
ver
deutlichung bis hin zur Aggravation und wiesen auf eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den beklagten Beschwerden und den spärlichen objek
tivierbaren Be
funden hin. Sie befanden den Umstand, d
ass es
beim Beschwer
de
führer
trotz sta
tionärer, teils
t
a
t
ionärer und ambulanter
Behandlung nie zu einer Veränderung der Symptomatik gekommen
sei, als
hoch auffällig und hielten mit Blick auf den Medikamentenspiegel fest, dass der Beschwerdeführer seine Medikamente, die er angeblich in hohen Dosen einnehmen müsse,
mit einer ho
hen Wahrschei
nlichkeit kaum je
einnimmt
. Weiter führten sie aus, dass
die psychiatrischen Diagnosen deutlich psychosozial überlagert
sind
und legten aus
führlich dar, weshalb die ge
sundheitlichen Beschwerden aus allgemein
inter
nistischer, neurologischer und or
thopädischer Sicht im Gegensatz zu den psychischen Problemen keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit haben.
Die Gutachter gelangten so
dann zum aus
führlich begründeten Schluss, dass
der Beschwer
deführer
in jeglicher leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne repetitive Über-Kopf-Arbeiten, so auch in der an
gestammten Tätigkeit, zu
60
%
arbeitsfähig ist
.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizini
sche
Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
hievor
).
Indessen bleibt zu bemerken, dass die Annahme einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit unter Hinweis auf die Ein
schätzung der Spezialisten im Bereich Psychiatrie des Zentrums
A._
im Jahr
2012 (
Urk.
10/62/40-42) erfolgte. Auf diese wurde verfügungs
weise indessen nicht abgestellt, sondern die Beschwerdegegnerin ging von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit aus, was gerichtlich rechtskräftig bestätigt wurde. Auch hieraus ergibt sich eine fehlende Änderung der tatsächlichen Ver
hältnisse (E. 4).
5
.2
Die behandelnden Fachpersonen des Zentrums
A._
kritisier
ten das Gutachten in verschiedener Hinsicht (E. 3.3
hievor
).
So machten sie etwa geltend, es seien keine wesentlichen psychosozialen Konflikte vorhanden.
Dazu ist festzuhalten,
dass sie in früheren Berichten solche noch aufführten (Verlust der Identifikation
als Ernährer, Autoritätsverlust in der Familie, finanzielle Schwierigkeiten, Konflikte mit Frau und Kindern, vgl. Urk. 10/110/8). Was sich daran geändert haben sollte, führten sie nicht aus und ist auch nicht erkennbar. Weiter vermochten sie beim Beschwerdeführer kein demonstratives Verhalten zu erkennen, auch nehme er gemäss ihren Angaben die verordneten Medikamente ein. Beim Beschwerdeführer konnte jedoch bereits anlässlich der
Hospitalisation
in der Rehaklinik
H._
vom 2
5.
November
2010 bis
5.
Januar
2011
eine erhebliche
Symptomausweitung festgestellt werden
(Urk.
10/15/
82
), auch im
psychiatrischen
Gutachten
von
Dr.
med.
L._
, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
zu Händen
der Krankentaggeldversicherung
vom
2
2.
September
2012 wurde eine Selbstlimitation festgehalten (
Urk.
10/69
/7
).
So
erstaunt in diesem Zusammenhang auch nicht, dass sich der Beschwerdeführer nach Kenntnisnahme des Gutachtens des
Z._
in stationäre Behandlung im Sanato
rium
K._
begab, dieses aber
trotz einer angeblich schweren Depression
be
reits nach zwei Wochen wieder verliess (E. 3.4
hievor
).
Dr.
M._
vom Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) hielt dazu in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Mai
2019 (Urk.
10/161/9) fest, gemäss den Leitlinien zur Behandlung einer schweren de
pressiven Episode sei eine zweiwöchige stationäre Therapie bei weitem nicht aus
reichend und es wäre medizinisch nicht vertretbar und sogar fahrlässig,
den Be
schwerdeführer
in einem solchen Fall in unverändertem Gesundheitszustand zu entlassen.
Eine Selbstlimitation bis hin zur Aggravation wurde denn auch in allen Disziplinen des Gutachtens des
Z._
anhand verschiedener Beispiele nachvoll
ziehbar
aufgezeigt
(E. 3.2
hievor
)
und es besteht kein Anlass,
diese
Angaben
in Frage zu stellen. Aus dem anlässlich des Gutachtens erstellten Medikamenten
spiegel ist zudem klar ersichtlich, dass der Beschwerdeführer die ihm verordneten zahlreichen Medikamente - abgesehen von
Sertalin
in geringer Dosis - mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum je einnimmt (vgl.
Urk.
10/142/80).
Soweit die behan
delnden Fachpersonen
des Zentrums
A._
schliesslich aus
führten, über all die Zeit sei es nicht zu einer wesentlichen Besserung gekommen und der
Beschwerdeführer se
i in jeglicher Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig, ist darauf hinzuweisen,
dass sich der Beschwerdeführer wiederholt
(jeweils 8 Wo
chen August 2012, August 2016
und Mai
2018, Urk.
10/160/4) bei
ihnen
in ta
gesklinischer Behandlung befand.
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann aber
eine Klinik, die einen Patienten zwei Monate lang behandelt, gar nicht anders, als schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigungen zu attestieren, an
dernfalls sie den erfüllten Behandlungsauftrag in Frage stellen würde
(Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2019 vom 3
0.
März 2020 E. 4.3)
.
Die Ausführungen des Zentrums
A._
sind vor diesem Hintergrund kritisch zu se
hen.
Gerade der Umstand, dass bisher keine Therapie eine dauerhafte Verbesse
rung der depressiven Symptomatik
des Beschwerdeführers
brachte, belegt den an die Lebensumstände gebundenen Charakter
seiner Beschwerden.
Solange
sich
diese - invaliditätsfremden - Umstände nicht ändern, wird kein Aufenthalt - und dauere er noch so lange - die Situation verbessern
.
Die Einwendungen der be
handelnden
Fachpersonen ändern
demnach
nichts an der Beweiskraft des Gut
achtens
, auch vermögen sie - bei der ihrer Ansicht nach seit Jahren
unverändert
bestehenden schweren depressiven Störung - keine Verschlechterung des Ge
sund
heits
zu
standes zwischen dem Zeitpunkt der Begutachtung und des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung
zu belegen
.
5
.3
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich im
mer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwor
tet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang an
dauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu er
bringen, was sich nach den Regeln über die (materielle)
Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50
E. 4.3
).
Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kann damit aus rechtlicher Sicht ab
gewichen werden, ohne dass ein
wie vorliegend grundsätzlich beweiskräftiges Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_106/
2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3).
6
.
6
.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130
V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach ei
nem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versi
cherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
6
.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April
2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete
versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März
2018 E. 7.4).
6
.3
6
.3.1
Was den K
omplex
«
Gesundheitsschädigung
»
respektive den Indikator
der «Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde» angeht, ist festzuhalten, dass
nur dort, wo bereits in den Diagnosekriterien ein Bezug zum Schweregrad gefordert wird, ein solcher nicht erreichter Schweregrad gegebenenfalls bereits den Ausschluss einer krankheitswertigen Störung erlauben würde. Verallgemeinert auf sämtliche psychiatrischen Diagnosen angewendet, greift diese Auffassung jedoch zu kurz. Fehlt in der Diagnose die Schweregradbezogenheit, zeigt sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen (
vorgenannter BGE 143 V 418
E. 5.2
.2). Der Beschwerdeführer leidet an
einer rezidivierenden depressiven Störung
sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Die
psychiatrischen Diagnosen
sind
aber
deutlich psychosozial
überlagert
. So berichteten auch die behandelnden Fachpersonen von psychosozi
alen Belastungsfaktoren
(Verlust der Identifikation als Ernährer, Autoritätsverlust in der Familie, finanzielle Schwierigkeiten, Konflikte mit Frau und Kindern
,
Urk.
10/110/8). Dass sich daran etwas geändert haben sollte, ist nicht ersichtlich,
weshalb i
n Bezug auf den funktionellen Schweregrad
lediglich von einem gering
fügig ausgeprägten
Indikator der diagnoserelevanten Befunde
auszugehen ist
.
Die Gutachter erachteten denn auch die Arbeitsfähigkeit nicht etwa aufgrund der Depression oder Schmerzstörung, sondern wegen der langen Abwesenheit
vom Ar
beitsmarkt
als eingeschränkt (E. 3.2
hievor
).
6
.3.2
Bezüglich des Indikators
«Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resis
tenz
»
berichtete der Beschwerdeführer von eine
m
seit Jahren unveränderten
Ge
sundheitszustand
.
Die Gutachter erachteten es aber als hoch auffällig
und nicht mit einer Erkrankung zu erklären
, dass
es trotz stationärer, teils
t
a
t
ionärer und ambulanter
Behandlung nie zu einer Veränderung der Symptomatik gekommen
ist
.
In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwer
deführer die ihm verordneten zahlreichen Medikamente - abgesehen von
Sertalin
in geringer Dosis - mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum je einnimmt (vgl.
Urk.
10/142/80 und E. 3.2
hievor
). Aus dem ausgebliebenen Behandlungserfolg kann damit nicht auf eine erhebliche Ausprägung der Symptomatik
geschlossen werden. So deuteten auch die Gutachter den Behandlungsverlauf als Verdeutli
chung der Symptomatik mit einem
appellativen
,
regredienten
Verhalten als man
gelnde Kooperation bis hin zu einem Rentenbegehren
und hielten fest, dass es seltsam wäre, wenn es dem Beschwerdeführer
besser gehen
würde, würde er doch dann den Anspruch auf eine Berentung verlieren
(
Urk.
10/142/7
6-
7
7
).
6
.3.3
Störungen fallen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich be
deutsame Komorbiditäten in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wirkung beizumessen ist
(vorgenannter BGE 143 V 418 E.
8.1). Der Beschwerdeführer leidet an
keinen somatischen Beschwerden,
welche ihn in sei
ner Arbeitsfähigkeit einschränk
en
. Es sind
somit
lediglich geringfügige als «Komorbiditäten» zu berücksichtigende krankheitswertige Störungen ausgewie
sen.
6
.3.4
Bei den Komplexen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ergibt sich Folgendes:
Der Beschwerdeführer lebt mit seinen zwei Kindern und seiner Ehefrau in einer Wohnung. Das Mittagessen nimmt er in der Regel zusammen mit seinem Sohn, das Abendessen mit der Familie ein
. Seine Mutter und sein Bruder sowie dessen Familie wohnen in unmittelbarer Nähe
(
Urk.
10/142 S. 31, S. 67 und S. 69-70).
Trotz seines sozialen Rückzugs erhält der Beschwerdeführer d
urch
seine Einbet
tung in die Familie eine Tagesstruktur.
Ein Hobby hat er auch vor seiner Erkran
kung nie betrieben (S. 68).
Der soziale Lebenskontext und die Persönlichkeit ent
halten somit
keine
sich
ausgeprägt
un
günstig auf die Ressourcen auswirkende
n
Faktoren.
6
.3.5
In der
Kategorie «Konsistenz» (bezüglich Abgrenzung und gegenseitigen Bezügen zu den Komplexen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» eingehend Michael E.
Meier, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in:
Jusletter
vom 11. Juli 2016, S. 28 ff. [nachfolgend: Ein Jahr Schmerzrechtsprechung], vgl. auch Michael E.
Meier, Zwei Jahre neue Schmerzrechtsprechung, in: Riemer-Kafka/
Hürzeler
[Hrsg.], Das
indikatorenorientierte
Abklärungsverfahren, 2017, S. 105-148, S. 136
ff. [nachfolgend: Zwei Jahre Schmerzrechtsprechung])
zielt der Indikator
«
gleich
mässige
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen
»
auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonsti
gen Lebensbereichen (beispielsweise Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausge
prägt ist, wobei das
Aktivitätenniveau
der versicherten Person stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Der Beschwerdeführer steht etwa um 6:00
Uhr
auf und nimmt ein kleines Früh
stück zu sich, anschliessend macht er die Körperpflege. Nach der Körperpflege geht er etwas in der Wohnung herum und legt sich oft auch hin. Im Verlaufe des Morgens geht er oft 30 bis 45 Minuten spazieren und macht dabei auch kleine Einkäufe, auch hat er Termine bei Ärzten. Oft liegt er jedoch (halb liegend,
halb sitzend
) in der Wohnung.
Ungefähr um 12
:
00 Uhr nimmt er
gemeinsam mit dem Sohn das von der Ehefrau am Vortag zubereitete Mittagessen
ein
. Am Nachmittag macht er manchmal einen Spaziergang, manchmal bleibt er zu Hause und
starrt vor sich hin oder zieht sich in halbliegender Position in sein Zimmer zurück. Oft schläft er dabei
vor laufendem
Fernseher ein. Gelegentlich hat er Arztbesuche am Nachmittag, sonst ist er weitgehend untätig. Ungefähr um 18:00 Uhr gibt es das Abendessen, das er n
ach Möglichkeit gemeinsam mit der Familie ein
nimmt
.
Dann liegt er wieder etwas herum oder geht etwas in der Wohnung auf und ab. Gele
gentlich schaut er kurz fern. Circa um 23:00 Uhr geht er schlafen. Der Schlaf ist unterbrochen und dauert maximal fünf Stunden am Stück (
Urk.
10/142 S. 33-34, vgl. auch S. 69-70). Der Beschwerdeführer verbringt seine Tage nach eigenen Angaben also grösstenteils mit Nichtstun
, womit subjektiv gleichmässige Ein
schränkungen des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen ausgewiesen sind.
Diesbezüglich ist
aber
darauf hinzuweisen, dass alle Gutachter des
Z._
anlässlich ihrer Untersuchungen von einer nicht nachvollziehbaren, ausgesprochenen Selbst
limitierung
bis hin zu
r
Aggravation
berichteten und festhielten, dass das vom Beschwerdeführer geschilderte Aktivitätsniveau selbst bei schwer depressi
ven Patienten aussergewöhnlich ist. So erachteten sie etwa eine minimale Mithilfe im Haushalt bei einer Erwerbstätigkeit des Partners auch bei einer Depression als möglich. Die Untätigkeit des Beschwerdeführers
ist
also weder als krankheitsbe
dingt
zu werten
noch kann
aus ihr auf die g
eltend gemachte 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
geschlossen werden
, vielmehr ist sie in Zusammenhang mit der gemäss Gutachter erlernten Hilflosigkeit
bis hin zum Rentenbegehren
zu sehen.
6
.3.6
Im Rahmen des Indikators «behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus
gewiesener Leidensdruck» (zur Abgrenzung vom Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz» vgl. Michael E. Meier, Ein Jahr Schmerz
rechtsprechung, S. 25
Rz
60 und Michael E. Meier, Zwei Jahre Schmerzrechtspre
chung, S. 129) weist d
ie
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben ver
nachlässigt werden (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliede
rungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex
«
Gesundheitsschädigung
»
) auf
den tatsächlichen Leidensdruck hin. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Einglie
derung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine ver
sicherte Gesund
heitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
Der Beschwerdeführer war etwa sechs Wochen
im Sanatorium
K._
hospi
talisiert, zudem war er in den letzten zwei Jahren vor
der Begutachtung drei Mal
im Zentrum
A._
in tagesklinischer Behandlung
. Nach eigenen Angaben hätten ihm die Klinik
aufenthalte sehr geholfen (Urk.
10/142 S.
30
31). Es ist damit unverständlich, weshalb der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers von den behandelnden Fachpersonen als seit acht Jahren unverändert dargestellt wird.
Der Beschwerdeführer besucht zudem einmal pro Woche eine Gruppentherapie sowie einmal pro Monat eine Einzeltherapie
(Urk.
10/142 S. 54).
Ein gewisser Leidensdruck ist
somit
zwar ausgewiesen, doch kann dieser - insbe
sondere in Anbetracht der geringen Behandlungsintensität der Einzeltherapie so
wie der offensichtlich mehrheitlich nicht eingenommenen Psy
chopharmaka - nicht als ausgeprägt angesehen werden.
6
.3.7
Zusammenfassend ist bei gesamthafter Betrachtung über die
massgeblichen
Indi
katoren
und insbesondere mit Blick auf das
erheblich
selbstlimitierende bis
ag
g
ravierende
Verhalten des Beschwerdeführers
eine medizinisch-gesundheit
liche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung einer Arbeitsunfähigkeit
aus psy
chischer Sicht führen könnte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen.
Von weiteren medizini
schen Abklärungen - insbesondere de
r
vom Be
schwerdeführer
beantragten
Oberbegutachtung
(Urk. 1 S. 1
) - sind keine zusätz
lichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweis
würdi
gung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist.
6
.4
Der Beschwerdeführer ist nach dem Gesagten in jeglicher leichten bis mittel
schweren Tätigkeit ohne repetitive Über-Kopf-Arbeiten, so auch in der ange
stammten Tätigkeit, zu 100
%
arbeitsfähig
, womit kein Anspruch
auf Leistungen der Inval
idenversicherung besteht.
Dies führt
auch unter diesem Titel
zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
1’0
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7
.2
Der Beschwerdeführer ersuchte jedoch
beschwerdeweise
um Gewährung der un
entgeltlichen Pro
zessführung
(
Urk.
1 S. 1) und legte eine Unterstützungsbestäti
gung der Sozialberatung der Stadtverwaltung
N._
vom 1
0.
Juli 2019 ein (
Urk.
3/4)
.
M
it Verfügung vom
2
9.
Juli 2019 (
Urk.
5)
wurde
ihm
eine Frist von 30
Tagen angesetzt, um zu erklären, ob er über eine Rechtsschutzversicherung ver
fügt. Ihm wurde angedroht, dass bei fehlender Erklärung davon ausgegangen wird, dass eine Rechtsschutzversicherung allfällige Gerichtskosten deckt. Der Be
schwerdeführer liess sich dazu in der Folge nicht vernehmen
(vgl.
Urk.
7).
7
.3
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist nicht voraussetzungslos und insoweit subsidiär, als die Pflicht des Staates, der mittellosen Partei für einen nicht aussichtslosen Prozess die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, nur dann zum Tragen kommt, wenn keine Drittpersonen für die Prozessfinanzierung aufkommen. Werden die Kosten durch eine Rechtsschutzversicherung getragen, fehlt die Bedürftigkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2016 vom
5.
April
2016 E. 3).
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung stellt, hat ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie
über ihre Beweismittel zu äussern (
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit
Art.
119
Abs.
2 Satz 1 der Zivil
prozessordnung [ZPO]). Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersu
chungsgrundsatz. Der Gesuchsteller hat zur Erfüllung seiner Mitwirkungsob
liegenheit zunächst seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und zu belegen. Die mit dem Gesuch befasste Behörde hat danach weder den Sach
verhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen. Sie muss den Sach
verhalt nur dort (weiter) abklären, wo noch Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, sei es, dass sie von einer Partei auf solche hingewiesen wird, sei es, dass sie solche selbst feststellt (Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom 1
9.
Okto
ber 2016 E. 2.3).
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.4
Der Beschwerdeführer ist der ihm mittels Gerichtsverfügung auferlegten Mit
wirkungspflicht im Zusammenhang mit der Rechtsschutzversicherung nicht nachge
kommen. Dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ist daher andro
hungs
gemäss mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattzuge
ben (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 17. Mai 2016 E. 5).