Decision ID: 7ca812ff-aa2e-473f-a36e-03e9d89bacfb
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
war seit 1998 als Kundenbetreuerin bei der
Y._
, Zürich, tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Natio
nal-Versicherungs-Gesellschaft
(heute: Helvetia Schwei
zerische Versicherungsgesellschaft AG; nachfolgend: Helvetia)
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als sie am 16. Januar 2001 einen Auffahrunfall erlitt (
Urk. 8/M2
). Der zuerst aufg
esuchte Hausarzt Dr. med. Z._
, Allgemeine Medizin FMH, stellte ein Schleudertrauma der
Halswir
belsäule
(HWS) fest,
verschrieb
Analgetika und einen Halskragen und verord
nete später Physiotherapie
(Urk. 8/M3 f.)
. Am 29. Januar 2001 nahm die Versi
cherte ihre angestammte Arbeit
wieder
zu 50 % auf (Urk.
8/M5
). Da das
z
er
viko
z
ephale
Syndrom
persistierte, überwies sie Dr.
Z._
an Dr.
A._
, Chefarzt der Fachklinik für Rehabilitation, Rheumatologie und Osteoporose,
B._
,
C._
(Fachklinik
B._
)
, wo sie ambulant
sowie
vom 19. Sep
-
tember
bis 31. Oktober 2001 stationär
behandelt wurde (Urk.
8/M
6, Urk. 8/M
24
).
1.2
A
m 6. Dezember 2001
erlitt die Versicherte
erneut eine Auffahrkollision (Urk.
8/M26
). Die Versicherte konsultierte gleichentags das
Spital D._
, wo sie ambulant versorgt wu
rde (Analgetika und Halskragen [
Urk.
8/M27
, 8/M32
]
).
N
achdem
die Arbeitgeberin
die Versicherte bereits nach
erfolgtem
stationärem
Aufenthalt in der Fachklinik
B._
freigestellt hatte
, kündigte sie der Versi
cherten
per 30. Juni 2002
(Urk. 8/M57
/1
S. 15
, Urk. 8/M26, Urk. 8/SI1
)
.
Die Helvetia trat auf die zwei Schadenfälle ein und erbrachte die gesetzlichen Versi
cherungsleistungen (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen).
1.3
Dr.
A._
attestierte
ab dem 1. März 2002 eine 30%ige Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/M34
; vgl. auch Urk.
8/M
35-
37
). Am 12. Juni 2002 begab sich
die Versi
cherte
in
die
ambulante
Behandlung
der
Rheuma- und
Rehabilitationsklinik E._
, wo sie ab dem 12. Juni 2002 wieder zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde (Urk.
8/M38
, Urk. 8/M42-44
).
I
m November 2002
begann die Versicherte
einen Arbeitsversuch als
Personalas
sistentin
bei dem Personaldienstleistungsunternehmen
F._
resp. der
G._
(vormals
H._
;
Urk. 8/R3
f.
,
Urk. 8/R15
).
Diese Arbeitstrainingsmassnahme wurde bis Ende 2003 verlängert
, wobei die wöchentliche Präsen
z
zeit gemäss Angaben der
Ein
satzfirma
zwischen 13 und 21 Stunden
pro Woche
lag, die Leistungsfähigkeit während der Präsenzzeit jedoch reduziert gewesen sei und das vereinbarte
Arbeitspensum von 35 % nicht habe eingehalten werden können
(Urk. 8/R16).
I._
vom Re
habilitationsdienst der
J._
, welcher diese Arbeitstrainingsmassnahme begleitet hatte, hielt in seinem
Abschlussbe
richt
vom 18. Dezember 2003 fest,
dass mit den beruflichen
Trainingsmassnah
men
eine stabile Belastungsentwicklung nicht habe erreicht werden können. Er regte eine medizinische Beurteilung an (Urk. 8/R15)
.
1.4
Die Helvetia schloss sich
mit Zusatzfragen der von der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
K._
in Auftrag gegebenen, interdis
ziplinären Begutachtung an
(Urk. 8/K29)
, welche an insgesamt sechs Tagen im Mai
und Juni 2004 vor
genommen wurde (Urk. 8/M57
/1
).
D
ie Versicherte
war
während dieser Zeit
weiterhin bei der
G._
tätig (Urk. 8/M57
/1
S. 27, Urk. 8/M59, siehe auch Beschluss des Ober
ge
richts Zürich, Urk. 8/P2 S. 11
)
.
1.5
Nach Eingang des Gutachtens
der Abklärungsstelle MEDAS
vom 28. Oktober 2004, worin von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ausgegangen wu
rd
e
(Urk.
8/M57
/1
)
,
reduzierte die
Helvetia
ihre
–
seit dem 12. Juni 2002
gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgerichteten
(Urk. 8/5)
-
Tag
geldleistungen
ab 1. September 2004 auf 25 % und stellte den Fallabschluss per Ende 2004 in Aussicht
(Urk. 8/K46).
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs
(
Urk. 8/K52
,
Urk.
8/K63
)
stellte die
Helvetia
ihre Taggeldleistungen per 31. Dezember 2004 ein
und
sprach
der Versicherten
rück
wirkend ab 1. Januar 2005 eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 30 % und einen ver
sicherten Verdienst von Fr
. 102'018.-- sowie eine Integri
tätsentschädigung gestützt auf eine Einbusse von 20 % zu. Gleichzeitig sicherte sie
Kostenüber
nahme
für die regelmässigen
physiotherapeutischen Behandlun
gen, notwendi
gen Schmerzmedikamente sowie
eine allenfalls notwendige psy
chologische Betreuung im Rahmen von Art. 21 des Bundesg
esetzes über die Unfallversiche
rung (UVG) zu
(
Verfügung vom 30. Januar 2006
,
Urk. 8/K66)
. Hiergegen erhob
X._
am 1. März 2006 Einsprache und beantrag
te
, es sei ihr das Taggeld bis Ende 2004 und die ab Januar 2005 laufende Rente auf der Basi
s einer unfallbedingten Arbeits
unfähigkeit bzw. unfallbedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von 70 % auszubezahlen, und die Integritätsentschädigung
sei auf der Basis einer medizi
nisch-theoretischen Invalidität von 70 % auszu
richten. Eventualiter sei ein neues Gutachten einzuholen (Urk.
8/K67
)
.
Die Versicherte stand seit dem 20. Oktober 2004 in der
Behandlung von Dr. med. L._
, Chefarzt des Instituts für Physikalische, Schmerz- und Rehabilitationsmedizin,
M._
,
Bern
, welcher sie in der angestammten Tätigkeit weiterhin vollständig arbeitsunfähig erachtete und dafürhielt, mög
licherweise sei eine 40%igen Arbeitsfähigkeit in leichten Bürotätigkeiten erreichbar (Urk. 8/M63
f.
, siehe auch Urk. 8/M66).
1.6
W
ährend des hängigen
Einspracheverfahrens
erlitt
X._
am 15. August 2006 eine dritte Heckauffahrkollisi
on, wobei sie hierfür als Ange
stellte der
G._
bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft unfallversichert war und
im
Spital D._
v
om 15. bis 17. August 2006 erst
versorgt wurde (Urk.
8/M68
, siehe Schreiben ihres
Rechtsvertreters vom 16.
Oktober 2006, wonach die Versicherte ab
Juni 2005 in einem 30%- und ab Mai 2006 in einem 40%-Pensum tätig gewesen sei, Urk. 8/K68
). In Zusammen
arbeit mit den jeweils beteiligten
Haft
pflichtversicherern gaben die beiden Unfallversicherer eine Observation in Auftrag, welche zwischen dem 24. November 2006 und dem 22. Februar 2007 stattfand. Gestützt auf die Ermittlungsberichte vom 8. Februar und 9. März 2007 (Urk.
8
/
O1-O
2
)
kam die
Helvetia
zum Schluss, dass die Versicherte erheblich leistungsfähiger gewesen sei, als sie vorgegeben habe, und die ausgerichteten Taggeld- und Rentenleis
tungen zum grossen Teil nicht oder nicht im geleisteten Umfang geschuldet gewesen wären. Sie zeigte der Versicherten mit Schreiben vom 26. Oktober 2007
(Urk. 8/K75)
an, dass sie von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen gedenke, im R
ahmen des hängigen
Einsprach
e
ver
fahrens
im Sinne einer Schlechterstellung (
re
formatio
in
peius
) den Rentenan
spruch absprechen und eine Rückforderung von bereits erbrachten Leistungen prüfen werde.
Hierzu nahm
die Versicherte
am 23. November 2007 Stellung, ohne von der gebotenen Gelegenheit, die Einsprache zur
ückzuziehen, Gebrauch zu machen
(Urk.
8/K76
)
. Mit Entscheid vom 11. April 2008 (Urk.
8/K79
) wies die
Helvetia
die Einsprache ab und änderte die Verfügung vom 30. Januar 2006 dahingehend,
als der Anspruch auf eine Inva
lidenrente verneint wurde.
1.7
Dagegen erhob die Versicherte
am
13. Mai 2008 Beschwerde und beantragte, es sei ihr rückwirkend ab 1. Januar 2005 eine Rente basierend auf einem massge
benden Verdienst von Fr. 119'328.85 auszurichten, eventualiter seien die Leis
tungen entsprechend der Verfügung vom 30. Januar 2006 weiterhin zu erbrin
gen
(Urk. 8/B1).
Mit U
rteil vom 11. Dezember 2009
kam das hiesige Gericht
zum Schluss, die
anlässlich der Observation
von medizinischen Laien beobachteten Leistungen und Bewegungsmuster
vermöchten eine Begutachtung nicht zu ersetzen
. Eine diesbezügliche ärztliche Beurteilung fehle
. Ausserdem würden
in der angefoch
tenen Verfügung resp. dem
Einspracheentscheid
Ausführungen zum adäquaten Kausalzusammenhang fehlen. Die Beschwerde wurde infolgedessen in dem Sinne gutgeheissen,
dass
d
ie Sache an die Helvetia
zur
ergänzenden Abklärung der Arbeitsfähigkeit ab Januar 2005 sowie zur
eingehenden Prüfung des adä
quaten Kausalzusammenhanges
zurückgewiesen wurde
(
Prozess Nr. UV.2008.00166,
Urk. 8/
B3
).
1.
8
D
ie involvierten Versicherungsträger
hatten
im Übrigen
am 19. April 2007 Anzeige wegen Versicherungsbetrugs erstattet.
Am 30. September 2009 erhob die Staatsanwaltschaft
Zürich-Sihl
gegen die Versicherte
betreffend den Zeit
raum vom 15. August bis 8. Oktober 2006 Anklage wegen betrügerischen Erlangens von Unfalltaggeldern.
M
it separater Verfügung gleichen Datums
stellte sie
die eröffnete Strafuntersuchung
betreffend den restlichen Zeitraum
ein.
Das
Bezirksgericht
Zürich
sprach die Versicherte mit Entscheid
vom 2. Februar 2010
des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs.
1 StGB schuldig und
bestrafte sie
mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.--, unter Anrechnung von 25 Tagessätzen Haft. Die dagegen
von der
Versicherte
n
erho
bene Berufung wies das Obergericht
des Kantons Zürich
in Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheides mit Urteil vom 7. Oktober 2010 ab.
Der durch die
beteiligten
Versicherungen erhobene Rekurs gegen die Einstellungsverfügung
wurde
mit Beschluss vom 19. Januar 2012 ab
gewiesen
(Urk. 8/P1 f.).
1.
9
M
it Verfügung vom 2. Mai 2013 (Urk. 8/K87)
verneinte die Helvetia
den adäqua
ten Kausalzusammenhang zwischen den im MEDAS-Gutachten vom 28. Oktober 2004
noch
festgestellten Einschränkungen
und den Unfällen vom 16
. Januar resp. 6. Dezember 2001, verfügte die Einstellungen der Leistungen per 31. Dezember 2004 und behielt sich eine Rückforderung von bereits bezahlten Leistungen ab 1. Januar 2005 vor. Die dagegen von der Versicherten am 4. Juni 2013 erhobene Einsprache (Urk. 8/K88) wies die Helvetia mit Ent
scheid vom 6. November 2013 ab, hielt jedoch fest, dass eine Rückforderung für nach dem 1. Januar 2005 erbrachte Leistungen aufgrund der erfolgten Verjäh
rung ausgeschlossen sei (Urk. 2).
1.
10
Zu erwähnen bleibt, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, mit Verfügung vom 2. Februar 2005 respektive
Einspracheentscheid
vom 2. Juni 2005 gestützt auf das MEDAS-Gutachten einen Rentenanspruch verneint hatte und die von der Versicherten dagegen erhobenen Rechtsmittel abgewiesen worden waren (Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. Februar 2006 [Prozess Nr. IV.2005.00780],
Urteil
des Bundesgerichts
vom
5. Februar 2007
[I 358/06]). Am 17. Oktober 2006 erfolgte
bei der IV-Stelle
im Übrigen eine Neuanmeldung zum Rentenbezug (Urk. 21).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Helvetia
vom
6. November 2013
liess
X._
, ver
tre
ten durch Rechtsanwalt Dr. Harry
Nötzli
, Zürich, am
9. Dezember 2013
Beschwerde einreichen und beantragen, es sei ihr rückwir
kend ab 1. Januar 2005 eine Rente basierend auf einem massgebenden Ver
dienst von Fr. 119'328.85 auszurichten
nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2007
, eventualiter seien die Leistungen entsprechend der Verfügung vom 30. Januar 2006
rückwirkend ab und mit November 2007 zu erbringen nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2007
(Urk. 1
S. 2). Die Beschwer
degegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
6. März 2014 auf Abweisung
der Beschwerde
(Urk. 7).
Mit Replik vom 10. Juni 2014 (Urk. 13) resp. Duplik vom 15. September 2014 (Urk. 20) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die entsprechenden Einga
ben wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (Urk. 16, Urk. 22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundes
gesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht,
ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistun
gen
dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen
Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117
V
359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.4
Hat die versicherte Person mehrere Unfälle mit Schleudertrauma der HWS oder gleichgestellter Verletzung erlitten, ist die Adäquanz des Kausalzusammenhangs grundsätzlich für jeden Unfall gesondert zu beurteilen. Einer nachgewiesener
massen durch einen früheren Unfall verursachten erheblichen Vorschädigung der HWS kann zwar im Rahmen der Prüfung der Adäquanzkri
terien Rechnung getragen werden
, nicht aber bei der Beurteilung der Unfallschwere. Letztere bestimmt sich nach Massgabe des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften beim konkret zur Diskussion stehenden Unfall. Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugerechnet werden können, mithin auch andere Unfälle, sind hier nicht zu berücksichtigen, sondern wie dargelegt allenfalls bei den einzelnen Adäquanzkriterien (Urteil
des Bun
desgerichts
8C_317/2013 vom 1
6.
August 2013 E. 7.5.2
mit Hinweisen auf Urteile
8C_59
3/2012 vom 1
9.
Dezember 2012 E. 2.4.1,
8C_51/2010 vom 2
1.
Mai 2010 E. 7.1
,
U 2/07
vom 19. November 2007
E. 5.3.1
, U
39/04
vom 26. April 2006
E. 3.3.2)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte eine Leistungspflicht ab dem 1. Januar 2005, da zwischen den noch beklagten Beschwerden und den beiden Unfällen im Jahr 2001 kein adäquater Kausalzusammenhang mehr
bestanden habe
.
Die zwei Auffahrunfälle vom 16. Januar und 6. Dezember 2001 seien höchstens als mit
telschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren. Di
e beiden Unfälle seien
sodann
weder besonders eindrücklich gewesen noch unter besonders dramatischen Begleitumständen abgelaufen. Zu verneinen seien
auch
die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung,
der erheblichen Beschwerden,
der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen wie auch das
Kriterium
der erheblichen Arbeitsunfähigkeit t
rotz
ausgewiesener Anstrengung
.
Einzig das
Kriterium
der fortgesetzten spezifischen belastenden ärztlichen Behandlung
sei
e
rfüllt
.
Da somit lediglich ein Kriterium zu bejahen sei, sei der adäquate Kausal
zusammenhang zu Recht verneint worden
(Urk. 2
, Urk. 7, Urk. 20
).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor,
gestützt auf das
MEDAS-Gutachten, wonach sie zu 70 % in der angestammten resp. zu 75 % in ange
passten Tätigkeiten arbeitsfähig sei,
sei ihr
rückwirkend ab 1. Janua
r 2005 eine Rente
auszurichten
.
In dem die Beschwerdegegnerin ihr mit Verfügung vom 30. Januar 2006 gestützt auf das MEDAS-Gutachten eine Rente ab dem 1. Januar 2005 sowie eine Integritätsentschädigung zugesprochen habe, sei der adäquate Kausalzusammenhang durch
die
Beschwerdegegnerin
bereits aner
kannt worden. Die Frage der Adäquanz sei im damaligen
Einsprache- und
Beschwerdeverfahren (
Prozess Nr.
UV.2008.00166) kein Thema gewesen. Das Sozialversicherungsgericht habe im Urteil vom 11. Dezember 2009 verkannt, dass es nicht gehalten gewesen wäre, die Frage des adäquaten Kausalzusam
menhangs überhaupt aufzuwerfen. Die Beschwerdegegnerin sei bis zur Verfü
gung vom 2. Mai 2013 immer vom Vorliegen eines adäquaten Kausalzusam
menhangs ausgegangen, in dem sie diesen nie in Frage gestellt habe und gestützt auf das MEDAS-Gutachten Leistungen erbracht und eine
Integritäts
entschädigung
rechtskräftig
zugesprochen
habe. In dem sie nun die Adäquanz
gestützt auf dieselbe Aktenlage
verneine, handle sie widersprüchlich.
Wenn
die Beschwerdegegnerin nun
keine
Rente
gestützt auf die Beurteilung der MEDAS-Gutachter
zuspreche
, dann
hätte
sie
– den Vorgaben
des
Urteil
s
des
Sozialversicherungsgerichts vom 11. Dezember 2009 folgend – vor der Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs
zumindest
ergänzende medizinische Abklärungen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen müssen.
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor,
die Beschwerdegegnerin
habe
sich in der
Verfügung vom 2. Mai
2013
nicht ernsthaft mit der Frage des adäquaten Kausalzusammenhanges auseinandergesetzt, sondern diesen unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
pauschal und ohne jede substantiierte Begründung verneint. Bei den Unfällen han
dle es sich sodann entgegen den Ausführungen
der Beschwerdegegnerin um schwere Unfälle, weshalb der Kau
salzusammenhang ohne weiteres zu bejahen sei. Selbst wenn davon ausgegan
gen würde, dass es sich um Unfälle im mittleren Bereich handle, seien vorlie
gend mehrere Kriterien erfüllt. Die ärztliche Behandlung habe ungewöhnlich lange gedauert, es seien körperliche Dauerschmerzen vorhanden und auch der Grad und
die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit seien markant. Ebenso seien durch den unerwarteten Aufprall mit beträchtlicher Geschwindig
keit und den bei beiden Unfällen abgedrehtem Kopf die Begleitumstände des Unfalls und die Eindrücklichkeit als dramatisch zu qualifizieren.
Im Übrigen gehe aus dem MEDAS-Gutachten mit aller Deutlichkeit hervor, dass die Ärzte den Eintritt des Erfolges als durch das Ereignis allgemein begünstigt erachtet hätten
.
Die Beschwerdeführerin machte
schliesslich
Ausführungen zum versicherten Verd
ienst
und
ersuchte um Zusprechung von Verzugszinsen
für
die geltend gemachten Rentenansprüche
ab
dem 1. November 2007 (Urk. 1, Urk. 13
).
3.
3.1
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der adäquate Kausalzusammenha
n
g zwischen den im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
Ende 2004
noch
bestehen
den Einschränkungen
und den zwei Unfällen
im Jahr 2001
sei von der Beschwerde
gegnerin
mit
Verfügung vom 30. Januar 2006
bereits anerkannt worden, weshalb eine erneute Prüfung nicht zulässig sei, kann ihr nicht gefolgt werden.
Bei der Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang handelt es sich um einen Teilaspekt des Rentenanspruches. Solche Teilaspekte eines Rechtsverhältnisses dienen lediglich der Begründung des Entscheides und kön
nen erst als rechtskräftig beurteilt und damit der richterlichen Überprüfung ent
zogen gelten, wenn über den Streitgegenstand insgesamt rechtskräftig entschie
den worden ist (BGE 125 V
413 E. 2b
).
Die mit Verfügung vom
30. Januar 2006
erfolgte
Rentenzusprache
erwuchs auf
grund der durch die Beschwerdeführerin damals erhobenen Einsprache
, mit wel
cher eine höhere Rente beantragt
wurde
,
nicht in Rechtskraft
.
In der Folge musste das hiesige Gericht über diesen Rentenanspruch befinden
(Prozess Nr. UV.2008.00166)
.
Da der Rentenanspruch somit strittig blie
b, durfte – und musste – demnach auch der adäquate Kausalzusammenhang
als Teilaspekt die
ses Rechtsverhältnisses
im Rahmen
des damaligen
Beschwerdeverfahrens
über
prüft werden. Daher wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
11. Dezember 2009
die Beschwerdegegnerin
zu Recht
darauf hin, dass Ausführungen zum adäqua
ten Kausalzusammenhang
in der Ver
fügung vom 30. Januar 2006 respektive
im
Einspracheentscheid
vom 11. April 2008 fehlen würden und die besonderen Voraussetzungen der
höchstrichterlichen Praxis zu
Schleudertraumaunfällen
zu
über
prüfen seien
(Urk. 8/B3 S. 14)
.
Es ist
daher
nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang im
nun
angefochte
nen
Einspracheentscheid
prüfte.
3.2
Wenn die Beschwerdeführerin darauf hinweist, dass gemäss Rückweisungsurtei
l des hiesigen Gerichts vom 11.
Dezember 2009 ergänzende medizinische Abklä
rungen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als notwendig erachtet wurd
en, ist F
olgendes festzuhalten: Das Gericht korrigierte den
Einspracheentscheid
vom
11. April 2008
,
mit
welchem
nach erfolgter Überwachung
von einer vollständi
gen
Arbeitsfähigkeit
ausgegangen
worden war
(Urk. 8/K79)
,
insoweit,
als sie da
-
fürhielt
, es
komme zwar die
Vermutung
auf
,
dass die von den MEDAS-Gut
achtern festgehaltenen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit
(70%ige Ar
-
beitsfähigkeit
in der angestammten, 75%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten
Tä
-
tigkeiten
)
nicht den Tatsachen entspreche.
Zur abschliessenden Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit seien jedoch die von den medizinischen Laien beobachteten Leistungen und Bewegungsmuster – wenn auch von erstaunlichem Aus
-
mass – nicht ausreichend,
sondern hierzu seien ärztliche Feststellungen not
-
wendig (Urk. 8/B3 S. 13)
.
Grundsätzliche wären so
mit zur
Bestimmung d
er Höhe einer allfälligen Rente
noch
medizinische Abklärungen
notwendig gewesen, um zu beurteilen,
ob die Arbeitsfähigkeit 70 % oder höher gewesen wäre.
Da jedoch – wie sich aus den
nach
folgenden Erwägungen ergibt
(E. 5.1 ff.
)
– sowieso kein adäquater Kausal
zusammenhang zwischen den im Zeitpunkt des Fallabschlusses noch beklagten Beschwerden und den zwei Unfällen im Jahr 2001 mehr
vorliegt
, erübrigen sich diese weiteren medizinischen Abklärungen. Bei fehlendem Kausalzusammen
hang fällt ein Rentenanspruch ausser Betracht, weshalb irrelevant bleibt, ob die Arbeitsfähigkeit
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
70 % oder mehr betr
ug
.
3.3
Schliesslich
ist auf die Rüge der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe
die Verfügung vom
2. Mai 2013
nicht ausreichend begründet,
einzugehen.
Gemäss Art. 49 Abs. 3
ATSG
sind Verfügungen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, zu begründen. Die Begründungspflicht folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör und stellt keinen Selbstzweck dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass Entscheide sachgerecht ange
fochten werden können.
Hiefür
muss dem Betroffenen bekannt sein, von wel
chen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen und worauf sie ihren Entscheid stützt. Soweit eine Verfügung sachgerecht angefochten werden kann, liegt somit keine Verletzung der
Begründungspflicht vor (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. dazu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar. 2. Auflage,
Zü
-
rich
/Basel/Genf 2009, N 38 zu Art. 49).
Die Überlegungen der Beschwerdegegnerin zur Einstellung der Versicherungs
-
leis
tungen
wurden in der Verfügung vom
2. Mai 2013 (Urk. 8/K87)
zwar nur sehr summarisch dargestellt. Trotz der
knappen Begrün
dung konnte die
Be
-
schwerdeführerin
jedoch erkennen, aufgrund welcher Über
legungen die
Be
-
schwerdegegnerin
entschied
.
E
ine sachgerechte Anfechtung war möglich.
Nach erfolgter Einsprache vom
4. Juni 2013
äusserte sich die Beschwerdegegnerin
im Übrigen
ausführ
licher, in dem sie
einlässlich
zu den einzelnen Kriterien
des adäquaten Kausalzusammenhangs
Stellung nahm
(Urk. 2).
Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor
.
4.
4.1
Dr.
Z._
, welchen
die Beschwerde
führerin nach dem Unfall vom 16. Januar 2001 gleichentags
konsultiert
hatte
,
erhob als Befund eine starke
Druckdolenz
,
eine
Bewegungseinschränkung und
eine
Funktionsblockade der mittleren unte
ren Halswirbelsäule.
Ossäre
Läsionen waren keine nachweisbar.
Er diagnosti
zierte ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule sowie eine Kontusion der rech
ten Schulter und verordnete Analgetika, Ruhigstellung mit Halskragen und die Durchführung von
Physiotherapie
. Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte er bis voraussichtlich am 28. Januar 2001 (Urk. 8/M3). Im Zusatzfragebogen bei
H
WS-Verletzungen hielt er am 16.
Februar 2001
ausserdem fest, die
Beschwe
r
-
defüh
rerin
habe über Schwindel sowie
Kopf- und Nackenschmerzen mit Aus
-
strahlung in die Schulter geklagt
(Urk. 8/M4)
.
4.2
Dr.
A._
, welcher die Beschwerdeführerin ab dem 1
2.
Apri
l 2001 behandelte, hielt am 17.
April 2001 fest, die Beschwerdeführerin
sei zurzeit
zweimal pro Woche in der Physiotherapie. Die Beschwerdeführerin
klag
t
e
im Wesentlichen
über zervikale
Schmerzen und Schwindel
. Bei der Arbeit
bemerke
sie
, dass sie weniger leistungsfähig sei als früher
und
am Bildschirm Sehprobleme
beim Fokussieren
habe
. Es bestehe
weiterhin
eine verminderte
Konzentrationsfähig
keit.
Die Beschwerdeführerin klagte im Übrigen über ausgeprägte Schlafstörun
gen.
Dr.
A._
hielt fest, da die Beschwerdeführerin eine beruflich anspruchsvolle Tätigkeit als Anlageberaterin ausübe, sei das
zerviko
z
ephale
Syndrom weiterhin am stärksten einschränkend, weshalb die Arbeitsfähigkeit von 50 % aktuell nicht gesteigert werden könne. Die Physiotherapie sei fortzusetzen
. E
r
habe die Beschwerdeführerin zusätzlich zur Ergonomie angemeldet.
Je nach weiterem Verlauf sei sie zur Ver
mittlung von Entspannungstechnik
en und
Schmerzbe
wältigungsstrategien
einem Psychologen zuzuweisen.
Er glaube
, langfristig
bei der
Beschwerdeführerin
eine günsti
ge Prognose stellen zu können (U
rk. 8/M6).
4.3
Vom 19. September bis 31. Oktober 2001 befand sich die Beschwerdeführerin zur stationären
intensiven
Physiotherapie in der Fachklinik
B._
, wo
unter anderem
auch Hirnleistungstraining durchgeführt wurde.
Die Ärzte hielten fest, neben der Schmerzproblematik seien Konzentrationsstörungen,
Dauerschwin
delattacken
, Kurzzeitgedächtnisstörungen, Sehstörungen sowie schnelle Ermüd
barkeit im Vordergrund gestanden. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei nicht eingeschränkt gewesen, was ehe
r
eine gute zukünftige
Prognose stellen lasse.
B
eim
Austritt sei eine sowohl subjektive als auch objektiv gesteigerte Kraft und Ausdauer der für die Rückenhaltung verantwortliche
Rumpfmusku
latur
feststellbar gewesen. Die Beschwerdeführerin habe über gleichgebliebene Kopf- und Nackenschmerzen geklagt, jedoch eine Besserung des Schwindels
um ca.
50 %
angegeben.
Sie
habe gelernt, in ihrem weiteren Leben mit den Schmer
zen umgehen zu können
und
komme
nun
besser mit ihren körperlichen und neuropsychologischen Einschränkungen zurech
t
.
Die Ärzte verordneten
neben Analgetika die weitere Durchführung von Physiotherapie (zwei Mal pro Woche)
, Ergot
her
apie und Ak
kupunkturmassa
ge sowie
wöchentliche Gespräche
beim klinischen Psychologen.
Die Arbeitsfähigkeit beliessen sie bei
50 %,
mit
Neube
urteilung
anfangs 2002.
4.4
Nachdem die Beschwerdeführerin am
6. Dezember 2001 einen
weiteren
Auffahr
u
nfall erlitten hatte,
konsultierte
sie gleich
entags das
Spital D._
, wo sie ambulant versorgt wurde
(
Urk. 8/M27, 8/M32)
.
Die Beschwerdeführerin
klagte über Übelkeit/Erbrechen sowie
Kopf- und Nackenschmerzen mit Aus
strahlung in die Schulter und Arme. Es zeigte sich eine
Druckdolenz
im Bereich
der Halswirbelsäule sowie eine nicht-
dermatombezogene
Sensibilitätsvermin
derung
der rechten Körperseite.
Begleitverletzungen lagen keine vor
(Urk. 8/M27). D
er initial gehegte Verdacht einer nicht dislozierten Fraktur der Bodenplatte von C5 konnte mittels am 12. Dezember 2001 angefertigtem CT ausgeschlossen werden (Urk. 8/M29 S. 2).
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit konnte aufgrund der lediglich
ambulant vorgenommenen
Behandlung nicht abgegeben werden.
4.5
Dr.
A._
attestierte
mit
Bericht
vom 24.
Dezember 2001
eine vollständige Arbe
its
unfähigkeit
ab dem erneuten Unfall
vom 6. Dezember 2001 bis 15.
Januar 2002
(Urk. 8/M29).
4.6
Am 24. Januar 2002 fand auf Zuweisung von Dr.
A._
eine neuropsychologi
sche Beurt
eilung durch
lic
. phil. Q._
, Fachpsychologe für Neu
ropsychologie FSP,
R._
, Zürich,
statt (Urk. 8/M33).
Diese ergab ein Gesamtleistungsniveau über dem Durchschnitt. Jedoch
zeigten
sich eine verminderte zeitliche Verfügbarkeit der Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Ermüdbarkeit.
Der Fachpsychologe hielt fest, g
esamthaft
bestehe
nur eine leichte Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Wichtiger sei die
verminderte zeitliche Verfügbarkeit der vorhandenen Fähigkeiten.
Aus neu
ropsychologischer Sicht sei eine hirnorganische Ursache der vorliegenden kog
nitiven Schwächen nicht wahrscheinlich. Es sei davon auszugehen, dass die (unter Belastung noch zunehmenden) Schmerzen das Umsetzen der kognitiven Fähigkeiten
erschweren
würden.
G
emäss den Angaben der
Beschwerdeführerin bestehe keine Möglichkeit zu einem teilzeitlichen Wiedereinstieg am ange
stammten Arbeitsplatz.
Die Beschwerdeführerin
rechne damit, dass sie wieder freigestellt werde und anschliessend die Kündigung erhalte. Damit könne die beste Lösung, nämlich die stufenweise Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit
,
nicht realisiert werden.
Therapeutisch seien zurzeit neuropsychologi
sche Massnahmen nicht notwendig.
Prognostisch gehe er davon aus, dass sich die umsetzbare kognitive Leistungsfähigkeit verbessere, wenn es gelinge, die körperlichen Beschwerden zu vermindern.
4.7
Dr.
A._
attestierte ab dem 1. März 2002
noch eine
Arbeitsunfähigkeit
von 70 % und hielt dafür, die Beschwerden seien wieder etwa auf dem Niveau wie vor dem Unfall
vom 6. Dezember 200
1.
Aktuell würden physio
-
/ergotherapeutische, psychologische, medikamentöse und
kinesiologische
Mass
nahmen durchgeführt
(Urk. 8/M34)
.
4.8
Ab dem 12. Juni 2002 stand die Beschwerdeführerin in ambulanter Behandlung in der
Rheuma- und
Rehabilitationsklinik E._
,
wo
ab Behandlungsdatum eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
(Urk. 8/M38
, Urk. 8/M43
).
Es wurde berichtet
,
es
sei
eine erneute neuropsychologische S
tandortbestim
mung vorgesehen
,
da die kognitiven Beeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit zurzeit vor allem nicht ermöglichen
würden
.
Bei nur geringen funktione
llen Beeinträchtigungen im HWS-B
ereich scheine die
Prognose
insgesamt recht gut zu sein. Wie weit sich die
zurzeit
vor allem als limitierend darstellenden kogni
tiven Beeinträchtigungen durch therapeutische Behandlungen beeinflussen liessen, könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht konklusiv beurteilt werden. Eine erneute neuropsychologische
Standortbestimmung
werde dazu beitrage
n, diese Frage zu beantworten (U
rk. 8/M43).
4.9
Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht
der
S._
vom 28.
Oktober 2002
(Urk. 8/M45)
wurde festge
halten, die Beschwerdeführerin erledige seit kurzem
zwei
Mal pro Woche bei einem Freund Routinearbeiten im Büro. Sie sei dabei bereits nach 20 Minuten müde und habe verstärkte Schmerz
en. Positionswechsel und ein
kurzer
Unter
bruch
seien dann nötig
(Urk. 8/M45 S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin erbrachte anlässlich der erneu
-
ten
neuropsychologischen Testung
überdurchschnittliche Leistungen. In den Aufmerksamkeitsleistungen hätten sich noch
minimale
bis leichte Auffällig
-
keiten
gefunden. Dies habe sich in einem etwas
schwankenden
, ve
rlangsamten Inf
o
r
mationsverarbei
tungs
tempo und einer
erschwerten
Fehler
kontroll
e
bei
erhöhten
Ansprüchen an die Aufmerksamkeit, vor
allem im Sinne einer leicht reduzierten Fähigkeit zur parallelen Reizverarbeitung, gezeigt. For
mal sei die Daueraufmerksamkeit nur geringfügig beeinträchtigt. Die spontane
Fluenz
sei verbal noch leicht reduziert, während sie
figural
weit überdurch
sch
nittlich sei, die adaptive und spontane Flexibilität sei unauffällig. Alle übri
gen Leistungen seien ebenfalls normgerecht. Im
Vergleich
zur neuropsycholo
gischen Testung im Januar 2001 sei insgesamt
von
einer Verbesserung der kog
nitiven Basislei
s
tung auszugehen. Die objektivierten Auffälligkeiten seien heute
nurmehr
als diskrete Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit zu wer
ten. Im Vordergrund stehe die klinisch und anamnestisch erfassbare erhöhte Ermüdbarkeit und
die
unter Belastung rasche Schmerzzunahme. Beides wirke sich auf die Aufmerksamkeit aus und zwinge die Beschwerdeführerin, sich auch bei Routinearbeiten bewusster zu konzentrieren, um Fehler möglichst zu ver
meiden, was wiederum die Ermüdung verstärke. Diese bewusste Erhöhung des Aufmerksamkeitsniveaus gelinge ihr auch nicht immer, wie ihren Angaben zu entnehmen sei. Sie stelle vermehrt Fehler fest, di
e
sie auch beim Kon
trollieren nicht immer bemerke.
Der geplante Arbeitsversuch sei zu befürworten. Die noch deutlich reduzierte psycho-physische Belastbarkeit und die lange Arbeitsabstinenz würden bei der beruflichen Reintegration ein vorsichtiges Vorgehen erfordern (Urk. 8/M49).
4.10
Ab dem 6. Februar 2003 war die Beschwerdeführerin wöchentlich in
psycho
-
thera
peutischer
Begleitung bei
lic
. phil.
T._
(Urk. 8/M48),
später
ein
mal
alle zwei Wochen
(Urk. 8/M49).
Die Psychologin hielt mit Bericht vom 25. Februar 2003 fest, die Beschwerdeführerin wirke aufgrund der
Schmerz
problematik
sowie den zusätzlichen Phasen der Übelkeit und/oder Schwindel körperlich deutlich eingeschränkt. Andererseits habe sie durch den
unfallbe
dingten
Verlust ihrer Arbeitsstelle eine bedeutende Kränkung erlitten. Selbstwert und Kompetenzgefühl seien deutlich erschüttert worden, was sich im Verlauf auch über eine spezifische Verunsicherung bezüglich ihrer kognitiven Fähig
keiten nie
dergeschlagen habe (Urk. 8/M48).
4.11
Auf Zuweisung ihres Hausarztes
Dr.
Z._
war die
Beschwerdeführerin
ab
dem 16.
Juli 2003 im
Universitätsspital U._
, Institut für Anästhesiologie,
in Behandlung
(Urk. 8/M51), wo Neuralther
ap
ie durchgeführt wurde. Mit
Bericht
vom 31. Oktober 2003 wurde mitgeteilt, diese sei nicht wirksam gewesen, wes
halb die Behandlung abgebrochen worden sei. Der Beschwerdeführerin sei empfohlen worden, eine fixe analgetische Medikation einzunehmen und nicht nur bei Bedarf
.
Eine wichtige Rolle spiele die Physiotherapie bzw. Massage, MTT,
Atlaslogie
und die psychologische Betreuung
(Urk. 8/M52).
4.12
Am 25. November 2003 berichtete Dr.
Z._
, unter der nun erweiterten analgeti
schen Behandlung, der
Durchführung von Physiotherapie
bzw. Massage, MTT,
Atlasologie
und psychologischer Betreuung gehe es der Beschwerdeführerin doch besser. Es bestünden noch eine ausgeprägte
Leistungsfähigkeitseinschrän
kung
sowie ein belastungsabhängiger Kopfschmerz. Als gegenw
ärtige Behand
lung führte er MTT und
Entspannungstherapie
auf
sowie Analgetika bei Bedarf (Urk. 8/M53). Er attestierte weiterhin ein vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/M55 f.).
4.13
Die Ärzte der MEDAS stellten in ihrem Gutachten vom 28. Oktober 2004
(Urk.
8
/
M
57/1
S. 29 f.) mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit folgende Diagno
sen:
"Residuen nach zwei Halswirbelsäule-Distorsionsunfällen (Heckauffahr-Unfäl
len) vom 16. Januar 2001 respektive 6. Dezember 2001
-
chronisches
zerviko-zephales
Schmerzsyndrom beidseits, rechtsbetont, mit/bei ausgeprägter
myofaszialer
Irri
tation der Nacken- und
Schulter
partie
beidseits, rechtsbetont
-
mit leichtem
Thoracic
-
outlet
-Syndrom beidseits, rechtsbetont
-
mit nach kranial zunehmender Fehlrota
tion der Halswirbelsäule, insbe
son
dere C2 und C3 nach rechts
-
bei beginnenden degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule und kleiner Diskushernie C3/4 links (MRI vom 14. Juni 2004)
-
mit gewissen Hinweisen auf eine Sch
merzverarbeitungsstörung respek
tive Übergang in eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Chronisches
tendomyotisches
lumbales Schmerzsyndrom mit
pelvitrochantärem
Reizzustand beidseits bei abgeflachter Lendenlordose
Hyperlaxitäts
-Tendenz."
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Anlageberaterin/Prokuristin in einer Bank sei der Beschwerdeführerin noch im Umfang von 70 % zumutbar. Einschränkend wirkten sich bezüglich dieser Tätigkeit folgende Faktoren aus: Die Besc
hwerde
führerin habe Grosskunden betreut; dabei hab
e sie ständig ein hohes
Konzent
rationsniveau
und oft eine stereotype Körperhaltung einnehmen müssen. Zudem hätten Kundenfahrten ins benachbarte Ausland zum Pflichtenheft gehört. Eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu 75 % zumutbar, wenn folgende einschränkenden Kautelen eingehalten werden könnten: Die Beschwerdeführerin könne keine Überkopfarbeiten verrichten. Nicht in Frage kämen Arbeiten, welche an oder über dem Schulterniveau aus
geführt werden müssten. Es kämen keine Tätigkeiten mit langen H
altungs-Ste
reotypien in Frage.
Die Beschwerdeführerin
klage
über Dauerschmerzen im Nackenschulter- bis zum Schulterblattbereich beidseits, zudem über Licht- und Lärmempfindlichkeit, Schwindelsensationen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und ein stark gesteigertes Schlafbe
dürfnis sowie über eine
massive Minderbelastbarkeit so
wohl auf körperliche wie auf geistige Stressoren (Urk.
8
/
M57/1 Seite 20
ff.). Jedoch liessen sich nicht sämtliche geklagten Beschwe
r
den mit einem objekti
ven medi
zinischen Befund erklären. So vermochte Dr. med.
V._
in sei
nem Teilgutachten vom 16. August 2004 nur einen Teil der angegebenen Schmerzen aus rheumatologischer Sicht zu erklären. Hin
sichtlich der Beschwer
den im Bereich der Nacken- und Schultermuskulatur so
wie in einem geringen Mass in Bezug auf die Weichteile der
Lendewirbelsäule
, der Hüft- und
Becken
region
führte Dr.
V._
aus (Urk.
8/M57/3
S. 15), dass es bei längerer Zwangshaltung (z.B. sitzende Tätigkeit an einem PC) infolge der erhöhten Irri
tabilität zu einer ausgeprägten Verspannung bis hin zu
Myo
gelosen
der er
wähnten Weichteile mit entsprechenden Schmerzen und
schmerz
bedingten
Funktionseinschränkungen komme. Aufgrund sämtlicher
bildgeben
der
Abklä
rungen ergab sich jedoch kein Hinweis für eine fassbare, eindeutige
osteo-dis
koligamentäre
Läsion im Bereich der Halswirbelsäule. Als möglich erachtete
er
eine funktionelle Bewegungseinschränkung
atlanto
-axial sowie die Seg
mente C2 und C3 betreffend. Es lagen jedoch weder Zeichen für eine Instabilität noch für eine
zervikoradikuläre
Reiz- und Ausfallsymptomatik vor. Dr.
V._
hielt die Beschwerdeführerin mit der nach oben zu
nehmenden
rotatori
schen
Fehlstellung C2 und C3 in ihrer angestammten Tätig
keit nur zu 30 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit gänzlich nicht für arbeitsunfähig (Urk.
8
/
M57
/3, rheumatologisches Teilgutachten vom 16.
August 2004 S. 11 ff.).
Aus neurolo
gischer Sicht fand Dr.
W._
keine Erklärung für das persistierende
cerviko
cephale
Schmerzsyndrom. In seinem Teilgutachten vom 26. Mai 2004 (
Urk. 8/M57/4
S.
3) gab er an, dass es keine Hinweise auf eine
zervikal-radiku
läre
oder
medulläre
Schädigung gebe. Aktuell seien auch keine
Augenmotili
tätsstö
rungen
nachweisbar. Auch für ein vestibuläres Geschehen seien keine weiteren Hinweise vorhanden. Der Schwindel sei überwiegend
kreislaufregula
torisch
und psychovegetativer Natur. Einen vestibulären Lagerungsschwindel könne er al
lerdings nicht ausschliessen, immerhin sei dieser aber nicht limitie
rend. Die ge
klagte Leistungsminderung dürfte in direkter Abhängigkeit von den Schmerzen sein. Sichere Hinweise auf eine milde traumatische Hirnschädigung gebe es aus der Anamnese nicht, so dass eine schwerere Hirnschädigung aus
geschlossen werden könne. Ebenso hielt der
Neuropsychologe Dr.
N._
in sei
nem
Teilgut
achten
vom 25. Juni 2004 fest, dass eine schmerzbedingte
Belast
barkeitsmin
derung
und eine minimal ausgeprägte Konzentrationseinschränkung (Schwan
kungen) bei einem Status nach zweimaligem Halswirbelsäulen-Trauma (16. Januar 2001 und 6. Dezember 2001) vorlägen. Insgesamt könnten nur dis
kret ausgeprägte neuropsychologische Auffälligkeiten (partiell leichte
Leistungs
einschränkungen
bezüglich geteilter Aufmerksamkeitsanforderungen bei un
auffälligem Antrieb, Arbeitstempo, allgemeinem Konzentrationsniveau,
Interfe
renzfestigkeit
, Umstellvermögen und Fehlerkontrolle) festgestellt werden, wes
halb isoliert aus neuropsychologischer Sicht auch keine prozentuale Ein
schät
zung der Arbeitsfähigkeit abgegeben werden könne. Eine solche sei unter
poly
dis
ziplinä
ren
Gesichtspunkten vorzunehmen (Urk.
8/M57/
5).
Die Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiv angegebenen Be
schwerden liess sich damals im psychiatrischen Kontext erklären. Dr.
P._
beurteilte die Situation in seinem Teilgutachten vom 10. August 2004 (Urk.
8
/
M57
/6 S. 6 f.) dahingehend, dass die Beschwerdeführerin eine Vielfalt von Symptomen präsentiere, welche zum grössten Teil recht unspezifisch seien und eine Vielzahl von Ursachen haben könnten. Die von der Beschwerdeführe
rin genannten Symptome würden auch als Folge von
Halswirbelsäulen-Distor
si
onstraumata
angeführt. Dabei dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass zum Beispiel länger dauernde (Arbeitsplatz-) Konflikte ebensolche Beschwerden inklusive Hals-Nackenverspannungen verursachen könnten. Laut Beurteilung des Psychiaters konnte die Diagnose Schmerzverarbeitungsstörung höchstens als Co-Diagnose und mit Vorsicht gestellt werden, weil das Verhalten der Be
schwerdeführerin bei der neuropsychologischen Testung gezeigt habe, dass sie sehr leistungsbereit sei und über mehrere Stunden ein sehr gutes Leistungsni
veau aufrecht erhalten könne. Gegen die Diagnose einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung sprach, dass ein wirklich bedeutsamer Konflikt nicht fassbar war. Laut Beurteilung des Psychiaters könnte jedoch der nach dem ers
ten Unfall aufgetretene, chronische Konflikt mit der Arbeitgeberin der Grund dafür gewesen sein, dass sich der Schmerzzustand nicht zurückbildete. Aus rein psychiatrischer Sicht konnte er indes keine Einschränkung de
r Arbeitsfähigkeit feststellen.
Zu den Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin stellungnehmend, wurde im Gut
achten festgehalten, es würden die „typisch“ bekannten Beschwerden nach einer HWS-Distorsion vorliegen. Die festgestellten Gesundheitsschädigungen seien mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit kausale Folge der beiden Unfälle vom 16. Januar respektive 6. Dezember 200
1.
Hinsichtlich Behandlungsabschluss hielten sie dafür, es könne aus heutiger Sicht nicht mit Sicherheit von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dies würde zwar erhofft, und es scheine nicht ganz unmöglich, wäre aber doch ein besonders glücklicher Fall (Urk. 8/M57/1 S. 32 ff.).
5.
5.1
Dass
die
im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung noch festgestellten Einschrän
kungen in natürlichem Kausalzusammenhang mit den zwei Unfällen im Jahr 2001 standen, blieb unbestritten und gibt kein
en
Anlass zu weiteren Ausfüh
rungen. Nur am Rande sei vermerkt, dass die Frage, ob die natürliche Kausalität gegeben ist, rechtsprechungsgemäss offen bleiben kann (vgl. Urteil 8C_42/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 2 Ingress mit Hinweisen), wenn - wie nachfolgend gezeigt wird (E. 5.2 f.) - die Adäquanz zu verneinen ist.
5.2
5.
2
.1
Gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin
im Frageblatt für Verkehrsunfälle
vom 24. Februar 2001
kam es zum ersten Auffahrunfall vom 16. Januar 2001, als
sie
vor einem Kreisel stand und das hintere Auto auffuhr
(Urk. 8/U2
)
. Die Polizei wurde nicht beigezogen. Gemäss dem erstellten Unfallprotoko
ll kam es zu Schäden an den Sto
ss
s
tangen und den Lampen (Urk. 8/U1). Im
unfallanaly
tischen
Gutachten vom 6. Januar 2009 wurde eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von 8 bis 12,5 km/h ermittelt (Urk. 8/G2).
Beim zweiten Unfall vom 6. Dezember 2001 wurde auf Ersuchen der Beschwerde
führerin die Polizei beigezogen.
Gemäss dem Polizeiprotokoll vom 6. Dezember 2001 (Urk. 8/U3) bremste die Beschwerdeführerin
ihr Fahrzeug
wegen eines Gelblichtes ab. Das hintere
Fahrzeug
konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr der Beschwerdeführerin von hinten auf und schob ihr Fahr
zeug während dem Abbremsen auf die Verzweigung. Beim Fahrzeug der Beschwerdeführerin war die hintere Stossstange leicht eingedrückt und der Tank leicht deformiert, beim
Auto des
Fahrzeugverursacher
s
war die Motorhaube, die vordere Stossstange und die Fron
talbeleuchtung links beschädigt
.
Im
unfall
analytischen
Gutachten vom 13. Mai 2003 wurde eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von 5 bis 10,2 km/h ermittelt (Urk. 8/G1).
5.2
.2
Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräfte
n zu bestimm
en. I
n Berücksichtigung des Unfallherganges, der Fahrzeugschäden und der ermittelten
Geschwindigkeitsän
derungen
, qualifizierte die Beschwerdegegnerin diese zwei Unfälle zu Recht als mittelschwere Ereignisse im Grenzbereich zu den leichten Unfällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_523/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 4.2 mit Hinwei
sen).
Mit Blick auf die durch die Rechtsprechung entwickelten Massstäbe schei
det eine Einordnung zu schwer
er
en Unfällen
aus. So hat das Bundesgericht Unfälle, bei welchen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Über
holmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil 8C_169/2007 vom
5.
Februar 2008 E. 4.2), einen Lastwa
gen beim Überholen touchierte und sich überschlug (Urteil 8C_743/2007 vom 1
4.
Januar 2008, Sachverhalt und E. 3), von der Strasse abkam und sich über
schlug (Urteil U 213/06 vom 2
9.
Oktober 2007, Sachverhalt und E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil U 258/06 vom 1
5.
März 2007, Sach
verhalt und E. 5.2) oder sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mitt
elleitplanke hinweg überschlug -
wobei die versi
cherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam (Urteil U 492/06 vom 1
6.
Mai 2007 E. 4.2), regelmässig dem eigentlichen mittleren Bereich mittelschwerer Unfälle zugeordnet.
Wenn
die
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ihre in der Folge beklagten Beschwerden
die Qualifikation beanstandet
(Urk. 1 S. 13)
, verkennt sie, dass die erlittenen Verletzungen nicht bei der Unfallschwere
, sondern bei den
Adä
quanzkriterien
zu berücksichtigen sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_519/2008 vom 28. Januar 2009, E. 5.2 mit Hinweisen)
.
Auch die von der Beschwerdefüh
rerin geltend gemachte Kopfposition
-
beim ersten Unfall habe sie den Kopf nach links und beim zweiten Unfall leicht nach recht
s
gedreht gehalten (Urk. 1 S. 13) -
vermag sodann zu keiner anderen Qualifikat
ion der Unfallschwere zu führen.
Was
die
beschwerdeführerischen
Ausführungen zur Geschwindigkeit des auffahrenden Autos beim zweiten Unfall betreffen
(Urk. 1 S. 13)
, ist auf d
as unfallanalytische
Gutachten – welche
s
nicht beanstandet
wurde
– zu verweisen, gemäss welchem
es lediglich zu
einer
relativ geringen kollisionsbedingten Geschw
indigkeitsänderung kam
.
Anzumerken bleibt, dass sich aus dem
Poli
zeirapport
vom
6. Dezember 2001
(Urk. 8/U3)
nicht ergibt
, dass das hintere Auto beschleunigt hätte
, wie die Beschwerdeführerin
vorbring
t
(Urk. 1 S. 13)
, sondern festgehalten wurde,
das hintere
Fahrzeug
habe wegen ungenügendem Abstand nicht mehr rechtzeitig abbremsen können (Urk. 8/U3 S. 8).
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände verm
ögen mithin nicht zu über
zeugen und die Unfälle sind
rechtsprechungsgemäss als mittelschwerer
e Unfälle
im Grenzbereich zu den lei
chten Unfällen einzuordnen.
5.2.3
Die Adäquanz des Kausalzusammenhanges wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorläge oder vier Kriterien erfüllt wären (Urteile des Bundesgerichts 8C_785/2009 vom 1
6.
Juni 2010 E. 7.2 sowie 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
5.3
5.3.1
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objekt
iv zu beurteilen und nicht aufg
rund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16
. Mai 2008 E. 7.1). Entgegen
den
Vorbringen der Beschwerdeführerin liegen keine Umstände vor, welche die Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen Eindrücklichkeit der Begleitumstände rechtfertigen, weshalb die Beschwerdegegnerin dieses Krite
rium zu Recht verneinte. Insbesondere kam es bei
beiden
Unfällen zu keinen weiteren Verletzten.
Wenn die Beschwerdeführer
in
geltend macht, die besondere Eindrücklichkeit gründe darauf,
dass sie auf den Auffahrunfall in keiner Weise vorbereitet gewesen sei (Urk. 13 S. 13)
,
so ist darauf hinzuweisen, dass es
in der Natur einer Vielzahl von Unfällen
liegt
, dass diese den Betroffenen gänzlich unvorbereitet treffen.
Inwiefern ein Kopfanprall respektive ein leicht nach rechts gedrehter Kopf besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit zu begründen vermöchten (
Urk.
1 S. 14,
Urk.
13 S. 13), ist
ebenfalls
nicht einsichtig.
Sodann ist wohl jedem leichten bis mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, was
somit
noch nicht zur Bejahung des fraglichen Kriteriums ausreichen kann.
5.3
.2
Was das Kriterium
der Schwere und besonderen
Art der erlittenen Verletzung betrifft, so genügt die Diag
nose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zur Bejahung
dieses Kriteriums
. Es bedarf
hiezu
einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten
Komplikationen bestehen. Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer A
rt zu qualifizieren ist
(Urt
eil des Bundesgerichts 8C_355/20
08 vom 9. September 2008, E. 5.2.2 f. mit weiteren Hinweisen).
Vorliegend kam es abgesehen
von den diagnostizierten HWS-Distorsionen
und einer Schulterkontusion rechts zu kei
nen
weiteren
Verletzungen (
E. 4.1, E. 4.4
). Dass die Kopfstellung der
Beschwerdeführerin
zu einer besonderen Schwere der Verletzung geführt hätte, ergibt sich sodann nicht aus den Akten. Ob
die Beschwerdeführerin
beim
ersten
Unfall
vom 16. Januar 2001
überhaupt eine seitliche Kopfposition
innehatte
, erscheint mit Blick auf
die Angaben des Haus
arztes Dr.
Z._
im Übrigen fraglich (vgl.
Urk. 8/M4
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass pathologische Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark
exazerbieren
können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren versicherten Unfall erheblich vorgeschädigte HWS betrifft, ist demnach speziell geeignet, die typi
schen Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren (Urteil des Bundesgericht 8C_266/2008 vom 2
2.
August 2008 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin erlitt zwar innert einem knap
pen Jahr zwei Schleu
dertraumen der Halswirbelsäule und nach dem zweiten
Unfall vom 16. Dezember 2001
wurde über eine
Zunahme der Beschwerden
berichtet
(E. 4.3 f.). Dr.
A._
hielt
jedoch bereits im Februar 2002
fest
, die Beschwerden seien etwa wieder auf dem Niveau wie vor dem zweiten Unfall (E. 4.7).
Ob angesichts
dessen das anlässlich des zweiten Unfalles erlittene Schleudertrauma als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist, erscheint frag
lich, kann jedoch offen bleiben, da selbst bei Bejahung dieses Kriteriums die Adäquanz zu verneinen wäre.
5.3
.3
Die Beschwerdegegnerin erwog, das Kriterium der
fortgesetzt spezifischen, belas
tenden ärztlichen Behandlung
sei erfüllt
.
Die Beschwerdeführerin
absolvierte
infolge der zwei Unfälle hauptsächlich
ambu
lante
Therapie
n
(
Physi
otherapie, Ergotherapie
, Kinesiologie,
Elektrothera
pie, Fussref
lexzonenmassage und
Atlasologie
),
war
in psychologischer Behand
lung und nahm
Medikamente ein
(E. 4.1 ff.)
. Im Sommer 2003
war sie ausser
dem noch
kurzzeitig
in der
Neuraltherapie
(E. 4.11)
.
Stationär war sie
lediglich
einmal
zur intensiven Physiotherapie
vom
19. September bis 31. Oktober 2001
in der Fachklinik
B._
hospitalisiert (E. 4.3)
.
Vermögen
rechtsprechungsge
mäss
ä
rztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie
manual
therapeutische
(Physiotherapie,
Kraniosakraltherapie
,
Atlaslogie
etc.
) und medi
kamentöse Behandlungen
das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil
e
des Bundes
gerichts
8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.3
, 8C_970/2008 vom 11. November 2008 E.
5.4
)
, kann vorliegend nicht von einer fortgesetzten belastenden ärztlichen Behandlung ausgegangen werden.
5.
3
.4
Zu prüfen ist weiter das Kriterium der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit
.
Die behan
delnden Ärzte
attestierten der Beschwerdeführerin über weite Strecken eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
resp. vorübergehend im Jahr 2001 eine
Arbeitsfähigkeit
von 50 % sowie teilweise ab Frühjahr 2002 eine
Arbeitsfähig
keit
von
30
% (
E. 4.2 ff.
).
Im
Abschlussbericht
über das
Arbeitstraining
hielt
O._
- damaliges Verwaltungsratsmitglied der
F._
und gemäss Ausführungen im Urteil des hiesigen Gerichts vom 28. Februar 2006 (Prozess Nr. IV.2005.00780) eine mit der Beschwerdeführerin befreundete Person (E. 4.6.2 des genannten Urteils) –
,
ausserdem fest,
das ver
einbarte Arbeitspensum von 35 % habe nicht eingehalten werden können (
Abschlussbericht vom 3. März 2005,
Urk. 8/R16)
.
In Diskrepanz zu diesen
Ausführungen
kamen die MEDAS-Gutachter nach durch
geführten Untersuchungen im Mai und
Juni 2004
zum Schluss, dass eine Arbeitsfähigkeit von 75 %
in an
gepassten Tätigkeiten sowie eine
Arbeitsfähig
keit
von 70 %
in der ang
estammten Tätigkeit gegeben sei und der psychiatri
sche Gutachter
führte aus
, das
von
November 2002 bis Dezember 2003
dau
ernde Arbeitstraining
sei gescheitert, obwohl die Beschwerdeführerin sowohl aus neuropsychologischer wie
auch
aus rheumatologischer Sicht eine
solche
Tätigkeit zu mindesten
s 70 % hätte verrichten können
(
E. 4.13
, Urk. 8/M57/6 S. 7
).
I
n eingehender Würdigung d
ieser
Aktenlage
kam das hiesige Gericht
mit
Urteil vom
28. Februar 2006
im
Prozess Nr.
IV.
2005.00780
zum Schluss
, dass aus dem Umstand des gescheiterten Arbeitstrainings nichts zu Gunsten der Beschwerde
führerin abgeleitet
werden könne,
auf die Beurteilung
der
behandelnden Ärzte nicht abgestellt werden könne und ab dem
Zeitpunkt des hypothetischen
Ren
tenbeginns
der Invalidenversicherung
(anfangs 2002) von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Dieses Urteil wurde vom Bunde
sgericht
mit Urteil vom 5. Februar 2007
geschützt
(I 358/06
)
, wobei das Bundesgericht
fest
hielt
, entscheidend sei, wie das kantonale Gericht überzeugend dargelegt habe, das
Gesamtbild der Beschwerden und
die weitgehend übereinstimmend festge
stellte Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiv angegebenen Beschwerden, welche im Rahmen der psychiatrischen Abklärung nachvollzieh
bar erklärt worden seien (E. 3.3
des genannten Urteils
)
.
Angesichts dessen
kann
das Kriterium
der erheblichen Arbeitsunfähigkeit
nicht als erfüllt gelten.
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass es im Anschluss an das Rückweisungs
-
ur
teil
des hiesigen Gerichts
vom 11. Dezember 2009
zu einer Ver
urteilung
we
-
gen
Betrugs kam
(Sachverhalt E.
1.8
)
. Auch wenn es sich dabei um
eine Verurteilung für ein Verhalten während
eine
r
relativ
kurze
n
Zeitspanne
(vom 15. August bis 8. Oktober 2006)
handelt
e
, so wurde
im Urteil des Oberge
richts
des Kantons Zürich
vom 7. Oktober 2010
doch klar festgehalten, dass die Beschwerdeführerin entgegen den klaren Beteuerungen, im Anschluss an den dritten Unfall vom 15. August 2006 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen zu sein,
wieder teilweise gearbeitet habe
(Urk. 8/P1).
So hatte der Rechtsvertreter
namens
der Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2006
noch mitgeteilt
, nach dem Unfall vom 15. August 2006 sei aufgrund der Schmerzsituation und der Hirn
erschütterung an ein Arbeiten nicht zu denken gewesen; ab dem 9. Oktober 2006 habe sie versuchsweise ein Pensum von 10 % wiederaufgenommen, ver
teilt auf mehrere Tage. Dieses Pensum erledige si
e von zu Hause aus (Urk. 8/K68)
. D
er behandelnde Arzt Dr.
L._
hatte
dementsprechend
bis am 8. Oktober 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/M71). Entgegen diesen Angaben
war
die Beschwerdeführerin jedoch
– wie aus dem Urteil des Obergerichts hervorgeht -
bereits drei Tage nach dem Unfall
erstmals wieder arbeitstätig
und
absolvierte
bis am 8. Oktober 2006
eine Arbeitszeit von
gesamthaft 52,5 Stunden
, wobei sie am 5. Oktober 2006 auch auswärts an einer mehrstündigen Konferenz teilnahm
(Urk. 8/P1 S. 12
, S. 14
).
Auch angesichts dessen
rechtfertigt es sich nicht, zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
auf die
Angaben der Beschwerdeführerin respektive jene ihrer
behandelnden
Ärzte
abzustellen
. Dass das Strafverfahren für die restliche Zeit
mit Beschluss vom 19. Januar 2012
eingestellt wurde
(Sachverhalt E. 1.8
)
,
vermag daran nichts zu ändern.
5.
3
.5
Dass eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert hätte, vorliegen würde, wurde zu Recht nicht geltend gemacht.
5.3.6
Z
u verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen.
Hiefür
bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt
nicht
(vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesge
richts 8C_1015/2008
vom 6. April 2009 E. 5.4.3)
.
5.3.7
Zu prüfen ist schliesslich das Krite
rium der erheblichen Schmerzen.
Adäquanz
-
rele
vant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich deren
Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beein
-
trächtigung
beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Ob das Kriterium angesichts
der
Diskrepanz zwischen
den
beklagten Beschwer
den und
den
attestierten Einschränkungen
als erfüllt betrachtet werden kann (E. 5.3.4), erscheint fraglich, kann jedoch offen bleiben. S
elbst bei Bejahung dieses Kriteriums wären maximal zwei Kriterien (erhebliche Schmerzen und
Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung
, E. 5.3.2) erfüllt.
5.4
Sind höchstens
zwei der massgebenden Adäquanzkriterien erfüllt, jedoch nicht in ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den Unfallereignissen vom 1
6.
Januar und
6.
Dezember 2001 und den über den 31. Dezember 2004 hinaus
b
eklagten Beschwerden zu verneinen
(E. 5.2.3)
.
Somit
hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht ab dem 1. Januar 2005 zu Recht verneint
, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.