Decision ID: 77f18127-9d23-49bc-b9f5-afcc9401735a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1977 geborene
und als Sachbearbeiterin tätige
X._
meldete sich am 24. Mai 2013 (Eingan
gsdatum
,
Urk.
7/20)
unter Hinweis
auf
Arthritis und Arthro
se
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von
Hilfsmitteln
der Invalidenversicherung
(IV)
an (
Urk. 7
/18
). Mit Mitteilung
vom 6.
September 2013 erfolgte
eine
Kostengutsprache
der IV-Stelle
für
ortho
pädische Serienschuhe
(Urk. 7/27)
.
1.2
Am
6.
März 2014 (Eingangsdatum
, Urk.
7/31
) bea
n
tragte
X._
unter Hin
weis auf Art
h
ritis und Art
h
rose erneu
t Leistungen der IV (Urk. 7/30
).
Nach erfolg
ten medizinischen und beruflich-erwerblichen Abklärungen sowie
Beizug
der Akten
der Krankentaggeldversicherung
verneinte
die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 27. April 2015
einen Rentenanspruch der Versicherten
mangels rentenbe
gründend
en Invaliditätsgrades
(
Urk.
7/54
).
1.3
X._
stellte
am 27.
Juli 2017 (Eingan
gsdatum
)
wieder
unter Hinweis
auf
Arthritis und
Arthrose ein
weiteres
Leistungsbegehren (
Urk.
7/60
).
Mit Vorbe
scheid
vom 22.
August 2017 kündigte die IV-Stelle einen
Nich
tein
tretens
e
n
t
scheid
an
(Urk. 7/67)
. Am 11.
Oktobe
r 2017 erlitt
X._
eine
Calcaneus
-Fraktur
, welche operativ behandelt werden musste (Urk. 7/97)
. In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen und zog die Akten der
Krankentag
geld
ver
siche
rung
bei (
Urk.
7/91
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/99)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit Verfü
gung vom 3.
Okto
ber 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 5. November 2018 Beschwerde erheben und bea
n
tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Durch
führung ergä
nzender medizinischer Abklärung
en und zum Ne
uentscheid
betref
fend Invalidenrente
an die Beschwerdegeg
ner
in
zurückzuweisen
(
Urk.
1)
.
Mit
der
Beschwerde leg
te die Beschwerdeführerin einen B
ericht
von
Dr.
med. Y._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation
FMH
sowie Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
FMH
,
vom 2.
Oktober 2018
,
ins Recht (
Urk.
3). Die Beschwerdegegnerin schlo
ss mit Beschwerdeantwort vom 5.
Dezem
ber 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 11. Dezember 2018 angezeigt wurde (
Urk.
8). Am 2. Dezem
ber 2019 liess sich die Beschwerdeführerin erneut vernehmen (Urk. 9 und 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV hat das Bundes
gericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachen
ände
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbegehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im an
gefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
,
dass
eine wesentliche Veränderung
der gesundheitlichen
Situation
nicht ausgewiesen
sei.
Seit
dem
7. Februar 2018
bestehe
wieder
eine
Arbeitsfähigk
eit von 70 % für die angestammte sowie
eine
leidensangepasste
Tätigkeit
und b
ei einem Invaliditäts
grad von 30 % habe die Beschwerdeführerin kein
en
Rentenanspruch.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin
im Wesentli
chen vo
r (Urk. 1)
, dass die
Berichte von Dr.
Y._
auf eine Verschlechterung
ihrer
gesundheit
lichen Verfassung hinwiesen.
Deutlich gehe dies
aus
dem Bericht
vom
2.
Oktober 2018 hervor, wonach
unter anderem positive Rheumafaktoren festgestellt und
eine
Sakroiliitis
diagnostiziert worden seien
. Damit sei eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands
ausgewiesen
, womit
Anspruch auf eine umfassende neue medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
bestehe
.
3.
3.1
Vorliegend ist die Frage zu klären, ob sich der massgebliche Sachverhalt, welcher der Verfügung vom 27. April 2015 (Urk. 7/54) zugrunde lag, bis zur angefoch
tenen Verfügung vom 3. Oktober 2018 (Urk. 2) in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise verändert hat.
3.2
Der Verfügung vom 27. April 2015 lag der Bericht von Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt R
heumatologie FMH,
vom 16. Oktober 2014 zugrunde
(Urk. 7/43)
.
Aus d
iesem Bericht gehen gemäss
der Stellungnahme des R
egional
en
Ärztlichen Dienstes (R
AD
)
vom 13. Dezember 2014 folgende
relevante
Diagnosen
hervor
(
Urk.
7/51/3): Axiale und periphere Spondylarthritis, Typ Psoriasis ED 2011 mit beginnenden
erosiven
und proliferativen Finger
veränderungen sowie de
ge
nerativen Wirbelsäulenveränderungen, DD ISG Arthritis und Spondylarth
ritis unter rheumatologischer Basistherapi
e zuletzt TNF – Alpha – Blocker,
Ten
denz zur
Hyperlaxizität
.
Prof.
Dr.
Z._
hielt
in seinem Bericht
fest, dass die Wirkung der Behand
lung, welche a
m 3. Juli 2013 aufgenommen worden sei
, bis jetzt eher als be
scheiden einzuschätzen sei. Die
gesamten Beschwerden im Bereich der H
ände und Finger
hätten sich
lediglich um 30 %
ver
besser
t
, die Mittelfinger seien nach
wie vor beidseits geschwollen (
Urk.
7/43/5).
Dem Bericht ist sodann zu entnehmen, dass
die
Rheumafaktoren
negativ
getestet wurden
und
sich
anhand der
M
RI des Beckens und der LWS
ein
Status nach abgelaufener ISG-Arthritis rechts
fest
stellen liess
(Urk. 7/43/4). Prof.
Dr.
Z._
ging schliesslich von
eine
r
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
von 30 %
sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepa
ssten Tätigkeit aus
(
Urk.
7/43/2).
3.3
Im Rahmen des aktuellen Neuanmeldeverfahrens wurden mehrere Berichte von
Dr.
Y._
zu den Akten genommen (
Urk. 7/59/7-9
, 7/74
und
7/79)
, wobei der Bericht vom 23. Januar 2018 (Urk. 7/79) zur Beurteilung des medizinischen Sach
verhalts von
der Beschwerdegegnerin
in ihrer Verfügung vom 3. Oktober 2018
herangezogen wurde (
Urk.
2/2).
Im
Bericht
vom 23. Januar 2018
wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(Urk. 7/79/1)
:
-
Akute Exazerbati
on des
lumbovertebralen
Schmerz
syndrom
s
sowie zu
neh
men
de
Schmerzen im Ber
eich
der DIP-Gelenke
Dig
. III-IV rechts und
Dig
. II und V links
bei bekannter axialer und peripherer Spondylarthritis
-
Aktivierte Arthrose im Bereich
des Radiokarpal
gelenkes rechts sowie STT-Gelenk
bei
Status
nach konsolidierter distaler Radiusfraktur rechts mit
Ulnarvorschub
im Rahmen einer Überbelastung durch die Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen seit dem Unfall
vom 1
1.
Oktober 2017
(
Sturz mit
Calcaneus
-Fraktur links
)
Dr.
Y._
hielt
im Bericht fest, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2017 in Behandlung sei
(Urk. 7/79/3)
.
Nach der
Calcaneus
-Fraktur am 11. Oktober 2017
sei eine deutliche
Versch
lechterung des Allgemeinzustands eingetreten
, was sich in einer starken Haltungsproblematik mit Körpervorneigung geäussert habe. Es sei auch zu einer Aktivierung des
lu
m
bovertebralen
Schmerzsyndroms mit deut
lichen
Druckdolenzen
im
ISG rechts sowie über den
Processus
spinosi
der Len
den
wirbelsäule gekommen. Die
Wirbelsäulenbeweglichkeit
sei zudem einge
schränk
t. Weiter habe
eine deutlich aktivierte posttraumatische Arthrose des Radiokar
palgelenkes rechts bei erlaubter Teilbelastung von 15 bis 20 kg
festgestellt werden können
.
In den DIP-Gelenken beidseits hätten sich zunehmend
Synovitiden
ge
zeigt. Hinzu kämen starke periphere Lymphödeme in den unteren Extremitäten sowie in den Unterarmen und Handgelenken.
Aktuell bestehe sodann auch eine deutliche psychosoziale Belastung durch die gesamte Schmerzproblematik sowie die erschwerte Mobilisation und die Betreuung von zwei kleinen Kindern.
Gemäss dem Bericht von
Dr.
Y._
liege
infolge des Unfalls
und der Krankheit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vor
(Urk. 7/79/1)
.
3.4
In der Stellungnahme des
RAD
-Arztes
vom 5. Juli 2018
(Urk. 7/98/5 f.)
wurde unter anderem festgehalten, dass im
radiologische
n
Bericht vom 29. März 2017 eine leichte
Synovitis
in den
Intervertebralgelenke
n
L3/4 und L4/5 beidseits ohne
weitere
Pathologien und ohne
Sakroil
i
itis
beschrieben werde
.
Betreffen
d
den
Be
richt von
Dr.
Y._
vom 23. Januar 2018
war der RAD
-Arzt der Ansicht, dass der Bericht
kein
en
Befund enthalte
.
Im
Bericht von
Dr.
Y._
vom 5. Juli 2017
werde
von einer Zunahme von entzündlichen Aktivitäten berichtet, obwohl zugleich unauffällige Laborwerte angegeben worden seien
.
Weiter sei im Bericht von einer ausgeprägten Instabilität im lumbalen Bereich die Rede, obwohl der Befund der Wirbelsäule unauffällig gewesen sei.
Der RAD
-Arzt wies sodann da
rauf hin,
dass auch hier das
MRI nur
eine leichte
Synovialiti
s
in den
Inter
ver
te
bralgelenken
L3/4 und L4/5 beidseits ohne weitere Pathologien und ohne
Sak
ro
i
li
i
tis
zeige
.
Der
RAD
-Arzt gelangte zum Schluss,
dass
die
Einschätzung von
Dr.
Y._
eine andere Beurteilung
des gleichen Sachverhalts
dar
stelle
(Urk. 7/98/6)
. Mithin liege nach wie vor
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
% sowohl in bisheriger als auch
in angepasster Tätigkeit vor
(Urk. 7/98/5)
.
3.5
Am
2.
Oktober 2018
berichtete
Dr.
Y._
,
es
sei
anfangs Mai 2018 zu einer akuten Verschlechterung des Allgemeinzustands und der Schmerzsymptomatik (Schmerzi
ntensität VAS 8/10) gekommen
.
Die Beschwerdeführerin weise eine
akute Exazerbation der
axialen und peripheren
Spondylarthritis
auf im Sinne eines akuten
Schubs mit
Sa
kroiliitis
rechts sowie
Synovitiszeichen
in den DIP, v
or
wiegend
Dig
III links und mit erhöhten Entzündungs
pa
ramete
r
n sowie zum ersten Mal positiven Rheumafaktoren.
Am 2
5.
Mai 2018 hätten sich radio
logische Zeichen einer unilateral
en ISG-Arthritis im
anteroinfer
ioren
medialen Anteil des rechten
ISG gezeigt
und a
m 3
1.
Mai 2018 hätten zudem radiologische Zeichen einer
ossären
ödematösen Veränderung
des
Dig
III links festgestellt werden können.
Die durchgeführten laborchemischen Kon
trollen hätten erhöhte Entzün
dungswerte ergeben: BSR 16, positive Rheumaf
aktoren bei 2
0.
In d
er radiolo
gischen Kontrolle habe
zudem
eine
Sakroiliitis
diagnostiziert
we
rden
können
(Urk. 3
).
4.
4.1
Wie nachfolgend aufgezeigt wird,
ergeben sich
a
ufgrund des Berichts von
Dr.
Y._
vom 2. Oktober 2018
Hinweise
, welche auf eine allfällige wesent
liche Veränd
erung des Sachve
rhalts schliessen lassen
.
Während Prof. Dr.
Z._
die Rheumafaktoren negativ getestet und sich in seiner Untersuchung eine abgelaufene ISG-Arthritis gezeigt hatte (E. 3.2), berich
tete Dr.
Y._
im Januar 2018 von einer akuten Exazerbation des Schmerz
syndroms bei bekannter axialer und peripherer Spondylarthritis (E.
3.3). Wenn
gleich der RAD im
Juli 2018 zu Recht darauf hinwies, dass Anhaltspunkte für eine
Sakroiliitis
fehlten und erhöhte Entzündungswerte (durch Dr.
Y._
) nicht hätten festgestellt werden können (E. 3.4), weshalb von einer unveränderten Situation auszugehen sei, kann dennoch eine Verschlechterung des gesundheit
lichen Zustandes der Beschwerdeführerin nicht ohne Weiteres verneint werden. Die - von Dr.
Y._
bislang ohne objektive Befunde berichtete Verschlech
te
rung (vgl. Stellungnahme RAD, E. 3.4) - scheint denn nunmehr einer Objek
tivierung zugänglich zu sein. So zeigten sich bereits im Mai 2018 laborchemisch erhöhte Entzündungszeichen und liess sich offenbar mittels radiologischer Kon
trolle die Diagnose einer
Sakroiliitis
bestätigen, was die behandelnde Ärztin je
doch erst mit Bericht vom 2. Oktober 2018 aktenkundig machte (E. 3.5). Das ver
suchsweise Absetzen der medikamentösen Therapie hat sodann gemäss Dr.
Y._
erneut zu einer Verschlechterung der Symptomatik geführt, wes
ha
lb die Behandlung wieder etabliert worden sei (Urk. 10).
Ob es sich bei den darge
legten Befunden um aus medizinischer Sicht relevante Veränderungen han
delt, kann mangels aktenkundiger fachärztlicher Würdigung nicht beurteilt wer
den.
Infolge Eintretens auf die Neuanmeldung hat die Beschwerdegegnerin ge
stützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und voll
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (E.
1.3 und
1.4
).
Ergänzend ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass nach Lage der Akten die
Calcaneus
-Fraktur folgenlos abgeheilt ist und ihr nach Einschätzung von PD Dr. med.
A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (mehr) zukommt (vgl. Urk. 7/97/7).
4
.2
Nach dem Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt vorliegend in Be
zug auf die gesundheitliche Einschränkung und die Auswirkungen auf die Rest
arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als ungenügend abgeklärt, weshalb die vorhandenen medizinischen Akten zu ergänzen sind. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. E. 1.5)
, damit sie – nach Vervollstän
dig
ung der Akten sowie Einholung allfälliger weiterer wesentlicher
Entscheid
grundlagen
– die Frage nach einer in revi
s
ionsrechtlicher Hinsicht erheblichen gesundheitlichen Veränderung neu be
ur
teile und anschliessend über den Renten
an
spruch der Beschwerde
führerin
neu verfüge.
Demzufolge ist die Beschwerde in genanntem Sinne gutzuheissen.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auf Fr. 600.--
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht
damit
eine Pro
zessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.--
(zu
züglich Mehrwertsteu
er) ermessensweise auf Fr.
1'
5
00.-- (inklusive Baraus
la
gen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.