Decision ID: d7737d9f-f3b2-4634-b1d8-a25d132f72a8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977,
ist
die einzige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der
Y._
GmbH. Die Gesellschaft
bezweckt den Be
trieb eines Kosmetik- und Nagelstudios sowie den Import und Verkauf von Nail- und Kosmetikprodukten sowie modischen
Accessoires (
Urk.
6/23). Sie wurde am 1
.
Dezember 2016
in das Handelsregister des Kantons Zürich einge
tragen (Urk. 6/2
3
) und
ist
der Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Aus
gleich
kasse, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen (Urk. 6/1
81/1
).
Am
11
.
Novembe
r 202
0
meldete sich
X._
als Person mit arbeit
geber
ähnlicher Stellung bei der
der
Y._
GmbH
bei der Ausgleichskasse für die Zeit
periode vom 17. September bis 31. Oktober 2020 zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf
die Verordnung über Mass
nah
men bei
Erwerbs
ausfall im Zu
sammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Ver
ordnung Erwerbs
aus
fall)
an
(
Urk.
6/119
).
Sie machte geltend, dass sie in jenem Zeitraum keinen Umsatz habe generieren können, weil sie wegen der Corona-Pandemie keine Aufträge gehabt habe (
Urk.
6/119/2).
Auf
grund dieses und der in der Folge gestellten, entsprechenden Gesuche wurde ihr her
nach für die Zeitperiode vom 17. September 2020 bis 30. September 2021 eine Corona-Erwerbs
aus
fall
entschädigung ausgerichtet (
Urk. 6/44, Urk. 6/50, Urk. 6/56,
Urk. 6/6
0
,
Urk. 6/6
8
,
Urk. 6/7
6
, Urk. 6/
80, Urk. 6/
8
5, Urk. 6/92, Urk. 6/100,
Urk.
6/109
). Eine solche Entschädigung beantragte sie in der Folge a
m
1
. Novem
ber 2021
,
1.
Dezember 2021
und
1.
Januar 2022 auch für die
Monat
e
Oktober
, November
und Dezember
2021 (
Urk.
6/15/1,
Urk. 6/
20, Urk.
6/25/1, Urk. 6/30
,
Urk.
6/
27
/1,
Urk.
6/39
).
Mit
diesen
Anmel
dungen machte sie
für die genannten Monate
eine Umsatzeinbusse von 100
%
geltend (
Urk. 6/20/2,
Urk.
6/30/2
, Urk. 6/39/2
).
Dies begründete sie im Wesentlichen da
mit, dass
sie
wegen der Corona-Pandemie keine Aufträge habe
generieren können
. I
n der Kosmetik
branche
sei
das Arbeiten an
Kundinnen und Kunden
, die eine Maske tragen müss
ten, unmöglich.
I
hre Kundinnen und Kunden
würden aufgrund von Ängsten und Unsicherheiten beim Körperkontakt bei Massagen und der per
sönlichen Nähe bei einer Gesichts
behandlung
auf diese Dienst
leistun
gen ver
zichten
(
Urk.
6/20/
2
, Urk. 6/30/2
,
Urk.
6/39/2
).
Mit
ihren
Verfügung
en
vom
8.
und 17. De
zember 2021
sowie 3
1.
Januar 2022
verneinte die Ausgleichskasse einen An
spruch von
X._
auf
Corona-Erwerbsausfallentschädi
gung für
die
Monat
e
Oktober
(erstmals bereits verfügt am
9.
November 2021,
Urk.
6/38)
,
November
und
Dezember
2021
(
Urk. 6/15,
Urk. 6/
25, Urk. 6/27
).
Zur Be
grün
dung führte sie
jeweils
aus, dass
im Wirtschaftszweig der Beschwerde
füh
rerin weder vom Bund noch vom Kanton Zürich Massnahmen zur Bekämp
fung von Covid-19 in Kraft seien. Der Erwerbsausfall beziehungsweise die derzeit schlechte
Auftragslage im Wirtschaftszweig der Kosmetikstudios sei vielmehr auf die aktuellen wirtschaft
lichen Auswirkungen der
Coronavirus
-Pan
demie zurück
zuführen, was für sich allein aber noch keinen Anspruch auf eine
Corona-Er
werbsausfallentschädi
gung
begründe
(Urk. 6/1
5
/1
,
Urk.
6/25/1,
Urk.
6/27/1
).
Gegen diese Verfügun
gen
vom
8.
und 17. De
zember 2021
betreffend Oktober und November 2021
erhob
X._
mit Eingaben vom
2
7
.
Novem
ber
und
2
3.
Dezember
2021
Einsprache (
Urk.
6/24
,
Urk.
6/34
)
.
Für die Prüfung der Ein
sprache
n
zog die Aus
gleichs
kasse
mit Schrei
ben vom 1
3.
Januar 2022
(
Urk.
6/18)
Auszüge aus
E
rtragskonti
und
Firmen
konti
der
Y._
GmbH aus der
Zeit
periode
vom 1.
September 2020 bis 31.
Dezember 2021
(
Urk.
6/9/2-3,
Urk.
6/12,
Urk.
6/1
3
/2-22)
bei.
Alsdann erhob
X._
am
4.
Februar 2022 ebenfalls
Ein
sprache gegen die Verfügung vom 3
1.
Januar 2022
betreffend
Dezember 2021
(Urk. 6/9).
D
ie
se drei Ein
spra
chen wies die
Aus
gleichskasse
mit
Einsprache
entscheid
vom
1
4. Februar 2022 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
13
. März 2022 (Urk. 1)
Beschwerde und
beantragte
sinngemäss
,
in Auf
hebung des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
vom 1
4.
Februar 2022 sei ihr
eine
Corona-Erwerbsau
s
fallent
schä
digung auszurichten
.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie, ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin
beantragte mit Besc
hwerdeantwort vom
2
.
Mai
2022
Ab
wei
sung d
er Beschwerde (Urk. 5, unter Beil
age der Kassenakten, Urk. 6/1-1
8
5
), was der Beschwe
rdeführerin mit Ver
fügung vom 3
.
Mai
2022 angezeigt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Ver
fügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
1.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 14.
Februar 2022 betrifft einzig die Abweisung de
r
Gesuch
e
der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für
die
Monat
e
Oktober
, November und Dezember
2021 (
Urk.
2 S. 1). Auf
den
Antr
ag
der Beschwerdeführerin auf
Zusprache
einer solchen Entschädigung für
den Monat
Januar 2021 (
Urk.
1)
kann somit mangels An
fech
tungs
objekt
es
nicht eingetreten werden.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die Auszahlung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für
die
Monat
e
Oktober
, November und Dezember
2021 zu Recht verweigert hat.
2.
2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat
bestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hin
weisen). Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1; s. a. E. 3.2.1 des zur Publika
tion vorgesehenen Urteils des Bundesgerichts
9C_390/2021
vom 8. Februar 2022)
.
Mit ihre
n
Gesuch
en
vom
1. November 2021, 1. Dezember 2021 und 1. Januar 2022
beantragte die Beschwerdeführerin die Ausrichtung einer Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung für
die Monate Oktober, Novembe
r und Dezember 2021 (
Urk. 6/20, Urk. 6/30/2, Urk. 6/39)
.
Vo
r
liegend
sind somit
das Bundes
gesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verord
nungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz)
und der
vom Bundesrat
am 4. November 2020 rück
wirkend per 17. Sep
tem
ber 2020 in Kraft gesetzten Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbs
ausfall
anwend
bar
, und zwar nach den im Monat
Oktober, November und Dezember 2021
gültig gewesenen Vorschriften. Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nach
folgend in dieser Fassung zitiert.
2
.
2
2.2.1
Gestützt auf
Art.
15
Covid-19-Gesetz
hat der Bundesrat die vorliegend anwend
bare Version der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 2
0.
September 2021) erlassen.
2.2.2
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall
sind
Selbstän
digerwerbende
im Sinne von Art. 12 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und Personen nach Art. 31 Abs. 3
lit
. b und
lit
. c des Bundesgesetzes über die obli
gatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
), welche im Sinne des Bundes
ge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
siche
rung
(AHVG) obli
gatorisch ver
sichert sind, anspruchsberechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; un
d
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbsein
kom
men von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung
gilt sinngemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurd
e; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (
Urk.
2), war sie mit dem zu
nehmenden Wegfall behördlich angeordneter Einschränkungen gehalten zu prüfen, ob die Voraussetzung von
Art.
2
Abs.
3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall gegeben ist, mithin die Erwerbseinbusse massgeblich in Zusam
menhang mit den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des
Corona
virus
steht.
3
.
3
.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
4.
Februar 2022 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlich
en
aus, dass eine Umsatz- und Lohneinbusse allein keinen Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung begründe.
Die erheblichen Einschränkungen müssten auf die vom Bund und Kantonen angeordneten Massnahmen zurückzuführen sein.
Eine Umsatzeinbusse, die dadurch entstehe, weil die Kunden aus Angs
t
und Un
sicherheit fernbleiben
wür
den
, werde durch die Corona-Erwerbsausfall
ent
schädigung nicht abgedeckt (
Urk.
2 S. 2). Die Beschwerde
führerin hält dem ent
gegen, dass
in der Kosmetik
branche das Arbeiten an Kundinnen und Kunden, die eine Maske tragen müssen,
unmöglich sei. Deshalb hätten ihre Kundinnen und Kunden auf diese Dienst
leistung ver
zichtet. Dies habe zu ihrer Umsatzeinbusse geführt (
Urk.
1).
3.2
3.2.1
Das Kosmetikunternehmen
der Beschwerdeführerin
, die
Y._
GmbH
,
wurde am 1. Dezember 2016 in das Handelsregister des Kantons Zürich einge
tragen (Urk. 6/23)
.
Auf der Homepage der Beschwerdeführerin können Termine für die Ko
smetikbehandlung gebucht werden.
Gemäss den Bildern auf der Homepage übt sie ihre Tätigkeit als Kosmetikerin in einem Raum mit einem Behand
lungsstuhl aus. Zusätzlich ist ein Wartebereich mit einem Lederstuhl vorhanden. Wie dieser Homepage weiter zu entnehmen ist, betreibt die Beschwerdeführerin ihr Unter
nehmen alleine, sie verfügt mithin über keine Ange
stellte. Zur Entwicklung der Umsatzzahlen ist ihren
Angaben in ihrer Anmeldung
vom 1
1.
November 2020
zum Bezug einer Corona-Erwerbsausfall
entschädigung für die Zeitperiode vom 17. Septem
ber bis 31.
Oktober 2020
zu entnehmen, dass
sich der Umsatz im Jahr 2017 auf
Fr.
77'700.--, im Jahr 2018 auf
Fr.
82'000.-- und im Jahr 2019 auf
Fr.
81'000.--
belief
(
Urk.
6/119/2).
Im Januar und Februar 2020 erzielte die
Y._
GmbH einen Dienst
leistungsertrag in der Höhe von Fr. 5'083.35 beziehungsweise Fr. 5'339.25 (Urk. 6/13/3).
Wegen den Bedrohun
gen durch Covid-19 erklärte der Bundesrat am 16. März 2020 die «ausserordent
liche Lage» gemäss
Art.
7 des Bundesgesetzes über die Be
kämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
, vgl. die Medienmitteilung des Bundesrates vom selben Tag).
Damit einher gingen vom Bundesrat angeordnete Schliessungen und
weitere Massnahmen zur Be
kämp
fung von Covid-1
9.
Mit der am 1
7.
März 2020 um 0.00 Uhr in Kraft ge
tretenen Änderung von
Art.
6
Abs.
2
lit
. e der Verordnung des Bundesrates über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19; Covid-19-Verordnung 2) wurden unter anderem Kosmetikstudios für das Publi
kum ge
schlossen.
Es kann gesag
t werden, dass sich dies auf den
Dienstleistungs
ertra
g
der
Y._
GmbH niedergeschlagen
hat
. Im März 2020 verbuchte die Beschwerdeführer
in
einen
solchen in der Höhe
von gerade einmal
Fr.
100.-- und in den folgen
den beiden Monaten gar keinen
mehr
(
Urk.
6/13/3).
Hernach
beschloss der Bundesrat
anlässlich
seiner Sitzung vom 29. April 2020 - n
ebst der Lockerung von weiteren Massnahmen
-
die Läden per 11. Mai 2020 wieder zu öffnen (vgl. die Medien
mitteilung
vom 29. April 2020)
.
Dies galt ebenfalls für
Kosmetikstudios, welche unter der Voraussetzung, dass sie über ein Schutz
kon
zept nach
Art.
6a der Covid-19
-Verordnung 2 (Stand: 1
1.
Mai 2020) verfügen und dieses umsetzen
, wieder Kundinnen und Kunden empfangen durften
(
Art.
6
Abs.
3
lit
. d. der Covid-19-Verordnung 2 [Stand: 11. Mai 2020]). Die Covid-19-Verordnung 2 wurde
mit Inkrafttreten der
Covid
-Verordnung 3
am 2
2.
Juni 2020
auf
gehoben.
Die Betreiber von öffent
lich zugänglichen Betrieben
mu
ssten aber auch gemäss
Art.
4 der
ab
2
0.
Juni 2020 in Kraft gestandenen Verordnung des Bundesrates über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epide
mie (Covid-19-Ver
ordnu
ng besondere Lage
)
ein
Schutzkonzept
einhalten
. Dieses musste für den Betrieb Massnahmen betref
fend Hygiene und Abstand vorsehen. Eine Unterschreitung des Abstands war zulässig, wenn geeignete Schutzmass
nahmen wie das T
ragen einer Gesichtsmaske oder das An
bringen zweckmässiger
Abschrankungen
vorgesehen wurden (
Art.
4
Abs.
2
lit
. a der Covid-19-Ver
ordnung besondere Lage). Zum Schutzkonzept bei der
Y._
GmbH
machte die Beschwerdeführerin keine Angaben. Auf den aktuellen Bildern auf ihrer Homepage
ist diesbezüglich nichts zu erkennen. Was die Ertragslage der
Y._
GmbH betrifft, so erzielte sie im August 2020 einen Dienst
leistungsertrag in der Höhe von Fr.
6'490.-- (
Urk.
6/13/3). Damit übertraf sie gar
noch
die Monate Januar und Februar 2020, welche noch nicht von Covid-19-Mass
nahmen geprägt waren. Im September und Oktober 2020
sank der Dienst
leistungsertrag der
Y._
GmbH
aber wieder markant auf jeweils Fr. 625.-- (
Urk.
6/13/3).
3.2.2
Aufgrund des starken Anstiegs der Infektionen mit Covid-19 im Herbst 2020 er
griff der Bundesrat an einer ausserordentlichen Sitzung am 18. Oktober 2020 mehrere, schweizweit gültige Massnahmen zur Be
kämpfung von Covid-19 (vgl. die Medienmitteilung vom selben Tag). Dazu gehörte auch, dass mit dem am 19. Oktober 2020 in Kraft getretenen Art. 3b
der
Covid-19-Ver
ordnung besondere Lage
eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innen
räumen
von Betrieben und anderen Einrichtungen
eingeführt wurde.
Davon aus
genommen waren Per
sonen, die eine medizinische oder kosmetische Dienst
leistung im Gesicht in An
spruch nehmen
(
Art.
3b
Abs.
2
lit
.
d
der Covid-19-Ver
ordnung be
sondere Lage [Stand: 19. Oktober 2020]).
Nach wie vor galt, dass die öffentlich zugänglichen Betriebe
ein Schutzkonzept haben mussten (
Art.
4 der Covid-19-Verordnung be
sondere Lage [Stand: 19. Oktober 2020]).
Mit der Ver
ordnung vom 2
3.
Juni 2021 über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung besondere Lage)
wurde die
Masken
pflicht in den öffentlich zugänglichen Innen
räumen (
neu
Art.
6
Abs.
1)
sowie auch die
Aus
nahme für Personen, die eine medizinische oder kosmetische Dienstleistung im Gesicht in Anspruch nehmen (
neu
Art.
6
Abs.
2
lit
. d) fortgeführt
. Die Vorschriften zum Schutz
konzept wurden neu in
Art.
10 der Covid-19-Verordnung besondere Lage auf
ge
nom
men
. D
iese und die in der Folge erlassenen
Regelungen zum Schutzkonzept waren geprägt
von der Zugangs
beschränkung mit Zertifikat, dem sogenannten «
Covid
-Zertifikat» für geimpfte, genesene und getestete Personen
(vgl. dazu etwa die Zusammenstellung «FAQ -
Anwendungsbereiche
Covid
-Zertifikat» des Bundesamtes für Gesundheit BAG vom 2
3.
Juni 2021,
zu finden unter den Dokumenten zur im Internet einsehbaren Medienmitteilung des Bundesrates vom selben Tag
)
. Mangels anderen Angaben der Beschwerdeführerin spielte das «
Covid
-Zertifikat» für den Betrieb der
Y._
GmbH
aber
keine Rolle, weshalb weitere Aus
füh
rungen dazu unterbleiben können.
3.2.3
Die Vorschriften, wonach in öffentlich zugänglichen
Räumen von
Be
trieben eine Maske getragen werden muss und diese ein Schutzkonzept einhalten müssen
,
galt
en
auch gemäss den vom 2
0.
September
bis 20. Dezember
2021
gültigen ge
wesenen Versionen der Ver
ord
nung über Massnahmen in der besonderen Lage, mithin
für den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2021 (E. 1.1).
Zudem waren
Personen, die eine medizinische oder kosmetische Dienstleis
tung im Gesicht in Anspruch na
hmen
, weiterhin von der Maskenpflicht ausgenommen
.
Die diesbezüglichen Vorbringen
der Beschwerde
führerin (
Urk.
1) gehen somit an der Sache vorbei.
Andere von der Beschwerde
führerin angebotene Dienst
leistungen - wie namentlich Maniküre, kosmetische Fuss
pflege und H
aar
ent
fernung
- waren
unter Berücksichtigung der Maskenpflicht
grundsätzlich
ebenfalls
durchführbar
.
Ausdrücklich n
icht geltend gemacht wurde von der Beschwerde
führerin, die Kundinnen und Kunden seien deswegen fern
geblieben, weil sie ihr Schutzkonzept nicht befolgen wollten.
Zwar steht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin, als Voraussetzung dafür, um in ihrem Kosmetikstudio Kundinnen und Kunden zu empfangen, grund
sätzlich ein Schutzkonzept hätte einrichten müssen. Weil sie sich aber nicht
dazu
äusserte, wie ihr Schutzkonzept aus
sah
,
muss die Frage, ob die
Ängste und Unsicherheiten ihrer Kundinnen und Kunden
bei den Behandlungen
(Urk. 6/
20/3, Urk. 6/30/2, Urk. 6/39/2), darin be
gründet waren, dass sie das Schutzkonzept der Beschwerdeführerin nicht über
zeugte,
offen bleiben
.
Nach dem hiervor Ausgeführten hätte
die Beschwerde
führerin ihre Dienstleistungen als Kosmetikerin
somit
im Rahmen der behörd
lichen Vorschriften erb
ringen k
ö
nn
e
n
. Es
bestand
keine Einschränkung
aufgrund von behördlich an
geord
neten Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epi
de
mie
im Sinne
von
Art.
2
Abs.
3
bis
lit
. a der
Covid-19-Verord
nun
g Erwerbsausfall. Die Beschwerdegegnerin hat die Gesuche der Beschwerde
führerin um Aus
zahlung einer Corona-Erwerbsaus
fall
entschädigung
für die Monate Oktober, November und Dezember 2021 demnach zu Recht abgewiesen.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Gemäss
Art.
61
lit
.
f
bis
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrecht (ATSG
;
im Bereich der Corona-Erwerbsausfallent
schä
digung anwendbar gestützt auf
Art.
15
Abs.
5 des Covid-19-Gesetzes und Art. 1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sowie
Art.
2 ATSG
) ist das Verfahren bei Streitigkeit über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitig
keiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskos
t
en auferlegen.
Der Bundesrat hat mit Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall keine Kostenpflicht des Gerichtsverfahrens betreffend Corona-Erwe
rbsausfallentschädigung vorge
schrieben. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung ist somit gegenstandslos. Eine mutwillige oder leicht
sinnige Prozessführung
liegt nicht vor
.