Decision ID: 81e7b055-a24a-4e30-b6a0-ed0c9a9688f1
Year: 2006
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
seien. Der Sachverhalt ergebe, dass die Arbeitslosigkeit selbstverschuldet
sei. Es liege ein schweres Verschulden vor.
8. In der Replik vom 3. September 2006 legte der Versicherte noch eine
Lohnabrechnung, den Arbeitsvertrag und das Kündigungsschreiben bei. Aus
der Lohnabrechnung des Monats Februar gehe hervor, dass 56 Stunden
verrechnet worden seien, wovon acht Stunden aufgrund eines Sterbefalls
gingen. Es seien nur 48 Stunden für reguläre Arbeit verrechnet worden. Aus
dem Arbeitsvertrag könne man entnehmen, dass er die Arbeit am 13. Februar
2006 angefangen habe, das entspreche sechs Arbeitstagen, an denen er
anwesend gewesen sei. Mit Berücksichtigung des Sterbefalles sei er drei
Tage nicht anwesend gewesen, was hoffentlich nachvollziehbar sei. An einem
Tag sei er aufgrund einer Therapie eine halbe Stunde früher nach Hause
gefahren.
9. In der Duplik vom 6. September 2006 hielt die Kasse fest, dass nach wie vor
kein Beweis betreffend die Therapien eingereicht worden sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist der Einspracheentscheid
vom 23. Juni 2006, respektive die diesem zugrunde liegende Verfügung vom
19. Mai 2006. Nachfolgend gilt es zu klären, ob der Versicherte zu Recht
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 45 Tage in der
Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.
2. Gemäss Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) stellt das Versicherungsgericht
unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen Tatsachen
fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei.
Das Gericht hat von Amtes wegen, d.h. aus eigener Initiative heraus den
rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Dabei ist auf denjenigen
Sachverhalt abzustellen, der zur Zeit des Einspracheentscheides gegeben
war (Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Art. 61 Rz 54). Jedoch wird in
Art. 61 lit. c ATSG auch die Mitwirkungspflicht der Parteien betont. Diese
besteht im Wesentlichen in der Begründungs- und der Rügepflicht. Den
Versicherten trifft die materielle Beweislast und somit eine Mitwirkungspflicht
bei der Beweisführung, wenn er für rechtserzeugende Tatsachen für sich
Rechte behauptet, die von der anderen am Beschwerdeverfahren beteiligten
Partei bestritten werden. Die Mitwirkungspflicht ist im Rahmen der
zumutbaren Mitwirkung individuell zu bestimmen (Kieser, Das
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, Rz 225 f.). Eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht hat die Regelfolge, dass die im Anschluss
an die Untersuchung vorzunehmende Beweiswürdigung aufgrund der
vorliegenden Beweise erfolgen kann.
3. a) Im vorliegenden Fall hat der Versicherte bereits im Einspracheverfahren
Unterlagen zur Einreichung offeriert, diese aber bisher nie eingereicht. Auch
im Verfahren vor Verwaltungsgericht hat er trotz doppelten Schriftenwechsels
keine Unterlagen eingereicht, die seine Angaben bezüglich der
Abwesenheiten in Bezug auf den Todesfall und in Bezug auf die Therapie
bestätigen würden. Damit hat der Versicherte klar seine Mitwirkungspflichten
verletzt, womit auf die vorliegenden Beweise abgestellt werden kann; denn
das Verwaltungsgericht kann sich nicht auf blosse Behauptungen stützen, es
sind zweckdienliche Beweismittel nötig.
b) Gemäss den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin sind die Abwesenheiten
grundlos erfolgt. Da der Versicherte selbst in den bisherigen Verfahren den
Beweis des Gegenteils nicht erbracht hat, obwohl ihm dies ein Leichtes
gewesen wäre, ist auf die Aussagen der ehemaligen Arbeitgeberin
abzustellen. Der Beschwerdeführer hat vorliegend die Folgen der
Beweislosigkeit zu tragen. Dies ergibt sich auch deshalb, weil der Versicherte
weder in seinem Antrag auf ALE noch gegenüber der Arbeitgeberin auf eine
Behandlungsbedürftigkeit hingewiesen hat und diese erstmals im
Einspracheverfahren erwähnt hat. Diese Angaben wirken somit wenig
glaubwürdig. Die Beschwerde ist, weil bei dieser Sachlage das Verhalten des
Versicherten schweres Verschulden darstellt, schon aus diesem Grund
abzuweisen. Sie wäre es auch dann, wenn die Behandlungsbedürftigkeit
wegen der angeblich am 4. Oktober 2005 erlittenen Verletzung tatsächlich
bestanden hätte, der Versicherte aber gegenüber der ehemaligen
Arbeitgeberin nichts von seinen diesbezüglichen notwendigen Absenzen vom
Arbeitsplatz erwähnt hätte. Im Übrigen hat er gegen seine Arbeitgeberin
unbestritten keine weiteren Ansprüche geltend gemacht.
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene
Einspracheentscheid und die diesem zugrunde liegende Verfügung nicht zu
beanstanden sind, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das Beschwerdeverfahren vor
Versicherungsgericht nach Art. 61 lit. a des Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 11 der Verordnung
über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300)
grundsätzlich kostenlos ist. Der obsiegenden Kasse steht keine
ausseramtliche Parteientschädigung zu (PVG 1999 Nr. 9, E. 9).