Decision ID: 7a77199f-7c8c-4f07-a504-968fdd0d4931
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Wesentlichen geltend, der medizinische Sachverhalt sei ungenügend
abgeklärt. Sie sei vor dem Unfall in einem Teilzeitpensum von ca. 65 %
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beschäftigt gewesen, das Gutachten der Abteilung Versicherungsmedizin
erwähne dies in seinen Schlussfolgerungen nicht. Das
Invalideneinkommen sei falsch bemessen worden. Es hätte auf das
tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden müssen. Falls dennoch
auf die LSE abgestellt werde, sei ein Leidensabzug von 25 % zu
berücksichtigen. Die Überlegungen der Gutachter zur
Integritätsentschädigung seien nicht nachvollziehbar, die chronischen
strukturellen Veränderungen an ihrem Knie führten genau wie eine
Arthrose zu belastungsabhängigen Leistungseinschränkungen und
Ruheschmerzen, so dass die Einbusse gestützt auf die UVG-Tabelle 5
analog zu einer mässigen Arthrose festgelegt werden könnte.
9. Die Suva beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2016 die
Abweisung der Beschwerde. Der medizinische Sachverhalt sei vollständig
abgeklärt. Aus der interdisziplinären Gesamtbeurteilung gehe hervor,
dass sich die Ausführungen zu einer angepassten Tätigkeit auf eine
Vollzeittätigkeit bezögen. Das Abstellen auf die LSE sei gerechtfertigt und
der Leidensabzug von 10 % angemessen. Eine Integritätsentschädigung
stehe der Beschwerdeführerin nicht zu, die Einschätzung von Dr. med.
G._ sei überzeugend und schlüssig.
10. In einem zweiten Schriftenwechsel (Replik vom 11. April 2016, Duplik
vom 19. April 2016) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest und
vertieften ihre jeweiligen Argumentationen.
Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
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Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin Wohnsitz in Chur (GR), weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG
i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht als kantonales
Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide und
Verfügungen in Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss
Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 18. November 2015, mit welchem die Suva die
Einsprache der heutigen Beschwerdeführerin abgewiesen hat, stellt
demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht dar. Als formelle und materielle Adressatin des
angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher
Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung zu Recht verneint hat. Die streitigen Tatfragen
sind dabei nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu klären (BGE 129 V 177 E.3.1).
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3. Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf
eine Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles mindestens zu 10
Prozent invalid ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Zur
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass Validen- und
Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V
343 E.3.4.2). Vorliegend ist das Valideneinkommen von Fr. 47'981.-- nicht
bestritten, uneinig sind sich die Parteien hingegen über das
Invalideneinkommen.
4. a) Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist die Frage entscheidend,
welche Arbeitsleistungen einer Versicherten in welchem Umfang noch
zugemutet werden können, beziehungsweise wie gross die
Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit ist. Für die
Beantwortung dieser Frage ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall der
Richter) auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls
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auch andere Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 125 V 256 E.4).
Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand der versicherten
Person zu beurteilen und Stellung zu nehmen zu der Frage, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist (BGE
132 V 93 E.4, 125 V 261 E.4).
b) Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung
(Art. 61 lit. c ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt
deshalb nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie
für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen
beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu
überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher
Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten
(BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug
auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien
für die Beweiswürdigung aufzustellen. Danach kommt auch den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Allerdings kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer
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Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem
gerichtlichen Gutachten oder einem Gutachten eines
versicherungsexternen Gutachters, welches nach Art. 44 ATSG in Auftrag
gegeben wurde. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135
V 465 E.4.4).
5. a) Vorliegend hat die Suva auf die „Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung auf
den Fachgebieten Orthopädie-Traumatologie, Neurologie und Psychiatrie
mit Untersuchung vom 11. März 2015“ ihrer Abteilung
Versicherungsmedizin vom 20. April 2015 abgestellt. Darin wurde der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin folgendermassen
beschrieben (Suva-act. 364 S. 45): „Nach zweimaliger Retinaculum-Operation am rechten Kniegelenk bei Patella-
und Condylendysplasie beidseits besteht aktuell ein schmerzhafter
Vernarbungszustand im rechten Kniegelenk. Zudem findet sich eine
Defektheilung am rechten lateralen Femurcondylus nach Ausbruch eines
Knorpel-Knochenfragments, das entfernt wurde. Ein neurologisches Leiden
konnte nicht objektiviert werden. Es konnte keine neurologische Diagnose
gestellt werden. Eine schwerwiegende psychische Störung konnte nicht
festgestellt werden. Die psychischen Beeinträchtigungen, die zum Teil als
Anpassungsstörung oder depressive Symptomatik beschrieben wurden, sind im
Rahmen einer normalpsychologischen Reaktion auf die ungünstige Entwicklung
des somatischen Leidens und der berechtigten Sorge um die Zukunft erklärbar.
Von weiteren Massnahmen ist keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes zu erwarten. Der Endzustand ist erreicht.“
In der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft mit 11 Stunden pro
Woche angegeben und die Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit
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wurden differenziert beschrieben (Suva-act. 364 S. 45 und 46). Dieser
Einschätzung hat die Suva - aus den nachfolgend dargelegten Gründen -
zu Recht volle Beweiskraft beigemessen.
b) Die Verfasser der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung, Dr. med.
G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, Dr. med. H._, Fachärztin für Neurologie
FMH, und med. pract. I._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, sind für die Beurteilung aller relevanten Leiden der
Beschwerdeführerin qualifiziert. Sie haben sich gestützt auf die Akten mit
der Vorgeschichte vertraut gemacht und eine eingehende persönliche
Untersuchung vorgenommen. Die sorgfältig erhobenen Befunde haben
sie sodann einleuchtend beurteilt und ihre Ergebnisse haben sie in
interdisziplinären Konsensgesprächen auf nachvollziehbare Weise
zusammengeführt.
c) Es liegen keine ärztlichen Unterlagen vor, welche Zweifel an der
Interdisziplinären Gesamtbeurteilung wecken würden. Vielmehr wird sie
bestätigt durch Dr. med. K._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) der Invalidenversicherung (IV), welcher in seiner
Abschlussbeurteilung vom 12. Mai 2015 (Suva-act. 372) angab, die IV
könne auf die Einschätzung der Versicherungsmedizin der Suva
abstellen. Die Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung deckt sich sodann in
den wesentlichen Punkten mit der Beurteilung des Kreisarztes Dr. med.
L._, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie,
welcher mit ärztlicher Beurteilung vom 23. Oktober 2014 (Suva-act. 337)
angab, es bestehe unterdessen ein chronifiziertes Schmerzsyndrom,
welches nur teilweise mit den objektivierbaren Befunden korreliere. Mit
einer namhaften Verbesserung des Beschwerdebildes könne nicht mehr
gerechnet werden, es sei der Endzustand erreicht. Die bisherige Tätigkeit
sei nicht mehr zumutbar.
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d) Die Beschwerdeführerin beanstandet die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit in der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung. Ihre
Einwände sind - wie nachstehend im Detail gezeigt wird - nicht begründet.
aa) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei vor dem Unfall
teilzeitbeschäftigt gewesen mit einem Arbeitspensum von ca. 65 %. Das
Gutachten erwähne diese Tatsache in seinen Schlussfolgerungen nicht.
Es sei deshalb nicht klar, auf welches Erwerbstätigkeitspensum sich die
Aussage über die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit beziehe. Die
streitige Aussage in der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung lautet wie
folgt (Suva-act. 364 S. 45 und 46): „In der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft besteht eine bei 11 Stunden
pro Woche reduzierte Arbeitsfähigkeit.
In einer angepassten Tätigkeit sind der Versicherten folgende Tätigkeiten
zumutbar:
- eine halbe Stunde gehen auf ebenem Gelände, unterbrochen von Pausen
von ca. 5 Minuten
- ausnahmsweise Arbeiten in der Hocke
- ausnahmsweise Treppensteigen, wenn ein Handlauf zur Verfügung steht
- heben und tragen von Lasten bis 10 kg bis Lendenhöhe bis zur Strecke von
20 Metern
- Arbeiten mit den oberen Extremitäten uneingeschränkt
- sitzende Tätigkeiten, wenn das rechte Kniegelenk frei gebeugt und gestreckt
werden kann.
Nicht zumutbar sind dauernde kniende oder in der Hocke auszuführende
Arbeiten, Leiter besteigen.“
Diese Aussage ist in dem Sinne zu interpretieren, dass in angepasster
Tätigkeit ein volles Pensum zumutbar ist. Es finden sich keine Hinweise
darauf, dass sich die Versicherungsmediziner mit ihren Ausführungen zur
leidensangepassten Tätigkeit auf eine Teilzeittätigkeit beziehen würden.
Bezöge sich das Zumutbarkeitsprofil auf eine Teilzeittätigkeit, so wäre zu
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erwarten, dass dies explizit angegeben wird. Dies, weil es im Allgemeinen
üblich und auch sinnvoll ist, dass die medizinischen Experten die
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in Bezug zu einem vollen
Arbeitspensum setzen. Nur damit werden die gesundheitlichen
Einschränkungen adäquat beschrieben. Würde die Arbeitsfähigkeit in
Bezug zu einem allfälligen vorherigen Teilzeitpensum gesetzt, ergäbe sich
eine Verzerrung und eine unnötige Verkomplizierung. Entsprechend sieht
denn auch die „Leitlinie zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nach Unfall
und bei Krankheit“ der SIM (Swiss Insurance Medicine –
Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin Schweiz) als Regelfall die
Schätzung der Arbeitsunfähigkeit im Hinblick auf ein volles Arbeitspensum
vor. Als spezielle Situation erwähnt die Leitlinie bei einer
Teilzeitbeschäftigung die – vorliegend bereits abgeschlossene -
Taggeldperiode, wo die Einschränkungen in zeitlicher und
leistungsmässiger Hinsicht so anzugeben seien, dass sich daraus der
Grad der Arbeitsunfähigkeit für das Teilzeitpensum ergebe (vgl. Leitlinie
S. 8; http://www.swiss-insurance-medicine.ch/de/leitlinie-zur-beurteilung-
der-arbeitsunfaehigkeit.html, zuletzt besucht am 26. September 2016).
Auch die „Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der
eidgenössischen Invalidenversicherung“ der Schweizerischen
Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie, welche im Bereich der
Unfallversicherung sinngemäss anwendbar sind, sehen explizit vor, dass
die quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Prozent des
Gesamtpensums oder in Stunden anzugeben sei (vgl. Leitlinien S. 17;
http://www.swiss-insurance-medicine.ch/de/Leitlinien_IV-Gutachten.html,
zuletzt besucht am 26. September 2016; BGE 140 V 260 E.3.2.2).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist also bei einer
gutachterlichen Angabe zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit grundsätzlich davon auszugehen, dass diese sich auf ein volles
Arbeitspensum bezieht.
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bb) Den Versicherungsmedizinern war bekannt, dass die Beschwerdeführerin
vor dem Unfall ein Teilzeitpensum inne gehabt hatte. Dies einerseits
aufgrund entsprechender Hinweise in den Vorakten (Suva-act. 364 S. 4
[orthopädischer Teil], S. 24 [neurologischer Teil], S. 31 [psychiatrischer
Teil]), und andererseits weil sich die Beschwerdeführerin in der
orthopädischen Anamneseerhebung detailliert über ihre Arbeitssituation
vor dem Unfall geäussert hatte (Suva-act. 364 S. 19). Darauf nimmt Dr.
med. G._ in seiner Beurteilung ausdrücklich Bezug (Suva-act. 364 S.
23). Hinweise darauf, dass er die beschriebene angepasste Tätigkeit nicht
in einem 100%igen Pensum für zumutbar erachtet, finden sich in der
orthopädischen Beurteilung indessen keine (Suva-act. 364 S. 22 ff.).
cc) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Umschreibung der
zumutbaren Tätigkeit beziehe sich auf ein Teilzeitpensum. Wie solle ein
volles Pensum ausgeführt werden, wenn zum Beispiel kurze Pausen von
zirka 5 Minuten notwendig seien und diverse körperliche
Beeinträchtigungen nicht mehr zumutbar seien. Dieses Argument ist
unbehelflich. Die Pausen sind gemäss der Interdisziplinären
Gesamtbeurteilung nicht generell notwendig. Das Zumutbarkeitsprofil (vgl.
vorne E. 5d/aa; Suva-act. 364 S. 45 und 46) sieht die Pausen vielmehr
nur für den Fall einer gehenden Tätigkeit vor. Arbeiten mit den oberen
Extremitäten und sitzende Tätigkeiten sind nach dem Zumutbarkeitsprofil
unbeschränkt zumutbar, wenn das rechte Kniegelenk jederzeit frei
gebeugt und gestreckt werden kann. Ein volles Pensum ist zum Beispiel
denkbar in vorwiegend sitzenden Kontroll- und Überwachungstätigkeiten
oder an einer Ladenkasse. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
geht aus dem Gutachten nirgends hervor, weshalb sie unter Beachtung
der von den Gutachtern beschriebenen Einschränkungen nicht vollzeitlich
in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit tätig sein könnte.
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dd) Die Beschwerdeführerin argumentiert, wenn man das Leistungspotenzial
in der derzeit ausgeübten Tätigkeit in der Reinigung von 11 Stunden pro
Woche vergleiche mit dem behaupteten 100 % Potenzial in angepasster
Tätigkeit, sei die Differenz bei nahezu gleicher Arbeit nicht
nachvollziehbar. Dem kann nicht gefolgt werden, weil es sich eben
gerade nicht um nahezu gleiche Arbeit handelt. Die bisher ausgeübte
Tätigkeit in der Reinigung bringt zahlreiche Belastungen für die Knie mit
sich, wie Gehen, Tragen der Putzutensilien, in die Hocke gehen,
Treppensteigen und auf Leitern steigen. Dass die Gutachter die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer solch kniebelastenden
Tätigkeit als erheblich eingeschränkt einschätzen, ist nachvollziehbar.
Eine dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende angepasste Tätigkeit
belastet demgegenüber die Knie nur minimal. Dass die Arbeitsfähigkeit in
einer solchen vorwiegend sitzenden Tätigkeit uneingeschränkt ist, ist
ebenfalls nachvollziehbar, liegen bei der Beschwerdeführerin doch nebst
den Knieproblemen keine weiteren gesundheitsbedingten
Einschränkungen vor.
ee) Der RAD-Arzt der Invalidenversicherung, Dr. med. K._, hat in seiner
Abschlussbeurteilung (Suva-act. 372 S. 2) das Zumutbarkeitsprofil aus
der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung zitiert und dazu ausgeführt, in
angepasster Tätigkeit bestehe eine „vollpensige Zumutbarkeit“. Dies
bekräftigt, dass bei der Interpretation der Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in
der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung keinerlei wesentlichen
Unklarheiten bestehen.
ff) Die Beschwerdeführerin beruft sich sodann auf das Urteil des
Bundesgerichtes 8C_975/2012 vom 1. Juli 2013, wo in Erwägung 2.2.
ausgeführt wurde, dass der Sachverhalt zumindest in Bezug auf das
zumutbare zeitliche Arbeitspensum in einer den gesundheitlichen
Beeinträchtigungen angepassten Tätigkeit zusätzlicher ärztlicher
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Abklärung bedürfe. Daraus vermag die Beschwerdeführerin jedoch nichts
zu ihren Gunsten abzuleiten. Anders als im zitierten Urteil ist vorliegend
der medizinische Sachverhalt vollständig abgeklärt, und das zumutbare
zeitliche Arbeitspensum in angepasster Tätigkeit wurde mit genügender
Klarheit umschrieben.
gg) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die fehlende Angabe des
quantitativen Umfangs einer zumutbaren angepassten Tätigkeit begründe
Zweifel an der Richtigkeit des versicherungsinternen Gutachtens, so dass
entweder gestützt auf Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG dieser Mangel
durch eine Nachfrage bei den Gutachtern zu beheben oder gestützt auf
Art. 44 ATSG ein versicherungsexternes Gutachten einzuholen sei. Dem
kann nicht gefolgt werden. Wie gezeigt ist das versicherungsinterne
Gutachten voll beweiskräftig und enthält keine Unklarheiten. Es bestehen
mit anderen Worten keinerlei Zweifel an der Zuverlässigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so dass kein Anspruch
auf Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens besteht (BGE 135
V 465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_170/2015 vom 29. September
2015 E.2). Der medizinische Sachverhalt ist umfassend abgeklärt, und
von weiteren Abklärungen sind keine neuen entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 134 I 140
E.5.3, 124 V 90 E.4). Die Suva hat deshalb zu Recht auf eine klärende
Nachfrage bei den Gutachtern und auf die Einholung eines
versicherungsexternen Gutachtens verzichtet. Anlass hierfür besteht - aus
den eben genannten Gründen - auch im vorliegenden Verfahren nicht.
e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Suva zu Recht
auf das Zumutbarkeitsprofil in der Interdisziplinären Gesamtbeurteilung
ihrer Abteilung Versicherungsmedizin vom 20. April 2015 abgestellt hat
und von einem 100%-Pensum in leidensadaptierter Tätigkeit
ausgegangen ist.
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6. a) Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E.2.3).
b) Vorliegend arbeitet die Beschwerdeführerin in einem Umfang von 11
Stunden pro Woche aufgeteilt auf vier Tage bei ihrem bisherigen
Arbeitgeber als Reinigungskraft. Mit diesem rund 25%igen Arbeitspensum
schöpft sie die ihr verbleibende Restarbeitsfähigkeit (vgl. Interdisziplinäre
Gesamtbeurteilung) nicht in zumutbarer Weise voll aus. Als
Reinigungskraft verdient sie deutlich weniger, als sie in einer
leidensangepassten Tätigkeit verdienen könnte, wo gemäss der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung ein 100%-Pensum zumutbar ist.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sind damit die
Voraussetzungen für ein Abstellen auf den tatsächlich erzielten Verdienst
nicht erfüllt. Damit soll nicht gesagt sein, dass die Beschwerdeführerin
problemlos eine geeignete 100%ige Arbeitsstelle finden könnte. Bei der
Ermittlung des Invaliditätsgrades kommt es nämlich nicht darauf an, wie
die Beschäftigungslage und die Chancen der Versicherten bei der
Stellensuche tatsächlich aussehen. Vielmehr ist im Rahmen der
Invaliditätsbemessung im Sinne einer abstrakten Annahme von einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen und anzunehmen, es bestehe
eine Nachfrage nach Arbeit, wie sie die versicherte Person trotz ihres
Gesundheitsschadens noch zu leisten vermag (Urteil des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 856/06 vom 10. Mai 2007
E.4.2).
7. a) Kann bei der Bemessung des Invalideneinkommens nicht auf das
tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen abgestellt werden, weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens ihre
verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von
Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592
E.2.3). Dabei ist im Bereich der Unfallversicherung bei der Bemessung
der Vergleichseinkommen grundsätzlich von einem Vollzeitpensum
auszugehen, unabhängig davon, ob die versicherte Person vor dem
Unfall eine Teilzeit- oder eine Vollzeiterwerbstätigkeit ausgeübt hat.
Massgebend ist, welches die Verdienstmöglichkeiten einer versicherten
Person sind, von der angenommen wird, dass sie diese
Verdienstmöglichkeiten voll ausnützt (Urteil des Bundesgerichts
8C_664/2007 vom 14. April 2008 E.6.2). Im vorliegenden Fall hat die
Suva auf die LSE 2012 abgestellt (TA 1, Total, Kompetenzniveau 1,
Frauen). Den dadurch ermittelten Wert von Fr. 4‘112.-- hat sie unter
Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von
41.7 Stunden sowie einer Nominallohnsteigerung von 0.7 % für das Jahr
2013 und von jeweils 0.8 % für 2014 und 2015 aufgerechnet auf ein
Jahreseinkommen von Fr. 52‘633.--. Dieses Vorgehen ist korrekt und die
Berechnung an sich wird von der Beschwerdeführerin denn auch zu
Recht nicht beanstandet.
b) Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der Grundlage von
statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Aus-
gangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getra-
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gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der
so genannte Leidensabzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurch-schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der
Bestimmung des Lei-densabzugs ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
massgebend, wobei der Ab-zug vom statistischen Lohn auf insgesamt
höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5).
Die Frage, ob ein Leidensabzug vorzunehmen ist, stellt eine Rechtsfrage
dar, während es sich bei jener nach der Höhe des Abzuges um eine
typische Ermessensfrage handelt. Bei der Überprüfung des
Leidensabzugs erstreckt sich die Kognition des kantonalen
Versicherungsgerichts auch auf die Beurteilung der Angemessenheit
(BGE 137 V 71 E.5.2). Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht
sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen. Vielmehr muss es sich auf Gegebenheiten abstützen
können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nahe
liegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E.6).
c) Vorliegend hat die Suva einen Leidensabzug von 10 % vorgenommen.
Diesen hat sie damit begründet, dass die Beschwerdeführerin aufgrund
des Zumutbarkeitsprofils gewisse leidensbedingte Einschränkungen hat.
Dies ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin sollte gemäss
Zumutbarkeitsprofil nur noch eine halbe Stunde am Stück gehen, nur
ausnahmsweise in der Hocke arbeiten und nur ausnahmsweise
Treppensteigen sowie keine schweren Lasten tragen. Sitzende
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Tätigkeiten sind ihr uneingeschränkt zumutbar, sofern das rechte Bein
dabei frei bewegt werden kann (Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung,
Suva-act. 364 S. 45). Optimal angepasst ist deshalb, wie bereits erwähnt,
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit, bei welcher die körperlichen
Einschränkungen kaum zum Tragen kommen. Diese relativ geringen
körperlichen Einschränkungen rechtfertigen entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin keinen höheren Leidensabzug. Sodann liegen auch
keine weiteren Umstände vor, welche einen höheren Leidensabzug
rechtfertigen würden. Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des
Erlasses des Einspracheentscheides 50 Jahre alt. Ein solches Alter wird
nach der Rechtsprechung bei Hilfsarbeiten üblicherweise nicht als
wesentlicher Nachteil auf dem Arbeitsmarkt gewertet, weil Hilfsarbeiten
auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter in diesen
Tätigkeiten nicht lohnsenkend auswirkt (Urteile des Bundesgerichts
9C_160/2013 vom 28. August 2013 E.4.2 und I 39/04 vom 20. Juli 2004
E.2.4). Auch der Migrationshintergrund führt vorliegend nicht zur
Annahme, dass die Beschwerdeführerin schlechtere Chancen auf dem
Arbeitsmarkt hätte. Zum einen lebt sie schon seit 1986 in der Schweiz
und beherrscht die deutsche Sprache recht gut, und zum anderen kann
die Nationalität ohnehin vernachlässigt werden, weil die statistischen
Löhne aufgrund der Einkommen der schweizerischen und der
ausländischen Wohnbevölkerung erfasst werden (Urteil des
Bundesgerichts I 39/04 vom 20. Juli 2004 E.2.4). Dem Ausbildungsstand
der Beschwerdeführerin wurde durch das Abstellen auf das
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art) bereits genügend Rechnung getragen, so dass es im
Rahmen des Leidensabzugs nicht nochmals zu berücksichtigen ist. Wie
gezeigt ist der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit in einem
vollen Pensum zumutbar, weshalb sich vorliegend die Frage nach einem
Abzug für eine Teilzeittätigkeit von Vornherein gar nicht stellt. Es kann
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somit abschliessend festgehalten werden, dass ein Leidensabzug von
10 % angemessen und nicht zu beanstanden ist.
d) Die Suva hat somit das Invalideneinkommen in korrekter Weise auf Fr.
47‘370.-- (Fr. 52‘633.-- x 0.9) festgelegt. Stellt man dieses
Invalideneinkommen dem unbestrittenen Valideneinkommen von Fr.
47‘981.-- gegenüber, ergibt sich ein rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 1.27 %. Weil gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG ein
Anspruch auf eine Invalidenrente erst ab einem Invaliditätsgrad von 10 %
besteht, hat die Suva den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu
Recht verneint. Die Beschwerde ist deshalb in diesem Punkt
unbegründet.
8. a) Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung hat. Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die
Versicherte Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung,
wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die
Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt und
ist entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abzustufen (Art.
25 UVG). Die Schwere des Integritätsschadens wird nach dem
medizinischen Befund beurteilt. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich, er wird abstrakt und
egalitär bemessen (BGE 124 V 29 E.3c). Gemäss Art. 36 Abs. 2 der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gelten für die
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
In diesem Anhang finden sich Richtwerte, welche für eine Reihe von
häufig vorkommenden Integritätsschäden die Höhe der
Integritätseinbusse in Prozenten des maximal versicherten Verdienstes
bestimmen. Diese Richtwerte hat die Suva weiterentwickelt, indem sie für
weitere Gesundheitsschäden Tabellen erarbeitet hat. Diese so genannten
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Suva-Tabellen stellen keine Rechtssätze, sondern Verwaltungsweisungen
dar, die als solche für das im Streitfall angerufene Versicherungsgericht
nicht verbindlich sind. Soweit sie allerdings Richtwerte enthalten, mit
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll,
sind sie nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit dem Anhang 3
zur UVV vereinbar und vom angerufenen Versicherungsgericht im
Einzelfall zu beachten (BGE 124 V 29 E.1c). Findet sich für einen zu
beurteilenden Gesundheitsschaden weder im Anhang 3 zur UVV noch in
den Suva-Tabellen ein Richtwert, so ist die Schwere des
Integritätsschadens durch den Vergleich mit den geregelten Fällen zu
bestimmen (Ziff. 1 Abs. 2 Anhang 3 UVV; BGE 113 V 218 E.3). Die
Beurteilung der Integritätseinbusse obliegt nach der Rechtsprechung den
ärztlichen Sachverständigen. Von einem medizinischen Laien kann eine
zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden, da die Ausschöpfung des
in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende
Fachkenntnisse voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts U 121/06 vom 23.
April 2007 E.4.2).
b) Im vorliegenden Fall kamen die Versicherungsmediziner in der
Interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 20. April 2015 zum Schluss, es
lägen keine unfallbedingten Integritätsschäden vor (Suva-act. 364 S. 46).
Die Beschwerdeführerin beanstandet diese Einschätzung in den
Fachgebieten Neurologie und Psychiatrie nicht, und es sind auch keinerlei
Hinweise dafür ersichtlich, dass die neurologische und psychiatrische
Beurteilung nicht fachgerecht wären. Nicht einverstanden ist die
Beschwerdeführerin mit der Einschätzung im Bereich Orthopädie. Dazu
gab Dr. med. G._ folgende Beurteilung ab (Suva-act. 364 S. 23):
„Das rechte Knie ist voll streckbar und über 90 Grad beugbar. Gestützt auf die UVG-Tabelle 2 „Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten“ besteht damit
keine Funktionsstörung des rechten Kniegelenks, die eine
entschädigungspflichtige Integritätseinbusse erreichen würde.
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Auch liegt keine Gelenksinstabilität vor. Eine traumatisch bedingte Patellaluxa-
tion besteht nicht und lag nie vor. Damit ist aus der UVG-Tabelle 6
„Gelenksinstabilitäten“ keine Integritätseinbusse abzuleiten.
Die Knorpel- und subchondrale Knochenveränderung am lateralen
Femurcondylus ist vorbestehend und nicht unfallkausal. Eine unfallkausale
Femoro-Tibial-Arthrose liegt nicht vor. Eine unfallkausale Femoro-Patellar-
Arthrose ist ebenfalls nicht vorhanden. Damit entfällt ein Integritätsschaden
gemäss Tabelle 5 „Arthrosen“.
Unter Berücksichtigung aller möglichen Einbussen sind demnach in der Summe
keine unfallbedingten Integritätsschäden vorliegend, die eine Entschädigung
erforderten.“
Diese Einschätzung ist aufgrund der medizinischen Aktenlage schlüssig
und nachvollziehbar. Es finden sich in den Akten keine ärztlichen
Berichte, welche einen Integritätsschaden bejahen würden. Und es finden
sich auch keine orthopädischen Befunde, welche von denjenigen, die Dr.
med. G._ erhobenen hat (Suva-act. 364 S. 20), wesentlich
abweichen würden.
c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass
die Gutachter eine unfallkausale Femoro-Tibial-Arthrose und/oder
Femoro-Patellar-Arthrose ausschlössen. Die chronische Entzündung im
Narbengewebe, im Femoro-Tibial-Gelenk und im Femoro-Patellar-Gelenk
sei durch das MRI ausgewiesen. Dem kann nicht gefolgt werden. Der
Beschwerdeführerin fehlen die medizinischen Fachkenntnisse, um die
Integritätseinbusse in ihrem Kniegelenk fachgerecht einzuschätzen.
Zudem ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar.
Eine chronische Entzündung im Narbengewebe hat keinen ersichtlichen
Zusammenhang mit einer Arthrose, welche ja im Wesentlichen in einer
Knorpeldegeneration besteht. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin ist
auch nicht substanziiert. Als Quelle nennt sie nur „das MRI“
(Beschwerdeschrift S. 8), ohne genau anzugeben, auf welches MRI sie
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sich mit ihren Ausführungen bezieht. Analysiert man die MRI und CT
Ergebnisse (Zusammenstellung in der Interdisziplinären
Gesamtbeurteilung, Suva-act. 364 S. 21), so finden sich keine Hinweise
auf die behauptete Entzündung und deren Unfallkausalität. Dr. med.
G._ bezeichnet die Knorpelveränderungen und subchondralen
Veränderungen am lateralen Femurcondylus als vorbestehend (Suva-act.
364 S. 23). Eine abweichende ärztliche Beurteilung findet sich in den
Akten nicht. Auch die übrigen involvierten Ärzte waren stets
übereinstimmend der Meinung, dass ein Teil der Schäden im rechten
Knie der Beschwerdeführerin krankhaften Ursprungs sei. So fanden sich
denn auch bereits im MRI vom 4. Mai 2011 (Suva-act. 6) beginnende
Knorpelschäden im medialen Kompartiment und eine schwere
femoropatelläre Dysplasie. Der Hausarzt Dr. med. F._ bezog sich mit
Arztzeugnis vom 22. Juni 2011 (Suva-act. 12) auf diese Befunde und gab
an, es lägen nicht ausschliesslich Unfallfolgen vor, die Trochleadysplasie
sei vorbestehend. Im Austrittsbericht der Rehaklinik vom 1. Mai 2012
(Suva-act. 81) war ausdrücklich von „vorbeschädigten Knieverhältnissen“
und von einer „vorbestehenden unfallfremden Knieproblematik“ die Rede.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Einschätzung des
Integritätsschadens durch Dr. med. G._ nachvollziehbar und
schlüssig.
d) Die Beschwerdeführerin macht geltend, es liege gemäss den
gutachterlichen Feststellungen ein schmerzhafter chronischer Endzustand
im Bereich der Narben und der medialen Gelenkanteile vor. Diese
chronischen strukturellen Veränderungen führten genau wie eine Arthrose
zu belastungsabhängigen Leistungseinschränkungen und zu
Ruheschmerzen, so dass sie regelmässig Schmerzmittel benötige. Die
Integritätseinbusse sei deshalb analog zu derjenigen bei einer mässigen
Arthrose festzulegen. Grundsätzlich kann eine solche analoge Festlegung
der Integritätseinbusse durchaus angebracht sein. Nach der
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Rechtsprechung ist nämlich, wie erwähnt, die Schwere des
Integritätsschadens durch den Vergleich mit den in der Verordnung (UVV)
und den Suva-Tabellen geregelten Fällen zu bestimmen, wenn sich für
einen zu beurteilenden Gesundheitsschaden weder im Anhang 3 zur UVV
noch in den Suva-Tabellen ein Richtwert findet (Ziff. 1 Abs. 2 Anhang 3
UVV; BGE 113 V 218 E.3). Allerdings kann nur ein Arzt diesen Vergleich
fachgerecht vornehmen. Insbesondere dann, wenn wie vorliegend
unfallkausale und krankheitsbedingte Schädigungen vorliegen und
deshalb nicht auf das Beschwerdebild insgesamt abgestellt werden kann.
Vorliegend kam Dr. med. G._ nach umfassender Befunderhebung
und sorgfältiger Analyse des Verlaufs und der aktuellen Beschwerden
zum Schluss, bei den unfallbedingten Schädigungen sei die
Erheblichkeitsgrenze von Art. 24 Abs. 1 UVG nicht erreicht. Darauf hat die
Suva zu Recht abgestellt. Entsprechend hat sie den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung zu Recht verneint
und die Beschwerde ist auch in diesem Punkt nicht begründet.
9. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. November 2015 erweist
sich somit als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuweisen.
Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos
ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden
Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).