Decision ID: e86927cf-d8a1-4cbe-8941-0424feb4c4b2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
seit 2015 in Trennung lebend
, und
Mutter von drei Kindern mit Jahrgang 1988, 1992 und 2011
,
meldete sich am 7.
Dezem
ber 2015 (
Urk.
12/6) bei
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an.
Die IV-Stelle
holte einen Aus
zug aus dem individuellen Konto
,
berufliche Unter
lagen sowie medizinische Berichte ein.
Mit
Mitteilung
vom 1
4.
Januar
2016 (
Urk.
12/16)
eröffnete
d
ie IV-Stelle der Versicherten
, dass zurzeit keine be
ruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Anspruch auf eine Rente geprüft werde, wobei sie diesbezüglich eine separate Verfügung erhal
ten werde.
Mit Vorbescheid vom
2
6.
Januar 2016 (
Urk.
12/18) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehren
s
betreffend Leistungen der Invalidenversi
cherung
in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte
am
1
6.
Februar 2016 (
Urk.
12/20)
Einwand
unter Beilage
einer Einladung für einen Gesprächster
min
in der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des
Y._
(
Y._
,
Urk.
12/19
)
.
Nach Eingang
des Schreibens der Versicherten vom
1
0.
März 2016 (
Urk.
12
/23)
, mit welchem sie ihre seit 2012 behandelnde Psychotherapeutin sowie den delegierenden Arzt angegeben hatte,
holte die IV-Stelle
daselbst
einen
medizinische
n
Bericht ein
(datierend vom 16. April 2016 (Urk. 12/25). Dazu äusserte sich
die Versicherte
am 10. Juni 2016 (Urk. 12/28)
unter Beilage eines
weiteren
medizinischen Bericht
s
.
Am
7.
Juli 2016 (
Urk.
2) verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am
2.
August 2016 (
Urk.
1)
Beschwerde
, wel
che sie
, neu
v
ertreten durch Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
,
mit Eingabe vom
8.
September 2016 (
Urk.
5) verbesserte.
Darin beantragte sie die Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom
7.
Juli 2016 und die
Zusprache
einer ihrer Erwerbsunfähigkeit entsprechenden Rente. Eventualiter beantragte sie die Rückweisung der Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
sie
unter anderem
um
Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
und Bestellung von
Rechts
an
wältin
Ursula
Sintzel
als unentgeltliche Rechtsver
treterin
(Urk.
5
S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer
Beschwerdeantwort vom
1
1.
Oktober 2016
(Urk.
11
) auf
teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung des me
dizinischen Sachv
erhalts
. Mit Replik vom
5.
Januar
2017 (
Urk.
16) hielt die
Rechtsvertreterin der
Beschwer
de
führerin an
ihren bereits gestellten Anträ
gen vollumfänglich fest (S. 2) und reichte ihre Kostennote ein (
Urk.
17). Mit Schreiben vom 3
1.
Januar 2017
(
Urk.
19) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Dup
lik
, wovon de
r
Beschwerdeführer
in
am
2
.
Februar
201
7
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
20
).
Mit Eingabe vom 1
4.
Februar 2017 (
Urk.
21) legte die Beschwerde
führerin einen weiteren me
dizinischen Bericht (
Urk.
22) ins Recht. Hiervon wurde der Beschwerdegeg
nerin mit Schreiben vom 2
2.
Februar
2017 (
Urk.
23)
Kenntnis gegeben.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2).
1
.4
Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Juli 2016 (
Urk.
2) zusammengefasst aus, e
ine dauerhafte gesundheitliche Beein
trächtigung, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer an
gestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin dauerhaft einschränke, bestehe nicht.
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
11)
führte
sie
aus
, dass der medizinische Sachverhalt noch besser abgeklärt werden müsse. Um feststellen zu können, inwiefern sich die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkten, sei ein Gutachten oder eine versicherungsinterne Untersuchung in Auftrag zu geben.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor, d
ie Beschwerdegegne
rin habe den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und es unterlassen, auf
schlussreiche Berichte einzuholen. Der Entscheid erweise sich auch inhaltlich als falsch und aktenwidrig. Insgesamt liege ein invalidenrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor (
Urk.
5
S. 3 f.).
Replicando
hielt
sie
an ihrem (Haupt-)Antrag auf Zusprechung einer Inva
liden
rente per
1.
Juni 2016 fest.
Entgegen der Auffassung der Beschwer
de
gegnerin sei ein Gutachten oder eine versicherungsinterne Untersuchung nicht
(mehr) erforderlich
:
Aufgrund der im Rahmen des Einwand- sowie Be
schwer
deverfahrens eingereichten medizinischen Berichte sei erwiesen, dass sie an einer rezidivierenden depressiven Störung schweren Grades sowie an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leide,
deretwegen
si
e für jegliche Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig sei (
Urk.
16 S. 2 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen An
spruch auf eine Invalidenrente verneint hat.
3.
3.1
3.1.1
Der behandelnde Dr. med.
Z._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, nannte in
seinem
Bericht vom
2
5.
November 2015 (
Urk.
12/3/1-2) die
Diag
nose
n
Morbus
Basedow, Schwindelzustände
und ein
l
umboradikuläres
Schmerzsyndrom.
Er
bescheinigte eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
für Hilfs
arbeiten vom 1
8.
Novem
ber 2013 bis 3
1.
Dezember 2014 und
1.
April
2015 bis 3
0.
April 2016
(in der Zukunft liegend)
.
3.1.2
In seinem
Bericht vom 2
9.
Dezember 2015 (
Urk.
12/14
/1-5
)
gab
Dr.
Z._
zusätzlich zu den
von ihm am 2
5.
November 2015
bereits genannten
Diag
nosen
(
E.
3.1.1
hievor
)
eine
m
ittelgradige depressive Episode an und wie
der
holte
die
bereits
attestierte
n
Arbeitsunfähigkeit
en
.
3.2
Lic
. phil.
A._
, Psychologin, diagnostizierte in ihrem
vom delegie
ren
den Dr. med.
B._
, Arzt für
a
llgemeine Medizin FMH, mitunter
zeich
neten
Bericht
vom 1
6.
April 2016 (
Urk.
12/25) eine
rezidivierende depressive
Störung, ge
genwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.
11
; S. 1 und S. 7
).
Sie
hielt fest, die Beschwerdeführerin leide
unter rezidivierenden
depressiven
Episoden unterschiedlicher Ausprägung. Die Erkrankung bestehe schon seit längerer Zeit. Mit der Geburt ihres jüngsten Kindes im Jahr 2011 habe
diese
eine Ver
stärkung erfahren.
Die Beschwerdeführerin
leide unter Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Freud
losig
keit. Es bestehe ein Interessen
verlust, eine
gedrückte Stimmung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Das Selbst
wertgefühl und Selbst
vertrauen seien beeinträchtigt. Es bestehe eine innere Unruhe und manchmal eine sich bis zur Panik steigernde Äng
st
lich
keit
. In de
r
ungefähr vier Jahre dauernden Therapie seien etwa 34 Sitzungen durchgeführt worden, was einer Frequenz von acht Sitzungen pro Jahr ent
spreche. Angesichts ihres Zu
standsbildes und der daraus resultierenden Über
forderung im Alltag sei es
der Beschwerdeführerin
nicht möglich, häufiger zur Therapie zu kommen. Es könne daher nicht von einer Behandlung, die zu einer Besserung des Zu
standsbildes führe, gesprochen werden. Aufgrund der Anamnese und des Befundes handle es sich bei dieser Therapieform um eine
supportive
und sta
bilisierende Therapie beziehungsweise um Hilfe und Unter
stü
tzung in der Alltagsbewältigung
.
Die Psychologin führte weiter aus, i
n A
nbetracht der schweren Belastungen
in der Vergangenheit und der damit einhergehenden Symptomatik könne ein
e posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
als Grundstörung in Be
tracht ge
zogen werden.
Seit
kurzem
sei die Beschwerdeführerin
am Ambula
torium für Folter- und Kriegsopfer der
Y._
in Be
handlung
(S. 7).
Sie bescheinigte eine
100%ige A
rbeitsunfähigkeit als Küchenhilfe ab dem 8.
Februar
2012
(Behandlungsbeginn)
bis
auf Weiteres
(S.
2 und S. 7).
3.3
Dr.
med.
C._
, Assistenzärztin an der
Klink
für Psychiatrie und Psycho
the
ra
pie des
Y._
, gab in ihrem Zeugnis vom
9.
Juni 2016 (
Urk.
12/27)
betreff
end
ambulante Behandlung seit 18. Februar 2016
an, dass die Beschwerdefüh
rerin in diagnostischer Abklärung sei. Die erschwerte Diagnostik sei noch nicht abgeschlossen.
3.4
In
dem von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom
2
3.
Juni
2016 (
Urk.
6/7) nannten die Ärzte der Klink für Psy
chiatrie und Psychotherapie des
Y._
folgende Diagno
sen (S. 1):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) mit
schwerer Ein- und Durchschlafinsomnie mit
Verdacht auf atmungs
assoziierte Schlafstörung und Tagesschläfrigkeit
Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Tagesstruktur und Versorgung der fünfjährigen Tochter
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
Sie führten aus, dass
bei der Beschwerdeführerin aktuell eine schwere depres
sive Episode bei langjähriger, rezidivierender depressiver Störung auf Grund komplexer und traumatisierender psychosozialer Bela
stungsfaktoren in Ver
b
indung mit dem Herkunftsland im Sinne einer
Traumafolgestörung
vorliege. Im Vordergrund stünden
Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Tagesstruktur, bei der Versorgung der fünfjährigen Tochter und
eine
schwere Ein- und Durchschlafstörung. Die K
riterien einer
PTBS
seien
derzeit nicht erfüllt (S. 1).
Die Beschwerdeführerin
sei seit 2012 einmal pro Monat in psy
chotherapeutischer Behandlung. Eine stationäre-psychiatrische Behandlung sei bisher nicht erfolgt.
Anlässlich des psychologischen Testverfahrens (Beck-Depressions-Inventar [BDI])
zeige die Beschwerdeführerin
mit 30 Punkten
eine schwere depressive Symptomatik, was gut vereinbar mit ihrer (
der
Ärzte) klinischen Einschätzung sei (S. 3 f.).
3.5
In dem von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren
pendente
lite
eingereichten, von den zuständigen
Fachleuten
der
D._
an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer
in zugestellten
Bericht vom
2.
Februar 2017 (
Urk.
22)
- die Beschwerdeführerin bef
an
d sich dort seit November 2016 in ambulanter Behandlung -
wiederholten diese die
praktisch identischen
Diagnosen
wie die
Ärzte der Klin
i
k für Psychiatrie und Psycho
therapie
des
Y._
(
E.
3.4
hievor
)
.
Sie schilderten, dass sich a
nhand des BDI vom 2
5.
Januar 2017 ein Wert von 33 Punkten ergeben
habe
, womit sich die Beschwerdeführerin im Bereich einer schweren Depression befinde
. Die Be
schwerdeführerin zeige sich mit der Einhaltung ihres Alltags, welcher die Betreuung ihrer Tochter und die Führung des Haushalts umfasse, stark über
fordert und benötige in
trafamiliäre Unterstützung durch den Ex-Ehemann und ihre beiden erwach
senen Kinder. Die Symptome der depressiven Erkran
kung seien gravierend und beeinträchtigten
die Beschwerde
führerin stark in ihrem Alltag
.
Die stark erlebten körperlichen Schmerzen führten zu einer zusätzlichen Belastung
. Auch nachdem in der Vergangenheit psychosoziale Belastungen weggefallen seien
,
habe sich keine Besserung der Symptomatik gezeigt, die somit als weitgehend verfestigt und nicht behandelbar einge
schätzt werden müsse
(S. 2).
4.
4.1
Vorliegend sind keine
Anhaltspunkte
gegeben
, die auf aktuelle somatische Beschwerden hindeuten
würden
. Die von
Dr.
Z._
angegebene
,
seit 2012
existierende Schilddrüsenproblematik (E. 3.1
hievor
) k
a
nn mittels entspre
ch
en
der Therapie erfolgreich beh
andelt
werden. So lag zumindest im August 2013 wieder ein regelrechter Befund der Schilddrüsen vor (Urk. 12/14/6-7).
Hin
weise
, dass es diesbezüglich zu einer Verschlechterung gekomm
en wäre, sind nicht ersichtlich; auch wurde Derartiges nicht geltend gemacht.
Weitere organische Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind nicht aktenkundig, weshalb sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen.
4.2
Sämtliche behandelnde
n
Fachp
ersonen
diagnostizierten eine
rezidivierende
depres
sive Störung
-
jedoch von unterschiedlicher Ausprägung. Während
die Psychologin im April 2016 von einer gegenwärtig
mittelgradig
depressiven Störung ausging
(E. 3.2
hievor
)
, erwähnten die Ärzte von der Klinik für Psy
chiatrie und Psychotherapie
des
Y._
zwei
Monat
e
später ei
ne ge
genwärtig schwere Episode
(E. 3.4
hievor
)
. D
ie Ärzte
von der
D._
diagnosti
zierten
im
Februar 2017
eine
gegenwärtig
mittelgradige bis schwere Episode
(
Urk.
22 S.
1)
.
Wie intensiv diese
Störung
auf Dauer vorhanden ist
, lässt sic
h
gestützt auf die Akten
nicht
verlässlich feststellen
.
Zudem sind die entsprechenden Berichte undifferenziert. So
fehlen
insbesondere
fachärztliche
Ausführungen
zur
Ar
beits
(
un
)
fähigkeit
und
damit
zu den
funktionelle
n
Folgen der Gesund
h
eits
schädigung in qualitativer wie auch
quantitativer Hinsicht
.
In Bezug auf die
festgehaltenen Befunde
sind die Berichte sodann auch
zu wenig
aus
sage
kräftig, um gestützt
darauf
auf eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit zu schliesse
n, wie es die Beschwerdeführerin tat (
Urk.
5 S. 4 und
Urk.
16 S. 3).
D
ie
Psychologin
A._
äusserte sich zwar
zur Arbeits
un
f
ähig
keit -
bei ihr handelt es sich
jedoch
nicht um eine
(Fach-)Ärztin
. Ebenso we
nig erfolgte
die an sie
gerichtete
Delegation
zur Durchführung der Untersu
chung
vo
n
einem
Facharzt in Psychiatrie
und Psychotherapie
, sondern
von einem
All
ge
meinarzt
(
Urk.
12/25/7)
.
Dasselbe gilt für die von
ihr
in Betracht gezogene
PTBS, wobei die Ärzte
an
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des
Y._
das Vorliegen der Kri
terien ei
ner PTBS
ohnehin
verneinten
(
E. 3.4
hievor
)
. Diesbezügliche
Weite
rungen
er
übrigen sich somit
.
Bezüglich der
diagnostizierten
Schmerzstörung liegen keine konkreten Befunde vor
(vgl. insb.
Urk.
6/7 S. 2)
. Zudem gingen die Ärzte der
D._
im Februar 2017 lediglich von einem Verdacht
auf eine solche Störung
aus (
Urk.
22 S. 1)
.
Weitere medizinische Akten, welche eine fachärztliche Abklärung der psychi
schen Beschwerden zum Gegenstand haben oder sich zu deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
äussern
, lie
gen nicht vor.
Damit ist die diesbezügli
che
medizinische Situation ungeklärt geblieben.
Liegen
keine verlässli
chen medizinischen Grundlagen zur Beur
tei
lung der gesundheitlichen Situa
tion und der Arbeitsfähigkeit vor, fehlt es an der
Grundlage für einen Entscheid.
Bei dieser Ausganglage sind weitere medizini
sche Abklärungen in psychi
a
tri
scher Hinsicht
unumgänglich.
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich ein
e
polydisziplinäre
Untersuchung
,
wie es die Beschwerdeführerin verlangte
(
Urk.
16 S. 3
; E. 4.1
).
4.3
Die Beschwerdeführerin lebt seit 2007 in der Schweiz (
Urk.
12/6 S. 3) und war
im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprojektes
vom
1.
Dezember 2008 bis
3
0.
November 2009 bei
E._
in der „Wäscherei“ (
Urk.
12/5/3-4)
und vom 1
9.
Juli
2010 bis 1
8.
Juli
2011 bei der
F._
als Reini
gungskraft
ebenfalls
im Rahmen einer beruflichen Integrati
onsmassnahme (
Urk.
12/5/1-2,
Urk.
12/15) jeweils befristet angestellt. Ob sie in der
G._
gearbeitet hat, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Vorliegend ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
16 S.
3) unklar, ob sie als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
vollzeitlich im Haushalt tätig
einzustufen ist (vgl.
Urk.
12/17 S. 2 f. und
Urk.
12/31 S. 2), weshalb sich die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode stellt (Art. 28a IVG). Die Beschwerdegegnerin hat somit auch in diesem Zusammenhang Ab
klärungen vorzunehmen
und allenfalls einen Haushaltabklärungsbericht einzuholen
.
4.4
Von einem Gerichtsgutachten ist abzusehen, da der Sachverhalt
betreffe
nd die psychischen Beschwerden
ungeklärt und die Vornahme solcher Abklä
rungen grundsätzlich Aufgabe der
Verwaltung ist, womit sich eine Rück
wei
sung an die Beschwerdegegnerin aufdrängt, was
diese
denn auch
selber
ver
langte (
Urk.
11; BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4
, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3; vgl. Urteil
des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.
2; § 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
4.5
Die angefochtene Verfügung vom 7. Juli 2016 (Urk. 2) ist nach dem Gesagten aufzuheben und die Sache
zur
ergänzenden
Abklärung (
betreffend Invali
di
tätsbemessungsmethode
und
Einholung eines psychiatrischen Gutachtens
sowie allenfalls eines Haushaltabklärungsberichts
)
samt
anschliessendem Neu
ent
scheid an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
5
.
5
.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1bis I
VG sind ermessensweise auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Ausgangsgemäss
hat die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin zu Lasten der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGe
r
An
spruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach Einsicht in die Kostennote vom 5.
Januar
201
7
(Urk. 17)
und unter Be
rücksichtigung der Eingabe vom 14.
Februar
2017
mit Fr.
1
‘
5
31
.
20
(
ausgeh
end vom
praxisgemässen
Stundensatz von Fr. 220.--
,
inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bemessen ist.
Bei diesem Aus
gang des Verfahrens wird das Gesuch um Gewährung der un
entgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren gegenstandslos.