Decision ID: 6075243f-e654-40ab-aa47-2fedbc8926ae
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die Parzellen B._ und C._ in der Gemeinde D._ befinden
sich im Gesamteigentum von A._ und E._ geb. F._. Im Jahr
2017 wurden die Parzellen mit Verfügungen vom 27. März 2017 vom
damaligen Amt für Schätzungswesen Graubünden (heute: Amt für
Immobilienbewertung) im Zuge einer Revision neu geschätzt. Dabei wurde
der Eigenmietwert für die Parzelle B._ auf CHF 16'200.-- und
derjenige für die Parzelle C._ auf CHF 120.-- festgelegt. Die
Schätzungsverfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
2. Am 30. November 2018 reichten A._ die Steuererklärung 2017 für
ausserhalb des Kantons, in der Schweiz wohnhafte Personen mit
Grundbesitz oder Betriebsstätten im Kanton ein und legten dieser das
Liegenschaftsverzeichnis der Steuerperiode 2017 des
Hauptsteuerdomizils K._ bei. Darin deklarierten sie für die
Liegenschaft am G._ in der Gemeinde D._ (Parzelle B._)
einen Eigenmietwert von CHF 4'710.--. Dieser Betrag entspricht dem
hälftigen Wert der amtlichen Schätzung vom 13. Juli 2000.
3. In der am 23. Januar 2019 betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern
2017 erlassenen definitiven Veranlagungsverfügung setzte die
Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Steuerverwaltung) den Eigenmietwert für die Parzellen B._ und
C._ auf CHF 8'100.-- und CHF 60.-- fest. Diese Beträge entsprechen
dem jeweiligen hälftigen Wert gemäss den amtlichen
Revisionsschätzungen vom 27. März 2017.
4. Dagegen erhob A._ am 22. Februar 2019 Einsprache und beantragte
unter anderem, der Liegenschaftsertrag sei von CHF 8'160.-- auf CHF
4'760.-- zu reduzieren. Das Haus sei im Winter nicht bewohnbar, da es
sehr schlecht beheizbar sei. Dieser Umstand habe schon vor vielen
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Jahren zu einer Ertragsminderung geführt und der Liegenschaftsertrag
könne nun nicht einfach heraufgesetzt werden, zumal in den letzten zehn
Jahren keine entscheidenden Renovationen ausgeführt worden seien.
5. Mit Einspracheentscheid vom 27. April 2021 betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache
teilweise gut. Der Antrag betreffend Eigenmietwert für die Liegenschaften
in der Gemeinde D._ wurde hingegen abgewiesen. Zur Begründung
wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die Werte gemäss den
Schätzungen aus dem Jahr 2017 für die Besteuerung massgebend seien.
6. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 27. Mai
2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
und beantragte, als Mietwert sei ein Betrag von CHF 4'710.-- einzusetzen.
Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, nach Rücksprache mit
der Gemeinde H._ (die Gemeinde H._ hat per 1. Januar 2010
mit der Gemeinde D._ fusioniert) sei im Jahr 2000 der halbe Mietwert
mit CHF 4'710.-- fixiert worden. Die damalige Begründung gelte auch
heute noch. Das über 200 Jahre alte Haus mit unisolierten dicken
Grundmauern sei im Winter praktisch unbewohnbar, solange keine
energiesparenden Massnahmen ergriffen würden. Die Gemeinde D._
habe ihm als Folge der Unbewohnbarkeit im Winter eine Teilentlastung auf
der Gästeabgabe von ca. 50 % gewährt. Der bisherige halbe Wert von
CHF 4'710.-- (ca. 400.-- pro Monat) werde nun auf CHF 8'100.--
(CHF 675.-- pro Monat) erhöht, was bei einer halbjährlichen Nutzung
einen Betrag von CHF 1'350.-- pro Monat ergebe. Insgesamt müsse dieser
Wert verdoppelt werden (Anteil I._), womit ein unsinniger Mietwert
von monatlich CHF 2'700.-- für ein nicht dauerhaft bewohnbares altes
Haus ohne jeglichen Komfort resultiere. Sodann würden ihm in Bezug auf
eine rechtskräftige Schätzung vom 27. März 2017 entsprechende
Unterlagen fehlen. Er erinnere sich daran, ein Formular ausgefüllt zu
haben, worin bauliche Anpassungen hätten erwähnt werden müssen. In
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Wirklichkeit habe sich schon lange nichts mehr geändert. Es habe auch
niemand von der Schätzungskommission das Haus betreten, weshalb die
Schätzung von aussen erfolgt sein müsse.
7. Mit Vernehmlassung vom 18. Juni 2021 beantragte die Steuerverwaltung
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung wurde zusammenfassend festgehalten, bei der Festsetzung
des Eigenmietwerts sei zu Recht auf die amtliche Schätzung vom 27. März
2017 abgestellt worden, der Beschwerdeführer habe den Nachweis nicht
erbracht, dass die Schätzung des Amts für Immobilienbewertung zu hoch
sei, und aus der Reduktion der Gästetaxen würden sich keine Rechte für
die Einkommenssteuern ableiten lassen.
8. Am 2. Juli 2021 führte der Beschwerdeführer replicando aus, es könne
nicht davon ausgegangen werden, dass ihm die Post das
Schätzungsergebnis zugestellt habe. In J._ sei der Zustelldienst
ziemlich unzuverlässig. Nicht nachvollziehbar sei, dass die
Schätzungskommission in Bezug auf ein 200 Jahre altes Haus Massstäbe
ansetze, welche nicht der Realität entsprächen. Der ganze Ablauf der
Schätzung sei nicht korrekt und nicht fair gewesen.
9. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. Juli 2021 unter Verweis auf
die von ihr eingereichte Vernehmlassung auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. April 2021 sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 27. April 2021
betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2017. Ein solcher Entscheid
kann mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
weitergezogen werden (vgl. Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG;
SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den Kanton
Graubünden [StG; BR 720.000] und Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die
Gemeinde- und Kirchensteuern [GKStG; BR 720.200]). Die sachliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100),
wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von
Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von unselbständigen
Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den
direkten Weiterzug vorsieht, was vorliegend – wie gesehen (vgl. Art. 139
Abs. 1 StG) – der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (vgl.
Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Da der
Streitwert unbestrittenermassen unter CHF 5'000.-- liegt (vgl.
Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 18. Juni 2021 S. 3) und
die vorliegende Angelegenheit auch nicht in Fünferbesetzung (vgl. Art. 43
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Abs. 2 VRG) zu entscheiden ist, ist die Zuständigkeit des Einzelrichters
gegeben.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Festlegung
des Eigenmietwerts der in der Gemeinde D._ gelegenen Parzelle
B._ (Wohnhaus mit Stall) zu Recht auf den Wert gemäss amtlicher
Schätzung vom 27. März 2017 von CHF 8'100.-- (CHF 16'200.-- : 2)
abgestellt hat oder ob der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Wert
von CHF 4'710.-- massgebend ist. Nicht streitig ist hingegen der
Eigenmietwert für die Parzelle C._ (Hütte) von CHF 60.-- (CHF 120.-
- : 2).
3. Natürliche Personen sind kraft persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt
steuerpflichtig, wenn sie im Kanton ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt haben (Art. 3 Abs. 1 StHG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StG). Natürliche
Personen, die im Kanton weder Wohnsitz noch Aufenthalt haben, sind
kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschränkt steuerpflichtig, wenn sie an
Grundstücken im Kanton Eigentum, Nutzniessung oder ähnliche Rechte
haben (Art. 4 Abs. 1 StHG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c StG). Steuerpflichtige,
die im Kanton nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens
steuerpflichtig sind, entrichten die Steuern für die im Kanton steuerbaren
Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesamten Einkommen und
Vermögen entspricht (Art. 9 Abs. 1 StG). Vorliegend ist unbestritten, dass
sich die in der Gemeinde D._ gelegene Parzelle B._ (Wohnhaus
mit Stall) im Gesamteigentum des in J._ wohnhaften
Beschwerdeführers und von E._ geb. F._ befindet (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1) und damit der
Beschwerdeführer im Kanton Graubünden sowie in der Gemeinde
D._ hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern der
beschränkten Steuerpflicht untersteht.
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4.1. Gemäss Art. 7 Abs. 1 StHG unterliegen alle wiederkehrenden und
einmaligen Einkünfte, insbesondere solche aus unselbständiger und
selbständiger Erwerbstätigkeit, aus Vermögensertrag, eingeschlossen die
Eigennutzung von Grundstücken, aus Vorsorgeeinrichtungen sowie aus
Leibrenten der Einkommenssteuer. Diese Regelung schreibt den
Kantonen die Besteuerung des Eigenmietwerts von Grundstücken explizit
vor. Als Grundlage der Wertfestsetzung der Eigenmiete gemäss Art. 7
Abs. 1 StHG gilt der Marktwert (vgl. REICH/WEIDMANN, in: ZWEIFEL/BEUSCH
[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz
über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden [StHG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 7 Rz. 42 ff.).
4.2. Nach Art. 22 Abs. 1 StG sind Erträge aus unbeweglichem Vermögen,
insbesondere der Mietwert von Gebäuden oder Gebäudeteilen, die sich
der Steuerpflichtige kraft Eigentums oder eines Nutzungsrechts für den
Eigengebrauch zur Verfügung hält (lit. b), steuerbar. Die Besteuerung des
Mietwerts eines Hauses, das der Steuerpflichtige als Eigentümer im Sinne
von lit. b der erwähnten Bestimmung selbst bewohnt oder das ihm
zumindest zur jederzeitigen freien Verfügung steht (Eigengebrauch),
entspricht dem Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung der
Hauseigentümer einerseits und der Mieter anderseits. Massgebend für
die Bemessung des anzurechnenden Eigenmietwerts ist dabei
grundsätzlich der objektive Marktwert der Liegenschaftsnutzung, d.h. der
Mietzins, den der Steuerpflichtige bei der Vermietung von einem Dritten
erhalten könnte (Art. 22 Abs. 2 StG). Die Besteuerung des Eigenmietwerts
basiert im Kanton Graubünden auf den amtlichen Schätzungen. Der
amtlich geschätzte Eigenmietwert beruht in der Regel auf der
Vergleichsmethode. Mit den Schätzungen wird auf Grund von
Vergleichsobjekten in der engeren Umgebung der Eigenmietwert ermittelt,
der bei einer Drittvermietung erzielt werden könnte (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] A 16 37 vom 3.
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März 2017 E.4c). Die Werte der rechtskräftigen amtlichen Schätzungen
sind gemäss konstanter Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden grundsätzlich für die Steuerbehörden verbindlich (vgl. VGU
A 17 59 vom 31. August 2018 E.4.2, A 17 57 vom 27. März 2018 E.4b,
A 15 21 vom 22. März 2017 E.4a, A 15 13 vom 19. Januar 2016 E.2c, A 13
59 vom 4. März 2014 E.3c, A 10 29 vom 23. April 2010 E.2, A 07 44 vom
22. Januar 2008 E.2, A 04 52 vom 19. Oktober 2004 E.2, A 01 25 vom
10. Juli 2001 E.2c; PVG 2002 Nr. 24, 2000 Nr. 47, 1997 Nr. 37). Dies hat
– wie nachfolgend dargestellt – auch im konkreten Fall zu gelten. Wenn
jemand die amtliche Schätzung – wie vorliegend die amtliche
Revisionsschätzung vom 27. März 2017 – akzeptiert, ohne diese
anzufechten, kann er später in einem anderen Verfahren die Korrektheit
derselben nicht mehr anfechten. Dies widerspräche dem aus Art. 5 Abs. 3
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR
101) fliessenden Grundsatz von Treu und Glauben, welcher
widersprüchliches und rechtsmissbräuchliches Verhalten verbietet. Wenn
Grundeigentümer mit den amtlich geschätzten Werten ihrer Grundstücke
nicht einverstanden sind, haben sie die amtliche Schätzung somit direkt
mittels Einsprache beim Amt für Immobilienbewertung anzufechten (vgl.
Art. 19 des Gesetzes über die amtlichen Immobilienbewertungen [IBG; BR
850.100]; siehe ferner Art. 13 Abs. 1 des früheren Gesetzes über die
amtlichen Schätzungen [aSchG; BR 850.100]), wobei der
Einspracheentscheid des Amts für Immobilienbewertung gemäss Art. 20
Abs. 1 IBG innert 30 Tagen mittels Beschwerde beim Verwaltungsgericht
angefochten werden kann (vgl. Art. 13 Abs. 2 aSchG). Wird die amtliche
Schätzung akzeptiert, können die Grundeigentümer die Korrektheit
derselben später nicht mehr anfechten. Indes steht es einer Partei –
insbesondere dann, wenn die 30-tägige Einsprachefrist bezüglich der
amtlichen Schätzung von Art. 19 Abs. 1 IBG verpasst wurde – frei,
jederzeit eine neue amtliche Schätzung zu verlangen (vgl. Art. 12 Abs. 1
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IBG) oder den Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung auf
andere Weise zu erbringen.
5.1. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin für die Veranlagung der Kantons-
und Gemeindesteuern 2017 bzw. für die Bestimmung des Eigenmietwerts
der sich im Gesamteigentum des Beschwerdeführers und von E._
geb. F._ befindlichen Parzelle B._ (Wohnhaus mit Stall) auf die
amtliche Revisionsschätzung vom 27. März 2017 abgestellt, wonach der
Eigenmietwert der fraglichen Parzelle CHF 16'200.-- (hälftiger Anteil des
Beschwerdeführers = CHF 8'100.--) beträgt (vgl. Bg-act. 4 und 8). Die
amtliche Revisionsschätzung vom 27. März 2017 wurde im Zeitpunkt des
Erlasses derselben nicht angefochten und erwuchs somit unangefochten
in Rechtskraft. Dementsprechend kann der Beschwerdeführer im
vorliegenden Beschwerdeverfahren betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 die Korrektheit der Werte der Revisionsschätzung
vom 27. März 2017 grundsätzlich nicht mehr anfechten. Vielmehr hätte er
hierzu – wie bereits dargelegt – direkt die amtliche Schätzung beim
damaligen Amt für Schätzungswesen anfechten müssen (vgl. Art. 13
Abs. 1 aSchG), was er aber nicht getan hat. Die Folgen dieses
Untätigbleibens muss sich der Beschwerdeführer zum eigenen Nachteil
anrechnen lassen. Soweit der Beschwerdeführer in diesem
Zusammenhang vorbringt, dass ihm in Bezug auf eine rechtskräftige
Schätzung vom 27. März 2017 entsprechende Unterlagen fehlen würden,
ist er nicht zu hören. Diesbezüglich hält die Beschwerdegegnerin in ihrer
Vernehmlassung fest, gemäss telefonischer Auskunft von Frau Sgier vom
Amt für Immobilienbewertung vom 11. Juni 2021 sei dem
Beschwerdeführer der Fragebogen für die Revisionsschätzung zugestellt
worden. Der Beschwerdeführer habe darauf geantwortet und dem Amt für
Immobilienbewertung eine Zusammenstellung eingereicht. Im genannten
Fragebogen seien die Grundstückseigentümer explizit darauf aufmerksam
gemacht worden, dass ihr Grundstück im Zuge der gemeindeweisen
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Revision von Gesetzes wegen neu bewertet werde. Die neue amtliche
Schätzung sei gemäss Auskunft von Frau Sgier am 27. März 2017 mit A-
Post an den Beschwerdeführer versandt worden. Der Brief sei gemäss
den ihr vorhandenen Unterlagen von der Schweizerischen Post nicht
retourniert worden. Diese Ausführungen der Beschwerdegegnerin
erscheinen plausibel und nachvollziehbar. Insbesondere bestätigt der
Beschwerdeführer selbst, den Fragebogen für die Revisionsschätzung
erhalten und ausgefüllt zu haben, indem er in seiner Beschwerde bzw.
Replik festhält, er erinnere sich daran, ein Formular pflichtbewusst
ausgefüllt zu haben, worin bauliche Anpassungen hätten erwähnt werden
müssen. Des Weiteren wurde bereits für die Veranlagung der Kantons-
und Gemeindesteuern 2016 auf die amtliche Revisionsschätzung vom
27. März 2017 abgestellt. In der entsprechenden Veranlagungsverfügung
vom 3. April 2018 wurde der Beschwerdeführer ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass die Werte der neuen Schätzung per 31. Dezember
2016 repräsentativer seien als die Werte der Schätzung aus den Jahren
2000 und 2002, weshalb die neue Schätzung ab der Steuerperiode 2016
massgebend sei (vgl. Bg-act. 11). Die Veranlagung des Jahres 2016
erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Im Übrigen wird die amtliche
Schätzung vom 27. März 2017 seit der Steuerperiode 2016 auch bei den
weiteren Gesamteigentümern der Liegenschaft B._ angewendet,
welche die neue Bewertung unstreitig stets akzeptiert haben. Nach dem
Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von der
Schätzungsverfügung vom 27. März 2017 Kenntnis hatte bzw. sie ihm
zugestellt wurde. Die Aussage des Beschwerdeführers, in J._ sei der
Zustelldienst ziemlich unzuverlässig, ist nicht überzeugend und als reine
Schutzbehauptung zu qualifizieren. Es darf angenommen werden, dass
sich steuerpflichtige Personen gegen die Anwendung nicht bekannter
Schätzungen zur Wehr setzen und nachfragen, wenn eine angekündigte
Schätzung nicht eintrifft. Vor diesem Hintergrund zielen die vom
Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren getätigten
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Ausführungen, wonach der Mietwert aufgrund von nicht beheizbaren
Räumen und der daraus resultierenden Unbenutzbarkeit des über 200
Jahre alten Hauses im Winter viel zu hoch sei, ins Leere. Vielmehr hätten
diese Vorbringen bereits in einem Beschwerdeverfahren betreffend die
amtliche Revisionsschätzung (vgl. Art. 13 aSchG) vorgebracht werden
müssen, was der Beschwerdeführer allerdings unterlassen hat. Wie
bereits erwähnt, steht es dem Beschwerdeführer indes offen, den
Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung auch ausserhalb
des eigentlichen Schätzungsverfahrens bzw. nachdem die entsprechende
amtliche Schätzung in Rechtskraft erwachsen ist, entweder mittels einer
neuen amtlichen Schätzung oder auf andere Weise zu erbringen (vgl.
vorstehend Erwägung 4.2). Diesen Beweis hat der Beschwerdeführer
jedoch nicht erbracht. Es genügt nicht, wenn er einfach behauptet, der
Eigenmietwert sei wegen des Zustands der Liegenschaft zu hoch, ohne
Beweise vorzulegen, welche die amtliche Schätzung vom 27. März 2017
zu widerlegen vermöchten. Gemäss ständiger Rechtsprechung des
streitberufenen Gerichts weist eine amtliche Schätzung eine erhöhte
Beweiskraft für die darin enthaltenen Tatsachen auf, weshalb nicht ohne
triftigen Grund davon abzuweichen ist. Dies gilt umso mehr, je neuer die
amtliche Schätzung ist (vgl. VGU A 17 57 vom 27. März 2018 E.5c). Somit
hat die Beschwerdegegnerin betreffend Bestimmung des Eigenmietwerts
der Parzelle B._ (Wohnhaus mit Stall) zu Recht auf die amtliche
Revisionsschätzung vom 27. März 2017 und damit – im Gegensatz zur
Schätzung vom 13. Juli 2000 – auf eine durchaus aktuelle und zeitnahe
Schätzung abgestellt und den Eigenmietwert auf CHF 8'100.-- veranlagt.
5.2. An diesem Ergebnis vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers,
nach Rücksprache mit der Gemeinde H._ (die Gemeinde H._
hat per 1. Januar 2010 mit der Gemeinde D._ fusioniert) sei im Jahr
2000 der halbe Mietwert mit CHF 4'710.-- fixiert worden, nichts zu ändern.
Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers hat die frühere
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Gemeinde H._ den Mietwert nicht auf CHF 4'710.-- fixiert, sondern ab
dem Jahr 2000 wurde auf die damals gültige amtliche Schätzung vom 13.
Juli 2000 abgestellt. Der Betrag von CHF 4'710.-- entspricht denn auch
exakt dem hälftigen Anteil des geschätzten Eigenmietwerts von CHF
9'420.-- (vgl. Bg-act. 2).
5.3. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, dass ihm die Gemeinde
D._ als Folge der Unbewohnbarkeit im Winter eine Teilentlastung auf
der Gästeabgabe von etwa 50 % gewährt habe. Dazu gilt es festzuhalten,
dass die amtliche Schätzung des Amts für Immobilienbewertung nur
betreffend die Feststellung der Anzahl Zimmer Einfluss auf die Festlegung
der Gästeabgabe hat. Zwischen dem Mietwert und der Gästeabgabe
besteht kein Zusammenhang. Aus dem Umstand, dass die Gemeinde
D._ dem Beschwerdeführer eine Reduktion auf die Gästeabgabe
gewährt hat, kann er in Bezug auf die Einkommenssteuern nichts für sich
ableiten. Die Reduktion der Gästeabgabe kann mangels gleicher
Berechnungsgrundlage auch nicht als Beweis für einen zu hohen Wert der
amtlichen Schätzung herangezogen werden. Der diesbezügliche Einwand
des Beschwerdeführers erweist sich somit ebenfalls als nicht stichhaltig.
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer den
Gegenbeweis zu den Werten der amtlichen Schätzung vom 27. März 2017
weder im Einspracheverfahren noch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren erbracht hat. Dementsprechend hat die
Beschwerdegegnerin für die Veranlagung der Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 zu Recht auf den hälftigen Anteil des
Eigenmietwerts gemäss amtlicher Revisionsschätzung vom 27. März 2017
in der Höhe von CHF 8'100.-- abgestellt. Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 27. April 2021 erweist sich somit als rechtens,
was zur Bestätigung desselben und zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt. Selbstverständlich steht es dem
Beschwerdeführer trotz des Ausgangs des vorliegenden
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Beschwerdeverfahrens frei, für künftige Steuerperioden schriftlich eine
neue Schätzung im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IBG zu beantragen, um den
von ihm geltend gemachten, tieferen Eigenmietwert der im
Gesamteigentum stehenden Liegenschaft zu belegen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerdeführers. Die
Staatsgebühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 800.--
festgesetzt. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in
der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem
amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht
vorliegend kein Anlass, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin
keine Parteientschädigung zusteht.