Decision ID: a679f180-e6f6-4623-b985-27afe757298a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1980
, war
seit dem 1. August 2012 bei der Y._, Zürich, als Supervisor Ramp
tätig,
als er am 20. März 2015 von einem Beladungsfahrzeug erfasst wurde, zu Boden stürzte und am Becken links eine Prellung erlitt (vgl. Urk. 7/23/63-64).
Unter Hinweis auf seit dem 2. März 2015 bestehende Rücken- und Bein
be
-
schwerden meldete sich der Versicherte am
7. Dezember 2015
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 7/2 Ziff. 6.1
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und holte die Akten des Unfallversicherers (Urk. 7/23) und des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/46, Urk. 7/48) ein. Am 25. Oktober 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Einglie
derungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/44).
Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (Urk. 7/54; Urk. 7/63, Urk. 7/69
) ver
neinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 18. August 2017
einen Renten
an
spruch (
Urk. 7/71
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 18. September 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
18. August 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
spätestens ab dem 1. Juni 2016 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen
. Eventuell seien ihm Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen. Subeventuell sei ein neutrales, umfassendes, rheumatologisches Gutachten zu erstellen (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
25. Oktober 2017
(
Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 20. Novem
ber 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, der Beschwer
deführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Supervisor nicht mehr arbeitsfähig. In einer optimal seinen Leiden angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10 % resultiere ein rentenanspruchsausschliessender Invaliditätsgrad von 17 %. Die medizinischen Unterlagen seien ausreichend, und es seien keine weiteren Abklärungen angezeigt (S. 1 ff.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, er sei spätestens seit dem unverschuldeten Berufsunfall vom 20. März 2015 zu 100 % erwerbsunfähig (S. 9 Ziff. 6.4). Er leide an einer Spondylarthropathie mit axialem Befall, weshalb er weiterhin zu 100 % erwerbsunfähig sei und spätes
tens ab dem 1. Juni 2016 Anspruch auf eine ganze unbefristete Invalidenrente habe (S. 9 f. Ziff. 6.6).
Sobald sich sein Gesundheitszustand verbessere, habe er Anspruch auf Umschu
lung. Die Umschulung zum Buschauffeur dränge sich geradezu auf (S. 11
Ziff. 7.5
). Die Beschwerdegegnerin habe bis heute absolut keine medizinischen Abklärungen durchgeführt. Nicht einmal der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
sei beigezogen worden. Der medizinische Sachverhalt sei nachweislich absolut mangelhaft abgeklärt worden (S. 11 f.
Ziff. 8.2-3
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für
Rheumatologie und
für
Allgemeine Innere Medizin,
stellte in ihrem Bericht vom 8. Februar
2016 (
Urk.
7/19/7-12)
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Spondylarthropathie mit axialem Befall
-
HLA-B27 positiv
-
keine humorale Entzündungsaktivität
-
ausgeprägte
Sacro-Iliacal-Gelenk
(SIG)-Arthritis links, subchondrale Erosionen beidseits, subchondrale Sklerosierung ilial/sakral links (MRI 15. September 2015)
-
Knochenmarködemzonen in den anterioren Wirbelkörperkanten maxi
mal Brustwirbelkörper (BWK) 3-6 sowie Lendenwirbelkörper (LWK) 1 (MRI 25. November 2015)
Dr. Z._ führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 13. November 2015 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 2. Februar 2015 erfolgt (Ziff. 1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe von März bis Mai 2015 eine Arbeits
unfähigkeit von 100 %, von Mai bis August 2015 eine solche von 50 % und von September bis November 2015 wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
bestanden. Ab Dezember 2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Ziff. 1.6
). Eine schwere Arbeit mit repetitivem Heben von schweren Gewichten wie schwere Gepäckstücke beim Umladen in die und aus den Flugzeugen (Flughafen) sei wegen der axialen Entzündungsaktivität nicht mehr zumutbar. Die schwere Arbeitstätigkeit führe zu vermehrten axialen Beschwerden. Mittel
fristig sei die schwere körperliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.7).
Durch eine TNF-Alpha gerichtete Basistherapie dürfe mit einer Regredienz der axialen Entzündungsaktivität zu rechnen sein. Eine solche könne jedoch nicht garantiert werden. Durch eine Supprimierung der axialen Entzündungsakti
vi-täten sei mit einer Steigerung der körperlichen Belastbarkeit zu rechnen, jedoch nicht ausreichend für eine schwere Arbeitstätigkeit (Ziff. 1.8).
Zur Prognose führte Dr. Z._ aus, zurzeit bestehe eine axiale Entzündungs
aktivität mit Einbezug der Brustwirbelsäule (BWS), der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie der SIG (MRI 15. September und 25. November 2015). Es sei eine gegen TNF-Alpha gerichtete Basistherapie zur Behandlung vorgesehen. Entsprechend dem Ansprechen auf die Basisbehandlung könne die weitere Prognose besser eingeschätzt werden (Ziff. 1.4).
3.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem
Ärztlichen Zeugnis vom 12. Februar 2016 (Urk. 7/48/27) aus, der Beschwer
deführer stehe wegen Krankheit in seiner Behandlung. Seit dem 7. Dezember 2015 sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit gelte vorläufig bis zum 30. April 2015 (richtig wohl: 2016; vgl. auch Urk. 7/27). Ein arbeits
therapeutischer Einsatz mit maximaler Gewichtsbelastung von 2 x 5 kg sei während höchstens 4 Stunden täglich zulässig. Eine Umschulung auf eine Büro
arbeit sei aufgrund der Krankheit und der Vorbildung des Patienten vor
dring
lich.
3.3
Dr. A._ führte in seiner E-Mail vom 7. März 2016
(
Urk.
7/46/15
-16)
zu den von der zuständigen Case Managerin gestellten Fragen aus, der Beschwerde-führer dürfe körpernah 10 kg und körperfern 5 kg tragen. Repetitives Tragen sei erlaubt. Eine wechselbelastende Tätigkeit wäre besser, als eine rein sitzende oder stehende Tätigkeit. Rotationen im Sitzen oder Stehen seien erlaubt sowie häufiges Gehen. Der Beschwerdeführer dürfe Treppen steigen. Gut angezogen seien Witterungseinflüsse unproblematisch. Schichtarbeit sei erlaubt. Konstante Bewegungen wirkten wie Gymnastik und seien zu fördern (S. 1).
3.4
RVK-Vertrauensarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Physikalische Medi
zin und Rehabilitation und
für
Rheumatologie,
führte in seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2016 (Urk. 7/48/51-52) aus, bei dem 36-jährigen als Packer tätigen Versicherten bestünden seit längerer Zeit lumbosakrale Schmerzen. Diese seien Ende 2015 derart stark aufgetreten inklusive Schmerzen in der Nacht, dass der Versicherte seit dem 7. Dezember 2015 zu 100 % arbeitsunfähig sei. In der Zwischenzeit sei die Diagnose einer axialen Spondylarthritis gestellt worden (Morbus Bechterew, HLA-B27 positiv).
Dr. B._ hielt fest, in seiner angestammten Tätigkeit als Packer (Supervisor Ramp) bei Y._ am Flughafen in Kloten müsse der Beschwerdeführer täglich mehrere Tonnen von Lasten bewältigen. Bei der aktu
ellen, kernspintomographisch nachgewiesenen Krankheitsaktivität an den Ilio
sa
kralgelenken aber auch an der LWS sei diese beruflich geforderte Belastung des Achsenorganes nicht zumutbar. Es frage sich allerdings, weshalb er auf die Behandlung mit einem Biologikum nur ungenügend anspreche. Eventuell müsse ein Wechsel des Präparates erwogen werden.
Dr. B._ führte aus, für eine angepasste berufliche Tätigkeit bestehe anderer
seits eine volle Arbeitsfähigkeit. Das Belastungsprofil bestehe in leichter körper
licher Tätigkeit mit frei wählbarer Wechselbelastung und ohne Gewichte über 7,5 kg für regelmässiges Tragen von Lasten und ohne Gewichte über 15 kg für gelegentliches Tragen von Lasten. Die Tätigkeit müsse ohne monotone Arbeits
abläufe und ohne repetitve Arbeitsgänge sein. Bei diesem Belastungsprofil sei der Versicherte voll arbeitsfähig (S. 1).
Bei dem aktuell belastenden Arbeitsprofil sei die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit gerechtfertigt. Er empfehle eine Reintegration in den Arbeitsprozess mit Berücksichtigung des oben erwähnten Belastungsprofils. Die Frage, ab wann mit einer Steigerung oder Wiederaufnahme der Arbeit gerechnet werden könne, könne nicht verbindlich beantwortet werden, da die Krankheits-aktivität unberechenbar sei (S. 2).
3.5
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin,
führte in ihrem Bericht vom 26. März 2017 (Urk. 7/62) aus, der Beschwerdeführer befinde sich in ihrer Behandlung als Hausärztin. Sein klinischer Zustand bei
Morbus Bechterew
HLA-B27 positiv und bei axialer Spondylarthritis werde im Rahmen der geplanten monatlichen Kontrollen in ihrer Sprechstunde beurteilt. Klinisch sei das Ausmass der Beweglichkeit der HWS, BWS und LWS schmerz
bedingt deutlich eingeschränkt. Parallel befinde sich der Patient in regelmässi
gen Kontrollen bei den Rheumatologen Dr. Z._ und PD Dr. med. D._, Leitender Arzt im E._.
Aufgrund der zunehmenden Beschwerden des Beschwerdeführers sei neulich eine Therapie mit Humira begonnen worden. Bis jetzt habe sich das gewünschte Ergebnis noch nicht gezeigt. Der Patient sei nach wie vor klinisch sympto
matisch. Aktuell klage er über progrediente panvertebrale Schmerzen. Er habe Schmerzen, darunter auch Schlafstörungen und könne so tagsüber dann auch nicht fit sein.
Dr. C._ führte aus, aufgrund des bisherigen allgemeinen Zustandes und seiner Leistungsverminderung aus medizinischen Gründen sei der Patient zu 100 % arbeitsunfähig. Dies gelte sowohl im bisherigen Beruf wie auch in anderen angepassten Tätigkeiten. Seine Leistung und Belastbarkeit bezogen auf eine Arbeit liege bei 0 %.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid auf die Einschätzung
des
Vertrauensarztes des Krankentaggeldversicherers
,
Dr.
B._,
vom Dezember 2016
(vgl. vorstehend E. 3.4
), welcher
in der angestammten Tätigkeit des Beschwerde
führers als Packer von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. vorstehend E. 2.1 und Urk. 7/53/3, Urk. 7/70/1)
.
4.2
Dr. B._ kann insoweit gefolgt werden, als er einhergehend mit der Einschät
zung der behandelnden Ärzte (vgl. vorstehend E. 3.1-3, E. 3.5) die angestammte, körperlich belastende Tätigkeit des Beschwerdeführers als Packer für nicht mehr zumutbar befand. Jedoch stellt die von Dr. B._ im Dezember 2016 vorge
nommene, kurz gehaltene Aktenbeurteilung keine genügende Grundlage dar, um über die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit zu entscheiden, zumal Dr. B._ selbst unter Hinweis auf die Unberechenbarkeit der Krankheitsaktivität keine verbindlichen Angaben dazu machten konnte, ab wann mit einer Steigerung respektive Wiederaufnahme einer Tätigkeit gerechnet werden könne.
Von fachärztlicher Seite her liegt lediglich der Bericht von Dr. Z._ vom Februar 2016 vor, welche sich jedoch ebenfalls nicht abschliessend zu einer Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit äusserte und die weitere Prognose vom Ansprechen auf die Behandlung abhängig machte (vgl. vorsteh
end E. 3.1). Ebenfalls hielten die Fachpersonen nach der Potentialabklärung vom 27. Juni bis 26. Juli 2016 in ihrem Abschlussbericht vom 10. August 2016 fest, dass eine Steigerung der bestehenden 30%igen bis 50%igen Leistungs
fähigkeit vom Therapieerfolg abhänge (vgl. Urk. 7/37 S. 2 Ziff. 4).
Dr. A._ schloss in seinem Ärztlichen Zeugnis vom Februar 2016 sowie in seiner im März 2016 verfassten E-Mail (vgl. vorstehend E. 3.2-3) eine Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht aus, jedoch äusserte er sich nicht zum möglichen Umfang.
Auch die Ausführungen der Hausärztin Dr. C._ vom März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5) lassen keine Schlüsse auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwer-de
führers in angepasster Tätigkeit zu, zumal es sich nicht um eine fachärztliche Einschätzung handelt und das Gericht
im Übrigen hinsichtlich der von ihr
bestätigten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit der Erfahrungstatsache Rech
-
nung
zu tragen hat, dass
Hausärzte und Hausärztinnen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.4
Zusammenfassend
fehlt es an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beu
r
teilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers und damit an der Grundlage für einen Entscheid. Zur Beurteilung seiner invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zunächst zusätz
licher medizinischer Grundlagen im Sinne eines
rheumatologischen
Gut
achtens, welches sich zu den offenen Fragen äussert.
Die angefochtene Verfügung vom 18. August
2017 (Urk. 2) ist folglich aufzu
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwer
deführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘400.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.