Decision ID: ff4bc430-d15c-411d-8c8d-aa4df777e73d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
absolvierte eine kaufm
ännische Lehre (
Urk.
11/4 S. 2). Zuletzt
war
er vo
n 1990 bis
Februar 2012
als Sachbearbeiter bei der
Y._
AG
angestellt
.
Bereits 1997
reduzierte er sein A
rbeitspensum
von 100 auf 50
%
. Ab Ende
2010
wurde er
alsdann
freigestellt
(
Urk.
11/5 S. 2
,
Urk.
11/62
).
Beim
Versicherte
n
wurde
zunächst
eine
sch
izoaffektive
Erkrankung, konkret eine
Manie mit
parathymen
psychotischen Symptomen
, diagnostiziert
. Diese führte
letztmals
1997
zu einem
stationären
Klinikaufenthalt
(
Urk.
11/4 S. 2
und S. 4
)
.
We
gen
seiner
psychischen Beschwerden sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle),
dem Versicherten
mit
Wirkung
ab 1.
August 1998
eine halbe Invalidenrente zu
(
Urk.
11/34).
Diese bestätigte sie zwischen 2002 und 2011 mehrmals im Rahmen von Revisionen
(
Urk.
11/40
, 11/49
und 11/61).
Nach seiner Freistellung wurde der Versicherte v
on
März bis November 2011
vo
n der Stiftung
Z._
(
Urk.
11/75 S. 1,
Urk.
11/62)
und v
on Januar bis Juli 2012
von
der
IV-Stelle (
Urk.
11/71,
Urk.
11/77) in Zusammenarbeit mit dem regiona
len Arbeitsvermittlungszentrum (
RAV,
Urk.
11/67)
bei der Stellensuche unter
stützt
.
Nachdem bei ihm
Anfang 2013
ein metastasierendes Dickdarmkarzinom dia
g
nostiziert
w
o
rde
n war
(
Urk.
11/92
)
, lehnte die IV-Stelle am 1
0.
Mai 2013 ein
weiteres Gesuch um
Eingliederungsberatung
ab und kündigte
eine
Rentenprü
fun
g
an
(
Urk.
11/
80,
Urk.
11/
85).
In der Folge holte
sie
einen Auszug aus dem i
n
di
vi
duellen Konto (
Urk.
11/87) und
diverse Arztberichte (
Urk.
11/88
,
Urk.
11/89
,
Urk.
11/92,
Urk.
11/98
-100)
ein.
Am
6.
Juni 2014
beantragte der Versicherte
die Berücksichtigung
eines
Invalidi
tätsgrades
von
100
%
(
Urk.
11/102
, Beilage
Urk.
11/103). Die IV-Stelle
lehnte
das
Gesuch
zunächst
formlos
(
Urk.
11/104) und – auf Verlangen des Versicher
ten (
Urk.
11/105) –
in Form eines Vorbescheids ab
(
Urk.
11/108).
Mit Einwand vom 2
4.
Juni 2014 verlangte der Versicherte erneut eine ganz
e
Rente ab März 2013 (
Urk.
11/114
, Beilage
Urk.
11/113). Die
IV-Stelle legte auch die letzten medizi
ni
schen Unterlagen
(
Urk.
11/115,
Urk.
11/121,
Urk.
11/12
3,
Urk.
11/12
5
,
Urk.
11/127
)
dem
R
egionalen
Ä
rztlichen Dienst (RAD)
zur Stellungnahme vor
(
Urk.
11/132 S.
3
f.)
, bevor sie
das Erhöhungsgesuch
mit Verfügung vom 17.
März
2015
abwies
(
Urk.
2
).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Husmann
(Vollmacht,
Urk.
4)
, am
4.
Mai 2015 Beschwerde
und
beantragte
die
Zuspre
chung
einer ganzen
Rente
rückwirkend
ab
Beendigung der Lohnfortzahlung
, spätestens ab Januar 2012 (
Urk.
1).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerdeant
wort
vom 4. Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10
)
.
Das Ge
richt wies
so
dann
das
Gesuch
des Versicherten
um unentgeltliche Rechtspflege
ab
(
Urk.
12)
.
Ferner
verzichtete die
IV-Stelle auf eine Stellungnahme zum
vom Versicherten
nachträglich eingereichten Arztbericht (
Urk.
14, 1
5
und 17
)
. Schliesslich wurde
die Vorsorgestiftung
A._
zum Prozess bei
geladen, welche aber
auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
18 und 19).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rent
e von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend er
höht, herabgesetzt oder aufgehob
en (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur
Renten
revision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen.
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Ge
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerbli
chen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes er
heb
lich ver
ändert haben
;
zudem kann auch eine Wandlung des Aufgabenbe
reichs einen Revisionsgrund darstellen
(BGE
130 V 343 E. 3.5, 105 V 29 mit Hinweisen, vgl.
auch BGE 133 V 108 und 113 V 273 E. 1a).
L
iegt in diesem Sinne ein
Revi
sions
grund
vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat
sächlicher Hinsicht um
fassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen
besteht (
Urteil des Bundesgerichts
8C_237/2014 vom 2
1.
Januar 2015 E.2.3 mit weiteren Hinweisen).
1.
3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
men
s
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133
V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine
Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revi
sion keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleich
zu
stellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.
4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist e
ine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dau
ert hat. Die Erhöhung der Rente erfolgt dann gemäss
Art.
88
bis
Abs.
1 IVV früh
estens von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde, sofern der Versicherte die Revision verlangt (
lit
. a), und bei einer Revision von Amtes wegen von dem für diese vorgesehenen Monat an (
lit
. b
;
BGE 105 V 262, Urteil des Bundesgerichts 8C_394/2013 vom 1
8.
Februar 2014
E. 3.2
).
Dabei kommt es – im Sinne der Kausalität – g
rundsätzlich darauf an, ob die Verwal
tung oder der Versicherte das Revisionsverfahren in Gang setzte. Das
Revisions
gesuch
eines
Ren
tenbezügers
, das in Kenntnis des schon von Amtes wegen ein
geleiteten
Revi
sionsverfahrens
eingereicht wurde, vermag die Anwendbarkeit von
lit
. b nicht zugunsten von
lit
. a zu verdrängen (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
30-31 N 111).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
März 2015 in Betracht, dass das Dickdarmkarzinom aktuell noch zu keinen Ein
schrän
kungen führe. Die ängstliche Stimmungslage und reduzierte Leistungsfä
higkeit seien Folgen der
vorbestehenden
schizoaffektiven
Störung. Der Be
schwer
deführer
sei daher weiterhin zu 50
%
in der
bisherigen
Tätigkeit als Sachbe
arbeiter arbeits
fähig
und habe bei einem Invaliditätsgrad von 55
%
wei
terhin nur Anspruch auf eine halbe Rente
(
Urk.
2).
2.
2
Der Beschwerdeführer machte
im Wesentlichen
geltend,
soweit überhaupt eine
Restarbeitsfähigkeit
bestehe,
sei
diese
nach dem Verlust des optimal an seine Behinderung angepassten Arbeitsplatzes
sozialpraktisch nicht
mehr
verwertbar
. Dies würden d
ie erfolglosen
, von zahlreichen Stellen unterstützten
Eingliede
rungsversuche
bestätigen
.
Aufgrund der
kurze
n
Lebenserwartung, d
er
gravie
ren
den Nebenwirkungen der
aktuellen
Behandlung
sowie der psychischen Er
kran
kung mit verminderter Belastbarkeit, erhöhtem Zeitbedarf und
instabile
m
Ge
sund
heitszustand (mit Auswirkungen auf die Krankentaggeldversicherung und berufliche Vorsorge)
,
werde
er k
einen neuen Arbeitgeber finden. Eventua
liter
würden diese Umstände
zusammen mit der erfahrungemässen
Einkom
mens
ein
busse
eines Mannes mit Teilzeitpensum
ein
en
leidensbedingten Abzug
von 25
%
b
ei
m
Invalideneinkommen
rechtfertigen
.
Somit habe er Anspruch auf eine ganze
Rente.
Im Übrigen
verfüge
der von der Beschwerdegegnerin
zitierte RAD-Arzt
nicht über
die erforderliche
n
Fachkompetenz
en
und dessen
Bericht
sei
akten
widrig
(
Urk.
1).
3.
3.
1
Die ursprüngliche Rentenzusprechung mit
Beschluss vom
9.
September 1999
er
folgte
unter der Annahme,
der Beschwerdeführer
könne aufgrund der Manie bei einem zeitlichen Pensum von 70 bis 75
%
eine Leistung von 50
%
in der „angestammten“ Tätigkeit erbringen, so dass der Invalidenlohn genau der Hälfte des
Validenlohn
es
entspreche (
Urk.
11/34 S. 2).
Hinsichtlich der damaligen
Abklärungen ist zu erwähnen, d
ass
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie
und Vertrauensarzt der
Arbeitgeberin
,
in seinem
Bericht vom 1
1.
D
ezember 1998
nur
eine
„einfache, strukturierte Büroarbeit unt
er Anleitung“
als
für den Beschwerdeführer
geeignet
bezeichnet
e
.
Den
Ar
beitsun
fähigkeitsgrad
quantifizierte
er
„
pauschal
“
mit 50
%
(
Urk.
11/6 S. 5).
Ebenso
wies
Dr.
med.
C._
, der behandelnde Arzt des Beschwerdeführers
,
die Be
rufsberaterin
bei der IV-Stelle,
D._
,
1998 und
1999 schriftlich und münd
lich
d
arauf hin, dass der Beschwerdeführer als kaufmännischer Angestell
ter schon immer intellektuell und hinsichtlich Stresstoleranz überfordert gewe
sen
sei. Schulnoten und Zensuren der verschiedenen
S
tellen würden
alle in diese Rich
tung weisen.
Geeignet seien kaufmännische Tätigkeiten mit tiefe
re
m
Anfor
de
rungsprofil
bzw. eingeschränktem Verantwortungsbereich.
Anzustreben sei ein
100%-Pensum
bei dem der Versicherte effektiv
zu
75
%
arbeiten
könne
(
Urk.
11/4
S. 2 f.,
Urk.
11/29 S. 5).
Die
damalige
Arbeitgeberin gab an, der Beschwerdeführer könne Kunden nicht mehr telefonisch beraten und zeige Konzentrationsschwierigkeiten.
U
nter
Leis
tungs
- bzw. Zeitdruck
würden sich
selbst bei einfachen Arbeiten vermehrt Feh
ler
einschleichen
.
Sie
beschloss daher
,
dem Beschwerdeführer
bei
einem 50
-
bis
75%-Pensum einen Leistungslohn von 50
%
zu bezahlen
(
Urk.
11/28
,
Urk.
11/2
9 S.
1 und 5
)
.
Im Übrigen
erklärte
der
Personalverantwortliche, die grösste Chance
auf Erhalt des Arbeitsplatzes
bestehe in der bisherigen Abtei
lung
, denn eine
andere werde
den Beschwerdeführer
kaum nehmen (
Urk.
11/29 S. 5).
Dieser
selbst
hatte
der Berufsberaterin
D._
ebenfalls
ge
schildert
,
dass ihm
die bisherige
umfassende
Kundenbetreuung
vom Abschluss bis zur Auflösung des Vertrages
zu hektisch
sei
, weshalb er
nur noch
Vertrags
auflösungen
ohne tele
fonische Beratung
tätige
(
Urk.
11/29 S. 3).
D
ie
Berufsbe
raterin
beurteilte die Lösun
g der Arbeitgeberin
schliesslich
unter Hinweis
auf das vom Teamleiter gezeigte Verständnis als gut
(
Urk.
11/29 S. 5).
3.2
Im
ersten
Revisionsverfahren
im Jahr
2002 gab der Beschwerdeführer an, sein Gesundheitszustand habe sich verbessert bzw. sei gleich geblieben
, denn er ar
beite
nun
seit längerer Zeit nicht mehr
nur
50
sondern 75
%
. Seine
L
eistung betrage
jetzt
40 bis 50
%
und er habe im Juni 2002 ein eigenes Gebiet bekom
men (
Urk.
11/36)
.
Dr.
C._
bestätigte die Angaben
zum
zeitliche
n
Beschäfti
gungsgrad
und
der
Leistung
.
Ergänzend bemerkte er in seinem Bericht vom
2.
September 2002, der Beschwerdeführer werde bei personelle
n
Änderungen oder Spannungen im Büro schnell unkonzentriert.
Eine Rückkehr zur vollen Arbeitsfähigkeit sei unwahrscheinlich. Es
finde eine Dauerbehandlung mit
Leponex
und Lithium statt (
Urk.
11/37).
Gestützt darauf bestätigte die
Be
schwer
d
egegnerin
die
bisherige halbe
Rente (
Urk.
11/40).
3.3
Im zweiten Revisionsverfahren in den Jahren 2007 und
2008
machte der Be
schwerdeführer wiederum geltend,
sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben und die Arbeitszeit unverändert (
Urk.
11/44).
Dr.
C._
, nunmehr Facharzt für Psych
iatrie und Psychotherapie (vgl.
www.medregom.admin.ch),
berichtete
am 2
0.
Dezember 2007
von einem 75%-Pensum mit mangelhafter Soll-Erfüllung, gravierender Verschleppung von Pendenzen
sowie
der Notwendigke
it verstärk
ter Betreuung und Kontrolle (
Urk.
11/46).
Schliesslich
führte
die Arbeitgeberin
erneut aus
,
dass der
im Kundendienst tätige
Beschwerdeführer
s
eit der Erkran
kung keine Rundumsachbearbeitung, sondern nur noch einfache Tätigkeiten leist
e und die Invalidisierung 50
%
betrage. Nicht entsprechen würde er den An
forderungen in Bezug auf die Komplexität der Arbeit und in Stresssituation
en
(
Urk.
11/47).
Die Beschwerdegegnerin bestätigte
hierauf erneut die halbe Rente
(
Urk.
11/49).
3.4
Im Jahr 2011 folgte ein drittes
Revisionsverfahren.
Mit dem
üblichen
Fragebo
gen
teilte
der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, dass er
seit Feb
ruar 2011 zwecks Planung der Neuorientierung des Jobs bei
der
Stiftung
Z._
ge
meldet sei. Er besuche einen Kurs mit dem Ziel, ein 50%-Praktikum zu absol
vie
ren (
Urk.
11/56 S. 2 und 5).
Dr.
C._
erläuterte
in seinem Bericht vom 3
1.
März 2011
,
der Beschwerdeführer
habe noch
bis Ende 2010 zu 50
%
– bei einer Präsenz von 70
%
–
gearbeitet
. Danach
habe
die Arbeitgeberin
ihn
der Stiftung
Z._
übergeben
, weil sie ihn als dem
künftigen IT-System nicht m
ehr gewachsen eingestuft habe.
Der Beschwerdeführer
klage seit Jahren, die Arbeit nicht ohne viele Fehler und weniger Fälle als seine Kollegen erledigen zu kön
nen. Seine
Kon
zentrationsfähigkeit sei eingeschränkt
(Erschöpfungssymptome)
, er sei weni
g belastbar und nicht in der Lage, Termindruck oder personelle Inter
aktionen mit
Stress ohne psychische Dekompensation zu ertragen (
Urk.
11/58 S. 2).
D
ie Arbeit
geberin
kreuzte i
n ihrem
Bericht
an, dass im Betrieb
keine
Umplat
zierungs
mög
lichkeiten
bestünden
. Weitere spezielle Angaben machte sie nicht
(
Urk.
11/59).
Die Beschwerdegegnerin
holte
schliesslich
einen Auszug aus dem Individuellen Konto
ein
(
Urk.
11/57),
verglich
den
letzten
gemeldeten Lohn mit dem
nominal
lohnbereinigte
n
Valideneinkommen
(
Urk.
11/60 S. 3) und bestä
tigte die
halbe
Rente
bei einem
neuen Invaliditätsgrad von 55
%
(
Urk.
11/61).
3.5
Dem Verlaufsprotokoll
betreffend die Eingliederungsberatung im ersten Halb
jahr
2012 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
bei der Stiftung
Z._
ein
vier
wöchiges Praktikum in einer Weinhandlung (Verkauf, Administration)
und einen
Excel-Kurs bei der
E._
absolvier
t
e
.
Das
Kurs-
Tempo war i
h
m
jedoch z
u hoch
(
Urk.
11/75 S. 1
und 5
).
Ferner finden sich im
Verlaufspro
tokoll
Hinweise auf vier Vo
rstellungsgespräche
(
Urk.
11/75 S. 7
,
Urk.
11/78 S. 2)
sowie
den Besuch eines
weiteren
vierwöchigen Computerkurses
über das RAV, mit dem
der Beschwerdeführer erneut
überfordert
war
(
Urk.
11/78 S.
3
).
Nach An
sicht der
Berufsberaterin
F._
verfügte der Beschwerdeführer über gute Bewer
bungs
un
terlagen und zeigte sich motiviert sowie bereit zur Zusammenar
beit (
Urk.
11/75 S. 5 f.).
Der Abschlu
ss der Arbeitsvermittlung wurde
damit be
gründet, dass es
nicht
gelungen
sei
, den Beschwerdeführer innert angemessener Zeit in den Arbeits
markt zu integrieren (
Urk.
11/77).
3.6
.
3.6.1
Aufgrund mündlicher Angaben des Beschwerdeführers zu seiner
Krebsbehand
lung
verneinte die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung
vom 10.
Mai 2013
einen
Anspruch auf weitere Eingliederungsmassnahmen
und teilte gleichzeitig mit
, de
n Rentenanspruch zu prüfen (
Urk.
11/85 S.
1
, Feststellungsblatt
Urk.
11/86 S.
3
)
.
In der Folge holte sie
diverse
Berichte von Ärzten und Institutionen sowie
meh
rere
Stellungnahme
n
des RAD ein.
3.6
.2
Im
A
ustrittsbericht des Spitals
G._
, Chirurgische Klinik,
vom
8.
Mai 2013
betreffend die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom
6.
März
2013 bis
zum
5.
April 2013
wurde
primär
ein
stenosierendes
, infiltrierendes
Adenokarzinom
des
Si
gm
as,
TNM-Klassifikation
pT4b
(
Tumor mit Infiltrat
ion in Bauchwand und Blasendach)
, pN2b (10/15
, Lymphknotenbefall
), L1
(Invasion Lymphgefässe)
, V
1 (Invasion Venen)
, Pn1
(
Perineurale
Invasion) und
G2-3 (mittel bis wenig diffe
renziertes Tumorgewebe) diagnostiziert
.
Weiter ist dem Bericht zu entnehmen, dass am
6.
März 2013
eine
erweiterte
Sigmaresektion
durchgeführt
wurde und d
ie Computertomographie des Thorax
vom
1
5.
März 2013 keinen Anhalt auf
metastasensuspekte
Läsionen
ergab
.
Nach der Operation traten
eine
Faszi
enne
krose
im Bereich der partiellen Bauchdeckenresektion sowie
eine
Nierenbe
cken
entzündung
auf
.
Zum Prozedere wurde
unter anderem
festgehalten, es sei
en
ein
zweiwöchiger Rehabilitationsaufenthalt
und fü
r den 2
4.
April 2013 eine klini
sche
Verlaufskontrolle mit Planung der Port-à-
Cath
-Implantation und falls möglich
Durchführung des abdominalen sekundären Wundverschlusses geplant
. Für den
sel
ben Tag sei auch eine Visite
betreffend die empfohlene
ad
juvante
Chemo
therapie
angesetzt
. Vor Beginn
derselben
erfolge
am 2
6.
April 2013
die Vervoll
ständigung der Koloskopie bei präoperativ nicht passierbarer Tumorstenose
. Der
Ureter-Kathe
ter
könne maximal sechs Monate belassen wer
den
(
Urk.
11/92).
Gemäss
Austrittsbericht der
Klinik H._
vom 3
0.
April 2013
be
fand sich
der Beschwerdeführer
alsdann
vom
5.
bis 2
3.
April 2013
in einer sta
tionären Rehabilitation
(
Urk.
11/
88 S.
9 f.).
Im
ärztlichen Zeugnis
vom 21.
April 2013
attestierten
ihm
die
Klinikä
rzte
eine vollständige Arbeits
un
fähig
keit
noch
bis 1
2.
Mai 2013 – mi
t
anschliessender Neubeurteilung durch den Hausarzt (
Urk.
11/88 S. 13).
Der Hausarzt
Dr.
C._
erwähnte in seinem Bericht vom 18. Juni 2013 zunächst die Tumorentfernung und Chemotherapie. Weiter wies er darauf hin, dass die Negativsymptomatik der
schizoaffektiven
Erkrankung (wenig effizientes und fehlerhaftes Arbeiten, wenig initiativ, allgemein ratlos, eingeschränkte geistige Beweglichkeit und Adynamie) möglicherweise durch die chronische Lithium-The
rapie mitbedingt sei. Der Beschwerdeführer stehe diesbezüglich seit Jahren
vor einem unüberwindlichen Hindernis. Aus psychiatrischer Sicht sei er in der angestammten Tätigkeit zu 60 bis 70
%
und als Bürohilfskraft weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig
. Aus
somatischer Sicht sei seit März 2013 bis „unbestimmt“ von einer 100%-Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
11/88 S. 1 f.). An der
Ar
beitsfähigkeitseinschätzung
aus psychiatrischer Sicht hielt
Dr.
C._
auch
in seinem
Bericht vom
5.
November 2013 fest
, verwies
im Übrigen
aber
auf die zu kontaktierenden Spezialärzte (
Urk.
11/89 S. 1).
Dr.
med.
I._
vom Spital
G._
, Praxis Urologie,
behandelte den Be
schwerdeführer vom
7.
bis 1
6.
Januar 201
4.
Er entfernte den Katheter und er
klärte die Nierenbeckenentzündung für abgeheilt. Des Weiteren attestierte er dem
Beschwerdeführer in seinem Bericht vom
2.
April 2014 eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
für den eigenen Behandlungszeitraum plus fünf Tage (
Urk.
11/98).
3.6
.
3
Bei dieser Aktenlage
gelangte der RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allge
meinmedizin, in seiner
„
medizinischen Überprüfung
“
vom
5.
Mai 2014 zum
Schluss, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Ren
ten
zusprechung
verändert habe.
Einschränkungen würden zufolge
d
er anhal
ten
den Antriebsstörung (psychischer Gesundheitsschadens) und
des reduzierten
All
ge
meinzustandes
(Krebserkrankung) bestehen.
Aufgrund des
chronifizierten
psy
chia
trischen Gesundheitsschadens sei weiterhin eine 50%-Arbeitsunfähigkeit in jeder Erwerbstätigkeit ausgewiesen. Zur Beurteilung der Arbeits
un
fähigkeit be
dingt durch die Krebserkrankung fehle
noch
ein a
usführlicher Verlaufsbericht des
behandlenden
Onkolog
e
n (
Urk.
11/101 S. 3).
Seit April 2013 wird der Beschwerdeführer von
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für
Hämatolog
ie und Onkologie, behandelt.
I
hrem
Bericht vom 3.
Juni 2014 ist
un
ter
anderem
zu entnehmen, dass
es sich um eine Krebserkrankung im
„UICC-Sta
dium III
C
“
handelt
,
seit Januar 2014 ein Anstieg des
Carcinoembryonale
n
An
tigen
s (Tumormarker) zu verzeichnen ist
und
vom 10.
Mai 2013 bis 18.
Oktober 2013
eine
a
djuvante
Chemotherapie mit acht
Zyklen
durchgeführt wurde
.
Der Allgemeinzustand des Beschwerdeführers sei reduziert
bei
anhaltenden
Paräs
thesien
in den Fingerspitzen und Füssen, die
ihn im
Alltag
– insbesondere beim
Schreiben am PC – beeinträchtigen würden. Seine Stimmungslage sei ange
spannt und ängstlich.
Leistungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen seien deut
lich eingeschränkt. Er benötige wiederholt
P
ausen, sei verstärkt müde. Be
sonders die
psychische Anspannung und Belastung würden ihn bei bereits be
stehender bipo
larer Psychose deutlich einschränken.
Bei init
i
al sehr fortge
schrittenem
Lokal
befund
und aktuell steigendem Tumormarker
sei das Vorlie
gen einer noch okkulten Metastasierung anzunehmen. Sobald die Metastasen zu fassen seien,
er
folge eine erneute Operation/Chemotherapie.
Die aktuelle Medi
kation umfasse
C
lopin
eco
,
Marcoumar
und
Quilonorm
.
Zur Arbeitsunfähigkeit
notierte
die On
ko
login unter
Ziffer 1.6
des Berichts
100
%
für März 2014
,
seit
dem
50
%
, unter Ziffer 1.7
„
aktuell nicht arbeitsfähig
“
und unter Ziffer 1.9 die Leistungsfähigkeit sei erst nach weiterem onkologischen Verlauf abzuschätzen
(
Urk.
11/100).
Daraus schlussfolgerte
der RAD-Arzt
Dr.
J._
am 1
0.
Juni 2014
, e
ine 100%-Arbeitsunfähigkeit in jeder Erwerbstätigkeit sei nur für März 2014 ausgewiesen
und e
ine erneute medizinische Überprüfung spätestens in einem Jah
r angezeigt
(
Urk.
11/101 S. 4).
Infolgedessen führte die Beschwerdegegnerin einen
Einkom
mens
vergleich
– basierend auf den nominallohnbereinigten
Zahlen des
Revisi
ons
verfahren
s
im Jahre 2008 – durch (Urk. 11/107) und
v
erneinte einen höhe
ren
Invaliditätsgrad
mit Vorbescheid vom 1
6.
Juni 2014
(
Urk.
11/108)
.
3.6
.4
Seinem
wiederholt gest
ellten Antrag auf Erhöhung des Invaliditätsgrades auf 100
%
(
Urk.
11/102
,
Urk.
11/114)
legte der Beschwerdeführer
hierauf
einen Be
richt von
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeinmedizin,
bei. Im zuhanden
de
r Stadt
M._
,
Amt für Zusatzleistungen zur AHV
, verfassten Bericht
vom
2.
Mai 2014
wies
Dr.
L._
darauf hin, dass trotz erneuter Darmspiegelung die Ursache für den steigenden Tumormarker nicht gefunden worden sei
. Es sei aber davon auszugehen, dass sich der bösartige Tumor ausbreite. Es sei dem Beschwerdeführer daher unzumutbar und
aussichtslos, eine Stelle zu suchen.
Dieser
bleibe arbeitsunfähig (
Urk.
11/103). Dementsprechend
attestierte
er ihm
nachweislich
für Mai und Juni 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
11/113 S. 2 f.)
bzw. für Januar
bis März
2015
eine solche
von 80
%
(
Urk.
11/123
,
Urk.
11/127
)
.
Alsdann
erklärte
Dr.
K._
gegenüber der Beschwerdegegnerin mit
„
Ergän
zungsbericht
IV-Arztbericht“
vom 2
0.
Juni 2014,
nach Rücksprache mi
t
Dr.
L._
ihre
bisherige E
inschätzung
dahingehend
zu korrigieren
,
dass sich
die
A
rbeitsunfähigkeit
von 100 %
nach dem 3
1.
März 2014 fortsetze
(
Urk.
11/115).
Auf Veranlassung des RAD-Arztes
Dr.
J._
(
Urk.
11/132 S.
2)
v
erlangte
die Beschwerdegegnerin
von der Onkologin
hierauf einen ausf
ührli
chen
Bericht. Dieser datiert vom
2.
Februar 201
5.
Darin
diagnostizierte
Dr.
K._
neu
Lymphknotenmetastasen abdominell, festgestellt im Januar 201
5.
Die Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers sei reduziert bei erhöhtem Erholungsbedarf und eingeschränkter Konzentration.
Die Stimmungslage sei anhaltend gespannt und
ängstlich, besonders durch die progredienten
Tumor
befunde
. Die
Polyneuropa
t
hie
der Fingerspitzen sei aktuell fast abgeklungen.
Da sich i
n der aktuellen Bildgeb
ung die bislang vermutete okkulte Metastasierung bestätigt
habe, sei e
ine Hei
lung
n
icht mehr möglich
. Es
handle sich
um eine palliative Situation. Je nach Ansprechen auf eine erneute Systemtherapie be
trage die anzunehmende Lebens
erwartung wenige Jahre. Bei aktuell nachweis
baren Metastasen werde besonders in Abwägung zu den
zu
erwartenden
Toxi
zitäten
die Therapie in den nächsten
Wochen bzw. Monaten aufgenommen.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage sei
t
1.
März
2014 100
%
(
Urk.
11/125 S. 1-4)
.
Der
RAD-Arzt
Dr.
J._
führte zu diesem Bericht der Onkologin aus
, man nehme
weiterhin Kenntnis von einem langsam und versteckt metas
tas
ierenden Dick
darmkrebs, allerdings noch ohne entsprechende krebsspezifische Einschrän
kung
en. Die soweit nachvollziehbar beschriebene ängstliche Stimmungslage und redu
zierte Leistungsfähigkeit seien Folgen der langjährigen
schizoaffekti
ven
Störung
.
Es kö
nne somit nicht auf den Bericht
abgestellt werden. Eine er
neute medi
zi
nische Überprüfung solle spätestens in einem Jahr erfolgen
(
Urk.
11/132 S. 3 f.).
Dementsprechend
wies die Beschwerdegegnerin das
Erhö
hungsgesuch
mit Ver
fü
gung vom 1
7.
März 2015 ab
(
Urk.
2).
3.6
.5
Mit der Beschwerde
schrift
reichte
der
Beschwerdeführer
einen weiteren
Bericht
vom 1
7.
April 2015, verfasst von
Dr.
K._
,
ein
. Darin wies
diese
nochmals auf die von
Dr.
L._
attestierte Arbeitsfähigkeit
, die reduzierte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, die abklingende Polyneuropathie und die festgestellten
multiplen Lymphknotenmetastasen
hin
.
Ebenso betonte sie
den Kausalzusam
men
hang zwischen ä
ngstliche
r
Stimmungslage bzw.
den
Spannungen
und den
Belastungen im Rahmen der wiederholten onkologischen Nachkontrollen b
ei steigenden Tumormarkern
.
Aktuell bestehe noch kein Handlungsbedarf bezüg
lich einer
Chemoimmuntherapie
, der Einsatz werde allerdings in den nächsten Wochen und Monaten erforderlich, wobei mit relevanten Nebenwirku
ngen zu rechnen sei (
Urk.
3/4).
Im Bericht an die Stadt
M._
, Amt für Zusatzleistungen, datiert vom
1
7.
August
2015
, teilte
Dr.
K._
schliesslich
mit, dass eine Chemotherapie, ge
gebenenfalls
ergänzt durch eine Antikörpertherapie (Immuntherapie)
,
nunmehr
umgehend not
wendig
sei
und noch gleichentags begonnen werde. Dazu führte sie die
rele
van
ten, häufig auftretenden N
ebenwirkungen einer solchen Behand
lung auf und wies auf den erschwerenden Umstand der Einnahme
von
Blutver
dünner
hin.
Abschliessend m
achte sie auf die aktuell auch psychisch sehr an
gespannte Situation mangel
s
Heilungsmöglichkeit aufmerksam
(Urk.15).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die beim Beschwerde
führer diagnostizierte Krebserkrankung
(inklusive
Klassifizierung
)
durch die be
handelnden Ärzte
nic
ht in Frage stellt. Auch äussert sie sic
h nicht zum
Arbeits
platzverlust
. Die
seit der letzten Revision neu hinzugetretenen
S
achverhaltsele
mente
sind
somit
weitgehend
unbestritten.
Uneinig sind sich die Parteien
jedoch darin, wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung und die Verwertbar
keit
einer
allfälligen Restarbeitsfähigkeit auswirken.
4.2
D
er Beschwerdeführer
informierte
die Beschwerdegegnerin
aktenkundig erst
mals
am 2
3.
April 2013 in einem persönlichen Gespräch
über
seine
Krebser
kran
kung
(
Urk.
11/86 S. 3).
Infolgedessen
teilte
ihm diese
mit Beschluss vom 1
0.
Mai 2013
mit,
den Rentenanspruch
zu prüfen (
Urk.
11/85
). Dass sie die Revision von Am
tes wegen umgehend
und somit im Einklang mit Art. 87 Abs. 1
lit
. b IVV
an die
Hand nahm, bestätigt das Datum des ersten ein
geholten Arztberichts vom 1
8.
Juni
2013 (
Urk.
11/88).
R
und ein Jahr später reichte der Beschwerdeführer
ein Erhöhungsgesuch ein
(
Urk.
11/102).
In
seinen „Zusatzgesuchen“ vom 23. Dezem
ber 2011 (
Urk.
11/62) und 1
4.
Januar 2012 (r
i
c
h
t
ig
: 2013,
Urk.
11/80)
hatte er demgegenüber noch gelt
end gemacht, zu 50 % arbeitsfähig zu sein und Hilfe bei der Eingliederung zu benötigen.
Eine Verschlechterung
der
Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers
kann
sich
somit frühestens ab
1.
Mai 2013
erhöhend
auf
seine
Rente auswirken
(
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. b IVV)
.
Der Vorwurf
,
die Beschwerdegegnerin
hätte
aufgrund des
Stel
lenverlusts
früher ein Revisionsverfahren einleiten müssen,
ist angesichts dessen unbegründet.
Dies muss umso mehr gelten, als es dem Beschwerdeführer je
derzeit möglich gewesen wäre, selbst ein
Gesuch um Einleitung des
Revi
sionsverfahren
s
einzu
reich
en
(
Art.
87
Abs.
2 IVV)
.
Auch focht er die Mitteilung einer unveränderten Invalidenrente vom 1
2.
Mai 2011 (
Urk.
11/61) nicht an, welche somit als Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Tatsachenänderung gilt (vgl.
Ziff.
1.3).
4.
3
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist
ausserdem
erst zu berücksichti
gen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (
Art.
88a
Abs.
2 IVV).
Den
unter Ziffer 3.6 erwähnten
Unterlagen
ist diesbezüglich zu entnehmen
, dass
sich der Beschwerdeführer nach der Tumorentfernung am
6.
März 2013 noch bis zum
2
3.
April 2013 in stationärer Behandlung
(Spital
G._
,
Klinik H._
)
befand
. Anschliessend
wurde vom 10. Mai 2013 bis 18.
Okto
b
er 2013 eine
adj
u
vante
Chemotherapie durchgeführt. Im Januar 2014 konnte
n
schliesslich
der Katheter entfernt und die Abheilung der
nach
der Operation aufgetretenen Nierenbeckenentzündung festgestellt werden. Gleich
zeitig musste
aber
ein Anstieg des Tumormarkers
zur Kenntnis genommen wer
den, so dass bei initial fortgeschrittenem Lokalbefund eine noch versteckte
Metastasierung anzunehmen war. Diese bestätigte sich
im Februar 201
5.
S
chliess
lich wurde in Abwägung zu den zu erwartenden
Toxitäten
im August 2015 eine weitere Chemotherapie begonnen.
Gemäss Angaben der be
handelnden Onkolo
gin beträgt die Lebenserwartung
nach Entdeckung der Me
tastasen
noch wenige Jahre, eine Heilung
smöglichkeit besteht keine mehr.
D
er Allgemeinzustand des Beschwerdeführers
wurde
als reduziert beschr
ieben
.
Er habe einen erhöhten Erholungsbedarf
und
seine Konzentration sei einge
schränkt
.
Für den Zeitraum von Juni 2014 bis Februar 2015 wurden alsdann anhaltende
Parästhesien
in den Fingerspitzen und Füssen
festgehalten, welche den Beschwerd
eführer im Alltag beeinträchtig
en würden.
Keiner Erläuterung bedarf die
auch
für medizinische Laien nachvollziehbare Feststellung der On
kologin,
der steigende Tumormarker
sowie
die nunmehr feststehende
fehlende Heilungsmöglichkeit
bzw.
kurze Lebenserwartung
würden
beim Beschwerde
führer
zu
einer
psychisch
en Anspannung
füh
r
en
.
Bei
ihm im Speziellen
kommt hin
zu, dass
sämtliche Ärzte und auch die ehemalige Arbeitgeberin
sinngemäss
wiederholt ausführten
, dass
die
schizoaffektive
Störung
zur Folge habe
, dass
er
nicht mit stressigen und belas
tenden Situation
en
umgehen könne
, so dass es
je
weils zu einem Leistungsabfall komme.
Alle d
iese Tatsachen waren bei Erlass der angefochtenen Verfügung mit Aus
nahme des Zeitpunkts der zweiten Chemotherapie bereits bekannt
und wu
rden von der Beschwerdegegnerin nicht angezweifelt
.
Aufgrund der
Klinikaufent
halte
, der zahlreichen Arzttermin
e, der
Chemotherapien
mit ihren Nebenwir
kun
gen, des
reduzierte
n
Allgemeinzustand
s
mit erhöhtem Erholungsbedarf
so
wie
d
er
zusätzliche
n
psychische
n
Belastung bei vorbestehender
schizoaffektiver
Störung
ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen
, dass der B
eschwerdeführer seit März 2013 sowohl aus zeitlichen als auch psychischen
und physischen Gründen
nicht mehr dazu in der Lage
war
,
über einen nen
nens
werten Zeitraum
annähernd
eine
50
%-Leistung
und insbesondere
die dafür be
nötigte
Präsenzzeit von 70 bis 75
%
zu
erbringen
.
In diesem Sinne führte die
Krebserkrankung
auch
zu einer
deutlichen
Einschränkung der Ressourcen, wel
che
dem Beschwerd
eführer zuvor
zur Überwindung
der
schizoaffektiven
Stö
rung zur Verfügung
gestanden hatten.
4.4
Mangels entsprechender medizinischer Unterlagen kann
der Umfang der
(
redu
zierten
)
Restarbeitsfähigkeit
nach der Rehabilitation, d.h. ab Mai 2013
,
aller
dings
nicht
konkret festgelegt werden.
In Bezug auf die Berichte von behandelnden Ärzten ist
nämlich
auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ausserdem
besitzt keiner
der
berichtenden
Ärzte
die erforderlichen Fachkenntnisse, um die psychischen und physischen Beschwerden des Beschwer
deführers umfassend zu würdigen
.
Da
bei ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes
gerade
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizi
ni
schen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Die vorliegenden Berichte erfüllen diese Kriterien jeweils für höchstens eines der Krankheitsbilder, weshalb deren Zu
sammenspiel nicht geklärt ist.
Ausserdem datiert die letzte Beurteilung durch den behandelnden Psychiater
Dr.
C._
noch vor dem Anstieg des Tumormarkers und Entdecken der Metastasen.
Die entsprechenden Fachkenntnisse fehlen
übrigens
auch dem
RAD-Arzt Dr
.
J._
.
Der Allgemeinmediziner stellte
in seiner Aktenbeurteilung
e
inzig auf
eine
der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
en
von
Dr.
K._
ab.
Die in Ziffer 4.3 aufgeführten Tatsachen würdigte er nicht und seine Einschätzung, eine
Krebser
krankung
im Stadium III wirke sich nicht nennenswert auf die Psyche des Be
troffenen aus, ist – allgemein und in der vorliegenden Konstellation im Beson
deren – schwer
nachvollziehbar.
4.
5
Im Hinblick auf eine allfällige Restarbeitsfähigkeit ist
daher
anzumerken, dass es sich
be
im ausgeglichenen Arbeitsmarkt um eine theoretische Grösse
handelt
, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leist
ungsfä
higkeit sei unverwertbar. E
ine Unverwertbarkeit ist
nur
in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen
Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C 485/2014
vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Alsdann wird das fortgeschrittene Alter
, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die
einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausge
gli
che
nen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbes
ondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Die Möglich
keit, die
verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer
ten,
hängt
nämlich
nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versi
cherten Person für eine berufliche Tätigkeit noch zur Verfügung steht (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinwei
sen).
D
er Beschwerdeführer
arbeitete – entgegen der Wortwahl der
Beschwerdegeg
nerin
–
bereits ab 1998 nicht mehr in der
„
angestammten
“
Tätigkeit. Nicht nur benötigte er mehr Zeit für seine Arbeit, sondern er erhielt auch einfachere Auf
gaben zugewiesen. Dennoch arbeitete er fehlerhaft und bereits die Versetzung in eine andere Abteilung wurde vom Personalverantwortlichen
als unrealistisch betrachtet.
So hob denn auch die
damalige
Berufsberaterin das Verständnis des Teamleiters hervor
.
Ferner
ist den Unterlagen der Revisionsverfahren in erster Linie zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erst
im Laufe der Zeit
die ange
nommene Präsenzzeit und nie die
verlangte
Leistung erreichte.
Mit Einführung des neuen IT-Systems war
er
schliesslich selbst
für die langjährige Arbeitgeberin nicht mehr tragbar
. Die nachfolgende Stellensuche blieb trotz
monatelanger
Unterstützung durch die Stiftung
Z._
, das RAV und die Beschwerdegegnerin, Praktik
um
und Computerkursen erfolglos.
Darüber hinaus
war der Beschwerde
führer mit
beiden
Computerkursen überfordert, obwohl
der
zweite grundsätzlich
e
ine Wiederholung
des Stoffes des ersten
beinhaltete
.
Nach der Krebsdiagnose kam der ungewisse Krankheitsverlauf hinzu. Se
it dem Anstieg des Tumormarkers und insbesondere seit Entdeckung der Metastasen muss ein potentieller Arbeitgeber
zudem
mit erheblichen krankheitsbedingten
Unterbrüche
n
rechnen, was ihn davon abhalten dürfte, eine ohnehin schon mit
Komplikationen behaftete Anstellung einzugehen.
Ausserdem beträgt
die Le
bens
dauer
des Beschwerdeführers
nur noch wenige Jahre und die Arbeitsfähig
keit
wird in absehbarer Zeit
weiter
abnehmen. Der
zeitliche Horizont für eine An
stellung
wird daher immer kürzer.
Der Beschwerdeführer war
schon
vor seiner Krebserkrankung nur schwer
ver
mittelbar
.
Insgesamt ist
daher
realistischerweise
die
Resterwerbsfä
higkeit
spätes
tens seit dem fortgeschrittenen Lokalbefund im März 2013
nicht mehr nachge
fragt und deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteinglied
e
rungslast
nicht mehr zumutbar.
4.
6
Nur der Vollständigkeit halber ist daher anzumerken, dass andernfalls
auch zu prüfen wäre,
inwieweit
es sich beim
bisherigen Einkommen
von Fr. 37‘198.95
pro Jahr
um einen Soziallohn
in Sinne
von
Art.
25
Abs.
1
lit
. b IVV
handelte
.
Es ist angesichts der verminderten
(und offenbar weiter abnehmenden)
Qualität der Arbeit
und
Einsetzbarkeit des Beschwerdeführers
naheliegend
, dass es ein Ent
gegenkommen der damaligen Arbeitgeberin war,
ihm
dennoch
jahrelang
wei
ter
hin
die Hälfte des Lohnes für die anspruchsvollere Arbeit zu bezahlen
.
Müsste
sich der Beschwerdeführer nun einen neuen Arbeitgeber suchen, entf
iele
dieser Loyalitäts-Bonus.
Ein sogenannter
Leidensabzug käme in Frage, wenn
das
Inva
lidenein
kommen
letztlich
auf der Grundlage der Schweizerischen
Lohnstruktur
erhebun
gen
des Bundesamtes für Statistik ermittelt
werden müsste.
Diesfalls
wäre
dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass
vorab
der statistisch
belegten
über
pro
portional tieferen
Entlöhnung
von Männer mit Teilzeitpensum
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_548/2010
E.
5.1 und 5.2 mit weiteren Hinweisen
)
,
seinem
sehr eingeschränkte
n
Belastungsprofil (
vgl.
z.B.
Urteil des Bundesgerichts 9C_955/2011
vom
7.
November 2012
E.
5.3)
und d
er absehbaren
Anstellungs
dauer
mit
einer
angemessenen
Kürzung des Tabellenlohnes Rechnung zu tragen wäre.
5.
Zusammenfassend
ist der Beschwerdeführer somit mangels wirtschaftlich ver
wertbarer Restarbeitsfähigkeit seit
6.
März 2013 vollständig erwerbsunfähig. Unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV und bei Einleitung der Revision von Amtes
wegen
i
m Mai 2013 hat er daher Anspruch auf eine ganze Rente ab
1.
Juni 201
3.
Die Beschw
erde ist folglich in dem Sinne teilweise g
utzuheissen, dass die
angefochtene Verfügung vom 17.
März 2015 auf
zu
h
e
ben und dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
1.
Juni 2013 eine ganze Rente zu
zu
spr
e
chen
ist
.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.--
bis
Fr.
1‘000.--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf
Fr.
800.--
anzusetzen und vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der Beschwerde
füh
rer unterlag einzig in Bezug auf die Rückwirkung
der Rentenerhöhung
vor
1.
Juni 2013 und der
diesbezügliche
Prüfungsaufwand war vernachlässigbar gering.
Nach
§
34
Abs.
1
Gesetz über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person alsdann Anspruch auf Ersatz der
Par
teikosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
2
GSVGer
). Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist dem Beschwerdeführer ei
ne Prozessentschädigung von Fr.
2‘
7
00.--
(inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.