Decision ID: e487d5a8-ec57-4eac-accd-994579c0afed
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Der Sachverhalt gemäss Strafbefehl der Anklägerin vom 20. Juli 2021 lau-
tete wie folgt:
Sachverhalt
Straftatendossier 1
Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB)
Der Beschuldigte hat als Gesellschafter einer GmbH, über welche der  eröffnet wurde, durch Misswirtschaft bzw. durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung deren Überschuldung herbeigeführt oder .
Begangen: Ort: R. Zeit: Donnerstag, tt.mm.jjjj bis Mittwoch, tt.mm.jjjj
Vorgehen: Über die D. wurde durch das Gerichtspräsidium Lenzburg am tt.mm.jjjj der Konkurs eröffnet. Mit Verfügung des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom tt.mm.jjjj wurde das Konkursverfahren als geschlossen erklärt und die  wurde von Amtes wegen gelöscht. Der Beschuldigte war seit dem tt.mm.jjjj bis zur Auflösung der Gesellschaft am tt.mm.jjjj alleiniger  und Geschäftsführer und leitete die Geschicke des  im Alleingang.
Der Beschuldigte missachtete als verantwortlicher Gesellschafter der GmbH die gesetzlichen Bestimmungen der Unternehmensführung (Art. 725 Abs. 2 i.V.m. Art. 810 Abs. 2 OR), indem er es als alleiniger  und Geschäftsführer trotz seit Juli 2014 erkannter  unterliess, die Bilanzen beim Konkursrichter zu deponieren.  zu jenem Zeitpunkt wusste er um das Bestehen von Schulden in der Höhe von CHF 44'662.10, denen keinerlei Aktiven gegenüberstanden. Das Gesellschaftskapital in der Höhe von CHF 20'000.00 war aufgebraucht und die Überschuldung eingetreten. Trotzdem verschleppte der Beschuldigte die Bilanzdeponierung bzw. die Benachrichtigung des Konkursrichters bis zur Konkurseröffnung am tt.mm.jjjj. Dadurch bewirkte er, was er zumindest für möglich hielt und in Kauf nahm, dass die in der Folge im  beteiligten Gläubiger geschädigt wurden.
Unterlassung der Buchführung (Art. 166 StGB)
Der Beschuldigte hat als Gesellschafter einer GmbH, über welche der  eröffnet wurde, die ihm gesetzlich obliegende Pflicht zur  Führung und Aufbewahrung von Geschäftsbüchern sowie zur  einer Bilanz verletzt, sodass deren Vermögensstand nicht oder nicht vollständig ersichtlich war.
- 3 -
Begangen: Ort: R. Zeit: tt.mm.jjjj
Vorgehen: Über die D. wurde durch das Gerichtspräsidium Lenzburg am tt.mm.jjjj der Konkurs eröffnet. Mit Verfügung des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom tt.mm.jjjj wurde das Konkursverfahren als geschlossen erklärt und die  wurde von Amtes wegen gelöscht. Der Beschuldigte war seit dem tt.mm.jjjj bis zur Auflösung der Gesellschaft am tt.mm.jjjj alleiniger  und Geschäftsführer und leitete die Geschicke des  im Alleingang. Der Beschuldigte wusste kraft seiner Stellung als Gesellschafter und , dass er für die Führung der Buchhaltung und der  verantwortlich war. Trotzdem verletzte er diese ab dem Jahre 2016, indem er es unterliess, für die ordnungsgemässe, ständig geführte  und deren Aufbewahrung besorgt zu sein. Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Bücher geführt.
Gläubigerschädigung (Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB)
Der Beschuldigte hat als Schuldner zum Schaden der Gläubiger sein  vermindert, indem er Vermögenswerte unentgeltlich oder gegen eine Leistung mit offensichtlich geringerem Wert veräussert hat.
Begangen: Ort: T. Zeit: tt.mm.jjjj
Vorgehen: Über die D. wurde durch das Gerichtspräsidium Lenzburg am tt.mm.jjjj der Konkurs eröffnet. Mit Verfügung des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom tt.mm.jjjj wurde das Konkursverfahren als geschlossen erklärt und die  wurde von Amtes wegen gelöscht. Der Beschuldigte war seit dem tt.mm.jjjj bis zur Auflösung der Gesellschaft am tt.mm.jjjj alleiniger  und Geschäftsführer und leitete die Geschicke des  im Alleingang.
Am 08.12.2018 bezog der Beschuldigte vom Postkonto [...] der D. CHF 20'000.00 und CHF 30'000.00 für private Verbindlichkeiten. Dies im  darum, dass es sich bei diesen CHF 50'000.00 um Teile der  der D. handelte. Der Beschuldigte wusste zu diesem Zeitpunkt, dass am tt.mm.jjjj der Konkurs über die D. eröffnet wurde und er wusste somit, dass er mit dem privaten Geldbezug die Haftungsmasse gegenüber seinen Gläubigern verringerte. Durch sein Verhalten nahm er zumindest in Kauf, dass die Gläubiger der D. in Liquidation dadurch geschädigt wurden, indem sie zumindest auf einen Teil ihrer Forderung verzichten mussten.
Straftatendossier 2
Betrug (Art. 146 Abs. 1 StGB) Der Beschuldigte hat vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, und in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden
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durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig  oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu  Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigte.
Begangen: Ort: R. Zeit: tt.mm.jjjj Zivil- und Strafklägerin: N.
handelnd durch H. Deliktsumme: CHF 1'637.85
Vorgehen: Der Beschuldigte erhielt anfangs tt.mm.jjjj von C. den Auftrag, die  seines Personenwagen F. zu reparieren. Der Beschuldigte nahm den F. in seiner Garage entgegen und machte im Wissen darum, dass er die Windschutzscheibe des F. gar nicht repariert bzw. ersetzt hatte, bei der N. einen Schaden in der Höhe von CHF 1'637.85 ( ersetzen) geltend, indem er der N. die Rechnung des Schadenfalls und ein Foto eines Fahrzeugs mit einer Windschutzscheibe mit einem Sprungschaden einreichte, wobei es sich beim Fahrzeug bzw. der  auf diesem Bild nicht um den F. von C. handelte. Im Wissen darum, dass er einen Schaden geltend machte bzw. eine  mit Aufwendungen einreichte, die er nie hatte, und ein falsches Foto, aber die Windschutzscheibe des F. von C. nicht ersetzte, sondern das Fahrzeug ohne Vornahme einer Reparatur an C. zurückgab, machte der Beschuldigte bei der N. einen Geldbetrag in der Höhe von CHF 1'637.85 geltend. Im Glauben daran, dass der Beschuldigte am Fahrzeug von C. eine Windschutzscheibe ersetzte und ihm dafür Kosten entstanden sind, überwies ein Mitarbeiter der N. den vorgenannten Betrag auf Aufforderung des Beschuldigten an die N. auf dessen Konto [...], lautend auf A., da die ursprüngliche Überweisung auf das Konto der D. ([...] Postfinance AG) nicht klappte bzw. der Betrag an die N. rücküberwiesen wurde.
Dieses Verfahren ist strafbar gemäss:
Den vorgenannten Gesetzesartikeln sowie Art. 40 StGB, Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 2 StGB.
Der Beschuldigte wird verurteilt zu:
1. Einer Freiheitsstrafe von 6 Monate (unbedingt)
2. Den Kosten
- Strafbefehlsgebühr CHF 1'700.00
Rechnungsbetrag CHF 1'700.00
Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls eingehen, wird separat verfügt.
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4. Allfällige Zivilforderungen der Zivil- und Strafklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen.
- 5 -
5. Dieser Strafbefehl gilt als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 23.01.2019.
6. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen.
1.2.
Gegen diesen ihm am 21. Juli 2020 zugestellten Strafbefehl erhob der Be-
schuldigte am 23. Juli 2020 Einsprache. Die Staatsanwaltschaft hielt am
Strafbefehl fest und überwies diesen samt den Akten zur Durchführung des
Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Lenzburg.
2.
2.1.
Am 24. Juni 2021 fand die Hauptverhandlung vor dem Präsidenten des Be-
zirksgerichts Lenzburg statt. Dieser erkannte gleichentags:
1. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf - der Unterlassung der Buchführung, - der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung und - des Betrugs.
2. Der Beschuldigte ist schuldig der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB.
3. Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten  sowie Art. 47 StGB und aArt. 40 StGB,
als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 23.01.2019 und (Art. 49 Abs. 2 StGB)
zu einer Freiheitsstrafe von 2 Monaten verurteilt.
4. Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus der  von CHF 1'200.00, sowie den Auslagen von CHF 99.95, insgesamt CHF 1'299.95 zu 1⁄2 mit CHF 650.00 zu bezahlen.
5. Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 1'700.00 zu 1⁄2 mit CHF 850.00 zu bezahlen.
6. Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem Beschuldigten die  auf CHF 4'077.85 festgesetzten Parteikosten zu 1⁄2 mit CHF 2'038.90 (inkl. 7.7% MwSt von CHF 145.75) zu ersetzen.
7. Der Schadenersatzanspruch der N. wird auf den Zivilweg verwiesen.
- 6 -
8. Die N. hat die Parteikosten selber zu tragen."
3.
3.1.
Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 19. April 2022:
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil in den folgenden  nicht angefochten wird:
Ziff. 1: Freispruch betr. Unterlassung der Buchführung, der Gläubiger-
schädigung durch Vermögensverminderung sowie des Betrugs
Ziff. 7: (Verweisung der Schadenersatzansprüche der N. auf den Zivil-
weg
Ziff. 8: (Parteikosten der Zivilklägerin)
2. Das Urteil sei in den folgenden Dispositivziffern aufzuheben und durch folgende Bestimmungen zu ersetzen:
Ziff. 2: Der Beschuldigte sei (auch) vom Vorwurf der Misswirtschaft ge-
mäss Art. 165 Ziff. 1 StGB freizusprechen.
Ziff. 3: (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Monaten)
Ziff. 4: Diese Bestimmung sei dahin abzuändern, dass die gesamten
Verfahrenskosten auf die Staatskasse genommen werden.
Ziff. 5: Diese Bestimmung sei vollständig und ersatzlos aufzuheben.
Ziff. 6: Diese Bestimmung sei dahin abzuändern, dass dem Beschuldig-
ten die gesamten gerichtlich auf CHF 4'077.85 festgesetzten erstinstanzlichen Parteikosten aus der Staatskasse ersetzt .
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
3.2.
Der Verfahrensleiter ordnete im Einverständnis der Parteien mit Verfügung
vom 10. Mai 2022 das schriftliche Verfahren an (406 Abs. 2 StPO).
3.3.
Der Beschuldigte reichte innert erstreckter Frist am 8. Juni 2022 die Beru-
fungsbegründung ein und hielt darin an seinen bereits gestellten Anträgen
fest.
4.
Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau beantragte mit Berufungsantwort
vom 15. Juni 2022 die kostenfällige Abweisung der Berufung.
- 7 -

Considerations:
Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch we-
gen Misswirtschaft. Unangefochten geblieben sind demgegenüber die Frei-
sprüche vom Vorwurf der Unterlassung der Buchführung, der Gläubiger-
schädigung durch Vermögensminderung und des Betrugs, sowie die Ver-
weisung der Zivilforderung auf den Zivilweg. Diese Punkte sind mithin in
Rechtskraft erwachsen und nicht erneut zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1
StPO).
2.
2.1
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Misswirtschaft i.S.v. Art. 165
StGB schuldig gesprochen, wobei sie dies im Wesentlichen damit begrün-
dete, dass der Beschuldigte trotz begründeter Besorgnis einer Überschul-
dung der D. nicht die Bilanz beim Konkursrichter deponierte und dass der
Beschuldigte in subjektiver Hinsicht ein Übernahmeverschulden trifft, be-
ziehungsweise dass sein Verhalten – sich praktisch in keiner Art und Weise
selber um die geschäftlichen Belange zu kümmern – als (eventual-)vorsätz-
liches Verhalten zu werten ist.
2.2
Der Beschuldigte macht mit Berufung geltend, der objektive Tatbestand der
Misswirtschaft sei anerkannt. Der subjektive Tatbestand sei jedoch nicht
erfüllt. Der Beschuldigte sei zwar ein fleissiger Arbeiter, der in der Lage sei,
an Fahrzeugen Unterhalts- und Reparaturarbeiten auszuführen, hingegen
habe er nicht die geringsten Kenntnisse von irgendwelchen gesetzlichen
Bestimmungen des Obligationenrechts. Damit liege seinerseits weder
eventualvorsätzliches Handeln, geschweige denn direkter Vorsatz vor.
3.
3.1
3.1.1
Gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB macht sich der Misswirtschaft strafbar, wer
als Schuldner namentlich durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung
seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfä-
higkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine
Vermögenslage verschlimmert, sofern über ihn der Konkurs eröffnet oder
gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt wird. Nach der Rechtsprechung
liegt eine arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung vor, wenn gesetzliche
Bestimmungen der Unternehmensführung missachtet werden. Dazu gehö-
ren insbesondere die Vernachlässigung der Rechnungslegung oder die
Verletzung der Pflicht des Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft, im
- 8 -
Falle der Überschuldung den Richter zu benachrichtigen (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.1.1 mit weiteren Hin-
weisen). Ein Schuldspruch setzt ferner den Nachweis eines Kausalzusam-
menhanges zwischen der Bankrotthandlung und der Vermögenseinbusse
voraus (Urteil des Bundesgerichts 6B_492/2009 vom 18. Januar 2010
E. 2.2; HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019,
N. 60 ff. zu Art. 165 StGB).
3.1.2
Dass der objektive Tatbestand der Misswirtschaft erfüllt ist, ist unbestritten
(Berufung S. 3). So ist erstellt, dass der Beschuldigte als Geschäftsführer
und alleiniger Gesellschafter trotz Überschuldung der D. den Geschäftsbe-
trieb weiterführte und keine Sanierungsmassnahmen einleitete, insbeson-
dere nicht die Bilanz beim Konkursrichter deponierte. Die weiteren Schul-
den und damit die Schädigung weiterer Gläubiger hätten indessen durch
eine Bilanzdeponierung verhindert werden können. Damit ist der objektive
Tatbestand von Art. 165 Ziff. 1 StGB erfüllt.
3.2
3.2.1
Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz hinsichtlich der Bankrotthand-
lung; in Bezug auf die Vermögenseinbusse genügt grobe Fahrlässigkeit
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017
E. 4.1.1 mit weiteren Hinweisen; 6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016
E. 2.3.3; 6B_54/2008 vom 9. Mai 2008 E. 7.3; je mit Hinweisen; NADINE
HAGENSTEIN, Die Schuldbetreibungs- und Konkursdelikte nach Schweize-
rischem Strafgesetzbuch, 2013, S. 178 ff.).
Wer im Wissen um seine fehlenden Sach- und Rechtskenntnisse ein Ver-
waltungsratsmandat annimmt, begeht (mindestens) eventualvorsätzlich
eine arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung und Vermögensverwal-
tung im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB (Urteil des Bundesgerichts
6B_242/2015 vom 6. Oktober 2015 E. 1.4).
3.2.2
Anlässlich der Einvernahme vom 28. Februar 2019 durch die Kantonspoli-
zei Aargau führte der Beschuldigte aus, er habe sich vor der Übernahme
ein Bild über die finanzielle Situation der D. gemacht. Er habe gewusst,
dass es nicht 100% gut sei (Untersuchungsakten [UA] act. 461). Er glaube,
sei aber nicht 100% sicher, dass er vor der Übernahme einen Betreibungs-
registerauszug eingefordert habe (UA act. 461). Er habe im Jahr 2016 fest-
gestellt, dass er mehr Ausgaben als Einnahmen habe. Er habe dann ein-
fach mehr gearbeitet und habe Telefonate getätigt und Ratenzahlungen
vereinbart. Er habe immer gedacht, dass es wieder besser kommen würde
(UA act. 463). Auf Vorhalt der Tatsache, dass gemäss den polizeilichen
- 9 -
Ermittlungen seit dem 3. Dezember 2013 begründete Besorgnis der Über-
schuldung bestand und der Beschuldigte damit bei der Geschäftsüber-
nahme am tt.mm.jjjj eine überschuldete Firma übernommen habe, hielt der
Beschuldigte (erneut) fest, er habe gedacht, dass er selber arbeite, einen
Mitarbeiter einstelle und so die finanzielle Situation verbessert werde (UA
act. 465). Bei der Geschäftsübernahme durch den Beschuldigten waren
gegen die D. bereits 19 Betreibungen in der Höhe von Fr. 44'662.10 einge-
leitet worden. Der Beschuldigte hatte von den Betreibungen Kenntnis, der
vorherige Geschäftsführer, P., habe vor der Übernahme alle Betreibungen
offengelegt (UA act. 465). Er habe sich gedacht, dass er etwa zwei bis drei
Jahre arbeiten müsse, um dann auf 0 zu sein und alle Ausstände beglichen
zu haben (UA act. 465).
Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz am 24. Juni 2021 führte der Be-
schuldigte aus, er habe Fr. 80'000.00 bis Fr. 90'000.00 Schulden, weil er
es zweimal mit einer Firma versucht habe, es aber nicht geklappt habe
(Gerichtsakten [GA] act. 638). Weiter gab er an, er habe während seiner
Ausbildungszeit zum Mechaniker Betriebswirtschaftslehre gehabt (GA
act. 639). Er fügte an, Betriebswirtschaft heisse, man gehe vier Tage in die
Schule und ein Tag ins Praktikum. Über Buchhaltung, Jahresrechnung und
Erfolgsrechnung habe er nichts gelernt (GA act. 643).
3.2.3
Der Treuhänder und Zeuge, B., führte anlässlich seiner Einvernahme am
28. Februar 2019 durch die Kantonspolizei Aargau aus, er habe im Laufe
des Jahres 2016 festgestellt, dass die D. finanzielle Schwierigkeiten habe,
als nämlich die Rechnungen, die seine Firma der D. gestellt habe, nicht
mehr bezahlt worden seien (UA act. 472). Er habe dann den Beschuldigten
auf die Situation angesprochen. Dieser habe immer gekämpft und Teilzah-
lungen vereinbart. Sanierungslösungen seien indessen keine angestrebt
worden (UA act. 472 und 473).
3.2.4
Vor Vorinstanz (GA act. 646 ff.) und mit Berufung wird ausgeführt, der Be-
schuldigte sei zwar ein fleissiger Berufsmann, verfüge aber offensichtlich
nicht über die für eine selbständige Berufsausübung notwendigen kauf-
männischen und rechtlichen Kenntnisse (GA act. 646). Er verfüge bis heute
nicht über eine betriebswirtschaftliche, an einer Universität absolvierten
Ausbildung (Berufung S. 4). Er sei der "Dumme" gewesen, der seinem
früheren Arbeitgeber und dessen Treuhänder blindlings geglaubt und ver-
traut habe. Diese Vertrauensseligkeit möge letztlich fahrlässig sein, von ei-
nem eventualvorsätzlichen Handeln, geschweige denn von einem direkten
Vorsatz, könne aber nicht ansatzweise gesprochen werden (Berufung S. 7
f.).
- 10 -
3.2.5
Mit der Vorinstanz (E. 4.4.3) kann festgestellt werden, dass der Beschul-
digte den subjektiven Tatbestand in zweifacher Hinsicht erfüllte. Einerseits
hat der Beschuldigte bereits bei der Übernahme von den verschiedenen
Betreibungen gegen die D. und damit von der schwierigen finanziellen Si-
tuation gewusst und auch danach waren ihm diese und die weiteren Betrei-
bungen bekannt (siehe vorne E. 3.2.2). Bei dieser Ausgangslage hätte der
Beschuldigte sofort tätig werden, sich regelmässig ein Bild über die Situa-
tion machen und nach Hilfemassnahmen Ausschau halten müssen. Dies
gerade dann, wenn ihm, wie er ausführt, die rudimentärsten kaufmänni-
schen Kenntnisse fehlten. Indem er sich nicht um die Finanzen und die sich
ihm präsentierte heikle finanzielle Situation kümmerte, hat er eventualvor-
sätzlich gehandelt. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte trotz Fehlens von
kaufmännischen und rechtlichen Kenntnissen die Funktion des Geschäfts-
führers der D. übernahm, was in sich (ebenfalls) eine eventualvorsätzliche
Erfüllung des Tatbestandes darstellt. Zusammenfassend hat der Beschul-
digte den subjektiven Tatbestand durch seine eventualvorsätzliche Bege-
hung erfüllt.
3.2.6
Im Übrigen hätte in Bezug auf die Vermögenseinbusse bereits grobe Fahr-
lässigkeit gereicht (siehe vorne E. 3.2.1).
3.3
Misswirtschaft setzt weiter als objektive Strafbarkeitsbedingung die Kon-
kurseröffnung voraus. Diese erfolgte vorliegend am tt.mm.jjjj (UA act. 337
ff.). Damit hat sich der Beschuldigte gestützt auf die gemachten Ausführun-
gen der Misswirtschaft schuldig gemacht.
4.
4.1.
Der Beschuldigte hat sich der Misswirtschaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB
schuldig gemacht. Dafür kommt eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
eine Geldstrafe in Frage.
4.2.
4.2.1.
Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau
vom 23. Januar 2019 wegen mehrfacher Veruntreuung, einfacher Körper-
verletzung, mehrfachen Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und
Konkursverfahren, Fahrenlassen ohne Haftpflichtversicherung, Fahrenlas-
sen ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder, Nichtabgabe von Aus-
weisen, Erschleichen eines Ausweises und/oder einer Bewilligung und
fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Freiheitsstrafe von 20
Monaten verurteilt, wovon 8 Monate unbedingt zu vollziehen waren, einer
- 11 -
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 70.00 und einer Busse von
Fr. 1'000.0 (Urteil vom 23. Januar 2019, UA act. 3). Die vorliegend zu be-
urteilende Misswirtschaft hat der Beschuldigte vor dem Urteil des Oberge-
richts des Kantons Aargau, namentlich vom tt.mm.jjjj (Tagebucheintrag im
Handelsregister) bis am tt.mm.jjjj (Konkurseröffnung) begangen. Damit
liegt ein Fall von retrospektiver Konkurrenz gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB
vor. Zu klären ist dabei in einem ersten Schritt, ob eine Zusatzstrafe zum
Urteil des Obergerichts gebildet werden kann oder ob die Strafen kumulativ
zu verhängen sind. Eine Zusatzstrafe kann dann verhängt werden, wenn
mehrere gleichartige Strafen vorliegen (BGE 142 IV 265 E. 2.4.2; BGE 141
IV 61 E. 6.1.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2).
4.2.2.
Für die Frage der Strafart kann vorweg auf die korrekten Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (E. 8.4). Der Beschuldigte wurde bereits
2013, 2014 und 2017 mehrfach zu Geldstrafen verurteilt (UA act. 1 ff.). Das
Aussprechen einer weiteren Geldstrafe ist damit sowohl unter general- als
auch unter spezialpräventiven Gesichtspunkten nicht sinnvoll, liess sich der
Beschuldigte doch bislang durch die ausgesprochenen Strafen nicht von
weiteren Straftaten abhalten. Es ist deshalb vorliegend eine Freiheitsstrafe
auszusprechen. Entsprechend ist die Gleichartigkeit der Strafen gemäss
Art. 49 Abs. 1 StGB gegeben. Für die Freiheitsstrafe gilt aArt. 40 StGB,
nachdem die bis zum tt.mm.jjjj andauernde Tat vor dem Inkrafttreten der
Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2018
stattfand und das revidierte Recht nicht milder ist.
4.3.
4.3.1.
Liegen die Voraussetzungen für eine Zusatzstrafe vor, setzt das Gericht
zunächst eine hypothetische Gesamtstrafe fest. Es hat sich zu fragen, wel-
che Strafe es ausgesprochen hätte, wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig
beurteilt hätte. Dabei hat es nach den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB
zu verfahren. Bei retrospektiver Konkurrenz hat der Richter ausnahms-
weise mittels Zahlenangaben offenzulegen, wie sich die von ihm zugemes-
sene Strafe quotenmässig zusammensetzt (BGE 142 IV 265 E. 2.3.3 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_1138/2020 vom 2. November
2021 E. 1.2.1).
Die Zusatzstrafe ist die infolge Asperation mit der Grundstrafe reduzierte
Strafe für die neu zu beurteilenden Taten. Um bei der Zusatzstrafenbildung
dem Prinzip der Strafschärfung gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB Rechnung zu
tragen, hat das Zweitgericht die rechtskräftige Grundstrafe und die von ihm
für die neu zu beurteilenden Taten auszusprechenden Strafen nach den
Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB zu schärfen. Die Einsatzstrafe bildet
die Strafe der (abstrakt) schwersten Straftat sämtlicher Delikte. Es ist zu
unterscheiden, ob die Grundstrafe oder die neu zu beurteilenden Delikte
- 12 -
die schwerste Straftat enthalten. Im ersten Fall ist die Grundstrafe aufgrund
der Einzelstrafen der neu zu beurteilenden Delikte angemessen zu erhö-
hen. Anschliessend ist von der (gedanklich) gebildeten Gesamtstrafe die
Grundstrafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt (BGE 142 IV 265
E 2.4.4.).
4.3.2.
Abstrakt am schwersten wiegen einerseits die Veruntreuung gemäss
Art. 138 Ziff. 1 StGB (Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe; vgl.
Urteil vom 23. Januar 2019), die in der Grundstrafe enthalten ist, und an-
dererseits die Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB (ebenfalls Frei-
heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe; vorliegendes Verfahren).
Auszugehen ist von der in der Grundstrafe (Urteil vom 23. Januar 2019)
enthaltenen Veruntreuung als die schwerste Straftat, weshalb die Grund-
strafe unter Anwendung des Asperationsprinzips angemessen um die
Strafe für die Misswirtschaft zu erhöhen ist.
4.3.3.
Der Beschuldigte hat sich vom tt.mm.jjjj (Tagebucheintrag im Handelsre-
gister) bis zum tt.mm.jjjj (Konkurseröffnung) der Misswirtschaft schuldig ge-
macht. So hatte er während der ganzen Zeit Kenntnis von der schwierigen
finanziellen Situation der D., hat jedoch keine Sanierungsmassnahmen er-
griffen. Bis zur Konkurseröffnung am tt.mm.jjjj lagen gesamthaft 78 Betrei-
bungen in der Höhe von Fr. 217'589.95 vor (UA act. 479 ff.), wovon mut-
masslich Fr. 23'191.15 beglichen wurden (UA act. 327). Insgesamt ist in
Anbetracht des breiten Spektrums möglicher Misswirtschaftshandlungen
und Deliktsbeträge von einem im Verhältnis zum Strafrahmen noch leichten
Tatverschulden auszugehen. Insgesamt erscheint eine Freiheitsstrafe von
5 Monaten für die Misswirtschaft als angemessen. Somit ist in Anwendung
des Asperationsprinzips eine angemessene Erhöhung der Grundstrafe um
3 Monate vorzunehmen. Es ergibt sich damit eine hypothetische Gesamt-
strafe von 23 Monaten.
Von dieser ist die bereits rechtskräftige Freiheitsstrafe von 20 Monaten
Freiheitsstrafe des Obergerichts des Kantons Aargau vom 23. Januar 2019
in Abzug zu bringen, so dass der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von
3 Monaten als Zusatzstrafe zu bestrafen wäre. Aufgrund des Verschlech-
terungsverbots bleibt es allerdings bei einer Zusatzstrafe von 2 Monaten.
Damit ist der Beschuldigte mit einer Zusatzstrafe von 2 Monaten zu bestra-
fen.
5.
5.1.
Für die Prüfung, ob für die auszusprechende Freiheitsstrafe die Vorausset-
zungen der Gewährung des bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges er-
- 13 -
füllt sind, hat das Gericht sämtliche Zusatzstrafen, Grundstrafen und zu ku-
mulierenden Strafen zu addieren und hernach zu entscheiden, ob diese
hypothetische Gesamtstrafe die Anwendung von Art. 42 oder 43 StGB er-
laubt (BGE 145 IV 377).
5.2.
Die hypothetische Gesamtstrafe beträgt vorliegend 22 Monate (Grund-
strafe von 20 Monaten und Zusatzstrafe von 2 Monaten). Möglich ist mit
Blick auf die hypothetische Gesamtstrafe damit grundsätzlich eine be-
dingte, eine teilbedingte oder eine unbedingte Zusatzstrafe.
5.3.
Der Beschuldigte hat zahlreiche, teilweise einschlägige Vorstrafen, die er-
hebliche Bedenken an seiner Legalbewährung aufkommen lassen. Indes-
sen ist er bisher einzig mit Geldstrafen sanktioniert worden. Er sah sich
noch nie mit einer Freiheitsstrafe als Sanktion konfrontiert (ausgenommen
die Freiheitsstrafe, die ihm das Obergericht am 23. Januar 2019 und damit
nach der begangenen Misswirtschaft auferlegte). Zu seiner Zeit im Gefäng-
nis an der AB. sagte der Beschuldigte aus, er wolle nie mehr im Leben in
Haft (GA act. 642). Es ist deshalb zu erwarten, dass auch der bedingte
Vollzug einer Freiheitsstrafe beim Beschuldigten eine spezialpräventive
Wirkung erzeugt. Eine eigentliche Schlechtprognose kann dem Beschul-
digten einzig aufgrund der bereits ausgesprochenen Geldstrafen jedenfalls
nicht gestellt werden. Die 2 Monate Freiheitsstrafe sind deshalb bedingt
auszusprechen.
Bei dieser Ausgangslage, und insbesondere mit Blick auf die zahlreichen
Vorstrafen des Beschuldigten, ist dem Beschuldigten im Sinne einer Warn-
wirkung eine Probezeit von 4 Jahren anzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
6.
6.1.
Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe
ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung im Schuldpunkt, er obsiegt
jedoch insofern, als ihm für die Zusatzstrafe der bedingte Vollzug gewährt
wird. Entsprechend werden ihm die Kosten des Berufungsverfahrens zur
Hälfte auferlegt. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'500.00 festzusetzen (§ 18
VKD).
6.2.
Unter diesen Umständen hat der Beschuldigte für das Berufungsverfahren
Anspruch auf Ersatz der Hälfte seiner Parteikosten (Art. 429 Abs. 1 lit. a
StPO i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).
- 14 -
Nach § 9 Abs. 1 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte (Anwalts-
tarif, AnwT, SAR 291.150) bemisst sich die Entschädigung des frei gewähl-
ten Verteidigers nach dem angemessenen Zeitaufwand, wobei der Stun-
denansatz in der Regel Fr. 220.00 beträgt. Auslagen und Mehrwertsteuer
werden separat entschädigt (§9 Abs. 2bis AnwT). Der Verteidiger des Be-
schuldigten reichte keine Kostennote ein, womit sein Aufwand zu schätzen
ist. Die Berufungserklärung erfolgte mit Eingabe vom 19. April 2022 und
umfasste vier Seiten. Die Berufungsbegründung erfolgte mit Eingabe vom
8. Juni 2022 und umfasste knapp 10 Seiten. Im vorliegenden Fall erscheint
unter Mitberücksichtigung der notwendigen Kontakte mit dem Beschuldig-
ten und dem Aufwand mit prozessleitenden Verfügungen ein Aufwand von
6 Stunden angemessen. Zuzüglich der Auslagen von praxisgemäss 3%
(ausmachend Fr. 39.60) und 7.7% MWST (ausmachend Fr. 92.40) ergibt
sich damit ein Betrag von Fr. 1'452.00.
Von diesem Betrag ist dem Beschuldigten die Hälfte, somit Fr. 726.00 zu
ersetzen.
6.3.
Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie
darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428
Abs. 3 StPO).
Der Beschuldigte wird in drei Punkten (Unterlassung der Buchführung,
Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung und Betrug) freige-
sprochen und in einem Punkt (Misswirtschaft) schuldig gesprochen. Die
erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist dem
Verfahrensausgang entsprechend nach wie vor zutreffend (Art. 428 Abs. 3
i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO).
7.
Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues Urteil,
welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, Art. 81 StPO).
Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung abgewiesen wird (BGE 141 IV
244 E. 1.3.3, Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 2018
E. 4 mit Hinweisen).