Decision ID: d87ce329-0174-44ac-9c74-58e751f3501a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, verheiratet und Mutter zweier 1999 und 2001 geborener Kinder sowie Einzelinhaberin einer Wäscherei, meldete sich im Dezember 2002 zum Rentenbezug an (
Urk.
5/1). Seit 1997 ist sie als selbständig Erwerbende bei der Ausgleichskasse angemeldet (
Urk.
5/29/4).
Einen Rentenanspruch verneinte die Sozialversicherungsanstalt, IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
4.
November 2003 mangels Invalidität (
Urk.
5/13). Eine später geltend gemachte Verschlechterung der gesundheitlichen Situation und die damit verbundene Neuanmeldung bei der IV-Stelle wurde von dieser in der Ver
fügung vom 1
8.
Mai 2004 wegen der fehlenden Wartezeit abschlägig beurteilt (
Urk.
5/26).
1.2
Am 1
4.
Dezember 2010 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
5/27). Nach Einholung verschiedener ärztlicher Berichte (
Urk.
5/30) veranlasste die IV-Stelle einen Abklärungsbericht für Selbständig
erwerbende (Bericht vom 1
2.
Dezember 2011,
Urk.
5/41). Mit Verfügung vom
9.
Mai 2012 sprach sie ihr ab
1.
Juni 2011 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
5/51/3, 5/58).
1.3
Im Rahmen einer Rentenrevision im Jahr 2013 verlangte die IV-Stelle die Geschäftsunterlagen der Jahre 2011 und 2012 (
Urk.
5/70) und holte ärztliche Berichte ein (
Urk.
5/71). Sie nahm zur Kenntnis, dass aus der Einzelfirma ab
8.
Januar 2014 eine GmbH gemacht wurde (
Urk.
5/77, 5/82). Sie veranlasste am 1
3.
Januar 2015 ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Urk.
5/87).
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, erstellte ihr Gut
achten am 2
5.
März 2015 (
Urk.
5/90),
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erbrachte das Seinige am 1
6.
April 2015 (
Urk.
5/95). Nach Einholung weiterer beruflicher Unterlagen (
Urk.
5/100) fand am 2
3.
Juni 2015 eine erneute Abklärung im Geschäft der Versicherten statt (
Urk.
5/102). Mit Vorbescheid vom 2
1.
August 2015 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Rente per Januar 2013 in Aussicht. Für das Jahr 2012 legte sie dar, dass nur eine
Viertelsrente
geschuldet gewesen sei und im Jahr 2011 habe gar kein Invalidi
tätsgrad bestanden. Aufgrund einer Meldepflichtverletzung seit 2011 seien die zu viel ausgerichteten Rentenleistungen zur
ückzufordern (
Urk.
5/105). Am 1
8.
Dezember 2015 verfügte die IV-Stelle in diesem Sinn (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am
1.
Februar 2016 Beschwerde einreichen und die Weiterausrichtung der Rente beantragen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 2
5.
Februar 2016 ohne Weiterungen die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsre
chts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Dabei sind bei einer invaliden selbständig erwerbenden Person, die ihren Betrieb mit Familienangehörigen zusammen bewirtschaftet, nach
Art.
25
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) die Einkommen nur aufgrund der eigenen Mitarbeit im Betrieb zu bestimmen.
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen.
Dieses Vorgehen ist auch dann zulässig, wenn eine genaue ziffernmäs
sige Einkommensermittlung an sich zwar möglich wäre, aber einen unverhält
nismässig grossen Aufwand erfordern würde, und wenn ferner angenommen werden kann, dass die blosse Schätzung der Einkommen ein ausreichend zuver
lässiges Resultat ergibt. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (BGE 104 V 135 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Bei den Erwerbstätigen, deren Invaliditätsgrad nach der Einkommensver
gleichsmethode festgesetzt wurde, genügt für die Rentenrevision, dass seitens eines der beiden Vergleichseinkommen (Validen- oder Invalideneinkommen) eine Änderung eintritt, die nunmehr den für den Umfang des Rentenanspruchs massgeblich
en Invaliditätsgrad verändert (
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3.A.,
Art.
30-31 N 24 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts ist - wenn ein Revisionsgrund gegeben ist - der Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu überprüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der allsei
tigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchsele
ment zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (BGE 141 V 9).
1.6
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 2
6.
März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
2.1.1
In der rentenzusprechenden Verfügung vom
9.
Mai 2012 hatte die Beschwerde
gegnerin unter der Annahme eines Wartezeitbeginns am
1.
Januar 2009 und unter Berücksichtigung der Neuanmeldung, die erst im Dezember 2010 erfolgt war, mittels eines Einkommensvergleichs ab
1.
Juni 2011 bei einem Invalidi
tätsgrad von 52
%
eine halbe Rente zugesprochen.
In medizinischer Hinsicht lagen der Verfügung die Darlegungen des behandeln
den Hausarztes
Dr.
med.
A._
zu Grunde. Dieser diagnostizierte im Bericht vom 2
7.
Februar 2011 eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) mit Panikattacken (ICD-10 41.0), eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichten Grades, ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei degenera
tiven Veränderungen und muskulären
Dysbalancen
. Diesen Diagnosen mass er eine Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit bei, indem er eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit im Rahmen der Tätigkeit als Wäscherin attestierte (
Urk.
5/30/7). Die Versicherte war auch in der Rheumaklinik des
B._
in Behandlung. Die dortigen Ärzte erachteten im Bericht vom 1
3.
August 2010 nach einer funktionellen Testung trotz des diagnostizierten chronischen
lum
bospondylogenen
und des
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms beidseits aus somatischer Sicht die Tätigkeit in der Wäscherei als vollzeitig zumutbar. Als die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigend bezeichneten sie die daneben vorhandenen Diagnosen einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1), einer mittelgra
digen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) sowie einer
chronifizierten
posttrau
matischen Belastungsstörung (ICD-10 F62.0)
,
und zwar im damaligen Umfang von zwischen 50 – 100
%
(
Urk.
5/30/13). Im Rahmen einer für die Pax-Lebensversicherungsgesellschaft AG angeordneten rheumatologischen Begut
achtung Mitte 2010 kam
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, im Gutachten vom
8.
Oktober 2010 zum Schluss, dass die Ver
sicherte mit der gestellten Diagnose eines chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms rechts bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und muskulären
Dysbalancen
für die konkrete Tätigkeit als selbständige Wäscherei
inhaberin vollständig arbeitsfähig sei. Ergänzend war die Versicherte durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, abgeklärt worden. Dabei vermochte
Dr.
D._
den Diagnosen einer damals leicht
gradigen, rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.0), einer generali
sierten Angststörung (ICD-10 F41.1) und Panikstörung (ICD-10 F41.0), einer anhaltenden Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4) und einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit beizumessen, dies vor dem Hintergrund, dass die Versicherte aufgrund ihrer emotional instabilen Persönlichkeit eine erhöhte Anfälligkeit habe, psychisch zu
dekompensieren
im Sinne der Angststö
rung und der Depression, wodurch in der Längsschnittbetrachtung
im Vergleich zu einer psychisch
gesunden Person eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit beste
he (
Urk.
5/30/40, 5/94/2 ff.).
Dr.
A._
blieb seinerseits im Bericht vom 1
8.
September 2011 bei seiner ab 2
3.
November 2010 attestierten 50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
5/36). Der RAD der IV-Stelle schloss sich der Auffas
sung von
Dr.
A._
, der die Versicherte in delegierter Psychotherapie behan
delte, an (
Urk.
5/45/5), und in Annahme dieser Arbeitsfähigkeit und der optima
len Eingliederung im eigenen Betrieb ermittelte die IV-Stelle ab
1.
Juni 2011 mit einem Invaliditätsgrad von 52
%
eine halbe Rente (
Urk.
5/45/6).
2.1.2
Das
Valideneinkommen
für das Jahr 2011 hatte die Beschwerdegegnerin dabei mittels des Geschäftsabschlusses des Jahres 2008
berechnet
. Gemäss ihren Angaben im Abklärungsbericht vom 1
2.
Dezember 2011 hatte die Versicherte ein Wäsche
reigeschäft
gehabt, in welchem sie zusammen mit zwei anderen Angestellten und ihrem Ehemann gearbeitet habe. Sie habe es Ende 2009 (richtig wohl: Frühjahr 2010:
Urk.
5/70/5, 5/102/3) auf ihren Bruder übertragen, dies – wie sie darlegte – aus gesundheitlichen Grün
den. Sie habe einen kleineren Betrieb haben wollen, ohne Angestellte. Diesen kleineren Betrieb habe sie am
1.
November 2010 eröffnet. In diesem neuen Betrieb arbeiteten nur noch sie und ihr Ehemann, und der
Klientenstamm
sei anders als früher; er bestehe aus Altersheimen, Fabrikbetrieben etc., also aus keinen Privatpersonen und
keiner Laufkundschaft mehr. Dazu kämen auch Lieferungen für andere Wäschereien ohne die Wäsche selber waschen zu müssen.
Die Abklärungsperson zog zur Ermittlung des
Valideneinkommens
die buchhal
terischen Unterlagen bei. Sie ermittelte für das Jahr 2008 einen Betriebsgewinn des Geschäfts an der
E-Strasse
von
Fr.
89'132.2
9.
Da nach Anga
ben der Versicherten bei diesem Betriebsergebnis nur
der ausbezahlte
(ca.
Fr.
1'500.--
x 12), nicht aber der vereinbarte Lohn
des Ehemanne
s
(ca.
Fr.
4'500.--
) berücksichtigt war, reduzierte sie das Betriebsergebnis
um
Fr.
36'000.--; unter Aufrechnung
der AHV-Beiträge von
Fr.
4'789.--
ermittelte sie ein Einkommen für das Jahr 2008 von
Fr.
57'921.--, das angepasst an die Nominallohnentwicklung bis
ins Rentenjahr 2011
Fr.
60'446.--
ergab (
Urk.
5/41/7).
2.1.3
Als Invalideneinkommen für das Jahr 2011 - weil noch keine konkreten Unter
lagen über den Ende 2010 eröffneten Betrieb an der Fabrikstrasse 30 in
F._
zur Verfügung standen - nahm die Beschwerdegegnerin die Lohnstruk
turerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2008) zur Hilfe. Unter Berück
sichtigung der von
Dr.
A._
erwähnten Arbeitsfähigkeit von 50
%
, der Tätig
keit im Textilgewerbe sowie der Berufs- und Branchenerfahrung der Versicher
ten (TA1, Kategorie 3, Frauen), errechnete sie nach einer Anpassung an
die Nominallohnentwicklung ein Invalideneinkommen von
Fr.
28‘957.
--
(
Urk.
5/41/7), woraus
sich die halbe Rente ergab
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenaufhebende Verfügung vom 1
8.
Dezember 2015
im Wesentlichen
damit, dass sich aus der Beurteilung von
Dr.
Y._
ergebe, dass sich der rheumatologische Gesundheitszustand ver
bessert habe, während aus psychiatrischer Sicht gesundheitliche Schwankungen unverändert seien. Dennoch sei eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
gegeben.
Im Übrigen habe sich die Einkommenssituation anders entwickelt als in der Rentenverfügung hypothetisch angenommen worden sei. Das
Valideneinkom
men
des Jahres 2011 sei immer noch gleich (
Fr.
60'446.--). Aufgrund der ver
änderten Erwerbssituation ab 2011, bei der die Versicherte nun nicht mehr das Geschäft
E._
sondern dasjenige in
F._
betrieb, ermittelte die Beschwerdegegnerin für das Jahr 2011 nach einem um ein Einkommen des Ehemannes von
Fr.
56'400.-- bereinigte
s
Geschäftsergebnis von
Fr.
118'531.91 ein Invalideneinkommen von
Fr.
62'131.91, das somit höher als das
Validenein
kommen
war. 2012 habe das Einkomm
en der Versicherten
Fr.
34'122.--
betra
gen und sich daraus ein Invaliditätsgrad von 44
%
ergeben. Im Jahr 2013 habe das Einkommen gemäss Steue
rerklärung
Fr.
39'064.--
betragen, so dass sich ein
Invaliditätsgrad von 35
%
und damit ebenfalls ein rentenausschliessendes Ein
kommen ergeben habe (
Urk.
5/104/6). Weil die Versicherte die Veränderungen seit 2011 nicht gemeldet habe, würden die zu viel ausgerichteten
Rentenbetreff
nisse
rückwirkend angepasst und die Rente werde ab Januar 2013 aufgehoben (
Urk.
2).
2.3
Die Beschwerdeführerin kritisiert zum einen die Begutachtung durch
Dr.
Y._
. Auf deren Beurteilung könne revisionsweise nicht abgestellt wer
den, habe diese doch keine Veränderung im gesundheitlichen Bereich festge
stellt, vielmehr habe sie die Situation anders beurteilt (
Urk.
1 S. 5). Auch der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
spreche von einer unveränderten Situation seit 2010 und von einer „weiterhin“ gegebenen 60%igen Arbeitsfähigkeit.
Sie - die Beschwerdeführerin – habe seit der Rentenzusprechung in der Tat ein höheres Einkommen generiert, als in der Berechnung in der Verfügung vom
9.
Mai 2012 vorgesehen gewesen sei. Doch sei damit klar, dass die Annahme des
Valideneinkommens
zu tief angesetzt worden sei, habe man doch mit der Grundlage des Jahres 2008 ein Einkommen genommen, dass bereits ein Invali
deneinkommen gewesen sei. Für das hypothetische
Valideneinkommen
sei auf das Durchschnittseinkommen der Jahre vor der Invalidisierung (2001 bis 2005
) abzustellen, was
Fr.
146‘380.--
ergebe. Die Versicherte sei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Stande, ein solches Einkommen zu erzielen. Sie sei in der Lage, noch ein Geschäft (aber eben nur noch eines) zu führen. Unter Berücksichtigung der Geschäftsergebnisse des Jahres 2011 bestehe ein Invalidi
tätsgrad von 58
%
, für 2012 ein solcher von 77
%
und für 2013 von 73
%
. Eine Aufhebung der Rente rückwirkend und in die Zukunft gerichtet sei nicht gerechtfertigt.
3.
3.1
Es ist unbestritten und belegt, dass die Versicherte bereits im Jahr der Renten
z
usprechung, also 2011, mit ihrer
im Vor
jahr eröffneten Wäscherei
an der Fab
rikstrasse 30 in
F._
, die
sie nach eigenen Angaben nur noch mit ihrem Mann zusammen betrieb, ein beträchtlich höheres Einkommen erzielt hat, als das in der rechtskräftigen Rentenverfügung vom
9.
Mai 2012 vorgesehene Invalideneinkommen von
Fr.
28'957.--.
Für das Jahr 2011 nämlich wurde ein Einkommen der Versicherten von
Fr.
31'800.--
im IK-Auszug deklariert (
Urk.
5/96/1). Ihr Ehemann hingegen weist für dieses Jahr kein IK-Einkommen aus (
Urk.
5/97). Der
Beizug
der Geschäftsunterlagen zeigt auf, dass dieses Jahr durchaus ein gutes Geschäftsjahr war, wie die Beschwerdegegnerin richtig festgestellt hat. Sie ermittelte aus der
Erfolgsrechnung des Jahres 2011 einen Reingewinn von
Fr.
118'531.91 (
Urk.
5/102/7, 5/70/1). Allerdings war bei diesem Ergebnis in den Unterlagen kein Lohn für die Mithilfe des Ehemannes im Betrieb ausgeschieden worden, obwohl er nach Angaben der Versicherten dort fest mitgearbeitet hatte. Es ist daher mit der Beschwerdegegnerin der Gewinn entsprechend zu reduzieren, um nur das der Versicherten zuzuordnende Einkommen zu ermitteln. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin im ersten Abklärungsbericht vom 1
2.
Dezember 2011 hatte man der Ausgleichskasse e
inen festen Lohn von
Fr.
4'500.--
(x 12) für die Tätigkeit des Ehemannes angemeldet (
Urk.
5/41/3), tatsächlich ausbezahlt habe man jeweils bar auf die Hand nur ca.
Fr.
1'500.--. Für das Jahr 2012 wurde beim E
hemann ein Lohn von
Fr.
56'400.--
im Indivi
duelle
n Konto eingetragen (
Fr.
4'700.--
pro Monat) und über diesen Betrag auch ein Lohnausweis für die Steuern ausgestellt (
Urk.
5/100/13). Damit rechtfertigt es sich, den Gewinn des Jahre
s 2011 ebenfalls um
Fr.
56'400.--
zu reduzieren, um das alleinige, der Versicherten anzurechnende Einkommen feststellen zu können (
Art.
25
Abs.
2 IVV), was im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht moniert wird (
Urk.
1 S. 9). Daraus ergibt sich ein Gewinn für das Jahr 2011 von rund
Fr.
62'132.--.
Die Beschwerdeführerin vermochte die Diskrepanz zwischen den Ergebnissen in den Geschäftsunterlagen und den Einträgen in ihrem Konto weder gegenüber der Abklärungsperson der IV-Stelle (
Urk.
5/102/8,
Urk.
1 S. 9) noch in der Beschwerde zu erklären; sie bestreitet sie jedoch auch nicht. Bei dieser Sachlage, da davon ausgegangen werden muss, dass die IK-Einträge nicht die wahre Ein
kommenssituation der selbständig Erwerbenden spiegeln, kann auf diese nicht abgestellt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 305/02 vom 2
9.
Januar 2003). Vielmehr ist das Einkommen gemäss der bereinigten Berechnung einzu
setzen.
Für das Jahr 2012 ermittelte die Beschwerdegegnerin aus der Erfolgsrechnung des Bet
riebes einen Gewinn von
Fr.
34’121.94
(
Urk.
5/102/7). In jenem Jahr war neben der Versicherten noch ihr Ehemann und eine Angestellte tätig. In der Erfolgsrechnung waren – anders als 2011 – f
ür diese gesamthaft
Fr.
93'800.--
an
Lohnkosten abgezogen worden, wobei
gemäss Lohnausweis
Fr.
56'400.--
auf den Eh
emann entfielen (
Urk.
5/100/13), weshalb dieser Gewinn
keiner Korrektur bedarf
.
Wenn die Beschwerdegegnerin diesen Gewinn als Einkommen anrechne
te, ist das nachvollziehbar
, und er
wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (
Urk.
1 S. 9). Damit überstieg auch 2012 das tatsächliche Einkommen das angenommene hypothetische.
Für das Jahr 2013 nahm die Beschwerdegegnerin aufgrund der Steuerunter
lagen ein von der Versicherten verdi
entes Einkommen von
Fr.
39'064.--
an (
Urk.
5/102/7,
5/100/53). Dass ein solches in jenem Jahr erwirtschaftet wurde, wird von der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht bestritten (
Urk.
1 S. 10).
3.2
Aus der Gegenüberstellung des hypothetischen Invalidenein
kommens von
Fr.
28'957.--
mit den Gewinnen bzw. den Einkommen, die seit der Rentenzu
sprechung tatsächlich gemacht wurden, wird deutlich, dass ein Revisionsgrund auf der Erwerbsebene vorliegt, der dazu führt, dass der Invaliditätsgrad neu zu bestimmen ist, wobei auch das
Valideneinkommen
einer Prüfung unterzogen werden kann (vgl. oben E. 1.4).
3.3
3.3.1
Die Beschwerdeführerin ist zusammengefasst der Ansicht, das
Valideneinkom
men
sei unter Berücksichtigung der IK-Auszüge der Jahre 2001 bis 2005 zu berechnen, was eine
n Durchschnitt von
Fr.
146'380.--
ergebe. Zudem habe es sich beim Jahr 2008 bereits um ein Jahr gehandelt, da sie an gesundheitlichen Problemen gelitten habe, weshalb es nicht als Basis für das
Valideneinkommen
zählen dürfe (
Urk.
1 S. 7 ff.).
3.3.2
Wie aufgezeigt wurde, stellen die IK-Einträge bei der Versicherten
,
zumindest was die Zeit ab 2011 anbelangt, keine zuverlässige Grundlage dafür dar, wel
ches Einkommen sie mit ihrer selbständigen Erwerbsarbeit tatsächlich generiert hat. Für die Jahre davor zeigt der IK-Auszug folgende Einkommen: 2010 (Jan.-April)
Fr.
109'500.--, 2009
Fr.
74'000.--, 2008
Fr.
22'100.--, 2007
Fr.
19'500.-
-, 2006 (Jan.- Mai)
Fr.
70'292.-- (Juni – Dez.)
Fr.
98'525.--
, 2005
Fr.
163'800.--, 2004
Fr.
155'100.--, 2003
Fr.
118'400.--, 2002
Fr.
140'700.--, 2001
Fr.
153'900.--
(
Urk.
5/29/4
, 5/76/2, 5/96
).
Nach Aussagen der Versicherten im Abklärungsbericht vom 1
2.
Dezember 2011 führte sie ab 1997 die Wäscherei an der
E-Strasse
, diese habe sie von einem Ehepaar übernehmen können. In diesem Geschäft habe sie mit ihrem Ehemann und zwei Angestellten gearbeitet. Während der Jahre 2004 bis 2006 habe sie einen zusätzlichen Wäschereibetrieb in
F._
geführt, wo sie 7 bis 8 Mitarbeiter gehabt habe. Das Geschäft sei gut gelaufen. Sie habe durch den deutlichen Mehraufwand immer mehr an gesundheitlichen Problemen gelitten und vermehrt gefehlt. Schliesslich sei sie zur Einsicht gelangt,
dass nur ein Geschäft zu haben
für sie besser sei. Darum habe sie das Geschäft in
F._
im Jahr 2006 schon wieder verkauft. Ihr Ehemann sei vor allem für den Wäschetrans
port zuständig. Sie selber habe in der Wäscherei stets voll mitgearbeitet. Sie habe alle anfallenden Arbeiten (Wäsche waschen, trocknen, bügeln etc.) erle
digt. Ihre
tägliche Arbeitszeit sei von 8 bis 17 Uhr gewesen. Die Büroarbeiten (Abrechnungen, Rechnungen schreiben, Telefonate mit Kunden) habe sie nicht selber erledigt, dies habe unentgeltlich der Sohn der früheren Betriebsinhaber, Herr
G._
, übernommen (
Urk.
5/41/2 f.). Ende 2009 (richtig eher Januar 2010:
Urk.
5/30/38) habe sie den Betrieb an der E-Strasse
ihrem Bruder verkauft, weil sie einen kleineren Betrieb ohne Verantwortung für Mitarbeiter gewünscht habe. Sie habe deshalb 2010 in
F._
eine neue Wäscherei eröffnet, wo nur noch ihr Ehemann arbeite und die Büroarbeit wie
derum Herr
G._
mache (
Urk.
5/41/4). Zum Arbeitspensum anlässlich der Abklärung vom Dezember 2011 befragt, antwortete die Versicherte, sie wisse nicht so genau, wieviel sie arbeite. Ihr Ehemann sei hier und unterstütze sie überall. Fest stehe nur, dass sie am Montagnachmittag nicht im Geschäft sei. Wenn sie sich nicht gut fühle, könne sie zu Hause bleiben oder früher nach Hause gehen (
Urk.
5/41/4).
3.3.3
Der Beginn der durchgehenden und von der IV-Stelle anerkannten und damit rel
evanten eingeschränkten Arbeits
fähigkeit ist der
1.
Januar 2009; damals wurde die Wartezeit eröffnet (
Urk.
5/45/5). Im damaligen Zeitpunkt arbeitete die Versicherte in ihrem Betrieb
an der E-Strasse
. De
n
Zweitbetrieb in
F._
, den die Versicherte zwischen 2004 bis Mitte 2006 auch noch betrieben hatte, hatte sie - wie aus der Erfolgsrechnung des Jahres 2006 hervorgeht - in jenem Jahr mit Gewinn verkauft (
Urk.
5/32/8). Die Behauptung der Versicherten, der Verkauf dieses Zweitbetriebes sei aus gesund
heitlichen Gründen geschehen, woraus sie schliessen will, im Gesundheitsfall hätte sie neben dem Geschäft
an der E-Strasse
auch das Zweitgeschäft in
F._
geführt, weshalb das
Valideneinkommen
unter Einbezug der Einkommen zwischen 2004 und 2006 berechnet werden müsse, findet in den Akten wenig Stütze. Die Versicherte war 2004 vom behan
delnden Hausarzt ab April 50
%
arbeitsunfähig geschrieben worden, sodann fand ein gut einmonatiger Aufenthalt in der
H._
mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit statt (
Urk.
5/22). Die danach auf
genommene Therapie in der Klinik wegen einer generalisierten Angststörung brach sie jedoch nach drei Gesprächen ab (
Urk.
5/30). Im Vordergrund stand diese Angststörung; aus dem Bericht der Klin
i
k geht dabei nicht eine Leistungs
einbusse der Versicherten als Motivator für die Therapie hervor, sondern ihre Angst, den Kindern ein schlechtes Vorbild zu sein (
Urk.
5/30/22). In den Akten ist sodann keine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten im Jahr 2005 dokumen
tiert. Im Gutachten von
Dr.
C._
/
Dr.
D._
vom
8.
Oktober 2010, wo
der berufliche
Werdegang der Versicherten erhoben
worden war,
berichtete diese zwar davon, sie habe die Wäscherei
an der E-Strasse
2010 zu Gunsten einer klei
neren aufgegeben, den Zweitbetrieb in
F._
, den sie wenige Jahre davor
aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben haben soll, erwähnte sie jedoch mit keinem Wort (
Urk.
5/30/37, 5/94/6). Es bestehen damit keine hinreichenden Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführerin das Zweitgeschäft aus gesundheit
lichen Gründen aufgegeben hatte. Durchaus denkbar ist auch, dass alleine die örtliche Distanz der Geschäfte und der damit verbundene zusätzliche Aufwand mit den vielen Angestellten dazu geführt haben, dass die Versicherte, die neben ihrer Berufstätigkeit auch eine Familie zu versorgen hatte, diese zusätzliche Belastung nicht weitertragen wollte. Dafür, dass sie im Gesundheitsfall dieses zusätzliche Geschäft auch noch gehabt hätte, ist die Beschwerdeführerin beweispflichtig, und dieser Beweis gelingt ihr nicht.
Es kann der Beschwerdegegnerin darin gefolgt werden, dass die Versicherte im Gesundheitsfall das Geschäft
an der E-Strasse
weiterhin gehabt hätte, das sie mit ihrem Mann und zwei Angestellten geführt hatte.
Dr.
C._
gegenüber gab sie von sich aus an, sie habe sich aufgrund der längeren gänzlichen und danach teilwei
sen Krankschreibung im Jahr 2009 entschieden, dieses Geschäft zu Gunsten eines kleineren aufzugeben (
Urk.
5/30/38). Da sie ab 2009 als in der Arbeits
fähigkeit in relevantem Ausmass eingeschränkt gesehen wurde, kann das Ein
kommen des Jahres 2008 als
Valideneinkommen
beigezogen werden.
Für das Jahr 2008 errechnete die Beschwerdegegnerin - wie gezeigt wurde - bei einem Betriebsgewinn des Geschäfts an der
E-Strasse
von
Fr.
89'132.29 ein Einkommen im Jahr 2008 von
Fr.
57'921.--, das angepasst an die Nominallohnentwicklung bis
ins Rentenjahr 2011
Fr.
60'446.--
ergab. Hin
sichtlich des Vorjahres 2007 fehlen die vollständigen Geschäftsunterlagen. Allerdings geht aus der Erfolgsrechnung hervor, dass 2007 bei einem Jah
resum
satz von rund
Fr.
368'342.--
ein etwas geringerer Umsatz gemacht wurde als 2008, a
ls ein solcher von
Fr.
384'675.--
resultierte, und die ausgewiesenen Per
sonalkosten (Löhne und Lohnnebenkosten) waren 2007 mit
Fr.
139'751.10 gegenüber denjenigen von 2008 mit
Fr.
114'637.--
noch höher (
Urk.
5/32/9-11). Gesamthaft kann daraus geschlossen werden, dass das Einkommen der Ver
sicherten unter demjenigen von 2008 lag. Aus der Tatsache, dass die Beschwer
degegnerin das Jahr 2007 bei der Berechnung des
Valideneinkommens
wegge
lassen hat, resultierte für die Beschwerdeführerin somit kein Nachteil. Da in der Buchhaltung der Versicherten für die Jahre davor, als sie zwei Geschäfte hatte, keine Aufteilung zwischen den beiden Geschäften in Zürich und
F._
vorgenommen worden war, so dass nicht eruiert werden kann, welches Ein
kommen mittels des für das
Valideneinkommen
relevanten Geschäfts in Zürich
erwirtschaftet wurde
(
Urk.
5/32/7), bleibt es bei dem von der
Beschwerdegegne
rin
angenommenen
Valideneinkommen
des Jahres 2011 von
Fr.
60'446.--.
3.4
3.4.1
Die
Tatsache, dass die Versicherte im Stande war, 2011 ein Einkommen von
Fr.
62'132.-- zu generieren, führt dazu, dass kein Rentenanspruch besteht. Die
ses Einkommen erzielte die Versicherte nach ihrer Darstellung und derjenigen ihres Hausarztes mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in ihrer eigenen Wäscherei. Die Arbeitsbedingungen waren als ideal bezeichnet worden, konnte doch die Versicherte ihre Arbeit nach ihren Bedürfnissen selber einteilen (
Urk.
5/94/10). Es bestehen somit keine Hinweise dafür, dass die Versicherte über ihre Kräfte gearbeitet hätte. Auch im Bericht vom 2
0.
Januar 2014 nannte
Dr.
A._
als relevante Diagnosen immer noch die gleichen Diagnosen wie in den Jahren davor, er befand die rezidivierende depressive Störung nun als mittelgradig (ICD-10 F33.10; richtig F33.1), und er erwähnte zusätzlich eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) sowie eine axiale
Hiatushernie
mit
Refluxerkrankung
(
Urk.
5/71/2). Die Versicherte befinde sich neben der regel
mässigen Schmerztherapie nach wie vor bei
lic
. phil.
I._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, in der von ihm,
Dr.
A._
, delegierten Psychotherapie. Der Hausarzt attestierte eine seit November 2010 und seither andauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Wäscherin. Die Situation erachtete er als eher progredient, und aufgrund des Verlaufs befand er, es sei nicht anzunehmen, dass die Arbeitsfähigkeit je wieder gesteigert werden könne (
Urk.
5/71/3).
3.4.2
Dr.
Y._
gegenüber berichtete die Versicherte, sie arbeite 50
%
. Die Gut
achterin veranlasste Laboruntersuchungen und ein MRI der Lendenwirbelsäule und untersuchte die Versicherte klinisch. Dabei befand sie, es bestünden eine verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule und Beschwerden aufgrund von leichten bis mässigen degenerativen Veränderungen bei flacher
breitbasi
ger
, leicht nach kaudal geklappter
mediolateraler
Diskushernie L5/S1 mit deut
lichen Kontakten zu den Nervenwurzeln S1 beidseits, jedoch ohne Kompression oder Verlagerung von Nervenwurzeln und ohne
radikuläre
Zeichen. Diese erho
benen Befunde an der Lendenwirbelsäule hätten sich gegenüber von früher ver
bessert, sie seien keinesfalls gravierend. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei zu 100
%
möglich. Die Rheumatologin äusserte die Ansicht, die Tätigkeit als selbständige Wäschereiinhaberin sei dem Rückenleiden angepasst. Die Ver
sicherte könne diese Tätigkeit zu 100
%
ausüben. Gegenüber der Situation anlässlich der Berentung sei eine deutliche Verbesserung eingetreten.
Labor
chemisch sei erwiesen, dass die Versicherte - entsprechend auch ihren Angaben - keine Psychopharmaka mehr einnehme. Sodann habe das neue MRI gegenüber demjenigen von 2006 keine Verlagerung der Nervenwurzel S1 und
keine Kom
pression mehr gezeigt, obwohl die
breitbasige
Diskushernie L5/S1 noch mit deutlichem Kontakt zu den Nervenwurzeln S1 zu sehen sei (
Urk.
5/90/62).
Dr.
Z._
untersuchte die Versicherte psychiatrisch. Er diagnostizierte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und ängstlichen Zügen (ICD-10 F61), welcher Diagnose er eine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit zumass. Er beschrieb die Versicherte als anhaltend ängstlich und affektlabil, sie verfüge über ein sehr schwankendes Aktivitätsniveau ausser Haus und im Geschäft. Es bestünden auch mehrere Phasen depressiver Symp
tome, die aber aus seiner Sicht nicht einer isolierten affektiven Störung zuzu
ordnen seien. Anlässlich der Untersuchung durch ihn seien keine depressiven Symptome vorhanden gewesen. Diese seien vielmehr in belastenden Situationen auf die kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Affekt- und Impulskontrolle zurückzuführen. Die Diagnose führe zu einer anhaltend reduzierten psychischen Belastbarkeit, Einschränkung der geistigen Flexibilität vor allem bei Belastung, Störung der sozialen Interaktionen und allgemein reduzierter Durchhaltefähig
keit mit rascher Ermüdbarkeit, weshalb ihr auf dem freien Arbeitsmarkt weiter
hin höchstens eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (von 8 Uhr bis 13 Uhr) attestiert werden könne. Die Tätigkeit in der eigenen Wäscherei sei ideal adaptiert mit der Möglichkeit der selbständigen Arbeitseinteilung. Eine Veränderung der Situation sei seit der Rentenzusprechung nicht eingetreten (
Urk.
5/95/1).
In der interdisziplinären Beurteilung fügten
Dr.
Z._
und
Dr.
Y._
die Diagnosen zusammen und attestierten eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus psychischen Gründen (
Urk.
5/95/16).
3.4.3
Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin mit der Eingliederung in ihrem Geschäft in
F._
bei im Wesentlichen gleich gebliebene
r
, auf j
eden Fall nicht verschlechterter
gesundheitliche
r
Situation arbeiten konnte und kann, ohne über die Leistungsgrenzen hinauszugehen. Damit vermochte sie nach der Rentenzusprechung die von der IV-Stelle berechneten und nicht bestrittenen Einkommen zu erzielen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung beim
Valideneinkommen
seit der Rentenzusprechung (Männer, Index Basis 1939=100; Jahre 2012 und 2013, Veränderungen gegenüber dem Vorjahr jeweils 0,8
%
) führt dies zu einem
Valideneinkommen
im Jahr 2012 von
Fr.
60'
929.57 und 2013 von
Fr.
61’417.--
. Daraus ergibt sich für das Jahr 2012 bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
34'121.94 ein Invaliditätsgrad von gerundet 44
%
und damit eine
Viertelsrente
und im Jahr 2013 bei einem Inv
ali
deneinkommen von
Fr.
39'064.--
von rund 36
%
, was keinen Rentenanspruch mehr ergibt
.
Eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation, die seither eine Einkom
mensverminderung zur Folge hätte, wird von der Beschwerdeführerin nicht behauptet (
Urk.
1). Mithin darf davon ausgegangen werden, dass die Versicherte mit ihrer Eingliederung im Betrieb ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag
und
allfällige Einkommensschwankungen mit den wirtschaft
lichen Gegebenheiten der Selbständigkeit zu begründen wären.
4.
4.1
Die Wirkung der Revision bestimmt sich in zeitlicher Hinsicht nach
Art.
88
bis
IVV. Nach
Abs.
2
lit
. a dieser Bestimmung erfolgt die Herabsetzung oder
Aufhe-bung
der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der
Ver
-fügung folgenden Monats.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV lässt ausnahmsweise eine rückwirkende Herabsetzung oder Aufhebung der Rente bereits vom Eintritt der anspruchserheblichen Änderung an zu, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nach
-
gekommen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_1022/2012 vom 1
6.
Mai 2013
E. 2.2 und 3.3 mit Hinweisen sowie 9C_226/2011 vom 1
5.
Juli 2011
E. 4.2.1). Gemäss der ab
1.
Januar 2015 geltenden Fassung dies
es Absatzes erfolgt die rückwir
kende Aufhebung der Rente „unabhängig dav
on, ob die Verletzung der Melde
pflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiteraus
richtung war“. Indessen verlangten Rechtsprechung und Lehre bis zu deren Inkrafttreten am
1.
Januar 2015 für die rückwirkende Kor
rektur, dass zwischen der Melde
pflichtverletzung und dem unrechtmässigen Leistungsbezug eine Kau
salität besteht (vgl. Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015,
Art.
25 N 17 mit Hinweis auf SVR 1995 IV Nr
. 58; vgl. Urteile des Bun
desge
richts 9C_320/2014 vom 2
9.
Januar 2015 E.
5 und 9C_245/2012 vom 2
9.
Okto
ber 2012 E. 5.1.1 und 5.2).
Unverzüglich z
u melden sind gemäss
Art.
77 IVV alle Änderungen in den tat
säch
lichen Verhält
nissen, die für das Fortbestehen des Leistungsanspruchs wesentlich sind, namentlich solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls wirtschaftlichen Verhältnisse (vgl. auch
Art.
31 ATSG). Sodann kann sich die Meldepflicht nur auf Sachverhaltsänderungen beziehen, um welche die betreffende Person sowohl bezüglich ihres Vorliegens als auch hinsichtlich der Auswirkungen auf den Leistungsanspruch weiss bzw. wissen müsste. Insoweit ist ein schu
ldhaftes Fehlverhalten erforder
lich, wobei nach der Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässigkeit ausreicht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7704/2009 E. 3.4.2-3 mit Hinweis auf BGE 118 V 214 E. 2b und 119 V 431 E. 2 sowie die
Urt
eile des Bundesge
richts 8C_1/2007 vom 1
1.
Mai 2007 E. 3 und 9C_570/2010 vom
8.
September 2010 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2015 vom 1
2.
November 2015 E. 2).
4.2
Die Beschwerdeführerin macht zur
rückwirkend
verfügten Aufhebung bzw. Reduktion der Rente keine eigentlichen Vorbringen
(
Urk.
1
S. 10
).
Tatsache ist, dass
sowohl im Vorbescheid vom 2
7.
Januar 2012 (
Urk.
5/47) als auch
in der rentenzusprechenden Verfügung vom
9.
Mai 2012 darauf hingewiesen wurde, dass jede Änderung in den per
s
önlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen, welche den Leistungsanspruch beeinflussen, unverzüglich mitzuteilen sei (
Urk.
5/51/4).
Trotzdem wies die Versicherte die Beschwerdegegnerin nach Abschluss der Geschäftszahlen des Jahres 2011
von sich aus
nicht darauf hin, dass ihr tatsächliches Einkommen
bereits im Jahr 2011 das angenommene hypothetische Invalideneinkommen, das ihr seit dem Vorbescheid vom 2
7.
Januar 2012
bekannt war – und gegen den sie keine Einwände erhoben hatte -
erheblich grösser war.
Erst im Zusammenhang mit der 2013 eingeleite
ten Revision von Amtes wegen und der mehrfachen Aufforderung, die Geschäftsunterlagen der Jahre 2011 und 2012 einzureichen (
Urk.
5/
65-67)
,
schickte die Versicherte der Beschwerdegegnerin den Geschäftsabschluss 201
1.
S
elbst wenn davon auszugehen ist, dass die Versicherte aufgrund der ausgelagerten Buchhaltung die Geschäftsabschlüsse jeweils mit Verspätung erhalten hatte
,
so
ist davon auszugehen, dass es ihr aufgrund ihrer Rechnungs
stellungen unter dem Jahr und ihren Kontoabschlüssen Ende Jahr bewusst war bzw. bewusst sein musste, dass sie mehr als
Fr.
28'975.--
Einkommen erzielt hatte, was sie bereits der Beschwerdegegnerin
jeweils während des
Folgejahr
es hätte melden können und sollen, was ihr als leichte Fahrlässigkeit anzulasten ist. Dass
dieses
Untätigbleiben
der Versicherten dazu geführt hat, dass ihr die Invalidenrenten ab 2011 in der ungerechtfertigten Höhe ausbezahlt wurde
n
, ist als zutreffend zu bezeichnen, weshalb offen bleiben kann, ob auf den vorlie
genden Fall
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV in der aktuellen Fassung oder in
derjeni
gen vor
2015 anwendbar ist.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.