Decision ID: c0d2f623-9b58-49a3-a87e-218a4c306aeb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war seit dem
1.
Januar 2007 bei der
Y._
als Jurist angestellt und damit bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) versichert, als
er
am
7.
Juni 2013
nach einer
Therapie
einheit
beim
Chiropraktor
einen Schlaganfall erlitt (
Urk.
8/A1).
Nach
getätigten
Abklärungen
lehnte
die
AXA
mit
Schreiben
vom
2
7.
Juni 2013 ihre L
eistungspflicht ab (
Urk.
8/A11),
ebenso mit
Verfügung vom
3.
Juli 2013 (
Urk.
8/A17)
.
Die vom
Versicherten am
2
0.
August 2013 (
Urk.
8/A21/3), ergänzt am 1
0.
September 2013 (
Urk.
8/A23/2) und am 1
7.
Juli 2014 (
Urk.
8/A32)
,
erhobene Einsprache
wies die
AXA
am
2
3.
Oktober 2014 ab (Urk. 8/A33
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
2
4.
November 2014
Beschwerde (Urk. 1) gegen
den
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Oktober 2014
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben, und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu zuspre
chen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
Januar 2015 (
Urk.
7
) beantragte die
AXA
die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
0.
Februar 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.4
Die Grundsätze zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit gelten auch, wenn zu beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt. Die Frage, ob eine ärztliche Vorkehr als mehr oder weniger ungewöhn
licher äusserer Faktor zu betrachten sei, ist aufgrund objektiver medizinischer Krite
rien zu beantworten. Sie ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist; denn das Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des Unfallbegriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern allein auf diesen selber.
Nach der Praxis ist es mit dem Erfordernis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in Frage steht. Damit eine solche Vorkehr als unge
wöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden kann, muss ihre Vornahme unter den jeweils gegebenen Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zudem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken in sich schliessen. Im Rahmen einer Krankheitsbehandlung, für welche die Unfallversicherung nicht leistungspflichtig ist, kann ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfüllen, nämlich, wenn es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rech
net noch zu rech
nen braucht. Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen
Unfallversicherungs
rechts
vorliegt, beur
teilt sich unabhängig davon, ob die beteiligte medizinische Fachperson einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder
öffentlich
recht
liche
) Haftung begründet. Ebenso wenig besteht eine Bindung an eine all
fällige strafrechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (BGE 121 V 35 E. 1b, 118 V 283 E. 2b, je mit Hin
weisen auf Rechtsprechung und Lehre).
1.5
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvoll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste
hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht
keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
1.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.7
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine Leistungspflicht im Wesentlichen damit, dass
vorliegend
das Erfordernis der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors nicht gegeben sei, weshalb die
chiropraktische
Behandlung
vom
7.
Juni 2013 den gesetzlichen Unfallbegriff nicht erfülle (
Urk. 2
S. 5).
Die Art der Behandlung des
Chiropraktors
sei im üblichen Rahmen verlaufen und habe ohne
Programmwid
rigkeit
im Ablauf stattgefunden (S. 3). Beim geschilderten Ereignis habe somit kein ungewöhnlicher äusserer Faktor eine ursächliche Rolle gespielt (S. 5).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
dass eine
chiropraktische
Einwirkung auf den Nacken eines Patienten mit einer Gewalt, welche es erlaube, eine
Aortendissektion
hervorzurufen, per se als grob ungeschickt angesehen
werden müsse (
Urk.
1 S. 4 unten).
Wenn gar der eigene Berufsverband aus
drücklich fest
halte, dass bei sorgfältiger Vor
nahme der Manipulation eine
Aortendissektion
nicht möglich sei, bedeute dies, dass wenn eine solche ausge
löst werde, der
Chiropraktor
offenkundig nicht genügend sorgfältig bezie
hungsweise nicht lege
artis
vorgegangen sei. Somit könne für den vorliegenden Fall nur gelten, dass die Manipulation nicht fachgerecht durchgeführt worden sei (S. 8).
So oder so sei der Unfallbegriff gegeben. Die
Dissektion
sei unmittel
bar nach der unsorgfältig vorgenommenen HWS-Manipulation aufgetreten und sei somit zu dieser kausal (S. 10 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob ein Unfall im Rechtssinne vorliegt bezie
hungs
weise
rechtsgenüglich
nachgewiesen werden kann.
3.
3.1
Dr.
Z._
,
Chiropraktor
SCG, nahm am 2
4.
Juni 2013 Stellung (
Urk.
8/M4) und führte aus,
dass der Beschwerdeführer ihn am
7.
Juni 2013 wegen zervikalen/thorakalen Schmerzen konsultiert habe. Die Schmerzen
hätten
zwei Wochen
davor
ohne äusseren Einfluss begonnen. Schmerzhafte Ausstrahlung
en oder Gefühlsstörungen in die Extremitäten habe der Beschwerdeführer verneint. Ein ähnliches Schmerzsyndrom sei schon im Dezember 2012
chiropraktisch
behandelt worden. Der Untersuch habe eine zervikale Blockade C5 in Rotation nach rechts und thorakaler Dysfunktion Th4/5 gezeigt. Am
7.
Juni 2013 habe er den Beschwerdeführer am Nacken und im Brustwirbelbereich behandelt. Einige Sekunden nach der Behandlung habe sich der Beschwerdeführer über Unwohl
sein und leichten Schwindel beklagt. Da sich der Zustand nicht verbessert habe und zusätzlich noch Gefühlsstörungen in den Armen und Beine aufgetreten seien, sei die Ambulanz gerufen worden. Mit Verdacht auf einen Hirnschlag sei der Beschwerdeführer ins Spital gebracht worden.
3.2
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
B._
, berichtete am 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
8/M
3
)
über die Erstbehandlung des Beschwer
deführers vom
7.
Juni 201
3.
Er führte aus, dass ein Verdacht auf eine
Ver
tebralisdissektion
best
anden habe
.
3.3
Mit Austrittsbericht vom 1
1.
Juni 2013 (
Urk.
8/M5) berichteten die Ärzte des
C._
, Klinik für Neurologie,
über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom
7.
Juni bis 1
7.
Juni 201
3.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
a
kuter ischämischer Hirninfarkt Stromgebiet A. cerebri
posterior
rechts bei
Vertebralisdissektion
rechts am
7.
Juni 2013
ätiologisch:
Vertebralisdisse
k
tion
nach
Chiropraktor
Behandlung TOAST 4
anamnestisch: Unwohlsein,
Parästhesien
und Taubheit Arm/Bein links
klinisch: Hemianopsie nach links, Absinken im Arm- und
Bein
haltever
such
links, fraglich diskrete
Nasolabialfaltenassymmetrie
rechts, Hypästhesie/-
algesie
Arm/Bein links
neuropsychologisch: leichte kognitive Verlangsamung,
Kon
zent
ra
tions
einbrüche
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach der
chiroprak
ti
schen
Behandlung zunächst eine ausgeprägte Müdigkeit, gefolgt von Schwin
del, Kopfschmerzen und Taubheits- und Schwächegefühl der linken Körperseite
so
wie eine Sehstörung
beklagt habe
(S. 3 oben)
.
Es bestehe kein Nachweis einer Gefässpathologie. Dennoch sei unter Berücksichtigung der Anamnese des Be
schwerdeführers an eine
Dissektion
der
Vertebralarterien
zu denken. Eine
Dissektion
sollte mittels zervikaler und
kranieller
MRI ausgeschlossen oder bestätigt werden (S. 4 unten).
Mittels
zervik
alem MRI habe sodann eine
Dissek
tion
der A. vertebralis rechts auf Höhe HWK 6 mit Nachweis eine
Wandhäma
tomes
und konsekutiv streckenweise vermindertem Gefässvolumen festgestellt werden können
. Ein Gefässabbruch sei nicht sichtbar
(S. 5 oben).
Im Vorder
grund der Befunde stehe beim Beschwerdeführer eine klinisch beobachtbare leichte kogni
tive Verlangsamung. Diese zeige sich verstärkt bei der Bearbeitung kom
plexer Aufgaben, in der räumlichen Orientierung, beim Abrufen autobiogra
fischer Inhalte sowie in der Spontansprache. Im Verlauf der Untersuchung seien verein
zelt kurze Konzentrationseinbrüche
eruierbar
.
Aktuell sei von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Das definitive Ausmass sollte beim Reha-Austritt unter anderem neuro
psychologisch festgeleg
t werden
(S. 5 Mitte)
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, beratender Arzt der AXA, nahm am 1
0.
September 2014 Stellung (
Urk.
8/M9) und
führte aus, am Vorliegen einer Vertebralis-
Dissektion
rechts auf Höhe HWK6 sei nicht zu zweifeln. Es gebe vereinzelte Daten, wonach eine
chiropraktische
Manipulation zu einer erhöhten Inzidenz einer
Dissektion
der hirnzuführenden Gefässe führe.
Er sowie zwei von ihm befragte Professoren könnten die Frage nach der Kausalität nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit festlegen. Es liessen sich Gutachter finden, die die
Dissektion
der
Vertebralarterie
rechts auf die
chiropraktische
Manipulation zurückführen würden. Andererseits liessen sich ebenso Gutachter finden, welche
die
Frage offen lassen müssten. Er könne einzig eine zeitliche Abfolge vom
Symptomatischwerden
der
Dissektion
mit dem
chiropraktischen
Eingriff beja
hen, wobei dies nicht sage, wie lange die
Dissektion
schon bestanden habe
. Auch die Angaben in der Literatur seien widersprüchlich
(S. 2)
.
Die Frage nach der Kausalität sei für ihn nicht
beantwortbar
.
Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt, zumal niemand genau wisse, weshalb es bei
chiropraktischen
Ein
griffen
manchmal zum
Manifestwerden
einer
Dissektion
komme. Die Ausfüh
rungen, wonach es erheblicher Kräfte bedürfe, welche auf die
Arteria
vertebralis wirkten, könnten nicht gestützt werden. Die
chiropraktische
Behandlung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne Behandlungsfehler erfolgt. Die
Unfall
kausalität
der durchgeführten
chi
ropraktischen
Behandlung und des
Hirnin
farkt
s
sei zu verneinen (S. 3).
4.
4.1
Strittig und zu klären ist die Frage, ob die Handlungen
von Dr.
Z._
im Rahmen d
er
chiropraktischen
Behandlung des Beschwerdeführers am 7. Juni 2013 das zum Unfallbegriff gehörende Merkmal der Ungewöhnlich
keit erfüllen oder nicht.
Diese Frage ist zu unterscheiden von der Frage, ob zwischen der
Behandlung
durch Dr.
Z._
und
den
anschliessend
aufgetretenen
Beschwerden e
in Kausal
zusammenhang bestehe.
Im Zusammenhang mit einer allfälligen
Leis
tungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin setzt die Prüfung des Kausalzusammen
hangs voraus, dass das möglicherweise ursächliche Ereignis selber ein Unfall im Rechtssinne ist
.
Nur der Kausalzusammenhang zwischen einem als Unfall ein
zustufenden Ereignis und dessen Folgen ist leistungsbegründend
. L
iegt kein Unfall vor, kann keine Leistungspflicht entstehen.
4.2
Nac
h der bundesgerichtlichen Recht
sprechung ist es mit dem Erfordernis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in Frage steht. Die Frage, ob eine ärztliche Vorkehr als ungewöhnlicher Fak
tor
zu betrachten sei, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu beant
worten und nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den
Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist (vgl.
vorstehend E
. 1.4).
Vorliegend handelt
e
es sich bei der ärztlichen Vorkehr um eine
chiropraktische
Manipulation am Nack
en und im Brustwirbelbereich
. Eine solche Behandlung weicht weder vom medizinisch Üblichen erheblich ab noch schliesst sie objektiv betrachtet grosse Risiken in sich, sondern liegt, medizinisch gesehen, durchaus im Rahmen des Üblichen.
D
as vorgesehene
Vorgehen
– die
Lösung
einer zervi
kalen Blockade
–
ist sodann nicht
mit unüblichen
oder
unge
wöhnlichen Risiken verbunden.
Ferner
wurde das Vorliegen eines Behandlungsfehlers
oder eines regelwidrigen Verhaltens
nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 1 S.
4 f.
) und es lie
gen auch keine Anhalt
spunkte hierfür vor (vgl. Urk. 8
/M
4
), weshalb von einer kunstgerecht durchgeführten
Manipulation
auszugehen ist.
4.3
Nach dem Gesagten bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass die
chiroprakti
sche
Manipulation durch
Dr.
Z._
anlässlich seiner Behandlung des Beschwerdeführers am
7.
Juni 2013 keinen ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne des gesetzlichen Unfallbegriffs
darstellt
.
Damit fehlt es an einem Unfall im Rechtssinne und die Beschwerdegegnerin trifft keine Leistungspflicht, was zur Bestätigung des angefochtenen Entscheids und zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.4
Es bleibt darauf hinzu
weisen, dass
der Leistungsanspruch
selbst bei Annahme des Vorliegens eines Unfalles im Rechtssinne
aufgrund des fehlenden Kausal
zusammenhanges zu verneinen gewesen wäre.
So besteht
gemäss
Dr.
D._
in
den Erkenntnissen
der medizinischen Wissen
schaft keine Einigkeit darüber, ob eine Assoziation zwischen der Chiropraktik und einer Vertebralis-
Dissektion
zu sehen sei (vgl.
Urk.
8/M9).
Ein natürlicher Kausalzusammen
hang zwischen der
chiropraktischen
Behandlung im Juni 2013
und de
m beim Beschwerdeführer aufgetretenen Hirninfarkt wäre daher nicht
als
überwiegend wahrscheinlich
anzunehmen
.
Ein Anspruch wäre
somit
aufgrund des fehlenden natürlichen Kausalzusammenhanges auch dann zu verneinen
gewesen
, wenn dem Beschwerdeführer der Nachweis des geltend gemach
ten Unfalles gelungen wäre.