Decision ID: bd12a088-9e6b-4b16-8201-89db5504ce89
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalts und zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen der
Umschulung und anschliessendem neuen Entscheid an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Die Beschwerde sei dringlich zu behandeln. Dabei
bemängelte er im Wesentlichen eine unzureichende Abklärung des
medizinischen Sachverhalts und stützte sich insbesondere auf die
Arbeitsfähigkeit-Einschätzung von 20 % in adaptierter Tätigkeit von Dr.
med. G._ ab. Daneben machte er auch qualitative Einschränkungen
geltend, weshalb ihm der maximale Leidensabzug von 25 % zu gewähren
sei. Schliesslich kritisierte er das von der IV-Stelle veranschlagte
Valideneinkommen und mochte es gestützt auf den Tabellenlohn für das
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Baugewerbe im Kompetenzniveau 2 bemessen haben. Mit der
Beschwerde reichte er zudem zahlreiche Dokumente und medizinische
Berichte ein, darunter auch jener von Dr. med. G._ vom 24. April 2020,
worin dieser ausführte, der Beschwerdeführer leide höchstwahrscheinlich
an einer Überlastung der Bewegungssegmente L4/L5 und L3/L4 mit
belastungsabhängigen neuroforaminalen Engen. Er schlug daher eine
Dekompression der Nervenwurzeln L4 und L5 sowie eine dynamische
Stabilisation der Segmente L3/L4 und L4/L5 vor. Die Arbeitsfähigkeit liege
momentan bei 20 % für leichte Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von
Lasten von mehr als 5-10 kg; nach der Operation werde der
Beschwerdeführer 3-5 Monate ganz arbeitsunfähig geschrieben. Das
operative Vorgehen sei indiziert, weil keine alternative Therapie Besserung
gebracht hätte. Durch die dorsale dynamische Stabilisation sollte
anschliessend eine Besserung der Beschwerden erzielt werden, so dass
der Beschwerdeführer, ohne Heben von schweren Lasten von mehr als 5-
10 kg und ohne repetitives Beugen des Oberkörpers, wieder in einen
Arbeitsplatz reintegriert werden könne. Empfohlen werde eine Umschulung
in einen Beruf mit wechselnden Körperpositionen.
11. Am 6. Mai 2020 erklärte die Instruktionsrichterin das Verfahren für dringlich.
12. Mit Eingabe vom 8. Mai 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er am
12. Juni 2020 im Spital Schiers am Rücken operiert werde und bis dahin
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 20 % in adaptierter Tätigkeit bestehe.
13. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer
Vernehmlassung vom 18. Mai 2020 auf Abweisung der Beschwerde.
14. Der Beschwerdeführer replizierte bei unveränderten Anträgen am 10. Juli
2020 und vertiefte seinen Standpunkt punktuell. Zudem reichte er
wiederum verschiedene Unterlagen ein, darunter eine Stellungnahme
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seines neuen Hausarztes, Dr. med. N._, vom 28. Juni 2020 sowie
mehrere Berichte von Dr. med. G._ zur durchgeführten Operation am
12. Juni 2020.
15. Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 15. Juli 2020 an ihrem
Antrag fest und führte in Ergänzung zu ihrer bisherigen Argumentation aus,
dass der Beschwerdeführer bei der von ihm geltend gemachten
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von nur 20 % nicht in der Lage sei,
berufsbildende Massnahmen zu bestehen, weshalb auch diesfalls ein
Umschulungsanspruch entfalle.
16. Der Beschwerdeführer triplizierte am 30. Juli 2020 bei unveränderten
Rechtsbegehren und bejahte seine Eingliederungsfähigkeit. Dabei legte er
abermals neue Dokumente ins Recht.
17. Mit Quadruplik vom 4. August 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme.
18. Mit (unaufgeforderter) Eingabe vom 10. August 2020 reichte der
Beschwerdeführer weitere Berichte von Dr. med G._ sowie eine
ergänzte Honorarnote ein.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die ablehnende Verfügung
der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 31. März 2020, mit welcher
diese eine Kostengutsprache für die Umschulung des Beschwerdeführers
verneinte. Eine solche Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde
an das Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt,
kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als örtlich und
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sachlich zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist der
Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung.
Er ist deshalb zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht
eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39
Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG), weshalb darauf einzutreten ist.
2. Streitgegenstand bildet der Anspruch des Beschwerdeführers auf
berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung. Unbestritten ist, dass
dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur nicht
mehr zumutbar ist. Die Beschwerdegegnerin bejahte in der
Vernehmlassung überdies den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitsvermittlung. Uneins sind sich die Parteien zunächst hinsichtlich der
(Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Dabei kritisiert der
Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf den
Bericht des Rehazentrums Valens vom 10. Februar 2020 bzw. auf die RAD-
Beurteilung vom 18. März 2020 angenommene, volle Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit. Der Beschwerdeführer sieht sich gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. med. G._ lediglich zu 20 % in
adaptierter Tätigkeit (d.h. in leichten Tätigkeiten ohne Heben und Tragen
von Lasten von mehr als 5-10 kg) arbeitsfähig. Ferner rügt der
Beschwerdeführer die Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens
und schliesslich die Nichtvornahme eines Leidensabzugs von 25 %.
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3.1. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen,
soweit: (a) diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen,
zu erhalten oder zu verbessern; und (b) die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
3.2. Ein Versicherter hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert
werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf Umschulung setzt
voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des
Gesundheitsschadens in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie
ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder länger dauernde Erwerbseinbusse
von etwa 20 % erleidet (BGE 139 V 403 E.5.3, 130 V 489 E.4.2; Urteil des
Bundesgerichts 9C_511/2015 vom 15. Oktober 2015 E.3). Nach Art. 6 Abs.
1 IVV gelten als Umschulung Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte
nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung
wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit benötigen.
4. Vorab ist die (Rest-)Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu klären.
Hierfür sind insbesondere die ärztlichen Unterlagen massgebend.
4.1. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
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berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1,
125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). Den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern
sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts
8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die Tatsache allein, dass der
befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet
erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab
anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465
E.4.3.2 und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom
21. September 2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2
f., 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). Aus dem Grundsatz der
Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, mittels eigener
Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu
ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel
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stammen regelmässig von behandelnden Ärztinnen und Ärzten oder von
anderen medizinischen Fachpersonen, die in einem auftragsrechtlichen
Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sich die behandelnden
Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf die Behandlung zu
konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den
abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche
erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und
erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten
gemäss Rechtsprechung. Aus diesen Gründen und aufgrund der
Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.3a/cc m.H.), wird im Streitfall eine
direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen
(BGE 135 V 465 E.4.5). Die von der versicherten Person aufgelegten
Berichte sind jedoch daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken. Um solche Zweifel
auszuräumen, wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten
anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen
haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung
veranlasst (BGE 135 V 465 E.4.6; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
4.2. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Bericht zum
Ergonomietrainingsprogramm des Rehazentrums Valens vom 10. Februar
2020 bzw. auf die RAD-Beurteilung vom 18. März 2020 abgestellt hat oder
ob konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von
den übrigen medizinischen Akten in Zweifel gezogen werden, so dass von
der 100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit (d.h.
körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit nur
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manchmal vorkommendem vorgeneigtem Stehen sowie Arbeiten über
Schulterhöhe) nicht mehr ausgegangen werden darf.
4.3. Soweit der Beschwerdeführer eine unzureichende Abklärung des
medizinischen Sachverhalts bemängelt, da bis heute keine RAD-
Abschluss-beurteilung vorgenommen worden sei, verfängt sein Einwand
nicht. Zwar trifft es zu, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. November 2019 mitteilte, dass
die Frage nach dem Umschulungsanspruch bis auf Weiteres offengelassen
werde und erst dann abschliessend beantwortet werde, wenn die
orthopädischen, rheumatologischen und neurologischen Untersuchungen
durchgeführt worden seien und eine RAD-Abschlussbeurteilung vorliege
(vgl. Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 61). Diese Abklärungen
wurden seither durch die Dres. med. H._ und I._ durchgeführt
(vgl. insb. Bericht vom 14. Oktober 2019 [Bg-act. 72] und jener vom 8.
November 2019 [Bg-act. 74]) und flossen in die Beurteilung von Dr. med.
G._ vom 20. November 2019 (Bg-act. 66/2) mit ein, was in
diagnostischer Hinsicht zu keiner Änderung im Vergleich zu seinem Bericht
vom 3. Oktober 2019 (Bg-act. 50) führte, welcher auch von RAD-Arzt Dr.
med. E._ gewürdigt worden ist (vgl. Case Report [CR] S. 6). Ferner
befand sich der Beschwerdeführer seither in einem einmonatigen
Rehabilitationsaufenthalt in den Kliniken Valens, der gemäss dem von Dr.
med. G._ gestellten Kostengutsprachegesuch bezweckte, die
körperliche Belastungsfähigkeit bzw. die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers abzuklären (vgl. Bg-act. 66). Dass RAD-Arzt Dr. med.
E._ seine finale Beurteilung vom 18. März 2020 (CR S. 12) gestützt
auf die dort getätigten Abklärungen nach einem intensiven,
leistungsorientierten Ergonomietrainingsprogramm vornahm, ist – wie noch
aufzuzeigen ist – nicht weiter zu beanstanden. Dass er seine Beurteilung
unter der Rubrik "Einschätzung über die Eingliederungsfähigkeit"
anbrachte und nicht in Form einer RAD-Abschlussbeurteilung, tut seinen
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Ausführungen keinen Abbruch. Vielmehr hält die Beschwerdegegnerin in
der Vernehmlassung dazu nachvollziehbar fest, dass die RAD-
Beurteilungen im Zusammenhang mit der Prüfung beruflicher
Massnahmen unter dem besagten Titel "Einschätzung über die
Eingliederungsfähigkeit", jene im Zusammenhang mit Rentenprüfungen
indes als RAD-Abschlussbeurteilung erfolgen. Entgegen der Auffassung
des Beschwerdeführers findet sich überdies in der finalen Beurteilung von
RAD-Arzt Dr. med. E._ vom 18. März 2020 kein Anhalt dafür, dass er
angedeutet hätte, es müsse eine weitere Einschätzung von Dr. med.
G._ abgewartet werden.
4.4. Des Weiteren kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er
vorbringt, der Bericht der Kliniken Valens stelle keine ausreichende
Beurteilungsgrundlage dar. Entgegen seiner Auffassung handelt es sich
beim Bericht vom 10. Februar 2020 nicht bloss um therapeutisch-
ergonomische Beobachtungen im Sinne einer Momentaufnahme. Vielmehr
hat sich Dr. med. L._ in Kenntnis der medizinischen Vorgeschichte
und in Erhebung der Befunde mit den gesundheitlichen Einschränkungen
des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Auch flossen die geltend
gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden
in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand mit ein (vgl. Bg-act.
110/2 ff.). Daraus wie auch aus den gestellten Diagnosen (chronisches
panvertebrales Syndrom bei u.a. mässiggradigen degenerativen
Veränderungen, Haltungsinsuffizienz bei Adipositas, muskulärer
Dysbalance, Hypermobilität, Scheuermannresiduen am thorakolumbalen
Übergang und CT-gesteuerter Facettengelenksinfiltration LWK4/5
beidseits am 27. Juni 2019 ohne Wirkung sowie ein Karpaltunnelsyndrom
beidseits), welche auch jene der Dres. med. G._, H._ und I._
aufgreifen, geht hervor, dass sich Dr. med. L._ sehr wohl mit den
aktenkundigen Berichten und Befunderhebungen auseinandergesetzt hat.
Die Schlussfolgerungen im Bericht vom 10. Februar 2020 stützen sich
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zudem auf die während eines ganzen Monats durchgeführten Abklärungen
ab, weshalb keineswegs von einer Momentaufnahme gesprochen werden
kann. Auch wenn sich während des Klinikaufenthalts gezeigt hat, dass die
lumbalen Rückenschmerzen bei vermehrter körperlicher Belastung im
Rahmen der Therapien zugenommen haben, geht aus der
Austrittsbeurteilung hervor, dass der Beschwerdeführer die
Trainingsbelastungen sowohl im Sequenztraining als auch im
Ausdauertraining etwas habe steigern können. Beim wechselhaften Verlauf
habe er im abeitsspezifischen Training konstant mit 12.5 kg hantiert. Beim
vorgeneigten Stehen seien Verbesserungen in der Haltungskontrolle
ersichtlich. Insgesamt seien bezüglich der Arbeitstechniken leichte
Verbesserungen erkennbar. Die bei Austritt demonstrierte
Leistungsfähigkeit liege im Bereich einer wechselbelastenden, leichten bis
mittelschweren Tätigkeit (Heben von Lasten selten bis max. 15 kg). Vor
diesem Hintergrund erscheint es schlüssig, wenn Dr. med. L._ auf
eine ab dem 10. Februar 2020 bestehende 100%ige Arbeitsfähigkeit für
solche leicht bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten mit nur
manchmal vorkommenden Arbeiten über Schulterhöhe und vorgeneigtem
Stehen schloss (vgl. Bg-act. 110/3 f.). Insofern erweist sich der Bericht des
Rehazentrums Valens vom 10. Februar 2020 als für die streitigen Belange
umfassend und ist demnach auch beweiswertig.
4.5. Wenn nun Dr. med. G._ den Beschwerdeführer aufgrund der Rücken-
und Beinschmerzen nur eine 20%ige Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten
ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 5-10 kg und ohne
repetitives Beugen und Strecken des Oberkörpers auswies (vgl. z.B.
ärztliches Zeugnis vom 10. März 2020 [Bg-act. 116]), ist dem sich darauf
abstützenden Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass ärztliche
Beurteilungen von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenzüge
aufweisen, die es zu respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2 m.H.). Dr. med. G._
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begründet seine Abkehr von der zuvor noch attestierten 100%igen
Arbeitsunfähigkeit denn auch nicht näher (vgl. Arztbericht vom 20.
November 2019 [Bg-act. 66]). Anhaltspunkte für eine Verbesserung
ergeben sich bei gleichbleibenden Hauptdiagnosen jedenfalls nicht.
Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass eine solche niederprozentige
Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit mit dem seitens der
IV-Einglie-derungsberatung geäusserten Hinweis zusammenhängt, eine
Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
vorzunehmen, wobei mindestens eine 20%ige Arbeitsfähigkeit
vorgewiesen werden müsse, um Taggelder beanspruchen zu können (vgl.
Emails vom 3. März 2020 und 18. März 2020 [Bg-act. 113 und 123]). Dabei
leuchtet aber nicht ein, weshalb eine derartige, nach Auffassung von Dr.
med. G._ dem momentanen Leiden angepasste leichte Tätigkeit nicht
auch im Rahmen einer höheren Arbeitsfähigkeit ausgeübt werden könnte.
Dr. med. G._ bringt zudem nichts vor, was im Bericht der Kliniken
Valens vom 10. Februar 2020 unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein
soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019
E.2). Soweit seine nach Verfügungserlass datierten Berichte überhaupt
Beachtung finden können (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_414/2019 vom 25. September 2019 E.2.2.2), geht daraus zwar hervor,
dass Dr. med. G._ gewisse Präzisierungen in diagnostischer Hinsicht
vornahm (vgl. z.B. Arztbericht vom 24. April 2020 [Akten des
Beschwerdeführers {Bf-act.} 13], wo unter dem schweren chronischen
Schmerzsyndrom im Bereich der LWS und in den Beinen zusätzlich eine
Übergangsanomalie beidseits L5/S1 mit Sakralisation des Wirbelkörpers
L5 und konsekutiver Überbelastung der Bewegungssegmente L4/L5 und
L3/L4 mit deutlicher dorsoventraler Arthrose bei Überbeweglichkeit, eine
L4 und L5 Radikulopathie [elekrophysiologisch nachgewiesen durch Dr.
med. H._ am 14. Oktober 2019] sowie eine zweimalige Infiltration [1 x
L4 und L5 rechts, 1 x L4 und L5 links] im März/April 2020 mit
anschliessender, während Stunden dauernder Besserung der
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Beschwerden im Rücken und in den Beinen aufgeführt wurde), wobei eine
Nervenwurzelkompression L4 und L5 im Vordergrund stand (vgl.
Arztbericht vom 15. Juni 2020 [Bf-act. 20], provisorischer Austrittsbericht
undatiert [Bf-act. 21] sowie Austrittsbericht vom 23. Juni 2020 [Bf-act. 22]).
Die eigentlichen Hauptdiagnosen blieben jedoch im Vergleich zu den
vorangehenden Berichten unverändert. Insoweit liegt nahe, dass die
aufgeführte Pathologie beim Beschwerdeführer klinisch bereits im
Zeitpunkt des stationären Rehabilitationsaufenthalts in den Kliniken Valens
vorgelegen hat und die geklagte Symptomatik folglich bereits
vollumfänglich im Rahmen des Berichts vom 10. Februar 2020
berücksichtig worden ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist
für die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung eines
Gesundheitsschadens ohnehin nicht die konkrete diagnostische
Einordnung, sondern vielmehr die funktionellen Beeinträchtigungen
massgebend (vgl. BGE 140 V 193 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts
9C_345/2019 vom 25. September 2019 E.4.2.1, 9C_570/2018 vom 18.
Februar 2019 E.3.2.1, 9C_851/2018 vom 23. Mai 2019 E.4.1.4). Dass sich
zumindest ab dem Verfügungszeitpunkt in gesundheitlicher Hinsicht eine
Verschlechterung eingestellt hätte, weist denn auch der Beschwerdeführer
selbst in der Replik ausdrücklich zurück. Dabei beruft er sich zudem auf
seinen neuen Hausarzt, Dr. med. N._, der in seinem Bericht vom 28.
Juni 2020 betont, dass die Operationsindikation nicht in einer allgemeinen
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem 31. März 2020,
sondern in den ausgeschöpften konservativen Therapien begründet
gewesen sei (vgl. Bf-act. 19). Soweit schliesslich für die Zeit nach der
Operation eine mehrmonatige, 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen
wird (vgl. Arztbericht von Dr. med. G._ vom 24. April 2020 [Bf-act.
13/3]), bringt der Beschwerdeführer in der Triplik selbst vor, dass es sich
dabei lediglich um eine temporäre Arbeitsunfähigkeit handle. Daher ist
nicht von einer dauerhaften Veränderung des Gesundheitszustands
auszugehen, sondern nur von einer vorübergehenden funktionellen
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Verschlechterung. Dies wird denn auch insoweit durch den Bericht des
Physiotherapeuten O._ bestätigt, als es dem Beschwerdeführer nach
der Operation hinsichtlich seiner Beschwerden bereits deutlich bessergehe
(vgl. Bf-act. 25). Auch Dr. med. G._ weist in seinem Bericht vom 29.
Juli 2020 darauf hin, dass sich der peri- und postoperative Verlauf erfreulich
gestalte und der Beschwerdeführer darüber berichte, dass die
Beschwerden gegenüber vor der Operation, insbesondere die
Ausstrahlung in die Beine, viel besser geworden sei und auch die
Schmerzen im Kreuz abgenommen hätten (Bg-act. 32). Schliesslich kann
aufgrund dieses positiven Verlaufs (vgl. dazu auch den Austrittsbericht vom
23. Juni 2020 [Bf-act. 22/3]) auf die Prognose von Dr. med. G._
hingewiesen werden, wonach durch die dorsale dynamische Stabilisation
anschliessend eine Besserung der Beschwerden erzielt werden sollte, so
dass der Beschwerdeführer, ohne Heben von schweren Lasten von mehr
als 5-10 kg und ohne repetitives Beugen des Oberkörpers, wieder in einen
Arbeitsplatz reintegriert werden könne (vgl. Arztbericht vom 24. April 2020
[Bf-act. 13], vgl. ferner Stellungnahme von Dr. med. N._ vom 28. Juni
2020 [Bf-act. 19]). Da sich diese Einschätzung weitgehend mit jener im
Bericht der Kliniken Valens vom 10. Februar 2020 deckt, ist letztere nicht
zu beanstanden. Dies gilt umso mehr, als Dr. med. G._ auch in seinem
Bericht vom 29. Juli 2020 schreibt, er sei zuversichtlich, dass sich die
Situation (nach stattgehabter Operation) für den Beschwerdeführer noch
verbessern werde und er in Zukunft (ca. drei Monate nach der Operation)
die Möglichkeit habe, erneut eine Arbeit aufzunehmen (Bf-act. 32).
4.6. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers
und die von ihm beigebrachten medizinischen Stellungnahmen nicht
geeignet sind, auch nur geringe Zweifel am Bericht zum
Ergonomietrainingsprogramm des Rehazentrums Valens vom 10. Februar
2020 bzw. an der RAD-Beurteilung vom 18 März 2020 zu wecken. Es ist
daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf die darin
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attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
abstellte. Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin
ihrer Abklärungspflicht nicht nachgekommen sein soll, weshalb sich eine
Rückweisung an sie zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens
erübrigt. Aus demselben Grund kann auch im vorliegenden gerichtlichen
Verfahren auf die beantragte Einholung einer solchen Expertise genauso
wie auf die Edition der Akten des KIGA, des Jahreslohns 2019 bei der
B._ AG sowie der Berichte der behandelnden Physiotherapiepraxis
und auf die Auskünfte von Dr. med. N._ bzw. vom Physiotherapeuten
O._ verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht aufgrund der
bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und
annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere
Beweiserhebungen nicht ändern würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I
140 E.5.3).
4.7. Im Übrigen weist die Beschwerdegegnerin in der Duplik zu Recht darauf
hin, dass bei der vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Arbeitsfähigkeit von nur 20 % in adaptierter Tätigkeit die objektive
Eingliederungsfähigkeit nicht mehr gegeben wäre, da er nicht in der Lage
wäre, berufsbildende Massnahmen zu bestehen (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts 8C_163/2018 vom 28. Januar 2019 E.4.3.3.2 m.H.;
BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 124
und 539; ferner Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 4. Dezember
2019 [Bg-act. 131/2]). Ausserdem fragt sich, ob bei der von ihm primär
anvisierten Umschulung zum technischen Kaufmann (vgl. dazu z.B.
Eingabe Beschwerdeführer vom 25. Oktober 2019 [Bg-act. 44],
Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 4. Dezember 2019 [Bg-act.
131/2], Bericht Ergonomietrainingsprogramm vom 10. Februar 2020 [Bg-
act. 110/5]) das Erfordernis der annähernden Gleichwertigkeit der
Tätigkeiten vor Eintritt der Invalidität und jener nach Durchführung der
beruflichen Massnahme noch gegeben wäre, handelt es sich dabei doch
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um einen anspruchsvollen Weiterbildungsberuf, der eine abgeschlossene
Grundausbildung voraussetzt und mit den entsprechenden
Verdienstmöglichkeiten einhergehen dürften (vgl. zum Kriterium der
annähernden Gleichwertigkeit Urteil des Bundesgerichts 9C_393/2020
vom 14. Juli 2020 E.2.2, 3.2). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass es nicht
Aufgabe der IV ist, den Beschwerdeführer in eine bessere beruflich-
erwerbliche Stellung zu führen, als er vorher innehatte (vgl. Kreisschreiben
des BSV über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE),
gültig ab 1. Januar 2014, Stand 1. Januar 2020, Rz. 4002;
MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 17 N 15).
5. Der Beschwerdeführer bemängelt des Weiteren die Bemessung des
Valideneinkommens. Dazu bringt er im Wesentlichen vor, die
Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht ausgeblendet, dass er die
Berufslehre zum Heizungsinstallateur aus gesundheitlichen Gründen habe
abbrechen müssen. Da er diese Lehre im Gesundheitsfalle abgeschlossen
hätte und er auf diesem Beruf gearbeitet hätte, sei das Valideneinkommen
anhand der LSE 2016, Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 2, Baugewerbe, zu
bemessen, was einen auf das Jahr 2019 aufindexierten Betrag von
Fr. 75'734.-- ergebe.
5.1. Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt überwiegend
wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach
empirischer Erfahrung in der Regel ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für
die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor
Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst. Ausnahmen
- 21 -
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28
E.3.3.2, 135 V 58 E.3.1, 134 V 322 E.4.1).
5.2. Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung auf das
anhand der Tätigkeit des Beschwerdeführers als Chauffeur erzielbare
jährliche Einkommen von Fr. 58'110.-- ab, da der Abbruch der Berufslehre
zum Heizungsinstallateur nicht aus gesundheitlichen, sondern aus
gesundheitsfremden Gründen erfolgt sei. Zwar geht aus dem von der
Beschwerdegegnerin angeführten Evaluationsgespräch vom 19. August
2019 und dem Verlaufsprotokoll vom 25. November 2019 bzw. 3. April 2020
unter "Ausgangslage" hervor, dass die im Jahre 2009 begonnene Lehre im
2011 aus krankheitsfremden Gründen abgebrochen worden sei. Dem hält
der Beschwerdeführer indes zu Recht entgegen, dass es sich dabei jeweils
um einen Vermerk des Eingliederungsberaters handelte (vgl. Bg-act. 26/2,
64/1 und 131/1). Dabei wird auch nicht näher erläutert, worin der
Lehrabbruch denn tatsächlich begründet war. Demgegenüber erhellt aus
der medizinischen Sachlage, dass der Beschwerdeführer bereits in der
Pubertät an Rückenschmerzen bei Morbus Scheuermann sowie Adipositas
gelitten hatte und deshalb die Lehre abbrechen musste (vgl. Arztbericht
von Dr. med. C._ vom 5. August 2019 [Bg-act. 20/10 f.] sowie
undatierter Bericht [Bg-act. 20/2], Sprechstundenberichte von Dr. med.
P._ vom 27. April 2011 und 6. Mai 2011 [Bf-act. 5 und 6],
Stellungnahme Dr. med. Q._ vom 13. April 2011 [Bf-act. 4],
Kurzbeurteilung von Dr. med. F._ vom 18. September 2019 [Bg-act.
35/2] und Arztbericht von Dr. med. G._ vom 3. Oktober 2019 [Bg-act.
50/2]). Dies deckt sich denn auch mit den eigenen, gegenüber der
Krankentaggeldversicherung gemachten Aussagen des
Beschwerdeführers, wonach die seit 2011 bestehenden
Rückenbeschwerden während der Lehre zum Heizungsinstallateur
zugenommen hätten, was zu dessen Abbruch geführt habe (vgl. Bg-act.
4/9). Schliesslich hielt denn auch RAD-Arzt Dr. med. E._ gestützt auf
- 22 -
Dr. med. C._ fest, dass der Morbus Scheuermann seit 2011 bekannt
sei und die Lehre zum Heizungsmonteur im selben Jahr wegen
schmerzhafter Rückenbelastung habe abgebrochen werden müssen
(Beurteilung vom 16. September 2019 [Bg-act. 64/2 f. und CR S. 12]).
Aufgrund dieser Aktenlage erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass
der Beschwerdeführer seine Lehre zum Heizungsinstallateur
gesundheitsbedingt aufgeben musste. Diesfalls ist auf Art. 26 Abs. 2 IVV
hinzuweisen, welcher folgenden Wortlaut aufweist: Konnte der Versicherte
wegen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht
abschliessen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das er als
Nichtinvalider erzielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen eines
Erwerbstätigen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde (Art. 26
Abs. 2 IVV). In Abgrenzung zu Art. 26 Abs. 1 IVV, der Geburts- und
Frühinvalide erfasst, die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem
Gesundheitsschaden leiden und deshalb keine zureichenden beruflichen
Kenntnisse erwerben konnten, hat Art. 26 Abs. 2 IVV jene Fälle im Auge,
in denen eine Invalidität erst nach Beginn der beruflichen Ausbildung (oder
unmittelbar vor der Umsetzung feststehender Ausbildungspläne)
dazwischen tritt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_233/2018 vom 11.
April 2019 E.1.2 und 3.1, 9C_163/2017 vom 2. Mai 2017 E.4.1;
Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung (KSIH), gültig ab 1. Januar 2015, Stand 1. Januar
2020, Rz. 3039). Vorliegend ist der Gesundheitsschaden des
Beschwerdeführers wie gesagt im Jahr 2011 während der Ausbildung zum
Heizungsmonteur aufgetreten. Zudem ist anzunehmen, dass dieser
Gesundheitsschaden invalidisierend war, zumal der Beschwerdeführer –
wie soeben festgestellt – infolge dessen die begonnene Ausbildung
abbrechen musste. Demnach ist das Valideneinkommen in
Übereinstimmung mit der beschwerdeführerischen Auffassung und
gestützt auf Art. 26 Abs. 2 IVV anhand des Tabellenlohns für den
Wirtschaftszweig Baugewerbe – unter dem die Sanitär- und
- 23 -
Heizungsinstallation eingeordnet ist – zu ermitteln. Unter Berücksichtigung
einer plausiblen, beruflichen Weiterentwicklung (ohne
Gesundheitsschädigung) kann, wie der Beschwerdeführer getan hat, auf
die LSE (2016), Tabelle TA 1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 2, Männer
abgestellt werden. Demnach resultiert ein massgebendes (hypothetisches)
Valideneinkommen (umgerechnet auf eine 41.7 Stundenwoche und
angepasst an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2019) von
Fr. 75'734.30 (Fr. 5'911.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.003995 x 1.01 x 1.01).
6. Soweit der Beschwerdeführer zudem geltend macht, das von der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die LSE-Tabelle errechnete
Invalideneinkommen von Fr. 68'418.40 (LSE 2016, Tabelle TA 1,
Kompetenzniveau 1, männlich, umgerechnet auf die wöchentliche
durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, aufindexiert, aufgrund einer
Arbeitsfähigkeit von 100 % = Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01
x 1.01) sei schlicht realitätsfremd und könne von ihm – was auch sein
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) belege – nicht annährend
erwirtschaftet werden, verfängt sein Einwand nicht. Denn
rechtsprechungsgemäss ist bei versicherten Personen, die nach Eintritt
eines Gesundheitsschadens – wie vorliegend – lediglich noch leichte
Arbeiten verrichten können, in der Regel vom Totalwert im niedrigsten (und
am schlechtesten bezahlten) Kompetenzniveau auszugehen (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_411/2019 vom 16. Oktober 2019 E.7.2,
9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.4.2). Dass Anlass dazu bestünde,
von dieser Regel abzuweichen, wird weder vom Beschwerdeführer
substantiiert geltend gemacht noch ist dies ersichtlich. Auch kann
angesichts des Belastungsprofils entgegen der vom Beschwerdeführer in
der Replik vertretenen Auffassung nicht gesagt werden, dass die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie
der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne. Vielmehr umfasst
das hier anwendbare Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten
- 24 -
körperlicher oder handwerklicher Art) typischerweise leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten. Auch ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt
ein theoretischer und abstrakter Begriff und berücksichtigt die konkrete
Arbeitsmarktlage in bestimmten Regionen gerade nicht (BGE 134 V 64
E.4.2.1 m.H.). Zudem kann auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit
einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers
(Nischenarbeitsplätze) gerechnet werden (Urteil des Bundesgerichts
9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 m.H.). Insofern stehen dem
Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend
Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten Tätigkeit offen.
7. Ferner macht der Beschwerdeführer in der Replik namentlich geltend, die
Vergleichseinkommen seien zu parallelisieren, da er bisher mit kürzlich
bestandener LKW-Prüfung im Vergleich zu LKW-Chauffeuren mit
Lehrabschluss (LSE [2016], Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 2,
Wirtschaftszweige Ziff. 49-52 "Landverkehr, Schifffahrt, Luftfahrt, Lagerei")
25.23 % weniger verdient habe. Dieser Einwand verfängt nicht. Denn
mangels vergleichbarer Grundlagen geht es nicht an, den in seinen
bisherigen Hilfsarbeitertätigkeiten erwirtschaftete Verdienst, bei welchem
die abgeschlossene LKW-Fahrerprüfung nach eigenen Angaben noch
nicht lohnwirksam umgemünzt werden konnte (vgl. Replik Ziff. 17 S. 11; Bf-
act. 28), mit jenem von ausgebildeten LKW-Chauffeuren zu vergleichen
und gestützt darauf ein unfreiwillig erzieltes unterdurchschnittliches
Einkommen geltend zu machen. Zum anderen ist durch die vorerwähnte
Aufwertung des Valideneinkommens gestützt auf Art. 26 IVV eine
Parallelisierung durch eine entsprechende Heraufsetzung des
Einkommens im Gesundheitsfalle bereits erfolgt, indem ausgehend von
einer hypothetischen Aus- und Weiterbildung als Heizungsinstallateur ein
statistischer Durchschnittlohn für das Baugewerbe im Kompetenzniveau 2
anstelle des tatsächlich Verdienstes herangezogen wurde (vgl. BGE 134 V
322 E.4.1 und Urteile des Bundesgerichts 8C_129/2019 vom 19. August
- 25 -
2019 E.3, 9C_632/2010 vom 29. Oktober 2010 E.3.3.1). Weitere
Ausführungen dazu erübrigen sich demnach.
8. Schliesslich erachtet der Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 25 %
als angemessen und begründet dies namentlich mit den Umständen, dass
er nur noch körperlich leichte bis (maximal) mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten (mit nur manchmal vorkommendem
vorgeneigtem Stehen sowie Arbeiten über Schulterhöhe bzw. ohne
repetitives Beugen und Strecken des Oberkörpers) ausüben könne, einen
erhöhten Pausenbedarf habe bzw. auf Arbeitsunterbrüche angewiesen sei
und nur noch in Teilzeitarbeit tätig sein könne.
8.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der statistischen
Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zur Bestimmung
des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur Anwendung.
Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im
Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
verwerten kann (BGE 126 V 75 E.5a/bb und E.5b/aa, bestätigt u.a. mit
Urteilen 9C_323/2019 vom 2. September 2019 E.4.2, 9C_549/2018 vom
20. Februar 2019 E.4.1 m.H.). Praxisgemäss soll mit dem Abzug vom
Tabellenlohn der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche
und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 135 V 297 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts
8C_114/2017 vom 11. Juli 2017 E.3.1). Der Abzug ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V
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322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019
vom 8. Oktober 2019 E.3.1).
8.2. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des
Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.4.1.1 m.H.).
Praxisgemäss werden keine separat quantifizierten Abzüge je für die
massgebenden Kriterien vorgenommen und addiert, sondern vielmehr wird
der Abzug gesamthaft geschätzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2019
vom 26. September 2019 E.5.2.2 f.).
8.3. Soweit der Beschwerdeführer einen Abzug mit dem Verweis auf multiple
Einschränkungen geltend macht, ist ihm entgegenzuhalten, dass die sich
aus medizinischer Sicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden körperlichen
Limitierungen, welche bereits in qualitativer Hinsicht bei der Festlegung des
Belastungsprofils berücksichtigt worden sind, nicht nochmals – als
abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen. Dies käme einer
unzulässigen doppelten Anrechnung derselben Gesichtspunkte gleich (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.3.5.1 m.H.).
Es bestehen denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die
gesundheitlichen Einschränkungen nicht bereits vollumfänglich in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter
Tätigkeit enthalten sind. So wurde der Einschränkung mit Blick auf das
Heben von Lasten dadurch Rechnung getragen, als nur noch körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten als zumutbar erachtet werden.
- 27 -
Überdies ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Umstand allein,
dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, kein Grund für einen
zusätzlichen Leidensabzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 14. Mai 2018 E.5.2.2.2, 8C_439/2017
vom 6. Oktober 2017 E.5.5, 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.3.4.2 und
9C_386/2012 vom 18. September 2012 E.5.2). Es beinhaltet namentlich
auch wechselbelastende Tätigkeiten weitgehend ohne Arbeiten über
Schulterhöhe oder vorgeneigten statische Positionen. Die
Beschwerdegegnerin bringt dazu in der Vernehmlassung vor, dass bspw.
Kurierfahrten, leichte Maschinenbedienung, Kontrollfunktionen, leichte
Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie leichtere Arbeiten im
Bereich der (zum Teil maschinell, u.a. mit Hubstapler unterstützen) Lager-
oder Ersatzteilbewirtschaftung in Frage kämen. Dass sich, wie der
Beschwerdeführer behauptet, eine Chauffeurtätigkeit, die den
Anforderungen des Belastungsprofils entspricht, nicht finden lasse, fällt
daher nicht weiter ins Gewicht. Des Weiteren entfällt angesichts der dem
Beschwerdeführer zumutbaren 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit ein Abzug wegen Teilzeitarbeit.
Der Beschwerdeführer macht ferner gestützt auf die RAD-Beurteilung vom
17. (recte: 16.) September 2019 das Angewiesensein auf vermehrte
Pausen geltend. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, RAD-Arzt
Dr. med. E._ habe darin festgehalten, dass Chauffeurtätigkeiten
ausführbar sein sollten, sofern regelmässige Ruhepausen oder
Wechselrhythmus eingehalten werden könnten, weshalb bei
wechselbelastenden Tätigkeiten kein Bedarf an ausserordentlichen
Pausen bestünde und ein Abzug dafür entfiele (vgl. Vernehmlassung S. 7).
Zwar trifft es zu, dass Dr. med. E._ im Text zu seiner Beurteilung vom
16. September 2019 regelmässige Ruhepausen und Wechselrhythmus als
Alternativen formulierte. In seiner Umschreibung der zumutbaren
- 28 -
Tätigkeiten forderte er jedoch die Kumulation dieser beiden Elemente,
indem er ausführte: "Leichte körperliche Arbeiten im Wechselrhythmus,
regelmässige kurzzeitige Entspannungspausen" (CR S. 12). Selbst wenn
aber ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt würde angesichts des
Umstands, dass der Beschwerdeführer über die Verrichtung körperlich
leichter bis mittelschwerer, wechselbelastender Tätigkeiten hinaus
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs in seiner Leistungsfähigkeit
eingeschränkt wäre, könnte ein solcher nicht auf über 10 % festgelegt
werden, so dass – wie nachfolgend aufgezeigt wird – immer noch kein
Invaliditätsgrad resultierte, der einen Anspruch auf Umschulung zu
begründen vermöchte.
9. Insgesamt ergibt sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'734.30 (s.
dazu oben E.5.2) und einem Invalideneinkommen von Fr. 61'576.55 (LSE
2016, Tabelle TA 1, männlich, Arbeitsfähigkeit von 100 %, nach Vornahme
eines Leidensabzugs von 10 %, umgerechnet auf die durchschnittliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, aufindexiert = Fr. 5'340.-- x 12
: 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01 x 0.90) ein Invaliditätsgrad von 18.69
%, aufgerundet 19 % (vgl. BGE 130 V 121 E.3.2), womit ein Anspruch auf
berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung entfällt. Dafür, dass
vorliegend vom grundsätzlichen Erfordernis der 20 %
Mindesterwerbseinbusse namentlich aufgrund des Alters des
Beschwerdeführers (27 Jahre) und der entsprechend noch langen
Aktivitätsdauer (38 Jahre) ausnahmsweise abzuweichen wäre (vgl. dazu
BGE 124 V 108 E.3b f. und Urteil des Bundesgerichts 9C_393/2020 vom
14. Juli 2020 E.2.2 sowie KSBE Rz. 4002 und 4011 ff.), besteht im Übrigen
kein Anlass. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer auch im
angestammten Beruf über keine (abgeschlossenen) Ausbildungen verfügt,
erscheinen die ihm gesundheitlich noch zumutbaren Tätigkeiten als im
Rahmen dessen liegend, was als annähernd gleichwertig zu betrachten ist
wie der bisherige Beruf als Lieferwagen-Chauffeur (vgl. Urteil des
- 29 -
Bundesgerichts 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E.4.3). Mithin sind das
berufliche Fortkommen und damit die Erwerbsaussichten als Hilfsarbeiter
mittel- bis längerfristig betrachtet im gleichen Mass gewährleistet wie im
angestammten Beruf. Da die Voraussetzungen für eine Umschulung nach
dem Gesagten nicht gegeben sind, ist auf die Ausführungen des
Beschwerdeführers bezüglich der Verhältnismässigkeit der Umschulung
als Eingliederungsmassnahme nicht weiter einzugehen.
10. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in
denen ein überdurchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht
die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf
Fr. 1'000.-- fest. Diese sind gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG vom unterliegenden
Beschwerdeführer zu tragen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht
kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e
contrario).