Decision ID: 4f5468b8-5597-4e92-9191-dd840d46767b
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961,
bezog zuletzt seit dem 2
9.
April
2014 Arbeitslo
sen
entschädigung (vgl.
Urk.
12/20/1),
als er sich am 2
3.
Februar 2015 unter Hinweis auf einen Sturz bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete (
Urk.
12/6 S. 5
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Suva (
Urk.
12/
12-13) bei und tätigte weitere Abklärungen der medizinischen und
erwerblichen Situation (
Urk.
12/14;
Urk.
12/20;
Urk.
12/24;
Urk.
12/26). Sodann veranlasste sie eine polydisziplinä
re Be
gutachtung, über welche am 1
7.
März 2016 berichtet wurde (
Urk.
12/40/2-41). Am
8.
Juni und 1
1.
Juli
2016 beantworteten die Gutachter jeweils die von der IV-Stelle gestellten Rückfragen (
Urk.
12/43;
Urk.
12/45).
Die Suva
hatte
die bis anhin erbrachten Leistungen per
8.
August 2014 ein
gestellt
(vgl.
Urk.
12/12/22-24).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/51-52;
Urk.
12/57;
Urk.
12/62) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Februar
2017 (
Urk.
12/65 =
Urk.
2) einen R
entenanspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob a
m
6.
März
2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Februar
2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien
ihm
die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventuell sei die Sache für weitere Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
11) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
3.
Rechtsanwalt Daniel
Christe
, welcher als Vertreter des Beschwerdeführers am 1
0.
März
2017 ebenfalls eine Beschwerde (
Urk.
4) eingereicht hatte, informierte mit Schreiben vom
3.
April 2017 (
Urk.
8) über seine Mandatsniederlegung
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die gutachterliche Beurteilung davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Gipser seit dem 1
7.
Februar
2014 nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit bestehe dagegen eine 70%ige Arbeitsfähig
keit. Nach Vornahme des Einkommensvergleichs, wobei kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt sei, resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditäts
grad (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1),
das Gutachten sei – aus näher genannten Gründen – widersprüchlich (S. 3 ff.). Ausserdem sei das
Valideneinkommen
falsch berechnet worden. Es sei vom zu
letzt erzielten Einkommen als Gipser auszugehen. Schliesslich sei ein leidensbe
dingter Abzug von mindestens 15
%
zu gewähren. Dies führe zu einer Teilrente (S. 5 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dabei umstritten sind die
Beweiskraft des Gutachtens sowie die Bestimmung des
Vali
deneinkommens
und die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges.
3.
3.1
Am 1
7.
Februar 2014
stürzte
der Beschwerdeführer
zusammen
mit einer schwe
ren Sache
auf den Rücken
. Die Erstbehandlung erfolgte am 2
2.
Februar
2014 durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie
.
Dieser erwähnte als Befund schmerzbe
grenzte
Bewegungen von Nacken und beiden Schultern sowie Rückenschmerzen. Der Beschwerdefüh
rer sei seit dem 1
7.
Februar 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig
(vgl. Unfallmeldung vom 2
0.
Mai 2014,
Urk.
12/12/51).
3.2
D
ie
am 1
3.
März
2014 durchgeführte
Magnetresonanztomographie (MRI)
der Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS und LWS) zeigte eine leichte zervikale Spi
nalkanalstenose L5/6 mit aufgebrauchtem
Liquorraum
und leichter
Pelottierung
des
Myelons
. Eine Myelopathie liege nicht vor. Ausserdem sei
en
eine
erosive
Osteochondrose
L5/S1, beidseitige
Spondylarthrosen
und
Anterolisthese
mit beidseitigen
neuroforaminalen
Stenosen und möglicher Kompression der Wur
zeln L5 beidseits ersichtlich gewesen (vgl. Bericht vom 1
3.
März
2014,
Urk.
12/
24/10-11
).
3.3
PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Uniklinik
A._
, nannte mit Bericht vom
4.
Dezember 2014 (
Urk.
12/24/6-7) folgende Diagnose (S. 1):
-
schmerzhafte sensorische
Radikulopathie
L5 links mit/bei:
-
Anterolisthese
L5/S1
-
isthmischer
Spondylolisthese
beidseits
-
Schmerzexazerbation
seit dem i
m Februar 2014 erlittenen Sturz
Die Situation sei unverändert. Die Therapieoptionen seien besprochen worden. Der Beschwerdeführer wünsche kein operatives Vorgehen. Es sei ihm eine Infilt
ration angeboten worden (S. 1 f.).
3.4
Dem am 2
3.
Juli
2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
12/24/1-5) der Praxis von
Dr.
Y._
, welcher durch
Dr.
med.
B._
, praktische Ärztin, unterschrieben wurde, ist zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer seit dem 2
2.
Februar 2014 behandelt werde (S. 1
Ziff.
1.2) und folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden könnten (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Status nach im Februar 2014 erlittenem Sturz mit schmerzhafter
Radi
kulopathie
L5 links mit/bei:
-
Anterolisthese
L5/S1
-
isthmischer
Spondylolisthese
beidseits
-
Schmerzexazerbation
seit dem Unfall
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
akzentuierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 Z73.1)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.5)
Die Prognose sei reserviert (S. 2
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei seit Febru
ar 2014 in der bisherigen Tätigkeit als Gipser vollständig arbeitsunfähig (S.
2
Ziff.
1.6). Auch eine angepasste Tätigkeit sei nicht möglich (S. 4
Ziff.
1.7).
3
.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte mit Bericht vom 1
6.
August 2015 (
Urk.
12/26) nebst somatischen Diagnosen folgende psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S.
1
Ziff.
1.1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
akzentuierte Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 Z73.1); Differentialdiagnose (DD): Persönlichkeitsstörung
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.5) bei bekannter somatischer Prob
lematik im Sinne einer zusätzlichen Überlagerung
Der Beschwerdeführer sei zu drei Sitzungen erschienen (S. 2
Ziff.
1.2). An einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung sei er nicht interes
siert.
Auch nehme er keine
Psychopharmaka. Die Prognose sei im Wesentlichen durch die somatischen Faktoren bestimmt. Hinsichtlich der psychiatrischen Diagnose
n
sei grundsätzlich von einer guten Prognose auszugehen (S. 3 ff.
Ziff.
1.4-1.5).
Aus psychiatrischer Sicht könnten keine Aussagen über die Arbeitsfä
higkeit gemacht werden. Ab dem
7.
Januar
2015 könne mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (S. 5 f.
Ziff.
1.6-1.9).
3.6
Am 1
7.
März
2016 erstatteten die Gutachter des
D._
ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdiszip
linen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zu
handen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
12/40/2-41).
Dabei stellten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
36
Ziff.
7):
-
chronisches
lumbovertebrogenes
Schmerzsyndrom mit aktivierter
Fazet
tenarthrose
, interspinöser
Nearthrose
,
Iliosakralgelenk
(ISG)-Symptomatik
sowie
tendomyotischer
Ausstrahlung mit/bei:
-
isthmischer
Spondylolisthesis
L5/S1 ohne segmentale Instabilität
-
Schmerzexazerbation
nach Sturztrauma am 1
7.
Februar 2014
-
beidseitigen
neuroforaminalen
Stenosen und möglicher Kompression der Wurzel L5 beidseits
-
Cubitalarthrose
rechts mit schmerzfreier Bewegungseinschränkung
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
-
Anpassungsstörung
(ICD-10 F43.2)
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er
wähnten
sie eine chronische
Thrombophlebitis
der linken Wade (S. 36
Ziff.
8).
Aus
internistischer
Sicht
wür
den sich keine relevanten Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben lassen (S. 13
Ziff.
4.1.3; S. 37
Ziff.
9).
Anlässlich der klinischen
orthopädis
chen Untersuchung
sei
eine ausgeprägte Entlastung des linken Beines beim Gehen und Stehen auf
gefallen
.
Motorische Defizite, relevante
Muskelverschmächtigungen
oder Reflexauffälligkeiten seien
indessen
nicht ersichtlich
gewesen
. Hinweise auf
radikuläre
Irritationen fänden sich ebenfalls nicht.
Die Beweglichkeit der LWS sei bei Flexion relativ gut. Es würden sich jedoch
Hypomobilitäten
der
lumbosakralen
Bogenstrukturen sowie eine Stufenbildung im unteren Bereich
der LWS
zeigen. Neurologisch finde sich kein Hinweis auf eine
radikuläre
Irritation oder Defizitsymptomatik. Radiolo
gisch
zeige
sich eine
Spondylolisthesis
L5/S1 bei
mässiggradig
ausgeprägten
Osteochondrosen
in den unteren beiden Bewegungs
segmenten
. Auf den Funkti
onsaufnahmen der LWS
sei
keine relevante segmentale Instabilität bei Flexion und Extension
ersichtlich
. Es handle sich somit um ein Verschleissleiden des
lumbosakralen
Übergangs bei hochgradiger Hyperlordose und
Spondylolisthesis
bei
interartikulärer
Ossifikationsstörung L
5.
Sodann zeige sich e
ine schmerzhaf
te
tendomyotische
Kette vom ISG ausgehend über die
Trochanterregion
in das linke Bein. Relevante
radikuläre
Irritationen oder Defizite seien nicht ersichtlich gewesen.
Zusätzlich ergebe sich
eine Funktionseinschränkung des rechten Ellenbogens, wobei sich radiologisch eine ausgeprägte
Cubitalarthrose
zeige. Zudem bestehe an der linken Wade eine chronische
Thrombophlebitis
wesentli
cher Ausprägung mit flächiger schmerzhafter Gewebsinduration. Anzeichen einer Beteiligung der tiefen Venen würden fehlen
. Die posttraumatische Symp
tomatik seitens der HWS habe sich nach Angaben des Beschwerdeführers voll
ständig zurückgebildet. Bei der klinischen Untersuchung
habe
sich keine
zervi
kale
Schmerzhaftigkeit provozieren und keine Funktionsstörung erkennen las
sen
.
Es bestehe eine Fehlstatik der BWS bei thorakaler, teilfixierter Hyperkypho
se und hochgradiger muskulärer Atrophie. Relevante Symptome würden sich derzeit diesbezüglich nicht ableiten lassen
(
S. 20 f.
Ziff.
4.2.5;
S. 37
Ziff.
9).
Die konservativen Möglichkeiten bezüglich der Behandlung der aktivierten Arthrose seien nicht ausgeschöpft. Zu diskutieren sei auch ein operatives Vorgehen im Sinne einer
Spondylodese
des
lumbosakralen
Übe
rgangs. In der Tätigkeit als Gi
p
s
er sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig. Durch eine suffiziente The
rapie sei
die
Wiedereingliederung in eine leichte Tätigkeit realistisch (S. 22
Ziff.
4.2.8-4.2.9).
Neurologisch lasse sich kein sicheres
radikuläres
Irritations- oder Ausfallphä
nomen nachweisen.
Die
Lasègue
-Zeichen seien beidseits negativ. Sichere Paresen würden sich nicht nachweisen lassen. Es falle einzig eine
linksseitige
Gefühlsstörung auf, welche ohne jegliche peripher neurogene oder
radikuläre
Zuordnung sei.
Auch bestünden
Hinweise auf eine Betonung der Beschwerden. Generalisierte Schmerzen
lägen allerdings nicht vor
. Radiologisch finde sich eine
Listhesis
lumbosakral
mit
Foraminal
stenosierung
linksbetont L5/S
1.
Dies wäre
m
it einem Reizphänomen L5 links
vereinbar. Aus rein neurologischer Sicht sollte der Beschwerdefü
hrer arbeitsfähig sein (S. 26
Ziff.
4.3.5).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine Anpassungsstörung.
Das Ausmass
der
Beschwerden sei objektiv nicht völlig erklärbar.
Die Kriterien einer Depression seien nicht erfüllt.
Der Beschwerdeführer berichte zwar über Grübeln, aufbrausendes Verhalten, Nervosi
tät, Gedankenkreisen und Schlafstörungen.
Der Antrieb sei
allerdings erhalten und die Stimmung wirke nicht wesentlich in den depressiven Bereich verscho
ben.
Er
fühle sich psychisch gesund und lehne eine ambulante Therapie
sowie
Medikation ab (S. 33 f.
Ziff.
4.4.5; S. 37 f.
Ziff.
9). Aktuell l
ägen
eine Somatisie
rungsstörung und Zeichen einer leichten depressiven Episode vor. Die Sympto
me würden jedoch in einer Anpassungsstörung aufgehen. Eine Akzentuierung der Persönlichkeit k
önne
angenommen werden. Hinweise auf eine Persönlich
keitsstörung fänden sich nicht (S. 34
Ziff.
4.4.6). Ein Behand
lungsversuch
sollte unternommen werden (S. 34
f.
Ziff.
4.4.7).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerdefüh
rer durch die
lumbosakrale
Problematik deutlich in seiner körperlichen B
elast
bar
keit beeinträchtigt sei
. Es bestehe jedoch zusätzlich eine relevante psychische Überlagerung
(S. 38
Ziff.
9)
. Für die Tätigkeit als Gipser sei er nicht mehr geeig
net. Eine angepasste leichte Tätigkeit sei vollschichtig im Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen möglich. Das Rendement sei um etwa 30
%
vermindert. Zu
vermeiden seien häufiges Bücken, regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, stereotype Körperhaltungen sowie Überkopfarbeiten. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten seien auszuschliessen. Der Beschwerdeführer sei nicht ge
eignet für Tätigkeiten mit höheren geistigen Anforderungen und Arbeiten, die Flexibilität
er
fordern würden (S. 38
Ziff.
10-11).
3.7
Mit Stellungnahme vom 2
4.
März
2016
erklärte
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
dass die Gutachter zu plausiblen Diagnosen gekommen seien, die Schlussfolgerungen hinsichtlich der bestehenden Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers aber nur bezüglich der somatischen Diag
nosen klar und nachvollziehbar seien. Es sei nicht wirklich klar, welche Auswir
kung die Gutachter den psychiatrischen Diagnosen zumessen
würden
(vgl.
Urk.
12/49 S. 6).
3.8
Der orthopädische Gutachter des
D._
beantwortete die vom RAD gestellte Rückfrage mi
t Schreiben vom
8.
Juni
2016 (
Urk.
12/43) in dem Sinne, als es beim am 1
7.
Februar 2014 erlittenen Prellungs-/Stauchungstrauma der Wirbel
säule zu einer Aktivierung
eines bereits vorbestehenden Verschleissleidens
der LWS
gekommen sei. Trotz eines schwankenden Beschwerdeverlaufes sei seit dem 1
7.
Februar
2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Gipser gegeben. Eine adap
tierte Tätigkeit sei sechs Wochen nach dem Unfallereignis vom 1
7.
Februar 2014
wieder
möglich
gewesen
.
3.9
Am 1
1.
Juli
2016 beantwortete sodann der psychiatrische Gutachter des
D._
die vom RAD gestellte Rückfrage und gab an, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig sei, jedoch die Leistungsfähigkeit um zir
ka 30
%
reduziert sei. Die Reduktion der Leistungsfähigkeit sei nicht additiv zur somatischen Einschätzung (vgl. Schreiben vom 1
1.
Juli 2016,
Urk.
12/45).
3.10
Mit Stellungnahme vom
3.
August
2016 erklärte RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, dass somit die psychiatri
schen Einschränkungen in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit nicht wesentlich seien. Die somatische Einsch
ätzung
durch
Dr.
E._
sei als Grundlage anzuneh
men (vgl.
Urk.
12/49 S. 7).
4.
4.1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers erfolgte
eine eingehende Begutachtung durch die Ärzte des
D._
(
Urk.
12/40/2-41
) mit den notwendigen Untersuchungen in internistischer, orthopädischer, neurologischer sowie psychiatrischer Hinsicht mit jeweils ausführlicher Befundaufnahme (vgl. S.
12 f.
Ziff.
4.1.1, S. 16 ff.
Ziff.
4.2.3, S. 24 ff.
Ziff.
4.3.3, S. 31
Ziff.
4.4.3
). Das
in Kenntnis der
Vorakten
(vgl. S. 3 ff.
Ziff.
2
) erstellte
Gutachten erweist sich als umfassend, wobei auch die geklagten Beschw
erden (vgl. S. 12
Ziff.
3.6, S. 15
Ziff.
4.2.2, S. 23 f.
Ziff.
4.3.2, S. 30 f.
Ziff.
4.4.2
) in angemessener Weise berück
sichtigt wurden.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
des Beschwerdefüh
rers
wu
rden umfassend
sowie in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise
dar
ge
legt.
Die gutachterliche Schlussfolgerung,
wonach
der Beschwerdeführer
auf
grund der
lumb
osakralen
Problematik
in der bisherigen Tätigkeit als Gipser seit dem im Februar 2014 erlittenen Sturz
nicht mehr arbeitsfähig ist,
in einer ange
passten Tätigkeit
dagegen
bereits
sechs Wochen danach wieder eine volle Ar
beits
fähigkeit mit reduzierter Leistungsfähigkeit von 30
%
bestanden hat
(vgl. S.
38
Ziff.
10-11;
vgl. auch
Urk.
12/43;
Urk.
12/45)
, vermag vollumfänglich zu überzeugen. Darauf ist – den RAD-Stellungnahmen folgend (vgl.
Urk.
12/49 S.
6 f.) - abzustellen.
4.2
Hinsichtlich des psychischen Leidens und insbesondere der
diagnostizierten an
haltenden s
omatoformen Schmerzstörung
bleibt zu erwähnen, dass
zwar das für sämtliche psychische Leiden vorgesehene strukturierte
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 (vgl. das zur Publikation vorgesehene
Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017
)
durch den Sachverständigen nicht ausdrücklich erfolgt ist. Das Gutachten erweist sich diesbezüglich
aber als genügende Grundlage
und die Indikatoren können schlüssig beurteilt werden
. Dabei fällt
insbesondere auf,
dass der Beschwerdeführer bisher – abgesehen von d
rei Sitzungen bei
Dr.
C._
- keinerlei psychiatrische Therapieoptionen wahrgenommen hat und sich daran auch nicht interessiert zeigt
(vgl.
Urk.
12/26 S. 2 ff.
Ziff.
1.2,
Ziff.
1.4-1.5;
Urk.
12/40/2-41 S.
34
f.
Ziff.
4.4.5
,
Ziff.
4.4.7
)
, keine relevante Persönlichkeitsstö
rung festgestellt werden konnte
(vgl.
Urk.
12/40/2-41 S. 34
Ziff.
4.4.6)
und schliesslich
der geschilderte Tagesablauf ein
doch
reges Aktivi
tätsniveau mit Pflege sozialer Kontakte aufweist (vgl.
Urk.
12/40/2-41 S. 29).
E
ine ausführliche Prüfung sämtlicher
Standardindikatoren
erübrig
t
sich aller
dings, da die aus psychiatrischer Sicht attestierte Reduktion der Leistungsfähig
keit
ohnehin
nicht additiv zur somatischen Beurteilung
ist
(vgl.
Urk.
12/
45).
4.3
Die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Einwände (vgl.
Urk.
1 S.
3
ff.)
erweisen sich als
nicht stichhaltig.
Entgegen seinen
Ausführungen
ist
kein Widerspruch darin zu erkennen, dass der orthopädische Gutachter
im Teilgut
achten
eine Wiedereingliederung in eine leichte Tätigkeit
als
realistisch
betrach
tete
und sodann
auf Nachfrage
des RAD
angab, dass eine angepasste Tätigkeit bereits sechs Woche
n
nach dem Sturz wieder zumutbar gewesen sei. So ging der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung keiner Arbeit nach, weshalb die Aufnahme einer Tätigkeit und somit eine Wiederein
glie
derung auch ledig
lich in der Zukunft erfolgen kann. Dazu steht nicht im Widerspruch, dass ihm aus medizinischer Sicht eine
angepasste
Arbeitstätigkeit schon viel früher zu
mutbar gewesen wäre.
Auch aus der von ihm geltend gemachten unklaren Abgrenzung zwischen somatischer und psychischer Einschränkung kann er nichts zu seinen Gunsten ab
leiten.
A
nlässlich der Konsensbeurteilung
sämtlicher Gutachter
wurde
aus
drück
lich festgehalten, dass die Verminderung des Rendements um etwa 30
%
aus somatischer und psychiatrischer Sicht besteht (vgl.
Urk.
12/40/2-41 S.
38
Ziff.
11). Die
RAD-
Nachfrage an den psychiatrischen Gutachter erfolgte einzig
deshalb, weil
dessen
Teilgutachten keine eigenständige Beurteilung der verblie
benen Arbeitsfähigkeit entnommen werden konnte. Dies ändert
aber
nichts an der erfolgten Konsensbeurteilung, worauf der psychiatrische Gutachter auch hinwies, indem er erwähnte, dass die
von ihm attestierte Leistungseinschrän
kung von 30
%
nicht zu addieren sei (vgl.
Urk.
12/45).
Ausserdem
bleibt anzu
merken, dass vor allem der
Gesamtb
eurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit
auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an der Begut
ach
tung mitwirkenden Fachärzte grosses Gewicht
beigemessen wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_747/2016
vom 2
1.
März 2017 E. 2.2.4).
4.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
dem Beschwerdeführer aufgrund der
lumb
osakralen
Problematik
die bisherige Tätigkeit als Gipser seit dem am 1
7.
Februar 2014 erlittenen Sturz nicht mehr zumutbar ist. In einer angepassten Tätigkeit in Beachtung des Belastungsprofils
war
er dagegen
bereits
sechs Wochen nach dem Sturz wiederum vollschichtig arbeitsfähig, wobei die Leis
tungs
fähigkeit um 30
%
vermindert ist.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei der Beschwerdeführer unbestrittenermassen als zu 100
%
Erwerbstätiger zu qualifizieren ist. Somit ist ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG vorzunehmen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte sowohl das hypothetische Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und dabei auf den standardisierten Durchschnittslohn für Männer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Natur in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors (vgl. LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzni
veau
1
), welchen
sie der betriebsüblichen Arbeitszeit
sowie der Nominal
lohnentwick
lung bei den Männern im massgebenden Jahr 2015 (vgl. hierzu
Art.
29
Abs.
1 IVG
; BGE 129 V 222
) anpasste (vgl.
Urk.
2 S. 2;
Urk.
12/48). Diesem Vorgehen ist
–
angesichts
der nachfolgenden Ausführungen zum
Validen
einkommen
(vgl. nachstehend E. 5.3) sowie
der Tatsache, dass der ungelernte Beschwerdeführer derzeit keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt -
zuzustimmen.
Somit kann aus
nahmsweise von der ärztlich geschätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne Weiteres – unter Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Abzuges (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) – auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3).
5.3
Bei der
Be
messung
des strittigen hypothetischen
Valideneinkommens
ist zu
be
achten
, dass der Beschwerdeführer zwar kurz vor dem am 1
7.
Februar
2014 erlittenen
Sturz
und somit dem Zeitpunkt des Eintritts des Gesundheitsschadens einen Arbeitsvertrag mit der
G._
GmbH als Gipser im Stundenlohn ab
schloss, wobei der Arbeitsbeginn am 1
0.
Februar 2014 war (vgl. Arbeitsvertrag vom
7.
Februar
2014,
Urk.
12/12/98). Bereits ab dem 2
9.
April
2014 war er aller
dings als arbeitslos gemeldet und bezog Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
12/20/1).
Er war
somit
nur
sehr
kurze Zeit bei diesem Arbeitgeber tätig.
Ungeachtet dessen hätte
er
die
dortige
Anstellung
auch
ohne Eintritt des Gesund
heitsschadens verloren,
wurde
doch
über diese im November
2015 der Konkurs eröffnet und das Konkursverfahren im Februar 2016 mangels Aktiven eingestellt (vgl.
www.zefix.ch
, zuletzt besucht am
9.
März
2018). D
amit
ist es nicht überwiegend wahrschein
lich, dass er weiterhin diesen Lohn
erzielt hätte und das
Valideneinkommen
ist – wie durch die Beschwerdegegnerin erfolgt -
grundsätzlich gestützt auf statistische Durchschnittslöhne zu ermitteln (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_741/2016 vom
3.
März
2017 E.
6 und 8C_90/2010 vom 2
3.
Juli
2010 E. 6.2.1.1).
5.4
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 7) erweist sich angesichts der Gesamtumstände
schliesslich
e
in leidensbedingter Abzug als nicht gerechtfertigt.
So wurden die gesundheitlichen Einschränkungen bereits bei der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt und dürfen nicht zu einer doppelten Anrechnung führen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_536/2014 vom 2
0.
Januar
2015 E. 4.3).
Der Umstand, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich schwere Arbeit nicht mehr zumutbar ist, führt nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des hypothetischen Invali
denlohns, umfasst der Tabellenlohn im tiefsten Kompetenzniveau bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.2).
Ein Abzug wegen Teilzeitarbeit ist ebenfalls nicht gerechtfertigt, ist der Beschwerdeführer nach der gutachterlichen Beurteilung in der Lage
,
die Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
vollschichtig auszuüben bei
lediglich
reduzierter Leistungsfä
higkeit (vgl.
Urk.
12/40/2-41
S. 38
Ziff.
11,
Urk.
12/45;
Urteil
des Bundesge
richts 9C_158/2016 vom
5.
April 2016 E. 4.2.2
).
Sodann wirkt sich das Alter im Bereich der
Hilfsarbeiten grundsätzlich nicht zwingend lohnsenkend aus, wobei Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch
altersun
abhängig nachgefragt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2015 vom 1
7.
November
2015 E. 3.2.4).
Zwar verfügt
d
er
Beschwerdeführer
nur über die
Auf
enthaltsbewilligung B (
Urk.
12/7). Es ist aber nicht davon auszugehen, dass er deswegen – insbesondere bei einer Hilfstätigkeit im tiefsten Kompetenzniveau – in relevanter Weise weniger verdienen kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I
210/05 vom 1
0.
November
2005 E. 3.5).
Die fehlende Berufs
ausbildung begrün
det ebenfalls keinen Anspruch
auf einen Abzug, ist diese doch bei der Bestimmung des Kompetenzniveaus zu berücksichtigen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_427/2011 vom 1
5.
September
2011 E. 5.2). Dem wurde hier Rechnung getragen, indem die Tabellenlöhne des niedrigsten Kompetenzni
veaus, welches keine Berufsausbildung erfordert, verwendet wurden. Einfache und re
petitive Tätigkeiten erforde
rn schliesslich
weder gute Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015
vom 2
9.
Februar
2016 E. 3.4.2).
5.5
Folglich entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, womit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30
%
resultiert.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.