Decision ID: 6f466a58-292a-489f-be45-4bd4cd00521f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 195
3
,
begann nach Absolvierung der obli
ga
torischen Schulen eine Ausbildung zur Werklehrerin, welche sie jedoch mit ungenügenden Leistungen abschloss (Urk. 6/9/1, Urk. 6/9/4-5). Hernach ent
schied sie sich für eine kaufmännische Ausbildung. Diese schloss sie 1975 mit dem Handelsdiplom ab (Urk. 6/9/3). Sie arbeitete im erlernten Beruf, je
doch auch in anderen Branchen. Zuletzt war sie als Verkaufsassistentin und Mitar
beiterin am Empfang für die
Y._
AG angestellt (Urk. 6/8, Urk. 6/9/2, Urk. 6/9/6-17).
Am 2
3.
Juli 2012 meldete sie
sich
unter Hinweis auf rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig mitte
l
gradige Epi
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11),
bei der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/2)
.
Die
Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte ein
Stand
ortgespräch
mit de
r
Ver
sicherten
durch
(Urk.
6/6
),
liess einen Auszug aus ihrem individuellen Konto
erstellen (IK-Auszug, Urk. 6/8) und nahm Berufsunterlagen zu den Akten (Urk. 6/9).
Hernach schloss sie mit der Ver
sicherten am 2
3.
November 2012 eine Zielvereinbarung ab (Urk. 6/14) und teilte ihr am 2
2.
November 2012 mit, dass sie ihr im Rahmen einer
Früh
interventionsmassnahme
durch
die
Z._
AG
vom 13.
November 2012 bis am 1
2.
Mai 2013 Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche gewähre (Urk. 6/15). Im weiteren Verlauf
nahm
die IV-Stelle
einen Arztbericht
(Urk. 6/
20),
weitere Berufsunterlagen (Urk. 6/
21), das
Verlaufsproto
koll
der
Z._
AG (Urk. 6/22
, Urk. 6/24
)
und
den am 2
5.
Januar 2013 mit der
A._
Zürich abgeschlossenen Arbeitsvertrag (Urk. 6/23) zu den Akten und
teilte
der Versicherten
am
7.
Juni 2013
mit,
die Arbeitsvermittlung sei erfolg
reich abgeschlossen (Urk. 6/25)
.
Sodann holte sie den Bericht der
Ein
gliede
rungs
beratung
(Urk. 6/26), einen
Arbeitgeberfragebo
gen
(Urk. 6/31), weitere
Be
rufs
unterlagen
(Urk. 6/34-35) und einen Bericht der behan
deln
den Psychiaterin (Urk. 6/36)
sowie die Stellungnahme des
Regio
na
len Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom
1
4.
Oktober 2013 (Urk. 6/38/3-4)
ein
und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
4.
Februar 2014 die Zusprache einer ganzen Invalidenrente
vom
1.
Januar bis Ende März 2013 sowie jene einer Viertelsrente ab
1.
April 2013
in Aussicht (Urk. 6/40).
Mit Vorbescheid vom 1
4.
März 2014 korrigierte sie ihren
Vorbescheid vom 2
4.
Februar 2014 ins
o
fern, als sie die Viertelsrente durch eine Dreiviertelsrente ersetzte (Urk. 6/45).
Zudem holte sie einen aktuellen IK-Auszug ein (Urk. 6/47)
. Gegen den Vorbescheid vom 14.
März 2014 erhob die Pensions
kasse der Versicherten
B._
AG Einwand (Urk. 6/49).
Daraufhin holte die IV-Stelle bei der
Psychiatrie C._
weitere Informa
tionen ein (Urk. 6/51). Mit erneut ab
geändertem Vorbescheid vom 2
1.
Mai 2014 stellte sie der Versicherten die Ab
weisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 6/54).
Dagegen erhob
die Versicherte am 1
0.
Juni 2014 Einwand (Urk. 6/55)
und ihre behandelnde Psy
chiaterin reichte den Arztbericht vom 1
3.
Juni 2014 ein (Urk. 6/57).
Mit Verfü
gung vom
2
1.
November 2014 ver
neinte
die IV-Stelle
den Anspruch der
Versi
cherten
auf eine Invalidenrente
(Urk.
6/59
= Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob d
ie
Versicherte am
3
0.
November 2014
Be
schwer
de und beantragte
die Überprüfung der angefochtenen Verfügung (Urk. 1 S. 1).
Die IV-Stelle schloss
in der Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2015
auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
5
), was de
r
Beschwerdeführer
in
mit Schreiben vom
2
7.
Januar 2015
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend
objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob
e
ine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, ge
mischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, son
dern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheits
schaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozial
versi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen).
Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung teilerwerbstätig,
ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs. 3
e
contrario
IVG
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitssc
haden voll Erwerbstätigen (Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht,
was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92 E.
4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch ein
e ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Um
ständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall an
wendbaren
Invaliditätsbemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch
hypothetische
Willensentschei
dungen
der versicherten Person berück
sichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage, in welchem
Ausmass
die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tat
sachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen
in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden.
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003, E. 5.2).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin leide an einer mittelgradigen de
pressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung sowie an einer Persönlichkeitsakzentuierung. Bei der mittelgradigen depressiven Epi
sode handle es sich um ein vorübergehendes Leiden, welchem ein
Krankheits
wert
im Sinne der Invalidenversicherung fehle (S. 1).
Die Einschränkung der Er
werbsfähigkeit sei überwindbar.
Weiter ging sie
davon aus, dass
die Be
schwer
deführerin
ohne Gesundheitsschaden zu
6
0 % einer E
rwerbstätigkeit nachgehen würde, ohne dass daneben ein Aufgabenbereich bestünde
.
Ausge
hend von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der effektiv ausgeübten Tätigkeit
errechnete
die
Be
schwerdegegnerin
einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 38
%
(S. 2).
2
.2
Die Beschwerdeführerin
hält dagegen, dass
sie seit 1979 regelmässig immer wie
der in psychiatrischer sowie
somatischer
Behandlung sei. Seit ihren drei in den Jahren 2005 und 2006 erlittenen Schleudertraumata sei sie nie mehr richtig auf die Beine gekommen.
Bereits bei ihrer Anmeldung habe sie angegeben, ihre ge
sundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit 198
0.
Selbst für die Ausübung ei
ner Teilzeitarbeit habe sie immer allen ihren guten Willen aufgeboten und das tue sie auch für die aktuelle 60%ige Tätigkeit
(Urk. 1).
3.
Strittig
und zu prüfen ist zunächst die
Statusfrage
.
Die Beschwerdeführerin gab bereits bei ihrer Anmeldung vom 2
3.
Juli 2012 an,
ihre
gesundheitliche Beein
trächtigung bestehe seit 1980 (Urk. 6/2/6). Anlässlich des Standortgesprächs vom
6.
August 2012 blieb sie dabei und hielt fest, der seitherige Verlauf sei schwan
kend (Urk. 6/6/3). Sie habe sich schon vor einigen Jahren bei der I
nva
lidenversicherung
an
melden wollen, es falle ihr jedoch sehr schwer, weshalb sie sich erst jetzt auf Anraten ihrer Psychiaterin angemeldet habe (Urk. 6/6/1). Ferner führte sie aus, sie habe zuletzt
in
einem 60
%
-Pensum gearbeitet, da sie
aufgrund gesund
heitlicher Beschwerden schon länger nicht mehr 100
%
arbei
te
n könne (Urk. 6/6/2).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E.
8c mit Hinweis).
Die Angaben der
unvertretenen
Beschwerdeführerin lassen durchgehend darauf schliessen, dass sie bereits seit Jahrzehnten aus gesundheitlicher Sicht
nicht vollzeitlich arbeitet, ohne gesundheitliche Probleme aber
gerne 100
%
gearbeitet hätte (Urk. 6/26/1, Urk. 6/26/6). Dies ist angesichts dessen plausibel, dass die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
in ihrem ersten Bericht vom Januar 2013 angab, die
re
zi
divie
rende depressive Störung
bestehe
bereits
seit
1980 (Urk. 6/20/1)
. In ihrem spä
teren Bericht vom September 2013 erwähnte sie gar, die Beschwerdeführerin habe im Alter von 15 Jahren erste depressive Phasen durchlitten, welche sich nach dem Tod ihres Vaters 1968 verstärkt hätten (Urk. 6/36/2)
.
Zur Bestimmung der Qualifikation ist nicht zu berücksichtigen, ob die
v
ersicherte
Person
objektiv aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig
war
oder ob sie sich lediglich subjektiv aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfä
hig fühlt
e
.
Ferner ist daraus, dass die
Psychiatrie C._
ihr im Jahr 2008 keine Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 6/51/5), nicht zwingend zu schliessen, dass sie nicht aus gesundheitlichen Gründen nur teilzeitlich arbeitete. Da sie ohnehin schon eine Teilzeitanstellung innehatte, be
nötigte sie wohl kein Arztzeugnis.
Hinzu kommt, dass keine anderen (als die gesundheitlichen) Gründe für ein vermindertes Arbeitspensum ersichtlich sind
, insbesondere keine speziell zeitaufwändigen Hobbies oder Haushaltsaufgaben,
und die Beschwerdeführerin auch keinen Tätigkeiten nachging, mit
denen sich auch
bei einem 60%-Pensum
ein höheres Einkommen hätte erzielen lassen
.
Zusammenfassend ist ausschlaggebend
, ob die
reduzierte A
rbeitstätigkeit aus Sicht der Versicher
ten gesundheitlich begründet ist, was gemäss der Aktenlage
nach dem Gesagten
überwie
gend wahr
scheinlich der Fall ist.
Somit
ist davon auszugehen, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 100 % er
werbstätig wäre.
4.
4.1
In der Folge
sind
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
der Beschwerde
führerin
und
deren invalidisierende Wirkung
näher zu betrachten.
Dr.
D._
nannte in ih
rem Bericht vom Januar 2013 die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syn
drom (ICD-10: F33.11), bestehend seit 1980, sowie instabile Persönlichkeitszüge (Urk. 6/20/1).
Eingeschränkt sei sie in der Konzentration, der Belastbarkeit und dem Durch
haltevermögen sowie bei längerdauerndem Sitzen und Stehen. Sie stosse schnell an ihre Grenzen und gerate innerlich in eine Unruhe, die sich in der Leistung sowie der Effizienz auswirken
würden
(Urk. 6/20/2). Sie befinde
sich in regel
mässiger Gesprächstherapie, anfänglich wöchentlich, seit Sommer
2012
circa jede zweite Woche.
Als Medikation habe sie
Venlafaxin
und bei Bedarf
Sequase
. Die antidepressive Behandlung sowie die Gesprächstherapie seien fortzuführen. Die Prognose sei derzeit noch offen, jedoch sei weiterhin nicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(Urk. 6/20/2).
Die bis
he
rige Tätigkeit als
Rezeptionistin
in einer Autogarage sei ihr noch zu maximal 50
%
zumutbar. Bei Stresssituationen oder längerer Präsenz brauche sie
Erho
lungs
phasen
(Urk. 6/20/2-3).
4.2
Im September 2013
nannte
Dr.
D._
nebst der rezidivierenden depressiven
Stö
rung
als Diagnosen
eine schizoide Persönlichkeitsakzentuierung, einen Status
nach
Schleuder
traumata
2003, einen Status nach
Abruptio
gravidatis
1983 sowie einen Staus nach Trauma 1957 an (Urk. 6/36/1).
Sie führte aus, es finde weiterhin circa zweiwöchentlich eine
supportive
Gesprächstherapie sowie eine Medikation mit
Venlafaxin
statt. Die Prognose sei derzeit n
och offen, jedoch sei davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
Chronifizierung
der depressi
ven Symptomatik keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen könne (Urk. 6/36/2).
Bei einer Vollzeitbeschäftigung bestehe eine Leistungsminderung wegen
Kon
zentrationsstörungen
. Negative Auswirkungen hätten auch ihre Un
ruhe
,
Unge
duld, erhöhte Reizbarkeit sowie geringe Frustrationstoleranz.
Mit den Anforde
rungen der aktuellen Tätigkeit komme sie soweit zurecht, da
diese
eher nieder
schwellig sei
en
und da sie zwischen den Arbeitstagen Zeit habe, um sich zu erho
len. Im zwischenmenschlichen Bereich habe es allerdings bereits Kon
flikte ge
geben. Da keine 100%ige Arbeitsleistung mehr erfolgen werde, sei die Zuspra
che einer Teilrente zu prüfen (Urk. 6/36/3).
4.3
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in seiner
Stellungnahme vom 1
4.
Oktober 2013 fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht
sei der Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit beim Vorliegen der Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode seit
1.
Oktober 2011 nachvoll
ziehbar.
Da die bisherige Tätigkeit mit Kundenkontakt verbunden gewesen sei, könne diese
nicht mehr ausgeübt werden. In angepasster Tätigkeit (kein dauer
hafter
Kundenkontakt, Pausengestaltung) sei seit dem 2
0.
Dezember 2012 eine maxi
mal
50%ige Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachvollziehbar. Unter Weiter
führung der fachpsychiatrischen Therapie könne die Arbeitsfähigkeit
medizi
nisch-theoretisch
weiter verbessert werden (Urk. 6/38/4).
4.4
Dem Schreiben der
Psychiatrie C._
vom
8.
Mai 2014 ist zu entnehmen, die Beschwerde
führerin habe im Jahr 2008 vier Gesprächstermine zur Klärung der Situation, zur diagnostischen Einschätzung und zur Therapieplanung in
einer p
sychiatri
schen
Klinik
wahrgenommen. Sie sei damals an Psychiater beziehungsweise
Psychotherapeuten verwiesen worden. Eine Arbeitsunfähigkeit
sei nicht atte
stiert
worden. Im Juli 2012 habe sie sich in d
er
Klinik F._
vorgestellt, eine Be
handlung sei aber nicht zustande gekommen
(Urk. 6/51
/5
)
.
4.
5
Dr.
D._
erläuterte in ihrem Bericht vom 1
3.
Juni 2014, dass eine rezidivie
rende depressive Störung wiederkehrende depressive Einbrüche beinhalte, die eine
stetige psychotherapeutische Begleitung voraussetz
t
en. Sie könne eine Besserung zwischen den einzelnen Episoden beinhalten, müsse aber nicht voll
ständig remittieren. Des Weiteren bestehe eine schizoide
Persönlichkeitsakzen
tu
ierung
, die zu einer tiefgehenden Kontaktstörung führen könne. Dadurch könne
es zu schwierigen Situationen im Umfeld und zu einem Rückzug oder ei
nem Ausbruch der Selbstkontrolle kommen. Die gestellten Diagnosen könnten zu Leistungsbeeinträchtigungen führen, vor allem zu einer Reduktion der Kon
zen
tration, der Aufmerksamkeit, der Anpassungsfähigkeit, der Belastbarkeit und des
Durchhaltevermögens. Auch sei die Frustrationstoleranz eher auf einem niedri
gen Niveau. Die aktuelle Tätigkeit wirke stabilisierend auf die Beschwer
defüh
rerin, sie entspreche jedoch eher einer Tätigkeit in einem geschützteren Rahmen und nicht einer auf dem ersten Arbeitsmarkt (Urk. 6/57/1). Selbst in diesem Rahmen sowie mit dem Teilzeitpensum komme die Beschwerdeführerin immer wieder an ihre Grenzen und fühle sich trotz möglicher Pausen müde und er
schöpft. Insgesamt liege es also weniger am guten Willen als an der psychi
schen
Beeinträchtigung, dass die Beschwerdeführerin nicht zu 100
%
erwerbs
fähig sei (Urk. 6/57/2).
5.
5.1
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
D._
diagnostizierte eine
rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11)
,
sowie instabile Persönlichkeitszüge (Urk. 6/20/1)
beziehungs
weise
eine
schizoide Persönlichkeitsakzentuierung (Urk. 6/36/1)
.
Der RAD-Arzt untersuchte die Beschwerdeführerin nicht und die
Psychiatrie C._
äusserte sich nicht zur diagnostischen Einschätzung.
5
.2
Persönlichkeitszüge und -akzentuierungen
stellen keine psychische Erkrankung nach den diagnostischen Kriterien dar, etwa im Sinne einer
Persönlichkeitsstö
rung
.
Die Akzentuierung von Persönlichkeitszügen gehört zu
den
Probleme
n
mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
(ICD-10: Z73).
Bei diesen Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheitszu
stand beeinflussen und zur Inan
spruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kate
gorien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als „Diag
nosen" oder „Probleme" an
gegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. S
olche
fallen nicht unter den Be
griff der rechtserheblichen
Gesundheitsbeein
trächti
gungen
und stellen grund
sätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012
,
E.
3.1 mit Hin
weisen
; 9C_506/2014 vom 10.
November 2014
,
E. 4.2 mit Hinweis
).
Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten instabilen Persönlichkeitszüge sowie
die
schizoide Persönlichkeitsakzentuierung
fallen
somit
nicht unter den Begriff des rechts
erheblichen Gesundheitsschadens
, weshalb sie nicht zu einem Renten
anspruch führen können
.
5
.3
E
ine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung
ist
nicht
schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme
unter anderem
, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden
als resistent ausweist (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014
,
E. 4.2 mit Hinweisen
;
9C_917/2012 vom 14.
August 2013, E. 3.2 mit Hin
weis
;
8C_441/2015 vom 2
1.
August 2015, E.
4.2
).
5
.4
Laut der behandelnden Psychiaterin war die
Prognose
im September 2013
noch offen, jedoch
war
da
v
on auszu
g
ehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
Chronifizierung
der depressiven Symptomatik keiner Vollzeitbeschäftigung
mehr
nachgehen könne (Urk. 6/36/2).
Am 1
3.
Juni 2014 gab
Dr.
D._
an, es liege an der psychischen Beeinträchtigung, dass die Beschwerdeführerin nicht zu 100
%
erwerbsfähig sei (Urk. 6/57/2).
RAD-
Arzt
Dr.
E._
fand die attestier
ten Arbeitsunfähigkeiten laut
seiner Stellungnahme vom 1
4.
Oktober 2013 nach
voll
ziehbar.
Er hielt jedoch auch fest, u
nter Weiterführung der
fachpsychi
a
tri
schen
Therapie könne die Arbeitsfähigkeit
medizinisch-theoretisch
weiter ver
bessert werden (Urk. 6/38/4).
Dazu, in welchem zeitlichen Rahmen was für eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte, äusserte er sich jedoch nicht. Ins
ge
samt finden sich einerseits Hinweise auf eine
Chronifizierung
der bereits seit Jahrzehnten bestehenden depressiven Störung, andererseits scheint eine Ver
besse
rung der Arbeitsfähigkeit unter Fortführung der Therapie nicht ausge
schlossen. Insgesamt finden sich nur sehr wenige Angaben darüber, sodass
auch v
or dem Hintergrund des Grundsatzes der Se
lbsteingliederungs- und Schaden
minderungspflicht
abzuklären ist, ob
durch eine tatsächlich realisierbare
Verän
derung der für die gesund
heitliche Situation bedeut
samen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesse
rung des psychischen
Gesundheitszustan
des und da
mit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann
. Nach dem
Gesagten ist festzuhalten,
dass es nicht korrekt war, dass die Beschwerde
gegnerin das psychische Leiden bei der vorhandenen rudimentären Aktenlage als unerheblich qualifiziert hat.
Denn es ist nach dem Gesagten nicht auszu
schliessen, dass ein invalidisierender Gesundheitsschaden eingetreten ist, der
Anspruch auf eine Invalidenrente begründet.
Vielmehr wird
die Beschwerde
gegnerin
ergänzende Abklärungen diesbezüglich zu treffen haben.
5.5
Hinzu kommt, dass bei der gegebenen Aktenlage auch der Rentenanspruch für die Vergangenheit nicht zuverlässig beurteilt werden kann. Die Arbeitsunfähig
keit wurde lediglich von der behandelnden Psychiaterin attestiert und von ei
nem
RAD-Arzt ohne Weiterbildung im psychiatrischen Fachgebiet bestätigt. Bei psy
chischen Erkrankungen wie der vorliegenden
,
denen nicht ohne Weiteres eine invalidisierende Wirkung zugemessen werden kann
(vgl. vorstehende E. 5.3),
ist
beson
deres Augenmerk darauf zu
richten
, was der Beschwerdeführerin
aus objek
tiv
er Sicht noch zumutbar ist
(vgl. vorstehende E. 1.2)
.
Der Beurteilung
dieser Frage
ist eine neutrale psychiatrische Einschätzung zugrunde zu legen.
5.6
Aus dem Gesag
ten folgt, dass die Beschwerde
in dem Sinne gutzuheissen ist, dass die angefochtene Verfügung vom
21. Novem
ber 2014 aufzuheben und die Sache
bei ungenügender Abklärung des
entscheidrelevanten
Sachverhalts
zur
Durchführung der notwendi
gen Abklärungen
und
zu
neuer
Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist (vgl. E.
1.4 vorstehend
).
Dabei ist die
Beschwerdeführerin als zu 100 % erwerbstätig zu qualifizieren (E.
3 vorste
hend
).
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
7
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.