Decision ID: 7c75c6a4-1ba6-433c-99f0-780a7b5ca4c6
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die Gemeinden G._, H._, I._, J._, K._ und
F._ sowie die Stadt A._ verabschiedeten am 11. November 1981
Statuten zur C._ (nachfolgend: C._) und verliehen dieser das
Recht, die Wasserkräfte der Z._, des I._- und des
H._baches sowie der AA._ im Kraftwerk V._ und im
AA._werk für 80 Jahre zu nutzen.
2. Im Korporationsstatut war vorgesehen, dass sich die
Konzessionsgemeinden "zum Zwecke der möglichst rationellen
Wasserkraftnutzung der Z._ und der AA._ im Kraftwerk
Y._" zu einer "Korporation des öffentlichen Rechts im Sinne von Art.
53 ff. des Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden"
zusammenschliessen. Zudem wurde unter anderem Einsatz und Abgabe
der Gratisenergie (Art. 14), die Zuteilung der produzierten Energie (Art. 15)
sowie die Verfügung über die Energie durch die Partner (Art. 16) geregelt.
3. In das Projekt war von Beginn weg auch die Gemeinde D._
einbezogen. Diese widersetzte sich aber einer Mitgliedschaft in der
C._ und entsprechend auch der Verleihung von Nutzungsrechten.
Die anderen Gemeinden ersuchten in der Folge die Regierung des
Kantons Graubünden um Genehmigung der Statuten der C._ sowie
der auf die Korporation zu übertragenden Nutzungsrechte. Weiter
ersuchten die Gemeinden die Regierung, allenfalls anstelle der
widerstrebenden Gemeinde D._ die nötigen
Wasserrechtskonzessionen an die C._ zu erteilen.
4. Mit Beschluss vom 8. November 1982 (Prot. Nr. 2632) forderte die
Regierung des Kantons Graubünden die Gemeinde D._ auf, innert
angesetzter Frist den Korporationsstatuten und der
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Wasserrechtsverleihung bedingungslos zuzustimmen oder sie gesamthaft
abzulehnen.
5. Am 20. Januar 1983 beschloss die Gemeindeversammlung von D._
einstimmig, der C._ nicht beizutreten. Die Verleihung der
Wasserrechte stellte sie indes in Aussicht, falls die
Konzessionsbedingungen in ihrem Sinne angepasst würden.
6. Die Regierung des Kantons Graubünden forderte die Parteien mit
Beschluss vom 28. Februar 1983 (Prot. Nr. 461) auf, Verhandlungen
betreffend die Konzessionserteilung durch die Gemeinde D._
aufzunehmen.
7. Am 11. April 1983 fand die konstituierende Sitzung der C._ statt.
Dabei wurden auch verschiedene Statutenänderungen verabschiedet,
darunter die Streichung der Gemeinde D._ aus der Trägerschaft der
C._ sowie die Neufestlegung der Gemeindeanteile an der
Korporation. Die Beteiligungsquoten (Art. 3 der Statuten) wurden demnach
wie folgt festgehalten:
Gemeinde Anteil alt Anteil neu A._ 49.327 49.5 G._ 2.622 2.60 H._ 3.819 4.05 I._ 3.363 3.56 J._ 15.732 15.95 D._ 1.026 -.-- K._ 15.903 15.88 F._ 8.208 8.46
100.000 100.00
8. Nachdem die Verhandlungen zwischen den Parteien ergebnislos
geblieben waren, fasste die Regierung des Kantons Graubünden am
26. September 1983 (Prot. Nr. 2571) folgenden Beschluss:
I. Korporationsstatut
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1. Die Änderung des Art. 1 des Korporationsstatuts der C._, nämlich die Streichung der
Nennung der Gemeinde D._, wird genehmigt.
2. Die Änderung der Beteiligungsquoten in Art. 3 des Statuts wird genehmigt. Sie betragen neu:
(Auflistung der neuen Anteile).
3. (...).
II. Wasserrechtsverleihung
1. Die Wasserrechtsverleihung der Gemeinden G._, H._, I._, J._, K._ und
F._ und der Stadt A._ an die C._ vom 11. November 1981 zur Nutzung der
Wasserkräfte der Z._, des I._- und H._baches sowie der AA._ im bestehenden
Kraftwerk V._ wird unter den nachfolgenden Bedingungen und Auflagen genehmigt.
1.1 (...).
1.2 (...).
2. Die Wasserrechtsverleihung der Gemeinde D._ wird gestützt auf Art. 12 Abs. 2 (es fehlt:
BWRG = Wasserrechtsgesetz des Kantons Graubünden) von der Regierung im Namen der
Gemeinde D._ erteilt.
Das Bau- und Forstdepartement wird beauftragt, die Konzessionsbedingungen für die Gemeinde
D._ auszuarbeiten, diese den Parteien vorzulegen und alsdann der Regierung zur
Genehmigung zu unterbreiten.
3. Die Wasserrechtsverleihung tritt rückwirkend auf den 1. Januar 1981 in Kraft. Auf diesen
Zeitpunkt sind die bestehenden Konzessionen, soweit sie nicht schon abgelaufen sind,
aufzuheben.
4. (...).
9. Das Kraftwerk Y._ der C._ ist in der Form eines Partnerwerkes
konzipiert, wobei jeder Korporationsgemeinde eine in den Statuten
festgelegte Beteiligungsquote zusteht. Weiter werden in den Statuten
unter anderem der Einsatz und die Abgabe von Gratisenergie festgelegt,
die Zuteilung der produzierten Energie, die Verfügung über bzw. die
Abtretung von Beteiligungsenergie und ein Vorkaufsrecht der Stadt
A._ bezüglich der Partnerenergie.
10. Die Gemeinde K._ machte über Jahre hin von der im Statut
vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch und trat ihren Anspruch auf Gratis-
und Beteiligungsenergie in dem ihr zustehenden Umfang gegen
Übernahme der Jahreskosten und einer zusätzlichen Barvergütung an die
Stadt A._ ab.
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11. Per 1. Januar 2009 fusionierte die Korporationsgemeinde K._ mit der
Gemeinde D._ zur neuen Gemeinde T._. Am 1. Januar 2013 trat
die Gemeindefusion der Korporationsgemeinden H._, I._ und
G._ mit E._ und weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde
E._ in Kraft.
12. Aufgrund dieser Fusionen und den zwischenzeitlich veränderten
Umständen im Strommarkt und -handel sowie der damit einhergehenden
Anpassungen der Gesetzesbestimmungen bezüglich der
Stromversorgung wurden im Jahr 2017 Vorschläge zu einer
Statutenrevision erarbeitet und den Gemeinden vorgelegt. Die
Statutenrevision geriet jedoch ins Stocken, weil die Gemeinde T._ die
im Rahmen der Revision vorgeschlagene Umsetzung der Energie- und
Kostenrechnung ablehnte. Weil die Differenzen auch in diversen
bilateralen Gesprächen nicht gelöst werden konnten, wurde der Prozess
der Statutenrevision sistiert.
13. Stattdessen stellte die Stadt A._ mit Schreiben vom 5. Februar 2019
auf die Delegiertenversammlung der C._ vom 20. März 2019 hin
folgenden Antrag: "Die Energie- und Kostenrechnung der C._ ist ab
1. Oktober 2019 nach der Struktur der fusionierten Gemeinden
darzustellen und umzusetzen." Anlässlich der Delegiertenversammlung
zog die Stadt A._ ihren Antrag wieder zurück. In weiteren
Gesprächen konnte weiterhin keine einvernehmliche Lösung gefunden
werden. Am 10. September 2019 stellte deshalb die Stadt A._
denselben Antrag wieder zu Handen der Delegiertenversammlung der
C._ vom 19. November 2019. An der Delegiertenversammlung wurde
der Antrag mit 3:2 Stimmen abgelehnt. Dabei stimmten die Stadt A._
und die Gemeinde J._ dafür, die Gemeinden E._, F._ und
T._ dagegen.
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14. Gegen diesen Beschluss erhoben die Stadt A._ und die B._
(nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 9. Dezember 2019
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
folgenden Rechtsbegehren:
1. Der Beschluss der Delegiertenversammlung der C._ vom 19. November 2019, mit
welchem der Antrag der Stadt A._, die Energie- und Kostenrechnung der C._ ab 1.
Oktober 2019 nach der Struktur der fusionierten Gemeinden darzustellen und umzusetzen,
abgelehnt worden ist, sei aufzuheben.
2. Es sei festzustellen, dass die Energie- und Kostenrechnung der C._ rückwirkend ab
1. Oktober 2019 nach der Struktur der fusionierten Gemeinden darzustellen und umzusetzen
sei.
3. Gerichtliche und aussergerichtliche Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
beschwerdebeklagten Parteien.
Die Beschwerdeführerinnen begründeten ihre Anträge im Wesentlichen
damit, dass der angefochtene Beschluss die Bestimmungen des
Korporationsstatuts verletze, indem sie weiterhin verpflichtet würden,
einen zu hohen Anteil an disponibler Energie (von den Gemeinden
T._ und E._) zu übernehmen, was gegen Art. 15 sowie
insbesondere Art. 16 des Statuts verstosse. Ausserdem verletze der
angefochtene Beschluss Bunderecht, insbesondere das
Stromversorgungsgesetz, weil damit eine gesetzeskonforme
Preisgestaltung nach den Vorgaben dieses Gesetzes verunmöglicht
werde.
15. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2020 beantragten die C._
sowie die Politischen Gemeinden E._, F._ und T._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerinnen), auf die Beschwerde sei nicht
einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, unter gerichtlicher und
aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zzgl.
Mehrwertsteuer, zulasten der Beschwerdeführerinnen. In
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Edition zahlreicher
Dokumente aus den Händen der Beschwerdeführerinnen sowie die
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Einholung eines Gutachtens betreffend die Erträgnisse der
Beschwerdeführerinnen aus dem Verkauf der Beteiligungsenergie sowie
betreffend die Verifizierung der Berechnung von RegioTracks bezüglich
Beteiligungsenergiekosten. Ihren Nichteintretensantrag begründeten sie
mit diversen formellen Mängeln, etwa in Bezug auf die Aktiv- und
Passivlegitimation, die Legitimation sowie damit, dass zwingend ein
Konzessionsänderungsverfahren hätte durchgeführt werden müssen,
wollte man der Ansicht der Beschwerdeführerinnen folgen. Die
Beschwerdegegnerinnen interpretieren die Folgen der Fusion und die
Auslegung der C._-Statuten anders als die Beschwerdeführerinnen
und sind in materieller Hinsicht der Auffassung, dass sich der
Wirkungskreis der Mitgliedschaft der ehemaligen Gemeinde K._ an
der C._ nach der Fusion zu T._ nicht auf die neue Gemeinde
ausgeweitet habe. Entsprechend könnten die Fusionsgemeinden weder
aus der Fusion noch gestützt auf die Statuten verpflichtet werden, die
Beteiligungsenergie im Ausmass des Energieverbrauchs auch der
hinzufusionierten Gemeinden zu übernehmen. Die beantragte
Rechnungsänderung würde zu einer stossenden Ertragsoptimierung der
Beschwerdeführerinnen zulasten der Partnergemeinden führen.
16. Die Beschwerdeführerinnen replizierten am 20. April 2020 unter
Festhalten an ihren Rechtsbegehren. Die Verfahrensanträge gemäss
Vernehmlassung und die Einholung einer Expertise lehnten sie ab. Sie
rufen dabei in Erinnerung, dass sich die in den Statuten vorgesehene
Übernahmepflicht der Stadt A._ lediglich auf die Überschussenergie
(disponible Energie) der Korporationsgemeinden beziehe, sich die
Bemessungsgrundlage für die Übernahmepflicht der Überschussenergie
nur auf die fusionierten Gemeinden beziehen könne und der angefochtene
Beschluss somit die statutarischen Regeln der C._ verletze, ebenso
wie die Bestimmungen des Stromversorgungsgesetzes bzw. der
zugehörigen Verordnung.
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17. Mit Duplik vom 17. Juni 2020 hielten die Beschwerdegegnerinnen
ebenfalls an ihren Anträgen fest und vertieften ihren Standpunkt.
18. Am 26. Juni 2020 und 3. Juli 2020 reichten die Rechtsvertreter der
Parteien ihre Honorarnoten ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden
gegen Entscheide von Gemeinden, von anderen Körperschaften und von
selbstständigen Anstalten des kantonalen Rechts, soweit diese nicht bei
einer anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem
oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Beschluss
der Delegiertenversammlung der C._ vom 19. November 2019 ist
weder endgültig noch kann dieser bei einer anderen Instanz angefochten
werden. Somit stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Zudem wurde
die Beschwerde form- und fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 38 Abs. 1 und
2 sowie Art. 52 Abs. 1 VRG). Auf die weiteren Eintretensvoraussetzungen
wird im Folgenden eingegangen.
1.2. Nach Art. 50 Abs. 1 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an
seiner Aufhebung oder Änderung hat.
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Die Beschwerdegegnerinnen sprechen den Beschwerdeführerinnen das
schutzwürdige Interesse (und damit die Beschwer) an der Aufhebung des
angefochtenen Beschlusses ab. Sie begründen dies damit, dass
unverändert eine voraussetzungslose Abnahmepflicht im Sinne von Art.
16 Abs. 2 Satz 5 des C._-Statuts bestehe, zumal von Seiten der
C._ nie ein gegenteiliger Beschluss gefasst worden sei. Selbst eine
Gutheissung der Beschwerde würde die Stadt A._ von dieser
Übernahmeverpflichtung nicht befreien. Sodann sei die Übernahme der
Beteiligungsenergie entgegen den Behauptungen der
Beschwerdeführerinnen für diese gar kein Verlustgeschäft.
Demgegenüber vertreten die Beschwerdeführerinnen den Standpunkt,
dass die Frage, ob eine voraussetzungslose Pflicht zur Übernahme der
Beteiligungsenergie bestehe, eine Frage des materiellen Rechts sei.
Zudem sei die Frage, ob die Beschwerdeführerinnen beim Verkauf der
Beteiligungsenergie einen Verlust erzielten, weder für die Frage der
Legitimation noch für die Beurteilung der materiellen Streitfrage von
Belang. Die Gutheissung der Beschwerde hätte eine Senkung der
Beschaffungskosten und damit auch eine Senkung der Strompreise für die
Kunden in der Grundversorgung zur Folge. Ein schutzwürdiges Interesse
an der Aufhebung des angefochtenen Beschlusses bestehe für die
Beschwerdeführerinnen bei dieser Sachlage somit sehr wohl.
Mit den Beschwerdeführerinnen ist festzuhalten, dass die Frage, ob für die
Stadt A._ eine voraussetzungslose Übernahmeverpflichtung in
Bezug auf die Beteiligungsenergie besteht oder nicht, eine Frage des
materiellen Rechts ist. Zudem ist die Frage, ob mit dem Weiterverkauf der
Beteiligungsenergie ein Gewinn oder ein Verlust erzielt wird, weder für die
Frage der Legitimation noch für die Beurteilung der materiellen Streitfrage
relevant. Die Beschwer ist damit zu bejahen.
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1.3. Sodann bringen die Beschwerdegegnerinnen vor, die Auswirkungen der
Gemeindefusion zwischen D._ und K._ in Bezug auf einen
Gemeindeverband würden dessen Wirkungsbereich ohne anderslautende
Willenserklärung auf sein angestammtes Gebiet beschränken, mithin auf
das Gebiet der bisherigen Mitgliedsgemeinden. Bei einem solchen
"Splitting" müsste die Ausweitung des bisherigen Verbandperimeters
mittels eines Beitritts nach den statutarischen Verfahrensbestimmungen
erfolgen. Auch wenn vorliegend das Statut keine Beitrittsregeln enthalte,
müsste dennoch ein eigentlicher Beitritt erfolgen. Ohne einen
ursprünglichen oder nachträglichen Beitritt könnten Gemeinden gar nicht
als Korporationsmitglieder aufgefasst werden. So gesehen könne die
ehemalige Gemeinde D._ gar nicht als Mitglied der C._ erachtet
werden, weshalb sie schon aus formellen Gründen nicht verpflichtet
werden könne, für ihr Gebiet Beteiligungsenergie zu beziehen. Auf die
Beschwerde sei daher nicht einzutreten.
Die Beschwerdeführerinnen entgegen, der angeblich fehlende Beitritt der
Gemeinde D._ zur C._ stelle keine Prozessvoraussetzung dar,
welche zu einem Nichteintretensentscheid führen könnte. Der Beschluss
der Delegiertenversammlung stelle einen Entscheid einer Körperschaft
dar, gegen den gemäss den einschlägigen Bestimmungen des VRG
Beschwerde an das Verwaltungsgericht geführt werden könne. Ob die
ehemalige Gemeinde D._ der C._ beigetreten sei, sei dabei
ohne Belang und wäre höchstens im Rahmen der materiellen Beurteilung
zu prüfen. Abgesehen davon richte sich die Beschwerde nicht gegen die
ehemalige Gemeinde D._, sondern insbesondere gegen die
fusionierte Gemeinde T._, welche uneingeschränkt als Trägerin der
neuen Beteiligungsrechte anzusehen sei.
Das streitberufene Gericht erachtet die Sichtweise der
Beschwerdeführerinnen als zutreffend. Anfechtungsobjekt im
vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der von der
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Delegiertenversammlung der C._ gestützt auf das Statut gefasste
Beschluss vom 19. November 2019 (vgl. Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG). Die
Wirkung der Gemeindefusion auf den Perimeter der C._ beschlägt
eine materiellrechtliche Frage. Daher erweist sich der
Nichteintretensantrag der Beschwerdegegnerinnen als unbegründet.
1.4. Weiter führen die Beschwerdegegnerinnen aus, dass eine
Abnahmeverpflichtung der ehemaligen Gemeinde D._ in Bezug auf
die Beteiligungsenergie zu einer Verminderung der wirtschaftlichen
Leistung der C._ als Konzessionärin gegenüber der
Konzessionsgemeinde D._ führen würde. Die Beteiligungsenergie
sei in der Wasserrechtsverleihung explizit aufgeführt (Art. 7 Ziff. 2), wobei
bezüglich deren Regelung auf das Statut der C._ verwiesen werde.
Damit handle es sich um eine Nebenleistung, welche als Bestandteil der
Konzession zu qualifizieren sei. Sollte nun die ehemalige Gemeinde
D._ in die Regelung der Beteiligungsenergie einbezogen werden,
würde sich dies als Konzessionsänderung zulasten der
Konzessionsgemeinde D._ auswirken. Konzessionsänderungen
bedürften zu ihrer Gültigkeit indes der Genehmigung der Regierung. Die
Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und insbesondere die
beantragte Feststellung würden damit eine genehmigungsbedürftige
Konzessionsänderung beinhalten. Weil dieses Verfahren vorliegend nicht
eingehalten sei, könne auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
Die Beschwerdeführerinnen sind demgegenüber der Auffassung, dass im
vorliegenden Fall nicht die wirtschaftlichen Leistungen zwischen
Konzedent und Konzessionär Streitgegenstand seien, welche in einem
Konzessionsvertrag oder in einer "Nebenvereinbarung" geregelt würden.
Vielmehr gehe es vorliegend einzig um das Statut der C._, in
welchem keine wirtschaftlichen Leistungen zwischen Konzedent und
Konzessionär geregelt worden seien. Die Behauptung der
Beschwerdegegnerinnen, wonach der Antrag der Beschwerdeführerinnen
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eine Änderung der wirtschaftlichen Leistungen darstelle und deshalb eine
genehmigungspflichtige Konzessionsänderung bedinge, sei deshalb
unbegründet.
Vorliegend geht es nicht primär um inhaltliche Fragen der Konzession;
solche sind allenfalls indirekt angesprochen bzw. ergeben sich erst
aufgrund einer materiellen Betrachtung. Somit erweist sich auch dieser
Nichteintretensantrag der Beschwerdegegnerinnen als unbegründet.
1.5. Ferner machen die Beschwerdegegnerinnen unter Verweis auf Art. 41 des
C._-Statuts geltend, dass für die Anfechtung eines Beschlusses der
C._ einzig die einzelnen Korporationsgemeinden aktivlegitimiert
seien. Die B._ sei keine Korporationsgemeinde, weshalb auf ihre
Beschwerde mangels Aktivlegitimation nicht einzutreten sei. Auf der
Passivseite sei es ausserdem unnötig, dass die anfechtende
Korporationsgemeinde neben der Korporation auch noch die weiteren
Korporationsgemeinden ins Recht fasse, welche anders abgestimmt
hätten als sie. Dementsprechend sei auf die Beschwerde gegen die
Korporationsgemeinden T._, E._ und F._ nicht einzutreten.
Dem halten die Beschwerdeführerinnen entgegen, im vorliegenden Fall
sei zu klären, in welchem Umfang die Stadt A._ und folglich (gestützt
auf das Gesetz über die B._ [B._-Gesetz]) die B._ gemäss
C._-Statut verpflichtet sei, von den Beschwerdegegnerinnen
Beteiligungsenergie zu übernehmen. Die mit der Beschwerde
beanstandete Situation habe zur Folge, dass die Kunden der B._ in
der Grundversorgung einen überhöhten Preis bezahlen müssten. Müssten
die Stadt A._ und die B._ – so wie mit der Beschwerde gefordert
– die Beteiligungsenergie nur in dem von ihnen vertretenen Umfang
übernehmen, würde dies zu einer Senkung der Beschaffungskosten und
damit auch zu einer Senkung der Strompreise für die Kunden in der
Grundversorgung führen. Die B._ sei somit durch den Entscheid in
- 14 -
ihren schutzwürdigen Interessen berührt und im Verfahren zumindest als
Beigeladene zuzulassen. Hinsichtlich der bestrittenen Passivlegitimation
der einzelnen Korporationsgemeinden führen die Beschwerdeführerinnen
aus, dass sich eine Gutheissung ihrer Rechtsbegehren für/gegen alle
Korporationsgemeinden auswirke und somit auch die einzelnen
Korporationsgemeinden in ihren schutzwürdigen Interessen berühre.
Deshalb hätten die Beschwerdeführerinnen in ihrer Beschwerde auch die
einzelnen Korporationsgemeinden in das Verfahren miteinbezogen. Die
Korporationsgemeinden hätten denn auch am Verfahren teilgenommen,
womit ihnen die gleichen Rechte und Pflichten wie den Hauptparteien
zustehen würden.
Die strittige Frage betreffend die Aktivlegitimation erfordert einen Blick in
das B._-Gesetz:
Art. 1 Rechtsform, Name, Sitz Die B._ (B._) ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in A._.
Art. 2 Konzession Die Stadt erteilt der B._ eine Konzession für die Erbringung des Versorgungsauftrages
sowie für die Nutzung des öffentlichen Grund und Bodens und des Grundwassers.
Art. 3 Aufgaben 1 Die B._ versorgt die Bevölkerung mit Energie (Elektrizität, Erdgas/Biogas und Wärme)
und Wasser und erfüllt die gestützt auf dieses Gesetz, die Konzession und die Eigentümerstrategie
übertragenen Aufgaben.
2 Die B._ erbringt Energiedienstleistungen.
3 Die B._ sorgt im Rahmen der Verfügbarkeit und der Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen für
eine sichere, ausreichende, effiziente und umweltgerechte Versorgung ihrer Kundinnen und
Kunden.
4 Die B._ unterstützt die Stadt bei der Umsetzung von Energieeffizienzbestrebungen.
Art. 6 C._ (C._), Kraftwerke L._ AG (L._) und weitere Beteiligungen
1 Die Übernahme bzw. Verwertung von Strom, Wasser, Gas und Wärme, welche der Stadt aus
ihrer Beteiligung an der C._, L._ und weiteren Beteiligungen zusteht sowie alle daraus
entstehenden Kostenfolgen, obliegen der B._.
2 (...).
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Die Stadt A._ hat die ihr zukommende Aufgabe der Energie- und
Wasserversorgung der Stadtbevölkerung mittels Konzession der B._
als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt übertragen. Speziell geregelt
ist die Übernahme bzw. Verwertung der Energie, welche der Stadt
A._ aus der Beteiligung an der C._ zusteht inkl. der daraus
entstehenden Kostenfolgen (vgl. Art. 6 Abs. 1 B._-Gesetz). In Bezug
auf das Verhältnis der Stadt A._ zur C._ ändert sich damit
allerdings nichts. Somit ist die B._ im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht aktivlegitimiert. Daran ändert auch die
erwähnte Möglichkeit der Beiladung nichts, zumal eine solche lediglich auf
der Passivseite erfolgen kann. Entsprechend ist auf die Beschwerde in
Bezug auf die B._ nicht einzutreten.
Auf der Passivseite ist nach Auffassung des streitberufenen Gerichts
lediglich die C._ in das Beschwerdeverfahren einzubeziehen. In
Bezug auf das beschwerdeführerische Rechtsbegehren 1 (Aufhebung des
angefochtenen Korporationsbeschlusses vom 19. November 2019) ist
festzuhalten, dass der besagte Beschluss – je nach Verfahrensausgang –
entweder bestehen bleibt oder aufgehoben wird und für die
Korporationsgemeinden so oder anders qua Mitgliedschaft gilt.
Hinsichtlich des beschwerdeführerischen Feststellungsbegehrens gilt
dasselbe, zumal sich dieser Antrag auf die Rechnungslegung der C._
bezieht und die Korporationsgemeinden dadurch nicht (direkt) betroffen
sind. Dass der beschwerdegegnerische Rechtsvertreter die
Beschwerdeantwort mit Anträgen sowohl im Namen der C._ als auch
im Namen der Korporationsgemeinden eingereicht hat, macht Letztere
nicht automatisch zu Parteien. Soweit mit der Beschwerde die
Korporationsgemeinden E._, F._ sowie T._ ins Recht
gefasst werden, ist darauf somit nicht einzutreten.
- 16 -
2.1. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Edition der Fusionsverträge
E._ und T._. Diese Verträge wurden zusammen mit der
Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2020 eingereicht (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 4 und 5). Abgesehen davon
können die erwähnten Fusionsverträge in den jeweiligen Botschaften der
Regierung an den Grossen Rat eingesehen werden. Das
beschwerdeführerische Editionsbegehren kann somit als erfüllt betrachtet
werden.
2.2. In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2020 stellen die
Beschwerdegegnerinnen den Antrag, die Beschwerdeführerinnen seien
aufzufordern, für den Zeitraum von 1981 bis heute Unterlagen zu
produzieren und vorzulegen, aus denen sich ergebe,
- wieviel Beteiligungs- und Gratisenergie von den Beschwerdeführerinnen von den
Partnergemeinden der C._ übernommen wurden, unterteilt nach den einzelnen
Partnergemeinden;
- zu welchen Gestehungskosten diese Gratis- und Beteiligungsenergie von den
Beschwerdeführerinnen übernommen wurden, unterteilt nach den einzelnen Partnergemeinden
und nach Beteiligungsenergiekosten sowie Aufgeld;
- zu welchen Preisen/Tarifen die Beschwerdeführerinnen diese Gratis- und Beteiligungsenergie
tatsächlich verkauften sowie wie hoch die konkreten Strompreise für die Endkundinnen und -
kunden der Beschwerdeführerinnen in den fraglichen Jahren waren.
Ausserdem beantragen die Beschwerdegegnerinnen die Edition eines
Gutachtens des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerinnen zu den
Auswirkungen der Gemeindefusionen aus dem Jahr 2013. Schliesslich
verlangen die Beschwerdegegnerinnen Expertisen
- zur Verifizierung der Zahlen und Ergebnisse gemäss Bg-act. 53 (Berechnung der
Beteiligungsenergiekosten inkl. Aufgeld samt Aufwendungen und Erträge 2015 - 2019 [Berechnung
Regio- Tracks, M._]);
- zu den Erträgnissen, welche die Beschwerdeführerinnen in den Jahren 1981 bis heute aus dem
Verkauf der Beteiligungsenergie der Konzessionsgemeinden konkret erzielten (Verkaufserlöse
abzüglich Gestehungskosten der Beteiligungsenergie inkl. Aufgeld).
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Die Beschwerdeführerinnen beantragen in ihrer Replik vom 20. April 2020
die Abweisung dieser Anträge und führen aus, dass die wirtschaftlichen
Folgen der Übernahmepflicht für die Frage des Umfangs der
Übernahmeverpflichtung nicht relevant seien. Es gehe nicht darum, ob die
Stadt A._ bzw. die B._ beim Wiederverkauf der übernommenen
Beteiligungsenergie einen Verlust oder einen angeblich von den
Beschwerdegegnerinnen behaupteten Gewinn erzielt habe. Dies sei für
die Beurteilung des vorliegenden Falles irrelevant. Daher würden sich die
Aktenedition und die verlangte Expertise erübrigen.
In Bezug auf das von der Stadt A._ in Auftrag gegebene
Rechtsgutachten von Rechtsanwalt U._ betreffend die Auswirkungen
der Gemeindefusionen auf die Statuten der C._ aus dem Jahr 2013
ist festzuhalten, dass es sich dabei um ein Dokument der Stadt A._
handelt, welches der internen Meinungsbildung dient. Dieses Dokument
ist ohne die Zustimmung der Stadt A._ im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht zu edieren, auch wenn es im Protokoll der
Ausschusssitzung der C._ vom 21. Februar 2013 erwähnt wird (vgl.
Bg-act. 6 S. 4). Die Zustimmung der Stadt A._ liegt hier nicht vor.
Zudem sind die Aktenedition gemäss Verfahrensantrag und die verlangten
Expertisen für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht relevant.
Denn die Frage, ob die Beschwerdeführerinnen beim Verkauf der
Beteiligungsenergie einen Gewinn oder einen Verlust erzielen, ist für die
materielle Beurteilung der sich hier stellenden Streitfragen (Auswirkungen
von Gemeindefusionen, Auslegung des C._-Statuts betreffend die
Übernahme von Beteiligungsenergie, Verletzung von Bundesrecht) nicht
von Belang. Somit sind die Anträge auf Aktenedition und Einholung von
Expertisen abzuweisen.
3.1. In materieller Hinsicht stellen sich die Beschwerdeführerinnen auf den
Standpunkt, dass die Vergrösserung des Siedlungsgebiets oder ein
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Zuwachs an Industrie und Gewerbe zwangsläufig zu einem höheren
"Eigenbedarf" und damit zu einem sinkenden Anteil an disponibler
Energiemenge führe. Eine Fusion führe gleichermassen zu einer
entsprechenden Vergrösserung des "Abnehmergebiets" und damit zu
einer Erhöhung des "Eigenbedarfs". Demnach sei bei Fusionen der
Energiebedarf der fusionierten Gemeinde massgebend, was sich bereits
aus den allgemein gültigen Rechtsfolgen bei einer Fusion ergebe. Die
Delegiertenversammlung habe sich dieser Betrachtungsweise verweigert
und blende die Rechtsfolgen der Fusion damit vollständig aus. Mit der
Fusion der ursprünglichen Gemeinden D._ und K._ sei die neue
Gemeinde T._ Korporationsgemeinde in der C._ geworden und
verfüge als neue zusammengeschlossene Gemeinde (und nicht nur die
Fraktion K._) über eine Beteiligungsquote von 15.88 % an der
C._. Mit dem Übergang der Beteiligungsrechte an der C._ auf
die fusionierte Gemeinde T._ müssten aber auch die weiteren
Bestimmungen des Statuts hinsichtlich des Einsatzes der
Beteiligungsenergie innerhalb des Gebiets der neuen Fusionsgemeinde
gelten. Es könne nicht sein, dass die Gemeinde T._ an der C._
wohl zu 15.88 % beteiligt sei, das Recht zum Eigenverbrauch der
Beteiligungsenergie sich aber nur auf die Fraktion K._ beziehe. Diese
Sichtweise lasse sich weder mit dem Fusionsvertrag noch mit Art. 69 des
Gemeindegesetzes des Kantons Graubünden (GG; BR 175.050) in
Einklang bringen. Die Auffassung der Beschwerdeführerinnen werde
hingegen mit Blick auf das gesamte Konstrukt der C._ und deren
Statut bestätigt: So sei die Beteiligungsquote von 15.88 % der
ursprünglichen Gemeinde K._ kraft Universalsukzession mit der
Fusion auf die neue Gemeinde T._ übergegangen, welche jetzt im
genannten Umfang an der Korporation beteiligt sei. Weiter partizipiere am
Ende der Konzession die neue Gemeinde T._ am Heimfall, und zwar
im Umfang der von beiden ursprünglichen Gemeinden zusammen
verliehenen Wasserkräfte. Schliesslich sei es auch die Gemeinde T._
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– und nicht nur die Fraktion K._ –, welche einen Delegierten der
neuen Gemeinde in die Delegiertenversammlung entsende und nach den
Vorgaben der neuen Gemeinde abstimmen lasse.
3.2. Demgegenüber sind die Beschwerdegegnerinnen der Ansicht, dass dem
Fusionsvertrag der Gemeinde T._ lediglich der Grundsatz der
Universalsukzession entnommen werden könne. Dieses Prinzip vermöge
indes den Rechtsstandpunkt der Beschwerdeführerinnen nicht zu
begründen. Insbesondere habe die Universalsukzession nicht
automatisch die Ausweitung bisheriger Perimeter von
Gemeindeverbänden zur Folge. Wie auch das Recht bisheriger
Gemeinden grundsätzlich nach der Fusion nur auf ihrem jeweiligen Gebiet
Anwendung finde, vermöchten auch Mitgliedschaften in
Gemeindeverbänden nicht eine Gebietsausdehnung bezüglich sämtlicher
Recht und Pflichten zu begründen. So habe die ehemalige Gemeinde
D._ explizit bei der C._ nicht mitgewirkt und sei nicht beteiligt
gewesen. Ebenfalls seien die ehemaligen N._ Gemeinden E._,
O._, P._, Q._ und R._ nicht Mitglieder der C._
gewesen. Diese ehemaligen Gemeinden seien daher auch nicht in den
Genuss von Beteiligungsenergie gekommen und hätten daher daran auch
nicht partizipieren können. Es sei daher umso weniger einzusehen,
weshalb sie jetzt, ohne je in den Genuss der Berechtigungen gekommen
zu sein, für die Verpflichtungen aufkommen sollten. Aus diesem Grund
habe sich auch das Amt für Gemeinden Graubünden dafür
ausgesprochen, dass sich mit der Universalsukzession bei der Fusion die
Pflicht zur Abnahme von Beteiligungsenergie nicht auf das neue
Gemeindegebiet ausweite, sondern sich weiterhin auf das bisherige
Gemeindegebiet der Mitgliedsgemeinde beschränke (Hinweis auf Bg-act.
10 und 21).
- 20 -
3.3. Im Kanton Graubünden folgen Gemeindefusionen dem Grundsatz der
Universalsukzession resp. sind die rechtlichen Auswirkungen von
Gemeindefusionen vom Prinzip der Universalsukzession geprägt, sofern
im Fusionsvertrag nichts Abweichendes geregelt wird (vgl. FETZ, Bündner
Gemeinderecht, Zürich/Basel/Genf 2020, S. 163; DERS., Gemeindefusion,
unter besonderer Berücksichtigung des Kantons Graubünden, Diss.
Zürich 2009, S. 170). Somit übernimmt im Regelfall die fusionierte
Gemeinde sämtliche Rechte und Pflichten sowie die Guthaben und
Verbindlichkeiten der bisherigen Gemeinden (Art. 69 Abs. 1 GG). Wird
eine Gemeindefusion nach dem Grundsatz der Universalsukzession
vollzogen, erfolgt dieser Übergang auf die fusionierte Gemeinde einheitlich
und ipso iure mit dem Inkrafttreten der Fusion (vgl. ZAHNER,
Gemeindevereinigungen – öffentlichrechtliche Aspekte, Diss. Zürich 2005,
S. 131 m.w.H.). Nach dem Prinzip der Universalsukzession gehen auch
sämtliche Verträge der bisherigen Gemeinden und die darin enthaltenen
Rechte und Pflichten unverändert auf die fusionierte Gemeinde über.
Diese tritt somit im Umfang der bisherigen Regelungen gegenüber
anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Privaten an die Stelle
der bisherigen Gemeinden (Art. 69 Abs. 2 GG). Damit wird sichergestellt,
dass durch Gemeindefusionen subjektive bzw. private Rechte und
Pflichten Dritter nicht beeinträchtigt werden (vgl. ZAHNER, a.a.O., S. 313
m.w.H.).
Als subjektive Rechte im erwähnten Sinne gelten auch die Rechte
untergehender Gemeinden aus deren Mitgliedschaft in Zweck- oder
Gemeindeverbänden; sie gehen demnach gemäss den Regeln der
Universalsukzession ipso iure auf die vereinigte Gemeinde über. Dies
bedeutet, dass die vereinigte Gemeinde Mitglied all derjenigen Zweck-
oder Gemeindeverbände wird, in denen die an der Fusion beteiligten
Gemeinden Mitglied gewesen sind (vgl. ZAHNER, a.a.O., S. 329 m.w.H.).
Die Auswirkungen des Übergangs solcher Mitgliedschaften auf die
- 21 -
fusionierte Gemeinde ergeben sich dabei aus den Statuten des Zweck-
oder Gemeindeverbandes, denn daraus ergeben sich die subjektiven
Rechte der Mitgliedergemeinden. Das Recht auf Aufgabenerfüllung auf
dem Gebiet einer Mitgliedsgemeinde wird umschrieben durch die
Verbandsaufgabe und den Mitgliederbestand (vgl. ZAHNER, a.a.O., S. 330
m.w.H.). In dieser Zweck- und Mitgliederkreisumschreibung ist
stillschweigend auch das geographische Tätigkeitsgebiet des Verbandes
enthalten, denn die Infrastruktur und die Mittelbeschaffung des Zweck-
oder Gemeindeverbandes sind auf die Grösse des Gebiets, in welchem
die Aufgabe zu erfüllen ist, ausgerichtet, was den Gebietsumfang zur
Vertragsgrundlage macht. Damit bleibt der Wirkungsbereich des Zweck-
oder Gemeindeverbandes auf sein angestammtes Gebiet beschränkt,
obschon fortan die vereinigte Gemeinde Verbandsmitglied ist (vgl.
ZAHNER, a.a.O., S. 330 f.; so auch FETZ, Gemeindefusion, unter
besonderer Berücksichtigung des Kantons Graubünden, Diss. Zürich
2009, S. 191). Aus Sicht der fusionierten Gemeinde können so deren
Aufgaben auf verschiedene Verbände aufgeteilt sein (vgl. FETZ,
Gemeindefusion, unter besonderer Berücksichtigung des Kantons
Graubünden, Diss. Zürich 2009, S. 191).
3.4. Vorliegend ist bezüglich der Fusion der ehemaligen Gemeinden D._
und K._ festzuhalten, dass der Rechtsübergang im Rahmen der
Universalsukzession erfolgt ist, zumal sich aus dem entsprechenden
Fusionsvertrag vom 22. August 2008 nichts Abweichendes ergibt (vgl. Bg-
act. 4). Vielmehr wird im besagten Fusionsvertrag der Grundsatz der
Universalsukzession wiederholt (vgl. Bg-act. 4 S. 2). In Bezug auf die
Mitgliedschaft in der C._ bedeutet dies, dass das ursprüngliche
geographische Tätigkeitsgebiet der C._ unverändert auf die
Fusionsgemeinde T._ übergegangen ist, sich der Wirkungsbereich
der C._ also nicht auf das Gebiet der ehemaligen Gemeinde D._
erstreckt hat. Die Argumentation der Beschwerdeführerinnen verfängt
- 22 -
somit nicht, auch in Bezug auf die Stimmrechtsverhältnisse nicht. Diese
sind hier auch nicht Streitgegenstand. Hingewiesen sei doch immerhin
darauf, dass solche Veränderungen wohl gestützt auf die Clausula rebus
sic stantibus auf dem Weg einer Statutenanpassung nachgezeichnet
werden könnten (vgl. ZAHNER, a.a.O., S. S. 331 ff.).
4.1. Des Weiteren rügen die Beschwerdeführerinnen, dass sich die
Übernahmepflicht der Stadt A._ gegenüber den anderen
Korporationsgemeinden auf die Überschussenergie beschränke, womit
die überschüssige Beteiligungsenergie gemeint sei. Überschüssig sei die
Energie dann, wenn sie nicht zur Deckung des Energiebedarfs in der
Korporationsgemeinde benötig werde. Somit müsse die
Korporationsgemeinde mit der Beteiligungsenergie zuerst ihren
Eigenbedarf decken und dürfe erst dann einen allfälligen Überschuss an
die Stadt A._ bzw. einer anderen Korporationsgemeinde ganz oder in
Prozenten abtreten. Mit der Ablehnung des Antrags der Stadt A._ zu
Handen der C._ werde die berechtigte Korrektur in der
Abrechnungspraxis vereitelt, was eine Verletzung des C._-Statuts
darstelle. Sowohl die C._ als auch deren Ausschuss seien sich zwar
einig gewesen, dass durch die Fusionen von K._ und D._ (2009)
sowie von E._ (2013) das Prinzip der bisherigen Energie- und
Kostenrechnung zulasten der Stadt A._ gegangen sei, wobei sich
Letztere bereit erklärt habe, im Sinne einer guten Partnerschaft und
zugunsten der kleineren Gemeinden für eine Übergangszeit die Energie
freiwillig zu übernehmen. Nun müsse aber auf die tatsächlichen
Verhältnisse abgestellt und im oben beschriebenen Sinne die Energie-
und Kostenabrechnung angepasst werden. Die Beschwerdeführerinnen
begründen ihren Standpunkt im Wesentlichen mit den Materialien des
C._-Statuts und den hohen Gestehungskosten bzw. dem
kontinuierlichen Verlustgeschäft, das nicht im Sinne der C._ habe
sein können.
- 23 -
4.2. Diese Sichtweise lehnen die Beschwerdegegnerinnen ab. Sie werfen den
Beschwerdeführerinnen vor, zu verkennen, dass die Stadt A._ nicht
nur im "Zusammenhang" mit disponibler Beteiligungsenergie zur
Abnahme und Verwertung verpflichtet sei, sondern sich gemäss Art. 16
Abs. 2 Satz 5 des C._-Statuts voraussetzungslos verpflichtet habe,
die Beteiligungsenergie einzelner Partnergemeinden auf deren Wunsch
ganz oder in Prozenten der anfallenden Energie zu übernehmen. Die
Stadt A._ habe sich damit zunächst bereit erklärt, überschüssige
Beteiligungsenergie zu Gestehungskosten zu übernehmen – zusätzlich
und unabhängig davon könnten die Korporationsgemeinden die ganze
Beteiligungsenergie oder Prozente davon als Bandenergie der Stadt
A._ abtreten. Im Übrigen bestreiten die Beschwerdegegnerinnen die
beschwerdeführerische Berechnung der Gestehungskosten, welche
widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei. Die Frage des Eigenbedarfs
sei irrelevant, zumal sich die Stadt A._ so oder anders zur
Übernahme der Beteiligungsenergie verpflichtet habe. Vor diesem
Hintergrund sei es geradezu grotesk, wenn sich die
Beschwerdeführerinnen heute zum "weissen Ritter" erheben wollten und
behaupteten, sie hätten sich "im Interesse einer guten Partnerschaft" und
"zugunsten der kleineren Gemeinden für eine Übergangszeit" bereit
erklärt, die Energie freiwillig zu übernehmen.
4.3. Das Kraftwerk Y._ der C._ ist in der Form eines Partnerwerkes
konzipiert, wobei jedem Partner (= jeder Korporationsgemeinde) eine in
den Statuten festgelegte Beteiligungsquote zusteht (vgl. Art. 3 des
C._-Statuts, beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3, Bg-act. 1).
Nachfolgend werden die für die Beantwortung der Streitfrage relevanten
Bestimmungen des C._-Statuts dargelegt:
Art. 14 Einsatz und Abgabe der Gratisenergie
- 24 -
Die den Korporationsgemeinden aufgrund des Konzessionsvertrages zustehende
Gratisenergie ist in erster Linie zur Energieversorgung innerhalb der betreffenden Gemeinde
bestimmt. Überschüsse können an Korporationspartner oder Dritte abgegeben werden. Die Stadt
A._ verpflichtet sich, nicht beanspruchte Gratisenergie auf Wunsch der einzelnen
Konzessionsgemeinden zu den jeweiligen Ansätzen der Strombeschaffung bei ihrem
Austauschpartner W._ zu übernehmen. Derzeitiger Austauschpartner der Stadt A._ ist
das EWZ, und die Strombezugskosten der Stadt stellen sich wie folgt dar:
Arbeitspreis Winter 6 Rp./kWh
Arbeitspreis Sommer 3 Rp./kWh
Leistung Fr. 6.--/kW (monatlich)
Art. 15 Zuteilung der produzierten Energie 1 Die im Werk Y._ produzierte Energie fällt nach Abzug der den Konzessionsgemeinden
zu liefernden Gratisenergie den Partnergemeinden im Umfang ihrer Beteiligung an der Korporation
gegen Übernahme der anteiligen Jahreskosten W._ an.
2 Für den Energietransport von der Zentrale bis zu den Gemeindetrafostationen haben die
Gemeinden eine Transportentschädigung von 4 % des Arbeits- und Leistungspreises des
jeweiligen Energieaustauschpartners der Stadt A._ (derzeit EWZ) an den Eigentümer des
Leitungsnetzes zu bezahlen. Diese Transportentschädigung ist neu festzulegen, wenn die
Energiepreise des Ausgleichspartners der Stadt A._ bezogen auf den Stand vom 1.1.1981 um
50 % sich erhöht haben sollten, wobei der Grundsatz der Deckung der Selbstkosten für Erstellung,
Betrieb und Unterhalt der Übertragungsanlagen Geltung haben soll.
3 Solange die Gemeinde F._ die Energie direkt über die Ringleitung X._ bezieht, hat
sie die Transportkosten der Energie den Eigentümern dieser Leitung aufgrund spezieller
Absprachen mit diesen zu bezahlen.
4 Beim Einsatz der Beteiligungsenergie innerhalb des Gebietes der Partnergemeinden
verpflichtet sich die Stadt A._, allfällige Überschüsse, unabhängig vom Zeitpunkt von deren
Anfall, gegen Vergütung der Monatskosten von den einzelnen Partnergemeinden W._ zu
übernehmen.
Art. 16 Verfügung über die Energie durch die Partner 1 Die Korporationsgemeinden sind berechtigt, gegen Übernahme der Jahreskosten ihre
Beteiligungsenergie, soweit diese nicht zur Deckung des Energiebedarfes in der betreffenden
Gemeinde benötigt wird, ganz oder in Prozenten an Partnergemeinden oder Dritte abzutreten.
2 Die Abtretung von Beteiligungsenergie an Dritte kann jeweilen nur für ganze Jahre erfolgen.
Beginnend ab 1. Oktober. Die Absicht, Beteiligungsenergie an Dritte abzutreten, ist der Stadt
A._ 2 Jahre im Voraus anzuzeigen. Unter Einhaltung der gleichen Fristen können
Partnergemeinden früher abgerufene Beteiligungsenergie wieder der Stadt A._ abtreten. Die
Stadt A._ verpflichtet sich, auf Wunsch einzelner Partnergemeinden deren
Beteiligungsenergie W._ ganz oder in Prozenten der anfallenden Energie gegen Übernahme
der Jahreskosten und einer zusätzlichen Barvergütung zu übernehmen. Diese Barvergütung setzt
- 25 -
sich zusammen aus einer festen und damit nicht veränderlichen Entschädigung von 0.25 Rp. pro
kWh und einer variablen Entschädigung von derzeit 0.4 Rp. pro kWh. Die letztgenannte
Entschädigung entspricht der jeweiligen Entschädigung, die die S._ AG den Bündner
Gemeinden für die Übernahme der Partnerenergie über die Tragung der Jahreskosten hinaus
bezahlt.
Art. 17 Vorkaufsrecht der Stadt A._ auf Partnerenergie Die Stadt A._ besitzt für die Übernahme von Beteiligungsenergie im Verhältnis zu Dritten,
d.h. Nichtpartnern der Korporation im Sinne eines Vorkaufsrechtes einen Übernahmeanspruch zu
den Bedingungen, wie sie zwischen der Partnergemeinde und einem Dritten allenfalls vereinbart
worden sind. Die Stadt A._ hat nach Abschluss einer solchen Vereinbarung das Recht, innert
einer Frist von 60 Tagen in das Vertragsverhältnis einzutreten. Der Eintritt erfolgt durch
fristgerechte Erklärung der Stadt A._ an die Partnergemeinde.
In Art. 14 des C._-Statuts werden Einsatz und Abgabe der
Gratisenergie geregelt. Dabei wird einzig in dieser Bestimmung der
Verwendungszweck der Energie festgelegt: Diese ist demnach in erster
Linie zur Energieversorgung innerhalb der betreffenden Gemeinde
bestimmt (Hervorhebung durch das Gericht). Demgegenüber kann den
statutarischen Bestimmungen in Bezug auf die Beteiligungsenergie keine
Zweckbindung entnommen werden. Wenn in Art. 16 Abs. 1 des C._-
Statuts festgehalten wird, dass die Korporationsgemeinden berechtigt
sind, gegen Übernahme der Jahreskosten ihre Beteiligungsenergie,
soweit diese nicht zur Deckung des Energiebedarfes in der betreffenden
Gemeinde benötigt wird (Hervorhebung durch das Gericht), ganz oder
teilweise an Partnergemeinden oder Dritte abzutreten, kann dies entgegen
der beschwerdeführerischen Auffassung nicht als Pflicht der
Korporationsgemeinden interpretiert werden, auch die
Beteiligungsenergie – wie die Gratisenergie – primär für den Eigenbedarf
zu verwenden. Hätte diese Pflicht auch hinsichtlich der
Beteiligungsenergie gelten sollen, wäre eine solche – entsprechend der
Regelung bezüglich Gratisenergie – zweifellos im C._-Statut
festgehalten worden. Dass mit der Beteiligungsenergie anders
umgegangen werden kann als mit der Gratisenergie, unterstreicht
ausserdem Art. 16 Abs. 2 Satz 5 des C._-Statuts, wonach sich die
- 26 -
Stadt A._ zusätzlich noch verpflichtete, auf Wunsch einzelner
Partnergemeinden deren Beteiligungsenergie W._ ganz oder in
Prozenten der anfallenden Energie gegen Übernahme der Jahreskosten
und einer zusätzlichen Barvergütung zu übernehmen (Hervorhebung
durch das Gericht). Selbst wenn in Bezug auf den Art. 16 Abs. 1 des
C._-Statuts von einer Zweckbindung der Beteiligungsenergie für den
Eigenbedarf der Korporationsgemeinden ausgegangen werden könnte,
würde diese Bindung mit der in Art. 16 Abs. 2 Satz 5 des C._-Statuts
vorgesehenen Verpflichtung der Stadt A._, die Beteiligungsenergie
auf Wunsch einzelner Partnergemeinden ganz oder in Prozenten zu
übernehmen (Hervorhebung durch das Gericht), aufgehoben bzw. würde
die selbständige Pflicht der Stadt A._ resp. das Recht der anderen
Korporationsgemeinden laut Art. 16 Abs. 2 Satz 5 des C._-Statuts der
allgemein gehaltenen Bestimmung von Art. 16 Abs. 1 des C._-Statuts
vorgehen. Das Ergebnis der Auslegung entspricht in teleologischer
Hinsicht denn auch dem Willen der Stadt A._, welche in der
Vergangenheit – genauer in den 1950er- und 1960er-Jahre – mit
Problemen der Unterversorgung zu kämpfen hatte (vgl.
Abstimmungsbroschüre der Stadt A._, Bg-act. 3 S. 20 f.). Dieser
Eindruck wird zudem bestätigt durch das zugunsten der Stadt A._ in
Art. 17 des C._-Statuts vorgesehene Vorkaufsrecht für
Beteiligungsenergie für den Fall, dass Korporationsgemeinden ihre
Beteiligungsenergie an Abnehmer ausserhalb der Korporation abtreten
bzw. verkaufen wollen. Im Ergebnis ist das C._-Statut in Bezug auf
die Beteiligungsenergie so zu verstehen, dass die Korporationsgemeinden
diese selber verbrauchen können, allfällige Überschüsse aber an andere
Korporationsgemeinden oder auch an Dritte verkaufen dürfen. Gleichzeitig
verpflichtet sich die Stadt A._, die Beteiligungsenergie – und zwar
nicht nur die überschüssige Beteiligungsenergie – von anderen
Korporationsgemeinden auf deren Wunsch ganz oder in Prozenten zu
einem definierten Preis zu übernehmen. Mit dem erwähnten Vorkaufsrecht
- 27 -
sichert sich die Stadt A._ Bandenergie für die Versorgung der
Stadtbevölkerung bzw. des ansässigen Gewerbes.
5.1. Schliesslich bringen die Beschwerdeführerinnen vor, gemäss Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Stromversorgung
(Stromversorgungsgesetz, StromVG; SR 734.7) würden die
Verteilnetzbetreiber die erforderlichen Massnahmen treffen, um den Strom
zu angemessenen Tarifen liefern zu können. Der Tarifanteil für die
Energielieferung an Endverbraucher mit Grundversorgung orientiere sich
gemäss Art. 4 Abs. 1 der Stromversorgungsverordnung (StromVV;
SR 734.71) an den Gestehungskosten einer effizienten Produktion und an
langfristigen Bezugsverträgen des Verteilnetzbetreibers. Soweit der
Verteilnetzbetreiber seine Endverbraucher mit Grundversorgung nach
Massgabe von Art. 6 Abs. 5bis StromVG mit inländisch produzierter
Elektrizität aus erneuerbaren Energien beliefere, dürfe er höchstens die
Gestehungskosten der einzelnen Erzeugungsanlagen in den Tarifanteil für
die Energielieferung einrechnen (Art. 4 Abs. 2 StromVV). Dabei dürften die
Gestehungskosten einer effektiven effizienten Produktion nicht
überschritten werden. Die Beteiligungsenergie der C._ erfülle diese
Anforderungen nicht, soweit keine gesetzliche bzw. vertragliche Pflicht zur
Übernahme bestehe. Dies betreffe insbesondere die Beteiligungsenergie,
welche die Beschwerdeführerinnen ohne eigentliche Verpflichtung von
den Korporationsgemeinden übernähmen bzw. übernehmen müssten,
d.h. jene Energie, welche die Konzessionsgemeinden aufgrund des
Statuts zur Deckung des Eigenbedarfs selber verbrauchen müssten.
Aufgrund des angefochtenen Beschlusses der Delegiertenversammlung
blieben die Folgen der Fusionen (speziell in der Gemeinde T._)
unberücksichtigt. Dies würde bedeuten, dass die Gemeinde T._
weiterhin nur die Beteiligungsenergie der ursprünglichen Gemeinde
K._ für den Eigengebrauch verwenden müsste und die Stadt A._
(bzw. die B._) weiterhin verpflichtet wäre, die überschüssige Energie
- 28 -
(disponible Energie) zu einem Preis zu übernehmen, der deutlich über den
Marktkosten liege. Die Stadt A._ bzw. die B._ wäre weiterhin
gezwungen, überschüssige Beteiligungsenergie der Gemeinde T._
zu übernehmen und diese zu überhöhten Preisen in der Grundversorgung
des eigenen Verteilnetzes abzusetzen, was gegen Art. 6 StromVG und
somit gegen Bundesrecht verstosse.
5.2. Dem halten die Beschwerdegegnerinnen entgegen, dass die von den
Beschwerdeführerinnen angeführten Bestimmungen vorliegend nicht zur
Anwendung kämen, bestehe doch offensichtlich eine vertragliche bzw.
statutarische Pflicht zur Übernahme der Beteiligungsenergie. Diese
Übernahmepflicht sei in der Partnervereinbarung bzw. im
Korporationsstatut festgelegt, welches Bestandteil der
Wasserrechtsverleihung sei. Generell blieben im Zusammenhang mit
geltenden Wasserrechtsverleihungen (Konzessionsverträge) vereinbarte
Leistungen ungeachtet späterer gesetzlicher Bestimmungen rechtsgültig
bestehen (vgl. Art. 14 Abs. 5 StromVG). Der angefochtene Beschluss der
Delegiertenversammlung der C._ sei deshalb rechtens. Abwegig sei
schliesslich die Behauptung der Beschwerdeführerinnen, dass sie die
überschüssige Beteiligungsenergie zu überhöhten Preisen in der
Grundversorgung des eigenen Verteilnetzes abzusetzen hätten.
5.3. Wie die Beschwerdeführerinnen selbst implizit davon ausgehen, liegt eine
Verletzung von Art. 6 StromVG und Art. 4 StromVV nur dann vor, wenn
der Verteilnetzbetreiber (vorliegend die B._) ohne eine
Rechtsgrundlage oder eine rechtliche Verpflichtung Beteiligungsenergie
zu Preisen übernehmen müsste, die weit über den Gestehungskosten
oder den Marktpreisen (langfristige Bezugsverträge) liegen. Vorstehend
wurde in Erwägung 4.3 dargelegt, dass das C._-Statut in Bezug auf
die Beteiligungsenergie dahin auszulegen ist, dass für die Stadt A._
eine voraussetzungslose Übernahmeverpflichtung besteht. In Art. 7 Ziff. 2
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der Wasserrechtsverleihung wird die Beteiligungsenergie explizit genannt,
wobei bezüglich deren Regelung (Bezug und Abnahme der
Beteiligungsenergie) auf die Partnervereinbarung der Korporation bzw.
das C._-Statut verwiesen wird (vgl. Bg-act. 2). Dabei handelt es sich
hinsichtlich der beteiligten Gemeinden um eine Nebenleistung, welche als
Bestandteil der Konzession zu qualifizieren ist. Mit Blick auf Art. 14 Abs. 5
StromVG gilt, dass die im Zusammenhang mit geltenden
Wasserrechtsverleihungen (Konzessionsverträge) vereinbarten
Leistungen ungeachtet späterer gesetzlicher Bestimmungen rechtsgültig
bestehen bleiben. Damit ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber in
bereits bestehende Vereinbarungen nicht eingreifen wollte. Vor diesem
Hintergrund zielt die beschwerdeführerische Rüge ins Leere.
6. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Beschluss der
Delegiertenversammlung der C._ vom 19. November 2019 als
rechtens, weshalb die Rechnungslegung der C._ nicht umgestellt und
auch nichts Gegenteiliges festgestellt werden muss. Die Beschwerde ist
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den
Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (Art. 72
Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr wird angesichts des
zeitlich aufwändigen bzw. sachlich komplexen Falles ermessensweise auf
CHF 10'000.-- festgesetzt (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Bund, Kanton und
Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten
Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein
Anlass.