Decision ID: 4e35d4c4-f176-401c-a745-e2f26639dac0
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1955,
Mutter von zwei erwachsenen Kindern und
seit
1
1.
November 2010 als selbständig erwerbende Galeristin tätig
,
meldete sich am 1
0.
August 2012 unter Hinweis auf einen Tumor in der Unterlippe sowie starke
Kopfschmerzen
, Schwindel und Zittern zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (
Urk.
8/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
führte
mit der Versicherten
am 1
1.
September 2012 ein Standortgespräch durch
(
Urk.
8/31)
und teilte
ihr
hernach mit, dass aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
8/32).
Nach
erwerblich
e
n
und medizinische
n
Abklärungen
fand a
m 2
5.
Juli 2013
auf Wunsch der Versicherten
ein Eingliederungsgespräch statt (Urk.
8/62)
.
G
leichentags teilte die IV-Stelle mit, dass keine
Eingliede
rungsberatung
aufgenommen werde (
Urk.
8/61)
.
Am 1
1.
Dezember 2013 erstat
tete med.
pract
.
Y._
, FMH Psyc
hiatrie und Psychotherapie,
der IV-Stelle
ein
Gutachten (
Urk.
8/74
/1-17
).
In der Folge meldete die Versicherte
einen
am 18.
Februar 2014 erlittenen
Unfall
,
bei dem sie den Oberschenkelhals gebrochen habe (
Urk.
8/80).
Die IV-Stelle holte einen Arztbericht ein (
Urk.
8/81) und kün
digte mit Vorbescheid vom 1
6.
April 2014 an, das Leistungsbegehren abzuwei
sen
(Urk. 8/83)
. Nach Einwänden der Versicherten und Eingang eines neuen Arztberichts (
Urk.
8/98) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekün
digt mit Verfügung vom 2
2.
September 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
7.
Oktober 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen. Zudem ersuchte sie um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen eines neurologischen Berichts (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
8.
November 2014, die Beschwerde sei abzu
weisen (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
9) wurde das
Sis
tierungsgesuch
abgewiesen und der Beschwerdeführer
in
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt. Mit Eingabe vom
7.
April 2015 (
Urk.
11) legte die Beschwerdeführerin einen Arztbericht vom 1
2.
Dezember 2014 auf (
Urk.
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf
eine Stellungnahme hierzu (
Urk.
15), was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom
4.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beur
teilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE
130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Für die Beurteilung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
stützt sich die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenen
falls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_162/2013 vom 1
7.
Juli 2013 E. 3.2.
1)
.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berich
tes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (
Art.
61
lit
. c ATSG) darf sich die Ver
waltung
–
und im Streitfall das Gericht
–
weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegset
zen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psy
cho
soziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen S
tandpunkt aus unbeachtlich sind
. Wo psycho
soziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer
rentenbegrün
denden
Invalidität Zurückhaltung geboten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_162/2013 vom 1
7.
Juli 2013 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründet
e
die das Leistungsbegehren abweisende Verfügung vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
2) damit, dass von Seiten der körperlichen Beschwer
den keine langdauernde, invalidisierende Arbeitsunfähigkeit angerechnet wer
den könne.
Betreffend die psychischen Beschwerden sprächen aus rechtlicher Sicht keine Gründe dafür, dass es die psychischen Ressourcen der Versicherten nicht erlaubten, eine Tätigkeit zu verrichten, wie s
ie sie bis anhin ausgeübt habe
.
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem
in ihrer Beschwerde vom 2
7.
Oktober 2014 (
Urk.
1) im Wesentlichen
entgegen, dass die psychiatrischen Akten eine min
destens 50%ige Invalidität begründeten
(
Ziff.
2
S. 3), wobei das Wartejahr spä
testens i
m September 2013 abgelaufen
und ab diesem Zeitpunkt eine halbe Invalidenrente auszurichten sei (
Ziff.
10 S. 6)
.
Die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht nicht auf die Einschätzung der medizinischen Sach
verständigen abge
stellt (
Ziff.
12 f. S. 6). Zudem hätte die Schmerzproblematik im Gesichtsbereich und deren Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden interdisziplinäre abgeklärt werden müssen (
Ziff.
13 S. 6 f.). In somatischer Hinsicht sei
eine neurologische Abklärung pendent, die es vor einer abschliessenden
Invaliditäts
beurteilung
zunächst abzuwarten gelte (
Ziff.
2 S. 3).
Im Weiteren sei sie seit dem Unfall vom 1
8.
Februar 2014 mit Oberschenkelha
lsbruch zu 100
%
arbeits
unfähig
, was zu einer Erhöhung der Rente führen müsste (
Ziff.
11 S. 6).
Mit Eingabe vom
6.
April 2015 (
Urk.
11) legte
die Beschwerdeführerin
wie ange
kündigt einen Bericht des Neurologen
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH Neurologie, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
A._
,
vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
12) auf.
3.
3.1
Am 3
1.
Oktober 2012 berichtete
Dr.
med.
B._
, leitender Arzt in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
am
A._
,
der IV-Stelle (
Urk.
8/40
/1-5
). Er diagnostizierte eine rezidivierende Speicheldrüsenretentionszyste im rechten Anteil der Unterlippe mit einem Status nach multiplen Eingriffen. Zudem nannte er einen Verdacht auf eine Trigeminusneuralgie sowie eine mittelgradige depressive Episode.
Dr.
B._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei stark ges
tört durch eine Speicheldrüsenr
etentionszyste im rechten Anteil der Unter
lippe bei einem Status nach mehreren Eingriffen seit zirka fünf Jahren
. Im Bereich der Unterlippe rechts bestehe ein 1 cm auf 2 cm grosser Hautdefekt, eventuell ein Drüsenausgang, aktuell ohne Zeichen für einen Infekt. Patholo
gisch im Sinne von Speichelretentionszysten, die nach einer operativen Entfer
nung
bekannterweise
eine sehr grosse Rezidiv-Quote hätten, sei die Beschwer
deführerin bereits mehrmals an der Unterlippe operiert worden, von ihm seit August 2011 dreimal. Zusammenfassend könne man sagen, dass die Chirurgie nicht gerad
e
erfolgreich gewesen sei. Es seien sehr grosse Retentionszysten entfernt w
o
rden und die Lippe sei einigermassen entstellt. Was aber das Schwierigste sei, seien die verbleibenden Beschwerden
. Seit August 2012 bestehe auch eine Schmerzausbreitung Richtung Kopf, daneben aber auch den Hals hinunter und über die Wangen ausstrahlend. Generell wirke die Beschwer
deführerin depressiv verstimmt, so dass er ihr eine psychiatrisch-psychologische Begleitung
durch einen Psychiater des
A._
empfoh
len habe
. Bezüglich der Unterlippe seien die Schmerzen eigentlich unverändert, es gebe also keine Bes
serung oder Angewöhnung. Würden die Schmerzen so bleiben, werde man wahrscheinlich versuchen müssen, den Befund erneut zu resezieren und mit einem Lappen nach
Karapandzic
zu decken. Er würde allerdings mit einer sol
chen Operation zuwarten, bis sich die psychische und persönliche Situation
bei der Versicherten
einigermassen beruhigt habe. Die Beschwerdeführerin nehme Schmerzmittel nach Bedarf. Die Arbeitsunfähigkeit als Selbständige in der Kunstbranche sei vom Hausarzt dokumentiert worden. Durch die zahlreichen Operationen befinde sich die Beschwerdeführerin generell in einem reduzierten Allgemeinzustand. Sie wirke depressiv, belastet un
d wenig leistungsfähig; sie sei durch die Schmerzen nicht konzentrations- und leistungsfähig.
Die bisherige Tätigkeit sei in einem zeitlichen Rahmen von 20
%
bis 30
%
zumutbar. Die Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
müsste
evaluiert oder es müssten beim Hausarzt Informationen eingeholt werden.
3.
2
Im Bericht vom
1
9.
November 2012
(
Urk.
8/47/1-6)
nannte
der langjährige Haus
arzt
Dr.
med.
C._
, FMH
für Allgemeinmedizin
,
die Diagnosen psychischer Ausnahmezustand, rezidivierende depressive Episoden mit Verdac
ht auf
Hypo
manie
sowie
chronisches Schmerzsyndrom bei einem Status nach mehrmaligen operativen Eingriffen im Bereich der Unterlippe
auf der rechten Seite
.
Dr.
C._
gab an, die früher dynamische und vielseitig interessierte Beschwerdeführerin habe sich im Jahr 2005 wegen einer
Speicheldrüsenretensionszyste
an der Lippe operieren lassen
müssen
. Leider sei es zu häufigen Rezidiven gekommen und sämtliche
bisher
durchgeführten Interventionen hätten das Zustandsbild ni
cht wesentlich verbessert. Nebst
dem kosmetischen Problem seien neu noch starke, ursächlich unklare Schmerzen dazugekommen,
welche die Beschwerdeführerin
in ihrer Aktiv
ität stark beeinträchtigten
. Daneben bestünden tiefgreifende Ereignisse im familiären Bereich, die ihr seelisches Gleichgewicht wesentlich
belasteten
. Er habe bis anhin noch nie offiziell eine Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Galeristin attestiert. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit mit der Liquidation der Galerie beschäftigt. Aufgrund ihrer Angaben könnte per
1.
Februar 2012
bis auf w
eiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wer
den. Es bestünden kein
e körperlichen Einschränkungen. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund des chronischen Schmerzzustandes und der Depression geistig
und psychisch beeinträchtigt
. Sobald sich die psychische Situation stabilisiert habe, sei gegen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben grundsätzlich nichts einzuwen
den.
3.
3
Vom Neurologen
Dr.
Z._
liegt ein erster Bericht vom
3
0.
Juli 2012
(
Urk.
8/47/7-8)
bei den Akten, den er
nach
einer neurologischen und elektrodi
agnostischen Untersuchung
vom 2
7.
Juli 2012 erstellte
. Er gab an, die
Haupt
beschwerden
bestünden in seit mehreren Jahren anhaltenden, fluktuierenden Schmerzen im Bereich der rechten Lippe. In der klinischen Untersuchung habe sich bei einem Status nach 23 Operationen im Bereich der rechten Lippe ein Befund
einer
Hyperpathie
und
Allodynie
gezeigt, der aber nur im Bereich der Lippe respektive in der
darumliegenden
Narbenregion rechts habe objektiviert
werden können. Die übrige
Sensibilität des
Nervus
trigeminus
sei normal
. Kli
nisch fänden sich nicht die Befunde, die man bei einem Herpes
zoster
erwarten würde
, wie namentlich
neuropathische Schmerzen respektive eine
Allodynie
im gesamten
radikulären
Ne
rvent
erritorium des Trigeminus
. Er
beurteile
die Schmerzen
als lokal
irritative
Schmerzen
. Hinweise für eine fokale Neuralgie könne er nicht objektivieren und eine Schädigung des
Nervus
trigeminus
könne bei den normalen somatosensorisch evozierten Potentialen (V3) und dem nor
malen Blinkreflex (V1 und V2) nicht nachgewiesen werden.
Die Beschwerden würden nicht denjenigen entsprechen
, die man bei einer Trigeminusn
euralgie erwarten würde.
Zum
in der Folge angefertigten
MRI des Schädels vom
6.
August 2012
führte
Dr.
Z._
am 2
4.
August 2012 (
Urk.
8/47/9)
aus, es
habe
eine organische Ursache der fluktuierenden, bisher therapierefraktären Schmerzen der unteren Gesichtsfelder nicht nachgewiesen werden
können
. Unter Zusammenschau der Klinik und der normalen Elektrodiagnostik erachte er die Wahrscheinlichkeit, dass der im MRI nachgewiesene neurovaskuläre Kontakt tatsächlich symptoma
tisch sein sollte
,
als eher unwahrscheinlich, da die Klinik nicht als Trigeminus
neuralgie imponiere
.
3.
4
PD
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
nannte in seinem Bericht vom 1
5.
Februar 2013
(
Urk.
8/52)
die Diagnose mittelgradige depressive
Episode (ICD-10 F32.1), bestehend vermutlich seit dem Jahr 201
1.
Die Beschwerdeführerin
stand
seit dem 1
4.
Septem
ber 2012 bei ihm
in
einer psy
chotherapeutischen Behandlung
, die
in der Frequenz von einer Stunde pro Woche stattfand. Zudem sei die Beschwerdeführerin von Dezember 2012 bis
1.
Februar 2013 in der Klinik
E._
in stationärer Behandlung gewesen.
Dr.
D._
gab an, die Beschwerdeführerin habe erstmals vor zirka drei Jah
ren im Rahmen der Trennung und Scheidung von ihrem Ehemann depressive Zustände entwickelt. Gesamthaft sei hinsichtlich der Depression von einer guten Prognose auszugehen. Als Galeristin sei die Beschwerdeführerin von 2012 bis jetzt zu 30-50
%
arbeitsunfähig
(gemeint ist
vermutlich
arbeitsfähig)
. Durch die Depression bestehe vor allem Energielosigkeit, rasche Ermüdbarkeit und ein
reduzierter Antrieb. Dies
e
führten dazu, dass die Beschwerdeführerin kognitiv und allgemein in ihrer Aktivität reduziert sei. In einem angepassten Bereich erscheine eine Tätigkeit im Ausmass von 50
%
(4 Stunden am Tag) möglich.
Im Bericht vom
5.
Juni 2013
(
Urk.
8/57)
nannte
Dr.
D._
die Diagnose
leichte bis mittelgradige dep
ressive Episode (ICD-10 F32.1)
seit 201
1.
Die psy
chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bestehe aus zirka einer Konsulta
tion pro Woche ohne Psychopharmakologie.
Dr.
D._
gab an, insgesamt liege
im Vergleich zum letzten Bericht
eine
wenig veränderte Situation vor. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin durch die Schmerzen
,
aber auch durch die ästhetische Entstellung erheblich beeinträchtigt. Dies führe zu
Stimmungs
schwan
kungen
, zeitweilig mit erheblicher depressiver Verstimmung, sozialem Rückzug und sozialen Ängsten. Zusätzlich bestünden viele psychosoziale Prob
leme (finanzielle Probleme, Probleme mit erwachsenen Kindern usw.).
Er attes
tierte der Beschwerdeführerin ein 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Galeristin von 2012 bis jetzt. Aufgrund des bisherigen Verlaufs der Krankheit und des fortge
schrittenen Alters der Beschwerdeführerin gehe er davon aus, dass keine 100%ige Arbeitsfähigkeit mehr zu erreichen sei und ein Rentenanspruch in einem Ausmass von 50
%
sinnvoll wäre. Den Rest ihres Einkommen
s
könne sich die Beschwerdeführerin vermutlich durch verschiedene Gelegenheitsjobs finanzieren.
3.
5
Der Psychiater med.
pract
.
Y._
erstattete der IV-Stelle
nach einer Unter
suchung vom
3.
Oktober 2013
am 1
1.
Dezember 2013
s
ein Gutachten (
Urk.
8/74/1-17). Er diagnostizierte eine rezidivierend depressive Störung, aktu
ell leicht- bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/1) bei einem Status nach anamnestisch mittelgradig bis schwer depressiver Episode (ICD-10 F33.1/2) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften,
histrionischen
und überangepassten Anteilen (ICD-10 F61.0; S. 12).
Med.
pract
.
Y._
gab an, momentan dürfte noch ein leicht bis höchstens mittelgradig depressives Befinden mit erhöhter Verletzlichkeit, verstärkter allge
mei
ner Verunsicherung, vermehrter Erschöpfbarkeit, leicht verminderter Konzen
trationsfähigkeit, einem gewissen sozialen Rückzug sowie wiederholt auftretenden Stimmungseinbrüchen vorliegen. Die Belastbarkeit und die
Durch
haltefähigkeit
schienen dadurch etwas reduziert zu sein. Aufgrund anamnesti
scher Angaben sei es wahrscheinlich, dass vor rund einem Jahr das depressive Befinden noch deutlich stärker ausgeprägt gewesen sei. Entsprechend könne grundsätzlich von einer Besserungsfähigkeit ausgegangen werden. Allerdings müsse diesbezüglich bedacht werden, dass insbesondere die
anankastischen
Persönlichkeitsanteile der Beschwerdeführerin, die mit hohen
Leistungserwar
tungen
an sich s
elber einhergingen, die Gefahr
in sich bergen würden, dass
sie sich
überfordere. Auch das tendenziell weiterhin vorhandene, in
sbesondere in schwierig
en emotionalen Situationen zum T
ragen kommende,
konfliktvermei
den
de
und überangepasste Verhalten
schüre die Gefahr, dass die Versicherte die eigenen Grenzen zu wenig beachte, was der Belastbarkeit ebenfalls abträglich sei
n
könn
t
e (S. 13 f.).
Zusammenfassend könne gesagt werden, dass die
Beschwerdeführerin
unter einer di
e Arbeitsfähigkeit tangierenden
psychischen Erkrankung leide, die sich im Verlauf des letzten Jahres tendenziell eher etwas verbessert habe. Geblieben seien (noch) eine verminderte Belastbarkeit, ein erhöhter Erholungs- und
Pau
senbedarf
sowie eine verminderte Durchhaltefähigkeit (S. 14).
Zum Grad der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Arbeitstätigkeit führte med.
pract
.
Y._
aus,
in einer Tätigkeit ohne die Möglichkeit
,
sich das
Arbeitspen
sum
flexibel (gemäss dem eigenen Befinden) einzuteilen, in
der
ein hohes Mass an Belastbarkeit (zeitlich und emotional) gefordert werde und in der keine Kon
zentrationsschwächen geduldet würden
,
bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 60
%
(S. 15).
In einer angepassten Tätigkeiten mit wertschätzender Umgebung, ohne wesent
lichen emotionalen und zeitlichen Druck und der Möglichkeit
,
das
Arbeitspen
sum
flexibel einzuteilen, könne aktuell von einer zirka 80%igen Arbeitsfähig
keit
ausgegangen werden. Zudem müss
e den sozialen Ängsten der Versicher
ten
aufgrund der Narben im Gesicht
wenn möglich Rechnung getragen werden. Ein zu häufiger Kontakt insbesondere mit ihr fremden Personen sollte deshalb vermieden werden. Inwieweit eine entsprechende Tätigkeit auf dem ersten Arbeits
markt existiere
,
könne aus medizinischer Sicht nicht beurteilt werden (S.
15).
Zum zeitlichen Verlauf gab med.
pract
.
Y._
an,
die durch den ambulant behan
delnden Psychiater im Herbst 2012 diagnosti
zierte
mittelgradig depressive Störung sei nachvollziehbar. Entsprechend könne ab Mitte September 2012 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit ausgegangen werden. Wann genau
es
im Verlauf zu einer Verbesserung des Befindens und damit der Arbeitsfähigkeit gekommen sei, könne nicht sicher gesagt werden. Seine Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit würden seit mindestens dem Untersuchungsdatum
3.
Oktober 2013 gelten, möglicherweise bereits seit Juni 2013 entsprechend dem Bericht von
Dr.
D._
vom
5.
Juni 2013 (S. 15).
3.
6
Im Austrittsbericht vom
4.
Februar 2014 der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
A._
(
Urk.
8/78) berichteten
pract
. med.
F._
und PD Dr.
med.
G._
über eine durch
Dr.
G._
am
3.
April (richtig 3.
Februar) 2014
durchgeführte Narbenkorrektur durch
Lipofilling
an der
Unter
lippe rechts sowie Fettentnahme abdominal.
Die Berichterstatter bescheinigten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
3.
bis
7.
Februar 201
4.
Im Nachtrag vom 17. Februar 2014 (
Urk.
8/79) gab
Dr.
G._
an, die Beschwerdeführerin
habe
einerseits von einer funktionellen Verbesserung der
whistler
deformity
mit Verbesserung der oralen Kompetenz
berichtet
. Andererseits
habe
sie auch
lokale
Schmerzen
angegeben
. Klinisch sei der Befund an der rechten Unterlippe eher unauffällig, abdominal, wo das Fett entnommen wor
den sei, sei alles völlig
blande
.
3.
7
Nach einer dislozierten
medialen Schenkelhalsfraktur
links wurde
die Beschwer
deführerin
am 1
9.
Februar 2014
im Spital
H._
operativ versorgt. Am 2
7.
Februar 2014 verliess sie das Spital und trat in
I._
einen zwei
wöchigen Rehabilitationsaufenthalt an.
Im
Bericht des Spitals
H._
vom 1
2.
März 2014
(
Urk.
8/81
/1-4
)
wurde ihr in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Künstlerin vom 1
9.
Februar bis
2.
April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Zudem wurde angegeben, d
ie Fraktur habe nur eine kurzfristige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit von zirka sechs Wochen.
3.
8
Im
Einwandverfahren
wandte sich
Dr.
D._
am 1
4.
August 2014 an die
IV
Stelle (
Urk.
8/98). Er bat in Absprache mit der Beschwerdeführerin, den
leis
tungsablehnenden
Vorbescheid erneut zu überprüfen. Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin sei seit mindestens drei Jahren sehr instabil und habe aktuell erneut zu einer psychiatrischen
Hospitalisation
in der Klinik
J._
geführt. Der Hintergrund dieser erneuten
schweren
Krise sei der Unfall der Beschwerdeführerin im Februar 2014 gewesen,
der
ihre
labile psychische Situation zusätzlich destabilisiert
habe
. Der Zustand der Beschwerdeführerin sei sehr instabil und wechselhaft, was dazu führe, dass sie je nach
Beurteilungssi
tuation
viel stabiler und gesünder eingeschätzt werde, als sie tatsächlich sei. Über einen längeren Zeitraum betrachtet erfülle der Zustand der Beschwerde
führerin die Kriterien für eine mindestens mittelgradige depressive Episode. Gesamthaft schätze er die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder arbeitsfähig sei, als sehr gering ein.
4.
4.1
Als Folge wiederkehrender
Speicheldrüsenretensionszysten
respektive
zahlrei
cher operativer
Eingriffe an der Lippe
seit dem Jahr 2005
leidet die Beschwer
deführerin unter Schmerzen und Einschränkungen im Mundbereich
sowie unter einer
ästhetischen Entstellung
der Lippen
. Nach Lage der Akten
begründen diese Einschränkungen indessen keine erhebliche Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit
(
vgl. die Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes vom 2
7.
Februar
2014,
Urk.
8/82 S. 5
, vgl. auch E. 3.2
)
.
Entsprechend
wurde der Beschwerde
führerin vom Nachfolge
r des plastische
n Chirurgen
Dr.
B._
,
Dr.
G._
,
bereits
vier
Tage nach der Operation
vom
3.
Feb
ru
ar 2014
keine
Arbeitsunfä
higkeit mehr attestiert (
Urk.
8/7
8-79
und Urk.
8/82 S. 5). Einzig der Hinweis auf „invalidisierende“ Schmerzen im Bericht von Dr.
Z._
vom
1
2.
Dezember 2014
, ohne Angabe einer konkreten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, ver
mag
keine andere Einschätzung zu begründen
, zumal die Beschwerdeführerin keine Schmerzmittel (mehr) einsetzt (
Urk.
12
; zur Hüftproblematik vgl. E. 4.3
)
.
Die Schmerzen sind
laut demselben Bericht
grundsätzlich somatisch erklärbar.
Es liegt kein
somatoformes
Schmerzgesche
he
n vor. Weder der behandelnde Psy
chiater noch der psychiatrische Gutachter haben eine
som
atoforme
Schmerz
s
törung
oder eine vergleichbare Störung diagnostiziert
, weshalb diesbezüglich keine zusätzlichen medizinischen Abklärungen angezeigt sind
.
Die neurologi
schen Befunde waren im Dezember 201
4
konstant und praktisch unverändert zu den Vorbefunden im Jahr 201
2.
Es zeigte sich im Bereich der rechten Lippe
eine
Hyperpathie
und
eine
Allodynie
.
Spezifische n
eurologische Ursachen konnten nicht gefunden werden
(
Urk.
12)
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin leidet zudem an einer rezidivierend depressive
n
Stö
rung, mit im Zeitpunkt der Begutachtung
(
3.
Oktober 2013)
leicht- bis mittel
gradiger Episode (ICD-10 F33.0/1). Der behandelnde Psychiater führte
die depressive Entwicklung
auf die erhebliche Beeinträchtigung durch die Schmer
zen
und
die ästhetische Entstellung zurück. Gleichzeitig wies er auf
zahlreiche
p
sychosoziale Probleme hin (
E. 3.5).
Zuweisungsgrund für den Eintritt in die
Klinik
E._
war eine psychosoziale Dekomp
ensation (Urk.
8/56).
Insgesamt e
rachtete
Dr.
D._
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit
als
zu 50
%
eingeschränkt
(E. 3.4)
. L
aut seiner letzten Beurteilung
im August 201
4
war gar keine Arbeitsfähigkeit
mehr gegeben
(E.
3.
8
)
.
4.2.2
Auch der psychiatrische Gutachter
med.
pract
.
Y._
ging
davon aus, dass die von ihm diagnostizierte rezidivierende depressive Störung vor dem Hintergrund einer Persönlichke
itsstörung mit momentan leichtem
bis höchstens mittel
gradigem Befinden die Arbeitsfähigkeit tangiere
(
Urk.
8/74/1-17 S.
13)
.
In einer unan
gepassten Tätigkeit attestierte er eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
. In einer optimal angepassten Tätigkeit
schätzte er die Arbeitsfähigkeit auf
80
%
(E. 3.5)
.
4.2.3
Zu diskutieren ist
die sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite
die
ser
ärztlichen Einschätzungen
(E. 1.
3
f
f
.
)
, wie dies bereits die
Beschwerdegegne
rin
tat (
Urk.
8/82 S. 6 f.)
.
Den medizinischen Experten kommt bei der Beur
tei
lung, wie sich die erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.2).
Es kann
von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
a
us rechtlicher Sicht
abgewichen werden, ohne
dass
ein
wie vorliegend grundsätzlich beweiskräftiges (vgl. E. 1.
4
)
Gutachten dadurch
seinen Beweiswert verlöre
(Urteil des Bundesgerichts 9C
_106/2015 vom 1. April 2015
E. 6.3).
4.2.4
Vorwegzuschicken ist
namentlich
, dass
laut
bundesgerichtlicher
Rechtsprechung
leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. BGE 140 V 193
E. 3.3
; Urteile
des Bundesgerichts
9C_836/2014 vom 2
3.
März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 2
9.
April 2013 E. 4.3.2; 9C_917/2012 vom 1
4.
August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f.
Ziff.
5.2).
Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert
(Urteil des Bundesgerichts 9C_89
2/2015 vom 2
2.
Januar 2016 E. 2
).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist
aller
dings
nicht schlechthin auszuschliessen; deren Annahme bedingt
nach
den
höchstrichterlichen Vorgaben
jedoch, dass es sich nicht bloss um die Begleiter
scheinung einer Schmerz
krankheit, sondern um ein selb
ständiges, vom psycho
genen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile
des Bun
desgerichts
9C_917/
2012 vom 1
4.
August 2013 E. 3.2 und
9C_210/2012 vom
9.
Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine
konsequente Depressionstherapie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent aus
weist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidi
sierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundesge
richts
9C_454/2013
vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
Dabei
stellt das Bundesgericht sowohl an die
Langjährigkeit
(verneint im
vor
ge
nannten Urteil 9C_892/2015
bei einer Therapiedauer
von
weniger als
andert
halb Jahren
) als auch an die Intensität der Therapiebemüh
ungen
(vgl.
etwa
das
vor
genannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1)
hohe Anforderungen
.
4.2.5
Dokumentiert
ist
eine
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
bei Dr.
D._
mit einem Therapieintervall von einer Woche
während
rund
zweier Jahre
sowie
ein
stationärer Aufenthalt
in
E._
vom 2
0.
Dezember
2012
bis
1
.
Februar 2013
(
Urk.
8/57/1-5
)
und
offenbar ein weiterer
psychiat
risch bedingte
r
Klinikaufenthalt
in
J._
nach dem im Februar 2014 erlittenen Oberschenkelhalsbruch
im August 2014 (
E. 3.8
)
.
Eine medika
mentöse,
antidepressive Behandlung lehnte die Versicherte
aber
ab (Urk.
8/74
/1-17
S. 9)
, obwohl sie ursprünglich geplant
und empfohlen worden
war (vgl.
Urk.
8/74/18-19
und
Urk.
8/74
/1-17
S. 9
; l
aut dem Bericht der
E._
vom
6.
Juni 2013 benötigte
die Beschwerdeführerin
keine medika
mentöse Unterstützung
,
vgl.
Urk.
8/56
/10
)
.
Eine pharmakologische Beha
ndlung fand nicht statt (E 3.4
).
Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob die Beschwer
deführerin die Therapiemöglichkeiten, wie höchstrichterlich gefordert, aus
schöpfte
.
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch die
Besserungsfähig
keit
.
Während des Klinikaufenthaltes in
E._
präsentierte
sich
der Zustand der Beschwerdeführerin
als
deutlich stabilisiert
. Im Zentrum der
ärztlichen Gespräche
stand
en
der Umgang mit ihrer Angst vor einer erneuten Operation und die finanzielle Zukunft
. Die anfängliche Symptomatik konnte gebessert werden (
Urk.
8/56/
10
).
Die Beschwerdeführerin nahm selber eine Verbesserung wa
h
r (
Urk.
8/74
/1-17
S. 10) und a
uch der Gutachter
med.
pract
.
Y._
ging davon aus, dass sich die psychische Erkrankung im Verlauf des vorangegange
nen Jahres tendenziell etwas verbessert habe (
Urk.
8/74/1-17
S.
13 f.
).
Er
erachtete den psychischen Gesundheitszustand auch
grundsätzlich
als besse
rungsfähig
(Urk.
8/74
/1-17
S. 13 und 15).
Der Umstand, dass der Unfall im Februar 2014 laut dem Bericht von
Dr.
D._
wieder zu einer Destabilisie
rung der psychischen Situation führte (E. 3.8)
,
schliesst dies nicht aus
.
Bei dieser Sachlage
kann
von einer
vom Bundesgericht geforderte
n
konsequente
n
Depres
sionstherapie
, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist
,
im Zeit
punkt der rentenverneinenden Verfügung
nicht
gesprochen
werden
.
4.2.6
Anmerken bleibt, dass selbst bei einem Abstellen auf die
Einschätzung des
psy
chia
trischen Gutachter
s
, wonach
in
einer angepassten Tätigkeit
seit dem 5. Juni 2013 eine
80%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. auch
Urk.
8/82 S. 5) bestehe,
ein
ren
ten
begründender
Invaliditätsgrad von 40
%
angesichts des bisher als selbstän
di
ge Galeristin und Künstlerin erzielten Einkommens (
nur geringe Einkommen als
Selbständigerwerbende
verbucht,
Urk.
8/34
;
vgl. auch
Urk.
1
S. 3
Ziff.
1; die Beschwerdeführerin gab im Gespräch zur Eingliederungsberatung an, sie sei Künstlerin und
wolle in diesem Metier weiterarbeiten
,
Urk.
8/62 S. 3) kaum erreicht werden könnte (vgl.
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG
).
4.3
Am 1
8.
Februar 2014
erlitt
die Beschwerdeführerin einen
Oberschenkelhals
bruch
, der offenbar eine
am 1
8.
September 2014 durchgeführte
Nachfolgeope
ration
nach sich zog (vgl.
Urk.
1 S. 3 und
Ziff.
7)
.
Die Beschwerdeführerin
gab an,
seit dem Unfall zu
100
%
arbeitsunfähig zu sein und nur noch an Stöcken zu
gehen
(
Urk.
1
Ziff.
11)
.
Sie
legte
im Beschwerdeverfahren die Kop
i
e eines
von einem orthopädischen Chirurgen ausgestellten Arztzeugnisses
vom
2.
Oktober
2014
auf, das
vom 1
9.
Februar bis voraussichtlich Mitte November 2014 eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
(
Urk.
3/4). Über diesen Zeitpunkt hinaus liegt
kein Attest
einer Arbeitsunfähigkeit vor
, weshalb das Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG
nicht erfüllt ist
. Im am
7.
April 2015 aufgeleg
ten Bericht vom 12. Dezember 2014
gab
der Neurologe Dr.
Z._
einzig an, als freischaffende Künstlerin fühle sich die Beschwerdeführerin aktuell nicht
in der Lage, eine regelmässige Tätigkeit aufrecht zu erhalten (Urk.
12).
Eine Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte
er nicht
, weshalb eine solche auch in diesem Zusammenhang nicht erstellt ist
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerle
gen.