Decision ID: 0a108a3a-f2d5-44e1-a20e-22b4dede75ea
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1973 und Mutter einer 2002 geborenen Tochter, war vom 1. September 2001 bis 31. Mai 2003 als Strassensozialarbeiterin bei A._ in einem 70%-Pensum angestellt (Urk. 11/11). Vom 1. Januar 2004 bis 31. Juli 2004 war sie als Jugendarbeiterin bei B._ anfäng
lich in einem 45%-Pensum und zuletzt während fünf Stunden pro Woche ange
stellt (Urk. 11/13).
Am 16. August 2004 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf psychische Probleme zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/6). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab. Ausge
hend von einem Invaliditätsgrad von 70 % sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Juni 2005 eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. April 2004 zu (Urk. 11/34). Im Zuge einer ersten amtlichen Revision setzte die IV
Stelle die ganze Rente mit Verfügung vom 20. März 2006 gestützt auf einen Invalidi
täts
grad von 46 % mit Wirkung ab 1. Mai 2006 auf eine
Viertelsrente
herab (Urk. 11/48). Anlässlich eines erneuten Revisionsverfahrens veranlasste die IV
Stelle eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. C._, über welche am 30. November 2007 berichtet wurde (Urk. 11/61) und verfügte am 12. März 2008 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16 % die Einstellung der Invalidenrente (Urk. 11/71).
1.2
Die Versicherte war vom 1. Oktober 2011 bis 28. September 2014 bei der J._ als Sozialarbeiterin in einem 60%-Pensum angestellt (Urk.
11/79
und Urk.
11/124
S. 13
).
Am 14. Februar 2013 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression sowie Angst- und Zwangsstörungen bei der IV-Stelle erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/79). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab, zog die
Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 11/82) und holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk. 11/94, Urk. 11/161 und Urk. 11/183) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk. 11/132) ein.
Im Rahmen der Eingliederungsberatung gewährte die IV-Stelle zunächst unter dem Titel Frühintervention für die Dauer vom 18. Dezember 2013 bis 30. Juni 2014 ein Achtsamkeitstraining (Urk. 11/116) und anschliessend als Integrations
massnahme
Kostengut
sprache
für einen persönlichen Support am Arbeitsplatz (sog. wirtschaftsnahe
Integration mit Support am Arbeitsplatz, WISA) vom 1. Oktober 2014 bis 31. März 2015 (Urk. 11/129) sowie vom 3. März 2015 bis 2. Juni 2015 (Urk. 11/153). Für die Dauer der Integrationsmassnahme wurde der Versicherten am 15. Oktober 2014 sowie am 17. März 2015 ein IV
Taggeld zuge
sprochen (Urk. 11/130-131, Urk. 11/139 und Urk. 11/149 sowie Urk. 11/154 und Urk. 11/157). Mit Schreiben vom 18. April 2015 (Urk. 11/162) beantragte die Ver
sicherte die Verlängerung des WISA um zwei bis drei Monate. Mit Mitteilung vom 2. Juni 2015 sprach ihr die IV-Stelle einen Arbeitsversuch in einem 50%-Pensum mit IV-Taggeld vom 3. Juni bis 31. August 2015 zu (Urk. 11/170, Urk. 11/173 und Urk. 11/174). Aufgrund der Festanstellung per 1. September 2015 in einem 50%-Pensum (Urk. 11/180) schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 8. September 2015 ab (Urk. 11/186). Im Rahmen der Rentenprü
fung beauftragte die IV-Stelle Dr. D._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung über welche am 27. Dezember 2015 berichtet wurde (Urk. 11/197). Die IV-Stelle ver
anlasste in der Folge eine aktenbasierte Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). Dr. E._, Orthopädische Chirurgie, nahm am 6. Januar 2016 Stellung (Urk. 11/199 S. 6). Mit Vorbescheid vom 9. März 2016 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 11/200). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 14. März 2016 sowie ergänzend am 30. Mai 2016 und am 21. November 2016 Einwand (Urk. 11/201, Urk. 11/212 inkl. Beilage [Urk. 11/211] sowie Urk. 11/218 inkl. Bei
lage [Urk. 11/217]). Hiernach holte die IV-Stelle eine Stellungnahme von Dr. D._ und von RAD-Arzt Dr. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Neurologie, ein (Urk. 11/219 und Urk. 11/224). In der Folge verneinte die IV-Stelle am 24. Februar 2017 wie vor
beschieden einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Hiergegen
erhob die Versicherte am
30. März
2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die
angefochtene
Verfügung
vom 24. Februar
2017 sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
. In pro
zessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung sowie einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren.
Die Beschwerdegegnerin schl
oss mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2017 (Urk. 10
) auf Abweisung der Be
schwerde. Mit Verfügung vom 26. Mai
2017 wurde
der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 12)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
).
Sie kann Folge von Geburts
ge
bre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG)
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenaus
schliessen
des
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und
grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (
fach
)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisieren
der psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) vom 24. Februar 2017 hielt die Beschwer
degegnerin fest, gemäss
medizinischer Begutachtung vom 27. Dezember 2015 (Urk. 11/197) habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert. Die vorhandenen psychischen Belastungen würden zu den invalidi
tätsfremden Faktoren zählen und seien bei der Beurteilung nicht zu berücksich
tigen. Es bestehe somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 30. März 2017 (Urk. 1) zusammengefasst geltend, das psychiatrische Gutachten vom 27. Dezember 2015 bilde keine rechtsgenügende Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Ihre Arbeitsfähigkeit sei aufgrund einer rezidivierenden depressiven Episode nach wie vor eingeschränkt. Bereits bei einer leichten depressiven Episode gebe es Schwierigkeiten, die normale Berufstätigkeit und die sozialen Aktivitäten fortzusetzen. Die durch die Beschwerdegegnerin angeführten angeblichen psychosozialen Belastungsfaktoren seien nicht invaliditätsfremd, sondern vorliegend sogar als mittelbar invaliditätsbegründend zu berücksichti
gen. Der Beschwerdeführerin sei deshalb eine Invalidenrente auszurichten, eventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen.
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 14. Februar 2013 (Eingangsdatum, Urk. 11/79) eingetreten. Streitig und zu prüfen ist demnach, ob seit der mit Verfügung vom 12. März 2008 (Urk. 11/71) erfolgten Rentenaufhebung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Februar 2017 (Urk. 2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Veränderung in gesundheitlicher oder erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die erneut Anspruch auf eine Rente begründet.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die Rentenverfügung vom 12. März 2008 (Urk. 11/71), welcher in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen der Facharztbericht von Dr. G._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, sowie das medizinische Gutach
ten von Dr. C._ zugrunde lagen.
Dr. G._ führte in ihrem Arztbericht vom 28. Mai 2007 (Urk. 11/54) zu Hän
den der IV-Stelle aus, die Beschwerdeführerin sei vom 25. September 2003 bis 18. Dezember 2006 wegen einer Anpassungsstörung nach psychosozialer und psychisch belastender Schwangerschaft und Geburt sowie anschliessender Kün
digung (ICD-10: F43.21) bei ihr in Behandlung gewesen. Ausserdem diagnosti
zierte sie einen rezidivierenden Erschöpfungszustand seit 2003, eine Persönlich
keit mit Hang zum Perfektionismus sowie einen Status nach Anorexie. Die The
rapie sei im Dezember 2006 aufgrund der Zielerreichung abgeschlossen worden. Die Beschwerdeführerin habe längere stabile Phasen und könne die Kinderbe
treuung, den Haushalt sowie das 40 bis 50%ige Arbeitspensum bewältigen. Des Weiteren zeige sie mehr Zuversicht, Selbstvertrauen und Lebensfreude, die depressiven Symptome seien gewichen. Die Lebensbewältigung, insbesondere das Einteilen der Kräfte sowie die Beziehungen, werde aber immer eine Herausforde
rung bleiben. Speziell die verlangsamte Entwicklung der Tochter beeinflusse die Gesundheit der Beschwerdeführerin. Das Konzentrations- und Auffassungsver
mögen sowie die Anpassungsfähigkeit seien uneingeschränkt. Die Beschwerde
führerin gerate jedoch schnell in die Erschöpfung und brauche vergleichsweise lange sich zu erholen. Die Belastbarkeit sei entsprechend beschränkt.
3.2
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin führte Dr. C._ am 21. November 2007 eine psychiatrische Begutachtung durch, über welche er am 30. November 2007 berichtete (Urk. 11/61). Er hielt folgende Diagnosen fest (Urk. 11/61
S. 11):
-
Verdacht auf rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig remittiert (ICD
10: F33.4)
-
Anamnestisch Status nach Anorexia
nervosa
(ICD-10: F50.01)
-
Anamnestisch Status nach Zwangsstörung (ICD-10: F42.2)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicheren und anankastischen Zügen (ICD-10: Z73.1)
Die Beschwerdeführerin habe von Ängsten vor weiteren seelischen Einbrüchen sowie von Versagensängsten berichtet. Sie verfüge über eine gute Introspektions
fähigkeit und sei in der Lage, ihre Problematik genau zu verbalisieren. Eine gewisse Selbstwertproblematik sei weiterhin evident. Die Stimmungslage der Beschwerdeführerin sei jedoch ausgeglichen bei einer guten affektiven Schwin
gungsfähigkeit. Der Antrieb sei gerichtet. Alles in allem präsentiere sie sich in einem recht stabilen psychischen Zustandsbild. Noch vorhanden seien eine erhöhte Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit. Die Vergangenheit der Beschwerde
führerin zeige eine Häufung psychischer Krisen unterschiedlicher Schweregrade. Dr. C._ erwähnte eine psychische Dekompensation im Rahmen einer beste
henden Anorexia
nervosa
, welche eine psychiatrische
Hospitalisation
nötig gemacht habe, Zwangserkrankungen und ein psychophysischer Erschöpfungszu
stand nach der Geburt der Tochter (Urk. 11/61 S. 10f.).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sozialarbeiterin attestierte Dr. C._ der Beschwerdeführerin eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin präsentiere sich zwar (unter der bestehenden Medikation) in einem relativ stabilen psychischen Zustand ohne markante psychopathologische Auffällig
keiten. Auf
grund der auffälligen Persönlichkeitsstruktur in Verbindung mit der psychiatrisch belastenden Familienanamnese bestehe jedoch die Gefahr einer psychischen Dekompensation bei Belastungssteigerung. Im Falle einer weiter
führenden psychischen Stabilisation könne ab Juli 2008 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit angenommen werden. Für eine ange
passte Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/61 S. 11f.).
3.3
Zu den gesamten medizinischen
Vorakten
nahm RAD-Arzt Dr. E._ am 15. Dezember 2007 Stellung (Urk. 11/66) und hielt gestützt auf die im psychiatri
schen Gutachten von Dr. C._ festgehaltenen Einschätzungen fest, die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit sei nachvollziehbar und es könne darauf abgestellt werden. Entsprechend sei von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit in jetziger Tätigkeit auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit, das heisst zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und
Termindruck bei geringem Publikums
verkehr sowie wohlwollende konfliktarme Arbeitsatmosphäre, sei die Beschwer
deführerin zu 100 % arbeitsfähig. In Anwendung der gemischten Methode (Art. 28 Abs. 3 IVG), wobei der Anteil Erwerbsbereich mit 70 % und der Anteil Aufgabenbereich mit 30 % festgesetzt wurden, errechnete die Beschwerdegegne
rin gestützt auf das effektiv erzielte Bruttoeinkommen im Erwerbsbereich einen Teilinvaliditätsgrad von 23 %, was gewichtet einen Gesamtinvaliditätsgrad von 16,1 % ergab (Urk. 11/66/5).
4.
4.1
Nach ergangener leistungsanspruchsverneinender Verfügung vom 12. März 2008 (Urk. 11/71) meldete sich die Beschwerdeführerin am 14. Februar 2013 (Ein
gangsdatum) erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/79). Im Rahmen der Neuan
meldung sind die Berichte von Dr. G._ (Urk. 11/82/6 und Urk. 11/94), Dr. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 11/183), sowie das ärztliche Gutachten von Dr. D._ (Urk. 11/197) akten
kundig.
4.2
Dr. G._ äusserte in ihrem Bericht vom 30. Januar 2013 (Urk. 11/82/6f.) zu Händen der Krankentaggeldversicherung, in akuter Krise habe sich die Beschwer
deführerin im September 2012 bei ihr gemeldet und stationär ins Kurhaus I._ eintreten wollen, wo sie vom 24. September bis 24. Oktober 2012 gewesen sei. Seither komme die Beschwerdeführerin zur wöchentlichen psychiatrischen Einzelsitzung zu ihr. Dr. G._ berichtete, die Beschwerde
führerin wirke sorgenvoll, rasch verunsichert und schreckhaft, im Kontakt jedoch sehr gewissenhaft und zugewandt. Sie diagnostizierte rezidivierende depressive Episoden, zurzeit mittelgradig bis schwer (ICD-10: F33.1/2), eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie Zwangsgedanken (ICD-10: F42.0), wobei sich diese insbe
sondere darin äussern würden, dass die Beschwerdeführerin vom Gedanken besetzt sei, sie müsse ohne Psychopharmaka aus der Krise finden.
Die Arbeitssituation betreffend bemerkte Dr. G._, die von der Beschwerde
führerin verrichtete Arbeit beim J._ in einem Wiedereingliederungsprojekt für randständige Menschen sei mit dem Gesundheitszustand nicht vereinbar. Als ungünstig erachte sie auch die hohe geforderte Flexibilität sowie die relativ wenig klare Betriebsstruktur. Sie attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 11. September 2012. Seit dem 5. November 2012 erachte sie die Beschwerdeführerin als teilarbeitsfähig (2 x 4 Stunden reine Büroarbeit pro Woche). Dr. G._ prognostizierte, da die Beschwerdeführerin an einer chronischen psychiatrischen
Erkrankung leide, bestehe auch zukünftig das Risiko einer erneuten Episode und das Einbrechen unter vermehrter Belastung. Sie verfüge aber auch über Ressourcen, wie beispielsweise eine rasche Auffassungs
gabe, Intelligenz, Pflichtgefühl, Zuverlässigkeit und eine abgeschlos
sene Berufs
aus
bildung, entsprechend sei in einem strukturierten Arbeitsumfeld eine Teilzeit
arbeit im Umfang von 50 bis 60 % durchaus vorstellbar. Diese Aus
sagen wiederholte Dr. G._ auch in ihrem Arztbericht vom 8. Juni 2013 (Urk. 11/94).
4.3
Im Arztbericht vom 4. September 2015 (Urk. 11/183) informierte Dr. H._ zu Händen der IV-Stelle, sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem 3. Oktober 2014, wobei sie anfänglich wöchentliche Konsultationen durchgeführt habe, spä
ter nur noch alle zwei bis drei Wochen. Die psychischen Beschwerden würden vor allem aus depressiven, ängstlichen sowie zwanghaften Symptomen bestehen. Im Rahmen des Arbeitsversuchs habe die Beschwerdeführerin die Arbeitsbe
las
tung mit zunehmendem Pensum stark gespürt und sei schnell an ihre psychischen Grenzen gekommen. Es zeige sich eine schnelle Ermüdbarkeit mit längeren Erho
lungsphasen sowie das erneute Auftreten von depressiven Sympto
men wie Antriebs
losigkeit, Appetit- und Schlafstörungen. Die Zwangs
sympto
matik habe sich nicht verstärkt, bestehe aber weiterhin in Form von Kontrollzwängen. Zusätzlich bestehe eine
Lumboischialgie
und eine Diskus
hernie, infolge derer die Beschwerdeführerin vom 24. August bis 13. September 2015 zu 100 % arbeits
unfähig sei.
Hinsichtlich der Prognose stellte Dr. H._ fest, die Beschwerdeführerin sei auf
grund der depressiven Erkrankung mit Zwangs- und Angstsymptomatik sowie ihrer anankastischen Persönlichkeitsstruktur an der Grenze ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit angelangt. Nur unter medikamentöser Therapie und psychiat
risch-psychotherapeutischer Behandlung könne sie ein 50%-Pensum in einer ihr angepassten Tätigkeit aufrechterhalten. Eine Steigerung des Pensums sei unrea
listisch. Im erlernten Beruf als Drogistin sowie im angelernten Beruf als Sozial
arbeiterin bestehe momentan und bis auf Weiteres keine Arbeitsfähigkeit. Inwie
weit die Diskushernie dauerhaft Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, müsse im Verlauf beurteilt werden.
4.4
Dr. D._ erstatte am 27. Dezember 2015 im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches Gutachten (Urk. 11/197). Die Untersuchung fand am 8. De
zember 2015 statt.
Die Gutachterin legte im Wesentlichen dar, die Beschwerdeführerin sei Mutter einer Tochter, die wegen einer seit Geburt bestehenden Entwicklungsverzögerung einen
erhöhten Pflegeaufwand benötige. Seit dem Jahr 2012 sei die Tochter in einer Pflegefamilie untergebracht, da die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer
seit
Kindheit bestehenden psychischen Probleme mit der Fürsorge als alleiner
ziehende Mutter überfordert gewesen sei. Die Krankheitsentwicklung der Beschwerdeführerin habe mit Schwierigkeiten im Erwerb der altersgemässen Sozialkompetenz, speziell der Selbstbehauptungs- und Durchsetzungsfähigkeit in der Schulklasse, begonnen (Urk. 11/197 S. 19).
Auf dem Boden einer Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlichen, selbstunsi
cheren und zwanghaften Zügen habe sich vorübergehend während der Ausbil
dungszeit eine Anorexia
nervosa
und später eine Zwangsstörung entwickelt, letzteres lasse sich klinisch nicht ganz klar herausarbeiten. Im Verlauf der letzten Jahre seien die Diagnosen mehrfach geändert worden, was die wechselnden Akzentuierungen zwischen depressiven, ängstlichen und zwanghaften Beschwer
den widerspiegle (Urk. 11/197/20).
Dr. D._ diagnostizierte eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig leichtgradig (ICD-10: F33.4), mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/197 S. 24). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die akzen
tuierte Persönlichkeit mit ängstlichen, selbstunsicheren und zwanghaften Zügen (ICD-10: Z73.1), anamnestisch Status nach Anorexia
nervosa
(ICD-10: F50.01) sowie anamnestisch Status nach Zwangsstörung (ICD-10: F42.2).
Während der Untersuchung sei die Beschwerdeführerin bewusstseins- und orien
tierungsklar gewesen. Die Konzentration und Aufmerksamkeit seien im Gesprächsverlauf gut gewesen, gegen Ende etwas abnehmend. Die Beschwerde
führerin zeige eine leicht bedrückte Stimmung, sei im Kontakt sehr zurückhal
tend, kaum schwingungsfähig und mit reduzierter Vitalität. Sie grüble nicht, mache sich aber sorgenvolle Gedanken über anstehende Stresssituationen (Besuch der Tochter). Für Zwangshandlungen oder -gedanken gebe es keine objektiven Hinweise und solche seien von der Beschwerdeführerin auch nicht erwähnt worden. Die Stimmung sei morgens gedrückt, würde sich aber im Ver
laufe des Tages bessern. Sie habe leichte Antriebsstörungen und sei psychomoto
risch etwas ängstlich-gehemmt (Urk. 11/197 S. 17). Das zeige auch das Freiburger Persönlichkeitsinventar. Der Test gebe Hinweise auf eine sehr gehemmte, intro
vertierte Persönlichkeit. Die von Dr. D._ durchgeführte Mini-ICF-APP ergab, dass die Durchsetzungsfähigkeit in Konfliktsituationen aufgrund der Introversion und Hemmung als eher gering einzustufen
sei. Im Rahmen der Stresstoleranz könne sich die Beschwerdeführerin nur bedingt auf grössere
Veränderungen ein
lassen (Urk. 11/197 S. 18). Die Hilfsbereitschaft, Kontaktfähigkeit, Sozialkompe
tenz, Zuverlässigkeit, Motivation, Einsatzbereitschaft sowie die Flexibilität seien als persönliche Ressource der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen. Beein
trächtigend seien auf der anderen Seite die geringe Ausdauer, Erschöpfbarkeit, reduzierte psychische Belastbarkeit, Schwierigkeiten mit Abgrenzung und Selbst
behauptung, Gehemmtheit und die Introversion (Urk. 11/197 S. 23).
Dr. D._ attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund des reduzierten Durch
haltevermögens und der Selbstbehauptungsfähigkeit eine 25%ige Arbeits
un
fä
higkeit in der angestammten Tätigkeit als Drogistin. Die Anstellungen im sozialen Bereich seien nicht anhaltend und immer wieder von psychischen Krisen begleitet gewesen. Eine dauerhafte Belastbarkeit in diesem Beruf sei wahr
scheinlich nicht gegeben. Als Sozialarbeiterin ohne volle Verantwortungs
übernahme, ohne sehr schwierige Klienten und ohne hohe organisatorische Ansprüche sei sie zu 50 % arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit, die ihrer psychischen Leistungsfä
higkeit entspreche (z.B. im Bürobereich), sei die Beschwerdeführerin hingegen vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 11/197 S. 27ff.).
Vergleiche man die Ausgangsbedingungen von 2007 und heute, so sei festzu
stellen, dass seit 2012 eine wesentliche Erleichterung durch die Entlastung der Pflege der Tochter stattgefunden habe. Der Gesundheitszustand habe sich insge
samt verbessert. Beruflich habe dies bisher nicht wesentlich zur Besserung beige
tragen. Aus rein versicherungspsychiatrischer Sicht seien entsprechend noch Potenziale vorhanden, die Leistungsfähigkeit im Sinne einer Erwerbstätigkeit in der Tätigkeit als Drogistin oder in einer angepassten Tätigkeit auszuschöpfen (Urk. 11/197 S. 22). Den Einschätzungen von Dr. C._ könne im Wesentlichen gefolgt werden (Urk. 11/197 S. 29).
4.5
RAD-Arzt Dr. E._ stützte sich in seiner Stellungnahme vom 6. Januar 2016 (Urk. 11/199) auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D._. Der psychi
sche Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich gebessert. Die Beschwerdeführerin sei somit in einer angepassten Tätigkeit zu 75 bis 100 % arbeitsfähig. Im Bereich der Sozialarbeit sei von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % auszugehen. Man empfehle die Fortführung der psychiatrisch-psycho
therapeutischen Behandlung im Ermessen des Facharztes über ein Jahr, danach könne eine medizinische Neubeurteilung durchgeführt werden.
4.6
Dr. H._ teilte in ihrem Bericht vom 29. April 2016 (Urk. 11/211/1-4), der im Rahmen des
Einwandverfahrens
nachgereicht wurde, mit, die Beschwerdeführerin komme in
ihrer Erwerbstätigkeit immer wieder an ihre psychischen Grenzen. Die aktuelle Arbeit als Atelier-Mitarbeiterin in der
O._
Institution stelle eine Art geschützter Arbeitsplatz dar, an dem die Beschwerdeführerin das Programm auch selber mitbestimmen könne und nur wenig zeitlichen Stress habe. Trotz dieser «nischenhaften» Arbeitsstelle benötige sie längere Regenerationszeiten, ziehe sich sozial zurück, zeige Antriebsstörungen am Morgen, Appetit- und Schlafstörungen sowie Stimmungsschwankungen. An den Wochenenden gelinge es der Beschwer
de
führerin nicht, alles Vorgenommene zu erledigen und auch die Besuche der Tochter seien für sie sehr belastend. Aufgrund der Erkrankung und der Beschwer
den sei entsprechend nicht von einer Erhöhung des Arbeitspensums auszugehen. Auch als Drogistin bestehe keine Arbeitsfähigkeit, bestehe diese Arbeit heutzu
tage doch vielfach in Beratung und Verkauf von Produkten mit vielen Kunden
kontakten. Aus ihrer ärztlichen Sicht bestehe im angestammten Beruf als Sozial
arbeiterin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Im erlernten Beruf als Drogistin schätze sie die Arbeitsunfähigkeit auf 70 %, da sie zunehmenden Kundenkontakt habe, dem sie mit ihren Persönlichkeitszügen und schnellen Dekompensationen nicht gewachsen sei und der wohl zu Stress führen würde.
4.7
Wegen Verdachts auf Asperger-Syndrom war die Beschwerdeführerin von K._, Psychologin, am 14. Januar und am 4. Februar 2013 abgeklärt worden. In ihrem Bericht vom 27. April 2016 (Urk. 11/211/5f.) legte sie dar, das diagnostische Interview (ASDI) sowie die anamnestischen Erhebungen würden auf eine atypische Autismus-Spektrums-Störung hinweisen. Betroffen sei unter anderem der Bereich der sozialen Beein
trächtigung. Diesbezüglich habe die Beschwerdeführerin berichtet, sie habe Prob
leme, soziale Signale zu verstehen. Insbesondere in einer Gruppe sei sie deshalb schnell verunsichert und verliere den Überblick. Als weiteren Bereich gab K._ einengende Interessen/Spezialinteressen an. Schliesslich seien auch die repetitiven Routinen und Interessen Anzeichen für eine autistische Störung. So habe die Beschwerdeführerin Kontroll- und Ordnungszwänge, Zwangs
gedanken und einen Hang zu Perfektionismus. Tagesprogrammände
rungen würden grossen Stress auslösen und der Umgang mit Neuem sei schwierig.
4.8
Mit Schreiben vom 21. November 2016 (Urk. 11/218) reichte die Beschwerde
führerin einen Arztbericht der Universitätsklinik L._ vom 25. Oktober 2016 die Autismus-Spektrums-Abklärung betreffend zu Händen der IV-Stelle ein (Urk. 11/217). Die Beschwerdeführerin wurde am 18. August und am 13. September 2016 klinisch und testpsychologisch untersucht, wobei die Diagnose einer Autismus-Spektrum Störung
nicht bestätigt wurde. Es würden sich zwar einzelne klinische Teilaspekte zeigen, die in Richtung Autismus weisen würden, gesamthaft wirke das Verhalten der Beschwerdeführerin aber oft intuitiv und Anzeichen einer autistischen Störung in der verbalen und nonverbalen Kommunikation würden fehlen. Die Art und Ausprägung der zwanghaften Symp
tomanteile seien eher unspezifisch und könnten, konzeptuell passend zur sozialen Unsicherheit, gut auch als Ausdruck einer Cluster-C-Persönlichkeit (nach DSM) verstanden werden.
Die Ärzte der Universitätsklinik L._ hielten aber fest, unge
achtet der diagnostischen Beurteilung seien die funktionellen Beein
trächtigungen der Beschwerdeführerin sehr deutlich geworden. Sie stützten die Einschätzung, dass eine überdauernde Beeinträchtigung der Arbeitsleistung bestehe.
4.9
Zu den gesamten
Vorakten
nahm RAD-Arzt Dr. F._ am 5. Januar 2017 Stellung (Urk. 11/224) und stellte fest, es seien keine objektiven Anhaltspunkte für eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Begut
achtung ersichtlich. Dr. H._ habe zwar eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik genannt, psychische Befunde seien jedoch keine mitge
teilt worden. Weil keine neuen unberücksichtigten medizinischen Fak
ten/Tatsachen genannt würden, bestehe kein Grund, die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. E._ vom 6. Januar 2016 zu ergänzen.
5.
5.1
In erwerblicher Hinsicht bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 1993 eine Lehre als Drogistin abschloss (Urk. 11/105/21) und anschliessend einige Zeit (Oktober 1993 bis August 1995 [Urk. 11/105/20]) wie auch vorübergehend 1996 [Urk. 11/105/18], 1999 [Urk. 11/105/12] sowie 2006/07 [Urk. 11/105/8]) in diesem Beruf arbeitete (Urk. 11/105/2). Die 1996 begonnene Ausbildung an der Fachhochschule M._, brach sie 1997 ab und arbei
tete danach als
Teilzeiterin
im Projekt N._ (Urk. 11/105/15),
Receptionistin
(Urk. 11/105/14), Korrektorin (Urk. 11/105/13) und Drogistin (Urk. 11/105/12). Von Dezember 1999 bis März 2002 war sie in einer Sport-, Freizeit- und Kulturanlage für Jugendliche zu einem Pensum von 70 % zuständig für die Administration (Urk. 11/105/11). Anschliessend arbeitete sie bis 31. Mai 2003 im selben Pensum als Strassensozialarbeiterin/Projektleiterin (Urk. 11/105/10) bzw. bis 31. Juli 2004 als Projektbegleiterin in der Jugendarbeit zu einem Pensum von ca. 45 % (Urk. 11/105/9). Daneben half sie wiederholt in der Organisation O._ Festivals mit und von August 2006 bis Juni 2007 übernahm sie
organisatorische und Sekretariatsarbeiten für die P._ GmbH (Urk. 11/105/7). Seit dem 22. Oktober 2007 war sie zu einem Pensum von 60 % als Sachbearbeiterin und Betreuerin im Bereich Asylko
ordination bei der Gemeinde Q._ angestellt (Urk. 11/105/6) und erzielte hierbei einen Monatslohn von 3'240.-- (x 13; vgl. Urk. 11/70/3). Das hierbei effektiv erzielte Einkommen wurde im Zeitpunkt der Renteneinstellung als Inva
lideneinkommen herangezogen (Urk. 11/71/2). Im Oktober 2011 wechselte sie zur J._ und war – ebenfalls im 60%-Pensum - als Sozialarbeiterin im Bereich soziale Integration tätig. Nach einem Arbeitsplatzwechsel – wobei sie zwei Monate parallel an zwei Dienststellen gearbeitet haben soll – kam es im Septem
ber 2012 zu einem gesundheitlichen Einbruch (vgl. Urk. 11/91/3), der zur erneu
ten Anmeldung bei der IV führte. Per Ende der Krankentaggeldzahlungen (28. September 2014) kündigte die J._ das Arbeitsverhältnis (Urk. 11/124/13).
5.2
Damit hat sich seit der Rentenaufhebung (Ende April 2008) in tatsächlicher Hin
sicht jedenfalls die erwerbliche Situation dahingehend geändert, als die Beschwer
de
führerin nicht mehr als Sachbearbeiterin/Betreuerin im Asylwesen arbeitet und die nachfolgende Arbeitsstelle als Sozialarbeiterin ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen verlor. Ferner wird die Tochter seit Januar 2013 (Urk. 11/82/6) in einer Pflegefamilie betreut, weshalb sich auch der Aufgaben
be
reich jedenfalls hinsichtlich des Ausmasses der Kinderbetreuung und damit die Aufteilung im Aufgabenbereich wesentlich geändert hat, und diesem Umstand
soweit gesundheitlich bedingt - auch in der Einschränkung im Haus
halts
bereich Rechnung zu tragen wäre. Ob dieser Umstand in Bezug auf die Wahl der Invali
ditätsbemessungsmethode auch zu einem Statuswechsel hin zu einer vollen Erwerbstätigkeit führt, wie die Beschwerdeführerin beschwerdeweise anbringt (Urk. 1 Ziff. 6), kann mit Blick auf das Ergebnis (vgl. E. 6.5) offen
gelassen werden. Da die Fremdbetreuung der Tochter mit der psychischen Über
forderung der Beschwerdeführerin zusammenhängt (vgl. E. 4.4), ist fraglich, ob im hypotheti
schen Fall ohne Gesundheitsschaden sich ihre Tochter unter der Woche in einer Pflegefamilie aufhalten würde und die Beschwerdeführerin ihr Pensum auf 100 % erhöht hätte. Hier ist auch zu vermerken, dass die Beschwer
de
führerin gegenüber der Eingliederungsberaterin am 23. November 2013 ange
geben hatte, sie würde ohne gesundheitliche Einschränkungen in einem Pensum von 50-60 % arbeiten (Urk. 11/113/3), einer im Zeitpunkt der einmaligen Haushaltsabklärung (Februar 2005) vergleichbaren Angabe (Urk. 11/15/2), wonach die Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen ein 70%iges Pensum anstrebte.
5.3
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Erwerbsfähigkeit erneut in
rentenbegründem
Ausmass eingeschränkt ist.
6.
6.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht auf das psychiatrische Gutachten von Dr. D._ vom 27. Dezember 2015 (Urk. 11/197).
6.2
Das psychiatrische Gutachten wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Dr. D._ hat detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Zudem hat sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt. Das genannte Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.5).
6.3
Dr. D._ legte in ihrem Gutachten im Wesentlichen dar, der durch die behan
delnde Psychiaterin Dr. H._ gestellten Diagnose einer rezidivierenden depres
siven Episode, gegenwärtig leichte bis mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F33.1) bestehend seit Adoleszenz, könne zugestimmt werden, wenn auch aktuell objektiv nur Hinweise auf eine leichte Ausprägung vorhanden seien (Urk. 11/197 S. 20).
Dies zeige auch das Testergebnis der Hamilton-Depressionsskala, gemäss welchem Hinweise auf eine bloss leichte depressive Symptomatik bestehen wür
den (Urk. 11/197 S. 17)
. Was die Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin im Hinblick auf die generalisierte Angststörung (ICD
10: F41.1) mit Zwangshand
lungen und -gedanken (ICD-10: F42) sowie die schnelle Ermüdbarkeit und die wieder auftretenden depressiven Symptome (Antriebslosigkeit, Appetit- und Schlafstörungen) betrifft, stellte Dr. D._ fest, aus gutachterlicher Sicht liege keine ausgeprägte Symptomatik vor. Selbst die Beschwerdeführerin schätze sich als relativ stabil ein. Sie habe berichtet, seit ihre Tochter im Jahr 2012 in eine Pflegefamilie platziert worden sei, könne sie wieder ungestört durchschlafen und ihre Freizeit nach ihren Bedürfnissen gestalten (vgl. Urk. 11/197 S. 18). Sie könne ihren Haushalt bewältigen und sich um ihren Hund kümmern. Durch dessen Begleitung könne sie ausserdem ihre sozialen Ängste in Bezug auf Menschenan
sammlungen, im öffentlichen Verkehr oder beim Einkaufen reduzieren (vgl. Urk. 11/197 S. 14 und S. 20). Dr. D._ gab an, klinisch liessen sich keine konkreten Hinweise auf eine relevante Zwangs
sympto
matik eruieren. Somit sei aus
versicherungspsychiatrischer Sicht weder in Bezug auf die depressive, noch auf die ängstliche und die zwanghafte Sympto
matik eine relevante Leistungsein
schränkung für angepasste Tätigkeiten abzu
leiten (Urk. 11/197 S. 20). Diese Beurteilung von Dr. D._, die sie in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab, ist grundsätzlich ein
leuchtend und plausibel.
Auch unter dem Gesichtspunkt der vorhandenen persönlichen Ressourcen und Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin ist es nachvollziehbar, dass keine ausgeprägten Einschränkungen festgestellt wurden und die gleiche Einschätzung wie bei Dr. C._ (vgl. E. 3.2) resultierte. Daran vermögen auch die Ausführun
gen von Dr. H._ keine Zweifel zu begründen
.
6.4
Insofern als Dr. H._ der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Sozialarbeiterin sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestierte (vgl.
E 4.3
), konnte Dr. D._ dieser Einschätzung aus ver
sicherungs
psychiatrischer Sicht nicht folgen. Dr. D._ führte aus, die Beschwer
de
führerin arbeite in ihrer jetzigen Anstellung als angelernte Sozialar
beiterin in einem 50%-Pensum und bleibe dabei psychisch stabil. Eine angepasste Tätigkeit solle so ausgestaltet sein, dass ein höheres Pensum (z.B. 70 bis 100 %) zumindest aus medizinisch-theoretischer Sicht realistisch sei. Die prognostische Einschätzung des Krankheitsverlaufs sei wohl problematisch und aus therapeuti
scher Sicht sei angesichts der bisherigen Krankheitsentwicklung nicht auszu
schliessen, dass psychische Krisen mit Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit wieder auftreten würden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne auf diese Wahrscheinlichkeit aber nicht abgestellt werden, sei das Eintreten einer Krise doch nicht sicher. Es bestehe auch die Wahrscheinlichkeit, dass keine Krisen mehr auftreten, da die Beschwerdeführerin psychosozial entlasteter sei als noch vor 2012 und weil therapeutisch noch deutliches Behandlungspotenzial vorhanden sei (Urk. 11/197 S. 21).
Dr. D._ schloss sich sowohl in der Beurteilung als auch in der Diagnose den Ausführungen des Vorgutachters Dr. C._ an (Urk. 11/197 S. 22). Basierend auf dem gleichen Gesundheitsschaden attestierte Dr. C._ bereits im November 2007 eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, was von Dr. D._ im Dezember 2015 bestätigt wurde (vgl. E. 3.2 und E. 4.4).
Die
bescheinigte
Arbeitsfähigkeit als angelernte Sozialarbeiterin betreffend
beruhen die marginalen Abweichungen in den prozentualen Angaben durch Dr. C._ und Dr. D._ auf einer unterschiedlichen Beurteilung eines im Grunde gleichen Sachverhalts.
Seit der Rentenaufhebung im Jahr 2008 ist
entsprechend
keine invalidenversicherungsrechtlich
relevante Verschlechterung des Gesundheitszu
standes der Beschwerdeführerin eingetreten.
Dr. D._ sprach von einer Ver
bes
serung des Gesundheitszustands (Urk. 11/197 S. 29).
Vor diesem Hintergrund kam Dr. D._ - nach Prüfung der sogenannten Stan
dard
indi
katoren (vgl. Urk. 11/197 S. 22-30) - zum Schluss, dass die Beschwer
de
führerin aus rein psychiatrischer Sicht medizinisch-theoretisch noch in der Lage sei, den bisherigen Berufstätigkeiten als Drogistin im Umfang eines 75%-Pensums und derjenigen als Sozialarbeiterin zu 50 % nachzukommen. In einer angepassten Berufstätigkeit (Bürobereich) sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeits
fähig. Auch diese Beurteilung der Gutachterin ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel.
6.5
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung die Ausbildung als Sozialarbeiterin HFS abgeschlossen und heute vollzeitlich in diesem Beruf mindestens Fr. 8'001.-- monatlich verdienen würde, was zur Bemessungsgrundlage des
Valideneinkommens
heranzuziehen sei (Urk. 1 S. 7). Praxisgemäss werden an den Nachweis eines beruflichen Aufstiegs bzw. eines Berufswechsels mit höherem Einkommen im hypothetischen Fall ohne Gesundheitsschaden hohe Anforderungen gestellt (vgl. zur Kasuistik: Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 28a N 63ff.). Vorliegend ist nicht erstellt, ob und wann die psychischen Beschwerden Einfluss auf die Berufswahl bzw. Berufsausbildung genommen haben, ist insbesondere nicht dargetan, dass ohne gesundheitliche Einschränkungen eine berufliche Zweitausbildung anhand genommen bzw. abgeschlossen worden wäre. Auch gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Case Managerin an, später als alleinerziehende Mutter keine Möglichkeit mehr gesehen zu haben, das Studium abzuschliessen (Urk. 11/91/3), weshalb auch andere als einzig gesundheitliche Gründe für den fehlenden Abschluss als Sozial
arbeiterin in Betracht fallen. Entgegen der Behauptung, nach 1995 nie mehr im gelernten Beruf als Drogistin gearbeitet zu haben (Urk. 1 S. 7), ist eine solche Anstellung wiederholt nach 1996, letztmals in den Jahren 2006/07 belegt (E. 5.1). Es ist nicht dargetan, dass ihr die Ausübung dieses Berufes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist. Angesichts der medizinisch attestierten Leistungsfähigkeit von 75 % ist – selbst unter der Annahme eines Statuswechsels (vgl. E. 5.2) – keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit zu erwarten. Ferner ist davon auszugehen, dass seit Erlass der rentenaufhebenden Verfügung vom 12. März 2008 (Urk. 11/71) in gesundheitlicher Hinsicht keine
wesentliche Ver
änderung eingetreten ist und eine Bürotätigkeit, wie sie die Beschwerdeführerin als Sachbearbeiterin Asylkoordination Q._ innehatte (vgl. Urk. 11/70/2), aus medizinischer Sicht vollzeitlich zumutbar wäre.
6.6
Eine rentenbegründende Sachverhaltsänderung ist seit Erlass der rentenauf
he
benden Verfügung vom 12. März 2008 (Urk. 11/71) nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Die den Anspruch auf eine Rente verneinende Verfügung vom 24. Februar 2017 besteht damit zu Recht und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
7.1
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet wer
den kann und die Beschwerdeführerin
bedürftig
ist (vgl. Urk. 8-9), ist ihr antrags
gemäss (Urk. 1) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und, da auch die Voraussetzungen zur Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters gemäss § 16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind, in der Person von Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
Die Beschwerdeführerin wird darauf hingewiesen, dass sie nach § 16 Abs. 4
GSVGer
zur Nachzahlung verpflichtet
ist
, sobald sie dazu in der Lage ist.
7.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Da Advokatin Karin
Wüthrich
,
Procap
Schweiz, keine Honorarnote eingereicht hat, ist deren Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
legen. Mit Blick auf vergleichbare Fälle ist die Prozessentschädigung bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 185.-- auf insgesamt Fr. 1'648.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.