Decision ID: 22f83a88-1d7e-48e7-80dd-4fa66887bcee
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, meldete sich am 1
5.
Dezember 2003 unter Hinweis auf psychische Probleme bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies mit Verfügung vom
6.
Juli 2005 (Urk. 7/15) das Leistungsbegehren
ab
.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 1
9.
April 2013 unter Hinweis auf psychische Probleme erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/19
= Urk. 7/48
). Die IV-Stelle
teilte dem Versicherten a
m 2
7.
Mai 2013 mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich seien (Urk. 7/24).
Sie klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab und liess den Versicherten am
1
3.
März 2014
neuropsycho
logisch begutachten
, wobei die Begutachtung aus gesundheitlichen Gründen
vorzeitig
abgebrochen werden musste
(Urk.
7/36/1-7
).
Mit Vorbescheid vom 1
1. August 2014 (
Urk. 7/53) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache
einer ganzen Rente ab
dem
1.
April 2013 in Aussicht. Dagegen erhob der Ver
sicherte am 2
5.
August 2014 Einwand (Urk. 7/57). In der Folge holte die
IV-Stelle
ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten ein, dass am 19. Februar 2016 erstattet wurde (Urk.
7/75/1-18; Urk. 7/75/19-20;
Urk. 7/75/21
-34). Mit neuem
Vorbescheid vom 2
7.
Oktober 2016 (Urk. 7/78) stellte die IV-Stelle dem Versi
cher
ten die
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom
1.
August 2014 bis zum 3
1.
März 2015 in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 2
2.
November 2016 und am 2
7.
Januar 2017 mit ergänzender Begründung wiederum Einwand (Urk. 7/85; Urk. 7/91).
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2017 (Urk. 7/114 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und sprach dem Versicherten eine befristete ganze Rente vom
1.
August 2014 bis zum 3
1.
März 2015 zu (vgl.
Ver
fügungsteil 2, Urk. 7/108).
2.
Der Versicherte erhob am
8.
November 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
6.
Oktober 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
ab dem frühest
möglichen Zeitpunkt unbefristete Rentenleistungen
zuzusprechen, eventuell sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerde
antwort vom
5.
Dezember 2017 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit
V
er
fügung vom
1
6.
Februar 2018 (Urk. 14)
w
urden
antragsgemäss (vgl. Urk.
1
S. 2
Ziff. 4
)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und de
m Beschwerdeführer die Beschwer
deantwort zugestellt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beei
n
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Lei
den entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts
9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht
erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Velosturzes Anspruch auf eine ganze Inva
lidenrente vom
1.
August 2014 bis zum 3
1.
März 2015 habe. Aufgrund der Unter
lagen sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer durch seine Ängste nicht in der L
age sehe
zu arbeiten. Wie der psychiatrische Gutachter im Gutachten und in seiner Rückantwort auf die Stellungnahme des behandelnden Psychiaters ausgeführt habe, seien in der Begutachtung keine Ängste erkennbar
gewesen. Ebenso hätten
die Befunde während der Begutachtung nicht auf eine behindernde
Intelligenzverminderung hingewiesen
. Zusätzlich habe auch keine Persönlich
keits
störung diagnostiziert werden können. Wieso der behandelnde Psychiater diese nun diagnostiziere, obwohl sie früher anscheinend nicht ausgewiesen ge
wesen sei, habe nicht begründet werden können (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf de
n Standunkt,
dass das eingeholte Gutachten keine rechtgenügende Grundlage zur
Beurteilung des vorliegenden Falles bilde (S. 5 f. Ziff. II.3-4). Gestützt auf die vo
r
liegenden Angaben der behandelnden Fachärzte und die vom neuropsycholo
gi
schen Gutachter getätigten Abklärungen sei erstellt, dass ein Fall von Früh
in
vali
dität
vorliege (S. 6 f. Ziff. II.5). Zudem sei eine wiedererwägungsweise Aufhe
bung der Verfügung vom
6.
Juli 2015 zu prüfen (S. 7 f. Ziff. II.7
).
2.3
Strittig und zu prüfen is
t der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere, ob er über die Zeitdauer vom
1.
August 2014 bis zum 3
1.
März 2015 hinaus einen Anspruch auf eine Rente hat.
3.
Der
Leistungsverneinung
mit Verfügung vom
6.
Juli 2005 (Urk. 7/15)
lag
im Wesentliche
n der Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt des Beschwerdeführer
s,
vom 1
9.
Februar 2004 (Urk. 7/5/5) zugrunde.
Dr.
Y._
führte aus,
dass
die
Arbeitsbelastbarkeit
des Be
schwerdeführers
um 25 bis 50
% eingeschränkt
sei
aus psychischen
Gründen.
Es sei zu psychischen Überlastungen gekommen, deren Ursachen nicht ganz klar
seien.
Die Intelligenz und das Auffassungsvermögen des Beschwerdeführers wü
rden eingeschränkt erscheinen. In Bezug auf die Intelligenz und die psychische Belastbarkeit seien ergänzende medizinische Abklärungen angezeigt.
Nachdem der
Beschwerdeführer
der Aufforderung der
Beschwerdegegnerin
, einen anderen Arzt als
Dr.
med. Z._
anzugeben, da dieser
ihre Anfra
gen bis
her
nicht beantwortet habe (vgl. Urk. 7/8-13)
, nicht nach
ge
k
o
m
men war
, wies sie
das Leistungsbegehren
des
Beschwerdeführer
s
gestützt
auf die vorhanden Akten - namentlich gestützt
auf den Bericht von
Dr.
Y._
-
ab
, da er seiner Mit
wirkungspflicht nicht nachgekommen sei
(
Urk. 7/15;
vgl. Urk. 7/14).
Die
Verfü
gung vom
6.
Juli 2005 (Urk.
7/15) erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
4.
4.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem bei der Beschwerdegegnerin am 30. Mai 2013 eingegangenen Bericht
(Urk. 7/26) aus, dass er den Beschwerdeführer seit Februar 2013 behandle (Ziff. 1.2
), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem
Syndrom vor dem Hintergrund einer schwierigen Kindheit/
Pubertät (
ICD-10
F33.11), bestehend seit
der
Pubertät
, zirka
1998
-
Angststörung (
ICD-10
F41.9)
-
Verdacht a
uf leichte geistige Behinderung
Die Prognose sei insofern schlecht, als der Beschwerdeführer keine Ausbildung habe absolvieren können und nie in der Lage gewesen sei, einer geregelten Arbeit
nachzugehen. Er habe unregelmässige Hilfsarbeiten höchstens ein bis drei Stunden
pro Tag im Landwirtschaftsbetrieb seines Stiefvaters oder eines ehemaligen Schulkollegen geleistet, dies vor allem in der Hochsaison. Dabei habe er häufige Arbeitsausfälle wegen körperlichen und psychischen Problemen gehabt (Ziff. 1.4, Ziff. 1.7).
Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie die
Anpass
ungs
fähigkeit und Belastbarkeit seien
stark beziehungsweise
sehr stark eingeschränkt (S. 5).
4.2
Dr.
Y._
nannte
in
seinem Bericht vom 26. Juni 2013 (
Urk.
7/28/6-7
) folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
c
hronische abdominale Beschwerden mit Durchfällen
bei Status nach schwerem Salmonellen-Infekt 1997
-
Verdacht auf minimale
Ileitis
terminalis
und Proktitis
(Diagnose 1998)
-
Verdacht auf verminderte Intelligenz
-
rezi
divierende depressive Störungen
Angesichts seiner verminderten Intelligenz werde es
dem Beschwerdeführer
nicht möglich sein,
sich
eine existenzsichernde Arbeit zu verschaffen.
Aufgrund seiner
psychischen Labilität werde es immer wieder zu längeren
Arbeitsausfällen
kommen
(Ziff. 1.4)
.
Grundsätzlich sei dem Beschwerdeführer eine leichte körperliche, intel
lektuell einfache Arbeit in einem geschützten Rahmen ohne äusseren Druck zuzumuten. Es bestehe eindeutig eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Körperlich bestehe keine wesentliche Einschränkung, so dass eine mehrstündige Arbeit pro Tag mit häufigen Pausen zumutbar sein dürfte (Ziff. 1.7).
4.3
Dem Bericht der Ärzte des Kantonsspitals
B._
, Departement Chi
rurgie, vom 14. Februar 2014 (
Urk.
7/40/5-6
= Urk. 7/41/5-6) ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer am
14. August 2013
eine d
islozierte mehrfrag
mentäre
Klavikulaschaftfraktur
im mittleren Drittel rechts
zugezogen hat (S. 1).
4.4
Dr.
phil.
C._
, Neuropsychologe, erstattete das von der Beschwerde
geg
nerin in Auftrag gegebene neuropsychologische Gutachten am 20. März 2014 (Urk. 7/36/
2
-7).
Er legte dar, dass die Abklärung nach einer Stunde und 25 Minu
ten abgebrochen worden sei, da der Beschwerdeführer
nicht leistungsfähig gewesen sei
(S.
5
Ziff. 4.1)
. Im Vordergrund stehe
die deutlich
eingeschränkte
psycho-physische
Leistungsfähigkeit, die wahrscheinlich multifaktoriell bedingt sei. Neuropsychologische Funktionsbeeinträchtigungen seien aufgrund der absol
vierten
Schulbildung und der Befunde wahrscheinlich. Über
die
Art und
das
Aus
mass
der neuropsychologischen Defizite
könn
t
e
n
keine Aussage
n
gemacht werde
n (S. 6
Ziff. 4.6).
4.5
In seinem
Bericht vom 19. Mai 2014 (
Urk.
7/38/6-7
) nannte
Dr.
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Verstimmungen
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung
-
Intelligenzminderung
-
dislozierte
mehrfragmentäre
K
laviculaschaftfraktur
rechts vom 14. August
2013
Seit dem Unfall am 14. August 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Vorher sei der Beschwerdeführer teilarbeitsfähig in einem Pensum von 20-40 % für einfache Handlagerarbeiten gewesen (Ziff. 1.6). Die erheblichen geistigen und psychischen Einschränkungen würden ein regelmässiges Arbeiten in einer freien
Marktsituation nicht ermöglichen.
Unter Aufsicht
,
geeigneter Betreuung und ohne
äusseren
Druck
sei es dem Beschwerdeführer möglich,
intellektuell einfache hand
werkliche Arbeiten
zu
verrichten.
E
ine angepasste Tätigkeit
von einigen Stunden pro Tag in
einem geschützten Rahmen
oder unter einem sehr verständnisvollen Vorgesetzten wäre daher möglich (Ziff. 1.7).
4.6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
, führte in ihrer Stellung
nah
me vom 17. Juli 2014 (Urk. 7/47/4) aus, dass die behandelnde Psychologin
E._
keine eigene
Intelligenzquotient
en
(
IQ
)
-
Testung
habe
durch
führen könne
n
. Der Beschwerdeführer
habe Angst und sei blockiert, könne nicht rechnen.
Der
IQ müsse gemäss Psychologin deutlich unter 65 liegen.
D
iese Aus
sage
sei
nachvollziehbar,
weshalb auf eine nochmalige Testung
beziehungsweise neuropsychologische Untersuchung
verzichtet werde. E
s könne aufgrund der Intelligenz
minderung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
in allen Tätigkeiten der freien Wirtschaft
ausgegangen werden
.
4.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, erstatteten das von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebene psy
chiatrisch-rheumatologische Gutachten am 19. Februar 2016 (Urk. 7/75/1-18; Urk. 7/75/19-20;
Urk. 7/75/21-34
).
Dr.
F._
nannte in seinem psychiatrischen Teilgutachten (Urk.
7/75/1-18
) eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (Beginn Anfang 2013; ICD-10 F32.0/32.1) sowie
eine Angststörung (Beginn Anfang 2013; ICD-10 F41.9) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem nannte e
r eine fehlende
berufliche Ausbildung (ICD-10 Z55), finanzielle Probleme (ICD-10 Z59) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (
wegen Milieuschädigung;
ICD-10 Z73.1) als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
lit
. g; S. 15 Ziff. III.1-2).
Dr.
F._
führte aus, dass die Psychologin
E._
, die den Beschwerdeführer an die psychiatrische Begutachtung begleitet habe, ihm gegen
über mitgeteilt habe, dass der Beschwerdeführer phasenweise über Verstimmung
en und gelegentlich über Ängste klage, ihr beim Beschwerdeführer keine Kon
zentrationsstörungen aufgefallen seien und dass sie auch die Intelligenz nicht als vermindert beurteile, allerdings ohne Tests durchgeführt zu ha
ben (S. 7
lit
. e).
Dr.
F._
hielt fest, dass die Tagesstruktur des Beschwerdeführers aktiv und geordnet sei. B
eim Beschwerdeführer
bestehe
eine ge
wisse Neigung zu Ängsten
, die allerdings nicht ausgeprägt sei. Anlässlich der psychologischen Untersuchung seien keine Ängste zu beobachten gewesen. Zudem legte
Dr.
F._
dar,
dass die Situation in Bezug auf die Intelligenz des Beschwerdeführers etwas unklar sei. Mehrmals sei eine leichte Intelligenzverminderung postuliert worden, allerdings
habe die testpsychologische Untersuchung vom März 2014 (vgl. vorstehend
E. 4.4
) kein eindeutiges Resultat ergeben, da der Beschwerdeführer nicht fähig gewesen
sei, bei der Testsituation mitzumachen. Mehrere Hinweise würden jedoch auf keine
invalidisierende Intelligenzverminderung hinweisen. So habe der Beschwerde
führer die Primarschule und 1 1⁄2 Jahre eine Lehre besuchen können, könne zudem Anlässe im sportlichen und kulturellen Bereich mitverfolgen und pflege soziale Kontakte. Vermutlich liege die Intelligenz des Beschwerdeführers an der unteren Normgrenze. Eine neuropsychologische Einschränkung sei kaum vorhanden (S. 10 f.
lit
. h). Somit hätten eine relevante Minderintelligenz beziehungsweise kognitive Probleme nicht eindeutig nachgewiesen werden können (S. 15 Ziff. III.3).
Dr.
F._
kam zum Schluss, dass b
eim Beschwerdeführer
aus psychiatrischer Hinsicht
zumindest seit Anfang 2013 eine Einschränkun
g der Arbeitsfähigkeit von 30 % vorliege,
dies betreffe die bisher ausgeführten Hilfs
arbeiten als auch eine angepasste Tätigkeit (S. 17 f. Ziff. VI.1-2).
Dr.
G._
nannte in seinem rheumatologischen Teilgutachten (Urk. 7/75/21-34) eine
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. III). Zudem nannte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 f. Ziff. III):
-
chronisches Schmerzsyndrom und Beschwerden im Bereich des Körper
stammes und der rechten Schulter
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
krankheitsfremde Faktoren
-
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Bauch
schmer
zen
, Druck im Brustkorb, Neigung zu dünnem Stuhlgang, «psychisch nicht gut»
-
laborchemische Hepatopathie
-
Alkoholkonsum
-
CDT-Wert in der Grauzone
-
gestörte
Gluconeogenese
-
Nikotinkonsum von zirka 10 pack
years
-
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
-
Verdacht auf subklinische Hypothyreose
Die Arbeitsfähigkeit sei, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, seit dem Unfall vom 14. August 2013 bis und mit Ende der Rehabilitationsphase für jegliche berufliche Tätigkeit bis Ende November 2014 vollständig einge
schränkt gewesen. Seit Dezember 2014 könne für eine angepasste Verweis
tätig
keit keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründet werden.
Seit Dezember 2014 resultiere für diejenigen beruflichen Tätigkeiten, die der Beschwerdeführer früher ausgeübt habe, eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, sofern diese beruflichen Tätigkeiten mit einer
schwergradigen
körperlichen Belastung des rechten Schultergürtels verbunden seien. Für eine angepasste Tätigkeit könne für keinen Zeitraum eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Für Haushaltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden (S. 12 Ziff. IV).
Dr.
F._
und
Dr.
G._
kamen in der interdisziplinären Beurteilung (Urk. 7/75/19-20) zum Schluss, dass für die bisher ausgeübten beruflichen Tätig
keiten, sofern sie den rechten Schultergürtel
schwergradig
belasten würden, seit dem 14. August 2013 keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei. Für eine ange
passte Tätigkeit bestehe ab Anfang 2013
eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (S. 2).
4.8
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Anästhesiologie, führte in seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2016 (Urk. 7/77/3) aus, dass gestützt auf das einge
holte psychiatrisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
F._
und Dr.
G._
(vorstehend E. 4.7)
für die bisherige Tätigkeit seit anfangs 2013 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit
vorliege. Seit dem 14. August 2013 bestehe für
schwergradig
den rechten Schultergürtel belastende Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit. Für angepasste Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil habe
seit
anfangs 2013 eine 30%ige
und seit dem
14. August 2013
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Seit Dezember 2014 liege wieder eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vor.
4.9
Die behandelnde Psychologin
E._
nahm am 19. J
anuar 2017 zum psychia
trischen Teilg
utachten von
Dr.
F._
(vgl. vorstehend
E. 4.7
)
Stellung (Urk. 7/90/1-2)
und führte aus, dass
ein Mangel des Gutachtens darin bestehe, dass
Dr.
F._
die Gründe für die Arbeitsabbrüche des Beschwerdeführers nicht genau erfragt habe. So sei es bei jeder Arbeitsstelle nach kurzer Zeit zu massiven körperlichen und psychischen Zusammenbrüchen infolge Überforde
rung gekommen. Bei jedem Arbeitsversuch (meist habe es sich um stundenweise Hilfsarbeiten gehandelt)
sei nach kurzer Zeit die gleiche Problematik wieder aufgetreten. Ein weiterer Fehler bestehe in der positiven Beurteilung der privaten Lebensumstände des Beschwerdeführers. Zudem seien es nicht krankheitsfremde Faktoren, welche die Arbeitsfähigkeit einschränken würden, sondern mangelnde psychische und körperliche Belastbarkeit. Ein Beispiel liefere der Verlauf der neuropsychologischen Abklärung bei
Dr.
C._
vom
2
0.
März 201
4.
Auch die Beschreibung des Interaktions- und Arbeitsverhaltens anlässlich der neuropsy
cho
logischen Abklärung zeig
e
die stark
verminderte Leistungsfähigkeit.
E
in
fachste Testaufgaben würden den Beschwerdeführer vollständig überfordern (vgl. vorstehend
E. 4.4
;
S. 1 f.).
4.10
Der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
nahm am 22. Januar 2017 ebenfalls zum psychiatrischen
Teilg
utachten von
Dr.
F._
(vgl. vorstehend
E. 4.7
) Stellung
(Urk. 7/90/3-4)
und führte aus, dass er die Beurteilung der behandelnden Psycho
login
E._
(vgl. vorstehend E. 4.9) voll und ganz unterstütze. Im Vordergrund seiner Kritik stehe die offensichtliche Diskrepanz zwischen den von
Dr.
F._
in einer
freundlich geführten (künstlichen) Untersuchungsatmosphäre
erhobenen objektiven Befunde
und der tatsächlichen Beobachtung im «Feld» vor Ort. Sämtliche, immer kurze Arbeitseinsätze re
spektive -
versuche seien am akut auftretenden psychischen Ausnahme- und Angstzustand gescheitert. In Bezug auf die Intelligenz habe der Gutachter ein falsches, viel zu optimistisches Bild des Beschwerdeführers gezeichnet. Es gebe viele Hinweise
, dass eine Intelligenz
min
derung und schon früh schwerwiegende psychische Probleme vorgelegen hätten. Die Frage der Intelligenz müsse eindeutig geklärt und nochmals eine entspre
chende Untersuchung unternommen werden. Zudem sei
der Frage einer Persön
lichkeitsstörung im
Behandlungsverlauf zu wenig Beachtung geschenkt worden und sie werde auch im Gutachten nur oberflächlich behandelt und unter akzen
tuierte Persönlichkeitszüge abgehandelt. Sicher sei, dass
der Beschwerdeführer in seiner Persönlichkeitsentwicklung zurückgeblieben, retardiert und unreif
sei
(S. 1). Schliesslich entwerfe der Gutachter ein Bild des Beschwerdeführers und wie er im Lebe stehe,
dass
in keinem Punkt mit der Realität übereinstimme. In der Untersuchungssituation habe sich der Beschwerdeführer aufgespielt, habe einen guten Eindruck machen wollen (S. 2).
4.11
Dr.
F._
nahm am 14. Februar 2017 zur Stellungnahme des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
vom 22. Januar 2017 (vgl. vorstehend E. 4.10) Stellung (Urk. 7/96)
und legte dar, dass es bei Begutachtungen notwendig sei, eine neutrale und erträgliche Atmosphäre herzustellen. Es gehe bei der Untersuchung darum, psychopathologische Symptome zu erkennen, welche einer psychischen Störung zugeordnet werden könnten. Dass die Arbeitseinsätze stets nach relativ kurzer Zeit gescheitert seien, könne gemäss den objektiven Untersuchungsbefunden nicht allein einer psychischen Störung zu
geschrieben werden, es müssten, wie im Gutachten geschildert, auch krankheitsfremde Faktoren in Betracht gezogen werden. Bezüglich Intelligenz könnte er sich der Forderung von
Dr.
A._
nach einer erneuten Abklärung nicht verweigern, weise jedoch darauf hin, dass die klinischen Befunde nicht auf eine behindernde Intelligenzverminderung gemäss der ICD-10 hinweisen würden. Ferner
führte Dr.
F._
aus, dass er gemäss den
geltenden Kriterien der ICD-10 keine Persönlichkeitsstörung habe diagnosti
zieren können.
Dr.
A._
habe im Mai 2013 ebenfalls keine Persönlichkeits
störung feststellen können. Bekanntlich würden Persönlichkeitsstörungen in der Jugend entstehen. Es sei also nur schwerlich nachvollziehbar, nun plötzlich eine invalidisierende Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren. Akzentuierte Persön
lich
keitszüge würden den Zustand passend beschreiben (S. 2 f.).
Ausserdem
legte
Dr.
F._
dar, dass er während der Begutachtung nicht habe beobachten können, dass der Beschwerdeführer aus Ängsten ein besseres Bild von sich gegeben hätte. Ängste seien nämlich nicht zu beobachten gewesen. Zu
dem sei der affektive Rapport ordentlich herstellbar gewesen. Es bleibe unklar, warum die soziale Anamnese darunter gelitten haben sollte. Die soziale Anam
nese sei nämlich objektivierbar und nur wenig vom momentanen
Gemüt
szustand abhängig. Zusammenfassend
könne er dem Schreiben von Dr.
A._
keine neuen Fakten
entnehmen, die seine Beurteilung im Gutachten
vom 1
9.
Februar 2016
(vgl. vorstehend E. 4.7)
ändern würde (S. 3).
4.12
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, führte in seiner Stellungnahme vom 10. März 2017 (Urk. 7/106/3) aus, dass sich gegenüber der RAD-Stellungnahme vom 8. Juni 2016 (vgl. vorstehend
E. 4.8
) keine neuen medizinischen Aspekte ergeben würden. Weiterhin bleibe aber die Frage offen, ob auch eine intellektuelle Ein
schränkung vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit einschränke. Eine diesbezüg
liche Abklärung liege bislang nicht vor. Die ursprünglich angesetzte neuropsy
chologische Abklärung (vgl. vorstehend
E. 4.4
) habe abgebrochen werden müsse
n.
Infolgedessen würden zwei Optionen offenbleiben. Einerseits nochmals auf eine neuropsychologische Abklärung zu drängen, wobei hier die Möglichkeit eines erneuten Misslingens bestehe, oder andererseits im Rahmen einer Potenzialab
klärung in einer hierfür geeigneten Institution anhand der sozial-praktischen Beobachtung eine Einschätzung des Leistungsprofils vorzunehmen.
4.13
Dr.
A._
hielt in seiner Stellungnahme vom
28. März 2017
(Urk. 7/102/1-2) an seinen bereits gemachten Aussagen fest, wobei er die von
Dr.
F._
gemach
ten Aussagen in verschiedener Hinsicht als mangelhaft oder falsch erachte
te.
Zudem führte
Dr.
A._
aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner schon lange bestehenden psychischen Schwäche nie eine Berufslehre habe machen und keiner regelmässigen Berufstätigkeit habe
nachgehen können (S. 1). Ferner sei die Intelligenzminderung unbestritten. Die neuropsychologische Untersuchung bei
Dr.
C._
habe das Versagen des Beschwerdeführers bei einfachsten Aufgaben deutlich gezeigt. Zudem liege aus seiner Sicht eine Persönlichkeitsstörung vor (S. 2).
4.14
Dr.
Y._
nahm am 17. April 2017
ebenfalls zum psychiatrischen Teilg
utachten von
Dr.
F._
(vgl. vorstehend
E. 4.7
) Stellung (Urk. 7/102/3-4)
und führte aus, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung angegeben habe, die Landwirtschaftsmecha
niker-Lehre wegen einer Krise im
Zusammenhang mit der Erkrankung und dem Tod seines Vaters aufgegeben zu haben. Dies möge teilweise stimmen, aber seines Erachtens sei der wesentliche Grund für das Scheitern der Lehre die verminderte Intelligenz und die unzureichende Belastbarkeit
gewesen
. Ein weiteres Indiz dafür sei, dass selbst die spätere
Anlehre
gescheitert sei. Die beschriebenen Tagesaktivitäten würden zudem nicht dem normalen Tagesablauf des Beschwerdeführers entsprechen. Er habe keinen geregelten, ausgefüllten Tages
ablauf, sondern lebe generell zurückgezogen und sei oft einsam
. Auch habe er kein tragendes soziales Netz und er habe keine Freizeitbeschäftigungen
(S. 1
f.
).
Zum Schluss werde noch die Intelligenzverminderung des Beschwerdeführers in Frage gestellt, weil die testpsychologische Untersuchung im März 2014 kein ein
deutiges Resultat ergeben habe. Der Test habe jedoch wegen intellektueller Über
forderung abgebrochen werden müssen. Es werde darin eindrücklich geschildert, wie der Beschwerdeführer Mühe gehabt habe, sich zu konzentrieren, verlangsamt gearbeitet habe und zittrig und nervös gewesen sei. Exakt solche Situationen durchlebe der Beschwerdeführer bei der Ausübung von einfachsten Hilfsarbeiten.
Dr.
C._
habe in seinem neuropsychologischen Gutachten vom 20. März 2014 (vgl. vorstehend
E. 4.4
) erwähnt, dass die Voraussetzungen für eine optimale test
psychologische Untersuchung nicht vorhanden gewesen seien. Auch eine Wieder
holung würde keine Änderung des Resultates bringen, da der Beschwerdeführer solchen Drucksituationen schlicht nicht gewachsen sei.
Dies sei
für das stete Scheitern in der Arbeitswelt verantwortlich
gewesen
. Die absolvierte Schulbil
dung spreche nicht gegen neuropsychologische Funktionsbeeinträchtigungen.
Dr.
Y._
kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeits
markt zu 100 % arbeitsunfähig sei (S. 2).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom
1.
August 2014 bis zum 3
1.
März 2015 mit dem Velosturz des Beschwerde
führers am 1
4.
August 2013 (vorstehend E. 2.1; vgl. vorstehend E. 4.3). Dabei stützte sie sich insbesondere auf das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
F._
u
nd
Dr.
G._
vom 19. Februar 2016
(vorstehend E. 4.7), wobei sie jedoch in psychiatrischer Hinsicht
vom psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
F._
abwich und nach Durchführung einer
Indikatorenprüfung
zum Schluss kam,
die psychiatrischen
Diagnosen würden unter dem Strich keine lang
dauernde Einschränkung ausweisen. Aus rheumatologischer Sicht sei es jedoch nachvollziehbar, dass befristet eine Einschränkung von 100 % stattgefunden habe zwischen dem 14. August 2013
und Dezember 2014 (Urk. 7/77/4
).
5.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die neuro
psycho
logische Abklärung im März 2014 bei
Dr.
C._
vorzeitig abgebrochen werden musste, da sich der Beschwer
deführer dazu nicht in der Lage fühlte.
Dr.
C._
ging davon aus, dass wahr
scheinlich neuropsychologische Funktionsbeeinträchtigungen vorlägen, über die Art und das Ausmass der neuropsychologischen Defizite konnte er hingegen keine Angaben machen (vorstehend E. 4.4).
Der IQ des Beschwerdeführers konnte
somit
nicht getestet
werden.
Eine neuropsychologische Abklärung fand
auch nach dem Scheitern der ersten neuropsychologischen Untersuchung nicht mehr statt beziehungsweise wurde auf eine solche verzichtet (vgl. vorstehend E. 4.6; vgl. auch Urk. 7/43; Urk. 7/45).
In Bezug auf die Intelligenz
des Beschwerdeführers
führte
Dr.
F._
in seinem psychiatrischen Teilgutachten
aus
, dass
die
diesbezügliche
Situation etwas unklar sei,
eine relevante Minderintelligenz beziehungsweise kognitive Probleme
jedoch
nicht eindeutig
hätten
nachgewiesen werden können (vorstehend E. 4.7).
Daran hielt Dr.
F._
i
n seiner Stellungnahme vom 14. Februar 2017
fest und
wies darauf hin, dass die klinischen Befunde nicht auf eine behindernde Intelligenz
verminderung gemäss ICD-10 hinweisen würden (vorstehend E. 4.11
).
Demge
gen
über berichtete der Hausarzt des Beschwerdeführers
Dr.
Y._
bereits im Februar 2004 von einer Einschränkung der Intelligenz und des Auffassungsvermögens des Beschwerdeführers (vorstehend E. 3). Auch im Juni 2013 berichtete
Dr.
Y._
von einer verminderten Intelligenz und war der Auffassung, dass eindeutig eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit vorliege (vorstehend E. 4.2). Daran hielt er im Mai 2014 fest (vorstehend E. 4.5). In seiner Stellungnahme vom April 2017 legt
e
Dr.
Y._
dar, dass die testpsychologische Untersuchung im März 2014
(vgl. vorstehend
E. 4.4
)
wegen intellektueller
Überforderung habe abgebrochen werden müssen, weshalb entgegen der Ansicht von
Dr.
F._
die Intelligenzver
minde
rung des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt werden könne (vorstehend E. 4.14).
Der behandelnde Psychiater Dr.
A._
stellte im Mai 2013 noch die Diagnose eines Verdachtes auf
eine
leichte geistige Behinderung (vorstehend E. 4.1). Im Januar 2017 legte er
hingegen
dar, dass es viele Hinweise gebe, dass eine Intelligenzminderung und schon früh schwerwiegende psychische Probleme vorgelegen hätten. Die Frage der Intelligenz müsse eindeutig geklärt und noch
mals eine entsprechende Untersuchung unternommen werden (vorstehend E. 4.10)
.
Daran hielt er im März 2017 fest
und führte zudem aus, dass die neuro
psy
chologische Untersuchung bei
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E
. 4.4
)
das Versagen
des Beschwerdeführers bei einfachsten Aufgaben deutlich gezeigt habe
(vorsteh
e
nd E. 4.13).
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
F._
ist ferner zu entnehmen
, dass
ihm
die Psychologin
E._
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung mitgeteilt habe, dass sie die Intelligenz des Beschwerdeführers nicht als vermin
dert beurteile (vorstehend E. 4.7).
Dies steht im Wiederspruch zur Stellungnahme der RAD-Ärztin
Dr.
D._
vom Juli 2014, wonach die Psychologin
E._
keine eigene IQ-Testung habe durchführen können, da der Beschwerdeführer Angst habe und blockiert sei. Zudem
müsse der IQ gemäss der Psychologin
E._
deutlich unter 65 liegen (vorstehend E. 4.6).
In ihrer Stellungnahme vom Januar 2017
machte die Psychologin
E._
keine spezifischen Angaben zur Intelligenz des Beschwerdeführers, sondern
führte lediglich aus
, dass die Be
schrei
bung des Interaktions- und Arbeitsverhaltens anlässlich der neuropsy
cho
logischen Abklärung die stark verminderte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers zeige (vorstehend E. 4.9).
Schliesslich legte der RAD-Arzt
Dr.
I._
in seiner Stellungnahme vom März 2017 dar, dass die Frage nach einer intellektuellen Einschränkung des Beschwer
deführers mit Einschränkung auf Arbeitsfähigkeit
nach wie vor off
enbleibe
.
Die ursprünglich angesetzte neuropsychologische Abklärung (vgl. vorstehend
E. 4.4
)
habe abgebrochen werden müssen, weshalb zwei
Optionen offenbleiben
würden, einerseits
nochmals auf eine neuropsychologische Abklärung zu drängen, wobei hier die Möglichkeit eines erneuten Misslingens bestehe, oder andererseits
eine
Potenzialabklärung vorzunehmen
(vorstehend E. 4.12).
Die im Anschluss
an
die
Stellungnahme des
RAD-Arzt
es
Dr.
I._
angestrebte
Potentialabklärung ko
nnte
jedoch
nicht durchgeführt werden. Dem Verlaufsprotokoll
der
Berufsberatung vom 14. Juni 2017 (Urk. 7/105) ist
diesbezüglich
zu entnehmen, dass der Be
schwer
deführer gleichentags in Begleitung seiner
Psychologin
E._
zum Ge
spräch erschienen sei, wobei
e
in k
onstruktives Gespräch
kaum möglich
gewesen sei
. Der Beschwerdeführer habe angegeben, unter massiven Ängsten zu leiden. Eine Potentialabklärung sei somit nicht möglich aufgrund der glaubhaften Schil
de
rungen des Beschwerdeführers.
5.3
Nach dem Gesagten bestehen
Unklarheiten und
widersprüchliche Angaben in Bezug auf eine allfällige Intelligenzminderung des
Beschwerdeführer
s
, weshalb der
Beschwerdeführer
erneut neuropsychologisch abgeklärt werden sollte.
Zudem bestehen auch Unklarheiten in Bezug
auf die - anlässlich des Gesprächs mit der Berufsberatung vom 14. Juni 2017 (vorstehend E. 5.2) - geltend gemach
ten
massiven
Ängste. Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung konnte Dr.
F._
keine Ängste beobachten (vorstehend E. 4.7, E. 4.11).
Dem psychia
trischen Teilgutachten von
Dr.
F._
ist ferner zu entnehmen, dass die Psy
cho
login
E._
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung mitgeteilt habe, dass der Beschwerdeführer gelegentlich über Ängste klage (vorstehend E. 4.7).
Zudem wies der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
im Januar 2017 darauf hin, dass sämtliche, immer kurze Arbeitseinsätze respektive -versuche am akut auftre
tenden psychischen Ausnahme- und Angstzustand gescheitert seien (vorstehend E. 4.10).
Schliesslich bestehen auch unterschiedliche Angaben in Bezug auf eine allfällige Persönlichkeitsstörung. Stellte
Dr.
F._
anlässlich der psychiatrischen Begut
ach
tung akzentuierte Persönlichkeitszüge fest und verneinte das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (vorstehend E. 4.7, E. 4.11), so war der behandelnde Psy
chiater
Dr.
A._
der Ansicht, der Beschwerdeführer sei in seiner Persönlich
keitsentwicklung zurückgeblieben und leide an einer Persönlichkeitsstörung (vor
stehend E. 4.10, E. 4.13).
Ob die von
Dr.
F._
diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge
nachvollziehbar sind
, braucht jedoc
h
vorliegend
, wie nach
fol
gend darzulegen sein w
ird, nicht abschliessend beurteilt
zu werden.
5.4
Gestützt auf die vorliegenden Berichte kann der Gesundheitszustand des Be
schwe
rdeführers nicht abschliessend beurteilt werden. Vielmehr besteht weitere
r Abklärungsbedarf bezüglich des neuropsychologischen
und psychiatrischen
Ge
sundheitszustandes des
Beschwerdeführer
s
und dess
en Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit.
Nach de
n Abklärung
en
ist eine Gesamtbeurteilung des Gesund
heitszustandes unter Berücksichtigung der ebenfalls bestehenden
somatischen Beschwerden
vorzunehmen.
Dementsprechend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers als un
genügend
, wes
halb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers
-
unter Berücksichtigung der
massgebenden
Rechtsprechung zur Beur
teilung psy
chi
scher Erkrankungen
-
neu verfüge. In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzu
heissen.
5.5
Bei dieser Ausgangslage braucht vorliegend nicht näher geprüft zu werden, ob, wie vom Beschwerdeführer beantragt (vorstehend E. 2.2), die Verfügung vom 6. Juli 2015
(Urk. 7/15)
wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in des
Beschwerdeführer
s
reichte dem Gericht am
2
1.
März 2018
zwei Honorarnoten
in der Höhe von gesamthaft Fr. 2'047.85
(Fr.
1'767.80 +
Fr.
280.05
inklusive Baraus
lagen und
MWSt
) ein (
Urk.
17/1-2
; vgl.
Urk.
16
). Die Höhe der Honorarnoten erweist sich als angemessen. Die dem Beschwerdeführer zuzusprechende Parteientschädigung ist daher auf
Fr. 2'047.85
zu bemessen.