Decision ID: ae8172d1-f0dc-4eae-8527-8e1d97c2e1da
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1984 geborene
X._
meldete sich am 16. April 2010 zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung (IV) an (Urk. 8/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche, berufliche sowie medizinische Abklärungen und zog
– wiederholt -
die Akten
der Militärversicherung (Urk. 8
/25
, Urk. 8/44
) bei. Im März 2011 liess sie den Versicherten von den Ärzten des
Y._
polydisziplinär begutach
ten (vgl. Expertise vom 15. Juni 2011, Urk. 8/35).
In Bestätigung ihres Vorbe
scheids vom 22. Oktober 2012 (Urk. 8/46) verfügte sie daraufhin am 20. März 2013 – unter Hinweis darauf, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege – die Abweisung des Leistungsgesuchs (Urk. 2).
1.2
Die Militärversicherung
hatte im Zusammenhang mit einem vom Versicherten am 4. Juli 2007 während der
Rekrutenschule erlittenen Sturz Leistungen er
bracht. Nach Abschluss der fachärztliche
n
Behandlung
der unfallbedingten Verletzungen
am 24. Oktober 2007 (Urk. 9/32.
1 f. im Prozess Nr. MV.2012.00010
) stand der Versicherte wegen verschiedener, von den Ärzten im Rahmen einer psychischen Störung interpretierter Symptome weit
er
hin in – auch stationärer – Behandlung.
Mit Verfügung vom 21. Januar 2010 (Urk. 8/25 S. 18-23)
lehnte die Militärversicherung ihre Haftung für die am 22. Juni und 25. August 2009 gemeldete psychische Störung mit Arbeitsunfähigkeit seit 4. Juni 2009 ab, da der fragliche Gesundheitsschaden in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum dienstlichen Unfall stehe. Nachdem sie ihn am 1. und 16. September 2010 von Dr. med.
Z._
,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, SUVA Versicherungsmedizin,
hatte
untersu
chen lassen (Urk. 9/144 im Prozess Nr. MV.2012.00010) und Einsicht in das
von der IV-Stelle eingeholte
Gutachten des
Y._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/35) ge
nommen hatte, wies sie die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache (Ur
k. 9/139 und
Urk. 9/163 im Prozess Nr. MV.2012.00010) am 4. Oktober 2012 ab (Urk. 8/44).
Betreffend die von
X._
gegen diesen
Einspracheentscheid
am 7. Nov
ember 2012 im Prozess Nr.
MV.2012.
00010
am hiesigen Gericht erhobene Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihm weiterhin die ihm aufgrund des Unfalls vom 4. Juli 2007 zustehen
den Leistungen zu erbringen beziehungsweise – eventualiter - es sei die Militär
versicherung zu verpflichten, zusätzliche medizinische Abklärungen durchzu
führen (Urk. 1
im Prozess Nr. MV.2012.00010),
ergeht ebenfalls mit heutigem Datum das Urteil.
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 20. März 2013 (Urk. 2) liess
X._
am 6. Mai 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der
Beschwerdegegne
rin
vom 20. März 2013 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, umfassende medizinische Abklärungen vorzunehmen und danach neu über die dem Beschwerdeführer zustehenden Leistungen aus IVG (berufliche Massnahmen/Invalidenrente) zu entscheiden;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin.
Dem Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und es sei ihm die Unterzeichnende als unent
geltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.“
Die IV-Stelle schloss am 29. Mai 2013 auf Abweisung der Beschwerde (vgl.
Be
schwerdeantwort
, Urk. 7).
Am 8. Januar 2014 teilte sie ihren Verzicht auf eine Stellungnahme zum vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Dezember 2013 (Urk. 13) eingereichten Bericht der
A._
vom 18. November 2013 (Urk. 14)
mit, was dem Beschwerdeführer am 15. Januar 2014 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte zur Begründung der Rentenverweigerung
– unter Hinweis auf das Gutachten des
Y._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/35) und die Stellung
nahmen des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV vom 11. Juli 2011 (Urk. 8/45
S. 3 f.
) und vom 14. März 2013 (Urk. 8/61
S. 3
) -
aus,
der Beschwer
deführer leide weder an einer Borreliose
beziehungsweise
an eine
r
durch eine chronische Borreliose hervorgerufenen
gesundheitlichen Beeinträchtigung mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
noch an einem anderen invalidisierenden Gesundheitsschaden
(Urk. 2, Urk. 7)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, es liege eine komplexe Problematik vor, die – da auf das Gutachten des
Y._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/35) nicht abgestellt werden könne und aus den weiteren medizinischen Berichten Widersprüchliches hervorgehe – weiterer Abklärung bedürfe
(Urk. 1 S. 8 ff.)
.
Seine Arbeitsunfähigkeit sei durch die
–
mittlerweile
gefestigte - Diagnose einer chronischen Borreliose ausgewiesen (Urk. 13 S. 2).
3.
3.
1
Vom 26
. November bis 19. Dezember 2007 liess sich der Beschwerdeführer statio
när von den Ärzten der
B._
behandeln. Diese stellten im Austrittsbericht vom 8. Januar 2008 folgende Diagnosen (Urk. 8/26 S. 11):
Nicht dislozierte Radiusköpfchen-
Meisselfraktur
linker Ellbogen
Sc
aphoidfraktur
links
Kontusion lumbal mit Hautschürfung
Anpassungsstörung
; Verdacht auf
beginnende
undifferenzierte
Somatisie
rungsstörung
(ICD-10 F45.1)
Es bestünden nachstehende aktuelle Probleme:
Schmerzen im linken Handgelenk
Belastungsabhängige Schmerzen im linken Ellbogen
Nicht abge
schlossene Lehre zum Multimediae
lektroniker
Konzentrationsstörungen, schnelle Ermüdbarkeit, Sehstörung,
Ohrrau
schen
Kopfschmerzen
Myofasziale
Beschwerden im Schultergürtelbereich
Während die im linken Ellbogen und
im
Bereich des linken Handgelenks
angege
benen Beschwerden noch als während der Heilungsphase nach
Radius
köpfchen-Meissel
- und
Scaphoidfraktur
bestehende posttraumatische Beein
trächtigung erklärt werden könnten, seien die weiteren geklagten Symptome am ehesten im Rahmen einer Anpassungsstörung zu
interpretieren (Urk. 8/26 S. 12
). Eine psychische Störung mit Krankheitswert weise der Beschwerdeführer indes nicht auf.
Bis zur ab 23. Januar 2008 geplanten stationären Therapie (
Work
hardening-Programm
) auf der Abteilung Ergonomie sei noch von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 8/26 S. 11 f.).
Aus
unfallkausa
ler
Sicht sei aufgrund der Untersuchungsbefunde mit dem Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu rechnen (Urk. 8/26 S. 13).
3.
2
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 23. Januar bis 27. Februar 2008
erneut
stationär behandelt hatten, stellten die Ärzte der
B._
im
Aus
trittsbericht
vom 5. März 2008 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/25 S. 62):
Nicht dislozierte Radiusköpfchen-
Meisselfraktur
linker Ellbogen
Sc
aphoidfraktur
links
Kontusion lumbal mit Hautschürfung
Anpassungsstörung mit Angst und leichter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.22) auf der Schwelle zur Entwicklung einer undifferenzierten
Soma
tisierungsstörung
(ICD-10 F45.1); diagnostiziert am 27. Dezember 2007
Derzeit bestünden folgende Probleme:
Persistierende, multiple Schmerzen bei undifferenzierter
Somatisierungs
störung
, so unter anderem Schmerzen im linken Handgelenk,
belas
tungsabhängige
Schmerzen im linken Ellbogen, Kopfschmerzen und
myofasziale
Beschwerden im Schultergürtelbereich
Konzentrationsstörungen, schnelle Ermüdbarkeit, Sehstörungen,
Ohren
rauschen
Weiterhin unklare berufliche Zukunft bei nicht abgeschlossener Lehre zum
Multimediaelektroniker
Infolge Selbstlimitierung und ungenügender Kooperation im Ergonomie
-
trainings
programm
hätten die zu erwartenden Verbesserungen be
treffend Funktion und Belastbarkeit nicht ganz erreicht werden können. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunden und den gestellten Diagnosen aus somatischer Sicht nur
in sehr unzureichendem Mass
erklären (Urk. 8/25 S. 62 f.). Es liege keine psychische Störung mit Krankheitswert vor. Auch aus physischer Sicht sei dem Beschwerdeführer, der sich für gänzlich ar
beitsunfähig halte, jede (auch schwere) Tätigkeit zu 100 % zumutbar (Urk. 8/25 S. 63).
3.
3
Am 10. April 200
8 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med.
C._
,
Fach
arzt FMH für Neurologie, untersucht. Dieser stellte in seinem Bericht vom 11. April 2008 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/
25
S.
58
):
Chronischer Kopfschmerz
chronischer Spannungskopfschmerz
medikamentenindizierter Kopfschmerz bei Überkonsum von Migräne-
Kranit
mögliche
somatoforme
Komponente im Rahmen einer möglichen post
traumatischen Anpassungsstörung
Status nach nicht
dislozierter Ra
diusköpfchenfraktur links und
Sc
aphoid
fraktur
links sowie Kontusion lumbal anlässlich eines Sturzes am 4. Juli 2007 während
des
Militärdienst
s
rein konservative Therapie
Die Befunde der klinischen Untersuchung seien unauffällig. Betreffend die ge
klagten Kopfschmerzen bestehe allenfalls eine
somatoforme
Komponente im Rahmen einer möglichen Anpassungsstörung nach dem Unfall. Dass der Be
schwerdeführer sich beim fraglichen Ereignis ein Schädel-Hirn-Trauma zugezo
gen habe, sei aufgrund der echtzeitlichen Arztberichte und der Tatsache, dass er unmittelbar nach dem Sturz noch in der Lage gewesen sei, mit dem Lastwagen von
D._
nach
E._
zu fahren, unwahrscheinlich.
Die Konzentrations- und vegetativen Störungen seien wohl im Rahmen der Spannungskopfschmer
zen zu interpretieren (Urk. 8/25 S. 60).
3.
4
Die Ärzte der
F._
,
Obere Extremitäten, hielten am 23. September 2008 fest,
die bisherige Behandlung der Schulter-/Ellbogenverletzung sei regel
recht erfolgt und habe zu einer Ausheilung der Frakturen im Bereich des
Radi
usköpfchens
und des
Scaphoides
geführt. Weitere Therapien diesbezüglich
seien
aus orthopädischer Sicht nicht indiziert. Betreffend die noch geklagten thora
kalen Schmerzen sei eine Untersuchung durch einen Arzt der Abteilung Wir
belsäule veranlasst worden (Urk. 8/26 S. 15).
3.
5
Die MRI-Untersuchung des Gehirns vom 5. Dezember 2008 ergab einen norma
len Befund (Urk. 8/25 S. 48).
3.6
Die
n
europsy
chologische Untersuchung vom 4.
Juni 2009
zeigte
insgesamt mit
telschwere Defizite in der Aufmerksamkeit sowie in
mnestischen
und exekuti
ven Teilfunktionen, ein langsames Arbeitstempo und einen reduzierten Antrieb; die Minderleistungen seien unspezifisch.
Da ein Bewusstseinsverlust sowie schwere kognitive Beeinträchtigungen aufgrund der Anamnese unwahrschein
lich und die Befunde der bildgebenden Untersuchungen unauffällig seien, be
stünden keine Anhaltspunkte
für
hirnorganische Beeinträchtigungen. Die Defi
zite seien am ehesten mit der depressiven Stimmungslage zu erklären. Ange
sichts der sich aus der Anamnese, dem klinischen Bild und dem Fragebogen er
gebenden reaktiven depressiven Symptome und der Hinweise auf eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung sei eine umfassende psychiatrische Abklä
rung mit anschliessender Beratung und Therapie angezeigt (vgl. Bericht
G._
,
Neurolog
ische Klinik
, vom 8. Juni 2009, Urk. 8/23 S. 19).
3.
7
Gestützt auf die Akten gelangte me
d.
pract
.
H._
,
Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der SUVA, am 1. Oktober 2009 zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer an einer
Anpassungs
störung
mit Angst und einer längeren depressiven Reaktion
sowie
mit Störung anderer Gefühle und des sozialen Verhaltens (ICD-10 F43.2) leide. Die zudem beschriebenen tranceähnlichen beziehungsweise dissoziativen Phänomene lies
sen sich derzeit nicht eindeutig
klassifizieren
. Die chronischen Spannungskopf
schmerzen könnten als Stressreaktion verstanden werden. Phänomenologisch betrachtet lägen keine Anhaltspunkte für eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
vor
. Differentialdiagnostisch habe vorübergehend eine nicht näher be
zeichnete
somatoforme
Störung (ICD-10 F45.9) bestanden (Urk. 8/25 S. 29). Ursächlich für die psychische Symptomatik sei mit überwiegender Wahrschein
lichk
eit der Unfall vom 4. Juli 200
7.
Aufgrund der diagnostischen Unklarheiten lasse sich die Arbeitsfähigkeit derzeit nicht beurteilen
(Urk. 8/25 S. 30).
3.
8
Die Ärzte
der
I._
die den Be
schwerdeführer vom 16. August bis 20. Oktober 2010 teilstationär behandelt hatten,
stellten am 2
5
.
Oktober
2010 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/22 S. 2
f.
):
Rezidivierende depressive Störu
ng, gegenwärtig leichte Episode
(
ICD-10 F33.0
); wahrscheinlich Entwicklung nach Unfall vom 4. Juli 2007
Undiffe
renzierte
Somatisierungsstörung
(
ICD-10 F45.1
); Entwicklung nach Unfall vom 4. Juli 2007
Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (ICD-10 F 44.6); Entwicklung nach Unfall vom 4. Juli 2007
Verdacht auf akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 F60.8); wahrscheinlich seit Jahren bestehend
Der Beschwerdeführer sei – aufgrund der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und der durch den Unfall während der RS erfahrene
n
Kränkungen, in deren Anschluss er eine dissoziative Störung und ein depressives Zustandsbild entwi
ckelt habe – längerfristig nicht arbeitsfähig (Urk. 8/22 S. 2).
3.9
Dr. med.
J._
,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am 1. November 2010 nachstehende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 8/23 S. 5):
Status nach Sturz aus
zirka 4 m Höhe beim Beladen eines
Militärlastwa
gens
mit Radiusköpfchenfraktur linker Ellbogen,
Scaphoidfraktur
linkes Handgelenk, Kontusion mit Abschürfung lumbal am 4. Juli 2007
Mittelschwere neuropsychologische Defizite (Untersuchung vom 4. Juni 2009)
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) mit vielfältigen körper
lichen, seelischen und geistigen Symptomen wie massiver Depres
sion, Antriebsschwäche, Ängste
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die seit dem Unfall bestehenden Potenzprobleme und der Umstand, dass der Beschwerdeführer sehr darunter leide, dass durch den Unfall all seine Lebensträume (Familie, kleines Haus, gute Arbeit, Auto etc.) zerstört worden seien
(Urk. 8/23 S. 6).
Die psychische Symp
tomatik sei durch den dienstlichen Unfall ausgelöst worden und dann – nach wiederholten Traumatisierungen – mit einer Latenz aufgetreten (Urk. 8/23 S. 9).
Seit
dem Unfall vom
4. Juli 2007 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer, der vor dem
Ein
tritt in den Militärdienst
den mündlichen Teil der
Lehr
abschlussprüfung
als
Multimedia
elektroniker
nicht bestanden habe,
nach erfolgreicher psychotherapeutischer und neuropsychologis
cher Behandlung wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sein werde (Urk. 8/23 S. 8).
3.
10
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 1. und 16. September 2010 untersucht hatte, stellte Dr. med.
Z._
,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
SUVA Versicherungsmedizin, in
ihrem Bericht vom 2. November 2010 folgende Diagnosen (Urk. 8/25 S. 1
1
):
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0) mit dissoziativen Anteilen (ICD-10 F44.6)
Episodisch-paroxysmale Angst (Panikattacken, ICD-10 F41.0)
Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
Sozialver
halten
(ICD-10 F43.25)
Die psychischen Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 4. Juli 2007 und die damit verbundenen schweren Kränkungen zurückzuführen (Urk. 8/25 S. 13).
3.
11
Der seit 8. September 2010 behandelnde Hausarzt m
ed.
pract
.
K._
,
Fach
arzt
FMH
für Allgemeine Medizin,
stellte am 10
. November 2010 nachstehende, durch den am 4. Juli 2007 erlittenen dienstlichen Unfall bedingte Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/26 S. 6):
Radiusköpfchenfraktur links
Scaphoidfraktur
links
L
umbale Kontusion
Posttraumatische Störung m
it Kopfschmerzen frontal
Konzentrationsstörung mit Merkschwierigkeiten
Als
Multimediaelektroniker
sei der Beschwerdeführer – aufgrund von
Angstzu
ständen sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen – zu 100 % arbeitsunfähig
. Ob diese Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei, müsse überprüft werden (Urk. 8/26 S. 7).
3.
12
Am 2
1.
und 24. März 2011 wurde der Beschwerdeführer von den Ärzten des
Y._
polydisziplinär untersucht. In ihrem Gutachten vom 15. Juni 2011 stellten diese
folgende
Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/35 S. 42):
Status nach nicht
dislozierter Radiusk
öpfchen
fraktur links vom 4. Juli 2007
Status nach
Scaphoidfraktur
links am 4. Juli 2007
Blockaden im Bereich der Lendenwirbelsäule
Leichte depressive Episode, ICD-10 F32.00
Akzentuierung von narzisstischen Persönlichkeitszügen, ICD-10 Z73.1
Seit dem 20. Dezember 2007 sei der Beschwerdeführer wieder uneingeschränkt arbeitsfähig (Urk. 8/35 S. 46 f.).
3.
13
Dr. med.
L._
,
Facharzt FMH für Chirurgie, Chiroprakt
ik
SAMM,
Schmerzthera
pie
SSIPM, gab am 30. Januar 2013 an, der Beschwerdeführer leide an einer Depression und sei daher arbeitsunfähig. Die diagnostizierte Stö
rung trete in der Familie des Beschwerdeführers gehäuft auf (Urk. 8/57 S. 5).
3.
14
In ihrem Verlaufs
bericht vom 20. Februar 2013 stellte
die Psychiaterin Dr.
J._
nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 8/58 S. 2):
Posttraumatische Belastungsstörung nach Militärunfall am 4. Juli 2007 mit neuropsychologischen Defiziten
Chronische Borreliose
-
Symptome seit kurz nach dem Militärunfall
W
eil sie
in
einen anderen Kanton gezogen sei
, habe sie der Beschwerdeführer zwischen Mai 2010 und
dem
13. Juli 2013 nicht mehr konsultiert
.
Dieser habe sich, nachdem sich seine Symptome in der Zwischenzeit noch verschlechtert hätten, in einem beunruhigend schlechten Gesundheitszustand gezeigt.
Da sie im Jahr
2012 ein intensives Selbststudium betreffend chronische Borreliose ab
solviert habe, habe sie mit dem Beschwerdeführer die Checkliste nach Dr.
med.
M._
durchgearbeitet. Aufgrund der vorhandenen Symptome
habe
sich
– trotz negativer Serologie -
ein hoher Verdacht auf chronische Borr
eliose erge
ben (Urk. 8/58 S. 1 f.
).
Seit dem 23. Januar 2013 erfolge nun eine intensive an
tibiotische Behandlung. Ursächlich für die
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
seit
4. Juli 2007
seien der Sturz während des Militärdienstes und die durch einen - allenfalls ebenfalls während des
Militärdienstes erlittenen – Zeckenbiss
erfolgte
Ansteckung mit chronischer Borreliose. Sie habe im Übrigen bei verschiedenen
Borr
e
liosepatienten
festgestellt, dass sich eine vorbestehende Borreliose im An
schluss an eine Belastung, in Form etwa einer sonstigen Krankheit oder vor al
lem eines Unfalls, häufig massiv verschlimmere
(Urk. 8/58 S.
2
)
.
3.
15
Dr. med.
N._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
stellte am 22. Februar 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/59 S. 1):
Posttraumatisches POS/ADHS (Militärunfall), bestehend seit 2007
Differentialdiagnose
:
Borreliose, Zeitpunkt der Infektion unklar, beste
hend seit 2007
Keinen Einfluss auf die Arbeit
s
fähigkeit hätten nachstehende
, seit dem im Jahr 2007 erlittenen Unfall bestehende
Diagnosen:
Gelegentliche Armschmerzen links nach Handgelenk- und Ellbogen
-
fraktu
ren
Rückenschmerzen
Als
Multimediaelektroniker
und als Lastwagenfahrer sei der Beschwerdeführer seit dem Unfall im Jahr 2007 zu 0 % [richtig wohl 100 %] arbeitsunfähig.
Die bisherige
Tätigkeit sei de
m
Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar. Seine Leis
tungsfähigkeit sei insofern eingeschränkt,
als er einen absolut unstrukturierten Alltag, teilweise mit Umkehr von Tag und Nacht, aufweise und sich kaum um seine Familie kümmere
(Urk. 8/59 S. 2)
.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit seien entsprechende Abklärungen seitens der
IV-Stelle indiziert. Eine Verbesserung des Leistungsvermögens lasse sich allenfalls durch eine Behandlung mit Ritalin und mit Antibiotika erzielen (Urk. 8/59 S. 3).
3.
16
In seiner
auf den
Akten
beruhenden
Stellungnahme vom 14. März 2013 (Urk. 8/61 S. 3) gelangte RAD-Arzt Dr. med.
O._
,
Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin, Rheumatologie, Hämatologie,
- unter Hinweis auf die
negative Labortestung
und darauf, dass
die
(
im Wesentlichen unspezifische Symptome enthaltende
)
„Checkliste nach Dr.
M._
“
gemäss
dem Verfasser
selbst gerade nicht als Diag
noseinstrument zu verstehen sei – zum Schluss, dass
eine Borreliose beziehungsweise ein daraus resultierender Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen
sei
.
3.
17
Gestützt auf die Ergebnisse der erneuten neuropsychologischen Untersuchung vom 11. April 2013
(Urk. 3)
stellten die Ärzte des
G._
,
Klinik für Neurologie, in ihrem gleichentags verfassten Bericht folgende Diag
nosen:
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung
Differentialdiagnose
n
: ADHS, reaktive Depression, (chronische Borreli
ose)
Subjektiv hätten sich die Beschwerden seit der letzten Testung am 4. Juni 2009 nicht verbessert. Der Beschwerdeführer klage weiterhin über verminderten An
trieb, Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Frustra
tion, Trauer über seine Situation und Aggression. Die aktuelle Testung habe ein im Wesentlichen unverändertes neuropsychologisches Leistungsprofil mit un
spezifischen leicht- bis
mässiggradigen
kognitiven Einschränkungen ergeben. Bei Hinweisen auf eine depressive Stimmungslage sei nach wie vor am ehesten von einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer reaktiven Depression auszugehen.
Eine
chronische Borreliose als Ursache der Symptomatik sei – bei negativer
IgG
- und
IgM
-
Borrelien
-Serologie – nicht anzunehmen.
3.
18
Die Ärzte der
A._
,
Schul- und Komplementärmedizin, stellten am 18. November 2013 folgende Diagnosen (Urk. 14):
Chronische Borreliose in aktiviertem Zustand
Beckenschiefstand, Skoliose und Fehlhaltung im Bewegungsapparat nach Unfall
Posttraumatische Belastungsstörung mit neuropsychologischen Defiziten
ADHS-Syndrom
Die Arbeitsfähigkeit des erst seit kurzem in der Klinik in Behandlung stehenden Beschwerdeführers lasse sich zwar nur teilweise beurteilen. Fest stehe allerdings, dass das von diesem vorgelegte orthopädische Gutachten nicht korrekt sei. Eine nicht behandelte chronische Borreliose sei mit einer deutlichen
Leistungsver
minderung
verbunden.
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die beim Sturz vom 4. Juli 2007 erlittenen Frakturen am linken Ellbogen und der linken Hand sowie die lumbale Kontusion schon bald wieder abheilten und keine Leistungseinbusse mehr zeitigten (Urk. 8/25 S. 63, Urk. 8/26 S. 15, Urk. 8/35 S. 42). Aufgrund der Ergebnisse der fundierten entsprechenden Untersuchungen ist sodann davon auszugehen, dass der weiterhin geklagten Symptomatik kein organisch objekti
vierbarer Gesundheitsschaden, insbesondere keine Verletzung des Gehirns (Urk. 8/25 S. 48), zu Grunde liegt (vgl. auch Urk. 8/35 S. 24 f.). Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer infolge einer psychischen Störung und/oder einer chronischen Borreliose dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2
Aufgrund der zitierten medizinischen Berichte sind die seit dem Unfall vom 4. Juli 2007 anhaltenden multiplen Beschwerden vor dem Hintergrund einer psychischen Störung zu sehen. Dass der Beschwerdeführer, dem kein
Zecken
stich
erinnerlich ist, seit Sommer 2007 an einer chronischen Borreliose leidet, ist nicht anzunehmen. So beruht die von der Psychiaterin Dr.
J._
am 20. Februar 2013 gestellte – nicht in ihren Fachbereich fallende – entsprechende Diagnose einzig auf der Checkliste nach Dr. med.
M._
(Urk. 8/58 S. 2).
Damit, da
ss der Beschwerdeführer, nachdem die Militärversicherung ihre am 21. Januar 2010 (Urk. 8/25 S. 18-23) verfügte Leistungsverweigerung mit
Ein
spracheentscheid
vom 4. Oktober 2012 be
stätigt (Urk. 8/44) und ihm die
IV-Stelle mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2012 (Urk. 8/48) die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht gestellt hatte, auf Befragung (fast) sämtliche in der Liste angeführten (unspezifischen) Symptome bejahte (Urk. 8/58 S. 4 f.),
ist ei
ne – zuvor während knapp sechs Jahren von keinem der behandelnden und un
tersuchenden Ärzte auch nur differentialdiagnostisch in Betracht gezogene - Borreliose jedenfalls nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
. Dass Dr.
J._
trotz des negativen Befundes der Laboruntersuchung (Urk. 8/58 S. 2; vgl.
hiezu
auch Urk. 8/61 S. 3 und Urk. 3) und trotz der Tatsa
che, dass die Checkliste nach Dr. med.
M._
explizit kein
Diagno
seinstrument
darstellt, sondern lediglich für öffentliche Erhebungen bestimmt ist (vgl.
hiezu
etwa http://www.lymenet.de/BurrD.htm#DIAGNOSTIC CRITERIA und Urk. 8/61 S. 3), an der fraglichen Diagnose festhielt, vermag nicht einzu
leuchten (vgl.
hiezu
auch Bericht
des
G._
,
Klinik für Neu
rologie, vom 11. April 2013 [Urk. 3] und Stellungnahme
von
RAD-Arzt Dr.
O._
vom 14. März 2013 [Urk. 8/61 S. 3]). Offenbar brachte denn die am 23. Januar 2013 begonnene intensive antibiotische Behandlung des fraglichen Leidens (vgl. Urk. 8/58 S. 2) auch keine wesentliche Besserung (vgl. Urk. 14). Auf den Bericht der
A._
vom 18. November 2013 (Urk. 14) kann insofern nicht abgestellt werden, als die Ärzte, die sich aufgrund der erst kurzen Behandlungsdauer zu einer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausserstande sahen, die von ihnen (unter anderem) gestellte Diagnose einer chronischen Borreliose in aktivem Zustand nicht begründeten.
4.3
Hinsichtlich der Natur der psychischen Störung und deren Auswirkungen auf das Leistungsvermögen ging die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten des
Y._
vom 15. Juni 2011 (Urk. 8/35) davon aus, dass der Beschwerdeführer an einer leichten depressiven Episode sowie einer Akzentuierung von narzisstischen Persönlichkeitszügen leide und dadurch nicht in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sei (Urk. 2, Urk. 7).
Die Expertise des
Y._
enthält eine umfassende Stellungnahme zu den vorhande
nen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/35 S. 42 ff.), beruht auf
einer
fundierten orthopä
disch-chirurgischen (Urk. 8/35 S. 22 ff.), neuropsychologischen (Urk. 8/35 S. 26 ff.) und psychiatrischen (Urk. 8/35 S. 33) Untersuchung, erging in Kennt
nis der
Vorakten
(Urk. 8/35 S. 2 ff.) und berücksichtigt die geklagten Beschwer
den (Urk. 8/35 S. 44 f.; zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Dabei gingen auch die Experten des
Y._
davon aus, dass aus organischer Sicht kein sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkender Gesundheitsschaden bestehe (Urk. 8/35 S. 42 ff.). Der begutach
tende Psychiater des
Y._
g
elangte – aufgrund der im Rahmen seiner
eingehen
den
(auch testpsychologischen) Untersuchung erhobenen Befunde (Urk. 8/35 S. 37) und unter Berücksichtigung nicht nur der vom Beschwerdeführer geschil
derten Beschwerden (Urk. 8/35 S. 33 ff.; Urk. 1 S. 8), sondern auch der telefo
nischen Angaben des damals behandelnden Psychiaters Dr. med.
P._
vom 25. März 2011 (Urk. 8/35 S. 40) – zum einleuchtenden Schluss, dass die psychische Symptomatik unter die Diagnosen einer leichten depressiven Episode und einer Akzentuierung von narzisstischen Persönlichkeitszügen zu subsu
mieren sei und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Urk. 8/35 S. 41 ff.). Entgegen den entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 9) legte der Psychiater des
Y._
überzeugend dar, dass die von den Ärzten zuvor diagnostizierten beziehungsweise vermuteten anderen psychischen Störungen nicht (mehr) vorlägen. Namentlich führte er dabei nachvollziehbar aus, dass eine posttraumatische Belastungsstörung, wie sie Dr.
J._
fest
gestellt hatte, mangels entsprechender Anhaltspunkte sowohl in den medizini
schen Akten (einschliesslich der Berichte von
Dr.
J._
selbst) als auch im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung auszuschliessen sei (Urk. 8/35 S. 41). Die ebenfalls von Dr.
J._
gestellte Diagnose einer dissoziativen
Sensibi
litäts
- und Empfindungsstörung lasse sich - auch aufgrund der Ausführung der genannten Psychiaterin selbst - in keiner Weise nachvollziehen. Auch eine – von verschiedenen Ärzten festgestellte beziehungsweise vermutete –
Somati
sierungsstörung
verneinte er mit der nachvollziehbaren Begründung, dass sich die Schmerzschilderungen und das Verhalten des Beschwerdeführers anlässlich
der Begutachtung mit einer derartigen Störung nicht vereinbaren liessen. Das Vorliegen der von Dr.
Z._
am 2. November 2010, mithin über drei Jahre nach dem Unfall vom 4. Juli 2007, diagnostizierten Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten negierte er schliess
lich – angesichts der entsprechenden Diagnosekriterien nach ICD-10 zutreffend - deshalb, weil eine derartige Störung definitionsgemäss nach dem auslösenden Ereignis nicht länger als zwei Jahre diagnostiziert werden könne (Urk. 8/35 S. 38). Dass der Psychiater des
Y._
für die Zeit nach Ablauf dieser zwei Jahre keine Ersatzdiagnose für die fragliche Störung anführte (Urk. 1 S. 8), stellt in
sofern keinen Mangel am Gutachten dar, als er sämtliche vorhandenen psychi
schen Symptome im Rahmen der festgestellten leichten depressiven Episode be
ziehungsweise der Akzentuierung von narzisstischen Persönlichkeitszügen in
terpretierte (Urk. 8/35 S. 40 ff.).
Was sodann die neuropsychologischen Defizite anbelangt, ergab die neuropsy
chologische Begutachtung durch das
Y._
zwar - aufgrund des
Aggravations
verhaltens
des Beschwerdeführers – keine verwertbaren Ergebnisse (Urk. 8/35 S. 26 ff.). Die – bei unveränderter Symptomatik – am 4. Juni 2009 (Urk. 8/23 S. 18 f.) und am 11. April 2013 (Urk. 3) im
G._
durchge
führten neuropsychologischen Untersuchungen ergaben indes übereinstimmend unspezifische leichte bis
mässiggradige
kognitive Einschränkungen, welche am ehesten im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer reak
tiven Depression interpretiert wurden. Letztgenannte Störung wurde denn von den Gutachtern des
Y._
– anders als die posttraumatische Störung - auch be
stätigt; die Experten des
Y._
legten indes überzeugend dar, dass die Arbeitsfä
higkeit dadurch nicht beeinträchtig werde (Urk. 8/35 S. 46). Etwas Gegenteiliges geht auch aus den beiden fraglichen Berichten der Neuropsychologen des
G._
nicht hervor (Urk. 8/123 S. 18 f. und Urk. 3 im Prozess Nr. IV.2013.00402). Der Umstand, dass
d
er
Psychiater des
Y._
zwar sein
Teil
gutachten
(Urk. 8/35 S. 69), nicht aber das Gesamtgutachten (Urk. 8/35 S. 49) unterzeichnete (Urk. 1 S. 11 im Prozess Nr. MV.2012.00010), tut der Beweiskraft der Expertise schliesslich ebenfalls keinen Abbruch. Einerseits hatte
er
nämlich Kenntnis vom Ergebnis der weiteren Untersuchungen (vgl. Urk. 8/35 S. 38), und andererseits wurde seine Einschätzung im Gesamtgutachten unverändert über
nommen.
Ein ADHS beziehungsweise POS
als Ursache der Symptomatik
, wie dies – erst nach der Begutachtung durch das
Y._
– vom Allgemeinmediziner Dr.
N._
und von den Ärzten der
A._
vermutet beziehungsweise festgestellt wurde (Urk. 8/59 S. 1 und Urk. 14), ist insofern nicht anzunehmen, als die genannten Ärzte nicht darlegten, weshalb sie die – seit Jahren unverän
derten und zuvor
von keinem Arzt im Rahmen einer derartigen Störung inter
pretierten – Beschwerden unter die fragliche Diagnose subsumierten.
4.4
Nach dem Gesagten ging die IV-Stelle zu Recht von einer seit 20. Dezember 2007 bestehenden uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 2, Urk. 7). Dass weitere medizinische Abklärungen (Urk. 1 S. 2) zu einem anderen Ergebnis führen
würden
, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen). An
zumerken bleibt, dass der Beschwerdeführer, der sich selbst seit dem 4. Juli 2007 als gänzlich arbeitsunfähig betrachtet (vgl. etwa Urk. 8/25 S. 63, Urk. 8/35 S. 54, Urk. 3 S. 1), tatsächlich ab 1. März 2008 für eine volle Vermittelbarkeit beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet war (Urk. 8/25 S. 61) und vom 1. September bis 28. November 2008 – gemäss Arbeitszeugnis vom 28. November 2008 selbständig, zuverlässig und zur vollen Zufriedenheit der Arbeitgeberin - vollzeitlich als Chauffeur Kat. C arbeitete (Urk. 8/25 S. 41-43, vgl. Urk. 8/25 S. 39). Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgte, weil er sich nach eigenen Angaben – aufgrund der immer noch gleich vorhandenen Symptome (Urk. 9/113 im Prozess Nr. MV.2012.00010) - schlecht gefühlt und daher nicht mehr zu arbeiten getraut hatte (Urk. 9/112 im Prozess Nr. MV.2012.00010); eine Arbeitsunfähigkeit war ihm damals echtzeitlich nicht at
testiert worden.
4.5
Da sich die Rentenverweigerung demnach als rechtens erweist, ist die Be
schwerde abzuweisen.
5.
5.1
Weil
der Beschwerdeführer bedürftig ist (vgl. Unterstützungsbestätigung der Wohnsitzgemeinde vom 1. Juli 2013, Urk. 11/1), der Prozess nicht als aus
sichtslos bezeichnet werden kann und sich die anwaltliche
Verbeiständung
an
gesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer selbst rechtsunkundig ist und ein erhebliches Interesse am Ausgang dieses Verfahrens hat, rechtfertigte, ist ihm - antragsgemäss (Urk. 1 S. 2, S. 10 f.)
–
gestützt auf § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
, Zürich, eine unentgeltliche
Rechts
vertreterin
zu bestellen.
5.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte am 28. Oktober 2014 einen Aufwand von 8,02 Stunden und Barauslagen im Betrag von Fr. 58.-- geltend (vgl. Telefonnotiz vom 28. Oktober 2014, Urk. 19).
Der verrechnete Zeitaufwand er
scheint angemessen. Unter Berücksichtigung eines praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.-- sowie der Barauslagen von Fr.
58.--
(je zuzüglich Mehr
wertsteuer) ist d
i
e unentgeltliche Rechtsvertreter
in
des Beschwerdeführers mit einem Betrag von Fr.
1‘794.95
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.