Decision ID: 095948c4-fc7a-408f-8e55-8ab823b77ac8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, Mutter dreier Kinder (geboren 1988, 1990, 1991), arbeitete ab 1. Mai 1987 zu rund 25 % auf dem Landwirtschaftsbetrieb ihres Ehemannes und ab 1. Januar 1996
teilzeitig als selbständigerwerbende
Reitlehrerin (vgl. zum Sachverhalt im Folgenden: Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. Dezember 20
11, Prozess IV.2010.00192,
Urk. 6/68). Ab Februar 2005 arbeitete sie im Umfang von 50 % in ihrem erlernten Beruf als Medizinische Praxisassistentin, zuletzt ab 1. Februar 2006 bei Dr. med.
Y._
, Facharzt für Innere Medizin, wobei sie diese Tätigkeit seit September 2008 noch im Teilpensum von
ungefähr
30 % ausübt.
Am 19. Mai 2008 meldete sie sich unter anderem wegen Rück
en
problemen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend IV-Stelle), klärte die medizini
schen und beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten ab und zog unter anderem ein Gutachten von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie, vom 27. Oktober 2008 bei. Gestützt darauf verneinte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 30 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente
, wobei sie die Versicherte als Vollerwerbstätige qualifizierte
(Verfügungen vom 18. Januar 2010, Urk. 6/48). Die dagegen erhobenen Beschwerden wie
s
das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil vom 30. Dezember 2011 (
Urk.
6/68)
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 38
%
und in der Folge das Bundesgericht mit Urteil
8C_206/2012
vom 1
2.
April 2012 ab (
Urk.
6/70).
Am 14. April 2011 und 5. Juni 2012 meldete sich die Versicherte bei der Invali
denversicherung erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/56,
Urk.
6/71).
Nach Abklärung der medizinischen und beruflichen
Verhältnisse
verneinte die
IV-
Stelle darauf nach durchgeführtem Vo
rbescheidverfahren (Urk. 6/74,
Urk.
6/77
/1-3
) mangels
einer relevanten Änderung des Gesundheitszustandes respektive bei einem Invaliditätsgrad von 38 % einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Verfügung vom 12.
Dezember
2012, Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am
24. Januar 2013
Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
mit dem Rechtsbegehren, es sei
en
ihr
die gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente zuzuspre
chen (Urk. 1).
In der Beschwerdeant
wort vom 12
.
März 2013 (Urk. 5
) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung, IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrad
es
verweigert,
so wird nach
Art.
87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzun
gen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsge
such glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen
(vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
-
begründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet nicht die erstmalige Invaliditätsbemessung, sondern die erneute Ablehnung eines Rentenanspruchs. Zu prüfen ist daher analog einem Revisionsfall, ob sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem mit Urteilen des hiesigen Gerichts vom 30. Dezember 2011
und
des Bundesgerichts vom 1
2.
April 2012 bestätigten Verfügung vom 1
8.
Januar 2010 bis zum Zeit
punkt der Verfügung vom 1
2.
Dezember 2012 in einem rentenbegründenden Ausmass verschlechtert hat.
2.2
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) im Wesentlichen damit, dass im massgebenden Vergleichszeitraum keine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten sei.
Es bestehe weiterhin
eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 70
%
, woraus
im Rahmen eines
Einkommen
vergleich
s
ein Invaliditätsgrad von 38
%
resultiere.
2.3
Demgegenüber begründet
die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde (Urk. 1) zusammengefasst damit,
ihr
Gesundheitszustand
habe sich im massgebenden Zeitraum
infolge
der
zunehmenden
Rücken- und Nackenproblematik und einer Tumoroperation offensichtlich verschlechtert. Es sei ein Prozentvergleich vor
zunehmen und ihr bei einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
min
destens eine halbe Invalidenrente auszurichten. Im Rahmen eines Einkom
menvergleichs resultiere bei einem vorzunehmenden Leidensabzug von min
destens 20
%
ein Invaliditätsgrad von 45
%
respektive ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1
In seinem Gutachten vom 27. Oktober 2008 (Urk. 6/21), welches der ursprüngli
chen Verfügung vom 1
8.
Januar 2010 (
Urk.
6/48) zugrunde lag, diagnostizierte Dr.
Z._
eine Hüftdysplasie beidseits mit einer leichten Coxa valga (seit frü
hester Kindheit), ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (seit 1996), ein chro
nisches Cervikalsyndrom (seit 2003), einen Status nach einer Dynesis-Stabilisa
tionsoperation L4 bis S1 (2004), einen Status nach einer Revisionsoperation (2005), einen Status nach einer erneuten Revisionsoperation mit einer Spondy
lodese L4 bis S1 (Februar 2007), einen Status nach einem Reitunfall mit einer Hyperextension der HWS (2006), eine Diskusprotrusion C5/6 und C6/7 (seit 2006) sowie einen Status nach mehreren transforaminalen cervikalen Infiltrati
onen (2006). Weiter gab der Gutachter unter anderem an, seit Sommer 2006 würden folgende Arbeitsunfähigkeiten in den angestammten Tätigkeiten beste
hen: eine circa 30%ige als Hausfrau, eine 75-80%ige als Mitarbeiterin im land
wirtschaftlichen Betrieb, eine 50%ige als Arztgehilfin sowie eine 100%ige als Reitlehrerin. In einer leidensangepassten Tätigkeit - mit folgendem Belastungs- und Ressourcenprofil: leichte Tätigkeit, vornehmlich ausgeübt in Wechselbe
lastung ohne Tragen und Heben von Lasten über 5 kg pro Seite, ohne länger dauerndes Verharren in vornübergeneigter Haltung, ohne zusätzliche Überkopf
arbeiten, ohne Vibrationen und ohne asymmetrische Lasteinwirkungen bestehe eine 70-75%ige Arbeitsfähigkeit.
3.
2.
Die angefochtene Verfügung vom 1
2.
Dezember 2012 basiert im Wesentlichen auf folgenden Arztberichten:
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Physikalische Therapie und Rehabilita
tion,
speziell Rheumatologie,
welcher die Versicherte seit November 2006 behandelt
,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
1.
März
2011 (
Urk.
6/55) ein chronisch
rezidivierendes lumbovertebrales beziehung
sweise lumbospondyloge
nes Syndro
m link
s
bei einem Status nach einer Dynesis-Stabilisationsoperation L4 bis S1 (2004), einem Status nach einer Revisionsoperation (2005), einem Status nach einer Revisionsoperation mit einer Spondylodese L4 bis S1 (Februar 2007) und zunehmenden Schmerzen perifusionell L3/4, ein chronisch rezidivie
rendes cervikospondylogenes Syndrom mit zum Teil radikulär ausstrahlenden Schmerzen links betont bei einer Diskusprotrusion C6/7 und C5/6, einem Status nach mehreren transforaminalen Infiltrationen und einem Status nach einem Reitunfall mit einer Hyperextension der Halswirbelsäule (HWS) im April 200
6.
Im Weiteren
gab der Arzt an, die Versicherte
sei an sich zu 50
%
in einer Arztpraxis als Medizinische Praxisassistentin
(MPA)
angestellt. Die Arbeitsfä
higkeit habe jedoch nie über 30
%
gesteigert werden können. Auch in diesem Umfang sei die Beschwerdeführerin am Limit ihrer Leistung.
Aus rheumatolo
gischer Sicht
habe sich
ihr
Gesundheitszustand seit dem 1
8.
Januar 2010
(dem Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung) verschlechtert
.
Weitere medizinische Abklärungen seien notwendig.
Im Bericht vom
8.
August 2011 (
Urk.
6/66/6-7) diagnostizierten die Ärzte des
B._
, wo die Versicherte seit
dem 2
3.
März 2011
wegen eines gastrointestinalen Stromatumors
behandelt und im Rahmen eines statio
nären Aufenthaltes in der Zeit vom
9.
Juni bis
zum
1.
Juli 2011 am 1
9.
Juni 2011 operiert wurde (
Urk.
6/77/4),
einen gastrointestinalen Stro
matumor
(GIST)
der Du
odenalwand. Die Versicherte sei
in der angestammten Tätigkeit in der Zeit vom
9.
Juni bis Mitte
August
2011 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Sie werde postoperativ sicherlich eine Rehabilitationsphase von gut drei bis vier Monaten benötigen. Nach der
(weiteren)
Rehabilitation
sollte
die bisherige Tätigkeit als
MPA in einem Teilzeitrahmen
wieder
möglich
sein
.
Die Ärzte der
C._
, Institut für Radiologie, gaben im Befundbericht vom 2
8.
Juli 2012
(
Urk.
6/77
/9-10)
betreffend ein magnetic resonance imaging (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Halswirbelsäule (HWS)
vom 2
7.
Juli 2012
bei ihrer Beurteilung an, im Bereich der HWS
bestünden grössere
Dis
kusprotrusionen C5/
6 und C6/C7, beide nach intraforaminal beids
eits reichend. Auf der Höhe C5/6
sei eine Kompromittierung der Nervenwurzel intraforaminal beidseits wahrscheinlicher als die Kompromittierung der Nerven
-
wurzel C
7.
Zusätzlich b
estünden Deck- und Bodenplatten
nahe Veränderungen vom Typ des vaskularisierten
Bindegewebes
C5/
6.
Im Bereich der LWS
bestehe
eine leichte zentrale Spinalkanalstenose auf der Höhe L3/4 epifusionell bei einem Status nach einer Spondylodese L4/
5.
Bezug nehmend auf dies
en MRI-Befund führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie von der
C._
, in seinem Schreiben an die Beschwerdeführerin vom 3
1.
Juli 2012 unter anderem aus (
Urk.
6/77/8), mit dem HWS-Befund könnten auch die in den linken Arm in etwa dem Dermaton C7 entsprechenden Ausstrahlungen erklärt werden. Im Bereich der LWS könnten die in den linken, lateralen Ober
schenkel ausstrahlenden Schmerzen eine Reizung der Wurzel L4 links sein. Beim aktuellen Stand
der Beschwerden empfehle er noch kein operatives Vor
gehen, sondern die Behandlung mittels
konservativen Massnahmen.
Im Bericht vom 2
7.
August 2012 diagnostizierten die Ärzte des
B._
(
Urk.
6/77/4-5) einen Status nach einer Duodenopankreatektomie nach Whipple (1
9.
Juni 2011) wegen eines GIST. Die Versicherte gebe auch knapp ein Jahr nach der Operation Beschwerden wie verlangsamtes Essen, Übelkeit, Blähungen, Bauchkrämpfe und Aufstossen an. Objektiv würden sich diese Beschwerden durch eine deutliche Gewichtsreduktion in den letzten
elf
Monaten verifizieren
lassen
. Zudem leide sie an chronischen Rück
en
beschwerden, welche mit Opioidderivaten behandelt werden müss
t
en. Die Kombination dieser Medi
kation mit dem gastrointestinalen Eingriff könne die beschriebene
n
Symptome sehr wohl verstärken. Es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen dieser Beschwerden und de
r
schmerzmittelbedürftigen Rückenschmer
zen unter Konzentrationsstörungen leide. Als Arztgehilfin sei sie diesbezüglich nachvollziehbar in ihrer Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt.
Im Zeitraum
n
ach
der letzten
Sprechstunde vom
1
1.
Mai 2012
sei kaum mehr mit einer wesentlichen Verbesserung der Symptomatik zu rechnen.
Bezüglich des Tumor
leidens sei die Beschwerdeführerin mit grosser Wahrscheinlichkeit geheilt.
In ihrem Bericht vom 1
8.
September 2012 (
Urk.
6/79/1) gaben die Ärzte des
B._
ergänzend an, aufgrund des jetzigen Gesundheitszustandes sei die Beschwerdeführerin als Arztgehilfin zur Zeit circa 40 bis 50
%
arbeitsfä
hig.
Dr.
A._
kam
im
Bericht vom 1
4.
September 2012 (
Urk.
6/
79/3-4) im Wesentli
chen zu den gleichen Diagnosen wie in seinem Bericht vom 2
1.
März 2011, wobei er
das lumbovertebrale
Syndrom
als progredient bezeichnete und auch im Zusammenhang mit dem cervikospondylogenen Syndrom progrediente belastungsabhängige Schmerzen diagnostizierte.
Weiter gab der Arzt an,
bereits in seinem
Bericht vom 2
1.
März 2011
habe er
vermerkt
, dass sich der Gesund
heitszustand der Versicherten seit dem 1
8.
Januar 2010 (dem Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung)
verschlechtert
habe. Zwischenzeitlich habe sich an dieser Situation nichts geändert.
Die Beschwerdeprogredienz sei schleichend über die letzten Monate und zwei Jahre klinisch manifest.
Zur Arbeitsfähigkeit gab der Arzt an, d
ie Versicherte habe eigentlich eine 50%ige Anstellung, arbeite aber aus Krankheitsgründen nicht mehr als 30
%
, weil sonst die Beschwerden entsprechend zunehmen würden. Für ihn bestehe eine zumindest 50%ige Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit als MPA. Eine neurologische Abklärung
sei
indiziert.
Im - auf ein Schreiben der Rechtsvertreterin der Versicherten vo
m 1
6.
Juli 2012 (
Urk.
6/84/4-5
) Bezug nehmenden und von dieser am
7.
Dezember 2012 einge
reichten (
Urk.
6/85) -
Bericht
vom
5.
Juni
2012
(
Urk.
6/84
/1
; eine korrekte Datierung fehlt in diesem Bericht
) diagnostizierte
Dr.
D._
,
C._
,
Cervikalgien und Lumbalgien bei einer Segmentdegeneration C5/6 und C6/7 mit einer linksseitigen Diskusprotrusion sowie
mit einer beginnenden
Spinalkanals
teno
se L3/4, einen Status nach ein
er Spondylodese L4-S1 (2007
)
sowie einen Status nach einer dynamischen Stabilisation L4-S1 (Juni 2004 bis Oktober 2005)
. Weiter gab der Arzt an, die lumbalen und cervikalen Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm und das linke Bein hätten gemäss dem MRI
-Befund vom 2
7.
Juli 2012
zugenommen. Die Arbeitsunfähigkeit der Versicher
ten betrage rückenbedingt 50
%
.
4.
4.1
Aufgrund
der in den Akten liegenden medizi
nischen Unterlagen
liegen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten
im massgebenden Zeitraum infolge der Rücken
- und Nacken
beschwerden und des operativ behandelten GIST verschlechtert hat. Jedoch ermöglichen die ärztlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit in den verschiedenen Arztberichten
diesbezüglich
keine abschliessende Beurteilung. So si
nd die Angaben von
Dr.
A._
z
ur Arbeitsfähigkeit in seinen Berichten vom 2
1.
März 2011 und 1
4.
September 2012 nicht abschliessend, da jeweils weitere ärztliche Untersuchungen vorbe
halten werden. Seine Angabe im Bericht vom 1
4.
September 2012, wonach die Versicherte nicht mehr als 30
%
arbeite
(als MPA)
, weil sonst die Beschwerde
n
zunehmen würden, andererseits aber eine zumindest 50%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit als MPA bestehe, ist zu knapp respektive
erklärungsbedürftig
.
Das Gleiche gilt für die Angaben der Ärzte
des
B._
in der
en Bericht vom 1
8.
September 2012, wonach die Beschwerdeführerin als Arztge
hilfin „zur Zeit“ cir
c
a 40 bis 50
%
arbeitsfähig sei, oder von
Dr.
D._
,
C._
, in dessen Bericht vom
4.
Dezember 2012, wonach die Arbeitsunfä
higkeit der Versicherten rückenbedingt 50
%
betrage.
Insbesondere fehlen i
n diesen Berichten
konkrete
Angaben zur Arbeitsfähigkeit der
Versicherten
in einer leidensangepassten Tätigkeit im massgebenden Zeitraum. Solche Angaben sind
umso mehr
angezeigt,
als
das gesamte Spektrum an Arbeitsmöglichkeiten für eine Medizinische Praxisassistentin ausgesprochen vielfältig
ist, so dass diesbezüglich
verschiedene Einsatzmöglichkeiten denkbar sind.
Damit fehlt für
den gesamten Vergleichszeitraum eine schlüssige medizinische Grundlage und insbesondere eine angesichts der verschiedenartigen Leiden aufschlussreiche ärztliche Gesamtbeurteilung.
4.2
Die Sache ist daher
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein polydisziplinäres Gutachten einhole. Dieses wird sich konkret und ausführlich zur Veränderung des Gesundheitszustandes im massgebenden Zeitraum
seit
1
8.
Januar 2010 und dessen
Auswirkung
en auf die Arbeitsfä
higkeit insbeson
dere in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu äussern haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
A
usgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
600
.-- zulasten der IV
-
Stelle
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal-tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Die Prozessentschädigung ist nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist der Be
schwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘600
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.