Decision ID: 245d87f5-1060-4b20-b156-68d7767f204a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, meldete sich am 1
5.
September 1998
unter Hinweis auf
belastungs- und bewegungsabhängige, schmerzhafte Schwellungen des Knies bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/5). Die
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 1
7.
September 1998 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
6/23). Am 2
9.
Februar 2000 meldete sich die Versi
cherte erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/25). Die IV-Stelle sprach ihr mit Verfügung vom
1
2.
September
2000 bei einem Invaliditätsgrad von 53
%
eine halbe Rente ab
1.
Juli 1999 zu (Urk. 6/42
,
Urk.
6/44
).
Mit
Verfügung
en
vom
1
5.
Juli 2002 un
d
2
2.
März 2004
sprach
die IV-Stelle
der Versiche
rten ab
1.
September 2000 bis 3
0.
November 2001 eine ganze Rente und ab
1.
Dezember 2001 wieder eine halbe Rente zu
(
Urk.
6/79 und
Urk.
6/85
).
Mit Verfügung vom
1.
September 2005 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
ab
1.
März 2005 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
6/111
; vgl.
Urk.
6/109
).
Mit Verfügung
vom
1
3.
Dezember 2006
verneinte
die IV-Stelle
eine Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
6/126).
1.2
Nach Eingang eines
Gesuchs der Versicherten um Rentenrevision (
Urk.
6/158)
holte die IV-Stelle
medizinische Berichte
, einen Au
szug aus dem
inidividuellen
Kon
to (IK-Auszug;
Urk.
6/16
3)
sowie die Akten der
Krankentaggeldver
siche
rung
ein (
Urk.
6/159,
Urk.
6/162). Nach
durc
hgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/166-187) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
November 2013 eine Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
6/188 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
8.
November 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom
6.
November 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuhe
ben (S. 2
Ziff.
1
) und es sei
ihr eine ganze Rente auszurichten
(
S. 2
Ziff.
2
)
, eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzu
weisen (S. 2
Ziff.
3)
.
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Januar 2014
(
Urk.
5
) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
3.
Februar 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
6
.
Novem
ber
201
3
(Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen von einem unver
änderten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus.
Eine ihrer Behin
derung angepasste Tätigkeit sei ihr weiterhin zu 50
%
zumutbar (S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
beim Vergleich der Diag
nosen im Jahr 2006
mi
t
denjenigen heute
sei klar ersichtlich, dass sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert habe.
Die Einschätzung des RAD sei nicht nachvollziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne (
Urk.
1
S.
4 unten).
Vielmehr sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine revisionsweise Anpas
sung der Rente gegeben sind.
Zu vergleichen ist dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 1
3
.
Dezember
200
6 (
Urk.
6/126)
mit demjenigen,
welcher der hier ange
fochtenen
Verfü
gung zugrunde liegt.
3.
3.1
Der Verfügung vom 13. Dezember 2006 (Urk. 6/126) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zu Grunde.
3.2
Dr.
med.
Y._
, Leitender Arzt Orthopädie, Klinik
Z._
, berichtete am
2
3.
Juni 2006 (
Urk.
6/116/3-4)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
Arthrofibrose
links bei Status nach Knietotalprothesenwechsel links
am
1
9.
September 2005
Status nach lateraler Schlittenprothese links
im
Juni 2000
Status nach multiplen Voreingriffen inklusive Mosaikplastik am latera
len
Femurcondylus
Er führte aus,
der Verlauf sei stagnierend. Es bestünden
Bewegungseinschrän
kungen
, Schmerzen, eine Belastungsinsuffizienz sowie eine deutliche
Schwel
lung
stendenz
. Mit intensiver und kontinuierlich fortgeführter Physiotherapie inklusive Lymphdrainage und Bewegungstherapie könne die Situation einiger
massen im Griff behalten werden.
An eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt kaum zu denken.
Zum jetzigen Zeitpunkt könne gesagt werden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in keiner Weise verbessert habe (S. 1).
3.3
Dr.
med.
A._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der
Beschwerde
gegnerin
,
nahm am 2
4.
Oktober 2006 Stellung (
Urk.
6/120/2) und führte aus, ausweislich der medizinischen Unterlagen sei eine IV-relevante Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes nicht dargestellt. Die bisher wohlwollend zuge
sprochene Rente könnte bereits Anlass zur kritischen Hinterfragung bieten. Von einer Änderung der Erwerbsunfähigkeit im Sinne einer Verschlechterung könne hier sicher nicht ausgegangen werden. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Dr.
Y._
berichtete am 2
8.
Januar 2010 (
Urk.
6/133/2-3) und nannte als Diag
nose einen Verdacht auf eine Wurzelkompression L4 links bei
Kribbelparästhe
sien
im
Dermatom
L
4.
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin sei auf Grund einer plötzlich auftretenden Sensibilitätsstörung mit Taubheitsgefühl und Ameisenlaufen im Bereich des lin
ken Oberschenkels an der Aussenseite zugewiesen worden. Eine Lähmung sei zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Als Befunde nannte er eine diskrete Überwär
mung des linken Knies im Vergleich zur Gegenseite. Beim Röntgen des linken Knies zeige sich eine im Vergleich zu den Voraufnahmen unveränderte Stellung bei Status nach lateralem Zugang mit
Tuberositas
Osteotomie. Die damals be
reits diskutierten radiologischen Lockerungszeichen hätten sich nicht verändert (S. 2).
Aufgrund der Sensibilitätsstörung sowie Kribbelparästhesie sei eine Anmel
dung zum MRI erfolgt. Von Seiten des linken Knies sei ein chronischer Low Grade Infekt noch immer nicht sicher ausgeschlossen (S. 2).
4.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie,
C._
,
berichtete am
2
7.
Juli 2011 (
Urk.
6/153/6) und führte aus, dass aktuell Schmerzen im Bereich des linken Knies
, im Bereich der linken Schulter bei Status nach posttraumatischer
frozen
shoulder
sowie in Höhe des rechten Ellbogens bei
bekannnter
Epikondylopathia
humeri
radialis
bestünden.
In der angestammten Tätigkeit
sei
die Beschwerdeführerin zu 40
%
arbeitsfähig. Dabei sollten keine Belastungen über Brustniveau und keine
Über
kopfarbeiten
durchgeführt werden
(
Ziff.
1)
.
Die Beschwerdeführerin sei in der angestammten Tätigkeit seit dem 2
3.
November 2010 zu 50
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Es sei voraussichtlich nicht mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Ziff.
1.9).
4.4
Am 1
0.
Januar 2012 führte
Dr.
B._
aus (
Urk.
6/141), dass aktuell eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Für den 1
1.
Februar 2012 sei eine offene Biopsie im Bereich des linken Knies geplant. Die bisherige laborchemische Untersuch
ung habe keine auffälligen Werte
gezeigt. Es gehe darum, einen Low Grade Infekt auszuschliessen.
4.5
Dr.
B._
führte am
2.
März 2012 aus (
Urk.
6/157/6), die Arbeitsunfähig
keit sei von ihm am 2
3.
Januar 2012 auf 100
%
bis Anfang Februar festgelegt worden. Anschliessend
sei
prinzipiell eine zumindest teilweise
Arbeitswieder
aufnahme
möglich. Er habe die Beschwerdeführerin seit dem 2
3.
Januar 2012 nicht mehr behandelt, weshalb er nicht über den aktuellen Stand der Arbeitsfä
higkeit informiert sei. Die Beschwerdeführerin dürfe sicherlich keine mehrstün
digen
stehenden Arbeiten
aus
führen und auch keine Belastungen von Lärm-Schmutz oder Vibrationen aushalten. Dennoch sei in der aktuellen Situation im Prinzip eine Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten gegeben (
Ziff.
1.7).
4.6
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Spital
E._
, berichtete am 1
6.
März 2012 (
Urk.
6/159/6-8)
und nannte folgende Diagnosen (S.1):
unklare Kniebeschwerden links im ventralen Kniegelenksbereich
Differentialdiagnose 1:
anteriorer
Knieschmerz bei nachgewiesener akti
vierter Retropatellararthrose bei liegender Knietotalprothese links
nachgewiesene, deutliche Verkürzung der dorsalen Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur sowie der ventralen
Oberschenkelmuskula
tur
Differentialdiagnose 2: Verdacht auf Lockerung der
tibialen
Kompo
nente Knie links bei Status nach Knietotalprothese
Er führte aus,
seit dem letzten Eingriff vom 1
1.
Januar 2012 sei das linke Knie stets geschwollen
und überwärmt. Ebenfalls beklag
e die Beschwerdeführerin neurologische Probleme im Sinne von
Dyssensibilitäten
im Bereich des ventra
len Oberschenkels. Die Beschwerdeführerin arbeite zu 50
%
vorwiegend wech
selnd stehend und gehend. Seit dem
2.
November 2011 bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(S. 1)
.
4.7
Am 1
0.
August 2012 berichtete
Dr.
D._
(
Urk.
6/162/14-15) und führte aus,
bei ihrer Arbeit in der Logistik
F._
müsse die Beschwerdeführerin vor allem in Lastwagen ein- und aussteigen. V
orderhand bleibe
deshalb
die Arbeits
unfähigkeit von 100
%
bestehen (S. 1
Ziff.
6). Eine leichtere, wechselnd stehend, gehend
und
sitzende Arbeit könne der Beschwerdeführerin zugemutet werden (S. 2
Ziff.
6).
4.8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie, RAD, nahm am 1
0.
September 2012 Stellung (
Urk.
6/165/3-4) und führte aus,
ausweislich der neuen Arztberichte habe sich keine wesentliche Ver
änderung des Gesundheitszustandes eingestellt.
Versicherungsmedizinisch weise die Beurteilung in den aktuellen Arztberichten anhand der objektiven Befunde
keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes aus im Vergleich zu November 200
6.
Es könnten aus den jetzt vorliegenden Arztzeugnissen keine wesentlichen Veränderungen des Gesundheitszustandes, die zu einer veränder
ten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führen würden, hergeleitet werden. Die aus
gewiesene Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit sei unverän
dert.
Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten.
4.9
Dr.
D._
berichtete am
5.
August 2013 (
Urk.
6/186/2-3), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus,
die Beschwerdeführerin beschreibe einerseits glaub
haft verstärkte Schmerzen und andererseits auch eine verhärtete Muskulatur im Unterschenkelbereich. Die ganze Problematik scheine nach wie vor ein Problem der Weichteilsituation zu bleiben. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (S. 2)
4.10
Dr.
G._
,
RAD, berichtete am
1
3.
September 2013 (
Urk.
6/181) über die ortho
pädisch/rheumatologische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
8.
August 2013 und
nannte folgende Diagnosen (S. 6
Ziff.
8):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linken Knie
gelenks bei
Status nach Biopsie des linken Knies im Januar 2012
Status nach Narkosemobilisation des linken Kniegelenks
Status nach Knie-TEP-Wechsel vom 1
9.
September 2005
Status nach Arthroskopie und Anbohren eines Knorpeldefektes am medialen
Femurkondylus
und Knorpelglättung bei anhaltenden Schmerzen vor allem
femorpatellar
im Mai 2001
Status nach
unicondylärer
lateraler
Kniearthroplastik
links im Juni 2000
Status nach Mosaikplastik und
orthologer
Knochentransplantation
laterlaer
Femurkondylus
im Dezember 1998
Status nach
arthroskopischer
Abrasio
lateraler
Femurkondylus
im März 1998
Status nach lateraler Meniskusresektion 1989
eingeschränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit der HWS bei
Status nach dorsaler
Spondylodese
C5/C6 mit Beckenkammspan bei
Osteoid-Osteom
1987 mit
Schulter-Nackensyndrom beidseits ohne sensomotorisches Reiz- oder Ausfallsyndrom
Epicondylitis
radialis
beidseits
Status nach
Arthrodese
des rechten Daumengrundgelenkes (beschwerde
frei)
Er führte aus,
dass seit 2005 immer wieder die Diskussion bestehe, ob eventuell eine Prothesenlockerung oder ein Low Grade Infekt vorliegen könnte. Bis heute hätten beide Diagnosen auch durch aufwändige und invasive Abklärungen nicht bestätigt werden können (S. 6 unten). Auch die Verkürzung der ventralen Oberschenkelmuskulatur/
Arthrofibrose
werde ebenfalls schon seit 2005 behan
delt. Eine
Bakerzyste
stelle grundsätzlich keine Erkrankung dar, die eine auf Dauer
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit begründen könne.
Eine partielle Ruptur der
Gastrognemius
-Sehne sei zwar differentialdiagnostisch in Erwägung gezo
gen worden, habe sich durch die klinische Untersuchung jedoch nicht verifizie
ren lassen. Das heisse, es liege keine wesentliche Änderung des Gesundheitszu
standes vor. Seit mindestens 2005 bestehe keine Arbeitsfähigkeit als
Chauffeuse
, jedoch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Dr.
B._
habe im
Juli 2011 noch einen Status nach posttraumatischer
Frozen
Shoulder
links bei Status nach Schulterverletzung links genannt. Bei der heutigen Un
tersuchung seien keine Residuen feststellbar. Die von ihm weiter genannte
Epi
condylitis
humeri
radialis
rechts bestehe in leichtem, die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkendem Mass. Die gleiche Diagnose sei auf der linken Seite zu stellen (S. 7
oben
).
Bei der Beschwerdeführerin sei somit weiterhin ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtige
.
Versi
cherungsmedizinisch
weise die Beurteilung in den obengenannten Arztberichten und der heutigen Untersuchung anhand der objektiven Befunde keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes aus im Vergleich zur letzten materiellen Rentenprüfung. In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter
,
wechselbelas
tender
Arbeit, vorwiegend im Sitzen, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige halswirbelsäulen
belastende und das linke Kniegelenk belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten bestehe weiter
hin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 7 unten)
.
4.11
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
7.
Oktober 2013 (
Urk.
6/186/1)
und führte aus, nach Belastung sei das Knie geschwollen und teils überwärmt. Es bestehe ein
Krepitieren
der Kniescheib
e
. Die Schmerzen der Beschwerdeführerin seien glaubhaft. Sie werde von ihm weiterhin als zu 100
%
arbeitsunfähig gehalten.
Die vorgeschlagene Arbeits
fähigkeit sei vollkommen unrealistisch, da zu der angepassten Tätigkeit, die dermassen viele Einschränkungen habe, kein Arbeitsplatz bestehe. Für einen solchen Arbeitsplatz wäre von einer 50%igen Leistungsfähigkeit bei 50%iger Zeitbelastung auszugehen, womit also eine höchstens 25%ige Arbeitsfähigkeit resultieren würde.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stellte betreffend
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkei
t der Beschwerdeführerin vorwiegend auf den RAD-Untersuchungsbericht von
Dr.
G._
vom
13
.
September
201
3
(vgl. vorstehend E. 4.
10, vgl. auch
Urk.
6/187
) ab.
Die Beschwerdeführerin machte sinngemäss geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich dauerhaft verschlechtert, was insbesondere de
n
Bericht
en von
Dr.
D._
,
Dr.
B._
und
Dr.
H._
zu entnehmen sei
, wonach sie zu 100
%
arbeitsunfähig sei
.
5.2
Hinsichtlich der gestellten Diagnosen sind zwischen den Beurteilungen, welche der Verfügung von 2006 zugrunde lagen, und den neueren Beurteilungen keine
wesentlichen Unterschiede ersichtlich. Von Bedeutung waren und sind nament
lich die seit langer Zeit bestehende Knieproblematik links sowie eine einge
schränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit der HWS.
Selbst wenn jedoch exakt dieselben Diagnosen gestellt werden wie bei der ursprüng
lichen
Rentenzusprache
, würde dies eine Rentenrevision nicht grund
sätzlich
ausschliessen
, da jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen, Anlass zur Rentenrevision gibt (BGE 125 V 368 E. 2, BGE 105 V 29 mit weiteren Hinweisen).
Invalidenversicherungs
rechtlich
erheb
lich ist einzig, ob und in welchem
Mass
eine Beeinträchtigung der Erwerbs
fähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese
hen der Ätiologie - ausgewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts I 815/05 vom
5.
Februar 2007 E. 7.2.2 mit weiteren Hinweisen). Unabhängig von den gestell
ten Diagnosen ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letztmaligen Prüfung im Jahre 2006 verschlechtert hat.
5.3
Die Würdigung der m
edizinischen Akten ergibt, dass der RAD-Untersuchungs
bericht
von
Dr.
G._
vom 1
3
.
September
201
3
(vgl. vorstehend E. 4.
10
)
auf allseitigen Unter
suchungen der Beschwerdeführerin
beruht
, die von ihr geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise
berücksichtigt
, in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
erstattet
wurde
und der konkreten medi
zinische
n Situation Rechnung
trägt
. So machte
RAD-Arzt
Dr.
G._
darauf aufmerksam,
dass
bei der segmentalen Untersuchung der groben Kraft keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen Extremitäten beidseits auf
gefallen sei
, sich
die Kni
eextension und die Knieflexion jedoch
leicht abge
schwächt dargestellt hätten (
Urk.
6/181 S. 6 oben).
Er zeigte zudem in nach
voll
ziehbarer Weise auf,
dass die Diagnosen einer Prothesenlockerung oder eines Low Grade Infektes bis heute auch durch aufwändige Abklärungen
wie zum Beispiel durch eine Gewebebiopsie
nicht
hätten bestätigt werden können (S. 6 unten). Weiter bezog RAD-Arzt
Dr.
G._
ausdrücklich Stellung zur
Behandlung der Verkürzung der ventralen
Oberschenkelmuskula
tur
/
Arthrofibro
se
mittels Narkosemobilisation
und hielt unter anderem auch fest, dass eine
Baker
zyste
grundsätzlich keine relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen ver
möge (S. 7 oben).
Der RAD-Untersuchungsbericht
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich und nachvollziehbar be
gründet. So zeigt
e
RAD-Arzt
Dr.
G._
in nachvollziehbarer Weise auf, dass
aufgrund der objektiven Befunde
keine wesentliche Änderung des Gesundheits
zu
standes vorliege. Überdies begründete
er
einlässlich und sorgfältig, dass
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit nach wie vor 0
%
betrage und in angepasster Tätigkeit
auch
weiterhin von einer 50%ige Arbeitsfähigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil ausgegangen wer
den könne (S. 7 unten).
Der RAD-Untersuchungsbericht ist demnach für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend und
erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
5.4
Die Beurteilungen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 4.6, E. 4.7, E. 4.9) und
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 4.3 – E.
4.5) stimmen sodann entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin mit den Schlussfolgerungen im RAD-Untersuchungsbericht überein. So
führte
Dr.
B._
im Juli 2011 aus, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit seit dem 2
3.
November 2010 zu 50
%
zumutbar sei (E. 4.3). Auch im März 2012 sprach er sich nach einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Be
schwerdeführerin vom 2
3.
Januar 2012 bis Anfang Februar für die
zumindest
teilweise Wiederaufnahme einer leichten Arbeitstätigkeit aus (E. 4.5).
Aus den Berichten von
Dr.
D._
geht sodann hervor, dass sich die von ihm ab November 2011 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ledig
lich auf ihre angestammte Tätigkeit bezieht (vgl. E. 4.6). Im August 2012 machte er ausdrücklich darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführerin eine leichtere, wechselnd stehend, gehend und sitzende Arbeit zumutbar sei (E. 4.7).
Die im August 2013 von
Dr.
D._
erwähnte vollständige Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nach dem Gesagten
wieder
auf die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin (E. 4.9)
, weshalb auch dieser Bericht
entgegen den Aus
führungen der Beschwerdeführerin
keine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermag.
Auf die
Einschätzung
durch
Dr.
H._
(E. 4.11) kann demgegenüber nicht abgestellt werden. Er führte in seinem Bericht einzig aus, dass
das Knie nach Belastung geschwollen und teils überwärmt sei, legte jedoch weder
die erho
b
enen Befunde dar, noch erstattete
er
eine nachvollziehbar begrün
dete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der
Arbeits
fähigkeit.
So berichtete er lediglich von einer kaum denkbaren Arbeitsfähigkeit im postulierten Rahmen, da dermassen viele Einschränkungen zu berücksichti
gen seien.
Abgesehen davon erläuterte
Dr.
H._
seine
akt
uelle Ein
schät
zung nicht näher, machte weder Angaben zu funktionellen Einschränkun
gen
noch äusserte er sich zu möglichen adaptierten Tätigkeiten.
Dementsprechend ist nicht ersichtlich, inwiefern eine wesentliche Verschlechte
rung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin eing
etreten sein soll, zumal Dr.
H._
denn auch nicht darlegte, worin sich die an
gebliche Ver
schlech
terung auswirke beziehungsweise die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeits
fähigkeit einschränke.
Seine Ausführungen vermögen deshalb die Beur
teilung und Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit durch RAD-Arzt
Dr.
G._
nicht zu entkräften.
5.5
Somit ist gestützt auf den
RAD-Untersuchungsbericht
vo
m
September
201
3
und den damit überein
stimmenden Beurteilungen
durch
Dr.
B._
und
Dr.
D._
davon auszugehen, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes nicht ausgewiesen und die
Beschwerdeführer
in nach wie vor angepasst zu 50 %
arbeitsfähig ist.
Die Ermittlung des Invaliditätsgrades
in
masslicher
Hinsicht
mit
tels
Einkom
mens
vergleichs
wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Nach Lage der Akten (
Urk.
2
S
. 2
) gibt sie auch zu keinen Beanstandungen Anlass, wes
halb sich dazu Weiterungen erübrigen
.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine revisionsrelevante Sac
hverhaltsänderung und somit bei
gleich bl
eibende
m
Invaliditätsgrad von
60
% einen höheren Rentenanspruch verneint hat.
Die angefochtene Verfügung ist daher zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.