Decision ID: 498098c4-e59b-4a07-a0ef-391c09171209
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war zuletzt bis März 2015 als Pizzakurier tätig (Urk. 8/7 Ziff. 3), als am 7. November 2018 die Meldung zur Früherfassung erfolgte (Urk. 8/7). Am
3. Dezember 20
18 meldete er sich unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/13 Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerbliche sowie medizinische Abklärungen
und gewährte dem Versicherten mit Schreiben vom 13. Mai 2019 Frühinterventionsmass
nahmen in Form von Arbeitsvermittlung (Urk. 8/23), welche am 10. Dezember 2019 abgeschlossen wurde (Urk. 8/27). Nach durchgeführtem Vorbescheidver
fahren (Urk. 8/36, Urk. 8/40) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Juli 2020 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/43 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 4. September 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Juli 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine halbe Invalidenrente,
zu gewähren (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.1-2).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2020 (Urk. 7) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 19. November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde. Gleich
zeitig wurde
n
ihm antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. I.3) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invaliden
versicherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invali
dität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 7. Juli 2020 (Urk. 2) aus,
der Beschwerdeführer sei seit Oktober 2018 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Seit Ablauf des Wartejahres
im Oktober 2019 sei in jeder Tätigkeit, in welcher die Position regelmässig gewechselt werden könne, eine Arbeits
fähigkeit
von 50 % gegeben (S. 1). Seit dem Jahre 2016 sei der Beschwerdeführer beim Sozialamt gemeldet. Für die Berechnung des Valideneinkommens sei daher auf den Durchschnitt derjenigen Einkommen abzustellen, die er in den Jahren davor erzielt habe.
Es sei von einem Einkommen in der Höhe von Fr. 36'090.80
auszugehen.
Das Invalideneinkommen sei gestützt auf die Tabellenlöhne zu be
rechnen, was zu einem Invaliditätsgrad von 6 % führe. Die ergonomischen Ein
schränkungen seien im reduzierten Pensum bereits angemessen reduziert, wes
halb kein weiterer Abzug gerechtfertigt sei. Insgesamt resultiere kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort merkte die Beschwerdegegnerin ergänzend an, es handle sich nicht um einen Fall für eine Parallelisierung. Das niedrige Valideneinkommen sei nicht auf unterdurchschnittliche Löhne zurückzuführen, sondern darauf, dass der Beschwerdeführer jeweils in Teilzeit oder in Zwischen
verdiensttätigkeiten gearbeitet habe (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), aus versicherungs
medizinischer Sicht und mittels ärztlichen Dokumenten belegt und nachvoll
ziehbar sei, dass ihm eine Tätigkeit, in welcher er regelmässig die Position wechseln könne, in einem Pensum von 50 % zugemutet werden könne
.
Nicht einverstanden sei er jedoch mit der Berechnung des Invaliditätsgrades (S. 5 Rz 7). Er habe sich nicht aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen be
gnügt, weshalb keine Ausnahme bezüglich Parallelisierung vorliege. In Italien habe er
das Gymnasium abgeschlossen und zwei Jahre an der Universität Wirt
schaft und Handel studiert. Er sei unter anderem als Versicherungsagent tätig gewesen. In der Schweiz setze eine solche Tätigkeit gute Deutschkenntnisse voraus, über welche er noch nicht verfügt habe. Aus diesem Grund habe er ledig
lich als Pizzakurier und Reinigungskraft arbeiten können. Er habe sich intensiv darum bemüht,
seine sprachlichen Fertigkeiten in Deutsch stetig zu verbessern. Dies zeige, dass er seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt für eine
v
ergleichbare, anforderungsreiche und damit besser bezahlte Stelle, wie es bei seinen Arbeits
verhältnissen in Italien der Fall gewesen sei, habe erhöhen wollen und immer noch wolle. Er begnüge sich nicht freiwillig mit einem bescheideneren Ein
kommen in der Schweiz, weshalb die Voraussetzungen für eine Ausnahme hin
sichtlich Parallelisierung nicht gegeben seien (S. 6 Rz 11). In denjenigen Tätig
keiten, die er als Gesunder ausgeführt habe, habe er einen deutlich unterdurch
schnittlichen Lohn erzielt, weil seine persönlichen Eigenschaften, namentlich fehlende respektive unzureichende Sprachkenntnisse in Deutsch sowie ausländer
rechtlicher Status, dies verunmöglicht hätten. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er auch mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung lediglich einen unter
durchschnittlichen Lohn erzielen könne (S. 6 Rz 12).
In seinem Tätigkeitsprofil als Hilfsarbeiter habe er ein durchschnittliches Jahreseinkommen von
Fr. 36'090.80
erzielt. Das massgebende Jahreseinkommen als Hilfsarbeiter gemäss
LSE-Tabelle betrage jedoch Fr. 67'742.60, womit die
zu berücksichtigende Unter
durchschnittlichkeit des Einkommens 41.72 %
betrage
(S. 7 Rz 13). Da er nur noch einer Teilzeittätigkeit nachgehen könne, sei ein Leidensabzug von min
destens 15 % vorzunehmen (S. 7 Rz 15). Insgesamt ergebe sich ein Invaliditäts
grad von 57.5 % und damit ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (S. 7 Rz 16).
2.3
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten auch ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer seit Oktober 2019 in jeder Tätigkeit, in welcher die Position regelmässig gewechselt werden kann, in einem Pensum von 50 % arbeitsfähig ist. Strittig und zu prüfen bleibt damit
die Berechnung des Invaliditätsgrades.
3.
3.1
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Rheuma
tologie
, nannte in seinem Bericht vom 24. Juli 2017 folgende Diagnosen (Urk. 8/32/3-4 S. 1):
-
rezidivierendes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 (gegebenenfalls L4) links
-
mehrsegmentale (
Osteo
-)
Chondrosen
der LWS, Deck- und Boden
plattenirregularitäten wahrscheinlich nach Morbus Scheuermann, L1/2 paramedian linksseitige flache Diskushernie mit leichter Stenosierung
rezessal
, L4/5 flache breite
Diskusprotrusion
,
Flavumhypertrophie
und kleine
foraminale
bis
extraforaminale
Diskushernie links mit möglicher Affektion der Wurzel L4
foraminal
und eventuell L5
rezessal
links, L5/S1 flache mediolaterale Diskushernie links mit Affektion der Wurzel S1
rezessal
, mehrere Wurzeltaschenzysten rechts, leichte zum Teil kau
dal aktivierte
Spondylarthrosen
(MRI Februar 2017)
-
im Verlauf leichte Zunahme der
diskogenen
Stenose L5/S1
rezessal
links (MRI Juli 2017)
-
muskuläre Dysbalancen
-
Status nach Prostataoperation wegen Hyperplasie,
Urosepsis
2015
Der Beschwerdeführer habe kurzzeitig gut auf die
epidurale
Infiltration bei inter
kurrent vermehrten Reizzeichen S1 links infolge im MRI tendenziell leicht zuneh
mender
diskogener
Stenosierung L5/S1
rezessal
angesprochen. Es sei Physio
therapie rezeptiert worden (S. 1).
3.
2
Der Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. Januar 2019 (Urk. 8/17/2-5) ein rezidivierendes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 links bei Diskushernie L5/S1 links sowie L4/5 links, Osteochondrosen sowie
Spondylarthrosen
(Ziff. 2.5). Seit dem Jahre 2013 sei der Beschwerdeführer wiederholt arbeitsunfähig gewesen,
vom 13. Oktober 2018 bis 14. Januar 2019 habe eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bestanden (Ziff. 1.3). Die Prognose sei ungünstig für Tätigkeiten mit langem, mehr als 30 Minuten dauerndem Stehen, Sitzen oder Laufen. Wechsel
belastende Tätigkeiten seien gegebenenfalls möglich (Ziff. 2.7). Eine angepasste Tätigkeit sei derzeit während zwei bis vier Stunden täglich möglich (Ziff. 4.2).
3.
3
Am 17. Dezember 2019 führte Dr.
Z._
bei unveränderten Diagnosen (Urk. 8/29 Ziff. 1.2) aus, eine angepasste Tätigkeit ohne langes Sitzen und Stehen, ohne Gewichtsbelastung sowie ohne längeres Laufen sei in einem Pensum von 50 % zumutbar (Ziff. 2.1-2).
Die Prognose sei ungünstig (Ziff. 3.3).
3.
4
RAD-Arzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, legte am 13. März 2020 dar, anhand der vorliegenden Arzt
berichte sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen
,
einschliesslich einer sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähig
keit. Die Angabe des Hausarztes, dass sowohl die bisherige als auch eine andere, adaptierte Tätigkeit während maximal vier Stunden täglich zumutbar sei, da längeres Stehen, Gehen oder Sitzen unmöglich sei, sei aus ver
s
icherungs
medizinisch-orthopädischer Sicht im Hinblick auf die radiologisch nachge
wiesenen, multisegmentalen
Bandscheibenprotrusionen
mit festgestellter Nerven
wurzelirritation links nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden. Retro
spektiv gelte diese Einschätzung durchgehend ab Oktober 2018 und vorerst bis auf Weiteres (Urk. 8/35 S. 4).
3.5
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in einer angepassten, wechselbelastenden Tätigkeit, bei welcher der Beschwerde
führer jeweils nicht länger als 30 Minuten stehen, gehen oder sitzen muss, von einer Restarbeitsfähigkeit
von 50 % ausging.
Der medizinische Sachverhalt ist in diesem Sinne als erstellt zu betrachten.
4.
4.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich vorzunehmen
(vgl. vorstehend E. 1.2)
.
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin
legte
das vom Beschwerdeführer
vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Einkommen
gestützt auf den Auszug aus dem individuellen Konto
und
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahre 2019 auf Fr. 36'090.80 fest (Urk. 8/34 S. 1).
Der Beschwerdeführer
war seit seiner Einreise in die Schweiz
im Jahre 2009 (vgl. Urk. 8/13 Ziff. 1.4)
als Reinigungsmitarbeiter sowie Pizzakurier tätig und bezog zwischenzeitlich auch immer wieder Arbeitslosengelder (vgl. Urk. 8/25). Nachdem
der Beschwerdeführer ein
sehr unregelmässig
es Einkommen aus Tätigkeiten in verschiedenen Branchen erzielte und
die geleisteten
Pensen
nicht mehr genau eruiert werden können,
ist
das Valideneinkommen
- entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin -
ge
stützt auf die Tabellenlöhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu berechnen
.
Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Soweit ersichtlich hat d
er Beschwerdeführer das Studium in Italien nicht abgeschlossen und
ging
auch vor seiner Einreise in die Schweiz verschiedenen Tätigkeiten nach (vgl. Urk. 8/21/2)
. F
ür die Berechnung des Valideneinkommens
sind daher
leidglich diejenigen
Tätigkeiten
massgebend
, die der Beschwerdeführer
in der Schweiz ausgeübt hat
, und es ist
vom standard
isierten Durchschnittslohn in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors auszugehen. Der mittlere Lohn für Männer, die Hilfsarbeiten ausführen, belief sich im Jahre 2018 auf monatlich Fr.
5'417.-- (LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 65'004.-- im Jahr (Fr. 5'417.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2018: 2260, Stand 2019: 2279; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 20
19 ein Valideneinkommen von rund Fr.
68'336.--
(Fr. 65'004.-- : 40 x 41.7 : 2260 x 2279)
.
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
Nachdem der Beschwerdeführer
aktuell
nicht erwerbstätig ist, ist auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen, weshalb sich das Invalideneinkommen bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. vor
stehend E. 3.5) auf Fr. 34'168.
--
beläuft
(Fr. 68'336.-- x 0.5; vgl. vorstehend E. 4.2).
4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Ab
zug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich insbesondere mit Bezug auf
die
Tabellen des Bundesamtes für Statistik geltend,
Teilzeitpensen
von Männern wirkten sich lohnmindernd aus, weshalb im vorliegenden Fall ein leidens
bedingter Abzug von mindestens 15 % vorzunehmen sei (Urk. 1 S. 7 Rz 15).
Nach der neueren Praxis des Bundesgerichts ist ein Abzug bei Männern wegen Teil
zeitbeschäftigung nicht mehr automatisch vorzunehmen. Ob sich eine entsprechende Reduktion rechtfertigt, ist stets mit Blick auf den konkreten Be
schäftigungsgrad und die jeweils aktuellen Werte zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_561/2018 vom 4. März 2019 E. 4.3.1
Laut der gestützt auf die LSE 2018 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittslöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohn
abzug. Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnitts
lohn
bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 5’897.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'144.--) zwar eine Differenz von Fr. 247.-- oder 4.02 %. Daraus ergibt sich jedoch noch keine überproportionale Lohneinbusse (vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit weiteren Hinweisen).
Nachdem den somatischen Einschränkungen bereits im Rahmen des noch zumut
baren Pensums von 50 % Rechnung getragen wurde, und eine Kaderfunktion aufgrund der Erwerbsbiographie wohl kaum in Frage kommt, ist dement
sprechend ein zusätzlicher Leidensabzug nicht gerechtfertigt.
4.5
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 34'168.-- (vorstehend E. 4.3) sowie einem Valideneinkommen von Fr. 68'336.-- (vorstehend E. 4.2) ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 34'168.--, was einem Invaliditätsgrad von 50 % und damit einer halben Rente ab Oktober 2019 entspricht.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten.
Für das Beschwerdeverfahren wurde mit Verfügung vom
19. November 2020
das Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung gutgeheissen, wobei
der
Rechtsvertreter ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass
er
die Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarnote habe, hierzu jedoch keine Fristansetzung erfolge (Urk.
9
). Nachdem keine Honorarnote eingegangen ist, ist die Prozessentschädigung gemäss § 34 Abs. 3 GSVGer ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Vor
liegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr.
1’600
.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) als angemessen.