Decision ID: 56fe2eb2-b7b0-4f81-975e-d498f0497f58
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1961
geborene
X._
meldete sich am
28. September 2009
(
Urk.
7/
12
) unter Hinweis auf zwei Bandscheibenvorfälle
und Schmerzen im
linken Arm sowie in Schultern und Hals
zum Bezug von Leistungen der In
va
li
den
versicherung
(Massnahmen für die berufliche Eingliederung bezie
hungs
weise
Rente)
an
.
Er ist seit dem Jahr 1994
selbständig er
werbstätig und Inhaber eines
Radio- und TV-Electronic
-
Geschäfts (Verkauf und Installation; „
Beta Electronic“;
Urk.
7/35 S. 2)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog
Unterlagen
des
Krankentaggeldversic
herers bei (
Urk.
7/16) und
holte einen Auszug aus dem
in
dividuellen Konto (
Urk.
7/19),
verschiedene
Arztbericht
e
(
Urk.
7/20
,
Urk.
7/26,
Urk.
7/28,
Urk.
7/30,
Urk.
7/
32
und
Urk.
7/33
)
sowie Auszüge aus der Buchhal
tung
des Versicherten
(
Urk.
7/23) ein.
Dr.
med.
Y._
,
Praktischer Arzt (FMH),
FA Vertrauensarzt (SGV), Zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM),
vom Regio
nalen Ärztlichen
Dienst der IV-Stelle (RAD) nahm a
m
5
. Mai 2010
eine
versi
cherungsmedizinische
Beurteilung
vor
(
Urk.
7/40 S.
4).
Die
Verwal
tun
g
veran
lasste zudem
eine
Abklärung der gesundheitsbedingten Einschränkung in der selbständigen Erwerbstätigkeit (Urk. 7/34 und
Urk.
7/35)
und nahm Kopien
der Steuer
er
klärungen der Jahre 2006 bis 2009 und
eine Kopie
von
Bilanz und Er
folgsrechnung des Jahres 2009 zu den Akten
(
Urk.
7/38). Mit Vorbescheid vom 21. Dezember 2010 stellte
sie
die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aus
sicht
(
Urk.
7/42). Dagegen erhob
der Versicherte
mit Eingaben vom 27.
Ja
nu
ar 2011 (
Urk.
7/44) und 3. März 2011
(
Urk.
7/47) Einwand
.
Am
24
.
März 2011
(Urk. 7/49)
liess
er der IV-Stelle einen
Bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Leitende Ärztin der
Abteilung für Audiophonologie an der
Klinik für Ohren-, Nase
n-, Hals- und Gesichtschirurgie des
A._
,
vom 16.
März 2011
(
Urk.
7/48)
zukommen
.
Da der Versicherte der IV-Stelle
in der Folge
noch einen weiteren Arztbericht in Aussicht stellte, wurde das Verfahren pendent gehalten
(
Urk.
7/51-56)
.
Nach
Ausbleiben
des
Berichts
verfügte die IV-Stelle am 13. April 2012, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, weshalb das
Leis
tungs
begehren
des Versicherten abgewiesen werde (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. April 2012 erhob der Versicherte am 14. Mai 2012
Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1
S. 2):
„
1.
Die Verfügung vom 13. August 2012 (richtig
:
13. April 2012) sei aufzuhe
ben.
2.
Dem Beschwerdeführer sei eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu
zusprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegeg
ne
rin
.“
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2012 beantragte die IV-Stelle, die Be
s
chwerde sei abzuweisen (
Urk.
6). Am 18. Juli 2012
nahm der Beschwerdeführer
ergänzend
Stellung
(
Urk.
9),
wovon
die
Beschwerdegegnerin am
20. Juli 2012
in
Kenntnis
gesetzt
wurde (
Urk.
10)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung
,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode
für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
täts
grad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grund
sät
z
liche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifi
schen Methode (Art. 28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittel
bar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Viel
mehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behin
derung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerb
liche Aus
wirkung besonders zu gewichten.
1.
5
Für die Bemessung der Invalidität
Selbständigerwerbender
, die zusammen mit Familienangehörigen ein Geschäft betreiben, genügt der blosse
Einkommens
vergleich
nach Art. 28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG nicht. Ge
mäss Art. 25
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist in
diesen Fällen auf die Mitarbeit der invaliden Person im Betrieb vor und nach der
Invalidisierung abzustellen. Das bedingt eine Aufteilung des Gesamtein
kommen
s nach Massgabe der Arbeitsleistung der versicherten Person und ihrer Fami
lien
angehörigen. Der auf die Mitarbeit der Familienangehörigen entfal
lende Teil des Einkommens scheidet für den Einkommensvergleich aus. Dabei ist allerdings die Funktion der betriebsleitenden Person angemessen zu berücksich
tigen. Da ledig
lich der Ausfall an Erwerbseinkommen für die Bemessung der In
validität aus
schlaggebend ist, ist auch das Einkommen aus dem investierten Ka
pital auszu
scheiden (ZAK 1970 S. 571 E. 1 mit Hinweisen).
1.
6
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
the
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
In
vali
den
einkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
ren
ten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass res
pek
tive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Ver
wal
tung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob al
len
falls
in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypo
thetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem
Ent
scheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzuführen (BGE 129 V 222 f.
E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus, aufgrund
des Alters sei dem
Beschwerdeführer
eine Umstellung auf ein Ange
stellten
verhältnis zumutbar. Die medizinische Beurteilung hab
e ergeben, dass er
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit, wie beispielsweise Büroar
beiten, zu 100
%
einsetzbar sei
, wobei sich das Invalideneinkommen aufgrund der not
wen
digen Pausen um 15
%
verringere
.
Zur Ermittlung des
Invalidenein
kommens
zog die
Beschwerdegegnerin
die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
des
Bundesamt
es
für Statistik
heran
.
Sie
stellte dabei auf den
von Männern im
privaten Dienstleistungssektor
im Jahr 2010
erzielten Durchschnittslohn
ab und ging aufgrund der langjährigen Berufserfahrung als
Selbständige
rwerbender
vom
Anforderungsniveau
3 aus, das Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzt.
2.2
Der
Beschwerdeführer
beanstandete in seiner Beschwerde
– unter Hinweis auf seine bloss zweijährige Verkäuferlehre und
seine
Berufs- und Fachkenntnisse nur
im Be
reich
Verkauf und Montage –
das Abstellen
auf
den von Männern
im
gesa
mten Dienstleistungssektor
an Arbeitsplätzen mit Anforderungsniveau 3
erzielten Lohn
.
Er wandte ein,
in
den
im gesamten Dienstleistungssektor
eben
falls
mit
berücksichtigten
Hochlohn-Branchen habe er keine Berufs- und Fach
kenntnisse.
Denkbar wäre
es
nach
Einschätzung des Beschwerdeführers
auf den Lohn, den die männlichen Arbeitskräfte mit
Berufs- und Fachkenntnissen
in
„De
tailhandel und Reparatur“
erzielen konnten, abzustellen (
Ziff.
4)
.
Der Be
schwer
deführer stellte sich zudem auf dem Standpunkt, vom Tabellenlohn sei ein
leidensbe
dingter
Abzug vorzunehmen
(
Ziff.
5
).
2.3
In ihrer Vernehmlassung
vom 21. Juni 2012 (
Urk.
6)
führte die
Beschwerde
geg
ne
rin
–
abweichend
zur
Verfügungsbegründung
– aus,
der Be
schwerdeführer sei nach wie vor als
Selbständigerwerbender
im Bereich Verkauf von Radio-/TV
Elek
tronik mit eigener Verkaufslokalität tätig. Mit entsprechen
der
behinde
rungs
angepasster
Umorganisation des Betriebs, die zum Teil bereits vollzogen worden
sei, lasse sich eine Erwerbseinbusse in rentenbegründender Höhe nicht ausweisen.
Am Abklärungsbericht
für
Selbständigerwerbende
und am gewichteten
Einkom
mens
vergleich
sei in dieser Hinsicht festzuhalten
(
Urk.
6).
2.4
Diese vom Verfügungstext abweichende Argumentation veranlasste den Be
schwer
deführer, auf seine bereits im Einwand geltend gemachten Vorbehalte g
e
gen
über dem
Abklärungsbericht und dem darin vorgenommenen
Einkom
mens
vergleich
hinzuweisen (
Urk.
9).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie FMH, stellte im Bericht vom 2.
September 2009 zuhanden des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
7/16) aus neurologischer Sicht die Diagnosen Wurzelkompressionssyndrom C7 links bei
diskogener
und knöchern-degenerativer
Neuroforaminalstenose
HWK 6/7 links mit funktionell relevanten Paresen
(S. 5)
. Er
kam zum Schluss
, die von den be
handelnden Ärzten attestier
te Arbeitsunfähigkeit von aktuel
l 75
%
in der bishe
rigen selbständigen
, überwiegend manuell anspruchsvollen Montagetätigkeit im Bereich Unterhaltungselektronik
sei mit den erhobenen neurologischen Befun
den
begründbar
(S. 7)
.
3.
2
Im Bericht vom 1. Juli 2009 (
Urk.
7/26/1-3) nannte
Dr.
med.
C._
,
Praxisver
tretung
von
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie,
die nachfolgenden
Diagnosen:
1.
Verdacht auf
cervikoradikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom C6 links
– Status nach
cervicaler
Infiltration C5 und C6 links (
Fecit
Dr.
E._
)
2.
Subakutes
cervicovertebrales
Syndrom C2/3 und C3/4 links bei Status nach okzipitalem
Contusionstrauma
am 14. Juni 2009
– v
erstärkte Wahrnehmung des bereits bestehenden linksseitigen Tinnitus
3.
Zunahme der Hypakusis links bei bereits bekannter vorbestehender Hypaku
sis
links
– b
ekannter Tinnitus links
3.
3
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH
, welcher den Beschwerdeführer seit
dem 30. September 1996 behandelt
e
, diagnostizierte im Bericht vom 3. Novem
ber
2009 (
Urk.
7/20) ein
cervicoradikuläres
Schmerz- und Ausfallsyndrom C7 links
seit Februar 2009
, einen Status nach
c
ervicaler
Infiltration C5/6 links, eine Hy
pakusis und einen Tinnitus links bei Otosklerose sowie eine Otosklerose rechts mit einem Status nach
Stapedektomie
. Er attestierte eine 75%ige Arbeits
un
fähigkeit in der bisherigen selbständigen Erwerbstätigkeit.
Möglich seien leichte Büro- und Verwaltungsarbeiten zu rund 25
%
.
Am 1
2.
April 2010
(
Urk.
7/32
/1-6
)
berichtete
Dr.
F._
von
einer rasch wechseln
den, vor allem durch Nacken
schmerzen geprägten Symptomatik und
einem aus
geprägten Nachtschmerz
. Er
hielt
zudem
fest,
dass der Beschwerdeführer – ob
schon objektiv durch die Spezialisten eine
radikuläre
Kompression derzeit aus
geschlossen werde – ein Schwellungsgefühl in beiden Händen beschreibe und von Krämpfen und
Dysästhesien
in der linken Hand berichte. Daneben
be
stehe
unverändert eine Schwerhörigkeit und ein subjektiv sehr störe
nder Tinni
tus.
Die Arbeitsfähigkeit beurtei
le
er unverändert.
3.
4
PD
Dr.
med.
G._
,
Teamleiter Wirbelsäulenchirurgie,
H._
,
diagnostizierte am 24. Februar 2010
(
Urk.
7/32
/7-8
)
eine Diskushernie C6
/7 links
ohne Wurzelkompression. Er führte aus,
klinisch
stehe eine
Cervikalgie
im Vor
dergrund,
die
Brachialgie
sei
beidseits ohne Ausfälle.
Der
Beschwerdeführer
leide
an keinen
radiku
lären
Ausfällen oder Ausstrahlungen. Eine chirurgische
Behand
lungsmöglich
keit
bestehe nicht.
3.
5
In
der aktuellsten neurologischen
Expertise vom
4. März 2010 (
Urk.
7/30
/1-3
)
stellte
Dr.
med
.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie, eine gewisse
residuelle
Schä
di
gung und einen leichten
,
persistier
enden
Reiz
zu
stand fest
.
Dr.
I._
berichtete, dadurch
bestehe
eine Einschränkung für manuelle Arbeit, insbesondere mit der linken Hand (S. 2).
Für eine intellektuelle Arbeit bestehe höchstens eine Ein
schränkung von 10
%
bis 20
%
, die dadurch bedingt sei, dass
wegen der
Schmer
zen etwas vermehrt Pausen eingelegt werden müssten und sich der Ver
sicherte gelegentlich etwas weniger gut konzentrieren könne (S. 3).
3.
6
Am 5. Mai 2010
hielt
der RAD-Arzt
Dr
.
Y._
dafür
(
Urk.
7/40 S.
4
), es könne auf die Angaben zur Arbeitsfähigkeit in den oben zitierten Berichten ab
gestellt werden.
Er stellte fest, dass f
ür die Tätigkeit als
Fernseh
antennen
mon
teur
seit
Februar 2009 eine auf 25
%
reduzierte
Arbeitsfähigkeit vor
liege
. In
wiefern als
Selbständigerwerbender
diese manuellen Tätigkeiten delegiert wer
den könnten und welchen Anteil administrative Aufgaben einnehmen würden
,
könne er nicht beurteilen.
Für b
ehinderungsangepasste Tätigkeiten – leichte Tä
tigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Bewegen
von Lasten
über
fünf Kilogramm und
ohne Verharren in Zwangshaltungen –
bestehe eine 85%ige Arbeitsfähigkeit
. Die 15
%ige Einschränkung resultiere aus der Notwen
digkeit
zusätzlicher
Pausen.
3.7
Am 16. März 2011 (
Urk.
7/48)
diagnostizierte
Dr.
Z._
eine kombinierte
hoch
gradige Schwerhörigkeit links sowie eine
leichtgradige
,
sensorineurale
Schwer
hörigkeit rechts bei bekannter Otosklerose bei einem Status nach
Stape
dotomie
rechts vor zirka zehn Jahren.
Dr.
Z._
berichtete
, in angepasster Tä
tigkeit, das heisse mit wenig
en
Gesprächen bei Nebeng
eräuschen sowie keiner Arbeit in
dauerndem Lärm, sei die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten nicht ein
geschränkt.
4.
Es ist
unstrittig
und ergibt sich aus den medizinischen
Berichten
, dass der Be
schwerdeführer
seit Februar 2009
in seiner
selbständigen
Tätigkeit
in der Radio-
und TV-Electronic-Bra
n
che (Verkauf und Installation)
eingeschränkt ist.
Die
Ärzte
stimmen darin überein, dass in der
manuellen
Tätigkeit als
Fernseh
an
ten
nen
monteur
von einer
auf 25
%
reduzierten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden muss. Ebenfalls ausgewiesen und unstrittig ist, dass
der
Beschwerde
führer
in
behinderungsangepasste
n
Tätigkeiten – leichte
, die
Schwerhörigkeit be
rücksichtigende
Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Be
wegen von Lasten
über
fünf
Kilogramm und
ohn
e Verharren in
Zwangshal
tung
en
–
zu 85
%
arbeitsfähig ist
.
5
.
5.1
Streitig
sind
zwischen den Parteien demgegenüber
die
erwerblichen Auswir
kung
en dieser Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit
.
5.2
In der angefochtenen Verfügung
stellte
die
Beschwerdegegnerin
bei
der
Ermitt
lung des
Invalideneinkommen
s
auf di
e Tabellenlöhne
gemäss LSE
ab
. Sie zog
den
im gesamten
privaten
Dienstleistungssektor
bei Arbeiten, die Berufs- und Fach
kenntnisse voraussetzen (
Anforderungsniveau
3),
von Männern
durch
schnittlich
erzielte
n
Lohn
heran
(
Urk.
2).
Das
Abstützen
auf
das
Anforderungsniveau
3
des gesamten Dienstleistungssek
tors
stellte der Beschwerdeführer, der
einzig in seinem Geschäftsbereich über
Be
rufs- und Fachkenntnisse verfügt
,
nachvollziehbar
in Frage (
Urk.
1
Ziff.
4).
Der
Beschwerdeführer arbeitete
nach einer Verkaufslehre und einigen Jahren
Be
rufstätigkeit
seit 1983 (
Urk.
7/19) im Radio- und TV-Electronic-
Geschäft
sei
nes Vor
gänger
s
, das er 1994
als selbständig Erwerbstätiger
übernehmen konnte (
Urk.
7/35
S.
2).
Seine Berufs- und Fachkenntnisse sind auf sein spezifisches
Tä
tigkeitsgebiet
beschränkt und rechtfertigen es nicht
,
auf die Durchschnittslöhne des Niveaus 3 im gesamten Dienstleistungssektor abzustellen.
5.3
Die bisherigen Ergebnisse der
beruflichen
Abklärungen der Beschwerdegegnerin
geben
allerdings
einstweilen
auch
keinen Anlass
,
für
die Ermittlung des
Inva
li
den
einkom
men
s
die
Durchschnittslöhne
gemäss LSE
heranzuziehen
.
Der Be
schwer
deführer
ist nach wie
vor
im eigenen Geschäft
selbständig erwerbstätig
.
Er gab
anläss
lich der beruflichen Abklärung vor Ort
an, er habe den Kunden
stamm erhalten könn
en, da er die Beratungen weiter
hin selber durchführe. Er
habe langjährige Kunde
n
, teils bereits in der dritten Generation – d
as Geschäft be
stehe seit
dem Jahr
193
2.
Die Installationen bei Kunden vor Ort könne er einem Kollegen mit ebenfalls eigenem Elektronikgeschäft übergeben. Er sei nun
vor allem
im Laden tätig, allerdings eher im Hintergrund
,
und müsse sich zwischendurch ausruhen können. Bei den Installationen sei er noch in be
ra
ten
der Funktion bei Unklar
heiten anwesend.
Bis Mitte März 2009 habe er im Ver
kauf einen Angestellten beschäftigt.
Das Pensum seiner
Ehefrau
, die seit 1994
mitarbeite
, betrage jetzt fast
beziehungsweise
m
ehr als 100
%. Ein Lohn
werde
ihr
aber weiterhin nicht ausgerichtet
(
Urk.
7/35 S. 3 f.).
Diese Vorbringen
und die
verbliebene
Arbeitsfähigkeit von 85
%
im Büro-
,
Be
ratungs
-
und Verkaufsbereich
lassen nicht
ohne
Weiteres
vermuten
,
dass
der Be
schwerdeführer
in einer unselbständigen Tätigkeit
ein
wesentlich
höheres
In
valideneinkommen
erzielen könnte.
Dies
ist
allerdings
aufgrund
der
bisherigen
Abklärungsergeb
nisse
nicht gesichert
, da
namentlich
keine aktuellen Zahlen über
das Ein
kommen und
die Geschäftsentwicklung vorliegen (vgl. nachfolgend E.
5.4).
5.4
In
ihrer
Vernehmlassung
ging
auch
die Beschwerdegegnerin
davon aus, dass bei der Ermittlung des Invaliditäts
grades mit der Weiterführung der
selbständigen Erwerbstätigkeit zu rechnen
sei
. Für die
Errechnung
des Invaliditätsgrad
s
stützt
e
sie
sich
nun – wie bereits im Vorbescheid –
auf
den
Einkommensver
gleich
im Abklärungsbericht
(Urk. 7/35)
, der allerdings
nicht
zu überzeugen vermag:
Weitgehend unberücksichtigt blieb etwa
, dass es sich
bei
m
Radio- und TV-Elec
tronic-Geschäft des Beschwerdeführers um
einen Familienbetrieb handelt, dessen
Wertschöpfung
zu einem erheblichen
Teil auch durch die Ehefrau, die
nie einen
Lohn bezog
en hat
, generiert wird
und wurde
, ohne dass der Anteil des Beschwer
deführers an der Wertschöpfung
aufgrund der
vorliegenden
Buchhal
tungs
unter
lagen
oder des IK-Auszuges
ausgeschieden werden könnte
(vgl.
Urk.
7/35 S. 4)
.
Problematisch erscheint somit bereits
die Berechnung des
einzig gestützt auf
den
– darüber hinaus nicht mehr aktuellen –
IK-
Auszug
des Beschwerdeführers er
mittelte
n
Valideneinkommen
s
.
Zu bemängeln ist
ferner
, dass
vom Beschwerdeführer im Ergebnis ein Pensum von über 100
%
erwartet wird (25
%
im Bereich Montage und 85
%
im Bereich
Verkauf/Beratung/
Administration).
Dies obwohl ihm aufgrund vermehrten
Pau
se
nbedarfs
gemäss den medizinischen Unterlagen auch in angepasster Tä
tigkeit nur
ein Pensum von 85
%
zugemutet werde
n
kann
.
Auf den Abklärungsbericht kann ferner
auch
deshalb nicht abgestellt werden, weil er
nicht
auf aktuelle
n
Geschäfts- und Einkommenszahlen
basiert
.
Der Be
schwerdeführer ist seit Februar 2009 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Der
letzte Eintrag im
von der Beschwerdegegnerin hinzugezogene
n
IK-Auszug
vom 7. Oktober 2009 (
Urk.
7/19)
bezieht sich auf
das Einkommen des Jahres 200
5
.
Was die Entwicklung der Geschäftsergebnisse nach Eintritt des
Gesund
heitsschadens
betrifft liegen
einzig
die
Buchhaltungs- und Steuerunterlagen
des Jahres 2009
vor
.
Diese sind
indes
nicht
a
ussagekräftig, weisen sie
doch
Mängel auf. So
wurden
etwa gemäss den Ausführungen in der ergänzenden
Einwand
be
gründung
vom 3.
März 2011 (
Urk.
7/47) die Krankentaggelder des Beschwerde
führers in der Erfolgsrechnung als Einnahmen aus Verkäufen
ver
bucht
und in der
Steuererklärung
als
Einkommen aus selbständiger Erwerbstä
tigkeit
deklariert
(S.
5).
Privatbezüge wurden in der Buchhaltung offenbar
dem
Konto
Betriebs
aus
gaben
belastet
(Urk.
7/35 S. 6).
Für eine
Ermittlung oder Schätzung
der durch den
Gesundheitsschaden erlittenen Erwerbseinbusse
sind aber
zuverlässige An
ga
ben
,
namentlich auch
zur Entwicklung der
Geschäfts
zahlen
und des Einkommens nach Eintritt des Gesundheitsschadens
,
unerläss
lich.
Die Verwaltung hätte vor
ihrem Entscheid über das Leistungsbegehren am 1
3.
April 2012 aktuelle
Ge
schäfts
unterlangen
sowie einen neuen IK-Auszug
bei
ziehen müssen.
Nach Kenntnis der aktuellen
beruflichen Unterlagen
wird auch zu entscheiden
sein
, ob
die beiden hypothetischen Vergleichseinkommen
zuverlässig
ermittelt
be
ziehungsweise
geschätzt werden können
oder ob der
Invaliditätsgrad
allen
falls
in An
wendung der ausserordentlichen
Bemessungsmethode
bestimmt
werden muss
(
vgl.
E.
1.
4
)
.
5.5
Die Sache ist
demgemäss
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese
weitere berufliche Abklärungen
zur Ermittlung des Invaliditätsgrads
auf der
Basis aktueller
Geschäftszahlen
und
eines neuen IK-Auszuges
tätige
und
an
schliessend über das Leistungsbegehren neu verfüge
.
6.
6.1
Bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.--) festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG
) und vorliegend auf
Fr. 700.
--
an
zusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der un
ter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Es ist dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung dieser Grundsätze eine
Pro
zessentschädigung
von Fr.
1
‘
8
00.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.