Decision ID: b68324ab-787e-482b-9301-688c65ca7f63
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war mit
Y._
, geboren 1962, verheiratet, de
r
ab dem 1. Januar 2000 eine
ganze
Rente von der Eidgenössischen Invaliden
versicherung samt ordentlicher Zusatzrente für den Ehegatten und Kinderrenten für die gemeinsamen Kinder
Z._
, geboren 1994 und
A._
, geboren
1996
,
bezog
.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2017 hob die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, die Invalidenrente für
Y._
rückwirkend per
1.
Januar 2000 auf
(
Stamm
- respektive Haupt
rente)
und
ver
wies zur Rückforde
rung der zu Unrecht bezogenen
Rentenl
eistungen ab dem
1.
Mai 2010 auf eine separate Verfügung (
Urk.
9/3 S. 2
).
Dagegen erhob
Y._
beim Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich mit Schreiben vom
2.
November 2017 Beschwerde (Verfahren Nr. IV.2017.01200).
1.2
Mit Schreiben vom 2
1.
November 2017 kündigte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, die Rückforderung
gegenüber
X._
der an
sie
i
n der Zeit vom
1.
Mai 2010 bis 31. August 2015
ausbezahlten
Kinderren
ten
im Gesamtbetrag von
Fr.
77'986.-- an
(
Urk.
9/3-4).
Dazu nahm
X._
mit Schreiben vom 2
8.
November 2017 Stellung (
Urk.
9/10/1
).
Am
8.
Januar 2018 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Rückforderung
von
Y._
der an
ihn
ausgerichteten Rentenleistungen (Urk.
9/10/2
), wogegen dieser beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Schreiben vom 1
2.
Februar 2018 Beschwerde erhob (Verfahren Nr. IV.018.00172).
Mit Verfügung
ebenfalls vom
8.
Januar 2018
hatte
die IV-Stelle wie angekündigt die
vom 1.
Mai 2010 bis 31. August 2015
an
X._
ausbezahlten Kinderrenten im Gesamtbetrag von
Fr.
77'986.-- von
dieser
zurück
gefordert
(Urk. 2)
.
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
1
5.
Januar 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
8.
Januar 2018
sei aufzuheben (
Urk.
2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
0.
März 2018 mit Verweis auf das Schreiben der Zentralen Ausgleichskasse (ZAS) vom 1
3.
März 2018
(
Urk.
9/1)
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Dazu nahm die
Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 3
0.
April 2018 Stellung (
Urk.
12). Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Eingabe vom 3
1.
Mai 2018 auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
14).
2.2
Mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich heutigen Datums im Verfahren Nr. IV.2017.01200, vereinigt mit IV.2018.00172,
wird
die Verfü
gung der
Beschwerdegegnerin
vom 2. Oktober 2017 insofern geändert, als die bisherige ganze Rente
von
Y._
mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2017 aufgehoben
wird
, und es
wird
ausserdem
die Rückerstattungsverfügung
betref
fend
Y._
vom 8. Januar 2018 aufgehoben.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind
gemäss
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
zurückzuerstatten.
Gemäss Satz 2 dieser Bestimmung muss, w
er Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, sie nicht zurückerstatten,
wenn eine grosse Härte
vorliegt (sogenannter Erlass).
Gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrich
tung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer straf
baren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungs
frist vorsieht, so ist diese Frist massgebend.
1.2
1.2.1
Wird nachträglich auf den Wegen der Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2
ATSG) oder der prozessualen Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) eine rentenzusprechende Verfügung berichtigt,
entfällt die Rechtsgrundlage für eine Leistung und
dies
zieht
im Fall einer zu Unrecht erwirkten Leistungsausrichtung oder einer Melde
pflichtverletzung im Sine von
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
der
Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV;
in Verbindung mit
Art.
85
Abs.
2 IVV
und
Art.
77 IVV; vgl. BGE 142 V 259 E.
3.2
)
grundsätzlich die Pflicht des
anspruchsberech
tigten
Leistungsbezügers zur Rückerstattung der von der Invalidenversicherung zu Unrecht bezogenen Leistung nach sich (
Art.
25 ATSG; BGE 130 V 318 E. 5.2, 130 V 380 E. 2.3.1, 110 V 298 Regeste).
1.2
.2
Wird eine
die Rente
des
anspruchsberechtigten
Leistungsbezügers gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
IVV
rückwirkend
aufgehoben, gilt dies auch für die Kinder
rente,
die
eine
zur Stammrente akzessorische Leistung
darstellt und daher
deren
Schicksal teilt
(BGE 143 V 241 E. 5).
Daraus folgt b
ei einer
Drittauszahlung der
Kinderrente an
den nach einer Tren
nung oder Ehescheidung
mit der elterlichen Sorge betrauten
Ehegatten
des Bezü
gers der Hauptrente
(
vgl.
Art.
82 IVV in Verbindung mit
Art. 71
ter
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV
, und Art. 35 Abs.
4
des
Bundesgesetz
es über die Invalidenversicherung, IVG
)
, dass dieser Ehegatte
-
vor Erreichen der Volljährigkeit des Kindes
-
als gesetzlicher Vertreter des gemein
samen Kindes
gestützt auf
Art.
25
Abs.
1 ATSG in Verbindung mit
Art. 2 Abs. 1
lit
.
b
der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV)
bezüglich der
betreffenden
Kinderrente
rückerstattungspflichtig wird; dies,
ohne dass
der
dieser
Ehegatte
selbst eine Meldepflichtverletzung
(oder
ein
unrechtmässiges Erwirken)
begangen haben muss (vgl. BGE 118 V 214 E. 2a
,
BGE 143 V 241 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts
8C_625/
2012 vom
1.
Juli 2013 E.
5.2
).
2.
Da
das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit
Urteil
im
Verfahren Nr.
IV.2017.01200,
vereinigt mit Verfahren Nr.
IV.2018.00172
, vom
7.
Juni 2019
die
mit
Verfügung
der
Beschwerdegegnerin
in Sachen von
Y._
vom
2.
Oktober 2017
erlassene rückwirkende Aufhebung der bisherigen ganzen Rente korrigiert und die
Rückerstattungsverfügung
in Sachen von
Y._
vom
8.
Januar 2018
aufhebt
, trifft die Kinderrenten nach dem hiervor Ausgeführten (E. 1.2.2) ohne Weiteres dasselbe Schicksal.
Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und die
im vorliegenden
Verfahren angefochtene Verfügung vom
8.
Januar 2018 betreffend Rückforderung der Kin
derrenten (
Urk.
2) ist aufzuheben.