Decision ID: 5d61d06a-52c4-40c0-9631-de6e27716f4b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1954, ist gelernter Maschinenmechaniker und Polymechaniker und übte diesen Beruf ab Mai 2002 bei der
Y._
im Rahmen einer Vollzeitstelle aus (Lebenslauf in
Urk.
8/59
S. 5
6
). In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(Suva) für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obliga
torisch versichert. Am 25. Februar 2010 stürzte
X._
beim Skifahren auf die linke Schulter
und suchte daraufhin a
m 8. März 2010 den Hausarzt Dr.
med.
Z._
,
Spezialarzt für Innere Me
dizin
,
auf (
Unfallmel
dung
vom 8.
März 2010,
Urk.
8/131; Arztzeugnis UVG vom 16. April 2010,
Urk.
8/2).
Die fachärztliche Abklärung ergab den Befund einer
Schulterbinnen
läsion
mit
Supraspinatussehnenruptur
und Verdacht auf eine Interv
allläsion, das heisst eine Läs
ion der
Subsk
apularissehne
oder der
Bizepssehne
(Bericht von
Dr.
med.
A._
,
Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, vom 31. Mai 2010, Urk.
8/6; Bericht des
B._
vom 30. März 2010
über eine
Arthro
-Magnetresonanztomographie der linken Schulter
, Urk.
8/16). Nachdem die Unfallkausalität dieses Befundes zunächst strittig ge
wesen war (Ablehnungsschreiben der Suva vom 14. Juni 2010,
Urk.
8/8
; Briefe von Dr.
Z._
und
Dr.
A._
in
Urk.
8/12 und
Urk.
8/14; kreisärztliche Stellungnahme von
Dr.
med.
C._
,
Spezialarzt für Physikalische Medi
zin und Rehabilitation, vom 28. Juni 2010,
Urk.
8/13)
,
anerkannte die Suva mit Brief vom 19. August 2
010 ihre Leistungspflicht (Urk.
8/20). Unterdessen
hatte
Dr.
A._
am 16. August 2010
neben der
Supraspinatusruptur
einen Einriss des
Bizepssehnenankers
(SLAP-Läsion)
festgestellt und hatte eine
arthroskopi
sche
Tenotomie des Bizeps
longus
und eine
Akromioplastik
durchgeführt (
Ope
rationsbericht
in
Urk.
8/21).
1.2
Am 29. Juni 2010 hatte die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten das Arbeits
verhältnis per Ende September 2010 aufgelöst und im Juli 2010 war sie in Konkurs gefallen (vgl. die Angaben in der Forderungseingabe des Versicher
ten in
Urk.
8/23 S. 3
sowie die Publikation der Konkurseröffnung in
Urk.
8/205 S. 3
). Der Versicherte
war zunächst zu 50
%
und ab dem
8. Juli 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (vgl.
die Unfallscheine in
Urk.
8/25 und
Urk.
8/26
sowie die Erhebungen der Suva dazu in
Urk.
8/23-42)
.
Nach längerer physio
therapeutischer Behandlung (A
ngaben des Versicherten vom 12.
November 2010,
Urk.
8/46) ergaben klinische Kontrolluntersuchungen trotz geklag
t
er star
ker Schmerzen eine Verbes
serung des Zustandsbildes (vgl. die Angaben von
Dr.
A._
von Oktober und Dezember 2010,
Urk.
8/53).
Im Dezember 2010 fand in der
D._
eine berufliche Standortbe
stimmung statt (Bericht vom 4. Januar 2011,
Urk.
8/59
S. 1-4
), und am 13. Ja
nuar 2011 nahm
Dr.
C._
eine kreisärztliche Untersuchung vor (
Urk.
8/62).
Die Ergebnisse e
ine
r
Arthro
-Magnetresonanztomographie
der linken Schulter
vom 18. Januar 2011
wurden zunächst als unauffällig interpretiert
(
Urk.
8/66-68);
da
die Schmerzen jedoch
persistierten
,
wurde
der Versicherte im April und im Juni 2011 auf Zuweisung der Suva hin in der
E._
un
tersucht, und dort wurde nach nochmaliger Durchsicht des MRI vom Januar 2011 eine Re-Ruptur der
Rotatorenmanschette
festgestellt
(Berichte vom 3. Mai und vom 6. Juni 2011,
Urk.
8/93 und
Urk.
8/97).
Die Klinik
nahm deshalb
am 16. Juni 2011
einen (weiteren)
arthroskopische
n
Eingriff vor (
Operationsbericht in
Urk.
8/100;
Austritts
bericht vom 20. Juni 2011, Urk.
8/102).
Anlässlich einer Verlaufskontrolle vom September 2011 erhob die Kl
inik den Befund einer
Kapsuliti
s
(Beric
ht vom 26. September 2011, Urk.
8/114)
, und anlässlich der er
neuten Verlaufskontrolle vom 27. Januar 2012 zeigte sich weiterhin der Befund einer
frozen
shoulder
, ein Arbeitsversuch wurde jedoch für möglich gehalten (Bericht
vom 27. Januar 2012,
Urk.
8/143
).
Anfang 2011 war zusätzlich zu den Schulterbeschwerden ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom aufgetreten (vgl. den Radiologie-Bericht vom 31. Januar 2011,
Urk.
8/78)
; die Suva hatte die Unfallkausalität jedoch mit Schreiben an den Versicherten vom 23. Februar 2011 verneint (
Urk.
8/82).
1.3
Im Februar 2012 liess d
ie Suva einen Besuch des Versicherten am Wohnort durchführen (Bericht vom 16. Februar 2012,
Urk.
8/144). Da der Versicherte immer noch über starke Schmerzen klagte, wies sie ihn der Klinik für Anästhe
siologie des
F._
zu, und er wurd
e dort Ende Februar
und Anfang Juni 2012
untersucht (Bericht
e
vom 28. Februar
und vom 5. Juni 2012,
Urk.
8/145
und
Urk.
8/160
). Die Klinik vermutete eine psychische Komponente des Beschwerdebildes (vgl.
Urk.
8/145 S. 4
und
Urk.
8/160 S. 2), worauf der Versicherte eine Zeit lang in Behandlung bei
Dr.
med.
G._
,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stand (Bericht von
Dr.
G._
vom 8. Juli 2012,
Urk.
8/161).
1.4
Im November 2011 hatte die Suva eine anonyme Meldung erhalten, wonach sich der Versicherte im häuslichen Umfeld uneingeschränkt bewege und ausser
dem Motorrad
,
Vespa
und Fahrrad fahre (Telefonnotiz in
Urk.
8/168).
Nach Rücksprache mit
Dr.
C._
(
Fragen an
Dr.
C._
vom 17. Februar 2012,
Urk.
8/171; Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 24. Februar 2012, Urk.
8/172) hatte die
Suva daraufhin
der
H._
den Auftrag zur Observation des Versi
cherten erteilt (Auftragsschreiben vom 27. März 2012,
Urk.
8/173).
Die Ermittlung
en
fanden von Ende April bis Anfang Juli 2012 statt, und die
H._
erstattete der Suva am 16. Juli 2012 Bericht (
Urk.
8/174
einschliess
lich des Filmmaterials in
Urk.
9/1)
. Nach dessen Erhalt befragte die Suva den Versicherten am 16. August 2012 im Beisein seiner Ehefrau zum Sachverhalt (Rapport in
Urk.
8/176) und konfrontierte ihn unmittelbar daran anschliessend
mit den Angaben im Überwachungsbericht (Rapport vom 16. Juli 2012 in
Urk.
8/177). Am Tag darauf stellte die
Suva den Ermittlungsbericht Dr.
C._
zu (
Urk.
8/179).
Dieser holte vom Institut für Anästhesiologie des
F._
den Verlaufsberich
t vom 31. August 2012 ein (Urk.
8/192), nahm anschliessend
am 10. September 2012 eine kreisärztliche Untersuchung vor und gab unter Berücksichtigung des Überwachungsberichts seine Beurteilung ab (
Urk.
8/188).
Ausserdem liess er durch die
E._
eine weitere
Arthro
-
Magnetresonanztomographie der linken Schul
ter erstellen (Bericht vom 3. Oktober 2012,
Urk.
8/194) und nahm dazu am
29. Oktober 2012 Stellung (
Urk.
8/197
; vgl.
auch die Stellungnahme vom 24.
Oktober 2012,
Urk.
8/198).
1.5
Mit Verfügung vom 6. November 2012 eröffnete die Suva dem Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
, dass er in Bezug auf die Un
fallfolgen spätestens ab dem 26. April 2012
, dem Datum der Aufnahme der Überwachung,
wieder voll arbeits- und erwerbsfähig sei, dass deshalb ab dann kein Anspruch mehr auf Taggelder bestehe u
nd dass die in der Zeit vom 26.
April bis zum 30. Juni 2012 zu Unrecht ausgerichteten Taggelder zurück
gefordert würden (
Urk.
8/199). Der Versi
cherte liess mit Eingabe vom 7.
Dezember 2012 Einsprache erheben (
Urk.
8/204) und beantragen, ihm seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen wie Taggeld, Invalidenrente und
Integri
tätsentschädigung
auszurichten (
Urk.
8/204 S. 1). Zusammen mit der Einsprache liess er einen Arbeitsvertrag mit
I._
vom 1
2.
November 2012 einreichen, mit welchem
er
per 13.
November 2012
zu 50
%
als Dreher/Frä
ser angestellt worden war (Urk.
8/205 S. 4).
Mit Entscheid vom 16. Januar 2013
wies die Suva die Einsprache ab, verneinte zusätzlich den An
spruch des Versicherten auf eine
Invalidenrente und auf eine
Integritätsent
schädigung
und
entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(
Urk.
2 =
Urk.
8/209).
Gleichzeitig gelangte d
ie Suva in den Besitz eines Berichts de
r
J._
vom
16. Januar 2013
(
Urk.
8/210), der an ihrer Beurteilung jedoch nichts änderte.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
16. Januar 2013 liess
X._
durch Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
mit Eingabe vom 8. Februar 2013 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit den Anträgen, ihm seien weiterhin die gesetzlichen
Leistungen wie Taggeld, Invalidenrente und
Integritätsentschädi
gung
auszurichten und die Rückforderung sei ersatzlos aufzuheben. In pro
zessualer Hinsicht liess er hinsichtlich der Rückforderung um die Wiederher
stellung der aufschiebenden Wirkung ersuchen und die Bestellung seines Rechtsanwaltes zum unentgeltlichen Rechtsvertreter beantragen (
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2), erklärte sich jedoch mit der Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung
bezüglich der Rückforderung als ein
verstanden (
Urk.
7
S. 3). Nachdem der Versicherte das Gesuch um die unent
geltliche Rechtsvertretung mit Eingabe vom 2
2.
März 2013 zurückgezogen hatte (
Urk.
10), nahm das Gericht mit Verfügung vom 27. März 2013 davon
Vormerk
und stellte in Bezug auf die Rückforderung die aufschiebende Wirkung der Be
schwerde wieder her (
Urk.
11).
In der Replik vom 1. Juli 2013 liess der Versi
cherte an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
17). Als weiteres Beweismittel liess er einen Bericht von
Dr
.
Z._
vom 5. Juni 2013 zuhanden seines Rechtsvertre
ters einreichen (
Urk.
18). Die S
uva blieb in der Duplik vom 30.
Oktober 2013 ebenfalls bei ihrem Standpunkt (
Urk.
23), was dem Versicherten am 1. Novem
ber 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
24).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlic
her Kausalzusammenhang besteht.
Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einem be
stimmten Gesundheitsschaden ist nicht erforderlich, dass der Un
fall die alleinige oder unmittelbare Ursache des Gesundheitsschadens ist; viel
mehr genügt es, dass der Unfall den Gesundheitsschaden zusammen mit
unfall
fremden
Faktoren hervorgerufen hat und somit nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der Gesundheitsschaden entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118
V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird ein bestimmter, als Einheit zu betrachtender
Gesundheitsscha
den
in der darge
legten Weise durch einen Unfall und durch unfallfremde Fak
toren ge
meinsam verursacht, so richtet sich die Leistungspflicht des
Unfallversi
cherers
nach
den Vorschriften in Art. 36 UVG. Nach Art. 36
Abs.
1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflo
senentschädigungen
nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teil
weise Folge eines Unfalles ist. Demgegenüber
werden nach Art. 36
Abs.
2 UVG die Invalidenrenten, Integritätsentschädigungen und die
Hinterlassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teil
weise die Folge eines Unfalles ist, wobei Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, dabei nicht berücksichtigt werden.
D
ie Re
ge
lung in Art. 36 UVG kommt allerdings nur dann
zur Anwendung, wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis einen bestimmten
Gesund
heitsschaden
gemeinsam verursacht haben, die Krankheits
bilder sich also über
schneiden. Hingegen ist sie dann nicht
anwendbar, wenn
der Unfall und der unfallfremde Faktor
einander nicht beeinflussende Schäden verursacht haben, so etwa wenn der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Kör
perteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
In solchen Fällen sind die Einbussen, die aus diesen verschied
enen
Gesundheits
schädigungen
resultieren, isoliert zu schätzen und zu entschädigen (
BGE 126 V 116 E. 3a mit Hinweis;
Maurer, Schweizerisches
Unfallversiche
rungsrecht
, 2. Auflage, Bern 1989, S. 470 f.).
Als solche verschiedene
Gesund
heitsschädi
gungen
sind nach der Rechtsprechung auch somatische und psychi
sche Befunde zu qualifizieren, und zwar selbst dann, wenn sie – wie es bei
spielsweise bei
Somatisierungsstörungen
und psychischen
Symptomausweitun
gen
der Fall ist – in einem inneren Zu
sammenhang stehen (vgl. BGE 126 V 116 E. 3c).
1.2.3
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Beg
ründung eines
Leistungs
anspruch
s
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Die Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung dazu geeignet ist, eine psychi
sche Gesundheitsschädigung herbeizuführen, hängt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung von der Unfallschwere und von weiteren objektiv erfassbaren Umständen ab, welche im Zusammenhang mit dem Unfall stehen (BGE 115 V 133).
1.4
Ist die Unfallkausalität eines bestimmten Gesundheitsschadens einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die deswegen aner
kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (RKU
V 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (
status
quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (
status
quo sine), erreicht ist.
Ebenso wie der
leistungsbegrün
dende
na
türliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeu
tung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein,
während
dem
die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher
Aus
wirkungen nicht genügt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Da es sich hierbei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Be
weis
last - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 76 E. 4b; vgl. auch RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b).
1.5
N
ach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Der Ren
tenanspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszu
standes
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahinfallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenrente beziehungsweise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung unter den Voraussetzungen in Art. 24 UVG auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
1.6
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz.
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizini
schen Fachpersonen, namentlich von Ärztinne
n und Ärzten, angewiesen.
Recht
spre
chungsgemäss
können sodann die
Ergebnisse einer zulässigen Überwachung
z
usammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (
BGE 137 I 327 E. 7.1 mit Hin
weisen)
.
Eine Observation durch einen Privatdetektiv wird von der Rechtspre
chung als geeignet behandelt, um die versicherte Person bei der Ausübung all
täglicher Verrichtungen zu sehen (BGE 137 I 327 E. 5.4.1), und sie wird dann als zulässiges Mittel betrachtet, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend ge
machten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können beispielsweise gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person oder bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersuchung (BGE 137 I 327 E. 5.4.2.1 mit Hinweisen).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Zeit ab dem 26. April 2012 zu Recht verneint hat und ob sie zudem die
be
reits ausgerichteten Taggelder für den Zei
traum vom 26. April bis zum 30.
Juni 2012 richtigerweise zurückgefordert hat.
Ebenfalls Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
und des vorliegen
den Verfahrens ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Inva
lidenrente und auf eine
Integritätsentschädigung.
3.
3.1
D
ie Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Anspruchsverneinung für die Zeit ab dem 26. April 2012 auf die Ergebnisse der
angeordneten Überwachung (Urk.
8/174 und
Urk.
9/1) und auf die Arbeit
sfähigkeitsbeurteilung, die Dr.
C._
in den Berichten vom 10. September
und vom 29
. Oktober 2012 (
Urk.
8/188 und
Urk.
8/197) unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse abgab
. D
r.
C._
hielt am 10. September 2012 fest, dem Beschwerdeführer seien ab Beginn der Observation am 26. April 2012 ohne (leistungsmässige und zeitliche) Einschränkungen mittelschwere Tätigkeiten bis in die Horizontale zuzumuten (
Urk.
8/188 S. 15)
, und er ergänzte am 29. Oktober 2012
- nach Kenntnisnahme des Berichts der
E._
vom 3. Oktober 2012 über die aktu
elle
Arthro
-
Magnetresonanztomographie der linken Schulter (
Urk.
8/194) -, dass neben den
g
enannten mittelschweren Tätigkeiten bis in die Horizontale auch leichte Tätigkeiten über Kopf bewältigt werden könnten, und zw
ar in einem maximal 30%igen Ante
il einer üblichen täglichen Tätigkeit (
Urk.
8/197).
Die Beschwe
rdegegnerin folgerte daraus, der
Beschwerdeführer
könne
die Tätigkeit
als Polymechaniker
, in der
er vor dem Unfall gearbeitet habe, spätestens ab dem 26. April 2012 wieder uneingeschränkt und ohne Erwerbseinbusse ausüben (
Urk.
8/199 S. 2,
Urk.
2 S. 8 f.). Dementsprechend verneinte sie den Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Taggelder
und
auch den Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl.
Urk.
2 S. 9).
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, das Zumutbarkeit
s
profil von
Dr.
C._
berücksichtige nicht alle
massgebenden
Befunde und es sei ausserdem nicht genügend abgeklärt worden, ob seine Tätigkeit vor dem Unfall dem Zumutbarkeitsprofil
wirklich
entspreche (
Urk.
1 S. 4 f.,
Urk.
17 S. 2 ff.).
Tatsächlich ist zunächst zu prüfen, welche
Befunde
a
uf den Unfall vom 25.
Februar 20
10 zurückzuführen sind, welche Befunde zwar nicht
unfallbe
dingt
, aber wegen des Zusammenwirkens
mit unfallkausalen Befunden gestützt auf Art. 36 UVG dennoch anspruchsrelevant sind und wie sich schliesslich die
anspruchsrelevanten Befunde auf die Arbeitsfähigkeit und auf die Erwerbsfä
higkeit auswirken.
3.2
Nicht mehr strittig ist, dass die Befunde einer
Supraspinatus
sehnen
ruptur
und
eines Einrisses des
Bizepssehnenankers
(SLAP-Läsion),
welche die
arthroskopi
schen
Eingriffe vom 16. August 2010 (
Urk.
8/21) und vom 16. Juni 2011 (
Urk.
8/100) erforderlich gemacht hatten, zumindest teilweise auf den Unfall vom 25. F
ebruar 2010 zurückzuführen waren.
Was den Verlauf bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 16. Januar 2013 betrifft, so kann in Bezug auf diese Befunde der
status
quo ante oder quo sine nicht erreicht sein. Denn die
Operationen,
die
unter anderem
mit
eine
r
Tenotomie (Durchtren
nung) der
langen
Bizepssehne
verbunden waren (vgl.
Urk.
8/21), vermochten naturgemäss weder
den Zustand
wiederher
zu
stellen, wie er sich vor dem Unfall präsentiert hatte
, noch konnte danach der Zustand erreicht werden, wie er sich ohne den Unfall entwickelt hätte.
Dr.
C._
bezog denn die genannten Befunde in seine Zumutbarkeitsbeurteilung auch ein und erachtete sie als
ein
schränkend für
gewisse Verrichtungen (
Urk.
8/188 S.
15 f., Urk.
8/197).
Ebenfalls dem Grundsatz nach nicht strittig ist, dass die AC-Gelenksarthrose (Arthrose im
Acromioc
laviculargelenk
), die namentlich im Bericht über die
Arthro
-Magnetresonanztomographie der linken Schulter der
E._
vom 3. Oktober 2012 beschrieben ist (
Urk.
8/194), nicht
Folge des Un
falles
vom 25. Februar 2010
ist.
Dies entspricht auch den Akten, denn
Dr.
C._
wies
in der
Beurteilung
vom
29. Oktober 2012
(
Urk.
8/197) ein
leuchtend dar
auf hin
,
dass
bereits die
- nur kurze Zeit nach dem Unfall ange
fertigte -
Arthro
-Magnetresonanztomographie vom 30. März 2010
(vgl.
Urk.
8/16)
arthrotische
Veränderungen im AC-Gelenk sichtbar gemacht habe
, die somit vorbestanden hätten
.
Hingegen sind sich die Parteien nicht einig dar
über, ob die
unfallfremden Befunde im AC-Gelenk
dennoch anspruchsrelevant sind. Dies wäre dann der Fall, wenn
diese Befunde
mit den unfallkausalen Befunden im Sinne der
Regelung in Art. 36 UVG
dergestalt zusammenwirkten, dass von einem
als Einheit zu betrachtenden Gesundheitsschaden gesprochen werden könnte. Diese Betrachtungsweise macht sich der Beschwerdeführer
zu
eigen
(
Urk.
1 S. 4 f.,
Urk.
17 S. 5 ff.). Demgegenüber vertritt die
Beschwerde
gegnerin
die Auffassung, b
ei der AC-Gelenksarthrose handle
es sich
um einen Befund, der von den erwähnten unfallbedingten Befunden klar getrennt werden könne
und deshalb bei der Festsetzung der Leistungen auszuklammern sei
(
Urk.
2 S. 8,
Urk.
7 S. 3).
Auf der Ebene der bildgebend festgestellten Befunde mag die Auffassung der Beschwerdegegnerin zutreffen.
Auf der Ebene der Einschränkungen, die diese
Befunde bewirken, kann jedoch entsprechend dem Standpunkt des Beschwer
deführers nicht von getrennten Krankheitsbildern gesprochen werden, die ein
-
ander
nicht überschneiden.
Dies geht namentlich aus dem Bericht der Klinik für Anästhesiologie des
F._
vom
28. Februar 2012
hervor
, wo das Beschwerdebild als kom
biniertes
nozizeptives
und neuropathisches Schmerzsyndrom beschrieben wird, dessen
nozizeptiver
Anteil recht diffus im Bereich unterschiedlichster
ossärer
, muskulärer und
bindegewebiger
Strukturen lokalisiert und dessen neuropathischer Anteil im Bereich der ventralen OP-Narbe angesiedelt sei
(
Urk.
8/145 S. 3). Unter diesen Umständen können die Auswirkungen der unfal
lfremden Befunde nicht isoliert
beurteilt und entschä
digt werden, sondern die unfallfremden Befunde verursachen zusammen mit den unfallkausalen Befunden ein Krankheitsbild, das als Einheit zu betrachten ist. Anders verhält es sich mit den
Beschwerden in der Lendenwirbelsäule, die Anfang 2011 aufgetreten und
von der Beschwerdegegnerin (unbestrittenermas
sen) als unfallfremd beurteilt
worden waren
(vgl. Sachverhalt 1.2)
. Sie können, da sie eine andere Körperregion betreffen, klar von den Schulterbeschwerden abgegrenzt werden, und deren Anspruchsrelevanz
aufgrund von Art. 36 UVG
steht nicht zur Diskussion.
Ebenfalls nicht anspruchsrelevant ist in Anbetracht
der dargelegten Rechtsprechung (E.
1.2.2)
eine allfällige psychische Komponen
te des Beschwerdebildes. Die Beschwerdegegnerin wie
s zu Recht darauf hin, dass Dr.
G._
die
Limitierung der Arbeitsfähigkeit vor allem als somatisch bedingt
erachtet hatte (vgl.
Urk.
8/161
) und dass die Unfallkausalität mangels Adäquanz ohnehin nicht gegeben wäre (vgl.
Urk.
2 S. 9).
3.3
3.3.1
Nach dem Gesagten
ist das
gesamte Beschwerdebild, das von der linken Schul
ter ausgeht -
unter Ausklammerung einer
psychisch
en
Komponente
-,
an
spruchsrelevant
, und es ist zu prüfen, wie sich
dieses Beschwerdebild
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
3.3.2
Die Ergebnisse der Überwachung im Zeitraum von Ende April bis Anfang Juli 2012
stehen
in einer deutlichen Diskrepanz zu den Einschränkungen, wie sie der Beschwerdeführer
Anfang Februar
2012
gegenüber der Beschwerdegegnerin
und
Ende Februar 2012 in der Klinik für Anästhesiologie des
F._
geschildert hatte.
So
hatte
der Beschwerdeführer im Februar 2012 an
lässlich der Besprechung an seinem Wohnort an
gegeben
, er fahre zwar wieder kurze Strecken mit dem Auto, Moto
rrad könne er hingegen wegen der
Probleme mit der linken Schulter nicht mehr fahren, und er gehe zweimal in der Woche zur Physiotherapie und ein- bis zweimal in der Woche ins Hallenbad, abgesehen davon sitze er jedoch zu Hause herum oder gehe etwas spazieren (
Urk.
8/144
S. 1). Auch im
F._
hatte der
Beschwerdeführer
berichtet
, er
habe
fast keine Alltagsaktivitäten mehr und
sitze
einen G
rossteil der Zeit zu Hause
(
Urk.
8/145 S. 1).
Dazu kontrastierend
konnte
die Überwachungsfirma d
en Beschwerdeführer nicht nur bei Hausarbeiten auf dem Balkon und beim Einkaufen zusammen mit seiner Ehefrau sehen, sondern konnte
verschiedentlich feststellen, dass er mit dem Motorrad
unterwegs war
und dass er mehrmals eine Lokalität mit der Beschilderung „Eingang
Werkstätte
I._
“ aufsuchte und für mehrere Stunden in Folge dort verweilte (
Urk.
8/174 S. 3 ff. und S. 10 ff. und S. 31 ff.).
Im Gespräch unmittelbar vor der Konfrontation mit diesen Beobachtungen räumte der Beschwerdeführer wohl ein, Hausarbeiten wie Staubsaugen, kleinere Einkäufe und Zubereitung von Mahlzeiten zu tätigen (
Urk.
8/176 S. 4), gab
hingegen
auf Befragung hin im Widerspruch zu
den
entsprechenden
Erhebungen der Überwachungsfirma an, er habe noch nie einen vollen Eink
aufswagen zu schieben versucht und er könne weder eine Tasche noch einen Rucksack tragen, sondern als maximale Verrich
tung mit dem linken Arm Fleisch schneiden oder mit dem abgestützten Ellbogen Besteck an den Mund führen. Ausserdem
fahre
er
nicht mehr Motorrad, sondern mache nur noch Probefahrten mit der
Vespa
(
Urk.
8/176 S. 2 ff.). In beruflicher Hinsicht brachte der Beschwerdeführer vor, keinerlei Arbeitsversuche unter
nommen zu haben, weder bezahlte noch unbezahlte (
Urk.
8/176 S. 4).
Im
Kon
frontationsgespräch
führte er zu seinen Aufenthalten in der
Werkstätte
dann aus, er habe einen jungen Mitarbeiter als Mechaniker etwas betreut, gearbeitet habe er aber nicht und er habe keinen Lohn erhalten (
Urk.
8/177 S. 2).
Die beschriebenen Divergenzen zeigen zum einen, dass der Beschwerdeführer seinen linken Arm zumindest während des Beobachtungszeitraums im Alltag deutlich intensiver zu beanspruchen in der Lage war, als er dies wenige Wochen davor und erneut wenige Wochen danach
erklärte
. Zusätzlich
muss davon aus
gegangen werden, dass der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum auch eine
berufliche Tätigkeit auszuüben in der Lage war, ungeachtet dessen, ob er dies damals bereits getan hatte.
Denn eine Woche nach dem Erhalt der
leistungsein
stellenden
Verfügung vom 6. November 2012 (
Urk.
8/199) trat er
belegtermas
sen
in der gleichen Werkstätte, in der er zuvor ein- und ausgegangen war, eine 50
%
- Stelle als Dreher und Fräser an (
Urk.
8/205 S. 4).
U
nter diesen Umstän
den ist
in Übereinstimmung mit der Beurteilung von
Dr.
C._
(vgl.
Urk.
8/188 S. 14 f.)
auch
anzunehmen, dass
das Zustandsbild mit konst
ant am Körper anliegendem linkem
Arm und Schmerzbekundungen bei
den
Armbewe
gungen (vgl.
Urk.
8/188 S. 11 f. und S. 13 ff.), in dem sich der Beschwerdefüh
rer anlässlich der kreis
ärztlichen Untersuchung vom 10.
September 2012 prä
sentierte,
nicht mit gesundheitlichen S
chwankungen
erklärt werden kann, son
dern auf eine übertreibende Darstellung der Beschwerden zurückzuführen war.
3.3.3
Auch
wenn damit feststeht, dass der Beschwerdeführer den linken Arm zumin
dest ab der Aufnahme der Überwachungen am 26. April 2012 deutlich vielfälti
ger und intens
iver einzusetzen in der Lage war
, als er dies dartat, so ist die Belastbarkeit
und Beanspruchbarkeit
des Armes aufgrund der dargelegten Befunde doch real eingeschränkt.
Dr.
C._
an
erkannte dies und bemerkte
zu Recht, dass der Beschwerdeführer nicht bei körperlich schwereren Tätigkeiten oder bei Überkopfarbeiten habe beobachtet werden können (
Urk.
8/188 S. 16).
Er formulierte deshalb das Zumutbarkeitsprofil erst, nachdem er als zusätzliche Grundlage eine weitere
Arthro
-
Magnetresonanztomographie der linken Schulter hatte anfertigen lassen (vgl.
Urk.
8/194 und
Urk.
8/197). Da
Dr.
C._
in
dessen nicht das Beschwerdebild in der linken Schulter in seiner Gesamtheit berücksichtigt hatte, wie dies nach dem Dargelegten erforderlich ist, bedarf das Profil der Ergänzung
, auch wenn sowohl er selbst als auch
Dr.
Z._
in sei
nem aktuellen Bericht vom 5. Juni 2013
die Rolle
der AC-Gelenksarthrose
im gesamten Beschwerdebild relativierten (
Urk.
8/197,
Urk.
18). Angesichts dessen,
dass
die klinische Untersuchung
Inkonsistenzen ergeben hatte, bietet es sich an, für die notwendigen Ergänzungen des Zumutbarkeitsprofils die Anforderungen am gegenwärtigen Arbeitsplatz einzubeziehen, gegebenenfalls durch einen Augenschein.
3.4
3.4.1
Steht das Zumutbarkeitsprofil fest, so wird
die Beschwerdegegnerin
bei der Beur
teilung der Ansprüche des Beschwerdeführers
nicht nur zu
beurteilen
ha
ben
,
in welchem Mass die Taggelder infolge der wiedererlangten zumindest teilweisen Arbeitsfähigkeit zu reduzieren sind, sondern auch, ob und wann die Taggelder gestützt auf Art. 19
Abs.
1 UVG einzustellen sind und sich die Frage des Rentenanspruchs stellt
. Bereits anlässlich des Gesprächs vom 8. Februar 2012 hatte die Beschwerdegegnerin darauf hin
gewie
sen, dass
der Fall voraus
sichtlich
in den nächsten sechs
Monaten abgeschlossen und der Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
8/144). Anhaltspunkt
e
dafür, dass
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann,
finden sich
sodann
im
Bericht der
J._
vom 16. Januar 2013
, wo
rin der Arzt
zwar
für den Fall des Persistierens o
der der Zunahme der Beschwerden
eine weitere Schulterarthroskopie empfahl
,
für den Moment aber keine Behandlung mehr anordnete und es dem Beschwerdeführer überliess, sich bei Bedarf wieder zu melden (
Urk.
8/210 S. 2).
3.4.2
Was die Ermittlung der Erwerbseinbusse betrifft, so
steht nach den vorstehen
den Erwägungen entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin im ange
fochtenen
Einspracheentscheid
noch nicht fest, dass der Beschwerdeführer ab dem 26. April 2012
wieder uneingeschränkt arbeitsfähig für eine Tätigkeit war, die vergleichbar mit
Tätigkeit vor dem Unfall ist
.
Insbesondere
ist dem Beschwerdeführer darin zuzustimmen (vgl.
Urk.
17 S. 7 f.
), dass das
Belastungs
profil
jener früheren Tätigkeit nicht bekannt ist. Die Angaben im Lebenslauf (
Urk.
8/59 S. 5
) und im Arbeitszeugnis der
Y._
vom
10. Dezember 2010 (
Urk.
8/205 S. 2-3) vermögen kein ausreichendes Bild von den
damaligen
körperlichen Anforderungen zu vermitteln.
Zwar war die Arbeitge
berin im Juli 2010 in Konkurs gefallen, und das Einkommen, das der Beschwer
deführer ohne die Beeinträchtigung
in der linken Schulter
erzielen würde, ist daher anhand der Verhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt festzulegen. Dennoch ist der Frage nachzugehen, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner Beeinträchtigung - selbst falls ihm eine vollzeitliche Tätigkeit im erlernten Beruf zumutbar wäre - auf eine Stelle mit
körperlich leichterer Arbeit angewiesen wäre und ob er deswegen eine Einkommenseinbusse zu gewärtigen hätte.
Diese Überlegung muss nicht nur bei der Prüfung des Rentenanspruchs, sondern auch bereits bei der Prüfung des Taggeldanspruchs gemacht werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
U 194/03 vom 14. Juni 2004,
E
.
5.3 mit Hinweis unt
er anderem auf BGE 115 V 133 E. 2 und BGE 114 V 281
E. 1d und E. 3c).
3.5
Angesichts dessen,
dass
zur Arbeitsfähigkeit und zu den Ansprüchen auf Taggel
der und eine Rente noch Abklärungen erforderlich sind, ist auch die Frage nach dem Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädi
gung
noch nicht an dieser Stelle zu prüfen.
Dies gilt umso mehr, als die
Integ
ritätsentschädigung
erst Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
, aber noch nicht der ihm zugrunde liegenden Verfügung war. Überdies ist die Integritätsentschädigung gemäss
Art.
24
Abs.
2 UVG grundsätzlich zusammen mit dem Fallabschluss zu gewähren, und über diesen hat die
Beschwerdegegne
rin
erst noch zu befinden.
4.
Bevor die Beschwerdegegnerin die erforderliche
n ergänzenden Abklärungen
getätigt hat, ist auch die Höhe der Rückforderung, die sie für zu viel ausgerich
tete Leistungen ab dem 2
6.
April 2012 erheben kann, noch nicht bestimmbar.
Festzuhalten ist an dieser Stelle lediglich, dass dem Grundsatz nach eine Rückfor
derung zulässig ist.
Da Taggelder von der Rechtsprechung nicht als Dauerleistungen qualifiziert werden, ist schon deswegen eine rückwirkende
Einstellung über die Voraussetzungen der Rentenrevision nach
Art.
17
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
hinaus zulässig (vgl.
BGE 133 V 57
E. 6.6-8). Und was die Rückforderung betrifft, so gelten Observationsergebnisse als neue Tatsachen
beziehungsweise neue Beweismittel
im Sinne des entsprechenden Kriteriums für eine prozessuale
Revision (vgl. Urteil
des Bun
desgerichts 8C_694/2012 vom 25.
Januar 2013
,
E. 3.2.2).
5.
Damit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Januar 2013 aufzuhe
ben, und die Sache ist zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungs
krite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde-
füh
rer
eine Prozessentschädigung von
Fr. 3‘1
00.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.