Decision ID: ee90cee5-026e-5278-b1d3-41f692d61317
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963 und ohne Berufsausbildung, arbeitete zuletzt von August 1990 bis
Dezember
2009 als Senior Control
Specialist
bei der
Z._
,
A._
(
Urk.
7/8/7;
Urk.
7/9/5;
Urk.
7/46). Sie meldete sich am
7.
Mai 2009 unter Hinweis auf Rücken- und Gelenkschmerzen, Beschwerden am Bewegungsapparat,
eine
stark beeinträchtigte Mobilität, Übergewicht, Asthma, sowie eine Depression bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
7/9/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte daraufhin Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/2-7;
Urk.
7/13)
, diverse Arztberichte
(
Urk.
7/18;
Urk.
7/25 f.)
und eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein
(
Urk.
7/27/4).
Mit Vorbescheid vom 2
8.
Mai
2010 stellte sie die
Zusprache
einer ganzen
Invalidenrente
sowie die Auferlegung einer Schadenminderungspflicht in Form
einer kontinuierlichen Gewichtsreduktion sowie Fortführung einer regel
mässigen Psychotherapie
in Aussicht (
Urk.
7/29 f.).
Am 1
8.
Oktober 2010 verfügte die IV-Stelle sodann im angekündigten Sinne (
Urk.
7/36).
1.2
Im Rahmen des Revisionsverfahrens erkundigte sich die IV-Stelle bei der Versicherten mittels Fragebogen über deren Gesundheitszustand (
Urk.
7/41)
und tätigte medizinische Abklärungen (
Urk.
7/42
;
Urk.
7/56/3), wobei sie au
ch
ein polydisziplinäres Gutachten bei der
B._
in Auftrag
gab
(
B._
-Gutachten vom 2
1.
September 2015;
Urk.
7/55).
Mit Vorbescheid vom 1
2.
November 2015 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass sie gedenke, die Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufzuheben (
Urk.
7/57). Nachdem die Versicherte am
7.
Dezember 2015 sowie mit Ergänzung vom 2
9.
Januar
2016 Einwand erho
ben hatte (
Urk.
7/61+67), hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2016
an der Aufhebung der Rente auf Ende des folgenden Monats fest (
Urk.
7/69 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 2
2.
Juni
2016 Beschwerde (
Urk.
1). Sie beantragte
, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten sei. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und
die Angelegenheit
zwecks ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S.
2). Die IV-Stelle ersuchte in ihrer
Beschwerdeantwort vom
2.
August
2016 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
). In ihrer Replik vom 1
0.
Oktober 2016 hielt die Beschwerdeführerin sodann an ihren Rechtsbegehren fest
(
Urk.
10). Nachdem sie zudem weitere
Unterlagen eingereicht hatte (
Urk.
11, 14 und 16 f.), welche der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
13 und 15), verzichtete jene mit Schreiben vom
8.
November 2016 auf eine
weitere Stellungnahme
(
Urk.
18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidi
tät, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidi
sierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgaben
bereich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundes
gerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise
wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbie
tung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
einkommen
zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131
V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/
2015
vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November
2015 E.
5.4
.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ver
ändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unveränder
t gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhalts
ab
klärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438
/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 2
1.
September 2015 stellte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) auf den Stand
punkt, dass die ehemals angeblich schwere Depression nicht mehr feststellbar sei. Es sei auch nicht von einer rezidivierenden depressiven Störung auszu
gehen.
Im Rahmen des Einwandes der Beschwerdeführerin seien keine medi
zinischen Unterlagen eingereicht worden, die einen Einfluss auf das
Abklä
rungsergebnis
hätten. Der Gesundheitszustand von
X._
habe sich
verbessert, weshalb ein Revisionsgrund vorliege.
Mit den gestellten Diagnose
n sei der Versicherten ihre bisher
ige Tätigkeit in einem 70
%-Pensum zumutbar, womit eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
verbleibe, welche gleichzeitig dem Invaliditätsgrad entspreche. Da dieser unter 40
%
liege, bestehe kein Renten
anspruch mehr
(S. 2)
.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift (
Urk.
1) bestritt die Versicherte im Wesentlichen, dass eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes und folglich ein
Revisi
onsgrund
vorliege. Es handle sich lediglich um eine abweichende ärztliche Einschätzung einer im Grundsatz gleich gebliebenen gesundheitlichen Situa
tion. Bei der fachärztlich diagnostizierten rezidivierenden Störung mit soma
tischem Syndrom sei von einer Therapieresistenz auszugehen und es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft (S. 7).
Die Versicherte übte im Weiteren Kritik am
B._
-Gutachten, welches aktenwidrige Ausführungen enthalte und sich nicht - respektive nicht in nachvollziehbarer Weise - mit den früheren ärztlichen Einschätzungen
sowie den aktuellen Röntgenbildern
auseinandersetze (S.
8 f.
und 11 f.
).
Das
B._
-Gutachten er
laube folglich keine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin (S. 10).
Im Weiteren sei die
Indikatorenprüfung
nicht anhand des strukturierten normativen Prüfungsrasters erfolgt. Gemäss Rechtsprechung sei eine Beur
teilung durch den Rechtsanwender erst nach erfolgter Prüfung der Indikato
ren durch den medizi
nischen Sachverständigen zulässig, wobei eine solche in den Akten der Beschwerdegegnerin fehle. Diese Rüge sei bereits im
Einwand
verfahren
vorgebracht worden; die IV-Stelle habe sich allerdings in Verlet
zung der ihr obliegenden Substantiierungspflicht und des rechtlichen Gehörs nicht damit auseinandergesetzt (S. 10 f.).
Vor der Aufhebung der Rente seien ferner weder die Ressourcen der Versicherten noch die Möglichkeit einer Wiedereingliederung überprüft worden (S. 12).
Bezüglich ihres Eventualantrages machte die Beschwerdeführerin geltend, dass das
B._
-Gutachten in sich widersprüchlich sei und daher nicht darauf abgestellt werden könne. Es liege eine unvollständige Feststellung des rechts
erheblichen Sachverhaltes vor, weshalb die Sache zur vollständigen Abklä
rung im Rahmen einer polydisziplinären Abklärung an die IV-Stelle zurück
zuweisen sei (S. 13).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
2.
August 2016 (
Urk.
6) hielt die
Beschwer
degegnerin
an ihrer Sichtweise fest, dass angesichts des klar verbesserten
psychischen Gesundheitszustandes ein Revisionsgrund vorliege (S.
1
f.). Selbst
wenn kein Revisionsgrund ausgewiesen wäre, so wäre die zugesprochene Rente wiedererwägungsweise aufzuheben. Die ursprüngliche
Rentenzusprache
habe im Wesentlichen auf ärztlichen Berichten sowie einer Stellungnahme des RAD basiert. Aus den damaligen medizinischen Akten würden diverse
Hinw
eise auf psychosoziale Belastungsfaktoren - wie etwa Mobbing am Arbeits
platz - hervorgehen.
Obwohl somit zum Zeitpunkt der
Rentenzuspra
che
fraglich gewesen sei, ob überhaupt ein invalidisierender
Gesundheits
schaden
vorliege, sei
in Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes und zweifel
los unrichtig auf die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit abgestellt worden.
Zudem hätte die mit der Adipositas in Zusammenhang stehende
Arbeitsunfähigkeit rechtsprechungsgemäss nicht berücksichtigt werden dürfen
. Auch unter diesem Aspekt sei die rentenzusprechende Verfügung vom 1
8.
Oktober
2010 zweifellos unrichtig und es wäre demzufolge eine
Wieder
erwägungsgrund
im Sinne
von
Art.
53
Abs.
2 ATSG gegeben (S.
2 f.). Ab
schliessend wies die IV-Stelle darauf hin, dass es keinen Anlass gebe, am
B._
-Gutachten zu zweifeln. Einzig auf die aus allgemeininternistischer Sicht aufgrund der Adipositas attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
könne nicht abgestellt werden, da
mittels einer bariatrischen Operation und
einer Gewichtsreduktion die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne und damit in Abweichung von der angefochtenen Verfügung von einer Arbeitsunfähigkeit von 20
%
auszugehen sei (S. 3 f.).
2.4
Die Beschwerdeführerin entgegnete in ihrer Replik vom 1
0.
Oktober 2016 (
Urk.
10), dass
eine blosse Momentaufnahme des Gesundheitszustandes nic
ht Grundlage einer
Revision sein könne (S. 2). Die Anerkennung einer nur 20%igen Arbeitsunfähigkeit durch die IV-Stelle sei weder nachvollziehbar noch begründet. Im Weiteren wurde bestritten, dass die Versicherte an rein psychosozial bedingten Beschwerden leide. Das Arbeitsverhältnis sei bereits seit über sieben Jahren gekündigt
und es lägen sowohl somatische
als auch
psychische Beschwerden mit Krankheitswert vor. Von einem verbesserten G
e
sundheitszustand könne keine Rede sein.
Hinzu komme, dass eine Gewichts
abnahme mittels bariatrischer Operation mit überwiegender Wahrschein
lichkeit angesichts der psychopathologischen Zustände und unbehandelten Essstörungen nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszu
standes führen würde (S. 3).
Die Beschwerdeführerin sei bemüht, ihren
Body
massindex
(BMI) zu senken, doch sei sie in ihrer depressiven Störung sowie in ihrer Immobilität infolge der schweren
Varusgonarthrosen
in beiden Knien und Rückenbeschwerden „gefangen“ (S.
4).
Eine Verbesserung des Gesund
heits
zustandes werde im
B._
-Gutachten nicht geltend gemacht und im Übrigen würden leichte Verbesserungen nicht für eine Rentenrevision aus
reichen (S. 5).
Zusätzlich bestritt die Beschwerdeführerin, dass die rechtlichen Vorausset
zungen für eine Wiedererwägung gegeben seien
. Ein Zurückkommen auf eine rechtskräftige Verfügung setze eine Unvertretbarkeit der darauf beruhenden
Leistungszusprechung vor dem Hintergrund der damaligen Sach- und Rechts
lage voraus. Eine vertretbare Beurteilung
der Anspruchsvoraussetzungen
könne somit nicht zweifellos unrichtig sein (S. 5).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Versicherten stellt sich im Wesentlichen wie folgt
dar:
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, benannte in seinem Bericht vom 2
0.
Juni 2009 die folgenden Diagnosen
(
Urk.
7/18/13)
:
„Depressiv-ängstlich-hypochondrische Entwicklung mit
Klaustro
- und Agoraphobie, mit auffälliger Konversionsproblematik nach Mobbing an der Arbeitsstelle und konsekutiver Kündigung, bei hohen Ansprü
chen und Versagensangst.
Broken
-Home-Situation. Latente Suizida
lität.
Multiple
Psychosomatose
(Konversion): Gewichtszunahme um mehr als 30 kg, allergische Reaktionen, Uterusblutungen, Handblockaden etc.
ICD-10: F32.11 bis 32.2 und F40.00 und 40.2“
Dr.
C._
hielt weiter fest, dass die Versicherte aktuell 103 Kilogramm wiege und sehr adipös sei. Sie bewege sich nur schwer und stöhne beim Auf
stehen wegen ihrer Schmerzen. Die Sprache sei eher monoton und die Mimik und Gestik seien etwas verlangsamt. Affektiv lebe sie auf, wenn sie von ihren Kindern erzähle
; ansonsten sei die emotionale Schwingung redu
ziert und die Grundstimmung traurig (
Urk.
7/18/5).
Psychopathologisch sei die Besc
hwer
de
führerin bewusstseinsklar und
allseits orientiert
. Sie wirke lust-, freud-, energie- und antriebslos sowie resigniert. Mit der jetzigen Situ
ation könne sie sich nicht versöhnen und sich einem anderen Wirkungsfeld zuwenden.
Sie wirke sowohl psychisch als auch physisch blockiert. Der Ge
dankengang sei eingeengt auf die Erlebnisse mit dem Chef und der dadurch entstandenen Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. Die Versicherte sei nervös und im Um
gang mit ihren Kindern gereizt. Es würden auch hypochondrische,
klaustro
phobe
und
agoraphobe
Ängste bestehen. Auffällig seien ferner mul
tiple somatische Beschwerden, die seit der belastenden Situation im Geschäft auf
getreten seien (enorme Gewichtszunahme, allergische Beschwerden, Wir
bel
säulen- und Kniebeschwerden, Uterusblutungen sowie Handbeschwerden mit
krampfähnlichen Blockaden). Für Ich-Störungen oder wahnhafte Inhalte würden
keine Anhaltspunkte vorliegen (
Urk.
7/18/10).
3.2
In seinem Bericht vom 2
8.
März 2009 führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin, die folgenden Diagnosen an (
Urk.
7/25/1):
Chronisches
lumbovertebrales
/
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Spondylarthrose
LWK5/SWK1 beidseits und
Parästhesien
der Zehen
Parästhesien
der Hände mit belastungsabhängiger Schwellung,
linksbe
tont
bei
Chondrose
mit geringer Vorwölbung der Bandscheibe C4/C5 bis C6/C7
Adipositas
permagna
, BMI 44
depressive Verstimmung
chronischer Arbeitskonflikt
Die Versicherte leide unter
unaushaltbaren
lumbalen Rückenschmerzen. Sie könne kaum gehen und sitzen. Sie habe Mühe, sich anzukleiden. Bis 2003 habe sie das Arbeitsverhältnis unproblematisch und positiv erlebt. Nach einem Chefwechsel sei es zu einem Stimmungsumschwung mit Frustration und Stressintoleranz sowie einer Gewichtszunahme von 35 Kilogramm ge
kommen.
Nur mit Mühe und schleppendem Gang könne sich die Beschwer
de
führerin fortbewegen. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei stark ein
geschränkt und die dortigen Schmerzen seien abhängig vom massiven Übergewicht. Erschwerend wirke sich die Arbeitssituation aus, welche einen wichtigen Grund für die depressive Verstimmung und die Gewichtszunahme
darstellen würden. Insgesamt müsse kurz- und mittelfristig von einer 100%igen
Arbeits- und Leistungsunfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/25/2 f.).
3.3
Dr.
D._
diagnostizierte am 1
1.
Oktober 2009 (
Urk.
7/25/4) zusätzlich eine degenerative Meniskusläsion am rechten Knie sowie einen Gelenkserguss. Die
unaushaltbaren
Schmerzen an der Wirbelsäule sowie die Immobilität hätten noch weiter zugenommen. Selbst im Haushalt sei die Versicherte auf die
Hilfe der übrigen Familienmitglieder angewiesen. Gegenüber einer operativen Behandlung zwecks Gewichtsreduktion äusserte sich
Dr.
D._
im Weiteren wegen der psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin skeptisch. Ein
chirurgischer Eingriff erscheine jedoch als einzige erfolgsversprechende Mass
nahme (
Urk.
7/25/5).
3.4
Mit Bericht vom 3
0.
April
2010 hielt
Dr.
C._
bei unveränderter Diagnose fest, dass sich das psychische Zustandsbild
chronifiziert
habe (
Urk.
7/26/1). Stützende therapeutische Gespräche und die Einnahme von Psychopharmaka seien angezeigt
(
Urk.
7/26/2)
.
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom RAD der Beschwerdegegnerin ging in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Mai 2010 davon aus, dass bei der Versicherten einerseits eine massive Essstörung (vermutlich
binge
eating
dissorder
; ICD-10 F50.4) mit Folge ext
remen Übergewichts und Entwicklung einer schmerzhaften Wirbelsäulen-Sympto
matik mit
Parästhesien
der Füsse und Hände ohne wesentliche gra
vierende objektivierbare Befunde vorliege. Andererseits bestehe eine für die extreme Gewichtszunahme ursächliche und für die Versicherte nicht lösbare (
Selbst
wert
-)Konfliktsituation am Arbeitsplatz mit ängstlich-depressiver Re
aktion (ICD-10 F. 32.11)
.
Es erscheine plausibel, dass seit November 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für bisherige und angepasste Tätigkeiten bestehe. Der Einschätzung von
Dr.
D._
könne dahingehend gefolgt werden, dass
sich die deutliche und anhaltende Gewichtsreduktion, parallel begleitet von
einer anhaltenden psychotherapeutischen Behandlung mit grosser Wahr
schei
nlichkeit positiv auf die psychische und somatische Symptomatik und damit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde (
Urk.
7/27/4). Um eine dauerhafte Invalidisierung abzuwenden sei eine Schadensminderungspflicht in Form einer kontinuierlichen Gewichtsreduktion von mindestens 15
%
des Körpergewichts pro Jahr sowie die Fortführung einer regelmässigen Psycho
therapie aufzuerlegen. Diese Massnahme sei der Versicherten zumutbar und führe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Wiedererlangung respektive erheblichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/27/5).
3.6
Dr.
C._
berichtete am
6.
Oktober 2014, dass ihn die Beschwerdeführerin zeitweise regelmässig, zeitweise in grösseren Abständen aufsuche. Das psy
chische Gesundheitsbild habe sich seit April 2010 nicht wesentlich verändert. Das damals erlebte Mobbing und die Kündigung durch den neuen Chef seien tief eingebrannt und unverrückbar.
Die Versicherte habe den Glauben an sich
selbst verloren und wiederholt geäussert, nicht mehr weiterleben zu wollen (
Urk.
7/42/3).
Die weiteren Ausführungen von
Dr.
C._
entsprachen im Wesentlichen denjenigen im Arztbericht vom 2
0.
Juni 2009 (vgl. E. 3.1). Anders fiel hinge
gen
namentlich
die Diagnose in dem Punkt aus, dass nun eine rezidivierende Depression mit einer gegenwärtig mittelgradigen bis zeitweise schweren de
pressiven Episode vorliege (ICD-10 F.33.11 bis 33.2). Das Leiden sei
chronifi
ziert
und es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/42/5).
3.7
Dem
B._
-Gutachten vom 2
1.
September
2015 lassen sich die folgenden Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen (
Urk.
7/55/18):
Morbide Adipositas WHO Grad III (BMI 47.2 kg/m
2
; ICD-10 E66.0)
Hyperurikämie
(ICD-10 E79.0)
unspezifische Leberwerterhöhung, anamnestisch Status nach Hepa
ti
tis B
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien dahingegen (
Urk.
7/55/18):
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Symptomatik (ICD-10 M54.5)
Chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10 M79.66)
Status nach
arthroskopischer
medialer
Teilmeniskektomie
links am
3.
September 2008 (ICD-10 Z98.8)
Anamnestisch Status nach beidseitigem Eingriff bei
ligamentärer
Läsion an den Sprunggelenken im Alter von etwa 20 Jahren (ICD-10 Z98.8)
Anamnestisch Status nach Eingriff bei schnellendem Ringfinger rechts (ICD-10 Z98.8)
Aus
allgemeininternistischer Sicht
sei
der Status der Versicherten abgesehen von der morbiden Adipositas und leicht erhöhten Leber- und
Harnsäure
werten
unauffällig
gewesen
. Bei der Untersuchung habe sich eine
Verdeut
lichungstendenz
gezeigt, indem sich die Beschwerdeführerin sehr langsam und stöhnend bewegt habe. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien nicht möglich. Die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten - wie die angestammte Tätigkeit auf der Bank - sei aufgrund langsameren Arbeitens und vermehrter Pausen seit Anfang 2009 zu 30
%
eingeschränkt. Die Adipositas sei 2014 am
F._
abgeklärt und es sei die Möglichkeit einer bariatrischen Operation
besprochen worden.
Gemäss den Abklärungen sei eine solche möglich, wobei sich die Versicherte noch nicht dazu habe entschliessen können (
Urk.
7/55/7 f.).
Gemäss psychiatrischem Teilgutachten (
Urk.
7/55/8 ff.) sei der affektive Kon
takt gut herstellbar gewesen. Die Stimmung sei depressiv gewesen und die Versicherte habe erhöhte Ermüdbarkeit sowie Schlafstörungen angegeben. Der Selbstwert sei vermindert gewesen mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich ihrer gesundheitlichen und beruflichen Situation. Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst oder Zwänge hätten nicht bestanden. Die Vigilanz sei nicht gestört und die Versi
cherte bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt gewesen. Es hätten keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen, Ich-Störungen oder
Suizidalität vorgelegen (
Urk.
7/55/10).
Die Beschwerdeführerin könne sich nich
t mehr vorstellen, zu arbeiten und begründe dies mit ihren somatischen Problemen, Schmerzen und den konsekutiven Depressionen. Es bestünden zwar angesichts der Berufsausbildung und -erfahrung gewisse Ressourcen bezüglich einer Erwerbstätigkeit, aber auch deutliche somatische Probleme mit deutlicher Adipositas. Von der Familie erhalte die Versicherte viel Hilfe und werde überallhin begleitet, wodurch ein sekundärer Krankheitsgewinn entstehen könne. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 20%ige Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
. Durch die vorhandenen psychischen Störungen komme es bei der Arbeit vor allem zu einer erhöhten Ermüdbarkeit, was einen vermehrten Pausenbedarf erfordere. Die Selbsteinschätzung der Versi
cherten, dass sie nicht mehr arbeiten könne, könne durch die psychiatrischen Befunde nicht begründet werden (
Urk.
7/55/11).
In Bezug auf die Aussagen von
Dr.
C._
(vgl. E. 3.1 und 3.6) brachte der Gutachter vor, dass nicht genau nach den ICD-10-Kriterien diagnostiziert worden sei. Insbesondere sei auch schwer nachvollziehbar, dass bei der Ver
sicherten eine schwere depressive Episode bestanden habe, da sie stets ambu
lant
habe
behandelt werden k
ö
nne
n
.
Ebenso sei kein rezidivierender Ver
lauf der Depression und keine
Broken
-Home-Situation erwiesen (
Urk.
7/55/12).
Gemäss der orthopädischen Beurteilung habe die Versicherte ein sehr demon
stratives, nicht klar interpretierbares Gangbild gezeigt und die Gangarten als nicht durchführbar angegeben. An der Wirbelsäule bestehe zervikal eine freie und
thorakolumbal
unter Gegenspannung deutlich verminderte Beweglich
keit, doch könne der initial erheblich vermehrte Finger-Boden-Abstand später
durch eine völlig freie Auslenkung im
Langsitz
ohne
höhergradige
Schmerz
angabe
relativiert werden. Auch an den oberen und unteren Extremitäten bestehe eine weitgehend freie Beweglichkeit bei guter Kraftentfaltung. Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen
habe bei ausreichender Kooperation insgesamt problemlos durchgeführt wer
den
können. Auffallend seien bei der Palpation in jeweils anderen
Körper
regionen
angegebene
Druckdolenzen
, welche bei entsprechender Untersu
chung aber nicht hätten bestätigt werden können. Bezüglich der Kniegelenke sei zu betonen, dass weder Hinweise für einen Reizzustand, eine
höhergra
dige
Degeneration
,
noch eine Meniskusläsion bestünden (
Urk.
7/55/16 f.).
Auf neurologischer Ebene würden sich keine klaren Hinweise für das Vorlie
gen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems zeigen. Eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines
grösseren peripheren Nervens könne daher klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden. An der Wirbelsäule würden tieflumbale
Spondylarthrosen
sowie zervikal geringe
Diskusprotrusionen
, aber keine Hinweise für eine Neurokompression vorlie
gen. Am rechten Knie sei eine Degeneration des Innenmeniskus dokumentiert worden. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich die von der Versicherten
g
eklagten Beschwerden am ehesten im Sinne einer deutlichen Fehlhaltung bei Hohl-Rundrücken nachvollziehen liessen. Weniger fassbar blieben angesichts der anamnestisch und klinisch etwas diffusen Präsen
ta
tion die Beschwerden am rechten Knie, sodass insgesamt eine gewisse nicht-organische Beschwerdekomponente anzunehmen sei. Im Vordergrund stehe aber ganz offensichtlich eine Adipositas
permagna
bei einem BMI von 47.2
kg/m
2
.
Für körperlich leichte bis selten mittelschwere Verrichtungen einschliesslich jener im angestammten Bereich könne keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer invalidisierenden Erkrankung attestiert werden (
Urk.
7/55/17).
Insgesamt sei die Versicherte
gemäss interdisziplinärem Konsens
für die an
gestammte Tätigkeit im Bürobereich wie auch für eine andere körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 70
%
arbeits- und leistungsf
ähig. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätig
keiten seien ihr nicht mehr zumutbar. Mittels medizinischer Massnahmen könne innerhalb eines Jahres eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Berufliche Massnahmen würden nicht empfohlen. Angesichts der ausgeprägten subjektiven Leistungseinschränkung der Beschwerdeführerin mit
mangelnder Motivation
aktiv mitzuarbeiten, sei die Prognose für eine Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess schlecht (
Urk.
7/55/21).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
(Verfügung vom 1
8.
Oktober 2010) verbessert hat und ob folglich ein Revisionsgrund
vorliegt.
Zunächst ist
in diesem Zusammenhang
zu prüfen, ob die
Beschwerdegegne
rin
zur Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts auf das
B._
-Gutachten vom 2
1.
September 2015 abstellen durfte.
4.2
Das
B._
-Gutachten basiert auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen.
So wurde die Versicherte durch Fachärzte inter
nistisch, psychiatrisch und orthopädisch eingehend begutachtet. In diesem
Rahmen wurde insbesondere eine Laboruntersuchung durchgeführt (
Urk.
7/55/7
)
und die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, ihre aktuellen Leiden zu schildern (
Urk.
7/55/6
, 8 und
13).
Eine vertiefte Befragung zu diversen Themenbereichen erfolgte sodann anlässlich der psychiatrischen Untersuchung (
Urk.
7/55/8-10).
Das polydisziplinäre Gutachten wurde ferner in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/55/3-5), wobei
auch - soweit möglich - zu früheren ärztlichen Beurteilungen Stellung genommen wurde (
Urk.
7/55/12). Die gestellten Diagnosen sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden überdies nachvollziehbar aufgezeigt und erläutert (
Urk.
7/55/7 f., 10 f., 16 f. und
19 f.
)
. Die Expertise erfüllt somit sämtliche praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert von medizinischen Gutachten (vgl. E.
1.6). Zu dieser Einschätzung gelangte im Übrigen auch der RAD in seiner Stellungnahme vom
9.
Oktober 2015 (
Urk.
7/56/3).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin kritisiert das
B._
-Gutachten in verschiedener Hin
si
cht, worauf nachfolgend im Einzelnen einzugehen ist.
Sie bringt
zunächst
vor,
die Ausführungen des
Gutachters
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
seien dahingehend aktenwidrig, als dass der langjährig behandelnde Psychiater
Dr.
C._
keine Diagnosen gemäss ICD-10 gestellt habe. Die abweichende medizinische Einschätzung
von
Dr.
G._
sei zudem bei genauem Blick auf die erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar. So entspreche die Häufigkeit der Symptome einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom gemäss ICD-
10-
Code (
Urk.
1 S. 8 f.).
Diese sei
ausserdem
therapieresistent (
Urk.
1 S. 7).
Entgegen der Behauptung der Versicherten hielt
Dr.
G._
nur fest, dass
Dr.
C._
nicht genau nach ICD-10 diagnostiziert habe, „sondern etwas
ausgeschmückt“ (
Urk.
7/55/
12), was durchaus zutreffend erscheint (vgl. E. 3.
1). Die von
Dr.
G._
gestellte Diagnose einer leichten Depression (ICD-10 F32.0) überzeugt ebenfalls.
Allein die Auflistung von Symptomen, wie sie die Beschwerdeführerin vornimmt (
Urk.
1 S.
8), spricht nicht für eine mittel
gra
dige depressive Episode mit somatischem Sy
ndrom. Massgebend
ist das Ge
samtbild der Psyche
der untersuchten Person,
wie es der Psychiater anlässlich
der
en
Befragung in Erfahrung bringt.
Konkret
sei die Beschwerdeführerin
laut
Dr.
G._
bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Sie habe
eine erhöhte Ermüdbarkeit und Schlafstörungen angegeben. Ihr Selbstwert sei vermindert gewesen, mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich ihrer gesundheitlichen und beruflichen Situation. Hinweise auf manifeste Ängste
mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst und Zwänge hätte
n nicht
bestanden. Ferner sei weder die Vigilanz gestört, noch die Auf
merksamkeit, die Auffassung oder das Gedächtnis beeinträchtigt gewesen. Das Denken sei formal geordnet gewesen und inhaltlich hätten keine Wahnideen, Halluzina
tionen und Ich-Störungen bestanden. Hinweise auf Suizidalität hätten nicht festgestellt werden können (
Urk.
7/55/10).
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Diagnose einer
nunmehr
leichten Depression als schlüssig und nach
vollziehbar.
Hinzu kommt, dass p
rimär somatisch
e
Diagnosen wie die Adipositas bei der versicherungsmedizinischen Beurteilung der psychiatrischen Arbeitsfähigkeit
unberücksichtigt
zu lassen
sind
, worauf
Dr.
G._
zutreffend hin
gewiesen hat
(
Urk.
7/55/12)
.
Gegen das Vorliegen einer
mittelgradigen - oder gar schweren - depressiven Episode und einen ausgeprägten Leidensdruck spricht ausser
dem, dass sich die Versicherte nur gerade ein Mal pro Monat bei
Dr.
C._
in Behandlung begibt (
Urk.
7/55/8).
Entgegen dem Einwand der Beschwer
deführerin kann
angesichts dieser tiefen Behandlungsfrequenz
trotz Medika
tion mit Antidepressiva (
Urk.
7/55/7
und 12
)
somit
nicht von einer therapie
resistenten Depression ausgegangen werden
(vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 E. 3.3.3)
, zumal bis anhin auch keine statio
näre Behandlung erfolgt ist.
4.3.2
Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, dass weder nachvoll
zieh
bar noch begründbar sei, weshalb sämtliche früher gestellten und akten
kundig ausgewiesenen Diagnosen - inklusive der Adipositas
permagna
und der psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - im Gutachten verneint werden. Zudem sei
in der Expertise
ausgeführt worden,
dass in Bezug auf den Bewegungsapparat keine f
achärztli
chen Berichte vor
gelegen hätten, was der Aktenlage widerspreche (
Urk.
1 S. 9).
Zu den Beschwerden am Bewegungsapparat hat ursprünglich
Dr.
D._
Stellung genommen (vgl. E. 3.2 f.).
Die Beschwerdeführerin reichte zudem einen von ihm erstellten Bericht vom
3.
Juli 2016 ein (
Urk.
11), welcher indes
nicht zu berücksichtigen ist, da jener Sachverhalt massgebend ist, der zur Z
eit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war.
Dr.
D._
ist
we
der
Facharzt für Rheumatologie
noch für
Orthopädie, sondern für Innere Me
dizin.
Die
durch ihn erfolgte
Untersuchung des Bewe
gungsapparates
fiel d
enn auch im Vergleich zu den
Abklärung
en
anlässlich der Erstellung des Gutachtens oberflächlich aus und basierte massgeblich auf subjektiven Angaben der Versicherten (
Urk.
7
/25/2-3). Mangels fachärztlicher
Berichte des
behandelnden Rheumatologen
Dr.
H._
konnten sich die Gut
achter
zudem
nicht mit
dessen
Beurteilung des
Gesundheitszustand
es
der Beschwerdeführerin auseinandersetzen.
Ein Widerspruch zur Aktenlage
ist
aus diesen Gründen
entgegen der Behauptung der Versicherten
nicht
erkenn
bar.
Es lagen in der Tat keine orthopädischen oder rheumatologischen fach
ärztlichen Berichte für eine vertiefte
Diskussion der Untersuchungsergebnisse
vor.
Es trifft
ausserdem
nicht zu, dass die früher gestellten Diagnosen von den Gutachtern keine Berücksichtigung gefunden hätten. Namentlich wurde die morbide Adipositas - auch Adipositas
permagna
genannt - als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (
Urk.
7/55/
7 und 18).
Ebenfalls auf
geführt werden unter anderem die
Spondylarthrose
sowie die chronischen Kniebeschwerden (
Urk.
7/55/16 und 18). Keine Erwähnung mehr fanden
nach
vollziehbarerweise
die von
Dr.
C._
diagnostizierten Phobien (vgl. E. 3.1),
da sich im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung keine manifesten Ängste mehr feststellen liessen (
Urk.
7/55/10).
Analog
verhält es sich mit der von
Dr.
E._
vermuteten
binge
eating
disorder
(vgl. E. 3.5), auf welche sich ebenfalls keine Hinweise ergaben.
4.3.3
Die Beschwerdeführerin bestritt sodann, dass die vom Bundesgericht in Bezug auf
somatoforme
Schmerzstörungen
bezeichneten Standardindikatoren im
B._
-Gutachten effektiv geprüft worden seien. Gemäss Rechtsprechung sei eine Überprüfung durch den Rechtsanwender erst nach erfolgter Überprüfung der Indikatoren durch den medizinischen Sachverständigen zulässig. Eine solche fehle jedoch in den Akten der Beschwerdegegnerin, was bereits im
Einwandverfahren
vorgebracht worden sei (
Urk.
1 S. 11).
Bei der Versicherten wurde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert (ICD-10 F45.41; vgl. E.
3.7), welche der Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts unterliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
759/2013
vom
4.
März 2014
E.
3
.1 mit Hinweisen).
Ent
gegen der Meinung der Beschwerdeführerin ist die Überprüfung der
höchst
gerichtlich
festgelegten Indikatoren durch den Rechtsanwender allerdings nicht erst nach erfolgter Beurteilung durch den medizinischen Sachverstän
digen zulässig. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls ist vielmehr entscheidend, ob eine schlüssige Beurteilung im Lichte der Indika
toren aufgrund der Sachverhaltsfeststellungen im Gutachten möglich ist oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
Die Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandl
ungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Dem
B._
-Gutachten ist zwar keine konkrete Beurteilung der Indikatoren zu entnehmen; es liefert jedoch die dafür benötigten Grundlagen. Gestützt darauf hat
denn auch
Dipl. med.
I._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD der Beschwerdegegnerin am
9.
Oktober 2015
eine Prüfung der Indikatoren vorgenommen (
Urk.
7/56/4), was die Versi
cherte ausser Acht gelassen hat.
Es gilt
in diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen, dass
rechtsprechungs
gemäss
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) im Gegensatz zu einer
somatoformen
Schmerzstö
rung
(ICD-10 F45.40), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht, ein Bezug zum Schweregrad fehlt (vgl. BGE 142 V 106 E. 4.2).
Sodann ist in Übereinstimmung mit der Einschätzung von
Dipl. med.
I._
festzuhalten, dass die gutachterlichen Befunde - abgese
hen
von der schwerwiegenden Adipositas - als eher leicht einzustufen sind. Dieser Schluss muss namentlich auch angesichts der festgestellten
Verdeut
lichungstendenzen
und subjektiven Leistungseinschränkung der Versicherten gezogen werden (vgl.
Urk.
7/55/20 f.). Zutreffend ist im Weiteren auch, dass bisher nicht alle
zumutbaren
therapeutischen Möglichkeiten umgesetzt wur
den
, weder in Bezug auf die vorliegende Depression
(vgl. E. 4.3.1)
, noch auf die morbide Adipositas (vgl. E. 2.3 und 3.7).
In Bezug auf die
Eingliede
rungsmöglichkeiten
ist die Prognose infolge der ausgeprägten
Krankheits
überzeugung
und der fehlenden Motivation der Versicherten ungünstig (
Urk.
7/41/3;
Urk.
7/55/11
und 17
)
.
Schwerwiegende psychische
Komorbidi
täten
sind nicht erkennbar.
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass anlässlich der psychia
trischen Begutachtung keine Persönlichkeitsstörungen festgestellt werden konnten (
Urk.
7/55/10).
Es bestehen zudem (intellektuelle) Ressourcen hin
sichtlich einer Erwerbstätigkeit im angestammten Bereich. Einschränkungen liegen
allerdings
infolge der somatischen Probleme vor (
Urk.
7/55/11).
Betreffend den sozialen Kontext führt Dipl. med.
I._
zu Recht an, dass die Versicherte gut von ihrer Familie unterstützt werde, was sich jedoch auch in einem sekundären Krankheitsgewinn niederschl
age
. Die Beschwerdeführerin reist zudem jeden Sommer in die
J._
und besucht Verwandte in der Schweiz (
Urk.
7/55/13). Ein soziales Netzwerk ist folglich vorhanden.
Zur Kategorie „Konsistenz“ ist zu bemerken, dass
sich die Versicherte nicht mehr als arbeitsfähig einschätzt, was sich anhand der medizinischen Befunde aber nicht bestätigen liess. Wie bereits angeführt, erhält sie einen sekundären Krankheitsgewinn durch die Unterstützung der Familie und zeigte bei den somatischen Untersuchungen Verdeutlichungstendenzen (
Urk.
7/55/20).
Ein hoher Leidensdruck ist
ebenfalls
nicht ausgewiesen. So fanden sich im Blut der Versicherten keine Spuren von Schmerzmitteln
(
Urk.
7/55/7)
und der be
handelnde Psychiater wird nur einmal monatlich aufgesucht (E. 4.3.1).
Eine gewisse Einschränkung des Aktivitätsniveaus in diversen Lebensbereichen ist
aber
aufgrund der massiven Adipositas nachvollziehbar.
Gesamthaft betrachtet ist
vor diesem Hintergrund
nicht von einem hohen Schweregrad der funktionellen Auswirkungen der chronischen
Schmerz
störung
auszugehen und der Leidensdruck ist als eher gering zu beurteilen.
Ge
wisse Einschränkungen im alltäglichen Aktivitätsniveau sind vorhanden.
Die von
Dr.
G._
zuerkannte Einschränkung der Arbeitsfähigk
eit von 20
%
(
Urk.
7/55/11) lässt sich daher schlüssig begründen.
4.3.4
Ferner rügt die Beschwerdeführerin, dass ihre Beschwerden im Bewegungsap
parat nicht abgenommen hätten. Es seien keine aktuellen Röntgenbilder vom Rücken und vom Knie erstellt worden, weshalb nicht von einer aktuellen allseitig umfassenden Abklärung des konkreten medizinischen Sachverhalts gesprochen werden könne (
Urk.
1 S.
11).
Ferner habe der Gutachter
insbe
sondere bildgebende Befunde sowie den Arztbericht von
Dr.
D._
ignoriert (
Urk.
1 S. 12).
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
hat die Versicherte am 1
5.
Juli 2015 nach einer ausführlichen Befragung zu den vorhandenen Beschwerden eingehend untersucht (
Urk.
7/55/13 ff.). Er berücksichtigte zusätzlich die vorhandenen Röntgenbilder (
Urk.
7/55/15 f.).
An der Wirbelsäule konnte er tieflumbale
Spondylarthrosen
sowie zervikal ge
ringe
Diskusprotrusionen
, nicht aber eine Neurokompression feststellen. Am rechten
Knie sei eine Degeneration des Innenmeniskus dokumentiert worden. Auf
grund des ansonsten klinisch objektiv weitgehend
blanden
Befundes ver
zich
tete
Dr.
K._
auf die Anfertigung neuer Bilddokumente.
Ergänzend äusserte er sich dahingehend, dass
die von der Versicherten
g
eklagten Beschwerden am ehesten im Sinne einer deutlichen Fehlhaltung bei Hohl-Rundrücken nach
zuvollziehen seien. Weniger fassbar bleibe angesichts der anamnestisch und klinisch etwas diffusen Präsentation die Beschwerden am rechten Knie,
sodass insgesamt eine gewisse nicht-organische Beschwerdekomponente anzu
nehmen sei. Im Vordergrund stünde aber ganz offensichtlich eine Adipositas
permagna
. In Anbetracht der erhobenen Befunde sollte es jedenfalls bei einer Schreibtischtätigkeit wie der
a
ngestammten im Vergleich zum jetzigen All
tagsleben kaum zu einer wesentlichen Schmerzprovokation kommen, sodass eine solche auch zumutbar sei (
Urk.
7/55/17).
Die Ausführungen von
Dr.
K._
vermögen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin zu überzeugen.
Einerseits stehen sie im Einklang mit der
aus psychiatrischer Sicht diagnostizierten chronischen Schmerzstörung (E.
4.3.3),
da eine erhebliche Diskrepanz zwischen den anamnestischen Schmerz
schilderungen und den objektivierbaren Befunden anlässlich der
Untersuchung
festgestellt werden konnte
(
Urk.
7/55/18). Andererseits ist ni
cht e
rsichtlich
, inwiefern neue Röntgenbilder an der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit etwas zu ändern verm
ögen würden
.
Bei einer Schreibtischtätigkeit ist e
ine Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund von Kniebeschwerden
nicht nachvollziehbar.
Zusätzlich
legt
die
Beschwerdeführerin
in keiner Weise
dar
, welche
invalidenrechtlich relevan
ten
Erkenntnisse eine
er
neu
t
e Abklärung in Bezug auf die Wirbelsäule
ergeben
sollte.
4.4
Zusammenfassend erweist sich
die von der Beschwerdeführerin gegen das
B._
-Gutachten vorgebrachte Kritik
als
unberechtigt. Es ist folglich bei der Beurteilung, ob ein Revisionsgrund vorliegt,
auf die Expertise abzustellen
.
Zwar bringt die Versicherte zu Recht vor, dass sich
die Adipositas seit dem Zeitpunkt der
Rentenz
usprache
nur wenig verändert habe
(
Urk.
1 S. 9). Eine wesentliche Ver
änderung
des Gesundheitszustandes liegt allerdings in psy
chischer Hinsicht vor. So kann aktuell nicht mehr auf eine mittelgradige
oder gar
schwere depressive Episode geschlossen werden.
Diese Verbesserung ver
mag auch die nun diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit soma
ti
schen
und psychischen Faktoren nicht aufzuwiegen, da sie sich nur ge
ringfügig auf die Arbeitsfähi
gkeit der Versicherten auswirkt (vgl. E. 4.3.3).
Aus medizinischer Sicht
ist der Beschwerdeführerin die angestammte Tätig
keit im Bürobereich
- wie auch eine andere körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit -
vollschichtig zumutbar. Dabei ist sie aufgrund der von ihr vermehrt benötigten Pausen zu 70
%
leistungs
fähig (
Urk.
7/55/19 und 21).
Damit ist in Übereinstimmung mit der ange
fochtenen Verfügung (
Urk.
2 S. 2) von einem Invaliditätsgrad von 30
%
aus
zu
gehen, weswegen kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente besteht.
5.
Die Beschwerdeführerin beantragte eventualiter, dass die Sache zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhalts sowie der Zumutbar
keit der Verwertung einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, damit diese
hiernach
neu über die Invalidenleistungen befinde (
Urk.
1 S. 2).
Es wurde bereits einlässlich dargelegt, dass auf die umfassenden Unter
such
un
gen im Rahmen der
Ausfertigung
des
B._
-Gutachtens abgestellt werden kann
(E. 4.2 ff.)
. Es besteht demzufolge kein Anlass für weitere medi
zinische Abklärungen wie etwa das von Seiten der Versicherten
beantragte
poly
dis
ziplinäre
Gutachten (vgl.
Urk.
1 S. 13). In Bezug auf die von der Be
schwer
deführerin in
J._
Sprache eingereichten Arztberichte (
Urk.
7/66) ist
ergänzend
darauf hinzuweisen, dass im Verkehr mit den Behörden die je
weilige Amtssprache zu benutzen ist. Folglich besteht kein Anspruch auf
die
Übersetzung von Aktenstücken (vgl.
Kieser
,
ATSG-Kommentar,
3.
Auflage 2015,
Art.
61
Rz
140 mit Hinweis).
6.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung somit als rech
tens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfe
n war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und au
f
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem
Verfahrens
ausgang
sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.