Decision ID: 7171ed84-a1d8-4854-8b2f-c59e00781cf1
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene X._ (verheiratet und Vater von 2 Kindern, geboren 1999 und 2002) arbeitete zuletzt seit 2004 bei der A._
GmbH
als Sales Director in einem 100%-Pensum (Urk. 6/5). Am 16. Januar 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte wegen schwerer physischer und psychischer Erschöpfung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/5). In der Folge tätigte die IV-Stelle medi
zinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Kranken
tag
geldversicherung Axa Versicherungen AG bei. Nachdem X._ per
30. Juni 2014 gekündigt worden war (Urk. 6/33), wurden folgende Eingliede
run
gs
massnahmen durchgeführt: ein Belastbarkeitstraining vom 2. Juni bis 1. Septem
ber 2014 (Urk. 6/36), ein Aufbautraining vom 2. September 2014 bis 1. März
2015 (Urk. 6/48), ein Arbeitstraining vom 4. Mai bis 3. November 2015 (Urk
. 6/59), ein Arbeitsversuch vom 4. November 2015 bis 3. Mai 2016 (Urk. 6/66
)
sowie Arbeitsvermittlung direkt vom 31. Mai 2016 bis 30. Januar 2017 (Urk. 6/73
). Am 21. September 2016 wurde die Unterstützung bei der Stellensuche abge
schlossen
und die Rentenprüfung eingeleitet (Urk. 6/79). Nach durchgeführtem Vorbe
schei
d
verfahren (Urk. 6/82-83 und Urk. 6/85) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. März 2017 einen Leistungsanspruch (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X._ am 15. Mai 2017 Beschwerde und beantragte, es sei ihm unter Aufhebung der Verfügung vom 30. März 2017 eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen, eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihn medizinisch begutachten zu lassen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss
mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-92), was dem Beschwerdeführer am 16. Juni 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen
Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vor
dergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
trächtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Be
las
tungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
li
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selb
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
ver
sicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fü
gung vom
30. März 2017
(Urk. 2) damit, dass
beim Beschwerdeführer keine langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege. Die Arbeitsunfähig
keit sei vorwiegend durch ausserordentliche Umstände in der früheren Tätigkeit als Sales Director ausgelöst worden, wobei diese invaliditätsfremden Einfluss
faktoren unberücksichtigt zu bleiben hätten.
2.2
Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, dass er an einer invalidi
sie
renden depressiven Störung leide. So sei er seit seinem psychischen Zusammen
bruch im Jahr 2012 in psychiatrischer Behandlung und dennoch bleibe er in der angestammten Tätigkeit als Sales Manager mit Kaderfunktion arbeitsunfähig, da ein Wiedereinstieg in eine solche anspruchsvolle Tätigkeit mit viel Leistungsdruck zu einer erneuten Dekompensation führen würde. Dass seine psychische Erkran
kung rein auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen sei, stelle mangels um
fassender psychiatrischer Abklärungen lediglich eine unbewiesene Behauptung dar (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der Klinik B._ vom 21. Dezember 2012 (Urk. 6/11 S. 2-3) zuhanden der Axa Krankentaggeldversicherung wurde über den dortigen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 6. August bis 15. September 2012 berichtet und es wurden folgende Diagnosen genannt:
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F 32.1) bei multifaktorieller psychosozialer Belastung vorwiegend
durch hohe Arbeitsbelastung und latente Konflikte am Arbeitsplatz sowie
Paarkonflikt mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms
(ICD-10: Z 73.0)
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z 73.1)
-
Angst- und Panikstörung (ICD-10: F 41.0)
Der Beschwerdeführer habe in der Folge von langjährig beruflicher Überlastung mit chronischen Schlafstörungen sowie Umstrukturierungsmassnahmen in der Firma mit Kränkung und Konflikten vor einer wichtigen Sitzung Anfang Juni 2012 eine erste Panikattacke erlitten. In diesem Zusammenhang sei es zu sozialem Rückzug, Antriebsminderung, gedrückter Stimmung, Versagens- und Zukunfts
ängsten, zunehmenden Konflikten bei Reizbarkeit und Aggressivität mit ent
sprechenden Schuldgefühlen insbesondere gegenüber der Familie, zunehmender psychovegetativer Dysregulation und körperlich-kognitiver Leistungsminderung gekommen. Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei der 8. Juni 2012 gewesen. Der stationäre Aufenthalt habe den Gesundheitszustand insofern verbessert, dass der Beschwerdeführer in die gemeinsame Wohnung mit der Ehefrau und den beiden Kindern zurückgegangen sei. Er sei für die Dauer der stationären Hospitalisation sowie die Zeit der häuslichen Restrukturierung bis zum 23. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Anschliessend sei eine sukzessive, stufenweise berufliche Wiedereingliederung ab Ende September 2012 - beginnend mit etwa 40 % Arbeitsfähigkeit - empfohlen worden. Der Beschwerdeführer habe die Klinik in einem Zustand guter psychovegetativer Stabilisierung mit Besserung der de
pressiven und Angstsymptomatik sowie Rückgewinnung von Antrieb, Gelassen
heit und verschiedener Möglichkeiten der Stressbewältigung verlassen.
3.2
Dr. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher den Beschwerdeführer seit dem 9. November 2012 behandelt, stellte in seinem Bericht vom 15. Februar 2013 (Urk. 6/22 S. 2-4) zuhanden der AXA Krankentaggeldversicherung folgende Diagnosen:
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F 32.1) bei multifaktorieller psychosozialer Belastung vorwiegend
durch hohe Arbeitsbelastung und latente Konflikte am Arbeitsplatz sowie
Paarkonflikt mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms
(ICD-10: Z 73.0)
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z 73.1)
-
Angst- und Panikstörung (ICD-10: F 41.0)
Die (psychiatrisch-)psychotherapeutische Behandlung mit existenzanalytisch orien
tierten wöchentlichen Gesprächen werde unter Einbezug eines Achtsam
keits
trainings - und bei Bedarf unter Einbezug der Ehefrau - durchgeführt. Aktu
ell erfolge keine Medikation, da ein medikamentöser Behandlungsversuch wegen Nebenwirken gescheitert sei und da der Beschwerdeführer darauf ver
zichten wolle. Eine solche medikamentöse Behandlung sei nicht zwingend not
wendig. Wie sich leider erwiesen habe, sei der Wiedereinstieg am alten Arbeits
platz mit einer 40%igen Arbeitsfähigkeit verfrüht erfolgt. So sei der Beschwerde
führer vom 22. Oktober bis 30. November 2012 zu 60 % und seit dem 1. Dezem
ber 2012 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. In einer angepassten Tätigkeit wäre er nun zu 40 % arbeitsfähig. Da die Ausübung einer Management-Aufgabe in einer Gross
firma wie A._ mit einer Teilarbeitsfähigkeit von 40 % schlicht unrealistisch sei, sei zu klären, wie er eingesetzt werden könne, sodass er in konstruktivem Sinne Ja sagen könne. Der Beschwerdeführer sei diesbezüglich mit seinem Vorgesetztem in direktem Gespräch. Es sei derzeit nicht möglich, eine zeitliche Prognose bezüglich einer Vollarbeitsfähigkeit zu stellen. Die tieferliegende Problematik des Beschwerdeführers sei erst im weiteren Behandlungsverlauf nach dem Aufenthalt in der Klinik B._ richtig deutlich geworden. Der bisherige Verlauf zeige, dass sich der Beschwerdeführer auf einen längeren Genesungsweg einzustellen habe. Grundsätzlich dürfe die Prognose als gut bezeichnet werden und es sei damit zu rechnen, dass er seine 100%ige Arbeitsfähigkeit wiederer
langen werde. Ob es für ihn allerdings sinnvoll und richtig sei, wieder eine solche Managementaufgabe zu übernehmen, sei momentan ernsthaft zu bezweifeln.
3.3
Dr. C._ nannte in seinem Bericht vom 22. Juni 2016 (Urk. 6/76) zuhan
den der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen:
-
Status nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F 32.1)
-
Status nach Angst- und Panikstörung (ICD-10: F 41.0)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 73.1)
-
PSSI: selbstbehauptend(-antisozialer) Stil (T-Wert: 71)
Die Medikation beinhalte Valdoxan und Surmontil in Reserve. Bezogen auf seine frühere Tätigkeit als Sales Director bei der Firma A._ sei die Prognose un
günstig. So sei die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Dekompensation hoch, wenn der Beschwerdeführer wieder in gleicher Funktion unter gleichen Arbeits
anforderungen und -bedingungen arbeiten müsste. Aufgrund des Verlaufs der vergangenen Jahre sei damit zu rechnen, dass dies so bleibe. Als Sales Director könnte er bei 80 % Präsenzzeit eine 50%ige Belastbarkeit erreichen, wobei es unrealistisch sei, als Sales Director eine Teilzeitanstellung zu finden. In einer angepassten Tätigkeit sei die Prognose günstig. So könne der Beschwerdeführer ab sofort ein Arbeitsgebiet und eine Arbeitsstelle finden, die ihn interessiere, in die er sich gerne hineingebe, die er als sinnvoll erlebe und in der er nicht mehr dem Druck unterliege. Dann erreiche er eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die aktu
elle zeitliche Einschränkung des Arbeitstages betrage 94 % (8-Stunden-Arbeits
tag), wobei die aktuelle Belastbarkeit aufgrund der Erfahrung bei der Firma D._ GmbH 62.5 % (durchschnittlich 5 Stunden konzentrierte Leistung pro Arbeitstag) betrage, was in einer 58.75%igen Arbeitsfähigkeit resultiere.
4.
4.1
Aus den Berichten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach seinem psychi
schen Zusammenbruch im Juni 2012 an einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.1) mit Entwicklung eines Erschöpfungs
syndrom
s (ICD-10: Z 73.0)
und an einer
Angst- und Panikstörung (ICD-10: F 41.0)
litt (vgl. E. 3.1 und 3.2).
Aus dem B
ericht der
Klinik B._
vom
Dezember 2012
, wo
der Beschwerdeführer
während
rund 6 Wochen
stationär behandelt wurde, geht hervor, dass
der Beschwerdeführer
unter verschiedenen beruflichen
und familiären Belastungen litt. So wurde bei der Diagnose explizit festgehalten, dass sich die Depression
bei multifaktorieller psychosozialer Belas
tung vorwiegend durch hohe Arbeitsbelastung und latente Konflikte am Arbeits
platz sowie Paarkonflikt
hin zu einem Erschöpfungssyndrom entwickelt hat (vgl.
E. 3.1 und E. 3.2). Auch die Angst- und Panikstörung trat lediglich im Zusam
men
hang mit dem Erschöpfungssyndrom auf. Angesichts dieser klaren diagnostischen Einordnung sowohl durch die Klinik B._ als auch durch den behandelnden Psychiater Dr. C._ handelt es sich bei den darge
legten psy
chosozialen Faktoren - entgegen der Auffassung des Beschwerde
füh
rers (Urk. 1 S. 9) - nicht um unbewiesene Behauptungen.
Der behandelnde Psychiater Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom 22. Juni
2016 (vgl. E. 3.3) eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszu
standes fest und diagnostizierte einen Status nach Depression und nach Angst- und Panik
störung. Die remittierte psychiatrische Symptomatik ergibt sich auch aus der aus
führlich dargelegten Befundlage, wobei anzumerken ist, dass die Feststellungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsversuch bei der D._ GmbH (vgl. Urk. 6/66) nicht auf eigenen Beobachtungen oder Untersuchungen von Dr. C._ beruhen, sondern er lediglich die Schilderungen des Beschwerde
führers wiedergab. Die fachärztliche Einschätzung der Remission der psychischen Erkrankung überzeugt auch angesichts des Umstandes, dass bereits beim Austritt aus der Klinik B._ im September 2012 ein verbesserter psy
chischer Gesundheitszustand festgestellt wurde (vgl. E. 3.1). Zudem konnte der Beschwerdeführer im Zeitraum seit der Anmeldung zum IV-Leistungsbezug im Januar 2013 bis zum September 2016 diverse Eingliederungsmassnahmen erfolg
reich absolvieren, was ebenfalls für eine stabile psychische Situation spricht (vgl. Sachverhalt E. 1).
Mit der durch den behandelnden Psychiater nachvollziehbar diagnostizierten Remission der mittelgradigen depressiven Episode im Zusammenspiel mit einem
Erschöpfungssyndrom
sowie der damit zusammenhängenden Angst- und Panik
störung liegt auch keine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit (mehr) vor, welche für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens vor
aus
gesetzt wäre (vgl. E. 1.2). Entsprechend ist spätestens im Zeitpunkt der Be
richterstattung keine rechtserhebliche Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. So ge
nü
gt eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine erneute psychische Dekompensation in der bisherigen Tätigkeit als Sales Director mit Management-Aufgaben nicht, um eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Entsprechend erübrigt sich auch eine psychiatrische Abklärung - wie vom Beschwerdeführer verlangt (Antrag 3 von Urk. 1).
4.2
Im Weiteren ist festzuhalten, dass
beim psychischen Zusammenbruch im Juni 2012
psychosoziale Faktoren im Vordergrund
standen
, welche die psychischen Probleme, namentlich die
mittelgradige
depressive Episode
und die Angst- und Panikstörung
, de
s
Beschwerde
führers ausgelöst haben. Wu
rden wie vorliegend im Wesentlichen nur Befunde erhoben, die in den psychosozialen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden,
lag auch von Anfang an
kein
invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden
vor
(vgl. vorstehend E.
1.3
).
4.3
Die beim Beschwerdeführer ausserdem diagnostizierten a
kzentuierte
n
Persönlich
keitszüge (ICD-10
:
Z
73.1)
im selbstbehauptend(-antisozialen) Stil
fallen als solche
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_558/2015 vom 22.
Dezember
2015 E. 4.2.4).
4.4
Zusammenfassend
ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
geg
nerin zum Schluss gelangte, dass
kein
invalidisierender
Gesundheitsschaden
mit dauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen
ist
.
5.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.