Decision ID: 311a67af-af23-41a9-b132-82054be6a741
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
stand bei der
Y._
AG als Maurer in einem Arbeitsverhältnis (vgl. Urk. 8/4), als er
sich am 22. August 2002
erst
mals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk. 8/1). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen verneinte die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit
Einspracheentscheid
vom 18. Dezember 2003 (Urk. 8/30) einen Rentenanspruch (Urk. 8/15). Die hiergegen am
27. Januar 2004
erhobene Beschwerde (Urk.
8/31
) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 1. Dezember 2004 ab (Prozess Nr. IV.2004.00059, Urk. 8/41).
1.2
Am 16. Juni
2005 beantragte
der Versicherte
berufliche Massnahmen (Urk. 8/43
). Die IV-Stelle wies sein Leistungsbegehren mit Verfügung vom 29. Juni 2005 ab (Urk. 8/44).
1.3
Mit Anmeldung vom 30. November 2006 stellte der Versicherte erneut ein
Leis
tungsbegehren
(Urk. 8/46 = Urk. 8/50
).
Im Rahmen der medizinischen Abklä
rungen
liess ihn
die IV-Stelle
durch das
Z._
begutachten (Gutachten vom 19. Dezember 2008
;
Urk. 8/78) und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 16. März 2009 (Urk. 8/89).
1.4
Am 8. Oktober
2013 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Ge
sund
heitszustandes geltend (Urk. 8/97). Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2014 stellte die IV-Stelle in Aussicht, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk. 8/103). Nachdem der Versicherte dagegen am 17. Februar 2017 Einwände erhoben hatte (Urk. 8/105),
holte
die IV-Stelle
beim
A._
ein
Gutachten
ein, das am 19. Januar 2015 erstattet wurde
(Urk. 8/130). Mit Vorbescheid vom 18. Februar 2015 teilte die IV-St
elle dem Ve
r
sicherten mit,
sie gedenke, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu ver
neinen (Urk. 8/135). Dagegen erhob der Versicherte am 20. März
2015 Einwände
(Urk. 8/140;
Einwandergänzung
vom 21. April
2015, Urk. 8/
152), worauf hin die
IV-Stelle nach
weiteren Abklärungen (vgl.
Urk.
8
/154, 8/157-158, 8/161), zu wel
chen der Versicherte am 20. Januar 2016 Stellung
nahm
(Urk. 8/166)
,
das
Ren
tenbegehren
mit Verfügung vom 11. April 2016 abwies (
Urk. 2 =
Urk
. 8/172).
2.
Gegen die Verfügung vom 11. April 2016 (Urk. 2) erhob der Versicherte
am 10. Mai 2016 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni
2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 19. Septem
ber 2016 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozess
führung
gewährt und ihm Rechtsanwalt Stefan
Galligani
als unentgeltlicher Rechtsbeistand für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70
Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verän
de
rung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kö
nnen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung davon aus, dass seit der letzt
maligen Abweisung des Rentengesuchs ein weitgehend unveränderter Gesund
heits
zustand vorliege.
Eine
rück
enadaptierte
körperlich leichte
Tätigkeit sei de
m
Beschwerdeführer
zumutbar, aufgrund eines verla
ngsamten Arbeitstempos und eines
erhöhten Pausenbedarf
s
bestehe eine Leistungsfähigkeit von 90 % bei einem vollen Arbeitspensum (Urk. 2 S. 2 Mitte).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, die behandelnden Ärzte hätten in einer fachkundigen Exploration festgestellt, dass er aufgrund seiner Schmerzen und seines psychischen Zustands nicht mehr in der Lage sei, einer Arbeit nach
zugehen. Die jahrelange Therapie habe keine wesentliche Verbesserung gebracht.
Der 2010 eingesetzte Rückens
t
imulator habe zwar eine leichte Verbesserung der Schmerzen gebracht, eine vollständige Arbeitsfähigkeit sei dennoch bei weitem nicht gegeben. Der psychische Zustand habe sich infolge
Retraumatisierung
im Jahr 2012 stark verschlechtert (Urk. 1 S. 10).
2.3
Zu prüfen ist, ob sich der massgebliche Sachverhalt zwischen der Verfügung
vom 16. März 2009 (Urk. 8/89) und der angefochtenen Verfügung vom 11.
April 2016 (
Urk.
2) in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat.
3.
3.1
Bei der letztmaligen
Verneinung
des Renten
anspruchs
stützte sich die
Be
schwer
degegnerin
auf das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 19. Dezem
ber 2008, an welchem
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin,
Dr.
C._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabili
tation und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mitwirkten (Urk. 8/78). Darin
wurden
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(S.
34
Ziff.
6.1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
bzw.
lumboradikuläres
Schmerz
syn
drom
mit intermittierender Reizung der Nervenwurzel S1 links mit/bei:
-
Fehlhaltung der Wirbelsäule
-
myostatischer
Insuffizienz
-
weichteilepiduraler
Narbenbildung links lateral um die Nervenwurzel S1 bei Status nach
Hemilaminektomie
und Dekompression LWK5/SWK1 links am 8.
April
2002
-
Status nach CT-gesteuerter
periradikulärer
Kortikoidtherapie
der Wurzel L5 und S1 links am 8.
September
2008 mit deutlicher und aktuell noch anhaltender
Beschwerderegredienz
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden
ein
diskret ausgeprägtes chro
nisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
, eine
Dysthymia
(F34.1)
und eine
gemischte
Hyperlipidämie
unter
Statintherapie
genannt (S. 34 Ziff. 6.2).
Die internistische Untersuchung habe ergeben, dass der klinische Zustand ausser einer
Tinea
corporis
im Bereich des Halses und des Stammes altersentsprechend unauffällig sei, ohne Hinweise für eine kardiopulmonale Pathologie. In den Laboruntersuchungen habe sich das Vorliegen einer gemischten
Hyperlipidämie
(Typ IV nach
Fredrickson
), welche
medikamentös behandelt sei, bestätigt. Auch in den Zusatzuntersuchungen
hätten
sich keine pathologischen Befunde nach
weisen lassen, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe
ten
(S. 37).
Bei der rheumatologischen Untersuchung
hätten
sich zahlreiche Inkonsistenzen
gefunden
, die für die Tendenz zur Selbstlimitierung sprächen. Zu objektivieren sei eine ausgeprägte
myostatische
Insuffizienz mit daraus resultierender
Fehl
hal
tung
und somit ständiger Fehl- und Überbelastung des Achsenorgans. Im Bereich des linken Beckens b
eziehungsweise
der linken unteren Extremität impo
nie
rten
zudem eine
Kettentendomyose
mit multiplen
Insertionstendino
pa
thien
beziehungsweise
Tendinosen
und
eine
Funktionsstörung des linken
Iliosa
kralgelenks
. Sichere Hinweise für eine aktuelle
radikuläre
Symp
to
ma
ti
k fänden sich nicht. Die vom Beschwerdeführer beschriebene Hypästhesie des
dorso
la
teralen
Ober- und Unterschenkels sowie
F
ussrandes links entspreche dem
Dermatom
S
1.
Bei Status nach Nervenwurzelkompression S1 im Jahr 2002 und konsekutiver operativer Dekompression sei
sie
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit als Residuum zu interpretieren. Ein Teil
der
Beschwerden erklärten sich aus der
Insertionstendinopathie
der linken
Spina
iliaca
posterior
superior
(
SIPS
)
, de
n
Trochantertendinosen
, dem hypertonen
Tractus
iliotibialis
und dem
hyper
tonen
Ansatz des
Musculus
p
i
riformis
. Die aktuellen konventionellen Röntgen
aufnahmen der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
ergäben zwar eine minime
Chondrose
L5/S1 und eine minime
Spondylarthrose
L5/S1 rechts mehr als links,
die
jedoch nicht über das altersentsprechende Mass hinausgeh
end
seien
. Im
MRI
der LWS von Jan
uar 2006 könne auf dem operierten Niveau L5/S1 eine leichte narbige Alteration der Nervenwurzel S1 links lateral
gesehen werden
,
es gebe
je
d
och
keine Zeichen einer reaktiven Nervenwurzelschwellung. Die
Neuroforamina
kämen
nicht eindeutig zur Darstellung, eine
Rezidivhernie
bestehe nicht, eb
e
nso
wenig
gebe es
Hinweise für eine
Myelonkompression
. Die
Halswirbelsäule (
HWS
)
sei altersentsprechend frei beweglich, segmentale
F
unktionsstörungen könnten
nicht objektiviert werden
. E
in Klopf-, Druck- oder Rüttelschmerz lasse sich ni
cht auslösen
. D
ie Muskelansätze seien nicht druckschmerzhaft und radiologisch fänden sich nur minime
Chondrosen
der Bandscheiben C3/4, C4/5 und C5/6, die aber ebenfalls nicht über das altersentsprechende Mass hinaus gingen. Ins
ge
samt bestehe eine auffallende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren klini
schen und radiologischen Befunden im Vergleich zu den vom Beschwerdeführer demonstrierten Besch
werden und Schmerzen (S. 38).
Der ausschliesslich die Arbeitsfähigkeit limitierende Gesundheitsschaden sei aus rheumatologischer Sicht die eingeschränkte Belastbarkeit der LWS. Somit sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maurer mit regelrecht auftretenden wirbelsäulen
belastenden Bewegungsmustern nicht mehr zumutbar. Hingegen bestehe in eine
r
körperlich leichten und wechselbelastenden
Tätigkeit ohne Arbeiten in
Zwangs
haltungen
und ohne das mehr als gelegentliche Arbeiten über die Armhorizon
tale hinaus eine vol
lständige
Arbeitsfähigkeit (S. 38).
Der Beschwerdeführer
habe
sich im
R
ahmen der psychiatrischen Exploration im Kontaktverhalten etwas verschlossen und misstrauisch mit niedergeschlagener Grundstimmung und
leichtgradi
g
eingeschränkter affektiver
Schwingungsfähig
keit
gezeigt
. Die Beschwerdeschilderun
gen hätten einen deutlich
appell
a
tiven
Charakter, wiederholt ber
ichte
der Beschwerdeführer über
„
schlimme Dinge wäh
rend des Bürgerkrieges in
E._
", obwohl er sich während dieser Zeit eigentlich bereits in der Schweiz befunden habe. Die Schilderungen seien hinsichtlich Glaubwürdigkeit nicht überprüfbar, die Erlebnisse hätten aber die Arbeitsfähigkeit bis vor drei bis vier Jahren anscheinend auch nicht wesentlich tangiert.
Gesamthaft betrachtet wirkten die Angaben etwas konstruiert, eine Tendenz zur Aggravation
der
Beschwerden könne nicht ausgeschlossen werden. Zudem sei ein ausgeprägter Leidensdruck nicht spürbar. Vielmehr würden dys
funktionale Bewältigungsstrategien mit einer Tendenz zur Selbstlimitierung
deut
lich. In diagnostischer Hinsicht könne anhand der aktuellen Unter
such
ungs
befunde auf psychiatrischem Gebiet die Diagnose einer
Dysthymia
(F34.1) ge
stellt werden. Die von der behandelnden Psychiaterin formulierte Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung liesse sich hingegen
nicht bestätigen (S.
39).
D
ie aktuell vorliegende depressive Störung habe allenfalls
leichtgradigen
Cha
rak
ter. Eine dadurch bedingte gravierende Einschränkung bei den alltäglichen Verrichtungen lasse sich nicht erkennen.
A
us versicherungsmedizinischer Sicht
bestehe auf psychiatrischem Fachgebiet keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit (S. 39).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
funde sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner LWS-Problematik infolge der verminderten Belastbarkeit des Achsenorgans für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maurer auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig. Für eine körperlich leichte und rückenschonende Tätigkeit könne hingegen aus interdisziplinärer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden (S. 39).
3.2
Der diagnostischen Beurteilung im (unvollständigen) Bericht des
F._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Januar 2012 (Urk. 8/104/3-4) kann entnommen werden, dass beim Beschwerdeführer eine chronische posttraumatische Belastungsstörung mit regelmässigen nächtli
chen Intrusionen, einem Vermeidungsverhalten und einer hohen inneren An
spannung mit regelmässig auftretenden psychovegetativ geprägten
Angstepi
so
den
in agoraphobischen Situationen vorliege.
D
ies habe sich nach rezidivieren
den Traumatisierungen im Rahmen des
J._
-Konflikts vor dem eigentlichen Kriegsgeschehen in den
19
80er Jahren entwickelt. Nach seiner Flucht 1988 in die Schweiz habe die Bedrohung aufgrund der in der Heimat verbliebenen Primär- und Kernfamilie, die direkten Zugriffen durch das System ausgesetzt gewesen seien, an
gehalten
. In den letzten Jahren habe sich eine depressive Symptomatik entwickelt, die im aktuellen
A
usmass als
schwergradig
zu beur
teilen sei, und momentan im Vordergrund der psychischen Symptomatik stehe.
3.
3
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
G._
nannten im Bericht vom 30. September 2013 (
Urk. 3/3 =
Urk. 8/96
/1-4
) folgende Diagnosen:
-
posttraumatische Belastungsstörung, F43.1
-
mittelgradige depressive Episode, F32.1
-
spezifische isolierte Phobie, F40.2
-
Panikstörung, F41.0
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
mit/bei
-
Status nach Dekompression L5/S1 links bei Wurzelreizsyndrom bei
mediolateraler
Diskushernie
(
2002
)
-
Wurzelreizsyndrom S1 bei Verdacht auf
Diskushernienrezidiv
S1 links
-
beginnende
Chondrosen
L1/2 und L2/3 mit jew
e
ils kleinsten Diskushernien des medianen
Bandscheibenhinterrandes
und dabei nur geringer
V
entralimpression
des Duralsackes
-
Narbe um die di
latierte rechte S1 Nervenwurzel
-
w
inzige, nicht relevant komprimier
e
nde Disku
s
hernie im medianen
Bandscheibenhinterrand
L5/S1
(
2008
)
-
Hintergrundstimulator
(
zirka
2010
)
mit Erfolg (Reduzierung der Schmerzen im linken Bein, aber Hitzegefühle im Bein)
-
chronisches
zervikozeph
ales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
minimen
Chondrosen
C3/4, C4/5 und C5/6 (2008)
-
Hämorrhoiden-Operation
(
2011
)
Die tagesklinische Behandlung
vom 17. Oktober bis 11. Dezember 2012 (vgl. Urk. 8/151)
habe einen gut motivierten, bemühten, sehr korrekten Patienten mit guter Compliance gezeigt, der aber immer wieder
an seinen Depressionen und
Schmerzen gescheitert sei. Deutlich sei während der Behandlung die massive Tr
au
matisierung geworden, die den Gesundheitszustand kontinuierlich ver
schlech
tere.
3.
4
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemein
e Innere M
edizin, stellte im Bericht vom 16
.
September 2013 (Urk. 8/96/7) fest, eine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes habe bezüglich
Somatik
seit 2008 nicht stattgefunden. Obschon der Beschwerdeführer über persistierende Schmerzen lumbal und in den Beinen berichte, habe eine leichte Reduktion der Schmerzen nach Implantation des Rückenmark-S
t
imulators im Mai 2009 erreicht werden können. Die psychische Situation habe sich, auch infolge der sozialen Umstände verschlechtert, so dass es zu einer leichten Zunahme der Depression gekommen sei.
3.
5
I._
, praktische Ärztin für Psy
chosomatische und Psychosoziale Medizin, berichtete am 20. September
2013 (
Urk. 3/6 =
Urk. 8/96/5-6)
, der Beschwerdeführer imponiere seit Somme
r 2012, in welchem es zu einem
Konflikt
mit Todesfolge
unter verschwägerten Nach
barn
gekommen sei, mit grosser Ratlosigkeit, Gefühlsarmut, Verlust von Selbst
vertrauen und Lebenssinn und
sei
seiner Identität schamvoll beraubt. Er habe erneut Träume über kriegerische Bedrohungen und fürchte sich um die Sicher
heit seiner Ursprungsfamilie in
J._
, aber auc
h seiner Kinder in der Schweiz.
A
m 4. November 2013 (
Urk. 3/4 =
Urk. 8/98)
erklärte
die
Ärztin
I._
zusammengefasst, die Foerster-
Kriterien seien erfüllt.
3.
6
Im polydisziplinären Gutachten des
A._
vom 19. Januar 2015 (Urk. 8/130)
, an welchem
Dr.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
L._
, Facharzt für Rheumatologie,
Dr.
M._
, Fachärztin für Neurologie,
Dr.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
und
lic
. phil.
O._
mit
wirkten,
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert (S. 44
Ziff.
7):
-
chronisches
lumbospondylogenes
, DD
lumboradikuläres
Schmerz
syn
dro
m
links mit persi
s
tierender sensibler Ausfallssympt
o
matik L5 und S1 lin
k
s
-
Status nach Implantation eines Neurostimulators
(
05/2009
)
-
Status nach
Hemilaminektomi
e
LWS links
(
2001
)
wegen
Lumboradi
kulärs
y
mptomatik
L5 und S1 links bei
mediolateraler
Di
skushernie
lumbosakral
links
-
begleitende
ansatzten
dinotische
Beschwerden am med
ianen
Becken
kamm
links
-
begleitende
periarthropathische
Hüftbeschwerden links
-
leichte kognitive Störung bei Schmerzen
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel beidseits mit
zervikocephaler
Schmerzsymptomatik
, ein
meta
bo
lisches Syndrom
, ein
Restless
legs
Syndrom
,
akzentuierte Persönlich
keitszüge mit ängstlichen Anteilen
sowie eine
Dysthymie
(S. 44 Ziff. 8
).
Bei Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein im Sinne einer
Lumbo
ra
diku
lärsymptomatik
sei eine operative Behandlung der symp
tomatischen
lum
bo
sakralen
Diskushernie links im Jahr 2002 erfolgt. Anschliessen
d
habe sich eine vorübergehende Besserung der Beschwerden eingestellt, speziell der
Schmerz
ausstrahlung
ins linke Bein. In der Folge sei es immer wieder zu verstärkten Schmerzen gekommen, die aber jeweils auf therapeutische Massnahmen, insbe
sondere auch wiederholte Depotcortison-Infiltrationen angesprochen hätten. Bei persistierender Wurzelsymp
to
matik sei im Mai 2009 ein Neurostimulator im
plan
tiert worden.
D
adurch hätten sich die Beschwerden laut Angaben des Be
schwer
deführers etwas gebessert. Befragt
nach
der aktuellen Schmerzintensität im Vergl
eich
mit der Situation anlässlich der Begutachtung im Jahr 2008 spreche der Beschwerdeführer
jedoch
insgesamt von einer Schmerzverstärkung, so dass diesbezüglich anamnestisch gewisse Diskrepanzen vorhanden seien. Aktuell stünden weiterhin die belastungs- und bewegungsabhängigen Kreuz
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein im Vordergrun
d (S. 45).
Ohne Nachweis grösserer psychosozialer Faktoren und emotionaler Konflikte
habe der Beschwerdeführer eine gewisse depressive Verstimmung entwickelt und
eine psychotherapeutische Behandlung aufgenommen. Anlässlich der aktuellen Untersuchung präsentiere sich der Beschwerdeführer psychop
at
hologisch wieder in vergleichbarem Zustand wie anlässlich der Begutachtung im Jahr 200
8.
Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne nicht bestätigt werden. Der Beschwerdeführer sei anhaltend in der Lage
,
sowohl die damaligen Kriegsereignisse als auch die blutige Familienfehde ohne vegetative
Überer
reg
barkeit
oder
Vermeideverhalten
anschaulich und präzis zu schildern
.
Amnes
tische
Episoden seien n
icht beobachtet worden.
Im Vordergrund stehe nicht so sehr eine Somatisierung, sondern
eine
dysthym
depressive Verstimmung in Zusammenhang mit beengenden finanziellen Ver
hältnissen. Der Beschwerdeführer befinde sich in etwas depressiver Verstimm
ung
,
ohne jedoch das Ausmass auch nur einer rezidivierend depressiven Störung gegenwärtig
leichtgradig
zu erreichen. Er zeige gewisse Ängste in Bezug auf die aktuelle psychosoziale Lage, die Finanzen und die berufliche Entwicklung. Er schildere gewisse Ängste in Liften und in Zügen,
habe
aber problemlos zum Beispiel den Zug, das Tram und den Bus zur Exploration benutzen
können
,
und in den Akten werde eine Busreise in den
J._
beschrieben. Er sei im Besitz eines 9-Uhr-Passes für die Verkehrsbetriebe. Er zeige einen etwas geminderten
Antrieb, die Stimmungsmodulation sei etwas eingeschränkt, etwas müde wirk
ten
die Psychomotorik und die Mimik.
Es sei kein
vermeidendes V
erhalten oder
eine
vegetative
Überreg
ung
im Zusammenhang mit Berichten über die Kriegswirren
und die blutige Familienfehde
zu beobachten
. Psychotisches und
Psychose nah
es
Erleben und Verhalten könnten nicht nachgewiesen werden. Das Bewusstsein und die Orientierung seien erhalten
. Bei hintergründiger ängstlich
-unsicherer Haltung zeige der Beschwerdeführer in der Schweiz eine gute Integration und habe sich beruflich gut entwickeln können. Sozial verkehre er in der Kern
familie, habe Kontakte zu seinen Geschwistern
,
zu den Eltern und zu einem in der Nähe wohnenden Cousin. Er unternehme längere Spaziergänge alleine und zusammen mit seine
m
Sohn und gehe alleine oder mit dem Sohn schwimmen. Zu Hause erledige er kleiner
e
Haushaltsarbeiten
und
esse mit der Familie. Im
Fernsehen verfolge er Dokumentationssendungen
,
und
er
benütze den Computer
.
Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht sei aufgrund der
bestehenden
lumbospondylogenen
(
DD
lumboradikulären
)
Schmerzsymptomatik weiterh
in
v
on einer vollständig eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der früher ausgeübten körperlich schweren Tätigkeit auszugehen.
Psychiatrischerseits
habe sich keine Veränderung gegenüber der Begutachtung im Jahr 2002 ergeben un
d eine
Arbeits
unfähigkeit könne
nicht attestiert werden. In angepasster Tätigkeit sei aufgrund der persistierenden Schme
r
zsymptomatik von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Sinne eines etwas erhöhten Pausenbedarfs oder verlang
samten Arbeitstempos von 10 % auszugehen.
3
.7
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Anästhesie, berichtete am 9. April 2015 (Urk. 3/5), eine ausgedehnte wechselnde medikamentöse
Kombinationsbe
hand
lung
habe die Beschwerden nicht kontrollieren können, weswegen im Mai 2009 der elektrische Rückenmarkstimulator implantiert worden sei. Hiermit sei es für den Beschwerdeführer möglich, die Beschwerden zu reduzieren. Eine Heilung im klassischen Sinne sei zum jetzigen Zeitpunkt unrealistisch, die Beschwerden seien stark behindernd. Aufgrund der Beschwerden und der
Funk
tionseinschränkungen
könne höchstens von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für wechselnd belastende, leichte Tätigkeiten mit entsprechenden Pausen ausge
gangen werden.
3
.
8
Nachdem
Dr.
I._
am 22. Juni 2015 (Urk. 8/154) geltend
gemacht hatte
, es liege beim Beschwerdeführer möglicherweise eine andauernde
Persön
lichkeitsveränderung
(F62.1) vor, nahm der Psychiater des
A._
dazu
am 10. November 2015 wie folgt Stellung (Urk. 8/161): Nachdem
Dr.
I._
in der Vergangenheit die Diagnose einer posttraumatischen
Belas
tungs
störung
gestellt habe
, sei davon auszugehen, dass eine andauernde
Persön
lich
keitsveränderung
nach Extrembelastung (F62.0) gemeint sei. Da im Gutachten
die Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung nicht gestellt worden sei
, könne auch die Diag
nose einer andauernden Persönlichkeitsveränderung (
F62.0) nicht gestellt werden. Der Beschwerdeführer kümmere sich fürsorglich um
seinen Sohn, was gegen das Vorliegen einer Persönlichkeitsveränderung spreche
.
4.
4.1
In somatischer Hinsicht hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht wesentlich verändert. So stimmen die somatischen Diagnosen im Gutach
ten des
Z._
vom 19. Dezember 2008 (E. 3.1) mit denjenigen im Gutachten des
A._
vom 19. Januar 2015 (E. 3.6) im Wesentlichen überein
und
die Experten gingen
im Jahr 2008
wie
auch im Jahr 2015 davon aus, dass
die eingeschränkte Belastbarkeit der LWS beziehungsweise
die belastungs- und
bewegungsabhäng
i
gen
Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein
im Vordergrund stünden.
Die Gutachter des
A._
gingen sogar von einer leichten Verbesserung aus, da
sich
mit der Implantierung des Neurostimulators
die Beschwerden etwas ge
bessert hätten
(Urk. 8/130 S. 45)
. D
ie
se
Einschätzung
wird durch die behandeln
den Ärzte
bestätigt:
Laut den Ärzten des Medizinischen Zentrums
G._
(E. 3.3)
sei die Implantation des
Neurostimulators
ein Erfolg. D
ie Schmerzen ins linke Bein hätten sich reduziert, allerdings beklage der Beschwerdeführer ein Hitzegefühl im Bein.
Hitzegefühle beklagte er
indessen
bereits anlässlich der Be
gutachtung im
Z._
(Urk. 8/78 S. 18 oben)
, so dass von einer uneinge
schrän
k
ten Verbesserung des somatischen Zustandes ausgegangen werden kann
.
Auch der behandelnde Hausarzt berichtet
e
über eine leichte Schmerzred
u
ktion seit der Implantation des
Rückenmark-S
t
imulators (E. 3.4)
und
Dr.
P._
erwähnte, mit dem Rückenmarkstimulator sei es dem Beschwerdeführer möglich, die Beschwerden zu reduzieren (E. 3.7)
.
4.2
Was die psychischen Beschwerden betrifft, liegt auch in diesem Bereich keine Verschlechterung vor. Sowohl im
Z._
-Gutachten (E. 3.1) als auch im
A._
-Gut
achten (E. 3.6) wird eine
Dysthymie
(F.
34.1) diagnostiziert.
In beiden Gut
achten wurde das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung
nach
voll
ziehbar
verneint
.
Laut höchstrichterlicher Rechtsprechung entsteht e
ine posttraumatische
Belas
tungsstörung
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastro
phen
artigen Ausmasses (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Ver
zweiflung hervorrufen würde. Angst und Depression sind häufig mit den Symp
to
men und Merkmalen einer
posttraumatischen Belastungsstörung
assoziiert
,
un
d Suizidgedanken sind nicht selten. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über (BGE 142 V 342 E. 5.1
mit Hin
weis
). Progrediente Entwicklungen widersprechen dem zu erwartenden degressi
ven Charakter posttraumatischer Störungen.
D
ie Herleitung und Begründung der Diagnose
hat
besonderes
Gewicht
. Wenn das auslösende Trauma allein durch die subjektiven Angaben und Schilderungen der betroffenen Person belegt wird, lässt sich ein entsprechender Nachweis in aller Regel nicht ohne weiteres erbringen (BGE 142 V 342 E.
5.2.2 und Urteil 9C_687/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2). Des Weiteren erfordert die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung eine eingehende Prüfung. Diese beträgt nach ICD-10 wenige Wochen bis (sechs) Monate.
Eine
b
esondere Begründung braucht es dabei in jenen Fällen in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden soll (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_195/2015 E.
3.3.3 mit weiteren Hinweisen), wobei ein nur gelegent
liches Auftreten von Flashbacks oder Alpträumen nicht genügt, um eine
post
traumatische Belastungsstörung
zu begründen.
Schliesslich
weist das Bundesgericht
regelmässig
auf den Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag hin, dem bei der Würdigung medizini
scher Berichte Rechnung zu tragen ist (vgl. etwa Urteile 9C_169/2015 vom
12. Oktober
2015 E.
4.2.2, 8C_260/2011 vom 2
5.
Juli
2011 E.
5.2 und 8C_567/
2010
vom 1
9.
November 2010 E.
3.2.2). Ganz besonders betont wurde dies angesichts einer Beurteilung durch eine auf Folterfolgen spezialisierte Ärztin, wo der Eindruck entstand, dass darin die Auseinandersetzung mit der belastenden Vorgeschichte zu sehr im Mittelpunkt der Untersuchung gestanden habe und dadurch ein verzerrtes Bild der Versicherten gezeichnet worden sei. Demgegenüber wurde der Beurteilung durch einen nicht mit der Versicherten vorbefassten Gutachter eine repräsentativere Wahrnehmung zugebilligt (Urteil des Bundesgerichts I 715/05 vom 2
7.
Januar 2006 E.
6.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts I 812/04 vom 1
4.
Januar 2006 E. 2.4).
In Anwendung dieser Rechtsprechung ist bezogen auf die durch
Dr.
I._
gestellte Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung
die gleiche
Zurückhaltung angezeigt.
Umso mehr fällt ins Gewicht, dass es an der
Nach
voll
ziehbarkeit
der Herleitung der Diagnose fehlt:
Dr.
I._
beschrieb im Bericht vom 26. März 2007 (Urk. 8/55) überwiegend bedrohliche Kriegs
er
eig
nisse, die der Beschwerdeführer nicht selber erlebt hat, sondern seine Angehö
rigen.
Betreffend die Ereignisse im Sommer 2012, die für den Beschwerdeführer
belastend gewesen seien
, machte
Dr.
I._
keine konkret
en Angaben zum Geschehensablauf
und der Rolle des Beschwerdeführers darin, sondern wies nur auf ein schwelendes aggressives Potential seitens der stark verschwägerten Nachbarn, das sich mit teils tödlichem Ausgang entladen ha
be
, hin (vgl. Urk. 8/96/5-6).
Die Ärzte des
F._
(E. 3.2)
diagnostizierten eine
post
traumatische Belastungsstörung bereits nach einer einzigen Sitzung und
die Her
leitung beschränkt
e
sich auf den Hinweis auf nicht konkret beschriebene rezidivierende Traumatisierungen im Rahmen des
J._
-Konflikts vor dem eigent
lichen Kriegsgeschehen und die Bedrohung seiner Kernfamilie, nachdem der Beschwerdef
ührer das Land verlassen hatte.
Dagegen hielten die
Gutachter des
A._
fest, der Beschwerdeführer sei anhaltend in der Lage gewesen, sowohl die damaligen Kriegsereignisse wie auch die blutige Familienfehde ohne vege
ta
tive
Übererregbarkeit
oder
Vermeideverhalten
anschaulich und präzis zu schil
dern, und es seien keine
amnestische
Episoden beobachtet worden
(Urk. 8/130 S. 46)
.
Bereits die Gutachter des
Z._
konnten die Symptome
, abgesehen von seit drei bis vier Jahren bestehenden
„
schlechten Träumen",
einer
posttrau
mati
schen Belastungsstörung
nicht eruieren und merkten an, der Beschwerdeführer habe über
„
schlimme Dinge
"
im Bürgerkrieg in
E._
berichtet, ob
wohl er sich während des Krieges in der Schweiz aufgehalten habe (Urk. 8/78 S. 32).
Nicht
selber wahrgenommene bedrohliche Ereignisse
können wohl kaum
als
aussergewöhnliche
Bedrohung der eigenen Persönlichkeit qualifiziert werden
,
selbst
wenn die bedrohten Personen
der Kernfamilie angehören. Es ist daher
eher unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Kriegsereig
nisse
in seinem Heimatland an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.
4.3
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von keiner Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit März 2009 ausgegangen ist.
Insoweit die
A._
-Gutachter dem Beschwerdeführer für die Perioden der teilstationären Therapien eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiert haben (Urk. 8/130 S. 49)
,
ist anzufügen, dass sich der Beschwerdeführer vom 8. Mai bis 31. Juli 2012 einer Behandlung in der Psychiatrischen Universitätsklinik (vgl. Austrittsbericht vom 3. Oktober 2012, Urk. 8/150) und vom 17. Oktober bis 11. Dezember 2012 einer solchen im Medizinischen Zentrum
G._
(vgl.
E. 3.3)
unterzogen hat
. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit während dieser Perio
den
hat nur vorübergehenden Charakter und damit keinen Einfluss auf die
An
spruchs
berechtigung
(vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV).
Da auch nichts darauf hindeutet, dass sich in erwerblicher Hinsicht eine rele
vante Änderung ergeben hat,
wurde der Rentenanspruch zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuer
legen
, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung
aber
unter
Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
5.2
Der vom
unentgeltlichen
Rechtsvertreter mit Honorarnote vom
23. Juni 2017
geltend gemachte Aufwand von
11 Stunden und 20 Minuten
(Urk.
17
)
scheint angesichts
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
an der oberen Grenze zu sein
, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass er d
en
Beschwerdeführer schon
seit der Neuanmeldung im Oktober 2013
vertrat und die Akten somit bekannt waren
.
B
ei Anwendung des gerichtsüblichen
Stunden
an
satzes
von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ist die Entschädigung
auf
2'492.60 zuzüglich Mehrwertsteuer festzulegen.
Weiter verrechnete der Rechtsvertreter Fr.
269.-- für 538
Kopien
,
was nicht nachvollziehbar ist, da die Beschwerdegegnerin auf Gesuch
hin
ihre Akten üblicherweise - w
ovon auch hier auszugehen ist -
in Kopie
abgibt,
so dass sich
das Erstellen von Kopien erübrigt. Das Gericht zieht sodann von Amtes wegen
die
Vorakten
bei (
§
21
Abs.
1
GSVGer
), weshalb das Einreichen von entspre
che
n
den Unterlagen unterbleiben kann und die Entschädigung für Kopien
ermes
sens
weise
auf
Fr.
5
0.--
zu reduzieren
und die Auslagen insgesamt auf Fr.
9
4.--
(zu
züglich Mehrwertsteuer) festzusetzen ist
.
Insgesamt ist damit die Entschädigung
auf
aufgerundet
Fr. 2‘
800.--
(
inklusive
Mehrwerts
teuer) festzusetzen und von der Gerichtskasse
zu bezahlen, auch dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.