Decision ID: d6008ce4-2dad-4152-a8d2-802919605d55
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Schreiben vom 14. September 2018 (BVGer-act. 1/3) teilte die ta-
rifsuisse ag (nachfolgend: tarifsuisse), vertreten durch Rechtsanwalt Valen-
tin Schumacher, der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons
Bern (nachfolgend: GEF) bzw. dem Spitalamt Bern (nachfolgend: Spital-
amt) mit, dass die Vertragsverhandlungen bezüglich der SwissDRG-Base-
rates für die Jahre 2012 bis 2018 hinsichtlich sämtlicher von ihr vertretenen
und im Rubrum aufgeführten Krankenversicherer definitiv gescheitert
seien. Gleichzeitig machte die tarifsuisse von ihrem Recht Gebrauch, ihre
bisherigen Anträge zu ergänzen. In der Folge reichten die Insel Gruppe AG
und die tarifsuisse jeweils mit Eingaben vom 29. März 2019 (BVGer-
act. 1/4, 1/5) und vom 16. März 2020 (BVGer-act. 1/6, 1/7) ihre Stellung-
nahmen beim Spitalamt ein.
A.b Mit Brief vom 18. März 2021 (BVGer-act. 1/8) liessen die rubrizierten
Krankenversicherungen beim Spitalamt um Mitteilung ersuchen, wie der
gegenwärtige Stand des Verfahrens sei und bis wann spätestens mit einem
Festsetzungsentscheid gerechnet werden dürfe. Gleichzeitig behielten sie
sich die Einreichung einer Rechtsverweigerungs- und -verzögerungs-
beschwerde vor.
A.c Das Spitalamt gab mit Schreiben vom 6. April 2021 (BVGer-act. 1/2)
zur Antwort, es hätten seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie und den da-
mit verbundenen Sonderaufgaben des Amts keine weiteren Abklärungen
erfolgen können. Das Spitalamt hoffe, dem Regierungsrat im Herbst 2021
einen Beschlussentwurf vorlegen zu können.
B.
B.a Mit Eingabe vom 4. Juni 2021 (BVGer-act. 1) erhoben die erwähnten
sieben Krankenversicherungen (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen),
alle vertreten durch die tarifsuisse, diese weiterhin vertreten durch Rechts-
anwalt Valentin Schumacher, Rechtsverweigerungsbeschwerde bei der
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Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern (nach-
folgend: GSI; Eingang: 9. Juni 2021), welche sich gegen das Spitalamt
richtete, und stellten die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Die Beschwerde sei gutzuheissen.
2. Es sei festzustellen, dass die Vorinstanz in der Behandlung des Gesuchs be-
treffend Festsetzung der SwissDRG-Baserates universitär für die Jahre 2012
– 2018 eine ungebührliche Verzögerung bzw. eine Rechtsverweigerung be-
gangen hat.
3. Die Vorinstanz sei unter Ansetzung einer einmonatigen Frist zu verpflichten,
einen Beschlussentwurf betreffend Festsetzung von SwissDRG-Baserates
universitär für die Jahre 2012 – 2018 dem Regierungsrat vorzulegen.
4. Unter Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons Bern."
Die Beschwerdeführerinnen beanstandeten die Untätigkeit des Spitalamts
bzw. einen Verfahrensstillstand von mehr als 14 Monaten, welcher sich
nicht durch die COVID-19-Pandemie begründen lasse (BVGer-act. 1 S. 4,
8 f.).
B.b Das Rechtsamt der GSI führte in der Folge die Instruktion des Be-
schwerdeverfahrens durch (BVGer-act. 2/1 ff.).
B.c Mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2021 (BVGer-act. 2/3) beantragte das
Spitalamt die Abweisung der Beschwerde. Es führte aus, dem Antrag der
Beschwerdeführerinnen und dem Eventualersuchen des Rechtsamts der
GSI, innert Monatsfrist einen entsprechenden Beschlussentwurf vorzule-
gen (BVGer-act. 2/1), könne aus verschiedenen Gründen nicht nachge-
kommen werden (BVGer-act. 2/3 S. 3).
B.d Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2021 (BVGer-act. 2/5) machte das
Spitalamt – aufforderungsgemäss (BVGer-act. 2/4) – Angaben zu den bis-
herigen sowie den geplanten Verfahrensschritten hinsichtlich der Ausarbei-
tung des besagten Beschlussentwurfs.
B.e Auf entsprechende Anfrage des Rechtsamts der GSI hin (BVGer-
act. 2/6) liessen die Beschwerdeführerinnen mit Schreiben vom 30. Juli
2021 (BVGer-act. 2/7) mitteilen, sie würden an der Rechtsverweigerungs-
bzw. -verzögerungsbeschwerde vom 4. Juni 2021 festhalten.
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B.f In ihrer Verfügung vom 15. September 2021 (BVGer-act. 2/9) legte die
Rechtsabteilung des Generalsekretariats der GSI (nachfolgend: GS GSI;
vormals: Rechtsamt der GSI) ihre Auffassung dar, wonach für die Beurtei-
lung der vorliegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde nicht die GSI, son-
dern das Bundesverwaltungsgericht zuständig sei. Gleichzeitig erhielten
die Beschwerdeführerinnen Gelegenheit, sich zur Frage der Zuständigkeit
der GSI und zur Weiterleitung der Beschwerdesache an das Bundesver-
waltungsgericht zu äussern.
B.g Die Beschwerdeführerinnen liessen mit Eingabe vom 27. September
2021 (BVGer-act. 2/10) ausrichten, dass sie mit der Weiterleitung ihrer Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht einverstanden seien und sich
Ausführungen zur Zuständigkeitsfrage deshalb erübrigen würden.
C.
C.a Die Rechtsabteilung des GS GSI leitete das Beschwerdedossier (vgl.
Bst. B) mit Schreiben vom 29. September 2021 (BVGer-act. 2) zuständig-
keitshalber an das Bundesverwaltungsgericht (Eingang: 1. Oktober 2021)
weiter.
C.b Der mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2021 erhobene Kosten-
vorschuss von Fr. 5'000.- (BVGer-act. 3) wurde seitens der Beschwerde-
führerinnen am 25. Oktober 2021 geleistet (BVGer-act. 5).
C.c Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2021 beantragte das GS GSI
die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 7).
C.d Mit Verfügung vom 9. Dezember 2021 wurde der Schriftenwechsel ab-
geschlossen, wobei weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben
(BVGer-act. 8).
C.e Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 53 Abs. 1 KVG (SR 832.10) in Verbindung mit Art. 33 Bst. i
VGG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Laut Art. 47
Abs. 1 KVG setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den
Tarif fest, wenn zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarif-
vertrag zustande kommt.
1.2 Gemäss Art. 46a VwVG kann gegen das unrechtmässige Verweigern
oder Verzögern einer anfechtbaren Verfügung ebenfalls Beschwerde ge-
führt werden. Die Zuständigkeit zur Behandlung der Beschwerde obliegt
den allgemeinen Beschwerdeinstanzen (Art. 47 VwVG). Beschwer-
deinstanz ist somit jene Behörde, die zuständig wäre, wenn die Verfügung
ordnungsgemäss ergangen wäre (BVGE 2016/20 E. 1.3 m.H.). Eine
Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde entfällt da-
her, wenn die verweigerte oder verzögerte Verfügung selbst nicht anfecht-
bar wäre (statt vieler: MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem
Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 5.18 m.H.). Voraussetzung
für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde ist weiter, dass die Rechtsu-
chenden vorgängig ein Begehren um Erlass einer anfechtbaren Verfügung
bei der zuständigen Behörde stellen, bevor sie die Beschwerde einreichen.
Auch muss ein Anspruch auf Erlass einer Verfügung bestehen. Ein solcher
Anspruch liegt dann vor, wenn einerseits eine Behörde nach dem anzu-
wendenden Recht verpflichtet ist, in Verfügungsform zu handeln, und wenn
andererseits die gesuchstellende Person nach Art. 6 in Verbindung mit
Art. 48 Abs. 1 VwVG Parteistellung beanspruchen kann (siehe zum Gan-
zen: BVGE 2016/20 E. 3 m.H.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 5.20 sowie UHLMANN/WÄLLE-BÄR, in: Waldmann/Weissenberger
[Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 46a VwVG Rz. 13, je
m.H.).
1.3 Die Beschwerdeführerinnen gelangten mit ihrer Rechtsverweigerungs-
beschwerde vom 4. Juni 2021 zunächst an die GSI. Wie eingangs erwähnt
(vgl. Bst. B.a), beantragen sie in ihrer Beschwerde einerseits die Feststel-
lung einer ungebührlichen Verzögerung bzw. Rechtsverweigerung seitens
des Spitalamts bei der Behandlung ihres Gesuchs betreffend die Festset-
zung der SwissDRG-Baserates universitär für die Jahre 2012 – 2018 und
andererseits die Verpflichtung des Spitalamts zur Vorlage eines entspre-
chenden Beschlussentwurfs an den Regierungsrat unter Ansetzung einer
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Monatsfrist. Aus den weiteren formellen und materiellen Ausführungen in
der Beschwerde ergibt sich, dass die Beschwerdeführerinnen die "Verfü-
gungsverzögerung" anfechten (BVGer-act. 1 S. 4) und verlangen, dass
"der Festsetzungsentscheid ... in nützlicher Frist vorliege" (BVGer-act. 1
S. 7). Betrachtet man die Beschwerde somit gesamthaft (vgl. dazu Urteil
des BVGer A-3274/2012 vom 25. März 2013 E. 1.3.1 m.H.), ist der Auffas-
sung des GS GSI beizupflichten, wonach hier letztlich (auch) der bis heute
ausgebliebene Festsetzungsbeschluss des Regierungsrats des Kantons
Bern beanstandet wird (BVGer-act. 2/9). Gegen diese Auffassung oppo-
nieren die Beschwerdeführerinnen in keiner Weise (BVGer-act. 2/10). Ur-
sache des ausstehenden regierungsrätlichen Beschlusses ist gemäss den
Beschwerdeführerinnen allerdings das Verhalten des Spitalamts (heute:
Gesundheitsamt), welches laut Akten bislang keinen Beschlussentwurf fer-
tiggestellt hat, der dem Regierungsrat hätte vorgelegt werden können. Ob
einem solchen Beschlussentwurf Verfügungscharakter zukommt, ist zwei-
felhaft, da dessen Wirkungen wesentlich nach innen gerichtet sind (vgl.
dazu MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 5 VwVG Rz. 97). Eine Rechtsgrundlage für die
mögliche Anfechtbarkeit des Entwurfs bei der GSI als ordentliche Be-
schwerdeinstanz ist – anders als die Beschwerdeführerinnen offenbar an-
nehmen (vgl. BVGer-act. 1 S. 4) – nicht ersichtlich. Ebenso wenig kann ein
vorhandener Beschlussentwurf beim Bundesverwaltungsgericht mit Be-
schwerde angefochten werden. Eine Rechtsverzögerungs- bzw. -verwei-
gerungsbeschwerde infolge des ausbleibenden Beschlussentwurfs kann
beim Bundesverwaltungsgericht hingegen erhoben werden, weil damit –
wie erwähnt – letztlich (auch) der ausbleibende Festsetzungsbeschluss
des Regierungsrats beanstandet wird und zudem das vorinstanzliche Ta-
riffestsetzungsverfahren ein unteilbares Ganzes bildet (vgl. zum Öffentlich-
keitsgesetz: Urteil des BVGer A-363/2010 vom 1. März 2010 E. 1.2.3;
siehe auch MÜLLER/BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
VwVG, a.a.O., Art. 46a VwVG Rz. 9 und Fn. 24). Die durch die GSI zu-
nächst (teilweise) durchgeführte Instruktion ändert daran nichts (vgl.
BVGer-act. 2 bzw. Beschwerdedossier 2021.GSI.1524), da die Begrün-
dung einer Zuständigkeit durch Einverständnis zwischen Behörde und Par-
tei ausgeschlossen ist (Art. 7 Abs. 2 VwVG). Nach dem Gesagten ist die
Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde deshalb zu bejahen.
1.4 Die weiteren (formellen) Voraussetzungen für eine Rechtsverweige-
rungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde sind ebenfalls erfüllt: Die Be-
schwerdeführerinnen stellten mit Schreiben vom 14. September 2018 beim
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für die Vorbereitung der Tarifentscheide zuständigen Spitalamt ein Gesuch
um Erlass eines anfechtbaren Festsetzungsbeschlusses (vgl. Bst. A.a; vgl.
Art. 13 Abs. 2 Bst. f der Organisationsverordnung GEF vom 29. November
2000, OrV GEF, BSG 152.221.121, Stand: 1. März 2018). Ausserdem lies-
sen sie dem Spitalamt mit Brief vom 18. März 2021 diesbezüglich eine
(sinngemässe) Mahnung zukommen (vgl. Bst. A.b; siehe dazu auch MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.20). Seitens der Beschwerdefüh-
rerinnen besteht schliesslich ein Anspruch auf Erlass eines entsprechen-
den Regierungsratsbeschlusses, nachdem der Regierungsrat bei Schei-
tern von Vertragsverhandlungen auf der Grundlage des durch das Spital-
amt vorbereiteten Tarifentscheids die Tarife nach Art. 47 KVG festsetzt (vgl.
Art. 12 Abs. 1 Bst. b des Gesetzes betreffend die Einführung der Bundes-
gesetze über die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung vom
6. Juni 2000, EG KUMV, BSG 842.11, Stand: 1. Januar 2022) und ihnen im
Tariffestsetzungsverfahren Parteistellung zukommt.
1.5 Die Beschwerdeführerinnen haben am vorinstanzlichen Verfahren als
Parteien teilgenommen. Sie sind vom Ausbleiben des beantragten Tarif-
festsetzungsbeschlusses bzw. des entsprechenden Entwurfs besonders
berührt und haben an den verzögerten Handlungen ein aktuelles schutz-
würdiges Interesse. Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin-
nen im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG ist daher zu bejahen und auf die
vorliegende Beschwerde ist einzutreten, nachdem diese innert angemes-
sener Frist sowie formgerecht eingereicht wurde (siehe dazu MÜLLER/BI-
ERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 46a
VwVG Rz. 23; Art. 21 Abs. 2 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der einverlangte
Kostenvorschuss ebenfalls fristgemäss bezahlt wurde (vgl. Art. 63 Abs. 4
VwVG).
2.
Art. 29 Abs. 1 BV gewährleistet den Verfahrensbeteiligten in allen Verfah-
ren der Rechtsanwendung einen Anspruch auf "Beurteilung innert ange-
messener Frist" (vgl. auch Art. 6 Ziff. 1 EMRK). Rechtsverzögerung ist eine
besondere Form formeller Rechtsverweigerung (BGE 119 Ia 237 E. 2). Sie
ist gegeben, wenn die zuständige Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde sich
zwar bereit zeigt, einen von Gesetzes wegen zu treffenden Entscheid zu
fällen, diesen aber nicht binnen der Frist erlässt, welche nach der Natur der
Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen
erscheint (BGE 144 I 318 E. 7.1 m.H.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allge-
meines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 1046 m.H.). Die Angemessen-
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heit der Dauer bestimmt sich somit nicht absolut. Sie ist vielmehr im Ein-
zelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände einer Angelegen-
heit wie Umfang und Bedeutung des Verfahrens, das Verhalten der be-
troffenen Privaten und der Behörden, die Bedeutung für die Betroffenen
sowie die für die Sache spezifischen Entscheidungsabläufe zu berücksich-
tigen (BGE 144 II 486 E. 3; vgl. auch RHINOW/KOLLER/KISS/THURN-
HERR/BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 4. Aufl. 2021, Rz. 290).
Gewisse Pausen bei der Behandlung einer Sache sind zudem unvermeid-
lich und müssen in Kauf genommen werden (BGE 130 I 312 E. 5.2), so-
lange eine solche Zeitspanne nicht stossend wirkt (BGE 124 I 139 E. 2c).
Für die Rechtsuchenden ist es allerdings unerheblich, auf welche Gründe
eine übermässige Verfahrensdauer zurückzuführen ist; mangelnde Orga-
nisation oder Überlastung bewahren nicht vor dem Vorwurf der Rechtsver-
zögerung (BGE 130 I 312 E. 5.2). Entscheidend ist ausschliesslich, dass
die Behörde nicht oder nicht fristgerecht handelt. Bei der Feststellung einer
übermässigen Verfahrensdauer ist daher zu prüfen, ob sich die Umstände,
die zur Verlängerung des Verfahrens geführt haben, objektiv rechtfertigen
lassen (BGE 125 V 188 E. 2a; Urteil des BGer 8C_634/2012 vom 18. Feb-
ruar 2013 E. 3.2).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerinnen machen in ihrer Beschwerde vom 4. Juni
2021 (BVGer-act. 1 S. 4, 8 f.) geltend, das Spitalamt habe das vorinstanz-
liche Tariffestsetzungsverfahren über 14 Monate völlig stillstehen lassen
und folglich eine formelle Rechtsverweigerung begangen, indem es seit
dem Einreichen der Stellungnahmen der Parteien am 16. März 2020 nichts
mehr unternommen habe. Das ganze Verfahren befinde sich noch immer
in der Abklärungsphase. Die enorme Dauer des Verfahrensstillstands
könne nicht hinreichend begründet werden mit der COVID-19-Pandemie
und den damit verbundenen Sonderaufgaben, welche zu eingeschränkten
und teilweise knappen Ressourcen im Spitalamt geführt hätten. Die Be-
schwerdeführerinnen sind der Ansicht, das Spitalamt habe seit Ausbruch
der Pandemie genügend Zeit gehabt, um sich den neuen Herausforderun-
gen zu stellen und weitere Ressourcen zu beschaffen. Im Übrigen vermöge
der Umfang des vorinstanzlichen Verfahrens einen Verfahrensstillstand
von über einem Jahr nicht zu rechtfertigen. Im Schreiben vom 30. Juli 2021
(BVGer-act. 2/7) halten die Beschwerdeführerinnen an ihrer Rechtsverwei-
gerungs- bzw. -verzögerungsbeschwerde mit der Begründung fest, seitens
des Spitalamts sei nach wie vor unklar, ob weitere Sachverhaltsabklärun-
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gen und Verfahrensschritte mit allfälligen Verfahrensverlängerungen not-
wendig seien; es werde nur eine grobe Planung, aber kein genauer Zeit-
plan vorgelegt.
3.2 Das Spitalamt weist in seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2021 (BVGer-
act. 2/3 S. 3 ff.) den Vorwurf der Rechtsverweigerung zurück und bestreitet,
dass sich das vorinstanzliche Verfahren noch in der Abklärungsphase be-
finde und seit 14 Monaten völlig stillstehe. Vielmehr sei der Schriftenwech-
sel in Bezug auf das rechtliche Gehör abgeschlossen, und den Parteien
seien mit Schreiben vom 24. September 2020 die abschliessenden Stel-
lungnahmen gegenseitig zur Kenntnisnahme zugestellt worden. Seitens
der Gegenpartei sei am 11. März 2021 sodann eine ergänzende Stellung-
nahme der A._ AG eingereicht worden. Ausserdem seien am
28. Mai 2021 bei den anderen Universitätsspitälern noch ausstehende In-
formationen betreffend Leistungsdaten bzw. SwissDRG-Versionen einge-
holt worden. Laut Spitalamt war es seit Ausbruch der Pandemie bis im April
2021 nicht möglich, diese Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. Ent-
sprechend räumt das Spitalamt ein, dass das in Frage stehende Festset-
zungsverfahren pandemiebedingt eine Verzögerung erfahren habe. Als
Gründe führt das Spitalamt an, es habe aufgrund der mit der COVID-19-
Pandemie verbundenen neuen, vielschichtigen und nicht voraussehbaren
Sonderaufgaben die laufenden Aufgaben nach Priorität erledigen müssen.
Unter diesen Umständen sei eine weitere Beschaffung von Ressourcen
nicht ohne weiteres möglich gewesen. Das Spitalamt habe praktisch alle
Ressourcen für die Pandemiebewältigung einsetzen müssen. In der Ver-
nehmlassung vom 21. Juli 2021 (BVGer-act. 2/5) zeigt das Spitalamt auf,
welche Verfahrensschritte seit der Gesuchseinreichung (14. September
2018) bis zum Beginn der Pandemie (Frühjahr 2020) sowie seit der Ent-
spannung der Pandemie (ca. anfangs Mai 2021) durchgeführt worden
seien. Ausserdem legt das Spitalamt die geplanten Verfahrensschritte dar,
wobei es sich weitere Sachverhaltsabklärungen und entsprechende wei-
tere Verfahrensschritte vorbehält.
4.
4.1 Den vorinstanzlichen Darstellungen (vgl. E. 3.2) und Vorakten lässt
sich entnehmen, dass das Spitalamt in der Zeit ab 16. März 2020 (Einrei-
chung der Stellungnahmen der Parteien: BVGer-act. 1/6 und 1/7 bzw.
Vorakten 36, 47-48) bis 9. Juni 2021 (Einreichung der vorliegenden Be-
schwerde) im Rahmen des hier interessierenden Tariffestsetzungsverfah-
rens zumindest die folgenden Verwaltungshandlungen vorgenommen hat:
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 Schreiben der GSI bzw. des Spitalamts vom 24. September 2020, mit
welchem den Parteien je die abschliessende Stellungnahme der Ge-
genpartei vom 16. März 2020 inkl. Beilagen sowie das ergänzte Akten-
verzeichnis zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Vorakten 49);
 Verfügung der GSI bzw. des Spitalamts vom 18. Januar 2021 betref-
fend provisorische Tarife ab dem 1. Januar 2021 (Vorakten 49a);
 Schreiben der GSI bzw. des Spitalamts vom 6. April 2021 an die Be-
schwerdeführerinnen betreffend Stand des Verfahrens (Vorakten 52);
 Mailverkehr vom 28. Mai 2021 etc. betreffend Abklärung SwissDRG-
Versionen und Daten für die Jahre 2013 und 2015 (Vorakten 53).
Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, dass das vorinstanzli-
che Tariffestsetzungsverfahren – entgegen der Ansicht der Beschwerde-
führerinnen – im besagten Zeitraum von über 14 Monaten nicht gänzlich
stillstand. Allerdings ist in der erwähnten Zeitspanne – im Vergleich zum
Beginn des entsprechenden Verfahrens (vgl. Vorakten 31-53) – eine gerin-
gere Anzahl Verwaltungshandlungen festzustellen. Ausserdem sind seit
der Einreichung des Tariffestsetzungsgesuchs vom 14. September 2018
bis zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde am 9. Juni 2021 2 Jahre
und knapp 9 Monate vergangen. Diese Verfahrensdauer mag relativ lang
erscheinen (vgl. z.B. Urteile des BVGer C-2350/2014 vom 29. Januar 2016,
C-5749/2013 vom 31. August 2015, C-3454/2013 vom 20. April 2015). Wie
die nachstehenden Erwägungen zeigen, ist eine Rechtsverzögerung unter
Würdigung der gesamten Umstände aber zu verneinen.
4.1.1 Im Frühjahr 2020 ist bekanntlich die Corona-Pandemie ausgebro-
chen. Diese führte bei den kantonalen Spital- bzw. Gesundheitsämtern und
damit auch beim bernischen Spitalamt namentlich im besagten Zeitraum
zu erheblichen Sonder- bzw. Vollzugsaufgaben, die hier unbestritten sind
(vgl. dazu BVGer-act. 1 S. 8 f.; 2/3 S. 3 f.; 7 S. 2; siehe auch die entspre-
chenden Rechtsgrundlagen, namentlich: Epidemiengesetz [EpG,
SR 818.101], Epidemienverordnung [EpV, SR 818.101.1], Covid-19-Ge-
setz [SR 818.102] und Covid-19-Verordnungen [SR 818.101.24]). Dass
dadurch im Spitalamt personelle Ressourcen in grossem Umfang absor-
biert wurden (vgl. BVGer-act. 2/3 S. 5), kann als gerichtsnotorisch gelten
und wird von den Beschwerdeführerinnen nicht in Abrede gestellt. Dem
Spitalamt wird seitens der Beschwerdeführerinnen hingegen vorgeworfen,
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nicht schnell genug auf die neuen Herausforderungen reagiert und weitere
personelle Ressourcen beschafft zu haben (BVGer-act. 1 S. 9).
4.1.2 Das Spitalamt hält dem entgegen, zu keinem Zeitpunkt seien die
Dauer der Pandemie, der Umfang und die Art der neuen, anderweitigen
Aufgaben sowie der damit verbundene Ressourceneinsatz für das Spital-
amt voraussehbar gewesen. Die Aufgaben des Spitalamts zur Bewältigung
der Pandemie seien bis heute vielschichtig. Die Abteilung Finanzen und
Controlling des Spitalamts, welche auch für die Tarifgeschäfte zuständig
sei, habe u.a. die folgenden Aufgaben erfüllen müssen: tägliches Abfragen
der Ressourcen bei den Spitälern, Erstellen von Lageberichten, Versor-
gung der Institutionen mit Schutzmaterial und Impfstoffen, Sicherstellung
der Liquidität und Finanzierung der Spitäler, Abwicklung der kantonalen Ab-
geltung der durchgeführten Corona-Tests, Erstellung von Leistungsverträ-
gen betreffend Aufbau, Leitung, Betrieb und Rückbau der Impf- und Test-
zentren sowie Erarbeitung der Verordnung über Massnahmen zur Bewälti-
gung der Coronavirus-Krise im Gesundheitswesen (CKGV) und sofortige
Umsetzung nach deren Erlass. Gemäss Ausführungen der Beschwerde-
führerinnen bedingten diese neuen Aufgaben rasch zur Verfügung ste-
hende Ressourcen für eine jeweils ungewisse Dauer, viel personellen,
rechtlichen und technischen Arbeitsaufwand unter grossem Zeitdruck so-
wie entsprechendes fachliches Wissen. Angesichts all der Dringlichkeiten,
der Ungewissheiten und des nötigen Fachwissens hätten – anders als die
Beschwerdeführerinnen meinten – nicht einfach weitere Ressourcen be-
schafft werden können (BVGer-act. 2/3 S. 5).
4.1.3 Die Darlegungen des Spitalamts überzeugen. Das Spitalamt war auf-
grund der Corona-Pandemie namentlich in der streitigen Zeitspanne plötz-
lich einer unvorhersehbaren und aussergewöhnlich hohen Arbeitslast aus-
gesetzt (vgl. dazu VPB 68 [2004] Nr. 123). Es steht ausser Frage, dass die
pandemiebedingten neuen und gewichtigen Aufgaben des Spitalamts im
Vergleich zur vorliegenden Tarifstreitigkeit prioritär waren. Auch ist nach-
vollziehbar, dass das Spitalamt seine personellen Ressourcen in dieser un-
gewissen Zeit nicht ohne weiteres und rasch aufstocken konnte, zumal –
wie richtig geltend gemacht wird – sowohl die pandemiebedingten neuen
Herausforderungen als auch die bisherigen Aufgaben des Spitalamts (na-
mentlich die Vorbereitung der Tariffestsetzungsentscheide) qualifiziertes
Fachwissen erfordern. Mit dem Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
1B_552/2020 vom 12. Februar 2021 (E. 3.4.1) können die Beschwerdefüh-
rerinnen nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. BVGer-act. 1 S. 9). Diesem
Urteil, wonach die Covid-19-Pandemie einen längerfristigen Stillstand des
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konkreten Strafverfahrens nicht rechtfertigte, lag – wie das Spitalamt zu
Recht vorbringt – ein nicht vergleichbarer Sachverhalt zu Grunde. Während
dort pandemiebedingte Verzögerungen bei Einvernahmen im Rahmen des
Strafverfahrens zur Diskussion standen, musste das Spitalamt laut eige-
nen Angaben im besagten Zeitraum praktisch alle Ressourcen für die Pan-
demiebewältigung einsetzen und es wurde dadurch seiner "ureigentlichen
Aufgaben auf unbestimmte Dauer fast gänzlich enthoben" (BVGer-act. 2/3
S. 5). Hinzu kommt, dass das streitige (Vor-)Verfahren – wie geltend ge-
macht – von seiner Natur her umfangreich und komplex ist (vgl. auch
BVGer-act. 7 S. 6 f.) und das Spitalamt bei der zeitlichen Priorisierung und
Verfahrensbeschleunigung angesichts seiner Untersuchungspflicht
(Art. 12 VwVG) über einen Ermessensspielraum verfügt (vgl. dazu KRAUS-
KOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O.,
Art. 12 VwVG Rz. 33 ff.). Zu erwähnen ist schliesslich, dass seitens der
GSI bzw. des Spitalamts jeweils jährlich die provisorischen stationären Spi-
taltarife verfügt wurden (Vorakten 21b, 33a, 44a, 49a).
Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände wirkt die fragliche Zeit-
spanne (16. März 2020 bis 9. Juni 2021), welche durch eine geringe An-
zahl von Verwaltungshandlungen seitens des Spitalamts gekennzeichnet
ist, nicht stossend. Ebenso wenig ist die vorinstanzliche Verfahrensdauer
bislang als unangemessen zu betrachten. Selbst bei Annahme einer über-
mässigen Verfahrensdauer wäre diese nach dem Gesagten objektiv ge-
rechtfertigt.
4.2 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass dem Spitalamt keine
Rechtsverzögerung bzw. Rechtsverweigerung vorzuwerfen ist. Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.
5.
5.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten den
Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Unter Be-
rücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache, Art der
Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis
VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) sind die Verfahrenskosten hier auf Fr. 3’000.– festzusetzen
und dem einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- zu entnehmen. Der
Restbetrag von Fr. 2'000.- ist auf ein von den Beschwerdeführerinnen zu
bezeichnendes Konto zurückzuerstatten.
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5.2 Den Beschwerdeführerinnen ist bei diesem Verfahrensausgang keine
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die obsiegende
Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 VGKE).
6.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-
gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die
das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-
dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r BGG
unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig.
Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite.
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