Decision ID: 46c4677b-b3b3-465b-809c-ed222ab6ab57
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
arbeitete
seit dem 2
7.
Juli 2000
bei der
Y._
als Maschinist und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als er am
1.
März 2014 beim Reinigen eines Gleisbaukrans
in einer Werkhalle
in eine rund 1,5 Meter tiefe Grube stürzte und eine Prellung des Oberkörpers erlitt (
Urk.
1 S. 3,
Urk.
8/1
,
Urk.
8/27 S. 1
,
Urk.
8/45-46
)
.
Die medizinische Erstversorgung erfolgte bei d
en Ärzten des
Z._
.
I
n ihrem Bericht vom
1.
März 2014
diagnostizier
ten diese
eine Rippenprellung rechts und
hielten
fest, der
Versicherte
habe unter Schmerzen rechts thorakal und paravertebral links auf Höhe des LWS-
BWS-
Übergangs
gelitten, wobei Röntgenbilder des Thorax keine Läsion gezeigt hätten (
Urk.
8/17).
Aufgrund anhaltender Schmerzen bescheinigte die Hausärztin
Dr.
med.
A._
dem
Versicherten
ab
3.
März 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, richtete Taggelder aus und kam für die medi
zinische Behandlung auf (
Urk.
8/2,
Urk.
8/39).
Weil
der Versicherte
im weiteren Verlauf
auch unter psychischen Beeinträchtigungen litt
(
Urk.
8/15-16), begab
er
sich
zu
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, in Behand
lung
.
Dieser bes
cheinigte
ih
m wei
terhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/19
,
Urk.
8/30-31,
Urk.
8/34
).
1.2
Nachdem der Versicherte von der Suva zu einer kreisärztlichen Untersuchung am 2
8.
Juli 2014 eingeladen worden war (
Urk.
8/35), teilte er
ihr
am 2
4.
Ju
l
i 2014 mit, diesen Termin nicht wahrnehmen zu können, weil er
sich
momentan in der
C._
aufhalte
(
Urk.
8/36
; vgl. auch
Urk.
8/41 S. 3
).
Am 2
5.
Juli 2014
äusserte
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
in einer Bespre
chung mit der
f
allführenden Sachbearbeiterin der Suva die
Einschätzung
, die Rippenprellung
sei
drei Monate nach dem Unfallereignis abgeheilt gewesen (
Urk.
8/37). Mit Schreiben 2
8.
Juli 2014 teilte die Suva dem Versicherten mit
, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom
1.
März 2014 und den anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei. Sie gehe deshalb davon aus, dass die Unfallfolgen abgeheilt seien, und stell
t
e ihre Leistungen per 3
1.
Juli 2014 ein (
Urk.
8/39).
In der Folge erhielt die Suva den Bericht
des behandelnden Psy
chiaters
Dr.
B._
vom 2
3.
Juli 2014, laut welchem der Versicherte beim
Unfall
ereignis
fast ums Leben gekommen wäre
und unter einer
mittelgradigen agi
tiert-depressiven Episode und einer posttraumatischen Belastungsstörung
leide
(
Urk.
8/41)
.
Daraufhin
holte
s
ie bei
den
Arbeitskollegen des Versicherten Aus
künfte zum Unfallhergang
ein
und nahm den Unfallort in Augenschein
(
Urk.
8/43
,
Urk.
8/45-48
).
Nach erneuter Würdigung der Akten hielt Kreisarzt
Dr.
D._
in einer Stellungnahme vom
9.
September 2014
daran fest, dass die Behandlung der Rippenprellung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 10-12 Wochen nach dem Unfallereignis abgeschlossen gewesen sei (
Urk.
8/53).
Gestützt darauf hielt die Suva mit Verfügung vom 2
3.
September 2014 (
Urk.
8/56) und – nachdem der Versicherte dagegen Ei
nsprache erhoben hatte (
Urk.
8/63
) – mit
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2014
(
Urk.
2)
an der Ein
stellung der Versicherungsle
istungen per 3
1.
Juli 2015
fest mit der Begründung, die fortbestehenden Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweis
bar und stünden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis.
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Raffaella Biaggi, mit Eingabe vom
7.
Apri
l 2015 Beschwerde und beantragte, es seien ihm in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihm eine unentgeltliche Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Raffaella Biaggi zu bestellen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwerde
antwort
vom
4.
Mai 2015 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am
7.
Mai 2015 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin zurück (
Urk.
9).
Am
2.
Oktober 2015 (
Urk.
11) reichte
er einen Verlaufsbericht der
E._
zu den Akten (
Urk.
12/2; vgl. auch
Urk.
12/1)
, wozu die Suva am 1
6.
Oktober 2015 schriftlich Stellung nahm (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
massgeblichen
rechtlichen und
rechtsprechungsgemässen
Grundlagen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers und zum dafür erforderlichen natürli
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem ein
ge
tretenem Gesundheitsschaden wurden bereits im angefochtenen
Ein
sprache
entscheid
der Suva vom
5.
März 2015 dargelegt (
Urk.
2 S. 3-5).
Darauf
kann
verwiesen
werden
.
1.2
Ergänzend
ist darauf hinzuweisen
, dass
für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenser
fahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen,
nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Band
breite von Versicherten abzustellen ist. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfä
higkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4
Das Bundesgericht hat in
BGE 134 V 109
erkannt, dass der Unfallversicherer den Fall gestützt auf
Art.
19
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversi
cherung (UVG)
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integ
ritätsentschädigung
in dem Zeitpunkt abzuschliessen hat, in welchem von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes des Ver
sicherten mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (
BGE 134 V 109
E. 3 und 4
). Sind die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung noch nicht abge
schlossen, so hindert dies den Fallabschluss nicht: In diesen Konstellationen ist indessen ni
cht eine Invalidenrente, sonder
n eine Übergangsrente nach
Art.
30 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) zuzusprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_304/2008 vom
1.
April 2009, E. 3.1.2).
Ob
eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes
noch möglich ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (
BGE
134 V 109
E. 4.3
).
Die bei den psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall anläss
lich der Adäquanzprüfung einzig zu berücksichtigenden physischen Kom
ponenten lassen sich im Zeitpunkt, in welchem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
serung mehr erwartet werden kann, zuverlässig beurteilen (BGE 134 V 109
E. 6.1); mithin sind in solchen Fällen
behandlungsbedürftige
psychische
Gesund
heitsschäden
kein Hindernis für den Fallabschluss (vgl. das Urteil des Bundes
gerichts 8C_347/2008 vom
1.
Mai 2009, E. 4.5 sowie
Rumo-Jungo
/Hol
zer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundes
ge
setz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 144).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
Auch dem reinen
Aktengutachten
kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bunde
sgerichts
8C_119/2012
vom
3
0.
März 2012
, E. 4 mit weiteren Hin
weisen
).
2.
2.1
Die Suva begründete
die Einstellung ihrer Leistungen per 3
1.
Juli 2014
im ange
fochtenen
Einspracheentscheid
damit, gemäss der Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
D._
vom
9.
September 2014
bestehe kein unfallbedingtes organisches Substrat struktureller Natur. Zu prüfen sei, ob eine Leistungspflicht für psychi
sche und/oder subjektive Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bestehe
.
Das Unfallereignis vom
1.
März 2014 sei als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht einzustufen. Damit bei einem solchen Unfall ein
a
däquater Kausalzu
sammenhang mit psychischen Beschwerden bejaht werden könne, müsst
en mehrere der gemäss BGE 115 V 133 massgeblichen Adäquanzkriterien in gehäuf
ter oder auffallender Weise erfüllt sein.
Keines der Adäquanzkriterien könne beim Beschwerdeführer als erfüllt betrachtet werden. Deshalb
müsse das Bestehen
ein
es adäquaten
Kausalzusammenhang
es
zwischen den
noch beste
henden
subjektiven/psychischen Störungen und dem Unfallereignis verneint wer
den
.
D
ie Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den anhaltenden Beschwerden und dem Unfall
könne unter diesen Umständen
offen bleiben.
Zudem seien von weiteren medizinischen Abklärungen keine
ent
scheid
relevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden könne
. Da keine Unfallfolgen mehr vorlägen, bestehe nach dem 3
1.
Juli 2014 auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invaliden
rente und/oder einer Integritätsentschädigung
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt,
die
Suva s
ei weiter
hin leistungspflichtig.
Der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Die ursprünglich geplante kreisärztliche Unter
suchung habe nicht
stattgefunden, weil er sich am geplanten Termin in statio
närer psychiatrischer Behandlung befunden habe
. Danach habe die Suva weder einen neuen Termin
für eine kreisärztliche Untersuchung
angesetzt noch
weitere Berichte der beh
andelnden Ärzte eingefordert. D
e
n
rein auf den Akten beruhen
den Feststellungen des Kreisarztes zu den somatischen Unfallfolgen
komme
keine Beweiskraft
zu
. Aus dem blossen Umstand, dass er nach einiger Zeit nicht mehr über Rückenbeschwerden geklagt habe, dürfe nicht auf das zwischenzeitli
che Fehlen solcher
unfallkausale
r
Beschwerden geschlossen werden. Mit der Zeit hätten nämlich, wie auch heute noch, die psychischen Beschwerden im Vorder
grund gestanden.
Deshalb habe er sich auch in körperlicher Hinsicht geschont. Ungeachtet dessen hätte
die
Suva zumindest eine persönliche kreisärztliche Untersuchung zur Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes durch
führen müssen.
Sodann bestehe
zwischen den nach der Leistungseinstellung fortbestehenden Beschwerden und dem
als mittelschwer im Grenzbereich zu leichten Fällen qualifizierten
Unfall vom
1.
März 2014 sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater Kausalzusammenhang
.
Zur Bejahung der Adäquanz
müssten vier Kriterien oder eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein.
Des Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, sei aufgrund seiner erhöhten Vulnerabilität zu bejahen. Im August 2013 habe er bei Gleisarbeiten nämlich fast eine Katastrophe mit
Zugentglei
sung
und vielen Todesopfern erlebt, weil sein Gleisbaukran wegen eines tech
nischen Defekts kurzzeitig ein befahrenes Gleis versperrt habe. Er habe
damals
beim Versuch, den Kran zu bewegen, seinen Tod in Kauf genommen. Der anfahrende Personenzug habe dann noch gestoppt werden können. Dabei habe er Todesangst ausgestanden. In der Folge habe
er unter Albträumen und Schlaf
störungen gelitten und sei entsprechend beeinträchtigt gewesen.
Bei dieser Vorgeschichte sei der Unfall vom
1.
März 2014 für ihn als besonders schwer zu qualifizieren.
Auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sei angesichts dessen, dass er sich während knapp acht Monaten in stationärer psychiatrischer Behandlung befunden habe und die anschliessende ambulante Behandlung noch nicht abgeschlossen
sei
, in beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt. Seit dem Unfall leide er ununterbrochen unter unfallkausalen Rückenschmerzen. Diese seien, ebenso wie der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, von der Suva in pflichtwidri
ger Weise nicht weiter abgeklärt worden. Die
E._
habe schliesslich auch dargelegt, dass sich der Heil
ungs
verlauf als schwierig gestalte, womit auch dieses Kriterium gegeben sei.
Somit s
ei
bei
vier erfüllten Adäquanzkriterien eines der Kriterien in deutlicher Weise erfüllt, was für die Annahme eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den anhal
tenden psychischen Beschwerden und dem Unfall ausreiche
(
Urk.
1; vgl. auch
Urk.
12/1)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort hielt die Suva den Argumenten des Beschwerde
führers entgegen, aufgrund der medizinischen Erstversorgung im
Z._
am Unfalltag stehe fest, dass durch den Unfall einzig die Rippen betroffen gewesen seien, wobei es nicht zu einem Bruch, sondern lediglich zu einer Prellung gekommen sei. Deshalb sei der Schluss des Kreisarztes in seiner Beur
teilung vom
9.
September 2014, dass die von der Rippenprellung ausgehenden Beeinträchtigungen nach 10-12 Wochen abgeklungen gewesen seien, nachvoll
ziehbar. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, seine besondere Vulnera
bilität müsse bei der Adäquanzprüfung mitberücksichtigt werden, sei zu beach
ten, dass auch innerhalb der zu berücksichtigenden weiten Bandbreite von Ver
sicherten ein Sturz in eine 145 cm tiefe Grube mit Prellung der Rippen ohne dramatische Begleitumstände erfahrungsgemäss nicht geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Bei der Beurteilung des Adäquanzkriteriums der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung dürften die als körper
lich imponierenden, jedoch organisch nicht hinreichend erklärbaren Beschwer
den nicht berücksichtigt werden. Da eine Rippenprellung erfahrungsgemäss innert einer Frist von maximal 10-12 Wochen abheile, könne nicht von einer ungewöhnlich langen Behandlung der physischen Unfallfolgen gesprochen werden. Die geltend gemachten fortbestehenden Rückenbeschwerden seien nicht unfallkausal. Unter Berücksichtigung der rein körperlichen Unfallfolgen könne auch nicht von einem schwierigen Heilverlauf oder einer langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden, weshalb die en
tspre
chenden Adäquanzkrit
er
i
en ebenfalls nicht gegeben seien (
Urk.
7).
3.
3.1
Dem Bericht
vom
1.
März 2014
der Ärzte des
Z._
, welche den Beschwerdeführer gleichentags nach dem Unfall behan
delten, ist zu entnehmen, dass
er in eine 1,5 Meter tiefe Grube stürzte und unter Schmerzen rechts thora
kal bei tiefer Inspiration und paravertebral links auf Höhe des LWS-BWS-Über
gangs litt.
Die klinische Untersuchung ergab eine
Druckdolenz
über dem Rippenthorax rechts vorne und über der Nierenloge links. Über der Wirbelsäule fand sich hingegen keine Druck- oder
Klopfdolenz
.
Röntgenbilder des Thorax zeigten keine Läsionen
.
Die Ärzte ver
schrieben dem Beschwerdeführer keine Medikamente. Ferner attestierten sie keine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/17).
3.2
Die Hausärztin
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer vom
3.
März bis Mitte Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/15,
Urk.
8/19). In ihrem Verlaufsbericht vom 1
3.
Mai 2014 hielt sie fest, der Beschwerdeführer sei anfänglich
aufgrund von
Schmerzen wegen der Rippenkontusion vom
1.
März 2014 in die Sprechstunde gekommen. Im weiteren Verlauf sei eine psychische Symptomatik im Sinne von posttraumatischen Belastungssymptomen und einer Depression als Folge des Unfalls aufgetreten. Deswegen habe der Beschwerde
führer bisher seine Arbeit nicht wieder aufnehmen können. Derzeit sei er (seit dem 2
6.
März 2014 [
Urk.
8/41 S. 1]) beim Psychiater
Dr.
B._
in Behandlung (
Urk.
8/16).
3.3
Am
8.
Juli 2014 führten Suva-Mitarbeiter beim Beschwerdeführer zu Hause ein Standortgespräch durch. Dabei gab der Beschwerdeführer an, es gehe ihm nicht gut, vor allem psychisch. Er habe vor dem Unfall bereits seit Jahren
Rückenbe
schwerden
gehabt. Aktuell habe er immer noch grösste Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Deshalb habe er in einer Woche einen Termin beim behandelnden Rückenspezialisten
Dr.
med.
F._
(
Urk.
8/27 S. 1).
3.4
Der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
,
welcher
dem Beschwerdeführer ab
dem 1
2.
Mai 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte (
Urk.
8/19,
Urk.
8/24,
Urk.
8/31,
Urk.
8/34),
diagnostizierte
in seinem Verlaufsbericht vom
2
3.
Juli 2014 eine mittelgradige, agitiert-depressive Episode nach dem Arbeits
unfall vom
1.
März 2014 sowie bei einer psychosozialen Belastungssituation (Scheidungsverfahren, finanzielle Probleme, soziale Isolation) sowie eine post
traumatische Belastungsstörung,
dekompensiert
, bei Status nach traumatisch erlebtem Unfall am
1.
März 2014 und einem Fast-Unfall im Oktober 201
3.
Anlässlich der
erstmaligen Untersuchung vom 2
6.
März 2014 habe er auch über ständige thorakale Schmerzen berichtet. Im weiteren Verlauf habe die psychische Symptomatik persistiert. Im Juni habe er wegen akuten
Rücken
problemen
mit einer Blockade fast nicht mehr gehen können un
d habe die Hilfe von
Dr.
F._
in Anspruch nehmen müssen, welcher ihn ebenfalls für vier Wochen krankgeschrieben habe. Vermutlich werde eine Rückenoperation durchzuführen sein. Am 2
3.
Juli 2014 werde er in eine Spezialstation der
E._
eintreten zur psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (
Urk.
8/41).
3.5
Am 2
5.
Juli 2014 äusserte Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, in einer Besprechung mit der
f
allführenden Sachbearbeiterin der Suva die Ein
schätzung, die Rippenprellung sei drei Monate nach dem Unfallereignis abge
heilt gewesen (
Urk.
8/37).
Am
9.
September 2014
b
eurteilte
Dr.
D._
die somatischen Unfallfolgen gestützt auf das ihm vorgelegte Dossier
der Suva
. Er hielt fest, der Beschwerdeführer sei gemäss
den
ihm vorliegenden Akten aus maximal 1,5 Metern in eine Grube gestürzt und habe sich dabei eine Prellung der Rippen ohne
ossäre
Läsion zuge
zogen.
Eine Rippenprellung heile innerhalb weniger Wochen vollständig ab. Die Behandlung der Rippenprellung habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 10
12 Wochen nach dem Unfallereignis abgeschlossen werden können.
Hin
sichtlich der im Juni aufgetretenen akuten Rückenschmerzen sei zu beachten, dass im Bericht des
Z._
zwar
thorakolumbale
Beschwerden festgehalten worden seien
, indes keine Druck- oder
Klopfdolenz
der Wirbelsäule bestanden habe. Da die Rückensymptomatik im weiteren Verlauf bis Juni nicht mehr erwähnt worden sei, könne davon ausgegangen werden, dass der Sturz nicht zu einer namhaften Rückenverletzung geführt habe
(
Urk.
8/53)
.
3.6
In einem Bericht vom
6.
Oktober 2014
diagnostizierten
die Ärzte der
E._
eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD
10: F43.1) sowie eine schwere depressive Episode (ICD
1
0.
F32.2), welche sekun
där zur PTBS bestehe. Das Ereignis vom
2.
August 2013, als der Beschwer
de
führer mit dem Arm seines
Gleisbaukrans wegen eines technischen Defekts ein befahrenes Gleis versperrt habe und den Kran trotz der Gefahr eines einfahrenden Zuges nicht verlassen und seinen Tod in Kauf genommen habe, um eine Zugkatastrophe zu vermeiden, erfülle das A-Kriterium der posttrauma
tischen Belastungsstörung gemäss ICD-1
0.
Dabei sei es nicht relevant, dass eine Katastrophe schliesslich habe vermieden werden können. Der Unfall vom
1.
März 2014 habe die am
2.
August 2013 erlit
tene Traumatisierung aktiviert. D
er
Beschwerdeführer
habe
nach dem Sturz in die Grube
gedacht, „jetzt wäre ich schon zum zweiten Mal beinahe gestorben“
, und es sei zu
Vermeidungsver
halten
gekommen
(
Urk.
8/63).
Den Verlaufsberichten der
E._
vom 2
5.
März sowie vom
7.
September 2015
ist zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer von diesen Ärzten vom 2
4.
Juli bis 1
8.
Dezember 2014 sowie vom
5.
Jan
uar bis 2
3.
März 2015 stationär,
danach ambulant
i
n der Tagesklinik und ab dem 2
4.
Juli 2014 wieder stationär behandelt wurde. Dabei konnte keine wesentliche Besserung des
Zustandsbilds erreicht werden
(
Urk.
8/73,
Urk.
12/2).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die Suva den Fall per 3
1.
Juli 2014 abschliessen und die Adäquanz der fortbestehenden Beschwerden prüfen durfte, weil von einer
Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztli
chen Behandlung keine namhafte Bes
serung mehr erwartet werden konnte.
4.2
Der
Beschwerdeführer weist zu Recht darauf hin, dass Kreisarzt
Dr.
D._
seine Beurteilungen vom 2
5.
Juli und
9.
September 2014 fällte, ohne
ihn
persönlich untersucht zu haben. Damit seiner bloss auf den Akten basierenden Beurteilung volle Beweiskraft zu
er
k
annt werden kann
,
müssen
zunächst die
rechtspre
chungsgemässen
Anforderungen an medizinische Entscheidungsgrundlagen
erfüllt sein
. Zusätzlich ist
erforderlich, dass damals ein
lückenloser Befund vor
l
ag
und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts
ging
(vorstehend E. 1.5)
.
4.3
Hinsichtlich der am
1.
März 2014 erlittenen Rippenprellung
rechts
ohne
ossäre
Läsion ist von Belang, dass der Beschwerdeführer dem behandelnden Psychiater
Dr.
B._
in der Sprechstunde vom 2
6.
März 2014 angab, er habe noch ständige thorakale Schmerzen (
Urk.
8/41 S.
2). Die Hausärztin
Dr.
A._
hielt
in ihrem Bericht vom 1
3.
Mai 2014 fest, dass die psychische Symptomatik im weiteren Verlauf in den Vordergrund getreten und auch für die damals von ihr attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit ursächlich war (
Urk.
8/16)
. Für die
nach
fol
gende Zeit ist keine Erwähnung von Schmerzen in den Rippen aktenkundig
; die
Arbeitsunfähigkeitsatteste wurden nur noch vom behandelnden Psychiater
Dr.
B._
ausgestellt (
Urk.
8/19,
Urk.
8/24,
Urk.
8/31)
. Deshalb ist nachvollzieh
bar, wenn
Dr.
D._
, ausgehend von den am Unfalltag
von den Ärzten des
Z._
erhobenen bloss geringfügigen Verletzungen
(
Urk.
8/17) und
unter Berücksichtigung des aktenmässig dokumentierten weiteren Verlaufs sowie medizinischer Erfahrungswerte davon ausging, dass die Rippelprellung 10-12 Wochen nach dem Unfall abgeheilt
gewesen sei
und keiner weiteren Behandlung bedu
rft habe
. Anhaltspunkte dafür, dass damals hinsichtlich der Rippenprellung kein lückenloser Befund vorlag, fehlen
(
Urk.
8/37,
Urk.
8/53).
4.4
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
im Gespräch mit Suva-Mitarbeitern vom
8.
Juli 2014
erwähnten Rückenbeschwerden
beziehungsweise Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule
ist zu beachten, dass
die Ärzte des
Z._
am Unfalltag zwar
eine Schmerzangabe des Beschwerdeführers
paraver
tebral
links auf Höhe des LWS-BWS-Übergangs erwähnten, gleichzeitig aber keine Druck- und
Klopfdolenz
über der Wirbelsäule
erheben konnten
. Eine sol
che fand sich nur
über der Nierenloge links
. Zudem erwähnten sie bei den Diagnosen weder eine Rückenkontusion noch eine andere Rückenverletzung
(
Urk.
8/17)
. Im Verlauf
sbericht
von
Dr.
A._
vom 1
3.
Mai 2014
wurde die Rückensymptomatik nicht mehr
genannt
(
Urk.
8/16). Erst im Juni hatte der Beschwerdeführer gemäss Bericht von
Dr.
B._
vom 2
3.
Juli 2014
akute Rückenprobleme mit einer Blockade
(
Urk.
8/16,
Urk.
8/41)
.
Für die Zeit unmittelbar nach dem Unfall sind damit keine erheblichen Rückenbeschwerden ausgewiesen. Zudem gab d
er
Beschwerdeführer
den Suva-Mitarbeitern am
8.
Juli 2014
an, vor dem Unfall bereits seit Jahren Rückenbeschwerden gehabt zu haben und deshalb seit längerem beim Rückenspezialisten
Dr.
F._
in Behandlung zu sein
(
Urk.
8/27).
Dr.
D._
hat eine Unfallkausalität dieser Beschwerden
in seiner Beurteilung vom
9.
September 2014
deshalb zu Recht verneint
(
Urk.
8/53 S. 2). Auch
durfte
er
wegen fehlender Hinweise auf eine Unfallkausalität der Rückenbeschwerden vom
Beizug
von Berichten des behan
delnden Rückenspezialisten
Dr.
F._
absehen
.
4.5
Aufgrund des Gesagten besteht kein Grund, an der Beweiskraft der Beurteilun
gen von
Dr.
D._
zu zweifeln. Deshalb ist auch nicht zu beanstanden, dass
die
Suva den Fall per 3
1.
Juli 2014
a
bschloss und die
Unfalladäquanz
der anhal
tenden psychischen Beschwerden prüfte.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem unbe
strittenermassen als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten
Fällen zu qualifizierenden (
Urk.
1 S. 6,
Urk.
2 S.
7)
Unfallereignis vom
1.
März 2014 und den nach dem 3
1.
Juli 2014 fortbestehenden psychischen Beschwer
den besteht.
5.2
Die Suva hat im angefochtenen
Einspracheentscheid
eingehend und unter Bezug
nahme auf die
vom Bundesgericht definierten Kriterien (vorstehend E. 1.3) und die dazu ergangene Rechtsprechung dargelegt, weshalb die
einzelnen
Adä
quanzkriterien
im Fall des
Beschwerdeführer
s
nicht erfüllt sind. Darauf kann verwiesen werden (
Urk.
2 S.
7-10).
5.3
Im Einzelnen ist den in der Beschwerde vorgebrachten Argumenten de
s
Beschwer
deführer
s
folgendes entgegenzuhalten:
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Ein
drücklichkeit des Unfalls kann mit Blick auf den aktenmässig dokumentier
ten Unfallherga
ng (
Urk.
8/1,
Urk.
8/17,
Urk.
8/27 S. 1,
Urk.
8/45
46
) verneint werden. Zu beachten ist nämlich, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung des Krite
riums ausreichen kann, und der Hergang des Unfalls vom
1.
März 2014 für einen mittelschweren Unfall bei objektiver Betrachtung keine besonders drama
tischen oder eindrüc
klichen Elemente enthielt (vgl. auch
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 69 f.
mit Hinweisen
).
Dies gilt auch
bei Annahme einer erhöhten Vul
nerabilität des Beschwerdeführers im Anschluss an den von den behandelnden Psychiatern beschriebenen Fast-Unfall vom
2.
August 2013 (vorstehend E.
3.
4.
und 3.6).
Auch das
Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzun
gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklun
gen auszulösen, kann
auch
bei Annahme einer erhöhten Vulnerabilität des Beschwerdeführers im Anschluss an den Fast-Unfall vom
2.
August 2013
nicht
bejaht werden. Die im Arztbericht des
Z._
vom
1.
März 2014
doku
men
tierte Rippenprellung ohne weitere Verletzungen von Belang
(
Urk.
8/17)
ist
nämlich auch bei der zu beachtenden weiten Bandreite von Ver
sicherten (vor
stehend E. 1.2) nicht geeignet, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen.
Bei der Prüfung der
Unfalladäquanz
psychischer Beschwerden nach BGE 115 V 133 sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung mit
einzubeziehen. Dies gilt auch für das Kriterium der unge
wöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
(
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 71)
.
Deshalb muss die vom Beschwerdeführer angeführte intensive psy
chiatri
sche Behandlung bei der Prüfung dieses Kriteriums ausser Acht gelassen wer
den. D
ie ärztliche Behandlung der Rippenprellung
war
nach den Darlegun
gen in Erwägung 4.3 spätestens nach 10-12 Wochen abgeschlossen
.
Ferner ist
zwi
schen den Rückenbeschwerden und dem Unfall vom
1.
März 2014 nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang erstellt (vorstehende E. 4.4)
. Unter diesen Umständen ist keine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung ausgewiesen.
B
ei der Prüfung des Kriteriums „körperliche Dauerschmerzen“ dürfen die vom Beschwerdeführer angeführten ununterbrochenen Rückenschmerzen nicht berück
sichtigt werden, da dies
e
nach dem Gesagte
n nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sind.
Dieses Kriterium ist ebenfalls nicht erfüllt.
Bei der Annahme, dass die Rippenprellung spätestens 10-12 Wochen nach dem Unfall abgeheilt war, kann auch das Kriterium „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit“ ohne weiteres verneint werden. Weitere Abklä
rungen sind hierzu, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht nötig.
Wie bereits zuvor dargelegt sind bei der Prüfung der
Unfalladäquanz
psychi
scher Beschwerden die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen. Deshalb ist unerheblich, ob wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht d
ie
E._
der Auffassung ist, der
Heilungsverlauf
gestalte sich als schwierig.
Das Krite
rium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen ist unter alleiniger Berücksichtigung der somatischen Unfallfolgen ebenfalls nicht erfüllt.
5.4
Es bleibt somit dabei, dass
keines der nach BGE 115 V 133 massgeblichen
Adä
quanzkriterien
erfüllt ist und
deshalb
ein adäquater Kausalzusammenhang zwi
schen den psychischen Beschwerden und dem Unfall vom
1.
März 2014
nicht ausgewiesen ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.