Decision ID: 21b74ff0-3e62-4a9d-8b95-2098b0df1a36
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, arbeitete von Januar 1996 bis Mai 2006 in der
Produktion
der
Y._
(Angaben im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 15. Mai 2008 und im Arbeitszeugnis vom 31. Mai 2006, Urk. 11/6). Nach einigen Monaten der Arbeitslosigkeit
(
vgl. den
Auszug aus dem Individuellen Konto vom 1
6.
Mai 2008, Urk. 11/8) trat er
Mitte Februar
2007
b
ei der
Z._
, eine Vollzeitstelle an. Ab Anfang August 2007 blieb er der Arbeit wegen Rückenbeschwerden fern, worauf die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende September 2007 auflöste (vgl. die Krankheitsmeldung der
Z._
an die Allianz Suisse als Taggeld-Kollektivversicher
er
vom 25. Oktober 2007, Urk. 11/13/3, und die Telefonnotiz der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich [SVA], IV-Stelle, vom 27. Mai 2008, Urk. 11/12).
Eine Computertomographie vom August 2007 (Bericht des
A._
vom
9.
August 2007,
Urk.
11/7/35) und eine Magnetresonanztomographie vom Januar 2008 (Bericht der
B._
vom
7.
Januar 2008, Urk. 11/7/23) ergaben die Befunde
von
Diskushernie
n/-
protrusio
n
en
auf der Höhe
L3/L4, L4/L5 und L5/S
1.
Im
Herb
st 2007
w
urde
der Versicherte
im
C._
mit Schmerzmedikation und Physiotherapie stationär behandelt (Bericht vom 8. Oktober 2007, Urk. 11/7/27
34), und zusätzlich wurden
im Frühjahr 2008
die Möglichkeiten eines chirurgischen Eingriffs abgeklärt (Bericht des
C._
, neurochirurgische Sprechstunde, vom
6.
Februar 2008, Urk. 11/7/17-18; Berichte der
D._
, Wirbelsäulen
sprechstunde, vom 1
4.
März und vom
8.
Mai 2008, Urk. 11/7/15
16 und Urk. 11/7/13-14).
Am 6. Mai 2008 meldete sich
X._
bei der Invalidenversicherung an (Urk. 11/3).
Nach
Beizug
der Akten über die bisherigen Behandlungen und Abklärungen
liess die IV-Stelle den
Versicherten durch Dr. med. E._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie,
begutachten (Gutachten vom 13.
November 2008,
Urk.
11/25)
.
I
m März 2009
hielt sich
der Versicherte
zur stationären Rehabilitation
in der
F._
auf
(Bericht vom 2
5.
März 2009, Urk. 11/31), und am 1
4.
Juli 2009
begutachtete
Dr.
E._
ihn
erneut und s
tellte
dabei
die Indikation zur operativen Dekompression des Segmentes L5/S1 (Urk. 11/34
).
Mit Verfügung vom 14. Januar 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit ab dem
1.
August 2008 eine ganze Invalidenrente aufgrund eines Invali
ditätsgrades von 100 % zu (
Urk.
11/55 und Urk. 11/48).
1.2
Im September 2010 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren in
die Wege, in dessen Rahmen sie
im
G._
das
interdisziplinäre Gutachten
(Fachrichtungen der Chirurgie und
O
rthopädischen Chirurgie, der Inneren Medizin
und der Psychiatrie) vom 1
6.
Mai 20
1
1
erstellen liess
(Urk. 11/71).
Im
V
orbescheidverfahren
erfuhr die IV-Stelle, dass der Versicherte im März 2011 in der
H._
eine Behandlung aufgenommen hatte, und nahm hierzu den Bericht
der Ärztin Dr.
med. I._
vom
7.
Oktober 2011
zu den Akten
(
Urk.
11/86)
; ausserdem erhielt sie
einen Bericht von
Dr. med. J._
, Spezialarzt für Neurologie, vom
7.
November 2011 über ein neurologisches Konsilium mit aktueller Computertomographie der Lendenwirbelsäule
(
Urk.
11/88). M
it Verfügung vom 2
3.
November 2011
hob sie die ganze Rente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 9
%
auf und begründete dies mit der Ver
besserung des Gesundheitszustan
des ab der Begutachtung im
G._
(Urk. 11/92
)
.
Der Versicherte, vertreten durch Milosav Milovanovic, liess gegen die Verfü
gung vom 2
3.
November 2011 Beschwerde erheben. Mit Urteil vom 2
9.
April 2013 hielt das Sozialversi
cherungsgericht fest, dass sich die Rentenaufhebung weder mit einer Änderung des Gesundheitszustandes noch mit der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen, renten
zusprechenden
Verfügung rechtfertigen lasse, dass jedoch die Durchführung der in Betracht gezogenen Rückenoperation oder der Ent
scheid, von der Operation abzusehen, als Sachverhaltsänderung zu werten sei, die eine vorbehaltlose Überprüfung des Rente
nanspruchs rechtfertige. Dement
sprechend hob das Gericht die Verfügung auf und ver
pflichtete die IV-Stelle dazu, Abklärungen zur Operationsindikation und zur Frage nach Art und Umfang der zumutbaren Tätigkeiten zu tr
effen (Urk. 11/100; Prozess Nr.
IV.2011.01354). Das Urteil blieb unangefochten.
1.3
Im Zuge
der ihr auferlegten Abklärungen erhielt die IV-Stelle Kenntnis davon, dass der Versicherte im Wirbelsäulenzentrum der
K._
vorgesprochen hatte, wo die Frage einer Operation nochmals zur Sprache gekommen war (Berichte
vom 1
5.
Februar und vom 2
8.
März 2012
,
Urk. 11/106/23-24 und Urk. 11/106/21-22)
; ausserdem erfuhr sie von einer weiteren Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule vom November 2012 (Urk. 11/106/11). Zum psychischen Gesundheitszustand nahm die IV-Stelle
den
Abschlussb
ericht
der
H._
vom 2. März 2012
zu den Akten
, in welchem
Dr.
I._
den Verlauf seit der Behandlungsaufnahme vor einem Jahr schilderte (Urk. 11/106/25-30); des Weiteren holte sie beim
L._
, wo der Versicherte im Januar 2013 die Behandlung aufgenommen
hatte, den Bericht vom 23./27.
August 2013 ein (Urk. 11/108) und
nahm vom Versicherten
den
weiteren
Bericht
des
L._
an seinen Rechtsvertreter
vom 2
6.
August 2013
entgegen (
Urk. 11/110).
Schliesslich
gab sie bei der
MEDAS
M._
nochmals ein interdiszipli
näres Gutachten in Auftrag (Gutachten vom
9.
Mai 2014 von Dr. med. N._
, Spezialärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des B
ewegungs
apparates, Dr. med. O._
, Spezialarzt für
Neurologie, Dr. med. P._
, Spezialarzt für Psychiatrie
und
Psychotherapie, und Dr. med. Q._
, Spezialarzt für Innere Medizin, mit dem Hauptgutachten des Fachbereichs Orthopädie und den Teilgutachten der Fachbereiche Neurologie, Psychiatrie und Innere Medizin sowie einem neurochirurgische
n Teilgutachten von Dr. med. R._
, Spezialärztin für Neurochirurgie,
einschliesslich Magnetresonanz
tomo
graphie der Lendenwirbelsäule, Urk. 11/121).
Am 1
5.
Januar 2015 verfügte die IV-Stelle
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 26
%
erneut die Rentenaufhebung (
Urk.
11/136), nachdem der Versicherte im
Vorbescheidverfahren
unter anderem eine
Stellungnahme des
L._
vom 1
4.
Oktober 2014 zum Gutachten der
MEDAS M._
hatte einreichen lassen (Urk. 11/130/9-11).
Gegen die Verfügung vom 1
5.
Januar 2015 liess der Versicherte erneut Beschwerde erheben und informierte dabei auch über die Rückenoperation (operative Nervenwurzelkompression und
Nukleotomie
auf der Höhe L4/L5 und L5/S1), der er sich Anfang Februar 2015 im
C._
unterzogen hatte (Berichte des
C._
über die Behandlungen von Januar bis April 2015,
Urk.
11/137/34-41
und
Urk.
11/141/3
)
,
nachdem er vorgängig von
Dr.
med. S._
, Spezialarzt für Neurologie,
untersucht worden war (Bericht von
Dr.
S._
vom 2
9.
Oktober 2014,
Urk.
11/138/1-3
). Mit Urteil vom 2
9.
September 2015 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (
Urk.
11/142
;
Prozess Nr. IV.2015.00207
). Es erwog, spätestens im Frühjahr 2011 sei festgestanden, dass sich der Versicherte bis auf Weiteres nicht würde operieren lassen, womit die Sachverhaltsänderung im Sinne des Urteils vom 2
9.
April 2013 eingetreten sei und es ab dann angezeigt gewesen sei, die Frage nach dem Rentenanspruch frei zu prüfen (
Urk.
11/142/13 E. 3.4.2). Im Rahmen dieser Prüfung gelangte
es zur Bestätigung eines Invaliditätsgrades unter der rentenerheblichen Grenze (
Urk.
11/142/18 E. 3.6.3). Auf die Beschwerde des Versicherten trat das Bundesgericht mit Urteil vom
1.
Dezember 2015 wegen unzureichender Beschwerdebegründung nicht ein (
Urk.
11/144).
1.4
Mit Schreiben an die IV-Stelle vom 2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
11/148) liess der Versicherte unter Berufung auf einen aktuellen Ber
icht des
L._
vom
8.
Dezember 2016 (
Urk.
11/147) geltend machen, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, und liess um erneute Prüfung seines Rentenanspruchs ersuchen (
Urk.
11/148). Die IV-Stelle eröffnete ihm mit Vor
bescheid vom 1
6.
März
2017
, dass sie auf das neue Gesuch nicht einzutreten gedenke, da die Verschlechterung nicht glaubhaft gemacht worden sei (
Urk.
11/150). Mit Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 entschied die IV-Stelle im vorgesehenen Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
11/152).
2.
Der Versicherte, wiederum vertreten durch Milosav Milovanovic, liess gegen die Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 mit Eingabe vom
9.
Juni 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, auf das Gesuch einzutreten und die Sache
rechtsgenüglich
abzuklären
(
Urk.
1 S. 1)
. Des Weiteren liess er in prozessualer Hinsicht um die unentgeltliche Prozessführung ersuchen (
Urk.
1 S. 1).
Zur Belegung seines Antrags auf Eintreten berief sich der Versicherte abermals auf den Be
richt des
L._
vom
8.
Dezember 2016
(
Urk.
3/1 =
Urk.
11/147)
und neu auf einen Bericht der
B._
vom 1
9.
Januar 2017 über eine neurologische Untersuchung der Rückenproblematik (
Urk.
3/2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Mit Verfügung vom 2
1.
September 2017 wurde dem Versicherten die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht, und gleichzeitig wurde das Gesuch um die unentgeltliche
Prozessführung
bewilligt (
Urk.
16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist
nach der Definition in Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit
.
Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
-gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss
jede wesentliche Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revi
dierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben, wenn
eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt
oder wenn eine Wandlung des
Aufgabenbereichs einge
treten ist (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
wesentlichen
unver
ändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Die Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsge
mäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.3
Wird ein Gesuch um Rentenrevision eingereicht, so ist darin gemäss Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invalidi
tätsgra
des verweigert, so wird eine neue Anmeldung gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV eben
falls nur geprüft, wenn die Voraussetzungen nach Art. 87 Abs. 2 IVV erfüllt sind.
Die Regelung in Art.
87
Abs. 2 und
3 IVV
bedeutet,
dass die Rechtskraft der frühe
ren Verfügung einer neuen Prüfung so lange entgegensteht, als der seiner
zeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht verändert hat.
Damit s
oll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechts
kräftiger Anspruchsprüfung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss
(BGE 130 V 64 E. 5.2.3).
1.4
1.4.1
Bei der Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV muss nach höchst
richterlicher Rechtsprechung nicht der Beweis nach dem im Sozialversiche
rungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erbracht sein, sondern die Beweisanforderungen sind herabgesetzt. Es genügt hier nach der Formulierung des Bundesgerichts, wenn für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sich die behauptete Sachverhaltsänderung bei eingehender Abklärung nicht erstellen lassen wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss hat die Verwaltung bei der Beurteilung der Frage, ob die
Eintretensvoraussetzung
der glaubhaften Sachverhaltsänderung besteht, einen gewissen Spielraum. Namentlich ist zu
berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Glaub
haftmachung
sind
dementsprechend mehr oder weniger hohe Anforderungen
zu
stellen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.2).
Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurtei
lung des Gesuchs,
also
bis zum Erlass der Verfügung betreffend die Neu
anmeldung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_183/2016 vom
9.
Mai 2016 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4.2
Verneint die Verwaltung die Glaubhaftigkeit einer Sachverhaltsänderung, so erledigt sie das Revisionsgesuch oder die Neuanmeldung ohne weitere Abklä
rungen durch Erlass einer
Nichteintretensverfügung
(vgl. BGE 109 V 108 E. 2b).
Dabei spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung und das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechts
erheblichen Sachverhalts zu sorgen haben, hier nicht in gleichem Mass. Wird im Revisionsgesuch oder in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, so ist der versicherten Person nach höchstrichterlicher Rechtsprechung eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen und ihr gleichzeitig anzudro
hen, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Sind der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beige
legt, sind diese aber
so weni
g substantiiert, dass sich ein Eintreten n
ur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls begründen lässt, ist es der Verwaltung unbe
nommen, entsprechende Erhebungen von sich aus selbst anzustellen oder bei der versicherten Per
son Belege nachzufordern.
Eine Verpflichtung der IV
Stelle
zur Nachforderung weiterer Angaben, analog zum Fall, wo in der Neuanmel
dung auf Beweismittel nur verwiesen wird,
besteht indessen
rechtsprechungs
-
gemäss
nur, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden
- Arztberichten konkrete Hinweise darauf entnommen werden können, dass möglicherweise eine mittels weiterer Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderun
g vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.4 mit Hinweisen).
1.4.3
Ergeht eine
Nichteintretensverfügung
, nachdem die Verwaltung das dargelegte formelle Vorgehen mit
Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen
ein
gehalten hat, so
legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung
darbot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Das Gericht hat demnach neue, erst während des Beschwerdeverfah
rens beigebrachte Beweismittel grundsätzlich nicht zu berücksichtigen. Nur diejenigen Beweismittel, welche die versicherte Person der Verwaltung erst nach Ablauf der angesetzten Frist eingereicht hat, welche die Verwaltung jedoch ungeachtet dieser Verspätung in die Beurteilung der
Eintretensfrage
einbezogen hat, sind auch im Gerichtsverfahren zu beachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 619/04 vom 10. Februar 2005, E. 2.2).
2.
2.1
Nach Durchführung der Abklärungen,
die
das Sozialversicherungsgericht im Urteil vom 2
9.
April 2013 für erforderlich gehalten hatte (
Urk.
11/100), erliess die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 1
5.
Januar 2015 und hob die bisherige ganze Rente des Beschwerdeführers erneut auf (
Urk.
11/136). Das Sozialversicherungsgericht bestätigte diese Verfügung mit dem
Urteil vom 29.
September 2015 (
Urk.
11/142), und das Bundesgericht trat auf die Beschwerde dagegen nicht ein (
Urk.
11/144). Damit erwuchs die Rentenaufhebungsverfügung in Rechtskraft.
Aufgrund der neuen Anmeldung vom 2
2.
Dezember 2016
(
Urk.
11/148)
war
demnach zu prüfen, ob im Sinne von Art. 87 Abs. 2 und Abs. 3 IVV glaubhaft gemacht worden ist, dass sich die Verhältnisse seit dem Erlass der Verfügung vom 1
5.
Januar 2015
in erheblicher Weise verändert haben.
Diese Frage ist Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Mai 2017
(
Urk.
2)
und somit auch Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
2.2
Der Beschwerdeführer liess mit der Anmeldung vom 2
2.
Dezember 2016 als einziges Dokument
den Bericht des
L._
vom
8.
Dezember 2016 einreichen (
Urk.
11/147). Dort hatte er, wie dem Bericht zu entnehmen ist (
Urk.
11/147/1), zu Anfang des Monats erneut
eine
psychiatrische
Behandlung in Form von Gruppen- und Ei
nzeltherapien aufgenommen (Urk.
11/147/4)
.
Die Diagnosen in diesem Bericht
– eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode
(Code F33.1
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Wel
tgesundheitsorganisation,
I
CD-10)
und ein
lumbo
vertebrales
Schmerzsyndrom (
Urk.
11/147/1) -
sind vergleichbar
mit d
enjenigen, die das
L._
schon im Jahr 2013 gestel
lt hatte, als der Beschwerdeführer zum ersten Mal dort behandelt worden war.
Schon in den
damaligen Bericht
en
vom
August 2013
war aus psychiatrischer Sicht ein
e
mittelgradige depressive Episode
diagnostiziert worden
(ICD-10 Code F32.1)
,
und
die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule waren als
lumboradikuläres
Reizsyndrom eingeordnet worden (
Urk.
11/108/5
und Urk. 11/110/1
), was nicht in einem Gegensatz
zur Diagnose des
lumboverte
bral
en
Schmerzsyndrom
s im Jahr 2016
steht, sondern lediglich spezifiziert, dass
radikuläre
, also die Nervenwurzel betreffende Symptome vorlagen.
Allein die Diagnosen
im Bericht vom
8.
Dezember 2016
liefern somit keine Hinweise auf eine gesundheit
l
iche Veränderung seit dem 15.
Januar 201
5.
H
ingegen sprach das
L._
in diesem aktuellen Bericht
von einer Verstärkung gewisser Symptome, indem es ausführte,
der Beschwerdeführer
leide nach seinen Angaben
seit dem Jahr 2007 an deutlich zunehmender Nervosität, Aggression und Impulsivität (
Urk.
11/147/1) und die
se Symptome hätten
in den letzten sechs Monaten deutlich zugenommen, womit eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu
m
Vorzustand eingetreten sei (
Urk.
11/147/4).
Alle
rdings stellte das
L._
keine Diagnose, unter welche es die
bereits in den Berichten des Jahres 2013
aufgezählten
(vgl.
Urk.
11/108
/5-6
und
Urk.
11/110
/2
)
und nunmehr
als verstärkt bezeichneten
Gemütszustände beziehungsweise Verhaltensmuster
subsumierte.
Dem entspricht, dass im Mai 2014 schon die
MEDAS M._
die geschilderte Reizbarkeit und innere Unruhe nicht als Krankheitssymptom, sondern vielmehr als Folge der schwierigen psychosozialen Umstände und insbesondere der zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten interpretiert hatte (
Urk.
11/121/41).
Damit weist d
er Bericht des
L._
vom
8.
Dezember 2016 nicht auf eine
krankheitswertige
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes hin und macht
somit
in dieser Hinsicht
keine Veränderung
ab dem 1
5.
Januar 2015
im Sinne der Voraussetzung für das Eintreten auf die neue Anmeldung glaubhaft.
2.3
Das Rückenleiden ist im Bericht des
L._
vom 8.
Dezember 2016 nur als Diagnose erwähnt; im Übrigen setzt sich der Bericht allein mit der psychischen Problematik auseinander.
Hingegen
ist das Rückenleiden Gegenstand des Berichts der
B._
vom 1
9.
Januar 2017 (Urk.
3/2). Dieser Bericht wurde allerdings erst im Gerichtsverfahren eingereicht, weshalb er nach der dargelegten Rechtsprechung nicht in die Beurteilung der
Eintretensfrage
einbezogen werden kann.
Bereits vor der neuen Anmeldung war die Beschwerdegegnerin jedoch
im Besitz der Berichte
des
C._
über die Wirbelsäulenoperation von Anfang Februar 2015 und über den
prä- und postoperativen Verlauf (Urk.
11/137/34-4
1
und
Urk.
11/141/3). Der Beschwerdeführer hatte diese Berichte im Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 1
5.
Januar 2015 eingereicht; sie waren indessen
für die Beurteilung von deren Rechtmässigkeit nicht von Belang
gewesen
, d
a die Operation
zeitlich
ausserhalb
des massgebenden Beurteilungszeitraums bis zum
Erlass der angefochte
nen Verfügung lag. Dafür
fallen
die Ber
ichte als Belege für die Glaubhaftigkeit der vorliegend zur Diskussion stehenden Sachverhaltsänderung in Betracht. Denn auch wenn der Beschwerdeführer sich bei der neuen Anmeldung nicht auf sie berief, so lagen sie der Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt doch bereits vor. Der
Untersuchungsgrundsatz, der beim Glaubhaftmachen einer Sachverhaltsänderung
zwar nur eingeschränkt gilt, aber doch nicht vollumfänglich aufgehoben ist,
gebietet daher, dass die Berichte bei der Prüfung der
vorliegend strittigen
Eintretensfrage
berücksichtigt werden.
Sie
vermögen
indessen ebenso wenig wie der Bericht des
L._
vom
8.
Dezember 2016 eine relevante Änderung tatsächlich
als
glaubhaft erscheinen zu lassen
.
Der Beschwerdeführer hatte sich Ende Januar 2015 wegen einer akuten Schmerzzunahme notfallmässig in Spitalbehandlung begeben
; im Bericht vom 2
8.
Januar 2015 ist jedoch von einem weitgehend unveränderten magnetresonanztomographischen Befund im Vergleich zu demjenigen des Jahres 2007
die Rede, und der Beschwerdeführer trat in gebessertem Zustand aus dem Spital aus
(
Urk.
11/137/34-35).
Nach komplikationsloser Operation vom
2.
Februar 2015 (vgl.
Urk.
11/
137/38-39) ergab eine Magnetresonanzuntersuchung vom 2
6.
März 2015
gemäss dem Bericht des
C._
vom
7.
April 2015 zwar
den Befund von
Rezidivbandscheibenvorfällen
auf der Höhe L4/L5 und L5/S1
mit Kompression der Wurzel L5 und S1, und es wurde eine Grosszehen- und
Fussheberparese
rechts beschrieben; die Ärzte hielten aber fest, insgesamt habe sich die klinische Situation nicht wesentlich geändert (
Urk.
11/141).
Insbesondere der Befund der
rechtsseitigen
Fuss- und
Zehenheberschwäche
wurde denn auch bereits im Oktober 2014, also vor dem Erlass der Verfügung vom 1
5.
Januar 2015, von
Dr.
S._
beschrieben (Urk.
11/138/1-3).
2.4
Ist nach dem Gesagten für die Zeit seit dem 1
5.
Januar 2015 keine Veränderung im Sachverhalt glaubhaft gemacht worden, so ist die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die neue Anmeldung vom 2
2.
Dezember 2016 eingetreten. Die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 ist daher zu bestätigen, und die Beschwerde ist abzuweisen.
3.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Verfahren für den
unterliegende
n
Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) ermessensweise auf
Fr. 5
00.-- festzusetzen, sie sind jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.