Decision ID: 44c8b4c7-e8a4-55b3-a970-073959d333e5
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/8
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St.Galler Gerichte
A.- X ist ledig und wohnte im Steuerjahr 2018 in A/AG. Sie führt zusammen mit Y ein
Treuhandbüro (W Steuerpraxis) in B. Zusammen mit der Steuererklärung 2018 reichte
sie die Steuererklärung 2018 des Kantons Aargau ein, worin ein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 113'705.– ausgewiesen wurde. Die st. gallische
Veranlagungsbehörde anerkannte Aufwendungen von Fr. 1'639.– für Berufskleidung
und von Fr. 600.– für Gerichtskosten nicht als geschäftsmässig begründet und
rechnete diese Beträge den Einkünften auf. Zudem korrigierte sie das deklarierte
Geschäftskapital auf Fr. 0.– und setzte stattdessen unter der Position "Aktiven gemäss
Schlussbilanz" Fr. 42'672.– und unter "Geschäftsschulden" Fr. 17'042.– ein. X wurde
am 7. Juli 2020 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 90'100.– und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.– veranlagt.
Dagegen erhob sie am 4. August 2020 Einsprache mit den Anträgen, von der
Aufrechnung der Gerichtskosten von Fr. 600.– sei abzusehen, das Betriebsvermögen
sei auf Fr. 22'674.– statt Fr. 42'672.– und die Passiven auf Fr. 2'075.– statt Fr. 19'117.–
zu korrigieren. Das Kantonale Steueramt wies die Einsprache mit Entscheid vom 10.
September 2020 ab, soweit es darauf eintrat.
B.- Am 8. Oktober 2020 erhob X Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des
Kantons St. Gallen (VRK) mit den Anträgen, sie sei mit einem steuerbaren Reingewinn
aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 115'344.– zu veranlagen, namentlich sei der
Kostenvorschuss von Fr. 600.– der VRK zum Abzug zuzulassen; eventualiter sei der
Rekurs bis zum Entscheid der Verfahren I/1-2020/184 und 185 des Geschäftspartners
zu sistieren. Zudem sei der in der Steuerdeklaration ausgewiesene Geschäftsanteil an
der einfachen Gesellschaft "W Steuerpraxis" (Eigenkapital per 31.12.2018) von
Fr. 22'674.– (anstelle von Fr. 42'672.–) zu veranlagen. Schliesslich sei die Kantonale
Steuerverwaltung anzuweisen, den Steuerkommissär Z von jeglichen Aufgaben
gegenüber der W Steuerpraxis zu entbinden, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 18. November 2020 die
Abweisung des Rekurses; eventualiter sei der Rekurs bis zum Rekurs- und
Beschwerdeentscheid in Sachen Y und V (Verfahren I/1-2020/184, 185) zu sistieren.
Der damalige Verfahrensleiter wies das Sistierungsgesuch am 8. Dezember 2020 ab.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Erwägungen:
1.- a) Ob auf den Rekurs eingetreten und die Vorbringen der Rekurrentin materiell
überprüft werden können, ist zuerst zu prüfen. Die VRK ist zum Sachentscheid
zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 8.
Oktober 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden. Mit Ausnahme der Anträge zur
Veranlagung des Geschäftsanteils (vgl. E. 1b) und zum Ausstandsbegehren (vgl. E. 1c)
erfüllt der Rekurs die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes,
sGS 811.1, abgekürzt: StG, Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP), weshalb insoweit darauf
einzutreten ist.
b) Die Rekurrentin beantragt, es sei der in der Steuerdeklaration ausgewiesene
Geschäftsanteil an der einfachen Gesellschaft "W Steuerpraxis" (Eigenkapital per
31.12.2018) mit Fr. 22'674.– (anstatt Fr. 42'672.–) zu veranlagen. Sie hatte in der
Steuererklärung 2018 beim Vermögen unter der Position "Geschäftskapital in
Personengesellschaften" Fr. 22'674.– deklariert. Die Vorinstanz korrigierte diese
Position in der Veranlagungsberechnung vom 7. Juli 2020 auf Fr. 0.–. Stattdessen
setzte sie unter der Position "Aktiven gemäss Schlussbilanz" Fr. 42'672.– und unter
"Geschäftsschulden" Fr. 17'042.– ein. Nach Abzug des Vermögensfreibetrags von
Fr. 75'000.– für alleinstehende Steuerpflichtige ergab sich sowohl bei der Deklaration
der Rekurrentin als auch bei der vorinstanzlichen Veranlagung ein steuerbares
Vermögen von Fr. 0.–. Die Korrektur der Vorinstanz wirkte sich demnach nicht auf das
steuerbare Vermögen aus. Diese Situation ist vergleichbar mit einer Nullveranlagung
bei einer juristischen Person. In jener Konstellation fehlt es der steuerpflichtigen Person
an einem Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse, das sie zur
Anfechtung des Entscheids berechtigen könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer]
2C_526/2020 vom 20. Oktober 2020 E. 3.3 mit Hinweisen). Es ist nicht ersichtlich,
weshalb dieses rechtsprechungsgemässe Erfordernis bei der Legitimation zum Rekurs
hier nicht ebenfalls gelten soll. Namentlich kann die tatsächliche oder rechtliche
Situation der Rekurrentin durch den Ausgang des Verfahrens nicht beeinflusst werden
(vgl. Hunziker/Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2016, Art. 140 DBG
N 22). Ob der Wert des Anteils der Personengesellschaft nun Fr. 22'674.– (so die
Rekurrentin) oder Fr. 42'672.– (so die Vorinstanz) beträgt, ändert nichts am steuerbaren
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Vermögen von Null. Der formellen und materiellen Rechtskraft einer Verfügung
zugänglich sind die Entscheidformel (der Rechtsspruch oder das Dispositiv), nicht aber
die Sachverhaltsfeststellungen oder die Erwägungen zur Rechtslage (die Motive). Aus
diesem Grund kann nur der Rechtsspruch Bindungswirkung entfalten und angefochten
werden. Im Steuerrecht bedeutet dies, dass (ausschliesslich) die Steuerfaktoren an der
Rechtskraft teilhaben. Die Erwägungen, die zum Rechtsspruch führen, haben lediglich
die Bedeutung von Motiven. Folglich können die tatsächlichen und rechtlichen
Verhältnisse, auf denen eine rechtskräftige Veranlagung beruht, in einer späteren
Periode an sich abweichend beurteilt werden (vgl. BGE 140 I 114 E. 2.4). Somit ist auf
den Rekurs in diesem Punkt nicht einzutreten.
c) Die Rekurrentin beantragt weiter, das Kantonale Steueramt sei anzuweisen, den
Steuerkommissär Z von jeglichen Aufgaben gegenüber dem Treuhandbüro, woran sie
beteiligt sei, zu entbinden.
Gemäss Art. 7 VRP entscheiden über Ausstandsbegehren gegen Mitglieder einer
Kollegialbehörde die Gesamtbehörde in Abwesenheit der betroffenen Person (lit. a);
gegen den Präsidenten der Verwaltungsrekurskommission der
Verwaltungsgerichtspräsident (lit. b); gegen Richter und Gerichtsschreiber eines
Gerichts dessen Präsident (lit. c); gegen Sachverständige die auftraggebende Stelle (lit.
d) und in den übrigen Fällen die Aufsichtsinstanz (lit. e). Für die Zuständigkeit zur
Behandlung eines Ausstandsbegehrens gegen den Steuerkommissär wäre Art. 7 lit.
e VRP einschlägig. Da die VRK nicht Aufsichtsinstanz über die Steuerkommissäre ist,
ist auf den Rekurs in diesem Punkt ebenfalls nicht einzutreten. Stattdessen ist das
Ausstandsgesuch gegen den Steuerkommissär zuständigkeitshalber an das Kantonale
Steueramt weiterzuleiten.
2.- Im Rekursverfahren ist einzig streitig, ob die Vorinstanz den Einkünften aus
selbständiger Erwerbstätigkeit zu Recht mangels Nachweises der geschäftsmässigen
Begründetheit Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.– aufrechnete. Die Rekurrentin
hatte am 16. Oktober 2018 Rekurs gegen die Veranlagung der Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 bei der VRK erhoben und beantragt, es seien die
Berufskleidung von Fr. 1'946.– und die Abonnementskosten für den Tagesanzeiger von
Fr. 274.– als geschäftsmässig begründeter Aufwand zum Abzug zuzulassen. Die VRK
bis
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hatte den Rekurs mit Entscheid vom 26. Februar 2019 teilweise gutgeheissen, indem
sie den Aufwand für das Zeitungsabonnement zum Abzug zuliess, nicht jedoch die
Auslagen für die Berufskleidung. Die amtlichen Kosten von Fr. 600.– wurden im
Umfang von Fr. 450.– der Rekurrentin auferlegt und der Rest des Kostenvorschusses
von Fr. 150.– zurückerstattet (Verfahren I/1-2018/198).
a) Die Vorinstanz hält im Einspracheentscheid vom 10. September 2020 fest, der
Nachweis, dass die Rechtsstreitigkeit aus geschäftlichen Gründen angestrebt worden
sei, von der Rekurrentin nicht erbracht worden sei. Die private Steuererklärung sei
überwiegend von privatem Interesse. Dies schliesse den Abzug von den
Gerichtsgebühren aus. Die Argumentation, wonach das Rechtsmittelverfahren ein
Pilotfall für die Kundschaft gewesen sei, stosse ins Leere, denn dann hätte der Fall bis
ans Bundesgericht weitergezogen werden müssen. Hinsichtlich der Praxis in anderen
Kantonen habe die Rekurrentin keinen konkreten Fall genannt. Die Gerichtsgebühren
seien deshalb als Privataufwand zu qualifizieren.
Die Rekurrentin macht demgegenüber unter Verweis auf die Begründung ihres
Geschäftspartners in den Verfahren I/1-2020/184 und 185, in denen es ebenfalls um
den Abzug von Gerichtskosten als geschäftsmässig begründetem Aufwand geht,
geltend, dass die Klärung der Frage des Abzugs von Berufskleidern aus rein
beruflichen Interessen erfolgt sei und nicht dem privaten Bereich zugeordnet werden
könne. Die aus Sicht des Treuhandbüros als notwendig betrachtete Klärung habe
aufgrund des kleinen Streitwerts, verbunden mit hohen, nicht überwälzbaren Kosten
und weil die einfache Gesellschaft kein Rechtsmittel ergreifen könne, nur in eigenem
Namen erfolgen können. Aufgrund der ordnungsgemäss geführten Buchhaltung hätte
die Vorinstanz den Gegenbeweis erbringen müssen, dass die Gerichtskosten nicht zum
Abzug zugelassen werden könnten.
b) Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmässig
begründeten Kosten (sog. Gewinnungskosten) abgezogen (Art. 40 Abs. 1 StG). In Art.
40 Abs. 2 StG werden beispielhaft einige typische Abzugs- bzw. Kostenpositionen
aufgezählt (vgl. zur direkten Bundessteuer Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 27 DBG N 3). Nicht abziehbar sind
hingegen gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a StG die Aufwendungen für den Unterhalt des
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Steuerpflichtigen und seiner Familie sowie der durch die berufliche Stellung des
Steuerpflichtigen bedingte Privataufwand. Unter Gewinnungskosten sind
Aufwendungen zu verstehen, die unmittelbar für die Erzielung des Einkommens
gemacht werden und in einem direkten ursächlichen Zusammenhang dazu stehen
(BGer 2A.252/2002 vom 4. November 2002 E. 2.1). Ob der Aufwand zweckmässig bzw.
vermeidbar gewesen wäre, spielt keine Rolle. Es ist nicht Sache der Steuerbehörden,
die Angemessenheit einer geschäftlichen Aufwendung zu überprüfen. Die
geschäftsmässige Begründetheit ist vielmehr solange zu bejahen, als ein sachlicher
Zusammenhang zwischen Ausgabe und Geschäftsbetrieb besteht (vgl. zur direkten
Bundessteuer Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 27 DBG N 3 f.). Der Aufwand
ist zu belegen oder zumindest glaubhaft zu machen. Dies entspricht dem Grundsatz
der Beweislastverteilung, wonach die Steuerbehörde die steuerbegründenden und der
Steuerpflichtige die steuermindernden Sachverhalte nachzuweisen hat (Zigerlig/Oertli/
Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil N 237 und VII. Teil N 23).
Auslagen für private Verfahren zählen nicht zu den Gewinnungskosten. Sie betreffen
primär die Person des Steuerpflichtigen und nicht (oder nur mittelbar) dessen
Berufstätigkeit. Anders verhält es sich bei Verfahrensaufwand, der in erster Linie mit
der Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen in Zusammenhang steht. Auslagen für einen
Prozess, womit Einkommensansprüche gesichert oder durchgesetzt werden sollen,
stellen Gewinnungskosten dar. Gleiches gilt für den Aufwand, welcher dem
Steuerpflichtigen in einem Verfahren entsteht, worin er sich beispielsweise gegen eine
Schmälerung seines Erwerbseinkommens zur Wehr setzt (BGer 2A.90/2001 vom 25.
Januar 2002 E. 6.1 und 2C_266/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 5.3; P. Locher,
Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, 2. Aufl. 2019, Art.
27 DBG N 46).
c) Entgegen der Auffassung der Rekurrentin besteht zwischen den Kosten für das
Gerichtsverfahren und der selbständigen Erwerbstätigkeit kein sachlicher
Zusammenhang. Zum einen hängt der Aufwand für ein Verfahren, das berufliche
Auslagen zum Gegenstand hat, welche aber nicht geschäftsmässig begründet sind, mit
der Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen nicht zusammen. Solcher Aufwand ist –
gleich wie der Gegenstand des Verfahrens selbst – als Einkommensverwendung zu
qualifizieren und kann steuerlich nicht berücksichtigt werden (BGer 2A.90/2001 vom
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25. Januar 2002 E. 6.2). Zum andern besteht im Kanton St. Gallen zur Frage der
Abzugsfähigkeit von Kleiderkosten – darauf hat die Vorinstanz zu Recht hingewiesen –
eine klare und langjährige Praxis. Und zwar fällt Kleidung, welche die steuerpflichtige
Person unter anderem aufgrund ihrer beruflichen Stellung erwirbt und die auch im
privaten Bereich verwendbar ist, nicht unter den Begriff der abzugsfähigen
Berufskleider (z.B. VRKE I/1-2011/54 vom 20. Oktober 2011, im Internet abrufbar unter:
www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung; StB 30 Nr. 1 Ziff. 3.2). Dies
gilt sowohl im Bereich der unselbständigen wie auch im Bereich der selbständigen
Erwerbstätigkeit und entspricht der Praxis bei der direkten Bundessteuer (Reich/Züger/
Betschart, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Art. 27 DBG N 11). Weshalb sich die Klärung der
Frage der Abzugsfähigkeit von Berufskleidern bei einer selbständigen Erwerbstätigkeit
aus Sicht der beruflichen Tätigkeit unter diesen Umständen hätte aufdrängen sollen, ist
nicht ersichtlich. Gibt es im Treuhandbüro Kunden, welche diese Frage trotz der klaren
Rechtsprechung im Kanton St. Gallen (nochmals) gerichtlich überprüfen lassen
möchten, so hätte sie als Vertreterin in diesen Fällen den Rechtsmittelweg beschreiten
können. Eine Notwendigkeit, im eigenen Namen ein Pilotverfahren anzustrengen,
bestand deshalb nicht. Vielmehr deutet der Umstand, dass die Rekurrentin das
Verfahren vor der VRK in eigenem Namen führte, darauf hin, dass sie das Verfahren
aus eigenem Interesse führte. Dies hat zur Folge, dass die daraus entstandenen Kosten
dem privaten Bereich zuzuordnen sind.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht an der
geschäftsmässigen Begründetheit der Gerichtsgebühren zweifelte. Die Zweifel vermag
die Rekurrentin auch im Rekursverfahren nicht auszuräumen. Es ist deshalb nicht zu
beanstanden, dass die Gerichtsgebühren von Fr. 600.– nicht als geschäftsmässig
begründete Kosten zum Abzug zugelassen wurden. Zu berücksichtigen ist jedoch,
dass diese der Rekurrentin nicht im vollen Betrag aufzurechnen sind. Der Betrag von
Fr. 600.– ist dem Gewinn 2018 der W Steuerpraxis hinzuzurechnen, der sich für das
Jahr 2018 auf Fr. 235'809.– beläuft. Bei einer hälftigen Gewinnverteilung unter den
beiden Gesellschaftern ergibt dies für die Rekurrentin unter Berücksichtigung von
Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, Fahrtkosten und der Aufrechnung für
Bekleidungskosten im Vergleich zur Veranlagung und zum Einspracheentscheid um
Fr. 300.– tiefere steuerbare Einkünfte aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von Fr.
115'644.–. Die Rekurrentin ist somit für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit
http://www.sg.ch/recht/gerichte
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einem um Fr. 300.– tieferen steuerbaren Einkommen von Fr. 89'800.– zu veranlagen.
Das steuerbare Vermögen von Fr. 0.– bleibt unverändert. Dies entspricht einer
teilweisen Gutheissung des Rekurses.
3.- Die amtlichen Kosten sind nach Obsiegen und Unterliegen zu verlegen (Art. 95 Abs.
1 VRP). Im Zusammenhang mit der Aufrechnung geschäftsmässig nicht begründeten
Aufwands (Gerichtsgebühr) dringt die Rekurrentin betragsmässig zur Hälfte durch. Auf
ihre beiden anderen Anträge (Anfechtung des veranlagten Anteils am
Betriebsvermögen der einfachen Gesellschaft und Ausstandsbegehren gegen den
Steuerkommissär) ist nicht einzutreten, was einem Unterliegen gleichkommt. Unter
diesen Umständen erscheint es angemessen, der Rekurrentin drei Viertel der amtlichen
Kosten aufzuerlegen. Der restliche Viertel ist vom Staat zu tragen. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 600.– ist mit
dem Kostenanteil der Rekurrentin von Fr. 450.– zu verrechnen und im Restbetrag von
Fr. 150.– zurückzuerstatten.