Decision ID: ffa517f8-6fe2-4064-a50e-cc8fc8d41a8f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, kündigte am 2
1.
März 2014 se
in
Ar
beitsverhältnis bei der
Y._
per Ende Juni 2014 (
Urk.
6/32,
Urk.
6/39).
Im
Rahmen des folgenden Auslandaufenthalts
absolvierte
er in der Zeit vom 1
8.
September bis zum 1
0.
Dezember 2014 einen Sprachkurs
in
Z._
(
Urk.
6/1).
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz
Ende Januar 2015 meldete er
sich am
3.
Februar
2015 zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
6/1,
Urk.
6/38). Mit Ver
fügung vom 2
6.
Februar 2015 stellte ihn das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen für die Zeit vor der kontrollierten Arbeitslosigkeit für 13 Tage ab
3.
Februar 2015 in der
An
spruchsberechtigung
ein (
Urk.
6/2). Daran hielt es nach ergangener Einsprache des Versicherten vom
5.
März 2015 (
Urk.
6/3) mit Entscheid vom
5.
Mai 2015 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
2.
Juni 2015 Beschwerde und
beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids (
Urk.
1
). Mit
Be
schwer
deantwort
vom 2
1.
Juli 2015 beantragte das AWA die Abweisung der Be
schwer
de (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am 22. Juli 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 7)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die Unterlagen wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
2.1.1
Nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Per
son, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zu
stän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu ver
mei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu su
chen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Be
müh
ung
en nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versi
cherte
Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persön
lich nicht
genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die versicherte Person vor
Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist. Sie hat sich daher bereits wäh
rend der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befristeten Arbeits
ver
hältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Auffor
derung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben (BGE 139 V 524 E. 4.2; Urteile des Bundesge
richts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015, E. 3.5, und 8C_917/2013 vom
4.
März 2014, E.
2.1, je mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 2.2). Die Pflicht zur Stellensuche dauert auch bei einer
vor
übergehenden Ort
s
- oder Lande
sabwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015 E. 3.4 mit Hinweis).
2.1.2
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zu
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE
139 V 524 E. 2.1.4, und
124 V 225 E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 2
2.
Februar 2007 E. 3.1
). Die Ar
beitsbemühungen müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte
Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über
die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzent
schädi
gung
,
4.
Auf
lage
, Zürich 2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom
4.
März 2014 E. 2.2
).
2
.1.3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 der
Ver
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insol
venz
e
ntschädigung
, AVIV).
2
.2
2
.2.1
Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (
Art.
9
der Bundesverfas
sung
), welcher den Bürger in seinem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungs
be
hörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom mate
riel
len Recht abweichende Be
hand
lung der Rechtsuchenden gebieten. Gemäss Rechtsprechung und Doktrin ist dies der Fall, wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf be
stimmte Personen gehandelt hat (1.), wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zurei
chenden Gründen als zuständig betrachten durfte (2.), wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte (3.), wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgän
gig gemacht werden können (4.), und wenn die ge
setzliche Ordnung seit der
Auskunfterteilung
keine Änderung erfahren hat (5.; BGE 131 II 627 E. 6.1, 129 I 161 E. 4.1, 126 II 377 E. 3a, 122 II 113 E. 3b/cc, 121 V 65 E. 2a; RKUV 2000 Nr. KV 126 S. 223).
Unterbleibt eine Auskunft entgegen gesetzlicher Vorschrift (vgl.
Art.
27 ATSG) oder obwohl sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen geboten war, hat die Rechtsprechung dies der Erteilung einer unrichtigen Auskunft gleichgestellt (BGE 131 V 472 E. 5 mit Hinweisen; vgl. auch MEYER-BLASER, Die Bedeutung von Art. 4 Bundesverfassung für das Sozialversicherungsrecht, in: ZSR 1992 2
Halbbd
., S. 299 ff., 412 f.).
2
.2.2
Den Parteien obliegt in dem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Sozial
versicherungsprozess
e
ine Beweislast
nur
insofern, als im Falle der
Beweislosig
keit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
. Diese Beweisregel greift
erst
dann
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersu
chungs
grundsatzes
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu er
mitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklich
keit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_662/2015 vom 3
0.
Novem
ber 2015, E. 3.2).
3
.
3.1
Gemäss den Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Versicherte in den drei Monaten vor Eintritt der Arbeitslosigkeit respektive in der Zeit vom
3.
November 2014 bis zum
2.
Februar 2015 keine persönliche
Arbei
tsbemü
hun
gen
nachgewiesen hat
(
Urk.
1-2). Streitig und zu prüfen ist, ob
er
zu Recht
wegen quantitativ ungenügender Arbeitsbemühungen in diesen drei Monaten für die Dauer von 13 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.2
Der Beschwerdeführer macht
im Wesentlichen
geltend, er habe vor seiner Ab
reise nach
Z._
dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
A._
angerufen, um sich
mit Blick auf
eine
eventuelle Arbeitslosigkeit
zu
informie
ren. Die Dame, deren Namen ihm nicht bekannt sei, habe ihm
darauf
über
alle
Informationen ausser
über die Pflicht zu
vorherigen Arbeitsbemühungen Aus
kunft gegeben. Trotz seiner Bemühungen mit einem telefonischen Anruf und auf der Homepage des
RAV
A._
habe er diese Information nicht erhalten.
3.3
Die V
orbringen des Beschwerdeführers
sind aus den folgenden Gründen nicht stichhaltig;
Wie erwähnt ergibt sich die
Pflicht der Versicherungsleistungen beanspru
chen
den Person zur Arbeitssuche - als Teil der Schadenminderungspflicht - direkt aus dem Gesetz (Art. 17 Abs. 1 AVIG). Die versicherte Person kann sich daher insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor Aufnahme der Stempelkontrolle zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei. Dies gilt umso mehr, als sich der Versicherte
unbestrittenermassen
in der zweiten Rahmenfrist für den Leistungsbezug befindet (Urk. 1-2). Die geltend gemacht
e
telefonische Auskunft hat
er im Übrigen weder bezüglich
der
daran beteiligten
Person,
des Zeitpunktes
noch
in sonstiger Hinsicht
näher substantiiert. Aufgrund der Unmöglichkeit, diese
Auskunft mit dem erforderlichen Beweisgrad
abklären zu
können, kann er daraus
wie oben dargelegt
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Des
halb ist es nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner den Versicherten we
gen quantitativ ungenügender Ar
beitsbemühungen in der
Anspruchsberech
tigung
eingestellt hat (Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG).
x
3.4
Mit der Einstellung von 13 Tagen, welche im
oberen
Bereich des leichten Ver
schuldens liegt, hat der Beschwerdegegner den besonderen Verhältnissen des Beschwerdeführers und den übrigen Umständen
ausreichend Rechnung getra
gen und sein Ermessen korrekt ausgeübt.
4
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.