Decision ID: 0c66cfe7-a7ec-4c4d-9e2f-62ec941ae9b2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
war seit dem
1.
Oktober 2017 bei der
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der SWICA Versiche
rungen AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Unfall
meldung vom
6.
August 2018 liess er der SWICA mitteilen, dass er sich am 4. August 2018 beim Sprung in die
Limmat das Innenohr verletzt habe
(
Urk.
7/1). Der am
6.
August 2018 konsultierte erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, stellte als Diagnose
n
ein Trauma der
linken Schulter mit Verdacht auf
Läsion im Bereich der
Rotatoren
-Manschette
und
eventuell des
Humeruskopfes
links
sowie eine Stauchung der Lendenwirbel
säule
nach
einem
Kopfs
prung aus einer Höhe von ca. 10 Meter
n
von der
A._
in die Limmat (
Bericht vom 1
0.
August 2018,
Urk.
7/6
S. 2).
Am 3
1.
August 2018 (
Urk.
7/15/3-5) nahm der von der SWICA beauftragte Ver
trau
ensarzt
Dr.
med.
B._
von der medizinischen Begutachtung
C._
eine Aktenbeurteilung vor.
Am
4.
September 2018
(
Urk.
7/18)
teilte
die SWICA
dem Versicherten mit, dass sie die Leistungen aufgrund eines fehlenden Unfallereignisses ablehne. Mit Verfügung vom 2
1.
November 2018 (
Urk.
7/26) verneinte die SWICA ihre Leistungs
pflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
4.
August 2018
förm
lich
, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Die vom
Versicherten am
9.
Januar 2019 (
Urk.
7/31) erhobene Einsprache wies die SWICA mit Entscheid vom 3
1.
Januar 2019 (
Urk.
2)
ab
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
März 2019 (
Urk.
1) Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Januar 2019 sei aufzuheben und es seien für die anlässlich des Unfalls vom
4.
August
2018
erlittenen Verletzungen die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Die SWICA beantragte in ihrer Beschwer
deantwort vom 1
0.
April 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
1.
April 2019 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die
Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten. Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich am
4.
August 2018 zugetragen, weshalb die ab dem
1.
Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert wer
den.
1.2
1.2
.1
UV170180
Unfallbegriff, Gesetzestext
08.2018
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
.2
UV170190
Unfallbegriff, ungewöhnlicher äusserer Faktor
08.2018
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.3
UV170220
Gegenstand der Unfallversicherung, unfallähnliche Körperschädigung, Gesetzestext, gültig ab 1.1.2017
08.2018
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.4
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist
aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereig
nisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
1.
5
UV170520
Beweismaxime der Aussagen der ersten Stunde
08.2018
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli
cher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 3
f.
) damit, der Unfallmeldung vom
6.
August 2018
sei zu entnehmen, dass es beim Sprung in die Limmat zu einer Verletzung des Innenohrs gekommen sei.
Anläss
lich des Telefongesprächs vom 2
8.
August 2018 habe der Beschwerdeführer mit
geteilt, dass beim Sprung ins Wasser nichts Spezielles passiert sei. Anlässlich des Telefongesprächs vom 2
1.
September 2018 habe sich der Beschwerdeführer erst
mals dahingehend geäussert, dass er nach dem Sprung am Flussboden angekom
men sei. Die Angaben im Arztzeugnis
vom 1
0.
August 2018 von Dr.
Z._
, im Befundbericht zum MRI vom 1
4.
August 2018, im Bericht von
Dr.
D._
vom 2
3.
August 2018 sowie in der Gesprächsnotiz vom 28. August 2018 würden in ihrer Aussage vollständig übereinstimmen. Demge
mäss habe sich der Beschwerdeführer beim Sprung in die Limmat verletzt, ohne dass etwas Spezielles vorgefallen sei. Ein Aufprall auf dem Flussboden sei zu keinem Zeitpunkt erwähnt worden. Erwähnung finde ein Anschlagen erst anläss
lich des Telefongesprächs vom 2
1.
September 2018, nachdem der Beschwerde
führer mit Schreiben vom
4.
September 2018 über die Leistungsablehnung infor
miert worden sei. Von einer Zeugenbefragung sei kein weiterer Aufschluss bezüglich des ursprünglichen Ereignishergangs zu erwarten, da die Zeugen zum Vorgang unter Wasser schwerlich Auskunft geben könnten, weshalb darauf zu verzichten sei.
In Anwendung der Rechtsprechung der Aussage der ersten Stunde sei daher davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer beim Sprung in die Limmat verletzt habe
, ohne dass sich etwas Spezielles ereignet habe
. Ein angeb
liches Unfallereignis sei damit nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Im Sprechstundenbericht der
E._
vom 2
3.
August 2018 sei eine AC-
Gelenksarthropathie
mit SLAP-II-Läsion Schulter links als Diagnose festgehalten worden. Eine SLAP-Läsion beziehungsweise eine Verletzung des Labrums stelle keine Listenverletzung gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG dar. Da keine Diagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliege, sei eine unfallähnliche Körperschädigung zu vernei
nen.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf de
n Standpunkt (
Urk.
1), die seit dem Kopfsprung vom
4.
August 2018 geklagten Beschwerden seien offen
sichtlich einzig und alleine durch den Kopfsprung in die Limmat und die dabei erlittenen Verletzungen hervorgerufen worden. Gemäss MR-Befunden vom 1
4.
August 2018 habe er sich beim Sprung eine Läsion des Labrums im
superioren
bis
posterosuperioren
Anteil zugezogen. Entsprechend sei die Verletzung auch als eine SLAP-II-Läsion qualifiziert worden (S. 6). Er sei der Ansicht, die Beschwer
degegnerin hätte gezielt danach fragen müssen, ob er denn beispielsweise beim Kopfsprung den Flussboden berührt habe. Er sei sich damals der Tragweite dieses Umstandes nicht bewusst gewesen, weshalb er diese Frage mit grosser Sicherheit auch mit nein beantwortet hätte, wenn es tatsächlich nicht so gewesen wäre. Gegenüber seinem Hausarzt habe er bei der Anamneseerhebung den Aufprall auf dem Flussboden erwähnt, was dieser in einem Schreiben
vom 5. November 2018 klargestellt habe
(S. 7).
Dem Aufprall auf dem Flussbett komme vorliegend jedoch gar keine Bedeutung zu, weil die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bereits deshalb erfüllt sei, weil ein Kopfsprung aus mutmasslich über 10 Metern Höhe den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen klar überschreite. Dass es sich beim Kopfsprung von der
A._
in die Limmat aus einer Höhe von üb
er 10 Metern um einen im Leben
des Geschäftsführers einer Fleischfirma nicht mehr alltäglichen Vorgang handle und die Eigenschaften des Wassers sich hierbei nicht mehr wie im alltäglichen Leben auswirken
würden
, sei offenkundig. Ansonsten dürfe sich auch ein Absturz eines Flugzeuges ins Meer nicht mehr als Unfall qualifizieren lassen. In den medizinischen Akten seien Hin
weise auf eine aussergewöhnliche Landung des Beschwerdeführers im Wasser zu finden. Nebst dem Wasser, das in der vorliegenden Konstellation als ungewöhn
licher äusserer Faktor zu betrachten sei, sei zusätzlich auch die Landung im Wasser nicht ganz planmässig erfolgt
. Eine nicht angepasste Körperstellung sei gemäss Urteil des Bundesgerichts als aussergewöhnlich zu qualifizieren
(S. 7)
.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung UVG vom
6.
August 2018 (
Urk.
7/1)
hat
sich der Beschwerdeführer beim Sprung in die Limmat von der
A._
das Innenohr links verletzt (
Ziff.
5, 6 und 9).
3.2
Dr.
Z._
hielt anlässlich seiner Erstbehandlung vom
6.
August 2018 im Bericht vom 1
0.
August 2018 (
Urk.
7/6
/2
) fest, der Beschwerdeführer habe einen Kopfsprung aus einer Höhe von 10 Metern gewagt und anschliessend Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der
linken
Schulter bei Bewegungen der Schulter in Form von brennenden Schmerzen verspürt. Es bestünden Druck- und Bewegungsschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, vor allem bei der linken Schulter. Ausserdem bestünden Schmerzen bei Retroversion und Elevation des Oberarms. Im Bereich des
Humeruskopfs
gebe es eine unklare Linie und bei der Lendenwirbelsäule keine
ossären
Läsionen. Als Diagnosen nannte der Arzt ein Trauma der linken Schulter mit Verdacht auf Läsion im Bereich der
Rotatoren
-Manschette und eventuell des
Humeruskopfes
links sowie eine Stauchung der Lendenwirbelsäule. Es wurde eine Behandlung mit
nichtsteroid
alen
Antirheuma
tika (NSAR) und S
chonen empfohlen. Zudem wurde der Beschwerdeführer für ein MRI der linken Schulter angemeldet.
3.3
Bei einem Gespräch mit dem Unfallversicherer vom 2
8.
August 2018 (
Urk.
7/11) gab der Beschwerdeführer an, beim Sprung ins Wasser sei nichts Spezielles passiert. In den Ohren habe er eine Entzündung gehabt, welche mit Ohrentropfen behandelt worden sei. Jetzt sei wieder alles in Ordnung. Betreffend Schulter sei ein
Rx
und ein MRI gemacht worden und er sei zu einem Spezialisten in die
F._
überwiesen worden. Er habe eine gebrochene Schulter und ein extrem entzündetes Schultergelenk. Vor dem Ereignis habe er noch nie Probleme mit der Schulter gehabt.
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Radiologie FMH, nannte im MR
Artho
g
raphie
Bericht vom 1
4.
August 2018 (
Urk.
7/12) einen partiellen Kontrastmitteleintritt in die Sehne des
Subscapularis
, welcher am ehesten injektionstechnisch bedingt sei sowie eine
differzialdiagnostisch
geringe Partialruptur. Ausserdem habe eine intakte Darstellung der übrigen Sehnen und
Rotatorenmanschetten
, eine Läsion des Labrums im
superioren
bis
posterosuperioren
Anteil sowie eine intakte Dar
stellung der
ossären
Strukturen festgestellt werden können.
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt in seinem Bericht vom 2
3.
August 2018 (Urk. 7/13
/3-4
) als Diagnose eine posttraumatische AC-
Gelenksarthropathie
mit SLAP-II-Läsion der
linken Schulter fest. Es sei eine
sonografisch
gesteuerte Infiltration des AC-Gelenkes links angeordnet worden.
3.6
Der als beratende
r
Expertenarzt beigezogene
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie FMH, nannte in seiner Aktenbeurteilung vom 3
1.
August 201
8 (Urk. 7/15) als Diagnose eine
Prellung des linken
Acromioclaviculargelenk
s
, eine SLAP-I-Läsion links sowie eine Distorsion der Lendenwirbelsäule (S. 2).
Der Beschwerdeführer sei am
4.
August 2018 aus einer Höhe von ca. 10 Meter
n
ins Wasser gesprungen und habe sich dabei eine Prellung des linken
Acromioclavi
culargelenks
und eine SLAP-Läsion zugezogen. Zusätzlich habe er sich die Lendenwirbelsäule
torquiert
. Das MRI habe eine intakte
Rotatorenmanschette
gezeigt. Eine eventuelle geringe Partialruptur im Bereich des
Subscapularis
sei eher als iatrogenes injektionstechnisch bedingtes Signal zu werten. Eine konser
vative Therapie mittels Infiltration des linken Gelenks mit Cortison und Lokal
anästheti
kum sei geplant (S. 1). Eine Schädigung gemäss Art. 6
Abs.
2 UVG liege nicht vor. Bei der Labrumläsion Typ II handle es sich definitionsgemäss um einen Abriss des Labrum-
Bizepsanker
-Komplexes (
Pulley
) vom oberen
Glenoid
nach kranial. Da im MRI eine unauffällige
Bizepssehne
und ein unauffälliges
Pulley
beschrieben worden sei, ging
Dr.
B._
davon aus, dass es sich um eine SLAP-I-Läsion handle. Dieser Typ der SLAP-Läsion sei eher degenerativ als traumatisch bedingt (S. 3).
3.7
In einem weiteren Telefongespräch
mit dem Unfallversicherer vom 2
1.
September 201
8
(
Urk.
7/20)
gab der Beschwerdeführer an, die Oberflächenspannung von Wasser führe bei einem Sprung aus 15 Meter Höhe zu einem sehr harten Aufprall. Zusätzlich sei er auch am Flussboden angekommen.
3.8
Dr.
Z._
führte in seinem Schreiben vom
5.
November 2018 (Urk. 7/23) aus, dass die Angabe des Beschwerdeführers, er
sei
beim Kopfsprung von der
A._
mit den Armen auf dem Boden aufgeprallt, bei der Anamneseerhe
bung untergegangen sei. Dies sei vom Patienten heute erwähnt worden und
auf
grund dessen
teile
Dr.
Z._
dies ebenfalls noch mit.
4.
4.1
Zur Beurteilung der umstrittenen Frage, ob sich am
4.
August 2018 ein Unfall im Rechtssinne ereignet hat, ergibt
sich aus der Unfallmeld
ung und
Hergangsschil
derung
, dass
der
Beschwerdeführer von der
A._
in die Limmat
sprang
. Dabei machte er zunächst geltend, er habe sich
das linke Innenohr verletzt (E.
3.1). Beim Hausarzt
machte er sodann Schmerzen in der linken Schulter geltend und in der Beschwerdeschrift gab er an, er sei bei Sprung mit den Armen am Flussboden angekommen. In der Folge habe er Schmerzen
in der linken Schul
ter verspürt
(
Urk.
1)
.
4.2
Bei der
A._
über der Limmat handelt es sich gemäss Angaben des Beschwerdeführers um eine Höhe von ca. 10 Meter. Sprünge aus dieser Höhe sind grundsätzlich nicht unüblich und können an zahlreichen Orten durchgeführt wer
den, in der Stadt Zürich beispielsweise von Sprungtürmen im Hallenbad
H._
oder im Freibad
I._
.
4.3
4.3.1
Ausgehend vom Besch
rieb des Beschwerdeführers zum He
rgang beim Sprung von der Brücke ist davon
auszugehen, dass der Absprung beabsichtigt und planmässig erfolgte. Mangels gegenteiliger Angaben ist
davon auszugehen, dass
es
beim Auf
prall
auch zu keinen aussergewöhnlichen Manövern gekommen
ist
. Als miss
glückt zu betrachten ist gemäss Beschwerdeführer jedoch der Aufprall
im Wasser
. Ein solcher Vorfall kann aber entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Vielmehr ist mit Blick auf die Höhe des Sprungs festzustellen, dass sowohl die Beschaffenheit der Wasseroberfläche als
auch das Eintauchen ins Wasser vorhersehbar und ohne zusätzliche Einflüsse vonstattengegangen ist. Dass ein Sprung aus 10 Meter
n
Höhe bei unprofessionel
len Springern unangenehm sein kann, ist
notorisch
und
einer solchen Betätigung
immanent. Ein solcher Verlauf kann nicht als ungewollt bezeichnet werden und gehört zum üblichen Geschehen. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hin
weise auf einen ungewöhnlichen Verlauf oder ein Zusatzgeschehen im Sinne einer den normalen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit.
Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass
die vom behandelnden Arzt
Dr.
Z._
anlässlich seiner Erstbehandlung
vom 6.
August 2018 (vgl. E.
3.2 hiervor)
festgestellten
Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und der linken Schulter
im Rahmen eines üblichen Sprungs in einen Fluss entstanden sind.
Al
lein der Umstand, dass sich die durchaus gewollte Belastung auf den Kör
per ungewöhnlich ausgewirkt und sich zu
behandlungsbedürftigen
Schmerzen entwickelt hat, genügt nicht, um von einem Unfall im Rechtssinne auszugehen. Entscheidend ist die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors selbst und nicht die Wirkung auf den menschlichen Körper (vgl. E. 1.3.2 hiervor). Insgesamt handelt es sich im vorliegenden Fall um einen üblichen Verlauf eines Sprungs von grosser Höhe in einen Fluss, ohne dass ein schadenspezifisches Zusatzgeschehen hinzu
getreten wäre.
4.3.2
Im Sinne der sogenannten Aussagen der ersten Stunde ist vorliegend auf die Schilderung der Geschehnisse abzustellen, welche der Beschwerdeführer anläss
lich seiner Erstbehandlung
(vgl. E. 3.2)
und des er
sten Telefongesprächs mit dem
Unfallversicherer
(vgl. E 3.3)
zu Protokoll gegeben hat.
Demgemäss hat sich der Beschwerdeführer beim Sprung in die Limmat verletzt, ohne dass etwas Spezielles vorgefallen ist. Ein Aufprall auf dem Flussboden ist zu keinem Zeitpunkt genannt worden. Erst nachdem der Beschwerdeführer mit Schreiben vom
4.
September 2018
(
Urk.
7/18)
über die Leistungs
ablehnung informiert
worden war
, brachte er anlässlich des Telefongespräc
hs vom 2
1.
September 2018 (vgl.
E. 3.7) diesen beachtlichen Umstand vor
. Wenn der Besch
werdeführer davon ausgegangen wäre, dass die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und der linken Schulten vom Aufprall herrühren, hätte diese Tatsache bereits früher Erwähnung gefunden. Das nachträgliche Schreiben von Dr.
Z._
ändert daran nichts, da die übri
gen Akten in dieser Hinsicht übereinstimmend sind.
4.4
Nachdem beim vorliegenden Geschehensablauf nicht auf einen ungewöhnlichen Verlauf zu schliessen ist, bleibt zu prüfen, ob eine unfallähnliche Körperschädi
gung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG zu bejahen ist. Diesbezüglich ist festzu
stellen, dass anlässlich des MRI eine intakte Darstellung der Sehnen und
Rotato
renmanschetten
, eine Läsion des Labrums im
superioren
bis
posterosuperioren
Anteil sowie eine intakte Darstellung der
ossären
Strukturen festgestellt werden konnte (E. 3.4).
Dr.
D._
beurteilte die Verletzung als eine posttraumati
sche AC-
Gelenksarthropathie
mit SLAP-II-Läsion der linken Schulter.
Vor diesem Hintergrund wies der von der Beschwerdegegnerin als beratender Expertenarzt beigezogene
Dr.
B._
nachvollziehbar darauf hin, dass es sich bei der Labrum
läsion Typ II definitionsgemäss um einen Abriss des Labrum-
Bizepsanker
-Komplexes (
Pulley
) vom oberen
Glenoid
nach kranial
handelt
. Da im MRI eine unauffällige
Bizepssehne
und ein unauffälliges
Pulley
beschrieben
wurden
, ging
Dr.
B._
davon aus, dass es sich um eine SLAP-I-Läsion
handelt, welche
eher degenerativ als traumatisch bedingt
ist
(E. 3.6). Eine Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG stellt dies nicht dar, zumal auch
im umliegenden Gewebe
keine
Ver
letzungen
festgestellt werden konnten
(Urtei
l des Bundesgerichts 8C_835/2013
vom 2
8.
Januar 2015 E. 4.3)
.
Ein Abriss des Labrum-
Bizepsanker
-Komplexes ist bildgebend nicht erstellt und die entsprechende Diagnose von
Dr.
D._
nicht begründet. Ein Sehnenriss ist jedenfalls nicht erstellt.
5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Ereignis vom
4.
August 2018 weder als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG zu qualifizieren ist noch die Voraussetzungen für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf Leis
tungen der Unfallversicherung zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzu
weisen ist.