Decision ID: 060a2d81-e442-4028-8da4-8326769387c3
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden und ihr mittlerweile volljähriger Sohn
D._ (eigenes Beschwerdeverfahren E-2687/2020) verliessen ihren
Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am (...) 2012 in Richtung
E._. Dort seien sie vom Hochkommissariat für Flüchtlinge der Ver-
einten Nationen (UNHCR) im Jahr 2014 als Flüchtlinge anerkannt worden.
B.
Am 27. September 2016 gelangten die Beschwerdeführenden von
F._ kommend auf dem Luftweg in die Schweiz. Am folgenden Tag
suchten sie um Asyl nach. Die Befragungen zur Person (BzP) fanden am
13. und 24. Oktober 2016 statt. Die Vorinstanz hörte die Beschwerdefüh-
renden am 22. und 23. September 2018 einlässlich zu ihren Asylgründen
an.
B.a Dabei gab der Beschwerdeführer an, er sei iranischer Staatsangehö-
riger persischer Ethnie und stamme aus G._, Provinz H._.
Seine Eltern seien verstorben. (...) Geschwister lebten in G._, ein
Bruder in I._. Ein weiterer Bruder sei im Jahr (...) getötet worden.
Seit 1995 sei er mit der Beschwerdeführerin verheiratet und habe mit ihr
zwei Kinder. Er habe das (...) abgeschlossen. Im Jahr 1995 habe er ei-
nen Teil des (...)geschäfts seines Vaters übernommen. Dieses Geschäft
habe er bis zur Ausreise geführt.
Zu seinen Asylgründen führte er aus, er habe als Sympathisant der Volks-
mudschahedin Flugblätter und Zeitungen verteilt. Am (...) 1981 sei er ver-
haftet und zu (...) Jahren Haft verurteilt worden. Im Jahr 1988 seien etwa
30'000 Gefangene, darunter auch Freunde von ihm, hingerichtet worden.
Er selbst habe (...) Jahre im Gefängnis verbracht. Ende (...) oder anfangs
(...) 1993 sei er freigelassen worden. Nach seiner Freilassung habe er Mit-
glieder der Volksmudschahedin und deren Familien finanziell unterstützt.
Im Jahr 1996 habe ihn ein ehemaliger Mitinsasse angerufen. Das Telefonat
sei vom Ettelaat (Anmerkung Gericht: iranischer Geheimdienst) abgehört
worden. Daraufhin sei er wiederholt vom Ettelaat befragt und aufgefordert
worden, zu kollaborieren. Er habe sich geweigert. Als Folge davon habe er
keine Identitätspapiere erhalten und seine Geschäfte seien boykottiert wor-
den.
Da seine Ehefrau den Iran habe verlassen wollen, habe er im Jahr 20(...)
begonnen, die Ausreise zu organisieren. Er habe einem Bekannten (...)
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Millionen Toman bezahlt, damit dieser für seine Familienmitglieder Schen-
gen- Visa organisiere. Die Organisation der Ausreise habe rund anderthalb
Jahre gedauert. Zwei Tage vor der Ausreise, an einem Mittwoch Ende des
Jahres 20(...) oder anfangs 20(...), habe der Ettelaat seine Ehefrau ange-
rufen und ihn zu einer Befragung vorgeladen. Der Ettelaat habe gewusst,
dass er plane, mit seiner Familie am Freitag nach L._ zu reisen. In
der Folge seien ihre Pässe auf dem Reisebüro beschlagnahmt und erst
nach Ablauf der Visa zurückgegeben worden. Einen Monat später hätten
sie wiederum ausreisen wollen. Am Flughafen hätten sie erfahren, dass
seine Ehefrau mit einem Ausreiseverbot belegt worden sei. Ihre Pässe
seien erneut eingezogen worden.
Im Jahr 2009 habe er mit Kollegen, einige davon seien Mitglieder oder
Sympathisanten der Volksmudschahedin gewesen, eine (...)firma gegrün-
det. Das Ziel dieser Firma sei gewesen, (...) – auch solche die sich um
Ausland befunden hätten – finanziell zu unterstützen. J._, ein Mit-
glied der Volksmudschahedin, welcher im Jahr 19(...) angeschossen und
seither (...) sei, habe die Firma als (...) unterstützt.
Die Volksmudschahedin seien auf der Terrorliste der USA aufgeführt ge-
wesen. Die Inhaber der (...)firma hätten deshalb in einem Brief an (...) die
Streichung der Organisation von der Terrorliste verlangt. Der Ettelaat habe
von diesem Brief erfahren. Daraufhin sei er vorgeladen worden. Es sei ihm
vorgeworfen worden, diesen Brief verfasst und die (...)firma gegründet zu
haben, um Mitglieder der Volksmudschahedin finanziell zu unterstützen.
Letzteres habe er bestritten. Die restlichen Inhaber der (...)firma sowie
seine Ehefrau seien ebenfalls befragt und das gesamte Inventar sei be-
schlagnahmt worden. Die Firma sei liquidiert worden. Nach der Liquidation
der (...)firma habe er keinen Kontakt mehr mit dem Ettelaat gehabt. Er sei
aber sicher, dass er weiterhin unter Beobachtung gestanden sei. Die
(...)firma habe er in anderer Form alleine weitergeführt. J._ sei ver-
haftet worden. Da dieser an (...) gelitten und das Gefängnis wiederholt für
Behandlungen habe verlassen müssen, habe er die Kosten dafür über-
nommen, was dem Ettelaat bekannt gewesen sei.
In den Jahren vor ihrer Ausreise sei die Unzufriedenheit im Iran immer
grösser geworden und die Aktivitäten der Volksmudschahedin hätten zu-
genommen. Sie hätten beispielsweise mehrere Videos von Grabstätten
von ermordeten Mitgliedern der Volksmudschahedin veröffentlicht. Er
selbst habe Mitglieder der Volksmudschahedin auch regelmässig über
Neuigkeiten betreffend Hinrichtungen informiert. Diese Aktivitäten hätten
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jedoch für ihn persönlich keine Konsequenzen gehabt. Die Situation sei für
die Familie aber sehr stressig gewesen. Es sei ihnen gedroht worden, den
Sohn (...) zu machen. Aus Angst hätten sie ihn nicht alleine aus dem Haus
gelassen. Am Dienstag vor der Ausreise habe er durch die Ehefrau von
J._ die Nachricht erhalten, dass der Ettelaat ihn verhaften wolle und
er deshalb ausreisen solle. Am nächsten Tag sei er geschäftlich nach
K._ gereist. Sein Mobiltelefon sei ausgeschaltet gewesen. Darauf-
hin habe der Ettelaat seine Ehefrau aufgesucht und sie nach seinem Ver-
bleib befragt. Er sei aufgefordert worden, am Samstag zu einer Befragung
zu erscheinen. Am Freitag habe er den Iran mit seiner Familie mit gefälsch-
ten Pässen auf dem Landweg verlassen.
In der Schweiz sei er exilpolitisch tätig. Er nehme an Demonstrationen und
weiteren Anlässen teil.
B.b Die Beschwerdeführerin gab an, sie sei iranische Staatsangehörige
persischer Ethnie und stamme aus G._, Provinz H._. Ihre
Eltern seien verstorben. Ihre (...) Geschwister lebten im Iran. Ein Bruder
sei verstorben. Sie habe (...) Jahre die Schule besucht. Im Jahr 19(...) sei
sie in der Schule festgenommen und während (...) Jahren inhaftiert wor-
den. Nach ihrer Freilassung habe sie als (...) gearbeitet. Seit 19(...) sei sie
mit dem Beschwerdeführer verheiratet. Nach der Heirat sei sie (...) gewe-
sen.
Zu ihren Asylgründen führte sie aus, sie stamme aus einer politischen Fa-
milie. Einer ihrer Brüder sei zu (...) Jahren Haft verurteilt und anlässlich
des Massakers im Jahr 1988, als 30'000 Häftlinge umgebracht worden
seien, hingerichtet worden. Sowohl sie selbst als auch ihr Ehemann seien
aus politischen Gründen in Haft gewesen und jahrelang überwacht worden.
Nach der Geburt ihrer Kinder habe sie die politischen Aktivitäten reduziert.
Sie habe beispielweise (...) besucht und fotografiert. Diese Fotos seien
teilweise an Ausstellungen in L._ präsentiert worden. Etwa 17 Per-
sonen aus ihrem Freundeskreis seien hingerichtet und in Massengräbern
beerdigt worden. Die Hinterbliebenen habe sie finanziell unterstützt.
Im Jahr 20(...) hätten sie Schengen-Visa erhalten. Zwei Tage vor der Aus-
reise seien ihre Pässe beschlagnahmt worden. Diese hätten sie erst zu-
rückerhalten, als die Visa abgelaufen seien. Einige Monate später hätten
sie in die E._ reisen wollen. Sie seien jedoch am Flughafen festge-
nommen worden. Im Jahr 2006 oder 2007 hätten Freunde in K._
das (...) veröffentlicht. Dieses hätten sie – ihr Ehemann und sie – in den
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Dörfern verteilt. Der (...) des (...), ein Sympathisant der Volksmudschahe-
din, sei festgenommen worden. In der Folge habe der Ettelaat ihre Woh-
nung durchsucht sowie eine (...) und ein (...) beschlagnahmt.
Ende des Jahres 2011 habe ihr Ehemann mit Sympathisanten der Volks-
mudschahedin eine (...)firma gegründet. Er sei (...) gewesen. Die Mitar-
beiter der Firma hätten Unterschriften gesammelt, damit (...) die Volksmud-
schahedin von der Liste von Terrororganisationen streiche. Die Unterschrif-
ten hätten sie zusammen mit einem Brief an (...) geschickt. Sie selbst habe
diesen Brief auch unterschrieben. Der Ettelaat habe davon erfahren und
sie befragt. Sie habe bestritten, den Brief unterschrieben zu haben. In der
Folge sei die (...)firma ihres Ehemannes liquidiert und das Inventar be-
schlagnahmt worden. Der (...) der Firma sei nach einer Reise in den
M._ verhaftet und für (...) Jahre inhaftiert worden.
An einem Mittwoch kurz vor der Ausreise sei sie von (...) Angestellten des
Ettelaat zu Hause aufgesucht worden. Sie hätten ihren Ehemann sprechen
wollen, welcher jedoch aus geschäftlichen Gründen in K._ gewesen
sei. Sie sei gefragt worden, weshalb ihr Ehemann auf dem Mobiltelefon
nicht erreichbar sei. Die Wohnung sei durchsucht und ihr Ehemann aufge-
fordert worden, am nächsten Tag zu einer Befragung zu erscheinen. Als sie
erwidert habe, dass er in K._ sei, sei er für den Samstag vorgeladen
worden. Am folgenden Tag habe sie bemerkt, dass sie überwacht würden.
Sie habe grosse Angst um ihre Kinder gehabt. Es sei ihr telefonisch gedroht
worden, den Sohn (...) zu machen. Am Freitag, zwei Tage nach der Haus-
durchsuchung, seien sie ausgereist. Nach der Ausreise habe ihr (...) das
(...)geschäft ihres Ehemannes weitergeführt. Der Ettelaat habe wiederholt
geschäftliche Unterlagen mitgenommen, um diese zu überprüfen. Eines
Tages habe der Ettelaat das ganze Inventar beschlagnahmt, ihren (...) be-
fragt und das Geschäft geschlossen.
In der Schweiz veröffentliche sie als (...) einer (...) Informationen über die
Situation von Märtyrern und deren Familien. Zudem nehme sie an De-
monstrationen und anderen Anlässen teil.
Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden ihre Melli-Karten, Ge-
burtsurkunden, einen abgelaufenen Pass der Beschwerdeführerin, den
Führerschein des Beschwerdeführers, eine Zugangskarte eines Gefäng-
nisses aus dem Jahr 1993, zwei Kopien von Vorladungen des Ettelaats
vom (...) Juli 1996 und aus dem Jahr 2000, Flugtickets aus dem Jahr
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20(...), eine behördliche Information zur Rückübergabe von beschlag-
nahmten Pässen, ein Dokument betreffend eine Geschäftseröffnung, eine
Vereinbarung mit einer Fluggesellschaft betreffend Visa aus dem Jahr
20(...), ein Dokument betreffend (...), eine Bestätigung von der «Gemein-
schaft politisch Gefangener», eine Einladung zum Geburtstag der Tochter
vom (...) 20(...), eine Bestätigung des «National Council of Resistance of
Iran» vom 18. Oktober 2012 betreffend Aktivitäten für die Volksmuhade-
schin, ein Schreiben der «Iranian Political Prisoners Association for free
Iran» vom 4. August 2014, Flüchtlingsausweise des UNHCR, eine hand-
schriftliche Notiz mit Internetadressen, Auszüge aus Twitter sowie Face-
book und diverse Fotos ein.
C.
Mit Verfügung vom 21. April 2020 anerkannte die Vorinstanz die Beschwer-
deführenden als Flüchtlinge und stellte fest, die Tochter erfülle die Flücht-
lingseigenschaft nicht, werde jedoch gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG in die
Flüchtlingseigenschaft der Eltern einbezogen. Die Asylgesuche lehnte die
Vorinstanz ab und wies die Beschwerdeführenden aus der Schweiz weg.
Infolge Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges gewährte sie den Be-
schwerdeführenden die vorläufige Aufnahme und beauftragte den zustän-
digen Kanton mit deren Umsetzung.
D.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2020 erhoben die Beschwerdeführenden beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragen, die Ziffern 2, 4
und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung seien aufzuheben. Es
sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und die Vorinstanz sei anzu-
weisen, ihnen Asyl zu gewähren. In prozessualer Hinsicht sei das Be-
schwerdeverfahren mit jenem des volljährigen Sohnes zu vereinigen oder
mindestens zu koordinieren. Es sei ihnen die unentgeltliche Prozessfüh-
rung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, und
die amtliche Verbeiständung zu gewähren.
Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden eine Schnellrecher-
che der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) «Iran: Rückkehr von Per-
sonen mit Verbindungen zu den Volksmudschahedin (PMOI)» vom 20. Juli
2018, mehrere Fotos von iranischen Oppositionellen, diverse Zeitungsarti-
kel, eine Dokumentation über ein Grundstück, Kopien einer Eintretensver-
fügung sowie einer Zwischenverfügung in Rechtshilfesachen der Bundes-
anwaltschaft vom 6. und 13. Mai 2020 und eine E-Mail betreffend Fürsor-
gebestätigung ein.
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E.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Juni 2020 stellte die Instruktionsrichterin
fest, das vorliegende Beschwerdeverfahren werde mit dem Verfahren
E-2687/2020 des volljährigen Sohnes der Beschwerdeführenden koordi-
niert behandelt. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, so-
wie amtlichen Verbeiständung hiess sie gut und lud die Vorinstanz zur Ver-
nehmlassung ein.
F.
In der Vernehmlassung vom 12. Juni 2020 hielt die Vorinstanz mit ergän-
zenden Ausführungen an ihren Erwägungen fest und beantragte die Ab-
weisung der Beschwerde.
G.
Am 1. Juli 2020 replizierten die Beschwerdeführenden. Als Beweismittel
gaben sie eine Kopie einer rechtshilfeweisen Einvernahme eines Zeugen
per Videokonferenz der Bundesanwaltschaft vom 5. Juni 2020 und eine
Honorarnote zu den Akten.
H.
Mit Eingabe vom 3. August 2020 reichten die Beschwerdeführenden eine
Besitzurkunde eines Grundstücks inklusive Übersetzung und eine aktuali-
sierte Honorarnote ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016
3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das
bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung
des AsylG vom 25. September 2015).
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.20]). Die
Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-
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führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur
Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht zum Zeitpunkt
der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit
verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit
ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine
bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen
konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus
einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung
als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch
und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5).
5.
5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Beschwerdeführerenden erfüllten aufgrund subjektiver Nachflucht-
gründe die Flüchtlingseigenschaft. Demgegenüber hielten die Vorbringen
bezüglich der Vorkommnisse vor der Ausreise der Beschwerdeführenden
aus dem Iran den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss
Art. 3 AsylG nicht stand.
Zur Begründung der Verneinung einer flüchtlingsrechtlich relevanten Ver-
folgung im Zeitpunkt der Ausreise führte die Vorinstanz aus, die (...)jährige
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Inhaftierung des Beschwerdeführers und die (...)jährige der Beschwerde-
führerin aus politischen Gründen hätten im Zeitpunkt der Ausreise bereits
(...) Jahre zurückgelegen, womit diese Ereignisse nicht kausal für die Aus-
reise gewesen seien.
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sei es nach der Haftentlas-
sung im Jahr 1993 zu keinen weiteren Inhaftierungen gekommen. Zwar sei
er wiederholt behördlichen Massnahmen und Behelligungen ausgesetzt
gewesen. Dabei habe es sich um kurzeitige Mitnahmen, Befragungen und
andere Überwachungsmassnahmen gehandelt. Dies werde auch von der
Beschwerdeführerin bestätigt. Der Beschwerdeführer habe aber selbst er-
klärt, die iranischen Behörden hätten von seinen fortdauernden politischen
Aktivitäten grösstenteils keine Kenntnis gehabt. Auch nachdem er im Zu-
sammenhang mit der Gründung einer (...)firma wieder verstärkt unter der
Beobachtung des iranischen Geheimdienstes gestanden sei, hätten die
Behörden nicht die nötigen Beweise gehabt, um ihn wegen seiner politi-
schen Aktivitäten gerichtlich zu belangen. Im letzten Jahr vor der Ausreise
hätten denn auch gemäss seinen Aussagen keine direkten Behördenkon-
takte stattgefunden. Das Verhalten des Beschwerdeführers lasse zudem
darauf schliessen, dass es sich bei der vorgebrachten Furcht vor einer er-
neuten Inhaftierung um eine latente Angst gehandelt haben müsse. Er sei
den behördlichen Vorladungen und Meldepflichten jeweils gefolgt und sei
von seiner Ehefrau begleitet worden. Auch den Ausführungen zur Haus-
durchsuchung wenige Tage vor der Ausreise liessen sich keine Hinweise
dafür entnehmen, dass eine erneute Inhaftierung oder andere behördliche
Massnahmen bevorgestanden hätte, die über diejenigen in den vorange-
henden Jahren hinausgegangen wäre. Der Beschwerdeführer stütze seine
Befürchtungen zwar auf Warnungen von Kollegen aus Kreisen der Volks-
muhadeschin, habe aber keine weitergehenden Ausführungen zu den Hin-
tergründen machen können. Dies gelte auch für die Aussagen der Be-
schwerdeführerin. Zudem hätten die Ausreisepläne gemäss ihren Aussa-
gen bereits vor den erwähnten Behördenkontakten bestanden und den
Schilderungen des Beschwerdeführers liessen sich gewisse Ungereimthei-
ten in zeitlicher Sicht entnehmen. Es könne allerdings aufgrund der voran-
gegangen Ausführungen ohnehin offengelassen werden, ob die Behörden-
kontakte tatsächlich so abgelaufen seien wie dargestellt. Es bestehe keine
objektiv begründete Furcht vor Verfolgung, auch wenn eine subjektive auf-
grund des Erlebten durchaus nachvollziehbar sei.
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Wie bereits dargelegt, werde zwar nicht in Abrede gestellt, dass die Be-
schwerdeführenden im Iran bis zu einem gewissen Grad überwacht wor-
den sei. Ein unerträglicher psychischer Druck sei aber aufgrund der Mass-
nahmen nicht anzunehmen. Gemäss ihren Aussagen sei es vorgekom-
men, dass Personen aus dem Bekanntenkreis beim iranischen Geheim-
dienst hätten vorsprechen müssen und die Behörden versucht hätten, den
finanziellen Erfolg der Familie zu torpedieren sowie das Vermögen zu be-
schlagnahmen. Zu konkreten Massnahmen sei es aber nicht gekommen.
Der Beschwerdeführer habe bis zu seiner Ausreise ein (...)- und (...)ge-
schäft führen können. Die Sorgen betreffend die Kinder, insbesondere des
Sohnes D._, seien zwar nachvollziehbar. Konkrete Anhaltspunkte,
dass die Kinder tatsächlich im Visier der Behörden gestanden seien, seien
den Aussagen der Beschwerdeführenden aber nicht zu entnehmen.
5.2 In der Rechtsmitteleingabe bringen die Beschwerdeführenden vor, die
Vorinstanz verkenne ihr jahrzehntelanges oppositionelles Engagement für
die Volksmuhadeschin. Die Aktivitäten seien von solcher Bedeutung gewe-
sen, dass sie stets überwacht worden seien. Ihre Angst vor weiteren asyl-
relevanten Verfolgungsmassnahmen sei in subjektiver Hinsicht unbestrit-
ten. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass sie keine objektiv begrün-
dete Furcht vor Verfolgung hätten, sei nicht nachvollziehbar, zumal die ent-
sprechende Argumentation widersprüchlich sei. Einerseits führe sie aus,
es hätten im Jahr vor der Ausreise keine Behördenkontakte stattgefunden.
Andererseits gelange sie in der darauffolgenden Erwägung zum Schluss,
die vor der Flucht erfolgte Hausdurchsuchung vermöge an den Einschät-
zungen des SEM nichts zu ändern. Sie hätten übereinstimmend und de-
tailliert über die zwei Tage vor der Flucht stattgefundene Hausdurchsu-
chung berichtet. Ausserdem habe es einen engen Zusammenhang zwi-
schen der Flucht und ihrem Einsatz für J._ gegeben. Die Beziehung
zu J._ sei zweifellos geeignet, verstärkt in den Fokus der iranischen
Behörden zu geraten. Zudem seien N._ und O._, welche
hingerichtet worden seien, enge Bezugspersonen gewesen. Die Verbin-
dung des Beschwerdeführers zu diesen Männern dürften den iranischen
Behörden bekannt sein. Das Verfolgungsinteresse der iranischen Behör-
den zeige sich auch durch die nach der Flucht erfolgte Beschlagnahme
eines Grundstücks. Ferner sei der Beschwerdeführer von der (...) als
Zeuge im Zusammenhang mit einem Strafverfahren gegen P._ vor-
geladen worden. Insgesamt sei von einer asylrelevanten Gefährdung der
Beschwerdeführenden im Zeitpunkt der Flucht auszugehen. Schliesslich
habe die Tochter mit Regimekritikern als Eltern eine Reflexverfolgung zu
befürchten, weshalb sie ebenfalls als Flüchtling anzuerkennen sei.
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5.3 In der Vernehmlassung entgegnet die Vorinstanz, ein Widerspruch in
der Argumentation des SEM betreffend die Behördenkontakte sei nicht er-
kennbar, zumal der letzte Behördenkontakt, bei welchem der Beschwerde-
führer anwesend gewesen sein soll, separat von den übrigen abgehandelt
worden sei. Die Verbindungen des Beschwerdeführers zu Mitgliedern der
Volksmudschahedin seien vom SEM nicht angezweifelt worden. Es sei je-
doch von den Beschwerdeführenden nicht dargelegt worden, weshalb sie
aufgrund dieser Verbindungen im Zeitpunkt der Ausreise behördliche Mas-
snahmen asylrelevanten Ausmasses zu befürchten hätten. Die erwähnten
Hinrichtungen hätten im Jahr 2011 und somit bereits ein Jahr vor der Aus-
reise der Beschwerdeführenden stattgefunden. Auch das politische Profil
von J._ sei nicht angezweifelt worden. Sodann sei das (...) der Be-
schwerdeführenden im Jahr 2016, und somit vier Jahre nach der Ausreise,
beschlagnahmt worden. Dies lasse demnach keine Rückschlüsse in Bezug
auf das Bestehen von asylrelevanten Massnahmen im Zeitpunkt der Aus-
reise zu, sondern bestätige die Einschätzung bezüglich der Anerkennung
der Flüchtlingseigenschaft infolge subjektiver Nachfluchtgründe. Dies gelte
ebenso betreffend die Vorladung der (...) zu einer Zeugeneinvernahme.
Schliesslich sei die heute (...)-jährige Tochter im Zeitpunkt der Ausreise
erst (...)-jährig gewesen, weshalb unwahrscheinlich sei, dass sie bei einer
hypothetischen Rückkehr in den Iran eine Reflexverfolgung zu befürchten
hätte.
5.4 In der Replik machen die Beschwerdeführenden geltend, die Argumen-
tation der Vorinstanz betreffend die Behördenkontakte sei insofern wider-
sprüchlich, als sie die wenige Tage vor der Ausreise stattgefundene Haus-
durchsuchung ausser Acht gelassen habe. Die Ergänzungen in der Be-
schwerde betreffend inhaftierter und hingerichteter Mitglieder der Volks-
mudschahedin dienten der Veranschaulichung des heiklen politischen Um-
felds, in welchem sie sich bewegt hätten. In der angefochtenen Verfügung
werde weder das Gefährdungsprofil von J._ noch dessen Warnung
und den Rat zur Flucht erwähnt.
6.
6.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz habe eine
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise zu Un-
recht verneint.
In der Rechtsmitteleingabe äussern sie sich ausführlich zur Glaubhaftigkeit
ihrer Vorbringen. Die Vorinstanz hat diese indes grundsätzlich nicht in
Frage gestellt und, soweit sie dies dennoch getan hat, deren Beurteilung
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Seite 12
offengelassen (vgl. angefochtene Verfügung S. 6 unten). Demnach hat sie
weder das politische Engagement im Iran und die Beziehungen der Be-
schwerdeführenden zu Mitgliedern der Volksmuhadeschin in Frage ge-
stellt. Ebenso wenig hat sie die wiederholten Befragungen, kurzzeitigen
Mitnahmen, die kurz vor der Ausreise erfolgte Hausdurchsuchung sowie
die Warnungen und den Rat zur Flucht von J._ ausser Acht gelas-
sen. Sie gelangte indes zutreffend zum Schluss, dass zwar eine subjektive
Furcht vor Verfolgung aufgrund des Erlebten durchaus nachvollziehbar ist,
eine objektiv begründete Furcht aber zu verneinen ist. Namentlich führte
der Beschwerdeführer selbst aus, seine politischen Aktivitäten seit dem
Jahr 2010 hätten keine weiteren Konsequenzen für ihn gehabt, obwohl er
überwacht worden sei (vgl. A21/27 F87). Auch aus den Aussagen der Be-
schwerdeführerin lässt sich nicht auf verstärktes behördliches Interesse
vor der Ausreise schliessen, zumal sie gemäss ihren Aussagen ihr politi-
sches Engagement nach der Geburt ihrer Kinder reduziert (vgl. A22/21
F71) und mit dem Ettelaat während des Jahres vor der Ausreise, abgese-
hen von der Hausdurchsuchung, keinen Kontakt gehabt habe (vgl. a.a.O.
F85 f.). Ferner gab sie an, die Wohnung der Familie und die Räumlichkei-
ten der (...)firma seien bereits in früheren Jahren durchsucht worden (vgl.
A6/15 Ziff. 7.02). Die eingereichten Kopien von Vorladungen des Ettelaat
datieren sodann aus den Jahren 1996 und 2000. Mit der Vorinstanz ist
demnach festzustellen, dass sich die behördlichen Kontakte in der Zeit vor
der Ausreise im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren nicht gehäuft
haben. Ferner gab der Beschwerdeführer an, er habe bereits Monate vor
der Hausdurchsuchung einen Schlepper beauftragt, da seine Ehefrau be-
reits vor Jahren habe ausreisen wollen (vgl. A21/27 F127). Auf die Frage,
was nach jahrzehntelangen Schwierigkeiten mit dem Ettelaat schlussend-
lich zur Ausreise geführt habe, erwähnte er jahrelang zurückliegende Er-
eignisse und führte aus, er habe an seine Familie denken müssen (vgl.
a.a.O. F95). Auf die gleiche Frage erwähnte die Beschwerdeführerin die im
Jahr 1988 erfolgte Hinrichtung ihres Bruders und gab an, sie habe sich
hauptsächlich Sorgen um ihren Sohn D._ gemacht und schon viel
früher ausreisen wollen (vgl. A22/22 F95 f.). Betreffend die Kinder stellte
die Vorinstanz zutreffend fest, den Aussagen der Beschwerdeführenden
liessen sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass die Kin-
der tatsächlich im Visier der Behörden gestanden seien. Die Beschwerde-
führerin verneinte anlässlich der BzP ausdrücklich die Frage, ob ihr Sohn
D._ im Iran Probleme gehabt habe (vgl. A6/15 Ziff. 7.02 S. 10). Die
Verneinung des Vorliegens eines unerträglichen psychischen Drucks wird
von den Beschwerdeführenden in der Rechtsmitteleingabe denn auch
nicht bestritten. Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass das
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(...) der Beschwerdeführenden erst vier Jahre nach der Ausreise von den
Behörden beschlagnahmt wurde, was nicht auf ein behördliches Interesse
im Zeitpunkt der Ausreise schliessen lässt, sondern vielmehr die Einschät-
zung bezüglich der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge sub-
jektiver Nachfluchtgründe bestätigt. Die eingereichten Beweismittel führen
zu keinem anderen Schluss, zumal das Engagement der Beschwerdefüh-
renden für die Volksmuhadeschin nicht bezweifelt wurde. Um Wiederho-
lungen zu vermeiden, kann auf die weiteren zutreffenden Erwägungen in
der angefochtenen Verfügung und der Vernehmlassung verwiesen werden.
6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen der Be-
schwerdeführenden betreffend die Zeit vor der Ausreise aus dem Iran nicht
als flüchtlingsrechtlich relevant im Sinne von Art. 3 AsylG zu qualifizieren
sind.
6.3 Nachdem die Beschwerdeführenden im Zeitpunkt ihrer Ausreise keiner
flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung ausgesetzt waren oder ein sol-
che zu befürchten hatten, ist auch eine Reflexverfolgung der Tochter zu
verneinen.
6.4 Gestützt auf die vorangegangenen Erwägungen hat die Vorinstanz
demnach die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abgelehnt.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
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9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Da ihnen mit Zwi-
schenverfügung vom 3. Juni 2020 die unentgeltliche Prozessführung ge-
währt wurde und nicht von einer Änderung der finanziellen Verhältnisse
auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben.
9.2 Mit gleicher Zwischenverfügung wurde den Beschwerdeführenden die
amtliche Verbeiständung gewährt. In der Kostennote vom 3. August 2020
machte die Rechtsvertreterin einen Aufwand von 16.53 Stunden zu einem
Stundenansatz von Fr. 300.– und Auslagen in der Höhe von Fr. 96.40 (total
Fr. 5'444.65, inkl. MwST) geltend und führt aus, die Auslagen umfassten
nebst jenen im vorliegenden Verfahren auch diejenigen im Verfahren des
Sohnes der Beschwerdeführenden (E-2687/2020). Der Aufwand erscheint
nicht angemessen und ist auf 14 Stunden zu kürzen. Die Auslagen sind für
die beiden Beschwerdeverfahren E-2678/2020 und E-2687/2020 ange-
messen. Das Gericht geht bei amtlicher Vertretung durch nicht-anwältliche
Vertreterinnen und Vertreter indes von einem Stundenansatz von Fr. 100.–
bis Fr. 150.– aus (vgl. Zwischenverfügung vom 3. Juni 2020). Der amtlichen
Rechtsbeiständin ist durch das Gericht ein Honorar in der Höhe von
Fr. 2'358.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von
Art. 9 Abs. 1 Bst. c des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) auszurichten.
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