Decision ID: 222ed5a9-c2a0-5cbf-a051-20383110beb2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, Mutter von vier Kindern
(
Jahrgänge
1986, 1987,
1988 und
1993), war vom 10. Mai 2011 bis 30. April 2018
bei der
Y._ AG
als Zimmermädchen tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 21. Februar 2018 war (Urk. 6/12/1
). Unter Hinweis
auf Beschwerden an den Händen
meldete sich die Versicherte am
1
. Oktober 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk
. 6/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und
erwerbliche Situation ab, zog Akten der Kran
kentaggeldversicherung
bei (Urk. 6/2
/1-20
,
6/6
/1-2
,
6/16
/1-26
)
,
insbesondere das
von
dieser
eingeholte und
am 1. April 2019 erstattete Gutachten von
Dr. med.
Z._
, Facharzt
für
Neurologie
,
und Prof. Dr. med.
A._
, Medizinische
Leitung der
B._
(Urk.
6/16/12-24)
.
Im Weiteren holte die IV-Stelle
die
Stellungnahme des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD, Urk. 6/19
/
4-5
)
vom 15. Mai 2019
ein
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/20-2
6
)
verneinte
die IV-St
elle mit Verfügung vom 10. Oktober 2019
einen Rentenanspruch
bei einem Inva
lidi
tätsgrad von 16
% (Urk. 6/29
/1-6
= Urk. 2
).
2.
Die Versicherte erhob am 11. November 2019
Beschwerde gegen die
Verfügung der IV-Stelle vom 10. Oktober 2019
und beantragte
,
diese sei aufzuheben und es seien
ihr
die gesetzlichen Leistungen
gemäss
Bundesgesetz über die Invaliden
ver
sicherung (IVG)
, insbesondere eine Invalidenre
nte, auszurichten. E
ventualiter seien
zur Eruierung des Sachverhalts weitere Abklärungen zu tätigen (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2019
um
Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5). Dies wurde der Beschwerdeführerin
gleichen
tags
zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialv
ersicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von be
handelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungs
tatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wert
volle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be
handelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätz
ungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be
urteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung vom 10. Oktober 2019 (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführerin aus medizinischer
Sicht
zwar
die Tätigkeit als Zimmermädchen nicht mehr zumutbar sei,
ihr jedoch
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Wechselbelastung, ohne erhöhte An
forderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände sowie ohne eine repetitive Beanspruchung in einem 100 %-Pensum zumutbar sei
(S.
1)
. Unter Berück
sich
tigung eines leidensbedingten Abzugs
vom Invalideneinkommen
von 20
% be
stehe
ein rentenausschliessender I
nvaliditätsgrad von 16 %
.
Die von der Be
schwer
deführerin neu eingereichten medizinischen Akten lieferten keine neuen Erkenntnisse, welche eine andere Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes begründen würden. Das von der
Krankentaggeldversicherung
in Auftrag gege
bene neurologische Gutachten sei in sich
schlüssig und nachvollziehbar
(S.
2
).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
stellte sich
demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk.
1), das neurologische Gutachten
sowie die Stellungnahme des RAD
sei
en
– aus näher dargelegten Gründen –
nicht
beweiskräftig
(S.
5
)
.
Unter Berücksichtigung der Berichte von D
r. med.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 5. August 2019
,
sowie
D._
, Ergotherapeutin
MSc
,
vom 24. Juli 2019
sei
von keiner Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Zimmermädchen und in angepasster Tätigkeit entweder von einer 50
%
igen oder einer 30
%
igen Arbeits
fähigkeit auszugehen
(S.
4
f.
)
. Anhand dieser Parameter sei eine neue Invalidi
tätsbemessung inklusive Leidensabzug durchzuführen, welche in einer Invaliden
rente der Beschwerdeführerin resultiere
.
Die Beschwerdegegnerin hätte die beiden vorgenannten Berichte
überdies
zumindest dem RAD zur medizinischen Beurtei
lung vorlegen müssen, zumal sie aktueller als das Gutachten
seien
und in dia
metralem Widerspruch dazu stünden
. Die Beschwerdegegnerin habe durch ihr Vor
gehen den Untersuchungsgrundsatz verletzt und ungenüge
nde Abklärungen vorgenommen (S.
5
f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat
und die Beschwerdegegnerin ihrer Untersu
chungs
pflicht nachgekommen ist.
3.
3.1
Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie,
stellte in seinem Bericht vom
8. Mai 201
7
(Urk. 6/2/16)
die Diagnose eines
Carpaltunnelsyndrom
s
beidseits.
Dem Operationsbericht von Dr.
E._
vom 17. Mai 2018
(Urk. 6/2/17)
ist
weiter
zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin
gleichentags
einer
Carpaltunnel-Operation (
Beugesehnensynovektomie
Carpus
und
Hohlhand
rechts mit gleichzeitiger Dekompression des
Nervus
medianus
)
unterzogen habe
.
3.2
Hausarzt
Dr.
C._
hielt
am
31. Mai 2018
(Urk. 6/2/15)
bei gleichlautender Diag
nose
fest,
die Beschwerdeführerin sei
vom
1. April bis voraussichtlich 3. Juni 2018
zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen
. Eine Aufnahme der Arbeit
im 100 %-Pensum
könne theoretisch ab 4. Juni 2018 erfolgen, wobei der Beschwerdeführerin
jedoch
gekündigt worden sei
. Eine andere Tätigkeit komme
für sie
nicht in Frage
.
3.3
Dr.
E._
führte in
seinem B
ericht vom 12. Juli 2018 aus,
die
Beschwerde
füh
rerin leide
postoperativ
unter hartnäckigen ausgeprägten Schmerzen der Hand und des ganzen Armes, weshalb sie in Ergotherapie sei. Es
bestehe
zudem eine überempfindliche Narbe im Handbereich
, wobei die Prognose im Prinzip günstig sei
.
Die rechte Hand könne momentan manuell nicht eingesetzt werden.
Die Be
schwerdeführerin sei seit dem 17. Mai 2018 bis auf Weiteres zu 100 % arbeits
un
fähig.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin jedoch weiterhin voll zu
mutbar und es bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit
(Urk. 6/2/9)
.
Ferner hielt er fest, dass mit ei
ner 100%igen, noch unbestimmten
Wieder
auf
nahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne. Nicht medizinische Gründe mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit bestünden keine (Urk.
6/2/10).
Arbei
ten ohne Heben und Tragen von Lasten und auf Leitern und Gerüsten seien ab sofort zu
mutbar (Urk. 6/2/14).
3.
4
Dr.
C._
hielt
in seinen Berichten vom 13. Dezember 2018
(Urk.
6/13/1
-2
) sowie 24. Januar 2019
(
Urk. 6/16/26
),
fest, bei der Beschwerdeführerin
habe
sich im Anschluss an die Operation vom Mai 2018 ein
chronifizierte
s
Zerviko
brachi
alsyndrom
beidseits rechtsbe
tont
entwickelt
.
E
s
sei
bereits
eine Chronifizierung ein
getreten und die Prognose sei ungünstig, unter anderem auch wegen der
psy
cho
sozialen
Verhältnisse
der Beschwerdeführerin
(praktisch fehlende Deutsch
kennt
nisse,
keine Berufsausbildung).
Die
se
leide unter Nackenschmerzen mit Aus
strah
lung in die Schulter und den Arm sowie in die Finger vier und fünf rechts und links, wobei es sich mehr um Nacht- als um Tagschmerzen handle. Die Beschwerdeführerin
lasse
neuerdings deswegen Gegenstände fallen. Insgesamt präsentiere sich auch ein Müdigkeitsgefühl im Arm.
In den
nächsten Monaten sei nicht mit der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit zu rechnen, auch eine an
gepas
ste Tätigkeit sei nicht denkbar
. Er attestierte der Beschwerdeführerin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis vorläufig 31. Januar 2019 (Urk. 6/13/1)
bezie
h
ungsweise
bis
30. April
2019 (Urk.
6/16/26,
6/16/
3
-
9)
.
3.
5
Dr.
Z._
stellte
in
seinem
Gutachten
(Datum Eingang Krankentag
geld
ver
si
cherung: 1. April 2019
,
Urk. 6/16/12-24)
folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk.
6/16/22):
-
Beidseitiges, leichtgradig ausgeprägtes, rechtsseitig betontes Carpal
tunne
lsyndrom bei Status nach Carpaltunneloperation
rechts
im Mai 2018
-
Arterielle Hypertonie, derzeit noch unzureichend kontrolliert
Dazu führte
er
aus,
elektroneurographisch bestätige sich ein beidseitig leicht
gra
diges, etwas rechtsbetontes, Carpaltunnelsyndrom. Für eine
Ulnarisschädi
gung
, welche die angegebenen Sensibilitätsstörungen im autonomen Versor
gungsgebiet der Nervi ulnares hätte erklären können, ergebe sich kein Anhalt (und anam
nestisch und klinisch auch
nicht
für ein C8-Wurzelkompressionssyndrom
,
Urk. 6/16/21).
Nebenbefundlich
f
ä
nde
n
sich eine arterielle Hypertonie, welche haus
ärztlich weiter überwacht und wegen derer die Therapie weiter angepasst werden sollte
,
sowie
eine Adipositas Grad III (Urk.
6/16/20).
Betref
fend die Arbeitsfähigkeit führt
e
er
aus, dass berufliche Tätigkeiten, die mit hohem händischen Einsatz ausgeübt werden müssten, derzeit als nicht leistbar anzusehen seien. Auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft könne zu einem Carpaltunnelsyndrom prädisponieren und sei somit aktuell ungeeignet.
Ebenfalls ungeeignet seien Tätigkeiten mit handgeführten vibrierenden Maschi
nen
oder mit monotonen, sich ständig wiederholenden Bewegungen der Hände, wie zum Beispiel auch Fliessband- oder Montagearbeiten oder eine Tätigkeit als Coiffeurin oder Kassiererin. Angesichts der noch un
zureichenden Blutdruck
kon
trollen seien bis zu einer verbesserten Blutdruckeinstellung auch sämtliche kör
perlich schweren Tätigkeiten ungeeignet, wie zum Beispiel Tätigkeiten, welche mit
dem Heben oder Tragen schwerer Lasten verbunden seien. Für angepasste Tätig
keiten mit leichter bis mittelschwerer Belastung, ohne höhere Beanspru
chung der Hände bestehe jedoch keine Minderung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/16/21).
Dementsprechend
betrage
die medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 0 %
,
in einer ange
passten Tätigkeit 100
% (Urk. 6/16/22).
Die Prognose sei überdies günstig, bei Beschwerderesistenz oder bei Verschlechterung der elek
trophysiologischen Befunde soll
t
e eine erneute Carpaltunnel
-O
peration erfolgen (Urk. 6/16/23).
3.
6
Der RAD-Arzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie,
hielt
in seiner
Stellungnahme zuhanden der
Beschwerdegegnerin
vom 15. Mai
2019
(Urk.
6/19/4-5)
folgende Diagnose
mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest
(Urk.
6/19/4)
:
-
Beidseitiges, leichtgradig ausgeprägtes, rechtsseitig betontes Carpal
tunnel
syndrom bei Status nach Carpaltunneloperation rechts im Mai 2018
Zudem
nannte
er folgende Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/19/4):
-
Adipositas
-
Arterielle Hypertonie
Ferner
legte
Dr.
F._
dar
, aus versicherungsmedizinischer Sicht seien der Beschwerdeführerin körperlich leichte bis mittelschwere (angepasste)
Tätigkeiten
mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Halte
funk
tion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne
A
rbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmoto
rische Geschick der Hände
,
weiterhin zu 100 % zumutbar. Dementsprechend bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem 17. Mai 2018 und bis auf Weiteres in der bisherigen Tätigkeit als Zimmermädchen. In angepasster Tätigkeit sei eine postoperative Arbeitsunfähigkeit von zirka sechs Wochen anzuneh
men, ansonsten bestehe eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit.
Insgesamt sei die Prognose günstig, gegebenenfalls werde eine
erneute
Carpaltunnel-Operation notwendig
sein
(
Urk
6/19/4).
3.
7
In seinem Bericht vom 5. August 2019
(Urk. 6/24/1)
zu
Handen
des Rechts
ver
treters
hielt Dr.
C._
fest, es bestehe eine Diskrepanz zwischen
seiner
haus
ärztlichen
E
inschätzung und derjenigen des Gutachters Dr.
Z._
. Seines Erachtens sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit nur zu zirka 50 % arbeitsfähig. Die beschriebene Diskrepanz erkläre sich damit, dass der Haus
arzt naturgemäss in erster Linie Interessenvertreter seiner Patientin sei. Bei der Beschwerdeführerin liege eine Schmerzverarbeitungsstörung mit deutlicher Er
nie
drigung der Schmerzschwelle vor, was sich jedoch nicht objektivieren lasse
(Urk. 6/24/1)
.
3.
8
Die Ergotherapeutin
D._
führte in ihrem Bericht vom 24. Juli 2019 (Urk. 6/25/1-3) aus, die Beschwerdeführerin
sei
vom
29. Mai 2018
bis 12. Juli 2019
bei ihr in Ergotherapie
gewesen
, wobei die Therapie
insgesamt
dreimal
für jeweils ein bis drei Monate
unterbrochen worden sei.
Das klinische Bild habe sich auf den Körper ausgeweitet, unter anderem mit Beschwerden an den Fussge
lenken sowie Rückenschmerzen (Urk. 6/25/1).
Ihres Erachtens sei
die Beschwerde
führerin
in angepasster Tätigkeit
zu
30–40
% arbeitsfähig. Dabei sollte es sich vom Belastungsprofil her
um eine leichte Tätigkeit handeln, mit viel Wechselbe
lastung,
mit wenig Anforderung an Kraft und Haltefunktionen und der Mög
lichkeit, vermehrt Pausen einzulegen, zum Beispiel Wäsche zusammenlegen. Dabei sei eine angenehm warme Umgebung von Vorteil, um die Muskulatur zu entspannen
(Urk. 6/25/3).
4.
4.1
Das Gutachten
von Dr.
Z._
vom
1. A
pril 2019 (E. 3.5 hiervor)
beruh
t auf de
n
erforderlichen Untersuchung
en
, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorak
ten erstellt.
Dr.
Z._
legte die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilte die medizinische Situation überzeugend und setzte sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Er
leitete die Diagnose des beidseitigen, leichtgradig ausgeprägten, rechtsseitig betonten Carpaltunnelsyndroms bei Status nach Carpaltunnel-Operation rechts im Mai 2018 nachvollziehbar her.
Für weitere Störungen fand er keinen Anhalt
(Urk. 6/16/21).
Dr.
Z._
gelangte sodann zum nachvollziehbaren Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit mit leichter bis mittel
schwe
rer Belastung, ohne höhere Beanspruchung der Hände zu 100 % arbeits
fähig sei (Urk. 6/16/22).
Das Gutachten entspricht somit den rechtsprechungs
gemässen An
fo
rderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungs
grund
lage (vgl. E. 1.4 hiervor).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin kritisiert das Gutachten in verschiedener Hinsicht. So macht sie unter anderem geltend, das Gutachten sei nicht beweiskräftig, da es einerseits den Bericht von Dr.
C._
vom 13. Dezember 2018
unvollständig
zitiere
. Namentlich habe
dieser dort auch festgehalten,
dass
ihre
Arbeits
un
fähig
keit
in angestammter Tätigkeit 100 % betrage.
Andererseits
habe Dr.
C._
erwähnt, dass eine
Chronifizierung
eingetreten und
die Prognose ungünstig
sei
. Weiter sei dem Bericht zu entnehmen, dass in
den nächsten Monaten nicht mit der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit zu rechnen und auch eine angepasste Tätigkeit nicht denkbar
sei
.
Zudem habe
sich
D._
ebenfalls zur Arbeitsfähigkeit geäussert und diese
mit
30–40 %
in einem angepassten Belas
tungsprofil
bemessen
.
In
seinem Gutachten
habe Dr.
Z._
ferner
mit keinem Wort zum
Bericht von Dr.
C._
vom 24. Januar 2019
Stellung genommen. Es fehle dem Gutachten an Schlüssigkeit, weil es sich nicht zur durch Dr.
C._
festgestellten
Chronifizierung
, deren Auswirkungen und der dem Gutachten widersprechenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
äussere (Urk. 1 S.
4).
Entgegen
der Ansicht
der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 4)
vermag das Gutachten von Dr.
Z._
(Urk. 6/16/12-24)
- wie gesagt -
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.4
hiervor
)
.
Dass Dr.
Z._
nicht sämtliche
Aktenstücke umfassend zitiert hat, ändert daran nichts, da er gemäss
Ausführungen im
Gutachten das Aktendossier der Krankentaggeldversicherung
jedenfalls gründlich
geprüft ha
t
(Urk. 6/16/15)
.
Er hat somit
das Gutachten
in
Kenntnis
der
Vorakten
erstellt
.
Daran ändert nichts, dass ihm
de
r
Bericht von Dr.
C._
vom 24. Januar 2019 (Urk. 6/16/26)
nicht vorgelegt wurde
,
denn dieser ist
in weiten Teilen identisch mit
seinem
Bericht vom
13. Dezember 2018 (Urk.
6/13/1-2).
Ob die Beschwerden zwischenzeitlich chronifizierten, wie
Dr.
C._
in seinen Berichten vom 13. Dezember 2018 (Urk. 6/13/1-2) sowie
24. Januar 2019
postulierte
(Urk. 6/16/26),
ist letztlich nicht entscheidend
. D
enn der Gutachter ging
seinerseits
von seit Mai 2018 anhalten
den
, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
Beschwerden aus
. D
ie
umfassende neu
rolo
gische Untersuchung der Beschwerdeführerin
ergab
keine weiteren objekti
vier
baren Störungen
. N
amentlich
erhob der Gutachter
weder Anhalt
spunkte
für eine
Ulnarisschädigung
noch für ein C8-Wurzelkompressionssyndrom
(Urk. 6/16/21
)
, wobei sich die Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung auch nicht über die von Dr.
C._
beschriebenen Nackenschmerzen beklagte (Urk. 6/16/12).
Selbst
Dr.
C._
anerkannte
letztlich
in se
inem Bericht vom 5. August 2019
, dass die Beschwerdeführerin
an
einer Schmerzverarbeitungsstörung mit Erniedrigung der Schmerzschwelle leide, was sich jedoch nicht objektivieren lasse
(Urk. 6/24/1)
. Dass diese Störung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen w
ü
rde, geht aus seinem Bericht nicht hervor
.
Soweit Dr.
C._
am
13. Dezember 2018 (Urk. 6/13/1-2) sowie
am
24. Januar 2019 (Urk. 6/16/26)
bemerkte
, die Prognose sei unter ande
rem aufgrund der psychosozialen Verhältnisse der Beschwerdeführerin ungünst
ig, so ist darauf hinzuweisen, dass rechtsprechungsgemäss für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen sind (E. 1.1 hiervor).
4.2.2
Die Parteien gehen übereinstimmend und in Einklang mit der Beurteilung des Gutachters (Urk. 6/16/22) und des RAD-Arztes (Urk. 6/19/4) davon aus, dass in der angestammten Tätigkeit als Zimmermädchen keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht.
Was die
Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
angeht,
hat
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 5. August 2019 (Urk. 6/24/1) eine
solche
von 50 % und
die Ergotherapeutin
D._
von 30–40 %
atte
stiert (Urk.
6/25/3)
.
Es
besteht
somit
eine Diskrepanz zur Einschätzung von Dr.
Z._
und des RAD-Arztes
, welche eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit
bescheinigten
(Urk. 6/16/22). Allerdings verm
ögen die Berichte der behandelnden Fachleute
die schlüssige Einschätzung von Dr.
Z._
im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zum Beweiswert von Hausarzt
bericht
en
(E. 1.5 hiervor) nicht umzustossen. Die
Diskrepanz in der Beurteilung der beiden Ärzte
und der Ergotherapeutin lässt sich
durch
den Unterschied zwischen deren
Behandlungs- und
dem
Begutachtungsauftrag erklären
. Dr.
C._
räumte selbst
ein
, dass der Hausarzt in erster Linie Interessenvertreter seiner Patientin sei
(Urk. 6/24/1)
. Eine
Begründung
seiner
abweichende
n
medizinische
n
Beurteilung
ist dem Bericht von
Dr.
C._
im Weiteren
nicht zu entnehmen
.
Gleiches gilt für die Einschätzung
durch
D._
, welche
mangels einer ärztlichen Ausbildung
ebenfalls keine Zweifel an der fachärztlichen Einschätzung von Dr.
Z._
zu begründen
vermag
.
Festzuhalten ist in diesem Zusammen
hang, dass
Dr.
E._
in seinem Bericht vom 12. Juli 2018 (Urk. 6/2/9) gar
die
bisherige Tätigkeit
als zumutbar erachtete
.
Weder d
ie Einwendungen der Beschwerdeführerin
noch die abweichenden Arzt
berichte
vermögen
die
Beweiskraft des Gutachtens
in Frage zu stellen
. Auf dieses ist abzustellen
.
Entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin sind v
on weiteren medizinischen Abklärungen keine
entscheidrelevanten
neuen Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (
antizipierte
Beweis
würdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Vor diesem Hintergrund durfte
die Beschwerdegegnerin
auch
vom Einholen einer Stellungnahme des RAD-Arztes
zu den
Berichte
n
von Dr.
C._
(Urk. 6/24/1) und
D._
(
Urk.
6/25/1-3
) seitens der Beschwerdegegnerin an den RAD
absehen
. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist nicht auszumachen.
Es ist demnach von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
5.
Davon ausgehend
hat die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt
an
hand eines Einkommensvergleichs ermittelt
(Urk.
6/18/1 und 6/
19/6). Dieser wurde seitens der Beschwerdeführerin
weder im Vorbescheid- noch im Beschwer
deverfahren beanstandet (vgl. Urk. 6/26/1-5 und Urk. 1 S. 2
ff.
), und es besteht auch kein Anlass für eine abweichende Beurteilung. So hat die Beschwerde
geg
nerin
die
Vergleichseinkommen
zu Recht anhand der Tabellenlöhne der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 festgelegt,
die Nominallohnent
wick
lung berücksichtigt
und auf dem Invalideneinkommen einen 20%igen Abzug vom
Tabellenlohn gewährt
.
Der derart ermittelte
nicht rentenbegründende
Invalidi
täts
grad von
1
6 %
(vgl. E. 2.1
hiervor
)
erweist sich daher als korrekt.
Die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2019
(Urk. 2)
ist damit nicht
z
u beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fah
rensaufwand sowie unabhängig vom Strei
twert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 600.
--
festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.