Decision ID: 399c0d72-e3ee-4737-8dce-49568fd5ff83
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, geboren am 1. August 1995, war zuletzt als Eisenleger
beschäftigt und meldete am 28. Oktober 2021 einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % per 1. Dezember
2021 beim Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden
(nachfolgend KIGA) an. Dies aufgrund der am 12. Oktober 2021 per
30. November 2021 ausgestellten Kündigung der B._ GmbH.
2. Zuvor war A._ im Jahr 2019 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis
bei der C._ GmbH angestellt gewesen, welche ihm per Ende Jahr
2019 gekündigt hatte. Danach war er ab 1. Februar 2020 als Eisenleger
unbefristet bei der D._ GmbH tätig, jedoch wurde ihm per Ende 2020
gekündigt.
3. Anlässlich eines Gesprächs mit der zuständigen Personalberaterin des
KIGA am 11. Februar 2021 teilte A._ mit, dass er seit dem 1. Februar
2021 wieder im Bausektor (B._ GmbH, E._) tätig sei. Folglich
wies ihn die Personalberaterin darauf hin, dass bei saisonalen oder sonst
befristeten Anstellungen Arbeitsbemühungen für die letzten drei Monate
vor Eintritt der neuen Arbeitslosigkeit erwartet würden. In der Regel
würden pro Monat mindestens fünf Arbeitsbemühungen verlangt, wobei
insgesamt mindestens fünf Bemühungen auf Jahresarbeitsstellen
nachzuweisen seien.
4. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2021 stellte das KIGA die
Anspruchsberechtigung von A._ auf Arbeitslosenentschädigung für
18 Tage ein, da er sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit
bemüht habe. Straferhöhend wirkte sich dabei aus, dass er bereits (früher)
wegen ungenügender Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit
sanktioniert werden musste.
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5. Gegen diese Verfügung erhob A._ Einsprache, welche am 7. Januar
2022 fristgerecht beim KIGA einging, und sinngemäss verlangte, dass die
Verfügung vom 21. Dezember 2021 über die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung von 18 Tagen aufgehoben werde. Die
Begründung ging dahingehend, dass er aufgrund seines unbefristeten
Arbeitsvertrags nicht gewusst habe, arbeitslos zu werden. Er habe im
Oktober die Kündigung erhalten und im Oktober angefangen, Arbeit zu
suchen. Mit Entscheid vom 19. Januar 2022 wies das KIGA die
Einsprache ab.
6. Gegen diesen Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 erhob A._
(nachfolgend Beschwerdeführer) am 18. Februar 2022 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Begehren, die
Verfügung des KIGA vom 21. Dezember 2021 sei aufzuheben. Ebenso
stellte er sinngemäss das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.
Begründend tat der Beschwerdeführer im Wesentlichen dar, dass er in
einem unbefristeten Arbeitsverhältnis gestanden habe und somit vor der
Kündigung und damit dem Wissen, arbeitslos zu werden, nicht habe eine
Stelle suchen können.
7. Mit Vernehmlassung vom 1. März 2022 führte das KIGA (nachfolgend
Beschwerdegegner) aus, dass der Beschwerdeführer wiederholt
arbeitslos gewesen sei, da er im Bausektor nur saisonal arbeiten konnte.
Wiederholt sei der Beschwerdeführer auch sanktioniert worden, nachdem
er gegen Ende der Bausaison zu spät mit der Arbeitssuche begonnen
hatte, obschon ihm seit längerem bewusst sein musste, dass er im
Bausektor saisonal beschäftigt wurde, selbst wenn man ihm zu Beginn der
Bausaison einen unbefristeten Arbeitsvertrag ausgestellt habe. Weiter
führte der Beschwerdegegner aus, dass die zuständige Personalberaterin
des KIGA den Beschwerdeführer zu Beginn der Bausaison 2021 noch
einmal ausdrücklich auf das entsprechende Regelwerk aufmerksam
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gemacht habe. Trotz all dieser Umstände habe der Beschwerdeführer im
vorliegenden Fall erst im Oktober 2021 mit der Arbeitssuche begonnen,
wobei er erneut nur zehn Arbeitsbemühungen vorgewiesen habe. Da es
dem Beschwerdeführer bewusst sein musste, im Dezember 2021
arbeitslos zu werden, hätte er schon im September 2021 (also 3 Monate
vorher) mit der Arbeitssuche beginnen müssen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG;
SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden.
Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen
Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Amt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) als kantonale Amtsstelle im
Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt sich aus Art. 57
ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die
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Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf
(Art. 59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen und
auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60
und Art. 61 lit. b ATSG) ist einzutreten.
2. Anzumerken ist, dass der Beschwerdeführer im Rechtsbegehren die
Verfügung des KIGA vom 21. Dezember 2021 aufgehoben haben möchte.
Diese wurde jedoch durch den Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022
ersetzt, womit sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid
richtet, wie der Beschwerdeführer im Rubrum korrekterweise erwähnt.
3. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG)
vorgeschrieben ist. Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist
vorliegend der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers von
CHF 6'606.-- (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dieser
Verdienst wird zum Taggeldsatz von 70 % entschädigt (Art. 22 Abs. 2
AVIG). Der Beschwerdeführer hat demzufolge Anspruch auf ein Taggeld
von CHF 213.10 (ermittelt aus: CHF 6'606.-- x 0.7: 21.7 Tage [Art. 40a
AVIV]). Bei einer vom Beschwerdegegner verfügten und vom
Beschwerdeführer angefochtenen Einstellungsdauer von 18 Tagen in der
Anspruchsberechtigung ergibt dies einen Streitwert von total
CHF 3'835.80 (18 x CHF 213.10), was unterhalb der Grenze von
CHF 5'000.-- liegt, weshalb hier die einzelrichterliche Spruchkompetenz
gegeben ist.
4. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 19. Januar 2022,
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worin dieser den Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung auf
Arbeitslosenentschädigung für 18 Tage einstellte wegen ungenügender
persönlicher Arbeitsbemühungen in der Zeitspanne von Anfang
September 2021 bis Ende November 2021. Dabei ist der Sachverhalt bis
zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids
vom 19. Januar 2022 massgebend (BGE 132 V 215; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_71/2017 vom 20. April 2017 E.8.2.1).
5.1. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht für
18 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist, weil er sich
persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat. Dabei geht
es um die Rechtmässigkeit der Anspruchseinstellung an sich wie auch um
die ausgesprochene Einstellungsdauer von 18 Tagen.
5.2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, der
Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit der Unterstützung des
zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er
verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines
bisherigen Berufes. Er muss seine Bemühungen nachweisen können.
Nach Art. 26 Abs. 1 AVIV muss sich die versicherte Person gezielt um
Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung.
Dabei muss sie nach Abs. 2 den Nachweis der Arbeitsbemühungen für
jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats
oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die
Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist
verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Dabei
überprüft die zuständige Amtsstelle die Arbeitsbemühungen monatlich
(Abs. 3). Wie das Bundesgericht in BGE 139 V 524 in diesem
Zusammenhang festhielt, ergibt sich die Pflicht der Versicherungsleistung
beanspruchenden Person, sich regelmässig um Stellen zu bewerben, für
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die Zeit vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung nicht aus
Art. 26 AVIV, sondern ist Folge aus der in Art. 17 Abs. 1 AVIG verankerten
allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_522/2018 vom 25. Juni 2019 E.4.3.2).
5.3. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist der Versicherte in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er sich persönlich nicht
genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Grundsätzlich sanktioniert Art. 30
Abs. 1 lit. c AVIG eine Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten
Schadenminderungspflicht, insbesondere der Pflicht, sich genügend um
Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur Stellensuche
anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der
Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der
versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges
Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal
verursacht hat (BGE 133 V 89 E.6.1.1). Als Verwaltungssanktion ist die
Einstellung vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und
Verschuldensprinzip beherrscht. Ein Selbstverschulden der versicherten
Person liegt vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der
Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in
einem nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen
vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht
übernimmt (Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] S 2019 135 vom 18. Mai
2020 E.3.3 und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE]
C 115/01 vom 13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). In beweisrechtlicher Hinsicht
muss der Einstellungstatbestand mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfüllt sein.
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
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Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE 125 V 193
E.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_867/2017 vom 20. September 2018
E.3.2).
6. Lehre und Rechtsprechung haben sowohl quantitative wie auch qualitative
Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob jemand genügend
persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, erleichtern. So
schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel
durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend
erachtet werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_376/2021 vom
19. Januar 2022 E.4.3.3, BGE 141 V 365 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 139
V 524 E.2.1.4; KUPFER BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX (Hrsg.),
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich 2019,
S. 222 Ziff. 2.3; Praxis über die Arbeitslosenentschädigung [AVIG-Praxis
ALE] vom Januar 2022, herausgegeben vom Staatssekretariat für
Wirtschaft [SECO], Rz. B315). Das Bundesgericht betonte aber auch,
dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche Mindestzahl an
Bewerbungen nicht möglich sei. Die Anzahl der erforderlichen
Stellenbewerbungen richte sich nach den konkreten Umständen. Es
handle sich um Richtwerte für den Regelfall, die aber stets unter
Berücksichtigung der jeweiligen konkreten (objektiven wie subjektiven)
Umstände und Möglichkeiten, worunter etwa das Alter, die Schulbildung,
allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufsbildung sowie auch die
Arbeitsmarktlage fallen, zu beurteilen sind (vgl. zum Ganzen Urteile des
Bundesgerichts 8C_708/2019 vom 10. Januar 2020 E.3.2, 8C_737/2017
vom 8. Januar 2018 E.2.2, 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1,
EVGE C 258/2006 vom 6. Februar 2007 E.2.2; sowie KUPFER BUCHER,
a.a.O., S. 221 Ziff. 2.3; AVIG-Praxis ALE, Rz. B316). Ausschlaggebend für
den Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu
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berücksichtigen gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die Person Kenntnis davon
hat, dass sie objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser
Zeitpunkt mehr als 3 Monate vor der Anmeldung bei der
Arbeitslosenversicherung, werden nur die 3 letzten Monate vor der
Anmeldung überprüft, ob sich die Person um eine Stelle bemüht hat (vgl.
AVIG-Praxis ALE Rz. B314).
7.1. Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst wie
schon dargelegt die Last der versicherten Person, sich bereits vom
Zeitpunkt der Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses und damit vor
Eintritt der Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Sie
kann sich insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu haben,
dass sie schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug zur ernsthaften
Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht
worden sei (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2014 vom 23. Februar
2015 E.2.2).
7.2. Nach Art. 7 AVIV gilt eine Tätigkeit als Saisontätigkeit, wenn der
Versicherte ausdrücklich ein auf die Saison begrenztes Arbeitsverhältnis
eingegangen ist (lit. a) oder das Arbeitsverhältnis nach seiner Art und
Dauer einer Saisonanstellung gleichkommt (lit. b). Der Beschwerdeführer
trat am 1. April 2019 die unbefristete Stelle als Eisenleger bei der C._
GmbH an (Bg-act. 8). Diese kündigte dem Beschwerdeführer per
31. Dezember 2019 (Bg-act. 9). Vor dem Stellenantritt bei der C._
GmbH war der Beschwerdeführer in seiner Anspruchsberechtigung für
vier Tage eingestellt worden, da er für die Zeit vor Beginn der
Arbeitslosigkeit nur gerade sechs persönliche Arbeitsbemühungen nach
dem 14. November 2018 vorweisen konnte (Bg-act. 5). Per 1. Februar
2020 wurde er am 21. Januar 2020 von der D._ GmbH mit einem
unbefristeten Arbeitsvertrag als Eisenleger angestellt (Bg-act. 10). Das
Arbeitsverhältnis wurde wiederum ordentlich aus betriebsbedingten
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Gründen per 31. Dezember 2020 gekündigt (Bg-act. 11). Nach der
Kündigung durch die D._ GmbH auf den 31. Dezember 2020 konnte
der Beschwerdeführer erst ab dem 3. Dezember 2020 nur gerade zehn
persönliche Arbeitsbemühungen vorweisen. Somit wurde er in seiner
Anspruchsberechtigung wiederum eingestellt, dieses Mal für neun Tage
(Bg-act. 6). Der Beschwerdeführer wurde daraufhin per 1. Februar 2021
von der B._ GmbH mit unbefristetem Arbeitsvertrag als Eisenleger
angestellt (Bg-act. 12). Die Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses per
30. November 2021 wurde dem Beschwerdeführer am 12. Oktober 2021
schriftlich zugestellt (Bg-act. 13, 17), nachdem ihm diese am 3. Oktober
2021 mündlich mitgeteilt worden war (Bg-act. 17). Am 11. Februar 2021
war der Beschwerdeführer im Beratungsgespräch mit der RAV-
Mitarbeiterin explizit auf das Regelwerk bei saisonalen Stellen
hingewiesen worden, wonach Arbeitsbemühungen für die letzten 3
Monate vor Eintritt der erneuten Arbeitslosigkeit erwartet werden. In der
Regel werden pro Monat mindestens fünf Arbeitsbemühungen verlangt,
wobei insgesamt mindestens fünf Bemühungen auf Jahresarbeitsstellen
nachzuweisen sind (Bg-act. 7).
7.3. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2021 wurde der Beschwerdeführer zur
Stellungnahme aufgefordert, da er vor Beginn der Arbeitslosigkeit erst ab
dem 4. Oktober 2021 nur gerade zehn persönliche Arbeitsbemühungen
vorgenommen habe. In seiner Stellungnahme vom 20. Dezember 2021
(Bg-act. 17) hielt er fest, dass er erst im Oktober 2021 gewusst habe, dass
er Ende November 2021 arbeitslos werde, und so keine Arbeit hätte
suchen sollen ohne zu wissen, dass er die Kündigung bekomme.
7.4. Den Akten ist zu entnehmen, dass alle drei Arbeitsverhältnisse als
Eisenleger in den Jahren 2019, 2020 und 2021 gemäss den im Recht
liegenden Arbeitsverträgen unbefristet waren (Bg-act. 8, 10, 12) und dass
alle jeweils gegen Ende des jeweiligen Jahres gekündigt wurden (Bg-act.
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9, 11, 13). Dabei handelte es sich durchwegs um Stellen im Bausektor,
welche als Saisontätigkeiten im Sinne von Art. 7 Abs. 1 lit. b AVIV
qualifiziert werden können. Die Arbeitsverhältnisse mit der C._ GmbH
und der D._ GmbH wurden jeweils per 31. Dezember 2019 respektive
2020 beendet. Dasjenige der B._ GmbH wurde auf den
30. November 2021 gekündigt, woraufhin der Beschwerdeführer per 1.
Dezember 2021 Arbeitslosentaggeld beanspruchte (Bg-act. 3). Vorliegend
hätte der Beschwerdeführer aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen als
Eisenleger und des expliziten Hinweises auf das Regelwerk bei saisonalen
Stellen (Bg-act. 7) schon im September 2021 Arbeitsbemühungen tätigen
müssen, wenn er Arbeitslosenentschädigung per 1. Dezember 2021
beanspruchen wollte. Der Beschwerdeführer begann aber erst anfangs
Oktober 2021 im Nachgang zur mündlich ausgesprochenen Kündigung
am 4. Oktober 2021 mit der Arbeitssuche. Nach den persönlichen
Umständen und Verhältnissen lag der Eintritt der Arbeitslosigkeit somit in
einem vermeidbaren Verhalten des Beschwerdeführers (vgl.
VGU S 2019 135 E.3.3). Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der
Beschwerdeführer nicht hätte wissen müssen, dass das Arbeitsverhältnis
schon per 30. November anstatt wie zuvor per 31. Dezember beendet
wird, hat der Beschwerdeführer sich zu wenig persönlich um Arbeit
bemüht, was nachfolgend begründet wird.
7.5. Im konkreten Fall gilt es den Zeitraum vom 1. September 2021 bis zum
1. Dezember 2021, d.h. drei Monate vor der erneuten
Anspruchsanmeldung am 28. Oktober 2021 per 1. Dezember 2021, auf
das quantitative Erfordernis genügender Arbeitsbemühungen hin zu
prüfen, da dem Beschwerdeführer von der B._ GmbH per
30. November 2021 gekündigt wurde. Auf den Umstand, dass
Arbeitsbemühungen für die letzten drei Monate vor Eintritt der erneuten
Arbeitslosigkeit erwartet würden, wurde der Beschwerdeführer wie schon
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dargelegt beim Beratungsgespräch am 11. Februar 2021 hingewiesen
(Bg-act. 7). Im Monat September 2021 wurden seitens des
Beschwerdeführers unbestrittenermassen und aktenkundig keine
Arbeitsbemühungen unternommen. Für den Monat Oktober 2021 sind fünf
Bewerbungen anhand des Formulars "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" mit nachfolgenden Eintragungsdaten [4.10., 6.10.,
11.10., 13.10. und 22.10] aktenkundig (Bg-act. 15). Diese fünf
Bewerbungen für Vollzeitstellen wurden alle persönlich vorgenommen.
Das Formular war datiert vom 30. November 2021 und wurde vom
Beschwerdeführer unterzeichnet. Im Übrigen ist das Formular vom RAV
E._ visiert und trägt dessen Eingangsstempel vom 30. November
2021 (Bg-act. 15). Somit hat der Beschwerdeführer zwar fünf
Bewerbungen eingereicht, aber zu spät, hätten sie doch bis am
5. November 2021 eingereicht werden sollen (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Da der
Beschwerdeführer keinen entschuldbaren Grund für diese Verspätung
angab und ein solcher nicht aus den Akten ersichtlich ist, sind die
Arbeitsbemühungen für den Monat Oktober 2021 nicht zu berücksichtigen.
Für den Monat November 2021 sind fünf Bewerbungen anhand des
Formulars "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" mit
nachfolgenden Eintragungsdaten [6.11., 17.11., 23.11., 28.11. und 30.11.]
aktenkundig (Bg-act. 16). Diese fünf Bewerbungen für Vollzeitstellen
wurden wiederum alle persönlich vorgenommen. Das Formular ist datiert
vom 30. November 2021 und trägt die Unterschrift des
Beschwerdeführers. Auf dem Formular ist der Stempel "RAV E._
30. November" angebracht (Bg-act. 16). Mit diesem Nachweis hat der
Beschwerdeführer somit rechtzeitig fünf berücksichtigbare
Arbeitsbemühungen eingereicht.
7.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass für den massgebenden Zeitraum von
September 2021 bis November 2021 insgesamt fünf anrechenbare
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Bewerbungen seitens des Beschwerdeführers eingereicht wurden (fünf im
Monat November 2021). Somit steht fest, dass die benötigte Anzahl von
mindestens 15 Arbeitsbemühungen klar verfehlt wurde. So ist der
quantitative Nachweis, sich persönlich genügend um eine neue zumutbare
Arbeitsstelle bemüht zu haben, misslungen. Der Beschwerdeführer hat
damit gegen seine Schadenminderungspflicht im Sinne von Art. 17 Abs. 1
AVIG verstossen, womit die Einstellung seiner Anspruchsberechtigung im
Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG gerechtfertigt ist.
8. Es bleibt damit noch die Rechtmässigkeit der Einstellungsdauer von 18
Tagen zu prüfen.
8.1. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach
dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis
15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60
Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Wird die
versicherte Person wiederholt in der Anspruchsberechtigung eingestellt,
so wird die Einstellungsdauer angemessen verlängert. Für die
Verlängerung werden die Einstellungen der letzten zwei Jahre
berücksichtigt (Art. 45 Abs. 5 AVIV). Vorliegend geht es konkret um die
verfügte Einstellungsdauer von 18 Tagen, womit der Beschwerdegegner
das Verschulden des Beschwerdeführers als mittelschwer qualifizierte.
8.2. Da es sich bei der Einstellungsdauer typischerweise um einen
Ermessensentscheid handelt, bei dem den Verfügungsinstanzen ein
grosser Ermessensspielraum zusteht, ist für das Verwaltungsgericht bei
der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten. Es darf
sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf
Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (siehe BGE
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137 V 71 E.5.2, 126 V 75 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_332/2019
vom 18. September 2019 E.3.3, 8C_302/2019 vom 22. August 2019
E.3.3.2, 8C_138/2017 und 8C_143/2017 vom 23. Mai 2017 E.6.1). Der
Beschwerdeführer hat sich gemäss den vorliegenden Akten bereits zum
dritten Male persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht.
Denn bereits im Jahr 2018 sowie im Jahr 2020 hat der Beschwerdeführer
diese Pflicht versäumt, weshalb er zuvor bereits mit vier Einstelltagen
(Verfügung vom 21. Januar 2019; Bg-act. 5) bzw. mit neun Einstelltagen
(Verfügung vom 12. Februar 2021; Bg-act. 6) sanktioniert worden war.
Das Einstellraster gemäss AVIG-Praxis ALE, Rz. D79/1.C3 sieht für
drittmals ungenügende Arbeitsbemühungen bei leichtem bis
mittelschwerem Verschulden 10-19 Einstelltage vor. An der Ausübung des
Ermessens des Beschwerdegegners gibt es daher nichts zu beanstanden
und somit ist die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung für
18 Tage rechtens.
9. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 ist demnach
zu schützen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde
führt.
10. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor
dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen
kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht
das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so
kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält,
Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht statuiert und
Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht vorliegen, sind dem Beschwerdeführer
keine Kosten aufzuerlegen.
11. Der obsiegende Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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12. Ausgangsgemäss ist der Antrag des Beschwerdeführers auf
unentgeltliche Rechtspflege hinfällig.