Decision ID: 9f1a9d6a-73b0-551b-91c8-4cb3e1ee19b7
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der am (...) 1955 geborene, in seiner Heimat wohnhafte, serbische
Staatsangehörige A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwer-
deführer) ist gelernter Zimmermann. In den Jahren 1980 bis 2003 war er
mit Unterbrüchen u.a. als "Oberflächenbearbeiter" (Schleifer) in der
Schweiz erwerbstätig (Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [IV-
STA] gemäss Aktenverzeichnis vom 30. August 2019 [IVSTA-act.] 3, 6, 35
S. 3 f., 42).
A.b Am 25. Februar 2004 meldete er sich unter Hinweis auf u.a. Rücken-
schmerzen, Depressionen, Kopfschmerzen, Angstzustände und Schmer-
zen im linken Bein und der Hüfte zum Bezug einer schweizerischen Invali-
denrente an (IVSTA-act. 1). Nach erfolgten Abklärungen wurde ein polydis-
ziplinäres Gutachten bei der Medizinischen Abklärungsstelle (im Folgen-
den: Medas) des Universitätsspitals C._ eingeholt (IVSTA-act. 23).
Die Ärzte diagnostizierten im Juli 2006 (IVSTA-act. 23 S. 10) mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode mit psycho-
tischen Symptomen, ein chronisches lumbovertebrales Syndrom und ein
leichtes subakrominales Impingement in der rechten Schulter. Ende Juli
2006 erlitt der Versicherte einen subakuten Myokardinfarkt (IVSTA-act. 22).
Es wurde ein Stenting durchgeführt. Anschliessend erfolgte eine stationäre
kardiologische Rehabilitation in (...). Sodann hielt er sich vom 30. April bis
2. Juni 2007 in der Psychiatrischen Klinik D._ auf (IVSTA-act. 36).
Mit Verfügung vom 24. August 2007 sprach ihm die IV-Stelle E._
(nachfolgend: IV-Stelle) eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. März
2004 bei einem Invaliditätsgrad von 87 % zu (IVSTA-act. 38).
B.
B.a Die IV-Stelle leitete am 27. August 2007 ein amtliches Revisionsver-
fahren ein (IVSTA-act. 34). Es wurde ein Verlaufsgutachten bei der
Academy F._ (im Folgenden: F._) des Universitätsspitals
C._ eingeholt (IVSTA-act. 40). Die Ärzte stellten mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: ein chronisches lumbovertebrales
Syndrom, ein chronisches therapierefraktäres Schmerzsyndrom der linken
Körperhälfte mit Dysästhesien und eine teilremittierte depressive Störung
mit gegenwärtig noch leichtgradig depressivem Zustandsbild. Gestützt auf
die Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (im Folgenden:
RAD; Stellungnahmen vom 23. Oktober 2008 [IVSTA-act. 41] und 18. No-
vember 2008 [IVSTA-act. 45]) stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
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Seite 3
26. November 2008 die Herabsetzung der bisher ausgerichteten ganzen
Invalidenrente auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 59 % in
Aussicht (IVSTA-act. 46). Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben
(IVSTA-act. 48). Mit Verfügung vom 18. März 2009 (IVSTA-act. 50) hielt die
IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und verfügte eine halbe Invalidenrente
mit Wirkung ab 1. Mai 2009.
B.b Eine dagegen erhobene Beschwerde (IVSTA-act. 56 S. 2 ff.) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons E._ mit Urteil vom 18. März
2010 (IVSTA-act. 58) teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung auf
und sprach dem Versicherte mit Wirkung ab 1. Mai 2009, bei einem Invali-
ditätsgrad von 60 %, (aufgerundet von 59.83 %) eine Dreiviertelsrente zu.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2010 (IVSTA-act. 61) ersetzte die IV-Stelle ihre
Verfügung vom 18. März 2009 und sprach dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. Mai 2009 eine Dreiviertelsrente zu.
C.
Nach Durchführung eines weiteren amtlichen Revisionsverfahrens (IVSTA-
act. 62 ff.) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 9. September 2011 mit,
dass weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestehe (IVSTA-
act. 66). Sie stützte sich dabei auf einen Verlaufsbericht von Dr. med.
G._ vom 5. September 2011 (IVSTA-act. 64) sowie einen Bericht
von Dr. med. H._ und Dr. med. I._ der Onkologie des Kan-
tonsspitals J._ AG über die Hospitalisation des Versicherten vom
14. bis 22. Juli 2008 (IVSTA-act. 65).
D.
Die IV-Stelle überwies am 16. Mai 2013 sämtliche Akten zuständigkeitshal-
ber an die IVSTA (im Folgenden auch: Vorinstanz; IVSTA-act. 78).
E.
Eine Überprüfung des Invaliditätsgrades durch die IVSTA (IVSTA-act. 81
ff.) ergab gemäss Mitteilung vom 8. Mai 2015 (IVSTA-act. 84) keine an-
spruchsbeeinflussende Änderung.
F.
Mit Schreiben vom 22. Mai 2015 (Eingang IVSTA; IVSTA-act. 87) teilte der
Versicherte unter Hinweis auf neue Arztberichte (IVSTA-act. 88 ff.) mit,
dass sich sein Gesundheitszustand in den letzten Monaten verschlechtert
habe. Nach Einholen einer Stellungnahme beim RAD (IVSTA-act. 96) teilte
die IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. Juli 2015 (IVSTA-act.
C-2471/2019
Seite 4
98) mit, dass sie gedenke mangels Glaubhaftmachens einer rentenan-
spruchsrelevanten Veränderung des Gesundheitszustands auf das Revisi-
onsgesuch nicht einzutreten. Mit Verfügung vom 16. September 2015 (IV-
STA-act. 99) hielt sie an ihrem Vorbescheid fest.
G.
Am 31. Oktober 2018 (Eingang IVSTA; IVSTA-act. 101) reichte der Versi-
cherte der IVSTA neue ärztliche Berichte zu den Akten (IVSTA-act. 102 ff.)
und machte erneut eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
geltend. Nach Einholen einer Stellungnahme beim RAD (IVSTA-act. 123)
teilte die IVSTA dem Versicherten mit Vorbescheid vom 30. Januar 2019
(IVSTA-act. 124) mit, dass sie gedenke, mangels Glaubhaftmachens einer
rentenanspruchsrelevanten Veränderung des Gesundheitszustands, auf
das Revisionsgesuch nicht einzutreten. Dagegen erhob der Versicherte
Einwand (IVSTA-act. 125). Nach Einholen einer Stellungnahme beim RAD
(IVSTA-act. 135) hielt die IVSTA mit Verfügung vom 2. Mai 2019 (IVSTA-
act. 136) an ihrem Vorbescheid fest.
H.
H.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom
16. Mai 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Erhö-
hung der Dreiviertelsrente auf eine ganze Rente (BVGer-act. 1).
H.b Am 20. Juli 2019 (vgl. BVGer-act. 7) ist der mit Zwischenverfügung
vom 27. Juni 2019 (BVGer-act. 5) einverlangte Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 800.- beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen.
H.c Mit Vernehmlassung vom 10. September 2019 beantragte die Vo-
rinstanz unter Hinweis auf eine Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 22. Au-
gust 2019 die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei
(BVGer-act. 9).
H.d Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 8. Oktober 2019 an sei-
ner Beschwerde fest (BVGer-act. 11).
H.e Mit Duplik vom 6. Dezember 2019 hielt die Vorinstanz unter Verweis
auf die eingeholte Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 3. Dezember 2019
an ihrem Rechtsbegehren fest (BVGer-act. 17).
C-2471/2019
Seite 5
H.f Mit Instruktionsverfügung vom 12. Dezember 2019 wurde die Duplik
der Vorinstanz dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zugestellt und vorbe-
hältlich weiterer Instruktionsmassnahmen der Abschluss des Schriften-
wechsels angekündigt (BVGer-act. 18).
I.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Ver-
fügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Beschwerde
legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Kosten-
vorschuss wurde rechtzeitig geleistet, sodass auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde grundsätzlich einzutreten ist (Art. 60 ATSG;
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 2. Mai 2019, mit welcher die Vorinstanz auf das Revisions-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Streitgegenstand
kann daher lediglich die Frage bilden, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf
das Revisionsgesuch eingetreten ist. Nicht Gegenstand der angefochtenen
Verfügung und damit nicht Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren ist
die materielle Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers.
Soweit dieser beantragt, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzuspre-
chen, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. BGE 132 V 74 E. 1.1;
Urteil des BGer 9C_116/2010 vom 20. April 2010 E. 1).
3.
3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139
C-2471/2019
Seite 6
V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1), weshalb jene Vorschriften Anwendung
finden, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 2. Mai 2019 in Kraft
standen; weiter aber auch Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits aus-
ser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher ent-
standener Leistungsansprüche von Belang sind.
3.2 Der Beschwerdeführer ist serbischer Staatsangehöriger und wohnt in
Serbien. Seit dem 1. Januar 2019 ist das Abkommen vom 11. Oktober 2010
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Ser-
bien über Soziale Sicherheit (SR 0.831.109.682.1, nachfolgend: Abkom-
men) in Kraft. Für serbische Staatsangehörige findet dieses Anwendung.
Der sachliche Geltungsbereich des Abkommens bezieht sich gemäss Art. 2
in der Schweiz unter anderem auf die Bundesgesetzgebung über die Inva-
lidenversicherung. Nach Art. 4 des Abkommens sind die Staatsangehöri-
gen des einen Vertragsstaates in ihren Rechten und Pflichten aus den
Rechtsvorschriften des anderen Vertragsstaates den Staatsangehörigen
dieses Vertragsstaates gleichgestellt, soweit nichts anderes bestimmt ist.
Da hier keine abweichenden Bestimmungen zur Anwendung gelangen, be-
stimmt sich der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
schweizerischen Invalidenversicherung grundsätzlich aufgrund des
schweizerischen Rechts.
4.
4.1 Ein Gesuch um Leistungsrevision wird – wie eine Neuanmeldung – nur
dann materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass
sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Ent-
scheidung in einem für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert
haben (Art. 87 Abs. 2 IVV [SR 831.201]; BGE 130 V 71 E. 2.2 m.H.). Gelingt
ihr dies nicht, so wird auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die anspruchs-
erhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf
das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und recht-
licher Hinsicht umfassend zu prüfen (Urteil des BGer 8C_182/2018 vom
17. Juli 2018 E. 3.1 m.H.). Gleich wie im Verfahren der Neuanmeldung
kommt bei einem Gesuch um Leistungsrevision der Untersuchungsgrund-
satz erst zum Tragen, nachdem die versicherte Person eine massgebliche
Änderung ihres Gesundheitszustands seit der letzten rechtskräftigen Leis-
tungsverweigerung glaubhaft gemacht hat (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5;
Urteil des BGer 8C_182/2018 vom 17. Juli 2018 E. 3.1).
C-2471/2019
Seite 7
4.2 Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante
Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letz-
ten umfassenden materiellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt
sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, das heisst
bis zum Erlass der Verfügung betreffend das Revisionsgesuch. Für die be-
schwerdeweise Überprüfung einer Nichteintretensverfügung ist somit der
Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei
Erlass dieser Verfügung massgeblich (BGE 133 V 108 E. 5.4; 130 V 64
E. 5.2.5). Arztberichte, welche aus der Zeit nach Erlass der angefochtenen
Verfügung datieren und erst im Beschwerdeverfahren aufgelegt wurden,
sind bei der Beurteilung der Frage, ob die Verwaltung auf das Revisions-
gesuch hätte eintreten müssen, grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (vgl.
BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des BGer 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013
E. 2.2). Immerhin sind indes Tatsachen, die sich erst später verwirklichen,
soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeit-
punkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; Ur-
teil des BGer 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1)
4.3 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte An-
forderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss also
nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es ge-
nügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserhebli-
chen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch
wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender
Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Er-
heblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann,
der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet,
falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Ur-
teil des BGer 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 3.2 m.H.). Bei der
Prüfung der Frage, ob die Vorbringen der versicherten Person glaubhaft
sind, berücksichtigt die Verwaltung unter anderem, ob seit der rechtskräfti-
gen Erledigung des letzten Leistungsgesuchs lediglich kurze
oder schon längere Zeit vergangen ist; je nachdem sind an die Glaubhaft-
machung einer Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts höhere oder
weniger hohe Anforderungen zu stellen (Urteil des BGer 9C_236/2011 vom
8. Juli 2011 E. 2.1.1).
C-2471/2019
Seite 8
5.
5.1 Die Vorinstanz hat das Nichteintreten auf das Revisionsgesuch in der
angefochtenen Verfügung damit begründet, dass die neu zugestellten Arzt-
berichte nicht auf eine anspruchserhebliche Änderung des Gesundheitszu-
stands schliessen liessen. In ihrer Vernehmlassung führte sie ergänzend
aus, dass die beurteilende RAD-Ärztin wiederholt zur Schlussfolgerung ge-
langt sei, dass die am 26. September 2018 erfolgte erneute invasive Un-
tersuchung mit anschliessendem Stenting zu keiner wesentlichen Ver-
schlechterung des arbeitsmedizinischen Leistungsvermögens geführt
habe. Eine Dreiviertelsrente sei folglich weiterhin begründet.
5.2 Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor, sein Gesundheits-
zustand sei so schlecht, dass er in der alltäglichen Verrichtung seiner per-
sönlichen Bedürfnisse von anderen Personen abhängig sei. Er sei u.a.
nicht mehr fähig sein Bett zu machen und Lebensmittel einzukaufen. Aus
den fachärztlichen Berichten sei ersichtlich, dass er nach den Eingriffen in
Belgrad zu 100 % arbeitsunfähig sei. Es sei ihm verboten, mehr als 1 Kg
zu heben. Von der Depression, wegen welcher er bereits in der Schweiz
behandelt worden sei und seit seiner Rückkehr auch in seiner Heimat be-
handelt werde, sei nirgendwo die Rede. Die Meinung des Neurologen sei
somit auch sehr wichtig.
6.
6.1 Streitig und zu prüfen ist, ob eine erhebliche Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes zwischen der letzten materiellen Überprüfung des
Rentenanspruchs des Beschwerdeführers und der vorliegend angefochte-
nen Nichteintretensverfügung vom 2. Mai 2019 glaubhaft gemacht wurde.
6.2 Die letzte umfassende Prüfung des Rentenanspruchs erfolgte in der
Verfügung vom 5. Juli 2010, mit welcher – aufgrund des Urteils des Versi-
cherungsgerichts des Kantons E._ vom 18. März 2010 – die Verfü-
gung vom 18. März 2009 ersetzt und die seit 1. März 2004 ausgerichtete
ganze Rente per 1. Mai 2009 auf eine Dreiviertelsrente reduziert wurde
(vgl. hiervor Bst. B). Diese Verfügung erfolgte aufgrund einer Abklärung
des medizinischen Sachverhalts, entsprechender Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs. Den nachfolgenden Bestäti-
gungen des Anspruchs auf eine Dreiviertelsrente der IV-Stelle mit Verfü-
gung vom 9. September 2011 (IVSTA-act. 66) und der Mitteilung der IVSTA
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Seite 9
vom 8. Mai 2015 (IVSTA-act. 84) gingen dagegen keine umfassenden ma-
teriellen Prüfungen der anspruchserheblichen Tatsachen voraus. Zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung, ob der Beschwerdeführer eine Änderung
des Sachverhalts glaubhaft gemacht hat, die geeignet ist, den Grad der
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise zu beeinflussen,
bildet demnach die Verfügung vom 5. Juli 2010.
7.
7.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 5. Juli 2010
im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen des IV-Arztes Dr. med.
K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. Oktober
2008 (IVSTA-act. 41) und vom 18. November 2008 (IVSTA-act. 45). Dieser
wiederum stützte sich auf den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik
D._ vom 3. Juli 2007 und die Stellungnahme der Psychiatrischen
Dienste L._ AG vom 31. Juli 2007 sowie auf das Verlaufsgutachten
der F._ vom 7. Mai 2008.
7.2
7.2.1 Dr. med. M._, Oberarzt der Psychiatrischen Dienste
L._ AG und Psychiatrische Klinik D._, berichtete am 3. Juli
2007 über die stationäre Behandlung des Versicherten vom 30. April bis
2. Juni 2007 und stellte folgende Diagnosen (IVSTA-act. 36):
- Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
- Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0)
- Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.25)
- Schädlicher Gebrauch von Nikotin (ICD-10 F17.1)
Er berichtete, vor Beginn der klinikinternen Arbeitsrehabilitation sei die Do-
sis an Benzodiazepinen ausgeschlichen worden. Mit einer regelmässigen
Tagesstruktur von sechs Stunden pro Tag habe sich der Zustand des Ver-
sicherten verbessert. Er habe weniger über Schmerzen geklagt. Auffällig
sei die willkürliche und unsystematische Benützung des Gehstockes ge-
wesen, den er oft nicht gebraucht habe, wenn er sich unbeobachtet gefühlt
habe. Die Arbeitsunfähigkeit wurde bei Austritt mit ca. 30 % angegeben. Es
wurde dem Versicherten eine niederschwellige Tagesstruktur empfohlen
(bspw. Tageszentrum Externer Psychiatrischer Dienst ([EPD] N._).
C-2471/2019
Seite 10
Am 31. Juli 2007 berichtete Dr. med. M._ (IVSTA-act. 31), der Ver-
sicherte habe sich während seines Aufenthaltes in der Klinik deutlich auf-
gehellt gezeigt. Differenzialdiagnostisch könne es sich um eine Rentenneu-
rose oder teilweise um Simulation handeln. Leider hätten sie keine diag-
nostischen Mittel, dies zu verifizieren. Der Versicherte sei im Tageszentrum
des EPD N._ angemeldet worden mit der Absicht, ihn aus seinem
depressiven Umfeld herauszunehmen.
7.2.2 Im polydisziplinären Gutachten der F._ vom 7. Mai 2008 (IV-
STA-act. 40) stellten Dr. med. O._, Fachärztin für Innere Medizin,
Dr. med. P._, Spitalfachärztin, Dr. med. Q._, Facharzt für
Rheumatologie, und Dr. med. R._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, folgende Diagnosen:
Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, Beginn 2003 (ICD-
10: M54.5) bei:
- ausgeprägter Haltungsinsuffizienz
- degenerativen Veränderungen L2-S1
- nachgewiesener Diskushernie L5/S1 rechtsbetont 2003 (Computer-
tomographie der Lendenwirbelsäule [LWS])
2. Chronisches therapierefraktäres Schmerzsyndrom der linken Körper-
hälfte mit Dysästhesien (ICD-10: M25.9).
- 5 von 5 Waddell-Zeichen positiv
3. Teilremittierte depressive Störung mit gegenwärtig noch leichtgradig
depressivem Zustandsbild (ICD-10 F32.0)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Koronare Herzkrankheit mit Status nach Herzinfarkt bei metabolischem
Syndrom
2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
3. Benzodiazepin Abhängigkeits-Syndrom (ICD-10 F13.25)
7.2.2.1 Dem Rheumatologischen Fachgutachten von Dr. med. P._
und Dr. med. Q._ vom 13. März 2008 kann entnommen werden,
dass beim Versicherten vor allem ein chronisches lumbovertebrales
Schmerz-syndrom vorliege, das sich trotz wiederholter Physiotherapien
verschlimmert haben soll. Objektiv falle eine Einschränkung der Bewe-
C-2471/2019
Seite 11
gungsamplitude an der Lendenwirbelsäule auf. Vor allem die Seitennei-
gung sei eingeschränkt, wobei das Ausmass nur beschränkt qualifiziert
werden könne, zumal die Untersuchung durch aktives Gegenspannen
deutlich erschwert werde. Neben der ausgeprägten Dekonditionierung,
welche die Symptomatik schon erklären könne, sei 2003 eine kleine rechts-
betonte Diskushernie L5/S1 festgestellt worden, welche die linksseitige Be-
tonung der Beschwerden jedoch nicht erklären könne. Bei der durchge-
führten Untersuchung fänden sich keine Anzeichen einer radikulären Reiz-
oder Ausfallsymptomatik. Radiologisch fänden sich leichte degenerative
Veränderungen der untersten vier LWS-Etagen, wobei vor allem Spon-
dylarthrosen im unteren Drittel auffallen würden. Die angegebene Be-
schwerdesymptomatik und der Untersuchungsbefund seien jedoch nicht
typisch für die dargestellten organischen Veränderungen.
Subjektiv im Vordergrund stehe vor allem ein Schmerzsyndrom der linken
Körperhälfte in den Extremitäten und zusätzlich auch Kopfschmerzen. Aus
rheumatologischer Sicht könne die Symptomatik organisch nicht erklärte
werden. Angesichts der positiven Waddelzeichen des therapierefraktären
Verlaufs mit Ausweitungstendenz könne eine somatoforme Schmerzstö-
rung bestehen. Im Bericht der Klinik D._ von 2007 sei eine Reduk-
tion der Schmerzsymptomatik nach psychiatrischer Therapie festgehalten
worden. Nach Entlassung habe sich laut Versicherten die Symptomatik
weiter verschlechtert.
Aus objektiver Sicht sei keine Änderung bezüglich der Rückensituation und
des Hemisyndroms links aufgetreten. Bezüglich der festgestellten Impin-
gementsymptomatik an der rechten Schulter habe sich eine Besserung
eingestellt. Bei der Untersuchung sei eine schmerzfreie diskrete Ein-
schränkung der Bewegungsamplitude festzustellen, welche die Arbeitsfä-
higkeit nicht beeinträchtige. Aus rheumatologischer Sicht seien aufgrund
der Schmerzsymptomatik und der Dekonditionierung schwere körperliche
Arbeiten zurzeit nicht möglich. Aufgrund der vorliegenden rheumatologi-
schen Befunde wäre nach Rekonditionierung eine halbtägige Tätigkeit als
Schleifer rein theoretisch möglich (50 % arbeitsfähig). Das gleiche gelte für
die Tätigkeit als Zimmermann, die er 14 Jahre vor der Schleifertätigkeit
durchgeführt habe. Für angepasste Tätigkeiten bestehe aus rheumatologi-
scher Sicht eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. Folgende Einschränkungen
sollten beachtet werden: Keine Arbeiten mit länger anhaltenden Zwangs-
haltungen, gebückter Haltung, vorgeneigter Haltung, ohne repetitives He-
C-2471/2019
Seite 12
ben von Lasten über 10 kg, zeitlich befristet in kalter und feuchter Umge-
bung. Ein häufiger Positionswechsel und regelmässige Pausen seien er-
forderlich.
7.2.2.2 Dr. med. R._ äusserte sich in seinem psychiatrischen Fach-
gutachten vom 12. März 2008 wie folgt: Eine depressive Entwicklung
müsse bereits 2003 angenommen werden. Erstmalig sei dem Versicherten
im Mai 2005 von der Hausärztin Frau Dr. S._ eine schwere Depres-
sion attestiert worden. Im Psychiatrischen Gutachten vom Juni 2006 sei
eine schwere depressive Episode mit begleitender anhaltender somatofor-
mer Schmerzstörung diagnostiziert worden. Bei der aktuellen psychiatri-
schen Untersuchung habe noch ein leichtgradig depressives Zustandsbild
mit gedrückter Grundstimmung, Verminderung des Freudeempfindens,
lnsuffizienzgefühlen und auch leichteren Schuldgefühlen, Verminderung
der Frustrationstoleranz, sozialen Rückzugstendenzen sowie Schlafstö-
rungen bestanden. Die Symptomatik sei im Rahmen einer teilremittierten
depressiven Störung unter antidepressiver Behandlung zu sehen. Der Ver-
sicherte habe für die letzten Monate selbst auch eine psychische Zustands-
verbesserung beschrieben. Der Serumspiegelkonzentrationen könne eine
Medikamenten-Teilcompliance angenommen werden.
Der einfach strukturierte Versicherte sei durch die verschiedenen lebens-
geschichtlichen Belastungen überfordert gewesen und habe sich mit sei-
nen ihm zur Verfügung stehenden Copingstrategien nicht selber in ausrei-
chender Form helfen können. Insbesondere der Suizid des jüngsten Soh-
nes, zu dem eine enge Beziehung bestanden habe, sei als wesentlicher
Belastungsfaktor anzusehen. Des Weiteren könne der Versicherte sein Le-
benskonzept, sich durch körperliche Arbeit eine Existenz und wirtschaftli-
che Sicherheit aufzubauen, aufgrund der körperlichen Erkrankungen nicht
mehr umsetzen. Aufgrund dieser unlösbaren Konfliktsituation sei für die
Schmerzproblematik eine psychische Überlagerung im Sinne einer anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung zu diagnostizieren. Der Versicherte
verfüge über geringe Ressourcen, die sprachlichen Ausdrucksmöglichkei-
ten seien sehr beschränkt gegeben, das schulische Bildungsniveau müsse
als gering angesehen werden, eine Berufsausbildung habe der Versicherte
nicht absolviert. Des Weiteren bestehe eine feste subjektive Krankheits-
überzeugung, die einerseits durch die verschiedenen lebensgeschichtli-
chen Belastungsfaktoren verstärkt worden sei, anderseits auch durch die
bereits ausgesprochene 100 %-ige IV-Berentung.
C-2471/2019
Seite 13
Die Prognose für eine berufliche Wiedereingliederung müsse deswegen
auch sehr zurückhaltend bewertet werden. Sofern aus somatischer Sicht
eine Restarbeitsfähigkeit gegeben sei, müsse durch psychotherapeutische
Interventionen versucht werden, die Motivation für konkrete berufliche Wie-
dereingliederungsmassnahmen aufzubauen. Leichtere Verdeutlichungs-
tendenzen seien im Rahmen der Untersuchung zu erkennen, z. B. Anga-
ben zum Schlaf und Angaben zur Medikation. Diese Befunde seien in der
Gesamtbeurteilung berücksichtigt worden. Aus rein psychiatrischer Sicht
bestehe derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Der Versicherte sei durch
die verminderte Frustrationstoleranz und die erhöhte emotionale Irritabilität
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Ein ruhiges Arbeitsumfeld sei
anzuraten und nur klar strukturierte, einfache Tätigkeiten seien möglich.
7.2.2.3 In der Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt, die Gesamtarbeitsfä-
higkeit für Verweistätigkeiten liege zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei 60%
(5 Stunden pro Tag). Zum Zeitpunkt des Vorgutachtens (07/2006) habe
eine 20 %-ige Arbeitsfähigkeit bei damals schwerer depressiver Episode
mit psychotischen Symptomen bestanden. Damals sei unter anderem eine
Intensivierung der antidepressiven Therapie empfohlen worden, was offen-
sichtlich zu einer Stimmungsaufhellung geführt habe. Über den genauen
Zeitpunkt der Verbesserung der psychischen Situation könne retrospektiv
keine Angabe gemacht werden.
7.2.3 Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 23. Oktober 2008 fest (IVSTA-act. 41),
dass die Schlussfolgerungen des Gutachtens der F._ vom 7. Mai
2008 hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aufgrund der im Gutachten aufgeführ-
ten Befunde aus medizinisch-theoretischer Sicht klar und nachvollziehbar
seien. Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik D._ vom 3. Juli
2007 und folglich in der Stellungnahme der Psychiatrischen Dienste
L._ AG vom 31. Juli 2007 werde aufgrund der psychiatrischen Di-
agnostik von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% ausgegangen. Da die psy-
chiatrischen Diagnosen in beiden Medas-Gutachten (recte: Medas und
F._-Gutachten) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit explizit im
Vordergrund stünden, könne davon ausgegangen werden, dass zum Zeit-
punkt des Klinikaustritts am 2. Juni 2007 bereits mindestens eine 60 % Ar-
beitsfähigkeit bestanden habe. Hinsichtlich möglicher Tätigkeiten bestün-
den die im Medas-Gutachten (recte: F._-Gutachten) vom 7. Mai
2008 aufgeführten Einschränkungen, insbesondere die im psychiatrischen
Fachgutachten erwähnten. Ferner werde in der interdisziplinären Zusam-
menfassung ein maximal zumutbares Arbeitspensum von 5 Stunden/Tag
C-2471/2019
Seite 14
festgestellt. Am 18. November 2008 ergänzte er auf Nachfrage hin (IVSTA-
act. 45), dass die im Medas-Gutachten (recte: F._-Gutachten) vom
7. September 2008 auf Seite 16 festgehaltene Gesamtarbeitsfähigkeit von
60 % sich auf die psychiatrische Erwerbsfähigkeit beziehe so dass ein zu-
sätzlich statistischer Abzug berücksichtigt werden müsse.
7.3 Zur Glaubhaftmachung einer anspruchsrelevanten Verschlechterung
seines Gesundheitszustandes legte der Beschwerdeführer mit seinem Re-
visionsgesuch vom 31. Oktober 2018 sowie im Einwandverfahren folgende
medizinischen Arztberichte aus Serbien vor:
- Bericht von Dr. T._, Facharzt für Neuropsychiatrie, vom 21. August
2013 (IVSTA-act. 94) mit den Diagnosen: Dysthymie (ICD-10 F34.1) und
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1). Es wurde festge-
halten, dass der Versicherte regelmässig monatlich zur Kontrolle komme
und über eine depressive Gemütslage, welche seit Jahren bestehe, und
zahlreiche somatische Beschwerden klage. Folgende Medikamente
seien verschrieben worden: morgens 50 mg Zoloft, abends 150 mg Trit-
tico und 2,5 mg Lorazepam.
- Bericht vom 23. Dezember 2014 betreffend Prostata (IVSTA-act. 88 S. 7).
Nach erfolgter Echografie vom 25. Dezember 2014 (IVSTA-act. 90) diag-
nostizierte Dr. U._ eine Hyperplasie der Prostata.
- Bericht von Dr. V._, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
der Polyklinik von (...), vom 13. Januar 2015 (IVSTA-act. 91) mit folgen-
den Diagnosen: einen Status nach subakutem Myokardinfarkt vor sieben
Jahren, einen Status nach einem perkutanen koronaren Eingriff mit zwei
Stents, arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Atherosklerose der zwei
Füsse. Es sei in drei Monaten eine Kontrolle (u.a. eine Echokardiogra-
phie) vorgesehen.
- Am 8. Mai 2015 berichtete Dr. T._, Facharzt für Neuropsychiatrie
(IVSTA-act. 92), dass der Versicherte seit dem 11. Mai 2013 regelmässig
bei ihm in Behandlung sei und stellte folgende Diagnosen: Dysthymie
(F34.1) und undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1). Es
seien folgende Medikamente verschrieben worden: morgens 50 mg Zo-
loft, abends 30 mg Tolvon, 150 mg Trittico und 2 x 1 Risar à 2 mg.
- Dr. W._ diagnostizierte am 13. Mai 2015 (IVSTA-act. 93 S. 3 f.)
Folgendes: einen Status nach einem perkutanen koronaren Eingriff mit
zwei Stents, Arteriosklerose der distalen Arterien, Verschluss der rechten
C-2471/2019
Seite 15
Oberschenkelschlagader, Schaufensterkrankheit, arterielle Hypertonie,
Hyperlipidämie, Dysthymie, Depression (ICD-10 F.32), Hyperplasie der
Prostata. Der Versicherte sei regelmässig in Behandlung bei einem Inter-
nisten, Kardiologen und einem Gefässchirurgen.
- Echokardiographischer Befund der Ultraschallpraxis Ff._ vom
20. März 2017 (BVGer-act. 11 Beilage 6, übersetzt in BVGer-act. 13 Bei-
lage 4).
- Ein undatierter Bericht von Dr. X._, Urologe, (IVSTA-act. 93
S. 1 f.) über eine Kontrolluntersuchung nach einer Echokardiographie.
- Elektrokardiogramm des Jahres 2018 (IVSTA-act. 105).
- Fachärztlicher Bericht des Allgemeinspitals Y._ vom 13. Februar
2018 (BVGer-act. 11 Beilage 16 f., übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 14
f.) mit folgenden Diagnosen: Akuter Myokardinfarkt (Status post), Angina
pectoris, essentielle (primäre) Hypertonie, Störung des Lipoproteinstoff-
wechsels und sonstige Lipidämien, Diabetes mellitus, Typ 2. Es seien
eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein Belastungstest ange-
zeigt.
- Echokardiographischer Befund vom 14. Februar 2018 (BVGer-act. 11
Beilage 8, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 6).
- Laborbericht des Allgemeinspitals Y._ vom 10. April 2018 (IVSTA-
act. 103).
- Herzkatheter-Untersuchung im Allgemeinspital Z._ vom 23. April
2018 (IVSTA-act. 102 S. 5, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 13).
- Laut Entlassungsschein mit Epikrise des Allgemeinspitals Z._ von
der Behandlung des Versicherten vom 23. – 24. April 2018 (IVSTA-act.
111, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 12) bestehen folgende Enddiag-
nosen: Angina pectoris, alter Myokardinfarkt vor elf Jahren, Vorhanden-
sein eines Implantates oder Transplantates nach koronarer Gefässplastik
vor elf Jahren, essentielle (primäre) Hypertonie 110, sonstige Hyperlipi-
dämien, Diabetes mellitus Typ II (ohne Komplikationen), durchgeführte
Koronarangiographie (Abnorme Befunde bei der bildgebenden Diagnos-
tik des Herzens und des Koronarkreislaufes). Die Entlassung sei in gutem
Allgemeinzustand erfolgt. Als Schlussfolgerung wurde Folgendes festge-
halten: Dreigefässerkrankung und Überweisung des Versicherten in eine
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Seite 16
tertiäre Anstalt zur Abhaltung eines kardiochirurgischen Konsiliums. Emp-
fohlen wurde ein Koronararterienbypass.
- Gemäss Bericht des Instituts für Herz- und Kreislauferkrankungen
Aa._ vom 17. Mai 2018 (IVSTA-act. 110, übersetzt in BVGer-act.
13 Beilage 10) entschied das Konsilium, dass eine perkutane Koronarin-
tervention (PCI) an Lymphadenektomie (LAD) und Koronararterie (RCA)
indiziert sei.
- Laborbericht vom 18. September 2018 (IVSTA-act. 104).
- Echokardiographischer Befund vom 18. September 2018 (IVSTA-act.
104, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 5).
- Radiologischer Bericht des Allgemeinspitals Y._ vom 21. Septem-
ber 2018 (IVSTA-act. 113).
- Gemäss Entlassungsschein mit Epikrise des Instituts für Herz- und Kreis-
lauferkrankungen Aa._ in (...) betreffend die Behandlung des Ver-
sicherten vom 26. – 28. September 2018 (act. 109 S. 1 ff., BVGer-act 1
Beilage 2, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 9) und dem Kardiochirurgi-
sches Konsilium des Instituts für Herz- und Kreislauferkrankungen
Aa._ vom 27. September 2018 (IVSTA-act. 109 S. 5 f., BVGer-act.
11 Beilage 13, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 11) wurde beim Versi-
cherten die Enddiagnose chronische ischämische Herzkrankheit, nicht
näher bezeichnet, gestellt. Zusätzlich wurden folgende Diagnosen ge-
stellt: perkutane transluminale Angioplastie mit Einsetzung von zwei bzw.
vier Duo Xience Xpedition drug eluting stents (DES) am 27. September
2018, Status nach Herzinfarkt 2007, Status nach perkutaner Koronarin-
tervention an der rechten Herzkranzarterie mit Einsetzung eines Stents
2007, Arterieller Bluthochdruck (110), Hyperlipoproteinämie (Störung des
Lipoproteinstoffwechsels), Diabetes mellitus Typ 2 – insulinunabhängig,
Atherosklerose der Extremitätenarterien. Es wurde u.a. ausgeführt, dass
ein zufriedenstellendes angiographisches Ergebnis ohne sichtbare Anzei-
chen einer Thrombose oder einer Dissektion erzielt worden sei.
- Dr. Bb._, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, diagnos-
tizierte am 16. Oktober 2018 (IVSTA-act. 116) die bereits vorgehend auf-
geführten Krankheiten.
- Spezialärztlicher Bericht des Instituts für Kardiovaskuläre Krankheiten
Aa._ vom 25. Oktober 2018 (IVSTA-act. 119) mit der Diagnose
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Seite 17
Claudicatio nach 500 Metern Gehstrecke und dem Hinweis, der Versi-
cherte müsse sich mehr bewegen und abnehmen.
- Interner Auftrag des Instituts für kardiovaskuläre Krankheiten Aa._
vom 6. November 2018 (IVSTA-act. 117) und spezialärztlicher Bericht (IV-
STA-act. 118) mit den bereits erwähnten Diagnosen.
7.4 Im Beschwerdeverfahren wurden folgende neuen Arztberichte vorge-
legt:
- Laborbericht vom 12. April 2019 (BVGer-act. 1 Beilage 8).
- Bericht des Internisten Dr. Cc._ vom 17. April 2019 mit den be-
kannten Diagnosen (BVGer-act. 1 Beilage 7).
- Dr. sc. Med. Dd._, Facharzt für Allgemein- Gefäss- und Brustchi-
rurgie des Instituts für Herz- und Kreislauferkrankungen Aa._, di-
agnostizierte am 19. April 2019 (BVGer-act. 1 Beilage 5, übersetzt in
BVGer-act. 13 Beilage 3) Atherosklerose der Extremitätenarterien. Er
stellte fest, dass es notwendig sei, einen Ernährungsberater beizuziehen
und verordnete eine medikamentöse Therapie und bei Bedarf Kontrollun-
tersuchungen.
- In einem fachärztlichen Bericht des Instituts für Herz- und Kreislauferkran-
kungen Aa._ vom 30. April 2019 (BVGer-act. 1 Beilage 6 über-
setzt in BVGer-act. 13 Beilage 2) wurde ausgeführt, dass sich der Versi-
cherte seit der letzten Kontrolluntersuchung relativ gut fühle, keine
Schmerzen im Brustbereich habe, fettleibig sei, die Medikamente regel-
mässig nehme und der Blutdruck gut eingestellt sei.
- Dr. Bb._, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, des All-
gemeinspitals Y._ berichtete am 8. Oktober 2019 (BVGer-act. 11
Beilage 3, übersetzt in BVGer-act. 13 Beilage 1) der Versicherte fühle sich
gut, habe keine grösseren Beschwerden im Bereich des Herz-Kreislauf-
Systems und sei zum Zeitpunkt der Untersuchung kompensiert und hä-
modynamisch stabil. Es fänden regelmässige urologische Konrollunter-
suchungen statt. Eine kardiologische Kontrolluntersuchung sei in sechs
bis sieben Monaten angezeigt.
C-2471/2019
Seite 18
7.5 Die Vorinstanz stützt sich in der angefochtenen Nichteintretensverfü-
gung auf die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. Ee._, Fachärz-
tin für Innere Medizin. Dieser wurden die vom Beschwerdeführer beige-
brachten medizinischen Berichte aus Serbien vorgelegt.
7.5.1 Die RAD-Ärztin Dr. med. Ee._ führte mit Stellungnahme vom
28. Januar 2019 aus (act. 123), der Versicherte leide an einer generellen
Gefässsklerose, welche 2007 zu einem Herzinfarkt geführt habe. Damals
sei ein Stenting durchgeführt worden. Am 26. September 2018 sei eine
weitere invasive Untersuchung und ein Stenting erfolgt, ausgelöst durch
eine milde Anging pectoris Symptomatik. Die Pumpfunktion sei normal. Es
bestehe weiterhin eine Schaufenstererkrankung, die Gehstrecke sei limi-
tiert auf 500 Meter und soll gemäss Gefässspezialisten durch Training aus-
gebaut werden. Zusätzlich soll das Körpergewicht reduzierte werden, was
für eine Beherrschung der Risikofaktoren sicher günstig wäre. Insgesamt
lasse sich keine Verschlechterung des Zustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ableiten. Nach der Koronarangiografie könne wegen der
Einstichstelle von einer Arbeitsunfähigkeit von maximal einer Woche aus-
gegangen werden. Am 30. April 2019 ergänzte die RAD-Ärztin (IVSTA-act.
135), dass der bisherige Verlauf günstig gewesen sei.
7.5.2 In ihrer Stellungnahme vom 22. August 2019 hielt Dr. med.
Ee._ fest (Beilage zu BVGer-act. 9), dass die ihr vorgelegten Arzt-
berichte vom 12., 17., 19. und 30. April 2019 leider in der Originalsprache
verfasst seien, deren sie nicht mächtig sei. In Ergänzung zu ihrer Stellung-
nahme vom 28. Januar 2019 führte sie aus, die Pumpfunktion des Herzens
sei nur leicht eingeschränkt. Eine leichte Arbeit könne bislang als möglich
erachtet werden.
7.5.3 Am 3. Dezember 2019 führte Dr. med. Ee._ gestützt auf die
übersetzten Arztberichte vom 20. März 2017, 19. und 30. April 2019 sowie
8. Oktober 2019 aus (Beilage zu BVGer-act. 17), auch aus den neu vorge-
legten Unterlagen ergebe sich ein erfreuliches Bild. Die Pumpfunktion
werde im März 2017 mit 62 %, d.h. normal beschrieben. Es liege eine hy-
pertensitive Kardiopathie vor, welche aber keine Einschränkung bedeute,
sondern eine strengere Blutdruckkontrolle nach sich ziehe. Die Atheroskle-
rose der Extremitäten habe bekanntermassen zu einer Claudicatio nach
500 Metern geführt. Am 19. April 2019 werde weiter eine konservative The-
rapie beibehalten. Auch aus den aktuell vorgelegten Berichten ergebe sich
keine Änderung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit.
C-2471/2019
Seite 19
7.6
7.6.1 Mit Blick auf die medizinischen Akten ist vorab festzuhalten, dass der
vom Beschwerdeführer nachgereichte fachärztliche Bericht vom 8. Okto-
ber 2019 im vorliegenden Verfahren berücksichtigt werden kann, da sich
die genannte Ärztin nur zu Befunden im Beurteilungszeitraum äussert (vgl.
E. 4.2 hiervor).
7.6.2 Der Beschwerdeführer leidet seit 2006 an einer koronaren 2-Gefäs-
serkrankung, welche Ende Juli 2006 zu einem subakuten Myokardinfarkt
geführt hatte (vgl. IVSTA-act. 22). Damals wurde ein Stenting durchgeführt.
So wurde im Gutachten der F._ vom 7. Mai 2008 eine koronare
Herzkrankheit mit Status nach Herzinfarkt bei metabolischem Syndrom di-
agnostiziert, jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. oben
E. 7.2.2).
Aufgrund einer am 13. Februar 2018 im Allgemeinspital Y._ diag-
nostizierten Angina pectoris wurde am 23. April 2018 im Allgemeinspital
Z._ eine Koronarangiographie durchgeführt. Die Fachärzte emp-
fahlen einen Koronaraterien-Bypass (vgl. E. 7.3 S. 15). Am 27. September
2018 erfolgte am Institut für Herz- und Kreislauerkrankungen Aa._
in (...) eine perkutane transluminale Angioplastie mit Einsetzung von zwei
bzw. vier Duo Xience Xpedition DES (vgl. E. 7.3 S. 16). Dem Entlassungs-
schein mit Epikrise des Instituts für Herz- und Kreislauferkrankungen
Aa._ in (...) betreffend die Behandlung des Versicherten vom 26.
bis 28. September 2018 und dem Kardiochirurgisches Konsilium dessel-
ben Instituts vom 27. September 2018 kann entnommen werden, dass ein
zufriedenstellendes angiographisches Ergebnis ohne sichtbare Anzeichen
einer Thrombose oder einer Dissektion erzielt worden sei. Im fachärztli-
chen Bericht des vorgenannten Instituts vom 30. April 2019 (vgl. E. 7.4)
wurde ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer seit der letzten Kon-
trolluntersuchung relativ gut fühle und keine Schmerzen im Brustbereich
verspüre. Dasselbe kann dem Bericht der Fachärztin für Innere Medizin
und Kardiologie vom 8. Oktober 2019 (vgl. E. 7.4) entnommen werden. Zu-
dem wurde in den Berichten nicht dargelegt, welche Einschränkungen mit
Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorliegen soll. Insofern
kann der RAD-Ärztin beigepflichtet werden, dass zwar eine hypertensitive
Kardiopathie vorliegt, welche aber keine Einschränkung bedeutet, sondern
eine strengere Blutdruckkontrolle nach sich zieht und sich auch aus den
neu vorgelegten Unterlagen ein erfreuliches Bild ergibt.
C-2471/2019
Seite 20
7.6.3 Die in Serbien von Dr. V._, Facharzt für Innere Medizin und
Kardiologie, der Polyklinik von (...) am 13. Januar 2015 erstmals diagnos-
tizierte Arteriosklerose der zwei Füsse (IVSTA-act. 91) und der am 13. Mai
2015 festgestellte Verschluss der rechten Oberschenkelschlagader sowie
Schaufensterkrankheit (IVSTA-act. 93 S. 3 f.) äussern sich beim Beschwer-
deführer dahingehend, dass die Gehstrecke derzeit auf 500 Meter limitiert
sei (vgl. E. 7.3). Es wurde ihm empfohlen, sein Gewicht zu reduzieren und
die Gehstrecke durch Training auszubauen (vgl. E. 7.3 S. 16 in fine). Dr.
sc. Med. Dd._, Facharzt für Allgemein- Gefäss- und Brustchirurgie,
empfahl in seinem Bericht vom 19. April 2019 eine Ernährungsberatung
und verordnete eine medikamentöse Therapie sowie Kontrolluntersuchun-
gen je nach Bedarf (BVGer-act. 13 Beilage 3). Auch diesen Arztberichten
kann keine Einschränkung mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers entnommen werden.
7.6.4 Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, er leide an einer Depres-
sion, wegen welcher er bereits in der Schweiz behandelt worden sei, kann
festgehalten werden, dass auch diesbezüglich aus den eingereichten Arzt-
berichten keine Verschlechterung des Gesundheitszustands ersichtlich ist.
Der Beschwerdeführer ist seit seiner Rückkehr in sein Heimatland monat-
lich bei Dr. T._, Facharzt für Neuropsychiatrie, (IVSTA-act. 94) in
Behandlung. Dieser diagnostizierte am 21. August 2013 eine Dysthymie
(ICD-10 F34.1) und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10
F45.1). Mit Bericht vom 8. Mai 2015 (IVSTA-act. 92) bestätigte er die regel-
mässige Behandlung seit dem 11. Mai 2013 und stellte dieselben Diagno-
sen (vgl. E. 7.3). Dr. W._ diagnostizierte am 13. Mai 2015 (vgl. IV-
STA-act. 93 S. 3 f. und E. 7.3) neben einer Dysthymie u.a. noch eine De-
pression (ICD-10 F.32). Aus den Akten ist jedoch nicht ersichtlich, ob Dr.
W._ Facharzt für Psychiatrie bzw. Neuropsychiatrie ist. Zudem ge-
wichtete er die depressive Episode nicht und legt auch nicht dar, welche
Einschränkung mit Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor-
liegen soll. Demzufolge kann daraus nicht auf eine Verschlechterung des
mit Gutachten der F._ vom 7. Mai 2008 festgestellten leichtgradigen
depressiven Zustandsbildes (ICD-10 F32.0) geschlossen werden.
Neu diagnostizierte Dr. T._ am 21. August 2013 und 8. Mai 2015
eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1; vgl. IVSTA-
act. 92, 94 und hiervor E. 7.3). Demzufolge erachtete der Neuropsychiater
die symptomatischen Diagnosekriterien der Somatisierungsstörung als
nicht vollständig erfüllt (vgl. DILLING/MONBOUR/ SCHMIDT [Hrsg.], Internati-
onale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-
C-2471/2019
Seite 21
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 227). Es wurde jedoch nicht dar-
gelegt, inwiefern dieses Leiden eine Einschränkung auf die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit haben soll. Im Gutachten der F._ vom 7. Mai
2008 wurde die Diagnose anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-
10 F45.4) gestellt, jedoch ohne Einfluss auf die festgestellte Arbeitsfähig-
keit (vgl. E. 7.2.2). Insofern ist auch diesbezüglich keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes ersichtlich.
7.6.5 Der Beschwerdeführer konnte mit den im Recht liegenden medizini-
schen Berichten eine für das Revisionsverfahren anspruchserhebliche Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes somit nicht glaubhaft machen.
Die angefochtene Verfügung ist daher zu schützen und die Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
8.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf
Fr. 800.- festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung
der Verfahrenskosten zu verwenden.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-
sprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG7).
(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen).
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Seite 22