Decision ID: b2732a3e-8d4d-49d2-a275-ff685884f052
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_006
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten:
A.
Der Gemeinderat Q. stellte im Oktober 2018 fest, dass A. auf der Parzelle
Nr. aaa Terrainveränderungen vorgenommen hatte, weshalb er am
19. Oktober 2019 eine Feststellungs- und Baueinstellungsverfügung
erliess und die Bauherrschaft aufforderte, ein nachträgliches Baugesuch
einzureichen. A. kam dieser Aufforderung nach und reichte am 25. Januar
2019 ein entsprechendes Baugesuch ein. Diesem lässt sich entnehmen,
dass eine Fläche von total ca. 1'461 m2 betroffen ist und ein Volumen von
ca. 331 m3 verschoben wurde. In den Plänen wurden die Stellen mit P1 –
P4 bezeichnet, wobei es sich bei P2 und P3 um einen
zusammenhängenden Standort handle. Die Parzelle Nr. aaa liegt grössten-
teils in der Landwirtschaftszone, wobei die Landwirtschaftszone teilweise
von der Landschaftsschutzzone überlagert wird. Die betroffenen Flächen
liegen zudem in der Grundwasserschutzzone S2 bzw. S3. Während der
öffentlichen Auflage des Baugesuchs vom 8. Februar 2020 bis 9. März
2020 gingen diverse Einwendungen ein.
Am 16. Mai 2019 verweigerte das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, die
Zustimmung zu den bereits vorgenommenen Terrainveränderungen. Diese
könnten nicht bewilligt werden. Bezüglich der in der Grundwasserschutz-
zone S2 liegenden Terrainveränderungen wurde der Rückbau (unter Auf-
lagen) angeordnet. Hinsichtlich der in der Grundwasserschutzzone S3 lie-
genden Terrainveränderungen wurde dagegen auf einen Rückbau verzich-
tet, d.h. die vorgenommenen Veränderungen wurden toleriert. Gestützt auf
den kantonalen Teilentscheid wies der Gemeinderat das Baugesuch mit
Beschluss vom 16. Dezember 2019 ab, ordnete bezüglich der Terrainver-
änderungen in der Grundwasserschutzzone S2 den Rückbau (unter Aufla-
gen) an und verzichtete hinsichtlich der Terrainveränderungen in der Ge-
wässerschutzzone S3 auf einen Rückbau. Die gegen das Vorhaben erho-
benen Einwendungen wurden – soweit sie nicht zurückgezogen worden
waren – teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden konnte.
B.
Auf Beschwerde von A. hin fällte der Regierungsrat am 7. April 2021
folgenden Entscheid:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Der Rückbau der vorgenommenen Terrainveränderungen in der  S2 hat bis zum 31. Oktober 2021 zu erfolgen; beim Rückbau sind die in der Abweisungsverfügung des Gemeinderats Q. vom 16. Dezember 2019 angeführten Auflagen einzuhalten.
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3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer  von Fr. 2'000.– sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 559.60, total Fr. 2'559.60, werden dem Beschwerdeführer A. auferlegt. Unter Berücksichtigung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 2'000.– hat er somit noch Fr. 559.60 zu bezahlen.
4. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.
C.
1.
Gegen den am 10. April 2021 zugestellten Entscheid des Regierungsrats
erhob A. am 10. Mai 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit folgenden
Anträgen:
1. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei der  Nr. 2021-000423 vom 7. April 2021 vollumfänglich  und es sei festzustellen, dass auf dem Grundstück LIG Q. Nr. aaa keine bewilligungspflichtige Terrainveränderungen im Sinne des BauG/AG vorgenommen wurden.
2. Eventualiter sei in Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Regierungsratsbeschluss Nr. 2021-000423 vom 7. April 2021  aufzuheben und das Baugesuch vom 24. Januar 2019 sei zu .
3. Sub-Eventualiter sei in Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Regierungsratsbeschluss Nr. 2021-000423 vom 7. April 2021  aufzuheben und das Baugesuch vom 24. Januar 2019 sei unter der Auflage jährlicher Überhumusierung von 5 cm zu bewilligen.
4. Sub-sub-Eventualiter sei in Gutheissung der  der Regierungsratsbeschluss Nr. 2021-000423 vom 7. April 2021 vollumfänglich aufzuheben und auf den Rückbau der  auf dem Grundstück LIG Q. Nr. aaa sei zu verzichten.
5. Sub-sub-sub-Eventualiter sei in Gutheissung der  der Regierungsratsbeschluss Nr. 2021-000423 vom 7. April 2021 vollumfänglich aufzuheben und das Verfahren sei mit verbindlichen Weisungen der Beschwerdeinstanz an die Vorinstanzen zurückzuweisen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer auf der Parteientschädigung zu Lasten der Gemeinde Q. und/oder des Kantons Aargau.
- 4 -
2.
Der Gemeinderat stellte mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2021 fol-
gende Anträge:
Die Beschwerde sei in sachlicher Hinsicht abzuweisen soweit darauf  wird.
Die seinerzeitigen Einwenderinnen und Einwender, welche Einwendung gegen das Baugesuch erhoben haben, sind in das laufende  einzubeziehen.
3.
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2021 beantragte das BVU, Abteilung
für Baubewilligungen, für den Regierungsrat:
1. Auf die Rechtsbegehren 1 – 3 sei nicht einzutreten, im Übrigen sei die  abzuweisen (UKF).
2. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen.
Verfahrensantrag: Die Einwendenden aus dem Baugesuchsverfahren seien beizuladen.
4.
Am 16. August 2021 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, mit wel-
cher er an den in der Beschwerde vom 10. Mai 2021 gestellten Rechtsbe-
gehren vollumfänglich festhielt.
5.
Mit Duplik vom 30. August 2021 hielt auch der Gemeinderat an seinen in
der Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest.
6.
Das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, hielt mit Duplik vom 31. August
2021 ebenfalls an seinen in der Beschwerdeantwort gestellten Anträgen
fest.
7.
Am 18. November 2021 reichte der Beschwerdeführer ein Sistierungsge-
such ein.
8.
Das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, äusserte sich dazu am
29. November 2021 und beantragte, der Sistierungsantrag und die
Beschwerde seien abzuweisen.
- 5 -
9.
Am 9. Dezember 2021 nahm der Gemeinderat zum Sistierungsgesuch
Stellung und beantragte, dem Ersuchen des Beschwerdeführers sei nicht
zu entsprechen.
10.
Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl.
§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG;
SAR 155.200]).

Considerations:
Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
I.
1.
Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [VRPG; SAR 271.200]).
Das gilt auch in Bausachen (§ 61 Abs. 3 der Bauverordnung vom 25. Mai
2011 [BauV; SAR 713.121]). Das Verwaltungsgericht ist somit zuständig.
2.
2.1.
Der Umfang, inwieweit eine Rechtsmittelbehörde einen angefochtenen
Entscheid überprüft, wird durch den sogenannten Streitgegenstand festge-
legt. Dieser wird durch zwei Elemente definiert. Zum einen kann nur Ge-
genstand eines Beschwerdeverfahrens sein, was auch Gegenstand der
erstinstanzlichen Verfügung war (bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung
hätte sein sollen). Zum andern bestimmt sich der Streitgegenstand nach
der im Beschwerdeantrag enthaltenen Rechtsfolgebehauptung. Diese Kon-
sequenz folgt aus der Dispositionsmaxime; der Beschwerdeführer legt mit-
hin im Rahmen der erstinstanzlichen Verfügung den Umfang des Be-
schwerdeverfahrens fest. Der Beschwerdeführer kann somit eine Verfü-
gung nicht nur vollständig, sondern auch bloss in einzelnen Punkten an-
fechten (Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2020.236 vom 9. De-
zember 2020, Erw. I/2.1, WBE.2018.216 vom 27. November 2018,
Erw. I/2.1, WBE.2016.263 vom 7. April 2017, Erw. I/2.1; MARTIN BERTSCHI,
in: Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich
[VRG], 3. Aufl. 2014, N. 44 f. zu Vorbem. zu §§ 19–28a VRG).
Die Erweiterung der Anträge gegenüber einem vorinstanzlichen Verfahren
ist unzulässig; es darf keine Ausdehnung des Verfahrensgegenstands im
Rechtsmittelverfahren erfolgen (vgl. Aargauische Gerichts- und Verwal-
tungsentscheide [AGVE] 1988, S. 418; 1981, S. 277). Durch die Abweisung
eines Gesuchs oder einer Beschwerde durch die Vorinstanz entstehen
keine weitergehenden Rechte im verwaltungsgerichtlichen Verfahren. Ein
- 6 -
Beschwerdeführer ist nur insoweit beschwert (im prozessualen Sinne, als
Voraussetzung der Beschwerdelegitimation), als die Vorinstanz seine An-
träge abgewiesen hat. Soweit im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mehr
verlangt wird, darf auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. dazu
auch AGVE 1976, S. 314 f.). Eine unzulässige Beschwerdeänderung liegt
aber nicht nur dann vor, wenn gestützt auf denselben Sachverhalt etwas
Neues, qualitativ Anderes verlangt wird, sondern auch dann, wenn zwar an
den in den Anträgen formulierten Begehren festgehalten wird, die behaup-
teten Rechtsfolgen aber auf einen anderen, ausserhalb des Streitgegen-
stands liegenden Sachverhalt abgestützt werden (MICHAEL MERKER,
Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Kommentar zu den §§ 38–72
[a]VRPG, 1998, N. 13 f. zu § 39 VRPG; vgl. zum Ganzen: Entscheide des
Verwaltungsgerichts WBE.2020.236 vom 9. Dezember 2020, Erw. I/2.1,
WBE.2018.216 vom 27. November 2018, Erw. I/2.1, WBE.2016.263 vom
7. April 2017, Erw. I/2.1).
2.2.
Gestützt auf die Teilverfügung des BVU, Abteilung für Baubewilligungen,
vom 16. Mai 2019 (welcher u.a. auch entnommen werden kann, dass kein
baubewilligungsfreier Tatbestand vorliegt; vgl. Vorakten, act. 93 f.) verwei-
gerte der Gemeinderat dem Beschwerdeführer mit Entscheid vom 16. De-
zember 2019 die Baubewilligung für die Terrainveränderungen auf der Par-
zelle Nr. aaa. Gleichzeitig ordnete er an, die vorgenommenen Terrainver-
änderungen in der Grundwasserschutzzone S2 müssten (unter Auflagen)
zurückgebaut werden, wohingegen die vorgenommenen Terrainverände-
rungen in der Grundwasserschutzzone S3 toleriert würden (vgl. Vorakten,
act. 99 sowie act. 92 f.). Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerde-
führer Verwaltungsbeschwerde an den Regierungsrat, mit welcher er be-
antragte (Vorakten, act. 108):
1. Der kommunale und der kantonale Entscheid sind so abzuändern, dass alle vorgenommenen Terrainveränderungen toleriert werden, auch jene in der Schutzzone S2.
2. Eventualiter sei eine Überhumusierung oder ein ökologischer Ausgleich zu verlangen.
3. Wird am Rückbau festgehalten, so sei eine Rückbaufrist bis Ende Oktober 2020 zu erstrecken.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der .
- 7 -
Im Verfahren vor Vorinstanz verlangte der Beschwerdeführer somit anstelle
des angeordneten Rückbaus eine Tolerierung der Terrainveränderungen
auch in der Grundwasserschutzzone S2, eventualiter eine Überhumusie-
rung oder einen ökologischen Ausgleich; sollte am Rückbau dennoch fest-
gehalten werden, wurde zudem um eine Erstreckung der Rückbaufrist er-
sucht. Die Beschwerde richtete sich mit anderen Worten einzig gegen die
angeordnete Massnahme des Rückbaus, nicht jedoch gegen die Abwei-
sung des Baugesuchs. Die Abweisung des Baugesuchs – d.h. dass die
Terrainveränderungen nicht bewilligungsfähig sind (und auch nicht ohne
Baubewilligung erstellt werden durften) – bildete im vorinstanzlichen Ver-
fahren nicht Streitgegenstand. Indem der Beschwerdeführer vor Verwal-
tungsgericht neu beantragt, der angefochtene Entscheid sei vollumfänglich
aufzuheben und es sei festzustellen, dass keine bewilligungspflichtigen
Terrainveränderungen vorgenommen worden seien (vgl. Antrag Ziffer 1),
eventualiter dass die Terrainveränderungen zu bewilligen seien (vgl. Antrag
Ziffer 2) und sub-eventualiter dass das Baugesuch unter der Auflage jähr-
licher Überhumusierung zu bewilligen sei (vgl. Antrag Ziffer 3), verlangt er
mehr als noch vor Vorinstanz, was – wie dargelegt (Erw. I/2.1) – nicht zu-
lässig ist. Namentlich würde auch Antrag Ziffer 1 auf eine Legalisierung und
nicht bloss auf eine Tolerierung aller vorgenommenen Terrainveränderun-
gen hinauslaufen, womit (qualitativ) ein Mehr verlangt wird. Auf die Anträge
Ziffern 1 – 3 der Beschwerde ist folglich nicht einzutreten.
Soweit der Beschwerdeführer behauptet, er sei nicht an seine in der Be-
schwerde an den Regierungsrat gestellten Rechtsbegehren und die damit
einhergehende Begründung gebunden (Beschwerde, S. 4; Replik, S. 4),
kann ihm somit nicht gefolgt werden. Die von ihm zitierte Kommentarstelle
von MARTIN GOSSWEILER (in: Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aar-
gau, 2013, N. 31 zu § 4 BauG) ist nicht einschlägig, da sie sich auf Einwen-
dungen und das darauffolgende Beschwerdeverfahren bezieht und nicht
auf die Frage der Zulässigkeit der Erweiterung des Verfahrensgegenstands
vor dem Verwaltungsgericht (als zweite Rechtsmittelinstanz). Unverständ-
lich ist im Weiteren der Einwand des Beschwerdeführers, wonach an die
Beschwerde eines juristischen Laien keine strengen Voraussetzungen ge-
stellt werden dürften. Tatsache ist, dass die vorinstanzliche Beschwerde
von einem Juristen und vom [...] der [...] Rechtsschutzversicherung C. für
den Beschwerdeführer verfasst wurde (siehe Vorakten, act. 104 ff.). Um
eine Laienbeschwerde handelte es sich nicht. Abgesehen davon muss
auch einem Laien bekannt sein, dass ein qualitativer Unterschied besteht
zwischen einer bewilligten (d.h. legalen) Baute und einer Baute, für welche
in einem nachträglichen Baubewilligungsverfahren explizit der
Bauabschlag erteilt wurde (welche also illegal ist), auf deren Rückbau aus
Verhältnismässigkeitsgründen jedoch verzichtet wurde. Fehl geht
schliesslich auch die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach sich
die Möglichkeit der Anpassung der Rechtsbegehren und der Begründung
auch aus den massgebenden Bestimmungen zur Verwaltungsrechtspflege
- 8 -
ergebe, gemäss welchen der Sachverhalt von Amtes wegen ermittelt und
die notwendigen Untersuchungen von Amtes wegen festgestellt würden
(§ 17 Abs. 1 VRPG) (Replik, S. 4). § 17 Abs. 1 VRPG regelt die
Sachverhaltsermittlung von Amtes wegen, d.h. die Untersuchungsmaxime.
Vorliegend geht es jedoch nicht um die Sachverhaltsermittlung, sondern
um den Streitgegenstand, den der Beschwerdeführer vor
Verwaltungsgericht unzulässigerweise ausdehnen will.
3.
Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen
Anlass. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – unter
Vorbehalt von Erw. I/2 – einzutreten.
4.
4.1.
4.1.1.
Mit Eingabe vom 18. November 2021 beantragt der Beschwerdeführer eine
Sistierung des Verfahrens. An der Gemeindeversammlung vom xxx werde
über eine neue Grundwasserfassung im Gebiet S. entschieden. Werde
diese Grundwasserfassung bewilligt, hätte dies zur Folge, dass die in den
vom vorliegenden Beschwerdeverfahren betroffenen Grundstücke
bestehende Schutzzone aufgehoben würde. Eine Aufhebung der
Schutzzone im fraglichen Gebiet hätte zur Folge, dass eine
Terrainveränderung, sollte eine solche wider Erwarten bestehen, unter
Umständen bewilligt werden könnte (Eingabe des Beschwerdeführers vom
18. November 2021).
4.1.2.
Der Gemeinderat beantragt, dem Sistierungsgesuch sei nicht zu entspre-
chen. Die Gemeindeversammlung habe am xxx den Kredit für das
Untersuchungsprogramm für eine neue Grundwasserfassung abgelehnt,
womit das Argument des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom
18. November 2021 nicht zum Tragen komme. Abgesehen davon sei über
die Genehmigung eines Untersuchungsprogramms für eine neue
Grundwasserfassung – und nicht (wie vom Beschwerdeführer behauptet)
über eine neue Grundwasserfassung an sich – abgestimmt worden.
Schliesslich sei auch das Argument der aufzuhebenden Schutzzonen im
Bereich der betroffenen Parzellen nicht schlüssig. Selbst wenn man von
einer Machbarkeit der neuen Grundwasserfassung ausginge, wäre vor
Baubeginn eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren zu berücksichtigen. Es
sei weder verhältnismässig noch gerechtfertigt, im vorliegenden Fall das
laufende Verfahren aufgrund nichtgegebener Tatsachen bis auf weiteres
zu sistieren (Stellungnahme des Gemeinderats vom 9. Dezember 2021,
S. 2).
- 9 -
4.1.3.
Auch das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, verlangt die Abweisung
des Sistierungsantrags. Es sei lediglich um die Genehmigung eines Kredits
für Voruntersuchungen gegangen und nicht um einen Entscheid für oder
gegen eine Grundwasserfassung im Gebiet S.. Ein detailliertes Projekt
bestehe noch nicht. Eine Aufhebung der Schutzzone – sollte sie je erfolgen
– sei noch in weiter Ferne. Es lägen keine Gründe für eine Sistierung vor
(Stellungnahme des BVU, Abteilung für Baubewilligungen, vom
29. November 2021).
4.2.
Wird von einem Verfahrensbeteiligten ein Sistierungsgesuch gestellt, so
hat die Behörde, bei der das Verfahren hängig ist, darüber zu befinden, in
der Regel in Form einer Zwischenverfügung oder eines Zwischenent-
scheids, gegebenenfalls auch – viel vorliegend – gleichzeitig mit dem End-
entscheid (vgl. AGVE 1999, S. 144, Erw. 2b). Für eine Sistierung können
vor allem verfahrensökonomische Gründe sprechen; sie kann sich nament-
lich dann aufdrängen, wenn der Entscheid vom Ergebnis eines anderen
hängigen Verfahrens abhängt. Auch eine bevorstehende Rechtsänderung
kann Anlass für eine Verfahrenssistierung sein. So wäre es beispielsweise
wenig sinnvoll, ohne Verzug den Rückbau einer Baute anzuordnen, wenn
zu erwarten ist, dass diese aufgrund einer sich konkret und in naher Zukunft
abzeichnenden Rechtsänderung nachträglich bewilligt werden kann. Die
neuen Vorschriften müssen aber beschlossen oder zumindest aufgelegt
worden sein, um eine Sistierung zu rechtfertigen. Vage Aussichten auf eine
Rechtsänderung genügen nicht. Ebenso wenig darf sistiert werden, wenn
eine Rechtsänderung zwar beabsichtigt, ihr Inhalt aber noch unbestimmt
ist (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2020.236 vom 9. De-
zember 2020, Erw. I/2.3 und WBE.2011.156 vom 30. März 2012,
Erw. I/5.2; MICHEL DAUM, in: Kommentar zum Gesetz vom 23. Mai 1989
über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern, 2. Aufl. 2020, N. 17
zu Art. 38; ferner: BERTSCHI/PLÜSS, in: Kommentar zum Verwaltungs-
rechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, N. 42 zu Vor-
bemerkungen zu §§ 4 – 31 VRG, welche festhalten, eine zu erwartende
oder notwendige Rechtsänderung rechtfertige eine Sistierung grundsätz-
lich nicht). Gegen eine Sistierung lässt sich regelmässig die damit verbun-
dene Verlängerung der Verfahrensdauer anführen, die privaten oder öffent-
lichen Interessen zuwiderlaufen kann (vgl. AGVE 1999, S. 144, Erw. 2a;
Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2020.236 vom 9. Dezember
2020, Erw. I/2.3 und WBE.2011.156 vom 30. März 2012, Erw. I/5.2).
4.3.
Die Gemeindeversammlung Q. genehmigte am xxx den beantragten Kredit
für das Untersuchungsprogramm einer gemeinsamen
Grundwasserfassung (mit der Gemeinde R.) im Gebiet S. nicht
(Stellungnahme des Gemeinderats vom 9. Dezember 2021).
- 10 -
Anhaltspunkte, wonach gegen den Beschluss des Gemeinderats das
Referendum ergriffen wird bzw. worden wäre, bestehen zudem nicht.
Abgesehen davon stünde – selbst wenn der Kreditentscheid für das Unter-
suchungsprogramm positiv ausgefallen wäre – noch lange nicht fest, ob,
wann und wo genau eine gemeinsame Grundwasserfassung Realität
würde. Zeitlich noch weiter entfernt und inhaltlich völlig unbestimmt wäre
zudem, ob die Grundwasserschutzzonen bei der Fassung T. bei einer In-
betriebnahme einer (neuen) Grundwasserfassung aufgehoben würden.
Eine Verfahrenssistierung fällt schon aus diesen Gründen ausser Betracht.
Hinzu kommt, dass der umstrittene Rückbau der Terrainveränderungen oh-
nehin nicht einzig wegen des Grundwasserschutzes angeordnet wurde,
sondern auch aus Gründen des Landschaftsschutzes (vgl. angefochtener
Entscheid, S. 4 f.; Vorakten, act. 93 f.). Würden die Grundwasserschutz-
zonen bei der Fassung T. jemals aufgehoben, hätte dies keinen Einfluss
darauf, dass die Interessen des Landschaftsschutzes nach wie vor einen
Rückbau der umstrittenen Terrainveränderungen verlangten. Auch dies
spricht gegen eine Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
5.
5.1.
Der Gemeinderat und das BVU, Abteilung für Baubewilligungen, beantra-
gen, die Einwender aus dem Baugesuchsverfahren seien in das laufende
Beschwerdeverfahren einzubeziehen bzw. beizuladen (vgl. Beschwerde-
antwort Gemeinderat, S. 2; Beschwerdeantwort BVU, S. 2; Duplik Gemein-
derat; Duplik BVU, S. 2).
5.2.
Im Beschwerdeverfahren Parteistellung haben u.a. auch Dritte, die sich am
Verfahren mit eigenen Anträgen beteiligen (§ 13 Abs. 2 lit. c VRPG). Den
Materialien zu § 13 VPRG lässt sich entnehmen, dass der Dritte (z.B. der
Einwender im Baubewilligungsverfahren) wählen kann, ob er sich am nach-
folgenden Beschwerdeverfahren beteiligt oder nicht; führt er selber Be-
schwerde beim BVU oder beteiligt er sich mit eigenen Anträgen im Be-
schwerdeverfahren, kann er wiederum wählen, ob er sich am verwaltungs-
gerichtlichen Beschwerdeverfahren beteiligt oder nicht (Botschaft des Re-
gierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Februar
2007 zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG], 07.27 [nach-
folgend: Botschaft VRPG], S. 22). Davon zu unterscheiden ist die Beila-
dung gemäss § 12 VRPG. Die instruierende Behörde kann Dritte von Am-
tes wegen oder auf Antrag zum Verfahren beiladen, wenn sie durch den
Ausgang des Verfahrens in eigenen Interessen berührt werden könnten
(§ 12 Abs. 1 VRPG). Die Beiladung hat zum Zweck, die Rechtskraft des
Urteils auf den Beigeladenen auszudehnen, damit dieser in einem später
gegen ihn gerichteten Prozess das Urteil im Beiladungsprozess gegen sich
gelten lassen muss. Die Beiladung dient damit der Rechtssicherheit durch
Ausdehnung der Rechtkraft sowie der Prozessökonomie und verhindert
- 11 -
sich widersprechende Urteile. Der Beigeladene kann die Beiladung nicht
mit der Wirkung ausschlagen, dass das betreffende Urteil für ihn nicht gilt;
selbst wenn er auf die aktive Mitwirkung (Stellung von Anträgen) am Ver-
fahren verzichtet, entfaltet das Urteil auch ihm gegenüber Rechtswirkun-
gen, hingegen trägt er diesfalls kein Kostenrisiko. Der Beigeladene Dritte
erhält Parteistellung (Botschaft VRPG, S. 20; im Detail siehe auch § 12
Abs. 2 und 3 VRPG; § 13 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 lit. d VPRG).
5.3.
Im vorliegenden Fall erhob der Beschwerdeführer gegen den abschlägigen
Baubewilligungsentscheid Verwaltungsbeschwerde. Der instruierende
Rechtsdienst des Regierungsrats räumte den Einwendern des Baubewilli-
gungsverfahrens daraufhin mit Schreiben vom 11. Februar 2020 die Gele-
genheit ein, sich als Gegenpartei am Verfahren zu beteiligen. Eine Beteili-
gung als Gegenpartei verleihe u.a. die Befugnis, auf die Beschwerde
schriftlich zu antworten, Gegenanträge zu stellen, zu Beweiserhebungen
Stellung zu nehmen und den Entscheid des Regierungsrats am Verwal-
tungsgericht anzufechten. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass eine Be-
teiligung am Beschwerdeverfahren indes (anders als im erstinstanzlichen
Baugesuchsverfahren) mit einem Kostenrisiko verbunden sei (Vorakten,
act. 114). Mit anderen Worten wurde den Einwendern des Baubewilli-
gungsverfahrens richtigerweise die Möglichkeit gegeben, sich im (nachfol-
genden) Beschwerdeverfahren als Partei zu konstituieren, indem sie sich
als Dritte mit eigenen Anträgen beteiligen (vgl. § 13 Abs. 2 lit. c VRPG).
Davon machten die Einwender des Baubewilligungsverfahrens indes kei-
nen Gebrauch. Sie nahmen am Beschwerdeverfahren vor dem Regie-
rungsrat nicht teil. Im (nachfolgenden) Verwaltungsgerichtsverfahren steht
ihnen deshalb kein Wahlrecht mehr zu, sich als Partei im Sinne von § 13
Abs. 2 lit. c VRPG am Verfahren zu beteiligen. Ein Grund für eine Beila-
dung (§ 12 VRPG) besteht im Übrigen ebenfalls nicht, zumal nicht ersicht-
lich ist, inwiefern die Rechtskraft des Urteils auf Dritte ausgedehnt werden
müsste.
Dem beantragten "Einbezug" bzw. der verlangten "Beiladung" der Einwen-
der des Baubewilligungsverfahrens ins verwaltungsgerichtliche Verfahren
kann somit nicht stattgegeben werden.
6.
Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt
werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Eine Ermessenskontrolle ist dagegen ausge-
schlossen (Umkehrschluss aus § 55 Abs. 3 VRPG).
- 12 -
II.
1.
1.1.
Dem Baugesuch lässt sich entnehmen, dass es auf der Parzelle Nr. aaa
drei Mulden bzw. Erdwalme hatte. Um die Bewirtschaftung zu erleichtern,
wurden diese Stellen mit dem Grubber und der Federzahnegge angepasst
bzw. ausgeebnet (vgl. Vorakten, act. 36). Dies führte dazu, dass nun stel-
lenweise der C-Horizont zum Vorschein kommt und der A- und B-Horizont
teilweise vermischt wurde (vgl. Vorakten, act. 35 f., 40). Die betroffenen
Stellen wurden in den Planunterlagen mit P1 – P4 bezeichnet, wobei es
sich bei P2 und P3 um einen zusammenhängenden Standort handelt
(Vorakten, act. 32, 35). Die von den Terrainveränderungen betroffenen Flä-
chen betragen gemäss Baugesuch total ca. 1'461 m2, wobei ein Volumen
von ca. 331 m3 verschoben wurde (Vorakten, act. 35).
1.2.
Von Interesse sind vorliegend einzig die Terrainveränderungen, welche in
der Grundwasserschutzzone S2 liegen. Diejenigen in der Grundwasser-
schutzzone S3 wurden bereits von den Baubewilligungsbehörden toleriert,
d.h. hier wurde auf einen Rückbau verzichtet (zum Streitgegenstand siehe
oben Erw. I/2.2). In der Grundwasserschutzzone S2 liegen die Terrainver-
änderungen am Standort P1 und (praktisch vollständig) auch diejenigen am
Standort P2/P3 (vgl. Schutzzonenplan [Anhang 3 zum Schutzzonenregle-
ment für die Grundwasserfassung T., Q., vom {...}]; Gewässerschutzkarte,
online abrufbar im Aargauischen Geografischen Informationssystem
[AGIS]; Vorakten, act. 32). Sowohl der Standort P1 als auch der
Standort P2/P3 liegen gemäss Kulturlandplan in der Landwirtschaftszone,
wobei der Standort P2/P3 überdies vollständig und vom Standort P1 etwa
die westliche Hälfte in der (die Landwirtschaftszone) überlagernden
Landschaftsschutzzone liegen (vgl. angefochtener Entscheid, S. 3; Kultur-
landplan der Gemeinde Q. vom [...]; Vorakten, act. 32).
2.
Bei nicht bewilligungsfähigen Bauten und Anlagen (siehe dazu Erw. I/2.2)
kann gestützt auf § 159 Abs. 1 BauG die Herstellung des rechtmässigen
Zustands, insbesondere die Beseitigung oder Änderung der Baute oder An-
lage angeordnet werden. Die Beseitigung des rechtswidrigen Zustands
muss mit den Grundsätzen der Verhältnismässigkeit, der Rechtsgleichheit
und des Gutglaubensschutzes vereinbar sein. So kann der Abbruch oder
die Abänderung unterbleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur un-
bedeutend ist oder der Abbruch bzw. die Abänderung nicht im öffentlichen
Interesse liegt, ebenso wenn die Bauherrschaft in gutem Glauben ange-
nommen hat, sie sei zur Bauausführung ermächtigt, und der Beibehaltung
des rechtswidrigen Zustands nicht schwerwiegende öffentliche Interessen
entgegenstehen (vgl. statt vieler: BGE 136 II 359, Erw. 6; 132 II 21, Erw. 6;
- 13 -
AGVE 2011, S. 125, Ew. 3.1). Schliesslich muss die festgesetzte Beseiti-
gungs- bzw. Anpassungsfrist den Verhältnissen angemessen sein. Der
Bauherrschaft ist ausreichend Zeit für den geordneten Vollzug der Entfer-
nung bzw. Anpassung der Installationen und Bauteile einzuräumen (AGVE
2011, S. 125, Erw. 3.1; 1994, S. 600, Erw. 3a).
3.
3.1.
Die Vorinstanz hielt fest, dem Beschwerdeführer sei bekannt gewesen,
dass die Parzelle Nr. aaa sich nicht nur in der Landwirtschaftszone, son-
dern auch in der Landschaftsschutzzone sowie in der Grundwasserschutz-
zone befindet und sich daraus starke regulatorische Beschränkungen ergä-
ben. Mit der Ausplanierung einer Fläche von insgesamt rund 1'461 m2 sei
der Beschwerdeführer nicht mehr bloss geringfügig vom Erlaubten abgewi-
chen. Das öffentliche Interesse an der Behebung des rechtswidrigen Zu-
stands sei beträchtlich. Die Durchsetzung des objektiven Rechts sei aus
Gründen der Rechtsgleichheit grundsätzlich geboten, ansonsten würden
jene Personen, die ohne Baubewilligung bauten und so vollendete Tatsa-
chen schafften, gegenüber jenen bevorteilt, die vorgängig ein Baugesuch
einreichten und sich hernach an den behördlichen Entscheid hielten. Der
Durchsetzung des objektiven Rechts seien jedoch dort Grenzen gesetzt,
wo sie im Hinblick auf Ziel und Zweck dieser Rechtsvorschriften kontrapro-
duktiv wirke. Im konkreten Fall gelte jedoch festzuhalten, dass bezüglich
der vorgenommenen Terrainveränderungen eine Kollision mit den Interes-
sen des Gewässerschutzes bestehe. Ausserdem habe das BVU, Abteilung
Landschaft und Gewässer, überzeugend dargelegt, weshalb diese Land-
schaft besonders schützenswert sei. Die Geländeveränderung stehe in kei-
nem Verhältnis zum Bewirtschaftungsvorteil und kollidiere mit den vorran-
gigen Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes. Im Zuge der Interes-
senabwägung würden die öffentlichen Interessen an der Sicherstellung der
Trinkwasserversorgung und am Erhalt der natürlichen Landschaft Vorrang
geniessen vor den privaten Interessen an einer (ohnehin nur unwesentlich)
erleichterten Bewirtschaftung. Die Rückbauanordnung in der Grundwas-
serschutzzone S2 sei deshalb als verhältnismässig einzustufen. Eine mil-
dere Massnahme zur Wiederherstellung des rechtmässigen und fachge-
rechten Zustands sei nicht ersichtlich. Mit einer (anstelle des Rückbaus)
Überhumusierung würde zwar die Deckschicht wiederhergestellt, aber
nicht die ursprüngliche Topographie. Die Anordnung des vollumfänglichen
Rückbaus der in der Grundwasserschutzzone S2 eigenmächtig getätigten
Terrainveränderungen erweise sich als verhältnis- und rechtmässig. Auf-
grund der ausserordentlichen Umstände werde die Frist für die Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustands bis Ende Oktober 2021 verlängert
(angefochtener Entscheid, S. 3 ff.).
- 14 -
3.2.
Der Beschwerdeführer bringt vor, der Landschafts- und der Grundwasser-
schutz stellten zwar durchaus wichtige Anliegen dar. Allerdings habe die
Vorinstanz nicht belegt, dass eine Bodenveränderung stattgefunden habe
und durch diese Bodenveränderungen der Landschafts- und Grundwasser-
schutz gefährdet werde und somit ein Rückbau durch eine Fachperson und
zusätzlichen Auflagen überhaupt nötig sei. Der Landschafts- und Grund-
wasserschutz werde vorliegend nicht berührt. Selbst wenn er gefährdet
wäre, so wäre der angeordnete Rückbau nicht geeignet langfristig den
Zweck der Wiederherstellung der genannten Interessen zu erreichen. So-
bald der Beschwerdeführer die Grundstücksfläche nach einem Rückbau
wieder ackerbaulich mit dem Grubber oder der Feldzahnegge (richtig wohl:
Federzahnegge) bewirtschaften würde, würde es wiederum zu einer Bo-
denveränderung kommen. Insbesondere würden die gemäss BVU typi-
schen Hangkanten, welche besonders schützenswert seien, wiederum ge-
brochen. Damit ein Rückbau geeignet sei, den Zweck des Landschafts- und
Grundwasserschutzes zu erfüllen, müsste die Fläche anschliessend wie-
derum nur als Wiese genutzt werden. Für eine solche Nutzungsbeschrän-
kung gebe es jedoch keine gesetzliche Grundlage. Ausserdem ändere sich
das Landschaftsbild nach der Art der gewählten Aussaat. Somit sei der an-
geordnete Rückbau in der Grundwasserschutzzone S2 nicht geeignet, den
Landschafts- und Grundwasserschutz (langfristig) zu gewährleisten (Be-
schwerde, S. 17 f.). Weiter stellt der Beschwerdeführer auch die Erforder-
lichkeit des Rückbaus in Frage (vgl. Beschwerde, S. 18) und erachtet den
Rückbau inkl. den angeordneten Auflagen auch als unverhältnismässig.
Der Beschwerdeführer wäre durch die Auflagen während drei Jahren im-
mens eingeschränkt. Die Auflagen seien ohnehin nicht bestimmt. Bei der
Interessenabwägung gelte zu berücksichtigen, dass der Landschaftsschutz
durch die zulässige landwirtschaftliche Bewirtschaftung nicht gewichtig be-
einträchtigt werde. Auch habe eine Verschiebung des Bodenmaterials nicht
zwangsläufig eine Verschlechterung der schützenden Deckschicht zur
Folge. Die Vorinstanz habe nicht belegt, dass Humus abgetragen worden
und dadurch eine negative Auswirkung auf das Grundwasser zu befürchten
sei. Selbst wenn sich die Terrainhöhe gesenkt habe, seien dies maximal
20 cm gewesen, was keine grosse Gefährdung des Grundwassers dar-
stelle, da die verbleibende Deckschicht weiterhin die Schutzwirkung des
Grundwassers wahrnehmen könne. Schliesslich sei auch zu erwähnen,
dass das Grundwasser von südöstlicher Richtung zur Grundwasserfas-
sung T. fliesse, die betroffenen Stellen auf dem Grundstück befänden sich
aber in südwestlicher Richtung. Bereits deshalb habe die Bodenver-
änderung keine negative Auswirkung auf den Grundwasserschutz. Das öf-
fentliche Interesse am Grundwasserschutz sei nicht tangiert (vgl. Be-
schwerde, S. 18 ff.). Im Weiteren sei sich der Beschwerdeführer nicht be-
wusst gewesen, dass die Parzelle Nr. aaa in der Landschaftsschutzzone
liege und dass er durch die Bearbeitung des Bodens mit dem Grubber eine
- 15 -
Terrainveränderung vornehmen könnte. Insbesondere habe er nicht ge-
wusst, dass er für diese Verschiebung des Bodenmaterials eine Bewilli-
gung hätte einholen müssen. Der Beschwerdeführer habe gutgläubig ge-
handelt (vgl. Beschwerde, S. 21). Er habe ein grosses Interesse an einer
effizienten ackerbaulichen Bewirtschaftung der Parzelle Nr. aaa. Wie der
Rückbau schliesslich zu erfolgen hätte, hätten weder der Gemeinderat
noch das BVU verfügt. Namentlich sei nicht verfügt worden, in welchen Zu-
stand zurückgebaut werden müsse. Ein kostenintensiver Rückbau unter
fachmännischer Aufsicht stände zudem in keinem Verhältnis zu dem was
geschützt werden solle, da weder der Landschafts- noch der Grundwasser-
schutz nachweislich bedroht seien. Die öffentlichen Interessen am Land-
schafts- und Grundwasserschutz würden durch die Veränderung der Bo-
denschicht nicht grundlegend tangiert und würden nicht besonders schwer
wiegen. Das private Interesse an der ackerbaulichen Bewirtschaftung der
Parzelle wiege deutlich schwerer, insbesondere in Anbetracht dessen,
dass der Beschwerdeführer gutgläubig gehandelt habe (Beschwerde,
S. 21 f.). In der Replik hält der Beschwerdeführer an seiner Ansicht in der
Beschwerde fest (vgl. Replik, S. 9 ff.).
4.
4.1.
Der Beschwerdeführer macht somit geltend, er habe gutgläubig gehandelt.
Diesbezüglich gilt indes daran zu erinnern, dass derjenige, der bei der Auf-
merksamkeit, wie sie nach den Umständen von ihm verlangt werden darf,
nicht hat gutgläubig sein können, sich nicht auf seinen guten Glauben be-
rufen kann (vgl. Art. 3 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom
10. Dezember 1907 [ZGB; SR 210]; Entscheide des Verwaltungsgerichts
WBE.2019.277 vom 16. Dezember 2019, Erw. II/3.3.2.1, und
WBE.2017.28 vom 23. November 2017, Erw. II/6.2). Dass ein Grundeigen-
tümer davon Kenntnis hat, in welcher Zone bzw. welchen Zonen gemäss
Bau- bzw. Kulturlandplan seine Parzelle liegt und welche rechtlichen Vor-
gaben hier gelten, kann ohne weiteres erwartet werden. Dem Kulturland-
plan lässt sich entnehmen, dass die Parzelle Nr. aaa z.T. in einer Land-
schaftsschutzzone liegt. Die Gemeinde Q. hat von der in § 59 Abs. 2 BauG
den Gemeinden eingeräumten Befugnis, die Bewilligungspflicht für
bestimmte Schutzzonen zu erweitern, Gebrauch gemacht. In § 24 der Bau-
und Nutzungsordnung der Gemeinde Q. vom [...] (BNO) werden in der (die
Landwirtschaftszone überlagernden) Landschaftsschutzzone jegliche
Bauten, Anlagen und Terrainveränderungen, soweit solche überhaupt
zulässig sind und nicht unter das in dieser Zone grundsätzlich geltende
Bau- und Veränderungsverbot fallen, der Bewilligungspflicht unterstellt (vgl.
§ 24 Abs. 2 und Abs. 3 Satz 2 BNO). Das betrifft u.a. auch kleinere
Terrainveränderungen. In der Landschaftsschutzzone der Gemeinde Q. ist
kraft § 24 i.V.m. § 59 Abs. 2 BauG kein einziges (der in § 49 BauV
aufgelisteten) Bauvorhaben bewilligungsfrei, seien der Eingriff und die
damit verbundenen räumlichen Folgen noch so geringfügig. Diese
- 16 -
Rechtslage wird auch durch den in § 49 Abs. 1 BauV angebrachten
Vorbehalt zugunsten strengerer (kommunaler oder kantonaler)
Schutzvorkehren bekräftigt. Sinn und Zweck der Bewilligungspflicht ist,
dass die Einhaltung der (strengen) Schutzzonenvorschriften, wonach ledig-
lich kleinere Bauvorhaben und Terrainveränderungen bewilligt werden kön-
nen, die "auf den Standort angewiesen sind" und denen "keine überwie-
genden öffentlichen Interessen entgegenstehen" (vgl. § 24 Abs. 3 Satz 2
BNO), einer wirksamen vorgängigen Kontrolle durch die Baubewilligungs-
behörden unterzogen wird (vgl. auch Entscheid des Verwaltungsgerichts
WBE.2021.20 vom 24. Juni 2021, Erw. II/3.5.3.2, WBE.2015.391 vom
20. April 2016, Erw. II/2). Bei zumutbarer Sorgfalt hätte der Beschwerde-
führer ohne weiteres erkennen können, dass in der Landschaftsschutzzone
auch kleinere Terrainveränderungen baubewilligungspflichtig sind. Abge-
sehen davon kann im vorliegenden Fall ohnehin nicht von kleineren Ter-
rainveränderungen gesprochen werden. Dem Beschwerdeführer kann des-
halb nicht zugestanden werden, gutgläubig gehandelt zu haben.
4.2.
Auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann sich auch ein Bauherr
berufen, der nicht gutgläubig gehandelt hat. Er muss aber in Kauf nehmen,
dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, nämlich zum Schutz
der Rechtsgleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der
Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustands ein erhöhtes Gewicht
beimessen und die dem Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht
oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (statt vieler: BGE 132 II 21,
Erw. 6.4; Urteile des Bundesgerichts 1C_233/2017 vom 19. September
2018, Erw. 8.2, und 1C_347/2017 vom 23. März 2018, Erw. 6.3). Vor dem
Grundsatz der Verhältnismässigkeit hält ein Grundrechtseingriff stand,
wenn er zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich
ist und das verfolgte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu den einge-
setzten Mitteln steht. Ein Wiederherstellungsbefehl erweist sich dann als
unverhältnismässig, wenn die Abweichung vom Gesetz gering ist und die
berührten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem Eigentümer
durch die Wiederherstellung entstünde, nicht zu rechtfertigen vermögen
(Urteil des Bundesgerichts 1C_347/2017 vom 23. März 2018, Erw. 6.3).
4.3.
4.3.1.
Der Beschwerdeführer bringt vor, der angeordnete Rückbau in der Grund-
wasserschutzzone S2 sei nicht geeignet, den Landschafts- und Grundwas-
serschutz (langfristig) zu gewährleisten. Werde die Fläche ackerbaulich mit
dem Grubber oder der Feldzahnegge (richtig wohl: Federzahnegge) bewirt-
schaftet, würde es wiederum zu einer Bodenveränderung kommen. Die ge-
mäss BVU typischen Hangkanten, welche besonders schützenswert seien,
würden wiederum gebrochen. Auch verändere sich das Landschaftsbild
- 17 -
nach der Art der gewählten Ansaat (vgl. Beschwerde, S. 17 f.). Diesen Ein-
wänden kann nicht gefolgt werden. Die kantonale Fachstelle (BVU, Abtei-
lung für Umwelt) legte in ihrer Stellungnahme vom 8. Juni 2021 eingehend
und überzeugend dar, dass die Terrainveränderungen nicht Folge einer
blossen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung (Ackerbau) sein können und
auch nicht auf Erosionen – ausgelöst durch Wind und Gewitter – zurückzu-
führen sind (Beschwerdeantwortbeilage BVU, S. 1 f.; vgl. auch Vorakten,
act. 120). Auch mit Blick auf die Vorgeschichte steht ausser Frage, dass
die Terrainveränderungen nicht Ergebnis einer blossen landwirtschaftli-
chen Bewirtschaftung (Ackerbau) sind, sondern vom Beschwerdeführer ge-
zielt und gewollt vorgenommen wurden, um die künftige Bewirtschaftung
zu erleichtern. Dies ergibt sich nicht nur aus den Angaben der Behörden
und Fachstellen, welche damals vor Ort waren (vgl. Vorakten, act. 29; Be-
schwerdeantwort Gemeinderat, S. 2), sondern auch aus den aktenkundi-
gen Fotos (vgl. Vorakten, act. 3 ff, namentlich act. 26 ff.) und den Angaben
des Beschwerdeführers im (nachträglichen) "Baugesuch Terrainverände-
rung" (Vorakten, act. 36). Darin bestätigte er, die auf der Parzelle Nr. aaa
befindlichen drei Mulden bzw. Erdwalme angepasst bzw. ausgeebnet zu
haben, um die Bewirtschaftung zu erleichtern. Es sei eine Fläche von total
1'461 m2 angepasst bzw. ein Volumen von ca. 331 m2 verschoben worden;
was die hier interessierenden Standorte P1 und P2/P3 anbelangt, beträgt
die Fläche total ca. 1'123 m2 und das Volumen ca. 264 m3 (vgl. Vorakten,
act. 35 f.). Weiter hielt er fest, dass an zwei Stellen nun teilweise der C-
Horizont zum Vorschein komme und bei zwei Flächen eine Vermischung
mit A- und B-Horizont stattgefunden habe (vgl. Vorakten, act. 35 f.). Es ist
unverständlich, wenn der Beschwerdeführer in der Replik behauptet, es sei
"nicht ersichtlich" weshalb das BVU, Abteilung für Umwelt, zu Schluss ge-
lange, der C-Horizont käme zum Vorschein (vgl. Replik, S. 10), hat er dies
doch selber explizit im Baugesuch festgehalten (Vorakten, act. 35 f.). In
den Planunterlagen (Grundriss/Situation, Längsprofile, Querprofile) wurden
sodann die Terrainveränderungen aufgezeigt, an einzelnen Stellen weisen
sie eine Höhe/Tiefe von bis zu 0.70 m auf (vgl. Vorakten, act. 32 ff.). Eine
landwirtschaftliche Bewirtschaftung war bisher auch ohne Terrainverände-
rungen möglich und wird es auch nach der Herstellung des rechtmässigen
Zustands wieder sein (siehe auch Beschwerdeantwort BVU, S. 5). Die Be-
hauptung des Beschwerdeführers, wonach sich das Landschaftsbild auch
nach der Art der gewählten Ansaat verändere, greift im Übrigen zu kurz.
Die Ansaat verändert die Topographie bzw. den Geländeverlauf mit den
charakteristischen Terrassen- bzw. Hangkanten nicht. Soweit der Be-
schwerdeführer bestreitet, dass der Rückbau der Terrainveränderungen
eine geeignete Massnahme sei, kann ihm somit nicht gefolgt werden. Der
angeordnete Rückbau (inkl. Auflagen) ist eine geeignete Massnahme, um
den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen.
- 18 -
4.3.2.
Der Rückbau (inkl. Auflagen) ist im Weiteren auch erforderlich, d.h. mildere
Mittel sind nicht ersichtlich, um den rechtmässigen Zustand wiederherzu-
stellen. Mit der vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen Überhumusierung
könnte zwar die Deckschicht wiederhergestellt werden, nicht aber die ur-
sprüngliche Topographie (vgl. angefochtener Entscheid, S. 5; Vorakten,
act. 120). Eine Überhumusierung wäre insofern nicht zweckmässig. Vom
Beschwerdeführer in Abrede gestellt wird sodann, dass die (nach Fertig-
stellung der Rekultivierung) angeordnete Begrünung mit einer dreijährigen
Luzerne-Kleegrasmischung oder einer ähnlichen strukturfördernden Mi-
schung, der Verzicht auf Eingrasen und Weidegang während drei Jahren
sowie die Anordnung, das Befahren auf ein Minimum zu beschränken (vgl.
Vorakten, act. 99 und 92, jeweils Dispositiv-Ziffer I/7), nicht erforderlich und
damit nicht verhältnismässig sei. Die kantonale Fachstelle (BVU, Abteilung
für Umwelt) legte unter Hinweis auf verschiedene Richtlinien sowie die jahr-
zehntelange bewährte Praxis indes nachvollziehbar und schlüssig dar,
dass eine schonende Folgebewirtschaftung nach einem Bodeneingriff und
einer fachgerechten Rekultivierung zum Ziel hat, die Struktur des frisch auf-
gebauten Bodens und somit die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten.
Die angeordnete schonende Folgebewirtschaftung ist aus Bodenschutz-
gründen daher notwendig. Mildere Massnahmen sind auch hier nicht er-
sichtlich, zumal es sich gemäss Angaben der kantonalen Fachstelle bei der
fraglichen Auflage um eine Beschränkung auf ein Minimum handelt (vgl.
Beschwerdeantwortbeilage BVU, S. 2). Nicht nachvollziehbar ist schliess-
lich, was der Beschwerdeführer mit dem Einwand, wonach aus der Formu-
lierung "auf ein Minimum zu beschränken" nicht hervorgehe, wie oft der
Beschwerdeführer die Fläche befahren dürfe (vgl. Beschwerde, S. 19), er-
reichen will. Eine exakte zahlenmässige Beschränkung macht keinen Sinn
und wäre auch nicht überprüfbar. Aus dem Gesamtzusammenhang ergibt
sich aber, dass die betroffenen Flächen zu schonen sind, was u.a. auch
voraussetzt, dass sie möglichst nicht bzw. möglichst wenig befahren wer-
den. Letztlich ist es auch im Interesse des Beschwerdeführers als Landwirt,
dass das Ziel, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten, erreicht wer-
den kann.
4.3.3.
Zu prüfen bleibt, ob die Rückbauanordnung im öffentlichen Interesse ist
und in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem
Beschwerdeführer auferlegt werden. Von einer bloss geringfügigen Abwei-
chung vom Erlaubten kann vorab nicht gesprochen werden. Die von den
Terrainveränderungen in der Grundwasserschutzzone S2 betroffenen Flä-
chen und verschobenen Volumen sind erheblich (vorne Erw. II/4.3.1;
Vorakten, act. 35). Wie dargelegt liegen die Flächen in der Grundwasser-
schutzzone S2 und darüber hinaus (grösstenteils) auch in der Landschafts-
schutzzone (vorne Erw. II/1.2). Die Grundwasserschutzzone S2 soll u.a.
- 19 -
verhindern, dass das Grundwasser durch Grabungen und unterirdische Ar-
beiten verunreinigt oder die natürliche Filterwirkung des Bodens und des
Untergrunds verringert wird (vgl. Anhang 4 Ziffer 123 Abs. 1 lit. a der Ge-
wässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 [GSchV]; SR 814.201;
Wegleitung Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt, Wald und
Landschaft BUWAL [heute: Bundesamt für Umwelt BAFU], 2004, S. 40).
Entsprechend sind in dieser Zone (S2) keine Grabungen zulässig, welche
die schützende Überdeckung (Boden und Deckschicht) nachteilig verän-
dern (Anhang 4 Ziffer 222 lit. b GSchV). Der Beschwerdeführer hielt vor
Vorinstanz fest, bei den vorgenommenen Terrainveränderungen handle es
sich um Ausgleichungen von Absätzen und der darunterliegenden Senken
mit Bodenbearbeitungsmaschinen. Er bestreite nicht, dass durch das Ab-
ziehen vom Oberboden das Wasser- und Nährstoffrückhaltevermögen im
Bereich dieser kleinen Flächen verringert worden sei (vgl. Vorakten,
act. 106). Damit der Boden seine ursprüngliche Filterwirkung wieder wahr-
nehmen kann, muss die schützende Deckschicht deshalb wieder vollstän-
dig hergestellt werden (Beschwerdeantwortbeilage BVU, S. 2 f.; Vorakten,
act. 120). Daran ändert auch nichts, dass die Hauptzuströmrichtung des
Grundwassers in die Trinkwasserfassung T. von Südosten ist. Durch den
Betrieb der Förderpumpen wird das Grundwasser von allen Seiten an-
gezogen. Mit anderen Worten gelangt das Grundwasser vom Südwesten
ebenso in die Trinkwasserfassung (Beschwerdeantwortbeilage BVU, S. 3).
Hinsichtlich des Gewässerschutzes bestehen somit gewichtige öffentliche
Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Was die
Landschaftsschutzzone anbelangt, so legte die kantonalen Fachstelle
(BVU, Abteilung Landschaft und Gewässer) dar, dass der landwirtschaftlich
genutzte Hang morphologisch durch kleinere Terrassen gegliedert sei.
Diese seien in der Vergangenheit durch die fliessende Tätigkeit des Was-
sers geschaffen worden. Der fluviatile Formenschatz der Landschaft sei
prägend für den rechtsufrigen Talhang des Kaisterbachs. Innerhalb der re-
lativ flachen Rheinebene sei dieses naturnahe und vielfältige Landschafts-
element in der Gemarkung Q. von besonderer Bedeutung und ent-
sprechend als kommunale Landschaftsschutzzone geschützt (vgl. Vorak-
ten, act. 119). Diese Ausführungen leuchten ein, die schützenswerten ur-
sprünglichen Terrassen- bzw. Hangkanten lassen sich nicht nur dem Luft-
bild 2018 (siehe Vorakten, act. 119, 130 [Beilage 4]) entnehmen, sondern
zeigen sich auch in weiteren aktenkundigen Fotos (siehe z.B. Beschwer-
deantwort BVU, S. 4 [namentlich Bild 3, grün im Hintergrund] und 5; Vorak-
ten, act. 3, 6, 11, 12, 21, 27 ["vorher"], 28 ["vorher"]). Mit den Eingriffen des
Beschwerdeführers in das Gelände bzw. die Topographie wurden die für
diese Landschaft typischen und schützenswerten Terrassen- bzw. Hang-
kanten geglättet bzw. ausgeebnet und die darunterliegenden Senken bzw.
Mulden ausgeglichen. Dies widerspricht dem Schutzzweck der Land-
schaftsschutzzone diametral. Es besteht deshalb auch aus Gründen des
Landschaftsschutzes ein hohes öffentliches Interesse am Rückbau (inkl.
- 20 -
Auflagen) der Terrainveränderungen. Im Weiteren muss auch die präjudi-
zielle Wirkung beachtet, werden, die der Entscheid, die Terrainveränderun-
gen zu belassen, haben könnte. In Grundwasserschutzzonen S2 und
Landschaftsschutzzonen könnten beliebige andere Grundeigentümer für
sich in Anspruch nehmen wollen, in Missachtung des Gewässer- und des
Landschaftsschutzes nach eigenem Belieben das Terrain zu verändern
und anzupassen, so dass die gesetzgeberische Absicht ausgehöhlt würde.
Es besteht ein evidentes Interesse, dass die Rechtsordnung durchgesetzt
und die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Nur so kann eine
rechtsgleiche Anwendung und Durchsetzung der Bauvorschriften sicherge-
stellt werden. Mit dem Rechtsgleichheitsgebot wäre es nicht vereinbar,
wenn der Beschwerdeführer im Vergleich zu Grundeigentümern, die sich
an die baurechtlichen Vorgaben halten und ordnungsgemäss im Vorfeld
um eine Baubewilligung ersuchen, ohne sachlichen Grund bevorteilt würde.
Im Übrigen ist daran zu erinnern, dass die Vorinstanzen vorliegend bereits
die Terrainveränderungen des Beschwerdeführers in der Grundwasser-
schutzzone S3 geduldet haben, indem sie hier – trotz fehlender Bewilli-
gungsfähigkeit – auf einen Rückbau (aus Verhältnismässigkeitsgründen)
verzichtet haben (vgl. Vorakten, act. 92 und 99, jeweils Dispositiv-Ziffer II).
Insgesamt sind die öffentlichen Interessen, welche hinter dem angeordne-
ten Rückbau (inkl. Auflagen) stehen, somit als sehr hoch einzustufen.
Diesen sehr gewichtigen öffentlichen Interessen steht das Interesse des
Beschwerdeführers gegenüber, welches darauf abzielt, die Terrainverän-
derungen belassen zu können. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe
ein grosses Interesse an einer effizienten ackerbaulichen Bewirtschaftung
der Parzelle Nr. aaa. Dem gilt entgegenzuhalten, dass der Beschwerdefüh-
rer die besagte Parzelle im Jahre 2018 erworben hat im Wissen um die
regulatorischen Einschränkungen aufgrund der Grundwasserschutzzonen
und der Landschaftsschutzzone. Auf dem westlichen Teil der Parzelle
Nr. aaa, d.h. dort wo der Beschwerdeführer die umstrittenen Terrainverän-
derungen vorgenommen hat, sind zudem keine Fruchtfolgeflächen ausge-
wiesen (siehe AGIS, Karte Kulturlandplan). Eine landwirtschaftliche Bewirt-
schaftung war bisher im Übrigen auch ohne Terrainveränderungen möglich
und wird es auch nach der Herstellung des rechtmässigen Zustands wieder
sein (siehe Erw. II/4.3.1). Abgesehen davon erscheint der erzielte Bewirt-
schaftungsvorteil aufgrund der vorgenommenen Terrainveränderungen oh-
nehin nicht besonders gross. Die privaten Interessen des Beschwerdefüh-
rers – namentlich auch die finanziellen (zumal die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands mit entsprechenden Kosten verbunden sein
dürfte) – sind v.a. aber auch deshalb zu relativieren, weil dem Beschwer-
deführer kein guter Glaube attestiert werden kann (Erw. II/4.1), womit er
einen Rückbau in Kauf genommen hat.
Bei einer Gesamtbetrachtung überwiegen die öffentlichen Interessen an
der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands die privaten Interessen
- 21 -
des Beschwerdeführers klar. Die Vorinstanz verlängerte die Frist für die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bis Ende Oktober 2021.
Aufgrund des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens (dem aufschiebende
Wirkung zukam, § 46 Abs. 1 VRPG) ist die Frist erneut zu verlängern. Die
Boden- bzw. Erdarbeiten sind in der Vegetationszeit vorzunehmen (siehe
angefochtener Entscheid, S. 5). Die Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands hat vorliegend deshalb zwischen Ende März und Ende Septem-
ber 2022 zu erfolgen.
5.
Soweit der Beschwerdeführer die Einholung eines "Gutachtens zur Fest-
stellung, ob an den Standorten P1 – P4 seit August 2018 eine Veränderung
der Terrainhöhe stattgefunden hat und ob sich diese negativ auf den Land-
schafts- und Grundwasserschutz auswirkt" (vgl. Beschwerde, S. 9 f., 11,
12, 16) verlangt, kann darauf im Übrigen verzichtet werden (zur antizipier-
ten Beweiswürdigung vgl. BGE 141 I 60, Erw. 3.3; 136 I 229, Erw. 5.3; 134
I 140, Erw. 5.3). Dass der Beschwerdeführer Terrainveränderungen vorge-
nommen hat, steht ausser Frage (vgl. auch Erw. II/4.3.1); im eingereichten
Baugesuch hat er diese Terrainveränderungen auch aufgezeigt (vgl. Vorak-
ten, act. 32 ff.). Bei der Frage, ob die Terrainveränderungen mit dem Land-
schafts- und Grundwasserschutz vereinbar sind, handelt es sich zudem um
Rechtsfragen, welche nicht ein Gutachter, sondern die zuständigen Behör-
den zu beurteilen haben. Dass die vorgenommenen Terrainveränderungen
nicht (nachträglich) bewilligt werden können, bildet vor Verwaltungsgericht
ohnehin nicht Streitgegenstand (siehe Erw. I/2). Im Weiteren kann auch auf
die Einholung eines "Gutachtens betreffend die Folgen und Wirksamkeit
der Überhumusierung" (Replik, S. 9) verzichtet werden. Mit einer Überhu-
musierung könnte zwar die Deckschicht wiederhergestellt werden, nicht
aber die ursprüngliche Topographie (siehe bereits Erw. II/4.3.2). Anderwei-
tige Beweisabnahmen (wie z.B. eine Partei- und Zeugenbefragung sowie
die Durchführung eines Augenscheins) sind schliesslich ebenfalls nicht er-
forderlich. Die sich stellenden Rechtsfragen lassen sich gestützt auf die Ak-
ten schlüssig beurteilen. In seinen Rechtsschriften konnte sich der Be-
schwerdeführer zudem genügend äussern.
6.
Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen.
III.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (§ 31 Abs. 2 VRPG). Ein Anspruch auf Parteikostenersatz besteht
nicht (§ 32 Abs. 2 VRPG).
- 22 -