Decision ID: ea4404ef-538d-4fd4-986f-b5300eb0d6e1
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG als Maschinenmonteur
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als er am 19. Juni 2020 als Lenker eines
Personenwagens einen Verkehrsunfall erlitt. Der Unfall ereignete sich am Ende der
Autobahnausfahrt Winterthur-Töss bei der spitzwinkligen Einmündung in die
Zürcherstrasse. Der Versicherte musste am dortigen Stopp-Signal anhalten und den
(ausschliesslich) von links kommenden Fahrzeugen den Vortritt gewähren. Während er
wartete, fuhr ein ihm nachfolgendes Fahrzeug in das Heck seines Fahrzeuges.
Infolgedessen stiess er seinen Kopf heftig an der Kopfstütze an (UV-act. 1, 7, 9-1; bez.
die Stassensituation vgl. act. G 1-5).
A.a.
Die medizinische Erstbehandlung des Versicherten erfolgte gut eine Stunde nach
dem Unfall durch Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH. Der Arzt
attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. UV-act. 2, 6, 9, 11). Am 24. Juni 2020
erfolgte eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Halswirbelsäule des Versicherten
durch Dr. med. D._, Institut E._. Der Radiologe erhob eine geringe diskale
Degeneration C6/7 links und im Übrigen altersentsprechende Verhältnisse (UV-act. 22).
Die Behandlung des Versicherten erfolgte mit Physiotherapien und mit Medikamenten
(Myorelaxantien, nichtsteroidale Antirheumatika [NASR], Analgesie; UV-act. 13 f., 16-3
f.).
A.b.
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Am 25. Juni 2020 meldete die Arbeitgeberin den Unfall der Suva mit dem Formular
Schadenmeldung UVG. Als verletztes Körperteil wurde die Halswirbelsäule und als
Schädigung ein Schleudertrauma angegeben (UV-act. 1). Mit Schreiben vom 30. Juni
2020 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfallereignisses und
erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleitungen (Heilbehandlung und Taggeld; vgl.
UV-act. 3 f., vgl. auch UV-act. 105-2). Am 9. Juli 2020 forderte die Suva Dr. C._ auf,
den Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma ausgefüllt zu retournieren (UV-act. 8). Im Befragungsbogen,
welcher bei der Suva am 14. Juli 2020 einging, gab Dr. C._ an, dass der Versicherte
über Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Druck sowie über Symptome wie
bei einem Stromschlag berichtet habe. Bei der Beweglichkeitsprüfung der HWS seien
Schmerzen aufgetreten. Die Links-/Rechtsdrehung sei bis 40 Grad und die
Seitenneigung beidseits bis 25 Grad möglich gewesen. Dr. C._ stufte den Fall in
Anlehnung an das QTF-Klassifikationssystem mit einem Grad II ein (UV-act. 9).
A.c.
Am 13. August 2020 erfolgte im Auftrag von Dr. C._ eine Untersuchung des
Versicherten durch Dr. med. F._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, im Wirbelsäulenzentrum G._. Der
Facharzt diagnostizierte ebenfalls eine HWS-Distorsion QTF Grad II. Er hielt eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes für möglich, wenn aktive Therapieformen
(Nackenmuskeltraining) stattfänden. Der Suva stellte er eine Kopie seines Arztberichtes
zusammen mit einem von ihm ausgefüllten Beschleunigungstrauma-
Dokumentationsbogen zu (UV-act. 16).
A.d.
Am 28. August 2020 erfolgte eine Befragung des Versicherten zum Unfallhergang
und zu den gesundheitlichen Auswirkungen durch einen Aussendienstmitarbeiter der
Suva. Der Versicherte gab an, weiterhin unter Nacken- und Kopfschmerzen,
Schmerzen bei Kopfdrehungen, Schultergürtelschmerzen links und Armschmerzen
links bis zum Ellbogen ausstrahlend sowie schmerzbedingten Schlafstörungen zu
leiden. Er nehme Medikamente und absolviere zwei Mal pro Woche Physiotherapie.
Durch die Physiotherapie hätten sich die Beschwerden verbessert. Zum Unfallhergang
erklärte er, dass bei der Kollision sein Fahrzeug stillstand. Er habe den Fuss auf der
Bremse gehabt. Auf die Kollision sei er nicht gefasst gewesen. Seine Kopfhaltung sei
aufrecht mit Blick nach links in Richtung des (herannahenden, vortrittsberechtigten)
A.e.
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Verkehrs gewesen. Durch die Kollision sei sein Hinterkopf/sein Nacken an der
Kopfstütze angeprallt (UV-act. 17).
Am 7. Oktober 2020 konsultierte der Versicherte erneut Dr. F._, da die bisherigen
Behandlungsmassnahmen keine genügende Verbesserung gebracht hatten.
Insbesondere wollte er vor der geplanten Abklärung in der Klinik H._ von Dr. F._
wissen, welche Massnahmen er empfehle. Aufgrund der Persistenz der Beschwerden
und der kernspintomographischen Befunde (diskreteste Veränderungen in den
Segmenten C5/6 und C6/7, mässige Diskusprotrusion linksbetont bei C6/7) schlug der
Facharzt eine therapeutische Infiltration der Facettengelenke C5/6 und C6/7 beidseits
vor (UV-act. 28). Noch gleichentags informierte der Versicherte die Suva telefonisch
über die erfolgte Konsultation und über seine Unsicherheit bezüglich der
vorgeschlagenen vier Infiltrationen (UV-act. 26). Am 20. Oktober 2020 erklärte der
Versicherte gegenüber der Suva, dass er zurzeit keine Cortison-Infiltration möchte,
denn er wolle zuerst das ambulante Assessment in der Klinik H._ abwarten (UV-act.
30).
A.f.
Am 23. Oktober 2020 forderte die Suva bei der
Motorfahrzeughaftpflichtversicherung eine Kopie der Falldokumentation (inklusive
Fotos) ein (UV-act. 32 f.).
A.g.
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 26. Oktober 2020 berichtete Dr. C._ über
hartnäckige Nackenbeschwerden mit Einschränkung der Rotation der HWS rechts 60
Grad und links 50 Grad trotz Einsatzes von Myotonolytika, physikalischer Therapie und
Mobilisationsmassnahmen. Aufgrund der fehlenden Therapiefortschritte schloss sich
Dr. C._ der Empfehlung von Dr. F._ an, therapeutische Infiltrationen der
Facettengelenke 5, 6 und 7 vorzunehmen. Im Weiteren erklärte Dr. C._, dass er
keinen bleibenden Nachteil hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erwarte (UV-act. 34).
A.h.
Am 30. November 2020 endete das Arbeitsverhältnis des Versicherten infolge
Auslagerung der Arbeiten/Arbeitsstellen ins Ausland (UV-act. 17-6, 45, 49). Weiterhin
bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 50).
A.i.
Am 3. Dezember 2020 erstellte die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik AG (AGU),
Zürich, im Auftrag der Suva eine biomechanische Kurzbeurteilung (Triage; UV-act. 48).
A.j.
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Dabei standen der AGU Angaben zu den Beschädigungen am Fahrzeug des
Versicherten jedoch nicht zu denjenigen am Fahrzeug des Unfallverursachers zur
Verfügung (UV-act. 38 ff.). Die Gutachter gingen davon aus, dass das Fahrzeug des
Versicherten bei der Kollision stand und durch den Heckanprall eine
Geschwindigkeitsänderung in Vorwärtsrichtung erfahren habe, welche unterhalb oder
knapp innerhalb eines Bereiches von 10 bis 15 km/h gelegen habe (UV-act. 48-3). Im
Berichtsabschnitt "Medizinische Angaben" wurde mit Verweis auf die Akten ausgeführt,
dass der Versicherte seinen "Blick nach links in den Verkehr" gehabt habe (vgl. UV-act.
48-4). Im Abschnitt biomechanische Bewertung wurde dann erklärt: "Ein in den Akten
erwähnter Hinweis, der Kopf sei zur Zeit der Kollision möglicherweise (Anm.: dieses
Wort findet sich nicht in den Akten; vgl. UV-act. 17-5) nach links rotiert (keine
medizinischen Hinweise auf relevanten Kopfanprall) gewesen, muss hinsichtlich der
biomechanischen Relevanz immer vorab quantitativ eingegrenzt werden. Da hier keine
genügenden Angaben vorliegen, können wir diesen Umstand nicht in unsere
Überlegungen einbeziehen." (UV-act. 48-4 f.). Die Experten folgerten: "Aus
biomechanischer Sicht ergibt sich aufgrund der technischen Bewertung und der
medizinischen Unterlagen, dass die anschliessend an das Ereignis bei A._
festgestellten von der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert
durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie hier vorliegend, eher nicht erklärbar
sind." Abschliessend wurde festgehalten: "Die Durchführung einer technischen
Unfallanalyse und einer darauffolgenden einhergehenden biomechanischen Beurteilung
würde uns erlauben, die oben erwähnten Unsicherheiten auszuräumen." (UV-act. 48-5).
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 14. Dezember 2020 erwähnte Dr. C._ einen
allmählichen Rückgang der Beschwerden unter Antirheumatika und physikalischer
Therapie (UV-act. 52). Die Arbeitsunfähigkeit betrug weiterhin 100 % (UV-act. 53).
A.k.
Im Bericht der Klinik H._ vom 23. Dezember 2020 über das ambulante
Assessment vom 16. Dezember 2020 wurde die Hauptdiagnose HWS-Distorsion QTF
Grad II gestellt. Als derzeitige Probleme wurden Bewegungs- und belastungsverstärkte
Nackenbeschwerden linksbetont VAS 4 sowie eine psychosoziale Belastungssituation
genannt. Empfohlen wurde eine Intensivierung der ambulanten Therapie hinsichtlich
Häufigkeit und Dauer. Der Anteil der aktiven Bewegungstherapie sei derzeit deutlich zu
gering. Die Fachärzte gingen davon aus, dass bei Umsetzung der empfohlenen
A.l.
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Massnahmen und Verbesserung der Beschwerden einer (allenfalls stufenweisen)
Wiederaufnahme einer neuen Tätigkeit als Maschinenmonteur nichts mehr im Wege
stehe (UV-act. 55). In der Folge absolvierte der Versicherte drei Mal pro Woche
Physiotherapie (vgl. Telefonnotiz des Suva-Mitarbeiters vom 14. Januar 2021, IV-act.
57).
Am 13. Januar 2021 überwies Dr. C._ den Beschwerdeführer wegen der
anhaltenden Bewegungseinschränkungen zur Behandlung an Dr. med. I._,
Chiropraktor SCG/ECU (UV-act. 59).
A.m.
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 19. Januar 2021 hielt Dr. C._ fest, dass der
Versicherte anlässlich der letzten Kontrolle vom 13. Januar 2021 angegeben habe, eine
erhebliche Schmerzlinderung nach der chiropraktischen Behandlung bei Dr. I._
erfahren zu haben. Im Weiteren führte Dr. C._ aus, dass verschiedentlich eine
Verbesserung der Rotation nach Mobilisation nach SAM ohne Impuls in seiner Praxis
habe erreicht werden können. Er attestierte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
und ging erneut nicht von einem bleibenden Nachteil hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
aus (UV-act. 60).
A.n.
Am 11. Februar 2021 erklärte der Versicherte gegenüber der Suva, dass er
weiterhin Schmerzen im Nacken habe. Es gehe ihm aber etwas besser. Psychisch gehe
es ihm gut. Er sei denn auch nicht in psychotherapeutischer Behandlung (UV-act. 67).
A.o.
Im Arztbericht vom 22. März 2021 berichtete Dr. med. J._, Facharzt für
Neurologie FMH, über die von der Suva veranlasste Untersuchung des Versicherten
vom 19. März 2021. Der Versicherte habe über Schulter- und Nackenschmerzen
linksseitig geklagt und über das Gefühl berichtet, dass der linke Arm schwächer als der
rechte Arm sei. Die Untersuchung habe einen altersentsprechenden Hirnnervenbefund
ergeben. Die Kopfbeweglichkeit sei in allen drei Ebenen schmerzbedingt
eingeschränkt, jedoch spontan ohne Schmerzen möglich gewesen. Bei der Palpation
im Schulter-/Nackenbereich, aber auch bei der Inspektion der gesamten Schulter- und
Nackenmuskulatur, habe sich eine symmetrisch ausgebaute Schultermuskulatur
gezeigt. Verspannungen, Druckdolenzen oder Muskelauffälligkeiten, auch im Bereich
der Nackenmuskulatur, hätten nicht erhoben werden können. Die klinisch-
A.p.
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neurologische Untersuchung habe einen regelrechten Reflexstatus, keine muskulären
Auffälligkeiten, keine Paresen und auch keine Koordinationsstörungen ergeben. Aus
neurologischer Sicht liege beim Versicherten ein chronifiziertes musculoligamentäres
Schmerzsyndrom zervico-cephal links vor. Fokal neurologische Defizite hätten keine
gefunden werden können. Das gesamte Bewegungsmuster sei regelrecht. In
therapeutischer Hinsicht wurde ausgeführt, dass – wie bereits im Suva-Bericht
ausführlich beschrieben – ein aktives Bewegungstraining mittels MTT mit Kraft- und
Muskelaufbautraining erfolgen solle. Gleichzeitig solle der Versicherte bei der Arbeit mit
Selbsthilfemassnahmen unterstützt und Copingstrategien entwickelt werden. Die
derzeitigen chiropraktischen Massnahmen seien therapeutisch nicht hilfreich, denn
während der Therapie seien Nackenschmerzen aufgetreten. Dadurch werde das
Schmerzgedächtnis jedes Mal wieder aktiviert, so dass die Chronifizierung aufrecht
gehalten werde. Aus neurologischer Sicht bestehe keinerlei Indikation für irgendeine
chiropraktische Massnahme. Dr. J._ ging davon aus, dass sich die klinischen
Beschwerden wieder vollständig zurückbilden würden (UV-act. 80).
Am 29. März 2021 legte die Suva die medizinischen Akten ihrer Versicherungs
medizinerin med. pract. K._, Fachärztin für Chirurgie, zur Stellungnahme vor. Die
Suva-Ärztin verneinte das Vorliegen von strukturell objektivierbaren Folgen des Unfalls
sowohl bildgebend als auch klinisch-neurologisch oder klinisch-unfallchirurgisch.
Ebenfalls verneinte sie die Frage, ob von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden könne. Dies begründete sie damit, dass der
Versicherte die von der Rehaklinik H._ empfohlene MTT nicht umgesetzt habe.
Weiter führte sie aus, dass die Motivation und Initiative des Versicherten doch eher zu
wünschen übrig liessen. Sie empfahl, dass weitere Therapien nicht mehr zu Lasten der
Unfallversicherung gehen sollten. Zur Arbeitsfähigkeit erklärte sie, dass eine
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit nicht mehr ausgewiesen sei. Dabei berief sie sich auf
eine Textpassage in der biomechanischen Kurzbeurteilung der AGU, wonach die von
der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die
Kollisionswirkung im Normalfall, wie hier vorliegend, eher nicht erklärbar seien (UV-act.
81).
A.q.
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B.
Am 31. März 2021 verfügte die Suva die Leistungseinstellung per 18. April 2021.
Zur Begründung legte sie dar, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht
hinreichend nachweisbar seien und nach Prüfung der massgebenden Kriterien die
Adäquanz zu verneinen sei. Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe auch
kein Anspruch auf weitere Geldleistungen (Invalidenrente und/oder
Integritätsentschädigung; UV-act. 84).
A.r.
Am 27. April 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Pedergnana, St. Gallen, Einsprache gegen die Verfügung vom 31. März 2021.
Gefordert wurde die Rücknahme der Verfügung und die fortgesetzte Erbringung der
gesetzlichen Leistungen, zumindest bis der Versicherte ein halbes Jahr vom neuen
Therapiekonzept habe profitieren können. Da von einer baldigen, wesentlichen
Besserung ausgegangen werden könne, gebe es keinen Grund für eine
Adäquanzprüfung zum jetzigen Zeitpunkt (UV-act. 94).
B.a.
Am 4. Mai 2021 bat die Suva Dr. C._ um Auskunft hinsichtlich der derzeitig
durchgeführten medizinischen Massnahmen und ob davon eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes erwartet werden könne (UV-act. 99-1). Im am 6. Mai 2021
erstellten Arztbericht führte Dr. C._ dazu aus, dass er am 7. April 2021 eine
medizinische Trainingstherapie verordnet und zudem die Medikamente Ecofenac CR
150 mg, Mydocalm mite 50 mg sowie Novalgin 500 mg verschrieben habe. Seit dem
7. April 2021 sei der Versicherte in angepasster Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und
ohne Reklination und Inklination zu 50 % arbeitsfähig. Ausserdem wies Dr. C._
darauf hin, dass bei der Reintegration in den Arbeitsprozess der regionalärztliche
Dienst der Invalidenversicherung (IV) involviert sei (UV-act. 99-2).
B.b.
Im Verlaufsbericht vom 12. Mai 2021 berichtete Chiropraktorin L._ über die
Behandlung des Versicherten ab dem 15. Februar 2021. So sei es nach zwei
Behandlungen wegen einer Kehlkopfentzündung beim Versicherten zu einem
Therapieunterbruch von einem Monat gekommen. Insgesamt habe sie den
Versicherten sechs Mal mittels chiropraktischer Manipulationen und myofaszial
detonisierender Massnahmen behandelt. Am 17. März 2021 habe der Versicherte über
eine leichte Beschwerdelinderung berichtet. Im Nachgang an den nicht
B.c.
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wahrgenommenen Behandlungstermin vom 25. März 2021 habe ihm der Versicherte
mitgeteilt, dass er die Behandlung abbreche. Dazu habe ihm die Suva geraten (UV-act.
100).
In einer ärztlichen Beurteilung vom 18. Mai 2021 nahm med. pract. K._ zum
Schadenfall Stellung (UV-act. 101). Sie führte aus, dass strukturelle Läsionen nach dem
Auffahrunfall bildgebend und klinisch hätten ausgeschlossen werden können. Im
Weiteren verwies sie auf die Einschätzungen in der biomechanischen Kurzbeurteilung.
Anschliessend nahm die Suva-Ärztin selbst eine Beurteilung der Unfallschwere vor und
folgerte: "Dass ein derart bagatelläres Geschehen, das biomechanisch kritisch
erscheint und an einem Auto einen Schaden für wenige hundert Franken hinterlässt,
am menschlichen Körper, der problemlos in der Lage ist, sich selbst zu heilen und zu
regenerieren, monatelange und allenfalls jahrlange Beschwerden zu hinterlassen, nicht
nachvollziehbar ist." Zur Frage, ob durch fortgesetzte Therapien noch eine mindestens
namhafte Besserung zu erzielen sei/war, führte sie aus, dass der Versicherte den
aktiven Teil der Therapieempfehlungen im Bericht der Rehaklinik H._ vom 23.
Dezember 2020 nicht umgesetzt habe, obwohl Physiotherapien und Trainings während
der Corona-Zeit stets möglich gewesen seien und nicht erst ab April 2021 wie vom
Rechtsvertreter des Versicherten geltend gemacht. Dass der Kopf des Versicherten bei
der Kollision abgedreht gewesen sei, entspreche nicht den echtzeitlichen Angaben des
Versicherten. Im Weiteren ging die Suva-Ärztin davon aus, dass Dr. C._ am 7. April
2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis am 12. Mai 2021 attestiert habe (vgl.
Unfallschein UVG, UV-act. 85). Die von Dr. C._ attestierte Teilarbeitsfähigkeit von
50 % stufte die Suva-Ärztin aus versicherungsmedizinischer Sicht als klare Reaktion
auf die erfolgte Einstellung der Versicherungsleistungen durch die Suva ein.
Anschliessend erklärte sie, dass eine namhafte Besserung zum Zeitpunkt der
kreisärztlichen Beurteilung mit Hinblick auf die biomechanische Analyse nicht mehr
habe angenommen werden müssen, dies bei ohnehin mehr als fraglicher
Gesamtkonstellation des Falls (UV-act. 101).
B.d.
Mit Mitteilung vom 25. Mai 2021 teile die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
die Kosten für die Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche übernehme (UV-
act. 102).
B.e.
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C.
Mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2021 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten vom 27. April 2021 ab (UV-act. 105).
B.f.
Ab dem 19. Juli 2021 attestierte Dr. C._ eine Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit von 60 % (UV-act. 107).
B.g.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch Rechtsanwalt Pedergnana am 31. August 2021 Beschwerde
erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2021
sei aufzuheben. 2. Dem Beschwerdeführer sei das Taggeld bis zur vollständigen
Genesung weiter auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1). In der Begründung weist der Beschwerdeführer darauf
hin, dass einzig die Suva-Ärztin med. pract. K._ nicht mehr mit einer namhaften
Verbesserung des Gesundheitszustandes gerechnet habe, dagegen seien sämtliche
weiteren involvierten Ärzte von einem Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit durch die
weiteren medizinischen Massnahmen ausgegangen. Hinzu komme, dass die
Einschätzungen von med. pract. K._ auf falschen Sachverhaltsannahmen beruhen
würden. So hätten die Experten der AGU Gültigkeitsvorbehalte hinsichtlich ihrer
Einschätzungen angebracht. Zudem seien die Experten von nicht zutreffenden
Annahmen ausgegangen wie hinsichtlich der Körperhaltung des Beschwerdeführers
zum Kollisionszeitpunkt und des Vorliegens von Vorschädigungen an der
Halswirbelsäule. Hinsichtlich der Verzögerungen bei der Aufnahme des von der
Rehaklinik H._ empfohlenen MTT-Trainings wies der Rechtsvertreter darauf hin, dass
Dr. C._ den Beschwerdeführer vorerst zum Chiropraktor überwiesen habe und erst
als der Neurologe von weiteren chiropraktischen Behandlungen abgeraten habe, habe
Dr. C._ eine MTT-Verordnung ausgestellt. Dann habe noch ein MTT-Therapiezentrum
für den Versicherten gefunden werden müssen. Dabei wies der Rechtsvertreter auf die
Erschwernisse infolge der Corona-Lage hin. Im Weiteren machte er geltend, dass
spätestens Ende 2021 wieder eine volle Leistungsfähigkeit in behinderungsangepasster
Tätigkeit erreicht sei. So gingen die Fachärzte bei Durchführung der von ihnen
empfohlenen Trainings ebenfalls von einer guten Prognose hinsichtlich der
Wiederaufnahme einer Tätigkeit als Maschinenmonteur aus.
C.a.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum
Unfall vom 19. Juni 2020 erbrachten Leistungen (Heilbehandlungen und Taggeld
[vorübergehende Leistungen]) auf den 18. April 2021 einstellte und den Anspruch auf
weitere Leistungen der Unfallversicherung (Invalidenrente und
Integritätsentschädigung) ablehnte. Der Beschwerdeführer klagte im
Leistungseinstellungszeitpunkt über eine seit dem Unfall – wenn auch im Vergleich zu
den Wochen nach dem Unfall (vgl. UV-act. 9, 16 f. 55-3) im verminderten Umfang –
bestehende Beschwerdesymptomatik (insbesondere über Schulter- und
In der Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 29. Juni 2021. Es wurde bestritten, dass noch mit einer
namhaften Besserung des Gesundheitszustandes bzw. Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt
des Fallabschlusses (18. April 2021) zu rechnen gewesen sei und noch eine ärztliche
Behandlung im engeren Sinne stattgefunden habe. Auch sei damals kein
Trainingskonzept vorgesehen gewesen. Im Weiteren wurde auf die getätigten
Abklärungen im Einspracheverfahren (UV-act. 99) verwiesen. Mit einer namhaften
Besserung habe prognostisch nicht mehr gerechnet werden können. Im Weiteren
wurde von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht, dass die Unfallscheine zeigten,
dass keine namhafte Besserung eingetreten sei. Abschliessend wurde ausgeführt, dass
die Aussagen zur Leistungssteigerung "reine medizinisch laienhafte Mutmassungen"
seien.
C.b.
In der Replik vom 23. November 2021 wurde an den bisherigen Rechtsbegehren
festgehalten. In Ergänzung dazu wurde als Eventualantrag verlangt, dass der
Beschwerdeführer bezüglich der Kausalität zwischen Unfall und Körperschäden
gutachterlich abgeklärt werde. Dabei wurde auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zum Erfordernis einer Begutachtung bei längerdauernder
Beschwerdepersistenz hingewiesen (act. G 9).
C.c.
Am 14. Januar 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer
umfassenden Duplik (act. G 11).
C.d.
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Nackenschmerzen linksseitig (vgl. UV-act. 80, 100) sowie Bewegungseinschränkungen
der HWS (vgl. insb. UV-act. 9, 16 f., 28 f., 55-7, 60, 80-3, 99 f.). Auch nach der
Leistungseinstellung wurden Heilbehandlungen durchgeführt, soweit dies möglich war
aufgrund des reduzierten Behandlungsangebotes infolge von Corona (vgl. UV-act. 94,
99, act. G 1-6). Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verbesserte sich
weiter (100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 6. April 2021, 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom
7. April 2021 bis 18. Juli 2021 und anschliessend 40%ige Arbeitsunfähigkeit; UV-act.
107, 110). Die Ärzte wie auch der Beschwerdeführer gingen davon aus, dass die volle
Arbeitsfähigkeit wiedererlangt werden könne (vgl. UV-act. 55-4, 60-2, 80-4, 94, act. G
1-6, G 9).
2.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
(Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Die
Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis (Art. 4 ATSG) zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in:
Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert:
KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne
Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019
[nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012,
S. 53 ff.).
2.1.
Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6;
BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Für die
Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle
Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat
verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen
werden, wenn die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V
2.2.
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231) – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, MRI, Arthroskopie)
bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009,
E. 2). Im Bereich dieser klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V
365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung, BGE 118 V 291 f. E. 3a).
Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine
eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Zunächst ist festzustellen, ob der Versicherte beim Unfall ein
Schleudertrauma der HWS oder einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein
Schädel-Hirntrauma erlitten hat, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas
vergleichen lassen, oder ob es sich um einen Unfall mit anderen somatischen
Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im letzteren Fall erfolgt die
Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff.
entwickelten Kriterien (sogenannte Psycho-Praxis). Bei Unfällen mit Schleudertrauma
oder mit einer diesem gleichgestellten Verletzung der HWS oder einem Schädel-
Hirntrauma ist hingegen die Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff., präzisiert in BGE
134 V 126 ff. E. 10, zu beurteilen (sogenannte Schleudertrauma-Praxis). Der
Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma der HWS oder einer
äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und
psychischen Unfallfolgen verzichtet wird, während bei den übrigen Unfällen für die
Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfallereignis
als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren
objektive Folgen massgebend sind. Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings
die auf die objektiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteilung auch
bei Unfällen mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die
zum dafür typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise
gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden, ausgeprägten psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). Dieselbe
Ausnahme von der Regel gilt, wenn es sich bei der nach einem Unfall aufgetretenen
psychischen Fehlentwicklung nicht um eine mit dem organisch-psychischen
Beschwerdebild nach Schleudertrauma oder schleudertraumaähnlicher Verletzung eng
verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen selbstständigen (sekundären)
psychischen Gesundheitsschaden oder um einen durch den Unfall verschlimmerten
Vorzustand (vgl. u.a. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7.
November 2002, U 377/01, E. 4.3).
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3.
Vorab ist zu prüfen, ob die Einstellung der Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen auf den 18. April 2021 rechtmässig war.
3.1.
Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall (unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen Heilbehandlung und Taggeld sowie mit
Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung)
abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der (unfallbedingten) ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr
erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 113 ff. E. 4).
3.2.
Was den in Art. 19 Abs. 1 UVG geforderten Abschluss allfälliger
Eingliederungsmassnahmen der IV betrifft, geht aus den vorliegenden Akten zwar
hervor, dass im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehenden Leistungen per 18. April
2021 Eingliederungsmassnahmen der IV (vgl. Art. 8 ff. IVG) wohl aufgrund der teilweise
wiedererlangten Arbeitsfähigkeit (vgl. UV-act. 99) in Prüfung waren, erfolgte doch am
25. Mai 2021 die Zusprache von Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) seitens der IV (UV-act.
102). Trotzdem wäre die Leistungseinstellung der vorübergehenden Leistungen
zulässig; entscheidend ist einzig, dass jedenfalls im Leistungseinstellungszeitpunkt von
einer Fortsetzung der medizinischen Behandlung (im Sinn von Art. 10 Abs. 1 UVG)
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mehr
erwartet werden konnte (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 19. Januar 2010,
8C_895/2009, E. 5, und 28. Mai 2009, 8C_306/2009, E. 4.3).
3.3.
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands zu verstehen ist,
umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale
Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet
ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist,
bestimmen. Die Verwendung des Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht,
dass die durch (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss und eine unbedeutende Besserung ebenso
wenig genügt wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (Urteile des Bundesgerichts
vom 12. Juni 2009, 8C_25/09, E. 4.1.1, und vom 19. Februar 2008, U 394/06, E. 4.3, je
mit Hinweisen; BGE 134 V 115 E. 4.3; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 144). Nach der
Rechtsprechung ist die Frage der namhaften Besserung des Gesundheitszustands
prospektiv bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung zu prüfen (Urteile des
3.4.
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Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 7.1, vom 28. Juni 2010,
8C_58/2010, E. 2.2 und vom 20. Mai 2005, U 244/04, E. 3.1 mit Hinweisen). Grundlage
für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu
den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel
unter dem Begriff "Prognose" erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts vom 15.
Dezember 2016, 8C_651/2016, E. 4.1).
Die Prüfung der Adäquanz bzw. der Fallabschluss ist bei Anwendung der Psycho-
Praxis in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die
somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 116 E. 6.1; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 8C_184/2017, E. 2.2). Bei der Schleudertrauma-
Praxis ist dies der Zeitpunkt, in dem von der Fortsetzung der auf das Schleudertrauma-
Beschwerdebild – dessen psychische und physische Komponenten nicht leicht zu
differenzieren sind – gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung
mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 115 ff. E. 4.3, 6.2; Urteil des Bundesgerichts vom
22. August 2018, 8C_114/2018, E. 4). Je nach Anwendbarkeit der Psycho- oder
Schleudertrauma-Praxis kann sich demnach ein unterschiedlicher Zeitpunkt der
Adäquanzprüfung bzw. des Fallabschlusses mit Einstellung der vorübergehenden
Leistungen ergeben. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, welche Praxis im vorliegend
zu beurteilenden Fall zur Anwendung gelangt.
3.5.
Der Beschwerdeführer hat am 19. Juni 2020 eine HWS-Distorsion QTF Grad II
bzw. ein Schleudertrauma erlitten (vgl. u.a. UV-act. 1, 7). Fassbare organische
(unfallbedingte) Gesundheitsschäden, welche gemäss Rechtsprechung grundsätzlich
als objektivierbares Korrelat verlangt werden (vgl. dazu vorstehende E. 2.2), sind nicht
ausgewiesen (vgl. dazu insbesondere UV-act. 9-3, 22). Nach den Ergebnissen der
medizinischen Forschung ist indes bekannt, dass bei Schleudertrauma- sowie
äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische
Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten
können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder
ein Schädel-Hirntrauma typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden
Untersuchungsmethoden objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein
Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert
und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
3.6.
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Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. wie im hier zu beurteilenden Fall
(vgl. nachfolgende E. 3.7) vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel
anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b, vgl. auch BGE 117 V 379 f. E. 3e).
3.7.
Der Beschwerdeführer beklagte initial Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und
Schwindel. Die Untersuchung am Unfalltag zeigte Druckschmerzen am Hinterkopf und
im Nacken- und Stirnbereich beidseitig sowie schmerzhafte
Bewegungseinschränkungen der HWS. Die Links- und Rechtsdrehung der HWS war
auf 40 Grad und die Seitenneigung links und rechts auf 25 Grad begrenzt möglich (UV-
act. 9; vgl. auch UV-act. 16). Im Erhebungsblatt der Suva zum Unfallereignis gab der
Beschwerdeführer hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen zudem das
sofortige Auftreten von Schultergürtelschmerzen links und Armschmerzen links bis zum
Ellbogen ausstrahlend an. Die von den Sicherheitsgurten im Brustkorb infolge des
Heckaufpralls verursachten Schmerzen seien nach zwei bis drei Wochen ausgeheilt
gewesen (UV-act. 17).
3.7.1.
Hausarzt Dr. C._ veranlasste eine MRT-Untersuchung am 24. Juni 2020.
Während der ersten Monate nach dem Unfall wurde der Beschwerdeführer mit
(passiver) Physiotherapie sowie Medikamenten behandelt (UV-act. 9-3, 13 f.). Da es nur
geringe Fortschritte hinsichtlich der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der
Halswirbelsäule gab, wies Dr. C._ den Beschwerdeführer zu ergänzenden
Abklärungen Dr. F._ vom Wirbelsäulenzentrum G._ zu. Der orthopädische Facharzt
schlug aufgrund der ungenügenden Wirkung der bisherigen Behandlungsmassnahmen
ein selbständig durchzuführendes isometrisches Nackenmuskeltraining sowie das
intermittierende Tragen eines Schaumstoffkragens vor. Er erwartete von diesem
Regime eine Besserung (Arztbericht vom 19. August 2020, UV-act. 16).
3.7.2.
Am 28. September 2020 meldete die Suva den Beschwerdeführer zur Festlegung
des weiteren Procederes für ein ambulantes Assessment in der Klinik H._ an (UV-act.
24; vgl. auch UV-act. 34-1). Da die empfohlene (selbstdurchgeführte) Aktivitätstherapie
nicht die erwartete Verbesserung brachte, schlug Dr. F._ aufgrund der Untersuchung
vom 7. Oktober 2020 als nächste Massnahme eine therapeutische Infiltration der
Facettengelenke C5/6 und C6/7 beidseits vor (UV-act. 28). Der Beschwerdeführer
wollte zuerst das Ergebnis des Assessments in der Klinik H._ abwarten (UV-act. 28,
30). Aufgrund eines Spitalaufenthaltes wegen einer Corona-Infektion musste das
Assessment vom 18. November auf den 16. Dezember 2020 verschoben werden (UV-
3.7.3.
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act. 42 f.). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 14. Dezember 2020 berichtete Dr. C._
unter der regelmässigen manuell medizinischen Therapie und Myotonolytika über einen
allmählichen Rückgang der Beschwerden. Zudem rechnete er mit einer weiteren
Verbesserung, ging er doch von keinem bleibenden Nachteil hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. 52). Da der Beschwerdeführer seine Arbeitsstelle per
Ende November 2020 wegen Auslagerung der Produktion ins Ausland verloren hatte
und die mangelnden Perspektiven die Rehabilitation zusätzlich erschwerten, zog Dr.
C._ am 18. Dezember 2020 auch eine psychiatrisch/psychologische
Standortbestimmung und Therapie in Betracht (UV-act. 54). Anlässlich des
Assessments in der Rehaklinik H._ erklärte der Beschwerdeführer, dass es ihm seit
dem Unfall schon wieder besser gehe. Eine psychologische Behandlung halte er
momentan nicht für notwendig. Im Assessmentbericht, der Ende 2020 vorlag,
erachteten die Ärzte der Klinik H._ weitere Abklärungen – und damit auch eine
psychiatrische Untersuchung – nicht für notwendig (UV-act. 55-3 f.; vgl. UV-act. 67:
gemäss Telefonnotiz vom 11. Februar 2021 war der Beschwerdeführer nie in
psychotherapeutischer Behandlung). Gestützt u.a. auf die Erkenntnisse aus der
umfassenden und detaillierten Befundaufnahme mit einer standardisierten Befragung
und Tests attestierten die Klinikärzte dem Beschwerdeführer ein adäquates
Schmerzverhalten und keine Symptomausweitung (UV-act. 55-10). Anhand ihrer
Abklärungsresultate empfahlen sie eine Intensivierung der ambulanten Therapie
bestehend aus dreimal wöchentlich MTT mit aktiver Bewegungstherapie und
Krafttraining (Nacken, Schulter, Rumpf), wobei beim Krafttraining eine gute und
regelmässige therapeutische Supervision durchzuführen sei. Das Ziel sei, dass an
einem stufenweisen Aufbau der Belastung gearbeitet werde. Gleichzeitig solle der
Beschwerdeführer beim Erarbeiten von Selbsthilfemassnahmen unterstützt werden,
welche er selbst bei kurzfristigen Schmerzsteigerungen anwenden könne (sogenannte
Copingstrategien). Dies solle längerfristig und sukzessive eine Steigerung der
Belastbarkeit, Verbesserung der allgemeinen Ausdauer und der berufsspezifischen
Kraft und Ausdauerkomponenten bewirken. Nach Umsetzung der zuvor aufgezählten
Massnahmen und Verbesserung der Beschwerden stehe einer (allenfalls stufenweisen)
Wiederaufnahme einer neuen Tätigkeit als Maschinenmonteur nichts mehr im Wege.
Unter Berücksichtigung der oben genannten weiteren Behandlung sei insgesamt von
einer guten Prognose auszugehen (UV-act. 55-4).
Am 13. Januar 2021 überwies Dr. C._ den Beschwerdeführer wegen der
anhaltenden Bewegungseinschränkungen zur Behandlung an den Chiropraktiker Dr.
I._, worüber Dr. C._ die Suva informierte (UV-act. 59). Mitte Januar 2021 teilte der
3.7.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 18/20
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Beschwerdeführer der Suva telefonisch mit, dass die Schmerzen, die bis in die Finger
ausgestrahlt hätten, nun besser seien und nur noch die Schulter betroffen sei (UV-act.
57). Am 11. Februar 2021 forderte die Suva Dr. C._ auf, den Beschwerdeführer von
einem Neurologen untersuchen zu lassen (UV-act. 69; Überweisungsschreiben vom 12.
Februar 2021 an den Neurologen Dr. J._, UV-act. 73). Die chiropraktische
Behandlung startete am 15. Februar 2021. Am 17. März 2021 konnte der
Beschwerdeführer über eine leichte Beschwerdelinderung berichten. Nach der zweiten
Behandlung gab es aufgrund einer Kehlkopfentzündung einen Therapiestopp von
einem Monat (UV-act. 100-2; vgl. auch UV-act. 65, 67).
Im neurologischen Bericht vom 22. März 2021, welcher auf der Untersuchung
des Beschwerdeführers vom 19. März 2021 basiert, erachtete Dr. J._ die Behandlung
durch den Chiropraktiker als nicht zielführend bzw. als schädlich. Er empfahl deshalb
diese Behandlung dringend zu beenden und stattdessen ein aktives
Muskelaufbautraining (wie es zuvor bereits die Ärzte der Klinik H._ empfohlen hatten)
durchzuführen. Gleichzeitig sollte der Beschwerdeführer bei der Arbeit mit
Selbsthilfemassnahmen unterstützt werden. Es sollten Copingstrategien entwickelt
werden. Zudem solle der Beschwerdeführer weiterhin zu Hause selbständig aktive
Übungen durchführen. Dr. J._ ging davon aus, dass sich dadurch die klinischen
Beschwerden wieder vollständig zurückbilden würden (UV-act. 80). Daraufhin brach
der Beschwerdeführer die chiropraktische Behandlung ab (UV-act. 100). Dr. C._
stellte dem Beschwerdeführer am 7. April 2021 eine Verordnung für eine medizinische
Trainingstherapie aus und attestierte ihm ab dem 7. April 2021 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und ohne Reklination
und Inklination (UV-act. 99-2; vgl. UV-act 103). Am 25. Mai 2021 sprach die IV-Stelle
dem Beschwerdeführer Arbeitsvermittlung zu (UV-act. 102). Ab dem 19. Juli 2021
betrug die von Dr. C._ attestierte Arbeitsunfähigkeit noch 40 % (UV-act. 106 ff.).
3.7.5.
Nach dem Gesagten ist gestützt auf den gesundheitlichen Verlauf und die
medizinischen Berichte vorliegend von der Schleudertrauma-Praxis und nicht von der
Psychopraxis auszugehen. So lagen seit dem Unfall ununterbrochen
schleudertraumatypische Beschwerden vor und es gab keine psychische Überlagerung
(vgl. Erwägung 2.2).
3.7.6.
Die Federführung hinsichtlich der medizinischen Behandlungsmassnahmen lag bei
Dr. C._, der den Aufforderungen der Beschwerdegegnerin sowie den
Therapieempfehlungen der Fachärzte folgend den Beschwerdeführer den
Untersuchungen und Behandlungen zuwies. Die Beschwerdegegnerin selbst war über
den Behandlungsverlauf stets zeitnah informiert. Aus den Akten ergibt sich nicht, dass
3.8.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/20
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sie bis zum Verfügungserlass hinsichtlich der Behandlungsmassnahmen je interveniert
hätte, obwohl sie selbst zusätzliche medizinische Abklärungen in der Klinik H._ sowie
bei einem Neurologen veranlasste. Alle diese Abklärungen, welche auf persönlichen
Untersuchungen des Beschwerdeführers beruhen, ergaben, dass durch weitere
medizinische Behandlungsmassnahmen mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit
und damit prospektiv von einer namhaften Verbesserung auszugehen war. Nicht
nachvollziehbar ist daher die Argumentation von med. pract. K._, wieso zum
Leistungseinstellungszeitpunkt nicht mehr mit einer namhaften Verbesserung des
Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit zu rechnen war. Der
Beschwerdeführer hat es sodann nicht zu verantworten, dass er das MTT-Training erst
Monate nach der ersten Empfehlung aufnahm. Dr. C._ hatte den Beschwerdeführer
nach der MTT-Empfehlung zunächst Dr. I._ zur chiropraktischen Behandlung
zugewiesen. Zudem war eine ärztliche MTT-Verordnung aufgrund der Corona-
Restriktionen unabdingbar. Hinzu kommt, dass während dieser besonderen Lage
(einschränkende Massnahmen ab dem 22. Dezember 2020 und Verschärfung der
Massnahmen ab dem 18. Januar 2021) das MTT-Angebot zumindest deutlich reduziert
war insbesondere wegen des (krankheitsbedingt) fehlenden Fachpersonals sowie der
begrenzten MTT-Kapazitäten u.a. infolge der einzuhaltenden Sicherheitskonzepte
(Abstände, Gerätereinigung etc.). Es ist daher mehr als fraglich, ob der
Beschwerdeführer im Zeitraum Januar bis März 2021 selbst mit einer ärztlichen
Verordnung überhaupt MTT-Behandlungstermine erhalten hätte.
In Anbetracht der Ausführungen in den Erwägungen 3.7 und 3.8 ist von
zielgerichteten Behandlungsmassnahmen vor, während und nach dem
Fallabschlusszeitpunkt auszugehen. Aufgrund der vorliegenden Arztberichte und
insbesondere der Beurteilungen der von der Beschwerdegegnerin zur
Standortbestimmung beigezogenen Ärzte der Rehaklinik H._ und des Neurologen Dr.
J._ ist sodann davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung
prognostisch noch von einer namhaften Verbesserung der gesundheitlichen Situation
und auch der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen werden musste.
Rückblickend bestätigte sich diese Einschätzung, erhöhte sich doch die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 50 % und später auch noch auf 60 %. Die
Beschwerdegegnerin hätte den Fall in Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis
(noch) nicht abschliessen dürfen. Entsprechend hat sie dem Beschwerdeführer über
den 18. April 2021 hinaus die vorübergehenden Versicherungsleistungen zu erbringen.
Erst wenn auch der medizinische Endzustand in Bezug auf die Nacken- und
Schulterbeschwerden erreicht ist, darf die Beschwerdeführerin die vorübergehenden
Leistungen einstellen, eine Adäquanzprüfung vornehmen und über die Dauerleistungen
3.9.
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4.