Decision ID: 67bbfb44-26a0-494b-990a-4025c5937d76
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene
X._
meldete sich
nach einem am 27. Juli 2009 erlittenen ischämischen Hirninfarkt
am 17. Dezember 2009 zur Früherfassung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk. 6/1). Diese teilte ihm – nach entsprechenden Abklärungen – am 8. Januar 2010 mit, dass eine Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) aktuell nicht angezeigt sei, da eine Wiedereinglie
derung am angestammten Arbeitsplatz mit einem Pensum von 75 % gelungen sei (Ur
k. 6/3).
1.2
Am 10. Dezember 2012 stellte der Versicherte ein Leistungsgesuch (berufliche Integration/Rente) bei der IV-Stelle (Urk. 6/8).
Diese traf in der Folge berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Vorbescheid vom 26. September 2013 (Urk. 6/37) stellte sie dem Versicherten die
Zusprache
einer - auf einem Invaliditätsgrad von 55 % basierende
n
– halbe
n
Rente in Aussicht. Auf dessen Einwand (Urk. 6/49) hin verfügte sie am 29. Januar 2014 – nun ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 54 % - mit Wirkung ab 1. Juni 2013 eine halbe Rente (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X._
am
10. März 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Januar 2014 auf
zuheben und diese zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze In
validenrente auszurichten;
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegeg
nerin
.“
Die IV-Stelle schloss am 22. April 2014 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 5)
, wovon dem Beschwerdeführer am 23. Apri
l
2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 7)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die
Zusprache
der halben Rente damit, dass der Be
schwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch zu 100 % ar
beitsfähig und damit – unter Berücksichtigung einer 20%igen Reduktion des
In
valideneinkommens
aufgrund der behinderungsbedingten Einschränkungen – ein 54 % unter dem
Validenlohn
liegendes Salär zu erzielen
in der Lage sei
(Urk. 2 S. 4 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
er
weise
infolge des im Juli 200
9
erlitte
nen ischämischen Hirninfarkts eine
verminderte Ausdauer und
eine
verstärkte Ermüdbarkeit
auf
und sei daher - auch in einer Verweistätigkeit – lediglich ein 70%-Pensum zu erfüllen imstande (Urk. 1 S. 5). In der bisherigen Branche im Finanz- und Versicherungsdienstleistungsb
ereich bestünden aufgrund der
residuellen
funktionellen Einschränkungen keine Aus
sichten auf eine Stelle. Korrekterweise sei bei der Ermittlung des
Invalidenein
kommens
daher
auf den Tabellenlohn für einfache und rep
etitive Tätigkeiten in allen Dienstleistungsbranchen abzustellen. Aufgrund der
sich demnach auf 73 % belaufenden
invaliditätsbedingten Einkommenseinbusse habe er Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 6 f.).
3.
3.1
Vom 7. August bis 10. September 2009 liess sich der Beschwerdeführer statio
när in der Klinik
Y._
, Neurologisches Rehabilitationszentrum, behan
deln. Im Austrittsbericht vom 1. Oktober 2009 stellten die Ärzte folgende Diag
nosen (Urk. 6/23 S. 14):
Status nach ischämischem Infarkt links okzipital und im hinteren Schen
kel der linken
Capsula
interna
links am 27. Juli 2009
MRI vom 30. Juli 2009: demarkiertes Infarktareal im
posterioren
Strom
gebiet links sowie im Thalamus und
Gyrus
parahippocampalis
Status nach intravenöser
Thrombolyse
mit
Actilyse
(Gesamtdosis 80 mg)
cvRF
:
Dyslipidämie
, positive Familienanamnese,
Nikotinabusus
Hemianop
s
i
e nach rechts
f
einmotorische Störung der rechten Hand
Bei Austritt
habe
ein mittelschweres kognitives Defizit mit einem Schwerpunkt im Gedächtnis
bestanden
. Die kognitiven Defizite könnten im Alltag
zu Proble
men führen.
B
edingt durch
die Gedächtniseinschränkungen könne es zu
m
Ver
gessen von Einzelinformationen, Namen, Daten oder Terminen kommen, ins
besondere wenn diese subjektiv von geringer Relevanz zu sein schienen. Auf
grund der leichten Aufmerksamkeitsstörungen und der visuellen Einschränkun
gen nach rechts könnten bei allen Tätigkeiten vermehrt Fehler auftreten
bezie
hungsweise bestehe ein erhöhter Zeitaufwand infolge zusätzlicher
Fehlerkon
trollen
zur Erhöhung der Sorgfaltsleistung. Ablenkung könne zu verstärktem Auftreten der Schwierigkeiten führen (Urk. 6/23 S. 16).
3.2
Gestützt auf die Ergebnisse der Untersuchung vom 11. November
2009
hielten die Neuropsychologen des Universitätsspital
s
Z._
, Neurologische Klinik, in ihrem gleichentags verfassten Bericht fest,
erfreulicherweise sei
es seit der Vor
untersuchung vom 31. Juli 2009
(vgl.
Urk.
6/25/9-12,
Urk.
6/25/15)
in zahlrei
chen Bereichen zu einer markanten Zunahme der kognitiven Leistungsfähigkeit gekommen.
Als Residuen des linksseitigen
Posteriorinfarktes
vom 27. Juli 2009 seien noch leichte bis mittelschwere, modalitätsunspezifische
mnestische
Beein
trächtigungen (Abruf und Wiedererkennen) sowie eine Hemianopsie nach rechts feststellbar
, die bereits routiniert kompensiert werde
. Prognostisch sei noch mit einer Besserung zu rechnen. Eine schrittweise Erhöhung des – aktuell 50%igen (Urk. 6/25 S. 36) – Arbeitspensums ab Februar 2010 sei vorstellbar. Sofern dabei Probleme mit der kognitiven Leistungsfähigkeit aufträten, sei eine erneute neuropsychologische Verlaufsbeurteilung indiziert (Urk. 6/25 S. 37).
3.
3
Am
2. Januar und am 10. Oktober 2012
wurde der Beschwerdeführer
von
lic
. phil.
A._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, untersucht. Dieser
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 1. Dezember 2012
eine mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung (ICD-10 F07.8; Urk. 6/6 S. 1).
Defizite bestünden vor allem in den Bereichen Lernen und (Neu-)Gedächtnis sowie – in geringerem Umfang – bei komplexen Denkfunktionen. Hinzu komme die objek
tiv
i
erbar erhöhte kognitive Ermüdbarkeit. Bei den vom Beschwerdeführer er
wähnten psychischen Veränderungen (Reizbarkeit)
könne neben einem reakti
ven Anteil (belastende berufliche Situation) auch ein hirnorganischer Faktor mitspielen. Beruflich habe der Beschwerdeführer mit Optimismus versucht, die früheren Anforderungen wieder zu erfüllen, was ihm – wie sich gezeigt habe – nicht gelungen sei. In Anbetracht der erhobenen neuropsychologischen Befunde und des Anforderungsprofils der bisherigen Stelle sei dies absolut nachvollzieh
bar. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % (50%-Pensum mit leistungsmässiger Einschränkung; Einsatz nur in einfacheren
Teilbereichen, teilweise mit erhöhtem Zeitaufwand beziehungsweise mit ver
minderter Effizienz).
Es sei eine berufliche Neuorientierung indiziert (Urk. 6/6 S. 5). Im Hinblick darauf erscheine eine Evaluation der beruflichen Möglichkei
ten im Rahmen einer Berufsabkl
ä
rung in einer dafür geeigneten Institution
als sinnvoll. Betreffend den optimalen Umgang mit den Defiziten seien noch neu
ropsychologische Massnahmen angezeigt. Bei Aufnahme einer angepassten al
ternativen Tätigkeit (etwa eine
r
einfachere
n
administrative
n
Tätigkeit mit wenig Zeitdruck) sei ein begleitendes neuropsychologisches Coaching
angezeigt
(Urk. 6/6 S. 6).
3.
4
Der behandelnde
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte am 16. März 2013 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
(Urk. 6/25 S. 1):
Status nach ischämischem Hirninfarkt
Posteriorstromgebiet
und hinterer Schenkel der
Capsula
interna
am 2
7.
Juli 2009 mit folgenden
Restbe
schwerden
residual
brachiocrural
betontes
Hemisyndrom
rechts
homonyme Hemianopsie rechts
neuropsychologische kognitive Defizite
-
Minderbelastbarkeit
-
reduzierte Daueraufmerksamkeit
-
verminderte Gedächtnisleistung
-
verminderte Lernfähigkeit
Der Beschwerdeführer habe – auf eigenes Drängen – am 5. Oktober 2009 die bisherige Tätigkeit wieder aufgenommen. Zuerst habe er täglich zwei Stunden, ab dem 12. Oktober 2009 vier Stunden, ab 1. Januar 2010 6,3 Stunden und ab 15. Februar 2010 (und noch bis 25. Juni 2012) schliesslich vollzeitlich gearbei
tet
(Urk. 6/25 S. 2 f.)
. Am Arbeitsplatz habe man Rücksicht auf die eindeutig vorhandenen Defizite genommen und auf eine weitere Besserung gehofft. Als sich
diese
indes nicht eingestellt habe, sei dem Beschwerdeführer auf Wunsch de
r
Arbeitgeber
in
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines
Vollzeit
p
en
sums
bescheinigt worden.
Wegen Unzufriedenheit mit der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch u
nter diesen Bedingungen habe die
Arbeitgeber
in
in der Folge die Kündigung eingeleitet. Nach der neuropsychologischen Unter
suchung durch
lic
. phil.
A._
am 10. Oktober 2012 sei dem Beschwerdeführer lediglich noch eine 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Die Rehabilitation nach dem am 27. Juli 2009 erlittenen Hirninfarkt sei abgeschlossen und mit ei
ner weiteren Besserung nicht mehr zu rechnen. In der Tätigkeit als
Börsenaufse
her
werde der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig bleiben
(Urk. 6/25 S. 3)
. Betreffend die vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen und deren
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit könne auf den Bericht von
lic
. phil.
A._
(Urk. 6/
6
)
verwiesen werden (Urk. 6/25 S. 4).
3.5
In seinem Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 11. Mai 2013 gab Dr.
B._
an, der Residualzustand werde sich nicht mehr bessern. Betref
fend die vorhandenen Einschränkungen und die Arbeitsfähigkeit in einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit könne auf die Eins
chätzung von
lic
. phil.
A._
(Urk. 6/6)
verwiesen werden. Den Anforderungen des bisherigen Berufs (Börsen-Aufsicht) sei der Beschwerdeführer nicht mehr gewachsen (Urk. 6/29 S. 2).
3.6
Am 19. Mai 2013 gab Dr.
B._
gegenüber der IV-Stelle an
, der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführe
r
s sei seit der Berichterstattung vom 16. März 2013 (Urk. 6/25
/1-8
) stationär (Urk. 6/26 S. 1).
Allenfalls seien berufli
che Massnahmen indiziert (
Urk
.
6
/26
S. 2). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit könne auf die Beurteilung von
lic
. phil.
A._
(Urk. 6/6)
verwiesen werden. Betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit seien seitens der IV-Stelle entsprechende Abklärungen zu veranlassen (Urk. 6/26 S. 3).
3.7
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 21. Juni 2013 gelangte Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumato
logie, Hämatologie,
Arzt des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV,
zum Schluss, dass
das Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit für die Zeit vom
27. Juli 2009 bis 14. Februar 2010
der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während der fraglichen Periode entspreche. Seit dem 15. Februar 2010 (vollzeitliche Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit) bestehe wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit (
Urk. 6/36 S. 4).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest, dass d
em Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Analyst
aufgrund der aus dem
am 27. Juli 2009 erlittenen
ischä
mischen Hirninfarkt resultierenden Einschränkungen nicht mehr zumutbar ist.
Was die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit anbelangt,
ging RAD-Arzt Dr.
C._
davon aus, dass der Beschwerdeführer seit 15. Februar 2010 wieder in der Lage sei, vollzeitlich einer Verweistätigkeit nachzugehen (Urk. 6/36 S. 4).
Auch d
ie behandelnden Ärzte und der begutachtende Neu
ropsychologe
, die übereinstimmend eine Leistungseinbusse in qualitativer Hin
sicht beschrieben, bescheinigten dem Beschwerdeführer
bezüglich
des zeitlichen
Umfangs keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
. Dass dieser
lediglich noch mit reduziertem Beschäftigungsgrad zu arbeiten im
stande ist, ist auch aufgrund des effektiv gezeigten Leistungsvermögens nicht anzunehmen. So
hat der Beschwer
deführer aktenkundig am 5. Oktober 2009, mithin knapp zweieinhalb Monate nach Eintritt des Gesundheitsschadens, seine angestammte Tätigkeit – mit erheblicher Leistungseinschränkung – wieder im Pensum von 25 % aufgenommen und dieses per 12. Oktober 2009 auf 50 % und dann per 4. Janua
r 2010 auf 75 % gesteigert.
Nachdem er v
om
15. Februar 2010 bis 25. Juni 2012
– über zwei Jahre lang –
wieder zu 100 % gearbeitet hatte, wurde ihm
v
om 26.
Juni bis 2. Dezember 2012
(
weiterhin im Rahmen ei
nes Vollzeitpensums
)
eine 50%ige und ab dem 3. Dezember 2012 (nach der Be
gutachtung durch
lic
. phil.
A._
) schliesslich noch eine 30%ige
Restarbeitsfä
higkeit
für die angestammte Tätigkeit mit angepasstem Aufgabenbereich attes
tiert (Urk. 6/26 S. 3).
Zwar kam es während der Zeit von
Februar 2010 bis zur
- per 30. Juni 2013 ausgesprochenen
–
Kündigung
durch die Arbeitgeberin
Anfang J
anuar 2013 (Urk.
6/15)
verschiedentlich zu krankheitsbedingten Absenzen
(Urk.
6/24/14-16)
;
Ausfälle in erheblichem Ausmass sind indes weder dokumentiert noch wur
den sie geltend gemacht
. Die Behauptung des Bes
chwerdeführers, er sei zwar 100
% präsent gewesen, habe aber nicht immer gearbeitet (Urk.
1 S.
5 Ziff.
1), findet in den Akten keine Stütze.
Zwar
hat d
ie
Arbeitgeber
in
während der zwei Jahre offenbar auf die
bestehenden
Einschrän
kungen Rücksicht genommen (Urk.
6/25/3) und ist zum Schluss gelangt,
dass der Beschwerdeführer lediglich
noch
in der Lage sei,
einfache administrative Aufgaben
zu erfülle
n
,
die
keine hohe beziehungsweise
keine länger andauernd
e Konzentration erfordern (Urk. 6/24/8), dies allerdings in uneingeschränktem zeitlichem Umfang. So gab
sie
auf dem Arbeitgeberfragebogen vom
1. März 2013
an, der Beschwerdeführer habe während der fraglichen Periode – entsprechend der betriebsüblichen all
gemeinen Arbeitszeit – 42 Stunden wöchentlich gearbeitet (Urk. 6/24 S. 3).
Nachdem es auch in den medizinischen Berichten keine Anhaltspunkte f
ür
Prä
senzzeiten
am Arbeitsplatz ohne Arbeitsleistung gibt
,
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer während über zwei
einhalb
Jahren tatsächlich ein Vollzeitpensum erfüllte
. D
ie Einholung einer
Auskunft de
r Arbeitgeberin
(Urk. 1 S.
5
) erübrigt sich d
emnach
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE
122 V 157 E. 1d mit Hinweisen
)
.
An
gesichts des während langem
erfüllten Vollzeitpensums und der Tatsache, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit eher besserten als verschlimmerten (Urk.
6/25 S. 37, Urk. 6/
6
S.
5 Mitte
), ging die IV-Stelle zu Recht von der Zu
mutbarkeit einer Verweistätigkeit im Pensum von 100 % aus (Urk. 2)
, zumal den medizinischen Akten nicht anderes zu entnehmen ist.
4.2
4.2.1
Ohne Gesundheitsschaden hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2013 gemäss Angaben seiner früheren Arbeitgeberin das im Jahr 2008 generierte Salär von Fr. 146‘579
.
-- (Urk. 6/17 S. 3)
zuzüglich Teuerungsausgleich erzielt
(Urk. 6/51)
.
In Anbetracht der
Teuerung in den Jahren 2009 bis 2013 (
2009: -0,5 %, 2010: 0,7 %, 2011: 0
,2 %, 2012: -0,7 %, 2013:
-0,2
%
[
vgl.
http://www.bfs
.
admin.ch/
bfs
/
portal
/de/
index
/
themen
/05/02.html
]
)
und
– zu Gunsten des Beschwerdeführers – in der Annahme, dass
die frühere
Arbeitgebe
rin den Lohn
jeweils
nur im
Falle einer positiven Teuerung
angepasste hätte
, ergibt sich
ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr. 147‘
900.--.
4.2.2
Weil der Beschwerdeführer aufgrund seines Gesundheitsschadens
lediglich
noch einer sitzenden
,
einnfacheren
administrativen
Tätigkeit ohne hohe kog
nitive Anforderungen
beziehungsweise Zeitdruck
nachzugehen
in der Lage ist
(vgl. Urk. 6/6 S.
6
, Urk.
6
/3
6
S.
3
)
, stellte die Beschwerdegegnerin b
ei der Ermittlung des Invalideneinkommens
zu Recht auf den
standardisierten monatl
ichen Brut
tolohn (inklusive 13.
Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kate
go
rie
4)
ab. Dass s
i
e
dabei vom Tabellenlohn
im Wirtschaftszweig Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
von Fr.
6‘567.--
im Jahr 2010
(Tabelle TA1 Ziff. 64-66 der LSE 2010, S. 27)
ausging,
ist eben
falls nicht zu beanstanden
.
So verfügt der Beschwerdeführer, der nach der im Jahr
1985
abgeschlossenen Matura bis
Ende 2012
während
gut 27
Jahren
qua
lifizierte Tätigkeiten im
Fin
anzdienstleistungsbereich
ausübte
(Urk. 6/17)
, über
eine reiche Berufserfahrung
in dieser Branche
und damit durchaus über Aus
sichten
auf eine Stelle im
fraglichen
Wirtschafts
zweig
, so dass sich seine
Er
werbsbiografie
auch bei einfacheren
Tätigkeiten lohnerhöhend auswirkt.
Da er sich aufgrund seiner
Schadenminderungspflicht
die
bestmögliche Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit
anrechnen lassen muss
, ist auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens von einer Tätigkeit i
n der
Finanzb
ranche
auszugehen
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
im Finanz- und
Versi
cherungsbereich
(2011: 1,4 %, 2012: 0,9 %, 2013: 0,8 % [
Die Volkswirt
schaft
12
-2014, S.
93
Tabelle B 10
.2
]) und der im Jahr 2013 in der fraglichen Branche betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,5 Stunden pro Woche (
Die Volkswirt
schaft 9-2014, S. 84, Tabelle B
9.2)
ergibt sich ein
Salär
von rund Fr. 84‘319.--.
Dem Umstand, dass die Lohnaussichten
des Beschwerdeführers
in einer Verweistätigkeit
aufgrund der eingeschränkten Handmotorik und der ver
stärkten Ermüdbarkeit unterdurchschnittlich
sind, hat die Beschwerdegegnerin mit der Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 20 %
grosszügig
Rech
nung getragen (Urk. 2).
4.2.3
Stellt man das - unter Berücksichtigung des
20
%igen
behinderungsbe
dingten Abzugs resultierende – Invalideneinkommen von
rund
Fr.
67‘455
.-- dem
Vali
denlohn
von
Fr. 147‘900.--
gegenüber, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
rund 54
%. Die
Zusprache
einer halben Rente
erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens.
Die Beschwerde ist daher
abzuweisen.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr.
8
00.-- dem Be
schwerdeführer aufzuerlegen.