Decision ID: 2f0f86fc-d1e0-5321-be5b-05ee7c5dae4d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2017 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum
Bauschreiner absolviert. Seit März 2011 sei er selbständig erwerbstätig. Das
zuständige Steueramt teilte der IV-Stelle im August 2017 mit (IV-act. 8), der Versicherte
habe ein Erwerbseinkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von 77’514
Franken im Jahr 2013, von 7’027 Franken im Jahr 2014 und von 23’164 Franken im
Jahr 2015 deklariert. Der Auszug aus dem individuellen Beitragskonto (IK) wies für die
Jahre 2013 und 2014 jeweils ein leicht höheres Erwerbseinkommen und für die Jahre
2005–2010 einen Lohn von durchschnittlich 110’770 Franken aus (IV-act. 10–1). Das
Spital E._ hatte am 20. Dezember 2016 berichtet (IV-act. 11), der Versicherte sei am
17. Dezember 2016 in den Notfall eingetreten, nachdem er bei der Arbeit von einer
Leiter gestürzt sei. Beim Sturz habe er eine Luxatio subtalare medial am linken Fuss
erlitten. Unter Sedation sei die Reposition nicht möglich gewesen, weshalb diese dann
unter Vollnarkose im Operationssaal habe durchgeführt werden müssen. Der
postinterventionelle Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Das am Folgetag
durchgeführte CT habe zahlreiche kleine osteoligamentäre Ausrissfragmente aus dem
Talus, aber keine grösseren Frakturen gezeigt. In einem Bericht vom Mai 2017 hatte
das Spital E._ festgehalten (IV-act. 15), fünf Monate nach dem Eingriff habe der
Versicherte noch immer über Beschwerden im linken Fuss geklagt. Er habe
angegeben, dass der Fuss im Verlauf des Tages anschwelle und schmerze, weshalb er
teilweise nachmittags Gehstöcke zur Hilfe nehmen müsse. Er arbeite zu zehn Prozent
im Büro und zu zehn Prozent auf der Baustelle. Im Januar 2018 erteilte die IV-Stelle
A.a.
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dem Versicherten eine Kostengutsprache für einen 3D-Zeichnungskurs als
Frühinterventionsmassnahme (vgl. IV-act. 33). Ende Mai 2018 wurde eine
durchgehende Längsruptur des Peroneus brevis operativ genäht; der peri- und
postoperative Verlauf gestaltete sich problemlos (IV-act. 36). Im Oktober 2018
berichtete der Orthopäde Dr. med. B._ über einen grundsätzlich günstigen
Rehabilitationsfortschritt bei einer objektiv regelrechten Funktion der Peronealsehnen,
aber immer noch zunehmenden Schwellungen und Schmerzen bei einer vermehrten
Belastung (IV-act. 45). Im November 2018 notierte Dr. med. C._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD), er zweifle an der langfristigen Zumutbarkeit der
angestammten, fussbelastenden Tätigkeit, woran der Umstand nichts ändere, dass der
Versicherte diese nach wie vor zeitweise ausübe (IV-act. 46).
Am 16. Januar 2019 wurde der Versicherte vom Suva-Kreisarzt Dr. med. D._
orthopädisch untersucht. Der Kreisarzt hielt fest (Fremdakten), der Versicherte leide an
einer persistierenden mittel- bis hochgradigen Bewegungseinschränkung und
Funktionsbeeinträchtigung des linken oberen und unteren Sprunggelenks mit einer
residuellen Belastungs- und Koordinationsproblematik, persistierenden Balance-
Störungen infolge eines gestörten Abrollvorgangs, einer residuellen Dystrophie des
linken Rückfusses, Weichteilverklebungen und Muskelkontrakturen sowie
persistierenden Sensibilitätsstörungen. Repetitive schwere körperliche Belastungen,
das ausschliessliche Arbeiten im Stehen und Gehen, das Arbeiten auf einem unebenen
Untergrund oder auf Dachschrägen, das repetitive Besteigen von Leitern oder
Gerüsten, Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen, das repetitive Treppensteigen
sowie das repetitive Heben von schweren Lasten seien nicht mehr zumutbar. Leichte
und mittelschwere sowie gelegentlich schwere körperliche Arbeiten seien dem
Versicherten bei Gewährung von zusätzlichen Arbeitspausen von je eineinhalb Stunden
pro Halbtag vollschichtig zumutbar. Dieses Zumutbarkeitsprofil entspreche einem
Pensum von 60 Prozent in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Bauschreiner,
wobei zehn Prozent auf administrative und 50 Prozent auf handwerkliche Tätigkeiten
entfielen. Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am 22. Januar 2019
(IV-act. 55–6 f.), der Versicherte arbeite zu 60 Prozent in seinem Betrieb, wobei er zu
zehn Prozent administrativ und zu 50 Prozent handwerklich tätig sei. Die Suva werde
die Zusprache einer Invalidenrente prüfen. An sich bestehe ein Umschulungsanspruch,
A.b.
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B.
da der Versicherte in seinem erlernten Beruf zu mehr als 20 Prozent arbeitsunfähig sei.
Für den Versicherten komme eine Geschäftsaufgabe aber nicht in Frage. Er wolle sich
nicht umschulen lassen und er wolle auch keine anderen beruflichen
Eingliederungsmassnahmen in Anspruch nehmen. Die berufliche Eingliederung werde
deshalb abgeschlossen. Mit einer Mitteilung vom 22. Januar 2019 wies die IV-Stelle
das Begehren des Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 57). Die Suva
sprach dem Versicherten mit einer Verfügung vom 17. Mai 2019 eine Invalidenrente bei
einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent zu (Fremdakten).
Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle verglich das im IK-Auszug für das Jahr 2016
ausgewiesene, an die Nominallohnentwicklung 2016–2018 angepasste Erwerbsein
kommen von 114’712 Franken mit jenem Erwerbseinkommen, das der Versicherte im
Jahr 2018 effektiv erzielt hatte (83’328 Franken); das ergab einen Invaliditätsgrad von
27,36 Prozent (IV-act. 61). Mit einem Vorbescheid vom 24. Mai 2019 teilte die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 63). Der Versicherte reagierte
nicht auf diesen Vorbescheid, weshalb die IV-Stelle das Rentenbegehren mit einer
Verfügung vom 11. Juli 2019 wie angekündigt abwies (IV-act. 64).
A.c.
Am 9. August 2019 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. Juli 2019 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur
erneuten Berechnung des Invaliditätsgrades. Zur Begründung führte er aus, das
Valideneinkommen belaufe sich nicht auf 114’472 Franken, sondern auf 105’000
Franken. Die Vergleichseinkommen müssten gemäss einem Merkblatt der
Beschwerdegegnerin anhand des Durchschnitts der zwischen dem 21. Altersjahr und
dem 31. Dezember im Jahr vor dem Eintritt des Versicherungsfalles erzielten
Erwerbseinkommens ermittelt werden. Angesichts des unsteten Einkommensverlaufs
stelle der letzte Lohn lediglich eine zufällige Grösse dar. Am 13. September 2019 liess
der Beschwerdeführer die Steuererklärung für das Jahr 2019 einreichen (act. G 4.1.1).
B.a.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung
auf deren Rechtmässigkeit. Sein Gegenstand muss deshalb jenem des
vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen, das sich auf die Prüfung des
Rentenbegehrens des Beschwerdeführers beschränkt hat. Zu prüfen ist folglich in
diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich, ob der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Oktober 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, das Bundesgericht habe
festgehalten, dass bei selbständig Erwerbstätigen grundsätzlich auf den IK-Auszug
abzustellen sei. Vorliegend sei kein Grund ersichtlich, der eine Abweichung von dieser
Regel rechtfertigen würde.
B.b.
Der Beschwerdeführer liess am 4. November 2019 die Zusprache mindestens
einer Viertelsrente ab dem 1. Juni 2019 sowie eventualiter die Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung beantragen (act. G 9).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11 f.).B.d.
Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Als Invalidität wird im Art. 8 Abs. 1 ATSG eine länger
dauernde Erwerbsunfähigkeit definiert, worunter gemäss dem Art. 7 Abs. 1 ATSG der
durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach der zumutbaren
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen ist. Wenn die Erwerbsunfähigkeit als
versicherter „Schaden“ dem Verlust an Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt entspricht, muss die Erwerbsfähigkeit als versichertes
2.1.
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„Gut“ den Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung entsprechen. Für die Bemessung
der Invalidität müssen folglich die Erwerbsmöglichkeiten ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung (sog. Validenkarriere) mit den Erwerbsmöglichkeiten trotz
der Gesundheitsbeeinträchtigung (sog. Invalidenkarriere) verglichen werden. Da sich
diese Erwerbsmöglichkeiten respektive Karrieren nicht quantifizieren lassen, müssen
geeignete Messgrössen herangezogen werden, nämlich jene Erwerbseinkommen, die
die versicherte Person mit ihren Erwerbsmöglichkeiten – mit und ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung – erzielen könnte (sog. Validen- und
Invalideneinkommen; vgl. Art. 16 ATSG). Die Invalidität wird also nicht medizinisch,
sondern (strikt) ökonomisch definiert. Weil letztlich der Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten ausschlaggebend sein muss, dürfen sich weder die Bestimmung
der Validen- und der Invalidenkarriere noch die Bemessung der Vergleichseinkommen
allein daran orientieren, was die versicherte Person in einem bestimmten Beruf oder an
einem bestimmten Arbeitsplatz verdienen könnte, denn das hätte zur Folge, dass nicht
die Invalidität im Sinne des Art. 8 ATSG, sondern eine Arbeitsplatz-„Invalidität“ ermittelt
würde. Vielmehr muss danach gefragt werden, mit welcher Karriere die versicherte
Person ihre Erwerbsmöglichkeiten – mit und ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung –
strikt ökonomisch betrachtet sinnvoll ausgenutzt hätte respektive wie hoch das
Validen- und das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der konkreten
Erwerbsmöglichkeiten sein könnten. Massgebend sind dabei nicht die Verhältnisse auf
dem tatsächlichen Arbeitsmarkt, sondern jene auf dem (fiktiven) allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der sich durch ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot
an und der Nachfrage nach Arbeitsstellen sowie dadurch auszeichnet, dass ein breiter
Fächer von Arbeitsstellen zur Verfügung steht.
Der Beschwerdeführer hat eine Berufsausbildung zum Bauschreiner absolviert. In
den Jahren 2005–2010 hat er als Bauschreiner einen Lohn von durchschnittlich
110’770 Franken erzielt. Das entspricht ziemlich genau dem statistischen Zentralwert
der Löhne – allerdings nicht im Jahr 2010, sondern im Jahr 2018 – jener Arbeitnehmer,
die im Baugewerbe Tätigkeiten verrichtet haben, die die Lösung von komplexen
Problemen und die Entscheidfindung in komplexen Situationen umfasst sowie ein
grosses Fach- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet erfordert haben
(Kompetenzniveau 4 gemäss LSE; Tabelle A1, Branchen 41–43). Unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2010–2018 hat der
Beschwerdeführer folglich einen Lohn erzielt, der selbst für einen hoch qualifizierten
Berufsmann im Baugewerbe, der hoch anforderungsreiche Arbeiten verrichtet hat,
überdurchschnittlich hoch gewesen ist. Diesen Lohn hätte er mit seiner Ausbildung und
2.2.
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Berufserfahrung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt aber für solche
Tätigkeiten auch bei jedem anderen Arbeitgeber erzielen können. Damit liegt auf der
Hand, dass die ökonomisch sinnvollste Validenkarriere in einer Weiterführung dieser
Tätigkeit bestanden hätte; das Valideneinkommen hätte sich folglich weiterhin in dieser
Höhe bewegt. Der Wechsel in eine selbständige Erwerbstätigkeit als Bauschreiner im
Jahr 2011 hat daran aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nichts geändert, denn
mit Blick auf die massgebenden Erwerbsmöglichkeiten des Beschwerdeführers auf
dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist es irrelevant, ob der
Beschwerdeführer auf dem invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden
tatsächlichen Arbeitsmarkt als angestellter Bauschreiner oder als selbständiger
Bauschreiner gearbeitet hat. Die Beschwerdegegnerin hat zwar formal nicht die nach
der bundesgerichtlichen Auffassung für Selbständigerwerbende angeblich mass
gebende Invaliditätsbemessungsmethode des gewichteten Betätigungsvergleichs
angewendet, aber ihr Einkommensvergleich hat sich offenkundig an der
bundesgerichtlichen Auffassung orientiert, wonach sich die Invalidität eines
Selbständigerwerbenden allein an der Einschränkung am konkreten Arbeitsplatz
orientiere (Arbeitsplatz-„Invalidität“). Diese Auffassung ist nach dem oben Angeführten
als gesetzwidrig zu verwerfen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist
deshalb die Höhe des Erwerbseinkommens, das der Beschwerdeführer mit seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit effektiv erzielt hat, für die Bestimmung des
Valideneinkommens irrelevant, zumal dieser Betrag nicht nur von der Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers, sondern auch von konjunkturellen Umständen, von der
Rendite der in das eigene Unternehmen getätigten Investitionen, vom ökonomischen
Mehrwert, den die angestellten Mitarbeiter für den Beschwerdeführer generiert haben,
und weiteren invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden Faktoren abhängig
gewesen ist und deshalb offensichtlich kein Mass für die Erwerbsfähigkeit (Validität)
sein kann. Die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers für seine eigene Unternehmung
hat strikt ökonomisch betrachtet genau denselben Wert gehabt, den sie auch für einen
Arbeitgeber gehabt hätte. Der dieser Arbeitsleistung angemessene Lohn hat jenem
Lohn entsprechen müssen, den der Beschwerdeführer von einem sich strikt
ökonomisch verhaltenden Arbeitgeber erhalten hätte. Hätte der Beschwerdeführer
nicht selbst in seiner Unternehmung mitgearbeitet, sondern einen Dritten angestellt, der
seine Arbeit verrichtet hätte, hätte er diesem einen Lohn für einen hoch qualifizierten,
leicht überdurchschnittlich leistungsfähigen Bauschreiner ausrichten müssen. Dieser
Lohn hätte bei einer rein ökonomischen Betrachtung jenem Lohn entsprochen, den der
Beschwerdeführer erzielt hätte, wenn er seine Arbeit für einen anderen Arbeitgeber
verrichtet hätte. Der genaue Betrag, der als Valideneinkommen anzurechnen ist, lässt
sich weder den Akten noch den einschlägigen Statistiken entnehmen, denn die
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Statistiken weisen keinen Zentralwert für jene Löhne aus, die ein Arbeitnehmer (mit der
Ausbildung und der Berufserfahrung des Beschwerdeführers) erzielen könnte, wenn er
jene Tätigkeiten verrichten würde, die der Beschwerdeführer verrichtet hat. Die
angefochtene Verfügung beruht diesbezüglich auf einem nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehenden Sachverhalt,
weshalb sie als in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen
und damit als rechtswidrig aufzuheben ist. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Diese wird ihre Berufsberatung damit beauftragen, den der
Ausbildung, der Berufserfahrung und der ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
ausgeübten Tätigkeit des Beschwerdeführers entsprechenden Lohn zu ermitteln, der
bei der Invaliditätsbemessung als Valideneinkommen zu berücksichtigen sein wird.
Auch bezüglich des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens erweist
sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin, die darin bestanden hat, eine als Einkommensvergleich
„getarnte“ Arbeitsplatz-„Invalidität“ zu ermitteln und das trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung erzielte Betriebsergebnis als Invalideneinkommen
heranzuziehen, überzeugt schon deshalb nicht, weil eine „Hochrechnung“ dieses
Betrages von 60 Prozent (als angeblich zumutbares Pensum) auf 100 Prozent ein weit
über 110’000 Franken liegendes Valideneinkommen ergeben müsste. Auch bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens muss sorgfältig untersucht werden, welchen Lohn
ein potentieller Arbeitgeber dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der
Ausbildung, der Berufserfahrung für eine spezifische Arbeit ausrichten würde, wobei
hier aber natürlich die gesundheitsbedingten Einschränkungen in Bezug auf die in
Frage kommenden Tätigkeiten zu berücksichtigen sind. Eine sich nicht am objektiven
ökonomischen Wert der (verbleibenden) Arbeitsleistung des Beschwerdeführers auf
dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt orientierende Bemessung des
Invalideneinkommens hätte zur Folge, dass bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
zwei auf völlig unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen basierende und deshalb nicht
miteinander vergleichbare Einkommen einander gegenüber gestellt würden, was
augenscheinlich kein valides Ergebnis zeitigen könnte. In den Akten findet sich weder
ein detailliertes Anforderungsprofil bezüglich der in Frage kommenden berufstypischen
Tätigkeiten noch eine spezifische, sich rein an den objektiven klinischen Befunden
orientierende Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Beurteilung des Suva-Kreisarztes hat
sich nämlich primär an den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers orientiert, der
angegeben hatte, dass er zu zehn Prozent administrative und zu 50 Prozent
handwerkliche Tätigkeiten verrichten könne, was vom Kreisarzt unkritisch als
überzeugend qualifiziert worden ist. Die Berichte der behandelnden Ärzte enthalten
2.3.
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keine überzeugendere Arbeitsfähigkeitsschätzung, weshalb sich der Sachverhalt
diesbezüglich als ungenügend abgeklärt erweist. In den Akten fehlt aber nicht nur eine
überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung, sondern auch berufsberaterische
Ausführungen zur erwerblichen Komponente der zumutbaren Invalidenkarriere. Die
Beschwerdegegnerin hat es versäumt zu prüfen, ob es eine leidensadaptierte Tätigkeit
gibt, in der der Beschwerdeführer seine Berufskenntnisse nutzen und einen mit dem
Valideneinkommen vergleichbaren Lohn erzielen könnte. Sie hat auch nicht ermittelt,
ob der Beschwerdeführer, wenn er seinen erlernten handwerklichen Beruf tatsächlich
nur noch im Umfang von etwa 50 Prozent ausüben könnte, in der Lage wäre, zusätzlich
einer anderen, leidensadaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen, mit der er ein
zusätzliches Einkommen erzielen könnte. Wäre der Beschwerdeführer im erlernten
Beruf tatsächlich zu 50 Prozent arbeitsfähig und könnte ihm zusätzlich beispielsweise
eine leidensadaptierte Hilfsarbeit im Umfang von 50 Prozent zugemutet werden, dürfte
wohl ein Invaliditätsgrad von weniger als 40 Prozent resultieren. Zudem dürfte es für
einen medizinischen Sachverständigen gar nicht möglich sein, sich hinreichend genau
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit zu äussern,
wenn er gar nicht weiss, welche körperlichen Belastungen diese Tätigkeit mit sich
bringt. Die Sache ist deshalb zur weiteren Sachverhaltsermittlung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird zunächst ihre Berufsberatung damit
beauftragen, Stellung zu möglichen leidensadaptierten Tätigkeiten im angestammten
Berufsfeld zu nehmen und zusätzlich ein detailliertes Anforderungsprofil für die
Tätigkeit des Beschwerdeführers in dessen eigener Unternehmung zu erstellen, das
heisst aufzuzeigen, mit welchen konkreten Belastungen diese Tätigkeit verbunden ist
(z.B. Gewichtsbelastungen, Anforderungen an die Steh- und Gehfähigkeit, Umfang und
Intensität von ungünstig belastenden Arbeitshaltungen etc.). Dieses Anforderungsprofil
wird die Grundlage für eine in einem zweiten Schritt in Auftrag zu gebende
orthopädische Begutachtung des Beschwerdeführers bilden. Der orthopädische
Sachverständige wird sich eingehend mit den Anforderungen der konkreten Tätigkeit
auseinandersetzen und aufzeigen müssen, in welchem Umfang und Ausmass diese
dem Beschwerdeführer trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar sind. Zudem
wird der orthopädische Sachverständige Stellung zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit und zur medizinischen
Zumutbarkeit der Ausübung sowohl der angestammten als auch einer ideal
leidensadaptierten Tätigkeit je in einem Teilpensum nehmen. Sollten diese weiteren
Abklärungen ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im erlernten
Beruf objektiv in einem wesentlichen Umfang eingeschränkt ist, bestünde die
Invalidenkarriere in der Weiterführung der bisherigen Berufstätigkeit im medizinisch
möglichen und zumutbaren Umfang, verbunden mit der Ausübung einer
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3.
Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung gilt
rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden
Partei. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken
festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken
zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als leicht
unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil der Aktenumfang geringer als bei einem
durchschnittlich aufwendigen IV-Rentenfall gewesen ist und weil deshalb der Aufwand
für das Aktenstudium entsprechend tiefer gewesen ist. Die Parteientschädigung ist
deshalb auf 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.