Decision ID: f38fce5f-d15c-49ae-a21a-637b4250b24e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1964 geborene
X._
meldete sich am 14. Juni 2010 unter Hin
weis auf Handgelenksbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/3). Die IV-Stelle traf daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärun
gen. Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2012 stellte sie die Abweisung des
Leis
tungsbegehrens
in Aussicht (
Urk.
7/36). Nachdem der Versicherte – neu vertre
ten durch Rechtsanwalt Do
minique
Chopard
(Urk. 7/42 f.) –
dagegen Einwände erhoben hatte (Urk. 7/41, 7/46-47 und 7/52), holte die Verwaltung einen Bericht des an der
Y._
, Abteilung Orthopädie,
tätigen Assistenzarztes Dr. med.
Z._
ein (Bericht vom 4.
Mai 2012
[
Urk. 8/48-50
]
). Mit Verfü
gung vom 4. Dezember 2012 hielt
sie
an ihrer im Vorbescheid angekündigten Leistungsablehnung fest (Urk.
7
/59
). Die gegen diesen Entscheid von
X._
am 2
1.
Januar 2013 im Prozess-Nr. IV.2013.00069 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/65/3-13) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
6.
August 2013 (
Urk.
7/73) in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese die Auswirkungen der Leiden somatischer Natur auf die Arbeitsfähigkeit umfassend abkläre und her
nach erneut über den Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invaliden
versicherung befinde.
1.2
In der Folge liess
die IV-Stelle
X._
von den Ärzten der
A._
polydisziplinär begutachten (Expertise vom
7.
Oktober 2014 [
Urk.
7/88]
)
. Mit Vorbescheid vom
4.
Dezember 2014 stellte sie die Abwei
s
ung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/97). Daran hielt sie – auf Einwand des Versicherten hin (
Urk.
7/108) – mit Verfügung vom 1
6.
April 2015 fest (Urk. 8/112 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
Mai 2015 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine
Invalidenrente auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2 f.). Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
6.
August
2015 wurde dem Beschwerdeführer
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
un
möglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Mit dem Abzug
vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rech
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufent
haltskategorie
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E.
5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete das Festhalten an der Rentenverweigerung damit, aus medizinischer Sicht bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für
behin
derungsangepasste
Tätigkeiten ab 2
7.
August 200
8.
Da die körperlichen Ein
schränkungen bereits bei der angenommenen Leistungseinbusse von 30
%
berück
sichtigt seien, rechtfertige sich nicht, einen zusätzlichen leidensbedingten
Abzug zu gewähren.
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
39‘638.-- und einem
Valideneinkommen
von
Fr.
61‘667.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 36
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber wird vom Beschwerdeführer im Wesentlichen vorgebracht,
die im
A._
-Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 70
%
in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit impliziere
bereits
einen Teilzeitabzug von 9
%
. Aufgrund der zahlreichen qualitativen Einschränkungen sei ausserdem ein
leidensbeding
ter
Abzug von mindestens 25
%
ausgewiesen, was Anspruch auf eine Invali
denrente gebe (
Urk.
1 S. 4 ff.).
3.
Gestützt auf die Ergebnisse der internistischen, orthopädischen, neurologischen und handchirurgischen Untersuchung stellten die
Ärzte der
A._
in ihrem Gut
achten vom
7.
Oktober 2014 (
Urk.
7/88)
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 46 f.):
Mediale Gonarthrose links bei
Status nach
arthroskopischer
medialer
Tei
lmeniskektomie
und lokaler Knor
pelschaden
Trochlea
femoris
medial Knie links am 2
3.
Februar 2011,
Dr.
B._
/
C._
Posttraumatische Belastungsschmerzen beider Hände, rechts > links
Status nach
Ulnaverkürzungsosteotomie
rechts sowie
Osteosynthese
mate
rialentfernung
distaler Radius rechts und offener
Karpaltunnelspal
tung
rechts vom 1
3.
März 2014
(
Dr.
D._
Y._
)
Status nach Korrektur-Osteoto
mie distaler Radius rechts vom
4.
September 2012 mit ver
zögerter Heilung und sekundärem Einsinken des Radius
Status nach
Malunion
distaler Radius rechts,
membranöser
, nicht dislo
zierter
skapholunärer
Bandruptur und zentraler
Discus
triangularis
Läsion rechts
Status nach distaler
Radiusfraktur rechts vom 2
7.
August
2008 mit kon
servativer Be
h
andlung
Status nach
Handgelenksarthroskopie sowie
Dé
bridement
Discus
triangu
laris
rechts, Entfernung des
Proce
ssus
styloideus
ulnae
rechts Oktober
2009
Status nach operativer Revision linkes Handge
lenk 2001 mit Entfernung
proces
sus
stylo
i
deu
s
ulnae
links (Klinik
E._
)
Status nach Schussverletzung und Folterverletzungen linke Hand und Handge
lenk circa
1990 (Irak)
Malunion
Metakarpale II links sowie posttraumatische
Grundgelenkarth
rose
linker Zeigefinger bei
Status nach konservativ therapierter
subka
pitaler
Metakarpale II Fraktur links
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen (S. 47):
ISG-
Dysfunktion rechts
Leichtes K
arpaltunnelsyndrom links
Leichte
residuelle
Medianus
-
Neuropathie rechts
bei Status nach
K
ar
pal
tun
nelspaltung
am 1
3.
März
2014
Unspezifische
z
e
rvik
o
gene
Kopfschmerzen
Unspezifische
Parästhesien
der Füsse
Kein Nachweis einer Polyneuropathie
Kein Nachweis eines
lumboradikulären
Reiz- und
Ausfal
l
syndroms
Die internistische Untersuchung habe – so
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin – das Bild eines sehr freundlichen, 168
cm
grossen und 78.2 K
g
schweren Versicherten gezeigt. Er habe eine kooperative, adäquate und klare Reaktion gezeigt. Zehen-, Fersen- und
Einbeinstand
seien möglich gewesen. Das gleiche gelte für den Schürzen- und Nackengriff. Teil
weise habe er über Schmerzen im linken Kniegelenk geklagt. Der Finger-/Bodenabstand betrage 15
cm
. Das Abdomen sei unauffällig (S. 14).
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirur
gie, berichtete in seinem orthopädischen Fachgutachten, der Beschwerdeführer zeige ein
gewisses Schonhinken
Knie
links
. Lokal würden sich
eine
Druckdolenz
im Bereich der me
dial
en
Patellafacette
und
eine endphasig eingeschränkte Beweglichkeit in Flexion
finden
.
Radiologisch müsse
eine deutliche Überlastung des medialen
Ge
lenkkompartimentes mit vermehrter
subchondraler
Sklerosierung
und ver
schmä
lertem
femorotibialen
Gelenkspalt
dokumentiert werden
. Zusammenge
fasst müsse von einer
beginnenden
Va
rusgonarthrose
links nach voran
gegange
ner medialer
Teilmeniskektomie
gesprochen werden.
Betreffend die
Rückenbe
schwer
den
– so der Gutachter weiter – finde
sich klinisch-rad
iologisch mit Aus
nahme einer
Druckdo
lenz
auf Höhe Brustwirbelkörper 11 und 12 sowie über dem rechten
Iliosakralgelenk
bei hiesiger Dysfunktion
kein relevantes
patho
-
morphologisches Korrelat.
Aufgrund der medial betonten Gonarthrose links seien dem Beschwerdeführer ständig kniende und kauernde Tätigkeiten sowie chronische Arbeiten auf unebenem oder rutschigem G
eländ
e nicht mehr zumut
bar. Die sonstigen Beschwerden würden keine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bedingen (S. 20 f.).
Dem neurologischen Teilgutachten des
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurologie, kann entnommen werden,
dass beim Beschwerdeführer
ein chroni
sc
hes posttraumati
sches Schmerzsyndrom beider oberer Extremitäten, rechts mehr als links
, besteht
. Der
Beschwerdeführer beklage
einen weitgeh
end thera
pierefraktären Verlauf. E
inzig bezüglich
der
Parästhesien
der
Medianus
-Finger
rechts verzeichne
er seit dem letzten Ei
ngriff eine partielle Besserung.
Es lasse sich ein leichtes K
arpaltunne
l
syndrom links mehr als rechts objektivieren (rechts wahrscheinlich einem Residualbefund entsprechend). Diese
eher
geringgradige
neurologische Problematik erkläre
die geltend gemachten Beschwerden nicht. Bezüglich der Beschwerden an
den unteren Extremitäten finde
sich kein neuro
logisches Substrat
. I
nsbesondere k
önn
t
e
n
weder eine Polyneuropathie noch ein
lumboradi
kuläres
Syndrom fes
tgestellt werden. Ferner beklage der Beschwer
deführer
zervik
ogene
Kopfschmerzen m
it wenig charakteristi
scher Semiologie
. Ein relevantes
Zervikalsyndrom
bestehe
nicht.
Aus neurologischer Sicht
sei
in einer leidensangepassten Tätigkeit mit leichter bis sporadisch mittelschwerer manueller Belastung
von
eine
r
uneingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
(S. 29 f.).
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Handchirurgie, führte in seinem
hand
chirurgischen
Fachgutachten aus, i
m Bereich des linken Handgelenkes
würden
belastungsabhängige Beschwerden
bestehen
, welche sich hauptsächlich auf das
dorsoulnare
Kompar
timent projizier
t
en. Es lieg
e
eine Instabilität
des distalen
Radioulnargelenkes
vor. Eine in Feh
lstellung verheilte
Metakarpale-II-Köpf
chenfraktur
verursache eine Bewe
gungseinschränkung des Grundgelenkes des linken Zeigefingers.
Klinisch bestehe
eine gering bis
mässiggradig
ausgeprägte Symptomatik einer
Epicondylitis
humeri
radialis
am linken Ellbogen
.
Im Bereich des rechten Handgelenkes
finde sich ein
Status nach multiplen Eingriffen, zuletzt
einer
Verkürzungsosteotomie der
Ulna
,
eine
Karpaltunnelspaltung und
eine
Osteosynthesematerialentfernung
am distalen Radius bei Status nach Kor
rektur-Osteotomie, wobei ein Korrekturverlust
der Länge des Radius erfolgt sei
, was in der Folge die Verkürzungsosteotomie der
Ulna
erforderlich
gemacht habe. Durch die Karpaltunnel
spaltung rechts mit postoperativ gebesserter Sensi
bilität im Versorgungsgebiet des
Ne
rvus
medianus
würden
die geklagten Beschwerden glaubhaft
erscheinen
, da sich im Bereich des distalen
Radioulnar
gelenkes
jeweils ein morphologisches Korrelat bei objektiv instabilem
distalem
Radioulnargelenk
finde
.
Zusätzlich bestehe
im Bereich des
Thenars
der rechten Hand ein Sensibilitätsausfall im Versorgungsgebiet
des
Ramus
superficialis
des
Nerv
us
medianus
. Sowohl im
Bereich des linken Handgelenkes
als auch, nach multiplen Eingriffen, im Bereich des rechten
Handgelenkes
dürf
t
en die
belas
tungsabhängigen
Beschwerden als nachvollziehbar angenommen werden.
Aus handchirurgischer Sicht sei von einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 30
%
auszugehen. Beide Handgelenke könnten regelmässig nicht über eine Belastung von zwei bis drei Kilogramm hinaus beansprucht werden. Da die Funktion der Handgelenke led
iglich gering eingeschränkt
und die
Fin
gerbeweglichkeit
– bis auf das linke Zeigefingergrundgele
nk –
uneingeschränkt
sei, könne der Beschwerdeführer verschiedene leichte Tätigkeiten ganztags ausführen. Es käme
n sämtliche leichten Arbeiten
w
ie beispielsweise
Kontroll
tätigkeiten
ohne Anforderungen an Zeit und Stückzahlen, aufsichtführende Tätig
keiten, gewisse Boteng
änge mit Trage- oder Fahrhilfen oder
leichte Bürotätig
keiten in Frage. Extreme
n
Temperaturen, Vibrationen oder ähnlichem dürfe der Beschwerdeführer jedoch nicht ausgesetzt sei
n (S. 43 ff.).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Spezialärzte zusammen
fassend aus, die Ausübung leichter adaptierter Tätigkeiten, die die Einschrän
kungen aus somatischer Sicht berücksichtigen würden, seien ganztags mit einer Leistungseinschränkung von 30
%
möglich.
Es kämen
sämtliche leichten Tätig
keiten
w
ie beispielsweise Kontrolltätigkeiten ohne Anforderungen an Zeit und Stückzahlen, aufsichtführende Tätigkeiten, gewisse Botengäng
e mit Trage- oder Fahrhilfen oder
leichte Bürotätigkeiten
, in Frage
. Extremen Temperaturen, Vib
rationen oder ähnlichem dürfe der Beschwerdeführer nicht ausgesetzt
werden
. Ständig kniende und kauernde Tätigkeiten sowie chronische Arbeiten auf unebenem oder rutschigem Gelände seien nicht zumutbar (S. 50 f.).
4.
4.1
Aufgrund
der Akten
ist zu schliessen
, dass der Beschwerdeführer in seiner bisher ausgeübten Erwerbstätigkeit als Coiffeur, Schlosser, Schreiner und Schweisser
(
Urk.
7/88 S. 11)
sicher seit 2
7.
August 2008 –
der Versicherte erlitt an diesem Tag
eine intraartikuläre Unterarmfraktur rechts (
Urk.
7/31/1-4 S. 1) –
zu 100
%
arbeitsunfähig ist (
vgl.
Urk.
7/88 S.
51 f.; siehe auch
Urk.
2 S. 2).
4.2
Was die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit anbelangt, gelang
ten die
A._
-Gutachter gestützt auf die Ergebnisse ihrer eingehenden
internistischen,
orthopädischen, neurologischen und handchirurgischen U
nter
suchungen und unter Berücksichtigung der vom Versicherten geklagten Beschwerden zum Schluss, dass die vorhandenen Gesundheitsstörungen sich insofern einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten, als der Beschwer
deführer
–
allerdings
vollzeitlich – nur noch in der Lage sei, einer körperlich leichten Tätigkeit ohne Belastung der Handgelenke mit mehr als zwei bis drei Kilogramm, ohne ständiges Knien und Kauern und ohne Arbeiten auf unebenem oder rutschigem Gelände, bei extremen Temperaturen, Vibrationen oder ähnli
chem nachzugehen (
Urk.
7/88 S. 50 f.).
Dies vermag angesicht
s der erhobenen Befunde
zu überzeugen.
Nicht ohne w
eiteres ist hingegen die 30%ige Einschränkung der Leistungsfähig
keit in einer eigentlich den körperlichen Beeinträchtigungen des Beschwerde
führers optimal angepassten Tätigkeit nachvollziehbar
, zumal die Gutachter
hiefür
auch keine Begründung abgeben
.
So sind dem Versicherten
gestützt auf das von den Experten formulierte Anforderungsprofil
noch diverse
nicht knie
belastende Tätigkeiten bis zu einer
Belastungslimite
der beiden Handgelenke von zwei bis drei Kilogramm möglich.
Dass sich darüber hinaus in der dem Lei
den bestmöglich angepassten Tätigkeit immer noch gewisse funktionelle Behin
derungen, vor allem in Gestalt einer Verlangsamung oder im Erfordernis zusätzlicher Pausen, ergeben, ist aufgrund der gutachterlichen Beurteilung nicht ausgewiesen.
Die Experten berichten vielmehr von einer uneingeschränkten Fingerbeweglichkeit (bis auf das linke Zeigefingergrundgelenk) und einer ledig
lich gering eingeschränkten Funktion der Handgelenke (
Urk.
7/88 S. 50).
Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang daran, dass das Bundesgericht wiederholt darauf hingewiesen hat, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkei
ten auf dem allein massgebenden
, als ausgeglichen unterstellten
Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_606/2012 vom
3.
Dezember 2012 E. 3.5 mit weiteren Hinweisen). Vor diesem Hintergrund wäre i
m Rahmen der Invaliditätsbemessung den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf das
LSE-Anforde
rungsniveau
4, das die tiefsten Lohnansätze enthält
,
und
aufgrund eines
zusätz
lichen Leidensabzug
s
Rechnung zu tragen.
4.3
W
ie es sich damit genau verhält,
kann
dann offen bleiben, wenn sich selbst unter Berücksichtigung einer 30%igen Leistungseinschränkung im Ergebnis ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad ergibt.
Hiezu
ergibt sich Folgendes:
4.3.1
Richtig ist zwar, dass die
Rechtsprechung unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75
anerkannt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2).
Davon zu unterscheiden ist jedoch der Fall des Beschwerdeführers, dem die Arbeit ganztags zumutbar ist
,
mit einer Leistungseinschränkung von 30
%
. In dieser Konstellation rechtfertigt sich
praxisgemäss
kein über die Berücksichti
gung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinaus gehender Abzug (
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2
, 8C_7/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 9.2 und 8C_7/2015 vom 2
7.
April 2015 E. 5.2.3).
Unter dem Titel „Beschäftigungsgrad“ kann daher kein Abzug vorge
nommen werden.
4.3.2
Der Beschwerdeführer begründetet den verlangten Leidensabzug von mindes
tens 25
%
mit dem Umstand
, dass die ihm zumutbaren Arbeiten auf körperlich leichte Tätigkeiten ohne Knien und Kauern beschränkt seien, diese ni
cht auf
unebenem oder rutschigem
Gelände auszuüben seien und er dabei nicht extre
men Temperaturen und Vibrationen ausgesetzt sein dürfe
(
Urk.
1 S. 5).
Dies
bezüglich ist zu beachten, dass
d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, wei
terhin körperlich schw
ere Arbeit zu verrichten,
nicht automatisch zu einer
(weiteren)
Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes
führt
, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) ein
gegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kom
men. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn
–
auch auf einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) –
unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder
arbeitsplatzbe
zogen
sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verwei
sungstätigkeiten
mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Betreffend die Einschränkung
des Arbeitsprofils
auf körperlich leichte Tätigkeiten darf angenommen werden, dass dieser Umstand bei der Attestierung einer 30%igen Einbusse der Leistungs
fähig
keit mit Blick auf die von den
A._
-Gutachtern erhobenen Befunde bereits hinreichend berücksichtig
t
wurde.
Vor dem Hintergrund, dass selbst die Einschränkung des Tätigkeitsspektrums auf eine sitzende Arbeit mit der Möglichkeit zu gelegentlichen
Positionswech
seln
praxisgemäss
zu keinem Leidensabzug führt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8
), ist ersichtlich, dass auch
der Umstand, dass dem Beschwerdeführer kniende und kauernde Tätigkeiten nicht ständig zumutbar sind
, nicht abzugsrelevant ist.
Gleiches gilt
für die Tatsache
, dass chronische Arbeiten auf unebenem oder rutschigem Gelände nicht mehr
möglich
sind (vgl.
Urk.
7/88 S. 51).
Dass
der Beschwerdeführer keinen extremen Temperaturen oder Vibrationen ausgesetzt sein darf, rechtfertigt
ebenfalls
kei
nen
weiteren
Abzug
.
4.4
Für die Bestimmung
des
Valideneinkommens
zog
die Beschwerdegegnerin
den Tabellenlohn für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
heran. Dies ist aufgrund der Erwerbsbiographie des Versicherten nicht zu beanstanden.
Auch für die Ermitt
lung des Invalidenlohns stellte sie auf die Hilfsarbeitertätigkeit gemäss LSE ab. Diesbezüglich bleibt allerdings zu
bemängeln, dass die Beschwerdegegnerin
das Invalideneinkommen nicht aufgrund des statistischen Zentralwerts der monatli
chen Bruttolöhne über alle Wirtschaftszweige des privaten Sektors hinweg be
mass, sond
ern spezifisch nach den Verhältnissen im Dienstleistungssektor.
Denn bei versicherten Personen,
die nach Eintritt eines Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle
Arbeiten verrichten können, ist
p
raxisgemäss
vom Totalwert im niedrigsten (und
am schlechtesten bezahlten) Anforderungsniveau 4 auszugehen. Davon abzuweichen besteht beispielweise Anlass, wenn
der Verwert
barkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit enge Grenzen gesetzt sind, etwa wenn alle produktionsnahen Tätigkeiten
ausser
Betracht fal
len
und zahlreiche dem Dienstleistungssektor zuzuordnenden Beschäftigungen lediglich in stark eingeschränktem Umfang
ausübbar
sind
(RKUV 2001 Nr.
U
439
S. 347, Urteil
e
des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U
240/99 vom 7. August 2001 E. 3c/cc
und U 284/05 vom
4.
September 2006 E.
2.1
).
Da
gegen ist
im hier zu beurteilenden Fall
t
rotz der Beeinträchtigung beider Handgelenke – Dr.
I._
beurteilte die Finger
beweglichkeit (bis auf das linke
Zeigefinder
grundgelenk
) als uneingeschränkt und die Funktion der Handgelenke als gering eingeschränkt (
Urk.
7/88 S. 50) – und des linken Kniegelenks – Dr.
G._
hielt
ständig kniende und kauernde Tätigkeiten sowie chronische Arbeiten auf unebenem oder rutschigem Gelände für nicht zumutbar (
Urk.
7/88 S. 49) –
nicht davon auszugehen, die wirtschaftliche Ver
wert
barkeit des verblie
benen Leistungsvermögens sei
gleichermassen
einge
schränkt
.
Da folglich Vali
den- und Invalideneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohns festzusetzen sind, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Der Invaliditätsgrad entsprich
t
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung
eines allfälligen
Abzugs vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundesgerichts
8C_304/2014 vom 2
0.
April 2015 E. 6). Daher ergibt sich selbst unter Berücksichtigung einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit ein
renten
aus
schlies
send
er
Invaliditätsgrad von 30
%
. Bei dieser Sach
lage
ist ohne Belang, dass betreffend das rechte Handgelenk
formal noch kein Endzustand eingetreten ist, zumal der handchirurgische Experte vom Fortbeste
hen der Beschwerden ausgeht und den entsprechenden Beeinträchtigungen bereits mit dem von ihm formu
lier
ten Anforderungsprofil angemessen Rechnung getragen hat (
Urk.
7/88 S. 44 f.).
5.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu bean
standen
ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
(
GSVGer
) erfüllt sind (
Urk.
10-11), ist dem Beschwerdeführer in Gutheis
sung seines Gesuchs vom 1
8.
Mai 2015 (
Urk.
1
S. 2
f.) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen sowie Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
6.2
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Verfahren für den unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf
Fr.
8
00.--
anzu
setzen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Der mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwer
deführers, Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, macht mit seiner
Hono
rar
note
vom
6.
Oktober 2015 (
Urk.
14
) einen Aufwand von
4.23 Stunden und
A
uslagen in der Höhe von
Fr.
49.--
geltend, wofür ihm eine Entsch
ädigung in der Höhe von
Fr.
1‘057.95
(inklusive Barauslagen und
MWSt
)
aus der Gerichts
kasse zuzusprechen ist.