Decision ID: 303b6f0f-7838-5016-95a6-51a174e8c5a2
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführerin am 17. April 2019 erstmals gemeinsam mit
ihren Kindern im Bundesasylzentrum (BAZ) B._ um Asyl ersuchte,
jedoch das BAZ am nächsten Tag selbständig und freiwillig verliess, um
gemäss ihren Angaben nach Italien zurückzukehren,
dass ihre drei Kinder am 24. April 2019 alleine und unter Angabe abwei-
chender Identitäten im BAZ C._ um Asyl ersuchten, wobei deren
erstes Asylgesuch im BAZ B._ unentdeckt blieb,
dass ihre Kinder als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, welche
auch im Heimatland über keine fürsorgepflichtigen Personen verfügen,
weshalb am 21. Mai 2019 die vorläufige Aufnahme angeordnet wurde,
dass sich die Beiständin der Kinder am 22. August 2019 schriftlich an die
Vorinstanz wandte und darlegte, es habe am gleichen Tag ein Gespräch
mit den beiden älteren Kindern, D._ und E._, stattgefunden,
dass E._ dabei erzählt habe, seine Mutter, die Beschwerdeführerin,
habe Äthiopien vor fünf Jahren verlassen und sich in Italien aufgehalten,
dieses Jahr sei sie mit dem Flugzeug nach Äthiopien gekommen und habe
dort die drei Kinder abgeholt,
dass sie in Rom in einem kleinen Zimmer gewohnt hätten und die Mutter
zwei Jobs gehabt habe um genügend Geld zu verdienen,
dass sie nur ungefähr eine Woche in Italien gewesen seien und die Mutter
ihnen gesagt habe, sie müsse den ganzen Tag arbeiten und könne sich
nicht um sie kümmern, weshalb sie sie in die Schweiz gebracht habe,
dass sie seither keinen Kontakt mehr zur Mutter gehabt hätten, er aber
grosses Heimweh nach ihr habe und unbedingt bei ihr wohnen wolle,
dass die Beiständin deshalb die Familienzusammenführung der Kinder mit
ihrer Mutter beantrage,
dass die Beschwerdeführerin am 16. September 2019 das BAZ C._
aufsuchte und erneut in der Schweiz um Asyl nachsuchte,
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dass sie anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 19. Septem-
ber 2019 angab, sie sei in Äthiopien geboren, habe aber nur eine Eritrei-
sche Staatsbürgerschaft, da ihre Eltern beide Eritreer seien,
dass sie keine heimatlichen Identitätsdokumente besitze,
dass sie am 1. Oktober 2019 im Rahmen eines Dublin-Gesprächs befragt
und ihr dabei das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-
scheid gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG (SR 142.31) und zur Rückfüh-
rung nach Italien gewährt wurde,
dass sie dabei geltend machte, in Italien ein Asylgesuch gestellt, dort aber
keine Hilfe erhalten zu haben, weshalb sie verzweifelt gewesen und in die
Schweiz gekommen sei,
dass sie ungefähr im Juni 2015 illegal über Libyen nach Italien gereist sei
und dort 2016 eine nach wie vor gültige Aufenthaltsbewilligung (Asilo Poli-
tico) erhalten habe,
dass sie drei Kinder habe, welche in ihrem Asylgesuch nicht eingeschlos-
sen seien, da sie zuerst alleine nach Italien gereist sei,
dass sie in Italien einen Antrag für die Kinder eingereicht habe, dieser ab-
gewiesen worden sei, den Kindern später aber die Einreise bewilligt wor-
den sei und sie im Februar 2019 legal nach Italien gereist seien,
dass sie keine eigene Wohnung gehabt und deshalb mit den Kindern bei
einer Freundin gelebt habe,
dass sie sich habe prostituieren müssen um für die Kinder aufzukommen,
da sie keine Unterstützung erhalten habe,
dass diese Situation sie sehr belastet habe, weshalb sie die Kinder in die
Schweiz gebracht habe,
dass sie in der Schweiz ein Asylgesuch stelle, da ihr Vater Eritreer und im
Gefängnis sei,
dass sie in Italien alles versucht habe, dort aber obdachlos und verzweifelt
gewesen sei und seit 2017 ihren Körper habe verkaufen müssen, um zu
überleben,
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dass sie nebenbei in Italien schwarz als Haushälterin gearbeitet und Geld
zu ihren Kindern geschickt habe,
dass sie von niemandem zur Prostitution gezwungen worden sei und den
Mann, der sie im April 2019 ins BAZ B._ begleitet habe, nicht kenne,
dass sie aufgrund der schwierigen Situation dort und da ihre Kinder in der
Schweiz seien, nicht nach Italien zurückkehren wolle,
dass sie nicht gesund sei, unter Kopfschmerzen, inneren Beschwerden
und Unterleibsschmerzen leide, in Italien aber keinen Zugang zum Ge-
sundheitssystem gehabt und nie einen Arzt gesehen habe,
dass sich am 4. November 2019 die Kindes- und Erwachsenenschutzbe-
hörde (KESB) Region Rorschach an das SEM wandte und darlegte, für die
drei Kinder der Beschwerdeführerin seien Beistandschaften errichtet wor-
den, da sie zu diesem Zeitpunkt unbegleitet gewesen seien, sich nun aber
die Kindsmutter in der Schweiz befinde und diese über die elterliche Sorge
verfüge,
dass die KESB Region Rorschach um Beantwortung der Fragen bat, wann
über das Asylgesuch der Kindsmutter entschieden werde, ob dieser Ent-
scheid eine Auswirkung auf den Aufenthaltsstatus der Kinder habe, was
geschehe, wenn die Mutter eine vorläufige Aufnahme erhalte, was ge-
schehe wenn die Mutter nach Italien zurück müsse, warum die Familie
nicht zusammengeführt werde, allenfalls in Italien, ob den Kindern die vor-
läufige Aufnahme aberkannt werden und sie nach Italien zurückgebracht
werden könnten,
dass die Vorinstanz darauf mit E-Mail vom 20. November 2019 antwortete
und erklärte, man warte noch auf eine Antwort aus Italien, weshalb der
Zeitpunkt des Entscheides über das Asylgesuch der Mutter noch nicht fest-
stehe, sollte diese eine vorläufige Aufnahme erhalten, würde es voraus-
sichtlich zu einer Familienzusammenführung kommen,
dass die Mutter die Möglichkeit habe, in Italien ein Nachzugsgesuch für die
Kinder zu stellen, die Kinder aber keine solche Möglichkeit hätten, wobei
bei einer allfälligen Ausreise der Kinder deren vorläufige Aufnahme erlö-
schen würde,
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dass das SEM gestützt auf das Abkommen für Rückübernahme von Dritt-
staatsangehörigen mit internationalem Schutz am 16. Oktober 2019 die ita-
lienischen Behörden um Rückübernahme der Beschwerdeführerin er-
suchte und diese dem Ersuchen am 26. November 2019 zustimmten,
dass die Beschwerdeführerin am 7. Januar 2020 einen Arztbericht vom
18. Dezember 2019 zu den Akten reichte, welchem zu entnehmen ist, dass
sie unter diffusen Unterleibsschmerzen, unregelmässiger Periode und in-
fektiöser Akne leide und diverse Medikamente verschrieben bekommen
habe,
dass die Beschwerdeführerin am 30. Januar 2020 dem erweiterten Verfah-
ren und am 6. Februar 2020 dem Kanton St. Gallen zugewiesen wurde,
dass das SEM mit Verfügung vom 12. März 2020 – frühestens eröffnet am
(...) – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Beschwer-
deführerin sei in Italien als Flüchtling anerkannt und bei Italien handle es
sich um einen sicheren Drittstaat, welcher der Rückübernahme zugestimmt
habe,
dass die Beschwerdeführerin somit kein schutzwürdiges Interesse auf
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz habe, da ihr ein
Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gewährt habe,
dass sie nach Italien zurückkehren könne, ohne eine Rückschiebung in
Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips befürchten zu müssen, weshalb
auf ihr Asylgesuch nicht einzutreten sei,
dass in Bezug auf den Wegweisungsvollzug ausgeführt wurde, indem die
Beschwerdeführerin ihre drei Kinder alleine in der Schweiz zurückgelassen
habe, habe sie ihre elterliche Sorgfaltspflicht verletzt,
dass es den Kindern offenstehe, ihr nach Italien zu folgen, da sie dort als
Flüchtling anerkannt sei und damit über einen besseren Schutzstatus ver-
füge als die Kinder in der Schweiz,
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dass sie durch ihre Asylgesuchstellung in der Schweiz einen umgekehrten
Familiennachzug für vorläufig aufgenommene Personen bezwecke, was
nicht möglich sei,
dass sie bewusst eine Trennung von ihren Kindern in Kauf genommen
habe und sich vor diesem Hintergrund keine Fragen zu Art. 8 EMRK stellen
würden, zumal die Kinder lediglich über eine vorläufige Aufnahme und da-
mit nicht über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfügen würden,
dass dementsprechend das Gesuch um Familiennachzug und Einbezug in
die vorläufige Aufnahme der Kinder am 17. Oktober 2019 vom SEM abge-
lehnt worden sei, da die Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 7 AIG nicht er-
füllt gewesen seien,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 20. März 2020 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und da-
bei unter anderem beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhe-
ben und auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei das Verfahren zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung unter Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses so-
wie die Beiordnung der Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsvertretung
beantragt wurde,
dass sie zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen anführte, so-
weit das SEM sage, es würde den Kindern freistehen, sich nach Italien zu
begeben, sei festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht in zahlrei-
chen jüngeren Entscheiden befunden habe, dass vulnerablen Personen
der Wegweisungsvollzug nach Italien nicht zumutbar sei,
dass es sich bei den noch sehr jungen Kindern der Beschwerdeführerin um
vulnerable Personen im Sinne dieser Rechtsprechung handle,
dass diesbezüglich von der Vorinstanz individuelle Garantien hätten einge-
holt werden müssen,
dass es den Kindern somit nicht offenstehe, sich nach Italien zu begeben,
weshalb der Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführerin nicht rechtens
sei,
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dass der Wegweisungsvollzug somit entweder Art. 8 EMRK (Vollzug der
Mutter ohne Kinder) oder Art. 4 EMRK (Vollzug der Kinder) verletzen würde
und die vorinstanzliche Verfügung ausserdem Art. 3 des Übereinkommens
vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (nachfolgend: KRK,
SR 0.107) verletze, da das Kindswohl nicht angemessen berücksichtigt
worden sei,
dass ferner darauf hinzuweisen sei, dass die Beschwerdeführerin in Italien
unter sehr schwierigen Umständen habe leben müssen,
dass ausserdem aufgrund der Corona-Pandemie nicht feststehe, wann ein
Vollzug nach Italien durchgeführt werden könnte, weshalb der Vollzug auch
unmöglich sei,
dass zum Eventualantrag auf Rückweisung des Verfahrens an die Vo-
rinstanz ausgeführt wurde, dass die Ausführungen, wonach ein umgekehr-
ter Familiennachzug nicht möglich sei, da die Kinder lediglich über die vor-
läufige Aufnahme und nicht über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfügen
würden, fehlgehe, da die Vorschriften des umgekehrten Familiennachzugs
vorliegend nur vorfrageweise zur Anwendung kommen würden und im
Lichte von Art. 44 AsylG sowie Art. 83 f. AIG zu prüfen seien,
dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Hinblick auf eine
drohende Verletzung von Art. 8 EMRK immer eine umfassende Gesamtab-
wägung verlangt werde und in diesem Rahmen auch die Vorgaben von
Art. 3 KRK einzubeziehen gewesen wären,
dass der Sachverhalt ferner betreffend die gesundheitliche Situation der
Beschwerdeführerin nicht liquid sei, da sie trotz ihrer psychischen und gy-
näkologischen Probleme bis heute keine weiteren medizinischen Abklärun-
gen habe vornehmen lassen können,
dass gemäss vorinstanzlicher Verfügung ein Familiennachzugsgesuch der
Kinder vom SEM abgewiesen worden sei, wobei der Beschwerdeführerin
diesbezüglich keine Akteneinsicht gewährt worden sei, was eine Verlet-
zung des Anspruches auf rechtliches Gehör darstelle, da es der Rechts-
vertretung aufgrund der kurzen Beschwerdefrist nicht möglich gewesen
sei, eine solche zu erhalten,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
23. März 2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
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und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG,
i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,
dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vor-
liegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen,
die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die
Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht
eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
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dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-
tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materi-
ellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39
E. 3 m.w.H.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs materiell
prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kogni-
tion zukommt,
dass das SEM gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch
nicht eintritt, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a
Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher auf-
gehalten haben,
dass Italien am 14. Dezember 2007 vom Bundesrat als sicherer Drittstaat
im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet wurde,
dass sich die Beschwerdeführerin vor der Einreise in die Schweiz unbe-
strittenermassen in Italien aufgehalten hat und dort über eine Aufenthalts-
bewilligung verfügt,
dass die italienischen Behörden ihrer Rückkehr zugestimmt haben,
dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK;
SR 0.142.30) ist und grundsätzlich Gewähr für die korrekte Durchführung
von Asylverfahren bietet,
dass die Beschwerdeführerin auch nicht behauptet, ihr Asylverfahren in Ita-
lien sei fehlerhaft gewesen beziehungsweise es würde ihr dort die Rück-
schiebung in ihren Heimatstaat unter Verletzung des Refoulement-Verbots
drohen, sodass das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG
zu Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten
ist (vgl. auch das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom 28. März 2017 E. 3),
dass im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – der Unter-
suchungsgrundsatz gilt und die Asylbehörde den rechtserheblichen Sach-
verhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzu-
klären hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG),
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dass sie dabei die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen
beschaffen und die relevanten Umstände abklären und darüber ordnungs-
gemäss Beweis führen muss,
dass die Sachverhaltsfeststellung dann unvollständig ist, wenn die Be-
hörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht
von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Entscheid wesent-
lichen Sachumstände berücksichtigt wurden,
dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verlangt, dass die verfügende
Behörde die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und
ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich ent-
sprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35
Abs. 1 VwVG),
dass die Argumentation des SEM in Bezug auf die Wegweisung und den
Vollzug tatsächlich – wie in der Beschwerde angeführt – eine eingehende
Prüfung und Auseinandersetzung mit dem vollständigen Sachverhalt ver-
missen lassen,
dass insbesondere in der Erwägung zur Wegweisung eine fundierte Aus-
einandersetzung mit dem Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG)
fehlt, an dieser Stelle aber eine umfassende Gesamtabwägung angebracht
gewesen wäre,
dass diesbezüglich festzuhalten ist, dass die Beschwerdeführerin – wie von
der KESB Region Rorschach festgestellt – über das (alleinige) Sorgerecht
für ihre Kinder verfügt und es somit nicht angeht, dass das SEM dies mit
der Begründung, sie habe die Trennung von ihren Kindern in Kauf genom-
men und damit die elterliche Sorgfaltspflicht verletzt, einfach ignoriert und
im Verfahren weder die Einheit der Familie noch das Kindeswohl berück-
sichtigt,
dass die vorinstanzliche Verfügung nämlich keinerlei Ausführungen zum
Kindswohl enthält,
dass betreffend die Beschwerdeführerin sodann auch gewisse Hinweise
auf Menschenhandel bestehen, diesbezüglich von der Vorinstanz aber
ebenfalls (soweit aus den Akten ersichtlich) keine Abklärungen vorgenom-
men wurden,
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dass auch die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin nicht ab-
schliessend geklärt wurde,
dass der Beschwerdeführerin schliesslich auch in ihrem Vorbringen, ihr An-
spruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, da ihr keine Akteneinsicht
in das Familiennachzugsverfahren gewährt worden sei, zuzustimmen ist,
dass nach dem Gesagten der rechtserhebliche Sachverhalt als unvollstän-
dig abgeklärt und die Begründung der Verfügung als mangelhaft zu gelten
hat und der vorinstanzliche Entscheid in Verletzung der Untersuchungs-
und Begründungspflicht ergangen ist, wobei eine Heilung dieser Verfah-
rensfehler auf Beschwerdeebene im Hinblick auf deren Anzahl und Trag-
weite unangemessen erscheint,
dass die Verfügung vom 12. März 2020 von Amtes wegen aufzuheben und
die Sache zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsfeststellung und zur
neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2
VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind,
dass der vertretenen Beschwerdeführerin angesichts ihres Obsiegens in
Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist,
dass die bei den Akten liegende Kostennote den Verfahrensumständen als
angemessen erscheint,
dass die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung demnach
auf insgesamt Fr. 1300.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag)
festgesetzt wird,
dass unter diesen Umständen die Gesuche um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses
gegenstandslos geworden sind.
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Considerations: