Decision ID: c5dbe2ab-9afb-4358-aca0-f8389779769c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, stellte sich am 1
6.
April 2013 beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
Zürich Lagerstrasse (RAV) der Arbeits
vermittlung im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
zur Verfü
gung (
Urk.
5/1) und meldete sich am 1
7.
April 2013 bei der
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
zum Bezug von
Arbeitslosenent
schädigung
ab 1
6.
April 2013 an (
Urk.
5/3). In der Folge bezog der Versicherte innerhalb einer
Rah
menfrist
vom
1.
August 2013 bis 3
1.
Juli 2015 (vgl. Urk. 5/120 S. 4)
Arbeits
losenent
schädigung
. Mit Abrechnung vom 2
9.
April 2015 (
Urk.
5/146/1) rich
tete die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich dem Versicherten für die Zeit vom
1.
bis 3
0.
April 2015 Arbeitslosenentschädigung im Betrag von
Fr.
8‘297.20 aus.
1.2
Der Versicherte teilte dem RAV am
5.
Mai 2015 mit, dass er eine neue Arbeits
stelle angetreten habe und meldete sich am
8.
Mai 2015 auf den 2
7.
April 2015 von der Arbeitsvermittlung ab (
Urk.
5/131). Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
5/132) forderte die
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Versi
cher
ten die ihm für die Zeit vom 2
7.
bis 3
0.
April 2015 ausgerichtete
Arbeits
losenentschädigung
im Betrag von
Fr.
1‘508.55 (vgl.
Urk.
5/146/2) zurück. Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
Mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2015 (
Urk.
5/134) stellte die
Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich fest, dass der Versicherte wegen eines Stellenantritts am
1.
April 2015 ab diesem Zeitpunkt keinen Anspruch auf
Arbeitslosen
entschä
digung
habe und forderte vom Versicherten die ihm für die Zeit vom
1.
bis 2
6.
April 2015 ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung im Betrag von Fr. 6‘788.65 (vgl.
Urk.
5/146/3) zurück. Die vom Versicherten am 1
8.
Juli 2015 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
5/139) wies die
Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich mit Entscheid vom 2
8.
August 2015 (
Urk.
5/142 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
August 2015 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte
mit
am
23. August (richtig: September) 2015 datierter Eingabe
Beschwerde und beantragte dessen Aufhe
bung und eventuell den Erlass der Rückerstattungsforderung (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
November 2015 (Urk. 4) beantragte die
Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich
die Ab
weisung der Beschwerde. Eine Ko
pie dieser Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am 2
6.
November 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist (
Art.
8
Abs.
1
lit
. a
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIG
). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine Vollzeitbeschäftigung sucht (
Art.
10
Abs.
1 AVIG). Als teilweise arbeitslos gilt, wer eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäftigung sucht (
Art.
10 Abs.
2
lit
. b AVIG).
Zu den gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gehört ferner, dass die versicherte Person einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (
Art.
8
Abs.
1
lit
. b AVIG). Arbeitsausfall heisst Ausfall an normaler Arbeits
zeit. Dieser ist nach der Rechtsprechung in der Regel aufgrund der im Beruf oder Erwerbszweig der versicherte Person allgemein üblichen Arbeitszeit zu
ermitteln (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizeri
sches
Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
3
. Auflage,
Basel 2015, S. 2310
Rz
151). Nach
Art.
11
Abs.
1 AVIG ist der Arbeitsausfall anrechenbar, wenn er einen
Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfol
gende vo
lle Arbeitstage dauert. Kumulativ erforderlich ist damit ein Ver
dienstausfall und ein Mindestarbeitsausfall (
Thomas
Nussbaumer, a.a.O.,
S. 2311
Rz
153). Als voller Arbeitstag gilt der fünfte Teil der wöchentlichen Ar
beitszeit, die der
Versicherte normalerweise während seines letzten Arbeits
verhältnisses geleistet
hat (
Art.
4
Abs.
1
der Verordnung über die obligatori
sche Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV
).
Der anrechenbare Arbeitsausfall erfüllt eine doppelte Funktion. Als all
ge
meine Anspruchsvoraussetzung bedeutet er ein gewisses Mindestmass an aus
gefallenen Arbeitstagen. Zum anderen bildet er eine zentrale
Bemes
sungs
regel
, weil sich der Entschädigungsanspruch in
masslicher
Hinsicht grund
sätz
lich nach dem anrechenbaren Arbeitsausfall während einer
Kon
troll
periode
richtet (
Thomas
Nussbaumer, a.a.O.,
S. 2311
Rz
154).
1.2
Mit der Aufnahme einer zumutbaren Voll- oder Teilzeitstelle gemäss
Art.
16 AVIG ist die Arbeitslosigkeit beendet, und der Anspruch auf
Arbeitslosentag
gelder
besteht nicht mehr
(Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2015 vom 1
7.
Mai 2016 E. 6.1.3; BGE 122 V 34 E. 4c/
bb
). Gemäss
Art.
16
A
bs. 1 AVIG muss die versicherte Person zur Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen. Laut
Abs.
2
lit
. i dieser Bestimmung ist unzu
mutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen insbesondere
eine Arbeit, die der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70
%
des versicherten Verdienstes, es sei denn, der Versicherte erhalte
Kom
pensationsleistungen
nach
Art.
24 AVIG (Zwischenverdienst).
1.3
Als Zwischenverdienst gilt jedes Einkommen aus unselbstständiger oder selb
st
ständiger Erwerbstätigkeit, das Arbeitslose innerhalb einer
Kontrollpe
riode
erzielen. Die versicherte Person hat Anspruch auf Ersatz des Verdienst
ausfalls (
Art.
24
Abs.
1 erster und zweiter Satz AVIG). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten
Zwischen
verdienst
, mindestens aber dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die be
treffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst (
Art.
24
Abs.
3 erster Satz AVIG).
Da
bei hat die v
ersicherte
Person
solange Anspruch auf Ersatz des Verdienst
ausfalles nach
Art.
24
Abs.
1 bis 3 AVIG, als
sie
in der fraglichen
Kon
troll
periode
nicht eine zumutbare Arbeit im Sinne von Art.
16 AVIG auf
nimmt. Nimmt
sie
während der streitigen Kontrollperiode eine - insbesondere
lohn
mässig
- zumutbare Arbeit auf
, mithin eine Tätigkeit, die ihr
ein Ein
kommen verschafft, welches zumindest dem Betrag der
Arbeitslosenentschä
digung
entspricht, bleibt für die Annahme eines Zwischenverdienstes kein Raum
(BGE
121 V 51
E. 2,
BGE 120 V 502 bestätigt.
1.4
Art.
11
Abs.
1 AVIG hat die Funktion einer Grundregel, die immer zur Anwen
dung gelangt, es sei denn, das Gesetz sehe selbst eine Ausnahme vor. Letzteres geschie
ht etwa mit
Art.
24
Abs.
5 AVIG.
Diese im Rahmen der
Zwischenverdienstregelung geltende Bestimmung befrei
t die
versicherte Person
während den gesetzlich vorgesehenen Fristen (vgl.
Art.
24
Abs.
4 AVIG) vom Erfordernis des anrechenbaren Arbeitsausfalles, wenn
sie
zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit für wenigstens eine ganze Kontrollperiode eine
Vollzeit
beschäftigung
annimmt, deren
Ent
löhnung
geringer ist als die ihr
zustehende
Arbeitslosenentschädigung (Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2015 vom 1
7.
Mai
2016 E. 5.1;
BGE 121 V 336 E. 2b).
1.
5
Art.
23
Abs.
1 AVIG bestimmt, dass als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn gilt, der während eines
Bemes
sungszeitraumes
aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normaler
weise
erzielt wurde, unter Einschluss der vertraglich vereinbarten regelmässi
gen Zulagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonveni
enzen darstellen, und dass der Verdienst nicht als versichert gilt, wenn er eine Mindestgrenze nicht erreicht, wobei der Bundesrat den Bemessungs
zeitraum und die Mindestgrenze bestimmt (Satz 4).
Gemäss
Art.
37 AVIV bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem
Durch
s
chnittslohn
der letzten sechs Beitragsmonate vor Beginn der
Rahmen
frist
für den Leistungsbezug (
Abs.
1). Er bemisst sich nach dem
Durch
schnittslohn
der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den
Leistungs
bezug
, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derje
nige nach
Art.
37
Abs.
1 AVIV (
Abs.
2). Der Bemessungszeitraum beginnt, unabhängig vom Ze
it
punkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die
Beitrags
zeit
liegen (
Abs.
3
).
1.6
Ein volles Taggeld beträgt laut
Art.
23
Abs.
1 Satz 1 AVIG 80
%
des ver
sicher
ten Verdienstes. Gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erhalten versi
cherte Personen, die keine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern unter 25 Jahren haben (
lit
. a), die ein volles Taggeld erreichen, das mehr als
Fr.
140.-- beträgt und die
k
eine Invalidenrente beziehen, die einem Invaliditätsgrad von min
destens 40
%
entspric
ht (
lit
. c), ein
Taggeld in der Höhe von 70
%
des ver
sicherten Verdienstes.
Art.
40a AVIV bestimmt, dass der
Tagesverdienst ermittelt
wi
r
d
, indem der Monatsverdienst durch 21.7 geteilt wird.
1.7
Gemäss
Art.
27
Abs.
1 AVIV hat die versicherte Person nach je 60 Tagen kon
trollierter Arbeitslosigkeit innerhalb der Rahmenfrist Anspruch auf fünf aufeinander folgende kontrollfreie Tage, die sie frei wählen kann. Während der kontrollfreien Tage muss sie nicht vermittlungsfähig sein und sich nicht um Arbeit bemühen (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schwei
zerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, soziale Sicherheit,
2.
Auflage, Basel 2007, S. 2275
Rz
320 mit Hinweis), jedoch die übrigen Anspruchsvoraussetzungen (
Art.
8 AVIG) erfüllen. Laut
A
bs
.
3 dieser Bestim
mung ist die versicherte Person gehalten, den Bezug der kontrollfreien Tage spätestens 14 Tage im Voraus der zuständigen Amtsstelle zu melden, wobei die kontrollfreien Tage nur wochenweise bezogen werden können und ohne entschuldbaren Grund auch bei Nichtantritt als bezogen gelten.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
8.
August 2015
(
Urk.
2)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in de
r Zeit ab
1.
April 2015 einen im Vergleich zum hypothetischen Anspruch auf
Arbeits
losenentschädigung
höheren Verdienst erzielt habe, weshalb er
ab diesem Zeitpunkt keinen anrechenbaren Verdienstausfall erleide und deshalb keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe
(S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass er
im April 2015 noch aus
stehende Ferientage bezogen habe, und dass ihm infolge einer ungenügende
n
Unterstützung durch die Arbeitslosenversicherung in den von ihm gegen seine frühere Arbeitgeberin, die
Y._
, angestrengten Verfahren, Kosten entstanden seien (
Urk.
1).
3.
3.1
Bei den Akten befindet sich ein Arbeitsvertrag vom
3.
beziehungsweise vom
6.
März 2015 zwischen dem Beschwerdeführer und der
Z._
(
Urk.
5/135). Danach wurde der Beschwerdeführer
von
Z._
auf den
1.
April 2015 als Senior Consultant angestellt, wob
e
i das geplante Bruttojahressalär von
Fr.
145‘000.-- aus einem Fixum im Um
fang von 70
%
, einer Honorarkommission im Umfang von 17
%
und einer Auftragseingangskommission im Umfang von 13
%
zusammengesetzt sei (S. 2).
3.2
Mit Schreiben vom 3
0.
Juni 201
5 an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
5/137) führte der Beschwerdeführer sinngemäss aus, dass er seit
1.
April 2015 bei der der
Z._
tätig sei, und dass er im Monat April die ihm verbleibenden Ferientage beziehungsweise kontrollfreien Tage bezogen habe.
3.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte auf Grund des vom Beschwerdeführe
r
vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bei der
Y._
erzielten Verdienstes einen versicherten Verdienst von
Fr.
10‘500.-- im Monat (
Urk.
5/34; vgl. Urk. 5/146/1-3). Die Bemessung des versicherten Verdienstes wird vom Be
schwerdeführer nicht bestritten (
Urk.
1).
4.
4.1
Da der Beschwerdeführer gegenüber zwei sich in Ausbildung befindenden, noch nicht 25 Jahre alten Töchtern, unterhaltspflichtig war (
Urk.
5/122, Urk. 5/125) hatte er Anspruch auf ein volles Taggeld im Umfang von 80
%
des versicherten Verdienstes von
Fr.
10‘500.-- und mithin auf ein
Bruttotag
geld
von
rund
Fr.
387.10
(
Fr.
10‘500.-- x 0.8
÷ 21.7 Tage)
.
4.2
Gestützt auf den sich bei den Ak
ten befindenden Arbeitsvertrag
zwischen d
em Beschwerdeführer und der
Z._
vom
3.
B
eziehungs
weise vom
6.
März
2015 (
Urk.
5/135) sowie das erwähnte
Schreiben
des Beschwer
de
führers
an die Beschwerdegegnerin vom 3
0.
Juni
201
5 (
Urk.
5/137)
ist vor
liegend mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass
der Beschwer
deführer am
1.
A
pril 2015
eine
vollzeitliche
Tätigkeit als Senior Consultant bei der
Z._
aufgenommen hat und dabei einen
Bruttojahres
verdienst
in der Höhe von mindestens eines Fixums im Umfan
g von 70
%
von
Fr.
145‘000.--, mithin
von
Fr.
101‘500.--
im Jahr
beziehungsweise von
Fr.
8‘458.30 im Monat erzielte.
Daraus resultierte ein Tagesverdienst von rund
Fr.
389.80 (
Fr.
8‘458.30 ÷ 21.7 Tage).
4.3
Es
steht
daher
fest, dass der Beschwerdeführer, selbst wenn
e
r im Monat April 2015
lediglich
ein
en
Monatslohn im
minimalen
Umfang eines Fixums
von 70
%
des arbeitsvertraglich vereinbarten geplanten Verdienstes aus seiner
Tätigkeit bei der
Z._
erzielt hätte, ein
en
Verdienst erzielte, welcher die ihm als Arbeitsloser zustehende hypothetische
Arbeitslosenent
schädigung
überstieg.
4.4
Bei der vom Beschwerdeführer ab
1.
April 2015 bei der
Z._
ausgeübten Tätigkeit handelt es sich um eine dem Beschwerdeführer im Sinne von
Art.
16
Abs. Abs.
2
lit
. i AVIG in finanzieller Hinsicht zumutbare Tätigkeit, welche ihm ein den
Betrag der Arbeitslosenentschädigung
über
steigendes Einkommen verschaffte. Ein Verdienstausfall im Sinne von
Art.
24
Abs.
3 AVIG ist für die Zeit ab
1.
April 2015 daher zu verneinen, sodass für die
Annahme eines Zwischenverdienstes kein Raum
bleibt.
4.5
Anhaltspunkte, dass die Annahme der Tätigkeit bei der
Z._
dem Beschwerdeführer aus anderen Gründen (vgl.
Art.
16
Abs.
2
lit
. a bis h AVIG) nicht zuzumuten wäre, lassen sich den Akten nicht entnehmen. Diese Frage kann vorliegend indes offen gelassen werden. Denn selbst wenn eine allfällige Unzumutbarkeit gemäss
Art.
16
Abs.
2
lit
. a bis h AVIG zu bejahen wäre, bliebe diese unerheblich, da der Beschwerdeführe
r die Tätigkeit bei der bei der
Z._
aus freien Stücken vereinbarte und antrat (Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2015 vom 1
7.
Mai 2016 E. 6.2.1).
5.
5.1
Nach Gesagtem steht daher fest, dass m
it der Aufnahme einer zumutbaren
vollzeitlichen Tätigkeit durch den Beschwerdeführer am
1.
April 2015
die Arbeitslosigkeit
endete, und dass ein
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf
Arbeitslosenentschädigung ab diesem Zeitpunkt zu verneinen ist.
5.2
Daran vermag nicht zu ändern, dass den Akten zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer de
m RAV am 3
1.
März 2015 den Bezug von Ferien bezie
h
ungsweise von kontrollfreien Tagen während der Zeit vom
8.
bis 2
1.
April 2015 meldete (
Urk.
5/127). Denn
,
wie erwähnt (vorstehend E.
1.7
)
,
muss die versicherte Person w
ährend der kontrollfreien Tage
zwar
nicht
vermittlungs
fähig
sein und sich nicht um Arbeit bemühen
, sie muss indes
die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.
Dies
e
Voraussetzung erfüllte der Be
schwer
deführer, welcher ab
1.
April 2015 weder arbeitslos war, noch einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitt, ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
5.3
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
8.
August 2015
(
Urk.
2) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab
1.
April
2015
verneinte
. Die
Beschwerde
ist
in diesem Punkte
daher
abzu
weisen.
6.
6.1
Nach Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Dabei wird die Rückerstattung ganz oder teilweise erlassen (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV).
6.2
Art.
25
Abs.
1 ATSG knüpft die Rückerstattungspflicht an einen unrecht
mässi
gen Leistungsbezug an, wobei sich die Unrechtmässigkeit einer bereits bezogenen Leistung insbesondere aus einer prozessualen Revision oder aus einer Wiedererwägung der leistungszusprechenden Verfügung erge
ben kann. Für eine Rückerstattung nach
Art.
25
Abs.
1 ATSG gelten daher die gleichen Voraussetzungen wie für eine Wiedererwägung oder eine pro
zessuale Revi
sion (Urteil des Bundesgerichts 8C_207/2010 vom 3
1.
Mai 2010 E. 2).
6.3
Art.
53
Abs.
2 ATSG schreibt vor, dass ein Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen kann,
wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeutung ist. Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozes
suale Revision von Verwaltungsverfügungen zu unterscheiden. Danach ist
die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurück
zu
kommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 126 V 24 E. 4b).
6.4
Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen (BGE 110 V 387 E. 4b). Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles, wozu auch die Zeitspanne gehört, welche seit der zu Unrecht erfolgten Leistungsgewährung verstrichen ist. Grundsätzlich unbeachtlich muss hingegen die Anzahl der auf dem gleichen Fehler der Verwaltung beruhenden Rückforderungsstreitigkeiten sein. Die Höhe des unrechtmässig aus
bezahlten Betrages ist insofern von Bedeutung, als das Interesse der Ver
wal
tung an der richtigen Durchführung des objektiven Rechts in der Regel umso weniger ins Gewicht fällt, je geringer die zu Unrecht ausgerichteten Leistun
gen sind. Die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung dient im Üb
rigen der Verwaltungs- und Prozessökonomie. Gemäss der Recht
spre
chung wurde jedoch ein Betrag von
Fr.
706.25 als erheblich betrachtet, während Beträge von
Fr.
265.20, von
Fr.
165.90, von
Fr.
394.20 und von
Fr.
568.10 als nicht erheblich angesehen wurden (Urteil des Bundesgerichts C
44/02 vom
6.
Juni 2002 E. 3b)
6.5
Nach Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis er
halten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Ent
richtung der einzelnen Leistung. Bei diesen Fristen handelt es sich um
Ver
wirkungsfristen
(BGE 119 V 431 E. 3a).
Unter dem Ausdruck "nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat" ist der Zeitpunkt zu verstehen, in welchem sich die Verwaltung vom Sachverhalt, der zur Rückforderung einer irrtümlich ausgerichteten Leistung berechtigt, hätte Rechenschaft geben müssen, wenn sie die unter den gegebenen Umständen erforderliche Aufmerksamkeit aufgewendet hätte (BGE 119 V 431 E. 3a mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 270 E. 5a).
7.
7.1
Mit Abrechnung vom 2
9.
April 2015 (
Urk.
5/146/1) richtete die
Beschwerde
gegnerin
dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
bis 3
0.
April 2015 Arbeitslosenentschädigung im Betrag von
Fr.
8‘297.20 aus. Davon forderte sie
vom
Beschwerdeführer mit
der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
5/132) zu Unrecht ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung
für die Zeit vom 2
7.
bis 3
0.
April 2015
im Betrag vo
n Fr. 1‘508.55 zurück
. Demzufolge richtete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
bis 2
6.
April 2015 Arbeitslosenentschädigung im Betrag von
Fr.
6‘788.65 (netto) aus (vgl. Urk.
5/146/2).
7.2
Nach Gesagtem (vorstehend E.
5.3
) hat die Beschwerdegegnerin
e
inen An
spruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit
ab
1.
April
2015
zu Recht verneint.
Unter diesen Umständen war die Ausrichtung
von Arbeitslosenentschädigung
für die Zeit vom
1.
bis
2
6.
April 2015 offen
sichtlich unrichtig (vgl. BGE 126 V 401 E. 2b/
bb
).
7.3
In
masslicher
Hinsicht wird die Rückforderung im Betrag von
Fr.
6‘788.65 vom Beschwerdeführer
zu Recht nicht bestritten (
Urk.
1). Angesichts der Höhe der zu Unrecht gewährten Leistungen ist die Berichtigung sodann von erheblicher Bedeutung, sodass die Voraussetzungen für ein wiedererwägungsweises Zu
rückkommen auf die Leistungsausrichtung erfüllt sind.
8.
8.1
Zu prüfen bleibt, ob die Rückforderung nicht bereits verwirkt ist.
Gemäss Art.
25
Abs.
2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Ausgleichskasse davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzel
nen Leistung. Bei diesen Fristen handelt es sich um Verwirkungsfristen, die immer und von Amtes wegen zu berücksichtigen sind (BGE 133 V 582 E.
4.1; 128 V 12 E.
1). Für den Beginn der relativen einjährigen
Verwir
kungs
frist
sind nicht das erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrecht
mässige Leistungsausrichtung massgebend. Abzustellen ist auf jenen Tag, an dem die Verwaltung später bei der ihr gebotenen und zumutbaren Aufmerk
samkeit den Fehler hätte erkennen müssen und dass die Voraussetz
ungen für eine Rückerstattung bestehen (BGE 124 V 383 E.
1; 122 V 274 f. E.
5a und 5b/
aa
; SVR 2002 IV Nr. 2, I 678/00, E. 3b). Massgebend ist daher jener Tag, an dem sich die Amtsstelle später - beispielsweise anlässlich einer
Rechnungs
kontrolle
- unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler h
ätte Rechenschaft geben müssen
(Urteil des Bundesgerichts
vom 1
9.
Februar 2010, 9C_482/2009, E. 3.3.2). Massgebend für den Beginn der ab
soluten Frist von fünf Jahren ist der tatsächliche Bezug der einzelnen Leistung.
8.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin
mit Erhalt des Arbeitsvertrages des
Beschwerdeführes
m
it
der
Z._
am 2
4.
Juni
2015 (
Urk.
5/135; Eingangsdatum) die Gewissheit hatte
, dass
der An
spruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung bereits ab
1.
April
2015 zu verneinen war.
Die einjährige relative Verwirkungsfrist begann daher am
2
5.
Juni
2015 zu laufen und endete am
2
4.
Juni
201
6.
Mit Erlass der Verfü
gung vom
2
2.
Juni 2015 (
Urk.
5/134
) hat die
Beschwerde
gegnerin
den
Rück
forderungsanspruch
jedenfalls rechtzeitig geltend gemacht.
8.3
Demnach ist eine Rückforderung der Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerdeführer im Umfang von
Fr.
6‘788.65 ausgewiesen, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkte abzuweisen ist.
9.
9.1
Über Rückforderung und - gegebenenfalls - Erlass derselben wird in der Regel in zwei Schritten verfügt (
Art.
3 und 4 ATSV; Urteil des Bundesgerichts I 121/07 vom 1
6.
Januar 2008).
9.2
Gemäss
Art.
94
Abs.
3 AVIG unterbreitet die Arbeitslosenk
asse
ei
n
Erlassge
such
der kantonalen Amtsstelle zum Entscheid.
9.3
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im ange
foch
tenen
Einspracheentscheid
vom 2
8.
August 2015 (
Urk.
2) auf das Gesuch des Beschwerdeführers um Erlas
s
der Rückforderung nicht eintrat und fest
stellte, dass
die Sache nach Eintritt der Rechtskraft an die zuständige Amts
stelle zu überweisen sei.
Insoweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde im Rahmen eines
Eventu
albegehrens
einen Erlass der Rückforderung beantragen will (
Urk.
1 S. 1), ist auf die Beschwerde daher nicht einzutreten.