Decision ID: f7f447d4-287f-58cf-b1a2-314082595208
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden (Mutter, Tochter und Sohn) ersuchten am 4 Juli
2020 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der
«Eurodac»-Datenbank ergab, dass sie am 28. August 2015 in Italien ein
Asylgesuch gestellt hatten (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 8). Das SEM
gewährte den Beschwerdeführerinnen 1 und 2 gestützt auf diese Abklärun-
gen am 14. Juli 2020 das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintre-
tensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Italien, dessen
Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage
komme. Die Beschwerdeführerin 1 gab zu Protokoll, sie seien in den fünf
in Italien verbrachten Jahren von Camp zu Camp gebracht worden und
hätten dort viele Probleme gehabt. Sie seien schlecht behandelt und ihre
Kinder seien in der Schule diskriminiert worden. Als die Pandemie begon-
nen habe, hätte man ihnen einen Monat Zeit gegeben, das Asylheim zu
verlassen. Es gehe ihr nicht gut. Sie leide an Myomen und habe Ohren-
schmerzen, Augen- und Rückenprobleme und Bluthochdruck. Ihre Tochter
habe Menstruationsbeschwerden und ihr Sohn Ohrenprobleme (SEM-
act. 24). Die Beschwerdeführerin 2 sagte aus, sie hätten in Italien keine
Bleibe mehr gehabt. Sie und ihr Bruder seien diskriminiert worden. Sie hät-
ten jeweils abgelaufenes Essen erhalten. Ihre Mutter sei krank und habe
trotzdem arbeiten müssen, weshalb ihr Bruder und sie selbst jeweils ein-
gesprungen seien (SEM-act. 26).
B.
Am 23. Juli 2020 respektive am 29. Juli 2020 ersuchte die Vorinstanz Ita-
lien um Übernahme der Beschwerdeführenden (SEM-act. 30; 32). Die ita-
lienischen Behörden reagierten nicht innerhalb der hierfür vorgesehenen
Frist von Art. 25 Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-
gend: Dublin-III-VO). Sie stimmten den Ersuchen jedoch am 16. Septem-
ber 2020 gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO nachträglich zu (SEM-
act. 36).
C.
Mit Verfügung vom 23. September 2020 (eröffnet am 25. September 2020)
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trat das SEM auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ver-
fügte deren Überstellung nach Italien und forderte sie auf, die Schweiz am
Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte es
die Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfäl-
ligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wir-
kung zu (SEM-act. 43).
D.
Am 25. September 2020 beendete die den Beschwerdeführenden für das
Asylverfahren zugeteilte bisherige Rechtsvertreterin das Mandatsverhält-
nis (SEM-act. 44).
E.
Mit Beschwerde vom 1. Oktober 2020 gelangten die Beschwerdeführen-
den an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragten sinngemäss die
Prüfung ihrer Asylgesuche in der Schweiz und das Absehen von einer
Überstellung nach Italien (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-
act.] 1).
F.
Am 2. Oktober 2020 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-
schen Vollzugsstopp an (BVGer-act. 2).
G.
Mit Zwischenverfügung vom 6. Oktober 2020 gewährte die Instruktions-
richterin der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und forderte die Vor-
instanz zur Einreichung einer Vernehmlassung auf (BVGer-act. 3).
H.
Am 21. Oktober 2020 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung zu den
Akten (BVGer-act. 5), welche den Beschwerdeführenden zusammen mit
vorliegendem Urteil zur Kenntnis gebracht wird.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und
Art. 6 AsylG).
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1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist
[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG]) sind offensichtlich erfüllt.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde erweist sich als offen-
sichtlich begründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständig-
keit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwei-
ten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) und mit summarischer Begründung zu
behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Aufgrund des im Jahr 2015 in Italien gestellten Asyl-
gesuchs ist von der grundsätzlichen Zuständigkeit Italiens auszugehen
(vgl. Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). Die italienischen Behörden haben
diese stillschweigend anerkannt (vgl. Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO) und
nachfolgend, am 16. September 2020, auch explizit bestätigt (SEM-act.
36). Die Beschwerdeführenden bestreiten die Zuständigkeit Italiens denn
auch nicht. Strittig und nachfolgend zu klären ist jedoch, ob vorliegend hin-
reichend konkrete Garantien für eine adäquate, familiengerechte Unter-
bringung der Beschwerdeführenden in Italien vorliegen und damit der im
Nachgang zum Erlass des «Salvini-Dekrets» entwickelten Rechtsprechung
Nachachtung verschafft wird respektive ob die Vorinstanz eine rechts-
genügliche Prüfung der Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17
Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 der Asyl-
verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vorgenommen
hat.
3.2 Die Beschwerdeführenden stellen sich gegen eine Überstellung nach
Italien und beantragen die Behandlung ihrer Asylgesuche durch die
schweizerischen Behörden, da sie in Italien die Aufforderung erhalten hät-
ten, ihre Unterkunft zu verlassen und ihnen dort ein menschenunwürdiges
Dasein drohe (BVGer-act. 1).
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3.3 Die Vorinstanz argumentiert in der angefochtenen Verfügung, eine
Überstellung der Beschwerdeführerenden – einer alleinerziehenden Mutter
mit ihren zwei minderjährigen Kindern – sei unter Einhaltung der hierfür im
Urteil des BVGer E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 geforderten Vor-
aussetzungen zulässig. Die italienischen Behörden hätten bereits im Feb-
ruar 2020 Massnahmen ergriffen, um die Qualität der Aufnahmebedingun-
gen und der in den Zentren angebotenen Dienstleitungen landesweit zu
vereinheitlichen. Am 24. April hätten sie der Schweiz eine Liste mit Aufnah-
meeinrichtungen für asylsuchende Familien übermittelt. In diesen Einrich-
tungen würden Familien untergebracht, die im Dublin-Verfahren überstellt
würden. Die von den italienischen Behörden ausgewählten Unterbrin-
gungsstrukturen seien aufgrund ihrer Grösse und der darin zugelassenen
Personenkategorien für die Aufnahme von Familien mit minderjährigen
Kindern geeignet. Die italienischen Behörden hätten überdies die Be-
schwerdeführenden explizit namentlich erwähnt. Angesichts dieser konkre-
ten, überprüfbaren und daher justiziablen Informationen hinsichtlich der
Unterbringung der Beschwerdeführenden in Italien sei von einer adäqua-
ten Unterbringung auszugehen (SEM-act. 43).
3.4 In der Vernehmlassung ergänzt die Vorinstanz, dass Dublin-Rückkeh-
rende seit dem Inkrafttreten des «Salvini-Dekrets» zwar in Erstaufnahme-
zentren untergebracht würden, deren Qualität unterschiedlich hoch sein
könne. Es gebe jedoch keinen Grund zur Annahme, dass die von den itali-
enischen Behörden eigens für Familien mit minderjährigen Kindern ausge-
wählten und in der Liste vom 24. April 2020 aufgeführten Zentren der Erst-
aufnahme nicht die notwendigen Standards im Sinn der Tarakhel-Recht-
sprechung aufweisen würden. Gemäss ihrer Kontaktperson in Rom werde
die Liste der Erstaufnahmezentren für Familien mit minderjährigen Kindern
regelmässig ergänzt. Es würden – auf Grundlage geografischer Kriterien –
nur Zentren in diese Liste aufgenommen, die den besonderen Bedürfnis-
sen von Familien und den notwendigen Standards betreffend die Betreu-
ung und Aufnahme von Familien im Sinne des Urteils des EGMR i.S. Ta-
rakhel gegen Schweiz, Nr. 2917/12 vom 4. November 2014 entsprächen.
Darüber hinaus hätten die italienischen Behörden seit Februar 2020 offen-
kundig Massnahmen ergriffen, um die Qualität der Unterbringung sowie der
Leistungen in den Erstaufnahmestrukturen landesweit zu vereinheitlichen,
damit diese besser auf die Bedürfnisse der Asylsuchenden zugeschnitten
seien. Die Beschwerdeführenden hätten sich gemäss Mitteilung der italie-
nischen Behörden bei ihrer Ankunft am Überstellungsort Bologna bei der
Flughafenpolizei zu melden. Diese schriftliche Mitteilung garantiere ihnen
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eine Unterbringung in einem der Aufnahmezentren gemäss der Liste vom
24. April 2020. (BVGer-act. 5).
4.
4.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist im als Referenzurteil publizierten Ur-
teil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 zum Ergebnis gekommen, dass
die vonseiten Italiens mittels Formular «Nucleo Familiare» abgegebene
Zusicherung einer adäquaten Unterkunft seit Inkraftsetzung des «Salvini-
Dektrets» nicht als Garantie für die Zuweisung einer adäquaten Unterbrin-
gung ausreicht. Es verweist dabei auf seine im Zusammenhang mit dem
Urteil des EGMR i.S. Tarakhel gegen Schweiz ergangene Rechtsprechung
(BVGE 2015/4 E. 4.3 sowie BVGE 2016/2 E.4.3) und hält fest, dass sich
die Situation in Italien seit dem Erlass des «Salvini-Dekrets» geändert
habe. Gemäss dem Rundschreiben vom 8. Januar 2019, welches Italien
an die übrigen Dublin-Staaten versandt habe, würden fortan alle asylsu-
chenden Personen (mithin auch jene, die im Rahmen eines Dublin-Verfah-
rens nach Italien überstellt worden seien) in den Erstaufnahmezentren
oder in den Notaufnahmezentren («Centri di accoglienza straordinari»
[CAS]) untergebracht (Urteil E-962/2019 E. 6.2.8). Obwohl im erwähnten
Rundschreiben versichert werde, dass in den Erstaufnahme- und Notauf-
nahmezentren die Einheit der Familie und der Schutz von Minderjährigen
gewährleistet sei, könne im blossen Verweis auf dieses Rundschreiben
keine hinreichend konkrete Garantie im Sinn der Tarakhel-Rechtsprechung
erblickt werden (Urteil E-962/2019 E. 8.3.3). In Ermangelung detaillierter
und verlässlicher Informationen betreffend die Unterbringungsverhältnisse
und den Schutz der Einheit der Familie sei eine Überstellung nicht zulässig,
weil damit das Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK einhergehe (Urteil
E-962/2019 E. 8.3.4). Weder ein Verweis auf das Rundschreiben vom
8. Januar 2019 noch die Angabe, dass in den Erstaufnahme- und Notauf-
nahmezentren Räume für Familien reserviert seien, vermögen diesen An-
forderungen zu genügen. Das SEM sei daher gehalten, weitergehende Zu-
sicherungen einzuholen.
4.2 Die mit dem «Salvini-Dekret» eingeführten Bestimmungen sind zum
Urteilszeitpunkt nach wie vor in Kraft. Zwar zeichnen sich Bestrebungen
ab, wonach Rechtsänderungen vorgenommen oder das Dekret allenfalls
gänzlich aufgehoben werden sollen. Es ist derzeit jedoch nicht absehbar,
ob und wann eine entsprechende Vorlage vom italienischen Parlament
adoptiert und in der Folge umgesetzt würde. Das Bundesverwaltungsge-
richt geht demzufolge zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor davon aus,
dass die im Urteil E-962/2019 entwickelte Rechtsprechung anwendbar ist.
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Daran ändern auch die von der Vorinstanz geltend gemachten und im Üb-
rigen nicht näher ausgeführten Verbesserungsmassnahmen, die die italie-
nischen Behörden seit Februar 2020 für die Unterbringung der Asylsuchen-
den vorgenommen hätten, nichts.
4.3 Dies bedeutet, dass das SEM nach wie vor gehalten ist, weitergehende
Zusicherungen einzuholen. Diesbezüglich ist den Akten zu entnehmen,
dass die italienischen Behörden die Beschwerdeführenden als Familien-
einheit betrachten (SEM-act. 36). Weiter bringt das SEM unter Berufung
auf eine ihm übermittelte Liste vom 24. April 2020 mit Unterkünften (siehe
SEM-act. 38) vor, die Beschwerdeführenden würden in einer dieser Ein-
richtungen untergebracht, wobei bei den aufgelisteten Unterkünften von
der Einhaltung der erforderlichen Standards im Sinn der Tarakhel-Recht-
sprechung ausgegangen werden könne. Die Mitteilung, mit der die Liste
übermittelt worden sei, garantiere dafür, dass nur Zentren auf die Liste ge-
setzt worden seien, welche nachweislich den besonderen Bedürfnissen
von Familien entsprächen.
4.4 Das Bundesverwaltungsgericht teilt die Ansicht des SEM, wonach die
Anerkennung als Familieneinheit und die Unterkunftsliste konkrete, über-
prüfbare und somit justiziable Informationen hinsichtlich der Unterbringung
der Beschwerdeführenden in Italien darstellten, zum jetzigen Zeitpunkt
nicht. Die auf der Liste der Unterkünfte vom 24. April 2020 aufgeführten
Einrichtungen seien gemäss den italienischen Behörden «centri di accog-
lienza specifici per famiglie», d.h. Aufnahmezentren spezifisch für Familien.
Das SEM legt jedoch nicht dar, inwiefern aus diesen Angaben hinreichend
konkret hergeleitet werden kann, dass in den auf der Liste aufgeführten
Unterkünften tatsächlich eine Unterbringung gewährleistet ist, die den
Schutz der Einheit der Familie und von Minderjährigen sicherstellt, zumal
bis heute von einer Unterbringung von Asylsuchenden ausgegangen wer-
den muss, die den Bestimmungen des «Salvini-Dekrets» unterliegt. Der
blosse Verweis auf eine Liste mit Unterkünften, die gemäss im Begleitmail
gemachten Angaben der italienischen Behörden den speziellen Bedürfnis-
sen von Familien gerecht würden, stellen keine hinreichend konkreten Ga-
rantien im Sinn der Tarakhel-Rechtsprechung dar.
4.5 Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass zum heutigen Zeit-
punkt weiterhin nicht von einer rechtsgenüglichen Abklärung des Sachver-
halts im Hinblick auf die Anwendung der Souveränitätsklausel ausgegan-
gen werden kann, weshalb die Vorinstanz ihrer Pflicht zur Ermessensaus-
übung nicht nachgekommen ist. Sie hätte in nachvollziehbarer Weise auf
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den vorliegenden Einzelfall bezogen prüfen müssen, ob es in Würdigung
der konkreten Umstände tatsächlich angezeigt ist, auf den Selbsteintritt zu
verzichten.
5.
Die Beschwerde erweist sich demnach als offensichtlich begründet. Sie ist
gutzuheissen, die Verfügung vom 23. September 2020 aufzuheben und die
Sache zur umfassenden Prüfung der Anwendung der Souveränitätsklausel
– in Ausübung des gesetzeskonformen Ermessens – an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG). Den nicht vertretenen Beschwerdeführenden ist
keine Parteientschädigung zuzusprechen.
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