Decision ID: 8a0b6a68-fea7-449e-916d-db143fa6b85c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juni 2003 wegen einer Fibromyalgie erstmals zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie gab an, keinen Beruf
erlernt und bei der B._ AG als Facharbeiterin gearbeitet zu haben. Die B._ AG teilte
am 9. Juli 2003 mit (IV-act. 9), die Versicherte sei bis Ende Februar 2003 als Z._-
Facharbeiterin angestellt gewesen. Der AHV-beitragspflichtige Lohn habe bei einer
Wochenarbeitszeit von 41.25 Stunden Fr. 48'152.-- betragen. Nach dem Einholen von
medizinischen Berichten gab die IV-Stelle eine Begutachtung in Auftrag. Am
17. Februar 2004 und am 22./23. März 2004 wurde die Versicherte durch das Y._
rheumatologisch und psychiatrisch untersucht und es wurde eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt. Im Gutachten vom 7. Mai 2004 (IV-
act. 27) gaben die Sachverständigen unter anderem folgende Diagnosen an:
Generalisiertes undifferenziertes Schmerzsyndrom (mit/bei degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen, St. n. Morbus Scheuermann, positiven Tenderpoints
bezüglich Fibromyalgie, positiven Kontrolldruckpunkten, Wirbelsäulenfehlhaltung,
Deconditioning-Syndrom, konsistenter depressiver Problematik), lebensreaktive
depressive Anpassungsstörung mittelschweren Ausprägungsgrades, St. n. Needling
und subacromialer Steroidinfiltration bei PHS calcarea links (11/2000), St. n. AC-
Gelenksinfiltrationen bei AC-Gelenksarthrose links (5/2002). Im Weiteren hielten sie
fest, in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit hätten keine objektivierbaren
Belastungslimiten gesehen werden können. Die Versicherte habe sich in den
A.a.
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Belastungstests selbstlimitiert. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit teilte der
psychiatrische Sachverständige mit (IV-act. 26-2), medizinisch-theoretisch sei im
Rahmen einer versicherungspsychiatrischen Rezeption des globalen neuropsychischen
Funktionspotentials eine 70-80%ige Arbeitsunfähigkeit valide ausgewiesen; dies auf
dem Boden einer objektivierbaren, arbeitsrelevanten, klinisch mittelschweren bis
schweren "unspezifischen" depressiven psychopathologischen Alteration mit einer
ausgeprägten, nicht mobilisierbaren kognitiv-emotionalen Fixierung auf ein
generalisiertes Schmerzsyndrom mit einem hypochondrisch-wahnhaften Einschlag. Der
rheumatologische Gutachter gab an (IV-act. 27-7), aus rein rheumatologischer Sicht sei
der Versicherten die monoton-statische Tätigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit
(die Versicherte hatte bei der B._ AG unter dem Mikroskop Z._ gelötet, IV-
act. 27-3) ganztags mit vermehrten Pausen (zwei Stunden pro Tag) zumutbar; eine
leichte, wechselpositionierte und wechselbelastende Tätigkeit sei ihr ganztags
zumutbar. Unter Berücksichtigung der konsistenten psychischen Problematik
hinsichtlich eines Schmerzsyndroms und des nun in den Vordergrund gerückten
psychiatrischen Leidens (vgl. die Beurteilung des psychiatrischen Sachverständigen)
bestehe langfristig eine 70-80%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten. Mit
Verfügungen vom 25. November 2004 und 16. Dezember 2004 sprach die IV-Stelle der
Versicherten ab dem 1. Mai 2003 eine ganze Invalidenrente zu (IV-act. 41, 44).
Am 30. Juni 2007 gab die Versicherte im Revisionsfragebogen an (IV-act. 50), der
Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 8. August 2007 (IV-act. 59), der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Der Hausarzt Dr. med. D._,
Facharzt für allgemeine Medizin FMH, teilte am 20. August 2007 ebenfalls einen
stationären Gesundheitszustand mit (IV-act. 60). Am 11. Oktober 2007 teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit, es bestehe weiterhin ein Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (IV-act. 64).
A.b.
Im Rahmen der Revision 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG, SR 831.20) leitete die IV-Stelle das nächste Revisionsverfahren ein (vgl. IV-
act. 68). Die Versicherte hielt am 28. März 2013 im Revisionsfragebogen fest (IV-
act. 66), der Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Der (neue) Hausarzt Dr. med.
E._, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 27. Mai 2013 (IV-act. 73), der
A.c.
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Gesundheitszustand der Versicherten habe sich nicht zum Positiven verändert.
Zusätzlich bestünden Epicondylitiden bds., eine HWS-Distorsion bei einem
Auffahrunfall am 8. Mai 2013, eine intermittierende Gastritis, intermittierende
Palpitationen (kardiologisch blande Untersuchung im Januar 2010), eine Migräne mit
Aura (blandes EEG im Januar 2011), zwischenzeitlich PHS calcarea Schulter rechts und
ein Glaukom (ED Januar 2009). Dr. C._ teilte am 12. Juni 2013 mit (IV-act. 74), seit
Mai 2004 seien immer wieder depressive Phasen aufgetreten. Als Diagnosen nannte er
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig eine mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1), und eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen
Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80). Er hielt fest, es scheine, dass die Versicherte nicht
in der Lage sei, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Mit einem Vorbescheid vom
17. September 2013 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht
(IV-act. 78, 79). Nach einem Einwand der Versicherten vom 24. Oktober 2013 (IV-
act. 88) und der Einreichung eines Berichts von Dr. E._ vom 30. Dezember 2013 (IV-
act. 91) erachtete die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung als
notwendig (vgl. die Mitteilung vom 1. Mai 2014, IV-act. 96).
Am 9. Februar 2015 und am 4. März 2015 wurde die Versicherte durch die SMAB
AG I._ polydisziplinär (psychiatrisch, rheumatologisch und internistisch) untersucht.
Im Gutachten vom 2. April 2015 gaben die Gutachter folgende Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 111-14): Dekonditionierung bei einem
langjährig chronifizierten Schmerzsyndrom von fibromyalgiformem Charakter. Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), rezidivierende depressive Störung,
leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) vor dem Hintergrund zahlreicher
psychobiographischer und psychosozialer Belastungsfaktoren, chronisch
rezidivierende Tendopathie der Schulterrotatorensehnen, anamnestisches Morton-
Neurom interdigital II/III links bei St. n. alter Vorfussfraktur, intermittierende Gastritis, St.
n. HP-Eradikation, intermittierende Palpationen (laut Aktenlage kardiologisch
abgeklärt), Sonnenallergie. Der psychiatrische Sachverständige führte aus (IV-act.
111-11), die Versicherte sei früh Mutter geworden; die Partnerschaft mit dem Vater
ihrer Tochter sei gescheitert. Eine weitere Beziehung zum Vater ihres zweiten Kindes
sei konfliktreich verlaufen. Der Vater des jüngsten Kindes sei kurz nach der Geburt des
A.d.
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Sohnes verstorben. Die Versicherte habe bereits in den 1990er Jahren in einem engen
zeitlichen Zusammenhang mit einer Auffahrkollision und einer dabei erlittenen
Wirbelsäulenprellung mit HWS-Distorsion ein chronisches Schmerzsyndrom entwickelt.
Es sei zu einer sekundären Symptomausweitung mit deutlichen Hinweisen auf eine
Selbstlimitierung gekommen. Vor dem Hintergrund einer konflikthaften Partnerschaft,
die zur Trennung vor etwa fünf Jahren geführt habe, habe sich eine Ausweitung des
chronischen Schmerzsyndroms gezeigt. Die von der Versicherten beklagten
körperlichen Beschwerden seien nicht vollumfänglich durch somatische Befunde
erklärbar. Mit Blick auf die zahlreichen psychosozialen Belastungsfaktoren und die
konflikthaft erlebten psychobiographischen Belastungen sei von der Entwicklung einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen. Damit einher gehe eine
dysfunktionale Schmerzverarbeitung, welche auf dem Boden der aktuell erhobenen
Befunde deutliche histrionische Züge trage und als willensnah gesteuert erscheine.
Eine depressive Symptomatik mit einem mittelschweren bis schweren
Ausprägungsgrad liege nicht vor. Allenfalls liege eine leichte depressive Episode vor,
wobei mit Blick auf den bisherigen Verlauf von einer rezidivierenden depressiven
Störung auszugehen sei. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
resultiere daraus nicht. Auch aus der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
resultiere keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit; die Foerster-Kriterien seien nicht
erfüllt. Die diagnostischen Algorithmen einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung bei
chronischen Schmerzen seien ebenfalls nicht erfüllt. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Versicherte in der Lage, jegliche ihrer körperlichen Konstitution sowie ihrem
Ausbildungs- und Kenntnisstand angepasste Tätigkeiten zu verrichten. Der
rheumatologische Gutachter hielt fest (IV-act. 111-12, 111-39), in der Vorgeschichte
der Versicherten lasse sich mit einem im Oktober 1996 erlittenen Autounfall ein erster
Schwerpunkt erkennen. Ein erster rheumatologischer Bericht aus dem Unfalljahr
enthalte bereits zahlreiche Pathologien im Bereich des Bewegungsapparates wie ein
subakutes Panvertebralsyndrom, Schulter- und Beckengürteltendinosen, eine leichte
linkskonvexe Skoliose thorakolumbal, eine Spondylose der BWS, eine beginnende
Chondrose L5/S1 sowie eine muskuläre Dysbalance und eine allgemeine Bandlaxität.
Eine zweite aktenkundige Phase habe im Oktober 2002 mit einer Hospitalisation in der
Klinik X._, wo ein generalisiertes Schmerzsyndrom begleitet von zahlreichen
Kleinpathologien im Bereich des Bewegungsapparats beschrieben worden sei,
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eingesetzt. Innerhalb der zeitlichen Phase ab 2002 bis aktuell hätten sich keine neuen
medizinischen Fakten mit Ausnahme einer nochmaligen Distorsion im Nackenbereich
am 8. Mai 2013, welche jedoch nicht zur einer Situationsänderung geführt habe,
ergeben. Auch eine im Juni 2014 festgestellte lumbale Diskopathie mit beschriebener
Wurzelkompression S1 links scheine keine weiteren Folgen gehabt zu haben. Der Blick
auf die Akten und das in der aktuellen Untersuchung erhobene Zustandsbild liessen
keinen Zweifel, dass die im Jahr 2002 erstmals geäusserte Diagnose einer Fibromyalgie
bzw. eines Fibromyalgie-Syndroms korrekt gewesen sei und nach wie vor bestätigt
werden könne. Sowohl aus den subjektiven Schmerzangaben der Versicherten wie
auch aus dem Untersuchungsbefund ergebe sich eine undifferenzierte
Schmerzhaftigkeit praktisch des ganzen Körpers, welche durch ihr Ausmass
möglicherweise zusätzlich vorliegende, somatisch klarer zu begründende lokale
Störungen in der Beurteilung erschwere. Trotzdem sei anzunehmen, dass die
Schmerzkrankheit in ihrer Bedeutung gegenüber allfälligen Lokalbefunden vollständig
überwiege. Sitzende oder wechselnd sitzend-stehende Tätigkeiten ohne grössere
Gehstrecken (Fussproblematik links) und mit einer leichten Belastungsgrösse
erschienen der Versicherten zumutbar; allerdings sei die Möglichkeit wiederholter
Arbeitspausen und Positionswechsel zu fordern (chronische Nacken- und
Schulterproblematik). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fachmitarbeiterin in der
Produktion sei ohne ausgeprägte physische Belastungen gewesen; sie sei der
Versicherten grundsätzlich zumutbar. Wegen einer Leistungseinbusse von ca. 20%
durch die Arbeitsunterbrüche betrage die Arbeitsfähigkeit 80%. Für Verweistätigkeiten
gälten die gleichen, im Belastungsprofil formulierten Annahmen; die Arbeitsfähigkeit
betrage ebenfalls 80%. Der internistische Experte teilte mit (IV-act. 111-14), aus
internistischer Sicht fänden sich lediglich funktionelle Magendarmbeschwerden bei
einer intermittierenden Gastritis und ein Zustand nach einer HP-Eradikation, ausserdem
intermittierende Palpitationen, die sich im Untersuchungszeitpunkt jedoch nicht
dargestellt hätten und die scheinbar auch nicht kreislaufwirksam seien. Aus
internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei Angabe
einer Sonnenallergie seien Tätigkeiten mit einer stärkeren Exposition zu Sonnenlicht zu
vermeiden. In der Konsensbeurteilung gaben die Sachverständigen an (IV-act. 111-15),
aus polydisziplinärer Sicht sei die Versicherte in der Lage, die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Montage von Z._ ganztags mit einer
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Leistungsfähigkeit von 80% auszuüben. Ihr seien körperliche leichte Arbeiten einfacher
geistiger Art mit geringen Verantwortungsbereichen, ohne besonderen Zeitdruck, ohne
Nachtarbeitsbedingungen und ohne besondere Anforderungen an die Team- und
Konfliktfähigkeit zumutbar. Ebenfalls seien sitzende oder wechselnd sitzend-stehende
Tätigkeiten ohne grössere Gehstrecken (Fussproblematik links) und mit einer leichten
Belastungsgrösse zumutbar; allerdings sei die Möglichkeit wiederholter Arbeitspausen
und Positionswechsel zu fordern (chronische Nacken- und Schulterproblematik).
Tätigkeiten mit einer stärkeren Exposition zu Sonnenlicht seien zu vermeiden. Die letzte
Tätigkeit sei als angepasst zu betrachten. Retrospektiv habe über viele Jahre ein
syndromales Beschwerdebild bestanden. Es sei davon auszugehen, dass die
attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auch in der Vergangenheit
vorgelegen habe.
Dr. med. F._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 16. April 2015
(IV-act. 112), auf das Gutachten könne abgestellt werden. Mit einem (zweiten)
Vorbescheid vom 29. Mai 2015 stellte die IV-Stelle erneut die Einstellung der
Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 116). Gleichentags unterbreitete die IV-Stelle der
Versicherten ein Angebot zum Bezug von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (IV-
act. 113), welches die Versicherte am 3. Juni 2015 unterzeichnete (IV-act. 117). Mit
einer Mitteilung vom 19. Februar 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 125). Mit einer Verfügung vom 1. März 2016 stellte die IV-
Stelle die Rente ein (IV-act. 127). Mit einer weiteren Verfügung vom 2. März 2016
entschied die IV-Stelle (IV-act. 129), die Versicherte habe ab 1. Mai 2016 einen
Anspruch auf die Weiterausrichtung einer ganzen Invalidenrente. Diese Rente werde
ausgerichtet, wenn Massnahmen zur Wiedereingliederung durchgeführt würden,
längstens bis zum 30. April 2018. Bei einem Abbruch der Massnahme werde die
Weiterausrichtung der Rente eingestellt. Beide Verfügungen erwuchsen unangefochten
in Rechtskraft.
A.e.
Am 2./5. September 2016 reichte die Versicherte ein Anmeldeformular für
berufliche Integration/Rente sowie mehrere medizinische Berichte, insbesondere
Berichte des Hausarztes Dr. E._ und von Dr. med. G._, FMH Physikalische Medizin
und Rehabilitation, ein (vgl. IV-act. 140-161). Sie machte geltend, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2011 verschlechtert. Der RAD-Arzt
A.f.
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Dr. F._ notierte am 12. September 2016 nach einer Durchsicht der eingereichten
medizinischen Berichte (IV-act. 163), eine signifikante und anhaltende
Verschlechterung des Gesundheitszustands der Versicherten bestehe nicht. Die bisher
geltenden versicherungsmedizinischen Kenndaten seien unverändert. Mit einem
Vorbescheid vom 7. Oktober 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an, sie werde
nicht auf das neue Leistungsbegehren eintreten (IV-act. 166). Nach einem Einwand der
Versicherten vom 22. Oktober 2016 (IV-act. 171), dem medizinische Berichte von
Dres. E._ und G._ beigelegt waren, holte die IV-Stelle bei Dr. G._ einen
Verlaufsbericht ein (IV-act. 172). Der RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 5. Dezember 2016
(IV-act. 174), die in den Berichten aufgeführten Diagnosen und Entitäten seien bereits
anlässlich der Begutachtung durch die SMAB AG I._ bekannt gewesen. Die geltend
gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands könne nicht nachvollzogen
werden und sei nicht ausgewiesen. Mit einer Verfügung vom 3. Januar 2017 trat die IV-
Stelle auf die Anmeldung vom 2./5. September 2016 nicht ein (IV-act. 177). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 8./9. Juni 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(IV-act. 184). Am 1. Dezember 2017 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf,
Unterlagen einzureichen, um eine relevante Änderung des rechtserheblichen
Sachverhalts glaubhaft zu machen (IV-act. 191). Am 17. Januar 2018 gingen bei der IV-
Stelle Berichte von Dr. E._ vom 9. Januar 2018 und von Dr. G._ vom 13. Dezember
2017 ein. Dr. E._ hatte mitgeteilt (IV-act. 194-1), bei der Versicherten bestehe seit
langer Zeit eine fibromyalgieforme Beschwerdesituation. In den letzten Jahren seien
zunehmend Schulterbeschwerden hinzugekommen, welche im Rahmen einer PHS
calcarea/Impingement-Situation imponierten. Intermittierend würden auch
Beschwerden im Bereich der LWS mit mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen
und einer S1-Wurzel-Kompression angegangen. Leider sei nun auch noch eine
deutliche Spinalkanalstenose auf der Höhe C5/6 mit beidseitigen intraforaminalen
Kompressionen hinzugekommen. Die Halswirbelsäule sei bereits nach einem
Auffahrunfall im 2013 vorbelastet gewesen. Eine weitere Verschlechterung des
Gesundheitszustands sei unter anderem auch aufgrund der neuen symptomatischen
zervikalen Spinalkanalstenose hinzugekommen. Er sehe eine ganze Rente als
gerechtfertigt an. Dr. G._ hatte folgende Diagnosen genannt (IV-act. 194-2):
A.g.
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Impingementsyndrom Schulter rechts>links bei Tendinitis calcarea der
Supraspinatussehne bds., Lumbovertebralsyndrom bei aktivierter Spondylarthrose L4-
S1, cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei Spinalkanalstenose aufgrund von
degenerativen Veränderungen. Sie hatte festgehalten, seit Jahren sei die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch die zunehmende Bewegungseinschränkung der
Schultergelenke limitiert. Neu hinzugekommen sei im 2017 eine schmerzhafte
Bewegungseinschränkung der HWS bei einer Spinalkanalstenose (siehe MRI der HWS
vom 19. Januar 2017, IV-act. 194-3). Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sei
nachvollziehbar. Der RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 8. Februar 2018 (IV-act. 203), das
Zervikalsyndrom, die degenerativen Veränderungen und die Spinalstenose C5/6 seien
von den behandelnden Ärzten im Vergleich zum Gutachten der SMAB AG I._ vom
2. April 2015 neu angegeben worden. Diese Beschwerden seien bisher nicht im
Vordergrund gestanden. Demnach sei es möglich, dass sich der Gesundheitszustand
verschlechtert habe.
Am 23. März 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine polydiszi
plinäre Begutachtung notwendig sei und dass die SMAB AG I._ mit der Erstellung
eines Verlaufsgutachtens beauftragt werde (IV-act. 197). Der
Eingliederungsverantwortliche notierte am 4. April 2018 (IV-act. 200), die Versicherte
habe regelmässig Bestätigungen der Arbeitsbemühungen eingereicht. Da die Frist der
Arbeitsvermittlung ablaufe, würden die beruflichen Eingliederungsmassnahmen
abgeschlossen. Mit einer Mitteilung vom 10. April 2018 stellte die IV-Stelle die
beruflichen Eingliederungsmassnahmen und die Rentenzahlung ein (IV-act. 202).
A.h.
Am 9./16. Mai 2018 und am 25. Juni 2018 wurde die Versicherte durch die SMAB
AG I._ polydisziplinär (psychiatrisch, neurologisch, orthopädisch-traumatologisch
und internistisch) untersucht. Im Gutachten vom 13. August 2018 gaben die Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 210-6):
Radiologisch nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose, langjähriges
chronisches Schmerzsyndrom mit einem fibromyalgiformen Charakter, somatischen
und psychischen Faktoren, Erstdiagnose 2002 (chronische Schulter-Armschmerzen
rechts>links bei Impingementsyndrom bds. rechts>links, chronische Schmerzen der
HWS bei einer degenerativ bedingten Spinalkanalstenose C5/6 ohne eine signifikante
Bewegungseinschränkung der HWS und ohne neurologische Auffälligkeiten). Als
A.i.
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Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) vor dem
Hintergrund zahlreicher psychobiographischer und sozialer Belastungsfaktoren,
vermutlich leichter Wurzelreiz C8 und S1 rechts, Migräne mit einer ophtalmischen Aura,
aktenanamnestisch Morton-Neurom II/III linker Fuss, intermittierende Gastritis, Zustand
nach HP-Eradikation, intermittierende Palpitationen (laut Aktenlage kardiologisch
abgeklärt, klinisch nicht evident), Sonnenallergie, Varikosis beidseits, Hallux rigidus
links, anamnestisch Hyperthyreose (medikamentös eingestellt), fortgesetzter
Nikotinkonsum. Der psychiatrische Sachverständige führte aus (psychiatrisches
Teilgutachten vom 29. Juni 2018, IV-act. 210-18 ff.), die Versicherte habe angegeben,
dass sie unter ständigen Schmerzen leide. Sie sei mit sich und ihrer Lebenssituation
unzufrieden, was sich auf die Fähigkeit, Freude zu empfinden, negativ auswirke. Früher
habe sie ihre Arbeit geliebt und sei mit Freude zur Arbeit gegangen. Für die Zukunft
hoffe sie auf eine Besserung, aber eine Arbeit sei – wie auch immer – nicht möglich. In
Bezug auf die psychiatrischen Befunde gab der Gutachter insbesondere an (IV-
act. 210-24 f.), die Körpersprache habe nicht mit der Angabe einer hohen Schmerz
intensität von 8/10 übereingestimmt. In der emotional-affektiven Schwingungsfähigkeit
habe die Versicherte über das gesamte Ausdrucksspektrum verfügt. Zwar seien
Stimmung und Affektlage über Strecken gedrückt, ernst, teilweise auch depressiv
ausgelenkt geblieben, aber eine durchgehende Depressivität habe sich nicht gezeigt
und es sei der Versicherten mehrmals gelungen, auch kurz zum positiven Pol
mitzuschwingen. Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, sei reduziert erschienen. Ein
vollständiger Interessenverlust habe nicht vorgelegen, ebenso wenig ein sozialer
Rückzug aus allen Lebensbereichen. Auf der Persönlichkeitsebene habe sich wie
bereits anlässlich der Erstbegutachtung eine histrionische Akzentuierung mit einer
Neigung zu einem demonstrativen Verhalten gezeigt. Das Verhalten sei aber nicht
derart ausgeprägt gewesen, dass von einer Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert
auszugehen wäre. Unverändert habe die Versicherte wenig Veränderungsmotivation
gezeigt. In der Laboruntersuchung sei das Antidepressivum nicht nachweisbar
gewesen. Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F33.0). Im Weiteren hielt er fest, mit der depressiven Symptomatik sei eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung eng verknüpft. Differentialdiagnostisch sei
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu
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diskutieren, da die Versicherte anamnestisch mitgeteilt habe, man habe deutliche
degenerative Veränderungen an den Schultergelenken sowie einen
Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule und eine Verengung des Spinalkanals
festgestellt. Gemäss einem neurologischen Bericht vom 20. Januar 2018 sei der
Befund an der HWS als wahrscheinlich für die Schmerzen im Schultergürtelbereich
verantwortlich angesehen worden, ohne dass eine radikuläre Komponente zu
verzeichnen gewesen sei. Mit Blick auf diese Einschätzung sei eher von einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41) auszugehen, wobei die weitere, von der Versicherten beklagte fibromyalgiform
anmutende Schmerzwahrnehmung mit "Ganzkörperschmerz" zweifelsohne durch
somatische Befunde nicht hinreichend erklärbar sei. Psychologische Faktoren seien
aber an der Entstehung und vor allem an der Aufrechterhaltung der Symptomatik
massgeblich beteiligt. In der Beurteilung gab der psychiatrische Gutachter an (IV-
act. 210-28 ff.), die derzeit vorliegenden Befunde wichen nicht wesentlich von denen
der Erstbegutachtung im Februar 2015 ab. Auffallend sei eine deutliche Diskrepanz
zwischen der Angabe einer sehr hohen subjektiven Schmerzintensität und dem
Verhalten. Die Versicherte habe anlässlich der Begutachtung keine
Schmerzschonhaltung eingenommen und sie habe lebhaft gestikuliert und sich bewegt.
Auch die Schilderung des Alltags habe Ressourcen erkennen lassen. In Anlehnung an
das Mini-ICF APP sei festzuhalten, dass die Versicherte in der Lage sei, sich an Regeln
und Routinen anzupassen sowie Aufgaben zu planen und zu strukturieren. Die
Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit sei ausreichend erhalten. Die Versicherte
verfüge über Kompetenz und sie sei in der Lage, ihr Wissen anzuwenden. Die
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien vorhanden. Die Proaktivität von
Spontanaktivitäten sei leicht reduziert, die Widerstands- und Durchhaltefähigkeit seien
ebenfalls leicht defizitär. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei erhalten. Die Versicherte
sei kontaktfähig; die Konversation und Interaktion mit Dritten gelinge ihr. Aus rein
psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in der Lage, jegliche ihrem körperlichen
Belastungsprofil angepasste Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die ihrem
Kenntnis- und Ausbildungsstand entsprächen, in voller Präsenz und ohne eine
Leistungsminderung zu verrichten. Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter
Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und
Konfliktfähigkeit sollten möglichst gemieden werden. Der neurologische
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Sachverständige teilte mit (neurologisches Teilgutachten vom 4. Juni 2018, IV-
act. 210-40 ff.), die seit vielen Jahren bestehenden und generalisiert vorhandenen
Schmerzen könnten überwiegend nicht als neurogen angesehen werden. Paresen
seien nicht nachweisbar. Auffallend seien fehlende bzw. abgeschwächte
Muskeldehnungsreflexe, die im Gesamtkontext jedoch nicht einer Polyneuropathie
entsprächen. Der neurologische Befund liefere trotz der beschriebenen deutlich
ausgeprägten zervikalen Spinalkanalstenose (MRI vom 19. Januar 2017), die offenbar
in einer Voraufnahme (15. Januar 2997, richtig wohl: 1997) noch nicht bestanden habe,
keine genügenden Hinweise für das Vorliegen einer zervikalen Myelopathie, sodass aus
neurologischer Sicht keine Operationsindikation bestehe. Aus prophylaktischen
Gründen resultiere hieraus jedoch insofern eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit, als
Tätigkeiten, die mit einer starken Belastung oder mit Fehlhaltungen der HWS
einhergingen, nicht mehr ausgeübt werden könnten. Gleiches gelte für Tätigkeiten mit
Überkopfarbeiten, einem längeren Beugen des Nackens und einem schweren Heben.
Wesentliche Differenzen zum fachneurologischen Befundbericht vom 20. Januar 2018
von Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie FMH (vgl. IV-act. 210-79), seien nicht
vorhanden. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (die Versicherte hatte angegeben, die
Tätigkeit als Z._-Facharbeiterin sei mit Vornüberbeugen und Arbeiten unter dem
Mikroskop verbunden gewesen, IV-act. 210-37) sei die Versicherte seit dem Nachweis
der spinalen Enge (Januar 2017) vollständig arbeitsunfähig. In adaptierten Tätigkeiten
ohne eine starke Belastung oder Fehlhaltung der HWS, ohne Überkopfarbeiten, ohne
längeres Beugen des Nackens und ohne schweres Heben bestehe eine vollständige
Arbeitsfähigkeit. Der internistische Experte erklärte (internistisches Teilgutachten vom
25. Juni 2018, IV-act. 210-52 ff.), die Medikamentenanamnese sei schwierig gewesen;
die Versicherte habe die Medikamente zwar aufgelistet, Dosierung und zeitliche
Einnahme seien jedoch nicht klar zu evaluieren gewesen. Bei der Untersuchung des
Bewegungsapparats habe die Versicherte angegeben, sämtliche Körperstellen seien
druckschmerzhaft, insbesondere bei Abtasten des dorsalen Thorax und des
Wirbelsäulenbereichs. Bei der Auskultation mit dem Stethoskop habe er einen ähnlich
festen Druck ausgeübt, hier habe die Versicherte jedoch keine Schmerzen angegeben.
Aus internistischer Sicht finde sich keine signifikante Veränderung. Eine Hyperthyerose
sei hinzugetreten, die sich klinisch jedoch nicht äussere. Die Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt. Der
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orthopädisch-/traumatologische Gutachter hielt fest (orthopädisch-/traumatologisches
Gutachten vom 28. Juni 2018, IV-act. 210-65 ff.), die gesamte Untersuchung sei von
deutlichen Schmerzäusserungen und einem unruhigen Verhalten der Versicherten
begleitet gewesen. Die Versicherte habe die Beweglichkeit der HWS deutlich
schmerzhaft eingeschränkt demonstriert. Bei wiederholten Untersuchungsgängen und
einer geduldigen Untersuchung sei die Beweglichkeit der HWS in allen Ebenen nicht
schmerzhaft eingeschränkt gewesen. Das Impingement-Zeichen beider
Schultergelenke sei deutlich, bei einer entsprechend geduldigen Untersuchung und
wiederholten Untersuchungsgängen aber nur inkonsistent und in unterschiedlichem
Ausmass positiv gewesen. Für die HWS, BWS und LWS habe die Versicherte einen
sehr starken Bewegungsschmerz angegeben. Die Beweglichkeit der einzelnen
Abschnitte sei bei einer wiederholten Untersuchung und bei Ablenkung der
Versicherten ohne auffälligen Befund gewesen. Die Versicherte habe einen
Fingerkuppen-Bodenabstand von 20 cm demonstriert. Bei der späteren Untersuchung
sei der entsprechende Langsitz problemlos möglich gewesen und die Versicherte habe
mit den Fingerkuppen die Füsse erreichen können. Hierbei habe sie keine Schmerzen
angegeben. Verglichen mit den klinischen Befunden aus dem rheumatologischen
Gutachten vom 4. März 2015 und den aktuell vorliegenden Befunden könne keine
richtungsweisende Befundänderung, weder eine Verschlechterung noch eine
Verbesserung, festgestellt werden. Weiterhin bestünden sehr diffuse Schmerzen des
gesamten Körpers. Die zwischenzeitlich diagnostizierte degenerative Veränderung der
HWS in der Etage C5/6 könne eine signifikante Befundverschlechterung "nicht
argumentieren". Neurologisch fänden sich keine Auffälligkeiten, die Beweglichkeit der
HWS sei bei geduldiger Untersuchung frei möglich gewesen. Auch aktuell bestünden
chronische Schulter-Armschmerzen rechts>links bei einer Impingementsymptomatik
beider Schultern. Insgesamt sei die Beschwerdesymptomatik aber sehr inkonsistent
vorhanden und ein konsistenter Untersuchungsbefund nicht zu erheben. Die als
erheblich beschriebenen Schmerzen könnten nicht nachvollzogen werden. Vier von
fünf Waddell-Kriterien seien als Hinweis für eine bewusstseinsnahe Ausgestaltung der
Beschwerdesymptomatik bzw. einer Schmerzfehlverarbeitung positiv gewesen. Der
Versicherten seien lediglich leichte Tätigkeiten möglich. Diese sollten überwiegend im
Sitzen mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel durchgeführt werden
ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Überkopftätigkeiten und ohne
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Zwangshaltungen für die HWS, BWS und LWS. Aufgrund des vermehrten
Pausenbedarfs wegen der chronischen Schmerzsymptomatik sei die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten wie in einer Verweistätigkeit um 20% gemindert. In der
Konsensbeurteilung gaben die Sachverständigen an (IV-act. 210-5 ff.), die
degenerativen Veränderungen an der HWS sowie an den Schultergelenken führten zu
chronischen Schmerzen und daraus resultierend zu einem vermehrten Pausenbedarf.
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Montage von Z._ sei mit einer Zwangshaltung
der HWS verbunden gewesen, weshalb diese Arbeit aus neurologischer Sicht nicht
mehr zumutbar sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe hingegen eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit. Dabei sei auch die Überlagerung mit psychischen Störungen
berücksichtigt, welche für sich genommen keine Arbeitsunfähigkeit begründeten, weil
die Versicherte aus psychiatrischer Sicht durchaus über Ressourcen verfüge, welche
eine regelmässige Tätigkeit erlaubten. Der Versicherten seien körperlich leichte
Tätigkeiten, welche ihrem Kenntnis- und Ausbildungsstand entsprächen und
überwiegend im Sitzen (mit der Möglichkeit einer eigen gewählten Körperposition)
durchgeführt würden, zumutbar. Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter
Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und
Konfliktfähigkeit seien zu vermeiden. Auszuschliessen seien Tätigkeiten, die mit einer
starken Belastung oder Fehlhaltung der HWS einhergingen, insbesondere
Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten, die ein längeres Beugen des Nackens erforderten.
Retrospektiv bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem Nachweis der
zervikalen Spinalkanalstenose im Januar 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In
adaptierten Tätigkeiten habe sich die Einschätzung der 80%igen Arbeitsfähigkeit seit
2015 nicht geändert.
Der RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 22. August 2018 (IV-act. 211), auf das
Gutachten könne abgestellt werden.
A.j.
Mit einem Vorbescheid vom 23. August 2018 stellte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 18% die Abweisung des Begehrens um eine Invalidenrente in
Aussicht (IV-act. 214). Zur Begründung gab sie an, gemäss dem Gutachten der SMAB
AG I._ vom 13. August 2018 betrage die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten –
wie bisher gemäss dem Gutachten der SMAB AG I._ vom 2. April 2015 – 80%. Beim
Valideneinkommen von Fr. 52'701.-- sei auf das bisher erzielte Einkommen bei der
A.k.
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B._ AG abzustellen. Das Invalideneinkommen von Fr. 43'034.-- entspreche dem
durchschnittlichen Einkommen einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung
des Bundesamts für Statistik bei einer Arbeitsfähigkeit von 80%. Die Versicherte erhob
am 6. September 2018 (IV-act. 219) und am 13. Oktober 2018 (Posteingang:
22. Oktober 2018, IV-act. 226) einen Einwand. Sie reichte Berichte von Dr. C._ vom
17. September 2018 und von Dr. G._ vom 19. Oktober 2018 ein (IV-act. 226-2,
226-4). Dr. C._ hatte berichtet, er könne bestätigen, dass bei der Versicherten immer
wieder depressive Phasen aufgetreten seien. Die Schmerzen führten zu Ein- und
Durchschlafstörungen, einer bedrückten, traurigen Stimmung mit einem Verlust des
Selbstwertgefühls sowie der Vitalität im Sinne einer depressiven Anpassungsstörung
auf Dauerspannung. Dazu bestünden finanzielle und existenzielle Sorgen. Aktuell biete
sich das Bild eines mittelschwer ausgeprägten depressiven Syndroms. Aufgrund der
Depression und der chronischen Schmerzen resultiere eine Einschränkung der
kognitiven Fähigkeiten. Dadurch entstünden Einbussen der Handlungsenergie, -
planung, Übersichts- und mental-intellektuellen Umstellungsfähigkeit. Diese seien
berufslimitierend, auf dem Boden eines verminderten innerpsychischen Antriebs. Die
Persönlichkeitsänderung verunmögliche die Integration in ein Team. Die Versicherte sei
relativ isoliert und pflege ausserhalb der Familie praktisch keine Kontakte mehr.
Dr. G._ hatte mitgeteilt, sie habe folgende Diagnosen erhoben:
Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei Spinalkanalstenose und möglicher
Kompression C6 bds. (siehe MRI HWS 1/2017), Impingementsyndrom Schulter
rechts>links (Tendinitis calcarea Supraspinatussehne bds.), Lumbovertebralsyndrom
bei aktivierter Spondylarthrose L4-S1, Gonarthrose bds., myofasziales
Schmerzsyndrom bei muskulärer Dysbalance. Aufgrund der schmerzhaften
Bewegungseinschränkungen der Schultern und der Spinalkanalstenose der HWS sowie
bei weiteren Problemen im Bewegungssystem sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
nachvollziehbar. Am 7. November 2018 berichtete der Hausarzt Dr. E._ (IV-act. 232),
er könne nur mit Nachdruck formulieren, dass die Versicherte unter einer depressiven
Symptomatik leide, die sicherlich aufgrund der mehrjährigen Schmerzsymptomatik
indiziert sei. Aufgrund der komplexen Situation mit multiplen Befunden und
Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparats sei von operativen Eingriffen
Abstand zu nehmen. Er beurteile die Versicherte als vollständig arbeitsunfähig. Die IV-
Stelle bat die Gutachter der SMAB AG I._ am 5. Dezember 2018, zu den Berichten
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von Dres. C._, G._ und E._ Stellung zu nehmen (IV-act. 236). Am 14. Januar
2019 berichteten Fachärzte der H._ (IV-act. 240), die Versicherte sei vom
26. November 2018 bis 21. Dezember 2018 hospitalisiert gewesen. Sie nannten
folgende Diagnosen: Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in die
oberen Extremitäten bds., symptomatische tendinopathia calcarea Schultern bds.
rechtsführend, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont, Fibromyalgie (ED
2002), beginnende Coxarthrosen bds. (Röntgen vom 29. August 2016), chronische
Epicondylitis radialis et ulnaris humeri rechtsbetont, Morton Neurinom II/III Fuss links,
Hyperthyreose (ED 3/2017), DD Funktionelle Autonomie, M. Basedow, intermittierende
Gastritis, Dyslipidämie, Nikotinabusus, intermittierende Palpitationen, Migräne mit Aura,
teils sans migraine, Depression, Glaukom (ED 1/2009), Mikrohämaturie. Sie hielten fest,
die Versicherte sei zur intensiven muskuloskelettalen Rehabilitation zugewiesen
worden. Sie hätten die Versicherte in ein multimodales Therapieprogramm mit einem
Schwerpunkt auf aktivierenden und funktionsverbessernden Therapieeinheiten
integriert. Flankierend seien regelmässige Gespräche erfolgt. Hierbei hätten sich
Hinweise für eine fatalistische Grundhaltung nach einer langen Leidenszeit und einem
fehlenden bzw. geringen Erfolg der zahlreichen Therapieversuche gezeigt. Die
rehabilitativen mehrmodalen intensiven Therapiemassnahmen hätten gemäss den
Aussagen der Versicherten bezüglich der subjektiven Schmerzsituation bis zum
Austrittszeitpunkt keinen deutlichen Erfolg gezeigt. Am 23. Januar 2019 nahmen die
Gutachter der SMAB ergänzend Stellung (IV-act. 244). Sie hielten fest, in Bezug auf das
Attest von Dr. G._ sei darauf hinzuweisen, dass die als möglich erachtete
intraforaminale Nervenwurzelaffektion C6 bds. klinisch weder bei der jetzigen noch bei
einer früheren fachneurologischen Untersuchung (20. Januar 2018 Dr. J._) habe
festgestellt werden können. Wesentliche neurologische Störungen könnten somit nicht
angenommen werden. Diese Diagnose und ein Impingementsyndrom der Schulter
rechts>links seien im Gutachten bewertet worden. Bezüglich des
Lumbovertebralsyndroms sei auszuführen, dass dieses bei der Begutachtung nicht im
Vordergrund gestanden sei. Auch die Schmerzen beider Kniegelenke, die Dr. G._ als
Gonarthrose bds. darstelle, seien berücksichtigt worden. Insgesamt sei das von
Dr. G._ als myofasziales Schmerzsyndrom bei einer muskulären Dysbalance
angeführte Krankheitsbild als langjähriges Schmerzsyndrom mit fibromyalgiformem
Charakter mitgeteilt worden. Dr. E._ habe keine Aspekte genannt, die im Gutachten
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B.
nicht bewertet worden seien. Im Zeitpunkt der Begutachtung habe das Bild einer
leichten depressiven Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung bestanden.
Dr. C._ habe keinen Schweregrad der Depression benannt, sodass keine
Begründung vorliege, die zu einer abweichenden Einschätzung führen könnte. Im
Hinblick auf die von Dr. C._ attestierte Persönlichkeitsänderung sei festzuhalten,
dass die im ICD-10 geforderten Merkmale nicht erfüllt seien. RAD-Arzt Dr. F._
notierte am 25. Januar 2019 (IV-act. 247), die Gutachter seien ausführlich auf das
Schreiben von Dr. G._ eingegangen. Sie hätten begründet, weshalb die
Spinalkanalstenose zervikal keine klinischen Folgen verursache und dass die geklagten
Beschwerden der Versicherten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt
worden seien. Im Weiteren hätten die Gutachter ausgeführt, weshalb sie lediglich eine
leichte depressive Episode diagnostiziert hätten. Ausserdem hätten sie betont, dass
sich Dr. C._ nicht zum Schweregrad der Depression geäussert habe. Die ICD-10
geforderten Merkmale der von Dr. C._ diagnostizierten Persönlichkeitsänderung
seien nicht erfüllt. Aus dem Bericht der H._ ergäben sich keine neuen Aspekte. In
Bezug auf die Auswertung des Gutachtens der SMAB vom 22. August 2018 ergebe
sich keine Änderung.
Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um eine
Invalidenrente ab (IV-act. 248). Zum Einwand gab sie die Stellungnahme des RAD vom
gleichen Tag wieder.
A.l.
Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 25. Februar 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. Januar 2019 (act. G 1). Sie beantragte die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente. Eventualiter sei eine halbe Invalidenrente, subeventualiter eine
Viertelsrente auszurichen. Zudem ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte sie im
Wesentlichen geltend, die Unabhängigkeit der Begutachtungsstelle SMAB AG I._ sei
nicht gegeben. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe nämlich die
gleiche Institution beauftragt, welche sie bereits im Jahr 2015 beauftragt habe und
welche verursacht habe, dass die Invalidenrente eingestellt worden sei. Diese
B.a.
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Begutachtungsstelle sei nicht unabhängig, sondern habe grundsätzlich nur bestätigt,
was bereits drei Jahre zuvor ausgesagt worden sei. Das Gutachten vom 13. August
2018 könne auch inhaltlich nicht anerkannt werden. Unverständlich sei, weshalb die
Gutachter trotz einer Verschlechterung des Gesundheitszustands (radiologisch
nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose) zur gleichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierten Tätigkeiten komme wie im Gutachten vom
2015. Bis anhin seien die Schmerzen im Nacken und im Schulterbereich einem
chronischen Schmerzsyndrom zugewiesen worden. An dieser Auffassung hätten die
Gutachter festgehalten, obwohl mit einer Spinalkanalstenose eine klare Ursache dieser
Schulter- und Armschmerzen inkl. Nackenschmerzen vorhanden sei. Die Gutachter
hätten nicht einmal in Erwägung gezogen, dass die Spinalkanalstenose diese
Schmerzen verursache. Zu rügen sei auch, dass verschiedene Diagnosen gestellt
worden seien, welche angeblich keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Insbesondere der leichte Wurzelreiz C8/S1 rechts sei durchaus in der Lage, die
Arbeitsfähigkeit einzuschränken, ebenso das Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss
(Fähigkeit, zu stehen bzw. gehen). Nicht berücksichtigt worden sei auch die erhebliche
Medikation. Wer solche Schmerzmittel einnehmen müsse, sei mit Sicherheit deutlich
mehr als zu 20% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Das von den Gutachtern
festgehaltene Belastungsprofil sei widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen ausgeübt worden sei, sei
vollständig ausgeschlossen worden, während eine adaptierte Tätigkeit, die als
körperlich leichte, überwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit umschrieben worden sei,
als zumutbar erachtet worden sei. Die Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Nebst
den medizinischen Einschränkungen sei zu berücksichtigen, dass sie 57 Jahre alt sei,
seit bald 15 Jahren keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen sei und keinerlei
Ausbildung aufweisen könne. Es sei nicht realistisch, dass sie noch eine Arbeit finden
könnte. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
dürfe nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Beim
Invalideneinkommen sei ein Abzug von mindestens 10% vorzunehmen, da ein
Arbeitgeber nicht bereit sei, den gleichen Lohn auszurichten wie einem gesunden
Arbeitnehmer. Aufgrund der Schmerzen, des Alters und der fehlenden Ausbildung sei
aber ein höherer Abzug, nämlich ein "Leidensabzug" von 25%, zu gewähren. Die
aktuellen Arztzeugnisse zeigten, dass von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
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auszugehen sei. Ausserdem habe die H._ gleich vier verschiedene Therapien
verschrieben. Diese Zeit würde im Fall einer (Teil-)Arbeitstätigkeit fehlen, was einen
potentiellen Arbeitgeber abschrecken würde. Dem Austrittsbericht sei ein Rezept für elf
Medikamente angehängt, wobei es sich bei mindestens fünf Medikamenten um derart
starke Arzneimittel handle, dass die Arbeitsfähigkeit ebenfalls eingeschränkt sei. Die
Beschwerdeführerin reichte unter anderem einen Bericht von Dr. G._ vom 9. Januar
2019 (act. G 1.1.5), vier Verordnungen für ambulante Therapien der H._ vom
20. Dezember 2018 (act. G 1.1.7-1.1.10) sowie eine Verordnung für Krankenpflege der
H._ vom 19. Dezember 2018 (act. G 1.1.11) ein. Die von Dr. G._ angegebenen
Diagnosen waren bereits im Bericht vom 19. Oktober 2018 (IV-act. 243) enthalten.
Zusätzlich hatte sie ein Morton-Neurom angegeben.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. April 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, bei einer
Verlaufsbegutachtung sei es genau Sinn und Zweck, dass dasselbe Institut den
Gesundheitszustand der versicherten Person beurteile. Da es vorliegend um die
Beurteilung einer allfälligen Verschlechterung gegangen sei, sei eine
Verlaufsbegutachtung durch dasselbe Institut die beste Lösung gewesen, um eine
objektive Einschätzung zu erhalten. Die von der Beschwerdeführerin angeführten
Einwände weckten keine Zweifel am Gutachten. Das Hinzutreten einer neuen Diagnose
bringe nicht zwangsläufig eine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit in angepasster
Tätigkeit mit sich. Auch die Länge der Liste von verschriebenen bzw. eingenommenen
Medikamenten sage nichts über die Höhe der Arbeitsfähigkeit aus, zumal die Gutachter
explizit darauf hingewiesen hätten, dass die Medikamentenanamnese schwierig
gewesen sei. Für die Invaliditätsbemessung sei nicht massgebend, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden könne,
sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen
könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften
entsprechen würden. Das im Gutachten formulierte Belastungsprofil lasse der
Beschwerdeführerin zahlreiche Tätigkeiten offen, mit welchen sie ihre vorhandene
Restarbeitsfähigkeit verwerten könne. Da die Arbeitsfähigkeit lediglich aufgrund eines
erhöhten Pausenbedarfs reduziert sei, sei ein "Leidensabzug" nicht gerechtfertigt. Mit
den beschwerdeweise ins Recht gelegten medizinischen Berichten habe die
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Beschwerdeführerin keine neuen, im Rahmen der Begutachtung unberücksichtigten
Tatsachen vorgebracht. Bei den Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit handle es sich um
eine andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 9. April 2019 das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren
(act. G 6).
B.c.
Mit einer Replik vom 7. August 2019 hielt die Beschwerdeführerin an den
gestellten Anträgen fest (act. G 12). Ergänzend machte sie im Wesentlichen geltend,
die Beschwerdegegnerin verschweige die zentrale Widersprüchlichkeit in den
Gutachten. Nicht nachvollziehbar sei, welche Tätigkeiten sie noch ausführen solle.
Selbst eine Tätigkeit an einem Nischenarbeitsplatz sei mit dem formulierten
Tätigkeitsprofil praktisch nicht mehr möglich.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 14).B.e.
Die Beschwerdeführerin hat ab 1. Mai 2003 eine ganze Rente bezogen. Mit einer
Verfügung vom 1. März 2016 ist diese Rente eingestellt worden (IV-act. 127). Mit einer
weiteren Verfügung vom 2. März 2016 hat die Beschwerdegegnerin entschieden (IV-
act. 129), die "ganze Rente" weiter auszurichten, wenn Massnahmen zur
Wiedereingliederung durchgeführt würden, längstens bis zum 30. April 2018. Diese
Verfügungen sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Am 8./9. Juni 2017 hat
sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 184).
Dabei kann es sich nur um eine sogenannte Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV
gehandelt haben, denn die Ausrichtung der ganzen Rente ist zu diesem Zeitpunkt
formell rechtskräftig eingestellt gewesen und der Beschwerdeführerin ist eine auf zwei
Jahre befristete "Übergangsleistung" ausgerichtet worden (zur Qualifikation der
Leistung gemäss lit. a Abs. 3 der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a vgl. den
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016,
IV 2014/151, E. 1).
1.1.
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2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2019
einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 18% verneint.
Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
3.
Gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV,
SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht
wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert hat. Die Beschwerdeführerin hat dazu Berichte von Dr. E._ vom 9. Januar
2018 und von Dr. G._ vom 13. Dezember 2017 eingereicht (IV-act. 194). Aus diesen
ergibt sich, dass im Januar 2017 aufgrund eines MRI der HWS neu eine zervikale
Spinalkanalstenose festgestellt worden ist. Im Gutachten der SMAB AG I._ vom
2. April 2015, welches der renteneinstellenden Verfügung vom 1. März 2016 zugrunde
gelegen hat, war diese Diagnose nicht genannt worden. Damit ist es plausibel, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem 1. März 2016
verschlechtert hat (vgl. auch die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F._ vom
8. Februar 2018, IV-act. 203). Die Beschwerdeführerin hat also eine wesentliche
Verschlechterung ihres Gesundheitszustands glaubhaft gemacht. Die
Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf die Neuanmeldung vom 8./9. Juni 2017
eingetreten.
1.2.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/32
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4.
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt und ist bis Ende Februar 2003 als
"Z._-Facharbeiterin" bei der B._ AG angestellt gewesen. Sie hat dort in monoton-
sitzender Haltung unter dem Mikroskop Z._ gelötet (IV-act. 27-3, vgl. auch IV-
act. 210-37). Diese Tätigkeit ist eine Hilfsarbeiterinnentätigkeit gewesen. Damit ist es
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Hilfsarbeiterin erwerbstätig gewesen wäre.
Die Validenkarriere besteht deshalb in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiterin. Das zuletzt
erzielte Jahreseinkommen bei der B._ AG hat bei einer Wochenarbeitszeit von 41.25
Stunden Fr. 48'152.-- betragen. Im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen einer
Hilfsarbeiterin im Jahr 2003 von Fr. 48'579.-- bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
41.7 Stunden (vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2008) ist der Lohn also leicht tiefer gewesen. Auch wenn die Beschwerdeführerin
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch die SMAB AG I._ vom 25. Juni
2018 angegeben hat (IV-act. 210-19), sie habe ihre Arbeit geliebt und sei mit Freude zur
Arbeit gegangen, hätte sie sich, wenn sich ihr dazu die Gelegenheit geboten hätte,
wirtschaftlich vernünftig verhalten und eine besser bezahlte Hilfsarbeit angenommen.
Die Validenkarriere besteht deshalb in der Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten
Hilfsarbeit.
5.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die
SMAB AG I._ mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beauftragt. Im
Gutachten vom 13. August 2018 haben die Sachverständigen angegeben, in einer
adaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Strittig und im Folgenden
zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die
5.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/32
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Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit belegt.
Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, wonach die
Begutachtung durch die SMAB AG I._ nicht unabhängig erfolgt sei, da diese bereits
im Jahr 2015 ein Gutachten erstellt habe, welches dann zur Renteneinstellung geführt
habe. Die Gutachter hätten grundsätzlich nur bestätigt, was bereits drei Jahre zuvor
ausgesagt worden sei. Die Beschwerdeführerin hat damit implizit eine Verletzung von
Art. 72 IVV gerügt. Art. 72 IVV sieht vor, dass Aufträge für polydisziplinäre
Gutachten nach dem Zufallsprinzip vergeben werden. Nach der bundesgerichtlichen
Auffassung wird Art. 72 IVV nicht verletzt, wenn im Rahmen des gleichen
Abklärungsverfahrens ein Verlaufsgutachten bei der gleichen medizinischen
Abklärungsstelle eingeholt wird, die das Erstgutachten erstattet hat, falls die
Auftragsvergabe für das Erstgutachten nach dem Zufallsprinzip erfolgt war, dies
zumindest dann nicht, wenn das Verlaufsgutachten nicht mehr als drei Jahre seit der
Erstbegutachtung erstattet worden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 2. November
2020, 9C_174/2020, E. 7, zur Publikation vorgesehen). Das Bundesgericht leitet diese
Dreijahres-Vorgabe aus Art. 3 lit. a der Muster-Vereinbarung zwischen dem Bundesamt
für Sozialversicherungen und der Gutachterstelle xy betreffend die Durchführung von
polydisziplinären Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der
Invalidenversicherung (gestützt auf Art. 72 IVV) ab, wonach die Aufträge für
Verlaufsgutachten, welche innerhalb einer Frist von drei Jahren seit der ersten
polydisziplinären Begutachtung notwendig sind, vom Zufallsprinzip ausgenommen
sind. Bei dieser Dreijahres-Vorgabe kann es sich nicht um eine verbindliche, absolut
geltende Frist handeln, die zur Folge hätte, dass bei einer Verlaufsbegutachtung nach
mehr als exakt drei Jahren seit der Erstbegutachtung zwingend eine Auftragsvergabe
nach dem Zufallsprinzip erforderlich wäre. Der Sinn und Zweck dieser Dreijahres-
Vorgabe ist nämlich darin zu sehen, dass ein relativ enger zeitlicher Zusammenhang
zwischen der ersten und der zweiten Begutachtung bestehen soll, sodass der Vorteil
einer Verlaufsbegutachtung durch dieselbe Gutachterstelle, nämlich das Zurückgreifen
auf die Vorkenntnisse aus der ersten Begutachtung und damit die Erhöhung des
Aufschlusswerts zur Beurteilung der medizinischen Entwicklung (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020, E. 7.4.4), erhalten bleibt. Dieser
Vorteil, dem auch verfahrensökonomische Gründe zugrunde zu legen sind, kann auch
bei einer Zweitbegutachtung nach mehr als exakt drei Jahren seit der
Erstbegutachtung vorliegen. Die Rz 2077/5 des Kreisschreibens über das Verfahren in
der Invalidenversicherung (Stand am 1. Januar 2018), laut der Verlaufsgutachten
derselben Gutachterstelle in Auftrag gegeben werden können, die bereits das erste
5.2.
bis bis
bis
bis
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polydisziplinäre Gutachten erstellt hat, vorausgesetzt dieses ist über die Plattform
SuisseMED@P vergeben worden, enthält denn auch keine solche Frist. Vorliegend hat
die Beschwerdegegnerin die SMAB AG I._ am 11. Dezember 2014 nach dem
Zufallsprinzip mit der Erstbegutachtung beauftragt (IV-act. 103, 105). Das
entsprechende Gutachten ist am 2. April 2015 fertiggestellt worden. Am 16. April 2018
hat die Beschwerdegegnerin die SMAB AG I._ direkt, also nicht nach dem
Zufallsprinzip, mit einer Verlaufsbegutachtung beauftragt (IV-act. 205). Damit liegt ein
im Sinne der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch ausreichend enger
zeitlicher Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Begutachtung vor.
Beim Gutachten vom 13. August 2018 handelt es sich nicht um ein "echtes"
Verlaufsgutachten, da es nicht im gleichen Abklärungsverfahren wie das Gutachten
vom 2. April 2015 erstattet worden ist. Mit dem Eintreten auf die Neuanmeldung vom
7./8. Juni 2017 hat die Beschwerdegegnerin nämlich ein neues Abklärungsverfahren
eröffnet. Weil die Situation aber mit einer "echten" Verlaufsbegutachtung vergleichbar
ist, insbesondere da auch zu prüfen gewesen ist, ob sich der Gesundheitszustand in
einem für den Rentenanspruch erheblichen Masse verschlechtert hat, wäre es nicht
sinnvoll gewesen, die erneute polydisziplinäre Begutachtung nach dem Zufallsprinzip
zu vergeben. Die Beschwerdegegnerin hat damit Art. 72 IVV nicht verletzt. Andere
Anhaltspunkte, die den Anschein der Befangenheit der Sachverständigen der SMAB
AG I._ begründen würden, bestehen nicht und sind von der Beschwerdeführerin
auch nicht angeführt worden. Der Umstand, dass sich ein Sachverständiger schon
einmal mit einer Person befasst hat, vermag objektiv keinen Anschein der Befangenheit
und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen, selbst wenn ein Gutachter bei
der ersten Abklärung zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt war
(Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020, E. 7.4.4, m.w.H.).
Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Begutachtung sei nicht durch ein
unabhängiges Institut erfolgt, ist damit nicht stichhaltig.
bis
Im Folgenden ist das Gutachten auf seinen Beweiswert zu prüfen. Ein Gutachten
hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die
Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Notwendig ist
zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom Bundesgericht in Bezug auf
anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische
Leiden geschaffenen und später auf alle psychischen Erkrankungen, insbesondere auf
5.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/32
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leichte bis mittelschwere depressive Störungen, anwendbar erklärten
Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 V 409 und 143 V 418).
Alle Sachverständigen der SMAB AG I._ haben umfassende Kenntnis von den
Vorakten gehabt und diese gewürdigt. Sie haben die Beschwerdeführerin persönlich
untersucht, die subjektiven Klagen aufgenommen und die erhobenen objektiven
Befunde im Gutachten wiedergegeben. Der internistische Sachverständige hat
nachvollziehbar erklärt, dass sich (ausser dem Hinzutreten einer Hyperthyerose, die
sich klinisch jedoch nicht äussere) keine relevante Veränderung des
Gesundheitszustands seit der Erstbegutachtung im Jahr 2015 ergeben habe. Es ist
schlüssig, dass die aus internistischer Sicht erhobenen Diagnosen (intermittierende
Gastritis, Zustand nach HP-Eradikation, intermittierende Palpitationen [laut Aktenlage
kardiologisch abgeklärt, klinisch nicht evident], Sonnenallergie, Varikosis beidseits,
anamnestisch Hyperthyreose [medikamentös eingestellt], fortgesetzter Nikotinkonsum)
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt
ausgeübten und in einer adaptierten Tätigkeit bewirken. Der neurologische Gutachter
hat ebenfalls nachvollziehbar dargelegt, dass die von der Beschwerdeführerin
beklagten Schmerzen nicht als neurogen haben angesehen werden können. Paresen
sind nicht nachweisbar gewesen. Trotz der Beschreibung einer deutlich ausgeprägten
zervikalen Spinalkanalstenose (MRI vom 19. Januar 2017) haben keine genügenden
Hinweise für das Vorliegen einer zervikalen Myelopathie vorgelegen. Der neurologische
Sachverständige hat jedoch festgehalten, dass aufgrund dieser Diagnose Tätigkeiten,
die mit einer starken Belastung oder mit Fehlhaltungen der HWS einhergingen, aus
prophylaktischen Gründen nicht mehr ausgeübt werden könnten. Da die
Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als "Z._-Facharbeiterin"
überwiegend in einer vornübergebeugten Körperhaltung (Arbeit unter dem Mikroskop)
gearbeitet hat, ist die vom neurologischen Gutachter attestierte vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit schlüssig. Auch das von ihm
formulierte Belastungsprofil für adaptierte Tätigkeiten ist angesichts der Natur der
erhobenen Befunde schlüssig. Der orthopädisch-/traumatologische Gutachter hat
aufgezeigt, dass sich seit der rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2015 keine
wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands ergeben hat. Er hat die neu
erhobene Diagnose einer zervikalen Spinalkanalstenose als nicht signifikante
Befundverschlechterung qualifiziert. Er hat weiter festgehalten, dass die
Beschwerdesymptomatik sehr inkonsistent vorhanden und ein konsistenter
Untersuchungsbefund nicht zu erheben gewesen sei. Insbesondere hat er mehrfach
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihren Schmerzangaben nach
geduldiger Untersuchung und/oder unter Ablenkung bestimmte Bewegungen
5.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 26/32
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schmerzfrei hat ausführen können. Als objektivierbare Gesundheitsbeeinträchtigungen
hat er die Impingementsymptomatik beider Schultergelenke (rechts>links) und die
Spinalkanalstenose der HWS genannt. Aus diesem Grund hat er als Belastungsprofil
leichte Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit zu selbst gewählten
Positionswechseln sowie ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Überkopftätigkeiten
und ohne Zwangshaltungen für die HWS, BWS und LWS ausgeübt werden,
festgehalten. Aufgrund des wegen der chronischen Schmerzsymptomatik vermehrten
Pausenbedarfs hat er die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie in einer
Verweistätigkeit als um 20% gemindert eingestuft. Angesichts des Umstands, dass die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit einer Zwangshaltung der HWS verbunden gewesen ist,
überzeugt die Attestierung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit nicht. Da in der Konsensbeurteilung aufgrund der schlüssigen Einschätzung
des neurologischen Gutachters aber eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit angegeben worden ist, ist dies irrelevant. Der psychiatrische
Sachverständige hat nachvollziehbar aufgezeigt, dass er lediglich leichte depressive
Symptome hat feststellen können. Er hat die Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung versus eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren diskutiert und er hat plausibel erklärt, weshalb
er die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren gestellt hat. Im Weiteren hat er – ähnlich wie der orthopädisch-/
traumatologische Gutachter – eine deutliche Diskrepanz zwischen der Angabe einer
sehr hohen subjektiven Schmerzintensität und dem Verhalten der Beschwerdeführerin
festgestellt. Schliesslich hat er sich zu den Standardindikatoren, insbesondere zu den
Ressourcen, geäussert und ist zum schlüssigen Ergebnis gelangt, dass die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht quantitativ nicht eingeschränkt ist. In
qualitativer Hinsicht hat er Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter
Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und
Konfliktfähigkeit als zu vermeidende Kriterien benannt. Die in der Konsensbeurteilung
angegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung und das Belastungsprofil für adaptierte
Tätigkeiten überzeugen. Am 23. Januar 2019 haben die Sachverständigen der SMAB
AG I._ zu den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Vorbescheidverfahrens
eingereichten Berichten der Dres. C._, G._ und E._ Stellung genommen. Sie
haben wiederum schlüssig erklärt, weshalb diese Berichte zu keiner vom Gutachten
abweichenden Beurteilung führen. Lediglich die Äusserung aus psychiatrischer Sicht,
laut der Dr. C._ den Schweregrad der Depression nicht benannt habe, womit keine
Begründung vorliege, die zu einer abweichenden Einschätzung führen könnte,
überzeugt nicht. Dr. C._ hat nämlich berichtet, aktuell biete sich das Bild eines
mittelschwer ausgeprägten depressiven Syndroms. Angesichts des von den
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Gutachtern festgestellten Verdeutlichungsverhaltens ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin ihre Beschwerden und Funktionseinbussen auch gegenüber
Dr. C._ überzeichnet hat und dass dieser dies nicht bemerkt hat. Im Weiteren ist
auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte
aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer
Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen
Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl.
BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
5. April 2004, I 814/03, E. 2.4.2). Damit liegt kein Grund vor, an der gutachterlichen
Einschätzung zu zweifeln. Auch der Bericht der H._ vom 14. Januar 2019 vermag
keine Zweifel am Gutachten zu wecken. Die darin enthaltenen Diagnosen stimmen
nämlich im Wesentlichen mit den im Gutachten angegebenen Diagnosen überein. Die
Fachärzte haben zudem festgehalten, in den Gesprächen mit der Beschwerdeführerin
hätten sich Hinweise für eine fatalistische Grundhaltung nach einer langen Leidenszeit
und nach einem fehlenden bzw. geringen Erfolg der zahlreichen Therapieversuche
gezeigt. Dies stimmt mit der Aussage des psychiatrischen Sachverständigen überein,
laut der die Beschwerdeführerin unverändert wenig Veränderungsmotivation gezeigt
habe. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung haben die Fachärzte der H._ nicht abgegeben.
Dieser Bericht enthält deshalb, wie vom RAD-Arzt Dr. F._ festgehalten, keine neuen
Aspekte.
Zu prüfen bleibt, ob die Einwände der Beschwerdeführerin Zweifel am Gutachten
zu wecken vermögen.
5.5.
Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, unverständlich sei, weshalb die
Gutachter trotz einer Verschlechterung des Gesundheitszustands (radiologisch
nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose) zur gleichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierten Tätigkeiten wie im Gutachten vom 2015
gekommen seien. Im Weiteren hat sie vorgebracht, die Schmerzen im Nacken und im
Schulterbereich seien bis anhin einem chronischen Schmerzsyndrom zugewiesen
worden. An dieser Auffassung hätten die Gutachter festgehalten, obwohl mit einer
Spinalkanalstenose eine klare Ursache dieser Schulter- und Armschmerzen inkl.
Nackenschmerzen vorhanden sei. Die Gutachter hätten nicht einmal in Erwägung
gezogen, dass die Spinalkanalstenose diese Schmerzen verursache. Zu rügen sei
auch, dass verschiedene Diagnosen gestellt worden seien, welche angeblich keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Insbesondere der leichte Wurzelreiz C8/S1
rechts sei durchaus in der Lage, die Arbeitsfähigkeit einzuschränken, ebenso das
Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss (Fähigkeit, zu stehen bzw. gehen). Dazu ist
5.5.1.
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festzuhalten, dass die Sachverständigen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die neu
diagnostizierte degenerative zervikale Spinalkanalstenose durchaus sorgfältig
berücksichtigt haben, indem sie eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert haben. Im Vergleich zum Gutachten vom 2. April 2015 haben sie nämlich
Tätigkeiten, die mit einer starken Belastung oder Fehlhaltung der HWS einhergehen,
insbesondere Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten, die ein längeres Beugen des Nackens
erfordern, nun ebenfalls als nicht-behinderungsadaptiert qualifiziert. Die Auffassung der
Beschwerdeführerin, dass mit der Spinalkanalstenose eine klare Ursache der Schulter-
und Armschmerzen inklusive Nackenschmerzen vorhanden sei, vermag nicht zu
überzeugen. Inwiefern die Diagnose eines leichten Wurzelreizes C8/S1 rechts in der
Lage sein soll, die Arbeitsfähigkeit einzuschränken, hat die Beschwerdeführerin nicht
dargetan. Aus einer Diagnose allein kann im Übrigen nicht auf eine
(Teil-)Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Massgebend sind vielmehr die
Auswirkungen der Symptome auf die Arbeitsfähigkeit in einer ideal leidensadaptierten
Tätigkeit im konkreten Einzelfall. Laut der überzeugenden Beurteilung des
neurologischen Gutachters hat der vermutlich leichte Wurzelreiz C8/S1 keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss
haben die Gutachter im Belastungsprofil berücksichtigt, indem sie eine überwiegend
sitzende Tätigkeit als zumutbar erachtet haben.
Die Beschwerdeführerin hat im Weiteren gerügt, die Gutachter hätten die
erhebliche Medikation nicht berücksichtigt. Wer solche Schmerzmittel einnehmen
müsse, sei mit Sicherheit deutlich mehr als zu 20% in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Auch sei dem Austrittsbericht der H._ ein Rezept für elf Medikamente
angehängt, wobei es sich bei mindestens fünf Medikamenten um derart starke
Arzneimittel handle, dass die Arbeitsfähigkeit ebenfalls eingeschränkt sein müsse.
Welche Medikamente die Beschwerdeführerin tatsächlich einnimmt, ergibt sich aus
ihren Ausführungen nicht. Der internistische Gutachter hat festgehalten, dass die
Medikamentenanamnese schwierig gewesen sei (IV-act. 210-52). Selbst wenn die
Beschwerdeführerin zahlreiche Schmerzmittel einnehmen sollte, kann daraus nicht auf
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, denn für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist allein massgebend, über welches funktionelle
Leistungsvermögen die versicherte Person objektiv noch verfügt.
5.5.2.
Die Beschwerdeführerin hat vorgebracht, die aktuellen Arztzeugnisse zeigten,
dass von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Der von der
Beschwerdeführerin angeführte Bericht des Hausarztes Dr. E._ vom 9. Januar 2018
hat den Gutachtern vorgelegen und enthält keine neuen Aspekte. Die von Dr. G._ am
5.5.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 29/32
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6.
Bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich zu
überprüfen.
9. Januar 2019 angegebenen Diagnosen sind bereits im Bericht vom 19. Oktober 2018,
den die Gutachter ausführlich gewürdigt haben, enthalten gewesen. Zusätzlich hat
Dr. G._ ein Morton-Neurom angegeben, eine Diagnose also, die die Gutachter
ebenfalls berücksichtigt haben. Auch dieser Bericht enthält somit keine neuen Aspekte.
Bei den von Dres. E._ und G._ abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen handelt
es sich somit um eine andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts. Sie
sind nicht geeignet, Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter zu
wecken, zumal auch hier der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass die
behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel
eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die
pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu
qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4.2).
Die Beschwerdeführerin hat schliesslich eingewendet, das von den Gutachtern
festgehaltene Belastungsprofil sei widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen ausgeübt worden sei, sei vollständig
ausgeschlossen worden, während eine adaptierte Tätigkeit, die als körperlich leichte,
überwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit umschrieben worden sei, als zumutbar
erachtet worden sei. Da die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit einer Zwangshaltung der
Halswirbelsäule verbunden gewesen ist (Arbeit unter dem Mikroskop), haben die
Gutachter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Andere, überwiegend im
Sitzen (mit der Möglichkeit zu selbst gewählten Positionswechseln) ausgeübte
Tätigkeiten sind der Beschwerdeführerin zumutbar. Ein Widerspruch besteht damit
nicht.
5.5.4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der Beschwerdeführerin
keine Zweifel am Beweiswert des Gutachtens zu wecken vermögen. Damit ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig ist.
5.6.
Sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere besteht in einer Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin. Der Betrag der Vergleichseinkommen bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades kann deshalb mathematisch keine Rolle spielen; der Invaliditätsgrad
6.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 30/32
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ist anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu berechnen. Er entspricht also dem
Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen zusätzlichen Abzug. Der
Arbeitsfähigkeitsgrad beträgt vorliegend an einem adaptierten Arbeitsplatz mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 80%. Nun stellt sich die Frage, ob
die Beschwerdeführerin zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu nehmen hat. Bei
Personen, die in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im Vergleich zu
gesunden Arbeitnehmern nämlich Lohnnachteile entstehen, da der Wert der
Arbeitsleistung aus der Sicht eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden
Arbeitgebers vermindert ist. Eine gesundheitlich beeinträchtige Person wäre nämlich
unfähig, sich vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu
lassen. Sie wäre in der Regel auch nicht in der Lage, Überstunden zu leisten.
Längerfristig betrachtet bestünde zudem das Risiko von vermehrten
krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff
aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, ist wegen diesen Nachteilen, die
betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen würden, bei der Ermittlung des
Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ein zusätzlicher
Abzug vorzunehmen. Ob die Beschwerdeführerin mit zusätzlichen Lohnnachteilen zu
rechnen hat, welche einen zusätzlichen Abzug vom zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommen rechtfertigen würde, kann vorliegend aber offen bleiben. Denn
selbst bei einer grosszügigen Betrachtungsweise würde dieser Abzug sicher nicht mehr
als 10% betragen, womit der Invaliditätsgrad 28% betragen würde. Ein
Rentenanspruch resultiert damit nicht.
Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die Restarbeitsfähigkeit sei nicht
verwertbar. Nebst den medizinischen Einschränkungen sei zu berücksichtigen, dass sie
57 Jahre alt sei, seit bald 15 Jahren keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen sei und
keinerlei Ausbildung aufweisen könne. Die H._ habe gleich vier verschiedene
Therapien verschrieben. Diese Zeit würde im Fall einer (Teil-)Arbeitstätigkeit fehlen, was
einen potentiellen Arbeitgeber abschrecken würde. Auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt finden sich Stellen mit dem im Gutachten formulierten
Anforderungsprofil. Das Alter, die fehlende Ausbildung und die lange
Nichterwerbstätigkeit stellen Faktoren dar, die zwar auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt
Hinderungsgründe sein können, um eine Arbeitsstelle zu finden, was aber
ausschliesslich eine Arbeitslosigkeit bewirken könnte. Auf dem (fiktiven)
ausgeglichenen Arbeitsmarkt gibt es jedoch für Personen jeden Alters und auch nach
einer längeren Arbeitsabstinenz einen Arbeitsplatz. Invalidenversicherungsrechtlich sind
diese Faktoren daher – zur Vermeidung einer Vermengung von Invalidität und
Arbeitslosigkeit – nicht massgebend. Die von der H._ verschriebenen Therapien sind
6.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 31/32
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7.
zeitlich beschränkt verordnet worden. Ob die Beschwerdeführerin diese in Anspruch
genommen hat, ergibt sich aus ihren Ausführungen nicht. Selbst wenn sie diese
durchgeführt hat, ist es ihr ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, diese in der
Freizeit wahrzunehmen. Die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten
Hilfstätigkeit ist damit verwertbar.
Aus dem Prozentvergleich resultiert somit ein Invaliditätsgrad von maximal 28%.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine an die
Einstellung der auf zwei Jahre befristeten "Übergangsleistung" anschliessenden
Invalidenrente im Ergebnis also zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demnach
abzuweisen.
6.3.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
7.1.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
keine Honorarnote eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen
Beschwerdeverfahren betreffend einen Rentenanspruch spricht das
Versicherungsgericht regelmässig eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
zu. Da es sich vorliegend um ein durchschnittlich aufwändiges Beschwerdeverfahren
handelt, erweist sich eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
7.2.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
7.3.
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