Decision ID: 2febf3c4-1302-5d5c-95cb-1a255179437f
Year: 2017
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die Ehe von A._ (nachfolgend: Steuerpflichtiger) und
B._ (nachfolgend: Ex-Ehefrau) wurde mit dem Urteil des Bezirks-
gerichts C._ vom 4. Dezember 2009 geschieden (Akten BVGer,
act. 1/3). Ab dem 1. Dezember 2009 war der Steuerpflichtige an der Ad-
resse D._-strasse (...) in E._ gemeldet. Der hälftige Mitei-
gentumsanteil des Steuerpflichtigen am Grundstück am F._-steig
(...) in G._ (Kanton Zürich) wurde aufgrund des Scheidungsurteils
am 6. Januar 2010 (Akten BVGer, act. 1/4) an die Ex-Ehefrau übertragen.
A.b Für die direkte Bundessteuer betreffend die Steuerperiode 2009 wurde
der Steuerpflichtige vom Kanton Zug als unbeschränkt Steuerpflichtiger
veranlagt (Akten BVGer, act. 1/10, S. 3). Der Kanton Zürich ging betreffend
die Steuerperiode 2009 lediglich von einer sich auf die Staats- und Ge-
meindesteuern beziehenden beschränkten Steuerpflicht des Steuerpflich-
tigen zufolge Grundstückeigentums aus (Akten BVGer, act. 1/5).
A.c Mit Vertrag vom 26. April 2010 veräusserte die Ex-Ehefrau das Grund-
stück in G._ an den Steuerpflichtigen (Akten BVGer, act. 1/6). Die
Ex-Ehefrau selbst erwarb mit Kaufvertrag vom 6. Oktober 2010 per 1. De-
zember 2010 ein Grundstück im Kanton H._ (Akten BVGer,
act. 1/7).
B.
B.a Mit Veranlagungsverfügung vom 10. Mai 2013 veranlagte das kanto-
nale Steueramt Zürich den Steuerpflichtigen für die direkte Bundessteuer
2010 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. (...) und einem satzbe-
stimmenden Einkommen von Fr. (...) (Akten BVGer, act. 1/12, S. 1). Gegen
diese Veranlagungsverfügung liess der Steuerpflichtige mit Eingabe vom
6. Juni 2013 Einsprache erheben (Akten BVGer, act. 1/13).
Mit Entscheid vom 5. März 2014 wies das kantonale Steueramt Zürich die
Einsprache ab (Akten BVGer, act. 1/22).
B.b Der Steuerpflichtige liess mit Eingabe vom 7. April 2014 beim Steuer-
rekursgericht des Kantons Zürich Beschwerde erheben und beantragen,
mangels Wohnsitzes des Steuerpflichtigen im Kanton Zürich sei unter Auf-
hebung des Einspracheentscheides vom 5. März 2014 die Unzuständigkeit
dieses Kantons für die Veranlagung der direkten Bundessteuer festzustel-
len (Akten BVGer, act. 1/23).
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Mit Urteil vom 26. August 2014 hiess das Steuerrekursgericht des Kantons
Zürich das Rechtsmittel teilweise gut und hob den Einspracheentscheid
vom 5. März 2014 auf (Akten BVGer, act. 1/24). Es verfügte ferner insbe-
sondere, dass die Akten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Fest-
stellung des Veranlagungsorts für die Steuerperiode 2010 an die Eidge-
nössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) überwiesen werden
(vgl. Dispositiv-Ziff. 1 des Urteils).
Die erwähnte Überweisung der Akten an die ESTV erfolgte mit Schreiben
des Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich vom 28. Oktober 2014 (Ak-
ten Vorinstanz, act. 13).
C.
Nach Durchführung des Schriftenwechsels zwischen dem Steuerpflichti-
gen, dem kantonalen Steueramt Zürich und der Steuerverwaltung des Kan-
tons Zug entschied die ESTV mit Verfügung vom 25. Mai 2016, dass der
Kanton Zürich für die Veranlagung der direkten Bundessteuer des Steuer-
pflichtigen betreffend die Steuerperiode 2010 zuständig sei.
D.
D.a Mit Eingabe vom 29. Juni 2016 liess der Steuerpflichtige (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) gegen die Verfügung der ESTV (nachfolgend
auch: Vorinstanz) vom 25. Mai 2016 beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erheben. Er beantragt, unter Aufhebung der Verfügung der Vor-
instanz sei «der Kanton Zug als Wohnsitz des Beschwerdeführers für die
Steuerperiode 2010 und somit der Kanton Zug als Veranlagungsort für die
Belange der direkten Bundessteuer festzustellen». Eventualiter sei die Ver-
fügung der Vorinstanz vom 25. Mai 2016 aufzuheben und die Sache
zwecks Wahrung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Schliesslich fordert der Beschwerdeführer Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten des kantonalen Steueramtes Zürich (nachfolgend
auch: Beschwerdegegner) und der Steuerverwaltung des Kantons Zug
(nachfolgend auch: Beschwerdegegnerin).
Im Sinne von Beweisofferten nennt der Beschwerdeführer in seiner Be-
schwerdeschrift verschiedene Personen als Zeugen, nämlich seinen Bru-
der I._, seine Schwägerin K._, seine Ex-Ehefrau und deren
Lebenspartner L._.
D.b In seiner Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2016 beantragt der Be-
schwerdegegner, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers sei
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die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (Akten BVGer,
act. 6).
D.c Mit Eingabe vom 22. Juli 2016 erklärt die Beschwerdegegnerin, auf
eine Beschwerdeantwort zu verzichten (Akten BVGer, act. 7).
D.d Die Vorinstanz beantragt mit innert erstreckter Frist eingereichter Ver-
nehmlassung vom 18. August 2016 die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde (Akten BVGer, act. 10).
E.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorliegenden Akten
wird – soweit diese entscheidwesentlich sind – in den folgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1 Gemäss Art. 108 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 14. De-
zember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11) wird der
Veranlagungsort einer steuerpflichtigen Person, wenn er im Einzelfall un-
gewiss oder strittig ist und mehrere Kantone betroffen sind, von der ESTV
bestimmt. Die gestützt auf diese Vorschrift erlassenen Verfügungen der
ESTV unterliegen der Beschwerde nach den allgemeinen Bestimmungen
über die Bundesrechtspflege (Art. 108 Abs. 1 Satz 2 DBG).
1.1.2 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das
Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32)
beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021),
sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt
nicht vor. Die ESTV gehört zu den Behörden nach Art. 33 Bst. d VGG und
ist daher Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses ist damit zur
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. Urteil des BVGer
A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014 E. 1.1.2).
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem
VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
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1.1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung
zur Beschwerde berechtigt (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Diese wurde zudem
frist- und formgerecht eingereicht. Auf die Beschwerde ist daher einzutre-
ten.
1.2 Auch wenn sich die vorliegende Beschwerde formell nur gegen eine
Verfügung der ESTV richtet, hat ein Urteil im vorliegenden Verfahren Aus-
wirkungen auf den Kanton Zürich und den Kanton Zug. Insofern richtet sich
die Beschwerde materiell gegen beide Kantone und sind damit praxisge-
mäss beide Kantone bzw. das kantonale Steueramt Zürich und die Steuer-
verwaltung des Kantons Zug – unabhängig von den Anträgen dieser Ver-
fahrensbeteiligten – als Beschwerdegegner zu rubrizieren (vgl. Urteile des
BGer 2C_249/2013 vom 19. März 2013; 2C_518/2011 vom 1. Februar
2012 E. 1.2; 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 1.2; Urteile des
BVGer A-5086/2013 vom 22. April 2014 E. 1.4; A-5989/2012 vom 21. Ok-
tober 2013 E. 1.4; A-5044/2011 vom 29. März 2012 E. 1.2 m.H.).
1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschrei-
tung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Ent-
scheides beanstandet werden (vgl. Art. 49 VwVG). Zum Bundesrecht zählt
auch das Verfassungsrecht des Bundes, so namentlich das Verbot der in-
terkantonalen Doppelbesteuerung gemäss Art. 127 Abs. 3 der Bundesver-
fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV,
SR 101; vgl. Urteil des BGer 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 1.5; Ur-
teile des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014 E. 1.5; A-5086/2013
vom 22. April 2014 E. 1.6; siehe zu Art. 127 Abs. 3 BV hinten E. 3.5).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen
an. Es ist demzufolge verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die
richtige Rechtsnorm und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als
den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es
überzeugt ist (ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 1.54, unter Verweis auf BGE 119 V 347
E. 1a). Im Rechtsmittelverfahren kommt – obschon in abgeschwächter
Form (MOSER et al., a.a.O., N. 1.55) – das Rügeprinzip mit Begründungs-
erfordernis in dem Sinne zum Tragen, dass der Beschwerdeführer die
seine Rügen stützenden Tatsachen darzulegen und allfällige Beweismittel
einzureichen hat (Art. 52 Abs. 1 VwVG; CHRISTOPH AUER, in: ders. et al.
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
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[VwVG], 2008, Art. 12 N. 9, 12). Hingegen ist es grundsätzlich nicht Sache
der Rechtsmittelbehörde, den für den Entscheid rechtserheblichen Sach-
verhalt von Grund auf zu ermitteln und über die tatsächlichen Vorbringen
der Parteien hinaus den Sachverhalt vollkommen neu zu erforschen
(BVGE 2007/27 E. 3.3; MOSER et al., a.a.O., N. 1.52).
1.5 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber,
ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht.
Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweis-
würdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche
Sachumstand verwirklicht hat (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2; Urteil des
BVGer A-1129/2016 vom 27. Juli 2016 E. 1.5.2; MOSER et al., a.a.O.,
N. 3.141). Gelangt das Gericht nicht zu einem solchen Ergebnis, kommen
die Beweislastregeln zur Anwendung, d.h. es ist zu Ungunsten desjenigen
zu urteilen, der die Beweislast trägt. Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass
die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden und -erhö-
henden Tatsachen trägt, während die steuerpflichtige Person für die steu-
eraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet ist (BGE 140
II 248 E. 3.5; Urteile des BGer 2C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.5;
2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 3.3.2; ERNST BLUMENSTEIN/PETER
LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl. 2016, S. 519,
562).
2.
2.1
2.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist als selbständiges Grundrecht
in Art. 29 Abs. 2 BV verankert. Er umfasst im Wesentlichen das Recht einer
Partei auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess
der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einer-
seits und in Ergänzung des Untersuchungsgrundsatzes der Sachaufklä-
rung, stellt andererseits aber auch ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-
kungsrecht beim Erlass von Verfügungen dar, die in die Rechtsstellung des
Einzelnen eingreifen. Zu den Mitwirkungsrechten gehört insbesondere das
Recht einer Partei, sich vor Erlass einer Verfügung zur Sache zu äussern,
Einsicht in die Akten zu nehmen und mit erheblichen Beweisanträgen ge-
hört zu werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwir-
kungsrecht mithin alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, da-
mit sie ihren Standpunkt in einem Verfahren wirksam zur Geltung bringen
kann (BGE 135 II 286 E. 5.1; Urteil des BGer 1C_77/2013 vom 19. Juli
2013 E. 3.2; Urteil des BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 2.2
m.H.). Ein Anspruch darauf, die eigenen Anliegen mündlich vorbringen zu
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können, besteht freilich vorbehältlich anderlei ausdrücklich einräumender
Vorschriften nicht (Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014
E. 3.1; vgl. auch E. 2.1.3).
Aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör wird der
Grundsatz abgeleitet, dass frist- und formgerecht angebotene Beweise ab-
zunehmen sind, soweit sie geeignet sind, die rechtserheblichen Tatsachen
festzustellen. Daraus folgt rechtsprechungsgemäss, dass es im Bereich
des DBG nicht ausgeschlossen ist, als Zeugen angerufene Personen zu
befragen, wenn sie zur Aussage bereit sind (vgl. Urteile des BGer 2C_937,
938/2013 vom 6. Juni 2014 E. 2.3; 2C_188/2010, 2C_194/2010 vom
24. Januar 2011 E. 6.5; 2C_51/2010 vom 23. August 2010 E. 2.3; PETER
LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer,
III. Teil, Art. 102-222 DBG, 2015 [nachfolgend: Kommentar DBG III],
Art. 115 N. 1 ff., 5; MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, in: Martin Zweifel/Mi-
chael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-
desgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl. 2017 [nachfol-
gend: Kommentar DBG], Art. 115 N. 3 f.).
2.1.2 Dem Anspruch auf rechtliches Gehör lässt sich keine allgemeine
Pflicht zur Abnahme aller angebotenen Beweise entnehmen. Die Abwei-
sung eines Beweisantrags erweist sich namentlich als zulässig, falls sich
die Behörde oder das Gericht die eigene Meinung aufgrund zuvor erhobe-
ner Beweise bereits bilden konnte und ohne Willkür annehmen darf, die
gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht
erschüttert (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 229
E. 5.2 f.; Urteil des BGer 2C_794/2013 vom 2. Mai 2014 E. 2 m.H.; Urteile
des BVGer A-227/2016 vom 7. Februar 2017 E. 3; A-5198/2013 vom 20.
Oktober 2014 E. 3.3).
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts betreffend die direkte
Bundessteuer kann auf die Befragung von als Zeugen angerufenen Perso-
nen in antizipierter Beweiswürdigung insbesondere dann verzichtet wer-
den, wenn sich diese bereits ausführlich (z.B. mittels schriftlicher Erklä-
rung) zum Sachverhalt geäussert haben (vgl. Urteile des BGer
2C_972/2015, 2C_973/2015 vom 30. März 2016 E. 2.3; 2C_24/2014 vom
29. Januar 2015 E. 3.2; 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E. 3.3;
2C_773/2009 vom 23. April 2010 E. 2.3).
2.1.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt sodann als persönlich-
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht, dass die Behörde die Vorbringen der
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Seite 8
Parteien tatsächlich hört, prüft und in ihrer Entscheidfindung berücksichtigt.
Damit hängt die Pflicht der Behörde zusammen, ihre Verfügung zu begrün-
den, da sich meist nur anhand der Verfügungsbegründung feststellen lässt,
ob die Behörde ihrer Prüfungs- und Berücksichtigungspflicht nachgekom-
men ist (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG; Urteil des BGer 2A.377/2000 vom
13. Februar 2001 E. 2b/bb; Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober
2014 E. 3.2.1; BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: Bernhard Wald-
mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsver-
fahrensgesetz, 2. Aufl. 2016 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG],
Art. 32 N. 21).
Wird eine antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen (vgl. E. 2.1.2),
muss im Urteil bzw. in der Verfügung zumindest implizit dargelegt werden,
weshalb der betreffende Beweisantrag aufgrund einer solchen Beweiswür-
digung abgelehnt wird (vgl. BGE 114 II 289 E. 2b; Urteile des BGer
5A_304/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 3.3; 5A_487/2009 vom 12. Oktober
2009 E. 3.3.1; ferner LOCHER, Kommentar DBG III, Art. 115 N. 20; ZWEI-
FEL/HUNZIKER, in: Kommentar DBG, Art. 115 N. 5).
2.2 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten,
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer-
deinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei
überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
Soweit eine solche Möglichkeit eingeräumt werden kann, ist von einer
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz selbst bei einer schwerwiegen-
den Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen führen würde, die mit dem (einem der Anhörung gleichge-
stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurtei-
lung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 m.H.;
vgl. auch BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteile des BVGer C-6143/2015 vom
8. Februar 2017 E. 5.3; A-1695/2015 vom 27. April 2016 E. 2.2.2).
Bei Verstössen gegen die Begründungspflicht wird der Mangel als behoben
erachtet, wenn die Rechtsmittelbehörde sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann und entweder diese Rechtsmittelinstanz
eine hinreichende Begründung liefert oder die unterinstanzliche Behörde
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine genügende Begründung
nachschiebt (vgl. Urteil des BVGer A-1617/2016 vom 6. Februar 2017
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E. 2.3.4; LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungspflicht, 1998,
S. 214 m.H.).
3.
3.1 Die kantonalen Steuerbehörden erheben die direkte Bundessteuer (im
Fall persönlicher Zugehörigkeit) von den natürlichen Personen, die am
Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht ihren steuerrechtlichen
Wohnsitz oder, wenn ein solcher in der Schweiz fehlt, ihren steuerrechtli-
chen Aufenthalt im Kanton haben (Art. 105 Abs. 1 DBG). Der Stichtag ist
der 31. Dezember oder jener Tag, an dem die Unterwerfung unter die Steu-
erpflicht endet (Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014 E. 4.2
m.H.).
3.2 Der steuerrechtliche Wohnsitz einer natürlichen Person befindet sich in
der Regel am Ort, wo sie sich mit der Absicht des dauernden Verbleibens
aufhält bzw. wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt
(vgl. Art. 3 Abs. 2 DBG sowie [analog] Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; Urteil des BGer
2C_565/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 2.2 m.H.; Urteile des BVGer
A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014 E. 4.3.1; A-5086/2013 vom 22. April
2014 E. 2.3.1; A-5044/2011 vom 29. März 2012 E. 2.3; MARTIN ZWEI-
FEL/SILVIA HUNZIKER, in: Martin Zweifel et al. [Hrsg.], Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 2011 [nachfol-
gend: Kommentar Interkantonales Steuerrecht], § 6 N. 2, 7, 10). Hält sich
eine Person abwechslungsweise an zwei Orten auf, befindet sich ihr steu-
errechtlicher Wohnsitz an jenem Ort, zu dem sie die stärkeren Beziehun-
gen hat bzw. an dem sich der Mittelpunkt der Lebensverhältnisse, der ide-
elle und materielle Schwerpunkt des Lebens dieser Person befindet (vgl.
BGE 132 I 29 E. 4.2; 131 I 145 E. 4.1; Urteil des BGer 2C_565/2016 vom
21. Dezember 2016 E. 2.2; Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Okto-
ber 2014 E. 4.3.1).
Für das Vorliegen eines steuerrechtlichen Wohnsitzes müssen nach dem
Vorstehenden zwei Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein, nämlich eine
objektive – der «tatsächliche Aufenthalt» – einerseits und eine subjektive –
die «Absicht dauernden Verbleibens» – andererseits (YVES NOËL, Le do-
micile fiscal des personnes physiques dans la jurisprudence actuelle, Re-
vue de droit administratif et de droit fiscal [RDAF] 2002 II S. 406; ZWEI-
FEL/HUNZIKER, in: Kommentar Interkantonales Steuerrecht, § 6 N. 8). Die
erste Voraussetzung ist also jene des Aufenthalts, die physische Präsenz
der Person an einem bestimmten Ort (Urteil des BVGer A-5198/2013 vom
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Seite 10
20. Oktober 2014 E. 4.3.2; PETER LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, I. Teil, Art. 1-48 DBG, 2001, Art. 3 N. 13).
Als zweite, subjektive Bedingung muss die steuerpflichtige Person die Ab-
sicht haben, am Ort ihres Aufenthalts dauernd zu verbleiben. Dabei handelt
es sich um einen inneren Vorgang, der sich durch äussere Sachumstände
manifestiert, so dass er für Dritte erkennbar wird. Aus diesen Umständen
muss sich ergeben, dass der betreffende Ort den Mittelpunkt der persönli-
chen und wirtschaftlichen Lebensbeziehungen dieser Person bildet. Er be-
stimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven Umstände (vgl. Urteil des
BGer 2P.159/2006 vom 14. November 2006 E. 2.2; Urteile des BVGer
A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014 E. 4.3.2; A-5086/2013 vom 22. April
2013 E. 2.3.2; A-5044/2011 vom 29. März 2012 E. 2.4; ZWEIFEL/HUNZIKER,
in: Kommentar Interkantonales Steuerrecht, § 6 N. 21 m.H.).
Zu den objektiven Umständen, in welchen sich die Absicht dauernden Ver-
bleibens an einem bestimmten Ort manifestieren kann, zählt auch die
Dauer der physischen Anwesenheit der betroffenen Person (vgl. STEFAN
OESTERHELT/MORITZ SEILER, in: Kommentar DBG, Art. 3 N. 44).
3.3 Über den steuerrechtlichen Wohnsitz kann in der Regel kein klarer Be-
weis geführt werden, sondern es ist aufgrund von Indizien eine Gewichtung
vorzunehmen. Dabei sind sämtliche Berufs-, Familien- und Lebensum-
stände der betroffenen Person zu berücksichtigen (vgl. Urteile des BGer
2C_510/2016, 2C_511/2016 vom 29. August 2016 E. 2.6.3; 2C_1267/2012
vom 1. Juli 2013 E. 3.2; 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2, Der
Steuerentscheid [StE] 2011 A 24.21 Nr. 22; 2C_646/2007 vom 7. Mai 2008
E. 4.3.3). Massgebend ist die Gesamtheit der objektiven, äusseren Um-
stände. Auf die Erklärungen der steuerpflichtigen Person oder die bloss af-
fektive Bevorzugung eines Orts kommt es nicht an. Gleichermassen spielt
das polizeiliche Domizil keine entscheidende Rolle. Das Hinterlegen der
Schriften und das Ausüben der politischen Rechte an einem bestimmten
Ort können allerdings Indizien für den steuerrechtlichen Wohnsitz einer
Person bilden, wenn auch deren übriges Verhalten dafür spricht. Der steu-
errechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar (vgl. BGE 132 I 29
E. 4.1; Urteil des BGer 2C_510/2016, 2C_511/2016 vom 29. August 2016
E. 2.2; Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober E. 2.5; ZWEI-
FEL/HUNZIKER, in: Kommentar Interkantonales Steuerrecht, § 6 N. 9, 17;
DANIEL DE VRIES REILINGH, Le domicile des personnes physiques en droit
fiscal intercantonal et international – état des lieux et comparaison, Archiv
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 277 f.).
A-4061/2016
Seite 11
3.4 Betreffend die Bestimmung des Veranlagungsorts hat das Bundesge-
richt festgehalten, dass die Steuerbehörden die den Steuerwohnsitz kon-
stituierenden Sachverhaltselemente nach Art. 123 Abs. 1 DBG von Amtes
wegen abzuklären haben (BGE 138 II 300 E. 3.4). Die behördliche Unter-
suchungspflicht wird dabei durch die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichti-
gen relativiert (vgl. FELIX RICHNER et al., Handkommentar zum DBG,
3. Aufl. 2016, Art. 126 N. 5; ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Kommentar DBG,
Art. 123 N. 10). Im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht hat der Steuerpflich-
tige umfassend über die für die Besteuerung massgebenden Tatsachen
Auskunft zu erteilen (vgl. Art. 124 ff. DBG); dies durchaus auch im Zusam-
menhang mit der Bestimmung des Steuerwohnsitzes (Urteil des BGer
2C_472/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.2 m.H.). Dabei erstreckt sich diese
Mitwirkungspflicht insbesondere auf Tatsachen, welche der Steuerpflich-
tige besser kennt als die Behörde und welche diese ohne die Mitwirkung
des Betroffenen gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben
kann (vgl. ebenso für die Mitwirkungspflicht der Partei nach Art. 13 Abs. 1
VwVG BGE 138 II 465 E. 8.6.4; PATRICK KRAUSKOPF et al., in: Praxiskom-
mentar VwVG, Art. 13 N. 37). Aufgrund der Mitwirkungspflicht ist der Steu-
erpflichtige gehalten, das Bestehen von engen Beziehungen zum Kanton,
in dem er seinen steuerrechtlichen Wohnsitz zu haben behauptet, glaub-
haft zu machen (vgl. Urteil des BGer 2A.475/2003 vom 26. Juli 2004 E. 2.3,
RDAF 2005 II S. 103; Urteil des BVGer A-5198/2013 vom 20. Oktober 2014
E. 4.4; JEAN-BLAISE PASCHOUD/DANIEL DE VRIES REILINGH, in: Danielle Yer-
sin/Yves Noël [Hrsg.], Commentaire Romand, Impôt fédéral direct, 2. Aufl.
2017, Art. 3 N. 34).
Eine Wohnsitzverlegung setzt insbesondere voraus, dass die Umstände,
welche zur Begründung eines neuen Wohnsitzes geführt haben, erstellt
sind (vgl. Urteil des BGer 2C_472/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.2 betref-
fend den Nachweis einer Wohnsitzverlegung ins Ausland).
3.5 Ein Verstoss gegen das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung
gemäss Art. 127 Abs. 3 BV liegt unter anderem vor, wenn eine steuerpflich-
tige Person von zwei oder mehreren Kantonen für das gleiche Steuerobjekt
und für die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbe-
steuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisi-
onsnormen seine Steuerhoheit überschreitet und eine Steuer erhebt, die
einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung; vgl. BGE 137
I 145 E. 2.2; 134 I 303 E. 2.1; 133 I 308 E. 2.1).
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_92%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-303%3Ade&number_of_ranks=0#page303 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_92%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-308%3Ade&number_of_ranks=0#page308
A-4061/2016
Seite 12
4.
4.1
4.1.1 Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob die ESTV betreffend die direkte
Bundessteuer der Steuerperiode 2010 zu Recht den Kanton Zürich und
nicht den Kanton Zug als Veranlagungskanton des Beschwerdeführers be-
stimmt hat. Der Veranlagungskanton bzw. Veranlagungsort richtet sich un-
bestrittenermassen nach dem steuerrechtlichen Wohnsitz des Beschwer-
deführers in dieser Steuerperiode.
Ob der steuerrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers in der Steuerpe-
riode 2010 im Kanton Zürich oder im Kanton Zug lag, hängt davon ab, an
welchem der beiden Orte sich der Beschwerdeführer am massgebenden
Stichtag (31. Dezember 2010 [mangels Beendigung der Unterwerfung un-
ter die Steuerpflicht]; vgl. E. 3.1) nach der Gesamtheit der äusserlich wahr-
nehmbaren Umstände mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhielt
(vgl. E. 3.2).
4.1.2 Die objektive Voraussetzung des «tatsächlichen (physischen) Aufent-
halts» ist für die fragliche Steuerperiode unbestrittenermassen in Bezug
auf G._ im Kanton Zürich, wo der Beschwerdeführer nach Ansicht
des Beschwerdegegners und der Vorinstanz damals steuerlichen Wohnsitz
gehabt haben soll, erfüllt. Im Verfahren im Kanton Zürich brachte der Be-
schwerdeführer selbst vor, im Jahr 2010 während «vielleicht 50 Tagen» in
G._ verweilt zu haben (vgl. Akten Vorinstanz, act. 16/20 S. 1). Die-
ser physische Aufenthalt in G._ wird auch von der Beschwerdegeg-
nerin nicht bestritten.
Wie im Folgenden ersichtlich wird, kann hier dahingestellt bleiben, ob sich
der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2010 – wie in der Beschwerde
sinngemäss behauptet wird – im Sinne des erwähnten Erfordernisses des
«tatsächlichen (physischen) Aufenthalts» in der Steuerperiode 2010 auch
in E._ aufhielt.
4.2 Unter der Annahme, dass das Kriterium des physischen Aufenthaltes
vorliegend weder den Kanton Zürich noch den Kanton Zug als Veranla-
gungsort für die Steuerperiode 2010 ausschliesst, wäre für die Bestimmung
des zuständigen Veranlagungskantons entscheidend, zu welchem der bei-
den (Aufenthalts-)Orte – G._ oder E._ – der Beschwerde-
führer die stärkeren Beziehungen hatte. Die Absicht des dauernden Ver-
bleibens des Beschwerdeführers wäre gegebenenfalls nur am Ort mit den
stärkeren Beziehungen zu bejahen (vgl. E. 3.2).
A-4061/2016
Seite 13
4.3
4.3.1 Was seine Wohnverhältnisse anbelangt, macht der Beschwerdefüh-
rer geltend, sein in E._ wohnender Bruder habe ihm nach der
Scheidung anerboten, bei ihm und der Schwägerin zu wohnen, bis er sich
«wieder ein bisschen aufgefangen hätte» (Akten BVGer, act. 1/14 S. 1). Es
habe sich bei der aufgrund dieses Angebots mit dem Bruder und der
Schwägerin geteilten Wohnung um eine 5 1⁄2-Zimmer-Wohnung gehandelt.
Der Beschwerdeführer habe diesbezüglich keinen Mietvertrag abgeschlos-
sen (Akten Vorinstanz, act. 16/20). In diesem Zusammenhang wird in der
Beschwerde der Beweisantrag gestellt, es sei eine Zeugenbefragung des
Bruders und der Schwägerin als «Vermieter der Wohnung an den Be-
schwerdeführer» durchzuführen (Beschwerde, S. 5).
4.3.2 Die genannte Darstellung der Wohnverhältnisse des Beschwerdefüh-
rers in der Steuerperiode 2010 erweist sich schon aufgrund der vorliegen-
den Akten aus verschiedenen Gründen als unglaubhaft:
Zum einen hat sich der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2009 an der
D._-strasse (...) in E._ angemeldet (vgl. E. 3.1 der ange-
fochtenen Verfügung). Diese Adresse ist auch im Kaufvertrag vom 26. April
2010 betreffend die Liegenschaft in G._ vermerkt. Hierbei kann es
sich freilich nicht um die Adresse der 5 1⁄2-Zimmer-Wohnung handeln, in
welcher der Beschwerdeführer im Jahr 2010 (bzw. bereits kurz nach der
Scheidung) mit seinem Bruder und seiner Schwägerin zusammengelebt
haben will. Letzteres ergibt sich daraus, dass auf dem sich bei den vor-
instanzlichen Akten befindenden Grundrissplan betreffend die angeblich
geteilte Wohnung des Bruders und der Schwägerin als Adresse hand-
schriftlich «M._-weg (...)» vermerkt ist (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 16/20, Beilage 2).
Zum anderen muss davon ausgegangen werden, dass sich die erwähnte
Wohnung des Bruders und der Schwägerin am «M._-weg (...)»
nicht (wie vom Beschwerdeführer behauptet) in E._, sondern in
N._ befindet. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich dem Beschwer-
deführer am 10. Mai 2011 an die Adresse M._-weg (Hausnummer),
(Postleitzahl) N._, ein Schreiben geschickt (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 8, Beilage; Akten Vorinstanz, act. 16/1/4). An letzterer Adresse scheint
der Beschwerdeführer dabei erst bzw. frühestens seit dem 1. Mai 2011 ge-
meinsam mit seiner Schwägerin gemeldet gewesen zu sein (vgl. die unwi-
dersprochen gebliebenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wo-
nach der Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2009 bis 30. April 2011 an
A-4061/2016
Seite 14
der D._-strasse (...) in E._ gemeldet gewesen sei und vom
1. Mai 2011 bis zu seinem Wegzug aus dem Kanton Zug die gleiche Ad-
resse wie seine Schwägerin gehabt habe [Akten Vorinstanz, act. 8 S. 2]).
Noch in der im Mai 2012 unterzeichneten Steuererklärung 2010 bezeich-
nete der Beschwerdeführer als aktuelle Adresse die Adresse
D._-strasse (...) in E._, wobei er angab, unter letzterer Ad-
resse im Jahr 2010 einen eigenen Haushalt in einer 3-Zimmer-Wohnung
geführt zu haben (vgl. Akten Vorinstanz, act. 16/2; insbesondere Zusatz-
blatt «2010 MZ zur Steuererklärung»).
Es kann hier offen bleiben, ob im Rahmen des vorliegenden Beschwerde-
verfahrens eine Einvernahme von Zeugen überhaupt möglich wäre. Selbst
wenn dies der Fall wäre, könnte nämlich in Bezug auf die hiervor genann-
ten, vom Beschwerdeführer behaupteten Wohnverhältnisse auf die bean-
tragte Einvernahme des Bruders und der Schwägerin des Beschwerdefüh-
rers in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. E. 2.1.2) verzichtet werden.
Denn mit Blick auf das Dargelegte kann aufgrund der vorliegenden Akten
als erstellt erachtet werden, dass die Darstellung, wonach der Beschwer-
deführer bei seinem Bruder und der Schwägerin in E._ zusammen-
gewohnt haben soll, nicht zutrifft. Aus diesem Grund besteht im Übrigen
auch kein Anlass, die letzteren beiden Personen im vorliegenden Verfahren
als Auskunftspersonen zu befragen.
4.3.3 Der Beschwerdeführer hat im Übrigen im Verfahren im Kanton Zürich
erklärt, die von ihm in E._ genutzte Wohnung sei von seiner
Schwester und ihrem Ehemann gemietet worden (Akten Vorinstanz,
act. 16/20 S. 2). Unabhängig davon, ob diesbezüglich ein Widerspruch zur
Darstellung der Beschwerdeführers anzunehmen ist, wonach er (unmittel-
bar) nach der Scheidung bei seinem Bruder und seiner Schwägerin in
E._ Unterschlupf gefunden haben will, ist festzuhalten, dass stich-
haltige Beweise für einen Bezug einer von seiner Schwester und ihrem
Ehemann gemieteten Wohnung im Kanton Zug vor oder im Jahr 2010
durch den Beschwerdeführer nicht genannt wurden und auch nicht akten-
kundig sind. Vielmehr verhält es sich so, dass weder ein vom Beschwer-
deführer noch ein von seinen Verwandten abgeschlossener Mietvertrag
betreffend eine Wohnung im Kanton Zug vorliegt. Mietzinszahlungen für
eine solche Wohnung sind zudem weder behauptet noch aus den vorlie-
genden Unterlagen ersichtlich. In der Steuerperiode 2010 hat sich der Be-
schwerdeführer (soweit den Akten zu entnehmen) auch keine Zeitungen
an eine Adresse im Kanton Zug zustellen lassen; zudem verfügte er in die-
ser Zeitspanne weder über einen Festnetz- oder Radio-, noch über einen
A-4061/2016
Seite 15
Fernsehanschluss an einer solchen Adresse (vgl. Akten Vorinstanz, act.
16/20). Gemäss eigener Darstellung hatte der Beschwerdeführer in
E._ auch keinen Hausrat (Akten Vorinstanz, act. 16/20).
Mit Blick auf die dargelegten Umstände kann nicht als erstellt erachtet wer-
den, dass der Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2010 im Kanton Zug
über eine Bleibe verfügte.
4.4
4.4.1 Wie im Folgenden aufgezeigt wird, deuten demgegenüber verschie-
dene Indizien darauf hin, dass der Beschwerdeführer am massgebenden
Stichtag Ende 2010 das von ihm während seiner Ehe bewohnte Einfamili-
enhaus in G._ als Unterkunft benutzte und er dort seinen Lebens-
mittelpunkt hatte.
Zunächst ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer im Frühling 2010 das
genannte Einfamilienhaus in G._ (wieder) von seiner Ex-Ehefrau
erwarb (vgl. Sachverhalt, Bst. A.c). Der Beschwerdeführer kaufte somit im
Frühling 2010 Hauseigentum im Kanton Zürich, und zwar am Ort, wo er vor
der Scheidung mit seiner Ex-Ehefrau gewohnt hatte.
4.4.2 Es kommt hinzu, dass ausweislich aktenkundiger Bankkonto- und
Kreditkartenabrechnungen betreffend das Jahr 2010 zulasten von Konten
des Beschwerdeführers in G._ insgesamt 21 Bancomatbezüge ge-
tätigt sowie mehrfach diverse Restaurants besucht wurden und öfters in
der Nachbarsgemeinde O._ getankt wurde. Aus den genannten
Kreditkartenabrechnungen sind auch vereinzelte Bezüge von Dienstleis-
tungen in den Gemeinden P._ und Q._, zwei Gemeinden in
unmittelbarer Nähe von G._, ersichtlich. Anders als im Verfahren im
Kanton Zürich bestreitet der Beschwerdeführer nicht mehr, dass es sich
dabei – jedenfalls überwiegend – um von ihm selbst veranlasste Kontobe-
lastungen handelt (vgl. dazu die unbestritten gebliebenen Sachverhalts-
feststellungen in E. 3.7 Abs. 1 und 2 der angefochtenen Verfügung).
Die erwähnten Kontobelastungen lassen sich vorliegend – entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 13) – als Indiz für stär-
kere Bindungen zu G._ als zu E._ ins Feld führen. Zum ei-
nen sind Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen oder Belege für Geld-
automatenbezüge rechtsprechungsgemäss taugliche Beweismittel, wenn
es um den Nachweis der für den steuerrechtlichen Wohnsitz massgeben-
A-4061/2016
Seite 16
den Sachumstände geht (vgl. Urteil des BGer 2C_565/2016 vom 21. De-
zember 2016 E. 3.2). Zum anderen ergeben die vorliegend aktenkundigen
Bankkonto- und Kreditkartenabrechnungen betreffend das Jahr 2010 – so-
weit hier interessierend – insoweit ein klares Bild, als die Kontobelastungen
einzig im Zusammenhang mit Konsumationen oder Bargeldbezügen in
G._ und der näheren Umgebung dieser Gemeinde, im Ausland
oder in R._, nicht aber in E._ erfolgt sind.
Der Beschwerdeführer bringt als Erklärung für seine Bankbezüge und Res-
taurantbesuche im Kanton Zürich vor, es gebe «gute und hinreichende
Gründe, alte Gewohnheiten bei einem Wohnsitzwechsel nicht aufzugeben
und weiterhin die gleichen Bankomaten zu benutzen und die gleichen Res-
taurants zu frequentieren» (Beschwerde, S. 13). Diese Ausführungen sind
nicht hinreichend substantiiert, zumal der Beschwerdeführer nicht näher
darlegt, worin konkret diese angeblich guten und hinreichenden Gründe für
die Beibehaltung dieser bisherigen Gewohnheiten bestehen sollen. Über-
dies bilden diese Ausführungen keine plausible Erklärung dafür, dass keine
entsprechenden Kontobelastungen an dem von ihm behaupteten Ort des
Mittelpunktes der Lebensinteressen in E._ nachgewiesen sind.
4.4.3 Dafür, dass der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt wäh-
rend der Steuerperiode 2010 in G._ und nicht in E._ hatte,
spricht ferner auch, dass er sich im Jahr 2010 – wie er selbst konzediert
(vgl. Beschwerde, S. 13) – die Briefkorrespondenz an die Adresse in
G._ schicken liess. Der Beschwerdeführer argumentiert, er habe
die Korrespondenzadresse einstweilen bis zum definitiven Bezug einer ei-
genen Wohnung nicht ändern wollen. Dieses Argument ist nicht stichhaltig,
da – wie aufgezeigt (vgl. E. 4.3.1 f.) – namentlich nicht erstellt ist, dass der
Beschwerdeführer nach der Scheidung im Jahr 2010 vorübergehend bei
seinem Bruder und seiner Schwägerin unterbracht war. Es kann unter den
gegebenen Umständen nicht davon ausgegangen werden, dass sich für
einen vorübergehenden Zeitraum ein Verzicht auf eine Änderung der Kor-
respondenzadresse aufgedrängt hätte.
4.5
4.5.1 Mit Blick auf das Ausgeführte hat als erstellt zu gelten, dass der Be-
schwerdeführer im Jahr 2010 stärkere Beziehungen zu G._ als zu
E._ hatte. Der Beschwerdeführer hat nicht – beispielsweise mittels
für Bargeldzahlungen ausgestellter Quittungen – nachgewiesen, dass sich
der ideelle und materielle Schwerpunkt seines Lebens damals stattdessen
in E._ befand. Auch bildet der Umstand, dass er an letzterem Ort
A-4061/2016
Seite 17
seine Schriften hinterlegt hatte, angesichts der erwähnten Hinweise für den
Lebensmittelpunkt in G._ kein Indiz für einen steuerlichen Wohnsitz
in E._ (vgl. E. 3.3).
4.5.2 Nichts am Schluss, dass sich der Lebensmittelpunkt des Beschwer-
deführers im Jahr 2010 in G._ befand, zu ändern vermag sein Vor-
bringen, die Annahme, er hätte in diesem Jahr zusammen mit seiner Ex-
Ehefrau und ihrem neuen Lebenspartner im gleichen Einfamilienhaus ge-
wohnt, stehe in Widerspruch zu den tatsächlichen Verhältnissen und zur
allgemeinen Lebenserfahrung, wonach Geschiedene in aller Regel nicht
weiterhin zusammenleben würden. Dies gilt auch unter Berücksichtigung
der vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren einge-
reichten Erklärung seiner Ex-Ehefrau und ihres Lebenspartners:
Die Ex-Ehefrau und ihr Lebenspartner führen in der genannten Erklärung
zwar aus, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2010 nicht mit ihnen in
G._ gewohnt habe, sondern lediglich gelegentlich bei ihnen vorbei-
gekommen sei, um die Post abzuholen und kleinere Unterhaltsarbeiten am
Haus sowie im Garten zu verrichten. Selbst wenn es sich hierbei nicht um
ein blosses Gefälligkeitsschreiben handeln sollte, kann dieser Erklärung
und einer allfälligen allgemeinen Lebenserfahrung, wonach frisch geschie-
dene Personen in der Regel nicht zusammen wohnen, mit Blick auf die
hiervor genannten zahlreichen Indizien für den Lebensmittelpunkt in
G._ und die – wie dargelegt – unglaubhaften Angaben des Be-
schwerdeführers zu seinen behaupteten Wohnverhältnissen in E._
kein entscheidendes Gewicht zukommen. Dies gilt umso mehr, als sich die
Erklärung im Wesentlichen in Ausführungen zur angeblichen damaligen Si-
tuation in G._ erschöpft und ihr keine Hinweise auf Beziehungen
des Beschwerdeführers zu E._ zu entnehmen sind.
Es muss davon ausgegangen werden, dass sich am Ergebnis der hier vor-
genommenen Beweiswürdigung auch dann nichts ändern würde, würden
die Ex-Ehefrau und ihr Lebenspartner – wie in der Beschwerde in diesem
Kontext beantragt wird – als Zeugen einvernommen. Zu berücksichtigen ist
nämlich insbesondere, dass der Beschwerdeführer nicht behauptet, dass
seine Ex-Ehefrau und ihr Lebenspartner bei einer Zeugeneinvernahme we-
sentlich weitergehende Ausführungen machen würden als in ihrer schriftli-
chen Erklärung. Insbesondere macht der Beschwerdeführer selbst nicht
geltend, dass diese Personen gegebenenfalls Sachumstände benennen
würden, welche auf Beziehungen des Beschwerdeführers zu E._
A-4061/2016
Seite 18
(und nicht bloss auf das behauptete Fehlen von wohnsitzrelevanten Bezie-
hungen zu G._) schliessen lassen. Selbst wenn im vorliegenden
Beschwerdeverfahren eine Einvernahme dieser Personen als Zeugen
möglich wäre, wäre deshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf die Ab-
nahme dieses Beweismittels zu verzichten (vgl. E. 2.1.2). Aus dem nämli-
chen Grund besteht auch kein Anlass, diese Personen als Auskunftsperso-
nen zu befragen.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vorlie-
gend nicht glaubhaft gemacht hat, es hätten im Jahr 2010 Bezugspunkte
für einen steuerrechtlichen Wohnsitz zum Kanton Zug bestanden. Auf-
grund des durch die Maestro- und Kreditkartenabrechnungen vermittelten
Bildes ist davon auszugehen, dass keine Freizeit im Kanton Zug verbracht
wurde. Wenn die behauptete Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen
in E._ dennoch tatsächlich stattgefunden hätte, hätte dies der Be-
schwerdeführer in substantiierter Form vorbringen können. Der Beschwer-
deführer hat zwar in einem Schreiben an den Beschwerdegegner vom
28. März 2013 ausgeführt, er habe nach seiner in psychischer Hinsicht
sehr belastenden Scheidung wenn immer möglich den Aufenthalt im Haus
in G._ vermieden, um «unliebsame Erinnerungen an die schwere
Zeit zuvor weitgehend zu vermeiden» (Akten Vorinstanz, act. 16/9A). Auch
daraus lassen sich aber keine Bindungen zum Kanton Zug ableiten, zumal
zu dieser Äusserung nicht ins Bild passt, dass die Ex-Ehefrau über eine
auf Rechnung des Beschwerdeführers laufende Maestrokarte verfügte und
dieser im Jahr 2010 nach eigenen Angaben «während vielleicht 50 Tagen»
in G._ weilte (vgl. E. 4.1.2). Die Behauptung des Beschwerdefüh-
rers, er habe der Ex-Ehefrau etwa im Umfang der aufgrund des Schei-
dungsurteils geschuldeten Unterhaltsbeiträge Kontobezüge erlaubt, ist
nicht genügend substantiiert, um an der Richtigkeit der vorinstanzlichen
Feststellung des engen Kontakts mit der Ex-Ehefrau ernsthafte Zweifel zu
wecken.
Der Beschwerdeführer beschränkt sich im Wesentlichen auf das Bestreiten
bzw. Relativieren von Bezugspunkten zum Kanton Zürich, bringt aber sel-
ber keine substantiierten Behauptungen betreffend seine Lebensinteres-
sen in E._ vor. Zu Recht macht er im Übrigen nicht geltend, dass
seine Berufsumstände im Jahr 2010 für einen steuerrechtlichen Wohnsitz
A-4061/2016
Seite 19
im Kanton Zug sprechen. Dies gilt schon deshalb, weil der Beschwerde-
führer in diesem Jahr unbestrittenermassen in Zürich gearbeitet hat.
4.7 Die aufgrund der Aktenlage und der vorhandenen Indizien getroffene
Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe den steuerrecht-
lichen Wohnsitz im Jahr 2010 im Kanton Zürich gehabt, ist nach dem Ge-
sagten nicht zu beanstanden. Beweislosigkeit hinsichtlich des steuerrecht-
lichen Wohnsitzes in dieser Steuerperiode lag – wie die Vorinstanz richtig
erkannt hat – nicht vor. Der Beschwerdeführer kann daher nichts aus der
von ihm sinngemäss angerufenen Beweislastregel ableiten, wonach bei
nicht erbrachtem Nachweis einer Wohnsitzverlegung im Zweifelsfall das
bisherige Steuerdomizil als fortbestehend zu betrachten ist (vgl. zu dieser
Beweislastregel ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Kommentar Interkantonales Steu-
errecht, § 6 N. 98 am Ende m.H. auf Urteile des BGer 2P.203/2006 vom
1. März 2007 E. 2.3, StE 2008 A 24.21 Nr. 18, und 2P.186/2004 vom
15. Februar 2005 E. 2.3 f.): Selbst wenn der Beschwerdeführer bereits im
Jahr 2009 im Kanton Zug Wohnsitz begründet hätte, würde die lediglich die
objektive Beweislast betreffende Regel, dass ein einmal begründeter
Wohnsitz im Zweifel fortbestehen bleibt, mit Bezug auf das Jahr 2010 nicht
greifen. Mit Blick auf das Dargelegte hat nämlich als erstellt zu gelten, dass
der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt in letzterem Jahr im Kan-
ton Zürich hatte. Im Falle eines früheren steuerlichen Wohnsitzes im Kan-
ton Zug wäre mit anderen Worten nachgewiesen, dass dieser im Jahr 2010
(wieder) in den Kanton Zürich verlegt worden ist.
5.
5.1 Es bleibt noch auf die übrigen Argumente des Beschwerdeführers ein-
zugehen, soweit diese nicht bereits implizit oder explizit widerlegt worden
sind.
5.2 Vom Beschwerdeführer wird angeführt, laut Kaufvertrag vom 26. April
2010 zwischen der Ex-Ehefrau und ihm betreffend den Erwerb des Grund-
stücks in G._ habe sich sein Wohnsitz an der D._-strasse
(...) in E._ befunden. Dem Kaufvertrag komme als öffentliche Ur-
kunde erhöhte Beweiskraft im Sinne von Art. 9 ZGB zu (Beschwerde,
S. 3 f.).
Diese Argumentation des Beschwerdeführers schlägt fehl, da der Urkun-
deninhalt nur insoweit eine verstärkte Beweiskraft im Sinne von Art. 9 ZGB
geniesst, als die Urkundsperson die betreffende Tatsache zu prüfen hat
und sie in der Lage ist, Feststellungen der entsprechenden Art aufgrund
A-4061/2016
Seite 20
eigener Wahrnehmungen zuverlässig zu treffen. Was die Notariatsperson
weder wissen noch bescheinigen kann, erlangt durch die blosse Beurkun-
dung keine erhöhte Beweiskraft (vgl. Urteil des BGer 4A_574/2008 vom
23. Juni 2009 E. 5.1 m.H.; ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Kommentar DBG,
Art. 115 N. 12). Die Notariatsperson hatte im vorliegenden Fall weder den
zivilrechtlichen noch den steuerrechtlichen Wohnsitz zu prüfen (vgl. hierzu
§§ 238 f. des Einführungsgesetzes vom 2. April 1911 des Kantons Zürich
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EG ZGB, LS 230] sowie §§ 12 ff.
der Verordnung vom 23. November 1960 des Obergerichtes des Kantons
Zürich über die Geschäftsführung der Notariate [Notariatsverordnung,
LS 242.2]).
5.3 Der Beschwerdeführer rügt ferner, es sei überspitzt formalistisch, dass
die Vorinstanz auf die Befragung seines Bruders und der Schwägerin mit
der Begründung verzichtet habe, deren Personalien seien nicht bekannt
gegeben worden (Beschwerde, S. 14). Diese Rüge ist von vornherein un-
begründet. Nicht die Vorinstanz hat auf eine Befragung dieser beiden als
Zeugen angerufenen Personen mit dieser Begründung verzichtet, sondern
das Steuerrekursgericht des Kantons Zürich.
5.4
5.4.1 Der Beschwerdeführer rügt, sein Gehörsanspruch sei verletzt wor-
den, da die Vorinstanz von einer Befragung der Ex-Ehefrau als Zeugin ab-
gesehen und diesbezüglich unreflektiert die Begründung des Beschwerde-
gegners übernommen habe, wonach eine schriftliche Bestätigung hinrei-
chend sei (Beschwerde, S. 10). Einer solchen Bestätigung komme nämlich
beweistechnisch nicht die gleiche Bedeutung wie einer unter Androhung
von Straffolgen gemachten Zeugenaussage zu. Nicht ausdrücklich – wohl
aber sinngemäss – scheint der Beschwerdeführer ferner eine Gehörsver-
letzung infolge unterlassener Befragung des mittlerweile in Ungarn wohn-
haften Bruders und der Schwägerin zu rügen (vgl. Beschwerde, S. 10 f.).
5.4.2 Die Vorinstanz hielt unter Hinweis auf das Verfahren im Kanton Zü-
rich fest, dass es dem Beschwerdeführer offen gestanden hätte, eine
schriftliche Erklärung der Ex-Ehefrau einzureichen, worauf er sogar mit
Schreiben vom 27. August 2013 ausdrücklich hingewiesen worden sei.
Auch im doppelten Schriftenwechsel vor der Vorinstanz habe es der Be-
schwerdeführer unterlassen, eine schriftliche Aussage seiner Ex-Ehefrau
einzureichen (vgl. E. 3.5 der angefochtenen Verfügung).
A-4061/2016
Seite 21
5.4.3 Die genannten vorinstanzlichen Ausführungen zur ausgebliebenen
Befragung der Ex-Ehefrau (vgl. E. 5.4.2) geben weder in Bezug auf die
Tatsachenfeststellung noch in Bezug auf die Anwendung des Beweisrechts
Anlass zu Beanstandungen. Es ist belegt, dass im Schreiben des Be-
schwerdegegners vom 27. August 2013 (Akten Vorinstanz, act. 16/19) auf
die Möglichkeit der Einreichung einer schriftlichen Erklärung aufmerksam
gemacht wurde. Auch ist es nicht der Vorinstanz anzulasten, dass die ent-
sprechende Erklärung im vorinstanzlichen Verfahren nicht bereits akten-
kundig war, da es der hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung mitwir-
kungspflichtige (vgl. E. 3.4) Beschwerdeführer war, der es unterlassen
hatte, im kantonalen Verfahren eine solche Erklärung einzureichen. Die be-
hördliche Untersuchungspflicht trat in dieser Konstellation nicht an die
Stelle der unzureichenden Mitwirkung des Beschwerdeführers. Hätte die-
ser die entsprechende Erklärung im kantonalen Verfahren eingereicht,
wäre diese im vorinstanzlichen Verfahren bereits aktenkundig gewesen.
Zu berücksichtigen ist ferner der Umstand, dass – mangels gesetzlicher
Regelung des Zeugenbeweises im DBG (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Kom-
mentar DBG, Art. 115 N. 26, 32 mit Ausführungen zu gesetzlich geregelten
Ausnahmen im Steuerstrafrecht) – die Vorinstanz weder eine Zeugenbe-
fragung der Ex-Ehefrau hätte hoheitlich anordnen noch diese Person zur
Auskunft hätte verpflichten können, weil sie nicht zum Kreis von auskunfts-
pflichtigen Dritten gehört (vgl. Art. 128 DBG). Dass die Ex-Ehefrau freiwillig
zur Aussage bereit gewesen wäre, hat der Beschwerdeführer im
vorinstanzlichen Verfahren nicht behauptet und ergibt sich auch nicht aus
den Akten. Die Vorinstanz war daher nicht gehalten, ungeachtet des Ver-
säumnisses des Beschwerdeführers bei dessen Ex-Ehefrau eine schriftli-
che Auskunft einzuholen. Angesichts der Aktenlage waren weitere Beweis-
erhebungen nicht erforderlich (vgl. E. 4.3-4.5).
Der Beschwerdeführer war im Übrigen in der Lage, im Verfahren vor dem
Bundesverwaltungsgericht die erwähnte schriftliche Erklärung einzu-
reichen (vgl. E. 4.5.2). Objektiv nachvollziehbare Gründe, weshalb er die
Einreichung sowohl im kantonalen als auch im vorinstanzlichen Verfahren
unterlassen hatte, werden weder geltend gemacht noch lassen sich solche
den Akten entnehmen.
Die erwähnte Rüge der Gehörsverletzung durch Verzicht auf eine Befra-
gung der Ex-Ehefrau erweist sich somit als unbegründet.
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5.4.4 Sollte der Beschwerdeführer geltend machen wollen, die Vorinstanz
habe zu Unrecht auf eine Befragung des Lebenspartners seiner Ex-Ehe-
frau als Zeugen oder Auskunftsperson verzichtet (vgl. Beschwerde, S. 10),
wäre ihm entgegenzuhalten, dass er – wie selbst konzediert (vgl. Be-
schwerde, S. 4) – bei dieser Behörde keinen entsprechenden Antrag ge-
stellt hat.
5.4.5 Die Vorinstanz hat allerdings das rechtliche Gehör im Zusammen-
hang mit dem offerierten Zeugenbeweis durch den Bruder und die Schwä-
gerin des Beschwerdeführers verletzt:
In der Eingabe vom 21. Januar 2015 (Akten Vorinstanz, act. 11) offerierte
der Beschwerdeführer in frist- und formgerechter Weise der Vorinstanz die
Befragung der beiden genannten Personen. In der streitbetroffenen Verfü-
gung führte die Vorinstanz indessen Folgendes aus (vgl. E. 3.11 der ange-
fochtenen Verfügung):
«Über die Nähe und die Intensität der Beziehung zwischen dem Steuerpflich-
tigen und seinem Bruder und dessen Ehefrau liegen keine nachgewiesenen
Tatsachen vor. Es stand dem Steuerpflichtigen offen, eine solche Beziehung
nachzuweisen, was er jedoch nicht tat. Es ist aber kein Grund ersichtlich, wes-
halb eine enge Beziehung nicht auch von G._ aus gelebt werden
konnte [...].
Im Übrigen können bezüglich des sozialen Umfelds des Steuerpflichtigen
keine Erwägungen angestellt werden. Insbesondere werden vom Steuerpflich-
tigen weder ein Freundeskreis noch sonstige soziale Verknüpfungen im Kan-
ton Zug geltend gemacht oder nachgewiesen.»
Aufgrund der zitierten Erwägung in der Verfügung der Vorinstanz lässt sich
nicht beurteilen, ob jene den Beweisantrag des Beschwerdeführers über-
sehen oder in antizipierter Beweiswürdigung stillschweigend abgewiesen
hat (vgl. auch Urteil des BGer 4P.244/2004 vom 4. Februar 2005 E. 2.3,
2.5). Indem sie entweder den Beweisantrag übersehen oder ihre antizi-
pierte Beweiswürdigung unbegründet gelassen hat, hat die Vorinstanz das
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers in Bezug auf die angebotene Be-
fragung des Bruders und der Schwägerin verletzt (vgl. zur Begründungs-
pflicht bei einer antizipierten Beweiswürdigung E. 2.1.3).
Zu klären ist, ob die Voraussetzungen für eine Heilung der hier festgestell-
ten Gehörsverletzung erfüllt sind (vgl. E. 2.2). Vorauszuschicken ist, dass
das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz mit voller Kognition
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entscheidet (vgl. E. 1.3) und damit eine Heilung nicht a priori ausgeschlos-
sen ist.
5.4.6 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz selbst in ihrer Ver-
nehmlassung vom 18. August 2016 (Akten BVGer, act. 10) nach wie vor
keine rechtsgenügliche (explizite) Begründung geliefert hat, weshalb sie
eine Befragung des Bruders und der Schwägerin des Beschwerdeführers
abgelehnt hat. Eine Heilung durch das Nachschieben einer Begründung
durch die Unterinstanz fällt damit ausser Betracht. Das Bundesverwal-
tungsgericht kann jedoch vorliegend einerseits – in der Annahme, die Vor-
instanz habe den Beweisantrag übersehen – nachträglich diesen Antrag
des Beschwerdeführers zur Kenntnis nehmen und würdigen sowie ande-
rerseits – würde von einer nicht mit einer Begründung versehenen
vorinstanzlichen antizipierten Beweiswürdigung ausgegangen – selber
eine Begründung liefern. Ersteres hat das Bundesverwaltungsgericht mit
der hiervor (E. 4.3.2 am Ende) vorgenommenen antizipierten Beweiswür-
digung in Bezug an den im vorliegenden Beschwerdeverfahren erneut ge-
stellten Antrag auf Befragung des Bruders und der Schwägerin des Be-
schwerdeführers im Ergebnis bereits getan. Denn es ist nicht ersichtlich,
dass sich die Beweislage bei der Vorinstanz in rechtserheblicher Weise an-
ders als vor dem Bundesverwaltungsgericht dargestellt hätte und die
Vorinstanz nicht aus den nämlichen Gründen, wie sie nach Ansicht des
Gerichts im vorliegenden Verfahren eine antizipierte Beweiswürdigung
rechtfertigen, auf eine Abnahme des fraglichen Beweismittels bzw. auf eine
Befragung des Bruders und der Schwägerin als Auskunftspersonen hätte
verzichten dürfen. Die festgestellte Gehörsverletzung im vorinstanzlichen
Verfahren kann folglich im vorliegenden Beschwerdeverfahren als geheilt
gelten, hat doch das Bundesverwaltungsgericht diesen Beweisantrag zur
Kenntnis genommen und zudem – in der vorliegenden Erwägung – begrün-
det, weshalb die Vorinstanz auf die angebotene Befragung des Bruders
und der Schwägerin des Beschwerdeführers verzichten durfte.
6.
Aufgrund des Ausgeführten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
25. Mai 2016 im Ergebnis als rechtmässig, weshalb sie zu bestätigen ist.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
7.
7.1 Bei diesem Verfahrensausgang gilt der Beschwerdeführer als unterlie-
gend, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63
Abs. 1 VwVG). Dabei ist indes der festgestellten Verletzung des rechtlichen
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Gehörs (vgl. E. 5.4.5) angemessen Rechnung zu tragen und ein Teil der
Kosten zu erlassen (vgl. BGE 126 II 111 E. 7b; Urteile des BVGer
A-1617/2016 vom 6. Februar 2017 E. 12.1; A-3579/2015 vom 23. Februar
2016 E. 10; A-3122/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 8.1). Die auf Fr. 2ʹ500.–
festzusetzenden Verfahrenskosten (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) sind demnach im Umfang von
Fr. 2ʹ000.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der in der Höhe des letz-
teren Betrags einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der Ver-
fahrenskosten zu verwenden.
Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63
Abs. 2 VwVG).
7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer steht angesichts seines Unterlie-
gens grundsätzlich keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG
e contrario). Analog zu den vorstehenden Ausführungen über die Verfah-
renskosten (vgl. E. 7.1) rechtfertigt es sich indessen, dem Beschwerdefüh-
rer aufgrund der von der Vorinstanz begangenen Gehörsverletzung eine
reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Urteile des BVGer
A-1617/2016 vom 6. Februar 2017 E. 12.2; A-3579/2015 vom 23. Februar
2016 E. 10; A-3122/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 8.2). Die Vertreterin des
Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Unter Berücksichti-
gung der gesamten Umstände – insbesondere der Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer mit seinen Ausführungen zum materiellen Recht nicht
durchdringt – erscheint eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 750.–
als angemessen.
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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