Decision ID: 3ea12fd8-45c0-49d7-bbff-4e8aeae5423e
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
ist Vater dr
eier Kinder (geboren 1998, 2000
und 2006,
Urk.
12/70 S. 1). Der Versicherte meldete sich am
8.
Januar 2003
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/2). Mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2004 sprach
ihm
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Wirkung
ab dem
1.
Juli 2003 eine halbe Rente
mit
Zusatz
rente
für d
i
e Ehegatt
i
n und Kinderrenten zu (
Urk.
12/36,
Urk.
12/25
).
I
m Januar 2007
und im Juni
2012
eingeleitete Revisionen
(
Urk.
12/48
,
Urk.
12/70
) ergab
en
unverändert einen Anspruc
h auf eine halbe Rente (vgl.
Urk.
12/53,
Urk.
12/74).
1.2
Am
5.
März 2014 stellte der Versicherte ein Revisionsgesuch (
Urk.
12/81). Die IV-Stelle holte
in der Folge
ein
bidisziplinäres
(rheumatologisches
und
psy
chiatrisches)
Gutachten (
Urk.
12/99-100) ein und erliess am
4.
Dezember 2014
den Vorbescheid (
Urk.
12/102).
Der Versicherte brachte dagegen
Ein
wände
(
Urk.
12/107,
Urk.
12/110,
Urk.
12/113)
vor
.
Am 2
3.
April
2015 nahm der psy
chiatrische Gutachter ergänzend Stellung (
Urk.
12/117).
Mit Verfügung vom 1
6.
November 2015 (
Urk.
12/124) stellte die IV-Stelle die laufende Rente ein. Mit Verfügung vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
12/126)
hob die IV-Stelle die
Verfügung vom 1
6.
November
2015
wiedererwägungs
weise
auf. Am
1
8.
Januar 2016 (
Urk.
12/127 =
Urk.
2)
verfügte sie
erneut die Einstellung der Invalidenrente
.
2.
Der Versicherte erhob am
1
5.
Februar 2016
Beschwerde
(
Urk.
1/
1-
2)
gegen
die Verfügu
ng vom 1
8.
Januar 2016 (
Urk.
2). Am
1.
März 2016 reichte er ein
e Ergänzung zur
Eingabe
vom 1
5.
Februar 2016 e
in und
beantragte die
Zu
sprache
einer ganzen Rente
(
Urk.
5 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
April 2016 (
Urk.
11
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
0.
Juni 2016 wurde dem Beschwerdeführer in Bewilligung des Gesuchs vom
1.
März 2016 (vgl.
Urk.
5 S.
1) die unentgelt
liche Prozessführung bewilligt und eine Kopie de
r Beschwerdeantwort zuge
stellt (
Urk.
13 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder ei
nes
Renten
be
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern au
ch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit verän
dert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverän
dert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeit
liche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Än
de
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhalts
abklärung
, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/
2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid
darauf ab
, nach den medizinischen Abklärungen
sei der Beschwerdeführer
in einer ange
passten, leichten Tätigkeit
zu
100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
2 S. 2)
.
Die
Beschwer
degegnerin
ermittelte gestützt darauf einen
Invaliditätsgrad
von
neu
1
%
und verneinte einen Rentenanspruch (S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
vor, die Einstellung der Rente sei aus medizi
ni
scher Sicht nicht gerechtfertigt. Er sei zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
5 S. 1)
.
Der Gutachter des psychiatrischen Teilgutachtens
habe sich nur
wenige Minuten mit ihm unterhalten und hauptsächlich in den Akten gelesen (
Urk.
1/2 S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers massgeblich verändert hat und ob die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht eingestellt hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, nannte in einem Bericht vom 2
0.
Januar 2003 (
Urk.
12/9) als Diag
nosen ein chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links bei
Protrusio
nen
L4/5 und L5/S1, ein
en
Status nach einer
Diskushernienoperation
L4/5 rechts vor 14 Jahren sowie eine schwere depressive Entwicklung (
lit
. A).
Dr.
Z._
attestierte dem Beschwerdeführer für eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 4).
Sie gab an
, der
klein
gewachsene
,
noch sehr junge Patient könne auf keinen Fall körperlich belas
tende Arbeiten ausüben (S. 2
lit
. D.7).
3.2
Der Beschwerdeführer war vom
7.
bis 2
8.
November 2002 in der
A._
hospitalisiert (
Urk.
12/11/7). Die Ärzte der
A._
stellten
in einem Arztzeugnis
vom 1
4.
April 2003 (
Urk.
12/11/5-6) folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
lit
. A):
chronisches lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit/bei
Verdacht auf
somatoformes
Schmerzsyndrom mit
Generalisie
rungstendenz
Protrusion
L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression
thorakovertebrale
und
cervikocephale
Schmerzsymptomatik mit Aus
strahlung in die Brust und beide Schultern
Status nach Diskushernien-Operation L4/5 1987
Die Ärzte
der
A._
attestierten dem Beschwerdeführer für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter in der Wäscherei eines
Fussball
clubs
seit dem 1
7.
Februar 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
lit
. B).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in einem Bericht
vom 2
9.
November 2003 (
Urk.
12/20) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5
lit
. A):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Anpassungsstörung mit Tendenz zu andauernder
Persönlichkeitsände
rung
chronisches lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
Status nach Diskushernien-Operation L4/5 1987
Dr.
B._
führte zur Krankengeschichte aus, der Beschwerdeführer sei 1989 in der Türkei als
C._
von der türkischen Polizei verhaftet und während der Einvernahme einige Tage gefoltert worden. 1991 sei er erneut in Gewahrsam
genommen und während zirka zwei Wochen Folterungen unterzogen wor
d
en. Ende September 2000 bis April 2001 sei
er
wegen einer depressiven Symp
to
matik bei
Dr.
B._
in Behandlung gewesen. Daraufhin habe er im Mai 2001 in der Wäscherei eines Fussballclubs eine Stelle annehmen können
. Ab Juli 2002 sei er wegen zunehmender Rückenschmerzen wieder arbeits
unfähig ge
worden
(S. 5
lit
. D.3).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe vom 2
2.
Mai bis 3
1.
August 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit dem
1.
September 2003 bestehe eine Arbeitsunfähigke
it von 80
%
(S. 1
lit
. B).
Eine Wiederaufnahme der Arbeit am bisherigen Arbeitsplatz mit einem Pensum von 10-20
%
habe den Patienten überfordert. Die Stelle sei
ihm
per 3
1.
Dezember 2003 gekün
digt worden.
In
seiner bisherigen Tätigkeit
sei er
immer noch zu 100
%
ar
beitsunfähig.
Eine
behinderungsangepasste Tätigkeit
sei
zu prüfen. Zu Be
ginn sei
in einer solchen Tätigkeit
ein Pensum von 50
%
möglich. Mittel- bis längerfristig bleibe zu hoffen, dass eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
erhal
ten werden könne (S. 6
lit
. D.7 a-b).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Regional
ärztlicher
Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellung
nahme vom
9.
Januar 2004 (
Urk.
12/23 S. 4 oben) aus, entscheidend für die Arbeitsunfähigkeit sei auch laut den Ärzten der
A._
die psy
chische Dimension. Die von
Dr.
B._
beurteilte Arbeitsfähigkeit
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
von 50
%
könne übernommen werden.
3.5
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer daraufhin mit Verfü
gung vom 2
5.
Juni 2004
ab dem
1.
Juli 2003
bei einem Invaliditätsgrad von 52
%
eine halbe Rente z
u (
Urk.
12/36).
4.
4.1
Die in der Folge
getätigten
medizinischen Abklärungen ergeben folgendes Bild
:
Dr.
Z._
führte in einem
Verlaufsbericht vom 1
4.
Februar
2007
(
Urk.
12
/50)
aus,
an und für sich bestünden stationäre Verhältnisse mit schub
weiser Exazerbation der
Lumboischialgien
mit Wurzelbeteiligung L5 und S1 links. Nebenbei bestünden eine Ausdehnung der
demuskulären
Ver
spannungen mit schmerzhaft eingeschränkter Beweglichkeit der
Halswirbel
säule
sowie
spon
dy
logene
Ausstrahlungen in beide Arme verbunden mit
Dysästhesien
(S.
1
Ziff.
3).
Die
Arbeitsunfähigkeit habe sich gegenüber den Voruntersuchungen
nicht
verändert. Die theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
könne we
gen
einer enormen
Selbstlimitierung des Beschwerdeführers in der Praxis nicht umgesetzt werden.
Er
sei nach wie vor überzeugt, nicht mehr arbeiten zu können. Er sei auf seine Rückenbeschwerden fixiert und versuche sich
,
gegen
über jeglichen Belastungen zu schonen. Der Invaliditätsgrad habe sich nicht verändert (S. 3).
4.2
V
om 2
3.
Juli 2008 bis 2
6.
Februar 2009
war der Beschwerdeführer
in der Psychiatrischen Poliklinik,
E._ i
n ambulanter Behandlung (
Urk.
12/85/1).
F._
, Assistenzpsychologin, und
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiter Ambulatorium für Folt
er- und Kriegs
opfer, Psychiatrische
Poliklinik,
E._
, führten im Bericht vom 2
2.
August 2008 (
Urk.
12/85/4-6) aus,
eine von 2003-2006
erfolgte psychiatrische Be
handlung
sei ohne den gewünschten Erfolg verlaufen. D
er Patient sei 1987 in der Türkei inhaftiert und schwer gefoltert worden. Dabei sei die Wirbelsäule geschädigt worden. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis sei eine Rück
en
operation durchgeführt worden. Er sei dann ein zweites Mal inhaftiert und gezielt am Rücken gefoltert worden. Während der Behandlung durch
Dr.
B._
hätten sie wohl über seine Erlebnisse gesprochen. Die posttrauma
tische Belastungsstörung sei aber nicht gezielt behandelt worden (S. 3 oben).
Der Patient nehme seine Medikamente je nach Bedarf (S. 2).
Er
scheine durch die Foltererlebnisse während seiner Gefängnisaufenthalte in der Türkei sehr belastet zu sein. Er leide unter ausgeprägten Symptomen einer posttraumati
schen Belastungsstörung sowie
unter
einer ausgeprägten depressiven Symp
tomatik. Grosse Schwierigkeiten bereiteten ihm zudem die Schmerzen, d
ie ihn im Alltag sehr behinderten.
F._
und
Dr.
G._
nannten als Diagnosen eine posttraumatische
Belas
tungs
störung
und eine mittelgradige depressive Episode (S. 1).
4.3
F._
und
Dr.
G._
führten im Abschlussbericht vom
2.
März
2009 (
Urk.
12/85/1-3) aus, trotz Schmerztherapie seien die klassischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung wie Vermeidungsverhalten,
Über
erregung
und Wiedererleben weiterhin in ähnlichem Masse vorhanden wie beim
Erstgespräch.
F._
und
Dr.
G._
bestätigten im Bericht die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Abweichend zum
Vorbericht vo
m 2
2.
August 2008 diagnostizierten sie
hingegen
neu
eine leichte depres
sive Episode. Zudem liege eine chronische Schmerzstörung assoziiert mit psycho
logischen Faktoren und mit allgemeinmedizinischem Korrelat vor (S. 1).
4.4
Der Beschwerdeführer ist seit dem 1
8.
Februar 2013
bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter psychi
atrischer Behandlung (
Urk.
12/80
Ziff.
2).
Dr.
H._
nannte im Bericht vom 1
7.
März 2014
(
Urk.
12/80 =
Urk.
6/2)
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine schwere posttrau
matische Belastungsstörung, eine andauernde Persönlichkeitsänderung in
folg
e der posttraumatischen Belastungsstörung, chronische Schmerzen im Nacken, Rücken und in den Beinen beidseits sowie einen Tinnitus beidseits (
Ziff.
1). Der Psychiater attestierte
dem Beschwerdeführer
eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
(
Ziff.
7).
Dieser
sei nicht
belastbar.
Als weitere Einschrän
kungen
be
stünden eine stark verminderte Konzentration und
eine Kraftlosig
keit (
Ziff.
8).
Es habe bereits eine hochqualifizierte
Traumatherapie
im
E._
stattgefunden, die nur kurzzeitig eine leichte Verbesserung gebracht habe, ohne dass sich die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung nennenswert redu
ziert hätten (
Ziff.
9).
4.5
Der Beschwerdeführer war vom 1
4.
bis 1
8.
März 2014 im
I._
hospitalisiert (
Urk.
12/100/1).
Dr.
med.
J._
und
Dr.
med.
K._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, Oberarzt,
I._
,
führten im
Austrittsbe
richt
vom 1
9.
März 2014 (
Urk.
12/100/1-3) aus, der Patient habe sich selbst vorgestellt
mit
einer
Schmerzexazerbation
bei
einem bekannten chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom. Im MRI habe sich eine
b
reitbasige
medio rechts lateral
-betonte,
kleinvolumige
Diskushernie gezeigt. Eine Infiltration sei vom Patienten abgelehnt worden (S. 1 unten).
Dr.
J._
und
Dr.
K._
stellten folgende Diagnosen (S. 1):
chronisches,
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
aktuell
Schmerzexazerbation
mit
lumboradikulären
Schmerzen L5 rechts
MRI Lendenwirbelsäule vom 1
7.
März
2014:
breitbasige
, rechts lateral betonte Diskushernie, narbige Alteration
Recessus
lateralis
, Kom
pression Wurzel L5 rechts
Status nach Diskushernien-Operation L4/5 rechts 1987
Die Ärzte des
I._
machten keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
4.6
Dr.
Z._
führte
im
Bericht vom
9.
Mai 2014 (
Urk.
12/88/1-4) zum Befund aus, es bestünden zunehmende
radikuläre
Reizsymptome L5 rechts bei einer
Rezidivhernie
L4/5 mit
Neuroforamenstenose
rechts, die zum Teil durch die Diskushernie, zum Teil durch narbige Veränderungen verursacht würden. Nebenbei bestünden
Cervicalgien
und
Cervicobrachialgien
mit intermittie
ren
den
Kribbelparästhesien
im linken Arm. Weiter bestünden eine
skolioti
sche
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit einer Gehstreckhaltung der
Lendenwir
bel
säule
und eine ausgedehnte muskuläre Verspannung lumbal beidseits. Die
Valleix’schen
Punkte s
eien beidseits positiv. Der
Lasè
gue
sei rechts bei 40 Grad
positiv und links terminal angedeutet. Weiter finde sich eine schmerz
haft eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule in alle Richtungen um einen Drittel. Das neu angefertigte MRI zeige eine
breitbasige
Rezidivdis
kus
hernie
L4/5 mit Kompression der Wurzel L5 rechts (
Ziff.
1.4).
Aufgrund einer Verschlechterung der Rückenschmerzen mit neu aufgetrete
ner Diskushernie L4/5 und einer Wurzelkompression L5 rechts sowie der psy
chischen Situation mit einer kaum beeinflussbaren Depression könne dem Patienten zurzeit keine Arbeit
zugemutet werden (
Ziff.
1.7).
4.
7
4.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin veranlasste eine
bidisziplinäre
Begutachtung des Beschwerdeführers. Die rheumatologische Untersuchung
fand am 2
9.
Oktober 2014 durch
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, statt (
Urk.
12/99 S. 1). Die psychiatri
sche Untersuchung fand am
3.
November 2014 durch
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, statt (
Urk.
12/100/8).
4.
7
.2
Dr.
L._
führte im rheumatologischen Teilgutachten vom 2
7.
November 2014 (
Urk.
12/99) aus, der Beschwerdeführer gebe als aktuelle Beschwerden rechtsbetonte, permanente Kreuzschmerzen mit Abstrahlung ins rechte Ge
säss, den rechten Oberschenkel und den Fuss an. Die Schmerzen verunmög
lichten längeres Sitzen, Stehen und Liegen, so dass
er
häufig
seine
Position ändern müsse.
Öfters würden im Rücken Blockaden auftreten. Physiotherapie lindere die Schmerzen für kurze Zeit. Weiter bestünden rechtsbetonte
Hand
gelenksschmerzen
, die tendenziell zunehmen
würden
und zeitweise in den
ganzen Arm ausstrahlten.
Der Beschwerdeführer
habe beidseits schwere Arme
.
Die Schmerzen gingen von einem Druck im Brustkorb aus.
Er
trage rechts permanent eine Vorderarm-Handgelenksmanschette
. Auf der linken Seite zusätzlich auch nachts
. Der Grund für das Tragen der Orthesen sei ihm nicht bekannt
(S. 6 f.
Ziff.
1-2).
Weiter habe
er
permanente Kopfschmerzen, öfters auch Schwindel und Übelkeit, linksseitig einen Tinnitus und doppel
seitige Knie- und Fussschmerzen. Weiter bestünden rechtsbetonte Gesäss- und
Fuss
schmerzen
(S. 6 f.
Ziff.
3
-5). Auf
Nachfrage
gebe
er
zudem
Nacken
schmerzen
mit Ausstrahlung in beide Schultern und Arme an (S. 7
Ziff.
6).
Nach kurzem Sitzen im Wartezimmer habe sich der Beschwerdeführer „schmerzgepeinigt“ mühsam vom Stuhl erhoben und sei in das Untersu
chungs
zimmer „geschlichen“. Sein
Verhalten sei während der gesamten Untersuchung extrem schmerzdemonstrativ gewesen. Er
habe problemlos län
gere Zeit sitzen können. Das Ausziehen des Hemdes sei ihm problemlos möglich gewesen, während er sich mühsam aus dem Unterhemd „geschält“ habe. Das Ausziehen der Hosen und Schuhe sei ihm nur mit Mühe gelungen (S. 8
Ziff.
3.2).
Bei Nichtbeachtung des schmerzdemonstrativen Verhaltens
seien
im Bereich der Halswirbelsäule und der oberen E
xtremitäten altersnormale Verhältnisse zu finden. Das Ganglion der Handrücken sei rechtsbetont. Die Gelenke der unteren Extremitäten seien klinisch unauffällig. Die Brustwirbelsäule zeige eine minimale Fehlhaltung. Die Lendenwirbelsäule sei in der Beweglichkeit mässig eingeschränkt. Hinweise für ein
lumboradikuläres
Geschehen seien nicht erkennbar (S. 10 unten).
4.
7
.3
Dr.
L._
stellte folgende Diagnosen (S. 15
Ziff.
1):
chronifizierte
zerviko-thorako-lumbo-sakro-coccygeale
Schmerzen (seit 2002 respektive seit 24 Jahren)
zervikale Schmerzen: normale Klinik und altersübliche, degenera
tive Veränderungen im Röntgenbild,
myo
-
faszio
-kutane
Schmerz
komponente
thorakale Schmerzen: klinisch leichte Fehlhaltung der
Brustwir
belsäule
bei normaler Klinik
lumbale Schmerzen
chronifiziertes
lumbales bis
lumbospondylogenes
Syndrom
kleine Diskushernie L4/5 und narbige Veränderungen daselbst nach Operation einer Diskushernie 1987 mit Tangierung der Wurzel L5 rechts, aktuell keine erkennbare
radikuläre
Symp
tomatik
mässiggradig
bewegungseingeschränkte Lendenwirbelsäule
sakro-coccygeale
Schmerzen:
Coccygodynie
Panalgie
doppelseitige Schulterschmerzen ohne erkennbares organisches Substrat
rechtsseitige Ellenbogenschmerzen bei unauffälliger Klinik
rechtsbetonte Handgelenksschmerzen ohne erkennbare Ursachen
Ganglion Handrücken
i
nitiale Fingerarthrosen
doppelseitige
Gonalgie
bei unauffälliger Klinik
doppelseitige
Tarsalgie
leichte statische Fussveränderungen
a
usgeprägte Aggravationstendenz
4.
7
.4
Dr.
L._
führte in seiner Beurteilung aus, gemäss Aktenlage seien beim Beschwerdeführer zeitgleich psychische und körperliche Beschwerden aufge
treten. Eine lumbale Diskushernien-Operation von 1987 habe für einige weni
ge Jahre
zur
Beschwerdefreiheit geführt.
Anschliessend sei es 1992 zu e
i
nem Rezidiv der Rückenschmerzen und
2002 zu
einer Exazerbation
ge
kommen. Die Beschwerden seien in der Folge therapieresistent geblieben
, so dass der Beschwerdeführer seine Arbeit nicht mehr habe aufnehmen können.
Gleichzeitig sei es zu einer Schmerzausweitung in die Hals- und
Brust
wirbelsäule
, die Brust und die Schulte
rn gekommen. 2003 und 2007 sei
ein
radi
kuläres
Reizsyndrom S1 und L5 links beschrieben worden, wobei keine gesi
cherten
radikulären
Ausfälle erkannt worden seien. 2014 sei ein
radi
ku
läres
Reizsyndrom L5 rechts bei einer Diskushernie L4/5 festgestellt worden.
Während dieser Jahre scheine eine wechselseitige Beeinflussung und
Verstär
kung von psychischer und körperlicher Problematik bestanden zu haben (S. 16
oben).
Die aktuelle Befragung des Beschwerdeführers habe keine wesentlich neuen Gesichtspunkte ergeben. Er
berichte über eine
Panalgie
mit Betonung der Kreuzgegend, wobei er die Rücken- und Beinschmerzen seit 23-24 Jahren
empfinde.
Er
habe keine schmerzfreie Stelle an seinem Körper nennen kön
ne
n. Klinisch seien das extrem leidende und schmerzdemonstrative Verhalten des Beschwerdeführers respektive eine Diskrepanz zwischen dem subjektiven Leiden und den objektiven Befunden im Vordergrund gestanden. Für die deutliche aktive Bewegungseinschränkung der Schultergelenke habe sich
keine organische Erklärung gefunden. Auch die Schmerzen im rechten Ellen
bogen liessen sich somatisch nicht begründen. Die massiven
Handgelenks
schmerzen
würden sich somatisch kaum erklären lassen. Das rechtsbetonte Ganglion reiche als Grund kaum aus. Auch im Bereich der unteren Extremi
täten fänden
sich keine relevanten Befunde
. Die Knieschmerzen liessen sich mit der unauffälligen Klinik kaum erklären
(S. 16 Mitte).
Am Untersuchungstag sei die Halswirbelsäule klinisch unauffällig gewesen.
Radiologisch seien altersübliche degenerative Veränderungen festgestellt worden
.
Die Brustwirbelsäule sei bis auf eine leichte akzentuierte Kyphose klinisch unauffällig
gewesen
(S. 16 unten).
Sofern die letzte Erwerbstätigkeit in einer Wäscherei
bis Anfang 2002 mit einer grösseren Rückenbelastung verbunden gewesen sei, sei diese dem Be
schwerdeführer mutmasslich nicht mehr zumutbar. Allerdings müsse beachtet werden, dass er diese Stelle nicht sehr lange inne gehabt habe und ihm die Arbeit angesichts seiner Lebensbiographie kaum sehr entsprochen habe. Sofern man ausschliesslich auf die objektivierbare, somatische Pathologie abstelle, sei
ihm seit
dem Klinikaufenthalt in
A._
eine körperlich leichte, wechselnd belastende Arbeit ganztags zumutbar (S.
17
Ziff.
2-3). Die Ar
beitsunfähigkeit für eine Tätigkeit mit grösserer Rückenbelastung bestehe seit 200
2.
Für eine angepasste Tätigkeit sei er auf somatischer Sicht nie arbeits
unfähig gewesen (S. 17
Ziff.
4).
In den früheren Berichten der behandelnden Ärztin sei ein
radikuläres
Reizsyn
drom
S1 und/oder L5 links beschrieben worden, allerdings ohne Be
gründung. Im Austrittsbericht der
I._
sei ein
radikuläres
Schmerz
syndrom
L5 rechts erwähnt worden. Diese Diagnose sei von der be
han
deln
den Ärztin übernommen worden. Sie werde aber nicht durch klini
sche Be
funde untermauert. Die Herleitung einer
radikulären
Symptomatolo
gie nur aus einem MRI ohne Klinik sei angesichts der Vielzahl von falsch positiven oder falsch negativen MRI-Befunden nicht statthaft. Zudem dürften die be
schriebenen narbigen Veränderungen älteren Datums sein, da die Opera
tion 1987 erfolgt sei
. Zumindest am Untersuchungstag hätten sich keine Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatologie gefunden (S. 17 f.
Ziff.
7).
4.
8
4.
8
.1
Die psychiatrische Untersuchung
durch
Dr.
M._
vom
3.
November 2014
dauerte
gemäss den Angaben
im psychiatrischen Teilgutachten vom 2
7.
Novem
ber 2014 (
Urk.
12/100/8-23)
von
15.45 bis 17 Uhr (S. 1 unten).
Dr.
M._
führte im Teilgutachten zur Anamnese aus, der Beschwerdefüh
rer sei
als
C._
in der Türkei geboren
. 1989 sei er verhaftet und misshandelt worden. Ähnliche Erlebnisse habe er noch mehrmals durchmachen müssen, insbesondere 199
1.
Phasenweise seien die Folterungen massiv gewesen. Auch seine Schwester sei misshandelt worden (S.
3
lit
. A.1/2).
Die Schmerzen stellten heute sein grösstes Problem dar, da die Diskushernien-Operation
von
1987 in der Türkei nichts gebracht habe. Er leide seit etwa 25 Jahren an Schmerzen.
Die bisher durchgeführten Behandlungen seien wenig erfolgreich gewesen. 2003 sei er in der
A._
gewesen, wo man viele The
ra
pien mit ihm durchgeführt habe. Die Schmerzen hätten sich ab
er nicht
wesentlich verbessert (S. 4 oben).
1997 habe er seine frühere Freundin, wel
ch
e ebenfalls in die Schweiz geflohen sei, geheiratet
. Die drei Kinder seien 16-, 14- und 8-jährig. Finanziell gehe es ordentlich, da er eine IV-Rente be
ziehe (S. 4 Mitte).
Die Verarbeitung der Folterungen habe ihm zuerst Mühe bereitet. Bis zur Ein
reise in die Schweiz habe er an Ängsten, Erinnerungen und Albträumen gelitten. Gelegentlich seien ihm die Ereignisse beinahe lebhaft vor Augen getreten. Der Aufenthalt in der Schweiz habe sich
aber
beruhigend auf ihn ausgewirkt. In dieser Zeit habe er auch seine Familie gründen können. Da er manchmal verstimmt gewesen sei, habe er im Herbst 2000 bei
Dr.
B._
eine
ambulante psychiatrische Behandlung aufgenommen und diese bis zirka 20
04 weitergeführt. Die Verstimmungen hätten sich gebessert (S.
5 oben).
Der Beschwerdeführer präsentiere sich schmerzgepeinigt. Die Augen habe er oft geschlossen und er spreche mit leiser Stimme. Die Gefühlslage wirke aber nicht manifest verstimmt.
Er
negiere Suizidtendenzen. Beim Berichten der früheren Folterungen wirke er nicht verängstigt oder sonst auffällig. Er be
richte ruhig (S. 6 Mitte).
Es fänden sich keine Verhaltensweissen, welche auf eine
Persönlichkeitsstö
rung
hinweisen würden. Der Beschwerdeführer verneine auch Flashbacks. Eine übermässige oder auffällige Gefühlsbeteiligung bei der Schilderung
früherer Foltererlebnisse sei nicht feststellbar.
Er
sei auf die Schmerzen fi
xiert
, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine
Schmerzaus
dehnung
. Die Schmerzen bildeten den Hauptfokus seines Interesses.
Auf
der
Schmerz
skale
(0-10)
lägen sie
auf der Stufe 8
(S. 7 oben).
4.
8
.2
Dr.
M._
stellte keine Diagnosen mit anhaltender Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne anhaltende Auswirkung auf die Ar
bei
ts
fähigkeit nannte
er
eine anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung und
eine
leichtgradige
depressive
Episode.
Der
Gutachter
führte zudem als Diag
nose
auf, dass der Beschwerdeführer
1989/1991 Opfer von politischer Verfol
gung und Folter geworden
sei
(S. 7
Ziff.
4).
Es erstaune nicht, dass die Foltererlebnisse die Ursache für eine posttraumati
sche Belastungsstörung gewesen seien. Der Beschwerdeführer solle insbeson
dere während der langen Flucht von der Türkei in die Schweiz an Flashbacks gelitten habe
n
. Er sei zudem misstrauisch gewesen, zumal er habe befürchten
müssen, dass er erneut verhaftet werde. In der Schweiz habe er sich von sei
nen
Ängsten lösen können (S. 8 oben). Gemäss den Schilderungen des Be
schwer
deführers sei es ihm gelungen, die Foltererlebnisse dank dem zufrie
den
stellenden Aufenthalt in der Schweiz zu verarbeiten beziehungsweise zu vergessen. Er habe denn auch vorerst nicht in ambulanter psychiatrischer Behandlung gestanden. Er sei aber doch deprimiert gewesen, als er bei der Arbeit Probleme bekommen habe und schlussendlich nicht mehr habe arbei
ten können (S. 8 unten).
4.8.3
Zusammenfassend könne die posttraumatische Belastungsstörung seit zirka 1998 als zum grossen Teil remittiert angesehen werden.
Auch eine andau
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sei nicht nachweisbar.
Der Beschwerdeführer
sei schon vor einigen Jahren wieder fähig gewesen, die lange Reise in die Türkei zu unternehmen und seine Verwandtschaft zu besuchen. Dabei sei es ihm psychisch gut gegangen. Mit einer schweren Persönlichkeitsstörung hätte er die Reise nicht unternehmen können, da er dabei mit den früheren Erlebnissen konfrontiert worden wäre. Zudem könne darauf hingewiesen werden, dass
er
nach der Einreise in die Schweiz eine Familie habe gründen können und Vater von drei Kindern geworden sei. Im Weiteren habe er eine regelmässige Tagesgestaltung. Er fahre Auto und mache ausgedehnte Spaziergänge, wo er keine Ängste empfinde. Die aktive
Le
bensgestaltung
korreliere auch mit den heutigen Befunden (S. 9 f.).
Als ungünstige krankheitsfremde Faktoren bestünden die lange Phase der Arbeitsunfähigkeit und die fehlende Motivation zur Aufnahme einer berufli
chen Tätigkeit. Es gelte abzuklären, ob die anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
beim Beschwerdeführer eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ver
ursache (S.
10 unten).
Eine
schwere psychische
Komorbidität
be
stehe nicht
. Die depressive Episode sei auf eine
leichtgradige
Episode abge
sunken. Die post
traumatische Belastungsstörung sei seit vielen Jahren remit
tiert. Eine an
dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sei nicht feststell
bar.
Hinsichtlich einer chronischen körperlichen
Begleiterkran
kung
habe
Dr.
L._
mässiggradige
Befunde festgest
ellt
. Die soziale Integra
tion sei erhalten geblie
ben. Eine prämorbide Persönlichkeitsstruktur sei leicht auffällig. Die
Schmerz
problematik
sei progredient und
chronifiziert
. Damit würden zwar mehrere der verlangten Kriterien zutreffen, dies jedoch nicht in einem Ausmass, dass
die Arbeitsfähigkeit aus psychiatri
scher/psychosomatischer Sicht eingeschränkt
sei (S. 11).
Dr.
M._
antwortete auf die Fragen der Beschwerdegegnerin, es sei inso
fern eine Verbesserung eingetreten, als die depressive Episode nur noch
leichtgradig
sei. Allerdings habe sich die anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
eher verstärkt. Eine posttraumatische Belastungsstörung könne er nicht bestätigen. Die entsprechende Symptomatik sei nicht nachweisbar (S. 12
Ziff.
1).
Die von
Dr.
H._
diagnostizierte angebliche schwere
posttraumatische
Be
lastungsstörung
könne er nicht nachvollziehen. Es fehlten die Symptome un
d der typische Verlauf der Geschichte, welche das ICD-10 voraussetze. Dass
Dr.
H._
keine depressive Episode diagnostiziert habe, bestätige, dass keine wesentliche Psych
opathologie mehr vorliege
(S. 13
Ziff.
2 A). Ein Teil der be
schriebenen ungünstigen krankheitsfremden Faktoren sei dafür ver
ant
wort
lich, dass der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig sei (S. 13
Ziff.
2 B).
4.
8
.4
Dr.
L._
und
Dr.
M._
stellten
zusammenfassend
interdisziplinär
fest, dass es aus psychiatrischer Sicht zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gekommen sei. So sei zumindest seit 2012 keine Arbeit
sunfähigkeit mehr vorhanden. Der
Beschwerdeführer sei in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit seit 2012 voll arbeitsfähig (
Urk.
12/100/6-7).
4.
9
PD
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurologie, RAD, führte in einer Stellungnahme vom
2
.
Dezember 2014 (
Urk.
12/111 S. 5) aus, die Gutachter
Dr.
M._
und
Dr.
L._
gingen von einer Verbesserung des psychischen
und einem unveränderten somatischen Gesundheitszustand aus. Demnach be
stehe in einer angepassten
,
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig
keit spätestens ab 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
Die
davor
be
stehende Einschränkung
sei psychisch
begründet. Das
bidisziplinäre
Gutachten gehe auf die Aktenlage ein und erhebe umfassend selbständige Befunde. Die
Be
schwerdegegnerin
könne
auf
das Gutachten
abstellen.
4.10
Dr.
H._
führte
im Einwand
vom 1
3.
Februar
2015 (
Urk.
12/110
=
Urk
.
6/1
) gegen den Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom
4.
Dezember
2014
(
Urk.
12/102)
aus, der Beschwerdeführer habe nach der psychiatrischen Be
gut
achtung
Fo
lgendes erzählt:
Dr.
M._
habe zu Beginn den Beschwer
deführer und seine Ehefrau zum Gespräch gebeten. Von Beginn an habe
der
Gutachter
nur die Ehefrau befragt. Diese habe den Gutachter dann darauf aufmerksam gemacht, dass er doch bitte den Patienten selber fragen solle und habe die Runde verlassen. Daraufhin habe
Dr.
M._
dem Patienten einige Fragen zu seiner aktuellen Lebenssituation gestellt. Die Angaben des Patienten hätten nicht länger als fünf Minuten gedauert.
Der Gutachter
habe dann gesagt, dass
er die Akten lesen wolle
, was
er im Beisein des Patienten getan
habe
. Dies habe zirka 30 Minuten gedauert. Der Beschwerdeführer schwöre, dass
Dr.
M._
ihn wede
r gefragt habe, wie es ihm gehe,
noch
,
was er denke. Geschweige denn habe er nach Flashbacks oder den Folterun
gen gefragt. Sowohl der Patient als auch die Ehefrau berichteten, dass sie maximal 45 Minuten bei
Dr.
M._
gewesen seien
.
Dr.
H._
wolle
auf
zeigen, warum er annehme, dass der Beschwerdeführer bezüglich der Begut
achtung die Wahrheit gesagt habe
(S. 1).
Dr.
M._
habe geschrieben, soweit sich der Beschwerdeführer erinnere, habe er seit 2002 nicht mehr gearbeitet.
Dieser
sei
aber
zwischen De
zember 2009 und Mai 2012 in der
P._
tätig gewesen.
Von
Dezember 2012 bis Juni 2013 habe er in der
O._
in Zürich gearbeitet. Wegen zu vieler Absenzen sei ihm dort ge
kündigt worden. Der Beschwerdeführer werde seit zirka drei Jah
ren von der Pro
Infirmis
Zürich in administrativen Belangen unterstützt.
Dr.
H._
habe davon im Erstgespräch mit dem Beschwerdefüh
rer
erfahren
.
Dr.
M._
wisse
nichts davon
(S.
1 f.
).
Gemäss den Angaben im psychiatrischen
Teilg
utachten sei es dem Beschwer
deführer gelungen, die Foltererlebnisse dank dem zufriedenstellenden Auf
enthalt in der Schweiz zu verarbeiten beziehungsweise zu vergessen. Er habe sich in der Schweiz von den Ängsten lösen können.
Dr.
Z._
habe den Be
schwerdeführer zur Therapie
ins
Ambulatorium für
Folter- und Kriegsopfer des
E._
überwiesen. Das Ambulatorium habe Wartezeiten von über 12 Mo
naten.
Dr.
H._
könne sich nicht vorstellen, warum eine erfahrene
Haus
ärztin
einen Patienten mit ausschliesslich reaktiver Depression an das hoch
spezia
lisier
te Ambulatorium überweisen sollte
, wenn, wie von
Dr.
M._
be
haup
tet, der Patient sich von den Ängsten nur mit dem Eintritt in die Schweiz habe lösen können. Zudem gehe einer dortigen Therapie eine aus
führliche, oft mehrstündige Diagnostik voraus, welche oberärztli
ch geprüft werde (S. 2
Ziff.
2
).
Gemäss
Dr.
M._
sei
der Beschwerdeführer beim Berichten nicht verängs
tigt oder sonst wie auffällig
gewesen sei
. Die Gefühlslage
habe
nicht manifest verstimmt
gewirkt
. Der affektive Rapport sei gut herstellbar
gewesen
.
Ein
guter affektiver Rapport bedeute aus der Fachsprache übersetzt, der Patient zeige eine Affektivität. Dies sei eine fachlich ungenügende Aussage zur Affektquantität und -qualität. Der Beschwerdeführer imponiere gerade durch seine deutlich bedrückte Stimmungslage und eine fehlende affektive Modu
lationsfähigkeit. Er wirke im Gesicht wie versteinert, sei jedoch höchst wach
sam, eben
hypervigilant
. Er antworte selbstverständlich auf Fragen, jedoch nur mit spärlicher emotionaler Beteiligung und aus einer tiefen depres
siven Grundstimmung heraus (S. 2
Ziff.
3).
Aus Sicht von
Dr.
H._
sei es dem Beschwerdeführer anfangs
gelungen, die
Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung teilweise zu kompen
sieren.
Zirka seit dem Jahr 2000 habe
er
zunehmend ärztliche Hilfe
in An
spruch genommen
sowohl wegen der Schmerzen als auch wegen der Alb
träume und Flashbacks. Die Hausärztin habe ihn wegen fehlender
Therapie
erfolge
2008 an das
Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer
überwiesen. Dort habe man
die Störung richtig diagnostiziert. Durch
eine
Konfrontati
ons
therapie
habe sich die Intensität der Symptomatik jedoch verstärkt. Dies könne
einerseits bedeuten, dass die vorbereitende Phase der Bildung eines „sicheren Bodens“ für eine Konfrontation mit den Traumata nicht ausrei
chend gewesen sei oder dass aufgrund der Schwere und Häufigkeit der Traumata diese Art des therapeutischen Zugangs beim Beschwerdeführer zu
mindest bis anhin nicht hilfreich gewesen sei.
Er
habe dies bemerkt und die Therapie aus diesem Grund abgebrochen (S. 3 Mitte).
Dr.
H._
schliesse sich der Einschätzung durch
Dr.
L._
an, dass die Be
schwerden ei
ne
exosomatische
Ursache hätten,
nämlich eine schwere post
traumatische Belastungsstörung, welche in diesem Ausprägungsgrad meist eine deutliche affektive Komponente
habe
. Der Beschwerdeführer berichte von Folterungen und diesbezüglichen Flashbacks und Albträumen. Er äussere Suizidgedanken, wirke depressiv verstimmt und affektverarmt, habe
Kon
zen
trations
- und Schlafstörungen, sei leicht ermüdbar und
antriebsgemin
dert
. Er sei übererregt, extrem reizempfindlich und schreckhaft und reagiere darauf mit Abschirmung und Rückzug. Ausgelöst würden die Flashbacks durch Brandgeruch, Geruch von Nasskälte, Wassertropfgeräusche und
durch
laute und herrische Stimmen.
Der Beschwerdeführer
wirke äusserlich 10 Jahre
vor
gealtert
.
Er
sei
zu 100
%
arbeitsunfähig
.
Dr.
H._
gehe davon aus, dass in naher Zukunft in einer be
hinderungsangepassten Tätigkeit ohne Leistungsanforde
rungen
wieder eine teilweise Arbeitsfähigkeit möglich sein werde. Dies sei
aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht für eine weitere Stabilisierung des Zustandsbildes hilfreich und sinnvoll. Der Beschwerdeführer sehe dies inzwischen auch wieder so
(S. 4).
4.11
Dr.
M._
führte in einer ergänzenden Stellungnahme
vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
12/117)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
aus, die Untersuchung habe von
15.45 bis 17 Uhr gedauert. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei zu Be
ginn des Gesprächs anwesend gewesen.
Dr.
M._
habe dieses Vorge
hen gewählt, um dem Beschwerdeführ
er einen erleichterten Einstieg
in das
Unter
suchungsgespräch
zu ermöglichen. Er habe die Ehefrau bald gebeten, im Warte
raum Platz zu nehmen. Anschliessend habe er ein ausführliches
Explo
rationsgespräch
durchgeführt. Ein Thema seien die früher durchgemach
ten Folterungen gewesen. Der Gutachter habe dabei beobachtet, dass der Be
schwerdeführer gefühlsmässig ruhig und sachlich von den Folterungen habe berichten können (S. 2).
Er
habe
Dr.
M._
mitgeteilt, dass er seit 2002 in der freien Wirtschaft keinen Arbeitsplatz mehr habe ausüben können (S. 2 unten).
Der Beschwer
de
führer
wisse
sodann
offenbar nicht mehr genau, wann er bei
Dr.
B._
in Behandlung gewesen sei.
Der Beschwerdeführer habe den im Gutachten
genannten
Zeitraum angegeben
(S. 3
Ziff
1
b). Über eine Unterstützung in ad
ministrativen Angelegenheiten habe sich
Dr.
M._
mit dem Beschwer
de
führer nicht unterhalten. Er sehe darin kein Manko in Bezug auf das psychi
atrische Explorationsgespräch (S. 3
Ziff.
1 c).
Zur Affektivität habe sich
Dr.
M._
im
psychiatrischen Teilgutachten
unter dem Titel Befund gemäss dem AMDP-System ausführlich geäussert. Eine Suizidalität habe nicht bestanden. Der Beschwerdeführer se
i auch nicht manifest verstimmt, sondern
vor allem schmerzgepeinig
t gewesen. Bei der Schilderung
der Schmerzen habe er die Augen oft geschlossen
ge
habt und mit leiser Stimme gesprochen. Diese Beobachtung habe für eine Fixation auf die Schmerzen gesprochen, eventuell auch für eine Aggravation. Es habe also nicht ein affektives Leiden vorgelegen, sondern vor allem eine psychosoma
tische Problematik,
die
als anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
zu diagnostizieren sei
.
Dr.
M._
weise
in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch
Dr.
L._
anlässlich der somatischen Untersuchung eine Aggra
vation festgestellt habe (S. 4
Ziff.
3).
Posttraumatische Störungen setzten gemäss DSM-IV folgende wichtige Beschwerden voraus:
w
iederkehrende und eindringliche Belastungen und
Erin
nerungen (Flashbacks), spezifische Gefühlsprobleme in
Bezug auf die Trau
matisierung und
eine körperliche Reaktion bei Konfrontation mit ähnlichen Erlebnissen. Weiter gehe es auch um ein bewusstes Vermeiden von Orten, welche mit der Erinnerung in Zusammenhang stünden. Zusätzlich würden Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und übertriebene
Schreckreak
tionen
auftreten. Wie
Dr.
M._
im Gutachten dargelegt habe, seien diese Kernsymptome einer posttraumatischen Belastungsstörung beim Beschwer
de
führer nicht vorhanden
gewesen
. Er könne vielmehr ruhig über die seiner
zei
tigen Geschehnisse sprechen
. Er habe auch Situation
en
nicht
ver
mieden
, die der früheren Belastung ähnelten. So habe er sich 2011 während drei Wochen ohne psychische Probleme
in der Türkei aufhalten können
(S. 5 Mitte).
Dr.
H._
teile die
Meinung
, dass sein Patient die Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung teilweise
habe kompensieren können
. Der
Be
schwerdeführer habe anlässlich des Untersuchungsgesprächs vom
3.
Novem
ber 2014 angegeben, dass er die ärztliche Therapie vor allem wegen der Schmerzen besucht habe
. Über Flashbacks habe er
Dr.
M._
nicht berichtet (S. 6 Mitte).
5.
5.1
Der rheumatologische Gutachter
Dr.
L._
nannte als Diagnosen
chronif
zierte
,
zerviko-thorako-sakro-coccygeale
Schmerzen, eine
Panalgie
und eine ausgeprägte Aggravationstendenz. Von somatischer Seite wurde eine kleine Diskushernie L4/5 und narbige Veränderungen
daselbst festgestellt (E. 4.7.3
hiervor
). Der psychiatrische Gutachter
Dr.
M._
diagnostizierte eine an
haltende
somatoforme
Schmerzstörung und eine
leichtgradige
depressive Epi
sode.
Zudem
führte er als
Diagnose
auf
, dass der Beschwerdeführer 1989/1991 Opfer von politischer Verfolgung und Folter geworden sei.
Gemäss
Dr.
M._
wirken sich d
ie
Diagnosen
nicht anhaltend auf die Arbeitsfähigkeit aus
(E. 4.8.2).
Der behandelnde Psychiater
Dr.
H._
diagnostizierte zudem eine schwere posttraumatische Belastungsstörung
und eine andauernde
Persönlichkeitsän
derung
infolge der posttraumatischen Belastungsstörung
(E. 4.4).
Die Gut
achter kamen zum Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers in psychiatrischer Hinsicht verbessert hat und ihm
eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit
seit 2012
zu 100
%
zugemutet werden kann (E.
4.8.4).
Gemäss
Dr.
Z._
und
Dr.
H._
besteht dagegen
eine volle Arbeitsunfähigkeit (E. 4.4 und 4.6).
Zunächst ist zu prüfen,
ob
auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
L._
und
Dr.
M._
vom 2
7.
November 2014 abgestellt werden kann.
5.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.3
Der Vorwurf
im Schreiben von
Dr.
H._
vom 1
3.
Februar 2015
,
wonach die psychiatrische
Begutachtung
durch
Dr.
M._
lediglich
45 Minuten statt
der im Gutachten
genannten
1
.25 Stunden
gedauert hätte
(E. 4.10)
, lässt sich nicht belegen.
Dr.
H._
war bei der psychiatrischen Begutachtung nicht anwesend und
konnte lediglich die
Schilderung
seines Patienten wie
dergeben
.
Dass der Beschwerdeführer
Fragen des Gutachters während
insge
samt
lediglich fünf Minuten beantwortet habe
n könnte
(E. 4.10), erscheint
wenig
plausibel, da
gestützt auf eine Befragung
von fünf Minuten
kein Gut
achten erstellt werden könnte. Zudem kommt es für den Aussagegehalt einer ärztlichen Stellungnahme rechtsprechungsgemäss nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Massgebend ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich voll
ständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.2).
Zwar fehl
en im psychiatrischen Teilgutachten Angaben zu den Tätigkeiten
des Beschwerdeführers
in der
P._
und in der
O._
.
Hingegen finden sich im Teilgutachten von
Dr.
L._
Angaben über eine Tätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz
(
Urk.
12/99 S. 7
Ziff.
2.4).
Der Vorwurf, wonach die Anamnese fehlerhaft er
stellt worden wäre, lässt sich daher nicht aufrechterhalten.
Im
bidisziplinären
Gutachten
werden
sodann
die gesundheitlichen Beein
träch
tigungen des Beschwerdefü
hrers dargelegt. Weiter beruht es
auf den
notwendigen Untersuchungen und berücksichtigen die geklagten Be
schwer
de
n in angemessener Weise.
Das Gutachten vermag
sodann in der Be
urteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen.
Es
erfüllt daher die Anforderungen an den Beweiswert von me
dizinischen Gut
achten.
5.4
Dr.
M._
legte
im psychiatrischen Teilgutachten eingehend
dar
, weshalb die von
Dr.
H._
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung als
remittiert zu erachten ist
.
Als
Begründung
führte er
unter anderem an, dass der Beschwerdeführer
ohne psychische Probleme
eine Reise in d
i
e Türkei
unter
nehmen
konnte
. Bei einer schweren posttraumatischen
Belastungsstö
rung
und einer andauernden Persönlichkeitsänderung
, wie von
Dr.
H._
diagnostizert
,
wäre dagegen zu erwarten, dass der Beschwerdeführer die lange
Reise in die Türkei nicht hätte antreten können.
Auch
Dr.
H._
räumte
im
Schreiben vom 1
3.
Februar 2015 ein, dass der Beschwerdeführer die Symp
tomatik
einer
posttraumatischen Belastungsstörung zumindest teil
weise kom
pensieren konnte (E. 4.10).
Dr.
M._
konnte auch die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nicht bestätigen. Gestützt auf das psy
chiatrische Teilgutachten von
Dr.
M._
ist daher davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer an einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und an einer
leichtgradi
gen
depressiven Episode leidet.
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode nicht geeignet, eine
leistungs
spezifische
Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014, E. 4.2).
6.
6.1
Der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn setzt eine gesundheitlich be
dingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beein
träch
tigung der Arbeitsfähigkeit voraus (BGE 139 V 547 E. 9.4). Sowohl bei Leiden
, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu objektivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und Kausalität vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine
invalidenversicherungs
rechtlich
rele
vante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht ohne Weiteres nach
zuweisen (BGE 140 V 290 E.
3.3.1 mit Hinweisen). Eine
Anspruchsberechti
gung
setzt daher stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Aus
wirkungen des
Ge
sundheitsschadens
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus (BGE 140 V 290 E. 3.3.2).
Nach neuer Gerichtspraxis ist bei
somatoformen
Schmerzstörungen und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) d
ie
Aner
kennung einer rentenbegründenden Invalidität nur zulässig, wenn die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (
BGE 141 V 281
E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_28/2016 vom 25. April 2016 E. 3.2). Medizinisch muss
schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei
objektivierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt (BGE 141 V 574 E. 2). Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen (BGE 141 V 574 E. 2; vgl. BGE 141 V 585 E. 5.3, BGE 141 V 281 E. 3.7.2, BGE 139 V 547 E. 8.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes 8C_1/2016 vom 22. Februar 2016 E. 2.2 unter Hinweis auf BGE 140 V 290 E. 4.1).
6.2
Regelmässig liegt keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und
a
ndere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskre
panz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapien in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E.
2.2.1).
6.3
Der rheumatologische Gutachter
Dr.
L._
wies auf
eine massgebliche
Dis
kre
panz zwischen dem subjektiven Leiden des Beschwerdeführers
und den objek
tiven rheumatologischen Befunden
hin und
gab an
, dass der Beschwer
deführer bei der Untersuchung ein
extrem schmerzdemonstrative
s
Verhalten
gezeigt habe
(E.
4.7.4).
Dr.
L._
wies zudem darauf hin, dass der Beschwer
deführer
während der Untersuchung
problemlos längere Zeit habe sitzen könne
n und dass er einen Teil seiner Kleider problemlos ausziehen konnte (E.
4.7.2
hiervor
).
Gemäss
Dr.
L._
lassen sich namentlich
die aktive
Bewegungseinschrän
kung
der Schultergelenke und auch
die
geklagten Knieschmerzen
aus organischer Sicht
nicht
erklären
(E.
4.7.4). Es ist daher von Aggravation
beziehungsweise davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand in psy
chi
a
trischer Hinsicht seit der letzten materiellen Beurteilung verbessert hat. Dem
Beschwerdeführer
kann daher
aus psychiatrischer Sicht in einer
behin
de
rungs
angepassten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von
100
%
zuge
mutet wer
de
n
.
7.
7
.
1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
,
vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxis
gemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abge
stellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienstleistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen wer
den, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu
tra
gen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S.
63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") ab
zustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zu
mutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heranzie
hen der Tabelle TA11 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbe
reich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") angezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013 vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4).
7.3
Der Beschwerdeführer
arbeitete in der Vergangenheit
auf dem ersten Arbeits
markt als Mitarbeiter in einer Wäscherei
(Urk12/8).
Gemäss den Daten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 (LSE 20
12 Tabelle TA1 S. 35
) hätte der Beschwerdeführer
im Jahr
2012 im Bereich sonstige
Dienstleistungen
(
Ziff.
94-96)
ausgehend von
Kompetenzniveau 1 ein Einkommen von
Fr.
4‘746.-- pro Monat erzielen können.
Bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Jahr 2012
von 41.7 Stunden ergibt sich ein Einkommen v
on
Fr.
59‘372.-- (
Fr.
4‘746.-- x 12
: 40 x 41.7). Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
59‘372.-- zu veranschlagen.
Nach Einschätzung von
Dr.
L._
und
Dr.
M._
kann dem Beschwerde
führer eine körperlich leichte Tätigkeit zu 100
%
zugemutet werden. Dabei ist von einem Tabellenlohn von
Fr.
5‘210.-- auszugehen (LSE 2012 Tabelle TA1
S.
35 Total). Nachdem dem Beschwerdeführer körperlich schwere Arbeiten nicht
mehr zugemutet werden können, ist der Tabellenlohn um 10
%
zu kürzen. Damit resultiert ein
Invalideneinkomm
en
von
Fr.
58‘659.--
(
Fr.
5‘210.-- x
12 :
40 x 41.7 x. 0.9)
.
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
59‘372.-- mit dem
Invaliden
einkommen
von
Fr.
58‘659.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von
rund
1 %, womit kein Rentenanspruch mehr besteht.
7.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Rente bei einem Invaliditätsgrad von
neu
1
%
zu Recht eingestellt hat. Die angefoch
tene Verfügung vom 1
8.
Januar 2016 erweis
t
sich nach dem Gesagten als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Kosten jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.