Decision ID: 623a9781-9cc9-4444-81ac-20b25ef5f898
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Dezember 1996 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum
Automechaniker absolviert und anschliessend als Pneumonteur gearbeitet. Am 29.
Februar 1996 sei bei der Montage und beim Auswuchten eines Reifens die Felge auf
der Maschine explodiert (IV-act. 4). Die Rehabilitationsklinik B._ berichtete im Januar
1997 (IV-act. 6), der Versicherte habe am 29. Februar 1996 ein „schwerstes“ offenes
Schädel- und Gesichtstrauma erlitten. Seither leide er an chronisch rezidivierenden
„heftigen“ Kopfschmerzen, an einem Drehschwindel, an einer ausgeprägten
Gedächtnisstörung, an einem stark verminderten Visus des rechten Auges, an einem
Neglect nach rechts, an einer Gesichtsfeldeinschränkung nach rechts, an einem Verlust
des Hunger-, Sättigungs- und Durstgefühls, an einer „schwersten“ Störung der
Geruchs- und Geschmacksempfindung, an Schmerzen im Oberschenkel bei einer
Gehstrecke von 300 Metern sowie an Schmerzen im Unter- und Oberkieferbereich.
Angesichts der schweren Hirnleistungsstörungen erscheine die Wiedereingliederung in
den Beruf als unmöglich. Mittel- oder langfristig dürfte die Unterbringung in einer
geschützten Werkstatt sinnvoll sein. Kurzfristig bestehe das Ziel nur darin, den
Versicherten nach Hause entlassen zu können. Im Juli 1997 notierte ein Arzt des IV-
internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), der Versicherte werde gemäss dem
Bericht der Rehabilitationsklinik B._ noch für längere Zeit vollständig arbeitsunfähig
sein, weshalb ihm eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent zuzusprechen
sei (IV-act. 11). Mit einer Verfügung vom 8. Dezember 1997 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Februar 1997 eine ganze Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 100 Prozent zu (IV-act. 21).
A.a.
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In einem Fragebogen zur Überprüfung des Rentenanspruchs gab der Versicherte
im März 2006 an, sein Gesundheitszustand sei unverändert geblieben (IV-act. 35). Der
Allgemeinmediziner Dr. med. C._ bestätigte im März 2006, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten nicht verändert habe (IV-act. 37). Im Juni 2006
teilte die obligatorische Unfallversicherung der IV-Stelle mit, dass sie plane, den
Versicherten polydisziplinär begutachten zu lassen (IV-act. 40). Der entsprechende
Auftrag wurde erst im September 2007 erteilt (IV-act. 50). Am 3. Juni 2008 erstattete
die MEDAS Ostschweiz das von der Unfallversicherung in Auftrag gegebene
polydisziplinäre Gutachten (Fremdakten). Der psychiatrische Sachverständige hielt fest,
die beschriebenen Symptome – Kopfschmerzen, Schwindel, Reizbarkeit, Störungen
der Konzentration, des geistigen Leistungsvermögens, des Gedächtnisses und
gelegentlich des Schlafes – passten zur in den Vorakten genannten Diagnose eines
organischen Psychosyndroms nach einem Schädel-Hirn-Trauma. Aus psychiatrischer
Sicht könne auch die Diagnose einer organischen Persönlichkeitsstörung
(„Frontalhirnsyndrom“) diskutiert werden. Die Überprüfung der auffälligen Veränderung
des prämorbiden Verhaltens sei aufgrund der vom Versicherten präsentierten
„Vergesslichkeit“ nicht möglich. Der Versicherte sei zu wenig kooperativ gewesen.
Zudem fehlten klare Angaben zu seinen Alltagsaktivitäten. Während der Exploration
habe sich der Versicherte als „schwerst mnestisch gestörter Mensch“ präsentiert. Die
Präsentation sei nicht glaubhaft gewesen und habe den Verdacht auf eine Aggravation
geweckt. Unter anderem sei es trotz des Status nach einem schweren Schädel-Hirn-
Trauma unwahrscheinlich, dass der Versicherte zur eigenen Person, zeitlich, örtlich und
situativ völlig desorientiert sein sollte. Seine Aussagen, sich nicht mehr an zwei im Jahr
2005 erlittene Unfälle erinnern zu können, hätten den Verdacht auf eine Aggravation
oder gar Simulation verstärkt. Angesichts des präsentierten Zustandes wäre es ihm auf
keinen Fall möglich, ein Motorfahrzeug zu lenken, was er aber nach eigenen Angaben
nach wie vor tue. Das Verhalten des Versicherten müsse als „hochverdächtig
aggravativ“ eingestuft werden. Der neurologische Sachverständige führte aus,
aufgrund der klinischen Beobachtung sei zu vermuten, dass beim Versicherten zwar
ein neuralgiformes und neuropathisches Schmerzsyndrom im ersten Trigeminusast
rechts bestehe, dass jedoch sicherlich auch eine psychogene, somatoforme
Überlagerung des Schmerzes vorliege. „Sehr eindrücklich auffällig“ sei gewesen, dass
initial bei leichtesten Berührungen im Bereich der Stirn der Kopf schmerzhaft verzerrt
A.b.
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weggezogen und massive Schmerzen angegeben worden seien. Unter Ablenkung habe
die Stirn problemlos berührt und sogar Druck darauf ausgeübt werden können. Der
Versicherte habe stärkste Drehschwindelsymptome beschrieben und sich massiv
beeinträchtigt gezeigt. Ein Nystagmus habe sich aber nicht feststellen lassen. Von
neurologischer Seite her hätten sich keine Hinweise auf eine periphere, eine zentrale
oder eine cerebellär neurologische Symptomatik ergeben. Die lageabhängigen
Schwindelattacken liessen sich neurologisch nicht erklären. Der neuropsychologische
Sachverständige hielt fest, der Versicherte leide an einer mittelschweren
neuropsychologischen Funktionsstörung und Belastbarkeitsminderung. Im
Vordergrund stehe die verlangsamte Psychomotorik. Der Antrieb, das
Informationsverarbeitungstempo, die Flexibilität und das Reaktionsvermögen seien
erheblich verlangsamt. Im Bereich der Aufmerksamkeit und Konzentration seien die
Befunde vor allem in quantitativer Hinsicht vermindert gewesen. Die Merkspanne sei
unterdurchschnittlich gewesen. Bei den Lern- und Gedächtnisfunktionen hätten sich
schwankende, leicht bis mittelgradig ausgeprägte Defizite gezeigt. Insgesamt habe
sich der Zustand im Vergleich zu jenem vor zehn Jahren verbessert. Der oto-rhino-
laryngologische Sachverständige führte aus, die Untersuchung sei erschwert gewesen.
Der Versicherte habe bei den Gangprüfungen immer wieder eine Unsicherheit
angegeben und die Augen verschlossen. Auch bei den übrigen Untersuchungen habe
er nur eingeschränkt mitgearbeitet. Ein Nystagmus habe nicht objektiviert werden
können. Nach der Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, der
Versicherte leide an einem Status nach einem offenen Schädel-Hirn- und
Gesichtstrauma mit chronischen rechtsseitigen Kopfschmerzen, einer Trigeminus-
Neuralgie rechts, einer Visusstörung rechts, einer Anosmie, einer mittelschweren
neuropsychologischen Funktionsstörung und Belastbarkeitsminderung sowie einem
Status nach einem organischen Psychosyndrom; zudem bestehe ein dringender
Verdacht auf eine Aggravation. Aufgrund der aktuell noch mittelschwer ausgeprägten
neuropsychologischen Problematik sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des
Versicherten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen. Aus neurologischer Sicht
wäre der Versicherte zu 70 Prozent arbeitsfähig, aus oto-rhino-laryngologischer Sicht
wäre er sogar uneingeschränkt arbeitsfähig. Aufgrund der doch deutlichen
Beschwielung beider Hände sei von einer manuellen Beanspruchung auszugehen. Aus
psychiatrischer Sicht dränge sich das Einholen einer objektiven Fremdanamnese auf,
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die solide Aufschlüsse über das Alltagsverhalten gebe. Aufgrund des präsentierten
Verhaltens sei die Fahrtauglichkeit aufgehoben. Im September 2008 erhielt die IV-Stelle
den anonymen Hinweis, der Versicherte betreibe einen Handel mit
Occasionsfahrzeugen (IV-act. 63). Im Dezember 2009 notierte der RAD-Arzt Dr. med.
D._ (IV-act. 75), das Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit stehe medizinisch
auf sehr wackligen Füssen. Der neuropsychologische Sachverständige habe sich nicht
mit der Frage einer Simulation oder Aggravation befasst, obwohl in allen anderen
Untersuchungen eine deutliche Aggravationstendenz aufgefallen sei. Zudem habe der
Versicherte angegeben, dass er „problemlos“ Autofahren könne.
Im Februar 2010 beauftragte die IV-Stelle die E._ mit einer Observation des
Versicherten (IV-act. 79). Diese überwachte den Versicherten an einzelnen Tagen im
Frühjahr 2010 und berichtete am 26. April 2010 (IV-act. 86), der Versicherte habe
jeweils von morgens bis abends in einer Autogarage gearbeitet. Er habe offensichtlich
eine Führungsposition im Familienbetrieb wahrgenommen. Er habe den Betriebsablauf
„organisiert, dirigiert und gemanagt“. Er sei „Schlüsselträger“. Er habe die Kundschaft
empfangen, begrüsst und verabschiedet, mit ihr verhandelt, die Kontrollschilder
montiert und demontiert, die Fahrzeuge „begutachtet“, Räderwechsel vorgenommen,
Abgastests durchgeführt etc. Sichtbare Einschränkungen oder psychische
Beeinträchtigungen hätten nicht beobachtet werden können. Der Versicherte habe
stets sehr motiviert und engagiert, kontaktfreudig, gut aufgelegt, aufmerksam,
beweglich und körperlich fit gewirkt. Mehrfach hätten ein wiederholtes, schnelles
Kopfdrehen, ein Bücken und sofortiges Wiederaufrichten sowie Arbeiten in gebückter
oder in stark nach vorne geneigter Körperhaltung festgestellt werden können. Der
Versicherte sei täglich mehrmals als Lenker von verschiedenen Personenkraftwagen
unterwegs gewesen. Der RAD-Arzt Dr. D._ notierte nach einer Einsicht in das
Observationsmaterial (IV-act. 85), der Aggravationsverdacht habe sich erhärtet.
Gestützt auf die Observationsergebnisse sei davon auszugehen, dass der Versicherte
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne jede Einschränkung ausführen könne. Im
Oktober 2010 beauftragte die IV-Stelle die E._ mit einer weiteren Observation des
Versicherten (IV-act. 95). Nachdem diese den Versicherten erneut an einzelnen Tagen
überwacht hatte, berichtete sie am 6. November 2010 (IV-act. 101), der Versicherte sei
nach wie vor jeweils von morgens bis abends in der Garage tätig gewesen. Der RAD-
A.c.
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Arzt Dr. med. F._ notierte im Dezember 2010, der Versicherte weise keine
wesentlichen körperlichen oder geistigen Funktionseinschränkungen oder
Verhaltensstörungen auf, die ihn bei einer leichten bis mittelschweren körperlichen
Arbeit behindern würden (IV-act. 103). Am 11. Januar 2011 erhob die IV-Stelle eine
Strafklage gegen den Versicherten, dessen J._ und K._ (IV-act. 105). Mit einer
Verfügung vom 30. März 2012 stellte sie die IV-Rente vorsorglich per sofort ein (IV-act.
110). Mit einer Verfügung vom 31. Januar 2013 sistierte sie das Verwaltungsverfahren
bis zum Abschluss der Sachverhaltsabklärung im Strafverfahren (IV-act. 129).
Im April 2019 forderte die IV-Stelle die Strafakten an (IV-act. 174). Im Juni 2019
wurden die Akten ediert (IV-act. 178). Die IV-Stelle forderte den Versicherten auf, einen
Fragebogen zur Überprüfung des Rentenanspruchs auszufüllen. Im Juli 2019 erhielt sie
den ausgefüllten Fragebogen zurück (IV-act. 194). Der Versicherte hatte angegeben,
dass sich sein Gesundheitszustand seit dem Jahr 2006 verschlechtert habe. Er leide an
einer Depression, an sehr viel Kopfschmerzen, an einem Schwindel und an einer
Vergesslichkeit. Seit April 2016 finde er sich in Behandlung beim Psychiater Dr. med.
G._. Zudem werde er nach wie vor vom Neurologen Prof. Dr. med. H._ behandelt.
Die Klinik I._ hatte am 4. August 2017 nach einer stationären Behandlung des
Versicherten in der Zeit vom 16. Mai 2017 bis zum 22. Juni 2017 berichtet (IV-act. 195),
dieser leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig
schweren Episode, an sonstigen organischen Persönlichkeits- und
Verhaltensstörungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
sowie an einer symptomatischen Epilepsie nach einem schweren Schädelhirntrauma
und einem Status nach einer Serie mit tonisch-klonischen Krampfanfällen in den Jahren
2010 und 2013. Er sei vollständig arbeitsunfähig. Eine Tätigkeit mit einem reduzierten
Pensum in einem geschützten Rahmen sei jedoch zu empfehlen. Am 18. Juli 2019 teilte
Dr. G._ der IV-Stelle mit (IV-act. 203–1 ff.), der Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig schweren depressiven
Episode sowie an sonstigen organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns. In den Konsultationen
zeigten sich jeweils eine bedrückte Stimmung, eine negativ getönte Befindlichkeit, eine
Antriebsverminderung, eine Anhedonie, eine Interesselosigkeit und eine Affektlabilität.
Der Versicherte leide an Gedächtnisstörungen. Er sei kraftlos, müde sowie
A.d.
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psychophysisch erschöpft und er zeige psychovegetative Symptome wie ein Zittern
und eine Agitiertheit. Phasenweise leide er unter Schlafstörungen, einer Impulsivität
und einer Gereiztheit. Es bestehe ein sozialer Rückzug. Der Versicherte leide unter
Zukunfts- und Existenzängsten, an einer Verbitterung und an einer Unzufriedenheit. Er
sei nicht arbeitsfähig. Am 6. August 2019 wies Prof. Dr. H._ die IV-Stelle darauf hin
(IV-act. 207–2), dass er nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit müsste wohl ein polydisziplinäres Gutachten mit Beteiligung eines
Neurologen, eines Psychiaters und eines Neuropsychologen eingeholt werden. Den
beigelegten Berichten von Prof. Dr. H._ aus der Zeit ab Oktober 2007 liess sich
entnehmen (IV-act. 207–3 ff.), dass dieser den Versicherten ab dem 15. Oktober 2007
behandelt hatte. Damals hatte der Verdacht auf symptomatische rezidivierende fokale
Anfälle mit Schwindel und neuralgiformen Kopfschmerzen bestanden. Aufgrund des
zeitlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Auftreten der
Kopfschmerzen und aufgrund einer zur unfallbedingten intracerebralen
Kontusionsblutung passenden, in einem aktuellen EEG ausgewiesenen ausgeprägten,
rechts frontal gelegenen Funktionsstörung mit epilepsietypischen Potentialen war Prof.
Dr. H._ von unfallkausalen epilepsieähnlichen Ereignissen ausgegangen, weshalb er
eine antiepileptische Behandlung initiiert hatte. Im August 2009 hatte Prof. Dr. H._
gegenüber dem Vertrauensarzt der Unfallversicherung unter anderem festgehalten, der
Versicherte sei fahrtauglich, da er nie einen generalisierten epileptischen Anfall erlitten
habe und auch nicht unter einer erheblichen Orientierungsstörung leide. Im Mai 2010
hatte der Versicherte einen epileptischen Krampfanfall erlitten; im Juni 2010 hatte sich
weiterhin eine starke epileptogene Aktivität gezeigt, weshalb Prof. Dr. H._ die
Fahruntüchtigkeit attestiert hatte. Ende Juni 2010 war es wegen einer mangelnden
Medikamentencompliance nochmals zu einem generalisierten tonisch-klonischen
Krampfanfall gekommen. Bei einer Verlaufsuntersuchung Ende August 2010 hatten
keine epilepsietypischen Potentiale mehr festgestellt werden können. Im Juni 2012
hatte Prof. Dr. H._ dem Versicherten wieder die Fahrtüchtigkeit attestiert. Nachdem
der Versicherte die Medikamente eigenmächtig abgesetzt hatte, hatte er im Dezember
2013 eine weitere Serie von tonisch-klonischen Krampfanfällen erlitten.
Im Januar 2020 ging der IV-Stelle die Anklageschrift vom 31. Dezember 2019 zu
(IV-act. 209). Der Staatsanwalt hatte unter anderem festgehalten, der Versicherte sei im
A.e.
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März 2012 polizeilich observiert worden. Er sei an jenen Tagen stets auf dem
Firmenareal präsent gewesen, habe die Garagentüre mit seinem Schlüssel geöffnet
und geschlossen, Autos umparkiert, Kundenautos in die Werkstatt gefahren, ein Auto
getestet und verschiedenen Kunden Occasionsfahrzeuge präsentiert, Probefahrten
gemacht, Autos und Motoren begutachtet, viel telefoniert, an Fahrzeugen gearbeitet
etc. Allein an einem Samstag habe er sechs Kundengespräche geführt. Eine
Telefonüberwachung habe ergeben, dass sein K._ Käufe und Verkäufe regelmässig
mit ihm abgesprochen habe, dass sein K._ ihm regelmässig Rapport erstattet habe,
dass K._ verschiedentlich die Zustimmung für ein Geschäft beim Versicherten
eingeholt habe, dass der Versicherte mit hohen Geldbeträgen jongliert habe, dass er
gegenüber seiner Geliebten wiederholt von sehr langen Arbeitszeiten gesprochen und
dass er einmal geltend gemacht habe: „Ich habe hier eine Autogarage zusammen mit
K._. Wir kaufen und verkaufen Autos. Ich habe im Moment etwa 60, 70 Autos auf
dem Platz ... Der Mensch muss arbeiten ... es geht nirgends ohne Arbeit ... Trotz des
schweren Unfalls vor 16 Jahren habe ich eine sehr gute Memory“ (IV-act. 209–7). Die
Telefonüberwachung habe überdies ergeben, dass der Versicherte „ausgiebig dem
Nachtleben gefröhnt“ habe. Das Unternehmen sei im Juli 2006 von J._ und von K._
des Versicherten gegründet worden. Im Jahr 2008 sei J._ als Gesellschafter
ausgeschieden. Erst im Jahr 2010 habe das Unternehmen erstmals „offiziell“ einen
Angestellten gehabt. Ab Januar 2011 sei der Bruder als Arbeitnehmer angestellt
worden, der bis Ende Mai 2009 in einem Vollpensum für einen anderen Betrieb tätig
gewesen sei. In den Jahren 2006–2011 habe das Unternehmen Automobile für
insgesamt 13,3 Millionen Franken verkauft. Vom Umsatz seien nur 10 Millionen Franken
in der Buchhaltung angeführt; der übrige Umsatz sei nicht deklariert worden. Der
Bruttogewinn habe sich auf 1,6 Millionen Franken respektive durchschnittlich auf
265’000 Franken pro Jahr belaufen. Zahlreiche Kundenbefragungen durch die Polizei
hätten ergeben, dass der Versicherte grossmehrheitlich als Kontaktperson und
Ansprechpartner aufgetreten sei. Berufsleute aus dem Fahrzeuggewerbe, mit denen er
geschäftlich zu tun gehabt habe, hätten ihn als kompetent, professionell, fachlich
versiert, gut vorbereitet, sicher, überzeugend, alle Preise und technischen Daten im
Kopf habend, Vollblutverkäufer und Macher, ohne körperliche oder geistige
Einschränkung, frisch, stark, geistig fit und kerngesund beschrieben. In einem am 25.
Februar 2020 durchgeführten Standortgespräch mit einem Sachbearbeiter der IV-Stelle
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gab der Versicherte, soweit er sich überhaupt zu den Fragen äusserte,
zusammenfassend an, er habe nur hier und da ein wenig K._ ausgeholfen (IV-act.
215). Mit einem Entscheid vom 16. Juni 2020 (vgl. IV-act. 230) sprach das zuständige
Kreisgericht den Versicherten des gewerbsmässigen Betruges, des versuchten
Betruges sowie der Urkundenfälschung schuldig. Es verurteilte ihn zu einer
Freiheitsstrafe von 36 Monaten mit einem Vollzug von 18 Monaten und einem Aufschub
der anderen 18 Monate mit einer Probezeit von vier Jahren.
Mit einem Vorbescheid vom 18. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit (IV-act. 231), dass sie die rückwirkende Aufhebung der Rente per 30. Juni 2006
vorsehe. Zur Begründung führte sie an, es bestehe kein Zweifel daran, dass der
Versicherte bei seinem Arbeitsunfall am 29. Februar 1996 schwer verletzt worden sei
und dass er „auch heute noch vom Unfall gezeichnet“ sei. Allerdings bestehe auch kein
Zweifel daran, dass sich sein Gesundheitszustand während einer länger dauernden
Rehabilitationsphase kontinuierlich und wesentlich verbessert habe. Das Strafgericht
habe in seinem Entscheid vom 16. Juni 2020 in einer überzeugenden Würdigung der
Strafakten festgehalten, es sei erwiesen, dass der Versicherte vom Frühjahr 2006 bis
zur Verhaftung in einer leitenden Stellung für das Occasionshandelsunternehmen tätig
gewesen sei, gleichzeitig aber weiterhin Renten der Invaliden- und der
Unfallversicherung bezogen habe. Die Observationsergebnisse und die
Zeugenaussagen stünden den Angaben des Versicherten gegenüber den Ärzten
diametral entgegen. Sie zeigten einen geschäftstüchtigen und agilen Mann. Das
Verhalten des Versicherten sei mit den gegenüber den Ärzten und Versicherungen
geschilderten Schmerzen und Einschränkungen nicht vereinbar. Zusammenfassend
stehe mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest,
dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten bis zum Frühjahr 2006 wesentlich
verbessert habe. Der Versicherte habe diese Verbesserung nicht nur pflichtwidrig nicht
gemeldet, sondern auch gezielt und – bis zur Observation – erfolgreich verschleiert.
Das Täuschungsverhalten habe er bis dato aufrecht erhalten, weshalb eine
rückwirkende Anpassung respektive Aufhebung der Rente gerechtfertigt sei. Dagegen
liess der Versicherte am 4. März 2021 einwenden (IV-act. 238–1 ff.), die vorgesehene
rückwirkende Rentenaufhebung sei nicht gerechtfertigt, weil kein Revisionsgrund
vorliege, weil der Versicherte die Rente während mehr als 15 Jahren bezogen habe und
A.f.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/19
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B.
weil die Rente nur ex nunc et pro futuro aufgehoben werden dürfte, da der Versicherte
weder zu Unrecht Leistungen erwirkt noch eine Meldepflicht verletzt habe. Die
Rentenzusprache sei nämlich wegen Kopfschmerzen, einer Vergesslichkeit „und
ähnlichem“ erfolgt; diese Beschwerden bestünden nach wie vor. Mit einer Verfügung
vom 16. Juni 2021 hob die IV-Stelle die Rente rückwirkend per 30. Juni 2006 auf (IV-
act. 246).
Am 18. August 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Juni 2021 erheben (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin einen Anspruch auf eine ganze
Rente habe, sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur weiteren Abklärung. Zur Begründung führte
er aus, die rückwirkende Rentenaufhebung sei nicht gerechtfertigt, weil kein
Revisionsgrund vorliege, weil der Versicherte die Rente während mehr als 15 Jahren
bezogen habe und weil die Rente nur ex nunc et pro futuro aufgehoben werden dürfte,
da der Versicherte weder zu Unrecht Leistungen erwirkt noch eine Meldepflicht verletzt
habe. Die Rentenzusprache sei nämlich wegen Kopfschmerzen, einer Vergesslichkeit
„und ähnlichem“ erfolgt; diese Beschwerden bestünden nach wie vor. Das Gutachten
der MEDAS Ostschweiz überzeuge nicht. Die Observationsergebnisse seien nicht
verwertbar. Die Beschwerdegegnerin habe sich auf blosse Mutmassungen und falsche
Annahmen gestützt. Der Beschwerdeführer habe seine Berufung gegen das Strafurteil
nur deshalb zurückgezogen, weil er die Ungewissheit, die bereits ihre Spuren
hinterlassen habe, nicht weiter habe ertragen können. Er sei nach wie vor von seiner
Unschuld überzeugt.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. November 2021 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, der Beschwerdeführer erteile „bis
zur Stunde“ Auskünfte zu seinem Gesundheitszustand, seiner Leistungsfähigkeit und
seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen, die „nicht nur unpräzise sind,
sondern weitab der Realität liegen“. Er habe sich im Jahr 2006 erfolgreich selbst
eingegliedert und überwiegend wahrscheinlich ein Einkommen erzielt, das weit über
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Da sich der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens auf die Überprüfung der
angefochtenen Verfügung vom 16. Juni 2021 auf deren Rechtmässigkeit beschränkt,
muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens
entsprechen. Das im Jahr 2006 eröffnete Verwaltungsverfahren ist zunächst eindeutig
ein Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG gewesen, was bedeutet, dass
es sich um die Frage nach einer relevanten Sachverhaltsveränderung in den Jahren
1997–2006 beschränkt hat. Nachdem verschiedene „Ungereimtheiten“ aufgedeckt
worden waren, hat zwar zusätzlich die Frage nach der Rechtmässigkeit der
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 8. Dezember 1997 im Raum
gestanden, aber die Sachverhaltsabklärungen der Beschwerdegegnerin (und auch der
Staatsanwaltschaft, auf deren Ermittlungsergebnisse sich die Beschwerdegegnerin
gestützt hat) haben sich auf die Zeit ab dem Jahr 2006 beschränkt, was bedeutet, dass
sich das Verwaltungsverfahren weiterhin um die Frage nach einer relevanten
Sachverhaltsveränderung gedreht hat und dass es folglich weiterhin ein
jenem liege, das er vor dem Unfall erzielt habe. Mittlerweile sei er für sein Verhalten mit
einer hohen Freiheitsstrafe belegt worden. Damit sei nachgewiesen, dass er der
Beschwerdegegnerin gegenüber bewusst und „in gravierendem Ausmass“ falsche
Auskünfte erteilt habe. Wie er nun dazu komme zu behaupten, er habe von seinen
Pflichten und von der Tragweite seines Handelns nichts gewusst, sei in keiner Weise
nachvollziehbar und erscheine als „ausserordentlich dreist“. Bezüglich des
Verfahrensantrages um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege sei darauf
hinzuweisen, dass die Prozessarmut anzuzweifeln sei, weil der Beschwerdeführer
sicherlich noch über beträchtliches Kapital verfüge, das er aus dem formal K._,
faktisch aber ihm gehörenden Unternehmen beziehen könnte, um die Prozesskosten zu
bezahlen. Darüber hinaus sei von einem „missbräuchlichen Prozessieren“ auszugehen.
Am 13. Januar 2022 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt (act. G 14).
B.c.
Am 1. März 2022 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (act. G
15). Die Beschwerdegegnerin hielt am 7. April 2022 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act.
G 18).
B.d.
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Revisionsverfahren im Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG gewesen ist. Die angefochtene
Verfügung vom 16. Juni 2021, mit der die Beschwerdegegnerin dieses
Verwaltungsverfahren abgeschlossen hat, ist eindeutig eine Revisionsverfügung
gewesen. Das ergibt sich sowohl aus dem Dispositiv, mit dem die Beschwerdegegnerin
nicht etwa auf ihre ursprüngliche Rentenzusprache zurückgekommen ist, sondern
vielmehr die laufende Rente aufgehoben hat, als auch aus der Begründung, in der unter
anderem explizit festgehalten wird, die Beschwerdegegnerin sei nach wie vor davon
überzeugt, der Beschwerdeführer sei nach seinem Unfall für längere Zeit vollständig
arbeitsunfähig gewesen. In ihrer Beschwerdeantwort und auch in der Duplik hat die
Beschwerdegegnerin diese Tatsache etwas relativiert, indem sie geltend gemacht hat,
man hätte die Rente wohl auch ex tunc korrigieren können, aber sie hat zugleich
weiterhin die Auffassung vertreten, die verfügte revisionsweise Rentenaufhebung sei
rechtmässig gewesen. Ihre Ausführungen im Beschwerdeverfahren können also nicht
eine Interpretation der Verfügung rechtfertigen, die vom Ergebnis der Auslegung der
Verfügung selbst abweichen würde. Zu prüfen ist folglich, ob die Beschwerdegegnerin
die am 8. Dezember 1997 zugesprochene Rente zu Recht revisionsweise per 30. Juni
2006 aufgehoben hat.
2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt
oder aufgehoben. Die Beantwortung der Frage, ob sich der massgebende Sachverhalt
seit der ursprünglichen Rentenzusprache erheblich verändert hat, erfordert einen
Vergleich zwischen dem Sachverhalt im Zeitpunkt der Rentenzusprache und jenem im
Zeitpunkt des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens. Idealerweise steht der reale
Sachverhalt für beide Vergleichszeitpunkte mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. In der Praxis treten aber immer wieder Fälle
auf, die nicht diesem Idealfall entsprechen, weil der im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache massgebende Sachverhalt damals nicht hinreichend abgeklärt
worden ist und weil er sich im Rentenrevisionsverfahren retrospektiv nicht mehr mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermitteln lässt.
In einem solchen Fall liegt eine objektive Beweislosigkeit hinsichtlich des tatsächlichen
Sachverhaltes im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache vor. Diese würde an
sich den Vergleich jenes Sachverhaltes mit dem aktuellen Sachverhalt im Zeitpunkt des
Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens verunmöglichen. Dadurch würde eine auf
einem ungenügend ermittelten Sachverhalt basierende Rente aber „revisionsresistent“,
denn jede Rentenrevision müsste zufolge der Unmöglichkeit des
2.1.
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Sachverhaltsvergleichs scheitern. Dies liefe offenkundig dem Sinn und Zweck des Art.
17 Abs. 1 ATSG zuwider. Folglich muss die Revision einer Rente auch dann zulässig
sein, wenn der Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
festgestanden hat und auch aktuell nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht. In einem solchen Fall muss der (überwiegend wahrscheinliche) Sachverhalt
im Zeitpunkt des Abschlusses des Rentenrevisionsverfahrens mit jener
Sachverhaltsannahme verglichen werden, die bei der ursprünglichen Rentenzusprache
unter den gesetzlichen Tatbestand subsumiert und damit der rentenzusprechenden
Verfügung zugrunde gelegt worden ist. Ein Revisionsgrund liegt in einem solchen Fall
also dann vor, wenn der aktuelle Sachverhalt nicht mehr jener Sachverhaltsannahme
entspricht, auf die die IV-Stelle bei der ursprünglichen Rentenzusprache abgestellt hat
(vgl. dazu etwa den Entscheid IV 2016/364 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom
25. Juni 2019, E. 1.1, mit Hinweis).
Die ursprüngliche Rentenzusprache hat auf der – sich auf einen Bericht der
Rehabilitationsklinik B._ vom Januar 2017 stützenden – Annahme eines RAD-Arztes
beruht, der Beschwerdeführer werde noch für längere Zeit vollständig arbeitsunfähig
sein. Die Ärzte der Rehabilitationsklinik B._ hatten sogar festgehalten, dass mittel-
und langfristig wohl bloss noch eine Eingliederung in einem geschützten Rahmen in
Frage kommen werde. Der Bericht der Rehabilitationsklinik B._ ist nicht geeignet
gewesen, die nötigen Angaben zur Beantwortung der Frage nach der massgebenden
Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers zu liefern, weil er mitten in der Phase der
medizinischen Eingliederung erstattet worden ist. Damals ist der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers noch instabil gewesen. Weshalb die Beschwerdegegnerin
knapp ein Jahr später (Berichterstattung im Januar 1997, Rentenzusprache im
Dezember 1997) nicht weitere aktuelle medizinische Berichte eingeholt, sondern
unbesehen auf einen mitten in der Rehabilitationsphase verfassten Bericht abgestellt
hat, ist retrospektiv nicht nachvollziehbar. Die Rentenzusprache hat aber jedenfalls auf
einem ungenügend ermittelten, nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehenden Sachverhalt beruht. Da aus der Zeit
der Jahre 1998–2006 kaum medizinische Berichte existieren, ist es heute, mehr als 20
Jahre später, nicht mehr möglich, den damaligen Sachverhalt mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, weshalb diesbezüglich
eine objektive Beweislosigkeit vorliegt. Für die Beantwortung der Frage, ob sich der
massgebende Sachverhalt in den Jahren 1997–2006 massgebend verändert hat, ist
folglich auf die in der ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 8.
Dezember 1997 enthaltene Sachverhaltsannahme abzustellen, der Beschwerdeführer
2.2.
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werde aufgrund der Folgen des Schädel-Hirn-Traumas länger dauernd vollständig
arbeitsunfähig respektive nur in einem geschützten Rahmen eingliederungsfähig
bleiben.
Im Rahmen des Revisionsverfahrens ist im Jahr 2008 eine polydisziplinäre
Begutachtung durchgeführt worden, die allerdings kein verwertbares Ergebnis geliefert
hat. Der neuropsychologische Sachverständige hat zwar eine (weiterhin bestehende)
vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers postuliert, aber er hat es
versäumt, im Rahmen der neuropsychologischen Testung Symptomvalidierungstests
durchzuführen, weshalb die Ergebnisse der Testung nicht als hinreichend zuverlässig
qualifiziert werden können. Da der psychiatrische Sachverständige überzeugend und
mit Nachdruck auf einen hohen Aggravationsverdacht hingewiesen hat, bestehen umso
stärkere Zweifel an der Zuverlässigkeit der Ergebnisse der neuropsychologischen
Testung. An sich hätte es nahegelegen, eine weitere neuropsychologische
Untersuchung in Auftrag zu geben und den Sachverständigen anzuhalten, ein
besonderes Augenmerk auf die Symptomvalidierung zu legen. Wohl weil der
psychiatrische Sachverständige festgehalten hatte, man müsste das Verhalten des
Beschwerdeführers im vermeintlich unbeobachteten Alltag studieren, hat die
Beschwerdegegnerin stattdessen eine Observation in Auftrag gegeben. Dieser Auftrag
ist (damals) gesetzwidrig gewesen, weil keine ausreichende gesetzliche Grundlage für
solche Observationen bestanden hat. Aber nach der Auffassung des Bundesgerichtes
können auch die Ergebnisse einer gesetzwidrigen Observation verwertet werden,
sofern der durch die Observation verursachte Eingriff in die Grundrechte der
versicherten Person als eher geringfügig und das Interesse an der Verwertung der
Observationsergebnisse als hoch zu qualifizieren ist (BGE 143 I 377). Diese
Voraussetzungen sind hier erfüllt gewesen, denn der Beschwerdeführer ist nur in zwei
kurzen Zeiträumen an einzelnen Tagen an öffentlich einsehbaren Plätzen observiert
worden und die Observationsergebnisse haben Erkenntnisse geliefert, die anderweitig
kaum hätten erhältlich gemacht werden können. Sogar im Strafverfahren, in dem für
die Verwertung von Beweismitteln höhere Anforderungen erfüllt sein müssen respektive
ein strengerer Massstab angelegt wird, sind die Observationsergebnisse als verwertbar
qualifiziert worden. Was der Rechtsvertreter bezüglich der angeblichen
Nichteinsehbarkeit des Verkaufsplatzes vorgebracht hat, ist schon im Strafverfahren als
nicht überzeugend verworfen worden. Für dieses Beschwerdeverfahren ist zusätzlich
zu berücksichtigen, dass das Bundesgericht – soweit überblickbar – die Verwertung
selbst von „heiklen“ Observationsergebnissen (z.B. Filmen während eines
Bargeldbezugs am Bankomaten oder Filmen von Aktivitäten in einem Fitnessstudio
durch das Fenster) fast ausnahmslos bejaht hat, was zeigt, dass es die Hürden für die
2.3.
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Verwertung von gesetzwidrig beschafften Observationsergebnissen sehr tief ansetzt.
Die im Jahr 2010 durchgeführte Observation hat den starken Verdacht geweckt, dass
der Beschwerdeführer sich zusammen mit K._ einen stark florierenden Handel mit
Occasionsautos aufgebaut habe und dass er (mindestens) ein volles Arbeitspensum als
Occasionshändler und Geschäftsführer leiste. Im in der Folge eingeleiteten
Strafverfahren ist dieser Verdacht anhand einer polizeilichen Observation, einer
Telefonüberwachung und zahlreichen Zeugenbefragungen erhärtet worden. Die
Ergebnisse der Sachverhaltsabklärungen im Strafverfahren sind ohne Weiteres
verwertbar. Sie belegen mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer ab dem Jahr 2006 formal als
Angestellter einer im Eigentum von K._ stehenden GmbH, faktisch aber als
Geschäftsführer und „Kopf“ des Unternehmens Millionenumsätze im Occasionshandel
generiert, Autos gekauft und verkauft, Kunden beraten, Verhandlungen geführt,
verschiedene Arbeiten an Motorfahrzeugen vorgenommen, mutmasslich im Heimatland
ein grösseres Bauprojekt mitgestaltet und zudem ein sehr aktives Nachtleben geführt
hat. Damit hat er eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einem Arbeitsfeld unter
Beweis gestellt, das höhere Anforderungen an die Leistungsfähigkeit als der
ursprünglich erlernte und bis zum Unfall ausgeübte Beruf gestellt hat. Der
Rechtsvertreter hat eingewendet, das Strafurteil sei für dieses Beschwerdeverfahren
nicht bindend, was zutrifft, aber irrelevant ist. Entscheidend ist nämlich nicht das
Dispositiv des formell rechtskräftigen Kreisgerichtsurteils, sondern das Ergebnis der
Abklärungen im Strafverfahren. Das als Ergebnis jener Abklärungen vorliegende
Beweismaterial ist so eindeutig gewesen, dass das Strafgericht den Beschwerdeführer
trotz des höheren Beweismasses (im Strafrecht müssen Tatsachen nicht nur mit
überwiegender, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein) und trotz des Grundsatzes in dubio pro reo des gewerbsmässigen
Betruges durch das Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit und den darauf gestützten
Bezug von überhöhten Sozialversicherungsleistungen schuldig gesprochen und zu
einer teilweise unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt hat. Die fehlende (formale)
Bindungswirkung des Urteils für das IV-Verfahren ändert nichts am Umstand, dass
diese Abklärungsergebnisse auch für dieses Beschwerdeverfahren massgebend sind.
Da die Abklärungen im Strafverfahren ergeben haben, dass der Beschwerdeführer über
Jahre hinweg fähig gewesen ist, (erfolgreich) vollzeitlich als Occasionshändler und
Geschäftsführer tätig zu sein, besteht kein ernsthafter Zweifel an seiner
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit.
Die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. G._ und der Klinik I._ sind
nicht geeignet, das Ergebnis der Strafuntersuchung umzustossen oder ins Wanken zu
2.4.
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bringen. Weder Dr. G._ noch den behandelnden Ärzten der Klinik I._ ist nämlich
bekannt gewesen, wie sich der Beschwerdeführer im (Berufs-) Alltag verhalten hat. Sie
haben ihre Beurteilung allein auf die Aussagen des Beschwerdeführers gestützt, die sie
offenbar unkritisch für bare Münze genommen haben. Da der Beschwerdeführer im
Straf- und im Verwaltungsverfahren bis zuletzt sogar Tatsachen geleugnet hat, die mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewiesen gewesen sind, haben seine
Angaben augenscheinlich keine zuverlässige Grundlage für eine medizinische
Beurteilung bilden können. Der Neurologe Prof. Dr. H._ hat darauf hingewiesen, dass
er im gesamten Behandlungszeitraum ab dem Jahr 2007 nie eine Arbeitsunfähigkeit
attestiert habe. Seinen Berichten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer in
den mehr als zehn Jahren, in denen Prof. Dr. H._ ihn regelmässig untersucht hatte,
nur zweimal an nennenswerten neurologischen Beschwerden in der Form von
epileptischen Anfällen gelitten hatte, was beide Male in einem direkten Zusammenhang
mit einer Medikamenten-Malcompliance des Beschwerdeführers gestanden hatte.
Trotz dieser beiden Zwischenfälle hat Prof. Dr. H._ den Beschwerdeführer als
fahrtüchtig qualifiziert, was angesichts der hohen Gefahr, die eine Möglichkeit eines
epileptischen Anfalls im Strassenverkehr darstellt, als ein Beleg für eine neurologisch
nur geringfügig eingeschränkte Leistungsfähigkeit qualifiziert werden muss.
Zusammenfassend enthalten die Berichte von Prof. Dr. H._, von Dr. G._ und von
der Klinik I._ also keine Hinweise auf eine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass die Beschwerdegegnerin
zwingend eine weitere polydisziplinäre Begutachtung hätte in Auftrag geben müssen,
um das wahre (medizinische) Leistungspotential des Beschwerdeführers zu erheben. In
aller Regel können Observationsergebnisse nämlich nach der ständigen Praxis des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen nicht ein medizinisches Gutachten
ersetzen, weshalb das Versicherungsgericht wiederholt
Rentenaufhebungsverfügungen, die sich in tatsächlicher Hinsicht bloss auf
Observationsergebnisse gestützt haben, aufgehoben und die Sache zur medizinischen
Begutachtung (unter Berücksichtigung der Observationsergebnisse) an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hat (vgl. etwa die Entscheide IV 2011/212 vom
20. Februar 2012, mit Hinweis; IV 2014/257 vom 2. Mai 2017; IV 2016/361 vom 18.
Dezember 2018). Hier haben allerdings die Observationsergebnisse und die im
Strafverfahren produzierten Beweismittel derart eindeutig belegt, dass der
Beschwerdeführer über Jahre hinweg eine Arbeitsleistung erbracht hat, die jener vor
dem Unfall entsprochen hat, dass eine weitere medizinische Abklärung unnötig
respektive überflüssig gewesen wäre. Der Beschwerdeführer hat erwiesenermassen
2.5.
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einen florierenden Occasionshandel aufgebaut, faktisch mehr als ein Vollpensum
geleistet und selbst erfahrene Branchenkenner mit seinen Kenntnissen, seiner
Gedächtnisleistung und seinem Verhandlungsgeschick verblüfft. Die beachtlichen
Umsätze und Gewinne, die er über die Jahre erzielt hat, sind nicht auf „Glück“
zurückzuführen, sondern (auch) das Resultat eines beharrlichen und beachtlichen
Arbeitseinsatzes gewesen; der Beschwerdeführer hat hart für diesen Erfolg gearbeitet.
Eine objektive medizinische Beurteilung hätte bezüglich der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers als Occasionshändler und Geschäftsführer keinen wesentlichen
Erkenntnisgewinn liefern können. Für den Weiterbezug einer Rente hätte der
Beschwerdeführer zu mindestens 40 Prozent invalid sein müssen, was angesichts der
eindeutigen Beweislage als ausgeschlossen erscheint. Der Beschwerdeführer hat im
insgesamt beinahe zehn Jahre dauernden Strafverfahren ebenso wie im über 15 Jahre
dauernden Verwaltungsverfahren bis zuletzt selbst nachgewiesene Tatsachen
beharrlich geleugnet und er hat weiterhin konsequent falsche Angaben gemacht.
Selbst wenn die Beschwerdegegnerin ihn in Anwendung des Art. 43 Abs. 3 ATSG zu
einer kooperativen Mitarbeit bei einer weiteren Begutachtung hätte bewegen wollen,
hätte er überwiegend wahrscheinlich weiterhin falsche Angaben gemacht und
aggraviert. Die hohen Kosten für eine weitere polydisziplinäre Begutachtung lassen
sich vor diesem Hintergrund nicht rechtfertigen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu
Recht von weiteren Abklärungen abgesehen hat. Die Aufhebung der Rente erweist sich
als rechtmässig.
Zu prüfen bleibt, ob auch der von der Beschwerdegegnerin gewählte
Aufhebungszeitpunkt (30. Juni 2006) rechtmässig gewesen ist. Laut dem Art. 88 Abs.
2 lit. a IVV erfolgt eine Rentenaufhebung in der Regel frühestens auf den ersten Tag
des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Hat der Rentenbezüger
die Leistung aber zu Unrecht erwirkt oder eine Meldepflicht verletzt, kann die
Aufhebung gemäss dem Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend auf den Zeitpunkt der
relevanten Sachverhaltsveränderung hin vorgenommen werden. Die Behauptung des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, dieser habe die Rentenleistungen nicht
unrechtmässig erwirkt, ist offenkundig haltlos, nachdem der Beschwerdeführer
rechtskräftig wegen gewerbsmässigen Betruges verurteilt worden ist und nun eine
entsprechende Haftstrafe verbüsst. Hier liegt ein Anwendungsfall des Art. 88 Abs. 2
lit. b IVV vor. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers dürfte sich nach der
Rentenzusprache im Jahr 1997 laufend verbessert haben. Mangels verlässlicher
echtzeitlicher medizinischer Berichte liegt allerdings bezüglich des genauen
Zeitpunktes, ab dem der Beschwerdeführer objektiv wieder vollständig arbeitsfähig
gewesen ist, eine objektive Beweislosigkeit vor. Die umfangreichen, akribisch
2.6. bis
bis
bis
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3.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen
Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich
durchgeführten Abklärungen der Staatsanwaltschaft haben ergeben (vgl. IV-act. 209),
dass das Unternehmen, das der Beschwerdeführer faktisch geleitet hat, im Frühjahr
2006 gegründet worden ist und bereits in jenem Gründungsjahr einen Umsatz von über
einer halben Million Franken sowie einen Bruttogewinn von knapp 70’000 Franken
generiert hat, was auf einen enormen Arbeitseinsatz des Beschwerdeführers hinweist,
der diesen Umsatz und Gewinn damals ja „aus dem Nichts“ hat generieren müssen,
während K._ damals noch vollzeitig als Angestellter für ein anderes Unternehmen
gearbeitet hat. Die Staatsanwaltschaft hat diverse vom Beschwerdeführer ausgestellte
Quittungen aus den Jahren 2006 und 2007, zahlreiche Kaufs- und Verkaufsverträge,
die der Beschwerdeführer in den Jahren 2006–2012 unterzeichnet hat, und weitere
Belege erhältlich gemacht. Zudem haben Zeugen ausgesagt, dass der
Beschwerdeführer bereits ab dem Jahr 2006 als Vertragspartner respektive als „Kopf“
des Unternehmens aufgetreten sei. Zwar sind der Umsatz und der Gewinn im Jahr
2006 noch deutlich geringer als in den Folgejahren gewesen (im Jahr 2007 hat das
Unternehmen einen Umsatz von gut zwei Millionen Franken und einen Gewinn von
255’000 Franken generiert; in den Folgejahren sind die Zahlen mit gewissen
Schwankungen stabil geblieben), aber daraus kann nicht abgeleitet werden, dass der
Beschwerdeführer erst ab dem Jahr 2007 in jenem Umfang für das Unternehmen
gearbeitet hätte, wie es die Observationen belegt haben. Vielmehr muss er
überwiegend wahrscheinlich bereits in den Jahren 2006 und 2007 einen mindestens so
hohen Arbeitseinsatz wie im Jahr 2010 erbracht haben, denn es ist darum gegangen,
das Unternehmen „aus dem Nichts“ aufzubauen. Das rasante Wachstum des
Umsatzes und des Gewinns in den Jahren 2006 und 2007 mit einer anschliessenden
jahrelangen Stabilität spricht dafür, dass der Beschwerdeführer von Anfang an vollen
Einsatz geleistet hat. Damit ist für die Zeit ab dem Frühjahr 2006 mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Für die Zeit davor liegt eine objektive
Beweislosigkeit vor, deren Folgen in einer lückenfüllenden analogen Anwendung des
Art. 8 ZGB die Beschwerdegegnerin tragen muss. Laut der bundesgerichtlichen
Auffassung muss gemäss dem Art. 88a Abs. 1 IVV eine dreimonatige „Verzögerung“
berücksichtigt werden, weshalb die ab März 2006 mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehende Verbesserung des
Gesundheitszustandes erst per 30. Juni 2006 zu einer Rentenaufhebung führen darf.
Auch diesbezüglich erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig.
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dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist er von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihm
auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat
seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des
erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Dem
Rechtsvertreter ist der massgebende Sachverhalt aus dem Strafverfahren und aus dem
Verwaltungsverfahren bestens bekannt gewesen. Der für dieses Beschwerdeverfahren
massgebende Vertretungsaufwand ist deshalb massiv unterdurchschnittlich gewesen,
weshalb die Entschädigung auf 80 Prozent von 2’000 Franken, also auf 1’600 Franken,
festzusetzen ist. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird
der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der
Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können
(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).