Decision ID: db9a9195-0042-4e57-a390-6e22120afcff
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979 geborene
X._
war ab dem Jahr 2000 als geler
nter Maurer (Urk. 7/2) bei der
Y._
GmbH
angestellt (Urk. 7/5 f.) und meldete sich am 8. Februar 2002 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf Rückenbeschwerden, be
stehend seit November 2001, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte eine
Berufsberatung und/oder eine
Umschulung (Urk. 7/3). Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und finan
zierte dem Versicherten eine Umschulung, unter der Annahme, der Versicherte sei in seiner Tätigkeit als Maurer seit dem 1. Januar 2002 zu mindestens 20 % dauernd eingeschränkt (Urk. 7/19
/2 und Urk. 7/20
ff.).
Der Versicherte schloss die Umschulung a
m 9. Juli 2004
mit dem
Diplom der Handels- und Kaderschule
Z._
in der Fachrichtung Rechnungswesen (vier Semester Tageshan
delsschule einschliesslich Praktika)
ab (
Urk. 7/48 respektive Urk. 7/46). Daraufhin schloss die IV-Stelle die beruflichen
Massnahmen mit Verfügung vom 2.
August 2004 ab (Urk. 7/45).
1.2
Am 18. Oktober 2007 stürzte der Versicherte bei einem temporären Arbeitseinsatz als Maurer (Abbrucharbeiten) in einem alten Haus
durch einen Bretterboden circa drei
Meter in die Tiefe und zog sich multiple Verletzungen zu (Urk. 7/55/76). Un
ter Hinweis auf diesen Unfall meldete
er sich
am 19. Mai 2008 (Eingangsdatum) erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/51). Die IV-Stelle tätigte wiederum A
bklärungen und zog die Akten des Unfallversicherers
bei (Urk. 7/55). Mit Verfügung vom 17. November 2008 verneinte sie einen An
spruch auf berufliche Massnahmen
; er sei angemessen eingegliedert, eine Berufs
beratung und Umschulung seien nicht notwendig (Urk. 7/80). Diese Verfügung akzeptierte der Versicherte (
vgl. Urk. 7/82-84). Nach einem weiteren Unfall vom 6. Mai 2009
(Sturz vom Fahrrad)
mit einer Schulterverletzung sprach der Unfall
versicherer dem Versicherten mit Verfügung vom 20. November 2009 ab dem 1. September 2009 eine Invalidenrente der Unfallversicherung auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 11 % bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 66'675.-- sowie eine Integritätsentschädigung für beide Unfälle von total Fr. 22'320.--, entsprechend einer Integritätseinbusse von 20 %, zu (Urk. 7/92). Mit Verfügung vom 10. Februar 2010 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 7/97).
1.3
Am 28. Oktober 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hin
weis auf Rückenschmerzen erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
sicherung an
(Urk. 7/105)
.
Am 25. Mai 2016 war er
wieder
vom Fahrrad gestürzt
und hatte dabei eine Berstungsfraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 7 erlitten (Urk. 7/109/28-30).
Die IV-Stelle führte mit dem Versicherten am 14. November 2016 ein Standortgespräch durch (Urk. 7/113), tätigte weitere Abklärungen und zog die Akten des Unfallversicherers
bei
(Urk.
7/109, Urk. 7/121 f.; vgl. auch Urk. 7/123)
. Am 31. Mai 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Arbeitsplatzerhalts gewährt würden (Urk. 7/125). Sodann übernahm sie die Kosten für zwei Sattelstühle (
Frühinter
ventionsmassnahmen in Form von
Hilfsmittel
n
; Mitteilung vom 13. Juli 2017 [Urk. 7/128]) und erteilte Kostengutsprache für Support am Arbeitsplatz unter Gewährung des grossen IV-Taggeldes (Mitteilung
en
vom 30. Oktober 2017 [Urk. 7/131
f.
]
und Verfügung vom 17.
November 2017
[Urk. 7/136]). Die Ein
gliederungsmassnahmen wurden nach einem Gespräch wieder abgebrochen, da diese den Gesundheitszustand gemäss Angaben des Versicherten negativ beein
flusst hätten (
vgl. die
Mitteilung vom 16. April 2018 [Urk. 7/146] und
das
Ver
laufsprotokoll zum Gespräch vom 12. April 2017 [Urk. 7/147/28 f.]). Der Unfall
versicherer teilte der IV-Stelle am 25. April 2018 mit, dass eine Begutachtung angeordnet w
erde, und bot der IV-Stelle
Gelegenheit, Zusatzfragen zu stellen (Urk. 7/148). Die IV-Stelle richtete ihre Zusatzfragen mit Schreiben vom 14. Mai 2018 an den Unfallversicherer (Urk. 7/150). Das
A._
, Institut für interdisziplinäre medizinische Begutachtung, erstattete das orthopädisch-unfallchirurgische Gutachten am 3. August 2018 (Urk. 7/152/2 ff.) und das neu
rologische Gutachten am 26. Juli 2018 (Urk. 7/152/28 ff.). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 8. Oktober 2018
[Urk. 7/157]
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. November 2018 einen Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= Urk. 7/158]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 22. Dezember 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine polydisziplinäre Begutachtung durchführe (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. Februar 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]),
so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der
angefochtenen
Verfügung
, ein Anspruch auf eine Invalidenrente habe frühestens nach Einstellung der Taggelder der Inva
lidenversicherung und damit frühestens ab April 2018 entstehen können. Ab die
sem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als
Arbeitsagoge
sowie in allen anderen
angepassten
Tätigkeiten zu 100 % arbeits
fähig gewesen. Somit entstehe kein Rentenanspruch (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor,
die Beschwer
degegnerin habe
das bundesrechtlich vorgeschriebene Einigungsverfahren nicht durchgeführt
, weshalb auf das Gutachten de
s
A._
bereits
aus formelle
n Gründen nicht abgestellt werden dürfe.
Die
Beschwerdegegnerin
habe
dem Beschwerdeführer
nicht mitgeteilt, dass sie sich dem Gutachten des Unfall
versicherers angeschlossen habe. Sie habe ihm sodann
keine Gelegenheit gege
ben
,
sich
zu den
in Aussicht gestellten
Gutachtern
zu äussern
(Urk. 1 S. 12 f.)
.
Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer psychiatrisch nicht begutachtet worden sei, obwohl dazu Anlass bestanden habe. Es hätte somit eine polydisziplinäre Be
gutachtung angeordnet werden müssen unter Zuordnung an eine nach dem Zu
fallsprinzip ausgewählte Gutachterstelle (Urk. 1 S. 14 f.). Des Weiteren erweise sich das
Gutachten des
A._
inhaltlich als
fehlerhaft
; es weise zahlreiche Mängel auf (Urk. 1 S. 15 ff.)
.
3.
3.1
Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärun
gen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG). Personen, die Versicherungsleistungen beanspruchen, haben alle Personen und Stellen, namentlich Arbeitgeber, Ärztinnen und Ärzte, Versi
cherungen sowie Amtsstellen im Einzelfall zu ermächtigen, die Auskünfte zu er
teilen, die für die Abklärung von Leistungsansprüchen erforderlich sind.
Diese Personen und Stellen
sind zur Auskunft verpflichtet (Art. 28 Abs. 3 ATSG).
3.2
Mit der Anmeldung zum Leistungsbezug ermächtigte der Beschwerdeführer
den im Formular erwähnten Unfallversicherer
, der IV-Stelle die für die Abklärung seines Leistungsanspruchs erforderlic
hen Auskünfte zu erteilen (
Urk. 7/105/
4 und Urk. 7/105/
8
). Entsprechend ist nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle die me
dizinischen Akten des
Unfall
versicherers beizog und sie in die Beweiswürdigung einbezog.
Dies gilt auch für das
bidisziplinäre
Gutachten des
A._
.
Hinsichtlich des
sen
Beweiswertes ist entscheidend, ob
es
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet u
nd ob die Schlussfolgerun
gen der
Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutach
ten (
BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis auf BGE 122 V 160
f. E
.
1c mit Hinweisen).
Welche Rechte dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der erwähnten Be
gutachtu
ng zustanden, richtete sich nach
den Vorschriften über das Verfahren der Unfallversicherung
; g
rundsätzlich sind die
selben Verfahrensbestimmungen wie im Abklärungsverfahren der Invalidenversicherung
massgebend
, namentlich sind die Art. 43-49 ATSG einschlägig und bei Uneinigkeit ist die Begutachtung durch eine beim kantonalen Versicherungsgericht anfechtbare Zwischenverfü
gung anzuordnen (BGE 138 V 318 E. 6.1.2-4).
Das Argument
des Beschwerde
führers
, die IV-Stelle
– welche das Gutachten des Unfallversicherers beizog –
wäre dazu verpflichtet gewesen,
(ebenfalls)
ein Einigungsverfahren durchzuführen, verfängt daher nicht.
Auch mit dem Argument, den Gutachtern seien
ihm
unbekannte Arztberichte vorgelegt worden (Urk. 1 S. 16), vermag der Beschwerdeführer n
icht durchzu
dringen, stand ihm doch
im
Unfallversicherungsverfahren
das Akteneinsichts
recht zu (Art. 47 ATSG).
3.3
Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2018 teilte die IV
Stelle dem Beschwerdeführer die Ergebnisse des invalidenversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens mit, stellte ihm in Aussicht, dass sein Leistungsbegehren abgewiesen werde und gab ihm Gelegenheit, innert einer Frist von 30 Tagen Einwände zu erheben (Urk. 7/157). Sie wies sodann explizit darauf hin, dass aus dem vom Unfallversi
cherer eingeholten Gutachten hervorgehe, dass sich sein Gesundheitszustand im April 2018 deutlich verbessert habe, sodass seither von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit in allen Tätigkeiten auszugehen sei (Urk. 7/157/2). In der Folge liess sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen; weder machte er geltend, der Un
fallversicherer habe seine Verfahrensrechte verletzt, noch brachte er vor, den Gut
achtern seien im Hinblick auf spezifisch invalidenversicherungsrechtliche Frage
stellungen Ergänzungsfragen zu unterbreiten. Die erst im Beschwerdeverfahren vorgebrachte Rüge, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei in diesem Zusam
menhang verletzt worden, geht daher fehl.
3.4
Falls das vom Unfallversicherer
in Auftrag gegebene
Gutachten
des
A._
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an Arztberichte zu genügen vermag und sich dessen Schlussfolgerungen als nachvollziehbar erwei
sen, darf demnach
ohne weiteres
darauf
abgestellt werden.
4.
4.1
4.1.1
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage,
ob eine wesentliche Verschlech
ter
ung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
seit der r
entenabwei
sen
den Verfügung vom
10. Februar 2010 eingetreten ist
, dient
der Untersuchungs
bericht des Kreisarztes der Suva vom 10. Oktober 2008 im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Oktober 2007 (Urk. 7/79/3-8), auf welchen sich die Be
schwerdegegnerin
damals
primär
stützte
(Urk. 7/93/
1-
2). Sie
bezog
auch den Un
tersuchungsbericht des Kreisarztes der Suva vom 11. August 2009
in ihre Beur
teilung mit ein; in diesem wurden zusätzlich die Folgen des Fahrradunfalls
vom 6. Mai 2009
berücksichtigt
(Urk. 7/89/3-7).
In der rentenabweisenden Verfügung vom 10. Februar 2010 erwog die Beschwerdegegnerin, dem Beschwerdeführer sei eine vollzeitliche wechselbelastende Tätigkeit zumutbar. Eine Bürotätigkeit sei als angepasste Tätigkeit geeignet (Urk. 7/97).
4.1.2
Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 10. Oktober 2008
wurde
im Wesentlichen
festgehalten, nach der ventralen transthorakalen
Spondylodese
T
h
10-12 sei
es zu
ein
em
kompl
ikationslosen
Verlauf bei Konsolidation der Fraktur, aber anhaltenden verspannungs-, belastungs- un
d
bewegungsabhängigen Schmerzen gekommen. Dem Beschwerdeführer sei eine wechselbelastende, wirbelsäulenan
gepasste
Tätigkeit vollschichtig zumutbar (Urk. 7/79/6-8).
4.1.3
Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 11. August 2009 wurde sodann ausgeführt, am Zumutbarkeitsprofil vom 10. Oktober 2008 müsse auch unter Ein
bezug der linken Klavikula
(
fraktur
)
nichts geändert werden. Der Beschwerdefüh
rer habe sich in den letzten Monaten ein Überzeugungsmuster angeeignet, gemäss welchem bloss eine Teilarbeitsfähigkeit vorliege. Dies könne aufgrund der Fakten nicht bestätigt oder nachvollzogen werden. Die Belastungen seien eher an der unteren Grenze einzuordnen (Urk. 7/89/7).
4.2
4.2.1
Im neurologischen Gutachten des
A._
vom
26. Juli 2018 wurden die folgenden Diagnosen und Funktionsstörungen aufgeführt
(Urk. 7/152/50)
:
-
Thorax
-Schulter-Arm-Schmerzen rechts sowie a
nhaltende Kre
uz-Bein-Schmerzen rechtsbetont, im Anschluss an
-
einen Sturz am 18. Oktober
2007 mit Fraktur
C
7
Bogen links und
Pro
cessus
spinosus
sowie kranialer Berstungsspaltfr
aktur
Th
11, am 22. Oktober
2007 im Universitätsspital
B._
operativ verso
rgt,
-
sowie einen
Sturz am 25. Mai
2016 mit Berstungsspaltfraktur BWK
7 und
paraseptalem
Lungenemphy
sem Oberlappen rechts, am 27. Mai
2016 operativ versorgt im Universitätsspital
B._
, ohne Anhalt für eine
radikul
äre
oder
nervale
Schmerzgenese
-
Gestörte Schmerzverarbeitung, Schmerzau
sweitung und Selbstlimitierung
-
Subjektive Sensibilitätsstörung am rechten Bein, anamnestisch seit Im
plantation eines
epiduralen
Neurostimulators, im Verteilungsmuster weder einem zentralen, einem
radikulären
oder peripher-
nervalen
Muster entsprechend, ohne wesentliche funktionseinschränkende Konsequenz.
Der begutachtende Neurologe hielt in seiner Beurteilung fest, der Beschwerdefüh
rer habe anlässlich der
Exploration
über
weiterhin anhaltende starke Schmerzen
geklagt
, vor allem im Thorax-Schulter-Arm-Bereich sowie im Kreuz, teilweise auch bis in die Beine ziehend, rechtsbetont.
In der vo
rliegenden Versicherungs
akte sei
weder nach dem Sturzereignis vom 18.
Oktober
2007 noch nach dem Sturzereignis vom 25.
Mai
2016 eine strukturelle Schädigung
nervaler
Strukturen dokumentiert, weder für das zentrale noch für das periphere Nervensystem. N
ach dem ersten Sturzereignis sei
es
gemäss
Versicherungsakte zu einer Hirnerschüt
terung
gekommen; diese müsse
als ausgeheilt betrachtet werd
en. Ein Anhalt für eine Hirnverl
etzung, die ein zentrales Schmerzsyndrom
begründen könnte, ergebe
sich nicht.
Auch eine ander
e Verletzung am Nervensystem sei
nicht dokumentiert. Die Untersuchung bezüglich der
sensomotorischen Funktionen sei gemäss
Versi
cherungsakte immer normal gewesen.
Die anlässlich der Begutachtung
vorgetra
genen Schmerzen entspr
ä
chen in ihrer Ausprägung, Lokalisation, Qualität und Zeitgestalt keinem ne
uropathischen Schmerz. Es ergebe
sich aus der Schmerzanamnese kein Anhalt für einen zentralen Schmerz, ein
radikuläres
Schmerzgeschehen oder eine anderweitige
peripher-
nervale
Schmerzgenese.
In der neurologischen Untersuchung
habe
sich ein im wesentlichen normaler Befund
gezeigt
. Typische Befunde wie bei einem neuropathischen Schmerzsyndrom
hät
ten
sich nicht erheben
lassen
. Der
Beschwerdeführer habe
in der Untersuchung eine Sensibilitätsstörung am rechten Bein an
gegeben, diese bestehe
seit der Erstim
plantation des
epiduralen
Neurostimulators
. Die hi
er vorgetragene Lokali
sation sei
nicht typisch für ein zentral verursachtes sensibles Defizit. Sie
entspre
che
keinem segmental-
radikulären
oder peripher-
nervalen
Muster. Ein Kausalzu
sammenhang mi
t der Elektrodenimplantation sei
denkbar, aus neurologischer Sicht allerdings nicht überwiegend wahrscheinlich plausibel, da Lokalisation und Ausp
rägung höchst ungewöhnlich wären
. In jedem
Fall erfolge
aus der leichten Sensibilitätsstörung am rechten Bein keine wesentliche funktionelle Ei
nschrän
kung. Insofern resultiere
daraus keine dauerhaft anhaltende Leistungsminderung oder Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/152/51 f.)
.
Zur Konsistenz gab der begutachtende Neurologe an, a
uffallend
sei
in der
Unter
suchung
die Diskrepanz zwischen der erheblichen subjektiven Beeinträchtigung durch die beklagten Schmerzen und den nur gering a
usgeprägten objektiven Be
funden.
Die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer
s
chwerste Schmerzen geltend mache
, andererseits aber keine regelmä
ssige Schmerzmedikation einnehme
, al
lenfalls Bedarfsmedikation zwei
- bis dreimal wöchentlich, lasse
erhebliche Zwei
fel an dem tatsächlichen Schmerzausmass aufkommen. Die Schilderung der Schmerzen, welche einerseits bei Belastung zunehmen sollen, andererseits
sich
auch spontan verschlechtern könn
ten, sei
für ein organisches Schmerzsyndrom ungewöhnlich. Auch die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer vortrage
, wenn er sich an einem Tag sehr anstrenge, würde er am nächsten Tag eine schnellere Schmerzentwicklung erleben,
sei
p
athophysiologisch nicht nachvoll
ziehbar. Die Behauptung, da
ss er aufgrund seiner Schmerzen
den Bus oder das
Tram nicht
benutzen könne, sei
pathophysiologisch ebenfalls nicht nachvollziehbar. Die hier in der Spontanmotorik demonstrierte Minderbeweglichkeit der
Wirbelsäule, mit demonstrativem Vermeiden jeglicher Rumpfbeugung,
sei
weder mit den Untersu
chungsbefunden noch mit der Schilderung seines All
tags kompatibel. Insgesamt lasse
sich das geschilderte Schmerzbild nicht gut organpathologisch verstehen. Diesbezüglich sei jedoch auch auf das orthopädisch-unfallchirurgische Gutachten
zu verweisen. Aus neurologischer Sicht ergebe
sich der Eindruck einer erheblich gestörten Schmerzverarbeitung mit Schmerzausweitung und Selbstlimitierung. Es
best
ünden
mit der Trennungssituation und dem Verlust des Arbeitsplatzes psy
chosoziale Belastungsfaktoren. Zeichen einer psychiatrischen Erkrankung etwa im Sinne einer relevanten Depression
seien
hier im psychopathologischen Quer
schnitt
aber
nicht zu erkennen
(Urk. 7/152/52 f.)
.
Aus neurologischer Sicht könn
ten keine arbeitsrelevanten Diagnosen gestellt werden, weder unfallbedingte noch unfallfremde. Es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit (Urk. 7/152/54
und Urk. 7/152/57
).
4.2.2
Im orthopädisch-unfallchirurgischen Gutachten des
A._
vom 3. August 2018 wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
festgehalten
(Urk. 7/152/20):
-
Wiederkehrende unspezifische Schmerzen im rechtsseitigen Schulter-, Arm- und Brustkorbbereich nach einer Bogenfraktur C7 links
-
Wiederkehrende unspezifische Schmerzen in der Brustwirbel
säule und der Lendenwirbelsäule
-
Stattgehabte
Spondylodese
BWK 10 bis BWK 12 und
Kyphoplastie
BWK 7 nach Berstungsfraktur BWK 7 und BWK 11 sowie Implantation eines Neu
rostimulators
Die Gutachterin führte
aus, z
usammengefasst
habe
sich im Rahmen der Begut
achtung doch eine Diskrepanz zwischen der berichteten subjektiven Beeinträch
tigung und dem Befund am Achsenorgan
gefunden
. Hier
habe
eine gute Beweg
lichkeit
bestanden. Auch
schein
e
der
Beschwerdeführer
seinen Alltag gut zu be
wältigen. Im Rahmen der Begutachtung
habe er
die Rumpfbeugung und die Rumpfrotation zu vermeiden
versucht
, wodurch ein etwas rig
ides Bewegungs
muster resultiert habe, das jedoch nicht durchgehalt
en w
orden sei
. A
n psychoso
zialen Belastungen sei
die Trennung von seiner Lebensgefährtin, mit der er zwei gemeinsame Kinder ha
be
, aufzufü
hren (Urk. 7/152/20). Sämtliche Diagnosen, seien sie zum hier zu beurteilenden Unfall vom 25. Mai 2016 unfallkausal oder nicht, hätten keinen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/152/23).
Die Gutachterin gelangte zum Schluss
, d
ie Diagnosen am Achsenorgan
würden sich
limit
ierend auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken
. So
sollte der
Beschwerdefüh
rer rückenbelastende
Tätigkeiten
nicht ständig ausüben sowie
das Heben und Tra
gen von schweren Lasten
und
die Einnahme von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen
–
wie Bücken, ständige Vorneige und ständige Oberkörperro
tation
–
vermeiden. Arbeiten in Kälte und Zugluft
seien
nur gelegentlich
abzu
fordern (n
egatives Leistungsprofil).
E
ine leichte körperliche Tätigkeit
, wechsel
be
lastend mit Sitzen, Gehen und Stehen, mit Heben und Tragen von leichten Lasten
(positives Lei
stungsprofil
)
,
sei zumutbar
. In einer s
olchen angepassten Tätigkeit sei
der
Beschwerdeführer
ab sofort vollschichtig arbeitsfähig (volles Pensum und volle Leistung).
Rückwirkend betrachtet dürfte unter vorsichtiger Wertung der
vorgelegten Unterlagen
spätestens seit vier
Monaten eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
bestanden haben (Urk. 7/152/18).
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten des
A._
vom 26.
Juli 2018
be
ziehu
ngsweise 3. August 2018 vermag
die an eine beweiskräftige ärztliche Ex
pertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen. So tätigten die Gut
achter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise so
wie in Auseinandersetzung mit den vorgelegten
Vorakten
. Sie legten die medizi
nischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Das Gutachten erweist sich somit als beweistauglich.
5.2
Im Vordergrund steht, dass die Gutachter die
vom Beschwerdeführer
geklagten Einschränkungen aufgrund des sorgfältig erhobenen Befunds nicht
im geltend gemachten Ausmass
nachvollziehen konnten
(Urk. 7/152/53; vgl. auch Urk. 7/152/19 f.)
.
Im Bereich der Wirbelsäule konnte
in orthopädisch-chirurgi
scher Hinsicht
eine freie Beweglichkeit, ohne Angabe eines
endgradigen
Bewe
gungsschmerzes, festgestellt werden. Auch waren keine
Myogelosen
zu ertasten oder ein muskulärer Hartspann festzustellen
. Auch bei der neurologischen Unter
suchung konnte eine gute Beweglichkeit der Wirbelsäule festgestellt werden
,
ohne paravertebralen Muskelhartspann
(Urk. 7/152/15
und Urk. 7/152/45 und Urk. 7/152/47
).
Des Weiteren
vermittelte der Beschwerdeführer während der neu
rologischen Untersuchung keinen schmerzgequälten Eindruck
(Urk. 7/152/45)
;
sodann
zeigte sich ein im Wesentlichen normaler neurologischer Befund (Urk. 7/152/52)
.
Ferner
stellten beide Gutachter
fest, dass das demonstrierte,
et
was rigide Bewegungsmuster
des Beschwerdeführers
(
er
habe versucht,
die Rumpfbeugung und die Rumpfrotation zu vermeiden) nicht durchgehalten
wor
den sei
(Urk. 7/152/20
und Urk. 7/152/45
).
In Berücksichtigung der klinischen Befunde
sowie unter Hinweis auf die festge
stellten Inkonsistenzen (nicht Durchhalten des Bewegungsmusters, Geltendma
chung
s
chwerster Schmerzen bei
un
regelmä
ssiger Schmerzmedikation) vermag die Einschätzung der Gutachter zu überzeugen.
5.3
Soweit der Beschwerdeführer Gründe aufführt,
weshalb
er
bei seiner bisherigen Tätigkeit als
Arbeitsagoge
die Grenze der B
elastbarkeit überschritten habe, ist ihm entgegenzuhalten,
dass
er
mit Hilfe der Invalidenversicherung eine Umschulung absolvieren konnte und
über ein Handelsdiplom in Rechnungswesen
(
Urk. 7/48
)
verfügt
. Damit
ist er in der Lage,
auch eine reine Bürotätigkeit, welche nicht rückenbelastend ist und bei welcher die Möglichkeit zur Wechselbelastung be
steht, aus
zu
üben
.
Ob er dazu motiviert
ist
, ist
unerheblich (vgl.
die Angabe des Beschwerdeführers
, er könne sich nicht
vorstellen, den ganzen Tag eine Bürotä
tigkeit auszuüben [Urk. 7/122/9
sowie das
Urteil des hiesigen Gerichts UV.2017.00058 vom 31. Januar 2018 E. 2.4 und E. 4.6 f.]).
Massgebend ist
einzig
, dass ihm eine Bürotätigkeit mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung gemäss der gutachterlichen Einschätzung zu 100 % zumutbar ist.
5.4
Mit seinen Vorwürfen, das Gutachten des
A._
sei inhaltlich fehlerhaft
(Urk. 1 S. 15 ff.)
,
vermag
der Beschwerde
führer
nicht durchzudringen
.
Die Gutachter stützten sich bei der Darstellung der Unfallereignisse und deren Hergang auf die echtzeitlichen Berichte der erstbehandelnden Ärztin, was nicht zu beanstanden ist (
vgl.
Urk. 7/152/3
und
Urk. 7/55/72
sowie
Urk. 7/152/4
und
Urk. 7/109/28).
Dasselbe gilt in Bezug auf die von den Gutachtern zitierten An
gaben des Beschwerdeführers
hinsichtlich
seine
r
Leistungsfähigkeit beziehungs
weise seine
r
Anwesenheit am Arbeitsplatz (Urk. 1 S. 17); die
gutachterlichen An
gaben lassen sich aufgrund
der Akten
durchgängig
nachvollziehen (vgl. Urk. 7/152/9 f.,
Urk. 7/144/1
sowie
Urk. 7/147/24
[
Eintrag vom 13. Dezember 2017
]
und Urk. 7/147/26 [
Wiedergabe des
Gesprächs vom 7. Februar 2018
])
.
Die Kritik, welche die Wiedergabe der den Gutachtern zur Verfügung gestellten Arzt
berichte betrifft (Urk. 1 S. 15 f.), erweist sich somit als unbegründet.
Ferner
lassen sich e
ntgegen der Darstellung des Beschwerdeführers keine Wider
sprüchlichkeiten im Gutachten ausfindig machen.
Es
bestehen
auch
keine An
haltspunkte dafür, dass die Gutachter die Angaben des Beschwerdeführers falsch wiedergegeben hätten, wie dies der Beschwerdeführer wiederholt vortragen lässt. Vielmehr muss sich der Beschwerdeführer seine Aussagen gegenüber den Gut
achtern des
A._
entgegenhalten lassen. Gegenüber der begutachtenden Chirurgin gab er an, er sehe für sich aktuell nicht mehr als eine 70-80%ige Berufstätigkeit (Urk. 7/152/12). Damit räumte er selbst ein, in einer an
gepassten Tätigkeit hochprozentig arbeiten zu können, auch wenn er gegen
über dem begutachtenden Neurologen im Widerspruch dazu angab, er schätze seine Arbeitsfähigkeit gesamthaft auf etwa 20-30 % (Urk. 7/152/41), was ange
sichts des klinischen Befunds
allerdings
nicht nachvollzogen werden kann. Be
reits der Kreisarzt der Suva hatte im Jahr 2009 festgestellt, der Beschwerdeführer habe sich ein Überzeugungsmuster angeeignet, gemäss welchem er bloss noch teilzeit
lich arbeitsfähig sei. Dies könne aufgrund der Fakten jedoch nicht bestätigt oder nachvollzogen werden (Urk. 7/89/7).
Des Weiteren
erweisen sich die
Angaben zur Schmerzproblematik
als
nicht kon
sistent
:
Der Beschwerdeführer
gab anlässlich des
im Rahmen der Eingliederungs
massnahmen stattfindenden
Gesprä
chs vom 31. August 2017
an, seit der letzten Operation habe er 70 % weniger Schmerzen, erhole sich schneller und nehme keine Medikamente mehr ein (Urk. 7/147/13). Damit nahm er Bezug auf die
Wir
kung des implantierten
epiduralen
Neurostimulationssystems (Urk. 3/11)
. Gegen
über der
begutachtenden Chirurg
i
n
schilderte der Beschwerdeführer
im Zusam
menhang mit der
Wirkung des Neurostimulationssystems
dann aber
, auf der Schmerzskala sei es (ohne Arbeit)
bloss
zwei Punkte nach unten gegangen von 7
/10 auf 5/10 (Urk. 7/152
/11 f.). Letztere Angabe
lässt sich mit der initialen An
gabe einer 70%igen Schmerzreduktion nicht vereinbaren.
5.5
Sodann
steht der Bericht von
C._
vom 8. November 2016
(vgl. das Vorbringen in Urk. 1 S. 18)
der Einschätzung de
r begutachtenden Chirurgin, das
Gangbild sei harmonisch, nicht entgegen. Gemäss dem genannten Bericht von
C._
(Urk. 3/12) erfolgten eine kinematische Videoanalyse im Stehen, in der Kniebeuge sowie beim Gehen und eine dynamische Fussdruck
messung. In der Folge wurden Sport- und Alltagseinlagen, das Tragen eines pas
senden Schuhwerks sowie die Durchführung diverser Trainingseinheiten empfoh
len. Daraus kann nicht geschlossen werden, das Gangbild
des Beschwerdeführers
sei nicht harmonisch.
5.6
Der Beschwerdeführer macht
sodann
geltend,
der Bericht der Integrationsfach
stelle sei ausser Acht gelassen worden
, was Art. 61
lic
. c ATSG nicht standhalte (Urk. 1 S. 24).
N
ach der Rechtsprechung ist
die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleis
tungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Ge
sundheitsschädigung in erster
Linie durch die Ärzte und nicht durch die Einglie
derungsfachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeits
leistungen zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom 8. Janu
ar 2019 E.
4.2.1, 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4, je mit Hinwei
sen).
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nahmen die Gutachter von den Journalausdrucken des Unfallversicherers über die beruflichen Integra
tionsmassnahmen Kenntnis (Urk. 7/152/7-11, Urk. 7/152/35-40). Damit geht der Einwand, die Gutachter hätten die Resultate der Integrationsbemühungen igno
riert, fehl.
5.7
Schliesslich lässt sich nicht nachvollziehen, w
eshalb eine zusätzliche psychiatri
sche Abklärung im Bereich der Invalidenversicherung angeze
igt gewesen wäre (Urk. 7/14 f.)
. Der Beschwerdeführer
machte nicht geltend, dass er sich in fach
psychiatrische Behandlung begeben habe und liess auch keine Berichte eines be
handelnden Psychiaters auflegen. Entsprechend ist nicht ersichtlich, weshalb in dieser Hinsicht weitere Abklärungen erforderlich gewesen sein sollten.
5.8
Nach dem Gesagten erweisen sich
die Einwendungen des
Beschwerdeführers ge
gen das
bidisziplinäre
Gut
achten
des
A._
als
unbegründet.
Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten erschliesst sich, dass
seit
der
Verfü
gung vom
10. Februar
2010
k
eine für den Rentenanspruch relevante
(anhaltende)
Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist
. Dem Beschwerdeführer sind
– nach einer zwischenzeitlichen Verschlechterung – wieder
wechselbelastende, rückenschonende Tätigkeiten (
insbesondere
eine Bürotätigkeit)
vollschichtig (vol
les Pensum und volle Leistung)
zumutbar
.
6.
6.1
Ein Einkommensvergleich ist
für das Jahr 2018 durchzuführen, also auf den Zeit
punkt, in welchem das Taggeld der Invalidenversicherung
nach den durchgeführ
ten Eingliederungsmassnahmen
eingestellt wurde (Art. 29 Abs. 2 IVG).
6.2
Zur Beme
ssung des
Valideneinkommens
ist
das Einkommen bei der
D._
heranzuziehen
. Gemäss Schadenmeldung vom 20. Juni 2016 erzielte der Beschwerde
führer
im Jahr 2016
einen monatlichen Lohn (exklusive Kinder-/Familienzulagen) von Fr. 5'614.80 x 13 bei einer
90%igen Anstellung (Urk. 7/109/
43). Bei einer 100%igen Anstellung hätte er somit Fr. 81
’
103
.
--
ver
dient.
U
nter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklu
ng bei Männern bis ins Jahr 2018
(Indexstand 2239 [2016] auf 2260 [2018]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwick
lung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne, Männer)
resultiert
demzufolge
ein
Valideneinkommen
von Fr.
81
’864
.
-
-
.
6.3
Zur
Bemessung des Invalideneinkommens
sind
die Tabellenlöhne der Schweize
rischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 heranzuziehen.
Abzustellen
ist
auf
das standardisierte monatliche Einkommen
in der Berufsgruppe «Bürokräfte und ver
wandte Berufe»
(LSE 2016,
Tabelle T 17
,
Lebensalter 30-49
Jahre
,
Männer) von Fr.
5'
787
.--
,
da der Beschwerdeführer über ein Handelsdiplom in Rechnungswe
sen
verfügt. Eine Bürotätigkeit ist
rückenschonend und
kann
w
echselbelast
end ausgeübt werden.
U
nter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betrie
bs
übliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018,
G-S, Sektor III
) und unter Berücksichtigung der Nominalloh
nentwicklu
ng bei Männern bis ins Jahr 2018
(Indexstand 2239 [2016] auf 2260 [2018]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne, 2010-2018, Nominallöhne, Männer)
resultiert
ein
Jahreseinkommen für eine
100%ige
Tätigkeit
von
Fr.
73
’
074.
-- (Fr.
5‘
787.
-
- x 12 : 40 x 41,7 : 2239 x 2260).
Dies entspricht zugleich dem Invalideneinkommen.
6.4
Wird
das
Valideneinkommen
von
Fr.
81
’864
.
-- dem Invalideneinkommen von
Fr.
73
’
074.
-- gegenübergestellt, resultiert
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
8
’
790
.-
- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von gerundet 11
%
.
6.5
Selbst
wenn der Beschwerdeführer lediglich noch zu 70-80 % arbeitsfähig wäre – wie er dies gegenüber der begutachtenden Chirurgin angegeben hat (Urk. 7/152/12), wovon allerdings nicht auszugehen ist –, ergäbe sich kein ren
tenbegründender Invaliditätsgrad.
Diesfalls
wäre das
Valideneinkommen
von
Fr.
81
’864
.
-- einem Invalideneinkommen
von Fr. 54’806
.
-- (Fr.
5‘
787.
-
- x
12 :
40 x 41,7 : 2239 x 2260
x 0.75
)
für eine durchschnittliche 75
%ige Tätigkeit
gegen
überzustellen. Es resultierte ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von ge
rundet 33 %.
7.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
8
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-
- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verf
ahrens sind sie dem unterliegen
den Beschwer
deführer aufzuerlegen.