Decision ID: 31d1dfb1-e549-4732-9eb2-1cdd6fdb644a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1985 geborene
X._
war seit dem 1. Juli 2011 als Autolackierer bei der
Z._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Baga
tellunfallmeldung UVG vom 31. August 2018 liess er der Suva mitteilen, dass er
am
9. Juli 2018
nach
dem Fussballspielen Schmerzen im Knie
und am rechten Knie eine Zerrung erlitten
habe (Urk. 8/1).
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld;
Urk.
8/2
-3
)
.
A
m 1
9.
Oktober 2018
diag
nostizierte
Dr.
med.
A._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
eine ausgeprägte mediale Meniskusruptur
rechts
(
Urk.
8/13).
Am 26. Oktober 2018 (Urk. 8/18) nahm Kreisarzt Dr. med
.
B._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, ein erstes Mal zur Kausalität der Restbeschwerden zum Ereignis vom 9. Juli 2018 Stellung. Daraufhin teilte die Suva dem Versi
cher
ten mit Schreiben vom 29. Oktober 2018 (Urk. 8/20) mit, dass gemäss kreisärzt
licher Beurteilung die heute bestehenden Beschwerden am rechten Knie nicht
mehr unfallbedingt seien, der Zustand, wie er sich auch ohne Unfall vom 9.
Juli 2018 eingestellt hätte, spätestens am 20. August 2018 erreicht
worden sei, der Fall per 19. Oktober 2018 abgeschlossen und deshalb für die Operation vom 29. Oktober 2018 nicht mehr aufgekommen werde.
Nach Einwendungen des behan
delnden Orthopäden Dr.
A._
(
Urk.
8/27
,
Urk.
8/54
)
und
des Hausarztes Dr. med.
C._
, FMH für allgemeine Medizin (
Urk.
8/41,
Urk. 8/47) sowie
erneuten kreisärztlichen Beurteilungen
durch
Dr.
B._
(
Urk.
8/29)
und
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Allgemeinmedizin
(
Urk.
8/58), erliess die Suva auf Verlangen
des Versicherten vom 29. Juni 2019 (Urk. 8/56)
hierzu am 16. August 2019 (Urk. 8/59) eine
einsprachefähige
Verfü
gung. Die hiergegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 30. Septem
ber
2019 (Urk. 8/65) beschied die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 18. Novem
ber
2019 (Urk. 2) abschlägig.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 6. Januar 2020 (Urk. 1) Beschwerde und be
antragte,
der
Einspracheentscheid
der Suva vom 18. November 2019 und die Ver
fü
gung vom 16. August
2019 seien aufzuheben,
die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, die gesetzlichen Leistungen nach dem
Bundesgesetz über die Unfall
ver
si
cherung (UVG)
auch nach dem 19. Oktober 2018 bis zur Erreichung des medizinischen Endzustandes weiter auszurichten, eventualiter sei ein Gerichts
gutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin zu erstellen und die Sache zur anschliessenden Neuverfügung an d
ie Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Replik vom 2
0.
April 2020 (
Urk.
11) beziehungsweise Duplik vom
5.
Mai 2020 (
Urk.
15), welche dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom
6.
Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16), hielten die Parteien an den gestellten Anträge
n
fest.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 18. November 2019 (Urk. 2) im Wesentlichen,
mit Dr.
D._
sei davon aus
zugehen, dass der Unfall vom 9. Juli 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes am rechten Knie geführt habe und der
status
quo sine nach sechs Wochen erreicht gewesen sei. Bei dem Ergebnis entfalle die Prüfung des adäquaten Kausalzu
sammenhangs (S.
10 ff. E. 4
; vgl. auch Urk.
7
und 15
).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer
(Urk. 1)
zur Hauptsache ein, es lägen keine degenerativen Veränderungen vor, auf welche der Meniskusriss zurückzuführen sei. Es sei demnach viel mehr auf die Beurteilung des behandelnden Facharztes
Dr.
A._
abzustellen, wonach die Beschwerden auch nach dem 19. Okto
ber
2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 9. Juli
2018 zurückzuführen seien (S. 14). Selbst wenn eine in stummer oder manifester Weise vorbestehende degenerative Veränderung im rechten Kniegelenk vorliegen soll
t
e, bestehe Raum für eine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers. So stelle der Unfall keine blosse Gelegenheitsursache dar, weshalb nach der Recht
sprache des Bundesgerichts die Unfallkausalität betreffend Meniskusriss zu beja
hen sei oder zumindest eventualiter weitere Abkläru
ngen vorzunehmen seien (S. 15; vgl. auch
Urk.
11).
3.
3.1
Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom 31. August 2018 (Urk. 8/1) verspürte
der Beschwerdeführer
nach dem
Fussballs
pielen Schmerzen im Knie. Auf
Nachfrage
der
Beschwerdegegner
in
präzisierte
er mit Formular vom 24. Oktober 2018 (Urk. 8/17),
er habe bei einem Zweikampf das Gleichgewicht verloren und sei auf
den Boden gefallen. Danach habe er Schmerzen im Knie gehabt, welche zuhause immer stärker geworden seien (S. 4).
3.2
3.2.1
In seinem Bericht vom 19. Oktober 2018 (Urk. 8/13) zur Konsultation gleichen Datums führte Dr.
A._
unter Bezugnahme auf
die
MRI-Bildgebung vom 28. August 2018 (Urk. 8/14) und 2. Oktober 2018 (Urk. 8/15) aus, im MRI vom 2. Oktober 2018 zeige sich eine komplexe mediale Meniskusruptur, schon ersicht
lich im MRI vor zwei Monaten, dort Längsriss am
Hinterhorn
an typischer Stelle, jetzt sei dieser Längsriss geplatzt und unter den Kapselbandapparat geschlagen. Es sei eine komplexere Läsion mit eventuell auch schon einer Knorpelstörung am
Femurkondylus
mit auch Stresszeichen
intraossär
. Dann bestehe ein deutlich ver
dicktes mediales Seitenband, vernarbt, als Ausdruck einer früheren Kapselband
läsion mit auch kaliberschwachem vordere
m
Kreuzband. Es gebe einen diskreten Gelenkserguss im MRI vor drei Wochen.
Femoropatellär
und lateral liege eine ruhige Situation vor (S. 1).
Am 2
9.
Oktober 2018 diagnostizierte
Dr.
A._
anlässlich der gleichentags durchgeführten Operation (Kniearthroskopie rechts,
Teilmeniskektomie
medial und
Plica
-Resektion
infrapatellär
) eine komplexe mediale Meniskusruptur im Kniegelenk rechts, eine
Synovitis
und eine diskrete Partialläsion des vorderen Kreuzbandes ohne wesentliche Instabilität (
Urk.
8/24).
3.2.2
Am 6. Juni 2019 (Urk. 8/72) nahm er dahingehend ergänzend Stellung, als die Befunde hier eindeutig nicht auf degenerativem Hintergrund entstanden seien, da das Kniegelenk selber bei der Operation völlig
bland
bezüglich Knorpel und anderer Strukturen gewe
sen sei. Lediglich der Innenmen
i
s
kus sei zerrissen, mit eindeutigem traumatischen Aspekt. Die Befunde bei der Operation
seien doku
mentiert mit Videoprints. Auch hier sehe man keine degenerativen Verände
rung
en, der Meniskus sei an typischer Stelle zerrissen
gewesen
, mit Lappenbildung ohne degenerative Verfettung (S. 1).
3.3
Am 12. November 2018 (Urk. 8/2
9
) kam Kreisarzt Dr.
B._
in seiner Beur
teilung zum Schluss,
das geschilderte Ereignis sei nicht geeignet, die bildgebend dargestellten Veränderungen herbeizuführen. Die Bildgebung weise auf eine be
reits vorhandene pathologische Veränderung, d
i
e beginnende
Varusgonarthrose
,
hin. Die von
Dr.
A._
im Operationsbericht enthaltenen Feststellungen seien anhand der Fotodokumentation nicht eindeutig unfallkausal. Ü
berwiegend wahr
scheinlich sei die komplexe Meniskusrissbildung, welche zweimalig bildgebend dargestellt und chirurgisch behandelt worden sei, Bestandteil der pathologischen
Veränderung im Rahmen einer beginnenden Gonarthrose. Die beginnende Gon
arthrose sei bildgebend zweimal dargestellt worden, es habe sich ein höhenre
duzierter Knorpel, ein Knochenmarksödem im Bereich des höhenreduzierten Knorpels, eine komplexe Meniskusrissbildung im Bereich des medialen Kom
partiments, ein progredienter Gelenkserguss und eine lokale Kapselschwellung im medialen Kompartiment
gezeigt
. Es sei von einer Prellung auszugehen, welche nach sechs Wochen überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spiel
e
(S. 3).
3.4
Kreisarzt Dr.
D._
führte in seiner Beurteilung vom 13. August 2019 (Urk. 8/58) aus, der am 29. Oktober 2018 operativ behandelte rechtsseitige Knie
gelenksschaden sei nicht mit dem vorgegebenen Massstab einer mindestens über
wiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallere
ignis vom
9. Juli 2018 zurück
zuführen. In Zusammenschau der Sachverhaltsdarstellung, dem Leidens- und
Arbeits
unfähigkeits
-Verlauf sowie der Bildgebung, der klinischen Befunde aber
auch der Operationsdokumentation entspreche der operierte Befund vom 29. Okto
ber 2018 hier keinesfalls einer eindeutig geltend gemachten unfallkausalen struk
turellen Schädigung des rechten Kniegelenkes, sondern vielmehr einer in stum
mer oder manifester Weise vorbestehenden degenerativen Krankheitsschädigung. So wäre es im Falle einer akuten traumatischen komplexen Zerreissung des Innen
meniskus nicht nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer
sich erst nach deut
lich über einer Woche in die ärztliche Erstbehandlung begeben habe und fort
laufend seiner körperlich belastenden beruflichen handwerklichen Tätigkeit als Autolackierer in vollem Umfang bis Mitte September 2018 habe nachgehen können sowie erst nach der MRI-Diagnostik zwei Monate später das Ereignis rückwirkend gemeldet habe und seine Arbeitstätigkeit erst zum Zeitpunkt der Operation Ende Oktober 2018, fast vier Monate später, in vollem Umfang aus
gesetzt habe. Auch seien zur Schadenmeldung und der wiederholten Angabe des erstbehandelnden Hausarztes primär zum Sachverhalt lediglich "Knieschmerzen rechts medial nach Fussball" ohne ein konkretes akut traumatisches Ereignis angegeben und erst sekundär diese Aussage beim Orthopäden, drei Monate später, durch die unspezifische Angabe "das Knie verdreht" ergänzt worden. Darüber
hinausgehend spr
ä
chen
insbesondere auch das (durch
Dr.
A._
bestätigte) Fehlen von unfalltypischen Begleitverletzungen
der sonstigen Gelenkstrukturen, mit den sich intakt darstellenden Kollateral- und Kreuzbändern,
das Fehlen einer suspekten knöchernen Destruktion, ein initial nur
geringgradiger
Gelenkerguss,
aber auch das Fehlen eines umschriebenen Knorpeldefe
kts, gegen eine akute traumatisc
he
strukturelle Schädigung. Zusätzlich
seien
keine typischen Verlet
zungs
merkmale, wie ein
Hämatom, ein
Hämarthros
oder ein Weichteilödem und
klinisch zur orthopädischen Untersuchung präoperativ ein relativ
blander
Unter
suchungsbefund mit einer weitestgehend freien Bewegungsfähigkeit des Knie
gelenks erhoben worden. Des Weiteren spreche auch der klinische Leidensverlauf mit einer zunächst beschriebenen stetigen klinischen Besserung und einer erst
Ende September akut zunehmenden Schmerzsymptomatik
bei
fortgesetzte
r
Arbeits
tätigkeit gegen
eine bereits zum Ereignis vom
9. Juli 2018 akut trau
ma
tisch verursachte
n
Zerreissung des Innenmeniskus und vielmehr für einen natür
lich progredienten Verlauf einer degenerativen
Meniskopathie
. Hierzu passe auch die für einen Degenerationsprozess typische Lokalisation im Bereich des
Innen
meniskushinterhorns
. Als Zeichen einer ebenda bereits vorbestehenden, beginnen
den
Varusgonarthrose
zeige die wiederholte MRI-Bildgebung objektivierbar eine
Medialisierung
der Patella, eine Höhenminderung
des medialen Gelenkraums sowie eine generelle Höhenreduzierung des Gelenkknorpels, wel
c
he
intraoperativ hingegen als solche nicht bemessen werden
könne
.
Da sich aber auch in der Bildgebung ansonsten kein relevanter oberflächlicher Knorpelschaden darstelle, sei es ansonsten nicht verwunderlich, dass auch seitens des Operateurs hierzu ein unauffälliger Oberflächenbefund festgestellt worden sei, was umgekehrt aber keinesfalls mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Unfallkausalität der intraoperativ einzig festgestellten
Innenmeniskushinterhornläsion
nach Aussage des Operateurs eindeutig belege. Des Weiteren sprächen zudem auch eine hier erst sekundär zunehmende, im Falle einer akuten Traumatisierung hingegen erwar
tungsgemäss rückläufige, nicht blutig dokumentierte Ergussbildung mit einer zu
nehmenden
synovialen
entzündlichen Reizsymptomatik des Kniegelenks eher ge
gen eine Unfallkausalität und typischerweise für ein fortschreitendes Krank
heit
s
bild im Sinne einer hier progredienten
Varusgonarthrose
mit einer degene
rativen
Innenmeniskopathie
an typischer Stelle im Bereich des
Hinterhorns
(S. 5 f.).
Zum administrativ
anerkannten Unfallereignis vom
9. Juli 2018, im Sinne einer hier allfällig eingetretenen Kniegelenkszerrung/-prellung, ohne eine aber objek
tivierbar belegte unfallkausale richtung
s
gebende strukturelle Schädigung, spiel
ten Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in sechs Wochen nach dem Ereignis keine Rolle mehr. Hierzu passe auch die zur hausärztlichen Be
treuung angegebene, sich initial stetig verbessernde klinische Symptomatik ohne eine primäre Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die nachfolgende akute Zu
standsverschlechterung sei darüberhinausgehend als die natürliche Progredienz des krankhaft degenerativen Vorzustands zu bewerten (S. 6).
4.
4.1
Zwar erscheint in Anbetracht der
vagen und
divergierenden Schilderung
en
der Schmerzauslösung -
Schmerzen im Knie nach dem Fussballspielen
(E. 3.1,
auch
Urk. 8/14 f. und Urk. 8/25),
Verdrehen des Knies
beim Fussballspielen
(
Urk.
8/13),
Sturz nach einem Zweikampf
(Urk. 8/17) – bereits das Vorliegen eines Unfalles nach Unfallbegriff von Lehre und Rechtsprechung fraglich.
Gestützt auf die
Ein
schätzung des Kreisarztes Dr.
D._
ging die Beschwerdegegnerin
indessen
vom Vorliegen eines Unfallereignisses im Sinne einer
Kniegelenkszerrung/-p
rel
lung aus
(E.
3.4
)
.
A
ngesichts der Beweismaxime,
wonach bei sich widerspre
chen
den Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang die spontanen soge
nannten
«
Aussagen der ersten Stunde
»
in der Regel unbefangener und zuver
lässiger sind
als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können
(vgl. BGE 121 V 45 E.
2a),
ist dies
nicht zu beanstanden
.
Dr.
D._
s
Beurteilung erweist sich als umfassend. Er setzte sich nicht nur eingehend mit den
Vorakten
(S. 1 ff.) sowie den Einschätzungen des operierenden Orthopäden Dr.
A._
auseinander, sondern legte die medizinischen Zusam
men
hänge sowie seine Schlussfolgerungen ei
nleuchtend und überzeugend dar. Namentlich zeigte er auf, dass insbesondere unfalltypische Begleitverletzungen wie
Verletzungen
der Kollateral- und Kreuzbänder, eine suspekte knöcherne Destruktion, ein
höhergradige
r
Gelenkerguss oder ein Knorpeldefekt sowie
Verletzungen
der sonstigen Gelenkstrukturen fehl
t
en und auch
keine typischen Verletzungsmerkmale wie ein Hämatom, ein
Hämarthros
-
oder ein Weichteilödem
vorlagen, was insgesamt gegen
eine akute trauma
tische strukturelle Schädigung sp
richt. Die Einschätzung Dr.
D._
s
entspricht somit den praxisgemässen Anforderungen an eine beweiswertige Expertise (E. 1.4).
4.2
Was der Beschwerdeführer hiergegen vorbringt, ist nicht stichhaltig. So
weit er
anführt,
Dr.
A._
sei als Operateur
und Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates besser in der Lage, ein umfassendes Beschwerdebild abzugeben als Dr.
D._
als Facharzt für Allgemeinmedizin
,
ist darauf hinzuweisen, dass
die Kreisärzte der Suva nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin
sind
und unab
hängig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzttitel über besonders ausge
prägte
traumatologische
Kenntnisse und Erfahrungen
verfügen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_510/2007 vom
3.
Oktober 2008 E. 7.5.4, Urteil des Bun
des
gerichts 8C_316/2019 vom 2
4.
Oktober 2019 E. 5.4).
Zudem übersieht er, dass Dr.
D._
seine Einschätzung
in Kenntnis und aus
drücklicher Nachachtung der Berichte von Dr.
A._
vornahm. So wies er
übereinstimmend mit Dr.
A._
(
E.
3.2.2
) auf die abgesehen vom Meniskusriss
blande
Situation im Knie hin, interpretierte die Befund
e sowie die Lokalisation im Bereich des
Innenmeniskushinterhorns
indes gerade als degenerativer Natur
und zeigte
mithin plausibel
auf,
dass sowohl die
intraoperativ nicht
bemess
bare
generelle Höhen
reduzierung des Gelenkknorpels als auch die
erst sekundär zu
neh
mende, im Falle einer akuten Traumatisierung hingegen erwartungsgemäss rückläufige, nicht blutig dokumentierte Ergussbildung mit einer zunehmenden
synovialen
entzündlichen Reizsymptomatik des Kniegelenks
typischerweise für ein fortschreitendes Krankheitsbild
sprechen.
Soweit
Dr.
C._
mit Schreiben vom 15. Februar
2019 (Urk. 8/47)
und
Dr.
A._
mit Bericht vom 6. Juni 2019 (Urk. 8/54) ein
wenden
, die Befunde seien hier eindeutig nicht auf degenerativem Hintergrund
entstanden,
sondern im Operationsbericht vom 29. Oktober 2018 (Urk. 8/24) sei klar eine traumatische Läsion beschrieben,
ist zu bemerken, dass
sie
ihre Feststellung
nicht
in nachvollziehbarer, schlüssiger Weise herleiten
.
Ferner
fehlt eine Auseinandersetzung mit
Dr.
D._
s
Beurteilung und
insbesondere
auch
mit der
bereits
von Dr.
B._
am 12. November 2018 postulierten
und von Dr.
D._
bestätigten
beginnende
n
Gonarthrose
, deren Entwicklung em
pi
risch
etwas Zeit in Anspruch nimmt
.
Die Begründung einer traumatische
n Ursache hätte demnach
– g
erade auch bei Berücksichtigung der vorbestehenden Schädigung des entsprechenden Knies mit der Folge einer Kapselbandläsion (vgl.
Urk.
8/13)
–
einen erhöhten Detail
lierungs
grad erheischt.
Dies gilt umso mehr, als
dass eine Verletzung des Innenmeniskus
erfahrungsgemäss
selten
traumatischer Genese
ist (BGE 146 V 51
E. 5.2
) und sich
schon
in der MRI-Bildgebung vom 28. August 2018 (
Urk. 8/14
) eine deutlich aktivierte
Varusgonarthrose
zeigte.
Nach dem Ausgeführten lieg
t
keine
medizinische Einschätzung vor, aufgrund welcher an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der Feststellungen von Dr.
D._
zu zweifeln wäre.
4.3
Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen,
dass je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natür
lichen Kausalzusammenhangs zu stellen sind. Bei Beweislosigkeit fällt der Ent
scheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 2
1.
Februar 2018 E. 3.2.2). Diese Anforderungen wurden nach dem Gesagten nicht erfüllt und die Unfallkausalität der
Innenmeniskus
hinter
hornläsion
ist nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Namentlich ist auch für den medizinischen Laien nachvollziehbar
, wenn Dr.
D._
auf die Unverständlichkeit einer ersten ärztlichen Konsul
ta
tion nach über einer Woche
,
die nachfolgend fortlaufend ausgeübte berufliche
Tätigkeit als Autolackierer in vollem
Umfang bis Mitte September 2018, die
erst nach der MRI-Diagnostik
beinahe
zwei Monate später
rückwirkende Meldung des Ereignisses
sowie die Aussetzung der Arbeitstätigkeit in vollem Umfang erst zum
Zeitpunkt d
er Operation Ende Oktober 2018 und damit fast vier Monate später
im Falle einer akuten komplexen Zerreissung d
es Innenmeniskus hinweist.
Da
hingehend ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass eine natürliche Kau
salität zwischen dem
Ereignis vom 9. Juli 2018 und der
Innenmeniskus
hinter
hornläsion
nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Vor diesem Hintergrund erweist sich auch die von Dr.
D._
von einer Prellung ausgehende
postulierte Zeitspanne von sechs Wochen bis zum Erreichen des
Gesundheitszustand
s
, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante)
a
ls plausibel, zumal keine gegenteiligen Hinweise vorliegen.
4.4
Zusammenfassend
hat
die
Beschwerdegegnerin
das Ereignis vom
9.
Juli 2018
zwar als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG anerkannt und für dessen Folgen zunächst Leistungen erbracht. Die medizinischen Abklärungen ergaben in der Folge aber, dass der diagnostizierte Meniskusriss nicht auf das Unfallereignis vom
9.
Juli 2018
zurückzuführen ist. Beim Unfall kam es lediglich zu einer Knie
prellung mit einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vor
zustandes (vgl. E.
1.3
hiervor).
Die
Beschwerdegegnerin
hat
den Nachweis dafür erbracht, dass das Ereignis vom
9.
Juli 2018
keine auch nur geringe Teilursache des Meniskusrisses bildet.
Wollte man das Vorliegen eines Unfalles verneinen, steht fest
, dass diese Listenverletzung vorwiegend, d
as heisst
zu mehr als 50
%
, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(BGE 14
6
V 51 E. 9.2)
.
Demnach ist der Fallabschluss der Beschwerdegegnerin per 19. Oktober 2018 nicht zu beanstanden. Von weiteren medizinischen Abklärungen - insbesondere dem vom Beschwerdeführer eventualiter beantragten Gerichtsgutachten (
Urk.
1 S. 2) - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu verzichten ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.