Decision ID: 7d6a2f1d-cd31-499e-8092-a46b7b905ff1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1964 geborene
X._
meldete sich
erstmals
am 23. Februar 2007 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum
B
ezug
einer Rente der Invalidenversicherung
an (Urk.
1
8/1).
Nach Einholung eines Arbeitgeberberichts (
Urk.
18/11) sowie verschiedener Arztbericht (
Urk.
18/9, 18/12, 18/15 und 18/19) ordnete die Verwaltung medizinische Abklä
rungen bei
den
Dr
es
. med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traum
atologie des Bewegungsapparates, und
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, an
(
Urk.
18/20
und
Urk.
18/23
)
. Gestützt auf die daraufhin erstatteten Gutachten vom 1
5.
Januar 2008 (
Urk.
18/21) und 3
0.
Juni 2018 (Urk. 18/33)
wies sie das Rentenbegehren mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
9.
Juni 2009 auf
grund eines Invaliditätsgrads von 30 % ab (Urk.
18
/77).
1.2
Am
7.
Januar 2010 stellte die Versicherte erneut ein Gesuch um Rentenleistungen
(Urk.
1
8/79). In der Folge trat die IV-Stelle – unter Hinweis darauf, dass eine we
sentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der zuletzt erlassenen Ver
fügung nicht glaubhaft gemacht worden sei – mit Verfügung vom 1. März 2010
auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk.
1
8/82). Die dagegen erhobene Beschwer
de (Urk.
1
8/83/3-7) wies das hiesige Gericht mit Entscheid vom 1
1.
April 2011 (
Prozess-Nr. IV.2010.00259
[
Urk. 8/87
]
) ab.
1.3
Am 2
5.
Mai 2012 machte Dr. med.
B._
, Facharzt Allgemeine Medizin
FMH
, unter Beilage diverser Berichte der Ärzte der
C._
, Zürich, eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustands
von
X._
geltend (Urk.
1
8/93). Sie selbst beantragte am
4.
Juni 2012 abermals eine
Rente der Invalidenversicherung (Urk.
1
8/94). Nach durchgeführtem Vorbescheidver
fahren (Urk.
1
8/98) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. August 2012 auf das Leis
tungsbegehren
abermals
nicht ein (Urk.
8/102
).
Auch die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
18/103/3-6) wies das hiesige Gericht mit Entscheid vom 1
3.
September 2013 ab (
Prozess-Nr. IV.2012.00857 [
Urk.
18/108
]
).
1.4
Am 1
4.
November 2016 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
18/115). Die Verwaltung veranlasste eine polydisziplinäre
Begutachtung (Expertise der
D._
vom
3.
Juli 2017 [
Urk.
18/138]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicher
ten – nun unter Hinweis auf einen Invaliditätsgrad von 22
%
- mit Verfügung vom
5.
Juni 2018 wiederum (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom
2.
und 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
1 und
Urk.
9; vgl. zur Beschwerdeerhebung durch die
E._
Urk.
5-6, 12
, 14 und 15
) Beschwerde und bean
tragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben, auf ihr Leistungsgesuch sei einzutreten und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen; eventuell seien ergän
zende medizinische und berufliche Abklärungen vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
9 S. 2). Mit Beschwerdeantwor
t vom 1
2.
September 201
8 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
17), was der Beschwerdeführerin mit Gerichtsver
fügung vom 1
3.
September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19). Am
3.
April und 2
4.
Juli 2019 reichte die Versicherte Berichte des
F._
und
der
C._
ein (
Urk.
20-21 und
Urk.
25-26)
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die erneute Verneinung des Rentenan
spruchs damit,
gestützt auf die gutachterliche Beurteilung sei der Beschwerde
führerin aus somatischer Sicht eine adaptierte Tätigkeit mit einem Pensum von 70
%
zumutbar
. Auf die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters könne nicht abgestellt werden. Die Untersuchungsergebnisse würden sich teilweise wider
sprechen und sei
e
n daher nicht nachvollziehbar. Zudem würden belastende Faktoren im Umfeld bestehen, die bei der Invalidenversicherung nicht berück
sichtigt werden könnten. Mit einer behinde
rungsangepassten Arbeit könnte d
ie
Versicherte
bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
Fr.
37'285.60 erzielen. Bei einem Valideneinkommen von
Fr.
47'651.-- resultiere
ein Invaliditätsgrad von 22
%
, weshalb auch weiterhin kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung bestehe (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
unter Hinweis auf den Bericht der Therapeuten des
F._
vom 1
2.
Dezember 2016
auf den Standpunkt,
eine angepasste Tätigkeit sei ihr höchstens noch zu 50 % zumutbar. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens sei auf ihr effektives Jahreseinkommen abzustellen und nicht auf statistische Werte. Die regelmässigen Behandlungstermine, die Einnahme der Medikamente und die Unmöglichkeit, Eingliederungsbemühungen zu unternehmen, würden auf einen erheblichen Leidensdruck hinweisen. Folglich bestehe aus psychischer Sicht ein Gesundheits
schaden, der als invalidisierend in Betracht falle.
Insbesondere habe die B
eschwerdegegnerin selbst festgestellt
,
dass die Untersuchungsergebnisse sich widersprechen würden und nicht nachvollziehbar seien
. Entsprechend hätte si
e ergänzend
e Abklärungen vornehmen müssen
(
Urk.
9 S. 5 ff.).
3.
3.1
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Juni 2009 (Urk.
1
8/77) erging im Wesentlichen gestützt auf die Gutachten der Dres. med.
Z._
(Exper
tise vom 15. Januar 2008 [Urk.
18/21])
und
A._
(Expertise vom 30. Juni 2008 [Urk.
1
8/33]).
Dr.
Z._
stellte folgende Diagnosen (Urk. 8/21 S. 6):
-
C
hronifiziertes Zervikal-Syndrom bei
-
Status nach Dekompression C5/C6 mit ventraler interkorporeller Spon
dylodese
-
leicht eingesenktem
Cage C5/C6
-
Status nach zweimaliger Corticoid-Infiltrationstherapie
-
M
assive generalisierte Ausweitung der Beschwerden mit schwerer soma
toformer Schmerzstörung
-
Depression
Er attestierte eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Arbeit als Unterhaltsreinigerin und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit (S. 8 f.).
Dr.
A._
diagnostizierte
eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.4) und eine leichte depressive Episode ohne soma
tisches Syndrom (ICD-10 F32.0 [
Urk.
18/33 S. 8
]
). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte er aus, in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 70 % arbeitsfähig. Mittels einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung könnte die Leistungsfähigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten auf über 80 % gesteigert werden (S. 16 f.).
3
.2
3
.2.1
Die am
5.
Juni 2018 verfügte Rentenverweigerung (
Urk.
2) beruht auf folgenden medizinischen Berichten:
Der die Beschwerdeführerin im Auftrag ihrer Lebensversicherung begutachtende
Dr.
med.
G._
, Facharzt
FMH
für
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, stellte in seiner Expertise vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
18/118/4-21) nachstehende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 13):
-
Chronisches zervikospondylogenes Syndrom mit/bei
-
Differentialdiagnose: intermittierend radikulärer Symptomatik
-
Sta
tus nach Dekompression C5/C6 mit
ventraler interkorporeller Spon
dylodese April 2006
-
Chronisches lumbovertebrales Syndrom bei
-
Status nach interkorporaler und posterolateraler Spondylodese L4/5 Mai 2011
-
Femoropatella
res Schmerzsyndrom bei Chondropathie beidseits
-
Symptomausweitung und Selbstlimitierung
-
Anamnestisch leichte depressive Episode mit 30%iger Arbeitsunfähigkeit (Psychiatrisches Gutachten Juni 2008)
Er berichtete, Anhaltspunkte für ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom würden sich nicht ergeben. Die klinische Würdigung der Befunde sei durch die sehr erhebliche Symptomausweitung mit mangelnder Kooperation bei den Funk
tionsuntersuchungen und eindeutiger grotesk anmutend
er Selbstlimitierung erschwert. Die Diskrepanz zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden
und den objektiven Befunden sei
ebenso augenfällig wie die Inkonsistenz des Verhal
tens im Verlaufe der Untersuchung. Die geltend gemachte Behinderung, die plötz
lich das Aufstehen von der Liege ohne Hilfe oder das selbständige Ankleiden nicht mehr erlauben würde, sei nicht nachvollziehbar. Insofern könnten die Befunde des nachvollziehbaren Gutachtens von 2008 bestätigt werden. Trotzdem müsse bei der zwischenzeitlich auf zwei Etagen operierten Wirbelsäule, neu sei die Spondylodese lumbal, auch aus prognostischen Gründen von einer zusätzlich verminderten Belastbarkeit des Achsenskeletts ausgegangen werden. Das Resultat der ebenfalls durchgeführten Evaluation des funktionellen Leistungsvermögens (EFL) sei ernüchternd und wegen der beobachteten Symptomausweitung und Selbstlimitierung nur bedingt aussagekräftig. Die Einschätzung der Arbeitsfähig
keit stütze sich deshalb wesentlich auf medizinisch theoretische Überlegungen aus rheumatologischer Sicht. Diese seien durch eine aktuelle psychiatrische Beurteilung zu ergänzen. In der angestammten Arbeit als Unterhaltsreiniger
i
n schätze er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit der zweiten Rückenopera
tion auf 50
%
. In einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfä
higkeit wegen vermehrt bedingter
Pausen 80
%
(S. 14 f.).
3
.2.2
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Chirurgie, nannte in seinem Bericht vom 1
2.
Dezember 2016 (
Urk.
18/118/34-36) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Chronisches
zervikovertebral
es und
zerviko
spondy
logenes
Schmerzsyn
drom
bei degenerativer Veränderung
der
Halswirbelsäule mit/bei
(
Dr.
med.
B._
7.
Oktober 2014
)
-
Diskushernie
C5/C6, beidseits
nach intraforaminal sequestriert (
I._
1
8.
April 2006
)
-
St
atus nach
Dekompression C5/6 mit ventraler interkorporeller Spon
dylodese am 1
3.
April 2006
(
I._
)
-
Cage
C5/6 leicht eingesenkt (
Dr.
med.
Z._
, 1
5.
Januar 2008)
-
Blockwirbelbildung C2/3
-
V
erdacht auf
Pseud
o
arthrose
C5/6 (
J._
3.
April 2008)
-
Thorakovertebrales Syndrom mit/bei
-
mediane
r
Diskushernie
Th12/L1 (
Dr.
med.
K._
5.
Dezember 2014)
-
Chronisches lumbovertebrales und lumb
ospondylogenes Schmerzsyn
drom mit/
b
ei (
Dr.
med.
B._
7.
Oktober 2014)
-
Instabilität LWS
-
i
sth
emischer Spondylolisthesis L4/5, Spondylolyse L4 (
C._
8.
Dezember 2009
)
-
Status nach
Spondylodese L4/5 bei Spondylolisthesis mit Foramende
kompressio
n und Neurolyse der L4-Wurzel rechts
3
0.
Mai 2011 (
C._
8.
Juni 2011)
-
mediane
r
Diskushernie L5/S1 (
Dr.
m
ed.
K._
5.
Dezember 2014
)
-
intermittierende
n
radikuläre
n
Reizerscheinungen im rechten Bein sowie Ausfälle
n
in den Segmenten L4, L5 und S1 rechts (
Dr.
med.
L._
1
4.
Februar 2014)
-
Knieschmerzen
beidseits mit/bei
-
femoropatella
re
m
Schmerzsyndrom mit/bei Chondropathie beidseits (Dr.
G._
2
3.
Dezember 2015)
-
Operations-
Indikation links
2
5.
Mai 2016
I._
-
r
ezidivierende
n
Harnwegsinfe
kte
n
seit 30 Jahren (
Dr.
med.
M._
22.
August 2014
)
, Belastungsinkontinenz Grad 1
(
Dr.
med.
M._
22.
August 2014) seit circa
2010
-
Rezidiv
ierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10
F33.1)
-
i
ntermittierend auch Episoden schweren Grades (
ICD-10
F32.2,
Dr.
N._
21. April 2016)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Kompo
nenten (
ICD-10
F45.41,
Dr.
N._
2
1.
April 2016)
-
Migräne ohne Aura
-
Störung durch Medikamente (
ICD-10
F13.2)
Er gab an, aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden
bei zervi
kal und lumbal betontem
PVS
bei Status nach zervikaler und lumbaler Rücken
operation könne der Beschwerdeführerin keine Tätigkeit zugemutet werden (S. 3).
3
.2.3
Dem Bericht von
Dr.
med.
N._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
6.
Dezember 2016 (
Urk.
18/120) können folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (S. 1):
-
Depressive Episode schweren Grades ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Chronische Schmerzstörung (ICD-10 F45.41)
und Migräne ohne Aura
-
«Mild cognitive impairment»
-
Diverse rheumatologische Krankheiten
Er führte aus, die Arbeitsunfähigkeit dürfte auf 100
%
geschätzt werden. Darüber hinaus stelle sich die Frage nach Hilfsbedürftigkeit (S. 1).
3
.2.4
Die Therapeuten des
F._
stellten in ihrem Bericht vom 1
2.
Dezember 2016 (
Urk.
18/121) folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
Chronisches
zervikovertebrales und z
ervi
ko
spondylogenes
Schmerzsyn
drom bei degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule mit/bei
(
Dr.
med.
B._
7.
Oktober 2014
)
-
Diskushernie
C5/C6, beidseits
nach intraforaminal sequestriert (
I._
1
8.
April 2006
)
-
St
atus nach
Dekompression C5/6 mit ventraler interkorporeller Spon
dylodese am 1
3.
April 2006
(
I._
)
-
Cage
C5/6 leicht eingesenkt (
Dr.
med.
Z._
, 1
5.
Januar 2008)
-
Blockwirbelbildung C2/3
-
V
erdacht auf
Pseud
o
arthrose
C5/6 (
J._
3.
April 2008)
-
es besteht
ein Zustand nac
h Spondylodese L4/L5 mit Pedikel
schrauben L4/L5
in Situ, zusätzlich Cage
Interposition L4/L
5.
Jeweils schmale Repositionsräume um die Pedikelschrauben. Stabiles Segment
L4/L5
sowohl in Reklination als auch in Inklination. Bereits in Neutrals
tellung best
eht eine diskrete Retrolisthe
sis von
L3 gegenüber L4 Grad l, diese verstärkt
sich gering in R
eklination und nimmt in Inklinat
ion gering ab. B
ekannte erosive Osteochondrose thorakal
12/L1
(3
0.
März 2016: MRI LWS a.p./seitlich, MRI
O._
3
0.
März 16)
-
Thorakovertebrales Syndrom mit/bei
-
mediane
r
Diskushernie Th12/L1
(
Dr.
K._
5.
Dezember 2014)
-
Chronisches lumbove
rtebrales und lumb
ospondylogenes Schmerzsyn
drom mit/bei
(
Dr.
med.
B._
7.
Oktober 2014
)
-
Instabilität LWS
-
Isthemischer Spondylolist
hesis L4/5, Spo
ndylolyse L4 (
C._
8.
Dezember 20
09)
-
Status nach
Spo
ndylodese L4/5 bei Spondylolisth
esis mit Foramende
kompres
sion und Neurolyse der L4-Wurzel rechts
3
0.
Mai 2011 (
C._
8.
Juni 2011
)
-
mediane
r
Diskushe
rnie L5/S1 (
Dr.
med.
K._
5.
Dezember 2014
)
-
intermittierende
n
radikuläre
n
Reiz
e
rscheinungen im rechten Bein sowie Ausfälle
n
in den Segmenten L4, L5 und S 1 rechts (
Dr.
me
d.
L._
14
. Februar 201
4)
-
k
ein
em
sichere
m
interkorporel
le
m
Du
rchbau bei fraglich Durchbau rechts
Cag
e
L4/
5.
Leichte Re
trolis
thesis im epi
fusionellen Segment um 1-2 mm. Mä
ssige
Os
t
eochondrose
Th12/L1
(2
6.
Juni 2015
Rx
LWS
,
MRI 26.
Juni 2015)
-
Knieschmerz
en
beidseits mit/bei
-
f
emo
ro
patella
re
m
Schmerzsyndrom mit/bei Chondropathie beidseits
(Dr.
G._
2
3.
Dezember 2015)
-
operative
r
Indikation links
2
5.
Mai 20
16
I._
-
Rezidivie
rende Ha
rn
wegsinf
ekte
seit 30 Jahren
(
Dr.
me
d.
M._
2
2.
August 2014
-
Belastungsinkontinenz Grad 1
(
Dr.
med.
M._
2
2.
August 2014) seit circa
2010
-
Operation wegen Inkontine
nz im
Juni 2016 (
I._
)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10
F33.1) m
it
/b
ei
-
intermittierend
auch Episoden schweren
Grades (ICD-10 F
32.2)
(Dr.
N._
2
1.
April 2016)
-
Migräne ohne Aura
-
Störung durch Medikamente (
ICD-10 F13.2)
Sie führten aus, aus psychiatrischer und somatischer Sicht sei der Beschwerde
führerin die bisherige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin nicht mehr zumutbar. Für eine adaptierte Arbeit bestehe aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsun
fähigkeit von mindestens 50
%
, aus somatischen Gründen eine solche von 100
%
(S. 6).
3
.2.5
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer internistischen, neurologischen, rheumatolo
gischen und psychiatrischen Untersuchung nannten die Experten der
D._
in ihrem Gutachten vom
3.
Juli 2017 (
Urk.
18/138) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 49):
-
Chronisc
hes Zervikovertebral-Syndrom und zervik
ospondylogene
s
Syn
drom mit/bei:
-
Status nach
sequestriertem und intraforaminalem Bandscheibenvorfall C5/6 beidseits (2006) und Dekompr
ession C5/6 mit ventraler interkor
porell
er Spondylodese am 1
3.
April 2006 mit verbliebener Zervik
o
brach
ialgie beidseits ohne wesentliche
funktionelle Einschränkung
-
Chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei:
-
Status nach
dorsal
er Spondylodese L4/5 bei Spondylolisthesis und Foramendekom
pression mit
Neurolyse der L4-Wurzel rechts s
owie Wirbelinterponat L4/5 am 3
0.
Mai
2011 ohne wesentlich radikuläre Restsymptomatik
-
Chronisches Thorakolumbal-Syndrom mit/
bei
-
m
ediale
r
Diskushernie
T12/L1
-
Mittel- bis (eher) schwergradig ausgeprägte depressive Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F33.11/F33.21) im Rahmen eine
r rezidivierend depressiven Stö
rung, im Verlauf mittel
- bis schwergradig ausgeprägt
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
Den nachstehenden
Diagnosen
massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit bei (S. 49 f.):
-
Hypothyreose (laut Akte) Juni 2011
-
b
islang keine Behandlung nötig geworden, sondern laut der Versicher
ten lediglich Laborkontrollen
-
Aktuell: Normale Schilddrüsenfunktion (Euthyreose)
-
Belastungsdyspnoe Differentialdiagnose
: bei Dekonditionierung,
b
eschrie
ben ab 2016
-
Echokardiographie Mai
2016: Normalbefund
-
Ergometrie Mai
2016:
n
icht aussagekräftig, d
a Abbruch bei 55W aufgrund Knie
schmerzen, bis zu dieser Laststufe aber unauffällig ver
laufen
-
Chondropathia patellae
beidseits ohne funktionelle Einschränkung
-
Psychosoziale Problembereiche: Ausbildung und Bildung (ICD-10 Z55), Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), ökonomische Verhältnisse (ICD-10 Z59), kulturelle Integration (ICD-10 Z60.3), ungenügende sozi
ale Fertigkeiten (ICD-10 Z73.4)
-
Migräne ohne Aura
Der internistische und der rheumatologische Gutachter konnten keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit feststellen. Aus neurologischer Sicht bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine solche von 30
%
in einer Verweistätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei die bisherige wie auch eine leidensangepasste Arbeit zu 20
%
zumutbar (S. 50).
4
.
4
.1
Bei der Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzung
der Gutachter der
D._
ab, wogegen sie die Untersuchungsergebnisse des psychiatrischen Experten als nicht schlüssig beurteilte und
einen diesbezüglich bestehenden
Gesundheitsschaden verneinte.
In Bezug
hierauf ist ihr insoweit zuzustimmen, dass die von
Dr.
med.
P._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vorgenommene Ein
schätzung
– er diagnostizierte insbesondere eine mittel- bis (eher) schwergradig ausgeprägte depressive Episode mit somatischem Syndrom und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und ging von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
in jegliche
r Tätigkeit aus (
Urk.
18/138 S.
125 f.)
–
angesichts der erhobenen Befunde und der beschriebenen Alltagsaktivitäten
nicht
oh
ne Weiteres
nachvollziehbar ist.
Dies gilt umso mehr, als dass
der die
Beschwerdeführerin behandelnde med. pract.
Q._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie,
F._
, von einer aufgrund der chronischen Schmerzen und der depressiven Symptome lediglich (mindestens) bestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausging (
Urk.
18/121 S. 6).
Ausserdem unterliess
Dr.
P._
eine
spätestens im Rahmen der interdisziplinä
ren Beurteilung vorzunehmende
Auseinandersetzung mit den vom rheumatolo
gischen Gutachter beschriebenen Diskrepanzen zwischen den subjektiven Beschwerden und den objektiven Befunden
(
Urk.
118/138 S. 50 und S. 99). In der
unter Einbezug aller Gutachten erstellten Konsensbeurteilung
wurde alsdann
der Verdacht auf eine Symptomausweitung
geäussert
(
Urk.
118/138 S. 50), während
Dr.
P._
in seinem Gutachten Hinweise auf Aggravation oder Simulation
(noch) verneint
hatte
(
Urk.
118/138 S.
11
3).
4
.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind sämtliche psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzu
wenden und ist somit auch im vorliegenden Fall massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018 E. 4.2 mit weiterem Hinweis).
Folglich
ist eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädi
gung nicht bereits mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszu
schliessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017 E. 5.1). Vor dem Hintergrund der geänderten Rechtsprechung genügt damit der beschwerdegegnerische Hinweis auf die fehlende Therapieresistenz der Depres
sion (
Urk.
2 S. 3) nicht, und es sind die Folgen sämtlicher psychischer Leiden im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens
in einer Gesamtbetrachtung (BGE 143 V 418 E. 8.1) einzelfallgerecht zu würdigen.
Hierfür erweisen sich die vorhandenen medizinischen Einschätzungen – sowohl die gutachterliche
als
auch diejenige der behandelnden Therapeuten – als zu wenig aussagekräftig respektive unvollständig.
Da den Akten nicht genügende Angaben für eine rechtsgenügliche Ressourcenprüfung entnommen werden können, kann auch nicht beurteilt werden, ob seit der rentenablehnenden Verfügung vom 9. Juni 2009
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades
der Beschwerde
füh
rerin
eingetreten
ist.
4
.3
Nach dem Gesagten er
scheint eine ergänzende medizinische Abklärung unerläss
lich, welche sich in rechtsgenüglicher Form sowohl zum Gesundheitszustand als auch – unter Berücksichtigung der nunmehr massgeblichen Standardindikatoren – zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf zu äus
sern hat.
Zu diesem Zweck ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Bei diesem Verfahrensausgang erübrigen sich Ausführungen zum beanstandeten Einkommensvergleich (vgl.
Urk.
9 S. 4 f.).
5
.
5
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und,
da die Rückwei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenös
sischen Versicherungsgerichts U
199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr.
10 S.
28 E.
3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegne
rin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erweist sich damit als gegenstandslos.
5
.2
Liegt keine Vertretung durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin vor, so besteht der Anspruch auf eine Parteientschädigung, wenn der Vertreter oder die Vertreterin für das in Frage kommende Rechtsge
biet besonders qualifiziert
und nicht anzunehmen ist, dass die Vertretung kostenlos erfolgt (Wilhelm, in: Zünd/Pfiffner Rauber [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich 2009,
§
34 N 3). Vorliegend bringt der Vertreter der Beschwerdeführerin selbst vor, dass er als «Nichtjurist» und Rechtslaie eine beträchtliche Summe an Zeit für die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift vom 1
9.
Juli 2018 benötigt hat (
Urk.
9 S. 9).
Dass dies mit Kosten für die Beschwerdeführerin
verbunden war, ist indes nicht anzunehmen.
Eine Parteient
schädigung kann damit nicht zugesprochen werden.