Decision ID: a08311e7-e653-5bfc-9a2e-b175b3bc0f05
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der am 7. Januar 1960 geborene A._ (nachfolgend: Versicher-
ter oder Beschwerdeführer), deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in DE-
X._, arbeitete mehrfach als Grenzgänger in der Schweiz, zuletzt
vom 1. Mai 2007 bis zu seiner Entlassung per 31. Januar 2014 bei der
Firma K._ AG in CH-Y._ im Bereich Inside Sales/Administ-
ration. In dieser Zeit entrichtete er Beiträge an die schweizerische Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung.
A.b Am 3. August 2011 reichte der Versicherte das Meldeformular "Früher-
fassung" beim Sozialversicherungsamt Zürich (nachfolgend: SVA) ein. Da-
rin führte er aus, dass er sich seit dem Jahr 2005 jährlich 6-8 Wochen we-
gen Mitralklappen-Endokarditis in Spitalbehandlung habe begeben müs-
sen und er ab dem 14. Juli 2011 zu 100% arbeitsunfähig sei (Vorakten der
SVA [doc.] 4). Am 19. September 2011 reichte der Beschwerdeführer ein
weiteres Formular "Anmeldung für Erwachsene: Berufliche Integra-
tion/Rente" bei der SVA ein (doc. 7). Im "Verlaufsprotokoll Eingliederungs-
beratung" der SVA vom 2. November 2011 wurde festgehalten, dass der
Versicherte seit dem Jahr 2005 an einem bakteriellen Infekt (mit Staphylo-
kokkus aureus) leide, welcher sein Herz bzw. die Mitralklappe zerstöre, so
dass im gleichen Jahr eine künstliche Mitralklappe habe eingesetzt werden
müssen. Der Versicherte habe in einem Turnus von jeweils einem Jahr re-
gelmässig Infekte (Rezidive) gehabt und sei für 6-8 Wochen ausgefallen,
da er sich zur Behandlung mit starken Antibiotika in Spitalbehandlung habe
begeben müssen. Nach Klinikaustritt sei er jeweils wieder zu 100% arbeits-
fähig. Der Arbeitsplatz sei zurzeit nicht gefährdet, der Arbeitgeber wisse mit
der Sache umzugehen (doc. 17).
A.c Mit Schreiben vom 2. November 2011 (doc. 16) teilte die SVA dem Ver-
sicherten mit, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolgreich abgeschlossen sei.
Mit Verfügung vom 22. Dezember 2011 lehnte die IV-Stelle für Versicherte
im Ausland (nachfolgend IVSTA oder Vorinstanz) das Leistungsbegehren
des Versicherten ab, da die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit weniger als ein
Jahr bestanden habe und er wieder zu 100% arbeitsfähig sei (doc. 24).
B.
B.a Am 29. Januar 2014 stellte der Versicherte bei der SVA ein neues Ren-
tenbegehren (doc. 25). Zur Begründung führte er aus, er sei seit dem 21.
Oktober 2013 wegen Herz- und Lungenbeschwerden sowie psychischen
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Beschwerden zu 100% arbeitsunfähig. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014
teilte die SVA dem Versicherten mit, dass er glaubhaft machen müsse,
dass sich die Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich ver-
ändert hätten, damit sie auf den Antrag eintreten könne. Dazu habe er die
entsprechenden aktuellen Beweismittel einzureichen (doc. 29).
B.b Der behandelnde Arzt des Versicherten, Dr. B._ (Facharzt für
Allgemeinmedizin), bestätigte nach Aufforderung seitens der SVA in sei-
nem (undatierten) Bericht, dass sich der Versicherte in einem geschwäch-
ten Allgemeinzustand befinde und er psychisch total ausgebrannt sei.
Seine bisherige Tätigkeit könne er nur noch in sehr vermindertem Rahmen
ausüben (evtl. 2-4 Std. täglich). Seinem Bericht legte er den Entlassungs-
bericht von Dr. C._ (Innere Medizin/Kardiologie) des Spitals
X._ vom 31. August 2012 bei (doc. 31). Mit Schreiben vom 1. April
2014 sandte die L._ als Kollektivkrankenversicherung der SVA di-
verse medizinische Akten zu (doc. 33).
B.c Im Feststellungsblatt der SVA vom 24. April 2014 wurden als Hauptdi-
agnosen das Vorhandensein einer künstlichen Herzklappe sowie eine re-
zidivierende Endokarditis der Klappenprothese, ein Status nach Hirnembo-
lie nach einer Sepsis, eine chronische Niereninsuffizienz, zusätzlich ab
Februar 2014 auch ein Burnout sowie eine Schlafapnoe festgestellt (doc.
34 S. 1-2). Am 22. April 2014 nahm die RAD-Ärztin Dr. D._ (Fach-
ärztin für Allgemeinmedizin) im Hinblick auf die geltend gemachten Be-
schwerden (Burnout-Syndrom, Schlafapnoe) Stellung. Als Fazit führte sie
aus, es sei bisher keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in angepassten und
wahrscheinlich überwiegend auch nicht in der bisherigen Tätigkeit nachzu-
vollziehen. Die Arbeitsunfähigkeit werde eigentlich erst ab Bekanntwerden
der Kündigung durch den Arbeitgeber vom 15. Oktober 2013 per 31. Ja-
nuar 2014 ersichtlich. Die RAD-Ärztin plädierte deshalb auf ein Nichtein-
treten nach materieller Prüfung (doc. 34 S. 3).
B.d Nach erfolgtem Vorbescheid vom 24. April 2014 (doc. 35/36), in wel-
chem die SVA das Leistungsgesuch abwies, erhob der Versicherte mit
Schreiben vom 18. Mai 2014 Widerspruch mit der Begründung, aufgrund
seiner andauernden psychischen wie auch physischen Belastung sehe er
sich nicht in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen, zumal er
sich seit geraumer Zeit in fachärztlicher Behandlung befinde. Für allfällige
Beweismittel stehe sein behandelnder Arzt zur Verfügung (doc. 40). Mit
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Schreiben vom 20. Juni 2014 reichte der Versicherte der SVA den Arztbe-
richt des behandelnden Arztes (Dr. B._) vom 15. bzw. 17 Juni 2014
ein (doc. 44 ff.).
B.e Im Feststellungsblatt der Kundenberaterin der SVA wurden am 29. Juli
2014 (doc. 48) als Hauptdiagnosen rezidivierende Endokarditis durch
Streptokokkenansiedlung an den Nasenschleimhäuten festgehalten.
Stresssituationen hätten zu einer erheblichen psychischen Überbelastung
und zum angebahnten Burnout-Syndrom geführt. Es seien keine neuen
medizinischen Grundlagen vorgelegt worden und der Versicherte befinde
sich nicht in adäquater psychiatrischer Behandlung. Am Entscheid sei fest-
zuhalten (doc. 48).
B.f Mit angefochtener Verfügung vom 7. August 2014 wies die Vorinstanz
das neue Leistungsgesuch des Versicherten ab (doc. 51) mit der Begrün-
dung, bei psychischen Problemen und beim Schlafapnoesyndrom wäre
eine fachärztliche Behandlung angezeigt, welche jedoch nicht erfolge. Die
seit der letzten Verfügung neu hinzugekommenen Diagnosen seien nicht
IV-relevant. Mit dem massgeblichen Leiden der rezidivierenden Klappen-
prothesenendokarditis und der chronischen Bronchitis habe der Beschwer-
deführer in seiner bisherigen Tätigkeit arbeiten können.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 2. September 2014 (Beschwerdeakten [B-act. 1]
beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss die Ausrichtung einer
Rente. Zur Begründung führte er aus, sein psychisches und körperliches
Befinden habe sich seit 2012 stark verschlechtert. In laufenden Untersu-
chungen und Therapien würden die Ärzte seine Beschwerden bestätigen.
Er sei seit Anfang 2013 beim Diplompsychologen Dr. E._ in Be-
handlung. Die Tatsache, dass er aktuell erstmals seit zwei Jahren von ei-
nem Spitalaufenthalt verschont sei, sei darauf zurückzuführen, dass die
derzeitige Arbeitsunfähigkeit eine psychische Überlastung verhindert habe.
Er verstehe nicht, dass die Vorinstanz nur aufgrund von Arztberichten und
ohne ein persönliches Gespräch habe entscheiden können. Der Be-
schwerde legte er ein Blatt mit der Niederschrift der persönlichen Empfin-
dungen und Beschwerden bei, sowie den Arztbericht von Dr. F._,
Lungenfacharzt, vom 28. August 2014 und den Bericht der Lungenfachkli-
nik Z._ (Dres. G._ und H._) vom 20. September
2013.
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C.b Am 3. Oktober 2014 hat der Beschwerdeführer den mit Zwischenver-
fügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. September 2014 einver-
langten Kostenvorschuss von Fr. 400.- bezahlt (B-act. 2, 4).
C.c Mit Schreiben vom 6. Oktober 2014 reichte der Beschwerdeführer er-
gänzend eine nicht unterschriebene Stellungnahme des behandelnden
Psychologen, Dr. E._, vom 1. August 2014 ein (B-act. 6).
C.d Die Vorinstanz verwies in ihrer Vernehmlassung vom 10. November
2014 (B-act. 7) auf die Stellungnahme der SVA vom 5. November 2014 (B-
act. 7, Beilage). Darin führte die SVA aus, laut Stellungnahme der RAD-
Ärztin Dr. D._ handle es sich bei den neu hinzugekommenen Lei-
den um behandelbare Störungen, die offenbar auch Arbeitsunfähigkeiten
erst nach dem Bekanntwerden der Kündigung der Anstellung begründet
hätten. Betreffend der rezidivierenden Mitralklappenendokarditis sei den
ärztlichen Berichten ein erfreulicher stabiler klinischer Befund zu entneh-
men. Der Beschwerdeführer sei deshalb nach wie vor in einer angepassten
leichten Tätigkeit in sauberer Umgebung, wie in seiner zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Marketingkaufmann im Innendienst, zu 100% arbeitsfähig.
Deshalb sei dem Bundesverwaltungsgericht der Antrag auf Abweisung der
Beschwerde zu stellen.
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 12. Dezember 2014 (B-act. 9
Beilage) wies die SVA darauf hin, dass aus dem Bericht des Psychologen
E._ vom 1. August 2014 nicht hervorgehe, dass es sich um einen
Arztbericht i.e.S. handle. Zudem beinhalte dieser auch keine medizinische
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG, weshalb der
Bericht keine neuen Erkenntnisse enthalte. Die Vorinstanz leitete diese er-
gänzende Stellungnahme als ergänzende Vernehmlassung weiter und be-
antragte weiterhin die Abweisung der Beschwerde (B-act. 9).
C.e In der Replik vom 31. Januar 2015 beantragte der Beschwerdeführer
sinngemäss die Gutheissung der Beschwerde. Er wies darauf hin, dass die
Behandlung sowohl der Schlafapnoe als auch der psychischen Probleme
bereits vor Bekanntwerden der Kündigung angegangen worden sei. Seine
psychischen Probleme hätten sich im Jahr 2013 verstärkt, weshalb er sich
entschlossen habe, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen (B-act.
12).
C.f Mit Schreiben vom 17. April 2015 teilte die Vorinstanz dem Bundesver-
waltungsgericht unter Hinweis auf das Schreiben der SVA vom 13. April
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2015 mit, dass sie auf weitergehende Ausführungen in einer Duplik ver-
zichte (B-act. 15).
C.g Mit Zwischenverfügung vom 23. April 2015 sandte das Bundesverwal-
tungsgericht die Duplik der Vorinstanz an den Beschwerdeführer und
schloss den Schriftenwechsel ab (B-act. 16).
C.h Mit Schreiben vom 23. Juni 2015 sandte das Bundesverwaltungsge-
richt der Vorinstanz den vom Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. Juni
2015 eingereichten Entlassungsschein der Reha-Klinik U._ vom 5.
Juni 2015 zur Kenntnis zu (B-act. 17, 18).
D.
Auf die weiteren Vorbringen und Unterlagen der Parteien wird – soweit für
die Entscheidfindung notwendig – in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-
versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG (SR 172.021) beurteilt
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland
gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG
liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-
dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.
1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; er ist durch die angefochtene Verfügung vom 7. August 2014 berührt
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG).
Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.
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1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und
der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist auf die Beschwerde
einzutreten (60 ATSG, Art. 52 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in
Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen
vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft ei-
nerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten
andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten
ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeite-
ten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II
("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbin-
dung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien unter-
einander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom
14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Ar-
beitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die in-
nerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; nach-
folgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder
gleichwertige Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Ver-
ordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-
heit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchfüh-
rung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Sys-
teme der sozialen Sicherheit abgelöst worden.
Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004, haben Personen, für die
diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der
Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses
Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-
staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1
Abs. 2 Anhang II des FZA).
Laut Art. 46 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 ist eine vom Träger
eines Mitgliedstaats getroffene Entscheidung über den Grad der Invalidität
eines Antragstellers für den Träger jedes anderen in Betracht kommenden
Mitgliedstaats verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Mit-
gliedstaaten festgelegten Definitionen des Grads der Invalidität in Anhang
VII dieser Verordnung als übereinstimmend anerkannt sind. Letzteres ist
mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz nicht
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der Fall. Eine entsprechende Regelung sah bereits Art. 40 Abs. 4 und An-
hang V der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 vor.
Der Träger eines Mitgliedstaats hat jedoch gemäss Art. 49 Abs. 2 der Ver-
ordnung (EG) Nr. 987/2009 bzw. nach Art. 40 der Verordnung (EWG) Nr.
574/72 die von den Trägern der anderen Mitgliedstaaten erhaltenen ärztli-
chen Unterlagen und Berichte sowie die verwaltungsmässigen Auskünfte
ebenso zu berücksichtigen, als wären sie in seinem eigenen Mitgliedstaat
erstellt worden. Jeder Träger behält indessen die Möglichkeit, die antrag-
stellende Person durch einen Arzt oder eine Ärztin seiner Wahl untersu-
chen zu lassen. Es besteht hingegen keine Pflicht zur Durchführung einer
solchen Untersuchung.
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlas-
ses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 7. August 2014) eingetrete-
nen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 ff. E. 1.2 mit Hinweis, BGE 130 V 329 ff.
E. 2.2. und 2.3). Nach Verfügungserlass verfasste ärztliche Berichte kön-
nen berücksichtigt werden, wenn sie (rückwirkend) Bezug auf den – bereits
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vorliegenden –
gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers nehmen, somit mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und allenfalls ge-
eignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beein-
flussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b).
2.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer über-
gangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 ff.
E. 3.1.1 und 131 V 9 ff. E.1). Da vorliegend der Rentenanspruch ab 1. Au-
gust 2014 (sechs Monate nach der Neuanmeldung vom 29. Januar 2014,
vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) strittig ist, ist bei den materiellen Bestimmungen auf
die seit 1. Januar 2012 geltende Fassung des IVG, der IVV des ATSG und
der ATSV (Änderungen im Rahmen des ersten Massnahmenpakets der
6.IV-Revision, IVG in der Fassung vom 18.März 2011 [AS 2011 5659]) ab-
zustellen.
2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-
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vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Un-
angemessenheit des Entscheids rügen (Art.49 VwVG).
2.5 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die er-
forderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungs-
organ die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Un-
tersuchungsgrundsatz abzuklären, so dass gestützt darauf die Verfügung
über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; SUSANNE
LEUZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im
Sozialversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in: Riemer-Kafka/Rumo-
Jungo [Hrsg.], Soziale Sicherheit – Soziale Unsicherheit, Bern 2010, S. 413
f.). Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung obliegen diese Pflichten der
(zuständigen) Invalidenversicherungsstelle (Art. 54 - 56 in Verbindung mit
Art. 57 Abs. 1 Bst. c - g IVG).
3.
3.1 Nach den Bestimmungen der 6. IV-Revision haben Anspruch auf eine
Rente Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, wäh-
rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf die-
ses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit.
a bis c IVG).
3.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-
validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-
benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Art. 6 ATSG).
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3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der
Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Absatz 1 ATSG,
jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres
folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden jedoch Renten,
die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, nur an Versi-
cherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art.
13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rechtsprechung eine besondere
Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Aus-
nahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger
und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von
40% eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie – wie der Beschwerdeführer –
in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben.
3.4
3.4.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt-
liche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel-
chem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Ver-
sicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256
E. 4; 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).
3.4.2 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel
zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-
ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-
cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das
heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er-
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
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Seite 11
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt.
3.4.3 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-
ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-
gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als
Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006
E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).
3.4.4 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung
in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-
zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] I 128/98 vom 24. Ja-
nuar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein-
geholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-
richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-
nissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-
nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Berichte
der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auftragsrechtli-
cher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE
125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt
wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom
20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008
vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2).
3.4.5 Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann
für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur
abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-
rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG I 694/05 vom
15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Ein-
zelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen,
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Seite 12
spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Wür-
digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen
Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf
die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die
Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Dis-
ziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zu-
mindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG
I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 vom 8.
September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I
362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165
E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE
135 V 254]).
3.4.6 Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person durch
den RAD untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die
Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs
nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fäl-
len stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen
ab. Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die
Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen
Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbe-
fund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhande-
ner Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können. Das Ab-
sehen von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen
RAD-Bericht in Frage zu stellen (Urteile des BGer 8C_641/2011 vom 22.
Dezember 2011; 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06
vom 14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen; RKUV 2006 U 578 S.
175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371).
4.
4.1 Zu prüfen ist zunächst, ob die Vorinstanz mit angefochtener Verfügung
das neue Gesuch materiell entschieden hat oder ob es davon ausgegan-
gen ist, dass der Beschwerdeführer nicht hat glaubhaft machen können,
dass sich der Grad der Invalidität erheblich verändert habe, und deshalb
gar nicht auf den Rentenantrag eingetreten ist (vgl. Art. 87 Abs. 2 IVV).
4.2 Die RAD-Ärztin hat zwar in ihrer Stellungnahme vom 22. April 2014 ein
"Nichteintreten nach materieller Prüfung" empfohlen (doc. 34 S. 3). Jedoch
wird das Leistungsgesuch sowohl im Vorbescheid (doc. 36) als auch in der
angefochtenen Verfügung (doc. 51) ausdrücklich abgewiesen. Somit ist
C-4912/2014
Seite 13
festzustellen, dass die Vorinstanz auf das Leistungsgesuch eingetreten ist
und eine materielle Prüfung vorgenommen hat.
4.3 Tritt die Verwaltung – wie vorliegend – auf die Neuanmeldung ein, so
hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger
Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen
(vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 83 E. 1b mit Hinweisen). Gemäss
Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben,
wenn sich der Invaliditätsgrad des Rentenbezügers erheblich verändert
hat.
4.4 Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134
V 131 E. 3). Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die
Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine
Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b; AHI 1997 S. 288 E. 2b).
4.5 Gemäss den soeben dargelegten Grundsätzen ist somit zu prüfen, ob
sich der der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers seit der rechtskräfti-
gen Verfügung der Vorinstanz vom 22. Dezember 2011 bis zum Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügung vom 7. August 2014 in rentenanspruchsbe-
gründender Weise verändert hat.
5.
5.1 Der ursprünglichen Verfügung vom 22. Dezember 2011 lagen folgende
medizinische Akten zugrunde (wobei einige in den Zeitraum bis 22. De-
zember 2011 fallende Berichte erst im Rahmen des Neuanmeldungsver-
fahrens [ab doc. 25] eingereicht wurden und andere erst einen Tag nach
Versand der Rentenverfügung bei der SVA eintrafen [vgl. Eintrag zu Ein-
gangsdatum der Vorakten 23 in Aktenverzeichnis der SVA, S. 1, und Aus-
führungen in E. 5.2] und deshalb hier nicht erwähnt sind):
C-4912/2014
Seite 14
– Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Dr. I._ (behan-
delnder Facharzt für Allgemeinmedizin/Naturheilverfahren/Sportmedi-
zin) für den Zeitraum vom 31. August bis 23. Oktober 2008 und den 24.
sowie 27. Oktober 2008 (doc. 12 S. 4 f.).
– Das Arztzeugnis von Dr. I._ vom 16. Dezember 2008 zuhanden
des Kollektivkrankenversicherers, in welchem ein Rezidiv einer Mitral-
klappen-Prothesenendokarditis nach einem im Jahr 2005 erfolgten Mit-
ralklappenersatz festgehalten wurde (doc. 12 S. 3). Der Beschwerde-
führer sei vom 31. August 2008 bis zum 12. November 2008 (Spitalau-
fenthalt und Rehabilitation) arbeitsunfähig gewesen, ansonsten zu
100% arbeitsfähig.
– Die Bestätigung des Spitals X._ betreffend stationären Spital-
aufenthalts des Beschwerdeführers vom 14. bis 28. Juli 2011 und wei-
teren Verbleibs während vier Wochen (doc. 3).
– Der Entlassungsbericht von Dr. C._, Chefärztin Innere Medi-
zin/Kardiologie des Spitals X._ vom 25. August 2011 nach ei-
nem 6-wöchigen Aufenthalt des Beschwerdeführers mit stationärer Be-
handlung (doc. 14 S 7-9). Darin wurde eine vierte Mitralklappenendo-
karditis sowie eine Transaminasen-Erhöhung ungeklärter Genese DD
unter Rifamicin sowie als Vorerkrankungen ein hoher Phenoprocou-
mon-Bedarf (Blutgerinnungshemmer) sowie eine chronische Nierenin-
suffizienz NFK Stadium II GFR 80 ml/min festgehalten.
– Gestützt auf die beiden medizinischen Berichte sowie auf ein Gespräch
mit dem Versicherten vom 27. Oktober 2011 hielt die SVA in der Folge
im internen Dokument "Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung" vom
2. November 2011 fest, dass der Versicherte seit dem Jahr 2005 an
einem bakteriellen Infekt leide, welcher sein Herz bzw. die Mitralklappe
zerstört habe, so dass eine künstliche Klappe habe eingesetzt werden
müssen. Der Versicherte habe im Turnus von zirka einem Jahr einen
Infekt und falle dann jeweils 6-8 Wochen aus, da er in der Klinik mit
starken Antibiotika behandelt werden müsse. Nach Klinikaustritt sei der
Versicherte jeweils gleich wieder zu 100% arbeitsfähig und könne sei-
ner angestammten Tätigkeit vollzeitlich und ohne wesentliche Leis-
tungseinbusse nachgehen. Sein Arbeitsplatz sei zurzeit nicht gefähr-
det. Die Arbeitgeberin habe sich auf die Problematik eingestellt und
wisse mit der Sache umzugehen (doc. 17).
C-4912/2014
Seite 15
5.2 Folgende, für den Zeitraum bis Dezember 2011 massgebliche medizi-
nische Unterlagen sind laut Aktenverzeichnis erst am 23. Dezember 2011
bei der SVA eingetroffen und konnten demnach beim Erlass der ursprüng-
lichen Verfügung nicht mehr berücksichtigt werden (doc. 23):
– Der Bericht vom 7. September 2005 von Dr. J._ und Dr.
C._ Kim der Abteilung Innere Medizin des Spitals X._
zum stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 16. August
2005 bis zum 8. September 2005. Dort wurden eine Mitralklappenen-
dokarditis mit Stapholykokkus-aureus und globaler kardialer Dekom-
pensation, eine septische Streuung mit Meningitis und Abszess im Ten-
toriumbereich, septische Streuherde in den Endgliedern der Finger,
eine Pneumonie beidseits, eine kompensierte Niereninsuffizienz sowie
ein chronischer Husten unklaren Ursprungs diagnostiziert (doc. 23 S.
5-7).
– Der Operationsbericht von Dr. M._ des Herz-Kreislauf-Zent-
rums des Universitätsklinikums W._ vom 22. September 2005
(doc. 23 S. 11 ff.).
– Der Bericht vom 26. September 2005 der Dres. N._, O._
und P._ des Herz-Kreislauf-Zentrums des Universitätsklinikums
W._ (doc. 23 S. 8-10). Sie beschreiben das Ergebnis der am
22. September 2005 durch Dr. M._ durchgeführten Operation
zwecks Mitralklappenersatz durch eine 29 mm St. Jude Medical Pro-
these sowie Rekonstruktion des posterioren Anulus (Herzklappenring)
nach Resektion endokarditischer Vegetationen mit einem Rinderperi-
kard-Patch. Der Eingriff sei problemlos durchgeführt worden (doc. 23
S. 11-13).
– Der ärztliche Entlassungsbericht der Q._ Kliniken vom 4. No-
vember 2005 beschreibt die postoperativen medizinischen Rehabilita-
tionsmassnahmen nach Mitralklappenersatz am 22. September 2005
bei schwerster Mitralklappen-Endokarditis mit septischer Streuung und
Niereninsuffizienz im Stadium der kompensierten Retention während
eines Aufenthaltes vom 5. bis 26. Oktober 2005. Der Rehabilitations-
verlauf sei problemlos gewesen. Der Patient sei – noch bis zum 23.
Dezember 2005 arbeitsunfähig - entlassen worden; nach diesem Da-
tum könnten leichte körperliche Tätigkeiten wieder ausgeübt werden
(doc. 23 S. 15-20).
C-4912/2014
Seite 16
– Dr. R._ (Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie/Gastrologie)
hielt in seinen Kontrollberichten vom 1. Dezember 2005 und 25. Okto-
ber 2006 – jeweils nach Durchführung eines Echokardiogramms (und
Belastungs-Echokardiogramms) – fest, die Funktion der Mitralklappen-
prothese sei völlig unauffällig. Eine dauerhafte Antikoagulation, Gerin-
nungskontrolle und Endokarditisprophylaxe seien weiterhin erforderlich
(doc. 23 S. 21/22, 24-25).
– In den Berichten des Spitals X._ vom 20. Dezember 2007, vom
23. Oktober 2008 und vom 15. Juni 2010 (doc. 23 S. 26-28, S. 29-33,
S. 36-40), jeweils nach einem 6-8-wöchigen stationären Aufenthalt,
werden eine rezidivierende Mitralklappen-Endokarditis mit Staphylo-
kokken aureus, ein Status nach schwerer Sepsis und Meningitis bei
Mitralklappen-Endokarditis 2005 mit septischer Hirnembolie und
protrahiertem (verzögertem) Verlauf bei ungeklärtem Focus, eine chro-
nische Niereninsuffizienz unklaren Ursprungs und ein Verdacht auf
chronische Bronchitis (08/2008) diagnostiziert. Bereits am 23. Oktober
2008 wurde ausgeführt, der Patient müsse als Hochrisikopatient be-
trachtet werden, zumal es sich um das 21. (recte: 2.) Rezidiv einer bak-
teriellen Mitralklappenprothesen-Endokarditis gehandelt habe (doc. 23
S. 32).
– Dr. R._ kam in seinem Bericht vom 29. April 2010 als Ergebnis
einer Kontrolluntersuchung mit Echokardiogramm zum Schluss, es
liege eine völlig unauffällige Mitralklappe vor, und hielt als weitere Di-
agnose eine kompensierte Niereninsuffizienz fest (doc. 23 S. 34-35).
– Im undatierten, am 23. Dezember 2011 bei der SVA eingegangenen
Arztbericht von Dr. I._ (behandelnder Facharzt) zuhanden der
SVA wird eine rezidivierende Mitralklappen-Prothesen-Endocarditis so-
wie eine kompensierte Niereninsuffizienz, beide ab dem Jahr 2005,
festgehalten. Bis auf die Blutungsgefahr bei Verletzungen (Marcumar)
seien keine gesundheitlichen Einschränkungen bekannt (doc. 23 S. 1-
4).
5.3 Im Rahmen der Neuanmeldung sind folgende Arztberichte für den Zeit-
raum ab 2012 eingegangen:
– In ihrem Entlassungsbericht vom 31. August 2012 nannte Dr.
C._ der Abteilung Innere Medizin des Spitals X._ nach
erneuter stationärer Behandlung vom 28./29. August 2012 (doc. 31 S.
C-4912/2014
Seite 17
5-7) den dringenden Verdacht auf Vorliegen eines 5. Rezidivs der Mit-
ralklappenprothesen-Endokarditis. Als weitere Diagnosen nannte sie
ein anamnestisch erhobenes Asthma bronchiale, eine Pollinosis (Heu-
schnupfen) und eine chronische Niereninsuffizienz („GFR aktuell unter
66 ml / min.“). Eine ausführliche Diagnostik/Fokussuche sei Ende
2011/anfangs 2012 in der Infektiologie des Universitätsklinikums
W._ erfolgt. Der Patient werde wie besprochen am 29. August
2012 zur weiteren Diagnostik und Therapie ins Klinikum S._,
Kardiologie/Angiologie, nach W._, verlegt (der entsprechende
Bericht des Klinikums für Kardiologie und Angiologie ist nicht aktenkun-
dig).
– Der Bericht des Zentrums für klinische Infektiologie des Universitätskli-
nikums W._ vom 24. September 2013 (doc. 33 S. 6-8), wo fol-
gende Diagnosen gestellt wurden: Staphylokokkus aureus–Besiede-
lung der Nase, rezidivierende Prothesenendokarditiden mit S. aureus
nach Mitralklappenersatz 2005, im August 2005: Mitralklappenendo-
karditis durch S. aureus mit Meningitis und Tentoriumabszess sowie
Pneumonie, chronische Niereninsuffizienz Stadium II, Manipulations-
neigung im Bereich der Nase, Asthma bronchiale. Es stelle sich erfreu-
licherweise ein stabiler klinischer Befund dar. Die Entzündungsparame-
ter seien unauffällig, die angelegten Blutkulturen negativ. Aktuell ergä-
ben sich keine Hinweise auf eine erneute S. aureus-Bakteriämie, eine
tiefsitzende Infektion oder Endokarditis. Trotz mehrmaliger Dekoloni-
sierung sei in der heutigen Kontrolle erneut eine Besiedlung mit MSSA
(Methicillin-sensibler S. aureus) in der Nase und der Leiste nachgewie-
sen worden. Es könne ein erneuter Dekolonisierungsversuch nach auf-
geführtem Schema durchgeführt werden.
– Der Arztbericht von Dr. B._ an den Krankentaggeldversicherer
vom 3. Februar 2014 (doc. 33 S. 4 f.), in welchem er als Diagnosen
eine künstliche Mitralklappe, rezidivierende Mitralklappenprothesen-
Endokarditiden mit S. aureus bei Mitralklappenersatz 2005, zuletzt 5.
Rezidiv (08/2012), und als Nebendiagnosen eine chronische Nierenin-
suffizienz Stadium II (stabil), eine Manipulationsneigung im Bereich der
Nase, ein Asthma bronchiale, eine Hyperurikämie, ein mittelgradiges
Schlafapnoesyndrom sowie ein Burn-Out-Syndrom nennt. Aktuell be-
stehe eine therapieresistente Besiedlung der Nase mit S. aureus sowie
eine starke psychische Belastung, hervorgerufen durch das Krank-
heitsbild.
C-4912/2014
Seite 18
– Der undatierte, am 19. März 2014 bei der SVA eingetroffene Arztbericht
von Dr. B._ nach einer am 13. März 2014 erfolgten Untersu-
chung (doc. 31. S. 1-4). Darin diagnostizierte er – mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit – wiederum die rezidivierende Endokarditis, die
chronische Niereninsuffizienz sowie zusätzlich ein Burn-Out-Syndrom
und eine Schlafapnoe. Der Patient sei gesundheitlich sehr angeschla-
gen und psychisch und physisch ein geschwächter Mann, er sei künftig
nie mehr voll einsetzbar. Er könne eventuell noch 2-4 Stunden pro Tag
arbeiten.
– Im Feststellungsblatt der SVA vom 4. April 2014 (doc. 34 S. 1-2) wurden
als Hauptdiagnosen die rezidivierende Endokarditis, das Vorhanden-
sein einer künstlichen Herzklappe, ein Zustand nach Embolie des Hirns
nach Sepsis, die chronische Niereninsuffizienz und neu (ab dem 1.
Februar 2014) ein Burnout und eine Schlafapnoe festgehalten. Ge-
stützt auf die Beurteilung des Hausarztes, wonach keine Arbeitsfähig-
keit mehr gegeben sei, liess die Sachbearbeiterin der SVA die RAD-
Ärztin anfragen, ob eine dauerhafte Einschränkung in der bisherigen
Tätigkeit bestehe.
– Die RAD-Ärztin, Dr. D._, hielt in ihrer Stellungnahme vom 22.
April 2014 (doc. 34 S. 3) die 5. rezidivierende Mitralklappenendokardi-
tis, ein Zustand nach Meningitis, einen Status nach Hirnembolie im
Rahmen des septischen Geschehens vor 2011, eine chronisch obstruk-
tive Bronchitis und eine chronische Niereninsuffizienz fest (doc. 34 S.
3). Weder die Schlafapnoe noch das Burnout könnten in der Regel eine
länger dauernde und höhere Arbeitsunfähigkeit begründen. Aufgrund
seiner körperlichen Leiden sei der Versicherte auf eine leichte Tätigkeit
in sauberer Umgebung angewiesen – ohne Schmutz- und Irritationsbe-
lastung und ohne Umgang mit Menschen mit Infekten und ohne Um-
gang mit infektiösem Material. Die psychischen Probleme sowie die
Schlafapnoe müssten fachärztlich angegangen werden. Bisher sei
keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten und mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit auch in der bisherigen Tätigkeit nachzu-
vollziehen. Die Arbeitsunfähigkeit werde erst ab Bekanntwerden der
Kündigung (15. Oktober 2013) ersichtlich.
– Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens bestätigte Dr. B._ am
15. bzw. 17. Juni 2014 (doc. 44 f.), dass nicht nur die rezidivierenden
Endokarditiden durch die Streptokokkenansiedlung an den Nasen-
C-4912/2014
Seite 19
schleimhäuten, sondern auch die sonstige Stresssituation des Patien-
ten zu einer erheblichen psychischen Überlastung und zum angebahn-
ten Burnout-Syndrom des Patienten führten. Aus ärztlicher Sicht sei der
Patient nicht mehr in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzuge-
hen.
– Im Feststellungblatt der SVA vom 29. Juli 2014 (doc. 48) wurde von der
Sachbearbeiterin der SVA (Visum Kundenberatung) vermerkt, dass der
neue Bericht von Dr. B._ keine neuen medizinischen Grundla-
gen vorlege. Zudem befinde sich der Versicherte nicht in adäquater
psychiatrischer Behandlung. Am Entscheid sei deshalb festzuhalten.
– Der im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte Arztbericht
von Dr. G._ der Lungenfachklinik Z._ vom 20. Septem-
ber 2013 (doc. 57 S. 1-3, B-act. 1 Beilage 1) hält aufgrund zweier Po-
lysomnografien am 1. und 3. September 2013 nebst dem Mitralklap-
penersatz im September 2005 ein mittelgradiges obstruktives
Schlafapnoe-Syndrom (Erstdiagnose [ED] 09/2013), Übergewicht und
ein extrinsisches (allergisches) Asthma bronchiale fest. Da bei Vermei-
dung der Rückenlage die respiratorischen Ereignisse nicht ausrei-
chend reduziert werden könnten, sei eine Indikation zur nächtlichen
Beatmungstherapie gegeben.
– Die Stellungnahme des behandelnden Psychologen Dr. E._
(Eingabe ohne Namensnennung und Unterschrift) vom 1. August 2014.
Darin wurde die Diagnose ICD-10 F41.2 (Angst und Depression ge-
mischt) gestellt. Der Patient werde seit Januar 2014 im Rahmen einer
tiefenpsychologisch fundierten Einzelpsychotherapie behandelt. Der
derzeitige Grad der Belastbarkeit durch eine Erwerbstätigkeit liege all-
gemein bei 60-80% (B-act. 6 Beilage).
– Der Bericht des Ärztezentrums V._ (Dr. F._) vom 28. Au-
gust 2014 (doc. 57 S. 4 f., B-act. 1 Beilage 2). Dieses hielt nebst dem
Mitralklappenersatz sowie der mehrfachen Endokarditis eine kompen-
sierte Niereninsuffizienz, ein Asthma bronchiale, eine Dextroposition
der Aorta (Rechtsverlagerung der Aorta auf dem Herzen, die zum Wei-
tertransport von auch sauerstoffarmem Blut führt) und ein OSAS (ob-
struktives Schlafapnoe-Syndrom) fest. Dr. F._ stellte ein nicht
ausreichend kontrolliertes Asthma sowie eine unregelmässige ICS- [in-
halative Steroide] Inhalation fest und forderte dringend und wiederholt
eine dauerhafte ICS-Therapie, um Infektsituationen zu vermeiden.
C-4912/2014
Seite 20
– Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte der Beschwerdeführer
einen Entlassungsschein der Rehaklinik U._ (B-act. 17.2) nach,
in welchem ein stationärer Aufenthalt vom 19. Mai bis 9. Juni 2015 zur
medizinischen Rehabilitation attestiert wird. Die Rehaklinik beurteilte
den Patienten bei seiner Entlassung als arbeitsunfähig.
6.
6.1 Im ursprünglichen Verfahren stellte die SVA am 2./3. November 2011
zusammenfassend fest, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2005
an einem bakteriellen Infekt mit Staphylokokkus aureus leide, welcher sein
Herz bzw. die Mitralklappe zerstört habe, so dass eine künstliche Klappe
habe eingesetzt werden müssen. Der Versicherte erleide im Turnus von
zirka einem Jahr ein Infektrezidiv und falle jeweils für 6-8 Wochen aus, da
er in der Klinik mit starken Antibiotika behandelt werden müsse. Nach Kli-
nikaustritt sei der Versicherte wieder zu 100% arbeitsfähig und könne sei-
ner angestammten Tätigkeit wieder vollzeitlich und ohne Leistungsein-
schränkung nachgehen (doc. 17/18).
Die Feststellungen in Bezug auf die Endokarditis sind durch die umfangrei-
chen vorhandenen medizinischen Unterlagen belegt, insbesondere auch
durch diejenigen, die nach der Eröffnung der ursprünglichen Verfügung bei
der Vorinstanz eingegangen sind (vgl. Arztberichte in doc. 23). Sie wurden
von der Vorinstanz und vom Beschwerdeführer nicht bestritten und sind
damit nicht zu beanstanden. Da der Beschwerdeführer trotz der vorherseh-
baren jährlich mehrwöchigen Ausfälle jeweils wieder in seiner bisherigen
Stelle zu 100% arbeiten konnte ("der Arbeitgeber wisse mit der Sache um-
zugehen" [doc. 17]), hat die SVA im ursprünglichen Verfahren keine interne
Stellungnahme eines IV- oder RAD-Arztes zu den gesundheitlichen Beein-
trächtigungen des Beschwerdeführers und zu den Auswirkungen auf des-
sen Erwerbsfähigkeit eingeholt. Die SVA bzw. die Vorinstanz hat das Leis-
tungsgesuch allein gestützt auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer
in seiner bisherigen Stelle wieder zu 100% arbeiten konnte, im Rahmen
eines Prozentvergleichs, in welchem die Erwerbsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit mit der aktuellen (nach abgeschlossener medizinischer
Behandlung noch zumutbaren, faktisch gleichen) Erwerbsfähigkeit vergli-
chen wird, abgewiesen. Das damalige Vorgehen der Vorinstanz sowie de-
ren Schlussfolgerungen sind nicht zu beanstanden.
6.2 Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowie des-
sen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit werden von der SVA bzw. der
Vorinstanz zusammenfassend wie folgt dargestellt:
C-4912/2014
Seite 21
Die SVA hielt am 4. April 2014 eine rezidivierende Mitralklappenendokardi-
tis, das Vorhandensein einer künstlichen Herzklappe, einen Status nach
Hirnembolie nach erlittener Sepsis 2005, eine chronische Niereninsuffizi-
enz, ein Burnout (seit Februar 2014) sowie eine Schlafapnoe (ebenfalls seit
2014) fest (doc. 34 S. 1).
Die RAD-Ärztin ergänzte in ihrer Stellungnahme vom 24. April 2014, es
seien fünf Rezidive der Mitralklappenendokarditis seit 2005 bekannt. Im
Arztbericht von Dr. B._ vom 19. März 2014 würden ein Schlafapno-
esyndrom und ein Burnout seit Februar 2014 sowie sechs Rezidive der
Mitralklappenendokarditis beschrieben. Der Hausarzt nenne auch einen
Status nach Meningitis 2005, einen Status nach Hirnembolie im Rahmen
des septischen Geschehens vor 2011, eine chronisch obstruktive Bronchi-
tis seit 2012 und eine chronische Niereninsuffizienz. In der Regel könnten
eine Schlafapnoe und ein Burnout keine länger dauernde und höhere Ar-
beitsunfähigkeit begründen. Aufgrund seiner körperlichen Leiden sei der
Versicherte auf eine leichte Tätigkeit in sauberer Umgebung angewiesen –
ohne Schmutz- und Irritationsbelastung und ohne Umgang mit Menschen
mit Infekten und ohne Umgang mit infektiösem Material. Die psychischen
Probleme sowie die Schlafapnoe müssten fachärztlich angegangen wer-
den. Bisher sei keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten
und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in der bisherigen Tätigkeit
nachzuvollziehen. Die Arbeitsunfähigkeit werde erst ab Bekanntwerden der
Kündigung (15. Oktober 2013) ersichtlich (doc. 34 S. 3).
6.3
6.3.1 Zu Recht hält die RAD-Ärztin als relevante Diagnosen die Endokar-
ditis, den Status nach Meningitis 2005, den Status nach Hirnembolie
(2005), die Niereninsuffizienz, einen chronischen Husten, die Schlafapnoe
und das Burnout fest; sie sind durch die vorhandenen medizinischen Akten
ausgewiesen (doc, 23, doc. 31 S. 1-4). Zur Schwere und Intensität dieser
gesundheitlichen Einschränkungen äussert sich die RAD-Ärztin in der ein-
zigen aktenkundigen Stellungnahme jedoch kaum; zur Niereninsuffizienz
nimmt sie gar nicht Stellung. Zudem liegt keine nachvollziehbare Begrün-
dung vor, warum der chronische Husten bzw. die chronische obstruktive
Bronchitis, die Endokarditis sowie die neu festgestellten Diagnosen
Schlafapnoe und Burnout (ab Februar 2014) keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit haben sollen. Die RAD-Ärztin weist lediglich darauf hin,
dass der Beschwerdeführer mit der Endokarditis und der chronischen
Bronchitis bisher in seiner Tätigkeit als Marketingkaufmann im Innendienst
C-4912/2014
Seite 22
habe arbeiten können. (doc. 34 S. 3). Ein Burnout sei im Rahmen der Mit-
wirkungspflicht fachärztlich zu behandeln. Eine definitive Beurteilung der
Schwere und der Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen ist
damit unmöglich. Zwar ist die Feststellung der RAD-Ärztin vom 22. April
2014 insoweit richtig, als der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Scha-
denminderungspflicht verpflichtet ist, bezüglich Schlafapnoe und Burnout
fachärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. Am 18. Mai 2014 wies
der Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren darauf hin, er befinde sich
in fachärztlicher Behandlung (doc. 40). Am 20. Juni 2014 reichte er den
Bericht von Dr. B._ vom 15./17. Juni 2014 ein, welcher bestätigt,
dass nicht nur die Endokarditis, sondern auch die sonstige Stresssituation
des Patienten zu einer erheblichen psychischen Überlastung und zum an-
gebahnten Burnout-Syndrom geführt hätten und dass der Patient nicht
mehr in der Lage sei, einer regelmässigen Tätigkeit nachzugehen. Die SVA
hat diesen Arztbericht der RAD-Ärztin nicht mehr vorgelegt und die Mitar-
beiterin der SVA hat einzig festgehalten, dass keine neuen medizinischen
Grundlagen vorlägen (doc. 48 S. 2).
6.3.2 Im Beschwerdeverfahren wurden drei weitere neue Arztberichte zum
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eingereicht:
1) Der Bericht der Lungenfachklinik Z._ vom 20. September 2013
(Dr. G._, B-act 1 Beilage 1), in welchem nebst dem Mitralklappen-
ersatz ein mittelgradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ED 09/2013),
Übergewicht und ein extrinsisches Asthma bronchiale festgehalten wur-
den.
2) Die Stellungnahme des behandelnden Psychologen Dr. E._ vom
1. August 2014, in welchem die Diagnose ICD-10 F42.2 (Angst und De-
pression gemischt) gestellt und festgehalten wurde, der Patient werde mit
einer tiefenpsychologisch fundierten Einzelpsychotherapie behandelt. Der
derzeitige Grad der Belastbarkeit durch eine Erwerbstätigkeit liege allge-
mein bei 60-80% (B-act. 6 Beilage).
3) Der Bericht des Ärztezentrums V._ (Dr. F._ [B-act. 1 Bei-
lage 2]) stammt vom 28. August 2014 und ist damit nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung erstellt worden. Darin wird u.a. eine Asthma bronchi-
ale bestätigt, welches bereits vorher bestanden hat (vgl. doc. 31 S. 6, doc.
33 S. 7). Der Bericht kann somit in die Beweiswürdigung miteinbezogen
werden (vgl. vorne E. 2.2). Aus dem Bericht geht hervor, dass die Asthma-
C-4912/2014
Seite 23
Einstellung nicht gut ist (Asthma-Control-Test). Der körperliche Befund
ergab ein seitengleiches, lautes in / expir Atemgeräusch.
Diese drei Berichte wurden der RAD-Ärztin ebenfalls nicht mehr vorgelegt.
Im Rahmen der Vernehmlassung verwies der Rechtsdienst der SVA einer-
seits auf deren Stellungnahme vom 22. April 2014 (B-act. 7 Beilage 1) und
anderseits führte er in Bezug auf den Bericht von Dr. E._ sinnge-
mäss aus, dieser sei nicht authentisch, zudem sei die Beurteilung der Rest-
arbeitsfähigkeit Sache des Arztes (B-act. 9 Beilage 1).
6.3.3 Da der RAD-Ärztin sowohl im Vorbescheid- als auch im Beschwerde-
verfahren gleich mehrere Arztberichte, welche gesundheitliche Einschrän-
kungen des Beschwerdeführers beschreiben, nicht mehr vorgelegt wur-
den, hatte sie keine Möglichkeit, eine Stellungnahme unter Berücksichti-
gung der gesamten Akten abzugeben. Die medizinische Beurteilung der
Vorinstanz ist deshalb a priori nicht umfassend und von eingeschränkter
Beweiskraft (vgl. vorne E. 3.4.3). Die einzige Stellungnahme der RAD-Ärz-
tin vom 22. April 2014 ist – wie unter E. 6.3.1 festgestellt – ebenfalls von
eingeschränkter Beweiskraft, da deren Aktengutachten kein vollständiges
Bild über das Krankheitsgeschehen, dessen Verlauf und den gegenwärti-
gen Status ergab und die Schlussfolgerungen lückenhaft waren (vgl. vorne
E. 3.4.6). Zudem hat sie den Beschwerdeführer nie selber untersucht und
es fehlt eine fachspezifische Beurteilung der vorliegend zentralen Herzer-
krankung durch einen Kardiologen. Die medizinischen Beurteilungen durch
die Mitarbeiterin oder durch den Rechtsdienst der SVA sind mangels genü-
gender medizinischer Kenntnisse nicht beweiskräftig. Damit bestehen er-
hebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen der RAD-
Ärztin bzw. der Vorinstanz im Hinblick auf die Schwere und die Intensität
der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und auf deren Auswirkungen auf
die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers. Der medizini-
sche Sachverhalt und die Auswirkungen der gesundheitlichen Einschrän-
kungen auf die Erwerbsfähigkeit wurden in Verletzung von Art. 43 ATSG
unvollständig abgeklärt.
7.
7.1 Weiter entscheidend ist, dass der Beschwerdeführer im Oktober 2013
entlassen wurde. Bis dahin konnte er an seinem früheren Arbeitsplatz mit
dem Verständnis des Arbeitgebers rechnen. Dies wird neu nicht mehr der
Fall sein. Zu Unrecht hat die RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme vom 22.
April 2014 (doc. 3) festgestellt, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch in seiner angestammten Tätigkeit keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
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nachzuvollziehen sei. Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer, be-
dingt durch zirka jährliche Rezidive der Endokarditis während jeweils 6-8
Wochen von der Arbeit fernbleiben muss. Zwar ist den letzten Eingaben
des Beschwerdeführers vor Bundesverwaltungsgericht zu entnehmen,
dass es 2014 zu keinem weiteren Rezidiv gekommen sei. Anderseits gilt er
unzweifelhaft und ärztlich bestätigt als Hochrisiko-Patient und ist neueren
Akten auch nicht zu entnehmen, dass die Ursache für den wiederholten
Befall mit S. aureus inzwischen geklärt werden konnte. Auch ist den Akten
nicht zu entnehmen, ob der trotz fachärztlicher Behandlung (mehrere De-
kolonisierungsversuche) wiederholte Befall mit S. aureus in Nase und Leis-
ten inzwischen erfolgreich behoben werden konnte. Damit wirkt sich die
Tatsache, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen wie-
derholt für längere Zeit dem angepassten Arbeitsplatz fernbleiben muss,
erheblich auf seine Eingliederungsfähigkeit im objektiven Sinne bzw. die
Bereitschaft eines Arbeitgebers, ihm einen an seine Leiden angepassten
Arbeitsplatz anzubieten, aus. Entsprechende Überlegungen sind in die Be-
urteilung der Vorinstanz nicht eingeflossen bzw. sind nicht aktenkundig.
7.2 Insgesamt wurden die Schwere und die Intensität der chronischen Lun-
generkrankung, der Niereninsuffizienz, der Schlafapnoe sowie des Burn-
outs (letzteres auch in Verbindung mit der psychischen und körperlichen
Belastung durch die wiederholte Endokarditisbehandlung und der Angst
vor dem Auftreten erneuter Rezidive) und deren Auswirkungen auf die Ar-
beits- und Erwerbsfähigkeit von der Vorinstanz nur ungenügend abgeklärt,
ebenso die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Deshalb ist es
dem Bundesverwaltungsgericht, mangels einer zuverlässigen Entscheid-
grundlage, nicht möglich, mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob
und gegebenenfalls in welcher Höhe der Beschwerdeführer neu Anspruch
auf eine ordentliche Invalidenrente hat.
7.3 Der vorinstanzlichen Feststellung, wonach mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit auch in der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers
keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit nachzuvollziehen sei, kann nicht ge-
folgt werden (vgl. oben E. 7.1). Dies hat weiter zur Folge, dass ein Prozent-
vergleich, wie ihn die Vorinstanz gemacht hat, nicht mehr zulässig ist und
ein Einkommensvergleich nach der allgemeinen Methode vorzunehmen
ist.
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Seite 25
8.
8.1 Da im vorinstanzlichen Verfahren die Auswirkungen der gesundheitli-
chen Einschränkungen des Beschwerdeführers mehrheitlich ungeklärt ge-
blieben sind, somit die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers und die
weiterhin zumutbaren Tätigkeiten abzuklären sind und ein Einkommens-
vergleich durchzuführen ist, bei welchem weitere erwerbliche Abklärungen
notwendig sind, steht einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu
weiterer Abklärung nichts entgegen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
8.2 Daher ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die ange-
fochtene Verfügung vom 7. August 2014 aufzuheben und die Sache an die
Vorinstanz zurückzuweisen ist mit der Anweisung, unter Berücksichtigung
aller vorhandener medizinischer Unterlagen eine polydisziplinäre medizini-
sche Begutachtung des Beschwerdeführers durchführen zu lassen. Hierzu
ist ergänzend festzuhalten, dass es grundsätzlich Sache der beauftragten
Sachverständigen ist, über Art und Umfang der auf Grund der konkreten
Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu befinden. Denn die be-
auftragten Sachverständigen sind letztverantwortlich einerseits für die
fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Ent-
scheidungsgrundlage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklä-
rung (vgl. BGE 139 V 449, E. 3.3). Die polydisziplinäre Begutachtung hat
in der Schweiz zu erfolgen, zumal die Abklärungsstelle mit den Grundsät-
zen der schweizerischen Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl.
dazu Urteil des BGer 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; Urteil
des BVGer C-4677/2011 vom 18. Oktober 2013 E. 3.6.3) und keine Gründe
ersichtlich sind, welche eine Begutachtung in der Schweiz als unverhält-
nismässig erscheinen liessen. Des Weiteren wird die Gutachterauswahl,
wie bei polydisziplinären Begutachtungen in der Schweiz üblich, nach dem
Zufallsprinzip erfolgen (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 S. 354), was im
Interesse der Verfahrensbeteiligten liegt.
Im Weiteren wird die Vorinstanz angewiesen, alle erforderlichen Abklärun-
gen hinsichtlich der noch zumutbaren Tätigkeiten vorzunehmen und einen
Einkommensvergleich durchzuführen. Anschliessend hat die Vorinstanz
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen.
9.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
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9.1 Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde-
führenden Partei gilt, sind weder dem Beschwerdeführer noch der Vo-
rinstanz Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 e contrario und 2
VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 400.- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vor-
liegenden Urteils auf ein von ihm anzugebendes Konto zurückzuerstatten.
9.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer, dem keine not-
wendigen und verhältnismässig hohen Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1
VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,
SR 173.320.2) entstanden sind, ist keine Parteientschädigung auszurich-
ten. Die unterliegende Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteientschä-
digung (Art. 7 Abs. 1 e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).