Decision ID: 9ade5735-9d85-4f28-a20a-076527425ee1
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
,
als Geschäftsführer und
Gastw
irt seines eigenen Restaurants tätige
X._
meldete sich unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwer
den am 31. Juli 2018 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/3
; vgl.
auch
Schadenmeldung UVG
vom
21. Februar 2018, Urk. 6/13 S. 9
).
Nachdem diese ein Standortgespräch durch
geführt
(Urk. 6/12)
und
die
Akten
de
s
Unfallversicherers
beigezogen hatte
(Urk. 6/13; SWICA
Versicherungen AG
, Kompetenzcenter UVG, nachfolgend: SWICA)
,
teilte
sie
dem Versicherten am 28. Januar 2019 mit, dass zurzeit keine Ein
gliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 6/18).
In der Folge zog die IV-Stelle
wei
tere Akten der SWICA bei (Urk. 6/28
, 6/39
)
,
holte die Buchhaltungs
abschlüsse der Jahre 2015 bis 2018 ein (Urk. 6/35 f.)
und
führ
t
e eine Abklärung
im Betrieb des Versicherten durch (Abklärungsbericht vom 9. Oktober 2020, Urk. 6/43)
. N
ach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 24. November 2020 [Urk. 6/47]; Einwand vom
11. Januar 2021
[Urk. 6/
55
]
sowie vom 8. Februar 2021 [Urk. 6/59])
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Ver
fügung vom 19. April 2021
eine ganze Rente für den Zeitraum vom
1.
Februar 2019 bis 3
1.
Oktober 2019 und eine halbe Invalidenrente ab dem
1.
November 2019 zu, wobei sie die Höhe der laufenden Rente erst ab dem
1.
Mai 2021 fest
setzte
(Urk. 2 [= Urk. 6/61, 6/66
]).
Mit Verfügung vom 8.
Juni 2021
setzte die IV-Stelle sodann die monatlichen Rentenbetreffnisse für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 30. April 2021 fest, basierend bis Ende Oktober 2019 auf einem An
spruch auf eine ganze Rente und ab 1. November 2019 auf einem solchen auf eine halbe Rente
(Urk. 7/2)
.
2.
Sowohl gegen die Verfügung vom 19. April 2021 (Urk. 2, Verfahrens-Nr. IV.2021.00324) als auch gegen die Verfügung vom 8. Juni 2021 (Urk. 7/2, Verfahrens-Nr. IV.2021.00404) erhob der Versicherte Beschwerde beim hiesigen Gericht.
Mit Beschwerde vom 11. Mai 2021 g
egen die Verfügung vom 19. April 2021 (Urk. 2
, IV.2021.000324
) beantragte
der Beschwerdeführer
,
die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben, es sei ihm ab 1. Februar 2019 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen und es sei von einer Herabsetzung des Anspruchs auf eine halbe Rente ab 1. November 2019 abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
(Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerde
antwort vom 24. Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5)
.
Mit
Beschwerde
vom 15. Juni 2021 gegen die Verfügung vom 8. Juni 2021 (Urk. 7/2
, IV.2021.000404
)
beantragte
der Beschwerdeführer
die Auf
hebung der
angefochtene
n Verfügung
sowie
abermals
die Zusprache einer ganzen Invali
den
rente
ab 1. Februar 2019
ohne
Herabsetzung des Anspruchs auf eine halbe Rente ab 1. November 2019, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
In
verfahrensrechtlicher
Hinsicht
beantragte er die Ver
einigung des Verfahrens IV.2021.000404 mit dem Verfahren IV.2021.000324
(Urk. 7/1)
.
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 6. September 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), worüber der Be
schwerdeführer mit Ver
fügung vom 7. September 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11).
Mit Verfügung vom 6. Juli 2021 wurde das Verfahren Nr. IV.2021.000404 mit dem Verfahren Nr. IV.2021.000324 vereinigt und das Verfahren Nr. IV.2021.000404 als dadurch erledigt abgeschrieben, wobei dessen Akten vor
liegend als Urk. 7/0-4 weitergeführt werden (Urk. 8, vgl. auch Urk. 7/4).
Mit Schreiben vom 31. Mai 2022 reichte die IV-Stelle auf Gesuch des hiesigen Ge
richts
hin
weitere Akten ein (Urk. 13, 14/1-13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Ver
ordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invali
denrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014, Rn 11 zu Art. 30–31
). Recht
sprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50
/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise ge
regelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Ver
fü
gungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bun
desgerichts 8C_489/2009 vom 23. Okt
ober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog im 2. Teil der angefochtenen Verfügungen, der Beschwerde
führer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Gastronom seit dem Skiunfall vom 14. Februar 2018 bis 13. Juli 2019 vollständig arbeitsunfähig
gewesen
,
weshalb Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestanden habe
. Ab Juli 2019 habe sich
sein
Gesundheitszustand verbessert,
so
dass in einer leidensangepassten Arbeits
tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
ausgewiesen sei.
Der Einkommensver
gleich habe einen Invaliditätsgrad von 54 %
ergeben
, weshalb
ab November 2019 noch
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe.
Dabei sei berück
sichtigt worden, dass der Beschwerdeführer der
Tätigkeit als Geschäftsführer und Inhaber seines Unternehmens im Rahmen
der ihm verbleibenden
Restarbeits
fähigkeit von 30 % weiterhin nachkommen
könne
,
ebenso seien
die aufgrund seiner gesund
heitsbedingten Arbeitsausfälle als Allrounder (Restanteil von 70 %) anfallenden Personalaufwendungen
wie
auch
die Teilhaberschaft
seiner
Ehefrau am Unter
nehmen berücksichtigt worden
(Urk. 2 und 7/2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer v
or,
sein Gesundheitszustand habe sich
bis heute nicht
verbessert
, weshalb der Unfallversicherer
durchgehend
das volle Taggeld
ausgerichtet habe
und
die behandelnden Ärzte bis heute eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten T
ätigkeit attestierten
.
Ein
einigermassen stabile
r
Gesundheitszustand könne frühestens
ab April 2020, im Anschluss an seine erneute Operation, angenommen
werden
.
Abgesehen davon, dass
selbst
der
Regionale Ärztliche Dienst
(RAD)
festgehalten habe, die wirtschaft
liche Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit sei mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht mehr gegeben, würde
bei einem
Einkommen
svergleich gestützt auf die Tabellenlöhne
m
it der ihm verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 30 %
be
reits vor
Berücksichtigung eines Leidensabzuges
ein Invaliditätsgrad von über 70 % resultieren
. Die
Mischrechnung, welche die Beschwerdegegnerin anstelle
der ausserordentlichen Bemessungsmethode zur Bestimmung des Invaliditäts
grades vorgenommen habe,
verfange hingegen nicht
, wenngleich auch bei korrekter Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode ein Invalidi
tätsgrad von über 70 % vorliegen würde
(Urk. 1 und
7/1
).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
ergibt sich
im Wesentlichen
aus den folgenden medizinischen Unterlagen:
3.2
Im Austrittsbericht der Universitätsklinik
Y._
, Kniechirurgie, vom 14. März 2018 (Urk. 6/13 S. 22
-24
)
stellten
PD Dr. med.
Z._
sowie med. pract.
A._
die
Diagnosen
eines
Status
’
nach Kompartmentsyn
drom
am
Unterschenkel links, eine
r
arterielle
n
Hypertonie sowie ein
es
intermit
tierende
n
Vorhofflimmern
s
und hielten fest, nach Wundverschluss habe sich ein komplikationsloser Verlauf gezeigt, die Entlassung sei in gutem Allgemeinzu
stand mit reizlosen Wundverhältnissen erfolgt.
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, führte in seiner medizinischen Kurzbeurteilung vom 24. August 2018 (Urk. 6/13 S. 95-98) zu
handen der SWICA aus,
die Fraktur des Beschwerdeführers sei schwer und durch ein Logensyndrom zusätzlich kompliziert worden. Aufgrund der Spaltung sei es zu einer Wundheilungsstörung gekommen, die während Monaten persistiert habe. Der Unterschenkel des Beschwerdeführers sei massiv geschwollen, auch im Be
reich des oberen Sprunggelenks liege eine Schwellung vor.
Die mittelfristige Arthrose am linken Kniegelenk sei vorprogrammiert. An die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit als selbständig erwerbender Wirt sei in naher Zukunft nicht zu denken.
3.4
Im Sprechstundenbericht vom 4. Oktober 2018 (Urk. 6/2
8
S. 127 f.) berichtete PD Dr.
Z._
, dem Beschwerdeführer gehe es ständig etwas besser, eine Stock
entlastung werde bloss noch mit einem Stock durchgeführt. Am 27. Februar 201
9
(Urk. 6/28 S. 173 f.)
berichteten PD Dr.
Z._
und Dr. med.
C._
über eine
fortschreitende Konsolidierung.
Es würden weiterhin
ventrale Knieschmer
zen
persistieren
, weshalb der Beschwerdeführer einem Sportmediziner
zur Opti
mierung der Rehabilit
a
tion
zugewiesen werde.
Im Sprechstundenbericht vom 31. Mai 2019 (Urk. 6/28 S. 20
6
f.) hielten PD Dr.
Z._
und Dr. med.
D._
fest, trotz leichtem Entlastungshinken sei eine Vollbelastung des linken Beines möglich, es zeige sich insgesamt ein erfreulicher Verlauf mit deutlicher Reduktion der Beschwerden.
Am 13. Juni 2019 (Urk. 6/28 S. 234 f.) beantwortete Dr.
D._
die Frage zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dahingehend, dass
die
berufliche
Tätigkeit
ungefähr vier Wochen nach der Sprechstunden
kontrolle wieder
aufgenommen werden könne
, wobei
eine
Arbeitsfähigkeit
für knieschonende oder sitzende Tätigkeiten bereits zum aktuellen Zeitpunkt vor
liegen würde.
Am 11. Juli 2019 (Urk. 6/28 S. 227 f.)
führten
PD Dr.
Z._
und Dr. med.
E._
aus
, es zeige sich klinisch eine Regredienz der Beschwerden, radiologisch zeige sich eine Zunahme der Durchbauung der Frak
tur, weshalb allenfalls ein operatives Vorgehen zu disku
tieren wäre.
Dr.
E._
hielt
am 2. August 2019 (Urk. 6/28 S. 240 f.)
fest
, bei mini
maler Beschwerde
regredienz sei der Beschwerdeführer in seiner körperlich an
strengenden Tätigkeit in der Gastronomie zurzeit noch nicht arbeitsfähig, für eine spezifische Leis
tungs
fähigkeitsanalyse werde eine arbeitsmedizinische Evaluation empfohlen.
Dem Sprechstundenbericht vom 12. November 2019 (Urk. 6/28 S. 251 f.) ist zu ent
nehmen, dass bei unveränderter Beschwerdesymptomatik die Revisionsoperation besprochen und für den 15. Januar 2020 geplant wurde.
3.5
Dem Austrittsbericht der Universitätsklinik
Y._
, Kniechirurgie, vom 2
1
. Januar 2020 (Urk. 6/39 S. 66 f.) sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
-
Schmerzhafte partielle Nonunion proximale Tibia links mit/bei
-
Status nach Wundverschluss Unterschenkel links am 26.02.2018
-
Status nach Second-Look, partieller Wundverschluss (lateral bis auf 5 cm), Epigard-Wechsel medial und lateral Unterschenkel links am 23.02.2018
-
Status nach notfallmässiger Logenspaltung bei Kompartmentsyndrom Unterschenkel links am 20.02.2018
-
Status nach offener Reposition Tibiakopf/-schaft links, mediale Ab
stützplatte (5-Loch LC DCP), laterale Platte (NCB 3/7-Loch-Platte) am 19.02.2018 mit/bei komplexer bikondylärer intraartikulärer Tibia
kopffraktur (Schatzker 6) links am 14.02.2018
-
Pes anserinus Syndrom links
-
Dilatative Aorthopathie
-
Paroxysmales Vorhofflimmern, Erstdiagnose 2010
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas, BMI 32 kg/m2
3.6
Aus dem Austrittsbericht aus der Rehaklinik
F._
vom 25. Februar 2020 (Urk. 6/39 S. 41-48
; Aufenthalt von
21. Januar 2020 bis 18. Februar 2020
)
geht hervor, dass der Beschwerdeführer bis zum Austritt an Unterarmgehstöcken unter Einhaltung der Teilbelastung selbständig mobil war. Die Schwellung am linken Unterschenkel sei rückläufig, die Rötung um die Narbe kleiner, weshalb er in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden sei.
Von
21.
Januar
2020 bis 22. März 2020
wurde ihm eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
.
3.7
PD Dr.
Z._
und Dr. med.
G._
hielten im Sprechstundenbericht vom 5. März 2020 (Urk. 6/39 S. 35 f.) einen schönen postoperativen Verlauf fest, weshalb ein Belastungsaufbau an Gehstöcken erfolge
, was im Sprechstundenbe
richt vom 15. April 2020 (Urk. 6/39 S. 23 f.) bestätigt wurde
.
Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer am 23. April 2020 (Urk. 6/39 S. 20-22) in seiner angestammten Tätigkeit bis 10. Mai 2020 eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit und führten aus, eine vermehrt sitzende Tätigkeit sei ihm teilweise zu
mutbar.
3.8
RAD-Ärztin Dr. med.
F._
, Fachärztin für Urologie und Chirurgie,
bescheinigte
in ihrer Stellungnahme vom 24. Juli 2020 (Urk. 6/45 S. 4 f.) dem Be
schwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit eine vollständige und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres, da keine Chance auf eine nennenswerte Bes
serung bestehe. Von 14. Februar 2018 bis 12. Juli 2019
attestierte sie dem Be
schwerdeführer auch in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit. Sie führte aus, da die behandelnden Ärzte ab 13. Juli 2019 für knie
schonende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit attestiert hätten, liege eine solche
angesichts
der muskulären Defizite und der anhaltenden Schmerzzustände medi
zinisch-theoretisch bei maximal 50 % mit einer Leistungsminderung von 20 %
aufgrund
erhöhter Pausenzeiten. Folglich
sei der Beschwerdeführer
seit 13. Juli 2019 zu
30 %
arbeitsfähig
. Für den Zeitraum nach der zweiten Operation liege vo
m
15. Januar 2020 bis 15. April 2020 erneut eine vollständige Arbeitsunfähig
keit vor, ab 16. April 2020 bis heute
sei der Beschwerdeführer 30 % arbeitsfähig.
Dabei sei dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis allenfalls mittel
schwere Tätigkeit in überwiegend sitzender Position und in temperierten Räumen in einem Pensum von 50 % mit einer Leistungsminderung von 20 % zumutbar. Zu vermeiden seien Arbeiten mit ständigem Gehen und Stehen, mit Heben, Tra
gen und Bewegen von Lasten über zehn Kilogramm, in Hock- oder Bückstellung, im Knien, auf unebenem Gelände, zudem das Besteigen von Leitern und Gerüsten, häufiges Treppensteigen, Kälte, Zugluft- und Nässeexposition. Aufgrund der Blut
drucksituation seien zudem Tätigkeiten im Schicht- und Nachtdienst sowie über
wiegende Aussendienst- und Reisetätigkeiten zu vermeiden.
Angesichts des Lebensalters sei
allerdings
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine wirt
schaft
liche Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben
, auch sei eine nennens
werte Verbesserung der funktionellen Einschränkungen langfristig nicht zu erwarten
.
4.
4.1
Durch
die
medizinischen
Akten ausgewiesen
und unbestritten ist
, dass
sich
der Beschwerdeführer
am
14. Februar 2018
durch einen
Skiunfall
eine
komplizierte
Tibiakopffraktur am linken Bein
zuzog
(vgl. Schadenmeldung UVG vom 21. Februar 2018, Urk. 6/13 S. 9)
und mehrfach operiert werden musste (vgl. E. 3)
. Unstrittig ist weiter, dass er in seiner angestammten Tätigkeit infolge dieser Be
schwerden vollständig arbeitsunfähig ist und
er daher
ab 1. Februar 2019 auf
grund vollständiger Arbeitsunfähigkeit
angestammt wie angepasst
Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente
hat
(Urk. 2, 7/2)
.
4.2
4.2.1
Strittig
ist indes die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer Verweis
tätigkeit ab 13. Juli 2019 sowie die damit begründete Herabsetzung der ganzen Invalidenrente auf eine halbe Invalidenrente ab
1. November 2019
.
4.2.2
Die IV-Stelle stützte sich bei ihrer diesbezüglichen Beurteilung auf die Stellung
nahme von RAD-Ärztin Dr.
F._
(vgl. E. 3.8)
. Diese legte ihrer
Einschätzung
die medizinischen Unterlagen
der SWICA
(einschliesslich der medizinischen Kurz
beurteilung von Dr.
B._
) zu Grunde und bezog insbesondere auch den arteri
ellen Bluthochdruck
mit ein. Basierend darauf erstellte sie ein Belastungs
profil, welches neben den Beschwerden des Beschwerdeführers auch dessen ver
ringerte Leis
tungsfähigkeit aufgrund des erhöhten P
ausenbedarfs berücksichtigte. Hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tä
tig
keit ging RAD-Ärztin Dr.
F._
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus, wobei sie die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund eines erhöhten Pau
sen
bedarfs um 20 % reduzierte und die
se
Arbeitsfähigkeit – angesichts des Be
richts von Dr.
D._
(vgl. E.
3.4
) – auf den Zeitpunkt des 13. Juli 2019 attestierte.
4.2.3
Konkrete Indizien, welche gegen diese
Beurteilung
sprechen, sind mit Blick auf die Aktenlage nicht ersichtlich.
So berichteten
die
behandelnden Ärzte der Uni
versi
tätsklinik
Y._
bereits im Mai 2019 von einem insgesamt erfreulichen Verlauf mit deutlicher Reduktion der Beschwerden
, Dr.
D._
attestierte dem Beschwer
deführer im Juni 2019 ausdrücklich eine Arbeitsfähigkeit für knie
schonende oder sitzende Tätigkeiten
und Dr.
E._
hielt im August 2019 einzig fest, aufgrund der minimalen Beschwerderegredienz sei der Beschwerdeführer in seiner körper
lich anstrengenden Tätigkeit in der Gastronomie zurzeit noch nicht arbeitsfähig (vgl. E. 3.4).
Im Anschluss an die Revisionsoperation sprachen die Ärzte der Uni
versitätsklinik
Y._
von einem schönen postoperativen Verlauf und führten aus, eine vermehrt sitzende Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer teil
weise zumut
bar (vgl. E. 3.7).
4.2.4
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr.
F._
abzustellen ist
.
Es ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
3.
Juli 2019 in einer angepassten Tätigkeit – unter Berücksichtigung des umschriebenen Belastungs
profils (vgl. E. 3.8) – zu 30% arbeitsfähig ist (50%ige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20%).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbs
einkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annäherungswerte miteinander zu ver
gleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zu
verlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der ver
minderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Be
messungsverfahren). Der grundsätzliche Unter
schied dieses Verfahrens zur spezi
fischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Mass
gabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbs
tätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grund
satz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Ver
sicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbe
sondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteile des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom 3. November 2015 E. 3.3.1 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Das Valideneinkommen von Selbständigerwerbenden kann grundsätzlich auf der Basis der Einträge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und ver
hältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst ab
zustellen.
5.3.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Ver
fügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
;
129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Im Rahmen von Revisionsverfahren ist der Zeitpunkt der Anpassung des Renten
anspruchs massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2019 vom 18. September 2019 E. 7.4).
5.3.3
Dem IK-Auszug vom
28. Oktober 2020 (Urk. 6/44)
ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
bis im Juni 2001 selbständig
erwerbs
tätig war
. Nach der Grün
dung der
I._
GmbH
im März 2001
(vgl. Auszug aus dem Handelsregister des
Kan
tons Zürich, abrufbar unter:
www.zefix.ch
)
war der Beschwerdefü
hrer an
ge
stellt und daher grundsätzlich kein Selbständigerwerbender im eigentlichen Sinne mehr.
Da er als Gesellschafter mit Stammanteilen im Umfang von 80 %
die Ge
schicke der Gesellschaft
massgeblich
bestimmen kann
(vgl. Urk. 6/43 S. 2)
, hat er es im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten selbst in der Hand, die Höhe des ausbezahlten Lohnes festzusetzen.
Die
IV-Stelle berücksichtigte
daher
zu Recht
den Lohn, den sich der Beschwerdeführer im Jahr 2017 auszahlte (Fr. 79'015.-- [
Fr. 45'195.-- + Fr. 89'015.-- - Fr. 55'195.--,
Urk. 6/44 S. 3])
,
sowie 80 % des Betriebsgewinns im Jahr 2017 (Fr.
8'308.
-- [Urk. 6/43 S. 7]) und sah, angesichts der Schwankungen
,
von einer Berücksichtigung der Nominallohnent
wicklung
bis ins massgebliche Jahr 2019
ab
(Urk. 6/43 S. 8).
Damit ist dem Ein
kommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr. 8
7
'
323
.-- (Fr. 79'015.-- + Fr.
8’308
.--)
zu Grunde zu legen.
5.4
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens stellte die IV-Stelle auf die Abklärung für Selbständigerwerbende ab, welche am
9.
Oktober 2020 durchgeführt wurde (Urk. 6/43). In deren Rahmen gab der
Beschwerdeführer
an, er sei im Betrieb bis
her «Allrounder» (in der Küche, im Service und bei der Reinigung) gewesen und habe die anfallenden Büroarbeiten im Umfang von 15 bis 16 Stunden pro Woche erledigt. Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen habe er nun zusätz
liches Personal einstellen müssen, wobei sich dessen Stundenlohn zwischen
Fr.
22.-- und
Fr.
30.-- bewege (Urk. 6/43 S. 2-3).
Wie bereits ausgeführt (E. 4), ist dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in überwiegend sitzender Position im Umfang von 30 % zumutbar. Die Geschäftsführung des Unternehmens kann er demnach grössten
teils weiterhin selber ausüben. Für einen kleinen Teil der Büroarbeiten sowie die Tätigkeiten, welche er als «Allrounder» ausübte, ist er demgegenüber auf Arbeits
kräfte angewiesen, welche er mit durchschnittlich
Fr.
26.-- entlöhnt. Zur Be
stim
mung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich daher, diesen zusätz
lichen Personalaufwand von jährlich Fr. 36'691.-- (
Fr.
26.-- x 42 Stunden [betriebsüb
liche wöchentliche Arbeitszeit] x 48 Wochen x 0,7) von seinem bisher erzielten Jahresverdienst zu subtrahieren. Zudem ist aufgrund des erhöhten Koordinations
bedarfs damit zu rechnen, dass kein Jahresgewinn mehr resultiert, womit sich ein Invalideneinkommen von rund
Fr.
42’324.-- ergibt (
Fr.
87’323.-- - Fr. 36'691.-- -
Fr.
8'307.55 [Anteil des Beschwerdeführers am Betriebsgewinn im Jahr 2017]). Die IV-Stelle berücksichtigte zusätzlich dazu den Gewinnverlust der Ehefrau des Beschwerdeführers im Umfang von 20
%
des bisher erzielten Ge
winns, womit das Invalideneinkommen um weitere
Fr.
2'077.-- zu reduzieren und auf
Fr.
40'247.--
festzulegen ist.
Der Beschwerdeführer wendet zum einen ein, es sei ihm nicht zumutbar, seine selb
ständige Tätigkeit aufzugeben, insbesondere da diese angesichts seines fort
geschrittenen Alters nicht mehr verwertbar wäre. Abgesehen davon würde sich selbst unter Annahme, dass er seine Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt verwerten könnte, ein Invaliditätsgrad von über 70
%
ergeben (Urk. 1 S. 6-7). Zum anderen macht er geltend, die IV-Stelle habe einen «Betätigungs
ver
gleich im Beruf als Leiter eines Restaurants» vorgenommen, welcher eine ge
wichtete Arbeitsunfähigkeit von 90
%
ergeben habe. Sie habe es jedoch versäumt, die einzelnen Betätigungsfelder auch lohnmässig zu gewichten und stattdessen
eine nicht nachvollziehbar
e
, beliebige «Mischrechnung» vor
genommen, was un
zulässig sei (Urk. 1 S. 7-8).
Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, als er die Aufnahme einer un
selbständigen Erwerbstätigkeit zur Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit an
ge
sichts der Umstände (Alter, bisherige Tätigkeit, verbleibende Aktivitätsdauer) als un
zumutbar erachtet. Die IV-Stelle sah denn auch davon ab, das Invaliden
ein
kommen gestützt auf statistische Werte zu ermitteln, womit sich weitere Bemer
kungen zu diesem Einwand erübrigen. Das Vorbringen, die IV-Stelle habe eine unzulässige «Mischrechnung» vorgenommen, ist indessen nicht zu hören. Die IV-Stelle stützte sich zur Berechnung des Invalideneinkommens auf die An
gaben des Beschwerdeführers (
Urk.
6/43 S. 2-3
). Sie ging davon aus, dass er die Büro
ar
beiten, bei welchen es sich um körperlich nicht belastende, sitzende Tätig
keiten in temperierten Räumen handelt, grösstenteils weiterhin übernehmen könne, was an
gesichts der medizinischen Aktenlage nicht zu beanstanden ist. Da er für die «Allrounder»-Tätigkeiten sowie für den verbleibenden Teil der Büro
arbeiten auf Personal zurückgreifen kann, welches einen Stundenlohn zwischen
Fr.
22.-- und
Fr.
30.-- bezieht, berücksichtigte sie diese Kosten zu Recht als Mindereinnahmen. Damit war es ihr ohne Weiteres möglich, das Invaliden
einkommen ziffernmässig zu ermitteln. Somit erübrigte sich eine ausser
ordentliche Berechnung mit Vor
nahme eines Betätigungsvergleichs, womit auch keine lohnmässige Gewichtung der einzelnen Betätigungsfelder nötig war.
5.5
A
us der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (Validen
einkommen Fr. 87'323.--; Invalideneinkommen Fr. 40'247.--)
resultiert
eine Erwerbsein
busse von Fr. 47'076.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 54 % ent
spricht.
6.
6.1
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers entstand gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs
anspruchs (Anmeldung vom 31. Juli 2018, Urk. 6/3) sowie nach Ablauf des so
ge
nannten Wartejahrs (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; aktenkundige Arbeitsunfähigkeit seit 14. Februar 2018, Urk. 6/
13 S. 9
), mithin frühestens am
13. Februar 201
9.
Angesichts des Umstandes, dass dem Beschwerdeführer bis Juli 2019 auch keine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert wurde, hat er seit 1. Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. E. 1 des Sachver
halts).
6.2
Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden
Art. 17
Abs. 1 ATSG
und
Art. 88a Abs. 1
IVV
über die Änderung des Leistungsanspruchs bei einer Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit
analog anzuwenden, da noch vor Erlass der ersten Renten
verfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist
(Urteile des Bundesgerichts
9C_687/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2; 8C_94/2013 vom
8. Juli
2013 E. 4.1).
Gemäss
Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV ist eine Verbesserung der Er
werbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiter
hin andauern wird (Satz 2).
Das Bundesgericht wendet in der
Regel den zweiten Satz von Art. 88a Abs. 1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Ge
sundheitszustandes hinaus (Urteile des Bundesgerichts
9C_687/2018 vom
16. Mai
2019 E. 2; 8C_220/2018 vom 14. November 2018 E. 5.3; 9C_112/2018 vom 20. September 2018 E. 4.2;
8C_94/2013 vom 8. Juli 2013 E. 4.1 f.; 9C_491/2008 vom 21. April 2009 E. 2).
In Anwendung von Art. 88a Abs. 1
Satz 2
IVV
besteht folglich
bei einem Inva
liditätsgrad von gerundet 54 %
(vgl. E. 5.5)
ab 1.
November
2019
ein Anspruch auf
eine
halbe Rente der Invalidenversicherung
(vgl. E. 1.3)
.
6.3
Nach dem Gesagten erweisen sich die angefochtenen Verfügungen vom
19. April 2021
(
Urk. 2
) und vom
8. Juni 2021
(
Urk. 7/2
) als rechtens, weshalb die Be
schwerde abzuweisen
ist
.
7.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.