Decision ID: 6a81b32a-fc87-5afb-bf2e-dfb887cf4760
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen  im Mai 2006 verlassen hat und sich in der Folge in Niger und Libyen aufgehalten hat, von wo aus er im August 2008 per Schiff die italienische Insel Lampedusa erreicht hat,
dass er mit dem Zug von Italien her kommend am 19. Juni 2010 in Chiasso eingetroffen sei, wo er gleichentags ein Asylgesuch hat,
dass er am 24. Juni 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso zur Person und summarisch zu den Asylgründen befragt  ist und im Wesentlichen geltend gemacht hat, als aktives Mitglied der Mouvement Actualisation of Sovereign State of Biafra (MASSOB) und wegen seiner Teilnahme an einer Demonstration im Mai 2006  er schwerwiegende Probleme, weshalb er Nigeria verlassen habe,
dass der Beschwerdeführer gemäss drei EURODAC-Treffern am 10.  2008 in Lampedusa e Linosa aufgegriffen worden ist und , am 3. September 2008 in Prato und am 23. August 2008 in , in Italien um Asyl nachgesucht hat,
dass das BFM am 6. Juli 2010 ein Übernahmeersuchen an die  Behörden gerichtet hat, und sich die italienischen Behörden bis zum 21. Juli 2010 nicht zum Rückübernahmeersuchen haben  lassen, worauf das BFM infolge der abgelaufenen Frist von der stillschweigenden Zustimmung und der Zuständigkeit Italiens ausgegangen ist und um Mitteilung der Rückführungsmodalitäten ersucht hat,
dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs vom 24. Juni 2010 zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für die Behandlung seines Asylgesuchs erklärt hat, in Italien ein  gestellt zu haben, das nach wie vor hängig sei, sowie Aufent - haltsbewilligungen erhalten zu haben (A1 S. 6 und 8),
dass er keine speziellen Gründe kenne, die gegen seine allfällige Rückführung nach Italien sprechen könnten,
dass das BFM mit Verfügung vom 12. August 2010 – eröffnet am 17.  2010 – auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-
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getreten ist, ihn nach Italien weggewiesen und aufgefordert hat, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu , verbunden mit dem Hinweis, dass einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme,
dass dem Beschwerdeführer gleichzeitig die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt worden sind und der Kanton Zürich mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt worden ist,
dass sich das BFM auf das "Abkommen vom 26. Oktober 2004  der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" (Dublin-, SR 0.142.392.68) sowie das "Übereinkommen vom 17.  2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung,  und Entwicklung des Schengen-Besitzstandes und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen  Asylantrags" (Schweiz/Island/Norwegen-Übereinkommen, SR 0.362.32) stützt und daraus folgert, Italien sei für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig,
dass den Erwägungen zu entnehmen ist, die Rückführung des  habe – vorbehältlich einer Unterbrechung oder  – bis spätestens am 21. Januar 2011 zu erfolgen,
dass der Beschwerdeführer kein Hindernis für den  nach Italien genannt habe und er mithin in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschiebung finde, weshalb eine  des Non-Refoulement-Gebots bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei,
dass von einer stillschweigenden Zustimmung Italiens für eine  auszugehen sei, da es innerhalb der festgelegten Frist keine Antwort auf das Ersuchen erteilt habe,
dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung mit einer  Formularbeschwerde, welche er handschriftlich in  und englischer Sprache ergänzte, am 19. August 2010 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die Ver-
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fügung des BFM vom 12. August 2010 sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, weiter sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug undurchführbar und die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, zudem sei die unentgeltliche Prozessführung und amtliche Verbeiständung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, eventuell sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen,
dass der Beschwerdeführer im handschriftlichen Teil seiner  zur Rückkehr nach Italien keine erheblichen Einwendungen , sondern lediglich erklärt, mit der vorinstanzlichen Verfügung nicht einverstanden zu sein, weil sie unfair ausgefallen sei, er aus einer von der Regierung diskriminierten Region Nigerias mit  Infrastruktur und Wassermangel stamme und als Mitglied der MASSOB von der nigerianischen Regierung gesucht sei,
dass er soeben krank geworden sei und nicht wisse, wo er sich in Italien aufhalten solle, und dass er sich erst seit kurzer Zeit in der Schweiz befinde und noch einige Monate bleiben möchte, bis er seine neue Bleibe gefunden habe,
dass bezüglich der weiteren Begründung auf die nachstehenden  verwiesen wird,
dass er Fotokopien einer Fotografie eines angeblich im Kampf  MASSOB-Mitglieds und einer Biafra-Pfund-Note eingereicht hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Telefaxschreiben vom 20.  2010 das Migrationsamt des Kantons Zürich anwies, einstweilen von Vollzugshandlungen abzusehen,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d
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Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist,
dass die Eingabe vom 19. August 2010 zu einem grossen Teil in engli - scher Sprache verfasst worden ist und dazu festgestellt wird, dass Parteieingaben in Verfahren vor den Bundesbehörden in der Regel auf Deutsch, Französisch oder Italienisch abzufassen sind (Art. 70 Abs. 1 BV und Art. 33a Abs. 1 VwVG),
dass aber angesichts der sehr kurzen gesetzlichen Behandlungsfrist (Art. 109 Abs. 2 AsylG) aus prozessökonomischen Gründen und  der Verständlichkeit und Leserlichkeit des handschriftlichen  von der Aufforderung zur Übersetzung abgesehen wird,
dass eine rechtsgenügliche Beschwerde vorliegt, weshalb eine  im Sinne von Art. 52 Abs. 2 VwVG nicht erforderlich ist und auf die fristgerechte und in der Form akzeptierte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32 - 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist,
dass auf den Antrag auf Gewährung des Asyls nicht einzutreten ist,
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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen in den Dublin- bereits vor Erlass des Nichteintretensentscheides stellen,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet worden ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl - suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die  des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass aufgrund der Abklärungen des BFM bei der EURODAC- die Asylgesuchseinreichungen des Beschwerdeführers in Italien feststehen und dieser das Stellen eines Asylgesuchs nicht bestreitet,
dass sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bis zu seiner Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten hat,
dass angesichts dieses Sachverhalts und der einschlägigen  Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist,
dass infolge der abgelaufenen Frist von einer stillschweigenden Zustimmung Italiens zur Rückübernahme des Beschwerdeführers auszugehen ist (Art. 20 Abs. 1 Bst. b und c der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags [Dublin-II-VO]; E-Mail des BFM vom 6. Juli 2010 an das Dublin-Office Italiens,
dass der auf Beschwerdeebene vorgebrachte Wunsch des , sich einige Monate lang in der Schweiz aufhalten zu dürfen, ohne Einfluss auf die Frage des zuständigen Staates ist,
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dass sein Aufenthalt und die Einreichung von Asylgesuchen in Italien unbestritten blieb, er keine erheblichen Einwände gegen seine  nach Italien erhoben hat und seine Aussagen, in Italien sei sein Asylgesuch noch nicht entschieden worden, er wisse nicht, wo er sich in Italien aufhalten soll und er sei mittlerweile krank, zufolge Irrelevanz beziehungsweise Unsubstanziiertheit unbeachtlich sind,
dass Italien unter anderem Signatarstaat der EMRK und des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, dieses Land werde sich im vorliegenden Fall nicht an die aus diesen Übereinkommen resultierenden Verpflichtungen halten,
dass allfällige Verletzungen von Verpflichtungen über die internen Rechtswege in Italien und beim Europäischen Gerichtshof für  (EGMR) gerügt werden können,
dass gemäss Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin- betreffend Unterbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich neben den staatlichen  auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,
dass der Beschwerdeführer über eine bis November 2010 gültige  und Bezugspersonen in Italien verfügt (A1 S. 6 f.),
dass unter diesen Umständen nicht ersichtlich ist, dass der  im Fall einer Rückkehr nach Italien in eine  Notlage geraten würde,
dass insgesamt weder Anhaltspunkte für eine Verletzung der durch die EMRK garantierten Rechte durch Italien noch humanitäre Gründe nach Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vorliegen, die für einen Selbsteintritt im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO sprechen,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG),
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dass im Rahmen eines Dublin-Verfahrens – einem  in den für die Prüfung des Asylgesuchs zuständigen Staat – systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] und sich die Frage nach dem Bestehen von  in Dublin-Verfahren regelmässig bereits als  (und nicht erst als Regelfolge) des  darstellt und demnach im Rahmen der Prüfung des  zu beantworten ist,
dass das Selbsteintrittsrecht vorliegend, wie ausgeführt, nicht zur  gelangt, und dass in diesem Sinne die Vorinstanz den  der Wegweisung nach Italien zu Recht angeordnet hat,
dass Abklärungs- und Begründungstiefe des BFM sachgerecht und rechtsgenüglich ausgefallen sind und es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung  verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder  feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG),  die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass sein Begehren, es sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren, aufgrund des Direktentscheides in der Hauptsache ebenso  geworden ist wie der Antrag auf Verzicht einer ,
dass der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragt hat,
dass die Gewährung der unentgeltichen Rechtspflege unter anderem voraussetzt, dass sein Begehren nicht aussichtslos erscheint,
dass das Verfahren aufgrund der vorstehenden Erwägungen als  zu bezeichnen ist und das Gesuch um Gewährung der  Rechtspflege abzuweisen ist,
dass bei diesem Verfahrensausgang die Kosten von Fr. 600.− (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind.
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