Decision ID: bab8e7ce-ae5d-580c-9d1c-486a112b645b
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge
im Oktober des Jahres 2011 verliess und sich bis zu seiner Weiterreise in
die Schweiz in Italien aufhielt, ohne dort registriert worden zu sein,
dass er am 25. Januar 2012 in die Schweiz gelangte und gleichentags
um Asyl nachsuchte,
dass er anlässlich der Befragung vom 1. Februar 2012 und der Anhörung
nach Art. 29 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) am
6. November 2013 zur Begründung seines Asylgesuches namentlich gel-
tend machte, er sei in die Schweiz gekommen, weil er in seinem Heimat-
staat keine wirtschaftliche Perspektive gehabt habe, er habe dort nie eine
sichere Anstellung respektive nur Arbeit auf dem Schwarzmarkt erhalten
(vgl. BFM-act. A7/9 S. 6 f. Ziffn. 7.01 und 7.02 i.V.m. BFM-act. A26/10
S. 5 f. F und A 34 bis 36 und F und A 44),
dass das BFM mit Verfügung vom 15. November 2013 – eröffnet am
18. November 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 AsylG auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung
aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete,
dass das Bundesamt zur Begründung des Entscheids im Wesentlichen
ausführte, auf ein Asylgesuch werde in Anwendung von Art. 32 Abs. 1
AsylG nicht eingetreten, wenn ein Gesuchsteller kein Asylgesuch im Sin-
ne von Art. 18 AsylG stelle,
dass ein solches erst dann vorliege, wenn die betroffene Person in ir-
gendeiner Weise zu erkennen gebe, sie ersuche die Schweiz um Schutz
vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG oder Art. 3 der Konvention vom
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-
ten (EMRK, SR 0.101),
dass der Beschwerdeführer einzig geltend gemacht habe, Tunesien ver-
lassen zu haben, weil er dort keine gut bezahlte Arbeit gefunden habe,
dass er damit lediglich wirtschaftliche Gründe für die Ausreise aus seinem
Heimatland geltend gemacht habe, womit es sich nicht um ein Asylge-
such im oben genannten Sinne handle,
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dass folglich auf das Asylgesuch in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 AsylG
nicht einzutreten und in der Folge gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG seine
Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei,
dass der Vollzug der Wegweisung sich zudem als zulässig, zumutbar und
technisch möglich sowie praktisch durchführbar erweise,
dass der Beschwerdeführer am 25. November 2013 gegen diesen Ent-
scheid mittels seines Rechtsvertreters Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht erheben und in materieller Hinsicht beantragen liess, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, auf sein Gesuch einzutreten, eventualiter sei von der Weg-
weisung abzusehen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung, um Beiordnung einer unentgeltlichen Rechtsvertre-
tung mit dem Unterzeichneten und um Bestätigung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde ersuchte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 28. November 2013 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah-
rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM
entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), eine solche Aus-
nahme jedoch nicht vorliegt,
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-
tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6
AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG
und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32–35 und Art. 35a Abs. 2 AsylG), die Beurteilungskompetenz
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE
2011/9 E. 5 S. 116),
dass sich die Beschwerdeinstanz demnach – sofern sie den Nichteintre-
tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiel-
len Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache
zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist,
dass die Vorinstanz demgegenüber die Frage der Wegweisung sowie des
Wegweisungsvollzuges materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesver-
waltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat (vgl. Art. 42 AsylG,
Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG),
weshalb dem Beschwerdeführer die aufschiebende Wirkung der Be-
schwerde bestätigt werden kann,
dass das Bundesverwaltungsgericht über offensichtlich unbegründete Be-
schwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines
zweiten Richters entscheidet (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorlie-
gend, wie nachstehend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb auf
einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
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dass nach Art. 32 Abs. 1 AsylG auf Gesuche, welche die Voraussetzun-
gen von Art. 18 AsylG nicht erfüllen, nicht eingetreten wird,
dass nach Art. 18 AsylG als Asylgesuch jede Äusserung gilt, mit der eine
Person zu erkennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung
nachsucht,
dass dabei praxisgemäss von einem weiten Verfolgungsbegriff auszuge-
hen ist, der neben den in Art. 3 AsylG genannten Gründen auch Wegwei-
sungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83
Abs. 2–4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) umfasst,
dass der Geltungsbereich des weiten Verfolgungsbegriffs allerdings auf
erlittene oder befürchtete Benachteiligungen, die direkt oder indirekt von
Menschen ausgehen, eingeschränkt ist und somit vom weiten Verfol-
gungsbegriff einerseits Wegweisungshindernisse ausgeschlossen sind,
die allein in der Person oder deren persönlichen Lebenssituation fussen,
sowie andererseits Ereignisse höherer Gewalt, die nicht von Menschen-
hand verursacht wurden,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches angab,
den Heimatstaat ausschliesslich aus wirtschaftlichen Gründen und in der
Hoffnung auf eine bessere Zukunftsperspektive verlassen zu haben (vgl.
act. A26/10 S. 5 F und A 34 bis 36), und er auch auf konkrete Nachfrage
explizit vorbrachte, keine weiteren Ausreise- oder Asylgründe zu haben
(vgl. act. A 26/10 S. 6 F und A 44),
dass mithin keine Hinweise auf eine Verfolgung im weiten Sinne von
Art. 18 AsylG vorliegen, und das BFM zu Recht in Anwendung von Art. 32
Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-
ten ist,
dass auch die nicht näher präzisierte Aussage in der Beschwerde, der tu-
nesische Staat sei seit den revolutionären Umwälzungen im Jahr 2011
nicht mehr in der Lage gewesen, seine Bürger – so auch den Beschwer-
deführer – vor Übergriffen seitens privater Machthaber zu schützen, so-
wie die pauschale Behauptung, der Beschwerdeführer sei "aufgrund der
aktuellen politischen Situation in seinem Heimatland an Leib und Leben
bedroht" (a.a.O., S. 4 Ziff. 2.2.1 und S. 5 oben Ziff. 2.2.2), zu keiner ande-
ren Beurteilung führen,
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dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Befragungen durch die
Schweizer Asylbehörden verneint hat, nebst seinen wirtschaftlichen Moti-
ven weitere Ausreisegründe zu haben,
dass bei dieser Sachlage der Antrag des Rechtsvertreters, das BFM sei
anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten beziehungsweise dessen
Fluchtgründe ordentlich zu prüfen (Beschwerde S. 4 Ziff. 2.2.1 Abs. 2),
abzuweisen ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kan-
ton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf
Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im
Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde (BVGE 2009/50 E. 9),
dass die Vorinstanz ferner den Vollzug der Wegweisung zu Recht und mit
zutreffender Begründung – auf welche verwiesen werden kann – als zu-
lässig, zumutbar und möglich erachtete,
dass sich aus den Akten insbesondere keine Anhaltspunkte dafür erge-
ben, dem Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in den Heimat-
staat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbo-
tene Strafe oder Behandlung drohen,
dass allein aufgrund der allgemeinen Menschenrechtssituation und der
politisch-wirtschaftlichen Lage in Tunesien nicht von der generellen Un-
zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung auszugehen ist,
dass der junge und – soweit aktenkundig – gesunde Beschwerdeführer
im Heimatstaat über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt, weshalb da-
von ausgegangen werden kann, dass er bei einer Rückkehr in den Hei-
matstaat auf die Hilfe seiner Familie zählen kann und nicht in eine exi-
stenzielle Notlage geraten wird,
dass es dem Beschwerdeführer zudem zuzumuten ist, sich in seinem
Heimatstaat wieder eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen, zu-
mal er eigenen Angaben gemäss vor seiner Ausreise im Baugewerbe und
als Automechaniker tätig war (vgl. act. A26/10 S. 5 F und A 35),
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-
staat schliesslich auch möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
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hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl.
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515),
dass entsprechend den vorstehenden Erwägungen auch der von der Vor-
instanz verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht gelungen ist,
darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt,
den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
oder unangemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist,
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist, da die Beschwer-
debegehren als aussichtslos zu bezeichnen sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1
und 5 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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