Decision ID: 55f8b03c-c1bb-572c-acdb-70a55951ca95
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der am 18. Januar 1954 geborene
X._
trat der Pensionskasse Stadt Zürich am 1. Oktober 2014 bei (Urk. 10/1 und Urk. 10/6
-10
). Am 18. Dezember 2018 teilte er der Pensionskasse Stadt Zürich
telefonisch mit
, dass er den Frage
bogen für die Altersleistungen, welcher ihm im Hinblick auf seine ordentliche Pensionierung per 31. Januar 2019 zugestellt worden sei, aufgrund eines Spital
aufenthalts erst in 14 Tagen zurücksenden könne (Urk. 10/11). Den Fragebogen unterzeichnete er schliesslich am 11. Januar 2019 und liess ihn der Pensionskasse Stadt Zürich zukommen (Urk. 10/
12 letzte Seite)
.
Am 16. Januar 2019 wurde
X._
die Höhe seiner
monatlichen
Altersrente mitgeteilt (Urk. 10/12). Mit Schreiben vom 19. Januar 2019
erhob
X._
dagegen Einsprache und
stellte den Antrag, aufgrund seines Gesundheitszustandes sei ihm eine Kapital
auszahlung zu gewähren.
Er verwies auf die beigelegten Arztberichte. Diesen war zu entnehmen, dass
X._
vom 18. bis 2
8.
Dezember 2018 in der Klinik
Y._
hospitalisiert
war
und
sich
einer Operation unterziehen lassen
musste
. Es wurde die Diagnose eines
Bronchuskarzinoms
ausgehend vom linken Oberlap
pen, Typ Plattenepithelkarzinom, klinisches Stadium IV, gestellt
. Eine Weiterbe
handlung wurde in der Onkologie des Spitals
Z._
vorgesehen
(Urk. 10/13). Die Pensionskasse Stadt Zürich wies die Einsprache mit Entscheid vom 25. Januar 2019 ab. Gestützt auf Art. 33a Abs. 4 des Vorsorgereglements müsse der Antrag auf
Ausrichtung eines
Kapitalbezug
s
spätestens drei Monate vor dem Altersrück
tritt mitgeteilt werden. Diese Frist habe
X._
nicht eingehalten, weshalb seinem Wunsch nicht mehr entsprochen werden könne (Urk. 10/14).
Mit Eingabe vom 2. Februar 2019 erhob
X._
Klage gegen die Pensions
kasse Stadt Zürich und beantragte, es sei ihm ein Kapitalbezug seiner Pensions
kassenguthaben zu
gewähren
(Urk. 1). Am 20. Februar 2019 reichte
er
eine wei
tere Eingabe zu den Akten (Urk. 5). Die Beklagte stellte in ihrer Klageantwort vom 7. März 2019 den Antrag auf Abweisung der Klage (Urk. 9), worüber der Kläger mit Verfügung vom 14. März 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 37 des Bundesgesetzes
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) werden
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenleis
tungen in der Regel als Rente ausgerichtet
(Abs. 1)
.
Der Versicherte kann
aber
verlangen, dass ihm ein Viertel seines Altersguthabens, das für die Berechnung
der tatsächlich b
ezogenen Altersleistungen (Art. 13 und Art. 13a
) massgebend ist, als einmalige Kapitalabfi
ndung ausgerichtet wird (Abs. 2).
Die Vorsorgeeinrich
tung kann an Stelle der Rente eine Kapitalabfindung ausrichten, wenn die Alters- oder di
e Invalidenrente weniger als 10
Prozent, die Witwen-
oder Witwerrente weniger als 6
Prozent ode
r die Waisenrente weniger als 2
Prozent der Mindestal
tersrente der AHV beträgt
(Abs. 3).
Die Vorsorgeeinrichtung kann in ihrem Reg
lement vorsehen, dass:
a.
die Anspruchsberechtigten eine Kapitalabfindung an Stelle einer Alters-, Hinterlassenen- oder Invalidenrente wählen können;
b.
die Anspruchsberechtigten eine bestimmte Frist für die Geltendmachung der Kapital
abfindung einhalten müssen
(Abs. 4)
.
1.2
In Art. 33a des Vorsorgereglements
2018 stellt die
Pensionskasse Stadt Zürich Regeln zum Kapitalbezug
und das entsprechende Wahlrecht
auf
.
Gemäss
Absatz
4 haben die Versicherten der Pensionskasse den Umfang des Kapitalbezugs spätes
tens 3 Monate vor dem Altersrücktritt mitzuteilen.
2.
2.1
Der Kläger
brachte vor
, er beantrage
die Ausrichtung eines
Kapitalbezug
s
auf
grund seiner akut aufgetretenen Erkrankung. Im Dezember 2018 habe er sich einer Operation unterziehen lassen müssen. Der behandelnde Arzt gehe von einer Verkürzung der Lebenserwartung aus.
Er
(der Kläger)
räume zwar ein, dass er die Frist von drei Monaten deutlich verpasst habe, denn es habe (vor der
ärztlichen Behandlung
) kein Wunsch zum Kapitalbezug bestanden; er habe sich wohl und gesund gefühlt – abgesehen von einer dauerhaften Müdigkeit. Er appelliere aber dennoch an das Gericht, den nachhaltig beeinträchtigten Gesundheitszustand zu berücksichtigen (Urk. 1). In der Eingabe vom 20. Februar 2019 führte der Kläger sodann aus, es handle sich beim Kapitalbezug der Pensionskasse nicht um einen Konsumkredit. Ihm seien schon jetzt im Verhältnis zu seinen finanziellen Mög
lichkeiten hohe Behandlungskosten entstanden. Es beginne die Chemotherapie verbunden mit Laboruntersuchungen. Er sei daher auf den Kapitalbezug ange
wiesen (Urk. 5).
2.
2
Die Beklagte beantragte die Abweisung der Klage unter Verweis auf Art. 37 BVG sowie
Art. 33a des
Vorsorgereglements und machte geltend, der Kläger habe sein Wahlrecht nicht fristgerecht ausgeübt (Urk. 9).
3.
Die Beklagte durfte die Geltendmachung des Kapitalbezugs
in ihrem Reglement gemäss Art. 37 Abs. 4
lit
. b BVG an eine Frist knüpfen. Dass der Kläger diese Frist
nicht eingehalten
hat, steht ausser Frage. Er räumt
e
dies auch selbst ein.
Eine Ausnahmeregelung für Härtefälle ist nicht vorgesehen. Dementsprechend können die Umstände, welche zur
verspäteten Geltendmachung geführt haben,
bei allem Verständnis für die Situation des Klägers
nicht berücksichtigt werden.
4.
Nach dem Gesagten ist die Klage abzuweisen.