Decision ID: 6a0d87c1-f057-42cf-a88e-4411b8b2adbd
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
vollendete am 2
0.
Juni
2019
sein
6
5.
Altersjahr. Auf seine Anmel
dung für eine Altersrente hin
(
Urk.
6/1)
,
teilte
ihm die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
einen Anspruch auf
eine ordentliche
Altersrente
ab Juli 2019
von monatlich
Fr.
1'89
0.
--
mit
[
Verfügung vom 2
8.
März 2019 (
Urk.
6/13)
]
.
Gleichentags erklärte
die
Ausgleichskasse, dass sie weitere Abklärungen hinsichtlich Rente aus einem EU-EFTA-Staat
und Versi
cherungsdauer im Ausland
tätige
(
Urk.
6/15).
Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2019 (
Urk.
6/40) teilte die Ausgleichskasse dem Versicherten
mit,
da
er sich im
Jahr 1984 im
Ausland aufgehalten habe,
sei
das Einkommen
zuerst
fälschlicher
weise für d
as ganze Jahr
, anstatt
nur
für die Monate
von August bis Dezember 1984
– die Zeit seiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz - berücksichtigt worden
.
Die Neuberechnung führe
leider
rückwirkend zu einer tieferen monatlichen Altersrente
in der Höhe
von
Fr.
1'846.-- und es entstehe eine Rückforderung von
Fr.
264
.
-- zu ihren Gunsten
.
Die d
agegen erhob
ene Einsprache vom
5.
Januar 2020
(
Urk.
6/44)
wies die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Januar 2020
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
3.
Februar 2020 Beschwerde
(
Urk.
1) mit den Anträgen
,
d
er
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Jan
uar
2020 s
ei als ungültig zu an
nul
lieren
(1) die Verfügung vom 28. März 2019 als weiterhin gültig zu erklären (2) und die seit Januar 2020 bis zum Datum des Entscheides dieser Beschwerde zu wenig überwiesenen AHV-Beiträge seien nachzuzahlen (3).
Die Beschwerde
gegnerin beantragt
e mit Beschwerdeantwort vom 25.
Februar 2020 die Abwei
sung der Beschwer
de (
Urk.
5).
Nach Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
7) hielt der Beschwerdeführer mi
t Replik vom 12.
März 2020
(
Urk.
9)
an seinem Rechtsbegehren
unter Stellung weiterer Anträge (4 und 5; Ausserkraft
setzung von Art. 50 AHVV und Anpassen der Formulierung der Wegleitung über die Renten RWL)
fest,
während die Beschwerdegegnerin am 2
7.
März 2020 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (
Urk.
12)
. Dies wurde
dem Beschwerde
führer am 3
0.
März 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 29 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHVG)
haben Anspruch auf eine ordentliche Alters- und
Hinter
lassenenrente
die rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können, oder ihre Hinterlassenen.
1.2
Die ordentlichen Renten der AHV und IV gelangen als Vollrenten oder Teilrenten zur Ausrichtung, wobei Anspruch auf die volle Rente besteht, wenn die Bei
tragsdauer vollständig ist (Art. 29 Abs. 2 AHVG). Die Beitragsdauer ist vollstän
dig, wenn eine Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29
ter
Abs. 1 AHVG), wobei gemäss Art. 29
ter
Abs. 2 AHVG als Beitragsjahre Zeiten gelten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (
lit
. a), in welchen der Ehegatte gemäss Artikel 3 Absatz 3 AHVG mindestens den doppelten Mindest
beitrag entrichtet hat (
lit
. b) oder für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (
lit
. c). Bei unvollständiger Beitragsdauer besteht Anspruch auf eine Teilrente, entsprechend dem gerundeten Verhältnis zwischen den vollen Beitragsjahren der versicherten Person und denjenigen ihres Jahr
gan
ges (Art. 38 Abs. 2 AHVG).
1.3
Ein volles Beitragsjahr liegt vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von
Art.
1a oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von
Art.
29
ter
Abs.
2
lit
. b und c AHVG aufweist (
Art.
50 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenversicherung
[AHVV]). Für die Rentenberechnung anzurechnende Bei
tragszeiten stellen demnach Versicherungszeiten dar (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 253/03 vom 1
6.
Januar 2004, H 176/03 vom 1
9.
Oktober 2005).
Obligatorisch versichert nach Massgabe des AHVG sind natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (
Art.
1a
Abs.
1
lit
. a AHVG) und natürliche Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (
Art.
1a
Abs.
1
lit
. b AHVG). Schweizer Bürger, die im Ausland tätig sind, sind lediglich in besonderen Fall-konstellationen der obligatorischen Versicherung unterstellt (vgl.
Art.
1a
Abs.
1
lit
. c
AHVG [Personen im Dienste der Eidgenossenschaft, gewisser internationaler Organisationen und bestimmter Hilfsorganisationen]). In
Art.
1a
Abs.
3 und 4 AHVG wird gere
gelt, unter welchen Bedingungen
die obligatorische Versicherung weitergeführt beziehungsweise ihr beigetreten werden kann.
1.4
Für jede beitragspflichtige versicherte Person werden individuelle Konten geführt, in welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben eingetragen werden (Art. 30
ter
AHVG und Art. 135 ff.
der
Verordnung über die Alters- und
H
interlassenenversicherung
(AHVV
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den Entscheid (
Urk.
2) damit, dass sich die Rente aufgrund eines massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens von
Fr.
52'614.-- aus einer Beitragsdauer von 42 Jahren und 6 Monaten nach der Rentenskala 42 berechne.
Der Beschwerdeführer habe vom
5.
Juli 1979 bis 3.
August 1984
den Wohnsitz im Ausland,
in Dänemark
,
gehabt und sei w
ährend dieser Zeitperiode
in der schweizerischen AHV nicht versichert gewesen und habe daher auch keine AHV Beiträge einzahlen müssen. Da
er aber
bereits vor dem 1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres
gearbeitet habe, hätten ihm
diese Einkommen als sogenannte
Jugendjahre für einen Teil der Beitragslücken ange
rechnet werden können.
Dabei reiche es zum Füllen der Beitragslücken bei Wohn
sitz im Ausland nicht, dass
die jährlichen Mindestbeiträge der AHV
erfüllt seien
. U
m ein Beitragsjahr
schliessen
zu können
müsse
diesfalls
die
Füllung der Lücken
mit monatlichen Einkommen der Jugendjahre möglich sein.
Vorliegend
seien
a
uch
die beitragspflichtigen Monate vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters, Janu
a
r
bis Juni 2019,
noch
zur Schliessung der Beitragslücken verwendet worden. Trotz
dem
verbleibe aber noch eine Beitragslücke von August 1982 bis Januar 1984 bestehen.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt
(
Urk.
1 S. 2 f
f
.)
, die während d
es Auslandaufenthaltes von
circa
Jun
i
1979 bis
circa
Jul
i
1984 entstanden
en
Lücken seien anders zu schliessen. Da er im Jahr 1979
Fr.
12'647.--
abgerechnet habe und dieser Betrag über dem Minimalbetrag liege
,
habe kein
Fehljahr
bestanden.
Dasselbe gelte für das Jahr 198
4.
Er habe mit der A
ufnahme der Erwerbstätigkeit im
Juni
1984 in diesem Jahr mehr als den Mindestbeitrag erreicht, weshalb auch
dieses
Jahr ein vollwertig anzurechnendes Beitragsjahr darstelle. Die Jahre 1980, 1981 und 1982 seien mit den Jugendjahren 1972, 1973,1974 zu schliessen
,
sodass
das Jahr
1983
das einzige
Fehljahr
sei.
2.3
St
rittig und zu prüfen ist,
ob die Zusprechung einer Te
ilrente basierend auf einer Beitragszeit von 42 Jahren und 6
Monaten durch die Beschwerdegegnerin rech
tens ist.
Dabei zog
der Beschwerdeführer
die Rentenberechnung der Aus
gleichskasse
an sich
zu Recht nicht in Zweifel; es sind denn auch keine Anzeichen für eigentliche Berechnungsfehler ersichtlich.
Unumstritten ist sodann, dass der Beschwerde
füh
rer
während
seines Wohnsitzes im Ausland (Dänemark)
von
Juni 1979 bis Jul
i 1984
weder
der obligatorischen noch
der
freiwilligen Versicherung
der schweize
rischen
Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV)
unterstellt
war und dem
entsprechend in dieser Zeit auch keine AHV-Beiträge entrichtet hat.
Einzig z
u prüfen ist
folglich
, wie
die aufgrund des Auslandaufenthalts entstanden
en
Versi
cherungslücke
n
mit
Jugendjahre
n
und
mit
den
beitragspflichtigen Monate
n
im Jahr des
Erreichen
s
des ordentlichen Rentenalters
zu schliessen sind.
3.
3.1
Im Formular «Anmeldung
für eine Altersrente» (
Urk.
6/1
Ziff.
6.1) erklärte d
e
r Beschwer
deführer
unter ande
rem, dass er in den Jahren 1979 bis
1985
seinen
Wohnsitz ausserhalb der Schweiz hatte, nämlich in
Dänemark
.
D
en weiteren Unterlagen ist zu entnehmen, dass der
Wegzug nach Kopenhagen
am
4.
Juli 1979 und
der
Zuzug in die Schweiz am
4.
August 1984
erfolgte
(
Urk.
6/7
). Der
Be
schwerdeführer
stellte sich jedoch auf den S
tandpunkt, dass
er
im Jahr des Weg
zugs 1979 als auch im Jahr des Zuzugs
1984
ein b
eitragspflichtiges Einkommen, welches
über dem
Minimalbeitrag von Fr.
2
'
000.-- liege, erzielt
habe
und dem
zufolge
seine Beitragspflicht im Jahr 1979
und 1984 erfüllt
sei
(
Urk.
1
S. 3
).
Aus dem
Acor
-Berechnungsblatt (
Urk.
6/11-4
) und dem Auszug aus dem
Indivi
du
ellen Konto (
Urk.
6/3-2
) ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
im Jahr 1
979
tatsächlich ein beitrag
spflichtiges Einkommen von
Fr.
12'467.
--
und im Jahr 1984 ein solches von
Fr.
20'250.--
erzielt hat; allerdings stammt dieses Einkom
men
im Jahr 1979
lediglich aus den Monaten
Januar bis April (vgl.
Urk.
6/29
-1
)
respektive im Jahr 1984 aus den Monaten August bis Dezember (vgl.
Urk.
6/29
-2
)
. Da der
Beschwerdeführer
seinen Wohnsitz
vom
5.
Juli
1979
bis
3.
August
1984
in
Dänemark hatte, liegen in diesen Jahren
kein
e vollen
Beitragsjahr
e im Sinne des oben in E.
1.3
Ausgeführten vor. Da
ran ändert der Umstand, dass
er
in den Monaten
seiner
Erwerbstätigkeit
in diesen Jahren
ein das damalige Minimal
einkommen
über
steigendes Einkommen
erzielte, nichts. Es können ihm
(mangels Wohnsitzes in der Schweiz) nämlich im Jahr 19
79 nur sieben Monate (
Januar bis
Juli 1979) und im Jahr 1984
nur
fünf
Monate
(August bis Dezember)
Versi
che
rungszeit
angerechnet werden, da er in den übrigen Monaten dieser Jahre
mangels
Wohnsi
t
z
es
nicht in der schweizerischen
Alters- und
Hinterlassenenversicherung
versichert war.
Damit
liegt auch keine
ähnlich
oder
gleich
gelagerte
Konstellation
wie
bei Schülern, Studenten und anderen bloss Teilzeit- oder Nichterwerbstätigen
vor
, welche lediglich den jährlichen Mindestbetrag
abgerechnet haben
,
obwohl
sie nicht oder lediglich
sporadisch
gearbeitet haben. D
enn in all diesen
Fällen
er
füllen
die
Versicherten die
Wohnsitzvoraussetzungen
während des ganzen Jahres
.
Die
Berücksichtigung der
versicherten
Monate (sowie
der
erzielten Einkommen) bei
der Rentenberechnung und
die Vorge
hensweise, wie sie von der Beschwerde
gegnerin
im
Einspracheentscheid
(und der Verfügung vom 20. Dezember 2019)
vorgenommen und
dem Beschwerdeführer
in der Vernehmlassung (vgl.
Urk.
5) nochmals detailliert
aufgezeigt
wurden,
erweist sich
in allen Punkten
als rechtens
,
weshalb – um Wiederholungen zu vermeiden – hier darauf vollumfänglich ver
wiesen werden kann
.
3.2
Aus dem Ge
sagten folgt, dass die Rügen des
Beschwerdeführer
s unbegründet sind
.
Auch sonst bestehen
keine Anzeichen, die Zweifel an der Korrektheit der Ren
te
nberechnung wec
k
en.
Was Antrag 3 des Beschwerdeführers betrifft (Urk. 15.3) ist dieser schliesslich auf Art. 16 Abs. 1 AHVG (Verjährung) hinzuweisen. Die Anträge 4 und 5 (Urk. 9 S. 2) liegen nicht in der Kompetenz des Gerichts, sodass sich weitere Erörterungen auch dazu erübrigen.
D
ie Beschwerde
ist damit abzu
weisen.