Decision ID: 3d57463e-a1ff-4046-a435-521faad40b42
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1968, war seit dem 1. Januar 2010 als Mitar
beiterin der Y._ angestellt und über ihre Arbeitgeberin bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 9. Juli 2012 auf das Tram wartete und von einem schnell vorbeirennenden Mann von hinten nach vorne zu Boden gestossen wurde. Sie prallte mit dem Kopf auf den Boden und verlor das Bewusstsein. Der Rettungsdienst brachte sie ins Z._ (Urk. 8/13). Die gleichentags durchgeführten com
putertomographischen Untersuchungen der Halswirbelsäule und des Schädels ergaben keine Hinweise für Frakturen oder strukturelle Läsionen (Urk. 8/17 und 8/54). Es wurden ein leichtes Schädelhirntrauma (Grad I nach Tönnis und Loew), rezidivierende Sturzanfälle seit 2005 und der Verdacht auf eine mit
telgradige depressive Episode diagnostiziert (Urk. 8/24) und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 12. Juli 2012 bescheinigt (Urk. 8/15). Darüber wurde die Suva mit Schadenmeldung vom 23. Juli 2012 in Kenntnis gesetzt (Urk. 8/2), worauf sie die Heilbehandlungskosten übernahm und der Versi
cherten ab dem 12. Juli 2012 Taggelder aus
richtete (vgl. Urk. 8/7 und 8/8).
In der Folge nahm die Suva zahlreiche medizinische Unterlagen zu den Akten (vgl. Urk. 8/18, 8/25, 8/28, 8/32, 8/33, 8/38, 8/39 und 8/42). Die Versi
cherte teilte der Suva mit Schreiben vom 6. Dezember 2012 mit, sie habe am 20. August 2012 ihre Arbeit wieder aufgenommen und das Pensum entspre
chend den der Suva zugesandten Arztzeugnissen allmählich wieder erhöht. Seit dem 1. Dezember 2012 sei sie wieder im angestammten Pensum von 80 % arbeitsfähig (Urk. 8/42 S. 3). Am 13. Dezember 2012 erklärte sie ge
gen
über einer Mitarbeiterin der Suva, es gehe ihr zwar besser, sie leide aber nach wie vor unter einer Stresssituation und habe Probleme mit der Kon
zentration, mit dem Lärm und der Hektik in den Trams etc. Neben dem Unfall vom 9. Juli 2012 spielten aber auch andere Faktoren mit (Umorganisation, Ge
rüchte, Mobbing etc. am Arbeitsplatz). Sie befinde sich in psychologischer Betreuung. Die Kosten liefen über die Krankenkasse, da sie nicht sagen könne, dass nur der Unfall an ihrem seelischen Zustand schuld sei. Seit dem 1. Dezember 2012 bestehe wieder volle Arbeitsfähigkeit. Dies gehe gut, sie sei selber erstaunt, dass sie wieder die volle Leistung bringe, auch wenn es mit der Konzentration etwas schwierig sei (Urk. 8/40).
Mit E-Mail vom 2. Mai 2013 wandte sich die Versicherte erneut an die Suva und machte geltend, sie leide weiterhin an Problemen bei der Wortfindung und an einer Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. Ihr Hausarzt habe ihr deshalb eine neuropsychologische Abklärung bei Dr. phil. A._ im Neuropsychologischen Ambulatorium empfohlen, für die sie um eine Kostengutsprache der Suva ersuche (Urk. 8/44). Nach dem Ein
gang eines entsprechenden Berichts des Hausarztes Dr. med. B._, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 10. Mai 2013 (Urk. 8/45), erteilte die
Suva am 23. Mai 2013 die beantragte Kostengutsprache (Urk. 8/46). Die Unt
er
su
chungen durch Dr. phil. A._ fanden am 17. und 19. Juni statt und die neuropsychologische Beurteilung wurde am 3. Juli 2013 erstattet (Urk. 8/47 bzw. Urk. 8/50).
Am 14. Februar 2014 erklärte die Versicherte einer Mitarbeiterin der Suva telefonisch, sie habe einen neuen Unfall erlitten. Sie sei von einer Katze ge
bissen worden und habe eine Blutvergiftung bekommen. Betreffend die Fol
gen des Unfalles vom 9. Juli 2012 sei sie nicht mehr in Behandlung. Es sei nach wie vor schwierig mit der Konzentration und dies sei nicht jeden Tag gleich. Ihre Arbeit könne sie ohne Einschränkungen ausführen (Urk. 8/51).
Auf Veranlassung der Suva wurde am 26. März 2014 eine Magnetreso
nanz
to
mographie mit suszeptibilitätsgewichteter Bildgebung durchgeführt (Urk. 8/58
; vgl. auch Urk. 8/49). Überdies wurden Arztberichte aus der Zeit vor dem Unfallereignis vom 9. Juli 2012 (Urk. 8/60 und 8/63) und weitere medizinische Unterlagen (Urk. 8/64-67) beigezogen. Am 11. Dezember 2014 nahm Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Neu
rologie, vom Kom
pe
tenzzentrum Versicherungsmedizin der Suva eine neu
rologische Aktenbeur
teilung vor (Urk. 8/71). Dazu nahm die Versicherte am 18. März 2015 schrift
lich Stellung (Urk. 8/76). Mit Verfügung vom 24. März 2015 verneinte die Suva einen weiteren Anspruch auf Versicherungsleistun
gen, da die Folgen des Sturzes vom 9. Juli 2012 spätestens am 1. Dezember 2012 ausgeheilt gewesen seien und eine weitere unfallbedingte Behandlung nicht mehr not
wendig sei (Urk. 8/79). Dagegen liess die Versicherte am 2. April 2015 Einsprache erheben (Urk. 8/81), die am 5. Mai 2015 ergänzend begründet wurde (Urk. 8/83). In der Folge wurden die Vorbemerkungen zum streng vertraulichen Aufhebungsvertrag vom Januar 2015 betreffend das seit dem 1. Januar 2010 bestehende Arbeitsverhältnis nachgereicht (Urk. 8/88). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 16. Juli 2015 ab (Urk. 2 = 8/90). Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 15).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Juli 2015 liess die Versicherte, ver
tre
ten durch Rechtsanwalt Martin Halblützel, mit Eingabe vom 14. September 2015 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihr die Leistungen gemäss UVG, ins
besondere Heil
behandlungen und Taggeldleistungen, über den 30. November 2012 hinaus zu gewähren. Es sei ein polydisziplinäres Gutachten in den Dis
ziplinen Allge
meine/Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie und Neuropsy
chologie betref
fend
unfallkausale Beschwerden seit dem 30. November 2012 zu veranlassen. Nach allfälligem Fallabschluss sei der Anspruch auf weiter
führende Leis
tung
en (Rente, Integritätsentschädi
gung) zu prüfen und geson
dert darüber zu verfügen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (Urk. 1 S. 2). Zusam
men mit der Beschwerdeschrift wurden diverse Unterlagen neu eingereicht (Urk. 3/3-5). Die Beschwerdegeg
nerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2015 die Abwei
sung der Beschwer
de (Urk. 7). Die Replik wurde am 25. November 2015 er
stattet (Urk. 13). Am 7. Dezember 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 16). Davon wurde der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 9. Dezember 2015 Kenntnis gegeben (Urk. 17).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die im Beschwerdeverfah
ren neu eingereichten Unterlagen (Urk. 3/3-5) wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
de
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall
ereignete sich am 9. Juli 2012
, weshalb die bis
zum
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG wer
den
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun
fällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
1.4
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht er
forderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund
heit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versi
cher
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Stö
rung ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
gen
den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
de
n hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheits
schaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittel
bar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zu
stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Da
hinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
be
dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglich
keit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls
genügt nicht.
Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
ver
sicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leis
tungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heil
behandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtspre
chung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
ge
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
nis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Demgegenüber ist bei orga
nisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden zu unterscheiden, ob es sich um psychische Fehlentwicklungen nach Unfall han
delt, bei welchen die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen sind (soge
nannte Psycho-Praxis; vgl. BGE 115 V 133), oder ob ein Schleu
dertrauma, eine äquivalente Verletzung der Halswirbel
säule oder ein Schä
del-Hirntrauma vor
liegt, bei welchen auf eine Differen
zierung zwischen psy
chischen und physi
schen Komponenten zu verzichten
und eine gesamthafte Prüfung vorzunehmen ist (sogenannte Schleuder
trauma
-Praxis; vgl. BGE 134 V 109).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vor
überge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invali
den
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge
sund
heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
os
sen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwen
dung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verweigerung weiterer Versiche
rungs
leistungen im Wesentlichen damit, gestützt auf die Akten sei ab dem
1. Dezember
2012 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen. Wei
tere
Behandlungsmassnahmen, welche eine namhafte Besserung des Gesund
heitszustands und damit eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit er
warten liessen, erschienen nicht indiziert. Es seien denn auch keine weiteren unfall
bedingten medizinischen Behandlungs
massnahmen mehr durchgeführt oder verordnet worden. Vielmehr habe die Versicherte am 14. Februar 2014 tele
fonisch erklärt, betreffend den Unfall vom 9. Juli 2012 nicht mehr in Be
hand
lung zu sein.
Selbst wenn indessen eine weitere Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise Be
handlungsdürftigkeit bestünde, wäre zu beachten, dass die noch geklagten Beschwerden nicht objektivierbar seien, da es an einem organischen Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehle und auch kein entsprechendes neurologisches Korrelat festgestellt worden sei. Die von Dr. A._ erhobene leichte kognitive Funktionsstörung ohne neurologisch-organische Befunde sei nach der Rechtsprechung einer psychischen Beschwerde
proble
matik gleichzusetzen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts U 321/06 vom 25. April 2007 E. 4.1). Bei diesem Ergebnis erübrigten sich weitere Abklärun
gen.
Bereits vor dem Unfall vom 9. Juli 2012 hätten psychische Beschwerden vorgelegen. Die noch bestehenden subjektiv wahrgenommenen somatischen Restbeschwerden ohne entsprechendes objektivierbares Korrelat seien im Ver
gleich zur vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik stark in den Hintergrund gerückt. Der adäquate Kausalzusammen
hang sei deshalb unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall und damit nach der sogenannten Psycho-Praxis zu beurteilen. Dies müsse umso mehr gelten, als praxisgemäss bei einer bloss leichten traumatischen Hirn
verletzung (Commotio cerbri), welche nicht den Grenzbereich einer Hirn
prellung (Contusio cerebri) erreiche, der adäquate Kausalzusammenhang ebenfalls nach der sogenannten Psycho-Praxis zu beurteilen sei (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 28. Juli 2011 E. 2.1). Die Prü
fung der relevanten Kriterien ergebe, dass kein adäquater Kausalzusammen
hang zum Unfall vom 9. Juli 2012 vorhanden sei (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, auch nach dem 30. November 2012 hätten ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähig
keiten vorgelegen, was den im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Un
terlagen zu entnehmen sei (Urk. 1 S. 6 und 10, je mit Hinweis auf Urk. 3/3 und 3/4). Ihre telefonische Mitteilung vom 14. Februar 2014, sie befinde sich betreffend den Unfall vom 9. Juli 2012 nicht mehr in Behandlung, bedeute nicht, dass sie damals keine Beschwerden mehr gehabt habe und heute unter keinen Beschwerden leide (Urk. 1 S. 10).
Wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss komme, die weiteren Therapien seien aus rein krankheitsbedingten Gründen erfolgt, würdige sie den Sach
verhalt falsch und unvollständig. Die Sturzunfälle seit dem Unfall gingen je
weils mit einer plötzlich auftretenden Muskelschwäche einher, was vorher nicht der Fall gewesen sei. Zudem träten sie auch öfters als vor dem Unfall
auf. Die geklagten kognitiven und neuropsychologischen Beeinträchti
gungen
, die Übelkeit und die bifrontal betonten Kopfschmerzen hätten vor dem Unfall nicht bestanden. Auch die psychischen Beschwerden habe die Be
schwerde
gegnerin mit dem Hinweis ausgeklammert, sie seien schon vor dem Unfall
ereignis vorhanden gewesen. Sie habe diesbezüglich nicht gewürdigt, dass die entsprechenden Beschwerden nach dem Unfall vermehrt aufgetreten seien und der Beschwerdeführerin nach dem Unfall von Anfang an eine psy
cho
therapeutische Begleitung beziehungsweise im weiteren Verlauf sogar eine psychiatrische Behandlung empfohlen worden sei. Dass der Unfall bei dieser Ausgangslage zumindest eine teilkausale Ursache für die Beschwerden ge
wesen sei oder zumindest sein könnte, liege auf der Hand. Abklärungen zur Kausalität beziehungsweise zum Zusammenspiel von Vorzuständen und dem Unfall seien unterblieben (Urk. 1 S. 10 f.).
Mit dem Bericht von Dr. phil. A._ sei nicht nur erwiesen, dass die Beschwerdeführerin an neuropsychologischen Beschwerden leide und darüber hinaus nicht hinreichend abgeklärte und für die Festlegung der Arbeitsfähigkeit relevante somatische Beschwerden bestünden, sondern auch, dass von einer weiteren Behandlung eine Verbesserung des Gesundheits
zustands erwartet werden könne. An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage auch die Invalidenver
sicherung eine umfassende medizinische Untersuchung betreffend die Fach
be
reiche Allgemeine und Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie und Neu
ropsychologie als notwendig erachtet habe (Urk. 1 S. 13). Die Adäquanz
beurteilung beziehungsweise der Fallabschluss seien angesichts der vorhan
de
nen und zum Teil nicht hinreichend abgeklärten Behandlungsaussichten zu früh erfolgt (Urk. 1 S. 14). Selbst wenn nur noch eine kognitive Leistungs
störung bestünde, wäre nicht die sogenannte Psycho-Praxis anwendbar, son
dern eine normale Adäquanzprüfung vorzunehmen und ein adäquater Kau
salzusammenhang zu bejahen (Urk. 1 S. 15).
3.
3.1
Zum gesundheitlichen Vorzustand der Versicherten lässt sich den Akten ent
nehmen, dass sie sich am 21. November 2011 erstmals im interdisziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des Z._ vorstellte. Dort gab sie an, seit Dezember 2005 unter rezidivierenden Sturzattacken zu leiden, welche mit wenigen Ausnahmen mehrmals täglich (meist 1-2mal, maximal 25mal) aufträten. Nach einer chiropraktischen Be
handlung sei sie für einige Wochen anfallsfrei gewesen. In den Jahren 2009 und 2010 sei es zu einer Zunahme der Attacken gekommen, wobei sie einer vermehrten Stressbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt gewesen sei, zuletzt im Rahmen einer Mobbingsituation. Zu einer Zunahme der Attacken sei es auch bei Schlafmangel während der Telemetrie an der D._ gekommen. Die Attacken träten gelegentlich nach rascher Rechtsdrehung auf, einer Bewegung, die sie beim Kopieren am Arbeitsplatz ausführen müsse. Die Attacken kämen sehr selten im Sitzen vor, nie im Liegen, und träten in Phasen der Entspannung ebenso auf wie unter Stress (Urk. 8/63 S. 1).
Während der Attacken sei die Versicherte ohne Bewusstsein, danach meist rasch reorientiert. Sie müsse den Gesprächsverlauf allerdings erfragen. Sie fange einen Sturz häufig noch mit den Händen ab. Dadurch habe sie Schmerzen an den Händen und an den Unterarmen. Meist stürze sie nach rechts. Sie schlage sich manchmal die rechte Seite des Kopfes an und habe danach Kopfschmerzen und Schwindel. Auch Abschürfungen am Rücken, Commoti
ones und Knieschmerzen seien Sturzfolgen gewesen. Vor und nach den Stür
zen habe sie gelegentlich Zuckungen der rechten oberen Extremität, wodurch Dinge aus der Hand fielen und manchmal Schwierigkeiten mit dem Trinken bestünden. Sie verneine bilaterale Myoklonien und habe auch keinen Seces
sus und keinen Zungenbiss (Urk. 8/63 S. 1).
Zur Beurteilung wurde im Bericht vom 21. November 2012 festgehalten, eine sichere Zuordnung scheine nicht möglich. Eine epileptische Genese könne trotz negativem EEG nicht ausgeschlossen werden. Klinisch und im Unter
such ergäben sich keine Hinweise auf eine periphere oder zentrale vestibuläre Störung. Differentialdiagnostisch seien subcortikale Myoklonien zu diskutie
ren (Urk. 8/63 S. 2).
In einem weiteren Bericht vom 19. Januar 2012 wurde bemerkt, die Anzahl der Stürze habe sich unter Rivotril gebessert. Zuvor hätten 1-4 pro Tag statt
gefunden, aktuell gebe es lediglich noch einen pro Tag. Frakturen habe sich die Versicherte bei den Stürzen nie zugezogen. Meist stürze sie mittags, sie sei aber auch schon am Morgen gestützt. Es werde daher empfohlen, die Rivotril-Dosis neu auf den Morgen und den Abend zu verteilen und Mag
nesio
card einzunehmen, um die Überaktivität der Muskulatur positiv zu beein
flussen (Urk. 8/60 S. 1).
Die Versicherte selbst gab ferner an, sie habe sich bereits vor dem Unfall vom 9. Juli 2012 in psychiatrischer Behandlung befunden (Urk. 8/3 S. 2 und 8/67 S. 3 f.).
3.2
Am 9. Juli 2012 erhob der Rettungsdienst seinem Einsatzprotokoll zufolge einen unauffälligen Erstbefund und stellte keine Verletzungen fest. Zur Anamnese wurde ausgeführt, die Versicherte sei von hinten angerempelt und zu Boden geschubst worden. Laut Zeugen sei sie zu Boden geglitten und kurze Zeit bewusstlos gewesen (Urk. 8/13).
3.3
Im Austrittsbericht des Z._ vom 10. Juli 2012 wurden die folgenden Diagnosen festgehalten (Urk. 8/24 S. 1):
1.
Leichtes Schädelhirntrauma, Grad I nach Tönnis und Loew
-
ätiologisch: Sturz mit Schädelprellung nach Fremdeinwirkung (Stoss)
am 09.07.2012
-
klinisch: bifrontal betonte Kopfschmerzen, Nausea, fokal neurolo–gisch
unauffällig
-
CT Schädel/HWS 09.07.2012: kein intrazerebraler Substanzdefekt, de
generative Veränderungen C7/Th1, keine Fraktur
-
aktuell: unauffällige Commotio-Überwachung
2.
Rezidivierende Sturzanfälle seit 2005
-
ätiologisch: offen; Differentialdiagnose: negative (subkortikale) My
oklonien
-
Semiologie: ohne Prodromi Tonusverlust mit Sturz (Auffangen in
takt, eher Armverletzungen; meist nach rechts) und Bewusstseins
verlust für wenige Sekunden, max. 1 min., rasche Reorientierung; manchmal vor und nach Attacken Zuckungen der rechten Extre
mitäten; kein Secessus, kein Zungenbiss
-
Auslöser: nur im Sitzen/Stehen, nie im Liegen
-
Abklärungen mit EEG, EKG, Ergometrie, MRI Schädel und HWS/BWS ohne erklärende Befunde
-
seit Behandlung mit Rivotril und Magnesium Reduktion der Sturzfre
quenz von 2-4x/Tag auf 2-3x/Woche (fecit Prof. E._, Schwindelsprechstunde USZ)
-
aktuell: Häufung der Sturzanfälle, 4 Sturzanfälle am 09.07.2012
3.
Verdacht auf mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
-
berichtete Freud- und Antriebslosigkeit bei zunehmend psycho
sozia
len Belastungsfaktoren (beruflich, gesundheitlich)
-
gemäss Konsilium Psychiatrie am 09.07.2012; psychotherapeuti
sche Begleitung empfohlen, Kontaktnummern wurden abgegeben.
Am Morgen habe die Versicherte zunächst keine Schmerzen oder Schürfwun
den angegeben, weshalb sie ohne CT von der Notfallstation entlassen worden sei. Im Tagesverlauf sei es dann zu einem progredienten bifrontalen Kopf
schmerz gekommen, der als holozephal bis in den Rücken strahlend be
schrieben werde. Zusätzlich habe die Versicherte an progredienter Nausea ohne Emesis gelitten. Sie habe sich nur schwer konzentrieren können, sei emo
tional erschüttert gewesen und habe ein symmetrisches Kribbelgefühl perinasal und frontal verspürt, weshalb sie sich erneut auf der Notfallstation vorgestellt habe. Seit dem Trauma habe sie am Aufnahmetag noch drei wei
tere spontane Sturzepisoden erlitten, die jedoch anders verlaufen seien, als sie dies bislang erlebt habe. Bei einer Gehprobe mit Pflege und Arzt habe sie plötzlich bemerkt, dass ihre Beine schwächer würden, dass sie „wie besoffen“ sei und unsicher wie „auf einem Schiff“ laufe. Sie habe noch vier bis fünf Schritte gehen können, sei dann zusammengesackt und wieder kurzzeitig bewusstlos gewesen. Gemäss den Mitarbeitern der Unfallchirurgie seien die Augen hierbei geschlossen gewesen, nach Sekunden sei sie dann wieder reorientiert gewesen (Urk. 8/24 S. 3).
Das Schädel-CT am 9. Juli 2012 habe keine intrakranielle Blutung und keine frische ossäre Läsion ergeben. Das gleichentags erstellte CT der Halswirbel
säule habe keine Frakturen und kein prävertebrales Hämatom gezeigt. Man habe die Nausea einmalig symptomatisch mit Motilium therapiert. Die Versi
cherte habe hierdurch subjektiv eine Unverträglichkeit empfunden. Im Ver
lauf seien die Kopfschmerzen und die Nausea regredient gewesen. Die ge
samte stationäre Überwachung habe sich komplikationslos gestaltet, so dass die Versicherte am 10. Juli 2012 in stabilem Zustand habe austreten können (Urk. 8/24 S. 4).
3.4
Die Versicherte wurde vom 16. bis zum 17. Juli 2012 in der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Z._ behandelt. Nebst den be
reits bekannten Diagnosen wurde dort neu auch die Verdachtsdiagnose einer dissoziativen Bewegungsstörung gestellt (Urk. 8/64 S. 1 und 8/67 S. 1). Seit dem Klinikaustritt am 10. Juli 2012 hätten die bekannten Stürze von 2-3 pro Woche auf 4-5 pro Tag zugenommen, jetzt neu mit Prodromi im Sinne eines Schwächegefühls in den Beinen und Zusammensinken/Stürzen ohne Be
wusstseinsverlust (Urk. 8/64 S. 2 und 8/67 S.3). Im Rahmen der Gangprüfung habe ein entsprechendes Ereignis beobachtet werden können (Urk. 8/64 S. 2). Man habe mit der Versicherten die Möglichkeit einer psychosomatischen Komponente bei den neuerlich qualitativ und quantitativ veränderten Sturz
ereignissen seit dem Erleiden einer Fremdeinwirkung am 9. Juli 2012 be
sprochen (Urk. 8/67 S. 5).
3.5
Vom 16. bis zum 23. Juli 2012 bestätigte die SOS-Ärztin Dr. F._ der Versicherten eine unfallbedingte 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/18).
3.6
Der Hausarzt Dr. B._ attestierte vom 9. Juli bis zum 19. August 2012 eine 100%ige, vom 20. August bis zum 31. Oktober 2012 eine 40%ige und vom 1. bis zum 30. November 2012 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Unfalls (Urk. 8/25 S. 1 bis 3, 8/28 S. 2, 8/33, 8/38 S. 3, 8/39 S. 1 und 3 sowie 8/42 S. 2). In seinem Bericht vom 7. September 2012 führte er aus, es hätten primär ein bifrontaler Kopfschmerz, Nausea, hohe Lärm- und Lichtempfind
lich
keit und Koordinationsstörungen bestanden. Folgend hätten sich eine depressive Verstimmung und eine Sinnkrise entwickelt (Urk. 8/28 S. 1). In einem weiteren Bericht vom 20. November 2012 erwähnte Dr. B._ eine nach wie vor depressive Stimmungslage, Inappetenz mit Gewichtsverlust, eine Konzentrationsverminderung und Schlafstörungen als Befunde (Urk. 8/38 S. 2). Ab dem 1. Dezember 2012 attestierte Dr. B._ der Versicherten eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit mit dem Hinweis „Arbeitsversuch“ (Urk. 8/42 S. 1).
In seinem Bericht vom 10. Mai 2013 erklärte Dr. B._, die Versicherte leide als Folge des Unfalles vom 9. Juli 2012 an einer Wortfindungsstörung, dies sowohl in ihrer Muttersprache als auch in den Arbeitssprachen Deutsch, Englisch und Italienisch, was die Tätigkeit als Übersetzerin erheblich störe. Ebenso scheine das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt zu sein, was die Versi
cherte im Alltag als störend empfinde. Sie vergesse, wo sie ihr Handy und ihren Schlüsselbund deponiert habe oder wo sie aktuelle Dokumente einge
ordnet habe. Diese Defizite beunruhigten die Versicherte ausserordentlich, und er bitte um eine neuropsychologische Beurteilung und um Vorschläge für weitere Rehabilitationsmassnahmen (Urk. 8/45).
3.7
Die Neuropsychologin Dr. phil. A._ hielt in ihrem Bericht vom 3. Juli 2013 fest, das allgemeine Testleistungsniveau der Versicherten stelle sich gut durchschnittlich dar. Es entspreche insgesamt auch dem aufgrund der schulischen sowie beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erwartenden Niveau (Urk. 8/47 S. 8 und 8/50 S. 8).
Die erhobenen Befunde deuteten aus neuropsychologischer Sicht auf eine leichte kognitive Funktionsstörung im Bereich bi-fronto-subkortikaler Struk
turen und tieferer Strukturen (Hirnstamm) hin. Im Vordergrund stünden qua
litative Minderleistungen im Bereich der spezifischen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfunktionen, vor allem bei komplexeren Anforderungen, welche einen raschen und effizienten Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus (Shift) erforderten. Während sich der Intensitätsaspekt der Aufmerksamkeit unbeeinträchtigt darstelle, bestünden vor allem Leistungsminderungen im
Bereich der sogenannten exekutiv-attentionalen Leistungen (Urk. 8/47 S. 11 f
. und 8/50 S. 11 f.).
Hinzu kämen leicht verminderte Leistungen im Bereich der aufmerksam
keitsna
hen Merkleistungen, insbesondere in der verbal-auditiven und visuell-räumlichen Erfassungsspanne vorwärts sowie leichte Schwierig
keiten in der komplexeren Handlungsplanung, welche zusammen mit visuel
len Explora
tions
schwierigkeiten (Zeilen verrutschen, langes Suchen-Müssen und Nicht
finden von Daten etc.) zu einer leichten bis deutlichen Verlangsa
mung in zwei beruflichen Leistungstests (v.a. numerisch) führten (Urk. 8/47 S. 12 und 8/50 S. 12).
Erschwerend hinzu kämen eine subjektiv geklagte und äusserlich beobacht
bare erhöhte Schreckhaftigkeit sowie die Provokation somatischer Beschwer
den (Übelkeit und Brechreiz sowie Kollapsneigung), insbesondere bei visuell stark beanspruchenden Aufgaben, zum Beispiel bei der mentalen Rotation respektive insbesondere nach der Durchführung spezifischer visuell (und zum Teil auch akustisch) anspruchsvoller PC-Tests mit rascher und langanhalten
der Darbietung von zahlreichen Einzelreizfolgen im Millisekundenbereich (Urk. 8/47 S. 12 und 8/50 S. 12).
Die von der Versicherten angegebenen kognitiven Beschwerden in ihrem beruf
lichen Alltag (v.a. Wortfindungsprobleme und Kurzzeitgedächtnis
störungen) seien vor dem Hintergrund der objektivierbaren vor allem kon
zen
t
rativen Minderleistungen gut verständlich und erklärbar, zumal davon aus
zugehen sei, dass sich diese unter Mehrfachbelastung, Zeitdruck, Stress und Ablenkung noch intensivierten (Urk. 8/47 S. 12 und 8/50 S. 12).
Aus rein neuropsychologischer Sicht betrage die Einschränkung der berufli
chen Leistungsfähigkeit der Versicherten in ihrer anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit als Übersetzerin beim Y._-Rat aufgrund der genannten kognitiven Leistungsminderungen theoretisch ca. 20 %. Eine allfällige weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit aufgrund der somatischen Beschwerden, unter ande
rem wegen der geklagten Schmerzen und insbesondere aufgrund der Sturz
gefahr, welche im Vordergrund der gesamten Problematik stehe, müsse von ärztlicher Seite beurteilt und bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit mitbe
rücksichtigt werden (Urk. 8/47 S. 12 f. und 8/50 S. 12 f.).
Ein Beinahe-Sturzereignis während der Untersuchung (nach der Durchfüh
rung von gezielten Konzentrationstests am PC) sei in einer entspannten, angst- und konfliktfreien Situation erfolgt, ohne erkennbares psychisches auslösendes Moment, jedoch nach längerer konzentrativer und stark visueller Beanspruchung. Es sei beim Aufstehen und Wegdrehen vom PC passiert. Gemäss Mumenthaler (Lehrbuch der Neurologie) träten Hirnstammanfälle viel
fach plötzlich durch Bewegung oder Lagewechsel ausgelöst auf. Diese Beobachtung und die Angabe der Versicherten, durch die Einnahme des Antiepileptikums Rivotril habe die Anfallsfrequenz wirksam gesenkt werden können, erhärte den von psychiatrischer Seite geäusserten Verdacht auf eine Hirnstammepilepsie. Eine letztlich gültige Differentialdiagnose zu dissozia
tiven Krampfanfällen (ICD-10: F44.5) müsse indessen neurologisch erfolgen (Urk. 8/47 S. 13 und 8/50 S. 13).
Eine ambulante neuropsychologische Therapie mit einem gezielten Hirnleis
tungstraining zur Verbesserung der beschriebenen kognitiven Defizite und zum Erlernen eines besseren Umgangs mit den geklagten Beschwerden im beruflichen und privaten Alltag (Coping-Strategien) sei angesichts der guten Motivation erfolgsversprechend und aufgrund des Leidensdrucks der Versi
cherten auch sinnvoll. Zudem werde die Fortsetzung der psychiatrischen
Behandlung, der Myoreflex-Therapie und der Neuro-Rehabilitation empfoh
le
n (Urk. 8/47 S. 13 und 8/50 S. 13).
3.8
Im Kurzbericht des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel- und Gleichge
wichtsstörungen des Z._ vom 5. März 2014 wurde anamnestisch festgehalten, es komme zu Stürzen mit gleichzeitigem kurzen Bewusstseinsverlust mit einer Frequenz von 2-3 mal pro Woche. Die Stürze träten überall auf. Schwindel sei derzeit kein Problem, jedoch bestünden erhebliche Gleichgewichtsstörungen. Rivotril habe hinsichtlich der Sturzfre
quenz weiterhin geholfen (Urk. 8/66).
Zur Beurteilung wurde vermerkt, die Zuordnung der Sturzereignisse bleibe offen. Die aktuelle Untersuchung habe keinen Hinweis auf einen zentral-vestibulären Ausfall ergeben. Der vom Zuweiser beschriebene vertikale Nys
tag
mus sei bei der aktuellen Untersuchung nicht zu sehen. Man habe mit der
Versicherten besprochen, dass die umfassend erfolgten neurologischen Abklä
rungen eine zentrale Ursache der Sturzatta
cken nicht bestätigen konnten, allerdings formal zum Beispiel eine Hirn
stammepilepsie nicht ausschlössen. Weitere Abklärungen seien von neuro-otologischer Seite bei anamnestisch und klinisch fehlendem Hinweis auf pe
ripher- oder zentralvestibulären Aus
fall nicht erforderlich. Es werde empfoh
len, die Medikation mit Rivotril ange
sichts der möglichen Differentialdiag
nose einer Hirnstammepilepsie fortzu
führen. Die Dosierung sollte allerdings nicht gesteigert und die Einnahme niedriger Dosen am Morgen angestrebt werden (Urk. 8/66 S. 2).
3.9
Die magnetresonanztomographische Untersuchung des Gehirns am 26. März 2014 im Z._ zeigte unspezifische Signalalterationen bifrontal, differentialdiagnostisch mikrovaskulär. Ansonsten ergaben sich keine Hinweise auf eine strukturelle Pathologie zerebral oder zerebellär. Un
mittel
bar nach der Untersuchung habe die Versicherte einen – ihr bekannten und typischen – Tonusverlust der Muskulatur erlitten. Nach vollständigem und rapidem Rückgang der Beschwerdesymptomatik sei sie nach Hause ent
lassen worden (Urk. 8/58).
3.10
Gestützt auf die geschilderte Aktenlage gelangte Dr. med. C._, Fach
ärztin FMH für Neurologie, am 11. Dezember 2014 zur Beurteilung, die Versicherte habe am 9. Juli 2012 keine äusseren Verletzungszeichen wie ein Hämatom oder Schürfwunden aufgewiesen. Die Kopfschmerzen und die Übelkeit, die wenige Stunden nach dem Ereignis aufgetreten seien, hätten sich innerhalb von 24 Stunden zurückgebildet. Die Computertomographie des Kopfes vom Unfalltag und eine spezialisierte Magnetresonanztomographie des Kopfes am 26. März 2012 hätten keine Hinweise auf strukturelle Hirn
läsionen infolge des Sturzes vom 9. Juli 2012 ergeben. Nach eigener Ansicht der Bilddokumente gehe Dr. C._ uneingeschränkt mit dem neuroradiolo
gischen Befund konform (Urk. 8/71 S. 4).
Am 1. Dezember 2012 habe die Versicherte ihre Berufstätigkeit in gleichem Umfang wie vor dem Ereignis vom 9. Juli 2012 wieder aufnehmen können. Es könne davon ausgegangen werden, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt die Folgen des Kopfanpralles respektive Sturzes vom 9. Juli 2012 ausgeheilt gewesen seien (Urk. 8/71 S. 4).
Die in der neuropsychologischen Untersuchung vom Juni 2013 dargestellten Auffälligkeiten seien unspezifisch und könnten beispielsweise auch im Rah
men einer depressiven Störung auftreten. Wie ausgeführt sei im Rahmen des Sturzes vom 9. Juli 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine struk
turelle Hirnläsion als Erklärung für diese neuropsychologischen Auffällig
keiten aufgetreten (Urk. 8/71 S. 4).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist unter anderem, ob die Beschwerdegegnerin auf die Aktenbeurteilung durch Dr. C._ abstellen durfte, gemäss welcher die Be
schwerdeführerin aus neurologischer Sicht ihre Berufstätigkeit seit dem 1. Dezember 2012 im gleichen Umfang wie vor dem Ereignis vom 9. Juli 2012 wieder ausüben kann.
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärzt
innen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
zieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versi
che
rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilich
keit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
4.3
Bezüglich der Ausführungen von Dr. C._ wurde zutreffend bemerkt, dass sie die Be
schwerdeführerin zwar nicht persönlich untersuchte (Urk. 1 S. 12). Ihre Beurteilung erfolgte jedoch in Kenntnis der relevanten Akten, insbeson
dere nach der Einsichtnahme
in die CT-Aufnahmen vom 9. Juli 2012 und die MRI-Aufnahmen vom
26. März 2012. Dr. C._ hat ihre Einschätzung, die neuropsychologischen Befunde vom Juni 2013 seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer strukturellen Hirnläsion zu erklären, denn auch unter Verweis auf die erhobenen bildgebenden Befunde nachvoll
ziehbar be
gründet. Insbesondere zog sie in Übereinstimmung mit den medizinischen Unterlagen in Betracht, die Kopfschmerzen und die Übelkeit, die wenige
Stunden nach dem Unfallereignis begonnen hätten, hätten sich innerhalb vo
n 24 Stunden zurückgebildet (Urk. 8/71 S. 4; vgl. Urk. 8/24 S. 4). In der Folge wurden Kopfschmerzen und Übelkeit während längerer Zeit nicht mehr the
matisiert (vgl. Urk. 8/64 und 8/67). Einzig Dr. B._ erwähnte in seinem Be
richt vom 7. September 2012, primär hätten ein bifrontaler Kopfschmerz, Nausea, hohe Lärm- und Lichtempfindlichkeit und Koordinationsstörungen bestanden, woraus sich eine depressive Verstimmung und Sinnkrise ent
wickelt habe (Urk. 8/28 S. 1). Im Bericht vom 20. November 2012 hielt Dr. B._ lediglich noch eine depressive Stimmungslage, Inappetenz mit Gewichtsver
lust, eine Konzentrations
verminderung und Schlafstörungen als Befunde fest (Urk. 8/38 S. 2). Auch die Beschwerdeführerin nannte am 17. September 2012 und am 13. Dezember 2012 während ihrer Gespräche mit einer Suva-Mitarbeiterin bloss eine posttraumatische Belastungsstörung und Mühe be
ziehungsweise Probleme mit der Konzentration als Beschwerden (Urk. 8/30 und 8/40).
Weitere Anhaltspunkte für eine gesundheitlich bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach dem 1. Dezember 2012, mit welchen sich Dr. C._ – wie von Seiten der Beschwerdeführerin geltend gemacht – hätte auseinander
setzen müssen, waren im Zeitpunkt der Aktenbeurteilung nicht vorhanden. Vielmehr wurde im Bericht von Dr. phil. A._ vom 3. Juli 2013 ausdrücklich festgehalten, die Versicherte habe erklärt, sie habe seit dem 1. Dezember 2012 bis heute das vertraglich vereinbarte 80%-Pensum wieder erfüllt (Urk. 8/47 S. 6 und 8/50 S. 6). Die erstmals mit der Einsprachebegrün
dung vom 5. Mai 2015 vorgetragene Behauptung, die Beschwerdeführerin habe ihre Stelle inzwischen aufgrund der durch den Unfall (vom 9. Juli 2012) bedingten Beschwerden beziehungsweise die dadurch verursachte Arbeitsun
fähigkeit verloren, wurde weder den damals eingereichten (Urk. 8/83 S. 5 mit Hinweis auf Urk. 8/88 S. 3 f.) noch mit den im Beschwerdeverfahren neu beigebrachten Unterlagen (Urk. 1 S. 6 und 11, je mit Hinweis auf Urk. 3/3-5) belegt. Sie findet auch in den weiteren Akten keine Stütze. In der Auflö
sungs
vereinbarung vom 7. Januar 2015 betreffend das Arbeitsverhältnis, wurde
einleitend festgehal
ten, die Beschwerdeführerin sei seit längerem aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Arbeitsleistung eingeschränkt und seit dem 7. Februar 2014 ununter
brochen vollständig arbeitsunfähig, wobei leider
keine Aussicht auf eine Ge
nesung bestehe (Urk. 3/5 S. 1 und 8/88 S. 3). Da
raus lässt sich entgegen der von Seiten der Beschwerdeführerin vertretenen Auf
fassung nicht folgern, sie habe ihre Arbeit wegen der nach dem Unfall (vom
9. Juli 2012) aufgetrete
nen Einschränkungen, insbesondere der Wortfindungs-
und Merkstörungen, aber auch der nach dem Unfall verschlimmerten Sturz
problematik nie mehr befriedigend ausüben können (Urk. 1 S. 6). Der Vor
wurf, Dr. C._ hätte sich mit diesen Umständen in ihren Ausführungen aus
einandersetzen müssen (Urk. 1 S. 11), erweist sich daher als zutreffend. Es kommt hinzu, dass die im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Arbeits
unfähigkeitsbescheinigungen von Fachärzten aus den Bereichen Chirurgie, Innerer Medizin, Gastroentero
logie und Hepatologie ausgestellt wurden (vgl. Urk. 3/3 und 3/4). Sie vermö
gen die neurologische Beurteilung von Dr. C._ daher ohnehin nicht in Frage zu stellen.
4.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die neuro
logische Beurtei
lung von Dr. C._ abgestellt hat. Als Zwischenergeb
nis ist daher festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Dezember 2012 (zumindest) aus neurologischer Sicht wieder arbeitsfähig ist. Dement
sprechend ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass insofern auch keine weiteren ärztlichen Behandlungsmassnahmen zur Diskussion stehen
können, welche eine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu bewir
ke
n vermöchten.
5.
5.1
In ihrem Einspracheentscheid erkannte die Beschwerdegegnerin auch zutref
fend, dass – gemäss den damals vorhanden gewesenen Akten – kein Arzt der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit für die Zeit ab dem 1. Dezember 2012 bescheinigte. Vielmehr qualifizierte ihr Hausarzt Dr. B._ die Versicherte ausdrücklich als ab dem 1. Dezember 2012 zu 0 % arbeitsunfähig (Urk. 8/42 S. 1). Diese Beurteilung wurde auch durch den Hinweis Dr. B._ auf einen Arbeitsversuch (Urk. 8/42 S. 1), welcher den Angaben der Versicherten zu
folge zwei Wochen dauern sollte (Urk. 8/42 S. 3), nicht relativiert. Vielmehr ist entscheidend, dass sich Dr. B._ in der Folge offenbar nie dazu veranlasst sah, eine anderslautende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vorzunehmen, na
ment
lich der Beschwerde
führerin wieder eine (teilweise) Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (vgl. insbesondere Urk. 8/45).
5.2
Erst im Beschwerdeverfahren wurde eine Bestätigung von Dr. med. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie, vom 4. März 2013 neu eingereicht. In derselben hielt er fest, die Beschwerdeführerin sei ab dem 3. März 2013 wegen Unfalls zu 100 % arbeitsunfähig, bis die freie Fingerbeweglichkeit wieder erreicht sei, und ver
wies auf die Beurteilung durch die Ergotherapeutin (Urk. 3/4). Überdies wurden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von Dr. med. H._, Facharzt FMH Chirurgie und Leitender Arzt im I._, ab dem 10. Februar 2014 neu zu den Akten gegeben, wobei auf dem betreffenden Unfallschein ausdrücklich auf einen Schaden vom 10. bzw. 11. Februar 2014 verwiesen wurde (Urk. 3/3). Das letztgenannte Dokument weist einen derart engen zeitlichen Konnex zur Unfallmeldung vom 14. Februar 2014 (Blutver
giftung nach Katzenbiss, Urk. 8/51) auf, dass seine Relevanz für den hier zur Diskussion stehenden Unfall vom 9. Juli 2012 mehr als fraglich erscheint.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellte denn auch hinsichtlich der Arztzeugnisse von Dr. G._ und Dr. H._ keine substantiierten Behauptungen zur Unfallkausalität, zur unfallbedingten Behandlungsbe
dürf
tig
keit und zur unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit auf (vgl. Urk. 1 und 13). Selbst wenn ohne Weiteres auf die neu eingereichten Unterlagen abzustellen wäre, vermöchten sie nichts daran zu ändern, dass zumindest zwischen dem 1. Dezember 2012 und dem 3. März 2013 und nach dem 4. März 2013 (be
ziehungsweise mit Bezug auf den Unfall vom Februar 2014 nach dem 27. März 2014) aus ärztlicher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestätigt wurde, insbesondere auch keine unfallbedingte. Schliesslich wurde auch von Seiten der Beschwerdeführerin immerhin eingeräumt, dass zwischenzeitlich keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestand (Urk. 1 S. 12). Ungeachtet dessen er
geben sich aus den neu beigebrachten Dokumenten keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass wegen des Unfalles vom 9. Juli 2012 nach dem 1. Dezember 2012 noch weitere ärztliche Behandlungsmassnahmen indiziert waren, von denen eine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erwarten war.
5.3
Es trifft zwar zu, dass die Neuropsychologin Dr. phil. A._ am 3. Juli 2013 eine ambulante neuropsychologische Therapie mit einem geziel
ten Hirnleistungstraining zur Verbesserung der kognitiven Defizite und zum Erlernen eines besseren Umgangs mit den geklagten Beschwerden im berufli
chen und privaten Alltag (Coping-Strategien) angesichts der guten Motiva
tion erfolgsversprechend und aufgrund des Leidensdrucks der Versicherten auch sinnvoll erachtete. Sie empfahl zudem die Fortsetzung der psychiatri
schen Behandlung, der Myoreflex-Therapie und der Neuro-Rehabilitation
(Urk. 8/47 S. 13 und 8/50 S. 13). In ihren Ausführungen legte Dr. phil.
A._
indessen nicht ansatzweise dar, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung der Arbeitsfähigkeit zu er
warten ist. Ob mit weiteren Behandlungsmassnahmen eine Verbesserung des Gesundheitszustands erzielt werden könnte (vgl. Urk. 1 S. 13 und 14), ist nicht entscheidend und kann deshalb offen bleiben. Immerhin ist zu bemer
ken, dass die Beschwerdegegnerin richtig erkannte, es seien in der Folge – soweit aus den Akten ersichtlich – keine weiteren durch den Unfall vom 9. Juli 2012 bedingten medizinischen Behandlungs
massnahmen mehr durch
geführt oder angeordnet worden. Ferner habe die Beschwerdeführerin am 14. Februar 2014 selbst erklärt, betreffend den Unfall vom 9. Juli 2012 nicht mehr in Behandlung zu sein (Urk. 2 S. 6 mit Hinweis auf Urk. 8/51).
5.4
Aus dem Gesagten folgt, dass mit weiteren ärztlichen Behandlungen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes d.h. keine massgebliche Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten war und ist. Es wurde weder behauptet noch ist aus den vorhandenen Akten ersichtlich, dass Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung zur Diskussion stehen. Die Beschwerdegegnerin vertrat daher zu Recht die Auffassung, die Voraussetz
un
gen für einen Fallabschluss seien erfüllt. Es kommt hinzu, dass selbst der Umstand einer noch laufenden beruflichen Massnahme den Fallabschluss in der Unfallversicherung nicht zu verhindern vermöchte, soweit der noch vor
liegende Gesundheitsschaden nicht unfallkausal ist (vgl. das Urteil des Bun
desgerichts 8C_651/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 4.3 mit Hinweisen), und einer Prüfung der Adäquanzfrage bezüglich organisch nicht ausgewiesener Gesundheitsschäden nicht im Wege steht (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_205/013 E. 3.2.4 mit Hinweisen). Es ist folglich auch nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden und dem Unfall vom 9. Juli 2012 geprüft hat.
Bereits an dieser Stelle ist hinsichtlich der kognitiven Einschränkungen festzu
halten, dass der Hinweis zutreffen mag, sie seien objektivierbar (Urk. 1 S. 15). Dies ändert indessen nichts an der Tatsache, dass es sich bei denselben gemäss der medizinischen Aktenlage nicht um objektiv ausgewiesene orga
nische Unfallfolgen handelt, zumal sie nicht auf eine strukturelle Hirnläsion zurückzuführen sind (Urk. 8/71 S. 4). Es wurde auch richtig erkannt, dass Dr. phil. A._ in ihrem neurologischen Bericht vom 3. Juli 2013 ausführte, eine allfällige weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit der Versi
cherten aufgrund der somatischen Beschwerden, unter anderem wegen der geklagten Schmerzen sowie insbesondere aufgrund der (vermehrten) Sturz
gefahr, welche ihres Erachtens im Vordergrund der gesamten Problematik stehe, müsse aus ärztlicher Sicht beurteilt und bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt werden (Urk. 8/47 S. 14 und 8/50 S. 14). Daraus allein lässt sich – entgegen der von Seiten der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht (Urk. 1 S. 13 ff.) – indessen nicht folgern, es bestehe ein Abklärungsbedarf hinsichtlich somatischer Beschwerden. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass keinerlei Hinweise auf einen peripher- oder zentralves
tibulären Ausfall bestanden, weshalb eine zentrale Ursache der Sturzattacken nicht bestätigt werden konnte (Urk. 8/66 S. 2), und sich aus keiner der übri
gen medizinischen Unterlagen konkrete Anhaltspunkte für ein (durch den Unfall vom 9. Juli 2012 verursachtes) physisches Leiden ergeben. Es erschei
nen folglich auch keine weiteren Abklärungen in diese Richtung angezeigt.
6.
6.1
Beim Fehlen organisch objektiv ausgewiesener Beschwerden ist darüber zu entscheiden, ob der adäquate Kausalzusammenhang nach den Kriterien der sogenannten Psycho-Praxis oder der sogenannten Schleudertrauma-Praxis zu prüfen ist.
Die Letztgenannte wurde auch als nach einem Schädelhirntrauma anwendbar erklärt, wenn und soweit sich die Folgen mit jenen eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule vergleichen lassen (BGE 134 V 109 E. 6.2.2 mit Hinwei
sen). Dazu gehört eine Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmer
zen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Er
müd
barkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, We
sens
veränderung usw. (BGE 134 V 109 E. 6.2.1).
Bei einer bloss milden traumatischen Hirnverletzung (Commotio Cerbri), die nicht den Grenzbereich einer Contusio cerebri erreicht, ist der adäquate Kausalzusammenhang indessen nach der sogenannten Psycho-Praxis zu prüfen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_258/2013 vom 16. August 2013 E. 4.3.2). Dieselbe ist auch anwendbar, wenn die zum typischen Be
schwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 98; vgl. auch Urk. 2 S. 9). Schliesslich ist sie auch bei neuropsy
chologischen Defiziten ohne organische Befunde, welche die Rechtsprechung den psychischen Problemen gleichgesetzt hat, die bei Dominanz als psychi
sche Überlagerung zu betrachten sind, massgebend (vgl. das Urteil des Bun
degerichts U 321/06 vom 25. April 2007 E. 4.1 mit den dortigen Verweisen; vgl. auch Urk. 2 S. 9).
6.2
Die Beschwerdeführerin erlitt lediglich ein leichtes Schädelhirntrauma (Grad I nach Tönnis und Loew). Die nach dem Sturzereignis vom 9. Juli 2012 aufge
tretenen Kopfschmerzen und die Nausea waren bereits im Verlauf des an
schliessenden stationären Aufenthaltes im
Z._
regre
dien
t (Urk. 8/24 S. 4).
Demgegenüber ist zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin be
reits vor dem Unfall vom 9. Juli 2012 wiederholt in psychiatrische Behand
lung begeben musste, wobei die letzte erst einige Monate zuvor begonnen hatte (Urk. 8/3 S. 2 und 8/67 S. 3 f.). Schon im Austrittsbericht des Z._ vom 10. Juli 2012 wurde die Verdachtsdiagnose einer
mit
telgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) gestellt und das Vorlie
g
en psychosozialer Belastungsfaktoren vermerkt (Urk. 8/24 S. 1). Auch in der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Z._, wo sich die Beschwerdeführerin vom 16. bis zum 17. Juli 2012 aufgehalten hatte, wurde der Verdacht auf eine dissoziative Bewegungsstörung mithin auf ein psychisches oder zumindest auf ein psychosomatisches Leiden geäussert (Urk. 8/64 S. 1 sowie 8/67 S. 1 und 5). In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die vor dem Unfall vom 9. Juli 2012 aufgetretenen Sturzattacken bereits früher einmal bei vermehrter Stressbelastung am Arbeitsplatz zugenommen hatten (Urk. 8/63 S. 1). Auch Dr. B._ konstatierte eine Entwicklung in Richtung einer psychischen Problematik (Urk. 8/28 S. 1 und 8/38 S. 2).
Unter den geschilderten Umständen ist die Auffassung der Beschwerdegegne
rin zu teilen, dass die subjektiv wahrgenommenen somatischen Beschwerden und die kognitiven Einschränkungen ohne entsprechendes organisch objekti
vierbares Korrelat im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Proble
matik stark in den Hintergrund rücken, so dass eine Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der sogenannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) gerechtfertigt erscheint (Urk. 2 S. 11).
7.
7.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 er
gangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzu
stellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veran
lagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch we
niger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnis
mässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht opti
mal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu ver
langen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Ge
schehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bezieh
ungs
weise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliess
lich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffe
nen massgebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
7.2
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne Weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Un
fall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulö
sen
;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall han
delt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Ein
zelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Un
fällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise
die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE
115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 4
42 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
7.3
Die Beschwerdeführerin wartete am 9. Juli 2012 auf das Tram, als sie von einem schnell vorbeirennenden Mann von hinten nach vorne zu Boden gestossen wurde. Sie prallte mit dem Kopf auf den Boden und verlor das Bewusstsein. Der Rettungsdienst brachte sie ins Z._ (Urk. 8/13).
Gemäss Zeugeneingaben sei die Beschwerdeführerin zu Boden geglitten und kurz bewusstlos gewesen (Urk. 8/13). Die Bewusstlosigkeit dauerte gemäss Angaben einer Zeugin ca. zwischen 20 und 30 Sekunden und trat zweimal ein (Urk. 8/14 S. 2). Die Beschwerdeführerin wies keine äusseren Verlet
zungszeichen wie ein Hämatom oder Schürfwunden auf.
Die Parteien haben vor diesem Hintergrund insoweit übereinstimmend und richtig erkannt, dass es sich maximal um einen mittelschweren Unfall han
delte, wobei offen bleiben kann, ob er wie von der Beschwerdegegnerin behauptet in den Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen ist (Urk. 1 S. 15 f. und 2 S. 12).
7.4
Es ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass keines der relevanten Krite
rien erfüllt ist. Zu erwähnen ist insbesondere das Fehlen einer schweren oder besonderen Verletzung. Die Beschwerdeführerin zog sich lediglich ein leichtes Schädelhirntrauma zu. Bereits ab dem 20. August 2012 war sie zu
mindest wieder zu 60 % arbeitsfähig (Urk. 8/28 S. 3) und konnte ab dem 1. Dezember 2012 ihre Arbeit wieder im angestammten Pensum von 80 % verrichten (Urk. 8/42 S. 1). Jedenfalls bestehen keinerlei Anhaltspunkte für eine länger andauernde physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von relevantem Ausmass, so dass in dieser Hinsicht entgegen der von Seiten der Beschwer
deführerin vertretenen Auffassung (Urk. 1 S. 16) kein Abklärungsbedarf besteht. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Kausalzusammenhang zwischen den von der Beschwerdeführerin nach dem 1. Dezember 2012 geklagten nicht organisch objektiv ausgewiese
nen Beschwerden und dem Unfall vom 9. Juli 2012 verneint hat. Dement
sprechend verneinte sie auch zu Recht einen Anspruch auf weitere Unfall
versicherungsleistungen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.