Decision ID: dd4bbe0e-7c42-56c9-aafa-c9ffaf923fd3
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war zuletzt vom 1. August 2004 bis am 30. November 2007 als Chauffeur bei der
Y._ AG
tätig
und bezog hernach Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Urk. 11/9, Urk. 11/7)
. Unter Hinweis auf
die anlässlich
eines
Treppensturzes vom 7. Januar 2008 zugezogenen
Rückenprobleme
(Urk. 11/64/66)
meldete er sich am
10. November 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/4). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
führte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen durch und
verneinte mit Verfügung vom 5. Juni 2009
bei einem Invaliditätsgrad von 8 %
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 11/21).
1.2
Am 4. Juli 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Verschlech
terung seines Gesundheitszustands und unter Beilage eines ärztlichen Berichts erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 11/38
-39
).
Die
IV-Stelle
trat
mit Schreiben vom 19. Juli 2018 a
uf das Gesuch ein
(Urk. 11/40)
und holte
Berichte der behandelnden Ä
rzte
(Urk. 11/41, Urk. 11/45
, Urk. 11/55
)
sowie
einen Auszug aus dem individuellen K
onto (IK-Auszug, Urk. 11/47) ein
.
Am 1. Oktober 2018 teilte sie dem Versicherten mit, es seien keine Eingliederungsma
s
snahmen möglich (Urk. 11/44).
Nachdem die IV-Stelle
die
Akten
dem regionalärztlichen Dienst
(RAD)
zur
Stellungnahme vorgelegt hatte (U
rk. 11/60/5 f.), stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 29. Mai 2019 die Abweisung seines Leis
tungs
begehrens in Aussicht (Urk. 11/61). Der Versicherte erhob dagegen am 1. Juli 201
9 Einwand (Urk. 11/64), den er am 5. August 2019 und am 30. September 2019 begründete (Urk. 11/66, Urk. 11/71). Mit Verfügung vom 18. November 2019 wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten wie angekündigt ab (Urk.
11/79 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Dr. Barbara Wyler, am 7. Januar 2020 Beschwerde und beantragte, die Verfügung der Be
schwerdegegnerin vom 18. November 2019 betreffend
Ablehnung
des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung sei aufzuheben und es seien zusätzliche tatsächliche, medizinische und erwerbliche Abklärungen zu treffen. In medizi
ni
scher Hinsicht sei er interdi
s
ziplinär gutachterlich durch eine externe unab
hän
gige Gutachterstelle abzuklären. Eventualiter, für den Fall, dass der Sachverhalt nach Ansicht des Gerichts voll abgeklärt sein sollte, sei die Angelegenheit zur Rentenprüfung und zur
Zusprache
beruflicher Massnahmen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen. In
formeller Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer
sodann die Gewährung der unentg
eltlichen Prozessführung und der
unentgelt
lichen
Verbeiständung
durch Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler (Urk. 1). Die Be
schwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Verfügung vom 21. September 2020 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler als unentgeltliche Rechtsvertreterin
bestellt
(Urk. 12). Mit als Replik betitelter
, unaufgefordert eingereichte
r
Eingabe vom 30.
Oktober 2020
gab
der Beschwerdeführer einen Verlaufsbericht der behandeln
den Ärzte
zu den Akten
und ergänzte seine Ausführungen (Urk. 15, Urk. 16). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. Dezember 2020 auf eine Stellungnahme (Urk. 19), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 10. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Anlass zur Rentenrevision
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die ge
eignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revi
sions
grund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie
benen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.7
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens des Beschwerdeführers damit, dass im Vergleich zur letzten Beurteilung im Jahr 2009,
als
er
sich erstmals zum Leistungsbezug angeme
ldet hab
e
und der Rentenan
spruch
mit einem Invaliditätsgrad von 8 % verneint worden sei, keine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation habe festgestellt werden können
. Ein interdis
zi
plinäres Gutachten hätte sie nur angeordnet, wenn anhand der Arztberichte eine Verschlechterung ausgewiesen wäre
(Urk. 2 S. 1
-2
).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesent
lichen vor, bereits aufgrund einer
MRI-Untersuchung aus dem Jahr 2012 sei deutlich ersichtlich, dass sich der Zustand seiner Wirbelsäule gegenüber dem Jahr 2009 verschlechtert habe. Weiter habe sich die Depression von einer leichten zu einer mittelgradigen Ausprägung verschlechtert. Die Veränderung des Gesundheitszustandes sei markant und im Sinne von Art. 88a IVV beachtlich. Die Beschwerdegegnerin sei materiell auf die Neuanmeldung eingetreten, daher treffe sie die volle Abklärungspflicht. Der Sachverhalt sei jedoch faktisch und medizinisch ungenügend abgeklärt worden. Um eine zuverlässigere Beurteilung als durch die echtzeitlichen Arztberichte zu erreichen, sei eine externe interdisziplinäre Begutachtung durch eine unabhän
gige Gutachterstelle notwendig.
Ferner sei kein strukturiertes Beweisverfahren bezüglich der psychischen Situa
tion durchgeführt worden. Ebenso
wenig seien von der Beschwerdege
g
nerin erwerb
liche Abklärungen getroffen worden
.
Sollte das Gericht
hingegen
davon ausgehen, dass der Sachverhalt vollständig abgeklärt sei, wären durch die Beschwerdegegnerin eine Rente sowie Wieder
ein
gliederungsmassnahmen zu prüfen, was ebenfalls ungenügend abgeklärt worden sei
(Urk. 1 S. 9).
2.3
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, es sei im vorlie
gen
den Neuanmeldungsverfahren in erster Linie relevant, ob im Vergleich zum Zeit
punkt der letzten rentenabweisenden Verfügung vom 5. Juni 2009 eine wesent
liche
Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sei, die geeignet sei, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Dies sei vorliegend nicht der Fall, da in
den Berichten der behandelnden Ärzte sämtliche
Beschwerden auf den im Jahr 2008 erlittenen Unfall zurückgeführt würden (Urk.
10
S.
1 f.).
2.4
In der
Eingabe vom 30. Oktober 2020
legte der Beschwerdeführer dar, er sei in
zwischen im Rahmen eines interdisziplinären Privatgutachtens abgeklärt worden
.
Seit dem Jahr 2008 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychoso
ma
tischen und psychiatrischen Gründen, mit düsteren Aussichten. Neurologisch be
stehe ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Wirbelsäulenchirurgisch würd
e bei 100%iger Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
,
eine partielle Restarbeitsfähigkeit bestehen, wobei noch ein funktioneller Leistungstest vorge
nommen werden
müsse
. Orthopädisch-chirurgisch wäre
hingegen
eine halbtägige Tätigkeit möglich (Urk. 15 S.
2
).
Ferner treffe es nicht zu, dass seit der letzten rentenabweisenden Verfügung vom 5. Juni 2009 keine wesentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetre
ten sei. Die Diagnosen hätten sich wesentlich verändert
. Im Jahr 2009 seien die Diagnosen eines chronisch-persistierenden
Zervikovertebralsyndroms
und einer leichten Depression gestellt worden. Heute bestehe eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, ferner werde zusä
tzlich zum
z
ervikozephalen
Syndrom
ein chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyn
drom diagnostiziert. Ob diese Veränderungen geeignet seien, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen
,
könne ohne eine Begutachtung nicht valide beurteilt werden (Urk. 15 S. 3).
2.5
Die Beschwerdegegnerin i
st auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 4. Juli 2018 (Urk. 11/39)
eingetreten
(Urk. 11/40)
. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom
5. Juni 2009 (Urk. 11/21
), mit welcher der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint worden war, und der angefochtenen Verfügung vom
18. November 2019
(Urk. 2) insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Inva
lidenrente besteht.
3.
3.1
3.1.1
Die
medizinische
Aktenlage im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 5. Juni 2009 (Urk. 11/21) stellte sich wie folgt dar:
Dem Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
vom 23. Juni 2008
, wo sich der Beschwerdeführer vom 29. Mai bis am 18. Juni 2008 zur stationären Rehabili
tation aufgehalten hatte
,
ist zu entnehmen, dass
dieser
am 7. Januar 2008 auf der Kellertreppe ausgerutscht und gestürzt sei und sich dabei eine Rückenkontusion
lumbosakral
zugezogen habe. Als unfallfremder Vorzustand habe ein kleiner
Bandscheibenprolaps L2/3 und L5/S1 bestanden, neu
aufgetreten sei eine Diskusher
nie LWK4/5 links mit einer Verlegung des
Recessus
lateralis
. Diagnos
tiziert wurde ferner ein chronisch-persistierendes
Lumbovertebr
al
syn
drom
und ein dysfunktional
e
s
Umgangs- und Bewältigungsmuster mit selbstlimitierendem Verhalten (Urk. 11/11/28). Die Ärzte
der Rehaklinik
kamen zum Schluss, die bis
herige Tätigkeit als Chauffeur in einer Spedition sei nicht
mehr
zumutbar, da dabei wiederholtes Hantieren mit schweren Lasten erforderlich sei.
Eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne längerdauernde vorgeneigte Haltung sei hingegen ganztags zumutbar (Urk. 11/11/28 f.).
3.1.2
Hausarzt
med.
pract
.
A._
, Facharzt für Allgemein
m
edizin, vermerkte
in seinem Bericht vom 28. Januar 2009
zusätzlich zu den in der Rehaklinik
Z._
gestellten Diagnosen ein
chronisch-persistierendes
Zervikovertebral
syn
drom
mit degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule und Diskushernien auf Höhe C5/6 und C4/5 sowie eine leichte Depression (Urk. 11/13/2).
D
er
Be
schwerdeführer
sei
in
leichte
n
, angepasste
n
Tätigkeiten, bei denen zwischen Sitzen, Gehen und Stehen abgewechselt werden könne, zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 11/13/6).
3.1.3
Gestützt auf die
besagten
Berichte der Rehaklin
i
k
Z._
und von
med.
pract
.
A._
schloss Dr. med.
B._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, vom RAD
in seiner Aktenbeurteilung vom 24. März 2009
,
der Beschwerdeführer sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur in einer Spedition mit Heben von schweren Lasten seit dem 7. Januar 2008 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 11/16/3).
Für eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne länger dauerndes
Vornüberge
neigtsein
und Heben von Lasten über 25 kg sei der Beschwerdeführer ab dem 18.
Juni
2008 (Austrittsdatum aus der Klinik
Z._
) zu 100 % arbeitsfähig (Urk.
11/16/4).
3.1.4
Von dieser Zumutbarkeitsbeurteilung ging die Beschwerdegegnerin in der Verfü
gung vom 5. Juni 2009 (Urk. 11/21) aus.
3.2
3.2.1
Im Zusammenhang mit der am 4. Jul
i 2018 erfolgten Neuanmeldung (U
rk. 11/39) wurden folgende medizinische Unterlagen zu den Akten genommen:
D
er Beschwerdeführer hielt sich
vom 28. September bis am 24. Oktober 2015
zur stationären Rehabilitation
in der Klinik
C._
auf
(Urk. 11/41
/8
)
. Im Austrittsbericht vom 24. Oktober 2015 stellten die behandeln
den Ärzte die Diagnosen eines chronischen, aktuell
schmerzexazerb
ierten
lumbo
vertebralen
Syndrom
s mit
re
sidue
llem
lumbospondylogene
m
Schmerzsyndrom L5 sowie einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41; Urk. 11/41/13). Es habe sich eine nach kaudal umge
schlagene mediane Diskushernie bis paramedian beidseits L4/5 gezeigt sowie eine
osteodiskoligamentär
bedingte
neuroforaminale
Kompression der Nervenwurzel L5 links
(vgl.
dazu
auch Urk. 3/4
-5
, Berichte
des Kantonsspitals
D._
über das
MRI vom 12. Dezember 2012 und
über die Infiltration vom
24. September 2015)
. Ferner
liege
eine
breitbasige
Bandscheibenhernie paramedian bis
extra
fora
minal
links L4/5, eine
rezessale
und zentrale Spinalkanalstenose L4/5, eine Haltungsinsuffiz
ie
nz und eine
Dekonditionierung
vor. Der Beschwerdeführer sei in der Steh- und Gehfähigkeit, den alltäglichen Verrichtungen
und auch den Sozial- und Freizeitaktivitäten eingeschränkt (Urk. 11/41/14). Im
angestammten Bereich
sei er
zu 0 % und in einer leichten Tätigkeit mit wechselnden Belastungen im geschützten Rahmen zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 11/41/15 f.).
3.2.2
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem
Bericht
vom 30. Oktober 2018 die Diagnosen einer depressiven Episode, mittleren, intermittierend auch schwereren Grades (ICD-10 F32.1/2) sowie einer chronischen Schmerzstörung (ICD-10 F44.41, Urk. 11/45/2). Er führte aus, der Beschwerde
führer stehe seit März 2016
monatlich
in seiner Behandlung, die Problematik halte seither konstant an
. Ungünstige Begleitfaktoren seien die therapieresis
ten
ten chronischen Schmerzen, mit denen der Beschwerdeführer umgehen müsse
. Der Verlauf sei protrahiert beziehungsweise mit grosser Wahrscheinlichkeit inva
lidi
sierend. Die Wahrscheinlichkeit einer Heilung durch eine Psychotherapie sei als äusserst gering einzuschätzen (Urk. 11/45/
1-
3).
3.2.3
In
ihren
Bericht
en
vom
4. Mai 2018 und
14. Januar 2019
diagnostizierten
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
klin
. psych
. G._
, klinischer Psychologe und Supervisor, beide vom Zentrum
H._
,
ein
zervikozephales
Syndrom und ein chronisches
radi
kuläres
Schmerzsyndrom und stellten
auf ihrem Fachgebiet die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.1) und hielten fest, der Beschwerdeführer sei
aufgrund der chro
nischen Schmerzen und der depressiven Symptome
auch für angepasste Tätig
keiten zu 100 % arbeitsunfähig
.
Sie beschrieben zunehmende LWS-Beschwerden
und eine depressive Störung
seit dem Unfall im Jahr 2008
mit verminderter Belastbarkeit und kognitiver Leistungsfähigkeit
. Neu sei eine
Depression
mit deut
lich
chronifiziertem
und progrediente
m
Verlauf, welche sich trotz der Be
hand
lungen verselbständigt habe. Die Situation habe sich seit 2009 deutlich ver
schlech
tert. Die neuropsychologische Abklärung vom 9. Juni 2017 habe das Bild einer schweren Depression bei überdurchschnittlichem Misstrauen ergeben
(Urk.
11/38/
1-
4
, Urk. 11/55/4 und 6
).
3.2.4
Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, und Dr. med.
J._
,
Fachärzt
in für Psychiatrie und Psychotherapie, beide vom RAD, nahmen am 13. März 2019 zum medizinischen Sachverhalt Stellung. Sie kamen zum Schluss, neu werde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) diagnostiziert, die übrigen Diagnosen seien bereits im Feststellungsblatt vom 1. April 2009 aufgeführt. Im Arzt
bericht des
H._
vom 5. Mai 2018 werde eine neu
ropsychologische Untersuchung vom 9. Juni 2017 mit der Diagnose
einer
schwe
re
n
Depression angegeben. Als Befund würden leichte Einschränkungen im logi
schen Denken
erwähnt
, ansonsten sei der Befund unauffällig. Der psycho
pathologische Befund im Bericht des
H._
vom 14.
Januar 2019 sei widersprüchlich. Der Beschwerdeführer sei gehemmt, sach
lich, deutlich depressiv-resigniert
,
dann aber
aktiv im Spontanverhalten, moto
risch
unruhig und affektiv unkontrolliert. Die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung sei anhand der unterschiedlichen Befunde der neuropsychologischen und der psychiatrischen Untersuchung nicht klar nachvollziehbar. Eine Verschlech
terung des Gesundheitsschadens lasse sich nicht nachweisen (Urk. 11/60/5 f.).
3.3
3.3.1
Den
im Beschwerdeverfahren eingereichten
medizinischen Berichten lässt sich
F
olgendes entnehmen:
Dr. med.
K._
, Facharzt
für Neurologie
,
untersuchte den B
eschwerde
führer am 31. Mai 2017 und diagnostizierte ein chronisc
hes,
lumboradikuläres
Schmerzsy
n
drom mit sensiblen Ausfällen L5/
S1 links
,
ohne Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel. Er führte aus, bei seit dem Treppensturz vom Jahr 2008 bestehenden Lumbalgi
en mit
radikulären
Reizer
schein
ungen im linken Bein habe die klinische Untersuchung sensible Ausfälle in den Segmenten L5 und S1 am linken Bein ergeben. Weitere Ausfälle hätten sich keine gefunden, insbesondere keine sicheren Hinweise für motorische Ausfälle am linken Bein. Die angegebene Beinsc
hwäche mit im Status reduzierten
Fuss
heber- und
Senkerfunktionen
müssten somit im Rahmen einer Schmerzhemmung interpretiert werden (Urk.
3/3).
3.3.2
Den
Verlaufsbericht
en
zur interdisziplinären Schmerzbehandlung im Zentrum
L._
vom
20. Dezember 2019 und
September 2020
sind die bereits bekannten
Diagnosen zu entnehmen (
Urk. 3/6 S. 1,
Urk. 16 S. 1
). Die behandelnden
Fachpersonen
kamen zum Schluss
, der
Beschwerdeführer
sei aus psychiatrischer Sicht subjektiv zu 100 % arbeitsunfähig, auch in angepassten Tätigkeiten. A
us orthopädisch-chirurgischer Sicht
sei hingegen
eine leichte, rückenschonende
Täti
gkeit höchstens noch halbtag
s zumutbar, aus wirbelsäulen
chirurgischer Sicht
sei
er
in einer angepassten Tätigkeit partiell einsatzfähig, wobei noch ein funktioneller Leistungstest durchge
führt werden müsse
.
Aus an
ästhesi
ol
o
gischer Sicht sei allenfalls eine angepasste
Tätigkeit mit zeitlich reduziertem Pensum möglich, aus neurologischer Sicht sei er wiederum
als
zu 100 % arbeitsunfähig
anzusehen
. Insgesamt sei festzuhalten, dass der Beschwer
de
führer aufgrund der chronischen Schmerzen und der depressiven Symptome
auch in einer leichten angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei (
Urk. 3/6
S. 4,
Urk. 16 S. 9)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging
gestützt auf d
ie Beurteilung der RAD-Ärzte Dr.
I._
und Dr.
J._
vom 13. März 2019
davon aus, dass sich der
Gesund
heitszustand
des
Beschwerdeführers
seit der letzten Beurteilung im Jah
r 2009 nicht verschlechtert hat
(Urk. 2 S. 1).
4.2
Die von der Beschwerdegegnerin konsultierten
Dr.
I._
und Dr.
J._
vom
RAD
verfügen
als Facharzt für
Orthopädie und Traumatologie beziehungsweise Fachärztin für
Psychiatrie und Psycho
therapie grundsätzlich über die
notwendige
fachliche Qualifikation
zur Beurteilung der medizinischen Sachlage
. Bei
ihrer
Einschätzung vom
13. März 2019
handelt es sich um eine Aktenbeurteilung, da der Beschwerdeführer nicht untersucht wurde. Ihr kann trotzdem voller Beweis
wert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.
3.2.2 mit Hinweisen).
Ob dies vorliegend der Fall ist, ist nachfolgend zu prüfen.
4.3
Zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 5. Juni 2009 ist den Akten einzig die nicht näher erläuterte Diagnose einer leichten Depression, gestellt von Hausarzt
med.
pract
.
A._
im Bericht vom 28. Januar 2009
, zu entnehmen
(Urk. 11/13/2)
.
Es
ist nicht ersichtlich
, mit welchen Befunden diese Diagnose begründet wurde.
Im Gegensatz dazu konnten die behandelnden Ärzte der Rehaklinik
Z._
im Juni 20
0
8 (noch)
keine Hinweise auf eine krankheitswerte psychische Störung fest
stel
len und verzichteten aus diesem Grund auf die vom Unfallversicherer gefor
derte psychosomatische Abklärung (Urk. 11/11/29, vgl. Urk. 11/11/47).
Dement
spre
chend befassten sich weder der RAD-Arzt (Urk. 11/16/3-4) noch die Be
schwer
degegnerin in der Verfügung vom 5. Juni 2009 mit dem psychiatrischen Krank
heitsbild.
Aus
den
im
Neuanmeldungsverfahren eingeholten medizinischen Akten
ergeben sich hingegen
verschiedene
Hin
weise auf psychische Gesundheitsbeein
trächti
gungen
. So wurde bereits im
Austrittsbericht Rehabilitation der Klinik
C._
vom 24. Oktober 2015, wo der Beschwerdeführer während des Aufent
haltes psychologisch mitbetreut wurde, die Diagnose einer chronischen Schmerz
störun
g
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
gestellt
,
und
es wurde
ihm
empfohlen, psychotherapeutische
Unterstützung
in Anspruch zu nehmen
(Urk. 11/41/13 und 15). In der Fo
lge nahm der Beschwerdeführer im
März 2016 eine psychiatrische
Therapie
bei Dr.
E._
auf
, der am 30. Oktober 2018 eine depressive Episode mittleren, intermittierend auch schweren Grades (ICD-10 F32.1/2) sowie eine chronische Schmerzstörung (ICD-10 F44.41) diagnostizierte und von einem protrahierten, mit grosser Wahrscheinlichkeit invalidisierenden Verlauf ausging (Urk.
11/45/2).
Zudem
ist der Beschwerdeführer seit dem 21.
Februar 2017 (teilweise tagesklinisch, vgl. Urk. 11/38/4) im
H._
in Behandlung, wobei die behandelnden Fachpersonen die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD10 F33.1)
,
stellten
und von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgingen
(Urk. 11/55/6).
In ihrer Stellungnahme vom 13. März 2019
äusserten sich
die RAD-Ärzte einzig zum Bericht des
H._
vom 14. Januar 2019 (Urk.
11/45)
und kamen zum Schluss, dass der darin erhobene psychopatholo
gis
che Befund Widersprüche enthält
beziehungsweise dass die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung anhand der unterschiedlichen Befunde der
neuropsychologischen und der psychiatrischen Untersuchung nicht klar nach
vol
l
ziehbar
ist
(Urk. 11/60/6).
Zwar ist den RAD-Ärzten dahingehend beizu
pflichten, dass der genannte Bericht
aufgrund des te
ilweise widersprüchlich an
mutenden
psychiatrischen Befundes für sich alleine
als Nachweis für eine renten
relevante Änderung des Gesundheitszustandes nicht ausreicht
,
zumal
auch auf
die darin vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht abgestellt werden kann, da dabei fachfremde
Beschwerden
m
it
einbezogen wurden. J
edoch kann eine
Ve
rschlechterung des Gesundheitsz
ustandes des Beschwerdeführers
- trotz einiger Ungereimtheiten -
gestützt auf diesen Bericht
in Anbetracht der
anders als noch
im Vergleichszeitpunkt auffälligen psychischen Befundlage
und der
gestützt da
rauf gestellte
n
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD10 F33.1)
,
auch nicht von
v
ornherein verneint werden. Die weiteren Berichte, insbesondere denjenigen des behandeln
den Psychiaters Dr.
E._
,
worin ebenfalls auffällige psychiatrische Befunde erho
ben und im Vergleich zum Juni 2009 neue Diagnosen gestellt wurden,
liessen die
RAD-Ärzte
für ihre Beurteilung
sodann gänzlich ausser Acht
, so dass nicht von der
ärztliche
n
Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts
ge
sprochen werden kann
.
Die Stellungnahme der RAD-Ärzte erweist sich somit nicht als schlüssig
und nachvollziehbar, es bestehen mehr als geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit.
Insgesamt ergeben
sich damit aus den medizinischen Unterlagen
Hinweise auf
ein psychisches Krankheitsbild, dessen aktuelle Ausprägung und Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aufgrund der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilt werden kann. Die medizinische Aktenlage erweist sich daher als ergänzungsbedürftig.
4.4
In somatischer Hinsicht ist sodann zu bemerke
n, dass sich zwar die
aktuellen
Diagnosen
- wie von RAD-Arzt Dr.
I._
festgestellt -
nicht massgeblich von jenen
im Jahr 2009 unterscheiden,
sich der Gesundheitszustand
je
doch auch bei grundsätzlich unveränderter Diagnose verändern
kann
. Rechtsprechungsgemäss besteht zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit keine un
mittelbare Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundes
gerichts 9C_636/2018 vom 20. Dezember 2018 E. 6.4). Massgebend sind vielmehr die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der be
troffenen Person (Urteile des Bundesgerichts 9C_570/2018 vom 18. Februar 2019 E.
3.2.1 und 9C_851/2018 vom 23. Mai
2019 E.
4.1.4).
Diesen Aspekt hat Dr.
I._
nicht berücksichtigt.
Im Zeitpunkt seiner Stellungnahme lag zum somatischen Gesundheitszustand einzig der
nicht mehr aktuelle
Bericht der Klinik
C._
vom 24. Oktober 2015 vor. Zu den darin erhobenen Befunden, insbesondere der MRI-Untersuchung
vom Dezember 2012 und
der Infiltration vom
September 2015,
äusserte er sich genauso wenig
wie zur von den behandelnden Ärzten vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
, so dass vom medizinischen Laien nicht beurteilt werden kann, ob sich der Befund mass
geblich verändert hat oder lediglich eine abweichende Beurteilung der Auswir
kungen eines gleich gebliebenen Gesundheitszustandes vorliegt.
Aus dem Bericht der Klinik
C._
ergibt sich
sodann
insbesondere
, dass
im Jahr 2015 ei
ne
Schmerzexazerbation
der Rückenbeschwerden
stattfand
, wobei eine eingeschränkte Steh- und Gehfähigkeit festgestellt und eine Arbeitsfähigkeit von
nurmehr
50 % für leichte Tätigkeiten mit wechselnden Belastungen im ge
schützten Rahmen
für zumutbar erachtet
wurde (Urk. 11/41/14 und 16). Zwar ist diese Einschätzung gemäss
Bericht vom 26. Juli 2018 der Ärzte der Klinik
wohl veraltet (Urk. 11/41/1
6
), die Beschwerdegegnerin hat jedoch diesbezüglich keine
weitere
n
Abklärungen angestellt
, so dass nicht beurteilt werden kann, wie sich der somatische Gesundheitszusta
nd des Beschwerdeführers weiter
entwickelt hat
.
Den vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Be
richten kann diesbezüglich zwar entnommen werden, dass die
Rückenb
e
schwer
den auf den im Jahr 2008 erlittenen Treppensturz zurückzuführen sind (Urk. 3/3 S. 2, Urk.
16 S. 1), indes erwähnen die behandelnden Ärzte auch im Verlauf zu
neh
mende Schmerzausstrahlungen ins linke Bein (Urk. 3/3 S. 1) sowie eine Ver
schlechterung der Symptomatik in den letzten vier Jahre
n bei Progredienz der B
eschwerden (Urk. 16 S. 6
).
Eine
zuverlässige
Beurteilung des
aktuellen
soma
tischen Gesun
dheitszustandes ist somit ebenfalls
nicht
möglich
.
4.5
Insgesamt erweisen sich die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine
abschliessende
Beur
teilung
des Verlaufs des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
und damit des vorliegend strittigen Leistungsan
spruchs als nicht genügend. Die
Beschwerdegegnerin ist zwar auf di
e
Neuan
mel
dung des Beschwerdeführers
eingetreten
(Urk. 11/40)
. Obwohl sie es mithin als möglich erachtet hat, dass eine wesentliche Verschlechter
ung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
eingetreten sein könnte, hat sie aber die nötigen medizinischen Abklärungen nicht vorgenommen.
Die Beschwerdegegnerin hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzu
nehmen, die sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlauben. Hierzu empfiehlt sich eine polydisziplinäre Begutachtung
,
die insbesondere
eine Beurteilung
des psychi
schen Gesundheitszustandes
nach
Massgabe
der Standardindikatoren
gemäss
der mit BGE 141 V 281 begründeten Rechtspr
echung ermöglicht
.
Besonderes Augen
merk wird im Rahmen der ergänzenden Abklärung
insbesondere
auf die Frage
nach der effektiven
Veränderung des
Gesundheitszustandes
im Vergleich zum Referenzzeitpunkt zu richten sein
(Urteil des Bundesgerichts
8C_300/2020 vom 2. Dezember 2020
E. 2.6.2)
.
Hernach hat die Beschwerdegegnerin
neu über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
zu entscheiden.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in den Sinn
gutzuheissen
,
dass
die ange
fochtene
Verfügung vom 18. November 2019
(Urk. 2) aufgehoben wird
und
die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zurück
gewiese
n
wird
.
5.
5.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG
(ebenfalls in der hier anwendbaren
, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung
; Art. 83 ATSG)
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt und vorliegend auf Fr. 700.-- festgesetzt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausserdem
steht der
unentgeltlichen Rech
tsvertreterin des Beschwerdeführers
, Rechtsanwältin
Dr. Barbara Wyler,
eine Prozessentschädigung zu.
Da die Rechts
vertreterin trotz der eingeräumten Gelegenheit keine Honorarnote eingereicht hat (Urk. 12 Dispositiv-Ziffer 4), ist die Entschädigung
nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen ermessens
weise auf Fr
. 2‘300
.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen
.
Die Beschwerdegegnerin hat diesen Betrag der unentgeltlichen Rechtsvertreterin zu bezahlen.