Decision ID: c66a43c5-8eab-45f7-a1ce-07efbb9e08b5
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
erging am 30. Mai 2012. Darin wurde in der Rubrik „Sachverhalt“
aufgeführt: „Beim Laufen in ein Loch getreten und dabei Knie verdreht.
Hauptverletzung-Körperteil: Ueberdehnung / Bänderzerrung.“
2. Dr. med. D._ von der Klinik Gut attestierte A._ im Arztzeugnis
vom 12. Juni 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 10. Juni 2012.
Zum Unfallhergang (nach Angaben der Patientin) notierte er: „Am Vortag
beim Sport plötzliche Knieinstabilität Knie links St.n.VKB-Läsion 2010“.
Auf dem Formular „Ergänzende Fragen zum Unfallhergang“ der
Unfallversicherung beschrieb A._ am 4. August 2012, dass sie sich
beim sehr schnellen Abwärtsrennen durch starkes Aufsetzen des Fusses
und durch dadurch erfolgte starke Anspannung des Quadrizeps verletzt
habe.
3. Mit Schreiben vom 27. August 2012 lehnte die B._ AG ihre
Leistungspflicht ab. Sie begründete die Ablehnung damit, dass
hinsichtlich des fraglichen Ereignisses weder der Begriff des Unfalls
gemäss Art. 4 ATSG noch der Tatbestand der unfallähnlichen
Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV erfüllt sei.
4. Auf entsprechendes Verlangen von A._ vom 30. August 2012 hin
erliess die B._ AG am 2. November 2012 eine anfechtbare
Verfügung. Darin lehnte sie, auch gestützt auf die Beurteilung ihres
Konsiliararztes Dr. med. E._ vom 24. Oktober 2012, die Ausrichtung
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von Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung
ab und entzog einer allfälligen Einsprache die aufschiebende Wirkung. Im
Übrigen hielt sie an ihrer bereits im Schreiben vom 27. August 2012
dargelegten Begründung fest.
5. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 3. Dezember 2012
provisorisch Einsprache. Am 4. Januar 2013 reichte sie die ergänzte und
eingehend begründete Einsprache ein, mit der sie die Erbringung der
gesetzlichen Leistungen durch die B._ AG verlangte.
6. Zuhanden der B._ AG nahm Dr. med. F._, Fachärztin für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Einblick in die
Akten und die Originalbilder des MRI. Mit versicherungsmedizinischer
Stellungnahme vom 8. November 2013 beurteilte sie den Vorfall
dahingehend, dass es sich bei der am 28. Mai 2012 zugezogenen
Verletzung um einen Rückfall handle. Dieser betreffe eine Verletzung, die
sich A._ am 28. Februar 2010 beim Langlaufen zugezogen hatte.
Gestützt auf diese Einschätzung von Dr. med. F._ wies die B._
AG mit Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2013 die Einsprache von
A._ ab.
7. Gegen den Einspracheentscheid reichte A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 14. Januar 2014 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein. Sie stellte folgendes
Rechtsbegehren: „1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 3.
Dezember 2013 aufzuheben.
2. Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin
die gesetzlichen Leistungen betreffend das Ereignis vom 28. Mai 2012 zu
erbringen.
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3. Es sei eventualiter die Angelegenheit der Beschwerdegegnerin zur
Neubeurteilung zurückzuweisen.
4. Unter o/e Kostenfolge
Verfahrensanträge:
5. Es seien die vollständigen Akten der Vorinstanz beizuziehen.
6. Es sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten samt Anamnese der
Beschwerdeführerin betreffend die Folgen des Ereignisses vom 28. Mai
2012 zu erstellen.“
Zur Begründung führte sie aus, sie sei am 28. Mai 2012 beim
Abwärtsjoggen in ein Loch getreten. Der „Tritt in ein Loch“ stelle einen
ungewöhnlichen äusseren Faktor, das Ereignis somit einen Unfall im
Sinne von Art. 4 ATSG dar. Aus dem Umstand, dass der „Tritt in ein Loch“
nur in der Schadenmeldung genannt worden sei, jedoch nicht mehr in der
schriftlichen Befragung vom 4. August 2013, dürfe nicht geschlossen
werden, dass ein solcher nicht stattgefunden habe. Die
Beschwerdeführerin als Oberärztin habe sich auf die medizinische
Schilderung des Sachverhalts fokussiert und nicht auf den aus ihrer Sicht
unbedeutenden Umstand des „ins Loch Tretens“. Das
versicherungsmedizinische Gutachten von Dr. med. F._ vom 8.
November 2013 sei nicht schlüssig, zudem handle es sich lediglich um
ein Aktengutachten, dessen Aussagen in diametralem Widerspruch zu
den Aussagen des behandelnden Arztes Dr. med. D._ vom 26.
November 2012 und vom 7. Januar 2014 stünden. Der Unfall vom 28. Mai
2012 sei für die Beschwerden sehr wohl kausal. Sollte dennoch nicht von
einem Unfall ausgegangen werden, so liege zumindest eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vor.
8. Mit Vernehmlassung vom 3. März 2014 beantragte die B._ AG
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung der
Beschwerde. Sie wies darauf hin, dass es sich bei der Schadenmeldung
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um eine vom Arbeitgeber abgegebene Beschreibung handle und nicht um
eine direkte Angabe der Beschwerdeführerin. In sämtlichen anderen
Dokumenten sei der „Tritt in ein Loch“ nicht erwähnt. Auch sei, entgegen
den Ausführungen in der Beschwerde, nie erwähnt worden, dass die
Beschwerdeführerin durch den Tritt in ein Loch eingeknickt sei. Es sei
daher überwiegend wahrscheinlich, dass der Bewegungsablauf beim
Joggen durch nichts Programmwidriges gestört worden sei. Der
Unfallbegriff sei somit nicht erfüllt. Dem Joggen, auch talabwärts, könne
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung generell kein gesteigertes
Gefährdungspotential zugesprochen werden, weshalb das Kriterium des
äusseren Faktors und damit auch das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädigung zu verneinen seien. Im Übrigen komme dem
versicherungsmedizinischen Gutachten von Dr. med. F._ vom 8.
November 2013 voller Beweiswert zu.
9. Am 4. April 2014 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht eine freiwillige
Stellungnahme zukommen. Darin hielt sie fest, der „Tritt in ein Loch“ sei
aktenkundig und im Übrigen werde auch von Dr. med. D._ bestätigt,
dass die erlittene Kreuzbandruptur nicht auf degenerative Läsionen
zurückgeführt werden könne. Damit sei der ungewöhnliche äussere
Faktor überwiegend wahrscheinlich und somit rechtsgenüglich
nachgewiesen. Dem schnellen bergabwärts Joggen auf einem Waldweg
mit Tritt in ein Loch und anschliessendem Einknicken komme gesteigertes
Gefährdungspotential zu. Die Situation könne nicht mit dem Sachverhalt,
der dem Urteil des Bundesgerichts 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008
zugrunde lag, verglichen werden. Das Gutachten von Dr. med. F._
sei unvollständig und nicht schlüssig, zudem stehe es im Widerspruch zur
Einschätzung von Dr. med. D._, weshalb das Gericht, sollte es
Zweifel an der Kausalität des Ereignisses vom 28. Mai 2012 haben, eine
gerichtliche Begutachtung anordnen solle.
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10. Mit Duplik vom 19. Mai 2014 äusserte sich die Beschwerdegegnerin
dahingehend, dass kein sachlicher Grund erkennbar sei, nicht auf die
Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen abzustellen, in dem die
Beschwerdeführerin weder einen „Tritt in ein Loch“ noch ein „Einknicken
des Knies“ beschrieben habe. Dr. med. D._ erwähne zwar das
Unfallereignis aus dem Jahr 2010, die damals gestellte Diagnose und die
durchgeführte Therapie. Den Vorzustand des Knies habe er jedoch nicht
kommentiert. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor sei unter den
gegebenen Umständen nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. Der Unfallversicherer sei verpflichtet,
die Fragen im Zusammenhang mit der Ermittlung des Unfallhergangs
konkret zu stellen und klar zu formulieren, sodass für deren Beantwortung
keine speziellen Kenntnisse erforderlich seien. Eine Sonderbehandlung
der Beschwerdeführerin auf Grund ihres beruflichen Hintergrunds sei
nicht angezeigt. Da ein Fehltritt mit anschliessendem Einknicken nicht mit
dem nötigen Beweisgrad nachgewiesen sei, könne der Sachverhalt sehr
wohl mit demjenigen im Urteil des Bundesgerichts 8C_118/2008 vom 23.
Oktober 2008 verglichen werden. Da der Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG
nicht erfüllt sei und auch keine unfallähnliche Körperschädigung nach
Art. 9 Abs. 2 UVV vorliege, verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
weitere Ausführungen zur natürlichen Kausalität, erklärte jedoch, dass sie
nichts gegen die Einholung eines Gutachtens einwenden würde, sollte
das Gericht dies als notwendig erachten.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) kann gegen Einspracheentscheide innerhalb von 30
Tagen (Art. 60 Abs. 1 ATSG) Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin Wohnsitz in Graubünden, weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes zur
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2013 der Beschwerdegegnerin
ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf die im Übrigen
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. a) Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin für die
Folgen der Knieverletzung, die sich die Beschwerdeführerin am 28. Mai
2012 zuzog (Läsion des vorderen Kreuzbandes, radiärer Einriss am
Hinterhorn des medialen Meniskus), leistungspflichtig ist oder nicht. Dabei
ist umstritten, ob es sich beim Ereignis vom 28. Mai 2012 um einen Unfall
gemäss Art. 4 ATSG handelt oder nicht respektive ob der Tatbestand der
unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) erfüllt ist oder nicht.
b) Den Unfallversicherer trifft eine Leistungspflicht, wenn ein Berufsunfall,
ein Nichtberufsunfall oder eine Berufskrankheit vorliegt (Art. 6 Abs. 1
UVG). Ein Unfall wird in Art. 4 ATSG definiert als plötzliche, nicht
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beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren
Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur
Folge hat. Die Ungewöhnlichkeit bezieht sich auf den Faktor selbst und
nicht auf dessen Wirkungen auf den menschlichen Körper. Ohne Belang
für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, ob der äussere Faktor
allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zieht. Der
äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Dies ist
grundsätzlich nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen (zum
Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung
[UVG], 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 31 mit Hinweis auf BGE
134 V 72 E.4.3.1).
Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre
und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen
(BGE 130 V 117 E.2.1 mit Hinweisen auf RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100
E.2d; MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985,
S. 176 f.). Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das
Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in
der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbewegung gleichsam programmwidrig beeinflusst hat. Bei einer
solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor
zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und
Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein
ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E.2.1 mit Hinweisen). Ohne
besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen
(BGE 130 V 117 E.2.2 mit Hinweisen).
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c) Art. 6 Abs. 2 UVG sieht sodann vor, dass der Bundesrat auch
Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen kann. Von dieser Kompetenz hat der
Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und verschiedene
Körperschädigungen auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den
Unfällen gleichgestellt. Dazu zählen: Knochenbrüche (lit. a),
Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit.
d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Die Liste ist abschliessend (BGE 116 V
147 E.2b).
Bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssen zur Begründung der
Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der
Ungewöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt
sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des
äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden,
objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls. Die
schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung
bestehen (zum Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 80, mit
Hinweisen auf BGE 129 V 466 E.2.2 und E.4.1).
Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer
(schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser
nicht gegeben ist, wenn die versicherte Person nur das (erstmalige)
Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 80, mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E.4.2.1).
Nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors auch,
wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen
Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu
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beschreiben in der Lage ist. Vielmehr ist gemäss Rechtsprechung für die
Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend
einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses
gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn
die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer
allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa
für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit
erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die
in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch
normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers,
insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen
einschiessende Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9
Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer
alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hiezu ein davon
unterscheidbares äusseres Moment hineinspielt. Die physiologische
Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und
Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht
ungewöhnliches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der
Körperteile gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen muss.
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demzufolge ein
gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein
gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur
Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung
führenden Faktors (zum Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S.
81, mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E.4.2.2 und E.4.3).
d) Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leistungsan-
sprecher glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue oder wider-
sprüchliche Angaben genügen diesem Erfordernis nicht. Zur
Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es sodann nicht, einen
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Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein
Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das
konkrete Geschehen wahre, genaue und wenn möglich ins Detail
gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer
in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein Bild zu machen
und diese in objektiver Weise abzuklären (zum Ganzen: RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29, mit Hinweisen). Unter Umständen
kann zwar der medizinische Befund einen Beweis dafür bilden, dass eine
Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung, also auf ein
Unfallereignis, zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines Unfalls
lässt sich aber selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese
dienen aber mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen
eines Unfalls (BGE 134 V 72 E.4.3.2.2 mit Hinweisen).
Im Streitfall obliegt es dem Gericht, zu beurteilen, ob die Elemente eines
Unfalls erfüllt sind; zu diesem Zwecke hat es den Sachverhalt von Amtes
wegen zu untersuchen, kann aber die Mitwirkung der Parteien
beanspruchen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29; BGE 116 V 136
E.4b, BGE 114 V 298 E.6b). Die Verwaltung als verfügende Instanz und -
im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (BGE
138 V 218 E.6). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen; die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht (BGE 138 V 218 E.6). Das Gericht hat jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218
E.6 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29, mit
Hinweisen). Wird also das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht
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wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen
zu gelten, was sich zu Lasten des Leistungsansprechers auswirkt (RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29; BGE 116 V 136 E.4b, BGE 114 V 298
E.5b). Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nachweises
unfallähnlicher Körperschädigungen (BGE 114 V 298 E.5b).
3. a) Unbestritten ist vorliegend, dass sich die Beschwerdeführerin beim
Joggen eine Verletzung des linken Knies, nämlich eine Läsion des
vorderen Kreuzbandes sowie einen radiären Einriss am Hinterhorn des
medialen Meniskus zuzog. Streitig ist, ob die Verletzung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf zurückzuführen ist, dass die
Beschwerdeführerin am 28. Mai 2012 beim Bergabwärtsjoggen in ein
Loch trat, einknickte und dabei das linke Knie verdrehte, oder ob es sich
bei der zugezogenen Verletzung um einen Rückfall hinsichtlich einer am
28. Februar 2010 beim Langlaufen erlittenen Verletzung handelt. Von der
Beantwortung dieser Frage hängt ab, ob die Knieverletzung als
unfallbedingte oder unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren ist
oder nicht.
b) Die Beschwerdegegnerin verneinte den Leistungsanspruch im
Wesentlichen mit der Begründung, dass der von der Beschwerdeführerin
in der Beschwerde behauptete und einzig in der Schadenmeldung
aufgeführte Hergang, nämlich der „Tritt in ein Loch“ und das
infolgedessen angeblich erfolgte „Einknicken“ beim Joggen, nicht
überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen sei. Da das Joggen allein
nichts Programmwidriges sei, mangle es am ungewöhnlichen, äusseren
Faktor gemäss Art. 4 ATSG. Die Voraussetzungen des Unfallbegriffs
seien nicht erfüllt.
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Die Schadenmeldung UVG vom 30. Mai 2012 (beschwerdegegnerische
Akten [Bg-act.] 1) wurde von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin
ausgefüllt, was unbestritten ist. Nur in diesem Dokument ist davon die
Rede, dass die Beschwerdeführerin „beim Laufen in ein Loch getreten“ ist
und sich „dabei das Knie verdreht“ hat. Diese Unfallschilderung wurde in
keinem der nachfolgenden Dokumente mehr erwähnt, sondern erst in der
Einsprache vom 4. Januar 2013 (Bg-act. 13) vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin wieder aufgenommen. So ist im MRI-Bericht vom 30.
Mai 2012 (Bg-act. 2) die Rede von einem „plötzliche[n] Schmerz beim
Joggen mit komischem Gefühl im Knie“ und im ersten Arztzeugnis von Dr.
med. D._ vom 12. Juni 2012 (Bg-act. 3) zum Unfallhergang gemäss
Angaben der Patientin von „am Vortag beim Sport plötzliche
Knieinstabilität“ am linken Knie, „St.b.VKB-Läsion 2010“. Im Formular der
Beschwerdegegnerin betreffend ergänzende Fragen zum Unfallhergang
(Bg-act. 5), den die Beschwerdeführerin am 4. August 2012 eigenhändig
ausfüllte, erwähnte sie das Bergabwärtsjoggen und antwortete auf die
konkrete Frage, ob sich dabei etwas Besonderes ereignet habe, mit einer
relativ genauen Schilderung des Bewegungsablaufs, indem sie ausführte:
„Starkes Aufsetzen des Fusses und dadurch starke Anspannung des
Quadrizeps beim sehr schnellen Abwärtsrennen.“ Von einem „Tritt in ein
Loch“ oder einem „Einknicken“ ist hier trotz der ausdrücklichen Nachfrage
nach dem konkreten Ablauf des Ereignisses nicht die Rede. Dieses
Sachverhaltselement, nämlich den „Tritt in ein Loch“ und das
„Einknicken“, erachtete die Beschwerdegegnerin deshalb als nicht mit der
nötigen überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Die Beschwerdeführerin begründet den Umstand, dass sie den „Tritt in
ein Loch“ im Fragebogen nicht aufgeführt habe, mit ihrem beruflichen
Hintergrund. Als Oberärztin sei sie es gewohnt, den Fokus auf den
medizinischen Sachverhalt zu legen. Ihr sei die juristische Relevanz der
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Schilderung des „ins Loch Tretens“ nicht bewusst gewesen, eines aus
ihrer Sicht relativ unbedeutenden Umstands, der im Übrigen bereits in der
Unfallmeldung aufgeführt gewesen sei. Dasselbe gelte für die anderen
ärztlichen Berichte, in denen der fragliche Hinweis ebenfalls fehle. Dies
bedeute jedoch nicht, dass der „Tritt in ein Loch“ nicht stattgefunden und
sie ihn den behandelnden Ärzten gegenüber nicht erwähnt habe.
Vielmehr hätten auch diese auf medizinische Faktoren fokussiert und sich
über juristisch relevante Sachverhaltselemente keine Gedanken gemacht.
Dass dies also in den medizinischen Berichten nicht aufgeführt sei, könne
nicht ihr angelastet werden.
c) Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ist vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht, indem Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben (Art. 43 und Art. 61
ATSG). Dieser Grundsatz gilt indes, wie bereits erwähnt, nicht
uneingeschränkt, sondern er wird in zweifacher Hinsicht ergänzt durch die
Mitwirkungspflicht des betroffenen Versicherten sowie durch die im
Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme
am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der
Entscheidfindung (BGE 125 V 195 E.2, BGE 122 V 157 E.1a, BGE 120 V
357 E.1a, mit Hinweisen). Der Sachverhaltsabklärung durch die
Unfallversicherung diente vorliegend insbesondere das Formular der
Beschwerdegegnerin mit den konkreten Fragen zum Hergang des
Ereignisses, aufgrund dessen die Beschwerdeführerin ihre
Leistungsansprüche stellte. Gerade der Wortlaut der ersten beiden
Fragen - „1. Wie und wann haben Sie sich die uns gemeldeten
Beschwerden zugezogen [genaue Beschreibung des Hergangs]? 2. Hat
sich dabei etwas Besonderes ereignet [Sturz, Anschlagen, usw.]? - zielt
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klar und eindeutig auf den Hergang des Ereignisses, und ausdrücklich
und zusätzlich wird nach allfälligen besonderen Vorkommnissen gefragt.
Jede versicherte Person, unabhängig von ihrem Beruf, kann und muss
bei der Beantwortung dieser Fragen erkennen, dass die gemachten
Angaben der Beurteilung dienen, ob die erwarteten
Versicherungsleistungen ausgerichtet werden können oder nicht, und
dass daher eine genaue und der Wahrheit entsprechende Beantwortung
der Fragen wichtig ist. In dem Moment, in welchem der Fragebogen
ausgefüllt wird, liegt der Unfallversicherung mindestens bereits eine
Schadenmeldung vor und vorliegend war ihr auch ein erstes Arztzeugnis
zugestellt worden. Daraus ergibt sich, dass es bei der Beantwortung der
Fragen auf dem Formular der Unfallversicherung nicht um eine
medizinische Darlegung oder Diagnose geht. Insofern spielt auch der
berufliche Hintergrund der versicherten Person eine untergeordnete Rolle
und es dürfte (ausser allenfalls bei juristischen Fachpersonen) kaum
vorkommen, dass eine versicherte Person bereits beim Ausfüllen des
Fragebogens die rechtliche Subsumption des geschilderten Sachverhalts
im Auge hat und mit Blick darauf gewisse Sachverhaltselemente bewusst
mehr und andere weniger betont. Vorliegend jedenfalls musste es auch
für die Beschwerdeführerin trotz ihres medizinischen Berufs erkennbar
gewesen sein, dass bei der Beantwortung der Fragen (insbesondere der
Fragen 1 und 2) nicht sie als medizinische Fachperson angesprochen war
und auch nicht die medizinische Diagnose im Vordergrund stand, sondern
der genaue Hergang des Ereignisses und die begleitenden Umstände, so
wie sie sie als Betroffene erlebt und wie sie zur Verletzung geführt hatten.
Weshalb die Beschwerdeführerin bei der Beantwortung der Fragen 1 und
2 die mutmassliche Ursache des Ereignisses, nämlich den von ihr
behaupteten „Tritt in ein Loch“, mit keinem Wort erwähnte, ist nach dem
Gesagten nicht nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, als die
Beschwerdeführerin geltend machte, dies den behandelnden Ärzten
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gegenüber selbstverständlich erwähnt zu haben, dies jedoch auch in den
entsprechenden Arztberichten nicht aufgeführt ist.
Dasselbe gilt für die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie sei beim
„Tritt in ein Loch“ auch eingeknickt und habe sich als Folge davon das
Knie verdreht. Nicht bestritten ist, dass man bei einem Tritt in ein Loch
einknicken kann, jedoch wird ein solcher Vorgang vorliegend nirgends in
den Akten erwähnt. Weshalb also trotz fehlenden Nachweises von einem
derartigen Hergang des Ereignisses vom 28. Mai 2012, nämlich einem
„Einknicken des Knies“, ausgegangen werden müsste, wie die
Beschwerdeführerin geltend macht, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin verweist ferner auf den Bericht von Dr. med.
D._, der in seinem Schreiben vom 26. November 2012 (Bg-act. 10)
bestätigte, er halte es für ausgeschlossen, dass die Kreuzbandruptur auf
degenerative Läsionen zurückzuführen sei. Damit, so die
Beschwerdeführerin, sei klar, dass beim Hergang des Ereignisses vom
28. Mai 2012 von einem programmwidrigen Bewegungsablauf
ausgegangen werden müsse. Ohne einen solchen sei schlicht nicht
erklärbar, wie sie sich die Knieverletzung zugezogen haben könne. Diese
Aussagen sind insofern nicht überzeugend, als Dr. med. D._ zwar
den Vorzustand des Knies aufgrund des Unfalls vom 28. Februar 2010 -
heftiges Kniedistorsionstrauma - erwähnt, dessen Bedeutung für die
erneute Knieverletzung jedoch nicht in seine Beurteilung miteinbezieht.
Dr. med. F._ hingegen beschreibt in ihrer medizinischen Beurteilung
vom 8. November 2013 (Bg-act. 14), dass die Beschwerdeführerin am 28.
Februar 2010 beim Langlaufen gestürzt war und dass aus diesem
Ereignis bereits ein Vorschaden am Kreuzband des linken Knies
bestanden hatte. Aufgrund des Vergleichs zwischen dem aktuellen
Befund und den damaligen Verletzungen - isolierte mediale
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Kapselbandruptur und geringfügige Elongation des vorderen
Kreuzbandes mit Einblutung - kam Dr. med. F._ zum Schluss, dass
es sich bei der aktuellen Verletzung um einen Rückfall handle. Allein den
Meniskusriss erachtete sie als degenerativ bedingt. Diese Ausführungen
sind differenziert, bezogen auf den konkreten medizinischen Befund und
somit schlüssig, weshalb sie als überzeugender einzustufen sind als die
pauschale Feststellung von Dr. med. D._, noch nie eine
Kreuzbandruptur aufgrund von degenerativen Läsionen gesehen zu
haben. Jedenfalls vermag das Schreiben von Dr. med. D._ vom 26.
November 2012 (Bg-act. 10) und auch dasjenige vom 7. Januar 2014
(Bg-act. 16), in dem die Ausführungen des ersten Schreibens bestätigt
werden, die versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. F._
vom 8. November 2013 (Bg-act. 14) nicht zu entkräften.
d) Unter all den genannten Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin hinsichtlich des konkreten Ablaufs des Ereignisses
vom 28. Mai 2012 auf die Angaben der Beschwerdeführerin im
Fragebogen vom 4. August 2012 abstellte. Der „Tritt in ein Loch“ erweist
sich nämlich als nicht überwiegend wahrscheinlich und das „Einknicken
des Knies“ als überhaupt nicht nachgewiesen. Das Vorliegen einer
Programmwidrigkeit im Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin und
eines ungewöhnliche äusseren Faktors ist zu verneinen, womit auch die
Voraussetzungen für die Annahme eines Unfalls im Sinne von Art. 4
ATSG nicht erfüllt sind.
4. a) Zu prüfen ist des Weiteren, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im
Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Die Beschwerdegegnerin bejahte
zwar das Vorliegen einer Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV,
doch sah sie im blossen Abwärtsjoggen die Voraussetzungen des
Unfallbegriffs und das auch bei unfallähnlichen Ereignissen geforderte
- 18 -
generell gesteigerte Gefährdungspotential als nicht gegeben. Ein
äusseres Ereignis fehle somit gänzlich.
b) Tatsächlich erlitt die Beschwerdeführerin eine Körperschädigung, die
unbestrittenermassen in die Kategorien des Art. 9 Abs. 2 UVV lit. c
(Meniskusriss) und lit. g (Bandläsion) fällt. Die Beschwerdeführerin macht
in diesem Zusammenhang geltend, beim sehr schnellen Abwärtsjoggen
auf einem Waldweg, dem aktenkundigen Fehltritt in ein Loch samt
Einknicken und Verdrehen des Knies handle es sich gerade nicht um eine
alltägliche Verrichtung, wie dies beim einfachen starken Aufsetzen des
Fusses beim Joggen der Fall sei. Die Folge des Fehltritts sei eine
plötzliche, ruckartige und unkontrollierte Bewegung gewesen, nämlich das
Einknicken und Verdrehen des Knies, was ein äusseres objektiv
feststellbares unfallähnliches Ereignis darstelle. Daran ändere auch der
Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_118/2008 vom 23. Oktober
2008 nichts. Im vorliegenden Fall gehe es nicht um ein normales Joggen
vergleichbar mit einem normalen Wandern, bei dem plötzlich ein
stechender Schmerz auftrat, wie im zitierten Bundesgerichtsentscheid,
sondern um das sehr schnelle bergabwärts Joggen auf einem Waldweg,
dem per se ein gesteigertes Gefährdungspotential zukomme.
Im Urteil 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008 (E.3.3) führte das
Bundesgericht aus, dass dem Joggen nicht generell ein gesteigertes
Gefährdungspotenzial zugesprochen werden könne, weil es beim
normalen Joggen an plötzlichen, ruckartigen und unkontrollierten
Bewegungen fehle. Im fraglichen Fall verneinte es das Vorliegen eines
äusseren schädigenden Faktors und somit einer unfallähnlichen
Körperschädigung bei einem Versicherten, der beim Joggen talwärts
einen stechenden Schmerz gespürt und nach einem kurzen Unterbruch
hatte weiterlaufen können.
- 19 -
Die Argumentation der Beschwerdeführerin überzeugt nicht. Wie oben
bereits ausgeführt, fehlt vorliegend der überwiegend wahrscheinliche
Nachweis eines Fehltrittes und Einknickens beim Abwärtsjoggen und es
muss daher davon ausgegangen werden, dass sich die
Beschwerdeführerin die Verletzung am linken Knie beim „normalen“
Abwärtsjoggen zugezogen hat. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kommt dem einfachen Joggen kein gesteigertes
Gefährdungspotential zu, vielmehr beinhaltet es einen gleichmässigen
Bewegungsablauf im Rahmen einer physiologisch normalen und
psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers (Urteil des
Bundesgerichts 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008 E.3.3). Damit liegt
auch kein äusseres objektiv feststellbares Ereignis vor und eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV ist zu
verneinen.
5. a) Die Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden nicht nur
ein natürlicher, sondern auch ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht
als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur
gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (zum Ganzen: RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 53). Der Beweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs (bzw. des Wegfallens desselben) wird in erster
Linie mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen geführt (RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 55).
b) Da vorliegend weder ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG noch eine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt,
- 20 -
ist grundsätzlich auch die Frage nach dem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang obsolet. Lediglich der Vollständigkeit halber sei
darauf hingewiesen, dass die Einwände der Beschwerdeführerin gegen
die versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. F._ vom
8. November 2013 (Bg-act. 14) unbegründet sind.
Die Beschwerdeführerin rügt, es handle sich bei der
versicherungsmedizinischen Stellungnahme von Dr. med. F._ vom 8.
November 2013 um ein nicht schlüssiges Aktengutachten, das in
diametralem Widerspruch zu den Ausführungen des behandelnden Arztes
Dr. med. D._ vom 26. November 2012 und vom 7. Januar 2014
stehe. Dieser habe unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass das
Ereignis vom 28. Mai 2012 kausal zu den geklagten Beschwerden sei. Im
Übrigen sei die Stellungnahme ohne eingehende Beobachtungen und
Untersuchungen erfolgt und die Beschwerdeführerin habe keine
Gelegenheit erhalten, selbst Fragen an Dr. med. F._ zu stellen,
weshalb ihr rechtliches Gehör verletzt sei. Da die Stellungnahme zudem
einseitig von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegeben worden sei,
könne eine Befangenheit nicht ausgeschlossen werden.
Im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht holte die Beschwerdegegnerin bei
Dr. med. F._ eine versicherungsmedizinische Stellungnahme ein
(Bg-act. 14). Diese stellt kein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG dar
und wurde weder von Dr. med. F._ noch von der
Beschwerdegegnerin als solches bezeichnet. Wurde also gar kein
Gutachten eingeholt, bestand auch keine Verpflichtung der
Beschwerdegegnerin, nach den Vorgaben des Art. 44 ATSG zu
verfahren. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist im Vorgehen der
Beschwerdeführerin nicht zu erblicken, ebenso wenig eine Befangenheit.
Immerhin ist die Beschwerdegegnerin im Rahmen des
- 21 -
sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahrens zur Abklärung des
Sachverhalts verpflichtet. Ob sie dafür ein Gutachten einer oder eines
unabhängigen Sachverständigen einholt oder nicht, liegt dabei in ihrem
Ermessen. Im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von
Sozialversicherungsleistungen besteht kein förmlicher Anspruch auf
versicherungsexterne Begutachtung (Urteil des Bundesgerichts
8C_723/2010 vom 25. März 2011 E.4.1). Eine solche ist erst anzuordnen,
wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (BGE 135
V 465; Urteil des Bundesgerichts 8C_723/2010 vom 25. März 2011
E.4.1). Ein medizinischer Aktenbericht ist beweistauglich, wenn die Akten
ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund
muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_723/2010 vom 25. März 2011 E.4.1 mit
Hinweisen).
Wie bereits ausgeführt (Erwägung 3c hiervor), ist die
versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. F._ vom 8.
November 2013 auch inhaltlich schlüssig und überzeugend. Anamnese,
Verlauf und Status waren bekannt, Dr. med. F._ standen die Akten
und die Originalbilder des MRI zur Verfügung. Die Schreiben von Dr.
med. D._ vom 26. November 2012 (Bg-act. 10) und vom 7. Januar
2014 (Bg-act. 16) sind, wie bereits erwähnt, nicht geeignet, die
versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. F._ in
Zweifel zu ziehen. Ist diese also für die Sachverhaltsermittlung
ausreichend und somit beweistauglich, erweist sich die Einholung des
beantragten Gutachtens im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens als nicht erforderlich, zumal ja - wie bereits
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dargelegt - sowohl das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG
als auch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2
UVV zu verneinen ist. Im Übrigen wären von einer Begutachtung keine
neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b).
6. a) Nachdem vorliegend weder ein Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG in
Verbindung mit Art. 4 ATSG noch eine unfallähnliche Körperschädigung
im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV
gegeben sind, hat die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht für die
Knieverletzung zu Recht verneint. Der angefochtene Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2013 ist damit zu bestätigen und die Beschwerde
abzuweisen.
b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung - für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das
vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht überdies kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).