Decision ID: 40fc86d1-7a4e-4fb7-b3b2-df2c411c18ee
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, meldete sich - nach am 2
0.
Juli 2007 (
Urk.
7/39/33) und am 2
2.
August 2009 (
Urk.
7/35/2) erlittenen Unfällen - am 2
2.
Januar 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/29). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem ein von der M
EDAS
Y._
im Auftrag des Unfallversicherers erstattetes Gutachten (
Urk.
7/73/2-83) bei und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/90,
Urk.
7/93,
Urk.
7/99) mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
7/105 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob gegen die Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
2) am 2
9.
November 2013 Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zur Ausrichtung einer Rente und zur Anordnung beruflicher Massnahmen zu verpflichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2), eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Februar 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Der entsprechenden gerichtlichen Aufforderung (
Urk.
8) folgend reichte die Beschwerdegegnerin sodann eine ergänzende Stellungnahme der
Y._
-Gutachter (
Urk.
11/2) und einen älteren Bericht der behandelnden Psychiaterin (
Urk.
11/3) ein.
Vom Gericht erneut zur Stellungnahme aufgefordert (
Urk.
13), beantragte die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 1
4.
Mai 2014 die Rückweisung zu wei
teren Abklärungen (
Urk.
14). Dazu nahm der Beschwerdeführer am 2
1.
Mai 2014 Stellung (
Urk.
17), was der Beschwerdegegnerin am 1
1.
Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das am 2
9.
Februar 2012 im Auftrag des Unfallversicherers erstattete
Y._
-Gutachten (
Urk.
7/73/2-83) basierte auf im November / Dezember 2011 erfolg
ten Untersuchungen (vgl. S. 1) und war weitgehend auf die Unfallversicherungs-Optik ausgerichtet (vgl.
Urk.
11/2 S. 1
Ziff.
1)
Im Abschnitt „Zusammenfassung und Beurteilung“ wurde eine Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen, ohne Angaben zur Arbeitsfähigkeit, genannt (S. 57 oben). Als psychiatrische Diagnosen wurden eine Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen und gemischter Beeinträchtigung der Emotionen, eine gestörte Krankheits- beziehungsweise Schmerzverarbeitung bei massiver Selbstwertproblematik und eine zugrundeliegende narzisstische Persönlichkeit genannt (S. 63
Ziff.
6.4 und S.
66).
Zur Frage des Taggeldversicherers, bei welchen Tätigkeiten die versicherte Per
son heute in welchem Umfang behindert sei, wurde lediglich „Siehe Bericht der Psychiaterin vom 10.10.2011 und ORL-Beurteilung, Ziffer 12“ ausgeführt (S.
80
Ziff.
8).
1.2
Der im Gutachten genannte Bericht
vom 1
0.
Oktober 2011
fand erst im Verlauf des vorliegenden Verfahrens (vgl.
Urk.
9 und 10) Eingang in die Akten (
Urk.
11/3).
Darin wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer arbeite 50
%
und erbringe dabei eine Leistung von 25-30
%
.
Mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2014 (
Urk.
8) wurde die Beschwerdegegnerin aufgef
ordert, von den Gutachtern der MEDAS Y._
eine Stellungnahme zu deren Angaben zur Arbeitsfähigkeit einzuholen, beziehungsweise eine zusam
menhän
gende, nachvollziehbar begründete und in sich schlüssige Beurteilung mit bezifferten Angaben zur aus medizinischer Sicht im Gutachtenszeitpunkt anzu
nehmenden Arbeitsfähigkeit.
Die bei den Gutachtern eingeholte Stellungnahme (
Urk.
11/2) beschränkt sich auf eine Wiederholung der betreffenden Passage im Gutachten (S. 80
Ziff.
12)
;
sie enthält z
ur Beurteilung aus psychiatrische
r
Sicht keine verwertbaren Aus
führungen.
Somit ist zu konstatieren, dass das 2012 erstattete und 2014 ergänzte Gutachten jedenfalls in psychiatrischer Hinsicht nicht aussagekräftig ist.
1.3
Implizit wurde im genannten Gutachten auf die Beurteilung durch die behan
delnde Psychiaterin verwiesen. Auch der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, die Invalidität
sei
gestützt auf die Beurteilung durch die behan
delnde Psychiaterin zu bemessen (
Urk.
17).
Dem kann jedoch nicht gefolgt werden, denn praxisgemäss ist gegenüber den Beurteilungen durch langjährig behandelnde medizinische Fachpersonen eine entsprechende Zurückhaltung angezeigt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc), was einer Bestimmung der Arbeitsfähigkeit alleine aufgrund der Berichte der behan
delnden Psychiaterin entgegensteht.
1.4
Somit bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt nicht
entscheidreif
abgeklärt ist.
Entsprechend dem nunmehrigen Antrag der Beschwerdegegnerin und dem Even
tualantrag des Beschwerdeführers ist die angefochtene Verfügung deshalb aufzuheben und die Sache zur
rechtsgenüglichen
Abklärung
der Arbeitsfähig
keit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird dabei in geeigneter Weise den
Umstand
berücksichtigen
, dass das im Auftrag des Unfallversicherers erstattete polydisziplinäre Gutachten auf im November / Dezember 2011
er
folg
ten - mittlerweile also über 2 1⁄2 Jahre zurückliegenden -
Untersuchungen basierte.
2.
2.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
2.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘400.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bemessen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.