Decision ID: 1ad89be5-d51c-4a4c-9077-a9265bfa77ee
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ war im Jahr 2007 Eigentümer unter anderem je eines Grundstücks in X._/SG und
in Y._/SG. Das Grundstück in X._/SG veräusserte er am 8. Mai 2007. Sein Ersuchen
vom 11. Juli 2007, den Gewinn mit der Grundstückgewinnsteuer abzurechnen, weil es
sich um eine Liegenschaft des Privatvermögens gehandelt habe, beantwortete das
Kantonale Steueramt angesichts seines Wohnsitzes im Kanton St. Gallen und seiner
Besteuerung als Liegenschaftenhändler am 27. Juli 2007 abschlägig.
Am 13. Dezember 2007 verlegten die Eheleute A._ und B._ ihren Wohnsitz von Y._/
SG nach Q._/AR. Der Wohnsitzkanton berücksichtigte den Gewinn aus der
Veräusserung der Liegenschaft in X._/SG bei der Veranlagung der direkten Steuern
2007 am 3. Juli 2013 als Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Die Einsprache,
die sich unter anderem gegen die steuerliche Behandlung dieses Gewinns richtete,
wurde am 27. April 2016 abgewiesen. Die Veranlagung wurde mit der Abweisung einer
Beschwerde, mit welcher diese Betrachtung nicht mehr gerügt worden war, durch das
Bundesgericht rechtskräftig (BGer 2C_489 und 490/2018 vom 13. Juli 2018).
B.
A._ und B._ wurden aufgrund des Liegenschaftsbesitzes im Kanton St. Gallen am
16. Juni 2016 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2007 mit einem steuerbaren
Einkommen von CHF ... – darin enthalten ein Gewinn aus der Veräusserung des
Grundstücks in X._/SG von CHF 274'147 – zum Satz von CHF ... und einem
steuerbaren Vermögen von CHF ... zum Satz von CHF ... veranlagt. Gegen diese
Veranlagung erhoben die Steuerpflichtigen am 11. Juli 2016 Einsprache. A._ machte
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geltend, als ausserkantonaler Liegenschaftenhändler unterliege er im Kanton St. Gallen
nicht der Einkommens-, sondern der Grundstückgewinnsteuer. In der Folge leitete das
Kantonale Steueramt am 30. März 2017 vorsorglich ein Nachsteuerverfahren betreffend
Grundstückgewinnsteuer 2007 ein (act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007/2008,
15).
Nachdem die Veranlagung mit den direkten Steuern für 2007 am Hauptsteuerdomizil
rechtskräftig geworden war, teilte das Kantonale Steueramt den Steuerpflichtigen am
25. September 2018 mit, der Verkauf werde gestützt auf das 2007 gültige gewesene
Recht mit der Grundstückgewinnsteuer besteuert. Für die Einkommens- und
Vermögenssteuern 2007 schlug es die Erledigung der Einsprache mit einem
steuerbaren Einkommen von CHF 5'500 zum Satz von CHF 210'600 und einer
unveränderten Veranlagung für das Vermögen vor (act. 9/1.11 und 1.18). Nach erneuter
Zustellung des Vorschlags am 27. November 2018 (act. 9/1.17) erkundigten sich die
Steuerpflichtigen am 4. Dezember 2018 nach der gesetzlichen Grundlage der
Vermögensbesteuerung der Liegenschaft in X._/SG pro rata. Das Kantonale
Steueramt nahm dazu am 11. Dezember 2018 Stellung (act. 9/1.15 und 16).
Das Kantonale Steueramt erliess am 6. Mai 2019 eine Nachsteuerverfügung für die
Grundstückgewinnsteuer für das Jahr 2007 und wies am 21. Januar 2020 die dagegen
erhobene Einsprache ab (act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007, 1). Am 31. März
2020 kam das Kantonale Steueramt auf seine Beurteilung zurück. Weil die
entsprechende Gesetzesbestimmung doch nicht zur Anwendung gelange, könne
"keine rechtskräftige Veranlagung der Grundstückgewinnsteuer erfolgen". Es widerrief
den im Nachsteuerverfahren für die Grundstückgewinnsteuer ergangenen
Einspracheentscheid und teilte mit, der Gewinn sei über die Einkommenssteuer
abzurechnen. Am 1. April 2020 wurde eine Erledigung der Einsprache entsprechend
der Veranlagung vom 16. Juni 2016 in Aussicht gestellt.
In der Folge stimmten die Steuerpflichtigen mit Unterschrift ihres Rechtsvertreters vom
2. April 2020 der Erledigung der Einsprache betreffend Staats- und Gemeindesteuern
2007 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 5'500 zum Satz von CHF 210'600
und einem steuerbaren Vermögen von CHF 449'000 (Y._) und CHF 249'000 (X._) zum
Satz von CHF ... zu (act. 9/1.11). Der Rechtsvertreter vertrat am 17. April 2020 die
Auffassung, die Veranlagung 2007 sei rechtskräftig entsprechend dem Vorschlag vom
25. September 2018 anerkannt. Die Einleitung einer Veranlagung des Gewinns über die
Einkommenssteuer sei verjährt und neue Tatsachen für eine Nachbesteuerung seien
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weder bei der Grundstückgewinnsteuer noch bei der Einkommenssteuer ersichtlich.
Das Kantonale Steueramt wies die Einsprache am 13. Mai 2020 ab.
C.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den gegen den Einspracheentscheid vom
13. Mai 2020 erhobenen Rekurs am 14. Dezember 2020 ab. Zur Begründung führte sie
im Wesentlichen aus, der Einwand der Steuerpflichtigen, mit der Unterzeichnung des
Vorschlags für die Erledigung der Einsprache gegen die Kantons- und
Gemeindesteuern 2007 am 2. April 2020 sei das Veranlagungsverfahren erledigt
gewesen, sei unbegründet. Die Besteuerung von Gewinnen aus dem Handel mit
Grundstücken natürlicher Personen mit der Grundstückgewinnsteuer verletze das
Schlechterstellungsverbot und den Grundsatz der Besteuerung nach der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, wenn im Kanton lediglich eine Steuerpflicht aus
Grundeigentum bestehe. Die entsprechende Bestimmung sei deshalb per 1. Januar
2013 aufgehoben worden und auch auf Sachverhalte, die sich vor diesem Zeitpunkt
ereignet hätten, nicht mehr anwendbar gewesen. Die Grundstückgewinnsteuer hätte
CHF 97'000 (ohne Zinsen) betragen, während die Einkommenssteuer lediglich mit rund
CHF 62'000 zu Buche schlage.
D.
A._ und B._ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 15. Dezember 2020
versandten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihrer
Vertreterin vom 13. Januar 2021 und Ergänzung vom 9. Februar 2021 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei
der angefochtene Entscheid aufzuheben, die – nur im Nachsteuerverfahren mögliche –
Besteuerung mit der Grundstückgewinnsteuer beizubehalten und die Veranlagung
2007 betreffend die Einkommenssteuer durch den Einspracherückzug vom 23. Januar
2020 und die Gegenzeichnung des Erledigungsvorschlages als rechtskräftig zu
bestätigen, so dass der Veräusserungsgewinn nur nach den Regeln der Nachsteuer mit
der Einkommenssteuer besteuert werden könne.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 12. Februar 2021 auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
Kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 22. Februar 2021 auf eine
Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführer
äusserten sich abschliessend am 9. März 2021.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
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Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes; sGS 811.1, StG). Die Beschwerdeführer, die im Rekursverfahren mit
ihren Begehren unterlagen, sind zur Erhebung der Beschwerde befugt. Die
Beschwerde gegen den am 15. Dezember 2020 versandten Rekursentscheid wurde mit
Eingabe vom 13. Januar 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 9. Februar 2021 – die Praxis, welche in steuerrechtlichen Rekurs- und
Beschwerdeverfahren die Ansetzung einer solchen Nachfrist grundsätzlich
ausschliesst, gilt erst seit 1. März 2021 – in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 161 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitgegenstand
Die Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass die
Beschwerdeführer am Ende der Steuerperiode 2007 steuerrechtlichen Wohnsitz im
Kanton Appenzell-Ausserrhoden hatten. Sie stimmen darin überein, dass der
Beschwerdeführer aus der Veräusserung einer Liegenschaft in X._/SG einen Gewinn in
der Höhe von CHF 274'147 erzielte. Die Veranlagungsbehörde des Wohnsitzkantons
hat den Gewinn aus der Veräusserung bei der direkten Bundessteuer bei den
Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit gemäss Art. 18 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) erfasst (vgl. act. 9/4,
Ziff. 2.3 des Einspracheentscheides vom 27. April 2016). Diese Beurteilung wurde mit
der Abweisung der gegen die Veranlagung für die Steuerperiode 2007 erhobenen
Beschwerden durch das Obergericht am 6. Februar 2018 und das Bundesgericht am
13. Juli 2018 rechtskräftig (vgl. act. 9/4, BGer 2C_489 und 490/2018). Der
Beschwerdeführer macht deshalb zu Recht nicht mehr geltend, die Liegenschaft sei
seinem Privatvermögen zuzurechnen gewesen.
Die Beschwerdeführer sind der Auffassung, der im Jahr 2007 erzielte
Veräusserungsgewinn sei – wie der Beschwerdegegner dies in einem
Nachsteuerverfahren getan habe – gemäss damaliger gesetzlicher Grundlage mit der
Grundstückgewinnsteuer zu erfassen. Der Beschwerdegegner habe die
Nachsteuerveranlagung am 31. März 2020 aufgehoben, weil er die Aussichtslosigkeit
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des Nachsteuerverfahrens – es lägen keine neuen Tatsachen vor – eingesehen habe.
Der Beschwerdegegner habe sich dann daran erinnert, dass "solche Fälle" gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung allenfalls mit der Einkommenssteuer zu
veranlagen seien. In diesem Zeitpunkt sei aber die Veranlagung der Einkommenssteuer
2007 aufgrund des Rückzugs der Einsprache am 23. Januar 2020 beziehungsweise der
Anerkennung der Steuerfaktoren ohne den Veräusserungsgewinn am 2. April 2020
bereits rechtskräftig und unveränderbar gewesen (dazu nachfolgend Erwägung 3). Für
den Fall, dass diese Auffassung nicht geteilt wird, berufen sich die Beschwerdeführer
auf den Schutz des Vertrauens in eine – mangels neuer Tatsachen allerdings nicht
mehr zulässige – Besteuerung des Gewinns aus der Veräusserung mit der
Grundstückgewinnsteuer (dazu nachfolgend Erwägung 4).
3. Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 2007
Rechtsgrundlage
Gemäss dem per 1. Januar 2013 aufgehobenen Art. 130 Abs. 1 Ingress und lit. b StG
(vgl. nGS 44-121) unterlagen Gewinne aus dem Handel mit Grundstücken natürlicher
Personen der Grundstückgewinnsteuer, wenn im Kanton lediglich eine Steuerpflicht
aus Grundeigentum bestand. Da im dualistischen System Kapitalgewinne aus der
Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens gemäss Art. 31 Abs. 2 StG
als Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit steuerbar sind, konnte diese Lösung
zu einer erheblichen Mehrbelastung im Liegenschaftenhandel selbständig
Erwerbstätiger mit ausserkantonalem Hauptsteuerdomizil und damit zu einer
Missachtung des Gebots der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
und des Schlechterstellungsverbots (Art. 127 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; vgl. BGE 137 I 145 E. 4.3) führen.
Die Vorinstanz hat die steuerliche Entlastung bei einer Besteuerung mit der
Einkommenssteuer im Vergleich zur Besteuerung mit der Grundstückgewinnsteuer auf
rund CHF 35'000 geschätzt (E. 3d des angefochtenen Entscheides). Die
Grundstückgewinnsteuer würde gemäss provisorischer Berechnung vom 3. Oktober
2018 CHF 97'154 (ohne Zinsen; act. 9/3, Dauerakten Nachsteuer GGSt 2007/2008, 12),
die Einkommenssteuer für die in der Gemeinde X._/SG erzielten Einkünfte gemäss
Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung vom 29. Juni 2016 CHF 56'317 (ohne
Zinsen; act. 9/1.3; einfache Steuer CHF 24'274.62, Steuerfuss 232%, ohne Zinsen)
betragen, was eine Entlastung von über CHF 40'000 ergibt. Die Beschwerdeführer
bestreiten diese Grössenordnung der Steuerersparnis nicht. Zwar war Art. 130 Abs. 1
Ingress und lit. b StG im Zeitpunkt der Gewinnrealisation im Jahr 2007 noch in Kraft.
3.1.
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Indessen hätte – worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist – die Anwendung der
Bestimmung bereits in jenem Zeitpunkt zu einer verfassungswidrigen Mehrbelastung
des Beschwerdeführers geführt.
Die Besteuerung des Veräusserungsgewinnes mit der Einkommenssteuer wirkt sich
zugunsten des Beschwerdeführers aus. Es besteht deshalb grundsätzlich kein Anlass,
den im Jahr 2007 erzielten Gewinn aus der Veräusserung des Grundstücks in X._/SG
nicht über die Einkommenssteuer abzurechnen.
Schreiben vom 23. Januar 2020
Die Beschwerdeführer machen geltend, die Veranlagung der Einkommenssteuer 2007
ohne den Gewinn aus der Veräusserung des Grundstückes in X._/SG entsprechend
dem Veranlagungsvorschlag vom 25. September 2018 sei mit dem Rückzug der
Einsprache am 23. Januar 2020 rechtskräftig geworden. Diesen Rückzug (act. 9/1.12)
hat der Beschwerdegegner als inhaltlich im Ergebnis offen aufgefasst und die
Beschwerdeführer deshalb mit eingeschriebenem Brief vom 14. Februar 2020 deren
Vertreter (act. 9/1.11) um ausdrückliche Bestätigung der Steuerfaktoren ersucht. Dieses
Vorgehen ist nachvollziehbar, zumal mit dem Rückzug der Einsprache grundsätzlich die
Steuerfaktoren der angefochtenen Veranlagung gelten. Abgesehen davon ist aber
ausschlaggebend, dass der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner am
26. Februar 2020 per Mail mitteilte, die Einsprache werde im Moment nicht
zurückgenommen (act. 9/1.10). Im Gegenteil, der Beschwerdeführer verlangte in dieser
Mail auch noch den Veranlagungsvorschlag (Einsprache), den er dann auch am
27. Februar 2020 erhalten hat. Daraufhin haben die Beschwerdeführer nicht mehr
reagiert beziehungsweise die verlangte Erklärung erst am 2. April 2020 übergeben.
Indem die Beschwerdeführer diese Erklärung noch am 2. April 2020 abgaben,
widersprechen sie ihrer Behauptung, sie seien davon ausgegangen, dass die
Veranlagung vom 25. September 2018 am 23. Januar 2020 rechtskräftig geworden sei,
selber. Aus dem Schreiben vom 23. Januar 2020 können die Beschwerdeführer
deshalb nicht schliessen, das Veranlagungsverfahren für die direkten Steuern 2007 sei
mit den Steuerfaktoren gemäss dem Veranlagungsvorschlag der Beschwerdegegner
vom 25. September 2018 abgeschlossen worden.
3.2.
Bestätigung der Steuerfaktoren vom 2. April 2020
Der Beschwerdegegner hat im Schreiben vom 14. Februar 2020 den
Beschwerdeführern für die Rücksendung der unterzeichneten Erklärung zur Erledigung
der Einsprache betreffend die Einkommens- und Vermögenssteuern 2007 ohne den
Gewinn aus der Veräusserung der Liegenschaft eine Frist bis 28. Februar 2020
3.3.
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4. Vertrauensschutz
Die Beschwerdeführer berufen sich auf den Schutz ihres berechtigten Vertrauens
darauf, dass der Gewinn aus der Veräusserung über die Grundstückgewinnsteuer
abgerechnet werde.
Der Anspruch auf Schutz objektiv berechtigten Vertrauens bedingt praxisgemäss
behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes
Verhalten der Behörden. Vorauszusetzen ist, dass die Person, die sich auf den
Vertrauensschutz beruft, berechtigterweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und
gestützt darauf nachteilige Dispositionen getroffen hat, die sich ohne Nachteil nicht
mehr rückgängig machen lassen (vgl. BGer 2C_95/2013 vom 21. August 2013 mit
Hinweis auf BGE 137 I 69 E. 2.5.1 und weitere Rechtsprechung).
Inwieweit das Verhalten des Beschwerdegegners objektiv geeignet war, berechtigtes
Vertrauen in eine Besteuerung des Veräusserungsgewinns mit der
Grundstückgewinnsteuer zu wecken, kann offenbleiben. In diesem Zusammenhang ist
anzumerken, dass auch das Verhalten der Beschwerdeführer, die gemäss Art. 5 Abs. 2
BV ebenfalls auf das Handeln nach Treu und Glauben verpflichtet sind, widersprüchlich
angesetzt (act. 9/1.11). Auf eine Säumnisfolge wurde nicht hingewiesen. Die Frist
verstrich unbestrittenermassen ungenutzt. Der Vertreter der Beschwerdeführer
unterzeichnete die Erklärung erst am 2. April 2020, nachdem der Beschwerdegegner
mit Schreiben vom 31. März 2020 und 1. April 2020 mitgeteilt hatte, den Gewinn aus
der Veräusserung der Liegenschaft entgegen seiner bisherigen Absicht nicht mit der
Grundstückgewinnsteuer, sondern mit der Einkommenssteuer zu erfassen. Nachdem
die vom Beschwerdegegner zur Retournierung der unterzeichneten Bestätigung der
Steuerfaktoren für die Einkommens- und Vermögenssteuern 2007 am 28. Februar 2020
ungenutzt verstrichen war, war der Beschwerdegegner an seinen
Veranlagungsvorschlag nicht mehr gebunden. Dies gilt umso mehr, als die
Beschwerdeführer ihrerseits während mehr als eines Jahres dem Vorschlag nicht
zugestimmt hatten, obwohl sie gleichzeitig der Auffassung waren, der Gewinn sei über
die Grundstückgewinnsteuer abzurechnen.
Ergebnis
Die Abweisung des Rekurses gegen den Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
vom 21. Januar 2020, mit welcher die – zahlenmässig von den Beschwerdeführern
nicht in Frage gestellte – Veranlagung für die Kantons- und Gemeindesteuern 2007
(Einkommen und Vermögen) vom 16. Juni 2016 bestätigt wurde, ist deshalb – soweit
das Ergebnis nicht vertrauenswidrig ist – nicht zu beanstanden.
3.4.
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erscheint. Sie haben zwar die Abrechnung über die Grundstückgewinnsteuer
angestrebt, gleichzeitig der Veranlagung des steuerbaren Einkommens ohne
Berücksichtigung des Veräusserungsgewinns aber erst ausdrücklich zugestimmt, als
der Beschwerdegegner von der Abrechnung mit der Grundstückgewinnsteuer
abgekommen war und die entsprechende Nachsteuerverfügung widerrufen hatte.
Dass die Beschwerdeführer aufgrund der von ihnen behaupteten Erwartung
Dispositionen getroffen hätten, die sie nicht wieder rückgängig machen könnten, ist
nicht ersichtlich. Insbesondere hing das steuerlich relevante Verhalten des
Beschwerdeführers – nämlich die Veräusserung der Liegenschaft in X._/SG – nicht
von der Auskunft des Beschwerdegegners ab, wie ein allfälliger Gewinn steuerlich
abgerechnet würde. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdegegner
mit seiner Einsprache vom 11. Juli 2016 gegen die für ihn günstigere Besteuerung mit
der Einkommenssteuer selbst eine neue Tatsache schuf, welche die Einleitung eines
Nachsteuerverfahrens für die Grundstückgewinnsteuer gerechtfertigt hätte.
5. Zusammenfassung
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Gewinn aus der Veräusserung der
Liegenschaft in X._/SG am 8. Mai 2007 der materiell günstigeren Besteuerung mit der
Einkommenssteuer unterliegt. Da das Einspracheverfahren weder durch Rückzug der
Beschwerde noch durch – rechtzeitige – Anerkennung der Steuerfaktoren gemäss
Veranlagungsvorschlag vom 15. September 2018 und Bestätigungsformular vom
14. Februar 2020 erledigt worden war, war die Abweisung der Einsprache durch den
Beschwerdegegner am 13. Mai 2020 und in der Folge auch die Abweisung des
dagegen erhobenen Rekurses durch die Vorinstanz am 14. Dezember 2020
rechtmässig. Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.
6. Kosten
(...).