Decision ID: d3485d2a-547b-4882-8020-bd3fb5d90749
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, Mutter von zwei erwachsenen Kindern (Jahrgang 1988 und 1996), war vom
1.
April 2010 bis 3
1.
Oktober 2015 bei der
Y._
als Montage
- und Reinigungs
mitarbeiterin tätig (
Urk.
7/25). Unter Hinweis auf eine schwere depressive Episode meldete sich die Versicherte
-
nach erfolgter Früherfassung durch den Arbeitgeber (
Urk.
7/2)
-
am
9.
Juli 2015 bei der Inva
li
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
7/15) und holte
zwei
psychiatrische Gutachten ein, die am
9.
September 2016 respektive am
2.
Juni 2
017 erstattet wurden (
Urk.
7/35,
Urk.
7/58).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/60;
Urk.
7/64) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
September 2017 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/
68 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
7.
Oktober 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
8.
September 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2017 (
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
5.
Dezem
ber
2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
ko
mmen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung
zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stamm
en, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag
gebend für
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das psychiatrische Gutachten vom
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/58), davon aus, dass kein invalidisierender Gesundheits
schaden mit anhaltender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Der Beschwerdeführerin sei die bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin in Montage und Reinigung weiterhin vollumfänglich zumutbar (S. 1 unten). Das Gutachten von
Dr.
Z._
sei nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden könne (S. 2).
2.2
D
i
e Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), dass das Gutachten von
Dr.
A._
, im Gegensatz zum Gutachten von
Dr.
Z._
, als nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar beurteilt werde, gehe fehl. Das Gutachten von
Dr.
A._
vermöge den an eine beweiskräftige Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu genügen. Im Nachgang zum Gut
achten habe
Dr.
A._
nachvollziehbar erklärt, wie er sich mit den Inkon
si
stenzen auseinandergesetzt habe,
und
wie und mit welchen Methoden er zu welchen Diagnosen gekommen sei (S. 6
Ziff.
3). Das Gutachten von
Dr.
Z._
gehe von einem anderen medizinischen Sacherhalt aus und komme entsprechend zu einer anderen Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Die Exploration hinsichtlich Panikstörung fehle weitgehend. Diese sei gemäss
Dr.
B._
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wesentlich (S. 6
Ziff.
4). Gemäss
Dr.
B._
gebe das Gutachten von
Dr.
Z._
aus näher dargelegten Gründen zu weiteren Bean
standung Anlass (S. 7
Ziff.
5). Zusammenfassend ergebe sich, dass auf das Gut
achten von
Dr.
Z._
nicht abgestellt werden könne. Auf jeden Fall aber ergebe sich, dass vorliegend widersprechende medizinische Beurteilungen vorl
ägen
. In
Würdigung al
len
vorhandenen Beweismaterial
s
ergebe sich, dass es nicht rech
te
ns sei, dass die Beschwerdegegnerin auf die medizinische These von
Dr.
Z._
ab
stütze. Nicht nur
Dr.
A._
, sondern auch die behandelnden Ärzte der Klinik
C._
würden
dafürhalten
, dass vorliegend von einer schwer
wiegenden Angststörung und von einer rezidivierenden depressiven Erkrankung mit einer anhaltenden psychotischen Störung auszugehen sei (S. 8
Ziff.
6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat.
3.
3.1
Die Ärzte und Fachpersonen der
C._
berichteten am 1
8.
Novem
ber 2014 (
Urk.
7/23) über die stationäre
Hospitalisation
vom 2
2.
Oktober bis 1
4.
November 2014 und nannten als Diagnose eine mittelgradige depressive Epi
sode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Ziel des stationären Aufenthalts sei die Krisenbewältigung mit Stabilisierung des ängstlich-depressiven Zustands
bildes und die Behandlung der Schlafstörung gewesen, um danach die ambulante Therapie beginnen zu können. Aufgrund der sprachlichen Barrieren sei eine Psy
chotherapie nur bedingt durchführbar gewesen. Die Beschwerdeführerin sei den
noch regelmässig zu psychotherapeutischen Einzelgesprächen gekommen, in welchen besonders die Schlafhygiene thematisiert worden sei. Sie habe Schlaf
rituale bereitwillig durchgeführt, die Schlafqualität habe sich aber nur partiell verbessert. Es sei
ihr
in der Therapie
schwer gefallen
,
ihre körperlichen und psy
chischen Beschwerden zu benennen (S. 2). Sie habe ein sehr kooperatives, aber auch angepasstes Verhalten gezeigt, aus welchem schwer abzuleiten gewesen sei, was ihre eigenen Wünsche und Erwartungen an die Therapie gewesen seien. Panikattacken seien unter der niedrig dosierten Gabe von
Lorazepam
nicht beo
bachtet worden. Im Rahmen von Belastungsproben mit Probeübernachtungen habe sich ein verbessertes Schlafverhalten im angestammten häuslichen Umfeld gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei in bezüglich der zum Eintritt geführten ängst
lich-depressiven Symptomatik remittiertem und stabilisiertem Zustand, bezüglich der Schlafstörungen in teilremittiertem Zustand ausgetreten. Aufgrund der unregelmässigen Einnahme von
Lorazepam
habe bei Austritt eine Fahrun
fähigkeit bestanden. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (S. 3 oben).
3.2
In einem weiteren
Bericht vom 1
3.
März 2015 (
Urk.
7/15) führten die Ärzte und Fachpersonen der
C._
zur
Hospitalisation
vom 2
2.
Oktober bis 1
4.
November 2014 aus, während dem Aufenthalt h
ätt
e
n
vor allem die Schmerz
symptomatik (Kopf- und Bauchschmerzen), die Schlafstörungen und die Antrieb
s
losigkeit imponiert. Das habe dazu geführt, dass sich die Beschwerdeführerin zunehmend aus sozialen Beziehungen zurückgezogen habe (S. 1
Ziff.
3). Für die Zeit in der Klinik habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für die Zeit danach sei der behandelnde Psychologe zuständig (S. 2
Ziff.
5). Die Beschwer
de
führerin sei vor allem psychopharmakologisch behandelt worden (S. 2
Ziff.
8). Durch die Behandlung sei es zu einer weitgehenden Remission der ängstlich-depressiven Symptomatik und einer deutlichen Stabilisierung des gesamten Zustandsbildes gekommen (S. 2
Ziff.
9). Es sei davon auszugehen, dass
durch die ambulante Behandlung eine medikamentöse Behandlung sichergestellt werden
könne. Zudem könn
t
en in psychotherapeutischen Einzelgesprächen in der Mutt
er
sprache die Ablösungskonflikte, welche die Beschwerdeführerin in der Beziehung mit ihren Töchtern durchlebe, besprochen werden, was zu einer Entlastung führen werde (S. 2
Ziff.
11).
3.3
Die Ärzte und Fachpersonen der
C._
berichteten am 3
1.
Juli 2015 (
Urk.
7/13) von einer weiteren stationären
Hospitalisation
vom 1
1.
Mai bis
9.
Juli 2015 und nannten als Diagnosen eine schwere depressive Episode mit psycho
ti
schem Syndrom (ICD-10 F32.3), Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie einen Vitamin-D-Mangel. Die Anamnese und der Befund würde
n
für eine
depressive Episode schwerer Ausprägung mit psychotischen Symptomen sprechen
. Aufrechterhaltend für das depressive Syndrom würden Druckempfinden durch die Mitarbeitenden bei der Arbeitsstelle bei Konzentrationsstörungen und vermehrt fehlerhafter Arbeit sowie sozialer Rückzug mit entsprechendem Ver
stärkerverlust bei einem Mangel an funktionalen
Copingstrategien
erscheinen (S.
2 unten f.). Die leichte zeitliche Orientierungsstörung sei im Verlauf der Behandlung remittiert. Formalgedankliche Hemmung und Psychomotorik,
Klag
samkeit
, Appetitmangel und Lebensmüdigkeit seien weitgehend remittiert. Ängst
liches Verhalten sei im Rahmen des stationären Settings weitgehend remittiert, ausserhalb würde
sich die Beschwerdeführerin
anhaltend ängstlich verhalten. Abendliches Gedankenkreisen, Niedergeschlagenheit, Stimmenhören und Durch
schlaf
störungen mit Albträumen sowie Ängste vor dem Einschlafen, vor den Alb
träumen und deren Inhalten remittierten teilweise. Aufmerksamkeits-,
Auffas
sungs
- und Konzentrationsstörungen seien leicht remittiert. Ängste mit Zittern, Schwitzen, Atemnot und Herzklopfen seien persistiert und würden bei Themati
sie
rung eine
s
Arbeitswiedereinstiegs gehäuft auftreten (S. 3 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe sich während der stationären Behandlung stets freundlich angepasst mit einem vermeidenden Umgang mit schwierigen Gefühlen und einer
Somatisierungstendenz
bei Belastung gezeigt.
S
ie sei in stabilisiertem, teilremittiertem Zustand in die vorbestehenden Verhältnisse entlassen worden. Die Beschwerdeführerin sei noch unentschlossen, ob sie die Behandlung beim vor
behandelnden Psychologen fortführen werde. Sie sei vom 1
1.
Mai bis 1
2.
Dezem
ber 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3 unten).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 1
6.
Mai 2016 (
Urk.
7/30/4-6) von einem stationären Gesundheitszustand und nannte als Diagnosen eine chronische Panikstörung schweren Grades mit para
noider
Symptomatik (ICD-10 F41.0). Die Beschwerdeführerin sei seit Beginn der Behandlung bei ihm generell zu 100
%
arbeitsunfähig. Sie sei durch die Panik
zustände Tag und Nach völlig absorbiert, könne sich für nichts produktiv betä
tigen und brauche ständig Betreuung. Wenn der Ehemann Nachtschicht arbeite und die beiden Töchter abwesend seien, verstecke sie sich richtiggehend und höre dauernd Stimmen. Sie habe nur ganz wenig Energie und eine ständige, nicht kontrollierbare Angst (S. 2
Ziff.
2.1). Eine Psychotherapie finde wöchentlich statt. Die Panikstörung habe sich chronisch progredient entwickelt, zurzeit manifestiere sich ein fast permanenter Panikzustand und ein eklatantes Vermeidungs
ver
hal
ten. Prognostisch sei deshalb keine Besserung absehbar (S. 2
Ziff.
3). Die psychia
trischen Massnahmen würden ausgeschöpft. Eine Verbesserung der Konzentra
tion und der Energie sei aber noch nicht absehbar (S. 2
Ziff.
4).
3.5
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom
9.
September 2016 (
Urk.
7/35) als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode
(ICD-10 F33.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Dazu hielt der psychia
trische Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin diagnostisch schwierig zu fassen sei (S. 13). Differentialdiagnostisch bestehe eine nicht näher bezeichnete Schizophrenie (ICD-10 F22.9). In diesem Zusammenhang bestehe eine gewisse Aggravation
,
jedoch keine Simulation (S. 14 Mitte). Aufgrund der Beschwerden lasse sich unter Berücksichtigung der aktuellen Untersuchungsbefunde aus psy
chiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
begrün
den. Eine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht (S. 15 Mitte). Von Mai bis Juli 2015 habe infolge
Hospitalisation
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Die Beschwerdeführerin habe die Klinik in verbessertem Zu
stand verlassen, so dass die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres von August 2015 bis August 2016 auf 50
%
langsam habe gesteigert werden können. Es sei davon auszugehen, dass ab Dezember 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
vor
liegen werde (S. 15 unten).
Zu den Ressourcen führte
Dr.
A._
aus, dass die Beschwerdeführer
in
die volle Fähigkeit habe zur Anpassung an Regeln, sich selbst zu behaupten, Kontakte zu Dritten zu haben, sich in einer Gruppe aufzuhalten sowie die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten und zur Selbstpflege (S. 16 oben).
Es hä
tt
en sowohl Inkonsistenzen als auch Aggravationstendenzen ausgemacht werden können. Die schwankende Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit zeige deutliche Aggravationstendenzen. Mit Nachdruck und ein wenig übertrieben erscheinend habe
sie angegeben, auf keinen Fall irgendetwas arbeiten zu können, weder zuhause noch am Arbeitsplatz. Bei genauerem Besprechen des Tagesab
laufs habe sich dann aber herausgestellt, dass sie sehr wohl im Haushalt tätig sei. Bei Hinterfragen ihrer Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit habe sich dann ergeben, dass sowohl sie selbst als auch ihr Ehemann der Meinung seien, dass sie durchaus arbeitsfähig sei, in welchem Grade auch immer. Es seien aber auch Inkonsistenzen festzustellen. Die Frage, ob sie von Mikrofonen abgehört oder ob sie von der Mafia verfolgt werde, habe sie bejaht, obwohl sie vorher mit keinem Wort darüber gesprochen habe. Simulation liege jedoch keineswegs vor. Die Be
schwerdeführerin sei in ihrem Leiden trotz Aggravationstendenz und gewissen Inkonsistenzen echt und glaubwürdig
(S. 18 Mitte)
.
Aus therapeutischer Sicht
könne
die intensive, einmal in der Woche durch
ge
führte Therapie befürwortet werden. Es
sei
auffällig, dass die
Beschwerdeführerin
bei der Frage nach ihren Medikamenten dem Untersucher ein Blatt überreicht
habe
mit der längst vergangenen Me
dikation der Klinik
C._
vom 2
5.
September
201
5.
Sie
habe
ein wenig den Eindruck
gemacht
, dass sie sich für ihre Medikament
e gar nicht richtig interessiere. Es stelle
sich die Frage, ob dieses Problem mit ihrem Psychiater wirklich intensiv angegangen
worden sei
. Offenbar
sei
es nicht möglich, mit
Seroquel
300 mg/d die psychotische Symptomatik in genügendem Ausmasse zu bekämpfen.
Es stehe ja eine
grosse Palette von wei
teren Neuro
l
eptika zur Verfügung, welche unbedingt ausprobiert werden sollten, insbesondere deshalb, da die
Beschwerdeführerin
stark l
eide
und sich möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integrieren
wolle
, auch deshalb, da sie im Grunde eigentlich gute Ressourcen
habe
, während vielen Jahren erfolgreich arbeitstätig
gewesen sei
und es nicht einsichtig
sei
, warum sie nun plötzlich, wie
Dr.
B._
behaupte, 100
%
arbeitsunfähig se
in sollte gar in der Zukunft (S. 19 oben).
3.6
Nach umfangreichen Rückfragen seitens der Beschwerdegegnerin (vgl. Schreiben vom
3.
Oktober 2016,
Urk.
7/36) führte
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.5) in der Stel
lungnahme vom 2
1.
November 2016 (
Urk.
7/38)
aus
näher dargelegten Grün
den (S. 1 unten f.)
aus, weshalb nur differentialdiagnostisch eine Schizophrenie erwähnt worden sei
. Weiter führte er aus, dass sich die Psychopathologie in einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der Arbeitswelt auswirke. Die Einschränkung im Privatleben betrage in etwa 20
%
(S. 4 oben). Die Frage nach dem aktuellen Belastungsprofil müsse dahingehend beantwortet werden, dass die Beschwerdeführerin insbesondere die Fähigkeit habe, sich in einer Gruppe auf
zuhalten, nicht dazu neige, ein Mobbingopfer zu sein, wobei darauf geachtet werden
müsse, dass kein besonders hoher Arbeitsdruck am Arbeitsplatz bestehe. In diesem Rahmen könne sie jegliche einfachen Arbeiten ausführen (S. 4 Mitte). Die Frage nach dem genauen Aktivitätsprofil, insbesondere wie lange die Be
schwerdeführerin alleine spazieren gehe, TV schaue, sich mit Freunden treffe und ob die Beschwerdeführerin früher überhaupt gelesen habe und wie sie ihre Ferien gestalte, könne ohne erneute Exploration nicht, wie verlangt, ausführlich beant
wortet werden (S. 4 unten). Die Frage nach dem Sozialleben werde im Gutachten auf Seite 13 beantwortet, indem angegeben werde, dass das Klima in der Familie geborgen und vertrauensvoll sei, da sich die Beschwerdeführerin sowohl mit dem Ehemann als auch mit ihren Töchtern sehr gut verstehe. Dies stehe wider
spruchs
los neben der Panikstörung. Da die Beschwerdeführerin ihr Haus nur mit Ängsten verlassen könne und dies vermeide, richte sie sich ihr
Zu
hause vertrauensvoll ein. Diesbezüglich bestehe keine Inkonsistenz. In dieser Konstellation sei ihr die eigene Familie wichtiger als Bekannte oder Nachbarn. Solche Kontakte habe sie stark ausgedünnt. Weiter sei der Medikamentenspiegel nicht kontrolliert worden (S. 5 oben).
3.7
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom 2
8.
November 2016
(
Urk.
7/59/6-7) aus, verschiedene Inkonsistenzen seien während der Begutach
t
ung nicht geklärt worden (z.B. Zeitpunkt des Stimmenhörens). Es sei nicht dis
kutiert worden, ob diese Symptomatik mit Problemen am Arbeitsplatz zu tun haben könnte, was aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin, dass sie von Mitar
beitern geplagt worden sei,
nahe
liegen
könnte.
Dr.
A._
habe
in seiner ergänzenden Stellungnahme aus
geführt
, dass sich die Beschwerdeführerin in den jeweiligen Betrieben sehr wohl gefühlt habe. Die Hauptbeschwerden der Be
schwer
deführerin - die Konzentrationsstörungen - seien nicht beurteilt worden. Dass die Beschwerdeführerin stundenlang alleine durch das Dorf laufen könne, wenn sie Menschen sehe (Halluzinationen), sonst aber nicht alleine aus dem Haus gehen könnte
,
sei nicht diskutiert worden. Weiter sei kein Medikamentenspiegel bestimmt worden, so dass nicht klar ist, ob die Beschwerdeführerin die Medi
kamente überhaupt nehme.
Die Einschränkungen seien nicht beschrieben und das genaue Aktivitätsniveau sei nicht erhoben worden. Zusammenfassend kam
Dr.
D._
zum Schluss, dass auf das Gutachten nicht abgestellt werden könne. Entsprechend könne auch die Arbeitsfähigkeit nicht bestimmt werden. Insgesamt bestehe der Eindruck einer Aggravation bei sekundärem Krankheitsgewinn.
3.8
3.8.1
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, erstattete am
2.
Juni 2017 ein Gutachten im Auftrag der Be
schwer
degegnerin (
Urk.
7/58).
Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten
(S.
4 ff.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 22 ff.) und die von ihm am
3.
April 2017 erhobenen Befunde (S. 34 ff.).
Er nannte keine
Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 41
Ziff.
5.1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Angst und depressive Störung gemischt, einen Status nach Anpassungs
störung mit längerer depressiver
Reaktion nach der erfolgten Kündigung und weiteren psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 F43.21) sowie einen Verdacht auf
Cavernom
im
Gyrus
temporalis
superior
links
(S. 42
Ziff.
5.2).
3.8.2
In seiner Beurteilung (S. 43 ff.) führte der Gutachter unter anderem aus, im objektiven psychopathologischen Befund in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien
hätten bis auf eine phasenweise labile gedrückte Stimmung ohne durchgehende
Depressivität und eine
leicht verminderte Schwingungsfähigkeit keine weiteren
psychopathologischen Auffälligkeiten objektiviert werden können. Insgesamt habe
die Beschwerdeführerin nicht schmerzgequält gewirkt (S. 44 unten). Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keine Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit und der Bewusstseinshelligkeit gezeigt. Im klinischen Eindruck würden sich keine Hinweise auf umfassende und ausgeprägte kognitive Störungen ergeben. Es seien keine Auffassungs-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits- oder Aufmerksamkeitsstö
rungen gefunden worden. Im Hinblick auf die Konzentration sei die Beschwer
deführerin während des ganzen Untersuchungsverlaufs immer aufmerksam ge
wesen und habe sich auf die gestellten
Fragen und die rasch wechselnden Themen reduziert einzustellen vermocht. Der formale Gedankengang sei in Kohärenz und Stringenz sowie im Tempo ungestört gewesen. Inhaltlich habe die Beschwerde
führerin über diffuse Wahrnehmungsstörungen berichtet, welche nicht hätten objektiviert werden können. Es seien keine strukturellen Ich-Störungen fest
stell
bar gewesen. Während der gesamten Exploration hätten sich keine Hinweise für Wahn oder Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen oder illusionären Verkennungen ergeben. Di
e durch die Beschwerdeführerin g
eklagten Halluzina
tionen sowohl optischer Natur mit Wahrnehmen eines Mannes, wie taktiler Natur mit Berührung immer im Bereich der rechten Schulter und akustischer Natur
mit Rufen ihres Vornamens
hätten
nicht objektiviert werden
können.
Die
Beschwer
deführerin sei
auch bei kritischen Themen steuerbar
gewesen. G
egenwärtig lieg
e
weder eine Insuffizienz der Affekte noch ein kreisendes Denken oder Grübeln vor. Der Antrieb und das psychomotorische
Verhalten
seien
leicht vermindert. Gestik und Mimik
seien
angemessen und
würden
die Stimmung
affektsynthym
unter
streichen
. Spontanität und Eigeninitiative
seien
erhalten. Die soziale Teilnahme
sei
im privaten Bereich nicht
eingeschränkt. Anhand
der heutigen Untersuchung
würden
sich kein
e Hinweise auf entsprechende psy
chosoziale Probleme von besonderem
Schweregrad ergeben (S. 45 oben).
3.8.3
Die Exploration des Tagesprofils weise auf
kein
r
eduziertes Aktivitätsniveau
hin
. Bei den Haushaltsarbeiten
fühle
sich die
Beschwerdeführerin
auch n
icht einge
schränkt, sie erledige vollständig ihren Haushalt (S. 45 Mitte). Analog der Para
meter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung an
den Mini-ICF-APP
bestünden allenfalls leichte Störungen der Aktivität und Partizipation (S. 45 Mitte
).
D
i
e im Rahmen der Untersuchung durchgeführte
n
Medikamentenspiegel, insbe
sondere für
Lorazepam
(
Temesta
) und
Quetiapin
(
Seroquel
)
,
hätten negative Be
funde ergeben, so das
s
erheblich an der Compliance der
Beschwerdeführerin
im Hinblick auf die Einnahme von verordneten Medikamenten gezweifelt werden müsse (S. 45 unten).
Die
neuropsychologische Untersuchung
habe
Hinweise auf eine Aggravation
ergeben
.
Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation
hätten
die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich ausgewertet werden
können
resp
ektive
sei
eine valide Beurteilung der objektivierten Minderleistungen nicht möglich
gewesen
, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbilden
würden
. Aus neuropsychologischer Sicht
habe
entsprechend auch keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden
können (S. 46 oben)
.
3.8.4
Unter Würdigung der Versicherungsakte
n
sowie der aktuellen Exploration und der psychiatrischen Untersuchung sei diagnostisch gemäss den ICD-10-Kriterien und dem Diagnostikmanual der WHO
von einer Angst und depressiven Störung gemischt (ICD-10 F41.2) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 46 Mitte).
Die Diagnose einer depressiven Episode nach ICD-10 Kriterien
könne
gegenwärtig entgegen der in den
Versicherungsakte
n
in der Vergangenheit diagnostizierten mittelgradigen bis schweren depressiven Episode nicht bestätigt
werden. Insbesondere liege keine durchgehend depressive Stimmung vor, kein Inte
ressensverlust, es
lasse
sich auch keine Energielosigkeit objektivieren, kein
man
gelndes Selbstvertrauen, keine Schuldgefühle, keine Selbstmordgedanken oder
Sui
zid
versuche, keine Appetitlosigkeit, darüber hinaus kein sozialer Rückzug. Im
aktuellen psych
opathologischen Befund imponiere
phasenweise gedrückte Stimmung
ohne durchgehende Depressivität, darüber hinaus leicht
verminderte Schwin
g
ungsfähigkeit (S. 46 unten)
.
Auch die
durch den behandelnden Psychia
ter
diagnostizierte Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) könne gegen
wärtig nicht bestätigt werden.
Die von der
Beschwerdeführerin
vorgetragene schwere Angst und Panikattacken könn
t
en nicht nachvollzogen werden. Die Angaben in der Exploration
seien
widersprüchlich. Einerseits
habe die Beschwer
deführerin angegeben
,
öffentliche Plätze
,
zum Beispiel Einkaufszentren mit vielen Menschen
,
zu vermeiden, anderseits
habe sie angegeben
,
öffentliche Verkehrs
mittel ausdrücklich nur dann zu benutzen
,
wenn viele Menschen da seien, da sie ansonsten Angst vor Dunkelheit habe, insbesondere wenn der
Zug in einen Dun
kel
tunnel
ein
fahre
. Ein Vermeidungsverhalten liege
nicht vor, die
Beschwerde
führerin
benutze
alleine auch öffent
liche Verkehrsmittel, sie fliege auch in ihre
Heimat. Die
Beschwerdeführerin gehe
auch regelmässig täglich
ein
bis
zwei
Stun
den alleine am See spazieren. Die Kriterien einer Agoraphobie mit Panikstörung
seien
in
keinster
Weise ausgewiesen. Bei der Entität Angst
und
depressive Störung
gemischt (ICD-10 F 41.2)
würden
die diagnostischen Leitlinien voraus
setzen
, dass Angst und Depression in leichter oder mittlerer Ausprägung ohne
V
orherrschen
des einen oder anderen vorhanden seien. Diese Kriterien würden auf die Beschw
er
deführerin
zu
treffen
. Zumindest vorübergehendes Auftr
eten von vegetativen Symp
tomen
werde durch die Versicherte vorgetragen, insbesondere Zittern. Die Symptome
würden aber nicht
die Bedingungen für eine Angststörung oder eine depressive Episode
erfüllen (S. 47 oben)
.
3.8.5
Weiter könne die in de
n
Versicherungsakte
n
differentialdiagnostisch erwogene nicht näher bezeichnete Schizophrenie (ICD-10 F22) aufgrund der Untersuchung nicht bestätigt werden. In
den bisherigen psychiatrischen Expertisen
seien
keine anschaulichen und gut nachvollziehbaren anamnetischen Angaben enthalten, aus denen sich Befunde mit der notwendigen Sicherheit ableiten
liessen
, die das Vorliegen einer spezifischen psychiatrischen Diagnose im Sinne einer psycho
tischen Störung beweisen würden. Auf die erheblichen Inkonsistenzen zwischen vagen Beschwerdeangaben und geltend gemachten umfangreichen Symptomen
werde kaum eingegangen.
Die Diagnose einer psychotischen Störung
könne
somit nicht gestellt werden. Die durch die
Beschwerdeführerin
vorgetragene Sympto
matik
sei
untypisch und
könne
auf psychiatrischem Fachgebiet nicht zugeordnet werden. Die verordneten Medikamente
würden
durch die
Beschwerdeführerin
trotz behaupteten Schwere und Dauer der Symptomatik, darüber hinaus den geltend gemachten funktionellen Einschränkungen sowohl beruflich als auch im Alltag
,
nicht eingenommen, was in Anbetracht der vorgetragenen Ängste
nicht nachvollziehbar erscheine
. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in
allen Belangen des Lebens liege
nicht vor. Im
Gegensatz
habe
die Versicherte sehr gute soziale Kontakte. Von einem Scheitern der ambulanten oder stationären Behandlung im Sinne einer Therapieresistenz
könne nicht gesprochen werden (S. 48 oben).
3.8.6
Die gutachterliche Konsistenzprüfung habe Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen ergeben
(S. 48 unten f.)
:
-
Es
bestünden
Diskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Inten
sität der Beschwerden und der Vagheit der Beschwerden.
-
Diskrepanzen zwischen den massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperl
ich-psychischen Beeinträchtigu
ng in der Untersu
chungs
situation.
-
Diskrepanzen zwischen den eigenen Angaben und den fremdanam
nes
tischen Informationen einschliesslich der Aktenlage
.
-
Diskrepanzen zwischen schwerer subjektiver Beeinträchtigung und dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der
Alltags
bewältigung
.
-
Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe
.
-
Diskrepanzen zwischen dem erkennbaren klinischen Bild und den Ergeb
nissen der neuropsychologischen Tests (einschliesslich spezieller Beschwer
devalidierungstests).
-
Diskrepanzen zwischen den zeitnah zur Untersuchung als eingenommen angegebenen Medikamenten und deren Nachweis im Blutserum.
Die Präsentation einer erheblichen Behinderung
(z.
B. „Ich kann überh
aupt nicht mehr arbeiten") stehe
nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund,
sei
klinisch untypisch und daher nicht plausibel.
Zusammen
fassend
würden
die vorliegenden Befunde bei kritischer Würdigung ein in sich
un
schlüssiges, inkonsistentes Bild (Aktenlage, Eigenanamnese, Beobachtung, Unte
r
suchungsbefunde, Beschwerdevalidierungstests, Selbsteinschätzungsskalen, Medikamenten-Monitoring)
ergeben (S. 49 oben)
.
3.8.7
Zusammenfassend
seien
sä
mtliche bis dato
sowohl stationär als auch ambulant durchgeführte fachärztliche Behandlungen gescheitert. Eine Veränderung der durch die
Beschwerdeführerin
vorgetragen
en
Beschwerden
habe
nicht erzielt werden
können
. Auffallend
seien
erhebliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen. Es
würden
sich deutliche Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene
Funktionsbeeinträchtigungen ergeben. Medikamente würden nicht einge
no
mmen.
Weitere Rehabilitationsmassnahmen oder Eingliederungsversuche
seien
nicht durch
geführt
worden
(S. 49
Ziff.
6.4)
.
Aus psychiatrischer Sicht könnten keine weiteren Massnahmen empfohlen werden. Berufliche Massnahmen seien aus medizinischer Sicht nicht indiziert und auch in Anbetracht der Gesamtsituation, aufgrund der mangelnden Motivation und ausgeprägten Aggravation nicht Erfolg versprechend (S. 54
Ziff.
6.5.7 und 6.5.8).
3.8.
8
Zur Arbeitsfähigkeit führt
e der Gutachter aus, in der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Produktions
- und Reinigungs
mitarbeiterin bestehe aus psy
chiatrischer Sicht spätestens seit der aktuellen Abklärung eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
(S. 53
Ziff.
6.5.4)
. Ein spezielles Belastungsprofil in einer angepassten Tätigkeit müsse nicht definiert werden, da die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
und
darüber hinaus sämtliche klar strukturierten Tätigkeiten bei einem konfliktarmen Arbeitgeber mit reduziertem Kundenkontakt zu 100
%
zumutbar seien
(S. 53
Ziff.
6.5.5)
.
Das aktuell ermittelte Belastungsprofil gelte seit der aktuellen Abklä
rung. Plausible Arztberichte, die retrospektiv eine Beurteilung der Arbeitsfähig
keit zulassen würden, würden nicht vorliegen. Auf die Beurteilung der Leistungs
fähigkeit des behandelnden Psychiaters könne nicht abgestellt werden (S.
53
Ziff.
6.5.6).
3.
9
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.4) führte in der Stellungnahme vom 2
9.
September 2017 (
Urk.
3) aus,
Dr.
Z._
habe vergessen, seine
sich
in den Akten befindenden
Arztberichte zu würdigen. In Wirklichkeit sei seine Diagnose der Panikstörung die
E
inzige, die legitimiert sei. Im Gutachten fehle die Exploration hinsichtlich Panikstörung weitgehend
. In Wirklichkeit gebe es in der Familie der Beschwer
deführerin in allen Generationen mehrere Fälle von Panikstörung, so habe der Unfall der Beschwerdeführerin im Alter unter zwei Jahren mit den schwersten Verbrennungsfolgen zu Panik schon im Kindesalter und psychischen Entwick
lungs
störungen geführt (S. 1).
Dr.
Z._
habe während der psychiatrischen Explo
ration dauernd in ein Diktiergerät gesprochen. Dies widerspreche den Richtlinien der SGPP für Begutachtungen und dürfe nicht geduldet werden. Die Beschwerde
führerin habe bei ihrer geringen Auffassungsgabe und ihrem panikbedingten Misstrauen gewähnt, dass der Gutachter sich mit jemand anderem telefonisch abgebe und sich nicht für sie interessiert habe. Sie habe den gesprochenen Inhalt ja auch sprachlich nicht verstanden. Infolgedessen habe sie in einer sich ständig verschlimmernden Panik gestanden und sei geistig völlig verwirrt worden. Dem
entsprechend habe sie genau die verkehrten Antworten gegeben. Das heisse, dass bei jener Untersuchung keine
Inkonsistenzen von Aggravation bestanden hätten, welche zuvor auch nie ei
n behandelnder Arzt bemerkt hab
e, sondern aufgrund der panikbedingten Desorientiertheit, geistigen Blockade und
Derealisationen
. Die Beschwerdeführerin habe ihm gesagt, dass sie geglaubt habe, dass etwas vor sich gegangen sei, ohne dass der Gutachter ihr gesagt hätte warum. Das nötige Vertrauensverhältnis zwischen Gutachter und Explorandin sei nicht vorhanden gewesen
und die Beschwerdeführerin habe sich
seit jeher gegen Beeinträch
ti
g
ungen in keiner Weise wehren können. Bei Spannungen gerate sie immer sofort in eine
mutistische
Starre. Die Aussagen der Beschwerdeführerin während der Begutachtung bei
Dr.
Z._
seien aus diesem Grund nicht reliabel und das Gutachten habe keinen Beweiswert (S. 2 oben).
4.
4.1
Die Berichte der
C._
(vorstehend E. 3.1-3.3) enthalten dem Behandlungsauftrag entsprechend nur wenige verlässliche Angaben zur Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin. Darüber hinaus wurde nicht begründet, wes
halb nach Beendigung des ersten stationären Aufenthaltes trotz Remission der ängstlich-depressiven Symptomatik und Teilremission der Schlafstörungen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres attestiert wurde (vorstehend E. 3.1). Im Bericht vom 31. Juli 2015 (vorstehend E. 3.3) wurde zudem der Anteil der psychosozialen Probleme, insbesondere der Arbeitsplatzsituation, nicht bei der Beurteilung ausgeschieden. Diese Berichte vermögen den praxisgemässen Anfor
derungen (vgl. vorstehend E. 1.5) nicht zu genügen, zumal sie keine genügenden Angaben zu den Standardindikatoren (vgl. vorstehend E. 1.4) enthalten.
4.2
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S. 5 ff.) ist vorliegend auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom
2.
Juni 2017 (vorstehend E. 3.8) abzustellen.
Dieses Gutachten entspricht den erforderlichen Kriterien an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E. 1.5).
Die
Beschwerdeführer
in
wurde
ihren
geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht
auf umfangreichen
psychiatrischen
sowie neuropsy
cho
logischen
Untersuchungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rech
nung. Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolge
rungen in der Expertise begründet.
Dr.
Z._
kam in seiner
Gesamtbeurteilung zum nachvollziehbaren
Schluss, dass
bei der
Beschwerdeführer
in eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit bestehe
(vgl. vorstehend E. 3.8
.7
)
Sodann hat
Dr.
Z._
die heute massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E.
1.4) in seine Beurteilung einbezogen.
Er hat sich
einlässlich mit den diag
noserelevanten Befunden und deren Ausprägung auseinandergesetzt
und konnte dabei bis auf eine phasenweise labile gedrückte Stimmung ohne durchgehende Depressivität und eine leicht verminderte Schwingungsfähigkeit keine weiteren psychopathologischen Auffälligkeiten objektivieren
(vorstehend E.
3.8.2 und 3.8.4)
.
Weiter setzte sich
Dr.
Z._
ebenso mit dem Behandlungserfolg
und der Behandlungs
resistenz auseinander
(vorstehend E.
3.8.7
).
Hierzu ist anzumerken, dass
die ängstlich-depressive Symptomatik nach den stationären Aufenthalten jeweils remittierte (vorstehend E. 3.1-3), was für eine Behandelbarkeit und gegen eine schwere und therapeutisch nicht angehbare psychische Störung, mithin eine Behandlungsresistenz spricht
(so auch E. 3.8.5)
. Sodann verneinte
Dr.
Z._
Komorbiditäten mit schlüssiger Begründung (vorstehend E. 3.8.2, E. 3.8.4 und E.
3.8.5).
Zum
Aspekt der Persönlichkeit,
der persönlichen Ressourcen
und sozia
len Kontext
wies
Dr.
Z._
insbesondere
daraufhin, dass die soziale Teilnahme im privaten Bereich nicht eingeschränkt sei und sich anhand der heutigen Unter
suchung keine Hinweise auf entsprechende psychosoziale Probleme von beson
derem Schweregrad ergeben würden (vorstehend E. 3.8.2).
Hierzu
ist
zu ergänzen
, dass die Beschwerdeführerin in einem intakten Familienleben lebt,
regelmässige Kontakte zu ihren Geschwistern pflegt und
einen weitgehend strukturierten Tagesablauf hat (vgl.
Urk.
7/58 S. 32 f.
Ziff.
3.2.8).
Schliesslich äusserte
sich
Dr.
Z._
auch zur Konsistenz, und
z
war unter Hinweis auf
erhebliche
festgestellte Diskrepanzen.
Dazu hielt er fest, die Präsentation einer erheblichen Behinderung stehe nicht im Einklang mit den Verhaltensbeo
bach
tungen und dem klinischen Befund, sei klinisch untypisch und daher nicht plau
sibel.
Die vorliegenden Befunde würden bei kritischer Würdigung ein in si
ch unschlüssiges, inkonsistentes
Bild ergeben (vorstehend E. 3.8.6). Weiter wies er darauf hin, dass die Exploration des Tagesprofils auf kein reduziertes Aktivi
tätsniveau hinweise. Die Beschwerdeführerin fühle sich bei den Haushaltsarbeiten auch nicht eingeschränkt und erledige den Haushalt vollständig (vorstehend E.
3.8.3).
Z
u nennen ist hier auch
die
Feststellung, dass
die neuropsychologische Abklärung Hinweise auf eine Aggravation ergeben hat (vorstehend E. 3.8.3). Schliesslich
führte
Dr.
Z._
aus, dass an der Compliance der Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Einnahme von
verordneten Medikamenten gezweifelt werden müsse, so habe der im Rahmen der Untersuchung durchgeführte Medikamen
ten
spiegel, insbesondere für
Lorazepam
und
Quetiapin
,
negative Befunde ergeben (vorstehend E. 3.8.3). Trotz behaupteter Schwere und Dauer der Symptomatik, darüber hinaus den geltend gemachten funktionellen Einschränkungen sowohl beruflich als auch im Alltag würden die verordneten Medikamente nicht einge
nommen, was in Anbetracht der vorgetragenen Ängste nicht nachvollziehbar er
scheine (vorstehend E. 3.8.5). Schliesslich ist festzuhalten, dass vorliegend - trotz sprachlicher Barrieren - offenbar keine Therapie in der Muttersprache der Be
schwerdeführerin durchgeführt wurde oder wird.
4.
3
Nach dem Gesagten umfasste die gutachterliche Beurteilung somit das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so ver
fasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wes
entlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde.
Dr.
Z._
ist somit bei der Beantwortung der Frage, wie er das Leistungs
vermögen einschätzt, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, er hat ausschlies
s
lich funktionell
e
Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beein
trächtigung sind, und seine versicherungsmedizinische Zumutbarkeits
beur
teilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung
zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indi
katoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2),
ist
klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit überwiegende
r Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb
auf das Gutachten abzustellen
ist
.
4.
4
Dem stehen die in der Beschwerde (
Urk.
1) genannten Kritikpunkte nicht ent
gegen.
4.4
.1
Der Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach vorliegend auf das Gutachten von
Dr.
A._
und nicht auf das Gutachten von
Dr.
Z._
abzustellen sei, kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin holte zunächst bei
Dr.
A._
ein psychiatrisches Gutachten ein (vorstehend E.
3.5), erachtete dieses jedoch trotz umfangreicher Rückfragen
mit Schreiben vom
3.
Oktober 2016 (
Urk.
7/36)
mit darauffolgender gutachterlicher Stellungnahme
vom 2
1.
November 2016 (vorstehend E. 3.6)
nicht als n
achvollziehbar und plausibel. So führte RAD-Ärztin
Dr.
D._
in diesem Zusammenhang nachvollziehbar aus, dass verschiedene Inkon
sistenzen (Stimmenhören, Halluzinationen)
aus näher dargelegten Gründen
in der Begutachtung nicht geklärt worden seien. Weiter seien die Konzen
tra
tionsstörungen nicht beurteilt,
der Medikamentenspiegel nicht bestimmt und das genaue
Aktivitätenniveau
nicht erhoben worden
(vorstehend E. 3.7)
.
Dass die Beschwerdegegnerin
auf die Beurteilung von
Dr.
A._
nicht ab
stellte
, ist nicht zu beanstanden.
So konnte
Dr.
A._
gewisse Inkonsistenzen
sowie
diesbezügliche Detailf
ragen ohne erneute Untersuchung
in seiner
ergän
zenden Stellungnahme vom 2
1.
November 2016 nicht
(
ausführlich
genug oder gar nicht)
beantworten. Obwohl
Dr.
A._
(auch) hinsichtlich der psycho
tischen Symptomatik Inkonsistenzen und Aggrav
ationstendenzen feststellte und die diesbezügliche medikamentöse Therapie
mit dem Hinweis auf eine grosse Palette von weiteren Neuroleptika
in Frage stellte, führte er trotz
seiner weiteren
Feststellung, dass die Beschwerdeführerin
in der Begutachtung
ein Blatt mit der längst vergangenen Medikation der Klinik
C._
überreicht und den Eindruck gemacht habe, dass sie sich dafür gar nicht richtig interessiere
(vor
stehend E. 3.5)
, keine Kontrolle des Medikamentenspiegels durch.
Weiter ist die Aussagekraft des Gutachtens
von
Dr.
A._
im Übrigen nur schon
aufgrund der Tatsache herabgesetzt, dass an der Begutachtung offensichtlich auch der Ehemann der Beschwerdeführerin teilnahm.
So tauchen i
m Gutachten
bei der Auseinandersetzung mit den Akten (Arbeitsfähigkeit) und der Stellungnahme zur Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit anlässlich der Begutachtung gemachte Aussagen des Ehepaars auf (vgl.
Urk.
7/35
S. 16 f.)
.
In BGE 140 V 260 führte das Bundesgericht aus, dass a
bgesehen vom Übersetzer in der Regel keine Dritten anwesend sein
sollen
, es sei denn, der Gutachter erachte dies als notwendig
.
Insbesondere die Anwesenheit Angehöriger
könne
verfälschend wirken. Erscheint es ausnahmsweise sinnvoll, zumindest einen Teil der Exploration in Anwesenheit bzw. unter Einbeziehung eines Angehörigen durchzuführen,
müsse
aus dem Gut
achten klar hervorgehen, welche Angaben vom Exploranden selber und welche vom Angehörigen stammen. Die Interaktion in diesem erweiterten Setting und mögliche Auffälligkeiten
seien
zu beschreiben und in die Beurteilung ein
zu
beziehen
(E. 3.2.3 mit Hinweisen).
Dass die Anwesenheit des Ehemannes bei der Begutachtung notwendig war, wird vom Gutachter nicht beschrieben. Weiter geht aus dem Gutachten nicht hervor, welche Aussage
n
von der Beschwerdeführerin und
welche von ihrem Ehemann stammen
.
Das Gutachten von
Dr.
A._
vermag nach dem Gesagten daher nicht zu überzeugen.
4.4
.2
Dass sich
im Gutachten
von
Dr.
Z._
keine Auseinandersetzung mit einer all
fälligen Panikstörung finde (
Urk.
1 S. 6 f.), ist
nicht zutreffend
.
So führte
Dr.
Z._
nachvollziehbar aus, dass die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen diffusen
Ängste und Panikattacken nicht nachvollzogen werden könn
t
e
n
. So seien die Angaben in der Begutachtung widersprüchlich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe angegeben
,
öffentliche Plätze
,
zum Beispiel Einkaufszentren mit vielen Menschen
,
zu meiden, andererseits habe sie angegeben
,
öffentliche Verkehrs
mittel nur dann zu benutzen, wenn viele Menschen da seien. Ein Vermei
dungs
verhalten liege nicht vor, so benutze die Beschwerdeführerin alleine auch öffent
liche Verkehrsmittel, gehe regelmässig alleine einkaufen und am See spazieren und fliege auch in ihre Heimat (vgl.
Urk.
7/58 S.
44 Mitte und S.
47 oben).
Dr.
Z._
diagnostizierte schliesslich eine Angst und depressive Störung gemischt, da keine der beiden Stör
ungen ein Ausmass erreiche, das
eine entsprechende ein
zelne Diagnose rechtfertigen würde (S. 46 Mitte). Weiter nahm
Dr.
Z._
nach
voll
ziehbar begründet Stellung, weshalb an der diagnostizierten schweren depres
siven Episode mit psychotischen Symptomen der Klinik
C._
erheblich gezweifelt werde und weshalb die Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
7/58 S. 46 unten f. und S. 50 f.). Weiter führte er eingehend und in Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien aus, weshalb die von
Dr.
A._
gestellte Differentiald
iagnose einer schizo
phre
nen Störung
nicht ausgewiesen sei (
Urk.
7/58 S. 47 unten f. und S. 51 unten f.).
4.4
.3
Schliesslich sind
im Gutachten
auch - entgegen der vorgebrachten Kritik (
Urk.
1 S. 7 oben) - die Ausführungen
zu den festgestellten
erhebliche
n
Inkonsistenzen und Diskrepanzen
einlässlich und schlüssig begründet. Was
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 2
9.
September 2017
dagegen vorbrin
gt (vorstehend E. 3.9), erscheint wenig überzeugend. Bereits
Dr.
A._
wies in seinem Gutachten darauf hin, dass den Ausführungen sowie der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
B._
nicht zugestimmt werden könne und sogar den Angaben der Beschwer
deführerin (sowie ihres Ehemannes) widersprechen würden (vgl.
Urk.
7/35 S.
16 unten f.).
Dr.
A._
wies weiter darauf hin, dass der Bericht von
Dr.
B._
den Eindruck mache, dass er die Ressourcen der Beschwerdeführerin zu wenig im Auge habe, quasi resigniert habe und die Beschwerdeführerin nun für immer als arbeitsunfähig einschätze. Weiter würden Aggravationstendenzen und Inkonsi
stenzen von ihm nicht ins Auge gefasst und nicht berücksichtigt
(
Urk.
7/35 S. 17 oben).
4.4.4
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundes
gerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Kritik von
Dr.
B._
, dass
Dr.
Z._
während der Begutachtung dauernd in ein Diktiergerät gesprochen habe und dies den Richtlinien der Schweizerischen Ge
sellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) für Begutachtungen wider
spreche,
stösst
ins Leere. So finden sich in den Qualitätsleitlinien für ver
siche
rungspsychiatrische Gutachten vom 1
6.
Juni 2016 keine
diesbezüglichen
Aus
führungen. Eine geistige Verwirrtheit und panikbedingte Desorientierung stellte
Dr.
Z._
im Rahmen der Begutachtung gerade nicht fest
und wies bei seiner Würdigung auf ein in sich unschlüssiges und inkonsistentes Bild mit erheblichen Inkonsistenzen und Diskrepanzen
hin
(vorstehend E.
3.8).
Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass
es angesichts der dokumentierten sprachlichen Barriere als fraglich erscheint, dass
Dr.
B._
den psychopathologischen Befund
seinerseits
(vorstehend 3.4)
ohne Dolmetscher überhaupt eingehend und umfassend erheben konnte
. Die Befunderhebung war
durch die sprachliche Barriere
teilweise bereits bei den stationären Aufenthalten
in der
C._
erschwert (vgl.
Urk.
7/13 S. 2).
Weiter geht aus
den
Berichten
der
C._
hervor, dass aufgrund der sprachlichen Barriere ein
e
Psychotherapie nur bedingt durch
führbar gewesen sei (vorstehend E. 3.1)
, die Beschwerdeführerin vor allem psy
chopharmakologisch behandelt wurde
und psychotherapeutische Einzelgespräche in der Muttersprache
empfohlen wurden (vorstehend E. 3.2). Vor diesem Hinter
grund erscheint das Therapiesetting des behandelnden Psychiaters als wenig
ziel
gerichtet
und angesichts der von den Gutachtern in Frage gestellten medika
men
tösen Therapie
und der festgestellten medikamentösen
Malcompliance
mithin frag
würdig.
4.
5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmita
rbeiterin oder in der Reinigung und
darüber hinaus sämtliche klar strukturierten Tätigkeiten bei einem konfliktarmen Arbeitgeber mit reduziertem Kundenkontakt zu 100
%
zumutbar sind
. Die weit
gehend
appellative
Kritik der Beschwerdeführerin am psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern.
Sodann ist gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
Z._
, wonach keine plausiblen Arztberichte vor
liegen, die retrospektiv eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulassen würden (vorstehend E. 3.8.8), keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
Bei voller Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf besteht keine Invalidität, wes
halb sich die Durchführung eines
Einkommensvergleichs erübrigt.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.