Decision ID: 551de362-40a3-5ef0-83ac-d0227d4aedd6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2016 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass das SEM ihn am 14. Dezember 2016 im Rahmen einer Befragung zur
Person (BzP) zu seinen persönlichen Umständen, seinem Reiseweg sowie
summarisch zu seinen Asylgründen befragte,
dass es ihn am 23. August 2019 einlässlich zu den Asylgründen anhörte,
wobei der Beschwerdeführer verschiedene Unterlagen einreichte,
dass das SEM mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 – eröffnet am
12. Dezember 2019 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht-
lingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der
Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,
dass diese Verfügung von der Vorinstanz gestützt auf Art. 16 Abs. 3 Bst. b
AsylG (SR 142.31) in italienischer Sprache verfasst wurde, während das
Asylverfahren bis zu diesem Zeitpunkt in deutscher Sprache geführt wor-
den war,
dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – mit
Eingabe vom 13. Januar 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2019 erhob,
dass er dabei den Antrag stellte, das Bundesverwaltungsgericht habe ihm
unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der vorliegenden
Sache betraut würden und es sei ihm bekannt zu geben, ob diese Gerichts-
personen zufällig ausgewählt worden seien; andernfalls seien ihm die kon-
kreten objektiven Kriterien mitzuteilen, nach denen diese Personen ausge-
wählt worden seien,
dass weiter beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen wegen der Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör, eventualiter Verletzung der Begrün-
dungspflicht, eventualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen
rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung,
dass eventualiter seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der
Schweiz Asyl zu gewähren sei; ebenfalls eventualiter sei die angefochtene
Verfügung in den Ziffern 3 und 4 aufzuheben und die Unzulässigkeit oder
zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen,
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dass er sodann beantragte, das SEM sei zu verpflichten, ihm bekannt zu
geben, wer sich hinter dem Kürzel "Kors" verberge und mittels eines
Sprachdiploms den Nachweis zu erbringen, dass diese Person der deut-
schen Sprache mächtig sei; zudem sei ihm vollständige Akteneinsicht zu
gewähren und es seien ihm insbesondere die im Beweismittelverzeichnis
aufgeführten Beweismittel zuzustellen,
dass der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfü-
gung vom 31. Januar 2020 das Spruchgremium bekanntgab und ihn auf-
forderte, einen Kostenvorschuss zu leisten,
dass der Kostenvorschuss am 17. Februar 2020 fristgerecht bezahlt
wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
17. Februar 2020 ergänzende Ausführungen machte und unter anderem
vorbrachte, er befinde sich zurzeit in psychiatrischer Behandlung – eine
entsprechende Terminkarte von B._ liege der Eingabe bei – und
sein Gesundheitszustand müsse abschliessend abgeklärt werden,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass am 1. März 2019 die Teilrevision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998
in Kraft getreten ist und für das vorliegende Verfahren das bisherige Recht
gilt (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015),
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel
– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen
(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m Art. 31‒33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter
nachstehendem Vorbehalt – einzutreten ist (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und
Art. 37 VGG i.V.m. und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
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dass indessen auf den mit der Beschwerdeschrift gestellten Antrag auf Be-
stätigung der zufälligen Zusammensetzung des Spruchkörpers nicht ein-
zutreten ist (vgl. Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,
um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass in der Beschwerde unter anderem gerügt wird, durch das Verfassen
der angefochtenen Verfügung in italienischer Sprache seien dem Be-
schwerdeführer erhebliche Nachteile entstanden, da er in einem deutsch-
sprachigen Kanton lebe und es für ihn ungleich schwieriger sei als bei-
spielsweise für eine im Tessin wohnhafte Person, jemanden zu finden, der
ihm bei der Übersetzung des Asylentscheids helfen könne sowie innerhalb
der Beschwerdefrist eine italienisch sprechende Rechtsvertretung zu man-
datieren, was seinen Rechtsschutz eingeschränkt habe,
dass sich der angefochtenen Verfügung zudem nicht entnehmen lasse,
welche Sachbearbeiterin des SEM für den Entscheid verantwortlich sei, da
diese lediglich mit dem Kürzel "Kors" bezeichnet sei,
dass eine Person im Verwaltungsverfahren ein Anrecht auf eine rechtmäs-
sig zusammengesetzte Behörde habe, was beinhalte, dass für sie erkenn-
bar sein müsse, wer für einen gefällten Entscheid zuständig gewesen sei,
dass es vorliegend für den Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar sei,
wer die Verfügung erlassen habe, zumal weder die vorgedruckte Funkti-
onsbezeichnung noch die nicht lesbare Unterschrift Rückschlüsse auf die
betreffende Person zuliessen und der Name der Person mit dem Kürzel
"Kors" aus keiner allgemein zugänglichen Publikation ersichtlich sei,
dass das SEM – und gerade das Bundesasylzentrum C._ – entge-
gen der klaren Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts seine Ent-
scheide immer wieder in anonymer Form erlasse,
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dass es mit diesem Vorgehen gegen einen zentralen Rechtsgrundsatz
verstosse, was einen schweren Mangel formeller Natur darstelle, welcher
unheilbar sei und zwingend zu einer Rückweisung der Sache an die Vo-
rinstanz führen müsse,
dass der Beschwerdeführer weiter rügte, ihm sei nicht korrekt Aktenein-
sicht gewährt worden,
dass er mit Schreiben vom 17. Dezember 2019 um Einsicht in sämtliche
Akten ersucht und explizit darum gebeten habe, dass ihm auch Einsicht in
die von ihm selbst eingereichten Beweismittel gewährt werde, wobei es
konkret um Schreiben seines Bruders an die Schweizer Botschaft in Co-
lombo gehe,
dass das SEM ihm daraufhin lediglich ein unvollständiges Beweismittelver-
zeichnis zugestellt habe, während er bis zum heutigen Zeitpunkt keine Ko-
pien der Beweismittel selbst erhalten habe,
dass der Anspruch auf rechtliches Gehör auch dadurch verletzt sei und der
angefochtene Entscheid umgehend aufgehoben werden müsse,
dass das Bundesverwaltungsgericht diese verfahrensrechtlichen Rügen
vorab prüft, da diese allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vo-
rinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2),
dass der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör,
welcher in den Art. 29 ff. VwVG konkretisiert wird, einerseits der Abklärung
des Sachverhalts dient, andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-
kungsrecht der Partei darstellt,
dass dieser Anspruch verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbrin-
gen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in
der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Begrün-
dung des Entscheids niederschlagen muss (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.3
m.w.H.),
dass sich aus Art. 29 Abs. 1 BV unter anderem auch der Anspruch auf eine
rechtmässig zusammengesetzte, zuständige und unbefangene Behörde
ergibt, was die Bekanntgabe von deren personellen Zusammensetzung vo-
raussetzt, da die Betroffenen nur so feststellen können, ob ihr verfassungs-
mässiger Anspruch auf eine richtige Besetzung der Behörde gewahrt ist
(vgl. Urteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 8.1 m.w.H.),
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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dass in der Beschwerde zu Recht geltend gemacht wird, dass es dem Be-
schwerdeführer vorliegend nicht möglich gewesen sei, den Namen der für
den Entscheid des SEM zuständigen Fachspezialistin zu eruieren, da die-
ser keiner öffentlichen Publikation – wie beispielsweise dem Staatskalen-
der – entnommen werden kann und sich lediglich aus amtsinternen Quel-
len erschliessen lässt,
dass es sich bei der betreffenden Fachspezialistin offensichtlich auch nicht
um dieselbe Person handelt, welche den Beschwerdeführer angehört
habe, womit ihm die entscheidverantwortliche Person gänzlich unbekannt
blieb,
dass das Bundesverwaltungsgericht bereits wiederholt festgestellt hat,
dass die Praxis des SEM, den Namen des zuständigen Sachbearbeiters
nicht offenzulegen, unrechtmässig ist und den aus Art. 29 Abs. 1 BV flies-
senden Anspruch verletzt (vgl. etwa die Urteile des BVGer D-4454/2019
vom 8. Oktober 2019 E. 4.6, D-7209/2018 vom 27. Februar 2019 E. 5.4
und D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 8.4),
dass auch das Recht auf vorgängige Anhörung (Art. 30 Abs. 1 VwVG) ei-
nen Teilgehalt des rechtlichen Gehörs darstellt und insbesondere vorsieht,
dass die Behörde sich beim Erlass ihrer Verfügung nicht auf Tatsachen ab-
stützen darf, zu denen sich die von der Verfügung betroffene Person nicht
vorgängig äussern und diesbezüglich Beweis führen konnte,
dass mit dem Äusserungsrecht der verfahrensrechtliche Anspruch auf Ak-
teneinsicht (Art. 26 VwVG) – ebenfalls Teilgehalt des rechtlichen Gehörs –
eng verbunden ist, da sich die Betroffenen in einem Verfahren nur dann
wirksam zur Sache äussern und geeignet Beweis führen beziehungsweise
Beweismittel bezeichnen können, wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt
wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche die Behörde ihren Entscheid
stützt (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.3 m.w.H.),
dass das Recht auf Akteneinsicht eingeschränkt werden kann, wenn ein
überwiegendes öffentliches oder privates Interesse an der Geheimhaltung
der betreffenden Akten vorhanden ist (Art. 27 VwVG), wobei die Behörde
einer Partei, welcher sie die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert,
von seinem wesentlichen Inhalt Kenntnis sowie die Gelegenheit geben
muss, sich dazu zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 28
VwVG),
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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dass der Anspruch auf rechtliches Gehör auch beinhaltet, dass die Behör-
den alles in den Akten festzuhalten haben, was zur Sache gehört und ent-
scheidwesentlich sein kann,
dass zu dieser behördlichen Abklärungspflicht insbesondere die geordnete
Ablage, die Paginierung und die Registrierung der vollständigen Akten im
Aktenverzeichnis gehört, wobei die Aktenführung geordnet, übersichtlich
und vollständig zu sein hat und ersichtlich sein muss, wer die Akten erstellt
hat und wie sie zustande gekommen sind (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/37
E. 5.4.1 m.w.H.),
dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter am 17. Dezem-
ber 2019 um vollständige Einsicht in die gesamten Asylakten ersuchte und
dabei namentlich auch um Zustellung der von ihm selbst eingereichten Ak-
ten (Beweismittel) bat,
dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung verschiedene Do-
kumente als Beweismittel einreichte (vgl. SEM-act A14 F5 ff.),
dass das SEM diesbezüglich ein Beweismittelcouvert (SEM-act. A13) an-
legte und dieses mit "Schreiben an Schweizer Botschaft" (Beweismittel 1)
sowie "Dok. von Bruder" (Beweismittel 2) beschriftete, wobei das Couvert
selbst leer ist, sich bei den Akten aber zwei separate Mappen mit den be-
treffenden Unterlagen befinden,
dass die erste Mappe mehrere handschriftlich verfasste Schreiben des
Bruders des Beschwerdeführers (D._) an die Schweizerische Bot-
schaft in Colombo aus den Jahren (...) enthält,
dass in der zweiten Mappe diverse Antwortschreiben der Botschaft sowie
der Entscheid des SEM vom 16. Juni 2015 über das via Botschaft gestellte
Asylgesuch des Bruders abgelegt sind, ebenso weitere den Bruder betref-
fende Unterlagen (in Kopie),
dass sich aus der Beschriftung des Beweismittelcouverts nicht ergibt, wel-
che Beweismittel zu den Akten gereicht wurden, da es sich dabei lediglich
um eine zusammenfassende und rudimentäre Beschreibung der vorgeleg-
ten Dokumente handelt (vgl. SEM-act. A13),
dass das SEM mit dieser intransparenten Führung des Beweismittelver-
zeichnisses seiner Aktenführungspflicht nicht ausreichend nachgekommen
ist,
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dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge keine Kopien der
von ihm eingereichten Beweismittel – welche sich nicht im Beweismittel-
couvert, sondern in den beiden separaten Mappen befinden – erhalten hat,
dass sich den Akten der Vorinstanz nicht entnehmen lässt, ob und inwie-
fern sie dem Ersuchen um Akteneinsicht nachgekommen ist, da es sich
beim neusten im N-Dossier abgelegten Aktenstück um das Akteneinsichts-
gesuch des Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2019 handelt,
dass daher davon ausgegangen werden muss, dass der Beschwerdefüh-
rer keine vollständige Akteneinsicht, namentlich hinsichtlich der von ihm
selbst eingereichten Beweismittel, erhalten hat,
dass keine Gründe ersichtlich sind, weshalb dem Beschwerdeführer keine
Einsicht in die betreffenden Aktenstücke gegeben werde könnte, weshalb
eine Verletzung seines Anspruchs auf Akteneinsicht vorliegt,
dass das SEM durch die fehlende Bekanntgabe der für die angefochtene
Verfügung zuständigen Fachspezialistin, die mangelhafte Aktenführung
sowie die nicht korrekt gewährte Akteneinsicht den Anspruch des Be-
schwerdeführers auf rechtliches Gehör in verschiedener Hinsicht verletzt
hat,
dass der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist, weshalb des-
sen Verletzung grundsätzlich ohne Rücksicht darauf, ob die angefochtene
Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis anders ausgefallen
wäre, zur Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides führt,
dass die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen
Gründen auf Beschwerdeebene nur möglich ist, sofern das Versäumte
nachgeholt wird, die beschwerdeführende Person dazu Stellung nehmen
kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungs-
befugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie
die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die feh-
lende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Auf-
wand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2015/10 E. 7.1 m.w.H.),
dass das Bundesverwaltungsgericht die Art und Weise, wie das SEM Ak-
teneinsichtsgesuche beziehungsweise seine Aktenführungspflicht hand-
habt, wiederkehrend beanstanden musste,
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dass das Gericht auch die unrechtmässige Praxis der Vorinstanz, die für
den Entscheid verantwortliche Person nicht bekanntzugeben, wiederholt
zu rügen hatte,
dass es nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts ist, Versäumnisse
des SEM auf Beschwerdeebene systematisch zu beheben und damit die
Vorinstanz gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung zu entbin-
den, zumal den Beschwerdeführenden dadurch eine Instanz verloren
ginge,
dass eine Heilung der festgestellten Mängel nach dem Gesagten vorlie-
gend nicht mehr in Betracht fällt,
dass die Beschwerde – soweit auf diese einzutreten ist – demnach gutzu-
heissen ist, insofern die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragt wird,
dass die Verfügung vom 10. Dezember 2019 aufzuheben ist und die Sache
zur Nachführung des Beweismittelverzeichnisses, zur Gewährung der voll-
ständigen Akteneinsicht und zur Bekanntgabe der zuständigen Fachspezi-
alistin sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,
dass es sich angesichts der Rückweisung der Sache an das SEM erübrigt,
auf die weiteren Einwände in der Beschwerde und die eingereichten Be-
weismittel näher einzugehen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens grundsätzlich keine Kosten zu
erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb dem Beschwerdefüh-
rer der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– zurückzuerstat-
ten ist,
dass einer obsiegenden Partei jedoch diejenigen Verfahrenskosten aufer-
legt werden dürfen, die sie durch Verletzung von Verfahrenspflichten oder
durch treuwidriges Verhalten verursacht hat (Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m.
Art. 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2];
Urteil des BGer 2A.474/2002 vom 17. März 2003 E. 7.2),
dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erneut ein Rechtsbegeh-
ren stellte, über welches bereits mehrfach befunden worden ist (Bestäti-
gung der Zufälligkeit beziehungsweise der Offenlegung der objektiven Kri-
terien der Zusammensetzung des Spruchkörpers),
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dass es daher trotz der Gutheissung der Beschwerde gerechtfertigt ist, ihm
androhungsgemäss (vgl. etwa Urteil des BVGer D-4191/2018 vom 8. Au-
gust 2018 E. 13.2) die unnötig verursachten Kosten des Begehrens, über
welches vorliegend befunden wurde, persönlich aufzuerlegen, wobei die
diesbezüglichen Kosten auf Fr. 100.– festzusetzen sind (vgl. Art. 6 AsylG
i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG; Urteil des BGer 5D_56/2018 vom 18. Juli 2018
E. 6),
dass dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts seines Obsiegens in
Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist,
dass keine Kostennote eingereicht wurde, weshalb die notwendigen Par-
teikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine
VGKE),
dass nur der als notwendig im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG erschei-
nende Aufwand zu entschädigen ist (vgl. auch Art. 8 Abs. 2 VGKE), wes-
halb es zu berücksichtigen gilt, dass die Beschwerdeeingaben sowohl re-
dundante Passagen als auch weitschweifige Ausführungen zur allgemei-
nen Lage in Sri Lanka, welche sich auch in den Eingaben des Rechtsver-
treters in anderen Beschwerdeverfahren finden, enthalten,
dass gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren
(Art. 8–13 VGKE) dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine
Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1'200.– (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuerzuschlag) zuzusprechen ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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