Decision ID: 4c1cdd96-ff32-5fb1-8b97-75701890bd4f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1951,
ist
als selbständiger Landwirt der Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, angeschlossen.
Mit “Beitragsverfügung
Akonto
“ vom 2. Februar 2011 erhob die Aus
gleichskasse für das Beitragsjahr 201
1
Akontobeiträge
im Betrag von
Fr.
915.-- (inkl. Ver
wal
tungskosten). Damit verbunden war die Aufforderung, dass der Versicherte ihr erhebliche Änderungen des beitrags
pflichten Einkommens mitteilen solle (Urk. 6/93).
Mit Steuermeldung vom 2
8.
September 2016 meldete das Kantonale Steueramt der Ausgleichskasse ein von
X._
im Jahr 2011 aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit erzieltes Einkommen von
Fr.
3'127'151.-- und ein im Betrieb investiertes Eigenkapital von
Fr.
3'037'328.-- (
Urk. 6/148). Ge
stützt darauf setzte die Ausgleichkasse seine für das Beit
ragsjahr 2011 zu be
zah
lenden persön
lichen Beiträge mit
“
Nachtragsverfügung
“
vom 14. Oktober 2016 auf Fr. 330'115.20 (inkl. Verwaltungskosten) fest (Urk. 6/150). Mit der Rechnung vom selben Tag erhob sie zudem Verzugszinsen in der Höhe von
Fr.
62'538.50 (Urk.
6/151). Am
1
9.
Oktober 2016
erhob
X._
Einsprache gegen die Nachtragsverfügung vom 1
4.
Oktober 2016 und erklärte
, dass er mit den Verzugszinsen nicht einverstanden sei (
Urk.
6/152).
Mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
6.
Dezember 2016 wies die Ausgleichskasse die Ein
sprache gegen die Nach
tragsverfügung vom 1
4.
Oktober 2016 ab (
Urk.
6/159). Am selben Tag setzte sie die Verzugszinsen vom
1.
Januar 2013 bis 1
4.
Oktober 2016 in der Höhe von
Fr.
62'538.50 verfügungsweise fest (
Urk.
6/160).
Die dagegen von
X._
am
4.
Januar 2017 erhobene Einspra
che
(
Urk.
6/164)
wies die
Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
August 201
8
Beschwerde und beantragte,
auf
die Verzugszinsforderung in der Höhe von
Fr.
62'538.50
sei
zu verzichten
. Eventualiter seien die Zinsen erst ab dem
1.
Januar 2015 zu erheben
(
Urk.
1
S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
August 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der Kas
senakten [
Urk.
6/1-207,
Urk.
7/1-2]), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist
die Verzugszinsforderung der Beschwerdegegnerin in der Höhe von
Fr.
62'538.50.
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2018 führte die Beschwer
de
gegnerin aus,
das Bundesgericht habe mit BGE 138 II 32
die Kapitalgewinne auf
grund der Veräusserung beziehungsweise Überführung von in der Bauzone gele
genen Grundstücken im Geschäftsvermögen als steuerbares Erwerbseinkom
men aus selbständiger Tätigkeit qualifiziert.
D
a für die Erhebung der Beiträge aus selbständiger Erwerbstätigkeit die Veranlagung der direkten Bundessteuer mass
gebend sei
, habe dieses Urteil des Bundesgericht
s
Auswirkungen auf die Beitrags
pflicht und d
ie
damit verbundene Pflicht zur Zahlung allfälliger Verzugszinsen der von solchen Transaktionen betroffenen Landwirte. Deshalb habe das Bundes
amt für Sozialversicherungen
(BSV)
gegenüber dem Schweizerischen Bauern
ver
band mit Schreiben vom
4.
Dezember 2013 zur Problematik allfälliger mit der neuen Praxis verbundenen Pflicht zur Zahlung von Verzugszinsen Stellung ge
nommen. Dabei habe es festgehalten, dass die von der Rechtsprechungsänderung betroffenen Landwirte spätestens im Dezember 2012 Kenntnis von der Rechtspre
chungsänderung
hätten haben müssen
. Für Gewinne, die ab dem Jahr 2011 angefallen seien, hätten die Bauern, die
Akontobeiträge
geleistet haben
, genü
gend Zeit ge
habt, um diese Beiträge anzupassen und damit Verzugszinsen (erweiterte Aus
gleichszinsen im Sinne von
Art.
41
bis
Abs.
1
lit
. f
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
)
zu vermeiden. Für die Beitragsjahre 2011 ff. sei deshalb nichts Spezielles vorzukehren. Das B
SV
habe sich jedoch ausnahmsweise b
e
reit gezeigt, die Ausgleichskassen anzuweisen, auf die Erhebung von Zinsen nach 41
bis
Abs.
1
lit
. f AHVV zu verzichten, die in den Beitragsjahren bis und mit 2010 nachweislich auf höhere
n
Erwerbseinkommen zu
folge der Änderung der Rechtsprechung durch das Bundesgericht zurückge
gan
gen seien
. Für die auf das Beitragsjahr 2010 folgende
n
Beitragsjahre habe das
BSV jedoch ausdrücklich keine solche Ausnahmeregelung vorgesehen. Die Aus
gleichs
kassen seien vom BSV angewiesen worden, die Verzugszinsen ent
spre
chend diesen Vorgaben festzusetzen.
Im vorliegend
en
Fall sei die Erhebung von Verzugs
zinsen ab dem
1.
Januar 2013 somit korrekt gewesen
(
Urk.
2 S. 3)
.
1.3
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass seine Familie Eigentümerin eines Land
wirtschaftsbetriebes in
Y._
sei. Er habe die landwirtschaftliche Erwerbs
tä
tigkeit per 3
1.
Dezember 2010 aufgegeben. Die zu bewirtschaftenden landwirt
schaftlichen Grundstücke seien verpachtet worden.
E
ine im Jahr 2004
einge
zonte
und erschlossene Bauparzelle von 6712 m
2
sei mit Mehrfam
ilienhäusern mit
44
Mietwohnungen überbaut worden. Die Baubewilligung sei im Januar 2011 erteilt worden. Baubeginn sei Mitte 2011 gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei für die damals vollzogene Überführung von Bauland vom Landwirtschaftsbetrieb in das Privatvermögen ausser ergänzenden Vermögenssteuern keine Steuern wie
direkte Bundessteuern aus Einkünften aus selbständigem Haupterwerb sowie AHV-Beiträge bekannt gewesen.
Seine Steuerveranlagung für das Jahr 2011 sei vom Kantonalen Steueramt bewusst
zurückbehalten
worden, bis das Kreisschrei
ben Nr. 38 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 1
7.
Juli 2013 in Kraft getreten sei
und für alle im Zeitpunkt seines Inkrafttretens offenen Veranlagun
gen Anwendung gefunden habe. Der Einschätzungsvorschlag sei mit Datum vom 1
8.
Juli 2013 erfolgt, unmittelbar nach Inkrafttreten des
Kreisschreibens (
Urk.
1 S. 2).
2
.
2
.1
2
.1.1
Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben (Art. 3 und 8 f.
des Bundesgesetzes
über die Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
, AHVG; Art. 2 und 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung, IVG; Art. 26 und 27 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienst
leis
tende und bei Mutterschaft, EOG).
2
.1.2
Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG gelten alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Han
dels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2
des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (
DBG
)
und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklär
ten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG (Art. 17 AHVV).
2
.1.3
Gemäss Art. 18 Abs. 2 DBG zählen zu den Einkünften aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit auch alle Kapital
gewinne aus Veräusserung, Verwertung oder buchmäs
siger Aufwertung von Ge
schäftsvermögen. Der Veräusserung gleichgestellt ist die Überführung von Ge
schäftsvermögen in das Privatvermögen oder in ausländische Betriebe oder Betriebsstätten. Als Geschäftsvermögen gelten alle Vermögenswerte die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen. Gleiches gilt für Beteili
gungen von mindestens 20 Prozent am Grund- oder Stammkapital einer Kapital
gesellschaft oder Genossenschaft, sofern der Eigentümer sie im Zeitpunkt des Erwerbs zum Geschäftsvermögen erklärt. Art. 18 b DBG bleibt vorbehalten.
2
.1.4
Die Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grund
stücken werden den steuerbaren Einkünften nur bis zur Höhe der Anlagekosten zugerechnet (Art. 18 Abs. 4 DBG).
2
.2
Gemäss Art. 22 AHVV werden die Beiträge vom Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr fest
gesetzt, wobei das Kalenderjahr als Bei
tragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsäch
lich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb inves
tierten Eigenkapitals.
Ermittelt wird das für die Bemessung der Beiträge massgebende Erwerbsein
kom
men von den kantonalen Steuerbehörden; dies aufgrund der rechtskräftigen Ver
anlagung für die direkte Bundessteuer beziehungsweise für das im Betrieb inves
tierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kan
tona
len Ver
anlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitions
werte (Art. 23 Abs. 1 AHVV). Die kantonalen Steuerbehörden übermitteln diese Anga
ben für jedes Steuerjahr laufend den Ausgleichskassen (Art. 27 Abs. 2 AHVV).
2
.3
Im laufenden Beitragsjahr haben die beitragspflichtigen
Selbständigerwerben
den
nach Art. 24 AHVV periodisch
Akontobeiträge
zu leisten (Abs. 1). Die Aus
gleichskassen bestimmen die
Akontobeiträge
aufgrund des voraussichtlichen Ein
kommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Beitragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn
,
der Beitragspflich
tige mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem voraussichtli
chen Einkommen (Abs. 2). Zeigt sich während oder nach Ablauf des Beitrags
jahres, dass das Einkommen wesentlich vom voraussichtlichen Einkommen ab
weicht, so passen die Ausgleichskassen die
Akontobeiträge
an (Abs. 3). Die Bei
tragspflich
tigen haben den Ausgleichskassen die für die Festsetzung der
Akon
tobeiträge
erforderlichen Auskünfte
zu erteilen, Unterlagen auf Verlangen ein
zureichen und wesentliche Abweichungen vom voraussichtlichen Einkom
men zu melden (Abs. 4).
2
.4
Die Ausgleichskassen setzen die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge – in der Regel nach Eingang der Steuermeldung, vgl. Art. 27 AHVV und E. 2.
2
) – in einer Verfügung fest und nehmen den Ausgleich mit den geleisteten
Akonto
bei
trägen
vor (Art. 25 Abs. 1 AHVV). Die von den Beitragspflichtigen zu wenig ent
richteten Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Zuviel entrichtete Beiträge haben die Ausgleichskassen zurückzuerstatten oder zu ver
rechnen (Art. 25 Abs. 2 und 3 AHVV). Als Zahlungsperioden gilt für
Selbstän
di
gerwerbende
grundsätzlich das Vierteljahr (Art. 34 Abs. 1
lit
. b AHVV).
2
.5
2.5.1
Nach Art. 26 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Soz
ialversiche
rungsrechts (ATSG) -
anwendbar gestützt auf Art. 1 AHVG
-
sind für fällige Bei
tragsforderungen und Beitragsrückerstattungsansprüche Verzugs- und Ver
gü
tungszinsen zu leisten. Der Bundesrat kann für geringfügige Beiträge und kurz
fristige Ausstände Ausnahmen vorsehen.
2.5.2
Gemäss Art. 41
bis
Abs. 1
lit
.
b
AHVV
haben Beitragspflichtige auf für vergangen
e
Kalenderjahre nachgeforderten
Beiträgen, ab dem
1.
Januar nach Ablauf des Kalenderjahres, für welch
es die Beiträge geschuldet sind, Verzugszinsen zu ent
richten.
2.5.3
Sodann
haben
Selbständigerwerbende
, Nichter
werbs
tätige und Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber auf auszu
gleichenden Beiträgen, falls die
Akontobeiträge
mindesten
s
25 Prozent unter den tatsächlich geschuldeten Bei
trägen liegen und nicht bis zum 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr fol
genden Kalenderjahr entrichtet werden, ab dem 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres Verzugs
zinsen zu entrichten
(Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV)
.
2.5.4
Bei Beitragsnachforderungen endet der Zinsenlauf mit der Rechnungsstellung, sofern die Beiträge innert Frist bezahlt werden (Art. 41
bis
Abs. 2 Satz 2 AHVV). Der Satz für die Verzugszinsen beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 42 Abs. 2 AHVV).
2
.6
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungs
weisungen ab, wenn diese eine
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
3.
3.1
Mit
Urteil vom
2.
Dezember 2011, publiziert in
BGE 138 II 32
,
erwog das Bun
desgericht, dass für Veräusserungsgewinne auf land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken die privilegierte Ausnahme
rege
lung gelte, wonach nur die wieder eingebrachten Abschreibungen der Einkom
menssteuer von Bund und Kanton unterliegen würden, während der eigentliche Wertzuwachsgewinn ausschliesslich der kantonalen beziehungsweise kommu
nalen Grundstückgewinnsteuer unterlie
gen würden und auf Bundesebene nicht besteuert werde (E. 2.1). Diese Privilegie
rung sei namentlich dadurch angemessen zu begrenzen, dass der steuerrechtliche Begriff des "land- und forstwirtschaft
lichen Grundstückes" im Einklang mit dem Anwendungs- und Schutzbereich sowie den Veräusserungsbeschränkungen des bäuerlichen Bodenrechts konkre
tisiert werden müsse (E. 2.2). Für ein
unüberbau
tes
und vollumfänglich in einer Bauzone gelegenes Grundstück, das nicht "ange
messenen Umschwung" eines Grundstückes mit landwirtschaftlichen Gebäuden und Anlagen bilde, könne die Ausnahmeregelung nicht zur Anwendung kommen (E. 2.2 und E. 2.3).
3.2
In der Folge hat die Eidgenössische Steuerverwaltung am 1
7.
Juli 201
3
das Kreis
schreiben Nr. 38
erlassen. Darin wurden die in BGE 138 II 32 verwendeten ein
schlägigen Begriffe erläutert und die steuerlichen Auswirkungen dieses Ent
scheids bezüglich der Besteuerung von Kapitalgewinnen aus der Veräusserung von in der Bauzone gelegenen Grundstücken im Geschäftsvermögen von Land
wirten festgehalten (vgl.
Urk.
6/156/1 ff.). Gemäss diesem Kreisschreiben ist diese Kapitalgewinnbesteuerung auf alle im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Kreis
schreibens noch offenen Veran
l
a
gungen anzuwenden (
Urk.
6/156/11).
3.
3
In seinem Schreiben an den Schweizerischen Bauernverband vom 4. Dezember 2013 hielt das BSV unter Hinweis auf
dieses
Kreisschreiben
fest
, dass nach der Praxis der
direk
ten Bundessteuer die Rechtsprechung gemäss BGE 138 II 32 auf alle offenen Veranlagungen anwendbar sei. Da die höheren Einkommen aus selb
stän
diger Erwerbstätigkeit auch beitragspflichtig seien, schlage sie auf die AHV durch. Gemäss den Angaben des Schweizerischen Bauernverbandes seien seit Bekannt
werden der Rechtshängigkeit des Prozesses,
der im erwähnten
Bundes
ge
richts
entscheid
gemündet habe
, die Steuerveranlagungen gestoppt worden. Offenbar gehe es um die Veranlagungen für die Jahre ab 2009 bei den Kantonen und ab 2010 beim Bund. Die neu als Einkommen zu deklarierenden Gewinne seien auf 1‘740 Millionen Franken und die darauf bei der AHV anfallenden Ver
zugszinsen auf 12 Millionen Franken geschätzt worden. Scheinbar verursache die neue Be
steuerungspraxis einen Rückstand von drei Jahren. Der Schweizerische Bauern
verband habe nun ersucht, dass in der AHV für die Beitragsjahre 2009 bis 2013 auf die wegen der geänderten Steuerpraxis auflaufenden Verzugszinsen ver
zich
tet werde (Urk.
7
/
2 S.
1). Betroffen seien
selbständigerwerbende
Landwirte, die laufend als solche besteuert würden und Sozialversicherungsbeiträge zu be
zahlen hätten. Es sei sodann davon auszugehen, dass die betroffenen Personen laufend
Akontobeiträge
entrichtet hätten, die sich nun aufgrund der neuen Besteuerungs
praxis bei der definitiven Festsetzung der Beiträge (Art. 25 AHVV) i
m Verhältnis zu den tatsächlich
geschuldeten Beiträgen als wesentlich zu tief erweisen würden. Bei dieser Sachlage würden Ausgleichszinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV ausgelöst. Der Verordnungsgeber gehe grundsätzlich davon aus, dass die Beitragspflichtigen in der Lage seien, die grössere definitive Bei
tragsschuld zu erkennen und innerhalb des dem Beitragsjahr folgenden Kalen
derjahres die
Akontobeiträge
so zu erhöhen, dass sie die Zinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV vermeiden könnten. Es stelle sich zunächst die Frage, wann die betroffe
nen Beitragspflichtigen von der Änderung der Rechtsprechung gemäss BGE 138 II 32 Kenntnis erhalten hätten und sich darüber hätten Rechenschaft ablegen können, dass höhere Sozialversicherungsbeiträge anfallen würden. Den Angaben des Schweizerischen Bauernverbandes vom 28. November 2013 sei zu entneh
men, dass der Geschäftsbereich Treuhand und Schätzungen des Schweize
rischen Bauernverbandes bereits Anfang 2012 über die neue Steuerpraxis infor
miert und sogar auf die damit verbundenen höheren AHV-Beiträge hingewiesen habe (vgl. “Schock für Baulandbauern“, “Rückschlag für die Bauern mit Bauland ...“ [Bauernzeitung vom 13. Januar 2012]), “Baulandbauern bestürzt“, “Hohe Steuern für Bauland“ [Bauernzeitung vom 20. Januar 2012]). Weiter habe die Rückfrage bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung ergeben, dass am 29. August 2012 in Bern eine Anhörung des Schweizerischen Bauernverbandes stattgefunden habe. Alsdann sei
a
m
29. November 2012 eine Analyse der Schwei
zerischen Steuerkon
ferenz publiziert worden. Darin sei unter Ziff. 2 “Folgerungen aus dem Bundes
gerichtsentscheid“ unter anderem zu l
es
en: “Der Veräusserungs
gewinn unterliegt für die Kantons- wie auch für die direkte Bundessteuer voll
ständig der Einkom
mensteuer“. Unter diesen Umständen hätten die betroffenen Beitragspflichtigen unter Beachtung der ihnen zumutbaren Aufmerksamkeit spä
testens Anfang Dezember 2012 erkennen müssen, dass ihre Beitragsschuld grös
ser ausfallen würde und ihre
Akontobeiträge
anzupassen gewesen wären, um Ausgleichszinsen zu vermeiden. Ausgleichszinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV seien dann zu leisten, wenn die
Akontobeiträge
mindestens 25 Prozent unter den tatsächlichen geschuldeten Beiträgen liegen würden und nicht bis zum 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres entrichtet würden (
Urk. 7/2 S. 2
). Das bedeute, dass für die betroffenen Landwirte die höheren Beitragsforderungen für die Beiträge 2011 ff. rechtzeitig erkennbar gewesen seien, um Zinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f. AHVV zu vermeiden. Falls die höheren Einkommen im Jahr 2011 angefallen seien, hätten die
Akontobei
träge
bis 1. Januar 2013 aufgestockt werden können. In Bezug auf das Beitrags
jahr 2012 sei solches gar bis zum 1. Januar 2014 möglich (
Urk. 7/2 S.
3).
Das BSV führte in diesem Schreiben weiter aus, dass es ausnahmsweise bereit sei, die Ausgleichskassen anzuweisen, auf die Erhebung von Zinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f. AHVV zu verzichten, die
„
in den Beitragsjahren
“
bis und mit 2010 nachweislich auf höhere Erwerbseinkommen zufolge der Änderung der Recht
sprechung gemäss BGE 138 II 32 zurückgehen würden. Die Ausgleichskassen könnten die entsprechenden Fälle in der Regel nicht von sich aus erkennen. Um von den erwähnten Zinsen befreit zu werden, würden die betroffenen Landwirte somit nicht darum herumkommen, ihrer Ausgleichskasse ein dahingehendes Gesuch zu stellen und Dokumente einzureichen, aus denen klar hervorgehe, dass die für die Zinsauslösung massgebende Unterschätzung des Einkommens auf der alten Steuerpraxis beruhe. Mit dieser Massnahme werde sichergestellt, dass sich die neue Steuerpraxis und die damit einhergehenden Verzögerungen in Bezug auf die Verzugszinsen nicht nachteilig auf die Landwirte auswirken würden, die das ihnen Zumutbare für die Vermeidung von Verzugszinsen vorgekehrt hätten (
Urk. 7/2 S. 3
).
3.
4
3.
4
.1
Um diese Massnahme umzusetzen hat das BSV die an Ausgleichskassen gerichtete Verwaltungsweisung “Verzugszinsen im Zusammenhang mit Kapitalgewinnen
aufgrund der Veräusserung von in der Bauzone gelegenen Grundstücken im Ge
schäftsvermögen von Landwirten“ (Urk.
7
/1) erlassen. Darin
hält
das BSV einlei
tend fest, dass es im Zusammenhang mit dem Entscheid des Bundesgerichts BGE 138 II 32 (Ände
rung der Rechtsprechung betreffend die Besteuerung der Gewinne aus der Veräus
serung von in der Bauzone gelegenen Grundstücken im Geschäfts
vermögen von Landwirten) zu einem eigentlichen Rückstau bei den Steuerveran
lagungen (Sistierung der Veranlagungen) gekommen sei. Die aus der Rechtspre
chungs
ände
rung resultierenden höheren Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit würden der Beitragspflicht in der AHV/IV/EO unterliegen. We
gen der erwähnten Verzögerungen in
der
steuerlichen Behandlung würden auf Seiten der AHV für die betroffenen Personen nicht vorhersehbare Verzugszinsen aus
gelöst. Dem Schwei
zerischen Bauernverband sei mit Schreiben vom 4. Dezember 2012 zugesichert worden, dass unter bestimmten Voraussetzungen auf diese Zinsen verzichtet werde (
Urk. 7/1 S.
1).
3.
4
.2
In Bezug auf die Verzugszinsen nach Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV (sogenannte
erweite
rt
e Ausgleichszinsen) sei davon auszugehen, dass die von der Recht
spre
chungsänderung betroffenen Beitragspflichtigen unter Beachtung der ihnen zu
mutbaren Aufmerksamkeit spätestens Anfang Dezember 2012 hätten erkennen können, dass ihre Beitragsschuld grösser ausfallen würde und ihre
Akontobeiträ
ge
anzupassen gewesen wären, um Ausgleichszinsen zu vermeiden. Mit anderen Worten sei für die Beitragsjahre 2011 ff. nichts Spezielles vorzukehren. Was die Beitragsjahre vor 2011 angehe, so sei von erweiterten Ausgleichszinsen unter der
dreiffachen
Voraussetzung abzusehen, dass
-
die betroffenen Beitragspflichtigen ihrer Ausgleichskasse ein dahingehendes Gesuch stellen würden;
-
den dem Gesuch beiliegenden Dokumenten entnommen werden könne, dass das voraussichtliche Einkommen und die darauf entrichteten
Akontobeiträge
wegen der Rechtsprechungsänderung gemäss BGE 138 II 32 in relevanter Weise unterschätzt worden seien;
-
die entrichteten
Akontobeiträge
die Anwendung des besagten Verordnungs
artikels aufgrund des nach der früheren Rechtslage zu erwartenden Einkom
mens, d. h. unter Ausklammerung des infolge Rechtsprechungsänderung höheren Kapitalgewinns, ausschliessen (Urk.
7/
1
S. 1
).
Die Ausgleichskassen würden somi
t eine doppelte Rechnung führen
(einmal mit dem höheren Kapitalgewinn, einmal ohne diesen [Schatten
rech
nung]). Auf die aus der
Schattenrechnung, d. h. trotz Ausklammerung des höhe
ren Kapitalge
winns, resultierende
n
erweiter
ten
Ausgleichszinsen werde nicht ver
zichtet (
Urk. 7/1 S.
1).
3.
4
.3
In der Verwaltungsweisung hielt das BSV weiter fest, dass sich die Änderung in einigen Fällen nicht auf die erweiterten Ausgleichszinsen, sondern auf die Nach
forderungszinsen nach
Art.
41
bis
Abs.
1
lit
. b AHVV aus
wirkten
. Dies betreffe bei
spiels
weise
vor Ende 2010 stattgefunde
ne
Stilllegungen oder endgültige Verpach
tun
gen
(
Urk.
7/1 S. 1
).
In Nachforderungsfällen würden die entsprechenden Ver
an
lagungen immer frühestens im Jahr nach dem Steuerjahr eröffnet werden. In den wegen der Änderung der Rechtsprechung sistierten Verfahren würden die Steuer
meldungen
mit zum Teil erheblicher Verzögerung eintreffen. Damit der Verzugs
zinsenlauf nicht übermässig lang werde, sei es in den von der Sistierung betrof
fenen
Fällen so zu halten, dass die Zinsen so berechnet würden, als wäre der Kapitalgewinn im Steuer- beziehungsweise Beitragsjahr unmittelbar vor der Veranlagung der direkten Bundessteuer angefallen. Dies gelte auch dann, wenn Rechtsmittel gegen die Veranlagung ergriffen worden seien. Auch in diesen “Nachforderungsfällen“
hätten die betroffenen Beitragspflichtigen ihrer Aus
gleichskasse ein Gesuch zu stellen, um vom verkürzten Zinsenlauf profitieren zu können. Aus den dem Gesuch
beliegenden
Dokumenten müsse ausserdem her
vorgehen, dass die Veranlagung wegen der Rechtsprechungsänderung sistiert worden sei (
Urk.
7/1 S. 2).
4.
4.1
Das Kantonale Steueramt meldete der Beschwerdegegnerin mit Steuermel
dung vom
28. September 2016 ein vom Beschwerdeführer im Jahr 2011 aus selb
stän
diger Erwerbstätigkeit erzieltes Einkommen von Fr. 3'127'151.-- (
Urk.
6/148/1). Darin enthalten war der Kapitalgewinn des Beschwerdeführers infolge Über
füh
rung eines in der Bauzone gelegenen Grundstückes. Dieser hat - vor den Abzügen im Steuerverfahren - Fr. 3'474'449.-- betragen (vgl. die Berech
nungsmitteilung für die direkte Bundessteuer 2011 des Kantonalen Steueramtes Zürich vom 28. Januar 2016, Urk. 6/155/4-5). Aufgrund der Steuermeldung
setzte
die
Beschwer
degegnerin die vom Beschwerdeführer
für das Beitragsjahr 2011 zu
leistenden
persönlichen Beiträge mit
“
Nachtragsverfügung
“
vom 14. Oktober 2016 auf Fr. 330'115.20 (inkl. Verwaltungskosten) fest (Urk. 6/150).
Mit “Beitragsver
fü
gung
Akonto
“ vom 2. Februar 2011 hatte die Beschwerdegeg
nerin für das Bei
tragsjahr 2011
Akontobeiträge
im Betrag von Fr. 915.-- (inkl. Ver
wal
tungs
kosten) erhoben. Weil die
Differenz
zwischen diesen
Akontobeiträ
gen
und
den
vom Beschwerdeführer für das Beitragsjahr 2011 tatsächlich zu leis
tenden
persön
lichen Beiträgen mehr als 25
Prozent
beträgt, fallen grundsätzlich Ausgleichs
zinsen
im Sinne von
Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV an. Der Beschwerde
führer hätte diese Zinspflicht vermeiden können
,
indem er bei
der
Beschwerde
gegnerin eine Er
höhung der
Akonto
beiträge
verlangt hätte.
D
er Beschwer
defüh
rer
erzielte
den Kapitalgewinn im Jahr 201
1.
Mit dem
BSV
ist
davon aus
zugehen
,
dass die
betrof
fenen Beitragspflichtigen unter Beach
tung der ihnen zumut
baren Aufmerk
sam
keit
die Folgen des am
2.
Dezember 2011 gefällten Bundesgerichts
urteils BGE 138 II 32
spätestens
a
nfang
s
Dezember 2012
hätten
erkennen müssen
.
Der Beschwerdeführer hätte somit die
Akontobeiträge
bis zum
1.
Januar 2013 anpas
sen
können
, ohne dass er Ausgleichszinsen hätte bezahlen müssen (Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV).
Ausschlaggebend ist, dass der Beschwerdeführer sich bei zumutbarer Auf
merk
samkeit über die Konsequenzen von
BGE 138 II 32
hätte informierten können und nicht, ob er davon tatsächlich wusste. Es gilt, dass
nie
mand aus der eigenen Rechtsunkenntnis Vorteile für sich beanspruchen kann (Urteile des Bundes
gerichts H 135/03 vom 7. Juli 2003 E. 3.1, H 176/03 vom 19. Oktober 2005 E. 2.3.2, je mit Hin
weis).
Entgegen der Vorbrin
gen des Beschwerdeführers ist mithin nicht entscheidend, dass die
Baube
will
ligung
für die Überbauung der Liegenschaft bereits im Januar 2011 erteilt und mit der Über
bauung Mitte 2011 begonnen wurde
(
Urk.
1 S. 2)
. Weil dem Beschwerdeführer genügend Zeit geblieben wäre, um die
Akontobeiträge
anpas
sen zu lassen, braucht auch nicht geprüft zu werden,
ob das Kantonale Steueramt
die Steuer
veranlagung bis zum Erlass des Kreis
schreibens Nr. 38 der ESTV am 17. Juli 2013 sistiert hatte.
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers hat er am 1
9.
Juli 2013 einen Veranlagungsvorschlag für die direkte Bundessteuer 201
1
erhalten. Gegen diesen Veranlagungsvorschlag habe er
sodann
am 1
9.
Oktober 2013
Rekurs
erhoben
, weil er mit der Bewertung des Verkehrswertes der Liegenschaft
nicht einverstanden gewesen sei. Am 14.
De
zember 2015 habe er einen neu
en Veran
lagungsvorschlag er
halten, welcher jedoch gegenüber dem Vorschlag vom Juli 2013 unverändert gewesen sei. In der Folge habe am 2
1.
Januar 2016 beim Kan
tonalen Steueramt eine Besprechung stattgefunden, bei welcher eine Einigung bezüglich des Ver
kehrswerts erzielt worden sei. Er habe den darauf beruhenden Veran
lagungs
vorschlag vom 2
8.
Januar 2016 akzeptiert (
Urk.
6/153
/1
). Dies zeigt, dass die Ver
zögerung im Steuerverfahren ab Juli 2013 nicht auf eine Sis
tierung wegen der Recht
sprechung
des Bundesgerichts in
BGE 138 II 32
zurück
zuführen ist.
Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch aus seinem Vorbrin
gen, dass die Steuerbehörden auf
Verzugszinsen verzichtet hätten, nichts zu sei
nen
Gunsten ableiten (Urk. 6/153/1). Die Voraussetzungen, gemäss welchen die Ausgleichskassen auf die Erhebung von Verzugszinsen verzichten können, sind in der oben wieder
ge
gebenen Verwaltungsweisung des BSV umschrieben (E. 3.4). Sie sind vor
liegend nicht
gegeben
.
Ausserdem ging es im steuerlichen Veranla
gungsverfahren einzig um das
Massliche
, die Tatsache, dass im Jahre 2011 eine Überführung von Geschäftsvermögen ins Privatvermögen stattgefunden hat, war dem Beschwerdeführer bekannt.
4.2
Der Beschwerdeführer führte sodann aus, dass er seine landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit per 31.
Dezember 2010 auf
ge
geben und die zu bewirtschaften
den landwirtschaftlichen Grundstücke verpachtet habe (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerde
gegnerin
hielt dazu fest, grundsätzlich seien bei Landwirten, die ihren Betrieb bereits auf
ge
geben und ihr Land verpachtet hätten, keine Ausgleichszin
sen
im Sinne von
Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV
zu erheben. Wegen ihrer Pensio
nierung hätten sie keine provisorischen Beiträge bezahlt, welche auszugleichen seien. Vielmehr hätten solche Landwirte bei nachträglicher Beitragserhebung Nachforderungs
zinsen im Sinne von
Art. 41
bis
Abs. 1
lit
.
b
AHVV
zu entrichten. Für diese Fälle habe das BSV festgehalten, dass bei einer Sistierung (der Steuer
veranlagung) auf
grund von
BGE 138 II 32
die Zinsen so zu berechnen seien, als wäre der Kapitalgewinn im Steuer- beziehungsweise Beitragsjahr unmittelbar vor der Veranlagung der direkten Bundessteuer angefallen (
Urk.
5 S. 2).
Im Weiteren legte sie dar, weshalb aus ihrer Sicht nicht davon ausgegangen werden könne, dass der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit bereits im Jahr 2010 auf
gegeben habe (
Urk.
5 S. 2-3). Gemäss den Kassenakten entrichtete der Beschwer
deführer
im Jahr 2011 als
Selbständigerwerbende
r
Akontobeiträge
(
Urk.
6/93). Im Jahr 2010 erkundigte sich der Beschwerdeführer, ob er wegen sei
n
en tiefen Ein
kommen aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit bis zum Erreichen des Rentenal
ters frei
willig höhere Beitragsleistungen erbringen könne (
Urk.
6/87). Er meldete sich aber
weder
als
Selbständigerwerbender
bei der Beschwerdegegnerin ab (
vgl.
Urk.
6/91)
noch als Nichterwerbstätiger an.
Dementsprechend besteht vorliegend auch kein Anlass, ihn anders zu qualifi
zieren. Auf dem vom Beschwerdeführer im Jahr 2011 aus dem Grundstücks
ge
schäft erzielten Kapitalgewinn sind daher Ausgleichszinsen im Sinne von
Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV
und keine Nachfor
derungs
zinsen im Sinne von
Art. 41
bis
Abs. 1
lit
.
b
AHVV
zu entrichten. Entspre
chend kommt
die
Verwaltungs
weisung des BSV bezüglich Nachforderungszinsen vorliegend nicht zur Anwen
dung.
5.
Die Beschwerdegegnerin war mithin nicht gehalten, auf die Erhebung der Aus
gleichszinsen zu verzichten. In
masslicher
Hinsicht geben diese Zinsen zu keinen Beanstandungen Anlass.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.