Decision ID: b0436cbb-7882-5fa9-a434-24cc8229a111
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 8. Februar 2016 im damaligen Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in B._ um Asyl nach.
Dort wurde er am 16. Februar 2016 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg
und summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person
[BzP]). Am 5. Dezember 2017 hörte ihn das SEM ausführlich zu seinen
Asylgründen an (Anhörung).
A.b Zu seinem persönlichen Hintergrund und zur Begründung seines Asyl-
gesuchs brachte er im Wesentlichen vor, er sei sri-lankischer Staatsange-
höriger tamilischer Ethnie und stamme aus C._ (Distrikt D._,
Nordprovinz), wo er mit seinen Eltern und seinem (...) aufgewachsen sei.
Im Jahr 1985 sei sein (...) freiwillig den LTTE (Liberation Tigers of Tamil
Eelam) beigetreten. Er selber habe diese lediglich in den Jahren 1992 bis
1995 unterstützt, indem er im «(...)»-Büro gearbeitet und verletzte LTTE-
Kämpfer versorgt habe. Anschliessend habe er in E._ im (...)-Ge-
biet gelebt, bevor er im Jahr 2001 nach C._ zurückgekehrt sei und
selber eine Familie gegründet habe. Seit den letzten Monaten vor Kriegs-
ende sei sein (...) – welcher zuletzt als LTTE-Kadermitglied für die «(...)»-
Minenfabrik verantwortlich gewesen sei – verschollen und wahrscheinlich
im Gefecht getötet worden. Jedenfalls hätten die sri-lankischen Behörden
im Jahr 2008 begonnen, sich bei seiner (...) und ihm – sein (...) sei zum
damaligen Zeitpunkt bereits verstorben gewesen – nach dessen Verbleib
zu erkundigen. Wenig später sei seine (...) von der sri-lankischen Armee
festgenommen worden und seither ebenfalls verschollen. Aus Angst, ihm
könne das gleiche Schicksal wie seine (...) ereilen, sei er im März 2009 ohne
seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder sowie ohne einen Passier-
schein («Clearance») nach F._ geflohen. Dort sei er noch am Bahn-
hof von der sri-lankischen Polizei kontrolliert worden und infolge des feh-
lenden Passierscheins unter Verdacht geraten, ein Mitglied der LTTE zu
sein. In der Folge sei er festgenommen und in ein Gefängnis in F._
gekommen respektive habe er dort zunächst neun Monate verbracht, be-
vor er ins G._-Gefängnis nach H._ verlegt worden sei. Er
sei gefoltert und zu Unrecht beschuldigt worden, Mitglied der LTTE zu sein.
Weitere Gründe für die Inhaftierung seien ihm nicht bekannt. Es habe nie
ein Gerichtsverfahren und auch kein Urteil gegeben. Auch habe er die
ganze Zeit hinweg keinerlei Kontakt zur Aussenwelt gehabt. Eines Tages
sei zwei Gefängnisinsassen die Flucht nach I._ gelungen, worauf-
hin diese die Presse darauf aufmerksam gemacht hätten, dass in einem
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Gefängnis bei H._ Sympathisanten der LTTE ohne Gerichtsverfah-
ren eingesperrt seien. Dieser Umstand habe seine (...) dazu veranlasst,
mit der Hilfe eines Parlamentariers Nachforschungen nach seinem Verbleib
anzustellen. Jener habe ihn schliesslich ausfindig gemacht und gegen Be-
zahlung eines Geldbetrages am 17. Januar 2016 respektive 26. Januar
2016 für seine Haftentlassung gesorgt. Danach sei er bei seiner (...) zu
Hause untergetaucht, bevor er Sri Lanka am 19. Januar 2016 beziehungs-
weise am 4. Februar 2016 auf dem Luftweg – mit der Hilfe eines Schleppers
und mit einem gefälschten sri-lankischen Reisepass – verlassen habe.
A.c Zum Beleg seiner Identität reichte er seine sri-lankische Identitätskarte
(im Original), seine Geburtsurkunde sowie seinen Eheschein (jeweils in
Kopie) zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 29. April 2019 – eröffnet am 1. Mai 2019 – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und
ordnete den Vollzug an.
C.
Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 31. Mai 2019 (Post-
stempel, Eingabe datiert vom 28. Mai 2019) erhob der Beschwerdeführer
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und
beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und ihm unter Zu-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die
Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
sowie um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtlichen
Rechtsbeistand. Zudem sei festzustellen, dass die Beschwerde aufschie-
bende Wirkung habe.
Der Beschwerde beigelegt waren die angefochtene Verfügung, eine Voll-
macht vom 29. März 2018 (jeweils in Kopie) sowie eine Kostennote seiner
Rechtsvertreterin vom 28. Mai 2019.
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D.
Am 4. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer eine Fürsorgeabhängigkeits-
bestätigung der zuständigen kantonalen Behörde vom 28. Mai 2019 zu den
Akten reichen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2019 stellte der Instruktionsrichter fest,
der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz
abwarten. Gleichzeitig hiess er die Gesuche um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung sowie Rechtsverbeiständung gut, verzichtete auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses, ordnete dem Beschwerdeführer
in der Person von MLaw Cora Dubach einen amtlichen Rechtsbeistand bei
und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.
F.
Am 8. Juli 2019 liess sich das SEM zur Beschwerde vernehmen. Dazu
nahm der Beschwerdeführer – handelnd durch seine Rechtsvertreterin –
mit Eingabe vom 30. Juli 2019 innert erstreckter Frist Stellung. Gleichzeitig
reichte seine Rechtsvertreterin eine aktualisierte Kostennote desselben
Datums zu den Akten.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998
(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-
ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü-
gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108
Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 Soweit in der Rechtsmitteleingabe die Feststellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde beantragt wird, kann festgehalten werden, dass
dieser von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6
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AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz diese vorliegend
nicht entzogen hat.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-
richt hat die Anforderungen an das Glaubhaft-machen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
4.
4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG, noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung führte sie zunächst aus, der Beschwerdeführer habe im
Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Anga-
ben gemacht. So habe er im Rahmen der BzP explizit angegeben, nach
der Festnahme im Jahr 2009 bis im Januar 2016, mithin für sieben Jahre,
ins Gefängnis in F._ gekommen zu sein. Dieses befinde sich dort,
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wo das berühmte J._-Camp gewesen sei. An der Anhörung habe er
hingegen geschildert, nach der Festnahme im Jahr 2009 zunächst neun
Monate im Gefängnis in F._ gewesen zu sein, wobei er nicht wisse,
wo sich dieses Gefängnis genau befinde, zumindest sei es nicht beim
J._-Camp gewesen. Danach sei er ins G._-Gefängnis bei
H._ transferiert worden, wo er bis im Januar 2016 inhaftiert gewe-
sen sei. Auf diese Widersprüche in der Anhörung angesprochen, habe er
zu Protokoll gegeben, er sei anlässlich der BzP angehalten worden, nur
kurz zu berichten. Als er trotzdem versucht habe zu erzählen, sei er ge-
stoppt worden. Er kenne den Namen oder die Gegend des Gefängnisses
in F._ nicht, was er auch in der BzP so angegeben habe. Ferner
habe er in der BzP kein J._-Camp erwähnt. Weiter kenne er das
G._-Gefängnis bloss deshalb, weil er dort aus der Haft entlassen
worden sei. Alle diese Erklärungsversuche vermöchten nicht zu überzeu-
gen. Vielmehr seien seine diesbezüglichen Angaben eindeutig gegensätz-
lich und die Inhaftierung im G._-Gefängnis erst im Rahmen der An-
hörung erwähnt worden, was einen Nachschub darstelle. Darüber hinaus
habe er sich auch hinsichtlich entscheidender Zeitangaben widersprochen.
An der BzP habe er erklärt, er sei am 16. Januar 2016 aus der Haft entlas-
sen worden und am 19. Januar 2016 aus Sri Lanka ausgereist. Im Gegen-
satz dazu habe er in der Anhörung seine Entlassung auf den 26. Januar
2016 und seine Ausreise auf den 4. Februar 2016 datiert.
Die Vorinstanz erwägt weiter, die Vorbringen rund um die geltend gemachte
Inhaftierung im Gefängnis in F._ respektive im G._-Gefäng-
nis bei H._ seien in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detail-
liert und differenziert dargelegt worden und vermittelten den Eindruck, der
Beschwerdeführer habe das Geschilderte nicht selbst erlebt. Auf entspre-
chende Aufforderung in der Anhörung hin, die Umstände seiner Festnahme
detailliert zu beschreiben, habe er lediglich erklärt, er sei von der Polizei
angehalten worden, als er am Bahnhof von F._ aus dem Zug ge-
stiegen sei. Danach sei er in einen Van eingeladen und mit verbundenen
Augen in einer ungefähr zwanzigminütigen Fahrt an einen ihm unbekann-
ten Ort gebracht worden. Auch was die Unterbringung anbelange, seien
seine Angaben grösstenteils stereotyp ausgefallen. In diesem Zusammen-
hang habe er im Rahmen der Anhörung erklärt, er sei in einem dunklen
Raum untergebracht gewesen, wo er geschlagen worden sei, wenn es den
Wärtern gepasst habe. Geschlafen und gegessen habe er auf dem Boden.
Jegliche Interaktionen mit Mitinsassen, Wärtern, Gefängnispersonal oder
zur Aussenwelt habe er auf entsprechende Nachfrage pauschal verneint.
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Einzig Geräusche, das heisst Schreie und Flugzeuglärm, habe er explizit er-
wähnt. Ausweichend beziehungsweise äussert vage seien auch seine Ant-
worten hinsichtlich der in der Anhörung aufgeworfenen Fragen ausgefallen,
wie es ihm nach der Verlegung ins G._-Gefängnis bei H._ er-
gangen sei und wie sich dieses von demjenigen in F._ unterschieden
habe. Diesbezüglich habe er zunächst angegeben, einfach dort gewesen
zu sein und sein Leben weitergelebt zu haben. Nur auf Nachfrage hin habe
er erklärt, in F._ habe er grosse Qualen erleiden müssen, in
G._ dagegen nicht mehr oder nur noch ab und zu. Bezüglich des
Aussehens beider Gefängnisse habe er schliesslich bloss festgehalten,
diese seien «anders» gewesen, ohne einen Unterschied zu nennen. Auch
hier habe er erst auf Nachfrage hin erklärt, das G._-Gefängnis habe
eine Hufeisenform und grössere Zimmer gehabt. Schliesslich sei der Grund
für seine Inhaftierung unklar geblieben. Er sei wegen der LTTE befragt be-
ziehungsweise beschuldigt worden, ohne weitere Details oder Hinter-
gründe dazu oder zu den Befragungen zu liefern. Aufgrund der aufgezeig-
ten Widersprüche und Ungereimtheiten sei nicht davon auszugehen, dass
er in seinem Heimatland inhaftiert gewesen sei, zumal er diesbezüglich
keinerlei Belege eingereicht habe, was – gerade bei der angegebenen In-
volvierung eines Parlamentsmitglieds bei der Haftentlassung – zu erwarten
gewesen wäre.
Im Zusammenhang mit der Prüfung, ob der Beschwerdeführer im Falle der
Rückkehr nach Sri Lanka trotz der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen ob-
jektiv begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne
von Art. 3 AsylG hat, stellte die Vorinstanz mit Blick auf die vom Bundes-
verwaltungsgericht im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgelegten
Risikofaktoren fest, der Beschwerdeführer habe bis am 19. Januar 2016
beziehungsweise 4. Februar 2016 – und somit noch über sechs Jahre nach
Kriegsende – in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt der Aus-
reise bestandene Risikofaktoren (insbesondere eigene Hilfstätigkeit zu-
gunsten der LTTE sowie LTTE-Mitgliedschaft des ...) hätten folglich kein
Verfolgungsinteresse auszulösen vermocht. Aufgrund der Aktenlage sei
nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach
Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevan-
ter Weise verfolgt werden sollte. Somit bestehe kein begründeter Anlass
zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-
massnahmen ausgesetzt sein werde.
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4.2 Demgegenüber wendet der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitte-
leingabe – unter Bezugnahme auf diverse Berichte zu Sri Lanka – im We-
sentlichen ein, die Vorinstanz habe die Beweisregel von Art. 7 AsylG zu
restriktiv gehandhabt. Die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sei bei einer
Gesamtbetrachtung seiner Aussagen klar zu bejahen.
Zunächst sei festzuhalten, dass hinsichtlich des angegebenen Ortes des
Gefängnisses in F._ kein Widerspruch erkennbar sei. Er habe nie
behauptet, im J._-Camp gewesen zu sein, sondern lediglich darauf
hingewiesen, dass sich dieses ebenfalls in F._ befinde. Namentlich
habe er anlässlich der BzP ausgeführt: «Es gibt dort ein berühmtes Camp,
das J._-Camp. Aber Belege, dass ich dort inhaftiert war, gibt es
nicht» (vgl. A3/11 Ziff. 7.01 S. 7). Auch auf die Frage, wo er im Gefängnis
gewesen sei, habe er erklärt: «In F._-Town. Aber wo das war, weiss
ich nicht» (vgl. A3/11 Ziff. 7.01 S. 7). In der Anhörung habe er schliesslich
wiederholt, dass er nicht wisse, wo sich das Gefängnis befunden habe (vgl.
A11/19 F151). Soweit die Vorinstanz darüber hinaus moniere, er habe die
Verlegung ins G._-Gefängnis erst im Rahmen der Anhörung er-
wähnt, handle es sich nicht um einen Nachschub, sondern um eine Präzi-
sierung. Die Frage, in welchem Gefängnis er wie lange gewesen sei, habe
für ihn und seine Gesuchsgründe keine grosse Bedeutung. Alleine die Tat-
sache, dass er sieben Jahre inhaftiert gewesen sei, stelle den Grund für
sein Asylgesuch dar. Diese Kernaussage habe sich nicht dadurch geän-
dert, dass er die Verlegung nach H._ erst in der Anhörung beschrie-
ben habe. Ferner sei er am 26. Januar 2016 aus der Haft entlassen worden
und am 4. Februar 2016 aus Sri Lanka ausgereist. Wie die anderen Daten
ins Protokoll der BzP gekommen seien, lasse sich nicht mehr aufklären.
Sodann habe er alle wesentlichen Umstände so geschildert, wie er es ver-
mocht habe. Da sich während seiner Haftzeit keine besonderen Vorkomm-
nisse ereignet hätten, habe er auch nicht davon berichten können. Dies
könne nicht zu seinen Lasten gehen. Zwar sei der Vorinstanz darin zuzu-
stimmen, dass er mit den offenen Fragen in der Anhörung offensichtlich
Mühe bekundet habe, was seine kurzen Antworten bei den Fragen 64 und
86 zeigten. Diesbezüglich müsse aber berücksichtigt werden, dass er nur
fünf Jahre zur Schule gegangen sei, beim Erzählen rasch abschweife und
während der Anhörung offensichtlich Schwierigkeiten gehabt habe, sich
auf die jeweiligen Fragen zu konzentrieren. Erst auf die wenigen gezielten
Nachfragen habe er Unterschiede nennen können. Soweit die Vorinstanz
seine Aussagen zu seiner Festnahme, den Umständen der Haft und der
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Entlassung aus derselben für unzureichend erachte, wäre sie gehalten ge-
wesen, gezielt nachzufragen. Es könne nicht von ihm erwartet werden,
dass er selbst wisse, welche Details bei den Antworten wichtig seien.
Im Zusammenhang mit der Frage, ob er über ein Risikoprofil verfüge, auf-
grund dessen er begründete Furcht vor künftiger Verfolgung habe, wendet
der Beschwerdeführer schliesslich ein, aufgrund der LTTE-Verbindungen
seiner Familie bereits in Haft gewesen zu sein. Dieser sei er nur gegen
Bezahlung von Bestechungsgeldern entkommen, weshalb davon ausge-
gangen werden müsse, dass er auch in Zukunft von den sri-lankischen Be-
hörden als gefährlich eingeschätzt werde. Aufgrund der Einreise mit einem
bloss temporären Reisepass würde er sodann bereits bei der Einreise als
Person mit einem durchlaufenen Asylverfahren identifiziert, verhaftet und
allfälligen Misshandlungen ausgesetzt.
4.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz daran fest, dass die Anga-
ben des Beschwerdeführers hinsichtlich des Orts der Inhaftierung wider-
sprüchlich seien und die Verlegung ins G._-Gefängnis nachgescho-
ben sei. Habe der Beschwerdeführer die in der BzP aufgeworfene Frage,
ob er in F._ sechs bis sieben Jahre in Haft gewesen sei, doch aus-
drücklich bejaht. Sodann stellt sie klar, dass es bezüglich des dargelegten
Widerspruchs betreffend das J._-Camp – entgegen den Beschwer-
deausführungen – nicht darum gehe, ob der Beschwerdeführer dort inhaf-
tiert gewesen sei, sondern einzig darum, dass er dieses Camp im Zusam-
menhang mit dem Gefängnis in F._ anlässlich der BzP erwähnt
habe und in der Anhörung nicht mehr. Im Übrigen, insbesondere zur man-
gelhaften Substanz der Vorbringen, werde auf die bisherigen Erwägungen
verwiesen, an denen vollumfänglich festgehalten werde.
4.4 In der Replik macht der Beschwerdeführer erneut geltend, dass er in
der BzP angehalten worden sei, sich kurz zu fassen. Daher sei es durchaus
möglich, dass es hinsichtlich der Frage anlässlich der BzP, ob er in
F._ sechs bis sieben Jahre in Haft gewesen sei, zu einem Missver-
ständnis gekommen sei. Ihm deshalb die Glaubwürdigkeit abzusprechen,
erscheine nicht gerechtfertigt. Ferner habe er den angeblichen Wider-
spruch betreffend das J._-Camp bereits in der Anhörung plausibel
erklären können, indem er ausgeführt habe, ihm sei anlässlich der BzP ex-
plizit die Frage gestellt worden, ob er im J._-Camp inhaftiert gewe-
sen sei. Dies sei denn auch der Grund, weshalb das J._-Camp an
der BzP namentlich genannt werde. Schliesslich sei nochmals darauf hin-
zuweisen, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung seiner Aussagen einen
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individuellen Massstab hätte anwenden müssen. Dies gelte umso mehr,
als er auf präzise Nachfrage hin durchaus im Stande gewesen sei, ein de-
tailliertes Bild seiner Inhaftierung zu zeichnen. So habe er anlässlich der
Anhörung insbesondere ausgeführt, dass es in seiner Zelle Blutspuren ge-
habt habe (vgl. A11/19 F70), er von nebenan buddhistische Predigten ge-
hört habe (vgl. A11/19 F90) und es am Ende des Flurs einen singhalesi-
schen Kalender neben einer buddhistischen Statue gegeben habe, dank
welchem er sich grob zeitlich habe orientieren können (vgl. A11/19 F82 ff.).
Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zum Schluss
komme, dass er seine Gefangenschaft nicht glaubhaft habe darlegen kön-
nen. Angesichts der Tatsache, dass er alleine in einer kargen Zelle einge-
sperrt gewesen sei, ohne jegliche Beschäftigung und lediglich mit einer
halben Stunde Hofgang pro Tag, seien es genau jene Wahrnehmungen,
die sich ihm eingeprägt hätten. Schliesslich habe er geschildert, dass seine
Frau im dritten Monat schwanger gewesen sei, als er sie das letzte Mal vor
seiner Inhaftierung gesehen habe (vgl. A3/11 Ziff. 1.14; A11/19 F128 ff.),
was seine Vorbringen in schlüssiger Weise abrunde.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen zutreffend festgehalten
hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an
das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG respektive an die Asylrelevanz
gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen. Auf die betreffenden Ausführungen in
der angefochtenen Verfügung und der Vernehmlassung (vgl. die Zusam-
menfassung der entsprechenden Erwägungen in E. 4.1 und 4.3 des vorlie-
genden Urteils) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen wer-
den. Die Rechtsmitteleingabe und die Replik halten dem nichts Stichhalti-
ges entgegen.
5.2 Zunächst ist festzuhalten, dass das Gericht die Verbindungen des (...)
des Beschwerdeführers zu den LTTE (vgl. A3/11 Ziff. 3.01 und Ziff. 7.01;
A11/19 F25-31) sowie die in diesem Zusammenhang erfolgten Behelligun-
gen durch die Angehörigen der sri-lankischen Armee im Jahr 2008 (vgl.
A11/19 F37) als glaubhaft erachtet. Der Beschwerdeführer machte diesbe-
züglich aber nicht geltend, dass ihm die Angehörigen der sri-lankischen Ar-
mee konkrete Nachteile angedroht respektive Massnahmen ergriffen hät-
ten. Die Behelligungen durch die Angehörigen der sri-lankischen Armee im
Jahr 2008 erreichen demnach die Intensität ernsthafter Nachteile im Sinne
von Art. 3 AsylG nicht. Sodann stellen letztere gemäss seinen Angaben
auch nicht den Grund für seine Ausreise aus Sri Lanka anfangs 2016 dar
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(vgl. A3/11 Ziff. 7.01). Dieses Vorbringen ist somit mangels Intensität und
aufgrund des fehlenden sachlichen sowie zeitlichen Kausalzusammen-
hangs nicht asylrelevant.
5.3 Ferner hat sich die Vorinstanz im vorliegenden Fall keine unrichtige An-
wendung der Beweisregel von Art. 7 AsylG vorzuwerfen. Wie in den Erwä-
gungen der Vorinstanz mit umfassender Begründung erläutert wird, halten
die Vorbringen des Beschwerdeführers rund um die geltend gemachte In-
haftierung durch die sri-lankischen Behörden in den wesentlichen Punkten
den Anforderungen an das reduzierte Beweismass des Glaubhaftmachens
nicht stand.
5.3.1 So ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass sich die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers zum Ort der geltend gemachten Inhaftierung
– entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen Ansicht – als eindeutig
gegensätzlich erweisen (vgl. A3/11 Ziff. 2.01, Ziff. 7.01; A11/19 F38, F150-
151, F153-155). Der erneute Einwand auf Beschwerdeebene, dass der Be-
schwerdeführer in der BzP angehalten worden sei, sich kurz zu fassen, so
dass er gar nicht alles – namentlich die Verlegung in ein anderes Gefängnis
– habe erzählen können, kann nicht gehört werden. So wäre es ihm auch
im Rahmen einer Zusammenfassung möglich und zumutbar gewesen, zu-
mindest kurz oder auch nur stichwortartig auf dieses für seine Asylgründe
zentrale Sachverhaltselement hinzuweisen. Dass er ein zentrales Sachver-
haltselement erst an der Anhörung vorgebracht hat, ist – in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz und entgegen der Argumentation auf Beschwer-
deebene – als Steigerung von Vorbringen im Laufe des Verfahrens bezie-
hungsweise als Nachschub zu werten und stellt gemäss Praxis der Asylbe-
hörden ein wesentliches Unglaubhaftigkeitsmerkmal dar. Der Vorinstanz ist
weiter Recht zu geben, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers
hinsichtlich des Zeitpunkts der Haftentlassung (vgl. A3/11 Ziff. 7.01; A11/19
F41, F124) sowie der Ausreise (vgl. A3/11 Ziff. 2.04; A11/19 F124) inhaltli-
che Abweichungen aufweisen. Diesbezüglich ist zum einen festzuhalten,
dass eine asylsuchende Person grundsätzlich nur eigene Erlebnisse zu
schildern hat und nicht komplizierte theoretische oder abstrakte Erörterun-
gen anzustellen braucht. Da lediglich selber Erlebtes wiederzugeben ist,
darf erwartet werden, dass der Sachverhalt in den wesentlichen Zügen wie-
derholt übereinstimmend wiedergegeben werden kann, zumal es sich bei
den geschilderten Vorkommnissen um einschneidende Ereignisse handelt,
die erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächtnis haften bleiben. Zum
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anderen muss er sich auf seine Angaben an der BzP behaften lassen, zu-
mal er die Richtigkeit des Protokolls anlässlich der Rückübersetzung un-
terschriftlich bestätigte (vgl. A3/11 S. 8).
5.3.2 Weiter ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass
die Ausführungen bezüglich der geltend gemachten Festnahme im März
2009 (vgl. A3/11 Ziff. 7.01; A11/19 F38, F63-64), der darauffolgenden Haft
(vgl. A3/11 Ziff. 1.07, 2.01, 7.01; A11/19 F38, F43-62, F67-90, F150-155)
sowie der Haftentlassung im Januar 2016 (vgl. A3/11 Ziff. 7.01; A11/19
F38-42, F91-109, F114) auch auf (mehrmalige) Nachfrage vage, pauschal
und ohne persönlichen Bezug ausgefallen sind. Die auf Beschwerdeebene
vertretene Ansicht, der Beschwerdeführer habe diesbezüglich auf explizi-
tes Nachfragen zahlreiche Angaben gemacht, bietet für sich alleine noch
kein Indiz für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen, zumal die gemachten An-
gaben die erforderliche Substanz vermissen lassen und mithin – entgegen
der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht als Realkennzeichen taxiert
werden können. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwer-
deführer auf Nachfrage hin präzise und subjektiv geprägt über das Gesche-
hene hätte berichten können, wenn er die Ereignisse tatsächlich auf die
geschilderte Art und Weise erlebt hätte. Beispielsweise beantwortete der
Beschwerdeführer die Frage, wie es zu seiner Freilassung gekommen sei,
einzig dahingehend, dass man ihn mit der Hilfe eines Parlamentariers dort
«rausgeholt» habe (vgl. A11/19 F91). Auf entsprechende Nachfrage ver-
mochte er weder den Namen desselben zu nennen (vgl. A11/19 F106;
S. 18) noch wie der Kontakt zwischen seiner (...) und demselben zustande
gekommen sein soll (vgl. A11/19 F108). Nach dem Gesagten muss denn
auch von insgesamt konstruierten Gesuchsvorbringen ausgegangen wer-
den. An dieser Einschätzung vermögen auch die Einwände auf Beschwer-
deebene, die Vorinstanz habe den individuellen Umständen (geringe
Schulbildung sowie Konzentrationsschwierigkeiten) nicht Rechnung getra-
gen und insgesamt zu wenig Nachfragen gestellt, nichts zu ändern, zumal
die Darlegung des wesentlichen Sachverhalts grundsätzlich im Verantwor-
tungsbereich der asylsuchenden Person liegt. Der Beschwerdeführer hat
im vorinstanzlichen Verfahren im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit
gehabt, sich umfassend – auch in einem freien Bericht (vgl. A11/19 F37 f.)
– zu seinen Asylgründen zu äussern. Darüber hinaus hat auch die anwe-
sende Hilfswerksvertretung auf dem Unterschriftenblatt nichts vermerkt
(vgl. A11/19 letzte Seite).
D-2687/2019
Seite 13
5.3.3 Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzustellen, dass es
dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Aus-
reise aus Sri Lanka bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Ge-
fährdung glaubhaft zu machen.
5.4 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr
nach Sri Lanka aus anderen Gründen flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-
gungsmassnahmen zu befürchten hätte.
5.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält im bereits zitierten Referenzurteil
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die
„Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) seien als
stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Entscheid dar-
gelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer
begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber würden das Fehlen
ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respektive durch die
IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobe-
gründende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für
sich alleine genommen keine objektiv relevante Furcht vor ernsthaften
Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risi-
kofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie
unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung
zu berücksichtigen, im Hinblick auf die Erwägung, ob mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht
werden müsse (vgl. a.a.O. E. 8.5.5).
5.4.2 Die Vorinstanz kam richtigerweise zum Schluss, dass der Beschwer-
deführer kein Profil aufweist, das im Falle einer Wiedereinreise ein beson-
deres behördliches Interesse an ihm vermuten liesse. Es kann zwar nicht
ausgeschlossen werden, dass er im Fall der Wiedereinreise einer Befra-
gung und Überprüfung durch die Grenzbehörden unterzogen wird, ein sol-
ches Verhalten kann aber nicht als asylrelevante Verfolgung gewertet wer-
den, und für ein darüberhinausgehendes Verfolgungsinteresse der sri-lan-
kischen Behörden sind keine massgeblichen Hinweise ersichtlich. Wie
soeben dargelegt (vgl. oben E. 5.3), konnte der Beschwerdeführer keine
asylrelevante Verfolgung vor seiner Ausreise glaubhaft machen. Insbeson-
dere haben offensichtlich weder die eigenen und weit zurückliegenden
Hilfstätigkeiten zugunsten der LTTE (vgl. A11/19 F17-21) noch die LTTE-
Verbindungen seines (...) ein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lanki-
schen Behörden an seiner Person ausgelöst. Anderweitige Verwandte mit
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LTTE-Verbindungen sind nicht aktenkundig. Der Beschwerdeführer ist zu-
dem weder exilpolitisch aktiv, noch hat er sich vor der Ausreise in Sri Lanka
regimekritisch betätigt; insbesondere ist er nie als Befürworter des tamili-
schen Separatismus in Erscheinung getreten. Auch der Umstand, dass er
nie einen eigenen Reisepass besessen hat und mit temporären Reisedo-
kumenten nach Sri Lanka zurückkehrt (vgl. A3/11 Ziff. 4.02), genügt nicht,
eine Furcht vor Verfolgung zu begründen. Alleine aus der tamilischen Eth-
nie, der Asylgesuchseinreichung in der Schweiz und der nunmehr fünfjäh-
rigen Landesabwesenheit kann er keine Gefährdung seiner Person ablei-
ten. Es ist somit nicht anzunehmen, dass ihm persönlich im Falle einer
Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG
drohen.
5.4.3 An dieser Einschätzung ändern auch die jüngsten politischen Ent-
wicklungen in Sri Lanka nichts, dies betrifft insbesondere den Ausgang der
Präsidentschaftswahlen im November 2019 und den darauf folgenden Re-
gierungswechsel. Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa
zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt. Gotabaya Rajapaksa war un-
ter seinem älteren Bruder Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 Prä-
sident war, Verteidigungsminister und wurde in diesem Zusammenhang
zahlreicher Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten sowie Ak-
tivistinnen und Aktivisten angeklagt. Zudem wird er von Beobachtern für
Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Zusammenhang
mit dem Ende des Bürgerkrieges 2009 verantwortlich gemacht (vgl. HAN-
NAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian, Gotabaya Rajapaksa elected presi-
dent of Sri Lanka, 17. November 2019 [https://www.theguardian.com/
world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-premadas-
count-continues], und Human Rights Watch, World Report 2020 – Sri
Lanka [https://www.hrw.org/world-report/2020/country-chapters/sri-lanka],
beide abgerufen am 18. Januar 2021). Kurz nach der Wahl ernannte der
neue Präsident seinen Bruder Mahinda zum Premierminister und berief
auch einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regierung. Die drei
Brüder kontrollieren in der neuen Regierung zahlreiche Ministerien und De-
partemente (vgl. HANNAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian, Sri Lanka's pre-
sident Rajapaksa cements family power as brothers join cabinet, 22. No-
vember 2019 [https://www.theguardian.com/world/ 2019/nov/22/sri-lankas-
president-rajapaksa-cements-family-power-as-brothers-join-cabinet], ab-
gerufen am 18. Januar 2021). Beobachter sowie ethnische und religiöse
Minderheiten befürchten aufgrund dieser Macht der Familie Rajapaksa ver-
stärkte Repression und die vermehrte Überwachung von Menschenrechts-
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Seite 15
aktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositio-
nellen und regierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische Flücht-
lingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten,
21. November 2019 [https://www.fluechtlingshilfe.ch/publikationen/im-fo-
kus/sri-lanka-regierungswechsel-weckt-aengste-bei-minderheiten], abge-
rufen am 18. Januar 2021).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie
bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durch-
aus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Personen,
die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszugehen (vgl. Human Rights
Watch, Sri Lanka: Families of «Disappeared» Threatened, 16. Februar 2020,
[https://www.hrw.org/news/2020/02/16/sri-lanka-families-disappeared-thre-
atened], abgerufen am 18. Januar 2021). Zum heutigen Zeitpunkt gibt es
aber keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka
ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt
wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein persön-
licher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschaftswahl vom
16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Ein solcher Bezug ist
vor dem Hintergrund vorstehender Erwägungen vorliegend nicht ersichtlich.
5.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein
Asylgesuch folgerichtig abgelehnt hat.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
D-2687/2019
Seite 16
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2
7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
D-2687/2019
Seite 17
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.).
Der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen
auseinandergesetzt, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zu-
rückkehren müssen (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom
19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Ur-
teil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Däne-
mark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen
Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Da-
bei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon aus-
zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-
handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob Betroffene
ernsthafte Gründe für die Befürchtung hätten, die Behörden hätten an ihrer
Festnahme und weitergehende Befragung ein Interesse, verschiedene As-
pekte beziehungsweise persönliche Risikofaktoren in Betracht gezogen
werden (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O, § 94).
Nachdem der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er be-
fürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit
der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-
mass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm
würde aus demselben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung in
Sri Lanka drohen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri
Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen
(vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 10.4 und das weiterhin einschlägige Refe-
renzurteil E-1866/2015 E. 12.2). Dies gilt auch unter Berücksichtigung der
jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka (vgl. statt vieler Urteil des
BVGer E-6309/2018 E. 9.3 vom 6. November 2020). Nach dem Gesagten
ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der landes- als auch der
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
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Seite 18
7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
7.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch unter
Berücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse (vgl. statt vieler Urteil
des BVGer D-5692/2019 vom 9. November 2020, E. 9.3.1). Gemäss nach
wie vor gültiger Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Ost-
und Nordprovinz weiterhin zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen
Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-
ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte
Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzur-
teile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Ok-
tober 2017 E. 9.5).
7.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus C._ (Distrikt D._,
Nordprovinz [vgl. A3/11 Ziff. 1.07; A11/19 F5]). Der Vollzug in dieses Gebiet
ist im Lichte der Rechtsprechung grundsätzlich zumutbar. Im vorliegenden
Fall sprechen sodann – entgegen den Ausführungen auf Beschwerdeebene
– keine individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Nach wie
vor leben mehrere Verwandte des Beschwerdeführers in Sri Lanka (... [vgl.
A3/11 Ziff. 3.01; A11/19 F11]), welche ihn bei einer Rückkehr und Wieder-
eingliederung in den Alltag in Sri Lanka unterstützen und ihm eine gesi-
cherte Wohnsituation bieten können. Ferner ist aufgrund seiner soliden
Schulbildung und der Arbeitserfahrungen in der (...) und als (...) davon
auszugehen, dass er zukünftig in der Lage sein wird, seinen Lebensunter-
halt zu bestreiten (vgl. A3/11 Ziff. 1.17.04 f.; A11/19 F14, F33). Sodann
führte der Beschwerdeführer aus, die Kosten für seine Reise von Sri Lanka
in die Schweiz seien von seiner in K._ lebenden (...) getragen wor-
den (vgl. A11/19 F135-136). Es kann somit angenommen werden, dass
eine gewisse finanzielle Unterstützung durch letztere möglich ist. Ausser-
dem leidet der Beschwerdeführer den Akten zufolge an keinen nennens-
werten gesundheitlichen Problemen (vgl. A3/11 Ziff. 8.02; A11/19 F159).
Etwas anderes wird auf Beschwerdeebene auch nicht vorgebracht. Beson-
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Seite 19
dere Umstände, aufgrund derer von einer Existenzbedrohung ausgegan-
gen werden müsste, sind vorliegend keine ersichtlich. Nach dem Gesagten
erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit verfahrensleiten-
der Verfügung vom 26. Juni 2019 das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen
wurde und nicht von einer veränderten finanziellen Lage auszugehen ist,
sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.
9.2 Ebenfalls mit Verfügung vom 26. Juni 2019 wurde dem Beschwerdefüh-
rer die amtliche Rechtsverbeiständung im Sinne von aArt. 110a Abs. 1 Bst. a
AsylG zugesprochen und seine Rechtsvertreterin als amtlicher Rechtsbei-
stand eingesetzt. Diese reichte am 30. Juli 2019 eine aktualisierte Kosten-
note zu den Akten, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von insgesamt
13.5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 150.– sowie Auslagen in
der Höhe von Fr. 168.– ausweist. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand
erscheint angesichts der konkreten Verfahrensumstände als zu hoch und
ist auf 8 Stunden zu kürzen. Unter Berücksichtigung des massgebenden
Stundenansatzes von Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreterinnen und
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Vertreter ist der Rechtsvertreterin demnach vom Bundesverwaltungsge-
richt ein amtliches Honorar von Fr. 1’368.– (inkl. Auslagen) auszurichten
(vgl. Art. 12 und Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das amtliche Honorar umfasst kei-
nen Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE.
(Dispositiv nächste Seite)
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