Decision ID: aa1b7764-278e-4aaf-a36c-4b1ddf7137fd
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1950 geborene
X._
ist seit dem 1. Mai 1988 als Verkäuferin bei der Bäckerei/Konditorei
Y._
angestellt und damit bei der
Schweizeri
sche
n
Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Mobiliar) im Rah
men des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versi
chert (Urk. 8/
3
). Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 30. November 2014 (Urk. 8/
3
) liess sie der Mobiliar mitteilen, dass sie
am 20. September 2014
[rich
tig: 20. Oktober 2014 (
Urk. 8/2, Urk. 7/22
)]
von der Treppe gestürzt sei und sich dabei an
der Schulter verletzt habe. D
ie
in der Folge
von der
am 14. November 2014 erstmals konsultierten
Hausärztin
(vgl. Urk. 9/
4
)
veranlasste
MRI-Arthro
graphie
des linken Schultergelenks
vom 17. November 2014
ergab
eine
Rotato
renmanschettenruptur
(Urk. 9/2). Im Rahmen eines operativen Eingriffs wurden am 13. Januar 2015 eine
arthroskopische
Rotatorenma
nschetten
-Rekonstruktion Speed-
Bridge und eine
Akromioplastik
links vorgenommen (Urk. 9/22).
Die Mobiliar, die ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Unfall anerkannt hatte, verfügte am 24. April 2015
– in Bestätigung ihrer Mitteilung vom 5. Februar 2014 (Urk. 7/12 f.) –
die Einstellung der Leistungen per 31. De
-
zember
2014, da der Status quo sine zu diesem Zeitpunkt wieder erreicht
gewe
-
sen
sei (Urk. 7/28 f.). Die von der Versicherten am 7. Mai 2015 gegen die
sen Entscheid erhobene Einsprache (Urk. 7/37 f.) wies sie am 24. Juni 2015 ab
, wobei sie ihre Leistungen nun per 20. Dezember 2014 terminierte
(Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess die Versicherte am 2. Juli 2015 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
In Aufhebung des
Einspracheentscheides
vom 24. Juni 2015 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 21. Dezember 2014 bis zum 2. April 2015 ein Unfalltaggeld auf der Basis eines Bruttolohn
e
s von Fr. 3‘300.-- zuzüglich Fr. 250.--Kinderzulagen zu bezahlen.
2.
Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Beschwerdeführerin angemessen prozessual zu entschädigen.“
Die Mobiliar schloss am 14. August 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6).
Replicando
(Urk. 14) und
duplicando
(Urk. 19) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest; letzteres wurde der Beschwerde
führerin am 1. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahr
-
schein
lichkeit
nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119
V
7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen
hang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversi
cherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
desgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.
2.1
Die Mobiliar begründete die
Leistungseinstellung – unter Hinweis insbesondere auf die Beurteilungen ihre
s
beratenden Arztes Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie, Manuelle Medizin (SAMM), vom 21. Januar 2015 (Urk. 9/5-8) und vom 7. April 2015 (Urk. 9/13-15) – damit,
dass die
Rotatorenmanschettenruptur
degenerativer Natur sei. Betreffend den Unfall vom 20. Oktober 2014 sei der
Status quo sine per
20. Dezember 2014 wieder erreicht gewesen
, weshalb für die
über diesen Zeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden
kein Anspruch auf Unfall
versicherungsleistungen mehr bestehe (
Urk. 2 S. 6 ff.
, Urk. 6 S. 3 ff.
, Urk. 19 S. 1 ff.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die Beur
teilung von Dr.
Z._
sei aufgrund verschiedener Mängel nicht
beweis
tauglich
. Gestützt auf die Einschätzung des behandelnden Arztes Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsap
parats (Urk.
9/3, Urk. 9/12
,
Urk. 3/8,
Urk. 15/4
)
,
sei
davon auszugehen, dass die über den 21. Dezember 2014 hinaus persistierenden Beschwerden mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 20. Oktober 2014 zurückzuführen sei (Urk. 1 S. 2 ff., Urk. 14 S. 1 ff.).
3.
3.1
Die MRI-
Arthrographie
des linken Schultergelenks vom 17. November 2014 ergab einen kompletten Abriss der
Supraspinatussehne
am Ansatz, eine
Seh
nenretraktion
bis zirka 2,5 cm, keine signifikante Muskelbauchatrop
h
ie, eine
transmurale
Partialruptur der
Infraspinatussehne
im kranialen Anteil, eine
Ansatztendinopathie
der
Subscapularissehne
ohne Rissbildung, einen komplet
ten Abriss der langen
Bizepssehne
mit Sehnenretraktion bis unterhalb des
Humeruskopfs
, eine ausgeprägte
unspezifische
Synovitis
im
Gelenkcavum
sowie eine
Omarthrose
und eine AC-Gelenksarthrose. Eine Fraktur wurde nicht nach
gewiesen (Urk. 9/2).
3.2
Gestützt auf die Ergebnisse seiner Untersuchung vom
26. November 2014
stellte der Orthopäde und
Traumatologe
Dr.
A._
im Bericht
vom 1. Dezember 2014
nachstehende Diagnosen (Urk. 9/3):
Komplette
Rotatorenmanschetten
-Ruptur Schulter links (MRI vom 17. November 2014), sturzbedingt
Laterale
Flake
-Fraktur, wenig disloziert, an der Patella rechts; Differential
diagnose: traumatisierte Patella
bipartita
Das Knie zeige eine
fokale
Druckdolenz
entlang des lateralen
Retinaculums
am Ansatz der Patella; ein Erguss sei nicht vorhanden. Die radiologische Untersu
chung habe eine mögliche
ossäre
Abrissfraktur des lateralen
Retinaculums
ohne wesentliche Dislokation ergeben. Betreffend das Knie sei eine Fortführung der konservativen Therapie indiziert. Was die Schulter anbelange, sei an sich eine
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion angezeigt
;
die Beschwerdeführerin wolle aber vorerst einmal den weiteren Verlauf abwarten.
3.3
Dr. med.
B._
, Fachärztin
FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 22. Dezember 2014 eine komplette
Rotatorenmanschettenruptur
links. Anlässlich der Erstkonsultation vom 14. November 2014 habe die Beschwerde
führerin angegeben, auf die linke Schulter gestürzt zu sein. Die klinische Untersuchung habe eine
Druckdolenz
ventral, einen schmerzhaften
Schürzen
griff
sowie eine intakte periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS)
gezeigt
. Aktuell erfolge eine konservative Therapie, eigentlich sei aber eine
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion indiziert. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (Urk. 9/
4
).
3.4
Der Chirurg Dr.
Z._
, beratender Arzt der Mobiliar
, gelangte in seiner auf den Akten beruhenden Beurteilung vom 21. Januar 2015
(Urk. 9/5-8)
zum Schluss,
dass eine unfallbedingte abrupte Sehnenruptur aufgrund der Latenz zwischen dem Ereignis vom 20. September [richtig: Oktober] 2014 und der
Erstkonsulta
tion
bei
de
r
Haus
ärztin
am 14. November 2014 auszuschliessen sei. Denkbar sei indes, dass
die Direktkontusion der linken Schulter zu einer Quetschung des
Musculus
deltoideus
und zu einer Aktivierung der vorbestehenden
AC-Gelenks
arthrose
geführt habe, wobei der Status quo sine – nach einer vorübergehenden Verschlimmerung der degenerativ bedingten Schulterschäden –
spätestens
nach drei Monaten wieder erreicht gewesen sei. Die weiteren
bildgebend
festgestellten Veränderungen seien unvereinbar mit einem Direktsturz auf die Schulter
, wie ihn die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben erlitten habe (
Urk. 9/
5 f.).
3.5
Am 2. beziehungsweise 20. Februar 2015 bescheinigte Dr.
A._
der Beschwerdeführerin für die Dauer vom 13. Januar bis
1. April 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/35
f.
; vgl. auch Urk. 7/34).
3.6
In ihrem Bericht vom 27. Februar 2015 (Urk. 9/9) hielt die Hausärztin D
r
.
B._
fest, die Beschwerdeführerin habe unmittelbar nach dem Sturz auf die linke Schulter vom 20. Oktober 2014 an Beschwerden in der linken Schulter
gelitten
und auch Funktionseinschränkungen
aufgewiesen
. Da es im Verlauf zu keiner Besserung gekommen sei, habe sie sich dann am 14. November 2014 bei ihr (Dr.
B._
) in Behandlung begeben. Bereits im Rahmen der klinischen Untersu
chung hätten sich
damals
Anhaltspunkte für eine
Rotatorenmanschettenläsion
links ergeben. Die
in der
deshalb veranlasste
n
MRI-Untersuchung
festgestellten Sehnenläsionen der linken Schulter liessen sich ausschliesslich mit dem fragli
chen Sturz erklären. Aufgrund persistierender Schmerzen und
Funktionsein
schränkungen
sei
en
schliesslich am
13. Januar 2015 eine
arthroskopische
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
Speedbridge
und
eine
Acromioplastik
links vorgenommen worden
(vgl. Operationsbericht Dr.
A._
vom 13. Januar 2015, Urk. 9/21 f.)
.
3.
7
Der Orthopäde und
Traumatologe
Dr.
A._
gab am 12. März 2015 an, die ausgedehnte
Rotatorenmanschettenruptur
sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz vom 20. Oktober 2014 zurückzuführen. Die Schulter sei zuvor einsatzfähig und unauffällig gewesen. Nach dem fraglichen Unfall habe die Beschwerdeführerin den Arm nur noch schlecht heben können und an starken Schmerzen gelitten (Urk. 9/12).
3.8
Der b
e
ratende Arzt der Mobiliar Dr.
Z._
hielt – nach Kenntnisnahme der neuen Arztberichte und nun unter Berücksichtigung des korrekten Unfalldatums
(20. Oktober und nicht 20. September 2014) – am 7. April 2015 an der fehlen
den Unfallkausalität der
Schulterschäden fest (Urk. 9/13-15).
3.9
Auf entsprechende Anfrage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
und nach Einsicht in den Bericht des beratenden Arztes der Mobiliar Dr.
Z._
vom 7. April 2015 (Urk. 9/13-15)
hielt Dr.
A._
am 31. Mai 2015 fest,
es liege keine Arthrose des Schultergelenks, sondern höchstens des Schultereckgelenks vor. Auch seien die Sehnenenden nicht ausgefranst; intraoperativ habe sich lediglich ein V-förmiger Riss gezeigt. Zu einem vollständigen Funktionsausfall komme es sodann nur bei einer sogenannten Massenruptur; kleinere Verletzun
gen der Sehnen erlaubten indes häufig noch eine Restfunktion, allerdings – wie bei der Beschwerdeführerin – mit Schmerzen. Im Weiteren treffe es keineswegs zu, dass der Mechanismus des Unfalls vom 20. Oktober 2014 eine
Rotatoren
manschettenruptur
ausschliesse.
Zwar liege bei vielen Manschettenverletzungen der Schulter eine abnützungsbedingte Vorschädigung vor, ein Unfall bewirke aber häufig richtungsweisende Verschlechterungen der Biomechanik, die nicht mehr
kompensierbar
seien (Urk. 3/8).
3.10
In seinem E-Mail vom 31. August 2015 an den Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin
hielt Dr.
A._
– offensichtlich in Bezug auf die
Beschwerdeant
wort
der Mobiliar vom 14. August 2015 (Urk. 6) – fest, gerade bei frischen Ver
letzungen gebe es Blutungen, die in den Geweben Verklebungen bewirkten. Diese müssten dann entfernt werden, damit die Sehne wieder mobil werde. Die anderen Fehlbehauptungen müssten gutachterlich geklärt werden (Urk. 15/4).
4.
4.1
Nach Lage der Akten
ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2014
, als sie mit zwei Harassen in den Händen eine
Treppe
hinun
terstieg, den letzten Tritt verfehlte, vornüber stürzte und
dabei
mit der linken Schulter
auf dem Boden
aufschlug (Urk. 8/
2 f., Urk. 9/4, Urk. 9/9). In der Folge konsultierte sie – wegen linksseitiger Schulterbeschwerden – erstmals am 14. November 2014 ihre Hausärztin Dr.
B._
(
Urk. 8/1, Urk. 9/4,
Urk.
9/
9
), und ab dem 13. Januar 2015 (Datum des operativen Eingriffs an der linken Schulter
; vgl. Urk. 9
/22
) wurde ihr (bis 1. April 2015) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(Urk.
7/34-36
)
.
4.2
Vorab festzuhalten
ist, dass die (ausschliesslich) beantragten Taggelder für die Dauer vom 21. Dezember 2014 bis 2. April 2015 (mit entsprechenden Kinder
zulagen
; Urk. 1 S. 2
)
, soweit sie den
Zeitraum vom 21. Dezember
2014
bis 12. Januar 2015 sowie den 2. April 2015
betreffen,
schon deshalb einer
Grund
lage entbehren, weil der Beschwerdeführerin
vor dem 13. Januar 2015 und nach dem 1. April 2015
von keinem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
(vgl.
Urk.
9/
4
, Urk.
7/34-36
)
.
4.
3
Hinsichtlich der
Ursache der
noch über den 20. Dezember 2014 hinaus persistie
renden Schulterbeschwerden beziehungsweise
der diesen zu Grunde liegenden linksseitigen
Rotatorenmanschettenruptur
legte der beratende
Chirurg
der Mobiliar
Dr.
Z._
- in Übereinstimmung mit der einschlägigen
(
entgegen den entsprechenden Ausführung von Dr.
A._
[Urk. 3/8 S. 1]
auch neueren
)
medizinischen Fachliteratur (vgl.
Urk. 9/14 sowie etwa
Anhang zu Urk. 6
, Urk. 20
,
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 263. Auflage, 2012,
Ber
lin/Boston, S. 1830 f., und
https://de.wikipedia.org/wiki/
Rotatorenmanschet
-
ten
ruptur
) – überzeugend dar, dass
der direkte Sturz auf die
(dabei nicht luxierte)
Schulter
vom 20. Oktober 2014
mechanisch nicht geeignet gewesen sei, die Ruptur der Sehnen der
Rotatorenmanschetten
zu bewirken (Urk. 9/6, Urk. 9/14).
Zudem
spricht auch die
Tatsache, dass sich die Beschwer
deführerin erst rund dreieinhalb Wochen nach dem Unfall in ärztliche Behand
lung
be
-
gab
(Urk. 9/4)
und
dass ihr
während der
knapp drei Monate
bis zur Operation vom 13.
Januar 2015 in der angestammten, die Schulter belastenden Tätigkeit als Verkäuferin in einer Bäckerei/Konditorei im Vollzeitpensum
von
kei
-
nem
Arzt – auch nicht von Dr.
A._
(vgl. Bericht vom 1. Dezember
2014 [Urk. 9/3] sowie Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom
2. Februar 2015 [Urk.
7/36
]
)
–
je eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde
(
vgl. auch Urk. 9/
4
)
,
gegen unmittelbar nach dem Sturz aufgetretene erhebliche Sch
m
erzen bezie
hungsweise Funktionsausfälle oder zumindest massive funktionelle Defizite. Insofern ist ohne
Weiteres
nachvollziehbar, dass
Dr.
Z._
– im Einklang mit der
entsprechenden medizinischen Literatur
–
die Unfallkausalität der
Sehnen
schädigung
au
ch wegen der
lange
n
Latenz
der Beschwerden verneinte.
Schliesslich weist die Beschwerdeführerin
gemäss den Ergebnissen der
MRI-Untersuchung vom
17. November 2014
erhebliche degenerative Veränderungen im Bereich der linken Schulter auf
(Urk. 9/2)
. Selbst wenn sich
die
Abnutzungs
erscheinungen
im Rahmen des operativen Eingriffs durch Dr.
A._
am 13. Januar 2015 als weniger gravierend präsentiert haben sollten als von den zuständigen Radiologen festgestellt
(Urk. 3/8)
,
ä
nderte dies
nichts daran, dass der seltene Fall einer traumatischen Ursache der
Rotatorenmanschettenruptur
unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
als äusserst unwahrscheinlich erscheint. Daran
vermögen
die gegenteiligen
Ausf
ührungen von Dr.
B._
(Urk. 9/4
, Urk. 9/9; zum Beweiswert von Hausarztberichten vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc) und von Dr.
A._
nichts
zu ändern
. Hinzuwei
sen ist in diesem Zusammen
hang darauf, dass Dr.
A._
die
Rotatoren
manschettenruptur
schon am 1. Dezember 2014, mithin
noch
vor der Operation vom 13. Januar 2015, ohne jegliche Begründung als sturzbedingt bezeichnet
hatte (Urk. 9/3; vgl. auch Bericht des genannten Arztes vom 12. März 2015 [Urk. 9/12])
.
Dies
dürft
e wohl – wie auch die Einschätzung von Dr.
B._
, wel
che auf nicht näher bezeichnete klinische Befunde anlässlich der (erst) am 14. November 2014 erfolgten erstmaligen Untersuchung der damals voll arbeitsfähigen und -tätigen Beschwerdeführerin
hinwies
(Urk. 9/9)
– in erster Linie mit zeitlichen Verhältnissen (Auftreten der Schulterbeschwerden erst nach dem Unfall) und damit einem unzulässigen
„
post
hoc ergo
propter
hoc“-Schluss, bei dem eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verur
sacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist; vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.4 mit Hinweisen), zu erklären sein.
Als Dr.
A._
die
Rotatorenmanschettenruptur
am 12. März 2015 „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ auf den Sturz vom 20. Oktober 2014 zurückführte, wies er denn auch lediglich auf die vor dem fraglichen Ereignis bestehende Einsatzfähigkeit und
Unauffälligkeit der linken Schulter hin, welche nach dem Sturz stark geschmerzt und
sich
nur noch schlecht
habe
heben lassen
(Urk. 9/12).
4.4
In Anbetracht der Tatsache, dass
Rotatorenmanschetten
rupturen
nur sehr selten traumatischer Natur sind und die konkreten Gegebenheiten
durchwegs
darauf schliessen lassen, dass die Schädigung der Sehnen an der linken Schulter bei der – im Unfallzeitpunkt 64jährigen – Beschwerdeführerin degenerativen Ursprungs ist,
ist die
Beschwerdegegnerin
zu Recht davon ausgegangen, dass der Unfall vom 20. Oktober 2014 lediglich eine vorübergehende und spätestens per 20. Dezember 2014 wieder behobene Verschlechterung des Gesundheitszu
stands zeitigte.
Dass weitere Abklärungen zu einem anderen Ergebnis führten
(Urk. 1 S. 2)
, ist nicht anzunehmen, weshalb davon abgesehen werden kann
(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Die
Leis
tungseinstellung
per
20
. Dezember 2014
ist d
emnach
nicht zu beanstanden.