Decision ID: 97c11aba-47f9-41be-8827-b9d11168d95e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1949, meldete sich am 2
8.
April 2012 zum Bezug von
Zusatzleistungen zur seit dem
1.
April
2012 vorbezogenen Altersrente an (ver
gleiche zum Sachverhalt im Folgenden: Urteil des
Sozialversicherungsge
richts
Z
L.2012.00093 vom 2
6.
Juni
2014,
Urk.
8/1). Die Gemeinde
Y._
,
Durch
füh
rungs
stelle
für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend
Durchführungs
stelle
)
,
er
mittelte einen Einnahmenüberschuss und wies das Gesuch mit Verfü
gung vom
1
3.
September 2012
und anschliessend mit
Einsprache
entscheid
vom 2
5.
Septem
ber 2012 ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
hiesige Gericht
mit Urteil ZL.2012.00093 vom 2
6.
Juni 2014 in dem Sinne gut, dass
es
de
n
Ein
spracheentscheid
vom 2
5.
September 2012 auf
hob und die Sache an die
Durch
führungsstelle
zu
rückwies, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und her
nach über den Anspruch
des Versicherten
auf Zusatzleistungen neu verfüge.
1.2
Gestützt
auf das Urteil vom 2
6.
Juni 2014 nahm die Durchführungsstelle wei
tere Abklärungen vor (
Urk.
8/4-6). Hernach
ermittelte sie erneut einen
Einnah
men
überschuss
und wies
das Gesuch
des Versicherten
mit Verfügung vom
7.
Januar 2015 ab (
Urk.
8/7).
Die dagegen
erhobene
Einsprache vom
1
5.
Januar 2015 (
Urk.
8/8)
wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom
1
6.
Juni 2015
ebenfalls
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
Juni 2015 Beschwerde (Urk. 1) mit dem sinngemässen Antrag, d
er angefochtene Entscheid sei i
m Sinne seiner Vorbrin
gen zu korrigieren und es seien ihm Zusatzleistungen zuzusprechen. In der
Be
schwerdeantwort
vom
4.
August 2015 schloss die Durchführungsstelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 6. Novem
ber 2015 mitgeteilt wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand des angefochtenen Entscheids vom 1
6.
Juni 20
15 (
Urk.
2) sind aufgrund
dessen Inhalt
s
und der
dem Entscheid
zugrunde liegenden
Berech
nungs
verfügung
vom
7.
Januar 2015 (
Urk.
8/7)
allfällige
Zusatzleistungen
des Beschwer
d
eführers
für die Zeit ab
1.
April bis
zum
3
1.
Dezember
201
2.
Auf die Frage nach einem all
fälligen Anspruch des Versicherten auf Zusatzleistungen
für die Zeit ab
1.
Januar 2013 ist daher mangels eines
Anfechtungsgegen
standes
nicht einzu
geh
en.
2.
2.1
In rechtlicher Hinsicht ist zur Vermeidung von Wiederholungen auf Erwägung 1
des Rückweisungsurteils ZL.2012.00093 vom 2
6.
Juni
2016 zu verweisen (
Urk.
8/1
E. 1).
Zu ergänzen ist, dass die Vorgaben in diesem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Rückweisungsurteil sowohl für die
Beschwerdegegne
rin
und den Beschwerdeführer als auch für das hiesige Gericht verbindlich sind (dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_472/2013 vom
2.
Dezember 2013, E. 4.4).
2.2
Verfügungen oder
Einspracheentscheide
über Ergänzungsleistungen entfalten nur
für
das betreffende
Kalenderjahr Rechtsbeständigkeit (BGE 125 V 39).
Ab
ge
sehen von einer
-
vorliegend nicht zur Diskussion stehenden
-
Korrektur feh
ler
ha
fter, bereits rechtskräftiger E
n
t
scheide (
dazu
Art.
53
Abs.
1 und 2 des Bun
des
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) ist eine
Änderung der jährlichen Ergänzungsleistung im Sinne einer Anpassung (Erhöh
ung, Herabsetzung oder Aufhebung) der Leistungen auch im Laufe des Kalen
derjahres
im Rahmen von
Art.
25 der Verordnung über
Ergänzungsleis
tungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) nur unter be
stimmen Voraussetzungen möglich
(bei einer Veränderung in den persönli
chen [
Abs.
1
lit
.
a] oder wirtschaftlichen Verhältnissen (
Abs.
1
lit
. b-d]). Diese Mög
lichkeit sowie
die Revision von Dauerleistungen
Art.
17
Abs.
2 ATSG
ergänzen die jährliche
Neuberech
nung
, ersetzen diese aber nicht (Urteile des Bundesge
richts 9C_
52/
2015 vom
3.
Juli 2015, E.
2.2.2,
und
8C_94/2007 vom 1
5.
April 2008,
E. 4.2).
3.
Der Beschwerdeführer
bringt in seiner Beschwerde verschiedene Einwände
vor gegen die Berechnung der Zusatzleistungen durch die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab
1.
April 201
2.
Auf diese
Vorbringen
ist in Erwägung 4
im Einzelnen einzugehen
.
Vorab
ist jedoch
darauf hinzuweisen, dass bei der Beurteilung
des
Leistungs
anspruchs
des Beschwerdeführers – wie in
Erwägung
2.1
dargelegt - die
ve
r
bind
lichen Vorgaben des
Rückwei
sungsurteils
vom 2
6.
Juni 2014
(
Urk.
8/1)
zu beachten
sind
.
In zeitlicher Hin
sicht erstreckt sich die
Verbindlichkeit
der Vor
ga
ben
des
Rückweisungsurteils
-
auf
grund des Anfechtungsgegenstandes im ur
sprüng
lichen Verfahren ZL.2012.00093 (
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Septem
ber 2012)
-
bis zu
m
2
5.
September 201
2.
Die Frage, ob
ein
hinreichender Anlass
dazu besteht,
für die
Zeit
ab 2
5.
September
2012 allfällige Anpassungen i
m Sinne
der Erwägung 2.2
vorzunehmen, wird
nachfolgend
ebenfalls zu prüfen sein.
4.
4
.1
4
.1.1
Für die vom Beschwerdeführer selbst bewohnte Liegenschaft berücksichtigte die Beschwerdegegnerin als Vermögensertrag
neu
einen Eigenmietwert von Fr. 17‘325.-
;
die
Frage, ob bei d
er Liegenschaft ein Geschäftsanteil auszu
schei
den sei,
verneinte
sie
(
Urk.
2)
. Dieses Vorgehen
kritisier
t
der Beschwerde
führer
.
4
.1.2
Zur Frage des Eigenmietwertes wurde in Erwägung 2.4.3 des
Rückweisungsur
teils
unter anderem Folgendes festgehalten: „Die Beschwerdegegnerin wird da
her von der Steuerbehörde eine Auskunft über die Berechnung des steuerlichen Eigenmietwertes des Jahres 2011 – und soweit vorhanden auch des Jahres 2012 – einzuholen haben.“ Zur allfälligen Ausscheidung eines Geschäftsanteils hielt das Gericht in Erwägung 2.4.3 fest: „Die Streitfrage, ob bei der Liegenschaft des Beschwerdeführers ein 60%iger Geschäftsanteil aus
zuscheiden ist, braucht im vorliegenden Verfahren nicht abschliessend beant
wortet zu werden. Denn die Beschwerdegegnerin erliess diesbezüglich einen Aktenentscheid, obwohl sie in der Beweisauflage vom
1
8.
Juli 2012 (.
.
.) keine entsprechende Sanktion (
Akten
entscheid
) nach Art. 43 Abs. 3 ATSG angedroht hatte. Bei dieser Akten
lage ist die Sache auch diesbezüglich an die
Beschwerde
gegnerin
zurück
zuwei
sen, damit sie vom Beschwerdeführer im Rahmen eines
rechtsgenüglichen
Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
(Art. 43 Abs. 3 ATSG) sub
stantiierte, detail
lierte und belegte Ausführungen über die geltend gemachte geschäftliche Nut
zung seiner Liegenschaft und deren Umfang im massgebenden Zeitraum ein
holt.“
4
.1.3
Di
ese verbindlichen Vorgaben
wurden von der Beschwerdegegnerin bei ihren Abklärungen nicht eingehalten. Zwar holte sie von der Steuerbehörde am
6.
Januar 2015 eine telefonische Auskunft ein (
Urk.
8/6). Dies
e
Auskunft betrifft jedoch die Frage nach dem Vermögenswert einer Liegenschaft, und nicht die
je
nige
nach dem
streitigen
Eigenmiet
wert.
Auch die
Beweisauflage
vom 2
7.
Novem
ber 2014 (
Urk.
8/4)
genügt den Vorgaben im Rückweisungsurteil
nicht
und stellt kein rechtskonformes Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG dar,
da keine Sanktion angedroht wurde.
Damit ist die Beschwerdegegnerin den Auflagen zur Ermittlung des
Eigenmiet
werts
einerseits und des geschäftlichen Anteils der Liegenschaft anderseits nicht nachgekommen, was sie nachzuholen hat. Erst wenn es sich als unmöglich erweist, vom Steueramt eine konkrete Auskunft zum Eigenmietwert der Liegen
schaft des Beschwerdeführers zu erhalten, kann die Beschwerdegegnerin - wie sie es getan hat - den Eigenmietwert auf 3,5 % des massgebenden Steuerwertes fest
setzen.
4
.2
4
.2.1
Beim Vermögen berücksichtigte die Beschwerdegegnerin ein
en
Fahrzeugwert von
Fr.
540.-
(
Urk.
8/7)
, wogegen der
Versicherte
ein
en
solchen
von
Fr.
324.-
geltend macht
.
4
.2.2
Im Rückweisungsurteil wurde diesbezüglich in Erwägung 2.2 festge
halten: „Dem
Beschwerdeführer ist insoweit zuzustimmen, als das anrechenbare Vermögen und damit auch der Wert des Fahrzeuges nach den Grundsätzen der Gesetz
gebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Vermö
gens im Wohnsitzkanton zu bewerten ist (Art. 17 Abs. 1 ELV). Nach § 39 des Zürcher Steuergesetzes ist das Vermögen zum Verkehrswert zu bewerten, wobei bei Motorfahrzeugen die Wertminderung pro Jahr praxisgemäss in der Regel 40 % des Restwertes beträgt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie den Wert des Fahrzeuges in diesem Sinne neu be
rechne.“
4
.2.3
Im angefochtenen Entscheid äussert sich die Beschwerdegegnerin nicht zu die
ser
F
rage. Die Ermittlung des Wertes von
Fr.
540.- ist daher n
icht nach
voll
zieh
bar.
D
ie Beschwerdegegnerin
wird auch diesbezüglich
im Sinne der Vorgaben im Rückweisung
s
urteil vorzugehen und
ihre Berechnung
nachvollziehbar zu be
gründen haben.
4
.3
4
.3.1
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, bei der Berechnung der Zusatz
leistungen
seien
Darl
ehensschulden von
Fr.
75‘000.- und
übrige Schulden von
Fr.
28‘143.30
zu berücksichtigen
(
Urk.
1
).
4.3.2
Gemäss den eigenen Vorbringen des
Beschwerdeführers
handelt es sich beim Betrag von
Fr.
75‘000.- um per Ende 2011 bestandene Geschäftsschulden (
Steu
ererklärung 2011,
Urk.
3/3)
; bezüglich de
s Betrags
von
Fr.
28‘143.30
legte er
eine
Liste
von
Schulden
betreffend den
Zeitraum
von Januar
bis
Mai
2012
be
i
(
Urk.
8/8).
4.3.3
Die Frage, welche Schulden
im massgebenden
Zeitraum
von
Ende 2011 bis Mai 2012 zu berücksichtigen sind, wurde
im Rückweisungsurteil abschliessend beur
teilt (
Urk.
8/1 E. 2.5).
Es besteht kein Anlass
von der ursprünglichen Berech
nung
abzuweichen und die
neu erwähnten Schulden (E. 4.3.1) zu
berücksichtigen
.
4.4
Auch die neu geltend gemachten
geschäftlich
e
n
Aufwände und Verluste,
auch in Form von als Selbständi
gerwerbender geleisteten Sozialversicherungs
bei
trä
gen (
Urk.
8/5/1),
wurden bei
der ursprünglichen
Prüfung des
Zusatzleistungsan
spruchs
nicht
berücksichtigt (
Urk.
7/5). Für die Zeit bis
zum 2
5.
September 2012
gilt das oben
G
esagte.
Mangels Berücksichtigung eines Erwerbseinkommens
bei der
neuen
Berechnung (
Urk.
8/7)
besteht von vorneherein
kein Raum für
eine
Berücksichtigung
von
g
eschäftlichen
Aufwände
n
oder Verluste
n
(
Art.
10
Abs.
3
lit
. a des Bundesgesetzes über die
Ergänzungsleistun
gen
zur Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenversicherung, ELG;
Art.
11a ELV).
4.5
In Übereinstimmung
mit
der Auffassung der Beschwerdegegnerin sind die
Krank
heits
- und Behinderungskosten nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids
(
Urk.
2). Auf den (sinngemässen)
Antrag des
Beschwerdeführers, wo
nach bei der Berechnung solche zu berücksichtigen seien, ist daher nicht einzu
treten
.
4.6
Hinsichtlich des
Einwand
s
des Versicherten,
in Abweichung von der ursprüngli
chen Berechnung (
Urk.
7/5)
seien
jährlich
e
Hypothekarzinsen von
Fr.
6‘657
.- statt von
Fr.
3‘557.-
zu berücksichtigen
,
und
bezüglich der von der
Beschwerde
gegnerin
neu vorgenommene
n
Mietzinsauftei
lung
(
Urk.
2,
Urk.
8/7)
ist für die
Zeit
bis zum 2
5.
September 2012 den verbindlichen Vorgaben des
Rückwei
sungs
urteils
zu verweisen
(
Urk.
8/1 E. 2.5;
Urk.
7/5).
O
b
die
vom Versicherten neu geltend ge
machten Hypothe
karzinsen von jährlich
Fr.
6‘657
.-
und die
von der
Be
sc
hwerdegegnerin
neu vorgenommene
Mietzins
aufteilung
in der Zeit nach dem 2
5.
September 2012 eine relevante Änderung im Sinne
von Art. 25 ELV oder Art. 17 Abs. 2 ATSG darstellen,
wird die
Be
schwerde
gegnerin
zu prüfen und gegebenenfalls
zu berücksichtigen
haben.
5.
Die
Beschwerdegegnerin, an welche die Sache zurückzuweisen ist,
wird daher im Sinne der obigen Erwägungen
respektive der verbindlichen Vorgaben des Rückweisungsurteils vom 2
6.
Juni 2014
zu verfahren und hernach über den An
spruch
des Beschwerdeführers
auf Zusatzleistungen für die Zeit ab
1.
April 2012 neu zu verfügen haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit auf
sie
einzu
treten ist.