Decision ID: 5f339285-bb4a-4576-95dd-06d830dfdea9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1957 geborene
X._
besuchte während neun Jahren die Sonderschule und verfügt über keinen beruflichen Abschluss. Er
war zuletzt als Lastwagenc
hauffeur erwerbstätig
,
bis er diese Tätigkeit infolge Rückenbe
schwerden im Juli 1995 aufgeben musste. In diesem Zusammenhang meldete sich der Versicherte am 1
9.
September 1995 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/2).
Mit Verfügung vom 2
2.
September 1995 wies diese das Rentenbegehren ab (
Urk.
8/14).
Aufgrund
ei
ner Verschlimmerung der Rückenbeschwerden sowie Problemen bei der berufli
chen Integration meldete sich der Versicherte am 2
2.
Januar 1997 erneut bei der nunmehr zuständigen IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/21). Mit Verfü
gung vom
1.
April 1997 wies diese das Leistungsbegehren erneut ab (
Urk.
8/34). Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
8.
Juni 1999 ab (
Urk.
8/40
; Prozess IV.1997.00259
).
1.2
Mit Schreiben vom
8.
August 2000 beantragte das Sozialamt der Stadt
Y._
die wiedererwägungsweise Neuprüfung des Umschulungs- und Rentenan
spruchs (
Urk.
8/42). In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten rheumato
logisch begutachten (Gutachten der Rheumaklinik und Instit
ut für Physikalische Medizin des
Z._
vom 2
5.
Januar 2001,
Urk.
8/54)
und sprach ihm mit Verfü
gung vom 2
5.
Juni 2001 und Wirkung ab
1.
August 2000 eine ganze Rente zu (
Urk.
8/62). Die im April 2002, Juli 2004 sowie August 2008 durchgeführten re
visionsweisen Überprüfungen des Rentenanspruchs ergaben keine rentenbeein
flussende Veränderung (Mitteilung vom 2
9.
Mai 2002,
Urk.
8/71; Mitteilung vom 1
2.
August 2004,
Urk.
8/77; Mitteilung vom 1
5.
September 2008,
Urk.
8/84).
1.3
Im Oktober 2012 wurde erneut eine Rentenrevi
sion in die Wege geleitet (Urk.
8/95). In diesem Zusammenhang liess die IV-Stelle den Versicherten rheumatologisch
b
egutachten (Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkra
nkungen, vom
8.
Mai 2013; Urk.
8/109).
Mit Vorbescheid vom
2.
Juli 2013 stellte die IV-Stelle die Herabset
zung der bisherigen ganzen auf eine Viertelsrente in Aussicht (
Urk.
8/117). Mit Mitteilung vom
4.
Dezember 2013 wurde dem Versicherten per 2014 Beratung und Begleitung bei der Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt gewährt (
Urk.
8/130,
Urk.
8/133 S. 2). Eine Verlängerung der Massnahme für das Jahr 2015 erfolgte mit Mitteilung vom 1
4.
Januar 2015 (
Urk.
8/151). Weiter wurde mit Mitteilung vom
7.
Juli 2015 die Beratung und Unterstützung bei der Stel
lensuche
zugesagt (
Urk.
8/158). Am
8.
Oktober 2015 wurde die Arbeitsvermitt
lung beendet (Abschlussbericht vom
9.
Oktober 2015,
Urk.
8/166). Mit Verfü
gung vom 2
3.
August 2016 reduzierte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Wirkung ab
1.
Oktober 2016 auf eine Viertelsrente (
Urk.
8/179 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die V
ertreterin des Versicherten am 2
3.
September 2016 Be
schwerde und beantragte, es
sei dem Beschwerdeführer weiterhin die bisherige ganze Rente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2016 beantragte die Beschwerde
-
gegne
rin
unter Hinweis auf die Akten Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
4.
November 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
Mit Schreiben vom 1
9.
Mai 2017 reichte die Vertreterin des Beschwerdeführers ergänzende medizinische Unterlagen ein (
Urk.
10 f.); die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf eine Stellungnahme (
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Renten
-
verfü
gung
nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungs
-
verfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hin
weisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gege
benenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche
Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Be
deutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass gestützt auf die Schlussbestimmungen der Änderung
des IVG
vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
) eine Rente auch dann herabge
setzt werden könne, wenn die Voraussetzungen von
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt seien. Die Abklärungen hätten ergeben, dass für eine angepasste Tätigkeit nie eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Aufgrund der objektiven Befunde in der Zeit zwischen 2000 und 2009 sei von einer Verbesserung auszu
gehen. Aktuell ergebe sich in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit, was unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25
%
neu zu einem Invaliditätsgrad von 40
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass
Dr.
A._
eine massgebende Verbesserung des Gesundheitszu
standes weder klinisch noch radiologisch nachzuweisen vermöge. Es handle sich vielmehr um eine andere Interpretation eines gleichen Befundes. Schliesslich sei eine Rentenherabsetzung auch in Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwer
deführer 59jährig sei, seit mehr als 15 Jahren eine Rente beziehe und sich die Eingliederungsmassnahmen trotz motiviertem Engagement nicht als erfolgreich erwiesen hätten, nicht zulässig (
Urk.
1 S. 5 ff.).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
Juni 2001 mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
August 2000 eine ganze Rente zugesprochen wurde (
Urk.
8/62). In medizinischer Hinsicht stützte sich die genannte Verfügung im Wesentlichen auf
das
Z._
-Gutachten vom 2
5.
Januar 2001 (
Urk.
8/54). Die dafür verantwort
lichen Fachärzte diagnostizierten dannzumal ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links mit/bei medio-lateraler Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nerven
wurzel S1 links sowie einen
“
Verdacht
“
auf beginnendes,
chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit Hyposensibilität und Kraftminderung am gesamten linken Bein. Der Beschwerdeführer sei momentan für jede Tätigkeit zu 100
%
arbeits
unfähig. Nach Ausschöpfen aller therapeutischer Möglichkeiten
müsse die Ar
beitsfähigkeit neu beurteilt werden. Der Gesundheitszustand lasse momentan auch keine Umschulung zu (
Urk.
7/54 S. 5 ff.).
3.
3.1
Dr.
A._
ging in ihrem Gutachten vom
8.
Mai 2013
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
von den folgenden Diagnosen aus
(
Urk.
8/109/40)
:
-
Lumbospondylogenes
Syndrom links bei
-
Breitbasiger
linksbetonter Bandscheiben-Vorwölbung L5/S1 mit Kon
takt zur Wurzeltasche ohne Impression und ohne Dislokation (MRI 04/2013) und Besserung des bildgebe
nden Befundes (MRI 11/2000 zeigt
eine kleine paramediane linksseitige Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur N
erv
enwurzel S1 links mit leichter dorsaler Dislokation während im MRI 01/2009 und MRI 04/2013
k
eine dorsale Dislokation der Nervenwurzel S 1 links
mehr vorhanden ist)
-
Keine vermehrte
szintig
raphische
Aktivität (04/2013) im
Bereich der ganzen Wirbelsäule
-
Ohne
radikuläre
Zeichen
-
Intermittierende Schulterschmerzen rechts mit
-
Linsenförmiger Verkalkung im
Subacromialraum
in Projekt
i
on auf die
Supraspinatus
-Sehne und geringer
Omarthrose
(Röntgen 04/2013)
-
Ohne Aktivierung und keine vermehrte
szintigraphische
Aktivität (04/2013)
-
Mit normaler Beweglichkeit des rechten Schultergelenkes und
-
Symmetrischen Vorderarm
umfängen rechts gegenüber links
bei Rechts
dominanz
.
Der bildgebende Befund habe sich verglichen mit dem MRI 11/2000 gebessert. Bereits anlässlich der Untersuchung 01/2009 habe keine Dislokation der Ner
venwurzel mehr bestanden (
Urk.
8/109/41).
In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig, wobei in einer solchen Tätigkeit nie eine langfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Nicht adaptierte Tätig
keiten könne der Beschwerdeführer ab
1.
August 2000 (Beginn der Rente) nicht mehr aus
üben
(
Urk.
8/109/44).
3.2
Die für den neuropsychologischen Bericht der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 1
3.
April 2017 verantwortlichen Fachärzte
hielten fest, dass sich bei der Untersuchung neben feinmotorischen Schwierigkeiten auch sprachliche Auffäl
ligkeiten zusammen mit einer mittelschwer verminderten verbalen Merkspanne gezeigt hätten. Im Bereich der kognitiven Frontalhirnfunktionen zeige sich eine leicht verminderte Impulskontrolle und ein deutlich unterdurchschnittliches Abstraktionsvermögen. Es liege – wahrscheinlich im Zusammenhang damit – eine leichte konstruktiv-praktische Störung vor. Alle weiteren geprüften Hirn
funktionen seien intakt. Diese Befunde würden sich mit den Angaben des Be
schwerdeführers zu seinen kognitiven Fähigkeiten beziehungsweise Einschrän
kungen zu Schulzeiten decken. Aus neuropsycholog
is
cher Sicht würden sie es als nicht zielführend erachten, bei diesem Patienten eine berufliche Wiederein
gliederung zu versuchen; vielmehr sei eine leichte Tätigkeit mit nicht allzu ho
hen kognitiven Anforderungen im geschützten Betrieb, auch im Sinne einer
ta
gesstrukturbildenden Massnahme, sinnvoller (
Urk.
11 S. 3).
4.
4.1
Soweit die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Begründung der angefochtenen Verfügung auf die Schlussbestimmungen der Änderung
des IVG
vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
)
hinweist, ist anzumerken, dass diese Bestimmung lediglich bei
„
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndro
malen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
“
anzuwen
den wäre. Der Beschwerdeführer leidet demgegenüber seit jeher
an lumbalen Rückenbeschwerden mit bild
gebend nachweisbarem organischem
Korrelat, so dass eine Anwendung der genannten Schlussbestimmung bereits aus diagnos
tischen Überlegungen ausser Betracht fällt.
4.2
Insoweit die Beschwerdegegnerin ausführt, dass für eine angepasste Tätigkeit nie eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bestanden ha
be
, käme allenfalls eine wiedererwägungsweise Aufhebung des seit Jahren bestehenden Rentenan
spruchs in Frage. Die ursprüngliche
Leistungszusprache
müsste dabei qualifi
ziert, nämlich zweifellos unrichtig sein.
Die gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom 2
5.
Januar 2001 erfolgte
Leistungszusprache
ist aber nicht zu bemängeln
;
insbesondere wurde sie von der Beschwerdegegnerin zur Prüfung der versiche
rungsrechtlich relevanten Fragen in Auftrag gegeben und setzt sich auch mit den massgebenden
Vorakten
auseinander. Auch wenn dem Beschwerdeführer dannzumal noch Therapiepotential attestiert wurde, gingen die zuständigen Fachärzte dennoch ausdrücklich auch in einer angepassten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus (
Urk.
8/54 S. 7). Vor diesem Hintergrund fällt die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit im Rahmen der ursprüngli
chen
Leistungszusprache
ausser Betracht.
4.3
Zuletzt bleibt
die
revisionsweise Aufhebung der laufenden Rente zu prüfen.
An
lass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen.
Bei einer
Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse
ist dabei insbesondere von Belang, wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkt. Auch wenn
Dr.
A._
von einer Verbesserung des bildgebenden Befundes ab der Untersuchung im Januar 2009 ausgeht, kann gestützt darauf
keine
wesentliche Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes
begründet
wer
den. Aus
ihrer
Aussage, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätig
keit nie langfristig arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
8/109/44), muss vielmehr geschlossen werden, dass sich der bildgebende Unterschied gerade nicht mass
gebend auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat.
Die Einschätzung von
Dr.
A._
stellt demnach lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts dar, welche aus revisionsrechtlicher Sicht unbeachtlich ist.
4.4
Selbst
wenn man gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
per Januar 2009 von einer wesentlichen Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes ausgehen würde, liesse sich dennoch
nicht ohne weiteres
eine Reduktion der
bisherigen ganzen Rente begründen. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Beschwer
deführers sowie des langjährigen Rentenbezugs wäre diesfalls die Verwertbar
keit der Restleistungsfähigkeit zu prüfen.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich
ein
invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auch in einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt würde. Der Einfluss des Lebensal
ters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den kon
kreten Umständen ab. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten verblei
benden Aktivitätsdauer sodann namentlich an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch an die Persön
lichkeitsstruktur, an vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, die Ausbildung, den beruflichen Werdegang oder an die Möglichkeit, Berufserfa
hrung anzuwen
den (Urteil des Bundesgerichts
9C_427/2010
vom
1
4.
Juli 2010 E. 2.4 mit Hin
weisen).
Der Beschwerdeführer
stand im massgebenden Zeitpunkt (vgl. BGE 138 V 457) in vorgerücktem Alter und bezog bereits seit
Jahren eine ganze Rente der Inva
lidenversicherung. Entsprechend der langen Abstinenz vom ersten Arbeitsmarkt unterstützte die IV-Stelle den Beschwerdeführer bei der Wiedereingliederung während rund zwei Jahren.
Der abschliessenden Stellungnahme der Eingliede
rungsberatung der IV-Stelle vom 2
8.
Oktober 2015 ist dabei zu entnehmen, dass bis heute davon ausgegangen worden sei, dass der Beschwerdeführer über die
notwendigen Ressourcen verfüge, um den Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu bewältigen. Leider sei anlässlich des Probeeinsatzes, welcher über
Ingeus
orga
nisiert worden sei, das Gegenteil belegt worden. Die Eingliederungsberatung habe ihre Bedenken, ob eine Integration in den Arbeitsmarkt realistisch sei (
Urk.
8/168 S. 3). Das Scheitern der Eingliederung
erscheint
dabei
auch im
Zu
sammenhang mit
den kognitiven Fähigkeit
zu stehen. So war der Beschwerde
führer auf Sonderschulung angewiesen und konnte keine berufliche Ausbildung abschliessen. Weiter ist bereits dem Assessmentbericht vom 2
6.
Februar 2014 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer kognitiv nicht in der Lage
ist
, seine Si
tuation wirklich zu durchschauen (
Urk.
8/140). Die kognitiven Probleme konn
ten auch anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung vom 1
3.
April 2017 bestätigt werden
; dies
bei guter Mitarbeit des Patienten. Auch seitens der untersuchenden Fachärzte wird
dabei
von einer beruflichen Wiedereingliede
rung abgeraten (
Urk.
11 S. 3). Angesichts
der beschränkten verbleibenden
Akti
vitätsdauer, der seitens der IV-Stelle
erfolglos
durchgeführten umfangreichen
Eingliederungsbemühungen sowie der im Hinblick auf
den absehbaren
Umstel
lungs
- und Einarbeitungsaufwand
dürftigen Ressourcen des Beschwerdeführers wäre selbst unter Annahme einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Arbeits
fähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten könnte. Auch in diesem Fall wäre demnach
der
Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen.
4.5
Zusammenfassend führt dies in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie zur Feststellung, dass der Beschwerdeführer auch
für die Zeit ab
1.
Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwieri
gkeit des Prozesses auf
Fr.
2'0
00.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.