Decision ID: b5bf6859-c02d-48c5-a8a8-08a26ba39cb0
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2003 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, dass er keinen Beruf erlernt habe. In
den letzten drei Jahren sei er als Hilfsarbeiter tätig gewesen. Wegen eines
Rückenleidens sei er seit dem 2. September 2002 arbeitsunfähig.
A.b Der Hausarzt Dr. med. B._ erklärte am 4. Juli 2003 (IV-act. 12), dass der
Versicherte an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom leide. In der bisherigen
Tätigkeit als Mitarbeiter in der Metallverarbeitung sei er ab dem 23. September 2002
durchgehend zwischen 50 und 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 5. Februar
2003 sei ihm die bisherige Tätigkeit gar nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten
Tätigkeit bestehe eine 60-70 %ige Arbeitsfähigkeit. Die C._ AG berichtete am 17. Juli
2003 (IV-act. 14), dass sie den Versicherten vom 1. November 2000 bis 30. Juni 2003
als Mitarbeiter Blechbearbeitung beschäftigt habe. Der letzte effektive Arbeitstag sei
der 1. September 2002 gewesen. Der Monatslohn habe ab dem 1. Januar 2002 Fr.
4'270.-- betragen (plus 13. Monatslohn). Gemäss dem IK-Auszug hatte der Versicherte
im Jahr 2001 ein Erwerbseinkommen von Fr. 57'446.-- erzielt (IV-act. 13). Mit
Verfügung vom 8. Januar 2004 (IV-act. 29) wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei
einem IV-Grad von 37 % ab. Zur Begründung führte sie an, dass in einer adaptierten
Tätigkeit eine 65 %ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Nachdem der Versicherte gegen diese
Verfügung Einsprache erheben liess (IV-act. 50), ordnete die IV-Stelle eine medizinische
Begutachtung an (IV-act. 75).
A.c Im März 2005 wurde der Versicherte durch die ABI Aerztliche
Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) polydisziplinär (allgemein-internistisch,
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orthopädisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 14. April 2005, IV-act.
99). Die Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik
(ICD-10: M54.5)
- beginnende degenerative Veränderungen der unteren LWS (M47.87)
• chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (M53.0)
- Status nach Verkehrsunfall am 14. Januar 2002 mit möglichem HWS-
Distorsionstrauma
- Asthma bronchiale, anamnestisch Allergie auf Acetylsalicylsäure.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Angst und depressive
Störung, gemischt (F41.2), und eine Entwicklung körperlicher Symptome aus
psychischen Gründen (F68.0) angegeben. Die Gutachter erklärten, dass der Versicherte
wegen einer verminderten körperlichen Belastbarkeit und wegen des Asthmas in seiner
angestammten Tätigkeit in der metallverarbeitenden Industrie sowie auch in anderen,
körperlich schweren Tätigkeiten seit September 2002 voll arbeitsunfähig sei. In
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten mit nur intermittierend schweren
Anteilen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Versicherte trotz anamnestisch angegebener leichter Ängste und Depressionen voll
arbeitsfähig. Mit Verfügung vom 6. Juni 2005 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei
einem IV-Grad von 3 % ab. Auch gegen diese Verfügung liess der Versicherte
Einsprache erheben (IV-act. 111).
A.d Die Klinik Valens informierte die IV-Stelle am 11. Oktober 2005 (IV-act. 160) über
eine vom 20. September bis 11. Oktober 2005 dauernde stationäre Behandlung. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit dem 12. Oktober 2005 eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit. Dr. med. D._, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
berichtete am 25. Oktober 2005 (IV-act. 159), dass sie den Versicherten vom 17.
November 2004 bis 19. September 2005 behandelt habe. Er leide an einer
Anpassungsstörung und an einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen
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Gründen, wobei beide Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Sie
schliesse sich den Schlussfolgerungen des ABI vollumfänglich an. Dem angeforderten
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 18. Oktober 2005 (IV-act. 186) waren unter
anderem die folgenden Diagnosen zu entnehmen: Somatoforme Schmerzstörung bei
chronischem zervikozephalem und lumbo¬spondylogenem Schmerzsyndrom links,
Abwesenheitszustände im Rahmen einer Konversionsstörung (Neurologie KSSG 6/05),
angstbetonte, mittelgradig ausgeprägte Depression, Klaustrophobie und COPD.
A.e Im April 2006 wurde der Versicherte vom ABI erneut polydisziplinär (allgemein-
internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 9. Mai 2006,
IV-act. 194). Die Gutachter erklärten, dass im Vergleich zur ersten Begutachtung keine
neue Befundsituation bestehe. Aus polydisziplinärer Sicht seien dem Versicherten
körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten weiterhin uneingeschränkt
zumutbar. Die Gutachter wiesen ausserdem darauf hin, dass die von der Klinik Valens
geäusserten Diagnosen einer Konversionsstörung, einer mittelgradig ausgeprägten
Depression sowie einer somatoformen Schmerzstörung nicht nachvollzogen werden
könnten. Die Klinikärzte hätten zudem nicht erklärt, weshalb sie lediglich eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % als zumutbar erachteten.
A.f Die HNO-Klinik des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) berichtete am 28. Juni 2006
(IV-act. 206), dass der Verdacht eines Morbus Menière, am ehesten auf der linken
Seite, bestehe. Der Versicherte habe angegeben, seit dem Auffahrunfall ca. 2-3 Mal pro
Tag unter Schwindelbeschwerden zu leiden. Der Schwindel trete plötzlich auf. Es
handle sich am ehesten um einen Drehschwindel. Gelegentlich werde dem
Versicherten auch Schwarz vor den Augen. Die pancochleäre, im Tieftonbereich
akzentuierte Hörminderung links und der am 16. Juni 2006 objektivierte
Spontannystagmus nach rechts würden zu einem Morbus Menière passen. In der
Computernystagmographie habe sich bei einem beidseitig herabgesetzten
Erregbarkeitsniveau eine bessere Erregbarkeit linksseitig gezeigt.
A.g Mit Vorbescheid vom 12. Juli 2006 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Rentengesuchs an (IV-act. 204). Dagegen liess der Versicherte einen
Einwand erheben (IV-act. 207). Im Austrittsbericht vom 14. August 2006 über einen sta-
tionären Aufenthalt vom 7. bis 9. August 2006 (IV-act. 211-4 f.) gab die HNO-Klinik des
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KSSG an, dass es am 7. August 2006 erneut zu einem starken Drehschwindel, einer
Hörminderung und einem Tinnitus links gekommen sei. Unter der Therapie nach
Stennert-Schema und Betaserc habe der Versicherte eine rasche Regredienz des
Schwindels und eine gute Besserung des Allgemeinbefindens gezeigt. Am 23.
November 2006 berichtete die HNO-Klinik des KSSG über eine erneute Hospitalisation
vom 6. bis 10. November 2006 (IV-act. 220). Als Diagnose gaben die Ärzte einen
Morbus Menière links an. Sie erklärten ausserdem, dass es nach Beginn mit der
Infusionstherapie und Antivertiginosa zu einer raschen Besserung gekommen sei. Eine
erneute Kalorik habe wiederum keinen Spontannystagmus und keinen
Provokationsnystagmus gezeigt und die vestibulospinalen Reflexe seien bland
gewesen. Dieselbe Klinik berichtete am 12. Januar 2007 (IV-act. 225), dass der Morbus
Menière beim Versicherten mit einem immer wieder auftretenden Drehschwindel und
einem zunehmenden Hörverlust des linken Ohres einhergehe. Der Hörverlust werde
erfahrungsgemäss nach einer gewissen Zeit in einer Taubheit enden. Seit Juni (2006)
bis dato hätten sich drei Schwindelanfälle gezeigt, die jeweils 2-3 Wochen angedauert
hätten. Eine Gentamycintherapie würde die Arbeitsfähigkeit voraussichtlich verbessern.
A.h Im Juni 2007 wurde der Versicherte durch das ABI ergänzend
otorhinolaryngologisch untersucht (Gutachten vom 5. Juli 2007, IV-act. 236). Dr. med.
E._ gab als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine vestibulo-cochleäre
Funktionsstörung links im Sinne eines Morbus Menière links an. Er erklärte, dass der
Versicherte anamnestisch seit Juni 2006 ca. drei bis fünf Drehschwindelattacken
erlitten habe. Die Schwindelbeschwerden hätten jeweils drei bis vier Stunden gedauert.
Die Drehschwindelepisoden seien teilweise von einer Hörverschlechterung und einem
Tinnitus begleitet worden. Dr. E._ gab weiter an, dass er keine pathologischen
Nystagmen habe objektivieren können. Es habe sich eine symmetrische kalorische
Reaktion mit diskretem Überwiegen der linksseitigen labyrinthären Reaktion gezeigt,
wobei der CP-Wert in der Norm gelegen habe. Die Anamnese spreche trotzdem für das
Vorliegen eines Morbus Menière. In otoneurologischer Hinsicht bestehe sowohl eine
qualitativ als auch quantitativ verminderte Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten
Tätigkeit bestehe zum jetzigen Zeitpunkt eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit.
A.i Dr. med. F._ berichtete am 28. September 2007 (IV-act. 244), dass er im Zentrum
G._ ein funktionelles MRI der LWS im Sitzen habe anfertigen lassen. Die linksseitigen
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Beinschmerzen könnten wohl durch den ausgeprägt engen Spinalkanal auf der Höhe
L4/L5 beidseits erklärt werden. Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, berichtete am 8./9. Februar 2008 (IV-act. 252), dass der Versicherte an
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit Impulsdurchbrüchen vor dem
Hintergrund einer Verarbeitungsstörung bei somatischen Problemen sowie familiären
und persönlichen Konflikten leide. Als Differentialdiagnose gab er eine
posttraumatische Belastungsstörung an. Der Versicherte sei wegen des
Schmerzgeschehens, des Kraftmangels sowie motivational nicht mehr in der Lage, eine
Erwerbstätigkeit auszuüben.
A.j Mit Verfügung vom 14. November 2008 (IV-act. 277) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 40 % ab dem 1. Juni 2007 eine Viertelsrente zu.
Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit
Entscheid vom 9. Juni 2009 (IV 2009/4) teilweise gut und wies die Sache zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurück (IV-act. 294). Das Gericht erwog, dass
sich anhand der Aktenlage nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad beurteilen lasse,
ob sich die Rückensituation einschränkend auf dessen Arbeitsfähigkeit auswirke.
Während die HNO-Klinik des KSSG erklärt habe, dass die bisherigen Schwindelanfälle
zwei bis drei Wochen gedauert hätten, sei Dr. E._ von drei bis vier Stunden
dauernden Drehschwindelattacken ausgegangen. Zudem habe der Versicherte bereits
bei der ersten ABI-Begutachtung über Schwindel, Übelkeit, Brechreiz und
Schwarzsehen berichtet. Anhand der aktuellen Aktenlage könne auch nicht
entschieden werden, ob die psychiatrische Beurteilung der ABI-Gutachter zutreffender
sei als jene von Dr. H._. Dr. H._ berichtete am 18. Juli 2009 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 305). Dr. F._ bezeichnete den Gesundheitszustand am
6. August 2009 ebenfalls als unverändert (IV-act. 307).
A.k Im September 2009 wurde der Versicherte durch die Medas Zentralschweiz
polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 22. Dezember 2009, IV-act. 317). Der
Versicherte machte anlässlich der Untersuchung geltend, unter tendenziell
progredienten Dauerschmerzen im unteren Rücken und linken Bein mit distaler
Begrenzung oberhalb des Aussenknöchels zu leiden. Des Weiteren habe er
Dauerschmerzen in der oberen Brustwirbelsäule. An fünf bis sechs Tagen pro Woche
träten streng rechtsseitige Kopfschmerzen auf. Einmal täglich bis alle drei Tage erleide
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er eine Drehschwindelattacke, die Sekunden bis Stunden andauere. Er habe Angst vor
Stürzen und in engen Räumen habe er Platzangst. Dr. med. I._, Rheumatologie FMH,
stellte fest, dass fast alle neuro¬radiologischen Untersuchungen einen normal weiten
Spinalkanal, keine sicheren Anzeichen für eine Neurokompression, aber leichte
Dehydratationen der Bandscheiben L4/5 und L5/S1 mit dorsalen Protrusionen gezeigt
hätten. Lediglich das funktionelle MRI von Dr. med. J._ falle aus dem Rahmen. Dieser
habe angeblich eine hochgradige birezessale Enge L4/5, dies im Stand ausgeprägter
als im Sitzen oder gar im Liegen, festgestellt und eine Bedrängung der Wurzel L4
rechts durch eine intraforaminale Diskushernie postuliert. Das funktionelle MRT habe
sich im klinischen Kontext noch nicht als Routinediagnostikum durchgesetzt, sodass
dessen Aussagekraft unklar sei. Bei der aktuellen rheumatologischen Untersuchung
hätten sich erneut verschiedene Inkonsistenzen gefunden. Die aktuellen
rheumatologischen Diagnosen seien denjenigen von Ende 2002 und des Jahres 2004
sehr ähnlich. Namentlich leide der Versicherte an einem chronischen
lumbospondylogenen und an einem chronischen zervikospondylogenen
Schmerzsyndrom links bei den bekannten degenerativen Wirbelsäulenveränderungen,
lumbal zusätzlich begleitet von der lumbosakralen Übergangsanomalie mit
Hemisakralisation von LWK5 links. Analog zur Beurteilung des Orthopäden Dr. K._
vom April 2006 sei dem Versicherten eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
mit nur intermittierend schweren Anteilen uneingeschränkt zumutbar. In seiner
angestammten Tätigkeit sei er mangels Wechselbelastung voll arbeitsunfähig. Dr. med.
L._, Fachärztin FMH für HNO, erklärte, dass sie bei der aktuellen Untersuchung
keinen Hinweis auf eine zentrale oder peripher-vestibuläre Funktionsstörung gefunden
habe. Gegen die Diagnose eines Morbus Menière spreche, dass bereits anlässlich der
ersten Schwindelattacke im Jahr 2006 eine ausgeprägte Hörminderung links
aufgefallen sei und dass ein Tinnitus links fehle. Hinzu komme, dass bisher nie eine
peripher-vestibuläre Funktionsstörung links gemessen worden sei. Bei einem Morbus
Menière wäre zudem zu erwarten gewesen, dass heute, nach einer längeren Anamnese
mit häufigen Schwindelepisoden und Innenohrstörungen, auch im anfallsfreien Intervall
eine vestibuläre Unterfunktion links hätte objektiviert werden können. Mit grösster
Wahrscheinlichkeit leide der Versicherte daher an einer rezidivierenden, passageren,
peripher-vestibulären Funktionsstörung unklarer Genese. Bei früheren Untersuchungen
sei nie eine kalorische Prüfung des Vestibularapparates durchgeführt worden. Zudem
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sei offenbar gar nicht jeder akute Schwindelanfall mit einer vestibulären Störung
einhergegangen, da mehrmals gar kein Nystagmus habe objektiviert werden können.
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit betrage aufgrund der
Verletzungsgefahr und der Gefahr von Schaden an Material und Maschine bei
plötzlichem Schwindel 0 %. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte voll
arbeitsfähig. Dr. med. M._, FMH Innere Medizin, speziell Lungenkrankheiten, stellte
eine schwere, akut nicht reversible Obstruktion fest. In einer körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten schätzte er die Arbeitsfähigkeit auf 100 %. Dr. med. N._,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gab als Diagnosen eine Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen und eine ängstlich-depressive
Anpassungsstörung, deren Intensität und Ausprägungsgrad einer leichten depressiven
Episode entspreche, an. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung habe er nicht
diagnostizieren können, da der Versicherte sich bei der Untersuchung nicht mit einem
vorherrschenden, andauernden, schweren und quälenden Schmerz präsentiert habe.
Auch dissoziative Phänomene hätten nicht beobachtet werden können. Die
Anpassungsstörung schränke den Versicherten in seinen kognitiven Fähigkeiten nicht
ein, dieser habe aber psychisch vermindert belastbar und vermehrt aggressiv gewirkt.
Die Anpassungsstörung könne durch das ausgeprägte Krankheitsgefühl sowie die
dysfunktionale Krankheitsüberzeugung nicht erklärt werden. Das Antidepressivum sei
lediglich im subtherapeutischen Bereich nachweisbar gewesen. Aus psychiatrischer
Sicht sei der Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. In
polydisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als "Mitarbeiter Blechbearbeitung" auf 0 %. In einer adaptierten
Tätigkeit bestehe seit Mai 2003 (Bericht über die EFL) eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit.
Die in qualitativer Hinsicht bestehenden Einschränkungen wegen der Störung des
Gleichgewichtsorgans bestünden seit dem 23. Juni 2006. RAD-Arzt Dr. med. O._
notierte am 4. Januar 2010, die Medas-Gutachter hätten nachvollziehbar ausgeführt,
dass der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act.
318).
A.l Auf eine Rückfrage hin erklärte Dr. I._ von der Medas Zentralschweiz am 12. April
2010 (IV-act. 345), dass er als Spezialarzt FMH für physikalische Medizin und
Rehabilitation und Rheumatologie FMH qualifiziert sei, bildgebende Verfahren des
Bewegungsapparates zu interpretieren. Des Weiteren seien radiologische Befunde
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selten derart typisch, dass nur eine einzige Interpretation in Frage komme. Die
Methode des Upright MRI (früher fMRI genannt) habe sich im klinischen Alltag noch
nicht etabliert. Der Nachweis der Sensitivität, Spezifität und Reliabilität dieser
diagnostischen Methode sei noch nicht erbracht. Dies zeige sich auch darin, dass die
Schweizer Universitätskliniken die Upright-MRI-Methode bisher nicht übernommen
hätten. Hinzu komme, dass der Versicherte seine Schmerzen als immer gleich
beschreibe und sich keine klare Abhängigkeit von der Körperposition habe finden
lassen. Die Neurochirurgie des KSSG habe in ihrem Bericht vom 22. April 2009
ebenfalls nicht auf die Upright MRI-Befunde vom 30. August 2007 abgestellt. Zum
HNO-Gutachten hielt Dr. I._ fest, dass Dr. L._ den Schwindel bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt habe, obwohl dessen Ursache unklar sei.
A.m RAD-Arzt Dr. O._ hielt am 28. Mai 2010 fest (IV-act. 357), dass die subjektive
Angabe von Schwindel so gut wie nicht objektiviert werden könne, was die
arbeitsmedizinische Leistungsbeurteilung erschwere. Korrekterweise sei der Schwindel
von der Medas als leistungseinschränkend berücksichtigt worden, indem sie
gefahrgeneigte Tätigkeiten ausgeschlossen habe. Zur Patellafraktur, die sich der
Versicherte am 16. Februar 2010 zugezogen hatte (IV-act. 349-1), führte der RAD-Arzt
aus, dass eine solche normalerweise drei Monate nach dem Ereignis verheilt sein
sollte.
A.n Mit Verfügung vom 28. Mai 2010 (IV-act. 358) eröffnete die IV-Stelle dem
Versicherten, dass die Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden
Monats hin aufgehoben werde, da der Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 5
% ergeben habe. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte Beschwerde (IV-act.
362). Dr. med. P._ von der orthopädischen Chirurgie des KSSG berichtete am 23.
August 2010 (IV-act. 365), dass er den Versicherten zuletzt am 28. April 2010 beurteilt
habe. Es habe sich eine vollständig konsolidierte Patellafraktur ohne grössere
Stufenbildung gezeigt. Bei vollständiger Kniegelenksstreckung sei die Flexion noch
eingeschränkt gewesen. Der Versicherte habe diffuse peripatelläre Schmerzen
angegeben. Es seien keine speziellen therapeutischen Massnahmen mehr angezeigt.
A.o Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde gegen die
Rentenaufhebungsverfügung mit Entscheid vom 15. Februar 2012 (IV 2010/265)
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dahingehend gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zum
Erlass einer neuen Verfügung zurückwies (IV-act. 372). Das Gericht erwog, dass das
Verfügungsdispositiv nicht korrekt sei, da keine rechtskräftige Rentenverfügung
existiere. Richtigerweise hätte die IV-Stelle eine Abweisungsverfügung erlassen
müssen. Mit Vorbescheid vom 19. April 2012 (IV-act. 377) stellte die IV-Stelle bei einem
IV-Grad von 5 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Dagegen liess der
Versicherte einen Einwand erheben und weitere medizinische Berichte einreichen (IV-
act. 381). Das psychiatrische Zentrum Q._ hatte am 19. April 2012 berichtet, dass
der Versicherte vom 8. März bis 21. Juli 2011 eine teilstationäre und danach eine
ambulante Behandlung absolviert habe (IV-act. 381). Die Oberärztin Dr. med. R._
hatte angegeben, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sicht an einer
generalisierten Angststörung (F41.1), an einer Agoraphobie (F40.4), an einer
mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) und an einem Verdacht auf eine
posttraumatische Belastungsstörung leide. Der Versicherte sei aufgrund des
komplexen Gebildes von somatischen und psychiatrischen Diagnosen aktuell zu 100 %
arbeitsunfähig. RAD-Arzt Dr. med. S._ notierte am 12. Juni 2012 (IV-act. 382), dass
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht ausgeschlossen werden
könne. Dr. R._ berichtete am 6. September 2012 (IV-act. 394), dass der Versicherte
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei.
A.p Im Januar 2013 wurde der Versicherte durch das ABI polydisziplinär (allgemein-
internistisch, psychiatrisch, orthopädisch, otorhinolaryngologisch) begutachtet
(Gutachten vom 11. Juni 2013, IV-act. 402). Die Gutachter erklärten, dass bei den
Untersuchungen wiederum die Schmerzen auf der linken Körperseite, welche sich vom
Kopf bis zu den Zehen ausgedehnt hätten, im Vordergrund gestanden hätten. Dr. med.
T._ führte aus, dass die allgemeininternistische Untersuchung ausser einer
Adipositas weitgehend unauffällig gewesen sei. Aus allgemeininternistischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht eingeschränkt. Der psychiatrische Gutachter
Dr. med. U._ gab an, dass der Versicherte zum einen an einer
Schmerzfehlverarbeitung leide, welche zu einer algogenen Verstimmung mit
dysphorisch-aggressiven Reaktionen geführt habe. Zum anderen liege eine spezifische
Phobie vor, welche in ihrem Ausmass jedoch nicht gravierend sei. Der Versicherte leide
nicht an einer gravierenden chronischen Schmerzerkrankung. Zwar liege eine
psychische Komorbidität vor, diese sei aber nicht von starker Ausprägung und Dauer.
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Beim Asthma und beim Morbus Menière handle es sich um chronische körperliche
Begleiterkrankungen. Der Versicherte habe von Treffen mit Landsleuten, von
Ferienreisen in die Heimat und von Gruppenaktivitäten in der Tagesklinik berichtet.
Angesichts des versicherungstechnischen Anliegens des Versicherten könnten die
Fragen einer Therapieresistenz und eines mehrjährigen chronifizierten Verlaufs mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik nicht neutral beurteilt werden. Da die
Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien, könne von einer kaum eingeschränkten Fähigkeit
zur Willensanstrengung ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Auch retrospektiv könne
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden, da sich der Zustand seit
den Begutachtungen in den Jahren 2006 und 2009 nicht relevant verändert habe. Die
von der Tagesklinik Q._ gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
könne nicht bestätigt werden. Der Versicherte habe lediglich eine ernste, besorgte
Stimmungslage gezeigt, jedoch keine vitale Traurigkeit, keine Antriebsstörung und
keine Suizidalität aufgewiesen. Er habe in der Untersuchung frei kommunizieren
können und sei emotional schwingungsfähig gewesen. Auch die Diagnose einer
generalisierten Angststörung und jene einer Agoraphobie liessen sich nicht bestätigen,
da der Versicherte das Haus verlasse. Der Versicherte habe angegeben, dass er sich in
engen Räumen unwohl fühle, was die Diagnose einer spezifischen Phobie nahe lege.
Die Diagnose einer Angststörung könne also bestätigt werden. Trotz dieser Phobie
habe der Versicherte heute alleine mit dem Zug nach W._ reisen können. Es sei
daher davon auszugehen, dass die Angststörung eher leichtgradig und nicht
arbeitsfähigkeitsrelevant sei. Der orthopädische Gutachter Dr. med. D. K._ erklärte,
dass das gesamte Beschwerdebild nach wie vor nur höchst unzureichend erklärbar sei.
Aufgrund der objektivierbaren, gesamthaft allerdings eher leichtgradigen degenerativen
Veränderungen an Hals- und Lendenwirbelsäule könne daselbst eine etwas
verminderte Belastbarkeit begründet werden. Gleiches gelte für das rechte Knie.
Unübersehbar seien erhebliche nichtorganische Faktoren vorhanden, die sich im Sinne
eines nicht immer adäquat wirkenden Schmerzverhaltens und einer deutlichen
Symptomausweitung und Selbstlimitation ausdrückten. Dem Versicherten seien
spätestens seit der ersten Begutachtung im März 2005 körperlich schwere Tätigkeiten
nicht mehr zumutbar. Für körperlich adaptierte Arbeiten hätten in der Vergangenheit
von Seiten des Bewegungsapparates keine erkennbaren Einschränkungen bestanden,
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bevor sich der Versicherte am 16. Februar 2010 eine Patellafraktur zugezogen habe.
Diese habe wohl vorübergehend zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche
Tätigkeiten geführt, die aufgrund allgemeiner Erfahrung höchstens drei Monate
gedauert haben dürfte. Anschliessend habe die Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten wieder 100 % betragen. Der HNO-Gutachter Dr. med. E._ erklärte, dass
aufgrund der audiologischen Untersuchungsbefunde mit moderater
Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit rechts sowie pancochleärer
Schallempfindungsschwerhörigkeit links zum jetzigen Zeitpunkt qualitative
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden. Die initiale Verdachtsdiagnose eines
Morbus Menière habe sich nicht bestätigt. Obwohl sich anamnestisch die Ausprägung
der Stärke der Drehschwindelattacken über die Jahre eher reduziert habe, träten die
Beschwerden etwa gleich häufig auf und dauerten bis zu zwei Stunden an. Aufgrund
der Häufigkeit sowie der Ausprägung der Schwindelattacken sei der Versicherte in
einer adaptierten Tätigkeit zu 15 % arbeitsunfähig. Die otorhinolaryngologische
Begutachtung im Jahr 2007 habe eine 30 %ige Arbeitsunfähigkeit ergeben. Die
Symptomatik habe sich in der Zwischenzeit verbessert, sodass seit dem Jahr 2010 von
der 15 %igen Einschränkung ausgegangen werden könne. Dr. med. X._ gab an, dass
die lungenfunktionelle Messung eine leichte bis mittelschwere Obstruktion gezeigt
habe. Der Versicherte leide an einem Asthma bronchiale, das unter Inhalationstherapie
bei nicht maximal ausgebauter antiobstruktiver Therapie nur mässig gut kontrolliert sei.
Unter Belastung habe keine Arbeitshypoxämie festgestellt werden können. Aufgrund
der vorliegenden Befunde betrage die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
bzw. für alle körperlich schweren Arbeiten 100 %. Für körperlich vorwiegend leichte
und nur gelegentlich mittelschwere Arbeiten ohne Kälte-, Nässe und Staubexposition
bestehe eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. In polydisziplinärer Hinsicht schätzten die
Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit April 2005 auf 0 %. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe wegen der Schwindelbeschwerden seit dem Jahr
2010 eine 15 %ige Arbeitsunfähigkeit.
A.q Am 2. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle dem ABI diverse Rückfragen (IV-act. 403).
Die Gutachter antworteten am 29. Oktober 2013 (IV-act. 406), dass die Ängste in
Bussen, Liften und Menschenansammlungen aufträten. Daraus könne geschlossen
werden, dass die spezifische Phobie wahrscheinlich in allen geschlossenen Räumen
ohne klare Fluchtmöglichkeit auftrete. Interessant sei jedoch, dass der Versicherte
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offenbar in der Lage gewesen sei, mit dem Zug nach W._ zu reisen. Die spezifische
Phobie habe insoweit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, als dem Versicherten
Tätigkeiten in unterkellerten, fensterlosen, engen Räumen nicht zumutbar seien. Bei der
Begutachtung habe keine verwertbare plethysmographische Messung vorgenommen
werden können, da der Versicherte das Sitzen in einer geschlossenen Kabine nicht
lange genug toleriert habe. Allein aufgrund von Schnarchen und Apnoen im
Nachtschlaf lasse sich keine Diagnose stellen. Im Übrigen habe ein obstruktives
Schlaf-Apnoe-Syndrom bei Behandlung mittels CPAP-Therapie in der Regel keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Pneumologen Dr. Y._ und Dr. M._ seien im
Jahr 2009 bzw. 2013 bezüglich der Arbeitsfähigkeit zum gleichen Schluss gelangt.
A.r Mit Vorbescheid vom 18. November 2013 (IV-act. 410) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur
Begründung führte sie an, dass der Versicherte ohne Behinderung in seiner
angestammten Tätigkeit unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein
Jahreseinkommen von Fr. 65'501.-- hätte erzielen können. Mit Behinderung sei ihm
eine adaptierte Tätigkeit mit einer 15 %igen Leistungseinschränkung zumutbar.
Gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) könne der
Versicherte in einem Pensum von 85 % ein Jahreseinkommen von Fr. 52'510.--
erzielen. Dagegen liess der Versicherte am 10. Dezember 2013 einwenden (IV-act.
413), dass er zu 100 % arbeitsunfähig sei. Mit Verfügung vom 17. Januar 2014 (IV-act.
416) wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen
Gründen ab. Zum Einwand hielt sie fest, dass der Versicherte keine neuen
medizinischen Tatsachen bekannt gegeben habe.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 13. Februar 2014 Beschwerde und beantragte die Zusprache einer Rente (act. G 1).
Er machte geltend, dass ihm auch leichte Tätigkeiten nur noch in Teilzeit möglich seien.
Seine Beschwerden verstärkten sich von Jahr zu Jahr und seien sehr vielseitig. Er leide
an Asthma, einem Lungenleiden, an Panikattacken, schweren Depressionen,
Angstzuständen und Hüft-, Rücken- und Nackenbeschwerden. Für ihn sei nicht
nachvollziehbar, wie er mit diesen Beschwerden einer Arbeit nachgehen sollte. Am 6.
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März 2014 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
(act. G 4).
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 8. April 2014 die
Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Sie brachte vor, dass das ABI-Gutachten
ausführlich sei und dass dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung als begründet erschienen. Demnach sei davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 85 % arbeitsfähig sei.
B.c Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten)
wurde am 15. April 2014 bewilligt (act. G 6). Am 26. Mai 2014 beantragte die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
(act. G 8). Diesem Gesuch wurde am 27. Mai 2014 entsprochen und Rechtsanwältin K.
Herzog zur unentgeltlichen Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers ernannt (act. G
9).
B.d Mit Replik vom 11. Juli 2014 (act. G 13) beantragte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers die Vornahme weiterer Abklärungen durch das Gericht resp.
eventualiter durch die Beschwerdegegnerin. Sie machte geltend, dass das Gericht mit
dem Urteil vom 9. Juni 2009 empfohlen habe, ein neues polydisziplinäres Gutachten
bei einem nicht vorbefassten Begutachtungsinstitut in Auftrag zu geben. Trotzdem
habe die Beschwerdegegnerin erneut das ABI mit der polydisziplinären Begutachtung
beauftragt. Beim neuen Gutachten vom 11. Juni 2013 handle es sich zudem nur um
eine Verlaufsbegutachtung. Dies widerspreche den gerichtlichen Vorgaben diametral.
Hinzu komme, dass zwei der ursprünglichen Gutachter, Dr. K._ und Dr. E._, erneut
eingesetzt worden seien. Es sei offensichtlich, dass dieselbe Gutachterstelle bzw.
dieselben Gutachter ihre ursprüngliche Beurteilung nicht in Zweifel ziehen und diese
kaum kritisch betrachten würden. Das ABI sei vorbefasst und könne den Sachverhalt
daher nicht unabhängig beurteilen. Des Weiteren hätten Dr. K._ auch bei der
aktuellen Begutachtung keine Bilddokumente zur Verfügung gestanden, weshalb schon
aus diesem Grund nicht auf die orthopädische Beurteilung abgestellt werden könne.
Dr. E._ habe dem Beschwerdeführer im Jahr 2007 eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit
attestiert. Er habe den Verlauf des Morbus Menière damals als normalerweise
progredient mit Zunahme der Anfallshäufigkeit und Zunahme des Hörverlustes
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bezeichnet. Ohne nachvollziehbare Begründung sei Dr. E._ von dieser Begründung
abgewichen und habe lediglich noch eine 15 %ige Arbeitsunfähigkeit angegeben.
Schliesslich könne der Einfluss einer Schmerzverarbeitungsstörung auf die
Arbeitsfähigkeit erst beurteilt werden, wenn eine beweistaugliche somatische
Abklärung vorliege. Dies sei nicht der Fall, weswegen die psychiatrische Beurteilung
nicht als Beweisgrundlage herangezogen werden könne.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 14 f.)
B.f Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 13. November 2014 eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 3'212.35 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
ein (act. G 16). Sie wies darauf hin, dass der Sachverhalt überaus kompliziert und
langwierig sei und die Fallakten über 800 Seiten beinhalteten.
B.g Am 19. Dezember 2014 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen
Bericht von Dr. med. Z._ vom 21. November 2014 ein (act. G 18). Dieser hatte als
Diagnose u.a. einen Status nach cervicocephalem Akzelerations-/Dezelerationstrauma
vom "head contact"-Typ im Rahmen der Frontalkollision im Jahr 2002 mit
rechtsseitigen Cervicocephalgien, posttraumatischer Labyrinthopathie links mit
hochgradiger pantonaler sensori-neuraler Schwerhörigkeit links und peripher-zentraler
vestibulärer Funktionsstörung links mit Funktionsstörung des posturalen
Kontrollsystems und reduzierter neuro-muskulärer Leistung der unteren Extremitäten
angegeben. Dr. Z._ hatte erklärt, dass die Frontalkollision im Jahr 2002 für die audio-
neuro-otologische Symptomatik mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
ursächlich gewesen sei. Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers sei er bisher
nicht komplett neuro-otologisch untersucht worden. Ausserdem seien bisher keine
gezielte Abklärung im Bereich des cervico-cranialen Übergangs mit der diagnostisch-
therapeutischen Methode nach N. Bogduk und keine funktionaloptometrische
Untersuchung erfolgt.
B.h Am 8. April 2015 teilte Rechtsanwältin A. Guyot mit, dass sie die anwaltliche
Vertretung des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren übernommen habe (act.
G 20).
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B.i Am 8. August 2016 bat das Gericht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
(act. G 22), die Untersuchungsberichte betreffend die von Dr. Z._ geplanten
Abklärungen sowie allfällige weitere, nach Beschwerdeerhebung aufgelaufene
medizinische Berichte, die für das vorliegende Verfahren relevant seien, einzureichen.
B.j Die Rechtsvertreterin teilte am 1. September 2016 mit (act. G 23), dass keine
funktionaloptometrische Untersuchung stattgefunden habe. Zudem reichte sie eine
ergänzende Honorarnote über Fr. 732.90 sowie diverse neue medizinische Berichte ein.
Dr. rer. nat. med. pract. AA._ vom Institut AB._ AG hatte am 29. Januar und 12.
Februar 2012 eine Intervention (diagnostische Blockaden C5/6) durchgeführt (act. G
23.1 und 23.2). Die Psychiatrische Klinik AC._ hatte am 12. November 2014 über eine
Hospitalisation vom 24. Juli bis 18. Oktober 2014 berichtet (act. G 23.4). Als Diagnosen
waren eine mittelgradige depressive Episode, eine generalisierte Angststörung und eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren genannt
worden. Dieselbe Klinik hatte am 24. März 2015 über eine Behandlung vom 17. Februar
bis 10. März 2015 berichtet (act. G 23.5). Als Diagnosen waren eine schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome, eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren und eine Agoraphobie mit Panikstörung
angegeben worden. Der Klinikaustritt war wegen eines Todesfalls in der Familie erfolgt.
Vom 30. März bis 28. April 2015 wurde der stationäre Aufenthalt fortgesetzt. Im
Austrittsbericht vom 3. Juni 2015 (act. G 23.6) hatte die Klinik eine depressive Episode
ohne psychotische Symptome, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren und eine Agoraphobie mit Panikstörung genannt. Am 3. März
2016 hatte dieselbe Klinik über einen stationären Aufenthalt vom 18. November 2015
bis 12. Januar 2016 berichtet (act. G 23.7). Des Weiteren war am 15. August 2016 eine
Hospitalisation im KSSG wegen eines symptomatischen tachykarden Vorhofflimmerns
erfolgt (act. G 23.8).
B.k Am 30. September 2016 reichte die Rechtsvertreterin noch einen Bericht des
behandelnden Psychiaters ein (act. G 25). Dr. med. AD._ hatte am 29. September
2016 berichtet (act. G 25.1), dass der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden
depressiven Störung ohne psychotische Symptome (F33.2), an einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und an einer Agoraphobie
mit Panikstörung leide. Der Beschwerdeführer sei seit Beginn der Behandlung am 20.
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März 2014 aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig. Anamnestisch sei davon
auszugehen, dass diese Arbeitsunfähigkeit bereits seit Jahren bestehe.
B.l Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 26).
B.m Am 9. November 2016 bewilligte das Gericht die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin A. Guyot (act. G 27) für das
Beschwerdeverfahren für die Zeit ab 8. April 2015 (act. G 28).

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 17. Januar
2014 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Der Beschwerdeführer
hat sich im Juni 2003 zum Leistungsbezug angemeldet. Seither ist nie ein
rechtskräftiger Entscheid über den Rentenanspruch ergangen. Gemäss dem geltenden
Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Nun ist aber nach dem
(lückenfüllend geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision die altrechtliche
Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das Wartejahr vor dem
Zeitpunkt des Inkrafttretens (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat und die
Anmeldung bis spätestens Ende Juni 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 sowie die Modifikation in BGE 138 V 475). Dies ist vorliegend der Fall, weshalb
die altrechtliche Regelung des Rentenbeginns anwendbar ist. Nach aArt. 29 Abs. 1 lit.
b IVG entsteht der Rentenanspruch ‒ unabhängig vom Datum der Anmeldung ‒
unmittelbar mit der Erfüllung des Wartejahres. Ein Anspruch auf Nachzahlung besteht
grundsätzlich nur für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate (aArt. 48 Abs. 2
IVG). Der Beschwerdeführer macht geltend, seit September 2002 arbeitsunfähig zu sein
(vgl. Bericht des Hausarztes Dr. B._ vom 4. Juli 2003). Ein Rentenanspruch könnte
folglich frühestens ab September 2003 bestehen. Strittig ist im vorliegenden Verfahren
demnach, ob der Beschwerdeführer ab September 2003 einen Anspruch auf eine IV-
Rente hat oder nicht.
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1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu können, muss die
Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen. In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere vier Gutachten im Recht,
nämlich die ABI-Gutachten vom 14. April 2005 und vom 9. Mai 2006 (inklusive
otorhinolaryngologisches Teilgutachten vom 5. Juli 2007), das Medas-Gutachten vom
22. Dezember 2009 und das ABI-Gutachten vom 11. Juni 2013.
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2.2 Vorab ist auf das Argument der Rechtsvertreterin, wonach die
Beschwerdegegnerin nach dem Rückweisungsurteil vom 9. Juni 2009 entgegen der
Empfehlung des Versicherungsgerichts wieder ein Gutachten beim ABI in Auftrag
gegeben habe und es sich bei diesem Gutachten vom 11. Juni 2013 zudem nur um ein
Verlaufsgutachten gehandelt habe, einzugehen. Die Rechtsvertreterin hat übersehen,
dass aufgrund des Rückweisungsurteils vom 9. Juni 2009 eine umfassende
Begutachtung (und nicht nur eine Verlaufsbegutachtung) durch die Medas
Zentralschweiz erfolgt ist (Gutachten vom 22. Dezember 2009, IV-act. 317). Die
anschliessende Verlaufsbegutachtung vom Januar 2013 (Gutachten vom 11. Juni 2013)
ist nur deshalb wieder dem ABI in Auftrag gegeben worden, weil die Medas den
Auftrag wegen einer angeblichen Morddrohung seitens des Beschwerdeführers
abgelehnt hatte (IV-act. 393). Der Beschwerdeführer ist also durch zwei
unterschiedliche Institutionen umfassend begutachtet worden. Die Argumentation der
Rechtsvertreterin ist daher nicht stichhaltig.
2.3 In somatischer Hinsicht sind im jüngsten ABI-Gutachten als Diagnosen ein
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, anamnestisch mit Ausstrahlung ins
linke Bein, aktuell ohne erkennbare neurologische Komponente, ein chronisches
zervikobrachiales Schmerzsyndrom links, chronische belastungsabhängige
Knieschmerzen rechts, eine periphere vestibulo-cochleäre Funktionsstörung links, ein
Tinnitus links, eine Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit rechts und ein Asthma
bronchiale angegeben worden. Im Vordergrund der Untersuchungen hätten, wie auch
bei früheren Abklärungen, die Schmerzen auf der linken Körperseite, welche sich vom
Kopf bis zu den Zehen ausgedehnt hätten, gestanden. Der orthopädische Gutachter
Dr. K._ hat angegeben, dass das gesamte Beschwerdebild nach wie vor nur höchst
unzureichend erklärbar sei. Aufgrund der objektivierbaren, gesamthaft allerdings eher
leichtgradigen degenerativen Veränderungen an der HWS und LWS sowie im rechten
Knie könne eine etwas verminderte Belastbarkeit begründet werden. Körperlich
schwere Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit seien dem Beschwerdeführer
spätestens seit der ersten ABI-Begutachtung im März 2005 nicht mehr zumutbar. In
einer adaptierten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe hingegen eine volle
Arbeitsfähigkeit. Die Patellafraktur, die sich der Beschwerdeführer am 16. Februar 2010
zugezogen habe, dürfte lediglich zu einer vorübergehenden, höchstens drei Monate
dauernden vollen Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Dr. K._ hat den
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Beschwerdeführer bereits bei der ersten ABI-Begutachtung untersucht und ist damals
zum gleichen Ergebnis gekommen. Bei der zweiten ABI-Begutachtung im April 2006 ist
der Beschwerdeführer u.a. rheumatologisch begutachtet worden. Dr. AE._ ist
ebenfalls zum Schluss gekommen, dass sich die vom Beschwerdeführer
beschriebenen Beschwerden und die ausgeprägte subjektive
Behinderungsüberzeugung durch rein organisch-pathologisch-morphologische
Befunde nicht erklären liessen. Aus diesem Grunde bestehe für geeignete
mittelschwere Tätigkeiten auch keine relevante Funktionseinschränkung bezüglich der
funktionellen Belastung der Wirbelsäule. Dr. AE._ hat die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit von Dr. K._ bestätigt (IV-act. 194-16). Im September 2009 ist der
Beschwerdeführer durch den Medas-Gutachter und Rheumatologen Dr. I._
untersucht worden. Dieser hat erklärt, dass die aktuellen rheumatologischen Diagnosen
denjenigen von Ende 2002 und des Jahres 2004 sehr ähnlich seien. Analog zur
Beurteilung von Dr. K._ hat er dem Beschwerdeführer für eine körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Die
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus rheumatologischer und
orthopädischer Sicht stimmen somit überein. Die Rechtsvertreterin hat moniert, dass
Dr. K._ bei der aktuellsten Begutachtung keine Bilddokumente zur Verfügung
gestanden hätten und bereits aus diesem Grund nicht auf seine Beurteilung abgestellt
werden könne. Tatsächlich hat Dr. K._ im Gutachten vom 11. Juni 2013 erklärt, dass
ihm keine Bilddokumente vorlägen. Auf die Anfertigung neuer Röntgenbilder hat er zum
Schutz des Beschwerdeführers vor unnötiger Strahlenbelastung mit der Begründung
verzichtet, dass dieser bei im Wesentlichen gleichbleibenden Beschwerden bereits
wiederholt ausführlich bildgebend abgeklärt worden sei, ohne dass eine klare
Begründung für die diffusen Beschwerden hätte gefunden werden können, dass eine
konkrete Fragestellung gefehlt habe und dass von neuen Röntgenbildern kaum ein für
die versicherungsmedizinische Beurteilung auf orthopädischer Ebene relevanter
Informationsgewinn zu erwarten gewesen wäre (IV-act. 402-30). Die medizinischen
Sachverständigen haben bei der Wahl der geeigneten Untersuchungsmethoden im
Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz einen gewissen Ermessensspielraum.
Dem Gericht fehlt denn auch das Fachwissen, um beurteilen zu können, welche
medizinischen Untersuchungen im konkreten Fall notwendig sind. Dr. K._ hat
eingehend und plausibel begründet, weshalb er auf die Anfertigung aktueller
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Bildaufnahmen verzichtet hat. Es ist daher davon auszugehen, dass neue
Röntgenaufnahmen keine weiteren Erkenntnisse bezüglich der geltend gemachten
Beschwerden am Bewegungsapparat gebracht hätten, die einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung gehabt hätten. Bezüglich der Ergebnisse des fMRI resp.
Upright MRI ist anzumerken, dass Dr. I._ überzeugend dargelegt hat, weshalb die
Resultate des im August 2007 durchgeführten fMRI bzw. Upright MRI an seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung nichts zu ändern vermögen. So bestehe ein
Interpretationsspielraum bei der Beurteilung radiologischer Befunde, die Methode des
Upright MRI sei im klinischen Alltag noch nicht etabliert, der Nachweis der Sensitivität,
Spezifität und Reliabilität dieser diagnostischen Methode sei nicht erbracht und beim
Beschwerdeführer habe sich keine klare Abhängigkeit der Schmerzen von der
Körperposition finden lassen (siehe Schreiben vom 12. April 2010, IV-act. 345). Mit
Bezug auf die Patellafraktur ist anzumerken, dass eine gesundheitliche
Verschlechterung für den Rentenanspruch erst relevant ist, wenn sie mehr als drei
Monate gedauert hat (siehe Art. 88a Abs. 2 IVV). Die Angabe von Dr. K._, dass die
Patellafraktur höchstens eine dreimonatige Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt hat,
wird von RAD-Arzt Dr. O._ gestützt (Stellungnahme vom 28. Mai 2010, IV-act. 357).
Zudem hat Dr. P._ am 28. April 2010, d.h. bereits etwas mehr als zwei Monate nach
dem Kniescheibenbruch am 16. Februar 2010, eine vollständig konsolidierte
Patellafraktur ohne grössere Stufenbildung festgestellt. Die Beurteilung von Dr. K._,
wonach die Patellafraktur nicht zu einer länger als drei Monate dauernden
Arbeitsunfähigkeit geführt hat, überzeugt daher. Demnach ist auf die
übereinstimmende Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter abzustellen. Aus
rheumatologischer und orthopädischer Sicht hat also mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nie eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich
adaptierten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestanden. In der angestammten
Tätigkeit in der Metallverarbeitung ist der Beschwerdeführer demgegenüber spätestens
seit März 2005 zu 100 % arbeitsunfähig.
2.4 Im Teilgutachten vom 5. Juli 2007 hat der HNO-Gutachter Dr. E._ erklärt, dass
der Beschwerdeführer anamnestisch seit Juni 2006 ca. drei bis fünf
Drehschwindelattacken von jeweils drei bis vier Stunden Dauer gehabt habe. Dr. E._
war damals noch von der Diagnose eines Morbus Menière ausgegangen und hat die
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 30 % geschätzt. Demgegenüber
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hat Dr. L._ von der Medas Zentralschweiz bei der Begutachtung im September 2009
keinen Hinweis für eine zentrale oder peripher-vestibuläre Funktionsstörung gefunden
und die Diagnose eines Morbus Menière nicht bestätigt. Sie hat darauf hingewiesen,
dass bisher nie eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung links gemessen worden sei.
Mit grösster Wahrscheinlichkeit leide der Beschwerdeführer an einer rezidivierenden,
passageren, peripher-vestibulären Funktionsstörung unklarer Genese. Dr. L._ hat die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wegen der Gefahr von Schaden an
Material und Maschine bei plötzlichem Schwindel auf 0 % geschätzt. In einer
adaptierten Tätigkeit bestehe aber eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit. Dr. I._ hat am 12.
April 2010 ergänzend festgehalten, dass Dr. L._ den Schwindel in der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt habe, obwohl dessen Ursache unklar sei. Im Gutachten
vom 11. Juni 2013 hat Dr. E._ dem Beschwerdeführer wegen einer peripheren
vestibulo-cochleären Funktionsstörung links eine 15 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit attestiert. Er hat erklärt, dass sich die initiale Verdachtsdiagnose
eines Morbus Menière nicht bestätigt habe. Die 15 %ige Arbeitsunfähigkeit begründete
er mit Arbeitsabsenzen wegen der fünf Minuten bis zwei Stunden dauernden
Drehschwindelattacken. Anamnestisch habe sich die Ausprägung und die Stärke der
Drehschwindelattacken über die Jahre eher reduziert, sodass es nur noch im Jahre
2009 zu einer notfallmässigen Spitaleinweisung gekommen sei. Die zeitliche Häufigkeit
sei in etwa unverändert geblieben. Bezüglich der Frequenz und Dauer der
Schwindelattacken sind dem Gutachten unterschiedliche Angaben zu entnehmen: Die
HNO-Klinik des KSSG hat am 28. Juni 2006 über zwei bis dreimal pro Tag plötzlich
auftretenden Schwindel berichtet. Am 23. November 2006 hat dieselbe Klinik erklärt,
dass der Beschwerdeführer zwischen Juni und November 2006 drei Schwindelanfälle
erlitten habe, die jeweils zwei bis drei Wochen angedauert hätten. Dr. E._ hat in
seinem Teilgutachten vom 5. Juli 2007 von drei bis fünf Drehschwindelattacken im
Zeitraum Juni 2006 bis Juni 2007 gesprochen und die Dauer auf drei bis vier Stunden
festgesetzt. Während der Beschwerdeführer gemäss dem Gutachten vom 14. April
2005 bereits anlässlich der ersten ABI-Begutachtung über Schwindel geklagt hat, hat
er dies gegenüber Dr. L._ negiert und erklärt, erst seit Juni 2006 an
Schwindelbeschwerden zu leiden. Dr. L._ hat angegeben, dass seit Juni 2006 zwei
bis drei Mal pro Woche akute Drehschwindelattacken aufgetreten seien, die zwischen
30 Minuten und sieben Stunden angedauert hätten. Zusätzlich "überfielen" den
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Beschwerdeführer zwei bis fünf Mal pro Woche noch andere Schwindelbeschwerden,
wobei es sich hierbei nicht um einen Drehschwindel handle. Meistens dauerten diese
Anfälle nur fünf bis zehn Minuten. Gegenüber Dr. Z._ hat der Beschwerdeführer
schliesslich angegeben, dass die Schwindelbeschwerden seit dem Autounfall im Jahr
2002 bestünden und manchmal bis zu zwei Stunden andauerten. Die Angaben des
Beschwerdeführers zu den Schwindelbeschwerden variieren somit stark. Zudem
handelt es sich um subjektive Angaben, die sich so gut wie nicht objektivieren lassen
(siehe RAD-Stellungnahme vom 28. Mai 2010, IV-act. 357). Letztlich kann jedoch offen
gelassen werden, ob die geltend gemachten Schwindelbeschwerden bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu berücksichtigen sind. Denn auch wenn mit Dr. E._ von
einer 15 %igen oder sogar von einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit aus
otorhinolaryngologischer Sicht ausgegangen würde, hätte der Beschwerdeführer, wie
nachfolgend aufzuzeigen sein wird, keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Die
Rechtsvertreterin hat im Beschwerdeverfahren einen Bericht von Dr. Z._ vom 21.
November 2014 eingereicht. Dieser hat als Diagnose u.a. eine peripher-zentrale
vestibuläre Funktionsstörung links mit Funktionsstörung des posturalen
Kontrollsystems und reduzierter neuro-muskulärer Leistung der unteren Extremitäten
angegeben. Er hat weitere Untersuchungen angeordnet, die jedoch entweder nicht
stattgefunden haben (funktionaloptometrische Untersuchung) oder nicht zu
weiterführenden Erkenntnissen bezüglich der Schwindelbeschwerden geführt haben.
Hinzu kommt, dass bekannt bzw. gerichtsnotorisch ist, dass Dr. Z._ jeweils sehr viele
Untersuchungen durchführt, die letztlich nur wenig zur im Berufsalltag relevanten
Situation beitragen. Denn nicht von jedem leicht abweichenden Normbefund kann auf
eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts vom 11. November 2014, IV 2012/194 E. 4.5). Der Bericht von
Dr. Z._ vermag somit keine Zweifel an den Beurteilungen von Dr. E._ und Dr. L._
zu wecken. Somit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wegen der Schwindelbeschwerden in
einer adaptierten Tätigkeit ca. ab Juni 2006 maximal zu 30 % und spätestens ab dem
Jahr 2010 maximal zu 15 % arbeitsunfähig gewesen ist.
2.5 Des Weiteren leidet der Beschwerdeführer gemäss Dr. X._ an einem Asthma
bronchiale (leichte bis mittelschwere Obstruktion, Gutachten vom 11. Juni 2013). Eine
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bzw. in allen körperlich schweren
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Tätigkeiten hat sie verneint. In einer adaptierten, körperlich vorwiegend leichten und
nur gelegentlich mittelschweren Tätigkeit bestehe aus pneumologischer Sicht hingegen
eine volle Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzung stimmt mit jenen der ABI-Gutachter
vom 14. April 2005 und 9. Mai 2006 sowie mit jener des Medas-Gutachters überein.
Demzufolge ist der Beschwerdeführer aus pneumologischer Sicht in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
2.6 Somit bleibt noch die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht zu ermitteln.
Weder die psychiatrischen Gutachter des ABI (Dr. AF._, Dr. AG._ und Dr. U._)
noch jener der Medas (Dr. N._) haben eine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit angegeben. Dr. AF._ hat im Gutachten vom 14. April 2005 als
Diagnosen eine Angst und depressive Störung, gemischt (F41.2), und eine Entwicklung
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (F68.0) genannt. Dr. AG._ hat
diese Diagnosen bestätigt. Dr. N._ hat in seinem Gutachten ebenfalls die Diagnose
einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen genannt. Zudem
hat er eine ängstlich-depressive Anpassungsstörung, deren Intensität und
Ausprägungsgrad einer leichten depressiven Episode entspreche, diagnostiziert. Dr.
U._ hat schliesslich als Diagnose eine spezifische Phobie und eine
Schmerzfehlverarbeitung mit algogener Verstimmung angegeben. Zwar unterscheiden
sich die Diagnosen der psychiatrischen Gutachter teilweise leicht, was insbesondere
auf den Zeitfaktor zurückzuführen ist, zumal zwischen der ersten und der letzten
psychiatrischen Begutachtung mehr als acht Jahre liegen. Viel relevanter ist jedoch,
dass die Gutachter die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht alle gleich
eingeschätzt haben. Demgegenüber hat die Klinik Valens die Arbeitsfähigkeit für die
Zeit nach dem Klinikaustritt am 11. Oktober 2005 in einer adaptierten Tätigkeit auf
lediglich 50 % geschätzt (Aufenthalt vom 20. September bis 11. Oktober 2005). Als
Diagnosen hat sie u.a. eine somatoforme Schmerzstörung, eine angstbetonte,
mittelgradig ausgeprägte Depression und Abwesenheitszustände im Rahmen einer
Konversionsstörung angegeben. Dr. N._ hat dieser Einschätzung entgegnet, dass er
keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung habe diagnostizieren können, weil sich
der Beschwerdeführer bei der Untersuchung nicht mit einem vorherrschenden,
andauernden, schweren und quälenden Schmerz präsentiert habe. Gemäss der
ICD-10-Klassifikation ist die vorherrschende Beschwerde bei einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz,
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der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht
hinreichend erklärt werden kann (siehe ICD-10: F45.4). Die Argumentation von Dr.
N._ überzeugt. Aus seinem Teilgutachten geht nämlich hervor, dass er bei der
psychiatrischen Untersuchung auch das Schmerzverhalten beobachtet hat und der
Beschwerdeführer auf ihn keinen schmerzerfüllten Eindruck gemacht hat (siehe z.B. IV-
act. 317-87 ff.). Dr. N._ hat weiter erklärt, dass er keine dissoziativen Phänomene
habe beobachten können. Auch dem Austrittsbericht der Klinik Valens vom 18. Oktober
2005 sind keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer während des
Klinikaufenthalts unter Abwesenheitszuständen gelitten hätte. Aus dem Bericht ist
ersichtlich, dass diese Diagnose offenbar im Rahmen eines neurologischen Konsiliums
wegen einer unklaren Bewusstseinstrübung am 29. Juni 2005 gestellt worden war.
Allerdings ist unklar, worum es sich dabei tatsächlich gehandelt hat. Zudem sind den
übrigen Akten keinerlei Hinweise für aufgetretene Bewusstseinstrübungen zu
entnehmen. Schliesslich hat sogar die behandelnde Psychiaterin Dr. D._ am 25.
Oktober 2005 und damit kurz nach dem Klinikaustritt erklärt, dass sie sich
vollumfänglich den Schlussfolgerungen des ABI anschliesse. Der Bericht der Klinik
Valens vermag somit keine Zweifel an den gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen zu wecken. Der behandelnde Psychiater Dr. H._ hat
dem Beschwerdeführer im Februar 2008 wegen des Schmerzgeschehens, des
Kraftmangels sowie motivational eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Diese
Einschätzung überzeugt nicht, weil einerseits eine fehlende Motivation keine
Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermag und Dr. H._ andererseits eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und die Schmerzen in seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt hat, obwohl gemäss Dr. N._ diese
Diagnose nicht gestellt werden kann. Schliesslich hat die behandelnde Psychiaterin Dr.
R._ dem Beschwerdeführer wegen einer generalisierten Angststörung, einer
Agoraphobie und einer mittelgradigen depressiven Episode am 19. April und 6.
September 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Der im Bericht vom 19. April
2012 angegebene Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung hat sich
offenbar nicht bestätigt, da Dr. R._ diese Diagnose im aktuelleren Bericht vom 6.
September 2012 nicht mehr genannt hat. Dr. U._ hat der Einschätzung von Dr. R._
entgegengehalten, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Ängste (Angst vor
Menschen, Bussen und Liften) mehrheitlich klaustrophobischen Charakter hätten.
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Auffällig sei, dass der Beschwerdeführer zur aktuellen Untersuchung ohne Begleitung
mit dem Zug von AH._ nach W._ habe fahren können. Zudem verlasse der
Beschwerdeführer das Haus. Die klaustrophobischen Ängste seien somit nicht
sonderlich stark ausgeprägt, weshalb ihnen keine quantitative, sondern nur eine
qualitative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zukomme (keine Tätigkeiten in
unterkellerten, fensterlosen, engen Räumen). Auch in den neuesten psychiatrischen
Berichten ist keine Diagnose einer generalisierten Angststörung angegeben worden
(siehe Berichte der Psychiatrische Klinik AC._ vom 24. März 2015, 3. Juni 2015 und
3. März 2016 sowie den Bericht von Dr. AD._ vom 29. September 2016). Demnach ist
nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an einer generalisierten
Angststörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leidet. Die Argumentation von Dr.
U._, dass die klaustrophobischen Ängste nicht sehr stark ausgeprägt seien,
überzeugt. Denn dass der Beschwerdeführer die gut zweistündige Zugfahrt nach W._
alleine hat bewältigen können, beweist, dass er in der Lage ist, im Alltag mit den
klaustrophobischen Ängsten umzugehen. Auch ist es ihm offenbar möglich, als
Beifahrer stundenlange Fahrten mit dem Auto in seine Heimat zu unternehmen und
Restaurants zu besuchen (IV-act. 402-22). Die klaustrophobischen Ängste haben somit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen quantitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Mit Bezug auf die von Dr. R._ diagnostizierte mittelgradige
Depression hat Dr. U._ ausgeführt, dass sich diese Diagnose nicht bestätigen lasse.
Der Beschwerdeführer habe in der Untersuchung lediglich eine ernste, besorgte
Stimmungslage gezeigt, jedoch keine vitale Traurigkeit, keine Antriebsstörung und
keine Suizidalität aufgewiesen. Er habe in der Untersuchung frei kommunizieren
können und sei emotional schwingungsfähig gewesen. Dass der Beschwerdeführer
zumindest im Begutachtungszeitpunkt (Januar 2013) nicht an einer Depression mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gelitten hat, überzeugt auch vor dem Hintergrund, dass
er, von Dr. U._ auf seine Leiden angesprochen, lediglich die somatischen
Beschwerden und die Ängste erwähnt hat (IV-act. 402-20). Auch hat er gegenüber Dr.
U._ nicht angegeben, dass es ihm in Bezug auf die depressive Symptomatik
zwischenzeitlich, d.h. seit der Begutachtung durch die Medas Zentralschweiz im
September 2009, schlechter gegangen wäre. Hinzu kommt, dass Dr. R._ offenbar
hauptsächlich die Schwindelbeschwerden und die Angstattacken als die
Arbeitsfähigkeit einschränkend angesehen hat (IV-act. 394-3). Insgesamt vermögen
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somit auch die Berichte und die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. R._ die
gutachterlichen Beurteilungen nicht in Zweifel zu ziehen. Mit Dr. U._ ist somit in
Übereinstimmung mit den gutachterlichen Einschätzungen von Dr. AF._, Dr. AG._
und Dr. N._ davon auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bis zum Verfügungszeitpunkt (17. Januar 2014) nie eine
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Ob nach Verfügungserlass eine
Verschlechterung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, wie dies die im
Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte der Psychiatrischen Klinik AC._ vom
12. November 2014, 24. März 2015, 3. Juni 2015 und 3. März 2016 und der Bericht von
Dr. AD._ geltend machen, muss offen gelassen werden, weil der Streitgegenstand
des vorliegenden Verfahrens nur den Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung (17.
Januar 2014) umfasst.
2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Metallverarbeitung zwar voll
arbeitsunfähig ist. In einer körperlich adaptierten, vorwiegend leichten und nur
gelegentlich mittelschweren Tätigkeit ist der Beschwerdeführer wegen der
Schwindelbeschwerden von ca. Juni 2006 bis Ende 2009 aber zu maximal 30 %
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem Jahr 2010 besteht maximal eine Arbeitsunfähigkeit
von 15 %.
3.
3.1 Somit bleibt noch der Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer
hat zuletzt als Hilfsarbeiter in der Metallverarbeitung gearbeitet. Bei dieser Tätigkeit
handelt es sich daher um die Validenkarriere. Der Beschwerdeführer ist bis September
2002 erwerbstätig gewesen. Im Jahr 2001 hat er ein Einkommen von Fr. 57'446.--
erzielt. Der frühestmögliche Rentenbeginn wäre der September 2003 (siehe Erw. 1.1),
weshalb der Einkommensvergleich anhand der Löhne des Jahres 2003 vorzunehmen
ist. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2003 hat das Valideneinkommen
somit Fr. 59'137.-- betragen (Fr. 57'446.-- ÷ 1902 x 1958, siehe T 39 der
Lohnentwicklung 2014 des Bundesamtes für Statistik). Das Invalideneinkommen ist
anhand von Tabellenlöhnen zu berechnen, da dem Beschwerdeführer die
angestammte, körperlich schwere Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist. Das
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durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters hat im Jahr 2003, aufgerechnet auf
die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 57'745.-- betragen
(s. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Bei rein
körperlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ist ein Tabellenlohnzug von 10 %
angemessen. Bei einem (maximalen) Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % und einem
Tabellenlohnabzug von 10 % resultiert ein IV-Grad von aufgerundet 39 %. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 15 % und einem 10 %igen Abzug vom Tabellenlohn
beträgt der IV-Grad abgerundet 25 %. Der Beschwerdeführer hat somit weder einen
unbefristeten noch einen befristeten Anspruch auf eine IV-Rente.
3.2 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr
in der Höhe von Fr. 600.-- ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. In einem durchschnittlichen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht
praxisgemäss eine pauschale Entschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Im vorliegenden Fall
hat Rechtsvertreterin K. Herzog für die Zeit bis und mit 13. November 2014 eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 3'212.35 eingereicht (Stundenansatz von Fr.
250.--). Die Honorarnote von A. Guyot, die die Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers ab dem 8. April 2015 übernommen hat, hat Fr. 732.90 betragen
(Stundenansatz von Fr. 250.--) Die Rechtsvertreterinnen haben den Beschwerdeführer
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erst im Beschwerdeverfahren vertreten, d.h. sie haben die Akten zuvor noch nicht
gekannt. Das Aktendossier des Verwaltungsverfahrens umfasst 421 Seiten (beidseitig
bedruckt) und enthält vier medizinische Gutachten. Streitgegenstand ist der
Rentenanspruch ab dem Jahr 2003, also für den Zeitraum von über 10 Jahre gewesen.
Die Rechtsvertreterin A. Guyot hat die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers zwar
erst nach Ablauf des Schriftenwechsels übernommen. Sie hat jedoch auf Aufforderung
des Gerichts noch diverse medizinische Berichte eingeholt. Der vorliegende Fall ist
somit klar überdurchschnittlich aufwändig gewesen, weshalb die geforderte
Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3'945.25 angemessen erscheint (Fr. 3'212.35 +
Fr. 732.90). Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit
entschädigt der Staat die Rechtsvertreterin K. Herzog mit Fr. 2'569.90 und die
Rechtsvertreterin A. Guyot mit Fr. 586.30 (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).