Decision ID: fc24ecc5-3639-4622-b8a1-748945fcb268
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, erlitt am 1
1.
Juni 2003 und am 11.
Sep
tem
ber 2005 bei der Allianz versicherte Unfälle; die diesbezüglichen Leistungen stellte die Allianz mit Einspracheentscheid vom
1.
Dezember 2008 per 10.
Sep
tember 2006 ein (
Urk.
2/
11/I/117). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
9.
Juli 2010 im Verfahren Nr. UV.2009.00015 teilweise gut (
Urk.
2/
11/I/123), dies mit der Feststellung, mit Ausnahme einer begin
nenden Arthrose im linken oberen Sprunggelenk (OSG) seien die im strit
tigen Zeitpunkt geklagten Beschwerden nicht (mehr)
unfall
kausal
(S. 16 E. 7.3); im Hinblick auf allfällige zu erbringende Leistungen seien strikt auf diesen Beschwerdekomplex (OSG-Arthrose links) fokussierte Abklärungen zu tätigen (S. 17 E. 7.4).
1.2
In der Folge veranlasste die Allianz ein Gutachten, das am 2
5.
Januar 2012 er
stattet
wurde (
Urk.
2/
11/I/158)
,
und stellte mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2012 (
Urk.
2/
11/I/174 =
Urk.
3/1b/4) ihre Leistungen per 1
0.
September 2006 ein.
Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies die Allianz am 29.
November 2012 ab (
Urk.
2/
11/I/194).
Die gegen den Einspracheentscheid vom 2
9.
November 2009 erhobene Be
schwer
de wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
5.
April 2014 im Verfahren Nr. UV.2013.00021 ab (
Urk.
2/32
).
Dagegen erhob die Versicherte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen
heiten beim Bundesgericht.
2.
Das Bundesgericht
hiess die genannte Beschwerde mit Urteil vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
1) teilweise gut und wies die Sache zu neuer Entscheidung an das hiesige Gericht zurück, d
a
der
Antrag der Beschwerdeführerin, es sei zur „Verhandlung über den gesamten Anspruch vorzuladen“, ein solcher auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von
Art.
6
Abs.
1 der Europäischen
Men
schenrechtskonvention
(EMRK) gewesen
sei
(S. 4 E. 2.1). Dem habe das kanto
nale Gericht ohne
rechtsgenügliche
Begründung nicht Rechnung getragen, was nachzuholen sei (S. 5 E. 2.3).
In der Folge führte das hiesige Gericht am 3
0.
Juni 2015 eine Hauptver
hand
lung durch (Prot. S. 1 f.
=
Urk.
7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht wer
den kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
markt
lage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4
Ein kantonaler Entscheid, welcher
eine materielle Teilfrage beantwortet (
etwa
: die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung finde keine Anwendung) und die Sache zur Abklärung einer anderen Teilfrage an die Verwaltung zurückweist (
etwa
: zur Abklärung der Frage der Arbeitsfähigkeit)
,
ist ein
Zwischenentscheid, der unter den Voraussetzungen
von
Art.
93
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über das Bundesgericht (BGG)
selbstständig angefochten werden kann (
BGE 133 V 477 Regeste und
E. 4.2).
Ein
kantonaler
Entscheid, mit welchem eine bestimmte, vorangehende Teil-Peri
ode des Rentenanspruchs materiell abschliessend beurteilt und für eine darauf folgende Teil-Periode die Sache zu neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück
gewiesen wird
, ist in Bezug auf die materiell abschliessend beurteilte Phase ein Teilentscheid, der selbständig anfechtbar ist, bei Nichtanfechtung selbständig rechtskräftig wird und später nicht mehr angefochten werden kann (
BGE 135 V 141
).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin führte im Rahmen der Hauptverhandlung
(
Urk.
6) unter anderem aus
,
es habe eine Neubeurteilung der Beschwerden aus allen versi
cherten Unfallereignissen zu erfolgen; der Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichts vom
9.
Juli 2010 habe keine Bindungswirkung der materiellen Teil
aspekte zur Folge (S. 4
Ziff.
5).
Laut Bundesgerichtsurteil sei über die Beschwerde materiell neu zu befinden. Darin werde der Sachverhalt weder zeit
lich noch sachlich eingeschränkt. Der Streitgegenstand umfasse somit auch den Sachverhalt des Verfahrens Nr. UV.2009.00015; sämtliche Unfälle und Unfall
folgen seien hier materiell zu beurteilen (S. 8
Ziff.
15).
Auf jeden Fall zu berücksichtigen sei das Gutachten der Ärzte
des Instituts Y._
von
2013
, welches frühere Beurteilungen bezüglich Unfallkausalität bestätige (S. 4 f.
Ziff.
7).
Weiter machte sie geltend, über ein der Beschwerdegegnerin am
6.
März 2005 gemeldetes Unfallereignis sei bis heute nicht materiell entschieden worden. Zwar sei ein Bagatell-Unfall gemeldet worden; dies bedeute aber nicht, dass die Folgen auch
bagatellär
seien (S. 6 f.
Ziff.
11).
Strittig sei
en
einerseits die Unfallkausalität der Ereignisse von 1998,
von
2003,
vom
6.
März und
vom
1
1.
September 2005, andererseits deren Aus
wirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
12).
Sie mach
t
e geltend, Unfallfolgen
seien
als Folge der Unfallereignisse
vom
Dezember 1998 und September 2005
:
eine
posteriore
OSG-Arthrose mit Sehnenaffektion und lateraler
Bandinstabi
lität
OSG links, sowie eine Gonarthrose im linken Knie
als Folge des Unfallereignisses vom Juni 2003
:
eine Polyarthrose, ein Sta
tus nach Zerrung des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie sowie eine
Rhizarthrose
in den Händen
als Folge der Unfallereignisse
vom
Dezember 1998, Juni 2003 und März 2005
:
eine Rückenkontusion / Fraktur des Lendenwirbelkörpers (LWK) 5 rechts mit einem chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom L4/5 und L5/S
1.
Durch diese Unfallfolgen sei sie erheblich in ihrer Leistungsfähigkeit einge
schränkt (S. 7
Ziff.
13).
Wenn die Beschwerdegegnerin behaupte, es bestünden nur noch
krankheits
bedingte
Beschwerden, sei dies von ihr zu beweisen (S. 9
Ziff.
18).
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich
in der Hauptverhandlung (
Urk.
7)
auf den Standpunkt
, es seien keine neuen Tatsachen genannt worden und das von der Beschwerdeführerin erwähnte
Y._
-Gutachten habe sich nicht mit der
Kausali
tätsfrage
auseinanderzusetzen gehabt (S. 1 unten).
Die Frage, ob
R
aum für einen Vergleich bestehe, verneinte sie (S. 2
unten).
2.3
I
m angefochtenen Entscheid (
Urk.
2/2)
ging die Beschwerdegegnerin
davon aus, der medizinische Endzustand sei per 1
0.
September 2006 erreicht gewesen (S. 8 Ziff. 3b); gemäss den Angaben des zuständigen Krankenversicherers seien seit
her lediglich drei (überwiegend bildgebende) Untersuchungen im Zusammen
hang mit dem linken OSG in Rechnung gestellt worden (S. 8 f. Ziff. 3c). Im Hin
blick auf die Invaliditätsbemessung ging sie davon aus, dass die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall weiterhin angestellt tätig gewesen wäre (S. 11 Ziff. 4b/
aa
). Unfallbedingt sei die Beschwerdeführerin gemäss Gutachten um 17 % in der angestammten Tätigkeit eingeschränkt; die entsprechende
Erwerbs
einbusse
könne sie
zumutbarerweise
mit einem entsprechenden Teilzeitpensum in einer (leidensangepassten) rein sitzenden Tätigkeit kompensieren (S. 12 f. Ziff. 4b/
bb
). Ferner begründe die leichte Arthrose mangels Erheblichkeit keinen Anspruch auf Integritätsentschädigung (S. 15 Ziff. 5d).
2.
4
Die Beschwerdeführerin
beantragte
demgegenüber in ihrer
Beschwerde (
Urk.
2/1)
, es seien ihr rückwirkend ab 1
0.
September 2006
Heilungs
kosten
und Taggelder zu vergüten (S. 2 Ziff. 1) sowie eine Invalidenrente und
Integritäts
entschädigung
zuzusprechen (S. 2 Ziff. 2), und
machte
- nebst Ausführungen zum Unfallhergang
(S. 7) - unter anderem geltend
, der behandelnde Rheuma
to
loge habe wiederholt aktenkundig erklärt, dass die diversen Stürze „Folgen der OSG-Arthrose und Bandinstabilität“ darstellten; in Kenntnis des laufenden Rechtsstreits und aufgrund der gesetzlichen Vorleistungspflicht habe er seine Rechnungen betreffend Behandlung der Unfallfolgen der Krankenkasse einge
reicht (S. 7 Ziff. 4). Sodann machte sie geltend, dass sie das
Anstellungs
pensum
von 60 % nicht habe erhöhen beziehungsweise sich nicht habe selb
ständig machen könne
n
, liege an den Folgen des 1998 erlittenen Unfalls (S. 8 Ziff. 5), gefolgt von Erläuterungen betreffend ihr effektiv erzieltes Einkommen (S. 9 f. Ziff. 7) und zum Invalideneinkommen (S. 10 f. Ziff. 8). Fer
ner bestritt sie, dass die Beschwerden im linken OSG lediglich zu einem Drittel
unfall
bedingt
seien (S. 11 Ziff. 9) und äusserte sich zur Unfallkausalität (S. 11 f. Ziff. 10) sowie zu bereits im Urteil von 2010 berücksichtigten bildgebenden und anderen Befun
den und den damaligen Gutachten (S. 12 f. Ziff. 11).
2.5
Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
2/9) darauf hin, dass die von November 2006 bis Februar 2010 erstellten Rechnungen zweimal den Diagnosecode (vgl.
Urk.
2/10) D1 und D2 (Behandlung von Mus
keln/Sehnen und Bändern/Gelenken), alle übrigen den Diagnosecode D5 (Wir
belsäule)
, jedoch
keine den Diagnosecode D4 (Arthrose)
,
trügen (S. 6). Dass die Beschwerdeführe
rin wegen Einschränkungen aus dem Unfall von 1998 auf eine selbständige Er
werbstätigkeit verzichtet habe, sei deshalb wenig glaubhaft, weil sie 2005 dann - trotz Beschwerden - doch habe in die Selbständigkeit wechseln wollen (S. 7 unten).
3.
3.1
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage, ob und allenfalls inwieweit aus der beginnenden Arthrose im linken OSG anspruchsrelevante Ein
schränkungen resultieren.
Die Frage der Unfallkausalität von weiteren geltend gemachten Beschwerden wurde vom hiesigen Gericht im Rückweisungsurteil von 2010 eingehend geprüft und dahingehend beantwortet, dass im strittigen Zeitpunkt ausser der OSG-Proble
matik keine unfallkausalen Beschwerden (mehr) bestanden.
3.2
Im Bereich der Unfallversicherung stellen die Frage, ob bestimmte
Gesund
heits
schäden
in
rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang mit einem Unfall stehen, und die Frage, welche anspruchsrelevanten Beeinträchtigungen sich aus einem Gesundheitsschaden ergeben, klar unterscheidbare materielle Teilfragen dar. Ein Urteil, das eine materielle Teilfrage beantwortet und die Sache zur Klärung der anderen materiellen Teilfrage an den Versicherungsträger zurück
weist, ist ein
Zwischenentscheid, der nach Massgabe von
Art.
93
Abs.
1 BGG selb
ständig anfechtbar ist. Bei Nichtanfechtung wird er selbständig rechtskräftig (vorste
hend E. 1.4).
Die Beschwerdeführerin hat das Rückweisungsurteil von 2010 nicht ange
foch
ten, dies, wie sie in der Hauptverhandlung
auf
Nachfrage erklärte, aus
prozess
taktischen
Gründen (
Urk.
7 S. 2). Damit
ist
das Urteil (und die darin erfolgte Beantwortung der Kausalitätsfrage) rechtskräftig geworden.
Unbehelflich
, da u
nzutreffend
,
ist
in diesem Zusammenhang
die in der Haupt
verhandlung aufgestellte Behauptung, laut Bundesgerichtsurteil vom 2
3.
April 2015 sei „über die Beschwerde materiell neu
zu
befinden“ und darin werde „der Sachverhalt weder zeitlich noch sachlich eingeschränkt“ (
Urk.
6 S. 8
Ziff.
15). Einziger Gegenstand des genannten Urteils war die Frage einer
konventions
konformen
Verhandlung. Zur Sache selber hat sich das Bundesgericht gar nicht geäussert.
3.3
Da keine Gewähr besteht, dass die eben dargelegte Rechtsauffassung allseitig geteilt wird, werden nachstehend auch die Ausführungen des Gerichts zu den 2010 entschiedenen Kausalitätsfragen
dargelegt (E. 4). Somit könnten, sollten sie
letztinstanzlich
als offen erachtet werden, auch diese beurteilt werden und eine abermalige Rückweisung mit dem Auftrag, das Urteil von 2010 zu inkor
porieren, wäre entbehrlich.
4.
Im Urteil vom
9.
Juli 2010 im Verfahren Nr. UV.2009.00015 (
Urk.
2/11/I/117) finden sich zur Aktenlage und zur Frage der Unfallkausalität - wörtlich - fol
gende Ausführungen:
3.1
Gemäss dem Bericht von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie FMH, vom 20. Januar 1999 (Urk. 10/3) überkippte sich die Beschwerdeführerin am 16. Dezember 1998 den rechten Fuss an einem
Trottoirrand
(Ziff. 2) und begab sich am 18. Dezember 1998 in ärztliche Behandlung (Ziff. 1). Diagnostiziert wurde eine
Distorsio
pedis
(Ziff. 5); zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit wur
den keine Angaben gemacht (Ziff. 8). Am 22. Dezember 1998 habe die Beschwerdeführerin erklärt, sie wolle in einigen Tagen Skifahren gehen und sich zu einer Kontrolle im Januar 1999 einfinden, wobei es auch um die
Abklärung der beim gleichen Unfall zugezogenen Kreuzschmerzen gehe
(Ziff. 2).
In seinem Bericht vom 8. April 1999 (Urk. 10/7) nannte Dr.
Z._
folgende Diag
nosen (Ziff. 1):
schwere
Distorsio
pedis
links
Rückenkontusion mit möglicher Fraktur des
Proc
.
transversus
Lenden
wir
belkörper
(LWK) 5 rechts
Die Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit verneinte Dr.
Z._
(Ziff. 4).
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin bejahte Dr.
Z._
am 8. Juni 1999 den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz, von dem ihm die Beschwerdeführerin berichtet hatte, und der Fraktur des
Proc
.
transversus
LWK 5 rechts (Urk. 10/12).
3.2
In der Folge wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med.
A._
, Orthopädische Chirurgie FMH, behandelt (vgl. Urk. 10/13-14), der eine Distor
sion OSG links diagnostizierte (Urk. 10/32 Ziff. 1), ausdrücklich keine Arbeits
unfähigkeit attestierte (Urk. 10/19-20, Urk. 10/22, Urk. 10/32) und (am 5. Juli 2002) über belastungsabhängige Restbeschwerden berichtete (Urk. 10/28 Ziff. 2).
3.3
Am 15. Novembe
r 2000 erstattete Dr. med. B._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, als Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin einen Bericht (Urk. 10/25 = Urk. 12/39), dies gestützt auf die ihm vorliegenden Akten (S. 1 ff.), ein Gespräch mit Dr.
A._
(S. 3) und seine eigene Untersuchung am 15. November 2000 (S. 4 ff.). Angaben zur Unfallkausalität der verschiedenen von ihm angesprochenen Beschwerden und zur Arbeitsfähigkeit machte er nicht.
3.4
Am 9. Januar 2003 (Urk. 10/33) berichtete Dr. med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie, die erste Konsultation habe am 22. Oktober 2002 stattgefunden (Ziff. 1). Als Diagnose nannte er eine grosse linksseitige
Diskus
hernie
L5/S1 gemäss MRI vom 30. August 2002 mit zur Zeit
therapie
re
sistenten
Lumboischialgien
; die Beschwerdeführerin sei von Dr.
A._
, bei dem sie primär wegen Fussproblemen in Behandlung sei, wegen Rücken
schmerzen überwiesen worden (Ziff. 2). Er habe eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % vom 30. Oktober 2002 bis 13. Januar 2003 attestiert (Ziff. 4). Auf die Frage „Liegt ein Unfall vor?“ führte er aus: „Ja, dieser ist aber nicht im Vorder
grund, was die Wirbelsäule betrifft“ (Ziff. 3).
4.
4.1
Im Eintrag vom 11. Juni 2003 in der Krankengeschichte (Urk. 11/1) hielt Dr.
A._
fest, die Beschwerdeführerin habe ihn notfallmässig auf
ge
sucht, nachdem sie vor wenigen Minuten gestürzt sei; die genauen Umstände seien unklar, es liege eine Kontusion des rechten Kniegelenks und linken
Vor
derarmes
vor, zudem etwas Rückenschmerzen (
lit
. A). Als Diagnose nannte er: Sturz mit Kontusion Vorderarm links, Knie rechts und mögliche „Distorsion“ der Wirbel
säule (
lit
. D). Angezeigt sei eine konservative Behandlung; die Beschwerdefüh
rerin werde wohl für 1-2 Tage nicht arbeiten können.
4.2
Am 11. Juli 2003 berichtete Dr. med.
D._
, FMH Handchirurgie und Allgemeine Chirurgie (Urk. 11/4), sie habe die Beschwerdeführerin erst
mals am 10. Juli 2003 gesehen und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
Status nach Kontusion linker Vorderarm mit Schürfungen und protra
hier
tem Rückgang der Schwellung
traumatisierte
Pisotriquetralarthrose
rechts
bekannte Diskushernie L4/5, L5/S1
Die Beschwerdeführerin sei auf der Strasse gestürzt und habe sich wahrschein
lich mit beiden Händen aufgefangen (S. 1).
Rechts scheine es sich um eine traumatisierte oder zumindest eine beginnende
Pisotriquetralarthrose
zu handeln, links gebe es keine Hinweise für
ossäre
Läsi
onen oder frische Bandläsionen. Die Beschwerdeführerin verreise am nächsten Tag in die Ferien (S. 2 unten).
4.3
Am 11. Dezember 2003 berichtete Dr. med.
E._
, Oberarzt, Klinik
F._
, über seine Untersuchung der Beschwerdeführerin und führte aus, am ehesten handle es sich um eine akute Kniekontusion rechts (Urk. 11/15 unten).
4.4
Am 26. Dezember 2003 berichtete Dr. med.
G._
, Spezialarzt für Neuro
logie FMH, der bereits am 25. August (Urk. 11/9) und 28. November 2003 (Urk. 11/13) einen Formularbericht erstattet hatte, über seine Unter
su
chungen (Urk. 11/16). Er nannte folgende Diagnosen (S. 1):
cervico-cephales
Schmerzsyndrom und anhaltende Schmerzen und Gefühls
störungen an der linken Hand, wahrscheinlich post
traumati
scher Genese bei Status nach Sturz am 11. Juni 2003
neuralgieforme
Gesichtsschmerzen links
Seit dem Sturz am 11. Juni 2003 leide die Beschwerdeführerin an Schmerzen mit zum Teil Gefühlsstörungen an Hand und Vorderarm links sowie an ständi
gen Nacken- und Kopfschmerzen. Die seit längerem auftretenden Gesichts
schmerzen links hätten durch den Unfall keine Änderung erfahren (S. 1 unten).
In seinem Bericht vom 15. März 2004 (Urk. 11/19) diagnostizierte Dr.
G._
sodann ein Karpaltunnelsyndrom rechts mittelgradiger Ausprägung (S. 1). Die Beschwerdeführerin führe die Beschwerden an der rechten Hand auf den Sturz vom 11. Juni 2003 zurück, ein Zusammenhang lasse sich aber nicht mit Sicher
heit herstellen (S. 2 unten).
4.5
Am 7. Mai 2004 berichtete Dr.
D._
, die Symptome würden immer
verwirrli
cher
, die Beschwerdeführerin gebe jedes Mal neue Probleme an (Urk. 11/20 S.
1 Mitte).
Am 24. Juli 2004 gab Dr.
B._
gestützt auf die ihm vorliegenden Akten eine Stellungnahme ab (Urk. 11/25). Diese liessen seines Erachtens unmissver
ständlich auf eine Symptomausweitung schliessen (S. 1 unten). Der
Stolper
sturz
vom 11. Juni 2003 sei als derart
bagatellär
einzustufen, dass man sicher sagen könne, es bestünden per heute nur noch möglicherweise Unfallfolgen (S.
2 oben).
4.6
Am 24. Dezember 2004 erstattete Dr.
G._
einen weiteren Bericht (Urk. 11/51/3) und führte aus, Grund der aktuellen Untersuchung sei eine in den letzten Wochen eingetretene Zunahme der Nacken- und Kopfschmerzen (S. 1). In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, die Beschwerde
führerin habe im Rahmen des Sturzes vom 11. Juni 2003 eine Commotio cerebri und ein Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule (HWS) erlitten (S. 2 Mitte).
4.7
Am 23. Juni 2005 führte Dr.
A._
aus, ein Zusammenhang der
Kniebe
schwerden
mit dem Unfall vom 11. Juni 2003 dürfe als wahrscheinlich ange
nommen werden (Urk. 11/34 unten), am 28. Juni 2005 - nach einem Telefonat mit der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin - er dürfe „mit über
wiegen
der Wahrscheinlichkeit“ angenommen werden (Urk. 11/51/2).
5.
5.1
Am 11. September 2005 rutschte die Beschwerdeführerin gemäss den Angaben in der Unfallmeldung beim talwärts Wandern aus und zog sich eine Torsion des linken Knies und Fusses zu (Urk. 12/1 Ziff. 6).
Die Erstbehandlung erfolgte am 12. September 2005 im
Spital H._
, wo ein Verdacht auf Bandläsion links diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 12. September 2005 attestiert wurde (Urk. 12/2 Ziff. 1, 5 und 8).
5.2
Am 28. März
2006 berichtete Dr. med
.
I._
, FMH Physikalische Medi
zin und Rehabilitation sowie Rheumatologie (Urk. 12/21/1), er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 11. November 2005 (Ziff. 1) und nannte als Diagnose einen Status nach OSG-Distorsion links am 11. September 2005 mit partieller Ruptur des lateralen Bandapparates (Ziff. 5).
Am 12. Juli 2006 nahm er gegenüber der Rechtsvertreterin der Beschwerde
führe
rin Stellung (Urk. 12/46). Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 11. September 2005 zurückzuführen (Ziff. 1). Der Status quo ante sei nicht erreicht (Ziff. 3). In ihrem Beruf als Physiotherapeutin sei die Beschwerde
führeri
n nicht voll einsetzbar; da sie dabei ihre Füsse problemlos einsetzen können müsse, schätze er die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % (Ziff. 6a).
5.3
Am 10. Oktober 2
006 erstattete Dr. med. J._
ein Aktengutachten (Urk. 12/55). Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden seien
aus näher dargelegten Gründen - nur möglicherweise auf das Ereignis vom 11. September 2005 zurückzuführen (S. 2 Ziff. 1).
Es bestehe ein krankhafter Vorzustand, nämlich eine leichte, beginnende Arthrose im hinteren oberen Sprunggelenk mit einer kleinen
osteochondroti
schen
Läsion am medialen
Talusdorn
. Dieser Zustand sei heute allein und aus
schliesslich für die geklagten Beschwerden verantwortlich (S. 2 Ziff. 2).
Das Erreichen des Status quo sine sei - grosszügig - auf den 10. September 2006 festzusetzen. Beim Ereignis habe es sich um eine ausgesprochen leichte Verletzung gehandelt, welche normalerweise bereits nach 3-4 Monaten ausge
heilt sei (S. 3 Ziff. 3).
6.
6.1
Dr. med.
K._
, FMH Orthopädie, erstattete am 9. Mai 2007 ein Gut
achten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/74). Sie stützte sich dabei auf die ihr überlassenen Akten, die Angaben der Beschwerdeführerin und ihre Untersuchungen vom 13. Oktober und 10. November 2006 sowie 19. Januar 2007 (S. 1 unten)
.
Sie stellte die folgenden, hier gerafft angeführten, orthopädischen Diagnosen (S. 44 Ziff. 1.6):
chronischer Daumenschmerz rechts
chronischer Daumenschmerz links
chronisch rezidivierende
Cervico-Cephalgie
und
Cervicobrachialgie
rechts
chronischer Knieschmerz rechts
chronische Lumbago mit chronisch rezidivierenden
Lumboischialgie
-Attacken links
Die Frage, ob die geltend gemachte Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des Unfalls vom 11. Juni 2003 sei, beantwortete sie mit „zum Teil“: Unfallkausal seien die Beschwerden an den Händen und am rechten Knie; bei den Nackenbeschwerden sei der Unfall als Symptomauslöser verantwortlich, degenerative Veränderungen aber vorbestehend; bezüglich LWS bestehe keine Unfallkausalität (S. 44 f. Ziff. 2.1).
Die Frage, ob der medizinische Endzustand erreicht sei, bejahte sie bezüglich all
gemeiner Beschwerden der Hände (sehr wahrscheinlich Status nach modera
tem
Sudeck
) und verneinte sie bezüglich
Rhizarthrosebeschwerden
, bezüglich HWS sowie das rechte Knie betreffend (S. 46 f. Ziff. 3.1).
6.2
Dr.
I._
äusserte sich gegenüber der Rechtsvertreterin der Beschwerde
führe
rin - aus näher dargelegten Gründen - sinngemäss zustimmend zu den Schlussfol
gerungen der Gutachterin (Urk. 12/103/1 S. 2).
6.3
Am 10. April 2008 erstattete Dr.
K._
ein weiteres Gutachten (Urk. 12/84), dies gemäss Absprache mit der Beschwerdegegnerin nur bezogen auf das Unfallereignis vom 11. September 2005 und gestützt auf ihre Untersu
chung vom 31. Januar 2008 (S. 1).
Dabei stellte sie, in Ergänzung der bereits genannten Diagnosen, folgende ortho
pädische Diagnose (S. 24 f. Ziff. 5, S. 20 Ziff. 1.6):
chronische Arthralgie OSG links mit Bewegungseinschränkung und
Belast
barkeitseinschränkung
bei
posttraumatischer OSG-Arthrose links
radiologisch Zeichen einer beginnenden, progredienten OSG-Arthrose, Röntgen 31. August 2006 und 31. Januar 2008 (
Gelenk
spalt
ver
schmälerung
und
osteophytäre
Randzacken
tibial
ven
t
ral/dor
sal)
magnettomographisch nachgewiesener OSG-Arthrose, MRT vom 2. Juni 2006 (
osteochondrale
Läsion am lateralen
Talusdorn
,
subkor
tikales
Ödem an
posteriorer
Tibia)
Verdacht auf
Proprioceptorenproblematik
OSG links
Zur Kausalität führte sie aus, das linke obere Sprunggelenk betreffend müsse von einer posttraumatischen OSG-Arthrose ausgegangen werden, wobei man nicht mit absoluter Sicherheit werde sagen können, welcher der drei Unfälle in der Hauptsache für die heute vorliegende Arthrose verantwortlich sei (S. 28). Zusammengefasst sei sie der Meinung, dass der Unfall vom Dezember 1998 die Grundlage der heutigen posttraumatischen Arthrose sei, dass aber der Unfall vom September 2005 zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung geführt habe (S. 29 Mitte).
Die zunehmende Arthrose des linken OSG mit Dauerschmerz und damit einge
schränkter Belastbarkeit und mit reduzierter Beweglichkeit beeinflusse die übri
gen Probleme, vor allem am rechten Knie und der LWS, negativ. Das linke Knie hingegen dürfe heute als
bland
bezeichnet werden (S. 32 oben).
6.4
Dr. med.
L._
, FMH Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, berichtete am 22. Oktober 2008 im Auftrag der Invalidenversicherung (Urk. 11/114 = Urk. 12/111) und beantwortete unter anderem die Zusatzfragen der
Beschwer
degegnerin
(S. 1 unten, S. 26 f.). Er stützte sich auf die Angaben der Beschwer
deführerin (S. 2 ff.), seine eigene Untersuchung vom 10. Oktober 2008 (S. 1 unten, S. 4 ff.) und die ihm überlassenen Akten (S. 7 ff.).
Dr.
L._
stellte folgende Diagnosen (S. 12 Ziff. III):
chronisch sich generalisierendes Schmerzsyndrom
nicht ausreichend somatisch abstützbar
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
multiple Beschwerden, wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Tinnitus, Kopf
schmerzen, etc.
Hypermobilitätssyndrom
Polyarthralgien peripherer Gelenke
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung
Tendovaginitiden
diverse Unfallereignisse
Trigeminusneuralgie links
Tinnitus
altersentsprechende Arthrosen verschiedener axialer und peripherer Gelenke
Adipositas mit Body Mass Index von 33
gestörte
Gluconeogenese
anamnestisch Reizmagen-Syndrom mit
Refluxbeschwerden
diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
im Status
nascendi
mög
lich
Die von der Beschwerdegegnerin gestellten Zusatzfragen (S. 26 f. Ziff. V) beant
wortete Dr.
L._
folgendermassen:
Ob die geltend gemachte Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zumindest teilweise Folgen der - einzeln genannten - drei Unfälle sei, verneinte er (S. 26 Ziff. 1).
Zur Frage allfälliger Vorzustände führte er aus, die vorhandene Dokumentation erlaube es nicht, den Gesundheitszustand vor den jeweiligen Unfällen exakt zu beschreiben. Es sei für ihn jedoch keine Frage, dass mit den jeweiligen
Unfaller
eignissen
Beschwerden zeitlich limitierten Ausmasses begründet wer
den könn
ten. Die anlässlich der Begutachtung objektivierbaren Befunde seien, aus soma
tischer Sicht beurteilt, nicht geeignet, eine Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit für die berufliche Tätigkeit als Physiotherapeutin zu begründen. Es bestünden auch Hinweise für vordergründig nicht somatisch
abstütz
bare
Beschwerden; ob diese allenfalls im Zusammenhang mit den Unfallereignissen stünden, könnte im Rahmen einer entsprechenden psycho
somatisch-psy
chiatrischen Begutach
tung beurteilt werden (S. 27 Ziff. 2).
Bezüglich der verschiedenen Unfallereignisse gehe er jeweils von einem Status quo ante aus (S. 27 Ziff. 3).
Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt könne er keine
Inte
gritäts
schädigung
begründen (S. 27 Ziff. 6).
6.5
6.5.1
Am 25. Januar 2010 erstattete Dr. med.
M._
, Chefarzt Rheumatologie, KSW, ein Aktengutachten im Auftrag des Gerichts (Urk. 26).
6.5.2
Zum Gutachten
K._
von 2007 führte er aus, den Hauptanteil des Gutach
tens und dessen Anhangs bilde die subjektive Schilderung der Beschwer
den der Beschwerdeführerin (S. 2 oben). Die Schilderung der zur Dis
kussion stehende Unfälle falle vergleichsweise zu kurz aus (S. 2 Mitte).
Die Gutachterin komme zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin als Physiothe
rapeutin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Eine Verweistätigkeit sehe sie nicht und weise dabei auf das Hindernis fehlender Deutschkenntnisse hin. Gemäss den Unterlagen habe die Beschwerdeführerin doch noch zu 30 % gear
beitet (S. 2 unten).
Die Diagnoseliste sei nicht umfassend; es handle sich um eine Aufzählung ortho
pädischer Symptome und jeweils darunter die wahrscheinliche Patho
lo
gie. Die Fakten aus der klinischen Untersuchung wie auch aus den
bildgeben
den
Untersuchungen vermöchten aus seiner Beurteilung der schriftlichen Unterlagen die jetzigen Beschwerden und insbesondere die Arbeitsunfähigkeit nicht zu begründen. Es handle sich hauptsächlich um degenerative Ver
ände
rungen, die aber alle wenig ausgeprägt seien, möglicherweise durch den Unfall vorüberge
hend symptomatisch geworden seien, aber nicht eigentlich eindeutig auf den Unfall zurückgeführt werden könnten. Einzige mögliche Ausnahme sei eine mögliche Zerrung des vorderen Kreuzbands im rechten Knie (S. 3 oben).
6.5.3
Zum Gutachten
K._
von 2008 führte Dr.
M._
aus, die Schilderung der subjektiven Beschwerden nehme wieder grossen Raum ein (S. 3 Mitte).
Bei der Befunderhebung werde darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführe
rin wiederum sehr stark schmerzempfindlich sei. Bei verschiedenen Untersu
chungen weiche sie aus oder versuche, mit den Händen abzuwehren. Entspre
chend seien einzelne Untersuchungsergebnisse nicht schlüssig. Sicher bestehe über dem linken Sprunggelenk und dem Bandapparat eine deutliche
Dolenz
(S. 3 unten).
In der zusammenfassenden Beurteilung werde postuliert, dass sich beim ersten Unfall am 16. Dezember 1998 eine Verletzung im oberen Sprunggelenk ereig
net habe. Entsprechend sei im ersten MRT des linken OSG am 6. Januar 1999 ein
Bone
bruise
festgestellt worden. Im MRI vom 10. November 1999 sei der
Bone
bruise
nicht mehr nachweisbar gewesen und die Szintigraphie vom 27. Januar 1999 habe praktisch keine pathologische Anreicherung in beiden Unterschen
keln und Füssen gezeigt (S. 4 oben).
Wahrscheinlich sei durch das erneute Trauma einer weiteren OSG-Verletzung links am 11. September 2005 richtungsweisend eine Arthrose im linken OSG fortgeschritten (S. 4 Mitte).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Physiotherapeutin erscheine plausi
bel; allerdings sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit bezüglich sämtlicher Tätigkeiten bestehen solle (S. 4 Mitte).
6.5.4
Zum Gutachten
L._
wies Dr.
M._
einleitend darauf hin, dass dieses primär auf die Bedürfnisse der Invalidenversicherung ausgerichtet sei (S. 4 unten).
Formal sei das Gutachten genügend. Es gliedere sich in Anamnese inklusive per
sönlicher, Familien-, System- und Sozialanamnese. Das jetzige Leiden werde ausführlich geschildert. Die Untersuchungsbefunde seien sehr ausge
dehnt erho
ben und dokumentiert worden; bemerkenswert sei, dass 4 von 5
Waddell
-Zeichen positiv geschildert würden. Bei den bildgebenden Unter
su
chungen falle auf, dass insgesamt wenig strukturelle Veränderungen vor
lägen, welche die angegebenen Beschwerden erklärten (S. 5 oben).
Sodann benannte Dr.
M._
Passagen, die nicht in das Gutachten gehört hätten. Die Beurteilung der verschiedenen Beschwerden erfolge im weiteren Gut
ach
ten minutiös. Viele der angegebenen Beschwerden seien offenbar für den Untersu
cher klinisch nicht nachvollziehbar und auch in der Bildgebung wenig unter
mauert (S. 5 Mitte).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und des Belastbarkeitsniveaus werde erklärt und begründet. Aus Sicht des Gutachters bestünden deutliche Hinweise für somatisch nicht abstützbare Beschwerden (S. 5 unten).
6.5.5
Weiter äusserte sich Dr.
M._
zum Aktengutachten
J._
von 2006 (S. 6) und zur Stellungnahme von Dr.
I._
im Februar 2008 (S. 6 unten) und den Berichten von Dr.
G._
(S. 7).
Nach Rücksprache mit dem Leitenden Arzt Neurologie des KSW führte Dr.
M._
aus, die Diskushernien L4/5 und L5/S1 seien unfallfremd (S. 8 oben).
Zusammenfassend komme er zum Schluss, dass die beschriebenen struktu
rellen Veränderungen wenig ausgeprägt seien und eine gänzliche Arbeits
unfä
higkeit nicht zu begründen vermöchten. Dass die körperliche Unter
suchung von den Gutachtern als schwierig, mit Abwehrbewegungen verbunden und für die Be
schwerdeführerin schmerzhaft gewesen sei, könne dahin gedeutet wer
den, dass eine Symptomausweitung stattgefunden habe. Dr.
L._
habe festge
stellt, dass vier der fünf
Waddell
-Zeichen positiv gewesen seien. Die
Waddell
-Zeichen seien nicht beweisend, würden aber als Hinweis auf eine nicht orga
nische Pathologie der Beschwerden gedeutet.
6.5.6
Zur ausdrücklichen Frage, welches der Gutachten bezüglich der
Kausalitäts
beur
teilung
als medizinisch überzeugender zu erachten sei, äusserte sich Dr.
M._
ergänzend am 22. März 2010 (Urk. 29).
Bezüglich Kausalität der zur Diskussion stehenden Unfälle sei das Gutachten
L._
am besten begründet und einleuchtend. Zwar sei die Schilderung der Unfallereignisse zu marginal. Die Beschreibung der erhobenen klinischen und bildgebenden Befunde sei dann aber präzise, nachvollziehbar und stelle auch wo möglich den Bezug zu den Unfällen zum Teil mit Hinweisen zur Datenlage dar. Auch würden klar nicht unfallbedingte Befunde und Diagnosen diskutiert und auf eine mögliche Symptomausweitung und neuropsychologische Defizite hingewiesen (S. 1 unten).
Im Gegensatz zu
Dr.
K._
in ihrem zweiten Gutachten (2008) erwähne Dr.
L._
abgesehen von einer Senk-Spreizfuss-Komponente keinerlei
relevanten klinisch pathologischen
Befunde an den unteren Extremitäten. Er erwähne, dass er sich bewusst sei, dass die Beschwerdeführerin dies ganz anders beur
teile. Er komme zum Schluss, dass höchstens eine
leichtgradige
Arthrose
bil
dung
im oberen Sprunggelenksanteil zur Darstellung komme, die jedoch die Altersnorm nicht überschreite (S. 2 oben).
Das Gutachten 2007 von Dr.
K._
gewichtete Dr.
M._
bezüglich Darstel
lung der unfallbedingten Beschwerden und Diagnosen als weniger gut begründet und einleuchtend. Ein Mangel liege in der Beschränkung auf die Unfälle bis und mit 11. Juni 2003, obwohl der dritte Unfall vom 11. September 2005 schon stattgefunden hatte. Die Anamnese sei sehr ausführlich, aber etwas unstrukturiert und ständig mit erklärenden Erläuterungen durch die Versicherte durchsetzt, die auch entsprechende Vermutungsdiagnosen ein
streue (S. 2 Mitte).
Bei den aktuellen Beschwerden mache die Beschwerdeführerin sehr allgemeine Angaben mit Dauerschmerzen, wobei, nach deren Wertigkeit befragt, in der Hauptsache Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen als behindernd genannt würden und die Migräne- und
Trigeminusneuralgieattacken
haupt
sächlich störend zu sein schienen (S. 2 unten).
Bezüglich Handbeschwerden werde im Gutachten die Kausalität bejaht. Dr.
M._
führte dazu aus, für ihn sei die Kausalität nicht gegeben und inzwi
schen sollte ein Status quo sine erreicht sein (S. 3 oben). Auch die
wenig ausgeprägte -
patello-femorale
Arthrose sei für ihn nicht sehr wahr
scheinlich unfallkausal. Es werde nie eine nachweisbare Knieschädigung erwähnt, welche zu einer sekun
dären posttraumatischen Arthrose führen könnte. Eine vorüber
gehende Zunahme der Beschwerden sei sehr wahr
scheinlich, inzwischen sollte auch hier bis zum Jahr 2008 ein Status quo sine erreicht sein (S. 3 Mitte).
Das zweite Gutachten
K._
von 2008 gewichtete Dr.
M._
bezüglich Kau
salität durch die Unfälle als „teilweise einleuchtend und begründet“. Bei der Anamnese hätten die Beschwerden von Seiten des linken Sprunggelenks nun ganz im Vordergrund gestanden (S. 3 unten).
Es sei wahrscheinlich, dass der Beginn einer Arthrose durch das Unfallereignis vom 16. Dezember 1998 gelegt worden sei und dann richtungsweisend durch den Unfall vom 11. September 2005 eine Verschlimmerung eingetreten sei. Allerdings handle es sich lediglich um eine beginnende Arthrose im OSG, wie sie in diesem Alter öfters vorkomme. Aufgrund des Verlaufs sei dann hier die
Diagnose einer posttraumatischen Arthrose, wenn auch wenig ausgeprägt, zu stellen (S. 4 Mitte).
7.
7.1
Die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin zu den verschiedenen Gutachten werden dominiert durch von ihr einzeln aufgezählte Kritikpunkte insbesondere am Gutachten
L._
; auch in der Eingabe, die sich nominell auf das Gutachten
M._
bezieht, äusserte sie sich wiederum zu von ihr herausgegriffenen Punkten im Gutachten
L._
.
Sie bezeichnete zahlreiche Elemente als „falsch“. Falsch sei etwa die Feststel
lung, sie habe sich problemlos
ent
- und bekleiden können; dies könne sie nicht und habe es „dem Gutachter entsprechend demonstriert“. Falsch sei dessen Feststellung, die Arthrosen an den Händen wie auch die HWS- und
LWS
Chon
drosen
seien altersentsprechend. Falsch sei auch seine Feststellung, dass bei den unteren Extremitäten kein relevanter klinisch-pathologischer Befund objek
tivierbar sei (Urk. 1 S. 14). Die Beispiele liessen sich vermehren. Ihnen ist gemeinsam, dass die Beschwerdeführerin ihre eigene Beurteilung an die Stelle derjenigen des Gutachters setzt, und da sie ihre für richtig hält, ist jene des Gut
achters - ihres Erachtens - falsch. Dass sie dabei gelegentlich auf von ihr als geeignet erachtete Arztberichte hingewiesen hat, ändert nichts am subjek
tiven und nicht-ärztlichen Stellenwert ihrer Vorbringen.
Es ist der Beschwerdeführerin grundsätzlich unbenommen, sich auf der von ihr gewählten Ebene und im von ihr als angezeigt erachteten Detaillierungsgrad zu den Gutachten zu äussern. Ebenso unbenommen ist es jedoch dem Gericht, dem die Beweiswürdigung obliegt, sich nicht auf dieser Ebene auf jeden Punkt ein
zeln einzulassen.
7.2
In Kenntnis der von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwände ergibt die Wür
digung der verschiedenen Gutachten insgesamt ein für die
Entscheidfin
dung
verwertbares Ergebnis.
Dr.
K._
bejahte die Unfallkausalität einzelner Beschwerdekomplexe, Dr.
L._
verneinte sie bei allen und postulierte allfällige nicht organische Ursa
chen.
Der Gerichtsgutachter Dr.
M._
bezeichnete - mit keiner Wiederholung bedürf
ti
ger Begründung - das Gutachten
L._
als überzeugender und erachtete die K
ausalitätsbeurteilung durch Dr.
K._
, mit einer Ausnahme, als weniger beziehungsweise nicht überzeugend.
7.3
Davon ist auszugehen. Gestützt auf die Ausführungen und Begründungen von Dr.
M._
ist - mit einer Ausnahme - der Beurteilung durch Dr.
L._
dahingehend zu folgen, dass die multiplen von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den nicht (beziehungsweise jedenfalls im strittigen Zeitpunkt nicht mehr) in natürlichem Kausalzusammenhang mit den erlittenen Unfällen stehen.
Davon ausgenommen ist, wiederum entsprechend der Beurteilung durch den Gerichtsgutachter, die beginnende und wenig ausgeprägte, aber als post
trau
ma
tisch qualifizierte Arthrose im linken oberen Sprunggelenk. Dies
bezüglich ist der natürliche Kausalzusammenhang mit den erlittenen Unfällen als überwie
gend wahrscheinlich gegeben zu erachten.
7.4
Die Feststellung, dass die genannte Arthrose als Unfallfolge zu qualifizieren ist, führt zur Erkenntnis, dass im Hinblick auf allfällige von der
Beschwerdegegne
rin
zu erbringende Leistungen weitere, strikt auf diesen Beschwerdekomplex fokussierte, Abklärungen erforderlich sind.
Zu klären ist erstens, ob in der Zeit nach der erfolgten Leistungseinstellung bezo
gen auf die OSG-Arthrose Heilbehandlungen erfolgt sind und wie es sich damit künftig verhält.
Zweitens ist zu klären, ob die OSG-Arthrose die Arbeitsfähigkeit in
leidens
ange
passter
Tätigkeit in einem Mass beeinträchtigt, das nach erfolgter
Invali
di
täts
bemessung
einen Rentenanspruch zu begründen vermöchte.
Drittens ist zu klären, ob die OSG-Arthrose einer
bezifferbaren
und
entschädi
gungsberechtigten
Integritätseinbusse entspricht.
7.5
Die Beschwerden sind demnach mit der Feststellung, dass die OSG-Arthrose links als Unfallfolge gilt, teilweise gutzuheissen und die Sache ist in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen (vorstehend
Erw
. 7.4) tätige und anschliessend neu verfüge. Im Übrigen sind sie abzuweisen.
5.
5.1
In der im März 2010 ergänzend zum Gerichtsgutachten erstatteten Stellung
nahme wurde ausgeführt, es sei wahrscheinlich, dass der Beginn einer Arthrose des linken OSG durch den Unfall von 1998 gelegt worden und dann richtungs
weisend durch den Unfall von 2005 eine Verschlimmerung eingetreten sei. Allerdings handle es sich laut Beschreibung nach wie vor lediglich um eine be
ginnende Arthrose im OSG, wie sie in diesem Alter öfters vorkäme. Aufgrund des Verlaufs sei die Diagnose einer posttraumatischen Arthrose, wenn auch wenig ausgeprägt, zu stellen (
Urk.
2/11/I/122 S. 4 Mitte).
5.2
Dr. med.
I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi
litation, speziell Rheumaerkrankungen, der die Beschwerdeführerin seit dem 1
5.
Juni 2005 behandelt (
Urk.
14 S. unten), nannte in seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
2/
11/I/131 =
Urk.
2/
11/I/182 Beilage 2 =
Urk.
2/
3/16 =
Urk.
2/
25/3) folgende Diagnose (S. 1 Ziff. 1):
laterale Bandinstabilität sowie OSG-Arthrose links, Ereignis vom 1
1.
Sep
tember 2005
chronischer belastungsabhängig verstärkter Reizzustand des linken OSG/USG
Er führte unter anderem aus, als Kursleiterin Rheumaliga, insbesondere auch zum Erteilen von Wassergymnastik, bestehe eine Einschränkung der Arbeits
fä
higkeit von 50 % (bezogen auf 100 %), dies weil diese Kurse nicht in entspre
chendem Schuhwerk gegeben werden könnten und andere Tätigkeiten nicht realistisch seien (S. 2 Ziff. 7).
5
.3
Die Ärzte der
Klinik
F._
untersuchten die Beschwerdeführerin auf Zuweisung von Dr.
I._
am 1
1.
März 20
11
und nannten in ihrem Bericht vom
5.
Mai 2011 (
Urk.
2/
11/I/141) folgende Diagnosen (S. 1):
Verdacht auf periphere Polyneuropathie bei subjektiver OSG-Instabilität links, bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen beider Füsse, Ruheschmerzen beider Füsse mit vermindertem Vibrationssinn, Diffe
rential
diagnose (DD) im Rahmen eines Diabetes mellitus
anamnestisch Status nach Diskushernie L5/S1 links mit
radikulären
Schmerzen und
Fussheberschwäche
links
Sie führten unter anderem aus, bei der Patientin bestehe wahrscheinlich eine
residuelle
Fussheberschwäche
links bei bekannter Diskushernie L5/S
1.
Die von der Patientin geäusserten Schmerzen in beiden Füssen linksbetont seien wahr
scheinlich multifaktorieller Genese. Einerseits bestehe eine bekannte OSG-Arthrose, welche den Anlaufschmerz erklären könnte. Ansonsten könnten die Beschwerden auch im Rahmen einer Polyneuropathie interpretiert werden (S. 2 Mitte).
Aus neurologischer Sicht wurde sodann mit Bericht vom 2
5.
Mai 2011 ausge
führt, es lasse sich keine Polyneuropathie objektivieren. Auffällig sei eine leichte
axonale
Schädigung des N.
peronaeus
links. Möglicherweise sei der Befund im Rahmen einer stattgehabten
Radikulopathie
L5 links zu sehen (Urk.
2/
11/I/144 S. 2 Mitte).
5
.4
Am 2
5.
Januar 2012 erstattete Dr. med.
N._
,
Fachärztin für
Ortho
pädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein
Gutachten
im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
(Urk.
2/
11/I/158). Sie stützte sich auf die ihr überlassenen Ak
ten (S. 2 ff.), da
runter auch die vorstehend (E. 5.2 und 5
.3) erwähnten Berichte von Dr.
I._
und der Ärzte der
Klinik
F._
(S. 4 f.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 6 ff.) und die anlässlich der Untersuchung vom 2
4.
Mai 2011 (S. 6 oben) erhobenen Befunde (S. 9 f.).
Die Gutachterin stellte folgende Diagnose (S. 10 Mitte):
chronische Fussschmerzen links mit wenig
Arthrosezeichen
antero
-late
ral bei / nach
Supinationstrauma
vom 1
6.
Dezember 1998
erneutem, dokumentiertem
Supinationstrauma
am 1
1.
September 2005
anamnestisch diverse weiter
e
Supinationstraumata
seit 1998
leichter
Fussheberparese
links bei konservativ behandelter
Diskus
her
nie
L5/S1 links (unfallfremd, 2002)
Verdacht auf periphere Neuropathie beidseits (unfallfremd)
Die Gutachterin führte unter anderem aus, radiologisch fänden sich wenige Anzei
chen einer Arthrose im
posterioren
Anteil des linken OSG. Orthopädisch könne die radiologisch beginnende leichteste Arthrose des OSG gut mit den
Supinationstraumata
erklärt werden; hier bestehe
eine direkte Unfallkausalität. D
ie radiologischen und klinischen orthopädischen Befunde könnten jedoch die aus
geprägten Beschwerden der Versicherten punkto linken Fuss nicht erklären. Die subjektiv beklagte Instabilität des linken OSG habe klinisch praktisch nicht be
stätigt werden können, hingegen hätten die neurologischen Probleme mit einem leichten
Fallfuss
links bestätigt werden können (S. 11 unten).
Zusammenfassend führte die Gutachterin aus, die von der Beschwerdeführerin beklagte Instabilität des linken OSG und die chronischen Schmerzen würden vorwiegend durch neurogene (nervliche) und nicht durch orthopädische (Verän
derung der Gelenke) respektive posttraumatische Befunde erklärt. Diese Beur
teilung beruhe auf den nur leichten orthopädischen und radiologischen Befun
den im Bereich des linken OSG (S. 12).
Die heutigen Beschwerden im linken Fuss seien maximal zu einem Drittel
unfall
kausal
, zu zwei Dritteln unfallfremd. In einer überwiegend sitzenden Arbeit sei die Versicherte rein punkto linker Fuss vollschichtig zu 100 % arbeits
fähig. In der angestammten Tätigkeit als Physiotherapeutin mit über
wiegend stehender und gehender Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (S.
12 Mitte).
Zum Zumutbarkeitsprofil führte die Gutachterin gesamthaft (2/3 unfallfremd, 1/3 unfallkausal) aus, langes Gehen und Stehen von mehr als 1 h seien der Versicherten nicht zumutbar. Sitzende Tätigkeiten seien ihr vollumfänglich zumutbar. Das Gehen auf unebenem Gelände, langes Treppensteigen, das Bestei
gen von Gerüsten sowie das Gehen mit Tragen von Lasten über 10 kg seien nicht zumutbar (S. 15 Ziff. 3.1.2).
Die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung sei momentan noch nicht erreicht. Sollte die milde Arthrose fortschreiten, so sei die
Integritäts
ent
schädigung
- beispielsweise in 5 Jahren - entsprechend neu zu beurteilen (S.
17 Ziff. 7.1).
5
.5
Dr. med.
G._
, Facharzt für Neurologie
, berichtete am
6.
Februar 2012 über seine Untersuchung vom 1
1.
Januar 2012 und nannte folgende - hier leicht gekürzt angeführte - Diagnosen (Urk.
2/
11/I/182 Beilage 17 S. 1):
posttraumatische Lumbalgie nach Sturz auf Rücken und Gesäss am 22. September 2011
akute posttraumatische Kontusion der linken Schulter sowie akute Rücken
schmerzen nach Sturz auf Steissbein vom 1
0.
Juni 2010
chronisches posttraumatisches
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei Sta
tus nach Sturz am 1
1.
Juni 2003 mit Commotio cerebri und
Über
dehnungstrauma
der Halswirbelsäule (HWS)
posttraumatische Migräne und Trigeminusneuralgie
posttraumatische OSG-Arthrose links; laterale Bandinstabilität seit mehre
ren
Supinationstraumen
im linken Fuss
In einem Bericht vom 1
1.
Januar 2013 (Urk.
2/
21/5) führte Dr.
G._
- nebst vergleichbaren Angaben - ein erneutes
Supinationstrauma
des linken Fusses am 1
4.
Oktober 2012 an (S. 2 oben).
5
.6
Dr.
I._
(vorstehend E. 5
.2) nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Mai 2012 (Urk.
2/
14 = Urk.
2/
21/4) folgende Diagnosen (S. 1):
posttraumatisches
lumboradikuläres
sensomotorisches Ausfallsyndrom S1 links bei Status nach Sturz auf Rücken und Gesäss am 22. September 2011
posttraumatische
Periarthropathia
humero-scapularis
(PHS) links per
sistie
rend und bereits damals akute
Lumbovertebralsymptomatik
nach Sturz auf Steissbein am 1
0.
Juni 2010
posttraumatische OSG-Arthrose links und laterale Bandinstabilität seit Er
eignis vom 1
1.
September 2005; diverse weitere
Supinationstraumen
chronisches posttraumatisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz am 1
1.
Juni 2003 mit Commotio cerebri und
Über
dehnungstrauma
der HWS
posttraumatische Migräne und Trigeminusneuralgie links
Er führte unter anderem aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine Instabi
lität des linken OSG, welche im Zusammenhang mit den verschiedenen
Supi
nati
ons
traumen
der letzten Jahre entstanden sei. Hinweise auf das Bestehen einer Polyneuropathie hätten nie bestanden, und auch die entsprechenden neuro
lo
gischen Abklärungen hätten eine solche ausschliessen lassen. Die
Gang
unsicherheit
durch die OSG-Instabilität links sei mit Sicherheit wesentliche Ursache der multiplen Stürze (S. 2).
5
.7
Im Bericht vom 3
0.
April 2013 (Urk.
2/
11/I/204) über eine
orthopädieschuh
techni
sche
Kontrolle in der
Klinik
F._
wurden in der Beur
tei
lung
Restbeschwerden
nach Distorsion beider Knie und des linken Fusses am 1
4.
Oktober 2012 festgehalten (S. 2 oben).
5
.8
Am 2
1.
Juni 2013 erstatteten die Ärzte
des Instituts Y._
ein Gutachten im Auftrag der Invalidenversicherung (Urk.
2/
21/1/1). Es wurden folgende (Haupt-)Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 29 f. Ziff. 6.1):
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
chronische
Zervikozephalgie
und
Zervikobrachialgie
beidseits
Polyarthrose
posteriore
OSG-Arthrose, Sehnenaffektation und laterale Bandinstabilität OSG links bei Status nach multiplen Distorsionstraumata OSG links (1998, 2001, 2003, 2005 und 2012)
Trigeminusneuralgie links
episodische Migräne mit Aura
Berufsanamnestisch wurde unter anderem ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe ab 2002 ihr Pensum als Physiotherapeutin freiwillig auf 60 % reduziert, dies wegen zunehmender lumbaler Rückenschmerzen; damals sei erstmals eine Diskushernie L5/S1 festgestellt worden. Zusätzlich habe sie von 1996 bis 2003 1.5 Stunden pro Woche für die Rheumaliga gearbeitet; ab 2003 habe sie dieses Pensum auf 4.5 Stunden pro Woche gesteigert. Im Jahr 2006 sei sie wegen Auflösung der Physiotherapiepraxis entlassen worden und habe ihr Pensum bei der Rheumaliga auf 15 Stunden pro Woche, einem Pensum von 30 % entspre
chend, gesteigert (S. 31 Mitte).
5
.9
Im orthopädischen Fachgutachten (Urk.
2/
21/1/3) wurde unter anderem aus
geführt, Beschwerden im Bereich der Daumen und der Finger und Beschwerden im Bereich des Knies schränkten die Arbeitsfähigkeit ein, ebenso erlaubten Beschwerden im Bereich des oberen Sprunggelenkes mit Arthrose und lateraler Instabilität der Beschwerdeführerin kein problemfreies Gehen auf Treppen, Lei
tern und unebenem Gelände (Instabilität) und führten aufgrund der Arthrose zu einer verminderten Gehstrecke (S. 17 unten).
Somit sei die Beschwerdeführerin für schwere, mittelschwere körperliche Arbei
ten mit einer Belastung von über 10 kg, Gehen auf unebenem Gelände, Leitern, Treppen zu 100 % arbeitsunfähig. In ihrem angestammten Beruf als Physiothe
rapeutin sei sie zum heutigen Zeitpunkt zu 50 % arbeitsfähig. Die Arbeitsunfä
higkeit begründe sich mit der nachvollziehbaren Notwendigkeit von verlänger
ten Ruhephasen zur Vermeidung der Exazerbation vor allem der Wirbel
säulen- und Handbeschwerden (S. 18 oben).
5
.10
Dr.
I._
(vorstehend E.
5
.2) führte in einer Stellungnahme vom 2. September 2013 (Urk. 25/1) unter anderem aus, für die Rechnungsstellung zulasten der Krankenkasse werde zumeist nur ein Code angegeben. Um eine Bezahlung der Rechnungen wie im hier vorliegenden Fall sicher zu stellen, habe er aus
Prakti
kabilitätsgründen
nur einen Code verwendet; es könne nicht auf die Bezahlung einer Rechnung über Jahrzehnte gewartet werden, bis dann vielleicht auch
ein
mal der Rechtsstreit erledigt sei (S. 1). Ein vollständiger Diagnosecode hätte gelautet: D4, D2, D1 und D5 (S. 1 unten).
Die Beschwerdeführerin sei sehr wohl auch nach September 2006 bezüglich ihrer Unfallfolgen (OSG-Arthrose, Bandinstabilität, gestörte
Propriozeption
) regel
mässig behandelt worden (S. 2).
Zusammenfassend betonte er, dass die mehrfachen Distorsionen des linken OSG mit der posttraumatischen OSG-Arthrose, der lateralen Bandinstabilität / Läsion und der gestörten
Propriozeption
die Hauptursache für weitere Stürze gewesen und damit auch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wesentlich für die jetzige Gesundheitsbeeinträchtigung der Patientin verantwortlich seien (S. 2).
6
.
6
.1
Zu den genannten Arztberichten ist vorab der Hinweis angezeigt, dass nicht ersichtlich ist, was Dr.
G._
im Februar 2012 veranlasste, im Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
1.
Juni 2003 unter anderem ein
HWS-Überdehnungs
trauma
zu
diagnostizieren (vorstehend E. 5
.5). In seinen Berichten vom 2
5.
August 2003 (Urk.
2/
11/III/9), 2
8.
November 2003 (Urk.
2/
11/III/13) und 2
5.
De
zember 2003 (Urk.
2/
11/III/16) war davon ebenso wenig die Rede wie in ande
ren 2003 erstatteten Berichten (Urk.
2/
11/III/4-5, Urk.
2/
11/III/7) oder der
Unfall
meldung
, die vom als Arzt tätigen Arbeitgeber erstattet wurde (Urk.
2/
11/III/2).
Ebenso wenig ist verständlich, dass Dr.
I._
im Mai 2012 die gleiche - iden
tisch formulierte - Diagnos
e neu aufführte (vorstehend E. 5
.6); auch in seinen früheren Berichten war von solchem nicht die Rede gewesen.
6
.2
Gegenüber den Beurteilungen durch Dr.
I._
sind weitere Vorbehalte ange
bracht. Dass er seine Bemühungen dem (vorleistungspflichtigen)
Kranken
ver
si
cherer
in Rechnung stellte und nicht der Beschwerdegegnerin, die ihre
Leistungs
pflicht
verneinte, vermag einzuleuchten. Dass er aber dabei kein einzi
ges Mal den für die Behandlung von Arthrosen vorgesehenen Code ver
wendete, wi
derspricht diametral seiner späteren Schilderung, er habe die Beschwer
de
führe
rin auch nach September 2006 wegen Unfallfolgen (OSG
Arthro
se,
Band
instabilität
, gestörte
Propriozeption
) behandelt (vorstehend E.
5
.10). Wenn dem so war, gibt es - auch abrechnungstechnisch gesehen - keinen plausiblen Grund, ausgerechnet den zutreffenden Diagnosecode nicht zu ver
wenden. Dies legt den Schluss nahe, dass dem eher nicht so gewesen sein könnte, sondern dass der langjährig behandelnde Arzt sich in diesem Punkt für seine Patientin engagiert (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a/cc).
Wie es sich mit seiner These verhält, für weitere OSG-Distorsionen seien die genannten Beeinträchtigungen die Hauptursache gewesen, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens; sie ist gegebenenfalls vom Versicherer zu prüfen, dem solche späteren Ereignisse gemeldet wurden.
6
.3
Somit ist für die Beantwortung der strittigen Frage (vorstehend E.
3.1
) in erster Linie das von der Beschwerdegegnerin veranl
asste Gutachten (vorstehend E. 5
.4) massgebend.
Die Gutachterin stellte eine (unfallkausale) leichteste Arthrose des OSG fest, wel
che jedoch die ausgeprägten Fussbeschwerden der Beschwerdeführerin nicht erklären konnte. Die Gutachterin stellte fest, die Beschwerden würden vor
wiegend durch neurogene, nicht durch orthopädische beziehungsweise post
trauma
tische Befunde erklärt. Bezogen auf die Fussbeschwerden erachtete sie die Be
schwerdeführerin als in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit zu 100 %, und in der angestammten Tätigkeit als Physiotherapeutin als zu 50 % arbeits
fä
hig. Diese Einschränkung um 50 % bezeichnete sie als zu zwei Dritteln
unfall
fremd
und zu einem Drittel unfallkausal.
Eine anspruchserhebliche Integritätseinbusse vermochte die Gutachterin nicht zu erheben.
6
.4
Der
Y._
-Fachgutachter (vorstehend E.
5
.9) postu
lierte aus orthopädischer Sicht zwar auch eine Arbeitsfähigkeit von
lediglich
50 %
in der angestammten Tätig
keit als Physiotherapeutin
, be
gründete dies jedoch hauptsächlich mit dem Bedarf an verlängerten Ruhephasen wegen Wirbelsäulen- und
Handbe
schwer
den
. Als einzige sich aus der OSG-Arthrose ergebende Einschränkung nannte er eine verminderte Gehstrecke.
Dies wirft die Frage auf, ob bezogen auf die angestammte Tätigkeit als Physio
the
rapeutin, die keine längeren Gehstrecken erfordert, überhaupt eine
unfall
kausale
(durch die OSG-Arthrose bedingte) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Stellt man auf das
Y._
-Fachgutachten ab, ist die Frage klar zu ver
nei
nen.
Die Beurteilung durch die Gutachterin erweist sich
somit
im Vergleich mit derjeni
gen durch den
Y._
-Fachgutachter als grosszügig.
6.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass ab September 2006 keine unfallbedingten Heilbe
hand
lungen der OSG-Arthrose mehr angefallen seien, dass die OSG-Arthrose keine relevante Integritätseinbusse begründe, sowie dass aufgrund der OSG
Arthro
se eine volle Arbeitsfähigkeit für vorwiegend sitzende Tätigkeiten bestehe und die
Arbeitsfä
higkeit als Physiotherapeutin deswegen um maximal ein Drittel von 50 % (mit
hin rund 17 %) eingeschränkt sei.
7.
7.1
Aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend einen
Unfall vo
m
6.
März 2005 (
Urk.
6 S. 6 f.
Ziff.
11,
Urk.
2/1 S. 16 ff.) ergeben sich keine anders
lautenden Schlussfolgerungen.
7.2
Die Beschwerdeführerin machte beschwerdeweise (
Urk.
2/1) geltend, das
Unfall
ereignis
vom
6.
März 2005 (Sturz auf Gesäss und Rücken) sei aktenkun
dig. Die Beschwerdegegnerin habe fälschlicherweise mit Schreiben vom
5.
Ok
tober 2005 die Rechnung für die entsprechende Behandlung vom 1
5.
Juni bis
8.
Juli 2005 retourniert. Sie habe am 1
4.
Januar 2013 nachträglich die Aus
richtung von Leistungen beantragt (S. 16 Ziff. 1).
Weiter führte sie aus, sie habe bis vor Beginn des aktuellen Verfahrens nie voll
ständige Akteneinsicht erhalten. Deshalb habe sie erst mit Schreiben vom
1
4.
Januar 2013 (vgl.
Urk.
2/
11/II/5) die Beschwerdegegnerin „darauf auf
merk
sam machen können, dass sich im Zusammenhang mit einem weiteren
Unfaller
eignis
Ungereimtheiten aus den UVG-Akten der Beschwerdegegnerin ergeben“ (
Urk.
16 S. 2).
7
.3
Aktenkundig ist eine den
6.
März 2005 betreffende Bagatell-Unfallmeldung (
Urk.
2/
11/II/1). Der behandelnde Arzt (und Arbeitgeber) der Beschwerdeführerin attestierte am 1
6.
April 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom
9.
bis
1
4.
März 2005 und datierte die volle Arbeitsaufnahme auf den 1
5.
März 2005 (
Urk.
2/
11/II/3 S. 2 Ziff. 8 und 9). Am 2
0.
Juni 2005 teilte er der
Beschwer
de
gegnerin
mit, bei noch geringem Schmerz des Os
coccygis
sei die Behandlung am 1
9.
Mai 2005 abgeschlossen worden (
Urk.
2/
11/II/4).
Im
2007
von
Dr.
K._
erstatteten Gutachten (
Urk.
2/
11/III/74) wurde in der persönlichen Anamnese unter anderem ein Sturz auf Eis (ausgerutscht) am
6.
Februar (rich
tig: März) 2005 aufgeführt (S. 5 oben), dies gestützt auf die Zusammenstellung der Beschwerdeführerin vom 1
1.
Oktober 2006 zuhanden der Gut
achterin (
Urk.
2/
11/III/74 Beilage), wo mit Datum vom
6.
März 2005 ein Aus
rutscher auf Glatteis angegeben wurde, von dem sich die Beschwerde
führe
rin gemäss eigener Dar
stellung erholt habe, ohne sich krank zu schreiben (S. 2 unten).
Auch im 2008
von
Dr.
L._
erstatteten Gutachten (
Urk.
2/
11/I/111) wurde anam
nestisch ein Sturz auf Eis auf das Gesäss am
6.
März 2005 festgehalten (S.
4 oben).
7
.4
Der fragliche Unfall wurde mithin in den Gutachten, die Gegenstand des frühe
ren Verfahrens am hiesigen Gericht waren, aufgeführt. Mangels Relevanz wurde sodann von medizinischer Seite jedoch bei den Diagnosen, der
Kausa
litäts
beur
teilung
und den Angaben zur aktuellen Arbeitsfähigkeit nicht mehr darauf Bezug genommen. Gleiches gilt für das Urteil vom
9.
Juli
2010 des hiesigen Gerichts, mit welchem der Sachverhalt bis zum Zeit
punkt des damals ange
fochte
nen
Einspracheentscheids
(Dezember 2008) beur
teilt wurde, dies mit dem Ergebnis, dass höchstens betreffend die OSG-Arthrose links eine
Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin bestehen könnte.
Der Beschwerdeführerin war der genannte Unfall bekannt (hat sie ihn doch selber zuhanden der Gutachterin von 2007 aufgelistet). Bei pflichtgemässer Auf
merksamkeit konnte sie (beziehungsweise ihre Rechtsvertreterin) im letzten Verfahren feststellen, dass ihm von medizinischer Seite, von der
Beschwerde
gegne
rin
und schliesslich vom Gericht keine leistungsrelevante Bedeutung bei
ge
messen wurde. Sie hätte mithin das Urteil von 2010 in diesem Punkt anfech
ten können und müssen.
7.5
Schliesslich ergibt sich auch aus den hier vorliegenden Akten, dass von angebli
chen „Ungereimtheiten“ keine Rede sein kann. Gemäss eigener Erinnerung der Beschwerdeführerin folgte dem Unfall vom März 2005 keine Arbeitsunfähigkeit; der behandelnde Arzt attestierte eine solche für die Dauer von knapp einer Wo
che und schloss die Behandlung rund 11 Wochen nach dem Ereignis ab (vorste
hend E. 7.3). Inwiefern sich vor diesem Hintergrund - abgesehen von der zeitli
chen Verzögerung von über 8 Jahren bis zur
Geltendmachung - eine
Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin begründen lassen sollte, ist nur schwer ersicht
lich, ebenso, was dies mit der vorliegend strittigen Beurteilung der OSG-Arth
rose zu tun haben könnte.
8.
8.1
Die Invaliditätsbemessung betreffend hat die Beschwerdeführerin in erster Linie geltend gemacht, sie wäre im Gesundheitsfall selbständig erwerbend (Urk.
2/
1 S.
8 Ziff. 5 und S. 9 f.). Auf welche konkreten Anhaltspunkte sich diese These stützt, lässt sich der Beschwerde nicht entnehmen; auch die eingereichten Beila
gen (Urk.
2/
3/1-28) enthalten nichts, das geeignet wäre, die betreffende Behaup
tung zu stützen. Der Umstand alleine, dass sie im November 2002 eine
Berufs
aus
übungsbewilligung
beantragte und erhielt (Urk.
2/
11/I/182 S. 6 Ziff. 4 sowie Bei
lage 16a), genügt nicht für die Annahme, ohne den Unfall von 2005 wäre der betreffende Schritt - drei Jahre später - mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit erfolgt.
8.2
Gemäss Unfallmeldung (Urk.
2/
11/I/1 Ziff. 13) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2005 einen Monatslohn von Fr. 3‘930.-- (x 13), dies mit 25.2 von 42
Wo
chen
stunden (Ziff. 12), mithin einem Pensum von 60 %. Bei der
Rheuma
liga
betrug der Lohn (inklusive Ferienentschädigung) Fr. 85.-- pro Stunde (Urk.
2/
11/I/92 S. 2 sowie Beilage); angesichts von organisatorischen Besonder
heiten (vgl. Urk.
2/
11/I/92 S. 1 Ziff. 3) wäre es nicht sachgerecht, diesen Lohn auf ein Jahr hochzurechnen.
Die Umrechnung des Lohnes bei 60 % auf ein volles Pensum ergibt Fr. 85‘180.-- im Jahr (Fr. 3‘930.-- x 13 : 60 x 100), was als hypothetisches
Validenein
kommen
einzusetzen ist.
8.3
Das hypothetische Invalidenkommen entspricht dem Verdienst, den die Beschwer
de
führerin unter Berücksichtigung der Einschränkungen, die in
rechts
genüglichem
Kausalzusammenhang mit den erlittenen Unfällen stehen,
zumut
barerweise
erzielen könnte. Ausser Betracht fallen somit alle anderen, nicht
unfall
kausalen
Einschränkungen, wie sie insbesondere (und auftrags
gemäss) im
Y._
-Gutachten berücksichtigt wurden.
Unfallkausal ist einzig die Einschränkung aufgrund der Arthrose im linken OSG. Sie beeinträchtigt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Physiothe
ra
peutin laut
Y._
-Gutachten insofern, als sie eine verminderte Gehstrecke zur Folge hat. Gemäss dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten schränkt sie die Arbeitsfähigkeit als Physiotherapeutin um rund 17 % ein. Zu
gunsten der Beschwerdeführerin ist von dieser Einschränkung auszugehen.
Gemäss den Recherchen der Beschwerdeführerin beträgt das Jahreseinkommen einer angestellten Physiotherapeutin in den ihrigen vergleichbaren Ver
hältnis
sen Fr. 122‘809.-- (Urk.
2/
11/I/182 S. 6 unten). Dieses Einkommen
, vermindert um die
unfallbedingte Einschränkung
,
könnte die Beschwerde
führerin
zumut
barer
weise
erzielen. Somit beträgt das hypothetische
Invaliden
einkommen
rund Fr. 101‘931.-- (Fr. 122‘809.-- x 0.83).
8.4
Das hypothetische Invalideneinkommen von Fr. 101‘931.-- (vorstehend E.
8.3
) fällt derart deutlich höher aus als das hypothetische
Valideneinkommen
von Fr. 85‘180.-- (vorstehend E.
8.2
), dass sich weitere Umrechnungen auf ein glei
ches Basisjahr erübrigen. Der Einkommensvergleich ergibt auf jeden Fall keinen Invaliditätsgrad.
8.5
Damit steht fest, dass die Arthrose des linken OSG unter keinem Titel weiterge
hende Leistungspflichten der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.