Decision ID: 8c4ed68d-59c5-56ac-b97d-ed4f1dedcc51
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, war bei der Zürich
Versiche
rungs
-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er sich am
9.
Dezember
2001
am rechten Knie verletzte (
Urk.
1
4
/Z3
Ziff.
1-6,
Ziff.
9). Die
Zürich erbrachte die gesetzlichen Leistungen und schloss den Fall im Oktober 2002
ab (
Urk.
14/Z164
S.
1 f.
Ziff.
1b
).
1.2
Am
5.
Oktober 2004 wurde ein Rückfall gemeldet (
Urk.
1
4
/Z11
Ziff.
1 und 3).
Die
Zürich erbrachte wiederum die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2010 stellte die Zürich die im Hinblick auf den Rückfall erbrachten Leistungen für Heilbehandlungen per 1
4.
September 2009 und
die Taggeldleistungen per 2
8.
Februar 2009 ein und sprach dem Versicher
ten
eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 25
%
zu
(
Urk.
14
/Z133 S. 3 Dispositiv
Ziff.
1-3). Die dagegen erhobene Einspra
che hies
s
s
ie mit Entscheid vom 1
7.
April 2012 in dem Sinne teilweise gut, als sie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
entsprechend
einer
Integ
ri
tätsein
busse
von 35
%
feststellte (
Urk.
1
4
/Z164). Die dagegen erhobene Be
schwer
de hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
0.
November 2012 im Ver
fahren Nr.
UV.2012.00114
gut (
Urk.
14
/
Z186
) und wies die Sache zur Durch
führung eines korrekten
Einspracheverfahrens
an die Zürich zurück (S. 6 E. 3.4).
1.3
In der Folge
hiess die Zürich die Einsprachen m
it Entscheid vom 3
0.
September 2014
wiederum
insoweit gut, als sie dem Versicherten eine
Integritätsentschädi
gung
entsprechend einer Integritätseinbusse von 35
%
zusprach (
Urk.
14
/
Z242
=
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3
0.
September 2014 (
Urk.
2) erhob der Ve
r
sicherte am 3
1.
Oktober 2014 Beschwerde und beantragte, die
Beschwerde
geg
ne
rin
sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszurichten und die
In
tegri
täts
entschädigung
angemessen zu erhöhen (
Urk.
1 S. 2).
Die Zürich beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2015 (
Urk.
13) die Ab
weisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
März 2015 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2 oben) abgewiesen.
3.
Am
6.
Januar 2014 erging das den Beschwerdeführer betreffende
invalidenver
si
cherungsrechtliche
Urteil Nr. IV.2013.00471; es w
u
rd
e
zu den Akten genom
men (
Urk.
18).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung, UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbsein
kommen
,
das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Be
ziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Aufgrund der Einheitlich
keit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der In
validen- und Unfallversi
cherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen
Gesund
heitsschaden
in beiden Bereichen prinzipiell denselben
In
validitätsgrad
zu erge
ben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Rege
lung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer ab
wei
chenden
Invaliditätsbe
messung
führen. Bereits abgeschlossene
Invaliditätsfest
legungen
sind
mitzube
rücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der
Invaliditätsschät
zung
des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozial
versicherungszweig (Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25. August 2011
E. 3 mit Hinwei
sen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E.
2b).
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
lei
det. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung ge
währt.
Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
scha
dens
abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallver
si
cherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen
Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die kör
perliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
gen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemes
sung der
Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen meh
rere kör
per
liche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fällen zu
sammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Be
ein
träch
ti
gung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.4
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des
Integri
tätsschadens
. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinische
m
Befund ist der
Integritäts
schaden
für alle
Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die
Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der
privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 I
I 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
ni
scher
Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
auf
stellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des
Integri
tätsschadens
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, das
Valideneinkommen
im Jahr 2009 sei mit
Fr.
47‘779.-- (S.
5 f.
Ziff.
3b) und das Invalideneinkommen
,
bei einem Abzug von 10
%
vom Tabellenlohn
,
mit
Fr.
49‘235.-- (S.
6
Ziff.
5d) einzusetzen,
w
omit keine Erwerbseinbusse resultiere (S.
7 oben
Ziff.
3e). Gestützt auf
entsprechende
ärztliche Stellungnahmen be
zifferte sie die Integritätseinbusse auf 35
%
(S. 8
Ziff.
4f).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
beim
Valideneinkommen
sei ein von ihm erzielter Nebenerwerb zu berücksich
ti
gen (S.
4 f.
Ziff.
3). Auch sei die angenommene volle Arbeitsfähigkeit in
lei
dens
angepasster
Tätigkeit fraglich, und der Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
sei ungenügend (S.
5
Ziff.
4). Die im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids
(September 2014) bestehende Integritätseinbusse könne nicht, wie erfolgt, an
hand
von MRI-Aufnahmen aus den Jahren 2007, 2008 und 2012 ermittelt wer
den (S.
6
Ziff.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen
sind somit die Invaliditätsbemessung und ein allfälliger Rentenanspruch sowie die Frage der Integritätseinbusse.
3.
3.1
Am 2
8.
März 2007 erstattete
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Chi
rur
gie, Chefarzt Chirurgische Klinik,
Spital
Z._
, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
14/ZM41).
Er nannte folgende Diagnosen (S. 3
Ziff.
4):
posttraumatische laterale Gonarthrose rechts
Status nach Meniskusteilresektion lateral rechts
Status nach
Varisations
-Osteotomie rechter
Femur
Status nach Materialentfernung und Narbenkorrektur
Rezidiv einer instabilen, ulzerierenden Operationsnarbe rechtes Knie
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit werde es nicht möglich sein, dass der Patient in seinen bisherigen Beruf als
Casserolier
zurückkehre (S. 4
Ziff.
8.1.1). In einer sitzenden Tätigkeit werde er voll arbeits
fähig sein (S. 4
Ziff.
8.2).
Zum Integritätsschaden führte er
- gestützt auf am 1
9.
März 2007 erstellte
Rönt
genbefunde
(S. 3 oben) -
aus, es liege eine mittlere Gonarthrose rechts vor, die auch bei optimaler Therapie und
ebensolchem
Verlauf symptomatisch bleiben werde. Es liege eine erhebliche
A
rthrose vor, so dass der Integritätsschaden ge
mäss SUVA-Tabelle mit 25-30
%
zu bewerten sei (S. 4
Ziff.
9).
3.2
Ein MR des rechten Knies am
7.
August 2008 ergab folgenden Befund (
Urk.
14/ZM68)
:
Status nach multiplen Kniearthroskopien mit den entsprechenden post
ope
rativen Veränderungen; Status nach
Teilmeniskektomie
lateraler Menis
kus
schwere posttraumatische lateralbetonte Arthrose mit leicht zunehmen
dem tiefen Knorpelschaden vor allem laterales
Tibiaplateau
wenig Erguss
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, für Intensivmedizin und für
Hand
chirurgie
,
führte in seinem Bericht vom 2
8.
Oktober 2008 (
Urk.
14/ZM69) aus, in der bisherigen Tätigkeit als Hilfskraft im Gastgewerbe erachte er den Be
schwerdeführer als arbeitsunfähig. Unter Berücksichtigung näher genannter Ein
schränkungen sei ihm ein ganztä
g
iger Einsatz zumutbar; es bestehe eine Ar
beits
fähigkeit für ein
e
leichte bis mittelschwere belastende Tätigkeit, in welcher der sitzende Anteil 80
%
oder mehr der Arbeitszeit betragen solle. Da es sich um das rechte Kniegelenk handle, sollte die berufliche Notwendigkeit, ein Auto zu fahren, vermieden werden.
3.4
Am 2
7.
Oktober 2008 fand eine
f
unktionsorientierte
m
edizinische Abklärung (FOMA) - eine angepasste Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funktio
nellen Leistungsfähigkeit (EFL) - statt, worüber am 1
5.
Januar 2009 berichtet wurde (
Urk.
14/ZM71).
Betreffend Zumutbarkeit von anderen beruflichen Tätigkeiten als der ange
stam
m
ten wurde ausgeführt, aufgrund des schmerzbedingten
Schonver
haltens
und der Selbstlimitierung in mehreren Test könne die effektive funktio
nelle
Leis
tungs
limite
nicht abschliessend beurteilt werden. Aufgrund der er
reichten
Test
resul
tate
sollte dem Klienten jedoch im Minimum eine leichte,
wechselbe
las
tende
Tätigkeit mit vorwiegend sitzendem Anteil möglich sein, dies ganztags,
ver
bun
-
den
mit der Möglichkeit, Überkopfarbeit, Sitzen sowie Stehen und Gehen zu
unterbrechen und vorausgesetzt, dass Kriechen, Knien, Kniebeu
gen und
Treppen
steigen lediglich manchmal (mithin
maximal
während
3 Stunden pro Tag) vor
kämen. Beim Sitzen sollte aus ergonomischer Sicht auf genügend
Bein
freiheit
geachtet werden (S. 4
Ziff.
3.3).
3.5
Gemäss Aktennotiz vom
4.
April 2011 (
Urk.
14/ZM81)
nahm gleichentags Prof.
Dr.
med.
B._
, Chefarzt Unfallchirurgie,
Spital C._
, zum
Integritäts
schaden
Stellung. Gestützt auf MRI-Bilder vom 2
8.
August 2007 und die SUVA-Tabelle 5 schätzte er die Integritätseinbusse auf 35
%
ein, wobei zukünftige Ver
schlimmerungen schon einbezogen worden seien.
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traum
a
tolo
gie des Bewegungsapparates, führte in seinem Bericht vom 2
2.
November 2012 (
Urk.
14/ZM85) unter anderem aus,
in der zwischenzeitlich - seit der Kon
sultation vom 2
6.
September
2012
(vgl.
Urk.
14/ZM84) - erfolgten
Kon
troll
-
MRI
-Untersuchung
finde sich eine schwere laterale Gonarthrose mit völlig zer
störtem Knorpel und fehlendem Meniskus sowie
osteophytären
Randanbau
ten
.
Medialseitig
sei der Knorpel gut erhalten und der Meniskus intakt. Auch die Kreuzbänder seien intakt. Daneben bestehe eine leichte Ergussbildung und eine kleine
Bakerzyste
.
3.7
Am 2
7.
Februar 2014 formulierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Radio
logie, Spital
F._
, eine
n als „Korrektur“ bezeichneten Befund zum MR vom 1
3.
November 2012 (
Urk.
14/ZM86) wie folgt:
Offensichtlich massive posttraumatische
Femorotibialarthrose
lateral und Zu
stand nach
Korrekturosteomie
supracondylär
am
Femur
. Vollständiger
Verlust von Meniskus und Knorpel im lateralen Kompartiment; das
Hinter
horn
des ver
bliebenen Meniskus ist eingekürzt und der freie Rand der late
ralen Zirkumfe
renz aus dem Gelenkraum gedrängt.
Gelenkserguss und
Bakerzyste
sowie mässig
periartikuläres
Ödem.
Für weitere Knie-Binnenläsion kein Beweis.
3.8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates,
beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, erstattete am
3.
April 2014 eine medizinische Beurteilung (
Urk.
14/ZM88).
Er referierte die bis November 2012
vorhandenen m
edizinischen Akten (S.
1 ff.)
und führte aus, gestützt auf die vorliegenden radiologischen Befunde bestehe eine
ausgeprägte
monokondyläre
laterale, posttraumatische Gonarthrose am rech
ten
Knie. Das mediale und
femoropatelläre
Kompartiment wiesen keine Arthrose auf;
somit bestehe keine
Pangonarthrose
. Gemäss der SUVA-Tabelle 5 werde eine schwere
Pangonarthrose
mit 30-40
%
Integritätseinbusse bemessen. Es bestehe am rechten Knie zwar keine
Pangonarthrose
, jedoch liege eine schwere laterale Arthrose mit vollständig zerstörtem Knorpel vor, weshalb, auch unter Berück
sichtigung der voraussehbaren Verschlimmerung und angesichts der zukünftig eher schlechten Prognose bei diesem erst 33-jährigen Versicher
ten
,
eine
Inte
gri
tätsentschädigung
von 35
%
geschuldet sei.
4.
4.1
Im Urteil vom
6.
Januar 2014 im Verfahren Nr. IV.2013.00471 (
Urk.
18) wür
digte
das Gericht unter anderem das von
Dr.
Y._
2007 erstattete Gut
achten
(vorstehend E.
3.1)
, die im Oktober 2008 erfolgte Stellungnahme von
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.3), den Bericht über die im Oktober 2008 er
folgte
funk
tions
orientierte
Leistungsabklärung (vorstehend E. 3.4) und die Be
urteilung des im November 2012 erstellten MRI durch
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6).
4.2
Die genannten und weitere Beurteilungen führten das Gericht zur folgenden ab
schliessenden Feststellung (S. 11 E. 4.2):
Der medizinische Sachverhalt ist demzufolge als dahingehend erstellt zu
erach
ten, dass in einer behinderungsangepassten körperlich leichten,
wechsel
be
las
tenden
Tätigkeit mit vorwiegend sitzendem Anteil ab dem 1
5.
August 2008 beziehungsweise (...) ab dem
1.
Dezember 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht.
4.3
Die mit Urteil vom 3
0.
November 2012 im Verfahren Nr. UV.2012.00114
ange
ord
nete Rückweisung
begründete das Gericht wie folgt (
Urk.
14/Z186 S. 6 E. 3.4):
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einsprache
entscheid unter Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers erging und da
mit aufzuheben ist. Die Sache ist daher an die
Beschwer
de
gegnerin
zurück
zu
weisen, damit sie dem Beschwerdeführer Gelegenheit gebe, sich zu den er
wähn
ten
Akten zu äussern. Hernach wird sie über die Einsprache neu zu befin
den haben.
Sie ist zudem darauf hinzuweisen, dass sie dem neuen Entscheid den Sach
ver
halt zu
grunde zu legen hat, wie er sich bis zum Erlass des neuen
Ein
spra
che
ent
scheids
ereig
net hat, unter Berücksichtigung der weiteren im vorlie
gen
den Ver
fahren vom Be
schwerdeführer eingereichten Arztberichte (...).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer machte unter anderem geltend, es sei nicht erstellt, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4).
Dieser Standpunkt findet in den Akten keine Stütze. Sowohl gemäss
Dr.
A._
(vorstehend 3.3) als auch gemäss der funktionsorientierten me
dizinischen Abklärung (vorstehend 3.4) besteht - leidensangepasst - eine volle Arbeits
fähig
keit. Entsprechendes wurde denn auch im Urteil vom
6.
Januar 2014 ausdrück
lich festgehalten (vorstehend E. 4.2).
5.2
Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, den zahlreichen qualitativen Ein
schränkungen sei mit einem Leidensabzug von 10
%
vom Tabellenlohn nicht aus
reichend Rechnung getragen (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4).
Als leidensangepasst gelten vorliegend körperlich leichte, wechselbelastende und
vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten (vorstehend E. 3.3, E. 3.4 und E.
4.2).
Die Beschwerdegegnerin hat dieses Anforderungsprofil mit einem Abzug von 10
%
berücksichtigt. Damit hat sie das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss
gehandhabt; es ist nicht dargetan oder ersichtlich, aus welchen Gründen der Ab
zug höher angesetzt werden sollte.
5.3
Sodann machte der Beschwerdeführer geltend, er habe vor der ab 1
8.
Januar 2005 einsetzenden Arbeitsunfähigkeit eine Nebenerwerbstätigkeit ausgeübt; dem
ent
sprechend sei das Taggeld vom 1
8.
Januar 2005 bis 2
8.
Februar 2009 auf einem
versicherten Verdienst von insgesamt
Fr.
50‘972.25 bemessen worden. Das
von der Beschwerdegegnerin mit
Fr.
47‘779.-- eingesetzte
Valideneinkom
men
be
trage daher aktualisiert mindestens
Fr.
60‘000.--
(
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
3).
Wie es sich damit verhält, kann in folgendem Sinne offen bleiben: Das
Invali
den
einkommen
wurde von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2009 mit
Fr.
49‘235.--
eingesetzt
(
Urk.
2 S. 6
Ziff.
5d); ein höherer als der von ihr dabei
vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn ist nicht ausgewiesen (vorstehend E.
5.2).
Würde man den der Taggeldbemessung
zugrunde gelegten
versicherten
Verdienst
von rund
Fr.
50‘972.-- als
Valideneinkommen
einsetzen, so würden die
Einkommenseinbusse
Fr.
1‘737.-- und der Invaliditätsgrad rund 3
%
betra
gen. Bei diesem deutlich unter dem anspruchsbegründenden
Mindestinvalidi
tätsgrad
von 10
%
(vgl.
Art.
18
Abs.
1 UVG) liegenden Wert bestünde somit auch bei Einbezug des Nebenerwerbs beim
Valideneinkommen
kein Rentenan
spruch.
5.4
Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, im Zeitpunkt des angefoch
te
nen Entscheids (September 2014) hätten lediglich MRI-Aufnahmen aus dem Jahr
2012 (und ältere) vorgelegen (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5).
Im März 2007 wurde
eine mittlere Gonarthrose diagnostiziert und
der
Integri
täts
schaden
mit 25-30
%
bewertet (vorstehend E.
3.1
)
. Aufnahmen vom August 2007 lagen der Schätzung der Integritätseinbusse von 35
%
im A
pril 2011
zu
grunde
(vorstehend E.
3.4).
Nach Aufnahmen vom August 2008 wurde ein
e
schwere
lateralbetone Arthrose diagnostiziert (vorstehend E.
3.2). Im No
vember 2012 wurde gestützt auf aktuelle MRI-Aufnahmen eine schwere laterale Gon
ar
throse diagnostiziert (vorstehend E. 3.6). In erneuter Beurteilung der Auf
nahmen von November 2012 wurde im Februar 2014 eine massive
Femorotibi
alarthrose
diagnostiziert (vorstehend E.
3.7) und im April 2014 eine schwere la
terale Ar
throse, entsprechend einem Integritätsschaden von 35
%
(vorstehend E. 3.8).
Tabellarisch dargestellt ergibt dies:
Datum Bildge
bung
Datum Beur
teilung
Diagnose
Einbusse
Erwä-gung
März 2007
März 2007
mittlere Gonarthrose
25-30
%
3.1
August 2007
April 2011
35
%
3.4
August 2008
schwere lateral be
tonte Gonarthrose
3.2
November 2012
November 2012
schwere laterale Go
narthrose
3.6
Februar 2014
massive
Femorotibi
alarthrose
3.7
April 2014
schwere laterale A
r
throse
35
%
3.8
Nur im März 2007 wurde die Gonarthrose als mittlere beurteilt und die Einbusse mit 25-30
%
beziffert. Alle von August 2007 bis November 2012 erstellten Auf
nahmen und die darauf gestützten Beurteilungen führten zur Diagnose einer schweren Arthrose und einer geschätzten Einbusse von 35
%
.
5.5
Entgegen einem allfälligen ersten Anschein dokumentiert die Bildgebung somit nicht einen progredienten Verlauf, sondern
jedenfalls seit August 2007 gleiche und
als
gleich beurteilte Verhältnisse. Ob die Differenz zur im März 2007 er
folgten Beurteilung eine damals eingetretene Verschlechterung annehmen lässt oder eher Ausdruck unterschiedlicher Einschätzungen ist, kann mit Blick auf die
einzig interessierenden
später
en
Verhältnisse dahingestellt bleiben.
5.6
Die SUVA-Tabelle 5.2 (Arthrosen), auf die
bei allen genannten
Schätzungen der Integritätseinbusse
Bezug genommen wurde
, weist folgend
e
Werte aus:
schwere
Femoropatellar
-Arthrose:
10-25
%
schwere
Femorotibial
-Arthrose:
15-30
%
schwere
Pangonarthrose
:
30-40
%
V
on den in der Tabelle erwähnten Arthrosen im Bereich des Kniegelenks
ist einzig der
Pangonarthrose
eine
Einbu
sse
von mehr als 30
%
zugeordnet
.
Beim Beschwerdeführer liegt
belegtermassen
keine
Pangonarthrose
vor, sondern lediglich eine -
wenn auch
schwere - laterale Arthrose (vorstehend E. 3.8). Die entsprechende Integritätseinbusse mit 35
%
zu beziffern, also mit dem mittleren für
Pangonarthrosen
vorgesehenen Wert, erweist sich insofern als grosszügig, als ein
e
noch höhere Einbusse (40
%
) nur dann angenommen werden könnte, wenn effektiv eine
Pangonarthrose
vor
läg
e.
Nachdem die schwere Arthrose und dementsprechend die Integritätseinbusse von
35
%
seit 2007 besteht
und bis Ende 2012 keine Progredienz festzustellen war
,
ist der Verzicht auf eine erneute Bildgebung vor Erlass des hier angefoch
tenen Entscheides vertretbar. Im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung
(vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d) kann nämlich mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit ausgeschlossen werden, dass in den unterdessen vergangenen rund 13⁄4 Jahren eine eigentliche
Pangonarthrose
aufgetreten ist, was die Vo
raussetzung dafür wäre, dass eine Integritätseinbusse von nicht nur 35
%
, son
dern 40
%
zu
mindest in Frage kommen könnte.
5.7
Bezüglich Integritätsentschädigung ist der angefochtene Entscheid somit eben
falls zu bestätigen, da die Annahme einer Integritätseinbusse von 35
%
(nicht aber
40
%
) im massgebenden Zeitpunkt nicht zu beanstanden ist.
Nicht verbindlich - mit Blick auf eine allfällige spätere erneute Leistungsprü
fun
g - ist die Feststellung, mit der Schätzung von 35
%
sei
eine voraussehbare Ver
schlimmerung schon berücksichtigt (vorstehend E. 3.8). Sollte die
Integri
täts
ein
busse
zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal abgeklärt werden, so kann die genannte Feststellung zwar in dem Sinne berücksichtigt werden, dass der Wert von 35
%
aus ärztlicher
Sicht
eine grosszügige Verortung am oberen Ende eines
gewissen Ermessensspielraums darstellt; falls jedoch einmal tatsäch
lich eine (unfallkausale)
Pangonarthrose
zu diagnostizieren sein sollte, ist nicht ausge
schlossen
, dass die Integritätseinbusse auf 40
%
geschätzt werden könnte.
5.8
In diesem Sinne (vorstehend E. 5.7) ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.