Decision ID: 9a0278a8-a9bf-57ce-90cc-3ac980aaffca
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer, ein guineischer Staatsangehöriger aus D._, verliess sein Heimatland gemäss eigenen Aussagen im März 2003, reiste mit dem Schiff nach E._ und gelangte am 19. März 2003 unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte.
Er gab anlässlich der Befragung vom 25. März 2003 in der F._ und der kantonalen Anhörung vom 21. Mai 2003 in G._ –  wurde aufgrund der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers in Anwesenheit einer Vertrauensperson durchgeführt – an, seine jüngere, unverheiratete Schwester sei von einem jungen Mann schwanger . Nachdem er von der Schwangerschaft erfahren gehabt habe, habe er den jungen Mann aufgesucht, um ihn zur Rede zu stellen.  sei es zu einer Auseinandersetzung und in der Folge zu einem Handgemenge gekommen. Er habe auf den jungen Mann . Dieser sei anschliessend im Spital seinen Verletzungen erlegen. Die Polizei habe ihn gesucht und er habe befürchtet, die  des Opfers könnte Selbstjustiz üben. Deshalb sei er zu seinem Onkel nach H._ geflohen. Mit dessen Hilfe habe er das Land verlassen.
Der Beschwerdeführer reichte keine Papiere zu den Akten. Er gab an, nie einen Pass oder eine Identitätskarte besessen zu haben. Sein  habe die Reise für ihn organisiert. Er habe für seine Reise von H._ in die Schweiz keine Dokumente gebraucht. Als er im Auto die schweizerische Grenze passiert habe, habe ihn der Fahrer des Wagens angewiesen, sich zu verstecken. So sei er unbemerkt über die Grenze gelangt.
B. Mit – am 27. August 2003 eröffneter – Verfügung vom 26. August 2003 verneinte das BFF die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den  an.
Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf allfällige  in den Vorbringen des Beschwerdeführers einzu-
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gehen. Deren spätere Geltendmachung bleibe jedoch ausdrücklich vorbehalten. Eine asylrelevante Verfolgung liege nicht vor, wenn  Massnahmen rechtsstaatlich legitimen Zwecken dienen würden. Ferner liege eine asylrelevante Verfolgung bei Übergriffen durch Dritte nur dann vor, wenn der Staat trotz bestehender Schutzpflicht und Schutzfähigkeit den erforderlichen Schutz nicht gewähre. Der  habe geltend gemacht, er werde aufgrund eines , das er begangen habe, von der Polizei gesucht, und die Familie des Opfers werde ihn bei einer Rückkehr nach Guinea töten. Bei einer allfälligen Festnahme durch die Polizei handle es sich  um eine Massnahme zur Abklärung eines gemeinrechtlichen . Diese Massnahme stelle keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) dar. Vielmehr sei es legitim, dass die Polizei, um dem Auftrag, für  und Ordnung zu sorgen, gerecht zu werden, und zur  einer Straftat, wie im vorliegenden Fall einer Tötung, eine  vornehme.
Des Weiteren seien die seitens der Familie des getöteten jungen  gemachten Drohungen als Übergriffe Dritter zu werten. Solche Übergriffe seien dann asylbeachtlich, wenn der Staat dafür die  trage. In dessen Verantwortungsbereich würden Handlungen fallen, die er anregt, unterstützt, billigt oder tatenlos hinnimmt und  dem Betroffenen den erforderlichen Schutz nicht gewährt, obwohl er dazu verpflichtet und in der Lage wäre. Im vorliegenden Fall würden sich keine Hinweise auf Nichtgewährung des Schutzes durch die  ergeben, und es könnte ihnen insbesondere auch keine  Schutzgewährung vorgeworfen werden, da es sich aus den Akten ergebe, dass sich der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt um den Schutz der Behörden gekümmert habe, obwohl ihm diese Möglichkeit offengestanden sei. Die Anforderungen an den  seien daher nicht erfüllt.
Der Vollzug der Wegweisung sei, auch im Rahmen des  vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107), durchführbar.
C. Mit Eingabe vom 10. September 2003 erhob der Beschwerdeführer  diese Verfügung Beschwerde bei der damals zuständigen  Asylrekurskommission (ARK) und beantragte, die Ziffern 4
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und 5 des Dispositivs der Verfügung vom 26. August 2003 seien , es sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzumutbar und unzulässig sei, und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung wird in den Erwägungen eingegangen.
D. Mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2003 hielt der  fest, die Beschwerde richte sich ausschliesslich gegen den  der von der Vorinstanz verfügten Wegweisung. Die Verfügung des BFF vom 26. August 2003 sei, soweit sie die Frage der  und des Asyls betreffe, in Rechtskraft erwachsen. Aus  Grund sei auch die Wegweisung als solche nicht mehr zu . Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bilde lediglich die , ob die Wegweisung zu vollziehen sei oder ob an Stelle des  eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist. Er hielt fest, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werde zu  späteren Zeitpunkt befunden, und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
E. Das BFF hielt in seiner Vernehmlassung vom 21. November 2003 fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes  könnten. Es fügte an, die Haftbedingungen in Guinea würden zwar nicht westeuropäischen Standards entsprechen, aber allein die Möglichkeit unmenschlicher Behandlung stelle noch keine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) dar und  das hierfür notwendige Vorhandensein eines „real risk“ nicht.  der Tatsache, dass dem guineischen Strafrecht zufolge  getrennt von erwachsenen Strafgefangenen unterzubringen seien, NGO's Zugang zu ihnen hätten und sich um sie kümmern , und weder Amnesty International noch das UNHCR in den letzten Jahren über systematische Folterungen in den Gefängnissen von  berichtet hätten, seien die hohen Anforderungen für die Bejahung eines „real risk“ nicht erfüllt und es bestünden somit keine stichhalti-
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gen Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit der Rückkehr. In  auf die mögliche Selbstjustiz der Familienangehörigen des  hielt das Bundesamt fest, dass nach den Erkenntnissen des BFF Straftaten, welche aus Blutrache erfolgen würden, von den  Strafverfolgungsbehörden verfolgt und geahndet würden; es könne infolgedessen nicht von einer Billigung oder Hinnahme durch den Staat ausgegangen werden. Zwar würden die guineischen  den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seine Heimat nicht unbedingt gegenüber den Familienangehörigen des Getöteten abschirmen können, es sei andererseits aber auch nicht Aufgabe der schweizerischen Asylbehörden, einen Straftäter vorläufig , weil Drittpersonen theoretisch gegen das guineische Strafgesetz verstossen könnten. Die Haftbedingungen und eine mögliche  würden demgemäss kein Wegweisungsvollzugshindernis . Daher beantragte das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde.
F. Mit Replik vom 30. August 2006 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur vorinstanzlichen Vernehmlassung.
G. Mit Instruktionsverfügung vom 16. September 2008 teilte das nunmehr zuständige Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, es behalte sich im Urteil in Bezug auf die im Jahr 2003 geltend  Ereignisse eine Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen im  von Art. 7 AsylG vor. Dem Beschwerdeführer wurde das rechtliche Gehör gewährt.
H. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2008 nahm der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter Stellung und teilte mit, er halte vollumfänglich an seinen Ausführungen fest. Beim Vorfall habe es sich um einen  gehandelt. Die herbei eilenden Zivilpersonen hätten sich um den Verletzten gekümmert, weshalb er sich ungehindert vom Tatort habe entfernen können. Polizisten seien zu diesem Zeitpunkt noch keine vor Ort gewesen. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse sowie der Umstände des Vorfalls habe er annehmen können, dass er frühestens am  Tag gesucht würde. Zum Vorwurf der mangelnden Substanz könne er lediglich sagen, dass er zum Zeitpunkt des Vorfalls sowie der  Asylbefragung noch sehr jung gewesen sei. Seine knappen Aus-
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künfte dürften jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihn dieser Vorfall auch noch heute immer wieder sehr beschäftige.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden  und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17.  2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die  der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
2.
2.1 Vorab ist die Frage der Prozessfähigkeit als  von Amtes wegen zu prüfen (vgl. FRITZ GYGI, , 2. Aufl., Bern 1983, S. 73). Seinen Angaben zufolge ist der Beschwerdeführer am B._ geboren; bei Einreichung der Beschwerde am 10. September 2003 war er daher (...), mithin noch minderjährig. Das angegebene Geburtsdatum wurde vom BFF nicht in Zweifel gezogen. Aufgrund der gesamten Aktenlage hat das Bundesverwaltungsgericht ebenfalls keinen Anlass, an der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers zurzeit der Beschwerdeeinreichung zu zweifeln.
2.2 Ferner durfte aufgrund der Aktenlage für das vorliegende  die Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers und  seine zivilrechtliche Handlungsfähigkeit (Art. 12 ff. des  Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) wie auch seine verfahrensrechtliche Prozessfähigkeit bejaht werden (zur
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Prozessfähigkeit des beschränkt handlungsfähigen Unmündigen vgl. FRITZ GYGI, a.a.O., S. 180; PETER SALADIN, Das  des Bundes, Bern 1979, S. 88 f.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 94; die Anwendbarkeit des Schweizerischen Rechts ergibt sich aus Art. 35 in Verbindung mit Art. 20 des Bundesgesetzes über das internationale Privatrecht [IPRG, SR 291]). Nach dem  ist der Beschwerdeführer legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48, 50 und 52 VwVG).
3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
4. Das Bundesamt verneinte die Flüchtlingseigenschaft des , lehnte sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschwerde lediglich die Aufhebung der Verfügung betreffend den Wegweisungsvollzug. Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des  sowie die Wegweisung blieben vorliegend unangefochten und sind mit Ablauf der Beschwerdefrist in Rechtskraft erwachsen.  des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet damit einzig die Frage, ob die Wegweisung zu vollziehen ist oder ob anstelle des  eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
5.
5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
5.2 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat und er dem Geltungsbereich der KRK nicht mehr untersteht, weshalb auf die diesbezüglich in der Beschwerde
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enthaltenen Vorbringen nicht weiter einzugehen ist.
5.3
5.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
5.3.2 Es darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu  (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend  hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Nachdem die Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer  die Flüchtlingseigenschaft nicht, unangefochten in Rechtskraft , kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des  Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine  finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den  ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
5.3.3 Laut Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der  oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer  Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts
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et décisions 2001-I, S. 327 ff.).
Der Beschwerdeführer, der gemäss eigenen Aussagen ein  beging, brachte in seiner Beschwerde vom 10. September 2003 vor, die Haftbedingungen, denen Gefangene in Guinea ausgesetzt seien, müssten als unmenschlich und erniedrigend bezeichnet werden. Zudem müsse er damit rechnen, Rachehandlungen der Familie des Opfers ausgeliefert zu sein. Der Vollzug der Wegweisung würde  eine Verletzung von Art. 3 EMRK mit sich bringen. Die Vorinstanz, welche die geltend gemachte Tötung und die vorgebrachte  lediglich auf ihre Asylrelevanz hin prüfte, hielt den Argumenten des Beschwerdeführers in der Vernehmlassung im Wesentlichen , die in der Beschwerde angeführten allgemeinen Hinweise auf die Haftbedingungen in Guinea würden den Anforderungen an den Nachweis eines „real risk“ nicht genügen. Straftaten, die aus Blutrache erfolgten, würden von den guineischen Behörden verfolgt und .
Wird davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich ein Tötungsdelikt beging, wäre eingehend zu prüfen, ob er bei einer  nach Guinea deswegen aufgrund der dort herrschenden  allenfalls einer unmenschlichen und erniedrigenden  im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt würde. Zu prüfen wäre ebenso, ob für die vorgebrachte Straftat die Todesstrafe drohen würde, zumal in Guinea diese Strafe (noch) nicht abgeschafft ist. Aus den folgenden Gründen können diese Fragen indessen offen bleiben:
Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Vorbringen im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt unglaubhaft sind. Hierzu ist festzuhalten, dass es realitätsfern erscheint, der Beschwerdeführer habe, nachdem er angeblich einen jungen Mann erstochen gehabt habe, unter den von ihm geschilderten Umständen und von den offenbar herbeieilenden Personen und der Polizei unbehelligt nach Hause gehen und am nächsten Tag von seinem Haus aus zu seinem Onkel fliehen können, ohne von der Polizei aufgegriffen zu werden. Zudem erscheint die  Schilderung des Vorfalls und insbesondere seiner Flucht vom Tatort nicht substanziiert, da sich die Vorbringen des  auf allgemeine Ausführungen beschränken und vage sind.  eines derart einschneidenden Erlebnisses dürfte vom  – auch in Berücksichtigung seiner damaligen  – jedoch zu erwarten sein, dass er genauere Angaben so-
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wohl zu den Umständen, welche zur Messerstecherei führten, wie auch zum Vorfall selbst machen könnte. Die Vorbringen sind auch , denn er gab bei der kantonalen Anhörung an, am  nach dem Vorfall sehr früh zu seinem Onkel geflohen zu sein (vgl. A 10/13 S. 7), andererseits gab er jedoch bei der  an, noch einen Tag in seinem Dorf geblieben zu sein (A 1/8 S. 4). Widersprüchlich ist auch, dass er einerseits angab, sofort nach dem Vorfall nach Hause gegangen zu sein (A 10/13 S. 7), und  zu Protokoll gab, er sei noch einige Zeit am Tatort geblieben (A 1/8 S. 4). Dazu kommt, dass er anlässlich der kantonalen Anhörung aussagte, er habe auf eine Gelegenheit gewartet, um den jungen Mann für die Schande, die er über seine Familie gebracht habe, zur Rechenschaft zu ziehen, und habe an besagtem Abend ein Messer mitgenommen. Er habe gewusst, wo er sich aufhalte, und habe ihn aufgefordert, ihm nach draussen zu folgen. Darauf hin hätten sie , sich zu schlagen. Er habe gemerkt, dass er verlieren würde, und habe den Gegner mit dem Messer in die Brust gestochen. Den herbeieilenden Menschen habe er gesagt, der junge Mann müsse sterben (A 10/13 S. 6). Diese Schilderung erweckt den Anschein einer geplanten Racheaktion. Später beteuerte er anlässlich der Befragung jedoch, dass er den jungen Mann nicht habe umbringen wollen. In  Stellungnahme vom 2. Oktober 2008 beschreibt er den Vorfall demgegenüber in pauschaler Weise als „Unfall“. Es ist sodann widersprüchlich, dass der Beschwerdeführer bei der Kurzbefragung vorbrachte, das verletzte Opfer sei sogleich verstorben (A 1/8 S. 4), während er bei der Anhörung erklärte, das Opfer sei ins Spital  worden und sei erst dort verstorben (A 10/13 S. 6). Insgesamt sind die Schilderungen der geltend gemachten Ereignisse im Jahr 2003 deshalb nicht als glaubhaft zu beurteilen. Weitere Indizien für die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen sind die realitätsferne Schilderung seiner Reise und die Nichtabgabe seiner Identitätspapiere.
Im Lichte dieser Erwägungen sind die im Zusammenhang mit der angeblich drohenden Festnahme und möglichen Verurteilung des Beschwerdeführers in seiner Heimat geltend gemachten Vorbringen nicht massgeblich. Angesichts der Unglaubhaftigkeit des geltend gemachten Vorfalls erübrigt es sich, auf die angeblich drohende Verfolgung durch die Familie des Opfers einzugehen. Auch die  Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den  zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig
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erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung auch im Sinne der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
5.4
5.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
5.4.2 Zu den jüngsten Entwicklungen in Guinea ist folgendes : Am 23. Dezember 2008, dem Tag nach dem Tod des  Staatspräsidenten Lansana Conté, übernahm eine Militärjunta  der Führung des heutigen de facto Staatsoberhaupts Moussa  Camara die Macht, Gerichte und Parlament wurden für aufgelöst erklärt und die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Am folgenden Tag wurde ein Nationaler Rat für Entwicklung und Verwaltung gebildet,  Guinea bis zur Abhaltung von Neuwahlen regieren soll.  wurde mit Kabiné Komara ein Ministerpräsident ernannt,  wurden bis Jahresende 2009 in Aussicht gestellt. Die  Sicherheitslage ist nach dem Militärputsch jederzeit stabil .
In Guinea herrscht damit zum heutigen Zeitpunkt keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt in dem Sinne, dass von  generellen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung für alle Asylsuchenden aus Guinea auszugehen wäre.
5.4.3 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, aufgrund  geschlossen werden könnte, der Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in seinen Heimatstaat aus Gründen wirtschaftlicher,  oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende . Der Beschwerdeführer kann in seinem Heimatland insbesondere auf ein soziales Beziehungsnetz zurückgreifen, welches ihn bei einer Rückkehr unterstützen und ihm die Reintegration erleichtern kann. So leben gemäss seinen eigenen Aussagen seine Mutter, seine  und sein Onkel sowie weitere nahe Verwandte nach wie vor dort (vgl. A 10/13 S. 2 f.). Zudem kann er die in der Schweiz gewonnen
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beruflichen Erfahrungen ebenfalls in seinem Heimatland einsetzen. Sodann steht gemäss Rechtsprechung auch der längere Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz einer Rückkehr nicht entgegen (vgl. EMARK 1997 Nr. 2 S. 16). Überdies stellen blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, wie namentlich Mangel an Wohnungen und Arbeitsplätzen, von welchen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, keine existenzbedrohende Situation dar, welche den Vollzug der Wegweisung eines Ausländers in den Heimatstaat als unzumutbar erscheinen liessen (EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1. S. 215), weshalb auch allfällige wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten des Beschwerdeführers dem Vollzug nicht entgegenstehen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar.
5.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der  Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr  Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
6. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungvollzug zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Wegweisung im  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser  (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).
7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die  ist nach dem Gesagten abzuweisen.
8.
8.1 Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil nicht beide  Voraussetzungen zum Erlass der Verfahrenskosten erfüllt sind. Der Beschwerdeführer ist erwerbstätig, weshalb nicht davon  ist, er sei bedürftig.
8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von  Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
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VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 bis 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem  vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).
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