Decision ID: 6bb771c2-c228-426d-9c7c-4e27000f8ddb
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene
X._
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war seit ihrer Niederlassung in der Schweiz im Jahr 2006 in verschiedenen An
stellungen jeweils in
Teilzeitpensen
als Hilfsarbeiterin tätig, insbesondere im Be
reich Unterhaltsreinigung (Urk. 8/1, 8/3/3 und 8/6). Unter Hinweis auf Asthma meldete sie sich am 1
3.
Februar 2013 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/5) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 8/6) ein.
Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2013
stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk. 8/9), wogegen jene am 25. Juni 2013 Einwand erhob. Die Versicherte wies dabei auf eine seit mehr als einem Jahr in Anspruch genommene psychiatrische Behandlung hin (Urk. 8/10). Nach Eingang weiterer ärztlicher Berichte (Urk. 8/17 f.) veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Untersuchung durch med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, Urk. 8/24). Nachdem sowohl der behan
deln
de Arzt als auch die Versicherte hierzu Stellung genommen hatten (Urk. 8/26 f., 8/29), entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2014 im Sinne des Vorbescheids (Urk. 8/32). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 8/36) hiess das hiesige
Sozialversicherungsg
ericht mit Urteil vom 29. Mai 2015 (Urk. 8/42; Ver
fah
ren IV.2014.00731) in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung
aufhob und die Sache zwecks weiterer medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle
zurückwies.
1.2
Im Rahmen der Umsetzung des Urteils vom 29. Mai 2015 zog die IV-Stelle diverse Arztberichte bei (Urk. 8/56, 8/60/8 ff. und 8/68) und gab bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Z._
-
Gutachten
vom
20. Dezember 2016, Urk. 8/84). Mit Vorbescheid vom 3. Februar 2017 (Urk. 8/89) stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen diese am 21. Februar und ergänzend am 31. März 2017
opponierte
(Urk. 8/92, 8/97). Am 3. Mai 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/103).
Die dagegen von der
Versich
erten erhobene Beschwerde (Urk.
8/111/3 ff.)
wies das hiesige Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom
13.
Juli 2018 ab (
Urk.
8/127; Verfahren IV.2017.00645).
1.3
Unter Beilage mehrere
r
Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/132 f.) meldete sich die Versicherte am 1
1.
Juli 2019
unter Hinweis auf
diverse
psychische Leiden
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/136)
. Nach Rücksprache mit dem
RAD
(
Stellungnahme vom 2
3.
Juli 2019,
Urk.
8/142/3) kündigte
ihr
die IV-Stelle mit
Vorbescheid vom 30.
Juli 2019 die Abweisung des Leistungsbegehrens an (
Urk.
8/143).
Dagegen erhob die Versicherte
zunächst vertreten durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich, danach durch Rechtsanwalt Markus
Loher
Einwand (
Urk.
8/146, 8/149 f.
)
.
Mit ergänzenden Eingaben vom 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/159) und
9.
März 2020 (
Urk.
8/168) wurden der IV-Stelle weiter
e
ärztl
iche Berichte übermittelt (Urk.
8/157, 8/169), worauf diese erneut an den RAD gelangte (Stellungnahme
des RAD
vom 2
2.
Juni
2020,
Urk.
8/175/3).
Nach Eingang einer weiteren Stellungnahme der Versicherten vom 2
3.
Juli 2020 (
Urk.
8/173), welcher wiederum ein Bericht der behandelnden Ärzte beigelegt war (
Urk.
8/174), liess die IV-Stelle die Angelegenheit abermals vom RAD beurteilen (Stellungnahme
des RAD
vom 2
5.
August 2020,
Urk.
8/175/4 f.).
Wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt, wies sie das Leistungsbegehren schliesslich mit Verfügung vom
4.
September 2020 ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/177).
2.
Dagegen erhob
X._
am
5.
Oktober 2020 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Durchführung einer Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Im Weiteren ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um die Be
stellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwalt Markus
Loher
, Zürich
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2020
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 23. November 2020 in Kenntnis gesetzt wurde. Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um unentgeltliche Pro
zess
führung bewilligt und ihr wurde Rechtsanwalt Markus
Loher
als unentgelt
licher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht;
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
September 2020 hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit der letzten Begutachtung und dem nachfolgenden Gerichtsentscheid nicht wesentlich verändert habe. Es seien keine neuen Diagnosen geltend gemacht worden, die
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten
. Es handle sich bei den neuen medizinischen Berichten um eine andere Beurteilung der gleichen gesundheitlichen Situation.
Damit sei kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung entstanden (
Urk.
2
S. 1 f.
).
In der Vernehmlassung vom 11.
November 2021 hielt sie an ihren Standpunkten fest (
Urk.
7).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 5. Oktober 2020 im Wesentlichen geltend, die Sichtweise
der Beschwerdegegnerin beruhe auf einer reinen RAD-Aktenbeurteilung und sei unhaltbar. Sie sei seit 2018 sechs Mal in stationärer psychiatrischer Therapie gewesen.
Zudem habe sie von März bis Juni 2019 die
K
linik
A._
besucht; parallel dazu sei sie in ambulanter Behandlung gewesen. Bereits der Umstand, dass sie im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
ausschliesslich in ambulanter Behandlung gewesen und ab 2018 eine intensive stationäre Betreuung notwendig geworden sei, lasse eine Verschlech
te
rung der gesundheitlichen Verhältnisse vermuten (Urk. 1 S. 4 f.).
Im Vergleich zu ihren früheren Beurteilungen hätten die behandelnden Ärzte der
Klinik C._
eine Verschlechterung festgestellt. Das bekannte Krankheitsge
sche
hen wirke sich nun intensiver auf den Alltag und damit auch auf die Arbeits
fähigkeit aus. Darüber hinaus widerspiegle sich die verschlechterte psychische Gesundheit auch in den durchgeführten psychometrischen Tests (Urk. 1 S. 7 f.).
Darüber hinaus sei die dissoziative Störung aktuell derart ausgeprägt, dass
sie [
die Beschwerdeführerin
]
jeweils ohnmächtig werde und zu Boden stürze oder vergesse
,
aus dem Zug
auszusteigen. Deshalb habe die Klinik auch ein Zeugnis ausgestellt, welches die
Notwendigkeit einer Begleitperson
besc
heinige (
Urk.
1 S.
8 f.). Insgesamt sei mit den diversen Berichten ab 2018 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Indem die Beschwerdegegnerin trotzdem keine weiteren Abklärungen vorgenommen habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung
,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
3.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Leistungsanspruch der Beschwerde
füh
rerin zuletzt mit Verfügung vom
3.
Mai 2017 (
Urk.
8/103), welche vom hiesigen
Gericht
mit Urteil vom 1
3.
Juli 2018 bestätigt wurde (Urk. 8/127
;
Verfahren IV.2017.00645
).
Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin bildete damals das
Z._
-Gutachten vom 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
8/84), welchem volle Beweiskraft zuerkannt wurde (
vgl. E. 4.3 des Urteils, Urk.
8/127/15
f.
).
In somatischer Hinsicht
konnte weder von allgemein-internis
tischer noch von
pneumologischer
Seite
eine Erkrankung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Bereich Unterhaltsreini
gung festgestellt werden (
Urk.
8/84/31, 8/84/34 f.
).
Im Vordergrund stand aller
dings bereits zum damaligen Zeitpunkt
das psychische Beschwerdebild
, wobei
Dr.
B._
folgende Diagnosen
ge
stellt
hatte
(Urk.
8/84/27):
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
Trichotillomanie
(ICD-10 F63.3), Nägelkauen (ICD-10 F98.8)
-
Differentialdiagnose: akzentuierte
histrionische
Persönlichkeitszüge
(ICD-10
Z73.1)
-
Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61).
Aus Sicht
des Gutachters
lag keine psychische Störung vor, welche die Be
schwer
deführerin daran hinderte, ihr alltägliches Leben frei zu gestalten, Beziehungen zu pflegen und Freude an Kunst sowie
an
kreativen Tätigkeiten zu verspüren. Funktional erachtete er bei Phasen von Verstimmungen und Beschäftigung mit
der Vergangenheit die Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, die Selbstbehaup
tungsfähigkeit und unter Umständen die Gruppenfähigkeit sowie die Kontakt
fähigkeit zu Dritten für leicht beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund attestierte er weder für die angestammte Tätigkeit noch für Verweistätigkeiten eine anhal
tende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/84/26 f.).
Gestützt auf diese
als
überzeugend e
ingestuften
gutachterlichen
Einschätz
ung
en
schloss das Gericht auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl für Tätigkeiten im angestammten Bereich als auch für Verweistätigkeiten und verneinte daher einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung (vgl. E. 4.3 und 4.5 des Urteils; Urk. 8/127/1
5-17
).
3.3
3.3.1
Am 1
1.
Juli 2019 meldete sich die Beschwerdeführerin
unter Beilage mehrerer Arztberichte
(
Urk.
8/132 f.)
erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/136)
.
Im Laufe des Verwaltungsverfahrens reichte sie zahlreiche weitere Berichte der behan
delnden Ärzte ein (
Urk.
8/144, 8/157, 8/169 und 8/174). Die Beschwerdegegnerin ge
langte ihrerseits wiederholt an den RAD
, welcher jeweils eine schriftliche Stel
lungnahme abgab
(
Urk.
8/142/3, 8/175/3 und 8/175/4 f.).
3.3.2
Den Berichten der behandelnden Ärzte ist zu entnehmen, dass sich die Be
schwer
deführerin
seit April 20
18 gesamthaft sechs Mal in der i
ntegrierten Psychiatrie
D._
beziehungsweise der
Klinik C._
in stationärer psychiatrischer Behandlung befand. Dokumentiert sind in diesem Zusammenhang die folgenden
Hospitalisierungsz
eiträume:
-
1
2.
April bis 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
8/133/26)
-
4.
September bis 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
8/133/22)
-
8.
November 2018 bis 1
4.
Januar 2019 (
Urk.
8/133/3)
-
9.
bis 2
6.
Juli 2019 (
Urk.
8/144/1)
-
1
1.
September bis 1
7.
Oktober 2019 (
Urk.
8/157/1)
-
1
4.
Januar bis
5.
Februar 2020 (
Urk.
8/169/1).
Vom 1
9.
März
bis
7.
Juni 2019 nahm die Beschwerdeführerin ausserdem
an je
weils zweieinhalb Tagen pro Woche
eine teilstationäre Behandlung in der
K
linik
A._
wahr (vgl. Urk.
8/132/2,
8/
133/1 f.
).
3.3.3
Dem Austrittsb
ericht über den letztmaligen stationären Aufenthalt in der
Klinik C._
vom 4. März 2020 sind folgende psychiatrischen
zu den Vorberichten im Wes
entlichen unveränderten
Diagnosen zu entnehmen (Urk. 8/169/1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1)
-
dissoziative Störung (Konversionsstörung) auf dem Boden einer PTBS
(ICD-10 F
44.9)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Trichotillomanie
(ICD-10 F63.3)
-
Verdacht auf
kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeits
syn
drom (ICD-10 F17.2).
Die Beschwerdeführerin habe berichtet
, unter
denselben Beschwerden wie zum Zeitpunkt des letzten Eintritts auf die Station zu leiden. Dabei handle es sich um
wiederholt auftreten
de dissoziative
Zustände, Panikattacken und Suizidgedanken sowie
eine starke innere
Unruhe, Antriebsminderung, Einschlafstörungen,
Alb
träume
und
gelegentlich auftretende Flashbacks (Urk.
8/169/2).
Zum psycho
pa
thologischen Befund geht aus dem Bericht unter anderem hervor, dass die Be
schwerdeführerin allseits orientiert und kooperativ gewesen sei. Subjektiv hätten Konzentrationsstörungen bestanden; während des Gesprächs seien Auffassung und Konzentration nicht
höhergradig
gestört gewesen. Mnestische Störungen seien nicht aufgefallen.
Zwänge seien nicht explizit erfragt worden; anamnestisch seien zwanghaft anmutende Verhaltensweisen wie Haare ausreissen bekannt. Hinweise auf Wahn oder Sinnestäuschungen hätten sich nicht ergeben. Vor
handen
gewesen
seien dissoziative Zustände sowie intrusives Erleben.
Affektiv habe die Beschwerdeführerin bei reduzierter Schwingungsfähigkeit niederge
stimmt gewirkt.
Ferner h
abe
ein verminderter Antrieb
festgestellt werden können. P
sychomotorisch
e
Auffälligkeiten
hätten demgegenüber nicht bestan
den
.
Von
den wiederholt berichteten
Suizidgedanken habe sich die Beschwerdeführerin
im Gespräch stets distanziert. Anhalt
s
punkte für eine akute Eigen- oder Fremdge
fährdung hätten nicht bestanden (
Urk.
8/169/3).
Während des Aufenthalts sei es zusammenfassend zu einer leichten Stabilisierung des Zustandsbildes mit persistierender Symptomatik im Rahmen der vorbe
kann
ten depressiven Episode sowie der
Traumafolgestörung
gekommen. Im weiteren Verlauf sei jedoch aufgrund der
Chronifizierung
eine erneute Exazerbation der vorbestehenden Symptomatik nicht auszuschliessen. Die Weiterführung der bereits installierten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung sowie
der
regelmässige
n
EKG- und Laborkontrollen sei empfohlen worden. Vom 1
4.
Januar bis 1
0.
Februar 2020 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be
standen (
Urk.
8/169/5).
3.3.4
Im Wesentlichen ausgehend von denselben Diagnosen wie die
Fachärzte
der
Klinik C._
wurde
im
Be
richt
des
Ambulatoriums
E._
vom
2
1.
Mai 2019
fest
gehalten, dass
sich die Beschwerdeführerin seit August 2018 in ambulanter Psy
chotherapie befinde.
Seither habe sich ihr Zustand zwar deutlich, aber auf einem sehr niedrigen Niveau stabilisiert (
Urk.
8/132/2). Eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt sei nicht vorstellbar; es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche erwerbliche Tätigkeit. Als Langzeitziel wäre es wünschenswert, wenn die Beschwerdeführerin bei gutem Verlauf und weiterer Stabilisierung in Zukunft in einem geschützten Rahmen arbeiten könnte (Urk. 8/132/3).
Im
Bericht
des Ambulatoriums
E._
vom 1
6.
Juli 2020
wurde wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Aufgrund der Intrusionen, der affektiven Instabilität, der Dissoziationen, der Antriebsminderung
im Zusammenhang mit
der depressiven Symptomatik sowie
aufgrund
der interaktionellen Schwierig
kei
ten infolge der Persönlichkeitsproblematik bestünden massive Funktionsein
schrän
kungen in allen Bereichen. Seit Beginn der Behandlung sei eine Ver
schlechterung des gesundheitlichen Zustands hinsichtlich der Dissoziations
nei
gung, des sozia
len Rückzugs und der Alltagsaktivitäten eingetreten.
Eine Rein
tegration in den ersten Arbeitsmarkt erscheine als nicht realistisch. Die Prognose sei aus psychia
trischer Sicht wegen der massiven
chronifizierten
Erkrankungen und Einschrän
kungen sehr ungünstig. Durch die intensive ambulante Traumatherapie könne eine Besserung der Alltagsfunktionalität erreicht werden, nicht aber eine vollum
fängliche Genesung, welche eine Wiederaufnahme der Arbeit ermöglichen würde (
Urk.
8/174/3 f.).
3.3.5
In den von ihr visierten beziehungsweise selbst verfassten Stellungnahmen vom 2
3.
Juli
2019
und
2
2.
Juni
2020 gelangte die RAD-Ärztin Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, jeweils zum Schluss, dass die neu vorgelegten Berichte keine bisher unberücksichtigten medizinischen Sachverhalte enthalten würden
(
Urk.
8/142/3, 8/175/3). In ihrer abschliessenden Aktenbeurteilung vom 2
5.
August 2020
bestätigte sie diese Sichtweise abermals; im Vergleich zu
m psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
B._
vom 20. Dezem
ber 2016 handle es sich bei der Einschätzung der behandelnden Ärzte um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen Sachverhalts.
Damals seien die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen einer Persönlich
keits
störung, einer rezidivierenden Depression sowie einer generalisierten Angststö
rung
nicht
bestätigt worden
.
Ausgeschlossen worden sei ausserdem eine posttrau
matische Belastungsstörung vor dem Hintergrund negativer Kindheitserlebnisse. Neue Traumatisierungen hätten in der Zwischenzeit nicht stattgefunden. Eine
Verschlechterung aufgrund neu aufgetretener Dissoziationen sei nicht nachvoll
ziehbar. Des Weiteren könne auch der Einschätzung, wonach die Beschwerde
führerin bereits seit etwa 2011 keinen geregelten Tagesablauf mehr habe und umfassende Einschränkungen mit massiven Funktionseinschränkungen aufweise, unter Berücksichtigung des
Z._
-Gutachtens nicht bestätigt werden (
Urk.
8/175/4 f.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung zu Recht gestützt auf die von ihr eingeholten RAD-Stellungnahmen mit der Begründung verneint hat, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der letzten Begutachtung nicht wesentlich verändert
(vgl. vorstehende E. 2.1)
.
4.2
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invali
denversi
cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Auf
gabenbe
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Aktenbeurteilungen wie sie
von der
RAD-Ärztin
Dr.
F._
vorgenommen
wurden
, kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vor
liegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bun
des
gerichts
8C_527
/2020 vom
2.
November
2020 E. 3
.2
mit Hinweisen
).
Dr.
F._
beschränkte sich in ihren Stellungnahmen im Wesentlich
en auf die diagnostische Ebene und wies zusammenfassend darauf hin, dass eine post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) bereits durch
Dr.
B._
mit
überzeugender
Begründung
ausgeschlossen
worden sei (
Urk.
8/142/3, 8/175/5). Dies trifft zu (vgl.
Urk.
8/84/26) und wurde auch seitens des Gerichtes mit Urteil vom 1
3.
Juli 2018 für
nachvollziehbar
erachtet (
E. 4.2;
Urk.
8/127/14).
Zu Recht kritisch äusserte sich die RAD-Ärztin
ausserdem
in Bezug auf die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte dissoziative Störung
(ICD-10 F44.9), zumal den Berichten nicht entnommen werden kann,
wie
dieses Krankheitsbild
gegen aussen
konkret
in Erscheinung tritt
.
Namentlich die beschwerdeweise genannten Ohnmachtsanfälle mit Stürzen (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
21) wurden von ärztlicher Seite nicht dokumentiert (vgl.
Urk.
8/
132/
2 f.
, 8/133/
5 f.
, 8/144/3, 8/157/4, 8/169/
3 f.
und 8/174/2).
Allerdings gilt es festzuhalten,
dass bei der Bestimmung des Leistungsanspruchs grundsätzlich unabhängig von der Diagnose und unbesehen der Ätiologie mass
gebend ist, ob und in welchem Ausmass eine Beeinträchtigung der Arbeits- be
ziehungsweise Erwerbsfähigkeit vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_642/2020 vom 1
6.
Dezember 2020 E. 5.2 mit Hinweisen).
In dieser Hinsicht fällt zunächst auf, dass
die
behandelnden Ä
rzte
im Gegensatz zu
r
vor der Begut
achtung durch
Dr.
B._
vertretenen
Auffassung
(vgl.
Urk.
8/68/3
f.
, 8/68/6
)
ausschliesslich
noch eine Tätigkeit
im zweiten Arbeitsmarkt in Betracht
zogen
(
vgl. Urk.
8/
132/3, 8/133/8, 8/174/4).
Ein
Vergleich
des
im November 2015
von
Dr.
B._
erhobenen
Psychostatus
mit den aktuell von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunden
ergibt des Weiteren gewisse Anhaltspunkte für eine seither eingetretene Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes. Während
Dr.
B._
im massgeblichen Referenzzeitpunkt
keine groben Auffällig
keiten
feststellen konnte
(
vgl.
Urk.
8/84/24)
,
wurde im zuletzt von der Beschwer
deführerin vorgelegten Bericht des Ambulatoriums
E._
vom 16. Juli 2020 nicht nur auf starke Einschränkungen der kognitiven Funktionen, sondern ins
be
sondere auch auf affektive Störungen, sozialphobische Ängste, Zwänge, ver
schie
den geartetes selbstverletzendes Verhalten
sowie Suizidgedanken hingewie
sen (
Urk.
8/174/2). Ausserdem wurde festgehalten, dass seit Beginn der Behand
lung (August 2018,
Urk.
8/132/2) eine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des hinsichtlich Dissoziationsneigung, sozialen Rückzugs und Alltagsaktivitäten ein
getreten sei (
Urk.
8/174/3).
Nicht ausser Acht zu lassen
ist ausserdem die seit April 2018 dokumentierte deutliche Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung.
Während die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutach
tung durch die
Z._
noch mitteilte, sich zwei Mal pro Monat in am
bulante Therapie zu begeben (Urk. 8/84/19), wurde sie von April 2018 bis Februar 2020 sechs Mal
und
wiederholt über mehrere Wochen in stationärem Rahmen behandelt. Darüber hinaus nahm sie im Jahr 2019 während mehrerer Monate eine tagesklinische Behandlung wahr (vgl. vorstehende E.
3.3.2).
Vorübergehend wurde überdies die Unterstützung durch eine psychiatrische Spitex installiert (vgl.
Urk.
8/174/1)
.
Insgesamt
bestehen unter diesen Umständen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Beurteilung
.
Zwar hat
Dr.
F._
die Berichte der behandelnden Ärzte zu Recht in Bezug auf die gestellten Diagnosen
kritisch hinterfragt
.
Dies reicht
vorliegend
jedoch nicht aus, um e
ine
potentiell anspruchs
relevante Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands
seit der Begut
achtung durch
Dr.
B._
allein gestützt auf
Aktenbeurteilungen
mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit
auszuschliessen
.
Vielmehr erscheint
im Zuge ergänzend vorzunehmender
psychiatrischer
Abklärungen
eine
klinische
Untersuchung der Beschwerdeführerin
indiziert
.
Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass
Veränderungen des somatischen Gesundheitszustands
nach
derzeitigem
Akten
stand
weder ersichtlich sind noch geltend gemacht wurden.
In diesem Zusammen
hang sind somit grundsätzlich keine weiteren Abklärungen
angezeigt
.
4.4
Nach dem Gesagten fehlt es an einer beweiskräftigen medizinischen Grundlage, welche es ermöglichen würde,
eine gesundheitliche Verschlechterung im Ver
gleich zu den Verhältnissen im Referenzzeitpunkt und
den allfälligen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung aus rechtlicher
Sicht abschliessend zu beurteilen. Da sich der Sachverhalt als ungenügend ab
geklärt erweist, wird die Beschwerdegegnerin angesichts des geltenden Untersu
chungs
grund
satzes (Art. 43
Abs.
1 ATSG) weitere Abklärunge
n
insbesondere
in Form einer psychiatrischen Begutachtung
vorzunehmen haben (vgl. E.
1.4
vor
stehend).
Demzufolge ist die angefochtene Verfügung vom
4.
September 2020 (
Urk.
2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsanspruch neu entscheide.
5.
5.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist
g
emäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung
(
Art.
83 ATSG)
kostenpflichtig
, wobei
d
ie Gerichtskosten nach dem Verfahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen
sind
. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als voll
stän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsie
gende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Rechtsanwalt Markus
Loher
machte als unentgeltlicher Rechtsvertreter von der
Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (vgl.
Urk.
9), keinen Gebrauch, wes
halb die Prozessentschädigung ermessensweise festzusetzen ist. Unter Berück
sich
tigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin eine Partei
ent
schädigung in der Höhe von
Fr.
2’0
00.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) zu bezahlen, wobei diese direkt dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der obsie
genden Beschwerdeführerin zuzusprechen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_170/2018 vom 2
0.
Juni 2018 E. 1.3 mit Hinweisen).