Decision ID: cde034fc-7d35-40b8-b294-1a2695566a65
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich im Juni 2004 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an
(IV-act. 1). Mit Verfügung vom 22. Februar 2005 lehnte die IV-Stelle des Kantons St.
Gallen das Leistungsgesuch ab, weil das Wartejahr nicht erfüllt war (IV-act. 36). Am 28.
Dezember 2005 stellte die Versicherte ein neues Gesuch (IV-act. 45), welches die IV-
Stelle mit Verfügung vom 21. Mai 2007 abwies. Sie ging von einer hälftigen Aufteilung
Erwerb/Haushalt aus, errechnete im Haushalt einen IV-Grad von 5.25 % und im Erwerb
einen solchen von 10 % (IV-act. 69). Diese Verfügung wurde, nachdem die Versicherte
dagegen hatte Beschwerde erheben lassen (IV-act. 81), am 4. September 2007
widerrufen und eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten beim ABI Basel
angeordnet (IV-act. 89). Das Beschwerdeverfahren wurde am 31. Oktober 2007
abgeschrieben (IV-act. 93). Nach Vorliegen des ABI-Gutachtens vom 20. August 2008
(IV-act. 109) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 19. November
2008 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht, weil keine relevante
Einschränkung in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe. Das Validen- und das
Invalideneinkommen beträgen Fr. 27'266.--, woraus sich im Erwerbsteil (Anteil 50 %)
keine Einschränkung ergebe. Im Haushalt (Anteil 50 %) errechne sich bei einer
Einschränkung von 15 % ein IV-Grad von 7.5 % (IV-act. 113). Nachdem Rechtsanwalt
Dr. iur. M. Dolder, St. Gallen, für die Versicherte am 19. Dezember 2008 einen Einwand
eingereicht hatte (IV-act. 116), verfügte die IV-Stelle am 10. Februar 2009 im Sinn des
Vorbescheids (IV-act. 118).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Dolder für die Versicherte am 4. März
2009 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien mit Wirkung ab wann rechtens die ihr zustehenden
gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese sei anzuweisen, das
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Beweisverfahren formgerecht durchzuführen und dabei ein (neues) interdisziplinäres
Gutachten (einschliesslich EFL-Testung), welches über die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin Auskunft gebe, sowie eine aktuelle Haushaltabklärung, welche
über die Einschränkung im Haushaltbereich Auskunft gebe, einzuholen und
anschliessend über die der Beschwerdeführerin zustehenden gesetzlichen Leistungen
neu zu befinden. Subeventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, Abklärungen bezüglich
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen und anschliessend über die der
Beschwerdeführerin zustehenden gesetzlichen Leistungen neu zu befinden. Zur
Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, die angefochtene
Verfügung sei nicht rechtsgenüglich begründet, was eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs bedeute und den Eventualantrag mitbegründe. Zusätzlich sei die Verfügung
erlassen worden, ohne die Beschwerdeführerin zuvor über das Ergebnis der nach
erfolgter Einwanderhebung getätigten Abklärungen zu orientieren. Auch dies stelle eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Gehörsverletzungen seien in jedem Fall im
Rahmen der Kostenverlegung zu berücksichtigen. Es müsse - in Übereinstimmung mit
dem Gutachten des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. November 2006 - nach wie vor
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit
ausgegangen werden. Die ABI-Gutachter hätten sich nicht einlässlich mit
abweichenden Beurteilungen anderer Ärzte auseinandergesetzt. Die abweichende
Beurteilung der ABI-Gutachter lasse sich auch nicht mit dem Hinweis auf die seit dem
früheren Kantonsspital-Gutachten verstrichene Zeit rechtfertigen. Unklar sei, weshalb
die ABI-Gutachter auf eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
verzichtet hätten, obwohl die Ärzte am Kantonsspital eine solche zur genauen
Evaluation der Arbeitsfähigkeit mehrfach in ihrem Gutachten empfohlen hätten. Stehe
aber eine EFL zur Diskussion, so sollte im Gutachten zumindest begründet werden,
weshalb darauf verzichtet worden sei. Auch dies sei im ABI-Gutachten nicht
geschehen. Sodann könne eine im Sommer durchgeführte Untersuchung nicht
durchwegs zu objektiven Erkenntnissen führen, da die Beschwerdeführerin verstärkt in
der kalten, nassen Jahreszeit an den Fuss- und Knieschmerzen leide. Das ABI-
Gutachten sei auch nicht abschliessend. So hätten die ABI-Ärzte weitergehende
Ultraschalluntersuchungen empfohlen und zu einem Belastungstest im Hinblick auf
eine mögliche koronare Herzkrankheit geraten. Seltsam erscheine, dass die ABI-
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Gutachter ohne nähere Abklärungen ausschliessen wollten, dass die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin durch eine allfällige koronare Herzkrankheit beeinträchtigt
werde. Ferner hätten es die ABI-Gutachter unterlassen, aktuelle Röntgenbilder zu
erstellen. Selbst wenn auf das ABI-Gutachten abgestellt werde, liesse sich eine
allfällige Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten. Für den Fall, dass wider Erwarten von
einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, sei der Leidensabzug beim
Invalideneinkommen auf 25 % anzusetzen. Gänzlich unberücksichtigt geblieben sei die
Wechselwirkung zwischen Erwerbs- und Haushaltbereich. Diese müsse mit einer
zusätzlichen Einschränkung im Umfang von (ungewichteten) 15 Prozentpunkten
berücksichtigt werden. Die Beschwerdegegnerin sei sodann von einem zu tiefen Vali
deneinkommen und von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen. Auf die
Abklärungsberichte Haushalt vom 28. Januar 2005 und 27. Juni 2006 könne nicht
abgestellt werden. Für den Haushaltbereich sei eine Behinderung von jedenfalls 60 %
anzunehmen (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 30. April 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter
anderem dar, es könne offenbleiben, ob es sich um eine Fibromyalgie oder um eine
Schmerzverarbeitungsstörung handle. Denn gemäss der Rechtsprechung seien beide
Störungen nicht invalidisierend. Wieso der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
behaupte, repetitive Arbeiten seien der Beschwerdeführerin nicht zumutbar, sei nicht
nachvollziehbar. Der Sachverhalt sei genügend abgeklärt. Es gehe nicht an, immer
wieder neue Abklärungen zu verlangen, weil das Ergebnis der bisherigen Abklärungen
nicht so ausgefallen sei, wie man sich erhofft habe. Entsprechend sei auf das ABI-
Gutachten abzustellen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 15. Mai 2009 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Standpunkt (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf eine Duplik.

Considerations:
Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 traten die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
10. Februar 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, ist für die Zeit
bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem
Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445 ff.; Urteil des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1.
Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006
[I 428/04] Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der
Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende
2007 gültig gewesenen Rechtslage brachte. Nachfolgend werden die seit 1. Januar
2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
2.1 Streitig ist, ob bei der Beschwerdeführerin ein gesundheitliches Leiden besteht,
das sie in ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit langdauernd beeinträchtigt, so dass ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert (Art. 6 bis 8 und 16 ATSG in Verbindung
mit Art. 4 und 28 IVG). Aus den Akten ersichtlich und unbestritten ist, dass die
Beschwerdeführerin als Gesunde je zur Hälfte im Haushalt und ausserhäuslich tätig
wäre (IV-act. 32-11/11). Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8
Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
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auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei
Teilerwerbstätigen (bzw. bei Personen, die ohne die Behinderung teilerwerbstätig
wären) bemisst sich die Invalidität für den nichterwerblichen Teil nach der
Einschränkung im bisherigen Aufgabenbereich (sogenannte 'gemischte Methode',
Art. 27 i.V.m. Art. 27 IVV). Die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung ist auch
anwendbar auf ausschliesslich im Haushalt tätige Personen, falls diese ohne ihren
Gesundheitsschaden weiterhin teilweise erwerbstätig wären (vgl. Rz 3105 ff. des
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit, KSIH). Ist eine versicherte Person
mindestens zu 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Viertelsrente der
Invalidenversicherung. Bei einer Invalidität von mindestens 50% besteht Anspruch auf
eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens
70% ist ein Anspruch auf eine ganze Rente gegeben (Art. 28 Abs. 1 IVG). Gemäss Art.
29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch nach Art. 28 IVG frühestens in dem
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig
(vgl. Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a), oder während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig (vgl. Art. 6 ATSG)
gewesen war (lit. b).
2.2 Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, bescheinigte im Bericht vom 16.
Februar 2006 einen verschlechterten Gesundheitszustand mit veränderter Diagnose.
Die Beschwerdeführerin könnte leichte handwerkliche Arbeiten in sitzender Position
(Montagearbeiten) zu 50 % bzw. 4 Stunden am Tag (Teilzeit mit voller Leistung)
ausüben. Beim Zurücklegen des Arbeitswegs sei sie wegen der Knie/OSG-Schmerzen
behindert (IV-act. 49, 51). Eine Begutachtung der Beschwerdeführerin im Kantonsspital
St. Gallen, Departement Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, ergab
gemäss Bericht vom 10. November 2006 die Diagnosen eines Fibromyalgiesyndroms,
eines chronifizierten, rechtsbetonten cervicospondylogenen Syndroms, einer
posttraumatischen Gonarthrose des rechten Knies, einer Adipositas und einer
bis
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Tonsillektomie. Die Gutachter kamen zum Schluss, seit Anfang Januar 2005 bestehe
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit (100 %) im angestammten Beruf als Putzfrau. Diese
sei vorwiegend durch das Fibromyalgiesyndrom und das cervicospondylogene
Syndrom verursacht. Eine definitive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei zur Zeit nicht
möglich. Nach Etablierung einer adäquaten Fibromyalgie-Behandlung bzw. optimierter
muskuloskelettaler Rehabilitation wäre unter Einschränkungen (Überkopf-Arbeiten,
Arbeiten in knieender und gebückter Haltung, Vermeidung monoton rez. Arbeiten) eine
50 %ige Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar, die dann, am besten in Form einer EFL,
noch gesondert geprüft werden sollte. Ein Kniegelenkersatz rechts könnte zudem die
Arbeitsfähigkeit stabilisieren und eventuell weiter verbessern (IV-act. 80).
Im Gutachten des ABI vom 8. September 2008 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit ein zervikal- und lumbalbetontes Panvertebralsyndrom, ein
Impingementsyndrom Grad I rechte Schulter und eine posttraumatische Gonarthrose
rechts festgehalten. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine
Schmerzverarbeitungsstörung, eine Adipositas und anamnestisch ein Verdacht auf
gastro-oesophagealen Reflux angeführt. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Raumpflegerin bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %, welche
durch die objektivierbaren Befunde am Bewegungsapparat bedingt sei. Eine
zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit Juli 2004. Für körperlich leichte
Tätigkeiten mit auch nur leichter Rückenbelastung, vorzugsweise in sitzender Position
mit eher kurzer Geh- und Stehdauer, ohne Notwendigkeit des repetitiven Einsatzes des
rechten Arms über der Horizontalen und ohne monoton repetitive Haltungen oder
Bewegungen bestehe eine voll zumutbare Arbeitsfähigkeit. Im Haushalt bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15 %. Eine ausserhäuslich ausgeübte Tätigkeit
im beschriebenen Ausmass sei auch neben der Haushalttätigkeit zumutbar. Die
Beschwerdeführerin selbst fühle sich nicht mehr arbeitsfähig. Bezüglich der
Schulterproblematik empfehle sich eine gelegentliche Ultraschalluntersuchung;
therapeutisch könnten subakromiale Steroidinfiltrationen sowie Physiotherapie
durchgeführt werden. Bezüglich Wirbelsäulenproblematik stehe eine Physiotherapie im
Vordergrund. Langfristig sollte eine medizinische Trainingstherapie mit
kardiovaskulärem Training zur Verhinderung einer Dekonditionierung erfolgen. Es
empfehle sich die Durchführung eines (koronaren) Belastungstests, wobei das Resultat
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dieser Abklärung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Bei starken Schmerzen
im rechten Kniegelenk mit zunehmender Behinderung müsste eine orthopädische
Beurteilung im Hinblick auf eine TP-Transplantation veranlasst werden. Berufliche
Massnahmen seien angesichts der fixierten Krankheitsüberzeugung der
Beschwerdeführerin nicht sinnvoll umsetzbar (IV-act. 109). Der RAD stimmte dieser
Einschätzung am 24. Oktober 2008 und 3. Februar 2009 zu (IV-act. 110, 117).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin lässt beanstanden, dass in der angefochtenen Verfügung
auf ihre im Einwand zum Vorbescheid vorgetragenen Argumente nicht eingegangen
worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden. - Verfügungen sind zu
begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3
ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren Entscheid zu begründen, folgt
aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die Anforderungen an die
Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls sowie der
Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass
der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem
Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die
Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Je grösser der Spielraum
der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je stärker der Entscheid in die
individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen sind an dessen Begründung
zu stellen (BGE 112 Ia 107 Erw. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58). Die Verwaltung darf
sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person vorgebrachten
Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der
betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben,
weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 180
Erw. 2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter bestimmten
Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994, 219 Erw. 2b;
ZAK 1990, 396 Erw. 2). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des
rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit
erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des
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Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1]).
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen mit
dem Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen der Zusprechung von Rentenleistungen,
ihre Berechnung des Invaliditätsgrads sowie der Feststellung, dass die vorgebrachten
Einwände überprüft worden seien, dass jedoch gemäss der beigelegten Stellungnahme
des RAD vom 3. Februar 2009 (IV-act. 121-5/5) aus medizinischer Sicht weiterhin auf
die Einschätzung des ABI-Gutachtens abzustellen sei (IV-act. 121-3/5). Die
Beschwerdegegnerin zeigte damit die Überlegungen auf, von denen sie sich leiten
liess. Dass sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandersetzte, zeigt
auch der Umstand, dass sie nach Eingang des Einwands eine Rückfrage beim RAD
vornahm (IV-act. 121-5/5; vgl. dazu nachstehend Erw. 3.2). Eine Verpflichtung, sich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen,
besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Eine Gehörsverletzung ist somit nicht
ersichtlich.
3.2 Unbestritten ist, dass dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die RAD-
Stellungnahme vom 3. Februar 2009 vor Erlass der Verfügung vom 10. Februar 2009
nicht zur Stellungnahme unterbreitet wurde. Berichte des RAD im Sinn von Art. 49
Abs. 3 IVV müssen nach der Praxis des st. gallischen Versicherungsgerichts dann nicht
vorgängig zur Stellungnahme vor Verfügungserlass der Partei vorgelegt werden, wenn
es dabei um eine blosse "Beweiswürdigung" der medizinischen Aktenlage zuhanden
der Verfügungsinstanz geht. Die Stellungnahme gehört dann zur
Verfügungsbegründung (vgl. Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 6.
April 2011 i/S W. [IV 2009/280] Erw. 1.1). Auch vorliegend erschöpfen sich die
Ausführungen des RAD darin, die Sachbearbeitung der IV-Stelle bei der Würdigung der
bestehenden medizinischen Beweismittel zu unterstützen. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb zu Recht verfügt, ohne der Beschwerdeführerin die Stellungnahme vom 3.
Februar 2009 vorher zur Kenntnis gebracht zu haben. Eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs ist darin nicht zu erblicken. Folgerichtig ist der materielle Streitpunkt zu prüfen.
4.
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4.1 Ein psychischer Gesundheitsschaden führt nur soweit zu einer
Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen). Wie jede andere psychische
Beeinträchtigung begründet eine somatoforme Schmerzstörung oder
Schmerzverarbeitungsstörung - wie sie bei der Beschwerdeführerin diagnostiziert
wurde - als solche noch keine Invalidität. Dies gilt auch für die Fibromyalgie. Vielmehr
besteht eine Vermutung, dass diese Gesundheitsbeeinträchtigungen oder ihre Folgen
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände,
welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den
Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person
alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen
verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand
verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein
können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein
mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter
Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein sozialer Rückzug in allen
Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer
innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"), das
Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung
(auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der
versicherten Person (BGE 130 V 352 Erw. 2.2.3; BGE 132 V 65; Urteil des Bundes
gerichts vom 11. Mai 2007 i/S M. [I 946/05]). Je mehr diese Kriterien zutreffen und je
ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind -
ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu
verneinen (Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine
Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen
2003, S. 77).
Anhaltspunkte für einen mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit weitgehend
unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung sind zwar mit Bezug
auf die Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin gegeben; dieser Verlauf ist jedoch
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für Somatisierungsstörungen diagnosespezifisch (ICD-10: F45.0/F.45.1) und daher
nicht ausschlaggebend (Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2007 [I 937/06]
Erw. 4.3). Die Beschwerdeführerin befand sich im Zeitpunkt der ABI-Begutachtung
noch nie in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung (auch nicht
medikamentös). Der ABI-Psychiater brachte das Scheitern der
Behandlungsbemühungen (in somatischer Hinsicht) ursächlich in Verbindung mit dem
Umstand, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeigte, trotz allfälliger Restbeschwerden sich
aktiv um Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder
auszusetzen (IV-act. 109-11/20). Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
lässt sich den Akten ebenfalls nicht entnehmen; vielmehr pflegt die Beschwerdeführerin
regelmässige Kontakte innerhalb und ausserhalb ihrer Familie. Der ABI-Psychiater
vermerkte im Weiteren, es fänden sich keine schweren lebensgeschichtlichen
Belastungen und keine Hinweise auf unbewusste Konflikte. Ein primärer
Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden und die komplexen Ich-Funktionen seien nicht
eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin daher
zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung
aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (IV-act.
109-11/20).
Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen
gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische
Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124 I 175 Erw. 4; Urteil des Bundesgerichts
vom 13. Juni 2001 [I 506/00]) kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ-
oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen
Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden
Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich lediglich dann, wenn die behandelnden
Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2006 [I
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676/05] Erw. 2.4). Solche Gesichtspunkte sind vorliegend in psychiatrischer Hinsicht
nicht dargetan. Im psychiatrischen Teilgutachten wurden die tatsächlichen
Gegebenheiten gestützt auf eine Befragung der Beschwerdeführerin sowie die Akten
einlässlich und überzeugend dargelegt. Die Dauer der psychiatrischen Begutachtung,
die an sich ein relevantes Kriterium für die Überzeugungskraft des Gutachtens darstellt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2007 [I 1094/06], Erw. 3.1.1),
vermag im konkreten Fall das Begutachtungsergebnis nicht in Frage zu stellen. Es ist
nicht ersichtlich, dass das psychiatrische Teilgutachten inhaltlich unvollständig wäre.
4.2 Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass sich die ABI-Gutachter nicht
einlässlich mit abweichenden Beurteilungen anderer Ärzte auseinandergesetzt hätten
(act. G 1 S. 7f), trifft nicht zu. Die ABI-Gutachter äusserten sich zur Einschätzung von
Dr. B._ (IV-act. 109-17/20) und nahmen aus rheumatologischer Sicht zum Gutachten
des Kantonsspitals vom November 2006 dahingehend Stellung, dass dort eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit lediglich als durchaus denkbar erachtet worden sei. Die damalige
Hauptdiagnose eines Fibromyalgie-Syndroms könne aktuell nicht bestätigt werden und
würde auch nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine geeignete
Tätigkeit führen. Die Diagnosen eines zervikospondylogenen Syndroms und eines
lumbovertebrogenen Syndroms, wie sie im Gutachten erwähnt seien, würden keiner
höhergradigen Pathologie entsprechen und zu keiner relevanten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für eine geeignete Tätigkeit führen. Die posttraumatische Gonarthrose
rechts schränke die Steh- und Gehfähigkeit deutlich ein, führe jedoch wiederum nicht
zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine geeignete Tätigkeit. Es
müsse auch betont werden, dass die Beschwerdeführerin im Moment den Haushalt
von fünf Personen führe, was subjektiv toleriert werde und gegen eine höhergradige
Einschränkung spreche. Im Gegensatz zum Gutachten 2006 könne deshalb von einer
eindeutig höheren Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht ausgegangen werden.
Grundsätzlich könne auch nicht nachvollzogen werden, warum 2006 keine Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit möglich gewesen sei (IV-act. 109-15/20).
Die Beschwerdeführerin hatte den ABI-Gutachtern angegeben, tagsüber verrichte sie
Haushaltarbeiten leichterer Art. Sie lebe zusammen mit ihrem Ehemann und den beiden
Töchtern in einer Viereinhalbzimmer-Wohnung. Auch der elf Monate alte Enkel der
einen Tochter lebe bei ihnen. Sie (die Beschwerdeführerin) helfe im Haushalt, koche,
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kümmere sich um das Kind, unternehme Spaziergänge. Sie erledige auch Einkäufe (IV-
act. 109-9/20). Wenn der ABI-Rheumatologe daraus folgerte, die Beschwerdeführerin
führe im Moment den Haushalt von fünf Personen (IV-act. 109-15/20), so erscheint dies
entgegen der Auffassung ihres Rechtsvertreters (act. G 1 S. 8) nicht unzulässig, zumal
der Gutachter nicht den Standpunkt vertrat, dass die Beschwerdeführerin sämtliche
Haushaltarbeiten auch selbst erledige. Dass der Gutachter die erwähnten Umstände
als massgebendes Begründungsindiz verwendete, lässt sich vor dem geschilderten
Hintergrund nicht beanstanden. Nachdem bei unbestritten vorliegenden
Krankheitsbefunden an Rücken, Schultern und Knie keine Anhaltspunkte für eine seit
2006, d.h. nach dem Bericht von Dr. B._ vom 16. Februar 2006 (IV-act. 49),
eingetretene (weitere) Verschlechterung des Zustands am Bewegungsapparat
bestanden, hatten die Gutachter sodann auch keine Veranlassung für die Erstellung
neuer Röntgenaufnahmen. Bei stabilem Beschwerdebild und (gemäss Akten)
unverändertem klinischem Befund reichen auch ältere konventionelle Aufnahmen aus
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 21. August 2008 i/S F. [IV 2007/126]
Erw. 5.4 mit Hinweis auf Leitlinien für die Begutachtung rheumatologischer Krankheiten
und Unfallfolgen, in: Schweizerische Ärztezeitung, 2007, S. 738). Die von den
Gutachtern empfohlene gelegentliche Ultraschalluntersuchung im Schulterbereich (IV-
act. 109-17/20) wurde im Sinn einer (späteren) Kontrolluntersuchung vorgeschlagen
und stellt daher die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Begutachtungszeitpunkt nicht in
Frage.
4.3 Die Gutachter des Kantonsspitals hielten im November 2006 aus
rheumatologischer Sicht fest, die Prognose des von ihnen diagnostizierten
Fibromyalgiesyndroms sei trotz grossem Aufwand und einem (von den Gutachtern
vorgeschlagenen) multimodalen Therapieansatz bezüglich Arbeitsfähigkeit oft
ungünstig (IV-act. 80-17/19). Die ABI-Gutachter verneinten demgegenüber mit
nachvollziehbarer Begründung das Vorliegen eines Fibromyalgiesyndroms als solchem
(vgl. IV-act. 109-14/20f), und der ABI-Psychiater sah die Ursache des Scheiterns der
Behandlungsbemühungen wie erwähnt in der ausgeprägten subjektiven
Krankheitsüberzeugung und geringen Motivation zu Eigenanstrengungen (IV-act.
109-11/20). Aus dem Umstand, dass die vom Kantonsspital vorgeschlagenen
medizinischen Massnahmen teilweise nicht realisiert bzw. versucht wurden, kann
angesichts der geschilderten Gegebenheiten nicht indirekt auf eine Fehleinschätzung
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im ABI-Gutachten geschlossen werden. Wenn im Gutachten 2006 die dort
bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Reinigungsfrau im
Wesentlichen auf die Diagnose einer Fibromyalgie gestützt wurde, eine solche jedoch
anlässlich der ABI-Begutachtung im Jahr 2008 nicht bestätigt werden konnte, so
erscheint grundsätzlich auch die Folgerung nachvollziehbar, dass in der Tätigkeit als
Reinigungsfrau keine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt (IV-act. 117). Hier
entscheidend ist jedoch nicht die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit,
sondern diejenige in einer adaptierten Tätigkeit. Hierzu nahmen die Gutachter des
Kantonsspitals nicht abschliessend Stellung, obschon sie die Aussicht, mit den von
ihnen vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen tatsächlich eine Verbesserung der
Gesundheitssituation zu erreichen, als eher gering einstuften und somit im
Wesentlichen von einem Endzustand ausgingen, bei welchem weitere Massnahmen
lediglich noch der Zustandserhaltung dienen. Sodann ist festzuhalten, dass die ABI-
Gutachter entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin repetitive Arbeiten - im
Sinn von sich immer wiederholenden Arbeitsabläufen - nicht generell ausschlossen,
sondern vielmehr den repetitiven Einsatz des rechten Arms über der Horizontalen und
monoton-repetitive Haltungen und Bewegungen allgemein als unzumutbar erachten
(IV-act. 109-17/20). Aus dem Umstand, dass monoton-repetitive Haltungen und
Bewegungen dem Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin nicht angepasst sind,
resultiert nicht die generelle Verneinung der Arbeitsfähigkeit in einer Tätigkeit mit sich
wiederholenden Arbeitsabläufen, sondern vielmehr die Notwendigkeit eines
wechselbelastenden Einsatzes mit vorzugsweise sitzender Position und eher kurzer
Steh- und Gehdauer (IV-act. 109-15/20).
Im Übrigen ergäbe sich auch kein anderes Resultat, wenn im Sinn des Kantonsspital-
Gutachtens vom Vorliegen einer Fibromyalgie auszugehen wäre, zumal die hier von der
Rechtsprechung angewandten Kriterien wie erwähnt mit denjenigen der
Schmerzverarbeitungsstörung übereinstimmen, welche wie dargelegt (vorstehende
Erw. 4.1) im Wesentlichen als nicht erfüllt zu erachten sind. Was den Einwand betrifft,
dass eine in der warmen Jahreszeit durchgeführte Untersuchung nicht durchwegs zu
objektiven Erkenntnissen führe (act. G 1 S. 9), ist festzuhalten, dass ärztlichen
Gutachtern ohne gegenteilige konkrete Anhaltspunkte die Fähigkeit zu unterstellen ist,
Auswirkungen eines Beschwerdebilds auf die Arbeitsfähigkeit unabhängig von
äusseren Einflüssen festzulegen und allfällige jahreszeitliche Schwankungen implizit mit
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einzubeziehen. Im Weiteren hielten die ABI-Gutachter fest, die Beschwerdeführerin
verspüre beim Bergaufgehen und bei vornüber geneigter Haltung des Oberkörpers eine
retrosternales Brennen. Dabei handle es sich möglicherweise um ein Äquivalent eines
gastro-oesophagealen Refluxes oder (differenzialdiagnostisch) um eine Manifestation
einer koronaren Herzkrankheit. Es empfehle sich die Durchführung eines
Belastungstests, wobei das Resultat dieser Abklärung keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe (IV-act. 109-18/20). Nachdem bei der Ausübung von leichten, im
Wesentlichen sitzenden Tätigkeiten das erwähnte Beschwerdebild überhaupt nicht zur
Diskussion stehen dürfte, erscheint die vorerwähnte gutachterliche Schlussfolgerung
plausibel. Eine Notwendigkeit, das erwähnte Beschwerdebild abschliessend zu klären,
ist somit mit Bezug auf die Art der zumutbaren Tätigkeit nicht ersichtlich. Wenn die
ABI-Gutachter aus den geschilderten Gegebenheiten im Konsens auf eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer dem Gesundheitszustand adaptierten
leichten Tätigkeit schlossen und im Haushalt von einer Einschränkung von 15 %
ausgingen (IV-act. 33-12/29), so bestehen keine konkreten Anhaltpunkte, aufgrund
welcher diese Einschätzung für den hier streitigen Zeitraum bis 10. Februar 2009 in
Frage zu stellen wäre. Sollte sich nach dem Datum der angefochtenen Verfügung eine
gesundheitliche Verschlechterung ergeben haben, so bestünde die Möglichkeit, diese
durch Neuanmeldung geltend zu machen (Art. 17 ATSG).
4.4 Für eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit ist in manchen Fällen
neben den medizinischen Befunden und Diagnosen auch eine arbeitsorientierte
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit wünschbar oder sogar erforderlich. In
einem solchen ergonomischen Assessment kann anhand von Arbeitssimulationstests
(wie Heben und Tragen, Arbeit über Kopfhöhe oder Leitersteigen) das arbeitsbezogene
Leistungsvermögen generell und mit Blick auf die angestammte berufliche Tätigkeit
konkret beurteilt werden. In der Regel wird eine EFL unter ärztlicher Supervision von
einer physio- oder ergotherapeutischen Fachperson durchgeführt, wobei mehrere
Etappen durchschritten werden: Eine Patienteninformation, eine auf den
Gesundheitszustand und die beruflichen Aspekte zentrierte Anamnese, das Ausfüllen
von Fragebogen über Schmerzen und funktionelle Behinderung, eine klinische
Untersuchung, funktionelle Tests sowie die Beobachtung (Kooperation,
Leistungskohärenz, Niveau der gezeigten Leistungen, Verhalten gegenüber physischer
Belastung und Schmerzen, Körperschema, Sicherheit der Durchführung). Die
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untersuchende Person vergleicht hierauf die gezeigten funktionellen Leistungen mit den
physischen Anforderungen der häufigsten Arbeiten am Arbeitsplatz. Das umfassende
Testverfahren ermöglicht Aussagen zum Leistungsverhalten und zur Konsistenz der
versicherten Person, wobei gerade eine allfällig beobachtete Symptomausweitung und
Selbstlimitierung im Rahmen eines chronifizierten Zustandes für die Bewertung der
Zumutbarkeit bedeutsam sein kann. Neben der Momentaufnahme ist auch die
zukünftige Entwicklungsperspektive - sei dies hinsichtlich der medizinisch-
prognostischen Faktoren oder in Bezug auf die Abschätzung des
Rehabilitationspotentials für arbeitsrelevante Verbesserungen - in der Beurteilung zu
berücksichtigen. Die EFL hat demgegenüber nicht das Ziel, die Natur der multiplen und
komplexen Ursachen, die einer wiederholten Selbstlimitierung der Leistung und dem
Nachweis mehrfacher Inkohärenzen zugrunde liegen, zu erforschen. Ferner ist sie nicht
geeignet, kognitive oder verhaltensorientierte Fähigkeiten am Arbeitsplatz zu schätzen
oder Leistungseinschränkungen aufzuzeigen, die auf Erkrankungen ausserhalb des
Bewegungsapparates zurückzuführen sind (Michael Oliveri, Was sollen wir messen:
Schmerz oder Funktion? Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit als Mittel
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, in: Schmerz und Arbeitsfähigkeit, St. Gallen
2003, S. 389 ff, insb. S. 406; Gilles Rivier/Monika Seewer, Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit, SUVA-Medizinische Mitteilungen, Nr. 73, Frühling 2002, S. 33 ff.;
Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2009 [8C_547/2008] i/S R., Erw. 4.2.1).
Vorliegend verfasste das ABI eine auf internistisch-psychiatrisch-rheumatologischen
Abklärungen beruhende Expertise, jedoch wurde entgegen der Empfehlung im
Gutachten des Kantonsspitals von 2006 (IV-act. 84-17/19) keine EFL durchgeführt. Das
ABI-Gutachten äusserte sich nicht zur Notwendigkeit einer solchen. Nun liefert zwar
eine EFL nicht nur Angaben bezüglich des Behinderungsprofils, sondern auch
bezüglich der zeitlichen Zumutbarkeit (vgl. Gutachten Kantonsspital, IV-act. 84-17/19).
Jedoch dürfte in Situationen wie der vorliegenden, in welchen der Schmerz das
Verhalten der versicherten Person massgeblich prägt, eine objektive Evaluation des
funktionellen Leistungsvermögens auf Schwierigkeiten stossen, weil die Anstrengung
oft durch eine Selbstlimitierung geprägt ist. Selbst wenn eine EFL-Abklärung letztere zu
Tage bringen würde, wäre mit einer solchen Testung dennoch nichts (Zusätzliches)
gewonnen. Dies umso, weniger, als bereits der ABI-Psychiater eine tiefe Motivation
und ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin
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vermerkte. Wenn wie vorliegend ausschliesslich eine leichte wechselbelastende (im
Wesentlichen sitzende) Tätigkeit zur Diskussion steht, bei welcher den konkreten
gesundheitlichen Einschränkungen Rechnung getragen werden kann, vermag eine
EFL-Abklärung keine zusätzlichen Erkenntnisse zu liefern. In antizipierter
Beweiswürdigung konnte bzw. kann somit auf eine solche verzichtet werden, da sich
der entscheidwesentliche Sachverhalt mit genügender Klarheit aus den vorhandenen
medizinischen Unterlagen ergibt.
5.
5.1 Abzuklären bleibt die - von der Beschwerdegegnerin trotz Vorliegens
entsprechender Einwände weder in der angefochtenen Verfügung (IV-act. 118) noch in
der Beschwerdeantwort (act. G 4) thematisierte - Frage der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit. Hierbei darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten
ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit dort nicht
gesprochen werden, wo diese nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint.
Allerdings beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts nicht nur ein
gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen,
sondern bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. Dezember 2003 i/
S E.H, mit Hinweisen [I 349/01]). Nach der Rechtsprechung darf aber auf eine
medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit von 50% nicht abgestellt werden, wenn
sie praktisch nicht ausgenützt werden kann (vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Auflage, S. 115 und 116, mit Hinweisen; zur Frage der
sozialpraktischen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit vgl. auch Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 12. Oktober 2004 i/S D. [I 299/04],
Erw. 4.3.1 mit Hinweisen).
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5.2 Wie dargelegt (vorstehende Erw. 4.3) resultiert aus dem Umstand, dass monoton-
repetitive Haltungen und Bewegungen dem Gesundheitsschaden der
Beschwerdeführerin nicht angepasst sind, die Notwendigkeit eines
wechselbelastenden Einsatzes mit vorzugsweise sitzender Position und eher kurzer
Steh- und Gehdauer (IV-act. 109-15/20). Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit kann
aus diesem Grund nicht in Frage gestellt werden, stellt doch der allgemeine
Arbeitsmarkt wechselbelastende Tätigkeiten mit dem erwähnten Anforderungsprofil
durchaus zur Verfügung. Auch das Alter der Beschwerdeführerin stellt keinen Umstand
dar, der die Verwertbarkeit ausschliesst. So bejahte das Bundesgericht in einem Urteil
vom 22. Januar 2007 i/S S. (I 304/06, Erw. 4.2) sogar bei einem 60jährigen, aus
psychischer und rheumatologischer Sicht eingeschränkten Versicherten die
Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit (70 % in einer leichten Tätigkeit), da die
zumutbare Tätigkeit nicht so vielen Einschränkungen unterliege, dass eine Anstellung
nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre.
6.
6.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Bestehen von nachteiligen
Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und Haushaltbereich zu überprüfen und gege
benenfalls miteinzubeziehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. Januar 2008 i/S G.
[9C_265/07] Erw. 5.2-5.6, sowie vom 20. März 2008 [9C_587/2007 Erw. 2.2). Nach den
Feststellungen im ABI-Gutachten ist eine ausserhäusliche Tätigkeit auch neben der
Haushalttätigkeit zuzumuten. Für letztere bescheinigten die Gutachter eine
Einschränkung von 15 % (IV-act. 109-17/20). Mit Blick auf die ärztliche
Zumutbarkeitsbeurteilung dürften vorliegend die Belastungen in beiden versicherten
Bereichen weitgehend ähnlich sein, indem die Inanspruchnahme des vom Leiden
betroffenen Bewegungsapparats im Haushalt unausweichlich ist und auch adaptierte
erwerbliche Tätigkeiten zwangsläufig mit einer gewissen Belastung des Achsenorgans
verbunden sind. Eine Komplementarität ist mithin kaum gegeben, so dass sich das
Vorhandensein nachteiliger Wechselwirkungen im erwähnten Sinn nicht ausschliessen
lässt. Wie sich nachstehend jedoch ergeben wird, errechnet sich selbst unter Annahme
einer zusätzlichen Einschränkung im Umfang von (ungewichteten) 15 Prozentpunkten
(vgl. das erwähnte Urteil 9C_587/2007 Erw. 2.2) kein rentenbegründender
Gesamtinvaliditätsgrad.
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6.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts Haushalt sind - analog zur
Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten gemäss BGE 125 V 352 Erw. 3a mit
Hinweis - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Es ist wesentlich, dass als
Berichterstatterin eine qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den gestellten medizinischen Diagnosen sich
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der betroffenen Person hat.
Weiter sind die Angaben der beteiligten Personen zu berücksichtigen, wobei
divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext
muss plausibel begründet und detailliert sein und in Übereinstimmung mit den an Ort
und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll
beweiskräftig. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinn darstellt, in das Ermessen der
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen
vorliegen (vgl. BGE 128 V 93 Erw. 4). Nach der Rechtsprechung haben die im Haushalt
tätigen Versicherten Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der
Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst
vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die
versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch
mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre
Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in
Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen
Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr
erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige
verrichtet werden, denen dadurch nachweislich eine Erwerbseinbusse oder doch eine
nicht verhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung
bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher
weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende
Unterstützung (BGE 133 V 504 Erw. 4.2).
6.3 Der Abklärungsbericht Haushalt vom Februar 2005 ging von einer Einschränkung
im Haushalt von insgesamt 10 % aus (IV-act. 32) und der zweite Bericht vom Juni 2006
übernahm diese Einschätzung unverändert (IV-act. 64). Dr. B._ hatte zuvor im Bericht
vom 16. Februar 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bestätigt (IV-
act. 49). Nun trifft es zwar zu, dass im zweiten Abklärungsbericht vom Juni 2006 keine
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Stellung zu den von der Beschwerdeführerin angegebenen gesundheitlichen
Verschlechterungen (IV-act. 64-1/14) genommen und diese bezogen auf die
Haushaltarbeiten nicht quantifiziert wurden (act. G 1 S. 14). Die Frage, ob die
Einschätzung im Haushaltbericht vom Juni 2006 mit Blick darauf zutraf oder nicht,
kann jedoch aus den nachstehend darzulegenden Gegebenheiten offen bleiben. Das
Gutachten des Kantonsspitals vom 10. November 2006 äusserte sich nicht zu den
Einschränkungen bezogen auf die Haushaltarbeiten, sondern beschränkte sich im
Wesentlichen auf eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
(erwerblichen) Tätigkeit (vgl. IV-act. 80-16/19ff). Die ABI-Gutachter bescheinigten für
die Tätigkeit als Raumpflegerin eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Für körperlich leichte
Tätigkeiten mit auch nur leichter Rückenbelastung, vorzugsweise in sitzender Position
mit eher kurzer Geh- und Stehdauer, ohne Notwendigkeit des repetitiven Einsatzes des
rechten Arms über der Horizontalen und ohne monoton repetitive Haltungen oder
Bewegungen bestehe eine voll zumutbare Arbeitsfähigkeit. Im Haushalt bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15 % (IV-act. 109). Die Haushalttätigkeit ist
insofern nicht mit einer ausserhäuslichen Arbeit als Reinigungsfrau vergleichbar, als
erstere zum einen sämtliche Tätigkeitsbereiche (und damit auch leichte, nicht repetitiv
monotone Arbeiten) umfasst und zum anderen die Haushaltarbeiten zeitlich selbst
eingeteilt und damit die Kumulierung von belastenden bzw. repetitiv-monotonen
Arbeitsabläufen vermieden werden können. Bei diesen Gegebenheiten erscheint eine
Einschränkung von 15 % im Haushalt, wie sie die ABI-Gutachter veranschlagten,
durchaus plausibel und nachvollziehbar. Dies vor allem dann, wenn zusätzlich eine
zumutbare Mitarbeit der im gleichen Haushalt lebenden Personen (vgl. dazu
vorstehende Erw. 4.2 zweiter Absatz) in Rechnung gestellt wird, was in den beiden
erwähnten Haushaltberichten nicht geschehen ist. In Anwendung der
höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts vom 30.
Oktober 2007 i/S T. [I 246/05], Erw. 8.2, sowie vom 9. Oktober 2008 i/S F.
[8C_352/2008]) ergibt sich somit bei einem Haushalt-Anteil von 50 % ein
("gewichteter") Teil-IV-Grad von 7.5 %.
7.
7.1 Das Valideneinkommen 2008 von Fr. 27'266.-- legte die Beschwerdegegnerin
nach ihren Darlegungen auf der Basis des in den Jahren 2001 bis 2003 an mehreren
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Arbeitsorten als Reinigungsfrau erzielten Einkommens unter Berücksichtigung der
zwischenzeitlichen Nominallohnentwicklung fest. Die Zugrundelegung der Einkommen
2001-2003 erscheint grundsätzlich sachgerecht, nachdem im Folgejahr (2004) bereits
gesundheitliche Einschränkungen bestanden und die Beschwerdeführerin ihre
Erwerbstätigkeit im Jahr 2005 aufgab (vgl. IV-act. 109-7/20). Bei den Tätigkeiten hatte
es sich insgesamt um ein Teilzeitpensum von ca. 50% gehandelt (vgl. IV-act. 32-2/11).
Die Einträge im individuellen Konto für 2001 bis 2003 ergeben eine Summe von Fr.
80'991.-- (IV-act. 46-1/6), woraus ein Jahresdurchschnitt von Fr. 26'997.-- resultiert.
Nach Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Index Frauen 2001: 2245; Index
Frauen 2008: 2499) ergibt sich ein Betrag von Fr. 30'051.-- (Pensum ca. 50 %). Das im
Sinne eines Vergleichs auf der Basis von Tabellenlöhnen festgelegte
Valideneinkommen sähe wie folgt aus: Nach Tabelle TA1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 wurde von Frauen im privaten Sektor im Schnitt ein
Monatslohn von Fr. 4'116.-- (Niveau 4 = einfache und repetitive Tätigkeiten) bzw. ein
Jahresbetreffnis von Fr. 49'392.-- erzielt. Aufgerechnet auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2008 von 41.6 Stunden resultiert ein solches von
Fr. 51'368.-- (Vollpensum). Anhaltspunkte für eine Unterdurchschnittlichkeit des von
der Beschwerdeführerin erzielten Einkommens liegen daher nicht vor. Ausgehend von
einem Pensum von rund 50 % liegt der Tabellenwert (umgerechnet auf ein 50%-
Pensum) vielmehr unter dem effektiv erzielten Einkommen.
7.2 Das zumutbare Invalideneinkommen ist anhand der LSE zu ermitteln und dabei
auf Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten)
abzustellen. Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des
Jahres 2008. Die Beschwerdeführerin ist zwar auf leichte Hilfsarbeiten beschränkt, aber
sie wäre in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl
im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb
vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen gemäss LSE 2008 TA 1 Niveau 4 im
Betrag von Fr. 51'368.-- (100 % Pensum).
Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn
im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre Rest
arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
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erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (vgl. BGE 126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs,
der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6). Die Beschwerdeführerin
verfügt über eine Niederlassungsbewilligung C (IV-act. 3). Körperlich schwere Arbeiten
kann sie aufgrund der Befunde am Bewegungsapparat nicht mehr ausüben. Bei
mittelschweren Tätigkeiten ist sie deutlich eingeschränkt. Leichte Arbeiten,
vorzugsweise in sitzender Position mit eher kurzer Geh- und Stehdauer und ohne
Notwendigkeit des repetitiven Einsatzes des rechten Arms über der Horizontalen und
ohne monoton repetitive Haltungen oder Bewegungen kann sie vollumfänglich
ausführen. Diesen Einschränkungen trägt ein Abzug von 10% zureichend Rechnung.
Mit dem Leidensabzug sind sodann wie erwähnt an sich "invaliditätsfremde"
persönliche und berufliche Merkmale zu berücksichtigen, die sich auf den Lohn
auswirken können. Die Beschwerdeführerin stand im Zeitpunkt der Rentenprüfung im
57. Altersjahr. Insbesondere auf dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiter dürften sich damit
einige Schwierigkeiten ergeben haben, eine Arbeitsstelle zu finden. Im Fall einer
Anstellung wäre deswegen wohl auch mit einer Lohneinbusse zu rechnen gewesen
(vgl. dazu auch Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts i/S N. vom 31. Juli
2008 [IV 2007/249] Erw. 3.2.4, 3.3 und dazugehöriges Urteil des Bundesgerichts vom
30. September 2008 i/S N. [9C_677/2008]). Hingegen werden in dem für die
Beschwerdeführerin in Betracht kommenden Arbeitsmarkt in aller Regel keine
schriftlichen Deutschkenntnisse oder eine besondere Ausbildung verlangt, so dass sich
aus diesem Grund kein Abzug rechtfertigt. Insgesamt erscheint ein Leidensabzug von
15 % ausgewiesen. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 30'011.-- (50 %-
Pensum) und einem Invalideneinkommen (50 %-Pensum) von Fr. 21'831.-- errechnet
sich ein IV-Grad (im Erwerbsteil, vor Gewichtung) von 27 %. In Anwendung der
höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts vom 30.
Oktober 2007 i/S T. [I 246/05], Erw. 8.2, sowie vom 9. Oktober 2008 i/S F.
[8C_352/2008]) ergibt sich somit bei einem Erwerbs-Anteil von 50 % ein ("gewichteter")
Teil-IV-Grad von 13.5 %. Zusammen mit IV-Grad im Haushalt-Bereich (7.5 %) würde
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sich, selbst wenn Wechselwirkungen zwischen beiden Bereichen mit 15 %
berücksichtigt würden, kein rentenbegründender IV-Grad von mindestens 40 %
ergeben. Ein Rentenanspruch auf dieser Grundlage ist daher zu verneinen.
7.3 Was schliesslich die in der Beschwerde subeventualiter beantragten beruflichen
Massnahmen betrifft, ist festzuhalten, dass solche Massnahmen nicht Gegenstand der
angefochtenen Verfügung bilden und damit auch nicht Thema des vorliegenden
Verfahrens bilden können; mit Bezug auf diesen Punkt ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf
einzutreten ist, abzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Mit Blick auf das vollständige Unterliegen hat die
Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP