Decision ID: ed387237-6f97-5af6-893d-a147e41a2f88
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 196
3
, war nach der schulischen
Grundausbildung ab dem Jahr 1981
als Mitarbeiter in verschiedenen Betrieben tätig, zuletzt
seit August 2010
als
Leiter Event Marketing beim
Y._
(Urk.
9/2, Urk. 9/4/7
).
Am 8. Februar 2018
meldete sich der Versicherte mit Hinweis auf eine stark schwankende Sehschwäche, dara
us folgend starke Kopfschmerzen/
Schlafstörung und Müdigkeit
,
sowie
beidseitigem progressivem
Kerato
konus
bei der
Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab und verneinte mit Verfügung vom
2. April 2019
(Urk. 2)
–
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Vorbescheid vom 21. Februar 2019,
Urk.
9/29)
–
einen
Leistungsanspruch
des Versicherten
, da
dieser
seit dem 7. Januar
2019
wieder in seinem früheren Pensum in der bisherigen Tätigkeit arbeite und somit kein langandauernder Gesundheitsschaden ausgewiesen sei.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. Mai 2019 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 2. April 2019 aufzuheben und ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2). Am 24. Juni 2019 reichte der
Beschwerdeführer
eine ergänzende Beschwerdebegründung ein. Er erweiterte sein Rechtsbegehren inso
fern, als er neben dem Hauptantrag auf Zusprache der gesetzlichen Leistungen eventualiter die Rückweisung der
Angelegenheit
zur weiteren Sachverhaltsabklä
rung an die IV-Stelle beantragte (Urk. 6). Seiner Eingabe legte der
Beschwerde
führer
verschiedene Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, aus den Monaten April, Mai und Juni 2019 bei (Urk. 7).
In der Beschwerdeantwort vom
25. Juni 2019 beantragte die IV-Stelle die teilweise
Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückwei
sung an sie zur Prüfung weiterer Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 8, unter Bei
lage ihrer Akten Urk. 9/1-38). Mit Verfügung vom 28. Juni 2019 wurde dem
Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort
sowie
der
Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeergänzung zugestellt (Urk. 10). Mit Eingaben vom
8. Juli
2019
(Urk. 13) beziehungsweise 19. Juli 2019 (Urk. 14) verzichteten die Parteien jeweils
auf eine weitere Stellungnahme.
3.
Auf die
Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort vom
25. Juni 2018
auf den Standpunkt,
das Sehvermögen des
Beschwerdeführer
s habe sich bereits kurze Zeit nach ihrem Rentenentscheid erneut verschlechtert. So
werde dem
Beschwerdeführer
von
Dr.
Z._
ab dem 9. Mai 2019 eine Arbeitsunfähig
keit von 50 %
attestiert
. Gestützt auf die medizinische Situation beziehungsweise Aktenlage könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht über einen Rentenanspruch ent
schieden werden. Es seien weitere
Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und
danach
erneut
über den Rentenanspruch zu entscheiden (Urk. 8).
2.2
Auch der
Beschwerdeführer
erachtete den medizinischen Sachverhalt als nicht hinreichend
abgeklärt
, um gestützt darauf über seinen Leistungsanspruch befin
den zu können. So führte er
insbesondere
aus, die
Beschwerdegegnerin
habe den Fall voreilig abgeschlossen, obwohl aufgrund des bisherigen Verlaufs bekannt gewesen sei, dass ein früherer postoperativer Arbeitsversuch der gegenwärtigen suboptimalen Arbeitssituation wegen (80 % Bildschirmarbeit) im April 2018 gescheitert sei. Auch weil seine Arbeitstätigkeit nach wie vor grossmehrheitlich aus Bildschirmarbeit bestanden habe, wäre die
Beschwerdegegnerin
verpflichtet gewesen abzuklären, ob er die 100%ige Arbeitsfähigkeit tatsächlich über eine längere Zeit beibehalten k
önne
. Zudem sei der Fallabschluss ohne Einholung eines neuen Arztberichtes, welcher sich zur Beschwerdeproblematik und dem neuen 100 % Pensum äusserte, erfolgt (Urk. 6 S. 4-5).
2.3
Damit liegen i
n Bezug auf die Notwendigkeit von weiteren medizinischen Abklä
rungen übereinstimmende Sachdarstellungen
der Parteien
vor,
welche
auch
mit der Akten- und Rechtslage in
Einklang steh
en
. Die Sache ist daher in Aufhebung
der
angefochtenen Verfügung vom
2. April 2019
(Urk. 2)
zur Vornahme der not
wendigen Abklärungen
und
zu neuem Entscheid über den
Leistungsanspruch
des
Beschwerdeführers
an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen
. In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die
Verwal
tung
zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 GSVGer unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1’700
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.