Decision ID: a6c23d2a-d032-586b-b648-f87b7724ce5f
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Am 6. Mai 2019 stellte das «Central Liaison Office for International
Cooperation» des österreichischen Bundesministeriums für Finanzen
(nachfolgend: CLO oder ersuchende Behörde) ein Amtshilfeersuchen an
die Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) gestützt auf
Art. 26 des Abkommens vom 30. Januar 1974 zwischen der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und
vom Vermögen (SR 0.672.916.31; im Folgenden: DBA CH-AT).
A.b Das CLO bezweckt mit den ersuchten Informationen eine korrekte Ein-
kommensbesteuerung von X._, der in Österreich ansässig ist und
dort im relevanten Besteuerungszeitraum 2013 bis 2018 Einkünfte aus
zahnärztlicher Tätigkeit erzielt hat (nachfolgend auch: betroffene Person).
Erfragt werden Informationen zur A._ AG, die ihren Sitz in der
Schweiz hat, und zu deren Geschäftstätigkeit mit der betroffenen Person.
A.c Die ersuchende Behörde äussert den Verdacht, dass X._ in
den Jahren 2013 bis 2018 in Österreich durch Einschaltung der Firma
A._ AG (bei der es sich möglicherweise um eine Scheinfirma
handle) Einkommensteuern hinterzogen habe. Diese Gesellschaft habe im
Zusammenhang mit zahnärztlichen Leistungen, die von X._ er-
bracht wurden, direkt Rechnungen an österreichische Patienten gestellt.
X._ habe durch die entsprechenden Umsatzverkürzungen die Be-
messungsgrundlage für seine Einkommensteuerfestsetzungen der Jahre
2013 bis 2018 wesentlich verkürzen können. Er bestelle nach eigenen An-
gaben bei der A._ AG Zahnprothesen und ähnliche Produkte. Die
Patienten hätten den von der A._ AG in Rechnung gestellten Betrag
bar an X._ geleistet. Letzterer habe diese Beträge dann auf ein
Konto der A._ AG bezahlt, wobei bei ihm kein Aufwand in der Buch-
haltung erscheine. Es könne daher sein, dass gar keine Rechnungen direkt
an X._ ausgestellt wurden, sondern nur an die Patienten. Es sei
daher wichtig zu wissen, welche Umsätze mit Österreich getätigt worden
seien (Eingrenzungsmöglichkeit: Umsätze mit den Postleitzahlen [...] und
[...]). Es sei zu vermuten, dass die betroffene Person die tatsächlichen Um-
sätze mit Patienten, die Rechnungen der A._ AG erhalten hatten,
nicht oder nur unvollständig versteuert habe. Von X._ müssten je-
denfalls Bestellungen über Produkte vorliegen.
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A.d Ersucht wird namentlich um folgende allgemeine steuerliche Informa-
tionen bzw. Informationen zu den Geschäftsvorfällen und Zahlungen:
1. Ist die A._ AG ihren Finanzbehörden bekannt?
2. Falls die A._ AG Ihren Finanzbehörden bekannt ist, geben Sie bitte an, unter welcher Art von Anschrift die A._ AG registriert ist.
3. Ist die A._ AG wirtschaftlich tätig?
4. Worin besteht die Hauptgeschäftstätigkeit der A._ AG?
5. War die Firma A._ AG tatsächlich operativ tätig?
6. Wurde wirklich bei der A._ AG bestellt, und wenn ja, von X._ oder von anderen Personen?
7. Hat die A._ AG in den Jahren 2013 bis 2018 entsprechendes Personal angemeldet, um die Geschäftstätigkeit durchführen zu können?
8. Wurden die bestellten Produkte selbst hergestellt? Wenn nicht, wo wurden sie bestellt?
9. Wie erfolgte der Versand der bestellten Produkte?
10. Bitte übermitteln Sie uns Kopien aller relevanten Dokumente in diesem . Insbesondere:
a. Übermittlung aller Bestellvorgänge von X._ für 2013-2018 und die  Nachweise wie zum Beispiel E-Mails/Bestellaufträge etc.
b. Übermittlung aller Belege betreffend Zahlungen von X._ für die Jahre 2013-2018 mit den dazugehörigen Rechnungen.
c. Übermittlung aller Umsätze im Zusammenhang mit X._ für die Jahre 2013-2018 sowie aller gestellten Rechnungen.
d. Übermittlung aller Umsätze im Zusammenhang mit österreichischen Kunden von X._ für die Jahre 2013-2018, getrennt nach Jahr und Kunde.
11. Fanden die genannten Geschäftsvorfälle zwischen X._ und der A._ AG gemäss den Ihnen vorliegenden Informationen wirklich statt?
12. Auf welchen Konten wurden die genannten Geschäftsvorfälle in der  von X._ und der A._ AG erfasst?
13. Haben X._ und die A._ AG sonstige Geschäftsbeziehungen , die nicht im Ersuchen erwähnt wurden?
14. Sind X._ und die A._ AG verbundene Parteien (z.B.  Personen)?
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15. Bitte übermitteln Sie uns Kopien aller relevanten Dokumente in diesem .
16. Gibt es eine Vereinbarung zwischen X._ und der A._ AG?
17. Wie wurden die Rechnungen betreffend die Bestellvorgänge von X._ ausgestellt?
18. Wohin wurden diese Rechnungen versandt?
19. Bitte übermitteln Sie uns Kopien aller relevanten Dokumente in diesem .
B.
Am 16. Mai 2019 verlangte die ESTV vom Kantonalen Steueramt (...), ihr
die ersuchten Informationen innerhalb von 14 Tagen zu edieren. Dieser
Aufforderung kam das kantonale Steueramt fristgerecht nach.
C.
Ebenfalls am 16. Mai 2019 ersuchte die ESTV die A._ AG, ihr die
ersuchten Informationen innerhalb von 10 Kalendertagen ab Erhalt der Edi-
tionsverfügung zuzustellen sowie X._ über das laufende Amtshilfe-
verfahren zu informieren und ihn aufzufordern, eine zur Zustellung bevoll-
mächtigte Person in der Schweiz zu bezeichnen.
Mit Schreiben vom 14. Juni 2019 kam die A._ AG dem Editionsbe-
gehren nach und nahm zum Amtshilfeverfahren Stellung. Auf Nachfragen
der ESTV reichte die A._ AG zwischen dem 3. Juli und 9. August
2019 weitere Informationen ein und beantwortete Rückfragen der ESTV zu
bereits edierten Informationen.
D.
Nachdem X._ von der A._ AG über das Amtshilfeverfahren
informiert worden war, liess er am 29. Mai 2019 gegenüber der ESTV seine
anwaltliche Vertretung anzeigen. Gleichzeitig übermittelte er der ESTV
seine Zustimmungserklärung zum vereinfachten Verfahren, die er jedoch
unmittelbar darauf unter Berufung auf einen Irrtum zurückzog.
E.
Am 22. August 2019 gewährte die ESTV X._ und der A._
AG mit separaten Schreiben das rechtliche Gehör bezüglich der beabsich-
tigten Informationsübermittlung. Gleichzeitig wies sie auf die Möglichkeit
der Zustimmung zum vereinfachten Verfahren, der Akteneinsicht und der
Stellungnahme innert zehn Kalendertagen hin.
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Seite 5
Mit je separaten Stellungnahmen vom 12. September 2019, die innert er-
streckter Frist eingereicht wurden, beantragten die betroffene Person und
die A._ AG, es sei keine Amtshilfe zu leisten.
F.
Mit Schlussverfügung vom 15. Oktober 2019 verfügte die ESTV, dass sie
der ersuchenden Behörde Amtshilfe leiste (Dispositiv-Ziff. 1). Sie ordnete
an, dass die beim kantonalen Steueramt und der A._ AG edierten
Informationen zu übermitteln seien, namentlich die jeweiligen Antworten
auf die Fragen des Ersuchens (Dispositiv-Ziff. 2). Weiter hielt die ESTV
fest, dass Informationen, welche nicht amtshilfefähig seien und nicht aus-
gesondert werden können, geschwärzt worden seien. In Dispositiv-Ziff. 3
wies die ESTV den Antrag der betroffenen Person auf Verweigerung der
Amtshilfe ab. In Dispositiv-Ziff. 4 wird festgehalten, dass die ESTV die er-
suchende Behörde darauf aufmerksam machen werde, dass die zu über-
mittelnden Informationen gemäss Art. 26 Abs. 2 DBA CH-AT nur einge-
schränkt und gemäss den Geheimhaltungsbestimmungen verwendet wer-
den dürfen.
G.
Gegen diese Schlussverfügung lässt X._ (nachfolgend: der Be-
schwerdeführer) am 14. November 2019 Beschwerde ans Bundesverwal-
tungsgericht erheben und beantragen, die Editionsverfügung vom 16. Mai
2019 sei aufzuheben, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
ESTV zurückzuweisen (Ziff. 1 und 1.1 der Rechtsbegehren). Weiter sei die
Schlussverfügung vom 15. Oktober 2019 aufzuheben, eventualiter die Sa-
che zur Neubeurteilung an die ESTV zurückzuweisen (Ziff. 2 und 2.1 der
Rechtsbegehren). Subeventualiter seien die Unterlagen vollständig zu
anonymisieren und insbesondere die Namen und Adressen von Patienten,
Vertragspartnern und Mitarbeitern unkenntlich zu machen (Ziff. 2.2.1 der
Rechtsbegehren). Ebenfalls subeventualiter (Ziff. 2.2.2 der Rechtsbegeh-
ren) dürften die zu übermittelnden Unterlagen und Informationen den von
der ersuchenden Partei gesetzten Rahmen nicht übersteigen (keine unzu-
lässige spontane Amtshilfe); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
(zzgl. MWST) zulasten der ESTV.
Ebenfalls liess die A._ AG mit separater Eingabe eine Beschwerde
gegen die Schlussverfügung vom 15. Oktober 2019 erheben (rubriziert un-
ter der Verfahrensnummer A-6079/2019).
A-6074/2019
Seite 6
H.
In ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2020 beantragt die Vorinstanz, es
seien die beiden Verfahren A-6074/2019 und A-6079/2019 zu vereinigen
und es sei die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen.
I.
Am 7. Mai 2020 reichte die Vorinstanz dem Gericht eine Sachverhaltser-
gänzung des CLO zum Ersuchen, datiert vom 15. April 2020, samt Beila-
gen ein (Belege über Einzahlungen des Beschwerdeführers an die
A._ AG sowie Rechnungslisten und Jahresrechnungen der
A._ AG). Die ersuchende Behörde erklärte darin, dass diese ergän-
zenden, aus der Betriebsprüfung erhaltenen Informationen, mit Blick auf
die erzielten Umsätze Diskrepanzen zeigten und äusserte Zweifel an der
Zuverlässigkeit der A._ AG als Auskunftsperson. Sie ersuchte da-
her die ESTV, Informationen, die von der A._ AG erteilt werden,
nach Möglichkeit noch bei anderen Quellen zu verifizieren.
In ihrer Stellungnahme zur Ergänzung der ersuchenden Behörde hielt die
Vorinstanz vollumfänglich an ihren Anträgen auf Verfahrensvereinigung
und kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde fest. Sie führte aus, dass
die ergänzend zum Amtshilfeersuchen eingereichten Unterlagen der ersu-
chenden Behörde nichts an der voraussichtlichen Erheblichkeit der vorge-
sehenen Informationsübermittlung ändern würde, zumal die zu übermit-
telnden Informationen immer noch der Abgleichung dienen könnten.
J.
Mit innert erstreckter Frist eingereichter Stellungnahme vom 3. Juli 2020
liess der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Beschwerdeanträgen
festhalten und beantragen, die ergänzend eingereichten Akten der ersu-
chenden Behörde seien, da diese verspätet ins Verfahren eingeführt und
ihm diesbezüglich zudem das Akteneinsichtsrecht nicht gewährt worden
sei, aus dem Recht zu weisen. Falls die neuen Akten zuzulassen seien, sei
eine Übermittlung von Informationen an den ersuchenden Staat zwecks
Abgleichung nicht zulässig. Die von der Vorinstanz zitierte Rechtsprechung
sei auf die vorliegende Konstellation nicht anwendbar.
Das Gericht nahm die geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs als implizites Akteneinsichtsgesuch entgegen.
K.
In ihrer Eingabe vom 17. Juli 2020 äusserte die Vorinstanz keine Einwände
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gegen die Gewährung der Akteneinsicht. Im Übrigen verzichtete sie auf
eine weitere Stellungnahme.
L.
Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2020 entsprach die Instruktionsrichte-
rin dem implizit gestellten Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers
und liess ihm die von der ersuchenden Behörde ergänzend übermittelten
und von der Vorinstanz eingereichten Akten zugehen.
M.
Innert abermals erstreckter Frist liess der Beschwerdeführer mit Stellung-
nahme vom 28. August 2020 an seinen bisherigen Rechtsbegehren und
dem Antrag, dass die ergänzend eingereichten Akten aus dem Recht zu
weisen seien, festhalten.
N.
Mit Schreiben vom 8. Oktober 2020 teilte die ESTV mit, dass sie auf eine
weitere Stellungnahme verzichte.
Auf die detaillierten Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – sofern
sie entscheidwesentlich sind – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des österrei-
chischen CLO gestützt auf Art. 26 des DBA CH-AT zugrunde. Die Durch-
führung dieser Abkommensbestimmung richtet sich – unter Vorbehalt ab-
weichender Regelungen im DBA CH-AT – nach dem Bundesgesetz vom
28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen
(StAhiG, SR 651.1; vgl. Art. 1 StAhiG).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden
gegen Schlussverfügungen der ESTV betreffend die internationale Amts-
hilfe in Steuersachen zuständig (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG i.V.m. Art. 31 ff.
VGG). Zusammen mit der Schlussverfügung anfechtbar ist auch jede der
Schlussverfügung vorangehende Verfügung (Art. 19 Abs. 1 StAhiG), folg-
lich auch die hier mitangefochtene Editionsverfügung. Das Verfahren vor
dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das
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VGG nichts Anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Der Beschwerdeführer hat
am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist als vom Amtshilfeer-
suchen betroffene Person zur Beschwerdeführung legitimiert (vgl. Art. 48
Abs. 1 VwVG, Art. 19 Abs. 2 StAhiG). Auf die frist- und formgerecht
(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
1.3 Die Vorinstanz beantragt in prozessualer Hinsicht, das vorliegende Ver-
fahren sei mit dem unter separater Geschäftsnummer (A-6079/2019) ge-
führten Parallelverfahren betreffend die Beschwerde der A._ AG zu
vereinigen. Die Frage der Vereinigung von Verfahren steht im Ermessen
des Gerichts und hängt mit dem Grundsatz der Prozessökonomie zusam-
men, wonach ein Verfahren im Interesse aller Beteiligten möglichst einfach,
rasch und zweckmässig zum Abschluss gebracht werden soll (statt vieler:
Urteile des BVGer A-4876/2019 und A-4877/2019 vom 27. Oktober 2020
E. 1.1, A-4544/2019 und A-4545/2019 vom 5. Mai 2020 E. 1.1.1).
In der angefochtenen Schlussverfügung vom 15. Oktober 2019 wird im
Rubrum nur der Beschwerdeführer (als formell betroffene Person) genannt.
Gleichentags erliess die Vorinstanz in gleicher Sache auch eine (zwischen-
zeitlich angefochtene) Schlussverfügung gegenüber der A._ AG
(als beschwerdeberechtigte Person). Die separate Eröffnung von Schluss-
verfügungen an die in ein Amtshilfeverfahren involvierten Personen ent-
spricht dem in Art. 17 Abs. 1 StAhiG vorgesehenen Vorgehen und liegt in
allfälligen gegenseitigen Geheimhaltungsinteressen begründet (Urteil des
BVGer A-3764/2015 vom 15. September 2015 E. 3.3). Zwar liegt den bei-
den Schlussverfügungen dasselbe Amtshilfeersuchen zugrunde und es
stellen sich im Wesentlichen dieselben rechtlichen Fragen. Allerdings hat
vorliegend weder der Beschwerdeführer noch die A._ AG einer Ver-
fahrensvereinigung zugestimmt. Letztere lehnte in ihrer im Parallelverfah-
ren A-6079/2019 eingereichten Stellungnahme vom 13. März 2020 eine
Verfahrensvereinigung ab, weil sie mit dem Beschwerdeführer nicht iden-
tisch und ihre Interessen nicht gleichgerichtet seien. Dieser Einwand ist
nachvollziehbar, zumal die Frage der Beziehungsnähe zwischen dem Be-
schwerdeführer und der A._ AG, die auch von verschiedenen
Rechtsanwälten vertreten werden, im Amtshilfeverfahren gerade umstritten
ist. Der Antrag der Vorinstanz auf Verfahrensvereinigung ist abzuweisen.
1.4 Im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht können tatsächliche No-
ven vorgebracht werden und sind selbst verspätete Parteivorbringen zu
berücksichtigen, wenn sie ausschlaggebend erscheinen (vgl. Art. 32 Abs. 2
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Seite 9
VwVG; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesver-
waltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.204 und 2.206). Der prozessuale Ein-
wand des Beschwerdeführers, wonach die vom CLO übermittelte Ergän-
zung des Amtshilfeersuchens samt Beilagen, die dem Gericht am 7. Mai
2020 von der Vorinstanz eingereicht wurde, als verspätet aus dem Recht
zu weisen sei (vgl. Sachverhalt Bst. I und J), erweist sich damit als unbe-
gründet. Nachdem dem Beschwerdeführer sodann Einsicht in die ergänz-
ten Akten gewährt worden ist, liegt auch keine Verletzung des rechtlichen
Gehörs vor.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in
vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der
Verletzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Unangemes-
senheit rügen (Art. 49 Bst. a bis c VwVG).
2.
2.1 Gemäss der Amtshilfeklausel von Art. 26 Abs. 1 DBA CH-AT tauschen
die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten unter sich diejenigen Infor-
mationen aus, «die zur Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwen-
dung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend die unter
das Abkommen fallenden Steuern voraussichtlich erheblich sind, soweit
die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen wi-
derspricht». Dabei ist der Informationsaustausch nicht durch Art. 1 DBA
CH-AT, wonach das Abkommen (nur) für in einem Vertragsstaat oder in
beiden Vertragsstaaten ansässige Personen gilt, beschränkt. Zu den unter
das Abkommen fallenden Steuern zählt namentlich die Einkommenssteuer
in Österreich (vgl. Art. 2 DBA CH-AT, insbesondere Abs. 3 Ziff. 1 Bst. a).
Nach Art. 26 Abs. 3 DBA CH-AT sind die Absätze 1 und 2 – vorbehältlich
des hier nicht einschlägigen Art. 26 Abs. 5 DBA CH-AT – nicht so auszule-
gen, als verpflichteten sie einen Vertragsstaat, von den Gesetzen oder der
Verwaltungspraxis des einen oder des anderen Vertragsstaates abzuwei-
chen (Bst. a), oder Informationen zu erteilen, welche nach den Gesetzen
oder im üblichen Verwaltungsverfahren eines der beiden Vertragsstaaten
nicht beschafft werden können (Bst. b). Sodann besteht auch keine Ver-
pflichtung zur Erteilung von Informationen, die ein Handels-, Geschäfts-,
Industrie-, Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäftsverfahren
preisgeben würden oder deren Erteilung dem Ordre Public widerspräche
(Bst. c).
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Seite 10
2.2 Im Zusammenhang mit Art. 26 DBA CH-AT ist sodann das zugehörige
Schlussprotokoll (eingefügt durch Art. VIII des Protokolls vom 21. März
2006, von der Bundesversammlung genehmigt am 6. Oktober 2006
[AS 2007 1253 1251; BBl 2006 5155]; ebenfalls unter SR 0.672.916.31) zu
beachten:
2.2.1 Gemäss Ziff. 2 Bst. a des Schlussprotokolls zum DBA CH-AT besteht
zwischen den Vertragsparteien Einigkeit darüber, dass der ersuchende
Vertragsstaat ein Begehren um Austausch von Informationen erst dann
stellt, wenn er alle in seinem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehe-
nen üblichen Mittel zur Beschaffung der Informationen ausgeschöpft hat
(sog. Subsidiaritätsprinzip).
2.2.1.1 Was unter den «üblichen Mitteln» zu verstehen ist, wird im DBA
CH-AT nicht weiter definiert. Gemäss Auslegung der fraglichen Bestim-
mung nach völkerrechtlichen Regeln ergibt sich, dass nicht das Ausschöp-
fen sämtlicher möglicher Mittel verlangt wird (statt vieler: Urteile des BVGer
A-7164/2018 vom 20. Mai 2019 E. 2.5, A-3555/2018 vom 11. Januar 2019
E. 3.2.1, A-4414/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 3.1.1; vgl. ferner Urteil
des BGer 2C_493/2019 vom 17. August 2020 E. 5.1 ff.). Vielmehr kann ein
Mittel als nicht mehr «üblich» bezeichnet werden, wenn es dem ersuchen-
den Staat – im Vergleich zu einem Amtshilfeersuchen – einen unverhält-
nismässigen Aufwand verursachen würde oder wenn die Erfolgschancen
als sehr gering einzuschätzen sind. Dem ersuchenden Staat wird somit
eine gewisse Freiheit belassen, um zu entscheiden, in welchem Zeitpunkt
er ein Amtshilfeersuchen stellen möchte (Urteil des BVGer A-3716/2015
vom 16. Februar 2016 E. 3.3.1). Allerdings muss der ersuchende Staat
seine innerstaatlichen Mittel zumindest soweit in Anspruch nehmen, bis er
das Ermittlungsobjekt genügend präzisiert hat (Urteile des BVGer
A-7164/2018 vom 20. Mai 2019 E. 2.5, A-140/2019 vom 13. Mai 2019
E. 5.1 und A-4414/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 3.1.1). Das Subsidiari-
tätsprinzip soll vermeiden, dass auf den ersuchten Staat die Last überwälzt
wird, Auskünfte zu erteilen, welche dem ersuchenden Staat nach inner-
staatlichem Recht zugänglich sind (BGE 144 II 206 E. 3.3.1).
2.2.1.2 Die Voraussetzung der Ausschöpfung der im innerstaatlichen Steu-
erverfahren vorgesehenen üblichen Mittel ist insbesondere dann nicht er-
füllt, wenn der Steuerpflichtige noch Gelegenheit hat, seine Steuerfaktoren
korrekt und spontan zu deklarieren, d.h. wenn ein Ersuchen gestellt wird,
bevor die Frist zur Abgabe der Steuererklärung abgelaufen ist (Urteil des
BGer 2C_703/2019 vom 16. November 2020 E. 6.4 f.; Urteile des BVGer
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A-6037/2017 vom 8. Januar 2019 E. 2.7.2, A-4232/2013 vom 17. Dezem-
ber 2013 E. 6.3.2.1). Demgegenüber führt der Umstand, dass es der ersu-
chenden Behörde möglich wäre, eine betroffene Person mittels Zwangs-
massnahmen zur Herausgabe der Informationen aufzufordern, nicht dazu,
dass (noch) kein Amtshilfeersuchen gestellt werden darf, insbesondere
dann, wenn die Person gemäss dem anwendbaren Recht zur Einreichung
aller wesentlichen Unterlagen verpflichtet ist (Urteile des BVGer
A-2725/2019 vom 25. Februar 2020 E. 2.6.1, A-4414/2014 vom 8. Dezem-
ber 2014 E. 4.2.5).
2.2.2 Nach Ziff. 2 Bst. b des Schlussprotokolls zum DBA CH-AT besteht
der Zweck der Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheblich
sind, darin, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch in Steu-
erbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlauben,
«fishing expeditions» zu betreiben oder um Informationen zu ersuchen, de-
ren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steuer-
pflichtigen Person unwahrscheinlich ist. Die im Amtshilfeersuchen zu lie-
fernden Angaben sind gemäss dieser Bestimmung zwar wichtige verfah-
renstechnische Voraussetzungen für die Vermeidung von «fishing expedi-
tions»; sie sind jedoch nicht so auszulegen, dass sie einen wirksamen In-
formationsaustausch behindern würden.
2.2.2.1 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts
voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden
Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort
korrekt zu besteuern (BGE 143 II 185 E. 3.3.1, 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil
des BVGer A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2). Ob eine Information
erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend
feststellen (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des
BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6). Die Voraussetzung der
voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im Zeitpunkt der Einrei-
chung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Möglichkeit besteht, dass
sich die verlangten Informationen als erheblich erweisen werden (BGE 145
II 112 E. 2.2.1, 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt, ob sich diese Infor-
mationen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde als nicht
erheblich herausstellen (BGE 145 II 112 E. 2.2.1, 142 II 161 E. 2.1.1).
2.2.2.2 Die Rolle des ersuchten Staates bei der Beurteilung der voraus-
sichtlichen Erheblichkeit beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die vom
ersuchenden Staat verlangten Informationen und Dokumente einen Zu-
sammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt haben und
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Seite 12
ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren
verwendet zu werden (BGE 144 II 29 E. 4.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil
des BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.2; Urteile des BVGer
A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6; A-846/2018 vom 30. August 2018
E. 2.1.4 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat
Auskünfte – mit der Begründung, dass die verlangten Informationen nicht
«voraussichtlich erheblich» im Sinne der Amtshilfeklausel seien – nur ver-
weigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und
der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung wenig wahr-
scheinlich erscheint (BGE 143 II 185 E. 3.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil
des BVGer A-5522/2019 vom 18. August 2020 E. 2.3.3).
2.2.3 Gemäss Ziff. 2 Bst. c des Schlussprotokolls zum DBA CH-AT besteht
zwischen den Vertragsparteien sodann Einigkeit darüber, dass die Steuer-
behörden des ersuchenden Staates bei der Stellung eines Amtshilfebegeh-
rens nach Art. 26 des Abkommens den Steuerbehörden des ersuchten
Staates die nachstehenden Angaben zu liefern haben:
i) die Identifikation der steuerpflichtigen Person, wobei diese Identifikation auch
auf andere Weise als durch Angabe des Namens und der Adresse erfolgen
kann;
ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden;
iii) eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsichtlich
der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen vom ersuchten
Staat zu erhalten wünscht;
iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden;
v) den Namen und die Adresse des mutmasslichen Informationsinhabers, soweit
sie bekannt sind.
2.3
2.3.1 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den
massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet
werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun.
Dies wäre mit dem Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der
Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und
Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln ge-
bliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1,
139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-2327/2017 vom 22. Januar 2019
E. 8.3.2; ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en
matière pénale, 5. Aufl. 2019, S. 310 Rz. 293 Bst. a). Daher verlangt die
A-6074/2019
Seite 13
Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht den strikten Beweis
des Sachverhalts, sondern sie muss nur (aber immerhin) hinreichende Ver-
dachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.1
und E. 2.2.1, 139 II 404 E. 7.2.2; Urteile des BVGer A-4163/2019 vom
22. April 2020 E. 3.1.4, A-2540/2017 vom 7. September 2017 E. 4.2,
A-2591/2017 vom 5. März 2019 E. 5.3.2.2).
2.3.2 Nach dem so genannten völkerrechtlichen Vertrauensprinzip besteht
– ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten Fragen
im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder internatio-
nalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – kein Anlass, an Sachverhaltsdar-
stellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (BGE 143 II 202
E. 8.7.1, 142 II 218 E. 3.3, 142 II 161 E. 2.1.3; Urteil des BGer
2C_619/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 2.2.1). Die ESTV ist deshalb an
die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als
diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprüche von
vornherein entkräftet werden kann (BGE 142 II 161 E. 2.1.1 und 2.1.3, 139
II 451 E. 2.2.1; Urteil des BGer 2C_275/2017 vom 20. März 2017 E. 2.4.2;
Urteile des BVGer A-4163/2019 vom 22. April 2020 E. 2.2, A-5695/2018
vom 22. April 2020 E. 3.5).
2.4
2.4.1 Nach Art. 4 Abs. 3 StAhiG ist die Übermittlung von Informationen zu
Personen, welche nicht betroffene Personen sind, unzulässig, «wenn diese
Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der betroffenen Per-
son nicht voraussichtlich relevant sind oder wenn berechtigte Interessen
von Personen, die nicht betroffene Personen sind, das Interesse der ersu-
chenden Seite an der Übermittlung der Informationen überwiegen». Recht-
sprechungsgemäss ist der Begriff der «nicht betroffenen Person» nach
Art. 4 Abs. 3 StAhiG restriktiv zu verstehen (vgl. BGE 142 II 161 E. 4.6.1
f.). Damit sollen in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips Perso-
nen geschützt werden, die nichts mit dem im Amtshilfeersuchen geschil-
derten Sachverhalt zu tun haben, deren Namen also rein zufällig in den
weiterzuleitenden Dokumenten auftauchen («fruit d'un pur hasard»;
vgl. statt vieler: Urteil des BGer 2C_287/2019 vom 13. Juli 2020 E. 5;
Urteile des BVGer A-2981/2019 vom 1. September 2020 E. 2.2.3,
A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.4.2 Nach dieser Ordnung bzw. der einschlägigen Rechtsprechung sind
unter Umständen auch Personen (insbesondere Gesellschaften), deren
A-6074/2019
Seite 14
Steuerpflicht im ersuchenden Staat nicht geltend gemacht wird, als (mate-
riell) betroffene Personen zu qualifizieren, nämlich dann, wenn die Infor-
mationen über diese Personen für den ersuchenden Staat voraussichtlich
erheblich sind (grundlegend: BGE 141 II 436 E. 4.4.3 und 4.5, auch publi-
ziert in: ASA 84 [2015/2016] S. 559 ff.; ferner: BGE 143 II 185 E. 3.2 ff.).
Können die ersuchten Informationen für die Steuerpflicht der im ersuchen-
den Staat zu besteuernden Person voraussichtlich erheblich sein und ist
ihre Übermittlung unter Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten erforderlich,
das heisst, wenn die Aussonderung, Schwärzung oder anderweitige Un-
kenntlichmachung der Informationen den Zweck des Amtshilfeersuchens
vereiteln würde, so sind sie dem ersuchenden Staat zu übermitteln
(vgl. ausführlich mit Beispielen: BGE 144 II 29 E. 4.2.3 f.; ferner: BGE 143
II 506 E. 5.2.1; Urteil des BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 E. 3.1;
statt vieler: A-5383/2019 vom 24. November 2020 E. 2.2.4 mit Hinweisen).
2.5 Der in Art. 26 Abs. 3 Bst. a und b DBA CH-AT formulierte Vorbehalt des
innerstaatlichen Rechts (E. 2.1, zweiter Absatz) bezieht sich, soweit es um
die Beschaffung von Informationen in Bezug auf direkte Steuern bei einer
in der Schweiz steuerpflichtigen Person geht, auf die Art. 123 bis 129 des
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer
(DBG, SR 642.11; vgl. BGE 142 II 69 E. 4; BVGE 2018 III/4 E. 3.2.1 mit
weiteren Hinweisen, vgl. auch Art. 8 Abs. 1 StAhiG).
Eine Person, die vom Amtshilfeersuchen nicht formell betroffen ist (wie z.B.
ein Geschäftspartner der betroffenen Person), ist – sofern Einkommens-
steuern Gegenstand des Amtshilfeersuchens bilden – rechtsprechungsge-
mäss dann nach Art. 126 DBG umfassend auskunftspflichtig, wenn die be-
treffenden Informationen ihre eigene Besteuerung beeinflussen könn-
ten (vgl. BGE 142 II 69 E. 5.1; Urteile des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli
2019 E. 4, 2C_954/2015 vom 13. Februar 2017 E. 7.4). Das Vorliegen einer
solchen Konstellation wurde vom Bundesgericht unter anderem bei vermu-
teten verdeckten Gewinnausschüttungen und bei Steuerumgehungstatbe-
ständen bejaht (vgl. BGE 142 II 69 E. 5.1.4; Urteil des BGer 2C_954/2015
vom 13. Februar 2017 E. 7.4; siehe zum Ganzen: Urteil des BVGer A-
272/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 2.4.2.2).
2.6 Wird die Anonymisierung von Daten zu einzelnen Personen verlangt,
die in den zu übermittelnden Unterlagen enthalten sind, so ist nach der
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bei jedem einzelnen Ak-
tenstück, das von der Übermittlung ausgeschlossen werden soll, zu be-
zeichnen und im Einzelnen darzulegen, weshalb dieses im ausländischen
A-6074/2019
Seite 15
Verfahren nicht erheblich sein kann (Urteile des BVGer A-6859/2019 vom
2. Dezember 2020 E. 2.7.4, A-4353/2016 vom 27. Februar 2017 E. 5.2,
A-5506/2015 vom 31. Oktober 2016 E. 12.2.6).
2.7 Gemäss jüngster bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist nicht von ei-
ner allgemeinen Informationspflicht gegenüber sämtlichen vom Amtshil-
feersuchen betroffenen Drittpersonen, über die Informationen aufgrund der
voraussichtlichen Erheblichkeit für die Veranlagung der im ersuchenden
Staat steuerpflichtigen Person übermittelt werden sollen, auszugehen. Die
ESTV hat nur diejenigen Personen über das Amtshilfeverfahren in Kennt-
nis zu setzen, deren Legitimation im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StAhiG auf-
grund der Akten evident ist (BGE 146 I 172 E. 7.2 f.; Urteil des BGer
2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.1 f.). Grundsätzlich seien die Dritten
durch das Spezialitätsprinzip vor der Verwendung ihrer Informationen
durch den ersuchenden Staat geschützt (vgl. BGE 146 I 172 E. 7.1.3; Urteil
des BGer 2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.1 f.).
3.
Im vorliegenden Fall macht der Beschwerdeführer unter verschiedenen Ti-
teln geltend, dass das Amtshilfeersuchen des CLO weder die formellen
noch die materiellen Voraussetzungen für die Leistung von Amtshilfe erfülle
und entsprechend die vorgesehene Amtshilfeleistung unrechtmässig sei.
Nachfolgend wird geprüft, ob das Amtshilfeersuchen den abkommens-
rechtlichen Vorgaben entspricht bzw. ob die Vorinstanz zu Recht auf das
Ersuchen eingetreten ist (E. 3.1). Danach wird auf die Einwände des Be-
schwerdeführers betreffend die Editionsverfügung bzw. die innerstaatliche
Informationsbeschaffung eingegangen (E. 3.2). Anschliessend wird unter-
sucht, ob die zur Übermittlung vorgesehenen Informationen das Kriterium
der voraussichtlichen Erheblichkeit erfüllen (E. 3.3). In E. 3.4 und E 3.5
werden die Frage der Verhältnismässigkeit der Übermittlung von Daten
Dritter und die entsprechenden Anonymisierungsanträge behandelt. Ab-
schliessend wird die Frage der Information von Dritten beantwortet (E. 3.6).
3.1
3.1.1 In Bezug auf die formellen Voraussetzungen des Amtshilfeersuchens
ist zu Recht unbestritten, dass dieses die erforderliche Beschreibung der
verlangten Informationen enthält, sowie die betroffene Zeitperiode und den
Steuerzweck nennt (vgl. E. 2.2.3). Der Beschwerdeführer beanstandet je-
doch, dass die ersuchende Behörde X._ und die A._ AG
nicht eindeutig als betroffene Person bzw. Informationsinhaberin gekenn-
zeichnet habe (Beschwerde, Ziff. 2.1.2, 2.1.2.1 und 2.1.3.2).
A-6074/2019
Seite 16
Dieser Einwand ist unbehelflich. Aus dem Amtshilfeersuchen, konkret dem
Abschnitt B1 und der Sachverhaltsbeschreibung in Abschnitt B3, ergibt
sich klar, dass die Informationsbeschaffung der korrekten Besteuerung von
X._ im ersuchenden Staat dient. X._ wird als steuerpflich-
tige Person im ersuchenden Staat mittels Name und Adresse identifiziert.
Damit ist das Erfordernis der Identifikation der steuerpflichtigen Person ge-
mäss Ziff. 2 Bst. c des Schlussprotokolls zum DBA CH-AT (vorne E. 2.2.3)
ohne Weiteres erfüllt. Auch wird deutlich, dass die A._ AG als Infor-
mationsinhaberin im ersuchten Staat angesehen wird, womit auch diesbe-
züglich die Erfordernisse gemäss Ziff. 2 Bst. c des Schlussprotokolls zum
DBA CH-AT (E. 2.2.3) erfüllt sind. Damit hat die ersuchende Behörde bei
der Stellung des Amtshilfebegehrens sämtliche abkommensrechtlich vor-
geschriebenen Angaben geliefert. Der Vorwurf der fehlerhaften Darstellung
der betroffenen Person bzw. Informationsinhaber im Ersuchen ist unbe-
gründet.
3.1.2 Weiter ist zu untersuchen, ob das Subsidiaritätsprinzip eingehalten
wurde (vorne E. 2.2.1). Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die
ersuchende Behörde entgegen ihrer Erklärung nicht alle üblichen Informa-
tionsquellen ausgeschöpft habe, um die erforderlichen Informationen ein-
zuholen. Dies zeige sich namentlich daran, dass sie die Entsiegelung der
im österreichischen Steuerstrafverfahren beschlagnahmten Akten nicht ab-
gewartet habe. Zudem verfüge die ersuchende Behörde aufgrund ihres Zu-
gangs zu den Akten und der Buchhaltung in den Zahnarztpraxen bereits
über alle zur Besteuerung notwendigen Informationen (Beschwerde,
Ziff. 2.1.2.2 und Ziff. 2.1.3.1, 2.1.3.4).
3.1.2.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen wurde zum Zweck der korrek-
ten Einkommenssteuerveranlagung gestellt. Die ersuchende Behörde hegt
den Verdacht, dass der Beschwerdeführer seine Umsätze aus zahnärztli-
cher Tätigkeit nicht vollständig deklariert habe und dass ihm auch gewisse
Umsätze der A._ AG im Zusammenhang mit von ihm erbrachten
Zahnbehandlungen steuerrechtlich zuzurechnen seien. Dass die von der
A._ AG durch direkte Rechnungstellung an die Patienten erzielten
Umsätze vom Beschwerdeführer weder deklariert noch buchhalterisch er-
fasst wurden, wird vom Beschwerdeführer als Tatsachenfeststellung nicht
bestritten. Es erscheint daher wenig wahrscheinlich, dass die ersuchende
Behörde im Rahmen des innerstaatlichen Verfahrens Zugang zu den voll-
ständigen Belegen betreffend Umsätze der A._ AG hätte erhalten
können. Folglich kann der ersuchenden Behörde auch nicht angelastet
A-6074/2019
Seite 17
werden, dass sie bestimmte Zwischenergebnisse im innerstaatlichen Ver-
fahren gegen den Beschwerdeführer nicht abwartete, bevor sie ein Amts-
hilfeersuchen gestellt hat. Selbst wenn die ersuchende Behörde bereits
über gewisse Informationen verfügen sollte, bleibt es ihr rechtsprechungs-
gemäss unbenommen, diese zwecks Abgleichung im Amtshilfeverfahren
zu erfragen (vgl. Urteil des BGer 2C_616/2018 vom 9. Juli 2019 E. 9.4.1;
Urteil des BVGer A-3791/2017 vom 5. Januar 2018 E. 9.2.3.2; zu diesem
sog. Verifikationszweck s. auch: E. 3.3.5).
3.1.2.2 Hinzu kommt, dass der blosse Umstand, dass es der ersuchenden
Behörde möglich wäre, eine betroffene Person mittels Zwangsmassnah-
men zur Herausgabe der Informationen aufzufordern, rechtsprechungsge-
mäss nicht dazu führt, dass (noch) kein Amtshilfeersuchen gestellt werden
darf (E. 2.2.1.2). Mit anderen Worten stellen Zwangsmassnahmen – wie
etwa eine Hausdurchsuchung – kein «übliches Mittel» dar, das zwingend
vor der Einreichung eines Amtshilfeersuchens ergriffen werde müsste.
Ebenso wenig kann dies für die Entsiegelung der – anlässlich einer Haus-
durchsuchung sichergestellten – Akten gelten. Im Übrigen besteht vorlie-
gend auch nach Massgabe des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips kein
Anlass, an den Erklärungen des ersuchenden Staates, wonach das Subsi-
diaritätsprinzip gewahrt wurde, zu zweifeln (E. 2.3.2). Das Subsidiaritäts-
prinzip wurde nicht verletzt.
3.1.3 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die Vorinstanz hätte auf das
Ersuchen gemäss Art. 7 StAhiG nicht eintreten dürfen, weil die ersuchende
Behörde Informationen über die A._ AG (anstatt über ihn) verlangte
(Beschwerde, Ziff. 2.1.3.2 in fine). Zudem handle es sich mit Blick auf die
Daten zu österreichischen Patienten um ein faktisches Gruppenersuchen
und insofern um eine unzulässige Beweisausforschung, eine sog. «fishing
expedition» (Beschwerde, Ziff. 2.1.3.4).
3.1.3.1 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist die Leistung von
Amtshilfe nicht auf Informationen über die vom Amtshilfeersuchen be-
troffene Person (hier der Beschwerdeführer, vgl. schon E. 3.1.1) be-
schränkt. Vielmehr sind auch Informationen über Personen, deren Steuer-
pflicht im ersuchenden Staat nicht geltend gemacht wird, auszutauschen,
wenn diese für die korrekte Besteuerung des Beschwerdeführers voraus-
sichtlich erheblich sind (vorne E. 2.4.2), was später noch geprüft wird
(E. 3.3).
A-6074/2019
Seite 18
3.1.3.2 Gemäss den Ausführungen im Amtshilfeersuchen lässt sich vorlie-
gend ein Zusammenhang zwischen der Besteuerung des Beschwerdefüh-
rers und den erfragten Informationen über die A._ AG nicht von der
Hand weisen: Die ersuchende Behörde legt in ihrem Ersuchen nachvoll-
ziehbar dar, dass eine enge geschäftliche Verbindung zwischen der
A._ AG und dem Beschwerdeführer bestand. Weiter äussert sie
den Verdacht, dass der Beschwerdeführer mittels Zwischenschaltung der
A._ AG Einkünfte verschleiert haben könnte. Von einer unzulässi-
gen Beweisausforschung, welche zu einem Nichteintreten auf das Amtshil-
feersuchen führen müsste, kann bei dieser Ausgangslage nicht die Rede
sein.
3.1.3.3 Auch ein «faktisches Gruppenersuchen» ist nicht zu erkennen. Die
Annahme eines Gruppenersuchens würde bedingen, dass die ersuchende
Behörde mit dem Amtshilfeersuchen eine Prüfung der Steuersituation der
Patienten bezweckt. Dem Amtshilfeersuchen kann solches jedoch nicht
entnommen werden. Aus der Vermutung, wonach es sich bei der
A._ AG um eine Scheinfirma handeln könnte, lässt sich nicht die
Unterstellung der ersuchenden Behörde ableiten, dass die Patienten Steu-
ern hinterzogen oder Rechnungen mit unversteuerten Geldern bezahlt hät-
ten und ebenso wenig, dass die ersuchende Behörde in Wahrheit an die
Daten der Patienten gelangen wollte. Es erschliesst sich dem Gericht auch
nicht, inwiefern eine allfällige (mittels Zwischenschaltung der A._
AG erreichte) Umsatzminderung beim Beschwerdeführer gleichzeitig die
Einkommenssituation der Patienten tangieren könnte.
3.1.4 Nach Ansicht des Beschwerdeführers hätte die Vorinstanz auf das
Amtshilfeersuchen auch deswegen nicht eintreten dürfen, weil ein Verstoss
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben vorliege (Art. 7 Bst. c StAhiG).
Er bringt sinngemäss vor, die ersuchende Behörde versuche mit dem
Amtshilfeersuchen eigentlich einen strafrechtlichen Betrugsverdacht abzu-
klären, was nur in einem Rechtshilfeverfahren, wo strafprozessuale Garan-
tien einzuhalten seien, zulässig sei (Beschwerde, Ziff. 2.1.3.3).
Ein rechtsmissbräuchliches Vorgehen der ersuchenden Behörde liegt nicht
vor. Grundsätzlich hat der ausländische Staat die Wahl, ob er den Amts-
hilfe- oder den Rechtshilfeweg beschreiten will, wobei die zuständigen Be-
hörden bzw. Justizorgane zu prüfen haben, ob die jeweiligen Vorausset-
zungen erfüllt sind (BGE 137 II 128 E. 2.3.1 f.; Urteil des BGer
2C_780/2018 vom 1. Februar 2021 E. 3.7.2 in fine). Auch wenn im vorlie-
genden Amtshilfeersuchen der Begriff der «Scheinfirma» verwendet wird,
A-6074/2019
Seite 19
so geht aus dem Ersuchen doch unmissverständlich hervor, dass der
Zweck des Ersuchens in der korrekten Steuerveranlagung des Beschwer-
deführers – gegebenenfalls durch Aufrechnung von zu Unrecht nicht de-
klarierten Einkünften – liegt. Es handelt sich also um einen Anwendungsfall
der «Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend die unter das
Abkommen fallenden Steuern» im Sinne von Art. 26 Abs. 1 DBA CH-AT.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die ersuchende Behörde den Amts-
hilfeweg eingeschlagen hat. Nicht entscheidend ist, ob ihr auch der Rechts-
hilfeweg offen gestanden hätte.
3.1.5 Nach dem Dargelegten erfüllt das Amtshilfeersuchen des CLO die
formellen Voraussetzungen und ist die Vorinstanz zu Recht darauf einge-
treten.
3.2 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die gegenüber der
A._ AG erlassene Editionsverfügung bzw. die vorliegend erfolgte
Informationsbeschaffung rechtmässig war und ob insofern auch die Über-
mittlung zulässig ist. Insbesondere stellt sich mit Blick auf den in Art. 26
Abs. 3 DBA CH-AT enthaltenen Vorbehalt der Erhältlichkeit von Informati-
onen nach innerstaatlichem Recht, der auch in Art. 8 Abs. 1 StAhiG zum
Ausdruck kommt, die Frage, inwieweit die A._ AG nach schweizeri-
schem Recht zur Herausgabe von Informationen – auch unter dem Aspekt
des Berufsgeheimnisses – verpflichtet war.
3.2.1 Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang erneut gel-
tend, bei der A._ AG handle es sich um eine blosse Informationsin-
haberin und Auskünfte über sie seien nicht zu übermitteln (Beschwerde,
Ziff. 2.3.2.1). Deren Mitwirkungspflicht beschränke sich gemäss den
Art. 127 ff. DBG auf eine Bescheinigungspflicht hinsichtlich Bestand, Höhe
und Sicherstellung von Forderungen bzw. über die beiderseitigen Ansprü-
che und Leistungen (Beschwerde, Ziff. 2.3.2.1 und 2.3.2.3 [Rz. 415 ff.]).
Die Vorinstanz geht derweil von einer umfassenden Mitwirkungspflicht der
A._ AG nach Art. 126 DBG aus (Vernehmlassung, S. 5).
Entscheidend für den Umfang der innerstaatlichen Mitwirkungspflicht der
A._ AG ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ob
die ersuchten Informationen geeignet sind, ihre eigene Besteuerungssitu-
ation zu beeinflussen, wobei bejahendenfalls von einer umfassenden Mit-
wirkungspflicht nach Art. 126 DBG auszugehen ist (vorne E. 2.5). Wie er-
wähnt, hegt die ersuchende Behörde den Verdacht, dass der Beschwerde-
A-6074/2019
Seite 20
führer mithilfe der A._ AG die Bemessungsgrundlage für seine Ein-
kommensbesteuerung verkürzt haben könnte. Eine allfällige Aufrechnung
von bisher der A._ AG zugeordneten Einkünften beim Beschwerde-
führer könnte geeignet sein, die Steuersituation der A._ AG zu be-
einflussen. Folglich ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz von einer umfassenden innerstaatlichen Mitwirkungspflicht ge-
mäss Art. 126 DBG ausgegangen ist. Die Art. 127 ff. DBG sind nicht an-
wendbar.
3.2.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, sowohl die Bestellscheine als
auch die Patientenrechnungen enthielten sensible und besonders schüt-
zenswerte Daten über die Zahngesundheit der Patienten. Deren Beschaf-
fung und Übermittlung an die ersuchende Behörde sei der Vorinstanz unter
datenschutzrechtlichen Aspekten untersagt (Beschwerde, Ziff. 2.3.2.3).
Dieser Einwand ist unbegründet. Mit Art. 126 DBG und Art. 8 ff. StAhiG
besteht vorliegend eine formell-gesetzliche Grundlage im Sinn von Art. 17
des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR
235.1) für die Edition von Unterlagen, die für die korrekte Besteuerung ei-
nes Steuerpflichtigen relevant sind. Weil das StAhiG sodann als lex spe-
cialis dem DSG grundsätzlich vorgeht (vgl. BGE 143 II 506 E. 5.2.2; [ange-
fochtenes] Urteil des BVGer A-5715/2018 vom 3. September 2019 E. 4.6.2
mit weiteren Hinweisen), hindert die Berufung auf das DSG auch die Über-
mittlung der Daten an den ersuchenden Staat im Grundsatz nicht. In Bezug
auf die Zulässigkeit der Informationsübermittlung ist somit vorliegend ent-
scheidend, ob die Vorgaben von Art. 4 Abs. 3 StAhiG erfüllt sind (voraus-
sichtliche Erheblichkeit der zu übermittelnden Informationen und Verhält-
nismässigkeit). Diese Fragen werden in E. 3.3 f. nachfolgend näher ge-
prüft. Zudem ist davon auszugehen, dass in Österreich eine Gesetzgebung
besteht, die einen angemessenen Schutz der Patientendaten gewährleis-
tet, so dass der Informationsübermittlung auch Art. 6 Abs. 1 DSG nicht ent-
gegen steht (vgl. zu dieser Thematik ferner: Urteil des BVGer A-3972/2019
vom 22. März 2021 E. 3.8).
3.2.3 Im Zusammenhang mit der innerstaatlichen Informationsbeschaffung
stellt sich jedoch bezüglich der Patientendaten die Frage, ob die Mitwir-
kungspflicht der A._ AG durch das Berufsgeheimnis eingeschränkt
ist. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass das sowohl in Österreich
als auch in der Schweiz geltende Zahnarztgeheimnis der Amtshilfeleistung
entgegensteht (Beschwerde, Ziff. 2.3.4.2).
A-6074/2019
Seite 21
3.2.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer als Zahnarzt
und damit primärer Geheimnisträger von einer allfälligen Verletzung des
Berufsgeheimnisses durch die A._ AG auch in seinen eigenen Inte-
ressen betroffen wäre, weshalb er sich darauf berufen kann und auf das
Vorbringen einzutreten ist. Da sich die innerstaatliche Informationsbeschaf-
fung in der Schweiz allerdings einzig nach schweizerischem Recht richtet,
bleibt das im österreichischen bzw. europäischen Recht statuierte Berufs-
geheimnis unbeachtlich.
3.2.3.2 Im Gegensatz zum hier – wie erwähnt (E. 3.2.1) – nicht anwendba-
ren Art. 127 Abs. 2 DBG, enthält Art. 126 DBG keinen ausdrücklichen Vor-
behalt des gesetzlich geschützten Berufsgeheimnisses. Dass dieser Vor-
behalt letztlich nicht in Art. 126 DBG aufgenommen wurde, hat der Bun-
desrat in seiner damaligen Botschaft über die Steuerharmonisierung damit
erklärt, es gebe «in eigener Sache kein den Steuerbehörden entgegenzu-
haltendes Berufsgeheimnis» (Botschaft vom 25. Mai 1983 zu Bundesge-
setzen über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-
meinden sowie über die direkte Bundessteuer [Botschaft über die Steuer-
harmonisierung], BBl 1983 III 1, S. 209). Diese gesetzgeberische Überle-
gung wird im Schrifttum kritisiert und es wird die Ansicht vertreten, das Be-
rufsgeheimnis sei auch im Anwendungsbereich von Art. 126 DBG zu wah-
ren (vgl. MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.]:
Kommentar zur Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die di-
rekte Bundessteuer, 3. Aufl. 2017, Art. 126 N. 47 in fine). Davon geht of-
fenbar auch die ESTV in ihrer direktsteuerlichen Verwaltungspraxis aus
und sieht vor, dass der Geheimnisträger seine Bücher so führen müsse,
dass die Steuerverwaltung Kontrollen durchführen kann, ohne dass das
Berufsgeheimnis verletzt werde (dazu ausführlich: Kreisschreiben Nr. 19
Auskunfts-, Bescheinigungs- und Meldepflicht im DBG Ziff. 3b).
3.2.3.3 Ohnehin kann sich die A._ AG bzw. der Beschwerdeführer
– selbst bei Massgeblichkeit des strafrechtlich geschützten Berufsgeheim-
nisses gemäss Art. 321 StGB im Rahmen der innerstaatlichen Informati-
onsbeschaffung nach Art 126 DBG – nicht mit Erfolg darauf berufen. Eine
strafbare Verletzung des Berufsgeheimnisses wäre nämlich nur dann zu
bejahen, wenn die A._ AG, bei der die Informationen ediert wurden
und die selbst offensichtlich nicht als Zahnärztin qualifiziert, die Eigenschaft
einer Hilfsperson im Sinn von Art. 321 StGB erfüllen würde. Dies würde
voraussetzen, dass sie unter der Aufsicht und Leitung des Beschwerdefüh-
rers tätig wurde (NIKLAUS OBERHOLZER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentrar, Strafrecht II, Art. 137 – 392 StGB, Jugendstrafgesetz,
A-6074/2019
Seite 22
4. Aufl. 2019, Art. 321 N. 10; TRECHSEL/VEST, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.],
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art.
321 N. 13). Anders etwa als bei Praxispersonal ist jedoch bei der
A._ AG als blosse Lieferantin von zahntechnischen Produkten und
Vermieterin von Praxisräumen nicht ersichtlich, dass sie in einem derarti-
gen Verhältnis zum Beschwerdeführer stand. Auch eine allfällige vertragli-
che Abrede zwischen dem Beschwerdeführer und der A._ AG über
die Weitergabe von Patientendaten vermag an der fehlenden Hilfsperso-
neneigenschaft nichts zu ändern (vgl. OBERHOLZER, a.a.O., Art. 321 N. 11).
Der Edition von Informationen bei der A._ AG steht vorliegend das
strafrechtlich geschützte Berufsgeheimnis gemäss Art. 321 StGB nicht ent-
gegen. Folglich hindert der im Abkommen in Art. 26 Abs. 3 Bst. a bis c DBA
CH-AT statuierte Vorbehalt der Erhältlichkeit von Informationen nach inner-
staatlichem Recht bzw. des Berufsgeheimnisses auch die Übermittlung der
Informationen an die ersuchende Behörde nicht.
3.2.4 Der Beschwerdeführer bemängelt im Zusammenhang mit der Infor-
mationsbeschaffung, dass die Vorinstanz keine Informationen beim «Mehr-
wertsteueramt» eingeholt habe, zumal gerade die Mehrwertsteuer ein kla-
res Indiz für ein aktives Unternehmen sei. Insofern habe die Vorinstanz die
Untersuchungsmaxime verletzt (Beschwerde, Ziff. 2.1.3.1).
Vorliegend hat die Vorinstanz sowohl Informationen bei der kantonalen
Steuerverwaltung als auch bei der A._ AG eingeholt. Dieses Vorge-
hen ist vor dem Hintergrund, dass die ersuchende Behörde mit dem Amts-
hilfeersuchen eine korrekte Einkommensbesteuerung des Beschwerdefüh-
rers bezweckt, üblich und rechtsgenügend. Weitere Abklärungen bei der
ESTV, Hauptabtteilung Mehrwertsteuer, sind für die Beantwortung des Er-
suchens nicht im Sinne von Art. 12 StAhiG geradezu erforderlich. Das Vor-
gehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden.
3.2.5 Die gegenüber der A._ AG erlassene Editionsverfügung bzw.
die vorinstanzliche Informationsbeschaffung erweist sich als rechtmässig.
Damit steht vorliegend auch der Vorbehalt der Erhältlichkeit der Informati-
onen nach innerstaatlichem Recht bzw. der Vorbehalt des Berufsgeheim-
nisses gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. a bis c DBA CH-AT der Informationsüber-
mittlung nicht entgegen.
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3.3 Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung der Schlussverfügung
mit der Begründung, die von der Vorinstanz zur Übermittlung vorgesehe-
nen Informationen seien nicht voraussichtlich erheblich im Sinne der Amts-
hilfeklausel (Beschwerde, Ziff. 2.3.4.1 ff.).
3.3.1 Wie bereits dargelegt, basiert das Amtshilfeersuchen auf der Fest-
stellung der ersuchenden Behörde, wonach die A._ AG den Patien-
ten des Beschwerdeführers direkt Rechnung für zahntechnisches Material,
welches vom Beschwerdeführer bestellt und von ihm auch im Rahmen der
zahnärztlichen Behandlung verarbeitet wurde, gestellt hat und dass dieser
Vorgang in der Buchhaltung des Beschwerdeführers nicht abgebildet
wurde. Sie hegt den Verdacht, dass der Beschwerdeführer mithilfe der
A._ AG, bei der es sich möglicherweise um eine Scheinfirma
handle, die Bemessungsgrundlage für seine Einkommensbesteuerung zu
Unrecht verkürzt habe. Mithilfe der erfragten Informationen möchte die er-
suchende Behörde klären, ob zwischen dem Beschwerdeführer und der
A._ AG ein Näheverhältnis besteht bzw. ob die A._ AG über-
haupt existiert. Weiter möchte sie zwecks allfälliger Umsatzaufrechnung
beim Beschwerdeführer eruieren, welche Umsätze die A._ AG mit
den Lieferungen von zahntechnischem Material an die Patienten des Be-
schwerdeführers erzielt hat.
3.3.2 Die von der Vorinstanz zur Übermittlung vorgesehenen Antworten auf
die im Amtshilfeersuchen gestellten Fragen weisen alle einen Zusammen-
hang mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt auf und sollen Auf-
schluss darüber geben, ob zwischen der A._ AG und dem Be-
schwerdeführer ein Näheverhältnis besteht bzw. ob Erstere operativ tätig
ist. Weiter wird in den Antworten auch die Geschäftsabwicklung zwischen
der A._ AG und dem Beschwerdeführer erläutert. Diese Informatio-
nen erweisen sich damit als voraussichtlich erheblich.
3.3.3 Dasselbe gilt in Bezug auf die zur Übermittlung vorgesehenen Unter-
lagen: Die Jahresrechnungen der A._ AG erlauben eine Einschät-
zung über ihre wirtschaftliche Tätigkeit und Existenz. Die Bestell-
scheine/Aufträge des Beschwerdeführers wie auch die der Buchhaltung
entnommenen Kontoblätter «Ertrag Technik» und die von der A._
AG den Patienten gestellten Rechnungen für zahntechnische Leistungen,
die im Zusammenhang mit Behandlungen des Beschwerdeführers stehen
könnten, sind möglicherweise relevant für die Ermittlung eines allfällig dem
Beschwerdeführer zuzurechnenden Gesamtumsatzes. Daran vermag
auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu ändern, wonach die
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buchhalterische Erfassung der Umsätze der A._ AG bei ihm ohne-
hin zu einem Nullsummenspiel führen würde, da den Erträgen entspre-
chende Aufwände gegenüberstünden (vgl. Beschwerde, Ziff. 2.3.4.4). Es
ist nicht Aufgabe des ersuchten Staates im Rahmen eines Amtshilfeverfah-
rens zu beurteilen, ob die Aufrechnung bisher nicht berücksichtigter Um-
sätze beim Beschwerdeführer letztlich in einer höheren Steuerbelastung
resultiert oder nicht. Die Beantwortung dieser Frage ist im Erkenntnisver-
fahren zu klären und obliegt damit allein der ersuchenden Behörde
(vgl. vorne E. 2.2.2.2).
Was sodann die weiteren zur Übermittlung vorgesehenen Dokumente be-
trifft, so geben diese Hinweise auf allfällige Geschäftsbeziehungen der
A._ AG mit Dritten, was wiederum für die Beurteilung eines Nähe-
verhältnisses bzw. eines möglichen Steuerumgehungstatbestands von Be-
deutung ist. Gleiches gilt für die zur Übermittlung vorgesehenen Verträge
zwischen dem Beschwerdeführer und der A._ AG, weshalb deren
voraussichtliche Erheblichkeit zur Klärung der Steuersituation des Be-
schwerdeführers zu bejahen ist. Auch kann von einer spontanen Amtshilfe
in Bezug auf [zwei konkret benannte Unterlagen] (vgl. Beschwerde,
Ziff. 2.3.4.5 und Ziff. 2.3.6) keine Rede sein, denn im Ersuchen wird die
Übermittlung von Kopien sämtlicher relevanter Dokumente im Zusammen-
hang mit Geschäftsbeziehungen, Verbundenheit und Vereinbarungen zwi-
schen der A._ AG und dem Beschwerdeführer explizit verlangt
(vorne Sachverhalt Bst. A.d.; Fragen 13-15, 16 und 19).
3.3.4 Insgesamt erscheinen sämtliche zur Übermittlung vorgesehenen In-
formationen geeignet, im österreichischen Steuerverfahren betreffend den
Beschwerdeführer verwendet zu werden. Das Kriterium der voraussichtli-
chen Erheblichkeit ist damit erfüllt.
3.3.5 An der voraussichtlichen Erheblichkeit der auszutauschenden Infor-
mationen ändert auch der Umstand nichts, dass die ersuchende Behörde
– wie die von ihr ergänzend übermittelten Dokumente zeigen (vgl. Sach-
verhalt Bst. I; ferner E. 1.4) – zwischenzeitlich dennoch in Besitz von ge-
wissen Unterlagen der A._ AG, namentlich Jahresrechnungen und
Rechnungslisten gelangt ist. Wie die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme
vom 7. Mai 2020 zu Recht vorbringt, sind Informationen auch dann zu über-
mitteln, wenn sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber nicht völlig
zweifelsfreier Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden Staates ver-
langt werden (sog. Verifikationszweck; statt vieler: Urteil des BVGer
A-1781/2019 vom 4. November 2020 E. 3.4 in fine mit Hinweisen). Diese
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«Verifikation» obliegt dabei dem ersuchenden Staat. Unerheblich ist, dass
der Informationsaustausch ursprünglich nicht zu Verifikationszwecken ein-
geleitet wurde. Indem die ersuchende Behörde der Vorinstanz anzeigte,
dass sie in Besitz einzelner Unterlagen gelangt ist und diese als Ergänzung
zum Amtshilfeersuchen einreichte, hat sie ihren Willen zur Fortsetzung des
Amtshilfeverfahrens kundgetan. Es ist mangels gegenteiliger Äusserung
der ersuchenden Behörde davon auszugehen, dass die erfragten Informa-
tionen für den ersuchenden Staat zur Klärung der Steuersituation des Be-
schwerdeführers nach wie vor voraussichtlich erheblich sind.
3.4 Weiter ist zu prüfen, ob die von der Vorinstanz beabsichtigte Übermitt-
lung der Patientendaten verhältnismässig und damit gemäss Art. 4 Abs. 3
StAhiG zulässig ist. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage,
ob die Daten gegebenenfalls zu anonymisieren sind, wie dies der Be-
schwerdeführer im Rahmen seines Subeventualantrags verlangt.
3.4.1 Die Patientendaten sind vorliegend für die ersuchende Behörde inso-
fern relevant und damit voraussichtlich erheblich, als sie ihr ermöglichen,
von der A._ AG erzielte Umsätze gegebenenfalls dem Beschwer-
deführer zuzuordnen. Die Schwärzung der Patientendaten könnte dies je-
doch verunmöglichen und somit den Zweck der Amtshilfe vereiteln. Unter
diesen Umständen vermögen die Interessen der Patienten am Schutz ihrer
Daten das Interesse des ersuchenden Staats nicht zu überwiegen. Somit
ist die Übermittlung von Daten Dritter gestützt auf Art. 4 Abs. 3 StAhiG und
die Rechtsprechung zulässig (zum Ganzen: E. 2.4). Die von der Vorinstanz
beabsichtigte Informationsübermittlung ohne Anonymisierung der Patien-
tendaten erweist sich als verhältnis- und damit rechtmässig.
3.4.2 Soweit der Beschwerdeführer subeventualiter zudem beantragt, es
seien – neben den Patientendaten – auch die Namen und Adressen von
Vertragspartnern und Mitarbeitern zu anonymisieren, hat er weder seinen
Anonymisierungsantrag rechtgenügend begründet noch die zu anonymi-
sierenden Personendaten und Aktenstücke genau bezeichnet. Auf den
pauschalen Anonymisierungsantrag ist daher nicht einzutreten (vgl. E. 2.6).
3.5 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Vorinstanz
die Patienten nicht über das Amtshilfeverfahren informiert habe. Gemäss
jüngster bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine Informationspflicht
indessen nur dann zu bejahen, wenn die Beschwerdelegitimation aufgrund
der Akten geradezu «evident» ist. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Zudem
sind die Patienten – wie auch die anderen vorliegend involvierten Dritten –
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durch das Spezialitätsprinzip (dazu nachfolgend: E. 4) vor der Verwendung
ihrer Informationen durch den ersuchenden Staat geschützt (vgl. zum Gan-
zen vorne: E. 2.7).
3.6 Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die in der Schluss-
verfügung vorgesehene Amtshilfeleistung erfüllt. Die Beschwerde erweist
sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.
Die Vorinstanz hat in Ziff. 4 des Dispositivs der angefochtenen Schlussver-
fügung auf die Verwendungsbeschränkung der zu übermittelnden Informa-
tionen gemäss Art. 26 Abs. 2 DBA CH-AT hingewiesen. Mit Blick auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach das Spezialitätsprinzip auch
eine persönliche Dimension aufweist (vorne E. 2.4.3), ist es angezeigt,
dass die ESTV die ersuchende Behörde anlässlich der Übermittlung der
ersuchten Informationen genauer über den Umfang der Verwendungsbe-
schränkung informiert und Ziff. 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfü-
gung entsprechend präzisiert.
5.
5.1 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer die auf Fr. 5'000.-- festzu-
setzenden Verfahrenskosten zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 2
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher
Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
5.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE
e contrario).
6.
Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-
sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni
2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen
nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von
grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen
um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG
handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist,
entscheidet das Bundesgericht.
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