Decision ID: 52b0eb12-1f32-5e27-822b-33b4ef8d51e1
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden, ein Geschwisterpaar, stellten mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters an das SEM vom 8. Oktober 2021 schriftliche Asyl-
gesuche. Sie liessen dabei ausführen, sie seien beide Satanisten und des-
wegen im Heimatland von ihrer eigenen Familie verfolgt worden. Ihr Vater
und ihr Onkel möchten sie hinrichten respektive hinrichten lassen. Deshalb
könnten sie nicht in den Iran zurückkehren. Sie seien mit einem Visum,
ausgestellt durch die spanische Botschaft im Iran, in die Europäische Union
eingereist. Eine Rückkehr nach Spanien sei für sie ausgeschlossen, weil
sie sich dort nicht sicher gefühlt hätten und darüber hinaus die spanischen
Behörden ihre Asylgesuche nicht entgegennehmen würden. In der
Schweiz hätten sie weder Freunde noch Verwandte, weshalb sie sich nur
hier sicher vor der familiären Verfolgung sein könnten. Der Rechtsvertreter
fügte abschliessend Folgendes aus: "Der Unterzeichnende spricht ihre
Muttersprache und kann neben Rechtsvertretung, ggf. auch bei Verständi-
gungsproblemen kontaktiert werden" (vgl. Asylgesuch S. 1).
B.
Am 8. Oktober 2021 sprachen die Beschwerdeführenden im Bundes-
asylzentrum (BAZ) vor und füllten je ein Personalienblatt in ihrer Mutter-
sprache aus.
C.
Abklärungen des SEM in verschiedenen Asyl-Datenbanken ergaben, dass
ihnen tatsächlich am (...) 2021 durch die spanische Botschaft in C._
Schengen-Einreisevisa erteilt worden waren.
D.
Am 18. Oktober 2021 verzichteten die Beschwerdeführenden mit schriftli-
chen Erklärungen auf die ihnen im BAZ zugewiesene amtliche Rechtsver-
tretung.
E.
Am 20. Oktober 2021 fanden – basierend auf den Angaben der Beschwer-
deführenden – die sogenannten Personalienaufnahmen (PA) statt.
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 3
F.
Am 29. Oktober 2021 ersuchte das SEM Spanien unter Hinweis auf die
ausgestellten Einreisevisa um Übernahme der Beschwerdeführenden
gemäss Art. 12 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO).
G.
Am 1. November 2021 lud das SEM die Beschwerdeführenden über ihre
Rechtsvertretung zu den sogenannten Dublin-Gesprächen auf den 9. No-
vember 2021 ein.
H.
Mit Mitteilung vom 4 November 2021 informierten die spanischen Behör-
den das SEM über ihre Bereitschaft, die Asylgesuche der Beschwerde-
führenden zu behandeln und diese gestützt auf Art. 12 Dublin-III-VO zu
übernehmen.
I.
Am 8 November 2021 informierte das SEM den Rechtsvertreter darüber,
dass die Dublin-Gespräche seiner Mandanten nicht am Folgetag stattfin-
den könnten, und lud die Beschwerdeführenden neu auf den 18 November
2021 für diese Gespräche vor.
J.
Am 18. November 2021 konnten die Dublin-Gespräche der Beschwerde-
führenden nicht stattfinden, weil schon nach kurzer Zeit Verständigungs-
schwierigkeiten mit der beigezogenen Farsi-Übersetzerin zutage traten.
K.
Das SEM informierte den Rechtsvertreter mit separaten Zwischen-
verfügungen vom 18. November 2021 darüber, dass unter den gegebenen
Umständen auf die Dublin-Gespräche verzichtet und den Beschwerde-
führenden das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit
Spaniens für die Behandlung ihrer Asylgesuche und zu einem entspre-
chenden Nichteintretensentscheid des SEM schriftlich gewährt werde.
Es teilte den Beschwerdeführenden auch mit, dass die spanischen Behör-
den ihre Übernahme mit Erklärungen vom 4. November 2021 akzeptiert
hätten. Das SEM stellte abschliessend die folgenden Fragen: "Gibt es
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 4
Gründe, die gegen die Zuständigkeit Spaniens zur Durchführung des
weiteren Verfahrens sprechen? Gibt es Gründe, die gegen eine Weg-
weisung nach Spanien sprechen? Liegen bei [Ihren] Mandanten gesund-
heitliche Probleme vor, über welche das SEM informiert sein müsste?".
Das SEM setzte zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung zur beabsichtig-
ten Überstellung und zum Gesundheitszustand eine Frist bis zum 3. De-
zember 2021 und stellte in Aussicht, dass bei ungenutzter Frist auf der
bestehenden Aktengrundlage entschieden werde. Den Beschwerdeführen-
den wurde Einsicht in ihre Verfahrensakten gewährt.
L.
Am 18. November 2021 erkundigte sich das SEM beim Pflegedienst des
BAZ nach dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Die Leitung
des Pflegediensts teilte gleichentags per E-Mail mit, die Beschwerdeführe-
rin sei durch die Betreuung einmal "liegend vorgefunden" worden; sie habe
erklärt, sehr gestresst und angespannt vor dem Interview zu sein. Ihre
Vitalwerte seien dann aber alle im Normbereich gewesen. Sie erhalte von
der Pflege Antidepressiva und Benzodiazepine (Sertralin und Xanax).
In Gegenwart der Pflege-Dienstleistenden sei es nie zu einem solchem
Verhalten (Synkope) gekommen. Die Asylsuchende habe sich im Kontakt
mit ihnen freundlich, angepasst und kohärent wirkend gezeigt.
M.
Mit zwei Eingaben vom 2. Dezember 2021 reichte der Rechtsvertreter dem
SEM die Stellungnahmen seiner Mandanten ein. Er stellte dabei im We-
sentlichen Folgendes fest:
M.a Die Beschwerdeführenden seien in den letzten Monaten im Iran von
ihrem Vater und ihrem Onkel ernsthaft bedroht sowie misshandelt worden.
Sie würden unter "starker Depression und Angststörungen" leiden; die
Beschwerdeführerin sei deswegen bereits mehrfach im Asylzentrum
zusammengebrochen, wenn sie gehört habe, dass sie eventuell nach
Spanien weggewiesen werde. Die Beschwerdeführenden hätten mehrere
Verwandte in Spanien und müssen dort in ständiger Angst vor ihrer fana-
tisch religiösen Familie leben, die sie in Spanien mit grosser Wahrschein-
lichkeit finden würde.
M.b In prozessualer Hinsicht sei festzustellen, dass das persönliche Ge-
spräch gemäss Art. 5 Dublin III-Verordnung den Asylsuchenden Gelegen-
heit bieten solle, sich am Verfahren zur Zuständigkeitsbestimmung zu be-
teiligen. Die Gewährung des rechtlichen Gehörs müsse gemäss Art. 5
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 5
Abs. 3 Dublin-III-Verordnung in jedem Fall vor der Überstellungsentschei-
dung – und sinnvollerweise auch vor dem Stellen eines Übernahmeersu-
chens an einen anderen Dublin-Mitgliedstaat – stattfinden. Das SEM habe
in seinem Schreiben vom 18. November 2021 jedoch klar zum Ausdruck
gebracht, dass es die Zuständigkeitsfrage bereits behandelt habe und
folglich auf die Asylgesuche voraussichtlich nicht eintreten werde. Dies
stelle einen gravierenden Verfahrensfehler dar und verletze die prozessu-
alen Rechte der Beschwerdeführenden. Des Weiteren seien "Verfahrens-
mängel hinsichtlich des Art. 4 Abs. 2 ff. Dublin-III-VO" ersichtlich. Der
Rechtsvertreter sei unter anderem als geprüfter Justizübersetzer für die
Sprachen Farsi/Deutsch tätig und erkenne im Personalienblatt mehrere
Übersetzungsfehler. Bei der Befragung zur Personalienaufnahme hätten
seine Mandanten den Dolmetscher nicht wirklich verstanden. Offenbar sei
ein Dari-Übersetzter eingesetzt worden, während die Beschwerdeführen-
den Farsi sprächen.
M.c Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO könne jeder Mitgliedstaat
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen gestellten
Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in der
Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig sei
(Selbsteintrittsrecht). Eine Wegweisung nach Spanien sei nicht gerechtfer-
tigt, und es werde das Eintreten auf die Asylgesuche beantragt.
N.
Am 8. Dezember 2021 erkundigte sich das SEM erneut bei der medizini-
schen Pflegeabteilung des BAZ nach dem Gesundheitszustand der
Beschwerdeführenden. Der Pflegedienst teilte am gleichen Tag per E-Mail
Folgendes mit:
N.a (Beschwerdeführer:) "Körperlich: soweit unauffällig, arbeitete im GEP
mit, kann die Treppen hoch laufen. Seine Medikamente nimmt er sehr ge-
wissenhaft ein. Psyche: Ist in den Kurzkontakten freundlich und angepasst
wirkend. Hatte gestern das erste Einzelgespräch mit ihm, er berichtete über
mangelnde bzw. fehlende Struktur, fehlende Sozialform und Perspektiv-
losigkeit. Er habe in Iran in (...) gearbeitet und ist von 100 auf 0 gesunken.
Ich versuchte zu eruieren wie motiviert der AS ist um seine
Situation zu ändern, zeigte wenig Bereitschaft da wie bereits erwähnt ihm
die Perspektive fehlt (was auch verständlich ist). Ich nahm dann Kontakt
mit der Betreuung des BAZ [...] auf und bat sie drum, dass der AS in den
Aktivitäten aktiver von Seiten ORS angefragt bzw. motiviert wird."
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 6
N.b (Beschwerdeführerin:) "Körperlich: Unauffällig, gleiches Bild wie oben
bei ihrem Bruder erwähnt. Psyche: Seit dem die AS aus Basel zu uns ver-
legt wurde, traten immer wiederkehrend Panikattacken auf. Diese zeigten
sich sehr typisch (oberflächliches schnelles Atmen, weint laut, liegt am Bo-
den). Habe dann Rücksprache mit den Arzt gehalten woraufhin sie Xanax
(hat sie bereits in der Fixmedikation) in der Reserve erhalten hat. Heute
erneut eine Panikattacke wurde durch zwei AS an den Schultern tragend
zu gebracht, hyperventilierend und sehr typisch für eine Panikattacke ver-
bal nicht erreichbar für ca. 20 Sek. Später als sie es wieder war, erhielt sie
eine Xanax sagte, sie habe von einem Freund etwas mitbekommen was
eine Krise ausgelöst hat. Ich werde mit ihr einen Krisenplan erstellen um
solchen Attacken vorzubeugen."
N.c Auf Rückfrage des SEM-Sachbearbeiters hin, hielt die Pflegeabteilung
am 8. Dezember 2021 ergänzend fest, es würden keine Arztberichte vor-
liegen, und stellte dem SEM Scans aller Verordnungen zu. Die Beschwer-
deführenden seien mit dieser Medikation in die Schweiz gekommen und
die Pflege habe veranlasst, dass sie die entsprechenden hiesigen Pro-
dukte und eine Reserve-Medikamentation erhalten hätten.
O.
Mit zwei auf "7. Dezember 2021" (Beschwerdeführer) respektive "8. De-
zember 2021" (Beschwerdeführerin) datierten Verfügungen (Versand je am
10. Dezember 2021; eröffnet je am 13. Dezember 2021) trat das SEM in
Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asyl-
gesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und verfügte ihre Über-
stellung nach Spanien, das gemäss Dublin-III-VO für die Behandlung ihrer
Gesuche zuständig sei. Gleichzeitig verfügte das SEM den Vollzug der
Überstellungen, stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und gewährte erneut
Einsicht in die Verfahrensakten.
P.
Mit separaten Beschwerden an das Bundesverwaltungsgericht vom
20. Dezember 2021 beantragten die Beschwerdeführenden inhaltlich, die
Nichteintretensverfügungen des SEM seien aufzuheben und es sei festzu-
stellen, "dass die Vorinstanz ihre Pflichten gemäss Art. 5 Abs. 3 Dublin-III-
Verordnung verletzt" habe; in der Beschwerde der Beschwerdeführerin
wurde überdies beantragt, die Vorinstanz sei anzuweisen, aufgrund ihrer
Krankheit individuelle Zusicherungen bezüglich des Zugangs zum Asyl-
verfahren, adäquater medizinischer Versorgung sowie Unterbringung von
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 7
den spanischen Behörden einzuholen. In prozessualer Hinsicht wurde be-
antragt, es sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerden anzuordnen,
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und von der Erhebung eines
Kostenvorschusses abzusehen.
Q.
Der Instruktionsrichter setzte mit superprovisorischer Massnahme vom
21. Dezember 2021 den Vollzug der Überstellungen vorsorglich aus.
R.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
21. Dezember 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Das Sachgebiet betreffende Ausnahmen im Sinn von
Art. 32 VGG liegen nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-
ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerden und entscheidet
auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben an den Verfahren vor der Vorinstanz teil-
genommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52
VwVG).
1.4 Auf die Beschwerden ist einzutreten.
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 8
2.
Angesichts des engen sachlichen und persönlichen Zusammenhangs sind
die beiden Beschwerdeverfahren E-5523/2021 und E-5523/2021 zu verei-
nigen; es ist demnach über beide Beschwerden in einem Urteil zu befinden.
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Den nach-
folgenden Erwägungen ist zu entnehmen, dass es sich um offensichtlich
unbegründete Rechtsmittel handelt. Das Urteil ist deshalb nur summarisch
zu begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf die Durchführung eines Schrif-
tenwechsels ist zu verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
4.
4.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
4.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
4.3 Seit einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom
21. Dezember 2017 können sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren
gegen Überstellungsentscheidungen auch in der Schweiz auf die richtige
Anwendung sämtlicher objektiver Zuständigkeitskriterien der Dublin-III-VO
berufen, insbesondere auf Bestimmungen, die einen Zuständigkeitsüber-
gang infolge Fristablaufs vorsehen (vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5 [insb.
E. 5.3.2] m.w.H.).
5.
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 9
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation
im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge-
genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel
III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
5.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinn von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als
zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
5.4 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-
stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-
men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).
5.5 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht).
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 10
6.
6.1 Die Beschwerdeführenden rügen in ihren Beschwerdeeingaben, das
SEM habe ihren Anspruch auf ein faires Verfahren sowie die Pflicht zur
vollständigen und richtigen Sachverhaltsabklärung verletzt. Die Gewäh-
rung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 5 Abs. 3 Dublin-III-VO müsse vor
dem Entscheid über die Überstellung stattfinden. Die Vorinstanz habe aber
in ihren Schreiben vom 18. November 2021 klar zum Ausdruck gebracht,
dass die Frage der Zuständigkeit bereits abgeklärt sei und auf ihre Asyl-
gesuche voraussichtlich nicht eingetreten werde. Dies stelle eine Verlet-
zung der sich aus Art. 5 Abs. 3 Dublin-III-VO ergebenden Pflichten dar.
Ferner dürfe auf das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 Abs. 2 Bst. b
Dublin-III-VO nur verzichtet werden, falls die Antragsstellenden bereits
sachdienliche Angaben gemacht hätten, die es erlauben würden, den zu-
ständigen Mitgliedstaat zu bestimmen. Dies sei vorliegend indessen nicht
der Fall gewesen. Die Befragungen hätten wegen Verständigungsschwie-
rigkeiten mit der aufgebotenen Dolmetscherin nicht durchgeführt werden
können. Demnach seien ihre Personalien nicht vollständig und korrekt
erfasst worden. In den gestützt auf das Personalienblatt erhobenen Anga-
ben seien mehrere Übersetzungsfehler und falsche Erfassungen (nament-
lich betreffend die Art ihrer Einreise) ersichtlich. Dies stelle einen Verfah-
rensmangel dar.
6.2 Die verfahrensrechtlichen Rügen der Beschwerdeführenden vermögen
das Bundesverwaltungsgericht nicht zu überzeugen.
6.2.1 Zwar ist es grundsätzlich tatsächlich sinnvoll, wenn das persönliche
Gespräch zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats vor der Einlei-
tung eines Konsultationsverfahrens durchgeführt wird (vgl. FILZWIESER/
SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, Wien/Graz 2014, K6 zu Art. 5). Es ist aber
festzustellen, dass der abschliessende Entscheid über die Zuständigkeit
für die Asylverfahren der Beschwerdeführenden sowie über ihre Überstel-
lung erst mit den Verfügungen des SEM vom 7. beziehungsweise 8. De-
zember 2021 erfolgte (in welchen im Übrigen die in den schriftlichen
Stellungnahmen vom 2. Dezember 2021 vorgebrachten Argumente aus-
drücklich und in angemessener Weise gewürdigt wurden). Mithin ist das
Vorgehen des SEM mit Art. 5 Abs. 3 Dublin-III-VO vereinbar und stellt auch
keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar.
6.2.2 Dass die Vorinstanz aufgrund sprachlicher Verständigungsprobleme
auf die vorgesehenen persönlichen Gespräche mit den Beschwerde-
führenden verzichtete und ihnen stattdessen schriftlich das rechtliche
Gehör zu der beabsichtigen Überstellung nach Spanien gewährte, ist unter
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 11
dem Blickwinkel von Art. 5 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht zu beanstanden; dies
umso weniger, als das zuständigkeitsbegründende Ereignis – das Aus-
stellen von Einreisevisa durch Spanien – bereits im schriftlichen Asyl-
gesuch bestätigt worden war und der Rechtsvertreter in dieser Eingabe
ausdrücklich angeboten hatte, bei der Farsi/Deutsch-Übersetzung behilf-
lich zu sein. In den diesbezüglichen Zwischenverfügungen des SEM vom
18. November 2021 wurden den Beschwerdeführenden die wesentlichen
Informationen bezüglich der Kriterien für den Entscheid über die Zuständig-
keit für ihre Asylverfahren offengelegt, und sie erhielten Gelegenheit sich
hierzu vernehmen zu lassen. Hiervon haben sie mithilfe des von ihnen
mandatierten Rechtsvertreters Gebrauch gemacht. Mithin ist den
Beschwerdeführenden aus dem Vorgehen der Vorinstanz kein Rechts-
nachteil erwachsen.
6.2.3 Die Rüge der falschen Abklärung des rechtserheblichen Sach-
verhalts erweist sich ebenso als nicht stichhaltig: Zwar trifft es zu, dass in
den "Übersichten Personendaten" vom 20. Oktober 2021 die Einreiseart
der Beschwerdeführenden zu Unrecht als "illegal" erfasst wurde. Dass ihre
Personalien darüber hinaus unvollständig oder falsch erhoben worden sein
sollen, wurde von ihnen nicht substanziiert dargetan und ist aus den Akten
nicht erkennbar. Jedenfalls besteht kein konkreter Grund zur Annahme,
dass die den spanischen Behörden in den Übernahmeersuchen vom
29. Oktober 2021 übermittelten Daten der Beschwerdeführenden – auf-
grund derer diese ihre Zuständigkeit für die vorliegenden Asylverfahren er-
klärten – nicht korrekt und vollständig gewesen wären.
7.
7.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass den Beschwerdeführenden von den
spanischen Behörden am 23. September 2021 vom 25. September 2021
bis am 14. Oktober 2021 gültige Schengen-Visa ausgestellt wurden. Das
SEM ersuchte die spanischen Behörden am 29. Oktober 2021 um Auf-
nahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 12 Dublin-III-VO, und
diese stimmten diesen Gesuchen am 4. November 2021 ausdrücklich zu.
Die grundsätzliche Zuständigkeit Spaniens ist somit gegeben, was von den
Beschwerdeführenden auch nicht explizit bestritten wird.
7.2 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
dingungen für Asylsuchende in Spanien würden systemische Schwachstel-
len aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinn des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich brin-
gen würden.
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 12
7.2.1 Spanien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge
(FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
7.2.2 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
7.2.3 Die Beschwerdeführenden haben kein konkretes und ernsthaftes Ri-
siko dargetan, die spanischen Behörden würden sich weigern, sie aufzu-
nehmen und ihre Anträge auf internationalen Schutz unter Einhaltung der
Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine
Gründe für die Annahme zu entnehmen, Spanien werde in ihrem Fall den
Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein
Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen
würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Ausser-
dem haben die Beschwerdeführenden nicht dargetan, die ihnen bei einer
Rückführung erwartenden Bedingungen in Spanien seien derart schlecht,
dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3
EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten.
7.2.4 Die Beschwerdeführenden haben auch keine konkreten Hinweise für
die Annahme dargetan, Spanien würde ihnen dauerhaft die ihnen gemäss
Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorent-
halten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnten sie
sich im Übrigen nötigenfalls an die spanischen Behörden wenden und die
ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern
(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie).
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 13
7.2.5 Im Übrigen ist Spanien ein Rechtsstaat, welcher über ein funktionie-
rendes Justiz- und Polizeisystem verfügt, und es liegen keine konkreten
Hinweise vor, dass die spanischen Sicherheitsbehörden den Beschwerde-
führenden einen allenfalls notwendigen Schutz gegen Übergriffe durch
Drittpersonen verwehren würden.
7.2.6 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3
EMRK darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene
Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium
und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem siche-
ren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwar-
ten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis
des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine wei-
tere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch
die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im
Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten,
raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheits-
zustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer er-
heblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des
EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer
41738/10, §§ 180–193 m.w.H.).
Eine solche Situation ist vorliegend nicht gegeben. Die Beschwerde-
führenden konnten nicht nachweisen, dass sie nicht reisefähig seien oder
eine Überstellung ihre Gesundheit ernsthaft gefährden würde. Ihr Gesund-
heitszustand vermag eine Unzulässigkeit im Sinn dieser restriktiven Recht-
sprechung nicht zu rechtfertigen. Die gesundheitlichen Probleme sind auch
nicht von einer derartigen Schwere, dass aus humanitären Gründen von
einer Überstellung abgesehen werden müsste.
7.2.7 Im Übrigen ist allgemein bekannt, dass Spanien über eine ausrei-
chende medizinische Infrastruktur verfügt. Die Mitgliedstaaten sind ver-
pflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die
zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung
von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugäng-
lich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie); den Antragstellern mit
besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medizinische oder sonstige
Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen Be-
treuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine
Hinweise vor, wonach Spanien den Beschwerdeführenden eine adäquate
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 14
medizinische Behandlung verweigern würde. Die schweizerischen Behör-
den, die mit dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, wer-
den den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Mo-
dalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und
die spanischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifi-
schen medizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO).
Für das beantragte Einholen von individuelle Zusicherungen bezüglich des
Zugangs zu adäquater medizinischer Versorgung (und zum Asylverfahren
mit Bezug auf die Unterbringung) besteht keine Veranlassung.
7.2.8 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der
Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist
festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3).
7.3 Somit bleibt Spanien der für die Behandlung der Asylgesuche der
Beschwerdeführenden zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO.
Spanien ist verpflichtet, die Asylverfahren gemäss Art. 21, 22 und 29 auf-
zunehmen.
8.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten.
Da die Beschwerdeführenden insbesondere nicht im Besitz gültiger
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligungen sind, wurde die Überstel-
lung nach Spanien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht
angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
9.
Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzuweisen und die Verfügun-
gen des SEM zu bestätigen.
Die Beschwerdeverfahren sind mit dem vorliegenden Urteil abgeschlos-
sen, weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden
Wirkung sowie Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als
gegenstandslos erweisen.
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 15
10.
10.1 Die mit den Beschwerden gestellten Gesuche um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung sind abzuweisen, da die Begehren – wie sich
aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen
waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der beiden ver-
einigten Verfahren den Beschwerdeführenden unter solidarischer Haft-
barkeit aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 6a des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und auf insgesamt
Fr. 950.– festzusetzen (Art. 1–3 VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
E-5523/2021 E-5525/2021
Seite 16