Decision ID: bf080793-dc46-4e63-8213-c399251bb308
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1964 geborene
X._
,
ohne abgeschlossene Berufsausbildung, arbeitete zuletzt
als Sicherheitsagent bei der
Y._
S.A. und erlitt am 11.
Januar 2012 einen Arbeitsunfall, indem er von einer Wendeltreppe stürzte (vgl.
Urk.
6/28/6
,
Urk.
6/12-13
).
Am 2
8.
Juni 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (
Urk.
6/2) und am
1
0.
August 2012 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf Knie- und Rückenverletzung
en
sowie eine Diskushernie zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
siche
rung an (Urk.
6/7).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhält
nisse zog die IV-Stelle zunächst die Akten des Krankentaggeld- (Urk. 6/11) und des Unfallversicherers (
Urk.
6/29,
Urk.
6/40,
Urk.
6/47) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 6/12) bei und h
olte
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/
13
) sowie Berichte der behandelnden Ärzt
in
(Urk.
6/14
,
Urk.
6/21-22
) ein.
Am 26.
Oktober 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
6/17).
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medizi
nischen Verhältnisse liess die IV-Stelle bei
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie,
A._
, ein Gutachten erstellen (Gutachten vom 12. März 2015, Urk. 6/67; Fach
richtungen: Rheumatologie und
Arbeitsergonometrie
). Am 10. Juni 2015 erging
ein
Vorbescheid, mit welchem
X._
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 9
%
die Abweisung seines Leistungsbegehrens
in
Aus
sicht gestellt wurde (Urk. 6
/
74
).
Nachdem der Versicherte mit
Eingaben vom
7.
Juli 2015 (Urk.
6/79) und 1
0.
September 2015 (
Urk.
6/89) Einwände dage
gen vorgebracht hatte,
verfügte die IV-Stelle
am 1
7.
März 2016
wie vorbe
schieden (Urk.
2
[
=
Urk.
6
/
100
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
3.
Mai 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Beschwerdeführer polydiszipli
när begutachten zu lassen; gestützt auf das Gutachten sei über den Renten
anspruch neu zu verfügen; eventuell sei dem Beschwerdeführer eine befristete halbe Rente vom Januar bis Juli 2013 zuzusprechen (Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Juni 2016 zur Ken
ntnis gebracht wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit
seit
dem 2
1.
Mai 2012
wieder im 100%-Pensum zumutbar
sei
. Beim Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 9
%
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor,
nach der Begutachtung beim
A._
im September 2014, wobei ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert worden sei, sei eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustands eingetreten.
Dies ergebe sich a
us den
einspracheweise
eingereichten Berichten
; folglich sei
ein poly
disziplinäre
s
Gutachten
einzuholen
.
Sodann sei d
em Beschwerdeführer unter Berücksichti
gung eines 20%igen Leidensabzugs eine befristete halbe Rente vom
1.
Januar 2013 bis 3
1.
Juli 2013 zuzusprechen (
Urk.
1)
.
3.
3.1
Bezüglich der i
m
orthopädischen Gutachten der Universitätsklinik
B._
, Orthopädie, vom 12. April 2013 zu Händen des Krankentaggeld- und Unfall
versicherers des Beschwerdeführers (Urk. 6/28)
genannten Diagnosen kann im Wesentlichen auf die nachstehenden, im Gutachten von Dr.
Z._
fest
gehaltenen
, Diagnosen verwiesen werden
(
vgl.
Urk.
6
/
2
8/
11-12
, E. 3.2
)
.
Im orthopädischen Gutachten der Universitätsklinik
B._
wurde ausge
führt,
der Beschwerdeführer sei am 1
3.
und 2
1.
Februar 2013 ambulant
bei ihnen
untersucht und beurteilt worden. E
s bestehe ein protrahierter Verlauf mit persistierenden Kniebeschwerden rechts nach erfolgter, medialer
Teil
meniskektomie
vom 2
0.
Februar 201
2.
Erschwerend zum Heilungsverlauf kämen degenerative Veränderungen der
LWS
(sowohl
diskogen
als auch
spondylogen
) hinzu, welche vorbestehend und nicht unfallbedingt seien. Die angestammte Arbeit als Sicherheitsfachmann könne eventuell kurz- oder mittelfristig
durch
Infiltration der
Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
und des rechten Knies wieder erreicht werden. Langfristig
sei
eine Umschu
lung auf eine ge
lenksschonende Arbeit mit
w
echselbelastenden Tätigkeiten, ohne schweres Heben, sinnvoll. Dies aufgrund des bisherigen erschwerten Verlaufes mit persi
stierenden Beschwerden im Rahmen der obengenannten Diagnosen
(Urk.
6/28/13)
.
In seinem angestammten Beruf als Sicherheitsfachmann sei er bereits aufgrund der angegebenen Knie-Beschwerden zu 100 % arbeitsunfä
hig. In einer hauptsächlich sitzenden Tätigkeit mit Wechselbelastung ohne Heben von Lasten schwerer als 5kg sei übergangsweise eine Arbeitsfähigkeit zu 50
%
, mittelfristig zu 100
%
möglich
(
Urk.
6/28/14).
3.2
Dem rheumatologischen/arbeitsergonomischen Gutachten
von
Dr.
Z._
vom 1
2.
März 2015 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/67) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (Urk. 6/67/14):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
degenerative Veränderungen L3-S1
-
anamnestisch Status nach rezidivierender radikulärer Reiz
sympto
ma
tik
-
aktuell dominierendes
Fazettengelenk
s
syndrom
-
Pangonarthrose
rechts
-
Status nach KAS Februar 2012
-
Meniskusdegeneration und Rissbildung
-
Status nach Stolpertrauma vom 1
1.
Januar 2012
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden unklare Vorfussbeschwerden rechts, Adipositas (BMI 31,7 kg/m
2
), chronischer
Niko
tinkonsum und
psychosoziale Belastungsfaktoren
festgehalten (Urk.
6/67/14).
Des Weiteren notierte der Experte,
z
usammengefass
t
besteh
e
ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereiche der
LWS
mit nur zum Teil struktureller Erklä
rung und aktuell ohne Hinweise auf ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyn
drom. Strukture
ll
best
ünden
degenerative Veränderungen, ausserdem
sei
der
Beschwerdeführer
sehr gross gewachsen und inzwischen auch adipös. Zusätzlich best
ünden
Knieschmerzen rechts, aufgetre
t
en nach einem Stol
permechanismus am 1
1.
Januar
2012, worauf eine mediale Meniskusläsion bei vorbestehender asymptomatischer
Pangonarthrose
diagnostiziert und gut
achterlich durch die orthopädische Universitätsklinik
B._
eine Kausa
lität mit dem Ereignis bejaht w
orden sei
. Die Rückenbeschwerden selbst s
eien
aktuell am ehesten mit einem
Fazettengelenkssyndrom
, zusätzlich aber auch im Sinne einer
Periarthropathie
der rechten Hüfte zu interpretieren, ohne dass eine dortige strukturelle Veränderung bekannt wäre. Die beschriebene Sensibilitätsstörung
sei
am ehesten mit einer
Meralgia
parästhetica
vereinbar, steh
e
aber klinisch und hinsichtlich der Funktionsfähigkeit im Hintergrund. Trotz Zeichen einer erheblichen Symptomausweitung
„
in Beschr
eibung kli
nischer Untersuchung
“
sei
der
Beschwerdeführer
bereit
gewesen
, sich in den meisten Tests bis an die ergonomisch belastbare Grenze zu belasten, wobei hauptsächlich im statischen Bereich ein Problem besteh
e
. Psychosoziale Belastungsfaktoren s
eien
vorhanden und es besteh
e
eine gewisse Stress
empfindlichkeit, ohne dass bisher ein psychiatrisches Leiden
d
iagnosti
ziert oder dokumentiert wär
e (
Urk.
6/67/14).
Zu den Schlussfolgerungen gemäss Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit wurde festgehalten, das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten Belastungstoleranz der
LWS
und des rechten Knies. Dies habe sich vor allem bei statischen Tests (Stehen und Sitzen vorgeneigt, Knien und Arbeiten über Schulterhöhe) gezeigt. Die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers werde als zuverlässig beurteilt. Die Konsistenz bei den Tests
sei mässig gewesen
. Die Belastbarkeit lieg
e
allgemein im Bereich einer mittelschweren Arbeit. Die
angestammte
Arbeit als Wachmann
sei dem Beschwerdeführer
rein auf der Basis der
Tests und unter Annahme eines nicht ausschliesslich stehend-gehenden
Achtstunden-T
ages
ganztags zumut
bar. Die tatsächliche Arbeitszeit des
Beschwerdeführers
habe pro Schicht jedoch zwölf
Stunden
betragen
und die Tätigkeit
sei
ausschliesslich stehend-gehend
gewesen
. Daher s
eien
zusätzliche Pausen sowie eine Leistungsmin
derung angezeigt.
Zur Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten wurde notiert, es sei eine m
ittelschwere Arbeit, wechselbelastend
, zumutbar,
ganz
tags
bei
Acht
Stunden
pro Tag
. A
rbeiten über Schulterhöhe und Vorgeneigtes
S
tehen sollten nur selten vorkommen. Sitzen vorgeneigt, Knien, Treppe
n
- und Leitersteigen sollten nur manchmal vorkommen
(
Urk.
6/67/15).
Zur Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit als Wachmann ist der Exper
tise
ausserdem
zu entnehmen, diese wäre rein aufgrund der erfassten Belast
barkeit zumutbar. Allerdings seien die Präsenzzeit und die Möglichkeit, zwi
schenzeitlich situationsbedingt die Positionen zu wechseln und auch zwischen
zeitlich abzusitzen
,
aufgrund des Arbeitsprozesses deutlich redu
ziert, weshalb von einer erheblichen Leistungsminderung ausgegangen werde. Medizinisch-theoretisch bestehe diesbezüglich eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit ganztags, welche bereits auch vermehrte Pausen beinhalte. In zeitli
cher Hinsicht lasse sich ein Verlauf retrospektiv schlecht Überblicken, da bisher in der angestammten Tätigkeit durchgängig eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit, wenn auch zum Teil unfall- und krankheitsbedingt
,
attestiert worden sei. Im Rahmen der orthopädischen Begutachtung im April 2013 mit Bestäti
gung im Schreiben vom Juni 2013 sei weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit als Wachmann ausgegangen worden. Verglichen mit der heutigen Beschwerdesitu
a
tion und Einschätzung rein der medizinischen Seite k
ö
nn
e
seit April 2013 gestützt auf die entsprechenden Befunde von einem stabilen Zustand ausgegangen werden, was in etwa auch den Angaben des
Beschwerdeführers entsprec
h
e.
Da die Befunde nicht wesentlich differieren
würden
, m
ü
ss
e
unter Berücksichtigung der nun vorliegenden Leistungstests davon ausgegangen werden, dass sich nicht die Gesundheitssituation sondern letztlich basierend auf Funktionstests die Sichtweise geändert ha
be (Urk.
6/67/15-16)
.
Zu einer angepassten Tätigkeit wurde ausgeführt, eine mittelschwere, wechsel
positionierte Tätigkeit, das heisse Wechsel zwischen Gehen-Stehen und Sitzen und auch regelmässigen möglichen Haltungsänderungen
,
mit Hantieren von Lasten je nach Hebeleistung zwischen 15
kg
und 30kg selten resp. 10-20kg manchmal (je nach Hebe/
Tagart
) und nur seltenem Arbeiten über Schulterhöhe (
Dekondition
), in vorgeneigter Stellung, Sitzen und Stehen und nur
manchmaligem
Knien, Treppensteigen und Leitersteigen
,
wäre dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch ganztags zumutbar. Nicht auszu
schliessen s
eien
kurzzeitige Arbeitsausfälle bei akuten Schmerzexazerba
tionen. Zur Angewöhnung an die Arbeit
werde empfohlen,
diese beginnend mit einer Halbtagestätigkeit, steigernd über drei Monate aufzubauen. Hin
sichtlich der früheren Beurteilungen und insbesondere der Beurteilung in der Universitätsklinik
B._
erg
ebe
sich eine Diskrepanz der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
, die
nicht durch eine Anderseinschätzung der medizinischen Situation, sonde
rn
durch das Vorliegen realer Funktionstests erklärbar
sei. Es sei
davon auszuge
h
en, dass der
Beschwerdeführer
in seiner Funktionsfähig
keit unterschätzt w
o
rde
n sei
, was auch auf seine wahrscheinlich überdurch
schnittliche ursprüngliche Konstitution zurückgeführt werden k
ö
nn
e
. Aller
dings entsprä
chen die gefundenen Werte hinsichtlich
beispielsweise
der Hebeleistungen auch denjenigen von chronischen Rückenschmerzpatienten bei normalem Bela
stungsverhalten im Durchschnitt (
Urk.
6/67/16).
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeiten berichtete der Experte, es werde von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 1
1.
Januar 2012 bis zum 1
2.
April 2013 ausgegangen. Ab diesem Zeitpunkt bestehe eine 50%ige Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit.
In einer angepassten Tätigkeit
sei durch
wegs eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 12.
April 2013 durch die orthopädische Uniklinik eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden, wobei ein genaueres Belastbarkeitsprofil damals nicht habe angegeben wer
den können. Unter Berücksichtigung der Gesamtentwicklung, abgesehen von der Akutphase nach Durchführen der Kniearthroskopie mit vorübergehender 100%iger Arbeitsunfähigkeit, könne nicht von einer anhaltenden Arbeitsun
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden. Der Orth
opäde
Dr.
C._
habe ab dem 7.
Mai 2012 eine 50%ige und ab dem 2
1.
Mai 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit attestiert. Dies sei wohl unter dem Gesichtspunkt der Unfallkonsequenzen und/oder auch der isolier
ten Betrachtungsweise hinsichtlich des rechten Knies zu verstehen. Anderer
seits zeige es doch auch auf, dass aus seiner Sicht eine Arbeitsaufnahme sehr wohl
möglich
gewesen wäre. Trotz gewisser Unsicherheiten sei doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine angepasste Tätigkeit medizinisch-theoretisch ab dem
7.
Mai 2012 wieder zumutbar gewesen wäre, wobei unter Berücksichtigung der damals instabileren Situa
tion und der gleichzeitigen Beeinträchtigung durch die Knie- und Rücken
problematik und die stattgefundenen Behandlungen eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit bis zum 1
2.
April 2013, ab dann eine ganztägig zumutbare Arbeitsfä
higkeit im aktuellen Belastbarkeitsprofil angenommen werden könne, dies ebenfalls im Wahrscheinlichkeitsgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Hinsichtlich der Diskrepanzen zur Beurteilung der orthopädischen Universi
tätsklinik
B._
werde auf das bereits Festgehaltene verwiesen, wobei wiederholt werden müsse, dass auch in der Universitätsklinik
B._
die objektiven Aspekte zur Begründung einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit relativ dürftig gewesen seien, was der doch recht guten Belastbarkeit in den Belastbarkeitstests auch entspreche. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Stresssymptome bei Wiedererlangen konkreter beruflicher Perspek
tive sich stabilisieren dürften und entsprechend eine berufliche Eingliederung in einer angepassten Tätigkeit vordringlich erscheine (
Urk.
6/67/17).
3.3
Dem mit Einwand
aufgelegten
Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
B._
, Orthopädie, vom 1
2
. November 2015 zu Händen
von
Dr. med.
D._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
(Urk. 6/9
2
)
ist zu entnehmen
,
dass
beim Beschwerdeführer seit geraumer Zeit chronifiziert anmutende LWS-Beschwerden
bestünden
ohne eindeutige radi
kuläre Symptomatik bei zusätzlich vorhandener, chronifiziert erscheinender Kniesymptomatik rechts. Klinisch-neurologisch habe sich ein grundsätzlich unauffälliger Befund ergeben, die aktuell durchgeführte Bildgebung habe lediglich eine leichtgradige medio-rechts-laterale
Diskusprotrusion
L4/5 ohne nervalen Kontakt gezeigt. Eine Facettengelenksinfiltration werde vom Beschwerdeführer nicht gewünscht. Abschliessend
hätte
n keine wirbelsäulen
chirurgischen Massnahmen empfohlen bzw. abgeleitet werden
können
.
Der Beschwerdeführer werde in der Folge
im
B._
zur
chiropraktischen
Behandlung
angemeldet
. Zusätzlich
werde
eine Vorstellung im Schmerz
zentrum des
E._
empf
o
hlen bei chronifiziert anmutender Symptomatik
(
Urk.
6/92/2).
3.4
Dem
aufgelegten
Bericht des
E._
, Institut für Anästhe
siologie, vom 2
0.
Januar 2016 zu Händen
von
Dr.
D._
(Urk. 6/96) können folgende Diagnosen entnommen werden:
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
mit pseudoradikulärer Ausstrahlung
-
Ätiologie: multifaktoriell, prädominant
myofaszial
und haltungsbe
dingt mit
lumbospondylogenen
Anteilen und erheblicher Chronifi
zierung
a.e
.
iR
Dg
. 3
-
bisher keine Operationen
-
Interventionen: Status nach erfolgloser lumbaler Infiltration, Höhe und Typ unklar,
B._
-
chronische Knieschmerzen rechts
-
bei Status nach
Meniskektomie
rechts bei Kniedistorsion
-
Interventionen: Status nach erfolgloser Kniegelenksinfiltration,
O._
Klinik
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit psychischen und sozia
len Faktoren
-
Schmerzchronifizierung
und Ausweitung
Klinisch-anamnestisch, radiologisch und nach Aktendurchsicht besteh
e
ein chronisches multifaktorielles lumbales Schmerzsyndrom mit prädominant
myofaszialen
und haltungsbedingten Triggern bei
Deko
n
di
ti
onierung
und muskulärer I
nsuffizienz der bauch-, becken-
und rumpfstabi
l
isierende
n
Mus
ku
l
atur sowie
lumbospondylogenen
Anteilen. Hervorzuhebe
n sei jedoch eine erhebliche, mehrjäh
rige
Chronifiz
i
erung und Schmerzausweitung, sodass der V
erdacht auf
eine chronische Schmerzstörung mit psychische
n
und sozialen Faktoren besteh
e. Aktuell bestünden
erhebliche psychosoz
iale Belastungs
faktoren, wie unter anderem
eine IV
-
Abklärung bei bisher
igem Bezug von
Sozialhi
l
fe
.
Aus anästhesiologisch schmerztherapeutischer Sicht
sei
ein mul
timodales schmerztherapeutisches Therapiekonzept mit physio-
und manual
therapeutische
r
Behandlung mit allgemeiner Aktivierung und Kräftigung der wirbe
l
säulenstabilisierenden Muskulatur, einer psychiatrisch-psychothera
peutische
n
Behandlung, idealerweise in der Muttersprache und wohnortsnah, und eine
r
schmerzmodulatorische
n
und distanzierende
n
Therapie sinnvo
ll (
Urk.
6/96/1-2).
4.
4.1
Das
A._
-
Guta
chten vom 12. März 2015
(Urk.
6
/
67)
vermag die an eine beweis
kräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.
3
). So
tätigte
de
r
Gutachter sorgfältige, umfassende Abklä
rungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begrün
dete
seine
Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
einande
r
setzung mit den
Vorakten
. De
r
Gutachter legte die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
dete
seine
Schluss
folgerungen nachvollziehbar.
Dem Gut
achten de
s
A._
ko
mmt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
Weder der
Bericht
von
Dr.
D._
vom 1
4.
September 2015 zu Händen der Klinik
B._
(Urk. 6/91/1-2
), noch der Spre
chstundenbericht der Klinik
B._
vom 12. November 2015 zu Hän
den von
Dr.
D._
(
Urk.
6/92
, E. 3.3
) oder der Bericht des
E._
, Institut für Anästhe
siologie, vom 2
0.
Januar 2016 zu Händen von
Dr.
D._
(
Urk.
6/96
, E. 3.4
)
vermögen daran etwas zu ändern. Zur Arbeitsfähigkeit lassen sich
allen
drei Berichten keine Angaben entnehmen.
Zum
Überweisungsb
ericht von Dr.
D._
(
Urk.
6/91) ist anzumerken, dass die behandelnde Ärztin keine objektiven Befunde erhebt, sondern sich ausschliesslich auf die A
ngab
en des Beschwerdeführers zu stützen scheint
, auf welche naturgemäss nicht unbese
hen abgestellt werden kann
. Dem Bericht der Klinik
B._
sind
ausserdem
keine Angaben zu entnehmen, welche auf eine
invalidenversicherungsrecht
lich massgebende
Verschlechterung des
Gesundheitszustands
des Beschwer
deführers seit der Begutachtung durch das
A._
hindeuten würde
n
. Ange
sichts der Befundung sowie Beurteilung des Beschwerdeführers
(ohne eindeutige radikuläre Symptomatik, klinisch-neurologisch unauffälliger Befund, leichtgradige medio-rechts-laterale
Diskusprotrusion
L4/5 ohne nervalen Kontakt, mässig ausgeprägte Facettengelenksarthrose der unteren LWS;
Urk.
6/92/2)
erscheint das objektive Beschwerdebild vielmehr gleich
bleibend
und nur mässig beeinträchtigt
zu sein
. Sodann ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Durchführung von Facettengelenksinf
iltrationen abgelehnt hat (Urk.
6/92
/2
).
Auch dem Bericht des
E._
sind keine Angaben zu entnehmen, welche auf eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Kran
kheit, sei es somatisch oder psychiatrisch,
hindeuten würden
.
Vielmehr handelt es sich dabei um eine Empfehlung an den Beschwerdeführer, ein multimodales schmerztherapeutisches Therapiekonzept aufzubauen mit physio- und
manual
-
therapeutischer Behandlung mit allgemeiner Akti
vierung und Kräftigung der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur, einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und einer
schmerzmodu
latorischen
und distanzierenden Ther
a
pie (
Urk.
6/96/2).
Ausserdem wurden invasive diagnostische und therapeutische Massnahmen sodann als nicht zielführend und gegebenenfalls kontraproduktiv bezeichnet
(
Urk.
6/96).
Zusammenfassend enthalten d
ie
vorliegende
n
Bericht
e
keine Angaben, wel
che darauf schliessen lassen würden, dass
somatische, psychiatrische
oder somatoforme
Leiden
, welche über diejenigen gemäss den gutachterlichen Fest
stellungen
des
A._
hin
ausgehen,
besteh
en
.
Eine polydisziplinäre Begut
achtung des Beschwerdeführers ist nach dem Gesagten nicht
angezeigt
.
4.3
Der Experte des
A._
stellte
hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in der
ange
stammten Tätigkeit fest, diese sei dem Beschwerdeführer auf der Basis der Tests und unter Annahme eines nicht ausschliesslich stehend-gehenden Achtstund
e
n-Tages ganztags zumutbar. Angesichts der tatsächlichen Arbeits
zeit von zwölf Stunden pro Schicht
und in Berücksichtigung der vermehrten Pausenbedürftigkeit und der Leistungsminderung schloss der Experte nach
vollziehbar und schlüssig auf eine Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 50
%
(
Urk.
6/67/15,
Urk.
3.2).
Hinsichtlich des
präzisen
Zeitpunkts der Verbesserung respektive Wiederher
stellung der Arbeitsfähigkeit ist
hingegen
- gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen selber -
nicht auf
das Gutachten des
A._
abzustellen
.
Der Gutachter setzt den Zeitpunkt des Wiedererlangens der Arbeitsfähigkeit auf den
1
2.
April 2013, wobei
er
de
n
Zustand seit der dannzumaligen Begutach
tung durch die Klinik
B._
stabil
einschätzt
(Urk.
6/67/15-16). Der
A._
-Experte
geh
t
damit
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem Datum der
Fertigstellung
des Gutachtens aus, während der Untersuch und die Beurtei
lung bereits knapp zwei Monate zuvor – am 1
3.
und 2
1.
Februar 2013 (Urk. 6/28/2) ambulant an der Klinik
B._
stattgefunden hatte.
Da die Befunde bereits im Februar 2013 erh
oben wurden, besteht kein Grund
, erst per April von einer Verbesserung respektive Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit auszugehen.
Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers ist nicht
erst ab Juli 2013
von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen
.
B
ei der durch ihn zitierten Passage im
A._
-Gutachten
handelt es sich
um eine Empfehlung zur Angewöhnung
. Darin ist keine Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit zu erblicken
(
Urk.
6/67/16-17).
4.
4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwer
deführer in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als
Wachmann
vom 11.
Januar 2012 bis am 1
3.
Februar
2013 zu 100
%
und seit 1
4.
Februar
2013
zu
50
% arbeitsun
f
ähig
war resp.
ist. In einer angepassten Tätigkeit – unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (
Urk.
6/67/15) –
besteht
hinge
gen seit 1
4.
Februar
2013
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
eingeschränkten
Arbeits
fähigkeit.
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommens
vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Mit Urteil 9C_178/2015 vom 4. Mai 2016 präzisierte das Bundesgericht die geltende Rechtsprechung, wonach sich die Invalidität bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
nach der allgemeinen Methode des Einkommensver
gleichs bemisst und das
Valideneinkommen
dabei nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen ist, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Ein
kommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (E. 5 mit weiteren Hinweisen). Gemäss den präzisierenden Ausführungen ist die bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im allein ver
sicherten erwerblichen Bereich proportional - im Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit - zu berücksichtigen. Der Invaliditätsgrad entspricht damit der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann dementsprechend den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen (E. 7.3).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Beim Invalideneinkommen kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspen
sum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträch
tigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
5.2
Die Bemessung des Inva
liditätsgrads ist für den Zeitpunkt des
frühest
mögli
chen Rentenbeginns, hier
Februar
20
13 (Anmeldung am 1
0.
August 2012
[
Art.
29
Abs.
4 IVG] und Ablauf des Wartejahres am 1
2.
Januar 2013 [
Art.
28
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
29ter IVV]) vorzunehmen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers stellt die Früherfassung des Beschwerde
führers keine offizielle Anmeldung bei der IV im Sinne von
Art.
29 ATSG dar. Massgebend ist die Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_463/2014 vom
9.
September 2013 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
5.3
5.3.1
Laut Angaben der Arbeitgeberin gegenüber der Beschwerdegegnerin arbeitete der Beschwerdeführer im Stundenlohn und seit dem
1.
August 2010 während 33.35 Stunden die Woche bei einer betriebsüblichen vollen Arbeitszeit von 41 Wochenstunden (
Urk.
6/13/10; vgl. indes die widersprüchlichen Angaben in der Schadenmeldung UVG [
Urk.
6/11/67] bzw. gegenüber der Krankentag
geldversicherung [
Urk.
6/11/14], wonach der Beschwerdeführer vollzeitlich beschäftigt gewesen sein soll). Gegenüber dem Schadensexperten gab der Beschwerdeführer an, 41 Stunden pro Woche, meistens Nachtschicht, gear
beitet zu haben (
Urk.
6/11/19). Seit dem Unfall vom 1
1.
Januar 2012 war er zu 100
%
arbeitsunfähig und ab dem 3
0.
April 2012 infolge Krankheit und infolge Unfall zu je 50
%
arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
6/13/15-23). Am 1
8.
April 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2012 (
Urk.
6/13/14), wobei sich die Kündigungsfrist infolge krankheits
bedingter Arbeitsunfähigkeit in der Folge bis 3
1.
August 2012 verlängerte (
Urk.
6/13/9). Als Wachmann erzielte der Beschwerdeführer laut Angaben der Arbeitgeberin seit dem
1.
August 2010 einen Stundenlohn von
Fr.
27.59 (inkl. Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie 1
3.
Monatslohn), was einem Jahreslohn von Fr. 46‘020.-- entsprach (
Urk.
6/13/10). Laut IK
Auszug (
Urk.
6/12) erzielte der Beschwerdeführer bei der
Y._
S.A. im Dezember 2008 einen Lohn von
Fr.
1‘379.--, im Jahr 2009 während 12 Monaten einen solchen von
Fr.
33‘302.-- und im Jahr 2010 (vgl. auch Lohnausweis 2010,
Urk.
6/13/45) einen solchen von insgesamt
Fr.
46‘985.--(
Fr.
25‘163.-- [01-07] +
Fr.
21‘822.-- [08-12]). Der Lohnausweis für die Steuererklärung 2011 weist einen Bruttolohn von
Fr.
53‘254.
aus (Urk. 6/13/32). Die monatlichen Lohnabrechnungen (
Urk.
6/13/25-57) belegen ebenfalls, dass der Arbeitsein
satz schwankte und teilweise über dem „normalen“ monatlichen Stunden
einsatz von 140 lag. Den Akten sind jedoch keine Hinweise darauf zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer regelmässig vollzeitlich oder gar mehr als in einem 100%-Pensum gearbeitet haben könnte.
5.3.2
Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Ist die Ausübung einer vollzeitli
chen Erwerbstätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich oder wird das Arbeitspensum aus freien Stücken reduziert, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (BGE 125 V 157 E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Da weder ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen reduziert gearbeitet hätte, noch ein Aufgaben
bereich im Sinne von
Art.
27 IVV gegeben ist, kann vorliegend offen bleiben, in welchem Pensum der Beschwerdeführer effektiv erwerbstätig gewesen ist. Es ist davon auszugehen, dass der seit 2008 bei der
Y._
S.A. angestellte Beschwerdeführer ohne körperliche Einschränkungen weiterhin diese Tätig
keit in gewohntem Ausmass ausüben würde, weshalb von diesen Einkom
mensverhältnissen auszugehen ist.
Jedoch ist aufgrund der nicht unbedeu
tenden Einkommensschwankungen auf einen Durchschnitt abzustellen (vgl. ZAK 1985 464), wobei der Durch
schnitts
verdienst vor Eintritt der ersten längerdauernden Arbeits
unfähigkeitsperiode heranzuziehen ist
,
und dies -
zu Gunsten des Beschwerdeführers
- erst ab dem Jahr 2010, weil
2009
offenbar noch andere Anstellungsbedingungen herrschten
. Da sich das Sturzereignis zu Beginn des Jahres 2012 zugetragen hat, sind
demnach
die Jahre 2010 und 2011 massgebend. Es resultiert ein durchschnittliches
Jahresein
kommen von
Fr.
50‘119.50
(2010: Fr.
46‘985
.--, 20
11
: Fr.
53‘254
.--
)
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnent
wicklung bis ins Jahr 201
3
(Index
stand 2
1
7
1
[201
1
] auf 2‘204 [2013], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Ent
wicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne, 1976
2015) ergibt sich ein Jahresein
kommen (
Valideneinkommen
) von Fr.
5
0
‘
881
.
3
0
(
Fr. 50‘119.50
:
2
1
7
1
x 22
04
).
5.
4
Zur Bemessung des Invalideneinkommens
seit 1
4.
Februar 2013
ist vor
liegend ein statisti
scher
Tabellenlohn heranzu
ziehen. Auf dem hypotheti
schen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt lassen sich genügend adaptierte Tätigkeiten finden, welche dem Beschwerde
führer unter Berück
sichtigung des von den Gutachtern formulierten Zumutbar
keitsprofils und seiner Begabungen offenstehen. Angesichts des medizinischen Belastungs
profils ist gestützt auf die LSE 2012 vom Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten im Umfang von Fr. 5‘210.-- (LSE 2012, S.
35, Tabelle TA1, Wirtschaftszweige Total,
Kompetenz
niveau 1) auszu
gehen. Unter Berück
sichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41.7
Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 1/2-2015 S. 88 Tabelle B9.2, A-S) sowie der Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 2013 (Indexstand 2188 [2012] auf 2204 [201
3
], Bundesamt für Statistik, T39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, 1976-2015) ergibt sich
somit
für ein
zumutbares
Arbeitspensum
von 100 %
sowie eines nicht zu beanstandenden Leidensabzugs von 15
%
ein Invaliden
ein
kom
men von rund Fr. 55‘805
.
6
5
(Fr. 5‘210.-- : 4
0 x 41.7 x 12 : 2188 x 2204
x 0.85
).
5.5
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
50‘881.30 mit dem Invaliden
ein
kommen von
Fr.
55‘805.65 ergibt keine Einkommenseinbusse. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Gewährung des maximal mögli
chen Abzugs vom Invalideneinkommen im Umfang von 25
%
ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 3 % resultieren würde
(
[
Fr.
50‘881.30 - Fr. 49‘240.30] :
Fr.
50‘881.30 x 100
)
und auch ein Vergleich mit dem auf das mutmassliche Teilzeitpen
s
um bei der
Y._
S.A. (33,35 Std./41 Std. = 81,34
%
) reduzierten Invalideneinkommen (Fr. 65‘653.70 x 0.8134 [Teilpensum] x 0.85 [
Malusabzug
]) kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad ergäbe ([
Fr.
50‘881.30 –
Fr.
45‘392.30] :
Fr.
50‘881.30 x 100), selbst ohne Gewichtung im Sinne der zitierten Recht
sprechung (E. 5.1.2).
6.
Damit ist die angefochtene Verfügung
im Ergebnis
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.