Decision ID: 0c137d4e-b925-4539-8160-7381f7a9dcc4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1968, war zuletzt vom 1. Dezember 2001 bis 30. Juni 2002 als Baureiniger bei der Y._, Zürich (Urk. 10/9/1-3 Ziff. 1), erwerbstätig. Am 8. Juni 2004 meldete er sich unter Hinweis auf Depressionen (Urk. 10/5/1-8 Ziff. 7.2) bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Versicherungs
leistungen (medizinische Eingliederungs
massnahmen; Urk. 10/5/1-8 Ziff. 7.8) an. Mit Verfügung vom 4. Juli 2005 (Urk. 10/29) stellte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 8 % fest und verneinte einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente. Mit Verfügung vom 5. Juli 2005 (Urk. 10/30) verneinte die IV-Stelle Ansprüche des Versicherten auf Umschu
lung und Arbeitsvermittlung. Die vom Versicherten am 12. Juli 2005 gegen die Verfügungen vom 4. und 5. Juli 2005 erhobenen Einsprachen (Urk. 10/33) wies die IV-Stelle mit Entscheiden vom 21. (Urk. 10/41) und 22. September 2005 (Urk. 10/42) ab. In Gutheissung der vom Versicherten am 20. Oktober 2005 gegen den Einspracheentscheid vom 21. September 2005 (betreffend Abweisung der Einsprache gegen die Verfügung vom 4. Juli 2005; Urk. 10/41) erhobenen Beschwerde (Urk. 10/44/3-5) hob das hiesige Gericht mit Urteil IV.2005.01189 vom 20. November 2006 (Urk. 10/47) den
angefochtene
n
Einsprache
entscheid vom 21. September 2005 auf
und
wies
die Sache
zu ergänzender Sachverhalts
abklärung und neuer Verfügung über den Rentenanspruch an die IV-Stelle zurück. Dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.2
In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten psychiatrisch begutachten (Gut
achten vom 1. März 2007; Urk. 10/51/1-16) und sprach dem Versicherten nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 10/54, Urk. 10/57) mit Verfügung vom 23. August 2007 (Urk. 10/71 und Urk. 10/61) mit Wirkung ab 1. März 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 78 % eine ganze Rente zu. Diese Verfü
gung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.3
Nach Eingang des vom Beschwerdeführer am 14. Juli 2009 ausgefüllten Revisi
onsfragebogens (Urk. 10/77) holte die IV-Stelle bei einem
behandelnden
Fach
arzt
für
Allgemeine Innere Medizin
und
Nephrologie
einen Bericht ein (Urk.
10/80
) u
nd stellte mit Mitteilung vom 15. Oktober 2009 (Urk. 10/84) fest, dass die Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderungen ergeben habe, und dass der Versicherte weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 78 % habe.
1.4
Nach Eingang des vom Beschwerdeführer am 7. Mai 2013 ausgefüllten Revi
sions
fragebogens (Urk. 10/93) liess die IV-Stelle den Versicherten psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 20. Mai 2014; Urk. 10/112) und stellte dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 19. Januar 2015 (Urk. 10/118) die wiedererwä
gungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung vom 23. August 2007 in Aussicht. Nachdem der Versicherte am 12. Februar 2015 dagegen Ein
wand erhoben hatte (Urk. 10/122/1-2), liess die IV-Stelle den Versicherten erneut psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 29. Februar 2016; Urk. 10/152/2-72). Mit Verfügung vom 23. März 2016 (Urk. 10/156) hob die IV
Stelle ihre Verfügung vom 23. August 2007 wiedererwägungsweise auf und hob die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente per Ende des Monats April 2016 auf.
1.5
Mit Verfügung vom 26. April 2016 (Urk. 10/160) hob die IV-Stelle ihre Verfü
gung vom 23. März 2016 wiedererwägungsweise auf. Gleichentags erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 23. März 2016 Beschwerde (Urk. 10/162/3-8), worauf das hiesige Gericht mit Entscheid I
V.2016.00479
vom 17. Juni 2016 (Urk. 10/168/1-4) das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden abschrieb.
1.6
Mit Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 10/171 = Urk. 2) hob die IV-Stelle ihre Verfügung vom 23. August 2007 erneut wiedererwägungsweise auf und hob die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Rente per Ende des Monats September 2016 auf.
2.
Gegen die Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 20. September 2016
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, die bisher ausgerichtete ganze Invali
denrente weiterhin auszurichten (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
31. Oktober 2016
(Urk.
9
) die Ab
weisun
g der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer mit Verfügung 2. Dezember 2016 (Urk. 13) eine Kopie zugestellt wurde. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung gewährt.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
spre
chung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse fest
gestellt wurde (
Art.
74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenver
siche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entspre
chende Mitteilung hin keine Ver
fügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichs
zeit
punkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfü
gung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. Sep
tember 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.5
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen
für eine Rentenre
vi
sion
, so kann die Rentenverfügung lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs. 2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a
mit Hinweisen).
1.6
Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung oder eines for
mell rechtskräftigen Einspracheentscheides gilt es, wenn spezifisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechts
konformen Zustand herzustellen (Art. 85 Abs. 2, Art. 88
bis
Abs. 1 lit. c und Abs. 2 lit. a IVV; BGE 110 V 291 E. 3). Um die Frage nach dem zukünftigen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifel
lose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung, was auf perio
dische Dauerleistungen regelmässig zutrifft, sind die Anspruchs
berechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen. Dabei ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig fest
gestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung oder des Einspracheentscheides zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 9C_173/2015 vom 29. Juni 2015 E. 2.2, 8C_818/2012 vom 11. März 2013 E. 6.1 und 9C_22/2012 vom 4. Mai 2012 E. 3.1).
1.7
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich
unrichtig
en Rechts
anwendung einschliesslich
unrichtig
er Tatsachenfeststellung im Sinne der Sach
verhaltswürdigung (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Das Erfordernis der
zweifellos
en
Unrichtig
keit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprechung aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn mass
gebliche Bestimmungen nicht oder
unrichtig
angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchs
vor
aussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge
auf
weist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
An
spruchsvoraussetzungen
(I
nvaliditätsbemessung,
Arbeitsunfähigkeits
schät
zung
,
Be
weiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungs
zuspre
chung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser
Unrichtig
keit aus.
Zweifel
los
ist die
Unrichtig
keit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung
unrichtig
war. Es ist nur ein einziger Schluss
derjenige auf die
Unrichtig
keit der Verfügung - denkbar (Urteil des Bun
des
ge
richts 9C_148/2014 vom 28. Mai 2014 E. 2.1 mit Hin
weisen).
1.8
Eine
zweifellos
e
Unrichtig
keit der ursprünglichen Rentenverfügung hat die Recht
sprechung etwa angenommen, wenn bis zum damaligen Verfügungszeit
punkt keine Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer zumutbaren Ver
weis
tätigkeit vorlag und der Invaliditätsgrad allein nach Massgabe der Arbeitsfähig
keit festgelegt wurde, bei der erstmaligen Anspruchsprüfung also die Invalidität der Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt und damit von einem rechtlich falschen Invaliditätsbegriff ausgegangen wurde, und wenn gestützt auf eine rechtlich kor
rekte Invaliditätsbemessung ohne Zweifel eine tiefere Rente zugesprochen
worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2011 vom 31. Januar 2012 E.
5.1
; in BGE 135 I 1 nicht publizierte E.
5.3 des Urteils des Bundesgerichts 9C_342/2008 vom 20. November 2008; Urteil des Bundesgerichts 8C_846/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 1.4 mit Hinweisen).
Die Verwaltung ist gemäss der Rechtsprechung (BGE 140 V 514 E. 3.5) auch mehr als zehn Jahre nach Erlass einer zweifellos unrichtigen Verfügung befugt, auf diese wiedererwägungsweise zurückzukommen.
1.9
Wird eine Rente revisionsweise (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG) herauf- oder herab
gesetzt, so tritt die Revisionsverfügung an Stelle der zu revidierenden Verfü
gung. Dasselbe gilt auch dann, wenn in einem Revisionsverfahren die bisherige Rente nach materieller Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs bestätigt wird (vgl. BGE 133 V 108). Dies bedeutet aber auch, dass selbst dann, wenn nachträglich im Rahmen der Wiedererwägung oder der Revision auf diese Revisionsverfügung zurückgekommen wird, die ursprüngliche Verfü
gung von der Revisionsverfügung konsumiert bleibt und daher nicht wieder auflebt, sondern deren Schicksal teilt. Vorbehalten bleiben dabei lediglich jene seltenen Fälle, in denen die Revisionsverfügung nichtig ist. Somit ist bei einem
wiedererwägungsweisen Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige Revisions
verfügung der gesamte Rentenanspruch ex nunc und pro futuro ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen, ohne dass zunächst geprüft werden müsste, ob auch bezüglich der ursprünglichen Verfügung ein Rückkommenstitel gegeben wäre (BGE 140 V 514 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2014 vom 6. Januar 2015 E. 3.4).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 2) davon aus, dass bei Erlass der
ursprünglichen
,
eine ganze Rente zusprechenden Verfügung
vom
23. August 20
07 keine Diagnosen vorgelegen
hätten
, die im
IV-rechtlichen Sinne
eine langandauernde Einschränkung der Erwerbsfähigkeit begründen würden.
Insbesondere habe es sich bei der
diag
nostizierte
n
Anpassungsstörung
lediglich um
eine vorübergehende Erkrankung
gehandelt. Sodann seien auch die diagnostizierten
dependenten Persönlichkeits
züge nicht invalidisierend
gewesen
.
Des Weiteren sei im
Gutachten aus dem Jahr 2007
, auf welches sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der Verfügung vom 23. August 2007 gestützt habe, eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%,
beginnend im geschützten Rahmen, steigerbar auf 100
%
beziehungsweise
80
%
in der freien Wirtschaft
festgestellt
worden.
Zum Zeitpunkt bei Erlass der Verfügung vom 23. August 20
07
habe daher eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80 %
im freien Arbeitsmarkt
bestanden. Da gestützt auf eine im
Rahmen der amtli
chen Rentenrevision
durchgeführte
Begutachtung
gegenwärtig weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang auszugehen sei, und da
der Grundsatz
„
Eingliederung vor Rente
“
verletzt worden
sei, erscheine die ursprüngliche Rentenzusprache als zweifellos unrichtig (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt hiegegen vor, dass die Beurteilung der medi
zini
schen Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen rentenzu
sprechenden Verfügung durch die Beschwerdegegnerin nicht zweifellos unrichtig gewesen sei, weshalb eine wiedererwägungsweise Aufhebung der ursprünglichen Renten
verfügung nicht in Betracht komme (Urk. 1).
3.
3.1
Nach Erlass der ursprüngliche
n rentenzusprechenden Verfügung
vom
23. August 2007 (Urk. 10/71 und Urk. 10/61) prüfte die Beschwerde
geg
nerin den Renten
anspruch des Beschwerdeführers in materieller Hin
sicht neu und
stellte mit
Mitteilung vom 15. Oktober 2009 (Urk. 10/84) einen unveränderten Anspruch auf eine ganze Rente fest. Nach der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E. 1.9) ist bei einem wieder
erwägungsweisen Zurückkommen auf eine zweifellos unrichtige Revisionsver
fügung indes der gesamte Rentenanspruch ex nunc und pro futuro in allen seinen Teilen neu zu beurteilen.
3.2
Streitig und zu prüfen gilt es vorliegend daher einerseits (unter dem Titel der Wiedererwägung), ob die ursprüngliche Verfügung vom 23. August 2007 (Urk. 10/71 und Urk. 10/61) beziehungsweise die nachfolgende Mitteilung vom 15. Oktober 2009 (Urk. 10/84) zweifellos un
richtig
gewesen waren. Andererseits gilt es
(
unter dem Titel der Rentenrevision
)
zu prüfen, ob sich der anspruchsre
levante Sachverhalt im Vergleichszeitraum ab Erlass der Mitteilung
vom 15. Oktober 2009 (Urk. 10/84)
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 2)
in einer für den Rentenanspruch massgebenden Weise wesentlich verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom
23. August 2007 (Urk. 10/71 und Urk. 10/61) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, vom 1. März 2007 (Urk. 10/51) sowie auf die Stellungnahmen von med. pract. A._, praktische Ärztin, ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 16. März 2007 (Urk. 10/52/3).
4.2
Dr. Z._ stellte in seinem Gutachten vom 1. März 2007 (Urk. 10/51) die fol
gen
den Diagnosen (S. 9):
-
chronifizierte Anpassungsstörung bei:
-
rezidivierenden psychosozialen Belastungen (Langzeitarbeitslosigkeit, ökonomische Probleme, soziale Isolation, Todesfall des Vaters und des Bruders)
-
akzentuierte, ängstlich vermeidende, dependente Persönlichkeitszüge (Differentialdiagnose: rezidivierende, aktuell leichtgradige Depressionen sowie Agoraphobie und sozialphobische Ängste)
Der Beschwerdeführer habe
seit dem Verlust seiner Arbeitsstelle
im Dezember 19
98
unter
eine
r
negative
n
psychische
n
und soziale
n
Entwicklung
gelitten. Das psychische Leiden mit
rezidivierende
n
Depressionen
und
agora
phoben
und sozial
phobische
n
Ängste
n sei als chronifizier
te reaktiv
e Anpassungsstörung
zu beurteilen. Der Beschwerdeführer habe
negative psychische Reaktion
en
und
ein
maladaptives Verhalten
auf die verschiedenen psychosozialen Belastungen
gezeigt. Zusätzlich bestehe beim Beschwerdeführer eine
Persönlichk
eitsstruktur mit infantilen, äng
stlich-vermeidenden und dependenten Zü
g
en
(S. 10).
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers werde durch die chronifizierte depressiv-ängstliche
Symptomatik
gegenwärtig ungefähr im Umfang von 50 % beeinträchtigt. Die Arbeitsfähigkeit könne indes gesteigert werden. Gegenwärtig sei dem Beschwerdeführer ein Arbeitsversuch im geschützten Rahmen (aus
serhalb des freien Arbeitsmarktes) im Umfang eines Arbeitspensums von 50 % zuzumuten. Eine Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt sei ihm gegenwärtig indes (noch) nicht zuzumuten, weil er der damit einhergehenden
Stressbelastung nicht gewachsen
wäre und wieder rückfällig werden würde.
Vielmehr
seien vorerst
berufliche Massnahmen
abzuklären und dem Beschwerdeführer sei die Möglich
keit einzuräumen, vorerst eine Arbeit in geschütztem Rahmen im Umfang eines Pensums von
50
%
(nac
hmittags wegen des Morgentiefs) aufzunehmen. Bei positivem Verlauf könn
e die Arbeitsfähigkeit langsam wieder
in
Richtung
eines Arbeitspensums von
100
%
gesteigert
werden
, wobei die Frage, in welchem Umfang das Arbeitspensums gesteigert werden könne, zu gegebener Zeit auf Grund
des weiteren Verlau
fs zu beurteilen und gegenwärtig nicht vorherzuse
hen sei (S. 11).
4.3
Med. pract. A._ führte in ihrer Stellungnahme vom 16. März 2007 (Urk. 10/52/3) aus, dass das Gutachten von Dr. Z._ vom 1. März 2007 schlüssig sei, und dass darauf abgestellt werden könne. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass seit März 2004 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestan
den habe. Sie empfehle, dass mögliche berufliche Massnahmen abgeklärt wer
den, und dass dem Beschwerdeführer eine Wiedereinstiegs
hilfe (in den Arbeits
prozess) angeboten werde. Im Rahmen einer geschützten Struktur könne der Beschwerdeführer vorerst im Rahmen eines Arbeitspensums von 50 %
(nac
h
mittags wegen des Morgentiefs) tätig werden. Anschliessend sei eine Steigerung in Richtung eines Arbeitspensums von 100 % möglich.
Am 17. April 2007 präzisierte med. pract. A._ ihre vorgängige Stellung
nahme vom 16. März 2007 folgendermassen: Gemäss dem Gutachten von Dr. Z._ handle es sich um einen besserungsfähigen Zustand, und es sei im Sinne einer Wiedereinstiegshilfe vorerst von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % in einer geschützten Struktur auszugehen (Urk. 10/52/3).
5.
5.1
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. Februar 2016 (Urk. 10/152; vgl. folgende E. 5.5).
5.2
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und D._, Psychologe, stellten in ihrem Bericht vom 17. September 2013 (Urk. 10/103) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mehrere Phobien, insbesondere Agoraphobie, teilweise mit Panikstörung, infolge einer chronifizierten Anpassungsstörung, bestehend seit 1998, mit:
-
affektiven Störungen
-
Störungen des Sozialverhaltens
Im Vergleich zum Zeitpunkt bei Aufnahme der Behandlung im Jahre 2005 pflege der Beschwerdeführer gegenwärtig etwas mehr soziale Kontakte. Die depressiven Symptome hätten sich zudem etwas zurückgebildet. Das paranoid gefärbte phobische Geschehen habe sich jedoch lediglich etwas gemildert, wes
halb noch nicht an eine stabile Arbeitsfähigkeit zu denken sei (Ziff. 1.4). Seit dem Jahre 2005 bestehe in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit, wie beispielsweise Kurierdienste oder Ein
käufe für Senioren, sei dem Beschwerdeführer im Umfang von drei bis vier Stunden im Tag zuzumuten (Ziff. 1.7).
5.3
Dr. med. Dr. rer. nat. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, diagnostizierte in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstellten Gutachten vom 20. Mai 2014 (Urk. 10/112) eine depressive Störung, gegenwär
tig mittelgradige depressive Episode, und eine Agoraphobie mit Panikstörung (S. 12). Er erwähnte, dass der Beschwerdeführer gegenwärtig - im Gegensatz zum Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. Z._, welcher lediglich eine leichte Depression festgestellt habe - unter einer mittelgradigen Ausprägung der depressiven Symptome leide. Sodann sei eine Agoraphobie mit Panikstörung zu diagnostizieren (S. 11).
Auf Grund des chronifizierten Krankheitszustandes mit erheblicher Dekondi
tionierung und Selbstlimitierung sei gegenwärtig, als erster Schritt auf dem Weg zur beruflichen Wiedereingliederung, eine Teilnahme an einem niederschwelli
gen sozialpsychiatrischen Programm sinnvoll. Auf diese Weise könne der Beschwerdeführer den Umgang mit anderen Menschen üben und eine gewisse Selbstsicherheit und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit wiedererlan
gen. Im Rahmen eines solchen Programms könnte der Beschwerdeführer auf eine behinderungsangepasste Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Die Ausübung einer solchen, der verminderten Kontaktfähigkeit und den eingeschränkten Konflikt- und Problemlösungs
kompetenzen des Beschwer
deführers angepassten Tätigkeit wäre dem Beschwerdeführer im Umfang von vier Stunden im Tag zuzumuten (S. 12).
5.4
Der Psychologe
D._
erwähnte mit Bericht vom 26. August 2015
(Urk. 10/136), dass sich sowohl die depressive
als
auch die phobische Sympto
matik
verbessert hätten, dass der Beschwerdeführer jedoch weiterhin insbeson
dere unter einer
Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen in Erwartung von Entwertung oder gar Verspottung
und infolgedessen unter einer
Vermeidung sozialer Situationen
leide. Sodann leide er teilweise unter
heftige
n
Beklemmungsgefühle
n in Menschenmengen sowie unter einer beinahe
vollstän
dige
n
Unfähigkeit
,
Konflikte anz
ugehen und konstruktiv zu lösen. Des Weiteren bestünden ein vermindertes
Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
und
Tenden
zen zu paranoiden Vorstellungen und Ängsten
. Es sei nicht zu erwarten, dass sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers in absehbarer Zeit wesent
lich verbessern werde. Realistischerweise könne indes erwartet werden, dass der nicht mehr depressive und nicht mehr suizidale Zustand Bestand haben werde (Ziff. 1.4).
Dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer eine Tagesstruktur vermitteln
den, einfachen Tätigkeit im geschützten Rahmen im Umfang von 3 Stunden im Tag weiterhin zuzumuten (Ziff. 1.7).
5.5
Dr. B._ stellte in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstellten psychiatri
schen Gutachten vom 29. Februar 2016 (Urk. 10/152/2-72) die fol
gen
den Diagnosen (S. 21):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung mit/bei:
-
ängstlich-vermeidenden Zügen in Kindheit und Adoleszenz
-
Beginn der Krankheitswertigkeit ab Exazerbation im Dezember 1998 nach Stellenverlust
-
andauernden Gefühlen von Anspannung und Besorgtheit
-
Minderwertigkeitsgefühlen
-
übertriebener Angst vor Ablehnung/Kritik in sozialen Situationen
-
eingeschränkter Beziehungsfähigkeit mit Vermeidung enger Beziehun
gen
-
angstbedingt eingeschränktem Lebensstil
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach mittelschwerer Depression, nach dem Tod des Vaters im Jahre 2004
-
Status nach Alkoholabhängigkeitssyndrom, von 2001 bis September 2015
-
Status nach Kokainabhängigkeitssyndrom, von 2001 bis fraglich 2005
-
Status nach Panikstörung, bis fraglich 2013
Der Gutachter stellte fest, dass beim Beschwerdeführer gegenwärtig die ängstli
che Symptomatik im Vordergrund stehe (S. 12). Das Hauptproblem des Beschwerdeführers stelle eine seit 18 Jahren persistierende Angstproblematik dar. In diagnostischer Hinsicht seien die Kriterien für die Diagnose einer ängst
lich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung erfüllt (S. 16). Hingegen seien die Kriterien für eine Depression nicht erfüllt (S. 19). Bei der bisher durchgeführten delegierten Psychotherapie handle es sich zudem um eine nicht lege artis erfolgte psychiatrische Psychotherapie (S. 30).
Auf Grund der Akten wäre bereits im Jahre 2005, spätestens ab Bezug der Invali
denrente im Jahre 2007, die Aufnahme einer Tätigkeit im geschützten Rahmen angezeigt gewesen. Die jetzt begonnene beruflich-soziale Reintegration über eine geschützte Tätigkeit sei konsequent weiterzuführen. Das gegenwärtig ausgeübte Pensum im Beschäftigungsprogramm „H._“ sollte langsam gesteigert werden (S. 30). Obwohl der Beschwerdeführer seine Beschwerden ver
deutlicht habe, liege keine Simulanz oder Aggravation im engeren Sinne vor (S. 31).
Die Arbeitsfähigkeit werde in erster Linie durch die ängstlich-vermeidende Per
sön
lich
keitsstörung eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei unter Stress nur eingeschränkt belastbar und reagiere bei veränderten Anforderungen ängstlich und überfordert. Dieser Umstand sei nur durch eine langsame Zunahme der Belastung in kleinen Schritten auszugleichen. Zudem sei der Beschwerdeführer in der Kontakt- und Gruppenfähigkeit und insbesondere in der Selbstbehaup
tung bei Konflikten am Arbeitsplatz eingeschränkt und ziehe sich bei Überfor
derung jeweils zurück. Gegenwärtig sei er im geschützten Rahmen zwei halbe Tage und einen ganzen Tag in der Woche als Hilfskoch im geschützten Rahmen tätig. Zuzumuten sei dem Beschwerdeführer ab sofort, diese Tätigkeit im zeitli
chen Umfang auf ein Arbeitspensum von 50 % zu erhöhen. Im ersten Arbeits
markt bestehe hingegen noch keine verwertbare Arbeitsfähigkeit (S. 33). Anschliessend wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten, das Pensum auf 80 % zu erhöhen. Nach einer gewissen Zeit könnte als nächster Schritt ein „Supported Employment“ zum Beispiel in einer Küche oder in der industriellen Fertigung und Montage erfolgen. Innerhalb eines Zeitraums von einem bis zwei Jahren ab heute müsste eine Tätigkeit bei einem Pensum von 80 % im ersten Arbeitsmarkt realisierbar sein. Ohne eine aktive Unterstützung in der beruflichen Reintegra
tion werde eine nachhaltige Rückkehr ins Arbeitsleben indes wahrscheinlich nicht möglich sein. Rückblickend habe seit Juni 2004 bis heute eine potentielle, durch berufliche Massnahmen realisierbare Arbeitsfähigkeit bestanden, welche bis anhin jedoch tatsächlich nicht realisiert worden sei, weshalb insofern seit dem Jahre 2004 im ersten Arbeitsmarkt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (S. 34).
5.6
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Neurologie, stellte in seiner Stellungnahme vom 5. März 2016 (Urk. 10/155/3-4) fest, dass auf das Gutachten von Dr. B._ vom 29. Februar 2016 abgestellt werden könne (S. 1) und erwähnte, dass die Berentung im Jahre 2007 kontraproduktiv gewesen sei, und dass dadurch das regressive Verhalten und der soziale Rückzug des Beschwerdeführers gefördert worden sei. Berufliche Massnahmen seien damals nicht durchgeführt worden. Diese hätten zu einer Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit im 1. Arbeitsmarkt führen können. Seit August 2015 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im geschützten Rahmen. Unter enger beruflicher Begleitung könnte in einem bis zwei Jahren eine Arbeits
fähigkeit von 80 % im ersten Arbeitsmarkt erreicht werden (S. 2).
6.
6.1
Den erwähnten Akten zum Gesundheitszustand
bei
Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom
23. August 2007 (vorstehend E. 4) lässt sich entnehmen, dass die beteiligten Ärzte übereinstimmend die Ansicht vertraten, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit gegenwärtig ausschliesslich im geschützten Rahmen verwerten könne, dass die Arbeitsfähigkeit indes allenfalls infolge der Durchführung beruflicher Massnahme verbessert werden könne. Dr. Z._ vertrat in seinem Gutachten vom 1. März 2007 (vorstehend E. 4.2) die Meinung, dass dem Beschwerdeführer auf Grund einer chronifizierten Anpas
sungsstörung und akzentuierter, ängstlich vermeidender, dependenter Persön
lichkeitszüge die Ausübung einer Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt gegenwärtig nicht zuzumuten sei, weil er der damit einhergehenden
Stressbelastung nicht gewachsen
wäre, und dass der Beschwerdeführer die ihm verbleibende Restar
beitsfähigkeit lediglich im geschützten Rahmen im Umfang eines Pensums von
50
%
verwerten könne, wobei in Zukunft bei einem positiven Verlauf
die Arbeitsfähigkeit
allenfalls
langsam wieder
in
Richtung
eines Arbeitspensums von
100
%
erhöht werden könne.
6.2
Damit übereinstimmend ging med. pract. A._ in ihrer Stellungnahme vom 16. März 2007 (vorstehend E. 4.3) davon aus, dass dem Beschwerdeführer im Sinne eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess vorerst die Ausübung einer Tätigkeit im geschützten Rahmen im Umfang eines Arbeitspensums von 50 %, mit der Option einer allfälligen späteren Steigerung in Richtung eines Arbeits
pensums von 100 %, zuzumuten sei.
6.3
Demzufolge steht fest, dass sowohl Dr. Z._ als auch med. pract. A._ davon ausgingen, dass zwar eine verbleibende Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % bestehe, dass der Beschwerdeführer diese indes nur in einem geschützten Rahmen verwerten könne, und dass eine Erhöhung der Arbeitsfä
higkeit allenfalls auch in Bezug auf Tätigkeiten ausserhalb des geschützten Bereichs in
Richtung
eines Arbeitspensums von
100
%
zwar nicht ausgeschlos
sen sei, dass aber die Frage nach einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit gegen
wärtig noch nicht zu beantworten sei und erst nach Durchführung von geeig
neten Eingliederungs
massnahmen zu beurteilen sein werde.
6.4
Kein anderes Ergebnis ergibt sich aus der Jahre späteren Beurteilung durch Dr. B._ in seinem Gutachten vom 29. Februar 2016 (vorstehend E. 5.5). Denn darin stellte dieser zwar fest, dass dem Beschwerdeführer bereits im Jahre 2005 bzw. spätestens ab Bezug der Invalidenrente im Jahre 2007 die Aufnahme einer Tätigkeit im geschützten Rahmen zuzumuten gewesen sei. Eine verwert
bare Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt verneinte der Gutachter indes sowohl rückwirkend als auch zum Untersuchungszeitpunkt. Vielmehr sei die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl zum damaligen als auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt ohne
eine aktive Unterstützung in der beruflichen Reintegration
im Sinne
berufliche
r
Massnahmen
nicht verwertbar gewesen, weshalb
seit dem Jahre 2004 im ersten Arbeitsmarkt eine vollständige Ar
beits
unfähigkeit bestanden habe.
6.5
Die Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 23. August 2007 (Urk. 10/71), wonach dem Beschwer
deführer ab März 2004 die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im geschützten Rahmen zu 50 % zuzumuten sei, wobei er einen Jahresverdienst von Fr. 10‘400.-- erzielen könnte, und wonach er diese Tätigkeit ohne vorgän
gige berufliche Massnahmen, im Rahmen einer betriebsüblichen Einarbeitung ausführen könnte (Urk. 10/61/1), stand insgesamt daher nicht in Widerspruch
zur
dama
li
gen medizinischen Aktenlage.
In Würdigung der gesamten Umstände erscheint die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegnerin bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung daher innerhalb des ihr im Bereich der materiellen Anspruchsvoraussetzungen zustehenden Ermessenspielraums zu liegen.
6.6
Unter diesen Umständen erscheint die ursprüngliche Verfügung vom
23. August 2007 (Urk. 10/71) grundsätzlich in Übereinstimmung mit der medizinischen Aktenlage zu stehen. Eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 23. August 2007 ist daher nicht möglich, auch wenn es die IV-Stelle nach der Rentenzusprache unterliess, die berufliche Wiedereingliederung im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu veranlassen.
7.
7.1
Den medizinischen Akten zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom 29. August 2016 (vorstehend E. 5) ist zu entnehmen, dass Dr. E._ in seinem Gutachten vom 20. Mai 2014 (vorstehend E. 5.3) die Ansicht vertrat, dass dem Beschwerdeführer vorerst die Ausübung einer behin
derungsangepassten Tätigkeit im geschützten Rahmen im Umfang
von vier Stunden im Tag zuzumuten
sei. Dr. B._ ging in seinem Gutachten vom 29. Februar 2016 (vorstehend E. 5.5) sodann davon aus, dass dem Beschwerde
führer die im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms tatsächlich ausgeübte Tätigkeit als Hilfskoch im Umfang eines Arbeitspensums von 50 % zuzumuten sei, und dass dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren sein Arbeitspensum im geschützten Rahmen vor
erst auf 80 % zu erhöhen, und anschliessend in einem weiteren Schritt eine behinde
rungs
angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt im Umfang eines Arbeits
pensums von 80 % aufzunehmen.
7.2
Demgegenüber vertraten Dr. C._ und der Psychologe D._ in ihren Beurteilungen vom 17. September 2013 (vorstehend E. 5.2) und 26. August 2015 (vorstehend E. 5.4) die Ansicht, dass noch nicht an eine stabile Arbeitsfä
higkeit zu denken sei, und dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit, wie beispielsweise Kurierdienste oder Ein
käufe für Senioren tätigen, im Umfang von drei bis vier Stunden im Tag (vor
stehend E. 5.2) zuzumuten sei, beziehungsweise, dass ihm die Ausübung einer eine Tagesstruktur vermittelnden, einfachen Tätigkeit im geschützten Rahmen im Umfang von 3 Stunden im Tag (vorstehend E. 5.4) zuzumuten sei.
7.3
Sowohl das Gutachten von Dr. E._ vom 20. Mai 2014 (vorstehend E. 5.3) als auch dasjenige von Dr. B._ vom 29. Februar 2016 (vorstehend E. 5.5) erfüllen sämt
liche praxisgemässen Anforderungen für eine beweis
kräf
tige medizinische Ent
schei
dung
sgrundlage (vgl. vorste
hend E. 1.10
). Denn die Gut
achter verfügten als Fachärzte für Psychi
atrie und Psychotherapie über die für die Beur
teilung der psychichen Gesund
heitsbeeinträchtigung des Beschwer
de
führers angezeigten fach
medi
zinischen Aus- und Weiter
bildungen. Sie hatten zudem Kennt
nis sämtlicher medizinischer Vorak
ten, setzten sich in angemesse
ner Weise mit den geäusser
ten Beschwerden
aus
einan
der und begründeten die gezogenen Schlüsse in nachvollziehbarer Weise
.
Insbesondere vermag zu über
zeugen, dass sie davon ausgingen, dass der Beschwerdeführer nur durch eine langsame Zunahme der Belastung in kleinen Schritten mittels beruflicher Ein
gliederungsmassnahmen, vorerst im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes im Umfang eines Arbeitspensums von rund 50 %, wieder im ersten Arbeits
markt reintegriert werden könne, und dass ohne eine aktive Unterstützung in der beruflichen Reintegration eine nachhaltige Rückkehr ins Arbeitsleben wahrscheinlich nicht möglich sein werde.
7.4
Nicht abgestellt werden kann vorliegend indes auf die Beurteilungen durch Dr. C._
und
den
Psychologe
n
D._
vom 1
7.
September 2013 (vorste
hend E.
5.2
) und vom 2
6.
August 2015 (vorstehend E.
5.4
)
, insofern sie darin
die Ansicht
vertraten
, dass
dem Beschwerdeführer dauerhaft lediglich eine Tätigkeit im geschützten Rahmen im Umfang von täglich
drei bis vier Stunden zuzumu
ten sei.
Denn darin setzten sie sich nicht mit der Frage nach einer Rein
tegration in den ersten Arbeitsmarkt durch berufliche Eingliederungs
mass
nahmen auseinander, weshalb ihre Arbeitsfähigkeits
beurteilung nicht zu über
zeugen vermag. Zudem gilt es diesbezüglich zu berücksichtigen, dass es nach der Rechtsprechung wegen der unter
schied
lichen Natur von Behandlungs
auftrag der therapeutisch tätigen Fach
ärzte und des Begut
achtungsauftrags der amtlich bestellten medizinischen Exper
ten (BGE 124 I 170 E. 4) nicht geboten ist, Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandeln
den Ärzte zu anderen Einschätz
ung
en gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klä
rende Ergän
zung des medi
zinischen Dossiers oder direkt eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjek
tiver ärzt
licher Interpreta
tion entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung un
erkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4 und 8C_784/2011 vom 15. Dezember 2011 E. 3.2). Solche Aspekte sind vorliegend indes nicht gegeben.
7.5
Gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch Dr. B._ und Dr. E._ steht daher fest, dass der Beschwerdeführer für Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt seit dem Jahre 2004 vollständig arbeitsunfähig war, dass er seit dieser Zeit jedoch im geschützten Rahmen im Umfang eines Arbeitspensums von 50 % arbeitsfähig war, und dass er mit beruflichen
Eingliederungs
m
ass
nahmen
allenfalls auch im ersten Arbeitsmarkt
wiederum eine erwerblich ver
wertbare Leistung
hätte
erbringen
können.
7.6
Demzufolge steht jedenfalls fest
, dass
sich
der gesundheitliche Zustand
des Beschwerdeführers
seit der
ursprünglichen
Rentenzusprache
nicht in einer in revisionsrechtlichem Sinne erheblichen Weise verändert hat, weshalb ein Anlass für eine Rentenrevision gemäss Art.
17
Abs.
1 ATSG
nicht ersichtlich ist.
Der Beschwerdeführer hat demnach weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Rente.
8.
8.1
Das auf dem gebesserten Gesundheitszustand beruhende Invalideneinkommen ist sowohl bei einer Rentenrevision als auch im Rahmen einer wiedererwä
gungsweisen Herabsetzung oder Aufhebung einer renten
zusprechenden Verfü
gung (Urteil des Bundesgerichts 9C_768/2010 vom 10. November 2010 E. 3.2) unmittelbar beziehungsweise vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88
bis
Abs. 2 lit. a IVV) anrechenbar, wenn keine oder lediglich eine Hilfestellung in Form von Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) nötig erscheint (Urteile des Bundesgerichts 9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3.1 und 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.1.1).
8.2
Anders stellt sich die Ausgangslage dar, wenn ein gesetzlicher Anspruch auf Vorkehren besteht, welche in der versicherten Person selber bislang fehlende Voraussetzungen der Erwerbsfähigkeit schaffen sollen. Ein Rentenanspruch dauert nur solange an, wie die Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungs- und Selbsteingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert wird. Der Abschluss einer beruflichen Massnahme bildet eine revisionsrechtlich erhebliche Tatsachenänderung, welche nach Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 88a Abs. 1 IVV 120 zur Aufhebung der Leistung führt, sofern mit dem Eingliederungserfolg der rentenbegründende Invaliditätsgrad wegfällt. Die scha
denmindernde Funktion der Eingliederungsleistungen korreliert mit dem Grundsatz, dass das entsprechende Invalideneinkommen erst dann als Grund
lage für den Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG herangezogen und ein bestehender rentenbegründender Invaliditätsgrad leistungswirksam revidiert wird, wenn die versicherte Person das neu gewonnene Leistungsvermögen in ein entsprechendes Erwerbs
einkommen aus zumutbarer Tätigkeit umsetzen kann beziehungsweise könnte (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.1.2).
8.3
Die Frage, ob die erwerbliche Verwertbarkeit eines gutachtlich ausgewiesenen Zugewinns an funktionellem Leistungsvermögen im Einzelfall von der Durch
führung von Eingliederungsvorkehren abhängt, stellt sich im Wesentlichen in zwei Konstellationen.
Einerseits kann die
Eingliederungsmassnahme aus beruflich-erwerblicher Sicht Conditio sine qua non für eine Umsetzung eines (wiedergewonnenen) funk
tionellen Leistungsvermögens sein.
Aus einer medizinisch attestierten Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit kann
grundsätzlich
un
mittelbar auf eine Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkom
mensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invali
ditätsgrades) vorge
nommen werden. Es können im Einzelfall jedoch Erforder
nisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leis
tungsfähig
keit und medi
zinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungs
potentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Mass
nahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist.
Solche Fälle stellen Ausnahmen zum
Regelfall
der Verwertung einer
medizi
nisch attestierte
n
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbstein
gliederung
dar und sind nach der Rechtsprechung grundsätzlich auf
Sachver
halte zu beschränken, in denen die Herabsetzung oder Aufhebung der Invali
denrente eine versicherte Person betrifft, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt hat oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat
(Urteile des Bundesgerichts
9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011
E. 3.3 und
8C_39/2012 vom 24. April 2012
E. 5.1
mit Hinweisen). Ein solcher Fall liegt hier nicht vor.
8.4
Andererseits kann die Eingliederungsmassnahme bereits aus medizinischer Sicht Conditio sine qua non für eine Umsetzung eines (potentiellen) funktionellen Leistungsvermögens sein. Der Schluss, ein auf der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit beruhendes Invalideneinkommen dürfe (noch) nicht angerech
net werden, fällt also dann in Betracht, wenn das grundsätzlich attestierte Leistungsvermögen in der ärztlichen Beurteilung unter den ausdrücklichen Vor
behalt der Durchführung befähigender Massnahmen gestellt wird (Urteile des Bundesgerichts 9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3.1 und I 2/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2).
8.5
In einem Entscheid aus dem Jahre 2009 (Urteil des Bundesgerichts 9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009), welcher eine versicherte Person betraf, der das kantonale Gericht auf Zusehen hin, bis zum Abschluss der erforderlichen Abklärungen betreffend berufliche Massnahmen, eine ganze Rente zugesprochen hatte, erwog das Bundesgericht, dass das massgebende Medas-Gutachten nicht klar darauf hinweise, dass die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nur unter Vorbe
halt einer Durchführung beruflicher beziehungsweise befähigender Massnahmen abgegeben worden sei, weshalb offen bleibe, ob die
erwerbliche Verwertbarkeit des gutachtlich ausgewiesenen funktionellen Leistungs
vermögens vom Erfolg weiterer
Eingliederungsvorkehren abhänge, und wies die
Sache
an die Vorinstanz
zurück
, damit diese
den Sachverhalt vollständig feststelle und als
dann den vorläufigen Invaliditätsgrad basierend auf der aktuell - vor Durch
führung notwendiger beruflicher Massnahmen -
zumutbaren Tätigkeit festlege (E. 2.3.3).
8.6
In einem weiteren Entscheid aus dem Jahre 2006 (Urteil des Bundesgerichts I 2/06 vom 23. Mai 2006) erwog das Bundesgericht, dass der versicherten Per
son gemäss der medizinischen Aktenlage
die
ihr
grundsätzlich zumutbaren leichte
ren Tätigkeiten nicht voraussetzungslos offenstehen und dass ein
„
stufen
weiser Arbeitsaufbau" vor einer
„
langfristig" zu erreichenden hundertpro
zenti
gen Arbeitsfähigkeit nicht allein im Sinne eines schrittweisen Ausbaus des zeitli
che
n Pensums verstanden werden dürfe, weshalb es bei
dem als dominant erlebten Gesundheitsschaden der Eingliederungsmassnahmen
bedürfe
, etwa in Form eines Arbeitstrainings, damit die trotz der gesundheitlichen Ein
schränkungen prinzipiell verfügbaren Betätigungs
möglichkeiten auch mit zumut
barer Willens
anstrengung umsetzbar
würden (E. 2.2). Es sei daher nicht zu beanstanden sei, dass die Vorinstanz die Sache an die Verwaltung zur Durchführung eines Arbeitstrainings beziehungsweise einer Umschulung und neuer Verfügung über den Rentenanspruch zurückgewiesen habe (E. 2.3).
9.
9.1
Nach Gesagtem (vorstehend E. 6.3) steht fest, dass zum Zeitpunkt
bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung vom 23. August 2007 (Urk. 10/71) gestützt auf die Beurteilungen durch
Dr. Z._ und med. pract. A._ eine lediglich im geschützten Rahmen zu verwertende, verbleibende Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Umfang von 50 % bestand, welche allerdings durch geeignete berufliche Eingliederungsmassnahmen hätte erhöht werden können. Des Gleichen ist zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2016 (Urk. 2) gestützt auf die Beurteilungen durch Dr. B._ und Dr. E._ davon auszugehen, dass im geschützten Rahmen eine Arbeits
fähigkeit im Umfang von 50 % bestand, welche mit geeigneten beruflichen
Ein
gliederungs
m
assnahmen
zu erhöhen war (vorstehend E. 7.5).
9.2
Während es die Beschwerdegegnerin
bei Erlass der ursprünglichen Rentenverfü
gung vom 23. August 2007 (Urk. 10/71) unterliess, vorgängig berufliche Mass
nahmen zu prüfen, sprach die Beschwerdegegnerin nach Erlass des Vorbe
scheids vom 19. Januar 2015 (Urk. 10/118) und mithin noch während des Vorbescheidverfahrens dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 20. März 2015 (Urk. 10/127) Integrationsmassnahmen im Sinne eines Belastbarkeits
trainings zu. Diese Massnahme wurde vom 1. April bis 30. Juni 2015 bei der G._, Zürich, durchgeführt und hatte zum Ziel, die Anwesenheit des Beschwerdeführers am Durchführungsort stufenweise von 2 Stunden auf vier Stunden im Tag zu erhöhen (Urk. 10/128). Dieses Ziel wurde indes nicht erreicht, da der Beschwerdeführer nicht genügend belastbar war (Urk. 10/132/5), da er lediglich eine Präsenzzeit von täglich drei Stunden tole
rierte, und da ihm die Bearbeitung von Arbeitsinhalten nur sehr eingeschränkt möglich gewesen und weit entfernt von einer beruflichen Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt war (Urk. 10/134/3), weshalb die Beschwerdegegnerin die Integrations
mass
nahme mit Mitteilung vom 1. Juli 2015 (Urk. 10/133) beendete. Weitere beruf
liche Eingliederungsmassnahmen wurden von der Beschwerdegeg
nerin nicht mehr geprüft. Den Akten ist jedoch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ab 28. September 2015 (Urk. 10/140/1, Urk. 10/152/30) jeweils am Montag, Dienstag und Mittwoch während täglich 3 Stunden an einem Beschäftigungs
programm („H._“) teilnahm (Urk. 10/139/4) und dabei als Hilfskoch tätig war (Urk. 10/152/30). Diesbezüglich befinden sich indes keine Berichte des „H._s“ bei den Akten.
9.3
Die Beschwerdegegnerin
hat
sich mit den Resultaten der gescheiterten Einglie
de
rung
bei der G._
nur am Rande befasst. Es blieben im ganzen Ablauf weite Bereiche ausgeklammert, die für eine leidensadaptierte Tätigkeit in Frage kommen könnten.
Da dem Beschwerdeführer behinderungsangepasste Tätig
keiten im ersten Arbeitsmarkt
nicht voraussetzungslos offenstehen
, da
vielmehr ein
stufenweiser Arbeitsaufbau
, vorerst in einem geschützten Rahmen angezeigt ist, und da für eine erfolgreiche Reintegration im ersten Arbeitsmarkt insbe
sondere geeignete berufliche Eingliederungsmassnahmen erforderlich sind, hätte die Beschwerdegegnerin nach Abbruch des Belastbarkeitstrainings bei der G._ weitere berufliche Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen prüfen müssen. Dabei hätte sie
berücksichtigen
müssen
, dass
dem Beschwerde
führer gemäss der medizinischen Aktenlage
die Verwertung
der Restarbeitszeit
ohne eine dem konkreten Fall tatsächlich angepasste Durchführung befähigen
der Massnahmen nicht möglich
war
.
9.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
9.5
Die Sache ist nach Gesagtem an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie prüfe, welche beruflichen Eingliederungsmassnahmen für den Beschwerd
eführer geeignet und erforderlich sind und anschliessend - nach Durchführung dieser Massnahmen - über das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu ent
scheiden. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
10.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- festzusetzen und
der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
11.
11.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
11.2
Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schädi
gung, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses
und eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
145
.-- (zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf Fr. 1‘400
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.