Decision ID: 6422e43a-ba55-4300-99ce-86aa483ef250
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach 123, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 5. Dezember 2008 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an
(IV-act. 1). Sie gab an, seit dem Jahr 2007 an Arthrose und an einer Zyste im linken
Knie zu leiden. Nach dem Abbruch einer Lehre habe sie als Verkäuferin gearbeitet. Vom
29. Januar 2006 bis am 31. August 2008 habe sie in der B._ AG zu 100 % als SRK-
Pflegehelferin gearbeitet. Seit dem 3. März 2008 sei sie bis auf Weiteres zu 100 %
arbeitsunfähig. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: Klinik für Orthopädie) hatte am 25. November 2008 berichtet (IV-act. 2),
die Versicherte leide an einem Status nach mehrfacher Patellaluxation links mit/bei
Status nach lateralem Release links bei lateralem Hyperpressionssyndrom mit Femoro-
Patellar-Arthrose bei subluxierter Patella links im März 2008 (Hospitalisation vom 3. bis
6. März 2008). Sie klage über belastungsabhängige Schmerzen im linken Kniegelenk
sowie über ein Extensionsdefizit und Druckdolenz peripatellär. Sie sei vom 30. Oktober
bis 10. Dezember 2008 in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Der Hausarzt Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, hatte am 3. April 2008 berichtet
(act. G 7.2), die Versicherte leide seit März 2007 unter zunehmenden,
belastungsabhängigen Knieschmerzen auf der linken Seite. Sie sei in ihrer bisherigen
Tätigkeit vom 3. März bis 16. April 2008 zu 100 %arbeitsunfähig gewesen. Ab 17. April
2008 könne mit einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden.
A.b Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende (eingegangen am 16. Dezember
2008, IV-act. 18 - 1 ff.) hatte die B._ AG die Versicherte vom 2. Juni 2006 bis
31. August 2008 als Pflegehilfe beschäftigt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der
27. Februar 2008 gewesen. Sie habe das Arbeitsverhältnis wegen der durch die
gesundheitlichen Probleme bedingten langen Abwesenheit der Versicherten gekündigt.
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Die Versicherte habe bei einem 100 %-Pensum Fr. 3'700.-- verdient. Sie habe als
Pflegehilfe u.a. die folgenden Arbeiten ausgeführt: Körperpflege, Mobilisation, Transfer
und Lagerung. Gemäss dem IK-Auszug hatte ihr Lohn im Jahr 2007 Fr. 51'034.--
betragen (IV-act. 11).
A.c Die Klinik für Orthopädie berichtete am 26. Februar 2009, dass am 24. Juli 2008
eine diagnostische Kniegelenksinfiltration und am 9. Januar 2009 ein offener lateraler
Release durchgeführt worden seien (IV-act. 22 - 2 f.). Der klinische Verlauf sei
insgesamt regelrecht. Die Versicherte habe angegeben, die Schmerzen in der
Kniekehle links sowie die Hüftschmerzen rechts seien vollständig rückläufig. Aktuell
bestünden noch belastungsabhängige Schmerzen beim Treppensteigen sowie beim
Bergab- und Bergauflaufen, ein nächtlicher Ruheschmerz sowie ein morgendlicher
Anlaufschmerz. Die Kündigung und die versicherungsrechtliche Auseinandersetzung
belasteten die Versicherte psychisch. Die Arbeitsfähigkeit müsse mit Geduld
schrittweise aufgebaut werden.
A.d Am 18. März 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund ihres
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich (IV-act. 24). Am 7. August 2009 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass ihr bei
der Stellungsuche Beratung und Unterstützung gewährt werde (IV-act. 28).
A.e Am 1. September 2009 wurde die Versicherte vom RAD-Arzt Dr. D._, Facharzt
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht
(Bericht vom 2. September 2009, IV-act. 33). Anlässlich der Untersuchung habe die
Versicherte über ausgeprägte Schmerzen im linken Kniegelenk, einerseits infrapatellär,
anderseits retropatellär lokalisiert, geklagt. Der Schmerz strahle nach proximal bis in
den Oberschenkel und nach distal aus. Weiter bestehe in der Kniekehle ein
Spannungsgefühl. Die Schmerzen seien ständig vorhanden und verstärkten sich unter
Belastung. Die Nachtruhe sei deutlich gestört. Dr. D._ erklärte abschliessend, dass
die Versicherte ausgeprägte Beschwerden bei linksseitiger Femoropatellararthrose, bei
einem Zustand nach viermaliger Patellaluxation mit Hyperpressionssyndrom und
Dysplasie der medialen Patellafacette und des entsprechenden Femurcondylus
aufweise. Neben den Schmerzen bestünden Schwellungszustände sowie eine
eingeschränkte Beweglichkeit. Die Versicherte habe ihre Beschwerden konsistent
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vorgetragen. Diese liessen sich durch die Resultate der klinischen Untersuchung und
die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren erklären. Auch ausserhalb der
Untersuchungssituation habe die Versicherte ein konsistentes Verhalten gezeigt. Sie
weise eine ausgeprägte Adipositas auf. Beim Pflegeberuf handle es sich um eine
Tätigkeit mit hoher körperlicher Beanspruchung. In dieser Tätigkeit sei die Versicherte
definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Es müsse von einem instabilen Gesundheitszustand
ausgegangen werden, da zwei Eingriffe zur Diskussion stünden: Ein endoprothetischer
Ersatz der Patella und eine Magenbypass-Operation. Die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit könne zurzeit nicht geschätzt werden. Auch könne noch nicht
bestimmt werden, wie eine leidensadaptierte Tätigkeit aussehen müsste.
A.f Am 14. September 2009 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass aufgrund ihres
Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
seien (IV-act. 34).
A.g Der Hausarzt berichtete am 3. November 2009 (IV-act. 35), dass am 8. Oktober
2009 ein Femoropatellar-Gelenksersatz am linken Knie erfolgt sei (Operationsbericht:
IV-act. 35-5 f.). Das bisherige postoperative Resultat sei gut. Die Versicherte sei noch
beim Gehen, Heben und Tragen eingeschränkt. Sofern sich nach der Rehabilitation ein
gutes Resultat zeige, sei sie in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig. Der RAD-Arzt
Dr. D._ erklärte am 11. November 2009, dass der Gesundheitszustand weiterhin
instabil sei und die Versicherte deshalb zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 36).
A.h Am 15. Januar 2010 berichtete das Adipositas-Zentrum des Spitals F._ (IV-act.
40) u.a., dass die Versicherte aufgrund des komplizierten postoperativen Verlaufs, der
Schmerzen und der sozialen Probleme psychisch deutlich labil sei. Die orthopädischen
Beschwerden stünden stark im Vordergrund. Der Hausarzt berichtete am 17. Januar
2010 (IV-act. 41), dass der Gesundheitszustand stationär sei. Nachdem zunächst
erfreuliche Fortschritte bezüglich der Belastbarkeit und Beweglichkeit des linken
Kniegelenks nach Femoropatellarersatz am 8. Oktober 2009 hätten verzeichnet werden
können, stagniere die Situation seit Dezember 2009. Seit Mitte Januar 2010 sei die
Versicherte auf Sozialhilfe angewiesen. Gleichzeitig habe ihr Lebenspartner sie
verlassen. Aufgrund dieser psychosozialen Belastungen habe sie eine depressive
Symptomatik mit Schlafstörung und Zukunftsängsten entwickelt. Sie habe eine
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antidepressive Therapie begonnen. Bezüglich des Knies habe noch kein stabiler
Zustand erreicht werden können. Der Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit mit
einem Pensum von vier Stunden pro Tag zumutbar. Es müsste sich um eine
vorwiegend sitzende Tätigkeit, ohne Heben von Lasten über 5 kg, handeln. In
Anbetracht der bekannten rezidivierenden Lumboischialgien müsste dabei besonders
darauf geachtet werden, dass die Möglichkeit zur Wechselpositionierung und zu
genügend Pausen bestünde. Der RAD-Arzt Dr. G._ erklärte am 26. Januar 2010, dass
der Gesundheitszustand weiterhin instabil sei (IV-act. 42).
A.i Am 16. Februar 2010 attestierte die Klinik für Orthopädie der Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 16. Februar 2010 bis auf Weiteres (Arztzeugnis
zuhanden Krankenkasse/Versicherung; IV-act. 44).
A.j Am 28. April 2010 berichtete die Klinik für Orthopädie (IV-act. 47), dass der
Gesundheitszustand stationär sei. Nach initialer Besserung der
Beschwerdesymptomatik nach Femoropatellarersatz am 8. Oktober 2009 sei es
persistierend zu einem schmerzhaften Subluxationsphänomen der Patella bei aktiver
Extension aus endgradiger Flexion gekommen. Deshalb sei am 1. April 2010 eine
Osteotomie und Medialisierung der Tuberositas Tibiae erfolgt. Wenige Tage nach der
Entlassung habe sich die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) aufgrund
persistierender lateralseitiger Schmerzen mit Ausstrahlung in den proximalen
Unterschenkel vorgestellt. Aktuell sei sicher nur eine sitzende Tätigkeit zumutbar; der
zeitliche Rahmen müsste in einem Arbeitsversuch evaluiert werden.
A.k Gemäss dem Bericht des Instituts für Anästhesiologie des KSSG vom 15.
September 2010 (IV-act. 50) hatte eine konservative analgetische Therapie zu einer
Besserung der Beschwerdesymptomatik geführt. Die weitere Behandlung erfolge in der
Orthopädie, da ein linksseitiger Kniegelenksersatz geplant sei. Dr. med. H._ vom
KSSG berichtete am 13. April 2011 (IV-act. 62), am 17. November 2010 sei die
Femurkomponente des Femoropatellar-Ersatzes über einer lateralen Tuberositas-OT
ausgebaut worden und es sei eine Knie-TP-Implantation erfolgt (Hospitalisation vom
16. bis 26. November 2010). Am 1. Januar 2011 habe die Versicherte berichtet, dass
sie beschwerdefrei sei und dass nur noch bei Druck im Bereich des medialen
Kniegelenkes leichte Restbeschwerden bestünden. Die Versicherte sei in ihrer
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bisherigen Tätigkeit vom 16. November 2010 bis am 17. Januar 2011 (Nachkontrolle)
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Aufgrund des erfreulichen Verlaufs sei die
Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit seit dem 17. Januar 2011 nur noch bei
knienden Tätigkeiten eingeschränkt. Eine adaptierte Tätigkeit dürfte keine kauernden
und knienden sowie nur selten bückende Tätigkeiten beinhalten. Auch das Steigen auf
Leitern und Gerüste sei der Versicherten nicht mehr zumutbar.
A.l Dr. med. I._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
berichtete am 2. Mai 2011 (IV-act. 64), dass die Versicherte am 21. Juni 2010 bei ihm in
Behandlung gewesen sei. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab
er ein chronisches Schmerzsyndrom im Kniegelenk links an. Die Prognose sei unsicher.
Eine erneute arthroskopische Intervention mit Narbenrelease erscheine sinnvoll. Einen
Kniegelenksersatz sehe er in der aktuellen Situation für noch nicht indiziert. Der Beruf
als Pflegehelferin könne der Versicherten nicht mehr zugemutet werden. Es bestehe
eine erhebliche Einschränkung der Knieglenksbelastung. In einer
behinderungsangepassten, d.h. nicht kniegelenksbelastenden Tätigkeit sei sie zu 50 %
arbeitsfähig. Ihr seien lediglich noch rein sitzende Tätigkeiten, Über-Kopf-Arbeiten und
Rotationen im Sitzen/Stehen zumutbar. Die Einschränkungen liessen sich durch
medizinische Massnahmen wahrscheinlich vermindern. Es könne mit einer Erhöhung
der Einsatzfähigkeit gerechnet werden.
A.m Der Hausarzt berichtete am 23. Mai 2011 (IV-act. 66), dass sich der Gesund
heitszustand verbessert habe. Aktuell lasse sich ein flüssiges Gangbild beobachten.
Schmerzen bestünden noch bei stärkerer Belastung, z.B. beim Knien oder beim
Treppenabsteigen. Die postoperative Rehabilitation sei durch die markante Gewichts
reduktion erleichtert worden. Die Versicherte habe in den letzten Monaten durch die
schwere Erkrankung ihres (behinderten) Lebenspartners unter einer starken
emotionalen und psychosozialen Belastung gelitten. Bezüglich der
Kniegelenksproblematik links könne von einem stabilen Gesundheitszustand
ausgegangen werden. Eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der
Möglichkeit einer freien Beinbewegung und ohne kniende und kauernde Arbeiten
könne die Versicherte wohl zu einem vollen Pensum ausüben. Diese Einschätzung
gelte ab 1. Mai 2011.
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A.n Der RAD-Arzt Dr. J._ hielt am 6. Juni 2011 fest, dass gestützt auf die ärztlichen
Berichte für den Zeitraum Februar 2008 bis April 2011 von einer Arbeitsunfähigkeit von
100 % auch in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen sei (IV-act. 67).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
die Zusprache einer befristen Rente vom 1. Juni 2009 (sechs Monate nach der IV-
Anmeldung) bis am 30. April 2011 vorgesehen sei (IV-act. 72). Die Abklärungen hätten
ergeben, dass es ihr seit dem 27. Februar 2008 (Beginn der einjährigen Wartezeit) nicht
mehr möglich sei, als Pflegehelferin tätig zu sein. Aus medizinischer Sicht sei es ihr
zumutbar, ab Mai 2011 zu 100 % eine leidensangepasste Tätigkeit auszuüben und
dabei mindestens ihr früheres Einkommen von Fr. 51'213.-- zu erzielen. Der
Invaliditätsgrad betrage ab 1. Mai 2011 somit 0 %.
B.b Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 15. Juli 2011 durch das
Sozialamt der Gemeinde S._ einwenden (IV-act. 75 - 1), sie leide weiterhin unter
starken Knieschmerzen und es sei nicht ausgeschlossen, dass sie sich erneut einer
Operation werde unterziehen müssen. Überhaupt sei sehr fraglich, ob sie je wieder voll
arbeitsfähig werde. Dem Einwand lagen zwei ärztliche Atteste bei: Der Hausarzt hatte
die Versicherte am 4. Juli 2011 für die Zeit vom 4. bis 15. Juli 2011 zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 75 - 5). Die Klinik für Orthopädie hatte ihr am
15. Juli 2011 vom 1. Mai bis am 31. Oktober 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
attestiert (IV-act. 75 - 4).
B.c Ebenfalls am 15. Juli 2011 berichtete die Klinik für Orthopädie (IV-act. 80), dass
der Gesundheitszustand stationär sei. Die Versicherte habe über einen expliziten
Schmerz im Bereich der Tuberositasschraube mit auch elektrisierender Dyssensibilität
berichtet. Ansonsten gehe es ihr gut. Gehen könne sie schmerzfrei. Eine diagnostisch/
therapeutische Infiltration habe die Versicherte abgelehnt. Am 13. Januar 2012
berichtete dieselbe Klinik (IV-act. 86), dass am 4. Oktober 2011 komplikationslos eine
Osteosynthesenmaterialentfernung im Bereich der Tuberositas tibiae links und die
Neurolyse des Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus durchgeführt worden sei.
Direkt postoperativ habe die Versicherte über eine deutliche Besserung der
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Beschwerdesymptomatik mit Regredienz einerseits der belastungsabhängigen
Schmerzen im Bereich der Tuberositas als auch der elektrisierenden Schmerzen im
Bereich des medialen Tibiaplateaus berichtet. Bei der ersten Nachkontrolle am
30. November 2011 habe sie jedoch wiederum über generalisierte Beschwerden im
Bereich des gesamten Kniegelenks mit Betonung der proximalen Tibia geklagt. Die
Beweglichkeit sei nicht eingeschränkt gewesen. Radiologisch sei der Befund bis auf
die Entfernung der Tuberositasschrauben ebenfalls unverändert gewesen. Weitere
Interventionen seien von der Versicherten strikt abgelehnt worden. Orthopädischerseits
bestehe kein Grund für eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit. Sitzende Tätigkeiten
sollten möglich sein.
B.d Am 2. Februar 2012 hielt die RAD-Ärztin Dr. K._ fest (IV-act. 87), dass die Ver
sicherte von Februar 2008 bis Ende November 2011 in einer adaptierten Tätigkeit zu
100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Seit 1. Dezember 2011 sei sie in einer leichten,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit einer freien Beinbewegung und
ohne kniende oder kauernde Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig.
B.e Am 8. Februar 2012 (IV-act. 88) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund
der vorliegenden Unterlagen müsse davon ausgegangen werden, dass vom 1. Mai
2011 bis am 30. November 2011 eine vollständige Erwerbsunfähigkeit bestanden habe.
Ab 1. Dezember 2011 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen. Somit
bestehe vom 1. Juni 2009 bis am 28. Februar 2012 ein Anspruch auf eine ganze IV-
Rente. Die Rente werde nach einer gesetzlichen Wartezeit von drei Monaten eingestellt.
Am 26. März 2012 liess sich die inzwischen rechtlich vertretene Versicherte vernehmen
(IV-act. 95). Die Rechtsvertreterin machte geltend, die Versicherte habe Anspruch auf
Berufsberatung und Arbeitsvermittlung, da sie auch ab dem 1. Mai 2011 nicht
vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Am 25. Mai 2012 teilte die IV-Stelle der
Rechtsvertreterin mit (IV-act. 97), dass sie am Vorbescheid festhalte. Da die Versicherte
seit Mai 2011 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, habe sie keinen
Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Eine mögliche adaptierte Tätigkeit sei beispielsweise
eine Überwachungs- und Kontrolltätigkeit.
B.f Mit Verfügung vom 20. Juni 2012 (IV-act. 100) sprach die IV-Stelle der
Versicherten aus den im ursprünglichen Vorbescheid angegebenen Gründen für den
Zeitraum vom 1. Juni 2009 bis 30. April 2011 eine befristete ganze Rente zu.
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C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 17. Juli 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Die Rechtsbegehren lauteten wie
folgt: Die Verfügung vom 20. Juni 2012 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei
ab 1. Mai 2011 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei über den
Gesundheitszustand ab dem 1. Mai 2011 ein pluridisziplinäres Gutachten zu erstellen.
Die Rechtsvertreterin machte geltend, dass die bei den Akten liegenden Arztberichte
keine brauchbaren Arbeitsfähigkeitsschätzungen enthielten: Erstens lasse sich aus
keinem Bericht eine klare Arbeitsfähigkeitsschätzung herauslesen. Zweitens hätten die
Ärzte den Arbeitsfähigkeitsgrad unterschiedlich eingeschätzt. Drittens divergiere die
Meinung hinsichtlich der Frage, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin noch
zumutbar seien. Und viertens hätten die Ärzte sich jeweils nur mit einem
Gesundheitsschaden auseinandergesetzt und deshalb nicht über ein ganzheitliches
Bild verfügt. Weiter belegten die mit der Beschwerde eingereichten medizinischen
Berichte, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2011 weiterhin vollständig
arbeitsunfähig sei. Aus dem Umstand, dass die L._ Arbeitslosenkasse Adressatin des
Berichts der Klinik für Orthopädie vom 25. Juni 2012 (act. G 1.1/3) gewesen sei, könne
geschlossen werden, dass es sich hierbei nicht um einen Bericht zugunsten der
Beschwerdeführerin handle. Denn aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit sei die
Beschwerdeführerin nicht vermittlungsfähig und habe deshalb keinen Anspruch auf
eine Arbeitslosenentschädigung. Neben den Kniebeschwerden, die sich mit der Zeit
laufend verschlechtert hätten und mit vielen zum Teil hoch dosierten Medikamenten
behandelt würden, hätten sich auch andere Gesundheitsbeschwerden manifestiert. Im
Juni 2012 habe sich die Beschwerdeführerin einer Staroperation am rechten Auge
unterzogen und am 22. Juni 2012 habe sie sich die Gallenblase entfernen lassen. Auch
einen Nabelbruch habe sie erlitten. In den nächsten Monaten sei eine
Magenbypassoperation geplant. Alleine daraus ergebe sich, dass die
Beschwerdeführerin offensichtlich keiner 100 %igen Arbeitstätigkeit nachgehen könne.
Sodann würden Tätigkeiten, die die Beschwerdeführerin mit ihren multiplen
Gesundheitsschädigungen ausführen könnte, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nicht angeboten. Dies könne durch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bis zum
heutigen Tag keine leidensangepasste Tätigkeit gefunden habe, belegt werden. Aus
dieser Tatsache könne aber auch geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin
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überhaupt nicht arbeitsfähig sei. Weiter habe die Beschwerdegegnerin das
Invalideneinkommen zu hoch beziffert. Falls überhaupt eine der Beschwerdeführerin
zumutbare adaptierte Tätigkeit existieren würde, wäre sie schlecht bezahlt. Die
Beschwerdegegnerin habe nicht aufgezeigt, wo die Beschwerdeführerin arbeiten
könnte und bei welcher Tätigkeit sie ein Einkommen in der Höhe des
Valideneinkommens verdienen würde. Auch einen Leidensabzug habe sie nicht
vorgenommen, obwohl sich vorliegend ein maximaler Leidensabzug aufdränge. Die
Klinik für Orthopädie habe sich im Bericht vom 25. Juni 2012 detailliert mit der
Krankengeschichte auseinandergesetzt. Der Bericht sei klar und schlüssig. Falls er in
Zweifel gezogen würde, müsste für die Zeit ab 1. Mai 2011 ein unabhängiges
polydisziplinäres Gutachten erstellt werden. Die Beschwerdeführerin leide nicht nur
unter Kniebeschwerden, ihr ganzer Gesundheitszustand sei angeschlagen. Die Klinik
für Orthopädie hatte am 27. Februar 2012 berichtet (act. G 1.1/8), die
Beschwerdeführerin habe am 22. Februar 2012 bei einer Nachkontrolle angegeben,
dass sie zunehmend Schmerzen im Bereich des linken Knies habe. Die
Beschwerdeführerin könne sich aktuell nicht vorstellen, zu arbeiten. Das Walking,
welches die Beschwerdeführerin zur Gewichtsreduktion begonnen habe, sei
zunehmend schwierig geworden. Klinisch bestehe eine diffuse Druckdolenz über dem
linken Knie, welche schwer zu objektivieren und lokalisieren sei. Der
Bewegungsumfang sowie die radiologische Kontrolle hätten ein erfreuliches Resultat
gezeigt. Man habe eine diagnostische Punktion empfohlen, die von der
Beschwerdeführerin jedoch abgelehnt worden sei. Die Beschwerdeführerin habe sich
eher eine Operation vorstellen können, aktuell sei eine solche jedoch nicht indiziert. Es
würden daher keine weiteren Massnahmen ergriffen. Die nächste routinemässige
Kontrolle werde fünf Jahre postoperativ, d.h. im November 2015, stattfinden. Am 25.
Juni 2012 hatte dieselbe Klinik berichtet (act. G 1.1/3), die Kontrollen vom 30. No
vember 2011 und vom 22. Februar 2012 hätten nochmals verdeutlicht, dass die
Aufnahme einer Arbeitstätigkeit aufgrund der progredienten Beschwerdesymptomatik
des linken Knies unmöglich sei. Damals sei ein stufenweises Integrieren in eine
adaptierte Arbeitstätigkeit empfohlen worden. Von orthopädischer Seite seien keine
weiteren Massnahmen ergriffen worden. Die Beschwerdeführerin habe in der
Sprechstunde vom 21. Juni 2012 deutlich und glaubwürdig erklärt, dass sie sich zwar
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig fühle, jedoch bereit sei, stufenweise eine Tätigkeit
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aufzunehmen. Das KSSG hatte der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2012 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 4. Oktober 2011 bis am 5. Januar 2012 attestiert
(act. G 1.1/4). Der Hausarzt schrieb sie am 6. Juli 2012 vom 22. Juni bis am 15. Juli
2012 zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 1.1/5). Gemäss dem provisorischen
Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des KSSG vom 24. Juni 2012 (act. G 1.1/7)
wurde bei der Beschwerdeführerin wegen einer symptomatischen Cholezystolithiasis
am 22. Juni 2012 eine laparoskopische Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung)
durchgeführt. Der peri- und postoperative Verlauf sei problemlos gewesen. Aufgrund
der Operation wurde der Beschwerdeführerin vom 24. bis 29. Juni 2012 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 1.1/6).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Oktober 2012 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung brachte sie vor, der RAD sei zum Schluss
gekommen, dass der vorliegende Sachverhalt genügend abgeklärt sei. Dr. K._ habe
sich detailliert mit sämtlichen Arztberichten auseinandergesetzt und plausibel und
nachvollziehbar erläutert, weshalb seit Dezember 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit bestehe. Insbesondere bezüglich des
Arbeitsfähigkeitsgrades werde vollumfänglich auf die RAD-Stellungnahme vom 28.
September 2012 (IV-act. 108) verwiesen. Die neu ins Recht gelegten Arztberichte
vermöchten keine Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD zu wecken. Die
Beschwerdeführerin übersehe, dass der nach Art. 16 ATSG vorausgesetzte
hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt durchaus Arbeitsstellen mit körperlich
leichten und vorwiegend sitzenden Tätigkeiten aufweise. Geeignete Tätigkeiten seien
etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie
Verpackungsarbeiten. Gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne sei es der
Beschwerdeführerin möglich, an ihr früher erzieltes Einkommen anzuknüpfen. Selbst
wenn ein maximal zulässiger Leidensabzug von 25 % vorgenommen würde, würde
kein Rentenanspruch resultieren. Ein über 10 % hinausgehender Abzug dürfte aber
vorliegend nicht angebracht sein. In ihrer Stellungnahme vom 29. September 2012 (IV-
act. 108) hatte sich Dr. K._ mit den mit der Beschwerde neu eingereichten ärztlichen
Berichten auseinandergesetzt. Dem Bericht des KSSG vom 27. Februar 2012 sei zu
entnehmen, dass die Behandlung der Knieproblematik abgeschlossen sei. Bei der
Gallenblasenoperation handle es sich um ein neues Krankheitsbild, das nicht im
Zusammenhang mit der Knieproblematik stehe und keine weitere Arbeitsunfähigkeit
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begründe. Weiter sei unklar, welche Klinik das Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 5. Juli
2012 (act. G 1.1/4) ausgestellt habe. Ohnehin sei die Ausstellung rückwirkender
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in der medizinischen Tätigkeit unüblich. Der Bericht der
Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 25. Juni 2012 beschreibe
schliesslich den gleichen medizinischen Sachverhalt und enthalte die gleiche
Beurteilung wie die Stellungnahme des RAD vom 2. Februar 2012. Der RAD halte somit
aus medizinischer Sicht an der bisherigen Beurteilung fest. Die Arbeitsunfähigkeit vom
24. Juni bis am 15. Juli 2012 wegen der Gallenblasenoperation führe nicht zu einem
bleibenden Gesundheitsschaden.
C.c Mit Replik vom 19. November 2012 (act. G 10) brachte die Rechtsvertreterin vor,
dass sich der Gesundheitszustand erneut verschlechtert habe. Diese neue Entwicklung
habe Dr. K._ nicht in ihre Beurteilung einfliessen lassen. Die rechte Hand der
Beschwerdeführerin müsse am Karpaltunnel operiert werden. Am 18. Dezember 2012
finde eine Magenbypassoperation statt. Im rechten Knie sei eine beginnende Arthrose
und bei beiden Fersen ein Fersensporn festgestellt worden. Entgegen der Aussage von
Dr. K._ sei die Behandlung des linken Knies noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor
müsse die Beschwerdeführerin dreimal pro Woche zur Physiotherapie. Sodann befinde
sich die Beschwerdeführerin seit einiger Zeit wegen einer psychischen
Beeinträchtigung in psychosomatischer Behandlung. Dr. K._ habe sich in ihrem
Bericht nur mit der Problematik des linken Knies und der Gallenblasenoperation
auseinandergesetzt. Sie habe die Beschwerdeführerin zudem weder gesprochen noch
gesehen. Auf ihren Bericht könne daher nicht abgestellt werden. Der Fachbereich
Psychosomatik des KSSG hatte der Beschwerdeführerin für die Monate September,
Oktober und November 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (act. G
10.1/11 ff.). Der Hausarzt hatte sie vom 22. Juni bis am 15. Juli 2012 und vom 25. Juli
bis 2. August 2012 für 100 % arbeitsunfähig erklärt. Ansonsten sei die
Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig gewesen (act. G 10.1/14).
C.d Mit Duplik vom 23. November 2012 (act. G 12) erklärte die Beschwerdegegnerin,
dass die geltend gemachte gesundheitliche Verschlechterung für das laufende Ver
fahren irrelevant sei. Sie halte vollumfänglich an ihren Ausführungen in der
Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag fest.
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C.e Am 19. Dezember 2012 reichte die Rechtsvertreterin zusätzliche Arztberichte ein
(act. G 13). Der Fachbereich Psychosomatik des KSSG hatte am 12. Dezember 2012
berichtet (act. G 13.1/15), dass nach Eintritt in die ambulante Behandlung unter einer
schlafanstossenden und antidepressiven Therapie eine Verbesserung der
Grundstimmung und eine leichte Verbesserung der weiter persistierenden
Schlafstörungen habe erreicht werden können. Aufgrund der anhaltenden
psychosozialen Belastung und der mangelnden Selbstwirksamkeit bestünden unter
erhöhtem Stress weiterhin deutliche Stimmungsschwankungen. Teilweise sei die
Schlafqualität deutlich beeinträchtigt. Es sei mit einer weiteren Verbesserung des
psychischen Gesundheitszustandes zu rechnen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit
Behandlungsbeginn am 7. September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
Aufgrund der aktuellen Belastungssituation mit geplanter bariatrischer Operation im
Dezember 2012 sei bis Ende 2012 weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %
auszugehen. Die Rechtsvertreterin reichte am 19. Dezember 2012, am 28. Januar 2013
und am 13. März 2013 weitere Arbeitsunfähigkeitsatteste für die Zeit ab Ende
November 2012 ein (act. G 13, 15 und 17). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
eine Stellungnahme zu diesen Eingaben (vgl. act. G 19).
C.f Mit Schreiben vom 8. Oktober 2014 (act. G 20) kündigte das
Versicherungsgericht der Rechtsvertreterin an, dass es nach einer vorläufigen
Durchsicht der Akten erscheine, als ob die im Recht liegenden Akten die von der
Beschwerdegegnerin angenommene vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit im Zeitraum 27. Februar 2008 bis 30. April 2011 nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen
vermöchten. Es sei daher möglich, dass eine Rückweisung der Sache zur weiteren
Abklärung zu einer reformatio in peius führe. Innert Frist erklärte die Rechtsvertreterin,
dass die Beschwerdeführerin die Beschwerde nicht zurückziehe (act. G 21).

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver
bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8
Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach
Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).
2.
2.1 Die behandelnden Ärzte sowie die RAD-Ärzte sind sich einig darüber, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund der Kniebeschwerden links in ihrer angestammten
Tätigkeit als Pflegehelferin seit Februar 2008 (letzter Arbeitstag am 27. Februar 2008)
zu 100 % arbeitsunfähig ist. Diese Einschätzung ist aufgrund der spezifischen
Anforderungen des Pflegeberufes (Tätigkeit beinhaltet häufiges Gehen und Stehen
sowie kniebelastende Tätigkeiten wie den Transfer von Patienten) gut nachvollziehbar,
weshalb darauf abzustellen ist.
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2.2 Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten
Tätigkeit wegen der Kniebeschwerden links eingeschränkt ist. Dr. med. M._ von der
Klinik für Orthopädie hat im Januar 2012 berichtet, dass bei der Nachkontrolle am 30.
November 2011 radiologisch bis auf die Entfernung der Tuberositasschrauben (am
4. Oktober 2011) ein unveränderter Befund vorgelegen habe. Die Beweglichkeit sei
nicht eingeschränkt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe aber wiederum über
generalisierte Beschwerden im Bereich des gesamten Kniegelenks mit Betonung der
proximalen Tibia geklagt. Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer
sitzenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin hat diese Einschätzung
übernommen und erklärt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Dezember 2011 in
einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit einer freien
Beinbewegung und ohne kniende oder kauernde Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig sei.
Am 27. Februar 2012 haben Dr. med. N._ und Dr. med. O._, Oberarzt der Klinik für
Orthopädie, noch einmal bestätigt, dass der Bewegungsumfang sowie die
radiologische Kontrolle ein erfreuliches Resultat gezeigt hätten. Klinisch bestehe noch
eine diffuse Druckdolenz über dem linken Knie, welche jedoch schwer zu objektivieren
und lokalisieren sei. Die Behandlung sei abgeschlossen. Demgegenüber berichteten
Dr. med. P._ und Dr. med. Q._ von der Klinik für Orthopädie am 25. Juni 2012,
dass die Kontrollen vom 30. November 2011 und 22. Februar 2012 nochmals
verdeutlicht hätten, dass eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit aufgrund der
progredienten Beschwerdesymptomatik des linken Knies unmöglich sei. Die
Beschwerdeführerin habe in der Sprechstunde vom 21. Juni 2012 angegeben,
weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig zu sein. Die Berichte der Klinik für Orthopädie
widersprechen sich somit bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Der Bericht
von Dr. P._ und Dr. Q._ überzeugt aus den folgenden Gründen nicht: Erstens ist
unklar, ob sich die Aussage von Dr. P._ und Dr. Q._, dass die Aufnahme der
Arbeitstätigkeit, wie sie von der IV gefordert werde, zurzeit unmöglich sei, auf die
bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin oder auf eine adaptierte Tätigkeit bezogen hat.
Zweitens geht aus dem Bericht hervor, dass Dr. P._ und Dr. Q._ ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung allein gestützt auf die subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin abgegeben haben. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung geht es
jedoch nicht darum, ob sich eine versicherte Person noch arbeitsfähig fühlt, sondern
ob bzw. in welchem Ausmass der versicherten Person unter Berücksichtigung der
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medizinischen Gesichtspunkte eine Arbeitstätigkeit objektiv noch zumutbar ist. Drittens
hat die Schmerzsymptomatik, welche gemäss Dr. P._ und Dr. Q._ die
Arbeitsunfähigkeit begründet, nach dem letzten operativen Eingriff am 4. Oktober 2011
nicht mehr durch objektive Befunde erklärt werden können. Und viertens ist nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin lediglich aufgrund einer diffusen
Druckdolenz in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sein sollte. Mit Dr. M._ und der RAD-Ärztin ist daher davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin (spätestens) seit dem 30. November 2011,
d.h. der ersten Nachkontrolle nach dem operativen Eingriff am 4. Oktober 2011, mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit
der Möglichkeit einer freien Beinbewegung und ohne kniende oder kauernde Arbeiten
zu 100 % arbeitsfähig ist.
2.3 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin von Februar 2008 bis Ende November
2011 wegen der Kniebeschwerden links auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen ist. Ein allfälliger Rentenanspruch entstünde frühestens sechs
Monate nach der Anmeldung, d.h. vorliegend frühestens am 1. Juni 2009. Wegen des
Wartejahres ist somit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten
Tätigkeit ab dem 1. Juni 2008 zu ermitteln. Zwischen dem 1. Juni 2008 und dem
30. November 2011 wurden am linken Knie mehrere operative Eingriffe durchgeführt.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit zwischen den
operativen Eingriffen nicht (zumindest Teilzeit) einer knieschonenden Tätigkeit hätte
nachgehen können. Entscheidend ist einzig, ob ihr während dieser Zeit die Ausübung
einer adaptierten Tätigkeit objektiv betrachtet zumutbar gewesen wäre. Die
Arbeitsunfähigkeitsatteste der behandelnden Ärzte für das Jahr 2008 beziehen sich alle
auf die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin (vgl. act. G 7.2 und IV-act. 14). Für den
Zeitraum 1. Juni bis 31. Dezember 2008 liegen somit keine
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte mit Bezug auf eine adaptierte
Tätigkeit im Recht. Abgesehen von den Tagen, an denen die Beschwerdeführerin
hospitalisiert gewesen ist, liegen für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 30.
November 2011 nur drei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vor, die sich eindeutig
(auch) auf eine adaptierte Tätigkeit beziehen: Der Hausarzt und Dr. I._ haben der
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit ab 17. Januar 2010 bzw. ab 21. Juni
2010 bis auf Weiteres in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
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attestiert (vgl. IV-act. 41 und 64). Zudem hat der Hausarzt am 23. Mai 2011 erklärt,
dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2011 eine adaptierte Tätigkeit wohl zu einem
vollen Pensum ausüben könne (IV-act. 66 - 3). Hinzu kommt, dass Dr. R._ von der
Klinik für Orthopädie ab dem 28. April 2010 zumindest von einer teilweisen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 47 - 3) und Dr. H._ vom KSSG
ab dem 17. Januar 2011 (IV-act. 62), der Hausarzt ab dem 1. Mai 2011 (IV-act. 66) und
Dr. M._ (spätestens) ab dem 13. Januar 2012 (IV-act. 86) von einer vollständigen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen sind. Es ist daher nicht
hinreichend erstellt, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2008 bis 30. November
2011 ununterbrochen auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre Untersuchungspflicht nach Art. 43
Abs. 1 ATSG verletzt. Die Sache ist deshalb zur Abklärung, ob im Zeitraum 1. Juni 2008
bis 30. November 2011 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit bestanden hat und falls ja, wie hoch der Arbeitsunfähigkeitsgrad gewesen ist,
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.4 Die Rechtsvertreterin hat geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin nicht nur
durch die Beschwerden im linken Knie, sondern auch durch weitere somatische
Gesundheitsbeeinträchtigungen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Eine
gesundheitliche Beeinträchtigung ist nur dann invalidisierend, wenn sie eine
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerdeführerin ist
wegen der Gallenblasenentfernung vorübergehend vom 22. Juni bis 29. Juni 2012
vollständig arbeitsunfähig gewesen. Eine langandauernde, invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit hat somit nicht bestanden. Auch beim Nabelbruch und der
Staroperation ‒ über die im Übrigen keine medizinischen Akten im Recht liegen ‒ ist
davon auszugehen, dass sie nur kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten zur Folge gehabt
haben. Des weiteren hat die Rechtsvertreterin in der Beschwerdeschrift erklärt, dass in
den nächsten Monaten eine Magenbypassoperation geplant sei. Für die Bestimmung
der Arbeitsfähigkeit ist der Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt, d.h. am
20. Juni 2012, massgebend. Die Magenbypassoperation ist vorliegend somit ausser
Acht zu lassen. Gleiches gilt für die in der Replik angekündigte Karpaltunneloperation
der rechten Hand: Die Rechtsvertreterin hat erst in der Replik und damit fünf Monate
nach Verfügungserlass erklärt, dass die Beschwerdeführerin "seit einiger Zeit" unter
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einer Gefühllosigkeit von drei Fingern der rechten Hand leide. Es ist deshalb davon
auszugehen, dass diese Beschwerden erst nach Verfügungserlass eingetreten sind
bzw. ein behandlungsbedürftiges Ausmass erlangt haben. Auch mit der Replik hat die
Rechtsvertreterin schliesslich noch vorgebracht, dass die Beschwerdeführerin unter
einer beginnenden Arthrose im rechten Knie sowie einem Fersensporn in beiden Fersen
leide. Auch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat die Beschwerdeführerin im
Verwaltungsverfahren nie erwähnt; die Rechtsvertreterin hat diesbezüglich auch keine
medizinischen Berichte eingereicht. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass
diese Beschwerden erst nach Verfügungserlass soweit fortgeschritten gewesen sind,
dass eine Diagnose hat gestellt werden können. Demzufolge sind auch die beginnende
Arthrose im rechten Knie und der Fersensporn in beiden Fersen vorliegend nicht zu
berücksichtigen.
2.5 Schliesslich hat die Rechtsvertreterin in der Replik noch vorgebracht, dass die
Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt sei. Das Adipositas-Zentrum des Spitals F._ hat im Januar 2010
berichtet, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des komplizierten postoperativen
Verlaufs (Femoropatellar-Gelenksersatz am 8. Oktober 2009), der Schmerzen und der
sozialen Probleme psychisch deutlich labil sei. Auch der Hausarzt hat im Januar 2010
darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin eine depressive Symptomatik mit
Schlafstörung und Zukunftsängsten entwickelt und deshalb eine antidepressive
Therapie begonnen habe. Die beiden Berichte enthalten weder eine Bescheinigung
einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit noch eine Empfehlung, eine
psychotherapeutische Behandlung zu beginnen. Es ist daher davon auszugehen, dass
die psychischen Beeinträchtigungen zu diesem Zeitpunkt noch keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gehabt haben. Im Mai 2011 hat der Hausarzt berichtet, dass die
Beschwerdeführerin in den letzten Monaten wegen der schweren Erkrankung ihres
Lebenspartners unter einer starken emotionalen und psychosozialen Belastung gelitten
habe. Er hat jedoch erklärt, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit
voll arbeitsfähig sei. Der Hausarzt ist somit im Mai 2011 weiterhin davon ausgegangen,
dass die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Am 7. September 2012 und damit rund zweieinhalb Monate
nach Verfügungserlass hat sich die Beschwerdeführerin erstmals in psychiatrische
Behandlung begeben. Der Fachbereich Psychosomatik hat ihr ab dem 1. September
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2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht wegen
Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen bescheinigt. Ein weiterer Hinweis
dafür, dass sich die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen erst nach dem
Verfügungserlass am 20. Juni 2012 manifestiert haben ist der Umstand, dass die
Rechtsvertreterin in der Beschwerde vom 17. Juli 2012 noch nicht auf das Bestehen
psychischer Probleme hingewiesen hat. Es muss daher davon ausgegangen werden,
dass im Verfügungszeitpunkt keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden
hat.
3.
3.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin rich
tigerweise auf das zuletzt erzielte Einkommen als Pflegehelferin abgestellt (gemäss IK-
Auszug im Jahr 2007 Fr. 51'034.--) und dieses an die Nominallohnentwicklung bis 2009
(Zeitpunkt frühestmöglicher Rentenbeginn) angepasst. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2009, T1.2.05.,
Nominallohnindex, Frauen, Gesundheits- und Sozialwesen [Abschnitt M, N, O]) beträgt
das Valideneinkommen jedoch Fr. 52'821.-- und nicht wie von der
Beschwerdegegnerin errechnet Fr. 51'213.--. Wie die Beschwerdegegnerin richtig
angeführt hat, fallen als adaptierte Tätigkeit beispielsweise leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten in
Betracht. Es handelt sich hierbei um Hilfsarbeitertätigkeiten. Der durchschnittliche Lohn
einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
hat im Jahr 2009, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden,
Fr. 52'457.-- betragen. Die Rechtsvertreterin hat geltend gemacht, dass sich ein
maximaler Tabellenlohnabzug von 25 % aufdränge. Ein solcher Abzug darf nur dann
erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person
wegen eines oder mehreren persönlichen oder beruflichen Merkmale (z.B. Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit, Nationalität, Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE
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134 V 322 E. 5.2). Eine Benachteiligung gegenüber anderen Arbeitnehmern für die Zeit
ab 1. Dezember 2011 ist nur insoweit ersichtlich, als die Beschwerdeführerin aufgrund
ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung
voraussichtlich mehr gesundheitsbedingte Absenzen wird verzeichnen müssen und
dass sie in einer adaptierten Tätigkeit keine Berufserfahrung vorweisen kann
(Dienstaltersnachteil). Ein Tabellenlohnabzug von 10 % für die Zeit ab 1. Dezember
2011 erscheint aufgrund dieser beiden Merkmale als angemessen. Ob für die Periode
vom 1. Juni 2008 bis 30. November 2011 ein höherer Tabellenlohnabzug gerechtfertigt
ist, hat die Beschwerdegegnerin nach Durchführung der weiteren Abklärungen zu
prüfen. Der Tabellenlohnabzug könnte deshalb höher ausfallen, weil sich die
Beschwerdeführerin während diesem Zeitraum diversen operativen Eingriffen hat
unterziehen müssen, die viele Absenzen zur Folge gehabt hätten. Die
Beschwerdegegnerin wird den Einkommensvergleich somit gestützt auf die genannten
Zahlenwerte vornehmen müssen.
3.2 Die angefochtene Verfügung ist somit aufzuheben und die Sache ist im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Bei
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache zur weiteren
Abklärung werden die Gerichtskosten in der Regel vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin auferlegt. Dies wäre im vorliegenden Fall jedoch nicht
angemessen, da die Rückweisung nicht zu einer Besserstellung der
Beschwerdeführerin führen kann; unter Umständen führt die Rückweisung sogar, wie
vorgängig angedroht, zu einer reformatio in peius. Unter diesen Umständen muss, trotz
der Aufhebung der angefochtenen Verfügung, von einem vollständigen Unterliegen der
Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren
sind deshalb der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist durch den
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.
bis
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4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin aus den oben
angeführten Gründen nicht als obsiegende Partei erachtet werden kann, hat sie keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht