Decision ID: 2332887a-15c2-4cfd-8943-033478ea7157
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25. Mai 2009 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-
act. 1). Sein Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin FMH, gab am 8. Juni
2009 gegenüber dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) an, der Versicherte leide seit
Februar 2009 unter zunehmenden Schmerzen in beiden Hüftgelenken, rechts
ausgeprägter als links, weshalb zeitweise praktisch eine Gehunfähigkeit resultiere. Er
nannte als Diagnosen eine Bursitis trochanterica beidseits bei Dysplasie, Coxarthrose
mit femoro-patellärem Impingement bei Labrumläsion beidseits. Seit dem 9. März 2009
sei der Versicherte zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 15-1, vgl. auch IV-act. 7-10). Gemäss
Angaben der C._ AG vom 30. Juni 2009 arbeitet der Versicherte seit September 2000
als Metzger in der Abteilung Salzerei. Im März 2009 habe er das Pensum aus
gesundheitlichen Gründen von 100% auf 50% reduziert. Seine Arbeit bestehe im
Salzen von Mostbröckli und Bedienen von Maschinen (IV-act. 19).
A.b Mit Mitteilung vom 12. Januar 2010 lehnte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen ab (IV-act. 30). Gemäss telefonischer
Auskunft der IV-Sachbearbeitung gegenüber dem Hausarzt des Versicherten vom 25.
Januar 2010 hatte die Arbeitgeberin ihr mitgeteilt, dass der Arbeitsplatz gesichert sei.
Die IV würde daher nochmals berufliche Massnahmen prüfen, sofern die geplante
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Operation wider Erwarten schlecht verlaufen und keine volle Arbeitsfähigkeit resultieren
sollte (IV-act. 32, vgl. auch IV-act. 31).
A.c Am 12. Februar 2010 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einer Arthroskopie der linken Hüfte,
Ligament-Trimmung, Labrum-Trimmung und retrograde Acetabularrandbohrung,
Schenkelhalsplastik (IV-act. 49-10). In der Folge wurde ihm vom 11. bis 21. Februar
2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und die weitere Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit den nachbehandelnden Ärzten übergeben (IV-act. 49-9). Dr. med.
D._, Arzt Orthopädie, KSSG, berichtete am 28. Oktober 2010, dass nach einem
beschwerdefreien Intervall von mehreren Monaten nun wieder zunehmende
Beschwerden aufgetreten seien. In behinderungsangepassten Tätigkeiten, ohne
Herumtragen und ohne viel Laufen, könne der Versicherte 4-5 Stunden pro Tag
arbeiten. Bei adaptierter Tätigkeit könne der Versicherte auch 100% arbeiten. Falls die
Arthrose aber zunehme, würden weitere Massnahmen notwendig (IV-act. 46).
A.d Im Bericht vom 6. März 2013 hielten die Hüftchirurgen der Klinik E._ fest, dass
sich die Beschwerden des Versicherten seit der letzten Konsultation nicht wesentlich
geändert hätten. Ein Leidensdruck für eine totalendoprothetische Versorgung sei (noch)
nicht gegeben. Der Versicherte habe sich mit dem aktuellen Zustand arrangiert. Er
arbeite nach wie vor zu 50% (IV-act. 75-4).
A.e Mit Stellungnahme vom 13. März 2013 führte RAD-Ärztin Dr. med. F._ aus, dass
sich mit den von der Klinik E._ vorgeschlagenen Therapien wie Infiltrationen,
spezielle Physiotherapie und konsequente Schmerzmitteleinnahme innerhalb von sechs
Wochen eine deutliche Besserung der Beschwerden zeigen würde. In der
angestammten Tätigkeit als Metzger sei der Versicherte seit 9. März 2009 zu 50%
arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit habe allerdings nie eine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 76).
A.f Mit Vorbescheid vom 5. April 2013 bzw. Verfügung vom 30. Mai 2013 verneinte die
IV-Stelle einen Anspruch auf Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 14%
und lehnte das Rentengesuch ab (IV-act. 79, 84)
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A.g Die gegen diese Verfügung am 11. Juni 2013 vom Versicherten erhobene
Beschwerde (IV-act. 86) mit ab dem Zeitpunkt der Replik durch Rechtsanwalt lic. iur. A.
Fiechter erfolgter Vertretung (IV-act. 98, 101) hiess das Versicherungsgericht mit Urteil
vom 3. Oktober 2015 (IV 2013/257) gut. Es hob die Verfügung auf und wies die Sache
zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurück. Das Gericht erwog, dass die Hypothese einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit bei einer konsequenten Therapie nicht ausreichend plausibel sei.
Zudem erlaube es die Aktenlage nicht, den realen Arbeitsfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers in der Zeit vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen, so dass die Verfügung in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes ergangen sei (IV-act. 107).
A.h Im Arztbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 11. April 2016
hielt Dr. med. G._ fest, es bestehe symptomatisch eine beidseitige Coxarthrose, links
mehr als rechts, sowie eine Bursitis trochanterica beidseits bei degenerativer
Partialruptur der Hüftabduktoren rechts. Der Versicherte arbeite weiterhin zu 50%,
wobei er jedoch nach eigenen Angaben keine 100%ige Arbeitsleistung während der
Zeitanwesenheit erbringe. Da die Einschränkung der subjektiven Lebensqualität aktuell
aber diskret ausgeprägt sei, wünsche der Versicherte weder eine operative Intervention
noch eine Infiltrationstherapie. Eine Analgetika-Einnahme erfolge ca. zwei- bis dreimal
pro Monat. Der Versicherte wolle selber mit einer bedarfsgerechten Analgesie
fortfahren und sich bei Progredienz der Beschwerden erneut melden (IV-act. 119-7f.).
A.i Mit Stellungnahme vom 5. September 2016 führte RAD-Ärztin Dr. F._ aus, der
Versicherte verrichte eine Tätigkeit, die seinem Leiden nicht angepasst sei. Zur
Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei eine orthopädische
Begutachtung des Versicherten durchzuführen (IV-act. 125).
A.j Am 16. Dezember 2016 wurde der Versicherte durch Dr. med. H._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, untersucht. Der Experte
kam im Gutachten vom 20. Januar 2017 zum Schluss, dass der Versicherte in der
angestammten Tätigkeit als Metzger bei voller Stundenpräsenz zu 60% arbeitsfähig sei
und in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe. Diese
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Arbeitsfähigkeit bestehe seit März 2009. Zudem stehe einer beruflichen Eingliederung
nichts entgegen (IV-act. 134-10).
A.k RAD-Ärztin Dr. F._ befand das Gutachten als umfassend, nachvollziehbar und
überzeugend (Stellungnahme vom 30. Januar 2017; IV-act. 135).
A.l Mit Vorbescheid vom 16. März 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Abweisung des Rentengesuchs gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 8% in Aussicht
(IV-act. 138).
A.m Dagegen liess der Versicherte am 4. Mai 2017 durch seinen Rechtsvertreter
Einwand erheben mit der Begründung, dass die Schmerzen seit 2009 bedeutend
zugenommen hätten. Er erwache nachts mindestens zweimal und nehme wöchentlich
mehrmals Schmerzmittel ein. Dass in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe, bestreite er mit Nachdruck. Zudem könne er in seinem Alter
von 56 Jahren auch keine noch leichtere Tätigkeit mehr finden. Gleichzeitig ersuchte
der Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren. Zum Beweis seiner gesundheitlichen Einschränkungen reichte
er ein Schreiben von Dr. med. B._ vom 21. April 2017 ein, in welchem die
Restarbeitsfähigkeit auf maximal 25% bis 30% geschätzt wurde (IV-act. 140).
A.n RAD-Ärztin Dr. F._ hielt am 28. Juni 2017 mit Bezug auf den Einwand des
Versicherten fest, dass mit dem Schreiben von Dr. B._ im Vergleich zum
orthopädischen Gutachten keine neuen und nicht schon bekannten medizinischen
Sachverhalte vorgebracht würden. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit liege einzig eine
unterschiedliche Bewertung vor (IV-act. 146).
A.o Am 6. Juli 2017 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids die
Rentenabweisung (IV-act. 147).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 6. Juli 2017 lässt der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter am 11. September 2017 Beschwerde erheben. Er beantragt die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung einer mindestens halben
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Rente. Eventualiter sei ein neutrales orthopädisches, eventuell interdisziplinäres
Gutachten in Auftrag zu geben; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der
Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass das Gutachten
widersprüchlich und lückenhaft sei und deshalb nicht darauf abgestellt werden könne.
Auch würden die Ausführungen im Gutachten zur aktuellen Arbeitsanamnese nicht
zutreffen. So sei die aktuelle Tätigkeit nicht mittelschwer, da die Arbeitgeberin dem
Beschwerdeführer auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit entgegenkomme und er
einen „Soziallohn“ beziehe. Dadurch würdige der Gutachter auch eine allfällig
bestehende Restarbeitsfähigkeit falsch, da er bei der aktuellen Tätigkeit von einer
mittelschweren ausgehe, obwohl es sich um eine leichte handle. Beim
Einkommensvergleich sei zu Unrecht kein Tabellenlohnabzug berücksichtigt worden.
Aufgrund des erhöhten Krankheitsrisikos und des fehlenden schweizerischen
Ausbildungsabschlusses werde der Versicherte nur unterdurchschnittlich verdienen
können, weshalb das Invalideneinkommen um mindestens 15% herabzusetzen sei (IV
2017/346: act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeabweisung. In der Begründung stützt sie sich vorwiegend auf die
Beweiskraft des Gutachtens von Dr. H._. Zudem hält sie an ihrem
Einkommensvergleich sowie der Verneinung eines Tabellenlohnabzugs fest (IV
2017/346: act. G 3).
B.c Am 3. Januar 2018 reicht der Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. D._ vom 28.
November 2017 ein, worin dieser eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für gerechtfertigt hält (IV
2018/346: act. G 8 und 8.1).
B.d Mit Replik vom 24. Januar 2018 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (IV 2017/346: act. G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik unter
Festhalten am Antrag auf Abweisung der Beschwerde (IV 2017/346: act. G 12).
C.
Mit Verfügung vom 23. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Gesuch des Versicherten um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren ab, weil eine
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anwaltliche Vertretung weder notwendig noch sachlich geboten gewesen sei. Zudem
sei die prozessuale Bedürftigkeit des Versicherten nicht ausgewiesen (IV-act. 145).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 23. Juni 2017 richtet sich die Beschwerde vom 28.
August 2017 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren. Zur Begründung
macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend, er habe jenen bereits im
Beschwerdeverfahren IV 2013/257 vor Versicherungsgericht anwaltlich vertreten. Da
sich für den Beschwerdeführer seither die Rechtslage durch die Rückweisung der
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines Gutachtens
verkompliziert habe, sei die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung ausgewiesen.
Zudem liege eine weitere Vertretung durch den bisherigen Rechtsbeistand nahe. In
finanzieller Hinsicht sei festzuhalten, dass Ende August 2017 die Ehefrau des
Beschwerdeführers bei der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert werde und die
Familie nun Sozialhilfe werde beanspruchen müssen (IV 2017/345: act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde, da vorliegend nicht von schwierigen rechtlichen oder
tatsächlichen Fragen gesprochen werden könne (IV 2017/345: act. G 4).
D.c Mit Replik vom 24. Januar 2018 macht der Rechtsvertreter geltend, allein der
Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin über die Vorgaben des
Versicherungsgerichts im Entscheid vom 3. Oktober 2015 hinweggesetzt habe, indem
die Aufforderung zur Abklärung der beruflichen Qualifikation als Metzger ignoriert
worden sei, belege die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung (IV 2017/345: act. G
11).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (IV 2017/345:
act. G 13)

Considerations:
Erwägungen
1.
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Streitgegenstand im Verfahren IV 2017/346 bildet die Frage der Rechtmässigkeit der
Abweisung des Rentenbegehrens (Verfügung vom 6. Juli 2017). Im Verfahren IV
2017/345 bildet die Ablehnung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren jenes Leistungsverfahrens den Streitgegenstand (Verfügung vom
23. Juni 2017). Da die Streitgegenstände eng zusammenhängen und sich dieselben
Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich, die Verfahren IV 2017/346 und IV
2017/345 zu vereinigen.
2.
2.1 Zunächst ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der
Invalidenversicherung zu prüfen.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die
Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine Beurteilung
der Restarbeitsfähigkeit ausreichend ist und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
monodisziplinäre Gutachten von Dr. H._ abgestellt hat.
3.2 Der Gutachter diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte
bis mässige Coxarthrose rechts mit Labrumriss superior sowie eine mässige
Coxarthrose links mit Labrumriss kranial und Verkalkung in der Gelenkkapsel bei Status
nach arthroskopischer Ligament- und Labrumtrimmung, retrograder
Acetabularrandanbohrung und Schenkelhalsplastik 02/2010 (IV-act. 134-7). Zu den
Schmerzen des Beschwerdeführers in der rechten Hüfte und den abnormen
Untersuchungsbefunden derselben befand der Gutachter, diese könnten grösstenteils
mit der im MRI sichtbaren leichten bis mässigen Coxarthrose und Labrumruptur
superior erklärt werden. Das Ausmass der subjektiven Einschränkung der körperlichen
Leistungsfähigkeit hingegen sei durch den MRI-Befund nur partiell plausibel. Anders
sehe dies für die linke Hüfte aus, wo die Schmerzen und die pathologischen objektiven
Befunde auf die durch das MRI feststellbaren Diagnosen zurückgeführt werden
könnten. Die Arbeitsfähigkeit als Metzger mit körperlich mindestens mittelschwerer
Tätigkeit, vorwiegend stehend und gehend, in häufig kalter und feuchter Umgebung,
betrage auf Grund der leichten bis mässigen Coxarthrose rechts mit Labrumriss
superior und der mässigen Coxarthrose links mit Labrumriss kranial und Verkalkung in
der Gelenkkapsel seit März 2009 bei voller Stundenpräsenz 60% (Arbeitsunfähigkeit
40%). Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise
sitzend und stehend, ohne häufiges Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern und
schrägen Ebenen und ohne Positionen in der Hocke, könnten dem Beschwerdeführer
seit März 2009 bei voller Stundenpräsenz zu 100% (Arbeitsunfähigkeit 0%) zugemutet
werden (IV-act. 134-8 ff.). Den Beginn der genannten Einschränkungen in der
Arbeitsfähigkeit legte Dr. H._ auf März 2009 fest. Er befand weiter, dass einer
beruflichen Eingliederungsfähigkeit nichts entgegenstehe. Bei entsprechendem
Leidensdruck bestehe die Behandlung der Hüftgelenkschmerzen rechts und links nur
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noch in der Implantation einer Hüfttotalprothese. Die Prognose sei in der Regel gut (IV-
act. 134-10). Damit ging Dr. H._ offensichtlich - entgegen der Annahme des
Rechtsvertreters, der in dieser Prognose bereits Widersprüche zu der von Dr. B._
prognostizierten Zunahme der Beschwerden sieht (vgl. IV 2017/346: act. G 1 S. 9) -
davon aus, dass das Einsetzen einer Hüfttotalprothese eine positive Auswirkung auf
das körperliche Befinden des Beschwerdeführers haben sollte, da nach einer solchen
Operation die betroffenen Personen in der Regel keine oder deutlich verminderte
Hüftbeschwerden haben.
4.
4.1 Der Rechtsvertreter macht geltend, der Beschwerdeführer habe im Jahr 2009, als
die gesundheitlichen Beschwerden zugenommen hätten, versucht, zunächst nur noch
70% zu arbeiten. Er habe dann aber vermehrt zu Hause bleiben müssen, weil er auch
dieses reduzierte Arbeitspensum auf Grund der unerträglichen Schmerzen nicht mehr
habe erbringen können. Zwar arbeite er aktuell 50%, er erbringe aber während der
50%igen Anwesenheit keine volle Leistung, sondern nur eine 25-30%ige infolge der
dauernd bestehenden Schmerzen. Er arbeite viel langsamer als die anderen
Angestellten und dürfe nur leichte Arbeiten ausführen (act. G 1 S. 4). Dem
widersprechen jedoch die Angaben der C._ AG im Fragebogen für Arbeitgebende
vom 24. Juni 2016. Darin gab die Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer habe sowohl
vor als auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens als Metzger Salzerei/Produktion
gearbeitet bzw. führe diese Tätigkeit „heute“ noch aus. Die Frage, ob der angegebene
Lohn der Arbeitsleistung entspreche, beantwortete sie mit ja. Damit bestätigte sie
gleichzeitig, dass es sich bei der Entschädigung nicht um einen Soziallohn handelt. Sie
hielt fest, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden denselben Lohn
hochgerechnet auf ein 100%-Pensum verdienen würde. Weiter beschrieb die
Arbeitgeberin, der Beschwerdeführer führe seine Tätigkeit hauptsächlich im Gehen und
Stehen aus, selten könne er sitzen, selten müsse er leichte (0-10kg) oder schwere (über
25kg) Sachen heben und tragen, oft aber mittelschwere (10-25kg). Die täglichen
Anforderungen an die Sorgfalt seien gross, diejenigen an Konzentration/
Aufmerksamkeit sowie Durchhaltevermögen mittel (IV-act. 121). Damit ging Dr. H._
zu Recht von einer mittelschweren und insbesondere nicht von einer leidensadaptierten
Tätigkeit aus. Dass demgegenüber Abteilungsleiter I._ am 30. März 2017 schriftlich
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bestätigte, der Beschwerdeführer übe eine leichte Arbeit, ohne Heben oder Tragen von
Lasten über 10kg aus (IV-act. 140-13), ändert an dieser Annahme nichts. Abgesehen
davon, dass es sich bei dieser im Einwandverfahren vom Beschwerdeführer
vorgelegten Bestätigung um ein Gefälligkeitsschreiben des genannten Abteilungsleiters
handeln dürfte - es steht im Widerspruch zu den Ergebnissen der von der IV-Stelle bei
der Arbeitgeberin mit Arbeitgeberfragebogen vom 24. Juni 2016 veranlassten
Abklärung - passte selbst eine leichte Tätigkeit, die vorwiegend im Stehen und Gehen
ausgeführt wird, nicht zum Hüftleiden des Beschwerdeführers. Diesbezüglich ist
sodann zu berücksichtigen, dass Dr. H._ dem Beschwerdeführer für körperlich
mittelschwere Tätigkeiten eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bei 100%iger Präsenzzeit
attestiert. Ob dabei vermehrte Pausen zur Erholung zu erfolgen hätten oder die
Leistungsfähigkeit generell während der gesamten Anwesenheit vermindert sei, wird
von Dr. H._ nicht ausgeführt, kann indes offenbleiben, weil in beiden
Arbeitssituationen eine gleich hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert.
4.2 Mit Bezug auf die weiteren Arztberichte führte Dr. H._ aus, er könne die vom
Orthopäden Dr. med. J._ am 13. März 2009 festgehaltene leichte Beinlängendifferenz
links, kürzer rechts (vgl. IV-act. 7-10) klinisch nicht bestätigen (IV-act. 134-9). Dass er
keine Beinlängendifferenz feststellen konnte, überrascht jedoch nicht, weil diese
Diagnose auch in den weiteren Arztberichten, insbesondere jenen von Dr. D._,
nirgends auftaucht. Zudem geht aus dem Bericht von Dr. med. G._ vom 11. April
2016 hervor, dass sowohl beim klinischen Befund im Stehen und Liegen als auch bei
der radiologischen Abklärung sich ausgeglichene Beinlängen zeigten (vgl. IV-act.
119-7f.). Sodann setzte sich Dr. H._ mit den Arbeitsfähigkeitsschätzungen der
behandelnden Ärzte auseinander. Die Beurteilung von Dr. D._ vom 28. Oktober 2010
(IV-act. 46) befand er - was die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit anbelangt - zu Recht als widersprüchlich. So attestierte Dr. D._ in diesem
Bericht dem Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich
eine Arbeitsfähigkeit von ca. 4 bis 5 Stunden pro Tag, führte aber gleichzeitig aus, dass
für armbetonte Arbeiten keine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Weiter gab Dr.
D._ an, bei adaptierter Tätigkeit könne der Beschwerdeführer auch 100% arbeiten.
Die angepasste Tätigkeit von 4 bis 5 Stunden pro Tag ohne Herumtragen und ohne zu
viel Laufen könne sicherlich ab ca. August 2010 zugemutet werden. Falls die Arthrose
aber zunehme, müsste an eine Prothese gedacht werden, und falls die Einklemmungen
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nicht weggehen würden, müsse auch eine erneute Arthroskopie diskutiert werden. Die
Arbeitsfähigkeit (gelte) ganztags mit reduzierter Leistung ab ca. September 2010 und
Teilzeit mit voller Leistung ebenfalls ab diesem Datum (IV-act. 46-2f.). Diese nicht
klaren Einschätzungen der leidensadaptierten Tätigkeit sind jedenfalls nicht geeignet,
die gutachterlichen Schlussfolgerungen von Dr. H._ in Frage zu stellen.
4.3 Weiter verweist Dr. H._ auf den Bericht der Klinik E._ vom 6. März 2013 (IV-
act. 75-4f.) sowie den Bericht der orthopädischen Klinik des KSSG vom 11. April 2016.
In beiden werde erwähnt, dass der Beschwerdeführer sich mit den Beschwerden
arrangiert und keinen Leidensdruck für weitere therapeutische Massnahmen habe.
Diese Haltung kontrastiere mit den Angaben, die er während der gutachterlichen
Untersuchung gemacht habe (IV-act. 134-10). Im Behandlungsbericht vom 11. April
2016 hielt Dr. G._ fest, er habe die therapeutischen Optionen eingehend mit dem
Beschwerdeführer diskutiert. Insgesamt seien die Einschränkungen der subjektiven
Lebensqualität zum aktuellen Zeitpunkt (aber) derart diskret ausgeprägt, dass weder
eine operative Intervention noch eine Infiltrationstherapie, welche prinzipiell angeboten
werden könne, vom Beschwerdeführer gewünscht werde. Er möchte mit einer
bedarfsgerechten Analgesie fortfahren und sich bei Progredienz der Beschwerden für
eine neuerliche Befundbesprechung und Planung therapeutischer Optionen in der
Sprechstunde vorstellen (IV-act. 119-8). Im vom Beschwerdeführer eingereichten
Bericht vom 28. November 2017 (IV 2017/346: act. G 8.1) führt Dr. D._ aus, dass der
Beschwerdeführer mittelfristig sicher auf Grund der persistierenden mässigen
Coxarthrosen auf beiden Seiten eine Hüfttotalprothese brauchen werde. Da er das
(Hüftleiden) momentan jedoch im Griff habe, indem er halbtags arbeite, sich dann
ausruhe und durch Spaziergänge erhole, scheine ihm (Dr. D._) dies eindeutig die
bessere Lösung zu sein, als wenn er sitzend im Büro tätig wäre und noch mehr
Schmerzen bekäme. Aus diesem Grund erachte er eine Arbeitsunfähigkeit von 50% als
gerechtfertigt. Rein theoretisch wäre zwar für den Beschwerdeführer in einer rein
sitzenden Tätigkeit mehr möglich, da beim Sitzen Arthrosen nicht so schmerzen
würden, aber umso mehr das Anlaufen, wenn er eine Weile gesessen sei. Daher sei
auch die sitzende Tätigkeit nicht voll möglich. Dies dürfte erst zur Diskussion stehen,
wenn beide Hüftprothesen eingebaut seien. Insgesamt sei eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt, weil eine Umschulung in diesem Alter nichts bringe,
zumal die Schmerzen der Hüften bleiben würden und die Arbeitsfähigkeit dadurch nicht
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erhöht werden könne. Diesen Ausführungen von Dr. D._ kann entnommen werden,
dass er die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der weiterhin ausgeübten
angestammten Tätigkeit bei der C._ AG um 50% vermindert sieht, die
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten jedoch wiederum nicht konkret
definiert. Mit Dr. H._ stimmt er immerhin darin überein, dass die Arbeitsfähigkeit für
Tätigkeiten mit abwechslungsweise sitzender und stehender Position, ohne häufiges
Gehen, beträchtlich mehr als 50% betragen dürfte. Damit ergibt sich auch aus dem
Bericht von Dr. D._ nichts, was die Ausführungen von Dr. H._ zu widerlegen
vermag. Das monodisziplinäre orthopädische Gutachten kann somit als schlüssig und
nachvollziehbar erachtet werden. Mit RAD-Ärztin Dr. F._ (vgl. Stellungnahme vom 30.
Januar 2017, IV-act. 135) ist festzuhalten, dass es in Kenntnis der Vorakten erging,
umfassend ist und zu den früheren ärztlichen Einschätzungen Stellung bezieht. Auch
die Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugt, nachdem die vom Beschwerdeführer
geschilderten Beschwerden hinreichend berücksichtigt und gewürdigt wurden. Folglich
ist von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Metzger Salzerei/
Produktion von 60% und von einer Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten
von 100% auszugehen.
5.
5.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Verwaltung den Invaliditätsgrad korrekt
bemessen hat. Unbestritten ist, dass dies nach der Einkommensvergleichsmethode
(Art. 16 ATSG; vgl. dazu BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b) zu geschehen hat.
5.2 Für die Ermittlung des Einkommens, welches der Versicherte ohne Invalidität
erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns, im vorliegenden Fall im März 2010, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient
hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b).
Der in K._ aufgewachsene Beschwerdeführer ist seit seiner Einreise in die Schweiz
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im September 2000 bei der C._ AG als Metzger in der Salzerei/Produktion tätig (IV-
act. 1 und IV-act. 120 f.). Das Pensum beträgt seit März 2009 bzw. seit Wirkungsbeginn
des neuen Arbeitsvertrags im März 2011 50% (IV-act. 19-3 bzw. IV-act. 101-14 und IV-
act. 121-2f.). Nach der Aktenlage liegt keine Ausnahme im Sinne der genannten
Rechtsprechung vor, weshalb für die Bestimmung des Valideneinkommens an den bei
der C._ AG im Jahr 2010 erzielten Verdienst, hochgerechnet auf ein Pensum von
100%, anzuknüpfen ist. Der Beschwerdeführer bringt im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nichts vor, was auf einen höheren Verdienst im Gesundheitsfall
schliessen liesse. Vielmehr macht er im Zusammenhang mit dem Tabellenlohnabzug
geltend, er habe wegen der in K._ absolvierten Lehre als Metzger geringere
Lohnaussichten als ein Mitbewerber mit entsprechendem schweizerischen
Ausbildungsabschluss (act. G 1 S. 6). Aus der vom Beschwerdeführer eingereichten
Bestätigung über die im Juni 1989 an der Berufsschule L._ bestandene Fachprüfung
und über den erworbenen Berufstitel eines selbständigen Metzgers (IV-act. 12) lässt
sich nicht ableiten, der Beschwerdeführer hätte diesen Titel im Gesundheitsfall
gewinnbringender verwertet. Es liegen denn auch keinerlei konkrete Anhaltspunkte vor,
dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahre 2009 eine
andere Tätigkeit mit höherem Einkommen in Aussicht gehabt hätte. Unter diesen
Umständen kann auf weitere Abklärungen bezüglich Anerkennungsfähigkeit der
ausländischen Berufsausbildung (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 3. Oktober 2015, IV 2013/257, E. 2.1, IV-act. 107 S. 10 f.) verzichtet
werden, weil von solchen Abklärungen keine relevanten Aufschlüsse zu erwarten
wären. Demnach ist zum Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns im Jahr 2010
entsprechend den Angaben der Arbeitgeberin von einem Jahreseinkommen von Fr.
71'045.-- (13 x Fr. 5'465.--) auszugehen (vgl. IV-act. 37-3).
5.3 Das Invalideneinkommen bestimmt sich gemäss den Vorgaben von Art. 16 ATSG
danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Vorliegend gab die Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers an, im Betrieb gebe es keine Umplatzierungsmöglichkeiten. Solche
seien betriebsintern bereits geprüft worden. Der Beschwerdeführer habe sowohl vor
Eintritt des Gesundheitsschadens als auch seither - nunmehr mit einem Pensum von
50% - als Metzger Salzerei/Produktion gearbeitet (IV-act. 121). Nachdem die
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angestammte Tätigkeit jedoch nicht als leidensangepasste Tätigkeit gilt (vgl. Dr. H._,
IV-act. 134-10 Ziff. 8.1) und der Beschwerdeführer gemäss den Akten auch nichts
unternommen hat, eine seinen Hüftbeschwerden besser angepasste Tätigkeit zu
finden, kann für das Invalideneinkommen nicht auf sein tatsächlich erzieltes
Einkommen abgestellt werden, zumal er aus IV-rechtlicher Sicht seine
Restarbeitsfähigkeit nicht ausreichend ausschöpft.
5.4 Für das Invalideneinkommen ist grundsätzlich auf die Tabellenlöhne der
schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen.
Damit ist für den Beschwerdeführer das Durchschnittseinkommen 2010 gemäss Niveau
oder Qualifikationsstufe 4 massgebend. Dieses Einkommen belief sich im Jahr 2010
auf Fr. 61'164.-- (vgl. Lohnentwicklung gemäss Anhang 2 der Textausgabe IV der
Informationsstelle AHV/IV). Diesbezüglich rügt der Beschwerdeführer, dass die
Beschwerdegegnerin keinen sogenannten Leidensabzug berücksichtigt habe. Aufgrund
des erhöhten Krankheitsrisikos und des fehlenden schweizerischen
Ausbildungsabschlusses werde er im Vergleich zu gesunden und in der Schweiz
ausgebildeten Metzgern weniger verdienen, weshalb ein Abzug von 15% gerechtfertigt
sei (IV 2017/346: act. G 1).
5.5 Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt,
wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ein Versicherter, der
gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, seine
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage ist. Zudem können weitere persönliche
und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der
eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 E. 6). Nachdem vorliegend jedoch
selbst ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 25% nichts am Ergebnis zu ändern
vermag - wie nachfolgende Berechnung zeigt -, kann offen bleiben, ob bzw. in
welchem Ausmass dem Beschwerdeführer auf Grund der geltend gemachten
lohnmindernden Einschränkungen ein solcher zu gewähren wäre.
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5.6 Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen würde bei einem Valideneinkommen
von Fr. 71'045.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 61'164.-- selbst unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 25% kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad von mindestens 40% resultieren, sondern lediglich ein solcher von
35% (1 - [0.75 x Fr. 61'164.-- / Fr. 71'045.-- x 100]).
6.
6.1 Schliesslich ist die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
im Vorbescheidverfahren zu prüfen. Die diesbezüglichen Voraussetzungen sind erfüllt,
wenn das Rechtsbegehren der gesuchstellenden Partei nicht aussichtslos, die Partei
bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig ist (Art. 37 Abs. 4
ATSG in Verbindung mit Art. 61 lit. f ATSG; BGE 103 V 47; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, Rz 35ff. zu Art. 37 ATSG, Rz 177 zu Art. 61 ATSG,
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012, E. 3.2 mit
Hinweisen). Dabei gilt als bedürftig, wem die Mittel fehlen, um neben dem
Lebensunterhalt für sich und seine Familie die Anwaltskosten aufzubringen (vgl.
KIESER, a.a.O., Rz 179 f. zu Art. 61 ATSG)
6.2 Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
6.3 Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Vorbescheidverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen, und eine
Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
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E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Insbesondere vermag nach dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst
die hohe Bedeutung medizinischer Gutachten für sich allein genommen die
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Es bedarf vielmehr
weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche
Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 16.
Dezember 2013, 9C_692/2013, E. 4.2 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 5.2
mit Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich im
Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
7.
7.1 Somit ist zu prüfen, ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im zu
beurteilenden Verwaltungsverfahren auf Grund der Verhältnisse erforderlich war.
Unbestritten blieb, dass der Beschwerdeführer über keine Rechtskenntnisse verfügt.
7.2 Vorliegend begründet der Rechtsvertreter die Notwendigkeit einer Vertretung
damit, dass der Beschwerdeführer im Verfahren IV 2013/257 vor dem
Versicherungsgericht anwaltlich vertreten gewesen sei und sich seither die Rechtslage
für ihn verkompliziert habe durch die Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines Gutachtens. Gegenstand der
Rückweisung sei die Frage der Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit gewesen. Auch
betreffend die Beurteilung der rechtlichen Folgen bei der Bejahung einer adaptierten
Tätigkeit in einem gewissen Ausmass habe der Beschwerdeführer einen
Rechtsbeistand benötigt (IV 2017/345: act. G 1).
7.3 Der vorliegende Sachverhalt geht auf die Anmeldung zum Leistungsbezug im Mai
2009 zurück und umfasst ein relativ langwieriges Verfahren. Erst in der Folge der
Beschwerde ans Versicherungsgericht durch den Rechtsanwalt nahm die
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Beschwerdegegnerin infolge der Rückweisung an sie eine Begutachtung vor.
Hinsichtlich der Rückweisung ging es sowohl um die Abklärung des
Gesundheitszustands und des Zumutbarkeitsprofils beim Beschwerdeführer, aber auch
um die Berechnung des Invaliditätsgrads mit allfälligem Tabellenlohnabzug. Auf Grund
dieser verschiedenen Streitpunkte und der rechtlich komplexen Materie ist nicht mehr
von einem einfachen Fall auszugehen. Gesamthaft betrachtet muss die Erforderlichkeit
der Rechtsverbeiständung deshalb bejaht werden.
7.4 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht gerade in Bezug auf
den Stellenwert der Sachverhaltsabklärung im Verwaltungsverfahren im Urteil vom 29.
September 2011, 8C_426/2011, E. 6.2, festhielt, dass gemäss der Rechtsauffassung,
wie sie in der gesetzlichen Ordnung über die Amtsermittlungspflicht des
Sozialversicherungsträgers zum Ausdruck komme, Beweis über
sozialversicherungsrechtliche Ansprüche schwergewichtig auf der Stufe des
Administrativverfahrens geführt werde und nicht im gerichtlichen Prozess. Damit hat
die Sachverhaltsermittlung schwergewichtig im Administrativverfahren durch die IV-
Stelle zu geschehen. Dort werden hauptsächlich die Beweise erhoben und wird
schliesslich auch entschieden (vgl. dazu: RÉMY WYSSMANN, Das Armenrecht im IV-
Abklärungs- und Vorbescheidverfahren; das vergessene Verfahrenskorrektiv, HAVE
1/2014 S. 30).
7.5 Im Weiteren ist die finanzielle Bedürftigkeit des Beschwerdeführers nach dem
Wegfall der Arbeitslosenentschädigung der Ehefrau ab September 2017 zu bejahen
(vgl. IV 2017/345: act. G 2 mit Beilagen). Sie wurde von der Beschwerdegegnerin im
Beschwerdeverfahren nicht mehr explizit bestritten. Auch konnte das Rentenbegehren
des Beschwerdeführers auf Grund der Aktenlage nicht zum vorneherein als
aussichtslos bezeichnet werden. Demnach hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren (Vorbescheidverfahren).
8.
8.1 Auf Grund obiger Ausführungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 6.
Juli 2017 betreffend Rente (IV 2017/346) abzuweisen.
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8.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Juni 2017 betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (IV 2017/345) ist gutzuheissen, dem Beschwerdeführer ist die
unentgeltliche Rechtsvertretung für das Verwaltungsverfahren ab 16. März 2017 zu
bewilligen und Rechtsanwalt lic. iur. A. Fiechter ist zum unentgeltlichen Vertreter zu
ernennen. Die Sache ist zur Festsetzung des Honorars des unentgeltlichen
Rechtsbeistandes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.3 Der Beschwerdeführer lässt auch für das Beschwerdeverfahren betreffend Rente
(IV 2017/346) die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung beantragen.
Wie den Akten zu entnehmen ist (IV 2017/346: act. G 1.9-1.15), ist die Bedürftigkeit zu
bejahen. Nachdem das Beschwerdeverfahren auch nicht als aussichtslos und eine
anwaltliche Verbeiständung als geboten erscheint (vgl. auch E. 7.2 ff. hiervor), ist die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
8.4 Das Beschwerdeverfahren betreffend Rente (IV 2017/346) ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist die
Gerichtsgebühr für das Verfahren IV 2017/346 in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung der
Gerichtskosten zu befreien.
8.5 Demgegenüber sind im Beschwerdeverfahren IV 2017/345 betreffend
unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es sich nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-
Leistungen" handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine
Anwendung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV
2010/270, E. 6.4).
8.6 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verfahren IV
2017/346 die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
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Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
hat am 2. März 2018 eine Honorarnote für seine ab 8. September 2017 in den beiden
Verfahren 2017/345 und 2017/346 getätigten Bemühungen über den Gesamtbetrag
von Fr. 4'315.10 eingereicht (IV 2017/345: act. G 16). Dabei ist festzuhalten, dass sich
diese Bemühungen hauptsächlich auf das Beschwerdeverfahren betreffend Rente
beziehen und die vor dem 8. September 2017 im Zusammenhang mit der
Beschwerdeerhebung vom 28. August 2017 erfolgten Bemühungen nicht enthalten
sind. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht,
Verwaltungsrekurskommission und Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Im gerichtlichen Rentenverfahren erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat
der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit
Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
8.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
8.8 Im Verfahren IV 2017/345 hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat für das Beschwerdeverfahren betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung keine separate Kostenrechnung eingereicht. Die
entsprechenden Aufwendungen sind teilweise in der für das Rentenverfahren
eingereichten Honorarnote vom 2. März 2018 enthalten. Der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache angemessen erscheint für dieses Verfahren eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).