Decision ID: 55e1d5fb-0afb-553c-b5a4-ccb0f4a8e29c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, Mutter zweier Töchter (geboren 1996, 1997), ohne abgeschlossene Berufsausbildung, war zuletzt
vom
2
1.
Dezember 2009
bis 13. August 2015 bei der
A._
AG als Unterhaltsreinigerin und
vom
1.
Februar 2012
bis 31.
August 2016 bei der
B._
AG als Mensa
-M
it
arbeiterin angestellt (
Urk.
6/14,
Urk.
6/57). Im September 2013 meldete sie sich erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf seit Juli 2012 bestehende Handbeschwerden zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/6). Die IV-Stelle zog zur Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/7) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug
,
Urk. 6/14) bei und holte einen Berich
t der behandelnden Ärztin (Urk.
6/15,
Urk.
6/19) und der Arbeitgeberinnen (
Urk.
6/25-26) ein. Mit Verfügung vom 2
9.
August 2014 verneinte die IV-Stelle unter Hinweis auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie einen Invaliditätsgrad von 0
%
einen Leistungsanspruch (
Urk.
6/31).
1.2
Die Versicherte meldete sich am 1
1.
August 2015 (Eingangsdatum)
erneut
zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
6/32). Mit Verfügung vom 11.
Novem
ber 2015 trat die IV-Stelle auf das Le
istungsbegehren nicht ein (Urk.
6/40).
1.3
Am
8.
September 2016 meldete sich die Versicherte
ein weiteres Mal
bei der IV
Stelle zum Leistungsbezug an und machte seit Oktober 2015
aufgetretene
starke Schmerzen am gesamten Bewegungsapparat, Schlafstörungen und eine depressive Entwicklung respektive eine Verschlechterung des Gesundheits
zu
stands geltend (
Urk.
6/57). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
be
scheid vom
3.
November 2016 [
Urk.
6/63], Einwand vom 1
7.
November 2016 [
Urk.
6/64]) trat die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1.
März 2017 auf das Leistungs
begehren nicht ein (
Urk.
6/72 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
März 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die
Beschwerdegegnerin
anzuweisen, auf ihr Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Mai 2017 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 1
1.
Mai 2017 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV)
e
ine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung
ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE
109 V 108 E. 2b).
1.3
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
di
täts
grades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE
143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152).
1.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung
– da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich seit der letzten Verfügu
ng nicht wesentlich verändert. E
s liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor, weshalb auf die Neuanmeldung nicht eingetreten werde (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, seit der letzten materiellen Leistungsprüfung habe sich der Gesundheitszustand erheblich und anhaltend ver
schlechtert, was sich aus dem Bericht von
Dr.
C._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 1
0.
Januar 2017 ergebe (Urk. 1).
3.
3.1
Als Vergleichszeitpunkt massgebend ist
die
Verfügung vom 2
9.
August 2014
mit welcher ein
Leistungsanspruch
materiell geprüft und verweigert wurde
. Im Rahmen der ersten Neuanmeldung
vom 1
1.
August 2015
erfolgte keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung.
Vorliegend gilt es
deshalb
zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht hat, dass sich der Grad ihrer Invalidität seit dem Erlass der Verfügung vom 2
9.
August 2014 (Urk. 6/31) in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. E. 1.
3
).
3.2
3.2.1
Die Verfügung vom 2
9.
August 2014 basierte im Wesentlichen auf dem
Bericht von
Dr.
C._
vom 1
0.
März 2014 (
Urk.
6/19) zu Händen der Beschwerdegegnerin
, welchem folgende Diagnosen zu entnehmen sind (Urk.
6/19/6):
-
r
egredientes
neuropathisch anmutendes Schmerzsyndrom Hand links
-
MRI Hände b
eidseits
vom
8.
August
2013: Status nach Resektion des
Trapezium
mit postoperativen Veränderungen, deutliche
Tenosynovitis
I.
-IV. Strecksehnenfach
radialseits
akzentuiert,
Synovitis
radiocarpal
,
mediocarpal
und
CMC
I
bis III
-
n
eurologische und neurophysiologische Untersuchung vom
8.
August 20
13: Carpaltunnelsyndrom b
eidseits
, rechtsbetont
-
Status nach subperiostaler Resektion des Os
trapezium
mit Interposition der Sehnen des
Abductor
pollicis
longus
am 1
0.
April
2013 bei
Rhizarthrose
links
-
Dupuytren
-Kontrakturen
Dig
. III und IV Hand links
-
CTS-Syndrom beidseits, rechts mehr als links (neurologische und neuro
physiologische Untersuchung vom
8.
August 2013)
-
rezidivierendes
c
ervikobrachiales
Schmerzsyndrom links
-
Schmerzexazerbation
seit April 2013
-
Fehlstatik des Achsenskelettes; muskuläre
Dysbalanc
e
-
Verdacht auf
Epicondylopathia
humero-radialis
rechts
-
akute Unterschenkelschmerzen beidseits, EM Oktober 2013, unklarer Zuordnung
-
Differentialdiagnose: venöse Insuffizienz, muskulär, funktionell
Dem Bericht ist sodann zu entnehmen, seit der Operation am 1
0.
April 2013 sei es zu einer
Schmerzexazerbation
mit stechenden Schmerzen, im Verlaufe des Tages zunehmend sowie unter Belastung
gekommen
. Daneben habe ein mor
gendliches Steifigkeitsgefühl in der gesamten linken Hand bestanden. Die Beschwerdeführerin habe Mühe mit Einschlafen, gelegentlich komme es zu nächt
lichem Erwachen. Seit der Operation bestünden auch Ellbogen- und Schulter
schmerzen linksseitig. Eine Medikation mit
Miacalcic
Nasenspray habe nach vier Wochen wegen Nebenwirkungen sistiert werden müssen. Die Beschwerdeführerin führe zwei bis dreimal wöchentlich ergotherap
eutische Massnahmen durch (
Urk.
6/19/7).
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte der Uni
versitätsk
linik
D._
fest, als Mensa-Mitarbeiterin sei die Beschwerdeführerin vom 1
0.
April 2013 bis am
1.
September 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig
und
vom
2.
bis 2
9.
September 2013 betrage die Arbeitsunfähigkeit 70
%
. A
b
1.
O
ktober 2013 bestehe eine volle Arbeitstätigkeit
als Mensamitarbeiterin bei 50%iger Anstellung (
Urk.
6/19/7).
3.2.2
Die für den Regionalen Ärzt
l
ichen Dienst (RAD) tätige
E._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, hielt mit Stellungnahme vom 1
5.
April 2014 (
Urk.
6/30/3-4) fest, mit
telschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit ver
mehrten Anforderungen an die Greiffunktion und an die Kraft der Hände, insbesondere bei repetitiven Belastungen sowie mit Kälte-/Nässe-Exposition
,
soll
ten vermieden werden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien der Beschwer
deführerin körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüs
ten, ohne Heben und Tragen von L
asten und ohne Arbeiten mit
ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerk
zeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände
,
weiterhin zumutbar. Die Beschwerdeführerin sei in bisherige
r
Tätigkeit vom 1
0.
April 2013 bis
1.
September 2013 zu 100
%
, vom
2
.
September 2013 bis 3
0.
September 2013 zu 70
%
und ab dem
1.
Oktober 2013 zu 50
%
arbeitsunfähig zu erachten. In angepasster Tätigkeit gemäss Belastungsprofil sei eine Tätigkeit ab
1.
Oktob
er 2013 zu 100
%
zumutbar (Urk.
6/30/3).
3.3
3.3.1
Die Ärzte der Universitätsklinik
D._
, Abteilung Rheumatologie,
wo die Beschwerdeführerin vom 2
5.
April bis 1
4.
Mai 2016 hospitalisiert war,
hielten mit Bericht von 1
4.
Mai 2016 folgende Diagnosen fest (
Urk.
5/48/1-2):
-
multilokuläre
Arthralgien Hände, Arme,
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
beidseits
-
Differentialdiagnose:
Spondyloarthritis
(
SAPHO
,
ankylosierende
Spon
dylitis),
seronegative
rheumatoide Arthritis, Poncet-Syndrom
-
HLA-B27 positiv; Rheumafaktor, anti-CCP, ANA negativ
-
peripherer und axialer Befall
-
anamnestisch: Schmerzen Handgelenke beidseits, Ellbogen beidseits, rechts mehr als links, Schulter rechts, ISG-beidseits, links mehr als rechts, Hüfte und Knie beidseits, MTP beidseits
-
klinisch: Verdacht auf
Tenosynovitis
Flexorensehne
Dig
. IV links, Hyposensibilität vor allem
Dig
. IV und V, Handgelenk-Beweglichkeit symmetrisch
-
Bildgebung: Ultraschall Hände beidseits 1
5.
April 2015: Arthritis radio-
ulnocarpal
, Erguss um
Extensorensehnen
, ECU-Sehne rechts, Arthritis MCP I links, MRI Hände beidseits 2
9.
Juni 2015:
Rhizarthrose
rechts mit progredientem
intraossärem
Ganglion Basis Os Metacarpale I,
Tenosynovitis
der
Flexorensehnen
im Carpaltunnel sowie
Extensoren
sehnen
im
2.
und
4.
Strecksehnenfach, ECU-Sehne rechts,
regrediente
postoperative Veränderungen bei Status nach T
r
apezektomie links, postoperative Veränderungen im Carpaltunnel,
Tenosynovitis
der
Flexorensehnen
IV auf Höhe MCP links, keine Erosionen, Röntgen Hände
dorsopalmar
beidseits 1
5.
Juli 2015: keine
Chondrokalzinose
, keine entzündlichen Veränderungen, progrediente Irregularität der dis
talen Gelenkfläche des
Scaphoids
links, Röntgen Füsse
dorsopalmar
beidseits 1
5.
Juli 2015: keine entzündlichen Veränderungen, Röntgen Beckenübersicht
anterior
posterior
1
5.
Juli 2015:
Coxa
profunda
beid
seits, keine entzündlichen Veränderungen ISG beidseits
-
Labor: 2
1.
April 2015: ANA, Anti-Doppelstrang-AK, anti-CPP negativ, 2
2.
Dezember 2015: CRP, BSR normal, 3
0.
September 2015:
Quanti
ferontest
positiv, 1
5.
Juli 2015: CRP und BSR normal, Rheuma
faktor, anti-CCP, ANA, ANCA negativ, Proteinelektrophorese und Immun
fixation negativ, Status nach durchgemachtem
Parvovirus
B19-Infekt, Hepatitis B, C und
HIV negativ
,
Ferritin
284 μg/l, Vitamin B12 und
Folsäure
im Normbereich,
PCR
Chlamydia
trachomatis
und Gono
kokken negativ, Lues-Screening negativ
-
Medikation: Status nach peroralem Steroidstoss 8/15: kein Therapie
an
sprechen, Basismedikat
ion mit
Methotrexat
vom 25.
November 2015 bis 2
6.
Januar 2016; abgesetzt wegen Nebenwirkungen.
-
persistierendes
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits, EM 2013
-
Triggerpunkte
in der
Scapulamuskulatur
beidseits, rechtsbetont
-
Bildgebung: MRI HWS
8.
Juli 2015:
breitbasige
Bandscheiben
protru
sion
HWK
5/6 sowie
Uncovertebralarthrosen
beidseits mit konsekutiver Einengung der
Neuroforamina
beidseits und Kompression der Nerven
wurzeln C7
intraforaminal
beidseits
-
rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Bildgebung: MRI SIG und
STIR
thorakolumbaler
Übergang 2
3.
Oktober 2015:
fokales Knochenmarksödem im Os I
leum links angrenzend an das linke inferiore ISG, keine postentzündlichen Veränderungen, mul
tisegmentale degenerative Veränderungen LWK 2 bis LWK 5
-
Labor: 2
0.
Oktober 2015: HLA B27 positiv
-
Verdacht auf Kompressionsneuropathie
Sulcus
ulnaris
links postoperativ (neurologische und elektrophysiologische Untersuchung vom 2
8.
April 2015)
-
Status nach Carpaltunnelspaltung links 1
2.
März 2015
-
MRI-Ellbogen links vom 2
7.
Mai 2016: unauffälliger
Nervus
ulnaris
, kein akzessorischer Muskel
-
Status nach Resektion des
Trapezium
mit Interposition der Sehnen des Abduktor
pollicis
longus
am 1
0.
April 2013 bei
Rhizarthrose
links
-
Verdacht auf Reizung des
Nervus
ulnaris
rechts,
Schmerzexazerbation
seit Anfang Juni 2015
-
Verdacht auf Kompressionsneuropathie
Sulcus
ulnaris
links post
opera
tiv (neurologische und elektrophysiologische Untersuchung vom 2
8.
April 2015)
-
Harnwegsinfekt
-
Urikult
vom 1
8.
April 2016: Wachstum von
Pantoea
-
Nopil
forte vom 2
1.
bis 2
6.
April 2016
-
Augmentin
1g zweimal täglich vom 2
7.
April 2016 bis
3.
Mai 2016
-
Monuril
-Gabe einmalig
-
Verdacht auf
Vulvovaginale
Candidiasis
-
Gynoperavyl
vom 2
5.
bis 2
8.
April 2016
Dem Bericht kann sodann entnommen werden, bei in der Sonographie nachge
wiesenen Arthritiden und im linken ISG ersichtlichen möglichen entzündlichen Veränderungen seien die ASAS-Kriterien formal für eine axiale als auch peri
phere
Spondylarthropathie
erfüllt. In der klinischen Untersuchung seien zudem eine
Hyperostose
der Clavicula und des
SC-Gelenkes,
sonomorpho
l
ogisch
jedoch keine
Hinweise auf eine
e
ntzünd
l
iche Erkrankung (
zum Beispiel
SAPHO-Syndrom)
,
auf
gefallen
. Aufgrund der bestehenden
Hypästhesien
an den Händen beidseits sei eine neurophysiologische
Untersuchung veranlasst
worden
, in welcher keine Pathologien objektivierbar
gewesen seien
, insbesondere keine Hinweise für ein Karpaltunnelsyndrom oder
eine
Kompression des
Sulcus
ulnaris
der linken Seite. Auf Grund von
MR
-
t
omographisch beschriebenen
intraforaminalen
C7-Nerven
wurzelkompressionen
sei
zudem ein EMG der genannten Muskulatur
erfolgt
. Hier zeig
t
en sich keine Hinweise auf Pathologien.
I
n Anbetracht der aktuell vor
liegen
den Befunde
könne
von einem St
atus nach
Karpaltunnelsyndrom b
eid
seits
mit zudem
radikulärer
C7-Beteiligung gesprochen werden. Die
Beschwerde
führerin sei
in
einem
multimodale
n
Behandlungs
programm integriert
und erhalte Einzel
physiotherapie, MTT (medizinische Trainings
therapie). Begleitend seien passiv-
detonisierende
Massnahmen (Thermotherapie und
Massage)
erfolgt
, sowie eine
e
rgotherapeutische Betreuung mit dem Ziel der
Verbesserung der alltäglichen Funktionsfähigkeit und Koordina
tions
training.
Eine analgetische Therapie
sei
mit einem
NSAR
,
Metamizol
und Paracetamol etabliert
worden
. Nach inter
diszi
plinä
rer Besprechung
habe man
bei persistierendem erhöhtem Leidensdruck und mög
licher axiale
r
Beteiligung die Indikation für eine Basistherapie mit einem
TNF
-
A
lpha-Hemmer (
Certolizumab
/
Cimzia
) als gegeben
gesehen
. Bei positiven
Qu
a
ntiferontest
habe man
eine
tuberkulostatische
Therapie mit
Isoniacid
und Vitamin B6 für insgesamt 9 Monate
begonnen
. Die
Beschwerdeführerin habe
motiviert a
m
Therapieprogramm teil
genommen
und
habe
von den vermittelten
Copingstrategien
profitieren
können.
Unter etablierter Therapie
habe
nur eine leichte
Schmerzregredienz
erzielt
werden können,
mit zunehmende
m
Belastungs
aufbau. Die
Beschwerdeführerin
habe
sich
zufrieden
über
de
n
stationären Auf
enthalt
geäussert
und
habe
am 1
3.
Mai 20
16 in die häusliche Umgebung ent
lassen werden
können
(
Urk.
6/48/5).
3.3.2
Dem Bericht vom 1
0.
Januar 2017 v
on
Dr.
C._
, Universitätsklinik
D._
,
zu Händen der
pro
infirmis
(
Urk.
6/69
=
Urk.
3
) kann entnommen werden, seit Juni 2015 seien zusätzlich zu den Handgelenkschmerzen links nach CTS-Operat
ion am
5.
März 2015 Ellbogen-
und Schulterschmerzen rechts dazu
gekommen, seit August 2015 auch Hand- und Unterarm
-A
rthralgien beidseits mit regelmässigem nächtlichen Erwachen. Seit Oktober 2015 beklage die Beschwer
deführerin lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung
gluteal
links sowie neu aufge
tretene OSG-Beschwerden links. Ab Januar 2016 gebe sie auch Knieschmerzen b
eidseits an
. Aufgrund der deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustan
des mit Entwicklung von
multilokulären
Arthralgien sei vom 2
5.
April bis 1
4.
Mai 2016 eine stationäre multimodale Behandlung in der Akut-Rheumatologie im Hause durchgeführt worden. Vom November 2015 bis 2
6.
Januar 2016 sei eine
Basistherapie mit
Methotrexat
erfolgt, diese habe aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen. Nachfolgend sei eine
TNF
-Alpha-Basistherapie mit
Certolizumab
(
C
imzia
200mg sc., alle 14 Tage) vom 1
7.
Juni bis
5.
Dezember 2016 erfolgt. Diese sei wegen mangelnden Ansprechens wieder sistiert worden. Im Ganzkörper-MRI vom Juni 2016 hätten sich entzündliche Veränderungen im SC
Gelenk beidseits sowie möglicherweise
manubrio
-sternal sowie Signalaltera
tionen in den ISG beidseits gezeigt. Im MRI
der
Hände beidseits vom Juni 2015
hätten
sich entzündliche Veränderungen mit
Tenosynovitis
der
Flexorensehnen
im Carpaltunnel sowi
e
Extensorensehnen
im
2.
und 4.
Strecksehnenfach, ECU
Sehne rechts sowie
Flexorensehnen
IV auf Höhe MCP links nachweisen
lassen
. Die
multilokulären
Arthralgien seien am ehesten im Rahmen einer entzündlich-rheumatologischen Systemerkrankung im Sinne einer peripheren und axialen
Spondyloarthritis
, Differentialdiagnose:
seronegative
rheumatoide Arthritis, SAPHO-Syndrom zu interpretieren. Eine Basistherapie mit
Methotrexat
habe auf
grund von Nebenwirkungen abgesetzt werden müssen. Eine
sechs
monatige
TNF
-Alpha-
Hemmertherapie
mit
Cimzia
unter
Isoniazid
/Vitamin B6 bei latenter Tuberkulose sei wegen mangelnden Ansprechens gestoppt worden. Insgesamt sei es seit Anfang 2015 zu einer deutlichen Verschlechterung des Allge
mein
zustan
des der Beschwerdeführerin gekommen. In der rheuma
tologischen Polikli
nik sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei 60%igem Arbeits
pensum als Mensamitarbeiterin vom 1
7.
August 2015 bis 31.
August 2016 ausgestellt worden. Bei weiterer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes sowie noch nicht definitivem Anspre
chen der Basistherapie mit
TNF
-Alpha-
Hemmern
sei ab dem
1.
September 2016 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne repetitive Zwangshaltungen, ohne Überkopfbewegungen sowie ohne Heben von Lasten über 5kg ausgestellt worden (
Urk.
6/69/1-2).
4.
4.1
4.1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund der ihr im Verfü
gungszeitpunkt vorliegenden Beurteilungen zu Recht angenommen hat, eine Ver
änderung des Gesundheitszustandes seit dem
2
9.
August 2014
sei nicht glaubhaft gemacht worden, oder ob sie auf das Gesuch hätte eintreten müssen.
4.1.2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt
sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 1
30 V 64 ff. E.
5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhalts-änderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden
rente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom 7. April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.3.2).
4.1.3
Die Verwaltung verfügt bei der Beurteilung der
Eintretensvoraussetzung
nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV über einen gewissen Spielraum. So
wird
sie namentlich berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und an die Glaubhaftmachung dementsprechend mehr oder weniger hohe Anforderungen
stellen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_531/2013 vom 10. Juni 2014 E. 4.1.2).
4.1.4
Vorliegend liegen zwischen den – der Verfügung vom 2
9.
August 2014 zugrun
deliegenden – Berichten von
Dr.
C._
vom
März 2014
(vgl.
E.
3.2.1
) und den die Neuanmeldung stützenden ärztlichen Berichte
n
von
Mai 2016 (E.
3.3.1) und Januar 2017 (E. 3.3.2)
gute zwei bis knapp drei Jahre
, was
weder für noch gegen
allzu hohe Anforderungen an das Glaubhaftmachen spricht (vgl.
Urteil des Bundesgerichtes 9C_286/2009 vom 28. Mai 2009 E. 3.2.3).
4.2
Ein Vergleich mit der der Verfügung vom 2
9.
August 2014 zugrunde liegenden Sachlage ergibt, dass zusätzlich zu den
bisherigen Beschwerden –
den
Hand
ge
lenks
schmerzen links
, dem beidseit
i
gen CTS-Syndrom, den
(persistierenden)
rezidivierenden
cervikobrachialen
Schmerzen links und den akuten Unter
schenk
el
schmerzen beidseits
–
neu
Ellbogen- und Schulterschmerzen
und seit Juni 2015 zusätzlich Hand- und Unterarm-Arthralgien beidseits, seit Oktober lumbale Schmerzen und OSG-Beschwerden sowie ab Januar 2016 Knieschmerzen aufgetreten sind
. Aufgrund der neu hinzu
gekommenen
multilokulären
Arthral
gien wurde
n
eine stationäre multi
modale Behandlung in der Akut-Rheumatologie und
zwei verschiedene
Basis
therapie
n
durchgeführt
(vgl. auch E.
3.3.1)
.
Das Ganzkörper-MRI vom Juni 2016
zeigte zudem entzündliche Veränderungen im SC-Gelenk und
Signalal
te
rationen in den ISG
. Das Hände-MRI zeigte entzündli
che Veränderungen in den Händen beidseits. Dr.
C._
konnte die
mul
tilokulären
Arthralgien am ehesten im Rahmen einer entzündlich-rheumatologi
schen Systemerkrankung
im Sinne einer
Spondyloarthritis
erklären (E.3.3.2
).
Eine hinzugetretene Diagnose
stellt zwar nicht per se einen Revisionsgrund dar, da damit das quantitative Element der erheblichen Gesundheitsverschlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist.
Aufgrund dieser zusätzlichen Diagnose
(
Spondyloarthritis
)
, den entzündlichen Veränderungen
und den
multilokulär
auf
tretenden Schmerzen kann
aber
nicht von vornherein verneint werden, dass sich der somatische Zustand der Beschwerdeführerin
erheblich
verschlechtert hat
.
Dr.
C._
hielt denn auch eine
deutliche Verschlechterung des Allge
mein
zustands
fest
und attestierte eine
lediglich
50-60%ige Arbeitsfähigkeit mit Tendenz zur Verschlechterung bis zur 80%gen Arbeitsunfähigkeit (E. 3.3.2).
4.3
Nach dem Gesagten bestehen zumindest gewisse Anhaltspunkte für eine mögliche versicherungsmedizinisch relevante Verschlechterung, was zur Glaubhaft
ma
chung ausreicht (vgl. E. 1.4 und E. 4.1.2). Die Beschwerdegegnerin ist somit auf die Neuanmeldung zu Unrecht nicht eingetreten, weshalb die Beschwerde gutzu
heissen und die Sache zur materiellen Beurteilung an sie zurückzuweisen ist.
5.
5.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Der Beschwerdeführerin ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen, da ihr Arbeitsaufwand und ihre Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat.