Decision ID: 09c6e08c-d9e4-4e2d-89f1-792009053c74
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
Die am 30. April 1965 geborene A._ (nachfolgend: die Versicherte) meldete sich
am 1. Dezember 2017 bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-
act. 6). Die Versicherte war seit dem 1. Februar 2005 in einem 100 %-Pensum als
Maschinenbedienerin bei der C._ tätig (IV-act. 12). Seit dem 25. August 2017 bezog
sie Krankentaggeld wegen Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 15). Mit Mitteilung vom 7. März
2019 wurde der Anspruch auf berufliche Massnahmen nach medizinischen sowie
beruflichen Abklärungen mangels Eingliederungspotential abgewiesen und die
Rentenprüfung eingeleitet (IV-act. 47; Feststellungsblatt berufliche Massnahmen vom
7. März 2019, IV-act. 46).
A.a.
Am 5. Februar 2020 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch die ABI
Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend ABI) polydisziplinär bzw.
allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumatologisch begutachtet. Als
Gesundheitsschäden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die
Gutachter (verkürzte Wiedergabe) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Hypermobilität (ICD-10
M35.7), ein chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10
A.b.
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B.
M54.5), ein Belastungsdefizit der linken Schulter (ICD-10 M75.8), eine koronare
Herzkrankheit (ICD-10 I25.1) sowie eine periphere arterielle Verschlusskrankheit
beidseits (ICD-10 170.2; Gutachten vom 7. April 2020, IV-act. 76-8 f.).
Zusammengefasst könne aus polydisziplinärer Sicht eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine Arbeits- respektive
Leistungsfähigkeit von 50 % in adaptierten Tätigkeiten festgestellt werden (IV-act.
76-10 f.).
RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt für innere Medizin, nahm am 8. Juni 2020
Stellung, insgesamt könne auf das ABI-Gutachten abgestellt werden, zumal die Stan
dardindikatoren gemäss dem Bundesgerichtsurteil vom 3. Juni 2015 berücksichtigt
worden und eine konsensuell bearbeitete Beantwortung der
versicherungsmedizinischen Fragen klar ersichtlich sei (IV-act. 79).
A.c.
Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer halben IV-Rente ab 1. August 2018 bei einem Invaliditätsgrad von
58 % (Valideneinkommen Fr. 63'739.--, Invalideneinkommen Fr. 26'897.--,
Erwerbseinbusse Fr. 36'843.--) in Aussicht (IV-act. 83) und erliess am 7. Oktober 2020
eine Verfügung im Sinne des Vorbescheids. Um Verzögerungen zu verhindern, werde
die laufende IV-Rente ab 1. November 2020 vorgängig ausbezahlt. Die rückwirkende
Verfügung erhalte die Versicherte später (IV-act. 90).
A.d.
Gegen diese Verfügung lässt die A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner, am 9. November 2020 Beschwerde
erheben. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Zusprache von mindestens einer Dreiviertelsrente, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Aus Sicht der
Beschwerdeführerin bestünden aufgrund des im Gutachten beschriebenen
Anforderungs- und Belastungsprofils verschiedene Einschränkungen, die mit Sicherheit
einen Tabellenlohnabzug von mindestens 15 % begründen könnten. Aufgrund aller
abzugswürdiger Merkmale "körperlich leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit;
Wechselbelastung; Tätigkeit ohne Einnahme von wirbelsäulenbelastenden
Zwangshaltungen; Arbeiten ohne mit dem linken Arm über der Horizontalen; kein hoher
B.a.
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Leistungsdruck; Alter, Teilzeitarbeit; ein neues Tätigkeitsgebiet, usw." erscheine ein
Tabellenlohnabzug von total 20 % als angemessen. Aus dem Vergleich von Validen-
und Invalideneinkommen gemäss Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. Oktober
2020 resultiere mit einem Tabellenlohnabzug von 20 % ein IV-Grad von rund 66 %.
Damit habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der IV (act.
G1).
Mit weiterer Beschwerde vom 10. Dezember 2020 wurde auch die
zwischenzeitlich erlassene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. November
2020 angefochten. Darin folgte die Zusprache der halben IV-Rente mit Wirkung ab 1.
August 2018 bis 31. Oktober 2020 (act. G4.2). Die Beschwerdeführerin beantragte auch
die Aufhebung dieser Verfügung, die Ausrichtung von mindestens einer
Dreiviertelsrente sowie die Vereinigung der beiden hängigen Beschwerdeverfahren (act.
G4). Am 16. Dezember 2020 teilte das Versicherungsgericht St. Gallen mit, dass die
zweite Verfügung aufgrund des einheitlichen Rechtsverhältnisses als mitangefochten
gelte (act. G5).
B.b.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2021 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und verweist auf die einschlägige
Rechtsprechung. Die qualitativen Einschränkungen begründeten keinen
Tabellenlohnabzug bzw. seien bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt.
Auch ein Abzug wegen absehbarer Abwesenheiten oder Schwankungen der
Leistungsfähigkeit sowie ein Teilzeitabzug liessen sich nicht rechtfertigen.
Insbesondere die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass sie bei Bedarf keinen
anderen Arbeitsplatz besetzen könne, da dieser angepasst sein müsse, sei nicht
nachvollziehbar. Denn ein Arbeitgeber dürfe seine Arbeitnehmenden nicht ohne
Weiteres einer anderen Funktion zuführen und der Beschwerdeführerin stehe mit ihrem
Belastungsprofil auch ein genügend breites Spektrum an Tätigkeiten auch innerhalb
eines Unternehmens offen (act. G6).
B.c.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G8).B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der
Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 7. Oktober und
11. November 2020) eingetretenen Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die
bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit weiteren Hinweisen).
2.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
2.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.2.
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3.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das polydisziplinäre
Gutachten des ABI vom 7. April 2020 (IV-act. 76). Nachfolgend ist zu prüfen, ob dieses
beweistauglich ist und von einer 50 %-Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen werden darf.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 99 E. 4; BGE 125 V 261 E. 4, je mit Hinweisen).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson
begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; BGE 125 V 352 E. 3a, je mit Hinweis). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens nach Art. 44 ATSG
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 135 V 465
E. 4.4).
2.3.
Vorliegend diagnostizierte der allgemeininternistische Gutachter als Krankheiten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Herzkrankheit (ICD-10 I25.1),
eine arterielle Hypertonie (ICD-10 I10) sowie eine periphere arterielle
Verschlusskrankheit beidseits (ICD-10 I70.2). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit stellte er einen Diabetes mellitus Typ II (ICD-10 E11.9), chronischen
Nikotinabusus (ICD-10 F17.1), eine Hypercholesterinämie (ICD-10 E78.0) sowie eine
rezidivierende Gastritis (ICD-10 K29) fest (IV-act. 76-27). Er führte aus, mit Blick auf die
gesundheitliche und berufliche Entwicklung seien für die Beschwerdeführerin die
Ganzkörperschmerzen vordergründig. Aus allgemeininternistischer Sicht könne
retrospektiv betrachtet die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die oben
genannten Diagnosen durchaus nachvollzogen werden. Die Beschwerdeführerin werde
3.1.
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angemessen medikamentös behandelt. Seit der Stent-Implantation im Mai 2018 könne
retrospektiv gesehen von einer Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwer belastende
Tätigkeiten ausgegangen werden. Seit der Krankschreibung im August 2017 bestehe
zudem aufgrund der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten, praktisch ausschliesslich stehend zu
verrichtenden Tätigkeit als Maschinenbedienerin. Die durchgeführten medizinischen
Behandlungen beurteilte der Gutachter auch alle als adäquat. Die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit der Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit sei jedoch nicht
eingeschränkt, solange es sich um eine körperlich leichte bis intermittierend
mittelschwere, wechselnd sitzend, stehend, gehend zu verrichtende Tätigkeit handle.
Die geschätzte Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt,
bezogen auf ein Vollzeitpensum, betrage 100 % (IV-act. 76-24 ff.). Diese Einschätzung
basiert auf den durch die Behandler erhobenen Befunden und gestellten Diagnosen
(vgl. etwa Bericht des Spitals Flawil betreffend die kardiologische Konsultation vom
31. Januar 2019, IV-act. 76-118 ff., sowie den Bericht der Klinik für Angiologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 18. Dezember 2018, IV-act. 76-127 ff.).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10 F33.1), und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) festgestellt. Der Gutachter befand, die
Beschwerdeführerin leide unter chronischen Schmerzen und fühle sich durch die
Schmerzen stärker beeinträchtigt, als dass es durch die somatischen Befunde
objektiviert werden könne. Zudem leide sie unter depressiven Verstimmungen,
Antriebsverminderung und Freudlosigkeit und sei belastet durch ihre finanziellen
Sorgen. Sie sehe sich nicht mehr als arbeitsfähig und ihre Depression sei mittelgradig
ausgeprägt. Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit habe ein
hoher Arbeitsdruck bestanden. Die Beschwerdeführerin habe im Schichtdienst mit
wenigen Pausen gearbeitet und sei einem grossen Leistungsdruck ausgesetzt
gewesen. In dieser Tätigkeit könne sie nur noch während drei bis vier Arbeitsstunden
anwesend sein. Daher werde die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf 40 %
geschätzt. Während dieser Anwesenheitszeit sei die Leistungsfähigkeit aufgrund der
Depression und der Schmerzstörung eingeschränkt. Eine der Behinderung optimal
angepasste Tätigkeit sei eine Tätigkeit, bei der sie keinem hohen Leistungsdruck
ausgesetzt sei. In einer solchen Tätigkeit sei eine Präsenz von fünf bis sechs Stunden
möglich und die Arbeitsfähigkeit könne auf 50 % geschätzt werden, wobei die
Leistungsfähigkeit auch hier aufgrund der Depression und der Schmerzstörung
beeinträchtigt sei (IV-act. 76-31 ff.). Der Gutachter führte nachvollziehbar aus, dass und
3.2.
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weshalb die depressive Episode nicht schwer ausgeprägt sei und keine
posttraumatische Belastungsstörung vorliege (IV-act. 76-36 f.).
Die rheumatologische Gutachterin hielt als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Hypermobilität (ICD-10 M35.7), ein chronisches
thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) und ein
Belastungsdefizit der linken Schulter (ICD-10 M75.8) fest. Als rheumatologische
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien das chronische
zervikospondylogene Schmerzsyndrom (ICD 10-M53.1), der Status nach operativ
versorgter Femurfraktur rechts (ICD-10 S72.9) sowie das generalisierte multilokuläre
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9) zu nennen (IV-act. 76-45). Die Gutachterin legte dar,
auffällig bei der klinischen Untersuchung sei eine allgemeine Hypermobilität mit
Überstreckbarkeit der Gelenke gewesen. Bedingt hierdurch könne es bei nur
ungenügender muskulärer Stabilisierung immer wieder zu Überlastungserscheinungen
im Bereich der peripheren Gelenke und zur Blockierungen im Wirbelsäulenbereich
kommen. Ein Teil der von der Versicherten angegebenen Rücken- und Gelenk
beschwerden lasse sich hierauf zurückführen. Bisherige Behandlungen und
Abklärungen beurteilte die Gutachterin des Weiteren als sinnvoll und angemessen. Für
die von Seiten des Bewegungsapparates her geklagten Schmerzen und
Funktionseinschränkungen finde sich nur zum Teil ein entsprechendes
morphologisches Korrelat. Mit Blick auf Konsistenz und Plausibilität in der
Untersuchungssituation hielt sie zudem Diskrepanzen zwischen den Einschränkungen
im Rahmen der Untersuchungssituation und der deutlich besseren Beweglichkeit bei
unbewussten Bewegungen der Versicherten fest. Bis auf die allgemeine Hypermobilität
und eine Minderbelastbarkeit der linken Schulter und der Wirbelsäule würden der
Versicherten aus rein rheumatologischer Sicht sämtliche Fähigkeiten und Ressourcen
zur Verfügung stehen, die zur Ausübung einer adaptierten Tätigkeit erforderlich seien.
Gemäss Arbeitsplatzbeschreibung gehe die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der
Versicherten als Maschinenbedienerin über das zumutbare Leistungsprofil zwar hinaus.
Eine adaptierte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin hingegen vollschichtig, das heisst
in einem 100 %-Pensum, zumutbar. Es müsse sich um eine leichte bis selten
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Einnahme von
wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen und ohne Arbeiten mit dem linken Arm über
der Horizontalen handeln (IV-act. 76- 40 ff.). Die rheumatologische Gutachterin traf
diese Einschätzung in bewusster leichter und zudem interdisziplinär nicht relevanter
Abweichung vom Vorgutachten von Dr. E._ (Fremdakten, act. 4-70). Auch die
Berichte zur Behandlung des Schmerzsyndroms, die keine Arbeitsfähigkeitsschätzung
enthalten, weisen nicht auf von der Gutachterin nicht berücksichtigte objektive Aspekte
3.3.
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4.
Die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit wird von der Beschwerdeführerin nicht
bestritten. Zusammengefasst und mit Blick auf die geltende Rechtsprechung, ihr Alter,
die dokumentierten Einschränkungen und das gutachterlich festgelegte Adaptionsprofil
sind auch keine Gründe ersichtlich, die eine Arbeitstätigkeit im Rahmen des
anwendbaren, hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkts als unzumutbar erscheinen
lassen würden. Daher ist von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 50 % der
Beschwerdeführerin auszugehen.
5.
Zu prüfen bleibt damit der Invaliditätsgrad im Rahmen eines Einkommensvergleichs.
Die von der Beschwerdegegnerin festgelegten Werte wurden von der
hin (Berichte des Spitals Flawil vom 2. Oktober 2019, IV-act. 76-30, und des
Schmerzzentrums des KSSG vom 24. Juni 2019, IV-act. 76-96 ff., vom 1. Juli 2019, IV-
act. 65-1 ff. und vom 21. August 2019, IV-act. 76-102 ff.).
Im polydisziplinären Konsens hielten die Gutachter in Würdigung der
Feststellungen in den einzelnen Disziplinen fest, dass seit August 2017 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und seit September
2017 über die Zeit gemittelt eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 50 % in
adaptierten Tätigkeiten festgestellt werden könne. Die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit sei in erster Linie durch die somatischen Diagnosen
begründet. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in körperlich adaptierten Tätigkeiten
bestehe aufgrund der psychiatrischen Einschränkungen (IV-act. 76-10 f.).
3.4.
Bei der Würdigung der polydisziplinären Beurteilung fällt ins Gewicht, dass sie je
Disziplin auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der
Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die
medizinischen Befunde sowie die die Arbeitsfähigkeit betreffenden Schlussfolgerungen
der Gutachter erscheinen nachvollziehbar und schlüssig. Des Weiteren bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären. Die Beweistauglichkeit des Gutachtens wird von der Beschwerdeführerin auch
nicht bestritten. Zusammenfassend kann daher auf das Ergebnis des polydisziplinären
Gutachtens des ABI abgestellt und von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in
leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen werden.
3.5.
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Beschwerdeführerin zwar nicht beanstandet, jedoch ist ihre Richtigkeit im Folgenden
kurz zu prüfen.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden
(Urteil des Bundesgerichts vom 11. September 2015, 9C_526/2015, E. 3.2.1 mit
Hinweis). Der Rentenbeginn ist vorliegend in Beachtung des Zeitpunkts der IV-
Anmeldung bzw. des Wartejahres korrekt und unbestritten auf den 1. August 2018
festgelegt worden. Demnach sind die Einkommen auf der Basis der Zahlen für das Jahr
2018 zu vergleichen.
5.1.
Als Valideneinkommen gilt dasjenige Einkommen, das die versicherte Person im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten
und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ohne die Gesundheitsschädigung erzielt hätte. Für die Ermittlung
des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung im angestammten Bereich erzielten, allenfalls der Teuerung
und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2019,
9C_355/2019, E. 3.1.1 sowie vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit
weiteren Verweisen). Erzielt eine versicherte Person aufgrund invaliditätsfremder
Faktoren lediglich ein geringes Einkommen und ist aufgrund der gesamten Umstände
anzunehmen, sie hätte sich als Gesunde voraussichtlich dauerhaft aus freien Stücken
mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit begnügt, ist auf das erzielte Einkommen
abzustellen, es sei denn, dieses sei weit unterdurchschnittlich, nicht existenzsichernd
und die versicherte Person verfüge über kein Vermögen zur Bestreitung des
Lebensunterhalts (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2009, 9C_409/2009,
E. 3.1; U. Meyer/ M. Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art.
28a, N 71; BGE 125 V 157 E. 5c/bb). Vorliegend hatte die Beschwerdeführerin
5.2.
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6.
unmittelbar vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Maschinenbedienerin in einem
100 %-Pensum zuletzt zu einem Monatslohn von Fr. 4'903.- (Arbeitgeberbericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 13. Dezember 2017, IV-act. 12) gearbeitet. Da
bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 der Gesundheitsschaden eintrat und nebst
dem Grundlohn Zulagen, Prämien und der 13. Monatslohn für die Bemessung des
Valideneinkommens zu berücksichtigen sind, ist für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf den der Nominallohnentwicklung bis zum massgeblichen Jahr
2018 angepassten Durchschnittslohn der Jahre 2014 bis 2016 gemäss dem Auszug
aus dem individuellen Konto (IK; IV-act. 11) abzustellen. Die Aufrechnung folgt dem
Schweizerischen Lohnindex des Bundeamtes für Statistik (BFS), T 39, Indices Frauen.
Für das Jahr 2014 lässt sich so ein Einkommen von Fr. 65'239.-- (Fr. 63'830.-- : 2673 x
2732), für das Jahr 2015 von Fr. 64'655.-- (Fr. 63'566.-- : 2686 x 2732) und für das Jahr
2016 von Fr. 64'610.-- (Fr. 64'066.-- : 2709 x 2732) errechnen, womit sich ein
Durchschnitt und somit Valideneinkommen von Fr. 64'834.-- ergibt.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint,
gilt grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2018, 9C_752/2017, E. 3.1). Da die
Beschwerdeführerin seit dem 25. August 2017 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht
(IV-act. 1), hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Lohnstrukturerhebung (LSE)
des BFS abgestellt. Gemäss TA1, 2018, Total Frauen, Total, Kompetenzniveau 1,
beträgt der durchschnittliche Monatslohn Fr. 54'681.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV,
Ausgabe 2022, Anhang 2, S. 278). Entsprechend der 50%igen Arbeitsfähigkeit beträgt
es vorliegend Fr. 27'341.--.
5.3.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von Lohnstatistiken wie LSE
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert bzw. der Tabellenlohn gegebenenfalls
zu kürzen (sog. Tabellenlohnabzug). Damit soll der Tatsache Rechnung getragen
6.1.
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werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Je nach
Ausprägung dieser Faktoren kann die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht
automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen
(BGE 146 V 16, E. 4.1 mit Hinweisen). Soweit gesundheitliche Merkmale, insbesondere
Art und Ausmass der Behinderung, betroffen sind, wird geprüft, ob verglichen mit
einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen
für eine Anstellung bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020,
8C_151/2020, E. 6.2).
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin keinen
Tabellenlohnabzug gewährt (IV-act. 81). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
macht dagegen geltend, dass aufgrund abzugswürdiger Merkmale ein
Tabellenlohnabzug von total 20 % angemessen sei. Zur Begründung verweist er im
Wesentlichen auf das durch verschiedene Einschränkungen geschmälerte
Zumutbarkeitsprofil gemäss dem ABI-Gutachten. Aus Sicht des psychiatrischen
Gutachters kann die Beschwerdeführerin bei einer Anwesenheit von fünf bis sechs
Stunden (entsprechend einem Pensum von etwa 65 %) täglich eine Leistung von 50 %
erbringen (vgl. IV-act. 76-38). Einem potentiellen Arbeitgeber entsteht dadurch ein
finanzieller Nachteil, dass der Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin nicht in gleichem
Ausmass durch weitere Arbeitnehmende genutzt werden könnte, wie wenn die
Beschwerdeführerin ihr 50%iges Rendement während einer ebenfalls 50%igen
Anwesenheit erbringen könnte. Es liegt somit eine in der medizinischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung noch nicht berücksichtigte Einbusse des Rendements vor,
das sich wie ein zusätzlicher Pausenbedarf auswirkt. Dies rechtfertigt einen
Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil vom 14. Oktober 2019, 9C_400/2019, E. 5.1 und 5.4).
Das rheumatologische Adaptationsprofil verlangt eine leichte bis selten mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und
Arbeiten mit dem linken Arm über der Horizontalen (IV-act. 76-49). Es besteht somit
zusätzlich zur körperlichen Schwere der zumutbaren Arbeit eine Einschränkung in
Bezug auf die linke Schulter. Insgesamt erscheint ein leidensbedingter Abzug vom
Tabellenlohn von 10 % begründet.
6.2.
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7.
Die von der Beschwerdeführerin angeführten weiteren Gründe für einen
Tabellenlohnabzug - das fortgeschrittene Alter, lediglich teilzeitliche Anwesenheit,
langjährige Anstellung bei der letzten Arbeitgeberin, die Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen, Unfähigkeit, Überstunden zu leisten, fehlende Flexibilität, Bedarf
nach besonderer Rücksichtnahme - sind grundsätzlich nicht abzugsrelevant (BGE 146
V 26 E. 7.2.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 25. Juni 2012;
9C_382/2012, E. 3.2.2, vom 28. August 2019, 9C_407/2019, E. 4.4.3 sowie vom 30.
April 2019 8C_799/2018, E. 4.4 mit Hinweisen). Insbesondere für einen Teilzeitabzug
zusätzlich zum vorstehend beschriebenen Abzug wegen vermehrtem Pausenbedarf
besteht keine Grundlage (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2012,
8C_712/2012, E. 4.2.2 vgl. auch LSE des BFS, T18, wonach vollzeitlich arbeitende
Frauen ohne Kaderfunktion durchschnittlich Fr. 5'487.-- und bei einem Pensum von
50 % bis 74 % hochgerechnet auf ein Vollpensum gar Fr. 6'000.-- verdienen). Dies
entspricht im Übrigen auch dem seit 1. Januar 2022 in Kraft stehenden, hier zwar noch
nicht anwendbaren Art. 26 Abs. 3 IVV, wonach ein Tabellenlohnabzug von 10 %
erfolgt, wenn die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Absatz 1 von 50 % oder weniger tätig
sein kann.
6.3.
bis
bis
Somit bleibt es beim Tabellenlohnabzug von 10 %. Folglich beläuft sich das
Invalideneinkommen auf Fr. 24'606.-- (50 % x Fr. 54'681.-- x 0,9; vgl. E. 5.3). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 64'610.-- (E. 5.2) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet
62 %. Die Beschwerdeführerin hat damit mit Wirkung ab 1. August 2018 (Ablauf des
Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Dies
würde sich selbst bei Gewährung des höchstmöglichen Tabellenlohnabzugs von 25 %
nicht ändern (resultierender Invaliditätsgrad 68 %).
6.4.
In Gutheissung der Beschwerde sind die Verfügungen vom 7. Oktober und
11. November 2020 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August
2018 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
7.2.
bis
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