Decision ID: 28f4db93-2c4c-5200-93dd-eaaf9dd20206
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin reiste gemäss ihren Angaben am (...) November
2021 in die Schweiz ein und stellte am gleichen Tag ein Asylgesuch. Ein
Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank Eurodac ergab
in der Folge, dass sie bereits Asylgesuche in Rumänien und Griechenland
gestellt hatte.
B.
Am 17. November 2021 wurden die Personalien der Beschwerdeführerin
aufgenommen. Am 25. November 2021 führte das SEM mit ihr das persön-
liche Gespräch nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europä-
ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO bzw. Dublin-Gespräch). Dabei gewährte ihr
das SEM das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Rumäni-
ens für die Behandlung des Asylgesuchs und fragte sie nach allfälligen ge-
sundheitlichen Einschränkungen. Die Beschwerdeführerin führt dabei aus,
sie sei weniger als ein Monat lang in Rumänien geblieben und sei in dieser
Zeit nicht zu ihren Asylgründen angehört worden. Die Asyl-Unterkunft sei
sehr schlecht gewesen. Sie sei dort krank geworden, habe aber in Rumä-
nien keine angemessene medizinische Behandlung – und auch kaum fi-
nanzielle Unterstützung für den Kauf von Lebensmitteln – erhalten. In die
Schweiz sei sie auch deshalb gekommen, weil ihr Cousin, mit dem sie seit
vier Jahren verlobt sei, im Kanton B._ mit einer Aufenthaltsbewilli-
gung lebe; er sei schon vor etwa sieben Jahren in die Schweiz gekommen,
und sie hätten regelmässig telefonisch miteinander kommuniziert. Nach ih-
rem Gesundheitszustand befragt, erwähnte die Beschwerdeführerin Be-
schwerden mit den Nieren und dauernde Kopfschmerzen (sowie eine ver-
stopfte Nase); der zugewiesene Rechtsvertreter stellte einen Antrag auf
Abklärung des medizinischen Sachverhalts.
C.
Gestützt auf das Ergebnis des Eurodac-Abgleichs ersuchte das SEM am
17. November 2021 die rumänischen Behörden um Wiederaufnahme der
Beschwerdeführerin gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Mit Erklä-
rung vom 26. November 2021 hiessen diese das Übernahmeersuchen gut.
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Gleichzeitig informierten sie das SEM dahingehend, dass die Beschwerde-
führerin am 5. September 2021 in Rumänien ein Asylgesuch gestellt habe,
welches noch in Bearbeitung sei.
D.
Mit Eingabe des Partners der Beschwerdeführerin an das SEM vom
18. November 2021 bestätigte dieser unter anderem das von ihr geltend
gemachte Verlobungsverhältnis.
E.
Mit Verfügung vom 30. November 2021 (eröffnet am folgenden Tag) trat die
Vorinstanz auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete
deren Überstellung nach Rumänien an und forderte sie auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Zudem stellte sie
fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine auf-
schiebende Wirkung zu.
F.
Am 8. Dezember 2021 liess die Beschwerdeführerin beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde gegen diesen Nichteintretensentscheid des SEM
einlegen. Sie beantragte, es sei die Verfügung der Vorinstanz vom 30. No-
vember 2021 vollständig aufzuheben und das SEM anzuweisen, auf ihr
Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren
durchzuführen; eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vollständig
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, der Beschwerde sei
die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien mit
einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme unverzüglich anzu-
weisen, von ihrer Überstellung nach Rumänien abzusehen, bis das Bun-
desverwaltungsgericht über die aufschiebende Wirkung entschieden habe.
Ausserdem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
G.
Am 9. Dezember 2021 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-
rischen Vollzugsstopp an; gleichentags lagen die vorinstanzlichen Akten
dem Bundesverwaltungsgericht in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109
Abs. 3 AsylG).
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Seite 4

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von
Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-
ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet
auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).
1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG)
und ohne Durchführung eines Schriftenwechsels zu behandeln ist, wobei
der Entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2
AsylG).
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Seite 5
3.
3.1 In formeller Hinsicht wird gerügt, das SEM habe in mehrfacher Hinsicht
seine Pflicht zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsermittlung sowie
seine Begründungspflicht – und damit auch den Anspruch der Beschwer-
deführerin auf rechtliches Gehör – verletzt (vgl. Beschwerde S. 5 ff.).
3.1.1 Dazu wurde einerseits geltend gemacht, das SEM habe sich in seiner
Verfügung nicht ansatzweise mit der aktuellen Berichterstattung über die
schwierige Situation der Asylsuchenden in Rumänien auseinandergesetzt.
Es wäre gehalten gewesen auf der Grundlage der heute vorliegenden
Erkenntnisse zu überprüfen, ob in Rumänien für Asylsuchende generell die
Gefahr einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung bestehe.
3.1.2 Zudem habe die Beschwerdeführerin im Dublin-Gespräch verschie-
dene gesundheitliche Probleme beschrieben (anhaltende Kopfschmerzen,
Nieren- und Atemwegsprobleme). Soweit die Vorinstanz in ihrem Entscheid
festhalte, es ergebe sich aus den Akten nicht, dass sie unter gesundheitli-
chen Problemen leide, sei dies unverständlich und aktenwidrig. Auf der Ba-
sis dieser falschen Schlussfolgerung habe das SEM auch die Prüfung un-
terlassen, ob die von der Beschwerdeführerin konkret benötigte medizini-
sche Versorgung in Rumänien gewährleistet wäre.
3.1.3 Das SEM habe auch die seit vier Jahren bestehende Verlobung der
Beschwerdeführerin nicht genügend berücksichtigt. Gegenüber der
Rechtsvertretung habe die Beschwerdeführerin erwähnt, dass das afgha-
nische Heiratsritual mit ihrem Partner durchgeführt worden sei und die bei-
den Partner trotz der Distanz ein sehr enges Verhältnis und ihre Beziehung
durch regelmässigen Telefonkontakte gepflegt hätten. Seit die Beschwer-
deführerin in der Schweiz sei, hätten sie sich jedes Wochenende getroffen
und ihr Verlobter nutzte jede Möglichkeit, sie zu sehen. Aus dieser Be-
schreibung gehe hervor, dass von einer gefestigten Beziehung ausgegan-
gen werden müsse. Dementsprechend hätte das SEM in seinem Entscheid
insbesondere die Bestimmung von Art. 8 EMRK berücksichtigen müssen.
3.1.4 Schliesslich lasse die angefochtene Verfügung auch die gebotene Er-
messensprüfung bei der Beurteilung der Frage, ob anstelle der Überstel-
lung nach Rumänien nicht ein humanitärer Selbsteintritt angezeigt gewe-
sen wäre, vermissen.
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3.2 Nach Durchsicht der Vorakten ist zu diesen formellen Rügen folgendes
festzuhalten:
3.3
3.3.1 Anlässlich des Dublin-Gesprächs gab die Beschwerdeführerin an, sie
habe eine Niereninfektion sowie Kopfschmerzen und ihre Nase sei ver-
stopft, so dass sie Mühe mit der Atmung habe, wenn sie eine Schutzmaske
tragen müsse. Bei der Medic-Help habe sie sich bisher nur wegen der
starken Kopfschmerzen, unter denen sie schon in Afghanistan gelitten
habe, gemeldet und Tabletten erhalten. Die SEM-Befragerin forderte die
Beschwerdeführerin dazu auf, wegen ihrer Gesundheitsbeschwerden beim
Pflegedienst vorzusprechen. Am 30. November 2021 erkundigte sich das
SEM per E-Mail bei der medizinischen Pflege nach einer medizinischen
Behandlung der Beschwerdeführerin und allfälligen Arztberichten oder me-
dizinischen Datenblättern (vgl. SEM, act. A25/1). Die Antwort der Bereichs-
leitung Medic-Help vom 1. Dezember 2021 lautete wie folgt: "Diese [Asyl-
suchende] hat sich bei uns gemeldet. Sie wünscht einen Ganzkörpercheck.
Das wird hier nicht durchgeführt. Des Weiteren hat sie häufig Kopfschmer-
zen. Wir haben heute ein neues [Medikament] ausprobiert. Falls es nicht
hilft, werden wir die [Asylsuchende] zur Arztvisite aufbieten" (vgl.
act. A25/1).
3.3.2 In der angefochtenen Verfügung beschränkt sich das SEM in diesem
Zusammenhang auf einen einzigen Satz: "Aus den Akten ist nicht ersicht-
lich, dass Sie unter gesundheitlichen Problemen leiden" (vgl. Verfügung
S. 3). Der Beschwerdeführerin ist beizupflichten, dass diese Feststellung
inhaltlich unzutreffend ist.
3.3.3 Hinzu kommt, dass das SEM die Antwort auf seine Anfrage an die
medizinische Pflege nicht abwartete, sondern am 30. November 2021 sei-
nen Nichteintretensentscheid erliess, bevor die angeforderte Auskunft der
Bereichsleitung Medic-Help eingetroffen war. Dies kann gemäss Akten
auch nicht auf ein bloss administratives Versehen, nämlich der versehent-
liche falschen Datierung der – am 1. Dezember 2021 eröffneten – Ver-
fügung auf den 30. November (statt den 1. Dezember) 2021, zurückzufüh-
ren sein: Der Nichteintretensentscheid wurde dem Leistungserbringer
Rechtsschutz gemäss handschriftlichem Vermerk auf dem Eröffnungs-
stempel am 1. Dezember 2021 um "12:00" übergeben (vgl. Beschwerde-
beilage 2); die E-Mail der Bereichsleitung Medic-Help wurde dem SEM je-
doch erst am "1. Dezember 2021 16:02" übermittelt (vgl. SEM act. 25/1).
Das zeitliche Vorgehen der Vorinstanz bei der Ermittlung des medizini-
schen Sachverhalts ist gänzlich unverständlich.
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Seite 7
3.4
3.4.1 Schliesslich hatte die Beschwerdeführerin bei der Gewährung des
rechtlichen Gehörs zu einem Nichteintretensentscheid und der Rücküber-
stellung nach Rumänien auf ihren Verlobten verwiesen, mit dem sie zu-
sammenleben wolle. Bei Durchsicht der angefochtenen Verfügung ist fest-
zustellen, dass das SEM dieses Sachverhaltselement offensichtlich über-
sehen hat: Dass die Beschwerdeführerin eine Beziehung zu einem seit
sieben Jahren in der Schweiz lebenden Landsmann geltend gemacht hat,
wird im Sachverhaltsteil der Verfügung mit keinem Wort erwähnt.
3.4.2 Soweit in der Verfügung festgestellt wird, die Beschwerdeführerin
habe beim rechtlichen Gehör "keine Einwände gegen die Zuständigkeit von
Rumänien und die Wegweisung nach Rumänien geltend" gemacht (vgl.
Verfügung S. 2) ist auch dies unzutreffend (vgl. Protokoll Dublin-Gespräch
act. 17/2 S. 2: "Sie geben an, dass Sie nach Rumänien nicht zurückkehren
möchten, weil Sie krank dort gewesen seien und weil Ihr Verlobter in der
Schweiz wohne").
3.4.3 Schliesslich ist der angefochtenen Verfügung auch im Erwägungsteil
keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit der geltend gemachten famili-
ären Situation der Beschwerdeführerin zu entnehmen (auch nicht zur
Frage des Vorliegens von humanitären Gesichtspunkten welche gemäss
Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-
III-VO führen könnten).
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM den rechtserhebli-
chen Sachverhalt unvollständig und teilweise falsch festgestellt hat. Hinzu
kommt, dass die extrem knappe, textbausteinartige Begründung der ange-
fochtenen Verfügung der Beschwerdeführerin eine sachgerechte Anfech-
tung des Nichteintretensentscheids faktisch verunmöglicht hat. Die Vor-
instanz muss sich insoweit zudem eine Verletzung ihrer Begründungs-
pflicht – demnach auch des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin –
vorwerfen lassen.
3.6 Eine Heilung derartiger Mängel des erstinstanzlichen Verfahrens im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens steht nicht zur Debatte.
4.
Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung beantragt worden ist. Die Akten sind der Vorinstanz zur
korrekten Weiterführung des Verfahrens zu überweisen.
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5.
Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG). Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos. Das
Gleiche gilt – angesichts des direkten Entscheids in der Sache – für das
Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht und für den Antrag
auf Herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.
6.
Der Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung zuzusprechen, weil
es sich bei ihrem Rechtsvertreter um eine zugewiesene unentgeltliche
Rechtsvertretung im Sinn von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen
vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl.
auch Art. 102k Abs. 1 Bst. d und Art. 111ater AsylG).
(Dispositiv nächste Seite)
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