Decision ID: 34cbf93c-170b-51bb-900c-31af5b96fa67
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, Pflegehelferin, meldete sich am 3. Mai 2004 unter Hinweis auf Rückenschmerzen, weitere Schmerzen, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bei der Eidgenössischen Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Nach Abklärung der beruflich-er
werblichen und medizinischen Verhältnisse (unter anderem Einholung eines Gutachtens beim
Y._
[Gutachten vom 10. Januar 2006; Urk. 7/32]) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juni 2004 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende ganze Rente der Ei
d
genössischen Invali
denversicherung zu (Verfügung vom 18. Dezember 2006 [Urk. 7/69]).
1.2
Im September 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein
Rentenrevi
-
sionsver
fahren
ein (vgl. Urk. 7/91). Nach Abklärung der beruflich- erwerblichen und medizinischen Verhältnisse (unter anderem Erstellung des polydisziplinären Gutachtens vom 10. Dezember 2012 durch das
Z._
[Urk. 7/106]) und nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(vgl. Urk. 7/109-132) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. April 2014 (Urk. 2) die bisherige ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Juni 2014 auf eine halbe Rente (Invaliditätsgrad von 50 %) herab. Die IV-Stelle entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
2.
Gegen die genannte Verfügung liess die Versicherte mit Eingabe vom 27. Mai 20
14 (Urk. 1) Beschwerde erheben
mit folgenden Anträgen:
1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. April 2014 sei auf
zuheben.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 11. August 2014 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Versicherten
Kenntnis
gegeben wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) im Wesentlichen aus, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin ab November 2012 eine körperlich leichte,
wech
selbelastende
Tätigkeit (Gewichtsbelastung bis 7,5 kg) ohne häufiges Treppen
steigen und ohne häufiges
Kni
en zu 70 % zumutbar sei. Ausgehend von statis
tisch ermittelten Werten für das
Valideneinkommen
von Fr. 59'669.50 bezie
hungsweise für das Invalideneinkommen von Fr. 30'121.20 (unter Berücksichti
gung eines leidensbedingten Abzugs von 20 %) ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 50 % und demzufolge ein Anspruch auf ein
e
halbe Invalidenrente. Entge
gen der früheren Einschätzung des R
e
gi
o
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sei der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt worden; ein handchirurgisches
Zusatzgutachten sei nicht notwendig. Durch ein solches Gutachten seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Bei der Einholung des MEDAS-Gutachtens des
Z._
seien sämtliche Formerfordernisse erfüllt worden. Insbesondere sei es „über die Plattform eingegeben“ worden.
Im vorliegenden Prozess ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass - entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift - die Annahme eines
Valideneinkom
mens
von Fr. 165'008.-- nicht haltbar sei. Die Beschwerdeführerin habe die letzte Anstellung als Betreuerin einer betagten Frau verloren, nachdem diese verstorben sei. Diese Tätigkeit sei laut Akten sodann auch nicht durch die Be
schwerdeführerin, sondern mehrheitlich durch ihren Sohn ausgeübt und gegen
über der anderen Arbeitgeberin und gegenüber der Taggeldversicherung ver
schwiegen worden (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machen (Urk. 1), dass sie vom 19. Oktober 1999 bis 30. November 2001 als
Pflegeassis
tentin
für die
A._
AG in
B._
sowie im Nebenerwerb vom 15. April 2000 bis 31. Oktober 2003 für Frau
C._
(Organisation der Pflege und Erbringung von leichten Pflegedienstleistungen, Gesellschafterin, ab 2002 auch haushälterische Tätigkeiten) gearbeitet habe. Im Jahr 2000 habe sie insgesamt Fr. 147’08
.-- beziehun
g
s
weise bei Hochrechnung des von
C._
erhaltenen Lohnes Fr. 165'008.-- verdient. Nach einem
Verhebetrauma
am 2
0.
Juni 2001 und einem Sturz am 20. Juni 2003 habe sie sich bei der Invali
denversicherung angemeldet; schliesslich sei ihr eine ganze Invalidenrente zu
gesprochen worden (S. 1-5). Das
Z._
-Gutachten, auf das sich die
Beschwerde
gegnerin
zur Rentenherabsetzung stütze, sei nicht beweistauglich, weil es nicht nach dem Zufallsprinzip gemäss Art. 72
bis
Abs. 2 IVV eingeholt worden sei. Zu
dem habe die Beschwerdegegnerin das Beweisergebnis nicht umfassend und pflichtgemäss gewürdigt. Das von der Beschwerdeführerin eingereichte
hand
chirurgische
Gutachten sei nicht gebührend berücksichtig
t
worden (S. 9-10). Das
Z._
-Gutachten weise insbesondere bei der Beurteilung der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der rechten H
and gravierende fachliche Mängel auf, die von verschiedenen Fachärzten beschrieben worden seien.
Das
Z._
habe zugunsten der Beschwerdegegnerin eine Neubeurteilung der weitgehend unveränderten gesundheitlichen Situation gemacht, und zwar unter Berufung auf einen weiten Ermessensspielraum. Dafür sei das Revisionsverfahren aber nicht da (S. 11-14). Zudem betrage das
Valideneinkommen
- wie dargelegt - Fr. 165'008.-- und nicht Fr. 59'669.50 (S. 8-9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch über den 31. Mai 2014 hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat oder ob die
Beschwer
degegnerin
die ganze Rente zu Recht per 1. Juni 2014 auf eine halbe herabge
setzt hat.
3.
3.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (
Ulrich
Meyer
/Marco
Reich
muth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
,
3
. Auflage
, Zü
rich/Basel/Genf 2014, S. 436
). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizi
nisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechen
der
Ein
kommensvergleich
(mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vor
ge
nommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Recht
spre
chung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder)
aus
gewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zu
gesproch
en,
bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Mass
nahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es
kön
nen im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer me
di
zi
nisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen
Leistungs
ent
faltung
entgegen stehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durch
füh
rung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigen
anstrengung
der ver
si
cherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiedererwä
gungs
weise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Per
so
nen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren
bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Not
wendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden lang
jährigen
Arbeits
ab
stinenz
in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu
stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der bei
den Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen
Besitz
standsanspruch
geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin
zugestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähn
tes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
3.2
Die im
Juli 1956
geborene Beschwerdeführerin ist seit
Sommer 2003
keine
r Er
werbstätigkeit mehr nachgegangen. Im Zeitpunkt der
Herabsetzung
der
ganzen
Rente
auf eine halbe ab 1. Juni 2014
(Urk. 2) war sie damit knapp 58 Jahre alt, wobei sie seit
10
Jahren
eine
ganze Invalidenrente bezog
(vgl. BGE 141 V 5)
. Damit fällt sie unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Bezüger
kreis
.
3.3
Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin vor der
Ren
ten
einstellung
die Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung geprüft oder der
Beschwerdeführerin diesbezüglich Hilfeleistungen angeboten hätte. Da die
Selbst
eingliederungsfrage
vorgängig zur Rentenaufhebung zu prüfen ist, genügt ins
besondere der Hinweis in der rentenaufhebenden Verfügung nicht, dass die Ver
sicherte
gerne ein Gesuch für berufliche Massnahmen stellen könne, sobald sie sich eingliederungsfähig fühle. Sodann würde selbst eine fehlende subjektive Eingliederungsbereitschaft die
Beschwerdegeg
nerin
nicht grundsätzlich von der Verpflichtung entbinden, die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfä
hig
keit konkret zu prüfen und allenfalls berufliche Eingliederungs
massnahmen – womöglich unter Auferlegung einer Schadenminderungspflicht – an die Hand zu nehmen; anzumerken ist jedoch, dass sich eine von der Versicherten vor Verfügungserlass zum Ausdruck gebrachte fehlende subjektive
Eingliederungs
be
reitschaft
aus den Akten nicht explizit ergibt
.
3.4
Nach dem Gesagten wurde
den bundesgerichtlich geforderten Voraussetzungen
zur Aufhebung der Rente nicht Genüge getan. Vielmehr muss sich die
Be
schwer
degegnerin
vor der Aufhebung der Invali
denrente vergewis
sern, ob sich ein me
dizinisch-theoretisches Leistungsvermö
gen ohne Weiteres in einem ent
spre
chend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür eine
erwerbs
be
zo
gene
Abklärung (der Eignung,
Belastungsfähig
keit
, usw.) und/oder die Durch
führung von beruflichen Eingliederungsmass
nahmen im Rechtssinne erforderlich
ist. Dieser Prüfungsschritt zeitigt dort keine administrativen Wei
terungen, wo
die gegenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung direkt zur
ren
ten
ausschliessenden
arbeitsmarktlichen
Ver
wertbarkeit des Leis
tungsvermögens
führt. Das ist namentlich der Fall, wenn bisher schon eine er
hebliche
Restar
beits
fähigkeit
bestand, so dass der
an
spruchserhebliche
Zuge
winn an Leistungs
fähig
keit kaum zusätzlichen
Einglie
derungsbedarf
nach sich zieht, vor allem wenn das hinzugewonnene Leistungs
vermögen in einer Tätig
keit verwertet werden kann,
welche die versicherte Person bereits ausübt oder unmittelbar wieder ausüben könnte (Urteil des Bun
desgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2
mit Hinweisen). Gleiches gilt, wenn es sich bei der versicherten Person um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Le
ben integrierte Person handelt, so
dass objektiv ei
ner Selbsteingliederung (trotz fortgeschrittenen Alters) nichts entgegensteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011
E. 3.3).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend jedoch nicht gegeben. Die Versicherte hat
während
zehn Jahren
eine ganze Invalidenrente bezogen
und derweil keine Er
werbstätigkeit mehr ausgeübt. Sie verfügt
nur
über eine in
D._
erworbene Primarschulausbildung und
hat zwar den Beruf der
Pflegehelfe
rin
erlernt (Urk
.
7/3
),
kann
diesen jedoch
gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben (vgl. etwa Urk. 2).
Damit kann
sie
nicht mehr auf eine gefestigte und unter den heute herrschenden Verhältnissen
aktualisierbare berufliche Erfahrung zurück
greifen, die für die Selbsteingliederun
g nutzbar gemacht werden kann.
3.5
Zusammenfassend kann die Beschwerdeführerin mithin auch bei einer attestier
ten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden. Damit ist die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt,
als die Beschwerdegegnerin die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert und die Beschwerdeführerin nicht hinreichend auf die berufliche Eingliederung vorbereitet hat. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Be
schwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin einstweilen weiter
hin Anspruch auf die bisherige ganze Rente hat.
3.6
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen zur Rentenrevision.
Diesbezüglich ist aber immerhin darauf hinzuweisen, dass die medizinische Ak
tenlage nicht so klar ist, wie sie von der Beschwerdegegnerin dargestellt wurde. Abgesehen davon, dass die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach nicht erstellt sei, dass das Gutachten des
Z._
vom 10. Dezember 2012 (Urk.
7/106) in Be
achtung des von Art. 72
bis
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung
(IVV)
vorgesehenen Zufallsprinzip eingeholt worden sei, aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht
vollständig
von der Hand zu weisen ist
(was sie allerdings nicht sofort moniert hat sondern erst nach Einsichtnahme in die
Ab
klärungsergebnisse
)
, erscheint es auch aus inhaltlicher Sicht
nicht vollumfäng
lich
überzeugend. Das
Z._
-Gutachten wurde ohne
Beizug
eines
handchirurgi
schen
Experten erstellt (vgl. Urk. 7/106). Die entsprechende Beurteilung der Gutachter wurde in der Folge von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Chirur
gie, speziell Handchirurgie, in seinem Bericht vom 21. Mai 2013 (Urk. 7/122) detailliert kritisiert; er kam zum Schluss, dass die Beurteilung der Hand der Be
schwerdeführerin im Gutachten zu kurz und zu ungenau ausgefallen sei. Be
treffend Einsatzfähigkeit der Hand kam
Dr.
E._
zu vollkommen anderen Ein
schätzungen als die Gutachter (vgl. Urk. 7/122 S. 11). Die Gutachter versuchten dies zwar in ihrem Schreiben vom 9. September 2013 (Urk. 7/126) zu relativie
ren, regten aber dennoch eine ergänzende handchirurgische Untersuchung an. Während die Beschwerdegegnerin beziehungsweise der RAD anfänglich die Ansicht vertraten, eine ergänzende handchirurgische Beurteilung sei notwendig (vgl. Urk. 7/130 und 7/133 S. 3), verzichtete die Beschwerdegegnerin, nachdem die Beschwerdeführerin formelle Einwände erhoben hatte, plötzlich auf die Durchführung weiterer Abklärungen (vgl. Urk. 7/133 S. 4). Es kann offenblei
ben, ob beziehungsweise inwieweit die Einwendungen der Beschwerde
führerin begründet waren;
solche Einwendungen sind in den dafür vorgesehenen Ver
fahren zu klären (vgl. Art. 43 Abs. 3 und Art. 44 ATSG).
Des Weiteren fällt auf, dass
die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfü
gung
nicht nur das Invalideneinkommen, sondern auch
das
Validenein
kommen
gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Lohn
strukturerhebung
2010 (LSE 2010) errechnet hat (vgl. Urk. 2 S. 3).
Insoweit
wäre erklärungsbedürftig
, weshalb das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin nicht ausgehend von dem vor dem erlittenen Unfall tatsächlich erzielten
Er
werbseinkommen
berechnet wurde. Selbstverständlich sind dabei nur jene Ein
kommensteile zu berücksichtigen, welche von der Beschwerdeführerin durch ei
gene Erwerbsarbeit
erzielt
wurden. Allein der Umstand, dass die Beschwerde
führerin „nur etwas mehr als 1 Jahr lang“ bei der
A._
AG tätig gewesen ist
und die Arbeitgeberin keine Angaben zur Kündigung machte
, stellt
jedoch
– entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 6) –
für sich allein
keinen hinreichenden Grund dar, um das dort erzielte Einkom
men bei der Berechnung des
Valideneinkommens
ausser Acht zu lassen (vgl. zum erzielten Einkommen Urk. 7/10/2).
4.
4.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung).
4.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessentschädigung (Art. 61
lit
. g ATSG). Die Entschädigung wird unab
hängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwie
rigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungs
gericht
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr.
1‘800
.
(in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.