Decision ID: 501715b2-b319-4b8e-8d5e-726c1a204bea
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
19
73
geborene
X._
war
vo
m
1.
Januar 2012 bis zur
Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen
per 3
1.
Januar 2014 als Schichtarbeiter
in der
Produk
tion
der
Y._
AG
angestellt
(Urk. 7/32). Am
10. Januar 2014 (Urk. 7/31) mel
dete er sich zur Arbeits
vermittlung an und stellte
am 11. Februar
2014 (Urk. 7/30) Antrag auf
Arbeits
losenentschädigung
ab 1. Febru
ar 201
4.
Auf Grund einer Meldung des Regionalen
Arbeitsvermittlungs
zentrums
(RAV)
Z._
vom 6. März 2014 (Urk. 7/1) stellte das Amt für Wirt
schaft und Arbeit (AWA) den Versicherten mit Ver
fügung vom 11. März 2014
(Urk. 7/2) wegen ungenü
gender persönlicher
Ar
beits
be
mühungen
für den
Kon
troll
monat
Februar 2014 für die Dauer von vier Tagen ab 1. März 2014 in der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt es auf Einsprache hin
(Urk. 7/3) mit Ent
scheid vom 27
.
Ma
i 2014 (Urk. 2)
fest
.
2.
Hie
gegen
erhob de
r
Versicherte am
26
.
Juni
201
4
(Urk. 1)
Beschwerde
und
be
an
tragte
die nochmalige Prüfung des Entscheides.
Das AWA schloss in der
Be
schwerde
antwort
vom 15. Juli 2014 (Urk. 6) auf Abweisung der Be
schwerde, was dem Versicherten am 24. Juli 2014 (Urk. 8) zur
Kennt
nis ge
bracht wurde
.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach
Art.
17
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die
Insolvenz
entschädigung
(AVIG)
muss die versicherte Per
son, die Ver
sicherungs
leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zu
stän
di
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Ins
besonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu su
chen,
nö
ti
genfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Be
mühun
ge
n nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versi
cherte Person
in der Anspruchsberechtigung ein
zustellen, wenn sie sich persön
lich nicht ge
nügend um zumut
bare Arbeit bemüh
t.
2
.
2
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zu
mutbare Arbeit be
müht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qua
li
tät ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a mit Hinweis).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität der
selben (ARV 1980 Nr. 45 S.
112 E.
2).
Die Arbeitsbemühungen müssen zudem
um so
intensiver sein, je weniger Aus
sicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (Gerhards, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern/Stuttgart 1987, N 13 ff. zu
Art. 17 AVIG). Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen kön
nen
zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müs
sen aber mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je
Kontroll
per
io
de
nach
gewiesen wer
den (vgl. Gerhards, a.a.O., N 15 zu Art. 17 AVIG).
2
.
3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
3
.
3
.1
Unbestritten ist, dass d
e
r Beschwerdeführer
im
Kontrollmonat
Februar 2014 elf
per
sönliche Arbeitsbemühungen getätigt hat
, was in qualitativer Hinsicht genügt
(
Urk.
2). Streitig ist dage
gen, ob diese persönlichen Arbeitsbemühungen in quali
tativer Hinsicht genü
gend sind.
3
.2
Der Beschwerdegegner
begründete die Einstellung in der
An
spruchs
be
rechti
gung
damit
(
Urk.
2
S. 2
Ziff.
4
)
,
dass die vom Beschwerdeführer in der
Kontroll
periode
Februar
2014
nachgewiesenen Arbeitsbemühungen in qualitativer Hin
sicht nicht zu überzeugen vermöchten. Insbesondere führte
er
aus,
obwohl der
Be
schwer
de
führer gemäss dem Eintrag im prozessorientierten
Beratungs
proto
koll
vom 1
1.
Februar 2014 darauf hingewiesen worden sei, dass er sich ab so
fort
auf konkrete, offene Stellen
bewerben müsse, sei davon aus
zu
gehen, dass e
s
sich
bei den nach diesem Gespräch getätigten Be
mühungen
weiter
hin
um
Spon
tan
be
wer
bungen
gehandelt habe
.
Solche Be
werbungen seien zwar nicht grund
sätz
lich sinn
los, würden die versicherte Per
son jedoch nicht von der Pflicht be
freien, sich in erster Linie um ausge
schriebene und damit offene Stel
len zu be
mühen.
3
.3
Demgegenüber bringt
d
e
r
Versicherte in
seiner
Beschwerde (
Urk.
1)
sinngemäss
vor,
dass er sich telefonisch auf konkrete Stellen bewor
ben habe. Weil
er nicht alle Stelleninserate kopiert habe, könne er
nicht alle Suchbemühungen
belegen.
3
.
4
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von vier Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
4
.
Ausweislich des Formulars für die persönlichen Arbeitsbemühungen für den
Kon
troll
monat
Febru
ar 2014 (Urk. 7/2
6
) hat der Beschwerdeführer
in jenem Monat
ins
gesamt elf Suchbemühungen nachgewiesen.
Aufgrund der
beiliegenden
Be
wer
bungs
schreib
en, welche jeweils mit Spontanbewerbung
und ent
sprechender Be
rufs
bezeichnung
betitelt wurden, ist nicht davon auszugehen, dass sich der Be
schwerdeführer jeweils auf eine konkrete und offene Stelle be
worben hat. Das wird denn auch daraus er
sicht
lich, dass er beispielsweise in den Bewerbungen
an die
A._
AG,
B._
AG
und Spitäler
C._
,
D._
,
E._
und
F._
um die Aufnahme in den Stellenpool ersuchte, falls zurzeit keine Stelle frei sein
sollte. Schliesslich
konnte der
Beschwerdeführer auch keine
Stellen
in
serat
e
bei
bringen
,
die belegen würden, dass
er sich
auf konkrete und offene Stellen bewor
ben hat.
Somit sind die persönlichen Arbeitsbemühungen in qualitativer Hinsicht klar un
genügend
,
w
enn auch Spontanbewerbungen durchaus zur erfolgreichen
Stellen
suche
führen können, so entbinden sie nicht von der Pflicht, sich in erster Linie
um ausgeschriebene uns damit offene Stellen zu bemühen (Urteil des Bundes
ge
richts C199/05 vom 29. September 2005 E.
4.2.3 mit Hinweisen)
. Das gilt um
so
mehr, als
der Beschwerdeführer
am 1
1.
Februar 2014 (Urk. 7/21
S. 2
) laut
pro
zess
orientiertem
Beratungs
protokoll
vom RAV-Mitar
beitenden darauf hin
ge
wiesen worden ist, dass er sich ab sofort auf konkrete, offene Stellen zu be
wer
ben
habe.
Daran vermögen auch die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Stelleninserate der
G._
und von
H._
(Urk. 3/
2
-3
) nichts zu
ändern, da sich der Be
schwerdeführer ausweislich des Nachweises der persönlichen
Arbeits
be
mü
hung
en
im Februar 2014
zum einen
gar nie bei
H._
als
Logistiker
und sich
zum anderen
bei
G._
auch nicht
explizit
auf die inserierten Stellen
als Mit
arbeiter Verkauf Fischabteilung, Mitarbeiter Molkerei und Filialleiter, son
dern als
Lagermitarbeiter-Allrounder beworben hat. Insofern zielen die vom Beschwer
deführer vorgebrachten Einwände ins Leere.
5
.
Mit der Einstellung für vier Tage, welche im unteren Bereich des leichten Ver
schul
dens liegt, hat der Beschwerdegegner den Verhältnissen des Be
schwerde
führers und den übrigen Umständen
angemessen
Rechnung getragen
.
6
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.