Decision ID: 631fe490-9253-537f-ab5a-744f7ab59c95
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
92
, war als
Polymechaniker
bei der
Y._
AG
obli
gatorisch bei der
Schweizerische
n
Unfallversi
che
rungsanstalt
(nachfol
gend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als er sich am
19. September 2015 beim Fussballspielen das rechte Knie verdrehte (
Urk.
7/1). Die Erstbe
handlung erfolgte am 2
1.
September 2015 im Stadtspital
Z._
, wo die Diagnose Verdacht auf mediale Seitenbandläsion Grad I Knie rechts gestellt wurde (Urk.
7/23/1
).
Die Magnetresonanztomographie vom 2
1.
Dezember 2015 ergab ein
kleinvolumiges
Knochenmarksödem des
mediodorsalen
Anteils am
Tibia
kopf
ohne weitere traumatische Läsionen mit intakten Kollateral- sowie Kreuz
bändern (Urk. 7/26,
Urk.
7/21/1). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilkostenerstattung, Taggelder)
für die Unfallfolgen.
Ab Februar 2016 liess sich der Versicherte
in der Orthopädie
A._ von Dr.
B._
, Facharzt der o
rthopädische
n
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
parates
,
behandeln, der die Diagnose einer traumatisierten
Plica
medio
patellaris
am Knie rechts stellte (Bericht vom
1.
Februar 2016, Urk. 7/6).
Am 20. De
zember 2016 führte
Dr.
B._
eine diagnostische Arthroskopie und
Plicaresektion
am rechten Knie durch (
Urk.
7/29).
1.2
Gestützt auf die Stellungnahme des
Kreisarzt
es
Prof.
Dr. med.
C._
, Facharzt für
orthopädische Chirurgie
und Traumatologie
,
vom 1
6.
Dezember 2016
(Urk.
7/24)
hatte
die Suva mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2016 die Ein
stellung ihrer Leistungen per 2
0.
De
zember 2016 an
gekündigt
(
Urk.
7/27
), wogegen der Versicherte mit Schreiben vom 2
4.
Dezember 2016 Einwände erhob (Urk. 7/31). Die Suva holte daraufhin die ärztliche Beurteilung von Prof.
Dr.
C._
vom 28. Dezember 2016 ein (
Urk.
7/34) und verfügte am
3.
Januar 2017 wie angekündigt die Einstellung ihrer Leistungen per 2
0.
De
zember 2016
und lehnte die Heilkosten der Operation von 2
0.
Dezember 2016 ab
(
Urk.
7/35).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 13. Januar 2017 Einsprache (
Urk.
7/37).
Die Krankenver
siche
rung des Versicherten, die
Progrès
Versicherun
gen AG
, erhob ihrerseits mit Schreiben vom
1
1.
Januar 2017
vor
sorglich Ein
sprache (Urk.
7/38
), die sie mit Schreiben vom
2
5.
Januar 2017
wieder zurück
zog (Urk.
7/43
). Mit
Einspracheentscheid
vom
2
8.
März 2017
wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
10. Mai 2017
Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
, der
Einspracheentscheid
vom
2
8.
März 2017 sei
aufzu
heben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflich
ten, ihm die gesetzlichen Leistungen ab dem 2
0.
Dezember 2016
weiterhin zu erbringen (Urk.
1
). Die Be
schwer
degeg
nerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2017
auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
6
S. 2).
Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 2
8.
Juni 2017 auf eine Stellungnahme und hielt sinngemäss an seinem Antrag fest (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestim
mungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verord
nung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall
vom 19. September 2015 hat sich
vor dem 1. Januar 2017
ereignet
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
UVG
werden
so
weit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Ver
siche
rungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten ge
währt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallver
sicherers setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähn
lichen Körper
schädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus. Ausserdem muss zwischen dem Unfall
ereignis und dem ein
ge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäquater Kausal
zusam
menhang be
stehen.
1.3
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedin
gungen die kör
perliche oder geistige In
tegrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heit
lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozial
versiche
rungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krank
hafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natür
liche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesund
heits
schaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusam
menhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bun
desgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Der Unfall
versicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfall
fremde Ursachen zu erbringen, sondern nur, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheits
schadens ihre kausale Be
deutung verloren haben (Urteile des Bun
desgerichts U 381/04 vom 2. Februar 2006
E. 3.1 und
8C_354/2007
vom
4.
August 2008
E. 2.2, je
mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Recht
sprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
ge
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
nis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausali
tät weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
aufgrund der Stellungnahmen
des Kreisarztes
Prof. Dr.
C._
sei davon auszuge
hen, dass zufolge des Unfalles vom 1
9.
September 2015
keine organisch-strukturellen Läsionen eingetreten seien
und der Fall bereits fünf Wochen nach dem Unfall hätte abgeschlossen werden können
. Aus dem Bericht von Dr.
B._
vom 1
3.
Januar 2017 lasse sich
zudem
nicht klar ableiten, ob die Be
schwerden organisch-struktureller Art seien. Noch im Bericht vom 3. November 2016 habe
Dr.
B._
zudem ausgeführt, es fehle aktuell das fass
bare Korrelat zu den
anterior
en
Knieschmerzen
. Die Verfügung vom
3.
Januar 2017 sei daher nicht zu beanstanden (
Urk.
2 S. 5 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er habe seit dem Unfall vom 19. September 2015 Schmerzen am rechten Knie und er könne nicht mehr Fuss
ball spielen. Bis zum Unfall sei er stets schmerzfrei und sportlich aktiv gewesen. Von den Ärzten des Stadtspitals
Z._
habe er sich nicht gut betreut gefühlt, sie hätten die Sache immer hinausgezögert und Physiotherapie verschrieben. Dr.
B._
habe dagegen nach wenigen Untersuchungen die Ursache fest
gestellt und er sei sich sicher, dass es sich um einen unfallbedingten Schaden handle. Dies
sei
durch seine Fachkompeten
z und die bildgebenden Befun
de
bestätigt.
Die Operation und seine Schmerzen am rechten Knie, welche ununter
brochen bestanden hätten, seien zu 100
%
auf das Ereignis vom 1
9.
September 2015 zurückzuführen
(
Urk.
1).
2.3
2.3.1
Unstrittig ausgewiesen ist, dass
sich
der Beschwerdeführer
beim
Unfall vom
19. Sep
tember 2015
eine Distorsion des
rechte
n
Knie
s
zuzog (
Urk.
7/23/1
)
. Gemäss
dem Bericht des Stadtspitals
Z._
über die ambulante Behandlung vom 2
1.
September 2015
erlitt
der Beschwerdeführer beim Fussballspielen einen har
ten Ball gegen den rechten Fuss und
verdrehte
sich darauf das
rechte
Knie. Das Spiel habe er ohne Probleme fertig spielen können. Am nächsten Tag habe er jedoch zunehmend Schmerzen im rechten Knie verspürt (Urk. 7/23).
Die Be
schwerde
gegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht für
die gesund
heitlichen Folgen dieses Unfalls
bis
fünf Wochen nach dem Unfall und läng
stens bis zur Einstellung ihrer Leistungen
per 2
0.
Dezember 2016
(Urk. 2 S.
5, Urk. 7/35/1-2
).
Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen des natürli
chen Kausal
zusammenhangs bei der Beschwerdegegnerin (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_895/2010 vom
1.
Februar 2011 E. 5.1 mit Hinweis).
2.3.2
Strittig und zu prüfen ist, ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Restbeschwerden und dem Unfallereignis vom
1
9.
September 2015
bis
am 2
0.
Dezember 2016
dahingefallen ist, weil der Gesundheitsschaden
am rechten Knie
ab dann nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen be
ruhte
, so dass die Operation vom 2
0.
Dezember 2016 von der Beschwerde
gegnerin nicht zu übernehmen ist
. Dies wäre
zu bejahen
, wenn
ab dem 2
0.
Dezember 2016
wieder derjenige Ge
sund
heits
zustand vorlag, wie er unmit
telbar vor dem Unfall be
stand (S
tatus quo ante), oder wenn ein Gesundheits
zustand eingetreten ist, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall frü
her
oder später eingestellt hätte (S
tatus quo sine).
3.
3.1
3.1.1
Gemäss dem Bericht
der Chirurgischen Klinik
des S
tadtspitals
Z._
vom 5.
Januar 2016
wurde anlässlich der notfallmässigen Erstbehandlung radiolo
gisch eine
ossäre
Läsion ausge
schlossen. Mit
tels
MRT vom 2
1.
Dezember 2015
(Urk. 7/26)
habe auch eine Binnengelenks- oder Seitenbandläsion ausgeschlos
sen werden können. Es habe sich ein
klein
volumiges
Knochenmarksödem im
mediodorsalen
Anteil des
Tibiakopfes
und ansonsten keine weiteren trauma
tischen Läsionen gezeigt. Der Beschwerde
führer sei darüber aufgeklärt worden, dass die Rest
beschwerden (
Schmerz
haftigkeit bei Flexion des rechten Knies mit Belastung)
aufgrund des
Bone
bruise
(Knochenprellung)
selbstlimitierend seien und ent
sprechend Geduld auf
gebracht werden müsse sowie, dass weiterhin Physio
therapie empfohlen werde (
Urk.
7/21).
Anlässlich der letzten Kontrolle durch die Ärzte des Stadtspitals
Z._
vom 15. Februar 2016 klagte der Beschwerdeführer gemäss dem Bericht gleichen Datums noch über ein gelegentliches brennendes Stechen, welches um oder hin
ter der Kniescheibe zu verspüren sei und nach der Innenseite ausstrahle.
Seit er durch
Dr.
B._
(vor zirka zwei Wochen) eine Spritze erhalten habe, gehe es ihm jedoch deutlich besser und die Schmerzen hätten abgenommen. Be
ruflich sei er als Polymechaniker zu 100
%
arbeitsfähig - dies bereits eine Woche nach dem Unfall (
Urk.
7/21/1) -, Fussball als sportliche Aktivität habe er seither ein
gestellt (
Urk.
7/22).
3.1.2
Dr.
B._
von der Orthopädie
A._
erklärte zum
MRT des rechten Knie
gelenks gemäss seinem Bericht vom
1.
Februar 2016
, dass sich eine deutlich verdickte
Plica
mediopatellaris
zeige, welche in das
patellofemorale
G
leitlager ein
schlage. Weiterhin seien zwei zystische Formationen zu erkennen, eine un
mittelbar dorsal des hinteren Kreuzbandes, eine vom
posteromedialen
Tibiakop
f
ausgehend. Hier finde sich zudem ein
intraossäres
Ödem
. Als Diagnose stellte er eine traumatisierte
Plica
mediopatellaris
am rechten Knie. Die intraartikuläre Infiltration habe eine anschliessende komplette Schmerzfreiheit bewirkt (Urk. 7/6).
Im Bericht vom
3.
November 2016 hielt
Dr.
B._
fest, der Beschwerdeführer berichte, dass er bei vermehrtem Training wieder Schmerzen im Bereich des
anterioren
rechten
Kniegelenkes habe. Aktuell fehle das fassbare Korrelat zu diesen Beschwerden. Im initialen MRT vom Dezember 2015 zeige sich lediglich ein kleines Knochenmarksödem im
dorsomedialen
Tibiaplateau
und zwei
Gan
glione
11 mm und 8 mm sowie
nebenbefundlich
eine 12 x 11 mm grosse
Exo
stose
des
dorso
medialen
Tibiakopfes
. Es werde daher ein Verlaufs-MRT durch
geführt (
Urk.
7/14).
Aus dem Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Radiologie,
des
E._
geht hervor, das
MRT des rechten Knie
gelenkes
vom 9.
No
vember 2016
habe eine Grad I Läsion des medialen Kollateralbandes proximal und den Verdacht auf eine periphere Läsion in der Pars
intermedia
des medialen Meniskus sowie eine
Plica
mediopatellaris
gezeigt.
Osteochondrale
Defekte lägen nicht vor (
Urk.
7/19).
Das MRT vom 9. November 2016 zeigte gemäss dem Bericht von
Dr.
B._
gleichen Datums eine grosse interponierende
Plica
mediopatellaris
, welche in das
pat
ellofemorale
Gleitlager einschla
g
e
, sowie eine minimale Signalalteration im Bereich des vorderen, komplett intakten Kreuzbandes. Es hätten sich keine Ödeme im Bereich des
Femurkondylus
oder des
posterolateralen
Tibiaplateaus
gezeigt. Da
nach der
einmalige
n
Infiltration
wieder eine Schmerzproblematik eingetreten sei, habe er zu einer operativen Therapie geraten
(
Urk.
7/15).
Gemäss dem Operationsbericht von
Dr.
B._
vom 2
0.
Dezember 2016 führte er eine diagnostische Arthroskopie und eine
Plicaresektion
am rechten Knie rechts durch.
Bei der Inspektion des
Rezessus
suprapatellaris
habe sich eine intakte
Synovia
bei regelrechtem Knorpelbelag
retropatellär
im Bereich der
Trochlea
gezeigt, ausserdem eine grosse
Plica
mediopatellaris
, welche in da
s
patellofemorale
Gleitlager ein
schlage.
Der
in der Anamnese
des Operations-berichts
aufgeführte
Ver
dacht auf eine Innenmenis
kusläsion
wurde
sodann
nicht bestätigt.
Und zwar
habe sich ein absolut intakter Meniskus und
ein
intakter Knorpelbelag im medialen Kom
parti
ment gezeigt. Im zentralen Kom
partiment habe er ein intaktes vorderes und ein intaktes hinteres Kreuzband (VKB und HKB) vorgefunden. Auch im lateralen Kompartiment hätten sich intakte Meniskus- und Knorpelverhältnisse
gezeigt (
Urk.
7/29/3-4).
3.1.3
Der Kreisarzt Prof.
Dr.
C._
kam in seiner Stellungnahme vom
16. Dezember 2016 zum Schluss, die auf den 2
0.
Dezember 2016 geplante (und schliesslich durch
geführte) Operation sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
9.
September 2015 zurückzuführen. Denn im MRT seien keine Zeichen einer Traumatisierung der
Plica
ersichtlich. Auch sonst seien keine strukturellen traumatischen Läsionen belegbar. Es werde medizinisch von einer Kontusion/Distorsion ausgegangen
. Der
S
tatus quo sine sei fünf Wochen nach dem Unfallereignis erreicht gewesen (
Urk.
7/24)
.
In der ärztlichen Beurteilung vom 28. Dezember 2016
führte Prof.
Dr.
C._
aus
serdem aus, nachweislich der bildgeben
den
Befunde
habe das Unfallereignis vom 19.
September 2015 zu keiner strukturell-traumatischen Läsion am rechten Knie
gelenk geführt.
Im zweiten MRT (vom 9. November 2016)
seien zwar Hin
weise auf eine traumatische Läsion beschrieben worden, jedoch sei in der nach
folgenden Arthroskopie vom 2
0.
Dezember 2016 ausschliesslich eine
Plica
-Re
sek
tion erfolgt. Aufgrund der Beschreibung des Operateurs bestehe kein Hin
weis au
f eine traumatische Verursachung. Es bleibe bei der Stellungnahme vom 16. Dezember 2016 (Urk. 7/34/2).
3.1.4
Im
Bericht vom 1
3.
Januar 2017
erklärte
Dr.
B._
ferner
, er habe dem Be
schwerde
führer
geraten
,
dem Ablehnungsbescheid der Beschwerdegegnerin zu wider
sprechen. Denn
dieser
habe (
vor dem Unfall)
nachweislich
mehr
fach pro Woche schmerzfrei Fussball gespielt. Durch den direkten Zusam
men
prall mit zwei Kniegelenken sei es zu einem Einklemmen der
Plica
medio
patel
laris
gekommen.
Die
Plica
sei bereits auf dem ersten MRT klar ersichtlich. Eine intra
artikuläre Testinfiltration habe die
Plica
als Schmerzursache bestätigt. Aus die
sem Grund sei die Resektion erfolgt. Der Beschwerdeführer sei nun schmerz
frei. Er gehe weiter von einem unfallbedingten Schaden aus (Urk. 7/39/2).
3.2
3.2.1
Es ist vor dem
Hintergrund
dieser Aktenlage
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin auf die
Ein
schätzung
ihres Kreisarztes
Prof.
Dr.
C._
ab
stellte, zumal
einer ärztlichen Stellungnahme nicht in jedem Fall eine per
sönliche Unter
suchung des Versicherten voraus
gehen muss. Nach der Recht
sprechung sind Akten
gutachten zulässig. Ent
scheidend ist, ob genügend Unter
lagen vorliegen, was dann der Fall ist, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, so dass sich der Experte gesamthaft ein lücken
loses Bild machen kan
n (Urteile des Bun
des
gerichts U 330/02 vom 5.
Dezember 2003 E. 2 und 8C_181/2012 vom
8.
Juni 2012 E.
5.2, je mit Hin
weisen).
Dies ist hier zu bejahen.
Es ist
zudem
nachvollziehbar, dass
Prof.
Dr.
C._
darauf schloss
, dass
ange
sichts der vorliegenden MRT-Ergebnisse
das Un
fallereignis vom
19.
Sep
tem
ber 2015
überwiegend wahrscheinlich keine struktu
rellen traumatischen Läsionen
am rechten Knie
gelenk
verursacht habe und dass
namentlich
im MRT keine Zeichen einer Trauma
tisierung der
Plica
mediopatellaris
ersichtlich seien.
Denn mit den ersten Abklärungen nach dem Unfall im Stadtspital
Z._
wurden bis auf ein Knochen
marksödem am
Tibia
kopf
sowohl
ossäre
Läsionen als auch Verletzun
gen an den Bändern
, an den Knorpeln
und am Meniskus bildgebend ausge
schlossen
(Urk.
7/21, Urk.
7/26
).
Auch eine Traumatisierung der
Plica
mediopa
tellaris
wurde
im MRT-Bericht vom 21. Dezember 2015, mithin zwei Tage nach dem Unfall,
nicht
beschrieben, da
für aber eine
ossäre
Exostose
des
Tibiakopfes
dorsal-
medial und zystische sowie
ganglionartige
Struktur
altera
tionen im medi
alen Kompartiment
(
Urk.
7/26)
.
Sowohl diese Struktur
altera
tionen als auch das Vorliegen einer
Plica
mediopatellaris
sind als vorbe
stehend
e Strukturen
anzu
nehmen und nicht unfallbedingt.
Das zweite MRT
vom
9.
November 2016
wurde
mehr als ein Jahr nach dem Unfall gemacht und ist damit für allfällige
unfallbedingte
Befunde weniger
be
weiskräftig
. Die im Bericht des
E._
vom 9. No
vember 2016
als
Läsion des medialen Kollateralbandes proximal und
als
Verdacht auf eine periphere Läsion in der Pars
intermedia
des medialen Meniskus
festgehaltenen Signalalterationen
(Urk. 7/19) wurden zudem von
Dr.
B._
weder im Bericht dazu vom 9. No
vember 2016 als Bänder- und
Mensikusläsionen
gedeutet
(Urk.
7/15), noch wurden
Bänder- und
Mensikusläsionen
bei der Knie-Arthro
skopie vom 2
0.
Dezember 2016 festgestellt (
Urk.
7/29
)
. Als einzige Beschwerde-ursache bez
eichnete Dr.
B._
denn auch
allein
die
Plica
mediopatellaris
(Urk. 7/39). Selbst wenn sie bereits auf dem ersten MRT klar ersichtlich war, wie
Dr.
B._
ausführte (
Urk.
7/39/2)
- auch wenn
sie i
m Bericht des Stadtspitals
Z._
unerwähnt blieb -, beweist dies jedoch nicht, dass eine Traumatisierung der
Plica
mediopatellaris
erkennbar gewesen wäre.
Die Erklärung von Dr.
B._
, durch den direkten Zusammenprall mit zwei Kniegelenken sei es zu einem Einklemmen der
Plica
mediopatellaris
gekommen
(
Urk.
7/39/2),
ist nicht nachvollziehbar und bildgebend nicht belegt
. Auch im Operationsbericht (
Urk.
7/29/3-4) ist nichts Derartiges beschrieben
.
Der Kreisarzt Prof.
Dr.
C._
erkannte daher
über
zeugend
, dass eine Traumatisierung der
Plica
medio
patellaris
weder bildgebend noch zufolge des Operationsberichts ausgewiesen sei.
Dr.
B._
liess im Übrigen unerwähnt, dass
bereits
das Vorliegen einer
Plica
medio
patellaris
zu Beschwerden im Kniegelenk führen kann (
Plica
-Syndrom; Psch
y
rembel, Klinisches Wörterbuch, 26
3.
Auflage 2012, S. 1655;
Debrunner
, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Auflage 2002, S. 1037
).
Zu beachten ist des Weiteren, dass ä
rztliche Aus
künfte, die
- wie die Ausführungen von Dr.
B._
-
allein auf der Argumentation beruhen, die gesundheitlichen Beein
trächtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten, beweisrechtlich nicht zu verwerten
sind
(vgl. zur Unzulässigkeit der Beweismaxime "
post
hoc ergo
propter
hoc": BGE 142 V 325 E. 2.3.2.2; 119 V 335 E. 2b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 2
1.
Februar 2018 E. 3.2.4).
3.2.2
Nach dem Gesagten kam die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss, dass
der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen den Restbeschwerden am rechten Kniegelenk und dem Unfallereignis vom 1
9.
September 2015
über
wiegend
wahrscheinlich
spätestens per 1
9.
Dezember 2016 dahingefallen ist und namentlich für die Operation am 2
0.
Dezember 2016 sowie für weitere Behand
lungen keine Leistungspflicht mehr bestand.
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen des Beschwerde
führers nichts zu ändern.
Von weiteren Beweis
mass
nahmen sind keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, wes
halb
davon
abzusehen ist (
an
tizipierter Beweis
würdigung,
BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2011 vom 1
6.
März 2012 E. 7.2).
3.3
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
8.
März 2017 ist somit rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.