Decision ID: 2180a7e6-620f-46ac-a002-740b71e74110
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 25. April 2011 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. B._, Allgemeine Innere Medizin,
berichtete im Mai 2011 über eine depressive Episode mit Konzentrationsstörungen seit
Oktober 2010 und ein exogen allergisches Asthma. Er hielt fest, der Versicherte sei
gelernter Steinmetz und könne seinen Beruf wegen Exazerbationen seines Asthmas
unter Staubexposition nicht mehr ausführen. Als Selbständiger in der Autobranche sei
er vom 3. Januar bis 28. Februar 2011 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 10, vgl.
auch Bericht vom 25. Januar 2011; Fremdakten 2).
A.a.
Dr. med. C._, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, listete in seinem
Bericht vom 6. Juni 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Autismus-Spektrum-Syndrom im Sinne eines Asperger-Syndroms (ICD-10: F84.5) und
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) auf. Er attestierte dem
Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit 4. April 2011 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Unter idealen Bedingungen könne sicherlich mit einer
50-80%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (IV-act. 22). RAD-Arzt Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersuchte den Versicherten am
10. August 2011 und hielt am 24. August 2011 als Diagnosen ohne Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10:
F32.1) sowie ein Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5) fest. Die Tätigkeit in der
Autobranche wie auch jede andere den Neigungen des Versicherten entsprechende
Tätigkeit sei in vollem Umfang ohne Leistungsminderung ab sofort zumutbar (IV-act.
35).
A.b.
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Die IV-Stelle des Kantons Graubünden wies die Leistungsbegehren auf eine
Invalidenrente sowie eine Umschulung mit Verfügungen vom 28. und 29. November
2011 ab (IV-act. 46 f.). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (vgl. IV-
act. 53) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil vom 4.
September 2012 ab (IV-act. 59).
A.c.
Am 13. Oktober 2014 teilte der Versicherte der neu zuständigen IV-Stelle des
Kantons St. Gallen mit, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (IV-act. 68).
Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 18. November
2014 über ein Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5), eine einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) sowie rezidivierende mittelgradige depressive
Episoden (ICD-10: F32.1). In angepasstem Rahmen sei die Arbeitsfähigkeit auf
höchstens 50 % reduziert. Die aktuell in einem Pensum von 50 % ausgeübte Tätigkeit
als Verkäufer überfordere den Versicherten stark und sei keinesfalls steigerbar (IV-act.
79).
A.d.
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 81) wurde der Versicherte im August 2015
durch Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie, psychiatrisch abgeklärt.
In seinem Gutachten vom 24. September 2015 listete dieser als Diagnosen eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung (narzisstisch, selbstunsicher, schizoid; ICD-10:
F61.0) und ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität (ADS; ICD-10:
F98.8), Differentialdiagnose: Hinweise auf Asperger-Autismus, auf. Er beurteilte, in der
angestammten Tätigkeit als Kundenberater bestehe seit 2011 in Abhängigkeit von
arbeitsplatzbezogenen Faktoren und psychischen Belastungssituationen eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 75 % nach stufenweisem Anstieg über ein Jahr hinweg (IV-
act. 92).
A.e.
Am 29. Juli 2016 berichtete Dr. med. G._, Oberarzt Psychiatrie-Dienste H._,
der Versicherte habe sich vom 17. März bis 6. April 2016 in stationärer und vom 7. April
bis 21. Juni 2016 in teilstationärer Behandlung in der Klinik I._ befunden. Als
Diagnosen listete er eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine Autismus-Spektrum-Störung ohne
begleitende intellektuelle und sprachliche Beeinträchtigung (ICD-10: F84.0), eine
A.f.
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einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) sowie ein exogenes
allergisches Asthma auf. Als Kundenberater weise er keine Arbeitsfähigkeit auf. In einer
adaptierten Tätigkeit sei er zu 40-50 % arbeitsfähig (IV-act. 106). RAD-Ärztin Dr. med.
J._ befand am 12. Juli 2016, es könne weiterhin an der 75%igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten festgehalten werden. Nach stattgehabter psychischer
Dekompensation könne die bisherige Tätigkeit neu als nicht mehr möglich beurteilt
werden (IV-act. 107).
Mit Verfügung vom 18. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 25 % ab (IV-act. 108). Mit Entscheid vom 7.
Februar 2019 hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die vom
Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (vgl. IV-act. 115) dahingehend gut, dass
es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Vornahme weiterer
medizinscher Abklärungen und neuer Verfügung an die IV-Stelle zurückwies (IV-act.
204).
A.g.
Am 24. Januar 2017 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, er habe
Anspruch auf Arbeitsvermittlung (IV-act. 142). Während eines vom 15. Mai bis 31.
Oktober 2017 gewährten Arbeitsversuchs im K._ hatte die IV-Stelle ein Taggeld
entrichtet (vgl. IV-act. 177, 182). Seit 2. Oktober 2017 ist der Versicherte in einem
Pensum von 50 % bei der L._ AG als Mitarbeiter im Garagengewerbe angestellt (IV-
act. 196). Mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 hatte die IV-Stelle das
Leistungsbegehren um weitere berufliche Massnahmen abgewiesen (IV-act. 200).
A.h.
Im Auftrag der IV-Stelle untersuchte Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH und für Neurologie FMH, den Versicherten im Januar 2020. In
seinem Gutachten vom 22. April 2020 diagnostizierte dieser eine Autismus-Spektrum-
Störung vom Typ Asperger (ICD-10: F84.5) sowie eine leichte bis mittelschwere
kognitive Störung. In der bisherigen Tätigkeit liege eine Arbeitsfähigkeit von 60 % vor,
in einer optimal adaptierten Tätigkeit erscheine eine Leistungsfähigkeit von 80 %
möglich. Es liege keine gravierende Veränderung des Gesundheitszustandes vor (Suva-
act. 237). Dr. M._ berücksichtigte bei seiner Beurteilung auch die im Januar 2020
erfolgte neuropsychologische Begutachtung durch Dr. phil. N._, Fachpsychologin für
Neuropsychologie FSP (IV-act. 236).
A.i.
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B.

Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der vom
Beschwerdeführer wieder angemeldete Rentenanspruch (vgl. IV-act. 68).
Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 240). Dagegen erhob der
Versicherte am 3. Juli 2020 Einwand (IV-act. 243).
A.j.
Am 18. August 2020 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act.
245).
A.k.
Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 21.
September 2020 Beschwerde. Er beantragte damit, die Verfügung vom 18. August
2020 sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe, zwischenzeitlich eine ganze Rente
zuzusprechen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung zu
gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 29. Oktober 2020
die Abweisung der Beschwerde (act. G5).
B.b.
Am 4. November 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G6).
B.c.
Mit Replik vom 4. Dezember 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G8).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10).B.e.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
1.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 6/15
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und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20 [in der bis Ende 2021
gültig gewesenen Fassung]) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % auf eine Viertelsrente.
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger oder im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
1.2.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
1.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/15
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2.
Die Beschwerdegegnerin stellt sich unter anderem auf den Standpunkt, es sei keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten und die
Revisionsvoraussetzungen seien damit nicht erfüllt. Wie sich nachfolgend ergibt, kann
offenbleiben, ob bei der vorliegenden Neuanmeldung die Revisionsvoraussetzungen
von Art. 17 ATSG analog zu prüfen sind. Dies, zumal ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad nicht rechtsgenüglich nachgewiesen ist. Der Beschwerdeführer hat sich
am 13. Oktober 2014 wieder zum Rentenbezug angemeldet (IV-act. 67). Damit fällt ein
Rentenanspruch frühestens ab April 2015 in Betracht (Art. 29 Abs. 1 IVG).
3.
Vorerst ist die Entwicklung des psychischen Gesundheitszustandes zu prüfen. Die
somatischen Beschwerden aufgrund des exogen allergischen Asthmas (vgl. IV-act. 10)
haben unbestritten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit.
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
In ihrer rentenabweisenden Verfügung vom 28. November 2011 stützte sich die
Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Beurteilung
von RAD-Arzt Dr. D._ vom 24. August 2011 (IV-act. 35, 46). Dieser hatte als
Diagnosen einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: F32.1) und
ein Asperger-Syndrom (ICD-10: F84.5) festgehalten. Er sehe den Beschwerdeführer im
Grenzbereich zwischen gesund und leichtem Asperger-Syndrom. Die (zuletzt
ausgeübte) Tätigkeit wie auch jede andere den Neigungen des Beschwerdeführers
entsprechende Tätigkeit seien in vollem Umfang ohne Leistungsminderung ab sofort
zumutbar. Eine zeitlich befristete Einschränkung vom 4. April 2011 bis spätestens zum
Zeitpunkt der Untersuchung vom 10. August 2011 sei aufgrund der vorübergehenden
Depression nachvollziehbar (IV-act. 35). Das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden wies die gegen die rentenabweisende Verfügung vom 28. November 2011
erhobene Beschwerde ab (Urteil vom 4. September 2012; IV-act. 59). Die Verfügung
erwuchs danach in Rechtskraft.
3.1.
Infolge der Neuanmeldung des Beschwerdeführers im Oktober 2014 (IV-act. 67)
und des Rückweisungsentscheids des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
3.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/15
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vom 7. Februar 2019 (vgl. IV-act. 204) veranlasste die Beschwerdegegnerin eine
Begutachtung bei Dr. M._ und Dr. N._ (vgl. IV-act. 236 f.).
Dr. N._ klärte den Beschwerdeführer am 9. Januar 2020 neuropsychologisch
ab. Sie diagnostizierte eine leichte bis mittelgradige kognitive Störung mit im
Vordergrund stehenden Einschränkungen der sozialen Kognitionen und der
Planungsfunktionen sowie Hinweisen auf ein leichtes Asperger-Syndrom (ICD-10:
F84.5). Für das Vorliegen einer krankheitswertigen Aufmerksamkeitsstörung ohne
Hyperaktivität (Ausschlussdiagnose ADS, ICD-10: F98.8) bestünden keine
ausreichenden Hinweise. Dr. N._ befand, im Zusammenhang mit der leichten bis
mittelgradigen kognitiven Störung sollte die Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den
meisten beruflichen Anforderungen nur leicht eingeschränkt sein. In Berufen mit hohen
kognitiven Anforderungen könne die Funktionsfähigkeit aber mittelgradig eingeschränkt
sein. Dabei fielen insbesondere Einschränkungen der sozialen Kognitionen ins Gewicht,
welche Arbeitstätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die soziale Wahrnehmung
und Interaktion erschwerten. Es sei als orientierender Richtwert, aus rein
neuropsychologischer Sicht, eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % zu begründen. Der
Beschwerdeführer könne in einem Pensum von 100 % tätig sein (ca. 41 Stunden pro
Woche). Während dieser Anwesenheitszeit könne eine Reduktion der Leistung
(Rendement) von 40 % bestehen, das heisse eine Arbeitsfähigkeit von 60 %. Für eine
Globaleinschätzung (auch unter Einbezug allfälliger psychopathologischer Symptome)
der Arbeitsfähigkeit (in angestammter und angepasster Tätigkeit) verweise sie auf das
psychiatrische Hauptgutachten von Dr. M._. Arbeitstätigkeiten in einer Autogarage
oder als Steinmetz, wie sie vom Beschwerdeführer in der Vergangenheit ausgeübt
worden seien, seien grundsätzlich geeignet, sofern sie in einer ruhigen, wohlwollenden
Umgebung und unter klaren Vorgaben ausgeführt werden könnten. Betreffend
Konzentration, Ausdauer, Auffassungs- und Lernfähigkeit, räumlicher Verarbeitung und
Umstellfähigkeit verfüge der Beschwerdeführer über ausreichende Ressourcen und
vermöge rein inhaltlich gute Leistungen zu erbringen. Aus rein neuropsychologischer
Sicht sollte der Beschwerdeführer darin bestärkt und unterstützt werden, weiterhin
einer Arbeit im ersten Arbeitsmarkt nachzukommen (IV-act. 236).
3.2.1.
Dr. M._ erstellte am 22. April 2020 sein psychiatrisches Gutachten. Er
diagnostizierte übereinstimmend mit Dr. N._ eine leichte bis mittelschwere kognitive
Störung und bestätigte die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung vom Typ
Asperger (ICD-10: F84.5). Er stützte sich dabei unter anderem auch auf die Befunde
von Dr. N._ (vgl. IV-act. 237-40 ff.). In der angestammten Tätigkeit ging er in
Übereinstimmung mit Dr. N._ von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % bei einer Präsenz
3.2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/15
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von 100 % aus. Die Tätigkeit als Steinmetz oder eine vergleichbare Tätigkeit sei jedoch
aufgrund der Asthmaerkrankung nicht mehr zumutbar (IV-act. 237-48). Zentrales
Merkmal für eine optimal adaptierte Tätigkeit sei der Aspekt der Minimierung
sozialinteraktiver Anforderungen. Darüber hinaus müsse der Arbeitsplatz wegen der
Hypersensibilität des Beschwerdeführers ruhig sein sowie eine feste Struktur und einen
verlässlichen Rahmen bieten. Gegebenenfalls sei bei Auftreten einer kognitiven oder
körperlichen Erschöpfungssymptomatik eine liberale Pausenregelung hilfreich. In einer
solchen optimal adaptierten Tätigkeit seien eine Präsenz von 100 % und dabei eine
Leistungsfähigkeit von 80 % möglich. Die Einschränkung betrage also 20 % (IV-act.
237-49 f.). Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht (act. G1), wich Dr. M._
damit von der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. N._ ab. Die Neuropsychologin
hatte jedoch mehrheitlich durchschnittliche Resultate der Kognitionen im engeren Sinn
erhoben, in Teilbereichen der mnestischen Funktionen und bei der Intelligenz sogar
überdurchschnittliche. Insgesamt ging sie von einer leichten bis mittelgradigen
kognitiven Störung aus, hielt aber gleichzeitig fest, dass die Funktionsfähigkeit im
Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen nur leicht eingeschränkt sei.
Lediglich in Berufen oder Aufgaben mit hohen kognitiven Anforderungen (damit seien
auch hohe Anforderungen an die soziale Kognition gemeint) könnte die
Funktionsfähigkeit auch mittelgradig eingeschränkt sein (IV-act. 236-17). Angesichts
dieser Ausführungen ist die vergleichsweise hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
um 40 % nicht genügend nachvollziehbar. Begründet hat die Neuropsychologin diesen
Wert nicht. Durchaus möglich ist, dass er sich lediglich auf den Bereich bezieht, bei
dem die durchgeführten Tests auf eine etwas höhere Einschränkung des
Beschwerdeführers hingewiesen hatten, nämlich die "Arbeitstätigkeiten mit erhöhten
Anforderungen an die soziale Wahrnehmung und Interaktion" (vgl. IV-act. 236-19). Dr.
N._ bezog sich bei ihrer Einschätzung jedenfalls nicht konkret auf eine optimal
angepasste Tätigkeit, sondern äusserte sich lediglich allgemein zur Arbeitsfähigkeit.
Auch führte sie ausdrücklich aus, ihre Beurteilung sei nur als orientierender Richtwert
aus rein neuropsychologischer Sicht zu sehen, und hatte für eine Globaleinschätzung
der Arbeitsfähigkeit auf das psychiatrische Hauptgutachten von Dr. M._ verwiesen
(IV-act. 236, vgl. E. 3.2.1). Zudem ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 244-3)
darauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes ist,
die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite
einzuschätzen. Eine neuropsychologische Abklärung stellt lediglich eine
Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist
(Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2017, 9C_338/2016, E. 5.4). Die
psychiatrische Einschätzung von Dr. M._ wird damit durch die abweichende
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neuropsychologische Einschätzung nicht in Frage gestellt. Ein unauflösbarer
Widerspruch ist - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G1, G8) -
nicht ersichtlich.
Dr. M._ verwies betreffend den zeitlichen Verlauf der Entwicklung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf seine Darstellung derselben in der
angestammten Tätigkeit. Er gab dort jedoch lediglich die aktenkundigen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen sowie
von Gutachter Dr. F._ wieder. Erstere beschränkten sich primär auf die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder der damals ausgeübten Tätigkeit (IV-
act. 237-49 f.). Einzig der behandelnde Dr. G._ hatte sich zur Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit geäussert und diese während des (teil-)stationären Aufenthalts in
der Klinik I._ vom 17. März bis 30. Juni 2016 auf 0 % und ab 1. Juli 2015 auf 40 %
geschätzt. Er hatte jedoch insbesondere letztere nicht weiter begründet (Bericht vom
29. Juli 2016, IV-act. 215). Dr. F._ hatte in seinem Gutachten vom 24. September
2015 die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 75 % geschätzt, dies "nach
stufenweisem Anstieg über ein Jahr hinweg" (IV-act. 92). Wie das Versicherungsgericht
bereits mit Entscheid vom 7. Februar 2019 (IV 2016/310, vgl. IV-act. 204) ausgeführt
hatte, bestehen gewisse Zweifel am Gutachten von Dr. F._. Dies insbesondere, da er
sich nicht konkret zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit geäussert und sich auch für den Zeitpunkt des Gutachtens nicht
abschliessend festgelegt hatte (vgl. IV 2016/310, E. 2.1 f.). Dennoch entspricht die
Schätzung von Dr. F._ einer Arbeitsfähigkeit von 75 % wertmässig nahezu derjenigen
von Dr. M._. Es ist also von einer im Wesentlichen gleichbleibenden Arbeitsfähigkeit
seit dem frühestmöglichen Rentenbeginn im April 2015 auszugehen. Dafür spricht auch
die Aussage von Dr. M._, wonach keine gravierende Veränderung des
Gesundheitszustandes vorliege (IV-act. 237-52). Insgesamt ist damit eine
längerdauernde über 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit seit dem
frühestmöglichen Rentenbeginn im April 2015 nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
3.2.3.
Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei nicht genügend abgeklärt worden, ob
ein ADS vorliege (act. G1). Dr. N._ konnte die Frage nach dem Vorliegen eines ADS
aus rein neuropsychologischer Sicht nicht eindeutig beantworten, da der
Beschwerdeführer am Morgen vor der Untersuchung eine Tablette Ritalin
eingenommen gehabt habe und ein Einfluss des Medikaments auf die
Leistungsfähigkeit während der Begutachtung deshalb möglich gewesen sei. Während
der ganzen Begutachtung seien keinerlei Einbussen der Konzentrationsfähigkeit, keine
3.2.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/15
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erhöhte Ablenkbarkeit oder übermässig schwankende Aufmerksamkeitsleistungen zu
verzeichnen gewesen und auch in den kognitiven Testbefunden hätten sich keine
wesentlichen attentionalen Defizite gefunden. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen
der klinischen Beobachtung innerlich ruhig gewirkt und eine motorische Überaktivität
habe nicht beobachtet werden können. In den Resultaten der kognitiven Testung, der
Selbstbeurteilung, der Verhaltensbeobachtung während der Begutachtung und vor
allem anhand der kriteriengeleiteten Überprüfung gemäss DSM-5 hätten sich keine
ausreichenden Hinweise auf das Vorliegen einer hyperkinetischen Störung von
Krankheitswert (Differentialdiagnose: ADHS [ICD-10: F90.0]; ADS [ICD-10: F98.8])
gefunden (IV-act. 236-18 f.). Nach einer ausgiebigen Diskussion mit Dr. N._ verneinte
Dr. M._ in seinem Gutachten sodann die Diagnose eines ADS (IV-act. 237-42). Die
beiden Gutachter wussten, dass Dr. F._ im Jahr 2015 ein ADS bejaht hatte und
setzten sich entsprechend damit auseinander (vgl. IV-act. 92-23). Wie das
Versicherungsgericht jedoch im bereits erwähnten Entscheid vom 7. Februar 2019
schon erwogen hatte, ist das Gutachten von Dr. F._ als nicht beweiskräftig zu
erachten und auch aufgrund der von den weiteren medizinischen Akten abweichenden
Diagnosen dieses Arztes nicht unbesehen auf dessen Einschätzungen abzustellen
(Entscheid IV 2016/310, E. 2.1; vgl. IV-act. 204). Wie die Beschwerdegegnerin zudem
zu Recht ausführt (vgl. act. G5), kommt es invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die
(genaue) Diagnose an, sondern darauf, welche Auswirkungen eine Krankheit auf die
Arbeitsfähigkeit hat (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2016, 9C_634/2015, E.
6.1). Dr. M._ und Dr. N._ haben die Situation des Beschwerdeführers umfassend
und überzeugend beurteilt. Selbst wenn ein ADS vorliegen sollte, ergibt sich zudem aus
dem Gutachten von Dr. N._, dass dieses bei entsprechender Medikation keinen
relevanten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers hat. Auch Dr.
F._ schätzte unter Berücksichtigung eines ADS die Arbeitsfähigkeit quantitativ
beinahe gleich ein wie Dr. M._ (vgl. E. 3.2.3).
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (vgl. act. G1), es hätten sich -
neben der Verschlechterung des Gesundheitszustandes - seit dem Vergleichszeitpunkt
weitere massgebliche Veränderungen ergeben, so sind diese Argumente nicht
nachvollziehbar bzw. nicht relevant. Der Beschwerdeführer bringt insbesondere vor, er
sei im Vergleichszeitpunkt (2011) ohne Arbeit gewesen, nun aber als ungelernter
Mitarbeiter in einer Autowerkstatt in einer optimal adaptierten Tätigkeit eingegliedert.
Die Tätigkeit bringe ihn an eine Grenze, die ihn nur in einem zeitlich beschränkten
Rahmen arbeiten lasse. Seine Ressourcen seien auch deshalb beschränkt, weil er
mittlerweile getrennt von Ehefrau und Kindern lebe und deshalb seinen Haushalt alleine
3.2.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/15
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4.
Vorliegend kann - wie gesagt (vgl. E. 2) - offenbleiben, ob die
Revisionsvoraussetzungen von Art. 17 ATSG analog zu prüfen sind. Unabhängig
davon, ob es zwischen der ersten rentenablehnenden Verfügung vom 28. November
2011 (IV-act. 46) und dem frühestmöglichen Rentenbeginn im April 2015 tatsächlich zu
und selbständig besorgen müsse. Er habe am Nachmittag jeweils kaum mehr
Ressourcen, diese Aufgaben in Angriff zu nehmen (act. G1). Dr. M._ war sowohl über
die berufliche als auch die private Situation des Beschwerdeführers orientiert (vgl. IV-
act. 237-33 ff.) und berücksichtigte diese bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung. Zudem
ist zwar möglich, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner veränderten sozialen
Situation mehr mit Haushaltstätigkeiten beschäftigt ist. Ein kleiner Einpersonenhaushalt
ist jedoch mit einem mehrköpfigen Familienhaushalt mit minderjährigen Kindern nicht
vergleichbar. Ausserdem fällt nun die Betreuung seiner Kinder grösstenteils weg, da er
diese gemäss Angaben gegenüber Dr. M._ nur noch alle zwei Wochen sieht. Auch
hatte er anlässlich der Begutachtung ausgeführt, er sei "wirklich froh" über seine
derzeitige soziale Situation. Er habe seine Ehe als "brutal anstrengend" empfunden und
habe das Gefühl gehabt "keine Rückzugsmöglichkeit" zu haben. Nun sei er froh, dass
er nach Hause kommen könne, ohne dass entsprechende soziale Ansprüche an ihn
gestellt würden (vgl. IV-act. 237-35). Diese Aussagen widersprechen damit den
Vorbringen in der Beschwerde und es ist nicht ersichtlich, inwiefern die veränderte
soziale Situation Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit haben sollte. Insbesondere
bringt der Beschwerdeführer keine neuen Tatsachen vor, die von Dr. M._ bei seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht berücksichtigt worden wären. Mit der Arbeitstätigkeit
in einem Pensum von 50 % schöpft er seine gutachterlich geschätzte
Restarbeitsfähigkeit zudem nicht voll aus.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass die
Gutachten von Dr. M._ und Dr. N._ auf umfassender Aktenkenntnis sowie eigenen
Untersuchungen beruhen, das gesamte Leidensbild des Beschwerdeführers
berücksichtigen und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar
sind. Aus den vom Beschwerdeführer vorgebrachten medizinischen Einschätzungen
ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche in den genannten
Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch zwischen
den Gutachten vom April 2020 und der umstrittenen Verfügung vom 18. August 2020
(IV-act. 245) keine massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten.
Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich damit.
3.2.6.
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einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen ist oder es sich (wie die
Beschwerdegegnerin annimmt, vgl. act. G5) bei den gutachterlichen Einschätzungen
von Dr. M._ und Dr. N._ lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen
Sachverhalts handelt, resultiert bei der von diesen geschätzten Arbeitsfähigkeit von 80
% in einer adaptierten Tätigkeit ohnehin kein Rentenanspruch.
Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der
Beschwerdeführer ist gelernter Steinmetz, hat diesen Beruf aufgrund seines Asthmas
jedoch seit 2007 nicht mehr ausgeübt (IV-act. 10, 17, 121). Nach seinem Umzug in die
Schweiz war er von Juli 2007 bis März 2008, mithin während nur neun Monaten, als
Mitarbeiter in der Fassaden- und Bodensanierung tätig (IV-act. 20-4, 121). Vom 30.
Juni 2008 bis 31. Dezember 2009 war der Beschwerdeführer bei der O._ AG
angestellt (IV-act. 20-5) und war im Anschluss bis im Dezember 2011 selbständig in der
Autobranche tätig (vgl. IV-act. 121). Daneben arbeitete er teilweise noch als LKW-
Fahrer und erledigte Aufträge im P._ (vgl. IV-act. 14). Ausserdem bezog er im Jahr
2011 auch eine Arbeitslosenentschädigung (IV-act. 132). Aus den Akten lassen sich
weder das damalige totale Arbeitspensum noch der dabei erzielte Verdienst klar
ermitteln (vgl. IV-act. 14 f., 132). Von November 2011 bis Dezember 2016 war er
sodann bei der Q._ AG tätig, dies jedoch lediglich in einem Pensum von 50 % (IV-
act. 92-18, 132, 215-3). Es fehlt damit an einer repräsentativen Grundlage für die
Bestimmung des Valideneinkommens, weshalb auf die Tabellen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik, Total sämtlicher
Wirtschaftszweige, abzustellen ist. Welches Kompetenzniveau dabei massgeblich ist,
kann insofern offenbleiben, als dem Beschwerdeführer auch im Invalidenfall mit
gewissen qualitativen Einschränkungen (vgl. IV-act. 237-49) Tätigkeiten des gleichen
Kompetenzniveaus zumutbar sind und sich daher ein Prozentvergleich rechtfertigt.
4.1.
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Tätigkeiten behindert sind, im
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
4.2.
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5.
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie Dr. M._ festhielt, hat der
Beschwerdeführer qualitative Einschränkungen (wenig sozialinteraktive Anforderungen,
ruhiger Arbeitsplatz, feste Struktur und verlässlicher Rahmen, möglichst liberale
Pausenregelung; vgl. IV-act. 237-49) und es ist von der Notwendigkeit einer gewissen
erhöhten Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers auszugehen. Er ist im Vergleich zu
voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig benachteiligt und muss mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der
Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar
2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Vorliegend kann die genaue Festsetzung des
Tabellenlohnabzugs unterbleiben, da selbst bei einem Tabellenlohnabzug von 20 % -
welcher in dieser Höhe vorliegend ohnehin nicht gerechtfertigt wäre - ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36 % (20 % + [80 % x 20 %]) resultieren
würde.
Im Sinne der Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G6) ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.2.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden
5.3.
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