Decision ID: 9be0c4b5-f11a-46b2-b489-ee16855c66db
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 16. Juni 2022 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der eu-
ropäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (...)
2020 bereits in Frankreich ein Asylgesuch gestellt hatte,
dass dem Beschwerdeführer anlässlich des persönlichen Gesprächs nach
Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-
nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-
stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend:
Dublin-III-VO) vom 29. Juni 2022 das rechtliche Gehör zu einem allfälligen
Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach
Frankreich gewährt wurde, dessen Zuständigkeit für die Behandlung sei-
nes Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme,
dass der Beschwerdeführer ausführte, sein Asylgesuch in Frankreich sei
abgelehnt worden und er sei in die Schweiz zu seiner Verlobten gereist,
welche er zu heiraten beabsichtige,
dass das SEM am 29. Juni 2022 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d und Art.
23 Dublin-III-VO die französischen Behörden um Übernahme des Be-
schwerdeführers ersuchte,
dass die französischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in
Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen,
dass die französischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 15. Juli
2022 nachträglich ausdrücklich zustimmten,
dass das SEM mit Verfügung vom 18. Juli 2022 – gleichentags eröffnet –
in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz in den zuständigen
Dublinstaat Frankreich anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte,
die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-
lassen,
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dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den
Beschwerdeführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Juli 2022 gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei
beantragt, die Verfügung des SEM vom 18. Juli 2022 sei aufzuheben und
die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und ein mate-
rielles Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, eventualiter sei die Sa-
che zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei im
Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Beschwerde die aufschiebende
Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer
Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis das Gericht über die Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe, zudem sei die unent-
geltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses zu verzichten,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
26. Juli 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
dass die Instruktionsrichterin am 26. Juli 2022 den Vollzug der Überstellung
gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aussetzte,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Verfahren sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), wobei von der Situation im Zeitpunkt
der Einreichung des Antrags auszugehen ist (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO
[sog. Versteinerungsprinzip]),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-
rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am (...) 2020 in Frankreich ein Asyl-
gesuch eingereicht hatte,
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dass die französischen Behörden das Übernahmeersuchen unbeantwortet
liessen, womit sie einerseits die Zuständigkeit Frankreichs implizit aner-
kannten (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass andererseits die französischen Behörden ihre Zuständigkeit nach-
träglich ausdrücklich anerkannten,
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens, wie vorliegend, grund-
sätzlich keine erneute Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO
stattfindet (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2.1 m.w.H.),
dass eine solche Prüfung im Wiederaufnahmeverfahren lediglich durch das
Vorliegen von Tatsachen, welche neu eine Zuständigkeit des am Aufnah-
meverfahren beteiligten Mitgliedsstaates zu begründen vermögen (vorlie-
gend Frankreich), erfolgen kann.
dass im Wiederaufnahmeverfahren solche Tatsachen dagegen die Zustän-
digkeit des prüfenden Staates nicht begründen können,
dass bereits deshalb der in der Beschwerde erhobene Einwand, der Be-
schwerdeführer und seine Verlobte hätten am (...) 2022 einen Termin für
die zivilstandsamtliche Eheschliessung, an der Zuständigkeit Frankreichs
nichts ändert,
dass überdies festzustellen ist, dass sich in den Akten kein Beleg für eine
erfolgte Eheschliessung befindet und es sich bei dem mit der Beschwerde
eingereichten Beweismittel, aus welchem hervorgehe, dass der Beschwer-
deführer und seine Verlobte am (...) 2022 einen Termin für eine Soforttrau-
ung hätten, lediglich um eine E-Mail der Verlobten an den Rechtsvertreter
handelt (Beschwerdebeilage 5), womit auch keine offizielle Terminbestäti-
gung der Eheschliessung vorliegt,
dass des Weiteren festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer und seine
Verlobte – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nicht als Familienangehörige
im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO respektive Art. 8 EMRK zu qualifi-
zieren sind, womit die den Schutz der Familieneinheit bezweckenden zwin-
genden Bestimmungen des Kapitels III der Dublin-III-VO vorliegend nicht
zur Anwendung kommen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG,
Dublin-III-Verordnung, 2014, K23 f. zu Art. 2, S. 88),
dass die Zuständigkeit Frankreichs somit zur Behandlung des Asyl- und
Wegweisungsverfahrens grundsätzlich gegeben ist,
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dass die Zuständigkeit Frankreichs auch über ein allenfalls rechtskräftig
abgeschlossenes Asylverfahren hinaus bestehen bleibt und erst mit dem
Vollzug der Wegweisung endet (vgl. Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),
dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich würden systemische
Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf-
weisen, weshalb gestützt auf diese Bestimmung ein Zuständigkeitsüber-
gang von Frankreich auf die Schweiz nicht in Betracht fäll,
dass ferner jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass ein Selbsteintritt zwingend ist, wenn individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vorliegen (BVGE 2015/9 E. 8.2.1),
dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, Frankreich anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben,
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dass zwar die Vermutung, Frankreich halte seine völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden kann, es hierfür aber kon-
kreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die gegebenenfalls vom Betroffe-
nen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.),
dass der Beschwerdeführer gegen die Überstellung nach Frankreich im
Wesentlichen einwendet, er führe eine Beziehung mit einer Frau, welche
über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfüge, und ihre Be-
ziehung falle unter den Schutzbereich von Art. 8 EMRK,
dass er mit seinem Vorbringen, das SEM habe die Beziehung mit seiner
Partnerin nicht hinreichend berücksichtigt und eine Wegweisung nach
Frankreich stelle eine Verletzung von Art. 8 EMRK dar (Beschwerde E.B.II,
Ziff. 6), implizit die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive
Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,
dass Art. 8 EMRK weder ein Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem
bestimmten Staat noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignets-
ten erscheinenden Ortes gewährt, der Schutzbereich der Norm jedoch ver-
letzt sein kann, wenn einer Ausländerin oder einem Ausländer, deren Fa-
milienangehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das Fa-
milienleben vereitelt wird (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 m.w.H.),
dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst die Mitglieder der
Kernfamilie berufen können, mithin die Ehegatten und ihre minderjährigen
Kinder,
dass gemäss Rechtsprechung der vormals zuständigen Schweizerischen
Asylrekurskommission (ARK), welche vom Bundesverwaltungsgericht wei-
tergeführt wird, sodann Konkubinatspartner den Ehegatten gleichgestellt
sind,
dass es für die Inanspruchnahme der Garantie von Art. 8 EMRK gemäss
der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa
Urteil des EGMR i.S. K. und T. gegen Finnland vom 12. Juli 2001, Grosse
Kammer, Nr. 25702/94, § 150),
dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Beziehung
das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finan-
zielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das
Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen sind
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(vgl. CHRISTOPH GRABEMWARTER/KATHARINA PABEL, Europäische Men-
schenrechtskonvention, 6. Aufl., München 2016, S. 288 § 22 Rz. 16; MARK
E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2.
Aufl., 1999, S. 365),
dass der Beschwerdeführer geltend macht, er habe seine Partnerin im Jahr
2020 über (...) kennengelernt und stehe täglich mit ihr in Kontakt, das Zu-
sammenleben sei ihnen jedoch aufgrund migrationsrechtlicher Hürden ver-
wehrt gewesen (Beschwerde E.B.I, Ziff. 4 und 5), sie habe sich aber bereits
um eine Anstellung für ihn nach Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung sowie
um den Besuch eines Sprachkurses bemüht (ebd. E.B.I, Ziff. 6; Beschwer-
debeilagen 7 und 8),
dass aus den Akten klar hervorgeht, dass der Beschwerdeführer und seine
Partnerin nie an derselben Adresse gelebt und keinen gemeinsamen
Wohnsitz haben, weshalb es bereits an einem wesentlichen Faktor für eine
tatsächlich gelebte Beziehung fehlt,
dass überdies der Einwand, die Partnerin habe ihn in Frankreich nicht be-
sucht, da der Beschwerdeführer dort keine Wohnung gehabt habe (Be-
schwerde E.B.II, Ziff. 5), nicht für eine gefestigte und dauerhafte Beziehung
spricht, welche den Schutzbereich von Art. 8 EMRK eröffnen würde,
dass der Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund aus dem Umstand,
dass seine Partnerin seine Familie in der Türkei kennengelernt habe (Be-
schwerde E.B.I, Ziff. 5), nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag und
die diesbezüglichen Videos und Fotos nichts bewirken,
dass die in der Beschwerde vorgebrachte Heiratsabsicht zu keiner anderen
Einschätzung führen kann und der Beschwerdeführer den massgeblichen
ausländerrechtlichen Weg zu beschreiten hat, wobei es ihm zuzumuten ist,
den Ausgang eines entsprechenden Verfahrens im Ausland abzuwarten,
dass es dem Beschwerdeführer und seiner Verlobten zuzumuten ist, ihre
Beziehung mittels Telefon oder via moderne Kommunikationsmittel weiter
zu pflegen,
dass die Überstellung nach Frankreich damit – entgegen den Ausführun-
gen in der Rechtsmitteleingabe (E.B.II, Ziff. 7 und 8) – offensichtlich keinen
unzulässigen Eingriff in das Familienleben im Sinne von Art. 8 EMRK dar-
stellt,
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dass nach dem Gesagten keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 8 EMRK besteht,
dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keine Gründe für eine
Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin -III-VO gibt und an
dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-
den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber zu be-
stimmen (BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und – entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers – den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswidrige
Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vo-
rinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – die Überstellung nach Frankreich an-
geordnet hat,
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-
wie auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht als gegenstandslos er-
weist,
dass der am 26. Juli 2022 angeordnete Vollzugsstopp mit dem vorliegen-
den Urteil dahinfällt,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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