Decision ID: 9cb56219-03e0-4f24-bed9-d14f4e62cc94
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1968 geborene
X._
besuchte in der Türkei die Schulen und absol
vierte die Matura (Urk.
10/
3/4).
Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1997 (Urk.
10/
3/1) war
sie
vom 26. August 2003 bis zum 20. Februar 2005 (letzter
ef
fek
tiver
Arbeitstag: 1. November 2004)
bei
Y._
Sàrl
(nachfolgend:
Y._
)
als Produk
tionsmitarbeiterin mit einem Pen
sum bis zu 17 Stunden pro Woche tätig
(Urk.
10/
10
, Urk.
10/
13)
. In den Jahren 2002, 2003 und 2005 bezog si
e Arbeits
losenentschädigung (Urk.
10/
13). Sie ist Mutter eines 1999 geborenen Sohnes
(Urk.
10/
3/2)
.
Am 17. Oktober 2006 meldete sie sich wegen chronischem Rheuma und einer Fibromyalgie bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk.
10/
3, Urk.
10/
5).
Nach durchgeführten Abklärungen wies die
IV-Stelle
das Rentenbegehren von
X._
m
it Ver
fügung vom 17. April 2008 ab (Urk.
10/
38). Dagegen erhob die Versicherte am 21. Mai 2008 beim
Sozialver
si
cherungsg
ericht Beschwerde (Urk.
10/
39/3-14), welches die Beschwerde mit Ur
teil IV.2008.00552 vom 19. Mai 2009 abwies (Urk.
10/
43).
Das Urteil blieb unan
gefochten.
1.2
Am 14. September 2012 meldete sich
X._
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
10/
52
, Urk. 10/55
).
Im Zuge der Abklärungen der
IV-Stelle
wurde die
Versicherte
untere anderem
im
Zent
r
um
Z._
untersucht. Das
Z._
erstattete sein
Gut
achten
a
m 10.
Mai 2013 (
Urk.
10/
85).
Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren von
X._
m
it Verfügung vom 23. September 2013
ab
(Urk.
10/102
).
Hier
gegen erhob
X._
am 2
4.
Oktober 2013 Beschwerde (Urk.
10/107/3-16). Das Sozialversicherungsgericht wies die Beschwerde mit
(unangefochtenem)
Ur
teil IV.2013.00964
vom
4.
Juni 2015 ab (
Urk.
10
/109).
1.3
In der Folge stellte
X._
am 1
5.
September 2016
bei der IV-Stelle
ein neues Gesuch um Ausrichtung
von Invaliden
versicherungs
leistungen
(
Urk.
10/111
,
Urk.
10/114/1
)
. Daraufhin kündigte ihr die IV-Stelle mit Schreiben vom
6.
Okto
ber 2016 an, dass sie auf das Leistungsbegehren nicht eintreten werde, weil nicht glaub
haft dargelegt
worden sei
, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Ver
fügung wesentlich verändert
hätten
(
Urk.
10/115). Dagegen erhob die Ver
sicherte am 2
6.
Oktober 2016 Einwand (
Urk.
10/116).
Nach der Prüfung dieses Einwandes teilte die IV-Stelle der Versicherte
n
mit Schreiben vom
6.
Februar 2017 mit, dass eine umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Rheu
matologie, Neurologie, Psychiatrie) notwendig sei (
Urk.
10/128). Die Unter
suchungen fanden in der Medizinischen Ab
k
lärungsstelle
A._
(nachfolgend: MEDAS
A._
) statt. Die MEDAS
A._
erstattete ihr Gutach
ten am
9.
Oktober 2017
(
Urk.
10/139).
Gestützt auf dieses Gutachten
kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom
8.
November 2017 die Abwei
sung ihres Leistungsbegehrens an.
Zur Begründung führte sie aus,
dass
sich
ihr
gesundheit
liche
r
Zustand seit der letzten Beurteilung im Jahr 2013 nicht wesent
lich ver
schlechtert habe (
Urk.
10/140/2).
Dage
gen erhob die Versicherte am 2
3.
Novem
ber 2017 Einwand (
Urk.
10/141).
In der Folge ging bei der IV-Stelle das Schreiben der Hausärztin der Versicherten, Dr. med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 25. November 2017 (
Urk.
10/145/1)
ein
.
Darauf
hin
zog
die IV-Stelle
Bericht
e
von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Rheu
matologie und
Allgemeine Innere Medizin FMH
(
Bericht vom 16. Februar 2018,
Urk.
10/150/8-12)
, von
Dr.
med.
D._
, Neurologie
(
Bericht vom 2
1.
Feb
ruar 2018
Urk. 10/151/7-8)
,
sowie
von
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (
Bericht
vom 1. August 2018,
Urk.
10/158) ein.
Die
MEDAS
A._
nahm am 7. November 2018 zu diesen Arztberichten Stellung (Urk. 10/165)
. Nach der Prü
fung des Einwandes der
Versicherten
und der nach
träglich ei
n
gegangen medizi
nischen Berichte und Stellungnahmen verfügte die IV-Stelle am 18.
Januar
2019
wie vorbeschieden die Abweisung des Leistungsbe
gehrens von
X._
(Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 1
5.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte
, in Aufhebung der Verfügung vom 1
8.
Januar 2019 sei ihr mindestens eine halbe IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei ein psychiatrisches Gutachten einzuholen.
Subeventualiter
sei
ihre
effektive
Arbeitsfähigkeit beziehungsweise seien
«
renten-ergänzende
»
Eingliederungsmassnahmen zu evaluieren (
Urk.
1 S. 2). In ver
fah
rensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, dass ihr die unentgeltliche Prozess
füh
rung zu gewähren, von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen und ihr in der Person von Rechtsanwältin Dina
Raewel
eine unentgeltliche Rechts
vertre
terin zu bestellen sei
en
(
Urk.
1 S. 2).
2.2
Das Gericht setzte der Beschwerdegegnerin mit Gerichtsverfügung vom 20. Feb
ruar 2019 Frist an, um zur Beschwerde Stellung zu neh
men (Beschwerdeantwort) und die vollständigen Akten einzureichen. Mit der
selben Verfügung wurde der Beschwerdeführerin eine Frist von 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung angesetzt, um ihr Gesuch um Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege zu substantiieren (Urk. 4).
Die Beschwerdeführerin reichte dem Gericht mit Eingabe vom 8. März 2019 das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit und einzelne Belege ein (Urk. 6, Urk. 7, Urk.
10/
1-2).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 15. März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage der IV-Akten
,
Urk. 10/1-172).
2.4
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts
pflege vom 15. Februar 2019 wurde mit Verfügung vom
2.
April 2019 ab
gewie
sen, weil sie innert der mit Verfügung 2
0.
Februar 2019 angesetzten Frist ihre prozessuale Bedürftigkeit nicht nach
ge
wiesen hatte (
Urk.
11).
Zudem wurde der Be
schwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort vom
2.
April 2019 zu
ge
stellt (
Urk.
11 S. 4).
Daraufhin stellte die Beschwerdeführerin am 2
0.
April 2019 ein
Gesuch um Wie
dererwägung der Verfügung vom 2. April 2019 sowie ein
neues Gesuch um Be
willigung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
13). Dieser Eingabe legte sie die Unterstützungsbestätigung der Stadt Zürich, Sozialzentrum
F._
, vom 9. April 2019
(
Urk.
14)
bei
.
Mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2019 wurde
das Wiedererwägungsgesuch abgewie
sen,
der Beschwerdeführerin
aber
in Bewilligung ihres
erneuten
Gesuchs vom 2
0.
April 2019 mit Wirkung ab
demselben Tag
die unentgelt
liche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Dina
Raewel
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsver
treterin für das vorliegende Ver
fahren bestellt (
Urk.
15 S. 4).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialv
ersicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.4
1
.4.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert,
so wird nach Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1
.4.2
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
verfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei An
haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund
heitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsanspre
chende Person dieses Ergebnis
-
vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiederer
wägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen)
-
bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1
.5
1.5.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
1.5.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Be
urteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
-
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
-
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2
.1
2.1.1
Am
Z._
-Gutachten vom 10. Mai 2013 (Urk. 10/85) waren Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Ha
uptgutachter, Prof. Dr. med. H._
, Facharzt für Chirurgie FMH, Medizinische Supervision, sowie die
Dres
. med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie FMH, Zertifizierter Medizi
nischer Gutachter SIM,
J._
, Facharzt für Innere Medizin und Gastroen
terologie FMH, sowie
K._
, Fachärztin für Neurologie FMH, beteiligt
(
Urk.
10/85/24)
.
Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten Akten (vgl. Urk. 10/85/3-8) und die von den
Z._
-Gutachtern zusätzlich angeforder
ten Berichte (Urk. 10/85/8) sowie ihre Untersuchungen der Beschwerdeführerin in den Fachgebieten Rheumatologie am 4. April 2013, Neurologie und Innere Me
dizin am 11. April 2013 sowie Psychiatrie am 12. April 2013 (Urk. 10/85/1)
stell
ten
sie als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte, chro
nifizierte Depression (ICD-10: F38.8) [Urk. 10/85/17].
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (Urk. 10/85/17):
-
Fibromyalgie
-
Haltungsinsuffizienz bei muskulärer
Dekonditionierung
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont, ohne Hinweise für radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom
-
Leicht ausgeprägte Panikstörung (ICD-10: F41.0) [eigenanamnestisch trau
matisierende oder belastende Lebensereignisse ohne genauere Spezi
fikation]
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit betont hypochondrischer Ausprägung (ICD-10: F45.4)
-
Akzentuierte Wesenszüge mit unreif histrionischen Anteilen (ICD-10: Z73.1)
-
Migräne ohne Aura
-
Arterielle Hypertonie, Blutdruckwerte mit 146/93 respektive 97
mmHg
et
was hoch, allerdings in der Untersuchungssituation nicht zu beurteilen
-
Status nach
Nephrolithiasis
-
Status nach mehrfachen Ovarialzysten, aktuell keine
-
Status nach Sectio
caesarea
2.1.2
Der versicherungsmedizinischen Beurteilung und Synthese der
Z._
-Gutachter ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin akzentuierte Wesenszüge mit hy
pochondrisch-histrionischen Verhaltens- und Erlebensweisen zeige. Für das sub
jektiv quälende und die Befindlichkeit massgeblich beeinflussende Ganzkör
per
schmerzsyndrom sei kein hinreichendes organisches Korrelat vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht liege eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor. In
folge des chronifizierten Krankheitszustandes, der psychiatrischen Ko
morbi
dität und der seit Oktober 2012 beschriebenen chronifizierten Depression sei eine leichte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gegeben (Urk. 10/85/18). Aus rheumatologischer Sicht sei die damals durch den behan
delnden Rheumatologen attestierte volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund des durch die
Foraminalstenose
verursachten
lumbospondylogenen
Syndroms nicht ausge
wiesen (Urk. 10/85/18-19). Es werde lediglich eine diskrete
Diskopathie
mit
breit
basiger
Vorwölbung und möglicher Reizung von L5 sowie ebenfalls mög
li
cher Reizung von L5 foraminal durch eine
neuroforaminale
Einengung links gesehen. Aufgrund des radiologisch diskreten Befundes werde zu Recht nur von der Mög
lichkeit einer Nervenwurzelreizung gesprochen. Bei ausgesprochener
Haltungsin
suffizenz
und
Waddelzeichen
bestünden Hinweise auf eine Symp
tomausweitung. Heute bestehe eine Fibromyalgie im Sinne einer zentralen Schmerzerkrankung und die Beschwerdeführerin beschreibe als Ausdruck der Schmerzverarbeitungs
störung ein regressives Verhalten ohne aktive Coping
strategien. Ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom sei nicht nachweisbar. Aus neurologischer wie auch aus intern-medizinischer Sicht lägen keine Er
kran
kungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 10/85/19).
2.1.3
In ihrer Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führten die
Z._
-Gutachter aus, dass aus psychiatrischer Indikation sowohl in der an
gestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin bei
Y._
oder Kosmetikerin als auch für jede leichte bis mittelschwere, wechselbelastende und die konsti
tutio
nell kleinwüchsige Beschwerdeführerin nicht überfordernde Tätigkeit seit Okto
ber 2012 eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 % bestehe (Urk. 10/85/20).
2
.2
2
.2.1
Am Gutachten der MEDAS
A._
vom
9.
Oktober 2017
wirkten
die
Dres
. med.
L._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates FMH, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM,
M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, sowie med. prakt.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrauensarzt SGV, zer
tifizierter medizinischer Gutachter SIM
,
mit
(
Urk.
10/139/2).
Die Gutachter stellten keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin (
Urk.
10/
139/25).
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin führten
die Gutachter die folgenden Diagnosen
an (
Urk.
10/139/26):
-
Leichtgradige undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), sy
nonym verwendet: chronisches Schmerzsyndrom ohne neurologische Ausfallerscheinung
,
Schmerzverarbeitungsstörung
-
Dysthymia
(ICD-10: F34.1)
-
Leichte depressive Störung (ICD-10: F32.0)
-
Leichte weitgehend kompensierte Agoraphobie (ICD-10: F40.0)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicherer,
dependenter
, astheni
scher, histrionischer,
dysthym
strukturierter Primärpersönlichkeit
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, schädlicher Ge
brauch
,
(anamnestisch) gegenwärtig Substanzgebrauch (ICD-10: F10.1)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, schädlicher Ge
brauch
,
(anamnestisch) gegenwärtig Substanzgebrauch (ICD-10: F10.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F13.2)
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom links betont, ohne Hinweise für radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom
-
Chronisches
Cervicalsyndrom
ohne radikuläre Zeichen
-
Rhizarthrose links
-
Degenerative Veränderungen radio-ulnar sowie im
Interphalangealgelenk
des 1. Fingers
beidseits
-
Arterielle
Hypertonie, medikamentös eingestellt (anamnestisch)
-
Mässige
Thrombozystose
unklarer Genese
-
Leichte Hypercholesterinämie
-
Uterusexstripation
2014 (anamnestisch)
2
.2.2
In ihrer interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter
sodann
fest, dass
bei der Beschwerdeführerin
aus allgemein-internistischer Sicht
keine Befunde bezie
hungsweise Diagnosen mit versiche
rungsmedizinischer Relevanz auf die Arbeits
fähigkeit vorliegen würden
. Sie sei deshalb in der Lage, ohne Leistungs
einschrän
kung sämtliche, ihrem körperlichen Belastungsprofil angepassten Tätigkeiten vollschichtig auf dem primären Arbeits
markt zu verrichten (
Urk.
10/139/21).
B
ei der orthopädischen Untersuchung
seien
kli
nisch die folgenden Befunde erho
ben
worden: Der Barfussgang
sei
in allen drei Posi
tionen
flüssig und
hinkfrei
gewesen.
Alsdann sei d
ie
Beweg
lichkeit der
Halswirbelsäule (HWS) und
der
Len
denwirbelsäule (LWS) normal gewesen. Es habe ein leichter paravertebraler Hart
spann lumbal, jedoch keine radikulären Zeichen, weder an der oberen noch an der unte
ren Extremität, festgestellt werden können
. Der
Langsitz
und das Ab
he
ben
der Beine gestreckt von der Unterlage seien problemlos möglich gewesen. Es
seien
lokale
Druckdolenzen
im Bereich beider Handgelenke
festgestellt worden
. Der übrige orthopädische Status
sei unauffällig gewesen. Während der Unter
su
chung sei sodann eine Hyperventilationsattacke mit Steifwerden, Augen
ver
dre
hen und demonstrativem Gebaren aufgefallen. Dies müsse psychiatrisch be
urteilt werden.
Sodann seien
in den im Rahmen der Begutachtung durchgeführten radio
logischen Untersuchungen vom
8.
Mai 2017
zusammengefasst
im Becken,
in
beiden Hüft
en, beiden Knie
n
, beiden oberen S
pr
unggelenken (OSG) und beiden Händen konventionell radiologisch normale Befunde festgestellt worden. In der Szintigraphie vom 3
0.
Januar 2017, welche von den behandelnden Ärzten
in Auf
trag gegeben worden sei,
hätten
sich eine Rhizarthrose links sowie degenerative Veränder
ungen
radioulnar
links und im
Interphalangealgelenk
der
1.
Finger beid
seits gezeigt. In den MRI der HWS und LWS seien altersentsprechende degenera
tive Befunde festgestellt worden. Für die von der Beschwerdeführerin angegebe
nen ausgedehnten Schmerzen fänden sich sowohl klinisch wie radiologisch über
wiegend kein objektivierbares Korrelat. Anzufügen sei, dass der Hyperventila
tionsanfall nach Abschluss der Unter
suchung, als die Beschwerde
führerin bereits wieder angezogen auf dem Stuhl gesessen habe, demonstriert und nicht authen
tisch gewirkt habe (
Urk.
10/139/20).
Zusammengefasst könnten die Beschwerden der Beschwerdeführerin aus ortho
pädischer Sicht nur teilweise nachvollzogen werden. Seit der Beurteilung durch
die
Z._
habe sich orthopä
disch - ausser allenfalls durch die neu etablierte Rhizarthrose links, welche jedoch in keiner Tätigkeit der Versicherten von Bedeutung sei - keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben. Ent
sprechend bestünden orthopädisch auch aktuell keine Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin (
Urk.
10/139/21).
Alsdann hätten bei der neurologischen Untersuchung keinerlei
pathologische Be
funde erhoben werden können. Der neurologische Untersuchungsbefund sei in allen Bereichen vollkommen regelgerecht gewesen (
Urk.
10/139/21). Aufgrund der neurologischen Untersuchung ergebe sich keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (
Urk.
10/139/22).
Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine Dysthymie im Vordergrund ge
standen. Die Dysthymie bestehe möglicherweise schon länger. Hieraus könnten sich, wie sich nunmehr abzuzeichnen scheine, depressive Einbrüche entwickelt haben. Bei der Untersuchung habe sich nur eine leichte depressive Störung abge
zeichnet (
Urk.
10/139/22).
Vor dem Hintergrund der Biografie, der Lebensge
schichte, dem Geworden s
ein, sei es durchaus vorstellbar, dass sich bei der Be
schwerdeführerin zumindest eine akzentuierte Persönlichkeit mit ver
mei
denden, histrionischen,
dysthymen
Anteilen ausgebildet habe. Die Aus
prägung erscheine jedoch nicht so schwerwiegend, dass die Diagnose einer Persön
lichkeitsstörung gestellt werden sollte. Die
den
Akten zu entnehmende Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung habe nicht verifiziert wer
den können. Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung, im Sinne einer komp
lexen posttrau
matischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), wie sie vo
m dama
ligen Psychiater
Dr. med.
P._
(
vgl. dazu dessen Bericht
vom
23. Mai 2013
, Urk.
10/87
)
und
von
Dr.
D._
(
vgl. dazu dessen Schreiben vom 14. September 2016
Urk. 10/111/3-4) benannt worden sei, habe bei der Unter
suchung nicht gestellt werden können, da die entsprechenden Diagnosekriterien wie etwa
Hyperarousal
,
Vermeidung, Flashbacks und Auslösemomente nicht hätten exploriert werden können. Zudem wäre es ungewöhnlich, dass sich nach einer so langen Zeit eine kompensierte
Traumafolgestörung
äussere. Auch die in der Aktenlage genannten Diagnosen aus dem somatoformen Diagnosespektrum hätten
nicht erhoben wer
den können
. Diagnosekriterien wie die ständige Beschäf
ti
gung mit einem schwe
ren und quälenden Schmerz, eine hohe Behand
lungs
aktivität und ein unange
messener sozialer Rückzug sowie eine Ein
schrän
kung in allen vergleichbaren Be
reichen hätten sich nicht feststellen lassen. Abschliessend sei zu bemerken, dass geringfügige Symptome einer paroxysmalen Angst
erhoben worden seien. Auch diese würden nicht so schwerwiegend erscheinen, dass hieraus eine wesentliche psychosoziale Funktions
einbusse resul
tierten würde (
Urk.
10/139/22). Im Ver
gleich zu den Vorgutachten
des
Q._
vom 1
7.
Januar 2008
(vgl.
Urk.
10/25)
und
der
Z._
vom 1
0.
Mai 2013
(
Urk.
10/87)
sei keine Ver
schlech
terung und keine Verschlimmerung der Situation und der Symptomatik der Be
schwerdeführerin eingetreten. Zudem lasse sich aus den zu stellenden Diagnosen leichter Ausprägung versicherungspsychiatrisch auch keine Minde
rung der Ar
beitsfähigkeit ableiten,
auch nicht um 20
%
, wie dies zuletzt noch (von den Gut
achtern der
Z._
)
zuerkannt worden sei (
Urk.
11/139/23).
2
.2.4
Zur Arbeitsfähigkeit
d
er Beschwerdeführerin hielten die Gutachter
schliesslich
fest, dass
sich die Beschwerdeführerin subjektiv gar keine Tätigkeit zutraue, nicht ein
mal in geschütztem Rahmen und in einem Teilzeitpensum
. Dies
sei medizi
nisch nicht begründbar und müsse vielmehr überwiegend durch versicherungs
medizi
nisch nicht relevante persönliche Faktoren und durch psychosoziale Fak
toren Erklärung finden. Bei sowohl
dysthymer
Grundhaltung als auch bei leichter depressiver Störung und leichtgradiger undifferenzierter Somatisierungsstörung könne dennoch keine signifikante längerdauernde Minderung der Arbeits
fähig
keit gefolgert werden, zumal die Behandlungsaktivität nicht hinreichend doku
mentiert sei, um eine schwerere Störung anzunehmen. Dies gelte umso mehr, da auch die soma
tischen Fachgebiete keine hinreichende Erklärung für eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründen k
önnten, sofern das Fähigkeits
profil einge
halten werde (bei konstitutionell eher zierlichem Kö
r
perbau, leicht vermin
derter Rücken
belastbarkeit und gering reduzierter Handbelastbarkeit). So seien aus orthopä
discher, neurologischer und internistischer Sicht nur Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit objektiviert worden
(Urk. 10/139/25)
.
In der an
gestamm
ten Tätigkeit (Mitarbeiterin bei
Y._
, Kosmetikstudio, Hausfrau) sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
10/139/26).
Somit
habe
in einer Gesamtschau, in Kenntnis der Akten und der aktuellen interdisziplinären Befunde, keine Verschlechterung gegenüber dem Gutachten des Referenz
zeit
punktes - dem Gutachten der
Z._
aus dem Jahr 2013
-
objekti
viert werden können (
Urk.
10/139/25).
2
.3
Dr.
E._
, welche die Beschwerdeführerin seit 1
6.
Januar 2018 behandelt (Urk. 10/15
8
/
1), stellte in ihrem Bericht vom
1.
August 2018 die folgenden Diag
nosen (
Urk.
10/15
8
/
3):
-
Posttraumtische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
-
Mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F31.1)
-
Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.3)
-
Fibromyalgie Erstdiagnose 2000
Zur aktuellen medizinischen Symptomatik und Situation hielt
Dr.
E._
fest, dass die Beschwerdeführerin unter einer posttraumatischen Belastungsstörung mit täglichem Wiedererleben der traumatischen Situation (Intrusionen, Flash
backs, Albträume) leide. Sie versuche alle Auslöser (Trigger) zu vermeiden, habe sich sozial sehr zurückgezogen und verlasse selten das Haus (Vermeidungsver
halten). Ihr Selbst- und Weltbild sei äusserst negativ, was den Kontakt mit ande
ren erschwere.
Sie leide unter depressiver Stimmung, intermittierend auftretenden Suizidgedanken, Schlafstörungen, Ängsten, Konzentrationsschwierigkeiten, star
ken Insuffizienzgefühlen und Appetitlosigkeit vor dem Hintergrund einer depres
siven Episode. Des Weiteren zeige sie Symptome einer emotional-instabilen Per
sönlichkeitsstörung
mit interaktionellen Problemen, Wutanfällen,
einem gestör
ten Selbstbild
, emotionaler Instabilität, einem chronischen Gefühl der inneren Leere sowie einer Neigung zu destruktivem Verhalten mit Suizidver
suchen (
Urk.
10/15
8
/
2).
Dr.
E._
attestierte der Beschwerdeführerin seit Januar 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/15
8
/
1).
3
.
3.1
Strittig
und zu prüfen ist
, ob sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
und/oder dessen erwerbliche Auswirkungen seit
Erlass der
Verfügung
vom 23. September 2013
, mit welcher die Beschwerdegeg
nerin
ihr
Leistungsbegehren
vom 14. September 2012 (Urk. 10/52, Urk. 10/55)
abgewiesen hatte (
Urk. 10/102
),
bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung
vom
18. Januar
2019
(Urk. 2) er
heblich ver
schlechtert haben, so dass
sie
nunmehr
Anspruch auf Leistun
gen der Invalidenversicherung hat.
3.2
Das Sozialversicherungsgericht wies die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 24. Oktober 2013 (Urk. 10/107/3-16) gegen die Verfügung vom 23. September 2013 (Urk. 10/102) mit rechtskräftigem Urteil IV.2013.00964 vom 4. Juni 2015 ab (Urk. 10/109). In jenem Urteil erwog das Gericht im Wesentlichen, dass g
e
stützt auf das
Z._
-Gutachten vom 10. Mai 2013 (Urk.
10
/85) in somatischer Hinsicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwer
de
füh
re
rin nicht ausgewiesen
sei
. Gemäss der Beurteilung der
Z._
-Gutachter sei die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht für sämtliche leichte
n
bis mit
tel
schwere
n
und wechselbelastende
n
Tätigkeiten voll arbeits- und belastungsfä
hig
(E.
4.2 jenes Urteil
s
,
Urk.
10/109/
12-
13)
.
Seit dem Erlass der
Verfügung vom 2
3.
September 2013 (
Urk.
10/102) ist
in so
matischer Hinsicht
ebenfalls
keine Ver
schlecht
erung des Gesundheitszustan
des
, welche An
spruch auf Leistungen der Invali
denversicherung begründe
n
könnte, mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt. Das Gutachten der MEDAS
A._
vom 9. Oktober 2017 (Urk. 10/139) erfüllt die von der Rechtsprechung an den Beweis
wert einer medizinischen Expertise ge
stellten Anforderungen (E. 1.5
.1
).
Diesem Gutachten ist zu entnehmen, dass sich seit der
Beurteilung durch
die Gutachter der
Z._
in soma
tischer Hinsicht
- ausser allenfalls durch die neu etablierte Rhizarthrose links, welche
laut der orthopädischen Gutachterin
jedoch in keiner Tätigkeit der Versi
cherten von Bedeutung sei
(Urk. 10/139/21)
- keine Verschlechterung des Ge
sund
heits
zustandes
habe objekt
i
viert werden können (Urk. 10/139/25)
.
Dement
sprechend stellten die Gutachter der MEDAS
A._
auch keine somatischen
Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
(
Urk.
10/139/18)
.
Sie begründeten dies nachvollziehbar mit den von ihnen erho
benen Befunde
n
beziehungsweise damit, dass sie bei ihren Untersuchungen keine Befunde fest
stellen konnten, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin hätten
(vgl. E. 2.2.2)
.
Der Bericht
der behandelnden Rheuma
tologin Dr.
C._
vom 16. Februar 2018 widerspricht dem nicht, weil gemäss
Dr.
C._
aufgrund von klinischen sowie radiologischen Befunden aus rheuma
to
logischer Sicht keine Funktionseinschränkung besteht (Urk. 10/150/11).
Aus diesem Grund muss auch der von der Beschwerdeführerin erwähnte Verlaufsbe
richt von
Dr.
C._
vom
5.
Februar 2019 (vgl.
Urk.
1 S. 13)
-
welcher
nach Erlass der angefochtenen Verfügung datiert und
sich
nicht bei
den
vorliegenden Akten
befindet -
nicht beigezogen
werden
. Davon sind
keine weiteren
entscheidrelevan
ten
Aufschlüsse zu erwarten
.
Ebenso wenig vermögen das
Schreiben
der Haus
ärztin der Beschwerdeführerin, Dr.
B._
, vom 25. November 2017 (
Urk.
10/145/1) und die Schreiben von Dr.
D._
vom 1
4.
September 201
6
(
Urk.
10/111)
und
2
1.
Februar 2018
(
Urk. 10/151/7-8
) Zweifel am Gutachten der MEDAS
A._
vom 9. Oktober 2017 (Urk. 10/139) zu begründen. Darin äusser
te
n sich die Allgemeinmedizinerin und der Neurologe
(welcher gemäss
Medizinalbe
ruferegister
jedoch über keinen Weiterbildungstitel verfügt, vgl.
www.medre
gom.admin.ch
)
fach
fremd,
weil
sie der Beschwerdeführerin aufgrund
von
eigenen Beobach
tungen und Beurteilungen
ihres
psychischen Zustands eine Arbeits
un
fä
higkeit attestiert
haben
(Urk.
10/111/4,
Urk. 10/145/1, Urk. 10/151/8
)
.
In den er
wähnten Schreiben
führ
t
en
sie
aber keine allgemein-internistischen
(
oder neuro
logischen
)
Befunde an, die von den Gutachtern der MEDAS
A._
unberücksichtigt geblieben sein könnten oder für eine Ver
schlech
terung seit den Untersuchungen in der MEDAS
A._
sprechen würden.
Weiter bestätigt Dr.
D._
in seinem Bericht vom 21. Februar 2018, dass sich die Beschwerden und Symptome seit seinem letzten Bericht vom 14. September 2016, der den MEDAS-Gutachtern bekannt war (vgl. Urk. 10/139/8), nicht verändert hätten (Urk. 10/151/8).
In somatischer Hinsicht ist somit auf das Gutachten der MEDAS
A._
vom 9.
Ok
tober 2017 (
Urk.
10/139) abzustellen
.
Gemäss der
Beurteilung
der Gutachter be
steht diesbezüglich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (E. 2.2.4).
3.3
3.3.1
In psychischer Hinsicht stellte das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2013.00964
vom
4.
Juni 2015 auf die Beurteilung des psychiatrischen
Z._
-Gutachters
Dr.
G._
ab, wonach bei der Beschwerdeführerin aufgrund der Auswirkungen einer leichten, chronifizierten Depression ab Oktober 2012 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit
vorliege
(vgl. E. 3.3.1, E. 3.3.3 und E. 4.4.5 jenes Ur
teils, Urk.
10/109/8,
Urk.
10/109/10,
Urk.
10/109/18).
Daraus resultierte jedoch kein Anspruch auf eine Invalidenrente (E. 5 jenes Urteils,
Urk.
10/109/18).
Der psychia
trische Gut
achter der MEDAS
A._
, m
ed. prakt.
O._
führte aus, dass es im Vergleich zum Vor
gutachten
der
Z._
vom 10. Mai 2013 zu keiner Verschlech
terung und keiner Verschlimmerung der Situation und der Symptoma
tik der Beschwer
deführerin gekommen sei. Er
hielt zudem dafür,
dass
-
im Unterschied zur
Beurteilung von
Dr.
G._
im Jahr 2013
-
aus versiche
rungs
psychia
trischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
vorliegen würde (
Urk.
11/139/23).
3.3.2
Dagegen
wandte
die Beschwerdeführerin ein,
dass sich ihre psychische Ver
fas
sung seit der Begutachtung in der MEDAS
A._
im Jahr 2017 und in der
Z._
im Jahr 2013 klar verschlechtert habe. Gemäss den Angaben ihrer Psychiaterin Dr.
E._
, bei der sie nun seit über einem Jahr in Behandlung
sei
, leide sie eindeutig unter einer posttraumatischen Belastungsstörung mit all den üblichen Symptomen beziehungsweise Auswirkungen. Die Tatsache, dass sie die Therapie einmal wöchentlich absolviere, belege die Erforderlichkeit dieser Thera
pie. Hinzu komme die regelmässige Medikamenteneinnahme (Urk. 1 S. 12 f.).
Da
raus ergebe sich
nachvollziehbar, dass in psychischer Hinsicht eine
Arbeits
unfä
higkeit
bestehe
n
würde
(Urk. 1 S. 12).
Im Urteil IV.2013.00964 vom
4.
Juni 2015
erwog das Sozialversicherungsgericht unter Hinweis auf die Fachliteratur, dass nach den diagnostischen Leitlinien eine posttraumatische Belastungsstörung ge
mäss ICD-10: F43.1 nur dann
diagnostiziert werden soll
t
e, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis von ausserge
wöhnlicher Schwere aufgetreten sei. Eine «wahrscheinliche» Diagnose
könne
auch dann ge
stellt werden, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als sechs Monate betr
a
g
e
, voraussetzt, die klinischen Merkmale seien typisch und es
könne
keine andere Diagnose gestellt werden (wie Angst- oder Zwangsstörung oder depressive
Episode). Zusätzlich zu dem Trauma m
ü
ss
e
eine wiederholte unausweichliche Erinnerung oder Wiederinsz
e
nierung des Er
eig
nisses in Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen auftreten
(vgl. E. 4.4.4 jenes Urteils,
Urk.
10/109/17). Daran ist weiterhin festzuhalten (vgl. BGE 142 V 342
E.
5.2.2).
Bei jenen Fällen, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Grün
den ein späterer Beginn
der posttraumatischen Belastungsstörung
berücksichtigt werden soll, ist eine besondere Begrün
dung erforderlich (vgl. BGE 142 V 342 E. 5.2.2).
Im Urteil vom
4.
Juni 2015
hielt das Sozialversicherungsgericht
weiter
fest, es könne nicht nachvollzogen werden, weshalb die Beschwerdeführerin we
gen der gemäss dem damaligen Psychiater der Beschwerdeführerin
angeblich
seit dem Jugendalter bestehende
n
posttraumatische
n
Belastungsstörung bislang keine Psychotherapie in Anspruch genommen habe, und weshalb bei den im Zuge der Abklärungen nach der ersten Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungs
bezug
vom 17. Oktober 2006 (Urk. 10/3, Urk. 10/5)
durchgeführten Untersuchun
gen im
I
nstitut
Q._
kein entspre
chender Befund und aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit feststell
bar
gewesen
sei
en
(vgl.
E. 4.4.4 jenes Urteils, Urk. 10/109/17-18
)
. Dasselbe
muss bezüglich
der
von Dr.
E._
diagnostizierten posttraumatischen Belastungs
störung
(
Urk.
10/158
/3
)
gesagt werden.
Laut diesem Bericht erlebte die Beschwerdeführe
rin ab dem
6.
bis zum 1
8.
Lebensjahr sexuellen Missbrauch durch ihren Vater (
Urk.
10/158/3). Dazu führten d
ie Gutachter der MEDAS
A._
aus,
die Beschwer
deführerin habe angegeben, dass
es
seitens des Vaters ein übergriffiges Verhalten
gegeben habe
. Die Gutachter hielten
weiter
fest, dass
die
Beschwerdeführerin
den
noch
eine gute Schulbildung
habe absolvieren können und in der Türkei als
Im
mobilienmarklerin
gearbeitet habe. Es dürfe mithin ange
nommen werden, dass trotz aller erfahrenen Widrigkeiten das Struktur
niveau der Ich-Funktionen nicht höhergradig eingeschränkt worden sei. Immerhin sei die Beschwerdeführerin in ihrem 1
9.
Lebensjahr in die Schweiz migriert
und habe die Sprache erlernt. Dies belege eine gute intellektuelle Fähigkeit, Lernfähigkeit und Zielstrebigkeit. Auch sei
die Beschwerdeführerin
eine Beziehung eingegangen
,
habe
geheiratet und ei
nen Sohn geboren. Würde die
von der Beschwerde
führerin angegebene
schwer
wiegende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - gemäss der Beschwerdeführerin könne
sie
selbst in einem geschützten Bereich nicht einmal in Teilzeit arbeiten -
tatsächlich bestehen
,
würde
dies im Wider
spruch zu den geringen Therapieakti
vi
täten der Vergangenheit, wo weder statio
näre psychiatrische Massnahmen er
folgt seien noch gegenwärtig eine suffiziente antidepressive Behandlung objektiv habe belegt werden können
, stehen
(
Urk.
10/139/24).
Des Weiteren wäre es ge
mäss dem psychiatrischen Gutachter med. prakt.
O._
ungewöhnlich,
wenn
sich nach einer so langen Zeit eine kompensierte
Traumafolgestörung
äusser
n
würde (Urk. 10/139/22). Um
allenfalls
Zweifel an der Beurteilung der MEDAS
A._
aufkommen zu lassen
, hätte
Dr.
E._
zumindest
nachvollziehbar
be
gründen müssen, weshalb
nun
mehr
eine posttraumatische Belastungsstörung
vorliegen
soll,
nachdem bisher
die psychiatrischen Gutachter
dies
stets verneint
hatt
en
; so wäre insbesondere dazulegen gewesen, weshalb
die Beschwerde
führe
rin trotz des Traumas in der Jugend
ohne Psychotherapie oder andere
Hilfe
das im Gutachten der MEDAS
A._
widergegebene
Funktionsniveau erreiche
n konnte
und sich die Störung erst
nach dem Jahr 2013 manifestierte.
Für Dr.
E._
sind die Diagnose
kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung unter anderem deswegen erfüllt,
weil
die Beschwerde
führerin
an
einem täglichem Wiedererleben der trauma
tischen Situation (Intru
sionen, Flashbacks, Albträume) leide und auch ein Ver
meidungsverhalten vorliegen würde (Urk. 10/151/2). Weitere Angaben dazu machte Dr.
E._
aber nicht
, sondern beschränkte sich im Wesentlichen darauf, die Diagnosekriterien wiederzugeben
. Für die Nachvollziehbarkeit ihres Berichtes wäre dies aber erforderlich gewesen, den
n
med. prakt.
O._
hielt fest, dass die Beschwerdeführerin
zwar
davon berichtet habe, dass sie von ihrem Vater ab dem 6. bis zum 18. Lebensjahr vergewaltigt worden sei (Urk. 10/139/43)
. E
r habe jedoch weder
Hyperarousal
, Vermeidung, Flashbacks noch Auslöse
mo
mente explorieren können (Urk. 10/139/22). Med. prakt.
O._
konstatierte deshalb
, dass er keine posttraumatische Belastungsstörung habe feststellen kön
nen (
Urk.
10/139/22). Der Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vom 1. August 2018 (
Urk.
10/158) vermag
aus den genannten Gründen
keine Zweifel an
dieser
Beurteilung von med.
pract
.
O._
zu begründen.
Auch die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung seit der Unter
suchung in der MEDAS
A._
im Jahr 2017 (Urk. 1 S. 12 f.) ist aufgrund dieses Berichtes von
Dr.
E._
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit erstellt
.
Ebenso wenig
sind
deshalb
weitere Abklärun
gen angezeigt
(E.
1.5.3
)
, zumal
Dr.
E._
bei den von ihr gestellten (
vom Gut
achten
abweichenden)
Diagnosen
darauf hinweist, dass diese
schon durch frühere Behandler gestellt worden seien (vgl. Urk. 10/158/3).
Hinweise dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand in der Zeit zwischen der Untersuchung in der MEDAS
A._
im Jahr 2017 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung tatsäch
lich erheblich verschlechtert hat und nicht lediglich eine andere Beurteilung des medizinischen Sachverhalts vorliegt, lassen sich dem Bericht der behandelnden Psychiaterin nicht entnehmen.
3.3.3
Somit
ist auch in psychischer Hinsicht auf das Gutachten der MEDAS
A._
vom
9. Oktober 2017 (Urk. 10/139) a
bzustellen. Demgemäss liegt in psychischer Hin
sicht keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vor.
Zwar ist gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei psychischen Gesundheits
schäden grund
sätz
lich ein
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
durchzu
führen.
Ein Beweisverfahren bleibt
aber
entbehrlich, wenn
- wie im vorliegenden Fall -
im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärzt
licher Qualifikation
o
der aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
3.4
Nach dem Gesagten durfte die Beschwerdegegnerin vorliegend auf das beweis
kräftige Gutachten der MEDAS
A._
vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
10/139) abstellen.
Nicht
entscheiderheblich
ist
die
spätere
Stellungnahme der MEDAS
A._
vom 7. November 2018
(Urk. 10/165)
,
die
von einem Arzt verfasst wurde, welcher
so
weit ersichtlich beim Gutachten vom
9.
Oktober 2017 nicht mitgewirkt hat, mit
hin weder
bei den Untersuchungen der Beschwerde
führerin
noch der Konsensbe
sprechung der Gutachter
beteiligt war (Urk. 10/139/2, Urk. 10/165/5)
.
O
b diese
Stellungnahme ebenfalls
Beweis
wert
hätte
, kann deshalb offenbleiben
. Weitere Abklärungen sind nicht nötig
.
Gestützt
auf das
Gutachten der MEDAS
A._
vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
10/139)
hat die Beschwerdegegnerin
eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 23. September 2013, mit welcher
sie
das
Leistungsbegehren
der Beschwerdeführerin
vom 14. September 2012 (Urk. 10/52, Urk. 10/55) abgewiesen hatte (Urk. 10/102)
, zu Recht verneint.
Da die Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist, besteht auch kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
Somit erweist sich die mit der angefochtenen Verfügung vom 18. Januar 2019 verfügte Abweisung des neuen
Leistungsbegehren
s
der Beschwerdeführerin vom 15. September 2016 (Urk. 10/111, Urk. 10/114/1)
als rechtens
.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Mit Verfügung vom
1
9.
Juli 2019 wurde der Beschwerdeführerin in Bewilligung ihres Gesuchs vom 2
0.
April 2019 mit Wirkung ab
demselben Tag
die unentgelt
liche Prozessführung gewährt
und
Rechtsanwältin Dina
Raewel
, Zürich, als un
entgelt
liche Rechtsvertreterin für das vorliegende Ver
fahren bestellt (
Urk.
15
S. 4).
5.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der un
ent
geltlichen Prozessführung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
5.3
Zu berücksichtigen ist, dass Rechtsanwältin
Raewel
mit Wirkung ab 20. April
2019 (nach durchgeführtem Schriftenwechsel)
zur
unentgeltlichen Rechtsvertre
terin der Beschwerdeführerin bestellt wurde (Urk. 15 S. 4).
Sie
machte von der Möglichkeit zur Einreichung einer Honorarnote (vgl. Dispositiv-Ziffer 2 der Ver
fügung vom 1
9.
Juli 2019,
Urk.
15) keinen Gebrauch
und macht somit keinen Stundenaufwand und keine Barauslagen geltend. Dementsprechend entfällt auch eine Entschädigung aus der Gerichts
kasse.