Decision ID: b5156b4d-107c-426d-83bc-6a2e0aaefc7d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, ist gelernter Bauingenieur (Urk. 7/2 Ziff. 6.2) und war zuletzt
von Januar bis November 2015 bei der
Y._
AG angestellt (Urk. 7/10 Ziff. 5.4
, Urk. 7/23 Ziff. 2.1
). Am 18. Dezember 2015 meldete er sich unter Hinweis auf eine Herzerkrankung sowie psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/10 Ziff. 6.1).
Am 13. April 2016 teilte
ihm
d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit, die Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen sei derzeit nicht mög
lich
(Urk. 7/40).
Nach einer erneuten Anmeldung des Versicherten am 13. Juli 2016 (Urk. 7/53) und anschliessendem Abbruch sowohl einer Potentialabklärung
(vgl. Urk. 7/67 S. 1 Ziff. 2)
wie
auch eines Arbeitstrainings (Urk. 7/102), schloss die IV-Stelle die Eingliederungsberatung
am 15. Juni 2017 ab (Urk. 7/102) und verneinte mit Verfügung vom 26. Oktober 2017 auch einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 7/126). Die dagegen am 27. November 2017 erhobene Beschwerde (Urk. 7/128/3-14) hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 16. Mai 2018 in dem Sinne gut, dass die Verfügung aufgehoben und die Sache zur ergän
zenden Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 7/134; Prozess-Nr. IV.2017.01288).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge medizinische Berichte (Urk. 7/140, Urk. 7/157)
und ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 2
5.
März 2019 erstattet wurde
(Urk. 7/147)
.
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/149, Urk. 7/159)
verneinte sie
mit Verfügung vom 17. Januar 2020 einen Renten
anspruch des Versicherten (Urk. 7/173 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 17. Januar 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 20. Februar 2020 Beschwerde und beantragte
die Zusprache einer ganzen Invali
denrente (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 23. März 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
4
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fach
ärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanam
nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3).
Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestel
lung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab (erwähntes Urteil 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
1.
5
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
1.6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
– und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in ihrem Entscheid vom 17. Januar 2020 (Urk. 2) insbesondere
gestützt
auf das
eingeholte
Gutachten
davon aus, dass keine Ein
schränkungen vorlägen, welche nicht therapierbar seien und sich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es liege keine Invalidität vor und damit kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 1 f.; vgl. auch Feststellungsblatt vom 16. April 2019, Urk. 7/148 S.
4 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), seit 2012 sei er aufgrund einer depressiven Entwicklung in psychiatrischer Behandlung
(S. 3
Rz
14). Sämtliche Arztberichte würden eine schwere Depression attestieren und alle Versuche, seinen Gesundheitszustand zu verbessern, seien kläglich geschei
tert (S. 4
Rz
16).
Sowohl die Potentialabklärung als auch der Wiedereingliede
rungsversuch
hätten
krankheitshalber abgebrochen werden müssen (S. 4
Rz
17-
18). Er leide seit Jahren an einer schweren Depression welche ihn nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen lasse (S. 4
Rz
19). In der Zwischenzeit sei sogar eine narzisstische Persönlichkeitsstörung festgestellt worden (S. 6
Rz
23), ausserdem habe sich die Depression chronifiziert und sei therapieresistent geworden (S. 6
Rz
24). Er sei nach wie vor und seit längerem zu 100 % arbeitsunfähig (S. 7
Rz
28). Seit Jahren nehme er unterschiedliche Medikamente ein, welche entweder nicht die gewünschte Wirkung hätten oder erhebliche Nebenwirkungen verur
sachten (S. 8
Rz
34). Er habe zwei Elektrokonvulsionstherapien über sich ergehen lassen, leider ohne Erfolg (S. 8
Rz
38). An der Diagnose und der daraus folgenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit habe sich nichts geändert (S. 8
Rz
39). Mit Ausnahme einer stationären Behandlung habe er sämtliche anerkannte
n
Thera
piemöglichkeiten ausgeschöpft, ohne ein positives Resultat erzielt zu haben (S. 8
Rz
40).
Aufgrund der Depression und der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sei er nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (S. 9
Rz
43). Er sei
auch im Alltag erheblich eingeschränkt
und
führe kein normales Leben, sein Gesundheitszustand erlaube dies nicht (S. 11
Rz
55).
Soweit seine Äusserungen zum Gesundheitszustand im Rahmen der Begutach
tung als vage, pauschal und oberflächlich bezeichnet würden, sei dies mit dem vorangehenden Verlauf des Gutachtergesprächs zu erklären. Er habe keine Chance gehabt, sein Befinden genau zu beschreiben, der Gutachter habe ihm nicht zugehört (S. 12
Rz
59).
Es sei ihm schwergefallen, im freien Gespräch die richti
gen Worte für die Beschreibung seines Befindens zu finden. Er sei im Vorfeld davon ausgegangen, dass ihm konkrete Fragen gestellt würden, leider sei das nicht so gewesen. Er habe frei sprechen müssen und es sei auch nicht lange über sein Befinden und seinen Gesundheitszustand gesprochen worden. Das habe nur etwa 10 bis höchstens 15 Minuten gedauert (S. 12 oben).
Die vom Gutachter auf
geführten Arztberichte würden allesamt von einer Depression, teils mittelgradige, teils schwer, berichten. Wie der Gutachter diese Arztberichte aufgrund seiner eigenen kurzen Untersuchung negieren könne, sei schlicht nicht nachvollziehbar und werde im Gutachten überhaupt nicht begründet (S. 12
Rz
61).
Die Kriterien für eine depressive Episode seien alle erfüllt (S. 13
Rz
65).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 16. Mai 2018 wurde die medizinische Akten
lage folgendermassen beurteilt (Urk. 7/134 S. 14 f.):
"
Gemäss den Angaben der behandelnden Fachpersonen zeigt der Beschwerde
führer alle klassischen Symptome einer schweren depressiven Erkrankung mit Niedergeschlagenheit, Gedankenkreisen, Unkonzentriertheit und Verzweiflung (
...
).
Dass die klassi
schen Symptome einer schweren depressiven Erkrankung erfüllt sind, ergibt sich somit mindestens teilweise lediglich aus den Angaben des Beschwerdeführers sel
ber, nicht jedoch aus Beobachtungen der Fachärzte
(E. 4.2)
.
(...)
Schwer nachvollziehbar ist, weshalb die Therapie
sitzungen bei einer diag
nostizierten schweren depressiven Erkrankung während Jahren lediglich alle zwei Wochen stattfinden und aufgrund des ausbleibenden Erfolges nicht auch noch andere
Therapieansätze verfolgt wurden (E. 4.3).
Es erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer, bei welchem seit Jahren eine schwere depressive Erkrankung diagnostiziert wurde, im Jahre 2017 in der Lage war, nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ein Pensum von 80-90 % zu bewältigen. Auf diese Frage findet sich in den medizinischen Berichten der behandelnden Fachpersonen keine plausible und überzeugende Antwort
(E. 4.4)
.
Insgesamt lässt sich das Gesamtbild der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers - welcher im Übrigen auch in der Lage war, sich
selbständig bei der Beschwerdegegnerin für die Durchführung von beruflichen Massnahmen zu melden (...) und diese trotz Vorbehalten seitens der Behandlung wie auch der Beschwerdegegnerin auch anzutreten - nur schwer mit der gestellten Diagnose einer schweren depressiven Erkrankung in Einklang zu bringen. Die Beurteilun
gen in den Berichten von
lic
. phil.
Z._
und Dr.
A._
beziehungsweise Dr.
B._
erscheinen damit wenig überzeugend und plausibel. Hinzu kommt, dass die bei den Akten liegenden medizinischen Berichte - entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (...) - nicht genügen, um das vom Bundesgericht für alle psychischen Erkrankungen vorgesehene strukturierte, ergebnisoffene Beweisverfahren anhand von Standardindikatoren durchzuführen (...).
Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt damit als nicht genügend abgeklärt und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen, damit diese eine psychiatrische Begutachtung veranlasst, aufgrund welcher die Auswirkungen der festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung anhand der verschiedenen Standardindikatoren einzelfallgereicht und ergebnisoffen beur
teilt werden können. Nach Vorliegen der notwendigen Angaben wird über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden sein (E. 4.5).“
3.
2
Der behandelnde Psychiater med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, sowie Psychotherapeut
lic
. phil.
Z._
nannten in ihrem Bericht vom 4. September 2018 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/140/2-8 Ziff. 2.5):
-
rezidivierende depressive Störung, schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
Seit Juli 2017 sei es insgesamt zu keiner Veränderung gekommen (Ziff. 2.1).
Aktuell werde der Beschwerdeführer medikamentös behandelt und besuche alle zwei Wochen eine Therapiesitzung (Ziff. 1.2 und 2.3).
Der Beschwerdeführer befinde sich in einem schwer depressiven Zustand mit ständiger Niedergeschla
genheit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsproblemen und negativem Gedanken
kreisen. Er versuche, wenigstens das Minimum an Alltags-Strukturen aufrecht
zuerhalten, beispielsweise regelmässig ins Fitness oder spazieren zu gehen oder einen Internet-Kurs zu besuchen, was aber öfters misslinge. Seinen Kindern gegenüber habe er massive Schuldgefühle. Die Situation sei für ihn sehr schambehaftet. Er habe nicht nur sich selber gegenüber, sondern auch gegenüber den Kindern überhöhte, perfektionistische Ansprüche. Das Streben nach Anerken
nung und Erfolg besitze einen erhöhten Stellenwert, gegenüber Kritik reagiere er sehr gekränkt und sei kaum zu Selbstreflexion fähig (Ziff. 2.2).
Äusserlich sei der Beschwerdeführer unauffällig mit freundlichem Auftreten. Er sei allseits orien
tiert, ohne Ich-Störungen, Sinnestäuschungen oder Wahn. Er berichte von massiven Konzentrationsstörungen und Gedankenkreisen. Im Affekt sei er
massiv
niedergestimmt, es bestünden Insuffizienz- und Schuldgefühle. Der Antrieb sei reduziert, der Schlaf gestört. Der Appetit sei normal. Es gebe keine Anhaltspunkte für Selbst- oder Fremdgefährdung (Ziff. 2.4).
Seit Beginn der Behandlung am 8. Februar 2017 sei der Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Bauingenieur als auch in jeder anderen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 1.1und 1.3). Aufgrund der Chronifizierung der Erkrankung werde ihrer Ansicht nach eine Arbeitsfähigkeit langfristig - falls überhaupt - nicht vorhanden sein (Ziff. 2.7). Der Beschwerdeführer könne sich für einen ärztlich dringend indizierten Eintritt in eine psychiatrische Klinik nicht motivieren, auch nicht für einen weiteren Versuch einer Elektrokonvulsionsthe
rapie (
EKT;
Ziff. 2.8).
Er schaffe es nur mit grosser Anstrengung, anstehende Haushaltsaufgaben zu übernehmen (Ziff. 4.5).
3.3
Am 14. Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerde
gegnerin durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, begutachtet. In seinem Gutachten vom 25. März 2019 (Urk. 7/147) diagnostizierte Dr.
C._
eine
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) in der Folge sozialer Belastungen und körperlicher Krankheit bei akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1; S. 22 Ziff. 6). Dabei führte er aus, in den Akten werde ab Oktober 2012 ein depressives Syndrom im Zusammenhang mit sozialen Belastungen (Konflikte am Arbeitsplatz, Kündigung der Anstellungen) genannt. Dieses Syn
drom werde zunächst unspezifisch als «depressive Entwicklung», nach einer körperlichen Krankheit im August 2015 dann als schwere depressive Episode gemäss ICD-10 F32.2 eingeordnet. Die Diagnose werde allerdings zu keinem Zeit
punkt weder mit noch ohne Bezug zum Klassifikationssystem beschrieben und/oder diskutiert. Es werde fast ausschliesslich auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestellt. Auch die aufgeführten objektiven psychopatholo
gischen Befunde seien stets spärlich und liessen qualitativ knapp ein
dysthymes
Syndrom erkennen. Der Schweregrad bleibe regelmässig unklar. Die nosologische Zuordnung der (subjektiven) Beschwerden und (objektiven) Befunde könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht nachvollzo
gen und nicht bestätigt wer
den
(S. 22)
.
Die vom Beschwerdeführer weiterhin und auch anlässlich der aktuellen Untersu
chung geschilderten Beschwerden (innerliche Anspannungszustände, wenig Lachen
/
nicht genug fröhlich beziehungsweise niedergeschlagen sein, fehlende Motivation, Energie- und Lustlosigkeit, Grübeln, Angstgefühle, sich abweisend verhalten, verminderte Belastbarkeit) seien in Umfang und Schwere durch die Diagnose einer
Dysthymia
ausreichend erklärbar (S. 22). Die
Dysthymia
habe sich bei sozialen Belastungen (kulturelle Schwierigkeiten bei Einreise in die Schweiz,
rezidivierende Konflikte am Arbeitsplatz, Kündigung der Anstellungen, Eheschei
dung
/
familiäre
/
eheliche Konflikte, Erwerbslosigkeit, finanzielle Sorgen
/
Schul
den, Konflikte mit der Beschwerdegegnerin) entwickelt. Eine depressive Episode könne nicht bestätigt werden. Die entsprechenden Kriterien seien weder aufgrund der Akten noch anlässlich der aktuellen Untersuchung erfüllt. Es würden zu keinem Zeitpunkt (objektive) Befunde dokumentiert, welche die geforderten Kriterien erfüllten (S. 23). Die affektiven Verstimmungen erklärten sich vollstän
dig als Teil einer
Dysthymia
sowie als Folge sozialer Faktoren und begründeten alleine nicht hinreichend eine eigenständige depressive Episode. Es sei aus versi
cherungspsychiatrischer Sicht insofern nicht erstaunlich, dass die Eskalation somatischer Therapieinterventionen bislang fruchtlos verlaufen sei. Die akzentu
ierten Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers
(sensibel, emotional labil, dys
phorisch-ängstlich, perfektionistisch, leistungsorientiert, narzisstisch)
stellten ausschliesslich Varianten der Norm im Sinne von Eigenheiten der Person dar, die von sich aus alleine keinen Krankheitswert besitzen würden (S. 24). Im vorlie
genden Fall seien keine Hinweise bekannt, die annehmen lassen würden, dass die Kriterien der Definition einer Persönlichkeitsstörung tatsächlich erfüllt seien. In diesem Zusammenhang könne festgestellt werden, dass für den Beschwerdeführer eine tatsächlich angemessene persönliche, berufliche, soziale und familiäre Lebensbewährung bis zumindest dem Jahre 2015 möglich gewesen sei, trotz geringer sozioökonomischer Ressourcen und Fluchterfahrung. Auch lasse der geringe, sozial übliche Konsum von Alkohol sowie die Abstinenz bezüglich weiterer nicht ärztlich verordneter psychotroper Substanzen auf relevante inner
see
lische Ressourcen schliessen (S. 25).
Bei der testpsychologischen Untersuchung mittels MADRS, bei welcher ausdrücklich auch «subjektiv berichtete» Symptome erfasst würden, habe der Beschwerdeführer einen Summenwert von 12 Punkten erreicht, ein depressives Syndrom könne damit nicht objektiviert werden (S. 21 Ziff. 4.5).
Gemäss dem ausdrücklichen Wunsch des Beschwerdeführers habe er diesen zunächst systematisch zur Anamnese befragt, wobei er weiter spontan unter anderem Angaben zu seinen Beschwerden und deren Entwicklung formuliert habe (S. 12 Ziff. 3.1). Der Beschwerdeführer
berichte
über seit dem Jahre 2010 zunehmende und rezidivierende innerliche Anspannungszustände
(S. 12 Ziff. 3.2)
. Im Vordergrund der Beschwerden stünden ausserdem fehlende Motiva
tion, Energie- und Lustlosigkeit. Er grüble viel
,
leide
unter
Angstgefühlen, schäme sich und fühle sich schuldig wegen seiner verminderten Leistungsfähigkeit. Er wolle gerne allein sein und verhalte sich anderen gegenüber abweisend.
Diese Beschwerde
n
habe er in der aktuellen Ausprägung seit zirka vier oder fünf Jahren. Aktuell fänden zwei G
espräche pro Monat statt (S. 13
).
Seit zirka fünf Jahren
nutze er eine Psychopharmakotherapie. Eine teil- und/oder vollstationäre Thera
pie sei nicht durchgeführt worden. Eine EKT sei abgebrochen worden (S. 14).
Zum Tagesablauf habe der Beschwerdeführer erklärt, er verbringe den Tag struk
turiert. Er wache meist um zirka fünf Uhr auf, bleibe aber bis sieben Uhr liegen. Abends gehe er zwischen 23 und 24 Uhr zu Bett. Im Haushalt arbeite er mit, er koche für die Kinder, staubsauge, räume die Küche auf und kümmere sich um die Kinder. Er lenke sich von seinem negativen Befinden ab, indem er alleine oder mit den Kindern spazieren und ein- bis zweimal pro Woche ins Fitnessstudio gehe. Er sehe fern und nutze das Internet, um auf Arabisch Informationen zu erhalten. Ab und zu pflege er Kontakt mit einem Kollegen, telefoniere mit seiner Mutter und einer Schwester. Vor einem Jahr habe er sich einen Online-Kurs für Verkauf und Handel im Internet angeschafft. Manchmal arbeite er beispielsweise 40 Minuten am Tag die Lektionen durch (S. 14).
Dr.
C._
hielt fest, eine soziale Desintegration sei nicht vorhanden, der soziale Kontext sei subjektiv und objektiv geordnet. Eine Willensanstrengung zur Bewäl
tigung seiner Defizite sei auch gemäss Angaben des Beschwerdeführers möglich. Die Aktivitäten des täglichen Lebens seien angemessen (S. 26 f.). Aus psychiat
risch-psychotherapeutischer Sicht relevante Behandlungsmassnahmen würden erstmals ambulant seit Oktober 2012 als psychologische Psychotherapie mit Psychopharmakotherapie durchgeführt. Eine
Dysthymia
stelle grundsätzlich eine Indikation für eine regelmässige strukturierte fachärztliche psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung dar, dabei könne der Beschwerdeführer auch im funk
tionalen Umgang mit affektiven Verstimmungszuständen beziehungsweise seinen interaktionellen Defiziten unterstützt werden. Die wissenschaftlich aner
kannten Therapiemöglichkeiten seien damit aber bei Weitem nicht ausgeschöpft (S. 27). Beim Verlauf der Störung des Beschwerdeführers seien schliesslich auch nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren zu nennen (Lebensalter, Herkunft, Migration, Abstinenz vom und Lage am Arbeitsmarkt, finanzielle Sorgen
/
Schul
den, persönliche Berufswünsche). Diese Gesichtspunkte würden jedoch vor allem sozialarbeiterische Relevanz besitzen und nicht in die Beurteilung einer medizi
nisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit aus versicherungs
psychiatrischer Sicht mit eingehen (S. 27 f.).
Weder gebe es erhebliche Diskrepanzen zwischen den Angaben des Beschwerde
führers und den Akten noch Inkonsistenzen innerhalb der Schilderungen des Beschwerdeführers. Objektivierbare psychopathologische Befunde seien nicht bis gering ausgeprägt, es sei eine Verdeutlichungstendenz vorhanden (S. 28 Ziff. 7.3). Die Angaben zu den gegenwärtig subjektiven Beschwerden seien auch auf mehr
fache empathische Nachfrage vage, allgemein, pauschal und oberflächlich geblie
ben, ebenso wie die Angaben zu den subjektiven Beschwerden und deren Entwicklung (S. 30). Gesamthaft würden sich unter Berücksichtigung der vorlie
genden Arztberichte, der in den Akten dokumentierten fremdanamnestischen Angaben und des aktuellen Untersuchungsbefundes aus versicherungspsychiat
rischer Sicht keine hinreichenden Belege für eine aktuelle und im Verlauf statt
gefundene bewusstseinsnahe Aggravation der beschriebenen Beeinträchtigungen ergeben (S. 31 oben). Objektive Defizite würden sich keine beschreiben lassen. Es sei allein auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abzustellen, bei welcher Defizite im Bereich Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit im Vordergrund stünden. Eine Willensanstrengung zur Bewältigung der subjektiv erlebten Defizite sei auch gemäss den Angaben des Beschwerdeführers möglich. Zudem verfüge er über persönliche Ressourcen, einen anerkannten Berufsabschluss, langjährige berufliche Erfahrung und einen geordneten und unterstützenden sozialen Kontext. Beim Verlauf der Störung seien aber auch nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren zu nennen (S. 34).
Eine relevante Minderung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht für keinen Zeitraum begründet werden (S. 35 Ziff. 8.1). Aus rein versicherungspsychiatrischer Sicht könnten objektiv keine Defizite benannt werden (S. 35 Ziff. 8.2). Sowohl die bisherige als auch jede andere angepasste Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer ganztags zugemutet werden (S. 35 Ziff. 8.1-2).
3.4
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regi
onaler Ärztlicher Dienst (RAD)
beurteilte das Gutachten von Dr.
C._
am 29. März 2019 als schlüssig und nachvollziehbar. Die vorbestehenden Berichte seien dem Gutachter vorgelegen und von diesem gewürdigt worden. Die Anam
nese sei erhoben
und
auf die Klagen des Beschwerdeführers eingegangen worden. Die in der Untersuchung erhobenen Befunde würden nachvollziehbar dargestellt und die gezogenen Schlussfolgerungen, insbesondere zur Arbeitsfähigkeit, seien nachvollziehbar. Dr.
C._
habe keinen Gesundheitsschaden festgestellt, wel
cher die Arbeitsfähigkeit mittel- und langfristig einschränke, der Beschwerdefüh
rer werde ohne zeitliche Einschränkung als vollständig arbeitsfähig beurteilt (Urk. 7/148 S. 4).
3.5
In ihrer Stellungnahme vom 17. Juni 2019 (Urk. 7/157) führten med.
pract
.
B._
und
lic
. phil.
Z._
aus, das Gutachten von Dr.
C._
vermittle das Bild eines klagsamen Patienten, der unter einer Verstimmung leide und vollständig arbeitsfähig sei. Dieses Bild werde der Persönlichkeit und de
m
psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers jedoch keineswegs gerecht. Es gebe
keine Anhaltspunkte dafür, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers nicht kongruent und glaubhaft seien. Seit dem Bericht vom 4. September 2018 hätten sich insgesamt keine Veränderungen ergeben, der Gesundheitszustand habe sich seither sogar verschlechtert
(S. 1)
.
Es sei davon auszugehen, dass Konzentrations
störungen in einem einmaligen Gespräch nicht feststellbar seien. Der Beschwer
deführer berichte jedoch immer wieder glaubhaft von Situationen, in denen er nicht oder nur kurze Zeit in der Lage gewesen sei, sich zu konzentrieren. Er sei zwar klagsam, darüber hinaus jedoch spürbar affektiv niedergeschlagen (S. 1 Ziff. 4.3). Verschiedene Behandlungsstellen seien unabhängig voneinander von zumindest einer mittelschweren depressiven Episode, meistens aber einer schwe
ren depressiven Episode ausgegangen
. Die Kriterien für eine depressive Episode seien alle erfüllt (S. 2 Ziff. 5). Laut den Schilderungen des Beschwerdeführers und auch seiner Ehefrau sei eine soziale Desintegration vorhanden. Die Aktivitäten des täglichen Lebens seien stark eingeschränkt. Der Beschwerdeführer schaffe es höchstens, den Haushalt rudimentär zu meistern. Meistens sitze er auf dem Sofa und wisse im Grunde gar nicht, was er mache. Am Abend schaffe er es manchmal, spazieren zu gehen. Ins Fitness zu gehen, schaffe er zirka einmal in der Woche, manchmal gehe er auch gleich wieder. Die Einschränkungen seien nicht nur auf unangenehme berufliche Tätigkeiten beschränkt. Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer ohne einen massiven Leidensdruck nicht dazu bereit erklärt hätte, sich auf eine EKT einzulassen. Eine ärztlich dringend indizierte Hospitalisation verweigere der Beschwerdeführer aus Angst davor, dass es ihm dadurch noch schlechter gehen würde (S. 2 Ziff. 7.3).
In seinen Fähigkeiten und Ressourcen sei er stark eingeschränkt, so in der Fähigkeit zur Planung und Struk
turierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Fähigkeit zur Anwendung von fachlicher Kompetenz, der Durchhalte- und Selbstbehaup
tungsfähigkeit sowie der Fähigkeit zu Spontanaktivitäten. Die Fähigkeit zu fami
liären beziehungsweise intimen Beziehungen sei laut den Schilderungen des Beschwerdeführers aber auch denjenigen seiner Ehefrau schon länger nicht mehr vorhanden. Er leide permanent unter einem schlechten Gewissen, weil er seine Kinder nicht unterstützen könne und er ständig emotional abwesend sei. Laut seinen Schilderungen schaffe er es zudem phasenweise beispielsweise nicht, am Morgen zu duschen, obwohl er sehr viel Wert auf Reinlichkeit lege (S. 3 Ziff. 7.4). In den Akten sei der Beschwerdeführer wiederholt als
zu
100 % arbeitsunfähig beschrieben
worden
und er sei es nach wie vor und bis auf Weiteres
(S. 3 Ziff. 8.1/2). Eine kurze Zeit lang habe sich sein psychischer Zustand verbessert, weil er die Hoffnung gehabt habe, über Online-Marketing Geld zu verdienen. Er habe sich jedoch schnell eingestehen müssen, dass er ein sinnvolles Arbeitspen
sum nicht schaffen würde. Er habe ständig Angst, dass er die kleinsten Dinge
nicht schaffe
,
und verliere schon sehr viel Energie, bis er zur Entscheidung gelange, etwas zu tun (S. 4).
3.6
RAD-Arzt
D._
führte hierzu am 8. Januar 2020 aus, in der Stellung
nahme werde kein neuer medizinischer Sachverhalt dargelegt, es werde der bekannte Sachverhalt anders beurteilt. Auf das Gutachten und die vorhergehende RAD-Stellungnahme könne uneingeschränkt abgestellt werden (Urk. 7/172 S. 3).
3.7
In ihrem Verlaufsbericht vom 11. Februar 2020 (Urk. 3/11) hielten med.
pract
.
B._
und
lic
. phil.
Z._
fest, neun Sitzungen zur EKT hätten keine Wirkung gezeigt. Der behandelnde Arzt der Psychiatrischen Universitätsklinik habe dies darauf zurückgeführt, dass es beim Beschwerdeführer eher um eine Angsterkran
kung gehe, bei welcher die EKT nicht anschlage. Im gegenseitigen Einverständnis sei daraufhin die Behandlung abgebrochen worden. Am 15. August 2019 habe eine Umstellung der Medikation begonnen
(S. 1)
. Der Beschwerdeführer befinde sich seit Jahren in einem schwer depressiven Zustand und sei - auch wenn er sehr motiviert
sei
- vollständig arbeitsunfähig. Mehrere Versuche mit medikamentöser Unterstützung und zwei EKT, die er aus Angst und weil sie nicht die gewünschte Wirkung gebracht hätten abgebrochen habe, hätten zu keiner Verbesserung des psychopathologischen Zustands geführt. Der Beschwerdeführer könne nicht zu einem stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik motiviert werden, da er Angst habe, dass sich sein psychischer Zustand noch weiter verschlechtern könnte. Aufgrund der chronifizierten, therapieresistenten Depression sei aber davon auszugehen, dass auch diese nicht zu einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit geführt hätte (S. 2).
4.
4.1
Nach der Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung
(vgl. Urk. 7/134)
liegen nun mit dem Gutachten von Dr.
C._
und den Berichten der behandelnden Ärzte zwei grundlegend verschiedene Einschät
zungen vor. Med.
pract
.
B._
und
lic
. phil.
Z._
gingen im Wesentlichen von einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell schwere Episode ohne psy
chotische Symptome, sowie einem Verdacht auf eine narzisstische Persönlich
keits
störung aus (E. 3.2), wohingegen der Gutachter Dr.
C._
lediglich eine
Dysthy
mia
in der Folge sozialer Belastungen und körperlicher Krankheit bei akzentuier
ten Persönlichkeitszügen feststellte (E. 3.3).
4.2
Soweit der Beschwerdeführer gegen das Gutachten von Dr.
C._
vorbringt,
er habe keine Chance gehabt, sein Befinden genau zu beschreiben, es sei ihm schwergefallen, im freien Gespräch die richtigen Worte für die Beschreibung sei
nes Befindens zu finden
, und er sei im Vorfeld davon ausgegangen, dass ihm konkrete Fragen gestellt würden
(E. 2.2), ist dem entgegen zu halten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung gemäss seinem ausdrücklichen Wunsch systematisch befragt
wurde
, wobei er weiter spontan unter anderem Angaben zu seinen Beschwerden und deren Entwicklung formuliert hat (E. 3.3).
Ebenso ist zur vom Beschwerdeführer monierten ungenügenden Dauer der Untersuchung durch Dr.
C._
(E.
2.2
) festzuhalten, dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung der Dauer einer psychiatrischen Exploration keinen bedeutenden Stellenwert zumisst, solange die Expertise den praxisgemässen Kriterien entspricht (Urteile des Bundesgerichts 8C_448/2009 vom 27. Juli 2009, E. 2.2, sowie 8C_485/2010, E. 2.4.3). Der Detaillierungsgrad des Gutachtens von Dr.
C._
spricht mithin nicht gegen den Beweiswert und es ist nicht ersichtlich, dass die Expertise unsorgfältig erstellt worden wäre
(vgl. E. 3.3)
.
Ebenfalls unzutreffend ist, dass Dr.
C._
in nicht nachvollziehbarer Weise und ohne weitere Begründung die in den übrigen Arztberichten diagnostizierten Depression, teils mittelgradig, teils schwer, negier
e
(E. 2.2). So führte Dr.
C._
überzeugend aus, dass die im August 2015 erstmals gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode zu keinem Zeitpunkt weder mit, noch ohne Bezug zum Klassifikationssystem beschrieben und/oder diskutiert werde, sondern fast ausschliesslich auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestellt werde. Auch die aufgeführten objektiven psychopathologischen Befunde seien stets spärlich und liessen qualitativ knapp ein
dysthymes
Syndrom erkennen, der Schweregrad bleibe regelmässig unklar
. Dr.
C._
diagnostizierte schliesslich eine
Dysthymia
, da sie vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden in Umfang und Schwere durch diese Diagnose ausreichend erklärbar seien
(Urk. 7/147 S. 22 Ziff. 6).
Weiter ist der vom Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung durch Dr.
C._
selber geschilderte Tagesablauf kaum mit
dem Bild
eine
s
schwer depressiven Patienten in Einklang zu bringen. Der Beschwerdeführer führte dabei aus, er arbeite im Haushalt mit, koche, staubsauge und räume die Küche auf. Er lenke sich von seinem negativen Befinden ab, indem er spazieren und ein- bis zweimal pro Woche ins Fitness gehe. Er sehe fern und nutze das Internet, um Informationen zu erhalten. Ab und zu pflege er Kontakt mit einem Kollegen und telefoniere mit seiner Mutter und einer Schwester (E. 3.3). Soweit der Beschwer
deführer die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin als reine
Behauptungen ohne Grundlage in den Akten abtut (Urk. 1 S. 9
Rz
47), ist dies offensichtlich unzutreffend.
Ebenso vermögen auch die Berichte der
B
ehand
ler
B._
und
Z._
an der überzeugenden Beurteilung durch Dr.
C._
nichts zu ändern. Wie bereits im früheren Urteil festgestellt
(Urk. 7/134 S. 13 Ziff. 4.2)
, berufen
sie
sich überwie
gend auf die subjektiven
Äusserungen
des Beschwerdeführers
(vgl. auch
E. 3.2 und 3.5)
. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer trotz der von den behandeln
den Ärzten diagnostizierten schweren depressiven Episode neben der medika
mentösen Therapie lediglich alle zwei Wochen eine Therapiesitzung besucht und mit Ausnahme der EKT, welche vorzeitig abgebrochen wurde, keine weiteren, auch alternativen Therapieansätze verfolgt.
Weshalb
die behandelnden Ärzte
bei Vorliegen einer schweren depressiven Episode die Behandlung nicht mindestens mittels Einzelsitzungen intensivier
en
und ein
en
Behandlungsrhythmus von zwei Wochen als genügend erachte
n
,
ist
nicht nachvollziehbar.
In diesem Zusammenhang ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
– und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.
3
Insgesamt erweist sich
die Beurteilung durch den psychiatrischen Gutachter
Dr.
C._
als überzeugend und nachvollziehbar,
weshalb
grundsätzlich
darauf
abgestellt
werden kann.
5.
5.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschä
tzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.2
Nach dem Gesagten ist im Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten von Dr.
C._
möglich, weitere medizinische Abklärungen sind nicht erforderlich.
5.3
5.3.1
Im Rahmen der ersten Kategorie des
«
funktionellen Schweregrades
»
erg
eben
sich mit Bezug auf den ersten Indikator (
«
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome
»
) aus dem Gutachten
insgesamt nur sehr wenige Beeinträchtigun
gen. Der Beschwerdeführer berichtete über seit dem Jahre 2010 zunehmende innerliche Anspannungszustände, er grüble viel und leide unter Angstzuständen. Zudem bestünden fehlende Motivation sowie eine Energie- und Lustlosigkeit. Die übrigen, von Dr.
C._
beurteilten objektiven Befunde fielen unauffällig aus (Urk. 7/147 S. 13 und S. 18 Ziff. 4.1). Insgesamt sind die beim Beschwerdeführer bestehenden
psychische
n
Beeinträchtigungen
nur schwach ausgeprägt
.
Eine schwere Ausprägung des psychischen Leide
ns fällt damit
ausser
Betracht.
Zum zweiten Indikator («Behandlungserfolg oder -resistenz»)
hielt der psychiat
rische Gutachter fest,
seit Oktober 2012 besuche der Beschwerdeführer eine ambulante Psychotherapie mit Psychopharmakotherapie (Urk. 7/147 S. 27). Aktuell fänden zwei Gespräche pro Monat statt (Urk. 7/147 S.
13
).
Eine teil- und/oder vollstationäre Therapie konnte bislang noch nicht durchgeführt werden (Urk. 7/147 S. 14; vgl. auch E. 3.5) und die zweimal begonnene EKT brach der Beschwerdeführer wieder ab (Urk. 7/147 S. 14; vgl. auch E. 3.5 und 3.7).
Damit wurden noch nicht alle therapeutischen Massnahmen ausgeschöpft, so liegen beispielsweise auch keine Angaben zu alternativen Behandlungsmethoden vor
und es fand bislang keine stationäre Therapie statt
.
Als Komorbidität ist der im Jahre 2015 erlittene Schlaganfall sowie die nachfol
gende Herzoperation zu erwähnen, wobei sich der Beschwerdeführer davon
unbestrittenermassen vollständig erholt hat (vgl. Urteil vom 16. Mai 2018, E. 4.1, Urk. 7/134).
5.3.2
Bezüglich Persönlichkeit
ergeben sich sodann keine wesentlichen, einschränken
den Faktoren.
Dr.
C._
erhob zwar
akzentuierte Persönlichkeitszüge (sensibel, emotional labil, dysphorisch-ängstlich, perfektionistisch, leistungsorientiert, narzisstisch),
verneinte jedoch das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung
. Dem Beschwerdeführer sei denn auch eine tatsächlich angemessene persönliche, berufliche, soziale und familiäre Lebensbewährung bis zumindest 2015 möglich gewesen (Urk. 7/147 S. 26).
5.3.3
Betreffend den sozialen Kontext ist bekannt, dass der Beschwerdeführer verhei
ratet ist und zwei schulpflichtige Kinder hat. Eine soziale Desintegration ist nicht vorhanden. Die Willensanstrengung zur Bewältigung seiner Defizite ist dem Beschwerdeführer auch gemäss seinen eigenen Angaben möglich. Er geht spazie
ren oder ins Fitnessstudio, schaut fern und nutzt das Internet. Den Tag verbringt er strukturiert, arbeitet im Haushalt mit und kümmert sich um die Kinder. Ab und zu pflegt er Kontakt mit einem Kollegen und telefoniert mit der Mutter und einer Schwester (Urk. 7/147 S. 26 f.). Damit verfügt der Beschwerdeführer
durchaus
über soziale Ressourcen, auch wenn er sich selber wünscht, sich noch mehr um seine Kinder kümmern zu können.
5.4
Zu prüfen ist weiter die zweite Kategorie der «Konsistenz». Bei der Umschreibung des sozialen Umfeldes im Rahmen des Indikators «gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen»
fällt auf, dass der Beschwerdeführer abgesehen von seiner Familie, seiner Mutter und einer Schwes
ter wenig Kontakte zu haben scheint, ab und zu trifft er sich mit einem Kollegen. Er ist jedoch in der Lage, seinen Tag strukturiert zu gestalten und auch verschie
denen Tätigkeiten nachzugehen (spazieren, Fitness, Internet, TV, Haushalt). Insgesamt ist demnach nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über gar keine Fähigkeiten zu einer selbständigen Alltagsgestaltung und ausserhäus
lichen Tätigkeiten verfügt.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des «behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks» ist schliesslich festzuhalten, dass
sich
der Beschwerdeführer seit
Oktober 2012 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befindet und auch eine antidepressive Medikation erhält.
Nachdem jedoch die Therapiesitzungen lediglich alle zwei Wochen stattfinden, die begon
nene EKT zweimal wieder abgebrochen wurde und der Beschwerdeführer
die ihm dringend
empfohlene stationäre Therapie verweigert, bestehen angesichts der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten schweren depressiven Episode Zweifel am tatsächlich bestehenden Leidensdruck
.
5.5
Zusammenfassend führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass
auf
die Beurteilung des Gesundheitszustandes und
die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit, wie sie sich aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
erge
ben
, abgestellt werden kann. Dementsprechend
ist aufgrund der diagnostizierten
Dysthymia
davon auszugehen, dass
weder in der angestammten noch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
besteht
.
Diese Beurteilung wird sodann dadurch gestützt,
dass es sich bei der diagnosti
zierten
Dysthymia
gemäss
ICD-10: F34.1 um eine chronische depressive Verstim
mung handelt, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen Episoden nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivierende depressive Störung erfüllt (
Dilling
,
Mombour
, Schmidt,
Internationale
Klassifikat
ion psychischer Stö
rungen, Bern
20
1
5, S. 1
83
). Nach objektiven Kriterien handelt es sich somit nicht um eine schwerwiegende psychiatrische Krankheit mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit, deren Überwindung dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten wäre. Die beim Beschwerdeführer zusätzlich vorliegenden akzentuierten Persönlichkeits
züge
sodann
führen im sozialen Bereich zu Schwierigkeiten, die bei Personen ohne diese Merkmale nicht im gleichen
Ausmass
vorliegen dürften. Trotzdem schloss der Beschwerdeführer nach seiner Flucht in die Schweiz berufsbegleitend ein Bauingenieur-Studium und arbeitete
anschliessend
bis ins Jahre 2014 als Projektingenieur in einem Pensum von 80 bis 100 % (vgl. Urk. 7/147 S. 16).
Zusammenfassend können die beim Beschwerdeführer vorliegenden psychischen Beeinträchtigungen zwar ICD-10-konform umschrieben werden, stellen jedoch denn
och
- wie dies auch der psychiatrische Gutachter festgestellt hat -
keine psychische Störung dar, welche zu einer inva
l
idenver
s
icherungsrechtlich relevan
ten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit führen würden.
Den beim Beschwerde
führer festgestellten Beeinträchtigungen kommt somit insgesamt kein Krank
heitswert im Sinne des IVG zu und es liegt somit auch kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Demnach besteht kein Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.