Decision ID: aaf17c88-5935-411e-a0c7-be5531810eb5
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. C._, geboren am 22. September 2009, ist die Tochter von
A._ und B._. Sie wohnt in D._ (politische
Gemeinde E._) zusammen mit ihrer Mutter, welche getrennt vom
Kindsvater lebt und einen Lebenspartner hat. Seit Mai 2019 besucht
C._ die Sonderschule F._ in G._, da sie in der
öffentlichen Volksschule Anpassungsschwierigkeiten respektive
Verhaltensauffälligkeiten aufwies. Auch in der Sonderschule gestaltete
sich die Betreuung der Tochter schwierig, sodass das Personal
regelmässig an seine Grenzen gelangte und der Schulpsychologische
Dienstes sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden
beigezogen wurden. Seit dem Frühjahr 2020 bzw. seit Herbst 2020 – durch
die Corona bedingte Anordnung respektive nachdem sich in der Schule
vor Ort wieder Probleme häuften – wird die Tochter in der Absicht einer
Übergangslösung zu Hause in Eigenverantwortung im Fernunterricht
beschult. Nachdem Versuche mit verschiedenen Sonderschulen
unternommen wurden, eine funktionierende Lösung zu erarbeiten, kann
sich die Familie eine Wiederaufnahme des stationären Aufenthalts im
Therapiehaus oder in einer anderen kantonalen Sonderschulinstitution
grundsätzlich nicht mehr vorstellen.
2. Am 30. April 2021 reichte A._ beim Erziehungs-, Kultur- und
Umweltschutzdepartement Graubünden (nachfolgend: EKUD) einen
Bewilligungsantrag zur Führung von Privatunterricht für ihre Tochter für
die verbleibende Dauer des Schuljahres 2020/21 (5. Primarklasse) sowie
für das Schuljahr 2021/2022 (nachfolgend: Antrag) ein. Begründet wurde
dies damit, dass C._ positive Erfahrungen und grosse Fortschritte
im Sondersetting seit September 2020 machen konnte. Gemäss Bericht
des F._ herrsche in einem internen Sonderschulumfeld eine
drohende Überforderung der Tochter sowie des Schulpersonals. Ein
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Aufenthalt in einer kinderpsychiatrischen Klinik sei aktuell ebenfalls nicht
zielführend.
3. Der Departementsverfügung vom 5. Juli 2021, mit welcher A._
die Erlaubnis, ihre Tochter im Schuljahr 2020/21 und 2021/2022 privat
unterrichten zu lassen, nicht erteilt wurde, ist zu entnehmen, dass das
Schulinspektorat Folgendes feststellte: Die als Hauptlehrperson
bezeichnete H._ verfüge zwar über die erforderliche Ausbildung
als Primarlehrerin, würde aber den Unterricht nicht im Rahmen einer
festen Anstellung durchführen. Zudem seien die räumlichen und
organisatorischen Voraussetzungen für einen Unterricht vor Ort und in
einem eigens ausgewiesenen Schulraum nicht gegeben. Des Weiteren
entspreche die vorgelegte deutschsprachige Lektionentafel nicht der für
die Wohngemeinde E._ erforderlichen, romanischsprachigen
Lektionentafel "Scolas rumantschas". Das EKUD erachtete die
Durchführung eines stundenplanmässigen Unterrichts als nicht
gewährleistet. Die Voraussetzungen für die Genehmigung eines
entsprechenden Privatunterrichts seien deshalb zurzeit nicht gegeben.
4. Gegen die Departementsverfügung vom 5. Juli 2021 erhoben A._
und B._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 2. August 2021
(Datum Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden, mit dem Antrag, die Eltern ersuchen um Erlaubnis
für eine schulische Sonderlösung für ihre Tochter. Als einleitende
Begründung wird festgehalten, diverse Angaben in der angefochtenen
Verfügung entsprächen nicht den tatsächlichen Gegebenheiten und
würden weder Zweck noch Sinn des Gesuchs um eine Sonderlösung zu
Gunsten des Kindeswohls widerspiegeln. Die Beschwerdeführer
bezeichnen dies als schulische Sonderlösung bzw. als angepasste
Methode zum Vermitteln des Schulstoffs mit dem Ziel, die Oberstufe
normal in der Volksschule I._ starten und absolvieren zu können.
Seit C._ zu Hause unterrichtet werde, hätten sich ihre schulischen
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Leistungen, ihre Motivation zu lernen sowie ihre Sozialkompetenz stark
verbessert. Diese Sonderlösung sei als "Gesuch Antrag Privatunterricht"
eingereicht worden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei dies die einzige
funktionierende und kindsgerechte Schulungsmöglichkeit für ihre
Situation. Sie seien auch daran interessiert, eng mit der Volksschule
I._ zusammen zu arbeiten.
5. In seiner Stellungnahme vom 13. September 2021 führte das EKUD
(nachfolgend: Beschwerdegegner) aus, der beschwerdeführerische
Antrag um Erlaubnis für eine schulische Sonderlösung entspreche nicht
dem ursprünglichen eingereichten Antrag auf Privatunterricht im Rahmen
der Regelschule. Das Amt für Volksschule und Sport Graubünden
(nachfolgend: AVS) habe die Voraussetzungen geprüft und entschieden,
dass diese nicht erfüllt seien. Abklärungen durch den Schulinspektor bzw.
den Schulleiter vom 1. September 2021 hätten ergeben, dass die Tochter
aktuell nicht zur Schule gehe und damit die Schulpflicht nicht erfülle.
6. In ihrer Replik vom 8. Oktober 2021 stellten die Beschwerdeführer das
neue bzw. abgeänderte Rechtsbegehren um eine "gemeinsame Lösung
mit dem Erziehungsdepartement". Sie vertieften dabei die in der
Beschwerde vom 2. August 2021 vorgebrachten Argumente, betonten
erneut die guten Fortschritte seit der Umstellung auf den Heimunterricht
und hielten fest, dass dies aktuell die geeignetste Lösung sei. Weiter
verwiesen sie auf den Bericht des leitenden Psychologen J._ vom
22. April 2021.
7. In seiner Duplik vom 3. November 2021 begrüsste der Beschwerdegegner
zwar das angepasste Rechtsbegehren um eine "gemeinsame Lösung";
die nachfolgende Begründung zeige aber, dass die Beschwerdeführer
darunter klar eine Sonderlösung verständen. Es sei anzunehmen, dass
eine gemeinsame Lösung für die Beschwerdeführer bedeutet, der
Beschwerdegegner richte eine Sonderlösung für die Tochter im Sinne
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einer Übergangslösung bis zur Oberstufe ein, welche den gesetzlichen
Vorgaben nicht entspreche. Die Beschwerdeführer hätten ein Gesuch für
die Bewilligung zur Erteilung von Privatunterricht eingereicht, ohne die
dafür vorgesehenen gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, während die
Tochter gleichwohl seit September 2020 zu Hause im Rahmen eines
unbewilligten Privatunterrichts beschult werde. Der Beschwerdegegner
biete auch weiterhin die bisher angebotenen Lösungen an, welche im
Rahmen der geltenden Gesetzgebung möglich seien.
8. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in
der angefochtenen Departementsverfügung vom 5. Juli 2021 sowie auf die
im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden
gegen Entscheide der kantonalen Departemente, soweit diese nicht bei
einer anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem
oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid
des Beschwerdegegners vom 5. Juli 2021 ist weder endgültig noch kann
dieser bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
2. In formeller Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass nach Art. 50 VRG
zur Beschwerde legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder
Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Mit
Entscheid vom 5. Juli 2021 verfügte der Beschwerdegegner, dass den
Beschwerdeführern die Erlaubnis nicht erteilt wird, ihre Tochter im
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Schuljahr 2020/21 und 2021/22 privat unterrichten zu lassen. Die
Beschwerdeführer sind daher durch den angefochtenen Entscheid berührt
und verfügen über ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
(vgl. Art. 50 Abs. 1 VRG). Ferner können die Parteien gemäss Art. 51 Abs.
2 VRG Rechtsbegehren, die sie im vorinstanzlichen Verfahren gestellt
haben, nicht ausdehnen. Der Antrag zielte auf die Erlaubnis, die Tochter
für das laufende und das kommende Schuljahr im Fernunterricht
unterrichten zu dürfen (Antrag, S. 15; so auch die Überschrift: "Antrag
Privatunterricht für die restliche Primarschulzeit für C._"). Das
Rechtsbegehren in der Beschwerde vom 2. August 2021 lautete: "Wir
ersuchen um Erlaubnis für eine schulische Sonderlösung für
C._", was sinngemäss als Aufhebung des angefochtenen
Entscheids und Gutheissung des Gesuchs um Erlaubnis für
Privatunterricht interpretiert werden kann. Das weitere Rechtsbegehren in
der Replik vom 8. Oktober 2021 lautete hingegen: "Gemeinsame Lösung
mit Erziehungsdepartement", was an sich eine unerlaubte Erweiterung
des Streitthemas im Sinne von Art 51 Abs. 2 VRG darstellt. Der
Formulierung nach wird in der Replik etwas verlangt, was nicht mehr zum
Streitgegenstand gehört. Streng betrachtet müsste diese nachträgliche
Abänderung der Rechtsbegehren daher als nicht zulässig taxiert werden
und zu einem Nichteintreten führen, weil das Gericht vorliegend nur
darüber befinden kann, ob die Vorinstanz korrekterweise den
gesuchstellenden Eltern die Bewilligung zur Führung von Privatunterricht
für ihre Tochter verweigert hat. Dieses förmliche Versäumnis beim
gestellten Rechtsbegehren wiegt nach Ansicht des streitberufenen
Gerichts aber noch nicht so schwer, dass allein darum auf die Beschwerde
nicht eingetreten werden könnte; zumal es sich um eine Beschwerde nicht
anwaltlich vertretener, juristischer Laien handelt und an solche Eingaben
keine allzu hohen Formerfordernisse gestellt werden dürfen (vgl. dazu
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 2015 83 vom
1. Dezember 2015 E.2b und E.2c m.w.H.; PVG 1985 Nr. 79, 1984 Nr. 98
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und 1982 Nr. 85). Auf die überdies fristgerecht eingereichte Beschwerde
ist daher einzutreten (vgl. Art. 38 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VRG).
3. Strittig im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist, ob der
Beschwerdegegner den Beschwerdeführern zu Recht die Bewilligung zur
Führung von Privatunterricht für ihre Tochter für die verbleibende Dauer
des Schuljahres 2020/21 sowie für das Schuljahr 2021/2022 verweigert
hat. Dazu ist im Folgenden zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die
Erteilung einer Bewilligung des Privatunterrichts gemäss Art. 18 Abs. 2
des Gesetzes für die Volksschulen des Kantons Graubünden
(Schulgesetz, SchlG; BR 421.000) erfüllt sind.
3.1. Die Kantone haben für einen ausreichenden Grundschulunterricht zu
sorgen, der allen Kindern offensteht. Dieser muss angemessen und
geeignet sein; er soll genügen, um die Schüler sachgerecht auf ein
selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vorzubereiten. Der
Grundschulunterricht ist obligatorisch, an öffentlichen Schulen
unentgeltlich und untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht (Art. 62 Abs.
2 i.V.m. Art. 19 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Aus der Aufsicht
folgt, dass der Verfassungsgeber von der Möglichkeit privater Schulen
ausgeht; in diesem Fall sollen diese staatlicher Aufsicht unterstehen. Die
Bundesverfassung will damit sicherstellen, dass der Grundschulunterricht
auch dann, wenn er von nicht öffentlichen Schulen wahrgenommen wird,
ausreichend ist (BGE 146 I 20 E.4.2, Urteil 2C_807/2015 vom 18. Oktober
2016 E.3.1).
3.2. Gemäss Art. 10 Abs. 3 SchulG kann die Schulpflicht neben der öffentlichen
Volksschule auch in Institutionen der Sonderschulung, in Privatschulen
oder durch Privatunterricht erfüllt werden. Als Privatunterricht gelten dabei
der Einzelunterricht und der Unterricht in einer Gruppe von bis zu vier
Schülerinnen und Schülern (Art. 18 Abs. 1 SchlG). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung gewährt Art. 19 BV i.V.m. Art. 62
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Abs. 2 BV jedoch keinen Anspruch auf privaten Einzelunterricht (BGE 146
I 20 E.4.3 mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts 2C_738/2010 vom
24. Mai 2011 E.3.3.2). Bei Privatunterricht besteht die nicht geringe Gefahr
schulischer Mängel sowie der Isolierung des Kindes, die eine soziale
Enkulturation behindern könnte (PLOTKE, Schweizerisches Schulrecht, 2.
Auflage, Bern/ Stuttgart/Wien 2003, S. 476 f.).
3.3. Privatunterricht bedarf daher einer Bewilligung des Departements. Diese
wird erteilt, wenn das Bildungsangebot demjenigen der öffentlichen
Volksschule entspricht und der Lehrplan erfüllt wird (Art. 18 Abs. 2 SchlG).
Sodann müssen gemäss Art. 12 Abs. 1 der Verordnung zum Schulgesetz
(Schulverordnung, SchlV; BR 421.010) Lehrpersonen für den
Privatunterricht die gleichen Voraussetzungen für die
Unterrichtsberechtigung erfüllen wie Lehrpersonen der öffentlichen
Volksschule. Lehrpersonen müssen über einen anerkannten,
stufengemässen Abschluss oder über eine vom Amt erteilte
Lehrbewilligung verfügen (Art. 57 SchlG). Ferner ist als Lehrperson
wählbar, wer einen Fähigkeitsausweis besitzt, welcher dem
entsprechenden von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen
Erziehungsdirektoren (EDK) erlassenen Ausbildungsreglement entspricht
(Art. 55 SchlV).
4. Zur Klärung der Frage, ob vorliegend die Voraussetzungen für die
Erteilung einer Bewilligung des Privatunterrichts gemäss Art. 18 Abs. 2
SchlG erfüllt sind, ist folglich einerseits zu prüfen, ob die Lehrpersonen die
Voraussetzungen für eine Unterrichtsberechtigung erfüllen (E.5).
Andererseits ist zu prüfen, ob das Bildungsangebot im beantragten
Privatunterricht demjenigen der öffentlichen Volksschule entspricht sowie
ob der Lehrplan eingehalten ist (E.6).
5.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die Hauptlehrperson H._
erfülle die Unterrichtsvoraussetzungen, da sie über ein Lehrerpatent des
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Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement des Kantons Bern
(Anm. des Gerichts: wohl Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern
als kantonales Bildungsdepartement) verfüge, womit Art. 57 SchlG und
Art. 12 und 55 SchlV eingehalten würden (Antrag, S. 5). Dies blieb vom
Beschwerdegegner denn auch unbestritten. Es hält dem lediglich
entgegen, dass die Hauptlehrperson den Unterricht nicht im Rahmen einer
festen Anstellung durchführen würde (angefochtene Verfügung, S. 2).
Dem wiederum entgegnen die Beschwerdeführer, die Tochter lerne seit
Januar 2021 mit H._ und sie habe in dieser Zeit sehr grosse
Fortschritte machen und viel Lernstoff nachholen können, den sie in der
Vergangenheit verpasst habe (Beschwerde, S. 2). Die Beschwerdeführer
führten im am 30. April 2021 beim AVS eingereichten Antrag neben
H._, der Schwester des Vaters als Lehrerin für
Textilarbeit/Werken sowie der Grossmutter, welche die Tochter
"regelmässig beobachten und Standortbestimmungen erfassen" (Antrag,
S. 12), weitere Personen auf, welche die Tochter unterrichten sollen.
5.2. So soll etwa, wenn im Fach Natur, Mensch, Gesellschaft sowie im Fach
Textiles und technisches Gestalten technische Themen behandelt
würden, der Kindsvater und Beschwerdeführer B._ diese
behandeln, da er für dieses Thema die richtige Fachperson sei. Der
ursprünglich gelernte Elektriker arbeite er als Berufsfeuerwehrmann,
dessen Hobby das Handwerk sei. Sein Dienstplan liesse viel Spielraum,
wodurch er gewährleisten könne, dass er diese Themen übernehmen
könne. Er habe grosses Wissen, was dies angehe und könne "den Kindern
die richtige Handhabung von Werkzeugen und den korrekten und sicheren
Umgang mit Materialien beibringen". Dessen Schwester als gelernte
Textil-, Werk- sowie Hauswirtschaftslehrerin werde bei diversen
Tätigkeiten behilflich sein. Die Voraussetzungen für eine
Unterrichtsberechtigung i.S.v. Art. 55 SchlV bzw. Art. 57 SchlG i.V.m.
Art. 12 SchlV erfüllt zumindest der Vater indessen offensichtlich nicht, da
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ihm der entsprechende Abschluss bzw. ein Fähigkeitsausweis fehlt. Zum
Fach Ethik, Religionen Gemeinschaft (mit Lebenskunde) wird im Antrag
festgehalten, die Beschwerdeführerin sowie ihr Lebenspartner hätten eine
Ausbildung zum "Energie Coach" abgeschlossen. Sie würden "den
Kindern Achtsamkeit, Umgang mit Stress und den Umgang mit den
Mitmenschen sehr gut in Form von Fantasiereisen, adressatengerechten
Gesprächen über die Menschen, die Welt und das Miteinander vermitteln".
Nach Ansicht der Beschwerdeführer seien sodann bezüglich der Sprachen
die Voraussetzungen erfüllt. So lerne die Tochter die Sprachen Italienisch
und Romanisch – bis sie eine geeignete Lehrperson für die romanische
Sprache gefunden hätten – aktuell regelmässig mit der Grossmutter,
welche in K._ aufgewachsen sei und romanisch spreche. Das
Fach Bewegung und Sport wird dahingehend als eingehalten betrachtet,
dass die Tochter regelmässig den Karateunterricht besuche und reiten
gehe. Abschliessend wird im Antrag festgehalten, Fachpersonen aus
verschiedenen Berufsfeldern im Freundes- und Bekanntenkreis seien
weitere Möglichkeiten, um C._ Bildung zu erweitern. Konkrete
Ausführungen dazu sowie der Nachweis der Unterrichtsberechtigungen
für sämtliche genannten Personen, welche den Unterricht führen sollen,
bleiben jedoch aus.
5.3. Nach dem vorstehend Gesagten kann zusammengefasst werden, dass
lediglich H._ und allenfalls die Schwester des Beschwerdeführers
die Voraussetzungen für die Unterrichtsberechtigung zu erfüllen
vermögen. Offen blieb jedoch, in welchem Umfang diese Lehrerinnen für
den Unterricht der Tochter zuständig sind bzw. wären. Diesbezüglich
kritisierte der Beschwerdegegner zu Recht, dass H._ als
"Hauptlehrperson" den Unterricht nicht im Rahmen einer festen Anstellung
durchführen würde (angefochtene Verfügung, S. 2). Sämtliche weiteren
Personen, welche die Tochter unterrichten sollen, namentlich der Vater,
die Mutter, ihr Lebenspartner, die Grossmutter, aber auch der Karatelehrer
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oder die Reitbegleitung, erfüllen die Voraussetzungen für eine
Unterrichtsberechtigung offensichtlich nicht. Bereits damit ist eine der
Voraussetzungen für die Erteilung einer Bewilligung des Privatunterrichts
gemäss Art. 18 Abs. 2 SchlG nicht erfüllt.
6. Darüber hinaus entspricht das Bildungsangebot im beantragten
Privatunterricht – wie sich nachfolgend zeigen wird – nicht demjenigen der
öffentlichen Volksschule und auch der Lehrplan kann nur als teilweise
eingehalten bezeichnet werden. Neben dem Verweis auf das
Lehrmittelobligatorium erfolgen im beschwerdeführerischen Antrag
punktuell Bemerkungen zu den einzelnen Fächern, welche sich an der
Lektionentafel der Volksschulen Graubünden orientieren (Antrag, S. 11
und S. 5-8).
6.1. Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, ihnen sei bewusst, dass in der
Gemeinde und im Primarunterricht Romanisch gesprochen werde und sie
sich bemüht hätten, eine Lehrperson zu finden, welche der Tochter die
romanische Sprache beibringen kann (Beschwerde, S.2), verkennen sie
dabei, dass in D._ (politische Gemeinde E._ in der
Region L._) die Schulsprache Rätoromanisch ist und damit der
gesamte Unterricht in der romanischen Sprache zu führen ist. Es handelt
sich dabei nicht bloss um ein Fach zur Erlernung einer Fremdsprache.
Vielmehr wird an der Volksschule E._ ab der 3. Klasse Deutsch
als erste Fremdsprache und erst in der Oberstufe sowohl in Deutsch wie
auch in Romanisch unterrichtet (vgl. https://E._.ch/DE/bildung-
schule/volksschule/schule. html, abgerufen am 15. Februar 2022).
Diesbezüglich ist den Ausführungen des Beschwerdegegners
vollumfänglich zuzustimmen, soweit dieser in seiner Verfügung vom 5. Juli
2021 sowie der Stellungnahme vom 13. September 2021 vorbrachte, die
vorgelegte deutschsprachige Lektionentafel entspreche nicht der für die
Wohngemeinde E._ erforderlichen, romanischsprachigen
Lektionentafel "Scolas rumantschas" (angefochtene Verfügung, S. 2) und
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das schulische Angebot müsse sich nach der Schulsprache der Gemeinde
E._ richten.
6.2. Gemäss Lektionentafel der Volksschulen Graubünden besteht der
Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft im 2. Zyklus (3.-6. Primarstufe)
aus dem Fach Natur, Mensch Gesellschaft mit vier wöchentlichen
Pflichtlektionen sowie dem Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (mit
Lebenskunde) mit einer wöchentlichen Pflichtlektion. Zwar verweisen die
Beschwerdeführer im Antrag (S. 14) auf ihre Ausbildung zum "Energie
Coach" als Ergänzung zum Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (mit
Lebenskunde) und machen dazu – wenn auch nur flüchtige –
Ausführungen (vgl. oben E.5.2), während dagegen im Stundenplan des
beantragten Privatunterrichts lediglich die vier Lektionen Natur, Mensch,
Gesellschaft vorgesehen sind. Die Beschwerdeführer führten aus, die
Tochter solle vom Religionsunterricht dispensiert werden, da sie
konfessionslos seien (Antrag, S. 11). Dabei verkennen sie offenbar, dass
seit der Einführung des Lehrplans 21 zwischen dem Fach Ethik,
Religionen, Gemeinschaft (mit Lebenskunde) einerseits und einem von
öffentlich-rechtlich anerkannten Landeskirchen erteilten
Religionsunterricht andererseits unterschieden wird (vgl. Auszug aus
Lektionentafel der Volksschule Graubünden, Antrag, S. 6). Während von
Letzterem gemäss Art. 34 Abs. 2 SchlG eine schriftliche Abmeldung vor
Schuljahresbeginn durch die Erziehungsberechtigten unter Berufung auf
die Glaubens- und Gewissensfreiheit möglich ist und auch die
Lektionentafel in einer Fussnote festhält, dass die Lektion im Fach
Religion nicht ins Total der Pflichtlektionen aufgenommen wird, stellt das
Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (mit Lebenskunde) einen Teil des
Fachbereichs Natur, Mensch, Gesellschaft dar, welcher auch für
konfessionslose im Rahmen der normalen Schulpflicht obligatorisch ist. Es
fehlt folglich im Stundenplan des beantragten Privatunterrichts eine
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wöchentliche Lektion im Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (mit
Lebenskunde).
6.3. Das Fach Bewegung & Sport wird gemäss Beschwerdeführer im
Pferdestall durchgeführt, da sie zwei Pferde besitzen würden. Die Tochter
habe regelmässig Unterricht bei M._, Life Coach für Pferde und
Kinder/Erwachsene (Antrag, S. 8). Zudem besuche sie regelmässig den
Karateunterricht. Dass dies den umfangreichen und detaillierten
Lerninhalten des Lehrplans 21 nicht entspricht, ist offensichtlich. Zu
erwähnen ist an dieser Stelle beispielsweise Bewegung im Wasser bzw.
Schwimmen als nur einer von sechs Kompetenzbereichen des
Fachbereichs Sport, welcher mit dem beantragten Privatunterricht nicht
abgedeckt wäre. Zum Fach Musik äussern sich die Beschwerdeführer
lediglich dahingehend, dass die Tochter Gitarre spiele und dies mit ihrem
Bruder übe (Antrag, S. 8). Nach Art. 67a Abs. 2 BV setzen sich Bund und
Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für einen hochwertigen
Musikunterricht an den Schulen ein. Mit dieser Bestimmung stellt die
Verfassung einen direkten Bezug zu Art. 62 BV her: Der Musikunterricht
an den Schulen gehört zum Grundschulunterricht. Zumal angenommen
werden kann, dass der Bruder über keine Unterrichtsberechtigung verfügt,
erfüllt das blosse Beibringen des Gitarrenspiels nicht das Bildungsangebot
des Musikunterrichts an einer öffentlichen Volksschule bzw. des Lehrplans
21, womit der beantragte Privatunterricht auch hinsichtlich Musikunterricht
die Voraussetzungen gemäss Art. 18 Abs. 2 SchlG offensichtlich nicht
erfüllt sind (für weitere Ausführungen zum Musik- und Sportunterricht als
Teil der Grundbildung vgl. auch EHRENZELLER, in:
EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER [Hrsg.], Die
schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., Zürich
2014, Rz. 67 f. zu Art. 62 BV).
6.4. Zwar versichern die Beschwerdeführer, ein Lernbericht zeige auf, in
welchen Kompetenzfeldern des Lehrplan 21 sich das Kind bewege und
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dass die Jahresplanung nach dem Lehrplan 21 eingehalten werde (Antrag,
S. 12). Zur Ausführung des Beschwerdegegners, die Durchführung eines
Stundenplanes gemäss Schulgesetz sei nicht erfüllt, entgegnen die
Beschwerdeführer lediglich, ihre Tochter brauche einen auf ihre
Bedürfnisse angepassten Stundenplan. Ihnen sei bewusst, dass das
Schulgesetz klare Vorgaben habe und ihr Gesuch in einigen Positionen
davon abweiche. Jedoch gäbe es für C._ in ihrer Entwicklung und
Bildung zurzeit keine Alternativen als den aufgezeigten Bildungsweg der
letzten elf Monate. C._ habe eine enge Bindung zur Familie und
brauche für ihre Bedürfnisse den täglichen Kontakt. Dies stellt indes keine
Besonderheit für ein Kind ihres Alters dar und kann auch in einem
geeigneten und den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden
Sonderschulumfeld gewährleistet werden. Zwar beziehen sich die
Beschwerdeführer in ihrem Antrag auf Art. 45 SchlG, wonach
Schülerinnen oder Schüler mit besonderem Förderbedarf gestützt auf ein
schulpsychologisches Gutachten mit angepasstem Lehrplan unterrichtet
werden können. Ein solches Gutachten liegt jedoch einerseits nicht im
Recht, andererseits ist auch der besondere Förderbedarf vorliegend nicht
erwiesen – zumindest nicht durch die von den Beschwerdeführern
beschriebenen Konzentrationsschwierigkeiten, den ihrer Ansicht nach
speziellen Lerntyp oder den hohen Bewegungs- und Freiluftbedarf ihrer
Tochter. Den Stundenplan nach eigenem Gutdünken zu gestalten ist
indessen nicht der Sinn und Zweck von Art. 45 SchlG.
6.5. Abschliessend und der Vollständigkeit halber wird an dieser Stelle noch
der Aspekt der Räumlichkeiten bzw. der Infrastruktur beleuchtet, über
deren Eignung sich die Vorinstanz und die Beschwerdeführer ebenfalls
uneinig sind. Letztere bringen in ihrem Antrag vor, die Tochter brauche viel
Bewegung und wenn sie sich bewegt habe, könne sie sich besser
konzentrieren sowie schneller und effizienter lernen. Deshalb würden sie
regelmässig die Pflichtfelder in die Natur verschieben, "beim Laufen mit
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den Hunden oder im Wald auf einer Bank" (Antrag, S. 8). Der
Beschwerdegegner hält im angefochtenen Entscheid (S. 2) fest, das
Schulinspektorat habe festgestellt, die räumlichen und organisatorischen
Voraussetzungen für einen Unterricht vor Ort und in einem eigens
ausgewiesenen Schulraum seien nicht gegeben. Dem widersprechen die
Beschwerdeführer, das Schulinspektorat sei nicht vor Ort gewesen und
habe keine Bestandsaufnahme gemacht. Sie würden in einem Haus mit
Garten leben und die Bedürfnisse der Tochter würden an diversen
Lernorten und der Natur abgedeckt (Beschwerde, S. 2). Die
Beschwerdeführer gaben an, in E._ im Schlafzimmer oder im
Garten zu lernen und als Wochenaufenthalter auch acht bis zwölf Mal pro
Monat im Kanton N._ in einer Zweitwohnung zu verweilen. Dem
Beschwerdegegner ist zuzustimmen, wenn er dem entgegnet, ein fest
definierter Schulort sei unabdingbar (Stellungnahme vom 13. September
2021, S. 5 f.).
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei dem vorliegend beantragten
Privatunterricht die Mehrheit der vorgesehenen Unterrichtspersonen – mit
Ausnahme von H._ und allenfalls der Schwester des
Beschwerdeführers – die Voraussetzungen für die
Unterrichtsberechtigung nicht erfüllen. Zudem entspricht das vorgesehene
Bildungsangebot nicht demjenigen der öffentlichen Volksschule und der
Lehrplan 21 wird nicht eingehalten. Die Vorinstanz hat das Gesuch um
Erteilung von Privatunterricht zu Recht abgelehnt. Damit sind die
Voraussetzungen gemäss Art. 18 Abs. 2 SchlG und Art. 12 SchulV i.V.m.
Art. 57 SchlG für die Erteilung einer Bewilligung des Privatunterrichts nicht
erfüllt. Mit dem beantragten Privatunterricht wäre der Grundschulunterricht
nicht ausreichend sichergestellt und damit der Anspruch des Kindes auf
ausreichenden Grundschulunterricht verletzt, da die Ausbildung der
Tochter in einem solchen Masse eingeschränkt würde, dass die
Chancengleichheit – z.B. im Hinblick auf den von den Beschwerdeführern
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geplante Übertritt in die normale Oberstufe der Volksschule in I._
(angefochtene Verfügung, S. 1; Replik, S. 2) – nicht mehr gewahrt wäre,
bzw. das Kind Lehrinhalte nicht vermittelt erhält, die in der hiesigen
Wertordnung als unverzichtbar gelten (vgl. BGE 146 I 20 E.4.2., BGE 130
I 352 E.3.2 BGE 129 I 35 E.7.3 m.w.H.). Folglich hat die Vorinstanz den
Beschwerdeführern zu Recht – auch mangels geeigneter Infrastruktur bei
der Familie – die Bewilligung zur Führung von Privatunterricht verweigert.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist daher
abzuweisen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten in der
Höhe von CHF 1'500.-- gemäss Art. 72 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 und 2
VRG je zur Hälfte und unter solidarischer Haftung den unterliegenden
Beschwerdeführern auferlegt. Dem in seinem amtlichen Wirkungskreis
obsiegenden Beschwerdegegner steht keine Parteientschädigung zu (Art.
78 Abs. 2 VRG).