Decision ID: 4a22ba86-9989-4ceb-8d47-dfe446598cd9
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, verheiratet und Mutter eines Sohnes, ist gelernte Verkäuferin und
war zuletzt ab dem 16. Juli 2011 bei der B._ AG in einem Pensum von
42 % erwerbstätig. Aufgrund von persistierenden Rückenschmerzen wurde
ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 21. Dezember 2012 attestiert.
Per 30. November 2013 wurde das Arbeitsverhältnis durch Kündigung
seitens der Arbeitgeberin aufgelöst.
2. Am 7. Februar 2013 erfolgte im C._ eine Mikrodiskektomie bei
extraforaminaler Diskushernie L3/L4 rechts. Am 24. April 2013 wurde im
selben Spital eine Re-Operation mit ELIF L3/L4 rechts durchgeführt.
3. A._ meldete sich am 3. Februar 2014 unter Hinweis auf eine
Diskushernie bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-
Stelle) zum Leistungsbezug an.
4. Am 25. Februar 2014 fand das Evaluationsgespräch statt. Dabei teilte
A._ insbesondere mit, dass sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht
vorstellen könne, wieder zu arbeiten, zumal sie nicht lange stehen oder
gehen könne.
5. Am 12. August 2014 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch. Im
entsprechenden Abklärungsbericht Haushalt vom 13./15. August 2014
wurde die invaliditätsbedingte Einschränkung im Haushalt mit 3.85 %
bewertet. Zudem bestätigte A._ am 13. August 2014, dass sie ohne
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den Gesundheitsschaden seit Juli 2011 im Verkauf in einem 40 bis 50%-
Pensum arbeiten würde.
6. Am 5. Juni 2015 wurde in der D._ in E._ eine Rezessotomie L4/5
rechts durchgeführt, wobei danach Schmerzen im Bereich des
Iliosakralgelenks bestanden.
7. Im Rahmen des am 27. Oktober 2015 durchgeführten
Evaluationsgesprächs teilte A._ insbesondere mit, dass die Frage,
welche Tätigkeiten sie noch ausführen könne, schwierig zu beantworten
sei, zumal sie lediglich ca. eine halbe bis eine Stunde lang sitzen und ca.
zwei Stunden stehen könne. Danach seien die Schmerzen noch stärker.
An einer Unterstützung im Hinblick auf ihre berufliche Eingliederung sei sie
interessiert, jedoch erschwere ihre gesundheitliche Situation den
Wiedereinstieg sehr.
8. Anlässlich des Telefongesprächs vom 21. März 2016 informierte A._
die IV-Stelle darüber, dass sie immer noch zu 100 % arbeitsunfähig und
momentan auch keine Besserung in Sicht sei, so dass mit keiner
Eingliederungsmassnahme gestartet werden könnte.
9. Mit Mitteilung vom 21. April 2016 teilte die IV-Stelle A._ mit, dass die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde.
10. Am 5. und 9. Dezember 2016 wurde A._ im Auftrag der IV-Stelle durch
die Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) AG
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polydisziplinär (in den Fachdisziplinen Orthopädie/Trauma-tologie, Innere
Medizin, Neurologie und Psychiatrie) begutachtet. Die SMAB-Experten
hielten in ihrem Gutachten vom 6. Januar 2017 als Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein persistierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom der unteren Lendenwirbelsäule mit
schmerzhafter Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule und bei
Status nach mehrfachen Diskushernienoperationen fest. Sie attestierten
A._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Verkäuferin. Hingegen erachteten sie eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in
einer leidensadaptierten Tätigkeit als gegeben.
11. Dr. med. F._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD)
hielt in seiner Abschlussbeurteilung vom 16. Januar 2017 fest, dass das
Gutachten der SMAB AG vom 6. Januar 2017 in sich widerspruchsfrei sei
und die medizinischen Schlussfolgerungen versicherungsmedizinisch
plausibel nachvollziehbar seien. In der angestammten Tätigkeit als
Verkäuferin im Einzelhandel sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben.
Angepasst seien leichte, vorwiegend im Sitzen auszuübende,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne besonderen Zeitdruck, ohne
Schichtdienst, ohne häufiges Bücken oder Knien sowie ohne Leiter- oder
Gerüstesteigen.
12. Mit Vorbescheid vom 15. März 2017 stellte die IV-Stelle A._ die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
13. Dagegen erhob A._ am 11. April 2017 Einsprache (recte: Einwand),
wobei sie die Stellungnahme ihres Hausarztes Dr. med. G._ vom 24.
März 2017 zum Vorbescheid sowie den Bericht von Dr. med. H._,
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Facharzt FMH für Neurochirurgie, C._, vom 5. April 2017 einreichte,
die namentlich darauf hinwiesen, dass weitere Abklärungen mit Blick auf
eine erneute Operation am Rücken getätigt werden müssten.
14. Mit Verfügung vom 3. Juli 2017 verneinte die IV-Stelle einen
Rentenanspruch bis zum 31. Dezember 2016. Für den Zeitraum ab Januar
2017 wurde A._ ein neuer Entscheid in Aussicht gestellt, da aufgrund
einer bevorstehenden nochmaligen Operation an der Lendenwirbelsäule
weitere Abklärungen vorzunehmen seien. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
15. Am 22. August 2017 wurden in der D._ in E._ eine Revisions-
Spondylodese L3/4 mit Neuinstrumentierung der Schrauben rechts TLIF
L4/5 und eine Repositionsspondylodese L4/5 durchgeführt. Im
gleichentags verfassten Operationsbericht attestierte der Operateur Dr.
med. I._, Leitender Oberarzt Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie,
A._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die nächsten sechs Wochen.
16. Im Bericht vom 2. Oktober 2017 über die gleichentags durchgeführte
Konsultation hielt Dr. med. I._ fest, es liege ein erfreulicher
postoperativer Verlauf mit einer deutlich schmerzgeminderten Patientin
vor. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % werde noch bis Ende Oktober 2017
aufrechterhalten. Ab November 2017 bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
50 %.
17. Dr. med. I._ berichtete am 27. November 2017 über die gleichentags
erfolgte Konsultation erneut von einem erfreulichen postoperativen Verlauf
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mit einer quasi schmerzfreien Patientin. Er attestierte A._ eine
100%ige Arbeitsfähigkeit.
18. Mit Vorbescheid vom 20. März 2018 stellte die IV-Stelle A._ die
Zusprache einer befristeten Viertelsrente vom 1. Mai 2017 bis zum 28.
Februar 2018 in Aussicht. Für die Zeit danach verneinte sie einen
Rentenanspruch. Dagegen liess A._ am 28. März 2018 vorsorglich
Einwand erheben.
19. Am 3. April 2018 ging bei der IV-Stelle der Verlaufsbericht von Dr. med.
G._ vom 19. März 2018 ein. Darin wurde festgehalten, dass die gute
Phase ab Oktober 2017 nur von kurzer Dauer gewesen sei. Die vorerst
linksseitigen, nun zunehmend rechtsseitigen Schmerzen im
Iliosakralgelenk mit pseudoradikulären Schmerzausstrahlungen rechts
hätten seit Dezember 2017 wieder zugenommen und hätten ab Anfang
Januar 2018 wieder stark einschränkenden Charakter trotz Physiotherapie
und Analgesie. Seit dem 1. Januar 2018 hätten die Schmerzen wieder
invalidisierenden Charakter. Dr. med. G._ attestierte A._ eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 3. Januar 2018.
20. Nach Eingang weiterer Arztberichte informierte die IV-Stelle A._ am
27. April 2018 darüber, dass auf den vorsorglichen Einwand eingetreten
werde und weitere medizinische Abklärungen in die Wege geleitet würden.
21. Am 24. Juli 2018 wurde A._ im Auftrag der IV-Stelle erneut durch die
SMAB AG polydisziplinär (in den Fachdisziplinen
Orthopädie/Traumatologie, Neurologie und Innere Medizin) begutachtet.
Die SMAB-Experten stellten in ihrem Verlaufsgutachten vom 13.
September 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
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Arbeitsfähigkeit: 1. Persistierendes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom der unteren Lendenwirbelsäule mit schmerzhafter
Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule nach mehrfachen
Diskushernienoperationen und Rezidivoperationen sowie mit residuellem
Wurzelreizsyndrom L5/S1 rechts; 2. Fachfremde Diagnose: Schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2). Sie
attestierten A._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Verkäuferin. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit wurde aufgrund der depressiven Symptomatik auf 30 % ab dem
17. April 2018 festgesetzt.
22. Mit Schreiben vom 30. November 2018 forderte die IV-Stelle A._ auf,
sich bei einem Psychiater vorzustellen.
23. Am 21. März 2019 führte die IV-Stelle erneut eine Haushaltsabklärung
durch, wobei A._ auf dem vor Ort ausgefüllten Formular "Bestätigung
der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" bestätigte, dass sie ohne den
Gesundheitsschaden seit Juli 2011 als Verkäuferin in einem 40 bis 50%-
Pensum erwerbstätig wäre. Im dazugehörigen Abklärungsbericht Haushalt
vom 28. März bzw. 10. April 2019 wurde keine invaliditätsbedingte
Einschränkung im Haushalt ermittelt.
24. In ihrem Bericht vom 8. April 2019 über das am 11. Februar 2019 erfolgte
Untersuchungsgespräch stellte Dr. med. J._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, keine psychiatrische Diagnose. Sie
hielt fest, dass A._ aus psychiatrischer Sicht arbeitsfähig sei.
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25. In seiner Stellungnahme vom 18. April 2019 führte der RAD-Arzt Dr. med.
F._ aus, nach dem Wegfall der psychiatrischen Diagnose und in
Anbetracht der Tatsache, dass das Verlaufsgutachten der SMAB AG vom
13. September 2018 keine Veränderungen der somatischen Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zum Gutachten vom 6. Januar 2017
ergeben habe, würden die Schlussfolgerungen der RAD-Abschluss-
beurteilung vom 16. Januar 2017 gelten.
26. Mit (den Vorbescheid vom 20. März 2018 ersetzendem) Vorbescheid vom
3. Mai 2019 stellte die IV-Stelle A._ die Zusprache einer auf die Zeit
vom 1. Mai 2017 bis zum 28. Februar 2018 befristeten Viertelsrente in
Aussicht. Für die Zeit danach verneinte sie einen Rentenanspruch.
Dagegen liess A._ am 29. Mai 2019 Einwand erheben.
27. Am 8. Juli 2019 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach
A._ ab dem 1. Mai 2017 eine bis zum 28. Februar 2018 befristete
Viertelsrente zu. Für die Zeit danach wurde ein Rentenanspruch verneint.
28. Mit dagegen am 5. September 2019 erhobener Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden beantragte A._
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) neben der Aufhebung der Verfügung
vom 8. Juli 2019, ihr sei ab dem 1. Januar 2017 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei in Nachachtung des
Untersuchungsgrundsatzes eine neue interdisziplinäre Begutachtung
anzuordnen. Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
aus, dass weder das orthopädisch-traumatologische noch das
neurologische Teilgutachten konsistent und schlüssig sei, womit das
polydisziplinäre SMAB-Gutachten vom 13. September 2018 insgesamt
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nicht beweiskräftig sei. Gleichzeitig reichte sie den Arztbericht von Dr. med.
G._ vom 29. August 2019 samt Schilderungen ihres Ehemannes vom
22. Juli 2019 ein.
29. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer
Vernehmlassung vom 25. September 2019 die Abweisung der Beschwerde
und verwies zur Begründung primär auf die angefochtene Verfügung.
Ergänzend hielt sie fest, dass die Beurteilungen in internistischer,
orthopädisch-traumatologischer und neurologischer Hinsicht im SMAB-
Gutachten vom 13. September 2018 sowie der psychiatrische Bericht von
Dr. med. J._ vom 8. April 2019 schlüssig und nachvollziehbar seien
und durch die Vorbringen der Beschwerdeführerin und ihres Hausarztes
nicht erschüttert würden.
30. Am 3. Oktober 2019 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest und vertiefte ihre Argumentation.
31. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 10. Oktober 2019 auf das
Einreichen einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 8. Juli 2019. Eine solche Anordnung, die
laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der
verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige
Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m.
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und
materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der
angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist
somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59
ATSG). Die Beschwerde wurde ausserdem frist- und formgerecht
eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38
Abs. 4 lit. b ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf
ist somit einzutreten.
2. Soweit die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht sinngemäss eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, weil sich die Beschwerdegegnerin
nicht bzw. nicht substanziiert mit ihren Einwänden – insbesondere jenem
betreffend die Beweisuntauglichkeit eines Gutachtens in seiner Gänze bei
Ausserachtlassung eines Teilgutachtens – auseinandergesetzt habe,
vermag sie nicht durchzudringen. Die Beschwerdegegnerin hat sich mit
den geltend gemachten Vorbringen, insbesondere auch mit der
Beweistauglichkeit eines polydisziplinären Gutachtens bei
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Nichtberücksichtigung eines Teils davon, wenn auch in einer kurzen
Begründung, auseinandergesetzt (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-
act.] 139 S. 4 ff.). Die Überlegungen, von denen sich die
Beschwerdegegnerin leiten liess, konnten daher im Kern nachvollzogen
werden. Die Pflicht zur Entscheidbegründung bezweckt denn auch, dass
sich die Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben
und diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen
kann, falls sie damit nicht einverstanden ist (BGE 142 III 433 E.4.3.2). Da
vorliegend die Motive der Beschwerdegegnerin mit genügender Klarheit
aus der angefochtenen Verfügung hervorgehen, war die
Beschwerdeführerin denn auch in der Lage, den Entscheid vom 8. Juli 2019
sachgerecht anzufechten.
3. In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab
dem 1. Januar 2017 streitig und zu prüfen.
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c).
4.2. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle
oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die
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zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invalidenversicherung Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen
Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
5.1. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie
folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu
mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und
auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.
5.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen
könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
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geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE 144 I 21 E.2.1, 142 V 290 E.4, 141 V 15
E.3.2, 128 V 29 E.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_225/2019 vom
11. September 2019 E.2).
5.3. Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich (z.B.
Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht
zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich;
Art. 28a Abs. 2 IVG).
5.4. Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich
im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen
Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art.
28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des
Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen
zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a
Abs. 3 IVG).
5.5. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilzeitig erwerbstätig oder
als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie
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bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall
zugemutet werden könnte, sondern im welchem Pensum sie hypothetisch
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E.3.3 mit Hinweisen; Urteile des
Bundesgerichts 9C_157/2020 vom 18. Juni 2020 E.4.1.1, 9C_335/2012
vom 17. Juli 2012 E.3.1). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im
Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu
berücksichtigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Er-werbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich
(BGE 141 V 15 E.3.1, 137 V 334 E.3.2, 125 V 146 E.2c, je mit Hinweisen).
6.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193
E.3.1 f., 132 V 93 E.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_462/2014 vom
16. September 2014 E.3.2.1).
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6.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a,
122 V 157 E.1c).
6.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für
die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen
Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit
zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E.4.4 f.). So ist den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer
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Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E.3b/bb mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2019
vom 5. September 2019 E.2.2). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf
und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3b/cc). Sodann kommt auch
den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c; Urteil
des Bundesgerichts 9C_724/2011 vom 23. Februar 2012 E.3.2).
7.1.1. Die Beschwerdegegnerin gab im Hinblick auf die Beurteilung des
Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin bei der SMAB AG ein
polydisziplinäres (Orthopädie/Traumatologie, Neurologie und Innere
Medizin) Verlaufsgutachten in Auftrag, welches am 13. September 2018
erstattet wurde. Darin stellten die SMAB-Experten im Rahmen der
Konsensbeurteilung folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: 1. Persistierendes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom der unteren Lendenwirbelsäule mit schmerzhafter
Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule, nach mehrfachen
Diskushernienoperationen und Rezidivoperationen sowie mit residuellem
Wurzelreizsyndrom L5/S1 rechts; 2. Fachfremde Diagnose: Schwere
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) (vgl.
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Bg-act. 112 S. 7). Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
kamen sie zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in einer
leidensangepassten Tätigkeit zu 30 % arbeitsfähig sei, wobei sich die
Einschränkungen ausschliesslich aufgrund der depressiven Symptomatik
ergeben würden (vgl. Bg-act. 112 S. 10). In Bezug auf den Verlauf des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsunfähigkeit seit der Begutachtung
vom Dezember 2016 wurde interdisziplinär ausgeführt, dass aufgrund der
erneuten Operation am 22. August 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von drei
Monaten bis Ende November 2017 bestehe, so dass die aktuelle
Einschätzung ab dem 1. Dezember 2017 gelte (vgl. Bg-act. 112 S. 11). In
orthopädisch-traumatologischer Hinsicht hielt Dr. med. K._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
fest, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig sei. Zumutbar seien ihr körperlich leichte Arbeiten, welche
überwiegend im Sitzen stattfinden müssten mit der Möglichkeit von
eigengewählten Positionswechseln und zum Wechseln zwischen Sitzen,
Stehen und Gehen. Tätigkeiten unter besonderem Zeitdruck wie z.B.
Akkord- oder Fliessbandarbeit, mit Wechselschicht, mit häufigem Bücken
oder Knien, mit Zwangshaltung der Wirbelsäule und auf Gerüsten oder
Leitern seien der Beschwerdeführerin hingegen nicht zumutbar.
Zusätzliche betriebsunübliche Pausen seien nicht erforderlich (vgl. Bg-act.
112 S. 9 und S. 33). Zudem führte Dr. med. K._ bezüglich der
Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität aus, wenn auch letztendlich
vor dem Hintergrund der durchgeführten Diagnostik und Operationen die
Ursache der als sehr stark angegebenen Schmerzen der
Lendenwirbelsäule nicht genau zu eruieren seien, so seien die
Beschwerden in sich konsistent und hätten nachvollzogen und objektiviert
werden können. Dies insbesondere bei konsistenten klinischen
Untersuchungsbefunden und reproduzierbaren Funktionseinschränkungen
und konsistenten Schmerzen. Die Muskulatur beidseits paravertebral sei
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erheblich verspannt gewesen und es hätten sich konsistente
Druckschmerzen der Lendenwirbelsäule sowie auch über dem
Iliosakralgelenk gezeigt. Insgesamt seien die Beschwerden reproduzierbar
demonstriert worden und hätten nachvollzogen werden können. Auch das
Verhalten der Beschwerdeführerin in der Untersuchungssituation habe sich
unruhig und schmerzgeplagt mit der Notwendigkeit häufiger
Positionswechsel gezeigt (vgl. Bg-act. 112 S. 6 f., S. 9 f. und S. 31). In
neurologischer Hinsicht hielt Dr. med. L._, Facharzt für Neurologie,
fest, dass sich ein unauffälliger Befund gegenüber der Vorbegutachtung
ergebe. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden
hätten zwar objektiviert werden können, würden sich jedoch nicht auf ihre
Arbeitsfähigkeit auswirken. Aus neurologischer Sicht sei sie in der Lage,
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auszuführen. Hierbei sollte ein
regelmässiger Wechsel zwischen stehender, sitzender und gehender
Tätigkeit ermöglicht werden. Arbeiten, bei denen Koordinationsleistungen
des rechten Beines erforderlich seien (wie z.B. das Bedienen komplexer
Maschinen), seien nicht mehr möglich (vgl. Bg-act. 112 S. 7 ff. und S. 47
ff.). Schliesslich führte Dr. med. M._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin, aus, dass aus internistischer Sicht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. Bg-act. 112 S. 9 und S. 62 ff.).
7.1.2. Nachdem die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin aufgrund der
im SMAB-Verlaufsgutachten vom 13. September 2018 diagnostizierten
depressiven Symptomatik mit Schreiben vom 30. November 2018
aufforderte, sich bei einem Psychiater vorzustellen (vgl. Bg-act. 114),
reichte die Psychiaterin Dr. med. J._ ihren Bericht vom 8. April 2019
bezüglich des Untersuchungsgesprächs vom 11. Februar 2019 ein (vgl.
Bg-act. 131). Darin wurde keine psychiatrische Diagnose gestellt. Die
besagte Psychiaterin hielt vielmehr fest, dass die Beschwerdeführerin aus
- 20 -
psychiatrischer Sicht arbeitsfähig sei und psychiatrischerseits keine
Einschränkungen bestünden (vgl. Bg-act. 131 S. 3 ff.).
7.2. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom
8. Juli 2019 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das
polydisziplinäre SMAB-Verlaufsgutachten vom 13. September 2018 sowie
den Bericht der Psychiaterin Dr. med. J._ vom 8. April 2019. Sie ging
demnach von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
vom 1. Mai 2017 (Konsultation in der D._ in E._ am 8. Mai 2017
bezüglich eines weiteren operativen Eingriffs; vgl. Bg-act. 80) bis zum 30.
November 2017 und von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % für
leidensangepasste Tätigkeiten ab dem 1. Dezember 2017 aus (vgl. Bg-act.
139 S. 3). Streitig ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit, wobei insbesondere am
orthopädisch-traumatologischen und am neurologischen Teilgutachten
Kritik geübt wird. Diese Kritik vermag allerdings – wie nachfolgend
aufgezeigt wird – nicht zu verfangen.
7.3. Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, laut dem orthopädisch-
traumatologischen Teilgutachten seien die von ihr geschilderten und als
sehr stark angegebenen Schmerzen der Lendenwirbelsäule in sich
konsistent, nachvollzieh- und objektivierbar. Zudem werde festgehalten,
dass sich ihr Verhalten in der Untersuchungssituation unruhig und
schmerzgeplagt gezeigt habe, mit der Notwendigkeit häufiger
Positionswechsel. Mit dieser Beurteilung nicht in Übereinstimmung zu
bringen sei dann aber die Einschätzung, wonach eine optimal
leidensangepasste Tätigkeit vollschichtig möglich sein solle. Wenn bei der
eineinhalbstündigen Untersuchung, bei der die Möglichkeit des
eigengewählten Positionswechsels jederzeit gegeben gewesen sei, keine
- 21 -
physische Belastung bestanden habe und kein Leistungserfolg zu
erbringen gewesen sei, bereits eine erhebliche Schmerzbelastung und
Unruhe bestanden habe, sei nicht auszudenken, wie sie einen Acht-
Stunden-Arbeitstag bewältigen können sollte. Eklatant sei die Inkonsistenz
der Schlussfolgerung zur leidensadaptierten Tätigkeit, wenn noch die
Fremdanamnese ihres Ehepartners und des behandelnden Hausarztes Dr.
med. G._ vom 29. August 2019 berücksichtigt werde. Die im
orthopädisch-traumatologischen Teilgutachten erhobenen Befunde
würden hier bestätigt und insoweit ergänzt, als dass die Momentaufnahme
der Untersuchung den alltäglichen Dauerzustand der Beschwerdeführerin
darstelle. Aufgrund der fehlenden Fremdanamnese sei das besagte
Teilgutachten nicht beweiswertig.
7.4. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat eine fehlende
Fremdanamnese keinen Einfluss auf die Beweiskraft eines Gutachtens.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Notwendigkeit der
Einholung einer Fremdanamnese in erster Linie eine Frage des
medizinischen Ermessens (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018
E.5.2.2 mit Hinweis). Offensichtlich erachtete der orthopädisch-
traumatologische Teilgutachter Dr. med. K._ eine Fremdanamnese für
nicht erforderlich (vgl. Bg-act. 112 S. 29). Im Übrigen erstattete er sein
Teilgutachten in Kenntnis der Vorakten und damit auch der
Einschätzungen des Hausarztes Dr. med. G._, insbesondere seines
Verlaufberichts vom 19. März 2018 (vgl. Bg-act. 112 S. 13 ff. und S. 21 ff.).
Soweit die Beschwerdeführerin (sinngemäss) darauf hinweist, dass
zwischen ihrem Hausarzt Dr. med. G._ und dem besagten
Teilgutachter hinsichtlich der erhobenen Befunde Einigkeit bestehe, nicht
jedoch bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, ist festzuhalten,
dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des
- 22 -
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag
des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht
zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende
Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des
Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3 mit Hinweis).
Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass solche Aspekte im orthopädisch-
traumatologischen Teilgutachten nicht gewürdigt worden wären. Die
gutachterliche Einschätzung von Dr. med. K._ (100%ige
Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeiten
mit der Möglichkeit von eigengewählten Positionswechseln und zum
Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, keine Tätigkeiten unter
besonderem Zeitdruck wie z.B. Akkord- oder Fliessbandarbeit, keine
Tätigkeiten mit Wechselschicht, kein häufiges Bücken oder Knien, keine
Zwangshaltung der Wirbelsäule und keine Tätigkeiten auf Gerüsten oder
Leitern; vgl. vorstehend E.7.1.1) ist nachvollziehbar und erfolgte in
umfassender Diskussion der Befunde und Ressourcen sowie unter
Einbezug einer Konsistenz- und Plausibilitätsprüfung (vgl. Bg-act. 112 S.
25 ff.), weshalb sie nicht zu beanstanden ist.
7.5. Bereits im SMAB-Gutachten vom 6. Januar 2017 wurde in orthopädisch-
traumatologischer Hinsicht festgehalten, die auch nach der Operation im
Juni 2015 persistierenden Schmerzen seien in sich konsistent und hätten
nachvollzogen und objektiviert werden können, auch wenn die Ursachen
der als sehr stark angegebenen Schmerzen der Lendenwirbelsäule nicht
- 23 -
genau hätten eruiert werden können. Dies insbesondere bei konsistenten
klinischen Untersuchungsbefunden sowie reproduzierbaren
Funktionseinschränkungen und konsistenten Schmerzen. Die Muskulatur
beidseits paravertebral sei erheblich verspannt gewesen und es hätten sich
konsistente Druckschmerzen der Lendenwirbelsäule, aber auch über dem
Iliosakralgelenk, gezeigt. Insgesamt seien die Beschwerden reproduzierbar
demonstriert worden und hätten nachvollzogen werden können. Auch das
Verhalten der Beschwerdeführerin in der Untersuchungssituation sei
unruhig und schmerzgeplagt gewesen, mit der Notwendigkeit häufiger
Positionswechsel (vgl. Bg-act. 68 S. 17 und S. 36). Vergleichbare Befunde
lassen sich dem SMAB-Verlaufsgutachten vom 13. September 2018
entnehmen (vgl. Bg-act. 112 S. 6 f., S. 9 f. und S. 29 ff.). Gestützt auf diese
Befunde wurde im SMAB-Gutachten vom 6. Januar 2017 des Weiteren
ausgeführt, die bisher ausgeübte Tätigkeit als Verkäuferin im Einzelhandel
könne aus orthopädischer und polydisziplinärer Sicht nicht mehr verrichtet
werden. Dagegen sei eine optimal leidensangepasste Tätigkeit
vollschichtig, d.h. im Pensum von 100 %, möglich. Die festgestellten
Gesundheitsstörungen könnten nicht, auch nicht in ihrer Gesamtheit und
die subjektive Beschwerdesymptomatik stark mitberücksichtigend, eine
untervollschichtige Erwerbstätigkeit in optimal leidensadaptierter Tätigkeit
argumentieren (recte: begründen) (vgl. Bg-act. 68 S. 17, S. 19 und S. 36).
Zum selben Schluss gelangte man auch im SMAB-Verlaufsgutachten vom
13. September 2018 (vgl. Bg-act. 112 S. 32 f.). Insofern kann nicht von
einem Widerspruch zwischen den als nachvollzieh- und objektivierbar
erachteten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung einer vollschichtigen Erwerbsfähigkeit in
optimal adaptierter Tätigkeit gesprochen werden. Vielmehr flossen diese
Befunde genauso wie die als stark bezeichneten Schmerzangaben der
Beschwerdeführerin in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit in orthopädisch-traumatologischer Sicht ein bzw. die erwerblichen
- 24 -
Auswirkungen in qualitativer Hinsicht wurden gestützt darauf und in
Würdigung derselben festgelegt.
7.6. Der Hausarzt Dr. med. G._ benennt in seinem Bericht vom 29. August
2019 eine – im Vergleich zum Vorjahr – aufgetretene leichte bis
mittelschwere reaktive Depression im Rahmen der chronischen
Schmerzen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 S. 1). Soweit er
damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend machen
will, ist dem entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin selbst
dezidiert der Auffassung ist, an keinen psychischen Beschwerden mit
Krankheitswert zu leiden. Insoweit sieht sie sich denn auch im Bericht der
Psychiaterin Dr. med. J._ bestätigt und weist lediglich auf
Stimmungsschwankungen hin (vgl. Bf-act. 3 S. 3; vgl. ferner Bg-act. 121
und 142 S. 33). Zudem geht mit Blick auf die in der Beschwerde geltend
gemachten kognitiven Beeinträchtigungen (vgl. Beschwerde vom 5.
September 2019 Ziff. 26) aus dem Bericht von Dr. med. G._ vom 29.
August 2019 hervor, dass die Schmerzmedikation zur Linderung dieser
Nebenbeschwerden (Vergesslichkeit) umgestellt wurde (vgl. Bf-act. 3 S. 2).
Soweit Dr. med. G._ sodann die Verwertbarkeit der (Rest-
)Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anzuzweifeln scheint (vgl. Bf-act.
3 S. 2), ist festzuhalten, dass nicht gesagt werden kann, die der
Beschwerdeführerin noch zumutbare Tätigkeit sei nur in so
eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt
praktisch nicht kenne. Vielmehr umfasst das hier anwendbare
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher
Art) typischerweise leichte, wechselbelastende Tätigkeiten. Ausserdem
kann auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden (Urteil
des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1 mit Hinweis).
- 25 -
Mit Blick auf die mit der Beschwerde beigebrachten Schilderungen des
Ehemannes vom 22. Juli 2019 ist schliesslich hinzuzufügen, dass das
SMAB-Verlaufsgutachten vom 13. September 2018 unter Berücksichtigung
der von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden ergangen ist (vgl.
Bg-act. 112 S. 6 f., S. 23, S. 42 f. und S. 55).
7.7. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, auch im Rahmen des
neurologischen Teilgutachtens sei keine Fremdanamnese durchgeführt
worden. Zudem habe der neurologische Teilgutachter sie nicht
entsprechend dem Begutachtungsauftrag neurologisch exploriert, sondern
vielmehr lediglich psychiatrisch. Im Ergebnis sei damit keine neurologische
Anamneseerhebung erfolgt. Neurologische Tests seien auch nicht
durchgeführt worden, obwohl solche, insbesondere im Hinblick auf den
Bericht der D._ vom 6. April 2018, in welchem eine neurologische
Abklärung zur Frage nach akuten Denervierungszeichen in der von L5
resp. L4 oder L3 versorgten Kernmuskulatur auf der rechten Seite verlangt
worden sei, angezeigt gewesen wären. Es sei schleierhaft, wie der
Teilgutachter zu seinen Ergebnissen in neurologischer Hinsicht gefunden
habe. Sodann sei das Teilgutachten in seinen Feststellungen und den
getroffenen Schlussfolgerungen bereits in sich nicht konsistent. Einerseits
werde neurologisch eine volle Arbeitsfähigkeit auch in der bisherigen
Tätigkeit angenommen, anderseits werde aber festgestellt, dass die
Beschwerdeführerin lediglich in der Lage sei, leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten auszuführen, wobei ein regelmässiger Wechsel zwischen
stehender, sitzender und gehender Tätigkeit ermöglicht werden sollte.
Dieser offene Widerspruch werde nicht diskutiert. Vielmehr konzentriere
sich das neurologische Teilgutachten fachfremd und ohne
Begutachtungsauftrag und damit fehlerhaft auf die angeblichen
psychiatrischen Befunde. Insgesamt betrachtet sei damit das
- 26 -
neurologische Teilgutachten gänzlich untauglich, so dass eine neue
Exploration zu erfolgen habe.
7.8. Soweit die Beschwerdeführerin auch in Bezug auf das neurologische
Teilgutachten auf die fehlende Fremdanamnese hinweist, kann auf das in
Erwägung 7.4 Gesagte verwiesen werden (vgl. ferner Bg-act. 112 S. 46).
Zudem ist es zutreffend, dass der neurologische Teilgutachter Dr. med.
L._, der auch Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist (vgl. Bg-
act. 112 S. 51), bei der Beschwerdeführerin eine schwere depressive
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) diagnostizierte
(vgl. Bg-act. 112 S. 46), obwohl der Begutachtungsauftrag der
Beschwerdegegnerin keine psychiatrische Abklärung umfasste (vgl. Bg-
act. 104 S. 1, 105 S. 1, 108 S. 1, 109 S. 1 und 110 S. 1). Im Rahmen der
nachfolgenden psychiatrischen Untersuchung vom 11. Februar 2019
wurde dann aber das Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose durch Dr.
med. J._ verneint (vgl. Bg-act. 131 S. 3 ff.). Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt und auch dem neurologischen
Teilgutachten entnommen werden kann, hat Dr. med. L._ – entgegen
der Ansicht der Beschwerdeführerin – sowohl eine neurologische
Anamnese erhoben (vgl. Bg-act. 112 S. 42 ff.) als auch eine neurologische
Befunderhebung durchgeführt (vgl. Bg-act. 112 S. 44 ff.), wobei er – wie
die Beschwerdegegnerin ebenfalls zu Recht festhält – das sensible Defizit
im Dermatom L5 und S1 rechts mit schmerzhaften
Bewegungseinschränkungen feststellte (vgl. Bg-act. 112 S. 45).
Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin erwähnten Berichts der
D._ vom 6. April 2018, worin festgehalten wurde, eine klare Ursache
für die persistierenden Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte
Bein habe nicht gefunden werden können (vgl. Bg-act. 97), ist ferner darauf
hinzuweisen, dass die in der Folge durch den Hausarzt Dr. med. G._
veranlasste neurologische Abklärung bei Dr. med. N._, Facharzt FMH
für Neurologie, am 16. April 2018 keine Hinweise auf Schädigungen der
- 27 -
motorischen Wurzeln im Bereich L3-S1 rechts ergab (vgl. Bg-act. 102; vgl.
ferner Bg-act. 112 S. 31 und S. 40 f.). Insgesamt ist damit die
Schlussfolgerung des Teilgutachters Dr. med. L._, wonach aus
neurologischer Sicht keine Veränderung des vorbestehenden Befundes
(SMAB-Gutachten vom 6. Januar 2017) gegeben sei (vgl. Bg-act. 112 S.
46 ff.), nachvollziehbar und schlüssig. Das neurologische Teilgutachten ist
voll beweiswertig, weshalb weitere Abklärungen nicht erforderlich sind.
7.9. Die Beschwerdeführerin stellt einen inneren Widerspruch im
neurologischen Teilgutachten fest zwischen der darin ausgewiesenen
vollen Arbeitsfähigkeit auch in der bisherigen Tätigkeit (vgl. Bg-act. 112 S.
48 f.) und dem Umstand, dass ihr nur noch leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten mit regelmässigem Wechsel zwischen Stehen, Sitzen und
Gehen möglich sein sollen (vgl. Bg-act. 112 S. 47). Abgesehen davon, dass
hier kein offener Widerspruch vorliegt, der die Zuverlässigkeit des
neurologischen Teilgutachtens in Frage zu stellen vermag, ist letztlich für
die Invaliditätsbemessung ohnehin die Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit massgeblich (vgl. nachstehend Erwägung 8.1 ff.).
7.10. Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, dass das
polydisziplinäre SMAB-Verlaufsgutachten vom 13. September 2018 auch
insgesamt beweisuntauglich sei, zumal sowohl dem federführenden
orthopädisch-traumatologischen als auch dem neurologischen
Teilgutachten der Beweiswert aberkannt werden müsse. Eine
Konsensbeurteilung, die sich auf unschlüssige und inkonsistente
Teilgutachten stütze, könne keinen Bestand haben. Die in der
angefochtenen Verfügung genannte Rechtsprechung zur
Beweisuntauglichkeit (recte: Beweistauglichkeit) eines polydisziplinären
- 28 -
Gutachtens bei Nichtberücksichtigung eines Teilgutachtens sei damit
vorliegend nicht einschlägig.
7.11. Da die Beurteilungen in orthopädisch-traumatologischer sowie
neurologischer Hinsicht – wie vorstehend bereits dargelegt – schlüssig und
nachvollziehbar sind und das internistische Teilgutachten nicht konkret
kritisiert wurde, überzeugt die in der Konsensbeurteilung der SMAB-
Experten enthaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung in somatischer Hinsicht
(vgl. Bg-act. 112 S. 10). Damit ist dem SMAB-Verlaufsgutachten vom 13.
September 2018 hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin volle Beweiskraft zuzuerkennen. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin führt die Nichtberücksichtigung eines
Teils eines polydisziplinären Gutachtens nicht zur Beweisuntauglichkeit
des Gutachtens in seiner Gänze. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung verletzt nämlich das Abstellen auf ein polydisziplinäres
Gutachten Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht allein schon deshalb, weil einem
Teilgutachten der Beweiswert abgesprochen und ein anderes
Fachgutachten eingeholt wird. Denn letztlich beurteilt sich die Frage, ob ein
Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, stets anhand des konkreten
Einzelfalles bzw. danach, ob sich gestützt auf die Expertise die
rechtsrelevanten Fragen beantworten lassen oder nicht (BGE 143 V 124
E.2.2.4, Urteil des Bundesgerichts 9C_687/2011 vom 8. Februar 2012
E.3.2.2). Dies ist hier in Anbetracht der schlüssigen Beurteilungen in
orthopädisch-traumatologischer, neurologischer und internistischer
Hinsicht im erwähnten SMAB-Verlaufsgutachten sowie mit Blick auf den
schlüssigen psychiatrischen Bericht von Dr. med. J._ vom 8. April
2019 der Fall. Insofern ist die von der Beschwerdegegnerin gestützt darauf
festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 1. Mai 2017 bis zum
30. November 2017 bzw. 100%ige Arbeitsfähigkeit der
- 29 -
Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem
1. Dezember 2017 nicht zu beanstanden (vgl. Bg-act. 139 S. 3). Bei dieser
Sachlage kann auf die eventualiter beantragte Anordnung einer neuen
interdisziplinären Begutachtung in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet
werden (BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3, Urteile des Bundesgerichts
9C_216/2020 vom 8. Juli 2020 E.3.2, 9C_339/2017 vom 19. Juni 2017
E.2.3).
8.1. Zu prüfen bleibt die Bemessung des Invaliditätsgrades. In der
angefochtenen Verfügung vom 8. Juli 2019 ermittelte die
Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand
der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung nach Art. 28a Abs. 3
IVG. Dabei ging sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde
zu 45 % als Verkäuferin erwerbstätig und zu 55 % im Haushalt beschäftigt
wäre (vgl. Bg-act. 139 S. 2 f.). Aus den Akten ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin sowohl am 13. August 2014 als auch am 21. März
2019 erklärte, dass sie ohne den Gesundheitsschaden seit Juli 2011 ihre
gelernte Tätigkeit als Verkäuferin in einem Pensum von 40 bis 50 %
ausüben würde (vgl. Bg-act. 34 und 130). Dasselbe kann den
Abklärungsberichten Haushalt vom 13./15. August 2014 und 28. März bzw.
10. April 2019 entnommen werden (vgl. Bg-act. 35 S. 8 sowie 132 S. 3 und
S. 7). Somit ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass die angefochtene
Verfügung sowohl bezüglich der Beurteilung der Statusfrage und der damit
zusammenhängenden Methodenwahl als auch hinsichtlich der Festlegung
der Anteile der Erwerbstätigkeit (45 %) und der Haushalttätigkeit (55 %)
nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdeführerin denn auch nicht
in Frage gestellt wird.
- 30 -
8.2.1. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde
Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da
erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts
9C_109/2020 vom 17. November 2020 E.2.2.2, 8C_367/2018 vom 25.
September 2018 E.4.2). Ist es nicht möglich, zur Bestimmung des
Valideneinkommens vom zuletzt vor Invaliditätseintritt erzielten Lohn
auszugehen oder liegen keine konkreten Anhaltspunkte für dessen
Bestimmung vor, dann ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte,
insbesondere auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
zurückzugreifen (MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl.,
E._/Basel/Genf 2014, Art. 28a Rz. 55 f.). Eine solche Konstellation
liegt etwa vor, wenn ein konkreter Lohn nicht eruierbar ist, weil keine
aussagekräftigen, verwertbaren Lohnangaben zu früheren Tätigkeiten
vorliegen, wenn die versicherte Person seit längerem keine
Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat, wenn sie zurzeit des
Invaliditätseintritts arbeitslos gewesen ist oder wenn sie die bisherige Stelle
bis zum Rentenbeginn – beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen –
ohnehin, d.h. auch dann verloren hätte, wenn sie gesund geblieben wäre
(Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 18 78 vom 20.
August 2019 E.10.3.1 mit Hinweis).
- 31 -
8.2.2. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach
Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ –
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die
Bemessung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne
heranzuziehen (BGE 135 V 297 E.5.2; Urteile des Bundesgerichts
8C_260/2020 vom 2. Juli 2020 E.4.2.1, 8C_228/2017 vom 14. Juni 2017
E.2.2). Die Rechtsprechung wendet dabei in der Regel die Monatslöhne
gemäss LSE-Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach
Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und
Geschlecht – Privater Sektor), Zeile "Total", an. Bisweilen wird aber auch
auf Löhne einzelner Sektoren (Sektor 2 "Produktion" oder 3
"Dienstleistungen") oder gar einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als
sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen
Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Dies
geschieht namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung
lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit
in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (Urteile des Bundesgerichts
8C_260/2020 vom 2. Juli 2020 E.4.2.1, 8C_457/2017 vom 11. Oktober
2017 E.6.2, 8C_910/2013 vom 15. Mai 2014 E.3.1.2.1).
- 32 -
8.3. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen unter
Beizug der LSE-Tabellenlöhne ermittelt (vgl. Bg-act. 139 S. 3). Dieses
Vorgehen ist nicht zu beanstanden, da die Beschwerdeführerin seit
längerem nicht mehr berufstätig ist und der Auszug aus ihrem individuellen
Konto für sich allein keine verlässliche Grundlage zur Ermittlung des
Valideneinkommens darstellt (vgl. Bg-act. 10). Zudem wird diese
Vorgehensweise auch von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Frage
gestellt. Demnach belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) bei
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden für praktische Tätigkeiten
(Kompetenzniveau 2) gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2014 im
Wirtschaftszweig 47 "Detailhandel" bei Frauen im Jahr 2014 auf
CHF 4'380.-- (vgl. Bg-act. 91 S. 2). Auf der Basis einer üblichen
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und unter
Berücksichtigung der Lohnentwicklung im Jahr 2015 von 0.3674 %, im Jahr
2016 von 0.6761 % und in den Jahren 2017 und 2018 von je 1 % (vgl. Bg-
act. 91 S. 1) ergibt sich somit bei einem Pensum von 45 % ein
Valideneinkommen per 2018 von rund CHF 25'416.-- (CHF 4'380.-- x 12 :
40 x 41.7 x 1.003674 x 1.006761 x 1.01 x 1.01 x 0.45) (vgl. Bg-act. 91 S. 1
und 139 S. 3).
8.4. Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens
unbestrittenermassen keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist nicht zu
beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des
Invalideneinkommens auf die LSE 2014, Zentralwert aller
Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher
oder handwerklicher Art), Frauen, und damit auf ein monatliches
Bruttoeinkommen von CHF 4'300.-- abgestellt hat (vgl. Bg-act. 91 S. 1 f.),
was auf der Basis einer üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
- 33 -
in den Jahren 2015 bis 2018 sowie einer Leistungsfähigkeit von 45 % zu
einem Invalideneinkommen per 2018 von rund CHF 24'952.-- (CHF 4'300.-
- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003674 x 1.006761 x 1.01 x 1.01 x 0.45) führt (vgl.
Bg-act. 91 S. 1 und 139 S. 3).
8.5. Obwohl die Beschwerdegegnerin im Rahmen der am 21. März 2019
durchgeführten Haushaltsabklärung eine Einschränkung im
Haushaltsbereich von 0 % feststellte, ging sie in der angefochtenen
Verfügung vom 8. Juli 2019 zugunsten der Beschwerdeführerin weiterhin
von der anlässlich der Haushaltsabklärung vom 12. August 2014
ermittelten Einschränkung von 3.85 % aus (vgl. Bg-act. 35 S. 7, 132 S. 6,
139 S. 2 f. und 142 S. 39). Soweit die Beschwerdeführerin die im Haushalt
festgestellte Einschränkung von 3.85 % pauschal kritisiert, indem sie
aufzählt, was ihr nicht mehr möglich sein soll (vgl. Bf-act. 3 S. 3), ist ihr
entgegenzuhalten, dass einige dieser Einschränkungen bereits im
Abklärungsbericht Haushalt vom 13./15. August 2014 berücksichtigt
worden sind (z.B. erhöhter Zeitbedarf bei der Ernährung, der
Wohnungspflege sowie bei der Wäsche und Kleiderpflege [vgl. Bg-act. 35
S. 6]). Sodann ist sie darauf hinzuweisen, dass im Bereich der
Haushaltsführung der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht
grosses Gewicht zukommt. Lebt die versicherte Person mit Angehörigen
im gleichen Haushalt, kann von diesen Hilfe im Haushalt verlangt werden,
und zwar in einem Mass, das über das im Gesundheitsfalle üblicherweise
zu Erwartende hinausgeht (BGE 133 V 504 E.4.2 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts I 1013/06 vom 9. November 2007 E.7.2). Diejenigen
Haushaltsarbeiten, welche die Beschwerdeführerin nicht mehr erledigen
kann, können somit von ihrem Ehemann übernommen werden (z.B. Hilfe
beim Heben schwerer Pfannen, Beziehen der Betten etc. [vgl. Bg-act. 35
S. 6]), ohne dass dadurch – auch neben dessen Berufstätigkeit – eine nicht
- 34 -
mehr tragbare Belastung bestünde. Insofern erweist sich die
berücksichtigte Einschränkung im Haushaltsbereich von gesamthaft 3.85
% als nachvollziehbar.
8.6. Somit resultieren in Anwendung des alten Berechnungsmodells der
gemischten Methode folgende Invaliditätsgrade:
Einkommensvergleich (2018 / 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Mai bis Ende November 2017):
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung CHF 25'416.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung CHF 0.--
Erwerbseinbusse CHF 25'416.--
Einschränkung 100 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 45 % 100 % 45 %
Haushalt 55 % 3.85 % 2.12 %
Invaliditätsgrad 47.12 %
Einkommensvergleich (2018 / 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst ab 1. Dezember 2017):
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung CHF 25'416.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung CHF 24'952.--
Erwerbseinbusse CHF 464.--
Einschränkung 1.83 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 45 % 1.83 % 0.82 %
Haushalt 55 % 3.85 % 2.12 %
- 35 -
Invaliditätsgrad 2.94 %
Gestützt auf diese Darstellung ergibt sich im konkreten Fall ein
Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 47.12 % ab dem 1. Mai 2017 bzw.
2.94 % ab dem 1. Dezember 2017. Demnach hat die Beschwerdeführerin
für die Zeit vom 1. Mai 2017 bis zum 28. Februar 2018 (Berücksichtigung
der dreimonatigen Wartefrist gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) Anspruch auf eine
Viertelsrente und ab dem 1. März 2018 mangels eines rentenrelevanten
Invaliditätsgrades keinen Rentenanspruch (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst
wenn ein grosszügiger Leidensabzug von 20 % gewährt würde, was von
der Beschwerdeführerin weder im Einsprache- noch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren thematisiert wurde, würde ab dem 1. Dezember
2017 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 11.78 % resultieren:
Einkommensvergleich (2018 / 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst ab 1. Dezember 2017):
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung CHF 25'416.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung CHF 19'962.--
Erwerbseinbusse CHF 5'454.--
Einschränkung 21.46 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 45 % 21.46 % 9.66 %
Haushalt 55 % 3.85 % 2.12 %
Invaliditätsgrad 11.78 %
- 36 -
8.7. Im Rahmen der am 1. Dezember 2017 beschlossenen IVV-Änderung (in
Kraft seit dem 1. Januar 2018) wurde für Teilerwerbstätige, die sich
zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, in Art. 27bis Abs. 2-4 IVV
ein neues Berechnungsmodell statuiert (vgl. AS 2017 7581 f.). Auch bei der
neuen Regelung wird der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit
weiterhin nach Art. 16 ATSG berechnet. Hingegen wird seit dem 1. Januar
2018 das Valideneinkommen auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit
hochgerechnet. Die Festlegung des Invalideneinkommens erfolgt wie bis
anhin. Die letztlich berechnete prozentuale Erwerbseinbusse wird anhand
des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre, gewichtet. Der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung
im Aufgabenbereich wird weiterhin durch einen Betätigungsvergleich nach
Art. 28a Abs. 2 IVG bestimmt. Wie bei versicherten Personen, die
vollständig im Aufgabenbereich tätig sind, wird für die Bemessung der
Invalidität ermittelt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Die so erhaltene Einschränkung wird
gemäss dem neben der Erwerbstätigkeit verbleibenden Anteil gewichtet.
Die Gesamtinvalidität ergibt sich weiterhin aus der Addition der beiden
gewichteten Teilinvaliditäten (LEUENBERGER/MAURO, Änderungen bei der
gemischten Methode, in: CHSS Nr. 1 [2018], S. 40, S. 45; vgl. ferner
Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Stand: 1. Januar
2020, S. 81 ff.). Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 8. Juli 2019 zu Recht festhält, ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2018 auch bei Anwendung der am
1. Januar 2018 in Kraft getretenen Berechnungsmethode zu verneinen:
Einkommensvergleich (2018 / 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst ab 1. Dezember 2017):
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung CHF 56'480.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung CHF 24'952.--
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Erwerbseinbusse CHF 31'528.--
Einschränkung 55.82 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 45 % 55.82 % 25.12 %
Haushalt 55 % 3.85 % 2.12 %
Invaliditätsgrad 27.24 %
Selbst bei Gewährung eines grosszügigen Leidensabzugs von 20 % würde
nach der neuen Berechnungsmethode kein Rentenanspruch ab dem
1. März 2018 entstehen:
Einkommensvergleich (2018 / 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst ab 1. Dezember 2017):
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung CHF 56'480.--
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung CHF 19'962.--
Erwerbseinbusse: CHF 36'518.--
Einschränkung 64.66 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 45 % 64.66 % 29.10 %
Haushalt 55 % 3.85 % 2.12 %
Invaliditätsgrad 31.22 %
9. Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 8. Juli 2019 als
rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde vom 5. September 2019 führt.
- 38 -
10. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens rechtfertigt
es sich vorliegend, der unterliegenden Beschwerdeführerin gestützt auf Art.
73 Abs. 1 VRG die Gerichtskosten von CHF 700.-- zu überbinden. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).