Decision ID: a9112d13-cd6d-492c-849d-2598ca97c6af
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, absolvierte nach der Schulzeit eine Lehre als Kleinoffsetdrucker, ging danach einige Arbeitsverhältnisse im erlernten Beruf ein, die von kürzerer Dauer waren, und arbeitete anschliessend in der Werbung sowie als Fotoreporter, Journalist und Redaktor verschiedener Zeitungen und Zeitschriften (vgl. den Lebenslauf in
Urk.
9
/16/144-147
und die Zeugnisse in Urk.
9
/20). Zuletzt versah er ab dem
1.
Dezember 2011 beim
Y._
eine Stelle als Redaktor der Verbandspublikation
„
Z._
”
, die ihm bereits per Ende April 2012 wieder gekündigt wurde (Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben und Arbeitszeugnis in
Urk.
9
/10
). Danach bezog er Arbeitslosenentschädigung und war
daher
bei der Suva
unfallvers
i
chert
.
Am späteren Abend des 1
9.
Juni 2012 war
X._
nach einem Restaurantbesuch mit einem Elektroroller unterwegs nach Hause und wurde von einer Autolenkerin auf der Strasse tief schlafend beziehungsweise bewusstlos aufgefunden (vgl.
die Polizeiunterlagen in
Urk.
9
/16/77-104
). Er wurde ins Spital
A._
gebracht, wo ein Mehrschicht-
Computertomogramm
des Schädels einschliesslich der Nasennebenhöhlen angefertigt wurde (Beric
ht vom 2
0.
Juni 2012,
Urk.
9
/16/124
) und ein Schädel-Hirn-Trauma Grad I mit einer
Kalottenfraktur
, einer Fraktur im Bereich des
Orbitadaches
und einer minim dislozierten Fraktur im Bereich des linken
Rezessus
frontalis
sowie eine Schulterkontusion links diagnostiziert wurden. Am 2
3.
Juni 2012 konnte
X._
das Spital wieder verlassen (Austrittsbericht vom 2
4.
Juli 20
12,
Urk.
9
/16/150-151
).
1.2
X._
meldete das Ereignis am 1
1.
Juli 2012 der Suva (Urk.
9
/16/170-171
). Diese liess durch den Versicherten das einschlägige Formular ausfüllen (Urk.
9
/16/159
), holte beim Hausarzt
Dr.
med.
B._
d
a
s Arztzeugnis UVG vom 2
0.
Juli 2012 ein (
Urk.
9
/16/
1
58
), nahm am
6.
August 2012 die mündlichen Angaben des Versicherten zum Hergang des Ereignisses, zu seinem Gesundheitszustand und zu
seiner beruflichen Situation entgegen (
Urk.
9
/16/142-143
) und anerkannte daraufhin ihre Leistungspflicht (Schreiben vom
9.
August 2012, Urk.
9
/16/141
).
In der Folge liess sich die Suva vom Versicherten persönlich (Aufzeichnungen vom 2
1.
September 2012,
Urk.
9
/16/130-131
) und von
Dr.
B._
(Berichte vom 31. August und vom 2
6.
September 2012,
Urk.
9
/16/136 und Urk.
9
/16/127)
über den
V
erlauf berichten und nahm einen Bericht des Spitals
A._
über ein weiteres Mehrschicht-
Computertomogramm
des Schädels vom 1
7.
September 2012 zu den Akten (
Urk.
9
/16/125).
Am
6.
November 2012 teilte sie dem Versicherten ges
tützt auf eine Auskunft von Dr.
B._
(Telefonnotiz vom 3
1.
Oktober 2012,
Urk.
9
/16/118)
mit, dass sie ihre Taggeldleistungen ab dem
1.
November 2012 einstelle, da er ab diesem Datum wieder
zu 75
%
arbeitsfähig sei und deshalb die Arbeitslosenversicherung für die Entschädigung des Erwerbsausfalles zuständig sei (
Urk.
9
/16/115-116
). Am 2
2.
November 2012 bescheinigte
Dr.
B._
dem Versicherten noch bis Ende November 2012 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit und hielt fest, dass danach mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei (
Urk.
9
/16/108).
Nachdem
Dr.
B._
am 2
5.
Januar 2013 berichtet hatte, der Versicherte leide immer noch am beidseitigen Tinnitus, de
r seit dem Unfall bestehe (Urk.
9
/16/74)
, liess die Suva den Versicherten durch
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für Neurologie, untersuchen, der ihm wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Bericht vom 1
5.
März 2013,
Urk.
9
/16/63-64
). Am
3.
April 2013 wurde eine Magnetresonanztomographie des Sch
ädels durchgeführt (Urk.
9
/16/53),
und am
4.
April 2013 untersuchte
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Otorhinolaryngologie, den Versicherten auf Zuweisung von
Dr.
B._
hin (
Urk.
9
/16/32-33
; Brief von Dr.
B._
vom 2
2.
März 2013, Urk.
9
/16/57
).
Am
1.
März 2013 hatte der Versicherte eine 50%-Stelle bei der
E._
als Redaktor für die Website
„
F._
”
angetreten (Arbeitsvertrag vom 1
4.
Januar 2013,
Urk.
9
/16/47-48)
; das Arbeitsverhältnis war indessen noch in der Probezeit d
urch die Arbeit
geberin wieder aufgelöst worden (Kündigungsschreiben vom 1
2.
März 2013,
Urk.
9
/16/49).
1.3
Am 1
9.
April 2013 meldete sich der Versicherte auch bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
9
/
4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte die Angaben des
Y._
zum Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten ein (
Urk.
9
/10), liess durch
Dr.
C._
den Arztbericht vom 2
8.
Mai 2013 erstellen (
Urk.
9/18/1-2)
und zog die Akten der Suva bei. Dabei erfuhr sie von einem Spät-Assessment, das a
m 13./1
4.
Mai 2013 in der Spezialsprechstunde für Leichte Tra
u
matische Hirnverletzungen der Rehaklinik
G._
durchgeführt worden war
(Bericht von PD
Dr.
med.
H._
, Spezialärztin für Neurologie und Psychiatrie/P
sychotherapie, vom 3.
Juni 2013 einschliesslich des Berichts Erg
otherapie/Physiotherapie von
I._
,
dipl.
Ergotherapeutin,
J._
,
dipl.
Physiotherapeut, und
K._
, Musiktherapeut und
Reham
anager
, vom 2
4.
Mai 2013,
Urk.
9
/19, sowie
neuropsychologischer Bericht von
lic
. phil.
L._
vom 1
3.
Mai 20
13, Urk.
9
/73/195-199
),
und von einem
beruflichen Standort
gespräch, das am 7.
Juni 2013 statt
gefunden hatte
(Berich
t vom 2
4.
Juni 2013,
Urk.
9
/26
).
Die IV-Stelle führte mit dem Versicherten
daraufhin
e
benfalls
Berufsberatungsgespräche
(Protokolle in
Urk.
9
/36 und
Urk.
9
/41)
und sprach ihm anschliessend nach
Besprechung
mit ihrem Regionalärztlichen Dienst RAD (N
otiz vom
8.
August 2013,
Urk.
9
/33) die Kosten einer berufsbegleitenden Umschulung zum Technikredaktor zu, die im September 2013 begann und im Oktober 2014
hätte beendet sein sollen
(Mitteilung vom 1
8.
September 2
013,
Urk.
9
/42).
Am
1.
Oktober 2013 trat der Versicherte zudem b
ei der
M._
SA eine 50%-
Praktikumsstelle als technischer Redaktor an (Arbeitsvertrag vom 2
7.
September 2013,
Urk.
9
/52
).
Im Herbst 2014 zeichnete sich ab, dass der Versicherte die Ausbildung nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt würde abschliessen können (vgl.
die E-Mail-Korrespondenz und die Verlaufsprotokolle vom
November 2014,
Urk.
9/53 und
Urk.
9
/54
), worauf die IV-Stelle eine Verlängerung bis Ende März 2015 gewährte (Mitteilung vom
2.
Dezember 2014,
Urk.
9
/55
) und den Versicherten am
6.
Januar 2015 dazu aufforderte, seine Bemühungen zur Erlangung des Abschlusses voran
zutreiben (
Urk.
9
/61)
. Da dies dem Versicherten auf den angesetzten Termin hin nicht gelang (vgl. die
Verlaufsprotokolle
in
Urk.
9
/69)
, teilte ihm die IV-Stelle am
7.
Juli 2015 mit, dass weitere berufliche Massnahmen wegen mangelnder Erfolgsaussichten ausgeschlossen würden (
Urk.
9
/70
). Der Versic
herte selbst erklärte mit Brief
vom 20. August 2015, die beruflichen Massnahmen hätten aus gesundheitlichen Gründen abgeb
rochen werden müssen (
Urk.
9
/75
). Die Praktikumstätigkeit war per Ende März 2015 ebenfalls beendet worden (vgl. die Telefonnotiz der Suva vom 2
8.
April 2015,
Urk.
9
/73/39).
Am 2
4.
November 2014 war der Versicherte bei einer Auseinandersetzung in einem Restaurant vom Stuhl gestürzt und hatte den Kopf angeschlagen. Er hatte dies der Suva als Ba
gatellunfall gemeldet
, hatte
anlässlich einer Befragung vom 9.
Februar 2015 jedoch erklärt, wegen des besagten Ereignisses nicht in ärztlicher Behandlung und auch nicht arbeitsunf
ähig gewesen zu sein (vgl. das Dossier der Suva zu diesem Unfall im Proze
ss Nr. UV.2016.00160, dort Urk.
12
/1
20).
1.4
Nachdem von August 2014 bis Mai 2015 neurologische Verlaufskontrollen bei
Dr.
C._
stattgefunden hatten (Berichte vom
6.
August und vom
8.
Dezember 2014 sowie vom 3
1.
März und vom 1
3.
Mai 2015,
Urk.
9
/73/141-142, Urk.
9
/73/95,
Urk.
9/76
und
Urk.
9
/73/34),
wurde der Versicherte am 2
0.
Juli und am 31. August 2015 auf Veranlassung von
Dr.
C._
wegen des Tinnitus in der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Z._
untersucht (Bericht vom
2.
September 2015 einschliesslich Reintonaud
i
ogramm,
Urk.
9
/77/83-84 und
Urk.
9
/77/77-80).
Des Weiteren begab sich der Versicherte am 2
8.
September 2015 in die Tinnitus-Sprechstunde
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Z._
(Bericht vom 6. November 2015,
Urk.
9
/77/68-69)
, und am 1
8.
Dezembe
r
2015 fand eine nochmalige Kontrolle in der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichts
chirurgie des
Z._
statt (Bericht vom 2
2.
Dezember 2015,
Urk.
9
/77/47-48
).
Im Januar 2016 liess die Suva den Versicherten schliesslich
durch den
Konsiliarpsychiater
der Suva
Dr.
med.
N._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
untersuchen
(Bericht
vom 1
3.
Januar 2016,
Urk.
9
/77/18-42)
und liess durch
Dr.
med.
O._
, Spezialärztin für
Oto
-Rhino-Laryngologie,
und durch
Dr.
med.
P._
, Spezialarzt für Neurologie
, Aktenbeu
rteilungen vornehmen (Berichte vom 1
2.
und vom 2
2.
Januar 2016, Urk.
9
/77/17 und
Urk.
9
/77/7-14).
Mit
Verfügung vom
2.
Februar 2016
eröffnete sie dem Versicherten daraufhin
, dass die Versicherungsleistungen per Ende Februar 2016
mangels
Unfalladäquanz
eingestellt würden
(
Urk.
9
/82/498-499).
Der Versicherte erhob Einsprache, welche die Suva in der Folge mit Entscheid vom 3
0.
Mai 2016
abwies
(
Urk.
9
/88
).
Der Versicherte liess gegen den
Einspracheentscheid
der Suva mit E
i
ngabe vom
1.
Juli 2016 Beschwerde erheben; sie ist Gegenstand des Prozesses Nr. UV.2016.00160, über den ebenfalls mit Urteil von heute entschieden wird.
1.5
Im Oktober 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle im
Q._
polydisziplinär begutach
t
et (Gutachten
vom 3
0.
November 2016,
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Fallführung,
Dr.
med.
S._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
T._
, Spezialarzt für Neurologie,
lic
. phil.
U._
, Fachpsychologe für Psychotherapie und Neuropsychologe, und
Dr.
med.
V._
, Spezialarzt für Otorhinolaryngologie;
Urk.
9
/110). Die IV-Stelle unterbreitete das Gutachten ihrem RAD-Arzt PD
Dr.
med.
W._
, Spezialarzt für Neurologie (Stellungnahme vom 1
9.
Dezember 2016,
Urk.
9
/114/7)
,
und teilte dem Versicherten anschliessend mit Vorbescheid vom 2
4.
März 2017 mit, dass sie seinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen gedenke
(
Urk.
9
/115; vgl. auch
das Feststellungsblatt in
Urk.
9
/114). Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Manfred Lehmann, liess mit den Eingaben vom
7.
April und vom 3
0.
Mai 2017 Einwendungen erheben (
Urk.
9
/117 und
Urk.
9
/1
21), worauf die IV-Stelle am 8.
August 2017 verfügte, er habe keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2 =
Urk.
8/127
; vgl. auch das Festst
ellungsblatt in Urk.
9/125
).
2.
Mit Eingabe vom 1
0.
September 2017 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Manfred Lehmann gegen die Verfügung vom
8.
August 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, es seien berufliche Massnahmen durchzuführen und ansch
l
iessend sei neu zu entscheiden, eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen mit der Verpflichtung, den Sachverhalt rechtskonform festzustellen und anschliessend einen rechtskonformen Entsc
heid zu erlassen (
Urk.
1 S. 2)
. Als neue Beweismittel liess er eine Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 1
2.
Juni 2017 zum Gutachten
des
Q._
und einen Bericht der Klinik für
Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Z._
vom 9.
August 2017 über eine Verlaufskontrolle vom
7.
August 2017 einreichen (
Urk.
3/3 und
Urk.
3/4
). In prozessualer Hinsicht liess er um die unentgeltliche Rechtspflege ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle
schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
8.
Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom
2
3.
Oktober 2017
stellte das Gericht dem Versicherten die Beschwerdeantwort zur Kenntnis zu und bewilligte gleichzeitig die unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 3
1.
Oktober 2017
(
Urk.
12)
liess der Versicherte dem Gericht einen Bericht der
AB._
GmbH vom 2
6.
Oktober 2017 zukommen
, wo er seit dem 1
2.
Juni 2017 am Programm
„
AC._
“
teilnahm (
Urk.
13).
Auf die
gerichtliche Aufforderung zur Stellungnahme dazu (Verfügung vom
1.
November 2017,
Urk.
14) dokumentierte die IV-Stelle das Gericht mit Eingabe vom
9.
November 2017 (
Urk.
15) mit einem Gesuch des Beschwerdeführers vom
1.
November 2017 um Übernahme der Kosten einer Ausbildung zum Kameramann und Filmeditor (
Urk.
16/1) und verzichtete mit Eingabe vom 1
6.
November
2017 au
f eine weitere Stellungnahme (
Urk.
17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität wird in Art. 8 Abs. 1 des Bundesges
etzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG) definiert als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Ausserdem gelten gestützt auf Art. 8 Abs. 3 ATSG auch Personen als invalid, bei denen eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen nichterwerblichen Aufgabenbe
reich zu betätigen.
Nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krank
heit oder Unfall sein. Sie gilt nach Art. 4 Abs. 2 IVG als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs erforderliche Art und Schwere erreicht hat.
1.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
In gewissen Fällen, insbe
sondere dort, wo
Validen- und Invalideneinkommen
anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5),
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkom
men ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt
(sogenannter Prozentvergleich;
BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid ist (
lit
. c). Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
1.3
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach
Art.
8
Abs.
1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und ge
eignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnahmen gehören die in
Art.
15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (
Art.
8
Abs.
3
lit
. b IVG).
Nach dem Grundsatz
„
Eingliederung vor Rente
“
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG) gehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Letztere werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Leistungsgesuchs als auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Gewährung oder Weiterausrichtung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (Urteil des Bundesgerichts
I 534/02 vom 2
5.
August 2003 E. 4.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 126 V 241 E. 5).
2.
Im Vorbescheid vom 2
4.
März 2017
wies
die Beschwerdegegnerin auf die nicht zu Ende geführte Umschulung
hin
, die
zur Folge gehabt
habe, dass der Anspruch auf eine In
validenrente geprüft worden sei, jedoch abgelehnt werde
(Urk.
9/115).
Dementsprechend
befasste sich der Beschwerdeführer in seinen Einwendungen primär mit dem Rentenanspruch; lediglich in diesem Zusammenhang
liess er im Hinblick auf den Grundsatz
„
Eingliederung vor Rente
“
geltend machen, es seien vorab weitere berufliche Vorkehren zu treffen, bevor über den Rentenanspruch entschieden werde (
Urk.
9/121). In der angefocht
enen Verfügung vom
8.
August 2017 (
Urk.
2) verneinte die Beschwerdegegnerin
dann jedoch
dem Wortlaut nach –
„
... lehnen Ihren Antrag auf Ansp
ruch von Invalidenleistungen ab
“
- den
generellen
Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen
der Invalidenversicherung
(
Urk.
2 S. 2)
.
Tatsächlich
war sie
im
Vorbescheidverfahren
offenbar zum Schluss
gelangt
, es liege gar
kein invalidenversiche
rungsrechtlich releva
nter Gesundheitsschaden vor, denn im Feststellungsblatt vom
8.
August 2017
(
Urk.
9/125)
f
inden sich die Vermerke
„
ke
in IVGS
“
(IVGS
stehend für
„
i
nvaliden
v
ersicherungsrechtlich relevanter
G
esundheits
s
chaden
“
) und
„
KGS
“
(
KGS stehend für
„
k
ein
G
esundheits
s
chaden
“
).
Die
entscheidungsrelevanten
Param
eter, die im Feststellungsblatt
aufgeführt
sind, wie insbesondere die Arbeitsfähigkeit, die Hauptdiagnose für die
Rente
und der
Einkommensvergleich, betreffen
indessen allesamt den Rentenanspruch. Der Gegenstand der Verfügung vom
8.
August 2017 ist daher entgegen der weitergefassten Formulierung auf den Ans
pruch auf eine Rente beschränkt.
Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdegegnerin in der Verfügung von ihrer Auffassung im Feststellungsblatt, das Gutachten des
Q._
weise keinen Gesundheitsschaden aus und entspreche nicht den rechtlichen Voraussetzungen (
Urk.
9/125/2), wieder abkam und das Gutachten, das dem Beschwerdeführer gewisse Leistungseinbussen bescheinigte (vgl.
Urk.
9/110/30), explizit als massgebend erklärte (
Urk.
2 S. 2). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist daher ebenfalls nur der Rentenanspruch.
Nachfolgend ist
nur
d
ie Frage nach
diesem Anspruch
zu prüfen
, im Übrigen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten
.
3.
3.1
Über die Diagnosen besteht Einigkeit unter den medizinischen Fachpersonen.
3.1.1
Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 1
9.
Juni 2012 mehrere Frakturen des Schädels, die im Laufe des Jahres 2012 jedoch folgenlos abheilten. Das Mehrschicht-
Computertomogramm
, das am 1
7.
September 2012 zur Kontrolle angefertigt
wurde
(
Urk.
9/16/125
), zeigte im
Vergleich zu demjenigen vom 20.
Juni 2012
(
Urk.
9/16/124
) keine Frakturen mehr, und in den nachfolgenden medizinischen Unterlagen fehlen jegliche Hinweise darauf, dass in den Knochenstrukturen Residuen der Frakturen verblieben wären oder dass der Beschwerdefüh
rer an fortdauernden, direkt auf die Frakturen zurückzuführenden Beschwerden gelitten hätte.
Des Weiteren zeigte das Mehrschicht-
Computertomogramm
vom 2
0.
Juni 2012 degenerative Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule
(
Urk.
9/16/124)
, und der Beschwerdeführer klagte nach dem Unfall über vermehrte Nackenbeschwerden, die Gegenstand einer längerdauernden physiotherapeutischen Behandlung waren (vgl. die Anamnese im Bericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
März 2013,
Urk.
9/16/64,
die Physiotherapie-Verordnungen in
Urk.
9/63/
80+
93-95
und den Physiotherapie-Bericht vom 1
3.
März 2014,
Urk.
9/63/86
).
Schon im Bericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
März 2013 war jedoch von einem praktisch normalen Zustand die Rede (
Urk.
9/16/64).
Und a
n
lässlich der neurologischen Teilbegutachtung im
Q._
schilderte der Beschwerdeführer
nur
noch Verspannungen im Nacken bei
guter Beweglichkeit; die Physiotherapie war offenbar eingestellt worden, als die Suva keine Leistungen mehr dafür erbracht hatte
(
vgl.
Urk.
9/110/
16).
3.1.2
Fest steht sodann auch, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 1
9.
Juni 2012
ein Schädel-Hirn
-T
raum
a
erlitt.
Die
erstbehandelnden
Ärzte im
Spital
A._
stellten
anhand der Glasgow-Koma-Skala (GCS) - im Austrittsbericht ist die Rede von einem allzeit vorhandenen GCS von 14-15 - die Diagnose eines Schädel-Hirn-Traumas des Schweregrades I (Urk. 9/16/150-151), was einer Gehirnerschütterung (Synonyme Commotio cerebri und Leichte Traumatische Hirnverletzung) entspricht. Diese geht definitionsgemäss nicht mit bildgebend sichtbaren Veränderungen einher (vgl. die Informationen unter
www.fragile.ch
, „Patienteninformation ‚Leichte Traumatische Hirnverletzung‘ und ‚Glasgow-Koma-Skala'
“);
im Einklang damit
fehlten in den Mehrschicht-Computer
-
tomogrammen
vom 2
0.
Juni und vom 1
7.
September 2012 Hinweise auf strukturelle, auf das Trauma zurückgehende Befunde
(
Urk.
9/16/124 und
Urk.
9/16/125), und auch die neurologischen Untersuchungen durch
Dr.
C._
im März
2013
, durch
PD
Dr.
H._
der Rehaklinik
G._
im Mai 2013
und durch
Dr.
T._
des
Q._
im Oktober 2016
zeigten
keine Funktionsstörungen aus neurologischer Sicht
(
Urk.
9/16/64,
Urk.
9/19/19-22 und
Urk.
9/110/17
).
Hingegen
ergaben die neuropsychologischen Testungen
Befunde, die als Erklärung
für die geklagte Verminderung in der Belastbar
keit in Frage kommen.
Lic
.
phil.
L._
der Rehaklinik
G._
beschrieb
im Mai 2013
leichte kognitive Einschränkungen in den Bereichen der Aufmerksamkeit, der kurzfristigen verbalen Abrufleistung und einzelner exekutiver Funktionen, und in Bezug auf die Arbeitsweise fiel teilweise ein zögerliches und blockiertes Verhalten auf (
Urk.
9/73/198). Er mass diesen Befunden die Bedeutung einer uns
pezifischen
leichten n
europsychologischen Störung zu und erwog als Ursache dafür neben dem erlittenen Schädel-Hirn-Trauma den Tinnitus, psychische und psychosoziale Anteile und gewisse vaskuläre Auffälligkeiten, welche die Magnetreso
n
anztomographie vom
3.
April 2013 (
Urk.
9/16/53) erkennbar machte (Urk.
9/73/199).
Der Neuropsychologe des
Q._
,
lic
. phil.
U._
,
konnte im Oktober 2016 noch verzögerte, als unterdurchschnittlich einzustufende Reaktionszeiten unter der geteilten Aufmerksamkeit erheben, bezeichnete die kognitive Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den Resultaten des Jahres 2013 jedoch als deutlich gebessert
und gewichtete die besch
riebene Störung als minim (Urk.
9/110/23).
3.1.3
Neben der Verminderung in der Belastbarkeit
dominierte im Verlauf seit d
em
Unfall vom 1
9.
Juni 2012 ein Tinnitus.
Zwar konnten die Fachpersonen der Otorhinolaryngologie keine bildgebend darstellbare Erklärung dafür finden (vgl.
Dr.
D._
in
Urk.
9/16/32-33, die Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Z._
in
Urk.
9/77/83-84 und Urk.
9/77/47-48 und
Dr.
V._
des
Q._
in
Urk.
9/110/25-26),
es liessen sich jedoch eine beidseitige Schwerhörigkeit und ein beidseitiges Ohrgeräusch erheben, das
im
Z._
im September 2015 einen Schweregrad 4 (vo
n 5 möglichen Schwe
regraden),
im Dezember 2015 noch einen Schweregrad 3
und im August 2017 wieder einen Schweregrad 4 aufwies
(
Urk.
9/77/
84, Urk.
9/77/48 und
Urk.
3/4 S. 2).
Dr.
V._
des
Q._
erhob im Oktober 2016
vergleichbare Befunde und sprach von einem intermittierend dekompensierten Tinnitus (
Urk.
9/110/25-26).
3.1.4
Im Übrigen erwähnte
Dr.
R._
des
Q._
eine
Kalkaneusfraktur
, die der Beschwerdeführer im Jahr 1988 erlitten hatte und die nach dessen Angaben dazu
geführt hatte
, dass er nicht mehr länger als drei bis vier Stunden schmerzfrei am Stück stehen
kann
und dass er über die Militärversicherung zum Journalisten umgeschult worden
war
(
Urk.
9/110/7).
3.1.5
Aus psychiatrischer Sicht schliesslich
nannte
Dr.
N._
in seiner Beurteilung vom Januar 2016
e
ine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Re
aktion, schrieb dieser Diagnose jedoch lediglich vorübergehenden Charakter zu und limitierte sie auf den Zeitraum von September bis Dezember 2015
(
Urk.
9/77/40).
Dr.
S._
des
Q._
interpretierte den
Tinnitus
als Symptom
einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (Code F45.1
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Wel
tgesundheitsorganisation,
I
CD-10)
und erwähnte ausserdem eine Schlafstörung, die er als nicht-organische Insomnie qualifizierte; darüber hinaus konnte er keine psychisc
he Erkrankung feststellen (Urk.
9/110/11).
Damit übereinstimmend hatte schon die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Z._
im September 2015 keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung ausserhalb der Diagnose des Tinnitus und seiner Begleiterscheinungen ausmachen können (vgl.
Urk.
9/77/68-69).
3.2
Hinsichtlich der Auswirkungen der aufgeführten Diagnosen bestehen in einzelnen Punkten Divergenzen zwischen den verschiedenen
medizinischen Fachpersonen
.
3.2.1
Unumstritten ist, dass
die Schädelfrakturen nach dem bereits Ausgeführten im Laufe des Jahres 2012 ab
heilten
und danach
k
eine Beschwerden mehr dokumentiert
waren
, die sich in einen Zusammenhang zu den F
rakturen hätten bringen lassen.
Die Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule sodann wurden physiotherapeutisch angegangen, bis Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
AD._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, im März 2014 eine weiterbestehende Unfallkausalität verneinte (
Urk.
9/73/146) und danach offenbar keine Behandlungen mehr stattfanden.
Selbst während der Dauer der Behandlungen sind jedoch keine Einschränkungen
seitens der Halswirbelsäule
belegt, die den Beschwerdeführer massgebend in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt hätten.
Vielmehr erwähnte er im Mai 2013 gegenüber
PD
Dr.
H._
der Rehaklinik
G._
bei der Schilderung seiner Probleme kei
ne Nackenbeschwerden (vgl. Urk.
9/19/18-19), und
als behindernde Umstände,
die im Laufe der Ausbildung zum Technikredaktor auftraten, sind in den Berufsberatungsprotokollen
nur die Konzentrationsprobleme aufgeführt (
Urk.
9/53 und
Urk.
9/54).
3.2.2
Als krankheitswertige Befunde hinter den geschilderten Konzentrationsproblemen fallen die neuropsychologischen Auffälligkeiten i
n Betracht, die
im Jahr 2013
in der Rehaklinik
G._
und im Jahr 2016
im
Q._
festgestellt wurden. Diese Befunde wurden jedoch bereits im Jahr 2013 als nur leicht eingestuft
(
Urk.
9/73/199
),
und
zusätzlich
im Jahr 2016 von
lic
. phil.
U._
anhand aktueller Testergebnisse als gebessert beschrieben
(
Urk.
9/110/23). Unter diesen Umständen leuchtet ein, dass
lic
. phil.
U._
ihnen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr zuschrieb (
Urk.
9/110/23), dies im Gegensatz zu
lic
. phil.
L._
, der noch festgehalten hatte, dass die
Funktionsfähigkeit bei beruflichen Tätigkeiten mit hohen kognitiven Anforderungen durch
die erhobenen Befunde
eingeschränkt sein könnte (
Urk.
9/73/199).
Es
bestehen
zudem
einige Anhaltspunkte dafür, dass es nicht in erster Linie die
neuropsychologischen Befunde
waren, die den Beschwerdeführer im Frühjahr 2015 zum Abbruch der Ausbildung zum Technikredaktor zwangen.
Denn
im Februar 2014, also einige Monate nach Ausbildungsbeginn, hatte der Beschwerdeführer
der Suva zwar berichtet, die Ausbildung sei sehr streng, was angesichts dessen, dass er neben dem Schulbesuch und dem Aufarbeiten des Lernstoffes zu 50
%
berufstätig war, auch ohne Weiteres einle
u
chtet. Abgesehen von Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis hatte er jedoch nicht über ausbildungsbezogene Schwierigkeiten berichtet, sondern vielmehr bekräftigt, dass dieser Weg für ihn der richtige
sei (
Urk.
9/63/92). Auch i
m späteren E-Mail vom 2
4.
November 2014 hielt der Beschwerdeführer rückblickend fest, die Ausbildung eigentlich sehr gut begonnen zu haben
.
Erste Schwierigkeiten ergaben sich seinen weiteren Ausführungen zufolge, als er die
ersten Prüf
ungsresultate erhielt und
eine Arbeit nachb
essern musste: Da habe
er gemerkt
, dass alles
„
kein Schleck
“
sein werde (
Urk.
9/53).
Dennoch bestand
der Beschwerdeführer in der Folge
die schriftlichen Prüfungen
vom
Herbst 2014, wie er im November 2014
der
IV-Stelle und im Februar 2015
der Suva berichtete (Urk.
9/54/3
+5
und
Urk.
9/64/3).
Ernsthafte Probleme hatte er erst, als er die für den Abschluss erforderlichen
schriftlichen
Modularbeiten hätte
fertigstellen sollen
und ihm dies auch innert der verlängerten Frist bis Ende März 2015 nicht gelang
(vgl. den Protokolleintrag der Berufsberatungsstelle vom 2
6.
November 2014
zu einem Mail des Beschwerdeführers
,
Urk.
9/54/5
).
Das langsame Arbeitstempo und die Konzentrationsschwierigkeiten, auf die der Beschwerdeführer das Misslingen zurückführte (vgl.
Urk.
1 S. 3 f.
,
Urk.
9/53
,
Urk.
9/75
),
sowie auch die aus der Sicht des Kursleiters chaotische Arbeitsweise (vgl. den Protokolleintrag der Berufsberatungsstelle vom
6.
Januar 2015,
Urk.
9/69/2)
müssen indessen nicht zwangsläufig mit einer krankheitswertigen neuropsychologischen Störung zusammenhängen
, sondern können auch lediglich im Rahmen von Charaktereigenschaften interpretiert werden, wie etwa der von
lic
.
phil.
L._
erwähnten Tendenz des Beschwerdeführers, sich selber zu blockieren (
Urk.
9/73/199). Für eine solche Interpretation spricht insbesondere,
dass Probleme bei der Einhaltung von Abgabeterminen und beim Redigieren von Texten bereits im Rahmen des
Arbeitsverhältnisses
mit dem
Y._
auftraten und die Auflösung dieses Arbeitsverhältnisses zur Folge hatten (vgl. das Kündigungsschreiben und die Gesprächsnotizen des Arbeitsgebers in
Urk.
9/10/5+11), ohne dass damals
schon
Hinweise auf gesundheitliche Probleme bestanden hätten.
Dass
Dr.
C._
dem Beschwerdeführer im Bericht vom 3
1.
März 2015 eine nur marginale Leistungsfähigkeit bei geistigen Tätigkeiten attestierte und diese mit 20-30
%
bemass
(
Urk.
9/76)
, sprich
t für sich allein nicht für einen
hauptsächlich gesundheitsbedingte
n Ausbildungsabbruch. Denn
diesem Bericht liegen
wie bereits den Berichten vom
6.
August
und vom
8.
Dezember 2014 (Urk.
9/73/141-142 und
Urk.
9/73/95)
keine spezifischen neurologischen oder neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse zugrunde, sondern
in erster Linie
die
Erzählungen des Beschwerdeführers über seine Probleme mit der
Bewältigung des Lernstoffes.
Das
aktuelle Gesuch vom
1.
November 2017 um Übernahme der Kosten einer Ausbildung zum Kameramann und Filmeditor, die wiederum berufsbegleitend konzipiert ist und erneut das Verfassen von Semesterarbeiten erfordert
(
Urk.
16/1)
,
zeigt überdies, dass sich der Beschwerdeführer nach wie vor ges
undheitlich dazu in der Lage sieht
, eine anspruchsvolle geistige Tätigkeit zu verrichten, und nicht die von
Dr.
C._
empfoh
lene Umschulung auf eine geistig
weniger belastende Tätigkeit (vgl.
Urk.
9/76) anstrebt.
Damit ist nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegend
en Wahrscheinlichkeit nachgewiesen,
dass der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG) nach dem Unfall vom 1
9.
Juni 2012 aus neuropsychologischen Gründen noch massgeblich in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt war.
2.2.3
Hingegen
wirkt sich der diagnostizierte Tinnitus
gemäss der Beurteilung von Dr.
V._
des
Q._
in zweierlei Hinsicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Zum einen nannte der Gutachter im Sinne einer qualitativen Einschränkung Tätigkeiten,
die grundsätzlich ungeeignet sind,
nämlich Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an das Hörvermögen und Tätigkeiten unter erhöhtem
Störlärm
, die zu einer Akzentuierung der Hörschwierig
keiten und des Tinnitus führten. Und
zum andern attestierte er dem Beschwerdeführer im Sinne einer quantitativen Einschränkung eine 10%ige Leistungsminderung in sämtlichen geeigneten Tätigkeiten, und zwar bedingt durch den intermittierend
dekompensierten Tinnitus und auch durch die Begleitsymptomatik mit Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
und der daraus folgenden Symptomatik von Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen
(
Urk.
9/110/28).
Die einschränkenden Auswirkungen des Tinnitus sind angesichts des mittleren bis hohen Schweregrades ohne Weiteres plausibel. Da das bisherige Tätigkeitsspektrum des Beschwerdeführers weder spezielle Ansprüche an das Gehör stellte noch Arbeiten unter lärmigen Bedingungen umfasste, sind es allein die quantitativen Einschränkungen, die
relevant sind.
Das Ausmass dieser quantitativen Einschränkungen ist umstritten. Der Beschwerdeführer erachtet eine lediglich 10%ige Einbusse als zu tief bemessen (
Urk.
1 S. 6 f.) und berief s
ich
hierfür
auf die abweichende Beurteilung
von
Dr.
C._
, der in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2017 unter Berücksichtigung der Schlafstörung und ihrer Folgen eine mindestens 20%ige Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit annahm (Urk.
3/3), und auf die Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Z._
, die es im Bericht vom
9.
August 2017 ebenfalls für nachvollziehbar hielt, dass
sich der Beschwerdeführer keine Leistungsfähigkeit von 90
%
zutraute (
Urk.
3/4 S. 2).
Für den hier zur Diskussion stehenden Rentenanspruch ist es indessen unerheblich, ob von einer 10%igen oder von
einer 20%igen Leistungseinbusse ausgegangen wird. Denn da dem Beschwerdeführer qualitativ dieselben Tätigkeiten zuzumuten sind, die er vor dem Unfall vo
m 1
9.
Juni 2012 verrichtet hat
, entspricht die krankheitsbedingte Einkommenseinbusse
in ihrem Ausmass
der Einbusse der Leistungsfähigkeit (Prozentvergleich), und eine 20%ige Einkommens
einbusse genügt noch nicht für einen Rentenanspruch. Ein
e mehr als 20%ige Leistungsfähigkeitseinschränkung ist indessen nicht nachgewiesen. In Bezug auf die neuropsychologischen Befunde ergibt sich dies aus den vorstehenden Ausführungen, und zusätzlich lässt sich auch mit den psychiatrischen Befunden keine weitergehende Beeinträchtigung begründen.
Denn
Dr.
N._
diagnostizierte
nach dem ebenfalls schon Gesagten lediglich
während einiger Monate
eine psychische Störung
(
Urk.
9/77/40), und bei der Diagnose einer undifferenziert
en Somatisier
ungsstörung, die
Dr.
S._
des
Q._
stellte (Urk.
9/110/11), handelt es sich um die Erklärung für den Tinnitus und dessen Begleiterscheinungen aus psychiatrischer Sicht
, sodass daraus keine Einschränkung abgeleitet werden kann, die über diejenige aus
otorhinolaryngologischer
Sicht hinausgeht.
Schliesslich bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die im Jahr 1988 durchgemachte
Kalkaneusfraktur
den Beschwerdeführer in stärkerem Mass behinderte, als dies vor dem Unfall vom 1
9.
Juni 2012 der Fall war, oder
dass er ohne diese Fraktur eine Tätigkeit ausüben würde, die ihm ein höheres Einkommen einbringen würde als dasjenige, das er
während Jahrzehnten
mit den
verschiedenen
Tätigkeiten als Re
porter, Journalist und Redaktor erzielen konnte.
3.3
Zusammengefasst ist damit nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer
nach Ablauf eines
Jahr
es
nach dem Unfall vom 1
9.
Juni 2012
noch
eine mehr als 20%ige krankheitsbedingte Leistungs- und Einkommenseinbusse zu verzeichnen hatte. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ist deshalb nicht gegeben. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.
4.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--)
auf Fr. 8
00.-- festzusetzen, sie sind jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Aufstellung über seine Aufwendungen und Auslagen eingereicht, weshalb die ihm zustehende Entschädigung nach Ermessen auf
Fr.
1'2
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass ein grosser Teil der Akten bereits aus dem Prozess Nr. UV.2016.00160 bekannt war.