Decision ID: ca93a203-414c-46c5-a74c-cb9535db016c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Ehescheidung (Nichteintreten)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. November 2013 (FE130234-I)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 sinngemäss)
Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
Verfügungen des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am  Uster vom 25. November 2013:
(Urk. 13 S. 4 f.)
"Es wird verfügt:
1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege des Klägers wird abgewiesen.
2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Entscheid.
3. Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der
Zustellung an in je einem Exemplar für das Gericht und für jede Gegenpartei
sowie unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zü-
rich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Be-
schwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-
kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).
Es wird weiter verfügt:
1. Auf die Scheidungsklage wird nicht eingetreten.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt.
3. Die Entscheidgebühr wird dem Kläger auferlegt.
4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je gegen Empfangsschein.
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6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an in je einem Exemplar für das Gericht und für jede Gegenpartei sowie
unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivil-
kammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Berufungsschrift
sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit
zweifachem Verzeichnis beizulegen."
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (Urk. 12 sinngemäss):
Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

Considerations:
Erwägungen:
1.1 Am 14. August 2013 ging bei der Vorinstanz die Scheidungsklage des Klägers und Berufungsklägers (fortan Kläger) ein (Urk. 1-4). Mit Verfügung vom
10. September 2013 wurde dem Kläger Frist angesetzt, um dem Gericht einen
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 6'000.– zu leisten. Weiter wurde ihm unter
Androhung von Säumnisfolgen Frist angesetzt, um dem Gericht eine Heiratsur-
kunde im Original einzureichen (Urk. 5 S. 3 f.). Mit Verfügung vom 5. November
2013 wurde dem Kläger Nachfrist zum Bezahlen der Kaution angesetzt (Urk. 7
S. 2). Der Kläger ersuchte hierauf mit Schreiben vom 11. November 2013 um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 9). Am 25. November 2013
ergingen vorgenannte Verfügungen (Urk. 10 = Urk. 13).
1.2 Mit Schreiben vom 11. Dezember 2013 erhob der Kläger innert Frist Berufung mit dem sinngemässen Antrag, es sei auf die Klage einzutreten
(Urk. 12).
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2.1 Die Vorinstanz erwog, dass Voraussetzung jeder Scheidung eine  Ehe sei. Um dies prüfen zu können, bedürfe es eines Nachweises, dass
die Parteien überhaupt verheiratet seien. Eine Heiratsurkunde im Original gehöre
damit zu den erforderlichen Belegen im Sinne von Art. 290 lit. e ZPO. Eine solche
habe bei der Eingabe des Klägers gefehlt, weshalb sie diesem in Anwendung von
Art. 132 Abs. 1 ZPO mit Verfügung vom 10. September 2013 Frist zum Nach-
reichen der Heiratsurkunde angesetzt habe. Da diese Frist am 17. Oktober 2013
unbenutzt verstrichen sei, also die verlangte Heiratsurkunde im Original nicht bei
Gericht eingegangen sei, gelte die klägerische Eingabe vom 14. August 2013 an-
drohungsgemäss als nicht erfolgt, weshalb auf die Scheidungsklage nicht einzu-
treten sei (Urk. 13 S. 2 f.).
2.2 Der Kläger führt berufungsweise aus, dass er seine Ehe unter keinen Umständen mit seiner jetzigen Ehefrau weiterführen könne, da sie bereits seit
dem 30. Mai 2011 getrennt lebten und keinerlei Beziehung als Ehepaar mehr hät-
ten. Es sei ihm entsprechend nicht mehr zumutbar, dass die Ehe noch bestehen
bleibe. Da auch ein späteres Zusammenkommen völlig ausgeschlossen sei, bitte
er höflich, dass auf sein Begehren eingegangen werde (Urk. 12).
2.3 Diese Ausführungen vermögen den Anforderungen an eine  nicht zu genügen. So wären die Behauptungen in analoger Anwen-
dung von Art. 221 ZPO bestimmt und vollständig aufzustellen und der Berufungs-
kläger hätte sich mit den Entscheidgründen im angefochtenen Entscheid ausei-
nanderzusetzen (BGE 138 III 213 E. 2.3; BGE 4A_659/2011 vom 7. Dezember
2011, E. 3; Reetz/Teiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf
2013, Art. 311 N 36; Ivo W. Hungerbühler, DIKE-Komm.-ZPO, Art. 311 N 10 ff.).
Der Kläger hat nicht dargelegt, inwiefern die Behauptung der Vorinstanz, wonach
er die mit Verfügung vom 10. September 2013 geforderte Heiratsurkunde im Ori-
ginal nicht eingereicht habe, diese jedoch zu den erforderlichen Belegen im Sinne
von Art. 290 lit. e ZPO gehöre, nicht zutreffen würde. Schliesslich bringt der Klä-
ger auch zu Recht nicht vor, die Verfügung vom 10. September 2013 nicht erhal-
ten zu haben, nachdem er diese am 26. September 2013 persönlich in Empfang
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genommen hatte (Urk. 6). Da sich der Kläger innert Frist nicht vernehmen liess,
ist die Vorinstanz zu Recht androhungsgemäss (Urk. 5 S. 4 Dispositivziffer 2) auf
die Klage nicht eingetreten (vgl. Sutter-Somm/Lazic in: Sutter-Somm/Hasenböh-
ler/Leuenberger, a.a.O., Art. 290 N 30). Der Kläger legt nun im Berufungsverfah-
ren zwar die erforderliche Heiratsurkunde vor (Urk. 14/1). Diese Vorlage erfolgte
jedoch verspätet und kann nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 317
Abs. 1 ZPO.)
2.4 Damit erweist sich die Berufung als offensichtlich unzulässig bzw. , weshalb auf das Einholen einer Berufungsantwort der Gegenpartei
verzichtet werden kann (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist abzuweisen und
der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen. Der Vollständigkeit halber ist der
Kläger darauf hinzuweisen, dass es ihm unbenommen bleibt, eine erneute, indes
den Anforderungen von Art. 290 ZPO entsprechende Scheidungsklage unter Bei-
lage eines Originals der Heiratsurkunde beim zuständigen Gericht einzureichen.
3.1 Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 5 und § 6 GebV OG auf
Fr. 1'200.– festzusetzen. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss dem Kläger
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
3.2 Der Kläger hat sinngemäss ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt (Urk. 12). Dieses ist jedoch zufolge Aussichtslosigkeit der Berufung (vgl.
vorstehende Erwägungen) abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO).
3.3 Dem Kläger ist zufolge seines Unterliegens und der Beklagten ist  relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren keine Prozessentschädigung zu-
zusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO).
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