Decision ID: 072ef892-a103-498d-9931-fb7f81bdff56
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, geb. B._, war zuletzt als Restaurantangestellte
erwerbstätig. Am 18. März 2020 meldete sie einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem
Datum an.
2. Am 14. Oktober 2021 bewarb sich A._ bei der C._ AG in
D._ auf eine Stelle als Mitarbeiterin im Verkauf. Daraufhin fand ein
Gespräch zwischen ihr und dem möglichen Arbeitgeber statt, anlässlich
welchem über die Schichtarbeit diskutiert worden sein soll. Nachdem
A._ einen vom möglichen Arbeitgeber auf den 19. Oktober 2021
angesetzten Termin nicht hatte wahrnehmen können, lud sie dieser erneut
per E-Mail für ein Vorstellungsgespräch mit anschliessendem
Probearbeitshalbtag in der Filiale in E._ der C._ AG ein. Diesem
Termin blieb A._ fern.
3. Nachdem A._ vom Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit des
Kantons Graubünden (KIGA) zur Stellungnahme dazu aufgefordert
worden war, liess sie sich mit Schreiben vom 23. November 2021
dahingehend vernehmen, dass sich anlässlich des Gesprächs mit Herrn
F._ von der C._ AG herausgestellt habe, dass es drei
Arbeitsschichten gebe. Dabei sei es ihr mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln nicht möglich, um fünf Uhr am Morgen in D._ zu sein.
Aus diesem Grund habe ihr Herr F._ die Stelle abgesagt. Daraufhin
habe sie aber dennoch ein E-Mail von ihm erhalten, wonach sie am
19. Oktober 2021 im C._ in E._ ein Probearbeiten absolvieren
dürfe. Sie habe sodann sofort zurückgerufen, da sie dann bereits einen
anderen Termin betreffend Stellensuche gehabt habe. Da sie Herrn
F._ nicht erreicht habe, habe sie ihm über einen Mitarbeiter
ausrichten lassen, sie bitte zurückzurufen, um einen neuen Termin zu
vereinbaren. Daraufhin habe ihr Herr F._ wiederum ein E-Mail
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geschrieben, dass sie am 13. November 2021 ein Probearbeiten machen
dürfe. Leider habe sie dieses E-Mail vom 19. Oktober 2021 nicht gesehen,
was sie nicht mit Absicht gemacht habe und wofür sie sich entschuldige.
4. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 stellte das KIGA den Anspruch
von A._ auf Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 28 Tagen
ein. Begründend führte es im Wesentlichen aus, A._ hätte bei der
C._ AG in E._ am 13. November 2021 einen Probearbeitstag
absolvieren können. Diesen habe sie indes nicht wahrgenommen und sich
danach nicht mehr beim möglichen Arbeitgeber gemeldet. In ihrer
Stellungnahme vom 23. November 2021 führe sie nichts an, was als
Rechtfertigungsgrund gehört werden könne. Damit sei erstellt, dass
A._ eine nicht amtlich zugewiesene Stelle faktisch abgelehnt habe,
weshalb sie für 28 Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen sei.
Dabei werde ihr zugutegehalten, dass es sich um eine Teilzeitstelle
gehandelt hätte.
5. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 13. Januar 2022 Einsprache
und machte insbesondere geltend, ihr Versäumnis sei entschuldbar und
dürfe nicht sanktioniert werden, da ein sanktionswürdiges Verhalten erst
vorliege, wenn ein Termin aus Gleichgültigkeit oder Desinteresse verpasst
worden sei, was bei ihr nicht zutreffe. Vielmehr habe sie sich geirrt, da die
per E-Mail verschickte Einladung mit einem privaten Namen und nicht mit
C._ versehen gewesen sei. Sie habe sich nach diesem Vorfall bei
C._ entschuldigt. Auch sonst nehme sie ihre Pflichten immer ernst.
So habe sie seit Juni bis Ende November vollzeitlich gearbeitet und sei
nun seit Mitte Dezember bei der G._ in H._.
6. Mit Entscheid vom 19. Januar 2022 wies das KIGA die Einsprache ab. Es
sei im Wesentlichen unbestritten geblieben, dass die C._ AG,
E._, A._ eine Stelle offeriert habe. Offenbar habe sie in einer
ersten Verhandlungsrunde eine Anstellung in einem Dreischichtbetrieb
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abgelehnt. Da sie die Unzumutbarkeit der Arbeit in einem Schichtbetrieb
nicht bewiesen habe, wäre sie verpflichtet gewesen, diese offerierte Stelle
anzunehmen. Nachdem der mögliche Arbeitgeber offensichtlich
Rekrutierungsschwierigkeiten gehabt habe, habe er A._ eine
Anstellung nur in der Mittelschicht offeriert. Nachweislich sei sie auf den
13. November 2021 zu einem Vorstellungsgespräch und einem
Probearbeitshalbtag eingeladen worden. Unbestritten sei geblieben, dass
A._ diesen Termin versäumt habe. Die Behauptung, sie hätte sich
nachträglich dafür entschuldigt, sei unbewiesen geblieben. Damit habe sie
das Nichtzustandekommen dieses Arbeitsverhältnisses zumindest
grobfahrlässig verschuldet, weshalb die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung zwingende Rechtsfolge davon gewesen sei. Aus
der Rechtsprechung zu versäumten Beratungsgesprächen könne sie
nichts ableiten.
7. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am
18. Februar 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden und beantragte sinngemäss die Aufhebung der verfügten und
mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 bestätigten
28 Einstellungstage in der Anspruchsberechtigung. Zur Begründung
führte sie namentlich an, sie habe nicht wissen können, dass sie ein
Probearbeiten habe, da diese Einladung von einer privaten Person, Herr
F._, gekommen sei, den sie nicht kenne. Sie habe sich nicht geachtet,
dass es C._ sei, ansonsten sie den Termin wahrgenommen hätte. Es
sei ein Versehen gewesen, nicht Desinteresse oder Gleichgültigkeit. Sie
sei eine zuverlässige Person und habe ihre Pflichten immer
wahrgenommen. Zudem habe sie sich am 15. November 2021 telefonisch
bei Herrn F._ entschuldigt. Es stimme nicht, dass sie die Stelle
abgesagt habe. Vielmehr habe ihr Herr F._ selber beim ersten
Telefongespräch die Stelle abgesagt, da sie nicht um fünf Uhr morgens in
D._ sein könne. Erst im Nachhinein habe er sie noch einmal
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eingeladen. Ebenso wenig stimme, dass es bei der C._ AG um eine
Teilzeit-Anstellung gegangen sei; sie habe sich auf eine 100 %-Stelle
beworben. Sie habe alles ihr Zumutbare unternommen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Die ausgesprochene Sanktion sei
angesichts ihrer Arbeitsbemühungen und der Pflichterfüllung
unverhältnismässig und unfair.
8. Das KIGA (nachfolgend Beschwerdegegner) schloss in seiner
Vernehmlassung vom 1. März 2022 auf Abweisung der Beschwerde.
9. Die Beschwerdeführerin reichte trotz der ihr dafür eingeräumten Frist
keine Replik ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 sowie
auf die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
vom 19. Januar 2022, womit er die Einsprache der Beschwerdeführerin
vom 13. Januar 2022 gegen die Verfügung vom 23. November 2021
abwies und an der Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 28 Tage
festhielt. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden.
Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die
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obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen
Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Amt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit des Kantons Graubünden (KIGA) als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
1.2. Als Adressatin des angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin
berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung auf, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist
(vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht am
18. Februar 2022 eingereichte Beschwerde (Art. 30 ATSG, Art. 60 ATSG
und Art. 61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.
1.3. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz,
wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist.
Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist vorliegend der
versicherte Verdienst (Art. 23 AVIG) der Beschwerdeführerin von
CHF 3'287.-- (vgl. beschwerdegegnerische Beilage [Bg-act.] 1). Dieser
Verdienst wird zum Taggeldsatz von 80 % (Art. 22 Abs. 1 AVIG)
entschädigt (vgl. Bg-act. 1). Die Beschwerdeführerin hat demnach
Anspruch auf ein Taggeld von CHF 121.20 (ermittelt aus CHF 3'287.-- x
0.8 : 21.7 Tage [Art. 40a AVIV]). Aus der vom Beschwerdegegner
verfügten, hier angefochtenen Einstellungsdauer von 28 Tagen in der
Anspruchsberechtigung ergibt sich ein Streitwert von insgesamt CHF
3'393.60 (28 x CHF 121.20). Da der Streitwert somit unter CHF 5'000.--
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liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden werden
muss, wäre grundsätzlich die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.
Das Urteil ist aber auf deren Anordnung hin in Dreierbesetzung zu fällen
(Art. 43 Abs. 4 VRG).
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdeführerin zu Recht für
28 Tage in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt wurde, weil sie – nach
Ansicht des Beschwerdegegners – eine nicht amtlich zugewiesene Stelle
faktisch abgelehnt habe.
2.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat die versicherte Person alles Zumutbare
zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen
(Satz 1). Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls
auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (Satz 2). Sie muss ihre
Bemühungen nachweisen können (Satz 3). Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung i.S.v. Art. 30 AVIG dient dazu, die in Art. 17 Abs. 1
AVIG statuierte Schadenminderungspflicht der versicherten Person
durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der
Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hätte vermeiden
oder vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt
sie die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden,
den sie durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter
Weise natürlich und adäquat kausal verursacht hat. Kern der Pflicht, alles
Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen, sind die persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten
Person selbst (GERHARDS, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bern 1987, Bd. I [Art. 1-58], N.
12 zu Art. 17), die in der Regel streng beurteilt werden (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 21 95 vom
13. Juni 2022 E.3.1).
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2.2. Der Grundsatz der Schadenminderungspflicht wird in Art. 17 Abs. 3 AVIG
konkretisiert. Demnach muss die versicherte Person eine ihr vermittelte
zumutbare Stelle annehmen (Satz 1). Befolgt sie die Kontrollvorschriften
oder Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht, namentlich indem sie
eine zumutbare Arbeit nicht annimmt, ist sie in der Anspruchsberechtigung
einzustellen (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG). Davon erfasst ist neben der
Nichtannahme einer von der zuständigen Amtsstelle zugewiesenen
zumutbaren Arbeit auch die Nichtannahme einer selbst gefundenen
zumutbaren Arbeit oder einer durch Dritte vermittelten oder angebotenen
zumutbaren Stelle (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 17/07 vom
22. Februar 2007 E.2.2). Laut Rechtsprechung ist dieser
Einstellungstatbestand auch dann erfüllt, wenn die versicherte Person die
Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf
nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_468/2020 vom 27. Oktober 2020 E.5.2). Die
arbeitslose Versicherte hat bei den Verhandlungen mit dem künftigen
Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu
bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (vgl.
BGE 122 V 34 E.3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2020 vom
27. Oktober 2020 E.5.2).
2.3. Vorliegend ist aktenkundig, dass sich die Beschwerdeführerin am
14. Oktober 2021 bei der C._ AG in D._ beworben und ihr
Interesse für die Stelle als Mitarbeiterin im Verkauf kundgetan hat
(beschwerdeführerische Beilage [Bf-act.] 8). In der Folge nahm Herr
F._ von der C._ AG mit ihr Kontakt auf. Anlässlich dieses
Telefongesprächs stellte sich nach Angaben der Beschwerdeführerin
heraus, dass es drei Arbeitsschichten gebe, wobei es ihr nicht möglich sei,
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln um fünf Uhr morgens in D._ zu
sein. Die Beschwerdeführerin gab dabei an, Herr F._ habe ihr aus
diesem Grund abgesagt (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom
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23. November 2021 [Bf-act. 2 und Bg-act. 7 S. 2]). Ob die
Beschwerdeführerin – wie der Beschwerdegegner im
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 (Bf-act. 6 S. 3) und in der
Vernehmlassung vom 1. März 2022 [act. A2] vorbringt – verpflichtet
gewesen wäre, die Stelle bei der C._ AG in D._ anzunehmen,
oder ob sich diese aufgrund des Beginns der Frühschicht um fünf Uhr
morgens und der Zurücklegung des Arbeitswegs mit öffentlichen
Verkehrsmitteln als unzumutbar erwiese, braucht hier nicht näher beurteilt
zu werden. Denn bereits am 16. Oktober 2021 meldete sich Herr F._
erneut bei der Beschwerdeführerin und bedankte sich per E-Mail für die
Bewerbung und das Interesse am Unternehmen. Ferner führte er aus,
dass er die Beschwerdeführerin trotz ihrer momentanen Bereitschaft, nur
die Mittelschicht zu übernehmen, gerne zu einem Vorstellungsgespräch
mit anschliessendem Probearbeitshalbtag in der C._ - Filialie in
E._ einladen würde (vgl. Bg-act. 7 S. 3). Sodann rief die
Beschwerdeführerin Herr F._ gemäss ihren Angaben am 18. Oktober
an, um den Termin verschieben zu können, da sie bereits einen anderen
Termin betreffend Stellensuche gehabt habe. Da sie ihn jedoch nicht habe
erreichen können, liess sie ihm über einen Mitarbeiter ausrichten, sie bitte
zurückzurufen, um einen neuen Termin zu vereinbaren (vgl.
Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 23. November 2021 [Bf-
act. 2 und Bg-act. 7 S. 2]). In der Folge meldete sich Herr F._ am
19. Oktober 2021 erneut per E-Mail bei der Beschwerdeführerin und lud
sie für den 13. November 2021 wiederum zu einem Vorstellungsgespräch
mit einer anschliessenden, halbtägigen Probearbeit in der Filiale der
C._ AG in E._ ein (vgl. Bf-act. 6 und Bg-act. 7 S. 5). Da er dabei
erneut auf ihre Bereitschaft Bezug nahm, (nur) die Mittelschicht zu
übernehmen, sie bereits ein Telefongespräch geführt hatten und zudem
das Vorstellungsgespräch direkt mit einer halbtägigen Probearbeit
verbunden worden war, ist mit dem Beschwerdegegner davon
auszugehen, dass er der Beschwerdeführerin eine Anstellung in der
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C._-Filiale in E._ (in der Mittelschicht) offeriert hatte (vgl.
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2022 [Bf-act. 6 S. 3 f.]). Dies stellt
die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde denn auch nicht in Abrede.
Gleichermassen ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin den Termin
am 13. November 2021 versäumt hat (vgl. Einsprache der
Beschwerdeführerin vom 13. Januar 2022 [Bf-act. 4] sowie
Stellungnahmen der Beschwerdeführerin vom 23. November 2021 [Bf-
act. 2 und Bg-act. 7 S. 2] und vom 15. November 2021 [Bg-act. 5 S. 2]).
Somit steht fest, dass die Beschwerdeführerin weder das
Vorstellungsgespräch bei der C._ AG in E._ wahrgenommen
noch die halbtägige Probearbeit angetreten hat. Dabei hätte sie die
Gelegenheit erhalten, zu zeigen, dass sie die Voraussetzungen
(entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten) für die Anstellung erfüllte.
Die Beschwerdeführerin hat demnach durch ihr Versäumnis das
Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses von vornherein vereitelt und
damit faktisch eine selbst gefundene Arbeit abgelehnt bzw. durch ihr
Verhalten zumindest in Kauf genommen, dass die Stelle durch eine
andere Person besetzt wird. Dies kommt auch insoweit im E-Mail vom
23. November 2021 von Herrn F._ an die Beschwerdeführerin zum
Ausdruck, indem er ihr eröffnete, das Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Graubünden über ihr unseriöses
Vorgehen zu informieren, nachdem sie seiner Einladung nicht gefolgt war
(vgl. Bg-act. 3). Soweit sie geltend macht, sie habe sich am 15. November
2021 bei Herrn F._ entschuldigt, ist zwar der von ihr ins Recht
gelegten Anrufliste ihres Mobiltelefons zu entnehmen, dass sie an diesem
Tag versucht hat, in der C._ -Filiale in E._ anzurufen. Ob sie
Herrn F._ auch tatsächlich erreicht und sich bei ihm entschuldigt hat
(vgl. dabei, dass der nächste Anruf bereits zwei Minuten nach ihrem Anruf
in der C._ -Filiale in E._ getätigt worden ist [Bf-act. 7]), geht
daraus indes genauso wenig hervor wie aus der übrigen Aktenlage.
Jedenfalls hat auch eine allfällige Entschuldigung letztendlich nicht
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bewirkt, dass ihr noch einmal die Stelle angeboten bzw. diese für sie bis
zur Durchführung eines Vorstellungsgesprächs mit anschliessendem
Probearbeiten freigehalten worden wäre. Damit ist gemäss Art. 30 Abs. 1
lit. d AVIG eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung auszusprechen,
sofern ihr Verhalten nicht gerechtfertigt bzw. die Annahme dieser Arbeit
ihr nicht unzumutbar war.
2.4. Die Beschwerdeführerin rechtfertigt ihr Verhalten in der Beschwerde
damit, dass sie nicht habe wissen können, zu einem Probearbeiten
eingeladen worden zu sein, da das E-Mail vom 19. Oktober 2021 von einer
Privatperson, Herr F._, gekommen sei, den sie nicht kenne, und sich
nicht geachtet habe, dass es von der C._ stamme. Diese Erklärung
mutet sonderbar an, nachdem sie bereits ihre Bewerbung für die Stelle als
Mitarbeiterin bei der C._ AG an Herrn F._ geschickt (vgl. Bf-
act. 8) und anschliessend mit ihm ein Telefongespräch geführt hatte (vgl.
Bf-act. 2 und Bg-act. 7 S. 2) sowie schon am 16. Oktober 2021 von ihm
per E-Mail zu einem Vorstellungsgespräch mit anschliessendem
Probearbeitshalbtag eingeladen worden war (vgl. Bg-act. 7 S. 3), worauf
sie nachweislich auch reagiert und ihn um eine Terminverschiebung
gebeten hatte (vgl. Bf-act. 2 und Bg-act. 7 S. 2). Insofern musste die
Beschwerdeführerin damit rechnen, dass sich Herr F._ sodann mit ihr
in Kontakt setzen würde, um ein neues Datum für ein
Vorstellungsgespräch mit anschliessender Probearbeit in der C._ -
Filiale in E._ zu vereinbaren. Dass er dies am 19. Oktober 2021 per
E-Mail tat, ist nicht zu beanstanden, war doch seine vormalige
elektronische Korrespondenz am 16. Oktober 2021 bei der
Beschwerdeführerin angekommen und hat sie auch darauf reagiert (vgl.
Bf-act. 2 und Bg-act. 7 S. 2). Des Weiteren ist der von der
Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren beigebrachten E-Mail-
Korrespondenz vom 16. und 19. Oktober 2021 zu entnehmen, dass Herr
F._ beide Nachrichten von der gleichen E-Mail-Adresse aus an die
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Beschwerdeführerin geschickt hatte, aus der entnommen werden kann,
dass er zur C._ gehört (vgl. Bg-act. 7 S. 3 ff.; vgl. aber das im
vorliegenden Verfahren beigelegte Bf-act. 5, welche diese Information
unterlässt). Insofern erscheint der von ihr geltend gemachte
Rechtfertigungsgrund für ihr Fernbleiben vom Vorstellungsgespräch mit
anschliessender Probearbeit bei der C._ AG in E._ wenig
glaubwürdig. Auch im Übrigen ist kein durch den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin begründeter oder in ihren persönlichen Verhältnissen
liegender Unzumutbarkeitsgrund ersichtlich (siehe hierfür Art. 16 Abs. 2
lit. c AVIG; Urteil des Bundesgerichts 8C_584/2020 vom 17. Dezember
2020 E.4; AVIG-Praxis ALE [Arbeitslosenentschädigung], Oktober 2012,
Rz. B287 ff.). Ein solcher wird denn auch von ihr nicht geltend gemacht.
Vielmehr gab sie selber an, dass ein Stellenantritt in der Mittelschicht –
wie ihr dies auch per E-Mail vom 16. und 19. Oktober 2021 von Herrn
F._ offeriert worden war – (auch aufgrund des mit öffentlichen
Verkehrsmitteln zurückzulegenden Arbeitswegs) möglich sei (vgl.
Stellungnahme vom 15. November 2021 [Bg-act. 5 S. 2]; vgl. ferner auch
Bewerbungsschreiben vom 14. Oktober 2021 [Bf-act. 8], in welchem sie
ihre Kenntnisse und Fertigkeiten darlegt). Mit ihrem Verhalten lehnte sie
demnach in Verletzung ihrer Schadenminderungspflicht im Ergebnis eine
nicht amtlich zugewiesene Stelle ab und befolgte damit die
Kontrollvorschriften und Weisungen der zuständigen Amtsstellen nicht.
Daran vermag nichts zu ändern, dass sie zuvor im Zwischenverdienst
gearbeitet und sich um Arbeit bemüht, sich beworben und auch
40 Stunden pro Woche gearbeitet haben soll, ging es doch bei der hier
fraglichen Stelle um eine Anschlusslösung ab Dezember 2021. Die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung an sich ist somit nicht zu
beanstanden (vgl. Art. 17 Abs. 1 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG).
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3. Zu prüfen bleibt, ob der angefochtene Einspracheentscheid vom
19. Januar 2022 hinsichtlich der damit bestätigten Einstelldauer von
28 Tagen verhältnismässig ist.
3.1. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der
Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens, das sich die
versicherte Person vorwerfen lassen muss. Die Einstellung dauert 1 bis
15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem
Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45
Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei um eine typische Ermessensfrage handelt,
bei welcher der Verwaltung ein grosser Ermessensspielraum zusteht, ist
dem Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer
Zurückhaltung geboten. Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe
an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der
Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen
(vgl. BGE 123 V 150 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2020 vom
21. Juli 2021 E.4.4, 8C_138/2017 und 8C_143/2017 vom 23. Mai 2017
E.6.1).
3.2. Die Ablehnung einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund stellt
gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV grundsätzlich ein schweres Verschulden
dar. Liegt jedoch ein entschuldbarer Grund vor, ist nicht zwingend von
einem schweren Verschulden auszugehen (vgl. BGE 130 V 125 E.3.5).
Bei entschuldbaren Gründen im Sinne von Art. 45 Abs. 4 AVIV handelt
sich mithin um Gründe, die – ohne zur Unzumutbarkeit zu führen – das
Verschulden mittelschwer oder leicht erscheinen lassen können. Diese im
konkreten Einzelfall liegenden Gründe können sich aus der subjektiven
Situation der betroffenen Person (beispielsweise gesundheitliche
Probleme, familiäre Situation, Religionszugehörigkeit) oder aus objektiven
Gegebenheiten (beispielsweise befristete Stelle) ergeben. Liegt ein
solcher Grund vor, wiegt das Verschulden nicht schwer im Sinne von
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Art. 45 Abs. 4 AVIV und bemisst sich die Einstellungsdauer nach der
allgemeinen Regel von Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG (BGE 130 V 125
E.3.4.3 f.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_24/2021 vom 10. Juni
2021 E.3.2.1; TRABER, Die schuldhafte Ablehnung einer zumutbaren Arbeit
in der Arbeitslosenversicherung, in: SZS 2022, S. 160 ff.; NUSSBAUMER,
Arbeitslosenversicherung in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage,
Basel 2016, S. 2524, Rz. 864). Danach bemisst sich die Dauer der
Einstellung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je
Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG).
3.3. Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin für 28 Tage in der
Anspruchsberechtigung eingestellt. Gemäss Verfügung vom
13. Dezember 2021 wurde ihr dabei zugutegehalten, dass es sich um eine
Teilzeitstelle gehandelt hätte (vgl. Bf-act. 3 und Bg-act. 8). Soweit sie
dagegen vorbringt, es habe sich bei der Stelle als Verkäuferin bei der
C._ AG nicht um eine Teilzeit-, sondern um eine Vollzeitanstellung
gehandelt, hat dies zwar etwas für sich (vgl. Bf-act. 5 S. 2). Daraus vermag
sie jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, wurde der
Beschäftigungsgrad doch vom Beschwerdegegner sanktionsmildernd
berücksichtigt. Mit der verfügten Sanktion einer Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für 28 Tage qualifizierte der Beschwerdegegner
das Verhalten der Beschwerdeführerin letztlich als mittelschweres
Verschulden. Auch dies wirkt sich zu ihren Gunsten aus, da die Ablehnung
einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund grundsätzlich einen
Tatbestand des schweren Verschuldens darstellt und gemäss AVIG-
Praxis ALE – da es sich mangels gegenteiliger Angaben voraussichtlich
um eine unbefristete Stelle gehandelt hätte (vgl. Bf-act. 5 S. 2) – mit 31 bis
45 Einstelltagen zu sanktionieren gewesen wäre (vgl. AVIG-Praxis ALE,
Rz. D79 Ziff. 2.B/1). Insofern kann der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin – wie sie beschwerdeweise vorbringt – bereits ab
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dem 15. Dezember 2021 eine Stelle bei der G._ in H._ gefunden
haben soll, neben ihren sonstigen Arbeitsbemühungen in der letztendlich
verfügten Sanktionsbemessung als sanktionsmildernd mitberücksichtigt
gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2020 vom 21. Juli 2021
E.5.3). Für ihr Versäumnis, das Vorstellungsgespräch wahrzunehmen und
die halbtägige Probearbeit anzutreten, brachte die Beschwerdeführerin –
wie bereits hiervor dargelegt – keinen entschuldbaren und glaubwürdigen
Grund vor. Wenn sie geltend macht, nicht aus Desinteresse oder
Gleichgültigkeit gehandelt zu haben, und sich dabei auf eine
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu berufen scheint (vgl. Bf-act. 9),
trifft es zwar grundsätzlich zu, dass nach der Rechtsprechung ein mit einer
Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu sanktionierendes Verhalten
vorliegt, wenn ein Termin aus Gleichgültigkeit und Desinteresse verpasst
wurde, nicht aber, wenn eine Versicherte diesen irrtümlich oder zufolge
einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten hat, durch ihr übriges Verhalten
aber gezeigt hat, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose und
Leistungsbezügerin ernst nimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E.2.1, auf welches in Bf-act. 9 wohl Bezug
genommen wird). Der Beschwerdeführerin ist vorliegend aber
entgegenzuhalten, dass sie damit rechnen musste, dass Herr F._
sich bei ihr melden wird, nachdem er sie mit E-Mail vom 16. Oktober 2021
zu einem Vorstellungsgespräch mit halbtägiger Probearbeit am
19. Oktober 2021 eingeladen und sie ihn anschliessend über einen
Mitarbeiter der C._ AG um dessen Verschiebung infolge eines
Terminkonflikts gebeten hatte (vgl. Bf-act. 2 und Bg-act. 7 S. 2). Indem sie
sich in der Folge trotz – aus ihrer Sicht – ausstehender Antwort nie mit
Herrn F._ Kontakt aufgenommen bzw. nachgehakt hat, um einen
neuen Termin für das Vorstellungsgespräch mit Probearbeit zu
vereinbaren, und darüber hinaus – wenn überhaupt – sich für ihr
Fernbleiben nicht bereits bei ihm entschuldigt hat, als er ihr mit E-Mail vom
13. November 2021 sein Missfallen ob ihres unseriösen Vorgehens
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ausgedrückt hatte (vgl. Bg-act. 5 S. 3), sondern erst, als sie zwei Tage
später von ihrem RAV-Berater darauf aufmerksam gemacht worden war
(vgl. Bg-act. 5 S. 2 und Bf-act. 7), zeugt ihr Verhalten durchaus von einer
gewissen Gleichgültigkeit und einem Desinteresse hinsichtlich der Stelle
als Verkäuferin bei der C._ AG in E._, das sich nicht auf eine
blosse Unachtsamkeit zurückführen lässt. Vielmehr ist sie diesbezüglich
ihren Pflichten als Arbeitslose nicht tadellos und sorgsam nachgekommen.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die hiervor zitierte Rechtsprechung
insbesondere das unentschuldigte Versäumen von vereinbarten Terminen
für Beratungs- und Kontrollgespräche betrifft (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E.2.1 und E.3.3; so auch
ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2020 vom 21. Juli 2021 E.5.3
und 8C_4/2017 vom 13. März 2017 E.4.2), welche im Falle einer – wie hier
vorliegenden – Ablehnung einer zumutbaren Arbeitsstelle im Sinne des
Vorerwähnten zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_712/2020 vom 21. Juli 2021 E.5.3).
3.4. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, wenn der Beschwerdegegner
die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 28 Tage bestätigt hat.
4. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
5. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen
Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht
bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich
mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das
AVIG keine Kostenpflicht statuiert und Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht
vorliegen, sind der Beschwerdeführerin keine Kosten aufzuerlegen.
6. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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