Decision ID: 62060e04-9438-5078-bf37-0b79ab5d612d
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in Z._, sein Heimatland eigenen An�gaben zufolge am 3. Mai 2009 verliess und zunächst via Sudan und Frankreich nach Österreich gelangte,
dass er in der Folge am 13. September 2010 von Österreich her kommend illegal in die Schweiz einreiste und gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum Y._ ein Asylgesuch stellte,
dass er dort am 21. September 2010 summarisch befragt wurde, wobei ihm unter anderem das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichtein�tre�tens�entscheid (Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) sowie einer damit verbundenen Rückschiebung nach Österreich gewährt wurde,
dass er in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton X._ zugewiesen wurde,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vorbrachte, in Eritrea herrsche ein gesetzloser Zustand,
dass sein Vater im Jahr 2000 von Sicherheitskräften verschleppt worden sei und seither vermisst werde,
dass die Behörden ihn (den Beschwerdeführer) hätten zwingen wollen, Militärdienst zu leisten, und ihn zu diesem Zweck im Februar 2009 inhaftiert hätten,
dass er im Mai 2009 aus der Haft geflohen und umgehend in den Sudan ausgereist sei,
dass er in Österreich daktyloskopiert worden sei, sein Reiseziel jedoch immer die Schweiz gewesen sei,
dass er in der Schweiz bleiben wolle und ungern nach Österreich zurückkehren würde, da er gehört habe, man müsse dort für 6 Monate ins Gefängnis,
dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf das Protokoll bei den Akten zu verweisen ist,
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dass der Beschwerdeführer im Verlaufe des vorinstanzlichen Ver�fah�rens weder Identitätspapiere noch Beweismittel zu den Akten reichte,
dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Ver�fügung vom 23. Dezember 2010 – eröffnet am 27. Dezember 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht eintrat und die Weg�weisung aus der Schweiz nach Österreich sowie den Wegweisungs�vollzug anordnete,
dass gleichzeitig festgestellt wurde, einer allfälligen Beschwerde kom�me keine aufschiebende Wirkung zu,
dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen ausführte, der Beschwerdeführer sei eigenen Angaben zufolge am 26. Au�gust 2010 in Österreich daktyloskopiert worden, was durch einen entspre�chenden EURODAC-Treffer bestätigt werde,
dass die österreichischen Behörden dem Gesuch des BFM um Rücküber�nahme des Beschwerdeführers am 16. Dezember 2010 zugestimmt hätten,
dass somit gestützt auf die einschlägigen internationalen Ab�kommen Österreich für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver�fahrens be�treffend den Beschwerdeführer zuständig sei,
dass die Rückführung grundsätzlich bis spätestens am 16. Juni 2011 zu erfolgen habe,
dass auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers somit nicht ein�zu�treten sei,
dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, möglich und – auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach Österreich – zumutbar sei,
dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit englischsprachiger Eingabe vom 3. Januar 2011 (Poststempel) beim Bundesverwaltungs�gericht an�focht und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling
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anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren, eventuell sei er infolge Undurchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen,
dass in prozessualer Hinsicht um eventuelle Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, Gewährung der vollumfängli�chen entgeltlichen Rechtspflege sowie Verzicht auf die Erhebung eines Kosten�vorschusses ersucht wurde,
dass für den Inhalt der Beschwerdebegründung auf die Beschwerde�schrift zu verweisen ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung mit Ver�fügung vom 4. Januar 2011 (Telefax) vorsorglich aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 5. Januar 2011 beim Bundes�ver�wal�tungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM auf dem Gebiet des Asyl�rechts entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungs�gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung be�son�ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be�zie�hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Be�schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass aus prozessökonomischen Gründen darauf verzichtet wird, den Beschwerdeführer zur Übersetzung seiner nicht in einer Amtssprache verfassten Beschwerde anzuhalten, da die auf Englisch formulierten Begehren und deren Begründung für das Bundesverwaltungsgericht verständlich sind,
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dass somit auf die frist- und – abgesehen vom erwähnten sprachlichen Mangel – formgerecht eingereichte Beschwerde vorbehältlich der nachfol�genden Erwägungen einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder un�vollständige Feststellung des rechts�erheblichen Sachverhalts und die Unange�messenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,
dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit da�rin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),
dass auf das Rechtsbegehren, das Asylgesuch sei gutzuheissen, demnach nicht einzutreten ist,
dass auch auf das Begehren, es sei (eventuell) die vorläufige Aufnahme anzuordnen, nicht einzutreten ist, da im Rahmen des Dublin-Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG system�bedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän�derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20),
dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher
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für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver�fah�rens staats�ver�traglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),
dass der Beschwerdeführer gemäss Meldung von EURODAC am 26. August 2010 in Österreich daktyloskopiert worden war und dort ein Asyl�gesuch stellte (vgl. Akten A4),
dass bei dieser Sachlage Österreich für die Durchführung des Asyl- und Weg�weisungsverfahrens betreffend den Beschwerdeführer zu�stän�dig ist (vgl. die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das Ab�kom�men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidge�nossen�schaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Ver�fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prü�fung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asyl�antrags [Dublin-Assozi�ie�rungsabkommen {DAA}, SR 0.142.392.68] sowie die Dublin-II-VO und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verord�nung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]),
dass das BFM die österreichischen Behörden am 7. Dezember 2010 ge�stützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO um Wiederaufnahme des Be�schwerde�führers ersuchte,
dass die österreichischen Behörden der Übernahme des Beschwerde�füh�rers am 16. Dezember 2010 ausdrücklich zustimmten,
dass der Beschwerdeführer somit ohne weiteres in einen Drittstaat (Österreich) ausreisen kann, welcher für die Durchführung des Asyl- und Weg�weisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist,
dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeeingabe sowie an�läss�lich des ihm im Rahmen der Befragung vom 21. September 2010 ge�währ�ten rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Rückschaffung nach Österreich vorbrachte, er gehe nur ungern nach Österreich zurück, da er befürchte, dort inhaftiert zu werden,
dass sein Ziel immer die Schweiz gewesen sei, der Schlepper ihn jedoch in einen Zug nach Österreich gesetzt habe,
dass er in Österreich gar nicht um Asyl ersucht habe, sondern ihm dort nur die Fingerabdrücke abgenommen worden seien,
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dass die österreichischen Behörden ihn nach Italien hätten ausschaffen wollen, obwohl er noch nie dort gewesen sei,
dass diese Einwände jedoch offensichtlich nicht gegen eine Rück�schaffung nach Österreich sprechen,
dass Österreich unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des Über�einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau�same, unmensch�liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist und vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Österreich würde sich nicht an die daraus resultierenden Ver�pflich�tungen halten,
dass aufgrund der Aktenlage insbesondere nicht davon auszugehen ist, Österreich werde den Beschwerdeführer in Verletzung der vor�ge�nann�ten völkerrechtlichen Abkommen nach Eritrea zurückschaffen,
dass ein Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien nicht aktenkundig ist, weshalb seine Befürchtung, Österreich werde ihn nach dorthin ausschaffen, unbegründet erscheint,
dass im Übrigen keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwerdeführer würde im Falle einer Rückkehr nach Österreich dort in eine existenzielle Notlage geraten,
dass bei dieser Sachlage für die schweizerischen Asylbehörden insge�samt keine Veranlassung besteht, in Abweichung von der fest�ge�stellten Zu�ständig�keitsordnung vom Selbsteintrittsrecht gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO Gebrauch zu machen,
dass die weiteren Vorbringen in der Beschwerde an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht einzugehen ist,
dass das BFM nach dem Gesagten insgesamt zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerde�füh�rers nicht eingetreten ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asyl�gesuch in der Regel die Weg�wei�sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG),
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vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An�spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den ge�setz�lichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,
dass wie bereits vorstehend erwähnt im Rahmen des Dublin-Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prü�fung des Asylgesuchs zuständigen Mitgliedstaat handelt, system�bedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG,
dass die Prüfung von allfälligen Wegweisungshindernissen viel�mehr bereits im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattzu�fin�den hat, namentlich unter dem Blickwinkel der Souveränitätsklausel von Art. 3 Abs. 2 Dublin-VO-II, welche jedoch wie vorstehend erwähnt nicht zur Anwendung gelangt,
dass der vom Bundesamt verfügte Wegweisungsvollzug nach Österreich dem�nach zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts�erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig fest�stellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Be�schwerde ab�zu�weisen ist,
dass die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Art. 107a AsylG) und Erlass des Kostenvorschusses angesichts des vorliegenden, direkten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos geworden sind,
dass das Gesuch um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Be�schwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erwies,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent�schädigun�gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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