Decision ID: 8757e673-2ef9-40bc-a081-d3227b0f93d9
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Die Eheleute A._ sind Eigentümer einer 4-Zimmerwohnung in der
Gemeinde B._, die von ihnen selbst genutzt wird.
2. Am 28. September 2020 stellte die Gemeinde B._ den Eheleuten
A._ die Veranlagungsverfügung und Rechnung für die Gästetaxe
2020 betreffend Eigennutzung der besagten Wohnung in der Höhe von
CHF 940.-- zu. Dieser Betrag setzte sich aus einer Grundtaxe von CHF
220.-- und einem anhand der Nettowohnfläche der Wohnung berechneten
variablen Teil von CHF 720.-- (80 m2 x CHF 9.--) zusammen.
3. Gegen diese Veranlagungsverfügung und Rechnung erhoben die
Eheleute A._ am 4./8. Oktober 2020 Einsprache. Darin beantragten
sie die Reduktion der in Rechnung gestellten Gästetaxe um CHF 700.--
auf CHF 240.--. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht,
dass wegen der Coronakrise, den Bauarbeiten an der Zufahrtsstrasse zu
ihrer Ferienwohnung und den Flöhen im See die touristischen Leistungen
der Gemeinde B._ nicht hätten genutzt werden können. Nicht
angebotene bzw. nicht erbrachte Leistungen dürften nicht verrechnet
werden.
4. Mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2021 wies die Gemeinde
B._ die Einsprache der Eheleute A._ ab. Zur Begründung wurde
zusammenfassend ausgeführt, dass die Gästetaxe vorliegend völlig zu
Recht und in gesetzmässiger Höhe erhoben worden sei.
5. Dagegen erhoben die Eheleute A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 20. Februar 2021 Rekurs (recte: Beschwerde) an
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag, es sei
die in Rechnung gestellte Gästetaxe um CHF 700.-- auf CHF 240.-- zu
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reduzieren. In ihrer Begründung wiederholten sie im Wesentlichen die im
vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachte Argumentation.
6. Die Gemeinde B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in
ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2021 die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung
hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Beschwerde keine genügende
Begründung enthalte. Sollte das Gericht dennoch darauf eintreten, sei
darauf hinzuweisen, dass es den Beschwerdeführern während der
Hauptsaison fast uneingeschränkt möglich gewesen sei, das touristische
Angebot von B._ zu nutzen. Sodann habe trotz Bauarbeiten sowohl
die Ferienwohnung als auch das touristische Angebot genutzt werden
können. Dass die Beschwerdeführer im Jahr 2020 darauf verzichtet
hätten, nach B._ zu kommen und in ihrer Ferienwohnung zu
übernachten, ändere an der Gästetaxenpflicht nichts. Die Nutzung der
eigenen Ferienwohnung sei auch nie behördlich verboten worden.
7. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Januar 2021 sowie auf die
eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert
CHF 5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung
vorgeschrieben ist. Das vorliegende Beschwerdeverfahren betrifft die von
der Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführern für das Jahr 2020 in
Rechnung gestellte Gästetaxe in der Höhe von CHF 940.--. Da der
Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet und die vorliegende Streitsache
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nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), ist
die Zuständigkeit des Einzelrichters gegeben.
1.2. Nach Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern
(GKStG; BR 720.200) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen kommunale
Einspracheentscheide in Steuersachen. Der vorliegend angefochtene
Einspracheentscheid vom 19. Januar 2021, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache der Beschwerdeführer abwies und
dabei die ihnen für das Jahr 2020 in Rechnung gestellte Gästetaxe in der
Höhe von CHF 940.-- bestätigte, bildet demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Als materielle und formelle Adressaten des
angefochtenen Einspracheentscheids sind die Beschwerdeführer berührt
und sie weisen ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung auf (Art. 50 VRG). Sie sind deshalb zur Beschwerdeerhebung
legitimiert. Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
ist somit einzutreten, zumal diese entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin den Begründungsanforderungen an eine
Laienbeschwerde zu genügen vermag.
2.1. Die zwecks Förderung des Tourismus eingezogenen Gästetaxen (vgl.
Art. 1 des Gesetzes über Gäste- und Tourismustaxen der
Beschwerdegegnerin [Tourismusgesetz, TG]) werden von der Lehre und
Rechtsprechung als Kostenanlastungssteuern qualifiziert. Unter diesen
Begriff fallen nach heutiger Terminologie Sondersteuern, welche einer
bestimmten Gruppe von Pflichtigen auferlegt werden, weil diese Personen
zu bestimmten Aufwendungen des Gemeinwesens eine nähere
Beziehung haben als die Gesamtheit der Steuerpflichtigen. Solche
Abgaben haben eine gewisse Verwandtschaft zur Vorzugslast (Beiträgen),
doch unterscheiden sie sich von dieser dadurch, dass kein individueller,
dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer Sondervorteil vorliegen muss,
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der die Erhebung der Abgabe rechtfertigt. Es genügt, dass die
betreffenden Aufwendungen des Gemeinwesens dem abgabepflichtig
erklärten Personenkreis eher anzulasten sind als der Allgemeinheit, sei
es, weil diese Gruppe von den Leistungen generell (abstrakt) stärker
profitiert als andere oder weil sie – abstrakt – als hauptsächlicher
Verursacher dieser Aufwendungen angesehen werden kann. Die
Kostenanlastungsabgabe stellt, da sie voraussetzungslos, d.h.
unabhängig vom konkreten Nutzen oder vom konkreten Verursacheranteil
des Pflichtigen erhoben wird, eine Steuer dar. Sie steht nach dem
Gesagten aber in einem Spannungsverhältnis zum Grundsatz der
Allgemeinheit der Besteuerung. Eine derartige Sondersteuer setzt voraus,
dass sachlich haltbare Gründe bestehen, die betreffenden staatlichen
Aufwendungen der erfassten Personengruppe anzulasten. Zudem muss
die allfällige Abgrenzung nach haltbaren Kriterien erfolgen; andernfalls
verletzt die Abgabe das in Art. 8 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) enthaltene
Gleichheitsgebot. Als Kostenanlastungssteuern eingestuft werden in der
Doktrin nebst Gästetaxen etwa Tourismusförderungsabgaben,
Motorfahrzeugsteuern, Schiffssteuern, Hundesteuern,
Treibstoffzuschläge sowie Feuerschutzabgaben, wobei die betreffenden
Einnahmen auch meist einer entsprechenden gesetzlichen Zweckbindung
unterworfen sind (vgl. BGE 143 II 283 E.2.3.2, 128 I 155 E.2.2, 124 I 289
E.3b; Urteile des Bundesgerichts 2C_712/2015 und 2C_794/2015 vom 22.
Februar 2016 E.3.2.3 und 3.3.1, 2A.62/2005 vom 22. März 2006 E.4.2,
2P.322/2004 vom 24. Juni 2005 E.2, MARANTELLI, Grundprobleme des
schweizerischen Tourismusabgaberechts, Diss. Bern 1991, S. 20 ff.).
2.2. Einer der wichtigsten Grundsätze im Steuer- und Abgaberecht ist das in
Art. 127 Abs. 1 und in Art. 164 Abs. 1 lit. d BV ausdrücklich verankerte und
inhaltlich umschriebene Legalitätsprinzip. Für Steuern gilt ohne
Ausnahme, dass ihre wesentlichen Elemente durch ein Gesetz im
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formellen Sinn festzulegen sind (vgl. BGE 131 II 271 E.6.1). Das
Legalitätsprinzip kann seine Funktionen nur dann erfüllen, wenn der
Rechtssatz einen hinreichenden Bestimmtheitsgrad aufweist. Es sind
diejenigen Elemente des Steuerverhältnisses zu regeln, die für die
betroffenen Bürgerinnen und Bürger das Ausmass, den Umfang und die
Grenzen der Steuerpflicht festlegen. Dazu gehören zumindest der Kreis
der Abgabepflichtigen, der Gegenstand und die Bemessungsgrundlage
(vgl. BGE 135 I 130 E.7.2, 132 I 157 E.2.2, 131 II 562 E.3.1).
2.3. Die von der Beschwerdegegnerin bei den Beschwerdeführern erhobene
Gästetaxe ist nach dem Gesagten in Übereinstimmung mit der Lehre und
Rechtsprechung als Kostenanlastungssteuer zu qualifizieren. Sie findet
ihre gesetzliche Grundlage in Art. 22 GKStG sowie im TG der
Beschwerdegegnerin, welches von der Gemeindeversammlung am 11.
April 2014 beschlossen und sodann von der Regierung des Kantons
Graubünden mit Beschluss Nr. 1012 vom 4. November 2014 genehmigt
wurde. Steuerpflichtig ist gemäss Art. 5 Abs. 1 TG jeder in der Gemeinde
übernachtende Gast, welcher, ohne steuerrechtlichen Wohnsitz zu
begründen, die Möglichkeit hat, das touristische Angebot zu benützen.
Grundeigentum in der Gemeinde begründet gemäss Art. 5 Abs. 2 TG wohl
die Steuerpflicht, nicht aber die Befreiung von der Gästetaxe. Gemäss Art.
8 TG, welcher das Objekt der Gästetaxe umschreibt, wird die Gästetaxe
pro Übernachtung des gemäss den Bestimmungen dieses Gesetzes der
Gästetaxenpflicht unterstehenden übernachtenden Gastes erhoben. Die
Bemessung der Gästetaxe richtet sich nach Art. 9 - 11 TG i.V.m. Art. 6 der
Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über Gäste- und Tourismustaxen
(ABzTG). Gemäss Art. 10 Abs. 1 TG haben gästetaxenpflichtige
Eigentümer, Nutzniesser und Dauermieter von Ferienwohnungen die
Gästetaxe unabhängig von Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts in Form
einer Jahrespauschale zu entrichten, welche auf einer durchschnittlichen
Anzahl an Übernachtungen in einer Wohnung pro Jahr beruht. Als in einer
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Ferienwohnung übernachtender Gast im Sinne von Art. 10 Abs. 1 TG
gelten im Sinne einer abschliessenden Aufzählung jeder nicht
vermietende, rechtliche und wirtschaftliche Eigentümer, Nutzniesser
sowie Dauermieter und deren Besucher (Art. 10 Abs. 2 TG). Gemäss Art.
6 lit. c ABzTG setzt sich die obligatorische Jahrespauschale für
Ferienwohnungen aus einer Grundtaxe pro Wohnung und Jahr von CHF
220.-- und einem Betrag pro Quadratmeter Nettowohnfläche und Jahr von
CHF 9.-- zusammen.
3.1. Vorliegend erhob die Beschwerdegegnerin von den Beschwerdeführern
mit Veranlagungsverfügung und Rechnung vom 28. September 2020 für
das Jahr 2020 pauschal eine Gästetaxe von CHF 940.-- (CHF 220.--
[Grundtaxe] + CHF 720.-- [80 m2 x CHF 9.--]) (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 3). Dagegen erhoben die
Beschwerdeführer zunächst Einsprache an die Beschwerdegegnerin (vgl.
Bg-act. 4) und danach – nach Abweisung dieser Einsprache –
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin
beantragten die Beschwerdeführer die Reduktion der in Rechnung
gestellten Gästetaxe um CHF 700.-- auf CHF 240.--. Zur Begründung
brachten sie vor, die Beschwerdegegnerin habe infolge der Coronakrise
viel weniger Leistungen erbringen müssen. Die nicht angebotenen bzw.
nicht erbrachten Leistungen dürften nicht verrechnet werden. Die
Verrechnung der vollen Gästetaxe wäre ein Gewinn für die
Beschwerdegegnerin. Zudem sei die Zufahrt zu ihrer Ferienwohnung
während der Hauptsaison im Sommer aufgrund von Bauarbeiten für einige
Wochen gesperrt gewesen. Aufgrund dieser Einschränkungen seien sie
seit Neujahr 2019/2020 nicht mehr in B._ gewesen. In ihrer
Einsprache führten die Beschwerdeführer zusätzlich aus, dass der See
Entenflöhe gehabt habe. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, erweisen sich
diese Rügen als nicht stichhaltig.
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3.2. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer ist festzuhalten, dass die
Nutzung des touristischen Angebots der Beschwerdegegnerin durch die
Coronakrise nur minimal eingeschränkt war. Wie die Beschwerdegegnerin
zu Recht ausführt, verkennen die Beschwerdeführer, dass die meisten
touristischen Infrastrukturen der Sommersaison, wie beispielsweise Bike-
und Wanderwege, trotz den coronabedingten Einschränkungen genutzt
werden konnten. Ob die Gästetaxenpflichtigen von der vorhandenen
touristischen Infrastruktur auch tatsächlich Gebrauch machen, ist dabei
nicht von Bedeutung. Entscheidend ist allein, dass sie davon profitieren
könnten, wenn sie dies wollten (vgl. Urteile des Bundesgerichts
2C_712/2015 und 2C_794/2015 vom 22. Februar 2016 E.3.3.3). Zudem
ist darauf hinzuweisen, dass die Bergbahnen und die weiteren
Wintersportinfrastrukturen von anfangs 2020 bis zum Beginn des
Lockdowns am 16. März 2020 uneingeschränkt nutzbar waren. Wie die
Beschwerdegegnerin plausibel darlegt, kann dieses Datum mit einer
Schliessung der Bergbahnen wegen schlechter Schneelage oder frühen
Ostern verglichen werden.
3.3. Bezüglich des beschwerdeführerischen Einwands, wonach die Einziehung
der vollen Gästetaxe ein Gewinn für die Beschwerdegegnerin wäre, ist
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin vorliegend
nachvollziehbar ausführt, dass die jährlichen Einnahmen aus der Gäste-
und Tourismustaxe die jährlichen Aufwendungen für touristische
Einrichtungen und Veranstaltungen nicht zu decken vermöchten, weshalb
hierzu auch noch Gelder aus sonstigen Einnahmen verwenden werden
müssten. Am Rande sei noch erwähnt, dass das Bundesgericht die
Zweckkonformität der Verwendung der Gästetaxeneinnahmen als
gegeben und die Rechenschaftspflicht der Beschwerdegegnerin als erfüllt
erachtet hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1049/2017 vom 15. April
2019 E.5).
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3.4. Des Weiteren ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass trotz der
Bauarbeiten (Sanierung, Leitungsarbeiten) sowohl die Ferienwohnung der
Beschwerdeführer als auch die touristische Infrastruktur von B._
genutzt werden konnten. Auch schliesst eine zeitlich eingeschränkte
Zufahrt die Nutzung der Ferienwohnung nicht aus. Vielmehr sind solche
Bauarbeiten erforderlich, um die Infrastruktur in der Gemeinde zu erhalten,
wovon letztlich auch die Ferienwohnungseigentümer profitieren.
3.5. Wie bereits dargelegt, war es den Beschwerdeführern über weite Teile des
Jahres 2020 möglich, sowohl ihre Ferienwohnung als auch das
touristische Angebot der Beschwerdegegnerin zu nutzen. Dass sie im
besagten Jahr darauf verzichtet haben, nach B._ zu gehen und in
ihrer Ferienwohnung zu übernachten, ändert an der Gästetaxenpflicht
nichts. Denn aus der Natur der Gästetaxe als Kostenanlastungssteuer
ergibt sich, dass es keine Rolle spielt, ob die Beschwerdeführer ihre
Ferienwohnung oft oder weniger oft bzw. überhaupt nicht nutzen. Es
genügt, dass die Beschwerdeführer als Eigentümer einer Ferienwohnung
zu jenem Personenkreis gehören, welcher von der touristischen
Infrastruktur des Gemeinwesens in der Regel profitiert. Die Bemessung
richtet sich dabei nicht nach den konkret nachgewiesenen Vorteilen (vgl.
Erwägungen 2.1 und 2.3 vorstehend; siehe auch Urteile des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden A 16 52 vom 14. März
2017 E.4e, A 16 41 vom 7. Oktober 2016 E.4a, A 15 59 vom 1. Juli 2016
E.4f). Schliesslich wurde die Nutzung der eigenen Ferienwohnung im
Kanton Graubünden denn auch nie behördlich verboten.
3.6. Der Vollständigkeit halber ist noch festzuhalten, dass auch das
Vorkommen von Entenflöhen im See nicht zu einer Reduktion der in
Rechnung gestellten Gästetaxe führt, da diese – vor allem nach längeren
Schönwetterperioden – zu den in einem solchen Gewässer
vorkommenden Lebewesen gehören. Den sich am Ufer des Sees
befindlichen Warntafeln ist zu entnehmen, dass das schweizweite
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Problem beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
BLV bekannt und das Amt für die Überwachung der Badesee-Qualität in
der Schweiz zuständig ist.
4. Im Ergebnis erweist sich die den Beschwerdeführern für das Jahr 2020 in
Rechnung gestellte Gästetaxe in der Höhe von CHF 940.-- und mit ihr der
angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Januar 2021 als rechtens,
was zu dessen Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen
Beschwerde vom 20. Februar 2021 führt.
5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 72 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 VRG von den unterliegenden
Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung zu tragen. Die
Staatsgebühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 900.--
festgesetzt.
5.2. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein
Anlass, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine
Parteientschädigung zusteht.