Decision ID: dd947266-f4c1-5ddc-a5ce-085bd7ed5e97
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
war seit 1
1.
November 2013 im teilzeitlichen Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
bei der Stadt
Y._
als Haushelfe
rin beziehungsweise Mitarbeiterin Spitex tätig (
Urk.
10/11/1-4), als sie sich am
2.
Juli 2018
mit dem Hinweis auf eine
seit
1.
Oktober 2016 bestehende Fatigue nach einer Brustkrebsoperation mit Bestrahlung (
Urk.
10/5
Ziff.
6.1) bei der
Inva
liden
versi
che
rung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
10/5
). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit
Mitteil
ung vom
3.
August 2018
(Urk.
10/10
)
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Eingliederungs
mass
nahmen
und veranlasste
eine Abklärung im Haushalt der Versicherten (Abklärungsbericht vom
2
7.
März 2019
; Urk.
10/28
). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfah
ren
(Urk.
10/
3
3,
Urk.
10/35 und
Urk.
10/40
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
3.
September 2019
(Urk.
10/44
= Urk. 2) einen Rentenan
spruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
3.
September 2019
(Urk. 2) erhob die Versicherte am
2
2.
Oktober 2019
Beschwerde (Urk. 1) und
beantragte
, diese sei aufzu
heben und es sei
ihr eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
5.
November 2019 (Urk. 9
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
, wovon der Beschwerdeführerin am 1
9.
Mai 2020
Kenntnis
gegeben wurde (
Urk
11)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsve
rmögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.6
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Renten
prüfung der versicherten Person die invalidisieren
den Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit ver
mutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines ob
jektivierbaren wie
auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
3.
Septem
ber 2019
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsscha
den im Umfang
eines Arbeitspensums
von
5
0 % eine Erwerbstätigkeit ausüben
würde
und im restlichen Umfang von
5
0 % im anerkannten Aufgabenbereich des Haushalts tätig
gewesen
wäre.
Die Beschwerdegegnerin ging sodann davon aus, dass der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen
Gründen die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50
%
zuzumuten sei, und dass im Haushalt keine Einschränkung ausgewiesen sei, woraus ein Invaliditätsgrad von insgesamt 25
%
resultiere. Da jedoch selbst bei Annahme einer Resterwerbsfähigkeit im Umfang von 40
%
lediglich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 30
%
resultier
t
e
und mithin der für eine Invalidenrente vorausgesetzte Mindestinvaliditätsgrad von 40
%
nicht erreicht werden würde
, könne die Frage
, ob eine Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % oder 40
%
vorliege, offengelassen werden (
Urk.
1 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
hiegegen
vor, dass sie bei Gesundheit
im
Umfang
eines Arbeitspensums von 8
0
%
bis 100
%
eine Erwerbs
tätig
keit ausüben würde
(
Urk.
1 S. 4)
. Denn
obwohl ihr im Jahre 2015 im Eheschutzverfahren eheliche Unterhaltsbeiträge zugesprochen worden seien (
Urk.
1 S. 5), sei davon auszuge
hen, dass
sie gemäss dem
noch zu fällenden
Gerichtse
ndentscheid
betreffend
Ehe
scheidung verpflichtet sein würde, ihr Arbeitspensum über den bisherigen Um
fang von 50
%
, allenfalls sogar auf 100
% zu erhöhen (
Urk.
1 S.
7). Sodann bestehe lediglich noch eine Restarbeitsfähigkeit von 40
%
. Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
sei schliesslich zu berücksichtigen, dass sie beabsichtigt habe, eine Ausbildung zur Pflegefachfrau HF zu absolvieren,
und
dass
sie diese Ausbildung nach Ausbruch der Krebserkrankung nicht habe antreten können (
Urk.
1 S. 8).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Vorerst zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage,
in welchem Um
fang
die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre.
3.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
täts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
g
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28
E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
ur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen w
erden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
und Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom
26. September 2018 E. 4.1.1).
3.3
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin in der angefochte
nen Verfügung vom
3.
Juli 2018 im Umfang von
50
% als Erwerbstätige und im rest
lichen Umfang von
5
0 % als im Aufgabenbereich Haushalt Tätige (
Urk.
2
S. 2
). Von der Beschwerdeführerin wird diese Quali
fikation bestritten (
Urk.
1 S. 4 ff.
).
3.4
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war die Beschwerdeführerin seit 1
1.
November 2013
bei der Stadt
Y._
als Haushelferin
,
ab
1.
Oktober 2016 im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
,
tätig
(
Urk.
10/11
Ziff.
2.1).
Bei der Stadt
Y._
galt jedoch die Regelung einer Jahresarbeitszeit, weshalb die Wochenarbeitszeit aus organisatorischen Gründen das vertragliche Arbeitspen
sum von 50
%
über- oder unterschreiten konnte
(
Urk.
10/11/5).
3.5
Mit Zeugnis
sen
vom 2
6.
Juni 2018 (
Urk.
10/11/6
und
Urk.
10/3
) attestierte
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 21 Stunden in der Woche beziehungsweise von 50
%
für die Zeit
vom
1.
Juni bis 3
1.
Juli 2018.
3.6
Gemäss Dispositiv Ziffer
5 und
6 des
nach Lage der Akten
rechtskräftigen und
weiterhin
gültigen
Urteil
s
des Bezirksgerichts Winterthur vom
2.
Dezember 2015
betreffend Eheschutzmassnahmen
(Urk. 3/3)
wurde
der
Ehegatte der Beschwerde
führerin verpflichtet,
ihr
für die Dauer des Getrenntlebens monatliche Ehegatten
unterhaltsbeträge von
Fr.
3'500.--
und Unterhaltsbeiträge für das gemeinsame Kind in Höhe von
Fr.
1'750.--
zu bezahlen.
Gemäss Dispositiv Ziffer 8 des Urteils wurde sodann von folgender Vereinbarung der Parteien
Vormerk
genommen: «Die Gesuchstellerin beabsichtigt ab Herbst 2016 die Ausbildung zur Pflegefach
frau HF berufsbegleitend zu absolvieren. Damit verbunden ist voraussichtlich ein höheres Einkommen sowie höhere Kosten für den Arbeitsweg, die Verpflegung und evtl. die Fremdbetreuung».
3.7
Bei den Akten befindet sich sodann ein
e
E-
Mail des
Ausbildungsz
entrums
A._
vom 3
0.
März 2015 an die Beschwerdeführerin (
Urk.
7), wo
rin der Beschwerdeführerin mitgeteilt wurde, dass
ein neuer Login im Webtool für das Anrechnungsverfahren des
A._
eingerichtet worden sei
, und worin die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen wurde, ihre Daten zu vervollständigen und die Anmeldegebühr von
Fr.
80.-- zu bezahlen.
3.8
In der Anmeldung für Leistungen der Invalidenversicherung vom
2.
Juli 2018 (
Urk.
10/5) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie seit dem
1.
Oktober 2016 im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
und bei einem Monatslohn von Fr. 2'363.-- bei der Stadt
Y._
als Haushelferin tätig gewesen sei
(
Ziff.
5.4)
.
3.9
Anlässlich des Standortgesprächs vom
3.
August 2018
(
Urk.
10/9)
gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin an, dass sie ihr Arbeits
pensum bei der Stadt
Y._
auf Anraten ihres Ehescheidungsanwaltes
per
1.
Oktober 2016
von 25
%
auf 50
%
erhöht habe, weil
davon auszugehen sei, dass sie durch das Ehescheidungsg
ericht
im Scheidungsurteil verpflichtet werden werde,
im Umfang eines 25
%
übersteigenden Arbeitspensums erwerbstätig zu sein. Vor
dem
1.
Oktober 2016 habe sie lediglich im Umfang eines Pensums von 25
%
gearbeitet, um daneben
noch
ihren Sohn betreuen und den Garten ihres grossen Hauses pflegen zu können. Bei guter Gesundheit würde sie indes im Um
fang von 80
%
eine Erwerbstätigkeit ausüben und im Umfang von 20
%
ihren Sohn betreuen und den Haushalt führen (S. 3)
.
3.10
Dr.
Z._
erwähnte in ihrem Bericht
vom
1
7.
August 2018 (Ur. 10/14/3-8), dass sie die Beschwerdeführerin seit April 2018 behandle
(
Ziff.
1.1),
und führte aus, dass bei der Beschwerdeführerin im Jahre 2015 ein Mammakarzinom (Brustkrebs) diagnostiziert worden sei, und dass anschliessend eine Tumorektomie und eine brusterhaltende Therapie durchgeführt worden seien. Die Beschwerdeführerin habe vorerst im Umfang eines Pensums von 40
%
, ab Oktober 2016 im Umfang eines solchen von 50
%
in der Hauspflege gearbeitet.
Aktenana
mnesti
s
ch werde die Müdigkeit in der Krankengeschichte des vormaligen Hausarztes erstmals im November 2017 erwähnt
(
Ziff.
2.1).
3.11
Die Abklärungsperson
erwähnte im Abk
lärungsbericht
vom 2
7.
März 2019 (
Urk.
10/28), dass
am 1
4.
März 2019 in Anwesenheit der Beschwerdeführer
in
eine
Abklärung
durchgeführt worden sei, und führte aus
, dass die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Angaben
seit
November 2013
vorerst
in einem Pensum von 25
%
und ab Oktober 2016 in einem solchen von 50
%
bei der Spitex
der Stadt
Y._
gearbeitet habe
. In der Folge
habe sie g
esundheitsbedingt ihr Pensum per Januar 2019 auf 40
%
reduzieren wollen. Die Stadt
Y._
habe
jedoch
den Arbeitsvertrag
rückwirkend per
1.
November
2018
auf ein Pensum von 40
%
angepasst
, obwohl ihre Hausärztin ihr
für November und Dezember 2018 eine
Arbeitsunfähigkeit
von 10
%
in Bezug auf das P
ensum
von 50
%
attestiert
hätte
.
Gegenwärtig leiste sie im Rahmen eines Arbeitspensums von 40
%
jeweils von Dienstag bis Freitag von acht bis 12 Uhr am Morgen sowie
jeweils alle
zwei Wo
chen
während
zwei zusätzliche
n
Nachmittage
n
am Dienstag und Donnerstag
von 14 bis 16 Uhr am Nachmittag
Arbeitseinsätze
(S. 4).
Die Beschwerdeführerin
habe
bis zur
faktischen Ehet
rennung im Januar 2016
in einem kleinen Teilzeitpensum von 25
%
gearbeitet
und
sich um den Haushalt
, den
Garten und die Kinderbetreuung gekümmert
. Vor
der
faktischen Ehetrennung
sei eine
Pensumerhöhung
nie zur Diskussion gestanden
.
Sie habe das
Arbeitspen
sum
bei der Stadt
Y._
per Oktober 2016
lediglich
auf Anraten ihrer Scheidungsanwältin von 25
%
auf 50
%
erhöht.
Anschliessend
habe
das Arbeits
verhältnis
jedoch
gesundheitsbedingt per November 2018 auf 40
%
reduziert
wer
den müssen. Im Herbst
2015 habe
sie
sich beim
A._
angemeldet
,
um die Ausbil
dung zur Dipl. Pflegefachfrau HF
zu absolvieren. Sie habe sich dabei erhofft,
in Zukunft ein
en
besseren
Lohn
zu erzielen
. Dieses Vorhaben
habe sie
jedoch nach der
Brustkrebsdiagnose im
Jahre
2015 nicht
mehr
weitergeführt
(S. 5)
.
Gegen
wärtig
könne
sie
sich vorstellen,
bei guter Gesundheit
im Umfang eines Arbeits
p
ensum
s
von 80
%
bis
100
%
eine Erwerbstätigkeit auszuüben, da ih
r Sohn bereits 16 Jahre alt sei und keine Betreuung mehr benötige.
Da die Beschwerde
führerin indes während ihres gesamten Ehelebens nur in einem
kleinen Teilzeit
pensum von 25
%
berufstätig gewesen
und
nie in Betracht gezogen habe,
mit zunehmendem Alter des Sohnes ein höheres Pensum anzustreben
, und da sie das Pensum i
m Oktober 2016
nur auf
Anraten der Scheidungsanwältin
im Hinblick auf das Ehescheidungsverfahren auf 50
%
erhöht habe, seien die Angaben, dass
sie bei Gesundheit im Umfang eines
Pensum
s
von 8
0
%
bis
100
%
berufstätig wäre, nicht nachzuvollziehen. Vielmehr gelte es zu berücksichtigen, dass sie
vor der Trennung
von ihrem Ehegatten
nie ein höheres Pensum als
ein solches im Umfang von
25
%
angestrebt
habe
. Die
Beschwerdeführerin
hätte schon vor der Brustkrebsdiagnose im Jahr 2015 das Pensum erhöhen können
. Zudem erhalte sie von ihrem
getrenntlebenden
Ehegatten
beachtliche Unterhalts-
beziehungs
weise
Alimentenzahlungen
.
Diesbezüglich sei davon auszugehen, dass diese Zahlungen gekürzt werden würden, wenn sie
i
m Umfang
ein
es höheren
Pensum
s
als 50
%
a
rbeiten würde
. Aus diesen Gründen sei die Beschwerdeführerin im Um
fang von
50
%
als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 50
%
als mit dem Aufgabenbereich
Haushalt
Beschäftigte zu qualifizieren (S. 6).
3.12
In ihrem
Einwand
vom 2
8.
Mai 2019 (
Urk.
10/35) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie
auf Grund
der bevorstehenden Ehescheidung ihr Erwerbspensum (im Gesundheitsfall) hätte erhöhen müssen, und dass sie ohne Gesundheitsschaden im Umfang eines Pensums von 80
%
bis 100
%
erwerbstätig wäre. Es sei sodann davon auszugehen,
dass
die Unterhaltsbeiträge, die sie gegenwärtig erhalte, im Scheidungsurteil stark gekürzt werden würden (S. 2).
3.13
In der Beschwerde vom 2
2.
Oktober 2019 (
Urk.
1) gab die Beschwerdeführerin erneut an, dass sie bei Gesundheit im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
bis 100
%
eine Erwerbs
tätig
keit ausüben würde (S. 4), und dass davon auszuge
hen sei, dass sie im Scheidu
ngsurteil verpflichtet werden wü
rde, ihr Arbeitspen
sum über den bisherigen Umfang von
50
%
, allenfalls sogar auf 100
% zu erhö
hen (S. 7).
4.
4.1
Nach Gesagtem steht fest, dass die Beschwerdeführerin
ihr Arbeitspensum bei der Stadt
Y._
im Umfang
von ursprünglich 25
%
per
1.
Oktober 2016 auf 50
% erhöhte (vorstehend E. 3.8 f.).
Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der
Beschwerdegegnerin anlässlich des Standortgesprächs vom
3.
August 2018 (vor
stehend E. 3.9)
sowie
anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 1
4.
März 2019 (vorstehend E.
3.14
) übereinstimmend an, dass sie das Arbeitspensum bei der Stadt
Y._
im Hinblick auf das Ehescheidungsverfahren auf Anraten ihres Scheidungsanwaltes beziehungsweise ihrer Scheidungsanwältin per
1.
Oktober 2016 auf 50
%
erhöht habe.
4.2
Gemäss
Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
7.
August 2018 (vorstehend E. 3.10)
wurde
eine Müdigkeit in der Krankengschichte des früheren Hausarztes der Beschwer
degegnerin er
stmals im November 2017 erwähnt
. Gestützt darauf ist daher mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Beginn des
anspruchsrelevanten
Gesundheitsschadens zu diesem Zeitpunkt auszugehen. Hin
weise
darauf
, dass die Beschwerdeführerin bereits am
1.
Oktober 2016 unter einem die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Gesundheitsschaden gelitten hätte, sind den Akten nicht zu entnehmen.
4
.3
Sodann steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin im März 2015 beim
A._
für das Anrechnungsverfahren im Hinblick auf eine Ausbildung zur Pflegefachfrau HF angemeldet hat (vorstehend E.
3.7
), und dass sie gegenüber dem Ehesc
hutz
gericht im Jahre 2015 angab
, ab Herbst 2016 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau HF berufsbegleitend absolvieren
zu wollen
(vorstehend E. 3.6).
In der Folge hat sich die Beschwerdeführerin
nach Lage der Akten
im Herbst 2016 jedoch nicht um die Aufnahme der Ausbildung bemüht, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt
nicht aktenkundig
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wurde
und
insbesondere zu diesem Zeitpunkt
noch nicht unter
d
er erstmals im November 2017
aktenkundi
gen starken
Müdigkeit litt. Der Beschwerdeführerin ist daher nicht
zu
folgen, wenn sie geltend mach
t
, dass sie die
Ausbildung zur Pflegefachfrau HF
auf Grund einer
Krebserkrankung
und damit aus gesundheitlichen Gründen im Herbst 2016
nicht
habe antreten können (
Urk.
1 S.
8).
4.4
N
achdem sich
die Beschwerdeführerin
im Jahre 2015 faktisch von ihrem Ehegat
ten getrennt hatte, und nachdem ihr mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom
2.
Dezember 2015
betreffend
Eheschutzmassnahme
n
monatliche Ehegatten
unterhaltsbeträge von
Fr.
3'500.--
und Kinderunterhaltsbeiträge von Fr.
1'750.--
zugesprochen worden waren
(vorstehend E. 3.6),
ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführer ihr Arbei
tspensum
im Rahmen einer bewussten Entscheidung lediglich auf
50
%
erhöhte und freiwillig davon absah, in einem höheren Umfang ein Erwerbspensum auszuüben. Des Weiteren sah die Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht aus gesundheitlichen Gründen
im Okto
ber 2016 davon ab, die von ihr ursprünglich in Betracht gezogene Weiterbildung zur
Pflegefachfrau HF
anzutreten
.
Es
wäre
ihr
unter Berücksichtigung des Betreu
ungsaufwandes
für
ihre
n
am
1.
Oktober 2016 schon über 13 Jahre alten Sohn (vgl.
Urk.
10/4) ohne weiteres möglich gewesen, bereits zu diesem Zeitpunkt eine Erwerbstätigkeit im Umfang eines
50
%
übersteigenden
Beschäftigungsgrades aufzunehmen
beziehungsweise neben ihrer Erwerbstätigkeit berufsbegleitend eine
Weiterbildung zur Pflegefachfrau HF
anzutreten
.
Unter diesen Umständen ist der Antritt einer Weiterbildung im Gesundheitsfall durch die Beschwerdefüh
rerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.5
Der Beschwerdeführerin ist sodann nicht zu folgen, wenn sie aus dem Umstand, dass das Scheidungsgericht ihr
im Scheidungsurteil
die Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit in einem höheren Umfang
als
50
%
zumuten
könnte
,
bereits für den vorliegend massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
September 2019 (
Urk.
2)
auf eine Qualifikation in einem höheren Um
fang als 50
%
schliessen will. Denn zu
diesem
Zeitpunkt lag ein Scheidungsurteil noch nicht vor. Vielmehr
bezog die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt wei
terhin
monatliche Ehegattenunterhaltsbeträge von Fr.
3'500.--
und
Kinderunter
haltsbeiträge von
Fr.
1'750.
--
.
Dies
e
monatlichen Unterhaltsbeträge, welche in betraglicher Hinsicht den von der Beschwerdeführerin bei der Stadt
Y._
bei einem Pensum von 50
%
erzielten Monatsverdienst (vgl.
Urk.
10/11/7) über
trafen, stellen in finanzieller Hinsicht ein
weiteres
Indiz gegen die Erhöhung des Arbeitspensums durch die Beschwerdeführerin dar.
4.6
Mangels weiterer persönlicher, familiärer, sozialer oder erwerblicher Umstände, welche überwiegend wahrscheinlich auf eine Erhöhung des erwerbli
chen Pen
sums schliessen liessen
und mangels konkreter Hinweise für die Aufnahme einer berufsbegleitenden Weiterbildung
, ist daher mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
nach Eintritt des Gesund
heitsschadens im November 2017
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefoch
tenen Verfügung vom 2
3.
September 2019 (
Urk.
2)
im hypothetischen Gesundheits
fall weiterhin im bisherigen teilzeitlichen Umfang eine
s Arbeitspen
sums von 5
0 % erwerbs
tätig gewese
n
wäre
und sich im restlichen Umfang von 5
0 %
im Aufgabenber
eich H
aushalt betätigt hätte
, ohne dass sie daneben berufs
begleitend eine Weiterbildung angetreten hätte.
Unter d
iesen Umständen ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Ver
fügu
ng im Umfang von 5
0 % als Erwerbstätig
e und im restlichen Umfang von 5
0 % als
im
anerkannten Aufgabenbereich
Haushalt
Tätige qualifizierte.
5.
5.1
Im Folgenden gilt es die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebende medizinische Aktenlage zu prüfen.
5.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, erwähnte in seinem Bericht vom 2
2.
Juni 2018 (
Urk.
10/14/11-12), dass
die Beschwerdefüh
rerin
unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit und
unter einem vermehrten
Schlafbedarf leide.
Sie gehe
abends
um neun
Uhr
schlafen und müsse am Morgen schon
um
vier Uhr und vierzig Minuten
aufstehen
. Sie
fühle
sich während des Tages
müde und
hole
den Schlaf
während des Wochenendes
nach. Dies bedeute, dass sie
dann
ebenfalls
um neun
Uhr zu Bett gehe und bis
fünf oder sechs
Uhr am Morgen schlafe. Zusätzlich schlafe sie am Wochenende auch noch tagsüber zwischen einer bis
vier
Stunden. Dieses vermehrte Schlafbedürfnis bestehe seit einer
Mammaoperation
und
einer nachfolgenden
Bestrahlung im Jahr 201
5.
Vor
her habe sie ein normales Schlafbedürfnis gehabt. Sie selber mein
e
, unter einem Fati
gue-Syndrom zu leiden (S. 1). Da keine
Hinweise für
ein
depressives Erleben
bestünden
,
sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig nicht unter einer
depressive
n
Störung
leide
. Ob
sie unter einem
Fatigue-Syndrom
leide
,
könne er n
icht sicher beurteilen. Zumindest
hätten sich
kein
e
Ermüdungszeichen während der Untersuchung
gezeigt (S. 2).
5.3
Dr.
Z._
führte in ihrem berei
t
s erwähnte
n (vorstehend E.
3.10
)
Bericht
vom 1
7.
August 2018 (Ur. 10/14/3-8)
aus
, dass
die Beschwerdeführerin unter einer grossen
Müdigkeit
leide und v
iel Schlaf
brauche. Es gelinge
ihr nicht, neben der im Umfang eines Pensums von 50
%
ausgeübten Tätigkeit noch ein zufrieden
stellendes soziales Leben zu führen. Eine psychiatrische Abklärung habe keine Depression ergeben und eine Schlafapnoeabklärung sei unauffällig gewesen. Ein telefonisches Konsilium mit einer Onkologin habe ergeben, dass auf Grund des Umstandes, dass
andere Ursachen der Müdigkeit
hätten
ausgeschlossen
werden können
,
das Vorliegen einer tumorassoziierte
n
Fatigue möglich sei, dass dies aber nicht zu beweisen sei (
Ziff.
2.1). Die Ärztin führte sodann aus, dass sie der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Sie habe der Beschwerdeführerin lediglich attestiert, dass sie in zeitlicher Hinsicht nicht in einem höheren Umfang als in dem
tatsächlich ausgeübten Arbeitspensum
von 50
% arbeiten könne (
Ziff.
1.3). In der Führung des Haushalts sei die Beschwer
deführerin lediglich leicht eingeschränkt, wobei ihr Lebenspartner und ihr Sohn mithelfen würden (
Ziff.
4.5).
5.4
Mit Bericht vom 3
0.
November 2018 (
Urk.
10/25) stellte
Dr.
Z._
die folgende Diagnose (
Ziff.
1.2):
-
ausgesprochene Müdigkeit und Erschöpfung (Differentialdiagnose: Cancer
related
Fatigue
bei Status nach
Mammaoperation
im Jahre 2015)
Die Ärztin führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin entschlossen habe, ihr Arbeitspensums ab sofort (auf 40
%
) zu reduzieren, und dass sie die Beschwerde
führerin, da die Änderung des Arbeitsvertrages erst per
1.
Januar 2019 erfolgen werde, bis zu diesem Zeitpunkt im Umfang von
1
0
%
krankgeschrieben habe (
Ziff.
1.3). Sie erwähnte zudem, dass sich die Beschwerdeführerin in einem Schei
dungsverfahren befinde, und dass ihr Ehegatte von ihr verlange, dass sie nach der Scheidung
ihr Arbeitspensum erhöhe (Ziff.
4.4).
5.5
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, erwähnte in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
10/27), dass die Beschwer
deführerin unter Müdigkeit leide und manchmal zehn bis dreizehn Stunden schlafe. Die
Müdigkeit
sei nicht planbar
. M
anchmal schlafe sie selbst
im Sitzen bei Gesprächen ein.
Die Beschwerdeführerin stehe üblicherweise am Morgen um
vier bis sechs Uhr auf und gehe um acht bis zwölf Uhr zur Arbeit (S. 1). Sie erfülle die diagnostischen Kriterien einer tumorassoziierten Fatigue
gemäss
dem Vor
schlag zur Aufnahme der Diagnose
«
Cancer-
related
Fatigue
»
in das ICD-10 Klassifikationssystems. Da es sich bei der tumorassoziierten Fatigue um
ein eigenständiges Krankheitsbild
handle
, welches als Begleitsymptom
einer onkolo
gischen
Erkra
nkung und ihrer Therapie auftrete
,
läge ihm
zumindest mittelbar eine organische Ursache zugrunde
(S. 3)
.
Die Beschwerdeführerin sei im Umfang eines Pensums von 40
%
arbeitsfähig.
Da der zeitliche Verlauf
der tumorassozi
ierten
Fatigue nicht gut vorhersehbar
sei
,
und da
die Möglichkeit einer Besserung
bestehe, sollte eine allfällige
Invalidenrente
in drei
Jahren revidiert werden
(S. 4
).
5.6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in ihrer Stel
lungnahme vom
4.
März 2019 (
Urk.
10/31-/5-6)
aus, dass
die Beschwerdeführerin weiterhin in der Lage sei, die bisherige Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
auszuüben. Obwohl nachvollziehbar sei, dass sie an einer starken Müdigkeit seit der Bestrahlung leide, sei von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
in Bezug auf ein Pensum von 100
%
auszugehen. Idealerweise sollte
sie
in zwei Etappen zu je 2 Stunden arbeiten. Es sei indes unklar, ob die Müdigkeit ausschliesslich in Zusammenhang mit der Bestrahlung stehe. Für eine eigenstän
dige psychiatrische Erkrankung bestünden keine Hinweise (S. 2).
6.
6.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh
rerin
seit November 2017 unter Müdigkeit litt (vorstehend E.
3.10
). Während
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 2
2.
Juni 2018 (vorstehend E.
5.2
)
eine psychische
Ursache
der Müdigkeit und
insbesondere eine
depressive Störung
ausschloss, erwähnte
Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom 1
7.
August 2018 (
vorstehend E.
5.3
)
, dass
eine Schlafapnoeabklärung unauffällig gewesen
sei,
und dass gemäss
ein
em
telefonischen
Konsilium mit einer Onkologin
das Vorliegen einer
tumorassoziier
te
n Fatigue möglich, aber
nicht zu
beweisen sei. In ihrem Bericht vom
3
0.
November 2018 (
vorstehend E.
5.4
)
diagnostizierte
Dr.
Z._
ausgesprochene Müdigkeit und Erschöpfung
und erwähnte als D
ifferentialdiagnose
eine
tumor
assoziierte
Fatigue
bei Status nach
Mammaoperation
im Jahre 201
5.
Demgegen
über
ging
Prof.
C._
in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2018 (
vorstehend E.
5.5
)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin
die diagnostischen Kriterien einer tumorassoziierten Fatigue
erfülle.
6.2
Während
Dr.
Z._
der Beschwerdeführerin am 1
7.
August 2018
(
Urk.
5.3)
eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang des von der Beschwerdeführerin tatsächlich aus
geübten Arbeitspensums von 50
%
attestiert hatte, führte sie in ihrem Bericht vom 3
0.
November 2018 (vorstehend E.
5.4
) aus, dass die
Beschwerdeführerin entschlossen habe, ihr Arbeitspensums ab sofort auf 40
%
zu reduzieren, und dass sie ihr bis
zur
arbeitsvertraglichen Umsetzung
der
Pensum
s
reduktion
per
1.
Januar 2019
bereits ab sofort
eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
attestiert habe. Damit übereinstimmend attestierte auch
Prof.
C._
der Beschwerdeführerin
in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2018 (
vorstehend E.
5.5
)
eine Arbeits
fähigkeit in Bezug auf die bisherige Tätigkeit
als Pflegehelferin
im Umfang von 40
%
. Demgegenüber ging
Dr.
D._
in ihrer Stellungnahme vom
4.
März 2019 (
vorstehend E.
5.6
)
davon
aus, dass
der Beschwerdeführer die Ausübung der
bisherige
n
Tätigkeit im Umfang
eines
Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten sei.
6.3
Die Frage, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in der Zeit ab November 201
7
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war
,
kann
jedoch, wie nachfolgend zu zeigen ist,
vorliegend offengelassen werden,
da
selbst bei Annahme einer Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von lediglich 40
%
ein Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin zu verneinen wäre.
7
.
7
.1
Im Folgenden sind
daher
die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
7
.2
Da gestützt auf die
Angaben von
Dr.
Z._
von einem Beginn der massgebenden Arbeitsunfähigkeit
im November 2017
auszugehen ist, und da die Beschwerde
führerin ihren Leistungs
anspruch erstmals am
2.
Juli 2018
geltend machte (Art. 29 Abs. 1 ATSG; vgl. Urk.
10
/5), konnte ein Rentenanspruch früh
estens im
Januar 2019
entstehen (Art. 28 Abs. 1
lit
. b in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG), wes
halb bei der Invaliditätsbemessung die Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt massge
bend sind.
7.3
Da vorliegend das neue Berechnungs
modell bei der gemisch
ten Methode (vorste
hend E. 1.5) zur Anwendung gelangt (Art. 27
bis
Abs. 2-4 IVV in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestim
mung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017; Urteil des Bundes
gerichts 9C_553/2017 E. 5.2), ist das Erwerbseinkommen, das
die
Beschwerdeführerin durch die Teilerwerbstätig
keit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochzurechnen (vorstehend E. 1.5).
7.4
7.4.1
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbs
bereich zu ermitteln.
7.4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.4.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen
sind
bis zum Verfügungszeitpunkt
zu
berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
7.5
7.5.1
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist grund
sätz
lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominal
lohn
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2). Nach der Recht
spre
chung können die im Individuellen Konto (IK) eingetragenen Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens
bilden, wobei starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretenen Schwankungen dadurch Rechnung zu tragen ist, dass auf den Durchschnitt mehrerer Jahre abgestellt wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2013 vom
3.
Oktober 2013 E. 4.2). Der versicherten Person sowie der IV-Stelle steht jedoch der Gegenbeweis offen, dass das tatsächlich erzielte (beitrags
pflichtige) Einkommen höher beziehungsweise tiefer ist als die Einkünfte gemäss dem IK-Auszug (
Art.
25
Abs.
1 IVV; Urteile des Bundesgerichts 9C_658/2015 vom
9.
Mai 2016 E. 5.1.1 und 8C_9/2009 vom 1
0.
November 2009 E. 3.4).
7.5.2
Da
vorliegend
davon auszugehen
ist
, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden weiterhin bei der Stadt
Y._
im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
als Hauspflegerin
tätig wäre
,
und da,
wie bereits erwähnt (vorstehend E. 4.5), nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine
berufsbegleitend
e
Wei
terbildung zur Pflegefachfrau HF
angetreten beziehungsweise absolviert hätte,
hat die
Bemessung des
Valideneinkommens
, entgegen der diesbezüglichen Vor
bringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 8),
nicht
anhand eines hypothetischen
Verdienst
es
einer Pflegefachfrau
HF
sondern anhand des bei der Stadt
Y._
erzielten Verdienstes als Haushelferin
zu erfolgen
.
7.5.3
Grundlage für die Be
messu
ng des
Valideneinkommens
stellt
daher
der
von der Beschwerdeführerin
im Umfang eines Arbeitspensums von 50 % bei der Stadt
Y._
im Jahre 2018 erzielte AHV-b
eitragspflichtige
Jahresverdienst
von
Fr.
31'304.-- (
Urk.
5/11
Ziff.
2.10,
Urk.
5/11/7)
dar
.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Nominal
lohn
entwicklung
von 0.5 % im Jahre 2019 (www.bfs.admin.ch; vgl.
Quartalschätzungen der Nominallohnent
wick
lung
vom 2
9.
November 2019)
resultiert im Jahre 201
9
,
aufgerechnet auf ein hypothe
tisches Arbeitspensum von 100
%
,
ein
Valideneinkommen
von
Fr. 62’921.-- (
Fr.
31'304
.
x 1.00
5
x 2
).
7.6
7.6.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V
297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
7.6.2
Da es sich bei der von der Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheits
schadens im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
ausgeübten Tätigkeit als Haus
helferin
bei der Stadt
Y._
um ein stabiles Arbeitsverhältnis handelt (vgl.
Urk.
5/21)
,
kann die Bemessung des Invalideneinkommens auf Grundlage des von der Beschwerdeführerin dabei im Jahre 2019 erziel
t
en Verdienstes erfol
gen.
7.6.3
Unter der
Annahme einer Arbeitsfähigkeit
von 40
%
in der bisherigen
, gegen
wärtig im Umfang eines Arbeitspensums von 40
%
ausgeübten
,
Tätigkeit
bei der Stadt
Y._
resultiert
e
unter
Berück
sichtigung der durchschnittlichen Nomi
nal
lohn
entwicklung
im Jahre 2019
von 0.5
%
(vgl. vorstehend E.
7.5.3)
im Jahre 2019
ein hypothetisches Inv
aliden
ein
kommen von Fr.
25’168.
(
Fr.
31'304.-- x 1.005 x 2
x 0.4
).
7.7
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
62’921.--
mit dem
Invaliden
ein
kommen von
Fr.
25'168.--
ergibt eine Erwerbseinbusse von
Fr.
37
'
753
.--
und einen Teilinvalidi
tätsgrad im erwer
blichen Bereich von (gerundet) 60
%
.
7.8
7.8.1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungs
an
sprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten
sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn
er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi
gung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö
rigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt
tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche
nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Ange
hörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewie
sener
massen eine Erwerbs
einbusse oder doch
eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.2.3.1).
7.8.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
si
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
7.8.3
Der sich
bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
2
7.
März 2019
(Urk.
5/28; vgl. vorstehend E.
3.11
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. Ge
stützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Überein
stimm
ung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche
rung (KSIH RZ 3087, in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung) statuierten Ver
wal
tungspraxis wur
den darin die im Haushalt anfallen
den Tätigkeiten in fünf Auf
gaben aufge
teilt (Ernährung, Wohnungs- und Haus
pflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämtli
chen anfallenden Tätigkei
ten be
wertet.
Anschliessend
wurde für jede der Tätig
keitsbereiche die
konkrete Be
hin
derung ermittelt. Dabei resultierte
k
eine Ein
schränkung im Aufgabenbereich des Haus
halts
beziehungsweise eine solche von
0
%
(S. 10)
.
7.8.4
Insgesamt genügt der Haushaltabklärungsbericht vom
2
7.
März 2019
(Urk.
5/28
)
den rechtlichen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 7.8.2 und Urteil des Bundes
gerichts I 246/05 vom 30. Oktober 2007 E. 5.2.1, nicht publ. in: BGE 134 V 9). In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass die Abklärungsperson der Beschwerdegegner
in darin davon ausging, dass den im gleichen Haushalt wohnenden Lebenspartner und
Sohn
der Beschwerdeführerin
eine Mithilfe bei der täglichen
R
einigung
sowie
beim Einkaufen zuzumuten
war
. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung vom
2
3.
September 2019
(Urk. 2) gestützt darauf von
k
einer Einschränkung im Haus
haltsbereich ausging.
7.9
Bei einem hypothetischen Umfang der Ausüb
ung einer Erwerbstätigkeit von 5
0 % und der Betätigung im Haushalt im Gesundheitsfall im restlichen Umfang von
5
0 % resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im er
werblichen Bereich von 30 % (60
%
x 0.5
)
,
ein gewichteter Teilin
validitätsgrad im Haush
altsbereich von 0
%
(0
%
x 0.5
) sowie ein Gesamtinvaliditätsgrad von
30
%
.
Da somit
selbst unter
Annahme einer
mit dem von der Beschwerdeführerin tat
sächlich weiterhin ausgeübten
Arb
eitspensum
von 40
%
übereinstimmenden Restarbeitsfähigkeit von 40
%
ein
für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von m
in
des
tens 40 % nicht erreicht würde,
kann vorliegend die Frage nach dem
Umfang der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
beziehungsweise
die
Frage nach einer 40
%
übersteigenden Restarbeits
fähigkeit
offengelassen werden.
8.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit de
r ange
fochtenen Verfügung vom 2
3.
September 2019
(Urk. 2) einen Anspruch der Beschwerde
führerin auf eine Invalidenrente verneinte, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
9.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- fest
zusetzen und
der unterlie
genden Beschwerde
führerin aufzuerlegen
.