Decision ID: 4f9514db-4140-4e81-9a3d-93f9852dcf3b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, von 1990 bis 2007 als
Maschinenbedienerin
tätig, meldete sich am 19. März 2008 unter Hinweis auf eine Depression nach dem To
d
ihres Sohnes sowie Kraftlosigkeit bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte ein psychiatrisches Gutachten ein (Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. Juni 2008,
Urk.
10/25). Nach Auf
erlegung einer Schadenminderungspflicht (psychiatrisch-psychotherapeutische sowie psychopharmakologische Behandlung,
Urk.
10/29) sprach sie der Versi
cherten mit Wirkung ab 1. September 2007 eine ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100
%
zu (Verfügungen vom 16. Dezember 2008 und 6. Februar 2009,
Urk.
10/47, Urk. 10/48 und
Urk.
10/49).
1.2
Im Rahmen eines im Jahr 2009 durchgeführten Revisionsverfahrens (Urk. 10/52
ff.) wurde wiederum ein p
sychiatrisches Gutachten eingeholt (Gut
achten von
Dr.
med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 28. April 2011,
Urk.
10/71) und bei gleichzeitig erneuter Auferlegung einer Schadenminderungspflicht (psychiatrisch-pharmakologische Behandlung und tagesklinische Behandlung 5x die Woche während mindestens 8 Wochen, Urk. 10/73) mit Mitteilung vom 7. Juni 2011 der unveränderte Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
bestätigt (Urk. 10/74).
1.3
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 10/78). Mit Mitteilung vom 7. September 2012 forderte sie die Versicherte dringend auf, ihre Schadenminderungspflicht wahrzunehmen und bis am 12.
Oktober 2012 mitzuteilen, wann und wo sie die stationär
e oder teilstationäre Massnahme
durchführen werde (
Urk.
10/81). Mit ärztlichem Zeugnis vom 24.
September 2012 gab Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, Auskunft über die
seit 2008 laufenden
Behandlungsmassnahmen. Er wies darauf hin, dass zudem im Mai 2012 ein Vorgespräch in der
B._
Tageskli
nik
für Affektkranke stattgefunden habe.
X._
habe sich aber krankheitsbedingt nicht an die Bedingungen einer tagesklinischen Behandlung anpassen können (Urk. 10/83 unter Beilage von
Urk.
10/84). Die IV-Stellte holte bei
Dr.
A._
ergänzende Auskünfte ein (
Urk.
10/86 und Urk. 10/88) und teilte
X._
am 8. März 2013 mit, dass weiterhin Anspruch auf die bis
herige ganze Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 100
%
) bestehe (
Urk.
10/90).
1.4
Im Jahr 2014 nahm die IV-Stelle erneut ein Rentenrevisionsverfahren auf (Urk. 10/93) und holte Arztberichte ein (
Urk.
10/95 und
Urk.
10/97-98). Der Rechtsdienst der IV-Stelle hielt in der Folge auf dem Feststellungsblatt vom 29. Dezember 2014 fest, dass sowohl die
Rentenzusprache
mit Verfügungen vom 16. Dezember 2008 und
6. Februar 2009
, als auch die Mitteilungen vom 7. Juni 2011 und 8. März 2013 betreffend den unveränderten Rentenanspruch zweifellos unrichtig gewesen seien (
Urk.
10/101). Die IV-Stelle holte bei Dr.
Z._
ein psychiatrisches Verlaufsgutachten ein (Gutachten vom 21. Mai 2015
,
Urk.
10/106)
;
zudem liess sie
Dr.
Z._
nach Eingang von
Berichten der behandelnden Ärzte
(
Urk.
10/116-117,
Urk.
10/120 und
Urk.
10/125) im
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
10/109 ff.) zweimal ergänzend Stellung nehmen (
Urk.
10/123 und
Urk.
10/128). Mit Verfügung vom 18. April 2016 setzte
die IV-Stelle
die bisherige ganze Rente auf eine halbe Rente herab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 18. April 2016 erhob die Versicherte am 18. Mai 2016 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen, diese sei aufzuheben und es sei ihr fortdauernd und ohne Unterbruch weiterhin eine ganze Invalidenrente auszu
richten. Zudem ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
(S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 23. Juni 2016, die Beschwerde sei abzuweisen (
Beschwer
deantwort
Urk.
9), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. Juli 2016 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung vom 18.
April 2016 (
Urk.
2) im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer
in
sei
laut
der medizinischen Beurteilung und insbesondere dem psychiatrischen
Verlaufs
gutachten
vom 21. Mai 2015 eine Hilfstätigkeit wieder zu 50
%
zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 56
%
, weshalb die bis
herige ganze Rente mit Wirkung ab 1. Juni 2016 auf eine halbe Rente herabge
setzt werde.
2.2
Dagegen liess die Versicherte in ihrer Beschwerde vom 18. Mai 2016 (
Urk.
1) zur Hauptsache einwenden, die Einschätzung von
Dr.
Z._
, wonach nur noch eine mittelgradige d
epressive Episode vorliege
, widerspreche diametral der Ein
schätzung der behandelnden Ärzte. Inwiefern eine angebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sein soll, sei nicht nachvollziehbar. Sie leide nach wie vor an einer schweren depressiven Episode (
Ziff.
11.b). Die
Beschwer
degegnerin
habe
einen unverändert gebliebenen, tatsächlich zusätzlich beein
trächtigten
, Gesundheitszustand
neu
beurteilt
, was gemäss Rechtsprechung un
zulässig sei (
Ziff.
11.c). Die Beschwerdeführerin kritisierte weiter, dass es äussert fragwürdig gewesen sei, bei
Dr.
Z._
ein Verlaufsgutachten einzuholen, nachdem der Rechtsdienst in seiner Stellungnahme festgestellt habe, dass auf das erste Gutachten von
Dr.
Z._
vom 28. April 2011 nicht hätte abgestellt werden dürfen, weil seine Diagnosen nicht nachvollziehbar und plausibel ge
wesen seien. Nur schon aufgrund dieser Vorbefassung könne auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 21. Mai 2015 nicht abgestellt werden (Ziff.
13.b). Zudem
habe die Beschwerdegegnerin die Rentenherabsetzung verfügt, ohne die priori
täre Frage der Eingliederung zu prüfen (
Ziff.
16 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch über den 3
1.
Mai 2016 hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat oder ob die Verwal
tung diese zur Recht auf eine halbe Rente reduziert hat.
3.
3.1
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entspre
chender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen
Invaliditätsgra
des
) vorgenommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zu
gesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigen
anstrengung
der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_163/2009 vom 10. September 2010
E. 4.2.2).
3.2
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung von Invalidenrenten bei versicherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Not
wendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortge
schrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden lang
jährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsanspruch geltend machen können. Es wird ihnen
lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
3.
3
Anzumerken bleibt, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts einer subjektiv ausgeprägten Krankheitsüberzeugung beziehungsweise einer (zumin
dest vorerst) fehlenden Eingliederungsmotivation nicht mit einer direkten
Ren
tenaufhebung
, sondern mit der Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitver
fahrens
zu begegnen
wäre
(Urteil 9C_68/2015 vom 24. April 2015 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.
4.1
Die 1960 geborene Beschwerdeführerin ist seit dem Jahr 2007 keiner Erwerbstätig
keit mehr nachgegangen. Im Zeitpunkt der Rentenaufhebung (frü
hestens Juni 2016) war sie über 55 Jahre alt. Nach dem vorstehend Ausgeführ
ten (E. 3.1-3.2) fällt sie demnach unter den besonders geschützten Personenkreis und es ist ihr die Selbsteingliederung nach der Rechtsprechung nicht mehr zu
mutbar, weshalb befähigende berufliche Massnahmen notwendig sind.
4.2
Aus den Akten ergibt sich
, dass die Beschwerdegegnerin zwar
davon
ausging, dass der Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen anzubieten seien (vgl. der Eintrag vom 1
4.
Juli 2015 auf dem Feststellungsblatt vom 2
3.
Juli 2015
Urk.
10/108 S. 7). Es wurden allerdings in der Folge keine entsprechenden
Ein
gliederungsbemühungen
an die Hand genommen.
Da die Eingliederungsfrage vorgängig zur Rentenaufhebung zu prüfen ist, ge
nügt auch der Hinweis im Vorbescheid (
Urk.
10/109) beziehungsweise in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) nicht, wonach sich die Beschwerdeführerin bei Bedarf für Hilfe bei der Stellensuche gerne mittels schriftlichen Gesuchs bei der IV-Stelle melden dürfe.
4.3
Damit hat die
Beschwerdegegnerin
den bundesgerichtlich geforderten Vorausset
zungen zur Aufhebung von langjährigen Renten nicht hinreichend Genüge getan. Denn sie muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung der Invali
denrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisches Leistungs
vermö
gen ohne
Weiteres
in einem entsprechend tieferen
Invaliditäts
grad
nie
derschlägt oder ob dafür eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eig
nung,
Belas
tungsfähig
keit
, usw.) und/oder die Durchführung von beruflichen Eingliede
rungsmass
nahmen im Rechtssinne erforderlich ist. Dieser
Prüfungs
schritt
zeitigt dort keine administrativen Weiterungen, wo
die gegenüber der Eingliederung vorrangige Selbsteingliederung direkt zur rentenausschliessenden
arbeitsmarkt
lichen
Ver
wertbarkeit des Leistungsvermögens führt. Das ist na
mentlich der Fall, wenn bisher schon eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit be
stand, so dass der
an
spruchserhebliche
Zugewinn an Leistungsfähigkeit kaum zusätzlichen
Einglie
derungsbedarf
nach sich zieht, vor allem, wenn das hinzu
gewonnene Leistungs
vermögen in einer Tätigkeit verwertet werden kann, wel
che die versi
cherte Person bereits ausübt oder unmittelbar wieder ausüben könnte (Urteil des Bun
desgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010
E. 4.2.2 mit Hinweisen). Gleiches gilt, wenn es sich bei der versicherten Person um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Leben integrierte Person handelt, sodass objektiv ei
ner Selbsteingliederung (trotz fortgeschrittenen Al
ters) nichts entgegensteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2011 vom 16. Mai 2011
E. 3.3).
4.4
Dies jedoch trifft vorliegend nicht zu.
So hat die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2007 keine Erwerbstätigkeit
mehr
ausgeübt und jahrelang eine ganze In
validenrente bezogen. Alsdann verfügt sie über keine abgeschlossene
Berufs
lehre
und hat vor Eintritt der Invalidität zuletzt 17 Jahre an derselben Arbeits
stelle als
Maschinenbedienerin
gearbeitet (
Urk.
10/14
). Laut dem
p
sychiatrischen Verlaufsgutachten von
Dr.
Z._
vom 2
1.
Mai 2015
(Urk. 10/106)
, auf das die Beschwerdegegnerin bei der Rentenreduktion abstellte
(
Urk.
10/108 S. 4 ff.)
, lei
det die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden depressiven Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode mit somatischen S
ymptomen (ICD-
10 F33.11) bei einem Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderungen im Rahmen der unverarbeiteten Trauer (ICD-10 F62.9, S. 7).
Der Gutachter gab an, die Be
schwerdeführerin sei
von September 2007 bis Mai 2015 zu 100
%
arbeitsunfä
hig gewesen. Für die ab Mai 2015 bescheinigte 50%ige Arbeitsfähigkeit seien Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit, geistige Flexibilität und Ausdauer (z.B. Arbeiten unter vielen äusseren Reizen, insbesondere Lärm, Fliessbandarbeit), Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderun
gen an soziale Kompetenzen (Tätigkeiten in grossem Team oder viele
Kunden
kontakte
) sowie Nachtarbeiten nicht geeignet (S. 8). Die Beschwerdeführerin kann somit zum einen nicht auf eine gefestigte und aktualisierbare berufliche Erfahrung zurückgreifen, die sie für die Selbsteingliederung nutzbar machen könnte. Zum anderen liegt eine invaliditätsbedingte erwerbliche Desintegration auf der Hand. Angesichts
des psychischen Leidens und der
damit verbundenen Beeinträchtigung handelt es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine agile, gewandte und im gesellschaftlichen Leben integrierte Person, welche die medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung verwerten könnte.
4.5
Die Beschwerdeführerin kann nach dem Gesagten angesichts ihres Alters und der jahrelangen psychisch bedingten Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und der andauernden psychischen Beeinträchtigung auch bei einer attestierten Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden. Damit ist die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt, als die Beschwerdegegnerin die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert und die Beschwerdeführerin nicht hinreichend auf die berufliche Eingliederung vorbereitet hat. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Be
schwerde mit der Feststellung, dass
die Beschwerdeführerin
einstweilen weiter
hin Anspruch auf die bisherige ganze Rente hat.
4.
6
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen zur Rentenrevision.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG).
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
Art.
61
lit
. g ATSG). Mit Verfügung vom
1.
Juli 2016 wurde die Beschwerdeführerin, die in ihrer Beschwerde ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung
gestellt hatte
(
Urk.
1 S. 2)
,
auf die Möglichkeit hingewiesen, dem Gericht eine detaillierte Zusammenstellung über den bisheri
gen Zeitaufwand und die bisher angefallenen Barauslagen einzureichen (
Urk.
11). Bis heute ist beim Gericht keine Honorarnote eingegangen, weshalb die Entschädigung unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsa
che und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen ist (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend scheint eine
Prozess
entschädigung
von
Fr.
2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
5.3
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung erweist sich bei diesem Ausgang des Verfahrens als
obsolet
.