Decision ID: b5d6ee6f-a093-42bb-b7b5-f7291c5f60ba
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1980
, verheiratet und Mutter von zwei Kindern (geb.
2001 und 2009
)
,
hat
den Beruf der Pflegeassistentin
SRK
erlernt
(
Urk.
7/2)
. Zuletzt arbeitete sie seit dem Jahr 2000 als Pflegeassistentin
in einem Umfang von 70
%
im Pflegezentrum
Z._
.
Am
2
6.
August 2014 stiess
X._
während der Arbeit mit dem linken Unterarm gegen die
Türkante
der Tür
eines Bewohnerzimmers (vgl. UVG-
Schadenmeldung;
Urk.
7/12
S. 2
), wobei sie sich
am linken
Untera
r
m
eine
Ulnaschaftf
raktur
zuzog. Am
2.
Septem
b
er
2014
wurde die Versicherte
im Spital
A._
operiert
(Osteosynthese;
Urk.
7/12 S. 26)
, am
2
0.
Mai 2015
erfolgte
im Spital
B._
die Entfernung
des
Osteosynthesematerials
(
Urk.
7/12 S. 9)
. Unter Hinweis auf
d
en Unterarmbruch links und eine noch immer bestehende Einschränkung in der Beweglichkeit
meldete sich die Versicherte mit Gesuch vom 1
8.
Juli 2015
(Eingang IV-Stelle
:
3.
August 2015)
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3).
Diese zog die A
k
ten des zuständigen Unfallversicherers
Zürich
Versicherung bei (
Urk.
7/12).
Per Anfang 2016 nahm
die Versicherte
ihre Tätig
keit
im Pflegezentrum
Z._
wieder im a
n
gestammten Pensum
auf
(
in ange
passter Form
;
vgl.
Urk.
7/16-17)
,
worauf
die IV-Stelle am
7.
Juni 2016 eine Verfügung
erliess
, mit welcher sie unter Hinweis darauf, dass die Versicherte vor Ablauf von sechs Monaten seit der Anmeldung wieder die volle Arbeitsfähigkeit erlangt habe, einen Anspruch auf IV-Leistungen
(Berufliche Massnahmen/Rente)
verneinte (
Urk.
7/27).
Mit Gesuch vom
1
3.
September 2016
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis darauf, dass es ihr nach wie vor nicht möglich sei
,
ihren ursprünglichen Aufgaben
bereich zu bewältigen (
Urk.
7/34)
,
sowie
Beschwerden am linken Hand
gelenk
und
eine teilweise Krankschreibung durch den Hausarzt
,
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/37).
Die IV-Stelle
gewährte
der Versicherten mit Mitteilung vom 1
5.
Februar 2017 Beratung und Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes (
Urk.
7/47)
,
welche Massnahme sie mit Mitteilung vom 3
1.
Oktober 2017 abschloss,
da
das Arbeitsverhältnis auf diesen Zeitpunkt hin seitens der Arbeitgeberin gekündigt worden war (
Urk.
7/48).
Am 9.
November 2017 wurde der IV-Stelle durch
den
Unfallversicherer
Zürich
ein von
diesem veranlasstes Gutachten
des Zentrums
C._
zur Kenntnis gebracht
(Gutachten vom 1
9.
September 2017;
Urk.
7/50). Die IV-Stelle holte beim Hausarzt ein
en ergänzenden Bericht ein (
Urk.
7/54).
Am 23.
April 2018 erliess
die IV-Stelle
einen Vorbescheid, mit welchem sie
der Versicherten gestützt auf einen errechneten Invaliditätsgrad von 20
%
(gemischte Methode)
die Verneinung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht stellte (
Urk.
7/62). Dagegen liess die Versicherte
Einwand erheben (
Urk.
7/64 und
Urk.
7/68).
Vom
4.
b
is 2
9.
Juni 2018 wurde die Versicherte im Auftrag des RAV
durch die Arbeitsintegration
D._
beruflich
abgeklärt (
vgl. Bericht von
28.
Juni 2018;
Urk.
7/72
).
Am
2
0.
August 2018
führte die IV-Stelle alsdann
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt dur
ch (Abklä
rungsbe
richt von 3
1.
August 2018;
Urk.
7/74)
, wozu sie die Versicherte Stellung nehmen liess (
Urk.
7/77
).
Mit
Mitteilung vom 2
4.
April 2019
g
e
währte die IV-Stelle der Versicherten berufliche Massnahmen in Form von Arbeits
vermittlung
,
womit sie
die
E._
AG
als Durchführungsstelle beauftragte
(Urk.
7/92).
Mit Mitteilung vom 16.
April 2020 schloss sie
Arbeits
vermittlung
wieder ab
,
unter Hinweis darauf, dass die Versicherte diverse Schnuppertage absolviert habe, sich jedoch aufgrund der Schmerzen gezwungen gesehen habe, von den jeweiligen Stellen abzusehen (
Urk.
7/96).
Mit Verfügung vom 17.
A
pril 2020
hielt
die IV-Stelle
gestützt auf einen errechneten Invaliditäts
grad von 24 %
an der Verneinung des Rentenanspruchs fest
(
Urk.
2).
2.
Dagegen lässt
X._
hierorts mit Eingabe vom 18. Mai 2020 (Urk.
1) Beschwerde erheben mit den Anträgen, die Verfügung vom
1
7.
April 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflich
ten, vom
1.
Januar 2018 bis 31.
Juli 2019 eine halbe Invalidenrente und
ab 1.
August 2019 eine Dreiviertels
rente auszubezahlen (1.), eventualiter sei die Verfügung vom 1
7.
April 2020 aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (2.),
subeventualiter
sei die Verfügung vom 1
7.
April 2020 aufzuheben u
nd der Beschwerdeführerin ab 1.
August 2019
eine
Viertelsrente zuzusprechen (3.), unter Kosten- und Ent
schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4.;
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 23.
Juni 2020 stellte die IV-Stelle Antrag auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
6), was
X._
mit Gerichtsverfügung vom 6.
Juli 2020 zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8).
Mit Eingabe vom 23.
Oktober 2020
reichte
X._
eine Kopie des
Schluss
bericht
s
der
E._
AG
vom 1
8.
Juni 2020
ins Recht
(
Urk.
9-10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
Adressatin des mit Eingabe vom 2
3.
Oktober 2020 (
Urk.
9) eingereichten Schluss
berichts der
E._
AG
vom 1
8.
Juni 2020 (
Urk.
10) ist die IV-Stelle. Daher und da die wesentlichen Erkenntnisse des Schlussberichts bereits auch im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 1
6.
April 2020 festgehalten sind (
Urk.
7/87 S. 10 f.)
– und somit vor Erstattung der Beschwerdeantwort -
, recht
fertigt
es sich, die Eingabe vom 2
3.
Oktober 2020 mit dem vorliegenden Endent
scheid zuzustellen.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Be
zie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invali
ditätsbemessung (vgl. BGE 141 V
15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten
Methode (grundlegend BGE 125 V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E
. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbsein
busse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgaben
bereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
2
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2
.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Än
derung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2
.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
3
.
3
.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfüg
ung im Wesentlichen damit, dass die Versicherte gemäss dem
C._
-
Gutachten vom
1
9.
September 2017 in der angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer ihrem Leiden angep
assten Tätigkeit
bestehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%. Unter Berücksichtigung der Einschränkungen im Haushalt (Anteil 25
%) errechne sich ein Invaliditätsgrad von 24
%
,
womit kein Anspruch auf ei
ne Invalidenrente bestehe (Urk.
2)
.
3
.2
Dagegen macht die Beschwerdeführerin zur Hauptsache geltend, die
IV-Stelle habe zu Unrecht und in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auf das drei Jahre alte Gutachten des
C._
abgestellt. Weder das Belastungsprofil noch die 100
%
ige Arbeitsfähigkeit
hätten
in der Praxis ansatzweise umgesetzt werden können, weshalb weitere Abklärungen angezeigt
gewesen wäre
n
.
Alsdann sei a
ufgrund der Erfahrungen bei den beruflichen Massnahmen von einer faktischen
Einhändigkeit
auszugehen,
weshalb
jedenfalls beim Invalideneinkommen ein Ab
zug von 20-25
% vorzunehmen
sei
(Urk.
1).
3
.3
Da die IV-Stelle auf die Neuanmeldung vom 1
3.
September 2016 eingetreten ist, ist
im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob sich der Invaliditätsgrad im Sinne von Art.
17 ATSG
in einer
für den Rentenanspruch relevante
n Weise
geändert hat (E.
2
.4
hie
r
vor).
4
.
4
.1
In dem vom zuständigen Unfallversicherer
Zürich
Versicherungsgesellschaft AG
in Auftrag gegebenen
polydiszi
p
linären
(chirurgisch-internistis
ch
, rheumatolo
gisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch)
Gutachten des
C._
vom
19.
September 2017 hatte
n die verantwortlich zeichnenden
Ärzte die folgenden Diag
nosen gestellt
(
Urk.
7/50 S. 61)
:
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
1.
Reflektorisch ausgedehnte
myofasziale
schmerzhafte Dysbalancen parazervikal und Schultergürtelregion links mit/bei:
-
Konsekutiv erhebliches Schonverhalten mit einer ausgeprägten Belastbarkeitseinschränkung
-
Sta
tus nach distaler
Ulnaschaftfraktur
links am 2
6.
August 2014 mit Oste
osynthese Spital
A._
am 0
2.
September
2014
-
Metallentfern
ung distale
Ulna
links am 2
0.
Mai
2015
-
Entwicklung einer passageren CRPS Stadium I – Komplikation mit Erst
manifestation im August 2014
-
Zurzeit keine Hinweise mehr für eine CRPS-I Problematik
-
2.
Neuropathische Narbenschmerzen des distalen Unterarmes
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
3.
Adipositas Grad I nach WHO
-
4.
Hypercholesterinämie
-
5.
Verdacht auf Harnwegsinfekt
-
6.
Diskrete Affektion des
N.
ulnaris links mit leichter Dysästhesie
Die
Experten
führten aus, z
usammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Versicherte aus rheumatologischer und neu
rologischer Sicht für eine angepasste, leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Belastung für den linken Arm und die linke Hand zu 100
% arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei ein
ge
schrän
kt,
als Pflegeassistentin sei die Versicherte
(nur)
für den Anteil an leichten bis mittelschweren Tätigkeiten (ohne repetitive Belastung für den linken Arm und die linke Hand) arbeitsfähig;
das Pensum könne aufgrund der ungenauen Angaben zum Belastungsprofil nicht abschliessend festgelegt werden; dazu wäre eine A
rbeitsplatzabklärung notwendig.
Aus psychiatrischer und chirurgisch-internistischer Sicht sei die Versicherte für sämtliche infrage kommenden Tätigkeiten zu 100
% arbeitsfähig. Das so aktuell ermittelte Belast
barkeitsprofil gelte seit der aktuellen Begutachtung. Auf
g
rund der vorlieg
e
nden Akten sei eine Zunahme der Beschwer
d
en bei Aufnahme des f
rüh
eren Arbeits
pensums von 70
% seit Mai 2016
mit nachfolgend erneut 100%iger Arbeits
unfähigkeit
nachvollziehbar. Bezüglich einer
optimal
angepassten Tätig
keit lasse sich der Beginn der attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit retrospektiv nicht mit der notwendigen Objekti
vität festlegen (
Urk.
7/50 S. 61
f
f
.
, insbes. S. 67
).
4
.2
Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
führte am 1
8.
Februar 2018 gegenüber der IV-Stelle im Wesentlichen aus, d
ie Versicherte habe sich am 2
6.
August
2014 eine
wenig dislozierte
Ulnaschaftfra
k
t
ur
links zu
gezogen. Diese sei im Spital
A._
primärversorgt worden. In Verlauf habe die Vers
icherte ein CRPS entwickelt – im
Universitätsspital
F._
noch mit Verdacht auf zentrale Komponente. E
igentlich sei bei
einem CRP
S zu erwarten, dass dies
es
mit der Zei
t besser werde. In den letzten d
rei bis vier Jahren habe sich aber leider keine Besserung eingestellt. Die Arbeit
s
unfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegegehilfin betrage eigentlich 100
%, zwischendurch habe sie etw
as redu
ziert werden können
,
als man auf der Abteilung entsprechend Rück
sicht auf ihr Leiden genommen habe. In
s
gesamt betrage
sie
aber 100
%. Auf aus
drücklichen Wunsch der Patientin habe er die
Arbeitsunf
ähigkeit auf 80
% ab 9.
Februar
2018 reduziert in der Hoffnung, dass sie so vielleicht
doch nochmal
s
eine Stelle finde
(
Urk.
7/54).
4
.3
Vom
4.
bis 2
9.
Juni 2018 wurde die Versicherte auf Zuweisung des RAV bezüglich ihrer beruflichen Möglichkeiten und
ihres
Potentials
im Rahmen eines Praxis CHECK
s
durch die Arbeitsintegration
D._
abgeklärt. Im Bericht vom 2
8.
Juni 2018 hielt die zuständige Fachperson im Wesentlichen fest
, die Werkstattarbeiten in zwei der drei Bereiche seien nur bedingt möglich gewesen. Repetitive Arbeiten, die beidhändig und mit Kraft (drücken/ziehen) aus
geführt werden mussten, seien kaum oder nur kurze Zeit möglich
gewesen
. Die Versicherte habe in der Folge über massive Schmerzen geklagt.
Es seien
Schwellungen und Rötungen an der linken Hand und dem linken Unterarm
zu beobachten gewesen
, welche nach kurzer Zeit manuelle Tätigkeiten verun
möglicht hätten. Nach einer Krise am Ende der ersten Woche habe die Ver
sicherte den Praxis CHECK beenden wollen. Die Erfahrung, auch leichte wechsel
belastende
Tätigkeiten kaum ausführen zu können
,
sei für sie schmerzlich gewesen. Nach einem Gespräch mit der Beraterin habe sie sich entschieden
,
zu bleiben
,
und möglichst viele Arbeiten auszuprobieren
,
und habe den Kurs trotz Schmerzen bis zum Schluss motiviert absolviert.
Als Fazit
wurde festgehalten, die Versicherte sei
pflichtbewusst und motiviert, eine neue Stelle zu finden. Sie sei jedoch im Arbeitsalltag des Praxis CHECKs nur stark reduziert belastbar
gewesen
, im Arbeitstempo reduziert, bei feinmotorischen
und
/oder repetitiven Arbeits
abläufen stark eingesch
ränkt (Arm und Hand linksseitig;
Urk.
7/72).
4
.4
Am
3
1.
August 2018
wurde eine Haus
haltabklärung
durchgeführt welche – unter Berücksichtigung der Schad
enminderungspflicht der Familie
–
eine
Einschrän
kung
im Haushalt
von 7.75
% ergab (
Urk.
7/74).
4
.5
Im Rahmen der mit Mitteilung vom
24.
April
2019
gewährte
n
beruflichen Mass
nahmen (Urk.
7/92) wurde die Versicherte durch
E._
AG
bei der Stellensuche, der Kontaktnahme mit potentiellen Arbeitgebern wie auch
bei
der
Organisation von Probetagen beraten und unterstützt
.
E._
AG er
stattete am 2.
Oktober 2019 einen Beratungs- und Integrationsbericht (Verlaufsprotokoll;
Urk.
7/93)
und berichtete
im
Rahmen
einer
am
1
5.
April 2020
mit der
Versicherten
und der
Ei
nglied
e
rungsberatung der IV-Stelle
abgehaltenen Telefonkonferenz
über den weiteren Verlauf
(Urk. 7/87 S.
10 f.)
.
Diese
Erkennt
nisse
wurden
im entsprechenden
schriftlichen
Schlussbericht vom 18.
Juni 2020
an die IV-Stelle
noch schriftlich
festgehalten
(
Urk.
10).
Dem
Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung
(
zur
Telefonkonferenz
vom 15.
April 2020
)
sowie der
damit
inhaltlich
übereinstimmenden
zusammen
fassenden Einschätzung
im Schlussb
ericht
der
E._
AG
vom 1
8.
Juni 2020 ist
im Wesentlichen
zu entnehmen, dass die Versicherte im Rahmen des Auftrags diverse Schnuppereinsätze in angepasster Tätigkeit mit leichten
Arbeiten absolvierte. Z
udem
seien
vier Einführungsta
ge im
G._
durch
geführt und i
m Hinblick auf eine mögliche Weiterbildung
zur
Dipl. med. Pra
xis
fachfrau Benedict eine Eignungsa
bklärung in einer Hausarztpraxis organisiert
worden
.
Gemäss Angaben der zuständigen Case-Managerin hätten
die
Arbeits
inhalte den Vorstellungen der Klientin entsprochen und diese habe im Beratungs
verlauf die Absicht geäussert, beruflich wieder Fuss zu fassen und ein höheres Pensum auszuüben.
Jedoch habe d
ie
Versicherte
bei säm
t
l
ichen Einsätzen nach einigen Stunden eine Schmerzzunahme verspürt und die
Eins
ätze teil
we
ise vorzeitig
beenden müssen. Unter den gegebenen Umständen habe die Versich
e
r
te nicht in eine
leichte wechselbelastende Täti
g
k
eit vermittelt werden können. A
uch die
E
ignungsabklä
rung für die Weiterbildung als D
ipl.
med. Praxis
fach
frau Benedict
in einer Hausarztpraxis
habe ergeben, dass
die Tätigkeiten nach wenigen Stunden zu einer Schmerzzunahme am linken Arm führten. Die Versicherte habe den Schnuppereinsatz abbrechen müssen (
Urk.
10).
5
.
5
.1
Aufgrund der Akten ist erstellt und z
wischen den Parteien soweit ersichtlich un
streitig, dass die Versicherte
aufgrund des Gesundheitsschadens am linken Arm
in ihrer a
ngestammten Tätig
k
eit al
s Pflegeassistentin nicht mehr a
rbe
itsfähig ist
.
Streitig ist hingegen die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. D
ie
IV-Stelle
legte
der
angefochtenen
Verfügung
vom 1
7.
April 2020
in
medizinischer Hinsicht
das Gutachten des
C._
vom
1
9.
September 2017
zu
grunde,
gemäss
dessen Schlussfolgerungen die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit zu 100
% arbeitsfähig ist. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle kann
jedoch
auf das Gutachten des
C._
nicht
vorbehaltlos abgestellt werden, wie nachfolgend aufgezeigt wird.
5
.2
Wie die Beschwerdeführerin zu Recht einwenden lässt,
wirft die medizinisch-theoretische Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
k
eit insofern Fragen auf, als sie
erheblich
mit
den
Erkennt
nissen kontrastiert, wie sie aus den späteren
konkreten
Abklärungs- bzw.
Eingliederungsmassnahmen
hervorgegangen sind
. So vermochte die Versicherte weder
im Rahmen des durch die Arbeitsintegration
D._
durchgeführten Pra
xis
CHECK
s
noch später bei den
durch die
E._
AG
begleiteten
Probetagen
(Schnupper
tagen)
ein Leistungsvermögen zu
realisieren
, wie es im Gutachten attestiert worden ist
. V
ielmehr ergaben
die Arbeitsversuche
, dass
die Versicherte
bereits bei geringer und zeitlich
beschränkter
Belastung
des linken Armes
(vgl. etwa
Urk.
7/72 S.
4: z
.
B
.
nach zehn Minuten bei Einziehen von Schnur in einen Saum) an
erhebliche
n - und
infolge Schwellung und Rötung
denn auch
objektivierbaren -
Beschwerden
litt
.
Vor diesem Hintergrund
hätten sich jedoch
Rückfragen an die Gutachter aufgedrängt mit dem Ersuchen an diese, ergänzend
zu den
zu
ihrer medizinisch-theoretischen Einschätzung diskrepanten Resultaten der – letztlich gescheiterten
(E.
4
.3 und E.
4
.5)
– Eingliederungsbemühungen
Stellung zu neh
men
. Zwar ist davon auszugehen, dass den medizinischen
Abklärungen
gegen
über den
jenigen
der Fachleute der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung ein
grösseres
Gewicht zukommt. Wie die Versicherte
jedoch zu R
echt
geltend machen lässt
(
Urk.
1 S. 8)
,
darf nach der Rechtsprechung den Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen die Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit nicht
einfach
ohne Weiteres abgesprochen werden. Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähig
keit in offen
sichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeits
verhalten/-einsatz des Versicherten effektiv realisiert wurde und
gemäss
Ein
schätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar
war
, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 16. Oktober 2012 9C_737/2011 E. 3.3 unter Hin
weis auf Urteil des Bundesgerichts
9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E.
3.3.2). Vor
liegend hatte die Versicherte im Eingliederungsprozess
Pflichtbewusstsein und
Moti
vation
gezeigt
(
vgl. etwa
Fazit des Praxis CHECK
s
;
Urk.
7/
72
S. 1
)
, was von der
IV-Stelle auch nicht in Frage gestellt wird
. Die vorhandenen Diskrepanzen hätten nach der genannten Rechtsprechung mithin das Einholen einer klärenden Stellungnahme nötig gemacht
.
5
.3
Weitere Abklärungen
hätte
n sich
zudem
um
s
o mehr aufgedrängt, als das
C._
-
Gutachten und die Berichte aus den Eingliederungsversuchen zeitlich erheblich auseinanderliegen
.
Zwar kann
der
Beschwerdeführerin
, soweit sie
unter Hinweis auf
das
bundesgerichtl
i
c
he
Urteil 8C_551/
2015 vom 1
7.
März 2016
das
Abstellen auf das im Ver
f
ügungszeitpunkt rund drei Jahre alte Gutachten
bereits aus grund
sätzlichen Überlegungen
beanstandet
,
in dieser Form nicht gefolgt werden
.
Denn
das
angeführte Urteil
äussert sich
nicht in absolut geltender Weise zur Frage, wan
n ein Gutachten zu lange zurück
liegt, um eine zuverlässige Beu
rteilungs
grundlage darzustellen;
d
ies ist
nach der Rechtspre
chung
vielmehr
jeweils unter Einbezug der konkreten Umstände zu beurteilen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2016 vom
4.
November 2016 E.
4.3.4)
.
Vorlieg
e
nd ist jedoch
nicht nur
festzustellen, dass
-
nachdem die
Erkenntnisse aus den
späteren Eingliederungs
bemühungen
(Jahre 2018 bzw. Jahre 2019/2020)
e
rheblich
von der
gutachterlichen
Einschätzung
(Jahr 2017)
abwichen
–
aufgrund de
s
zwischen
zeitlichen Zeitablaufs
fraglich erschien, ob das
C._
-
Gutachten im Verfügungs
zeitpunkt
noch unverändert Gültigkeit beanspruchen
konnte
oder
ob
seit Erstattung des Gutachtens im Jahr 2017
nicht
allenfalls im Verlauf eine
Versch
l
echterung eingetreten war
.
Immerhin hatte auch
die Versicherte
anlässlich der am
15.
April 2020
durchgeführten Telefonkonferenz
selber
aus
ge
führt
, seit der Anmeldung seien die Schmerzen eher schlechter g
e
worden
(
Urk. 7/97 S.
10
)
.
Kommt hinzu, dass
d
ie
Akten
auch
Hinweise
darauf
enthalten
, das
s
zum
Gesund
heitszustand, wie er
in dem als
Entscheidgrundlage
dienenden
C._
-
Gutachten
festgehalten wurde,
zwisc
henzeitlich
neue gesundheitliche -
nämlich psychische -
Aspekte hinzu
ge
treten sind
:
So hielt nicht nur die verantwor
t
liche Fachperson der Arbeitsintegration
D._
fest, dass die Versich
erte durch die lange Dauer der
gesundheitlichen Probleme und Ei
nsch
r
änkungen auch psychisch angeschlagen sei (
Urk.
7/72 S.6). Dem Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung
der IV-Stelle
ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Versicherte
anlässlich der Telefonkonferenz
vom 1
5.
April 2020
ausge
fü
hrt
hatte,
dass
sie n
un mit einer Psychotherapie begonnen ha
b
e, da es ihr auch
psychisch nicht gut gehe (Urk.
7/97 S
.
10).
5.4
Nach
dem Gesagten
stehen
die Er
geb
nisse der Einglied
erungsbemühungen im
offenkundigen
– und
klärungsbedürftige
n
-
Widerspr
uch
zur medizinisch-theoret
i
schen Einschätzu
ng
der 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gemäss
dem Gutachten des
C._
.
Überdies
ergeben sich aufgrund der Akten
auch
Hinweise darauf, dass
zwischen
Gutachtens
erstellung
im Jahr 2017
und dem Zeitpunk
t des Verfügungserlasses im April 2020
im Verlauf
allenfalls
zusätzlich auch
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sein könnte
(somatisch und/oder psychisch)
.
Da
her und da die IV-Stelle bezüglich
keinem
dieser Aspekte eine Klärung herbei
ge
führt
hat
, liegt keine
überzeugende
medizinische Grundla
ge vor, welche die zuverlässige
Be
u
rt
e
ilu
n
g
des Leistungs
anspruchs der Versicherten
gestatten würde
.
Mithin sind weitere Abk
lärungen erfo
rderlich
.
5.5
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie
den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich
abkläre
.
Im Rahmen
dieser
Abklärungen
wird
auch zu berücksichtigen
sein
, dass die Beschwerdeführerin seit einiger Zeit einer 20%-30%igen erwerblichen Tätig
keit in der Betreuung nachgeht (vgl. Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich
der Telefonkonferenz vom 15.
April 2020; Verlaufsprotokoll Eingliederungs
beratung,
Urk.
7/97 S. 10).
Hernach wird
die IV-Stelle
über den Rentenanspruch neu zu entscheiden haben.
Dabei
wird
sie sich
auch
– was bisher nicht geschah -
mit den die Qualifikation der Beschwerdeführerin betreffenden Vorbringen
auseinanderzusetzen haben
, wonach
sie
im Gesundheitsfall
mit dem Mittel
stufeneintritt des jüngeren Kindes
ab Sommer 2019 vollzeitlich erwerbstätig
gewesen wäre
und
daher
ab diesem Zeitpunkt der Invaliditätsg
rad gestützt auf
einen
Einkommensverg
l
e
ich vorzunehmen sei (
Urk.
1 S.
10 f.
).
6
.
Steht nach dem Gesagten der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt noch nicht
abschliessend
fest, kann
in erwerblicher Hinsicht
zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin
zum leidensbedingten Abzug
nicht Stellung bezogen werden.
Ebenfalls lässt sich nicht beurteilen, ob
die Beschwerdeführer
in
– was Voraus
setzung für die
Anrechnung
des tatsächlich
erzielten Einkommens
als Invaliden
einkommen wäre -
ihre Restarbeitsfähigkeit in
Rahmen ihrer
Tätigkeit
als Betreuerin
in
zumutbarer Weise
voll
ausschöpft
(vgl.
zu beidem
Urk.
1 S.
10
)
.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
1'800.
-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.