Decision ID: 49c0ebe8-bfeb-555b-b1d0-6d7701ef690f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Am 18. Dezember 2013 ersuchte
X._
die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich um Ausrichtung von
insgesamt
520
Taggeldern
(Urk. 6/60)
.
Daraufhin
beschied ihm
diese
mit Verfügung vom 9. Januar 2014
(Urk. 6/62)
, dass die
im Jahr 2012
formlos erfolgte Festlegung des Höchstanspruchs auf 400 Taggelder rechtsbeständig beziehungsweise rechtskräftig sei und hierüber keine Verfügung mehr verlangt werden könne, weshalb auf das entsprechende Gesuch nicht ein
getreten werde. Sodann seien weder die Voraussetzungen der
prozessualen Re
vision
noch
der Wiedererwägung
erfüllt, um auf den Entscheid zurückzukom
men. Auf das Gesuch um Verschiebung der Rahmenfrist für den Leistungsbezug werde nicht eingetreten. Die vom Versicherten am 5. Februar 2014 dagegen er
hobene Einsprache
(Urk. 6/64)
wies die Arbeitslosenkasse mit
Entscheid vom 2. Juni 2014
(Urk. 6/71)
ab.
In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde
hob
das hiesige Gericht mit Urteil vom 21. Dezember 2015 (Prozess AL.2014.0012
0
,
Urk. 6/82) den
Einspracheentscheid
der
Arbeitslosenkasse
vom 2. Juni 2014 auf und
wies
die Sache an diese zurück, damit sie das Gesuch von
X._
vom 18. Dezember 2013 materiell behandle und über die Höhe des Taggeldanspruchs entscheide.
In der Folge
erliess die
Arbeitslosenkasse
am 9. Mai 2016 einen
Einspracheent
scheid
(
Urk. 6/85 =
Urk. 2), mit welchem sie die
gegen die Verfügung vom 9. Januar 2014 erhobene
Einsprache des Versicherten vo
m 5. Februar 2014
ab
wies und festlegte, dass
dieser
in
der Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 24. Juli 2012 bis 23. Juli 2014 Anspruch auf 400 Taggelder habe.
2.
Hiergegen erhob
X._
mit Eingabe vom
6. Juni 2016 (Urk. 1)
Beschwerde
und beantragte die Anerkennung eines Höchstanspruchs von 520 Taggeldern.
Die Arbeitslosenkasse schloss mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2016 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträ
ger, allenfalls auf entsprechendes Begehren hin, schriftlic
h Verfügungen zu er
lassen (Art.
49 Abs.
1
und
Art.
51 Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung [
AVIG
]
).
Gemäss Art. 49 Abs.
3 ATSG werden die Verfügungen mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Sie sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Aus einer mangel
haften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person kein Nachteil erwachsen.
1.2
Gegen Ve
rfügungen kann innerhalb von 30
Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind
–
hier unbestrittener
massen nicht zur Diskussion stehende
–
prozess- und verfahrensleitende Verfü
gungen (Art.
52 Abs.
1 ATSG).
1.3
Gegen
Einspracheentscheide
oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausge
schlossen ist, kann gemäss Art. 56 Abs.
1 ATSG Beschwerde erhoben wer
den. Zuständig für die Beurteilung der Beschwerde ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in
d
em die versicherte Person oder der Beschwerde füh
rende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohn
sitz hat (Art.
58 Abs.
1 ATSG).
2.
2.
1
Mit der Einsprache wird eine Verfügung
zwar – einem Rechtsmittel gleich – angefochten
.
Dabei bleibt jedoch die nämliche Verwaltungsbehörde zuständig.
Die Einsprache ist
also
kein
devolutives
Rechtsmittel, das die
Entscheidungszu
ständigkeit
an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt. Vielmehr erhält die verfügende Stelle die Möglichkeit, die angefochtene Verfügung nochmals zu überprüfen und über die bestrittenen Punkte zu entscheiden, bevor allenfalls die Beschwerdeinstanz angerufen wird. Die Verwaltung nimmt in diesem Rahmen
–
soweit nötig
–
weitere Abklärungen vor und überprüft die eigenen Anordnun
gen aufgrund des vervollständigten Sachverhalts. Bei Erhebung einer Einspra
che wird das Verwaltungsverfahren erst durch den
Einspracheentscheid
abge
schlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt, weshalb für eine spätere richterliche Beurteilung grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen
Einsprache
entscheids
massgebend sind (BGE 131 V 407 E.
2.1.2.1
mit Hinweisen
).
Bei einer Rückweisung zur materiellen Prüfung
des Leistungsanspruchs und anschliessenden neuen Entscheidung hat die Verwaltung somit das gesamte Verwaltungsverfahren mit Verfügung und – wenn gegen diese Einsprache erho
ben wird –
Einspracheentscheid
nochmals durchzuführen, auch wenn mit dem kantonalen Urteil nur der
Einspracheentscheid
aufgehoben wurde.
Denn, wie
bereits
ausgeführt, der
Einspracheentscheid
ersetzt die Verfügung, so dass auch bei Aufhebung des
Einspracheentscheids
durch die Rechtsmittelinstanz keine Verfügung mehr existiert, die Grundlage für einen neuen
Einspracheentscheid
darstellen könnte.
2.2
Mit Urteil vom 21. Dezember 2015 (Prozess AL.2014.00120; Urk. 6/82) hob das hiesige Gericht den
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin
vom 2. Juni 2014 (Urk. 6/71) auf und wies die Sache an diese zurück, damit sie das Gesuch des Beschwerdeführers vom 18. Dezember 2013 (Urk. 6/60) um Ausrichtung von insgesamt 520 Taggeldern materiell behandle und über die Höhe des
Taggeld
anspruchs
entscheide. Daraufhin erliess die Beschwerdegegnerin keine neue Verfügung, sondern unmittelbar den angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 9. Mai 2016 (Urk. 2 S. 2 Mitte und S. 4 Ziff. 3).
Entgegen
dem Standpunkt
der Beschwerdegegnerin (Urk. 5 S. 2) kann
unter den gegebenen Umständen
nicht von einer gehörigen Durchführung des
Verwal
tungsverfahrens
nach Massgabe der dargelegten Rechtsprechung (BGE 131
V 407)
gesprochen werden.
Dementsprechend
ist der angefochtene
E
insprache
e
ntscheid
vom 9. Mai 2016
(Urk.
2) aufzuheben und die Sache an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen, damit sie
über den Taggeldanspruch
eine Verfü
gung und hernach gegebenenfalls einen
Einspracheentscheid
erlasse.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
–
ungeachtet ihrer materiell
-
rechtlichen Erfolgsaus
sichten
–
gutzuheissen.