Decision ID: 68e9c956-6645-49ba-af46-dcd6b48f73b1
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Romeo Minini, Grand & Nisple Rechtsanwälte,
Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1956 geborene B._ war über die Arbeitslosenversicherung bei der Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 14. März 2007 mit seinem Auto vor
einem Fussgängerstreifen anhielt und der hinter ihm fahrende Personenwagen auf ihn
auffuhr (Suva-act. 3.2/1). Der am Folgetag konsultierte Hausarzt Dr. med. A._
diagnostizierte eine HWS-Distorsion (Suva-act. 3.2/2) und hielt als Beschwerden Kopf-
und Nackenschmerzen, Schwindel, ein Verstopfungsgefühl in den Ohren sowie
Augenflimmern fest (Suva-act. 3.2/3). Röntgenuntersuchungen vom 26. März 2007
ergaben eine regelrechte Abbildung der ossären Strukturen ohne Nachweis eines
Knochenödems (Suva-act. 3.2/9). Der Hausarzt attestierte eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 3.2/2), und die Suva erbrachte die gesetzlichen
Leistungen.
A.b Mit Meldung vom 4. Juni 2007 liess der Versicherte der Suva einen weiteren
Auffahrunfall mitteilen, in welchen er am 2. Juni 2007 involviert gewesen sei (Suva-
act. 3.1/1). Als er an einer Kreuzung zum abbiegen angehalten habe, sei ein Smart
frontal gegen das Heck seines Autos geprallt (Suva-act. 3.2/11). Der Versicherte wurde
ins Spital Altstätten eingeliefert, wo man mit Zeugnis vom 25. Juli 2007 wiederum eine
HWS-Distorsion diagnostizierte. Als Befund wurden Kopfschmerzen, aber keine
frischen ossären Läsionen festgehalten (Suva-act. 3.1/2).
A.c Am 14. November 2007 fand in der Rehaklinik Bellikon ein Ambulantes
Assessment statt. Als Diagnose hielten die untersuchenden Ärzte ein
zervikospondylogenes Syndrom und ein panvertebrales Syndrom linksbetont, ein
unklares neurologisches Befundbild, eine radiologisch bekannte DH (Diskushernie)
C5/6 rechts mit möglicher Einengung der Wurzel C6 links, ein bekanntes chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom sowie den Verdacht auf eine Ulnaris-Neuropathie
links fest. Sie empfahlen dringend eine neurologische Konsiliaruntersuchung bei Bedarf
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mit Anfertigung eines Schädel-MRI zum Ausschluss eines etwaigen hirnorganischen
Geschehens (Suva-act. 3.1/20).
A.d Nach klinisch-neurologischer und elektroneurographischer Untersuchung vom
8. Januar 2008 hielt Dr. med. B._, Arzt für Neurologie, EEG ENMG, Therapiezentrum,
seine Befunde im Bericht vom 3. April 2008 fest (Suva-act. 3.1/36). Zwischenzeitlich
nahm die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) im Auftrag der Suva am 24. Januar
2008 eine biomechanische Kurzbeurteilung vor (Suva-act. 3.1/26).
A.e Oberarzt Dr. med. C._, Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG), berichtete am 14. Mai 2008 über blande Ergebnisse nach HNO-Abklärung vom
13. Mai 2008, insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte für eine peripher-
vestibuläre Ursache des Schwindels ergeben (Suva-act. 3.1/40). Gestützt auf diese
sowie die neurologischen Abklärungen verneinte der zuständige Suva-Kreisarzt den
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem gegenwärtigen Status des
Versicherten und den beiden Unfällen (Suva-act. 3.1/41).
A.f Mit Verfügung vom 5. Juni 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 15. Juni 2008 mit der Begründung, dass
die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar und die
Adäquanz zu verneinen sei (Suva-act. 3.1/43).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Andreas Fäh, St. Gallen, am 7. Juli 2008 Einsprache erheben (Suva-act. 3.1/48).
B.b Am 10. März 2009 wurde der Versicherte vom Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr.
med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie, untersucht, welcher festhielt, dass der
Endzustand nach Traumatisierung der Halswirbelsäule erreicht sei und wesentliche
Residuen der Traumatisierung, die ohne strukturelle Läsionen abgelaufen seien, heute
orthopädischerseits nicht mehr festgestellt werden könnten (Suva-act. 64).
B.c Am 24. Juni 2009 verfügte die Suva in teilweiser Gutheissung der Einsprache des
Versicherten die Anerkennung einer Leistungspflicht bis 12. März 2009. Per 13. März
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2009 stelle sie die Versicherungsleistungen definitiv ein, da keine adäquaten
Unfallfolgen mehr vorliegen würden (Suva-act. 3.1/69). Dagegen erhob der Versicherte
durch seinen Rechtsvertreter am 17. August 2009 Einsprache (Suva-act. 3.1/71) und
begründete diese mit Eingabe vom 21. September 2009 (Suva-act. 3.1/73).
B.d Die Suva wies die Einsprache des Versicherten mit Entscheid vom 27. November
2009 mit der Begründung ab, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den
weiterhin geklagten Beschwerden und den Unfällen des Versicherten vom 14. März
und 2. Juni 2007 fehle (Suva-act. 3.1/75).
C.
C.a Hiergegen richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Romeo Minini, St. Gallen, für
den Versicherten erhobene Beschwerde vom 14. Januar 2010 mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid vom 27. November 2009 sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen auf Grund der
Unfälle vom 14. März und 2. Juni 2007 auszurichten. Zudem seien weitere umfassende
medizinische Gutachten einzuholen, insbesondere sei eine otoneurologische und eine
psychiatrische Abklärung vorzunehmen und es sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung führt der Rechtsvertreter im Wesentlichen aus, dass der medizinisch
relevante Sachverhalt in Bezug auf die Kausalität der offensichtlich und unbestritten
bestehenden HWS-Beschwerden und der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit
noch nicht rechtsgenüglich abgeklärt sei.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2010 beantragte die durch Rechtsanwalt
lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, vertretene Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde.
C.c In der Replik vom 1. März 2010 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik
(act. G 7).
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C.d Am 25. Mai 2010 bewilligte der Präsident des Versicherungsgerichts die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers durch Rechtsanwalt lic.
iur. Minini (act. G 13).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit erforderlich,

Considerations:
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht bezüglich der Unfälle vom
14. März und 2. Juni 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen.
Streitig und zu prüfen ist, ob sie weitere Leistungen ab 13. März 2009 wegen fehlender
Adäquanz der Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zu Recht verweigert hat.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zutreffend dargelegt;
darauf ist zu verweisen. Anzufügen bleibt, dass im Bereich klar ausgewiesener
organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein
organisches Substrat konnte mit Bild gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen,
Computertomogramm, EEG] nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade
klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt
zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall
ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung
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gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen,
dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft
werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit
BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum
adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass
die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den
organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind,
ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren
bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte
Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V
335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie
Schädel-Hirntraumata anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen
eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 17. August 2004 i/S O.G. [U 243/03]; RKUV 2000 Nr. U 395 S.
317, E. 3; BGE 117 V 369).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
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umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195 und BGE 122 V 157
E. 1a S. 158 je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 3.2 S. 183f.). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die
Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte. Eine Umkehr der Beweislast findet allerdings dann statt, wenn sich der
entsprechende Nachweis aus Gründen nicht (mehr) erbringen lässt, welche der
Versicherer bzw. die Gegenpartei zu verantworten hat (vgl. BGE 92 I 253 E. 3 S. 257
und Urteil des Bundesgerichts 8C_762/2008 vom 7. Mai 2009 sowie Urteil des EVG
vom 18. Oktober 2006 i/S A. [U 509/05] E. 1.2 mit Hinweisen). Diese Beweisregeln
greifen jedoch erst dann Platz, wenn die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 261
E. 3b S. 264 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 E. 3b S. 328).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer gab anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
10. März 2009 an, beim schnellen Drehen unter Schwindelerscheinungen, mehr
linksseitig lokalisierten Nackenbeschwerden, einem Unvermögen zur flüssigen Drehung
des Kopfes bzw. zur Neigung der Halswirbelsäule, einer Schwäche im linken Arm/der
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linken Hand sowie Rückenbeschwerden beim sich Bücken und Aufheben von
schweren Gegenständen zu leiden. Zudem trete am Morgen jeweils ein
Steifigkeitsgefühl im Nacken auf. Gemäss eigenen Angaben litt der Beschwerdeführer
bereits vor den beiden Unfällen unter Schwindel und Rückenbeschwerden. Letztere
führte er auf ein Überhebetrauma vor 15 Jahren zurück. Seither habe er hin und wieder
Rückenbeschwerden, die in die Beine ausstrahlen würden (Suva-act. 3.1/64). Den
medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die vom Beschwerdeführer über den
12. März 2009 hinaus geklagten, nicht bereits vorbestehenden Beschwerden nicht mit
klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller
Veränderungen erklärbar sind. Erste Röntgenbilder vom 26. März 2007 zeigten eine
regelrechte Abbildung der ossären Strukturen ohne Nachweis eines Knochenödems.
Im Segment C5/6 war ein flacher rechts mediolateraler nach intraforaminär reichender
Discusprolaps sichtbar (Suva-act. 3.2/9), der später gemäss Dr. B._ unter Hinweis
auf den MRI-Befund als vorbestehend und unverändert beurteilt wurde (Suva-act.
3.1/36). Zugleich lagen in diesem Segment ossäre Veränderungen mit Retrospondylose
und Unkarthrose rechts vor, wodurch eine Bedrängung der austretenden C6-Wurzel
rechts möglich sei. Ausserdem zeigte sich eine diskrete Protrusion im Segment C6/7
(Suva-act. 3.2/9). Die nach erneuter HWS-Distorsion erstellten Bilder vom 3. Juli 2007
ergaben ebenfalls keinen Hinweis auf eine knöcherne Läsion oder einen traumatischen
Bandscheibenvorfall (Suva-act. 3.1/12). Ein craniocerebrales MRI vom 25. Februar
2008 zeigte einen umschriebenen liquorintensen Parenchymdefekt am Caput des
Nucleus caudatus links sowie in den Basalganglien links mit angrenzender
umschriebener Gliosezone, am ehesten älteren ischämischen Läsionen entsprechend,
im Übrigen aber eine regelrechte Darstellung des Gross- und Kleinhirns sowie des
Kleinhirnbrückenwinkels (Suva-act. 3.1/36 Anhang: Bericht des Spital Grabs vom 26.
Februar 2008). Klinisch erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie
Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen praxisgemäss kein klar
fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 i/S M.
[U 9/05] E. 4 und vom 23. November 2004 i/S B. [U 109/04] E. 2.2). Klinisch-
neurologisch bestanden sodann gemäss Dr. B._ keine auf den Unfall
zurückzuführenden Auffälligkeiten (vgl. Suva-act. 3.1/36). Damit sind weder äussere
noch innere Verletzungen klinisch oder bildgebend dokumentiert.
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3.2 Nach Angaben des Beschwerdeführers verspürte er noch zwei Monate nach dem
ersten Auffahrunfall ständige Schmerzen im Kreuz, welche zwar bereits vor diesem
Unfall vorhanden gewesen seien, sich seither jedoch verstärkt hätten (Suva-act. 3.2/7).
Im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. März 2009 traten die
Rückenschmerzen dann lediglich noch beim sich Bücken und Aufheben von schweren
Gegenständen auf (Suva-act. 3.1/64 S. 3). Mit Prof. Dr. D._ ist hinsichtlich der
anlässlich der beiden Unfälle erlittenen Verschlimmerung des cervicalen
Diskushernienleidens folglich davon auszugehen, dass diese zwei Jahre nach dem
Unfall abgeklungen ist. Demgemäss sei das aktuelle Beschwerdebild als
panvertebrales Schmerzbild auf Grund degenerativer Wirbelsäulenveränderungen
einzuordnen (Suva-act. 3.1/64 S. 6). Schliesslich ist als medizinische
Erfahrungstatsache anerkannt, dass der organische Zustand des Rückens nach
Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen in der Regel sechs
Monate bzw. spätestens ein Jahr (bei degenerativen Veränderungen) nach dem Unfall
soweit wiederhergestellt ist, wie er auch dann wäre, wenn sich der Unfall niemals
ereignet hätte (Status quo sine; Erich Bär, Bertrand Kiener, Prellung, Verstauchung
oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45).
Auszuschliessen ist auf Grund der oben beschriebenen bildgebenden Befunde
ebenfalls eine richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung der
degenerativen Schäden im Bereich der Wirbelsäule, da eine solche Verschlimmerung
gemäss medizinischen Erfahrungswerten nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die
Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die
Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/
Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Folglich ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
durch die fraglichen Unfälle im Bereich der Wirbelsäule weder eine klar ausgewiesene
neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung noch
eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands erlitten hat.
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
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Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
4.2 Gemäss den medizinischen Akten stellten sowohl der Hausarzt als auch die
weiteren Ärzte nach beiden Unfallereignissen die Diagnose einer HWS-Distorsion
(Suva-act. 3.2/2, 3.1/2, 3.1/20, 3.1/36, 3.1/64 S. 5). Distorsionen der HWS sind Folgen
von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer Überdehnung und Überbiegung auf die
HWS einwirken und mit einem Kopfanprall verbunden sein können. Ein eigentliches
Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei einer Auffahrkollision durch die plötzliche
Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen -
zuerst nach hinten zu knicken scheint und anschliessend nach vorne beschleunigt wird.
Führt der Beschleunigungsmechanismus zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem
Schleudertrauma, sondern von einer HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl.
diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in
die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-
Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische,
biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern
2001, S. 31 f.). Beim Unfall vom März 2007 gab der Beschwerdeführer an, mit dem
Kopf an der korrekt eingestellten Kopfstütze angeprallt zu sein (Suva-act. 3.2/3), beim
zweiten Unfall im Juni 2007 sei es ihm dagegen für eine kurze Zeit "schwarz vor
Augen" geworden. Ob der Beschwerdeführer gestützt auf diese Schilderungen ein
eigentliches Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine
HWS-Distorsion und/oder sogar ein Schädel-Hirntrauma, erlitten hat, braucht jedoch
nicht abschliessend geklärt zu werden. Es genügt, dass davon ausgegangen werden
kann, dass er in jedem Fall eine Beschleunigungsverletzung der HWS erlitten hat, auch
wenn sich diese unbestrittenermassen nicht als strukturelle Verletzung zeigte.
Abzuklären bleibt damit, ob bzw. inwieweit die geklagten Beschwerden auch ohne
nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde weiterhin als unfallkausal zu
bezeichnen sind.
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4.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung muss jedoch nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U
215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die
anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
4.4 Laut den echtzeitlichen Akten sind beim Beschwerdeführer nach beiden Unfällen
innerhalb der erforderlichen Latenzzeit Schmerzen im Kopf und Nacken sowie
Schwindel bzw. "ein Schwarzwerden" (Suva-act. 3.2/3, 3.1/2, 3.1/6) aufgetreten.
Zusätzlich beklagte er nach dem ersten Unfall die typischerweise ebenfalls meist sofort
nach Beschleunigungsverletzungen auftretenden Ohrenbeschwerden - vorliegend in
Form eines Verstopfungsgefühls in den Ohren - sowie Augenflimmern (Suva-act. 3.2/3;
vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn [Hrsg.], Schleudertrauma - neuester Stand:
Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, Zürich 2004, S. 14 f.). Die
weiteren Beschwerden wie Schmerzen im Rücken und Parästhesien in den Fingern 4
und 5 - wobei die Ursache für Letztere gemäss Prof. Dr. D._ unklar ist (Suva-act.
3.1/64 S. 5) - sind dagegen in den Akten erst etwas später, konkret erst nachdem sich
auch der zweite Unfall ereignet hatte, erwähnt (Suva-act. 3.1/20). Nachdem beim
Beschwerdeführer somit innerhalb der erforderlichen Latenzzeit fünf der für einen
Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptome aufgetreten sind, kann
von einem typischen, wenn auch nicht ausgeprägten Beschwerdebild gesprochen
werden, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten ist.
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Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers bis 12. Mai 2009 auch anerkannt.
5.
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt kumulativ voraus, dass zwischen
dem Unfall und der eingetretenen Gesundheitsbeeinträchtigung die natürliche sowie
die adäquate Kausalität gegeben sein muss. Sie entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es
sich dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 15.
Oktober 2003 i/S P. [U 154/03], RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).
5.2 Die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über den 13.
Oktober 2008 hinaus geklagten Beschwerden und den streitigen Unfällen ist vorliegend
v.a. auch im Hinblick auf die Vorzustände wie der Rücken- und Schwindelbeschwerden
(Suva-act. 3.1/7, 3.2/7, 3.1/64 S. 3) nicht eindeutig feststellbar. Sie kann jedoch offen
bleiben, wenn - wie nachfolgende Ausführungen ergeben - eine weitergehende
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ
vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs zu verneinen ist (BGE 135 V 472
E. 5.1).
6.
6.1 Gemäss Art. 19 UVG hat die Einstellung der vorübergehenden Leistungen dann
zu erfolgen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, dass der Versicherer Heilbehandlung und
Taggelder nur solange zu gewähren hat, als von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden
kann. Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss erfüllt, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
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auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V
114 E. 4.1). Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des
Bundesgerichts vom 4. November 2008 i/S G. (8C_467/2008, E. 5.2.2.2) lediglich, dass
von weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei
prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV
2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).
6.2 Nach den Ausführungen von Prof. Dr. D._ war der Endzustand der
Traumatisierung der Halswirbelsäule im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung am
10. März 2009 erreicht. Es hätten orthopädischerseits aktuell keine wesentlichen
Residuen der Traumatisierung, die ohne strukturelle Läsionen abgelaufen sei, mehr
festgestellt werden können (Suva-act. 3.1/64 S. 5). Auch die Ausführungen des
Neurologen Dr. B._ sowie die durch die Hals-Nasen-Ohrenklinik des KSSG
durchgeführten Untersuchungen ergaben keine Unfallrestfolgen und somit keine
Notwendigkeit zur weiteren Behandlung von unfallkausalen Beschwerden mit Aussicht
auf eine namhafte Besserung (Suva-act. 3.1/36, 3.1/40). Damit ist festzustellen, dass
die Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung und damit auch den
Fallabschluss nicht zu früh angesetzt hat und dieser folglich nicht zu beanstanden ist.
7.
7.1 Für die Prüfung der Adäquanz gilt es zu beachten, dass die typische
Symptomatik nach Schleudertraumen organische und psychische Komponenten
aufweist. Daher erfolgt die Adäquanzbeurteilung nach Distorsionen der HWS (ohne
nachweisbare organische Unfallfolgeschäden) grundsätzlich nach der Rechtsprechung
gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 369 E. 4b ohne Unterscheidung zwischen
körperlichen und psychischen Beschwerden. Kann hingegen nicht von einem
vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen
Gesamtbild unfallbedingter psychischer Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler
organischer Störungen - gesprochen werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität
praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall
gemäss BGE 115 V 133 ff. zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum
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typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas gehörenden
Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur ausgeprägten
psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den Hintergrund
getreten sind oder die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung
vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete
Rolle gespielt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2008 i/S B.
[8C_181/2007] E. 2.4).
7.2 Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in psychiatrischer
Behandlung stünde, zeitweilig stand oder immerhin unter starken psychischen
Beeinträchtigungen leiden würde. Allein die nicht weiter ausgeführte Angabe im Suva-
Erhebungsblatt zur Abklärung von HWS-Fällen vom 10. August 2007, der
Beschwerdeführer habe vor dem Unfallereignis vom 2. Juni 2007 unter psychischen
Beschwerden gelitten (Beschwerde unter dem Titel eines Vorzustands aufgeführt),
vermag daran nichts zu ändern. Vor diesem Hintergrund ist die für beide Unfälle
grundsätzlich gesondert vorzunehmende Adäquanzprüfung nach der Rechtsprechung
gemäss BGE 117 V 366 ff. bzw. BGE 134 V 109 ff. vorzunehmen.
8.
8.1 Hat die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der HWS
oder gleichgestellter Verletzung erlitten, so ist die Adäquanz prinzipiell für jeden Unfall
gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der Rechtsprechung jedoch
nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils bei
der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar,
wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/
oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden
können (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.3.2 mit Hinweisen; J.-M. Duc, La
jurisprudence des assurances sociales concernant les traumatismes cervicaux, SZS
52/2008 S. 66f.). Die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle, die jeweils ein HWS-
Distorsionstrauma hervorriefen, datieren vom 14. März und 2. Juni 2007 und liegen
zeitlich mithin nahe beieinander. Da beide Male der gleiche Körperteil betroffen wurde
und sich vorliegend kaum mehr unterscheiden lässt, welche Beeinträchtigungen nun
welchem Unfallereignis zugeordnet werden können, rechtfertigt es sich hier
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ausnahmsweise, eine gesamthafte Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
vorzunehmen, (vgl. dazu auch J.-M. Duc, a.a.O., S. 67 sowie die dort in Anm. 40 zitierte
Rechtsprechung).
8.2 Bei den in Frage stehenden Auffahrkollisionen vom 14. März 2007 (Suva-act.
3.2/1) und 2. Juni 2007 (Suva-act. 3.1/1, 3.1/26) ist beide Male auf Grund des
Geschehensablaufs - vor einem Fussgängerstreifen bzw. zum links Abbiegen
anhaltendes Fahrzeug erfährt eine Heckkollision durch den nachfolgenden
Personenwagen - von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Diese Einteilung lässt sich auch
mit dem unfallanalytischen Kurzgutachten der AXA Winterthur vom 14. Januar 2008
(Suva-act. 3.2/15a) und der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) der AGU vom
24. Januar 2008 (Suva-act. 3.1/26) vereinbaren, welche beim Unfall vom 14. März 2007
von einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung von 8 -10km/h und beim
Unfall vom 2. Juni 2007 von einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung
(Delta-v) von 10 - 15km/h (AGU) bzw. 6 - 8km/h (AXA) ausgingen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2009 i/S R. [8C_824/2008] E. 4.2) und
rechtsprechungsgemäss als gewichtige Anhaltspunkte bei dieser Einteilung dienen
können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2008 i/S M. [8C_33/2008] E. 7.1
mit Hinweisen). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn
ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders
ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 E. 6b).
8.2.1 Vorliegend kann nicht von besonders dramatischen Begleitumständen oder
einer besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden.
8.2.2 Gemäss BGE 134 V 109 genügt die Annahme eines HWS-
Schleudertraumas für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder
besonderen Art der erlittenen Verletzung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere
der dafür typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86). Diese können
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359
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beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und
den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86). Auch
erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem
Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma
beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 127 f. E. 10.2.2).
Solche Umstände liegen hier insofern vor, als der Beschwerdeführer in äusserst kurzem
zeitlichem Abstand (zweieinhalb Monate) zweimal eine HWS-Distorsion erlitten hat. In
einem ähnlichen Fall legte das Eidgenössische Versicherungsgericht dar, es
entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass pathologische Zustände nach
HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark exazerbieren
können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren versicherten
Unfall erheblich vorgeschädigte HWS trifft, ist demnach speziell geeignet, die typischen
Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren
(Urteil des Bundesgerichts vom 22. August 2008 i/S E. [8C_266/2008] E. 4.2.3, SVR
2007 UV Nr. 1 S. 1 E. 3.4.2 [U 39/04]). Zwar ist fraglich, ob der erste Unfall vom 14.
März 2007 eine erhebliche und dauerhafte Schädigung der HWS zur Folge hatte. Da
jedoch davon auszugehen ist, dass es beim zweiten Unfall zu einer Verstärkung der
Symptomatik kam, ist das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen
Verletzung zu bejahen.
8.2.3 Für die Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung wird auf die
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, die
lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der
Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant.
Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität
einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts vom
27. Februar 2008 i/S D. [U 11/07] E. 5.3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer erhielt
nach beiden Unfallereignissen Schmerzmittel und nach der zweiten Auffahrkollision für
drei Tage eine Halskrause verschrieben (Suva-act. 3.2/1, 3.1/2, 3.2/10, 3.2/11). Eine
Physiotherapiebehandlung nach dem ersten Ereignis musste jedoch wegen
zunehmender Schmerzen abgebrochen werden (Suva-act. 3.2/7). Danach fanden
lediglich verschiedene Abklärungen, ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik
Bellikon, eine sechsmalige Spritzentherapie sowie alle ein bis drei Wochen
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Konsultationen beim Hausarzt statt (vgl. u.a. Suva-act. 3.2/11, 3.1/11, 3.1/12, 3.1/20,
3.1/36, 3.1/40, 3.1/64). Ansonsten wurden weder Hospitalisationen noch andere
planmässigen Behandlungen durchgeführt. Demzufolge ist dieses Kriterium nicht
erfüllt.
8.2.4 Beim Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich die
Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche
die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128
E. 10.2.4). Der Beschwerdeführer erklärte gegenüber dem Kreisarzt-Stellvertreter, er
leide an Schwindelbeschwerden beim schnellen sich Drehen, an mehr linksseitig
lokalisierten Nackenbeschwerden, einem Unvermögen beim flüssigen Kopfdrehen bzw.
dem Neigen der Halswirbelsäule, einer Schwäche im linken Arm/der linken Hand und
an Rückenbeschwerden beim sich Bücken und Aufheben von schweren
Gegenständen. Zudem habe er morgens jeweils ein Steifigkeitsgefühl im Nacken und
fernhin ein Ohrengeräusch seit dem zweiten Unfall, so dass er manchmal auch Glocken
klingen höre (Suva-act. 3.1/64 S. 3). Hierbei ist zu beachten, dass die
Schwindelbeschwerden beim Beschwerdeführer bereits seit vielen Jahren bzw. sogar
seit der Kindheit bestehen und es sich gemäss Prof. Dr. D._ gestützt auf die
Abklärungen der Hals-Nasen-Ohrenklinik des KSSG vom 13. Mai 2008 (vgl. Suva-act.
3.1/40) um keinen cervical bedingten Schwindel handelt (Suva-act. 3.1/ 64 S. 5). Die
Sensibilitätsstörung an der linken Hand ist laut dem Bericht von Dr. B._ Folge eines
Sulcus ulnaris-Syndroms, welches nach Angaben des Beschwerdeführers beim 2.
Unfall entstanden sei. Da auf Grund der neurologischen Untersuchung keine
Anhaltspunkte für eine Kontinuitätsdurchtrennung der Nerven vorliegen, sei davon
auszugehen, dass es in einem Zeitrahmen von mehreren Monaten wohl zu einer
langsamen Verbesserung der Sensibilität kommen werde (Suva-act. 3.1/36). Dr. D._
stellte die Ursache des Sulcus ulnaris-Syndroms in Frage (Suva-act. 3.1/64 S. 5), da es
hierfür wohl keinen konkreten Nachweis gebe. Hinsichtlich der Polyneuropathie der
Beine befand er die Ätiologie als unklar (Suva-act. 3.1/64 S. 5), wogegen Dr. B._
deren Ursache in jedem Fall in einem Vitamin B 12-Mangel und möglicherweise auch in
einer Alkoholproblematik (erhöhtes MCV) sah. Nachdem auch die Rückenbeschwerden
- wie dargelegt (vgl. Erwägung 3.2) - nicht überwiegend wahrscheinlich als
unfallbedingt gelten, sind im Hinblick auf diese zahlreichen Vorzustände somit lediglich
die noch vorhandenen Nackenbeschwerden sowie ein teilweise bestehendes
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Ohrengeräusch auf die beiden Unfallereignisse zurückzuführen. Damit lässt sich das
Kriterium der erheblichen Beschwerden nicht bejahen.
8.2.5 Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmern würde, sind sodann nicht aktenkundig. Ebenso ist weder auf
Grund der Akten noch der Vorbringen des Beschwerdeführers ersichtlich, inwiefern ein
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen vorliegen sollten, weshalb
auch dieses Kriterium zu verneinen ist.
8.2.6 Zu prüfen ist schliesslich, ob das Kriterium der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen gegeben ist. Vorliegend war der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des ersten Unfalls im März 2007 seit einem halben Jahr
arbeitslos (Suva-act. 3.2/1). Obgleich er schon über längere Zeit Beschwerden im
Rücken gehabt habe und deswegen auch in Behandlung sei, sei er deswegen nie
arbeitsunfähig gewesen (Suva-act. 3.2/7). Nach den Unfällen schrieb ihn sein Hausarzt
Dr. A._ durchgehend zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 3.2/2, 3.2/10, 3.1/4, 3.1/5,
3.1/11, 3.1/15), wogegen ihm nach dem zweiten Unfall im Spital Altstätten noch keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (Suva-act. 3.1/2). Im Bericht der Rehaklinik
Bellikon vom 5. November 2007 wird zwar keine Angabe zur Höhe der
Arbeitsunfähigkeit gemacht, jedoch festgehalten, dass es eventuell für sinnvoll erachtet
werde, den Beschwerdeführer eingliederungsmässig eng zu begleiten (Suva-act. 3.1/20
S. 3), weshalb folglich bereits wenige Monate nach dem zweiten Unfall nicht mehr von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen wurde. Ausserdem ist hierbei zu beachten,
dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers lediglich zu einem geringen Teil auf
die Nackenbeschwerden und ebenso höchstens noch zu einem kleinen Anteil auf eine
temporäre Verschlimmerung der Rückenprobleme zurückzuführen war. Selbst wenn
sich der Beschwerdeführer auch nach den beiden Unfällen noch verschiedentlich auf
"Druck" des RAVs beworben hat (vgl. hierzu Suva-act. 3.2/63 S. 2), kann folglich nicht
von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen
ausgegangen werden.
8.2.7 Insgesamt betrachtet liegt somit höchstens eines (Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzung) der massgeblichen sieben Adäquanzkriterien gemäss
BGE 134 V 130 E. 10.3 vor, wobei eine besondere Ausprägung nicht gegeben ist. Der
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adäquate Kausalzusammenhang der Unfälle vom 14. März und 2. Juni 2007 mit den
über den 13. März 2009 hinaus geklagten gesundheitlichen Beschwerden ist daher zu
verneinen.
9.
Dem Begehren, es seien umfassende medizinische Gutachten einzuholen,
insbesondere es seien eine otoneurologische und eine psychiatrische Abklärung
vorzunehmen, ist nicht stattzugeben. Der Beschwerdeführer wurde sowohl
orthopädisch, neurologisch als auch otologisch umfassend untersucht. Dabei
zeichnete sich weder bei jenen Abklärungen noch während des ambulanten
Assessments in der Rehaklinik Bellikon ein Bedarf zur psychologischen Untersuchung
ab. Zudem durfte die Beschwerdegegnerin auf Grund der Schwindel-Vorzustände und
der Ergebnisse der Hals-Nasen-Ohrenabklärung auf eine otoneurologische Abklärung
mit Ziel der Behandlung unfallkausaler Beschwerden verzichten. Da die ärztlichen
Berichte begründet, nachvollziehbar und in sich schlüssig sind und der kreisärztliche
Abschlussbericht sowohl auf eigenen Untersuchungen beruht, als auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet (vgl. zum Beweiswert von
Arztberichten: BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit Hinweisen) und
nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des
vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet
werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 V 90 E. 4b S.
94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S. 212f.).
10.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 27. November 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist zufolge
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu
entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen
Entschädigung bei Prozessen im gleichen Ausmass von Fr. 4'000.-- unter
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Berücksichtigung der Reduktion um einen Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]),
auf Fr. 3'200.-- festzulegen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG