Decision ID: 0bc21c77-bb82-4d4f-b259-2a2a8fc1556a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, war seit April 2002 beim
Tankstellenshop
Y._
in
Z._
angestellt und in diesem Rahmen bei der BVG-Sammelstiftung Swiss
Life
(nachfolgend: Vorsorgestiftung)
be
rufsvorsorgeversichert
. Am
19. Oktober 200
6
erlitt er einen Verkehrsunfall
(Urk. 1 S. 3, Urk. 2/2). Mit Verfügung vom 27. September 2010 sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem Versicherten eine ganze Rente der Invalidenversicherung ab Oktober 2007 zu (Urk. 2/2). Die Vorsorgestiftung richtete in der Folge ebenfalls Rentenleistungen basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % aus (Urk. 1 S. 4
, vgl. Urk. 2/4
).
1.2
Mit Schreiben vom 28. Februar 2017 teilte die Vorsorgestiftung dem Versicherten mit, dass sie infolge Überentschädigung ab
dem
1. April 2017
nur noch gekürzte Rentenleistungen im Gesamtbetrag von Fr. 5'030.-- pro Jahr ausrichten werde (Urk. 2/5). In der Folge wandte sich der Versicherte an die Vorsorgestiftung und ersuchte um Ausrichtung der ungekürzten Rentenleistungen (Urk. 2/6). Die Vor
sorgestiftung lehnte dies ab (Urk. 2/7, vgl. Urk. 9/2). Auch im Rahmen der nach
herigen Korrespondenz vermochten die Parteien keine Einigung zu erzielen (Urk. 2/8-9).
2.
Mit Eingabe vom 9. April 2019 erhob
X._
Klage gegen die BVG-Sammel
stiftung Swiss Life und beantragte (Urk. 1 S. 2):
«1.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ab 1.4.2017 die gesetzlichen
und reglementarischen Berufsvorsorgeleistungen bei Invalidität,
insbeson
dere eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
100 % in Höhe von mindestens CHF 27’566.– pro Jahr, sowie Invaliden-
Kinderrenten für die drei Kinder in Höhe von mindestens CHF 9'774.– pro
Jahr, zu entrichten, ohne dass auf den
Rentenbetreffnissen
eine Kürzung
wegen Überentschädigung vorzunehmen sei.
2.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, die nachzuzahlenden
Invalidenrentenbetreffnisse
mit Wirkung ab jeweiligen Fälligkeitstag,
frühestens ab Klageinreichung, mit 5% p.a. zu
verzinsen.»
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom
6. September 2019 die Abweisung der Klage, soweit die Invalidenleistungen den Betrag von Fr. 9'770.55 pro Jahr (für das Jahr 2017) übertreffen würden (Urk. 8
S. 2
). Im Rahmen des zweiten Schrif
tenwechsels (Replik vom 12. Dezember 2019 [Urk. 14] und Duplik vom
3. Februar 2020 [Urk. 17], dem Kläger zugestellt mit Verfügung vom 4. Februar 2020 [Urk. 18])
,
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beklagte anerkennt ihre grundsätzliche Leistungspflicht. Unbestritten ist der festgesetzte Invaliditätsgrad von 100 % wie auch die berechnete Höhe der (unge
kürzten) Invalidenleistungen im Betrag von jährlich Fr. 27'
566
.-- zuzüglich dreier Kinderrenten von insgesamt Fr. 9'774.-- pro Jahr. Streitig und zu klären ist indes, ob die
Rentenbetreffnisse
aus der beruflichen Vorsorge zu kürzen sind. Im Vor
dergrund steht dabei die Frage, auf welcher Bezugsgrösse die Überent
schädi
gungs
grenze festzulegen ist.
1.2
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen, das ohne Invalidität erzielbare Einkommen sei bei der Überentschädigungsberechnung der Beklagten zu tief bemessen worden. Einerseits sei das von der Invaliden
ver
si
cherung ermittelte Jahreseinkommen für das Jahr 2008 in Höhe von Fr. 72'620.--
nicht an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 angepasst worden. Ande
rerseits habe die Beklagte die mutmassliche Karriereentwicklung nicht berück
sichtigt. Dies obwohl der ehemalige Vorgesetzte des Klägers schriftlich bestätigt habe, dass
er
in Zukunft als stellvertretender Geschäftsführer hätte tätig sein und in einem weiteren Schritt eine eigene GmbH
hätte
gründen sollen. Bei einer Wei
terbeschäftigung im Betrieb hätte der Kläger fünf Jahre später ein mut
massliches Jahresgehalt von circa Fr. 100'000.-- erzielt, womit wiederum angepasst an die allgemeine Lohnentwicklung im Jahr 2017 von einem Jahreslohn in Höhe von Fr. 103'614.-- auszugehen sei. Ferner sei bei der Überentschädigungsberechnung zu berücksichtigen, dass der Kläger im Unfallzeitpunkt einer Nebentätigkeit als Versicherungsberater nachgegangen sei und pro Monat durchschnittlich ein Ein
kommen in
der
Höhe von Fr. 1'000.-- generiert habe. Auch die Entfaltung dieser zusätzlichen Erwerbstätigkeit hätte bald zu einem Zusatzeinkommen geführt, welches die Annahme einer Überentschädigungskonstellation ausschliesse. Basie
rend auf den Angaben des ehemaligen Vorgesetzten des Klägers sei von einem Einkommen
aus der Nebenerwerbstätigkeit al
s Versicherungsberater in Höhe von Fr. 36'000.-- ab dem Jahr 2008 auszugehen, was angepasst an die Nominallohn-Steigerung im Jahr 2017 einem Jahresverdienst in Höhe von Fr. 38'700.
--
ent
spreche. Gesamthaft sei der mutmasslich entgangene Verdienst per 2017 in der Höhe von Fr. 142'314.-- plus Kinderzulagen von Fr. 7'200.-- festzulegen. Damit
liege bei Ausrichtung der ungekürzten gesetzlichen und reglementarischen Inva
li
denleistungen auch über den 1. April 2017 hinaus keine Überentschädigung vor (Urk. 1 S. 7 ff., Urk. 14 S. 3
ff.).
1.3
Dahingegen stellte sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Tatsache, dass der vom Kläger eingereichte Fragebogen von
dessen ehemaligen Vorgesetzten
erst am 15. August 2017
,
das heisst rund zehn Jahre nach Eintritt der Invalidität des Klägers ausgefüllt worden sei, lasse erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der darin enthaltenen Angaben aufkommen. Selbst wenn der ehemalige Inhaber des
Tankstellenshops
Y._
in
Z._
den Kläger als Nachfolger für den Betrieb vorgesehen haben sollte, würden genügende Anhaltspunkte dafür fehlen, dass der Kläger die Geschäftstätigkeit auch tatsächlich erfolgreich weitergeführt hätte. Folglich sei nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass der Kläger ohne Invalidität auch tatsächlich ein Jahreseinkommen von Fr. 103'614.-- im Jahr 2017 erzielt hätte. Bei der –
ebenfalls
erst im August
2017 ausgefüllten – Bestätigung bezüglich der Lohnentwicklung als Versiche
rungs
be
rater sei wohl eher von einer Gefälligkeitsbestätigung auszugehen. Den betref
fenden Angaben komme rein spekulativer Charakter zu. In der Überent
schädi
gungsberechnung könne deshalb beim mutmasslich entgangenen Verdie
nst kein Nebenerwerb
angerechnet
werden. Bei einem
an
erkannterweise
nomina
l
lohnin
dexierten Jahreslohn 2017 von Fr. 78'682.85 (90 % = Fr. 70'814.55) und Ersatz
einkünften von total Fr. 98'384.-- resultiere eine Überentschädigung von
Fr. 27'569.45, weshalb vom Leistungsanspruch des Klägers über total
Fr. 37'340.--
lediglich Fr. 9'770.55 ausbezahlt werden könnten (Urk. 8 S. 3 ff., Urk. 17).
2.
2
.1
Gemäss Art. 34a
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG)
kann die Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und Invalidenleistungen kürzen, soweit diese zusammen mit anderen Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung sowie weiteren anrechenbaren Einkünften 90
%
des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteigen. Treffen Leistungen nach diesem Gesetz mit gleichartigen Leistungen anderer Sozialversicherungen zusammen, so findet Artikel 66 Absatz 2 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) Anwendung.
2.2
2.2.1
Art. 24
der
Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Inva
lidenvorsorge (BVV 2)
sieht vor, dass die Vorsorgeeinrichtung
bei der Kürzung von In
validenleistungen vor Erreichen
des ordentlichen Rentenalters und von
Hinterlassenenleistungen
folgende Leistung
en und Einkünfte anrechnen kann:
a. Hinterlassenen- und
Invalidenleistungen, die andere in- und ausländische
Sozial
versicherungen und Vorsorgeeinrichtungen der leistungsberechtigten Person auf
grund des schädigenden Ereig
nisses ausrichten; dabei werden
Kapitalleistungen mit ihrem Rentenumwandlungswert angerechnet;
b. Taggelder aus
obliga
tori
schen Versicherungen;
c. Taggelder aus freiwilligen Versicheru
ngen, wenn diese mindestens zur Hälfte vom Arbeitgeber finanziert werden;
d. wenn die versicherte Person Invalidenleistungen bezieht:
das weiterhin erzielte
oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen.
2.2.2
Die Vorsorgeeinrichtung kann die Voraussetzungen und den Umfang einer Kür
zung jederzeit überprüfen und ihre Leistungen anpassen, wenn die Verhältnisse sich wesentlich ändern (Art. 24 Abs. 5 BVV2).
Als wesentliche Änderung der Ver
hältnisse gilt eine Leistungsanpassung in der Grössenordnung von mindestens 10 % zugunsten oder zuungunsten der rentenbeziehenden Person. Erfährt ein einzelner Berechnungsfaktor
, wie beispielsweise das Hinzutreten eines weiteren Kinderrentenanspruchs,
eine wesentliche, d
as heisst
an sich eine Leistungsan
passung von mindestens 10 % bewirkende Änderung, prüft die Vorsorgeein
rich
tung allseitig und ohne Bindung an früher ermittelte Faktoren, ob und in welchem Umfange eine Überentschädigung vorlieg
t (BGE 143 V 91
E. 4).
2.2.3
Der mutmasslich entgangene Verdienst
unterliegt keiner oberen Grenze wie z
um Beispiel
dem Maximalbetrag des koordinierten Lohnes (Vetter-Schreiber, BVG/
FZG Kommentar, 3. Aufl. 2013,
Rz
9 zu Art. 24 BVV2
mit Hinweisen
) und
ent
spricht dem gesamten Erwerbs- oder Ersatzeinkommen, das die versicherte Person
ohne das schädigende Ereignis mutmasslich erziel
en würde (Art. 24 Abs. 6 BVV 2)
und zwar im Zeitpunkt, in dem sich die Kürzungsfrage stellt
(BGE 137 V 2
0 E.
5.2.3)
. Nach der gesetzlichen Konzeption der Invalidenleistungen aus Erster
und Zweiter Säule sind die Festlegungen der IV-Stelle bezüglich Entstehung, Höhe
und Beginn des Rentenanspruchs grundsätzlich für die Invalidenrente der obliga
torischen beruflichen Vorsorge massgebend und verbindlich. Das im invaliden
versicherungsrechtlichen Verfahren festgelegte
Valideneinkommen
muss dem Grundsatz nach auch in der berufsvorsorgerechtlichen Überentschädigungs
be
rechnung Berücksichtigung finden. Ausgangspunkt ist daher der Grundsatz der Kongruenz von
Valideneinkommen
und mutmasslich entgangenem Verdienst im
Sinne von Art. 34a Abs. 1 BVG (
beziehungsweise
aArt
. 24 Abs. 1 BVV2). Im Sinne
einer Vermutung ist davon auszugehen, dass das von der IV-Stelle festgelegte
Valideneinkommen
dem mutmasslich entgangenen Verdienst nach Art. 34a Abs. 1
BVG entspricht. Die Annahme einer überproportionalen (d
as heisst
über die
Lohn-
und Preisentwicklung hinausgehenden) Einkommensentwicklung muss auf Lebens
geschehnissen gründen, die schon in der Zeit vor Eintritt des versicherten Ereignisses ihren Anfang genommen haben, es sei denn, die Einkommenser
hö
hung habe von der Natur des ihr
zugrundeliegenden
Motivs her überhaupt erst nach dem versicherten Ereignis eintreten können (
BGE 143 V
91 E.
3.2 m
it Hin
weisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.3.2
mit Hinweisen
).
Auch wenn nach dem Gesagten zwar eine Vermutung besteht, dass das inva
lidenversicherungsrechtlich relevante
Valideneinkommen
dem mutmasslich ent
gangenen Verdienst im Sinne von Art. 34a Abs. 1 BVG entspricht, ist
das erstere
indessen nicht unmittelbar bindend. Vielmehr ist den spezifischen Gegebenheiten
und tatsächlichen Chancen des Versicherten auf dem für ihn in Betracht kom
men
den Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen. Ausgehend vom zuletzt vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit erzielten Verdienst sind alle einkommensrelevanten Veränderungen (Teue
rung,
Reallohnerhöhung, Karriereschritte
und so weiter)
zu berücksichtigen, welche ohne Invalidität überwiegend wahrscheinlich eingetreten wären. Anders als im Invalidenversicherungsrecht mit der Beurteilungsgrundlage des ausgeglichenen Arbeitsmarkts basiert das
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen aber allein auf dem Zumutbarkeitsgrundsatz, welcher die Berücksichtigung
der persönlichen und weiterer Umstände
verlangt. Im Unterschied zum IV-Verfahren kann die ver
sicherte Person (oder die Vorsorgeeinrichtung) somit alle arbeitsmarktbezogenen und persönlichen Umstände anführen, die ein Abweichen vom
Validenein
kom
men
rechtfertigen. Solche Abweichungen hat die versicherte Person nicht nur mit Bezug auf das mit dem Invalideneinkommen äquivalente Resterwerbseink
ommen, sondern auch betreffend
den mutmasslich entgangenen Verdienst zu substan
tiieren und in Nachachtung ihrer Mitwirkungspflicht die erforderlichen Beweise zu offerieren (Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2018 vom 28. Mai 2019 E. 4.1
mit Hinweisen
).
Inwieweit vom Versicherten geltend gemacht
e
Einkommenserhöhungen tatsäch
lich eingetreten wären, ist in der Praxis oft schwer nachzuweisen. Kernpunkte der Betrachtung können dabei die entgangene Reallohnerhöhung, die Anpassung der Löhne an die Teuerung und nicht realisierte Karriereschritte sein. Plausibel sind solche Entwicklungen dann, wenn sie auf einer beweisbaren Grundlage beruhen, also beispielsweise
auf
eine
m
arbeitsvertraglich vereinbarten Teuerungsausgleich. Dasselbe ist anzunehmen, wenn eine Beförderung bereits angekündigt, aber noch
nicht vollzogen worden ist, ebenso, wenn eine Umschulung oder Weiterbildung,
die zu einer Lohnerhöhung geführt hätte, vereinbart und anhand genommen wor
d
en ist. Die genügende Glaubhaftmachung ist jedoch zu verneinen, wenn gel
tend gemacht wird, es wäre beabsichtigt gewesen, in Zukunft eine Weiter
bildung zu besuchen, die zu einer Einkommensverbesserung geführt hätte, oder wenn Karrie
resprünge geltend gemacht werden, für die bloss die Möglichkeit, jedoch keinerlei weitere Anhaltspunkte bestehen, oder wenn neben dem Einkom
men aus der ver
sicherten Tätigkeit ein weiteres behauptet, aber weder durch AHV-Beiträge noch sonst wie bewiesen wird (
St
auffer, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl. 2019
,
Rz
1
194). Ebenfalls n
icht ausreichend ist es, wenn der Versicherte einen Verdienst oder Teile davon mit Hinweis auf Branchengepflogenheiten (etwa Trinkgelder im Gastge
werbe) lediglich behauptet. Der Versicherte muss vielmehr entsprechend
e
Beweis
mittel beibringen (Vetter-Schreiber, a.a.O.,
Rz
10 zu Art. 24 BVV2).
Ebensowenig
reichen gute Arbeitszeugnisse und Berufserfahrung für eine mutmassliche Lohn
erhöhung. Theoretisch vorhandene berufliche Entwicklungs
möglichkeiten sind nu
r dann zu beachten, wenn sie mit überwiegender Wah
r
scheinlichkeit einge
treten wären und konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen (Vetter-Schreiber, a.a.O.,
Rz
16 zu Art. 24 BVV2).
2.2.4
Bei Versicherten, die Einkommen aus mehreren Tätigkeiten erzielen, umfasst der mutmasslich entgangene Verdienst das gesamte mutmassliche Einkommen aus
den verschiedenen Tätigkeiten und nicht nur den im Bereich der versicherten Tätigkeit entfallene Verdienst. In die Berechnung miteinzubeziehen sind auch nachweisbare regelmässige Nebeneinkünfte aus unselbständiger wie auch aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Der entgangene Verdienst umfasst somit auch einen Verdienst, der als solcher nicht
der Beitragspflicht an die Versicherung unterlag (
St
auffer,
a.a.O.
,
Rz
1197).
Nicht zu berücksichtigen ist ein Nebenein
kommen, wenn konkrete Indizien auf einen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nur ausnahmsweisen
beziehungsweise
vorübergehenden Charakter dieser Nebenbeschäftigung hinweisen würden (Vetter-Schreiber, a.a.O.,
Rz
9 zu Art. 24 BVV2).
Kinderzulagen sind bei der Berechnung des mutmasslich entgangenen Verdienstes anzurechnen.
Diese sind nicht eigentlicher Lohnbestandteil, sondern werden aufgrund kantonaler Gesetzgebung oder in der Landwirtschaft aufgrund von Bundesrecht ausgerichtet und stellen selbständige Sozialleistungen dar, die für die Beitragsbemessung nach AHVG und BVG vom Erwerbseinkommen gene
rell ausgeschlossen werden.
Als Korrelat dazu sind in der Folge bei der Ermittlung des Resteinkommens auch die von der Sozialversicherung ausgerichteten Inva
liden-Kinderrenten anzurechnen
. Diese beidseitige Anrechnung trifft für den
Obligatoriumsbereich
zu; abweichend
e
Regelungen sind demzufolge zulässig
(
St
auffer,
a.a.O.
,
Rz
1202
mit Hinweisen
;
BGE 137 V 20 E. 3
).
2.3
2
.3.1
Art. 24 BVV2 gilt grundsätzlich für die obligatorische berufliche Vorsorge. Im weitergehenden (überobligatorischen) Bereich können die Vorsorgeeinrichtungen die Kürzung der Leistungen wegen Überentschädigung unter Beachtung des ver
fas
sungsmässigen Minimalstandards (rechtsgleiche Behandlung, Willkürverbot, Verhältnismäs
sigkeit) anders regeln, solange
dadurch die obligatorischen An
sprüche gewahrt bleiben (
Urteil des Bundesgerichts
9C_824/2013 vom 20. Febru
ar 2014 E. 5.2
mit Hinweis
).
2
.3.2
Von der Möglichkeit, von
Art. 2
4 BVV2 abzuweichen und in ihrem
Vorsorge
reglement
eine eigene Regelung
zu treffen, hat die Beklagte
keinen
Gebrauch ge
macht
. Das Reglement der Beklagten enthält eine mit Art. 24 Abs. 1 BVV2 übereinstimmende Formulierung
(Urk. 2/10
S. 9
f
.
Art. 9 Abs. 2
)
, womit die ge
setzlichen Bestimmungen zur Überentschädigung auch für die weitergehende Vorsorge Geltung beanspruchen
.
3.
3.1
Vorliegend
hat
die Beklagte das Hinzutreten eines weiteren Kinderrenten
an
spruchs zum Anlass
genommen
, um eine Kürzung des Leistungsanspruches in
folge einer Überent
schädigung zu überprüfen (Urk. 1 S. 5
Rz
4
, Urk. 2/5
). Dies steht in Einklang mit der Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 5 BVV2
(E. 2.2), zumal das Hinzutreten eines weiteren Kinderrentenanspruchs eine Anpassung der koor
dinierten BVG-Leistungen von über 10 % bewirkt hat (Urk. 2/4-5)
.
Der Eintritt einer wesentlichen Änderung
der Verhältnisse
im
Sinne von Art. 24 Abs. 5 BVV2
wurde vom Kläger de
nn
auch nicht in Abrede gestellt.
3.2
Soweit der Kläger die mangelnde Berücksichtigung der seit 2008 eingetretenen Nominallohnindex-Steigerung bemängelt
hat
(Urk. 1 S. 7), ist darauf hinzu
weisen, dass die Beklagte das diesbezügliche Vorbringen in ihrer Klageantwort anerkannte
, zumal sie
nun von einem nominallohnindexierten Jahreslohn für das Jahr 2017 von Fr. 78'682.85 ausg
ing
, was
den
aufgrund
der Nominallohn
ent
wicklung
klageweise geltend gemachten Betrag von
Fr. 78'066.50
gar
übersteigt
(Urk. 8 S. 7).
Dass die Beklagte zur Ermittlung des mutmasslich entgangenen Verdienstes
auf
das
von der IV-Stelle verwendete
Valideneinkommen
(Urk. 2/2,
Urk. 2/12)
abgestellt
und dieses bis ins Jahr 2017 –
dem Zeitpunkt in dem sich die
Kürzungsfrage stellt
e
–
der
Nominallohnentwicklung angepasst hat,
ist auch mit Blick auf die eingangs zitierte
Rechtsprechung (E. 2
.2
.3)
nicht zu bean
standen
.
Damit ist im Sinne einer teilweisen Klageanerkennung
ein nominal
lohnin
dex
ier
ter Jahreslohn
aus der vom Kläger vor dem Unfall vom 19. Oktober 2006 aus
geübten Haupt
erwerbs
tätigkeit als Angestellter eines Tankstellenshops
von Fr.
78'
682.85 für das Jahr 2017 erstellt.
3.3
Zu Recht
vertritt
der Kläger den Standpunkt, dass die Kinderzulagen
dem
mut
masslich entgangenen Verdienst
anzurechnen
sind
(Urk. 1 S. 11, Urk. 14 S. 7).
Die Beklagte liess sich
dazu
nicht vernehmen (Urk. 8, Urk. 17).
Sie
berücksichtigte
die Kinderrenten als Einkommen, die
Kinderzulagen
aber
zu Unrecht (E. 2.2.4
)
nicht
als mutmasslich entgangenen
Verdienst (Urk. 8 S. 7,
Urk. 2/5
).
Die Pflicht zur Anrechnung der Kinderzulagen erstreckt sich
– mangels einer abweichenden reglementarischen Best
immung (vgl. Urk. 2/10, E. 2.3.2
) – auch
auf den
über
o
bligatorischen Bereich (E. 2.2.4
).
Bei
drei Kindern und
Kinderzulagen von
Fr. 200.-- pro Kind (§ 4 Abs. 1
des
Einführungsgesetz
es
zum
Bundesgesetz über die Familienzulagen
,
FamZG
; vgl. Urk. 1 S. 11
Rz
26, Urk. 14 S. 7
Rz
14
)
ergibt sich
diesbezüglich
ein
mutmasslich entgangener Verdienst
im
Betrag von Fr. 7'200.-- (3 x Fr. 200.-- x 12) pro Jahr.
3.4
3.4
.1
Zu prüfen ist, ob – wie vom Kläger geltend gemacht
(E. 1
.2
)
–
im Rahme
n der Bemessung
des mutmasslich entgangenen Verdienstes zusätzlich ein Einkommen aus einer Neben
erwerbs
tätigkeit als Versicherungsberater sowie
eine mutmass
liche
Karriere- und
Einkommensentwicklung
zu berücksichtigen
sind
.
3.
4
.2
Gemäss den Angaben des Klägers
ist
er im Unfallzeitpunkt einer Nebener
werbs
tätigkeit als Versicherungsberater nach
gegangen
und hat damit ein durchschnitt
liches
Nebene
inkommen von Fr. 1'000.--
pro Monat
generiert (E. 1.2).
Die be
tref
fende Tätigkeit übte
er seit August 2006
(Urk. 2/16)
und somit
im Unfallzeit
punkt
erst
seit
gut
2.5 Monaten aus.
Damit fehlt es bereits
an der für die An
rechnung als mutmasslich entgangenem Verdienst vorausgesetzten Reg
elmäss
igkeit der Nebeneinkunft (E. 2.2
.
4
).
Dies hat vorliegend umso mehr zu gelten, als
keine Indizien v
or
liegen
, welche darauf schliessen la
ssen, dass der Kläger die betref
fende Tätigkeit im Gesundheitsfall
auf Dauer
erfolgreich
ausgeübt hätte. So findet sich bei den Akten
kein Dokument, welches über die Modalitäten der betreffenden Tätigkeit orientiert wie beispielsweise
ein (unbefristeter) Arbeitsvertrag
oder
eine
(
langfristige
)
Zielvereinbarung. Ebenfalls gegen
eine
ohne Eintritt des Gesund
heitsschadens auf Dauer ausgeübte Tätigkeit
als Versicherungsberater
spricht
, dass der Kläger
das Nebeneinkommen mit Verweis auf die Geringfügig
keits
schwelle von Fr. 2'000.-- pro Kalenderjahr (
aArt
. 8
bis
der
Verordnung über die Alters-
und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV,
in Verbindung mit
aArt
. 5 Abs. 5
des
Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVG
) nicht
deklariert hat, obwohl er (angeblich)
seit August 2006 (Urk. 2/16)
ein Durch
schnittseinkommen von Fr. 1'000.-- pro Monat
generiert
hat
te
(E. 1.2)
. Da er
die Geringfügigkeitsschwelle
somit bereits
Ende September 2006 erreicht hä
tte, wäre bei geplanter Fortsetzung der Nebenerwerbstätigkeit eine Meldung zwecks Bei
tragserhebung
erforderlich
gewesen. Ein Einkommen aus einer Nebener
werbs
tätigkeit wurde indes nicht deklariert (Urk. 2/
11).
Dass
der Kläger seine
Tätigkeit als Versicherungsberater auf Dauer ausgeübt hätte
,
erweist sich
in Anbetracht diese
r
Umstände
nicht als überwiegend wahrscheinlich.
Ferner ist darauf hin
zuweisen, dass der mit
der Nebenerwerbstätigkeit
erzielte Verdienst
nicht
belegt wurde.
So reichte der Kläger
weder Lohnabrechnungen noch andere Dokumente (wie beispielswiese die Steuererklä
rung 2006) ein
, auf welche sich das behauptete Nebenerwerbseinkommen stützen liesse.
W
eitere diesbezügliche Abklärungen
erübrigen sich
, zumal sich eine
Berücksichtigung des behaupteten
Nebenein
kommens von Fr. 1'000.-- pro Monat
auch unter dem Aspekt
verbietet
, dass es nicht angehen kann, erhebliche Einkünfte
gegenüber der Ausgleichskasse nicht zu deklarieren
, diese dann aber im Rahmen der Überentschädigungsberechnung
gegenüber dem Berufsvorsorgeversicherer geltend
zu machen
(Urteil des Bundes
gerichts B 83/06 vom 26. Januar 2007 E. 7.2)
.
Bei der Ermittlung des mutmasslich entgangenen Verdienstes ist dem
nach
kein
Nebenerwerbseinkommen
zu berücksichtigen.
Auf eine allfällige mutmassliche
Entwicklung des Nebenverd
ienstes (vgl. Urk. 1 S. 10 f.
, Urk. 14 S. 6 f.
)
braucht daher nicht eingegangen zu werden
.
3.
4
.3
Folgt man dem Kläger, so ist bei der Ermittlung des mutmasslich entgangenen Verdienstes
auch eine
im hypothetischen Gesundheitsfall stattgehabte
Karriere
entwicklung
zu berücksichtigen (E. 1.2).
Die Argumentationslinie des Klägers beruht auf der Behauptung, er habe mit seinem damaligen Vorgesetzten vor dem Unfallereignis mündlich vereinbart, dass er innerhalb von 5 Jahren zum Ge
schäftsführer aufsteigen soll
e
. Als Beweismittel legte er diesbezüglich einen
von seinem ehemaligen Vorgesetzten
ausgefüllten Fragebogen vom 15. August 2017
ins Recht
.
Darin bestätigt
dieser
,
dass er
mit dem Kläger
vor dem Unfallereignis vom 19. Oktober 2006 über eine berufliche Weiterentwicklung als sein Stellver
treter gesprochen habe. Es sei die Gründung einer GmbH geplant gewesen. Zur Lohnentwicklung hielt er fest, es habe ein 5-Jahresplan mit dem Ziel eines Jahresgehalts von Fr. 100'000.-- bestanden (Urk. 2/13).
D
ie Berücksichtigung einer mutmasslichen überproportionalen Einkommens
stei
gerung
verlangt
nach konkreten Anhaltspunkten für Lebensgeschehnisse, welche schon in der Zeit vor Eintritt des versicherten Ereignisses ihren Anfang ge
nommen haben.
Dem Versicherten obliegt die Beweislast, eine
mutmassliche
Ein
kommensentwicklung
zu substantiieren sowie
entsprechend
e Beweismittel beizu
bringen
beziehungsweise
zu offerieren
(E. 2.2.3)
.
Alleine die Tatsache, dass im Fr
agebogen vom 15. August 2017 der
Inhalt einer
angeblich
vor dem Unfall vom 19. Oktober 2006 getroffenen
– somit
über 10
Jahr
e
zurückliegenden –
münd
lichen Vereinbarung
wiedergeg
eben wird
, vermag Zweifel an der
Verlässlichkeit
der betreffenden Angaben zu wecken.
Diese Zweifel werden dadurch genährt, dass
der Kläger bis
zum Unfallzeitpunkt nicht
offiziell
als stellvertretender Ge
schäftsführer tätig
gewesen
ist oder irgendwelche
konkreten
geschäftsinternen
Vorbereitungen
zur Aneignung der dafür notwendigen Fähigkeiten
getroffen wo
rden sind
; solches wird
vom Kläger
zumindest nicht
vorgebracht
.
Die vom Kläger
diesbezüglich erwähnte langjährige
Berufserfahrung als Mitarbeiter des Tankstellenshops (Urk. 14 S. 4 f.
Rz
8) reicht für die Annahme einer mutmass
lichen
Karriereentwicklung
nicht aus (E. 2.2.3).
Vor diesem Hintergrund
erweist es sich nicht als plausibel, weshalb der damalige Geschäftsführer
mit
dem Kläger eine konkrete Vereinbarung betreffend dessen Aufstieg zum Geschäftsführer
hätte
treffen soll
e
n
.
Dagegen, dass dem Kläger
bereits vor dem Unfall
konkret
und
mit
einer gewissen Verbindlichkeit
der Aufstieg
zum Stellvertreter und als
dann zum
Geschäftsführer in Aussicht gestellt
worden sein soll,
spricht auch die Tatsache, dass sich
weder
der ehemalige Vorgesetzte
in dem betreffenden Frage
bogen
vom 15. August 2017
noch der Kläger
im Rahmen seiner Substantiie
rungs
pflicht
und
zwecks Plausibilisierung der behaupteten mündlichen Vereinbarung
dazu geäussert ha
t
, was es mit dem erwähnten 5-Jahresplan konkret auf sich hatte.
Hinzu kommt, dass, selbst unter der Annahme, eine entsprechende münd
liche Vereinbarung wäre getroffen worden, nicht nur die Dauer des 5-Jahresplans, sondern auch die Bezeichnung desselben als «Plan» impliziert, dass keine ver
bindliche Vereinbarung getroffen, sondern allenfalls eine beidseitige Absicht deklariert worden war, und den Karriereschritt diverse Unwägbarkeiten hätten verhindern können, wie zum Beispiel der Eintritt eines neuen, allenfalls für die Geschäftsführung geeeigneteren Mitarbeiters oder die Geschäftsaufgabe durch den Vorgesetzten. Diese ist denn auch tatsächlich per 26. August 2008 erfolgt, wurde die
Y._
doch per diesem Datum infolge Ge
schäftsaufgabe im Handelsregister des Kantons Zürich gelöscht (Internet-Auszug, eingesehen am 11. September 2020), was der behaupteten Einkommensent
wicklung im Gesundheitsfall zumindest ab diesem Zeitpunkt ohnehin entgegen
steht.
Dementsprechend
ist
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen
, dass bereits vor
Eintritt des Gesundheitsschadens
konkrete
Karriereschritt
e
des
Klägers
bei seiner damaligen Arbeitgeber
in
eingeleitet worden
w
ä
r
en
.
Bloss theo
retisch vorhandene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
und Absichten
reichen
für die Annahme einer überproportionalen Einkommensentwicklung im Rahmen einer mutmasslichen Karriere
nicht aus (E. 2.2.3
).
Vor dem Hintergrund, dass eine mutmassliche Karriereentwicklung des Klägers
zum Geschäftsführer
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, vermögen auch die auf der gegen
teiligen Annahme basierende
n Vergleichsdaten (Urk. 2/14-15)
keine Anhalts
punkte für ein zusätzlich zu berücksichtigendes Einkommen zu liefern.
Fern
er ist zu berücksichtigen, dass sich
der dies
bezüglich relevante Sachverhalt vor über 14 Jahren ereignet hat,
und
deshalb nicht zu
erwarten ist, dass
die
vom Kläger
offerierte
n
Zeuge
nbefragung
en
(Urk. 1 S. 8, Urk. 14 S. 4)
zu
entscheidrelevanten
zusätzlichen
Erkenntnissen
führen könnte
n
.
Auf weitere Beweiserhebungen in diesem Zusammenh
ang kann somit in antizipierter
Be
weiswürdigung verzichtet werden
(BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E. 1d).
3.5
Demzufolge ist der mutmasslich entgangene Verdienst des Klägers ausgehend von
dem von ihm zuletzt vor Eintritt des invalidisierenden Gesundheitsschadens erziel
ten und der Nominallohnentwicklung angepassten Verdienst
(E. 3.2)
zuzüg
lich Kinderzulagen
(E. 3.3)
zu ermitteln.
Der massgebende mutmasslich ent
gangene Verdienst
im Zeitpunkt der Berechnung der Überentschädigung per 1. April 2017
beläuft sich demnach auf insgesamt Fr. 85'882.85 pro Jahr
(Fr. 78'682.85 + Fr. 7'200.--).
4.
Der Kläger verfügt
gegenüber der Beklagten
unbestrittenermassen über einen
unkoordinierten
Leistungsanspruch von insgesamt
Fr. 37'340.--
pro Jahr
(Urk. 1 S. 11, Urk. 8 S. 7, Urk. 2/5). Diese Versicherungsleistungen schuldet die Beklagte
freilich
nur insoweit, als der Kläger dadurch infolge des Zusammentreffens mit
anderen Versicherungsleistungen keine ungerechtfertigten Vorteile erlangt (E. 2.1).
Der
Grenzbetrag für die Überentschädigung
beträgt 90 % des mutmasslich ent
gangenen Verdienstes
, vorliegend somit Fr. 77'294.55
(Fr.
85'882.85
x 0.9; E. 2.1)
.
Bei
anrechenbaren Ersatzeinkünfte
n
von total Fr. 98'384.-- (Urk. 1 S. 11, Urk. 8 S. 7, Urk. 2/5)
resultiert
eine Überentschädigung im Betrag von Fr.
21'089.45
.
Der Kläger verfügt demnach ab dem
1. April
2017 um einen infolge Überent
schädi
gung gekürzten Leistungsanspruch von jährlich Fr.
16'250.55
(Fr. 37'340.-- - Fr.
21'089.45
).
5.
5.1
Die von der Beklagten per 1. April 2017 vorgenommene Kürzung der
Renten
be
treffnisse
auf einen Betrag von Fr. 5'030.-- pro Jahr (Urk. 2/5) erfolgte damit
zu Unrecht
.
Die Beklagte ist demnach im Rahmen ihrer teilweisen Klage
an
erkennung
(E. 3.2) sowie einer teilweisen Gutheissung der Klage (E. 3.3)
zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab dem 1. April
2017
Rentenbetreffnisse
von
jährlich
Fr.
16'250.55
auszurichten.
Von der Beklagten
in dieser Zeitspanne
bereits ge
leistete
Zahlungen (vgl. Urk. 2/5
, Urk. 9/2
) sind
ihr
entsprechend anzurechnen.
Im Übrigen (vgl. Urk. 1 S. 2) ist die Klage abzuweisen.
5.
2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Da
nach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gericht
lichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Der Kläger erhob am
9. April 2019
Klage ge
gen die Beklagte (Urk. 1).
Mangels einer anderslautenden reglemen
tarischen Regelung
(vgl. Urk. 2
/
10
)
sind ihm somit ab
dem
9. April 2019
auf dem Differenzbetrag zwischen den von der Beklagten seit
her bezahlten und den geschuldeten
Rentenbetreffnissen
Verzugszinsen von 5 % pro Jahr für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Betreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen.
6
.
6
.1
Das
Klageverfahren
ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG).
6
.2
Nach
§ 34 Abs. 1 des Gesetzes
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
Partei Anspruch
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mit
Klage
vom
9. April 2019
(Urk. 1 S. 2) beantragte der
Kläger
eine Partei
ent
schädigung. Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist (§ 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entsch
ädigungen
vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist f
ür den notwendigen Aufwand eine auf das Mass
des Obsiegens reduzierte Entschädigung in Höhe von Fr.
800
.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Der
Beklagten
steht als mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betraute Organisation keine Parteientschädigung zu (BGE 112 V 356 E. 6 S. 362 mit Hinweise; vgl. auch
nicht publizierte E. 5b von BGE 127 V 176, Urteil
des Bundesgerichts
U 329/99 vom 25. Juni 2001).