Decision ID: 6bae1617-4330-4bf3-8ef8-6dfbbe7ba04d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, Mutter von vier mittlerweile erwachsenen Kindern
(Urk.
8/1 Ziff. 3), meldete sich am 22. Oktober 2003
unter Hinweis auf
anhal
tende Beschwerden nach einem Beinbruch im Januar 2002 (Urk. 8/1 Ziff. 7.2-3) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1 Ziff. 7.8).
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) sprach der Versicherten mit Verfügung vom 16. Dezember 2003 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 15 % ab 1. November 2003 eine Rente zu (Urk. 8/13).
Mit
Einspracheentscheid
vom 8. April 2004 verneinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 8/33).
Am 11. Juni 2004 (Urk. 8/43) beziehungsweise 13. September 2004 (Urk. 8/54) meldete sich die Versicherte wiederum zum Leistungsbezug an, worauf die IV
Stelle mit Verfügung vom 14. Mai 2008 einen Rentenanspruch erneut ver
neinte (Urk. 8/97).
Die daraufhin beim hiesigen Gericht erhobene Beschwerde wies dieses mit Urteil vom 4. Februar 2010 ab (
Prozess Nr. IV.2008.00646;
Urk. 8/106).
1.2
Ab 30. Juni 2011 arbeitete die Versicherte aushilfsweise in einer
Holzwaren
fabrik
(vgl. Urk. 8/152 S. 3 Ziff. 2.2).
Nachdem
sie
sich am 18. Januar 2013
unter Hinweis auf einen Unfall
,
jedoch ohne nähere Angaben
,
erneut bei der IV
Stelle angemeldet hatte (Urk. 8/112
Ziff. 6.1-2
),
holte die IV-Stelle unter ande
rem bei
der
Y._
ein
poly
disziplinäres
Gutachten ein,
welches
am
21. Juli 2014
erstattet wurde (Urk.
8/147
)
, und veranlasste eine Haushaltabklärung (Urk. 8/152)
.
Nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/155
; Urk.
8/161
)
sprach die IV
Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 17. August 2015 eine
von
1. August 2013 bis 31. März 2014 befristete ganze Rente zu (Urk. 8/169 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
18. September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
17. August 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, rechtsgenügend zu ermitteln und ihr eine unbefristete Invaliden
rente auszurichten
(Urk.
1 S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
23. November 2015
(Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2. Dezember 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Am 21. Januar 2016 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein (Urk. 13), worauf die
Beschwerdegegne
rin
mit Schreiben vom 5. Februar 2016 ausdrücklich auf das Einreichen einer
Duplik verzichtete (Urk. 15).
Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 9. Februar 2016 mitgeteilt (Urk. 16).
Mit Gerichtsverfügung vom
5. April 2016
wurden antragsgemäss (vgl. Urk.
1
S. 3
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
(Urk.
21
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss
der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts
bildet der angefoch
te
ne Entscheid die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis
(BGE 130 V 445
E. 1.2 mit weiteren Hinweisen). Eine allfällige
Verschlechterung des ge
sund
heit
lichen Zustandes der Beschwerdeführerin nach Erlass der Verfügung vom
18. Juni 2014 und damit auch der nachträglich eingereichte Bericht vom 20. April 2015 (Urk. 13) ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles somit uner
heblich. Eine Veränderung des Sachverhaltes nach Erlass des strittigen Ent
scheides kann grundsätzlich nur im Rahmen eines neuen Verfahrens über
prüft werden. Deshalb hat sich das Gericht auf diejenigen Tatsachen zu stützen, wel
che im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides vorhanden waren.
1.4
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst:
Die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung bezweckte die Sicherstel
lung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-
Vorgabe beziehungsweise der Überwindbarkeitsvermutung. An dieser Recht
spre
chung ist nicht festzuhalten. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein
Strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materi
eller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhal
tender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) tre
ten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kate
gorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen, wobei auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Prä
pon
de
ranz
der psychiatrischen Komorbidität verzichtet wird. Damit werden für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen An
ord
nungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG konkretisiert. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchs
grund
lage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materi
ell
beweis
be
lastete
versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.5
Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil (vor
stehend E. 1.2) wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad“
Komplex „Gesundheitsschädigung“
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit“ (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext“
Kategorie „Konsistenz“ (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
di
zien
, wie sie erforderliche sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu über
brücken (E. 4.1.3).
1.6
Zum Zusammenwirken von Medizin und Rechtsanwendung hat das Bundesge
richt im genannten Urteil (vorstehend E. 1.
4
) festgehalten, dass sich der rechtli
che Anforderungskatalog auf einen Grundbestand von normativ massgeblichen Gesichtspunkten beschränkt (E. 5.1.2). Die normativ bestimmte Gutachterfrage lautet, wie die sachverständige Person das Leistungsvermögen einschätzt, wenn sie dabei den einschlägigen Indikatoren folgt. Die Rechtsanwendung überprüft die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärztinnen und Ärzte
sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSG)
. Sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurtei
lung
auf objekti
vierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 As 2 Satz 2 ATSG). Dies si
chert die ein
heit
liche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (E. 5.2.2).
1.7
Sodann wurde im genannten Urteil (vorstehend E. 1.
4
) festgehalten, dass gemäss altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten nicht per se ihren
Beweis
wert
verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit
seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweis
grundlagen
vor
Bun
des
recht
standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr
materiell-be
weis
rechtlich
geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gericht
lichen Sachverständi
gen
gut
achten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (E. 8).
1.8
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, wel
che oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf zwei Gutachten davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2012 in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei und ihr weder die angestammte Tätigkeit noch eine andere Tätigkeit habe zugemutet werden können. Ab August 2013 bestehe daher Anspruch auf eine ganze Rente. Seit Januar 2014 sei sie in einer angepassten Tätigkeit wieder vollständig arbeitsfä
hig und könne ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen, weshalb die Rentenzahlungen per Ende März 2014 eingestellt würden (S. 5 f.).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort
vom 23. November 2015 (Urk. 7) führte die Beschwerdegegnerin sodann ergänzend aus, auf das Gutachten vom 21. Juli 2014 könne auch unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung abgestellt werden (S. 2 Ziff. 3). Die psychiatrisch-fachärztliche Gutachterin habe den psy
chischen Leiden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen und dies plausibel begründet (S. 2 Ziff. 4). Das Gutachten erlaube eine schlüssige Beur
teilung der Einschränkungen im Lichte der massgeblic
hen Indikatoren (S. 2 Ziff. 5).
2.2
Demgegenüber
machte die Beschwerdeführerin geltend, das
Medas
-Gutachten vom 21. Juli 2014 beruhe auf unvollständigen
Vorakten
, sei wiederholt unsach
lich und scheide als Beweismittel daher aus (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 4).
Sowohl die anlässlich des Unfalls vom 2. Juli 2012 erlittene Schnittverletzung als auch die Verletzungen nach einem Sturz am 23. Januar 2002 seien durch einen langwie
rigen Verlauf gekennzeichnet (S. 6 f. Ziff. 5-6). Eine seit vielen Jahren andau
ernde, erklärtermassen
chronifizierte
Schmerzproblematik mit entsprechenden Diagnosen sei aktenkundig (S. 7 Ziff. 7). Die Beschwerdegegnerin habe die neue Schmerzrechtsprechung des Bundesgerichts nicht erwähnt und nicht zur Anwendung gebracht. Die Sache sei daher zwingend zurückzuweisen, damit die Beschwerdegegnerin nach Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhaltes die neue Rechtsprechung zur Anwendung bringen könne (S. 9 Ziff. 8).
Der gegen
wärtige Aktenstand genüge den Anforderungen der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung offensichtlich nicht, zu den gemäss Bundesgericht neu zu prü
fenden Indikatoren lasse sich den Akten nichts entnehmen (S. 9 Ziff. 9). Schliesslich sei auch der Lohnvergleich zu beanstanden. Sie habe infolge der medizinischen Vorzustände nur ein reduziertes Einkommen erzielt, weshalb auf das im Urteil vom 4.
Februar 2010 erkannte
Valideneinkommen
abzustellen und dieses zu aktualisieren sei.
Die verfügte Befristung der Invalidenrente sei nicht gerechtfertigt (S. 10 Ziff. 10).
Im Rahmen der Replik vom 21. Januar 2016 (Urk. 13) führte die Beschwer
de
führe
rin ergänzend aus, die Einschätzung der Beschwerdegegnerin, wonach sich eine
somatoforme
Schmerzstörung erst in Entwicklung befinden solle, lasse sich aus dem
Medas
-Gutachten nicht ableiten und sei auch nicht plausibel, nachdem im MZR-Gutachten
chronifizierte
Schmerzen diagnostiziert worden seien (S. 3 Ziff. 2). Das
Medas
-Gutachten sei unter der Herrschaft der
Überwind
barkeits
vermutung
erstattet worden, so dass diesem
im Hinblick auf die neue Recht
sprechung des Bundesgerichts nichts zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ent
nommen werden könne (S. 3 f. Ziff. 3-4).
2.3
Unbestritten ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 4. Februar 2010 verschlechtert hat, nach
dem sie sich am 2. Juli 2012 eine Schnittverletzung über dem linken Daumen zugezogen hatte. Strittig und zu prüfen ist damit der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere, ob auf die bei den Akten liegenden Gutachten abgestellt werden kann.
3.
3.
1
In ihrem Bericht vom 6. Juli 2012 diagnostizierten die Ärzte des
Z._
eine EPL-Sehnenverletzung mit
Adductor
-Hood-Verletzung
Dig
. I Hand links vom 2. Juli 201
2.
Die Beschwerdeführerin sei bei der Arbeit in einer Holzwerk
statt mit einem Messer abgerutscht und habe sich dabei eine blutende Schnitt
wunde über dem linken Daumen zugezogen. Der
perioperative
Verlauf sei kom
plikationslos gewesen, die Sensibilität postoperativ intakt. Die Patientin könne in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden (Urk. 8/166/437).
Am 21. August 2012 beschrieben die Ärzte einen ordentlichen Verlauf unter konsequenter Wahrnehmung der ergotherapeutischen Nachbehandlung. Die Beschwerdeführerin klage über noch deutliche Schmerzen im Bereich der Narbe sowie eine Einschränkung bei Kraftausübung mit der linken
adominanten
Hand. Es sei ein schrittweiser Aufbau und Verbesserung der Flexion und des
Kraftauf
baus
auch gegen Widerstand erlaubt. Bis zum 2. September 2012 sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig, danach bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/166/427).
Nachdem die Beschwerdeführerin am 2
7.
September 2012 über weiterbeste
hende, zum Teil progrediente Schmerzen im Bereich der Narbe, ziehend in den Unterarm, bis zur Schulter links ausstrahlend und häufig auch diffus über der ganzen linken Hand geklagt und sich der Zustand der linken Hand seit
der Arbeitsaufnahme gemäss Verlaufsbericht der Ergotherapie wieder deutlich ver
schlechtert hatte (Urk. 8/166/409), attestierten die Ärzte des
Z._
ab
27. Sep
tember 2012 wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/166/410).
Am 31. Oktober 2012 nannte der verantwortliche Arzt folgende Diagnosen (Urk. 8/166/394):
Verdacht auf
Narbenneurom und beginnendes CRPS
(
complex
regional
pain
syndrom
e
)
bei Status nach Schnittverletzung dorsal über dem Dau
mengrundgelenk
links mit Teil-Läsion der EPL-Sehne vom 3. Juli 2012
Status nach Strecksehnennaht EPL links vom 3. Juli 2012
Im Seitenvergleich zeige sich
eine leichte Schwellung der gesamten linken Hand, die Narbe sei reizlos, stabil und zeige keine
Infektzeichen
. Die aktive Bewegungsamplitude des linken Daumens sei deutlich eingeschränkt. Die Prog
nose sei ungewiss, der Verlauf sei protrahier
t
und die Therapie werde mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 27. September 2012 erneut zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/166/
395
).
In seinem Bericht vom 22. Januar 2013 ging der verantwortliche Arzt nun von einem ausgeprägten CRPS aus und hielt fest, ausser der schon bestehenden Ergo-/Physio
therapie könne der Beschwerdeführerin keine weitere Option mehr angeboten werden. Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/166/359-360;
vgl.
auch Bericht vom 28. November 2012,
Urk. 8/166/386
387).
3.
2
Vom 26. Februar bis 27. März 2
013 war die Beschwerdeführerin
in der
A._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 2. April 2013 (Urk. 8/122/8-17) nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom 2. Juli 2012: Stich-/Schnittverletzung
über dem
Daumen
grund
gelenk
links dorsal
Teilruptur der EPL-Sehne Daumen links
adominante
Seite
leichte Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion
Unfall vom 23. Januar 2002:
Malleolarfraktur
Typ Weber B rechts
l
umbospondylogenes
Syndrom rechts bei leichter
Osteochondrose
L5/S1 ohne Nachweis einer Spinalkanalstenose, Diskushernie oder
Neuro
kompression
Es habe keine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht und die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit beim Training auf einem tiefen Niveau nicht wesentlich gesteigert werden können. Bezüglich der Beweg
lichkeit sei keine Verbesserung erreicht worden (S. 4).
Eine ambulante Psycho
therapie oder auch eine psychopharmakologische Behandlung seien derzeit nicht dringlich indiziert und würden von der Beschwerdeführerin momentan auch nicht gewünscht (S. 2).
Die Beschwerdeführerin sei im Einsatz ihrer linken Hand vor allem durch die Schmerzen und Kraftlosigkeit, aber auch durch die belastungsabhängig zuneh
mende Schwellung beeinträchtigt. Der versuchsweise Einsatz im
berufsorien
tierten
Training der Ergotherapie habe gezeigt, dass die nötige Belastbarkeit für den Wiedereinstieg in den Beruf als Mitarbeiterin in der Holzbearbeitung aktuell nicht möglich sei. Rein von der durchgemachten Verletzung her müsste die Berufstätigkeit wieder ausführbar sein. Entscheidend sei der weitere Verlauf des CRPS der linken Hand (S. 4).
Die festgestellt
e
psychische Störung begründe
aktuell keine arbeitsrelevante Leistungsverminderung
. Die aktuelle Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Holzverarbeitung sei seit 28. März 2013 nicht zumutbar, die Anforderungen seien zu hoch. Es
h
andle sich um leichte bis mittelschwere Arbeit mit anhaltendem
bimanuellem
Handeinsatz. Die Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten könne noch nicht festgelegt werden, es seien weitere medizinische Abklärungen und Behandlungen nötig (S. 2).
3.
3
Der Hausarzt med.
pract
.
B._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin
,
nannte in seinem Bericht vom 4. Juni 2013 folgende Diagnosen (Urk. 8/122 Ziff. 1.1):
Unfall vom 2. Juli 2012: Stich-/Schnittverletzung
über dem
Daumen
grund
gelenk
links dorsal
Teilruptur der EPL-Sehne Daumen links
adominante
Seite
leichte Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion
Unfall vom 23. Januar 2002:
Malleolarfraktur
Typ Weber B rechts
l
umbospondylogenes
Syndrom rechts bei leichter
Osteochondrose
L5/S1 ohne Nachweis einer Spinalkanalstenose, Diskushernie oder
Neurokom
pression
Seit dem 2. Juli 2012 sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig, auch für leichte angepasste Tätigkeiten (Ziff. 1.6-7).
3.
4
In ihrem Bericht vom
4. September 2013
(Urk. 8/166/284-286)
nannten die Ärzte des
C._
, Schmerzzentrum, im Wesentlichen fol
gende Diagnosen
(S. 1):
CRPS linke Hand
szintigraphischer
Verdacht auf
Rhizarthrose
Zervikobrachialgie
links
aktenanamnestisch Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reak
tion
anamnestisch
lumbospondylogenes
Syndrom
anamnestisch Status nach osteosynthetischer Versorgung einer
Malleo
lar
fraktur
rechts
Aussagen zur Prognose bei CRPS seien wegen des variablen Krankheitsverlaufs individuell schwer zu stellen. Der bisherige Krankheitsverlauf sei jedoch protra
hiert und stagnierend, daher eher ungünstig (S. 2 Ziff. 2.b). Die voraussichtliche Dauer der Behandlung könne aktuell nicht beurteilt werden, eine Arbeitsauf
nahme sei aktuell unwahrscheinlich (S. 3 Ziff. 3.d und 4).
3.
5
Die behandelnde Psychotherapeutin
lic
. phil.
D._
,
Fach
psycho
lo
gin
FSP und Psychotherapeutin MASP, nannte in ihrem Bericht vom 14. September 201
3
(Urk. 8/166/274-275) folgende Diagnosen (S. 1):
Anpassungsstörung, längere depressive und ängstliche Reaktion (F43.22)
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassi
fi
zierten Krankheiten (F54.-)
spezifische (isolierte) Phobie (aktuell kein Leidensdruck diesbezüglich)
Verdacht auf sonstige andere andauernde Persönlichkeitsveränderung auf
grund somatischer und psychischer Krankheit
Aufgrund der schweren Beeinträchtigung durch einen hohen Leidensdruck als Folge der Schmerzsymptomatik und einer hohen Wahrscheinlichkeit einer
Chroni
fizierung
der Schmerzen könne nach wie vor eher von einer negativen Prognose ausgegangen werden. Derzeit sehe es so aus, dass sich das somatische Beschwerdebild noch negativ verstärke. Eine leichte Besserung könne erwartet werden bei einer Linderung der depressiven und der Angst-Symptomatik und bei Anwendung von diversen medizinisch empfohlenen Therapien sowie psy
chologischen Strategien im Umgang mit den vorhandenen Schmerzen (S. 2 Ziff. 2b). Die voraussichtliche Dauer der Behandlung sei derzeit nicht genau absehbar, diese sei auch abhängig vom somatischen Heilungsprozess (S. 2 Ziff. 3d). Die Wiederaufnahme der Arbeit sei derzeit nicht abschätzbar, aktuell sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig (S. 2 Ziff.
4a).
3.
6
In ihrem Bericht vom 4. November 2013 (Urk. 8/166/231-233) nannten die Ärzte des
C._
, Departement Medizin, im Wesentlichen folgende Diagnosen (S. 1):
linksseitiges Arm- und Schulterschmerzsyndrom nach Verletzung über dem MCP I-Gelenk links im Juli 2012
somatoforme
Schmerzstörung
langsam aufsteigendes Schmerzsyndrom, mittlerweile mit Einbe
ziehung der Schultern beidseits sowie Nacken- und Gesichtspartie rechts
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom seit 2001
chronische Fussschmerzen beidseits seit Fussfraktur rechts 2001
anamnestisch Depression
Eine
Rhizarthrose
habe nicht verifiziert werden können. Die Diagnose eines CRPS könne zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der mangelnden objektivier
ba
ren Kriterien nicht gestellt werden. Am ehesten handle es sich um ein Schmerzsyndrom mit sekundärer Generalisierung im Sinne einer zentralen Schmerzverarbeitungsstörung. Bei fehlenden objektivierbaren Kriterien respek
tive fehlenden Funktionsstörungen sei die Beschwerdeführerin für leichte bis mittelschwere nicht handwerklich betonte Arbeiten arbeitsfähig (S. 3).
3.7
In ihrem Bericht vom 23. Januar 2014 (Urk. 8/166/237-238) hielten die Ärzte des
Schmerzzentrums des
C._
bei unveränderten Diagnosen (Ziff. 1) eine Arbeitsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt aktuell für unrealistisch (Ziff. 4).
Eine Beschäftigung im kleinen Pensum von 10 % sei aus therapeutischer Sicht sinnvoll (Ziff. 5).
3.
8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 12. März 2014 (Urk. 8/166/177-178) aus, es bestünden Kriterien für ein CRPS mit neuropathischen Schmerzen diffuser Natur, wahrscheinlich bestehe eine Ausbreitung im Bereich des linken Armes über
eine
Hypersensibilisierung der Neurone. Die Beschwerdeführerin sei vollständig arbeitsunfähig (S. 2).
3.
9
In seinem Bericht vom 20. März 2014 diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt für Chirurgie, eine beginnende
arthrotische
Veränderung des AC-Ge
lenkes rechts und des linken Daumen-Grundgelenks. Da eine grosse funk
tionelle Überlagerung und eine Suva-Leistung
s
-Abhängigkeit im Spiel seien, erwarte er keine subjektive Verbesserung (Urk. 8/166/175).
3.
10
L
ic
. phil.
D._
nannte in ihrem Bericht vom 11. Juni 2014 folgende Diagnosen (Urk. 8/143 S. 1):
Anpassungsstörung, längere depressive und ängstliche Reaktion (F43.22)
p
sychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zierten Krankheiten (F54.-)
s
pezifische (isolierte) Phobie (F40.2; nach wie vor kein Leidensdruck dies
bezüglich)
s
onstige andere andauernde Persönlichkeitsveränderung aufgrund somati
scher und psychischer Krankheit (F62.88)
Arbeitslosigkeit (Z56.-)
Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände nach zwei Unfällen mit erheblichen Einschränkungen in verschiedenen Lebens
bereichen und schlussfolgernder Abhängigkeit von anderen Famili
enmitgliedern in der Lebensführung (Z60.0)
Differentialdiagnose: andauernde Schmerzstörung (F45.4)
Die Beschwerdeführerin habe regelmässig an der Psychotherapiegruppe teilge
nommen und sich durchwegs kooperierend und engagiert verhalten. Sie habe Interesse an allen in der Gruppe behandelten Inhalten gezeigt und sei stets bemüht gewesen, ihr Bestes zu geben (S. 2
Ziff. 2
).
Als sehr erschwerend im psychotherapeutischen Verlauf
beurteile sie
die Persönlichkeitsveränderung, welche einen wichtigen Stellenwert im Umgang mit den Schmerzen einnehme, aber auch die Sprachbarriere im Zusammenhang mit wichtigen ärztlichen sowie therapeutischen Konsultationen im Behandlungsprozess. Eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei nicht absehbar. Aus therapeuti
scher Sicht werde eine berufliche Reintegration im zweiten Arbeitsmarkt mit einem niederprozentigen Pensum
(20 %) als sinnvoll erachtet (S. 3 Ziff. 3).
3.
1
1
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerdeführerin in der
Medizinischen Abklärungsstelle (
Medas
) Y._
orthopädisch, neurologisch, psy
chia
trisch und internistisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 21. Juli 2014 (Urk. 8/147) nannten die verantwortlichen Ärzte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
3
2
lit
. E):
beginnender OSG-Arthrose rechts bei Status nach
Malleolarfraktur
und
Osteochondrosis
dissecans
vom 23. Januar 2002
Rhizarthrose
links
c
hronisches Schmerzsyndrom Hand links bei Status nach
Wundversor
gung
, Naht der EPL-Sehne links vom 2. Juli 2012 ohne klinisch und radiologische Zeichen für eine CRPS
l
umbospondylogenes
Syndrom bei/mit
Osteochondrose
L5/S1,
Spondyl
ar
throsen
L3-S1
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte sodann folgende (S. 3
2
lit
. E):
b
eginnende Gonarthrose beidseits
l
eichte ISG-Arthrose beidseits
Zervikalgien
mit
Spondylarthrosen
auf diversen Segmenten bei guter Kli
nik
e
ingeschränkter Schürzengriff
beidseits, linksbetont ohne grosses radio
lo
gisches Substrat
Dysthymie
anhaltend
somatoforme
Schmerzstörung
Adipositas (BMI 38.9 kg/m
2
)
Verdacht auf subklinischen Diabetes mellitus
Verdacht auf mögliche Darmerkrankung
Aus dem psychiatrischen Teilgutachten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin insbesondere über starke Schmerzen im Handteller und Handgelenk klagte sowie die sich ausbreitende Schmerzsymptomatik. Sie erwarte von der aktuell durchgeführten Kombination aus ergotherapeutischer und physiotherapeutischer Behandlung lediglich, dass die Verschlechterung nicht weiter fortschreite. Psy
chische Beschwerden würden primär nicht geklagt. Erst auf
explizite Nachfrage
habe die Beschwerdeführerin
angegeben, traurig verstimmt und depressiv zu sein, sie habe mehrfach betont, dass dies daraus resultiere, dass sie sehr gerne gearbeitet habe und die Traurigkeit daher rühre, dass sie dies nun nicht mehr könne. Weitere Symptome hätten sich nicht erfragen lassen. Seit der stationären Behandlung in der
A._
führe sie regelmässig eine psychothera
peutische Behandlung durch
, e
in Behandlungsziel könne sie jedoch nicht benennen. An
klinischen Symptomen zeige sie eine sehr leidende Mimik, eine Minderbewegung der linken Han
d
, die in unbeobachteten Momenten deutlich geringer ausgeprägt sei (S. 46
lit
.
C). Die geklagte Schmerzsymptomatik mit einem Schmerz von 7 bis 10 auf der visuellen Analogskala lasse sich weder aus Mimik noch Gestik ableiten. Ebenfalls auffällig sei, dass die Symptome aufstei
gend seien und nunmehr auch die kontralaterale Kopfseite betreffen würden und die Beschwerdeführerin im Wesentlichen in einer Passivität verharre. Bisher durchgeführte medikamentöse Behandlungen hätten wenig Besserung gebracht. Diesbezüglich sei jedoch anzumerken, dass im Rahmen der durchgeführten Bestimmungen der Medikamentenspiegel im Serum für
Saroten
und auch für
Lyrica
jeweils kein Nachweis gelungen sei. Eine Einnahme dieser Medikation könne damit nicht objektiviert werden
. Psychosoziale
Faktoren spielten beim Unterhalt der Symptomatik sicher mit
eine
Rolle. Ausser einigen leichten Auf
fälligkeiten im psychiatrischen Befund fänden sich keine wesentlichen Hinweise auf relevante Einschränkungen im täglichen Leben
(S. 47)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der Lage, sich an Regeln und Routinen anzupassen, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, sie könne fachliche Kompetenzen anwenden
und
sei in ihrer Entscheidungs- und Urteils
fähigkeit nicht beeinträchtigt. Gleiches gelte für die Selbstbehauptungsfähigkeit, ihre Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit und Fähigkeit
,
familiäre Beziehungen aufrecht zu erhalten, ebenso wie die Fähigkeit zur Selbstpflege und die Wegefähigkeit. Es bestünden aufgrund der psychiatrischen Erkrankung allenfalls leichte Beeinträchtigungen in Flexibilität
,
und Umstellungsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit und der Fähigkeit
,
Spontanaktivitäten zu initiieren (S.
47 f.
lit
. D
unten).
Der neurologische Gutachter hielt fest, es könnten keine Befunde objektiviert werden, welche eine Einschränkung des Fähigkeitsprofils begründen könn
t
e
n
. Auch sei die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit als normal zu bewerten
. Auch unter Einbezug der Aktenlage gebe es keine Hinweise auf eine
retrospektiv
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit auf Grundlage objektiver Befunde (S. 41 f.
lit
. D unten)
.
Zusammenfassend gingen die Ärzte von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Holzfabrik mit überwiegend feinmotorischen Aktivitäten aus. In einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils sei die Beschwerdeführerin
hingegen
vollständig arbeitsfä
hig
.
Nicht mehr zumutbar seien das Heben und Tragen von Lasten von mehr als einem Kilogramm links sowie von 10 kg rechts. Das Hantieren mit vibrierenden, stossenden und schlagenden Maschinen sei links nicht mehr zumutbar, rechts
jedoch möglich. Feinmotorische Arbeiten mit links seien nicht mehr zumutbar. Zudienende Tätigkeiten mit links seien sicherlich noch möglich. Rein stehende und rein gehende Arbeiten, Arbeiten auf unebenem Gelände und Arbeiten in gebückter und gehockter Haltung sei
en nicht zumutbar (S. 32
).
Aus orthopädischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit keine verwert
bare Arbeitsfähigkeit mehr, da die linke Hand dafür in der Lage sein müsste, kräftig zuzupacken (S. 33 unten). In einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils bestehe hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 34 oben).
Diese Bewertung der Arbeitsfähigkeit sei gültig ab Januar 201
4.
Für die frühere Bewertung der Arbeitsfähigkeit sei auf die Berichte der
A._
sowie die vorgängigen Gutachten respektive Beurteilungen des
Unfallversi
cherers
abzustellen (S. 34
lit
. b).
3.
1
2
Im Rahmen des unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens wurde die Beschwer
deführer
in
am 18. März 2014 durch die Ärzte der
G._
begutachtet, wobei die Ärzte in
ihrem Gutachten vom 29. August 2014
(Urk. 8/166/84-129) folgende Diagnosen
nannten
(S. 30):
c
hronisches Schmerzsyndrom der linken oberen Extremität mit Funk
tions
störung des Daumens mit/bei
Status nach Stichverletzung Daumen links mit EPL-Sehnenverletzung mit Adduktor-
Hoodverletzung
Dig
. I Hand links am 2. Juli 2012
Status nach Wundrevision, Strecksehnennaht der EPL-Sehne links am 3. Juli 2012
m
ässiggradige
Rhizarthrose
links
Status nach
Malleolarfraktur
Typ Weber B rechts am 23. Januar 2002
i
nitial konservative Behandlung mittels Gipsruhigstellung
Status nach Osteotomie medialer
M
a
lleolus
, Entfernung eines
osteo
chondralen
Flakes
,
Pridi
-Bohrungen, Osteosynthese medialer
Malleo
lus
rechts bei
Osteochondrosis
dissecans
Talus
medialis
rechts am 22. November 2001
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
Malleolus
medialis
rechts am 4. März 2003
Unter Berücksichtigung der sich im Verlauf ändernden Manifestationen und der diagnostischen Kriterien hätten sich anlässlich der Begutachtung vom 18. April 2014 keine Anhaltspunkte für ein
florides
CRPS an der linken Hand gezeigt. Insgesamt seien die Beschwerden auf ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom an der linken oberen Extremität zurückzuführen
. Differentialdiagnostisch könne am ehesten eine mässige
Rhizarthrose
links in Betracht gezogen werden. Die beschriebenen degenerativen Veränderungen würden das Ausmass der sich präsentierenden Symptomatik nicht erklären. Die im Rahmen der Begutachtung durchgeführten A
b
klärungen hätten keine Hinweise auf
ein
florides
CRPS, eine
entzündlich rheumatische beziehungsweise neurologische Erkrankung ergeben. Auf medikamentöser, physio- und ergotherapeutischer Ebene sei das
Behand
lungspotential
ausgeschöpft (S. 29).
Die ausführlichen Untersuchungen hätten keine Anhaltspunkte für strukturelle Unfallresiduen ergeben. Klinisch imponiere jedoch eine ausgeprägte, glaubhafte Funktionseinschränkung der linken Hand, welche sich vor allem in Form einer Bewegungseinschränkung und Kraftlosigkeit des Daumens manifestiere. Daraus resultiere folgende Zumutbarkeit: sehr leichtes Heben und Tragen in Form von
Zudientätigkeit
der linken,
adominanten
Hand, leichte manuelle Tätigkeiten ohne Daumen-Spitzgriff
. Sollte eine geeignete Tätigkeit gefunden werden, werde empfohlen, mit einem Pensum von 50 % (halbtags) zu beginnen und im Verlauf dann sukzessive auf ein volles Pensum zu steigern
(S.
29
).
4.
4.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich d
ie Beschwerdegegnerin auf das
Medas
-Gutachten vom 21. Juli 2014, wohingegen die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass dieses insbesondere auch unter Hinweis auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht verwertbar sei.
Zutreffend ist, dass das
Medas
-Gutachten vom 21. Juli 2014 unter Berücksichti
gung der
damaligen
Überwindbarkeits-Rechtsprechung erstellt wurde.
I
n
Nach
achtung
der
mit Urteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) begründeten
jüngsten Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts
ist
insbesondere zu prüfen, ob die Gutachter ausschliesslich Folgen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung berücksichtigt haben und ihre Beurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (vorstehend E.
1.4
). Ob die medizinische Beurteilung der nunmehr zu beach
tenden Indikatoren (vorstehend E.
1.5
) im Ergebnis hinreichend Rechnung trägt, ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifi
schen Gegebenheiten zu prüfen (vorstehend E.
1.7
).
Die
psychiatrische Gutachter
in
hat sich - wenn auch, da noch in Unkenntnis der
damals noch nicht bekannten
bundesgerichtlichen Terminologie, nur sinnge
mäss - mit dem funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung auseinander
gesetzt: Die Gesundheitsschädigung betreffend wurde die Ausprägung der rele
vanten Befunde thematisiert,
die psychiatrische Gutachterin führte die Befunde detailliert und differenziert auf (Urk. 8/147 S. 44 f.
lit
. B). E
benso
beurteilte sie den Therapieverlauf (S. 44 Mitte)
und die Frage von begleitenden Erkrankungen (Komorbidität
; S. 43)
. Der Komplex der Persönlichkeit ist direkt in die Diagnos
tik eingeflossen und der soziale Kontext wurde im Gutachten ebenfalls ange
sprochen und berücksichtigt
(S. 42 ff.
lit
. A)
. Unter dem Aspekt der Konsistenz
wurden
sowohl der Umfang der bestehenden Aktivitätseinschränkungen (anhand
der Aktivitäten und des Tagesablaufes
erhoben
, S. 44 oben
)
als
auch der Leidensdruck
b
erücksichtigt.
Insgesamt erweist sich
damit
das
Medas
-Gutachten und dabei insbesondere auch das psychiatrische Teilgutachten als differenziert, nachvollziehbar und plausibel
begründet
, so dass darauf abgestellt werden kann.
Im Übrigen wiesen
die Ärzte des
C._
, Departement Medizin,
am 4. November 2013
in Übereinstimmung mit dem
Medas
-Gutachten
darauf hin, dass die Diag
nose eines CRPS aufgrund der mangelnden objektivierbaren Kriterien nicht gestellt werden könne und hielten die Beschwerdeführerin für leichte bis mit
telschwere
,
nicht handwerklich betonte Arbeiten arbeitsfähig (E. 3.6).
Ebenso fanden die Ärzte der
G._
im Rahmen der
unfallver
siche
rungsrechtlichen
Begutachtung keine Anhaltspunkte für ein
florides
CRPS und wiesen darauf hin, dass die degenerativen Veränderungen das Ausmass der sich präsentierenden Symptomatik nicht erklärten (E. 3.11).
4.2
Daran vermögen auch die Berichte der behandelnden Psychotherapeutin
lic
. phil.
D._
nichts zu ändern. Zu der von ihr diagnostizierten
Anpas
sungsstörung
ist festzuhalten, dass solche
in der Regel innerhalb eines Monats nach dem kritischen Lebensereignis auftreten und meist nicht länger als sechs Monate andauern (vgl.
D
illing
/
M
ombour
/S
chmidt,
Hrsg., Internationale Klassifi
kation
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9
. Aufl
age 2014
, S.
209
). Eine Anpassungsstörung ist somit
definiti
onsgemäss
vorübergehender Natur und daher nicht invalidisierend
.
Ebenfalls zu einer anderen Einschätzung gelangten die Ärzte des
Schmerzzent
rums
des
C._
, stützten sich dabei jedoch insbesondere auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Schmerzempfinden ab (E. 3.4, E. 3.7).
4.3
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 2. Juli 2012 zunächst
sowohl in der bisherigen als auch in jeder anderen Tätigkeit
vollständig arbeitsunfähig war,
ihr
aber ab Januar 2014 eine
Verweistätigkeit
wieder in einem Pensum von 100 % zugemutet werden konnte
.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Ein
kommens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
lideneinkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zentvergleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Invali
deneinkommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5.2
Was die Zeitspanne von Juli 2012 bis Ende Dezem
ber 2013 betrifft, kann ein Prozentvergleich durchgeführt werden, da die Beschwerdeführerin während diesem Zeitraum aufgrund der am 2. Juli 2012 erlittenen Verletzungen sowohl in der angestammten als auch in jeder anderen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig war. Für diese Zeit kann daher auf einen Einkommensvergleich mittels Tabellenlöhnen verzichtet werden (BGE 104 V 136 E. 2.a und b; BGE 114 V 313 E. 3.a). Nachdem bei der Beschwerdeführerin für diese Zeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt, resultiert ein
Invali
ditätsgrad
von 100 %.
5.3
Ab Januar 2014 ist
wieder
von einer Arbeitsfähigkeit von
10
0 % in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit auszugehen, so dass ein Einkommensvergleich durchzuführen ist.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
gegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 201
4 E. 3.2 mit Hinweisen).
Bezüglich des
Valideneinkommens
machte d
ie Beschwerdeführerin geltend, es sei auf das im Urteil vom 4. Februar 2010 erkannte
Valideneinkommen
abzu
stellen und dieses zu aktualisieren (E. 2.2). Dabei verkennt
sie aber
, dass die Arbeitsfähigkeit
im genannten Urteil
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit auf 80 % festgesetzt worden war (vgl. Urk. 8/106 E. 6.2)
. Ab Juli 2011 war die Beschwerdeführerin jedoch aushilfsweise in einem
Teil
zeitpensum
bei der
H._
tätig und erledigte leichte Abpack- und Maschinenarbeiten (Urk. 8/152 S. 3 Ziff. 2.2). I
n den Monaten November 2011, Januar und Februar sowie Juni 2012
arbeitete sie
jeweils zwischen 16.21 und 42.55 Wochenstunden und
absolvierte
damit mindestens teilweise ein volles Pensum (vgl. Urk. 8/119).
Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn sich die
Beschwerdegegnerin für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Anga
ben im Arbeitgeberbericht (Urk. 8/119) stützte und von einem Einkommen im Jahre 2011 von Fr. 42‘939.50 ausging (vgl. Feststellungsblatt vom 10. Oktober 2014, Urk. 8/153 S. 1). Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Frauen, Stand 2011:
2
‘
604
, Stand 2014:
2
‘
673
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/
Er
werbs
einkommen
, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2014 ein
Valideneinkommen
von rund Fr.
44‘077.
--
(Fr.
42‘939.50 :
2
‘
604 x 2
‘
673)
.
5.4
Im Jahre 2012 betrug das Durchschnitteinkommen von Frauen
für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art in der Herstellung von Holz
waren und Papier
Fr.
4‘
324
.-- monatlich (Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2012, Bundesamt für Statistik, Neuenburg
2014,
Tabelle TA1,
Ziff. 16-18
, Niveau 1)
,
mithin Fr. 51‘888.-- pro Jahr (Fr. 4‘324.-- x 12). U
nter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden (
be
triebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.ad
min.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex ins
gesamt [1939 = 100], Frauen, Stand 2012: 2
‘
630, Stand 2014: 2
‘
673;
www.bfs.admin.ch
,
Arbeit und Erwerbs, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung)
ergibt sich
für das Jahr 2014 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 5
4
‘
978
.-- (Fr.
51‘888
.-- : 40 x 41.7 : 2
‘
630 x 2
‘
673). Das von der
Beschwerdeführerin tatsächlich erzielte Jahreseinkommen von rund Fr. 44‘077.-
- lag somit Fr.
10‘901
.-- beziehungsweise rund
20
% unter dem branchenüblichen Durch
schnittseinkommen.
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
messung
nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommensniveau
begnügen
wollte
. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes Invalideneinkommen anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2).
Dementsprechend ist für den Einkommensvergleich
dem
von der Beschwerde
führerin tatsächlich erzielte
n
und deutlich unterdurchschnittliche
n
Validene
in
kommen
im Sinne der Parallelisierung so Rechnung zu tragen, dass auch das Invalideneinkommen um
1
5
% (
20
% - 5 %)
herabgesetzt wird.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
;
AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.6
Nachdem die Beschwerdeführerin seit
Mitte September 2012 nicht mehr erwerbs
tätig ist (
Urk. 8/119 Ziff. 2.1), ist für die Ermittlung des
Invalidenein
kommens
auf die Tabellenlöhne abzustellen. Im Jahre 201
2 belief sich dieser für Frauen, welche einfache und repetitive Arbeiten ausführen, auf Fr. 4‘112.-- monatlich (LSE 2012, Tabelle TA1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 49‘344.-- im Jahr (Fr. 4‘112.- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchent
li
chen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der
Nominallohner
höhung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Frauen, Stand 2012: 2630, Stand 2014: 2673;
www.bfs.admin.ch
,
Arbeit und Erwerbs, Löhne/
Er
werbs
einkommen
, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2014 ein Invalideneinkommen von rund Fr. 52‘282.-- (Fr. 49‘344.-- : 40 x 41.7 : 2
‘
630 x 2
‘
673).
5.
7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug vor (Urk. 8/153 S. 2),
wohingegen die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ein Urteil des Bundesgerichts vom 21. November 2012 (8C_527/2012) einen Maximalabzug von 25 % beantragte (Urk. 1 S. 10 Ziff. 10). Dabei übersieht die Beschwerdeführerin jedoch, dass im erwähnten Urteil die dominante Hand lediglich noch als
Zudienhand
genutzt
werden konnte, vorliegend jedoch die dominante rechte Hand uneingeschränkt eingesetzt werden kann. Insgesamt erscheint damit ein Abzug von 10 % den Gegebenheiten des vorliegenden Falles angemessen.
5.8
Unter Berücksichtigung
eines Abzuges von 10 % sowie
der Parallelisierung von 1
5
%
(vorstehend E. 5.4)
beträgt das Invalideneinkommen somit
rund
Fr.
39‘996
.-- (Fr. 52‘282.-- x
0.9 x
0.8
5
). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
44
‘
077
.--
(vorstehend E. 5.3)
ergibt sich eine
Erwerbseinbusse
von
4
‘
081
.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
rund
9
% entspricht.
Was den Zeitpunkt der Rentenaufhebung betrifft, ist auf den massgebenden Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu ver
weisen, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussicht
lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussicht
lich weiter andauern wird. Nachdem die Verbesserung ab Januar 2014 einge
treten ist, hat die Beschwerdeführerin ab 1. April 2014 kein
en
Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
Zusammenfassend erweist sich damit die angefochtene Verfügung
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Beschwerdeführerin ist auf
§ 16 Ab. 4 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses
und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Trotz telefoni
scher Aufforderung am
5. Dezember 2016 (Urk. 23) reichte der Rechtsvertreter keine Honorarnote ein. Damit ist die Prozessentschädigung
durch das Gericht festzusetzen.
Vorliegend erscheint eine
solche
von Fr.
2‘900
.-
- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) als angemessen.