Decision ID: e1ca99c2-8e1a-4f0c-9d5d-819300a953b8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1980
geborene
X._
war
vom
7.
Juli 2008 bis 1
7.
September 2008 bei der
Y._
in
Z._
als
Grafiker
in einem Teilzeitpensum von 80
%
(32 Stunden pro Woche)
angestellt
und
damit bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (Allianz)
gegen die Folgen von Unfällen versi
chert
(
Urk.
15/5).
Mit Unfallmeldung vom 1
1.
Februar 2010
wurde der
Allianz
angezeigt
, dass
X._
im August 2008
einen Zeckenbiss
am linken Fussgelenk erlitten habe (
Urk.
15
/1). Die
Allianz
, welche auf den Schadenfall
eintrat
und Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung) erbrachte,
holte
Berichte der
behandelnden
Ärzte ein und liess den Versicherten internistisch begutachten (Internistische Beurteilung vom
7.
Dezember 2010
durch
Dr.
med.
A._
, Inne
rer Medizin FMH
;
Urk.
16/12).
Eine weitere Begutachtung
erfolgte
durch Prof.
Dr.
med.
B._
Direktor der
Klinik für Infektionskrankheiten und Spital
hygiene
(
des
C._
,
Gutachten
vom
1
1.
Juli 2011,
Urk.
16/23). A
m 29.
Februar 2012
(
Urk.
16/33)
verfasste
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
im Auftrag der Allianz
ein
en
Assessmentbericht
und am 3
0.
Mai 2013 (
Urk.
16/43) ein
en Schlussbericht
betreffend
psychothe
ra
peutische Behandlung
.
In der Folge veranlasste die Allianz eine
interdisziplinäre Begutachtung in
der
E._
(Gutachten vom 2
8.
Januar 2
014,
Urk.
16/48
).
Mit Schreiben vom 1
1.
Februar 2014
(
Urk.
15/
149
) kündigte
die Allianz
an
, dass
der
Status
quo
sine
vel
ante per Mitte Mai 2013
erreicht sei und sie
die Versicherungsleistungen rück
wirkend auf diesen Zeitpunkt
einstellen werde
.
Nach erfolgten Einwendungen (
Urk.
15/
1
52)
erliess sie
am
7.
Mai 2014
eine
entsprechende Verfügung (
Urk.
15/
1
58
). Die dagegen erhobene Ei
nsprache des Versicherten vom
2
8.
J
uli
2014 (
Urk.
15/163
) wies die
Allianz
mit
Ein
spracheentscheid
vom 2
7.
Juni
2016 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
8.
August 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
„1.
Der
Einspracheentscheid
der Allianz Suisse-Versicherungs-Gesell
schaft
AG vom 2
7.
Juni 2016 sei aufzuheben.
2.
Die Einsprache vom 2
8.
Juli 2014 sei gutzuheissen und es seien dem Beschwerde
führer auch nach Mitte Mai 2013 die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG, insbesondere Taggeld und Heilungskosten, zu erbringen.
3.
Die Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer für das
Einprache
verfahren
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der
unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand ein
zusetzen.
4.
Dem Beschwerdeführer sei für dieses Beschwerdeverfahren vor Sozi
a
l
versicherungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen.
5.
Unter Kosten- und Entschädigung
sfolge
zulasten der Beschwerde
gegnerin.”
Die
Allianz
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
21
.
November
2016 (Urk.
14
) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 16. Juni 2016 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk.
17
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis datiert vom
August 2008
, weshalb die bis 3
1.
De
zember 2016 gültig gewesenen Normen
auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung erfüllt der Zeckenbiss
sämtliche Merkmale des Unfall
begriffs gemäss
Art.
4 ATSG, wobei massg
ebend ist, ob aufgrund der fach
ärztli
chen Stellungnahmen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeitpunkt der vorhandenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat. Der erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-Erreger kann mit serologischen Untersu
chungen belegt werden; indessen genügen diese nicht für den Schluss auf eine daraus entstandene
Lyme
-Borreliose. Deren Diagnose - gleich welchen Sta
diums
setzt ein entsprechendes klinisches Beschwerdebild (Müdigkeit, Malaise, Kopf
schmerzen, Schlafstörungen, Fieber, Arthralgien, Myalgien, Heiserkeit, Nausea, Erbrechen, Konjunktivitis, Gewichtsverlust, Diarrhöe) und den Aus
schluss von Differentialdiagnosen voraus, wobei je nach Krankheitsstadium ein pathologi
scher laborchemischer Test die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen kann. Ebenso hilfreich können bei rückblickender Einschätzung der Verlauf und die Ergebnisse einer Therapie sein. Weitere Indizien sind denkbar (Urteil des Bun
desgerichts 8C_831/2016 vom
7.
März 2017 E. 2.2 mit Hin
weisen).
Eine Neuroborreliose gilt als wahrscheinlich,
wenn neben dem typischen klini
schen Bild
Borrelien
-spezifische
IgG
- und/oder
IgM
-Antikörper im Serum und ein positiver
Liquorbefund
mit
lymphozytäre
r
Pleozytose
, Blut/
Liquor
schranken
störung
und/oder
intrathekaler
Immunglobulinsynthese
vorhanden sind; zudem müssen andere Ursachen für die Symptomatik ausge
schlossen werden können (Urteil des
vormaligen
Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts U
77/05 vom 2
2.
August 2005 E. 3.2 mit Verweis auf die Leitli
nien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Neuroborreliose der Wissen
schaftli
chen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) die Verweigerung von
weiteren
Leistungen au
s der obligatorischen Unfallversi
cherung damit
(
Ziff.
34 ff.)
,
dass den medizinischen Akten überein
stimmend zu entnehmen sei, dass der Beschwerdeführer durch einen Zecken
biss
eine späte Neuroborreliose erlitten habe. Gestützt
auf
das
interdisziplinäre
Gut
achten vom
2
8.
Januar 201
4 sei ab Mitte Mai 2013
die Unfallkausalität
in Bezug auf die geltend gemachten Beschwerden
aber
nicht mehr gegeben
,
da weder in neurologischer noch in psychiatrischer Hinsicht eine relevante gesund
heitliche Einschränkung vorliege.
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen (
Urk.
1
Ziff.
10 f.
), die medizinische Aktenlage sei
widersprüchlich. D
ie Beschwerdegegnerin
stütz
e
sich
auf
den Gutachter
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie FMH (Gutachten der
E._
,
Urk.
16/48)
ab
,
d
essen Aussagen
-
mit Ausnahme
des
psychiatri
schen Teilgutachters
von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
-
im Gegensatz zu
jenen aller
übrigen involvie
rten
Fachper
sonen
stehe
, insbesondere zu
den Ergebnissen der
Begutachtun
g vom 1
2.
Juli 2011 durch
Prof.
Dr.
B._
.
Auch seien zw
ischen der Verfügung vom
7.
Mai 2014 und dem Zeitpunkt des
Einspracheentscheides
keine medizinischen Abklä
rungen mehr durchgeführt worden
;
damit sei die Abklärungspflicht verletzt.
3.
Streitig und zu prüfen
ist, ob der Beschwerdeführer
im August 2008
einen Zecken
biss
erlitten hat, auf den seine gesundheitlichen Beschwerden natürlich und bejahendenfalls adäquat kausal
auch nach
Mitte Mai 2013 zurückzuführen sind.
3.1
3.1.1
Im Eintrag
der Krankengeschichte der neurologischen Klinik des
C._
vom
7.
Oktober 2009
(
Urk.
16/2/5
)
wurde festgehalten,
beim Beschwerdeführer bestünden seit Anfang August
starke Kopfschmerzen frontal bis parietal beid
seits und auch beidseits Ohrenschmerzen mit pulsierendem Druckgefühl
, beson
ders im Ohrbereich
sowie
beidseits ein
Ohrenpfeifen
. Der HNO
-
Arzt
Dr.
H._
habe die Diagnosen
einer
cochleäre
n
Läsion rechts und
eines
Tinnitus
links gestellt.
Es sei ein
e
C
ortisontherapie
und bei
Borrelien
IgG
p
o
s
itiv und
IgM
negativ eine Antibiot
i
katherapie für eine Woche bis
„
aktuell
”
nach
einem
Zeckenbiss im August 2008 durchgeführt worden.
Es wurde erwähnt,
dass
d
er Vater des Beschwerdeführers
auch
an starken Kopf
schmerzen
leide;
die Mutter sei gesund. Der Beschwerdeführer
selber
arbeite als Grafiker, lebe alleine und
sei
Hobby
-
DJ
,
wobei er viel laute Musik gehört habe.
Die Erstvorstellung sei zur Abklärung der
holocephalen
Kopfschmerzen und des Ti
nnitus
erfolgt
.
Die Ätiologie sei unklar
,
und seitens des Beschwerdeführers seien mehrjährige Kopfschmerzen bekannt,
allerdings
nic
ht in dieser Intensität. Die Tinnitus
-Ätiologie sei möglicherweise durch langfristiges Hören lauter Musik erklärbar (Hobby-DJ). Hinweise für
eine vestibuläre
Beteiligung ergäben sich nicht
und differentialdiagnostisch sei auch eine
Aggravierung
der Kopf
schmerzen durch den Tin
n
itus und Interdependenzen zu
Stimmungs
l
abilitäten
und Schlafstörungen möglich.
Ein Hinweis
auf
eine Neuroborreliose
sei auf
grund der Anamnese und des klinischen
Bildes und nach
Rücksprache mit dem
Infektiologen
nicht zu sehen.
3.1.2
Im
Eintrag
der
Krankengeschichte vom
1
6.
Oktober 2009 (
Urk.
16/2/
2)
wurde fest
gehalten, in der Zusammenschau von Anamnese und Neurostatus seien keine fokal-neurologische
n
Ausfälle zu finden
,
aber es bestünden persistierende Kopf
schmerzen. Das Schädel
-
MRI (Magnetresonanztomographie) zeige
gl
i
oti
sche
subkortikale Läsionen im
Gyrus
subzentralis
und
angularis
unklarer Ätio
logie
.
3.2
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Innere Medizin FMH
, attestiert
e
im Zeugnis vom 23.
Februar 2010
(
Urk.
16/3)
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
vom
9.
Februar
bis 2
3.
Februar 2010
und
eine
bis auf Weiteres bestehende
50%ige Arbeitsunfä
higkeit.
3.3
Dr.
A._
stellte aufgrund seiner U
ntersuchung
zu Händen der Beschwerde
gegnerin
(Gutachten
vom 7.
Dezember 2010
,
Urk.
16/12 S. 1 bis S.
12) die fol
genden Diagnosen (S. 8):
-
Cervico-
cephales
Syndrom bei Fehlhaltung und muskulärer
Dysbalance
-
Generalisierte Muskel-Schmerzen
-
Status nach Neuro-Borreliose möglich
Der Beschwerdeführer gebe an
(S. 6)
, seit September 2010
seien
die Kopf
schmerzen etwas weniger häufig und in gerin
gerer
Intensität auf
getreten
.
Diese setzten
am
Morgen beim Aufstehen ein und die Einnahme von zwei bis drei Tabletten
Ponstan
500 mg pro Tag helfe etwas gegen
die
Beschwerden.
Er leide praktisch täglich unter Kopfschmerzen und verspüre zudem überall Muskel
schmerzen. Im Vordergrund stünden neben Kopfschmerzen und
Tinnitus
ein allgemeines Erschöpfungsgefühl, welches
die
Konzentrat
ionsfähigkeit und mehr noch sei
n
e
körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtige. Er arbeite aktuell im Umfang von 50
%
.
Zur Frag
e
der Kausalität hielt der
Gutachter
fest (S. 9), e
in Zusammenhang der aktuellen Beschwerden sowie der positiven
Borrelien
-Serologie mit dem Zeckenbiss im August 2008 sei
„
allenfalls möglich, mit Sicherheit
(
aber
)
nicht überwiegend wahrscheinlich
”.
Nach dem Zecken
biss
habe sich kein Erythema
migrans
entwickelt und
es seien
auch keine Arthralgien
aufgetreten
.
Die im September 2009 erfolgte
Arztkonsultation
wegen Kopfschmerzen und Ti
n
nitus
habe
aufgrund des Laborbefundes darauf hingewiesen,
dass der Beschwerde
führer Kontakt mit
Bor
relien
gehabt
, aber eher keine fri
sche Infektion vorgele
gen habe. Ein Schädel-MRI habe
subcorticale
Läsionen gezeigt, und aufgrund
der
Liquor-Untersuchung seien
normale
Werte für
Laktate
und Protein festge
stellt worden. Trotzdem sei
korrekterweise
eine Therapie mi
t
Rocephin
durchge
führt worden, wobei danach eher mehr Beschwerden aufgetreten seien und auch ein zweiter Zyklus die
B
eschwerden nicht gelindert habe
.
Zur Frage,
ob
unfallfremde Faktoren mit
spielten
,
äusserte
sich
der Gutachter
dahin
,
dass
der Beschwerdeführer bereits vor
August 2008 gelegentlich
unter Kopfschmerzen
gelitten habe;
auch sein Vater habe unter starken Kopfschmer
zen gelitten. Der Beschwerdeführer sei
ausserdem
während langer Zeit in der Freizeit als
DJ
tätig und dabei
häufig überl
auter Musik ausgesetzt gewesen.
Es könne daher nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgesagt werden, dass der Zeckenbiss vo
n
August 2008
Ursache der Kopfschmerzen und des
Tinnitus s
owie der
übrigen
multiplen
Begleitsymptome sei, welche im Herbst 2009 begonnen hätten (S. 10). Da
es dem Beschwerdeführer
gemäss
eigenen
Angaben be
z
üglich der
Kopfschmerzen
seit September 2010
deutlich
besser
gehe
,
und
nach zwei korrekt durchgeführten Ther
apie-Zyklen mit
Rocephin
und der
mittlerweile eingetretenen klinischen Besserung, sei der Status quo ante beziehungsweise quo sine seit Juli
2010, spätestens
aber per
September 2010
wieder erreicht
(S. 10).
3.4
Prof.
Dr.
B._
hielt in seinem Gutachten vom
1
1.
Juli 2011
(
Urk.
16/23 S. 1 bis S. 6)
fest
(S. 2 f.)
,
der Beschwerdeführ
er berichte
, dass
er früher
an sich
nie krank gewesen
sei
ausser einer Darminfektion im Jahre 2006 nach einer Mexikoreise, die aber behandelt und geheilt sei. Die aktuellen Beschwerden sei
en vermutlich auf einen Zeckenstich im August 2008 zurückzuführen. Es sei dann im Verlauf des August
s
zu starken Kopfschmerzen und Tinnitus gekommen. Wegen des Tinnitus sei er vorerst von einem Hals-Nasen-Arzt behandelt worden. Dieser habe in der Folge eine
Lyme
-Serologie durchgeführt und Antikörper gegen
Borrelien
gefunden, worauf er
an
die Neurologie des
C._
überwiesen worden sei. Nach verschiedenen Abklärun
gen sei er mit
Tetracyclin
für zwei
Wochen behandelt worden und im Verlauf durch den Hausarzt mit
Ceftriaxon
. Im April 2010 habe dann
Dr.
I._
eine weitere vierwöchige intrave
nöse Therapie mit
Ceftriaxon
durchgeführt, was aber keine wesentliche Besse
rung gebracht habe. Es sei ihm
„
mies
”
gegangen, aber in der Folge seien dann die Antikörper nach drei Monaten „heruntergekommen". Seit September 2010 habe er wieder langsam mit der Arbeit begonnen
;
bis Ende 2010 habe er
zu
40
%
gearbeitet, jetzt
zu
50
%
. Er hoffe, dass es bis
Ende dieses Jahres noch
besser
gehe
.
Der Gutachter hielt fest, a
ufgrund des von der Neurologischen Klinik des
C._
dokumentierten Verlaufs der Beschwerden und aufgrund des
Liquorbefundes
sei die Diagnose einer Neuroborreliose mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesi
chert. Insbesondere der Befund der Liquor-Serologie vom 1
6.
Oktober 2009, durchgeführt vom
J._
, mache diese Diagnose überwiegend wahrscheinlich. Bei einer späten Neuroborreliose fänden sich meistens normale Zellzahlen im Liquor und eine
intrathekale
spezifische Antikörperbildung, wie sie beim Beschwerdeführer dokumentiert sei
en
. Die späte Neuroborreliose trete wenige Monate bis einige Jahre nach einem Zeckenstich auf
,
und da
der Zeckenstich ein Jahr vor Auftre
ten der Beschwerden angenommen werde
(der Beschwerdeführer habe eine Zecke im
August 2008 selber
entfernt)
,
sei dies
plausibel und mit der Kranken
geschichte vereinbar
(S. 4)
.
Auch die aktuellen Beschwerden seien eine Folge der Neuroborre
liose. Inzwischen habe der Beschwerdeführer
-
nach
korrekter Therapi
e
-
wieder eine 50%ige
Arbeitsf
ähigkeit erreicht. Es
sei
davon
auszuge
hen, dass er
wieder vollständig
gesund werde
(S. 5).
3.5
3.5.1
Dr.
D._
, welcher im Auftrag der Beschwerdegegnerin
aufgrund einer Untersuchung vom
2
7.
Februar 2012
(
Urk.
16
/
33 S. 1 bis S. 7)
ein
en
Assess
mentbericht erstel
lte, listete die
Diagnosen
Anpassungsstörung m
it emotionaler Symptomatik (ICD-
10 F43.22) bei Status nach Neuro-Borreliose, persistierende Kopfschmerzen begleitet von beidseitigem Tinnitus und Schmerzsymptomatik in Extremitäten und im Rücken auf (
S. 1
).
Bei der Untersuchung
habe
sich eine psychische Belastungssymptomatik
mit Schwerpunkt im emotionalen
Bereich (Verlust von Selbstvertrauen, Verunsiche
rung mit sozialem Rückzug,
belastete Selbstwertregulation)
sowie eine
Hypervi
gilanz-Symptomatik
mit innerer Unruhe, Reizbarkeit und
Schlafstörungen
gefunden
. Di
ese reaktive Symptomatik entspre
che
im Schweregrad einer leich
ten depressiven Störung und könne
zusammen mit de
r
Hypervigilanz
als Anp
assungsstörung (ICD-10 F
43.2)
klassifiziert werden
.
Bei einer Anpassungs
störung
spielten
neben auslösenden belastende
n Ereignissen
,
wie zum Beispiel einer körperlichen Erkrankung
,
auch individuelle Vul
nerabilitäte
n eine Rolle. So erlebe der Beschwerdeführer die Beeinträchtigung durch die
chronischen Schmerzen und die Erschöpfung
sowie
die damit verbundene Limit
ierung seiner Selbstwirksamkeit
als subjektiv sehr belastend. Im Rahmen der Erkrankung
falle
es ihm schwer, sich an
die veränderte gesundheitliche
Situa
tion zu adaptieren und er erleb
e sich oft hilflos der
Symptomatik ausgeli
efert, was sein Selbstver
trauen
stark beeinträchtig
e. Aufgrund der Erkrankung
sei es
derzeit nic
ht mög
lich, längerfristige
berufliche und private Ziele zu setzen und diese zu verfolgen, wie
es im jüngeren Erwachsenenalter adäquat wäre.
Die andauernde erhöhte Ermüdbarkeit, Erschöpfung und Schmerzsymptomati
k könn
t
en als aufrechter
haltende
Faktoren der psychisch
en Symptomatik gesehen werden, wobei k
ör
per
liche und psychische Beeinträchtigungen sich dabei gegenseitig verstär
ken
könnt
en
. In den letzten Monaten
sei
es zu einer leichten Stabilisierung bezüglich
Ermüdbarkeit und Kopfschmerzen gekommen
(S. 6)
.
Die Arbeitsfähigkeit sei vor allem durch die Erschöpfung und die Schmerzsymp
tomatik noch deutlich reduziert und das Pensum von 60
%
liege derzeit an der oberen Belastungsgrenze und sollte vorerst nicht gesteigert werden (S. 7).
3.5.2
Im Verlaufsbericht vom 3
0.
November 2012 (
Urk.
16/37) hielt
Dr.
D._
fest,
anlässlich
der bisherigen psychotherapeutisch
en Behandlung (
acht
Sitzun
gen) sei
das Erlernen von Stabilisierungstechniken und Entspannungsverfahren, die Vorbereitung zur Anwendung von Verfahren wie EMDR
(
Eye Movement
Desensitization
and
Reprocessing
)
und die Durchführung erster EMDR-Behandlungen zu Belastungssituationen
,
wie di
e reduzierte Leistungsfähigkeit im Vordergrund gestanden.
Die erste Sitzung
sei
im August 2012
erfolgt
. Zu diesem Zeitpunkt habe im Vergleich zur Befunderhebung beim Assessment vom Februar 2012 eine Zustandsverbesserung stattgefunden. Im Verlaufe der Thera
pie
habe
der Beschwerdeführer eine Verbesserung seines Selbstwertes
beschrieben. Er
erlebe sich im Alltag bei den chronisch vorhandenen Schmerzen handlungsfähiger und es gelinge ihm
,
seine sozialen Kontakte wieder vermehrt zu pflegen
.
A
us heutiger Sicht
liege
di
e Arbeitsfähigkeit
bei etwa 60
%.
3.5.3
Im
Schlussbericht
betreffend
psychotherapeutische Behandlung
vom 3
0.
Mai 2013 (
Urk.
16/43)
führte
Dr.
D._
aus
, mit Hilfe der Psychotherapie habe ein Rückgang der emotionalen Symptomatik und damit eine weitere nach
haltige psychische Stabilisierung erreicht werden können. Die Kriterien für eine Anpassungsstörung seien nicht mehr erfüllt und die allgemeine Belastbarkeit habe etwas gesteigert werde
n
können.
3.6
Im
interdisziplinäre
n
Gutachten
der
E._
vom 2
8.
Januar 2014 (
Urk.
16/48, 16/47 und 16/46
S. 1 bis S. 29
)
, welches
aufgrund von Unter
suchungen in den Fachgebieten
Neurologie, Neuropsychologie und
Psychiatrie
erstellt wurde,
hielten die Experten
f
olgende Diagnose
n fest
(
Urk.
16/48 S. 20):
l. Status nach Neuroborreliose; effektiv behandelt und spätestens ausge
heilt per Februar 2010
2.
Unspezifische diskrete bis leichte neuropsychologische Minderleistun
gen
attentionalexekutiver
Funktionen
3.
Kopfschmerz bei
Analgetikaübergebrauch
(ICHD-II 8.2.3)
4.
Migräne ohne Aura (ICHD-II 1.1)
5.
Selbstunsichere Persönlichkeitsstruktur, höchstens im Ausmass von akzentuierten Persönlichkeitszügen gemäss ICD-10 Z73.1
Der Beschwerdeführer gebe an (S. 10 f.), er leide noch immer unter beidseitigen Ohrgeräuschen in Form eines ständigen Pfeifens und Rauschens unterschiedli
cher Intensität. Den Tinnitus habe er erstmals im August 2009 bemerkt. Seither habe er auch täglich dumpfe Kopfschmerzen in einer Intensität im Bereich von 3-6/10 auf einer visuellen Analogskala (VAS), die sich teilweise in einen ste
chend-pulsierenden Schmerz
attackenartig
bis 10/10 VAS verstärkten. Die
attackenartigen
Verstärkungen träten etwa jeden zweiten Tag auf und hielten bis einen Tag an und er sei dann lärm- und lichtempfindlich. In diesen Situa
tionen verstärke sich der Tinnitus und er empfinde muskelkaterartige Schmerzen im gesamten Körper. An Schmerzmitteln nehme er derzeit
Ponstan
(2-5 Tabletten
pro
Tag seit etwa drei Jahren) oder
Dafalgan
500 mg
(2
4
Tabletten t
ägli
ch) und Co-
Dafalgan
(etwa eine
Tablette
wöchentlich), wobei er
bisher
nie eine medikamentöse Kopfschmerzprophylaxe
durchgeführt
habe
.
Ausserdem leide er unter Konzentrationsschwierigkeiten, die ihn bei der Arbeit belasteten und er ermüde auch schneller als früher, schlafe ausserdem schlecht ein und erwache sehr früh am Morgen, sodass er sich morgens nicht erholt fühle.
In ihrer zusammenfassenden Beurteilung hielten die Experten fest (S. 15 f.), nachdem im
Liquorbefund
im Februar 2010 kein erhöhter Antikörperindex für
Borrelien
mehr nachweisbar gewesen sei und auch keine weiteren entzündlichen Veränderungen bestanden hätten, müsse mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer vollständigen Ausheilung der Neuroborreliose spätestens per Februar 2010 ausgegangen werden. Insoweit könne ab diesem Zeitpunkt aus somatisch-neurologischer Sicht auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht könne
eben
falls
keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden und die zuvor mit 40
%
bemessene Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer inzwischen abgeklungenen Anpassungsstörung müsse retrospektiv als eher grosszügig beurteilt werden. Klinische Zeichen einer chronisch verlaufenden Neuroborreliose mit Beteiligung des zentralen Nervensystems (spastisch-ataktische Gangstörung, Blasenstörung, Tetra- oder Paraparese) seien nicht feststellbar. Bei der neurologischen Untersu
chung habe sich ein neurologisch völlig unauffälliger Proband von sportlich trainiertem Habitus gezeigt. Die vorherrschenden Kopfschmerzen erfüllten die diagnostischen Kriterien eines Kopfschme
rzes bei
Analgetikaübergebrauch
mit superponierten Mi
gräneattacken bei bereits zuvor
bestehender Migräneneigung (bei familiärer Kopf
schmerzdisposition) als primäre
Kopfschmerzform.
Unter Berücksichtigung der aus somatisch-neurologischer und
infektiologisch
als ausgeheilt zu beurteilenden Neuroborreliose könnten die neuropsychologi
schen und letztlich unspezifischen Minderleistungen in einzelnen Teilbereichen allenfalls in einem „möglichen" Kausalzusammenhang mit dem Zeckenstich vom August 2008
stehend
beurteilt werden. Eine „überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität" sei jedoch nicht nachweisbar. Vielmehr seien an konkurrieren
den unfallfremden Fak
toren
die derzeit insuffizient behandelte Kopfschmerz
problematik
und die im psychiatrischen Gutachten genannten Persönlichkeits
faktoren zu nennen. Ein
relevantes depressives Bild respektive
eine fortbestehende Anpassungsstörung
-
wie vom neuropsychologischen Teilgut
achter dis
kutiert
-
habe dagegen fachpsychiatrisch nicht verifiziert werden können
,
nachdem aus psychiatrische
r
Sicht lediglich auf eine unfallfremde selbstunsi
chere Persönlichkeitsstruktur, höchstens im Ausmass von akzen
tuierten Persön
lichkeitszügen gemäss ICD-10 Z73.1
,
hingewiesen werden
konnte. Diesbezüglich bestünden
Wechselwirkungen mit dem heute erkenn
baren dysfunkt
ionalen Krankheitserleben und -
verhalten mit verm
ehrter Selbst
beobachtung und Ver
u
ns
icherung durch
blande
Symptome,
einhergehend mit einer subjektiv erlebten erhöht
en Ermüdbarkeit und reduzierter
Leistungs
fähigkeit. Der
dysfunktio
nelle
Umgang mit Beschwerden habe jedoch keinen
eigentlichen Krankheitswert und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sei insoweit aus neurologischer und psychiatrischer Sicht als zu 100
%
arbeitsfähig in der angestammten Tätigkeit als Graphiker und auch in anderen Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu beurteilen.
Nachdem bei der Kontrolle des
Liquorbefundes
im Februar 2010 kein erhöhter Antikörperindex für
Borrelien
mehr nachweisbar
gewesen sei
und auch keine weiteren entzündlichen Veränderungen mehr bestanden hätten, sei mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer vollständigen Aushei
lung der Neuroborreliose spätestens per Februar 2010 auszugehen und zu diesem Zeitpunkt
sei
auch spätestens der Status quo sine hinsichtlich Kopf
schmerzen
anzunehmen
. Aus psychiatrischer Sicht sei der Status quo ante betreffend die Anpassungsstörung ab Mitte Mai 2013 erreicht gewesen (S. 24).
3.7
Am 2
8.
Juli 2
014 äusserte sich
Dr.
I._
zum
Gutachten
der
E._
und bemerkte
(
Urk.
16/49)
, das
s
die Kopfschmerzen durch den
Analgeti
kamissbrauch
bedingt sei
en
,
berücksichtige nicht, dass der Beschwerdeführer primär an Kopfschmerzen gelitten und zur Linderung der Symptome zum Bei
spiel
Ponstan
eingenommen habe und nicht umgekehrt. Er habe damit eine Reduktion der Kopfschmerzen erreichen und besser arbeiten können
;
und da die Kopfschmerzen
gebessert hätten
, nehme er schon lange Zeit praktisch kei
ne Medikamente mehr ein (circa ein
Ponstan
alle vier
Tage).
Auch korreliere d
ie N
ormalisierung der
Liquorbefunde
nicht mit der Besserung d
er Symptome
respektive mit einer
Heilung.
Auch wenn
keine akute
n
En
tzündungszeichen mehr bestünden
, seien die
durch die
Meningoenzephalitis
entstanden
en Folge
schäden und chronischen
Symptome wie Kopfschmerzen, Myalgien
und
neuro
funktionelle Defizite
vorhanden. Die beklagten Beschwerden seien nicht Zeichen
einer chronischen
respektive einer noch bestehenden Entzündung, sondern Fol
geschäden einer vergangenen Entzündung.
Weder der
Beschwerdeführer noch andere Familienmitglieder hätten je an Migräne gelitten
,
und die
bestehenden Beschwerden
auf
der Basis einer familiären Migräne
zu begründen
sei
„
absurd
”
. Auf
grund
der Beschwerden bestehe am Arbeitsplatz
weiterhin
eine Arbeitsunfä
higkeit von 40
%
in
f
olge der durchgemachten Neuroborreliose.
3.8
Zur Kritik am Gutachten äusserte sich am
2
0.
Juni 2016 (
Urk.
16/50) der f
all
führende Neurologe und hielt fest, der Beschwerdeführer habe unmissverständ
lich angegeben, dass er seit etwa drei Jahren 2-5 Tabletten
Dafalgan
täglich einnehme
,
und
eine familiäre Kopfschmerzdisposition
sei
nicht zu bestreiten
.
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
in einem Teilzeitpen
sum von 80
%
angestellt
war
, als er
angeblich
im August 2008 einen Zecken
biss
erlitt
.
Ab August 2009 beklagte er s
tarke Kopfschmerzen und
Ohrenschmer
ze
n mit pulsierendem Druckgefühl.
Aufgrund eines
Nachweis
es
von
Borrelien
(
IgG
p
o
s
itiv und
IgM
negativ
)
wurde
eine Antibiot
i
katherapie durchgeführt
,
und die
weiteren
medizinischen Abklärungen
von
Oktober 2009
im
C._
ergaben
eine unklare
Ätiologie
der
holocephalen
Kopfschmerzen
,
wobei
auf vorbestehende (mehrjährige)
Kopfschmerz
en
und
eine
familiäre Vorbelastung
en
(starke
Kopfschmerzen
väterlicherseits
)
hingewiesen wurde
.
Die
Tin
nit
us-Ätiologie
wurde sodann
mit
langfristige
m
Hören lauter Musik
als
DJ
erklärbar
erachtet
und
die Möglichkeit einer
„
Aggravierung
der Kopfschmerzen durch den Tin
n
itus
mit
Interdependenzen
zu
Stimmungslabilitäten
und Schlafstörungen
”
in Betracht gezogen und
als
Differentialdiagnose aufgeführt
(E. 3.1
hievor
).
Dr.
A._
,
welcher den Beschwerdeführer im No
vember 2010 untersuchte, sah die Symptomatik im
Zusammenhang mit einem
cervicocephalen
Syndrom bei Fehlha
ltung und muskulärer
Dysbalance
und im Zusammenhang mit g
enerali
sierte
n Muskel
s
chmerzen.
Ein
en
Zusammenhang der Beschwerden
mit
der posi
tiven
Borrelien
-Serologie
respektive
dem Zeckenbiss im August 2008
erachtete
er als
möglich
„
mit Sicherheit
„
aber
”
nicht
(
als
)
überwiegend wahrscheinlich
”
, wobei er dies
damit begründete
, dass sich nach dem
Zecken
biss
kein Erythema
migrans
und auch keine Arthralgien
entwickelt
en
und d
ie im September 2009 erfolgte
Arztkonsultation aufgrund des Laborbefundes eher
nicht auf eine
fri
sche Infektion
schliessen liess
.
Sodann
wies auch er darauf hin, dass bereits
vor August 2008
eine Kopf
schmerzproblematik bestand,
eine belastende
Familien
anamnese (
starke
Kopf
schmerzen
beim Vater
)
vorliegt
und
der
Beschwerde
führer
als
DJ
während langer Zeit und
häufig übe
rlauter Musik ausgesetzt
war
.
Den
Status quo ante beziehungsweise quo sine
legte er
aufgrund
einer
Ver
besserung
der Symptomatik
per Juli 2010,
späteste
ns
per
September 2010 fest
(E. 3.3 hiervor).
Prof.
Dr.
B._
, welcher
s
ein Gutachten im Juli 2011 verfasste,
erachtete
mit Bezugnahme auf den Verlauf und die
Laborbefunde
die Diagnose einer späten Neuroborreliose als plausibel und mit der Krankeng
eschichte ver
einbar. Er
beurteilte
die im Zeitpunkt der Untersuchung geklagten Beschwerden
als
eine Folge der Neuroborreliose
, attestierte
eine Arbeitsfähigkeit
von 50
%
und
prognostizierte
eine
vollständige
Genesung (E. 3.4
hievor
)
.
Dr.
D._
,
welcher im Februar
und
November 2012
sowie
im
Mai 2013
über den Beschwerdeführer
berichtete, konnte
,
nachdem er zu Beginn die
Diag
nose einer Anpassungsstörung
gestellt hatte
,
die Diagnose
nach
durchgeführte
r
Psychotherapie
nicht mehr
respektive als abgeheilt
bestätigen
sowie
einen
Rückgang
respektive
eine
nachhaltige Stabilisierung
der psychischen Sympto
matik
verzeichnen (E. 3.4
).
Im
inte
rdisziplinäre
n
Gutachten vom 28.
Januar 2014
wurde
ein
Status nach
behandelter
Neuroborreliose
,
die
spätestens
im
Februar 2010
ausgeheilt war
, festgehalten und ab
diesem Zeitpunkt aus somatisch-neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
a
ttestier
t. A
us
psychiatrischer
Sicht
wurde festgehalten
,
dass
die
inzwischen
abgeklungene Anpassungsstörung ebenfalls
keine Arbeitsunfähigkeit mehr
begründe.
Betreffend die
geklagten
Kopfschmerzen
wurde festgestellt
, dass diese die
diagnostischen Kriterien eines Kopfschmerzes bei
Analgetikaübergebrauchs
mit superponierten Migräne
attacken bei bereits zuvor bestehender Migräneneigung (bei familiärer Kopf
schmerzdisposition) als primäre Kopfschmerzform
erfüll
t
en. Z
u den
neuropsy
chologischen unspezifischen Minderleistungen in einzelnen Teilbereichen
schlussfolgerten
die Gutachter
, dass diese
nicht
als
überwiegend wahrscheinlich
u
nfallkausal erachtet
werden könnten
,
und aus psychiatrischer Sicht
legten sie den
Status quo ante
mit Bezugnahme auf eine nicht mehr diagnostizierbare
Anpassungsstörung
per
Mitte Mai 2013
fest
(E. 3.6
hievor
)
.
4.2
Das auf
umfassende
n
und
persönliche
n
Untersuchung
en
des Beschwerdeführers beruhende
interdisziplinäre
Gutachten
der
E._
vom 2
8.
Ja
nuar 2014
(
Urk.
16/48
S. 1 ff.)
erfüllt sämtliche Kriterien, die an die Beweis
wertigkeit medizinischer Expertisen gestellt werden
(zur Beweiskraft vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1)
.
Wesentliche Diskrepanzen zur
übrigen
medizinische
n
Akten
lage
ergeben sich
nach dem hiervor Gesagten
nicht
.
D
as Gutachten deckt sich
auch
weitgehend
mit der
Einschätzung des Vorgutachters
Dr.
A._
, wel
cher
bereits
bei seiner Begutachtung im November 2011 einen
Status quo ante beziehungsweise quo sine
spätestens per
September 2010 fest
legte
, wobei er eigene Untersuchungsbefunde erhob und sich
mit der
medizinischen Aktenlage eingehend auseinandersetzte.
Kein Beweiswert ist demgegenüber dem
spätere
n
,
im Juli 2011
erstellten Gutachten von
Dr.
B._
beizumessen
. Denn
diesem
sind
weder
Untersuchungsbefunde
noch
eine Auseinandersetzung
mit de
n
medizinischen
Akten
zu
entne
hmen. Der Gutachter beli
ess es im Wesentlichen bei der
Wiedergabe
von
(
subjektiven
)
Eigenangaben
des Beschwerdeführers
und
dessen
Ei
nschätzung
.
Die
Ansicht
des Gutachters
, die aktuellen Beschwerden seien eine Folge der Neuroborreliose
,
blieb ohne
medizinische Begründung
,
und
hinsichtlich des Leistungsvermögens
erfolgte einzig
die
Feststellung,
d
ass eine
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
wieder erreicht sei
,
ohne
auch dies
medizinisch
zu
begründen
.
Die
vom
Gutachter
prognostizierte vollständig
e
Genesung
traf
inso
fern ein, als die psychische Symptomatik
mittels Behandlung nachha
ltig stabili
siert werden konnte
.
Nichts abzugewinnen ist der vom behandelnden
Dr.
I._
ausgeübten Kritik am
i
nterdisziplinären
Gutachten und der von ihm weiterhin attest
ierte
n
Arbeitsunfähigkeit von 40
% (vgl. E. 3.7).
Dabei
überzeugt
nament
lich
nicht
, dass
einerseits
die aktenkundig im Vordergrund
gestandene
Kopf
schmerzproblematik
sich
offenbar soweit gebessert hat, dass
angeblich kaum
noch
Medikamente
benötigt werden
(circa ein
Ponstan
alle vier Tage)
,
sich diese
gesundheitliche
Verbesserung
andererseits
nicht
auch in einer
entsprechenden
Verbesserung der
Ar
beitsfähigkeit
niederschlagen soll
.
Sodann ergibt die
Akten
lage
eine
familiäre
Kopfschmerzdisposition,
worauf die Gutachter
der
E._
in ihrer Stellungnahme (
vgl.
E. 3.8)
erneut
hingewiesen haben.
Letztlich
ist auch
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Haus
ärzte wie auch andere behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Bei gegebener Aktenlage ist
darauf
zu schliessen, dass der Beschwerdeführer bei positive
m
serologischem Befund zwar
irgendwann
eine
Borrelien
-Infektion erworben hat, wobei sich der
genaue
Zeitpunkt mangels echtzeitlicher klinischer Befund
erhebungen nicht mehr bestimmen lässt. Sodann
litt der Beschwerde
führer
bereits
vor
dem fraglichen Ereignis
respektive vor
August 2008 unter Kopfschmerzen. Im Weiteren
besteht in Bezug auf die Kopfschmerzproblematik eine positive Familienanamnese
,
und in Bezug auf die Ohrenschmerzen und
den Tinnitus ist
ein
Zusammenhang
mit der
während langer Zeit ausgeübten Frei
zeitbeschäftigung als
DJ
mit
häufig überlauter Musik
wahrscheinlich
. Sodann
vermögen unspezifische Beschwerden wie
körperliche und geistige Erschöpfungs
zustände sowie muskuläre Schmerzen und Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit, wie sie
bereits anlässlich der Erstbegutachtung bei
Dr.
A._
beklagt wurden
und wie sie
nach einer Borreliose
offenbar
nicht häufiger auftreten als bei anderen Personen, keinen
Nachweis zu erbringen, dass die Symptomatik in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang zu den
Borrelien
-spezifischen Antikörpern
respektive zum Zeckenbiss steht,
worauf
bereits
Dr.
A._
hingewiesen
hat (E. 3.3).
Zusammenfassend
besteht daher kein stichhaltiger Grund, von der Schlussfolge
rung
im interdisziplinären Gutachten
der
E._
vom
2
8.
Januar 2014
abzugehen, wonach ein Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Beschwerden und einer Borreliose zwar möglich, nicht aber über
wiegend wahrscheinlich ist. In Anbetracht der vom Beschwerdeführer geschil
derten
unspezifischen Symptomatik, die nur am Rande dem vom Bundesgericht beschriebenen Beschwerdebild (E. 1.4
hievor
) entspricht, besteht auch kein Anlass zur Anordnung ergänzender Abklärungen, da davon keine anderen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung
, vgl.
BGE 124 V 90 E. 4b). Demzufolge erweist sich der angefo
chtene
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Juni
2016 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Gemäss
Art.
37
Abs.
4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im Sozialversi
cherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhält
nisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichts
los erscheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3 BV). Eine anwaltliche Mitwirkung drängt sich nur in Ausnahme
fällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwen
dig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbands
vertreter, Für
sorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institu
tionen nicht in Betracht fällt. Könnte der Einsprecher im Falle des Unterliegens die unentgeltli
che
Verbeiständung
beanspruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Par
teientschädigung (BGE
132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. BGE 125 V 32)
.
Mit Urteil 4A_294/2010 vom
2.
Juli 2010 E. 1.3 erwog das Bundesgericht, dass eine Person dann als bedürftig im Sinne von
Art.
29
Abs.
3 BV gilt, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringe
n vermag, ohne jene Mittel anzu
greifen, die für die Deckung des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich sind. Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situa
tion des Rechtsuchenden im Zeit
punkt der Einreichung des Gesuchs. Dazu geh
ören einerseits sämtliche finan
zi
ellen Verpflichtungen, anderseits die E
inkommens- und Vermögensver
hält
nisse (BGE 135 I 221 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.2
Der Beschwerdeführer beantragte in seiner
Einsprache
vom 2
8.
Juli 2014 gegen die Verfügung vom
7.
Mai 2014
die
unentgeltliche Rechtspflege und die Ein
setzung von Rechtsanwalt Thomas Laube als
unentgeltlicher Rechtsbeistand
(
Urk.
15/64). Die Beschwerdegegnerin stellte hierauf das Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege” zu (
Urk.
16/165) und
erhielt
das ausgefüllte
For
mular am 2
2.
September 2014 mit der Beilage eines Steuerausweises betreffend
Einkommen und Vermögen für
die Steuerperiode 2012
zurück
(
Urk.
16/167). Die Beschwerdegegnerin verneinte aufgrund der Angaben zum Vermögen die
Bedürftigkeit (vgl.
Urk.
2 S. 13).
Beschwerdeweise wird vorgebracht, es sei zu Unrecht auf ein
Vermögen von
Fr.
26'000.-- abgestellt
worden,
welches auf einer Einschätzung aus dem Jahre 2012 basiere (
Urk. 1. Ziff.
13)
.
5.3
Aktivlegitimiert ist einzig der Beschwerdeführer
1.
Zur Prüfung der Bedürftig
keit sind sämtliche Umstände im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuches zu würdigen; die entscheidende Behörde hat insbesondere zu berücksichtigen, wel
che Mittel binnen welcher Frist aufz
ubringen sind
. Massgebend ist die gesamte wirtschaftliche Situation zur Zeit der Gesuchstellung; das heisst, es ist einerseits sämtlichen finanziellen Verpflichtungen des Gesuchstellers Rechnung zu tragen, und es sind anderseits nicht nur die Einkünfte, sondern auch die Vermögens
situation des Gesuchstellers beachtlich (BGE 119
Ia
11 E. 3a, 5 S. 12 f., BGE 118
I
a
369 E. 4
mit Hinweisen).
Grundsätzlich obliegt dem Gesuchsteller, seine Ein
kommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen und soweit möglich auch zu belegen
(BGE 120
Ia
179 E. 3a mit Hinweisen)
.
Entsprechendes hat auch für allfällige Änderungen in der Einkommens- und Vermögenslage während
de
s
pendente
n
Verwaltungsverfahren
s
zu gelten, wobei es dem Gesuchsteller obliegt
,
eine entsprechende Verschlechterung der finan
ziellen Verhältnisse zu melden, will er hieraus Rechte ableiten.
Mit Blick
darauf
, dass
vorliegend
das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwal
tungs
verfahren
einzig mit einem Steuerausweis belegt wurde (vgl.
Urk.
15/67 S.
7), wäre dies umso mehr zumutbar gewesen.
Demgegenüber war die Beschwer
de
gegnerin nicht
verpflichtet
,
sich
vor Erlass des
Einsprache
ent
scheides
über allfällige Änderungen in den finanziellen Verhältnissen zu erkundigen.
Ange
sichts
dessen
ist
nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerde
gegnerin
bei
Gesuchseingang
davon
ausging
, dass der Beschwerdeführer in der Lage war, für die Kosten seiner Rechtsvertretung selber aufzukommen.
Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
6.
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
im Beschwerdeverfahren (vgl.
Urk.
1 S. 2 und S. 10,
Urk.
5 mit Beilagen
Urk.
6/1-21 und
Urk.
10 mit
Beilagen in
Urk.
11/1-5
).
6.1
Gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf ihr Gesuch hin eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, den Prozess selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint.
Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass
die Gesuch
stellende Person sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozesses erschöpft hat.
6.2
Den Beschwerdeführer trifft im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechts
pflege eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit (vgl. etwa Urteile des Bundes
gerichts 4A_264/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 3.2 und 4A_403/2013 vom 1
1.
Oktober 2013 E. 3.2.2). An die klare und gründliche Darstellung der finanzi
ellen Situation durch die gesuchstellende Person dürfen umso höhere Anforde
rungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse sind (BGE 120
Ia
179 E.
3a). Das Gericht hat weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 2
0.
Juni 2013 E.
4.3.1).
Schliesslich steht es dem Gericht frei, für die Abklärung der finanziellen Voraussetzungen einen Fragebogen
einzuverlangen
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_606/2013 vom
7.
März 2014 E. 2.1.3).
6.3
Mit Verfügung vom 1
6.
August 2016 (
Urk.
7) wurde der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig auszufüllen und dieses dem Gericht unter Beilage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation einzureichen. Damit verbunden war die Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden respek
tive ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht.
Am 2
0.
September 2015 übermittelte der Beschwerdeführer
das ausgefüllte
For
mular (
Urk.
10). Darin vermerkte er, er lebe mit seiner Freundin im gleichen Haushalt, welche als diplomierte Pfleg
efachfrau ein Einkommen von Fr.
5'387.30 erziele.
Er selber
verfüge über
monatliche Eink
ünfte von Fr.
3'459.10 (Arbeitslos
en
entschädigung). Die monatlichen Ausgaben
für
Miete,
Fr.
1
’
290; Nebenkosten,
Fr.
90.--; Krankenkassenprämie,
Fr.
433.--; ungedeckte Gesundheitskosten,
Fr.
100.--; Fahrkosten zur Arbeit,
Fr.
58.--; Mehrausgaben für berufsbedingte auswärtige Verpflegung,
Fr.
267.--; Weiterbildungs-
und
Umschulungskosten
,
Fr.
42.--; Steuern
Fr.
53
1.-- und sonstige Auslagen, Fr.
14.--;
beliefen sich
auf insgesamt
Fr.
2'825
.--. Das Vermögen wurde mit Fr. 4'466.
56
(Postkonto) sowie mit einem
Fahrzeug im Wert von
Fr.
1'000.-- angegeben.
N
ebst de
m ausgefüllten Formular reichte der Beschwerdeführer eine Frei
gabequittung betreffend die Steuern 2015 (
Urk.
11/1), die Steuerklärung 2015 (
Urk.
11/2), eine Abrechnung der Arbeitslosenkasse über die Auszahlung von Taggeldern im Monat August 2016 (
Urk.
11/3), ein
en
Auszug aus
einem
Post
konto über einen Saldo von
Fr.
4'466.56 (
Urk.
11/4) sowie die Versicherungs
police der K
rankenkasse über die monatliche Nettoprämie KVG von
Fr.
432.80
gültig ab 1.
Januar 2015 ein
(
Urk.
11/5).
Belegt sind damit einerseits die Einkünfte aus der Arbeitslosenversicherung
und die Ausgaben
betreffend
Krankenversicherung. Nicht belegt sind demgegenüber sämtliche übrige
n
Ausgaben
bezüglich Miet-
und Nebenkosten der mit der erwerbstätigen Partnerin (Freundin) bewohnten Mietwohnung. Weder belegt noch
plausibel
sind sodann
angesichts des Bezugs von Arbeitslosentaggeldern
die angegebenen Berufsausgaben
.
Aufgrund d
er
eingereichten
Unterlagen allein kann nicht rechtsgenügend auf Bed
ürftigkeit geschlossen werden
;
d
enn es fehlen relevante Belege zur Beurteilung
.
Zusammengefasst hat der Beschwerdeführ
er in Missachtung seiner Mitwir
kungsobliegenheiten die massgebenden finanzi
ellen Verhältnisse nicht hinrei
chend belegt. Bei dieser Sachlage ist – wie mit Verfügung vom 1
6.
August 2016 (
Urk.
7
) angedroht – davon auszugehen, d
ass keine prozessuale Bedürftig
keit besteht.
Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattgege
ben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
Das Gericht beschliess
t:
Das Gesuch des Beschwerdeführers vom
7.
August 2016 um Gewährung der unent
geltli
chen Rechtspflege wird abgewiesen,