Decision ID: 324207b3-9886-5849-a867-b72897740be2
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des SEM vom 5. Januar 2018
als Flüchtling anerkannt und es wurde ihm in der Schweiz Asyl gewährt.
B.
Mit Eingabe an das SEM vom 3. April 2020 ersuchte der Beschwerdeführer
um Bewilligung der Einreise seiner Ehefrau B._ und der beiden
gemeinsamen Kindern C._ und D._ zwecks Familienverei-
nigung. Zur Begründung dieses Gesuchs gab er an, die vorgelegte Hei-
ratsurkunde vom (...) 2007 (eritreischer Kalender: [...] 1999) belege die
gültige Trauung nach eritreischem Recht. Im Jahr 2014 seien er und seine
Ehefrau kurzzeitig getrennt gewesen, sie hätten sich anschliessend jedoch
wieder versöhnt. Der Beschwerdeführer unterstütze – insbesondere finan-
ziell – seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder bis heute. Überdies ver-
trete seine Ehefrau ihn in sämtlichen Belangen im Heimatland. Daraus, so-
wie aus einer Urkunde des Gerichts in E._ vom (...) Oktober 2018
gehe hervor, dass er und seine Ehefrau in ihrem Heimatland zusammen-
gelebt und eine Ehe geführt hätten. Während seiner Zeit im Militär habe er
mehrere Gefängnisstrafen absitzen müssen; während einer dieser Haft-
strafen sei ihm die Flucht gelungen, worauf er sich umgehend zur Ausreise
entschlossen habe. Seine Familie habe er zu deren Schutz nicht über seine
Ausreise informiert, damit sie dafür nicht zur Rechenschaft hätten gezogen
werden können. Durch seine notwendige Flucht sei die Familie zwar aus-
einandergerissen wurde, dennoch sei das familiäre Zusammenleben auch
nach der Flucht, wenn immer möglich geführt worden mitunter etwa durch
einen Besuch des Beschwerdeführers bei seiner Ehefrau und den gemein-
samen Kindern in Äthiopien im Sommer 2019.
C.
Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 – am Folgetag eröffnet – lehnte das SEM
das Gesuch des Beschwerdeführers um Familienzusammenführung ge-
mäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG ab und verweigerte seiner Ehefrau und
den beiden gemeinsamen Kindern die Einreise in die Schweiz.
D.
In der gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerde vom 8. Juni 2020
liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben, der Ehefrau und den Kindern sei die Einreise in die Schweiz
zu bewilligen und dem Gesuch um Familienasyl sei stattzugeben.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
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Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses sowie um Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher
Rechtsbeistand.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von
Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-
ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet
auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb der Beschwer-
deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
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4.
4.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und
ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl,
wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (Familienasyl). Wur-
den die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und be-
finden sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen
(Art. 51 Abs. 4 AsylG).
4.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt
eine vorbestandene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch
die Flucht sowie die feste Absicht der Vereinigung der Familie in der
Schweiz voraus (vgl. BVGE 2012/32 E. 5).
4.3 Zentrale Bedingung für den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft im
Sinn von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass bereits vor der Flucht aus dem Ver-
folgerstaat eine Familiengemeinschaft zwischen der gesuchstellenden und
der anspruchsberechtigten Person bestanden hat. Das Familienasyl dient
insbesondere nicht der Aufnahme von vor der Flucht noch gar nicht geleb-
ten familiären Beziehungen oder der Wiederaufnahme zuvor abgebroche-
ner Beziehungen (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2 m.w.H.).
Bei Familien, die bereits vor der Ausreise des asylberechtigten Mitglieds im
Heimatstaat getrennt lebten, geht das Gericht ausnahmsweise gleichwohl
von einer vorbestandenen gelebten Familiengemeinschaft aus, wenn zwin-
gende Gründe für das Getrenntleben in der Heimat vorgelegen haben (vgl.
hierzu BVGE 2018 VI/6 E. 5.2).
4.4 Der Erteilung einer Einreisebewilligung dürfen sodann keine besonde-
ren Umstände entgegenstehen. Dem Einbezug in die Flüchtlingseigen-
schaft und der Asylgewährung entgegenstehende besondere Umstände
sind gemäss der Rechtsprechung unter anderem dann anzunehmen, wenn
das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und er-
kennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie
zusammenzuleben (BVGE 2012/32 E.5.1 m.w.H.).
5.
5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM im Wesentlichen
aus, es sei insbesondere aufgrund von Aussagen des Beschwerdeführers
im ordentlichen Asylverfahren davon auszugehen, dass die Beziehung des
Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau und den Kindern über mehrere
Jahre hinweg unterbrochen gewesen und erst nach dem positiven Asyl-
entscheid wiederaufgenommen worden sei.
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5.2 Der Beschwerdeführer begründete sein Rechtsmittel im Wesentlichen
damit, dass er die infrage stehende Familienbeziehung bis zu seiner Aus-
reise in einem gemeinsamen Haushalt gelebt habe, wobei zahlreiche In-
haftierungen und sein Militärdienst immer wieder zu räumlichen Trennun-
gen geführt hätten. Nach einer kurzzeitigen Trennung hätten er und seine
Ehefrau wieder zusammengefunden und die Familie sei durch seine Aus-
reise getrennt worden. Seither habe er seine Familie finanziell unterstützt
und sie sofort nach deren Ausreise aus Eritrea in Äthiopien besucht. Kurz
nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er das Verfahren zur Familien-
vereinigung eingeleitet. Insgesamt habe er den Kontakt mit seiner Familie
im Rahmen des Möglichen gepflegt. Diese Beziehung sei somit als schüt-
zenswert einzustufen.
6.
Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Verfügung des SEM zu bestätigen ist und vorab zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz zu verweisen ist.
6.1 Zunächst ist fraglich, ob zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerde-
führers aus Eritrea überhaupt eine Familiengemeinschaft im Sinne des
Art. 51 Abs. 4 AsylG bestanden hat und ob die Familie durch die Flucht
getrennt wurde.
6.1.1 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seines Gesuchs um Fami-
liennachzug geltend, mit seiner Ehefrau seit dem (...) 2007 rechtsgültig
verheiratet zu sein und bis zu seiner Ausreise im Jahr 2014 mit ihr und den
beiden Kindern in einem gemeinsamen Haushalt gelebt zu haben, sofern
ihm dies aufgrund seines Militärdienstes und verschiedentlicher Gefäng-
nisaufenthalte möglich gewesen sei. Diesbezüglich ist vorab festzuhalten,
dass insbesondere die Inhaftierungen sowie der Militärdienst des Be-
schwerdeführers angesichts seines positiven Asylentscheids unbestritten
sind. Dennoch machte der Beschwerdeführer im Rahmen seines ordentli-
chen Asylverfahrens Aussagen, die zu seiner behaupteten Familienbezie-
hung im Widerspruch stehen. So gab der Beschwerdeführer etwa anläss-
lich der Befragung zur Person (BzP) vom 14. September 2015 zu Protokoll,
von seiner Frau seit 2014 geschieden zu sein (vgl. act. A6/12 1.14). Zudem
führte er bei seiner Anhörung vom 20. Juni 2017 aus, die beiden Mütter
seiner insgesamt (...) Kinder seit seiner Ankunft in der Schweiz nicht mehr
unterstützt zu haben (vgl. act. A22/22 F32 f.). Er habe mit keiner der beiden
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Frauen (und folglich den Kindern) weiteren Kontakt gehabt, da sie telefo-
nisch nicht zu erreichen seien (vgl. act. A22/22 F29–F31). Obwohl die An-
hörungen im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens des Beschwerde-
führers in erster Linie auf die Erfragung seiner Asylgründe abzielten und
Fragen zu seiner Familiensituation lediglich eine untergeordnete Rolle
spielten, sind die diesbezüglichen Aussagen zur Beurteilung des Gesuchs
um Familiennachzug dennoch heranzuziehen (vgl. Beschwerde S. 5).
6.1.2 Auf Beschwerdeebene wendet der Beschwerdeführer hiergegen ein,
bei der Verwendung des Begriffs "Scheidung" handle es sich um eine Un-
genauigkeit in der Übersetzung. Die Rede sei von einem kirchlich geleite-
ten Prozess, mit dem die Eheleute für eine gewisse Zeit voneinander
getrennt würden. Nach Bedenkzeit hätten er und seine Ehefrau sich
schliesslich für die Fortführung der Ehe entschieden, was insbesondere
auch aus der mit dem Gesuch eingereichten gerichtlichen Urkunde vom
(...) Oktober 2018 hervorgehe, die laut Übersetzung eine "Versöhnung"
zum Gegenstand habe (vgl. Beschwerde S. 5).
6.1.3 Gestützt auf die protokollierten Aussagen des Beschwerdeführers ist
davon auszugehen, dass die erwähnte Trennung – deren begriffliche Defi-
nition an dieser Stelle offenbleiben kann – im Jahr 2014 erfolgte. Weder
aus dem Gesuch noch aus der Beschwerde gehen bis zur gerichtlichen
Urkunde vom (...) Oktober 2018 Bemühungen der Eheleute hervor, die
Ehegemeinschaft wiederaufleben zu lassen respektive an ihr festhalten zu
wollen. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers (vgl. Gesuch
S. 3 und Beschwerde S. 5) kann bei einer rund vierjährigen Dauer nicht
von einer kurzzeitigen Trennung ausgegangen werden. Der Vorinstanz ist
in ihrer Einschätzung zuzustimmen, dass weder die Dauer der Trennung
noch die Umstände der Wiedervereinigung im Gesuch substanziiert darge-
legt werden. Sodann finden sich auch in der Beschwerde keine Ausführun-
gen, die insbesondere den Zeitpunkt des Wiederauflebens der Familienge-
meinschaft plausibilisieren würden oder aus denen hervorginge, dass über
mehrere Jahre an der Familiengemeinschaft festgehalten wurde und Be-
mühungen um deren Fortbestand ersichtlich wären. Der diesbezügliche
Einwand, der Kontaktabbruch sei dem Umstand geschuldet, die Ehefrau
des Beschwerdeführers habe über kein Telefon verfügt (vgl. Beschwerde
S. 5), vermag angesichts der obenstehenden Erwägungen die mangeln-
den Bestrebungen weder aufzuwiegen noch diese zu erklären.
6.1.4 Im Übrigen bestehen für das Gericht ernsthafte Zweifel am Beweis-
wert der gerichtlichen Versöhnungsurkunde vom (...) Oktober 2018, da
diese von einem Zeitpunkt datiert, zu dem der Beschwerdeführer Eritrea
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bereits seit rund vier Jahren verlassen hatte. Zudem soll die gerichtliche
Urkunde laut eingereichter Übersetzung die Unterschrift des Beschwerde-
führers tragen, was angesichts seiner Landesabwesenheit unmöglich ist.
Ebenso fragwürdig erscheint, weshalb eritreische Behörden den Wohnsitz
des Beschwerdeführers am gemeinsamen Wohnsitz der Eheleute bestäti-
gen sollten, wenn dieser infolge seiner Desertion zu diesem Zeitpunkt be-
reits während längerer Zeit gesucht worden sein soll (vgl. Gesuch S. 4 und
Beschwerde S. 4).
6.1.5 Insgesamt bestehen erhebliche Zweifel am Bestand einer gelebten
Familienbeziehung in einem gemeinsamen Haushalt zum Zeitpunkt der
Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem Heimatland (vgl. auch
A22/22 F136, wonach der Beschwerdeführer sich nach seiner Flucht aus
F._ noch rund vier Monate bei seiner Schwester aufgehalten habe,
ehe er ausgereist sei). Letztlich reicht allerdings auch der rechtliche Be-
stand einer Ehe alleine nicht aus, um von einer gefestigten und bis heute
bestehenden Beziehung auszugehen (vgl. nachfolgende Erwägung).
6.2 Zusätzlich zu den Zweifeln am Vorliegen einer tatsächlich bestehenden
Familienbeziehung vor der Ausreise des Beschwerdeführers spricht auch
das Verhalten des Beschwerdeführers nach seiner Ausreise gegen eine
tatsächlich gelebte Beziehung, und es ist vielmehr von einer abgebroche-
nen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufgenommenen Beziehung
auszugehen:
6.2.1 Der Beschwerdeführer wurde am 5. Januar 2018 als Flüchtling aner-
kannt und es wurde ihm in der Schweiz Asyl gewährt. Das Gesuch um Be-
willigung der Einreise zwecks Familienvereinigung zugunsten seiner Ehe-
frau und der gemeinsamen Kinder reichte er am 6. April 2020 – also mehr
als zwei Jahre nach seiner Asylgewährung – ein. Aus den Akten ergeben
sich keine Anhaltspunkte, wonach der Beschwerdeführer in diesem Zeit-
raum den Nachzug seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern ange-
strebt hätte. Je länger das Getrenntleben andauert, desto höher werden
letztlich die Anforderungen an den Nachweis der Kontaktpflege im Rahmen
des Möglichen.
6.2.2 Dem Gesuch um Familiennachzug liegen zwar ein Flugticket und ein
äthiopisches Touristenvisum des Beschwerdeführers bei, womit dessen
Besuch bei seiner Familie in Äthiopien vom (...) Juni 2019 bis zum (...) Juli
2019 belegt werden soll. Diesbezüglich ist allerdings anzumerken, dass es
sich bei diesem Besuch – nebst der eritreischen Gerichtsurkunde, die ins-
besondere das Erbringen finanzieller Unterstützung beweisen soll –
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um den einzigen Nachweis der Kontaktpflege sei der Ausreise des Be-
schwerdeführers im Jahr 2014 handelt. Nicht zuletzt angesichts der recht-
lichen Vertretung des Beschwerdeführers sowohl im Zeitpunkt der Gesuch-
stellung als auch während des vorliegenden Beschwerdeverfahren genü-
gen die Vorbringen, die sich zumeist in unbelegten Parteibehauptungen
erschöpfen, den Anforderungen an den Nachweis der Kontaktpflege im
Rahmen des Möglichen nicht.
6.2.3 Insbesondere wird nicht ersichtlich, wann der Beschwerdeführer wie-
der Kontakt mit seiner Familie aufgenommen haben will, zumal der Kontakt
jedenfalls im Zeitpunkt der Anhörung offensichtlich abgebrochen war (vgl.
act. A22/22 F29 – F31). Aus der erschwerten telefonischen Erreichbarkeit
kann zwar, wie in der Beschwerdeschrift dargelegt wird, tatsächlich nicht
darauf geschlossen werden, der Beschwerdeführer habe keinen Kontakt
zu seiner Familie gewünscht (vgl. Beschwerde S. 5) oder sich nicht um
solchen bemüht. Dennoch ist den Akten auch kein Hinweis auf regelmäs-
sigen Kontakt zu entnehmen, seit die Familie des Beschwerdeführers sich
in Äthiopien aufhält, wobei dieser Zeitpunkt nicht näher bestimmt, sondern
lediglich in den Kontext der Grenzöffnung zwischen Eritrea und Äthiopien
gestellt wird (vgl. Beschwerde S. 4). Der Beschwerdeführer verkennt offen-
sichtlich, dass es im Rahmen seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht ihm
oblegen hätte, das Erfüllen der Voraussetzungen für eine Familienvereini-
gung in geeigneter Weise nachvollziehbar und glaubhaft zu machen. Der
Wille zur schnellstmöglichen Familienvereinigung manifestiert sich auch
nicht allein durch die Mandatierung des Rechtsvertreters im November
2019, einige Monate nach seinem Besuch in Äthiopien (vgl. Beschwerde
S. 7). Vielmehr zeugt der Besuch im Lichte des dargelegten Kontakt-
abbruchs von einer Wiederaufnahme der Familienbeziehung, die ange-
sichts der langen – und für das Gericht definitiven – Trennung, einer Fami-
lienvereinigung im Sinn eines besonderen Umstands nach Art. 51 Abs. 1
AsylG entgegensteht (vgl. oben E. 4.4).
6.3 Nach dem Gesagten ist insgesamt kein ernsthafter Wille zur Aufrecht-
erhaltung der ehelichen Verbindung und schnellstmöglichen Wiederverei-
nigung der Familie nach der Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem
Heimatstaat erkennbar, weshalb davon auszugehen ist, dass die Familien-
beziehung zumindest über einen längeren Zeitraum abgebrochen war, so-
fern überhaupt von einer schützenswerten Wiederaufnahme der Bezie-
hung gesprochen werden kann. Ungeachtet eines allfälligen rechtlichen
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Bestands der Ehe sind somit besondere Umstände im Sinne des Art. 51
Abs. 1 und 4 AsylG vorhanden, welche gegen einen Familiennachzug
sprechen.
6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen von
Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, weshalb das SEM das Gesuch
um Bewilligung der Einreise von B._, C._ und D._ in
die Schweiz und um Familienzusammenführung mit dem Beschwerdefüh-
rer zu Recht abgelehnt hat.
6.5 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es dem Be-
schwerdeführer offensteht, bei den dafür zuständigen kantonalen Migrati-
onsbehörden ein Gesuch um Familiennachzug für seine Frau und die ge-
meinsamen Kinder gestützt auf Art. 44 AIG (SR 142.20) einzureichen (vgl.
BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 m.w.H.; Entscheidungen und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 6 und 2006
Nr. 8).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
8.
8.1 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdebegehren des Be-
schwerdeführers schon bei Einreichung des Rechtsmittels als aussichtslos
zu gelten hatten. Damit ist – ungeachtet der Frage der prozessualen Be-
dürftigkeit des (erwerbstätigen) Beschwerdeführers – eine der kumulativ zu
erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt und das entspre-
chende Gesuch abzuweisen. Aus demselben Grund fällt auch die Beiord-
nung einer amtlichen Rechtsverbeiständung von vornherein ausser Be-
tracht. Das Gesuch um Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung ist mit
dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden.
8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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