Decision ID: ef017ede-fc89-442e-9c52-3f3a396ba880
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene
X._
, Mutter von vier Kindern (
Urk.
7/149/49),
arbeitete vom
1.
November 1986 bis 2
9.
Feb
ruar 2000 als Textilarbeiterin bei der Firma
Y._
in
Z._
. Am 2
3.
Mai 2000 meldete sie sich unter Hinweis auf e
ine Diskushernie bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3/4-7,
Urk.
7/5/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte ihr mit Verfügung vom 1
0.
Oktober 2001 ab
1.
April 2000 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
(
Urk.
7/22
). Im Januar 2003 kam es für die Versicherte zu einem traumatischen Erlebnis, als sie von Bankräubern als Geisel genommen wurde (
Urk.
7/68/6).
Mit Mit
teilungen vom
2.
Juni 2003 und
1
3.
Juni 2007 bestätigte die IV-Stelle nach durchgeführten Revisionsverfahren die ganze Invalidenrente (
Urk.
7/30,
Urk.
7/49).
1.2
Im Mai 2010 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren (
Urk.
7/61) ein und holte das bidisziplinäre, orthopädisch-psychiatrische Gutachten des
A._
vom 2
4.
November 2010 ein, in welchem der Versicherten sowohl in der angestammten als auch in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (
Urk.
7/68). Nachdem die IV-Stelle der Versicherten gestützt auf das
A._
-Gutachten mit Vorbescheid vom
4.
Januar 2011 die Aufhebung der Rente in Aussicht gestellt hatte (
Urk.
7/76), liess die Versicherte das Gutachten des
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
8.
Februar 2011 einreichen.
Dr.
B._
ging davon aus, dass der Versicherten eine Arbeit nur im geschützten Rahmen zumutbar sei (
Urk.
7/81/4-20). Die IV-Stelle holte eine Stellungnahme des
A._
vom
7.
Juni 2011 (
Urk.
7/88) ein und hob die Invalidenrente mit Verfügung vom 1
6.
August 2011 auf (
Urk.
7/92).
Dagegen erhob die Versicherte am 1
6.
September 2011 beim Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde und beantragte, es sei ihr über den
1.
Oktober 2011 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
7/93/3-4). Mit Urteil IV.2011.01023 vom 3
1.
Januar 2013 wies das Sozialversicherungs
gericht die Beschwerde ab (
Urk.
7/104). Die Beschwerdeführerin liess dieses Urteil beim Bundesgericht anfechten (
Urk.
7/105), welches ihre Beschwerde mit Urteil 8C_231/2013 vom 1
8.
Juli 2013 teilweise guthiess und die Sache zur Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens und zu neuer Entscheidung über den Rentenanspruch an das Sozialversicherungsgericht zurückwies (
Urk.
7/109). In Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils holte das Sozialversicherungs
gericht bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
D._
, das
psychiatrische Gutachten vom
8.
Dezember 2014 ein (
Urk.
7/118). Darauf abstellend gelangte es zur Beurteilung, dass die psychischen Beschwerden im Zeitraum zwischen der die ganze Rente bestätigenden Mitteilung der IV-Stelle vom 1
3.
Juni 2007 und der Rentenaufhebungsverfügung vom 1
6.
August 2011 eine gewisse Besserung erfahren hatten und die Beschwerdeführerin trotz ihrer körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig war. Das Gericht ermittelte einen Invaliditätsgrad von 20
%
und wies die Beschwerde, in Bestätigung der Rentenaufhebung per Ende September 2011, mit dem Urteil IV.2013.00712 vom 2
9.
Mai 2015 ab (
Urk.
7/124).
1.3
Mit «Revisionsbegehren» vom 3
0.
Juni 2015 machte die Versicherte eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung geltend (
Urk.
7/125). In der Folge reichte sie einen Bericht des sie behandelnden
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, vom 3
1.
August 2015 (
Urk.
7/129/1-10) sowie den Befundbericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie, über eine am 1
7.
Juli 2015 durchgeführte CT
-Untersuchung
der Lendenwirbelsäule ein (
Urk.
7/129/11). Am 1
1.
November (
Urk.
7/133) sowie am
3.
Dezember 2015 teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit, sie beabsichtige, sie in der
A._
polydisziplinär begutachten zu lassen (
Urk.
7/138). Trotz dem Gesuch der Versicherten vom 1
7.
Dezember 2015, eine andere Gutachtenstelle zu beauftragen (
Urk.
7/139), hielt die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 1
9.
Januar 2016 an der
A._
fest (
Urk.
7/141). Gestützt auf das psychiatrisch-neurologisch-orthopädisch-internmedizinische Gutachten der
A._
vom
8.
August 2016 (
Urk.
7/149) schloss die IV-Stelle, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten nicht verändert habe, und stellte ihr mit Vorbescheid vom 2
4.
August 2016 die erneute Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung in Aussicht (
Urk.
7/151). Die Versicherte erhob dagegen Einwände (
Urk.
7/156,
Urk.
7/159,
Urk.
7/162). Mit Verfügung vom
9.
Januar 2017 verneinte die IV-Stelle ankündigungsgemäss einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baumann, mit Eingabe vom
7.
Februar 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Zusätzlich stellte sie den Antrag, die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr die Kosten für den Bericht von
Dr.
E._
vom
5.
Januar 2017 in Höhe von
Fr.
300.-- zu erstatten (
Urk.
2). Ihrer Beschwerde legte sie den entsprechenden Arztbericht bei (
Urk.
3). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
März 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8
ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wes
ent
lichen Änderung des Gesundheitszu
standes,
sondern auch dann revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE
130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurtei
lung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts
abklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Verneinung eines Rentenanspruchs begründete die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung und in der Beschwerdeantwort damit, dem letzten renteneinstellenden Entscheid vom 1
6.
August 2011 habe in somatischer Hinsicht das rheumatologische Teilgutachten der
A._
vom 2
4.
November 2010 zugrunde gelegen. Dessen Beweiskraft sei durch das Sozialversicherungsgericht bestätigt worden. Die im Anschluss an das Revisionsgesuch der Beschwerde
führerin durchgeführte Begutachtung in der
A._
habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand aus somatischer Sicht seit dem letzten Entscheid über den Rentenanspruch nicht verändert habe. Auch hinsichtlich der psychischen Befunde sei keine relevante Veränderung ersichtlich. Es sei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 80
%
auszugehen (
Urk.
2,
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Deswegen habe sie Anspruch auf eine Invalidenrente. Zudem habe die IV-Stelle ihr die Kosten von
Fr.
300.-- für die Erstellung des Berichts von
Dr.
E._
vom
5.
Januar 2017 zu erstatten. Auf das polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom
8.
August 2016 könne nicht abgestellt werden. Diese Gutachtenstelle sei bereits im vorangegangenen Revisionsverfahren mit ihrer Begutachtung beauftragt worden. Der psychiatrische Gerichtsgutachter
Dr.
C._
habe jenes Gutachten als nicht schlüssig erachtet, da
verschiedene Symptome entweder nicht dokumentiert oder diskutiert worden seien. Auch dem neuen psychiatrischen Teilgutachten der
A._
könne nicht gefolgt werden, weil darin im Widerspruch zum Gerichtsgutachten von
Dr.
C._
, auf welches das Sozialversicherungsgericht abgestellt habe, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung in Abrede gestellt werde. Zudem habe die Gutachtenstelle den Auftrag falsch verstanden: Entgegen dem Titel des Gutachtens gehe es nicht um ein «Folgegutachten» zum Vorgutachten der
A._
vom 2
4.
November 2010; Vergleichsbasis zur Beur
teilung einer gesundheitlichen Verschlechterung sei vielmehr das Gerichts
gutachten von
Dr.
C._
vom
8.
Dezember 201
4.
Mit dem Revisions
gesuch sei auf den Bericht von
Dr.
E._
vom 3
1.
August 2015 hingewiesen worden, worin gestützt auf CT-Aufnahmen vom 1
7.
Juli 2015 unter anderem ein progredientes rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
und
Zervikalsyndrom
diagnostiziert worden sei. Im orthopädischen Teilgutachten der
A._
vom
8.
August 2016 seien die erheblichen Diskrepanzen zwischen der gutachterlichen Interpretation der bildgebenden Befunde und derjenigen von
Dr.
E._
beziehungsweise des Radiologen nicht nachvollziehbar begründet worden; ganz offensichtlich sei dem Gutachter der CT-Befund vom 1
7.
Juli 2015 nicht vorgelegt worden. Die von den Gutachtern veranlassten konventionellen radiologischen Abklärungen durch das
G._
erlaubten keine mit CT- oder MRI-Bildern vergleichbare Darstellung der Strukturen wie Diskushernien. Damit könnten lediglich knöcherne Strukturen in begrenztem Rahmen verglichen werden.
Deshalb seien die von den Gutachtern
eingeholten
Röntgenbilder von vorne herein nicht geeignet gewesen, eine Veränderung gegenüber früher zu dokumentieren.
Laut Bericht von
Dr.
E._
vom
5.
Januar 2017 sei unver
ständlich, weshalb die Gutachter zur Beantwortung der versicherungsmedi
zinischen Fragen keine CT- oder MRI-Untersuchung veranlasst hätten. Zudem seien radiologische Befunde entgegen der Behauptung im Gutachten sehr wohl geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu belegen. Aus diesen Gründen sei das orthopädische Teilgutachten fehlerhaft und nicht nachvoll
ziehbar (
Urk.
1 S. 3 ff.).
3.
3.1
3.1.1
Die in Rechtskraft erwachsene,
die laufende Rente aufhebende
Verfügung vom 1
6.
August 2011 (
Urk.
7/92) wurde mit dem Urteil des Sozialversicherungs
gerichts IV.2013.00712 vom 2
9.
Mai 2015 bestätigt (
Urk.
7/124). In medizinisch-somatischer Hinsicht lagen diesem Entscheid der orthopädische Teil des Gutachtens der
A._
vom 2
4.
November 2010 zugrunde (
Urk.
7/124/4,
Urk.
7/124/9-10); hinsichtlich der psychischen Beeinträchtigungen basierte
die
Renten
ablehnung
auf dem psychiatrischen Gerichtsgutachten von
Dr.
C._
vom
8.
Dezember 2014 (
Urk.
7/118,
Urk.
7/124/10).
3.1.2
Dem
A._
-Gutachten vom 2
4.
November 2010 sind aus orthopädischer Sicht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (in der
zuletzt ausgeübten Tätig
keit) zu entnehmen: Ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
röntgenologischen Befunden einschliesslich einer erstmals 1999 bild
gebend attestierten lumbalen Diskushernie L4/5 und im Jahr 2000 computertomographisch attestierten zervikalen Mehretagendiskushernien C4/5 und C5/6 sowie einer rumpfmuskulären Globalinsuffizienz und
Langzeitde
konditionierung
(
Urk.
8/68 S. 14
f.).
Die Beschwerdeführerin gab den Gutachtern an, unter
konstanten Schmerzen im Rücken und im Nacken mit Ausstrahlung in beide Arme zu leiden und ab und zu Ameisenkribbeln in beiden Händen zu verspüren. Zusätzlich habe sie vom Rücken ausstrahlende Beschwerden in den Beinen rechts mehr als links.
Sie fahre PKW, wenn es nötig sei (
Urk.
7/68/8-9).
Im Rahmen der orthopädi
sch-
somatischen Abklärung
ergab sich eine deutlich eingeschränkte Rumpfbeweglichkeit (
Urk.
7/68/11). Bildgebend
(konventionelle Röntgenaufnahmen
der Hals-
,
Brust- und Lendenwirbelsäule vom
7.
September 2010
im
G._
[
Urk.
7/68/12]
)
wurden
mässige, über die altersübliche Norm hinausgehende degenerative Aufbrauchbefunde der Hals- und Lendenwirbelsäule dokumentiert. Zudem
fanden
sich ein rumpfmuskuläres Globaldefizit als Folge einer
Langzeitdekonditionierung
und eine anhaltende statische Fehl- und Überbelastung der Wirbelsäule und des Rumpfes durch die Adi
positas.
Aktuelle neuro-orthopädische Aspekte etwa im Sinne eine
s
vertebragenen
Nervenwurzelkom
pressionssyndroms
konnten nicht be
schrieben werden
(
Urk.
8/68/16)
.
Der orthopädische Teilgutachter gelangte zur Schluss
folgerung, d
er 41-jährigen, deutlich übergewichtigen Versicherten seien rücken
adap
tierte, wechselbelastende, lei
chte bis mittelschwere körperliche Tä
tigkeiten zumutbar. Das Heben, Tragen und Bewe
gen von Lasten sei mit 15 kg limi
tiert. Arbeiten in Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd, verbunden mit d
em häufigen Drehen, Wenden, Win
den und Strecken seien zu
meiden. Zudem sei
en keine Tätigkeiten ununterbro
chen und ausschliesslich auf hartem Untergrund stehe
nd auszuüben, welche mehr als 30 Minu
ten
dauerten
. Eine Disposition
in freier und nasskalter Witterung sei zu mei
den. Es sei ein Arbeitsaufenthalt in geschlossenen Räumen zu bevorzugen (
Urk.
8/68 S. 17).
Da auch bei qualitativ angepassten Tätigkeiten bei Alltags
bewegungen gelegentlich chronisch wiederkehrende
vertebragene
Schmerz
syndrome nicht auszuschliessen seien, resultiere eine Minderung des Arbeitstempos und somit der Arbeitsfähigkeit um 20
%
(
Urk.
7/68/13-14,
Urk.
7/68
/
17-18).
3.1.3
Der psychiatrische Gerichtsgutachter
Dr.
C._
führte in seiner Expertise vom
8.
Dezember 2014
a
ls Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung nach Geiselnahme durch Bankräuber im Januar 2003 (ICD-10 F43.1) auf
(
Urk.
7/119/71-78)
.
Die Beschwerdeführerin gab ihm unter anderem an, w
egen je zweier Diskushernien im Hals und im unteren Rückenbereich momentan praktisch permanent Beschwerden
im Nacken, den Schultern, beiden Armen rechts mehr als links
zu haben
.
In den Armen habe sie zusätzlich fast permanentes Kribbeln, Taubheitsgefüh
le und keine Kraft. Mehrmals tä
glich habe sie bei gewissen Bewegungen einschiessende Schmerzen im mittleren Gesässbereich und den beiden Leisten (
Urk.
7/119/44).
Teilweise fahre sie selber Auto, wenn sie jemand begleite, aber nie länger als 20 Minuten, da dann die Schmerzen im rechten Bein zu heftig würden
(
Urk.
7/119/46).
D
er Gutachter hielt fest, d
erzeit bestünden als typische Symptome regelmässig auftretende Alpträume in Bezug auf das erlebte Ereignis, die kognitive Fehlinterpretation, dass der öffentliche Raum gefährlich sei und
das
daraus resultierende Vermeiden, die Wohnung ohne Begleitung zu verlassen, Interesse
verlust, Wutanfälle, übermässige Wachsamkeit und Einschlafstörungen. Laut
Dr.
C._
sprechen die konsistent in den Arztberichten zwischen Januar 2003 und Juli 2010 dokumentierten Ängste dagegen, dass es in diesem Zeitraum jemals zu einer Remission der posttraumatischen Belastungsstörung gekommen war. Das
A._
-Gutachten, das zu einem anderen Schluss gelangt sei, sei wenig schlüssig, zumal verschiedene Symptome, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hinwiesen, im Gutachten entweder nicht dokumentiert oder in der diagnostischen Beurteilung nicht diskutiert worden seien. Die regelmässig auftretenden Panikattacken könnten sowohl Ausdruck einer Panikstörung als auch der posttraumatischen Belastungsstörung sein; es lasse sich nicht eindeutig beurteilen, ob eine zusätzliche Diagnose einer Panikstörung gerechtfertigt sei. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden, da nicht die Schmerzen, sondern die seit der Geiselnahme bestehenden, den Alltag dominierenden Ängste der Beschwerdeführerin im Vordergrund stünden und die somatischen Vorberichte und das orthopädisch-psychi
atrische
A._
-Gutachten
die Schmerzen als durch das Bandscheibenleiden erklärbar beurteilt hätten. Für das Vorliegen einer depressiven Störung sprächen aktuell nur der Interesseverlust und die Schlafstörungen der Beschwerdeführerin, welche aber als Ausdruck der posttraumatischen Belastungsstörung zu interpretieren seien. Auch in den beiden psychiatrischen Vorgutachten sei keine depressive Episode diagnostiziert worden (
Urk.
7/119/71-78
).
Das schlechte psychosoziale Funktionsniveau - die Übernahme des grössten Teils der Hausarbeiten durch den Ehemann und die Kinder - könne nur teilweise mit den psychopathologischen Befunden erklärt werden und sei vermutlich durch kulturelle Faktoren mitbedingt (
Urk.
7/119/
78 f.).
Da die Beschwerdeführerin das Haus nicht mehr ohne Begleitung verlassen könne, sei sie in der Verkehrsfähigkeit beeinträchtigt. Für die Bewältigung eines längeren Arbeitsweges sei sie vollständig auf die Unterstützung Dritter angewiesen. Befinde sich der Arbeitsort in unmittelbarer Nähe zum Wohnort, sollte es ihr möglich sein, den Arbeitsweg durch ein entsprechendes Training selbständig zu bewältigen. An einem Arbeitsplatz mit relativ umschriebenem Aufgabenbereich mit Routinetätigkeiten sei die Beschwerdeführerin in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Textilarbeiterin durch die vorhandenen Fähigkeits
-
einschränkungen nicht wesentlich in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Diese Einschätzung decke sich mi
t derjenigen der
A._
-Gutachter.
Da die Ängste gemäss Angaben der Beschwerdeführerin in der ersten Zeit viel stärker gewesen seien als heute, sei davon auszugehen, dass einzelne Fähigkeitsbereiche und damit vermutlich auch die Arbeitsfähigkeit früher stärker einges
chränkt gewesen seien als heute
(
Urk.
7/119/80-84
).
3.2
3.2.1
Gemäss
Befundbericht
des Radiologen
Dr.
F._
über
die
am 1
7.
Juli 2015 durchgeführte CT
-Untersuchung
der Lendenwirbelsäule
(LWS)
und des Iliosakralgelenks
(ISG)
zeigten die Bilder multisegmentale degenerative Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule sowie eine osteodiskoligamentär bedingte geringe Spinalkanalstenose im Segment L4/
5.
Weiter wurden eine breitbasige Diskusprotrusion, Spondylarthrosen sowie linksbetonte Retrospon
dylo
phyten im Segment L5/S1 sichtbar mit einer konsekutiven mässigen foraminalen Stenose links,
einer geringen foraminalen Stenose rechts sowie einer geringen rezessalen Stenose links. Laut
Dr.
F._
ist aufgrund des Befunds eine Irritation insbesondere der Nervenwurzel L5 foraminal links denkbar. Schliesslich erhob der Radiologe eine fortgeschrittene ISG-Arthrose rechts
(
Urk.
7/129/11)
.
Im Verlaufsbericht vom 3
1.
August 2015 hielt der behandelnde Neurologe
Dr.
E._
fest, es sei zu einer gesundheitlichen Verschlechterung mit
einer Häufung der Exazerbation
en des z
rv
ikalen und l
umboverte
bralen Syndroms
gekommen. Zusätzlich bestünden nächtliche Anfälle, deretwegen die Beschwerde
führerin am nächsten Morgen stark ermüdet sei.
Die aktuellen CT-Bilder zeigten eine Zunahme der degenerativen Veränderungen gegenüber 2006
vor allem
im Segment L4/5, auch auch L5/S1 und im ISG
. Die Beschwerdeführerin sei gesundheitlich bedingt nicht in der Lage, die im
A._
-Gutachten als zumutbar bezeichneten Arbeiten zu verrichten
. In der angestammten Tätigkeit sei sie aus somatischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig, und aufgrund des verschlechterten Zustands sei
t
der Begutachtung bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von rund 70
%
(
Urk.
7/129/1-10).
3.2.2
Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Beschwerdeführerin in der Folge er
neut vom
A._
, und zwar polydisziplinär, begutachtet. Am
4.
Mai erfolgte die neurologische Untersuchung, am
1.
Juni die
internmedizinische
und ortho
pädisch
-
traumatologische
Abklärung sowie am 1
5.
Juni 2016 die psychiatrische Teilbegutachtung (
Urk.
7/149/1).
Aus dem Gutachten vom
8.
August 2016 ergibt sich, dass sowohl die allgemein-internistischen als auch die neurologischen Abklärungen
keine
som
atischen Beeinträchtigungen erge
ben
hätten
, welche das Ausmass der vom orthopädischen Teilgutachter erhobenen Funktionsbeeinträchtigungen überschritten
(
Urk.
7/149/13,
Urk.
7/149/15). Auf Nachfrage des neurologischen Teilgutachters, inwiefern sich ihre Beschwerden verschlimmert hätten, gab die Beschwerde
führerin an, dass einfach alles schlimmer geworden sie, vor allem die Schmerzen, welche sie überall verspüre. S
ie schaffe kaum mehr die Hausarbeit und bleibe bis am Mittag liegen.
Eigentlich sei es ihr schon 2010 sehr schlecht gegangen, man habe ihr einfach nicht geglaubt (
Urk.
7/149/40
-41
).
Der neurologische Teilgutachter fand aufgrund der ihm geschilderten Symptomatik und seiner klinischen Untersuchungsbefunde keine Hinweise für eine
radikuläre
Reiz- beziehungsweise Ausfallsymptomatik. Er räumte aber ein, dass eine gelegentliche
radikuläre
Reizsymptomatik im Sinne einer
Lumboischialgie
, insbesondere rechts, angesichts
der Akten sehr wohl möglich sei
.
In solchen Phasen sei die Beschwerdeführerin wohl immer wieder vorübergehend arbeitsunfähig gewesen. Solche akuten
Lumboischialgien
hätten
aber aus neurologischer Sicht keine dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zur Folge
(
Urk.
7/149/43-44).
Dem orthopädischen Teilgutachter gab die Beschwerdeführerin
an, Schmerzen im unteren Rücken
bereich mit Ausstrahlung über die Brust- in die Halswirbelsäule und über beide Schulter-Nackenbereiche in den gesamten rechten Arm und das gesamte rechte Bein zu haben.
Zudem bestehe bewegungs- und belastungs
abhängig ein stechender
Schmerz
in der Leiste.
Nachts könne sie nah
e
zu nicht
schlafen. Ferner
leide sie unter
nächtliche
n
Wadenkrämpfe und Knochen
schmerzen im Bereich des rechten Handgelenks. Die aktuelle Gehstrecke betrage 20 Minuten.
Die meisten Haushaltsarbeiten könne sie nicht machen, hier werde sie von ihrer Familie unterstützt. Nach der Geburt ihres vierten Kindes
hätten ihre Beschwerden ständig zugenommen. Sie fühle sich nicht in der Lage, wieder irgendeine Arbeit aufzunehmen (
Urk.
7/149/47-49).
Am 1
5.
Juni 2016 im
G._
angefertigte Röntgenbilder der Hals-
,
Brust- und Lendenwirbelsäule zeigten einen stationären Befund. Bei der klinischen Untersuchung erhob der orthopädische Teilgutachter einen statisch ungünstigen Hohl-Rundrücken bei leicht
skoliotischer
Fehlhaltung und eine
dysbalancierte
Rumpfmuskulatur
. Weiter stellte er leicht- bis mittelgradig eingeschränkte Funktionen der Brust- und Lendenwirbelsäule fest. Bei der Prüfung der Inklination zeigte sich eine deutliche Inkonsistenz, indem die Beschwerdeführerin im Stand einen Fingerbodenabstand von 53 cm zeigte, während der Finger
-
spitzen-Zehenspitzenabstand im
Langsitz
nur 22 cm betrug. Die Halswirbelsäule war nahezu nicht funktionseingeschränkt.
Die kursorisch orthopädisch-neurologische Untersuchung ergab keine Zeichen für sensible und motorische Defizite. Die vergleichenden Umfangmasse der Arme und Beine sprachen gegen eine Belastungsminderung der oberen und unteren Extremität. Klinisch fiel ein
endgradiger
Innenrotationsschmerz in der rechten Leistenregion auf, welcher sich nach Auffassung des orthopädischen Teilgutachters bei entsprechendem radiologischem Korrelat als beginnendes
Impingement
interpretieren liess. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der orthopädische Teilgutachter ein
thorakolumbales
Schmerzsyndrom mit leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschränkung ohne Zeichen einer
radikulären
Defizitsymptomatik. Die ebenfalls gestellten Diagnosen eines chronischen
zervikovertebralen
Schmerz
syndroms ohne wesentliche Funktionseinschränkung, einer
Brachialgie
und Ischialgie ohne Hinweise auf Funktionseinschränkungen sowie einer
Coxalgie
rechts bei leichtem
Impingement
wirkten sich seiner Auffas
s
ung nach nicht auf die Arbeitsfähigkeit auf
(
Urk.
7/149/51-5
3).
Abschliessend hielt der Gutachter fest, aus
orthopädischer Sicht könne
die Beschwerdeführerin körperlich leichte bis mittelschwere rückenadaptierte wechselbelastende Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg aus
führen. Tätigkeiten in Zwangshaltungen, in
knieender
, kauernder oder hockender Stellung, mit extremen Temperaturschwankungen, in Hitze, Kälte, Nässe und Zug sollten vermieden werden. In der angestammten Tätigkeit sowie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit sei sie zu 80
%
arbeitsfähig, da immer wieder
kehrende Rückenschmerzen
ihre
Produktivität minderten
. Diese Einschätzung gelte unverändert seit der letzten Begutachtung
(
Urk.
7/119/13,
Urk.
7/119/53)
.
Im CT-Befund der Lendenwirbelsäule vom 1
7.
Juli 2015 werde eine Zunahme der degenerativen Veränderungen dokumentiert. Dies könne aber nicht mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gleichgesetzt werden, weil Röntgen
bilder lediglich einen lokalen strukturellen Befund wiedergeben würden, welcher sich nicht zwingend auf eine Funktion auswirke. Die aktuellen Röntgenbilder vom 1
5.
Juni 2016 hätten einen stationären Befund ergeben; damit könne ein Fortschreiten der
skelettalen
Strukturveränderungen der Wirbelsäule nicht objektiviert werden (
Urk.
7/119/47,
Urk.
7/119/53
).
D
ie Beschwerdeführerin
berichtete d
em
psychiatrische
n
Teilgutachter
,
insgesamt hätten sich die Ängste im Zusammenhang mit der erlebten Geiselnahme ein wenig gebessert, seien aber immer noch unerträglich. Inzwischen fahre sie zwar wieder Auto, beschränke sich aber möglichst auf kurze Strecken und Situationen, in denen sie das Fahren nicht ihrem Ehemann oder den Kindern überlassen könne (
Urk.
7/119/26).
Sie leide
unter nächtlichen Angst- und Unruhezuständen und Schlafstörungen. Gemäss Schilderung ihres Ehemanns wache sie nachts schreiend auf und l
aufe im Zimmer umher. Sie müsse
dann vom Ehemann beruhigt werden. Tagsüber sei sie erschöpft und müde. Sie sei nicht leistungsfähig und werde durch Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Vergesslichkeit beein
trächtigt.
Eine Arbeit sei angesichts ihres Gesundheitszustands undenkbar.
Die finanzielle Situation der Familie sei seit der Renteneinstellung prekär (
Urk.
7/119/29,
Urk.
7/119/32-33).
De
r psychiatrische Teilgutachter
hielt fest, die subjektiv geschilderten Beschwerden
liessen sich auf der Befundebene nicht in der dargestellten Ausprägung nachvollziehen. Auch könne die
von
Dr.
C._
gestellte
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung – wie bereits anlässlich der Vorbegutachtung in der
A._
im Herbst 2010 – nicht bestätigt werden
. D
ie diagnostischen Kriterien gemäss DSM IV, DSM 5 und ICD-10
seien
nicht erfüllt. Zwar sei die Beschwerdeführerin mit einem traumatischen Ereignis konfrontiert worden, welches zu intensiver Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen geführt habe
. Ein beharrliches Wied
ererleben des Ereignisses müsse
angesichts der fehlenden Vegetativreaktion und des Fehlens von Affektstürmen bei der Schilderung des
Vorfalls
in Frage gestellt werden.
Ein anhaltendes Vermeiden Trauma-assoziierter Reize oder eine Abflachung der Reagibilität könne nicht bestätigt werden, ebenso wenig eine anhaltende, symptomerhöhte Erregbarkeit. Die Beschwerdeführerin habe durchaus eine affektive Modulationsfähigkeit gezeigt. Die
vom
psychiat
rischen Teilgutachter beobachtete
Dysphorie mit Reizbarkeit habe sich inhaltlich im Wesentlichen auf die Vorbegutachtung und die rechtlichen Auseinander
setzungen mit der Invalidenversicherung nach Einstellung der Rente bezogen. Insoweit
sei sie mindestens zum Teil normalpsychologisch erklärbar.
Auch die
von der Beschwerdeführerin beschriebene eingeschränkte Fähigkeit, sich ausserhäuslich zu bewegen, könne auf der Befundebene nicht hinlänglich in der geschilderten Ausprägung bestätigt werden.
Die Einschätzung von
Dr.
C._
, dass sie am Arbeitsplatz ohne wesentliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit tätig sein und einen Arbeitsort in der Nähe ihres Wohnortes aufsuchen könne, sei gut nachvollziehbar.
Sie wäre auch in der Lage, mit dem Auto zum Arbeitsplatz zu fahren. Die von
ihr
erwähnten nächtlichen Schlafstörungen und Unruhezustände mit dafür bestehender Amnesie seien als Ausdruck einer dissoziativen Störung zu interpretieren.
Diese bleibe aber ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weil die Beschwerdeführerin neben den dissoziativen Zustandsbildern keine weiteren gravierenden psychopathologischen Auffällig
keiten mit hemmendem Charakter aufweise
. Sie verfüge durchaus über gute Ressourcen in den komplexen Ich-Funktionen wie Intentionalität, Affekt
regulation, Interaktionsfähigkeit, Realitätsprüfung und Urteilsbildung. Die von
ihr
geschilderten phobischen Störungen seien gering ausgeprägt und führten nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Alltagskompetenzen. Damit sei sie in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren, um Hemmungen gegenüber einer Arbeitsleistung zu überwinden. Auf der Befundebene sei kein gravierender Leidensdruck zu erkennen. Die Beschwerdeführerin nehme
dementsprechend
auch keine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch. Die von ihr beschriebene Passivität im Alltag in allen Lebensbereichen sei willensnah ausgestaltet. Sie
habe ihre Beschwerden anlässlich der gutachterlichen Untersuchung ausgesprochen defizitorientiert geschildert. Problematisch sei
en
ihre Neigung zu
Selbstlimitierung
und die fehlende
Veränderungsmotivation. D
ie beobachteten Inkonsistenzen deuteten
auch
auf eine gewisse Aggravation hin.
Das soziale Umfeld sei intakt, p
roblematisch sei
allerdings
die
sozio-ökonomische
Situation. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit attestiert werden
. Seit der letzten Begutachtung im Jahr 2010 sei keine Verschlimmerung der psychischen Situation eingetreten (
Urk.
7/119/15-20,
Urk.
7/119/30-36
)
.
3.2.3
Am
5.
Januar 2017 nahm
Dr.
E._
zu den anlässlich der
A._
-Begutachtung angefertigten Röntgenaufnahmen vom 1
5.
Juni 2016 und zu deren Würdigung im Gutachten Stellung. Dabei hielt er im Wesentlichen fest, die klinische Bedeutung des Befundes am Steissbein sei für ihn nicht klar.
Die von den Gutachtern veranlassten konventionellen radiologischen Abklärungen durch das
G._
erlaubten keine mit CT- oder MRI-Bildern vergleich
bare Darstellung der Strukturen wie Diskushernien. Damit könnten lediglich knöcherne Strukturen in begrenztem Rahmen verglichen werden. Es sei unverständlich, weshalb die Gutachter zur Beantwortung der versicherungs
medizinischen Fragen keine CT-
oder MRI-Untersuchung veranlasst hätten. Zudem seien radiologische Befunde entgegen der Behauptung im Gutachten sehr wohl geeignet, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu belegen. Es seien nicht primär
radikuläre
Symptome der Sensomotorik, sondern die im Längsschnittverlauf abnehmende und nachlassende Stabilität der tragenden Strukturen, welche die Belastbarkeit zunehmend verminderten. Die im bisherigen Verlauf manifest gewordenen zahlreichen Exazerbationen würden wahrscheinlich eine konstante Arbeitsleistung nicht erlauben (
Urk.
3).
4.
4.1
Zu prüfen ist
nachfolgend
, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der
Aufhebung der laufenden Rente
mit Verfügung vom 1
6.
August 2011 (
Urk.
7/92),
bestätigt durch
das Urteil
des Sozialversicherungsgerichts
IV.2013.00712 vom 2
9.
Mai 2015 (
Urk.
7/124)
,
wesentlich verändert hat.
4.2
Die Beschwerdeführerin bemängelt zunächst die Wahl der medizinischen Gutachtenstelle. Zutreffend ist, dass sie bereits im Jahr 2010 in der
A._
begutachtet wurde und der psychiatrische Gerichtsgutachter
Dr.
C._
Kritik an der Dokumentation der Befunde im psychiatrischen Teilgutachten der
A._
von
Dr.
med.
C._
vom
7.
September 2010 (
Urk.
7/68/24-33) äusserte (
Urk.
7/119/74).
Diese Kritik wird aber durch den Umstand relativiert, dass
die beiden psychiatrischen
Gutachter
trotz unterschiedlicher diagnostischer Grundlage
letztlich von
einer weitestgehend uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgingen (
Urk.
7/68/14,
Urk.
7/119/80). Sodann ist zu beachten, dass
am
zweite
n
A._
-
Gutachten nicht
nur zwei,
sondern
vier Fachdisziplinen beteiligt waren, dass
die Gutachtenstelle
nach dem Zufallsprinzip
über
die Plattform
S
uisseMED@P
ausgewählt wurde
(
Urk.
7/133,
Urk.
7/135-137,
Urk.
7/141)
, dass
ein Zeitraum von rund sechs Jahren zwischen den beiden Begutachtungen
liegt
und
dass
die am zweiten Gutachten beteiligten Fachärzte nicht mit denjenigen, die das erste Gutachten erstellt haben, identisch
sind
.
Deshalb
ist nicht zu beanstanden, dass auch die zweite Begutachtung
durch das
A._
stattfand
, zumal die Beschwerdeführerin keine
Ausstandsgründe
gegen die beteiligten Gutachter geltend macht
.
4.3
Die Beschwerdeführerin bezweifelt sodann die Beweiskraft des orthopädischen Teils des polydisziplinären
A._
-Gutachtens vom
8.
August 2016, hauptsächlich unter Hinweis auf den Bericht ihres behandelnden Neurologen
Dr.
E._
vom 3
1.
August 2015 und die
CT-Aufnahmen vom 1
7.
Juli 201
5.
Ihre Behauptung, der orthopädische Teilgutachter habe die neusten CT-Befunde nicht berücksichtigt, trifft nicht zu. Der CT-Befund vom 1
7.
Juli
2015 wird im orthopädischen Teilgutachten – wie übrigens auch im neurologischen
(
Urk.
7/149/39)
- durchaus erwähnt (
Urk.
7/149/47,
Urk.
7/149/53)
.
Die
Gutachter
stellten
eine Zunahme der mit dieser Methode darstellbaren degenerativen Veränderungen seit der letzten Untersuchung im Jahr 2006 nicht in Abrede
(
Urk.
7/149/43-44,
Urk.
7/149/53)
.
Zudem schloss der neurologische Gutachter trotz der von ihm erhobenen unauffälligen Befunde das gelegentliche Auftreten einer
radikulären
Reiz- und Ausfallssymptomatik nicht aus, ging aber gleichzeitig auch nicht davon aus, dass gelegentliche akute
Lumboischialgien
die Arbeitsfähigkeit mehr als nur kurzfristig einschränkten (
Urk.
7/149/43-44). Entscheidend ist indes die Bemerkung des
orthopädische
n
Gutachter
s
, dass eine Zunahme der
auf den CT-Bildern dargestellten
degenerativen Veränderungen sich nicht zwingend auch auf d
ie Wirbelsäulenfunktion auswirk
e
(
Urk.
7/149/53). Dies überzeugt nicht
zuletzt auch angesichts der
von den Gutachtern erhobenen
klinischen Befunde
: Eine
radikuläre
Reiz- beziehungsweise Ausfallsymptomatik stellten sie nicht fest. Dieser Befund wurde vom behandelnden Neurologen
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme zum Gutachten vom
5.
Januar 2017 nicht bestritten (
Urk.
3 S. 3). Der klinisch-orthopädische Wirbelsäulenbefund war sodann im Vergleich zu demjenigen anlässlich der orthopädischen Begutachtung in der
A._
im Jahr 2010 weitestgehend unverändert (
Urk.
7/68/11,
Urk.
7/149/50-51). Gleiches gilt für die im Vorfeld beider Begutachtungen veranlassten konventionellen Röntgenbefunde der Wirbelsäule (
Urk.
7/68/12,
Urk.
7/149/52).
Im Übrigen spricht auch die von der Beschwerdeführerin gegenüber dem neurologischen Teilgutachter gemachte Äusserung, eigentlich sei es ihr schon 2010 sehr schlecht gegangen, man habe ihr einfach nicht geglaubt, gegen eine wesentliche Verschlechterung der Symptomatik (
Urk.
7/149/40).
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter auf eine zusätzliche radiologische Abklärung mittels der CT- oder MRI-Methode verzichtet haben.
Schliesslich ist zu beachten, dass der von den CT-Bildern abgedeckte Vergleichszeitraum – die aktuellen Bilder stammen vom 1
7.
Juli 2015, während der Vorbefund am
2
8.
August 2006 erhoben wurde
(
Urk.
3 S. 2,
Urk.
7
/129/11,
Urk.
7/149/39,
Urk.
7/149/47) –
wesentlich
länger ist als die hier zu beurteilende Periode seit Erlass der
r
enten
aufhebenden
Verfügung vom 1
6.
August 201
1.
Die von den
A._
-Gutachtern für ihren Vergleich herangezogenen konventionellen Röntgenaufnahmen
wurden denn auch deutlich später aufgenommen, nämlich am
7.
September 2010
(7/68/11). Anhand der CT-Befunde lässt sich deshalb keine wesentliche
strukturelle
Veränderung der Wirbelsäule im hier interessierenden Zeitraum beweisen.
Hinsichtlich der Berichte des behandelnden Neurologen
Dr.
E._
ist zu beach
ten, dass dieser Arzt bereits das erste orthopädische Teilgutachten der
A._
, welches als Grundlage für die rechtskräftige Aufhebung der Rente mit Verfügung vom 1
6.
August 2011 diente, mit Bericht vom
1
5.
Februar 2011
kritisiert
hatte (
Urk.
7/81/1-3). In seinem früheren Bericht vom
6.
Juli 2010 hatte er der Beschwerdeführerin einen unveränderten
Gesundheitszustand attestiert und sich für die Weiterausrichtung der ganzen Rente ausgesprochen (
Urk.
7/64/6-7)
.
Vergleichsbasis war sein
Vorb
ericht vom
5.
Febr
u
a
r 2007,
worin
er der Beschwerdeführerin
einen stationären Gesun
d
heitszustand und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bescheinigt hatte (
Urk.
7/41).
Diesen Beurteilungen legte
Dr.
E._
zudem
nicht nur die somatischen Befunde zugrunde, worauf der neurologische
A._
-Gutachter zu Recht hinwies (
Urk.
7/149/44).
Im Vergleich z
u den früheren Berichten stellt
seine
Einschätzung
im Bericht vom
3
1.
August 2015
, die Beschwerdeführerin
sei in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
, keine Verschlechterung dar.
Zudem hat
Dr.
E._
in seinen Beurteilungen
vom 3
1.
August 2015 und
5.
Januar 2017
stark auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt, ohne problematische Verhaltensweisen wie etwa die von den
A._
-Gutachtern erhobenen Inkonsistenzen und Anzeichen von Aggravation und Selbstlimitierung zu berücksichtigen (
Urk.
3,
Urk.
7/129/10). Bei diesen Gegebenheiten spricht auch einiges dafür, dass sich in seinen abweichenden Beurteilungen die Erfahrungstatsache, das Hausärzte und behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, manifestiert.
Aus all diesen Gründen sind seine Berichte vom 3
1.
August 2015 und
5.
Januar 2017
nicht geeignet, die gutachterlichen Schlüsse in Zweifel zu ziehen
.
4.4
Hinsichtlich des psychiatrischen Teils des
A._
-Gutachtens
vom
8.
August 2016
bemängelt die Beschwerdeführerin, dass darin die im Gerichtsgutachten von
Dr.
C._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung in Abrede gestellt werde. Dem ist zu entgegen, dass de
r psychiatrische Teil
gutachter
anhand der von ihr erhobenen aktuellen Untersuchungsbefunde nachvollziehbar und plausibel aufgezeigt hat, weshalb die Mehrheit der für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung vorausgesetzten Kriterien bei der Beschwerdeführerin nicht beobachtet werden konnte
(
Urk.
7/149/33-34)
. Ein Vergleich der im
psychiatrischen Teilg
uta
chten erwähnten Befunde mit denjenigen im Gerichtsgutachten vom
8.
Dezember 2014 spricht für eine Verbesserung der psychischen Symptomatik
. Die Beschwerdeführerin gab dem
psychiatrischen Teilgutachter selbst an
,
die Ängste im Zusammenhang mit der erlebten Geiselnahme
hätten sich
ein wenig gebessert. Auch fährt sie inzwischen
im Gegensatz zu früher auch wieder auf kürzeren Strecken
ohne Begleitung
Auto
(
Urk.
7/149/26; vgl.
Urk.
7/119/46
).
Zu beachten ist auch, dass eine psychiat
rische Beurteilung von der Natur der Sache her
immer eine Ermessensausübung erfordert (Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2013 vom 2
2.
Mai 2013 E. 5.1 mit Hinweis), was zu unterschiedlichen Diagnose
n
bei wiederholten Begutachtungen
führen kann. Hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit stimmte de
r
psychiatrische Teilgutachter den Schlüssen von
Dr.
C._
im Wesent
lichen zu
(
Urk.
7/149/34)
.
Deswegen
besteht kein Grund, die Korrektheit und Beweiskraft der Diagnosestellung und der Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in
seinem
Teilgutachten in Frage zu Stellen. Sodann ist – offenbar entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – wie bereits dargelegt die Entwicklung ihres Gesundheitszustandes seit der rechtskräftigen Rentenauf
hebung mit Verfügung vom 1
6.
August 2011 zu beurteilen.
Folglich
i
st nicht zu beanstanden, wenn d
e
r psychiatrische Teilgutachter
die gesundheitlichen Entwicklung
seit
der ersten Begutachtung in der
A._
im Jahr 2010
beurteilt hat. Im Übrigen fehlen Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verschlechterung im Vergleich zur Situation bei Erstellung des Gerichtsgutachtens von
Dr.
C._
vom
8.
Dezember 2014
.
4.5
Da
das
A._
-Gutachten
vom
8.
August 2016
, insbesondere die orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen Teile,
auch sonst sämtliche Anforderungen an Beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlagen
erfüllen
–
sie beruhen
auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden und die
Vorakten
(Anamnese) und enthalten einleuchte
nd
begründete Schluss
folgerungen (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c) -
kann auf die Schlussfolge
rung
der Gutachter, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
aus medizinisch-somatischer und psychiatrischer
Sicht
seit
der orthopä
disch-psychiatrischen
Begutachtung
durch das
A._
im Jahr 2010 nicht geändert habe
, abgestellt werden.
Damit ist eine wesentliche Sachverhaltsänderung seit Erlass der Rentenaufhebenden Verfügung vom 1
6.
August 2011 nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
. Die den Anspruch auf eine Rente verneinende Verfügung vom
9.
Januar 2017 besteht damit zu Recht, und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten in Höhe von
Fr.
700.
--
zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin (
Art.
69 Abs.1
bis
IVG).