Decision ID: 091be650-57f7-4192-86b0-0d9d15816902
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1966 geborene
X._
, Vater zweier Söhne (geboren 1994 und 2001)
und einer Tochter (geboren 1995), ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
war
zuletzt
im Zeitraum zwischen d
em
1.
November 2006 und 31.
August 2007
als Lagerist
bei
der
Y._
angestellt
(
Urk.
10/
4, Urk.
10/
7
,
Urk.
10/39/19
)
. Am 1
2.
Juni 2008 (Eingangsdatum) meldete sich der Versi
cherte
– unter Hinweis auf Kreuzschmerzen –
erstmals bei der
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (
Urk.
10/3).
Nachdem die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen vorgenommen hatte
– unter anderem wurde beim
Z._
ein
polydiszi
pli
näres
Gutachten eingeholt (Gutachten vom 2
7.
Januar 2010,
Urk.
10/39)
–
, sprach sie dem Versicherten
mit Verfügung
en vom 20.
April 2012 resp. vom 1
4.
Juni 2013
– ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 33 % vom 1. November 2008 bis
3.
Februar 2010 und von 100
%
ab dem
4.
Februar 2010 –
mit Wirkung ab dem 1.
Februar 2010 e
ine
Viertelsrente
und ab dem 1.
Juni 2010 eine ganze Invalidenrente zu
(Urk. 10/70,
Urk.
10/58 [
Verfü
gungs
teil
2], Urk. 10/79
und Urk. 10/83
)
.
1.2
Im Rahmen eines im Oktober 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle unter anderem bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
A._
(polydisziplinäres Gutachten
vom
5.
Juni
2014 [Urk. 10/105
, Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie
]
)
sowie bei der
B._
(
B._
,
polydis
zi
plinäres
Gutachten vom 2
0.
Mai 2015 [
Urk.
10/126
, Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie,
Psychiatrie
]) je ein polydisziplinäres Gut
achten
ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
0.
Novem
ber 2015 [
Urk.
10/133], begründeter Einwand vom 3.
Dezember 2015
[
Urk.
10/136])
setzte sie mit Verfügung vom 12. Februar 2016 die mit Ver
fügungen vom 20. April 2012 und 14. Juni 2013 mit Wirkung ab dem 1.
Juni 2010 zugesprochene ganze Rente wiedererwägungsweise per 1. April 2016 (erster Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung) auf eine halbe Rente herab (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung legte de
r
Versicherte mit Eingabe vom
1
1.
März 2016
Beschwerde ein und
beantragte, über seinen Gesundheitszustand und seine
Arbeitsfähigkeit sei ein neues Gutachten herzustellen, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben und ihm weiter eine 100%ige Invalidenrente zuzu
sprechen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2).
Mit
Beschwerde
antwort
vom
7
.
April
2016 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
Abweisung der Beschwerde (Urk.
9
)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
April 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
11)
.
Mit Eingabe vom
2
1.
März 2016 (richtig wohl 21.
April 2016,
vgl.
Poststempel [
Urk.
12]) reichte der Be
schwer
deführer
zwei
ärztliche Zeugnis
se
zu den Akten (Urk. 13/1-2)
, welche
der Beschwerdegegnerin am 2
9.
April zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
14)
.
Mit Eingabe vom 1
9.
Mai 2016 legitimierte sich Rechtsanwältin Christine Fleisch
als neue Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers
und ersuchte um Ansetzung einer Frist von 30 Tagen zur Einreichung einer Replik (
Urk.
15)
.
Mit V
erfügung vom 3
1.
Mai 2016
wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgel
tliche Prozessführung und um Durchführung eines zweiten
Schrif
tenwechsels
abgewiesen (Urk. 17).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer
Ren
ten
bezügerin
in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut Art.
17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
che
rungsrechts
(ATSG)
für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzu
setzen oder
aufzuheben.
Der
Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht je
doch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraus
setz
ungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn
die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze
für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei per
io
dischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der unter
suchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung
der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
hei
ten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid,
die Verfü
gung
en vom 2
0.
April 2012 bzw. vom 1
4.
Ju
ni 2013, mit welchen
dem Beschwer
deführer ab Februar 2010 eine
Viertelsrente
und ab Juni 2010 eine ganze Rente zugesprochen worden
sei
, seien
zweifellos
unrichtig, da
auf den Be
richt von Dr. med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, vom 15. August 2011 nicht ohne weiteres hätte abgestellt werden dürfen.
Ebenfalls sei
die
Rente
nzusprache
nicht auf den richtigen Zeitpunkt erfolgt.
Hinsichtlich des gegenwärtigen Gesundheits
zustands ergebe sich, a
usgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit gestützt
auf das
B._
-Gutachten
,
aus dem Einkommensvergleich ein IV-Grad von
50
%
, welcher den Beschwerdeführer zu einer halben Rente berechtige
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber wurde in der Beschwerde im Wesentlichen
geltend gemacht, gemäss Verfügung sei der Beschwerdeführer seit 2007 arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin habe festgestellt, dass er keine Restarbeitsfähigkeit mehr habe, und habe ihm eine ganze Rente zugesprochen.
Zur Beurteilung des
gegenwärtigen Gesundheitszustands dürfe nicht auf das Gutachten d
es
B._
abgestellt werden, da die
Gutachter
voreingenommen seien.
A
us den Be
richten
mehrerer und unterschiedlicher
Ärzte
ergebe sich, dass er auch heute nicht arbeitsfähig sei
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
3.1.1
Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung
en vom 2
0.
April 2012 resp.
vom 1
4.
Juni 2013 (Urk. 10/70,
Urk. 10/58 [Verfügungsteil
2], Urk. 10/79)
präsentierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
3.1.2
Das
polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 2
7.
Januar 2010 (
Urk.
10/39)
präsen
tierte
folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10/39/18):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne sichere
radiku
läre
Symptomatik (ICD-10 M54.5)
-
beidseitige
Spondylolyse
LWK5 ohne Instabilität (Röntgen 1
0.
Juli 2007 und Myelographie 3
1.
Juli 2007)
-
linksbetonte
Diskusprotrusion
LWK5/SWK1, leichte Einengung des
Neuroforamen
L5 links, weichteildichte Struktur
rezessal
L5 links, keine Neurokompression (CT 1
0.
Juli 2007, MRI 2
6.
Juli 2007, Myelographie und
Myelo
-CT 3
1.
Juli 2007)
-
anamnestisch kein Ansprechen auf Wurzelinfiltration L5 links Juli 2006
-
anamnestisch kein Ansprechen auf Sakralblock am 1
0.
Juli
2007 (
D._
)
-
anamnestisch kein Ansprechen auf CT-gesteuerte
periradikuläre
Infiltration L5 links am 1
6.
Juli
2007 (
D._
)
-
anamnestisch kein Ansprechen auf CT-gesteuerte
periradikul
ä
re
Infiltration L5 links am 2
3.
Juli
2007 (
D._
)
-
Status nach Dekompression,
Foraminotomie
und
dorsolaleraler
Spondylodese
LWK5/SWK1 mit Interposition eines Cages am
27.
März
2008 (
Dr.
C._
,
E._
) korrekte
Implan
tatlage
,
keine Lockerungszeichen (CT
1
3.
Mai
2008)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (
Urk.
10/39/18):
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
-
Verdacht auf Medikamenten-
Malcompliance
(ICD-10 Z91.1)
-
subtherapeutischer
Oxycodon
-Spiegel anlässlich der Untersuchung
-
inkomplettes metabolisches Syndrom
-
Hypercholesterinämie, behandelt (ICD-10 E78.0)
-
Adipositas, BMI 36 kg/m2 (ICD-10 E66.0)
-
Verdacht auf diabetische Stoffwechsellage, leicht erhöhter HbA1c-Wert (ICD-10 R73.9)
-
fortgeschrittener Nikotinkonsum, ca. 30 pack
years
(ICD-10 F17.1)
-
leichte Erhöhung der Leberpar
ameter Gamma-GT und GPT (ICD-10
K76.9)
-
Differentialdiagnose: medikamentös bedingt, bei Lebersteatose
Zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wurde sodann
im Rah
men der Gesamtbeurteilung
ausgeführt, der
Beschwerdeführer
ha
be
nach dem Schulabgang keine eigentliche Berufsausbildung absolviert. Er
sei
im weite
ren in einem Hotel, als Lagerist und Beifahrer, Hilfsmechaniker, Mitarbeiter in einem Autogeschäft, Chauffeur, Zügelmann, Lebensmittelverkäufer und Raumpf
l
eger, immer wieder jedoch als Lagerist eingesetzt
worden
, sodass letzt
genannte Tätigkeit als die angestammte angesehen
werden
k
ö
nn
e
.
Aus orthopädischer Sicht bestehe
für diese Tätigkeit aufgrund der objektivier
baren pathologischen Befunde, ebenso wie für jede andere körperlich mittel
schwere oder schwere Tätigkeit, eine vollständige Arbeitsun
f
ähigkeit. Somit
erübrigten
sich diesbezügliche weitere Überlegungen aus allgemein-internis
tischer und psychiatrischer Sicht
. Diese Einschätzung gelte aufgrund der
anam
nestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Doku
mente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten s
eit dem
2.
Novem
ber 201
1.
Es sei nur
mit Mühe
möglich, aufgrund der Unterlagen die Arbeits
fähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv gesehen mit Sicherheit zu beurteilen (Urk. 10/39/19)
.
Somit gelte die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten mit Sicherheit erst
ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung im Dezember 200
9.
Aufgrund der vorliegenden Akten könne jedoch eine langdauernde,
höher
gra
dige
Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten als
der
aktuellen
gut
achterlichen
Einschätzung entsprechend, retrospektiv gesehen aus gutachter
licher Sicht nicht nachvollz
ogen werden. Aus orthopädischer Sicht besteh
e
für körperlich leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung eine Arbeitsfähig
keit von 80
%
bei ganztägigem Pensum mit um 20
%
reduzierter Leistung aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs. Das Heben und Tragen von Lasten
über 10 kg sollte dabei ebenso wie das wiederholte Bücken vermieden werden
. In Anbetracht der objektivierbaren Befunde sollte bei einer derart ange
passten Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum eine wesent
liche Schmerzprovokation entstehen, sodass diese auch zumutbar
sei
. Aus psychiatr
i
scher Sicht besteh
e
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch aus allgemein-internistischer Sicht f
ä
nden sich keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt k
ö
nn
e
somit aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von 80
%
in körperlich leichten, adap
tier
ten Tätigkeiten festgestellt werden. Das Arbeitspensum k
ö
nn
e
vollschich
tig
umgesetzt werden
(
Urk.
10/39/20)
.
Dem orthopädischen Teilgutachten kann zu
den Befunden
im Bereich der Wirbelsäule
folgendes entnommen werden: Längsachse
aspektmässig
im Lot,
blande
Operationsnarbe tieflumbal samt massivster
Druckdolenz
bereits bei geringster Berührung, vermehrte lumbale Lordose und thorakale Kyphose,
Protraktion
von Kopf und Schultern, Finger-Boden-Abstand 45 cm, bei der Bewegungsprüfung nur geringe Auslenkung bei erheblicher Gegenspannung samt vermehrter lumbaler Schmerzangabe, Rotation 20° beidseits,
Lateral
flexion
und
Reklination
seien nicht prüfbar, bei der Palpation im Bereich der lumbalen Wirbelsäule zucke der
Beschwerdeführer bereits bei der geringsten Druckausübung zusammen, dieses Verhalten erfolge auch bei beidseitiger Palpation der Flanke sowie
Glutealregion
. Im Bereich der Halswirbelsäule be
stehe keine
Druckdolenz
über der Mittellinie sowie der verspannten
Nacken
muskulatur
beidseits, die Rotation sei beidseits 60
° möglich
, die
Lateral
flex
ion
50° beidseits, der Kinn-Jugulum-Abstand betrage 0/17 cm (
Urk.
10/39/12).
D
e
r orthopädische
Gutachter
des
Z._
hielt zu
sammenfassend
fest,
dass sich
die vom Beschwerdeführer angegebenen, äusserst diffusen Beschwerden durch
die objektivierbaren Befunde und vorliegenden Bilddokumente keinesfalls voll
ständig begründen liessen. Auch das unablässige Stöhnen während der gesamten körperlichen Untersuchung sowie zahlreiche Inkonsistenzen seien ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine wesentliche nicht-organische Kom
ponente der Schmerzen vorliege. An der lumbalen Wirbelsäule bestehe bei Zustand nach
Spondylodese
mit Sicherheit eine verminderte Belastbarkeit. Nicht geklärt blieben allerdings die diffusen
,
in die linke untere Extremität ausstrahlenden Beschwerden sowie die Tatsache, dass es trotz körperlich langdauernder Schonung nicht zu einer deutlichen Schmerzreduktion ge
kommen sei. Auch komme nicht klar zum Ausdruck, wie gross der
Leidens
druck
durch die somatischen Beschwerden effektiv sei, da der Beschwerde
führer ausgerechnet am Untersuchungstag keinerlei Analgetika zu sich ge
nommen habe. Insgesamt bestünden massive Hinweise für eine Auswei
tung der Schmerzproblematik (
Urk.
10/39/15-16).
3.1.3
Dr.
C._
führte im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3. Februar 2010 als Diagnosen einen Status nach
Spondylodese
L5/S1 am 27. März 2008 sowie einen Verdacht auf
Pseudarthrose
mit Schraubenlockerungen L5 und S1 und narbigen Veränderungen im
Foramen
L5/S1 links an. Die angefertigten CT-Bilder zeigten jetzt eindeutig Schraubenlockerungen der
Pedikelschrauben
L5, links mehr als rechts. Im Vergleich zur Vor-CT-Untersuchung sei der Cage etwas eingesunken. In der Magnetresonanz zeige sich ebenfalls ein Knochenödem im Bereich der
Spondylodese
in LWK5 und im
Sakrum
sowie narbiges Gewebe um die Nervenwurzeln L5 und S1 links. Klinisch
liege wahrscheinlich ein
Pseudarthrose
L5/S1 vor, was einen Teil der Beschw
erden des Beschwerdeführers mit
verursache. Er komme nicht umhin, eine
Revisionsspondylodese
durchzuführen mit
Neurolyse
L
5
(
Urk.
10/40)
.
3.1.4
Dr. med.
F._
, FMH Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 2. März 2010 fest, das Gutachten des
Z._
sei vollständig, beruhe auf Anamnese und Untersuchung und komme zu klaren plausiblen Schlussfolgerungen, welchen er sich anschliessen könne. Daraus folge, dass seit dem 2. November 2007 für die bisherige wie auch jede andere schwere oder mittelschwere Tätigkeit eine vollständige Arbeitsun
fähig
keit bestehe. Für angepasste Tätigkeiten gemäss dem gutachterlichen Belastungsprofil bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei der Möglichkeit einer ganztätigen Präsenz. Ausser für die Zeit der Operation und an
schliessenden
Rehabiliation
(März bis ca. Oktober 2008) gelte die Zumut
bar
keit für angepasste Tätigkeit ebenfalls seit dem 2. November 2007. Zum Bericht von Dr.
C._
vom 3. Februar 2010 bemerkte er, es sei ausser für die geplante Operation und die anschliessende Rehabilitation zwar nicht anzunehmen, dass das zumutbare Profil und der Umfang für angepasste Tätigkeiten durch den neuen Eingriff wesentlich geändert würden. Trotzdem könne erst nach diesem Eingriff abschliessend Stellung genommen werden (Urk. 10/52/5-6).
3.1.5
Vom 23. bis 31. März 2010 war der Beschwerdeführer im
E._
hospitalisiert, wobei Dr.
C._
dort am 24. März 2010 eine
Re-Spondy
lodese
L5/S1, eine Wurzel-Dekompression L5/S1 links und eine
Neurolyse
Wurzel L5 vornahm (Urk. 10/41/4). Am 1. April 2010 berichtete Dr.
C._
, der postoperative
Verlauf sei im Grossen und Ganzen komplikationslos gewesen. Der Beschwerdeführer habe am 31. März 2010 in gutem Allgemein- und Ernährungszustand nach Hause entlassen werden können. Die radiolo
gische Kontrolle habe eine korrekte Implantat-Lage gezeigt. Von Seiten der Ischialgie sei der Beschwerdeführer erstaunlicherweise beschwerdearm gewe
sen (Urk. 10/41/3).
3.1.6
Am 7. Juni 2010 berichtete Dr.
C._
, er habe am 4. Juni 2010 die erste postoperative Verlaufskontrolle vorgenommen. Der Verlauf sei erfreulich. Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass sich die lumbalen Schmerzen, aber auch die
Ischialgieschmerzen
links deutlich gebessert hätten. Verglichen zu vor der Operation gehe es ihm deutlich besser. Die Schmerzmedikation habe er reduzieren können. Zum Befund hielt Dr.
C._
fest, die
Wirbelsäulenin
klination
sei eingeschränkt. Der Finger-Bodenabstand betrage 30 cm. Es be
stehe kein Aufrichteschmerz. Die Sensomotorik der unteren Extremitäten sei erhalten. Zum Röntgenbefund (LWS a-p/seitlich vom 4. Juni 2010) bemerkte er, dass die Schrauben- und
Cagelage
im Vergleich zu den postoperativen Bildern identisch sei (Urk. 10/43/6).
3.1.7
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 15.
November
2010 hielt Dr.
C._
fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Sprechstunde vom 9.
November 2010 noch über Restbeschwerden im Sinne einer Ischialgie links berichtet. Die Wirbelsäuleninklination sei eingeschränkt. Der
Finger-Boden
abstand
betrage 30 Zentimeter. Es bestehe ein Aufrichteschmerz. Der
Lasègue
rechts sei negativ, links fraglich positiv bei 60°. Es bestehe eine Dysästhesie distales L5/S1-Dermatom links. Der Röntgenbefund sei unverändert. Der Beschwerdeführer müsse jetzt eine aktive Physiotherapie mit
Kräftigungs
übungen
durchführen. Von
Seiten der Arbeitsfähigkeit sei der Beschwerde
führer als Lagerarbeiter nach wie vor arbeitsunfähig. Für leichte körperliche Arbeiten in sitzender Position mit Heben und Tragen von max. 5-10 kg sei der Beschwerdeführer arbeitsfähig. Initial mit verminderter Leistung von ca. 50
%
. Dies sollte im Verlauf noch gesteigert werden können (
Urk.
10/43/5).
3.1.8
RAD-Arzt Dr.
F._
hielt in seiner Stellungnahme vom 15. Dezember 2010 unter Bezugnahme auf die Angaben von Dr.
C._
im Bericht vom 15.
November 2010 fest, damit sei im Wesentlichen wieder der Stand vor der Operation vom März 2010 erreicht. Ab dem 10. November 2010 würden wieder die Stellungnahme vom 3. März 2010 resp. die Schlussfolgerungen des
Z._
gelten, wobei allerdings ab dem 10. November 2010 für die durch das
Z._
-Gutachten bzw. den Bericht von Dr.
C._
definierte angepasste
Tätigkeit lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei, die aber innert weniger Monate auf die in der Stellungnahme vom 2.
März
2010 fest
gelegte 80%ige Arbeitsfähigkeit (bei 100%iger Präsenz) gesteigert werden
könne. Gegebenenfalls sei im März 2011 nochmals ein Bericht von Dr.
C._
einzuholen (Urk. 10/52/6).
3.1.9
Am 21. April 2011 berichtete Dr.
C._
der Beschwerdegegnerin, der Be
schwerdeführer habe anlässlich der Sprechstunde vom 19. April 2011 ange
geben, dass die Ischialgie-Schmerzen links an Intensität nachgelassen hätten. Nach wie vor habe er jedoch starke Rückenschmerzen, welche in letzter Zeit deutlich zugenommen hätten. Aufgrund der Röntgenbilder vom 19. April 2011, welche nicht von guter Qualität seien, könne nicht ganz ausge
schlossen werden, dass wieder eine Auslockerung der Implantate aufgetreten sei. Er veranlasse eine CT-Abklärung der Lendenwirbelsäule. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit könne er noch keine Angaben machen (Urk. 10/44).
3.1.10
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2. Mai 2011 hielt Dr.
C._
fest, die am 26. April 2011 veranlasste CT-Abklärung habe wieder
Locke
rungs
zeichen
im Bereich der Schrauben L5/S1 gezeigt. Der Beschwerdeführer habe seit einiger Zeit zunehmende bewegungsabhängige Schmerzen
linksbe
tont
. Er denke, dass die Schmerzen zu vereinbaren seien mit der Lockerung der Schrauben. Er habe ihm die Option der erneute Re-
Spondylodese
dorso
-ventral erörtert. Der Beschwerdeführer könne sich heute noch nicht ent
scheiden (Urk. 10/45).
3.1.11
In seinem Bericht vom 15. August 2011 zuhanden der Beschwerdegegnerin hielt Dr.
C._
als Diagnosen einen
Status nach Revisions-
Spondylodese
L5/S1 und
Neurolyse
L5 am 2
4.
März 2010 bei
chronifizierter
L5-Radi
kulo
pathie links
sowie eine
Pseudarthrose
L5/S1
fest
.
Zu den Befunden notierte
Dr.
C._
: „linksbetontes Schonhinken, jedoch keine Hinweise auf Paresen
,
LWS-Inklination eingeschränkt
,
Finger-Bodenabstand 30 cm
,
Aufrichte
schmerz
,
Lasègue
rechts negativ, links positiv 40°
,
d
iskrete Hypästhesie L5
-Der
matom links, ansonsten Sensomotorik erhalten“. Klinisch habe der Be
schwer
deführer sicher eine LS-
Radikulopathie
links, wahrscheinlich im Rahmen eines neuropathischen Schmerzgeschehens. Morphologisch liege ein CT-Befund vom 2
6.
April 2011 mit Lockerungszeichen an den
Pedikeln
L5 links, diskret an der Spitze L5 rechts und S1 links vor. Inwieweit dies für die Beschwerden des Beschwerdeführers verantwortlich sei, könne nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden. Aus
sein
er Sicht komme eine
Revi
sions
operation
nicht in Frage, da der Beschwerdeführer sich klar dagegen
aus
spreche. Auch könne mit einer Revision nicht gewährleistet werden, dass
der Beschwerdeführer eine deutliche Verbesserung erfahren würde. Von Seiten
der Arbeitsfähigkeit sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im
jetz
igen
Zustand nicht arbeitsfähig sei (
Urk.
10/47/1).
3.1.12
In den RAD-Stellungnahmen vom 4.
Juli
2011 (Dr.
F._
) und vom 2. Septem
ber 2011 (Dr.
F._
und Dr. med.
G._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie) wurde festgehalten, dass bis zum Gutachten des
Z._
die Stellungnahme des RAD vom 2. März 2010 Gültigkeit habe. Ab dem 3. Februar 2010 sei eine Verschlechterung ausgewiesen und seither bestehe für die bisherige und für eine angepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/52/8-9).
3.2
3.2.1
Dem im Rahmen des Revisionsverfahrens durch die Beschwerdegegnerin ein
geholten polydisziplinären
B._
-
Gutachten vom 2
0.
Mai 201
5
(Urk. 10/126) können folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ent
nommen werden
(
Urk.
10/126/18)
:
-
lumbospo
ndylogenes
Schmerzsyndrom bei
Pseudarthrose
L5/S1
-
Zustand nach Dekompression L5/S1 links mit vollständiger
Fora
mino
tomie
, Diskusdekompression und Interposition eines
Devex
-Cages sowie
dorsolateraler
Spondylode
se
L5/S1
transpedikulär
vom 27.
März 2008
-
Status nach
Respondylodese
L5/S1 mit Redekompression L5/S1 links und
Neurolyse
Wurzel L5, Dekompression L5/S1 rechts mit
interkorporeller
Spongiosaanlagerung
vom 2
4.
März 2010
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähig
keit genannt:
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), psychologische Faktoren und
Ver
haltensfaktoren
bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54),
radiku
läre
sensible Störungen im distalen Segment von S1,
beginnende dia
be
tische Polyneuropathie möglich, Adipositas Grad III, Diabetes mellitus
(
medi
kamentös eingestellt
)
, Hypercholesterinämie, anamnestisch obstruktives
Schlafapnoesyndrom, unspezifische
Thoraxschmerzen
,
Nikotinabusus
(
Urk.
10/126/18
).
Die Gutachter hielten sodann fest,
der Beschwerdeführer beklage sich nach wie vor über massive
lumbosakrale
Schmerzen links mit Ausstrahlung ins linke Bein. Objektiv handle es sich im vorliegenden Fall um eine soge
nannten
Failed
Low Back
Surgery
mit einer gemäss aktueller orthopädischer Untersuchung und mittels
Spect
-CT nachgewiesenen persistierenden
Pseud
ar
throse
L5/S1. Dies erkläre die Schmerzen und Einschränkungen in der
Mobilität und damit die Arbeitsunfähigkeit zumindest teilweise. Wie im
ortho
pädischen Gutachten eingehend dargestellt, seien
die subjektiven Klagen
des
Beschwerdeführers
durch die Tatsache, dass funktionseinschränkend
e
objek
tive Befunde nicht in dem Ausmasse vorhanden s
eien
, wie vom
Beschwer
deführer
demonstriert, nicht vollständig glaubhaft. So fehl
t
en bei sym
me
tri
schen Umfangmassen der unteren Extremitäten Paresen (auch andere neu
ro
logische motorische Ausfälle) und Befunde, die auf eine wesent
lich vermin
derte Belastung des linken Beines hindeute
ten. Eine psychogene Ü
berlagerung im Sinne einer Schmerzausweitung bzw. im Sinne der ICD-10-Diagnose F54 (p
sychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andern
orts klassifizierten Krankheiten)
sei
zu postulieren. Das psychiatrische Gut
achten finde darüber hinaus aber keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychiatrischen Leiden
.
Angesichts der objektivierten pathologischen LWS-Befunde
sei
klar, dass in der vom
Beschwerdeführer
bis 2007 ausgeführten, rückenbe
l
astenden Tätigkeit als Lagerist im Altmetallhandel eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit besteh
e
. Hingegen
hielten
s
ie –
entgegen der Ansicht der behandelnden Ärzte
–
eine volle Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit nicht für gerechtfertigt.
P
o
lydisz
i
plinär
kämen
s
ie
zu einer ähnlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in einer
angepass
t
en Tätigkeit
wie die verschiedenen Vorgutachter. Die leichten Abweichungen s
eien
bei im wesentlich gleichen objektiven Befunden seit zumindest der ersten
Rücken
operation
2008 durch
eine
unterschiedliche Beurteilung bei mehr oder weni
ger gleichem Gesundheitszustand
bedingt
.
Die übrigen, vor allem internis
tischen multiplen Pathologien s
eien
im Hintergrund und
würden
die Arbeits
fähigkeit nicht zusätzlich
beeinflussen
. Selbstverständlich sei
die massive Adipositas für die Gesundh
eit und speziell auch für das Rüc
kenleiden äusserst ungünstig und sollte dringend intensiver angegangen werden (
Urk.
10/126/19). Neurologisch w
e
rd
e
bei 2007 festgestellter Diskushernie, die dann 2008 operiert w
o
rde
n sei
, ein S1-Defektsyndrom beschrieben, das aber bei fehlenden motorischen neuro
l
ogischen Ausfällen keinen Einfluss mehr auf die Arbeitsf
ä
higkeit ha
be
.
Z
usammenfassend
kämen sie
in Über
einstimmung mit dem Gutachten von Frau
Dr.
H._
vom Februar 2009 und dem Gutachten
der
MEDAS
A._
von Juni 2014 zur Beurteilung einer aufgehobenen Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als
Lagerist, hingegen einer ca.
50%igen Arbeitsfäh
i
gkeit in einer dem Belastungsprofi
l
angepassten Tätigkeit. Die leicht bessere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im
Z._
-Gutachten vom Januar 2010
sei
möglicherweise in einer besseren und etwas stabileren Pha
se des Rückenleidens
erfolgt
, weil die
Lockerung und Pseudoarthrose im Bereich der LWS erst im Februar 2010
diagnostiziert w
o
rde
n sei und dann zur
zweiten Rückenoperation im März
2010
geführt habe
. Die Beurteilung des RAD einer auch in angepasster Tätigkeit aufgehobenen Arbeitsfähigkeit
sei
wohl unter dem Eindruck dieses Befundes und den Berichten des
behandelnden
0rthop
ä
den
vom
2
1.
April
2011,
2.
Mai
2011 und 1
5.
August
2011
erfolgt (Urk.
10/126/20).
Unter dem Titel „Zusammenfassendes Belastungs-/Ressourcenprofil im polydisziplinären Konsens“ hielten die Gutachter des
B._
fest, dass dem Beschwerdeführer nur noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen in Inklination und
Reklination
, ohne Rotationsbewegungen des Rumpfes, ohne Überkopfarbeiten und ohne Einnehmen von knienden und hockenden Posi
tionen zuzumuten seien. Nicht geeignet seien Tätigkeiten, die eine über
durch
schnittliche emotionale Belastbarkeit voraussetzten (Urk. 10/126/20). Zum retrospektiven Verlauf bemerkten sie, dass abgesehen
von der akuten Situation im Sommer 2007 mit
Hospitalisation
und Rehabilitation im
D._
sowie den postoperativ bedingten Phasen mit 100%
iger Arbeits
unfähigkeit jeweils
wä
hrend ca. drei Monaten, d.h. von März 2008 bis ca. Mai
2008 sowie März
2010 bis ca. Mai
2010
durch
gehend seit ca.
August/
Septem
ber 2007 in angepasster Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsf
ä
higkeit
bestanden
habe
. Gemäss
dem
Z._
-
Gutachten
vom Januar 2010 sei
bis zu
diesem Zeitpunkt eine 80%ige Arbeitsfähigkeit angepasst angenommen
worden
.
Aus heutiger Sicht hand
le
es sich dabei bei ähnlichen objektiven orthopädischen Befunden um eine abweichende Beurteilung der Arbeits
fähig
keit bei im Wesentlichen gleiche
m
Gesundheitszustand. Ab Februar 2010
sei
dann
vom behandelnden Orthopäden Dr.
C._
eine Verschlech
terung rapportiert
worden
, die in die zweite Rückenoperation vom März 2010
ge
mündet
habe
. In der Folge
sei
vom behandelnden Orthopäden
durchgehend
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt
worden
, die in Folge erneuter
Pseudarthrosebildung
(CT 2
6.
April
2011) auch vom RAD mit Stellungnahme vom
2.
September
2011 übernommen w
o
rde
n sei
. Auch dabei hand
le
es sich aus heutiger Sicht um eine abweichende Beurteilung bei im Wesentlichen gleichem Gesundheitszustand (
Urk.
10/126/21).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die mit Verfügung
en
vom 2
0.
April 2012 resp. 1
4.
Juni 2013 mit Wirkung ab dem
1.
Juni 2010 zu
gesprochene ganze Invalidenrente (Urk. 10/70,
Urk. 10/58 [Verfügungsteil 2],
Urk. 10/79)
zu Recht wiedererwägungsweise
auf eine halbe Rente herabge
setzt
hat.
4.2
Die Verwaltung kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurück
ko
mmen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeutung ist
(Art. 53 Abs. 2 ATSG, vgl. E. 1.1)
. Zweifellose Unrich
tigkeit im wiedererwägungsrechtlichen Sinn liegt etwa vor, wenn die Verfü
gung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen oder wenn
massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewendet wurden. Weiter
kann eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung auch bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige
Sachverhalts
abklärung
aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c ATSG). Eine auf keiner nachvoll
ziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruh
ende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_947/2010 vom 1. April 2011 E.
2.2.1 mit weiteren Hin
weisen).
4.3
4.3.1
Bei der
Rentenzusprache
(Verfügungen vom 20. April 2012 und 14. Juni 2013) ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter seit November 2007 nicht mehr arbeitsfähig sei. Nach Ablauf der Wartezeit im November 2008 sei ihm
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 80 % zumutbar gewesen. An
schliessend
habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Ab Februar 2010 bestehe in der bisherigen sowie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr (Urk. 10/58 und Urk. 10/52/9). Bezüg
lich der Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers ab Februar 2010 stützte sich die
Beschwerde
gegnerin
dabei auf die Stellungnahme des RAD vom 2.
September
2011 (Urk.
10/52/8-9; vgl. E. 3.1.11).
4.3.2
Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen sind
.
Selbst nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte
und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (
vgl. statt vieler:
Urteil
des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Gesundheitsschäden im Bereich der Orthopädie ist eine Diagnose des Funktionsausfalles, d.h. eine qualitative und quantitative Analyse der Funk
tions
störung des Bewegungsapparates und seiner Folgen für die versicherte Person, von zentraler Bedeutung. Bei Gesundheitsschäden an der Wirbelsäule stellt zudem die klinische Untersuchung die wichtigste Prüfung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 4.2.2 mit Hinweis).
4.3.3
Die RAD-Stellungnahme vom 2. September 2011 vermag bereits deshalb nicht zu überzeugen, weil sie im Widerspruch zu derjenigen vom 15. Dezem
ber 2010 (vgl. E.
3.1.8) steht. Sowohl in dieser Stellungnahme als auch in denjenigen vom 4. Juli und 2. September 2011 hat der RAD - ohne nähere Begründung - die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im jeweils neusten Be
richt von Dr.
C._
übernommen. Dieser hatte die von ihm vorgenomme
nen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit jedoch in keinem seiner seit dem 3.
Februar 2010 verfassten Berichte (vgl. E. 3.1.3, E. 3.1.5-7 und. E.3.1.9-11) nachvollziehbar begründet. Die darin aufgeführten klinischen Befunde, nament
lich auch diejenigen hinsichtlich der funktionellen Einschränkungen, sind
äusserst
knapp gefasst und erklären – ebenfalls - nicht, weshalb dem Beschwerdeführer im November 2010 eine angepasste Tätigkeit nur zu 50 % und im August 2011 gar überhaupt nicht mehr zumutbar gewesen sein soll. Die besagten Berichte von Dr.
C._
stellen daher – namentlich auch mit Blick auf die Bedeutung der klinischen Befunde bei die Wirbelsäule be
treffenden Diagnosen (vgl.
E.
4.3.2 und Urteil des Bundesgerichts
9C_558/20
16 vom 4.
November
2016 E.
6.2 mit Hinweisen) - keine zuver
lässige Beurteilungsgrundlage dar. Dies gilt umso mehr, als im damals vor
liegenden Gutachten von Dr. med.
H._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 10. Februar 2009 festgehalten worden war, es bestehe der Verdacht auf erhebliche Aggravation. Gegenwärtig be
wege sich der Beschwerdeführer so, als ob er eine Invalidität erzwingen wolle. Bei der Untersuchung finde man aber doch im Bereich der Rücken
mus
kulatur weiche Muskeln, auch keine Atrophie der Beinmuskulatur. Es bestünden keine motorischen Ausfälle, lediglich das positive
Lasègu’sche
Zeichen links bei
50 Grad sowie den ausgefallenen Achillessehnenreflex (Urk. 10/23/11). Der orthopädische Gutachter des
Z._
hatte im orthopä
di
schen Teilgutachten darauf hingewiesen, dass bei der von ihm durchgeführ
ten
Untersuchung gleichfalls weder Hinweise für eine längerdauernde körperliche Schonung noch motorische Defizite bestünden. Erneut sei der
Lasègue
bei 50
Grad positiv, was jedoch durch den praktisch negativen Befund im Sitzen bei hängenden Beinen relativiert werde, wobei der Beschwerdeführer erst auf Nachfrage ein Ziehen an der unteren Extremität, jedoch keinerlei Lumbalgien angegeben habe, was in krassem Gegensatz zu seinem sonstigen
Schmerzge
baren
stehe (Urk. 10/39/17). Vier von fünf
Waddelzeichen
seien positiv (Urk.
10/39/15). Unter diesen Umständen hätte der RAD jedenfalls nicht von eigenen Untersuchungen absehen dürfen.
Indem die Beschwerdegegnerin bei der
Zusprache
der ganzen Rente auf die Stellungnahme des RAD abstellte, missachtete sie die rechtlichen Anforde
rungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und verletzte sie klar den Untersuchungsgrundsatz. Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Recht bemerkte, hätte im Übrigen die im Februar 2010 ein
getretene Verschlechterung nicht ab sofort, sondern erst drei Monate später berücksichtigt werden dürfen und müssen (vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung).
4.3.4
Demnach erweist sich die
Zusprache
einer ganzen Rente ab dem 1. Februar 2010 als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne, und ihre Berichtigung ist von erheblicher Bedeutung (vgl. E. 1.1 und E. 4.2).
5.
5.1
Sind die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt, müssen die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
ge
prüft werden. Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist
auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts 9C_837/2010
vom 30. August 2011 E.
3.1 und 9C_960/2008 vom 6. März 2009 E.
1.2 mit Hi
n
weisen). Dabei hat eine freie Beurteilung der
Rentenanspruchsvoraus
setz
ungen
nach den Verhältnissen im Zeitraum b
is zum Erlass der die Rente ex
nunc
et pro
futuro
aufhebenden Wiedererwägungsverfügung vom
1
2.
Febru
a
r
2016 zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 9C_208/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.2 mit Hinweis).
5.2
Das polydisziplinäre
B._
-
Gutachten vom 2
0
.
Mai 2015 (Urk. 10
/
126
) ver
mag
entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S. 4-5)
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen voll
um
fänglich zu erfüllen (vgl. E. 1.6
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
ein
andersetzung mit den
Vorakten
. Sie legten die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dem polydisziplinären Gutachten der
B._
, an welche der Begutachtungsauftrag gestützt auf die anwend
baren Verordnungsbestimmungen nach dem Zufallsprinzip vergeben worden war (Urk.
10/109-113
), kommt somit volle Beweiskraft zu.
Die Gutachter des
B._
haben mit ihrer - mit derjenigen im Gutachten der MEDAS
A._
vom 5. Juni 2014 (Urk. 10/105/34-35) übereinstimmen
den - Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig und in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeits
fähig sei (Urk. 10/126/21), den von ihnen erhobenen klinischen Befunden grosszügig Rechnung getragen. An dieser Schlussfolgerung
vermögen auch die beschwerdeweise eingereichten ärztlichen Zeugnisse der behandelnden Neu
ro
login nichts zu ändern
(Urk.
13/1-2). Diese
enthalten keine resp. keine nachvollziehbaren Angaben zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers und sind daher
nicht geeignet, den Beweiswert des
B._
-Gutachtens zu
mindern
.
5.3
Zur sinngemässen Rüge des Beschwerdeführers, die Gutachter der
B._
seien voreingenommen (
Urk.
1 S. 4)
,
ist festzuhalten, dass eine solche all
gemein gehaltene Kritik nicht geeignet ist, den Beweiswert des vorliegenden Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Es sind vorliegend keine konkreten Hin
weise für eine Voreingenommenheit der involvierten Gutachter ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen nicht durchdringt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_714/2010 vom 9. Februar 2011 E. 2.1).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Be
schwer
de
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommens
ver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
6.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidi
tät nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3.2
Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin ist zur Ermittlung des
Validenein
kommens
auf die Tabellenlöhne abzustellen (Urk. 2). Sie begründete diese Auffassung damit, dass gemäss dem Arbeitgeberfragen vom 23. Juni 2008 nicht ganz klar sei, aus welchem Grund der Beschwerdeführer die zuletzt aus
geübte Tätigkeit bei der
Y._
verloren habe. Zudem sei der Stellenverlust schon vor mehr als acht Jahren erfolgt (Urk. 2).
Gemäss Aktenlage hat die
Y._
dem Beschwerdeführer am 12.
Juli 2007 per 31. August 2007 gekündigt. Einen Kündigungsgrund hat sie weder im Kündigungsschreiben noch im „Fragebogen für
Arbeit
gebende
“ vom 23. Juni 2008 angegeben (Urk. 10/7). Aus den weiteren im Frage
bogen gemachten Angaben geht jedoch hervor, dass der Beschwerde
führer ab dem 6. Juni 2007 (bis 31. August 2007) zu 100 % krank ge
schrieben war (Urk. 10/7/3-4). Die Tatsache, dass die Kündigung nur wenige Tage nach Ablauf der gesetzlichen Sperrfrist von 30 Tagen für eine Auf
lö
sung des Arbeitsverhältnisses im ersten Dienstjahr bei Krankheit des Arbeit
nehmers (vgl. Art. 336c Abs. 1
lit
. b des Bundesgesetzes über das Obligatio
nenrechts [OR]) erfolgte, deutet aber darauf hin, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers ursächlich für die Kündigung war (vgl. auch die von der vormaligen Arbeitgeberin angegebenen Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, Urk. 10/12/2).
Die Tatsache allein, dass
die Erwerbsa
ufgabe bereits vor einiger Zeit
erfolgte,
rechtfertigt
nicht, für die Ermittlung des
Valideneinkommens
anstelle des vom Beschwerdeführer zuletzt erzielten Verdienstes Tabellenlöhne heranzu
ziehen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichtes I 80
9/05 vom 12. Juni 2006 E. 3.1).
6.3.3
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist das
Valideneinkommen
daher auf der Basis des bei der
Y._
erzielten Einkommens zu ermitteln.
Gemäss deren Angaben belief sich das dortige Einkommen des Beschwer
de
führers ab dem 1. Januar 2007 auf Fr. 72‘150.-- (= Fr. 5‘550 x 13). Unter Be
rücksichtigung der Nominallohnerhöhung (von 2‘047 Punkten im Jahr 2007
auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Entwicklung der N
ominallöhne, Männer, Total, T39) resultiert ein
Valideneinkommen
2015 von Fr. 78‘459.20.
6.4
6.4.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist – mit der Beschwerdegegnerin - der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für im privaten Sektor im
Kompe
tenz
niveau
1 tätige Männer (LSE 2012, TA1, Total, Kompetenzniveau 1, S. 35)
von
Fr. 5‘210.--
heranzuziehen
. Umgerechnet auf die betriebsübliche wöch
ent
liche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (
Bun
desamt für Statistik,
betriebs
übliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01)
und ange
passt an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015; vgl.
Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne, Mä
nner, Total, T39)
resultiert ein hypothetischer
Jahreslohn
2015
von Fr. 66‘309.--
(= Fr. 5‘210.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2‘188 x 2‘226
)
respektive beim dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Pensum von
50 % von Fr. 33‘154.50 (Fr. 66‘309.-- x 0,5)
.
6.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behin
derung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkunge
n auf die Lohnhöhe haben können. Der Abzug
ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtge
mässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (
BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
). Die Rechtsprechung
gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn
eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter
Hilfsarbeiter
tätig
keit
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
)
. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
Ur
teil des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22.
März
2017 E.
3.1 mit weite
ren Hinweisen
).
Wie dargelegt, haben die
B._
-Gutachter bei der Beurteilung der medi
zi
nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit den beim Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen
grosszügig
Rechnung getragen, weshalb ihm kein zusätz
licher leidensbedingter Abzug zu gewähren ist. Im Weiteren ist zwar grund
sätzlich
ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn
– wie hier -
ein Versicherter seine Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, weil Teilzeitarbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit. Allerdings muss dies stets mit Blick auf den konkreten
Beschäftigungsgrad (vorliegend 5
0 %) und die jeweils aktuellen Werte beurteilt werden: Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruf
li
cher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen recht
fert
igt ein Beschäftigungsgrad von 5
0 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen
Tabellen
lohnabzug
(Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22.
März
2017
E.
3.2 mit weiteren Hinweisen).
Sodann werden
Hilfsar
beiten
auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) altersunabhängig nachgefragt, weshalb sich der Faktor Alter nicht (zwing
end) lohnsenkend auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2016 vom 15.
September 2016 E. 5.4.3 mit Hinweisen
).
Auch sonst sind keine Gründe für einen Abzug ersichtlich. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
keinen Abzug gewährt hat.
6.5
Bei einem
Valideneinkommen
2015 von Fr. 78‘459.20 und einem
Inva
liden
einkommen
von Fr. 33‘154.50 resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr. 45‘304.70
resp. ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 58 %. Demnach hat der Beschwerdeführer -
nurmehr
- Anspruch auf eine halbe Rente.
7.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Februar 2016) – erst - 50 Jahre alt war und – erst - seit fünf Jahren eine Rente bezog, weshalb ihm die
Selbst
eingliederung
grundsätzlich zumutbar ist
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_19/2016 vom 4.
April
2016 E.
5.1).
Im Übrigen wurde er von der
Be
schwerdegegnerin
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er, falls er Interesse an Hilfe bei der Stellensuche durch die Invalidenversicherung habe, bei ihr ein schriftliches Gesuch stellen könne (Urk. 2).
8.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invaliden
versiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfah
rens
aufwand
und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Entsprechend dem Aus
ga
ng des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.