Decision ID: 12f678c4-4451-432b-a92f-3c9c6270a713
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Februar 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an unter Hinweis auf Rückenschmerzen, Muskelschmerzen,
Erbrechen, Schwindel und eine Zyste an der linken Brust (IV-act. 21). Ein erstes
Leistungsgesuch vom 1. September 2010 (IV-act. 1) hatte die IV-Stelle gestützt auf
einen Bericht von Dr.med. B._, Rheumatologie FMH, vom 29. September 2010 an
den Hausarzt der Versicherten, Dr.med. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH,
wonach spätestens nach Durchführung eines muskulären Aufbautrainings von
höchstens drei Monaten aus rheumatologischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit (als "Abwaschhilfe" in einem Gastronomiebetrieb; Angaben
Arbeitgeberin vom 21. September 2010, IV-act. 11-1) auszugehen sei (Fremdakten, act.
G 6.2), abgewiesen (Mitteilung vom 11. Februar 2011, IV-act. 20).
A.b Vom 19. bis 20. Februar und vom 28. Februar bis 6. März 2012 wurde die
Versicherte stationär im Spital Z._, Departement Innere Medizin, behandelt, wo ihr
aus somatischer Sicht aktuell eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (IV-act. 76-7
ff.). In einem Konsiliarbericht des Psychiatrischen Zentrums Z._ vom 1. März 2012
wurde festgehalten, es sei von einer somatoformen Schmerzstörung mit dissoziativen
Anteilen auszugehen. Ursächliche Faktoren dürften im Zusammenhang mit der
familiären Geschichte (früher Tod des Vaters, Tod des Bruders), aber auch mit einer
grossen Erschöpfung bei der letzten Arbeitsstelle mit deren anschliessendem Verlust
stehen. Im Weiteren dürften auch finanzielle Aspekte mitspielen, da die Versicherte
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nicht mehr ihren Beitrag zum Lebensunterhalt leisten könne. Sie fühle sich als
Versagerin in beruflicher wie auch familiärer Hinsicht (IV-act. 91-2 ff.).
A.c Die IV-Stelle konsultierte den RAD (Stellungnahme vom 18. April 2012, IV-act. 32)
und erliess am 26. April 2012 einen Vorbescheid, auf die erneute Anmeldung nicht
einzutreten (IV-act. 36). Hiergegen erhob die Versicherte am 23. Mai 2012 Einwand (IV-
act. 40; Begründung durch Rechtsvertretung vom 31. Mai 2012, IV-act. 42) und verwies
auf Abklärungen am Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG; vgl.
Bericht vom 3. Mai 2012, IV-act. 53), den dort erhobenen Verdacht auf eine Depression
und bevor¬stehende Behandlungen an der Psychiatrischen Tagesklinik Z._. Die IV-
Stelle teilte der Versicherten am 6. Juni 2012 mit, sie kläre den Sachverhalt nach Eintritt
in die Tagesklinik Z._ weiter ab (IV-act. 44).
A.d Die Versicherte trat am 5. Juni 2012 in die Tagesklinik Z._ ein und nach drei
halben Behandlungstagen aufgrund von Schmerzen wieder aus (Aktennotizen vom 6.
Juni 2012, IV-act. 43, und vom 4. Juli 2012, IV-act. 45). Med.pract. D._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt, hielt im Arztbericht vom 22. November 2012
fest, er behandle die Versicherte seit 7. Mai 2012 einmal monatlich (integriert-
psychiatrische Therapie). Sie leide unter einer rezidivierenden, mittelgradigen
depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) mit schwerer
Somatisierungs- und Schmerzverarbeitungsstörung, bestehend seit 2005 (IV-act. 49).
Im Verlaufsbericht vom 20. November 2013 erklärte er, die depressive Symptomatik sei
immer noch mittelschwer bis schwergradig. Eine Arbeit von wirtschaftlichem Wert sei
kurz- bis mittelfristig nicht möglich (IV-act. 82).
A.e Im Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 9. April 2014 über die
Konsultation vom 26. März 2014 wurde ausgeführt, die letzte Konsultation sei im Mai
2012 erfolgt (vgl. Bericht vom 3.Mai 2012, IV-act. 53). Es liege ein langjähriges,
hochchronifiziertes Schmerzsyndrom vor. Nach wie vor stehe die depressive Störung
im Vordergrund. Die somatischen Abklärungen seien im Vorfeld bereits erschöpfend
durchgeführt worden. Es zeige sich kein entsprechendes Korrelat für die Beschwerden
(IV-act. 94-1 ff.; vgl. auch die Berichte der Klinik für Orthopädie bzw. für orthopädische
Chirurgie des Spitals Z._ vom 17. September 2013, IV-act. 81-7 f., und vom 4.
November 2013, IV-act. 81-1 ff.).
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A.f Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete Dr.med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie/
Psychotherapie, die Versicherte (Gutachten vom 13. Juni 2014, IV-act. 97;
Untersuchung am 7. Mai 2014, IV-act. 97-2). Der Gutachter diagnostizierte eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einen Benzodiazepin- und
Opioid-Abusus (ICD-10: F11.14 und F13.24), eine rezidivierend depressive Störung (ED
2012), gegenwärtig mittelgradig (ICD-10: F33.1), sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0; histrionisch, ängstlich, unreif, passiv, depressiv;
IV-act. 97-19 f.). Betreffend rezidivierend depressiver Störung könne von einer
mittelgradigen Ausprägung ausgegangen werden. Zweifelsfrei (erwiesen) sei eine
solche aber nicht, zumal Inkonsistenzen und eine Aggravationstendenz
(Validierungstest) vorliegen würden. Eine klare Objektivierung könnte lediglich im
Rahmen einer Observation gelingen (IV-act. 97-22). In angestammter Tätigkeit betrage
die Arbeitsfähigkeit 0%. In leidensadaptierter Tätigkeit (Tätigkeiten als Küchengehilfin
oder Reinigungskraft ohne Zeitdruck bei gut strukturiertem Arbeitsablauf, fehlender
Lärmbelastung und ohne schwere körperliche Arbeiten, leichte Produktionstätigkeiten
wechselbelastend an Fliessbändern) sei nach langfristigem stationärem Entzug
hinsichtlich Benzodiazepinen und Opioiden unter adäquater und geprüfter
Psychopharmakotherapie mit Antidepressiva eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit realistisch
(IV-act. 97-25). Vom 11. bis 20. August 2014 unterzog sich die Versicherte einer
ambulanten Rehabilitation in der Klinik Y._. Gemäss Bericht vom 1. September 2014
wurde die Behandlung nach anfänglich gutem Verlauf wegen akuter Schmerzzunahme
vorzeitig abgebrochen (IV-act. 106-1 ff.).
A.g Die Versicherte wurde zwischen dem 3. Oktober und 7. November 2014, am 5.
Dezember 2014 und am 23. Dezember 2014 observiert (IV-act. 114, 116, 121), wobei
sich herausstellte, dass sie vom 30. September bis 11. Oktober 2014 landesabwesend
war (IV-act. 128 f.). Dr.med. F._, Fachärztin für Neurologie, Mitarbeiterin IV-Stelle,
führte dazu im Wesentlichen aus, die Versicherte scheine in ihrem Alltag nicht durch
invalidisierende ("andauernde, schwere und quälende") Schmerzen geplagt zu sein. Sie
mache zu keinem Zeitpunkt einen niedergeschlagenen oder angespannten, sondern
stets einen aufmerksamen und interessierten Eindruck. Im Verhalten wirke sie
situationsadäquat und gegenüber ihrer Tochter kommunikativ, jedoch stets klar als
elterliche Autorität. Mehrmals werde sie auch lächelnd gesehen. Eine
psychomotorische Verlangsamung lasse sich nicht beobachten, und der Antrieb wirke
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nicht relevant vermindert. Das videographisch dokumentierte Verhalten lasse - aus
nicht fachpsychiatrischer Sicht - keine höhergradige Depression vermuten
(Stellungnahmen vom 25. November 2014, IV-act. 115, und vom 9. Januar 2015, IV-
act. 125). Die Versicherte imponiere auch in Stresssituationen durch eine sehr geübte
Fahrweise. Die überhöhte Geschwindigkeit und das teilweise Missachten von
Verkehrsregeln sei aus der Perspektive der Pünktlichkeit durchaus situationsadäquat
und als bewusste Entscheidung zu interpretieren. Die dafür notwendige intakte
Aufmerksamkeit und Konzentration wie auch andere dazu erforderliche kognitive
Funktionen (z.B. Auffassung, Exekutivfunktionen) seien offensichtlich vorhanden.
Solche Handlungen seien kaum mit deutlich vermindertem Antrieb und
psychosomatischer Verlangsamung zu vereinbaren (Stellungnahme vom 17. Dezember
2014, IV-act. 119).
A.h Am 14. Januar 2015 wurde die Versicherte durch die IV-Stelle befragt (IV-act. 126).
Die anwesende Dr. F._ hielt hierzu fest, im ersten Teil des Gesprächs beginne die
Versicherte wiederholt zu weinen, meistens bei der extensiven Schilderung ihrer
zahlreichen Beschwerden. Dies werde oft durch eine akute
Hyperventilationssymptomatik und / oder Änderung der Körperposition mit Aufstehen
und Hinkauern, teilweise mit schmerzverzerrter Mimik und Zukneifen der Augen,
untermalt, wobei das Verhalten theatralisch anmute. Auffällig seien in diesem
Zusammenhang allerdings die stets flüssigen und flinken Bewegungsabläufe. Die
Beantwortung der gestellten Fragen sei nicht präzise, sondern ausschweifend. Bei
"heiklen" Fragen werde dies noch deutlicher, diese würden teilweise nicht beantwortet.
In diesen Situationen sei das Verhalten aber sehr aufmerksam, ruhig, und die
theatralisch anmutenden Elemente fehlten. Das theatralische Verhalten zeige sich
jedoch immer wieder bei der Schilderung der Beschwerden. Den klinischen Eindruck
einer schweren Depression habe die Versicherte während des Gesprächs allerdings
nicht vermittelt. Inwieweit die Diskrepanzen des äusseren Erscheinungsbildes und des
Verhaltens der Versicherten durch eine psychiatrische Problematik bedingt, durch IV-
fremde psychosoziale Faktoren erklärbar oder im Rahmen eines bewusstseinsnahen
Geschehens zu interpretieren seien, sollte von einem psychiatrischen Gutachter, in
diesem Fall von Dr. E._, beurteilt werden (Wahrnehmungsprotokoll vom 20. Januar
2015, IV-act. 131-3).
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A.i Dieser führte am 23. Februar 2015 aus, das Funktions- und Leistungsniveau der
Versicherten an den Observationstagen sei deutlich höher als in der Exploration im
Rahmen des Gutachtens. Inwieweit die Leistungsfähigkeit derart grossen
Schwankungen unterliege oder ob zweifelsfrei eine Aggravation/Simulation vorliege,
könnte erst definitiv beurteilt werden, wenn die Versicherte kontinuierlich über mehrere
Wochen hinweg lückenlos observiert würde (IV-act. 136-2). Gestützt auf die
Observationsergebnisse könne die rezidivierend depressive Störung nur noch (als)
leichtgradig bestätigt werden und an der Persönlichkeitsstörung könne nurmehr in
Form akzentuierter Persönlichkeitszüge festgehalten werden (IV-act. 136-5). Innerhalb
eines Jahres sei bei adäquater Behandlung aus psychiatrischer Sicht in adaptierter
Tätigkeit eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit realisierbar (IV-act. 136-5, 7, 8).
A.j Auf den Vorbescheid der IV-Stelle vom 1. Juni 2015, wonach die Versicherte keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 139), nahm med.pract. D._ am 8. Juni
2015 Stellung, die Versicherte könne im Moment aufgrund einer schweren Depression
keiner Erwerbstätigkeit von wirtschaftlichem Wert nachgehen. Er empfehle dringend
eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 142-1). Dr.med. G._, Praktische
Ärztin, hielt am 10. Juni 2015 fest, eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit sei ihres Erachtens
wegen des chronifizierten Schmerzsyndroms, der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und der Depression nicht gegeben (IV-act. 142-2). Mit Einwand vom
1. Juli 2015 liess die Versicherte namentlich geltend machen, das Gutachten mache
keine klare Aussage zur Frage, ob eine bewusstseinsnahe Aggravation bzw. Simulation
vorliege. Die Begutachtung sei somit nur eingeschränkt bzw. nicht abschliessend
erfolgt. Gemäss geänderter Rechtsprechung sei ein strukturiertes Abklärungsverfahren
erforderlich (IV-act. 143).
A.k Mit Verfügung vom 28. Juli 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
hinsichtlich Invalidenrente ab. Sie bezeichnete die Einschätzung des Gutachters Dr.
E._ vom 23. Februar 2015, wonach aus medizinischer Sicht eine höchstens 25%-ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei, als überzeugend. In den Berichten
von med.pract. D._ vom 8. Juni 2015 und von Dr. G._ vom 10. Juni 2015 würden
keine Befunde, sondern lediglich subjektive Angaben beschrieben. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ beruhe nicht auf einer Vermutung (der
Überwindbarkeit), sondern auf dem im Observationsmaterial dokumentierten guten
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Funktionsniveau. Damit halte das Gutachten auch der neuen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung stand (IV-act. 145).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 28. Juli 2015 lässt A._, vertreten durch Rechtsanwalt
M. Büchel, am 1. September 2015 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die
angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Es
sei ihr eine mindestens 50%-ige IV-Rente zu entrichten. Eventualiter sei ein
gerichtliches (psychiatrisches, neurologisches, internistisches) Gutachten einzuholen.
Aus der Sicht von Dr. E._ sei erst nach einer Behandlungszeit von einem Jahr mit
einer 75%-igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Demzufolge habe sie zumindest Anspruch
auf eine befristete Rente. Die Neubeurteilung des Gutachters aufgrund der
Observationsberichte sei nicht nachvollziehbar. Es sei kein sozialer Kontakt zu
Drittpersonen festgestellt oder beobachtet worden, dass sie etwa schwere
Gegenstände trage, einer Arbeit nachgehe, an gesellschaftlichen Anlässen teilnehme
oder sich sonst wie amüsiere. Der Observationsbericht unterliege der freien
Beweiswürdigung. Dabei sei die Gefahr zu berücksichtigen, dass unter Erfolgsdruck
einseitig vor allem jene Beobachtungen festgehalten würden, welche die
Arbeitsunfähigkeit in Frage stellten. Eine Überwachung setze einen besonders
begründeten Verdacht voraus, der auch nicht gegeben wäre, wenn von einer
Verdeutlichungstendenz und Selbstlimitierung auszugehen wäre. Die Anordnung der
Observation sei auch nicht erforderlich und geeignet gewesen für die
Anspruchsabklärung. Der Observationsbericht sei beweismässig nicht verwertbar. Auf
das ergänzende Gutachten von Dr. E._ vom 23. Februar 2015 könne nicht abgestellt
werden. Folglich sei auf sein Gutachten vom 13. Juni 2014 abzustellen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin deute
den Observationsbericht anders als der Gutachter. Dabei vermöge sie aber nicht zu
zeigen, dass er von falschen Annahmen ausgegangen oder zu offensichtlich falschen
Schlüssen gekommen sei. Dr. E._ habe in seinem ersten Gutachten vom 13. Juni
2014 bei einer Aggravationstendenz der Beschwerdeführerin erhebliche Unsicherheiten
bei der Beurteilung beschrieben und ausgeführt, für eine zuverlässige Beurteilung sei er
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auf fremdanamnestische Erkenntnisse aus einer Observation angewiesen. Dies lasse
eine Observation als objektiv geboten erscheinen. Es sei kein Gesundheitsschaden
nachgewiesen, der zu einer rentenbegründenden Einkommenseinbusse führe (act. G
6).
B.c In ihrer Replik vom 11. Januar 2016 lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, allein
aufgrund des Observationsmaterials, welches lediglich einen kurzen Ausschnitt im
Tagesablauf zeige, sei es nicht möglich, die Arbeitsfähigkeit festzulegen. Eine
erhebliche Diskrepanz zwischen dem Verhalten anlässlich der Exploration vom 7. Mai
2014 und dem an den wenigen Observationstagen beobachteten Verhalten sei
keineswegs ausgewiesen. Die ergänzende Beurteilung von Dr. E._ vom 23. Februar
2015 überzeuge nicht. Es könne nicht zugunsten der Versicherung von einer
Einschränkung von lediglich 25% ausgegangen werden, wenn auch eine
rentenwirksame Einschränkung von 50% möglich sei. Diese Diskrepanz müsse seitens
der Beschwerdegegnerin zu weiteren medizinischen Abklärungen führen. Es sei
deshalb ein gerichtliches Gutachten einzuholen (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 5. Februar 2016 auf eine Duplik (act. G 10).
B.e Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin unter
Hinweis auf Entscheid 61838/10 des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
vom 18. Oktober 2016 i.S. Vukota-Bojic, es sei das vorliegende Verfahren zu sistieren
bzw. mit einem Entscheid zuzuwarten, bis ein Grundsatzentscheid des Bundesgerichts
zur genügenden gesetzlichen Grundlage für Observationen vorliege (act. G 12).
B.f Aufgrund der Falllast verzichtete die Verfahrensleitung auf eine förmliche Sistierung
(act. G 13). Da das Bundesgericht in der Zwischenzeit mehrere Urteile zum Thema
gefällt hat, steht einem Entscheid nichts entgegen.

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
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bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im
Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
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2.
Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bilden das Gutachten von Dr.
E._ vom 13. Juni 2014 sowie dessen Ergänzung vom 23. Februar 2015 in Kenntnis
der anlässlich der Observation der Beschwerdeführerin zwischen dem 3. Oktober und
7. November 2014 (IV-act. 114), am 5. Dezember 2014 (IV-act. 116-1 ff.) und am 23.
Dezember 2014 (IV-act. 121) ermittelten Daten. Zunächst ist über die Verwertbarkeit
des Observationsmaterials zu befinden.
3.
3.1 Der EGMR entschied am 18. Oktober 2016 (Urteil 61838/10 i. S. Vukota-Bojic
gegen Schweiz) betreffend einer Observation im Anwendungsbereich des UVG, auch
wenn es sich um Observierungen auf öffentlichem Grund handelte, habe der
Unfallversicherer in das Recht auf Achtung des Privatlebens eingegriffen, weil er Daten
in systematischer Weise und für konkrete Zwecke erhoben habe. Es fehle eine
hinsichtlich des Rechts- und Missbrauchsschutzes ausreichend bestimmte gesetzliche
Grundlage, aus welcher hervorgehe, wann und für welche Dauer Observierungen
vorgenommen oder wie die so erhobenen Daten aufbewahrt und verwendet werden
dürften. Das Bundesgericht erkannte das Fehlen einer ausreichenden gesetzlichen
Grundlage auch im IVG. Mithin sei die Observation an und für sich rechtswidrig, das
heisse in Verletzung von Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) erfolgt (BGE 143 I 384, E. 4; vgl.
auch Urteil vom 18. August 2017, 8C_69/2017, E. 4.1). Es stelle sich daher die von der
Rechtswidrigkeit zu unterscheidende und nach schweizerischem Recht zu beurteilende
Frage nach deren beweismässiger Verwertbarkeit (vgl. BGE 143 I 384, E. 5). Dafür sei
hauptsächlich die Interessenabwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen
massgebend (BGE 143 I 385 f., E. 5.1.1). Das öffentliche Interesse an der
Überwachung liege in der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs (Urteil des
Bundesgerichts vom 14. November 2017, 9C_261/2017, E. 4.1 f. mit Verweisen) bzw.
daran, dass keine nicht geschuldeten Leistungen erbracht werden, um die
Gemeinschaft der Versicherten nicht zu schädigen (BGE 135 I 169, E. 5.5; BGE 137 I
327, E. 5.3). Die Verwertung der Observationsergebnisse sei - in Anbetracht auch der
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bald zu schaffenden ausreichenden gesetzlichen Grundlage - grundsätzlich zulässig, es
sei denn, die privaten Interessen würden überwiegen (Urteile vom 14. Mai 2018,
9C_462/2017, E. 2.3, vom 9. Mai 2018, 8C_605/2017, E. 6.3, vom 18. Februar 2018,
8C_2/2018, E. 4.2, vom 25. April 2018, 9C_347/2017, E. 4.3, vom 26. Juli 2017,
8C_45/2017, E. 4.3.2 f.). Als auch aus dem Gebot der Verfahrensfairness abgeleitete
Voraussetzungen der Verwertbarkeit ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
zu prüfen, ob die versicherte Person im öffentlichen Raum überwacht und nicht
beeinflusst wurde, ein hinreichender Anfangsverdacht bestand und die versicherte
Person nicht systematisch oder ständig überwacht wurde (BGE 143 I 385 E. 5.1.1).
Einem absoluten Verwertungsverbot unterliegt Beweismaterial, das im nicht öffentlich
frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (BGE 143 I 386, E. 5.1.3; Urteile vom
14. Mai 2018, 9C_462/2017, E. 2.3, vom 9. Mai 2018, 8C_605/2017, E. 6.3, vom 18.
Februar 2018, 8C_2/2018, E. 4.2, vom 25. April 2018, 9C_347/2017, E. 4.3, vom 26.
Juli 2017, 8C_45/2017, E. 4.3.2).
3.2 Zum ausreichenden Anfangsverdacht führte das Bundesgericht in BGE 137 I 327,
E. 5.4.2.1 aus, die objektive Gebotenheit der Überwachung erfordere das Vorliegen
konkreter Anhaltspunkte, die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen
Beschwerden oder der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen liessen.
Solche Anhaltspunkte könnten beispielsweise gegeben sein bei widersprüchlichem
Verhalten, bei Zweifel an der Redlichkeit (eventuell durch Angaben und Beobachtungen
Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersuchung, sowie bei
Aggravation, Simulation und Selbstschädigung. Diese Elemente können einzeln oder in
Kombination zureichende Hinweise liefern, die zur objektiven Gebotenheit der
Observation führen.
3.3 Vorliegend legte Dr. E._ im Gutachten vom 13. Juni 2014 dar, bei fehlender
Reflexions- und Introspektionsfähigkeit sowie eingeschränkter Gedächtnisleistung
seien trotz der Untersuchungsdauer von 3 3/4 Stunden detailliertere Erhebungen zur
Krankheitsentwicklung und zum schulischen Werdegang nicht möglich gewesen (IV-
act. 97-11, 13, 19). Er schildert eine auffällige Verhaltensweise (häufiges Stehen,
Umhergehen, neben dem Stuhl kauern, skurriles, verdrehtes Sitzen) während der
Untersuchung. Die Beschwerdeführerin habe durchgängig angespannt, sehr klagsam,
jammernd bis weinend gewirkt. Die Beschwerdeschilderungen beschreibt der Experte
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als sehr wenig differenziert, pauschalisierend, den Kontakt sehr appellativ und wenig
spürbar, die Klagen als kaum einfühlbar. Es bestehe eine schwer histrionische
Ausformung im Verhalten, hysteriform bis theatralisch, daneben eine klagsam
depressive Struktur (IV-act. 97-18). Die durchgeführte Testung habe eine äusserst
schlechte Merkfähigkeit ergeben. Die Beschwerdeführerin habe möglicherweise
versucht, ihre Testergebnisse willentlich schlecht darzustellen. Zu bedenken sei jedoch,
dass sie über keine fliessenden Deutschkenntnisse verfüge. Es sei fraglich, ob sie
wirklich so wenig erinnert habe oder ob sie willentlich das Testergebnis verfälscht habe
(IV-act. 97-19). Im Rahmen der Exploration seien die depressive Auslenkung des
Affektes und die Ausprägung der Antriebsstörung mehrheitlich unklar geblieben, zumal
diese alleine auf den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemannes beruhe und die Beschwerdeführerin zudem bei entsprechender
histrionischer Persönlichkeitsstörung naturgemäss ihre Beschwerden schwer
überzeichne. Eine klare Objektivierung der depressiven Beschwerden wäre nur durch
eine Observation möglich (IV-act. 97-22 f). Eine integrativ psychiatrische
psychotherapeutische Behandlung bei med.pract. D._ verlaufe niederschwellig (IV-
act. 97-20). Dieser hatte im Arztbericht vom 22. November 2012 angegeben, er
behandle die Beschwerdeführerin seit 7. Mai 2012, zur Zeit einmal monatlich integriert-
psychiatrisch (IV-act. 49); gemäss Verlaufsbericht vom 20. November 2013 fand diese
Therapie dannzumal wöchentlich statt (IV-act. 82). Anlässlich der gutachterlichen
Untersuchung nannte die Beschwerdeführerin ein 3-4 wöchentliches
Behandlungsintervall (IV-act. 97-16). Somit erscheint plausibel, dass die geltend
gemachten Beschwerden nicht mit der Behandlungsintensität korrelieren. Der
Gutachter hielt weiter fest, nach dem Stellenverlust 2010 (vgl. IV-act. 11-1) seien ausser
einem gescheiterten Einsatzprogramm keine weiteren beruflichen
Integrationsanstrengungen erfolgt (IV-act. 97-21). Dr. E._ zeigte nachvollziehbar
Inkonsistenzen und Diskrepanzen auf, die sich nicht darin erschöpften, dass die von
der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden und Einschränkungen nicht
objektivierbar sind. Ein ausreichender Anfangsverdacht ist daher vorliegend zu
bejahen. Nachdem Dr. E._ als fachärztlicher Experte zum Schluss kam, für eine
Einschätzung namentlich der Auswirkung der geltend gemachten depressiven Störung
auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Überwachung erforderlich, ist auch deren Eignung und
Erforderlichkeit plausibel dargetan.
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3.4 Die Beschwerdeführerin wurde in einem Zeitraum von drei Monaten an 12 Tagen
observiert, wovon sie (bei anfänglicher sechstägiger Landesabwesenheit und
ausgenommen rauchend auf dem Balkon) lediglich an vier Tagen bei
rückschlussfähigen Handlungen beobachtbar in Erscheinung trat (IV-act. 114-3 f., 8 f.,
116-2, 121-2 f.). Damit bewegt sich die Observation im Rahmen eines nicht schweren
Grundrechtseingriffs. Es wurden keine Beobachtungen in einem ausschliesslich privat
zugänglichen Raum erhoben oder der Privatsphäre zugehörige Tätigkeiten observiert.
Weder eine Beeinflussung noch eine systematische, ständige Beobachtung liegen vor.
Die Observation bestätigte die von Dr. E._ im Gutachten vom 13. Juni 2014
aufgezeigten Inkonsistenzen und Diskrepanzen. So führte er am 23. Februar 2015 aus,
Grob- und Feinmotorik sowie Psychomotorik hätten sich während der Exploration
erheblich beeinträchtigter gezeigt als während der Observation. Während die
Beschwerdeführerin in der Exploration betont habe, dass sie selten selbst Auto fahre
und dann maximal einen Kilometer, sei sie während der Observation zweimal
nachmittags jeweils wiederholt 20 km selbständig fahrend, in sehr geübtem Fahrstil mit
sogar schnellem und riskantem Fahrmanöver und durchaus geschickten Ein- und
Ausparkmanövern beobachtet worden. Das beobachtete Verhalten widerspreche
deutlich der in der Exploration beklagten Tagesmüdigkeit, Schwäche- und
Schwindelgefühl und ihrer Angabe, dass sie faktisch immer zu Hause sei. Die
Anzeichen der angegebenen vegetativen Symptomatik mit Druckgefühl auf der Brust,
Brennen am ganzen Körper und Schwitzen am Hals seien während der Observation
nicht zu beobachten gewesen (IV-act. 136-2 f.). Die neu beobachteten Diskrepanzen
und Widersprüche zeigten, dass die funktionale Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin trotz vorhandener Grunderkrankungen hinsichtlich Antrieb,
Affektstörung, Interesselosigkeit, Motivationsschwäche und Überaffizierbarkeit deutlich
besser seien als im Gutachten geschildert. Auch das theatralisch-histrionische
Verhalten sei im Alltag weit weniger ausgeprägt respektive nur situativ zu erwarten (IV-
act. 136-5). Auch in der Standortbestimmung vom 14. Januar 2015 - bevor sie mit den
Überwachungsergebnissen konfrontiert wurde - weinte die Beschwerdeführerin,
wechselte häufig ihre Position, beklagte einen ständigen Schmerz von 8 -9 auf der
Skala bis 10 (IV-act. 126-3), gab an, dass sie die letzten drei oder vier Monate keine
Tage hatte, an denen es ihr besser ergangen sei (IV-act. 126-5) und sagte aus, dass sie
kaum autofahre (IV-act. 126-7), nirgendwo hin gehe und den ganzen Tag ihren
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Schmerzen und den finanziellen Problemen nachstudieren müsse (IV-act. 126-8 f.).
Nach der Eröffnung der Observation legte sie das theatralische Verhalten mindestens
teilweise ab und reagierte auf die aufgezeigten Widersprüche mit Unverständnis oder
vagen Aussagen und musste beispielsweise zugeben, betreffend Anzahl und
Möglichkeiten der Autofahrten nicht die Wahrheit gesagt zu haben (IV-act. 126-17; vgl.
auch Wahrnehmungsprotokoll Dr. F._ vom 21. Januar 2015, IV-act. 131-3). Dies
spricht dafür, dass die mit der Observation gewonnenen Erkenntnisse über die
funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht auf andere Weise hätten
erhoben werden können. Die Observation erweist sich damit als geeignet und
erforderlich und die Verwertung von deren Ergebnissen trotz mangelhafter gesetzlicher
Grundlage als insgesamt verhältnismässig.
4.
Zu befinden bleibt darüber, ob auf die Beurteilungen von Dr. E._ auch in
medizinischer Hinsicht abgestellt werden kann, mithin ob diesen Beweiswert
zuzumessen ist.
4.1 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 seine Rechtsprechung zu syndromalen
bzw. organisch nicht objektivierbaren Beschwerdebildern geändert und festgehalten,
diese seien mittels eines strukturierten Beweisverfahrens anhand massgeblicher
Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 294, E. 3.5 f.; BGE 143 V 415 f, E. 4.5.1 und BGE
143 V 429 E. 7.2). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
ihren Beweiswert nicht per se. Mit Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich
geänderten Anforderungen bei der Einschätzung des funktionellen
Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen
administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im
Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte
der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 309 E. 8; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3).
4.2 Dr. E._ führte im Gutachten vom 13. Juni 2014 aus, eine generalisierte
Schmerzerkrankung mit Betonung des Achsenskelettes inklusive Kopfschmerz,
generalisiertem Brennen am Körper und Dysästhesien der unteren Extremitäten sei
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entsprechend aktueller Exploration und Aktenlage med.pract. D._ und Dr. C._
ausgewiesen. Entsprechend den Abklärungen, die von Dr. C._ in den letzten fünf
Jahren veranlasst worden seien, sei weder aus orthopädischer noch aus internistischer
Sicht eine ausreichende somatische Schmerzursache zu ermitteln gewesen. Dennoch
seien die von der Versicherten geschilderten Schmerzen andauernd schwer quälend.
Vorliegende emotionale Konflikte hinsichtlich Arbeitssituation, familiärer Situation und
mangelnder Integration könnten bei sehr rudimentärer Introspektionsfähigkeit (versus
vorliegender Dissimulation) bis dato nicht bearbeitet werden (IV-act. 97-21). Aufgrund
dessen diagnostizierte Dr. E._ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4). Weiter hielt er fest, iatrogen ausgelöst bestehe entsprechend
Aktenlage ein weit über die therapeutische lege artis Indikation hinaus reichender
Benzodiazepin- und Tramadol-Abusus (IV-act. 97-21). Entsprechend aktueller
klinischer Exploration und übereinstimmender Aktenlage von med.pract. D._ und Dr.
C._ bestehe zumindest seit dem Jahre 2012 zusätzlich zur somatoformen
Schmerzstörung eine rezidivierend depressive Störung (ICD-10: F33.1). Diesbezüglich
erhob der Gutachter testpsychologisch Hinweise auf eine ausgeprägte depressive
Symptomatik (IV-act. 97-19). Als zusätzliche Diagnose hielt er eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (histrionisch, ängstlich, unreif, passiv, depressiv; ICD-10: F61.0)
fest, wobei er namentlich den histrionischen Aspekt anlässlich seiner Untersuchung
beschrieb (IV-act. 97-19). Er gelangte zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in einer
angepassten Tätigkeit nach langfristigem stationärem Entzug hinsichtlich
Benzodiazepinen und Opioiden 50% arbeitsfähig (IV-act. 97-25 f.). Dabei
berücksichtigte er auch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung, da mit der
Persönlichkeitsstörung, der rezidivierend depressiven Störung und dem
Benzodiazepin- und Opioid-Abusus eine ausgewiesene Komorbidität von erheblicher
Schwere, Intensität und Ausprägung vorliege (IV-act. 97-24, 27). In Kenntnis der
Observationsunterlagen kam Dr. E._ zum Schluss, hinsichtlich der Diagnosen
anhaltend somatoforme Schmerzstörung (sowie) Benzodiazepin- und Opioid-Abusus
ergebe sich keine Veränderung der Beurteilung. Entsprechend der Observation könne
die depressive Störung nur noch leichtgradig bestätigt werden und an der
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung nur mehr in Form akzentuierter
Persönlichkeitszüge festgehalten werden (IV-act. 136-5). Als Komorbidität erheblicher
Schwere verbleibe nunmehr der Benzodiazepin- und Tramadol-Abusus. Somit sei aus
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psychiatrischer Sicht die Willensanstrengung zur Überwindung der somatoformen
Schmerzstörung nach einjähriger Behandlungsdauer gegeben (IV-act. 136-7). Während
Dr. E._ im Gutachten vom 13. Juni 2014 die Arbeitsfähigkeit nach sechsmonatiger
adäquater Behandlung auf 50% schätzte (IV-act. 97-26), erachtete er aufgrund der
Observationergebnisse am 23. Februar 2015 eine solche von mindestens 75% innert
eines Jahres realisierbar (IV-act. 136-5, 7). Aktuell und mittelfristig bestehe im Rahmen
der vier Grunddiagnosen noch eine Einschränkung von mindestens 25% (IV-act. 136-8)
bzw. aufgrund des Missbrauchs von Benzodiazepinen und Opioiden von 25% bis 50%
(IV-act. 136-6).
4.3 Hinsichtlich des Schweregrades der funktionellen Beeinträchtigungen stellte Dr.
E._ im Erstgutachten fest, eine generalisierte Schmerzstörung sei entsprechend
aktueller Exploration und Aktenlage ausgewiesen. Die geschilderten Schmerzen seien
andauernd schwer quälend (IV-act. 97-21). An der Diagnose einer anhaltend
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), welcher der Schweregrad immanent
ist (BGE 141 V 286, E. 2.1.1, BGE 143 V 423 f, E. 5.1), hielt er auch in Kenntnis der
Observationsergebnisse fest. Neben der andauernden somatoformen Schmerzstörung
bestehen akzentuierte Persönlichkeitszüge (IV-act. 136-5) sowie eine Beeinträchtigung
der Ausdauerleistungen, der Kritik- und Überwindungsfähigkeit durch den Missbrauch
von Benzodiazepinen und Opioiden (IV-act. 136-6). Weiter hält der Gutachter fest,
histrionisches Verhalten und Auswirkungen akzentuierter Persönlichkeitszüge seien nur
situativ und in wenigen Situationen unter Belastung zu erwarten. Die depressiven
Symptome seien leichtgradiger Natur, die Schmerzen seien ohne gravierenden
Auswirkungen im Tagesablauf, Antrieb- und Affektstörung seien moderat und mit Hilfe
eines Entzugs potentiell verbesserbar (IV-act. 136-7). Im vor der Observation
erstatteten Gutachten führte Dr. E._ aus, vollständige Beeinträchtigungen fänden
sich in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Durchhaltefähigkeit und in
ausserberuflichen Aktivitäten. Schwer beeinträchtigt sei die Anpassung an Regeln und
Routineabläufe (Einhaltung von Terminen), die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher
Kompetenzen sowie die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Mittelgradige
Beeinträchtigungen bestünden in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, in der
Selbstbehauptungsfähigkeit im Kontakt zu Dritten (Lärmempfindlichkeit, Reduktion der
Kontakte auf den Ehemann, die Kinder und nahe Verwandte), in der Gruppenfähigkeit,
in der Pflege familiär intimer Beziehungen, in der Selbstpflege sowie der Verkehrs- und
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Wegefähigkeit (IV-act. 97-22 f.). Nach Kenntnisnahme der Observation bezeichnete er
die Einschränkungen in Planung und Strukturierung, Durchhaltefähigkeit, Anpassung
an Regeln und Routineabläufe, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Flexibilität,
Umstellungsfähigkeit, Selbstbehauptung und Kontakt zu Dritten, Lärmempfindlichkeit
und Fahrtüchtigkeit als deutlich geringer als im Gutachten beschrieben (IV-act. 136-5),
was nachvollziehbar erscheint. Als Ressourcen vermerkt Dr. E._ die intakte Ehe, die
Beziehung zu den Kindern und die positiven Arbeitserfahrungen während ca. 10 Jahren
in ungelernten Tätigkeiten (IV-act. 97-23). Als die Ressourcen einschränkend erwähnt
er emotionale Konflikte hinsichtlich Arbeitssituation, familiärer Situation und
mangelnder Integration, die bei sehr rudimentärer Introspektionsfähigkeit bis dato nicht
hätten verarbeitet werden können. Im Rahmen von Konversion und Somatisierung sei
die Schmerzerkrankung eingetreten und habe über fünf Jahre hinweg inklusive
Benzodiazepin- und Tramadolabusus sowie zahlreicher Abklärungen zu erheblicher
medizinischer, versicherungsrechtlicher und familiärer Zuwendung geführt (IV-act.
97-21). Zum inkonsistenten Verhalten der Beschwerdeführerin führte er aus, dass
dieses teil¬weise durch die histrionisch ängstliche Persönlichkeitsstörung, die
anhaltend somatoformen Schmerzstörung, die rezidivierend depressiven Störung und
den Benzodiazepin- und Opioid-Abusus bedingt sein könne und zumindest teilweise
eine bewusste Simulation vorliege (IV-act. 136-4, 5). Ein bewusstseinsnahes
Täuschungsverhalten könne weder ausgeschlossen noch bestätigt werden (IV-act.
136-5) bzw. wäre dessen Nachweis lediglich aufgrund einer kontinuierlichen
Observation über mehrere Wochen möglich (IV-act. 136-2).
4.4 Dr. E._ begründet die Diagnosen und die durch sie verursachten funktionellen
Einschränkungen plausibel. Dass der Beschwerdeführerin seit 2012 immer wieder
Opioide (Zalidar bzw.Tramal) verordnet wurden, ist aktenkundig (Bericht Spital Z._
vom 20. Februar 2012, IV-act. 29-2 [vgl. aber Bericht vom 6. März 2012, IV-act. 76-7;
Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 3. Mai 2012, IV-act. 53-2; Arztbericht med.pract.
D._ vom 22. November 2012, IV-act. 49-2; Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 9.
April 2014, IV-act. 94-3; Bericht Dr. G._ vom 30. Mai 2014 (IV-act. 97-33), ebenso die
Verschreibung von Benzodiazepinen (Lexotanil, Valium; Arztbericht Dr. C._ vom 21.
September 2013, IV-act. 76-2; Bericht Schmerzzentrum KSSG vom 9. April 2014, IV-
act. 94-3; tele¬fonische Nachfrage des Gutachters bei med.pract. D._ vom 8. Mai
2015, wonach die Behandlung seit einem Jahr mit zweimal 10 mg Valium täglich
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erfolge, IV-act. 97-16). Dr. E._ würdigte auch die entsprechenden Laborbefunde vom
20. Mai 2014 (IV-act. 97-31 f.; IV-act. 136-5 f.). Die Schätzung einer nunmehr noch
25%-igen und nicht mehr 50%-igen Arbeitsunfähigkeit erscheint aufgrund der
Observationsergebnisse, die an mehreren Tagen über einen längeren Zeitraum erhoben
wurden und aufgrund der Aussage der Beschwerdeführerin, nach denen nicht von
einem besonders guten Befinden an den betreffenden Tagen auszugehen ist (IV-act.
126-4 f.), als nachvollziehbar. Insgesamt berücksichtigt die medizinische Einschätzung
von Dr. E._ die vorhandenen Akten, die geklagten Beschwerden sowie die
massgeblichen Indikatoren und beruht auf einer umfassenden Untersuchung von 3,5
Stunden Dauer (IV-act. 97-2). Weitere medizinische Abklärungen erscheinen nicht
notwendig, insbesondere wäre die von Dr. E._ erwähnte kontinuierliche und
lückenlose Observation über mehrere Wochen (IV-act. 136-2) klar unverhältnismässig.
In Anbetracht dessen, dass die Folgen der somatoformen Schmerzstörung nunmehr
als (offenbar teilweise) überwindbar eingeschätzt werden, ist das Gutachten insoweit
nachvollziehbar, als von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auszugehen ist,
welche, wie im Folgenden aufzuzeigen ist, keinen Rentenanspruch begründet.
5.
5.1 Die bisherige Tätigkeit als Küchengehilfin, eine Arbeit als Reinigungskraft oder
wechselbelastende leichte Produktionstätigkeiten an Fliessbändern ohne Zeitdruck bei
gut strukturiertem Arbeitsablauf und ohne Lärmbelastung sind gemäss Dr. E._
adaptiert (IV-act. 97-25; IV-act. 136-8). Wesentliche zusätzliche somatisch objektivierte
Einschränkungen sind nicht ausgewiesen (vgl. Arztbericht Dr. C._ vom 21.
September 2013, IV-act. 76-6; Arztbericht Dr.med. H._, Klinik für Orthopädie, Spital
Z._ vom 4. November 2013, IV-act. 81-5 f.). Die Beschwerdeführerin war an ihrer
letzten Stelle bei der I._ GmbH lediglich vom 27. Mai 2009 bis zum 31. Oktober 2010
angestellt, wobei bereits im September 2009 erste Arbeitsunfähigkeiten eintraten
(Angaben Arbeitgeberin vom 8. November 2010, IV-act. 62, und vom 12. Juni 2013 IV-
act. 64-1 ff.; Kündigung IV-act. 64-6). Das an dieser Stelle erzielte Jahreseinkommen
kann daher nicht als Valideneinkommen herangezogen werden. Somit sind beide
Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) aufgrund desselben
statistischen Durchschnittslohns einer Mitarbeiterin in der Gastronomie oder einer
ungelernten Arbeitskraft (Kompetenzniveau 1 gemäss Lohnstrukturerhebung [LSE] des
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Bundesamtes für Statistik [BFS]) zu erheben (vgl. Urteil vom 18. April 2017,
9C_675/2016, E. 3.1 und 3.2.1). Gründe für einen Tabellenlohnabzug vom
Invalideneinkommen sind nicht ersichtlich, zumal das eingangs erwähnte
Adaptionsprofil nicht übermässig einschränkend wirkt und die Beschwerdeführerin ein
hierfür in Frage kommendes Alter noch nicht erreicht hat.
5.2 Der Gutachter attestiert aktuell eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von
25% bis 50% (IV-act. 136-6). Massgebend ist der Durchschnittswert von 37,5%
(Urteile des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 9C_730/2012, E. 4.2, vom 19. August
2009, 9C_226/2009, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Schätzung ist ab dem
Gutachten vom 13. Juni 2014 massgebend, zumal sie aufgrund der
Überwachungsergebnisse neu beurteilt wurde. Bei einer Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten von 37,5% resultiert beim vorstehend erwähnten Prozentvergleich ohne
Tabellenlohnabzug kein Renten begründender Invaliditätsgrad. Für die davor liegende
Zeit ist auf die Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen.
5.3 Med.pract. D._ hatte im Arztbericht vom 22. November 2012 festgehalten, eine
(retrospektive) Aussage über die Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Restaurationsangestellte sei nicht möglich. Die Beschwerdeführerin fühle sich
aufgrund ihrer Rückenschmerzen nicht mehr in der Lage, einer körperlichen Arbeit
nachzugehen. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar.
Eine Arbeitsunfähigkeit für behinderungsangepasste Tätigkeiten attestierte med.pract.
D._ zu jenem Zeitpunkt nicht. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden. Aussagen zum Zeitpunkt
und Umfang seien aktuell noch nicht möglich (IV-act. 49-2 f.). Im Arztbericht vom 22.
November 2013 bezeichnete er den Gesundheitszustand als stationär. Die depressive
Symptomatik liege immer noch auf einem mittelschweren bis schwergradigem Niveau.
Eine Arbeit von wirtschaftlichem Wert sei kurz- bis mittelfristig nicht möglich.
Begründet sei dies durch im Moment ausgeprägte Stimmungsschwankungen,
deutliche depressive Herabstimmung und ein ausgeprägtes Morgentief, das einen
pünktlichen Arbeitsantritt verhindere. Die integriert psychiatrische Therapie finde in
einwöchentlichem Abstand statt (IV-act. 82-1, 4). Der Verweis auf den stationären
Verlauf und somit auf den Arztbericht vom 22. November 2012 legt eine subjektive
Beschwerdekomponente nahe. Auch wurde die Verschlechterung als kurz- bis
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mittelfristig beschrieben, womit übereinstimmt, dass die Beschwerdeführerin im
Zeitpunkt der Begutachtung rund ein halbes Jahr später angab, in den
vorangegangenen vier Monaten sei die Therapie nur noch alle drei bis vier Wochen
erfolgt (IV-act. 97-16). Dr. C._ attestierte aus körperlicher Sicht am 21. September
2013 eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Andere Tätigkeiten seien
zumutbar (IV-act. 76-6). Dr. Ewers erklärte am 4. November 2013, die bisherige und
andere nicht schwere Arbeiten seien der Beschwerdeführerin vollzeitlich zumutbar,
gegebenenfalls mit verminderter Leistungsfähigkeit durch Schmerz (IV-act. 81-5 f.).
Eine länger dauernde höhere als die vom Gutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit,
welche einen befristeten Rentenanspruch begründen würde, ist somit nicht
ausgewiesen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).