Decision ID: 1c988e2b-b474-4cc2-8b35-9f17edbe400d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
76
, war seit Januar 2009 in einem Pensum von 90
% als Sachbearbeiterin bei den
Y._
tätig (
Urk.
8/2
,
Urk.
8/17
). Am 1
2.
März 2013
meldete
sie
sich
unter Hinweis
auf
ein
polyzystisches Ovar (PCO)-Syndrom,
Endometriose
, Er
schöpfung
sowie
eine im Jahr 2007 diagnostizierte mittelschwere depressive Störung
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbez
ug
(
Massnahmen für die berufliche Eingliederung
,
Rente
)
an
(
Urk.
8/
2-3
). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erteilte
am 25.
April 2013 im Rahmen der Frühintervention Kostengutsprache für ein externe
s
Job
c
oaching (
Urk.
8/13,
Urk.
8/15
,
Urk.
8/18
).
Weiter
traf
sie
erwerblich-berufliche und medizinische Abklärungen
und
zog
die
von der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
bei
Dr.
med.
Z._
, Allgemeinmedizin, und
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
veranlasste
n
Gutachten
bei
(Urk.
8/29/1-23). Nach
dem die Versicherte am 28. November 2013 eine
n
Sohn zur Welt gebracht hatte
(
Urk.
8/37/4)
,
schloss die IV-Stelle am 9.
Dezember 2013 ihre Dienstleistungen im Bereich Arbeitsplatzerhalt ab (Urk.
8/34).
Nach durchgeführten
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/41) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Juni 2014 das Leistungsbegehren der Versicherten ab (Urk. 8/46 =
Urk.
2).
2.
Hiegegen
erhob
X._
mit Eingabe vom 14. August 2014
-
unter Auflage
eines neuerlichen
vertrauensärztlichen Gutachtens von
Dr.
A._
vom
12.
Juni 2014 (
Urk.
3)
-
Beschwerde und beantragte, ihr sei rückwirkend ab 1. September 2013 eine Invalidenrente auf der Basis einer Invalidität von 50
%
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
11. September 20
14
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7), was de
r
Be
schwerdeführer
in
am 1
6. September
2014 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk.
9).
Am 2
2.
Oktober 2015 legte die Beschwerdeführerin einen Bericht von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin Psychiatrie/Psychotherapie FMH,
vom 5. September 2015 ins Recht (
Urk.
11) und ersuchte nunmehr um Anordnung einer psychiat
rischen Begutachtung,
falls
der Beschwerde nicht aufgrund der Akten stattgege
ben werde (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf Stel
lungnahme (
Urk.
14), worüber die Beschwerdeführerin am 23. November 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
15).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
-
des
tens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
-
pres
sion
und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet
.
E
ine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung
ist
nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine konse
quente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
„
Burn
out“ als solches fällt nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheb
lichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; es stellt grundsätzlich keinen inva
lidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin ging in
der angefochtenen
Verfügung vom
18. Juni 2014
davon aus,
aufgrund der medizinischen Abklärungen liege weder eine re
levante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch ein IV-relevanter
Gesund
heitsschaden
vor. Die bisherige Bürotätigkeit entspreche einer optimal ange
passten Tätigkeit. Der Beschwerdeführerin sei zuzumuten, sich eine Bürotätig
keit in wohlwollender Atmosphäre, ohne Termindruck und
ohne
psychische Belastung zu suchen. Falls Bedarf an Eingliederungsmassnahmen bestehe, könne ein entsprechendes Gesuch gestellt werden (
Urk.
2).
2.
2
Dagegen wandte
die
Beschwerdeführer
in
ein
(
Urk.
1)
,
sie leide an einem
inva
-
lidi
sierenden
Gesundheitsschaden (S. 3). Eine seit 11. September 2012 an
haltende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei ausgewiesen, so dass ab 1. September 2013 Anspruch auf eine Rente von 50
%
bestehe (S. 6).
2.
3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch de
r
Beschwerdeführer
in
auf eine Invali
denrente.
Sie hat
sich im März 2013 zum Leistungsbezug angemeldet (Urk.
8/2-3)
;
der Rentenanspruch
entsteht daher
frühestens am 1. September 2013
(Art. 29
Abs.
1 IVG)
, weshalb
im Folgenden
in zeitlicher Hinsicht
die
entsprechenden
Verhältnisse
massgeblich und zu
betrachten
sind
.
3.
3.1
Den Zeugnissen von
Hausarzt
Dr.
med.
C._
ist zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführerin seit 11. September 2012
- bei einem Pensum von 90
%
-
zu 50
%
arbeitsunfähig war (Urk. 8/1/1-4)
, in
welche
m
Pensum die Beschwerde
führerin seither
tätig war
(vgl.
Urk.
8/16/2). Diese Arbeitsunfähigkeit bestätigte
Dr.
C._
im Bericht vom 31. Mai 2013. Darin diagnostizierte er eine seit 2006 bestehende Neigung zu psychophy
s
ischen Erschöpfungszuständen bei
Endo
metriose
und
einem
Status nach Burnout-Syndrom
im Jahr 2006
. Er hielt fest, die Belastbarkeit sei eingeschränkt und eine ganztägige Arbeit würde die Be
schwerdeführerin überfordern (
Urk.
8/19
/1-2
).
3.2
Dr.
Z._
stellte
im
zu
Handen
des Vorsorgeversicherers verfassten Gutachten
vom 30. Juli 2013 (
Urk.
8/29
/1-10
) folgende Diagnosen (S. 7):
Verdacht auf Anpassungsstörung mit mittelschwerer depressiver Episode mit
/
bei:
beruflicher Belastungssituation/Arbeitsplatzkonfliktsituation
Erschöpfungszustand
Endometriose
(Erstdiagnose 1994) mit:
Unterleibsschmerzen, Migräne
Schwierigkeiten bei der medikamentösen Einstellung/Umstellung bei Schwangerschaftswunsch
hormonell/medikamentös bedingter Gewichtszunahme
aktuell 20. Schwangerschaftswoche
Die Gutachterin berichtete anamnestisch
von Umstrukturierungen am Arbeits
platz und einem angespannten Verhältnis
der Beschwerdeführerin
zum Vorge
setzten (S. 2 f.). Die
Patientin
beklage sich über verminderte Belastbarkeit bei ausgeprägter Erschöpfung/Müdigkeit
. Trotz häufigen Episoden mit
Stimmungs
schwankungen
, sozialem Rückzug, Gedankenkreisen und Weinkrämpfen habe
sie die Psychotherapie abgebrochen (S. 3
und S. 5
)
.
Im Weiteren
wies
die Ex
pertin
auf eine komplikationslose Schwangerschaft hin
(S. 8)
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie fest, dass diese
aufgrund der
Endometri
ose
und der Schwangerschaft
nicht eingeschränkt sei
. Aus somati
scher Sicht fänden sich keine Hinweise für eine Berufsunfähigkeit. In psychi
scher Hinsicht erwähnte sie eine ausgeprägte Müdigkeit/Erschöpfung, einen so
zialen Rückzug, Gedankenkreisen sowie eine emotionale Instabilität mit ver
minderter Belastbarkeit.
Diesbezüglich
legte sie eine ps
ychiatrische Abklärung nahe. Wegen der psychischen Problematik attestierte sie eine Arbeitsunfähigkeit von 55
%
(S.
8
9).
3.3
Dr.
A._
stützte ihr psychiatrisches Gutachten vom 6. Oktober 2013 (Urk. 8/29/11-23) unter anderem auf die
Vorakten
(S. 2-3) und die eigene Un
tersuchung (S. 6 f.) und nannte folgende Diagnosen (S. 8):
chronische mittelschwere depressive Störung ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10)
akzentuierte Persönlichkeitszüge (Leistungsbezogenheit, Perfektionismus; ICD-10 Z73.1)
bestehende Schwangerschaft
Endometriose
Die Gutachterin
beschrieb die Ende 2006 eingesetzte Entwicklung eines depressi
ven Zustandes mit
Hospitalisation
in der Klinik
D._
(vgl. Urk. 8/19/7
9)
. Ihre frühere Energie und Lebendigkeit habe die Beschwerdefüh
rerin kaum mehr wiedererlangt
. Weiter führte
die Fachärztin
aus, dass im Jahr 2011 wegen der seit 1994 bekannten
Endometriose
Depression und Erschöpfung
zugenommen hätten.
Im Mai 2013 sei
die Beschwerdeführerin
unerwartet schwanger geworden (S. 5).
Dr.
A._
bescheinigt
e
aus psychiatrischer Sicht
in der angestammten Tätig
keit eine
nicht bezifferte
Teilarbeitsunfähigkeit (S. 10 unten) und in einer angepassten Tätigkeit, die sie nicht näher umschrieb,
eine Arbeitsunfähigkeit von 55
%
bis zur Geburt
; nach dem Mutterschaftsurlau
b
sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
voraussichtlich höher. Sollte die ursprüngliche Ar
beitsfähigkeit bis Juni 2014 nicht erreicht werden, empfahl s
ie eine Nachunter
suchung
.
Sodann
legte sie dar
, dass medizinisch ein erhebliches Potential zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bestehe.
Es sei eine möglichst bald aufzu
nehmende, auf längere Sicht angelegte psychiatrische Behandlung indiziert, die sowohl eine adäquate medikamentöse Behandlung wie auch Psychotherapie umfasse. Die Beschwerdeführerin erwäge, während eines halben bis ganzen Jahres nach der Geburt nur zu 50
%
oder gar nicht zu arbeiten
(S.
11).
Nach der Begutachtung wurde die Beschwerdeführerin vom Gynäkologen
we
gen
der Schwangerschaft vollständig a
rbeitsunfähig geschrieben (Urk.
8/33/2) und am 28. November 2013 kam der Sohn zur Welt (
Urk.
8/37/4).
3.4
Dr.
med.
E._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
der Beschwerdegegnerin, hielt in ihrer
Ak
tenbeurteilung
vom 10. April 2014 fest, in sämtlichen Berichten werde die
The
rapiefähigkeit
des Leidens betont. Die Behandlungsmöglichkeiten seien nicht ausgeschöpft und im Rahmen der Selbsteingliederungspflicht zumutbar. Die bisherige Bürotätigkeit entspreche einer optimal leidensangepassten Tätigkeit. Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei es nachvollziehbar, dass die letzte Anstellung im Strafvollzug mit schwieriger Klientel nicht optimal war. Der Beschwerde
führer
in
könne jedoch die Suche eines Büroarbeitsplatzes in wohlwollender At
mosphäre, ohne Termindruck und ohne psychische Belastung zugemutet werden (
Urk.
8/39/4).
3.5
Entsprechend ihrer eigenen Empfehlung begutachtete
Dr.
A._
die
Beschwer
deführerin
auf Anordnung der BVK am
2.
Juni 2014 erneut
(
Gutachten vom 1
2.
Juni 2014;
Urk.
3
).
S
ie
diagnostizierte
nunmehr
eine chronische de
pressive Störung, gegenwärtig leicht (bis mittelschwer), ohne somatische Symptome (ICD-10 F33.00-33.10), sowie a
kzentuierte Persönlichkeitszüge
(Leistungsbezogenheit, Perfektionismus; ICD-10 Z73.1
; S. 5
).
Die Beschwerdeführerin
habe
angegeben, dass sie nach dem Abstillen wieder ein Antidepressivum (
Fluctine
)
genommen
habe, was eine Besserung gebracht habe. Für die Aufnahme einer Psychotherapie sei sie vor der Geburt limitiert
gewesen und seither könne sie sich nicht frei machen, weil sie über keine Be
treuung für das Kind verfüge (S. 3 f.)
Ferner
legte
die Gutachterin
dar
,
dass sich
die Beschwerdeführerin
trotz knapper finanzieller Ressourcen gegen eine Rückkehr an den Arbeitsplatz entschiede
n und gekündigt
habe
. Die Befreiung von der Arbeit bedeute eine Entlastung
. Sie widme sich vollumfänglich ihrem Baby, was sie vollständig ausfülle und auch bewältige (S. 5 f.). Diagnostisch bestehe immer noch eine chronische depressive Störung, aktuell nur leicht ausgeprägt, bei akzentuierten Persönlichkeitszügen. Es handle sich allerdings nicht um eine echte Besserung. Die Beschwerdeführe
rin befinde sich zur Zeit gewissermassen in einem Schonraum, wo ausser der Betreuung des halbjährigen Kindes keinerlei Anforderungen an sie gestellt wür
den. Eine zusätzliche Arbeitsbelastung würde mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Verschlimmerung der
Depression zur Folge haben (S.
6).
Die Gutachter
in
hielt weiterhin eine kontinuierliche psychotherapeutische Beglei
tung verbunden mit einer wirksamen antidepressiven Medikation im Rahmen einer fachärztlichen Behandlung für angezeigt
. Bei einer konsequenten Umsetzung dieser Massnahme stünden die Chancen gut, dass si
ch
die sonst un
günstige Prognose und damit auch die Arbeitsfähigkeit verbessere
(S. 6 f.).
D
ie Gutachterin
erachtete
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der bisherigen oder in einer (von zu Hause aus
zu
verrichte
nden
) angepassten Tätigkeit für zumut
bar (S. 7).
4.
4.1
Unstreitig und
ausgewiesenermassen
leidet die Beschwerdeführerin
neben akzen
tuierten Persönlichkeitszügen
an einer
Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
E._
, welche das Leiden als therapierbar bezeichnete (E. 3.
4
hie
vor
), das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (
Urk.
2).
4.2
Aufgrund der medizinischen Aktenlage lag im hier massgeblichen Zeitpunkt eine depressive Störung mit zunächst mittelschwerer (E. 3.3
hievor
) und später leichter Episode (E. 3.5
hievor
) vor.
Dass diese Veränderung in der Diagnose auf einer gesundheitlichen Verbesserung beruhte, verneinte
Dr.
A._
. Viel
mehr erläuterte sie, dass die Aufgabe der Erwerbstätigkeit zu einer Entlastung geführt habe, dass aber bei einer Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche therapeutische Unterstützung mit einer Verschlechterung zu rechnen sei (
Urk.
3 S. 8)
; d
ies erscheint nachvollziehbar
. Allerdings
kann offen bleiben, wie die
Ausprägung der Depression letztlich zu fassen ist, wie sich aus dem Fol
genden ergibt.
Zwar kann nicht schlechthin ausgeschlossen werden,
dass
die erhobene längerdau
ernde Depression ein invalidisierendes Krankheitsgeschehen darstellt.
Doch hat das Bundesgericht wiederholt erkannt,
dass
solche Leiden
grundsätz
lich
therapierbar
sind
und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit führen (etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23.
März 2015 E. 3.1 mit Hinweisen
und E. 1.3
hievor
).
4.
3
Der Expertise von
Dr.
Z._
wie auch dem
fachpsychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
vom
6. Oktober 2013 (E.
3.
2-3
hievor
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 die psychiatrische Behandlungen abgebro
chen (
Urk.
8/29/15 oben) und unter Hinweis auf die Schwangerschaft auf ent
sprechende Medikation verzichtet hat (
Urk.
8/29/17).
Dr.
A._
legte
schon im Rahmen der ersten Begutachtung
die Aufnahme einer adäquaten therapeu
tischen und medikamentösen Therapie nahe,
der auch die Schwangerschaft nicht entgegen stehe
(
Urk.
8/29/21).
Dass dies der Beschwerdeführerin nicht be
kannt gewesen wäre, ist nicht anzunehmen und wurde von ihr auch nicht gel
tend gemacht. Trotzdem hat
s
ie - angeblich aus Zeitgründen - in der Folge da
von abgesehen, eine der
von
der Gutachterin
empfohlenen Psychiaterinnen (Urk.
8/29/21)
aufzusuchen,
wie sie
anlässlich der Begutachtung
am
2.
Juni 2014 angab.
Dies lässt zumindest Zweifel an einem erheblichen Leidensdruck aufkommen.
Allein in der Wiederaufnahme der
Einnahme der
vom Hausarzt verschriebenen M
edikamente
(
Urk.
3 S. 5 oben) kann
vor dem Hintergrund der Dauer der Beschwerden jedenfalls
keine
adäquate
Therapie erblickt werden. Denn es ist nicht
einzusehen
, weshalb eine auf Randzeiten gelegte psychothera
peutische Behandlung nicht hätte
durchgeführt
werden können, zumal sich der Ehemann der Beschwerdeführerin abends ohnehin um das Kind kümmert (
Urk.
3 S. 4 oben).
Ebenso wenig
leuchtet
ein, dass die offenbar langjährige fachärztliche Behandlung
(Urk. 8/29/15)
im Jahr 2012
abgesetzt wurde
, mithin genau in
jenem
Zeitpunkt
, in dem
sich
die
seit 2009 eingehaltene Arbeitsfähig
keit
(
Urk.
8/16)
verringerte
.
Die
Beschwerdeführerin
vermag
unter diesen Umständen
nicht aufzuzeigen, dass sie in der Vergangenheit das Erforderliche unternommen hat, um
der
de
pressive
n
Symptomatik
therapeutisch zu begegnen. Es kann daher nicht gesagt werden
, diese liesse sich mittels einer konsequent befolgten
Depressionsbe
handlung
nicht angehen.
Daran ändert der im Verfahren aufgelegte Bericht
vom 5. September 2015
von
Dr.
B._
, welche die Beschwerdeführerin seit 23. September 2014
psychotherapeutisch
behandelt (
Urk.
11), nichts,
denn ei
nerseits
gibt der Bericht keine Auskunft zu de
n hier massgeblichen,
bei Erlass der Verfügung herrschenden Verhältnissen und
andererseits
wird darin
gerade
bestätigt,
dass sich das Zustandsbild unter fachärztliche
r
Behandlung
verbessert
(S. 2-3)
.
Soweit sich die Beschwerdeführerin gestützt auf diesen Bericht
auf
veränderte Verhältnisse
berufen mö
chte,
wäre
n
dies
e
im Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen.
4.
4
Den von
Dr.
A._
im Weiteren diagnostizierten akzentuierten
Persönlich
keitszüge
n
(E. 3.3
hievor
) kommt kein Krankheitswert
, da sie als
Z
Diagnose
von vornherein
nicht unter den Begriff des rechtser
heblichen
Gesundheitsscha
dens
fallen
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_663/2010 vom 15.
November 2010
E. 5.2.4
und E. 1.3
hievor
).
4.5
Zusammenfassend steht fest
,
d
ass
der
depressiven Störung
keine invalidisie
rende Wirkung beizumessen ist. Auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
A._
kann daher aus rechtlichen Gründen nicht abgestellt wer
den.
Wie
Dr.
Z._
festhielt, beeinträchtigen die somatischen Diagnosen die Arbeits
-
fä
higkeit
nicht (E. 3.2
hievor
), was unbestritten blieb und wovon auszu
gehen ist.
Da die medizinischen Akten eine verlässliche Beurteilung des
Leistungsanspru
ches
der Beschwerdeführerin erlauben und
die beantragten
ergänzende
n
medi
zinische
n
Abklärungen keine neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse verspre
chen
,
ist entgegen
dem Antrag
der Beschwerdeführerin (
Urk.
1
0
) darauf zu ver
zichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
,
erme
ssensweise auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.