Decision ID: 82cff772-5a10-456f-a792-89e49d599a32
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
war ab 1. September 2014 als Leiterin Pflege und Betreuung bei der
Y._
AG angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Elips
Versicherungen AG (nachfolgend:
Elips
) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit undatierter Bagatellunfall-Meldung UVG (eingetroffen bei der
Elips
spätestens am 1
3. Januar 2016
) liess sie dieser mit
tei
len, dass sie am 12. Januar 2016 gestürzt sei, sich am linken Knie eine Schwellung und oberflächliche Schürfung zugezogen habe und lokale Schmerzen
verspüre (Urk. 10/
1
/
1
).
Die
Elips
bestätigte, dass sie die gesetzlichen Leistungen erbringe. Der rund 9.5 Monate nach dem Ereignis am 31. Oktober 2016 konsultierte erstbehandelnde Dr. med.
Z._
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie FMH, stellte die Diagnosen einer Distorsion des rechten (wohl: linken) Knies und einer
medialen Meniskusläsion rechts (wohl: links; Be
richt vom 16. Januar 2017
,
Urk. 10/
4
/
2-4
). Ab dem 6. Februar 2017 bestand erstmals eine (Teil-)Arbeits
un
fähigkeit (Urk.
10/
44
/
9
).
Mit Verfügung vom 14. Februar 2017 schloss die
Elips
den Fall per 10. November 2016 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche
rungsleistungen verneinte sie mit der Begründung, die Beschwerden seien nicht
unfallkausal (Urk. 10/
44
/
1-2
). Die von der Versicherten gegen diesen Entscheid
erhobene Einsprache vom 20. und 28. Februar
2017 (Urk. 10/
61/1
und Urk.
10/
44/16
) wies die
Elips
am 2. Mai 2017 ab (Urk.
10/42/16-2
2).
Die
von der Versicherten am 2. Juni 2017 dagegen erhobene
Beschwerde (Urk. 1
0/
42/
4-11
) hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom
7.
Dezember
2018 (
Urk.
10/40
, Prozess
-Nr. UV.2017.00138) in dem Sinne gut, als dass es den angefochtenen
Einspra
che
entscheid
aufhob und die Sache an die
Elips
zurückwies, damit diese,
nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch
der Beschwerdeführerin neu ver
füge
.
1.2
Die
Elips
liess die Versicherte daraufhin - auf deren Vorschlag hin - durch
die
Dr
es
. med.
A._
, Leitender Arzt Orthopädie, und med.
B._
, Oberarzt Orthopädie,
von
der
Klinik
C._
begutachten (Expertise
vom
1
7.
Juni 2019, Urk. 11/4
).
Mit Verfügung vom
16. September 2019
verneinte die
Elips
erneut einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen mit der Begründung, die
Beschwerden seien nicht unfallkausal
(Urk.
11/5
).
Die
Versicherte
erhob dagegen am 1
5.
Oktober
2019
Einsprache (Urk.
11/7, er
gänzt am 2
6.
Februar
2020, Urk.
11/10
/1-3
) und
legte
eine
Stellungn
ahme
von
Dr.
Z._
vom 27.
Dezember
2019 (Urk.
11/10/5-11
)
auf
. Die
Elips
holte
bei
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie,
eine radiologische Zweitbeurteilung
des MRT Knie links vom 10.
November 2016
(
Beurteilung vom 1
8.
April 2020,
Urk.
11/11/14-17
) und
bei den
Dres
. med.
E._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
und
F._
, Facharzt
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparats,
eine versicherungsmedizinische Stellungnahme
(
Aktenbeurteilung
vom 2
3.
April
2020,
Urk.
11/11
/1-13
)
ein
und wies die Einsprache
mit
E
ntscheid vom 2
8.
Mai 2020 ab (Urk. 2).
2.
Da
gegen erhob die Versicherte am 2
9.
Juni 2020
Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, der angefochtene
Einspracheents
cheid
sei aufzuheben und es seien ihr rückwirkend ab 1
0.
November 2016 weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleis
tungen, insbesondere Taggelder und Heilungskosten auszurichten. Eventualiter sei zur weiteren Abklärung ein gerichtliches Gutachten einzuholen.
Am
5.
Okto
ber 2020 beantragte die
Elips
, die Beschwerde sei abzuweisen
, soweit auf sie ein
getreten werden könne
(Urk.
9
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
8.
Oktober 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das hiesige Gericht nimmt von Amtes wegen eine Berichtigung der Partei
be
zeichnung vor
(vgl. Urk. 9 Ziff. 9.2)
und führt das Verfahren gegen die
Elips
Versicherungen AG (statt
Elips
Life AG) als Beschwerdegegnerin (vgl. dazu auch Urteil des hiesigen Gerichts BV.2006.00066 vom 2
0.
Februar 2008 E. 2 sowie BGE 116 V 335 E. 4b).
1.2
Einspracheentscheide
sind zu begründen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen (
Art.
52
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Anders als beim Erlass einer Verfügung (vgl. Art. 49
Abs.
1 ATSG) ist e
ine eigenhändige Un
terschrift hingegen nicht erforder
lich. Der nicht unterzeichnete, mit dem Vermerk «Dieses Dokument ist auch ohne persönliche Unterschrift rechtsgültig» versehene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 8)
wurde damit de
r
Beschwerdeführer
in
entgegen ihrer Ansicht (Urk. 1 S. 2 Ziff. 11.2)
gültig
eröffnet.
2.
2.1
Nach
Art.
42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind
,
nicht ange
hört werden müssen.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der expliziten gesetzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundesver
fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a), ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweis
anträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Ge
hörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksich
tigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachg
erecht anfechten zu können (BGE
124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begrün
du
ng wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und warum die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält. Es muss erkennbar sein, ob die Behörde es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist
(
K
ieser
, ATSG-Kommentar, 4
. Aufl. 20
20
, N
66
zu
Art.
49
ATSG
mit Hinweis auf BGE 124 V 180).
2.2
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst
zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Begründungsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl Tat- als auch Rechts
fragen uneingeschränkt überprüft. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförder
li
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid insbesondere auf die Berichte von
Dr.
D._
vom 1
8.
April 2020
(
Urk.
11/11/14-17)
sowie der
Dres
.
E._
und
F._
vom 2
3.
April
2020
(
Urk.
11/11
/1-13
)
, ohne diese der Beschwerdeführerin vorgängig zur Kenntnis gebracht zu haben. Die Beschwerde
führerin rügte in diesem Zusammenhang zu Recht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (
Urk.
1 S. 21).
I
m
Beschwerdeverfahren
konnte sie sich jedoch
umfassend zu den Berichten äussern
und das hiesige Gericht
kann
sowohl Tat- als auch Rechtsfragen uneingeschränkt überprüfen.
Im Sinne einer Heilung des Mangels ist deshalb v
on einer
(erneuten)
Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs abzusehen,
da
dies zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu
weiteren
unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der An
hörung gleichgestellten) Interesse
der Beschwerdeführerin
an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen).
Eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin wurde von ihr denn auch nicht beantragt.
3
.
3
.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 12. Januar 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
3
.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3
.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungs
verhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass
bei der Wahl der Begutachtungsstelle der Vorschlag der Beschwerdeführerin berücksichtigt worden sei. Der Gutachter sei zum Schluss gekommen, es liege lediglich ein möglicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der Gesundheitsstörung der Beschwerdeführerin vor. Mit den Einwänden des behandelnden
Dr.
Z._
hätten sich die
Dres
.
E._
und
F._
in einer versicherungsmedizinischen Stellungnahme auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb diese nicht geeignet seien, relevante Zweifel am Gutachten aufzubringen. Eine Leistungspflicht gestützt auf das UVG werde deshalb
verneint
(S. 5-6).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
9
) hielt sie ergänzend fest,
die Beschwerde
führerin habe erst 9.5 Monate nach dem geltend gemachten Ereignis erstmals einen Arzt aufgesucht, eine teilweise Arbeitsunfähigkeit sei erstmals über ein Jahr nach dem geltend gemachten Vorfall attestiert worden. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beein
träch
tigung sei, desto strengere Anforderungen seien an den Wahrscheinlich
keitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (S. 5-6).
Insofern die Beschwerdeführerin das Gutachten kritisiere, könne ihr nicht gefolgt werden. Die Hauptaussage des Gutachters sei, dass kein
rechtsgenüglicher
Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfall und den Beschwerden bestehe. Folglich habe sie keinen Anspruch auf
weitere Versicherungsleistungen. Die in Nachachtung des
Urteils des hiesigen Gerichts erfolgten Abklärungen würden vielmehr zeigen, dass überhaupt keine Leistungen geschuldet gewesen wären (S. 8-10).
4
.2
D
i
e Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
das Gutachten könne - aus näher dargelegten Gründen - nicht nachvollzogen werden und
sei
auch mangels Vollständigkeit nicht beweistauglich
, zudem hätten dem Gutachter wohl nicht alle Unterlagen zur Verfügung gestanden. Es könne deshalb nicht darauf abgestellt werden
.
Ohnehin würde das Gutachten nicht aus
reichen, die detaillierten Ausführungen von
Dr.
Z._
in Frage zu stellen, zumal dessen Stellungnahme vom 2
7.
Dezember 2019 dem Gutachter
nicht mehr vor
gelegt worden sei
(S.
9
und S.
11
-1
4
).
Indem die Beschwerdegegnerin keine gezielten Rückfragen an den Gutachter gestellt habe, habe sie ihre Abklä
rungs
pflichten verletzt
. Zudem sei unbegreiflich, weshalb sie die Stellungnahme von
Dr.
Z._
nicht etwa dem Gutachter, sondern dem Vertrauensarzt
Dr.
E._
vorgelegt habe, obwohl das hiesige Gericht festgehalten habe, dass dieser den erforderlichen Facharzttitel zur Beantwortung der massgebenden Fragen nicht besitze. Auf die Stellungnahme von
Dr.
E._
könne deshalb nicht abgestellt werden.
Dass
Dr.
F._
diese mitunterzeichnet habe, ändere daran nichts (S. 14-19).
Der Beweis des Wegfalls der Leistungspflicht sei von der Beschwer
de
gegnerin zu erbringen, was diese aber mitnichten vermöge. Ohnehin sei ein Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den ausgewiesenen Be
schwerden gestützt auf die stringenten Berichte des Behandlers und Operateurs
Dr.
Z._
erstellt (S. 21-22).
5
.
5
.1
Der undatierten Bagatellunfall-Meldung (
Urk. 10/1/1
; eingetroffen bei der Be
schwerdegegnerin spätestens am 13. Januar 2016) ist zu entneh
men, dass die Beschwerdeführerin am 12. Januar 2016 auf dem Heimweg gewe
sen sei, als sie mit dem Fuss bei einer Unebenheit des Strassenbelages eingeknickt sei. Dies habe zu einem Sturz mit Beteiligung beider Knie geführt. Das linke Knie sei
zur Zeit
geschwollen und oberflächlich aufgeschürft, zudem bestünden lokale Schmerzen. Ein Arzt sei nicht aufgesucht worden (S. 1).
5
.2
Dr. med.
G._
von der Radiologie der Klinik
H._
beurteilte das MRI des linken Knies vom 10. November
2016 (Urk. 10/
2
/
1
) wie
folgt:
«
Nachweis einer retropate
llaren
Chondropathie
mit minim
er
Lateralisationstendenz
der Patella. Nachweis von intramuralen Veränderungen des medialen Meniskus vorwiegend entlang des
Korpu
s.»
5
.3
Die
Dres
.
A._
und
B._
von der
Klinik
C._
hielten in ihrem Gutachten vom 1
7.
Juni 2019 (Urk. 11/4)
fest, es bestehe le
d
i
glich ein möglicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der Gesundheitsstörung der Be
schwerdeführerin. In dem 10 Monate nach dem Unfall durchgeführten MRI zeige sich keine klare Meniskusläsion, sondern lediglich eine intramurale Signalaltera
tion. Es würden sich keine direkten Unfallfolgen wie etwa eine Knochenkontusion zeigen, was nach diesem langen Zeitraum auch überraschend wäre. Die intra
ope
rativen Bilder seien auf Grund mässiger Qualität schwierig zu interpretieren, aber auch hier würde sich kein klares Rissmuster des Meniskus zeigen, welches mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus einem Unfall resultiere
. Dies bestätige auch das postoperative heute angefertigte MRI, wo ein Restmeniskus nach spär
licher
Teilmeniskektomie
erkennbar sei. Aus der heutigen Sicht sei damit der Kausalzusammenhang lediglich als möglich festzuhalten (S.
5
-6
).
5
.4
Der behandelnde
Dr.
Z._
führte in seiner Stellungnahme
vom 27. Dezember
2019 (Urk. 11/10/5-11)
aus,
vor dem Unfall sei die Beschwerdeführerin beschwer
defrei gewesen. Die Schmerzen nach dem Unfall seien persistierend gewesen, was dann auch am 3
1.
Oktober 2016 zur Konsultation bei ihm geführt habe. Es habe sich eine gemischte Symptomatik von Seiten des medialen Meniskus wie
retro
patellär
gezeigt. Die MRI-Untersuchung vom 1
0.
November 2016 an der Klinik
H._
habe eine intramurale Meniskusstörung gezeigt, wie sie häufig bei Kniekontusionen mit gleichzeitigem Hyper-Flexionsmechanismus am Knie als Quetschung des Meniskus auftrete. Während unter der konservativen Behandlung die
femoropatelläre
Symptomatik abgeklungen sei, seien die Meniskusbe
schwer
den persistierend bis
leicht zunehmend
gewesen, was dann in direkter Folge zur operativen Behandlung vom
2.
März 2017 geführt habe. Intraoperativ hätten sich
retropatellär
oberflächliche Knorpelstörungen sowohl der
Patellarückfläche
als auch im
femorale
n
Patellagleitlager
gefunden.
Im medialen Kompartiment habe sich eine grosse abschilfernde Knorpelläsion zentral in der tragenden Zone gefunden, der mediane Meniskus hab
e gequetscht gewirkt. Mit dem
Ta
sthäck
ch
en
sei die
Risszone
, wie im MRI dargestellt, palpabel, korbhenkelförmig gewesen, der Meniskus damit ins Gelenk bis in die Zone der Knorpelstörung mobil, womit mit hoher Wahrscheinlichkeit die Knorpelstörung, welche nicht sehr alt gewirkt habe, durch die Instabilität des Meniskus verursacht worden sei. Es habe sich aber auch eine deutliche Instabilität des vorderen Kreuzbandes gezeigt, welche seines Erach
tens ebenfalls durch den Unfallmechanismus der Hyperflexion des Kniegelenkes ausgelöst worden sei (S. 2). Das im Gutachten geäusserte Mass der Wahrschein
lichkeit der Kausalität des Unfallereignisses mit der stattgefundenen Operation
erscheine insofern nicht korrekt eingestuft
,
als ohne die persistierende meniskus
spezifische Symptomatik keine weitere Behandlung oder gar Operation stattge
funden hätte. Auch dass sich die Beschwerdeführerin postoperativ schnell erholt
habe
und in der Folge einem anspruchsvollen Beruf
nachgegangen sei
ohne geringste Schmerzen, wie sie nach dem Unfall und vor der Operation bestanden hätten, spreche für den direkten Zusammenhang des Ereignisses mit der Behand
lung
(S. 2)
.
5
.5
Dr.
D._
führte in seiner
radiologische
n
Zweitbeurteilung
vom 1
8.
April 2020
(
Urk.
11/11/14-17)
des MRT Knie links vom 10. November 2016
aus,
es würden sich darin eine
trikompartimentale
Chondropathie
mit
femoropatellärer
und medialer
femorotibialer
Betonung,
mukoide
Veränderungen beider
Menisci
mit Betonung im
Meniscus
medialis
und eine sehr unscharf abgrenzbare, horizontal verlaufende Läsion von
Cornu
posterius
et pars
intermedia
menisci
medialis
nachweisen lassen. Diese Läsionen seien allesamt am ehesten degenerativ be
dingt. Hinweise auf eine stattgehabte schwere Traumatisierung des Kniegelenkes fänden sich nicht. I
m MRT würden sich keine Läsionen nachweisen lassen, die als eher frisch und traumatisch oder auch nur traumatisch bedingt zu werten wären. Sämtliche nachgewiesenen Befunde seien als entweder degenerativ oder krank
heitsbedingt zu beurteilen (S. 3).
5
.6
Die
Dres
.
E._
und
F._
führten in ihrer
versicherungsmedizinische
n
Stellungnahme
vom 2
3.
April 2020 (
Urk.
11/11/1-13) zu Händen der Beschwer
degegnerin aus,
Dr.
Z._
habe beschrieben, er habe operativ eine korbhenkel
förmige Meniskusläsion vorgefunden. Dies gelte nach der unfallchirurgisch-medizinischen Lehre per se als degenerativ, denn eine Korbhenkelform
könne b
ei einem Riss von allein gar nicht entstehen. Diese Art der
Rissform
entwickle
sich erst üb
er eine gewisse Zeitdauer (S. 8).
Dr.
Z._
habe am 1
0.
März 2017 beim
Lachman
-Test einen harten Anschlag vorgefunden. Das spreche primär gegen eine partielle und sicher gegen eine totale Ruptur des vorderen Kreuzbands. So
wohl der MRI-Erstbefund als auch
Dr.
D._
s Zweitbegutachtung der MRI-Bilder hätten aber betont, dass die Kreuzbänder intakt, also durchgängig, zur Darstellung kämen, was gegen eine partielle Ruptur des vorderen Kreuzbands bei erhaltenem
Synovialschlauch
spreche.
Dr.
Z._
habe überdies intraoperativ notabene keine gerissenen Zügel des vorderen Kreuzbands
befundet
. Diese Um
stände würden belegen, dass die von ihm intraoperativ gestellte Diagnose einer partiellen Ruptur des vorderen Kreuzbands auch unter Berücksichtigung seiner eigenen prä- und postoperativen Untersuchungsbefunde nicht richtig gewesen sein könne. Angesichts der Tatsache, dass der
Lachman
-Testbefund postoperativ
auf der Gegenseite gleich gewesen sei, müsse nämlich davon ausgegangen werden
,
dass das vordere Kreuzband am linken Knie der Beschwerdeführerin lax (laien
haft: ausgeleiert) sei. Die Diagnose einer «subtotalen VKB-Ruptur» am linken Knie wie im OP-Bericht und im Schreiben an die Rechtsvertretung sei hingegen offensichtlich medizinisch nicht nachvollziehbar. Somit handle es sich um eine isolierte Meniskusläsion, nicht um eine kombinierte Verletzung. Die medizinische Lehre zeige, dass isolierte
Innenmeniskushinterhornschäden
in der Regel degene
rativer Natur seien. Die
Hinterhörner
, vor allem des Innenmeniskus, unterlägen der grössten Abnützung und würden sich daher am ehesten verändern. Die Degeneration sei ein Alterungsprozess des Meniskusgewebes ohne eigentliches nachweisbares Trauma. Dabei entständen spontan Horizontallappen- und Kom
plexrisse. Der Altersgipfel liege in der
4.
und
5.
Lebensdekade. Isolierte
Meniskus
hinterhornläsionen
seien
nur s
ehr selten traumatischer Genese
. Die von
Dr.
Z._
arthroskopisch
beschriebene intramurale Meniskusstörung sei folglich sicher als degenerativ zu klassifizieren
(S. 10
und S. 12
).
Die
Beschwerdeführerin
habe
ferner
nicht ein Hyperflexionstrauma (Ü
berbeugung
s
verletzung) oder eine Knie
distorsion (Knieverdrehung)
beschrieb
en
, wie es
Dr.
Z._
wiederholt dar
ge
stellt
habe
. Vielmehr
habe
sie gegenüber ihrer Arbeitgeberin
beschrieben
, dass sie auf dem Heimweg mit einem ihrer Füsse auf einer Strassenbelagsunebenheit einge
knickt sei. Danach sei sie gestürzt, wobei dabei beide Knie beteiligt gewesen seien. Das linke Knie sei sodann geschwollen und oberflächlich aufgeschürft gewesen. Es
handle
sich somit offensichtlich nicht, denn dies beleg
e
die oberflächliche
Aufschürfung
des linken Knies, um eine gewaltsame Knieverdrehung bei einem während Schlussrotation in Extension blockierten Gelenkpartner, was bei einem Sturz auf beide Knie fast unmöglich
sei
. Eine solche gewaltsame, blockierte Knie
verdrehung wäre aber biomechanisch zur traumatischen Verursachung eines media
len Meniskusrisses notwendig gewesen. Rückschauend aus de
r
Meniskus
hinterhornläsion
ein Ü
berbeugungstrauma herleiten zu wollen,
entspreche
dem
nach nicht den Angaben der
Beschwerdeführerin, zudem sei
die Vorgehensweise falsch, weil keine scharfe Abscherung der
Meniskushinterhörner
beider Menisken an beiden Kniegelenken vorgelegen
habe
, was bei einem beidseitigen Hyper
flexionstrauma aber hätte vorliegen müssen. Vielmehr
habe die Beschwer
de
führerin
offenkundig ein einfaches Anpralltrauma
erlitten (S. 12).
Zusammen
fassend
habe die Begutachtung
eine medizinisch einleuchtende und wider
spruchsfreie Beurteilung
ergeben
. Den Einlassungen von
Dr.
Z._
sei
nicht zu folgen, zumal schon die seiner Operation vorangehende Bildgebung gezeigt
habe
, dass die Meniskusveränderungen eindeutig degenerativer Natur
seien
. Korrekt
sei
einzig seine Angabe, wonach es bei degenerativen Meniskusveränderungen auch zu nachfolgenden degenerativen Veränderungen am darunterliegenden Knorpel komm
e
. Diese ent
sprächen
aber entgegen der Meinung von
Dr.
Z._
nicht mehr
oder we
niger frischen traumatischen Veränderungen, sondern dem sich eigen
ständigen fortsetzenden
Aufbrauch
des Gelenkknorpels bei degenerativer Ent
wicklung, und
würden
den Verlauf der 4 Monate zwischen der MRI-Untersuchung des Knies und der von
Dr.
Z._
durchgeführten Kniearthroskopie
spiegeln
. Dass es sich bei sämtlichen Knorpelanomalien nicht um traumatische Knorpelschä
di
gungen
handle, erkenne
man übrigens bereits daran, dass es bei der MRI-Unter
suchung darunter keine schärfer begrenzten Knochenkontusionsmarken (
bone
bruise
)
gegeben habe, welche noch mo
natelang, manchmal sogar bis zu 2 Jahre lang, zu sehen
seien
.
Übereinstimmend
mit dem Gutachten
der
Klinik
C._
und der radiologischen Zweitbeurteilung durch
Dr.
D._
werde davon ausge
gangen, dass nur ein möglicher Zusam
menhang der Gesundheitsstörung mit dem Unfall
bestehe (S. 12-13).
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht gestützt auf das Gut
achten der
Dres
.
A._
und
B._
von der
Klinik
C._
vom 17.
Juni 2019
(E. 5.3
hievor
) beziehungsweise die radiologische Zweitbeurteilung von
Dr.
D._
vom 1
8.
April 2020
(E. 5.5
hievor
) sowie die
versicherungs
medizi
nische Stellungnahme
der
Dres
.
E._
und
F._
vom 2
3.
April 2020
(E. 5.6
hievor
)
, welche eine Unfallkausalität der
ab
31. Oktober 2016 behandelten
Beschwerden verneinten
.
6.2
Dazu ist vorab festzuhalten, dass
der Fuss der
Beschwerdeführerin
gemäss der undatierten Bagatellunfall-Meldung (
Urk.
10/1/1) am 1
2.
Januar 2016 bei einer Unebenheit des Stras
s
enbelages eingeknickt ist
, was
zu einem Sturz mit Betei
l
ig
ung beider Knie
geführt hat.
Gestützt auf die nachvollziehbaren und über
zeu
genden Ausführungen der
Dres
.
E._
und
F._
ist davon auszugehen, dass es sich dabei um
ein einfaches Anpralltrauma
gehandelt hat
(vgl. E. 5.6
hievor
), dass das linke Knie dabei als mehr betroffen als das rechte bezeichnet wurde, ändert daran nichts.
Weiter wurde das
linke Knie als zu
rz
eit geschwollen und oberflächlich aufgeschürft beschrieben und es wurden zurzeit lokale Schmer
zen angegeben.
Soweit die Beschwerdeführerin stattdessen geltend machte, sie
habe eine Überbeugungsverletzung oder eine Kniedistorsion erlitten (
Urk.
1 S. 17-18
), ist
auf die Beweismaxime
hinzuweisen,
wonach bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang die spontanen soge
nannten
«
Aussagen der ersten Stunde
»
in der Regel unbefangener und zuver
lässiger sind
als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst
sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens
grösseres
Gewicht zu als jenen nach Kenntnis der Ablehnungs
be
gründung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen).
Ein anlässlich des Unfalls erlittenes Hyperflexionstrauma oder eine Kniedistorsion
sind damit nicht erstellt.
Im Übrigen ist d
ie
Beschwerdeführerin im Gesundheitswesen tätig und es ist
demnach
entgegen ihren Ausführungen (
Urk.
1 S. 17)
davon auszu
gehen, dass sowohl sie als auch ihre Arbeitgeberin in der Lage waren, den Un
fallhergang in der Unfallmeldung korrekt wi
e
derzugeben.
Nach ihrem Sturz
war es der Beschwerdeführerin während 9.5 Monaten möglich, ihrer Erwerbstätigkeit nachzugehen, bevor sie am 31. Oktober 2016 erstmals einen Arzt aufsuchte. Erhebliche Beschwerden während
dieses gesamten
Zeit
r
aums sind
somit
nicht glaubhaft, zumal bei einer akuten Meniskusläsion das
Kniegelenk nicht mehr vollständig gestreckt oder gebeugt werden kann.
Dr.
Z._
konnte denn auch aus eigener Beobachtung lediglich Brückensymptome zwi
schen dem ersten Untersuch und der Operation am 2.
März 2017 bestätigen (vgl. Urk.
11/10/5)
. Aufgrund derselben mag er zwar zu Recht eine Operation als indiziert erachtet haben, doch kann aus nach der Erstkonsultation festgestellten Beschwerden
nicht geschlossen werden, dass solche auch in den Monaten n
ach dem Unfall bestanden haben. Von der beantragten Zeugenbefragung sind keine
zusätzlichen Erkenntnisse
dazu
zu erwarten, weshalb darauf
in antizipierter Be
weiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist
.
So
weit die Beschwerdeführerin schliesslich vorbrachte, sie sei bald nach der am
2.
März 2017 erfolgten Operation wieder beschwerdefrei gewesen (
Urk.
1 S. 19-20
), ist festzuhalten, dass darau
s
in Bezug auf den über ein Jahr zuvor erlittenen Unfall nichts abgeleitet werden kann.
6.3
Gemäss den gutachterlichen Ausführungen der
Dres
.
A._
und
B._
zeigt
e
sich
im
10 Monate nach dem Unfall durchgeführten MRI keine klare
Meniskusläsion, sondern lediglich eine intramurale Signalalteration
, ebenso wenig
zeigten sich direkte
Unfallfolgen wie e
twa eine Knochenkontusion.
Dass das MRI Knie links vom 1
0.
November 2016 den Gutachtern nicht vorgelegen hat, wie dies die Beschwerdeführerin vorbrachte, trifft nicht zu (vgl.
Urk.
11/4 S. 5
oben
). Es besteht damit kein Anlass, an dieser Einschätzung zu zweifeln
, zumal auch
Dr.
D._
in seiner Beurteilung des MRI
festhielt, es würden sich darin keine Läsionen nachweisen lassen, die als eher frisch und traumatisch oder auch nur traumatisch bedingt zu werten wären. Dass die Gutachter sich
auch
zum
Zusam
menhang zwischen dem Unfall und dem
(inzwischen unbestritten unbeein
träch
tigten) Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung
äusserten, ist auf die
in diesem Zusammenhang unpräzise
Fragestellung der Be
schwerde
gegnerin zurückzuführen
(vgl.
Urk.
3/4). Der Fragebogen lag der Be
schwerde
führerin jedoch vor (vgl.
Urk.
11/1/1) und wurde von ihr vor der Begutachtung nicht kritisiert, weshalb daraus nichts gegen die Beweiskraft des Gut
achtens ab
geleitet werden kann.
Dasselbe gilt für das
beschwerdeweise
Vor
brin
gen der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin hätte diesbezüglich präzise Rück
fragen an die Gutachter stellen müssen. Solche erachtete sie zuvor offensichtlich selbst nicht als erforderlich, hat sie doch anlässlich ihrer Einsprache keine ent
sprechende Forderung gestellt (
vgl. Urk. 11/7 und Urk. 11/10/1-3
).
Soweit
Dr.
Z._
am Gutachten
kritisierte, das darin geäusserte Mass der Wahrschein
lichkeit der Kausalität des Unfallereignisses mit der stattgefundenen Operation erscheine insofern nicht korrekt eingestuft, als ohne die persistierende
meniskus
spezifische Symptomatik keine weitere Behandlung oder gar Operation stattge
funden hätte (E. 5.4
hievor
), ist wie bereits dargelegt festzuhalten, dass
Dr.
Z._
aufgrund der
ab
der Erstkonsultation
am 31. Oktober 2016
festgestellten Be
schwerden die am
2.
März 2017 durchgeführte Operation zu Recht als indiziert erachtet haben mag.
Die Indikation der Operation ist aber vorliegend nicht von Belang. Mit dem Hinweis auf ab Ende Oktober 2016 durchgehend bestehende
Beschwerden kann jedenfalls nicht begründet werden, d
ass diese mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
vom 1
2.
Januar 2016
zurückzuführen sind.
6.4
Die Beurteilung der
Dres
.
E._
und
F._
vom
2
3.
April 2020
(E. 5.6
hievor
)
is
t für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
, insbesondere der Stel
lungnahme von
Dr.
Z._
vom
27. Dezember 2019
(E. 5.4
hievor
, Urk. 11/11/1-13
S.
5
),
erstellt. Die
Dres
.
E._
und
F._
legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und beurteilte
n
die medizinische Situation überzeugend. So zeigten sie in ihrer
Stellungnahme
auf, dass
die von
Dr.
Z._
anlässlich der Operation vorgefundene
korbhenkelförmige Meniskusläsion
nach der unfallchi
rur
gisch-medizinischen Lehre degenerativ
bedingt sein muss
, denn eine Korb
henkelform
kann
bei einem Riss von allein gar nicht entstehen
, sondern ent
wickelt sich erst über eine gewisse Zeitdauer. Weiter begründeten sie aus
führlich, weshalb es sich bei der vorgefundenen Meniskusschädigung um eine isolierte Meniskusläsion handelte und wiesen darauf hin, dass
isolierte
Meniskus
hinter
hornläsionen
nur sehr selten traumatischer Genese
sind. Sie führten aus,
dass es entgegen der Annahme von
Dr.
Z._
beim Unfall nicht zu einer gewal
t
same
n
Knieverdrehung bei einem während Schlussrotation in Extension blo
ckierten Gelenkpartner
gekommen sein kann, ist dies doch bei einem Sturz auf beide Knie fast unmöglich.
Eine solche gewaltsame, blockierte Knieverdrehung
wäre aber biomechanisch zur traumatischen Verursachung eines medialen Menis
kusrisses notwendig gewesen.
Die
Dres
.
E._
und
F._
gelangten so
dann zum ausführlich begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
d
ie von
Dr.
Z._
arthroskopisch
beschriebene intramurale Meniskusstörung als degene
rativ zu klassifizieren
ist und dass lediglich ein möglicher Zusam
menhang
zwi
schen
der Gesundheitsstörung
und dem
Unfall
besteht
.
Die ausführliche ortho
pädische Stel
l
ungnahme der
Dres
.
E._
und
F._
ist nachvollziehbar begründ
et und in sich widerspruchsfrei und e
s liegt keine medizinische Einschät
zung vor, aufgrund welcher an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ihrer Fest
stellungen
zu zweifeln wäre.
Dr.
F._
verfügt zudem über den für die Beant
wortung der vorliegend massgebenden Fragen erforderlichen Facharzttitel, wes
halb kein Anlass besteht, die Stellungnahme von ihm und
Dr.
E._
auf
grund allfällig unzureichender Fachkenntnisse
oder gar einer Befangenheit
in Zweifel zu ziehen.
Auf ihre beweiskräftige und überzeugende Stellungnahme ist deshalb abzustellen.
6.5
D
arauf hinzuweisen
bleibt
, dass
j
e grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto stren
gere Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausal
zusammenhangs zu stellen
sind
.
Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus
(Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 2
1.
Februar 2018 E.
3.2.2
). Diese Anforderungen wurden nach dem Gesagten nicht erfüllt und di
e Unfallkausalität der
Meniskusläsion ist nicht mit
der erfor
derlichen
überwiegende
n
Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen. Der Nachweis eines Dahinfallens einer - fälschlicherweise - faktisch anerkannten Unfallkausalität erübrigte sich damit für die Beschwerdegegnerin und die Leistungseinstellung per 1
0.
November 2016 erfolgte zu Recht (vgl. dazu auch das Urteil des Bundes
gerichts 8C_819/2016 vom
4.
August 2017 E. 6.1).
Von weiteren medizini
schen Abklärungen - insbesondere
dem von der Beschwerdeführerin
beantragten
ge
richtlichen Gutachten (Urk. 1 S. 2
) - sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu
verzichten ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.