Decision ID: 6c1687b3-9a25-4400-b397-81fba5dc625f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1973 geborene
X._
schloss in
Y._
im Juni 1992 eine Ausbildung als Elektrotechniker ab und reiste 1993 in die Schweiz ein. Seit dem
6.
Dezember 2007 ist der Versicherte Schweizer Bürger und war zuletzt seit dem
6.
Dezember 2010 als bauleitender Monteur für die
Z._
AG tätig (
Urk.
8/11,
Urk.
8/19). Infolge psychischer Beschwerden musste er seine ange
stammte Tätigkeit im März 2012 aufgeben (letzter effektiver Arbeitstag: 1
9.
März
2012,
Urk.
8/
19 S.
1,
Urk.
8/11 S.
4). In der Zeit vom 2
2.
März bis 1
6.
April 2012
war er in der
A._
AG, Privatklinik für Psychiatrie und Psycho
therapie, hospitalisiert (
Urk.
8/37 S. 5). Aufgrund persistierender Beschwerden meldete sich der Versicherte am 2
4.
Juli 2012 bei
der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/11 S. 6). Diese liess den Versicherten polydisziplinär abklären (
B._
-Gutachten vom
1
9.
September 2013,
Urk.
8/39) und stellte mit Vorbescheid vom 2
8.
Oktober 2013
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussi
cht (
Urk.
8/46). Mit Schrei
ben gleichen Datums wies sie den Versicherten auf seine im Zusammenhang mit der gutachterlich empfohlenen
stationären Therapie be
stehende
Schadenmin
de
rungspflicht
hin (
Urk.
8/45). Ab dem 1
7.
Februar 2014 nahm der Versicherte regelmässig an dem Programm der institutionsinternen Tagesklinik der Privat
klinik
A._
teil (
Urk.
8/56 S. 1). Mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2014 hielt die IV-Stelle an der in Aussicht gestellten Abweisung des Leistungsbegehrens fest (
Urk.
8/64 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 1
2.
November 2014 Be
schwer
de
und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente zu
zu
spre
chen
, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Be
schwer
de
gegnerin
. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der Unterzeich
nende sei als sein Rechtsbeistand zu bestellen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2014 beantragte die
Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
5.
Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 3
0.
September 2015 wurde die Swiss Life AG zum vorlie
gen
den Prozess beigeladen (
Urk.
12). Mit Schreiben vom
7.
Oktober 2015 wies diese darauf hin, dass sich ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers gegen die BVG-Sammelstiftung Swiss Life richten würde und verzichtete im Übrigen auf eine Stellungnahme (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sac
hte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend obje
k
tiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten
Per
son sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei
sen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den
berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
per
ten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
in medizinischer Hinsicht von einer mittelgradig depressiven Episode,
„
einer
so
matoformen
Schmerzstörung (
Syringohydromyelie
)
“
sowie einem Verdacht auf eine Persönlichkeitsänderung auszugehen
sei
. Die Beschwerden der
somatofor
men
Schmerzstörung seien dabei mit einer zumutbaren Willensanstrengung zu
überwinden, wobei die mittelgradig depressive Episode als Begleiterscheinung der
Schmerzstörung zu begreifen sei. Bezüglich der Persönlichkeitsänderung sei anzumerken, dass lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt werde, so dass keine darauf folgende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anerkannt werden könne. Insgesamt sei keine Invalidität im Sinne des Gesetzes ausgewiesen (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers
im Wesentlichen geltend, dass vorliegend nie eine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert wor
den
sei. Bei der festgestellten
Syringohydromyelie
handle es sich um eine Höhlen
bildung in der Grauen Substanz des Rückenmarkes, was sich bildgebend nachweisen lasse. Im Vordergrund stehe vielmehr die depressive Erkrankung des
Beschwerdeführers, weiter bestehe der Verdacht auf eine beginnende
Persön
lich
keitsveränderung
, was nach Meinung der Gutachter zu einer 80%igen Ar
beits
un
fähigkeit führe (
Urk.
1 S. 5ff.).
3.
3.1
In der Zeit vom 2
2.
März bis 1
6.
April 2012 war der Beschwerdeführer in der Klinik
A._
hospitalisiert. Die für den Austrittsbericht vom 1
4.
Juni 2012 verantwortlichen Fachärzte diagnostizierten Angst und depressive Störung ge
mischt (ICD-10 F41.2). In somatischer Hinsicht leide der Beschwerdeführer an einer
Syringomyelie
, einer
Syringobulbie
sowie an
Osteochondrose
im
Zervikal
bereich
. Der Beschwerdeführer habe sich freiwillig nach Zuweisung durch den Hausarzt in der Klinik vorgestellt.
Bezüglich der depressiven Symptomatik habe der Beschwerdeführer in teilremittiertem Zustand ohne Hinweis auf eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung nach Hause entlassen werden können (
Urk.
8/37
S.
5-8
).
3.2
Die für den Bericht der Klinik
A._
vom 1
7.
August 2012
verantwortlichen Fachärzte diagnostizierten eine mittelgradi
ge depressive Episode (ICD-10 F32.1)
bei aus somatischer
Sicht
unveränderter Einschätzung. Der Beschwerdeführer stehe
bei ihnen seit dem 1
8.
April 2012 in ambulanter Behandlung, wobei eine
regelmässige Psychotherapie und psychopharmakologische Behandlung statt
finde
. Aktuell bestehe eine deutliche Einschränkung der Konzentration, des An
triebes, der Ausdauer und der Spannkraft. In der angestammten Tätigkeit sei von
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, die Aufnahme einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit sei bisher nicht geprüft worden.
Im Verlauf könne mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden, wobei zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage über den genauen Zeitraum gemacht werden könne (
Urk.
8/15).
3.3
Die für den Bericht der Klinik
A._
vom 1
4.
Februar 2013 verantwortlichen Fachärzte gingen von gegenüber dem Bericht
vom
1
7.
August 2012 unverän
der
ten Diagnosen aus.
Die Konsultationen würden in zwei- bis vierwöchigen
Intervallen stattfinden, daneben erfolge eine (angepasste) medikamentöse The
rap
ie.
Es bestehe weiterhin eine deutliche Einschränkung der Konzentration, der Ausdauer und der Spannkraft, so dass
an eine Tätigkeit im angestammten Be
reich nicht zu denken sei. Zum jetzigen Zeitpunkt könne auch auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in
näherer Zukunft nicht gerechnet werden. Aufgrund des komplexen
Erkran
kungs
bildes
sei es nicht möglich
,
eine prognostische Aussage zu machen (
Urk.
8/26).
3.4
Die für das
B._
-Gutachten vom 1
9.
September 2013
(
Urk.
8/39 S.
1-35)
ver
antwortlichen Fachärzte diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine depressive Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F32.1), ein
en
Ver
dacht auf
eine
beginn
ende Persönlichkeits
änderung (ICD-10 F62.1) sowie eine
Syringohydromyelie
Th6-10 bei fraglich korrelierenden leichten links distal be
tonten und beinbetonten sensomotoris
chen Störungen und
Dysästhesien
(S. 32).
Der Beschwerdeführer besuche alle zwei bis vier Wochen seine Psychiaterin und nehme die verordneten Medikamente ein
(S. 14)
.
In der Untersu
chung finde sich ein höchst auffälliger Explorand, der kaum in der Lage sei,
seinen Zustand zu beschreiben, sehr s
tark stottere,
völlig
verunsichert und ängst
lich wirke. Zudem würden sich kognitive Beeinträchtigungen zeigen, der Be
schwe
r
deführer wirke depressiv, affektiv vermindert moduliert und psycho
moto
risch beeinträchtigt. Eine telefonische Nachfrage bei der behandelnden Psychia
terin habe ergeben, dass der Beschwerdeführer stark regrediere, insbe
sondere seit
versucht werde, gewisse Forderungen an ihn zu stellen, was wieder aufgegeben worden sei
(S. 20)
. Der Beschwerdeführer regrediere tatsächlich sehr stark,
wo
bei
die depressive Störung allerdings nicht derart massiv
wirke
. Das Verhalten sei heute derart auffällig, dass es nicht mehr alleine nur mit einer de
pressiven Störung er
klärt werden könne. Im Hintergrund
würden sicher starke Ängste be
stehen, wobei es sich mittlerweile um einen Zustand handle, den der Beschwer
deführer nicht mehr beeinflussen
könne. Der Z
ustand habe die ge
samte Persön
lichkeit mit einbezogen
, es komme zu zwischenmenschlichen Problemen und
Rück
zugsverhalten
, was auch in der Partnerschaft zu Problemen führe. Der Be
schwerdeführer weise
eine eigenwillige Kognition und
Affektivität auf, die nicht mehr beeinflusst werden könne. Es müsse aus diesen Gründen doch zumindest der grosse Verdacht auf eine beginnende
Persönlichkeitsände
rung
in Betracht gezogen werden. Der Verlauf sei allerdings noch zu kurz, um diesbezüglich end
gültige Aussagen zu machen. Der Beschwerdeführer sei auf
grund seines stark
regredierten Zustandes in keiner Weise belastbar, unfähig eine adäquate zwi
schen
menschliche Kontaktaufnahme herzustellen, kognitiv beeinträchtigt, psy
cho
motorisch gebremst und nicht in der Lage, sich verlässlich um Aufgaben zu kümmern, so dass allein aus psychiatrischer Sicht für jede Tä
tigkeit
seit Februar 2012
zumindest von einer 80%igen Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit auszu
gehen sei
(S. 21 f.)
. Aus neurologische
r
Sicht sei der Be
schwerdeführer allein bei erhöhten Gleichgewichtsanforderungen eingeschränkt, aus rheumatologischer Sicht bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 33 f.).
Dringend indiziert sei die Weiterführung der psychiatrischen Massnahme, wobei unter den gegebenen Umständen nochmals eine
Hospitalisation
oder zumindest eine Behandlung in einer Tagesklinik in Betracht gezogen werden müsse, was offenbar der Einschätzung der behandelnden Stelle entspreche, vom Beschwer
deführer jedoch vehement abgelehnt worden sei. Derartige Massnahmen seien ihm aber zuzumuten, wobei allerdings unsicher sei, inwieweit dadurch eine Besserung erzielt werden könne (
S.
34).
3.5
Im Anschluss an den ergangenen Vorbescheid sowie die Auferlegung der
Scha
denminderungspflicht
äusserte sich
Dr.
med.
B._
, Oberärztin am
Psychiat
riezentrum
C._
,
dahingehend, dass
die Arbeitsfähigkeit durch die depres
sive Störung mittelgradigen Ausmasses eingeschränkt und keine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden sei. Hinsichtlich der empfohlenen medi
zinischen Massnahme habe am
3.
Januar 2014 in der institutsinternen
Tages
kli
nik
ein V
orgespräch stattgefunden; eine T
eilnahme sei für Ende Januar / An
fang
Februar 2014 geplant (
Urk.
8/52).
3.6
In ihrem Bericht vom
8.
April 2014 diagnostizierte
Dr.
B._
neben den be
kannten somatischen Diagnosen
eine schwere depressive Episode ohne psycho
tische Symptome
(ICD-10 F32.2). Seit dem 1
7.
Februar 2014 nehme der Be
schwerdeführer regelmässig an dem Programm der institutsinternen Tagesklinik teil. Aktuell bestehe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfä
hig
keit. Grundsätzlich sei davon auszugehen, dass ein schrittweiser
Wiederein
stieg
in den ersten Arbeitsmarkt im we
iteren Verlauf möglich sein könne
. Die Teilnahme an der Tagesklinik werde voraussichtlich Mitte Mai 2014 beendet
sein. Sie würden
im Anschluss
den Beginn einer Belastungserprobung empfeh
len
(
Urk.
8/56).
4.
4.1
Entsprechend den vorliegenden medizinischen Akten sowie den Ausführungen des Vertreters des Beschwerdeführers ist zunächst festzuhalten, dass zu keiner Zeit die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung gestellt wurde. Bei der diagnostizierten
Syringohydromyelie
handelt es sich um ein bildgebend nach
weisbares somatisches
Geschehen, welches im Rahmen des neurologischen
Teil
gutachtens
berücksichtigt wurde (
Urk.
8/39 S.
44
ff.
). Vor diesem Hintergrund
findet die vom Bundesgericht zur
somatoformen
Schmerzstörung sowie ähnli
chen
Leiden entwickelte Rechtsprechung (Überwindbarkeit) vorliegend keine Anwen
dung.
Durch die medizinischen
Akten
ist dagegen eindeutig belegt, dass der Beschwer
deführer vor allem durch die depressive Störung in der Arbeitsfä
higkeit einge
schränkt ist. Dabei bleibt zunächst zu prüfen, ob es sich bei einer mittelgradigen depressiven Episode um einen IV-relevanten Gesundheitsschaden
handeln kann.
4.2
Gestützt auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgericht
s
ist davon auszu
gehen, dass die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode grundsätz
lich
a
ls therapeutisch
angehbar
gilt.
In diesem Zusammenhang hielt das Bun
desge
richt fest, dass
im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grund
satz
gelte
, dass die invalide Perso
n, bevor sie Leistungen verlange
, alles ihr
Zu
mutbare selber vorzukehren habe
, um die Folgen ihrer Invalidität best
möglich zu mildern (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der
Selbst
ein
gliederung
sei
Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung gelten
den Grund
satzes der Schadenminderungspflicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E
.
4.2 mit weiteren Hinweisen). Daneben wies das Bun
des
gericht darauf hin, dass erst ein Scheitern einer konsequent durchgeführten
Depressionstherapie ein Leiden als resistent ausweisen würde (Urteil des Bundes
gerichts 9C_667/2013 vom 2
9.
April 2014 E
.
4.3.2). Dabei seien die
Behand
lungsmöglichkeiten
optimal und nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193).
Der Beschwerdeführer liess sich wenige Tage
nach der Arbeitsaufgabe stationär behandeln (2
2.
März bis 1
6.
April 2012). Die ambulante Nachbetreuung erfolgte durch das Psychiatriezentrum
C._
ab dem 1
8.
April 2012, wobei anzu
merken ist, dass stets auch eine psychopharmakologische Behandlung erfolgte (
Urk.
8/37 S.
6,
Urk.
8/15 S.
3,
Urk.
8/26 S.
3). Schliesslich trat der Beschwer
deführer auch die im Rahmen der Auferlegung der Schadenminderungspflicht
geforderte Behandlung in einer Tagesklinik an (
Urk.
8/52).
Insgesamt kann dem Beschwerdeführer bezüglich der durchgeführten therapeutischen Bemühungen
somit
kein Vorwurf gemacht werden. Nachdem die medizinischen Akten durch
gehend zumindest eine mittelgradige depressive Störung ausweisen, ist auf
grund
der Dauer der psychischen Erkrankung sowie den erfolgten therapeuti
schen Bemühungen ohne weiteres von einem resistenten Leiden auszugehen, welches
durch die
Invalidenversicherung zu berücksichtigen ist.
4.3
Das
B._
-Gutachten vom 1
9.
September 2013 legt den medizinischen Sach
verhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar, so dass auf die gewonnenen Erkenntnisse grundsätzlich abgestellt werden kann.
Die Einschät
zung der Gutachter deckt sich dabei im Wesentlichen mit den Erkenntnissen der behandelnden Fachpersonen, wobei
vorliegend eine
professionelle
und durch
ge
h
ende fachärztliche
Betreuung
vorliegt.
Zur Kritik der Beschwerdegegnerin, dass bezüglich der Persönlichkeitsänderung lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt worden sei, ist anzumerken, dass sich die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht allein
mit einer
Diagnose
be
gründen lässt
. Massgebend ist in diesem Zusammenhang vielmehr auch der kli
nische Eindruck eines Patienten, welcher sich aus den ausführlichen Ausfüh
rungen im
B._
-Gutachten
ergibt. Die Gutachter kamen dabei zum Schluss, dass d
as Verhalten heute derart auffällig
sei
, dass es nicht mehr alleine nur mit einer depressiven Störung erklärt werden könne.
Auch wenn somit erst eine Verdachtsdiagnose gestellt wurde, ist für die Gutachter klar, dass der Beschwer
deführer neben der depressiven Störung an einer weiteren Erkrankung leidet.
Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit ergibt sich dabei in erster Linie auf
grund der gewonnenen klinischen Erkenntnisse und nicht allein aufgrund der diagnostischen Klassifikation
.
4.4
I
nsgesamt ist gestützt auf das
B._
-Gutachten
seit Februar 2012 in sämtli
chen
Tätigkeiten zumindest von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, was ab
1.
März 2013 zu einem Anspruch auf eine ganze Rente führt (letzter ef
fektiver Arbeitstag: 1
9.
März 2012).
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde
.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses
sowie nach Einsicht in die Honorarnote vom 2
9.
September 2015 festzusetzen ist (
Urk.
10 f.). Anzu
mer
ken ist dabei, dass
die Aufwendungen vom 10.
u
nd 12. Dezember 2014 betreff
end
Integrationsmassnahmen nicht mit dem vorliegenden Prozess in Zu
sam
men
hang stehen und
der gerichtsübliche Stundenansatz
für die Bemüh
ungen per 2014 (14
.
71
Stunden)
Fr.
200.-- und für jene per 2015 (eine Stunde,
Urk.
11)
Fr.
220.-- beträgt. Unter Berücksichtigung dieser Stundenansätze, der
Barausla
genpauschale
von 4
%
sowie der Mehrwertsteuer in der Höhe von 8
%
ergibt sich eine Prozessentschädigung von
Fr.
3‘
551
.
5
5
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsver
tretung
wird bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenstandslos.