Decision ID: 71ef99f0-c417-44f7-bab3-e59b25f3b35a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren am 2
7.
Februar 2012, wurde
durch ihre Mutter
am
8.
März 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug von medizini
schen Massnahmen im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen
Ziff.
177 und
Ziff.
183 des Anhangs der Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
-Anhang) angemeldet (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
erteilte
der Versicherten daraufhin
Kostengutsprachen für
medizi
nische Massnahmen
für die Behandlung der Geburtsgebrechen
und
übernahm die Kosten
für ambulante Physiotherapie
n
, Oberschenkel-Ausgleichs-Orthesen,
Schuh
zurichtungen
sowie
Prothesen (
Urk.
7/13-14,
Urk.
7/20-21,
Urk.
7/32,
Urk.
7/48,
Urk.
7/57).
1.2
Am
7.
Juni 2013
ersuchte
der behandelnde Arzt
der Versicherten auf Wunsch der Eltern
um Kostenübernahme
für
eine
rekonstruktive
Operation
(
Urk.
7/33
).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
September 2015 (
Urk.
7/113) stellte die IV-Stelle
den Eltern der Versicherten
in Aussicht, einen Kostenbeitrag
in der Höhe
von
Fr.
64‘644.-- an
die
erste Operation in
den Vereinigten Staaten von Amerika (USA)
zuzüglich
der
Reisekos
t
en zu
leisten
.
A
m 2
1.
Oktober 2015
wurde die Versicherte
in
den USA
operiert (vgl.
Urk.
7/130).
D
ie Eltern der Versicherten
erhoben am 3
0.
Oktober 2015
Einwände
gegen den Vorbescheid
(
Urk.
7/132).
Mit Mitteilungen vom 2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
7/124) sowie
2.
Dezember 2015 (
Urk.
7/137) erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprachen für Reisekosten. Am 1
4.
Dezember 2015
ergänzte
die IV-Stelle den Vorbescheid vom 2
9.
September 2015 dahingehend, dass vorerst nur ein Kostenbeitrag von
Fr.
44‘688.-- ausbe
zahlt werden könne, da nicht alle
geplanten
Operationsschritte durchgeführt worden seien (
Urk.
7/143).
Mit Verfügung vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
7/169 =
Urk.
2)
sprach
die IV-Stelle der Versicherten
einen Kostenbeitrag in der Höhe
von
Fr.
44‘688.-- an
die
erste Operation in
den USA
zu
, welche
r
bereits ausbezahlt worden sei
. Zudem erteilte sie Kostengutsprache für die Reisekosten nach Florida und zurück für die Versi
cherte und eine Begleitperson.
2.
Die Eltern der Versicherten erhoben am 2
9.
April 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
2) und beantragten, diese sei aufzuheben
und es sei der
Versicherten vollumfängliche Kostengutsprache für die am 2
1.
Oktober 2015 in den USA durchgeführte Operation in der Höhe von USD
203‘361.30
zuzüglich der Reisekosten
zu erteilen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Am
3.
Oktober 2016 reichten die Eltern der Versicherten eine wei
tere Stellungnahme (
Urk.
9) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 1
8.
No
vember 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (
Art.
3
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) notwendigen medizini
schen Massnahmen (
Art.
13
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung, IVG
). Der Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Mass
nahmen gewährt werden. Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebre
chen von geringfügiger Bedeutung ist (
Art.
13 Abs. 2 IVG).
Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollendeter Geburt bestehen (
Art.
3
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit
Art.
1
Abs.
1 Satz 1
der Ver
ordnung über Geburtsgebrechen,
GgV
). Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht als Geburtsgebrechen. Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt wird, ist unerheblich (
Art.
1
Abs.
1
GgV
). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im Anhang aufgeführt. Das Eidgenössische Departement des Innern kann die Liste jährlich anpassen, sofern die Mehrausgaben einer solchen Anpassung für die Versicherung insgesamt drei Millionen Franken pro Jahr nicht ü
bersteigen (
Art.
1
Abs.
2
GgV
).
1.2
Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (
Art.
2
Abs.
3
GgV
).
Der
darin
ent
haltende Verhältnismässigkeitsgrundsatz beschlägt die Relation zwischen den Kosten der medizinischen Massnahme einerseits und dem mit der Ein
glied
er
ungsmassnahme verfolgten Zweck andererseits. Dieser Aspekt der finan
ziellen Angemessenheit ist mit dem Kriteri
um
der Einfachheit gemeint, wogegen die Zweckmässigkeit namentlich voraussetzt, dass die Massnahme unter medi
zinischen und praktischen Gesichtspunkten geeignet ist, bei der versicherten Per
son zum angestrebten Erfolg zu führen. Eine rein betragsmässige Begren
zung der notwendigen Massnahme kommt recht
sprechungsgemäss nur dann in Fr
age, wenn zwischen der Massnahme und dem Eingliederungszweck ein derart
krasses Missverhältnis bestünde, dass sich die Übernahme der Eingliederungs
massnahme schlechthin nicht verantworten liesse. Zu beachten ist, dass die Geburtsgebrechen bei der Invalidenversicherung eine Sonderstellung ein
nehmen. Denn Versicherte können gemäss
Art.
8
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1 IVG bis zum vollendeten 2
0.
Altersjahr unabhängig von der Möglichkeit einer späteren Eingliederung in das Erwerbsleben die zur Behand
lung notwendigen medizinischen Massnahmen beanspruchen.
Eingliederungs
zweck
ist die Behebung oder Milderung der als Folge eines Geburtsgebrechens eingetretenen Beeinträchtigung (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_881/2015 vom 2
2.
April 2016 E. 3.3 und
8C_664/2014 vom 2
1.
Mai 2015 E. 2.2).
Nach der Rechtsprechung gilt eine Behandlungsart dann als bewährter Erkennt
nis der medizinischen Wissenschaft entsprechend, wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist. Das Schwergewicht liegt auf der Erfahrung und dem Erfolg im Bereich einer bestimmten Therapie. Die für den Bereich der Krankenpflege entwickelte Defi
nition der Wissenschaftlichkeit findet prinzipiell auch auf die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung Anwendung. Eine Vor
kehr, die mangels Wissenschaftlichkeit nicht durch die obligatorische
Kranken
pflegeversicherung
zu übernehmen ist, kann grundsätzlich auch nicht als medizinische Massnahme nach
Art.
12 oder 13 IVG zu Lasten der Invaliden
versi
cherung gehen. Die in diesem Sinn lautende, zum KUVG ergangene Rechtspre
chung ist unter der Herrschaft des seit 1. Januar 1996 geltenden KVG weiterhin anwendbar. Medizinische Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
ver
sicherung (
Art.
12 und 13 IVG) sowie Analysen und Arzneimittel (
Art.
4
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
) werden somit nur unter der Voraussetzung gewährt, dass sie wissenschaftlich anerkannt sind. Auch in der Invalidenversi
cherung gilt das fundamentale Prinzip der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeit (vgl. dazu BGE 129 V 167 E. 3.2 mit Hinweisen), das heisst der wissenschaftlichen Anerkennung (BGE 125 V 21 E. 5a in
fine
, 123 V 53 E.
2b/cc; Urteil des Bundesgerichts I 519/03 vom 1
1.
Dezember 2003 E. 5.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts I 19/03 vom 2
9.
Januar 2004 E.
2.4). Die Beurteilung der Wirksamkeit hat aufgrund einer vom einzelnen Anwendungsfall losgelösten retrospektiven allgemeinen Bewertung der mit einer diagnostischen oder therapeutischen Massnahme erfahrungsgemäss erzielten Ergebnisse zu erfolgen (BGE 125 V 21 E. 5a in
fine
, 123 V 53 E. 2b/cc; vgl. auch BGE 133 V 115 E. 3.2.1; AHI 2001 S. 76 f. E. 1b je mit Hinweisen; Urteil des Bundesge
richts I 601/06 vom 12. März 2008 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.
3
Die Eingliederungsmassnahmen werden in der Schweiz, ausnahmsweise auch im Ausland, gewährt (
Art.
9
Abs.
1 IVG). Erweist sich die Durchführung einer Ein
gliederungsmassnahme in der Schweiz als unmöglich, insbesondere weil die erforderlichen Institutionen oder Fachpersonen fehlen, so übernimmt gemäss
Art.
23
bis
IVV
die Versicherung die Kosten einer einfachen und zweckmässigen Durchführung im Ausland (
Abs.
1).
Die Versicherung übernimmt die Kosten für eine einfache und zweckmässige Durchführung medizinischer Massnahmen, die notfallmässig im Ausland durchgeführt werden (
Abs.
2).
Wird eine Eingliede
rungsmassnahme aus anderen beachtlichen Gründen im Ausland durchgeführt, so vergütet die Versicherung die Kosten bis zu dem Umfang, in welchem solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen gewesen wären (Abs. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass
die durch
Dr.
med.
A._
in den USA durchgeführte Operation
nicht einfach und zweckmässig
gewesen
sei.
Die Operationsmethode sei
ausserdem
in der
medizinischen
Fachwelt immer noch umstritten.
F
ür die Behandlung des Geburtsgebrechens und im Hinblick auf die Eingliederung der Versicherten
sei die durchgeführte
Superhip
-Operation
nicht zwingend notwendig
gewesen
. In der Schweiz hätten alternative beziehungsweise konservative
Behandlungsmög
lichkeiten
offen gestanden. Eine vollständige Kostenübernahme sei daher nicht möglich. Da allerdings auch für eine
Exoprothesen
versorgung
Operationen an
gezeigt gewesen wären, werde
ein Kostenbeitrag an die Operation
s
- und
Hospi
talkosten
in den USA in der Höhe übernommen, wie sie i
n der Schweiz ange
fallen wären (S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, die Notwendigkeit der
Superhip
-Operation für eine prothetische Versor
gung gehe aus den vorliegenden medizinischen Akten nicht hervor. Zudem sei
Dr.
A._
nicht der einzige Operateur, welcher die
Superhip
-Operation durch
führe.
Dr.
med.
B._
aus Deutschland führe ebenfalls solche Operationen durch (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellten sich die Eltern der Versicherten auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Durchführung
der
Superh
ip
-Operation sei von allen konsultierten Experten empfohlen worden.
D
er Begründer dieser Met
hode,
Dr.
med.
A._
aus
den USA, sei weltweit der einzige operierende Arzt mit langjähriger positiver Erfahrung
(S. 4 f.)
.
Zur Verbindung des Pseudogelenks zwischen
Hüftkopf
und Oberschenkelanteilen habe es zwingend einer operativen Hüftrekonstruktion mittels
einer
Superhip
-Operation bedurft.
Die weitere prothetische und
ortheti
sche
Versorgung wäre ohne diese Operation, welche in der Schweiz nicht durchführbar sei, nicht möglich oder zumindest deutlich erschwert gewesen
(S.
6).
Die
durchgeführte
Superhip
-Operation sei sowohl einfach als auch zweck
mässig und zwingend erforderlich gewesen. Eine
orthoprothetische
Ver
sorgung stelle keine äquivalente Alternative dar (S. 9).
Die verfügte
Kosten
limitierung
sei willkürlich (S. 12).
Mit ergänzender Stellungnahme (
Urk.
9) bestritten die Eltern der Versicherten sodann, dass
Dr.
B._
genügend Expertise und Erfahrung mit der
Su
per
hip-Operation
vorweisen könne. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin beruhe auf nicht seriösen Abklärungen. Zudem habe
Dr.
B._
die Versi
cherte nie untersucht. Auch werde nicht dargelegt, wie hoch die
Operations
kosten
in Deutschland ausgefallen wären (S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Anspruch der Versicherten auf vollständige
Kosten
übernahme
für
die
im Ausland durchgeführte medizi
nische
Massnahme.
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
mat
ologie des Bewegungsapparates, L
eitender Oberarzt Kinderorthopädie,
D._
,
diagnostizierte mit Bericht vom 1
3.
April 2012 (
Urk.
7/8)
eine
ausgeprägteste
Reduktionsdeformität d
er linken unteren Extremität
, einen ange
borenen
schwerstgradigen
Femurdefekt
(Ai
t
ken C Fehlbildung beziehungs
weise
Typ 3
nac
h der
A._
-
Klassifikation) sowie einen Verdacht auf eine
Hüft
lu
xation
links (S. 2
Ziff.
1.1). Die Geburtsgebrechen
Ziff.
177
und
Ziff.
183 seien ausgewiesen (S. 3
Ziff.
1.3). In der Zukunft seien sicherlich
orthoprothetische
Versorgungen notwendig. Möglicherweise seien auch
Rekonstruktionen der
Extremitäten
denkbar
(S. 3
Ziff.
1.5).
3.2
Mit Schreiben vom 1
4.
Juni 2013 (
Urk.
7/37) gab
Dr.
C._
an, dass bei der Versicherten eine sehr hochgradige Fehlbild
ung des linken Beines mit einer sehr ausgepräg
ten Verkürzung
vorliege
und
mehrere
Fehlstellungen im Hüft-, Knie- und Sprunggelenksbereich bestünden. Die Prognose der endgültigen
Bein
längendifferenz
(BLD)
betrage 30-
40 cm. Die zuletzt durchgeführte
M
agnetreso
nanztomographie
(MRI)
zeige, dass
ein Hüftkopfkern angelegt sei. A
llerdings
sei
noch nicht sicher, ob sich dieser in der Pfanne bewege. Zudem bestehe eine grosse Strecke nicht verknöcherten Areals im Schenkelhalsbereich. Der Ober
schenkelknochen sei ausgeprägt verkürzt. In d
er medizinischen Fachw
elt w
ür
den
die vorliegende Situation und vor allem die möglichen therapeutischen Massnahmen sehr kontrovers diskutiert. Es gebe einzelne Chirurgen weltweit,
welche
in dieser Situation ein chirurgisches Vorgehen präferieren
würden
. Der weitaus grössere Anteil der Orthopäden rate grundsätzlich eher von chirurgi
schen Massnahmen ab, da sich dadurch kein sicher
es
günstiges funktionelles Ergebnis erreichen lasse
. Diese Orthopäden würden
zu einer
orthoprothetischen
Versorgung
raten
,
welche
möglicherweise durch einzelne achsenkorrigierende
Mass
nahmen
unterstützt werden könne
.
Dr.
C._
gab schliesslich an, dass
ihm
schweizweit
kein Chirurg bekannt
sei
,
welcher
diese aufwändige
n
rekon
struktiven
Massnahmen für das Hüftgelenk und
das Kniegelenk durchführe
.
Er stelle sich die Frage
, ob dieser grosse chirurgische Aufw
and mit relativ
kompli
kationsträ
chtigen
Operationen gefolgt von
mehreren
Verlängerungsoperationen für das Kind
einen
Benefit
darstelle (S.
1).
3.3
Dem englischsprachigen Bericht vom 2
1.
April 2013 (
Urk.
7/88/19-20) von
Dror
A._
, MD. FRCSC,
West Palm Beach,
Florida
(USA)
,
ist
im Wesentlichen Fol
gendes
zu entnehmen
(S. 1): „Eden was
born
with
congenital
femoral
defi
ciency
.
Based
on
the
MRI,
it
is
either
a
A
._
type 2B
or
A._
type 3B.
We
spent
a
long
time
discussing
lengthening
reconstruction
surgery
(LRS). LRS
would
require
starting
with
the
superhip
2
procedure
.“
3.4
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates, sowie
Dr.
med.
F._
,
Assis
tenzärztin
,
diagnostizierten mit Bericht vom
4.
Dezember 2013 (
Urk.
7/63/1-2) einen proximalen
femoralen
Längsdefekt links.
Es sei eine erhebliche Hypopla
sie des linken
Femurs
bei nahezu seitengleicher Unterschenkellänge beidseits sowie einem 5-strahlig angelegten Fuss zu
erkennen
. Nach Abschluss des Wachstums sei eine Längendifferenz von zirka 30 cm
femoral
zu erwarten (S. 1). Es bestünden folgende zwei Therapieoptionen (S. 2):
e
ine
Exoprothesenversorgung
bis zum Abschluss des Wachstums, gegebe
n
enfalls im Verlauf operative Korrektur, sodass eine suffiziente selbständige Mobilität mittels
Exoprothese
erzielt werden könne. Dies setze jedoch die Akzeptanz der Eltern und des Kindes
für
d
ie verblei
bende
Anomalie voraus
;
eine
Super
hip
-Operation
und nachfolgende Verlängerung
femoral
, so dass eine nahezu seitengleiche Beinlänge gegebenenfalls möglich wäre, was zum jetzigen Zeitpunkt
allerdings
nur eingeschränkt beurteilbar sei.
Z
u erwarten sei jedoch
sicher
eine erhebliche motorische Einschränkung mit zunehmender Beinverlängerung sowie gegebenenfalls resultierende, im Rahmen d
er zu e
rwartenden repetitiven Verlängerungsoperationen, bestehende neurovaskuläre Beschwerden mit möglichen Dauerfolgen bis hin zur Notwendigkeit der
Amputation bei Minderperfusion.
Die Eltern der Versicherten würden ausdrücklich eine Beinverlängerung wün
schen. Eine Akzeptanz der bestehenden Hypoplasie mit
Exoprothesenversor
gung
– wie sie optional ebenfalls möglich wäre -
scheine nicht möglich, wes
halb
der
W
unsch der Eltern nach der
Super
hip
-Operation unterstützt werde
. Der grösste diesbezügliche Erfahrungsschatz liege bei
Dr.
A._
vor (S. 2).
3.5
Dem
englischsprachigem
Bericht vom 1
7.
Februar 2014 (
Urk.
7/63/5-8 =
Urk.
7/65)
von
Dr.
A._
ist
im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen
(S. 1)
: „
We
can
see
an
excellent
femoral
head
ossific
nucleus
and
a well-
developed
acetabulum
on
the
left
side
. The
femur
has
ossified
and
we
can
now
classify
as
a 3A
A._
type
of
congenital
femoral
deficiency
.
The plan will
be
that
at
the
age
of
4,
we
will
perform
super hip 2
procedure
. The
child
will
then
require
serial
lengthenings
to
equalize
her leg
length
. I
developed
this
procedure
in 2001,
and
to
date
, I am
the
only
surgeon
who
has
performed
this
operation
successfully
and
frequently
.“
3.6
Univ. Prof.
Dr.
med.
G._
, Abteilung für Kinderorthopäd
i
e und
Fuss
chirur
gie
,
H._
,
führte mit Bericht vom 2
6.
Juni 2014 (
Urk.
7/63/3-4) als Diagnose
eine ausgeprägte Fehlbildung der gesamten linken unteren Extremität mit Schwerpunkt im Bereich des
Femurs
auf (S. 1). Es
liege
eine schwerste Beinlängendifferenz mit extremer Verkürzung des Ober
schenkels und massiver Hüftgelenkspathologie
vor
.
Die bis zum Wachstumsende berechnete Längendifferenz betrage 35 cm.
Die operativen Möglichkeiten der
Extremitäten
rekonstruktion
seien
unter
Hinweis
auf
alle möglichen Komplika
tionen
sowie
eventuell auftretende
n
Schwierigkeiten und Risiken ausführlich besprochen worden. Der von
Dr.
A._
vorgelegte Plan erscheine zumindest im ersten Schritt sinnvoll, wonach eine Hüfteinstellung (
Superhip
-Methode
) durch
zuführen und gleichzeitig die Beugekorrektur des Knieg
e
lenks aufzulösen und zu korrigieren sei. Die Voraussetzungen für eine Prothesenversorgung seien bei einer erfolgreichen Operation deutlich günstiger als aktue
ll. E
s bestehe
in diesem Fall
weiterhin die Option ein
Verlängerungs
programm
mit mehreren Operationsschritten bis zum Beinlängenausgleich durchzuführen.
I
n Bezug auf die Rekonstruktion
des Hüftgelenks im Rahmen eines
angeborenen
Femur
defe
kts
(
Superhip
-Methode
)
habe
Dr.
A._
sicherlich die grösste Erfahrung. Er unterstütze daher den Wunsch der Eltern
,
die Opera
tion an dessen Klinik in Florida durchführen zu lassen (S. 2).
3.7
Mit Verlaufsbericht vom 1
7.
März 2015 (
Urk.
7/141/1) informierte
Dr.
C._
, dass sich im Gesamtstatus der linken unteren Extremität keine wesentliche Ver
änderung ergeben habe. Das Bein
sei
weiterhin mit dem sehr
ausgeprägt
verkürzten
Femur
deutlich aussenrotiert. Das Streckdefizit des linken Knies betrage gut 40°. D
ie
Unterschenkel- und Fusspositionierung se
ien gut. Die Kraft der
Tibialis
-
anterior
-
Sehne beziehungsweise
die
Fusshebung und
Plantarflexion
seien sehr gut. Die B
LD
betrage aktuell 15 cm.
Die geplante Hüftrekonstruktion
bei
Dr.
A._
sei aufgrund mehrerer Vorgutachten das zu präferierende Vorge
hen in dieser Situation, um
primär
die Achseneinstellung des linken Beines
zu verbessern. Über
extremitätenverlängernde
Möglichkeiten
müsse in einem zweiten Schritt nachgedacht werden. Auch über eine mögliche Adaption der
Ortho
pr
othese
sollte diskutiert werden. B
ei sehr gut funktionierendem oberen Sprunggelenk beziehungsweise Fuss könnte diese Beweglichkeit als
Kniege
lenksbewegungsmöglichkeit
eingesetzt werden.
3.8
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), kam mit Stellungnahme vom 1
4.
April 2015 zum Schluss, dass die Aussenrotation des linken Beines auf den
eingereichten
Bildern
gut
zu erkennen sei. Ausserdem sei neben dem ausgeprägten knöcher
nen Defekt auch das begleitende Defizit im muskulären Bereich zu sehen. Dieser Aspekt müsse bei der Planung des weiteren Vorgehens
ebenfalls bedacht wer
den
. Auch bei einem optimalen Verlauf
der
operativen Massnahmen sei nicht klar, ob die Muskulatur vorhanden sei beziehungsweise sich entsprechend ent
wickle,
damit
auch eine befriedigende Funktion entstehe. Es scheine auch nach Einholung der Zweitmeinungen bei eher konservativ eingestellten leitenden Kinderorthopäden indiziert zu s
ein
, zunächst die Aussenrotation des linken Beines zu korrigieren, weil dadurch
mit
zunehmende
m
Körperwachstum auch die Prothesenversorgung stark behindert werde.
Die Ärzte hätten
überein
stimmend beurteilt, dass diese Operation bei
Dr.
A._
stattfinden solle,
da
in der Schweiz keine entsprechenden Erfahrungen vorlägen. Dies könne aus Sicht des RAD nachvollzogen werden. Zur weiteren Beurteilung
seien
die Akten dem B
undesamt für Sozialversicherungen (BSV) vorzulegen
(vgl.
Urk.
7/99 S. 4 f.
=
Urk.
7/106 S. 4 f.
).
3.9
Mit Schreiben vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
7/79) nahm
en
J._
, Bereichsleiterin, sowie
K._
,
BSV-Ärztin
, Stellung zur fraglichen Kostenübernahme der geplanten operativen Korrektur. Dabei kam
en
sie zum Schluss, dass die Operationsmethode von
Dr.
A._
gemäss Aussagen
der
Ortho
päden der
D._
im Jahr 2013 in der
medizinischen
Fachwelt immer noch umstritten und mit Komplikationen zu rechnen
sei
en
. Die
Operationsme
thode
von
Dr.
A._
sei daher weder einfach noch zweckmässig. Der
Beschwer
degegnerin
werde empfohlen, den Eltern
der Versicherten
in diesem Einzelfall entgegenzukommen und für die erste Operation bei
Dr.
A._
einen Beitrag an die
Hospitalisations
- und Rehabilitationskosten zu über
nehmen
.
Zusätzlich könne die
Beschwerdegegnerin
einen Beitrag an die Transport
kosten für das Kind und einen Elternteil übernehmen. Die
Beitragshöhe
dürfe die Höhe der Kosten
nicht über
steigen
,
welche
bei einer
Exoprothesenversorgung
und Opera
tion zur Korrektur der Beinlängendifferenz
in der Schweiz anfallen würden
. Da die
Operation weder einfach noch zweckmässig sei, sei den Eltern mitzuteilen, dass die
Beschwerdegegnerin
für allfällige Komplikationen infolge der Opera
tion
keine Verantwortung übernehme
(S. 2).
3.10
Am 2
1.
Oktober 2015 wurde die Versicherte schlies
slich durch
Dr.
A._
an der linken Hüfte und am linken Knie
operiert
(vgl.
englischsprachiger
Operations
bericht
vom 2
1.
Oktober
2015,
Urk.
7/130).
3.11
Mit Schreiben vom 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
7/153) gab
Dr.
C._
an, dass eine sinnvolle
Orthoprothesenversorgung
bei der schwerwiegenden Fehlstellung der linken unteren Extremität kaum mehr möglich gewesen wäre und daher
in jedem Fall
eine Hüftrekonstruktion habe erfolgen m
üssen. Die durchgeführte
Superh
ip
-
Operation sei die aufwändigste Variante, weil
während
dieser Opera
tion auch die Pseudoarthrose am Schenkelhals fusioniert und der
Hüftkopf
mobilisiert werde. Bei einem optimalen Verlauf dieser Operation sei ein opti
males funktionelles Ergebnis im Hinblick auf die zugrunde liegende Problematik zu erwarten. Damit
werde
auch die weitere
Orthesenversorgung
erleichtert
.
Um
überhaupt eine
Orthesenversorgung
zu ermöglichen
, wären operative Eingriffe notwendig gewesen. Der bei der Versicherten durchgeführte Eingriff wäre in der Schweiz nicht möglich gewesen.
I
hm
sei
kein kinderorthopädischer Kollege bekannt, welcher diese Operation durchführe. Die Versicherte habe für den Moment die optimale Therapie mit höchstwahrscheinlich entscheidendem
Benefit
für ihr weiteres Leben erhalten.
D
as Vorgehen
sei seiner Ansicht nach höchst
unterstützenswert
.
Mit ergänzendem Schreiben vom 1
1.
Februar 2016 (
Urk.
7/158) konkretisierte
Dr.
C._
seine Ausführungen dahingehend, dass eine
Orthoprothesenversor
gung
bei der Versicherten ohne Stabilisierung der Hüfte nicht möglich gewesen wäre beziehungsweise eine sehr aufwändige
Orthoprothesenversorgung
mit Einfassung des Beckens hätte stattfinden müssen. Dies hätte zu
k
einer günstigen Situation beziehungsweise zu
k
einer guten Mobilität geführt. Wie sich heraus
gestellt habe, sei der
Hüftkopf
im Hüftgelenksbereich mobilisierbar
gewesen
,
allerdings
habe sich ein Pseudogelenk zwischen dem
Hüftkopf
und den
Ober
schenkelanteilen
gezei
gt, welches
durch die
Super
hip
-
Operation habe korrigiert beziehungsweise verbunden werden können. Dieses Vorgehen
sei nur
durch diese Operation erreichbar
gewesen
. Somit
liege
keine vergleichbare Operation
vor und die vorgenommene
Super
hip
-
Operation
stelle
die optimale
Therapieop
tion
für diese Problematik
dar
.
3.1
2
RAD-Ärztin
Dr.
I._
gab mit Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2016 an, aus medizinischer Sicht
sei
nachvollziehbar, dass die
Exoprothesenversorgung
mit zunehmender Körpergrösse immer schwerfälliger geworden wäre.
Dies werde
allerdings
durch
Dr.
C._
nicht
konkret
geschildert. Die
nun
stabile Verbin
dung zwischen Oberschenkelkopf und –
schaft
schaffe bessere Voraussetzungen für eine
Orthoprothesenversorgung
.
Eine solche
könne
nun
aller Voraussicht nach am Oberschenkel ansetzen. Die fehlende stabile Verbindung habe sich erst während der Operation gezeigt (vgl.
Urk.
7/165 S. 4 f.).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass die Versicherte
an einer schwer
wie
genden Fehlstellung der linken unteren Extremität mit einem ange
borenen proximalen
Femurdefekt
sowie Fehlstellungen im Hüft-, Knie und
Sprung
gelenksbereich
leidet
.
Auffällig dabei ist insbesondere auch die deutliche Aussenrotation des Beines.
Die prognostizierte Beinlängendifferenz nach Abschluss des Wachstums betr
ägt
zirka 30-40 cm
(vgl.
Urk.
7/8 S. 2
Ziff.
1.1;
Urk.
7/37 S. 1;
Urk.
7/63/1-2 S. 1;
Urk.
7/63/3-4 S. 1;
Urk.
7/63/5-8 =
Urk.
7/65 S. 1;
Urk.
7/88/19-20 S. 1;
Urk.
7/141/1).
Das Vorliegen der Geburtsgebrechen
Ziff.
177 und
Ziff.
183 gemäss
GgV
-Anhang ist unbestritten, wobei die Beschwerdegegnerin der Versicherten
auch
bereits mehrere Kostengutsprachen für die Behandlung dieser Geburtsgebrechen
erteilte
(vgl.
Urk.
7/13-14,
Urk.
7/20-21,
Urk.
7/32,
Urk.
7/48,
Urk.
7/57). Ebenso unbestritten ist, dass das Leiden der Versicherten
grundsätzlich
behandlungsbedürftig
ist
und medizini
sche Massnahmen
angezeigt
sind.
Zwischen den Parteien umstritten ist allerdings, ob die
im Oktober 2015
in den USA bereits durchgeführte
rekonstruktive
Operation
einschliesslich der
Superhip
2-Methode
(vgl. O
perationsbericht vom 2
1.
Oktober
2015,
Urk.
7/130) nach bewährter Erkenntnis der Wissenschaft angezeigt ist und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstrebt
. Dabei stellt sich
eben
falls
die Frage nach möglichen Alternativoptionen, welche auch in der Schweiz zur Verfügung gestanden hätten
(
vgl.
vorstehend E. 1.
2-1.3
).
4.2
Die konsultierten Fachärzte
waren
überein
stimmend der Ansicht
, dass die
Superhip
2-Methode in der Schweiz mangels eines entsprechenden Spezialisten nicht hätte durchgeführt werden können und
Dr.
A._
diesbezüglich den grössten Erfahrungsschatz aufweise (vgl.
Urk.
7/37 S. 1;
Urk.
7/63/1-2 S. 2;
Urk.
7/63/3-4 S. 2). Anhand der vorliegenden medizinischen Akten lässt sich allerdings nicht abschliessend beurteilen, ob die vorgenommene
Superhip
2
Methode auch tatsächlich notwendig war
und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstrebt
. So erachtete insbesondere Prof.
E._
zunächst eine
Exoprothesenversorgung
bis zum Abschluss des Wachs
tums mit einer allfälligen operativen Korrektur als
mögliche
Therapie
option
. Er unter
stützte den Wunsch der Eltern der Versicherten für die
Super
hip-Operation
lediglich aufgrund der fehlenden Akzeptanz der bestehenden Hypoplasie mit
Exoprothesenversorgung
. Dabei wies er
ebenfalls
auf
die
mögliche
n
Risiken bis hin zur Notwendigkeit der Amputation bei
Minder
perfusion
hin (vgl.
Urk.
7/63/1-2 S. 2).
Auch
Dr.
C._
wies
ursprünglich
darauf hin, dass die möglichen therapeutischen Massnahmen in der medizi
nischen Fachwelt sehr kontrovers diskutiert würden und es lediglich einzelne Chirurgen weltweit gäbe, welche ein chirurgisches Vorgehen präferieren würden, wogegen der grössere Anteil der Orthopäden von chirurgischen Mass
nahmen grundsätzlich eher abrate, da sich dadurch kein sicheres günstiges funktionelles Ergebnis erreichen lasse (vgl.
Urk.
7/37
, vgl. auch
Urk.
7/40
).
In den
nach
folgenden Berichten lässt sich zwar
teilweise
erkennen
, dass die Durchführung einer Hüftoperation
respektive eine Korrektur der Aussenrotation des linken Beines
als notwendig erachtet
wurde
,
dies insbesondere auch zur
Orthoprothesenversorgung
(vgl.
Urk.
7/63/3-4 S. 2;
Urk.
7/99 S. 4 f. =
Urk.
7/106 S. 4 f.;
Urk.
7/141/1;
Urk.
7/153).
Während die Achseneinstellung
zur
Exoprothesenversorgung
auch von der Beschwerdegegnerin als notwendig erachtet wurde (vgl.
Urk.
7/168 S. 3), bleibt die Notwendigkeit einer
Hüftrekon
struktion
und dabei insbesondere die Anwendung der
Superhip
-Methode
– trotz zweimaligem Nachfragen bei
Dr.
C._
(vgl.
Urk.
7/152,
Urk.
7/154) – weiter
hin
unklar
.
So gab
Dr.
C._
an, dass es sich bei der durchgeführten
Superhip
-Methode um die aufwändigste Variante handle, weil während dieser Operation auch die Pseudoarthrose am Schenkelhals fusioniert und der
Hüftkopf
mobilisiert werde (vgl.
Urk.
7/153). Hieraus ergibt sich alle
rdings nicht, dass keine andere
einfache
und zweckmässige
Behandlungsvariante
in der Schweiz
möglich gewesen wäre.
I
nsbesondere
kann
anhand der vorliegenden medizini
schen Aktenlage
nicht beurteilt werden, ob für eine
Orthoprothesenversorgung
allenfalls
eine Korrektur der Aussenrotation des linken Beines ausreichend gewesen wäre
,
oder
ob
auch eine Hüftrekonstruktion
und dabei zwingend die
Superhip
-Methode
zu erfolgen hatte.
Aus den Ausführungen von Prof.
G._
sowie
Dr.
C._
, wonach die
Voraussetzungen für eine Prothesenversorgung mit der
erfolgreich durchgeführten
Superhip
-Operation deutlich günstiger seien als aktuell respektive die
Orthoprothesenversorgung
ohne die
Superhip
-Opera
tion aufwändiger
beziehungsweise
zu einer ungünstigeren Mobilität geführt hätte (vgl.
Urk.
7/
63/3-4 S. 2;
Urk.
7/158),
lässt sich nicht schliessen, dass eine Prothesenversorgung ohne die
Superhip
-Operation nicht möglich gewesen wäre.
So gab
Dr.
C._
auch an, dass ohne Stabilisierung der Hüfte eine sehr auf
wändige
Orthoprothesenversorgung
mit Einfassung des Beckens hätte stattfin
den müssen (vgl.
Urk.
7/158).
Die möglichen Behandlungsvarianten lassen sich a
nhand der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilen.
4.3
Nach dem Gesagten ergibt sich somit, dass sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung als unzulänglich erweist, weshalb die angefoch
tene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist, damit diese nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und über den Anspruch neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretenen Eltern der Versicherten Anspruch auf eine Prozessentschädigung haben. Die Prozessentschädigung ist gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozi
alversicherungsgericht
(
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.--
(zuzüglich
MWSt
) ist die Prozessen
tschädigung vorliegend auf
Fr.
3‘000.--
(inkl.
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzusetzen.