Decision ID: cfe2d209-768b-517e-bff4-eddc86dc5570
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._, geb. am (...), besitzt einen Führerausweis der Kategorie B80
gemäss der Verordnung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie
und Kommunikation (UVEK) über die Zulassung zum Führen von Trieb-
fahrzeugen der Eisenbahnen (VTE, SR 742.141.21). Dieser berechtigt ihn
u.a. zum Führen von Strassenbahnen bzw. Trams. Seit dem (...) arbeitet
A._ als Tramführer bei (Verkehrsbetrieb).
B.
Am (...) führte A._ ein Tram der Linie (...) zum (Zielort) und liess
nach eigenen Angaben bei der Endhaltestelle (...) den letzten Fahrgast
aussteigen. Beim anschliessenden Befahren der Wendeschleife übersah
er ein vor ihm stehendes Tram und es kam zu einer Auffahrkollision, bei
welcher sich A._ den rechten Fuss brach. Er war in der Folge bis
zum 15. Januar 2014 (teilweise) arbeitsunfähig.
C.
(Der Verkehrsbetrieb) überwies A._ aufgrund der Auffahrkollision
zur Überprüfung der psychologischen Tauglichkeit als Tramfahrer an den
Vertrauenspsychologen bzw. das Institut für Angewandte Psychologie
(IAP) an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
(ZHAW). Die entsprechende Untersuchung fand am 18. Dezember 2013
statt.
Dem Bericht vom 10. Januar 2014 über die psychologische Spezialabklä-
rung ist zusammenfassend zu entnehmen, dass A._ emotional le-
diglich eingeschränkt belastbar sei, was in unvorhersehbaren Situationen
zu einem risikobehafteten Verhalten führen könne. Zudem habe er wäh-
rend der verschiedenen Testverfahren deutlich verlangsamte Arbeits- und
Reaktionstempi gezeigt. Dies habe im Ergebnis zu deutlich unterdurch-
schnittlichen, nicht kompensierbaren Leistungen im Bereich der kognitiv-
psychoreaktiven Funktionstüchtigkeit geführt, weshalb die Untersuchung
vorzeitig beendet worden sei. Das IAP beurteilte schliesslich die psycholo-
gische Tauglichkeit von A._ zum Führen von Fahrzeugen der Kate-
gorie B80 als nicht (mehr) gegeben.
D.
A._ ersuchte in der Folge das Bundesamt für Verkehr (BAV) um
Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung. Dieses forderte A._ mit
Schreiben vom 23. Januar 2014 dazu auf, zum Bericht vom 10. Januar
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2014 über die psychologische Spezialabklärung Stellung zu nehmen. Zu-
dem stellte es in Aussicht, das Untersuchungsergebnis durch die Fach-
stelle Psychologie des BAV (nachfolgend: Fachstelle) prüfen zu lassen.
E.
A._, mittlerweile anwaltlich vertreten, reichte dem BAV mit Schrei-
ben vom 5. März 2014 eine Stellungnahme zum Bericht vom 10. Januar
2014 über die psychologische Spezialabklärung ein. Er kritisierte in ver-
schiedener Hinsicht den Ablauf der Untersuchung und die eingesetzten
Hilfsmittel. Insbesondere sei er vor den Testverfahren nicht hinreichend in-
struiert worden, weshalb die Untersuchung zu wiederholen sei.
F.
Das BAV forderte daraufhin zunächst das IAP auf, zu den Vorhaltungen
von A._ Stellung zu nehmen. Dieses bestritt mit E-Mail vom
14. März 2014 an das BAV, unsorgfältig gearbeitet und A._ nicht
hinreichend instruiert zu haben. Zudem sei es üblich, die Testverfahren am
Computer durchzuführen, wobei einfach aufgebaute Eingabemedien ver-
wendet würden. Besondere Computerkenntnisse seien nicht erforderlich.
Die ebenfalls angegangene Fachstelle beurteilte den Bericht vom 10. Ja-
nuar 2014 über die psychologische Spezialabklärung als schlüssig und
nachvollziehbar. Die Vorhaltungen von A._ seien unbegründet. Im
Ergebnis lasse die Überprüfung der Unterlagen keinen anderen Schluss
zu, als dass A._ zum Führen von Fahrzeugen der Kategorie B80
untauglich sei.
G.
Mit Schreiben vom 8. April 2014 brachte das BAV A._ die Beurtei-
lung seiner Fachstelle vom 3. April 2014 zur Kenntnis und teilte ihm im Sel-
ben mit, dass nach Ansicht des BAV im Zusammenhang mit der psycholo-
gischen Untersuchung seiner Tauglichkeit keine schwerwiegenden Verfah-
rensfehler feststellbar seien. Es bestehe daher kein Anlass, die Untersu-
chung zu wiederholen.
H.
Mit Schreiben vom 24. April 2014 an das BAV hielt A._ an seinem
Antrag auf Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung fest.
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I.
Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 bestätigte das BAV die Untauglichkeit von
A._ zum Führen von Triebfahrzeugen der Kategorie B80. Den An-
trag auf Wiederholung der Untersuchung wies es ab.
Zur Begründung verwies das BAV zusammenfassend auf den Bericht vom
10. Januar 2014 über die psychologische Spezialabklärung und die Beur-
teilung der Fachstelle vom 3. April 2014. Zudem hielt es fest, die psycho-
logische Tauglichkeitsuntersuchung sei korrekt und in Übereinstimmung
mit den verbindlichen Vorgaben des BAV durchgeführt worden, wobei sich
das BAV im Wesentlichen auf die Stellungnahme des IAP vom 14. März
2014 zu den Einwendungen von A._ abstützte.
J.
Mit Schreiben vom 17. Juni 2014 lässt A._ (Beschwerdeführer) ge-
gen die Verfügung des BAV (Vorinstanz) vom 21. Mai 2014 Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht führen mit dem Antrag, es sei die psycho-
logische Tauglichkeitsuntersuchung zu wiederholen.
In seiner Begründung verweist der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf
die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers sowie den Grundsatz von Treu und
Glauben. Zum Zeitpunkt der psychologischen Tauglichkeitsuntersuchung
am 18. Dezember 2013 sei er aufgrund der Fussverletzung, die er beim
Auffahrunfall erlitten habe, nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig geschrie-
ben gewesen. Die Untersuchung habe daher zum damaligen Zeitpunkt
(noch) nicht durchgeführt werden dürfen, zumal aufgrund seiner Arbeitsun-
fähigkeit eine abschliessende Beurteilung seiner psychologischen Taug-
lichkeit (noch) gar nicht möglich gewesen sei. Die Vorinstanz habe über
diesen Umstand stillschweigend hinweggesehen und damit den Grundsatz
von Treu und Glauben verletzt, der sie zu einem rücksichtsvollen Umgang
mit Verfügungsadressaten anhalte.
K.
Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2014 auf Abwei-
sung der Beschwerde.
Zur Begründung verweist die Vorinstanz (erneut) auf den Bericht vom
10. Januar 2014 über die psychologische Spezialabklärung, welcher von
der Fachstelle überprüft und als schlüssig beurteilt worden sei. Sie halte
daher an ihrem Entscheid fest. Auf eine zweite Untersuchung sei ange-
sichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer im Bereich der kognitiv-
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psychoreaktiven Funktionstüchtigkeit die Mindestanforderungen deutlich
unterschritten habe, zu Recht verzichtet worden. Zudem bestehe die Mög-
lichkeit, die psychologische Tauglichkeitsuntersuchung zu wiederholen, nur
im Rahmen der Erstzulassung als Triebfahrzeugführer. Im Weiteren zitiert
die Vorinstanz aus einer von ihr zur Beschwerde eingeholten Stellung-
nahme des IAP vom 27. Juni 2014. Demnach führe eine Arbeitsunfähigkeit
nicht automatisch auch zu einer Testunfähigkeit, zumal der Beschwerde-
führer darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass die Untersuchung
verschoben werde, wenn er sich nicht gesund fühle. Der Beschwerdeführer
habe indes durch Unterschrift bestätigt, dass er gesund sei und sich in ei-
nem leistungsfähigen Zustande befinde. Die Fussverletzung schliesslich
sei bei der Testauswertung berücksichtigt worden.
L.
Der Beschwerdeführer hält mit Schlussbemerkungen vom 18. August 2014
an seinem Beschwerdeantrag und seiner Begründung fest. Ergänzend übt
er (erneut) Kritik am Ablauf der Untersuchung. Insbesondere habe man ihn
nicht vor Beginn der Untersuchung darauf aufmerksam gemacht, dass
diese verschoben werden könne.
M.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die sich bei den Akten
befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt nach Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden ge-
gen Verfügungen i.S.v. Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20.
Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit diese von einer Vorinstanz
i.S.v. Art. 33 VGG erlassen worden sind und kein Ausnahmegrund vorliegt.
Bei der Vorinstanz handelt es sich um eine Dienststelle der Bundesverwal-
tung i.S.v. Art. 33 Bst. d VGG und insofern steht die Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich offen. Zu prüfen ist allerdings, ob
der angefochtene Entscheid rechtsgestaltende Wirkung entfaltet und inso-
fern überhaupt ein zulässiges Anfechtungsobjekt i.S.v. Art. 5 VwVG vor-
liegt.
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Die Vorinstanz hat mit Entscheid vom 21. Mai 2014 zunächst die Beurtei-
lung des IAP betreffend die psychologische Untauglichkeit des Beschwer-
deführers zum Fahren von Triebfahrzeugen der Kategorie B80 bestätigt
(Dispositiv-Ziff. 1) und sodann den Antrag des Beschwerdeführers auf Wie-
derholung der psychologischen Tauglichkeitsuntersuchung abgewiesen
(Dispositiv-Ziff. 2). Dabei erweist sich Ziff. 1 des Dispositivs insofern als un-
präzis, als dem IAP keine Verfügungskompetenz zusteht und das BAV in-
sofern die Untauglichkeit nicht bloss zu bestätigen, sondern festzustellen
gehabt hätte. Aber auch die blosse Feststellung der Untauglichkeit ist für
sich allein nicht (unmittelbar) auf einen rechtlichen Erfolg gerichtet (vgl.
Art. 5 Abs. 1 VwVG). Es handelt sich um eine Feststellung tatsächlicher
Natur, welche nicht (unmittelbar) zur Folge hat, dass dem Beschwerdefüh-
rer die Ausübung der Tätigkeit als Tramführer verboten wäre. Hierzu hätte
die Vorinstanz dem Beschwerdeführer grundsätzlich dessen Zulassungs-
dokument bzw. Führerausweis zu entziehen gehabt; nach Art. 34 Abs. 1
der Verordnung vom 4. November 2009 über die sicherheitsrelevanten Tä-
tigkeiten im Eisenbahnbereich (STEBV, SR 742.141.2) gilt (erst) der Ent-
zug des Führerausweises und damit der Polizeierlaubnis als Verbot, die
ausweispflichtige Tätigkeit auszuüben (vgl. auch Art. 32 Abs. 1 STEBV und
für den vorsorglichen Führerausweisentzug Art. 36 STEBV). Offenbar war
jedoch die Feststellung der Untauglichkeit auf den Entzug des Führeraus-
weises gerichtet und insofern wurde mittelbar gleichwohl ein rechtlicher Er-
folg angestrebt bzw. beabsichtigt. Wie es sich damit verhält kann jedoch
offen bleiben. Der Beschwerdeführer setzt sich gegen ein allfälliges (vo-
rübergehendes) Verbot, seine Tätigkeit als Tramführer ausüben zu dürfen,
nicht zur Wehr. Er wendet sich vielmehr einzig gegen die definitive Abwei-
sung seines Antrages, die psychologische Tauglichkeitsuntersuchung (zu
einem späteren Zeitpunkt) wiederholen zu können. Insoweit ist von einem
zulässigen Anfechtungsobjekt i.S.v. Art. 5 VwVG auszugehen. Da zudem
kein Ausnahmegrund nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-
tungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sachlich wie
funktional zuständig. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit
das VGG nicht anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer am Ver-
fahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat, durch die angefochtene Ver-
fügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat. Verlangt ist somit nebst der formellen Be-
schwer, dass der Beschwerdeführer über eine besondere Beziehungsnähe
zur Streitsache verfügt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung
oder Änderung der angefochtenen Verfügung zu ziehen vermag. Davon ist
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vorliegend ohne Weiteres auszugehen; der Beschwerdeführer ist Adressat
der angefochtenen Verfügung und mit seinem Antrag, es sei die psycholo-
gische Untersuchung der Tauglichkeit zu wiederholen, nicht durchgedrun-
gen. Er ist daher zur Beschwerdeerhebung berechtigt.
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtene Verfügung grund-
sätzlich in vollem Umfang überprüfen. Entsprechend kann der Beschwer-
deführer nebst der Verletzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 VwVG).
3.
3.1 In der Sache ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Antrag des Beschwer-
deführers, die psychologische Tauglichkeitsuntersuchung sei zu wiederho-
len, zu Recht abgewiesen hat, wobei die Vorinstanz zur Begründung ihres
Entscheids im Wesentlichen geltend macht, der Beschwerdeführer habe
im Rahmen der ersten Tauglichkeitsuntersuchung die erforderlichen
Grenzwerte deutlich und in nicht kompensierbarer Weise unterschritten.
Der Beschwerdeführer wendet hiergegen unter Verweis auf seine Arbeits-
unfähigkeit ein, die psychologische Tauglichkeitsuntersuchung habe nach
Treu und Glauben zum damaligen Zeitpunkt (noch) nicht durchgeführt wer-
den dürfen. Es sei ihm daher die Gelegenheit zu geben, diese zu wieder-
holen.
3.2 Nach Art. 80 Bst. c des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957
(EBG, SR 742.101) kann der Bundesrat vorschreiben, dass Personen, die
wie der Beschwerdeführer eine sicherheitsrelevante Tätigkeit ausüben, be-
stimmte persönliche sowie fachliche Anforderungen erfüllen müssen. Für
die Ermittlung der persönlichen Anforderungen kann er auch psychologi-
sche und medizinische Untersuchungen vorsehen. Der Bundesrat erlässt
sodann die erforderlichen Ausführungsvorschriften und legt die persönli-
chen, fachlichen und organisatorischen Anforderungen fest (Art. 85 Abs. 1
Bst. e EBG).
Der Bundesrat hat gestützt auf die vorerwähnte Delegationsbestimmung
die STEBV erlassen. Demnach muss, wer ein Triebfahrzeug führt, u.a. die
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erforderlichen medizinischen und psychologischen Voraussetzungen erfül-
len (Art. 7 Abs. 1 Bst. b STEBV); die zu erfüllenden Voraussetzungen wer-
den vom UVEK durch Verordnung festgelegt (Art. 6 Bst. c STEBV). Die
Qualifikation zur Ausübung der Tätigkeit als Triebfahrzeugführer ist durch
einen Führerausweis des BAV und eine Bescheinigung des Eisenbahnun-
ternehmens auszuweisen (Art. 7 Abs. 2 STEBV). Letztere haben sodann
alle wesentlichen Veränderungen der psychologischen Tauglichkeit von
Personen mit einer sicherheitsrelevanten Tätigkeit umgehend dem Ver-
trauenspsychologen zu melden (Art. 12 Abs. 4 STEBV). Dieser hat ent-
sprechend der vom BAV erlassenen Richtlinien die psychologische Taug-
lichkeit der betreffenden Person zu prüfen und einen Schlussbericht über
die psychologische Tauglichkeit zu erstellen (Art. 13 Abs. 2 sowie Art. 43
Bst. c und d STEBV). Die Verwaltungsmassnahmen schliesslich, insbeson-
dere der Entzug des Führerausweises bei fehlender körperlicher und geis-
tiger Leistungsfähigkeit, sind in den Art. 32 ff. STEBV geregelt.
Das BAV hat gestützt auf Art. 43 Bst. c und d STEBV die Richtlinie "Psy-
chologische Tauglichkeitsuntersuchungen für Personen mit sicherheitsre-
levanten Tätigkeiten im Eisenbahnbereich nach VTE und ZSTEBV" (nach-
folgend: Richtlinie BAV, abrufbar unter < www.bav.admin.ch > Grundlagen
> Richtlinien, abgerufen am 7. Januar 2015) erlassen, welche in den
Art. 19 ff. die Anforderungen an die psychologischen Untersuchungen und
in Anhang 1 die zu prüfenden Eigenschaften und die entsprechenden
Grenzwerte bzw. Mindestanforderungen festlegt, die etwa im Bereich von
Intelligenz und Gedächtnis sowie hinsichtlich der kognitiv-psychoreaktiven
Funktionstüchtigkeit erreicht werden müssen (vgl. Art. 20 Abs. 3 Richtlinie
BAV). Vorliegend, d.h. für die Beurteilung im Rahmen der Überprüfung der
psychologischen Tauglichkeit, sind insbesondere die Art. 22–25 Richtlinie
BAV einschlägig. Demnach ist ein leichtgradiges Unterschreiten der für die
jeweilige Führerausweiskategorie massgeblichen Mindestnormen möglich,
wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der betreffende niedrige Wert
durch andere Stärken kompensiert wird. Für Personen, die wie der Be-
schwerdeführer älter als 50 Jahre sind und eine mindestens zehnjährige
ununterbrochene Tätigkeit als Triebfahrzeugführer ausweisen, gilt der
Grenzwert der nächst tieferen Führerausweiskategorie (Art. 22 Abs. 2
Richtlinie BAV). Werden im Rahmen der Überprüfung der psychologischen
Tauglichkeit die erforderlichen Grenzwerte deutlich unterschritten, so ist die
betreffende Person entweder in einer tieferen Kategorie einzusetzen oder
aber es ist von einem weiteren Einsatz als Triebfahrzeugführer abzusehen
(Art. 23 Abs. 2 Bst. b und c Richtlinie BAV). In letzterem Fall ist nach Ab-
warten der gesetzlichen Fristen analog einer Neuausbildung zu verfahren
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(Art. 23 Abs. 2 Bst. c Richtlinie BAV), wobei nach der in diesem Fall an-
wendbaren Bestimmung von Art. 14 Abs. 7 VTE eine nicht bestandene
psychologische Tauglichkeitsuntersuchung nach frühestens einem Jahr
und höchstens zweimal wiederholt werden darf. Schliesslich sieht die
Richtlinie BAV bei einem deutlichen Unterschreiten der Grenzwerte vor,
dass in Absprache mit der Fachstelle gegebenenfalls eine zweite Tauglich-
keitsuntersuchung bei einem anderen Vertrauenspsychologen vorzuneh-
men ist (Art. 23 Abs. 4 Richtlinie BAV). Zwischenzeitlich ist eine überarbei-
tete Version der Richtlinie BAV in Kraft. Hinsichtlich der erwähnten, vorlie-
gend interessierenden Bestimmungen hat die Richtlinie in der Version vom
1. Juni 2014 im Vergleich zur Version vom 15. Juni 2012, auf welche sich
die Vorinstanz abgestützt hat, keine Änderung erfahren, weshalb auf allfäl-
lige Fragen der (zeitlichen) Anwendbarkeit nicht weiter einzugehen ist.
3.3 Richtlinien wie vorliegend die Richtlinie BAV weisen keine Gesetzes-
kraft auf und vermögen daher das Bundesverwaltungsgericht nicht (unmit-
telbar) zu binden; Richtlinien stellen wie andere Verwaltungsverordnungen
grundsätzlich keine Rechtsquellen des Verwaltungsrechts dar. Nach der
Rechtsprechung sind Richtlinien jedoch in der Regel Ausdruck des Wis-
sens und der Erfahrung bewährter Fachstellen und in diesem Sinne auch
für das Bundesverwaltungsgericht beachtlich, sofern sie im Einzelfall eine
sachgerechte Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen
zulassen und vor den allgemeinen Rechtsgrundsätzen, insbesondere dem
Verhältnismässigkeitsgrundsatz sowie dem Grundsatz von Treu und Glau-
ben, Stand halten (BGE 121 II 473 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des BGer
1C_45/2010 vom 9. September 2010 E. 2.6; vgl. auch Urteil des BGer
1C_532/2012 vom 24. April 2013 E. 3.1; zudem zur Verwaltungsverord-
nung ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 123 ff., insbes. Rz. 128; PIERRE TSCHAN-
NEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4.
Aufl. 2014, § 41 Rz. 11 ff. und 29 ff.). Die rechtsanwendenden Behörden
ihrerseits haben sich an (von ihnen) erlassene Richtlinien zu halten, sofern
diese nicht klarerweise verfassungs- und gesetzwidrig sind (BGE 121 II
473 E. 2b; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungs-
verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz.
1276 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Private können demnach die
Verletzung einer Verwaltungsverordnung (mit Aussenwirkung), so wie vor-
liegend der Richtlinie BAV, jedenfalls im Rahmen der Rüge der Verletzung
des anwendbaren Gesetzesrechts und allgemeiner Verfassungsgrund-
sätze wie des Rechtsgleichheitsgebots und des Vertrauensschutzes rügen
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(KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Rz. 1040 mit Hinweis u.a. auf BVGE 2007/25
E. 4.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 128).
3.4 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sieht die Richtlinie BAV eine
Wiederholung der psychologischen Tauglichkeitsuntersuchung auch im
Rahmen der Überprüfung der Tauglichkeit und nicht nur ausnahmsweise
vor. Unterschreitet die untersuchte Person, so wie vorliegend der Be-
schwerdeführer, die Mindestanforderungen deutlich und ist ein Einsatz als
Triebfahrzeugführer (offenbar) nicht mehr möglich, so ist in Absprache mit
der Fachstelle zunächst zu prüfen, ob gegebenenfalls (sofort) eine zweite
Tauglichkeitsuntersuchung vorzunehmen ist (Art. 23 Abs. 4 Richtlinie
BAV). Andernfalls darf die nicht bestandene psychologische Untersuchung
nach frühestens einem Jahr und höchstens zweimal wiederholt werden
(Art. 23 Abs. 2 Bst. c Richtlinie BAV i.V.m. Art. 14 Abs. 7 VTE).
Vorliegend kann den Akten nicht entnommen werden, dass die Vorinstanz
– entsprechend Art. 23 Abs. 4 Richtlinie BAV – mit der Fachstelle Rück-
sprache genommen und somit ernsthaft, d.h. unter Berücksichtigung der
gesamten Umstände sowie in willkürfreier Ausübung ihres Ermessens, in
Betracht gezogen hätte, (sofort) eine zweite Tauglichkeitsuntersuchung
vorzunehmen. Damit verletzt sie Art. 23 Abs. 4 Richtlinie BAV, wobei nicht
ersichtlich ist, dass die Bestimmung, welche unter Berücksichtigung der
Umstände des Einzelfalls eine zweite Tauglichkeitsuntersuchung vorsieht
und so insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisiert, den
anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen oder (anderen) allgemeinen
Verfassungsgrundsätzlichen widersprechen würde. Die Bestimmung ist so-
mit für die Vorinstanz verbindlich und auch für das Bundesverwaltungsge-
richt beachtlich. Dasselbe gilt für Art. 23 Abs. 2 Bst. c Richtlinie BAV, wel-
cher auf Art. 14 Abs. 7 VTE verweist und damit entgegen der Auffassung
der Vorinstanz jedenfalls nach Ablauf eines Jahres eine Wiederholung der
psychologischen Tauglichkeitsuntersuchung zulässt. Die Verfügung der
Vorinstanz ist somit aufzuheben, soweit die Vorinstanz in Ziff. 2 des Dispo-
sitivs den Antrag des Beschwerdeführers auf Wiederholung der psycholo-
gischen Tauglichkeitsuntersuchung abgewiesen und dem Beschwerdefüh-
rer in Ziff. 3 des Dispositivs (vollumfänglich) die Kosten für das Verfahren
vor der Vorinstanz auferlegt hat. Die Angelegenheit ist, da weitere (fachli-
che) Abklärungen notwendig sind, zum neuen Entscheid im Sinne der Er-
wägungen und zur Neuverlegung der Kosten an die Vorinstanz zurückzu-
weisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Die Vorinstanz wird zunächst in Absprache
mit der Fachstelle zu beurteilen haben, ob die durchgeführte Tauglichkeits-
untersuchung in Anwendung von Art. 23 Abs. 4 Richtlinie BAV und unter
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Berücksichtigung der Vorbringen des Beschwerdeführers (sofort) zu wie-
derholen ist. Hierbei wird sie sich in fachlicher Hinsicht zwar auf die Fach-
stelle abstützen dürfen (vgl. Art. 7 und Art. 9 Abs. 1 Bst. f Richtlinie BAV),
muss jedoch alsdann den Entscheid auf ihre eigenen rechtlichen Überle-
gungen stützen; die rechtliche Würdigung des rechtserheblichen Sachver-
halts und insbesondere auch die Prüfung von dessen Verhältnismässigkeit
obliegt der Vorinstanz und darf von dieser nicht an die Fachstelle delegiert
werden (vgl. Urteil des BVGer A-4807/2011 vom 15. März 2012 E. 6.6).
Fällt eine (sofortige) zweite Tauglichkeitsuntersuchung nicht in Betracht,
wird dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 23 Abs. 2 Bst. c Richtlinie BAV
i.V.m. Art. 14 Abs. 7 VTE die Möglichkeit zu gewähren sein, die psycholo-
gische Tauglichkeitsuntersuchung zu wiederholen. Besteht der Beschwer-
deführer die (zweite) psychologische Tauglichkeitsuntersuchung, ist seine
Fahrtauglichkeit wieder gegeben (vgl. Art. 35 Abs. 1 STEBV).
An diesem Ergebnis ändert nichts, dass die genannten (Gesetzes-)
Bestimmungen vom Beschwerdeführer nicht ausdrücklich angerufen wur-
den und er sich in seiner Beschwerdebegründung im Wesentlichen auf den
Grundsatz von Treu und Glauben gestützt hat. Das Bundesverwaltungsge-
richt ist an die Begründung der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4
VwVG) und kann eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend ge-
machten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Er-
gebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen
(sog. Motivsubstitution; BVGE 2009/61 E. 6.1).
4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Antrag des Be-
schwerdeführers, die psychologische Tauglichkeitsuntersuchung wieder-
holen zu dürfen, zu Unrecht abgewiesen hat. Eine nicht bestandene psy-
chologische Tauglichkeitsuntersuchung kann entgegen der Ansicht der Vo-
rinstanz und nach den für sie verbindlichen Bestimmungen der Richtlinie
BAV unter Umständen sofort, jedenfalls aber nach einem Jahr wiederholt
werden. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben, soweit die Vo-
rinstanz den Antrag des Beschwerdeführers auf Wiederholung der psycho-
logischen Tauglichkeitsuntersuchung abgewiesen hat und dem Beschwer-
deführer (vollumfänglich) die Kosten für das Verfahren vor der Vorinstanz
auferlegt hat (Ziffn. 2 und 3 der Verfügung der Vorinstanz vom 21. Mai
2014). Die Angelegenheit ist zum neuen Entscheid im Sinne der Erwägun-
gen und zur Neuverlegung der Kosten an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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5.
Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Re-
gel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dabei gilt die Rück-
weisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zum neuen Entscheid (mit
noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (vgl. Urteil des BGer 1C_397/2009 vom 26. Ap-
ril 2010 E. 6). Der Beschwerdeführer ist somit vorliegend als vollständig
obsiegend anzusehen und es sind ihm aus diesem Grund keine Verfah-
renskosten aufzuerlegen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft
des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Ebenfalls keine Verfahrens-
kosten zu tragen hat die unterliegende Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
Der obsiegende Beschwerdeführer hat sodann Anspruch auf eine Entschä-
digung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten
(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Das Bundesverwaltungs-gericht legt die Parteient-
schädigung aufgrund der eingereichten Kosten-note oder, wenn keine Kos-
tennote eingereicht wird, aufgrund der Akten fest (Art. 8 ff. VGKE). Vorlie-
gend hat der Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht. Aufgrund des
mutmasslichen Zeitaufwandes für das vor-liegende Beschwerdeverfahren
hält das Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr.
2'000.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) für angemessen. Diese ist der
Vorinstanz zur Bezahlung nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden
Urteils aufzuerlegen (Art. 64 Abs. 2 VwVG).
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