Decision ID: ff77d9da-7127-42ec-9aa3-bcdca5f5e90e
Year: 2011
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Belastungen beider Tätigkeitsgebiete. Der Sachverhalt sei demnach
ungenügend abgeklärt worden. Bei der Feststellung des Erwerbseinkommens
als Beraterin bei ... sei die IV-Stelle davon ausgegangen, dass die
Beschwerdeführerin ein 100%-Pensum wahrnehmen könne und mute ihr ein
Invalideneinkommen von Fr. 31'822.70 zu. Die IV-Stelle nehme damit an, es
handle sich um das aktuell erzielte Einkommen. Dies sei nicht korrekt.
Abzustellen sei auf den in den Jahresrechnungen ausgewiesenen Gewinn,
zuzüglich der Beiträge an die AHV und jener der beruflichen Vorsorge.
Betrachtet ab dem Jahr 2004 entspreche dies einem Invalideneinkommen von
Fr. 16’455.-- (durchschnittlicher effektiver Verdienst der letzten drei Jahre
gemäss Jahresrechnungen) bzw. einem Arbeitspensum von ca. 50%. Es sei
des Weiteren zwischen zwei Phasen zu unterscheiden, nämlich der Zeit,
während der die Beschwerdeführerin vorwiegend als Hausfrau, Mutter und
nur nebenbei als Beraten für ... tätig gewesen sei und der Zeit, während der
sie ihr Arbeitspensum ohne Unfall zulasten der Haushaltstätigkeit ausgedehnt
hätte. Die erste Phase habe bis 2006 gedauert. Für diese Phase sei der
Invaliditätsgrad in Anwendung von Art. 28a Abs. 2 IVG zu bemessen
(Betätigungsvergleich). Es sei zu prüfen, in welchem Masse die
Beschwerdeführerin unfähig gewesen sei, im Aufgabenbereich tätig zu sein.
Dafür habe die Beschwerdegegnerin eine Haushaltsabklärung vornehmen
lassen, in welcher eine Einschränkung von gesamthaft 30.2% festgestellt
worden sei. Diese Einschränkung sei jedoch zu niedrig bewertet, da sich
insgesamt eine Einschränkung im Haushalt von 47% ergebe. Auch das
Gutachten des Kantonsspitals ... stütze diese Auffassung. Demnach stehe
der Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres ab 1. Mai 2004 bis zum
31. März 2006 eine Viertelsrente zu (47 x 0.3 + 38.57 x 0,7).
Seit dem Jahr 2006, als die ältere Tochter ihr Medizinstudium in Zürich
aufgenommen habe und die jüngere Tochter auch bereits 14 Jahre alt
gewesen sei, hätte die Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Floristin und
Verkäuferin von ...-Produkten zu 70% wieder aufgenommen, wenn sie nicht
den Unfall erlitten hätte. Dabei hätte sie ein Einkommen als Floristin und
Beraterin/Verkäuferin ... in der Höhe von mindestens Fr. 50’000.-- generieren
können. Dieses Einkommen würde bestätigt durch die LSE, gemäss welcher
für selbständige und qualifizierte Arbeiten (Anforderungsniveau 2) bei einem
Pensum von 70% im Bereich Detailhandel ebenfalls mit rund Fr. 44'400.-- pro
Jahr gerechnet werde.
Es ergebe sich demnach für den Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 67%,
was bei einem Anteil von 70% zu einem Teilinvaliditätsgrad von 47% führe.
Damit resultiere insgesamt ein Invaliditätsgrad von 61%, was die
Beschwerdeführerin zum Bezug einer Dreiviertelsrente berechtige. Eine
vollzeitige Erwerbstätigkeit im Bereich ... sei der Beschwerdeführerin
angesichts der Behinderung (praktische Gebrauchsunfähigkeit des
Arbeitsarmes bzw. der Arbeitshand) nicht zumutbar. Dies sei jedoch von
keinem Arzt abgeklärt worden. Es sei immer nur nach der Arbeitsfähigkeit im
Bereich Haushalt gefragt worden. Einzig Dr. med. ... habe sich im Jahr 2007
dazu geäussert, dass eine reine Kontrolltätigkeit ganztags zumutbar sei.
Zudem sei nicht bekannt, wie hoch die effektive Leistungsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit wäre. Wenn man nicht auf das effektiv erzielte
Einkommen abstellen wolle, so sei diesbezüglich ein Gutachten einzuholen.
Bei der Festlegung des Invalideneinkommens in einer adaptierten Tätigkeit
seien die Tabellenlöhne (LSE) anzuwenden. Aufgrund der Behinderung stehe
fest, dass die Beschwerdeführerin für produktionsnahe Arbeiten nicht
geeignet sei und ihr praktisch nur der Dienstleistungssektor offen stehe. Auch
dort stehe der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer praktischen Einarmigkeit
und der fehlenden Ausbildung im Bürobereich nur ein sehr eingeschränkter
Arbeitsmarkt offen. Aufgrund dessen sei beim Einkommen ein Abzug von 25%
vorzunehmen. Anzunehmen sei, dass die in den beiden Tätigkeitsbereichen
(Erwerb und Haushalt) vorhandenen Belastungen einander wechselseitig
beeinflussten (Wechselwirkung). Dazu seien ebenfalls Abklärungen
vorzunehmen. Sollte eine verminderte Leistungsfähigkeit im erwerblichen
Bereich oder im Aufgabenbereich infolge der Beanspruchung im jeweils
anderen Tätigkeitsfeld bestehen, sei ein weiterer Abzug von 15%
vorzunehmen.
7. Mit Vernehmlassung vom 7. Oktober 2010 hielt die IV-Stelle an ihrer
Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Es sei nicht
nachvollziehbar, warum die Beschwerdeführerin bis zum 31. Dezember 2005
nach der Methode des Betätigungsvergleiches eingeschätzt werden solle, da
sie nämlich bereits seit dem Jahr 2000 als Verkäuferin/Beraterin bei ... tätig
gewesen sei. Aber auch ein solches, von der Beschwerdeführerin gefordertes
Vorgehen führe nicht zu einem Rentenanspruch. Die im Haushaltsbericht
ermittelte Gesamteinschränkung von 30.2% sei korrekt. Den ärztlichen
Schätzungen der Einschränkung im Haushalt sei kein genereller Vorrang
gegenüber den Abklärungen der IV-Stelle im Haushalt zuzusprechen.
Vorliegend sei trotz der Vorbringen der Beschwerdeführerin daran
festzuhalten, dass keine besonderen Umstände gegeben seien, welche den
Abklärungsbericht als ungeeignet oder mangelhaft erscheinen liessen. Nur
die Tatsache alleine, dass die Versicherte mit dem Abklärungsbericht nicht
einverstanden sei und die Meinung vertrete, dass die Einschränkungen in den
in der Beschwerde erwähnten Bereichen höher seien, würden nicht dazu
führen, dass der Abklärungsbericht als nicht nachvollziehbar und
widersprüchlich betrachtet werden müsse. Die vorgenommene Gewichtung
im Haushaltsabklärungsbericht berücksichtige bereits die in der Beschwerde
aufgezählten besonderen Umstände. Die im Haushaltsabklärungsbericht
gemachten Schätzungen lägen im Wesentlichen im Bereich der vom
Gutachten des Kantonsspitals ... festgestellten Einschränkungen.
Obwohl das Gutachten die Schadenminderungspflicht (geeignete
organisatorische Massnahmen und zumutbare Mithilfe von
Familienangehörigen) vollkommen unberücksichtigt lasse, würden die darin
geschätzten Angaben im Durchschnitt zu einer Gesamteinschränkung von
„lediglich“ 37.6% führen, weswegen es für den Rentenanspruch keinen
Unterschied mache. Auch die im Haushalt tätige Versicherte unterliege der
Schadenminderungspflicht. Die zumutbare Mithilfe Familienangehöriger gehe
üblicherweise weiter als die ohne Gesundheitsschaden zu erwartende
Unterstützung. Vorliegend wohnten die beiden Töchter sowie der Ehemann
zumindest partiell im gleichen Haushalt, welche bei Anwesenheit somit
massgebend im Haushalt mithelfen könnten. Selbst wenn man aber dem
Antrag der Beschwerdeführerin Folge leisten und den IV-Grad nach der
spezifischen Methode des Betätigungsvergleiches ermitteln würde, würde der
Invaliditätsgrad vom 1. Mai 2004 bis 31. Dezember 2005 30% betragen, so
dass die Versicherte bis 31. Dezember 2005 keinen Rentenanspruch hätte.
Betreffend das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte, effektiv erzielte
Einkommen von Fr. 16’455.-- sei festzuhalten, dass gemäss dem hier
anwendbaren Gesetz als Erwerbseinkommen das mutmassliche jährliche
Erwerbseinkommen gelte, von welchem Beiträge gemäss AHVG erhoben
würden. Vorliegend gehe aus dem IK-Auszug vom 10. September 2009
zweifellos hervor, dass die Versicherte in den Jahren 2006 bis 2008
durchschnittlich ein AHV-beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 31’822.70
erzielt habe, sodass in der angefochtenen Verfügung zu Recht von einem
Invalideneinkommen von Fr. 31’822.70 ausgegangen werde. Die von der
Beschwerdeführerin vorgelegten Jahresrechnungen würden daran nichts
ändern, denn diese hätten auf das tatsächlich erzielte AHV-beitragspflichtige
Einkommen und somit auf das diesem gleichzusetzende Invalideneinkommen
keine Relevanz, sondern hätten lediglich steuerrechtliche Auswirkungen.
Daraus resultiere im Vergleich mit dem von der Beschwerdeführerin
geforderten Valideneinkommen von Fr. 50’000.-- bei einem 70%-Pensum ab
1. Januar 2006 eine Erwerbseinbusse von 36.36%. Selbst wenn man also von
einer Gewichtung des Erwerbsbereiches von 70% ausginge, käme der
Invaliditätsgrad auf unter 40% zu liegen (36.35% x 0.7 + 30.2% x 0.3 =
34.51%).
Schliesslich bedürfe es auch keiner weiterer Abklärung der Wechselwirkung
zwischen den beiden Tätigkeitsbereichen der Versicherten mehr, da die
Erhebungen aus dem Haushaltsbericht und die beigezogenen
Erwerbseinkommen aus der Zeit stammten, wo die Versicherte in beiden
Bereichen tätig gewesen sei.
8. Replicando führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie in der ersten Phase
nur hobbymässige Beraterin bei ... gewesen sei. Dass diese Beschäftigung
nebensächlichen Charakter gehabt habe, zeige der Jahresumsatz von nur
Fr. 11’000.--. Während der Haushaltsabklärung habe die Expertin auf die
Aussagen der Beschwerdeführerin abstellen müssen, da zur Demonstration
der Aufgaben nicht genügend Zeit vorhanden gewesen sei. Dabei sei
erschwerend hinzugekommen, dass die Beschwerdeführerin ihre
Einschränkungen aus Scham eher heruntergespielt habe. Zudem fehle der
Expertin das medizinische Wissen, den Umfang der Einschränkungen richtig
abzuschätzen. Die Mithilfe der Mutter der Beschwerdeführerin gehe zudem
über die zumutbare Schadensminderungspflicht hinaus, denn die Mutter
müsse sie täglich unterstützen und ihre Töchter seien studienbedingt bzw.
beruflich grösstenteils abwesend.
Des Weiteren sei der Sachverhalt ungenügend abgeklärt, da nie untersucht
worden sei, inwiefern die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit als
Floristin, in einer adaptierten Tätigkeit oder als Hausfrau funktionell
eingeschränkt sei. Was das Invalideneinkommen betreffe, so habe die
Beschwerdeführerin einen Agenturvertrag mit ... und sei demnach nicht
unselbständig tätig. Die Einnahmen bestünden aus dem Umsatz für die
Produkte. Davon in Abzug zu bringen seien die Gewinnungskosten und die
persönlichen Einlagen in die Einrichtung der beruflichen Vorsorge, was in den
Jahresrechnungen ebenfalls zum Ausdruck komme. Das von ... angegebene
AHV-beitragspflichtige Einkommen entspreche nicht dem effektiven
beitragspflichtigen Gewinn gemäss Gesetz.
Die Beschwerdeführerin verwerte die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit mit
durchschnittlich vier Stunden pro Tag voll. Sollte aber das Verwaltungsgericht
dennoch zum Schluss kommen, die Beschwerdeführerin verwerte ihre jetzige
Arbeitsfähigkeit nicht voll aus und deshalb auf die Tabellenlöhne (LSE)
abzustellen sei, seien Abklärung betreffend einer allfälligen Beeinflussung der
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorzunehmen, wenn sie sowohl
erwerbstätig als auch im Haushalt tätig sein müsse. Die Beschwerdegegnerin
werde darauf behaftet, dass das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin
bei einer 70%igen Erwerbstätigkeit bei Fr. 50'000.-- liege.
9. In ihrer Duplik wiederholte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen ihre
bereits vorgebrachte Begründung. Überdies führte sie aus, die
Beschwerdeführerin beanstande in der Beschwerde neu das von der IV-Stelle
für das Jahr 2008 ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 31’822.67. Es sei
aber aktenmässig klar erstellt, dass die Beschwerdeführerin
sozialversicherungsrechtlich als Arbeitnehmerin (...) einzustufen sei und in
den Jahren 2006 bis 2008 durchschnittlich ein AHV-beitragspflichtiges
Einkommen von Fr. 31’822.67 erzielt habe. In der angefochtenen Verfügung
sei damit zu Recht von einem Invalideneinkommen von Fr. 31’822.67
ausgegangen worden. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten
Jahresrechnungen würden daran aus den bereits in der Vernehmlassung
genannten Gründen nichts zu ändern vermögen. Bei „gesunden“
Arbeitnehmenden würden die Vergleichseinkommen auch nicht ermittelt,
indem vom AHV-beitragspflichtigen Lohn noch die Gewinnungskosten und die
persönlichen Einlagen in die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge
abgezogen würden. Selbst wenn man den Forderungen der
Beschwerdeführerin nachkomme und von einer Gewichtung des
Erwerbsbereichs von 70% ausginge, käme der Invaliditätsgrad auf unter 40%
zu liegen. Aufgrund dieser Ausführungen werde - auch ohne ein
medizinisches Gutachten einzuholen - klar, dass die Versicherte weder vom
1. Mai 2004 bis 31. Dezember 2005, noch ab 1. Januar 2006 einen
Rentenanspruch gehabt habe und demnach die angefochtene Verfügung im
Resultat nicht zu beanstanden sei. Bei richtiger Betrachtung sei aber von einer
Aufteilung 60% Erwerbstätigkeit und - demnach von einem tieferen
Valideneinkommen - und 40% Haushalt auszugehen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Verfahrensobjekt ist vorliegend die Verfügung der IV-Stelle vom 1. Juli 2010,
in welcher diese der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine
Viertelsrente der Invalidenversicherung verweigert hat.
2. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 4
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei
erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel
nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs.
1 Satz 1 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung
noch zumutbare Erwerbseinkommen (Invalideneinkommen) mit jenem ohne
Behinderung verglichen (Valideneinkommen), wobei die daraus resultierende
Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist ein Versicherter danach
mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG).
Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es in erster Linie auf die
wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische
Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 395 E. 2.1; PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten i. S. von Art. 5 Abs. 1 IVG wird für die
Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert
sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich;
Art. 28a Abs. 2 IVG i. V. m. Art. 27 IVV). Art. 27bis IVV besagt, wenn bei
Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Betrieb ihres Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, anzunehmen ist, dass
sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne
Gesundheitsschaden ganztätig erwerbstätig wären, die
Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für
Erwerbstätige zu bemessen ist. Nur wenn diese Voraussetzung einer
hypothetisch ausgeübten Erwerbstätigkeit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, kommt die spezifische Methode
(Betätigungsvergleich) zur Anwendung (BGE 104 V 135; U. Meyer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung (IVG), 2. Auflage, 2010, Art. 28 a, S. 331).
3. a) Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, dass man die Zeit seit dem Unfall
bis heute in zwei Phasen unterteilen müsse. In der ersten Phase bis zum Jahr
2006 sei ihr Einkommen nach der Methode des Betätigungsvergleiches zu
ermitteln, da ihre Tätigkeit bei der ... rein hobbymässig erfolgt sei und sie sich
überwiegend als Hausfrau betätigt habe. Dies vermag nicht zu überzeugen.
Es ist zum Einen anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall ihre Erwerbstätigkeit ausgebaut hätte. Zum Andern ist auch
der Umfang der Tätigkeit für ... (selbst bei hobbymässiger Ausübung) unklar,
weshalb nicht eingeschätzt werden kann, mit welchem - allenfalls über ein
Hobby hinausgehendem - Pensum die Beschwerdeführerin sich dieser Arbeit
in jener ersten Phase gewidmet hatte. Eine Berechnung des IV-Grades nach
Betätigungsvergleich ist daher nicht durchzuführen und auch deswegen
abzulehnen, weil die Beschwerdeführerin bereits seit Februar des Jahres
2000 teilzeitlich für die ... tätig ist.
b) Des Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz unter
Heranziehung der gemischten Methode von einer nur 60%igen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen sei (Mittelwert der im
Haushaltsbericht angenommenen 50 – 70%). Bei der gemischten Methode
sei von einer Aufteilung Erwerb/Haushalt von 70% zu 30% auszugehen. Eine
hypothetische Feststellung des Einkommens der Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall gestaltet sich vorliegend schwierig, da sie in ihren beiden
Berufen (Floristin und Verkäuferin ...) relativ frei in der Ausgestaltung ihres
Pensums gewesen wäre. Für eine 60%ige Erwerbstätigkeit spricht jedoch,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung angegeben
hatte, zwischen 50–70% erwerbstätig zu sein. Die Vorinstanz hat mit der
Annahme einer 60%igen Erwerbstätigkeit auf den Durchschnittwert dieser
Angabe der Beschwerdeführerin abgestellt, was plausibel erscheint und
deshalb nicht zu beanstanden ist. Vorliegend ist daher von einer
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 60% auszugehen.
c) Die Vorinstanz ist auf der Grundlage eines 60%-Pensums sodann von einem
Valideneinkommen von Fr. 37’825.90 ausgegangen und hat sich dabei auf die
LSE 2008 des Bundesamtes für Statistik, Total aller Wirtschaftszweige,
Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse), gestützt. Die
Beschwerdeführerin behauptet jedoch, sie hätte im Gesundheitsfall ein
Einkommen von mindestens Fr. 50’000.-- erzielen können, ohne diese
Angabe konkret zu belegen. Zur Untermauerung ihrer Behauptung zieht sie
die LSE 2008 heran, in welcher bestätigt würde, dass bei Anforderungsniveau
2 (selbständige und qualifizierte Tätigkeiten) und bei einem 70%-Pensum im
Bereich Detailhandel ein Einkommen von Fr. 44'400.-- erzielt werden könne.
Wie genau sie dieses Einkommen berechnet hat, gibt die Beschwerdeführerin
nicht an. Das Gericht erhält mit den Angaben der Beschwerdeführerin nämlich
ein leicht abweichendes Resultat. Folgt man dennoch der Argumentation der
Beschwerdeführerin, geht aber dabei von einem 60%-Pensum aus, so ergibt
sich daraus ein jährliches Einkommen von Fr. 36’540.--, was nicht weit von
den von der Vorinstanz in ihrer Verfügung errechneten Fr. 37’825.90 entfernt
ist. Die zu Grunde gelegten Zahlen der Vorinstanz scheinen demnach in etwa
das wiederzuspiegeln, was sich auch die Beschwerdeführerin als
Valideneinkommen vorgestellt hatte, auch wenn sie selbst von einem
70%igen Erwerbspensum ausgegangen ist. Das Valideneinkommen ist
demnach korrekt auf Fr. 37’825.90 festzusetzen. Die Berechnung des
Invaliditätsgrades führt im Übrigen selbst dann nicht zu einem Anspruch auf
eine Invalidenrente, wenn man die Forderungen der Beschwerdeführerin
berücksichtigen würde, da vorliegend das korrekte Invalideneinkommen
Fr. 31’822.70 beträgt und nicht Fr. 16’455.--, wie noch zu zeigen sein wird. In
beiden Varianten der Beschwerdeführerin - höheres Valideneinkommen bei
Pensum von 70% im Erwerbsbereich (36.35% x 0.7 + 30.2% x 0.3 = 34.51%)
oder höhere Einschränkung im Bereich Haushalt bei Pensum von 70% im
Erwerbsbereich (36.35% x 0.7 + 47% x 0.3 = 39.44%) – wird somit der
geforderten Invaliditätsgrad von 40% nicht erreicht.
4. a) Die Beschwerdeführerin beanstandet in der Beschwerde erstmals auch die
Höhe des von der Vorinstanz herangezogenen effektiven
Invalideneinkommens von Fr. 31'822.70 und bringt vor, es sei sachgemässer,
den Durchschnitt der letzten drei Jahresgewinne heranzuziehen und die
Leistungen an die AHV sowie die berufliche Vorsorge abzuziehen. Gemäss
Art. 25 Abs. 1 der Invalidenversicherungsverordnung (IVV) gelten als
Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 16 ATSG mutmassliche jährliche
Erwerbseinkommen, von denen Beiträge gemäss Alters- und
Hinterlassenenversicherungsgesetz (AHVG) erhoben würden. Art. 25 Abs. 1
IVV verlangt jedoch keine absolute Gleichstellung des für die
Invaliditätsbemessung relevanten Einkommens mit dem der AHV-
Beitragspflicht unterliegenden Beitragsobjekt; vielmehr soll den
Verschiedenheiten der beiden Rechtsgebiete Rechnung getragen werden
und lediglich im Bereich der massgeblichen hypothetischen
Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkünften
eine Parallelisierung erreicht werden. Für die Invaliditätsbemessung dürfen
somit grundsätzlich nur Einkünfte in Anschlag gebracht werden, welche die
versicherte Person aus einer auf Erzielung von Erwerbseinkommen
gerichteten Tätigkeit gewinnen und die dergestalt der AHV-rechtlichen
Beitragspflicht unterliegen würden. Bei Selbständigerwerbenden kann
grundsätzlich auf die Einträge in das individuelle Konto (IK) abgestellt werden
(SVR 2009 IV 28 79; Meyer, a.a.O., Art. 28a, S. 291). Es ist demnach
vorliegend auf das in den IK-Auszügen ausgewiesene, AHV-beitragspflichtige
Einkommen der Beschwerdeführerin abzustellen. Abzüge, wie sie die
Beschwerdeführerin geltend macht, sind nach dem Gesagten nicht
gerechtfertigt.
b) Grundsätzlich gilt, dass das Invalideneinkommen so konkret wie möglich
ermittelt werden soll, weshalb primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen ist, in welcher die versicherte Person steht. Es ist nicht
notwendig, sich beim Invalideneinkommen auf einen statistischen
Durchschnittslohn zu beziehen, wenn die versicherte Person trotz ihrer
Behinderung in der Lage ist, ihre bisherige Berufsarbeit auszuüben, wenn
auch mit einer gewissen Leistungseinschränkung. (Meyer, a.a.O., Art. 28a, S.
311/312). Die Vorinstanz hat das effektive Invalideneinkommen zu ihrer
Berechnung herangezogen, das Pensum dabei aber offen gelassen. Die
Beschwerdeführerin beantragt im Grundsatz ebenfalls, vom effektiven
Invalideneinkommen auszugehen, wobei sie Abzüge geltend macht, welche
allerdings – wie oben (E. 4a) bereits ausgeführt – nicht gerechtfertigt sind.
Geht man vorliegend vom effektiven Invalideneinkommen aus, ist ausserdem
fraglich, wie hoch dieses bzw. wie hoch das damit zusammenhängende
Pensum der Beschwerdeführerin zu veranschlagen ist. Im Rahmen der
Abklärungen der Beschwerdegegnerin äusserte sich Dr. med. ..., leitender
Arzt in der Abteilung für Handchirurgie im Kantonsspital Graubünden und für
einen bestimmten Zeitraum behandelnder Arzt der Beschwerdeführerin, zu
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten
Tätigkeit. In seinem Schreiben vom 9. Februar 2007 führte er dazu aus, dass
die Beschwerdeführerin in einer adaptierten (Kontroll)Tätigkeit unter Einsatz
nur der rechten Hand voll (8 Stunden pro Tag) arbeitsfähig sei. Diese
Einschätzung deckt sich auch mit den Aussagen des Gutachtens des
Kantonsspitals ..., laut welchem der Beschwerdeführerin administrative
Tätigkeiten zu 100% zugemutet werden können. Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin in den letzten Jahren einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen ist, spricht ebenfalls dafür, dass sie ihre Resterwerbsfähigkeit
entsprechend verwertet und die Tätigkeit ihr zumutbar ist. Schliesslich betonte
die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift (Rz. 16) auch, dass ihre
Arbeitstätigkeit für sie aus persönlichen wie aus familiären Gründen sehr
wichtig sei. Es ist daher anzunehmen, dass sie ihre Möglichkeiten ausschöpft,
wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Angesichts dessen, dass zudem zwei
medizinische Beurteilungen (Dr. med. ... und Gutachten Kantonsspital ...)
eine administrative Tätigkeit voll erlauben, ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz vorliegend vom effektiv erzielten Invalideneinkommen
ausgegangen ist, zumal sich dies, wenn nicht sogar von Vorteil, dann
zumindest nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auswirkt. Aus diesen
Gründen kann auch auf die Einholung eines Gutachtens zur Abklärung der
Arbeitsfähigkeit verzichtet werden.
c) Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei ein Leidensabzug von 25% des
Invalideneinkommens vorzunehmen, da der Beschwerdeführerin aufgrund
ihrer „praktischen Einarmigkeit“ und der fehlenden Ausbildung im Bürobereich
nur ein eingeschränkter Arbeitsmarkt offen stehe. Die Tabellenlöhne der LSE
sind gegebenenfalls zu kürzen, wenn gesundheitlich beeinträchtigte
Personen selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind. Solche
Personen sind im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend
einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt und müssen deshalb in
der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (BGE 124 V 321
E. 3b/bb S. 323). Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen
sind, ist von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig. Der
Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf
höchstens 25% zu begrenzen ist. Er sollte aber auch nicht unter 10% zu liegen
kommen, da er dann nicht mehr materialisier- und überprüfbar wäre (Urteil
des Bundesgerichts 8C_773/2009 vom 19. Februar 2010 E. 5.3; BGE 126 V
75; Meyer, a.a.O., Art. 28a S. 314). Da vorliegend aber nicht auf einen
Tabellenlohn der LSE, sondern auf das von der Beschwerdeführerin mit ihrer
Beeinträchtigung noch erzielte, effektive Invalideneinkommen abgestellt wird,
entfällt der Leidensabzug. Demnach hat die Vorinstanz korrekterweise auf ein
Invalideneinkommen von Fr. 31’822.70 abgestellt.
d) Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin auch eine Abklärung der in den
beiden Tätigkeitsbereichen (Erwerb und Haushalt) vorhandenen
wechselseitigen Belastungen. Einer allfälligen dadurch bedingten
Leistungsfähigkeitseinbusse sei mit einem weiteren Abzug von 15%
Rechnung zu tragen. Das Bundesgericht hat mit gewissen Voraussetzungen
und Schranken die Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen
Erwerbs- und Haushaltsbereich zugelassen (BGE 134 V 9;
Bundesgerichtsurteile 8C_283/2011 vom 26. Mai 2011 und 8C_729/2009 vom
30. November 2009). Das kann dadurch geschehen, dass im
Haushaltsabklärungsbericht bereits die wechselseitigen Beeinträchtigungen
berücksichtigt werden; ist dies nicht erfolgt, so können Wechselwirkungen mit
einer zusätzlichen Einbusse von maximal ungewichteten 15% berücksichtigt
werden. Wenn aber der erwerbliche und der Haushaltsbereich je in
Berücksichtigung des jeweils anderen Bereichs beurteilt worden sind, so
besteht kein Raum für zusätzliche Wechselwirkungen (Bundesgerichtsurteil
9C_868/2008 vom 4.11.2008, E. 4.3.2; zum Ganzen: Hansjörg Seiler in: René
Schaffhauser / Franz Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung
2009, Bd. 64, ... 2010, S. 23). Die Akten liefern im vorliegenden Fall keine
konkreten Anhaltspunkte für eine nicht schon berücksichtigte wechselseitige
Beeinflussung der Leistungsfähigkeit in den beiden Tätigkeitsbereichen der
Beschwerdeführerin. Der Haushaltsabklärungsbericht wurde zudem zu einem
Zeitpunkt erhoben, in welchem die Beschwerdeführerin sowohl erwerbs- als
auch im Haushalt tätig gewesen war. Die Wechselwirkungen sind vorliegend
daher entweder schon berücksichtigt worden oder nicht vorhanden, weshalb
weder weitere Abklärungen angezeigt sind noch ein weiterer Abzug
gerechtfertigt ist. Selbst wenn aber von einer Wechselwirkung ausgegangen
werden könnte, könnte maximal ein Abzug von 15% zugelassen werden (BGE
134 V 9). Mit einem Abzug von 15% betrüge das Invalideneinkommen
Fr. 27’049.30. Bringt man dieses vom Valideneinkommen in Abzug, so ergibt
sich ein Betrag von Fr. 10’776.60, was einer Leistungseinbusse von 28.49%
entspricht und im Endergebnis zu einem Invaliditätsgrad von rund 29.17%
(28.49% x 0.6 + 30.20% x 0.4) führt. Auch ein Abzug von 15% führte daher
vorliegend nicht zu einem Anspruch auf eine Invalidenrente.
Nach den gesamten Ausführungen steht fest, dass das effektive
Invalideneinkommen Fr. 31’822.70 beträgt und zur Berechnung des
Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin herangezogen werden kann.
5. a) Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich wurden
sodann vorliegend einerseits in der Haushaltsabklärung vom 13. Mai 2009
und andrerseits im Gutachten des Kantonsspitals ... vom 30. März 2005
beurteilt. Das Gutachten des Kantonsspitals ... bescheinigt der
Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich und in der Kinderbetreuung leichte
(10-30%) bis erhebliche (30-50%) Einschränkungen, während sie bei
administrativen Aufgaben nicht eingeschränkt sein soll. Einzig bei
handwerklichen Tätigkeiten attestierte das Gutachten ihr eine starke (50-70%)
Einschränkung. Die Haushaltsexpertin geht von einer gesamten
durchschnittlichen Einschränkung im Haushalt von 30.20% aus. Die
Beschwerdeführerin bringt dazu wiederholt vor, ihre Einschränkungen im
Haushalt lägen höher (nämlich bei 47%) als dies im
Haushaltsabklärungsbericht vom 13. Mai 2009 festgehalten worden sei und
beruft sich dabei auf das Gutachten des Kantonsspitals ..., welches ihr ihrer
Meinung nach höhere Einschränkungen attestiere.
b) Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der eingeholte
Abklärungsbericht eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage dar.
Das Gericht greift in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar
feststellbare Fehlresultate (z. B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen.
Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im
Beschwerdefall zuständige Gericht. Es ist willkürlich, wenn ein Gericht ohne
trifftigen Grund von den Angaben im Abklärungsbericht abweicht. Da bei der
Haushaltsabklärung gerade nicht die medizinische Beurteilung im
Vordergrund steht, bedarf es des Beizugs einer ärztlichen Fachperson, die
sich zu den einzeln Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtspunkt
der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, namentlich bei
unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu
den ärztlichen Befunden stehen. Sonst genügt es, wenn die
Abklärungsperson Kenntnis der sich aus den medizinischen Diagnosen
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Anders lautenden
ärztlichen Feststellungen ist (ausser bei psychischen Beeinträchtigungen
einer versicherten Person) kein erhöhtes Gewicht beizumessen (Hansjörg
Seiler, a.a.O., S. 16 und 17).
c) Bei einem Vergleich des Gutachtens des Kantonsspitals ... mit dem
Haushaltsabklärungsbericht lässt sich feststellen, dass sie sich im
Wesentlichen nicht widersprechen, sondern eher decken, wenn sie auch
innerhalb der einzelnen Bereiche leicht divergieren: So ging der
Haushaltsabklärungsbericht beispielsweise im Bereich „Einkauf/weitere
Besorgungen“ von einer Einschränkung von 10% aus, während das
Gutachten des Kantonsspitals ... zu einer Einschränkung von 10–30%
gelangte. Im Bereich „Haustiere/Pflanzen/Gartenpflege“ wurde im
Haushaltsabklärungsbericht eine Einschränkung von 20% festgestellt,
während das Gutachten von einer Einschränkung zwischen 30-50% ausging.
Im Bereich „Ernährung“ bescheinigte das Gutachten sodann eine
Einschränkung zwischen 30-50%, während die Haushaltsabklärung eine
Einschränkung von 30% attestierte. Die Abweichungen zwischen dem
Haushaltsabklärungsbericht und dem von der Beschwerdeführerin
angeführten Gutachten des Kantonsspitals ... sind also nicht so frappant,
dass man auf einen gravierenden Mangel des Abklärungsberichts schliessen
könnte. Die Beschwerdeführerin verzerrt diesen Eindruck nämlich, indem sie
meist einfach auf den Höchstwert der durch das Gutachten geschätzten
Einschränkung abstellt. Dieses Vorgehen kann schon alleine deshalb nicht
geschützt werden, weil es dem Sinn und Zweck einer Schätzung zuwiderläuft,
welche sich ihrer Natur nach gerade nicht auf ein ganz konkretes Resultat,
sondern auf eine gewisse Spannbreite von Möglichkeiten bezieht. Des
Weiteren erscheint es sachgemässer, die Einschränkung grundsätzlich
jeweils im Mittelfeld der geschätzten Spannweite anzusiedeln. Selbst wenn
man aber allein auf das Gutachten des Kantonsspitals ... abstellen würde
(Mittelwert), würde daraus kein Rentenanspruch resultieren. Hinzu kommt,
dass auch die Beschwerdeführerin der Schadenminderungspflicht unterliegt.
Im Bereich der Invalidenversicherung gilt allgemein der Grundsatz, dass die
versicherte Person das ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen
ihres invalidisierenden Gesundheitszustandes soweit wie möglich zu mildern,
bevor sie Leistungen von der Versicherung verlangt (BGE 120 V 368 E 6b,
113 V 22 E. 4; Meyer, a.a.O., Art. 4, S. 30 mit weiteren Hinweisen) Eine
Schadensminderung ist vorliegend zumindest teilweise möglich (Mutter,
Töchter, Ehemann). Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer
Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht
nämlich in der Regel weiter als die ohne Gesundheitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509;
BGE 130 V 97 E. 3.3.3 S. 101). Aufgrund des Gesagten kommt das Gericht
daher zum Schluss, dass keine erneuten Abklärungen betreffend die
Einschränkung im Haushalt durchzuführen sind. Auf den
Haushaltsabklärungsbericht kann demnach abgestellt werden und es ist
vorliegend von einer Einschränkung im Haushalt von 30.20% auszugehen.
6. a) Abschliessend ergibt sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 37’825.90
und einem Invalideneinkommen von Fr. 31’822.70 eine Erwerbseinbusse von
Fr. 6’003.20, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von rund 16%
entspricht. Bei einer Aufteilung Erwerb/Haushalt von 60% zu 40% ergibt sich
damit ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 9.6% (16 x 0.6). Im
Haushaltsbereich ist die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten zu 30.20%
eingeschränkt, woraus ein Teilinvaliditätsgrad von 12% (30.2 x 0.4) resultiert.
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Insgesamt ergibt sich demnach ein Invaliditätsgrad von 21.6%. Ein
Rentenanspruch ist daher zu verneinen und die Beschwerde ist abzuweisen.
b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt. Vorliegend hat die unterliegende Beschwerdeführerin Kosten in
der Höhe von Fr. 700.-- zu übernehmen. Die obsiegende
Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61
lit. g ATSG e contrario).