Decision ID: c56b396d-b369-478c-8e37-8be50744377e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1962, meldete sich erstmalig am 10. Juli 2008 (Eingangs
datum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Hilfsmitteln an (Urk. 7/7). Nach medizinischen Abklärungen erteilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 8. November 2008 Kostengutsprache für ortho
pädische Serienschuhe (Urk. 7/13).
Am 18. Juli 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/16). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sowie durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 11. Februar 2015, Urk. 7/54; vorsorglicher Einwand vom 24. Februar 2015, Urk. 7/61; Rück
zug Einwand vom 16. März 2015, Urk. 7/63) verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 10. April 2015 einen Leistungsanspruch (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 11. Mai 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zu weiterer Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei ihm im Ergebnis eine Invalidität von 70 %, allenfalls von mindestens 50 % zuzugestehen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwalt Hans Werner Meier als unentgeltlichen Rechtsvertreter sowie um Ansetzung einer Frist zur Akteneinsicht und materiellen Beschwerdeergän
zung (Urk. 1). Mit Verfügung vom 20. Mai 2015 (Urk. 4) wurde das Gesuch um Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2015 (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-65) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). Gleichzeitig wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechts
anwalt Hans Werner Meier als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Der Beschwerdeführer äusserte sich mit Eingabe vom 19. August 2015 erneut zur Sache (Urk. 15), worüber die Beschwerdegegnerin am 21. August 2015 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass der Beschwerdeführer seit Februar 2013 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Aus medizinischer Sicht sei er in einer angepassten Tätigkeit zu keinem Zeit
punkt eingeschränkt gewesen. Eine leichte bis maximal mittelschwere, wechsel
belastende Tätigkeit sei ihm vollumfänglich zumutbar. Da das Einkommen in der angestammten Tätigkeit als Hilfskoch geringer sei als das Einkommen in der angepassten Tätigkeit, seien die Einkommen zuerst zu parallelisieren. Es resul
tiere ein Invaliditätsgrad von 1 %, womit weder Anspruch auf eine Rente noch auf berufliche Massnahmen bestehe (Urk. 2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass die im Recht liegenden Arztberichte belegen würden, dass er seit mindestens 1993 an starken Beschwerden des Wirbelsäulenkomplexes leide und er mehrere objektiv feststellbare erhebliche Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie eine Erkrankung aus dem arthritisch-rheumatischen Bereiche aufweise und zusätz
lich chronisch depressiv sei. Der Handgebrauch sei ebenfalls eingeschränkt. Über den Grad der aktuellen Erwerbsunfähigkeit fehlten verwertbare Grund
lagen, da alle Berichte nur kurze Zeiträume beleuchten würden. Eine umfas
sende Abklärung sei entsprechend notwendig. Eine angepasste Tätigkeit sei maximal zu 50 % möglich. Er sei zudem ungelernt.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
3.1
Dr. med. Y._, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Innere Medi
zin, hielt in seinem Bericht vom 15. Mai 2012 fest, dass beim Beschwerdeführer
einerseits ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links bei St
atus nach Diskushern
ienoperation lumbal ca. 1993, bei leichter Fehlform der
Wirbelsäule (Hyperkyphose der
Brustwirbelsäule [
BWS
]
) und bei geringen myofaszialen Schmerzen, andererseits ein unklarer medialer Fussschme
rz rechts
bei möglicher leichtgradiger Tendovaginitis der
Tibialis posterior Sehne rechts
diagnostiziert werden könne
. Für die Chronifizierungstendenz dürfte eine gewisse Schmerz
verarbeitungsstörung mitveran
t
wortlich sein und allenfalls auch eine psychoso
ziale Belast
ungssituation (Arbeitslosigkeit, Status nach
psychischer Problematik vor Jahren und Scheidung).
Er
werde nun als nächstes eine radiologische Untersuchung der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
und des rechten Fusses, sowie eine Sonophorese des Sprunggelenksbereichs rechts veranlassen.
Er
werde den
Beschwerdeführer
danach nachkontrollieren und
mit ihm die Befunde besprechen,
je nach dem seien
allenfalls lokale Infiltrationen oder die Auf
nahme einer gezielten physio
therapeutischen Behandlung in Erwägung zu zie
hen (Urk. 7/24/38).
Im Verlaufsbericht vom 25. Mai 2012 (Urk. 7/24/21) konstatierte Dr. Y._, dass er den Beschwerdeführer am 23. Mai 20
12 nochmals
hätte
nachkontrollieren müssen, nachdem eine Sonographie und eine radiologische Unt
ersuchung vor
genommen worden seien. Leider habe
der Beschwerdeführer keine Zeit gehabt und sei
der Nachkontrolle ferngeblieben (
er sei
etwas verspätet
gewesen
). Sono
graphisch
habe am Sprunggelenk und Fuss
rechts keine Pathologie erhoben werden
können
. Sowohl das Sprunggelenk als auch die langen Sehnen s
eien
unauffällig. Radiologisch besteh
e
im Bereich der LWS eine l
eichtgra
dige links
konvexe Skol
iose mit normalem Alignement. Die Wirbelkörper
seien
unauffällig (fünfgliedrig) mit leichter Chondrose L5/S1 und leichter Spondylarthrose L5/S
1.
Die radiologische Unter
suchung des rechten Fusses zeige
ebenfalls keine Pathologie. Die Ge
lenke seien
unauffällig, ohne Usuren, ohne bedeutsame Arthrosen, ohne Hinweis auf eine Stress
fraktur. Auch der Mittelfuss sei unauf
fällig (Röntgen
vom 23.05.12). Aufgrund der Befunde dräng
t
en sich vorerst keine Infiltrationen auf. Es wäre die Aufnahme einer physiotherapeutischen Behandlung zu diskutieren. Leider
habe er
diesen Punkt mit
dem Beschwerde
führer
nicht erörtern
können
. Selbstverständlich aber
seien
sie
zur Aufnahme einer physiotherapeutischen Behandlung bereit. Hierfür dürfe der
Beschwerde
führer ihn
auch direkt telefonisch erreichen
(Urk. 7/24/21)
.
3.2
Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Hals- Nasen- Ohrenkrankheiten, diag
nostizierte in seinem Bericht vom 5. März 2013 1) eine chronische Pharyngo
laryngitis bei Nikotinkonsum bei/mit differentialdiagnostisch Refluxkom
ponente, 2) chronische Kopfschmerzen ohne Hinweise für rhinosinugene Prob
lematik, Status nach Muschelstichelung und 3) eine abgeheilte Epipharynx-Zyste (Urk. 7/24/19).
Die chronische Laryngitis sei sicherlich nikotinbedingt, der Beschwerdeführer rauche 15-20 Zigaretten pro Tag. Nebenbei zeige sich auch eine ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation, er sei seit einem Monat arbeitslos und beim RAV. Allenfalls spiele auch noch eine leichte Refluxkomponente mit, er habe aber initial auf das Pantoprazol 40 1-0-1 nicht angesprochen.
Bezüglich der Nase habe er absolut keine Hinweise für eine rhinosinugene Proble
matik als Ursache für die Kopfschmerzen, diese seien wohl ebenfalls im stressbedingten Rahmen einzuordnen. Die Epipharynx-Zyste sei nach der Biop
sie (unauffällige Dignität) abgegangen und klinisch habe er in der Endoskopie keine Hinweise für ein Rezidiv gefunden. Er habe mit dem Beschwerdeführer eine Kontrolle in sechs Monaten vereinbart.
3.3
Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie, hielt in seinem Bericht vom 1. Juli 2013 als Diagnosen 1) an der ganzen linken Körperhälfte subjektiv Taubheitsgefühl ohne grob-neurologische Ursache (MRT des Schädels unauffäl
lig) als zentrale Sensibilitätsverarbeitungsstörung bei einem chronischen beein
trächtigenden Lumbovertebralsyndrom mit Wurzelreizung L5 links bei einer Diskushernie (DH) L5/S1 und Status nach DH-Operation der LWS in der Türkei (1993) und 2) seit drei Jahren kognitive Funktionsstörungen bei psychosozialen Belastungen und ungünstigen Verhältnissen, fest (Urk. 7/24/27 f.). Dr. A._ konstatierte, dass der linksseitigen Gefühlsstörung klar keine objektive neuro
gene Ursache zu Grunde liege. Das beeinträchtigende und störende Lumbover
tebralsyndrom verursache möglicherweise durch zentrale Mechanismen diese Funktionsstörung. Dahinter gebe es keine neurologische Erkrankung. Diese linksseitige Gefühlsstörung stelle keinerlei Hindernis für eine Operation im LWS-Bereich dar. Dennoch müsse man mit einer Operation bei diesem Beschwerdeführer sehr vorsichtig sein, weil es ihm psychisch nicht gut gehe und er unter diversen Belastungen lebe (Urk. 7/24/28).
3.4
3.4.1
Der Beschwerdeführer war vom 1. bis zum 6. August 2013 im B._ in der Klinik für Neurochirurgie hospitalisiert. Im Austritts
bericht vom 7. August 2013 notierten die behandelnden Ärzte folgende Diag
nosen (Urk. 7/49/15):
Lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5 links bei Diskushernie LWK5/SWK1 links
Status nach Diskektomie L4/5 links 1993 in der Türkei
Depression
Non-erosive reflux disease mit/bei
2-3 cm grosser axialer Hiatushernie und gleichzeitiger Kardiainsuffi
zienz
Diskrete Pangastritis (2012)
Status nach Eradikation einer H. pylori assoziierten Gastritis mit Amoxi
cillin/Clarithromycin in Kombination mit Nexium
Die behandelnden Ärzte konstatierten, sie hätten am 2. August 2013 eine Mikro
diskektomie L5-S1 links durchgeführt, welche komplikationslos verlaufen sei und der postoperative Verlauf habe sich problemlos ohne das Auftreten von neuen fokal-neurologischen Defiziten gestaltet (Urk. 7/49/15). Der Beschwerde
führer solle sich gemäss den Instruktionen schonen, gelegentliche Rücken- oder Beinschmerzen in den nächsten Wochen seien nicht ungewöhnlich. Er sei voll
umfänglich arbeitsunfähig vom 1. August bis zum 17. September 2013 (Urk. 7/49/16).
3.4.2
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 17. September 2013 hielten die behandeln
den Ärzte fest, dass der Beschwerdeführer insgesamt zufrieden sei mit dem Operationsergebnis, er leide lediglich unter Restlumbago, vor allem nach Belastung. Derzeit sei er noch arbeitsunfähig. Weitere neurochirurgische Mass
nahmen seien derzeit nicht indiziert. Der Beschwerdeführer habe ein Arbeits
unfähigkeitszeugnis bis zum 20. Oktober 2013 bekommen. Er möchte wieder arbeiten. Weitere Kontrollen seien nicht geplant, jedoch jederzeit möglich (Urk. 7/49/14).
3.4.3
Im Bericht vom 11. Dezember 2013 notierten die behandelnden Ärzte der Klinik für Neurochirurgie folgende Diagnosen (Urk. 7/49/12):
Rezidivierende Restlumbago mit teils Ausstrahlung links mehr als rechts pseudoradikulär
Status nach Mikrodiskektomie L5/S1 links am 2. August 2013
Status nach Diskektomie L4/5 links 1993 in der Türkei
Verdacht auf rheumatoide Arthritis bei entzündlichen Gelenksbeschwer
den an Händen und Füssen (szintigraphischer Nachweis einer peripheren polyartikulären Arthritis)
Arterielle Hypertonie
Depression
Der Beschwerdeführer sei zur klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle bei Restbeschwerden im Sinne von Lumbago mit Ausstrahlung in die unteren Extremitäten links mehr als rechts gekommen. Der Beschwerdeführer leide unter Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen an oberen und unteren Extremitäten. Die Rückenschmerzen seien nicht immer vorhanden und nähmen bei Belastung diskret zu. Ab und zu würden die Schmerzen in den unteren Extremitäten links etwas mehr als rechts ziehen (Dermatom S1 betont). Klinisch neurologisch zeigten sich keine neurologischen Ausfälle. Der Beschwerdeführer beschreibe die Schmerzen als deutlich besser im Vergleich zu präoperativ. Er beschreibe auch Schmerzen in allen Gelenken, an den oberen und unteren Extremitäten. Ein MRI der LWS vom 18. November 2013 hätten sie dem Beschwerdeführer demonstriert. Sie empfählen derzeit eine konservative Therapie zur Behandlung der entzündlichen Gelenksbeschwerden und der Arthritis. Der Beschwerdeführer sei auch gegenüber einer erneuten Intervention extrem zurückhaltend (Urk. 7/49/12 f.).
3.5
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht der behandelnden Ärzte der Rheumatologie des B._ vom 21. Januar 2014 (Urk. 7/32/5 ff.) notierten diese folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Residuelles l
umboradikuläres Schmerzsyndrom S
1 links mit/bei
Status nach Mikrodiskektomie L5/S1 links am 02.08.2013 (fecit
Dr. med. C._
,
B._
)
Diskushernien-Rezidiv L5/S1 rezessal bis foramina
l links mit Kontakt zur Wurzel S
1 rezessal als auch zur Wurzel L5 am Forameneingang links (MRI der LWS vom 18.11.2013)
Status nach Diskektomie L4/5 links 1993 in der Türkei
Rheumatoide Arthritis mit
/bei
entz
ü
ndlichen Gelenksbeschwerden an den Händen und Füssen
szintigraphischem Nachweis einer peripheren polyartikulären Arthritis der Finger- und Zehengelenke einschliesslich der MCP und MTP (Skelettszintigraphie vom 29.10.2013)
erosive Veränderungen an den Händen (Röntgen Hände vom 20.11.2013)
Beginn Cortison-Therapie am 21.1.2014
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie 1) eine arterielle Hyperto
nie und 2) eine aktive Hepatitis B, Neudiagnose 12/2013 fest.
Die behandelnden Ärzte gaben an, dass der Beschwerdeführer unter Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein entlang dem Dermatom S1 ohne sensomotorische Ausfälle leide. Zudem bestünden Schmerzen in den Händen und Füssen mit einer Morgensteifigkeit von ca. 10 min. Die lumbalen Rücken
schmerzen verstärkten sich bei der Arbeit, ebenso die Ausstrahlungen ins linke Bein. Die Polyarthritis verschlechtere sich ebenfalls unter Belastung der Hände und Füsse. Die bisherige Tätigkeit an einem Kebab-Imbiss sollte unter einer Therapie der rheumatoiden Arthritis durchaus möglich sein. Einschränkungen bestünden vor allem aufgrund des lumboradikulären Schmerzsyndroms, bei welchem Heben und Tragen von schweren Lasten nicht zumutbar seien.
Als angepasste Tätigkeit sollte bezüglich des lumboradikulären Schmerzsyn
dromes eine leichte bis mittelschwere Arbeit mit wechselnden Arbeitspositionen möglich sein. Bezüglich der rheumatoiden Arthritis sei aktuell noch keine Stel
lungnahme möglich, da noch keine Basistherapie habe eingeleitet werden kön
nen (Urk. 7/32/7).
3.6
Die behandelnden Ärzte der Rheumatologie des B._ hielten in ihrem Bericht vom 16. Juni 2014 folgende (gekürzt aufgeführten) Diagnosen fest (Urk. 7/42/3):
Autoantikörper negative, erosive rheumatoide Arthritis, Erstdiagnose 10/2013
Residuelles lumboradikuläres Schmerzsyndrom S1 links
Chronische Hepatitis B (Erstdiagnose 01/2014)
Arterielle Hypertonie
Status nach erfolgreicher Helicobacter pylori Eradikation, chronische Antrumgastritis
Verdacht auf Polyneuropathie beider Unterschenkel und Füsse
Anamnestisch Angabe einer instabilen Angina pectoris
Bei weiterhin blanden Gelenken ohne Schwellung und Zeichen für Synovitiden
würden
sie sich
erlauben,
weiterhin mit einer Basistherapie bei bekannter ero
siver rheumatoider Arthritis zuzuwarten. Insbesondere
seien sie
äusserst zurückhaltend mit dem Verordnen einer MTX-
oder Leflunomid-
Basisthe
rapie bei Vorliegen einer chronischen Hepatitis
B. Wie bereits im letzten Brief geschrieben, wäre bei gleichzeitiger Einnahme von Lamivudin die Therapie mit Abatacept (Orencia) möglich. Von einer anderweitigen Biolo
gikatherapie (TNF-Alphablocker/
IL-6-Hemmer) würden
sie
abraten, da es sonst zu einer Hepatitis B-Reaktivierung kommen könnte
(Urk. 7/42/4)
.
3.7
Dr. med. D._, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 15. Dezember 2014 folgende (gekürzt aufgeführten) Diag
nosen fest (Urk. 7/49/5):
Seronegative erosive Polyarthritis, Erstdiagnose 10/2013
Chronisches intermittierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
Chronische Fersenschmerzen beidseits
Chronische Antrumgastritis
Chronische Hepatitis B
Arterielle Hypertonie
Verdacht auf Polyneuropathie beider Unterschenkel und Füsse
Anamnestisch Angabe einer instabilen Angina pectoris
Dr. D._ konstatierte (Urk. 7/49/7), dass beim Beschwerdeführer bereits eine seronegative, rh
eumatoide Arthritis diagnostiziert
worden sei
, welche die Ur
sache
eines
Teil
s
der Polyarthralgien
sei. Klinisch bestä
nden keine sichtbaren Synovitiden. Bei im Vordergrund stehenden Schmerzen in den Fingergelenken
sei
eine MRI-Untersuchung der Hände
erfolgt
, welche noch ausstehend
sei
. Auf
grund der fehlenden Verbesserung der Symptomatik trotz bisheriger Therapie
sei eine Basistherapie mit Plaquenil 200 mg 2x1
/d eingesetzt
worden
.
Die chronischen Rückenschmerzen beurteile
sie
im Rahmen eines lumbo
-
spondylo
genen Schmerzsyndroms mit möglicher intermittierender Rei
zung von L5/S1 links sowie einer ISG-Dysfunktion rechts, Myogelosen, Fehl
haltung und eine
r
Haltu
ngsinsuffizienz. Die Analgesie sei
mit dem Einsetzen von Palexia erweitert
worden
, welches bei fehlender Verbesserung wieder abgesetzt w
orden sei
. Hierfür empfehle
sie eine ambulante problemori
entierte Physiotherapie und regelmäßiges Durchführen der Heimübungen sowie Veran
lassen einer chiropraktischen Behandlung bei ISG-Dysfunktion.
Die chronisch
en Fersenschmerzen beurteile sie
am ehesten durch die Fehlbelas
tung bei Fussdeformität sowie bei V
erdacht auf
Plan
tarfasziitis, weswegen am 1. Dezember
2014 eine lokale Steroidinfiltration mit Kenacort 40 mg/ml 0.25 ml und Lidocain 1
% an beiden Fersen erfolgt sei
, die zu einer raschen Verbesse
rung der Schmerzen
geführt habe
.
Sie
empfehle weiterhin das konsequente Tra
gen der orthopädischen Schuhe.
Bei dyspept
ischen Beschwerden und chronischen Bauchschmerzen mit Meteoris
mus und
Obstipation sei die PPI
Therapie von Pantoz
ol auf Esomep 40 mg umgestellt worden, bei Verstopfung sei Laxobetpm und bei Meteorismus Ibero
gast sowie Motilium eingesetzt worden (Urk. 7/49/7).
3.8
Med. pract. E._, Facharzt für Allgemeine Medizin, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 31. Dezember 2014 fol
gende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/49/1 f.):
Rheumatoide erosive Arthr
itis (Anti CCP und RF negativ Erstdiagnose 2013)
differentialdiagnostisch (DD)
reaktiv bei Chlamydieninfekt, begin
nende Kollagenose, Polyarthrose
Sicca-Symptomatik mit Xerophthalmie
r
ezidivierende orale Aphten
h
umorale Aktivität
Chlamydien IgA positiv (2.8), Ch
l
amydien IgG negativ
Rheumaserologie negativ
Rx-Hände ap beidseits
vom 10.12.2014:
g
elenksnahe Osteopenie, grosse Zystenbildung
P
roximale Phalanx Digiti 3 links, fragliche Erosion MCP 2 rechts, dege
nerative Verän
derungen DIP und PIP Gelenke beidseits
. Keine
Weichteilverkalkungen. Rhizarthr
ose links betont
Chronische Rückfusschmerzen beidseits
Rx-Füsse ap beidseits
vom 10.12.2014: Keine Usuren und Erosionen, keine Weichteilverkalkungen, Arthrose MTP 1 links betont, St
atus nach
Halluxoperation mit Osteosynthesematerial. Degenerative Ver
änderungen
von Naviculocuneiform-Gelenk beidseits
rechts betont.
Residuelles lumboradikulä
r
es-Schmerzsyndrom-S1 links mit/
bei
Status nach Mikrodiskektomie L5/S1 links am 02.08.2013 (fecit
Dr. med. C._
,
B._
)
Diskushernien-Rezidiv L5/S1 rezessal bis foraminal links mit Kontakt zur Wurzel Stenose recessal als auch zur Wurzel L5
am Foramenein
gang links (MRI der LWS vom 18.11.2013)
Status nach Diskektomie L4/5 links 1993 in der Türkei
Anhaltendes Burning feet Syndrom unklarer Aetiologie
Periarthropathia humeroscapularis vom Supraspinatus Typ links
Rx Schulterstatus links
: 2009 Acromion Typ I, US Schulter
:
keine RM Läsion
Arterielle Hypertonie
k
ardiale Abklärung mittels Echokardiographie unauffällig
Rezidivierende d
epressive Störung mit
Verdacht auf
Somatisierungsten
denz
F._
2007
Unklare
l
inksseitige Gefühlsstörungen
a
bgek
lärt Dr. A._ mittels MRI des Z
NS 2013
Unklare Schluckbeschwerden
DD peptische Stenose, Zenker-Divertikel, eosinophile
Ö
sophagitis
C
hronisch rezidivierende Kopfschmerzen
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er folgende fest (Urk. 7/49/2):
Vit
amin
D
3 Mangel
Chronische Obstipation
Refluxoesophagitis Gr
ad l bei axialer Hiatushernie
Status nach
Helicobacter
- positive Antrumgastritis
Aktive Hepatitis B
Bezüglich der ausführlichen Anamnese
verweise er auf die beigelegten mediz
i
nischen Berichte
.
Der Beschwerdeführer leide
unter chronifizierten Bewegungs
apparat
s- und Gelenks-
Schmerzen. Die therapeutischen Bemühungen bes
tünden
in der Begleitung und Unterstützung
des Beschwerdeführers
im Alltag und bei der Schmerzverarbeitung. Die Prognose bezüg
lich der vollen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hänge
auch von der Gesamtsituation (Bildungsstatus, Berufs
ausbildung, Kenntnisse der deutschen Sprache, Berufsidentität, Eigenaktivität und chronifiziertes Leiden) ab. In Anbetracht des Alters, des niedrigen Bil
dungsstatus, der fehlenden Berufsausbildung und Kenntnisse der deutschen Sprache sowie der langen Daue
r der Arbeitslosigkeit erscheine
es fragli
ch,
ob sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, realistisch betracht
et, ein Arbeit
geber finden lasse
, der bereit wäre, dem
Beschwerdeführer mit seinen gesund
heitlichen Einschränkungen
eine Stelle anzubieten. Eine Prognose
sei schwer zu stellen, es sei
aber mit einer anhaltenden Tei
larbeitsunfähigkeit zu rechnen (Urk. 7/49/3).
Eine genaue Angabe zum zeitlichen und prozentualen Verlauf der Arbeitsfähig
keit sowie eine genaue Skizzierung eines zumutbaren Arbeitsprofils lasse sich so nicht festhalten oder bestimmen. Aufgrund der Gesamtsituation (s. oben) könne jedoch
medizinisch-
theoretisch von e
in
er Arbeitsfähigkeit von ca
.
50
%
ausge
gangen werden
(Urk. 7/49/4)
.
4.
Gestützt auf die im Recht liegenden Arztberichten kann die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht rechtsgenüglich beurteilt werden:
4.1
Die Ärzte der Rheumatologie des B._ hielten in ihrem von der Beschwerdegeg
nerin eingeholten Arztbericht vom 21. Januar 2014 in Bezug auf die Arbeitsfä
higkeit ausdrücklich fest, dass unter einer Therapie der rheumatoiden Arthritis die Arbeit an einem Kebab-Imbiss durchaus möglich sein sollte und die Ein
schränkungen vor allem aufgrund des lumboradikulären Schmerzsyndromes bestünden, bei welchem Heben und Tragen von schweren Lasten nicht zumut
bar sei - gleichzeitig führten sie in Bezug auf eine behinderungsangepasste Tätigkeit hingegen aus, dass bezüglich der rheumatoiden Arthritis aktuell noch keine Stellungnahme möglich sei, da noch keine Basistherapie habe eingeleitet werden können (E. 3.5; Urk. 7/32/7). In ihrem von der Beschwerdegegnerin ein
geholten Verlaufsbericht vom 14. April 2014 (Eingangsdatum, Urk. 7/34/5) führten sie wiederum aus, dass die geplante Basistherapie bei rheumatoider Arthritis mit nachgewiesenen erosiven Veränderungen an den Händen bis dato noch nicht habe eingeleitet werden können. Nach Abklärung durch die Kollegen der Kardiologie sei eine Wiedervorstellung in der Rheumapoliklinik mit Einlei
tung der Basistherapie geplant. Bis dahin bestehe die Einschätzung vom 21. Januar 2014 weiter.
Im Bericht vom 16. Juni 2014 nahmen die Ärzte des B._ keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit (E. 3.6).
Die Berichte der Ärzte des B._ lassen entsprechend keine abschliessende Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit gerade auch in einer angepassten Tätigkeit
zu (vgl. auch E. 3; Urk. 7/24/10 ff.; Urk. 7/24/22 f.; Urk. 7/24/29; Urk. 7/24/32; Urk. 7/24/42 ff.; Urk. 7/49/8 ff.; Urk. 7/49/25 ff.; Urk. 7/49/39 ff.;
Urk. 7/49/51 ff.).
4.2
Dr. D._ erhob die aktuellen Befunde und beurteilte den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eingehend, nahm allerdings keine Stellung zu allfälligen daraus resultierenden Einschränkungen bei der Erwerbstätigkeit (E. 3.7). Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lässt sich gestützt auf ihren Bericht entsprechend nicht abschliessend beurteilen.
4.3
Med. pract. E._ berücksichtigte in seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht nur allfällige Einschränkungen, welche auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zurückzuführen wären, sondern auch weitere Faktoren: Er notierte, dass die Prognose der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auch von der Gesamtsituation abhänge - in Anbetracht des Alters, des niedrigen Bildungs
status, der fehlenden Berufsausbildung und Kenntnisse der deutschen Sprache sowie der langen Dauer der Arbeitslosigkeit erscheine es fraglich, ob sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Stelle für den Beschwerdeführer finden lasse. Aufgrund der Gesamtsituation könne medizinisch-theoretisch von einer Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % ausgegangen werden (E. 3.8). Da Dr. E._ nicht nur invalidenversicherungsrechtlich relevante Faktoren bei der Arbeitsfähig
keitseinschätzung berücksichtigte - und mit Blick auf die Erfahrungstatsache, dass behandelnde
Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc) -, kann nicht auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. E._ abgestellt werden.
4.4
4.4.1
RAD-Arzt pract. med. G._, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2015 fest, dass die Schadenminderungs
pflicht vom Beschwerdeführer nicht erfüllt worden sei. Aufgrund der vorliegen
den Unterlagen befinde er sich nicht in fachärztlicher Behandlung (Urk. 7/53/7). Zusammenfassend ergebe sich aus versicherungsmedizinischer Sicht aktuell fol
gender Befund: Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lägen 1) ein residuelles lumboradikuläres Schmerzsyndrom S1 bei Status nach Mikro
diskektomie L5/S1, Diskushernienrezidiv L5/S1, Status nach Diskektomie L4/L5 und 2) eine rheumatoide Arthritis vor. Der Beschwerdeführer sei bezüglich der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiter eines Kebabimbisses eingeschränkt, da das Achsenskelett und die Hände vermindert belastbar seien. Eine exakte Angabe sei nicht möglich, es liege kein Arbeitgeber-Bericht vor. Das Heben und Tragen von schweren Lasten sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dauerhaft nicht zumutbar. Medizinisch-theoretisch sei das Belastungsprofil eine leichte bis maximal mittelschwere wechselbelastende Arbeit. In einer angepassten Tätigkeit sei er seit jeher vollumfänglich arbeitsfähig. Unter Therapie der rheumatoiden Arthritis sei von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. Arzt
bericht B._ Rheumatologie vom 21. Januar 2014; Urk. 7/53/7 f.).
4.4.2
Mit Schreiben vom 18. Juni 2014 wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen einer Schadenminderungspflicht auferlegt, eine fachärztliche Therapie der rheumatoiden Arthritis durchzuführen und bis am 29. August 2014 mitzuteilen, bei welchem Arzt diese Massnahme durchgeführt werde (Urk. 7/35). Zum Zeit
punkt der RAD-Stellungnahme vom 5. Februar 2015 befand sich der Beschwer
deführer - entgegen den Ausführungen von pract. med. G._ - allerdings bei Dr. D._ in rheumatologischer Behandlung, welche eine Basistherapie mit Plaquenil 200 mg 2x1/d einsetzte (Urk. 7/49/7), was der Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt auch bereits bekannt gewesen sein sollte (vgl. Bericht von med. pract. E._ vom 31. Dezember 2014, Urk. 7/49). Damit kam der Beschwerdeführer der ihm auferlegten Schadenminderungspflicht nach.
Auch sofern pract. med. G._ auf den Arztbericht der behandelnden Ärzte der Rheumatologie des B._ vom 21. Januar 2014 verweist, ist festzuhalten, dass diese konstatierten, dass eine abschliessende Beurteilung erst nach Einlei
tung einer Basistherapie möglich sei (E. 4.1).
Damit kann auch nicht auf die Einschätzung von pract. med. G._ abge
stellt werden.
4.5
Weitere aktuelle Arztberichte, in welchen zur Arbeitsfähigkeit bzw. zu allfälli
gen gesundheitlichen Einschränkungen bei der Ausübung einer Tätigkeit aus
führlich Stellung genommen wurde, liegen nicht vor (vgl. E. 3; Urk. 7/24/5 ff.; Urk. 7/30; Urk. 7/31; Urk. 7/49/1 ff.).
Zusammenfassend erweist sich die
medizinische
Aktenlage für eine abschlies
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs als unzulänglich. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit in geeigneter Weise korrekt abklärt und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfügt. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis
sen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichti
gung
der Bedeutung der Streitsache,
der Schwierigkeit des Prozesses
und mit Blick auf die Honorarnote vom 2./3. August 2015 (Urk. 13)
auf Fr.
2‘820.75
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.