Decision ID: 74bc97be-73fe-45ef-aa2d-2bcc56a5e7d2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
meldete sich am 5. April 2004 (Ein
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3).
In der Folge tätigte diese erwerbli
che sowie medizinische Abklärungen und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher sein Gutachten am 1
5.
Dezember 2004 erstattete (Urk. 9/17).
Am 2
3.
März 2005 wurde eine Haushalts
-
abklärung durchgeführt (Urk. 9/21). Mit Verfügung vom 5. Juli 2005 wurde der Versicherten rückwir
kend ab dem 1. Februar 2004 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 9/25 und 9/32). Nachdem die Versicherte gegen diese Verfügung Einsprache erhoben hatte (Urk. 9/40),
sprach
ihr
die IV-Stelle
mit
Entscheid
vom 2
2.
September 2006 rückwirkend ab dem
1.
Februar 2004 eine halbe Invalidenrente zu (Urk.
9/61 und
9/71).
1.2
Im Rahmen eines
im Mai 2009 eröffneten
ordentlichen Revisionsverfahrens gab die Versicherte an, ihr Gesundheitszustand sei unverändert (Urk. 9/79). Nach
Beizug
von Berichten der behandelnden Ärzte (Urk. 9/102-103)
veran
lasste die IV-Stelle die Erstellung eines rheumatologisch-psychiatrischen Gutachtens bei der
Z._
, welche ihr Gutachten am 16. Dezember 2011 erstattete (Urk. 9/111). Mit Vorbescheid vom
6.
Juli 2012 stellte die IV-Stelle die Ein
stellung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 9/120). Dagegen erhob die Ver
sicherte Einwand (Urk. 9/123) und legte
verschiedene Arztberichte
auf (Urk. 9/126). In der Folge zog die IV-Stelle weitere Arztberichte bei (Urk. 9/128)
und holte eine ergänzende Stellungnahme der
Begutachtungs
stelle
Z._
ein (Urk. 9/131 und 9/134).
Nachdem die Versicherte
dazu unter Beilage zweier weiterer Arztberichte (Urk. 9/138)
Stellung genommen hatte (Urk. 9/139), veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung. Die Begutachtungsstelle
Medas
A._
erstattete ihr Gutachten am 3
0.
Mai 2014 (Urk. 9/151).
Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2015 wurde der Versicherten erneut die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht gestellt (Urk. 9/155), wogegen sie mit Eingabe vom 29. Juni 2015 wiederum Ein
wände erhob (Urk. 9/159). Mit Verfügung vom 13. November 2015 stellte die IV
Stelle die der Versicherten bis dahin ausgerichtete halbe Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats schliess
lich ein; einer allfälligen dagegen gerichteten
Beschwerde wurde die auf
schiebende Wirkung entzogen (
Urk.
2 [= 9/164]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
5.
Januar 2016 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzuspre
chen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Februar 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 1
6.
Februar 2016 angezeigt wurde (Urk. 10). Gleichzeitig wurden die Gesuche der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
sowie
um
Bestellung von Rechtsanwalt Daniel
Schilliger
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bewilligt (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozi
alversicherungsrechts
;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Inva
liditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun
gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwi
ckelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sche Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut
bar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entste
hungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesge
richtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Aus
nahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen struk
turierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Stan
dardindikatoren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungs
faktoren
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bilder
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungs
rechtlicher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderun
gen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bislang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesge
richts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und
Empfin
dungsstörung
: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und
unfall
adäquate
HWS-Verletzungen [Schleudertrauma] ohne organisch nachweis
bare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hypersomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1).
Gemäss
BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, im
Z._
-Gutachten sei festge
stellt worden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführer
in ver
bessert
habe. Im
Einwandverfahren
habe diese unter anderem geltend gemacht, ihr Zustand habe sich verschlechtert, weshalb eine polydisziplinäre Begutachtung bei der
Medas
A._
angeordnet worden sei. Die Interpretationen und Schlussfolgerungen im psychiatrischen Teilgutachten seien indes nicht nachvollziehbar, weshalb auf dieses nicht abgestellt werden könne. Gestützt auf das beweiskräftige
Z._
-Gutachten sei von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Es liege ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad vor (Urk. 2 S. 1-3).
Zu den vorgebrachten Einwänden wurde ausgeführt, das
Z._
-Gutachten erfülle die bundesgerichtlichen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gut
achten. Die Schlussfolgerungen im Gutachten
der
Medas
A._
seien demgegenüber nicht nachvollziehbar. Das Gutachten stütze sich wei
testgehend auf subjektive Angaben der Beschwerdeführerin, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
vor,
es sei auf das Gutachten
der
Medas
A._
abzustellen und von einer vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen auszugehen. Das
Z._
-Gutachten aus dem Jahr 2011 sei zum einen veraltet und bereits aus diesem Grund nicht beweiskräftig. Zum anderen hätten sowohl die behan
delnde Psychiaterin als auch der Gutachter der
Medas
A._
aufge
zeigt, dass das
Z._
-Gutachten diverse Fehler aufweise
. Die Beschwerdefüh
rerin sei vollständig arbeitsunfähig, weshalb ihr eine ganze Rente der Invali
denversicherung zustehe (
Urk.
1).
3.
3.1
Im Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
5.
Dezember 2004 wurden folgende Diag
nosen aufgeführt (Urk. 9/17 S. 4):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F 33.11)
-
psychogene Überlagerung der somatischen Beschwerden (ICD-10: F 54)
Die Explorandin berichte über Schmerzen in den Schultern, in beiden Knien und im Kreuz. Die Therapien hätten nichts genützt. Sie leide auch an psy
chischen Störungen, seit dem Jahr 2000 an Nervosität, innerer Unruhe, Anspannung, zum Teil
an
Angst und an Schlaflosigkeit.
Wegen der Depres
sion und der Angst nehme sie Medikamente. Gegen die Schmerzen nehme sie
Brufen
, wobei eigentlich kein Medikament helfe, die Schmerzen zu bekämp
fen (
Urk.
9/17 S. 3).
Bei der Explorandin handle es sich um eine übergewichtige Frau, die vorzei
tig gealtert wirke.
Sie sei bewusstseinsklar, allseits orientiert und geordnet. Objektiv wirke sie bedrückt, die Mimik sei spärlich, ebenso die Gestik bei schwacher affektiver Modulation (
Urk.
9/17 S. 4).
Im Jahr 2000 seien körperliche Beschwerden aufgetreten. Im Laufe der Zeit hätten sie sich fast zu einem generalisierten Schmerzsyndrom entwickelt. Inzwischen leide die Explorandin auch an psychischen Beschwerden. Es habe sich ein depressives Syndrom mit Angstzuständen entwickelt. Die somati
schen Beschwerden seien psychisch überlagert. Eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
liege nicht vor,
weil
die Kriterien für die Diagnosestellung zu wenig fundiert
seien
. Aufgrund des psychischen Zustandes sei von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens
50
% auszugehen. Nach einer gewissen Einarbeitung und Konditionierung sei mit einer Steigerung der Arbeitsfähig
keit zu rechnen (
Urk.
9/17 S. 5).
3.2
Gestützt auf
das Gutachten von Dr.
Y._
hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) am 2
7.
Dezember 2004 dafür, es sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
9/22 S. 3). Mit Verfügung vom 22. September 2006 wurde der Versicherten rückwirkend ab dem
1.
Februar 2004 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 9/71).
4.
4.1
Im
Z._
-Gutachten vom
1
6.
Dezember 2011 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
9/111 S.
48
):
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(ICD-10: M 54.5)
-
intermittierende
pseudoradikuläre
Ausstrahlung in beide Oberschen
kel dorsal
-
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
-
myofasziale
Befunde am Beckengürtel
-
leichtgradige
Spondylarthrosen
lumbosakral
-
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts mit
Impingement
(ICD-10: M 75.1)
-
Sonographie rechte Schulter 05/2011:
Tendinopathie
der
Subscapula
rissehne
, Ausdünnung des A
nsatzes der
Infraspinatus
sehne
, DD mögliche Partialruptur, unauffällige
Supraspinatus
sehne
, keine a
kut entzündlichen Veränderungen
-
Status nach rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remit
tiert (ICD-10: F 33.4)
-
Status nach fraglicher posttraumatischer Belastungsstörung, remittiert (ICD-10: F 43.1)
-
psychogen überlagerte Schmerzstörung (ICD-10: R 54)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden folgende genannt (Urk. 9/111 S. 49):
-
rezidivierendes diffuses Schmerzsyndrom in den Extremitäten
-
ohne adäquates klinisch-rheumatologisches Korrelat
-
beginnende mediale
Gonarthrosen
beidseits
-
insuffizienter Vitamin D-Spiegel
-
Status nach OSG-Distorsion links und Kniekontusion links infolge Sturz am 13.1.2011
-
Hyper
uricämie
, asymptomatisch
-
Abhängigkeitssymptome vom
Benzodiazepintyp
(ICD-10: F 13.2)
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
(ICD-10: F 68.0)
-
Abhängigkeitssyndrom vom Alkoholtyp mit psychischen und Verhal
tensstörungen (ICD-10: F 10.08), gegenwärtig besteht Abstinenz
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über seit dem Jahr 2000 bestehende Schmerzen im unteren Rücken und im Bereich beider Schultern. Aktuell stünden Schmerzen wechselnder Inten
sität an verschiedenen Lokalisationen am Bewegungsapparat im Vorder
grund. Bei körperlicher Belastung würden Schmerzen lumbal auftreten, teil
weise mit Ausstrahlung in beide Oberschenkel dorsal.
Beim Gehen könnten
die Schmerzen messerstichartige Qualität annehmen, sodass sie pausieren müsse. Sie nehme
Brufen
ein, auf das
sie gut anspreche
. Seit Jahren leide sie
praktisch täglich an
druckartigen Kopfschmerzen, sodass sie Mühe habe, gerade zu gehen. Nach Einnahme von
Brufen
seien die Schmerzen meist
regredient
, sie müsse jedoch teilweise bis zu acht Tabletten innert 24 Stunden einnehmen. Ihr Zustand habe sich seit dem Jahr 2004 verschlechtert, sowohl in psychischer als auch in somatischer Hinsicht. Sämtliche schwereren Haus
arbeiten würde sie deshalb dem Sohn überlassen (Urk. 9/111 S. 17).
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Rheumatologie,
führte
sodann
aus, beim An- und Auskleiden seien die Bewegungsabläufe flüssig harmonisch. Die Untersuchungsliege könne ohne ersichtliche Behinderung benutzt werden. Beim Positionswechsel aus der Rückenlage in die sitzende Stellung am Rand der Liege gebe die Explorandin Schwindel an, ohne ersichtlichen Spontannystagmus. Die Halswirbelsäule sei frei und indolent beweglich, zervikale Irritationszonen bestünden nicht. Bei den Schultergelen
ken seien keine relevanten degenerativen Veränderungen erkennbar. Bei der rechten Schulter bestünden aber Anzeichen einer
Tendinopathie
der
Subsca
pularissehne
(Urk. 9/111 S. 20).
Das Gangbild sei flüssig und
hinkfrei
. Das Achsenskelett präsentiere sich lot
recht, die Wirbelsäulenbeweglichkeit sei in allen Abschnitten erhalten. Gegenüber den rheumatologischen Vorbefunden der Jahre 2003 und 2004 könne keine relevante Verschlechterung objektiviert werden. Für die subjek
tiv belastenden Schmerzen ergebe sich klinisch-rheumatologisch kein adä
quates Korrelat. Weder bestünden Hinweise auf zervikale oder lumbale
Ner
venwurzelkompressionen
noch ausreichende
artikuläre
oder
periartikuläre
Befunde an den Extremitäten (
Urk.
9/111 S. 22).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, sofern keine länger dauernden Arbeiten über Schulterhöhe ausgeführt werden müssten. In ange
passter, körperlich leichter Tätigkeit, die mehrheitlich sitzend ausgeführt werden könne, sei die Versicherte vollständig arbeitsfähig (Urk. 9/111 S. 23).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt,
die Explorandin gebe an, unter Schmerzen zu leiden. Es gehe ihr nicht so gut. Ab und zu habe sie auch Atemnot. Sie stehe gegen 5.00 Uhr morgens auf, trinke einen Kaffee und nehme ihre Medikamente
ein
. Vormittags gehe sie einkaufen, alles was nicht schwer sei. Sie müsse sich alles aufschreiben, sie sei sehr vergesslich gewor
den. Am Nachmittag gehe sie spazieren, früher jeweils mit einer Nachbarin. Meist bleibe sie aber zu Hause und bereite das Nachtessen für den Sohn und sich zu (Urk. 9/111 S. 34-35).
Die Explorandin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert.
Während der Untersuchung würden sich weder Beeinträchtigungen der
Bewusstseinsklar
heit
noch der Bewusstseinshelligkeit zeigen.
E
ine Ermüdung
sei
bis zum Schluss
der Untersuchung
nicht evident.
Die Aufmerksamkeit schwanke während dem Verlauf des Gesprächs nicht, auch wenn die Explorandin gele
gentlich wie „verladen“
und geistig nicht präsent
wirke.
Die Auffassung sei ungestört und es zeige sich keine Merkfähigkeitsstörung. Das Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis seien klinisch unauffällig. Die Beschwerdeschilderung erfolge mit deutlicher Ausgestaltungstendenz und einer gewissen
Opferhal
tung
. Im formalen Denken sei sie deutlich auf die Schmerzbeschwerden und ihre Rente eingeengt (
Urk.
9/111 S. 39-40).
Die Explorandin gebe an, grosse Mengen
Brufen
zu sich zu nehmen. Auch am Tag vor der Untersuchung sowie am Untersuchungstag selber habe sie
Brufen
eingenommen
. In der Laboruntersuchung würden sich jedoch von Ibuprofen nur Spuren finden, die deutlich unter dem Referenzwert lägen. Auch die Werte des
Lorazepam
lägen unter dem Referenzwert, obwohl sie angebe, täglich
Temesta
einzunehmen. Hingegen lägen die Werte von
Esci
talopram
deutlich über dem
Referenzwert
, was in Kombination mit dem
Temesta
eine Erklärung dafür sein könn
e, dass die Explorandin teilweise wie „verladen“ gewirkt habe
(
Urk.
9/111 S. 41).
Bei der Explorandin lasse sich zurzeit keine mittelgradige depressive Episode nachweisen. Sie zeige leichte depressive Störungen und psychogen überla
gerte Schmerzstörungen, die aus psychiatrischer Sicht jedoch nicht so schwerwiegend seien, dass die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wäre. Sie sei invaliditätsüberzeugt und zeige Tendenzen zur Aggravation und
Selbstlimi
tierung
. Eine posttraumatische Belastungsstörung liege nicht vor, hingegen ein anhaltendes Abhängigkeitssyndrom von
Temesta
(Urk. 9/111 S. 43-44).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei aus psychiatri
scher Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
9/111 S. 46).
4.2
Im Gutachten
der
Medas
A._
vom 3
0.
Mai 2014
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähi
gkeit aufgeführt (
Urk.
9/151 S.
13):
-
Residuelle
chronische
Impingementsymptomatik
der rechten Schulter vom
Supraspinatustyp
bei
-
Status nach Ar
t
hroskopie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
,
Tenotomie der langen
Bizepssehne
,
Akromioplastik
und
AC-Ge
lenksresektion
a
m 27.6.2012
-
Mittel- Vorfussschmerzen Strahl III bis V rechts bei
-
Le
i
chter
Lisfranc
-Arthrose Strahl IV und angedeutet I/II
-
DD
:
Metatarsalgie
bei erheblichem Knick-Senkspreizfuss mit
Clavus
bildung
über den
Metatarsaleköpfchen
II bis IV plantar
-
DD: Morton-
Neurinom
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
-
posttraumatische Belastungsstörung
-
andauernde Persönlichkeits
änderung
nach Extrembelastung
-
Trancezustände
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin berichte von Schmerzen seit dem Jahr 1999/200
0.
Im Vordergrund stünden wandernde Kopfschmerzen, die begleitet seien von Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Hinzu kämen Schwindelgefühle und Schmerzen im rechten Arm und in der rechten Schulter, zunehmende Rückenschmerzen im Kreuz mit Ausstrahlung ins Gesäss und in den rechten Oberschenkel. Auf
grund der Schmerzen sei ihre Beweglichkeit eingeschränkt. Sie könne nur sehr beschränkt spazieren (Urk. 9/151 S. 45).
Das Schulterrelief sei unauffällig mit seitengleicher muskulärer
Trophik
. Der Faustschluss sei beidseits intakt, rechts würden jedoch Schulterschmerzen angegeben. Die unteren Extremitäten seien
inspektorisch
unauffällig. Der Barfussgang erfolge unter deutlichem Schonhinken rechts und deutlich ver
mindertem Abrollen des Vorfusses. Der Zehenstand und der Zehengang rechts seien schmerzbedingt nicht durchführbar. Der Fersengang sei beidseits unauffällig (
Urk.
9/151 S. 48-49).
Die eingehende Untersuchung ergebe eine Wirbelsäulenfehlhaltung/
-
fehlform
im Sinne eines Hohlrundrückens mit erheblicher Haltungsinsuffizienz, muskulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
. Die Lendenwirbelsäulenbeweglichkeit sei
leichtgradig
eingeschränkt. Die
radiolo
-
gische Standortbestimmung zeige eine erhebliche lumbale Hyperlordose mit
Sacrum
acutum
und sonst altersentsprechenden, diskreten degenerativen Veränderungen. Auffallend sei die schwache Rumpfmuskulatur. Gegenüber dem
Z._
-Gutachten vom Dezember 2011 könne keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden (
Urk.
9/151 S. 54-57).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, der Versicherten seien keine körper
lich schweren Arbeiten und keine länger dauernden Verrichtungen mit dem rechten Arm über der Schulterhorizontalen zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Für körperlich leichte und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten sei
die Versicherte
voll
ständig arbeitsfähig (Urk. 9/151 S. 56).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt,
Bewusstseinsstörungen seien bei der Explorandin nicht auszumachen. Sie habe Mühe, sich örtlich zu orientieren. Zur Situation und zur eigenen Geschichte sei sie inhaltlich ori
entiert, Jahreszahlen seien jedoch mehrheitlich nicht abrufbar. Die Merkfä
higkeit sei gestört. Der Exploration über rund
2,5 Stunden könne sie aber mehrheitlich folgen. Auffassungsprobleme bestünden nicht. Sie sei nur zum Negativen hin schwingungsfähig und affektarm. Sie schildere, schnell erschöpft und müde zu sein, was auch in der Exploration zu beobachten sei (Urk. 9/151 S. 28-29).
Der klinische Eindruck und der Psychostatus inklusive dessen Auswertung würden eine schwer depressive Explorandin zeigen. Die ICD-Kriterien für eine schwere depressive Episode seien umfassend und deutlich erfüllt.
Die Explorandin habe in ihrem Leben mehrere traumatische Situationen erlebt, so z.B. den Suizidversuch ihres Vaters und den Tod ihres Bruders im Krieg, letztlich die Vergewaltigungen, Erniedrigungen und Drohungen durch ihren Ehemann. Sie berichte von sich wiederholenden Träumen, lebendigen Erin
nerungen und Flashbacks. Sie vermeide vergleichbare Situationen, klage über Durchschlafstörungen und
Hypervigilanz
. Damit seien die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung erfüllt.
Weiter sei auch das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung zu bejahen, wobei davon auszugehen sei, dass diese bereits im Jahr 2011
bestanden habe
. Eine Panikstörung liege zwar nahe, sei jedoch im Rahmen der Ängste und als Folge der Traumatisie
rung zu sehen, weshalb keine Diagnose gestellt werden könne (Urk. 9/151
S.
34-37).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
pract
. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, fest, die Versicherte sei vollständig arbeits
unfähig (Urk. 9/151 S. 40).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dem Gutachten der
Medas
A._
sei volle Beweiskraft zuzuerkennen. Der psychiatrische Gutachter habe sich intensiv mit den Berichten der behandelnden Ärztin sowie den Vorgutachten auseinandergesetzt
und ausführlich begründet, worauf er seine Diagnosen stütze (Urk. 1 S. 6-7).
Wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend erwogen, basieren die vom begutachtenden Psychiater,
pract
. med.
C._
, erhobenen Befunde weitge
hend auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Objektive Befunde, welche wesentlich von denjenigen abweichen würden, welche bereits vom psychiatrischen
Z._
-Gutachter erhoben werden konnten, lassen sich nicht finden. So konnte
pract
. med.
C._
weder Bewusstseinsstörun
gen noch Auffassungsprobleme oder Gedankendrängen feststellen. Wenn er ein eingeschränktes Gedächtnis, eine eingeschränkte Merkfähigkeit oder eine gestörte Konzentration angibt, steht dies in auffälligem Kontrast zu seiner Bemerkung, dass die Beschwerdeführerin der 2.5 Stunden dauernden Explo
ration mehrheitlich habe folgen können und es bloss gelegentlich
Unterbrü
che
gegeben habe, in denen sie kurz abwesend gewesen sei. Sie konnte denn auch ihre Lebensgeschichte mit Alters- und Detailangaben problemlos wie
dergeben und spontan angeben, wie alt ihre Mutter zum Zeitpunkt ihrer Geburt gewesen war (Urk. 9/151 S. 24-28).
Pract
. med.
C._
unterliess es sodann, darzutun, inwiefern sich die subjektiven Angaben der Beschwerde
führerin über einen mangelnden Antrieb und starken sozialen Rückzug, nämlich dass sie fast nur noch Kontakt zu ihrem Sohn und den Ärz
ten/Therapeuten habe, objektivieren lassen. Aus den Akten geht diesbezüg
lich dagegen hervor, dass der Vater des gemeinsamen Sohnes im Jahr 2004 bei der Beschwerdeführerin eingezogen ist (Urk. 9/15) und sie auch heute noch in einem Dreipersonenhaushalt lebt (Urk. 7/1). Sodann kann den Akten ebenfalls entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin eine gute Bezie
hung zu ihrer Schwester pflegt, bei der sie Geborgenheit erfährt und sich dort manchmal mehrere Wochen lang aufhält (Urk. 9/138 S. 2). Der psychiatrische Gutachter der
Medas
A._
unterlässt es, diese Widersprüche anzu
sprechen und zu würdigen. Stattdessen stützte er sich unkritisch ausschliess
lich auf die Angaben der Beschwerdeführerin.
Naturgemäss gestaltet sich eine Überprüfung von geschilderten Erlebnissen im Rahmen einer Untersu
chung
schwer
, wie der Gutachter
einleitend ausführte
(Urk. 9/151 S. 30).
Fraglich
ist indessen, wieso
er die Angaben der Explorandin nicht
wenigstens
anhand der ihm zur Verfügung gestellten Akten verifizierte. Bereits im
Z._
-Gutachten hatten sich nämlich gewisse Widersprüche in
den
Angaben
der Beschwerdeführerin
gezeigt.
So hatte sie gegenüber der behandelnden Ärztin
noch
angegeben, ihr Mann habe sie damit gequält, dass er glühende Ziga
retten auf ihrer Haut ausgedrückt habe
(Urk. 9/103 S. 7)
. Gegenüber dem
Z._
-Gutachter betonte sie indessen, ihr Mann habe lediglich damit gedroht, sie habe keine Narben, da er nie Zigaretten auf ihrem Arm ausgedrückt habe (Urk. 9/111 S. 37). Angesichts der aus den Akten hervorgehenden Widersprü
che und Unstimmigkeiten wäre zumindest eine kritische Würdigung ihrer Aussagen angezeigt gewesen.
Pract
. med.
C._
begründete die Herleitung der von ihm diagnostizierten Störungen nur unzureichend. So führte er beispielsweise bloss aus, die Krite
rien nach ICD-10 für eine schwere depressive Episode seien erfüllt. Inwiefern die Kriterien aufgrund erhobener objektiver Befunde gegeben sein sollten, legte er jedoch nicht dar. Nicht schlüssig erscheinen seine Diagnosen auch vor dem Hintergrund, dass er keine Einweisung in eine psychiatrische Klinik, sondern bloss eine Fortführung der bereits etablierten psychotherapeutischen Massnahmen und eine Intensivierung der psychopharmakologischen Thera
pie empfahl (Urk. 9/151 S. 41). Seine Kritik am früheren
Z._
-Gutachten geht schliesslich im Wesentlichen fehl. Vor dem Hintergrund der früheren Beur
teilungen des Dr.
Y._
und der
Z._
-Gutachter, welche von Aggravations- und Verdeutlichungstendenzen berichteten, hätte sich der Gutachter der
Medas
A._
stattdessen kritisch mit den inkonsistenten Angaben der Beschwerdeführerin auseinandersetzen müssen. In diesem Zusammen
hang ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass es entgegen der Auffassung des
pract
. med.
C._
für die Diagnosestellung durchaus relevant ist, wenn die Beschwerdeführerin im Jahr 1991, mithin nach den traumatischen Erlebnis
sen in ihrer Ehe, eine Beziehung zu einem Mann einging, aus welcher der 1992 geborene Sohn entsprang. Mangels schlüssiger Begründung kann daher nicht auf das psychiatrische Teilgutachten der
Medas
A._
abge
stellt werden.
4.3.2
Demgegenüber erfüllt d
as
Z._
-Gutachten vom
1
6.
Dezember 2011
die
Anfor
derungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 9/111 S. 16-21, S. 35-41), berücksich
tigt die geklagten Beschwerden (Urk. 9/111 S.
16-17
, S. 34-35
) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 9/111 S. 12-15, S. 25-34). Der psychiatrische Gutachter setzte sich zudem mit Schreiben vom 28. Februar 2013 intensiv mit der von der behandelnden Psychiaterin vorge
brachten Kritik auseinander und legte seine Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar und überzeugend dar (Urk. 9/131 S. 3-9).
Die Beschwerdeführerin bringt vor,
das
Z._
-Gutachten
sei
mangelhaft und deshalb nicht beweiskräftig
.
Entgegen der Ansicht des psychiatrischen Gut
achters liege eine posttraumatische Belastungsstörung vor, was nicht nur von der behandelnden Ärztin, sondern auch vom Gutachter der
Medas
A._
festgestellt worden sei
(Urk.
1 S.
4
ff.).
Bereits im Gutachten von
Dr.
Y._
war das Vorliegen einer posttraumati
schen Belastungsstörung thematisiert und verneint worden (Urk. 9/17 S. 5).
In seiner Stellungnahme
vom 2
8.
Februar 2013 legte Dr.
med.
D._
ausführlich dar, weshalb bei der Beschwerdeführerin
keine posttrau
matische
Belastungsstörung
vorliege
. Dabei ging er detailliert auf die
ICD-
10-
Kriterien ein und
führte überzeugend aus
,
aus welchen Gründen
diese nicht erfüllt sei
e
n. So wies er darauf hin, die von der Beschwerde
-
führerin geschilderten Albträume könnten nicht als Intrusionen bezeichnet werden, da
ihnen
die geforderte Intensität fehle. Zudem fänden sich keine Hinweise auf eine
Retraumatisierung
. Ebenfalls widersprüchlich erscheine, dass sie nach der angeblich traumatisierenden Ehe eine erneute Partnerschaft habe einge
hen können (Urk. 9/131 S. 4-5).
Mit diesen Punkten setzte sich die behan
delnde Psychiaterin in ihrer Stellungnahme nicht auseinander (Urk. 9/138).
Pract
.
med.
C._
, der ebenfalls eine posttraumatische Belas
-
tungsstörung
diagnostizierte, nannte als traumatische Erlebnisse den Suizid
-
versuch des Vaters, den Tod des Bruders sowie die Gewalterfahrungen in der Ehe (Urk. 9/151 S. 35).
Gemäss den ICD-
10-
Kriterien entsteht eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit ausserge
wöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann (vgl. Weltgesund
heits
or
ga
nisation, Lexikon zur ICD-10-Klassifik
ation psychischer Störungen, S.
107).
Die Beschwerdeführerin liess sich im Jahr 1998 von ihrem Ehemann scheiden. Sie
lebte jedoch bereits vorher seit Jahren getrennt von ihm, da er im Jahr 1987 des Landes verwiesen wurde (Urk. 9/8 S. 5). Demnach hätte
der Krankheitsverlauf bereits im Jahr 1987 einsetzen müssen. Dagegen spricht indessen der Umstand, dass die Beschwerdeführerin in diesem Zeitraum
einer Arbeitstätigkeit
nachgehen konnte, eine neue, stabile Beziehung einging (Urk. 9/15 S. 4) und mit
dem Partner
einen Sohn aufzog. Insoweit sie geltend machen will, die posttraumatische Belastungsstörung sei erst mit mehrjähri
ger Verzögerung
aufgetreten
, ist darauf hinzuweisen, dass
solche raren Konstellationen aufgrund dessen, dass in der Invalidenversicherung zwangs
läufig eine gewisse Objektivierung verlangt wird, ausser Betracht bleiben müssen (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.3).
Dass es vorliegend an der erforderlichen zeitlichen Nähe zwischen den genannten Erlebnissen und den Beschwerden fehlt, erkannte im
übrigen
auch die behandelnde Ärztin, wies sie doch in ihrem Bericht vom 25. Februar 2012 darauf hin, dass es am erforderlichen ICD-
10-
Kriterium der zeitlichen Nähe fehle (Urk. 9/114 S. 3).
Aus diesen Gründen geht das Vorbringen der Beschwerdeführerin fehl.
4.3.3
Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, das
Z._
-Gutachten sei im
Verfü
gungszeitpunkt
bereits mehr
als
viereinhalb Jahre alt gewesen, weshalb es nicht beweiskräftig sei (
Urk.
1 S. 6).
D
er Umstand, dass zwischen der Erstattung der massgebenden Berichte und dem Erlass der Verfügung zwei Jahre vergehen,
führt gemäss
bundesgericht
licher
Rechtsprechung
nicht
zwangsläufig
dazu, dass auf diese nicht mehr abgestellt werden könnte
,
solange keine Hinweise dafür vorliegen, dass sich der Gesundheitszustand verändert hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_1024/2010 vom
3.
März 2011 E. 2.1).
V
orliegend
liegt zwischen der Begutachtung und dem Verfügungserlass zwar eine längere Zeitspanne. Massgeblich muss jedoch auch in diesem Fall die Frage sein, ob zwischen
zeitlich eine Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
Die Beschwerdeführerin wurde im Rahmen der polydisziplinären Begutach
tung durch die
Medas
A._
insbesondere wegen der von ihr gel
tend gemachten Verschlechterung an der Schulter
rheumatologisch unter
sucht. Der rheumatologische Gutachter hielt fest, es sei zu keiner relevanten Verschlechterung gekommen. Er schliesse sich der Beurteilung des
Z._
-Gut
achters an (Urk. 9/151 S. 57-58). Diese Schlussfolgerungen basieren auf umfassenden Untersuchungen (
Urk.
9/151 S. 47-51). Der Gutachter setzte sich sowohl mit den geklagten Beschwerden als auch mit den
Vorakten
aus
einander (Urk. 9/151 S. 44-46), weshalb auf seine Einschätzung abzustellen ist.
Den Berichten der behandelnden
Psychiaterin
lassen sich
sodann
keine Hin
weise auf eine Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nach der
Z._
-Begutachtung entnehmen. Im Jahr 2010 diagnostizierte
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie,
verschiedene schwerwiegende psychiatrische Krankheiten, die ihrer Ansicht nach zu einer vollständigen Arbeitsunfähig
keit führten (Urk. 9/103 S. 12). Nach der
Z._
-Begutachtung
, in der ihrer Einschätzung nicht gefolgt wurde,
hielt sie an dieser Beurteilung fest und führte die gleichen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf wie im Jahr 2010 (Urk. 9/126). Diese finden sich auch in ihrem Bericht vom 1. September 2013
(
Urk.
9/138).
Eine
Verschlechterung
des psychiatrischen Gesundheitszustandes
während dieser Zeit
wird in
ihren
Berichten nicht
beschrieben
.
Tr
otz der längeren Zeitspanne seit der Begutachtung
kann daher
auf das beweiskräftige
Z._
-
Gutachten vom 16. Dezember 2011 abgestellt werden.
5.
5.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, wonach
somatoforme
oder
vergleichbare psychosomatische
Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung über
windbar sind (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
solcher Störungen
und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeits
unfähigkeit begründet: An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosoma
tischen Lei
den) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Bereits vor der Rechtsprechungsänderung eingeholte Gutachten verlieren indessen nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung zu entscheiden, ob auf die vorhandene Beweisgrundlage abgestellt werden kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
Da bei der Beschwerdeführerin eine
Schmerzstö
rung
diagnostiziert wurde, ist n
achfolgend
ihre
Arbeitsfähigkeit anhand der vom Bundesgericht genannten Indikatoren zu prüfen.
5.2
Unter
der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist beim
Komplex
„
Gesund
heitsschädigung
“ in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders
ausgeprägt erscheinen. Die rheumatologi
schen
Gutachter
wiesen
darauf hin, die Beschwerden
würden sich
durch die klinischen und die
bildgebenden
Befunde in keiner Weise nachvollziehen
lassen
(Urk. 9/
111 S. 22, 9/
151 S. 54
).
Die Beschwerdeführerin habe harmo
nische Bewegungsabläufe beim Aus- und Ankleiden gezeigt und die
Untersu
chungsliege
ohne ersichtliche Behinderung benutzen können
(Urk. 9/
111 S. 18
).
Zu berücksichtigen ist ferner, dass im Gutachten von Dr.
Y._
dazu geraten
worden war
, eine Teilzeittätigkeit aufzunehmen, da diese für die Beschwerdeführerin von
grossem
Nutzen wäre (Urk. 9/17 S. 5). Trotz dieser Empfehlung und der
jahrelange
n
anerkannte
n
teilweise
n
Arbeitsfähigkeit
kann die Beschwerdeführerin jedoch
keinerlei Arbeitsversuche ausweisen; d.h. es fehlt
jegliche Anstrengung, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten
.
Was den Indikator „
Komorbiditäten
“ betrifft, wies
Dr.
D._
darauf hin, dass keine relevante psychische Komorbidität bestehe (Urk. 9/
131 S. 8
).
Auch wurden keine chronischen körperlichen Begleiterkrankungen festgestellt (Urk. 9/111 S.
48).
5.3
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass weder eine auffällige Persönlichkeitsstruktur noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert
wer
den konnte
(Urk. 9/
111 S. 48
). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ kann auf durchaus vorhandene Ressourcen der Beschwerdeführerin geschlossen wer
den. So lebt sie in einer
Partnerschaft
und pflegt ein gutes Verhältnis zu ihrem Sohn und ihrer Schwester
(Urk. 9/
138 S. 2
).
Zu
-
dem unternimmt sie Spaziergänge mit einer Nachbarin (Urk. 9/151 S. 10).
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen ausge
prägten Leidensdruck
schliessen
lassen.
Die Beschwerdeführerin befindet sich
zwar
seit dem Jahr
2010 in
regelmässiger
psychothera
-
peutischer
Behandlung
,
wurde jedoch noch nie stationär behandelt
(Urk. 9/
103 S. 6
).
Zudem zeigten die Laboruntersuchungen, dass sie weder das Schmerzmittel
Brufen
noch das verordnete
Temesta
in der angegebenen Menge
eingenommen hat
(Urk. 9/111 S. 41).
5.4
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtli
chen Standardindikatoren (vgl. E. 1.4) erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Aus rechtlicher Sicht ist daher die Schmerzstörung nicht als invali
disierend zu betrachten.
Auch wenn entgegen der vorstehenden Erwägungen eine post
traumatische Belastungsstörung bejaht würde, wäre diese nicht als invalidi
sierend anzusehen, da bei dieser ebenfalls die
Indikatorenprüfung
zur Anwendung gelangt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_676/2015 vom 7. Juli
2016 E. 5.2).
5.
5
Mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist daher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
einer angepassten,
körperlich leichten, mehrheitlich
sitzend ausgeführten Tätigkeit ohne dauernde Arbeiten in Rückenflexion oder über Schulterhöhe rechts auszugehen.
5.6
Im Vergleich zum Vorgutachten von
Dr.
Y._
zeigt sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Die damals diagnostizierte mittelgradige depres
sive Episode ist zwischenzeitlich remittiert
(Urk. 9/111 S. 43) und es liegt nun eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vor. Damit ist ein Revisionsgrund zu bejahen.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen zif
fernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Fest
legung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegen
überstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erziel
bare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Pro
zentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der
Invali
ditätsgrad
ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit
Pro
zentzahlen
bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Vali
den- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden
Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) ein
deutig über- oder untersch
r
eitet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
6.3
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin über keine Ausbil
dung verfügt. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens war sie als Reinigungs
kraft tätig. Da ihr jedoch aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde (Urk. 9/1 S. 5), kann
nicht
auf dieses Einkommen abgestellt werden.
Ohne gesundheitliche Einschränkung wäre sie mangels formaler hiesiger Qualifi
kation daher als Hilfskraft tätig. Wie dargelegt, ist die Beschwerdeführerin in der Lage, leichte körperliche Tätigkeiten mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
auszuführen.
Da sie auch in dieser Tätigkeit als Hilfskraft zu qualifi
zieren ist, kann zur Bestimmung des Validen- sowie Invalideneinkommens auf denselben Lohn abgestellt werden. Damit erübrigt sich ein
ziffernmässi
ger
Einkommensvergleich, und es kann eine Gegenüberstellung
blosser
Pro
zentzahlen
vorgenommen werden (9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 3.2).
6.4
Die Beschwerdeführerin ist zu 100
%
arbeitsfähig. Selbst unter der
grosszügi
gen
Annahme eines behinderungsbedingten Abzugs von 10 % resultiert ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
1
0 %, womit die angefochtene Verfügung im Resultat nicht zu bestanden ist.
7.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht verbessert hat, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt. Leichte körperliche Tätigkeiten sind ihr
nunmehr
mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
zumutbar, weshalb kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden mehr ausgewiesen ist. Die Verfügung vom 13. November 2015 ist daher rechtens und die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG),
zufolge
der mit Verfügung vom 16. Februar 2016 bewilligten unentgeltlichen
Pro
zessführung
(
Urk.
10)
indessen einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.2
Das Gericht setzt die Entschädigung de
s
mit Verfügung vom
16. Februar 2016
als unentgeltliche
n Rechtsvertreter
bestellten (Urk. 12)
Rechtsanwaltes Daniel
Schilliger
,
Procap
Schweiz, Olten
, nach Ermessen fest (§ 8 in Verbin
dung mit § 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]). Vorliegend erscheint eine Entschädigung von Fr.
1
‘
400
.-- angemessen.
Rechtsanwalt Daniel
Schilliger
,
Procap
Schweiz, Olten, ist daher mit Fr.
1
‘
4
00.-- (inkl.
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
8
.3
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an
den unentgeltlichen Rechtsvertre
ter
verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.