Decision ID: c0adc47b-4a93-41cb-b56b-4991269911b0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976 und Mutter von drei schulpflichtigen Kindern
,
da
mals
arbeitslos
sowie
im Zwischenverdienst in einem
Teilzeitpensum in der Rei
nigung tätig
, meldete sich am 1
0.
Juli 2013 unter Hinweis auf eine gesundheit
liche Beeinträchtigung an der linken Hand und am linken Arm seit einem An
griff eines Schuldners am 2
8.
Februar 2013 zum Bezug von Leistungen der In
validenversicherung an
(
Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Unfallversicherers
Visana
Versicherungen AG bei (
Urk.
7/15/1-75
und
Urk.
7/31/1-59
)
und
nahm Arztberichte
(
Urk.
7/16,
Urk.
7/21
,
Urk.
7/34,
Urk.
7/36
)
sowie
einen
Polizeirapport (
Urk.
7/42) zu den Akten. Zudem holte die IV-Stelle
einen Auszug aus dem individuellen Kon
to der Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
7/3 und
Urk.
7/17)
sowie einen
Arbeitgeberbe
richt
(
Urk.
7/37) ein
. Am
7.
Mai 2014 teilte sie der Versicherten mit, dass
vor
läufig
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk.
7/27
; vgl. auch die Begründung in
Urk.
7/33 auf Wunsch der Versicherten,
Urk.
7/32
)
.
In der Fol
ge veranlasste sie eine polydisz
iplinäre medizinische Untersuchung
in der
Y._
(
nachfolgend:
Y._
;
vgl.
das Gutachten vom 1
5.
April 2015,
Urk.
7/60).
Mit Vorbescheid vom 2
1.
April 2015 stellte
die IV-Stelle
X._
die Abweisung des
Leistungs
begehrens
in Aussicht (Urk. 7/64). Die
Versicherte
erhob dagegen
am 1
3.
Mai und
1
8.
Juni 2015 Einwand (
Urk.
7/69 und Urk.
7/72) und reichte neue
Arztbe
richt
e
zu den Akten (
Urk.
7/71,
Urk.
7/77 und
Urk.
7/79), worauf die IV-Stelle die
Y._
um ergänzende Stellungnahme bat (
Urk.
7/82; vgl. die gutachterli
che Stellungnahme vom 1
8.
März 2016, Urk.
7/97).
In der Zwischenzeit
waren
weitere Arztberichte ein
gegangen
(
Urk.
7/92-93
und
Urk.
7/82; vgl. auch die Stellungnahme
des Rechtsvertreters der Versicherten
vom
7.
Juli 2016,
Urk.
7/102
)
. Die IV-Stelle nahm hierauf Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlic
hen Dienst (RAD; Stellungnahme
vom 1
2.
und
telefonische Rücksprache vom
2
5.
Mai 2016,
Urk.
7/104 S. 4 ff.) und wies das Leistungsbegehren wie an
gekündigt mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2016 ab (Urk.
2).
Zudem forderte sie die Versicherte mit Schreiben vom gleichen Tag auf, sich im Rahmen ihrer
Mitwir
kungspflicht
der empfohlenen
Komplextherapie unter stationären Bedingungen in der Rheumaklinik des
Z._
zu unterziehen (Urk. 7/105).
1.2
Zuvor hatte die
Visana
Versicherungen AG die Versicherungsleistungen mit Bezug auf den Unfall vom 2
8.
Februar 2013 mit Verfügung vom 4. Juli 2013 per 30. Juni 2013 ein
gestellt
(
Urk.
7
/
15/26-28
)
und die dagegen von der Versi
cherten erhobene Einsprache
mit Entscheid vom 8. Mai
2014
(
Urk.
7/31/2-8)
abgewiesen
.
Dieser
Einspracheentscheid
erwuchs in Rechtskraft
,
nachdem das hiesige Gericht die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 2
3.
November 2015 im Prozess Nr. UV.2014.00141 abgewiesen hatte und das Bundesgericht auf die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 11. Februar 2016 nicht ein
getreten war
(Verfahren Nr. 8C_10/2016).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Juli 2016
(
Urk.
2)
liess
X._
am 2.
September 2016 Beschwerde (
Urk.
1) erheben und beantragen (S. 2),
diese sei aufzuheben und es sei i
hr eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventuell sei die Sache für weitere Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Eingabe vom
5.
September 2016 (
Urk.
3) liess die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Z._
betreffend einen stationären Aufenthalt v
om
8.
bis 2
4.
August 2016 (
Urk.
4) nachreichen. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 4.
Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon die Beschwer
deführerin mit Verfügung vom
5.
Oktober 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8). Mit Eingabe vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
9) liess die Beschwerdeführe
rin den bereits
am
5.
September 2016 (
Urk.
3) aufgelegten Bericht erneut einrei
chen (
Urk.
10), weshalb eine kurze telefonische Rücksprache erfolgte (
Urk.
11).
3.
Mit Gesuch vom
4.
März 2016 ersuchte
X._
um Revision
des Urteils
des
hiesigen Gerichts vom 2
3.
November 2015 im Prozess Nr. UV.2014.00141
betreffend
die Leistungspflicht des Unfallversicherers
Visana
Versicherungen AG. Dieses Gesuch
wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen (Prozess UV.2016.00171).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die
d
as Leistungsbegehren abweisende
Verfü
gung vom 1
3.
Juli 2016
(
Urk.
2)
damit, dass der errechnete
Invaliditäts
grad
unter der rentenbegründenden Schwelle von 40
%
liege. Sie führte hierzu aus, die Ursache für die Arbeitsunfähigkeit sei nach wie vor strittig. Einerseits stehe eine psychiatrische Diagnose im Raum, dieser gegenüber stehe eine soma
tische Erkrankung. Welche Diagnose nun zutreffe, sei anhand der Aktenlage nicht beurteilbar. Bei Vorliegen eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS) müsse aus versicherungsmedizinischer Sicht von einer funktionellen
Einarmigkeit
ausgegangen werden. Allerdings sei selbst bei Vorliegen einer sol
chen Einschränkung von einer quantitativ uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für eine körperlich sehr leichte Tätigkeit ohne Anforderungen an die Funk
tionsfähigkeit der linken Gebrauchshand auszugehen.
In der Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2016
(
Urk.
6)
hielt die
Beschwer
-
degeg
nerin
unter Verweis auf die Akten und insbesondere auf das
po
lydis
-
ziplinäre
Gutachten der
Y._
vom 15. April 2015, die zusätzliche Stel
lungnahme vom 1
8.
März 2016 sowie die Stellungnahmen des RAD
an der Verfügung fest
.
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
dagegen
in der Beschwerde vom
2.
September 2016
(Urk.
1) im Wesentlichen
geltend
,
selbst die IV-Stelle räume ein, dass die Ursache für die Arbeitsunfähigkeit nach wie vor strittig sei und nebst dem CRPS auch weitere Diagnosen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten. Diese würden in der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Juli 2016 jedoch nicht berücksichtigt und entsprechend seien
weitere Abklärungen zu tätigen
. Zudem sei der Invaliditätsgrad –
selbst wenn lediglich ein CRPS mit funktioneller
Ein
armigkeit
anerkannte würde – höher als von der
Beschwerdegegnerin
ange
nommen (Ziff. 3 ff. S. 5 ff.).
Mit Eingabe vom
5.
September 2016 liess die Beschwerdeführerin einen
Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Z._
(
Urk.
4)
einreichen
und den Antrag
wie
derholen, wonach die Sache zu weiteren Abklärung
en
und
zur
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (
Urk.
3; vgl. auch
Urk.
8-11).
3.
3.1
Bei der am Unfalltag, 28. Februar 2013, erfolgten Erstkonsultation im Ambula
to
rium des
A._
(Bericht vom 1
1.
März 2013,
Urk.
7/15/73) wurde eine Handkontusion links, eine Kontu
sion der Lendenwirbelsäule sowie eine Kontu
sion des linken Ellbogens diagnos
tiziert. Die untersuchenden Ärzte berichteten, die Beschwerdeführerin spreche nur wenig Deutsch, die Tochter habe erzählt, ihre Mutter sei beim Streit zurück an einen Tisch geschubst worden. Initial habe sie kaum Schmerzen verspürt, im Tagesverlauf seien jedoch zunehmend Rü
ckenschmerzen im Bereich der
Len
denwirbelsäule
sowie Schmerzen im Bereich der linken Hand und des linken Ellbogens aufgetreten.
Die Ärzte gaben die folgenden Befunde an: An der
Len
denwirbelsäule
bestehe paravertebral links eine leichte
Klopfdolenz
. Eine
Prell
marke
sei nicht sichtbar. Die linke Hand sei
inspektorisch
unauffällig. Es liege eine
Druckdolenz
über dem Os metacarpale III vor. Die periphere Durchblutung, die Sensibilität und die
Motorik seien intakt. Beim linken Ellbogen sei eine leichte
Druckdolenz
ubiqui
tär vorhanden. Es liege keine Schwellung vor und die Beweglichkeit sei voll
umfänglich erhalten. Die periphere Durchblutung, die Sensibilität und die Mo
torik seien ebenfalls intakt. Das Röntgen der linken Hand habe keine
ossäre
Lä
sion gezeigt. Sie attestierten der Beschwerdeführerin bis zum darauffolgenden Tag eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.
2
Im Bericht
vom 2
8.
Mai 2013
(
Urk.
7/77/4-
6
)
an die Hausärztin med.
pract
.
B._
,
Fachärztin Allgemeinmedizin (D)
, nannte
Dr.
med.
C._
, leitender Arzt Handsprechstunde am
A._
die folgenden Diagnosen:
Rehabilitationsdefizit der linken Hand bei Schmerzverarbeitungsstörung nach vermutlichem Distorsionstrauma der linken Hand im Rahmen eines Handgemenges vom 28.02.2013
Vorbestehende
Ulnaplusvariante
mit Verkalkungszone distal des
Processus
sty
loideus
ulnae
Nebendiagnosen: Depression / Diabetes Mellitus Typ 2, medikamentös behan
delt
Dr.
C._
gab an, die Beschwerdeführerin sei nach durchgeführter 3-Phasenske
lettszintigraphie am
D._
zur Verlaufskontrolle erschienen und
habe
über unveränderte Beschwerden berichtet, die hauptsächlich
streck
seitig
über dem Radiokarpalgelenk sowie unter
Aktivierung am III. und IV. Fin
g
er der linken Hand beschrieben würden. Sie gehe zweimal wöchentlich in die Ergotherapie. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Ergotherapeuten habe dieser bislang in der Therapie keine sicheren Anzeichen eines CRPS gesehen und teile den Eindruck einer Schmer
z
verarbeitungsstörung. Nachdem er das Gespräch auf die psychische Verarbeitung des Unfallgeschehens gelenkt habe, habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass sie aktuell bereits in psychiatrischer Betreuung sei.
Dr.
C._
gab an, mittels MRI-Abklärung vom März 2013 sowie ergänzender Szintigraphie vom
5.
Mai 2013 hätten relevante strukturelle Läsionen im Be
reich der linken Hand weitestgehend ausgeschlossen werden können. Als Hauptbefund habe sich die vorbestehende
Ulnaplusvariante
sowie das
Ossikel
am
Ulnaköpfchen
gezeigt, was auf eine
–
Jahre zurückliegende
–
Verletzung (
Styloidfraktur
) zurückzuführen und keine Folge des Ereignisses vom 28.
Februar 2013 sei. Nach wie vor sehe er keine klaren Anhaltspunkte für ein manifestes CRPS. Er denke eher an eine Schmerzverarbeitungsstörung in Folge des offenbar recht traumatisierenden Ereignisses vom 2
8.
Februar 201
3.
Im Vordergrund stehe somit die regelmässige Ergotherapie, begleitet durch eine intensive psychotherapeutisch/psychiatrische Betreuung. Unmittelbar
handchi
rurgisch
könnten der Beschwerdeführerin keine weiteren Optionen angeboten werden.
3.
3
Am 2
0.
September 2013 berichtete di
e Hausärztin med.
pract
.
B._
der IV-Stelle
(
Urk.
7/16/1-6
)
. Sie attestierte eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit vom 28.
Februar bis 2
7.
September 2013 unter Nennung der folgenden Diagnosen
(mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
:
Verdacht auf
Complex
Regional
Pain
Syndrome linker dominanter Unterarm nach
Distorsionstrauma am 28.02.2013
Vorbestehende alte Fraktur am
Prozessus
styloi
deus
ulnae
distal links Datum?
Schmerzverarbeitungsstö
rung Datum unklar ?
Verdacht auf
p
osttraumatische Belastungsstörung seit dem Ereignis 28.02.2013
Med.
pract
.
B._
gab an, der Ehemann der Beschwerdeführerin habe vor eini
gen Jahren mehrere Myokardinfarkte erlitten, worauf die Beschwerdeführerin Existenzängste entwickelt habe, da er der Hauptverdiener und die Kinder noch im Kleinkindalter gewesen seien. Eine depressive Entwicklung habe sich in die
ser Lebensphase eingeschlichen. Am 2
8.
Februar 2013 hätten sie und ihr Mann sich mit einem Schuldner getroffen, wobei sich ein Streit entwickelt habe und der Schuldner sie am dominanten linken Arm verletzt habe. Seither sei es nicht zu einer Heilung gekommen trotz Ausschluss von ernsthaften Verletzunge
n. Sie gab weiter an, der linke
Arm
werde am Ellbogen gebeugt und in Schonhaltung getragen. Er sei diskret geschwollen. Es zeige sich eine Hyperalgesie am Hand
gelenk, entlang des Mittelfingers
,
dorsal bestehe eine Hypoästhesie
. Die Prog
nose sei unklar. Es bestehe eine Bewegungseinschränkung des dominanten lin
ken Armes. Feinmotorische und Kraft benötigende Bewegungen könnten nicht durchgeführt werden, wie zum Beispiel das Wringen von nassen Putztüchern oder
das
Halten und Wischen mit Teleskopstangengeräten (Staubsauger, Wischapparate etc.). Psychisch besteh
e
der Eindruck einer posttraumatischen Belastungsstörung. Mehrere Arbeitsversuche seien aus diesen Gründen geschei
tert.
Es sei momentan unklar, ob und in welchem Umfang eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit möglich sei.
Eine Einladung der Beschwerdeführerin zur Begutachtung bei den Fachärzten der IV-Stelle wäre empfehlenswert, da die Sa
che ihre
„
Urteilsfähigke
it
“
als Hausärztin überschreite.
3.
4
Am
7.
Oktober 2013 berichtete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, der
Haus
ärztin
med.
pract
.
B._
(
Urk.
7/21). Er diagnostizierte
Beweglichkeitsein
schränkungen
, eine Kraftminderung, Schmerzen im
Handbe
reich
links sowie den dringenden Verdacht auf ein CRPS I, entstanden durch ein
Distorsions
trauma
der linken Hand im Rahmen eines Handgemenges vom 28. Februar 2013, sowie eine durch das obige Bild entstan
dene motorische
axonale
Störung
des
Nervus
medianus
links (EN
G-Befund) im Bereich des Karpal
tunnels. Er gab an, beim Ereignis vom 28. Februar 2013 habe der Täter nach Angaben der Be
schwerdeführerin ihre linke Hand so massiv ver
dreht, dass sie diese seither nicht mehr benützen könne. Sie habe unmittelbar nach der Tätlichkeit eindeutige Beschwerden an der linken Hand verspürt. Er beurteilte die Beschwerdeführerin als
unfallbedingt
zu 100 % arbeitsunfähig und gab seinen Unmut über die Ein
stellung der Unfalltaggelder kund.
Am 16. Dezember 2013 berichtete Dr.
E._
(Urk. 7/31/23-24), er habe am 12. De
zember 2013 eine Verlaufs-ENG-Untersuchung durchgeführt und eine Ver
schlechterung festgestellt. Er habe diesmal auch eine
leichtgradige
Kom
pression des
Nervus
medianus
links sowohl auf den motorischen als auch auf den sensiblen Fasern festgestellt. Ausserdem sei als neuer Befund ein
leichtgra
diges
sensomo
torisches Karpaltunnelsyndrom rechts aufgetreten, das auf die intensive Bean
spruchung der rechten Hand zurückzuführen sei.
Im Bericht vom 2
7.
Juni 2014 zuhanden der IV-Stelle (
Urk.
7/36/5-7) nannte Dr.
E._
die Diagnosen:
Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I, entstanden durch ein
Distorsions
trauma
der linken Hand im Rahmen eines Handgemenges vom 28.
Februar 2013 mit deutlicher Beweglichkeitseinschränkung, Kraftminderung, Schmerzen in der Hand und im Unterarm, sich verschlechternd
Durch das obige Krankheitsbild und unkorrekte Behandlung durch Ärzte und Versi
cherung bedingte depressive Verstimmung
Da die Beschwerdeführerin die linke Hand ni
cht mehr brauchen könne, sei sie
auf dem freien Markt für jegliche Tätigkeiten zu über 70
%
arbeitsunfähig. Sie könne in diesem Zustand nicht einmal einfache Tätigkeiten in einer geschützten Werkstätte erledigen oder nur mit Mühe und Not.
3.
5
Die Gutachter
der
Y._
stellten in ihrer Expertise zuhanden der IV-Stelle in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin (
m
ed.
pract
.
F._
,
Allge
meine Innere Medizin
), Orthopädie (Dr. med.
G._
,
Facharzttitel
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
), Neurologie (Dr. med.
H._
und Prof.
Dr.
med.
I._
, Neurologie FMH
) und Psychiatrie (
med.
pract
.
J._
, Psychiatrie und Psycho
therapie
FMH
) vom
1
5.
April 2015
(Urk.
7
/
60
/
1
-
5
3) nach Untersuchungen am
2
2.
und 2
8.
Oktober sowie
4.
November 2014
un
ter
Beizug
einer Dolmetscherin für die türkische Sprache
keine Diagnose
mit Ein
fluss auf die Arbeits
fähig
keit. Die
Diagnosen eines Senk-Spreiz-Platt-Knickfuss
es
beidseits, einer Hypertonie, eines Diabetes mellitus sowie eines Opi
oid Fehlgebrauchs haben nach Einschätzung der Gutachter keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 50).
Die allgemeinmedizinische Gutachterin
führte aus
, es gebe keinen Anhaltspunkt für eine eigenständige allgemeinmedizinisch-internistische Erkrankung mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die
a
rterielle Hypertonie sei medikamentös ein
gestellt. Zudem bestehe ein
insulinpflichtiger Diabetes
mellitus (
S. 20 f.).
Der neurologische Gutachter
gab an
, im neurologischen Befund werde eine
Sensi
bilitätsstörung
des linken Armes ab dem distalen Oberarm links
angege
ben, die weder peripher
n
erval
noch
radikulär
zuzuordnen sei. Bei unzureichen
der Mitarbeit der Begutachteten sei die Kraft der linken Hand nicht beurteilbar; die fehlende
n Hinweise für eine muskuläre A
trophie würden jedoch gegen eine namhafte Inaktivität sprechen. Es
werde
weiter
ein
linksbetonter Klopfschmerz im Bereich des
Retinaculum
flexorum
manus
angegeben. Trophische Störungen hätten sich keine gefunden. Auch der weitere neurologische Befund sei regel
recht gewesen.
Eine
ergänzende elektroneurographische Zusatzdiagnostik der Arme
habe
beidseitig regelrechte Befunde und insbesondere keinen Anhalt für ein Karpaltunnelsyndrom oder eine anderweitige Schäd
igung de
r
Nervi
mediani
gezeigt
. Aktendokumentierte Vorbefunde mit vermeintlicher Schädigung der Nervi
mediani
– wobei zum Begutachtungszeitpunkt keine Detailbefunde
ele
k
-
trophysiologischer
Voruntersuchungen vorgelegen hätten – hätten sich somit nicht bestätigt. Es sei offensichtlich zwischenzeitlich unter der konservativen Therapie mit volarer Handgelenksschiene zu einer Besserung und Normalisie
rung der elektrophysiologischen Befunde gekommen
(S. 28)
.
Für ein aktendokumentiert mehrfach diskutiertes komplexes regionales Schmerzsyndrom finde sich bei fehlenden trophischen Störungen nach klini
schen Kriterien kein Anhalt. Zudem hätten sich auch in den radiologischen Be
funden einschliesslich des MRI der linken Hand vom Mai 2014 keine hierfür ty
pischen Befunde gezeigt. Die Diagnose eines komplexen
regionalen Schmerzsyndroms sei somit aus neurologis
cher Sicht nicht haltbar
. Bei fehlen
dem organischem Korrelat der geschilderten Beschwerden sei
d
er bisherige, po
tentiell suchtinduzierte Schmerzmittelkonsum kritisch zu hinterfragen
(S. 28 f.)
.
Zusammenfassen
d
ergebe sich aus neurologischer Sicht kein ausreichender An
halt für eine organische Ursache der geschilderten Beschwerden und der
Bewe
gungseinschränkung
der linken Hand. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht
attestierbar
(S. 29).
Die orthopädische Gutachterin gab an,
es habe sich bei der Untersuchung eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Handgelenkes unter Schmerzangabe gezeigt. Die Versicherte sei Linkshänderin. Die grobe Kraft der linken
Hand
sei
stark vermindert dargeboten worden. Die Streckung des linken Daumens sei ak
tiv nicht geführt worden. Der Daumen sei spontan in Oppositionsstellung mit Beugung des Daumengrund- und
endgelenkes
gehalten worden. Der
Faust
schluss
sei inkomplett und die Fingerstreckung unvollständig gewesen. Inter
mittierend sei ein Tremor der linken Hand aufgefallen. Am linken
Unterarm
sei eine Hypästhesie angegeben worden. Im Bereich der linken Hand ab knapp pro
ximal des Handgelenkspaltes seien komplette Missempfindungen bei Berührun
gen beschrieben worden (S. 3
7 f.
).
Die objektiven Achsenkriterien eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms seien nicht erfüllt: eine typische
ossäre
Bildmorphologie sei nicht belegt. Kutane Veränderungen im Sinne einer Hautverfärbung oder Glanzhaut, eine
Tempera
turdifferenz
oder ein vermehrtes Schwitzen hätten nicht vorgelegen. Die darge
botene Bewegungsstörung und Schonhaltung sei ebenso gut im Rahmen einer gewillkürten Minderbewegung vorstellbar. Die neurologische Mitbegutachtung habe ebenfalls keinen Beleg für die genannte Diagnose und insbesondere auch keinen
nervalen
Störungsanhalt ergeben, der die demonstrierte motorische Ein
schränkung erklären könnte. Die Diagnose eines Morbus
Sudeck
beziehungs
weise eines CRPS sei also allenfalls a
uf
dem Boden der subjektiven Angaben vermehrten Schwitzens und einer Bewegungseinschränkung der Hand sowie lo
kaler Schmerzangaben als möglich anzusehen. Versicherungsmediz
inisch reich
e
dies
nicht aus. Im Fall der Beschwerdeführerin bleibe bei fehlenden objektiven Kriterien auch eine
Artefaktstörung
zu erwägen, zumal das reklamierte
Schädi
gungsereignis
ohne namhafte Ver
letzung einhergegangen
sei
, ein
biologisch
ad
äquates Trauma hier also fehle
(S. 38)
.
Der psychiatrische Gutachter gab an,
im aktuellen AMDP-konform erhobenen Untersuchungsbefund falle eine Affektinkontinenz, die themenabhängig sei, bei ansonsten adäquater Affektivität und allenfalls leicht eingeschränkter Modula
tion auf. Die Darstellung der psychischen Beeinträchtigungen in den aktenkun
digen medizinischen Unterlagen wirke insgesamt diffus und eine
nachvollzieh
bare ICD-10-
Diagnose werde letztlich nicht gestellt. Die
Versicherte wirke
weitstreckig
adäquat und in der Gegenübertragung zeige sich ein nur geringer Leidensdruck. Erst nach Ansprechen allfälliger Einschränkungen zeige sich eine demonstrativ wirkende schmerzverzerrte Mimik und Gestik, die dann wieder aufhöre (S. 44 f.).
G
egen eine nachhaltige psychische
Beeinträchtigung spreche
, dass die Beschwer
deführerin eine intensivierte stationäre psychiatrisch
-
psychotherapeu
tische Massnahme abgelehnt habe und auch weiterhin nicht für notwendig halte und bezogen auf die Therapiefrequenz bei ihrer Psychotherapeutin sehr vage
und widersprüchliche Angaben mache. Die Achsensymptome einer depressiven Störung entsprechend den ICD-10-Kriterien, wie tiefe Traurigkeit,
Antriebsmin
derung
, Freud- und Interessenverlust und Schuldgefühle liessen sich nicht nachweisen. Albträume, Flashbacks, ein erhöhtes Angstniveau, mithin Symp
tome einer posttraumatischen Be
l
astungsstörung seien nicht feststellbar und würden verneint. Ein unlösbarer psychischer Konflikt und eine massive Schmerzbeeinträchtigung als Indizien für eine
somatoforme
Schmerzverarbei
tungsstörung
seien nicht nachweisbar.
Psychiatrischerseits
lasse sich somit le
diglich eine
subsyndromale
psychische Beeinträchtigung als Reaktion auf von der Versicherten empfundenes Unrecht feststellen. Eine die Arbeitsfähigkeit be
einträchtigende Diagnose könne nicht gestellt
werden. Zusammenfassend be
stehe
von Seiten des psychiatrischen Fachgebietes somit keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
(S. 45)
.
In der
z
usammenfass
enden Konsensbeurteilung
gaben die Gutachter an, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der zuletzt a
usgeübten sowie
jedwelch
er
vergleichbarer
oder auch einer anderen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sei nicht hinreichend wahrscheinlich als eingeschränkt anzusehen. Eine inter
nistische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Ein komplexes regionales Schmerzsyndrom sei allenfalls als möglich anzusehen. Eine namhafte psychiatrische Erkrankung liege ebenfalls nicht vor, insbeson
dere kein wesentliches depressives Syndrom
(S. 46)
.
3.
6
Im Verlaufsbericht zuhanden der Hausärztin
med.
pract
.
B._
nannte
Dr.
med.
K._
, Fachärztin FMH für Rheumatologie und Innere Medizin
,
am 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
7/77/1) die folgenden Diagnosen:
Handschmerzen links bei
Status nach
Distorsions
trauma Hand links am 28.02.2013
V.a. CRPS Hand links
MRI-Hand vom 15.05.2014:
Synoviale
Reizung im
Carpusbereich
. Pseudoarthrose des
Proc
.
styloideus
mit leichter Reiz
ung des
Pseudoarthrosenspalt
es
Status
nach
intraartikul
ä
rer Steroidinfiltration mit
Kenacort
10mg und
Lidocain
1% am 19.05.2014
Karpaltunnelsyndrom links
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus OAD
Dyslipidämie
Dr.
K._
berichtete, die Beschwerdeführerin leide weiterhin an stark immobilisie
renden Handschmerzen links. Trotz bisheriger Therapien mit Ausbau der Analgesie und Ergotherapie sei keine Verbesserung der Symptomatik er
reicht worden. Es zeige sich ganz im Gegenteil eine Beschwerdezunahme. Des
wegen sei die Zuweisung in die Klinik für Rheumatologie
des
Z._
für eine
multimodale Schmerztherapie sowie Evaluation der arbeitsbezogenen Leis
tungsfähigkeit erfolgt.
3.
7
Im Bericht der Klinik für Rheumatolog
i
e,
Z._
,
vom
2.
September 2015
über zwei Konsultationen am 4.
u
nd 2
5.
August 2015 an die Hausärztin (
Urk.
7/79) nannten die
Ärzte die folgenden Dia
g
nosen:
1.
Handschmerzen links, V.a. CRPS
Zunehmende
Schmerzen am radiocarpalen Gelenk, Ruheschmerzen, Flexion- und
Extensi
ondefizit
Dig
III und IV
28.02.2013: traumatische Handdistorsion
Bildgebung:
28.02.2015:
Rx
Hand links
dp
/schräg: kein Hinweis auf traumatisch bedingte
ossäre
Läsionen, deutliche
Ulnaplusvariante
mit starker Verkalkungszone oder
Os
sifikation distal des
Proc
.
s
tyloideus
ulnae
15.05.
2014: MRI Hand links:
Synoviale
Reizung im
Carpusbereich
. Pseudoarthrose des
Proc
.
s
tyloideus
, mit leichter Reizung des
Pseudoarthrosespaltes
3-Phasenskel
ettszintigraphie vom 06.05.2013: Im arteriellen Einstrom der
Vorder
arme
symmetrische
Trophik
beider Hände. Im
Frühbild
keine Hinweise für eine
Sy
novitis
oder ein CRPS. Im
Spätbild
minimale Umbauzone am
UInaköpfchen
links
28.03.2013: MRI Hand links:
Ossikel
distal des
Ulnaköpfchen
s
mit einem Durchmes
ser bis 1 cm bei ausgeprägter
Ulnaplusvarianz
. Entsprechend einer chro
nischen
ulno-carpalen
Impaktion
zeigt
sich
eine leichte Signalalteration des Knor
pels am
Lunatum
. Unauffällige Darstellung des
luno-triquetralen
Bandes, leichte Signalalteration in der Pars
membranacea
des
scapho
-lunaren Bandes
Therapie
07.05.2015: DSMO-Salbe und
Micalcic
Nasenspray ohne Besserung
19.05.2015: intraartikuläre Steroidinfiltration mit
Kenacort
10mg, und
Lidocain
1% ohne Schmerzansprechen
2.
Diabetes Mellitus
3.
Aktenan
amnestisch
Karpaltunnersyndrom
4.
Arterielle Hypertonie
5.
Dyslipidämie
6.
V.a. depressive Verstimmung
Die Ärzte gaben an, insgesamt wiesen die Akten sowie der Verlauf mit laut An
gabe der Hausärztin
fortlaufender
Verschlechterung der Befunde im Laufe der Zeit auf eine massive Schmerzverarbeitungsstörung hin. Diese Hypothese werde unterstützt durch den sehr traumatischen Ablauf des initialen Unfalls mit
Ge
waltsituation
. Die vorgeschlagene Komplextherapie
mit zweiwöchigem statio
närem Aufenthalt
komme
für die Beschwerdeführerin zurzeit
wegen Angstzu
ständen ihres Sohnes nicht in Frage
. Es werde die Weiterführung der Ergothera
pie
zur Verhinderung
eines
Mobilitätsverlust
s
, eine erneute Aufnahme der un
terbrochenen
Psychotherapie und sobald möglich eine stationäre
Komplexthe
rapie
empfohlen.
3.
8
Auf
Bitte um eine Stellungnahme
(
Urk.
7/82)
gaben die Gutachter der
Y._
am 1
8.
März 2016 an (
Urk.
7/97), der Bericht der Rheumaklinik des
Z._
vom 2.
September 2015 nenne unter dem Rubrum „Diagnose“ den Verdacht auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom („V.a. CRPS“), beschreibe im Befund und in den Zusatzuntersuchungen jedoch keine ausreichenden Zeichen eines CRPS und spreche in der Beurteilung von einer „massiven
Schmerzverarbei
tungsstörung
“. Der Bericht sei also in sich unschlüssig und in seiner Konklusion paradox. Die schliesslich im Bericht vorrangig postulierte Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung repräsentiere zudem eine psych
iatrische Entität.
E
ine psychiatrische Untersuchung sei jedoch gar nicht dokumentiert. Die Be
richtenden hätten also mangels einer ausreichenden somatischen Erklärung „qua Ausschluss“ zu einer fachfremden Interpretation ohne Prüfung der diag
nostischen Kriterien gegriffen, was versicherungsmedizinisch nicht genügen könne.
Die
Gutachter
zitierten
sodann
die Ausführungen im psychiatrischen Teilgutachte
n
,
wonach
aus psychiatrischer Sicht keine die Arbeitsfähigkeit be
einträchtigende Diagnose gestellt werden könne
.
3.
9
Im an die Beschwerdeführerin adressierten Bericht vom 1
2.
Februar 2016 über die Sprechstunde
in der
L._
vom
3.
Februar 2016
nach einer Selbstzuweisung
(
Urk.
7/9
2
/1-2
)
nannte
n
Dr.
med.
M._
, Assistenzarzt Orthopädie
,
und PD
Dr.
med.
N._
,
Stv
. Chefarzt Handchirurgie, die Diag
nosen:
1.
Ausgeprägtes CRPS Hand links mit/bei:
Status nach Handgelenksdistorsionstrauma am 2
8
.2.2016 (gemeint ist offensicht
lich 2013)
Status nach r
adiologisch alter
Ulnastyloidfraktur
und wahrscheinlich distaler
Radi
usfraktur
2.
Diabetes mellitus Typ 2
unter Insulintherapie
3.
Arterielle Hypertonie
4.
Dyslipidämie
Die Ärzte gaben an, die Beschwerdeführerin habe sich erneut vorgestellt mit der Frage bezüglich Unfallereignis vom Februar 2013, da ein solches durch die Un
fallversicherung nicht anerkannt werde. Hier sei die Beschwerdeführerin initial notfallmässig im
A._
zum Ausschluss einer frischen
ossären
Läsion ge
wesen. Anschliessend sei sie ihnen bei Schmerzpersistenz zugewiesen worden, in dessen Rahmen sie die Beschwerdeführerin im Mai 2013 das erste Mal beur
teilt hätten.
Dort seien die Schmerzen im Rahmen der Handgelenksdistorsion interpretiert worden.
Radiologisch habe man damals eine alte
Styloidfraktur
sowie eine dorsale
Verkippung
des distalen Radius gesehen, ohne dass sich die Beschwerdeführerin an ein früheres Unfallereignis erinnert habe. Die damals
klinisch objektivierbare distale
Radioulanergelenksinstabilität
sei klinisch nicht schmerzhaft gewesen. Somit sei die Beschwerdeführerin ergotherapeutisch nachbehandelt worden. Auswärtig sei dann im Verlauf ein CRPS diagnostiziert und die Beschwerdeführerin von mehreren Stellen behandelt worden, sowohl von der Rheumatologie wie auch der Schmerzklinik des
Z._
. Ergotherapie be
treibe die Beschwerdeführerin seit dem Unfallereignis regelmässig ohne wirkli
che Verbesserung des Zustandes, aber auch ohne eine deutliche Verschlechte
rung zu verspüren. Bereits im Bericht aus dem Jahr 2013 sei erwähnt worden, dass es sich um eine Handgelenksdistorsion gehandelt habe.
Bei der
damaligen
Vorstellung habe sich kein eindeutiges CRPS gezeigt. Dies habe sich im Verlauf entwickelt.
Anamnestisch und in der Zusammenschau der Berichte sei aus ihrer Sicht eindeutig klar, dass dieses CRPS durch eine Handgelenksdistorsion aus
gelöst worden sei. Diesbezüglich spielten die Vorschäden wie die bereits vor
handene
Ulnastyloidfraktur
und
Dorsalverkippung
des Radius keine wesentliche Rolle. Die Beschwerdeführerin sei stark invalidisiert, weshalb sie dem CRPS
-
Spezialisten im Haus, PD
Dr.
O._
von der Rheumatologie
,
zu allfälligen weiteren Optionen einer CRPS-Therapie zugewiesen werde.
Zur Arbeitsfähigkeit nahmen die Orthopäden der
L._
keine Stellung.
3.
1
0
Im Sprechstundenbericht vom 2
4.
Februar 2016
(
Urk.
7/93)
nannte PD
Dr.
med.
O._
, Chefarzt Rheumatologie der
L._
,
die
folgenden
Diagnosen
:
1.
C
RPS
I
Hand links
(Erstmanifestation 2013)
Status nach Handgelenksdistorsionstrauma
links
am 2
8
.2.201
3
2.
Diabetes mellitus Typ
II (
i
nsulinpflichtig)
3.
Arterielle Hypertonie
4.
Dyslipidämie
Er gab an, es bestehe eine leichte Schwellung und
ein
Lymphoedem
über den Langfingern. Im Verlauf der Untersuchung zeige sich eine bläulich rötliche Verfärbung. Im Vergleich zur Gegenseite bestehe eine Temperaturdifferenz von -0,5 °C. Es bestehe keine Hyperhidrose und keine Hypertrichose. An der linken Hand sei keine aktive Beweglichkeit möglich; am Handgelenk lediglich
Prona
tion
und
Supination
60-10-0°. Es bestehe eine deutliche
Allodynie
an der linken Hand. Unter den gegebenen Umständen seien die therapeutischen Massnahmen limitiert. Es sei kein konkreter Verlaufstermin vereinbar worden. Die Beschwer
deführerin werde das weitere Vorgehen mit der behandelnden Rheumatologin besprechen.
Zur Arbeitsfähigkeit nahm
Dr.
O._
keine Stellung.
3.
1
1
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
,
gab in seiner Aktenbeurteilung vom 1
2.
Mai 2016 (
Urk.
7/104 S.
5 f.) an, die Gutachter der
Y._
hielten an ihrer Beurteilung fest,
dass
kein
sicherer Hinweis für ein CRPS und kein Anhalt für eine
Schmerzverarbeitungs
störung
bestehe. Demgegenüber würde
n
sowohl die
Q._
(März 2015)
als auch die Abteilungen Handchirurgie und Rheumatologie der
R._
(Februar 2015)
die Diagnose eines CRPS I als gesichert an
sehen
, wohin
gegen die Rheumaklinik des
Z._
(August 2015)
aufgrund der Aktenlage und des Verlaufs von einer „massiven Schmerzverarbeitungsstörung“
ausgegangen sei
und eine stationäre Komplextherapie
empfohlen habe
, welche die Versi
cherte damals und offenbar noch immer au
s psychosozialen Gründen ablehn
e. Es stünden sich also eine somatische wie auch eine
psychiatrische
Diagnose dia
metral gegenüber, wobei es für jede gute Argumente dafür und
dagegen
gebe. Rein nach Aktenlage sei eine Entscheidung, welche Diagnose zutreffe
,
in diesem Fall nicht möglich. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei unter Berücksich
tigung der aktuellen Arztberichte der
L._
im Rahmen der „normativen Kraft des Faktischen“ von einer derzeit
tatsächlich
vorhandenen Funktionslosigkeit der (dominanten) linken Hand auszugehen, ungeachtet deren letztendlichen Ursache
. Im Rahmen der Mitwirkungspflicht sei jedoch aus medi
zinischer Sicht von der Beschwerdeführerin zu verlangen, dass sie zumindest die von der Rheumaklinik des
Z._
empfohlene, nichtinvasive sogenannte
Kom
plextherapie
unter stationären Bedingungen wahrnehme. Aus
versicherungsme
dizinischer
Sicht sei selbst bei Anerkennung einer „funktionellen
Einarmigkeit
“ von einer quantitativ uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für eine körperlich sehr leichte Tätigkeit ohne Anforderungen an die Funktionsfähigkeit der (domi
nanten) linken Gebrauchshand auszugehen.
3.12
Im dem im Beschwerdeverfahren aufgelegten Austrittsbericht der Klinik für Rheu
matologie des
Z._
vom 2
4.
August 2016 betreffend eine Hospitalisierung vom
9.
bis 2
4.
August 2016 (
Urk.
4
) nannten
Dr.
med.
S._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
T._
, Oberarzt, die folgenden Diagnosen:
CRPS Stadium I Hand links, EM 2013
n
ach
Handgelenksdistorsionstrauma 02
/13
Klinik:
Dauerschmerzen am Radiokarpalgelenk mit Nachtschmerzen. Ausgeprägte
Berüh
rungsempfindlichkeit
, intermittierende Schwellungsneigung
en
mit Verfärbungen, abwechselnd Hitze und Kältegefühl, Hyperhidrose sowie ausgeprägte
Funktions
einschränkungen
Bildgebung
:
Rx
Hand links
02/13
: kein Hinweis auf traumatisch bedingte
ossäre
Läsionen, deutli
che
Ulnaplusvariante
mit starker Verkalkungszone oder
Ossifikation distal des
Proc
.
s
tyloideus
ulnae
MRI Hand links
03/13
:
Ossikel
distal des
Ulnaköpfchen
s
mit einem Durchmesser bis 1
cm bei ausgeprägter
Ulnaplusvarianz
. Entsprechend einer chronischen
ulno-carpalen
Impaktion
zeigt
sich
eine leichte Signalalteration des Knorpels am
Luna
tum
. Unauffällige Darstellung des
luno-triquetralen
Bandes, leichte
Signalaltera
tion
in der Pars
membranacea
des
scapho
-lunaren Bandes
3-Phasenskel
ettszintigraphie
05/13
: Im arteriellen Einstrom der Vorderarme sym
metrische
Trophik
beider Hände. Im
Frühbild
keine Hinweise für eine
Synovitis
oder ein CRPS. Im
Spätbild
minimale Umbauzone am
UInaköpfchen
links
MRI Hand links
05/14
:
Synoviale
Reizung im
Carpusbereich
. Pseudoarthrose des
Proc
.
s
tyloideus
, mit leichter Reizung des
Pseudoarthrosespaltes
Therapie
n:
Status nach
03/15: diagnostische Blockade und Infiltration mit
Bupivacain
0.25
% 3
ml des
G.stellatum
links, Schmerzreduktion von 9 auf 7/10 NRS,
U._
05/15:
Infiltrafion
mit
L
i
docain
2
% 1
ml, gepulste Radiofrequenztherapie
Spinalwur
zel
C8 links mit Schmerzreduktion von 10 auf 6/10 NRS,
U._
05/15:
intraartikuläre Steroidinfiltration mit
Kenacort
10
mg, und
Lidocain
1
% ohne Schmerzansprechen
05/15: DSMO-Salbe und
Micalcic
Nasenspray ohne Besserung
aktuell
Multimodale rheumatologische Komplexbehandlung vom
9.
bis 2
4.
August 2016
Schwere Depression (ICD-10 F32.2)
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Diabetes Mellitus Typ II, insulinpflichtig
Arterielle Hypertonie
Sie gaben an, bei der Beschwerdeführerin beständen seit dem Jahr 2013 chro
nische Schmerzen an der linken Hand im Sinne eines CRPS, die sich nach einer Handgelenksdistorsion im Februar 2013 entwickelt hätten. Die bisher erfolgten ausgiebigen A
bklärungen mit medikamentösen,
interventionel
len
und ergothe
rapeutischen Massnahmen hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. Die Beschwerdeführerin sei im Februar 2016 von PD
Dr.
O._
, seines Zei
chens CRPS-Spezialist, in der
R._
beurteilt worden, der die Be
schwerden im Rahmen eines CRPS Stadium I bestätigt habe. Klinisch habe sich bei Eintritt eine Schonhaltung der linken Hand mit ausgeprägter
Berührungs
empfindlichkeit
und ausgeweiteter Schmerzangabe entlang der Streckseite des Unterarmes gefunden. Im Vergleich zur Gegenseite bestehe eine leichte
ödem
töse
Schwellung mit vermehrter
Sudomotorik
. Es sei keine Atrophie der Mus
kulatur objektivierbar gewesen. Es sei auch eine psychiatrische Standortbe
stimmung erfolgt, in der sich eine schwere Depression mit begleitender Schmerzverarbeitungsstörung bestätigt habe, die einen grossen Anteil zu den chronischen Schmerzen beitragen würden. Die Spitalärzte gaben weiter an, ins
gesamt bestehe weiterhin eine schwierige Situation mit marginalen
Behand
lungsmöglichkeiten
. Am meisten trage die zentrale Komponente zur
Chronifi
zierung
der Beschwerden bei. Hierbei spiele zurzeit auch die familiäre finanzi
elle Situation eine wichtige Rolle. Bezüglich der psychiatrischen Betreuung sei
bereits durch die Hau
s
ärztin eine neue Anschlusslösung geplant. Hier würden sie das grösste Potential zur Verbesserung der Beschwerden sehen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) einen Leistungsanspruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 4
%
.
Sie ging
dabei
von einer funktionellen
Einarmigkeit
und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit
aus
.
Die Ursache der
Einschränkungen
ist aber nach wie vor
strittig und auch nach Einschätzung der IV-Stelle unklar
.
Die IV-Stelle
zitierte in diesem Zusammenhang
aus der Stellungnahme ihres
RAD
, wonach aufgrund der Aktenlage nicht entschieden werden könne,
welche der
beiden sich diametral gegenüberstehenden Diagnosen
eines
CRPS oder
einer psychiat
rischen Erkrankung
(
namentlich eine Schmerzverarbeitungsstörung
)
zutreffen würden
, wobei es für jede gute Grunde dafür und dagegen gebe
(E. 3.
1
1
).
4.2
Wie es sich damit genau verhält, kann indes offen bleiben. In Bezug auf die Handproblematik räumte die Beschwerdeführerin selber ein, dass jedenfalls kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad vorliegt (
Urk.
1 S. 7). Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit teil
weise arbeitslos war, rechtfertigt es sich, für die Ermittlung des
Invaliditätsgra
des
(rechnerisch) einen Prozentvergleich vorzunehmen. Bei identischen Grössen für das Validen- und das Invalideneinkommen entspricht der Invaliditätsgrad dem Abzug vom Tabellenlohn, welcher von der Rechtsprechung auf maximal 25
%
festgelegt wurde. Bei diesen Werten ist ein Rentenanspruch aufgrund der Handproblematik ausgeschlossen.
4.3
Die Beschwerdeführerin brachte vielmehr vor, es sei darüber hinaus zu berück
sichtigen, dass noch zahlreiche weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit denkbar seien. Diesbezüglich seien allenfalls noch weitere Ab
klärungen notwendig, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen sei. In diesem Zusammenhang seien dann die neusten medizi
nischen Erkenntnisse aus dem aktuellen stationären Aufenthalt im
Z._
zu be
rücksichtigen, da die entsprechenden Beschwerden schon längere Zeit hätten existent gewesen sein müssen und sich nicht erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung sozusagen über Nacht eingestellt hätten (
Urk.
1 S. 7 f).
4.4
4.4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin stets ausschliesslich wegen den Beschwerden an der linken Hand hat behandeln lassen. Nach dem Unfall vom 2
8.
Februar 2013 war sie zuerst im
A._
und später beim Neurologen
Dr.
E._
sowie am
R._
in Behandlung. Der Fokus lag dabei ausschliesslich auf der linken Hand. In den Akten finden sich - bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung - als weitergehende (poten
tiell relevante) Diagnosen solche psychiatrischer Natur (Depression [E. 3.2] res
pektive depressive Verstimmung [E. 3.3, E. 3.7], Schmerzverarbeitungsstörung, Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung [E. 3.3]). Diese wurden aller
dings nicht von Fachärzten gestellt, sondern vorwiegend von den behandelnden Ärzten organischer Fachrichtungen, namentlich der Hausärztin, dem behan
delnden Neurologen und den Ärzten der Klinik für Rheumatologie des
Z._
. An
deren behandelnden Ärzten fiel dagegen keine psychische Pathologie auf.
4.4.2
Soweit eine Schmerzverarbeitungsstörung thematisiert wurde, geht diese vollum
fänglich in der Handproblematik auf. Die Beschwerdeführerin klagte zu keinem Zeitpunkt über andere als Handbeschwerden. Sollte also tatsächlich kein CRPS, sondern eine Störung aus dem
somatoformen
Formenkreis vorliegen, bleiben die - von der Beschwerdegegnerin anerkannten Folgen - dieselben, nämlich die weitgehende Gebrauchsunfähigkeit der linken Hand. Dass eine entsprechende Störung zu einer weitergehenden Arbeitsunfähigkeit führen könnte, ist nicht naheliegend, wurde doch eine Beteiligung weiterer
Körperregi
onen
nie thematisiert.
Zum geäusserten Verdacht auf das Vorliegen einer depressiven Verstimmung - soweit denn überhaupt eine eigenständige Depression vorliegen sollte - stehen einer invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz bereits die fehlenden
Thera
piebemühungen
entgegen (vgl. zum ganzen Themenkreis etwa Urteile des Bun
desgerichts 9C_892/2015 vom 2
2.
Januar 2016 E. 2, 9C_551/2016 vom
5.
Dezember 2016 E. 5.3.2). Was der Grund für die - nichtfachärztlich gestellte Diagnose - posttraumatische Belastungsstörung sein soll, ist sodann unklar. Das Handgemenge imponierte jedenfalls nicht als katastrophenartiges Ereignis, das bei jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Dies jedenfalls bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung, welcher den massgeben
den Überprüfungszeitpunkt bestimmt.
4.4.3
Damit bleibt als noch mögliche thematisierte Erkrankung die von den Ärzten der Klinik für Rheumatologie des
Z._
am 2
4.
August 2016 diagnostizierte schwere Depression. Die
Z._
-Ärzte waren die ersten, welche eine derartige - versicherungsrechtlich relevante - Ausprägung des depressiven Geschehens an
nahmen (E. 3.12).
Hierzu ist zu bemerken, dass bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 1
3.
Juli 2016 nie von einer entsprechenden Pathologie ausgegangen wurde und auch keine Befunde geschildert wurden, welche auf eine derartige Erkrankung schliessen liessen. Insoweit hat eine allfällige Veränderung des Gesundheitszu
standes Gegenstand eines allfälligen Neuanmeldeverfahrens zu bilden. Anzufü
gen bleibt, dass auch diese Diagnose nicht von psychiatrischen Fachärzten ge
stellt wurde. Wohl erfolgte eine „psychiatrische Standortbestimmung“ (
Urk.
10 S. 2 Mitte), wobei unklar bleibt, wer diese Diagnose stellte und auf welche Be
funde dabei abgestützt wurde.
4.4.4
Soweit die Beschwerdeführerin auf denkbare zahlreiche weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verweist, ist festzuhalten, dass es nicht Aufgabe der Beschwerdegegnerin ist, ohne konkrete medizinische Anhalts
punkte eine umfassende Gesamtuntersuchung jeder versicherten Person vorzu
nehmen, um sich auf die Suche nach möglichen unentdeckten und sich bislang nicht manifestierten Krankheiten zu machen. Im Gegenteil reduziert sich die Beschwerdekonstellation vorliegend auf die verletzte linke Hand, welche Proble
matik umfassend gewürdigt wurde, und allenfalls die psychische Verfassung, welche sich bis zum massgebenden Zeitpunkt nicht in relevanter Weise ver
dichtet hat.
4.5
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
,
auf Fr. 700
.--
anzusetzen
und
e
ntsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.