Decision ID: a7f6e478-2e10-56e4-8d60-55ec4a216eb2
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der aus der Republik Kosovo stammende Beschwerdeführer (geb. 1987)
wurde anlässlich einer Hausdurchsuchung am 3. August 2015 von der Lu-
zerner Polizei kontrolliert. Dabei konnte er sich lediglich mit einer abgelau-
fenen kosovarischen Identitätskarte, jedoch keinem gültigen Visum, aus-
weisen. Im Zimmer befanden sich diverse Handwerker-Utensilien sowie
Baustellenkleidung. Wegen des Verdachts der illegalen Einreise, des recht-
widrigen Aufenthaltes sowie der illegalen Erwerbstätigkeit wurde der Be-
schwerdeführer vorläufig festgenommen. Anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme gab er zu Protokoll, sich seit ca. neun Wochen ununterbrochen
in X._/LU aufgehalten zu haben. Für eine dortige Gartenbau-Firma
habe er während zwei Tagen während ca. fünf bis sechs Stunden gearbei-
tet, jedoch keinen Lohn erhalten. Sein Reisepass sowie sein dreimonatiges
deutsches Studentenvisum befänden sich im Kosovo. Er sei jedoch nicht
illegal in der Schweiz. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Beschwerdefüh-
rer auch das rechtliche Gehör zur Anordnung einer allfälligen Fernhalte-
massnahme gewährt.
B.
Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Abteilung 2 Emmen vom 3. August
2015 wurde der Beschwerdeführer wegen rechtswidriger Einreise im Sinne
von Art. 115 Abs. 1 Bst. a AuG (SR 142.20), rechtswidrigen Aufenthaltes
gemäss Art. 115 Abs. 1 Bst. b AuG sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung
gemäss Art. 115 Abs. 1 Bst. c AuG schuldig gesprochen und zu einer Geld-
strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.-, bedingt erlassen bei einer Probe-
zeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 600.- verurteilt. Mangels
Anfechtung ist dieser Strafbefehl in Rechtskraft erwachsen.
C.
Mit (ebenfalls unangefochten gebliebener) Verfügung vom 3. August 2015
wurde der Beschwerdeführer vom Amt für Migration des Kantons Luzern
aus dem Schengen-Raum weggewiesen. Gleichzeitig wurde er zur Sicher-
stellung des Vollzuges der Wegweisung für die Dauer von zwei Monaten in
Ausschaffungshaft versetzt mit der Begründung, aufgrund fehlender gülti-
ger Reisedokumente habe bisher keine Ausreise in den Kosovo organisiert
werden können. Zudem sei eine selbständige und legale Ausreise unter
diesen Voraussetzungen nicht möglich. Aufgrund der fehlenden Doku-
mente sei mit einer ein- bis zweimonatigen Dauer für die Reisepapierbe-
schaffung sowie die Organisation der Rückreise zu rechnen.
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Mit Entscheid vom 4. August 2015 bestätigte das Zwangsmassnahmenge-
richt des Kantons Luzern die tags zuvor verfügte Ausschaffungshaft bis
2. Oktober 2015.
D.
Gestützt auf diesen Sachverhalt verfügte die Vorinstanz am 7. August 2015
gegen den Beschwerdeführer ein dreijähriges Einreiseverbot mit Wirkung
ab 12. August 2015. Zur Begründung der Massnahme führte sie aus, der
Beschwerdeführer habe durch die zuständige Behörde aus der Schweiz
weggewiesen und der Vollzug der Wegweisung durch Anordnung der Aus-
schaffungshaft sichergestellt werden müssen. Die Anordnung einer Fern-
haltemassnahme gestützt auf Art. 67 AuG sei daher angezeigt. Die im Rah-
men des rechtlichen Gehörs gemachten Angaben vermöchten keinen an-
deren Entscheid zu rechtfertigen. Gleichzeitig wurde einer allfälligen Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung entzogen und das Einreiseverbot im
Schengener Informationssystem (SIS) ausgeschrieben.
E.
Am 12. August 2015 wurde der Beschwerdeführer nach Pristina ausge-
schafft.
F.
Mit Rechtmitteleingabe vom 11. September 2015 (Datum des Eingangs
beim Bundesverwaltungsgericht) lässt der Beschwerdeführer durch seinen
kosovarischen Rechtsvertreter, welcher sich nicht mit einer Vollmacht aus-
wies, sinngemäss die Aufhebung der Fernhaltemassnahme beantragen;
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen und das Ein-
reiseverbot durch eine Geldstrafe zu ersetzen. Schliesslich wird die Lö-
schung des SIS-Eintrages beantragt. Zur Begründung bringt der Be-
schwerdeführer im Wesentlichen vor, die Dauer der Fernhaltemassnahme
sei zu hoch ausgefallen, habe er doch unabsichtlich gegen fremdenpolizei-
liche Vorschriften verstossen. Im Übrigen beabsichtige er nicht, in der
Schweiz zu bleiben, sondern möchte in die Bundesrepublik Deutschland
ziehen, wo seine Freundin und zukünftige Ehefrau lebe.
G.
In einer weiteren Eingabe vom 9. Oktober 2015 weist die neu mandatierte,
deutsche Rechtsvertreterin unter Beilage weiterer Unterlagen (Vollmacht,
Eheschein des Beschwerdeführers) darauf hin, dass ihr Mandant am
25. September 2015 im Kovoso geheiratet habe. Wegen der geplanten Fa-
milienzusammenführung in der Bundesrepublik Deutschland ersucht sie
F-5574/2015
Seite 4
um Aufhebung des Einreiseverbots, eventualiter sinngemäss um Be-
schränkung der Fernhaltemassnahme auf die Schweiz und das Fürsten-
tum Liechtenstein.
H.
Mit Schreiben vom 24. November 2015 gab der Beschwerdeführer als Zu-
stelldomizil in der Schweiz die Adresse seines Schwagers in Bremgar-
ten/BE an.
I.
In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2015 spricht sich die Vor-
instanz für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest,
der Beschwerdeführer habe nicht nur in Ausschaffungshaft versetzt und
am 12. August 2015 in seine Heimat ausgeschafft werden müssen, son-
dern habe auch wegen illegaler Einreise, illegalen Aufenthaltes sowie Er-
werbstätigkeit ohne Bewilligung in der Schweiz gegen die öffentliche Si-
cherheit und Ordnung verstossen. Sollten die deutschen Behörden bereit
sein, dem Beschwerdeführer im Rahmen des Familiennachzugs eine Auf-
enthaltsbewilligung zu erteilen, stehe es ihnen frei, über das Konsultations-
verfahren nach Art. 25 des Schengener Durchführungsübereinkommens
vom 14. Juni 1985 (SDÜ, Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62)
bei den Schweizer Behörden um Löschung der SIS-Ausschreibung zu er-
suchen. Bis heute sei beim SEM kein entsprechendes Ersuchen eingegan-
gen.
J.
Mit Replik vom 2. Februar 2016 hält der Beschwerdeführer an seiner Be-
schwerde und deren Begründung fest und gibt nunmehr zu, sich wider-
rechtlich in der Schweiz aufgehalten zu haben. Aufgrund der erfolgten Ehe-
schliessung und Familienzusammenführung sei die dreijährige Fernhalte-
massnahme jedoch unverhältnismässig. Er versuche zurzeit, über die
deutschen Behörden eine Löschung der SIS-Ausschreibung zu erwirken.
K.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.
F-5574/2015
Seite 5

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33
VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das SEM, das mit der An-
ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und
daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme
nach Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-
res bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Streit-
sache endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62
Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann
die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Das Einreiseverbot gestützt auf Art. 67 Abs. 2 AuG kann gegenüber
ausländischen Personen verfügt werden, die gegen die öffentliche Sicher-
heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder
diese gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG), Sozialhilfekosten verursacht
haben (Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs-
oder Durchsetzungshaft genommen werden mussten (Art. 67 Abs. 2 Bst. c
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AuG). Das Einreiseverbot wird grundsätzlich für eine Dauer von höchstens
fünf Jahren verfügt. Für eine längere Dauer kann es angeordnet werden,
wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Aus humanitären
oder anderen wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der
Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder ein Einreiseverbot voll-
ständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG).
3.2 Das in Art. 67 AuG geregelte Einreiseverbot stellt keine Sanktion dar,
sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-
fentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über
die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Bot-
schaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne
von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die Gesamtheit der
polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst u.a. die Unverletzlichkeit der objek-
tiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O.,
S. 3809). In diesem Sinne liegt nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung
vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit
(VZAE, SR 142.201) ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung u.a. vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen
missachtet werden. Widerhandlungen gegen Normen des Ausländerrechts
fallen ohne weiteres unter diese Begriffsbestimmung und können ein Ein-
reiseverbot nach sich ziehen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3813). Die Verhän-
gung eines Einreiseverbots knüpft an das Risiko einer künftigen Gefähr-
dung an. Gestützt auf sämtliche Umstände des Einzelfalls ist eine entspre-
chende Prognose zu stellen. Dabei ist naturgemäss primär das vergan-
gene Verhalten der betroffenen Person zu berücksichtigen (vgl. Urteil des
BVGer C-5068/2015 vom 26. April 2016 E. 3.2 m.H.).
4.
4.1 Zur Begründung ihrer Verfügung stützte sich die Vorinstanz vorerst ein-
zig auf Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG, indem sie ausführte, der Beschwerdefüh-
rer habe durch die zuständige Behörde aus der Schweiz weggewiesen und
der Vollzug der Wegweisung durch Anordnung der Ausschaffungshaft si-
chergestellt werden müssen.
Aus den Akten ergibt sich diesbezüglich, dass der Beschwerdeführer vom
Amt für Migration des Kantons Luzern mit unangefochten gebliebener Ver-
fügung vom 3. August 2015 aus dem Schengen-Raum weggewiesen und
zur Sicherstellung des Vollzuges der Wegweisung für die Dauer von zwei
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Monaten in Ausschaffungshaft versetzt wurde mit der Begründung, auf-
grund fehlender gültiger Reisedokumente habe bisher keine Ausreise in
den Kosovo organisiert werden können. Damit hat der Beschwerdeführer
fraglos den obgenannten Fernhaltegrund gesetzt, was denn auch von ihm
nie bestritten wurde.
4.2 In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2015 brachte das SEM
weitere Argumente für die Verhängung ihrer Fernhaltemassnahme vor. Bei
massgeblichem Sachverhalt zum Zeitpunkt der Urteilsfällung (vgl. E. 2 in
fine) ist eine derartige Ergänzung im Sinne einer Motivsubstitution grund-
sätzlich möglich und zulässig (vgl. Urteil des BVGer C-1942/2012 vom
17. März 2014 E. 4.3). So führte die Vorinstanz unter Hinweis auf den Straf-
befehl der Staatsanwaltschaft Abteilung 2 Emmen vom 3. August 2015 (vgl.
Bst. B des Sachverhalts) ergänzend aus, dass der Beschwerdeführer nicht
nur in Ausschaffungshaft versetzt und am 12. August 2015 in seine Heimat
ausgeschafft habe werden müssen, sondern auch wegen rechtswidriger
Einreise, rechtswidrigen Aufenthaltes sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilli-
gung in der Schweiz gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG verstossen habe.
Der Beschwerdeführer, welchem mit Instruktionsverfügung vom 12. Januar
2016 Gelegenheit zur Stellungnahme zur vorinstanzlichen Vernehmlas-
sung eingeräumt wurde, stellt auf Beschwerdeebene den ihm zur Last ge-
legten Sachverhalt grundsätzlich nicht in Frage. Abgesehen davon wurde
besagter Strafbefehl nicht angefochten und erwuchs in Rechtskraft. Bleibt
schliesslich festzuhalten, dass für die Verhängung eines Einreiseverbots
kein vorsätzlicher Verstoss gegen ausländerrechtliche Bestimmungen er-
forderlich ist. Es genügt, wenn der ausländischen Person eine Sorgfalts-
pflichtverletzung zugerechnet werden kann. Unkenntnis oder Fehlinterpre-
tation der Einreise- oder Aufenthaltsvorschriften – wie vom Beschwerde-
führer geltend gemacht – stellen normalerweise keinen hinreichenden
Grund für ein Absehen von einer Fernhaltemassnahme dar. Jeder Auslän-
derin und jedem Ausländer obliegt, sich über bestehende Rechte und
Pflichten im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Vorschriften ins Bild
zu setzen und sich im Falle von Unklarheiten bei den zuständigen Stellen
zu informieren. Ein vorsätzlicher Verstoss gegen ausländerrechtliche Be-
stimmungen, von dem allerdings der Strafrichter ausging, ist mithin nicht
erforderlich (vgl. Urteil des BVGer C-4395/2015 vom 23. Februar 2016
E. 4.4 m.H.).
F-5574/2015
Seite 8
4.3 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
hinreichenden Anlass für die Verhängung eines Einreiseverbots gegeben
hat (Art. 67 Abs. 2 Bst. a und c AuG).
5.
5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Er-
messens ergangen und angemessen ist, was vom Beschwerdeführer in
Abrede gestellt wird. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit steht dabei
im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung
vorzunehmen zwischen dem öffentlichen Interesse an der Massnahme ei-
nerseits und den von der Massnahme beeinträchtigten privaten Interessen
des Betroffenen andererseits. Die Stellung der verletzten oder gefährdeten
Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die
persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Aus-
gangspunkt der Überlegungen (vgl. statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 514 ff.).
5.2 Der Beschwerdeführer hat – wie festgestellt – wegen rechtswidriger
Einreise, rechtswidrigen Aufenthaltes sowie Erwerbstätigkeit ohne Bewilli-
gung in der Schweiz gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG verstossen. Dieses Fehlverhalten wiegt
objektiv nicht leicht, kommt doch den ausländerrechtlichen Normen im In-
teresse einer funktionierenden Rechtsordnung grundsätzlich eine zentrale
Bedeutung zu. Namentlich das generalpräventiv motivierte Interesse, die
ausländerrechtliche Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis
zu schützen, ist als gewichtig einzustufen (vgl. dazu Urteil des BGer
2C_948/2011 vom 11. Juli 2012 E. 3.4.2 in fine). Überdies liegt eine spezi-
alpräventive Zielsetzung der Massnahme darin, dass sie den Betroffenen
ermahnt, bei einer allfälligen künftigen Wiedereinreise in die Schweiz nach
Ablauf der Dauer des Einreiseverbots die für ihn geltenden Regeln einzu-
halten (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-6993/2014 vom 30. März 2015
E. 5.2 m.H.). Vorliegend besteht somit ein gewichtiges öffentliches Inte-
resse an einer (mehrjährigen) Fernhaltung des Beschwerdeführers. Dies
umso mehr, als er – wie unter E. 4.1 erwähnt – noch einen weiteren Fern-
haltegrund gesetzt hat (Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG).
5.3 Dem öffentlichen Interesse an seiner befristeten Fernhaltung stellt der
Beschwerdeführer keine persönlichen Interessen gegenüber, die im Rah-
men des vorliegenden Verfahrens berücksichtigt werden könnten. So
macht er insbesondere nicht geltend, weiterhin ungehindert in die Schweiz
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Seite 9
oder das Fürstentum Liechtenstein einreisen zu wollen. Sofern solche In-
teressen bestehen sollten, bleibt es ihm freigestellt, aus wichtigen Gründen
mittels Gesuch die zeitweilige Suspension der angeordneten Fernhalte-
massnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG), wobei diese aber praxis-
gemäss nur für eine kurze und klar begrenzte Zeit gewährt wird (vgl. Urteil
des BVGer C-1712/2011 vom 12. September 2012 E. 6.3 m.H.).
5.4 Aufgrund einer wertenden Gewichtung der sich entgegenstehenden In-
teressen gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass sich
das auf drei Jahre befristete Einreiseverbot unter Berücksichtigung der
gängigen Praxis in vergleichbaren Fällen als verhältnismässig und ange-
messen erweist. Eine Umwandlung der Fernhaltemassnahme in eine Geld-
strafe, wie vom Beschwerdeführer beantragt, sieht indes die geltende Ge-
setzgebung nicht vor.
6.
6.1 Die Vorinstanz hat mit der angefochtenen Verfügung ferner die Aus-
schreibung des Einreiseverbots im SIS II angeordnet. In diesem Zusam-
menhang macht der Beschwerdeführerin allerdings geltend, seine Ehefrau
lebe in der Bundesrepublik Deutschland, wo eine Familienzusammenfüh-
rung geplant sei.
6.2 Der Beschwerdeführer ist nicht Bürger eines Mitgliedstaates der Euro-
päischen Union. Aufgrund der Ausschreibung im SIS ist es ihm untersagt,
den Schengen-Raum zu betreten. Der darin liegende Eingriff wird durch
die Bedeutung des Falles gerechtfertigt (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 SIS-II-VO
sowie BVGE 2014/20 E. 8.5 m.H.). Zum einen ist aufgrund des Verhaltens
des Betroffenen – wie oben ausgeführt – von einer nicht unbeachtlichen
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auszugehen, zum an-
dern hat die Schweiz die Interessen der Gesamtheit aller Schengen-Staa-
ten zu wahren (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). Wie die Vorinstanz in ihrer Ver-
nehmlassung vom 23. Dezember 2015 festgehalten hat, hindert die Aus-
schreibung die Bundesrepublik Deutschland jedoch nicht daran, dem Be-
schwerdeführer im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewil-
ligung zu erteilen und in diesem Zusammenhang über das Konsultations-
verfahren nach Art. 25 SDÜ bei den Schweizer Behörden um Löschung der
SIS-Ausschreibung zu ersuchen. So soll der Beschwerdeführer gemäss
Angaben seiner Rechtsvertreterin denn auch bereits versucht haben, über
die deutschen Behörden eine Löschung seiner SIS-Ausschreibung zu er-
wirken.
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Seite 10
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist so-
mit abzuweisen.
8.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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