Decision ID: 483bf7d3-24b1-43e6-8f38-abca725f348b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 19
77
geborene
X._
arbeitete seit dem
1. März 2005
als
Gipser
für die
Y._
GmbH
, deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer er ist,
und war damit bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
30. September 2016 auf einer Baustelle
von
einem 3-Tritt
auf die linke Seite stürzte
(Urk.
10
/1).
Die am 3.
Oktober 2016 erstbehandelnde
Ärztin
Dr. med.
Z._
, Fachärztin Physikal
ische
Medizin, diagnostizierte
in ihrem Arzt
zeugnis vom 11
.
November
2016
eine
p
osttraumatische
Periarthritis
humero
sca
pularis
(
PHS
)
links
bei
St. nach Abriss der Supra- und
Infraspinatussehne
vor
bestehend,
eine
Distorsion
des
OSG
li
nks m
it
Zerrung
des Lig
amentum
f
ibu
l
o
ta
lare
anterius sowie
eine
aktivierte Sekundärarthr
o
se
talonavik
ular
(Urk. 10/10)
.
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
. Ab Januar 2017 nahm der
Versicherte
die Arbeit zu 50
%
und ab dem 6. März 2017
wieder
zu 100 %
auf (Urk.
10/18
-19
)
. Die
Suva erbrachte ihre Leistungen bis am
5
. März 2017 (Urk. 11)
.
Mit Schadenmeldung vom
24. Mai 2017
meldete der Versicherte einen
Rückfall
seit dem 1
5
. Mai 2017
, da er nach der Arbeitsaufnahme immer wieder mit Schul
terschmerzen zu kämpfen
und seit 17. Mai 2017 die Arbeit erneut nieder
gelegt
habe
(Urk.
10/23).
Nach getätigten medizinischen Abklärungen (Urk. 10/28-30) verneinte die Suva mit
Schreiben vom
13. Juni
2017
ihre Leistungspflicht für
die linksseitigen Schulterschmerzen
(Urk.
10
/
31
).
Am
21.
Juni
2017
verlangte
d
er
Versicherte
eine Neubeurteilung der Leistungspflicht (Urk.
10
/33).
Nachdem die Suva
vo
n
Kreisarzt
Prof.
Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie, eine aktenbasierte Beurteilung eingeholt hatte (Urk. 10/35),
bestätigte sie die Leistungs
ablehnung
mit Verfügung vom 4. Juli 2017 (Urk. 10/37)
.
Der Kranken
versicherer
Helsana Versicherungen AG erhob am
14.
Juli 2017
Ein
sprache
(Urk. 10/39)
und zog diese mit Schreiben vom
28.
Juli 2017
wieder zu
rück (Urk. 10/
44
).
Am 3.
August 2017 erhob der
Versicherte
eine
unbeg
ründete Einsprache
(Urk.
7/45).
Während
der von der Suva gewährten Fristverlängerung
bis 12. September 2017
zur
Begründung
der
E
insprache
(Urk.
10
/47)
,
reichte
er
am
15. August 2017
eine erneute Rückfallmeldung
(Urk. 10/48)
sowie diverse Spital
berichte
ein (Urk.
10/49-55
)
.
Daraufhin veranlasste die Suva am 18.
Dezember 2017 eine erneute
kreisärztliche Beurteilung
(
Urk.
10
/59
) und
gewährte dem Versicherten
am 11. Januar 2018
eine
erneute
Nachfrist
bis 15. Februar 2018
zur Begründung
der
noch immer unbegründet gebliebenen
Einsprache
(Urk. 10/
61
).
Nach zwei gewährten Fristverlängerungsgesuchen erstattete er am
31. Mai 2018
die Begründung de
r
Einsprache
und
liess
vorbringen, die linksseitigen Schulter
beschwerden seien auch in Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Juni 2011 zu prüfen
(Urk.
10/76)
.
Dies veranlasste die Suva
,
weitere Arztberichte sowie eine
erneute kreisärztliche Beurteilung, diesmal von
Dr. med
.
B._
,
Facharzt für Radiologie
, einzuholen (Urk.
10/
92-
101
). Mit Verfügung vom 17.
Januar 2019
verneinte die Suva
erneut
ihre Leistungspflicht
aus dem Ereignis vom 30. Septem
ber 2016 für die linksseitigen Schulterbeschwerden
(Urk.
10
/10
2
).
Die
dagegen
erhobene Einsprache vom 18.
Februar 2019
(Urk.
10/
106
) wies die Su
va mit
Ein
spracheentscheid
vom 26. April 2019
ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
29. Mai
2019 Beschwerde und bean
tragte, es seien ihm in Aufhebung
des
Einspracheentscheids
vom 26. April 2019 auch über den 21. Oktober 2016 hinaus
die
gesetzlichen
Leistungen zuzu
spre
chen, eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zu weiteren Abklä
rungen zurückzuweisen (Urk.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Juli 2019
, die Beschwerde sei abzuweise
n soweit darauf einzutreten sei und
der
Einspracheentscheid
vom 26. April 2019
sei insoweit aufzuheben
,
als dem
Beschwerdeführer
die gesetzlichen Versicherungsleistungen
nur
bis zum 21. Oktober 2016
zugesprochen worden seien
. Im
Übrigen sei festzustellen, dass de
m
Beschwerdeführer ab 15. Mai 2017 kein Anspruch auf Versicherungsleistungen zustehe
(Urk. 9
-11
).
Im Zuge des mit Verfügung vom 12.
Juli 2019
angeordneten zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1
2
)
,
verzichtete der Beschwerdeführer auf eine
Replik
(Urk. 14),
was
der Beschwerdegegnerin
am
16. September 2019
angezeigt wurde
(Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 30. September 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.
4
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V 412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit,
wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE
134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeit
punkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbe
dürftig
keit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftret
en. Dies ist im Rahmen einer
ex
ante
-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurtei
len (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiterem Hinweis)
.
Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine ent
schei
dende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilung
s
verlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leis
tungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungs
prozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines Rückfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während
der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufge
tretenen Beschwerden gelitten hat beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts 8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
1.
5
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
6
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Rechtspre
chungsgemäss kommen sie aber nur dann zum Zuge, wenn die Kausalität einmal gegeben und anerkannt ist. Diese Anerkennung muss sich auf das Unfallereignis und die dabei erlittenen Verletzungen wie auch auf den Umstand beziehen, dass ein bestimmter Symptomkreis die Folge dieses Vorfalls darstellt. Dagegen kann die Rechtsprechung nicht dahingehend verstanden werden, dass der Versicherer, der im Zusammenhang mit einem Unfall seine Leistungspflicht einmal anerkannt hat, in der Folge auch die Beweislast für das Nichtbestehen einer Unfallkausalität in Bezug auf Beschwerden und Verletzungen trüge, welche ursprünglich nicht thematisiert worden waren (Urteil U 6/05 des Eidgenössischen Versicherungs
ge
richts vom 27. April 2005, E. 3.2).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.8
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
trä
ger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Entscheid
damit,
dass kein
Anlass
bestehe
,
die schlüssig und
widerspruchsfrei
begründete Einschätzung
des erfahrenen Ver
s
i
cherungsmediziners Prof.
A._
in Frage zu stellen, weshalb ohne weiteres darauf abgestellt werden könne. Seine Beurteilung, worin auf die erhobenen klinischen und bildgebenden Befunde sowie die geklagten Beschwer
den Bezug
genommen werde
, sei in
Kenntnis
der gesamten Aktenlage
abgegeben
worden. Medizinische Berichte, welche dem
widerspr
e
chen
würden, lägen den
Akten
nicht bei. Der
Radiologe
Dr.
C._
habe
den Abriss der Supra- und
Infraspinatussehne
als «älter»
beurteilt. Die
Hausärztin Dr.
Z._
habe ebenfalls auf eine «vorbestehende» Schädigung dieser Sehne
hingewiesen
und auch PD Dr.
D._
habe diesen Umstand nicht in Abrede gestellt. Zudem stehe die kreis
ärztliche Beurteilung im Einklang mit der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung zur Ursache
einer
Rotatorenmanschettenl
ä
sion
(Urk. 1 Ziff. 3)
.
Schliesslich
sei in Bezug auf einfache Prellungen auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hin
zu
weisen, wonach bei Kontusionsve
r
l
etz
u
n
g
en der zu erwartende
Heilungs
pro
zess
in der Regel nur wenige Wochen, höchstens aber einige Monate
andauere
(vgl. Urteil des BGer 8C_744/2013 vom 10. Januar 2014 E. 3.4).
Liessen
sich – wie im
vorliegenden
Fall – zeitnah zum Unfallereignis keinerlei
frische
unfall
bedingte strukturelle Läsionen bildgebend nachweisen, so sei die
Dauer
der fol
genlosen Abheilung bzw. des Erreichens des Status quo
s
in
e
vel
ante
sogar
bei wenigen Tagen bis Wochen festzulegen.
Somit sei mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Unfallere
ignis vom 30.
Septem
ber 2016 nicht mehr Ursache des Gesundheitsschaden
s
, wie er sich am 21. Okto
ber 2016 (= drei Wochen danach)
präsentiert habe, darstelle und der Status quo
s
in
e
vel
ante zu diesem
Zeitpunkt
erreicht gewesen sei. Die in der Folge noch bestehenden Sch
ulterbe
schwerden links seien
folglich
nicht mehr unfall-, son
dern
ausschliesslich
noch
krankheitsbedingt
. Demnach sei die Verfügung der Suva vom 4. Juli 2017 in dem Sinne abzuändern, als der Beschwerde
führer Anspruch auf die gesetzlichen Versicherungsleistungen der Suva bis zum 21. Oktober 2016 habe.
Soweit
die Ausrichtung
darüberhinausgehender
Leistun
gen beantragt
werde
, sei die Einsprache
abzuweisen
(Urk. 1 S. 11 f.).
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom
11. Juli 2019
führte die Beschwerdegegnerin ergän
zend aus
, die Verfügung vom 4. Juli 2017, welch
e
m
it Einsprache-Entscheid vom 26.
April 2019 abgeändert worden sei, betreffe ausschliesslich die mit Rückfall
meldung vom 24. Mai 2017 gemeldeten (nach vollständiger Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit erneut aufgetretenen) Schulterbeschwerden links und die dies
be
zügliche Leistungspflicht der Suva ab 15. Mai 2017. Somit sei die mit Einsprache-Entscheid vom 26. April 2019 erfolgte Abänderung der Verfügung vom 4. Juli 2017, wonach dem Beschwerdeführer für die Z
eit
bis 21. O
ktober 2016 die gesetz
lichen Leistungen zugesprochen worden seien, aufzuheben. Nachdem die Suva die gesetzlichen Leistungen bereits bis
5. März 2017 erbracht habe,
sei
in
Ermangelung
eines schutzwürdigen Interesses auf die Beschwerde nicht
einzu
treten
, soweit damit Leistungen ab 21. Oktober 2016
verlangt
worden
seien
.
Im vorliegenden Prozess sei ausschliesslich die Leistungspflicht der Suva ab 15. Mai 2017 in Bezug auf die Schulterproblematik links zu prüfe
n
(Urk. 11 S. 5 f.)
. Nach dem Unfall vom 30. September 2016 hätten an der linken Schulter keine phy
sischen
Unfallfolgen
objektiviert
werden
können
.
Die MRT-Bilder vom 5. Oktober 2016 zeig
ten komplette Abrisse der Supra
- und der
Infraspinatussehne
, welche vom Radiologen, von der behandelnden Ärztin Dr. med.
Z._
wie auch von Kreisarzt Prof. Dr. med.
A._
als Vorzustand qualifiziert worden sei
en
.
Dieser vorbestehende, unfallfremde Schaden sei
somit
ausschliesslich
Ursache der seit
dem 15. Mai 2017 anhaltenden S
c
h
ulterbeschwe
r
den gewesen, weshalb er dann auch operativ behoben
worden
sei.
Auf den Standpunkt von Dr. m
ed.
E._
, wonach der
Rotat
orenmanschettenschaden
Folge
des Unfalles vom 30. September 2016 sei,
k
önn
e nicht abgestellt werden
. Eine Auseinandersetzung mit den
anderslautenden
medizinischen Unterlagen
sei dabei
in keiner Weise
erfolgt
.
Es könne
somit
keinesfalls
von einer überwiegend
wahrscheinlichen Rückfallkau
sa
l
i
t
ät ausgegangen werden
(Urk. 11 S. 6 f.)
. Im Weiteren sei auch eine unfallbe
dingte,
richtung
s
gebende
Verschlimmerung dieses
vorbestandenen Schu
l
t
erscha
dens nicht
mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit
erstellt
(Urk.
11 S.
7).
Vor
sorglich sei
zu ergänzen
, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf die Frage, ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang
zwischen den seit 15.
Mai 2017
bestehen
den
Beschwerden der
Rotatorenmanschetten
und dem Unfall vom 30.
September
2016
bestehe
, auch dann die
Beweislast
tragen müsste, wenn von einem fortlau
fenden Grundfall ausgegangen würde. Der
Grund
liege darin, dass die Suva die
Unfal
l
kausalität
in Bezug auf die (beschw
erde-aus
lösenden)
Supra- und der
Infra
spinatussehnenrisse
nie anerkannt habe (Urk. 11 S. 8).
Soweit sich der Beschwer
deführer auf eine Kontusion als vorübergehend unfallkausale
Verschlimmerung
der vorbestandenen Rotatorenmanschettenrupturen berufe, könne
daraus
eben
falls keine
Leistungspflicht der
Suva
ab 15. Mai 2017 abgeleitet werden, dies selbst dann, wenn man ihr die Beweislast für das
gänzliche
Dahinfallen
eines
solchen unfallbe
d
i
ngten
Beschwerdeschubs
zuw
eisen
wolle
(Urk. 11 S. 8 ff.)
2.
3
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, das Aktengutachten von Prof.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vermöge nicht zu überzeugen
. So sei zunächst nicht ersichtlich, welche Akten dem Kreis
arzt tatsächlich zur Verfügung gestanden
hätten
. Sodann falle auf, dass der Kreisarzt lediglich die im MRI vom 5. Oktober 2016 festgestellten Veränderungen aufgelistet habe und dann ohne nachvollziehbare Begründung behauptet habe, diese seien ausschliesslich degenerativer Natur. Woraus er dies geschlossen habe,
sei dem Bericht nicht zu entnehmen
. Zudem diskutiere Prof.
A._
die sich auf
drängende Möglichkeit, dass es durch den Sturz vom 30. September 2016 zu
einer
richtunggebenden
Verschlimmerung des
Vorzustandes gekommen sein könn
e, mi
t keinem Wort, wozu ein
Sturz auf die linke
Schulter aber sicher
geeignet
sei
. Dieses Versäumnis könne die Beschw
e
rdegegnerin auch nich
t durch einen allgemeinen Verwei
s in Erwägung 3 wettmachen. Es gelte auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nach
dem Unfallereignis vom 30.
September
2016 bezüglich der linken Schulter nie meh
r beschwerdefrei gewesen sei. Er habe sei
n
e
Arbeit
trotz
Schmerzen
wiederaufgenommen
, er könne aber insbesondere
schwere
Über
kopfarbeiten
nicht mehr ausführen. Solche Arbeiten müssten von
seinen
Mitar
beitern ausgeführt
werden
. Aufgrund der persistierenden
Schmerzen
habe er sich
sodann für die operative
Sanierung
der linken
Schulter entschlossen
. Es sei augen
scheinlich,
dass es
anlässlich des
Ereignisses
vom 30. September 2016 mindestens zu einer
Traumatisierung
und
Symptomatisierung
des unfallbedingten Vorzu
standes gekommen sei – und nicht bloss zu
einer
einfachen Kontusion, wie dies Prof.
A._
behaupte.
Ohne das Ereignis vom 30. September 2016 wäre es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht, oder zumindest nicht im gleichen Zeit
punkt, zur besagten Operation gekommen.
Nach dem Gesagten habe die Be
sch
werdegegne
rin den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt und ihre Leis
tungen gestützt auf einen
nicht beweiskräftigen Bericht ihres Kreisarztes unzulässig nach drei Wochen eingestellt
(Urk. 1 S. 7 ff.)
.
3.
Vorab
ist, wie von den Parteien ric
htig erkannt wurde (Urk. 2
Rz
. 1
,
Urk. 9
Rz
. 5
.1
vgl. auch
Urk. 1 S. 7 ff.) festzuhalten
, dass der a
ngefochtene
Einspracheentscheid
vom 26. April 2019
,
dessen Inhalt
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfech
tungsgegenstand bestimmt, einzig
ein möglicher Kausalzu
sammenhang zwischen den am
24
. Mai 2017 nochmals gemeldeten
Schulterbeschwerden links und dem
Unfallereignis
vom 30. September 2016 beurteilt, weshalb
die
gesamthafte
Leis
tungsausrichtung
bis am 5. März 2017, welche auch unter Einbezug der Distor
si
on des OSG erfolgte
,
sowie
ein
allfälliger
Kausalzusammenhang
mit
dem frühe
ren Unfall vom 12. Juni 2011
nicht Anfechtungs- und Streitgegenstand de
s vor
lie
genden Verfahrens bilden
.
Zu diesem früheren Unfall liegen auch keine Akten vor.
4.
4
.1
Am 5. Oktober 2016 erfolgte ein
Arthro
-MRT der linken Schulter und des OSG links im
I
nstitut
F._
. Die Befunde wurden beurteilt als älterer Abriss der
Supra-und
Infraspinatussehnen
;
Bone
bruise
ventral im Bereich der Fibula und Zerrung-Grad l Verletzung des Ligamentum
fibulotalare
anterius
;
Z
ustand nach
alter Luxationsfraktur des Os naviculare im
Chopart
-Gelenk mit Zeichen der aktivierten Sekundärarthrose im Bereich der dezentrierten
talona
vi
ku
laren
Gelenkfläche (Urk. 10/16).
4
.2
Die erstbehandelnde Ärztin und zugleich Hausärztin des Beschwerdeführers Dr.
Z._
stellte im UVG-Arztzeugnis vom 11.
November
2016 die Diagnose einer posttraumatischen PHS links
,
St. nach Abriss der Supra- und
Infraspina
tussehne
vorbestehend, einer Distorsion des OSG links mit Zerrung des Ligamen
tum
fibulotalare
anterius sowie eine
r
aktivierte
n
Sekundärarthrose
talonavicular
(Urk.
10/10)
.
4
.3
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 27. Januar 2017 gab Dr.
Z._
eine deut
liche Besserung der Schmerzen sowohl im Bereich der Schulter
wie auch
des OSG an. Sodann hielt sie fest,
dass der Beschwerdeführer die Arbeit seit dem 1.
Januar 2017 zu 50 % wiederaufgenommen habe (Urk. 10/18).
4
.4
Dr. med.
E._
, Oberarzt
der Orthopädie in der Universitätsklinik
G._
,
erhob im Bericht vom 23. Mai 2017 folgende Diagnosen:
-
Rotatorenman
s
chettenruptur Schulter links nach Sturz am 30. September 2016 von der Leiter
-
Schmerzhaftes Os
acromiale
rechts bei
-
m
inimale
r
Dehiszenz Supra
s
pinatus Schulter rechts bei
-
St.
n. Schu
l
t
erarthroskopie, Biz
epstenodese
(
Arthrocareanker
), subacro
miale
m
Débridement
,
Rotatorenmanschetten
-
Rekonstruktion
am 27.12.2013
bei
-
St. n.
Rotatorenmanschetten
-Massenruptur rechts
Der Beschwerdeführer verspüre eine Schwäche in der linken Schulter bei Über-Kopf-Bewegungen in Aussenrotation. Zudem habe er starke Schmerzen, auch in der Nacht. Er habe diese Beschwerden seit einem Leitersturz am 30. September 2016. Vor drei Jahre
n
habe er sich ebenfalls bei einem Stu
rz eine Schulterläsion links zu
gezogen, dabei seien die Schwäche und die Schmerzen nicht derart im
Vordergrund gestanden
. Der Beschwerdeführer arbeite als Gipser, dies trotz Sch
wäche und Schmerzen zu 100 %. Leider hätten bei der heutigen Konsultation die
Arthro
-MRI-Bilder der linken Schulter vom Oktober 2016, die extern durch
geführt worden seien, nicht vorgelegen. Klinisch bestehe jedoch das passende Bild zum Befundschreiben. Es könne von einer
posterosuperioren
Rotatorenman
schettenverletzung
ausgegangen werden. Aufgrund des zeitlichen Verlaufes und der bereits beschriebenen Verfettung im Oktober gehe er davon aus, dass die Re
tra
ktion noch weiter fortgeschritten sei und die Verfettung ebenfalls, sodass sich die Frage stelle, ob eine Rekonstruktion überhaupt noch möglich sei. Es werde daher eine erneute
Arthro
-MRI-Untersuchung durchgeführt und der Be
schwerdeführer werde die Vorbilder zur Befundbesprechung mitbringen (Urk.
10/28
).
4
.5
Kreisarzt
Prof
.
A._
führte in seiner Beurteilung vom 26. Juni 2017 aus, im kernspintomografischen Befund des linken Schultergelenks vom 5. Oktober 2016, somit zeitnah zum Unfallereignis vom 30. September 2016, zeigten sich erheb
liche degenerative Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
hinsichtlich der Supra- und der
Infraspinatussehne
. Die Hinweise darauf, dass es sich um einen mehrjährigen Vorschaden handle,
bestünden
in der
lipomatösen
Atrophie
Grad
ll
des Supra
s
pinatus wie auch des Infraspinatus. Daneben bestünden erhebliche
degenerative
Veränderungen im Bereich des AC-Gelenks
sowie
des Tuberculum majus. Ferner fehlten Hinweise auf eine frische
Trau
matisierung der oben
ge
nannten
Strukturen
. Es werde somit von einer Kontusion des linken Schulter
gelenks
ausgegangen
. Der
Status
quo sin
e sei drei Wochen nach Unfaller
e
i
gnis erreicht worden (Urk. 10/35).
4
.
6
Am
12. Juli 2017 wurde ein erneutes
Arthro
-MRT der linken Schulter
in der Radiologie d
er Klinik
G._
durchgeführt.
Es zeige sich die bekannte trans
murale Ruptur der Supraspinatus- und
Infraspinatussehne
mit im Verlauf progre
dienter Sehnenretraktion. Das Kontrastmittel sei in die Bursa durchgetreten und es
bestünden
zusätzlich eine Bursitis subac
r
omialis sowie eine Gelenkarthrose mit Reizzustand (Urk. 10/53).
4.
7
PD. Dr. med.
H._
,
Oberarzt der Schulterchirurgie der Universitäts
klinik
G._
,
ergänzte in seinem Bericht vom 13. Juli 2017, der
Beschwerde
führer
berichte weiterhin über die ausgeprägten Schmerzen sowie die begleitende Schwäche im Bereich seiner linken Schulter infolge des Sturzereignisses von einer Leiter am 30.
September
2016. Vor diesem Ereignis
sei
er zu 100 % als Gipser arbeitsfähig
gewesen
,
seither
könne er seiner Tätigkeit aufgrund der
Schwäche
und den
Schmerzen
nicht mehr nachgehen.
Nach der Bildgebung
Arthro
-MRI Schulter links vom 12. Juli 2017
könne die
Indikation
für einen Latissimus
dorsi
-Transfer gestellt werden
(Urk. 10/51)
.
4
.
8
Am 29. August 2017 wurden eine Arthroskopie der linken Schulter und eine arthroskopisch-assistierte Latissimus
dorsi
-Transposit
i
on durchgeführt.
Der Sub
sca
pularis und
der
Teres min
or seien noch intakt
,
d
er Supra-
und Infraspinatus seien stark retrahiert gewesen (Urk. 10/54).
4
.
9
Mit Schreiben vom 23. April 2018 äusserte sich der
stellvertretende
Leiter
der Schu
l
terchirurgie der Universitätsklinik
G._
,
PD Dr. med.
D._
,
zur Unfallkausalität.
Er
hielt fest, bezüglich des Unfalles
des Beschwerdeführers vom
13. Juni
2011
(
richtig: 12.
Juni
2011
)
lägen
nun befundete MR-Bilder vom 23.
August 2011 vor. Mit dem geschilderten Unfallereignis und diesem klaren MR-
tomographischen
Befund ohne relevante degenerative Muskelveränderungen
müsse
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer klaren Unfallfolge aus
gegangen werden. Die Chance in diesem Alter eine
solche
rein degenerative transmurale Sehnenschädigung zu haben,
liege
wohl
unter
1 %. Bez
üglich des erneuten Unfallereign
i
s
ses
vom
30. September 2016 könne jedoch nicht mehr
rekonstruiert
werden,
inwieweit
die bereits 2011 bestandene Sehnenläsi
o
n in ihrem natürlichen
Verlauf
fortgeschritten
sei (Urk. 10/76)
.
5.
5.1
Angesichts der Gegebenheiten ist von einem vergleichsweise harmlosen
Unfall
und
einem jedenfalls nicht ungünstigen Heilungsverlauf
auszugehen
. So fiel der Beschwerdeführer am 30. September 2016 von einem 3-Tritt
- was nicht son
der
lich
hoch ist -
auf die linke Seite (Urk. 10/1). Eine sofortige ärztliche Behandlung war nicht nötig
. S
eine Hausärztin
konsultierte
der Beschwerdeführer erst
nach dem Wochenende
(
E.
4.2
). Anfangs
Januar
2017 konnte der Beschwerdeführer be
reits wieder zu 50 % arbeiten und die Hausärztin
stellte
Ende Januar 2017 eine deutliche Besserung der
Schmerzen
sowohl im Ber
e
i
ch der
Schulter
wie auch des OSG
fest
(
E. 4.3
). Ab
6
. März 2017 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
(Urk. 10/19 und Urk. 11).
Den Akten sind von diesem Zeitpunkt an bis am 17. M
ai
2017 keinerlei Hinweis
e
auf weitere Behandlungen z
u entnehmen
.
Ein form
loser
Abschluss wäre demgemäss grundsätzlich möglich und zulässig gewesen
(vgl. E.
1.4)
.
5.2
Der Beschwerdeführer machte jedoch beschwerdeweise geltend, die Beschwerden
in der linken Schulter seien
seit dem Unfall nicht re
mittiert, so dass er seine Haupttätigkeit als Gipser nur noch unter Schmerzen
respektive
eingeschränkt habe ausüben können
(Urk. 1 S. 4)
.
Somit ist zu prüfen, ob Brückensymptome vorgelegen haben, welche in der Praxis gestützt auf ärztliche Aussagen beurteilt werden (Urteil
des Bundesgerichts
8C_234/2012 vom 26. Juli 2012 E. 4 mit Hin
weisen auf die Urteile 8C_314/2012 vom 25. Mai 2012 E. 3.2 und 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 5.1.2). Dabei ist zu beachten, dass
Brückensymptome natur
gemäss auch relativ harmloser Natur sein
können
und in der Regel nicht nur dann anerkannt werden
dürfen
, wenn sie auch durchgängig ärztlich behandelt wurden (Urteil 8C_433/2007 vom 26. August 2008).
5.
3
Vorliegend hielt Dr.
E._
Mitte
Mai 2017,
rund zwei Monate nach der voll
ständigen Wiederaufnahme
der
Tätigkeit als Gipser
,
in seinem Bericht fest, der Beschwerdeführer
klage
seit einem Leitersturz
am 30. September 2016
über
Schwäche in der linken Schulter bei Über-Kopf-Bewegungen in Aussenrotation sowie über starke Schmerzen
(
E. 4.4
)
, was auch PD
H._
in seinem Bericht vom 13. Juli 2017
wiederholte
(
E. 4.
7
)
.
Sodann
wurde dem
Beschwerdeführer
ab 17. Mai 2017 eine volle
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(
Urk. 10/20
).
Aufgrund dieser Angabe
n
ist davon auszugehen,
dass
S
chulterbeschwerde
n und damit Brücken
symptome vorhanden waren, weshalb die Leistungspflicht der Beschwerdegeg
nerin für die mit Rückfallmeldung
weiterhin
geltend gemachten Beschwerden
an der linken Schulter
unter dem Gesichtspunk
t des Grundfalls zu prüfen sind.
6.
6.
1
Die
Beschwerdegegnerin
erbrachte
ihre
Leistungen für
die Folgen des Unfalls vom
30. September 2016
bis am 5. März 2017
(Urk.
11
). Es i
st ihr darin zuzustimmen (
Urk. 9
Rz
. 5.3
), dass zu diesem Zeitpunkt
eine Distorsion des OSG links mit Zerrung des Ligamentum
fibulotalare
anterius diagnostiziert wurde und der
Ab
riss der Supra-
und
Infraspinatussehne
als
vorbestehend
bezeichnet wurde (
vgl. 4.1-4.3
).
Sodann sind
die im Mai 2017 persistierenden Schmerzen des Beschwer
de
führers an der linken Schulter unbestritten auf
die Rotatorenmanschettenruptur
zurückzuführen, welche schliesslich operat
iv saniert wurde
(E. 4.4, E. 4.
6
bis 4.
8
und Urk. 1 S. 8). Somit muss d
ie
Unfallkausalität
de
r
Rotatorenmanschettenruptur
für die Gutheissung eines Leistungsanspruchs mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein. Die Beweislast liegt hier beim Beschwerdeführer (vgl. vor
stehend E. 1.
6
).
6.
2
Der angefochtene Entsche
id basiert auf der Beurteilung des Kreisarztes
Prof.
A._
vom 26.
Juni 2017
(E. 4.
5
).
P
rof.
A._
, der als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung verfügt, berücksichtigte sämtliche medizi
nische
Vorakten
einschliesslich Bilder (Urk.
10/
35
S. 1) und setzte sich dabei mit den radiologisch erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammen
hän
gen auseinander. In se
iner Beurteilung hielt er fest, die bildgebenden
Untersu
chungen
vom 5. Oktober 2016
zei
gten
erheblich
e
degenerative Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
hinsichtlich der Supra- und der
Infraspinatussehne
. Die Hinweise darauf, dass es sich um einen mehrjährigen Vorschaden handle,
dokumentiere
der Grad
ll
der
lipomatösen
Atrophie, sowohl des Supraspinatus wie auch des Infraspinatus. Daneben bestünden erhebliche degenerative Verände
rungen im Bereich des AC-Gelenks sowie des Tuberculum majus. Ferner fehlten Hinweise auf eine frische Traumatisierung der oben genannten Struktu
ren
. Es werde daher von einer Kontusion des linken Schultergelenks ausgegangen
. Der Status quo sine sei drei Wochen nach Unfallereignis erreicht worden
(E.
4.
5
).
Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und konkludent.
Sowohl
Dr.
Z._
sowie
auch
der Radiologe Dr.
C._
des
I
nstitut
s
F._
erach
teten
den Abriss der Supra- und
Infraspinatussehne
als vorbestehend
bzw.
als
älter
(E. 4.
1 und E. 4.2).
Ferner konnte i
n den bildgebenden Untersuchungen keine organische unfallbedingte Verschlimmerung der vorbestehenden
Befunde
f
estge
stellt werden
und k
einer
der
involvierten Ärzte bestätigte eine richtunggebende Verschlimmerung
.
Selbst
PD
D._
hielt fest
, b
ezüglich des erneuten Unfallereig
nisses vom 30. September 2016 könne nicht mehr rekonstruiert werden, inwieweit die bereits 2011 bestandene Sehnenläsion in ihrem natürlichen Verlauf fort
geschritten sei
(E. 4.9)
.
Dass er
dabei die Sehnenläsion
auf den Unfall im Jahr 2011
zurück
zu
führen scheint
, ist
vorliegend
ohne Belang.
Einzig Dr.
E._
scheint einen Zusammenhang zum
Unfall vom 30. September 2016
nicht aus
zuschliessen (E. 4.4)
. Da seine Einschätzung ohne Einsicht in die Unfallakten
erfolgte
und
sich
lediglich auf die Angaben des
Beschwerdeführers
stützte,
ver
mag
seine Vermutung
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit
und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahme
zu wecken
.
Soweit der Beschwerdeführer die Unfallkausalität aus dem Umstand der prätrau
matisch fehlenden Beschwerden ableiten will, ist anzumerken, dass die Argu
mentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist (BGE 119
V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013. E. 5.1).
6.3
Aufgrund dieser Aktenlage ist die Einschätzung des Kreisarztes, wonach
die Ruptur der
Rotatorenmanschette
nicht auf das Unfallereignis vom 30. Sep
tember 2016 zurückzuführen ist und
es
sich
demnach
bei den Beschwerden an der
linken Schulter n
ach dem besagten Unfallereignis
um eine vorübergehende Verschlim
merung eines degenerativen Vorzustandes
handelte
, welche
r
im Sinne einer
Kontusion des linken Schultergelenk
s
spätestens
n
ach drei Wochen abheilte, nachvollziehbar.
Auch
sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine anderslautenden und/oder weitere
n
entscheidrelevante
n
Erkenntnisse zu erwar
ten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144
ll
427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen).
7.
Da
kein
natürliche
r Kausalzusammenhang der Rotatorenmanschettenruptur u
nd
den seit
15. Mai 2017
geltend gemachten
Schulterschmerzen links zum Unfaller
eignis vom 30. September 2016
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt ist
,
hat die Beschwerdegegnerin zu R
echt
ihre
Leistungs
pflicht
nach dem 6. März 2017
verneint
, wobei ihr auch
zu folgen
ist,
dass die
mit
Einsprachee
ntscheid
vom 26. April
2019
erfolgte
, nicht der effektiven Leistungs
ausrichtung entsprechende
Abänderung der Verfügung vom 4. Juli 2017, wonach dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen bis 21.
Oktober 2016
zustün
den
,
zu korrigieren
ist
.
Ansonsten erweist sich d
er a
ngefochtene
Einspracheent
scheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.