Decision ID: 6d5b86f2-2692-475f-9d6e-fca72fa77369
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
,
in Serbien ausgebildeter
dipl.
Pflege
fach
mann
und
Vater dreier 1985, 1
991 und 2000 geborener Kinder
, reiste 1990 in die Schweiz ein und
arbeitete zuletzt vom 1
5.
Dezember 2016 bis am 30.
November 2019
im 90%-Pensum
als
dipl.
Pflegefachmann im Nach
t
dienst
bei der Y._
AG
, Z._
. Am 1
6.
Oktober 2019 meldete er sich unter Hinweis auf psychische Störungen und intensive Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
8/7). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, lud den Versicherten zu einem per
sön
lichen Beratungsgespräch ein (
Urk.
8/12) und
tätigte medizinische Abklä
rungen. Insbe
sondere
zog
sie
die Akten der Krankentaggeldversicherung sowie beruflichen Vor
sorgestiftung
bei (
Urk.
8/14/1-20,
Urk. 8/22/1-8
,
Urk.
8/26/1-37);
darunter das
vertrauensärztliche
psy
chiatrische Gutachten von D
r.
med. A._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und P
sychotherapie, vom 12.
Januar 2020 (Urk. 8/22/1-8)
und
die (nicht gezeichnete) Expertise von
Dr.
med. B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und zertifizierte medizinische Gutach
terin
,
vom
4.
Februar 2020 (Erstellungsdatum
,
Urk.
8/26
/16
ff.)
. Mit Vorbescheid vom
2.
April 2020
stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten
die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
8/31
). Auf
dessen
Einwand hin (
Urk.
8/36) tätigte die IV-Stelle
weitere Abklärungen. Insbesondere holte sie die Berichte der behandelnden Ärzte ein und
zog die Verlaufsakten der Krankentaggeldver
si
che
rung
, darunter das rheumatologische Gutachten von
Dr.
med. C._
, Fach
arzt FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilitation,
D._
AG,
vom
1.
September
2020
bei (
Urk.
8/51/1-47,
Urk.
8/55/1-24,
Urk.
8/60/1-23). Mit Verfügungen vom 1
9.
März 2021
sprach sie
dem Versicherten eine abgestufte und befristete Rente zu, das heisst
ab
1.
Mai 2
020 eine ganze Rente
gestützt auf einen nach der gemischten Methode bemessenen Gesamtinvaliditätsgrad
von 78
%,
ab
1.
September 2020
eine
Dreiviertelsrente
gestützt auf einen Gesamtinvaliditätsgra
d von 60
%
und schliesslich vom 1.
Dezember 2020
bis 3
1.
Januar 2021
eine
Viertel
s
rente
bei einem Gesamt
inva
lidi
tätsgrad von 49
%, zzgl. einer akzessorischen Kinderrente.
Darüber hinaus verneinte sie einen Renten
anspruch (Urk. 2/1-2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
6.
Mai 2021 (Eingangsdatum)
Beschwerde
und beantragte, es s
eien die Verfügungen vom 1
9.
März 2019 betreffend
An
spruch
auf eine
Dreiviertelsrente
vom
1.
September 2020 bis 3
0.
November 2020 sowie
Viertelsrente
vom
1.
Dezember 2020 bis am 3
1.
Januar 2021 aufzuheben und dem Beschwerdeführer auch über den 3
1.
August 2020 hinaus unbefristet eine ganze
Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein neutrales, umfassendes, poly
diszipli
nä
res Gutachten unter Berücksichtigung der Schmerzrechtsprechung ge
mäss BGE
141 V 281 in Auftrag zu geben.
Subeventualiter
seien dem Beschwer
deführer Ein
gliederungsmassnahmen zuzusprechen (
Urk.
1
S. 2
). Mit Beschwerde
ant
wort vom 2
3.
August 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der
Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
4.
August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Mit Beschluss vom
2
5.
November 2021
wurde dem Beschwerdeführer die vor
läufige Einschätzung der Rechtslage mitgeteilt, unter dem Hinweis, dass ihm - sollte das Gericht an der vorläufigen Einschätzung festhalten
und die Sache zur ergänzen
den medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückweisen – eine Schlechterstellung drohe. Diese bestehe darin,
dass die zu tätigenden Ab
klärun
gen zu einem Resultat führen könnten, welche einen Anspruch auf Aus
richtung der gesprochenen Rente
n
in Frage stellen könnte. Entsprechend wurde dem Beschwerdeführer Frist zur Stellungnahme und zur Erklärung darüber an
gesetzt, ob er an der Beschwerde festhalte oder ob er diese zurückziehe (Urk. 10). Inn
ert angesetzter Frist teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit, dass er
an der Beschwerde festhalte (Urk.
12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der dia
gnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurtei
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsun
fähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d
; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
gesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der ge
richtlichen
Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE 1
31
V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gereg
elten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli
2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.6
Gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgaben
be
reich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditäts
be
dingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Auf
hebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente analog anzuwenden (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.2). Das Bundesgericht wendet in solchen Fällen in der Regel den zweiten Satz dieser Bestimmung an und gewährt oder
bestätigt eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheits
zustandes hinaus (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 10. Februar 2012
E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. statt vieler auch Urteil des Bundesgerichts 8C_
626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1
.8
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung (Art. 59 Abs. 2
bis
Satz 1 IVG). Sie beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs (Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Si
cht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent
scheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu nam
entlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzuneh
men sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Den RAD-Berichten, die zu den sogenannten versicherungsinternen Beurtei
lun
g
en gehören, kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig er
schei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_
197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E.
5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.9
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
In den angefochtenen Verfügungen erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt a
uf die getätigten Abklärungen sei der Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit als Pflegefachmann
seit dem 2
1.
Mai 2
019
arbeitsunfähig
; die körper
lich schweren Tätigkeiten und das Arbeiten in ungünstigen Körperpositionen verunmöglichten es ihm, weiterhin in der Pflege zu arbeiten
. Hinsichtlich einer
– näher umschriebenen -
adaptierten Verweistätigkeit sei jedoch seit März 2020 von einer schrittweisen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Konkr
et sei der Beschwerdeführer ab
1.
Mai 2020 zu 20
%
, ab 1.
Juni 2020 zu 50
%
, ab
1.
September 2020 zu 70
%
und schliesslich ab
1.
November 2020 zu 100
%
arbeitsfähig. Vor Eintritt der gesundheitlichen Probleme sei der
Beschwerdeführer in einem 90%-
Pensum erwerbstätig gewesen; die restlichen 10
%
entfielen auf den Haushalt.
Im Haushaltsbereich bestehe überwiegend wahrscheinlich keine relevante Einschränkung.
Aus dem Einkommensvergleich gestützt auf die Lohn
struk
turerhebung des Bundesamte
s für Statistik (LSE) resultiere ein abgestufter und befristeter
Rente
nanspruch. Konkret
habe der Beschwerdeführer
ab
1.
Mai
2020
Anspruch auf
eine ganze Rente aufgrund eines nach der gemischten Metho
d
e bemessenen Gesamtinvaliditätsgrad
s
von 78 %, ab
1.
Septemb
er 2020
auf
eine
Dreiviertelsrente
gestützt auf einen Gesamtinvaliditätsgrad von 60 % und schliess
li
ch
vom 1. Dezember 2020 bis 31.
Januar 2021
auf
ein
e Viertelrente bei einem Gesamt
invaliditätsgrad von 49 %
; ab dem
1.
Februa
r 2021 resultiere
ein renten
ausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von 31
%
(
Urk.
2/1-2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein,
die psychiatrische Situation sei sei
tens der beurteilenden Fachärzte völlig unterschiedlich interpretiert worden, wes
halb die Beschwerdegegnerin weitere Abkl
ärungen hätte tätigen müssen.
Sodann
sei die
D._
AG ominös. Dies deshalb,
weil sie
gestützt auf das «Urteil des Kantons Luzern vom 1
6.
November 2016,
3.
Abteilung, Prozessnummer 5V 16 298/5V 16 314»
nicht über
eigene,
festangestellte Fachärzte verfüge.
Vielmeh
r wür
den solche fallweise herangezogen.
Dr.
C._
praktiziere gemäss
Medizinal
beru
feregister
an der Strasse E._ in F._
c/o
Dr.
med. G._
. Au
f der Homepage der Praxis «H._
»
an der Strasse E._
in
F._
suche man einen
Dr.
C._
indes vergeblich. Sichte
man den Briefkasten an der Strasse I._ in J._
, so werde dort der Name
Dr.
C._
– nebst 14 weiteren Ärzten – aufge
führt. Dabei handle es sich
allesamt
um
ausländische Ärzte. Dass an der besagten Örtlichkeit sage und schreibe 15 ausländische Ärzte praktizier
ten, sei aufgrund der
kleinen Lokalität unmöglich. Mithin handle es sich
dabei
um eine B
riefkastenpraxis und bei
Dr.
C._
um einen deutschen Arzt, der in
K._
/Deutschland praktiziere und mit den hiesigen Gepflogenheiten nicht
vertraut sei. Daher sei sein Gutachten nicht
verwertbar.
Gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte sei die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon ausge
gangen, dass eine Verbesserung in der gesundheitlichen Situation
des Beschwer
deführers
eingetreten sei. Vielmehr hätten die
bisherigen Therapien keine
E
rfolge gezeitigt und
sich die somatischen und seelischen Leiden
chronifiziert
.
Zudem habe die Beschwerdegegnerin
den Invaliditätsgrad zu Unrecht
gestützt au
f die gemischte Methode ermittelt
.
So habe der Beschwerdeführer
sein initiales 100%-Pensum aus gesundheitlichen Gründen auf 90
%
reduziert; bei guter Gesundheit wäre er heute im Vollzeitpensum
erwerbstätig.
Zudem sei die Beschwerde
geg
nerin willkürlich davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer im Haushalt nicht eingeschränkt sei. Di
es obwohl der behandelnde Rheumatologe
funktionelle
Einschränkungen
im Haushalt festgehalten habe
. Da beim Beschwerdeführer nach
weislich
keine
Verbesserung eingetreten sei, habe er über den 3
1.
August 2020
hinaus
Anspruch auf eine
unbefristete ganze Rente
. Andernfalls
müsse zwingend ein neutrales polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben werden, da die
Beschwerdegegnerin vorliegend ihre Untersuchungspflicht verletzt habe.
Schliess
lich
seien dem bereits über 58 Jahre alten Beschwerdeführer zu Unrecht Ein
gliederungsmassnahmen verweigert worden; die Beschwerdegegnerin hätte
dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» folgend von Amtes wegen Eingliederungs
massnahmen prüfen müssen (
Urk.
1).
3
.
3.1
Die angefochtene
n
Verfügung
en
vom
1
9.
März 2021
sind
un
ter Hinweis auf das unter E. 1.5
Gesagte auf die gesamte Rentendauer ab
dem
1.
Mai 2020
bis zum Erlass der ange
fochte
nen Verfügung
einer gerichtlichen Überprüfung zu unter
ziehen.
Die
medizinische Aktenlage
präsentiert sich im Wesentlichen
wie folgt:
3
.2
Bei Verdacht auf ein Burnout wurde der Beschwerdeführer
von
Dr.
med. L._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
1.
Mai 2019 bis
4.
Juni 2019 zu 100
%
krankgeschrieben und der
M._
überwiesen (
vgl. Überweisung
sschreiben
vom 2
0.
Mai 2020,
Urk.
8/14/6)
. Der dort behan
delnde Psychiater hielt nach
zweimaliger Konsultation
eine mittelgradig
e
de
pres
sive Episode (FICD-10: F32.1) fest
und attestierte
dem Beschwerdeführer weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
vgl. Bericht vom
9.
Juli 2019
,
Urk.
8/14/7
,
Urk.
8/26/2 ff.
).
3.3
Auf Anordnung
der
beruflichen Vorsorgestiftung
hin
wurde der Beschwerde
führer am
6.
Dezember 2019
von
Dr.
A._
vertrauensärztlich untersucht.
Im Bericht
vom 1
2.
Januar 2020
stellte
dieser
keine Diagnosen mit Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit
; ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
A._
den
Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bei Status nach Arbeitskonflikt
fest
(ICD-10: F43.21,
Urk.
8/22/5).
Der Beschwer
deführer
habe nach seiner Einreise
in die Schweiz zunächst 20 Jahre vollzeitlich als
dipl.
Pflegefachmann i
n einem Pflegeheim in N._
gearbeitet. Alsdann ha
be er ins Pflegeheim O._
gewechselt, wo er weitere 6 1⁄2 Jahre im 90%-Pensum gearbeitet habe. Dort sei
d
er
Beschwerdeführer
mit immer mehr Arbeit konfrontiert worden, woraufhin er gekündigt habe. Anschliessend sei
d
er
Beschwerdeführer
zum aktuellen Arbeitgeber gekommen, wo er auch ein 90%-Pensum ausgeübt habe. Die letzten 17 Jahre hab
e er im Nachtdienst gearbeitet.
Anlässlich eines Arbeitskonfliktes
sei
d
er
Beschwerdeführer
erstmals 2010 psy
chologisch betreut worden. Ab Oktober 2018 sei nach vielen Wechseln eine neue Teamleiterin gekommen. Diese habe versucht, ihm zusätzliche Aufgabe
n
zuzu
weisen. Da
raufhin habe
sich
der Beschwerdeführer
zwei Wochen lang krank
schreiben lassen. Nach seiner Rückkehr sei
wiederum
eine neue Teamleiterin da
gewesen. Es sei im selben Stil weitergegangen. Im Mai 2019 habe
er
dies an
lässlich
einer Sitzung thematisiert. Die Pflegedienstleiterin habe
lediglich
weitere Sparmassnahmen in Aussicht gestellt.
In der Folge
sei er ab dem 2
1.
Mai 2019
durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden; initial durch den Hau
s
arzt und später durch die
M._
AG
, wo er ambulant behandelt worden sei.
Schliesslich sei ihm die Stelle mit Ende der Sperrfrist per 3
0.
November 2019 gekündigt worden.
Inzwischen sei er 57 Jahre alt und leide an Zukunftsängsten. Er sei dünnhäutig geworden, raste schnell aus und ertrage den Stress nicht mehr. Zudem könne er sich schlecht konzentrieren. Er fühle sich leer und habe weder Kraft noch Motivation.
Auch
habe er A
ngst zu versagen und könne sich nicht vorstellen, wieder im Pflegebereich zu arbeiten. Dort werde es
in Folge Sparmass
nahmen und Personalmangel
«immer
schlimmer»
. Der Pflegeberuf sei mittlerweile einfach zu stressig.
Als Medikation nehme er aktuell
Redormin
,
Relaxane
und
Duloxetin
ein
(
Urk.
8/22/3 f.)
.
In objektiver Hinsicht notierte
Dr.
A._
eine verhaltene Mimik und Gestik. Die Auffassungs-, Konzentrations- und Ge
dächtnisfähigkeit des Beschwerdeführers wirkten kursorisch geprüft unauffällig. Sodann sei er im formalen Denken kohärent, wenn auch inhaltlich eingeengt auf seine beruflichen Probleme. Im Affekt wirke der Beschwerdeführer etwa
s
herab
gesetzt und streckenweise
dysphorisch
, aber gut spürbar und schwingungsfähig.
Seine
Aussage
n
und Anspruchshaltung wiesen auf ein Rentenbegehren hin. Dem
gegenüber bestehe ein weitestgehend unauffälliger Psychostatus.
Weder aktuell
noch aufgrund der
Vorakten
ergäben sich klare Hinweise auf einen relevanten psychiatrischen Gesundheitsschaden, der eine langfristige Arbeitsunfähigkeit rechtfertigte. Mithin habe aus rein psychiatrische
r
Sicht zu keinem Zeitpunkt
ein psychischer Gesundheitsschaden oder
eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Daran ändere
auch
der Umstand nichts, dass
sich
der Beschwerdeführer
eine weitere Tätigkeit in der Pflege nic
ht mehr vorstellen könne
(
Urk.
8/22/5 f.).
3.4
Auftrags
der Krankentaggeldv
ersicherung wurde der Beschwerdeführer
am 31. Januar 2020 zur Plausibilisierung der Arbeitsunfähigkeit von
Dr.
B._
untersucht
(
Urk.
8/26/16
ff.)
. Diese diagnostizierte
eine posttraumatische Verbitterungsstörung mit affektiver, mitbegleitender depressiver Symptom
atik (ICD-10: F43.8) sowie
kombinierte Persönlichkeitsstörung; zwanghaft, passiv-aggressiv und narzisstisch (ICD-10:
F 61.0,
Urk.
8/26/25).
Der Beschwerdeführer habe von unmöglichen Arbeitsbedingungen im Pflegeberuf, insbesondere hoher Arbeitslast, Personalmangel und einer unter diesen Bedingungen seinem hohen Anspruch nicht genügenden Arbeitsleistung berichtet.
Seit 2003 habe er aus
schliesslich im Nachtdienst gearbeitet. Davor sei er für ein Jahr stellvertretender Teamleiter gewesen. Aufgrund der Überforde
rung tagsüber, besonders
wegen der Hektik im Vormittagsdienst, dem durchgehenden Kontakt zu Dritten in Ärzte- und Angehörigengesprächen, Sitzungen, Begleitungen von Schülern etc. habe er sich für den Nachtdienst entschieden. Seit
Oktober 2018
habe er
nach dem Nachtdienst tagsüber nicht mehr schlafen können und
sei es zu
S
chlafstörungen gekommen
. Dadurch sei er durchgehend erschöpft, mehr gereizt und unruhig geworden. Aufgrund seiner Reizbarkeit habe er nur noch schwer mit den de
menten und fordernden Patienten umgehen können. D
ies habe er im Mai 2019 anlässlich einer
Teamsitzung thematisiert und sich eine Veränderung der Arbeits
bedingungen gewünscht. Für ihn sei es unmöglich gewesen, so weiterzumachen
und die Verantwortung für Mitmenschen/Pflegeheimbewohner
in einem derar
ti
g
en Arbeitsumfeld zu tragen. Mit seiner pflegerischen Ethik sei dies nicht mehr zu verantworten gewesen.
Ihm sei indessen eröffnet worden, dass sich die Arbeits
bedingungen aufgrund des Personalmangels nicht ändern würden. Dies habe ihn nach
30-jähriger
Tätigkeit in der Pflege enttäuscht und aus der Bahn geworden. Er leide an fast täglicher Weinerlichkeit, Nervosität, innerer Anspannung und durchgehender Gereiztheit. Häufig sei er traurig und mutlos bezüglich seiner Zukunft. Deshalb sei er auch unfähig, sich zu entspannen und befürchte von Zeit zu Zeit das Schlimmste. Dadurch falle es in letzte
r
Zeit immer schwerer, etwas zu geniessen und neue Entscheidungen zu treffen. Er habe Angst vor Kontrollverlust sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Dadurch sei er durchgehend müde und
lustlos
; auch
verspüre
er
keine Libido mehr. Zudem komme es zu Gefühlsaus
brüchen, gegenüber welchen er machtlos sei, begleitet von emotionaler Verletz
lichkeit. Körperlich würden ihn häufig und ziemlich starke Kribbelanfälle sowie Taubheitsgefühle im ganzen Körper plagen. Er habe wiederholt das Gefühl
,
das
s
andere ihn beobachteten und über ihn redeten
. Er sei nicht mehr sich selbst. Seine Stimmung ändere sich von 0 auf 100 und umgekehrt. Diese Stimmungs
schwan
kungen seien mit seinem Leistungsanspruch nicht kompatibel
(
Urk.
8/26/19 ff.)
. In
klinischer Hinsicht sei
der Beschwerdeführer weinerlich,
dysphorisch
, gereizt
, affektlabil bis
affektinkontinent
, im Antrieb gemindert,
psychomotorisch zeit
weise unruhig und gedanklich eingeengt auf sein Kranksein und seine beruflichen
Zukunftsängste. Sein psychisches Leiden sei glaubhaft. Zudem habe der Be
schwer
deführer
im BDI V Test insgesamt 78 Punkte erreicht, was für eine mittel- bis
schwergradige
Depressivität spreche
. In der «Ich»- Persönlichkeit bestehe ausser
dem eine zwanghafte, passiv aggressive
, narzisstische Akzentuierung. A
us der Arbeitsbiographie ergebe sich, dass der Beschwerdeführer
an allen drei Arbeits
stellen ähnliche Probleme gehabt habe bezüglich
seines Leistungsanspruchs; s
eine Arbeitshaltung sei geprägt von Perfektionismus, übertriebener
G
ewissen
haftigkeit
, ständigen Kontrollen und Halsstarrigkeit bezüglich der Umstände in Pflegedienstinstitutionen. Er habe deswegen beklagt, von anderen im Team miss
verstanden und missachtet zu werden. Aufgrund seiner narziss
tischen Akzentu
ie
rung und seines
Anspruchsdenken
s
erweise sich der Beschwerdeführer in zwischenmenschlichen Beziehungen als komplex und wenig team- und gruppen
fähig. Der jahrzehntelange Nachtdienst und erwünschte, niedrige Kontakt zu anderen Arbeitskollegen seien Beweis dafür. Die als aussergewöhnlich belastend beschriebenen Arbeitsverhältnisse und das Niederschmettern sei
ner Hoffnung auf Besserung hätten
sein 30-jähriges Berufsbild als
dipl.
Pflegefachma
nn verstört und beim Beschwerdeführer
ein soziales Trauma hervorgerufen, gefolgt von De
pressivität als affektive, mitbegleitende Symptomatik bei Verbitterung. Mithin seien die psychiatrischen Störungen direkte Folge des kontinuierlichen Traumas im Arbeitsleben, gepaart mit der zwanghaften, passiv aggressiven narzisst
ischen Persönlichkeitsstruktur
. Die mangelnde Anpassungsfähigkeit am Arbeitsplatz, die hohen Ansprüche an das Team, gepaart mit fehlender Gruppenfähigkeit hätten infolge
alters- und lebensbedingter
Ausschöpfung der Lebens- und Persönlich
keitsressourcen
zur Dekompensation geführt
.
Beim a
ktuell
bestehenden Krank
heits
bild,
insbesondere
aktuellen Ausprägung der psychopathologischen Befunde, Verbitterung und kombinierten Persönlichkeitsstörung
sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Täti
gkeit zu 100
%
arbeitsunfähig.
Die
anhaltende und langwierige Verbitterungsstörung sei schwer behandelbar in Kombination mit der
vorliegenden Persönlichkeitsstörung und begründe auch das Versagen der bishe
rigen Psychopharmakotherapie
(
vgl.
Urk.
8/26/
27;
vgl. demgegenüber U
rk.
8/
26/28
,
wonach
die
klas
sische
Psychopharmakotherapie
mit
Sequase
und
Dulextin
bei
m Beschwerdeführer
starke Nebenwirkungen gezeitig
t hätten
, namentlich hochgradige
hypertensive
Entgleisungen
)
;
Phytotherapeutika
mit
Redormin
,
Relaxane
und
Lasea
würden
dem Beschwerdeführer
zur Beruhigung und bei seiner Durchschlafs
törung helfen
.
Die Wahrscheinlichkeit einer relativ raschen psychoemotionalen Stabi
lisierung bestehe derzeit nicht
. Im Mini-ICF hätten sich – genau bezeichnete – schwer
-
, mittel
-
und leichtgradige Ein
schrän
kungen ergeben. Bei alle dem sei a
b
1.
März 2020 von einer 80%igen, ab
1.
Juni 2020 von einer 50%igen und ab
1.
September
von einer 30%igen Arbeitsun
fähigkeit in derselben Tätigkeit auszugehen; ab
1.
November 2020 sei der Be
schwerdeführer wieder zu 100
%
arbeitsfähig in seiner angestammten Tätigkeit
.
Eine Differenzierung zwischen der angestammten und einer angepassten Tätig
keit sei nicht notwendig, da die psychopathologischen Symptome die Leistungs
fähigkeit höchstwahrscheinlich im gleichen Ausmass beeinflussen würden. Eine
arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit
bestehe nicht
, da sich seine zwanghafte, passiv aggressive, narzisstische Haltung jahrelang in der Lebensgestaltung ge
zeigt habe
(
Urk.
8/26
/28)
.
Ander
n
orts wies
Dr.
B._
darauf hin, es sei für die Zukunft eine selbständige Tätigkeit im Pflegebereich empfehlenswert, da der Beschwerdeführer kaum wieder in eine Teamarbeit einsteigen könne; ein Arbeitnehmerverhä
l
tnis
sei beim vorliegenden Krankheitsbild auch «eher un
wahr
scheinlich»
(
Urk.
8/26
/30).
3.5
Im
einwandweise
eingereichten Bericht vom
4.
Juni 2020
hielten die
behan
delnden Ärzte der
M._
AG
, Psychiatriezentrum P._
,
folgende Diagnosen fest (
Urk.
8/35/1):
-
m
ittelgradig
e
depressive Episode (ICD-10: F32.1)
, aktenanamnestisch
-
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
(ICD-10: 43.2)
auf dem Boden einer
:
-
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit überwiegend impulsiven, para
noiden, depressiven und zwanghaften Anteilen sowie hinter
grün
digen selbstunsicheren,
negativistischen
, schizoiden und antisozialen Persönlichkeitsanteilen (ICD-10: F61)
Aus subjektiver Sicht bestünden innere Unruhe, Wut und Trauer aufgrund von
Dünnhäutigkeit
, eine Antriebsstörung, Dysphorie, ein Aufmerksamkeitsdefizit, Überforderung bei Multitasking und in hektischen Situationen, Hilflosigkeit und Kontrollverlust, Insuffizienzgefühle, Existenzängste, Frustration infolge fehlender Wertschätzung von Kollegen am Arbeitsplatz, fehlende Zukunftsperspektive und
damit verbunden Hoffnungslosigkeit. Der Beschwerdeführer werde im monatli
chen Rhythmus psychotherapeutisch behandelt. Er wünsche keine Psycho
phar
maka und akzeptiere nur
Phytotherapeutika
sowie den Nachweis der Arbeits
un
fähigkeit bei subjektiv nicht mehr gegebener Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/35/1 f.). In
objektiver H
insicht bestünden keine Aufmerksamkeits- und Auffassungs
störun
gen. Der Beschwerdeführer sei im formalen Denken umständlich und weitschwei
fig
, jedoch bestünden keine inhaltlichen Denkstörungen. Auch fehlten Ich-Störungen. Im Affekt sei er unruhig, angespannt und teilweise inkontinent (Wut und Trauer)
und die Grundstimmung sei gedämpft. Der Appetit sei leicht reduziert. Reduziert sei auch die emotionale Schwingungsfähigkeit. Demgegenüber sei der Antrieb (im Gespräch) gesteigert. Der Nachtschlaf habe sich mit Phytotherapie gebessert. Bei alle dem sowie gestützt auf den Persönlichkeitstest (SKID II) bestehe eine kom
binierte Persönlichkeitsstörung. Von der seitens
Dr.
B._
diagnos
ti
zierten posttraumatischen Verbitterungsstörung werde Abstand genommen; die psychopathologischen und anamnetischen Kriterien hierfür seien nicht erfüllt. Aufgrund der fehlenden Teamfähigkeit, des fehlenden Reaktions- und Umstel
lungs
vermögens sowie
der
raschen Überforderungsreaktion bis hin zu Hand
greiflichkeiten bei Konflikten am Arbeitsplatz bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit. In einer angepassten Verweistätigkeit sei ein Arbeitsversuch im Pensum von 20
%
empfehlenswert. Eine künftige Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit sei momentan nicht beurteilbar und vom Verlauf des Arbeitsversuchs abhängig (
Urk.
8/35/3
, vgl. auch de
n
inhaltlich praktisch
iden
tischen Bericht vom 2
1.
Juli 2020,
Urk.
8/46
).
3.6
Im
B
ericht zuhanden der IV-Stelle vom 2
1.
Juli 2021 hielt der seit dem 3
0.
Juni 2020 behandelnde
Dr.
med. Q._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, physi
kalische Medizin und Rehabilitation,
als Hauptdiagnosen
(1) ein
exacerbiertes
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits, linksbetont mit mög
licher
radikulärer
Komponente, (2)
eine
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS) links,
Impi
n
gement
,
kaps
. Komponente
, (3) einen Status nach prolongiertem Reiz
knie links
(vgl. dazu auch
den Bericht vom
4.
Januar 2019, worin
aufgrund
eine
r
am 1
2.
November 2018 er
littene Kniedistorsion ein
komplexer
Meniskushinter
hornriss
links diagnostiziert
wurde,
Urk.
8/16/1
)
und (4) den Verdacht auf eine prolongierte agitierte Depression
fest (
Urk.
8/47/4). Der Beschwerdeführer
habe nach wie vor
lumbogluteale
Schmerzen mit Ausstrahlung entlang der Beine bis zu den Fusssohlen, aktuell linksbetont, insbesondere beim Bücken und Wieder
aufrichte
n
berichtet (vgl. dazu auch den Bericht des damals behandelnden
Dr.
med. R._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, vom 12. September 2012, wonach der Beschwerdeführer am 2
3.
April 2019 bei der Arbeit ein
Verhebe
trauma
erlitten habe,
Urk.
8/15/1)
. Ausserdem bestehe eine stark
eingeschränkte Belastungstoleranz im Alltag
. In klinischer Hinsicht sei die HWS und BWS
gut beweglich, das Gangbild
flüssig, der
Einbeinstand
haltbar und der Fingen-Boden
abstand vorne bis zur Mitte des Unterschenkels möglich,
wenn auch
mit Du
rch
gangsschmerzen bei Flexion. D
er Hauptschmerz bestehe bei der Wiederaufrich
tung,
wobei sich
der Beschwerdeführer hierfür auf die Oberschenkel ab
stütze.
Zudem bestünden starke
Hyperextensionsschmerzen im
lumbosakralen
Übergang
. Im
Spine
-Test zeige sich eine beidseitige Hypomobilität. Die Kniegel
en
ke seien gut beweglich und bandstabil, allenfalls mit minimster Reizung im re
chten Knieschleimbeutel, ohne Schmerzangaben. Bei der Hüftrotationsprüfung habe der Beschwerdeführer
lumbosakrale
Schmerzen angegeben. Als Analgesie nehme der Beschwerdeführer
Brufen
400mg (1-1-1) und
Dafalgan
500 mg (1-0-1) ein. A
us
somatischen (Minderbelastbarkeit des Rückens) und psychischen Gründen
be
stehe
seit dem 3
0.
Mai 2019 bis aktuell
eine 100
%
ige A
rbeitsunfähig
keit
für sämtliche Tätigkeiten
. Es bestünden auch Einschränkungen im Haushaltsbereich; eine genaue Einschätzung diesbezüglich vermöge er (
Dr.
Q._
) jedoch nicht abzugeben
(
Urk.
8/47/3
). Im
Konsiliarbericht vom 1
0.
Juli 2020
wies
Dr.
Q._
zudem darauf hin, dass der Beschwerdeführer
in zweiter
Serie zur P
hysiotherapie gehe. Diese habe
bisher
keine
B
esserung gezeitigt
. Zur A
bklärung einer möglichen Progre
dienz der
lumbospondylogenen
bis gar
radikulären
Symptomatik oder zusätzlich zunehmender Mikro-Makroinstabilität am
lumbosakralen
Übergang
sei
ein
Szintigramm mit SPECT
-
CT
durchzuführen
(
Urk.
8/50/4)
.
Die am
2
1.
Juli 2020
i
m Kantonsspital S._
durchgeführte 2-Phasen-Skeletts
zinti
graphie
ergab ein
e
erosive
Osteochondrose
der Bo
denplatte L5 links und den Aus
schluss eines vermehrten Knochenstoffwechsels im Bereich der Facettenge
lenke/
Spondylo
ly
se
;
das
CT der LWS erbrachte keine Hinweise auf signifikante
ossäre
Neuroforamen
-Einengungen
(
Urk.
8/50/6).
Daraufhin hielt Dr.
Q._
fest, die
lumbosakrale
erosive
Ostechondrose
könne durchaus alle lumbalen Beschwerden erklären
.
Es sei aber auch sicherlich so, dass der Beschwerdeführer schwerge
wich
tig durch psychische Alterationen limitiert sei; eine Rückkehr zur schwerbe
lasten
den Arbeit als Krankenp
fleger sei unrealistisch. Bei
m vorliegenden Be
schwerde
bild habe er mit dem Beschwerdeführer die konservativen und opera
tiven Mög
lichkeiten besprochen. Dieser habe
sich
sowohl
gegen
ein operatives Vorgehen
als auch gegen eine gezielte
Infiltration u
nd Physiotherapie ausge
sprochen
; ob eine Heilgymnastik für ihn in Frage komme, werde
sich der Be
schwerdeführer überlegen
(
vgl.
Konsiliarbericht vom 2
1.
Juli 2020
,
Urk.
8/50/10).
3.7
Im
von der Krankentaggeldversicherung veranlasste
n
rheumatologische
n
Gut
ach
ten
vom
1.
September 2020
(
Urk.
8/60/3-23)
hielt
Dr.
C._
gestützt auf die
Untersuchung vom 1
5.
August 2020
keine Erkrankung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er (1) einen Status nach Kniedistorsion links mit komplexem Riss des medialen
Hinterhorns
, (2) Senkspreizfüsse beidseits und (3) Adipositas Grad I (
Urk.
8/60/14).
Der Beschwerdeführer habe eine im Vordergrund stehende psychische Beein
trächtigung genannt. Darüber hinaus bestünden Rückenschmerzen im mittleren und unteren Teil der Wirbelsäule mit gelegentlicher Ausstrahlung rückwärtig in das linke Bein von der Wade bis zu
den Fusssohlen. Die Rückenschmerzen stün
den
subjektiv
nicht im Fokus;
nach eigenen Angaben fühle sich der Beschwer
deführer durch seine
psychische Verfassung mit Unkonzentriertheit, Gereiztheit und Anfälligkeit auf Stress
limitiert
. Klinisch zeige sich kein erhebliches lokales, lumbales
Vertebra
lsyndrom
. Die Wirbelsäulenbeweg
lichkeit sei zwar in der HWS-Rotation und lumbalen Bewegungsüberprüfung als schmerzhaft reklamiert wor
den; die passive Bewegungsprüfung sei jedoch bei
enggradiger
Schmerzangabe von einer willentlichen Gegenspannung geprägt gewesen. Beim Wiederaufrichten habe sich der Beschwerdeführer
auf beide
Oberschenkeln
abgestützt
. Bei der Überprüfung des Langsitzes habe sich ein identischer Finger-Zehen-Abstand ge
zeigt, ohne wesentliche Schmerzangaben. Eine
radikuläre
Schmerzprojektion habe sich nicht herausarbeiten lassen, auch keine Paresen. Die Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten sei kräftig und seitengleich ausgebildet. Der Drei-Stufen-Test sei in der zweiten und dritten Stufe als schmerzhaft angegeben worden mit Ausstrahlung in den linken Oberschenkel. Somit lasse sich kein ein
deutiger Schmerzursprung zuordnen. Zudem habe der Beschwerdeführer im Vierer-Zeichen rechts Schmerzen in der Leiste und auf den Aussenseiten beider Hüfte
n
angegeben; eine eindeutige Zuordnung sei auch hier
nicht möglich. Für die angegebene Schmerzintensität, insbesondere bei Bewegung und unter Belas
tung (NRS 6/10 und 9/10)
,
habe sich im klinischen Eindruck kein Korrelat
ergeben, namentlich kein schmerzgeplagter Eindruck. Die aktenkundigen spina
le
n Bildbefunde zeigten zwar degenerative Veränderungen
. Diese seien jedoch alters
typisch, ohne eigenständigen Krankheitswert und in der Normalpopulation hoch
prä
valent. Zudem sei eine Spinalkanalstenose nicht nachgewiesen, weshalb die reklamierten Beschwerden weder mit dem klinischen Befund noch mit der Bild
gebung im Einklang stünden.
Ferner
ergebe
sich aufgrund der aktuellen Befunde – entgegen
Dr.
Q._
–
kein Anhalt für eine N
ervenwurzelläsion.
Auch ergebe sich
weder
aufgrund der Anamnese und
Vorakten
noch aufgrund der
aktuellen Untersuchung ein Anhalt für eine
Spon
d
ylarthropathie
. Die Rheumaserol
o
gie sei
ebenfalls
negativ ausgefallen. Bei
den vorliegenden Befunden
bestehe – entgegen
Dr.
Q._
– auch keine Operationsindikation. Vielmehr seien die konservativen
Massnahmen auszuschöpfen. Zudem sei eine Gewichtsreduktion
zur Entlastung des Achsenorgans und der grossen Gelenke
angezeigt (
Urk.
8/60/14 ff.).
Zusammenfassend ergebe sich aus rheumatologischer Sicht weder in der ange
stammten noch in jedweder vergleichbaren Tätigkeit eine gravierende Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit.
Die
spinalen Befunde
in Form von degenerativen Ver
änderungen an der unteren LWS
liessen allenfalls
,
im Sinne einer pr
ophy
lak
ti
schen Empfehlung, eine
Einschränkung
hinsichtlich
häufig
,
schwerer
körperli
ch
er
T
ätigkeiten
zu
und
von
Arbeiten in u
ngünstige
n
Körperpositionen (beispiels
weise
Vorneige)
sei
ab
zuraten
.
Da die Pflegetätigkeit derartige Anteile beinhalte, sei eine
– wahrscheinlich dauerhafte -
Reduktion des Rendements auf 80
%
bei einer ansonsten 100%igen
Arbeitsfähigkeit
sinnvoll
. Hinsichtlich einer angepassten, wechselbelastenden oder überwiegend sitzend ausgeübten, körperlich überwie
gend leicht
e
n
bis mittelschweren Tätigkeit bestehe eine 100%ige A
rbeitsfähigkeit mit
100%
igem
Rendement
(
Urk.
8/60/16
ff.
).
3.8
Am 2
1.
Oktober 2020 nahm
RAD-Arzt
pract
. med. T._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin
,
zur Sache Stellung.
Darin kam er zum Schluss, gestützt auf das rheumatologische Gutachten
sei die bisherige Tätigkeit des Beschwerde
führers infolge körperlich schwerer Arbeit und ungünstiger Kör
perpositionen als Pflegefachmann
eher ungeeignet. Z
war habe
Dr.
C._
diese Einschätzung als
prophylaktische Empfehlung formuliert
.
Aus arbeitsmedizinischer Sicht wäre indes
auch
plaus
ibel davon auszugehen, dass die Tätigkeit
als Pflegefachmann
nicht mehr möglich sei; die Arbeitsbelastung übersteige mit überwiegender Wahr
sche
inlichkeit das Belastungsprofil
. In psychiatrischer Sicht lägen verschiedene Beurteilungen vor
.
Aufgrund der psychiatrischen Einschränkungen sei der bisherige Arbeitsplatz ebenfalls nicht mehr zumutbar
(Arbeitsplatzproblematik). Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit sei im Rahmen eventueller Eingliede
rungsmassnahmen
eine
– analog
Dr.
B._
-
stufenweise Steigerung
der Arbeitsfähigkeit gegeben
. Mithin sei davon auszugehen, dass der Bes
chwerde
führer in seiner angestammten Tätigkeit
seit Mai 2019 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit dauerhaft zu 100
% arbeitsunfähig sei. Hinsichtlich einer ange
passten Verweistätigkeit
gemäss Belastungsprofil
[von
Dr.
C._
]
bestehe
– analog
Dr.
B._
–
ab März 2020
eine von initial 20
%
bis auf 100
%
(ab
1.
November 2020) aufsteigende Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/73/10 ff.).
4.
4.1
Im angefochtenen Entscheid
(vgl.
Urk.
2/2)
stützte sich
die Beschwerdegegnerin
auf
die
interne Stellungnahme
von
RAD-Arzt
pract
. med.
T._
vom 21.
Oktober 2020
(vorstehend E. 3.8)
, womit ihr – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird
(E. 4.3)
- nicht gefolgt werden kann.
4.2
In somatischer Hinsicht erweisen sich die in Kenntnis und unter Würdigung der
Vorakten
sowie im Einklange mit
den klinischen und bil
dgebenden Befunden
getätigten Schlussfolgerungen von
Dr.
C._
als überzeugend.
Zudem
hat er zu den anderslautenden Beur
teilungen von
Dr.
Q._
Stellung bezogen
und ein
lässlich begründet, weshalb er davon abwich.
Dabei hat
Dr.
C._
insbesondere
darauf hingewiesen, dass es sich bei den bildgebenden Wirbelsäulenbefunden um
leichte, alterstypische Veränderungen
, ohne eigenständigen Krankheitswert
han
dle
. Insbesondere zeigten sich keine relevante
n
Foramen
- und
Spinal
kanal
stenose
n
.
Zudem habe sich weder ein
eindeutiger Schmerzursprung
noch
Anhalt für
eine
Nervenwurzelläsion
ergeben
.
Beim
negativen Rheumacheck ergäben sich auch keine
rlei
Hinweise auf eine
Spondylarthropathie
(vgl. damit konkordant
Dr.
R._
im
Kon
s
iliarb
ericht vom 1
2.
September 2019,
Urk.
8/15/2).
Her
vor
zuheben ist
auch
, dass
Dr.
Q._
eine
Radikulop
athie
lediglich diskutierte, mithin
eine «mögliche
radikuläre
Komponente» festhielt (vgl.
etwa auch
zuletzt im Schreiben vom 2
1.
September 2020,
Urk.
8/63/1
; vgl.
Urk.
8/15/2
). Weiter – so
Dr.
C._
– sei
die
passive
Überprüfung der Wirbelsäulenbeweglichkeit ver
schiedentlich von einer willentlichen Gegenspannung des Beschwerdeführers geprägt gewesen. Bei alle dem stünden die reklamierten Schmerzen, insbesondere deren Intensität (VAS 6/10 bis 9/10)
,
im Widerspruch zu den
bildgebenden und klinischen
Befunden (
Urk.
8/60/15 f.).
Dass
Dr.
C._
den
Rückenbeschwerden keinerlei Bedeutung zugemessen habe, so die Kritik von
Dr.
Q._
(vgl.
Urk.
8/63/2), kann nicht bestä
tigt werden. Im Gegenteil hat
Dr.
C._
dem Beschwerdeführer aufgrund der
spinalen Bildbefunde
in seiner bisherigen Tätig
keit als Pflegefachmann
lediglich eine 80%ige Leistungsfähigkeit att
estiert (Urk.
8/60/18). Zudem hat er
den
lumbosakralen
Befunden und Beschwerden im Rahmen des Belastungsprofils adäquat Rechnung getragen
, indem er namentlich schwere körperliche Tätigkeiten und Arbeiten in ungünstigen Körperpositionen ausschloss
(
Urk.
8/60/19
; dass
er
diese Einschränkung zunächst als «prophylak
ti
sche Empfehlung»
formulierte
, vgl.
Urk.
8/60/18, vermag daran nichts zu ändern
).
Darüber hinaus steht d
ie Arbeitsfähigkeitsbeurteil
ung von
Dr.
C._
im Ein
klang mit den eigenen Angaben des Beschwerdeführers, wonach die Rücken
probleme nicht im Vordergrund stünden und er sich vielmehr aufgrund seiner psychischen Leiden mit Gereiztheit und Anfälligkeit auf Stress limitiert fühle (vgl.
Urk.
8/60/14 f.).
Dafür spricht denn
auch, dass
d
er
Beschwerdeführer
operative
Massnahmen und – nebst zwei Serien Phy
siotherapie – auch konservative
Be
handlungs
vorschläge
ausschlug (vgl.
Urk.
8/50/10; vgl.
auch
den Bericht von
Dr.
R._
vom 12.
September
2019
,
Urk.
8/15,
wonach der Beschwerdeführer gezielte Infiltrationen abgelehnt habe)
.
Soweit
Dr.
Q._
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten postuliert
e
(resp. ein Arbeitsversuch im
Umfang von 20
% und zuletzt eine allerhöchstens 20-30%ige Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen erwägt, vgl. Bericht vom 2
1.
September 2020,
Urk.
8/63),
stützte
er
sich
hierfür
nicht ausschliesslich auf die somatischen Befunde, sondern
berücksichtigte
– über seinen Kompetenzbereich hinausgehend –
offenkundig auch
die psychischen Leiden des B
eschwerdeführers
. Entsprechend wies Dr.
Q._
abermals darauf hin,
der Beschwerdeführer
sei
schwergewichtig durch psychische Alterationen
arbeitsunfähig (vgl. etwa
Urk.
8/47/6,
Urk.
8/50/9,
Urk.
8/63/2). Was der B
eschwerdeführer schliesslich gegen
Dr.
C._
resp. die
D._
AG vorb
ringt, erweist sich
als
unbehelflich
. Mit welchen «Schweizerischen
Ge
flogen
heiten
»
Dr.
C._
nicht vertraut sein
soll und weshalb und inwiefern
sein Gutachten deshalb nicht verwertbar sei (
Urk.
1 S. 10), hat der Beschwerdeführer nicht substantiiert und ist nicht nachvollziehbar.
Dass
Dr.
C._
(auch) in
K._
/DE als Arzt
tätig sein soll,
vermag daran nichts zu ändern.
Darüber hinaus vermochte der Beschwerdeführer nichts gegen
Dr.
C._
und seine gut
achterliche Einschätzung vorzubringen.
Anzumerken ist auch, dass
die Kranken
taggeldversicherung gestützt auf
Art.
44 ATSG
verpflichtet war,
den
Beschwer
deführer
vorgängig über di
e Begutachtung durch
Dr.
C._
zu
orientieren und ihm unter Fristansetzung die Möglichkeit
einzuräumen
, gegen denselben aus triftigen Gründen Ablehnungsgründe geltend zu machen. Dies hat der Beschwer
deführer offenbar nicht getan.
Schliesslich
hat sich das Bundesgericht im
Urteil 9C_19/2017 vom 3
0.
März 2017 mit dem beschwerdeweise bemühten Entscheid der
3.
Abteilung des Kantonsgericht
s Luzern vom 1
6.
November 2016 (
5V 16 298/5V 16 314
)
befasst. Es erkannte, die Vorinstanz habe
Art.
44 ATSG verletzt, indem sie den Anschein der Befangenheit des Prof.
Dr.
med. D._ bejaht und aufgrund dessen gewichtiger Stellung innerhalb der
D._
gleichsam auch das Institut als solches
als abgelehnt qualifiziert habe
. Insoweit hob das Bun
desgericht den angefochtenen Entscheid [beim eingeschränkten Streitgegenstand] auf und stellte weiter fest, bei diesem Ergebnis erübrigten sich Weiterungen zur Frage, ob die – vom Bundesgericht verneinte - Befangenheit des Prof.
Dr.
med. D._ aufgrund dessen Stellung innerhalb der Abklärungsstelle zur Ab
lehnung sämtlicher dort tätigen Experten führen könnte (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_285/2017 vom 1
5.
März 2017; vgl. ausserdem
das Urteil
8C_548/2016 vom
4.
Januar 2017, worin
das Bundesgericht
die mit
Urteil des
hiesigen Gerichts im Verfahren IV.2016.0309 vom 1
5.
Juni 2016
anerkannte
Beweiswürdigkeit des umstrittenen
D._
-Gutachtens geschützt hat). Dass es sich bei der
D._
AG um eine «ominöse» Institution handeln soll, geht
damit
ins Leere. Daran vermöchte auch nichts zu ändern, wenn diese – so der Beschwerdeführer – nicht über eigene, festangestellte Fachärzte verfügen sollte und letzte
re
allesamt ausländischer Herkunft sein sollten (
Urk.
1 S. 10).
Nach dem Gesagten ist
– entgegen dem Beschwerdeführer –
gestützt auf das hin
reichend aufschlussreiche
und in allen Belangen den rechtsprechungsgem
ässen Anforderungen (vgl. E.
1.7
) als genügend zu betrachtende Gutachten
von
Dr.
C._
erstellt, dass der Beschwerdeführer aus
rheumatologischer
Sicht
seit Mai 2019
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 80
%
und hinsichtlich einer – näher umschriebenen – Verweistätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
4.3
In psychiatrischer Hinsicht
erweist sich die
medizinische
Aktenlage a
ls
aus
gesprochen
diskrepant, worüber auch unter den Parteien Einigkeit besteht
(
vgl.
Urk.
1,
Urk.
8/73/11,
Urk.
8/75/4)
. Insbesondere liegen mit den Beurteilungen von
Dres
.
A._
und B._
,
welche den Beschwerdeführer in
einem
zeitlichen
Abstand von weniger als zwei Monate untersuchten, zwei einander diametral entgegenstehende
vertrauensärztliche
Beurteilungen vor.
Demgegen
über
kann es in umstrittenen Fällen nicht Sache der behandelnden Ärzte sein, abschliessend zur Sache, insbesondere
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_152/2011; vgl. auch
BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
Vorliegend w
erfen insbesondere
die
mit Blick auf die gestellten Diagnosen niedrige Behandlungskadenz und – seitens de
r
behandelnden
Psy
chiater
nicht weiter
begründete -
Inakzeptanz
von Psychopharmaka Fragen auf. Unklar ist ferner
, inwieweit sich
letztere bei der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf die subjektiven Aussagen und Wünsche des Beschwerdeführers abstützt
e
n
(vgl.
Urk.
8/35/2).
Davon abgesehen
liessen
sowohl die
Behandler
als auch
Dr.
B._
e
ine einlässliche Auseinandersetzung mit den im Regelfall
anzuwenden Indikatoren nach Massgabe von
BGE 141 V 281
vermissen
(vgl. vo
r
stehend E. 1.4)
; da
Dr.
A._
einen
weitestgehend unauffälligen
Psycho
status
feststellte
,
sah
er sinnigerweise
auch
von einer
Indikatorenprüfung
ab
(E. 3.3)
.
Demgegenüber erschöpft sich d
ie
von einer Sachbearbeiterin der IV-Stelle durch
geführte
«Ressourcenprüfung» vom 19.
Januar 2021
im Wesentlichen
in einer Auflistung der psychiatrischen Aktenlage (vgl.
Urk.
8/75)
, ergänzt durch
die isolierte Feststellung
eine
r
– nicht näher bezeichnete -
«Fachexpertin»
, wonach
d
er Beschwerdeführer ungeachtet seiner Persönlichkeitsstörung bis anhin nicht in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt
g
ewesen
sei
(
vgl.
Eintrag im Fest
stel
lungsblatt vom 1
5.
Januar 2021,
Urk.
8/73/14
).
Dass letzteres
den Anforderungen
von BGE 141 V 281 nicht zu genügen vermag, versteht sich von selbst.
Insbe
son
dere
lässt sich gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
B._
nicht a
priori ausschliessen, dass
sich die psychischen
Bewältigungsstrategien (Coping-
Stra
tegien)
resp. Ressourcen
des Beschwerdeführers
– ungeachtet einer mögli
cher
weise genuinen Persönlichke
itsstörung – zwischenzeitlich in
arbeitsrele
vanter Weise
vermindert haben (Urk. 8/
26/2
7
).
Freilich vermögen auch
die
von
pract
. med. T._
am
2
1.
Oktober 2021 – ausserhalb seines Fachkom
pe
tenzbereichs
-
getätigten Ausführungen
zur (unzulänglichen) psychiatrischen Aktenlage
(vgl.
Urk.
8/73/12) eine hinreichende Sachverhaltsabklärung
mit Res
so
urcenprüfung
nicht zu ersetzen.
Mithin lag der angefochtenen Verfügung
in psychiatrischer Hinsicht
kein hin
rei
chend abgeklärter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine ab
schlies
sende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie de
ss
en Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
erlaubt hätte. Demzufolge lässt sich weder der Rentenanspruch noch ein allfälliger Anspruch auf Eingliederungs
mass
nahmen abschliessend beurteilen.
4.4
In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine psychiatrische Abklärung unter Ein
schluss der Frage, inwie
fern sich ein allenfalls bei
m Beschwerdeführer
vorlie
gen
der psychis
cher Gesundheitsschaden auf seine
Arbeitsfähigkeit auswirkt, ange
zeigt. Dabei wird der beurteilende Facharzt sowohl zu den Standardindikatoren als auch
zur Frage Stellung zu beziehen haben, ob und gegebenenfalls inwieweit IV-fremde
F
aktoren für das Leiden ursächlich sind resp. dessen Überwindung verhindern.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind vor
liegend ermessensweise auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rück
weisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Ver
fügung, vgl. BGE 137 V 57 E. 2.2) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen.
5.2
Nach
§
34 Abs. 3
GSVGer
hat d
er
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung (vgl. auch
Art.
61
lit
. g ATSG). Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’000.-- (inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.