Decision ID: 9e3010cc-7fa3-4f0a-9059-0dad89275943
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1986 und gelernte Floristin, meldete sich erstmals am
5.
Oktober 2010 unter Hinweis auf eine Entzündung im
Ischiassakralgelenk
(Morbus Bechterew) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
5/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen
und wies mit Verfü
gung vom 6. November 2013 (Urk. 5/63) das Leistungsbegehren zufolge eines
Invaliditäts
grades unter 40
%
ab.
1.2
Am 2
3.
Dezember 2019 (
Urk.
5/69) meldete sich die in der Zwischenzeit als Rei
nigungsarbeiterin tätig gewesen Versicherte unter Hinweis auf Morbus Bechterew-Entzündungsschübe, Taubheitsgefühl/Einschlafen der Hände/Arme und Füsse, Druck auf dem Brustkorb, schlechtes Atmen, unruhige Nächte, Schmerzen in der Nacht, Neuroborreliose sowie eine depressive Stimmung erneut zum Leistungsbezug an (S. 6). Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 (Urk. 5/70) forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, Beweismittel zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Verän
derung der tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung einzu
reichen, unter Hinweis darauf, dass beispielsweise Arzt- oder Spitalberichte einzureichen seien und blosse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht genügen würden.
Nachdem die Versicherte verschiedene medizinische Unterlagen (
Urk.
5/71) eingereicht hat
te
, stellte ihr die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 3
1.
Januar 2020 (
Urk.
5/75) in Aussicht, dass auf das Begehren nicht einge
treten werde.
Nach erfolgtem Einwand vom 2
8.
Februar 2020 (
Urk.
5/77)
unter Beilage eines weiteren Arztberichts
verfügte die IV-Stelle am 1
2.
März 2020 (
Urk.
2) im angekündigten Sinne.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben ihres Hausarztes,
Dr.
med.
Y._
, am
2.
April 2020 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, das Verfahren sei aufgrund der momentan bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit erneut zu eröffnen.
Die IV-Stelle schloss am
7.
Mai 2020 (
Urk.
4) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2020 (
Urk.
6) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
z

Considerations:
ieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestim
mung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 12. März 2020 (Urk. 2), um das neue Gesuch prüfen zu können müsse sich die berufliche oder medizinische Situation der Beschwerdeführer
in
wesentlich geän
dert haben. Solche Veränderungen hätten anhand des eingereichten Arztberichts nicht festgestellt werden können. Weitere Arztberichte oder Beweismittel seien nicht eingereicht worden. Dass die Beschwerdeführerin nun auf Sozialhilfegelder angewesen sei, sei IV-fremd und könne nicht berücksichtigt werden. Aus diesen Gründe
n
könne auf das Gesuch nicht eingetreten werden.
2.2
Dagegen wendete die Beschwerdeführerin (Urk. 1) im Wesentlichen ein
, dass sich im Vergleich zum Jahr 2011 mittlerweile eine massiv verschlechterte Allgemein
situation darstelle. Die involvierten Therapeuten würden einhellig keine Möglich
keit sehen, sie in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Aktuell würden noch abschliessende Untersuchungen ausstehen, weshalb die Problemliste respektive die limitierenden Diagnosen noch nicht abschliessend gefestigt seien. Die Wie
deraufnahme des IV-Verfahrens (Eingliederung oder Rente) seien insgesamt indi
ziert. Es stehe noch ein psychiatrisches Gutachten aus und die neurologischen Befunde seien noch nicht komplett. Aufgrund der Gesamt-Situation sei momen
tan keine Verbesserung der seit Monaten bestehenden 100%igen Arbeitsunfähig
keit im ersten Arbeitsmarkt absehbar.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Verwaltung
zu Recht nicht auf die Anmeldung vom
23
.
Dezember 2019 (Urk. 5/69
) eingetreten ist und in diesem Zusammenhang
insbesondere, ob die Beschwerde
führerin eine rentenrelevante Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht hat.
Der beschwerdeweisen Über
prüfung ist dabei der Sachverhalt zu Grunde zu legen, wie er sich der Verwaltung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung bot, weshalb
der
als
Beschwerde eingereichte
Arztberich
t
ausser Acht
fällt
(BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
3.
3.1
Die leistungsablehnende Verfügung vom
6. November 2013 (Urk. 5/63) basierte vornehmlich auf dem
bidisziplinären
Gutachten vom 1
0.
und 1
1.
Juli 2013 (Urk. 5/50,
Urk.
5/51/1-28 und
Urk.
5/52/17
), in welchem Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie Dr. med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin FMH spez. Rheumaerkrankun
gen,
die Diagnose eines Morbus Bechterew stellten (
Urk.
5/52/17). Dazu hielten sie fest, die Arbeitsunfähigkeit werde durch die rheumatologische Diagnose bestimmt. Die Beschwerdeführer
in
könne nicht in Kälte, Nässe, Zugluft oder unter grossen Temperaturschwankungen arbeiten. In einer angepassten ISG-schonenden Tätigkeit könne sie zu 100
%
ganztags arbeiten. Dabei könne sie Lasten bis zu 10 kg hantieren (leichtes Belastungsniveau). Es sei denkbar, dass in den angestammten Tätigkeiten wie Blumen- und Pflanzenverkäuferin, Hunde
ausführerin bzw. Reinigungsarbeiten ein Teilbereich nicht angepasst sei. Diesen Teilbereich könne sie nicht mehr ausüben. In einer angepassten Tätigkeit habe jedoch nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.
3.2
Mit ihrer Neuanmeldung vom 2
3.
Dezember 2019 (
Urk.
5/69) legte die Beschwer
deführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
März 2020 (
Urk.
2) diverse Arztberichte vor.
3.2.1
In zwei Berichten des
B._
vom 3
0.
April 2019 und
3.
Mai 2019 (
Urk.
5/71/1-2) hielt
Dr.
C._
, Facharzt Radiologie FMH, fest, es sei ein MRT des
Neurokraniums
sowie der Hals- und Brustwirbelsäule durchgeführt wor
den. Bei der ersten Untersuchung (3
0.
April 2019) sei ein altersentsprechend normales
kraniozerebrales
MRT mit regelrechter Darstellung der Mittellinien
struktu
ren und des
Ventrikelsystems
sowie des Gross- und Kleinhirnparenchyms festge
stellt worden. Es bestehe kein Nachweis fokaler hirnorganischer Läsionen bzw. einer andersartigen Ursache für das klinische Beschwerdebild. Als Nebenbe
fund beschrieb er
residuelle
Schleimhautschwellungen im Sinus
maxillaris
beidseits und vereinzelt auch in den
Ethmoidzellen
. Im Rahmen der zweiten Untersu
chung
(
3.
Mai 2019) beschrieb Dr.
C._
eine normale kernspintomo
graphi
sche Dar
stellung
des
zervikothorakalen
Spinalkanals und
insbesondere des
Myelons
, zudem bestehe kein Nachweis einer allfälligen
osteophytär-diskalen
Wurzel
alteration bzw. allfälliger fokaler
Myelonläsionen
.
3.2.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
Y._
, Facharzt A
llgemeine Innere Medizin FMH, h
i
e
lt in einem Überweisungsschreiben
(
Urk.
5/
71/8)
fest, die Beschwerdeführerin leide seit Jahren an Morbus Bechterew. Die neu geklagte Symptomatik
im Nacken-/BWS-Bereich
sehe er
daher
eher in Zusammenhang
mit dieser Krankheit
.
3.2.3
Dr.
med.
D._
, Spezialärztin für Rheumatologie FMH, hielt in ihrem Bericht vom
6.
Oktober 2019
(
Urk.
5/71/4-7)
folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Morbus Bechterew, Erstdiagnose ca. 2009
-
Substituierte Hypothyreose
-
aktuell keine
Euthyrox
-
TSH aktuell 3.89 (normal), T4 12.3 und T3 4.1 (3.10.2019)
-
Depressive Störung
-
Betreuung Herr E._
M.Sc
Fachpsychologe für Psychothera
pie
F._
-
Psychosoziale Belastungssituation bei langdauernder Arbeitsunfähig
keit und finanziellem Engpass
-
Eisenmangel,
Ferritin
12.7 am 3.10.2019
Dr.
D._
gab ausserdem an, hinsichtlich des Morbus Bechterew scheine primär ein beidseitiger ISG-Befall vorzuliegen, ein Wirbelsäulenbefall habe nie wirklich MR-tomografisch festgestellt werden können. Au
ch
die peripheren Gelenke seien nicht betroffen. Die Beschwerdeführerin gebe klar eine Besserung unter Bewegung an, was typisch für den Morbus Bechterew sei. MR-tomografisch seien bisher keine
Syndesmophyten
beschrieben worden, also keine Verknöche
rungen im Bereich der Wirbelsäule. Aktuell bestehe zudem keine entzündliche Aktivität. Es sei wichtig, dass die Beschwerdeführerin lebenslänglich ein Heim
übungsprogramm zur Mobilisation der Wirbelsäule durchführe. Bei selektivem ISG-Befall könne, sofern dieser spezifisch schmerzhaft sei, eine Steroidinfiltration lokal und ultraschallgesteuert erfolgen. Aktuell würden die ISG-Schmerzen jedoch nicht
vordergründig scheinen. Die Schilddrüsenparameter seien im Norm
bereich, auch ohne Substitution. Das
Ferritin
sei stark erniedrigt gewesen, sodass hier eine Substitution empfohlen werde. Das Vitamin D sei im Normbereich gelegen.
Bezüglich Neuroborreliose zeigte sich
Dr.
D._
skeptisch.
3.2.4
Die RAD-Ärztin
Dr.
med.
G._
hielt in ihrer Stellungnahme
vom 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
5/74/2)
fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht hätten die durch
geführte
Diagnostik und die Untersuchungsbefunde keine dauerhafte Verände
rung des somatischen Gesundheitszustands ergeben. Er sei eine Therapieoptimie
rung erfolgt und der dringende Hinweis auf die regelmässige Durchführung des Heimtrainingsprogrammes zum Erhalt der Wirbelsäulenbeweglichkeit.
3.2.5
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Innere Medizin, und der Psychologe
E._
vom
F._
führten in ihrem Bericht vom
6.
Februar 2020 (
Urk.
5/76) folgende Diagnosen auf (S. 1):
-
Verdacht auf leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
-
Erstdiagnose Juli 2019
-
Bei allgemeiner psychischer und physiologischer Überreizung und Erschöpfung
-
Bei schwieriger Auftragslage in der beruflichen Selbständigkeit (ICD-10: Z56)
-
Niedriges Einkommen und finanzielle Sorgen (ICD-10: Z59)
-
Neuroborreliose
-
Morbus Bechterew
-
Bei Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10:
F45.41)
Sie führten sodann aus, die Befindlichkeit der Beschwerdeführerin habe sich seit Sommer 2019 nicht verbessert. Im Alltag würden chronische Schmerzen und eine gedrückte Stimmungslage dominieren. Auffällig sei ebenfalls die leichte Über
reizbarkeit der Beschwerdeführerin, sei dies
auf
öffentlichen Plätzen oder auch beim Erledigen von Alltags- und beruflichen Arbeiten. Entsprechende Abklärun
gen bezüglich Aufmerksamkeit und Sensibilität hätten bisher nicht stattgefunden. Die Beschwerdeführerin wirke stets motiviert, eine berufliche und soziale Aufgabe im Alltag wahrnehmen zu wollen. Die durch ihren Körper erlebten Grenzen wür
den ihr jedoch immer mehr zusetzen. Diesbezüglich sei seit Sommer 2019 eher eine Zunahme an Belastung und Einschränkung zu beobachten. Sie werde sich bei Bedarf für einen neuen Gesprächstermin in der psychologischen Sprechstunde melden (S. 2).
4.
4.1
Den eingereichten Berichten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor a
n
Morbus Bechterew leidet. Im Vergleich zur leistungsabweisenden Ver
fügung vom 6. November 2013 (Urk. 5/63) ergibt sich daraus
jedoch
keine wesentliche Veränderung.
Insbesondere
hielt
Dr.
D._
fest, dass ein Wirbelsäulenbefall nie
wirklich MR-tomografisch h
abe festgestellt werden kön
nen, ebenso wie eine Verknöcherung
im Bereich der Wirbelsäule. Bereits Dr.
A._
hat im Rahmen ihres rheumatologischen Gutachtens vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
5/52/17) über eine chronisch entzündliche ISG-Veränderung beidseits, ohne aktive entzündliche Veränderungen und ohne
Betroffenheit
der ganzen übrigen Wirbelsäule und auch der peripheren Gelenke
berichtet
. Auch hat die Blutuntersuchung damals
wie aktuell
keinen pathologischen Befund gezeigt und es waren keine erhöhten Entzündungszeichen vorhanden (
Urk.
5/51/21 und Urk. 5/71/6 Mitte)
.
Die geklagten Beschwerden waren somit bereits bei der letzten leistungsabweisenden Verfügung vom
6.
November 2013 bekannt,
weshalb
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Hinblick auf die
bekannte
Diagnose des Morbus Bechterew
bei identischen Befunden
zu verneinen ist
.
Neu hinzugekommen sind
der Verdacht auf
eine
Neuroborreliose sowie
der Verdacht
auf eine leichte depressive Episode. Diesbezügli
ch ist anzumerken, dass sich die Diagnose der Neuroborreliose aus den eingereichten Arztberichten nicht
ergibt
. So
hielt
auch
Dr.
D._
im Rahmen ihrer Abklärung
(vgl. E.
3.2.3 hiervor)
fest, dass
sie skeptisch
sei, da
keine
Liquorpunktion
zum Nachweis von
Borrelien
im Liquor durchgeführt worden
sei
. Die Serologie alleine reiche nicht aus, um diese Diagnose zu stellen (
Urk.
5/71/6
).
Bei dieser Ausgangslage und bislang fehlenden therapeutischen Bemühungen respektive Abklärungen ist eine andauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht. Sollten sich diesbezüglich Weiterungen mit fassbaren funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergeben, steht einer abermaligen Neuan
meldung bei der Beschwerdegegnerin nichts im Weg.
In Bezug auf
die psychische Situation findet sich keine fachärztliche Berichter
stattung. Internist
Dr.
H._
und Psychologe
E._
äusserten lediglich einen Verdacht auf eine leichte depressive Episode, verwiesen dabei aber im Wesentli
chen auf das hinlänglich bekannte Schmerzerleben (
Urk.
5/51/14 und E. 3.2.5) und schilderten eine motivierte Beschwerdeführerin. Funktionelle Einschränkun
gen aus psychischen Gründen nannten sie keine, sondern führten lediglich die «durch ihren Körper erlebten Grenzen» auf. Diese vagen Angaben reichen nicht, um eine andauernde psychische Erkrankung als glaubhaft erscheinen zu lassen. Auch diesbezüglich steht es der Beschwerdeführerin frei, sich bei Verdichtung der Problematik erneut bei der Beschwerdegegnerin anzumelden.
4.2
Zusammenfassend vermögen die eingereichten Berichte (E. 3.2) eine anspruchs
relevante Veränderung nicht glaubhaft zu machen, weshalb die Beschwerdegeg
nerin zu Recht ein Nichteintreten verfügte.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1) spielt – da eine massgebli
che Tatsachenänderung nicht glaubhaft dargetan ist – der Unter
suchungsgrund
satz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sor
gen hat, nicht (vgl. BGE 130 V
64 E.
5.2.5). Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin im Übrigen eine ange
messene Frist zur Einreichung geeigneter Beweismittel gesetzt, verbunden mit der Androhung, dass ansonsten auf ein Nichteintreten erkannt werde.
Wenn die Beschwerdeführerin nun vorbringt, es stehe noch ein psychiatrisches Gutachten aus und die neurologischen Befunde seien auch noch nicht komplett, so kann sie daraus keine Untersuchungs- oder Wartepflicht der Beschwerdegegnerin ableiten.
Vielmehr kann sie sich - bei entsprechendem Ergebnis - neu bei der Beschwerde
gegnerin anmelden (E. 4.1).
Auch unter diesem Aspekt ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 500.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.