Decision ID: cae52bab-0993-4476-906c-27286d7d3ee8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977
und Mutter dreier Kinder
(Jahrgänge 2000, 2006 und 2013)
,
hat eine Ausbildung zur
medizinischen Praxisassistentin (MPA) absolviert
und war in dieser Funktion von 1997 bis 2000 bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt.
Danach war sie von Novem
ber 1999 bis März 2000 als Callc
ente
r-
Agentin tätig
(
Urk.
6/12
f.
, 6/161
).
Am
3.
Juli 2000 stürzte die Versicherte auf das Gesäss, wodurch sich ihre
lumbosakralen
Beschwerden bei vorbestehender
Spondylolisthesis
intensivierten (
Urk.
6/10/2, 6/10/9). Seitens
des zuständigen Unfallversicherers,
der Suva
,
wurde ihr
eine Invalidenrente von 50
%
zuge
sprochen (vgl.
Urk.
6/20/2 f.).
Nachdem sich die Versicherte am
5.
September 2001
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug angemeldet hatte (vgl.
Urk.
6/2/1), holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
medizinische Berichte (Urk. 6/3, 6/23/5), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/12) sowie die Akten der Suva ein (
Urk.
6/10, 6/20).
Mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2003 sprach sie der Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50
%
rückwirkend ab dem
1.
Juli 2001 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
6/35).
1.2
Nachdem die Versicherte am 2
8.
Oktober 2003 eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend gemacht hatte (
Urk.
6/37/1), veranlasste die IV-Stelle eine Begutachtung bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie (Gutachten vom 2
8.
April 2004,
Urk.
6/42).
Mit Verfügung vom 1
7.
September 2004 sprach
sie
der Versicherten
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 75
%
rückwirkend ab dem
1.
Oktober 2003
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
6/53)
, was sie
sodann
in einem ersten Revisions
verfahren
mit Mitteilung vom
6.
März 2006 bestätigte (Urk. 6/65).
1.3
Im Zuge eines weiteren Rentenrevisionsverfahrens
die Versicherte hatte zwischenzeitlich ihr zweites Kind
zur Welt gebracht
holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
6/70, 6/71/3 f.) und veranlasste eine Haushalts
abklärung (
Urk.
6/76). Des Weiteren gab sie bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, ein Gutach
ten in Auftrag, welches am 1
2.
Februar 2008 erstattet wurde (
Urk.
6/80).
Unter Auferlegung einer Schadenminderungspflicht in Form einer physiotherapeu
tischen Behandlung (
Urk.
7/83) und ausgehend von der Annahme, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 60
%
im Erwerbs- und zu 40
%
im Aufgaben
bereich tätig wäre, teilte ihr die IV-
Stelle mit Schreiben vom
2.
September 2008 mit, dass
sie
bei einem Invaliditätsgrad von 71
%
unverändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
habe
(
Urk.
6/84).
1.4
In zwei weiteren Revisionsverfahren gelangte die IV-Stelle mit Mitteilungen vom 2
2.
Februar 2010 (
Urk.
6/98)
und
2.
März 2012 (
Urk.
6/112) ebenfalls zum Schluss, dass unverändert Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe.
1.5
Nachdem sie im April 2013 einen Revisionsfragebogen sowie Berichte der behan
delnden Ärzte eingeholt hatte (
Urk.
6/114, 6/118/5 f.), veranlasste die IV-Stelle bei der
A._
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; Bericht vom
3.
Juni 2014,
Urk.
6/132).
Ferner gab sie bei
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, ein Gutachten in Auftrag, welches am 1
1.
Juli 2015 vorgelegt wurde (
Urk.
6/142
). Mit Vorbescheid vom 2
2.
Juli 2015
stellte sie der Versicherten sodann die Auf
hebung der Invalidenrente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
in Aussicht (
Urk.
6/146), wogegen
diese Einwand
erhob (
Urk.
6/151, 6/156).
Unter Beilage eines Berichtes der
C._
(
Urk.
6/172)
nahm die Versicherte am 1
8.
März 2016 zu ergänzenden Ausführungen von
Dr.
B._
(
Urk.
6/167) Stellung (
Urk.
6/173).
Nach Rückfragen an die behandelnden Ärzte (vgl.
Urk.
6/175 f.) beauftragte die IV-Stelle die
D._
der Erstellung eines rheumatologischen Gutach
tens samt EFL (
D._
-Gutachten vom 2
4.
Mai 2018,
Urk.
6/189).
Dazu nahm die Versicherte am 2
8.
August 2018 Stellung (
Urk.
6/195), worauf die IV-Stelle am 2
7.
September 2018 im Sinne des Vorbescheids verfügte (
Urk.
6/199 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
Oktober 2018 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Dezember 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
6.
Dezember 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
27. Septem
ber 2018
zusammengefasst fest,
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach wie vor zu 60
%
im Erwerbs- und zu 40
%
im Haushaltsbereich tätig wäre.
Gestützt auf die Gutachten von
Dr.
B._
sowie
der
D._
sei ausgewiesen, dass sich der Gesundheitszustand seit der letzten Revision
funktionell verbessert habe, weshalb ein Revisionsgrund vorliege.
Der Beschwerdeführerin sei die ange
stammte Tätigkeit wieder uneingeschränkt zumutbar. Sowohl für den Erwerbs- als auch für den Haushaltsbereich resultiere ein Teilinvaliditätsgrad von 0
%
, weshalb insgesamt kein Rentenanspruch mehr bestehe (
Urk.
2 S. 2 ff.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin i
n ihrer Beschwerdeschrift vom
2
9.
Oktober 2018
im Wesentlichen geltend,
Dr.
B._
habe lediglich eine andere Einschätzung des gleichen Sachverhalts vorgenommen. Deren Gutachten vermöge
nicht zu überzeugen, da es insbesondere sämtlichen Vorgutachten widerspreche und aktuellste Röntgenbefunde nicht beachte (
Urk.
1 S. 5).
Auch das
D._
-Gutachten erweise sich als mangelhaft, da es sich unter anderem nicht dazu äussere, ob die angestammte Tätigkeit als MPA noch zumutbar sei, was bestritten werde. Ferner weiche auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
D._
-Sachverständigen erheblich von vorangegangenen ärztlichen Unter
suchungen ab (
Urk.
1 S. 6 f.). Im Ergebnis komme auch diesem Gutachten kein Beweiswert zu. Es handle sich insgesamt um verschiedene Beurteilungen eines gleich gebliebenen beziehungsweise sich verschlechternden organischen Gesund
heitszustandes. Die Voraussetzungen für eine Rentenrevision seien daher nicht erfüllt (
Urk.
1 S. 9 f.).
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
Im Zuge des im Jahr 2006 anhand genommenen Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin
sowohl einen Haushaltsabklärungsbericht (
Urk.
6/76) als auch ein rheumatologisches Gutachten bei
Dr.
Z._
ein (
Urk.
6/80) und
nahm wiederholt Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; vgl. Urk. 6/82/2 ff.).
Die rentenbestätigende Mitteilung vom
2.
September 2008 (Urk. 6/84) basiert damit auf einer materiellen
Beurteilung
des Leistungsan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung
und Beweiswürdigung, weshalb sie als zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheb
lichen Änderung heranzuziehen ist.
Die entsprechenden Mitteilungen vom 2
2.
Februar 2010 (
Urk.
6/98) und
2.
März 2012
(
Urk.
6/112)
erfüllen diese Voraussetzungen demgegenüber nicht
. Z
um einen
nahmen die behandelnden Ärzte
wenn überhaupt
nur oberflächlich zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin Stellung (vgl.
Urk.
6/91/3 ff., 6/92/9 ff., 6/95 und 6/103). Zum anderen wäre
damals insbesondere auch seitens des RAD eine vertiefte Auseinander
setzung mit der Thematik der Schadenminderungspflicht zu erwarten gewesen, welche der Beschwerdeführerin wiederholt auferlegt worden war (vgl.
Urk.
6/84, 6/97 und 6/111).
3.2
Der Mitteilung vom
2.
September 2008 lag in medizinischer Hinsicht im Wesent
lichen das rheumatologische Gutachten von
Dr.
med.
Z._
vom 12. Februar 2008 zu Grunde, welcher
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
stellte
(Urk. 6/80/6):
-
lumboradikuläres
sensomotorisches Reiz- und Ausfallsyndrom L5 und S1 rechts sowie weniger auch links
-
Spondylolyse
L5 und
Spondylolisthesis
von LWK5 über S1 Grad IV nach
Meyerding
-
ausgesprochene muskuläre
Dysbalance
und Fehlstatik am
lumbosakra
len
Übergang und Becken
-
chronische Spannungskopfschmerzen
-
myofasziales
Syndrom des Schultergürtels
-
ausgeprägte HWS-Streckhaltung und anlagebedingt enger zervikaler Spinalkanal.
Ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde demgegenüber folgenden Diagnosen abgesprochen:
-
Tendenz zur Hypermobilität
-
Nikotinabusus
-
Allergien auf diverse Kosmetika und Hausstaubmilben.
Im Rahmen der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin die klassische Symp
tomatik einer Instabilität mit messerstichartig einschiessenden Schmerzen und Blockierungen geschildert. Die morgendlichen mehrstündigen Anlaufschwierig
keiten, die nächtlichen Proble
me im Liegen sowie
die Einschränkungen beim Laufen und Bücken seien alle nachvollziehbar und durch die im Vergleich
zur Beschreibung von 2001 stark progrediente
Spondylolisthesis
L5/S1 erklärbar. Es fänden sich zwar
radikuläre
Zeichen wie ein rechtsbetonter
Lasègue
sowie rechts
betont abgeschwächte
Achillessehnenreflexe und beidseits fehlende
Tibialis
posterior
Reflexe; ein ausgeprägter Sensibilitätsverlust oder eine
höhergradige
Parese
lägen jedoch nicht vor.
Die von ihr berichteten
,
zum Teil heftigsten Kopf
schmerzen
habe die Beschwerdeführerin mit der gesamten Rückenproblematik und den Schultergürtelverspannungen in Verbindung gebracht. In der klinischen Untersuchung habe lediglich an der distalen Halswirbelsäule bei Rotation nach rechts eine diskrete Funktionsstörung festgestellt werden können. Im Bereich der mittleren Halswirbelsäule habe sich aber eine auffällige
Druckdolenz
mit Auslö
sung von über den ganzen Rücken ausstrahlenden Schmerzen eruieren lassen. Zusammen mit der muskulären Tonuserhöhung sowie der radiologisch festge
stellten Streckhaltung der Halswirbelsäule und dem anlagebedingt engen Spinal
kanal sei eine
zervikogene
Komponente denkbar, würde allerdings eher bei Funktionsstörungen der Kopfgelenke und oberen Halswirbelsäule sowie der
Subokzipitalmuskulatur
erwartet werden. In Anbetracht der gesamthaft stark gestörten Statik und muskulären
Dysbalance
seien andere Mechanismen aller
dings ebenfalls denkbar. Ansonsten wären die Kopfschmerzen der Beschreibung nach Spannungskopfschmerzen zuzuordnen. Aufgrund der Heftigkeit und des plötzlichen Auftretens vor gut einem Jahr sei
eine genauere Abklärung mittels Bildgebung sicherlich indiziert
(
Urk.
6/80/6 f.).
Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten und an sich optimalen Tätigkeit als MPA aktuell n
icht arbeitsfähig, was auch
für
die Tätigkeit im Call-Center und jegliche sonstigen Tätigkeiten gelte, die auch nur kurze Gehstrecken oder länger als 30minütiges bis einstündiges Stehen, Sitzen, Bücken oder Autofahren erfordern.
Sollte sich die Beschwerdeführerin zu einer operativen Stabilisierung entscheiden können, müsse nach Abschluss der Reha
bilitation eine Neubeurteilung erfolgen. Dasselbe gelte für die Durchführung eines Aufbautrainings der Rumpfmuskulatur, wofür mindestens drei bis sechs Monate einberechnet werden sollten. Ein Arbeitsversuch im angestammten Beruf oder einer vergleichbaren wechselbelastenden Tätigkeit sei stundenweise mit Möglich
keiten für Pausen und bei reduzierte
r
Leistung durchaus vorstellbar, insbesondere nach erfolgreicher Trainingstherapie (
Urk.
6/80/7).
3.3
3.3.1
Im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens wurde zunächst in der
A._
eine EFL durchgeführt. Dem Bericht vom
3.
Juni 2014 ist im Wesent
lichen zu entnehmen,
dass die von der Beschwerdeführerin
g
eklagten Beschwer
den
in erster Linie tieflumbale Rückenschmerzen (Urk. 6/132/2)
bezüglich Lokalisation mehrheitlich hätten erklärt
werden können, in ihrer Ausprägung aber nur teilweise. Die Verhaltensbeobachtungen hätten gerade in Bezug auf die Beschreibung von Schmerz und Einschränkungen und betreffend Inkonsistenzen einige Auffälligkeiten ergeben, sodass eine mässige Symptomausweitung zu attestieren sei.
Insgesamt sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine sehr leichte berufliche Tätigkeit in reduziertem zeitlichem Umfang von min
destens vier über den Tag verteilten Stunden zumutbar sei (
Urk.
6/132/3 f.).
3.3.2
Dem internistisch-rheumatologischen Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
1.
Juli 2015 sind folgende Diagnose
n
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
6/142/54):
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei
-
kongenitaler beidseitiger
Spondylolyse
und
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad 3 nach
Meyerding
mit
-
mittelgradiger beidseitiger
foraminaler
Stenose auf Höhe L5/S1 und deutlicher Spinalkanalstenose mit bildgebend seit Jahren im Wesent
lichen unveränderten Befunden sowie
-
Ventralgleiten
von LWK5 gegenüber SWK1 in Inklination und
Reklination
von 25 mm ohne Instabilität (funktionelles Röntgen Juni 2015)
-
ohne
radikuläre
Zeichen.
Demgegenüber verneinte
Dr.
B._
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in Bezug
auf:
-
Nikotin-Abusus
-
ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Medikamenten-
Noncompliance
-
kein Nachweis des Schmerzmittels Tramadol
-
aktuell: kein Nachweis von Tramadol in Blut und Urin
-
in der Periode von
A
nfang Januar 2015 bis
A
nfang Juni 2015: kein Nachweis von Tramadol oder irgendeines anderen starken Schmerzmit
tels in der Haaranalyse.
Die Beschwerdeführerin habe über ständige lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in das ganze rechte Bein bis zum rechten Fuss geklagt. Das gesamte rechte Bein sei wie taub. Ausserdem verspüre sie Schmerzen im Kopf, im Nacken und in beiden Schultern. Wegen diesen Beschwerden könne sie nicht arbeiten und sei im Haushalt regelmässig auf die Hilfe Dritter angewiesen.
Aus fachärztlicher Sicht seien bei der Beschwerdeführerin angeborene Befunde der Lendenwirbelsäule vorhanden, welche zu einer
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad 3 geführt hätten. Diese strukturellen Befunde würden die Leistungsfähigkeit einschränken, jedoch nicht das Ausmass der geklagten
Beschwerden erklären. In der klinischen Unter
suchung seien Diskrepanzen aufgefallen. So habe sich der intermittierend hinkende Gang bei Ablenkung normalisiert. Der Zehen- und Fersengang sei nor
mal möglich gewesen. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien ebenfalls normal beweglich gewesen
, wobei sich keine
radikulären
Zeichen hätten feststellen lassen. Keine Auffälligkeiten hätten sich sodann in Bezug auf alle grossen peripheren Gelenke ergeben. In der
Dolorimetrie
seien sämtliche 18 Tender Points und alle acht Kontrollpunkte pathologisch gewesen, was einer Schmerzauswei
tung entspreche. Die Bioimpedanz-Analyse
habe eine erfreulich grosse Muskelmasse von 48
%
gezeigt, welche den Normwert von 40
%
weit übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung, wie von der Beschwerdeführerin berichtet, könne daraus nicht abgeleitet werden. Im Weiteren habe die Beschwer
deführerin bei ihren gymnastischen Übungen spontan den
Langsitz
eingenom
men, was einem beidseits normalen
Lasègue
entspreche. Diskrepant dazu
habe sie bei der Prüfung des
Lasègue
rechts ab 20° und links ab 45° über Schmerzen geklagt und keine weitere Prüfung zugelassen. Hier habe wohl eine Verdeut
lichungstendenz bestanden. Eine erhebliche Symptomausweitung habe zudem im Rahmen der im Juli 2015 durchgeführten EFL beobachtet werden können. Eine weitere Selbstlimitierung sei überdies bei der Messung der Handkraft aufgefallen, wobei aus rheumatologischer Sicht keine Ursache für die beidseits gezeigte, deut
lich verminderte Handkraft ersichtlich sei (
Urk.
6/142/55 f.).
Gesamthaft sei die Beschwerdeführerin durch die eingeschränkte Funktion der Lendenwirbelsäule limitiert. Aus ärztlicher Sicht und angesichts der Resultate der EFL könne sie mit Lasten bis zu zehn Kilogramm hantieren (leichtes Belastungs
niveau). Bezüglich derart angepasster Tätigkeiten bestehe eine
100%ige Arbeits
fähigkeit, wobei die angestammten Tätigkeiten als MPA respektive Call
center
-Agentin leidensadaptiert seien.
Erforderlich sei
en
ein Arbeitstisch mit flexibler Arbeitshöhe sowie ein ergonomischer Arbeitsstuhl mit dynamischer Rückenlehne (
Urk.
6/142/58).
Mit ergänzender Stellungnahme vom 2
9.
Dezember 2015 hielt
Dr.
B._
im Wesentlichen an ihrer Beurteilung fest.
Sie betonte darüber hinaus, dass die Vorgutachter von deutlich gravierenderen strukturellen Befunden ausgegangen seien und es sich nicht um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts handle (
Urk.
6/164).
3.3.3
M
it Bericht vom 2
3.
November 2015
diagnostizierten die Ärzte der
C._
eine hochgradige
lytisch-dy
s
plastische
Spondylolisthese
L5/S1
Meyerding
Grad
4.
Diese bilde die Grundlage für die neu aufgetretenen Schmerzen im rechten Bein. Eine
operative Stabilisierung des Segments sei der Beschwerdefüh
rerin dringend angeraten worden, um eine mögliche
Spondyloptose
zu vermei
den
. Sie könne sich jedoch nach wie vor nicht zu einem operativen Eingriff durchringen (
Urk.
6/172).
3.3.4
Zwecks Abklärung, ob angesichts des Berichtes der
C._
von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen
sei
, veranlasste die Beschwerdegegnerin eine Untersuchung bei der
D._
.
Im rheumatologischen
D._
-Gutachten vom 2
4.
Mai 2018 wurde folgenden Diagnosen ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt (
Urk.
6/189/20):
-
Spondylolisthesis
L5/S1, radiologisch (aktenanamnestisch)
Meyerding
Grad IV mit
-
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom vorwiegend links, weniger rechtsseitig (laut aktueller Anamnese)
-
beidseitiger, mittelgradiger
foraminaler
Einengung beziehungsweise Stenose auf Höhe L5/S1 mit deutlicher Spinalkanalstenose
-
aktenanamnestisch
Ventralgleiten
von L5 gegenüber S1 im Funktions
röntgen vom 2
4.
Juni 2015 ohne Instabilität
-
aktuell klinisch, rheumatologisch-orthopädisch kein
e
radikuläre
n
Reiz- oder Irritationsphänomene objektivierbar.
Bezüglich folgender Diagnosen wurden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
hingegen
verneint:
-
anamnestisch Nikotinabusus
-
chronisches (beklagtes) Schmerzsyndrom
-
anamnestisch angegebene
Tramal
-Unverträglichkeit.
Subjektiv habe die Beschwerdeführerin über seit Jahren bestehende, in ihrer Art unveränderte Schmerzen geklagt. Am schmerzhaft
esten
seien ein tieflumbaler Punkt und der linke Oberschenkel. Eine gleichartige,
shorthosenartige
Schmer
zausbreitung verspüre sie auch am rechten Bein, aber mit lediglich sehr geringer Intensität.
An Nackenbeschwerden leide sie nicht mehr (
Urk.
6/189/17 f.).
Mit Blick auf die objektiven rheumatologisch-orthopädischen Befunde finde sich aktuell eine Beschwerdeführerin mit etwa gleicher Grösse und gleichem Gewicht wie 201
5.
Unverändert
liege eine Lordose und Kyphose der Lendenwirbelsäule sowie eine Lordose der Halswirbelsäule vor.
Wie damals bestehe eine im Wesent
lichen freie Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule mit einer verbesserten Flexions
fähigkeit bei deutlich ve
rbessertem Finger-Boden-Abstand.
Als unauffällig erweise sich ferner die Beweglichkeit der Halswirbelsäule.
Anlässlich der gutachterlichen Untersuchung hätten sich im Weiteren keine Gangeinschränkun
gen und kein Hinken gezeigt. Bei
Belastung während des EFL-Tests habe gelegentlich ein dezentes Hinken rechts beobachten werden können. In Bezug auf die Gelenke
an den oberen und unteren Extremitäten
liege damals wie heute eine schmerzlos
e
seitengleiche Beweglichkeit
vor. Überdies fänden sich unverändert keine pathologischen neurologischen Befunde beziehungsweise keine Anhalts
punkte
für ein
radikuläres
Irritations- oder Ausfallsyndrom, weder zervikal noch lumbal. Zusammengefasst könne aufgrund der klinischen Untersuchung
keine irgendwie medizinisch plausibel nachvollziehbare Befunds- und damit Gesund
heitszustandsverschlechterung objektiviert werden. Eine neue Bildgebung vom
9.
Mai 2018 habe ebenfalls keine
Spondyloptose
und folglich keine Progredienz ergeben (
Urk.
6/189/19).
Im Rahmen der EFL habe die Beschwerdeführerin eine im Wesentlichen gute Leistungsbereitschaft gezeigt und die Konsistenz der Tests sei gut gewesen. Die Belastbarkeit habe allgemein im Bereich einer leichten Arbeit gelegen (
Urk.
6/189/20).
Aus gutachterlicher Sicht könne die Beschwerdeführerin einer leichten wechsel
belastenden Tätigkeit ganztags nachgehen. Vorgeneigtes Stehen, Knien und wiederholte Kniebeugen seien über den Tag verteilt maximal drei Stunden mög
lich. Gehen und Treppensteigen sei
en
im Minimum manchmal möglich. Tätigkei
ten mit hohen Anforderungen an das Gleichgewicht sollten nicht vorkommen. Die angestammte berufliche Tätigkeit als Callcenter-Agentin mit der Möglichkeit, die Arbeitshaltung nach Belieben zu wechseln, sei
zu 100
%
zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sei seit der
letzten Begutachtung durch Dr.
B._
im Jahr 2015 unverändert (
Urk.
6/189/21 f.).
4.
4.1
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin die ganze Rente der Beschwerdeführerin zu Recht aufgehoben hat.
In diesem Zusammenhang ist zunächst zu klären, ob
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorliegt. Die Beschwerde
gegnerin bejahte dies mit der Begründung, dass
sich der somatische Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin
mit Blick auf die aktuellen gutachterlichen Beurteilungen funktionell verbessert habe.
Im Gegensatz dazu argumentiert
e
die Beschwerdeführerin,
dass es sich
dabei bloss um verschiedene Beurteilungen eines gleich gebliebenen respektive sich verschlechternden Gesundheitszustand
s
handle, weshalb eine Revision nicht zulässig sei (vgl. E. 2.1 f.).
4.2
Dr.
Z._
erachtete die Arbeitsfähigkeit
nicht nur aufgrund der angeborenen und progredienten
Spondylol
isthesis
, sondern auch unter Berücksichtigung von chronischen Spannungskopfschmerzen und einem
myofaszialen
Syndrom des Schultergürtels für vollumfänglich eingeschränkt
(
Urk.
6/80/6 f.).
Die Beschwer
deführerin hatte im Rahmen der damaligen Begutachtung sowohl über teilweise extreme, etwa zwei bis drei Mal pro Woche auftretende und bis zu einem Tag andauernde Kopfschmerzen
,
als auch
über Verspannungen im Schultergürtel
geklagt
(
Urk.
6/80/4).
Gegenüber
Dr.
B._
berichtete sie zwar ebenfalls
von Schmerzen im Kopf, im Nacken und an beiden Schultern (
Urk.
6/142/46). Muskelverspannungen konnte die Gutachterin jedoch nicht feststellen (Urk. 6/142/51).
Im Rahmen der
D._
-Begutachtung teilte die Beschwerdeführerin sodann mit, nicht mehr unter Nacken- und begleitenden
kapuzenförmigen
Kopf
schmerzen zu leiden, nachdem sie 2017 eine physiotherapeutische Behandlung
in Anspruch genommen
habe
. Kopfschmerzen verspüre
sie aktuell etwas in der Stirn beidseits vorne
(
Urk.
6/189/14,
6/189/17).
Im Rahmen der Untersuchung
ergab namentlich
die Bewegungsprüfung der Halswirbelsäule keine pathologischen Befunde (
Urk.
6/189/15).
Es kann somit festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mit Blick auf die Kopf- und Nackenschmerzen
bezüglich derer seinerzeit von
Dr.
Z._
ein Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit anerkannt w
orden war
verbessert hat.
Die Beschwerdeführerin klagte nicht mehr über derart erhebliche Beschwerden in diesen Körperpartien wie noch im Jahr 200
8.
Es leuchtet daher ein, dass w
eder
Dr.
B._
noch die
D._
-Gutachter in diesem Kontext auffällige Befunde erheben
konnten und
folglich
auch keine Diagnosen stel
lten, die mit Kopf- oder Nackenschmerzen
in
näherem
Zusammenhang stehen.
4.3
Hinsichtlich des
im Vordergrund stehenden
Rückenleidens
ist anzumerken, dass
mit Blick auf die
Spondylolisthesis
seit der Begutachtung durch
Dr.
Z._
grund
sätzlich keine wesentliche Veränderung eingetreten ist.
Mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit liegt diese ausgehend von den Röntgenuntersuchungen der
C._
vom 2
3.
November 2015 sowie der
D._
vom
9.
Mai 2018 unverändert im Bereich L5/S1 mit einem
Schweregrad 4
nach
Meyerding
vor (vgl.
Urk.
6/172, 6/189/20).
Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin kann trotzdem auch in dieser Hinsicht nicht von einer
revisionsrechtlich unbe
achtlichen
unterschiedlichen Beurteilung des gleichen Sachverhalts ausgegan
gen werden.
Es
ist zu betonen, dass
eine revisionsbegründende Änderung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch gegeben sein
kann
, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität
und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Dies trifft vorliegend aus mehreren Gründen zu.
Unter anderem konnten Dr.
B._
sowie
die
D._
-Gutachter im Gegensatz zu
Dr.
Z._
übereinstim
mend kein
radikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom mehr feststellen
(
Urk.
6/142/54, 6/189/19)
.
Für die von
Dr.
Z._
beschriebene Instabilitätsproblematik im Zusammenhang mit dem
Ventralgleiten
von L
WK
5 gegenüber S1 (
Urk.
6/80/8) fanden sich ebenfalls keine Anhaltspunkte mehr (
Urk.
6/142/54, 6/142/65 und 6/189/20).
Des Weiteren hatte die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 noch von messerstichartigen Schmerzen und Blockierungen sowie einem Grundschmerz
der Stufe
5-6
auf der Visuellen Analogskala (VAS)
berichtet (
Urk.
6/80/4).
Schmerzen derartiger Intensität
schilderte sie
jedoch
gegenüber
Dr.
B._
und
im Zuge der Begutachtung durch die
D._
nicht mehr
(vgl.
Urk.
6/142/46, 6/189/14)
.
So vermochte die Beschwerdeführerin denn auch im Rahmen der Untersuchung durch
Dr.
B._
eine Stunde lang zu sitzen, ohne erkennbare Beschwerde
zunahme; auch anlässlich der beiden EFL im Juni 2014 beziehungsweise Juni 2015 konnte keine Notwendigkeit ständiger Positionswechsel beobachtet werden (
Urk.
6/142/61,
Urk.
6/142/67 ff.).
Nachweislich greift
d
ie
Beschwerdeführerin
denn auch nicht mehr regelmässig auf Schmerzmittel zurück, was sowohl die von
Dr.
B._
in Auftrag gegebene Haaranalyse (
Urk.
6/142/55, 6/142/81
) als auch die von den
D._
-Sachverständigen in Auftrag gegebene Blutspiegelbestim
mung
aufzeigte
(
Urk.
6/189/16
,
6/189/19).
Insgesamt ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass auch die
Schmerzi
ntensität
in Verbindung mit
der Rückenproblematik in erheblicher Weise
abgenommen
hat.
4.4
Nach dem Gesagten hat sich der somatische Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der Begutachtung durch
Dr.
Z._
wesentlich verbessert, weshalb die Beschwerdegegnerin einen Revisionsgrund zu Recht als gegeben erachtet hat. Dies hat zur Folge, dass der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend
neu
und ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu prüfen ist (vgl. E. 1.3 vorstehend).
5.
5.1
Dr.
B._
gelangte zur Auffassung, dass für die angestammten Tätigkeiten als MPA und Callcenter-Agentin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, wobei insbesondere ein Arbeitstisch mit flexibler Arbeitshöhe benötigt werde (Urk. 6/142/58).
Die
D._
-Gutachter erachteten jede leichte, wechselbelastende Tätigkeit für ganztags zumutbar, wobei maximal drei Stunden pro Tag vorge
neigtes Stehen, Knien und wiederholte Kniebeugen möglich seien. Gehen und Treppensteigen sei im Minimum manchmal möglich. Nicht vorkommen sollten Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Gleichgewicht. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene Tätigkeit als Callcenter-Agentin sei zumutbar (
Urk.
6/189/21).
Die Beschwerdeführerin brachte diverse Einwände vor, weshalb auf diese Beurteilungen nicht abgestellt werden könne
(
Urk.
1 S. 4 ff.)
, worauf im Folgenden einzugehen ist.
5.2
Soweit die Beschwerdeführerin
wiederholt darauf hinw
ies
, dass die aktuellen gutachterlichen Beurteilungen grundlegend den früheren medizinischen Einschätzungen
von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
widersprä
chen,
gilt es nochmals hervorzuheben, dass
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
in mehrfacher Hinsicht
eine wesentliche Verbesserung des somatischen Gesundheitszustandes eingetreten ist (vgl. E. 4.2 ff. vorstehend).
Es ist daher grundsätzlich ohne Weite
res nachvollziehbar, dass
Dr.
B._
und die
D._
-Gutachter auch
die Arbeits
fähigkeit abweichend
von den früheren medizinischen Sachverständigen
beur
teilten
. Sie trugen dabei nicht nur den von
der Beschwerdeführerin geschilderten Leiden, sondern auch den
erhobenen objektiven Befunden
sowie
insbesondere den
Resultaten
der
jeweils ergänzend
durchge
führten EFL
angemessen
Rechnung
. Diese ergaben
unter Berücksichtigun
g teilweiser Selbstlimitierung,
dass die Beschwerdeführerin die Tätigkeit im Callcenter, bei der sie
gemäss eigenen Angaben
meistens nach Belieben zwischen Sitzen und Stehen wechseln konnte,
im Wesentlichen bewältigen könne
(
Urk.
6/
142/68
,
6/189/29)
.
Davon abweichend stuften die Fachpersonen der
A._
, welche zuvor im Juni 2014 eine EFL durchgeführt hatten, die berufliche Tätigkeit als Callcenter-Agentin zwar nicht als zumutbar ein. Sie gingen dabei jedoch davon aus, dass es sich um eine mehrheitlich sit
zend ausgeübte Tätigkeit handle.
Die Ausübung einer
sehr leichte
n
Tätigkeit
erachteten sie mindestens im Rahmen eines Halbtagesarbeits
pensums für möglich
(
Urk.
6/132/
4
f.
).
Begründete Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
B._
beziehungsweise der
D._
weckt diese Gegebenheit
allerdings nicht, da
die
A._
der
zeitliche
n
Limitierung der Arbeitsfähigkeit
auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte wie die jahrelange berufliche Inaktivität zu Grunde legte (
Urk.
6/132/4).
Im Weiteren kritisierte die Beschwerdeführerin, dass die
D._
-Gutachter sich nicht zur Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit als MPA geäussert hätten (Urk. 1 S. 6 f.)
, was grundsätzlich zutrifft.
Entgegen ihrer Argumentation war die Beschwerdegegnerin in Anbetracht des von den Gutachtern festgelegten Belastungsprofils
(vgl. E. 5.1 vorstehend) trotzdem
nicht gehalten, weitere Abklä
rungen in diesem Zusammenhang vorzunehmen.
Hervorzuheben ist einerseits, dass der Beschwerdeführerin eine vorgeneigte Haltung
, welche etwa im Rahmen der Betreuung von Patienten erforderlich sein kann,
zeitweise zumutbar ist. Andererseits ist nicht von hohen Anforderungen an das Gleichgewicht auszuge
hen,
da
die Tätigkeit als MPA beispielsweise keine Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten beinhaltet.
Erhebliche Gleichgewichtsprobleme beim Gehen und Stehen konnten im Rahmen der aktuellen Untersuchungen nicht beobachtet werden (vgl.
Urk.
6/142/49, 6/189/16 und 6/189/33 f.).
Ergänzend
ist darauf hinzuweisen,
dass
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bei welchem die Beschwerdeführerin ein Praktikum als MPA absolviert hatte (Urk. 6/161/1 f.), bereits im Jahr 2001 eine Umschulung nicht für erforderlich erachtet
e
. Vielmehr hielt er fest, dass die Tätigkeit
als MPA sehr abwechslungsreich (mit Sitzen, Stehen
sowie
Gehen) und wenig rückenbelastend sei (
Urk.
6/3/4).
Darüber hinaus
stufte auch
Dr.
Z._
diese Tätigkeit als
leicht und wechselbelastend sowie
«an sich optimalen Beruf» ein (
Urk.
6/80/7).
Insgesamt ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
die 100%ige Arbeitsfähigkeit auch für die Tätigkeit als MPA für gegeben erachtete.
5.3
Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten Indizien, welche gegen die Zuver
lässigkeit der von
Dr.
B._
und der
D._
erstellten medizinischen
Gutachten
sprechen
.
Ihnen ist Beweiskraft zuzuerkennen, zumal sie sämtliche
vom Bundes
gericht festgelegten Kriterien für eine beweiswerte Expertise
erfüllen (vgl. E. 1.4 vorstehend; BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
5.4
Unbestrittenermassen wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 60
%
im Erwerbs- und zu 40
%
im Aufgabenbereich (Haushalt und Kinderbetreuung) tätig (vgl.
Urk.
2 S. 2). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in den bisher ausgeübten Tätigkeiten
als MPA und Callcenter-Agentin ergibt sich
für den Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
Damit gesamthaft ein renten
erheblicher Invaliditätsgrad resultieren würde, müsste sie folglich im Aufgaben
bereich vollständig eingeschränkt sein, was
nur schon
angesichts des von ihr geschilderten gewöhnlichen Tagesablaufs mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann (vgl.
Urk.
6/142/6, 6/142/46 und 6/189/12).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete demzufolge zu Recht auf eine erneute Haushalts
abklärung.
Bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von jedenfalls unter 40
%
besteht kein Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin
vor der Rentenaufhebung gehalten gewesen wäre,
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen.
6
.2
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der
diesfalls
grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
gliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufser
fahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1).
6
.3
Im Zeitpunkt der Renteneinstellung war die im Jahr 1977 geborene Beschwerdeführerin zwar noch nicht 55 Jahre alt; sie hatte aller
dings seit Juli 2001
und damit seit mehr als 15 Jahren
eine Rente der Invalidenversicherung bezogen. Die revisionsweise Aufhebung der Rente ist folg
lich gemäss zitierter bundesgerichtlicher Praxis
in der Regel
nur zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat.
Nach Eingang des Gutachtens von
Dr.
B._
lud die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 1
5.
Oktober 2015 zwecks Beratung und
Abklärung der beruflichen Situation zu einem Gespräch ein (
Urk.
6/157).
Darauf Bezug nehmend teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 10. Novem
ber 2015 schriftlich mit,
dass sich diese nicht dazu in der Lage sehe, einer Beschäftigung nachzugehen
, da sie nach wie vor gesundheitlich derart einge
schränkt sei (
Urk.
6/158).
In der Folge
orientierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 1
7.
November 2015 über den Abschluss der beruflichen Eingliederungsberatung (
Urk.
6/160).
Darüber hinaus ist
einerseits
festzuhalten, da
ss die Beschwerdeführerin auch zuvor
keine Anstrengungen unternommen hatte, sich wieder (teilzeitlich) im Arbeitsmarkt einzugliedern, obwohl
Dr.
Z._
im Februar 2008 grundsätzlich einen Arbeitsversuch im ange
stammten Beruf oder einer vergleichbaren wechselbelastenden Tätigkeit stunden
weise für möglich
erachtet
hatte (Urk.
6/80/7 f.).
Andererseits ersuchte
die Beschwerdeführerin weder im Vorbescheid- noch im Beschwerdeverfahren um die Gewährung von Eingliederungsmassnahmen (vgl.
Urk.
1 sowie
Urk.
6/
151, 6/156, 6/173 und 6/195), sondern vertritt vielmehr weiterhin die Auffassung, nicht arbeitsfähig zu sein.
Vor diesem Hintergrund ist bei der Beschwerdeführerin weder der Wille noch die Motivation zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu erkennen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fehlt es an
einer Eingliederungsbereitschaft
, wel
che
indes für die Durchführung von beruflichen Massnahmen unabdingbar ist. Folglich ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Rentenaufhebung verfügt hat, ohne zuvor Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2, 8C_569/2015 vom 17. Februar 2016 E. 5.2 und 9C_491/2017 vom 26. September 2017 E. 4.3 mit Hinweisen)
.
7
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht revisionsweise auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben (vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a IVV), da kein anspruchsbegrün
dender Invaliditätsgrad mehr vorliegt. Die angefochtene Verfügung vom 2
7.
Sep
tember 2018 (
Urk.
2)
erweist sich somit als rechtens
, weshalb die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und
ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Dem Ausgang des Verfahrens ent
sprechend sind sie der unterliegenden
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.