Decision ID: 23df3c33-e7b9-5769-bae2-7bac81f51a9f
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Februar 2015 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Als gesundheitliche Einschränkungen nannte sie
ein lumboradikuläres S2-Syndrom, Schulterbeschwerden, eine Depression sowie einen
Burn-Out.
A.a.
Am 9. Februar 2015 berichtete Dr. med. B._, Fachärztin für orthopädische
Chirurgie und Traumatologie FMH, gegenüber der R._ (Fremdakten act. 1-6 ff.), bei
der Versicherten bestünden seit Jahren rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule,
aktuell in den Übergängen HWS/BWS, thoracolumbal und lumbosacral bei Fehlstatik,
ausgeprägter Haltungsinsuffizienz bis Haltungsverfall, muskulärem Hartspann und
verschmächtigter Rumpfmuskulatur. Radiologisch zeigten sich degenerative
Veränderungen im unteren Abschnitt der LWS. Ein nervenwurzelbezogenes
neurologisches Defizit liege nicht vor. Die grossen und kleinen Gelenke der oberen und
unteren Extremitäten funktionierten frei. Die bestehende volle Arbeitsunfähigkeit sei
wegen der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule noch begründet. Die Prognose
erscheine gut, da die degenerativen Veränderungen moderat seien. Im Vordergrund
stünden funktionelle Probleme. Wenn die Versicherte langfristig über einen geeigneten
Arbeitsplatz verfügen würde, resultierte eine stabile Arbeitsfähigkeit. Insbesondere sei
durch eine Haltungskorrektur und eine muskuläre Kräftigung eine deutliche Besserung
der Gesundheitsschädigung zu erwarten. Wegen des verminderten Habitus bestehe für
mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten eine verminderte Belastbarkeit.
Leichte Tätigkeiten könnten ab sofort zu 50 Prozent und nach Ende der vorgesehenen
Rehabilitation zu 100 Prozent ausgeübt werden.
A.b.
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Am 20. Februar 2015 gab die Arbeitgeberin gegenüber der IV-Stelle an (IV-act. 11),
dass die Versicherte während 41 Stunden pro Woche im Küchenbereich des
Restaurants arbeite. Ohne die gesundheitliche Einschränkung könnte die Versicherte
einen jährlichen Bruttolohn von Fr. 48'360.-- (inkl. 13. Monatslohn) erzielen.
A.c.
Die RAD-Ärztin Dr. med. C._ notierte am 11. März 2015 (IV-act. 13), bei der
Versicherten liege seit dem 16. April 2014 in der angestammten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 100% vor. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit mit
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit;
ein Eingliederungspotential sei sofort vorhanden.
A.d.
Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D._, Fachärztin Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, berichtete am 17. März 2015 gegenüber der R._ (Fremdakten
act. 2-2 ff.), die Versicherte leide an einer schwergradigen depressiven Episode ohne
psychotische Symptome. Dr. D._ rechnete mit einer Besserung der depressiven
Symptomatik, im besten Fall mit einer Remission. Seit dem 1. Februar 2015 sei die
Versicherte für jegliche Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig.
A.e.
Am 26. Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 26), dass keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, da aktuell medizinische
Behandlungsmassnahmen im Vordergrund stünden.
A.f.
Am 27. August 2015 berichteten die Fachärzte der Klinik E._ AG (IV-act. 33), die
Versicherte sei vom 19. Mai bis zum 20. Juni 2015 in einer stationären Behandlung
gewesen. Sie leide an einer schweren depressiven Episode ohne psychotische
Symptome, an einem psychophysischen Erschöpfungszustand sowie an einer
somatoformen autonomen Funktionsstörung. Bei der Versicherten bestünden eine
schnelle Ermüdbarkeit, eine stark reduzierte Belastbarkeit und Stresstoleranz, eine
deutlich eingeschränkte Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit, Konzentrations- und
Merkfähigkeitsstörungen, ein reduziertes Auffassungsvermögen und eine allgemeine
Verlangsamung. Auch die körperliche Belastungsfähigkeit sei reduziert. Die bisherige
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.
A.g.
Die Fachärzte des psychiatrischen Zentrums F._ berichteten am 30. November
2015 gegenüber der IV-Stelle (IV-act. 37) und am 14. Dezember 2015 gegenüber der
A.h.
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R._ (Fremdakten act. 3-14 ff.), die Versicherte sei bei ihnen seit dem 6. Juli 2015 an
fünf Tagen in der Woche in einer tagesklinischen Behandlung. Der Versicherten sei
während des Klinikaufenthalts das Arbeitsverhältnis gekündigt worden. Sie leide an
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und an
einer Persönlichkeitsakzentuierung mit tendenziell narzisstischen Zügen. Die bisherige
Tätigkeit als Hilfskraft sei aus rein psychiatrischer Sicht weiterhin zumutbar. Allenfalls
seien Aufgaben und Anforderungen anzupassen. Die Leistungsfähigkeit sei reduziert;
eine Steigerung sei aus psychiatrischer Sicht schrittweise möglich. Inwieweit die
Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten reduziert seien bzw. mit
entsprechenden Massnahmen gesteigert werden könnten, sei im Rahmen
entsprechender Eingliederungsmassnahmen zu überprüfen. Bei einer Fortführung der
integrativen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung liege aus
psychiatrischer Sicht eine günstige Prognose vor. Eine Integration in den Arbeitsmarkt
sei sinnvoll.
Am 4. Januar 2016 hielt der RAD-Arzt Dr. med. G._, (IV-act. 41), Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass die Versicherte derzeit noch in der
tagesklinischen Behandlung sei. Nach deren Abschluss bestehe ein hohes
Eingliederungspotential, wobei die Präsenzzeit nicht wesentlich und die
Leistungsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht etwa 30% bis 40% (Konzentrationsstörung
und Belastbarkeit) eingeschränkt sei.
A.i.
Im Auftrag der R._ wurde am 19. Januar 2016 ein bidisziplinäres Gutachten
(Psychiatrie, Orthopädie) erstellt (Fremdakten act. 4-3 ff.). Der psychiatrische
Sachverständige, Dr. med. H._, gab im Rahmen der objektiven Befunderhebung an,
die Versicherte neige zu einer demonstrativen, aggravierenden oder gar
simulatorischen Präsentation. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes leide sie an
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere
Episode mit einem somatischen Syndrom und psychotischen Symptomen, an
akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen sowie an einer somatoformen
Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen Faktoren. Aufgrund der depressiven
Symptomatik sei die Versicherte aktuell und bis auf weiteres voll arbeitsunfähig. Sie sei
in ihren emotionalen (Stimmung, Stabilität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und
Ausdauer), kognitiven (Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit) und somatischen
A.j.
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Funktionen (Antrieb, Tatkraft und Energie) und damit in ihrer Leistungsfähigkeit und
Belastbarkeit erheblich eingeschränkt. Aktuell sei ihr deshalb weder die angestammte
noch eine andere angepasste Verweistätigkeit zumutbar. Die orthopädische
Sachverständige, Dr. B._, gab die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom 9.
Februar 2015 an (vgl. Bst. A.b; Fremdakten act. 1-6 ff.) mit der Ergänzung, dass eine
geringfügig verkürzte Ischiokruralmuskulatur ohne Dehnungsschmerzen und eine
Gewichtszunahme von etwa 8kg (jetzt stammbetonte und oberschenkelbetonte
Adipositas) vorlägen. Die Arbeitsunfähigkeit, welche sie im Februar 2015 auf 50%
eingeschätzt habe, betrage inzwischen psychisch bedingt 100% (mit Verweis auf das
Teilgutachten von Dr. H._). Nach dem Ende der 100% psychiatrisch ausgewiesenen
Arbeitsunfähigkeit sei die Versicherte für sehr leichte und leichte Tätigkeiten in vollem
Umfang einsetzbar. Diese Einschränkung ergebe sich aufgrund des Habitus der
Versicherten. Häufiges Bücken und ständige Zwangshaltungen seien zu vermeiden.
Am 30. März 2016 notierte der RAD-Arzt Dr. G._ (IV-act. 49), bei der
Versicherten bestehe ab sofort ein Eingliederungspotential mit einer halbtägigen
Präsenzzeit, da Dr. H._ nach einer Aufhellung der Depression ein
Eingliederungspotential prognostiziert habe und die Fachärzte des psychiatrischen
Zentrums F._ keine Einwände angegeben hätten. Derzeit sei die Versicherte sowohl
in einer angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsunfähig. In
einigen Monaten könne jedoch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in körperlich
leichten Tätigkeiten ausgegangen werden.
A.k.
Am 22. Juni 2016 gaben die Fachärzte des psychiatrischen Zentrums F._ (IV-act.
62) unveränderte Diagnosen an. Beim Eintritt habe die Versicherte deprimiert,
energielos, niedergeschlagen, kraftlos und zurückhaltend gewirkt und sich nur wenig
an Gruppengesprächen und Kontakten beteiligt. Seit dem letzten Bericht vom 30.
November 2015 habe sich der psychische Zustand stabilisiert. Die depressive
Symptomatik sei zu einem grossen Teil in den Hintergrund getreten. Aufgrund der
gewonnenen Stabilität könne die Versicherte nun ein ambulantes Setting weiterführen.
Während des Aufenthaltes seien die körperlichen Beschwerden im Vordergrund
gestanden, die sich auch auf die psychische Verfassung ausgewirkt hätten. Trotzdem
habe sich der psychische Gesundheitszustand stabilisiert. Die Belastbarkeit sowie der
Antrieb seien reduziert. Nach wie vor sei die Versicherte in der Lage,
A.l.
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Eingliederungsmassnahmen im geschützten Rahmen zu beginnen (ca. 4 Stunden pro
Tag); die Möglichkeiten aus somatischer Sicht seien noch in Erfahrung zu bringen.
Während dem Aufenthalt in der Tagesklinik vom 6. Juli 2015 bis 31. Mai 2016 sei die
Versicherte voll arbeitsunfähig gewesen.
Basierend auf dem Bericht des psychiatrischen Zentrums F._ vom 22. Juni
2016 gab der RAD-Arzt Dr. G._ am 8. August 2016 an (IV-act. 64), der Versicherten
sei die Eingliederung halbtägig zumutbar. Eine Steigerung sei offen und abzuwarten.
A.m.
Dr. I._, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, berichtete am 30. September
2016 gegenüber dem Hausarzt Dr. J._ (IV-act. 86-17), Facharzt für Innere Medizin
FMH, die Versicherte leide an einer hochgradigen sensorineuralen Schwerhörigkeit
links und einer mittelgradigen sensorineuralen Schwerhörigkeit rechts. Am 11.
November 2016 erhielt die Versicherte von der IV-Stelle eine Gutsprache für eine
Hörgerätepauschale (IV-act. 76).
A.n.
Am 16. Dezember 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Voraussetzung für eine Arbeitsvermittlung erfüllt seien (IV-act. 81).
A.o.
Dr. I._ berichtete am 4. April 2017 (IV-act. 86-8) gegenüber Dr. J._, dass die
Versicherte an einem multifaktoriellen Schwindel leide. Anlässlich der Untersuchung
habe sich eine nicht signifikante Untererregbarkeit rechtsseitig gezeigt. Bezüglich des
Schwindels profitiere die Versicherte ergänzend von der Physiotherapie, den
Nackenmassagen und dem Entspannungstraining.
A.p.
Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle notierte am 9. Juni 2017 (IV-act. 85), die
Versicherte befinde sich seit dem 21. März 2017 (dauernd bis 20. Juli 2017) im
Einsatzprogram Transit (via das RAV). Dort sei sie − analog der Krankschreibung durch
Dr. D._ − zu 20% anwesend.
A.q.
Dr. J._ berichtete am 23. Juni 2017 (IV-act. 86), die Versicherte leide mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an einer anhaltenden depressiven Phase, einem
lumboradikulären Schmerzsyndrom S1 links bei Diskushernie L5/S1 und einer
sensorineuralen Schwerhörigkeit beidseits, linksbetont.
A.r.
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Am 10. Juli 2017 berichtete Dr. D._ (IV-act. 87), die Versicherte leide an einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwertig mittelgradige Episode ohne
somatisches Syndrom, an chronischen Schmerzen mit psychischen und somatischen
Faktoren, an akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen und an einer
Schwerhörigkeit. Sie habe während den zwei Arbeitsstunden im Projekt Transit eine
arbeitswillige Grundeinstellung; daher sei die Weiterführung der
Wiedereingliederungsmassnahmen, jedoch mit einem an die Beschwerden
angepassten Tempo, anzustreben. Aus psychiatrischer Sicht sei nach den
Wiedereingliederungsmassnahmen eine Arbeitsfähigkeit von 50% zu erwarten. Aktuell
(seit dem 9. August 2016) sei die Versicherte zu 80% arbeitsunfähig. Eine schrittweise
Steigerung sei möglich.
A.s.
Am 12. September 2017 beauftragte die IV-Stelle die K._ AG mit einer
polydisziplinären (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie)
Abklärung (IV-act. 96). Die K._ AG erstattete das polydisziplinäre Gutachten am 30.
November 2017 (IV-act. 99). Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. P._ stellte
keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit leide die Versicherte an einer chronischen Anpassungsstörung (auf die
somatischen Leiden und die Kündigung der Arbeitsstelle) sowie an akzentuierten
histrionischen Persönlichkeitszügen. Die Versicherte habe die Beschwerden
verdeutlicht dargestellt. Zwischen der subjektiven Befindlichkeit und dem gezeigten
Verhalten während der Untersuchung wie auch hinsichtlich der Alltagsaktivitäten
bestünden Diskrepanzen. Frühere psychiatrische Einschätzungen bezüglich der
Arbeitsfähigkeit basierten auf Diagnosen, welche im Verlauf abgeklungen seien oder
anlässlich der Begutachtung nicht hätten bestätigt werden können. Aus psychiatrischer
Sicht bestehe keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit; einzig während den stationären/
halbstationären Behandlungen habe eine Einschränkung bestanden, wie dies auch
aktenkundig sei. Eingliederungsmassnahmen seien nicht erforderlich. Die
orthopädische Sachverständige Dr. med. L._ gab an, sie habe bei der Versicherten
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische lumbospondylogene Schmerzen (mit/
bei Diskushernie L5/S1, Osteochondrose L5/S1 und Spondylarthrosen LWK 3-5), ein
chronisches Thorakovertebralsynrdom bei WS-Fehlstatik (mit/bei Hyperkyphose der
BWS und Morbus Scheuermann) sowie eine Dekonditionierung und eine muskuläre
A.t.
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Dysbalance festgestellt. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die vorliegende
Lymphstauung am linken Bein. Die bisherige Tätigkeit sei infolge der lumboradikulären
Symptome nicht mehr zumutbar. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule sei aufgrund der
Fehlstatik für schwere und mittelschwere Tätigkeiten eingeschränkt. Einseitige
Zwangshaltungen sowie schweres Heben und Tragen von Lasten über 5-10kg seien zu
vermeiden. Eine adaptierte, leichte wechselbelastende Tätigkeit sei zu 80% möglich.
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei auf den November
2015 (Kündigung der Arbeitsstelle) festzulegen. Der neurologische Sachverständige Dr.
med. G. Steuerwald nannte als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumboradikuläres Schmerzsyndrom S1 links bei einer sensorischen Radikulopathie S1
links bei einer osteo-diskogenen neuroforaminalen Stenose LWK 5/SWK 1 links. Als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er ein restless legs-Syndrom,
eine sensorineurale Schwerhörigkeit, links mehr als rechts, sowie einen Status nach
einem inkomplett kompensierten Vestibularisausfall rechts an. In der angestammten
Tätigkeit (Reinigungskraft in der Küche) bestehe seit dem 16. Juni 2014 eine
Arbeitsunfähigkeit von 20%, welche durch eine Rendementsminderung von 20%
bedingt sei. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe auch retrospektiv eine volle
Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter kamen folglich zum Schluss, dass aus polydisziplinärer
Sicht für die angestammte Tätigkeit eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 16. Juni
2014 vorliege. Auch in einer Verweistätigkeit sei die Versicherte ab November 2015 zu
20% arbeitsunfähig.
Der RAD-Arzt dipl. med. M._ notierte am 1. Dezember 2017 (IV-act. 101), das
Gutachten der K._ AG sei umfassend, beruhe auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der Vorakten erstellt
worden. Der psychiatrische Gutachter habe sich mit den Behandlerberichten sowie
dem Gutachten von Dr. H._ auseinandergesetzt. Diesbezügliche Widersprüche seien
aufgezeigt worden; seine eigene gutachterliche Einschätzung habe er plausibel
begründet. Die Beurteilung der medizinischen Situation in den Teilgutachten sowie die
polydisziplinären Ausführungen und Schlussfolgerungen seien plausibel und
nachvollziehbar. Das Gutachten sei beweistauglich.
A.u.
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Am 4. Dezember 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 104), dass
sie das Begehren um berufliche Massnahmen abweise, da keine Einschränkung in der
Stellensuche ausgewiesen sei.
A.v.
In einem Vorbescheid vom 7. Dezember 2017 kündigte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 107). Zur Begründung führte sie aus, dass
in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus dem
Einkommensvergleich resultiere ein nicht rentenauslösender Invaliditätsgrad von 16
Prozent.
A.w.
Die Versicherte liess am 26. Januar 2018/27. Februar 2018 einwenden (IV-act. 111
und 115), ihr seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente seit 1.
Juli 2015 und gleichzeitig Eingliederungsmassnahmen, zu gewähren. Sie begründete
dies im Wesentlichen damit, dass das Gutachten der K._ AG die medizinischen
Vorakten unzureichend berücksichtigt habe und damit unvollständig sei. Insbesondere
seien der Austrittsbericht der Klinik E._ AG vom 27. Juli 2015 (IV-act. 115-8 ff.) sowie
der Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik F._ vom 1. Juli 2016 (IV-act.
115-16 ff.) nicht berücksichtigt worden; die Versicherte reichte beide Berichte nach. Im
Austrittsbericht der Klinik E._ AG vom 27. Juli 2015 betreffend den stationären
Aufenthalt vom 19. Mai bis 20. Juni 2015 hatten die Fachärzte folgende Diagnosen
angegeben: Eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome und
einen psychophysischen Erschöpfungszustand. Die Fachärzte der psychiatrischen
Tagesklinik F._ hatten in ihrem Bericht vom 1. Juli 2016 festgehalten, die Versicherte
leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
sowie an einer Persönlichkeitsakzentuierung mit tendenziell narzisstischen Zügen. Die
Rechtvertreterin der Beschwerdeführerin wandte weiter ein, das Gutachten der K._
AG sei beweisuntauglich. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, weshalb vor dem
Hintergrund der stationären und ambulanten Klinikaufenthalte aus psychiatrischer Sicht
keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit vorliegen solle. Der psychiatrische
Sachverständige Dr. P._ habe nicht begründet, wieso er im Gegensatz zu den Dres.
B._ und H._ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt habe.
Das Vorgutachten von Dr. H._ sei insgesamt nicht genügend gewürdigt und die
abweichende Beurteilung sei zu wenig begründet worden. Bei der durch die Klinik
E._ AG gestellten Diagnose einer damals schweren Episode habe der Gutachter
A.x.
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verkannt, dass die Versicherte fünf Wochen in E._ AG stationär in Behandlung
gewesen sei. In dieser Zeit sei es den Ärzten möglich gewesen, eigene Befunde zu
erheben, auch wenn diese mit denjenigen von Dr. D._ übereingestimmt hätten. Es
bestehe ein Widerspruch darin, dass der Gutachter festgehalten habe, die
beschriebene mittelgradige depressive Episode sei nachvollziehbar (IV-act. 99-33),
dann aber doch zum Schluss gekommen sei, dass sich eine solche Diagnose nicht
bestätigt habe. Die IV-Stelle habe der Versicherten trotz eines Eingliederungsplans
keine Eingliederungshilfe gewährt (mit Verweis auf IV-act. 78, 79) und sie an das RAV
verwiesen. Während dem RAV-Einsatzprogramm Transit sei die Versicherte im Rahmen
der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit von 80% nur zu 20% anwesend
gewesen. Sie sei als nicht vermittelbar eingestuft worden (mit Verweis auf IV-act. 84).
Eine Arbeitsvermittlung sei nicht gegeben. Aus den Akten gehe insgesamt eine seit
Juni 2014 anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100%, teilweise 80%, hervor.
Am 5. März 2018 liess die Versicherte (IV-act. 117) einen Bericht von Dr. I._ vom
14. März 2016, einen Bericht von Dr. med. N._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin FMH, vom 23. November 2016 und einen Bericht des Venenlaserzentrums von
Dr. med. O._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 29. Mai 2017
einreichen. Dr. I._ hatte folgende Diagnosen erhoben: eine linksbetonte
sensorineurale Hörminderung sowie eine Kiefergelenksmyoarthropathie links. Dr. N._
hatte berichtet, bei der Versicherten liege densitometrisch eine Osteopenie vor. Dr.
O._ hatte angegeben, die Versicherte leide an Schwellungen an den Unterschenkeln,
an Schmerzen beidseits am lateralen Unterschenkel mit Dys-/Parästhesien der Zehe IV
und V vor allem links aber auch am lateralen Fuss rechts und im Bereich der Fusssohle,
sowie an einer anhaltenden depressiven Verstimmung. Die Schwellung sei
grundsätzlich harmlos, eine Behandlung sei nicht unmittelbar notwendig. Die beklagten
Schmerzen bis in die Zehen hätten keinen Bezug zum venösen System.
A.y.
Vom 30. Mai bis 3. Juli 2018 weilte die Versicherte zur stationären Behandlung in
der Klinik E._ AG (IV-act. 121). Die Fachärzte notierten im Kurzaustrittsbericht vom
29. Juni 2018, die Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode, an chronischen Schmerzen bei einem Status nach
Diskushernie L5/S1 mit Wurzelkompression S1 links und bei einem Morbus
Scheuermann, an einer Adipositas sowie an einem Status nach diversen
A.z.
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gynäkologischen Operationen (Hysterektomie, Ovarialzysten). Insgesamt hätten sich
die Befindlichkeit und die Stimmung der Versicherten im Verlauf nicht verändert. Am
27. August 2018 berichteten die Fachärzte der Klinik E._ AG von unveränderten
Diagnosen (IV-act. 125). Die Versicherte verfüge kaum über Ressourcen auf der
persönlichen Ebene, habe ausgeprägte Insuffizienzgefühle, einen stark
eingeschränkten Antrieb, ein hohes Ruhebedürfnis, starke Schmerzen, keine
psychophysische Belastbarkeit und keine Stresstoleranz. Eine Wiedereingliederung in
den ersten Arbeitsmarkt sei nicht realistisch. Im Austrittsbericht vom 23. Juli 2018 (IV-
act. 129) wurden keine relevanten neuen Angaben vermerkt.
Der RAD-Arzt dipl. med. M._ hielt am 27. September 2018 fest (IV-act. 130),
der Einwand der Rechtsvertreterin, dass die neu eingereichten Austrittsberichte zentral
seien, gehe fehl. Die psychopathologischen bzw. somatischen Befunde seien in den IV-
Arztberichten (gemeint wohl IV-act. 33 und 62) identisch. Die IV-Arztberichte enthielten
mehr relevante Angaben zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere auch zu
körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen sowie zur Prognose.
Bezüglich dem Einwand, dass der psychiatrische Gutachter dem Gutachten von Dr.
H._ widerspreche, gab dipl. med. M._ an, dass eine depressive Erkrankung in der
Regel kein dauerhafter Zustand sei; die meisten derartigen Erkrankungen besserten
sich unter einer leitliniengerechten Behandlung innert weniger Monate. Entsprechend
sei im Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik F._ eine günstige Prognose
gestellt worden. Zum Begutachtungszeitpunkt sei es daher plausibel gewesen, dass
die Depression remittiert gewesen sei. Bei den Ergebnissen des
Eingliederungsprogramms durch das RAV handle es sich um Laieneinschätzungen. Der
psychiatrische Gutachter habe sich mit dem Gutachten von Dr. H._
auseinandergesetzt. Er habe schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass die
Schlussfolgerungen von Dr. H._ widersprüchlich und nicht nachvollziehbar seien. Die
Einschätzung von Dr. P._ sei plausibel. Den neu eingereichten Berichten der Klinik
E._ AG könnten keine neuen Befunde und Einschränkungen entnommen werden. Bei
der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode, handle es sich lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen
Sachverhalts. Auch die orthopädischen Befunde seien nicht neu. Insgesamt gehe aus
A.aa.
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den Berichten kein neuer medizinischer Sachverhalt hervor, der den Gutachtern nicht
bekannt gewesen wäre.
Der Rechtsdienst der IV-Stelle notierte am 23. November 2018 (IV-act. 131), dass
die in den neu eingereichten Berichten (vgl. vorangehende Ausführungen)
angegebenen Diagnosen bereits in den vorhandenen Arztberichten (Arztberichte der
Klinik E._ AG vom 27. August 2015, der Tagesklinik F._ vom 22. Juni 2016, von Dr.
I._ vom 30. September und 8. November 2016 sowie 4. April 2017 und von Dr. J._
vom 23. Juli 2017) gestellt worden seien. Der eingereichte Bericht des Kantonsspitals
St.Gallen vom 23. November 2016 sei auf S. 25 des Gutachtens erwähnt worden. Die
fehlenden Berichte (gemeint wohl: Berichte, die dem Gutachter nicht vorgelegen
haben) seien nicht zentral; die Beurteilung des Gesundheitszustands und der
Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei auch ohne sie möglich gewesen. Das Gutachten
sei umfassend, die medizinischen Vorakten und die von der Versicherten geklagten
Beschwerden seien im erforderlichen Mass berücksichtigt worden. Anhaltspunkte
dafür, dass objektive wesentlichen Tatsachen im Gutachten fehlen würden, seien nicht
vorhanden. Die erneute Angabe einer gegenwärtig mittelgradigen Episode einer
rezidivierenden depressiven Störung im Bericht der Klinik E._ AG vom 29. Juni 2018
deute nicht per se auf eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit der
Begutachtung hin. Dieselbe Diagnose sei bereits vor der Begutachtung gestellt
worden, während die Gutachter lediglich eine chronische Anpassungsstörung auf
somatische Leiden und auf die Kündigung der Arbeitsstelle und akzentuierte
histrionische Persönlichkeitszüge attestiert hätten. Die Gutachter hätten sich insgesamt
mit den Vorakten auseinandergesetzt und ihre Einschätzungen erklärt, die Anamnese
und Befunde detailliert erhoben, nachvollziehbare Diagnosen gestellt und sich mit den
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Die Schlussfolgerungen seien
nachvollziehbar begründet, womit dem Gutachten voller Beweiswert zukomme.
A.ab.
Am 19. Dezember 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens (IV-act. 132).
A.ac.
Am 8. Januar 2019 liess die Versicherte um den Widerruf der Verfügung vom 19.
Dezember 2018 ersuchen (IV-act. 135). Sie sei unmittelbar nach dem Verfügungserlass
aufgrund eines HNO-Leidens (Ohrenschmerzen, Schwindel, Erbrechen) im Q._
A.ad.
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B.
hospitalisiert worden und erhalte eine Infusionstherapie. Die Hospitalisationsakten aus
dem Q._ wurden beigelegt (IV-act. 146). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 15.
Januar 2019 mit, dass die geltend gemachte Verschlechterung seit dem
Verfügungserlass im Rahmen einer Wiederanmeldung zu prüfen sein werde.
Am 1. Februar 2019 liess die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin)
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin)
vom 19. Dezember 2018 erheben (act. G 1). Sie beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Gewährung der gesetzlichen Leistungen,
insbesondere einer ganzen Rente seit dem 1. Juli 2015. Eventualiter sei die Sache zur
weiteren medizinischen Abklärung, insbesondere zur Einholung eines neuen
polydisziplinären Gutachtens samt neuropsychologischer Begutachtung, an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In der Begründung führte sie aus, dass den
Gutachtern relevante Vorakten (Austrittsbericht der Klinik E._ AG vom 27. Juli 2015
und der Tagesklinik F._ vom 1. Juli 2016) gefehlt hätten, womit das Gutachten
unvollständig sei. Weiter wäre eine neuropsychologische Begutachtung notwendig
gewesen, da die Beschwerdeführerin an Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen
leide. Sie verpasse Termine, erscheine zu spät, steige in falsche Busse/Züge ein oder
vergesse, das Hörgerät anzuziehen (wie dies bei der Begutachtung der Fall gewesen
sei). Der psychiatrische Gutachter habe in Verletzung der Abklärungspflicht und
tatsachenwidrig festgehalten, die Beschwerdeführerin leide an keinerlei Störungen des
Gedächtnisses, der Konzentration, des Aufmerksamkeitsvermögens oder der
Auffassung. In Hinblick auf die zwei stationären und die monatelangen tagesklinischen
Aufenthalte sei es nicht nachvollziehbar, dass aus psychiatrischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegen solle. Das psychiatrische Teilgutachten
habe sich zu wenig mit dem Vorgutachten von Dr. H._ auseinandergesetzt; aufgrund
der abweichenden Beurteilung wäre eine ausführlichere Begründung erforderlich
gewesen. Der psychiatrische Sachverständige Dr. P._ habe angegeben, dass die im
Arztbericht der Tagesklinik F._ angegebene mittelgradige depressive Episode
nachvollziehbar sei. Dennoch sei er zum Schluss gekommen, dass sich eine solche
Diagnose anlässlich seiner Untersuchung nicht bestätigt habe. Dies sei ein
Widerspruch. Dr. P._ habe aufgrund eines verdeutlichenden und aggravierenden
B.a.
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Verhaltens den Schluss gezogen, dass keine Depression vorliege. Aus dem
Austrittsbericht der Klinik E._ AG gehe eine schwere Depression zum damaligen
Zeitpunkt hervor. Eine Verdeutlichung sei krankheitsbedingt und ergebe sich aufgrund
des tiefen Intelligenzniveaus und der unzureichenden Deutschkenntnisse, wobei an den
Begutachtungsterminen ein Dolmetscher anwesend gewesen sei. Die Begutachtung sei
jedoch eine Ausnahmesituation, welche die Beschwerdeführerin unter Druck gesetzt
habe. Auch die Schwindelproblematik sei nicht genügend abgeklärt worden. Der
neurologische Gutachter habe angegeben, dass sich die Situation erholt habe, obwohl
die Beschwerdeführerin von einem Fortbestehen des Schwindels berichtet habe. Das
Fortbestehen habe sich auch anlässlich der jüngsten notfallmässigen Hospitalisation im
Q._ gezeigt. Der Schwindel sei relevant für die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung widerspreche auch den Erkenntnissen im
Rahmen des vom RAV durchgeführten Eingliederungsprogramms. Der
Eingliederungsversuch sei gescheitert, aber dazu finde sich im Gutachten nichts.
Diesbezüglich wären weitere Abklärungen notwendig gewesen; die beruflichen
Massnahmen seien damit nicht rechtsgenüglich geprüft worden. Der RAD-Psychiater
Dr. G._ habe am 30. März 2016 notiert, dass die Beschwerdeführerin voll
arbeitsunfähig sei. Später habe der RAD diese eigene Stellungnahme ohne
Begründung umgestossen und rückwirkend eine hochgradige Arbeitsfähigkeit für
diesen Zeitraum angenommen. Die derzeitige Therapie sei leitliniengerecht, trotzdem
werde keine Besserung erzielt und es sei von einer schlechten Prognose auszugehen.
Damit liege eine Therapieresistenz vor. Die depressive Symptomatik dürfe nicht
verharmlost werden; sie habe Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der
starken Einschränkungen, des Migrationshintergrundes, der mangelnden
Deutschkenntnisse, der fehlenden Berufsbildung und der mangelnden
Anpassungsfähigkeit rechtfertige sich der maximale "Leidensabzug" von 25%.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 22. März 2019 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, die Austrittsberichte, welche
nicht vorgelegen hätten, enthielten für die Beurteilung des Gesundheitszustands und
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin keine nicht bereits berücksichtigen,
objektiven Tatsachen, die den Gutachtern unbekannt gewesen wären. Ausführliche
Berichte von denselben Institutionen und den gleichen Zeitpunkt betreffend seien in
B.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Dezember 2018 hat die
Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Da
Das Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel
hat, muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken.
Folglich ist nur zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der
angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
gehabt hat. Auf den Antrag um die Zusprache von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen kann nicht eingetreten werden, da das Begehren um
berufliche Massnahmen mit einer Mitteilung vom 4. Dezember 2017 abgewiesen
worden ist; eine beschwerdefähige Verfügung ist damals nicht verlangt worden.
2.
2.1. Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte,
die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
den Akten gewesen. Die Gutachter hätten damit über sämtliche Informationen verfügt.
Die Entscheidung, ob ein weiterer Experte zur Begutachtung notwendig sei, liege im
Ermessen der Gutachter. Dass die Gutachter dies nicht für notwendig erachtet hätten,
stellte keine Verletzung der Abklärungspflicht dar. Der psychiatrische Gutachter habe
sich mit dem Vorgutachten von Dr. H._ ausreichend auseinandergesetzt. Er habe die
jeweilige Einschätzung zitiert und seine Anmerkung ausführlich, einleuchtend und
nachvollziehbar notiert. Das Gutachten der K._ AG sei beweiskräftig. Die
Einschränkungen der Beschwerdeführerin seien bereits im Zuge der 20%igen
Leistungsminderung berücksichtigt worden, weshalb sich kein weiterer Abzug
rechtfertige.
Die Beschwerdeführerin verzichtete am 6. Mai 2019 auf die Einreichung einer
Replik (act. G 6). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin legte dem Schreiben
eine Kostennote über Fr. 4'810.75 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
bei.
B.c.
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nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.
3.1. Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2. Die Beschwerdeführerin hat keine berufliche Ausbildung absolviert und ist vor
dem Eintritt der gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit als Mitarbeiterin im
Küchenbereich eines Restaurants tätig gewesen. Bei der Ausübung dieser
Erwerbstätigkeit hat die Beschwerdeführerin keine qualifizierten Berufskenntnisse
erworben. Die Akten enthalten keine Hinweise auf eine (erheblich) über- oder
unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin als
Hilfsarbeiterin in einer Restaurantküche einen unterdurchschnittlichen
Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt hat, ist demnach auf die Zwänge des
invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarktes
zurückzuführen. Hätte sich ihr eine entsprechende Gelegenheit geboten, hätte die
Beschwerdeführerin eine besser entlöhnte Arbeitsstelle angenommen und damit einen
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durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn erzielt. Die Validenkarriere muss deshalb in
der Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit bestehen. Von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen kann keine rentensenkende oder gar
rentenausschliessende Wirkung erwartet werden, denn eine (notwendigerweise)
höherwertige Umschulung wäre zum Scheitern verurteilt, weil die Beschwerdeführerin
damit überfordert und zudem durch ihre Krankheit und Arbeitsunfähigkeit nicht
ausreichend ausbildungs- bzw. umschulungsfähig wäre. Damit bildet die Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin mit einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn auch die Invalidenkarriere
der Beschwerdeführerin. Das bedeutet, dass der Ausgangswert zur Ermittlung des
zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens während des gesamten
massgebenden Zeitraums dem Valideneinkommen entsprochen hat. Der
Invaliditätsgrad ist deshalb anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu ermitteln,
er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls (analog dem sog.
Tabellenlohnabzug) korrigiert um einen zusätzlichen Abzug.
3.3. Die Beschwerdegegnerin hat auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im K._-
Gutachten abgestellt. Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (vgl. etwa BGE
125 V 351, E. 3a). Die Sachverständigen haben die ihnen zur Verfügung stehenden
Vorakten verarbeitet und in ihre medizinische Beurteilung einbezogen. Die
Beschwerdeführerin hat diesbezüglich vorgebracht, dass die Gutachter nicht über alle
Vorakten verfügt hätten. Ihnen hätten der Austrittsbericht der Klinik E._ AG vom 27.
Juli 2015 (IV-act. 115-8 ff.) und der Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik
F._ vom 1. Juli 2016 (IV-act. 115-16 ff.) nicht vorgelegen. Der Austrittsbericht der
Klinik E._ AG vom 27. Juli 2015 betrifft den stationären Aufenthalt vom 19. Mai bis
20. Juni 2015. Den Gutachtern hat ein Bericht der Klinik E._ AG vom 27. August 2015
(IV-act. 33) vorgelegen, der sich zu demselben stationären Aufenthalt geäussert hat.
Der Austrittsbericht der Tagesklinik F._ beschlägt einen Aufenthalt vom 6. Juli 2015
bis 31. Mai 2016. Die Gutachter haben über einen Bericht der Tagesklinik F._ vom
22. Juni 2016 verfügt (IV-act. 62), der über den gleichen Zeitraum berichtet hat. Aus
den Austrittsberichten geht keine neue Diagnose hervor; der psychiatrische Gutachter
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hat sich mit den von der Klinik E._ AG und der Tagesklinik F._ attestierten
Diagnosen auseinandergesetzt (IV-act. 99, S. 33). Insgesamt enthalten die
Austrittsberichte keine wesentlichen, neuen Informationen, die den Gutachtern nicht
bereits aus den IV-Arztberichten vom 27. August 2015 und 22. Juni 2016 bekannt
gewesen wären. Den IV-Arztberichten vom 27. August 2015 und 22. Juni 2016 sind gar
mehr relevante Informationen (wie die Angaben über die körperlichen, geistigen und
psychischen Einschränkungen, über die Prognose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung)
zu entnehmen, die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit auch für die
Begutachtung von Relevanz gewesen sind. Die Steigerung einer Medikation belegt,
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin, für sich allein keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes und ist damit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
relevant. Damit haben die Sachverständigen über sämtliche relevante Vorakten verfügt.
Sie haben die Beschwerdeführerin denn auch befragt und sie je persönlich untersucht.
In ihren Teilgutachten haben sie die von ihnen erhobenen objektiven klinischen
Befunde anschaulich und vollständig dargelegt (IV-act. 99, S. 31 f., S. 38 ff., S. 47 f.)
und in ihrer Art und Schwere gewürdigt, wobei sie sich auch mit den Angaben der
Beschwerdeführerin auseinandergesetzt haben. Sie haben ihre
versicherungsmedizinische Beurteilung detailliert begründet (S. 32 ff., S. 40 ff., S. 48
ff.). Weiter haben sich die Sachverständigen mit den bisherigen Behandlungen,
Therapien und früheren diagnostischen Einschätzungen auseinandergesetzt (S. 32 ff.,
S. 41, S. 49 f.). Die von den Sachverständigen gestellten Diagnosen sind aufgrund der
Untersuchungsbefunde nachvollziehbar (S. 35, S. 43, S. 51). Abschliessend haben die
Sachverständigen der K._ AG gestützt auf ihre umfassenden Untersuchungen eine
interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch
für eine leidensadaptierte Tätigkeit abgegeben (S. 36, S. 43 f., S. 51). Bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung für die zuletzt ausgeübte und eine adaptierte Tätigkeit
führte der psychiatrische Sachverständige Dr. P._ aus (S. 36), dass während der
stationären/halbstationären Behandlung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestanden habe, wie dies auch aktenkundig sei. Aus psychiatrisch-gutachterlicher
Sicht bestehe jedoch keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit. Psychiatrische Diagnosen,
die mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einhergehen würden, lägen nicht vor.
Diese Ausführungen in seinem Teilgutachten sind unklar und widersprechen der
polydisziplinären Arbeitsfähigkeitsschätzung. Insbesondere ist sowohl für die
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angestammte als auch eine adaptierte Tätigkeit nicht klar, wie hoch die Arbeitsfähigkeit
während dem stationären Aufenthalt in der Klinik E._ AG vom 19. Mai 20. Juni 2015
(IV-act. 33) und dem teilstationären Aufenthalt (an 5 Tagen in der Woche) in der
psychiatrischen Tageklinik F._ vom 6. Juli 2015 bis 31. Mai 2016 (IV-act. 62)
gewesen ist. Denn gemäss den Facharztberichten der Klinik hatte im Zeitraum der
voranstehenden Klinikaufenthalte je eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act.
33-4 und 62-4). Auf diese aktenkundigen Arbeitsfähigkeitsschätzungen betreffend die
stationären/halbstationären Klinikaufenthalte der Beschwerdeführerin hat sich Dr. P._
in der Arbeitsfähigkeitsschätzung in seinem Teilgutachten konkret bezogen. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist jedoch nicht vereinbar mit der polydisziplinären
Arbeitsfähigkeitsschätzung, wonach in der angestammten Tätigkeit seit 16. Juni 2014
und in einer leidensadaptierten Tätigkeit seit der Kündigung der Arbeitsstelle im
November 2015 eine 20% Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Beschwerdegegnerin hätte
die widersprüchlichen und unklaren Ausführungen bei den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen (insbesondere bezüglich der Frage, inwieweit während
der stationären/teilstationären Behandlungen eine Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten und einer adaptierten Tätigkeit bestanden hat) klären müssen. Indem
sie dies nicht getan hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt, der sie verpflichtet, die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Da eine Ergänzung bzw.
Klarstellung im Sinne der obigen Ausführungen bislang nicht erfolgt ist, ist die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist
die Rückweisung in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137 V 210, E. 4.4.1.4, wonach eine
Sache zurückgewiesen werden kann, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung
oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 15. November 2019, 8C_525/2019, E. 3.3). Die
Beschwerdegegnerin wird damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit mittels Rückfrage bei
der Gutachterstelle K._ AG ergänzend abzuklären haben. Die Sache ist daher zur
Gutachtensergänzung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1. Am 8. Januar 2019 (IV-act. 135) liess die Beschwerdeführerin Unterlagen aus
dem Q._ betreffend einen dortigen Spitalaufenthalt im Dezember 2018 (kurz nach
dem Verfügungserlass) aufgrund von einer HNO-Problematik einreichen. Diese
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Unterlagen sind nicht in Deutsch abgefasst und grösstenteils unleserlich.
Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den Sachverhalt bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung abzustellen (BGE 139 V 335
E. 6.2). Später eintretenden Tatsachen ist nicht im Rahmen des hängigen
Beschwerdeverfahrens, sondern im Rahmen eines allfälligen späteren
Verwaltungsverfahrens Rechnung zu tragen. Sind später eingetretene, mit dem
Streitgegenstand in einem engen Sachzusammenhang stehende Tatsachen indes
geeignet, die Beurteilung des im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung bestehenden
Sachverhalts zu beeinflussen, so sind sie im laufenden Verfahren zu berücksichtigen
(Entscheid 8C_357/2016 des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2016, E. 3.2 und
Entscheid 9C_67/2012 des Bundesgerichts vom 4. Juli 2012, E. 2.2). Gemäss den
Akten sind bei der Beschwerdeführerin bereits früher Schwindelprobleme aufgetreten
(siehe bspw. IV-act. 86-8). So hat den auch der neurologische Gutachter Dr. med. G.
Steuerwald in seinem Teilgutachten (S. 49) vermerkt, dass die Beschwerdeführerin von
einer seit April 2017 bestehenden Schwindelsymptomatik berichtet habe. Eine
Mindererregbarkeit des Labyrinthorgans sei nachgewiesen. Daher ist nicht
auszuschliessen, dass im Zeitpunkt der Verfügung im Zusammenhang mit dem
Schwindel eine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben
könnte. Die Beschwerdegegnerin hat vor Erlass einer neuen Verfügung diesbezüglich
Abklärungen zu treffen und insbesondere aktuelle Unterlagen einzufordern, da, wie die
Beschwerdeführerin in IV-act. 135 vermerkt hat, nach dem Vorfall im Q._ eine weitere
Abklärung der Schwindelproblematik in der Schweiz vorgenommen worden ist.
4.2. Die Beschwerdeführerin hat weiter eine erneute Begutachtung unter Einbezug
eines neuropsychologischen Sachverständigen beantragt. Die Beschwerdeführerin ist
durch die K._ AG bereits umfassend abgeklärt worden. Sowohl nach der Auffassung
des RAD als auch nach der Auffassung der Sachverständigen der K._ AG ist das
Gutachten − jedoch unter Beachtung der obigen Ausführungen bezüglich der unklaren
und widersprüchlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen − vollständig. Gegenteiliges ist
den Akten nicht zu entnehmen. Selbst für einen medizinischen Laien ist erkennbar,
dass mit den an der Begutachtung beteiligten Fachdisziplinen eine umfassende und
vollständige Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
vorgenommen worden ist. Der Beizug eines neuropsychologischen Sachverständigen
würde keine neuen Erkenntnisse bringen, so dass in antizipierender Beweiswürdigung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/22
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auf die beantragte ergänzende Beurteilung durch einen neuropsychologischen
Sachverständigen zu verzichten ist.
5.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 19. Dezember 2018 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur Ergänzung der
Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.
6.1. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1'000
Franken festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von 600 Franken
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles
Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.1).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von 600 Franken vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss
wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
6.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal 1'500 bis 15'000
Franken. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote in der
Höhe von 4'810.75 Franken eingereicht (act. G 6.1). Da sich das Aktenstudium
vorliegend aber im durchschnittlichen Rahmen bewegt hat, keine Replik eingereicht
worden ist und die Vertretung auch ansonsten nicht übermässig aufwendig gewesen
ist, ist die eingereichte Honorarnote als übersetzt zu qualifizieren. Praxisgemäss ist die
Parteientschädigung angesichts des insgesamt als durchschnittlich zu bezeichnenden
bis
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Vertretungsaufwandes auf 3'500 Franken (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen.