Decision ID: 64766b36-cc9f-4ce8-975b-4a0cd58d2481
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
ist als Vermögens- und Anlageberater tätig. Er schloss am 14. April 2016 mit d
er
Z._
SA einen als «
Zusa
mmenarbeitsvereinba
rung
»
be
zei
chneten Vertrag ab. Die
Z._
SA erbringt Dienst
leistungen im Finanzbereich, insbesondere als Vermögensverwalterin oder Portfolio
managerin (Urk. 6/43/3,
Urk. 6/43/
7).
In der Folge meldete sich
X._
am 2. Mai 2016 bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, zur Registrierung als
Selbstän
digerwerbender
an (Urk. 6/45, Aktenverzeichnis zu Urk. 6/1-86).
Auf Aufforde
rung der Ausgleichskas
se hin reichte
X._
die «
Zusammenarbeitsverein
ba
rung
»
mit der
Z._
SA (
Urk.
6/43/3-7) und Unterlagen zu seinen Hono
raren ein (
Urk.
6/43/8-10).
D
ie
Ausgleichskasse
übergab das Dossier zur Prüfung des Beitragsstatuts an die Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber (Urk. 6/42). Die Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber qualifizierte die Tätigkeit von
X._
in der Folge als unselbständig erwerbende Tätigkeit (Urk. 6/41). Gestützt darauf teilte die Ausgleichskasse
X._
und der
Z._
SA mit Schreiben vom 6. und 8. Juli 2016 mit, dass das Begeh
ren um Registrierung als
Selbstän
digerwerbender
abgelehnt werde (Urk. 6/39-40). Nachdem
X._
eine
einsprachefähige
Verfügung verlangt hatte (Urk. 6/37), verfügte die Ausgleichs
kasse am 6. Dezember 2016 ent
spre
chend ihrem Schreiben vom 8. Juli 2016 (Urk. 6/35-36). Die dagegen von
X._
am 17. Januar 2017 erhobene Ein
sprache (Urk. 6/18) wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 31. März 2017 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
Mai 2017 Beschwerde und beantragte
(
Urk.
1 S.
2)
:
«
1.
Der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 3
1.
März 2017 (AHV-Nr. 756.8081.8034.99) sei aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer rückwirkend ab dem
1.
Januar 2016 - eventualiter ab dem
1.
Dezember 2016
-
als
Selbständigerwerbender
im Sinne des AHVG gilt und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Beschwerdeführer ab dem entsprechenden Datum für sein selbständiges Erwerbseinkommen als
Selbständigerwerbender
und für seine Angestellte
n
als Arbeit
geb
er anzuerkennen, zu registrieren und zu behandeln.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuer
zu
schlag, zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.
»
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2017 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage der Kassenakten [
Urk.
6/1-86]).
Mit
V
erfügung vom 4. Juli 2017 wurde die
Z._
SA zum Prozess beige
laden (Urk. 8). Die
Z._
SA liess sich mit Stellungnahme vom 24. Juli 2017 vernehmen (Urk. 12).
Am 25. Juli 2017 reichte der Beschwerdeführer eine Replik zur Beschwerdeant
wort der Beschwerdegegnerin vom 19. Juni 2017 (Urk. 5) ein (Urk. 11).
Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 wurden die Eingaben des Beschwerdeführers vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
11) sowie der Beigeladenen vom 2
4.
Juli 2017
(Urk. 12)
den übri
gen Verfahrensbeteiligten je wechselseitig zugestellt (
Urk.
13).
Alsdann reichte der Beschwerdeführer am 2
9.
Mä
rz 2018 eine weitere Stellung
nahme ein (
Urk.
14,
Urk.
15/1-2). Die übrigen Verfahrensbeteiligten erhielten jeweils eine Kopie dieser Eingabe (
Urk.
16). In der Folge sandte die Beschwerde
gegnerin dem Gericht eine Kopie ihres Schreibens an de
n
Beschwerde
führer vom
9.
April 2018 betreffend dessen Wiedererwägungsgesuch (
Urk.
17,
Urk.
18). Der Beschwerdeführer wurde darüber in Kenntnis gesetzt (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist,
ob
die
in der
«
Zusammenarbeitsvereinbarung
»
mit der
Beigeladenen
vom 1
4.
April 201
6
geregelte Tätigkeit des Beschwerdeführers
AHV-beitragsrechtlich als selbständige oder unselbstän
dige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist.
2.
2.1
Vom Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit, massgebender Lohn ge
nannt, werden paritätische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhoben (Art.
5
Abs.
1 und
Art.
13
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
, AHVG).
Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in un
selbständiger Stellung auf
bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit (
Art.
5
Abs.
2 AHVG). Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit wird demgegenüber ein Beitrag des
Selbständigerwerbenden
erhoben (
Art.
8 AHVG). Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt (
Art.
9
Abs.
1 AHVG).
2
.2
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebs
wirt
schaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hin
weisen).
2.3
2.3.1
Gemäss der Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (WML
; gleichlautend in den ab
1.
Januar 2016 und
1.
Januar 2019 gültigen Ver
sionen
)
sprechen
namentlich
die folgenden
Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos
(
Rz
.
1014
[WML 2016] bzw.
Rz
.
1019 [WML 2019]
):
-
das Tätigen erheblicher Investitionen,
-
die Verlusttragung,
-
das Tragen des Inkasso- und Delkredererisikos,
-
die Unkostentragung,
-
das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung,
-
das Beschaffen von Aufträgen,
-
die Beschäftigung von Personal,
-
eigene Geschäftsräumlichkeiten.
Auf der anderen Seite kommt das wirtschaftliche respektive arbeits
organisa
tori
sche Abhängigkeitsverhältnis
Unselbständigerwerbender
gemäss der WML
bei folgenden
Merk
malen zum Ausdruck (
Rz
.
101
5
[WML 2016] bzw.
Rz
.
10
20
[WML 2019]
):
-
dem Weisungsrecht,
-
dem Unterordnungsverhältnis,
-
der Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung,
-
de
m
Konkurrenzverbot,
-
der Präsenzpflicht.
2.3.2
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zu
lassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungs
weisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
3.
Die «
Zusammenarbeitsvereinbarung
»
vom 1
4.
April 2016 zwischen dem Be
schwerdeführer und der Beigeladenen soll die gegenseitigen
Rechten und Pflich
ten
der Parteien im Bereich Zusammenarbeit, Kundenvermittlung und -be
treuung und Erbringung von Dienstleistungen regeln (
Urk.
6/43/3). Der Beschwerdeführer
vermittelt
Kunden an die Beigeladene und
(a) verwaltet
das Kundenvermögen dieser Kunden - je nach Wun
sch der Kunden -
als externer Vermögensverwalter für die Beigeladene (Vermögensverwaltung als externer Vermögensverwalter)
oder (b)
berät die
Kun
den bei d
er
en eigener Verwaltung
d
es Vermögens (Ver
mö
gensberatung als externer Vermögensberater)
. Zu diesem Zweck schliesst die Bei
geladene mit dem Kunden einen Vermögungsverwaltungs- oder
-
bera
tungsver
trag
ab, den der Beschwerdeführer mit seiner Unterschrift akzeptiert und sich gegenüber der Beigeladenen verpflichtet, die Bestimmungen des ent
sprechenden Vertrages mit dem Kunden (d. h. insbesondere die Verpflichtungen der Beigela
denen, inkl. der Schweizerischen Standesregeln für die Ausübung der unabhän
gigen Vermögensverwalter) einzuhalten
(
Urk.
6/43/3-4)
. Die Beigeladene ver
pflichte
t sich
zu
folgenden Dienstleistungen
: Sie stellt sich dem Beschwerde
führer als Betreuungsplattform für die Kunden zur Verfügung.
Sie erbringt für den Beschwerdeführer
sodann
projektbezogene Dienstleistungen im Bereich Finanz
analyse, Erarbeitung neuer Anlageprodukte, Unterstützung beim Markt
auftritt, Kundenbesuche, Unterstützung in Compliance- und Steuerfragen etc.
Sie
stellt dem Beschwerdeführer für seine Tätigkeit die benötigte Infrastruktur (z. B. Sitzungsräumlichkeiten) sowie Netzwerke (Bankbeziehungen, Experten, weitere Geschäftspartner) zur Verfügung, wobei der Beschwerdeführer bei der Nutzung auf das Tagesgeschäft der Beigeladenen Rücksicht zu nehmen hat.
Schliesslich l
eitet
sie
Kor
respondenzen oder telefonische Mitteilungen
von Kunden
, die
bei ihr
für den Beschwerdeführer eingehen, unverzüglich an diesen weiter
(
Urk.
6/43/4). Als Entschädigung für ihre Dienstleistungen erhält die Beigeladene vom Beschwerdefüh
rer jährlich
Fr.
2‘000.-- zuz
ü
glich
Mehrwertsteuer
. Die Bei
ge
la
dene
bezahlt
dem Beschwerde
führer ein Verwaltungs- und/oder Beratungs
hono
rar für seine Tätigkeit als externer Betreuer der Ku
nden jeweils im gleichen Um
fang
, wie sie von den Kunden ein Entgelt vere
innahmt hat. Ferner stehen dem Beschwerdeführer allfällige
«
Finder’s
Fees
»
zu, welche einige Depotbanken für Kunden des Beschwerde
führer auszahlen (
Urk.
6/43/5).
4
.
4
.
1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 3
1.
März 2017
(
Urk.
2) und in der Verfügung vom
6.
Dezember 2016
führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Beschwerdeführer Verträge vermitteln und danach seine Kunden im Hinblick auf die Vermögensverwaltung beraten würde. Deshalb
sei
Rz
.
4025 der WML
(in der ab
1.
Januar 2016 gültig
gewes
en
en
Version der WML) auf den vorliegenden Fall anwend
bar. Die Voraussetzungen gemäss
Rz
.
4025 der WML
(
e
igene Geschäfts
räum
lich
keiten, eigenes Personal und Tragung der eigenen Geschäftskosten)
seien
bezüg
lich der Tätigkeit des Beschwerdeführers
nicht erfüllt, weshalb die Tätigkeit des Beschwerdeführers
nicht als
selbständige Tätigkeit zu qualifizieren sei (
Urk.
2
,
Urk.
6/36
).
Damit vergleicht die Beschwerdegegnerin die Tätigkeit des Beschwer
deführers mit der Tätigkeit von Handelsreisenden, Reisevertreterinnen und Reise
vertreter
n
und Angehörigen ähnlicher Berufe (vgl.
Rz
.
4019 ff. WML [2016]).
Ge
mäss der WML gelten
diejenigen
natürliche
n
Personen als Reisevertreterinnen oder Reise
vertreter, die gegen Entgelt im Namen und auf Rechnung eines anderen ausser
halb von dessen Geschäftsräumen mit Dritten Verträge abschliessen oder den Ab
schluss
vermitteln (vgl.
Rz
.
4019 ff. WML [2016]).
Laut der «Zusammen
arbeitsver
einbarung» vom 1
4.
April 2016 besteht die Tätigkeit des Beschwerde
führers nicht
bloss
in der Vermittlung von Verträgen zwischen dem Kunden und der Beigeladenen.
Der Beschwerdeführer ist
nach der «Vertragsvermittlung» als Ver
mögensverwalter und/oder -berater der Kunden tätig (Urk. 6/43/3). Die Tätig
keit des Beschwerdeführers kann daher nicht mit derjenigen eines Reisevertreters be
ziehungsweise Agenten verglichen werden
. Die entsprechende Quali
fikation der Beschwerdegegnerin erweist sich
daher
als
unzutreffend
.
4.2
F
ür typische Dienstleistungstätigkeiten
-
wozu auch die vorliegend zu beurtei
lende Tätigkeit
des Beschwerdeführers als Vermögensverwalter und -berater
zu zählen ist -
fallen
häufig keine besonderen Investitionen an, weshalb diesbezüg
lich das Unternehmerrisiko als eines der praxisgemäss heranzuziehenden Unter
scheidungsmerkmale für die Abgrenzung der selbständigen von der unselbstän
digen Erwerbstätigkeit in den Hintergrund tritt. Die Frage der betriebswirtschaft
lich-arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit (vgl. E. 4.3 nachstehend) erhält hier
bei mehr Gewicht (Urteil des Bundesgerichts H 195/05 vom 19. Oktober 2007 E. 4.2
)
.
4.3
4.3.1
Zum Kriterium der
betriebswirtschaftlich
-
arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit
führte die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 31.
März 2017
(
Urk.
2) im Wesentlichen
aus
, dass der Beschwerdeführer in die Arbeitsorganisation der Beigeladenen eingliedert sei, weil die Beigeladene den Vertrag mit dem Kunden abschliesse, der Zahlungsverkehr über sie abgewickelt werde und sie
dem Beschwerdeführer
die Infrastruktur
wie auch ihre Netzwerke
zur Verfügung stelle. Deshalb bestehe
ein
wirtschaftliche
s
respektive arbeitsorga
nisa
torische
s
Abhängigkeitsverhältnis
und es liege eine unselbständige Tätigkeit vor
(
Urk.
2 S. 2)
.
4.3.2
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn
die v
ersicherte
Person
Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom Arbeitgeber abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vor
liegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeits
ort. Das wirtschaftliche Risiko
der
v
ersicherten
Person
erschöpft sich
dies
falls
in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit,
darin, dass bei Dahinfallen des
Erwerbs
verhält
nisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeit
nehmers der Fall ist (BGE 122 V 169 E. 3c mit weiteren Hinweisen).
Gemäss
Ziff.
I./
1.
der «Zusammenarbeitsvereinbarung» vom 1
4.
April 2016
kann der Kunde zunächst wählen, ob er den Beschwerdeführer als Vermögensverwalter oder Vermögensberater beauftragen möchte
(
Urk.
6/43/3)
. Danach
schliesst der Kunde mit der Beigeladenen einen Vermögensverwaltungs- oder
beratungs
ver
trag
. Der Beschwerdeführer unterzeichnet diesen Vertrag ebenfalls und ver
pflich
tet sich damit gegenüber der Beigeladenen, die Bestimmungen des entsprechen
den Vertrages mit dem Kunden (d. h. insbesondere die Verpflichtungen der Bei
geladenen
inkl. der Schweizerischen Standesregeln für die Ausübung der un
ab
hängigen Vermögensverwalter) einzuhalten (
Ziff.
I./
1.
der «Zusammenarbeits
ver
einbarung» a.
E. [
Urk.
6/43/3-4])
. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass der Beschwerdeführer bezüglich seiner Tätigkeit für seine Kunden die Weisungen der Beigeladenen zu befolgen hat. Er ist bezüglich Ausführung dieser Tätigkeit frei. Dies ergibt sich auch aus
Ziff.
I./
2.
der «Zusammenarbeitsvereinbarung», wo
nach die Beschwerdegegnerin dafür sorgt, dass der Beschwerdeführer vom Kun
den ebenfalls eine limitier
te Vollmacht zur Vermögensverwaltung gegenüber der Depotbank erhält und vom Kunden generell als externer Vermögensverwalter oder -berater im Sinne von Ziffer 8 Absatz 3 de
s
Vertrages mit dem Kunden eingesetzt wird (
Urk.
6/43/4).
Dadurch wird nicht ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführer zur Erfüllung seiner Aufgaben Dritte beizieht. Zudem ist zu beachten, dass die persönliche Aufgabenerfüllung auch Merkmal des Auftrages ist (
Art.
398
Abs.
3
des
Obligationenrecht
s
, OR
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2011 vom 2
6.
März 2012 E. 5.1).
4.3.3
Dafür
,
da
s
s der Beschwerdeführer die Vermögensver
waltung und -beratung
für die Kunden von der Beigeladenen u
nabhängig
aus
führt
,
spricht sodann, dass die Beigeladene
laut Ziff. I./3. der «Zusammenarbeits
vereinbarung» des Beschwerde
führers
eine Betreuung der Kunden ohne die schriftliche Zustimmung des Beschwerdeführers zu unterlassen hat
(
Urk.
6/43/4). In Ziff. I./3. der «Zusammen
arbeitsvereinbarung» wird ferner geregelt,
dass die Beigeladene auf Wunsch des Beschwerdeführers seine Kunden während seiner ferien-, krankheits- und unfall
bedingten Abwesenheit
b
etreu
t
(
Urk.
6/43/4). Dies weist ebenfalls darauf hin, dass der Beschwerdeführer nicht in die Betriebs
or
ganisation der Beige
la
de
nen einge
gliedert ist. Der Beschwerdeführer könnte seine Tätigkeit während seiner Ferien auch einfach ruhen lassen. In einem Arbeitsver
hältnis
steht
bei ferienbedingten Abwesenheiten
grundsätzlich eine
Stellvertre
terin oder
ein
Stellvertreter
zur Ver
fügung
.
Bezügli
ch der
Dienstleistungen, welche die Bei
gela
dene für den Beschwerdeführer gemäss Ziff. II. der «Zusam
menarbeits
verein
ba
rung» erbringt, fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer diese - unter Rücksichtnahme auf das Tagesgeschäft der Beigeladenen -
nu
tzen darf, dazu aber
gemäss dem Wort
laut der Vereinbarung
nicht verpflichtet ist.
Insbesondere besteht keine Präsenz
pflicht des Beschwerdeführers in den Geschäftsräum
lich
keiten der Beigeladenen.
Von einem Arbeitnehmer würde demgegenüber er
wartet, dass er die Infra
struktur
seiner Arbeitgeberin
nutzt, mithin beispiels
weise Bespre
chungen
mit den Kunden in einem Sitzungszimmer seiner Arbeitgeberin durchführt.
Für diese Dienst
leis
tungen bezahlt der Beschwerde
führer der Bei
geladenen eine pauschale Ent
schä
digung von
Fr.
2'000.-- pro Jahr (
Urk.
6/43/5).
Demgegenüber muss e
in Arbeit
nehmer
seinem
Arbeitgeber keine Ent
schä
digung für die für die Arbeit
verwen
de
ten
Räumlichkeiten und
Utensilien be
zahlen. Viel
mehr hat der Arbeit
geber den Arbeitnehmer mit den Geräten und dem Material auszurüsten, die dieser zur Arbeit benötigt, sofern nichts
anderes
verabredet oder üblich ist (
Art.
327
Abs.
1
OR)
.
4.3.
4
Die Kundenzahlungen werden über die Beigeladene abgerechnet. Laut der Bei
ge
ladenen hat dies für den Beschwerdeführer den Vorteil, dass sie für ihn
so
die Comp
liance gemäss
dem Bundesgesetz über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Geldwäschereigesetz,
Gw
G
)
durchführ
t
(
Urk.
12 S. 1). D
as Verwaltungs- und/oder Beratungshonorar für seine Tätigkeit
kommt
sodann
vollumfänglich
dem Beschwerdeführer zu. Die Beigeladene verpflichtet sich, dem Beschwerdeführer dieses Honorar im gleichen Umfang auszubezahlen, wie sie es vom Kunden erhalten hat (
Ziff.
I
II./
2
. der «Zusammenarbeits
verein
ba
rung»
). Damit übernimmt sie für den Beschwerdeführer zwar das Inkasso. Sie übernimmt aber keine Garantie für uneinbringliche Honorarforderungen. Bleibt ein Honorar unbezahlt
, so erhält der Beschwerdeführer für diese Tätigkeit keine Entschädi
gung
.
Zudem fällt die Entschädigung von Fr. 2'000.-- für die Dienst
leistungen der Bei
gela
denen gemäss Ziff.
III./
1. der «Zusammenarbeits
vereinba
rung» auch dann an, wenn der Beschwerdeführer keine Einkünfte erzielt.
4.3.
5
Ein Konkurrenzverbot des Beschwerdeführers besteht nicht, wie
Ziff. I./4. der «Zusammenarbeitsvereinbarung» zu entnehmen
ist
.
Das Fehlen eines Konkurrenz
verbots spricht ebenfalls gegen eine
betriebsorganisatorische Abhängigkeit des Beschwerdeführers von der Beigeladenen
(E. 2.3.1 vorstehend; vgl. BGE
144
V
111
E. 6.4)
.
4.3.
6
Ebenso wenig kann
von einer
betriebswirtschaftlich
en
Abhängigkeit
des Beschwerdeführers von der Beigeladenen
gesprochen werden.
Hierbei ist
zu be
rücksichtigen, dass
der Beschwerdeführer gemäss
seinen
Angaben
als eigen
stän
diger Vermögens- und Unternehmensberater, Berater im Bereich Family Office, Dienstleistungserbringer im Bereich Fundraising sowie als Vermittler von Revisionskunden
tätig
ist
(
Urk.
1 S. 5-6)
und zur Ausübung dieser Tätigkeiten Büro
r
äumlichkeiten angemietet hat (Ur
k. 3/3)
. S
ein Beratungsunternehmen
habe im Jahr 2017
einen Jahresumsatz von Fr. 100‘000.-- erzielt, weswegen er
ab dem 1.
Januar 2018
mehrwertsteuerpflichtig sei und sein Unternehmen im Handels
re
gister eingetragen habe (Urk. 14, Urk. 15/1-2)
.
Gemäss dem Beschwerdeführer
beruht
nur
ein Teil seines Umsatz
es
auf
den
durch die Kooperation mit der Bei
ge
ladenen er
zielten Einkünfte (
Urk.
14
S. 2; vgl. auch «die Zusammenstellung der Leistungen und Auslagen
»
der Beigeladenen vom 3
1.
März 2016 und den Konto
auszug vom
1
7.
Mai
2016, wonach dem Beschwerdeführer nach Abzug des Kos
tenbeitrags und der
MWSt
für das erste Quartal 2016 Fr.
1'551.10 überwiesen wurden [Urk.
6/43/8-9]
).
Unzutreffend ist daher die
Auffassung der Beschwerde
gegnerin
,
dass
die Beigeladene die einzige «Auftraggeberin» des Beschwerde
füh
rers
sei
(vgl.
Urk.
6/4/1).
4.3.7
Hinzuweisen ist schliesslich darauf, dass die
«Zusammenarbeitsvereinbarung» von jeder Partei ohne Kündigungsfrist aufgehoben werden kann, wenn bei der Beige
ladenen keine Kunden
(des Beschwerdeführers)
mehr unter Vertrag stehen (
Ziff.
VI/
1.
d
er
«Zusammen
arbeitsvereinbarung» [
Urk.
6/43/6]). Demgegenüber kann ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer nicht fristlos künd
ig
en, wenn der Arbeit
nehmer keine Arbeit mehr hat. Auch dies spricht somit für das Vorliegen einer selbständigen Tätigkeit.
4.4.
In einer Gesamtschau kann vorliegend nicht von
eine
r
betriebswirtschaftliche
n
beziehungsweise arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit des Beschwerdeführers von der Beigeladenen
gesprochen werden
. Es ist deshalb von einer selbständigen Tätigkeit aus
zu
gehen.
5
.
Demnach ist der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 31. März 2017 in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer in Kooperation mit der Beigelade
nen ausgeübte Tätig
keit als Vermögensverwalter und -vermögensberater eine selbständige Erwerbs
tätigkeit darstellt
.
6.
Der vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und seinem Obsiegen, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert bemisst (
§
34
Abs.
3 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
)
. Vorliegend gilt es zudem zu berücksichtigen, dass die Rechtsvertretung des Beschwerde
füh
rer
s
vor der Beschwerdeerhebung bereits über Vorkenntnisse ver
fügte, weil sie den Beschwerdeführer
schon
im
Einspracheverfahren
vertreten hat (vgl
.
Urk.
6/4).
Es rechtfertigt sich daher
,
dem Beschwerdeführer eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2'000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zuzusprechen.