Decision ID: 3b0d1ed6-b355-420a-ba17-0b4323eb8d89
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1976 geborene
X._
reiste im Februar 1999 in die Schweiz ein und
ist
seit
1.
September 2006 bei der
Y._
,
Z._
, als Stap
ler
fahrer/Mitarbeiter der Spedition angestellt (
Urk.
7/21/4
-5
). Am 1
4.
August 2015 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf eine Bandscheiben-Operation bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Am 1
1.
Januar 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Arbeits
platzerhaltungsmassnahmen
(
Arbeitsplatzerhalt/Arbeitsversuch,
Urk.
7/20), welche sie mit Mitteilung vom
28. Januar 2016
wiederum einstellte
und die Prüfung des Rentenanspruchs in Aussicht
stellte
(Urk. 7/28). Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Medizinischen Abklärungsstelle (
Medas
)
A._
ein, welches am 2
1.
Juni 2017 erstattet wurde (
Urk.
7/74). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom 1
9.
Juli 2017 [
Urk.
7/81], Einwand vom 2
2.
Juli 2017 [Urk.
7/82], begründeter Einwand vom 1
9.
August 2017 [
Urk.
7/86]) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. September 2017 – unter Hinweis auf einen 12%igen IV
Grad – einen Leistungsanspruch des Versicherten (
Urk.
7/88
= Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
6.
Oktober 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zu ergänzenden Abklärungen und zum neuen Entscheid betreffend Invalidenrente und berufliche Massnahmen an die Beschwerdegegne
rin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/1-91]).
Mit Eingabe vom 5.
Juli 2018 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer weitere
medizinische Berichte
zu den Akten (
Urk.
10/1-2), w
elche
der Beschwerdegegnerin
zur Kenntnis gebracht wurden
(Urk. 11)
.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung
zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederher
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
enfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen
der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegeben
enfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, die gut
achterliche Beurteilung habe ergeben, dass dem Beschwerdeführer weiterhin eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei. Anhand des Vergleichs des hypo
thetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden und demjenigen mit gesund
heitlicher Einschränkung ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 12
%
. Es bestehe kein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung
, da bei vollständiger Arbeitsfähigkeit das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (
RAV
)
für
die
Arbeitsvermittlung zustän
dig sei (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, es bestünden dis
krepante medizinische Beurteilungen, welche durch das
Medas
-Gutacht
en nicht aufgelöst würden. Das
Medas
-Gutachten überzeuge insbesondere aus somatischer Sicht nicht. Der behandelnde
Dr.
med. B._
, FMH Rheumatologie, All
gemeine Innere Medizin,
habe keine Arbeitsfähigkeit als gegeben erachtet, da die rheumatologischen Beschwerden absolut nachvollziehbar seien. Die Gutachter seien bezüglich der Wirbelsäule von wesentlich weniger gravierenden Beschwer
den ausgegangen.
Dr.
B._
habe im Gegensatz zu den Gutachtern, welche ein chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom festhielten,
radikuläre
Beschwerden der Nervenwurzel L5 festgestellt. Dem Bericht des
C._
,
sei sodann ausdrücklich eine
rezessale
Einengung L5 recht
s
sowie eine chronische neurogene Schädigung mit
Denervationszeichen
auf Höhe L5 zu entnehmen. Die
Medas
-Gutachter hätten diese Nervenwurzelreizung nicht erwähnt. In psychiatrischer Hinsicht werde durch die behandelnden Ärzte eine mittelgradige depressive Störung bestätigt. Auch hinsichtlich der Eingliederungs
massnahmen bestehe Ergänzungsbedarf, da bisher einzig Arbeitsplatzerhaltungs
massnahmen geprüft worden seien und unstrittig sei, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Dem polydisziplinären Gutachten der
Medas
A._
vom 2
1.
Juni 2017 (
Urk.
7/74) ist folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
7/74/34):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, aktuell ohne
radiku
läre
Reiz- oder Defizitsymptomatik mit/bei Status nach mikrochirurgi
scher
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L4/L5 Juni 2015 bei Diskushe
rn
ie L4/L5 rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende fest
gehalten:
-
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
-
anamnestisch bekannter Status nach Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
Hinweise für zumindest teilweise
aggravatorisches
Verhalten und nega
tive Antwortverzerrung
-
grenzwertige arterielle Hypertonie
-
Hypercholesterinämie
-
Adipositas Grad I
-
Steatosis
hepatis
-
Verdacht auf Hypothyreose, hier Kontrolle empfohlen
-
wiederkehrende Leistenschmerzen bei
Coxa
valga
mit Ausschluss bedeut
samer
arthrotischer
Veränderung an den Hüften
-
Knick-Senk-Spreizfuss beidseits
3.2
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter in der interdisziplinären Zusammen
fassung aus, im positiven Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers lägen leichte und gelegentliche mittelschwere körperliche Tätigkeiten, zu erbringen im Wech
selrhythmus zwischen Sitzen, Stehen und Gehen. Im negativen Fähigkeits
profil fänden sich wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten. Insbesondere zu nennen seien hier Tätigkeiten verbunden mit langem Stehen und Gehen, Tätigkeiten mit langen statischen Belastungen der Wirbelsäule und langen Belastungen der Wirbelsäule ausserhalb der Körperachse. Mehr als gelegentliche mittelschwere und alle schwe
ren körperlichen Tätigkeiten liessen bei der bestehenden Befundkonstellation Schmerzen in der Wirbelsäule des Beschwerdeführers erwarten und schränkten somit die Wirbelsäule für solche Arbeiten ein. Es sollten keine Arbeiten mehr verrichtet werden, welche regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über 25
kg beinhalteten. Es sei
dem Beschwerdeführer zudem das Arbeiten unter Exposition gegenüber Kälte und Zugluft nicht mehr
zumutbar. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der Lage, sämtliche seinem körperlichen Belastungs
profil angepassten Tätigkeiten zu 100
%
zu verrichten
. Der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit zu 0
%
arbeitsfähi
g, in einer Verweistätigkeit bestehe bei einem Zeitpensum von 8,5 Stunden pro Tag eine 100%ige Leistungs
fähigkeit. Ab dem
2.
Juni 2015 sei dem Beschwerdeführer von seinen Behandlern
eine
Arbeitsunfähigkeit zu 100
%
betreffend seine angestammte Tätigkeit attestiert worden. Es sei davon auszugehen, dass diese attestierte Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit auch über den attestierten 2
8.
März 2016 hin
aus bis in die Gegenwart und künftig anhalte bzw. bestehe. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszuge
h
en, dass in einer ideal dem Leiden ange
passten Tätigkeit dem Beschwerdeführer mit Leistung 100
%
und Zeitpensum 8,5
Stunden pro Tag seit März 2016 das Arbeiten möglich gewesen wäre
(Urk.
7/74/35)
.
3.3
Zum Gesundheitsschaden ist dem G
utachten zu entnehmen, s
ubjektiv beklage der Beschwerdeführer in erster Linie Schmerzen in der Lendenwirbelsäule mit Aus
strahlung ins rechte Bein. Zudem beklage er «Panikattacken». Er beklage eine insgesamt seelische Belastung durch die gegebenen Umstände und insbesondere die Beschwerden und Schmerzen. Er habe seinen Humor verloren und habe sich sozial etwas zurückgezogen. Als objektivierbare versicherungsmedizinisch arbeitsrelevante Diagnose für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei jedoch nur die Diagnose des chronisch
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms aktuell ohne
radikuläre
Reiz- oder Defizitsymptomatik mit/bei Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L4/L5 im Juni 2015 bei Diskushernie L4/L5 rechts zu stellen. Eine versicherungspsychiatrisch relevante Di
agnose sei hin
ge
gen nicht objektivierbar. Zudem ergäben sich erhebliche Aspekte invali
ditäts
fremder Faktoren wie schwierige wirtschaftliche Lage und soziokultu
relle Fakto
ren
sowie
mehrfache Befundinkonsistenzen, welche in der Ausprägung teils als
aggravatorisches
Verhalten mit
teilweise negativer Antwortverzerrung zu werten s
eien
(
Urk.
7/74/36).
3.4
Zum Psychostatus hielten die Gutachter fest, beim Beschwerde
führer finde sich
in
der gutachterlichen Untersuchung und Exploration ein weitestgehend unauf
fälliger psychischer Befund. Insbesondere lasse sich keine depressive Symptoma
tik explorieren. Beim Beschwerdeführer habe eine sorgen
volle, ängstliche Herab
gestimmtheit bestanden, insbesondere die Zukunft und die möglicherweise auf ihn zukommende finanzielle und wirtschaftliche Situation betreffend. Weiterhin habe er
sich betrübt und adäquat berührt gezeigt bei belastenden Them
en, wie etwa dem Tod der Mutter
oder
auch
dass er habe miterleben müssen, wie ein Kamerad während des Einsatzes im Militärdienst erschossen worden sei. Diese Betrübtheit sei jedoch nicht über ein zu erwartendes Ausmass hinausgegangen und habe auch einer als depressiv zu bezeichnenden Symptomatik entbehrt. Der Beschwerdeführer habe sich im Verlauf eher stabil und gut schwingungsfähig
gezeigt. Er sei auch an der Mit- und Umwelt interessiert gewesen und es habe kein, nach seinen Angaben, unangemessener sozialer Rückzug bestanden. Auch habe er sich, nach eigenen Angaben, an den alltäglichen Aufgaben wie etwa Haushalt und Kinderbetreuung beteiligt. Somit bestehe beim Beschwerdeführer keine Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei
chen, sondern es könne ausgesagt werden, dass das Aktivitätsniveau im Alltag noch gut ausgeprägt gewesen sei. Die von
Dr.
med. D._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
in i
hrer Stellungnahme vom 2
3.
Januar 2016 gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Epi
sode könne heute so nicht gestellt und nachvollzogen werden. Es möge möglich sein, dass beim Beschwerdeführer, im Leben auf Belastungsfaktoren hin, eine Anpassungsstörung bestanden habe. Hierzu bleibe anzumerken, dass
diese
beim Beschwerdeführer, wie dies für Anpassungsstörungen üblich sei, nur über sechs Monate angehalten habe, um dann folgenlos auszuheilen. Auch dürfe darauf hin
gewiesen werden, dass depressive Störungen prinzipiell eine gute Prognose hätten, behandelbar seien und für gewöhnlich fol
genlos ausheilten. Es sei weiter darauf hingewiesen, dass leichte und mittelgradig depressive Episoden nicht geeignet seien, auf Dauer eine Arbeit
sunfähigkeit zu begründen (Urk.
7/74/48). Abschliessend könne ausgeführt werden, dass sich bei der Untersuchung und Exploration des Beschwerdeführers kein Hinweis für eine relevante depressive Störung, keine psychotische Erkrankung, kein kognitives Defizit
und auch keine
relevante Persönlichkeitsstörung finde
n
und diagnostizieren lasse. Allenfalls
möge
bei dem Beschwerdeführer
eine leichte Störung aus dem somatoformen Diagnosespektrum bestehen, sodass in der Kategorie funktioneller Schweregrad die Ausprägung der gestellten psychiatrischen Diagnosen als leichtgradig einzu
stufen bleibe. Die Behandlungsaktivität sei derzeit als doch eher niedrig zu bezeichnen und biete Möglichkeiten zur allfälligen Intensivierung, sofern benö
tigt. Eine versicherungspsychiatrisch relevante Komorbidität habe nicht festge
stellt werden können. Bezüglich der Persönlichkeitsdiagnostik bestünden keine Hinweise für eine versicherungspsychiatrisch relevante Störung. Vielmehr weise der Beschwerdeführer auch aus der Biographie ableitbare Ressourcen auf. Hin
sichtlich der Kategorie Konsistenz lasse sich das Ausmass der angegebenen Beschwerden nur
teilweise begründen. Hier sei auch auf die Laborparameter ver
wiesen. Das Serum und die Wirkstoffkonzentration der vom Beschwerdeführer angegebene
n
psychopharmako
-
therapeutischen und analgetischen Medikation sprächen dafür, dass diese nicht wie vom Beschwerdeführer angegeben einge
nommen worden seien. Dies dürfe als Antwortverzerrung bezeichnet werden. Das Aktivitätsniveau im Alltag sei noch als relativ gut zu attestieren. Die gemachten Aussagen stünden im Widerspruch mit einer
höhergradigen
Arbeitsunfähigkeit in rentenbegründendem Ausmass. Es
we
rde
entsprechend den auch aus der Akten
lage zu entnehmenden Ausführungen
und
auch nach Ansicht des Referenten
als
günstig
erachtet
, wenn der Beschwerdeführer wieder eine Arbeitstätigkeit auf
nehmen könnte. Hieraus würde er wieder Anerkennung und eine Tagesstruktur generieren können. Dies dürfte der weiteren Stabilität des Beschwerdeführers zuträglich sein
(
Urk.
7/74/49)
.
3.5
Zu den orthopädischen Befunden führte der Experte aus, bei der aktuellen ortho
pädischen Begutachtung des Beschwerdeführers zeig
t
e
n
sich die Halswirbel
säule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule in ihrer Beweglichkeit jeweils frei. Es bestehe keine bedeutsame Wirbelsäulenfehlstatik. Eine Blockierung im
chiro
diagnostischen
Sinne oder eine anderweitige akute Pathologie bestehe an der gesamten Wirbelsäule nicht. Die paravertebrale Muskulatur der gesamten Wirbel
säule sei nicht verspannt. Schmerzen in der Wirbelsäule würden in der Begutach
tung des Beschwerdeführers auch bei komplexen Bewegungsabläufen nicht erkennbar, obwohl der Beschwerdeführer mit Stöhnen
klagsam
sei und sein Wirbelsäulenleiden zu verdeutlichen suche. Dabei sei das vorgetragene Stöhnen los
gelöst von einzelnen Bewegungsprüfungen und auch von der Palpation der Dorn
fortsätze der Wirbelsäule. Die bekundete Druckempfindlichkeit über den Lenden
wirbeln 4 und 5 werde erst auf Befragen angegeben und sei insgesamt in Zusam
menschau mit allen erhobenen körperlichen Untersuchungsbefunden die Wirbel
säule betreffend nicht nachvollziehbar.
Verquellungen
oder Ver
spannungen der Muskulatur als Zeichen von Schmerzen fänden sich ebenso wenig wie
algophobe
Hemmungsreaktionen bei den Bewegungsprüfungen der Wirbelsäule in den End
graden. Das Hinlegen auf die Untersuchungsliege, das Drehen in die Bauchlage aus der Rückenlage wie auch das Aufstehen aus der Bauchlage
sei
zwar zögerlich, aber ohne erkennbare Schonhaltung des Rumpfes erfolgt. Auch bei komplexen Bewegungsabläufen lasse sich der Beschwerdeführer ohne ein erkennbares Schmerzgeschehen in der Lendenwirbelsäule beobachten. So ziehe er sich zum Untersuchungsgang die Socken im jeweils sicheren
Einbeinstand
aus. Auch anderweitig werde bei der orthopädischen Untersuchung
rückenschonendes Ver
halten seitens des Beschwerdeführers nicht erkennbar
.
Der körperliche Untersu
chungsbefund betreffend die Wirbelsäule korreliere gut mit dem vorliegenden Bildmaterial. Die MRI-Aufnahmen der Lendenwirbelsäule, angefertigt auf Veran
lassung der Gutachter am 2
4.
März 2017 im
E._
in
F._
, zeigten keine
Rezidivhernie
. Es fänden sich im Vergleich zur präope
rativen Untersuchung
leicht zunehmende
degenerative Veränderungen im präsakralen Segment mit einer
Diskusprotrusion
, welche eine mögliche Tan
gierung der Nervenwurzel S1 erklären könne.
Spondylarthrotisch
werde präsakral das linke
Neuroforamen
leichtgradig eingeengt. Eine Spinalkanalstenose bestehe nicht. Auch im operierten Segment L4/5 fänden sich nur geringe degenerative Veränderungen, wie bereits erwähnt ohne Nachweis einer
Rezidivhernie
. Bild
morphologisch handle es sich um ein insgesamt
mässiggradiges
Degenerations
muster an der Lendenwirbelsäule, welches eine anhaltende oder auch nur häufig wiederkehrende
radikuläre
Irritation nicht hinreichend erklären könne. Eine nachhaltige Kompression der neuralen Strukturen finde sich nirgendwo. Funk
tionelle Irritationen an der Wirbelsäule hingegen seien denkbar. Zu erwähnen bleibe, dass das beträchtliche Übergewicht des Beschwerdeführers, 103kg bei 181cm Körperlänge, aus orthopädischer Sicht zwar IV-fremd sei, per se jedoch eine dauerhafte permanente Überbelastung bedinge. Diese könne das bestehende, am ehesten als
myofaszial
und
pseudoradikulär
einzustufende Schmerzbild an den Beinen akzentuieren
(Urk.
7/74/22-23).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom 2
1.
Juni 2017
(E. 3)
basiert auf fachärztli
chen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
sowie insbesondere auch unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar begründet. Das polydisziplinäre Gutachten der
Medas
A._
erfüllt dem
nach alle rechtsprechungsgemässen Kriterien für eine beweistaugliche medizini
sche Entscheidungsgrundlage, weshalb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E.
1.3
).
4.2
Der
Beschwerdeführer
machte geltend, die Einschätzung
von
Dr.
B._
im Bericht vom
8.
September 2015 zu Händen seines Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/43/17-21) sowie diejenige des
C._,
im Bericht vom 1
7.
März 2016 (
Urk.
7/40)
würden
von den
Einschätzungen des orthopädischen Experten ab
weichen
. Da
Dr.
B._
und auch die Ärzte des
C._
eine
radikuläre
Reizkomponente bei der Nervenwurzel L5 erwähnt hätten, sei insbesondere die Diagnosestellung eines chronischen
lumbospondylo
genen
Schmerzsyndroms in Frage zu stellen (
Urk.
1 S. 5-6).
D
e
r
orthopädische
Medas
-Gutachter
würdigt
e
bei
seiner
Einschätzung sowohl den Bericht von
Dr.
B._
als auch denjenigen des
C._
. De
r
Gutachter führte überzeugend aus, dass es sich bei den Beschwerden des Beschwerdeführers um eine
pseudoradikuläre
Symptomatik handle. Eine nachhaltige Kompression der neuralen Strukturen fand sich
in den aktuellen Bildern
nirgendwo. Funk
tionelle Irritationen an der Wirbelsäule hingegen erachtete de
r
Gutachter als denkbar.
Aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten
Bericht der
G._
vom 14. September 2017 zu Händen des Beschwerdeführers (
Urk.
3)
ergibt sich
nichts
neues
.
D
iesem
ist
zu entnehmen, die im MRI nachweisbaren
Fora
menstenosen
könnten
aufgrund der Diskusdegeneration im Segment L5/S1 ursächlich für die ins Bein ausstrahlenden Schmerzen sein, jedoch
finde
sich für die vom Beschwerdeführer beschriebenen
,
teils stärksten Rückenschmerzen kein adäquates, bildmorphologisches Korrelat im MRI von 2016 (
Urk.
3 S. 3).
Den vom Beschwerdeführer genannten Berichten ist des Weiteren
keine über die gutachterliche Arbeitsunfähigkeitseinschätzung hinausgehende
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
zu entnehmen.
Auch die
Gutachter erachteten die ange
stammte Tätigkeit
als nicht mehr zumutbar
.
Dem Bericht des
C._,
vom 1
7.
März 2016 ist zur medizinisch-theoretischen Arbeits
fä
higkeit zu entnehmen, dass ein Wiederbeginn mit einer 25%igen Arbeits
fähigkeit als Gabelstaplerführer zumutbar sei, bei gutem Verlauf sei innert zwei Wochen eine Steigerung auf ein 50%-Pensum möglich, wobei anschliessend eine erneute Evaluation notwendig sei (
Urk.
7/40/4). Aus dem
Bericht von Dr.
B._
vermag der Beschwerdeführer
ebenfalls
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Dieser Bericht stammt vo
m
8.
September 2015 und wurde
postoperativ rund drei Monate nach einer
Sequestrektomie
verfasst. Zwar
erachtete
Dr.
B._
postoperativ noch keine Tätigkeit
für
zumutbar. Er gab jedoch auch ausdrücklich an, der Endzustand sei nicht erreicht und dass er zu wenig Unterlagen habe, um die Situation genauer zu erfassen. Der Bericht
steht dem polydisziplinären Gutachten somit nicht ent
gegen
.
4.
3
Der Beschwerdeführer stellte sodann das psychiatrische Teilgutachten, welchem keine psychiatrische Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
, insbe
sondere keine depressive Symptomatik, zu entnehmen ist, in Frage.
Die anlässlich der Begutachtung
bereits aktenkundigen vom Beschwerdeführer zitierten Berichte von
Dr.
D._
sowie der
H._
geben hierzu jedoch keinen Anlass.
I
m Gutachten
wurde
detailliert und überzeugend dargelegt
,
weshalb keine depressive Symptomatik, keine posttraumatische Belastungs
störung, keine
Trauma
folgestörung
, keine chronische Schmerz
symptomatik mit somatischen und psychischen Faktoren und keine Panik- und Angststörung vorlieg
en
. Die Gutachter
legten dar, dass nicht krankheitswertige Reaktionen auf
psychosoziale Belastungsfaktoren
vorhanden sind bzw. waren
(vgl.
Urk.
7/74/48
49).
Es kann auf die
Prüfung der Standardindikatoren durch
den psychiatrischen Kon
siliarius
verwiesen werden
(vgl. E. 3
sowie E. 1.1.3-1.1.4
)
.
Es ergibt sich
hieraus
nachvollziehbar
keine
invalidenversicherungsrechtlich
massgebende psychiatri
sche Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Da der Erlass des angefochtenen Entscheids rechtsprechungsgemäss
die Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen), sind nur diejenigen tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben. Die Berichte der
H._
vom 1
2.
Januar 2018 (
Urk.
10/1) und der
I._
vom 2
8.
Juni 2018 (Urk.
10/2) beziehen sich auf Klinikaufenthalte des Beschwerdeführers
, welche nach dem
Erlass der angefochtenen Verfügung
erfolgt waren
.
4.4
Damit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig
ist. I
n einer angepassten Tätig
keit
(keine
Arbeiten
mit
regelmässige
m
Heben und Tragen von Lasten über 25
kg
,
kein
Arbeiten unter Exposition gegenüber Kälte und Zugluft
) ist er seit März 2016 als zu 100
%
arbeitsfähig zu beurteilen
. Weitere medizinische Abklärungen erweisen sich als nicht notwendig.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung verwendeten Bemessungsfaktoren werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet. Es besteht angesichts des klar rentenausschliessenden Invaliditäts
grades auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen.
6.
6.1
D
er Beschwerdeführer
beantragte auch berufliche Massnahmen
.
6.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfech
tungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
6.
3
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle ver
anlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
6.
4
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildete lediglich der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente sowie
sinngemäss
auf Arbeitsver
mittlung. Soweit beschwerdeweise auch die
Zusprache
von
anderen
beruflichen Massnahmen beantragt wird, ist mangels eines Anfechtungs
gegenstandes auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung
zu Recht
, da
Arbeitsvermittlung eine
Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG voraussetzt, wobei auch die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gemeint ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_236/2012 vom 1
5.
Februar 2013 E. 3.7 = SZS 2013 279). Der Beschwerdefüh
rer ist in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, weshalb nach
Art.
18 IVG kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung besteht.
7.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
8.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.