Decision ID: 61d6b93d-445e-5d79-b1a8-9466ef2ed90c
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Vorinstanz die Beschwerdeführenden mit getrennten Verfügun-
gen vom 30. November 2012 wegen Widerhandlung gegen das Landwirt-
schaftsgesetz verwarnt und ihnen für den Erlass der jeweiligen Verfügung
Gebühren – bestehend aus Kosten für den Erlass der jeweiligen Verfü-
gung sowie für Inspektionen auf deren Betrieben – auferlegt hat;
dass die Beschwerdeführerenden am 16. Januar 2013 gegen die Verfü-
gungen der Vorinstanz vom 30. November 2012 jeweils getrennt, jedoch
vom selben Rechtsvertreter vertreten, Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht erhoben haben;
dass die Beschwerdeführerenden geltend machen, es fehle an einer ge-
setzlichen Grundlage für die Auferlegung von Gebühren für Betriebsin-
spektionen der Vorinstanz, weshalb die angefochtenen Entscheide in den
Kostenpunkten aufzuheben seien, soweit sie die Aufwendungen für den
Erlass der Verfügungen überstiegen;
dass die Beschwerdeführenden zudem die Vereinigung ihrer Beschwer-
deverfahren beantragt haben;
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom
24. Januar 2013 die Verfahren der Beschwerdeführenden vereinigt hat;
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 1. März 2013 die Abwei-
sung der Beschwerden beantragt,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden
Streitsachen zuständig ist (Art. 5 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge-
setzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] sowie Art. 31 und
33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
SR 173.32] i.V.m. Art. 166 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes vom
29. April 1998 [LwG, SR 910.1]);
dass die Beschwerdeführenden als Adressaten der angefochtenen Verfü-
gungen vom 30. November 2012 durch diese berührt sind und ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung haben (Art. 48 Abs. 1
Bst. a bis c VwVG), womit sie zur Beschwerde legitimiert sind;
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dass die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der
Beschwerdeschriften gewahrt sind (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG i.V.m.
Art. 37 VGG), die Kostenvorschüsse fristgemäss bezahlt wurden und die
übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen (Art. 47 ff. VwVG);
dass auf die Beschwerden damit einzutreten ist;
dass vorliegend einzig die Frage Streitgegenstand bildet, ob für die Aufer-
legung der Gebühren für die Betriebsinspektionen der Vorinstanz in den
angefochtenen Verfügungen vom 30. November 2012 eine gesetzliche
Grundlage besteht;
dass der Bundesrat gestützt auf die Delegation in Art. 46a des Regie-
rungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997
(RVOG, SR 172.010) die Verordnung über Gebühren des Bundesamts für
Landwirtschaft vom 16. Juni 2006 (GebV-BLW, SR 910.11) erlassen hat,
die die Erhebung von Gebühren durch das BLW regelt (Art. 1 Abs. 1
GebV-BLW);
dass zunächst darauf hinzuweisen ist, dass die Beschwerdeführenden
nicht bestreiten, dass die GebV-BLW grundsätzlich eine genügende ge-
setzliche Grundlage für die Auferlegung von Gebühren durch die Vorin-
stanz darstellt;
dass die Beschwerdeführenden jedoch geltend machen, die ihnen von
der Vorinstanz auferlegten Gebühren für Betriebsinspektionen könnten
nicht auf die GebV-BLW gestützt werden, da sie nicht direkt mit den ange-
fochtenen Verfügungen im Zusammenhang stünden;
dass die GebV-BLW für Gebühren der Vorinstanz für Dienstleistungen
und "Verfügungen im Bereich des Landwirtschaftsgesetzes" gilt (Art. 1
Abs. 1 GebV-BLW);
dass, soweit die GebV-BLW keine besondere Regelung enthält, die Be-
stimmungen der Allgemeinen Gebührenverordnung vom 8. September
2004 (AllgGebV, SR 172.041.1) gelten (Art. 2 Abs. 1 GebV-BLW);
dass eine Gebühr bezahlen muss, wer eine Verfügung veranlasst oder
eine Dienstleistung beansprucht (Art. 2 GebV-BLW i.V.m. Art. 2 Abs. 1
AllgGebV);
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dass bei Widerhandlungen gegen das LwG, dessen Ausführungsbestim-
mungen oder die gestützt darauf erlassenen Verfügungen als Verwal-
tungsmassnahme eine Verwarnung ausgesprochen werden kann
(Art. 169 Abs. 1 Bst. a LwG);
dass anlässlich der Inspektionen auf den Betrieben der Beschwerdefüh-
renden festgestellt wurde, dass diese in ihren Gesuchen um Zuteilung
von Zollkontingentsanteilen i.S.v. Art. 23 der Schlachtviehverordnung vom
26. November 2003 (SV, SR 916.341) als Inlandleistung i.S.v. Art. 21
Abs. 1 SV jeweils eine unzutreffende Anzahl Tiere gemeldet hatten, wes-
halb die Vorinstanz mittels angefochtener Verfügungen Verwarnungen
i.S.v. Art. 169 Abs. 1 Bst. a LwG gegen die Beschwerdeführenden ausge-
sprochen hat;
dass die Vorinstanz den Beschwerdeführenden die Gebühren für die Be-
triebsinspektionen gemäss Dispositive der angefochtenen Verfügungen
"für den Erlass dieser Verfügung" auferlegt hat;
dass die Beschwerdeführenden verkennen, dass Verfahren auf Erlass ei-
ner Verfügung die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts von
Amtes wegen beinhaltet (Art. 12 VwVG), weshalb Kosten, die die Sach-
verhaltsabklärung in einem bestimmten Verfahren verursacht, in direktem
Zusammenhang mit dem Erlass der gestützt darauf erlassenen Verfü-
gung stehen;
dass die Vorinstanz die Inspektionen auf den Betrieben der Beschwerde-
führenden zur Abklärung der Frage durchgeführt hat, ob die in deren Ge-
suchen um Zuteilung von Zollkontingentsanteilen gemeldete Anzahl Tiere
der tatsächlich vorhandenen entsprach;
dass Gegenstand der angefochtenen Verfügungen demnach die anläss-
lich der Inspektionen der Vorinstanz festgestellten Widerhandlungen der
Beschwerdeführenden gegen das LwG waren;
dass die Betriebsinspektionen damit, entgegen der Ansicht der Be-
schwerdeführenden, der Erhebung derjenigen Sachverhalte gedient ha-
ben, auf die sich die angefochtenen Verfügungen stützen, womit die Ge-
bühren für die Inspektionen in einem direkten Zusammenhang mit dem
Erlass dieser Verfügungen stehen;
dass die Beschwerdeführenden vorbringen, der Umstand, dass für In-
spektionen, an denen keine Beanstandung festgestellt werde, keine Ge-
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bühr auferlegt würden, belege, dass es für die Erhebung solcher Gebüh-
ren an der gesetzlichen Grundlage fehle;
dass die Vorinstanz keine Verwaltungsmassnahmen i.S.v. Art. 169 Abs. 1
Bst. a LwG hätte ergreifen müssen, wenn die Meldungen der Beschwer-
deführenden – die als verfügungsbegründende Sachverhalte in deren
Verantwortungsbereich lagen und durch diese veranlasst wurden (Art. 2
Abs. 1 AllgGebV) – den Tatsachen entsprochen hätten, womit den Be-
schwerdeführenden insofern gefolgt werden kann, als sich ohne Vorlie-
gen einer Widerhandlung gegen das LwG der Erlass der angefochtenen
Verfügungen und damit auch die Auferlegung der Gebühren für die In-
spektionen erübrigt hätten;
dass sich auf Grund der vorangehenden Erwägungen ergibt, dass die
Gebühren für die Betriebsinspektionen Gebühren für Verfügungen der
Vorinstanz im Bereich des LwG i.S.v. Art. 1 Abs. 1 GebV-BLW darstellen,
weshalb sie eine genügende gesetzliche Grundlage haben und es nicht
zu beanstanden ist, dass sie den Beschwerdeführenden auferlegt wur-
den;
dass die Beschwerdeführenden die Höhe der ihnen auferlegten Gebüh-
ren nicht beanstanden;
dass die Beschwerden sich damit insgesamt als unbegründet erweisen
und abzuweisen sind;
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten in der
Höhe von insgesamt Fr. 1'500.– je zu einem Drittel den unterliegenden
Beschwerdeführenden aufzuerlegen und mit den geleisteten Kostenvor-
schüssen von insgesamt Fr. 1'500.– zu verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1
VwVG und Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE,
SR 173.320.2]);
dass den unterliegenden Beschwerdeführenden keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE).
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