Decision ID: 42c86a90-0992-400a-b48f-3eddea7856d7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene
X._
meldete sich am
21
. Juni 2012 (Ein
gangsdatum) unter Hinweis auf eine
am 1
6.
März 2012 erfolgte
Total
endoprothese
n
-Implantation
am rechten Knie bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
7
). In der Folge zog diese einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/13)
sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/14-15,
6/
21-22,
6/
25,
6/
27,
6/
29) bei. Mit Verfügung vom
4.
März 2014 verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflosenentschädigung
(Urk. 6/39).
Am 2
5.
März 2014 wurde eine Haushaltsabklärung durchgeführt (
Urk.
6/42). Mit Vorbe
scheid vom 2
5.
März 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, sie werde ihren Leistungsanspruch verneinen (
Urk.
6/45). Nachdem diese dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/47), zog die IV-Stelle weitere
Arzt
berichte
bei (Urk. 6/53, 6/57, 6/59-60
, 6/74, 6/78, 6/81
)
und veranlasste
die Erstellung eines polydisziplinäres Gutachtens bei der
Y._
, welches am 1
3.
August 2015 erstattet wurde (Urk. 6/83). Am 1
2.
November 2015 reichte die Versicherte einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
6/88). Mit Verfügung vom 1
8.
März 2016 ver
neinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung (
Urk.
2 [=
Urk.
6/93
]
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
3.
Mai 2016 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen,
ein zweiter
Schrif
tenwechsel
anzuordnen und
eventualiter sei das Verfahren bis zur Rechts
kraft des Urteils des EGMR in Sachen Di
Trizio
gegen Schweiz zu sistieren (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juni 2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
5), woraufhin die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1
9.
September 2016 auf einen zweiten Schriftenwechsel verzichtete (
Urk.
10).
Mit Eingabe vom 1
6.
Januar 2017
zog die Beschwerdeführerin ihre Anträge bezüglich öffentlicher Verhandlung sowie Sistierung des Verfahrens zurück, teilte mit, sie habe zwischenzeitlich am linken Knie operiert werden müssen und stellte die Einreichung der entsprechenden Operations- und Arztberichte
in Aussicht (
Urk.
13). Das Doppel dieser Eingabe wurde der
Beschwerdegeg
nerin
am 1
8.
Januar 2017 zugestellt (
Urk.
14).
Am 1
9.
Januar 2017 reichte die Beschwerdeführerin die in Aussicht gestell
ten Operations- und Arztberichte ein (
Urk.
15
,
16/
1-
4).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungs
me
thode
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesund
heitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypotheti
sche Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufga
benbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
mes
sungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypo
thetische Willensentscheidungen der versicherten Person berück
sichti
gen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf
Beweiswürdi
gung
beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Fol
gerungen, die ausschliesslich
losgelöst vom konkreten Sachverhalt
auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festge
stellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde
festgehalten, entgegen der Aussagen der Beschwerdeführerin sei davon auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit lediglich zu 50 % erwerbstätig wäre. Die restlichen 50
%
würden auf den Aufgabenbereich entfallen.
Aus medizinischer Sicht seien ihr einfache, repe
titiv überschaubare, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Kniezwangshaltungen, regelmässige Gehstrecken oder Treppen Steigen
seit dem 1. Juli 2014 zu 40 % zumutbar. Vom 1. Juli 2012 bis 30. März 2014 sei sie in angepasster Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig gewesen. Anschliessend
habe
sie aufgrund einer Operation bis am 3
0.
Juni 2014
nicht arbeiten kön
nen
.
Die Einschränkung im Haushalt betrage 24 %, womit insgesamt
ein
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad resultiere (
Urk.
2 S. 2
-3
).
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden führte die
Beschwer
degegnerin
aus,
der Ehemann der Besch
werdeführerin habe sich im Jahr
2009 frühpensionieren lassen. Normalerweise werde in so einem Fall im Voraus die finanzielle Situation geprüft, weshalb sich die Beschwerdeführerin
bereits vor diesem Zeitpunkt mit dem Thema Stellensuche hätte auseinan
dersetzen müssen. Zwar habe sie im Jahr 2009 eine Ausbildung zur Fusspfle
gerin absolviert. Sie habe sich jedoch nicht aktiv um die Aufnahme der geplanten selbständig
en
Tätigkeit zu Hause bemüht, obwohl der Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit erfahrungsgemäss einige
Zeit
in Anspruch nehme
. Zusammenfassend habe sich die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2005 weder um eine Anstellung im Angestelltenverhältnis noch um die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit bemüht
(
Urk.
2 S. 3).
In der Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juni 2016 führte die IV-Stelle aus, im Bericht der
Z._
vom
9.
November 2015 würden betreffend die Beschwerden im linken Knie keine funktionellen Auswir
kungen beschrieben
, sondern lediglich bildgebende Befunde aufgelistet. Diese würden über eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nichts aussa
gen. Zudem habe die Beschwerdeführerin bei der polydisziplinären Begut
achtung die Beschwerden am rechten Knie als Hauptproblem beschrieben. Ohnehin seien ihr aufgrund der neurologischen Beschwerden
bloss
vor
wiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar (
Urk.
5 S. 1-2).
2.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor,
die IV-Stelle habe den Sachverhalt unzureichend abgeklärt, weil sie die zusätzliche Beeinträchti
gung des linken Knies nicht berücksichtigt habe. Zum anderen sei es gemäss dem Urteil des EGMR
„Di
Trizio
gegen die Schweiz“
rechtswidrig, die gemischte Methode anzuwenden. Abgesehen davon habe die IV-Stelle den erwerblichen Status falsch berechnet und habe ein falsches
Validenein
kommen
herangezogen. Zudem sei sie entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fälschlicherweise von einer Verwertbarkeit der
Restarbeitsfä
higkeit
ausgegangen. Da die Beschwerdeführerin bereits
über 60 Jahre alt sei, könne sie ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten, weshalb ihr eine ganze Invalidenrente zustehe. Schliesslich habe es die IV-Stelle auch versäumt, eine aktuelle Haushaltsabklärung durchzuführen. Nach der Operation im Jahr 2014 sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit zusätzlich beein
trächtigt worden, weshalb eine neue Abklärung hätte durchgeführt werden müssen (
Urk.
1 S. 8-16).
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten vom 1
3.
August 2015 wurden folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk.
6
/83 S.
40):
-
neuropathisches Schmerzsyndrom der rechten unteren und linken obe
ren Extremität, V.a. CRPS
-
chronische sensomotorische
Peronäus
-Druckneuropathie rechts
-
postoperativ nach Hämatom-Ausräumung am 20.3.2012
-
residuelle
Peronäus
-Parese
-
obere Plexus-
brachialis
-Druckneuropathie links
-
postoperativ nach
Reoperation
des rechten Knies am 31.3.2014
-
vorwiegend sensible Residuen
-
Status nach Knie-TP rechts am 16.3.2012 mit/bei
-
Status nach offener
Synovektomie
und Inlay-Wechsel Knie-TP vom 31.3.2014
-
Status nach offener medialer
Meniskektomie
rechts zirka 1973
-
chronisch intermittierendes
lumbo-spondylogenes
Syndrom bei
-
degenerativen LWS-Veränderungen L4 bis S1
bds
.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (
Urk.
6/83 S. 40):
-
tendomyotisches
Cervical
- und Schultergürtelsyndrom bei muskulärer
Dysbalance
-
kein
cervicoradiculäres
Reiz- und Ausfallssyndrom
Im internistischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin gebe als Hautproblem das rechte Knie, den rechten Unterschenkel bis zum Fuss und die Problematik der linken Schulter sowie des linken Armes an, wo man einen Nerv verletzt habe. Das rechte Bein und der linke Arm seien die Gründe dafür, dass sie nicht arbeiten könne (
Urk.
6/83 S. 15).
Im neurologischen Teilgutachten hielt Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie, fest, die Explorandin klage über permanente brennende und elektrisierende, teils auch stechende Schmerzen an der rechten unteren Extre
mität am Fussrücken sowie
ventrolateral
am Unterschenkel. Neben den Schmer
zen bestehe eine Kraftlosigkeit im rechten Fuss. Sie könne ihn wegen der Schmerzen nicht voll belasten. Infolgedessen sei auch die Gehstrecke limitiert
, nach 500 Metern müsse sie jeweils absitzen. Autofahren und
Velo
fahren
könne sie aufgrund der Beschwerden nicht mehr. Zudem habe sie Schmerzen im Schulter-Oberarm-Bereich, mit Ausdehnung bis zum
Vorder
arm
. Sie könne die linke obere Extremität nur für Stützfunktionen und leichte Hebebelastungen einsetzen, im Wesentlichen sei sie einarmig (Urk. 6/83 S. 17-18).
Weiter hielt
Dr.
A._
fest, die Vigilanz und Orientierung seien intakt, eine psychomotorische Verlangsamung sei nicht erkennbar. Beim Aus- und Ankleiden werde mehrheitlich die rechte Hand eingesetzt,
für Stütz- und leichte Greiffunktionen
teilweise aber auch die linke Hand.
Die Wirbelsäule
sei indolent, im Bereich der linken Schultergürtelmuskulatur fänden sich ausgedehnte
Druckdolenzen
sowie ein Muskelhartspann. Links sei ein
Schul
tertiefstand
erkennbar. An der linken oberen Extremität finde sich eine leichte Hypotrophie, die Muskeleigenreflexe an den oberen Extremitäten seien beidseits mittellebhaft, ohne sichere Asymmetrie (
Urk.
6/83 S. 20).
Am rechten Unterschenkel finde sich eine Hypotrophie. Beim
Positions
ver
such
könnten die Beine symmetrisch gehalten werden. Im Bereich der rech
ten unteren Extremität bestehe eine diffuse Kraftverminderung, am deut
lichsten im Bereich des Fuss- und des Zehenhebers. Am rechten Unter
schen
kel sei lateral ein deutliches sensibles Defizit erkennbar, etwas geringer auch medial, ferner am rechten Fuss dorsal, mit Hypästhesie und
Allodynie
, nur angedeutet auch am rechten Fuss plantar. Die Explorandin gehe an zwei Stöcken, rechts bestehe eine
Fussheberparese
, infolgedessen werde der rechte Fuss nachgezogen. Wenn sich die Explorandin nicht abstützen könne, bestehe eine Standunsicherheit mit Fallneigung (
Urk.
6/83 S. 21).
Dr.
A._
führte aus, zusammenfassend bestehe bei der Explorandin eine chronische sensomotorische
Peronäus
-Neuropathie rechts mit erheblicher Funktionseinschränkung der rechten unteren Extremität beim Gehen. Weiter fänden sich vorwiegend sensible Residuen einer oberen Plexus-
brachialis
-Parese
links, ohne sicheren Nachweis eines persistierenden motorischen neurogenen Defizits. Sowohl an der rechten unteren Extremität
als
auch an der linken oberen Extremität
bestünde im Rahmen der erlittenen
Nervenver
letzungen
ein
residuelles
neuropathisches Schmerzsyndrom, überdies lägen Hinweise auf ein CRPS vor (
Urk.
6/83 S. 26).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, vorwiegend stehende Tätigkeiten seien der Versicherten aufgrund der
residuellen
Peronäusparese
nicht mehr zumutbar. Auch Tätigkeiten, welche einen regelmässigen motorischen Einsatz beider Arme erfordern würden, se
i
en ihr nicht mehr möglich.
Für angepasste Tätig
keiten resultiere aus neurologischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 60
%
. Diese Einschränkung bestehe seit dem April 201
4.
Zuvor sei seit dem Jahr 2012 von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
für angepasste Tätigkeiten auszugehen, wobei postoperativ während der Monate März bis Juni 2012 vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (Urk. 6/83 S. 26-27).
Im orthopädischen Teilgutachten hielt
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt FMH für orthopädische Chirurgie, fest,
die Explorandin erscheine zur Untersuchung an zwei Gehstöcken, womit gutes Abstützen möglich sei um das rechte Knie zu
entlasten. In unbeobachtetem Zustand sei das Gangbild über mehrere
Dutzend
Meter flüssig, der rechte Fuss werde nur noch kurz entlastet. Die oberen Extremitäten könnten beidseits ohne relevante Behin
derung eingesetzt werden, zudem könne der Kopf flink und ohne relevante Beeinträchtigung nach links zum Partner gedreht werden. Das An- und Aus
ziehen erfolge flüssig mit nur diskreter Beeinträch
tigung der linken Schulter. Auch die Hypotrophie des linken Schulterprofils sei nur diskret. Die linkssei
tige Nackenmuskulatur sowie der linksseitige Schultergürtel seien erheblich druck- und teilweise
berührungsdolent
. Signifikante Muskelverhärtungen lägen indessen nicht vor (
Urk.
6/83 S. 32).
Die Schulteruntersuchung zeige bei der linken Schulter im Vergleich zur rech
ten eine diskrete Muskelatrophie. Die aktive Schulterbeweglichkeit sei links stark eingeschränkt, rechtsseitig zeige sich eine vollständig erhaltene Schulterbeweglichkeit in allen Ebenen. Die
Muskeltrophic
sei rechts etwas besser ausgebildet als links, die
Handbeschwielung
sei symmetrisch regel
recht (
Urk.
6/83 S. 33).
Das linke Kniegelenk sei ergussfrei, es liege weder ein
Patellaschiebeschmerz
noch eine klar auslösbare
Druckdolenz
vor. Die Bandstabilität sei allseits regelrecht und Meniskuszeichen fänden sich keine. Am rechten Kniegelenk finde sich ebenfalls kein relevanter Erguss, jedoch eine
antero
-laterale
Weich
teil
schwellung
. Die
Patellaverschieblichkeit
sei
vermindert, jedoch schmerzfrei (
Urk.
6/83 S. 34).
Die Explorandin leide an noch erheblichen Restbeschwerden aufgrund einer
Peronaeusparese
rechts nach einer Knieprothese
n
operation am 16.3.2012 mit postoperativem Hämatom, welches sekundär
habe
ausgeräumt werden
müs
sen
. Im Vordergrund stünden
Dysästhesien
im Bereiche des rechten Unter
schenkels und des rechten Fusses, ebenso bestehe eine gewisse
Beweglich
keitseinschränkung
im Bereich des rechten Kniegelenks im Vergleich zu links. Die Explorandin sei auf eine Heidelbergschiene, Gehstöcke und Anal
getika angewiesen. Von Seiten der linken Schulter bestünden anhaltende, erhebliche Restbeschwerden seit dem letzten Knieeingriff vom 31.3.201
4.
Es werde von einem Lagerungsschaden ausgegangen. Eine relevante Pathologie könne ausgeschlossen werden, ebenso bestehe keine dramatische Neuropa
thologie. In der Untersuchung zeige sich kein klares
pathomorphologisches
Korrelat für die von der Explorandin geklagten Beschwerden, so lägen ins
besondere keine Hinweise auf eine
Rotatorenmanschettenpathologie
,
Insta
bilitätsproblematik
oder
Impingementproblematik
vor (
Urk.
6/83 S. 37-38).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
B._
fest, aus orthopädischer Sicht seien der Versicherten leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende, d.h. teils sitzende, teils stehende, teils gehende Tätigkeiten vol
lumfänglich zumutbar, wobei ein erhöhter Pausenbedarf bestehe. Daher sei die Arbeitsfä
higkeit für die umschriebenen Tätigkeiten auf 80
%
festzusetzen (Urk. 6/8 S.
38).
In der interdisziplinären Zusammenfassung führten die Gutachter aus, der Versicherten seien leichte, angepasste Tätigkeiten, die vorwiegend im Sitzen ausgeführt würden, zumutbar. Überkopfstellungen der Arme müssten ver
mieden werden, die linke obere Extremität könne nur für Stützfunktionen und leichte Greiffunktionen eingesetzt werden. Gesamthaft resultiere in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60
%
. Der Beginn dieser Einschränkung sei auf April 2014 festzulegen (Urk. 6/83 S. 44).
3.2
Das Gutachten vermag zu überzeugen. Es beruht auf sorgfältigen und allseiti
gen Untersuchungen (Urk. 6/83 S. 15-16, S. 19-23, S. 32-38), berück
sichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 6/83 S. 17-18, S. 31-32) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 6/83 S.
7
12
). Auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
hielt
die Schluss
folgerungen
für
überzeugend
(Urk.
6/92 S. 6-7
).
Die Beschwerdeführerin bringt vor, die IV-Stelle habe den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt. Nach der Begutachtung seien neu
e
Beschwerden am linken Knie hinzugekommen, was im
eingereichten
MRI
-Befund
vom 9. November 2015
ersichtlich sei. Dieser Gesundheitsschaden sei in der Ver
fügung nicht berücksichtigt worden
, womit der Untersuchungsgrundsatz verletzt und die Verfügung aufzuheben sei (Urk. 1 S. 8-9).
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 1
2.
November 2015 einen MRI-Bericht der
Z._
einreichte (
Urk.
6/88). Aus diesem ist ersichtlich, dass am
9.
November 2011 bei der Beschwerde
führerin am linken Knie eine MRI-Untersuchung durchgeführt wurde. Als Befunde werden unter anderem ein leicht signalalterierter verdickter Ursprung des medialen Kollateralbandes sowie ein tiefer Knorpeldefekt am medialen
Femurcondylus
genannt.
Es ist nicht zu beanstanden, dass die IV
Stelle gestützt auf den eingereichten MRI-Befund keine weiteren Abklärun
gen veranlasste. Im Bericht wird zum einen nicht dargelegt, i
nwiefern diese Befunde einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben könnten.
Aus der Eingabe geht
zudem
hervor, dass
der behandelnde Orthopäde keinen Grund für eine operative Intervention
sehe
(
Urk.
6/90).
Hinzu kommt, dass
die Gutachter zum Schluss kamen, der Beschwerdeführe
rin seien lediglich vorwiegend sitzende Tätig
keiten zumutbar (
Urk.
6/83 S. 44). Die IV-Stelle ging daher zu Recht davon aus, dass die Befunde am linken Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht geeignet waren, die
Resta
r
beitsfähigkeit
in der angepassten, vor
wiegend sitzenden Tätigkeit
in zusätzli
chem Ausmass
zu beeinträchtigen. Aus diesen Gründen waren keine weiteren Abklärungen nötig, weshalb auf das beweiskräftige Gutachten abgestellt werden kann.
Daran ändern auch die mit Eingabe vom 1
9.
Januar 2017 eingereichten Arzt- und Operationsberichte (Urk. 16/1-4) nichts. Wie die Beschwerdeführerin richtig ausführte (
Urk.
13),
bildet
der Erlass der angefochtenen Verfügung die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen
).
Die Beschwerde
führerin macht geltend, es liege eine Ausnahme vor, weshalb die Berichte trotz dieses Grundsatzes zu berücksichtigen seien
und bezieht sich dabei auf zwei Bundesgerichtsurteile (Urk. 13).
In diesen
führte das Bundesgericht aus, medizinische Akten seien nur soweit zu berücksichtigen, als sie einen Zustand beschreiben würden, der schon im Verfügungszeitpunkt vorgelegen hätte (Urteil des Bundesgerichts I 678/2002 vom 1
6.
Juni 2003 E. 3.2).
Die angefochtene Verfügung erging am 1
8.
März 2016 (Urk. 2). Die Beschwer
deführerin unterzog sich am 24. Oktober 2016, mithin
über
ein halbes Jahr
später
, einer Operation (Urk. 13). Damit beziehen sich die eingereichten
B
erichte auf einen gesundheitlichen Zustand, der erst nach Verfügungs
erlass
eintrat, weshalb sie gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in vor
liegendem Verfahren unbeachtlich sind.
Abgesehen davon ist dem
Austritts
bericht
des
C._
zu entnehmen, dass sich der postoperative Verlauf
afebril
und komplikationslos gestaltete und die Be
schwerdeführerin bereits am 25.
Oktober 2016 gut mobilisiert nach Haus
e entlassen werden konnte (Urk. 16/2). Auch
aus diesem Grund
wäre
n
d
ie
Bericht
e
nicht geeignet, eine längerdauernde
zusätzliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begrün
den.
3.3
Nach dem Gesagten waren keine weiteren medizinischen Abklärungen nötig, weshalb auf das beweiskräftige Gutachten abgestellt werden kann. Damit steht mit dem im Sozialversicherungsgericht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführerin
seit April 2014 anhaltend
eine leidensangepasste
Tätigkeit mit einem Beschäfti
gungsgrad von 40 %
zumutbar ist.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin bringt
weiter
vor, aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters sei ihr die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit weder möglich noch zumutbar (
Urk.
1 S. 13 f.).
4.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungs
pflicht
nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög
lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bun
desgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbeson
dere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hin
weisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende
Schadenminde
rungspflicht
und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige
Sachverhaltsfest
stellung
erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
4.3
Der Beschwerdeführerin verblieben ab feststehender Zumutbarkeit der Erwerbs
tätigkeit im August 2015 noch
3 Jahre bis zum Erreichen des AHV-Alters.
Zwar ist
sie insofern eingeschränkt, als ihr nur Tätigkeiten, die keinen regelmässigen motorischen Einsatz beider Arme erfordern und vorwiegend sitzend ausgeführt werden können, zumutbar sind. Jedoch ist die Beschwer
deführerin hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten nicht eingeschränkt.
Zugemutet werden
ihr
zudem
lediglich einfache
, repetitive Tätigkeiten, die
keine fachspezifische Berufsausbildung oder –
erfahrung
voraussetzen
.
Vor dem Hintergrund, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt die Nachfrage nach
derartigen
Hilfsarbeiten altersunabhängig besteht, ist es der Beschwer
deführerin möglich, eine
solche
Stelle zu finden.
Der Umstand, dass sie gemäss ihren eigenen Angaben plante, sich im Jahr 2012, also mit rund 58 Jahren, noch selbständig zu machen, spricht zudem für eine vorhandene Anpas
sungsfähigkeit und Flexibilität, was sich positiv auf den Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auswirkt.
Nebst Sortier- und Überwachungsaufgaben könnte sie auch einfache Büro
tätig
keiten ausführen. Im Lichte der recht
sprechungsgemäss relativ hohen Hür
den betreffend die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch älterer Menschen sowie angesichts der Kasuistik in vergleichbaren Fällen (
Urteile des Bundesgerichts
, 8C_345/2013 vom
10. Sep
tem
ber 2013
E.
4.3.2 und
4.3.3,
8C_330/2015
vom 19. August 2015
E.
3.2)
und dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin auch ohne Gesundheitsschaden bloss einer ausser
häuslichen Erwerbsfähigkeit im Umfang eines Pensums von 50
%
nachge
gangen
wäre
(vgl. nachfolgend E. 5)
,
muss ein invalidenver
sicherungsrechtlich erheblich erschwer
ter Zugang zum Arbeitsmarkt verneint werden.
5.
5.1
Zu prüfen ist sodann, ob die Beschwerdeführerin als teilerwerbstätige Person mit einem Pensum von 50 %, welche daneben mit einem Pensum von 50 %
im Aufgabenbereich Haushalt tätig ist, qualifiziert werden kann. Die
Be
schwerdegegnerin
ist der Auffassung, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einem Beschäftigungsgrad von 50 % nachgehen würde und zu 50 % im Aufgabenbereich tätig wäre (Urk. 2 S. 3). Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, im Gesundheitsfall wäre sie zu 65 % erwerbstätig. Sie habe im Jahr 2009 eine Ausbildung zur Fusspflegerin absol
viert, woraus geschlossen werden könne, dass sie
damit eine erwerbli
che Betätigung angestrebt habe
.
Ihr Ehemann habe sich im Jahr 2009
früh
pensionieren
lassen und sie habe geplant, mit ihrer selbständigen
Tätigkeit die dadurch resultierenden
finanziellen Einbussen zu kompensieren. Zudem habe ihr Ehemann durch die Frühpensionierung weitere Teile der Haushalts
führung übernommen, weshalb ihr die zeitlichen Ressourcen für eine 65%ige Erwerbstätigkeit zur Verfügun
g gestanden hätten (
Urk.
1 S. 9
ff.).
5.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin keine Ausbildung absolviert
hatte
und seit dem Jahr 2005 nicht mehr erwerbstätig war (
Urk.
6/7 S. 3,
6/13, 6/83 S. 19, 6/90). Die höchsten Einkommen
verzeichnete
sie in den Jahren 1982 sowie 2002, als sie ein Jahreseinkommen von
Fr.
32‘392.--
resp. Fr. 28‘498
.--
erzielte
(
Urk.
6/13 S. 1
-2
).
Die Beschwerde
führerin hat keine Kinder (
Urk.
7/1) und war seit dem
1.
Februar 2005
aus
schliesslich
als Hausfrau tätig (Urk. 6/7 S. 3).
Im Rahmen der Haushaltsabklärung vom 2
5.
März 2014 gab sie an, sie habe sich nach der Operation im Jahr 2012 selbständig machen wollen. Vorgängig sei sie jedoch nicht aktiv geworden. Sie habe geplant, mit einem Beschäfti
gungsgrad von 60-70
%
zu Hause als selbständige Fusspflegerin zu arbeiten. Falls es mit der selbständigen Tätigkeit nicht geklappt hätte, hätte sie sich um eine Stelle im Angestelltenverhältnis bemüht (Urk. 6/42 S. 2-3).
Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren nichter
werbstätig und in den Jahren davor lediglich mit einem Beschäfti
gungsgrad von
durchschnittlich 45
% erwerbstätig war (Urk.
6/6 S. 2), erscheint es nicht
wahrscheinlich
, dass die Beschwerdeführerin
nun in fort
geschrittenem Alter
bei guter Gesundheit
plötzlich
zu 65
%
erwerbstätig wäre.
Daran ändert nichts, dass ihr Ehemann im Jahr 2009 frühpensioniert wurde. Erst in diesem Jahr absolvierte sie nämlich die Ausbildung zur Fuss
pflegerin (Urk. 6/6). Hätte sie die finanziellen Einbussen mit eigener Erwerbs
tätigkeit kompensieren wollen, hätte sie sich daher bereits im Jahr 2008 um eine Stelle bemühen müssen, was sie jedoch gemäss eigenen Anga
ben unterliess (Urk. 6/42 S. 3). Zu berücksichtigen ist ferner, dass der Aufbau
einer selbständigen Tätigkeit üblicherweise einige Zeit in Anspruch nimmt
und eine intensive Planung und Vorbereitung erfordert
. Obwohl sie
gemäss eigenen Angaben beabsichtigte
, nach ihrer Operation selbständig erwerbstä
tig zu werden, traf sie
jedoch
keine
rlei
Vorkehrungen
,
um einen entspre
chenden Kundenstamm zu akquirieren (Urk. 6/42 S. 2)
. Auch dieser Umstand spricht gegen die Annahme einer 65%igen Erwerbstätigkeit
.
5.3
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender
Wahr
scheinlich
keit
höchstens zu 50 % erwerbstätig und zu 50
% im
Haushaltsbe
reich
tätig wäre.
6.
6.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der
Invaliditätsbe
messung
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im
Erwerbs
bereich
ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
6.2
Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Invaliditätsbemessungsmethode der sogenannten gemischten Methode
stehe nicht in Einklang mit den Prinzipien der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)
, was der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte in seinem Urteil „Di
Trizio
gegen die Schweiz“ festgehalten habe. Bereits aus diesem Grund sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (
Urk.
1 S. 9).
Im genannten Urteil kam der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zum Schluss, die
Anwendung der gemischten Invaliditätsbemessungsmethode in der Invalidenversicherung
könne Art. 14 in Verbindung mit Art. 8 EMRK (Diskriminierungsverbot sowie Recht auf Achtung des Privat- und Familien
lebens) verletzen. Dies sei der Fall
bei einer Versicherten, welche ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der Geburt ihrer Kinder nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und deshalb im
Rentenrevisionsver
fahren
ihren Anspru
ch au
f eine Invalidenrente verliere.
Eine Verletzung der soeben genannten Bestimmungen liegt demnach vor, wenn die von der versicherten Person getroffenen, in den Schutzbereich des
Art.
8 EMRK fallenden Dispositionen - die Geburt von Kindern und die damit (hypothetisch) verbundene teilweise Aufgabe der Erwerbstätigkeit - die einzige Grundlage des Statuswechsels bilden und aus der Änderung der Invaliditätsbemessungsmethode (Anwendbarkeit der gemischten statt der Einkommensvergleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der Invali
denrente - beziehungsweise die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente - resultiert (Urteil des Bundesgerichts 9F_8/2016 vom 2
0.
Dezember 2016 E. 4.1).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt, weshalb zur Bestimmung des Invaliditätsgrads auf die gemisc
hte Methode
zurückge
griffen werden darf. Nachfolgend ist daher
zuerst der Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich und anschliessend derjenige im Aufgabenbereich
festzu
setzen
.
6.3
6.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3.2
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versi
cherte Person im relevanten Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss fort
gesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen auszugehen, das vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E. 3.3.3).
Die Beschwerdeführerin war bei Eintritt des Gesundheitsschadens nicht erwerbs
tätig, weshalb die IV-Stelle zur Berechnung des
Valideneinkommens
richtigerweise auf die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE)
zurückgriff (Urk. 2 S. 2).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei auf die Werte aus den Sektoren
„
Gesundheits- und Sozialwesen
“
(Sektoren 86-88),
Anforde
rungsprofil
3, abzustellen (Urk. 1 S. 12). Die Beschwerdeführerin absolvierte eine einjährige Ausbildung zur kosmetischen Fusspflegerin (Urk. 6/6). Der Beruf der kosmetischen Fusspflegerin kann nicht im Bereich des Gesund
heitswesens eingeordnet werden. Es ist dafür weder ein medizinisches Fach
wissen erforderlich noch dient die Tätigkeit einem Heilungs-
oder
Rehabili
tationszweck
.
Vielmehr wäre er unter der Kategorie „sonstige persönliche Dienstleistungen“ einzuordnen. Zugunsten der Beschwerdeführerin ist jedoch
auf den
nicht nach Branchen differenzierten
Lohn für Hilfsarbeiten (
Zentral
wert
),
Kompetenzniveau
1
, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr.
4‘
112
.
auszugehen (LSE 201
2
, S.
35
, Tabelle TA1, TOTAL,
Kompe
tenzniveau
1
)
.
Auf
gerechnet auf die durch
schnittliche betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,7
Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, A-S)
und angepasst an die Entwicklung
der Nominal
löhne
für weib
liche Arbeitskräfte von 2‘630 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘648 Punkte im Jahr 2013
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men
und
Arbeits
kosten
“ publizierten
Lohnentwick
lungsdaten
)
ergibt dies bei einem Beschäfti
gungsgrad von 50 % ein Bruttoeinkommen von
rund
Fr.
2
5
‘
897
.
-
-
(Fr.
4‘
112
.-
-
/ 40 x 41,7 x 12 /
2
630
x 2
648 x 0,5
).
Damit ist dem
Einkom
mensvergleich
ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
6.3.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellen
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mit
verantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Angesichts der Ausbildung de
r Beschwerde
führerin
ist auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Kompetenzniveau 1
, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr.
4‘112.-
auszugehen (LSE 201
2
, S.
35
, Tabelle TA1, TOTAL,
Kompe
tenzniveau
1). Auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S)
und angepasst an die Entwicklung
der Nominal
löhne
für weibliche Arbeitskräfte von 2‘630 Punk
ten im Jahr 2012 auf 2‘648 Punkte im Jahr 2013
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men
und Arbeitskosten“ publizierten
Lohnentwick
lungsdaten
)
ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von 40 %, welcher der Beschwerdeführerin nach der gutachterlichen Beurteilung
seit dem 1. April 2014
zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von
rund
Fr.
20‘717.
-
-
(Fr.
4‘112.-
-
/ 40 x 41,7 x 12 /
2
630
x 2
648 x 0,4
).
Angesichts der nur noch beschränkten Einsatzfähigkeit de
r
Beschwerdeführe
r
in
aufgrund
ihrer
Beschwerden
rechtfertigt sich ein Abzug vom errechneten Jahreseinkommen im Umfang von
20
%. Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im
Kompetenzni
veau
1
auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Es resultiert ein
Invaliden
einkommen
von
rund
Fr.
16‘574.--
(Fr.
20‘717.
-
-
x 0.
8
).
6.3.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
16‘574.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
25‘897.
-
-
eine
Erwerbseinbusse von Fr.
9‘323
.--, was einer Einschränkung von
36
% und einem gewichteten
Teilinvaliditäts
grad
von
18
% (0.5 x
36
) entspricht.
6.3.5
Zu berücksichtigen ist vorliegend, dass
der
Beschwerdeführerin
von den Gut
achtern
vom 1. Juli 2012 bis 3
0.
März
2014
eine Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit von
70 %
bescheinigt wurde
. Da sie zu 50 % im
Aufgaben
bereich
tätig war, ist ihr
ab frühestmögliche
m
Rentenbeginn (Ablauf Wartejahr 14. März 2013)
unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzugs von 20
% ein Invalideneinkommen von Fr. 20‘
717
.--
anzurechnen ([
Fr. 4‘112.-- / 40 x 41,7 x 12 / x 0,
5]
/ 2630 x 2648
x 0,8).
Damit resultiert für diese Zeit eine
jährliche
Erwerbseinbusse von Fr. 5‘
180
.--,
was einer Einschränkung von
20
%
und einem gewichteten
Teilinvaliditäts
grad
von 10 % (0.5 x 20) entspricht. Die operationsbedingte vollständige Arbeitsun
fähigkeit
bis am 3
0.
Juni 2014
bleibt aufgrund mangelnder zeitli
cher Erhebl
ichkeit unbeachtlich (vgl. Art.
88a IVV).
6.4
6.4.1
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. De
zember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz aus
zugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erle
digen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein
invali
ditätsbedingter
Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehö
rige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine
Erwerbs
einbusse
oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne
Gesund
heitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versiche
rungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durch
setzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur frei
willig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Schaden
minderungspflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die ver
bleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grund
sätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhän
gig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 30.
November 2009 E. 4.1-3).
6.4.2
Im Abklärungsbericht vom 2
5.
März 2014 wurde festgehalten, die Beschwerde
führerin sei in ihrem Aufgabenbereich seit dem März 2012
zu 24,1 % eingeschränkt (
Urk.
6/42 S. 8). Diese Einschätzung wurde nachvoll
ziehbar begründet und blieb überdies von der Beschwerdeführerin unbe
stritten.
Sie
macht jedoch geltend, es hätte aufgrund dessen,
dass
sie im März 2014 erneut operiert worden sei, eine neue Haushaltsabklärung durchgeführt werden müssen. Seit dieser Operation sei sie zusätzlich massiv an der oberen linken Extremität eingeschränkt, weshalb ein neuer Bericht hätte erstellt
werden müssen. Hinzu komme die seit November 2015 bestehende Proble
matik
am
linken Knie,
die
ebenfalls unberücksichtigt geblieben sei. Aus
diesen Gründen sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (Urk. 1 S. 15-
16).
Der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass die Gutachter zum Schluss kamen, der im Haushaltsabklärungsbericht ermittelte
Ein
schränkungs
grad
von 24,1
%
sei unter Berücksichtigung aller Faktoren plau
sibel (
Urk.
7/83 S. 44).
Die Begutachtung fand
im August 2015 statt und die Einschränkung der linken oberen Extremität wurde darin bereits berücksich
tigt. Da die Gutachter trotz der zusätzlichen Beschwerden zum Schluss kamen, das Ergebnis des Haushaltsberichts erscheine nachvollziehbar, bestand keine Notwendigkeit für eine neue Haushaltsabklärung.
Hinsichtlich der Beschwerden am linken Knie ist darauf hinzuweisen, dass lediglich
bild
gebende
Befunde eingereicht wurden. Inwiefern die Beschwerdeführerin dadurch zusätzliche Einschränkungen im Haushaltsbereich erfahren sollte, wurde nicht dargetan. Abgesehen davon geht aus dem Haushaltsberich
t her
vor, dass der Beschwerdeführerin
grössenteils
nur noch sitzende Tätigkeiten zugemutet
worden sind
. So wurde festgehalten, sie könne nur noch maximal 10 Minuten lang stehen, dann müsse sie sich setzen (Urk. 6/42 S. 5). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die zusätzlich geschilderten Beschwerden am linken Knie sie in ihren sitzenden Tätigkeiten im Aufgabenbereich
zusätzlich
beeinträchtigen könnten. Damit war die
Erstellung eines neuen
Haushaltab
klärungs
berichts
nicht notwendig
, weshalb das Vorgehen der IV-Stelle nicht zu beanstanden ist.
Nach dem Gesagten kann auf den Haushalt
abklärung
sbericht vom 2
5.
März 2014 abgestellt werden. Es ist von einer
24,1%igen Einschränkung im Auf
gabenbereich auszugehen.
6.4.3
Aufgrund der errechneten Einschränkung im Aufgabenbereich ergibt sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von rund 12
%
(0,5 x 24,1)
6.5
Werden die beiden Betätigungsfelder gesamthaft betrachtet, resultiert
für die Zeit ab dem
1. April 2014
ein rentenausschlie
ssender Invaliditätsgrad von 30
% (18
%
+ 12
%
)
und für die Zeit vom
1. März
201
3
bis 30. März 2014 ein solcher von 22 % (10 % + 12 %)
.
6.6
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 1
8.
März 2016 im Ergebnis nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
1‘0
00.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).