Decision ID: 2ab4a296-68e4-47b3-84e9-fec1ecb44e6e
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2012 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, dass er am 1. August 2004 von aus
B._ in die Schweiz eingereist sei. Seit dem Militärdienst im 1999/2000 leide er an
einer psychischen Krankheit, die sich seit August 2010 sehr verschlimmert habe. Seit
Dezember 2011 sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Er habe in B._ die Primar- und die
Sekundarschule sowie das Gymnasium besucht. Einen Beruf habe er nicht erlernt.
Zuletzt habe er zu 100 % als Lagermitarbeiter gearbeitet.
A.b Die C._ GmbH (Stellenvermittlung) berichtete der IV-Stelle am 20. Juni 2012 (IV-
act. 14), dass sie den Versicherten vom 11. Juli 2011 bis 5. Dezember 2011 beschäftigt
habe. Als Kündigungsgrund gab sie "Arbeitsende, keine Arbeit", an. Der letzte effektive
Arbeitstag sei der 5. Dezember 2011 gewesen. Der Versicherte habe einen
Stundenlohn von Fr. 24.-- erhalten (inkl. Ferien- und Feiertagsentschädigung). Die
D._ GmbH berichtete der IV-Stelle am 26. Juni 2012 (IV-act. 17), dass sie den
Versicherten vom 1. Januar 2011 bis 30. Juni 2011 zu 100 % als Maschinenbediener
im Versand beschäftigt habe. Der Monatslohn habe Fr. 4'400.-- betragen.
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A.c Die Kriseninterventionsstelle des Psychiatrischen Zentrums E._ reichte am 29.
Juni 2012 einen Austrittsbericht vom 30. Januar 2012 über einen stationären Aufenthalt
vom 6. Dezember 2011 bis 20. Januar 2012 ein (IV-act. 16). Dem Bericht waren die
folgenden Diagnosen zu entnehmen:
• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)
• Benzodiazepin-Abhängigkeit (F13.25)
• Benzodiazepin-Entzug (F13.3)
• Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom, RLS).
Dem Bericht war weiter zu entnehmen, dass sich im Verlauf eine subjektive und
objektive Besserung des Schlafs und des Antriebs gezeigt hätten. Der Versicherte sei
in leicht gebessertem Zustand in die ambulante Weiterbehandlung entlassen worden.
Beim Austritt habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Vom 30. April bis 3.
August 2012 war der Versicherte wegen einer schweren depressiven Episode in der
Psychiatrischen Klinik F._ hospitalisiert gewesen (IV-act. 20). Als neue Diagnosen
gaben die Klinikärzte im Austrittsbericht vom 3. August 2012 Störungen durch Sedativa
oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (F13.20), und
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (Z60.3) an. Die depressive
Symptomatik habe sich während des Behandlungsverlaufs gebessert. Am 6. August
2012 sei der Eintritt in die Psychiatrische Tagesklinik G._ vorgesehen. Dr. med.
H._, Oberärztin, und lic. phil. I._, Psychologin, Psychiatrische Tagesklinik J._,
berichteten der IV-Stelle am 16. Oktober 2012 (IV-act. 22), dass der Versicherte derzeit
an einer mittelgradigen depressiven Episode leide. Der Austritt aus der Tagesklinik sei
per 30. November 2012 geplant. Der Versicherte sei als Hilfsarbeiter seit dem 6.
Dezember 2011 und bis auf weiteres wegen einer depressiven Stimmung, einem
reduzierten Antrieb, einer Schlafstörung mit Hypersomnie, einer geringen Belastbarkeit,
einer geringen Stresstoleranz, einer ständigen Unruhe und einer erhöhten Ermüdbarkeit
zu 100 % arbeitsunfähig. Die allgemeine Leistungsfähigkeit sei gering. Ab Dezember
2012 sei der Beginn eines Belastungstrainings im Umfang von ca. 2 bis 3 Stunden pro
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Tag (20 %) möglich. Innerhalb eines Jahres sollte die Arbeitsfähigkeit auf mindestens
50 % gesteigert werden können.
A.d Am 22. Februar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 38), dass sie
die Kosten für ein Belastbarkeitstraining in der K._ vom 11. Februar 2013 bis 10. Mai
2013 übernehme. Die Leiterin Rehabilitation und der Kursleiter der K._ hielten im
Schlussbericht vom 13. Mai 2013 über das Belastbarkeitstraining fest (IV-act. 59), dass
zum aktuellen Zeitpunkt kein Aufbautraining angeschlossen werde, da das Ziel einer
stabilen 50 %igen Präsenz nicht erreicht worden sei. Der Versicherte leide nach wie vor
unter einer grossen Müdigkeit und Energielosigkeit.
A.e Dr. med. L._, Ambulatorium Psychiatrisches Zentrum G._, berichtete der IV-
Stelle am 17. Mai 2013 über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 64). Es
bestehe weiterhin eine mittelgradige depressive Episode. In Anbetracht des bisherigen
Verlaufs zeige sich eine Chronifizierung der Depression, weshalb von einer eher
ungünstigen Prognose ausgegangen werden müsse. Der Versicherte sei auf dem
ersten Arbeitsmarkt aktuell zu 100 % arbeitsunfähig. Die Teilnahme an einem
Beschäftigungsprogramm im geschützten Rahmen in einem Pensum von max. 20-25
% wäre zur Erhaltung der Tagesstruktur sinnvoll und zumutbar. RAD-Psychiaterin Dr.
med. M._ notierte am 11. Juli 2013 (IV-act. 69), dass eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bzw. eine nur 20-25 %ige Präsenz im geschützten Rahmen aufgrund
der vorliegenden Berichte/Befunde nicht nachvollziehbar sei. Ebenfalls nicht
nachvollziehbar sei, weshalb die Präsenz (ohne Leistungsanforderung) der K._ nicht
habe gesteigert werden können, zumal der Versicherte in der Tagesklinik ein
Ganztagesprogramm absolviert habe. Bei intakten kognitiven Funktionen und offenbar
unauffälligen vegetativen Funktionen (ausser der Schlafstörung bei einem RLS) sei die
Diagnose einer schweren depressiven Phase zudem nicht ganz plausibel. Der Anteil an
psychosozialen Einflüssen auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht geklärt
(Integrationsproblem trotz/bei Schweizer Ehefrau, spricht schlecht Deutsch, trotz
ausländischem Gymnasialabschluss in der Schweiz nur Hilfstätigkeiten). Des Weiteren
sei nicht geklärt, ob das RLS, welches die Unruhe, die Schlafstörungen und die
Tagesmüdigkeit auch erklären könnte, bisher ausreichend behandelt worden sei.
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A.f Am 22. Juli 2013 ging bei der IV-Stelle der Austrittsbericht vom 6. Dezember 2012
über die tagesklinische Behandlung vom 6. August 2012 bis 30. November 2012 ein
(IV-act. 76). Dr. H._ und lic. phil. I._ hatten angegeben, dass das Aktivitätsniveau
im Verlauf der Therapie leicht habe verbessert werden können. Trotz subjektiv
anhaltenden Symptomen der Unruhe und Müdigkeit sei wegen Regressionstendenzen
der Austritt vereinbart worden. Der Versicherte sei nach dem Klinikaustritt weiterhin zu
100 % arbeitsunfähig.
A.g Am 23. August 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen
Anspruch mehr auf berufliche Eingliederungsmassnahmen habe, da er sich nicht in der
Lage fühle, drei bis dreieinhalb Stunden (pro Tag) präsent zu sein (IV-act. 78).
A.h Dr. med. N._ berichtete der IV-Stelle am 20. September 2013 (IV-act. 82), dass
der Versicherte seit Dezember 2011 an einer schweren depressiven Episode leide.
Körperlich und geistig sei er gesund. Er sei in jeglicher Tätigkeit voll arbeitsunfähig. Dr.
L._ gab in ihrem Bericht vom 17. September 2013 zuhanden der IV-Stelle einen
stationären Gesundheitszustand an (IV-act. 84). Im Verlauf der letzten Monate habe
sich eine gewisse Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes gezeigt. Der
Versicherte sei jedoch nach wie vor schnell überfordert und psychisch kaum belastbar.
Aktuell sei er zu 100 % arbeitsunfähig. RAD-Psychiaterin Dr. M._ notierte am 5.
November 2013 (IV-act. 85), dass gemäss dem aktuellen psychopathologischen
Befund nach AMDP eine maximal mittelgradige depressive Störung plausibel sei. Eine
100 %ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der genannten Defizite sei eher nicht
nachvollziehbar.
A.i Am 14. November 2013 reichte Dr. N._ einen Bericht der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 23. Januar 2012 ein (IV-act. 88). Die Klinikärzte
hatten erklärt, dass die Kriterien für das Vorliegen eines RLS zum aktuellen Zeitpunkt
nicht erfüllt seien; insbesondere fehle das Hauptkriterium des Bewegungsdranges. Sie
hatten die berichteten Bewegungen des rechten Beines, das Brennen sowie die
Schmerzen und Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich am ehesten im
Zusammenhang mit der depressiven Störung gesehen. Dr. L._ berichtete der IV-
Stelle am 3. Dezember 2013 (IV-act. 89), dass bezüglich des RLS keine neuen Befunde
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vorlägen. Laut dem Versicherten seien die Beschwerden befriedigend eingestellt; eine
schlafmedizinische Abklärung sei nicht vorgesehen.
A.j Am 5. und 28. Februar 2014 war der Versicherte wegen seit etwa eineinhalb
Monaten ca. zwei bis vier Mal pro Woche auftretenden, plötzlich zuckenden
Bewegungen im Bereich der rechten Hand durch Dr. med. O._, Facharzt für
Neurologie, untersucht worden (IV-act. 97-12 ff.). Dr. O._ erklärte, dass er sich die
rezidivierenden Zuckungen im Bereich der Extremitäten von neurologischer Seite her
nicht erklären könne. Es könnte sich auch um myokloniforme Entäusserungen im
Rahmen des RLS handeln. Differentialdiagnostisch sei eine psychogene Ursache in
Betracht zu ziehen.
A.k Am 28. April 2014 berichteten med. pract. P._ und med. pract. Q._ über die
Hospitalisation des Versicherten in der Psychiatrischen Klinik F._ vom 2. Dezember
2013 bis 25. März 2014 (IV-act. 97). Der Versicherte habe beim Eintritt ein mittel- bis
schwergradiges depressives Zustandsbild gezeigt. Er sei insgesamt wenig belastbar
gewesen und habe neben der Anspannung und der Antriebsminderung multiple
körperliche Beschwerden geschildert, sodass lediglich eine Halbtagesstruktur habe
etabliert werden können. Im Verlauf habe sich der Versicherte etwas
schwingungsfähiger und spürbarer im Kontakt gezeigt und es sei ihm gelungen, das
Aktivitätsniveau etwas zu steigern. Die Weiterbehandlung erfolge ab dem 14. April 2014
in der Tagesklinik G._. Beim Austritt habe weiterhin eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestanden.
A.l Am 26. März 2014 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr. med.
R._, Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie, monodisziplinär begutachtet
(Gutachten vom 30. Mai 2014, IV-act. 100). Dr. R._ erklärte, dass beim Versicherten
gemäss der Exploration und der Aktenlage übereinstimmend mit den Befunden der
Psychiatrischen Klinik F._ und von Dr. N._ die Diagnosekriterien einer rezidivierend
depressiven Störung von schwerer und mittelschwerer Ausprägung im Wechsel erfüllt
seien. Insbesondere seien eine Antriebsstörung und eine Affektstörung vorhanden. Die
Affektstörung mit Veränderung von Grundstimmung, Entscheidungsfähigkeit,
ausgeprägter Weinerlichkeit und psychomotorisch sichtbarer Anspannung sei gut
nachvollziehbar und in der Untersuchung spürbar gewesen. Das Beck'sche
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Depressionsinventar (26 Punkte) und die Hamilton Depressionsskala (20 Punkte) hätten
die Affektstörung bestätigt. Auch wenn keine ausgeprägten formalen Denkstörungen
vorhanden seien, sei die Konzentrationsfähigkeit des Versicherten im Rahmen einer
Grübelsucht, eines negativen Gedankenkreisens und der überwertigen Angst, andere
würden negativ über ihn denken, deutlich ausgewiesen. Vordergründig bestünden
keine auslösenden Faktoren für die seit dem Jahre 2000 nun mindestens viermal
aufgetretenen depressiven Episoden. Schwere Funktionseinschränkungen bestünden
in der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit, in der Durchhaltefähigkeit, in der
Kontaktfähigkeit zu Dritten und in der Fähigkeit, ausserberuflichen Aktivitäten
nachzugehen. Mässiggradig bis leichte Einschränkungen bestünden in der
Entscheidungsurteilsfähigkeit, in der Einhaltung von Regeln und Routineabläufen, in der
Gruppenfähigkeit und in intimen Beziehungen (Reizbarkeit). Ressourcen habe der
Versicherte ausserhalb seiner depressiven Episoden in der Kontaktfähigkeit. Das
aktuell vorhandene Rückzugsverhalten sei stark überwiegend als krankheitsbedingt im
Rahmen der depressiven Episode einzustufen. Weitere psychosoziale Faktoren, welche
direkt die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten, seien nicht gegeben. Der Versicherte zeige
eine überdurchschnittlich gute Compliance. Allein die vom Versicherten knapp nach
den stationären Aufenthalten geschilderten abrupten Depressionsverschlechterungen
würden ein zwiespältiges Licht auf die Glaubwürdigkeit des Versicherten werfen. Das
Vorliegen eines RLS sei mit dem neurologischen Befund vom 23. Januar 2012
widerlegt worden. Auch die aktuelle klinische Symptomatik spreche gegen ein RLS. Die
geschilderte Symptomatik (Beinunruhe rechts, Schlafstörung) vermöchte zudem keine
Einschränkung der Arbeits¬fähigkeit zu begründen. Nach einem nunmehr seit
mindestens zwei Jahren mit mittelschweren und schweren depressiven Episoden
stattfindenden Krankheitsverlauf seit dem Jahr 2011 könne von einer langfristigen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % trotz intensiver
therapeutischer Massnahmen ausgegangen werden. Die erste depressive Episode (DD
Anpassungsstörung) sei im Jahr 2000 (Militärdienst) aufgetreten und entsprechend den
anamnestischen Angaben leichtgradig gewesen. Die depressiven Episoden in ihrer
vollen Tragweite seien erst in der Schweiz (ab 2007, allenfalls ab 2005) zu beobachten
gewesen. Die depressive Störung wirke sich durch eine Verminderung der Ausdauer,
wechselnde, weniger belastbare Phasen und erhöhte Absenzen aus. Die Ausübung
einer Tätigkeit sei, abhängig vom Verlauf der depressiven Episoden, sehr schwankend
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zu erwarten. Aufgrund der wiederholten Arbeitsunterbrüche und Stellenwechsel müsse
mit Stellenwechseln gerechnet werden. Wegen des stationären Aufenthalts könne
frühestens im Juni 2014 mit der Wiederaufnahme (gemeint wohl: Wiederherstellung)
der 50 %igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Vorsichtig betrachtet sei die
Prognose besserungsfähig. RAD-Psychiaterin Dr. M._ notierte am 10. Juni 2014 (IV-
act. 101), dass das Gutachten von Dr. R._ umfassend, ausführlich, konsistent und
nachvollziehbar sei.
A.m Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2014 (IV-act. 105) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs in
Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, dass unter Berücksichtigung der aktuell
geltenden Rechtsprechung das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
verneint werden könne. Dagegen liess der Versicherte am 5. August 2014 einen
Einwand erheben, dem ein Bericht der Tagesklinik G._ vom 12. Februar 2014 sowie
die Befunde eines MRT der ganzen Wirbelsäule und eines MRI ISG vom 22. Juli 2013
beilagen (IV-act. 110). RAD-Psychiaterin Dr. M._ notierte am 7. Ok¬tober 2014 (IV-
act. 113), dass der neurologische Befund gemäss RAD-Arzt Dr. med. S._, Facharzt
für Neurologie, keine quantitative Änderung der psychiatrisch begründeten 50 %igen
Arbeitsunfähigkeit bewirke. Dr. N._ habe der IV-Stelle am 20. September 2013
mitgeteilt, dass der Versicherte körperlich gesund sei. Der an sie adressierte MRI-
Befund vom 22. Juli 2013 sei daher ebenfalls nicht relevant. Dies bestätige auch die
Beschwerden-Anamnese im psychiatrischen Gutachten, in welcher diffuse
Körpersensationen (aber keine Schmerzen im LWS-Bereich) in Zusammenhang mit der
depressiven Stimmung beschrieben worden seien. Ausserdem könne ein MRI-Befund
mit fehlenden klinischen Beschwerden gemäss dem Rheumatologen und RAD-Arzt Dr.
med. T._ keine Änderung der 50 %igen Arbeitsunfähigkeit bewirken. Eine
syndromale Schmerzstörung liege nicht vor. Somit seien keine weiteren medizinischen
Abklärungen notwendig.
A.n Auf eine interne Anfrage antwortete ein Rechtsdienstmitarbeiter am 14. Oktober
2014 (IV-act. 114), dass die rezidivierende mittelgradige depressive Störung nicht im
Zusammenhang mit einem pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage stehe. Der
Krankheitsverlauf werde gemäss dem Gutachter nicht entscheidend von
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psychosozialen Faktoren bestimmt. Zudem absolviere der Versicherte seit längerem
eine offenbar adäquate psychiatrische Therapie. Die Compliance sei
überdurchschnittlich gut. Unter diesen Umständen sei die attestierte Arbeitsunfähigkeit
von 50 % nachvollziehbar.
A.o Mit einem zweiten Vorbescheid vom 22. Oktober 2014 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 46 % die Zusprache einer Viertelsrente
rückwirkend ab dem 1. Dezember 2012 an (IV-act. 118). Zur Begründung hielt sie fest,
dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Maschinenbediener im Versand
sowie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei. Ohne
Gesundheitsschaden könnte der Versicherte in einem 100 %-Pensum ein
Jahreseinkommen von Fr. 57'200.-- erzielen. Unter Berücksichtigung des
Gesundheitsschadens sei er gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE) in der Lage, bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer
leidensadaptierten Tätigkeit ein Jahreseinkommen von Fr. 31'135.-- zu verdienen.
Dagegen liess der Versicherte am 24. November 2014 einwenden (IV-act. 120), dass
sowohl das RLS als auch der Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelkompression
eingehender Abklärungen bedürften. Zudem sei das Valideneinkommen nicht korrekt
ermittelt worden. Weiter sei ein Tabellenlohnabzug von 25 % gerechtfertigt. Dem
Einwand lagen diverse Verordnungen zur Physiotherapie bei (IV-act. 120-7 ff.). RAD-
Psychiaterin Dr. M._ notierte am 15. Dezember 2014 (IV-act. 121), dass in den
Physiotherapiezuweisungen eine Dekonditionierung/muskuläre Insuffizienz und eine
psychofunktionelle Problematik festgehalten worden seien. Der Versicherte leide also
nicht an einer erheblichen Wirbelsäulenerkrankung, geschweige denn an einer
Rückenmarks- oder Nervenwurzelkompression. Weitere somatische Abklärungen seien
nicht angezeigt.
A.p Mit Verfügung vom 16. Februar 2015 (IV-act. 122, 130) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten wie angekündigt bei einem IV-Grad von 46 % rückwirkend ab dem 1.
Dezember 2012 eine Viertelsrente zu. Zum Einwand hielt sie fest, dass für das
Valideneinkommen auf das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen bei der D._ GmbH
abgestellt worden sei. Der Versicherte habe gemäss dem IK-Auszug nie ein höheres
Jahreseinkommen erzielt. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt. Die
Verfügung war an die Rechtsvertreterin des Versicherten adressiert.
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A.q Am 1. April 2015 (IV-act. 131 f.) informierte die Rechtsvertreterin die IV-Stelle
vorab per Fax, der Versicherte habe ihr soeben telefonisch mitgeteilt, dass er IV-
Leistungen erhalte. Nach telefonischer Rücksprache bei einer IV-Sachbearbeiterin habe
sie erfahren, dass am 16. Februar 2015 eine Rentenverfügung ergangen sei. Sie bat
darum, die Wiedereröffnung/Wiederherstellung der Verfügung sowie der
Rechtsmittelfrist zu veranlassen und ihr die Verfügung zuzusenden.
A.r Am 2. April 2015 erliess die IV-Stelle eine neue Verfügung (act. G 1.1 Beilage 2). Bis
auf das Verfügungsdatum entsprach diese inhaltlich der Verfügung vom 16. Februar
2015.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 2. April 2015 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 17. April 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer
ganzen (eventualiter einer Dreiviertels- oder halben) Rente. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur polydisziplinären Begutachtung an die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Die Rechtsvertreterin stellte zudem ein Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte
sie geltend, dass nicht abschliessend beurteilt worden sei, ob die RLS-Beschwerden
eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit begründeten. Der Bandscheibenvorfall und die
Nervenwurzelkompression S1 seien aufgrund der ausgeprägten Depression bislang
ausser Acht und unbehandelt gelassen worden. Zwar habe Dr. N._ im Bericht vom
20. September 2013 erklärt, dass der Beschwerdeführer körperlich gesund sei. Dr.
N._ sei allerdings nicht die Hausärztin, sondern die Psychiaterin des
Beschwerdeführers gewesen. Zudem habe die _-jährige Ärztin zu diesem Zeitpunkt
mit ihrer eigenen Gesundheit zu kämpfen gehabt und es nicht mehr so genau
genommen; nur einige Monate später sei sie für längere Zeit ausgefallen.
Zwischenzeitlich habe sie die Praxis schliessen müssen. Ausserdem sei der
Bandscheibenvorfall erst später durch die Psychiatrische Klinik F._ (Bericht vom 12.
Februar 2014) aufgedeckt worden. Es sei notorisch, dass ein MRI nicht von jedem Arzt
richtig gedeutet und gelesen werden könne. Im Übrigen seien die MRI vom 22. Juli
2013 veraltet. Mit Bezug auf das Valideneinkommen hielt die Rechtsvertreterin fest,
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dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung seine Erwerbsfähigkeit bereits
vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht voll habe ausschöpfen können. Das
Valideneinkommen sei daher gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE auf Fr. 62'270.--
festzusetzen. Aufgrund der psychischen Einschränkungen, der Einnahme von
Schmerzmitteln und verschiedenen Antidepressiva sowie wegen der Schlafstörungen
sei beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug von mindestens 10 % gerechtfertigt.
Wegen der RLS-Symptomatik seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten, die
Feinmotorik und Koordination erforderten, nicht möglich. Wegen des
Bandscheibenvorfalls sei der Beschwerdeführer in rotierenden Bewegungen stark
eingeschränkt und er könne keine Überkopfarbeiten ausüben und keine Lasten über 5
kg heben oder tragen. Der Leidensabzug müsse daher mindestens 20 % betragen.
Zudem sei ein Teilzeitabzug von 10 % zu gewähren. Auch der schwankende Verlauf
der depressiven Episoden vermindere die Chancen des Beschwerdeführers, einer 50
%igen Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. Mai 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung hielt sie fest, dass die gesundheitlichen Leiden
genügend abgeklärt worden seien. Die MRI-Aufnahme vom 22. Juli 2013 habe keine
schwerwiegenden Befunde ergeben. Es passe ins Bild, dass der Beschwerdeführer
wegen der Rückenbeschwerden nicht in fachärztlicher Behandlung stehe. Da beim
Beschwerdeführer keine repräsentative Einkommensbasis zur Verfügung stehe, könne
das Valideneinkommen gestützt auf die LSE berechnet werden. Der Tabellenlohn von
Fr. 65'654.-- sei jedoch um 5 % zu kürzen, da das tatsächlich erzielte
Erwerbseinkommen deutlich tiefer gewesen sei. Das Valideneinkommen betrage somit
Fr. 62'371.--. Da die gesundheitlichen Einschränkungen mit der attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bereits grosszügig berücksichtigt worden seien, sei ein
Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Ein Teilzeitabzug sei nicht angezeigt, da sich dem
Gutachten nicht entnehmen lasse, dass der Beschwerdeführer nur noch in Teilzeit
arbeiten könne. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 32'824.-- und der
Invaliditätsgrad 47 %.
B.c Das Gericht bewilligte am 22. Mai 2015 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 4).
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B.d In ihrer Replik vom 3. August 2015 (act. G 8) machte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass selbst der psychiatrische Gutachter erst
nach einer völligen Stabilisierung des Gesundheitszustandes mit einer 50 %ige
Arbeitsfähigkeit gerechnet habe. Die Berichte der behandelnden Ärzte bestätigten,
dass eine solche nicht vorliege. Der Replik lagen ein Bericht von Dr. med. U._,
Psychiatrie-Zentrum V._, vom 14. Juli 2015 (act. G 8.1.1) und ein Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik F._ vom 16. Juli 2015 (act. G 8.1.2) bei.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9 f.).
B.f Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 24. Dezember 2015 eine
Kostennote über einen Betrag von Fr. 2'695.68 ein (act. G 11). Am 8. September 2016
stellte sie dem Gericht weitere ärztliche Berichte zu (act. G 13). Dr. med. W._,
Allgemeine Innere Medizin, hatte der Rechtsvertreterin am 5. September 2016 berichtet
(act. G 13.1.1), dass er den Beschwerdeführer wegen Lumbalgien erstmals 2009,
erneut 2010 und mehrfach seit 2014 betreut habe. Die Rückenbeschwerden seien
durch eine Dekonditionierung und eine Haltungsinsuffizienz bedingt gewesen. In die
aktuelle Rückenbeschwerdebehandlung sei er bisher nicht involviert. Die Klinik für
Neurochirurgie hatte im Austrittsbericht vom 7. Juli 2016 (act. G 13.1.2) als
Hauptdiagnose eine Lumboischialgie rechts ohne Ausfälle (aktuell: MRI ohne
Neurokompression) angegeben. Die Tagesklinik G._ hatte am 29. Dezember 2015
über die Behandlung des Beschwerdeführers vom 10. August bis 6. November 2015
berichtet (act. G 13.1.5).

Considerations:
Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer bereits mit Verfügung vom 16.
Februar 2015 rückwirkend ab dem 1. Dezember 2012 eine Viertelsrente zugesprochen.
Diese Verfügung ist an die Rechtsvertreterin adressiert gewesen, dieser aber nie
zugestellt worden. Da die Verfügung vom 16. Februar 2015 weder dem
Beschwerdeführer selbst noch seiner Rechtsvertreterin eröffnet worden ist, ist sie gar
nie rechtswirksam geworden. Die Beschwerdegegnerin hat am 2. April 2015 eine neue
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Rentenverfügung erlassen, die sich lediglich hinsichtlich des Verfügungsdatums von
jener vom 16. Februar 2015 unterschieden hat. Die Verfügung vom 2. April 2015 ist am
8. April 2015 bei der Rechtsvertreterin eingegangen. Die Beschwerdefrist von 30 Tagen
beginnt erst am Tag nach der Eröffnung der Verfügung zu laufen (vgl. Art. 60 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Die Beschwerdefrist hat also am 9. April 2015 zu laufen begonnen. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 17. April 2015 und damit rechtzeitig
Beschwerde erhoben. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 2. April 2015 hat die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer bei einem IV-Grad von 46 % rückwirkend ab dem 1. Dezember
2012 eine Viertelsrente zugesprochen. Strittig ist, ob der Beschwerdeführer einen
Anspruch auf eine ganze (oder mindestens auf eine halbe oder eine Dreiviertels-) Rente
hat. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ist die Rechtmässigkeit der angefochtenen
Verfügung und damit der Anspruch auf eine Rente als solcher (nicht nur die Höhe) zu
prüfen.
2.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.4 Der Beschwerdeführer hat sich im Mai 2012 zum Leistungsbezug angemeldet. Er
hat geltend gemacht, seit Dezember 2011 arbeitsunfähig zu sein. Das Wartejahr wäre
nach Ablauf der sechsmonatigen Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG, d.h. am 1. November
2012, noch nicht erfüllt gewesen. Ein allfälliger Rentenanspruch könnte daher
frühestens am 1. Dezember 2012 entstehen.
3.
3.1 Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad festlegen zu können, muss
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen. Relevant ist im vorliegenden Verfahren die
Arbeitsfähigkeit ab dem frühestmöglichen Beginn des Wartejahres, d.h. ab dem 1.
Dezember 2011, bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses, d.h. dem 2. April 2015.
3.2 Aus psychiatrischer Sicht unbestritten und aufgrund der in den diversen Berichten
der behandelnden Ärzte wie auch im Gutachten von Dr. R._ geschilderten
psychopathologischen Befunde nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer seit
dem Jahr 2011 an einer rezidivierenden depressiven Störung von schwerer und
mittelschwerer Ausprägung im Wechsel leidet. Die von Dr. R._ attestierte 50 %ige
Arbeitsfähigkeit steht zudem grundsätzlich nicht in Widerspruch zu den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte, die dem Beschwerdeführer
immer wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert haben. Die vollständigen
Arbeitsunfähigkeiten sind dem Beschwerdeführer nämlich oftmals im Rahmen eines
stationären Aufenthalts bescheinigt worden. Dass während einer Hospitalisation eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht, liegt in der Natur der Sache. Dr. R._ hat denn
auch festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit grossen Schwankungen unterworfen sein
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dürfte. Er hat seine Beurteilung also im Wissen darum abgegeben, dass die
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, zum Zeitpunkt der Begutachtung
mittelgradig ausgeprägt, keine vollständige Stabilisierung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers erwarten lässt. Die Argumentation der Rechtsvertreterin, dass
erst nach einer völligen Stabilisierung des Gesundheitszustandes mit einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden dürfe, geht daher fehl. Arbeitsfähigkeitsschätzungen
von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten weichen zudem oftmals von den
gutachterlichen Einschätzungen ab, weil die Behandler wegen ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2)
und die Gutachter in der Regel über mehr Erfahrung hinsichtlich der
versicherungsmedizinisch relevanten Arbeitsfähigkeit verfügen. Demnach ist auf die
überzeugende Einschätzung des psychiatrischen Gutachters Dr. R._ abzustellen,
wonach der Beschwerdeführer nach der Stabilisierung der Depression auf dem Niveau
der mittelgradig depressiven Episode über den Zeitraum von mindestens drei Monaten,
d.h. ab Juni 2014, in jeder in Frage kommenden Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig
gewesen ist.
3.3 Zu prüfen bleibt, ob vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat.
Der Beschwerdeführer ist vom 6. Dezember 2011 bis 20. Januar 2012 und vom 30.
April 2012 bis 3. August 2012 hospitalisiert gewesen. Vom 6. August 2012 bis 30.
November 2012 hat er ein Ganztagesprogramm in einer Tagesklinik absolviert. Von
Dezember 2011 bis November 2012, d.h. während des Wartejahres, hat daher mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten
bestanden. Dr. H._ von der Psychiatrischen Tagesklinik J._ hat der IV-Stelle am 16.
Oktober 2012 berichtet, dass die Depression derzeit mittelgradig ausgeprägt sei. Im
Februar 2013 hat der Beschwerdeführer das Belastbarkeitstraining gestartet. Die
behandelnde Psychiaterin Dr. L._ hat am 17. Mai 2013 über einen stationären
Gesundheitszustand (mittelgradige depressive Episode) berichtet. Vor diesem
Hintergrund ist davon auszugehen, dass ab dem 1. Dezember 2012 (frühestmöglicher
Zeitpunkt des Rentenbeginns) eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Vom 2.
Dezember 2013 bis am 25. März 2014 ist der Beschwerdeführer erneut hospitalisiert
gewesen. Der psychiatrische Gutachter Dr. R._ hat erklärt, dass aufgrund des
stationären Aufenthalts frühestens im Juni 2014 mit der Wiedererlangung einer 50
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%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne. Demnach ist der Beschwerdeführer
vom 2. Dezember 2013 bis Ende Mai 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vorübergehend für jegliche Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab dem 1. Juni
2014 ist dann wieder von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dafür, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch Dr.
R._ im März 2014 bis zum Verfügungserlass (April 2015) verschlechtert haben
könnte, bestehen keine Hinweise und ist vom Beschwerdeführer auch nicht geltend
gemacht worden. Demnach steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht vom 1.
Dezember 2011 bis 30. November 2012 für jegliche Tätigkeiten zu 100 %, ab dem 1.
Dezember 2012 zu 50 %, ab dem 1. Dezember 2013 zu 100 % und ab dem 1. Juni
2014 wieder zu 50 % arbeitsunfähig gewesen ist.
3.4 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass der
somatische Gesundheitszustand, namentlich die Auswirkungen des Restless-Legs-
Syndroms und der Rückenbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit, nicht genügend
abgeklärt worden seien.
3.4.1 Die unwillkürlichen Bewegungen des rechten Beines sind am 23. Januar 2012 in
der Klinik für Neurologie des KSSG untersucht worden. Die Ärzte haben kein RLS
diagnostizieren können, da insbesondere das Hauptkriterium des Bewegungsdranges
im Untersuchungszeitpunkt nicht erfüllt gewesen ist. Auch im Zeitpunkt der
Untersuchung bei Dr. R._ im März 2014 hat kein Bewegungsdrang bestanden (IV-act.
100-19). Zwar hat der Neurologe Dr. O._ die Diagnose eines RLS in seinen
Untersuchungsberichten vom 6. und 28. Februar 2014 erneut angegeben. Die
Untersuchung von Dr. O._ hat sich jedoch allein auf die unwillkürlichen Zuckungen
der Hände bezogen, weshalb davon auszugehen ist, dass er die Diagnose eines RLS
aus früheren Berichten anderer Ärzte übernommen hat. Mit der RAD-Ärztin Dr. M._
ist davon auszugehen, dass von weiteren neurologischen Untersuchungen keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind, denn weder die Fachärzte der Klinik für Neurologie des
KSSG noch Dr. O._ haben eine neurologische Ursache für die unwillkürlichen
Bewegungen der Beine und Hände finden können. Die Ärzte der Klinik für Neurologie
sind zum Schluss gekommen, dass die somatischen Beschwerden am ehesten in
Zusammenhang mit der depressiven Störung stünden. Auch Dr. O._ hat eine
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psychogene Genese in Betracht gezogen. Diese Schlussfolgerung erscheint plausibel,
zumal der Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen Gutachter Dr. R._
angegeben hat, dass die Körpersensationen in Form eines Ameisenlaufens, Brennens,
Wasserrieselns oder Hitzegefühls von den Beinen aufsteigend über den ganzen Körper,
die Verspannungen im Bereich des Nackens- und des Schultergürtels und das deutlich
unruhige zitternde Bein deutlich abhängig von der Anspannung und den depressiven
Stimmungen seien (IV-act. 100-10). Der psychiatrische Gutachter hat die geltend
gemachten unwillkürlichen Bewegungen der Extremitäten in seinem Gutachten
berücksichtigt. Er ist zum überzeugenden Schluss gekommen, dass diese
Symptomatik keine (weitere) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermag.
Demnach sind bezüglich der geltend gemachten unwillkürlichen Bewegungen der
Extremitäten keine weiteren Abklärungen erforderlich.
3.4.2 Bezüglich der Rückenbeschwerden ist folgendes festzuhalten: Gemäss dem
langjährigen Hausarzt Dr. W._ hat sich der Beschwerdeführer bereits mehrfach
wegen Lumbalgien behandeln lassen. Der Hausarzt hat im Bericht vom 5. September
2016 erklärt, dass die Rückenbeschwerden durch eine Dekonditionierung und eine
Haltungsinsuffizienz bedingt seien. Die Therapien hätten sich bisher auf eine
medikamentöse Schmerzcoupierung und eine regelmässige Physiotherapie mit MTT-
Training beschränkt. Dr. N._ ist entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin
keine Psychiaterin, sondern sie trägt den Titel "Praktische Ärztin" (siehe
www.doctorfmh.ch/, besucht am 13. Oktober 2017). Da der Untersuchungsbefund an
sie adressiert gewesen ist, ist davon auszugehen, dass sie die MRI-Untersuchungen
vom 22. Juli 2013 in Auftrag gegeben hat (IV-act. 110-9). Dr. N._ hat den Befund
offenbar als geringfügig eingeschätzt, denn sie hat der Beschwerdegegnerin am 20.
September 2013 berichtet, dass der Beschwerdeführer körperlich gesund sei. Die
Rechtsvertreterin hat ihre Behauptung, dass es Dr. N._ zum damaligen Zeitpunkt
"nicht mehr so genau genommen" habe, weil sie selber an gesundheitlichen Problemen
gelitten habe, nicht belegt. Ein fortgeschrittenes Alter vermag für sich allein einen
derartigen Verdacht nicht zu begründen. Auch das Argument, dass MRI-Bilder nicht
von jedem Arzt richtig gedeutet und gelesen werden könnten, ist nicht stichhaltig. Die
Interpretation der Bilder ist bereits durch einen Facharzt des Röntgeninstituts erfolgt.
Dr. N._ hat die Bilder also nicht selber interpretieren, sondern lediglich den
schriftlichen Befund bewerten müssen. Gegen ein (im Verfügungszeitpunkt
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bestehendes) Rückenleiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit spricht auch, dass der
Beschwerdeführer gegenüber dem Gutachter Dr. R._ im März 2014 nicht über
Lumbalgien geklagt hat (siehe Ziff. 3.2.1 des Gutachtens, IV-act. 100-9 f.). Und
schliesslich hat auch eine aktuelle Untersuchung durch die Klinik für Neurochirurgie im
Juni/Juli 2016 keine Neurokompression gezeigt; die Schmerzen haben gut auf die
medikamentöse Behandlung angesprochen (act. G 12.1.2). Vor diesem Hintergrund
überzeugt die Einschätzung von RAD-Ärztin Dr. M._, dass auch bezüglich der
Rückenbeschwerden keine weiteren Abklärungen angezeigt sind.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vom 1. Dezember 2011 bis 30.
November 2012 in jeglicher in Frage kommenden Tätigkeit zu 100 %, ab dem 1.
Dezember 2012 zu 50 %, ab dem 1. Dezember 2013 zu 100 % und ab dem 1. Juni
2014 wieder zu 50 % arbeitsunfähig gewesen ist.
4.
4.1 Als Nächstes ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat in der Vergangenheit
lediglich unterdurchschnittliche Hilfsarbeitereinkommen erwirtschaftet. Wie die
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht darauf hingewiesen hat, ist
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht repräsentativ, da der
Beschwerdeführer bereits Jahre vor der IV-Anmeldung im Jahr 2012 an einer
rezidivierenden depressiven Störung gelitten hat. Auch wenn diese Erkrankung erst im
Jahr 2011 eine invalidisierende Wirkung entfaltet hat, so ist es doch gut möglich, dass
sie sich bereits zuvor auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt hat.
Hinzu kommt, dass das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen stets von der
konkreten Arbeitsmarktlage abhängt. Diese muss bei der Berechnung des
Valideneinkommens jedoch ausgeblendet werden: Das Valideneinkommen ist anhand
der (hypothetischen) Verhältnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt festzulegen.
Da keine Gründe ersichtlich sind, weshalb der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht in der Lage sein sollte,
ein durchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen zu erzielen, ist das Valideneinkommen
anhand der Tabellenlöhne der LSE zu berechnen. Da auch die Invalidenkarriere einer
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Hilfsarbeit entspricht, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden
(vgl. BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen). Hinsichtlich des Invalideneinkommens bleibt
zu prüfen, ob ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist. Beim Tabellenlohn handelt es
sich um einen statistischen Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn eines
Hilfsarbeiters bilden die in dieser Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe der
tatsächlich bezahlten Löhne hängt von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen bzw.
ökonomischen Faktoren ab. Diese Faktoren müssen auch bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens berücksichtigt werden. Aufgabe der medizinischen
Sachverständigen ist es, die zumu-bare Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht
festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die direkten Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten berücksichtigt. Die
medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht über das Fachwissen,
um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Folgen der
Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte
Nachteile, andererseits jedoch auch qualifizierende Eigenschaften der versicherten
Person, die sich auf die Lohnhöhe auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 E.
3.3; vgl. auch Entscheid vom 17. Oktober 2016, IV 2014/ 121 E. 3.1). Der von der
Rechtsvertreterin geforderte maximale Tabellenlohnabzug ist überzogen, da sie nicht
nur die indirekten Folgen, sondern auch die direkten, vom Gutachter Dr. R._ bereits
berücksichtigten Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die
Erwerbsmöglichkeit des Beschwerdeführers berücksichtigt hat. Dr. R._ hat erklärt,
dass die Arbeitsleistung vom Verlauf der depressiven Episoden abhänge und deshalb
sehr schwankend sei. Die schwankende Arbeitsleistung und die vermehrten Absenzen
wirken sich stark lohnmindernd aus, da es für einen Arbeitgeber wichtig ist, dass er
sich auf eine konstante Arbeitsleistung seiner Arbeitnehmer verlassen kann. Aus
diesem Grund ist ein Tabellenlohnabzug von 15 % gerechtfertigt. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % beträgt der IV-Grad gestützt auf einen Prozentvergleich
somit 57.5 % (50 % + [50 % x 0.15 %]). Während der vorübergehenden Phasen einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit hat der IV-Grad 100 % betragen.
4.2 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer die versicherungsmässigen
Voraussetzungen für die Zusprache einer ordentlichen Rente erfüllt: Gemäss Art. 10
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Ziff. 1 des Abkommens zwischen der Schweiz und B._ über soziale Sicherheit vom 1.
Mai 1969 (SR 0.831.109.763.1) haben Staatsangehörige aus B._ unter den gleichen
Voraussetzungen wie Schweizerbürger Anspruch auf ordentliche Renten der
schweizerischen Invalidenversicherung. Einen Anspruch auf eine ordentliche Rente
haben Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren
Beiträge geleistet haben (Art. 36 Abs. 1 IVG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald
sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art
und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Ist eine versicherte Person bei der
erstmaligen Einreise in die Schweiz bereits zu mindestens 40 % invalid gewesen (Art.
28 Abs. 1 IVG), ist der Versicherungsfall Rente also eingetreten gewesen, bevor die
Anspruchsvoraussetzung der Leistung von Beiträgen während mindestens drei Jahren
hat erfüllt sein können (vgl. BGE 136 V 369 E. 1.1). Zwar hat der Beschwerdeführer
bereits ab dem Jahr 2000 an depressiven Episoden gelitten (wobei Dr. R._ die im
Jahr 2000 aufgetretene Symptomatik eher als depressive Anpassungsstörung
interpretiert hat). Die depressiven Episoden haben jedoch erst ab dem Jahr 2011 eine
invalidisierende Wirkung gehabt. Der Beschwerdeführer ist im Jahr 2004 in die Schweiz
eingereist. Bis zum Eintritt der Invalidität im Dezember 2011 hat er seit mehr als drei
Jahren Beiträge an die IV geleistet. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen für
die Zusprache einer ordentlichen Rente sind somit erfüllt.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ab dem 1.
Dezember 2012 Anspruch auf eine halbe Rente hat. Eine Verschlechterung der
Erwerbfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung
drei Monate gedauert hat (vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die
Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Da der Beschwerdeführer ab dem 1.
Dezember 2013 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist, hat er ab dem 1. März 2014
Anspruch auf eine ganze Rente. Ab dem 1. Juni 2014 hat wieder eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit bestanden. Da auch eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu
berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
hat (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV), hat der Beschwerdeführer ab dem 1. September 2014
wieder lediglich Anspruch auf eine halbe Rente.
4.4 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist ab dem 1. Dezember 2012 eine halbe
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Rente, ab dem 1. März 2014 eine ganze Rente und ab dem 1. September 2014 wieder
eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege
beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers hat eine Kostennote im Betrag von Fr. 2'695.68 eingereicht (act. G
11). Im von der Rechtsvertreterin verrechneten Stundenansatz von Fr. 200.-- ist die von
Gesetzes wegen bei unentgeltlicher Rechtsverbeiständung vorgesehene Kürzung des
Honorars um einen Fünftel bereits berücksichtigt (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70). Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall obsiegt hat, hat er jedoch
Anspruch auf ein ungekürztes Honorar. Das verlangte Honorar beläuft sich bei einem
mittleren Stundenansatz von Fr. 250.-- (Art. 24 Abs. 1 HonO) auf Fr. 3'000.--. Zuzüglich
Auslagen von pauschal 4 % des Honorars (Art. 28bis Abs. 1 HonO, Fr. 120.--) und 8 %
Mehrwertsteuer (Art. 29 Abs. 1 HonO, Fr. 249.60) beträgt das geltend gemachte
Honorar Fr. 3'369.60. In einem durchschnittlich aufwändigen Rentenfall spricht das
Versicherungsgericht praxisgemäss jeweils eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- zu. Da es sich vorliegend um einen solchen Fall gehandelt hat, erscheint der
von der Rechtsvertreterin eingeforderte Betrag von Fr. 3'369.60 als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren somit
eine Parteientschädigung von Fr. 3'369.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
bezahlen.
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