Decision ID: b77ba227-a907-5519-8861-975d51872412
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Fiona Endres ersuchte die Schweizerische Exportrisikoversicherung
(SERV) mit E-Mail vom 24. Februar 2020 gestützt auf das Bundesgesetz
über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz,
BGÖ, SR 152.3) um Zugang zu einer ungeschwärzten Liste aller bei der
SERV beantragten und bewilligten Projekte der Firma «Crypto AG» für den
Zeitraum 2007 bis und mit 2018 und, falls die SERV auch die Daten ihrer
Vorgängerin, der Exportrisikogarantie (ERG), zur Verfügung habe, soweit
zurück wie möglich, mit Angaben zu Exportland, Titel der Lieferung, Wert
der Lieferung, Datum, Typ des Produkts sowie, falls vorhanden, Projektbe-
schreibung / EIA report pro Projekt. Im Weiteren beantragte sie den Zugang
zu einer Liste gleichen Inhalts für die Firma «Crypto International AG» für
den Zeitraum ab 2018 und für [eine dritte Firma] für den Zeitraum ab 2007
beziehungsweise auch für den Zeitraum davor, falls möglich.
A.b Die SERV teilte der Gesuchstellerin mit Schreiben vom 16. März 2020
mit, der Zugang zu Listen der «Crypto AG» und der «Crypto International
AG» sei nach Anhörung der betroffenen Gesellschaften aufgrund der feh-
lenden Zustimmung zur damit verbundenen Offenbarung von Geschäfts-
geheimnissen zu verweigern. Mit der [dritten Firma] habe zu keinem Zeit-
punkt eine Geschäftsbeziehung bestanden.
A.c Am 18. März 2020 reichte die Gesuchstellerin beim Eidgenössischen
Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) einen Schlichtungs-
antrag ein.
A.d Da im Schlichtungsverfahren keine Einigung erzielt werden konnte, er-
liess der EDÖB am 11. Juni 2020 eine Empfehlung gegenüber der SERV,
den Zugang zur Liste mit den von ihr versicherten Produkten der «Crypto
AG» und der «Crypto International AG» ergänzt mit weiteren Produkten,
welche bei der ERG zwischen 1979 und 2005 versichert gewesen seien,
unter Nennung der Firmennamen (Exporteur), des Produkttyps, des Käu-
ferstaats, des Auftragswerts und des Abschlussjahres zu gewähren sowie
mangels vorhandener Dokumente an ihrem abschlägigen Bescheid betref-
fend die Liste der Produkte der [dritten Firma] festzuhalten.
Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, die SERV habe nicht dar-
zulegen vermocht, dass eine oder mehrere der gesetzlichen Ausnahmebe-
stimmungen erfüllt seien.
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A.e Mit zwei separaten Schreiben vom 18. und vom 23. Juni 2020 bean-
tragten die «TCG Legacy AG» (nunmehr TCG Legacy AG in Liquidation)
und die «Crypto International AG» bei der SERV den Erlass einer Verfü-
gung, da sie mit der Empfehlung des EDÖB nicht einverstanden waren.
B.
Mit Verfügung vom 9. Juli 2020 lehnte die SERV den Zugang zu den ver-
langten Dokumenten ab. Dabei stützte sie sich im Wesentlichen auf die
Ausnahmebestimmungen betreffend die Gefährdung von aussenpoliti-
schen Interessen oder internationalen Beziehungen (Art. 7 Abs. 1 Bst. d
BGÖ), des drohenden Nachteils aufgrund der Offenbarung von Geschäfts-
geheimnissen (Art. 7 Abs. 1 Bst. g BGÖ) sowie auf den Schutz der Pri-
vatsphäre (Art. 7 Abs. 2 und Art. 9 BGÖ). Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen an, sie verfüge über Informationen zum Empfängerstaat, teil-
weise zum Typ der Produkte, Wert und Datum der versicherten Lieferun-
gen der «Crypto AG» oder «Crypto International AG»; zur [dritten Firma]
habe sie nie Geschäftsbeziehungen unterhalten. Aufgrund der beschränk-
ten zeitlichen Anwendbarkeit des BGÖ sei nur Einsicht in jene Dokumente
zu gewähren, die nach dessen Inkrafttreten vom 1. Juli 2006 erstellt wor-
den seien. Es gebe keine Listen über die Projekte der «Crypto», die nach
dem 1. Juli 2006 noch aktualisiert oder verwendet worden wären, weshalb
Informationen zu Projekten vor diesem Datum nicht in den zeitlichen Gel-
tungsbereich des BGÖ fallen würden. Der Zugang zu Dokumenten, die
nach dem 1. Juli 2006 empfangen worden seien, sei aufgrund der genann-
ten Ausnahmetatbestände beziehungsweise dem Schutz von Personenda-
ten zu verweigern.
C.
Gegen die Verfügung der SERV (nachfolgend: Vorinstanz) erhebt Fiona
Endres (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 9. September
2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die Ver-
fügung vom 9. Juli 2020 sei aufzuheben und ihr sei Zugang zu den erbete-
nen Dokumenten zu gewähren, soweit sie die «TCG Legacy AG» (nachfol-
gend: Beschwerdegegnerin 1) und die «Crypto International AG» (nachfol-
gend: Beschwerdegegnerin 2) betreffen und Angaben über das Exportland
(Empfängerstaat), Titel bzw. Typ der Produkte sowie Wert und Datum der
versicherten Lieferung enthielten; eventualiter sei die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den Zugang zu den er-
betenen Dokumenten mit den genannten Angaben neu zu beurteilen.
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D.
In der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 1 vom 24. September
2020 und in jener der Beschwerdegegnerin 2 vom 6. November 2020 wird
die Abweisung der Beschwerde beantragt.
E.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2020 an
ihren Erwägungen fest und beantragt ebenfalls die Abweisung der Be-
schwerde.
F.
In ihren Schlussbemerkungen vom 26. Januar 2021 hält die Beschwerde-
führerin an ihren Begehren fest.
G.
Mit unaufgeforderter Stellungnahme vom 11. Februar 2021 dupliziert die
Vorinstanz auf die Schlussbemerkungen der Beschwerdeführerin.
H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die bei den Akten befindli-
chen Dokumente wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach
Art. 32 VGG vorliegt.
Der angefochtene Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1
Bst. c VwVG. Die SERV ist als Anstalt des Bundes eine Vorinstanz des
Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Schweizerische Ex-
portrisikoversicherung [Exportrisikoversicherungsgesetz, SERVG;
SR 946.10]). Da keine Ausnahme gemäss Art. 32 VGG vorliegt, ist das
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Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig
(Art. 31 VGG und Art. 44 VwVG i.V.m. Art. 16 Abs. 1 BGÖ).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-
ligt und ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung sowohl formell als
auch materiell beschwert, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl.
Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der SERV vom 9. Juli 2020, mit
der das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 24. Februar 2020 um Zugang
zu Listen mit Projektinformationen der «Crypto AG», der «Crypto Internati-
onal AG» und der [dritten Firma] abgelehnt wurde. Der Streitgegenstand
umfasst das durch die Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit die-
ses angefochten wird (vgl. KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfah-
rensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 1282). Die Beschwerdebegehren richten sich
nur mehr auf die Gewährung des Zugangs zu Listen über die Projekte der
Beschwerdegegnerinnen beziehungsweise der «Crypto AG» und begren-
zen den Streitgegenstand darauf.
1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-
schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechts-
verletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ermes-
sensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Es wen-
det das Recht von Amtes wegen an und ist nicht an die rechtlichen Begrün-
dungen der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
3.
Die Vorinstanz hat im Schlichtungsverfahren zwei Listen mit Informationen
zum Empfängerland, Produkttyp, Abschlussdatum und Auftragswert einge-
reicht. Die erste Liste enthält die Projektinformationen ab dem Jahr 2007.
Der EDÖB forderte sie daraufhin auf, ihm auch die Grunddaten von den
mit der ERG als ihrer Vorgängerorganisation abgeschlossenen Versiche-
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rungen zuzustellen. Die zweite Liste enthält daher zusätzlich alle Projektin-
formationen zu den für die «Crypto AG» gestellten Exportrisikogarantien
seit dem Jahr 1979.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Projektangaben zu den von der ERG
bis 2005 gestellten Exportrisikogarantien für die «Crypto AG» in den Gel-
tungsbereich des BGÖ fallen.
3.1 Nach Art. 23 BGÖ ist der Anwendungsbereich des Gesetzes auf amtli-
che Dokumente beschränkt, die nach seinem Inkrafttreten vom 1. Juli 2006
von einer Behörde erstellt oder empfangen wurden. Dabei kommt es nicht
auf das Erstellungsdatum, sondern auf das Datum der Fertigstellung eines
Dokuments an (vgl. FÜZESSÉRY MINELLI, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Öffent-
lichkeitsgesetz, Handkommentar BGÖ, 2008, Art. 23, Rz 11). Bei einer auf-
bereiteten Liste ist zu prüfen, ob die Liste nach dem 1. Juli 2006 erstellt
oder aktualisiert wurde und daher auch nach dem Inkrafttreten des BGÖ
noch Verwendung gefunden hat (vgl. Urteile des BVGer A-75/2009 vom
16. April 2009 E. 3; A-7369/2006 vom 24. Juli 2007 E. 3.3).
3.2 Den Angaben der Vorinstanz zufolge wurden für ihre Tätigkeiten nach
dem 1. Juli 2006 jene Projektdaten der ERG, die Exportrisikogarantien für
die «Crypto AG» bis zum Jahr 2005 enthalten, auf keiner Liste mehr aktu-
alisiert oder verwendet. Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung aus,
bei ihrer Errichtung im Jahr 2007 habe sie den Datenbestand der Vorgän-
gerorganisation integral übernommen und nicht separat inventarisiert oder
aktualisiert. Angesichts der auf der Liste enthaltenen Daten ist im Weiteren
glaubhaft, dass sie mit der «Crypto AG» im Jahr 2007 keine neuen Versi-
cherungsverträge basierend auf altrechtlichen Zusagen abgeschlossen
hat. Ergänzungshalber ist darauf hinzuweisen, dass seit dem Jahr 1996
auf der Liste Vertragsabschlüsse zu insgesamt fünf Empfängerländern ver-
merkt sind. Im Zeitraum zwischen 1996 und 2005 scheint nur eines von
ihnen wiederholt auf der Liste auf. Zwischen 1990 und 1996 sowie zwi-
schen 2005 und 2007 bestehen Lücken, weshalb davon auszugehen ist,
dass in diesen Zeiträumen keine Exportrisikogarantien für die «Crypto AG»
gestellt wurden. Nach Aufnahme der Tätigkeit durch die SERV scheinen ab
2007 wieder Vertragsabschlüsse auf.
3.3 Es ist daher als erwiesen anzusehen, dass die von der Vorinstanz auf
Verlangen des EDÖB vorgelegte Liste vom 28. April 2020 zu den Empfän-
gerländern der ERG mit einem Dokument gleichzusetzen ist, das im Sinn
von Art. 23 BGÖ vor dem 1. Juli 2006 erstellt beziehungsweise fertiggestellt
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wurde, soweit das Dokument Daten zur ERG enthält. Art. 23 BGÖ ist so
auszulegen, dass es der Vorinstanz überlassen bleibt, ältere Dokumente
zugänglich zu machen, sofern keine anderweitigen Interessen entgegen-
stehen (vgl. FÜZESSÉRY MINELLI, a.a.O., Art. 7, Rz. 8). Es kann daher auch
im Schlichtungsverfahren über den Zugang zu nach Art. 5 Abs. 2 BGÖ ein-
fach zu generierenden Listen beziehungsweise Dokumenten verhandelt
werden, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes erstellt oder empfangen
wurden. Eine solche Liste, die nur für den Schlichtungsversuch des EDÖB
erstellt wurde, ist aber deshalb noch nicht als ein Dokument zu betrachten,
das nach dem Inkrafttreten des Gesetzes fertiggestellt wurde. Dies würde
dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers widersprechen, den zeitli-
chen Geltungsbereich des BGÖ einzuschränken.
3.4 Nach dem Gesagten fällt die Liste vom 28. April 2020, soweit sie Infor-
mationen über die Exportrisikogarantien der ERG enthält, nicht in den zeit-
lichen Anwendungsbereich des BGÖ. Die Vorinstanz hat die Verweigerung
des Zugangs zu dieser Liste gestützt auf die Übergangsbestimmung des
Art. 23 BGÖ rechtmässig verfügt.
4.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz mit der Verweigerung des
Zugangs zur ersten Liste, die die Projektinformationen ab dem Jahr 2007
enthält, Bundesrecht verletzt.
4.1 Das Öffentlichkeitsgesetz bezweckt die Förderung der Transparenz
über den Auftrag, die Organisation und die Tätigkeit der Verwaltung (Art. 1
BGÖ). Mit dem im BGÖ verankerten Öffentlichkeitsprinzip (vgl. Art. 6
Abs. 1 BGÖ) mit Geheimhaltungsvorbehalt (vgl. Art. 7 ff. BGÖ), das einen
grundsätzlichen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Dokumenten gewährt,
soll Transparenz geschaffen werden, damit Bürgerinnen und Bürger politi-
sche Abläufe erkennen und beurteilen können. Nebst dem Vertrauen soll
dadurch das Verständnis für die Verwaltung und ihr Funktionieren gefördert
sowie die Akzeptanz staatlichen Handelns erhöht werden. Der Öffentlich-
keitsgrundsatz bildet überdies eine wesentliche Voraussetzung für eine
sinnvolle demokratische Mitwirkung am politischen Entscheidfindungspro-
zess und für eine wirksame Kontrolle der staatlichen Behörden. Das Trans-
parenzgebot trägt zudem zur Verwirklichung der Informationsfreiheit
(Art. 16 der Bundesverfassung [BV, SR 101]) sowie zur Verwaltungsmo-
dernisierung bei. Es bildet bis zu einem gewissen Grad das Gegenstück
zur verfassungsrechtlichen Pflicht des Bundesrates nach Art. 180 Abs. 2
BV zu rechtzeitiger und umfassender Information der Öffentlichkeit über
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seine Tätigkeit, soweit nicht überwiegende öffentliche oder private Interes-
sen entgegenstehen. Soweit wie hier die Medien Zugang zu behördlichen
Informationen suchen, um sie später zu verarbeiten und zu verbreiten,
dient das Transparenzgebot schliesslich zumindest indirekt auch der Ver-
wirklichung der in Art. 17 BV verankerten Medienfreiheit (vgl. statt vieler
BGE 142 II 313 E. 3.1; Urteile des BVGer A-6108/2016 vom 28. März 2018
E. 4.1; A-6755/2016 vom 23. Oktober 2017 E. 3.1.1).
4.2
4.2.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 BGÖ gilt als amtliches Dokument jede Informa-
tion, die auf einem beliebigen Informationsträger aufgezeichnet ist (lit. a),
sich im Besitz einer Behörde befindet, von der sie stammt oder der sie mit-
geteilt worden ist (lit. b), und die Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe betrifft
(lit. c). Als amtliche Dokumente gelten auch solche, die durch einen einfa-
chen elektronischen Vorgang aus aufgezeichneten Informationen erstellt
werden können, welche die Anforderungen nach Abs. 1 lit. b und c erfüllen
(Abs. 2).
4.2.2 Grundsätzlich hat jede Person das Recht, amtliche Dokumente ein-
zusehen und von den Behörden Auskunft über deren Inhalt zu erhalten.
Aufgrund des in Art. 6 Abs. 1 BGÖ verankerten Öffentlichkeitsprinzips be-
steht eine widerlegbare gesetzliche Vermutung zugunsten des freien Zu-
gangs zu amtlichen Dokumenten (BGE 142 II 340 E. 2.2; 142 II 324 E. 3.4;
144 II 77 E. 2.3). Damit wird jeder Person ein generelles Recht auf Zugang
zu amtlichen Dokumenten, über welche die Verwaltung verfügt, gewährt,
ohne dass ein besonderes Interesse nachgewiesen werden müsste. Es
obliegt entsprechend nicht mehr dem freien Ermessen der Behörden, ob
sie Informationen oder Dokumente zugänglich machen wollen oder nicht.
Der Zugang zu amtlichen Dokumenten ist jedoch einzuschränken, aufzu-
schieben oder zu verweigern, wenn überwiegende öffentliche oder private
Interessen an der Geheimhaltung einer Offenlegung entgegenstehen
(Art. 7 BGÖ) oder wenn ein Ausnahmefall gemäss Art. 8 BGÖ vorliegt. Die
objektive Beweislast zur Widerlegung der Vermutung des freien Zugangs
obliegt der Behörde, wobei sie darzulegen hat, dass bzw. inwiefern eine
oder mehrere der gesetzlich vorgesehenen Ausnahmebestimmungen er-
füllt sind (BGE 142 II 324 E. 3.4; 144 II 77 E. 2.3). Misslingt ihr der Beweis,
ist der Zugang grundsätzlich zu gewähren (vgl. zum Ganzen Urteile des
BVGer A-6108/2016 vom 28. März 2018 E. 4.2.1; A-6755/2016 vom
23. Oktober 2017 E. 3.2 m.w.H.).
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4.2.3 Die Wirksamkeit der Ausnahmeklauseln hängt einerseits davon ab,
dass die Beeinträchtigung im Fall einer Offenlegung von einer gewissen
Erheblichkeit sein muss, und andererseits, dass ein ernsthaftes Risiko be-
züglich deren Eintritt besteht (Urteile des BVGer A-6108/2016 vom
28. März 2018 E. 4.3.2; A-4571/2015 vom 10. August 2016 E. 3.2.2). Die
aufgrund der Zugangsgewährung drohende Verletzung der jeweiligen öf-
fentlichen oder privaten Interessen muss mithin zwar nicht mit Sicherheit
eintreten, jedoch darf eine Gefährdung auch nicht lediglich denkbar oder
(entfernt) möglich erscheinen; zudem muss diese ernsthaft sein, weshalb
eine bloss geringfügige oder unangenehme Konsequenz nicht als Beein-
trächtigung gelten kann (BGE 142 II 340 E. 2.2; 142 II 324 E. 3.4). Eine
eigentliche Interessenabwägung ist danach nicht vorzunehmen. Vielmehr
ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber diese bereits vorweggenom-
men hat, indem er in Art. 7 Abs. 1 BGÖ in abschliessender Weise die
Gründe aufzählt, aus denen das Geheimhaltungs- das Transparenzinte-
resse überwiegen kann (zum Ganzen vgl. BGE 144 II 77 E. 3; Urteil des
BVGer A-6755/2016 vom 23. Oktober 2017 E. 6.4.1 f.). Immerhin verfügen
die Behörden über einen gewissen Ermessensspielraum bei der Beurtei-
lung, ob überhaupt ein Tatbestand von Art. 7 Abs. 1 BGÖ erfüllt ist (vgl.
BGE 142 II 313 E. 4.1, wonach die Behörden einen «grossen Interpretati-
onsspielraum» haben betreffend die unbestimmten Rechtsbegriffe, die
mehrere Ausnahmetatbestände enthalten).
4.2.4 Liegt ein Ausnahmetatbestand vor, ist im Einzelfall zu prüfen, ob die
Interessen an der Geheimhaltung das Transparenzinteresse überwiegen
oder ob gegebenenfalls in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips
(vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) ein eingeschränkter Zugang in Frage kommt, etwa
durch Anonymisierung, Einschwärzen, Teilveröffentlichung oder zeitlichen
Aufschub. Einen Grundsatz, wonach im Zweifel dem Öffentlichkeitsprinzip
der Vorrang einzuräumen ist, gibt es genauso wenig wie das umgekehrte
Prinzip. Vielmehr ist für jeden einschlägigen Ausnahmetatbestand im Ein-
zelfall anhand der dargelegten Verhältnismässigkeitsprüfung abzuwägen,
ob der Transparenz oder der Vertraulichkeit Nachachtung zu verschaffen
ist (vgl. statt vieler BGE 142 II 324 E. 3.3; 142 II 313 E. 3.6 m.w.H.).
5.
Zunächst sind die Bestimmungen darzulegen, die den Aufgabenbereich
der SERV regeln (E. 5.1). Ausgangspunkt für die folgende Interessenab-
wägung bildet sodann Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ. Zu prüfen ist, ob die Vo-
rinstanz die Bekanntgabe der ungeschwärzten Liste aus dem Grund der
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Gefährdung aussenpolitischer Interessen oder internationaler Beziehun-
gen der Schweiz mit einer nachvollziehbaren Begründung abgelehnt hat
(E. 5.2–5.7). Wird ein solcher Grund bejaht, ist die Verhältnismässigkeit zu
prüfen (E. 5.8).
5.1 Als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes versichert die
SERV Risiken von Exportaufträgen, indem sie in bestimmten Fällen Zah-
lungsausfälle oder Fremdwährungsrisiken deckt; versicherbare Risiken
sind politische Risiken, das Delkredererisiko sowie höhere Gewalt (vgl.
Art. 12 SERVG). Die SERV bietet Versicherungen in Ergänzung zu den
Angeboten von privaten Kreditversicherern an (Subsidiarität; vgl. Art. 5 der
Verordnung über die Schweizerische Exportrisikoversicherung vom 25.
Oktober 2006 [SERV-V; SR 946.101]). Das Angebot der SERV ist daher
primär auf den Export in politisch oder wirtschaftlich unsichere Länder aus-
gerichtet (vgl. Informationen zur SERV, abrufbar auf www.serv-ch.com >
Über die SERV > FAQ, abgerufen am 22. März 2021). Die SERV stützt sich
bei der Einstufung der Länder, Besteller oder Garanten auf die Vorgaben
der OECD. Bei staatlichen Bestellern oder Garanten wird keine Prämie für
das wirtschaftliche Risiko berechnet, sondern jenes direkt mit dem politi-
schen Risiko, auch Länderrisiko genannt, gleichgesetzt (vgl. SERV Kom-
pakt, Die SERV und ihr Angebot, www.serv-ch.com > Dokumente > Über
die SERV, abgerufen am 22. März 2021). Verbietet die Risikolage eine Ge-
währung der Versicherung, ist sie ausgeschlossen (Art. 13 Abs. 2 Bst. a
SERVG). Nach Art. 28 SERV-V werden Exportgeschäfte mit aussenpoliti-
schen Auswirkungen als Versicherungen besonderer Tragweite eingestuft,
über die das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)
zwecks frühzeitigem Einbezug des Bundesrates zu informieren ist.
Die SERV berücksichtigt im Rahmen ihrer Geschäftspolitik die Grundsätze
der Aussenpolitik (Art. 6 SERVG). Der Bundesrat legt für jeweils vier Jahre
die strategischen Ziele der SERV fest und überprüft sie periodisch (Art. 33
Abs. 1 SERVG). Gemäss den strategischen Zielen für die SERV erwartet
sich der Bundesrat unter anderem, dass die SERV die internationalen Re-
gelwerke für staatlich unterstützte Exportkredite beachtet, hohe Standards
bei der Beachtung der aussenpolitischen Grundsätze und der völkerrecht-
lichen Verpflichtungen der Schweiz beibehält und angemessen mit neuen
nationalen und internationalen Entwicklungen Schritt hält sowie frühzeitig
über Geschäfte besonderer Tragweite informiert (vgl. Strategische Ziele
des Bundesrates für die SERV für die Periode 2020–2023, Strategischer
Schwerpunkt 1.4, www.serv-ch.com > Dokumente > Über die SERV, abge-
rufen am 22. März 2021).
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Zur Umsetzung der strategischen Ziele des Bundesrates, zum Entscheid
über den Abschluss von Versicherungen, zur Festlegung der Risikopolitik
sowie zur Wahl des Direktors, an den die Kompetenz für den Abschluss
von Versicherungen übertragen werden kann, ist ein sieben- bis neunköpfi-
ger unabhängiger Verwaltungsrat berufen, der vom Bundesrat gewählt wird
(vgl. Art. 22 – 24 SERVG). Das Anforderungsprofil des Verwaltungsrates
wird vom WBF unter Berücksichtigung der Bundesinteressen festgelegt
(vgl. Art. 18 Abs. 2 SERV-V, Änderung vom 12. August 2020 [AS 2020
3599]). Der Bundesrat bestellt Verwaltungsräte mit wirtschaftspolitischer
oder aussenpolitischer Expertise (vgl. Medienmitteilung SECO,
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/seco/nsb-news/medienmittei-
lungen-2013.msg-id-48824.html; Verwaltungsrat SERV, https://www.serv-
ch.com/organisation/mitarbeitende/verwaltungsrat/, abgerufen am
22. März 2021).
5.2 Der Zugang zu amtlichen Dokumenten ist unter anderem dann einzu-
schränken, aufzuschieben oder zu verweigern, wenn durch seine Gewäh-
rung die aussenpolitischen Interessen oder die internationalen Beziehun-
gen der Schweiz beeinträchtigt werden können (Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ).
Die aussenpolitischen Interessen der Schweiz können beeinträchtigt sein,
wenn ein anderer Staat zu veröffentlichende Daten zum Nachteil der
Schweiz ausnützen könnte. Insbesondere sollen durch eine allfällige Pub-
likation von Informationen die aktuellen und künftigen Verhandlungspositi-
onen der Schweiz nicht geschwächt werden (vgl. auch Art. 8 Abs. 4 BGÖ).
Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ ist in einem weiteren Sinne darüber hinaus auch
anwendbar, wenn sich durch die Veröffentlichung bestimmter Daten die Be-
ziehungen zu anderen Staaten oder internationalen Organisationen ver-
schlechtern könnten. Für bestimmte heikle Informationen setzt eine Veröf-
fentlichung aufgrund diplomatischer Usanzen die ausdrückliche Einwilli-
gung des betroffenen anderen Staates voraus. Die befürchtete Beeinträch-
tigung bei Offenlegung der Daten muss allerdings erheblich sein und ein
ernsthaftes Risiko für deren Eintritt bestehen (BGE 142 II 313 E. 4.2; Urteil
des BGer 1C_222/2018 vom 21. März 2019 E. 4.1; Urteil des BVGer
A-683/2016 vom 20. Oktober 2016 E. 7.1.1 m.w.H.).
Im Zusammenhang mit Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ erscheint regelmässig die
aussenpolitische Komponente des angefochtenen Entscheides bedeut-
sam, welchem Umstand mit einer gewissen Zurückhaltung bei der Über-
prüfung des Entscheides durch die gerichtliche Instanz Rechnung zu tra-
gen ist. Diese Zurückhaltung bezieht sich allerdings nicht auf die rechtliche
Beurteilung der Streitsache. Erfasst wird einzig die politische Opportunität
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des Entscheides. Auch dafür gilt jedoch nicht ein völliger Freipass für die
Exekutivbehörden, sondern deren Entscheide müssen insgesamt, auch
soweit Zurückhaltung geboten ist, zumindest nachvollziehbar sein und ha-
ben sachlich zu bleiben (BGE 142 II 313 E. 4.3; Urteile des BVGer
A-6108/2016 vom 28. März 2018 E. 5.1; A-746/2016 vom 25. August 2016
E. 5.5.2 m.w.H.).
5.3
5.3.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, bei den auf
der Liste angeführten Produkten handle es sich um Sicherheitslösungen
zur Verschlüsselung der Kommunikation, die für die Landesverteidigung
beziehungsweise den Nachrichtendienst eingesetzt werden können. Die
Empfängerstaaten würden daher eine vertrauliche Behandlung der Pro-
jektinformationen verlangen. Eine Veröffentlichung entgegen deren Ge-
heimhaltungsinteressen könne mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einem
Vertrauensverlust führen und die aussenpolitischen Interessen sowie inter-
nationalen Beziehungen der Schweiz ernsthaft beeinträchtigen. Der EDÖB
habe in seiner Empfehlung zwar angeführt, dass aufgrund der Medienbe-
richte zur Operation «Rubikon» bereits öffentlich bekannt sei, dass etwa
120 Staaten Chiffriergeräte gekauft hätten, und dies zu keiner ernsthaften
Beeinträchtigung der aussenpolitischen Interessen und internationalen Be-
ziehungen geführt habe. Dabei verkenne der EDÖB aber, dass die Medi-
enberichte keine Einzelheiten zu den Importstaaten und den von ihnen er-
worbenen Sicherheitslösungen offenbarten. Es sei zwar zu 62 Staaten be-
kannt geworden, dass sie Kunden der «Crypto AG» gewesen seien und zu
einzelnen Staaten, dass sie Kunden der Beschwerdegegnerinnen seien.
Diese Information sei aber nicht durch eine Schweizer Behörde weiterge-
geben worden. Zudem seien einige Länder, deren Belieferung ebenfalls
von der SERV versichert worden sei, noch nicht bekannt geworden. Auch
könne der Einschätzung des EDÖB, das Geheimhaltungsinteresse an In-
formationen über Verträge, die vor 2013 abgeschlossen worden seien, sei
geringer, nicht geteilt werden, weil die erworbenen Produkte nach wie vor
in Verwendung stünden. Vernehmlassungsweise ergänzt die Vorinstanz,
die Auftragsvolumina seien Grund zur Annahme, dass die Mehrzahl der
betroffenen Empfängerstaaten die im fraglichen Zeitraum erworbenen Pro-
dukte noch für die Verschlüsselung des Datenverkehrs einsetzten. Die
Schweiz habe in all diesen Fällen ein eminentes Interesse an der Geheim-
haltung schützenswerter Informationen ausländischer Staaten. Der Handel
mit Chiffriertechnologie falle in einen Bereich, der von den Empfängerlän-
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dern als sensibel wahrgenommenen werde. Nachdem die Bundesanwalt-
schaft im Rahmen einer Hausdurchsuchung zum Export bestimmte
Chiffriergeräte beschlagnahmt habe, hätten die Empfängerstaaten unmiss-
verständlich klargemacht, dass sie eine Entsiegelung als Verletzung ihrer
Souveränität betrachten würden, und diplomatische Konsequenzen ange-
droht. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Statistiken des
SECO zu den bewilligten Gesuchen für die Kriegsmaterialausfuhr würden
hingegen nichts über die konkret vereinbarten Lieferungen offenbaren. Un-
ter den dort generisch angeführten Kategorien liesse sich eine Vielzahl von
Produkten zusammenfassen, die auch von anderen Exporteuren geliefert
würden. Rückschlüsse auf die genutzte Chiffriertechnologie seien daher
kaum möglich. Duplikweise ergänzt die Vorinstanz, die unspezifischen In-
formationen auf der Liste des SECO seien weitaus weniger aussagekräftig
als die streitbetroffene Liste, die Produktinformationen und Versicherungs-
werte enthalte. Die Preisgabe von Produkttyp, Lieferwert und Datum würde
die Geheimhaltungsinteressen der Empfängerländer verletzten.
5.3.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Informa-
tionen der SERV betreffend Exportland, Produkttyp, Datum und Auftrags-
wert seien aufgrund der Exportkontrolle im Bereich von Dual-Use-Gütern
bereits bekannt. Anhand der Statistik des SECO zur Kriegsmaterialausfuhr
liessen sich pro Bestimmungsland das bewilligte oder abgelehnte Gut samt
Warenwert und Bewilligungsdatum eruieren. Beispielsweise stehe die Ex-
portkontrollnummer 5A002.a.1 für «Güter mit Informationssicherheit als ei-
ner Hauptfunktion, konstruiert oder geändert für die Verwendung von Kryp-
totechnik für die Vertraulichkeit von Daten». Eine Auswertung der Daten
des SECO habe ergeben, dass im Zeitraum von 1997 bis 2019 an 148
Länder insgesamt 2600 Bewilligungen für Technologie erteilt worden seien,
die den sicheren Informationsaustausch ermögliche. Das SECO habe be-
stätigt, dass die Mehrheit dieser Exporte Chiffriergeräte betroffen habe.
Demnach handle es sich bei den erworbenen Produkten und Technologien
samt Datum und Auftragswert nicht um vertrauliche Tatsachen, an denen
ein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse der betreffenden Staaten be-
stehe, denn das SECO habe bereits bekannt gemacht, welche Staaten Si-
cherheitslösungen zur Verschlüsselung des Datenverkehrs aus der
Schweiz bezogen hätten. Dies habe bislang zu keinen negativen Auswir-
kungen auf die internationalen Beziehungen der Schweiz zu den betreffen-
den Staaten geführt. Im Übrigen habe der EDÖB in seiner Empfehlung
ausgeführt, die in der Spalte «Produkttyp» enthaltenen Informationen seien
so allgemein gehalten, dass sie sich nicht dazu eigneten, das jeweilige
konkrete Produkt zu identifizieren. In ihren Schlussbemerkungen macht die
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Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz vermöge keine ernsthafte und
erhebliche Gefährdung der öffentlichen Interessen der Schweiz darzutun.
Der pauschale Hinweis, besonders sensible Bereiche seien betroffen, bei
denen Staaten ein erhebliches Interesse an der Geheimhaltung von Infor-
mationen über die verwendete Technologie und die entsprechenden Ver-
trags- und Lieferanteninformationen hätten, genüge nicht. Angesichts der
bereits publizierten Daten sei ein Vertrauensverlust der Empfängerstaaten
gegenüber der Schweiz nicht plausibel, wenn die ersuchten Angaben zum
Exportland, Titel bzw. Typ der Produkte sowie Auftrags- bzw. Versiche-
rungswert und Datum (Abschlussjahr) veröffentlicht würden. Es sei auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen (vgl. Urteil des BGer
1C_222/2018 vom 21. März 2019 betreffend Kriegsmaterialexporte), wo-
nach unter dem Blickwinkel von Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ weniger im Vor-
dergrund stehe, von welchem Schweizer Exporteur bestimmte Güter bezo-
gen worden seien, als vielmehr die Art der Güter und der Umfang der Lie-
ferungen. Der Bundesrat habe in seiner Stellungnahme vom 25. November
2020 zur Interpellation von Nationalrätin Doris Fiala «Crypto Affäre. Nach-
haltiger Schaden für die Schweiz» festgehalten, es gebe keine Anzeichen
für einen Vertrauensverlust gegenüber der Schweiz oder ihrer Neutralität.
Es sei auch kein allgemeiner Reputationsschaden erkennbar. Im Weiteren
hätten die importierenden Länder auch kein plausibles Interesse an der
Vertraulichkeit ihrer Beziehungen zu den Beschwerdegegnerinnen. Ein sol-
ches liesse sich auch nicht aus dem Hinweis der Vorinstanz auf die angeb-
lichen Konsequenzen für die strafrechtliche Entsiegelung der beschlag-
nahmten und versiegelten Chiffriergeräte herleiten. Auch die in einem NZZ-
Artikel angesprochenen diplomatischen Konsequenzen, nämlich die Aus-
ladung des Departementvorstehers von einem Dinner in Schweden, seien
aufgrund der verfügten Exportbeschränkungen und nicht aufgrund der dro-
henden Offenlegung von Kundenbeziehungen entstanden.
5.3.3 Die Beschwerdegegnerinnen machen im Wesentlichen geltend, die
streitgegenständliche Liste liesse Rückschlüsse auf einzelne Kundenbe-
ziehungen und Einzelheiten der Vertragsverhältnisse zu, welche durch
strenge Vertraulichkeitsvereinbarungen geschützt würden. Die Anschaffun-
gen seien meist mit Blick auf einen langfristigen Zeithorizont getätigt wor-
den und die beschaffte Technik könne – wie von verschiedenen Ländern
verlangt – aktualisiert werden. Die Herausgabe der Liste würde veröffentli-
chen, welche Staaten welche Produkte zur Verschlüsselung verwenden,
und hätte einen unzureichenden Schutz gegen den Zugriff Unberechtigter
zur Folge.
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5.4 Die Liste der Vorinstanz enthält für den Zeitraum ab 2007 Informatio-
nen zu insgesamt fünf Staaten, die zu verschiedenen Zeitpunkten teils
mehrfach Verschlüsselungstechnologie für abhörsichere Kommunikation
mit unterschiedlichem Auftragsvolumen erworben haben. Aus dem von der
Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Bericht der Geschäftsprüfungs-
delegation (GPDel) vom 2. November 2020 geht hervor, dass das Eidge-
nössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu Einzel-
ausfuhrgesuchen der Beschwerdegegnerinnen Stellung nimmt, seitdem
das WBF die Generalausfuhrbewilligungen Ende 2019 sistiert hat (vgl. Fall
Crypto AG, Bericht der Geschäftsprüfungsdelegation der Eidgenössischen
Räte vom 2. November 2020, S. 4, https://www.parlament.ch/de/or-
gane/delegationen/geschaeftspruefungsdelegation/berichte, abgerufen
am 22. März 2021). Gegen die Erteilung von Einzelausfuhrbewilligungen
seien nach Erkenntnissen der Exportkontrollgruppe vom 4. März 2020 zwar
keine rechtlichen Gründe vorgelegen. Aufgrund der Haltung des EDA sei
aber im Verlauf des Mai 2020 beschlossen worden, die Gesuche der Be-
schwerdegegnerin 2 dem Bundesrat zum Entscheid vorzulegen (Bericht
GPDel, 2. November 2020, S. 5, 48 und 54). Die GPDel berichtet im Wei-
teren von diplomatischen Schwierigkeiten, welche sich mit befreundeten
Staaten, die von den sistierten Lieferungen der Nachfolgefirmen der
«Crypto AG» betroffen gewesen seien, abgezeichnet hätten (Bericht
GPDel, 2. November 2020, S. 38). Der Bundesrat habe eine Erteilung der
Ausfuhrbewilligungen abgelehnt, wobei sich die Gründe hierfür aus Sicht
der GPDel nicht ganz erschliessen liessen (Bericht GPDel, 2. November
2020, S. 54).
5.5 Es entspricht weder den internationalen Gepflogenheiten noch der
Staatenpraxis, mit Geheimhaltungsinteressen anderer Staaten behaftete
Informationen öffentlich zugänglich zu machen. Die Offenlegung von sol-
chen Informationen kann zu einer Verschlechterung der bilateralen Bezie-
hungen führen (siehe etwa zur verweigerten Herausgabe technischer Da-
ten über ein Spionage-U-Boot, COTTIER/SCHWEIZER/WIDMER, Handkom-
mentar BGÖ, a.a.O., Art. 7, Rz. 31, Fn. 38). Die Auffassung der Vorinstanz,
dass Daten zur Verschlüsselungstechnik für abhörsichere Kommunikation
dem Geheimhaltungsvorbehalt nach Art. 7 Abs. 1 Bst. d BGÖ unterliegen,
ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden, solange es sich dabei nicht
um allgemein bekannte Tatsachen handelt (vgl. STEIMEN, in: Maurer-
Lambrou/Blechta [Hrsg.], Datenschutzgesetz [DSG]/ Öffentlichkeitsgesetz
[BGÖ], Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 7 BGÖ, Rz. 26).
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5.6 Die Beschwerdeführerin bringt vor, bei der Gewährung des Zugangs
zur Liste bestehe kein Risiko, dass die Interessen der Schweiz gefährdet
würden, da aufgrund der veröffentlichten Listen des SECO zur Kriegsma-
terialausfuhr bezüglich der Mehrheit der betroffenen Staaten bereits be-
kannt sei, dass sie Chiffriergeräte von der ehemaligen «Crypto AG» bezo-
gen hätten. Den Angaben der Vorinstanz zufolge handelt es sich bei den
streitgegenständlichen Listen um Informationen zu Produkten, die in den
Empfängerstaaten der Geheimhaltung unterliegen. Mit Stellungnahme
vom 16. April 2020 wies sie bereits im Schlichtungsverfahren darauf hin,
dass durch die Gewährung des Zugangs zur streitgegenständlichen Liste
offenbart würde, welche Staaten welche Produkte der «Crypto AG» oder
der «Crypto International AG» zur Verschlüsselung ihrer Datenverarbei-
tungsanlagen erworben hätten. Aufgrund der in der Liste enthaltenen An-
gaben wären die gekauften und nach wie vor in Nutzung befindlichen Pro-
dukte identifizierbar. Demnach würde keine Vergleichbarkeit zu den Anga-
ben des SECO über die exportbewilligten Dual-Use-Güter bestehen, die
Angaben auf der Liste seien noch nicht bekannt.
5.7 Der Zugang zur streitgegenständlichen Liste ist mit einer Bekanntgabe
der erworbenen Produktversionen und damit einer Herausgabe techni-
scher Daten vergleichbar, vorausgesetzt, die Produkte der Beschwerde-
gegnerinnen seien bekannt. Angesichts des geltend gemachten Handels
mit mehr als 60 namentlich bekannten Staaten dürfte dies bis zu einem
gewissen Grad der Fall sein. Wie die Beschwerdegegnerinnen nachvoll-
ziehbar darlegen, stellt die Geheimhaltung von Informationen, die Rück-
schlüsse auf die eingesetzten Produkte erlauben, einen Schutzmechanis-
mus dar. Soweit die Beschwerdeführerin auf die Rechtsprechung zu
Kriegsmaterialexporten verweist, ist festzuhalten, dass – im Gegensatz
zum vorliegenden Fall – die Bekanntgabe der Firma, der Kriegsmaterialka-
tegorie und des Exportanteils gestützt auf die Produktepalette nicht
zwangsläufig zum Schluss auf das genutzte (Waffen-)System und in vielen
Fällen auch nicht zum Schluss auf das Exportland führt (vgl. Urteil des
BGer 1C_222/2018 vom 21. März 2019 E. 4.5). Im Weiteren hat es das
Bundesverwaltungsgericht im Fall von Überwachungssoftware als legitim
anerkannt, eine breite Streuung von Informationen zu Produktversionen zu
vermeiden, um nicht weiten Kreisen die Überwindung von Sicherheitsbar-
rieren zu erleichtern (vgl. Urteil des BVGer A-700/2015 vom 26. Mai 2015
E. 5.4). Die Information, welcher Staat zu welchem Zeitpunkt und Auftrags-
volumen Verschlüsselungstechnologie von welchem konkreten Anbieter
erworben hat, ist daher nicht mit der Information des SECO zur Erteilung
von Exportbewilligungen zu vergleichen. Letztere enthalten keine Angaben
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zu den Anbietern und erlauben auch keine Rückschlüsse darauf, wann der
Erwerb einer neuen Produktversion oder der Aktualisierung bereits vorhan-
dener Technologie gegolten hat. Von dieser Kenntnis hängt aber die An-
greifbarkeit der erworbenen Sicherheitslösung ab. Die Ansicht des EDÖB,
dass Staaten bei Schwachstellen zusätzliche Sicherheitslösungen einsetz-
ten, mittels derer sie sich einer solchen Gefahr entziehen würden, ändert
für die vorliegende Beurteilung nichts daran, dass die Geheimhaltung der
eingesetzten Produktversion einen weiteren Schutzmechanismus für einen
Staat darstellen kann, auf den üblicherweise nicht verzichtet wird (vgl. Ur-
teil des BVGer A-700/2015 vom 26. Mai 2015 E. 5.3–5.5).
5.8 Im Weiteren ist auch anzunehmen, dass die fünf Empfängerländer ein
substanzielles Interesse an der Vertraulichkeit der Angaben haben. Mit
Hinweis auf bereits erfolgte diplomatische Vorstösse hat die Vorinstanz
schlüssig dargelegt, dass im Fall einer Gewährung des Zugangs eine reale
Gefahr der Beeinträchtigung der bilateralen Beziehungen zu den betroffe-
nen Staaten besteht. Den vorinstanzlichen Ausführungen zufolge ist damit
zu rechnen, dass die fünf Empfängerländer aufgrund von Geheimhaltungs-
interessen kein Verständnis dafür haben werden, wenn die Schweiz Infor-
mationen über die von ihnen erworbene Verschlüsselungstechnik für ab-
hörsichere Kommunikation an eine Journalistin weitergibt. Angesichts der
aufgezeigten diplomatischen Konsequenzen ist der drohende Schaden für
die internationalen Beziehungen der Schweiz ausreichend plausibilisiert.
Aufgrund der bereits erfolgten Demarchen ist davon auszugehen, dass die
im Raum stehende Veröffentlichung als unfreundlicher Akt der Schweiz ge-
genüber den fünf Empfängerländern verstanden werden könnte und geeig-
net wäre, auf diplomatischer Ebene Verstimmungen auszulösen. Zu be-
achten ist, dass eine solche Prognose in die Zukunft gerichtet ist und nicht
nur auf «harten» Fakten beruhen kann, sondern sich zwangsläufig auch
auf Annahmen, Vermutungen oder Hypothesen stützen muss, die aufgrund
der Umstände des konkreten Falles gebildet werden (vgl. BGer
1C_122/2015 vom 18. Mai 2016 E. 3.2.2; BVGer A-683/2016 vom 20. Ok-
tober 2016 E. 5.4.3). Die Annahme der Beschwerdeführerin, die bereits
entstandenen bilateralen Verspannungen hätten nichts mit den vorliegend
zu beurteilenden künftigen Konsequenzen nach einer Veröffentlichung der
Liste zu tun, da es sich dabei um eine Ausladung des Vorstehers des EDA
von einem Dinner in Schweden gehandelt habe, verfängt nicht. Im Bericht
der GPDel, der auf diplomatische Schwierigkeiten hinweist, ist nicht nur
von einem Staat die Rede. Dies geht auch aus der Stellungnahme vom
25. November 2020 zur Interpellation Fiala hervor, in der der Bundesrat
von Gesprächen mit mehreren betroffenen Staaten auf verschiedenen
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Ebenen berichtet. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, dass nur
die verweigerte Ausfuhr Ursache für Demarchen gewesen sein soll. Den
schlüssigen Ausführungen der Vorinstanz zufolge stand wegen einer hän-
gigen Strafanzeige die Entsiegelung der erworbenen Geräte und der wohl
zwangsläufig damit zusammenhängende Zugang zu technischen Daten,
die mit Geheimhaltungsinteressen behaftet sind, im Raum. Nichts anderes
befürchtet die Vorinstanz auch im vorliegenden Fall bei einer Bekanntgabe
der Liste. Ihre Schlussfolgerung, eine Veröffentlichung sei geeignet, nach-
teilige Folgen für die Schweiz hervorzurufen, ist daher nicht zu beanstan-
den.
5.9 Zusammenfassend ist nach Durchsicht der Akten und Prüfung der Vor-
bringen von einem ernsthaften Risiko auszugehen, dass die Veröffentli-
chung der auf der Liste enthaltenen Informationen den aussenpolitischen
Interessen und internationalen Beziehungen der Schweiz schaden könnte.
Die Vorinstanz hat das überwiegende Geheimhaltungsinteresse nachvoll-
ziehbar dargelegt.
5.10 Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren eine Verletzung des Ver-
hältnismässigkeitsprinzips. Die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, die
Dokumente teilweise zugänglich zu machen, etwa indem nur der Empfän-
gerstaat, nicht aber der «Enduser» (Regierungsstellen, Ministerien, etc.)
genannt würde.
5.10.1 Eine Anonymisierung gilt namentlich dann als nicht möglich, wenn
sie im Ergebnis zu einer Verweigerung des Zugangs führen würde, weil
sich das Zugangsgesuch gerade auf die zu anonymisierenden Daten be-
zieht oder der Informationsgehalt der Daten, hinsichtlich welcher der Zu-
gang verlangt wird, durch die Anonymisierung verloren ginge (Urteil des
BGer 1C_50/2015 vom 2. Dezember 2015 E.5.2.2; BVGE 2013/50 E. 9.5;
Urteil des BVGer A-8073 vom 13. Juli 2016 E. 6.1.1).
5.10.2 Der Nutzen einer Einschwärzung der Angaben zu den Regierungs-
stellen oder Ministerien erschliesst sich vorliegend nicht, da nach wie vor
das Empfängerland genannt werden müsste und damit der Schutz der Ge-
heimhaltungsinteressen nicht erreicht werden könnte. Wie zuvor aufge-
zeigt, können im Kontext zu den Empfängerstaaten auch keine Angaben
zu Produkttypen, Auftragsvolumina sowie Vertragsabschlussdaten be-
kanntgegeben werden. Die Beschwerdeführerin verlangt diesbezüglich
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eine ungeschwärzte Liste, wobei die Weglassung der verlangten Informa-
tionen die Aussagekraft soweit herabsetzen würde, dass die Anonymisie-
rung der Verweigerung des Zugangs gleichkäme.
5.11 Nach dem Gesagten fällt die Anwendung eines milderen Mittels aus-
ser Betracht, da der Schutz der Geheimhaltungsinteressen dadurch nicht
erreicht werden könnte.
6.
Zusammengefasst besteht ein überwiegendes öffentliches Interesse an
der Geheimhaltung, das die Verweigerung oder Einschränkung des Zu-
gangs zu den streitgegenständlichen Listen rechtfertigt. Da auch die An-
wendung eines milderen Mittels ausser Betracht fällt, ist die Beschwerde
abzuweisen.
7.
7.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend gilt die Beschwerdeführerin als
unterliegend und hat die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 VwVG). Diese
sind auf Fr. 1'500.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar
2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte
Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskos-
ten verwendet.
7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder
auf Begehren hin eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und
verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m
Art. 7 Abs. 1 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR
173.320.2]). Die Entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie
allfällige weitere Auslagen der Partei (vgl. Art. 8 ff. VGKE). Das Gericht
setzt die Entschädigung aufgrund der Kostennote oder, sofern keine solche
eingereicht wird, der Akten fest (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).
Es liegt keine Kostennote der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin-
nen bei den Akten. Unter Berücksichtigung des mutmasslichen Arbeits-
und Zeitaufwands für das vorliegende Beschwerdeverfahren und in Hin-
blick darauf, dass die Beschwerdegegnerinnen bereits im Vorverfahren an-
waltlich vertreten waren, weshalb eine gewisse Kenntnis der Sach- und
Rechtslage vorauszusetzen ist, erscheint für das vorliegende Beschwerde-
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verfahren eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 500.- für die Be-
schwerdegegnerin 1 und von Fr. 4'500.- für die Beschwerdegegnerin 2 als
angemessen und wird der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt.
7.3 Keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung haben Bundesbehör-
den und, in der Regel, andere Behörden, die als Partei auftreten (Art. 7
Abs. 3 VGKE). Öffentlich-rechtliche Anstalten des Bundes mit Rechtsper-
sönlichkeit gelten als Teil der (dezentralisierten) Bundesverwaltung; ihnen
kommt im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht keine Parteientschädi-
gung zu (vgl. Weissenberger/Hirzel, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 7 VGKE Rz. 3). Der Vorinstanz
ist daher keine Parteientschädigung auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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