Decision ID: 25111b7e-d4f4-526f-9667-25f752ab38d4
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1953 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) ist is-
raelischer Staatsangehöriger und wohnt unbestrittenermassen in Deutsch-
land (Vorakten 1, 4, 5). Er war gemäss eigenen Angaben in den Jahren
1976 bis 1982 in der Schweiz erwerbstätig (Vorakten 1, 6).
B.
B.a Mit Formular vom 16. November 2018 beantragte der Versicherte bei
der Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK; Eingang: 21. November
2018) eine Altersrente für Personen mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz
(Vorakten 4, 6).
B.b Die SAK wies den Rentenantrag des Versicherten mit Verfügung vom
30. November 2018 ab (Vorakten 7). Sie begründete die Abweisung mit
dem deutschen Wohnsitz des Versicherten und stützte sich dabei auf
Art. 18 Abs. 2 AHVG sowie das Sozialversicherungsabkommen zwischen
der Schweiz und Israel.
B.c Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – durch seinen damali-
gen Rechtsvertreter – bei der SAK mit Schreiben vom 17. Dezember 2018
Einsprache (Vorakten 12; Eingang: 20. Dezember 2018). Er bezweifelte die
Rechtmässigkeit der abschlägigen Verfügung.
B.d Mit Einspracheentscheid vom 19. Februar 2019 wies die SAK die Ein-
sprache des Versicherten ab und bestätigte die Verfügung vom 30. Novem-
ber 2018 (Vorakten 14).
C.
C.a Mit Eingabe vom 12. März 2019 (BVGer-act. 1) erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde (Eingang: 19. März 2019) gegen den erwähnten Einspracheent-
scheid der SAK (nachfolgend auch: Vorinstanz). Er beantragte sinngemäss
die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides.
C.b Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 3. April 2019 die
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen Ein-
spracheentscheides sowie der entsprechenden Verfügung (BVGer-act. 3).
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C.c Nachdem der Beschwerdeführer von dem ihm eingeräumten Recht auf
Replik keinen Gebrauch gemacht hatte (BVGer-act. 4), schloss der Instruk-
tionsrichter den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 27. Juni 2019, wobei
weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben (BVGer-act. 6).
C.d Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten
ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden
Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis
Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der SAK. Da
keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwal-
tungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG findet das VwVG keine Anwendung
in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) an-
wendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des
ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung
vom ATSG vorsieht.
1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegiti-
miert ist.
1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 60
Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist.
2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob der Beschwerdeführer – als
israelischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Deutschland – Anspruch
auf eine schweizerische Altersrente hat.
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2.1
2.1.1 Gemäss Art. 18 Abs. 2 AHVG sind Ausländer sowie ihre Hinterlasse-
nen ohne Schweizer Bürgerrecht nur rentenberechtigt, solange sie ihren
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-
ben. Dieses Erfordernis ist von jeder Person, für die eine Rente ausgerich-
tet wird, einzeln zu erfüllen. Vorbehalten bleiben die besonderen bundes-
rechtlichen Vorschriften über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der
Staatenlosen sowie abweichende zwischenstaatliche Vereinbarungen, ins-
besondere mit Staaten, deren Gesetzgebung den Schweizer Bürgern und
ihren Hinterlassenen Vorteile bietet, die denjenigen dieses Gesetzes unge-
fähr gleichwertig sind.
2.1.2 Nach Art. 4 Abs. 1 des Abkommens zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und dem Staat Israel über Soziale Sicherheit vom
23. März 1984 (SR 0.831.109.449.1) sind unter Vorbehalt abweichender
Bestimmungen dieses Abkommens die Staatsangehörigen des einen Ver-
tragsstaates sowie deren Familienangehörige und Hinterlassene, soweit
diese ihre Rechte von den genannten Staatsangehörigen ableiten, in ihren
Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung des anderen Vertragsstaates
den Staatsangehörigen dieses Vertragsstaates beziehungsweise deren
Familienangehörigen und Hinterlassenen gleichgestellt. Gemäss Art. 9
Abs. 1 des erwähnten Abkommens haben israelische Staatsangehörige
und ihre Hinterlassenen daher unter den gleichen Voraussetzungen wie
Schweizer Bürger und deren Hinterlassene Anspruch auf die ordentlichen
Renten und die Hilflosenentschädigungen der schweizerischen Rentenver-
sicherung. Das Abkommen zwischen der Schweiz und Israel sieht in Art. 4
Abs. 3 aber in Abweichung des in Art. 4 Abs. 1 angeführten Grundsatzes
der Gleichbehandlung vor, dass Renten der schweizerischen Rentenversi-
cherung an israelische Berechtigte nur ausgerichtet werden, solange sie
im Gebiet eines Vertragsstaates wohnen.
2.2 Der Beschwerdeführer als israelischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz
in Deutschland ist aufgrund des dargelegten Art. 18 Abs. 2 AHVG in Ver-
bindung mit dem erwähnten Art. 4 Abs. 3 des anwendbaren Sozialversi-
cherungsabkommens zwischen der Schweiz und Israel nicht rentenbe-
rechtigt, da er weder in der Schweiz noch in Israel wohnhaft ist. Die finan-
zielle Situation des Beschwerdeführers kann – anders als er meint – nichts
daran ändern. Das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 zwischen
der Schweiz und der EU (FZA, SR 0.142.112.681) bzw. die Regelwerke der
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Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ge-
mäss Anhang II des FZA finden hier im Übrigen keine Anwendung, da der
geschiedene Beschwerdeführer über keine Staatsangehörigkeit eines EU-
oder EWR-Staates oder der Schweiz verfügt (vgl. Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung [EG] Nr. 883/2004 [SR 0.831.109.268.1]) und auch nicht als Fami-
lienangehöriger eines unmittelbar Berechtigten in den persönlichen Gel-
tungsbereich fällt (vgl. dazu BGE 145 V 231). Eine Ausdehnung der ent-
sprechenden Bestimmungen auf den Beschwerdeführer als Drittstaatsan-
gehöriger ist nicht möglich, da die "Drittstaats-"Verordnung (EU)
Nr. 1231/2010 im Verhältnis zwischen den EU-Mitgliedstaaten und der
Schweiz nicht angewendet wird (BGE 141 V 521 E. 4.3.1). Die Frage der
Rückvergütung der Beiträge gehört schliesslich nicht zum vorliegenden An-
fechtungsobjekt. Es ist diesbezüglich jedoch darauf hinzuweisen, dass die
bezahlten Beiträge nicht rückvergütet werden, wenn – wie vorliegend –
eine zwischenstaatliche Vereinbarung mit dem Heimatstaat besteht
(Art. 18 Abs. 3 AHVG) und dieses Abkommen keine Rückvergütung von
Beiträgen vorsieht.
2.3 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. Februar 2019 erweist
sich daher als rechtens. Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene
Beschwerde ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im einzelrichterli-
chen Verfahren abzuweisen ist (Art. 23 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 85bis Abs. 3
AHVG).
3. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-
entschädigung.
3.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
3.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die SAK jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR173.320.2]).
Der unterliegende Beschwerdeführer hat ebenfalls keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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