Decision ID: a03d3e0c-c86c-5a0e-9891-e3469c0adf31
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, arbeitete ab Oktober 2003 vollzeitlich in der Wäscherei der
Y._
AG (Fragebogen für
Arbeitgebende
, Angaben vom 27. August 2008,
Urk.
9/11/1-8).
Ab Oktober 2007 litt sie zunehmend an Schmerzen in der rechten Schulter, weshalb sie
von der
Hausärztin
med.
pract
.
Z._
im Februar 2008 an
Dr.
med.
A._
, Spezialärztin für Orthopädi
sche Chirurgie, überwies
en wurde
. Diese nahm am 7. Mai 2008 eine
Schulter
arthroskopie
mit
subakromialer
Dekompression vor (Bericht von
Dr.
A._
vom 18. August 2008,
Urk.
9/8; Bericht von med.
pract
.
Z._
vom 28. Oktober 2008,
Urk.
9/12).
1.2
Am 4. Juli 2008 meldete sich
X._
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/3). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit ihr per Ende Oktober 2008 auf (Kündigungsschreiben vom 17. Juli 2008,
Urk.
9/11/9).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte neben den genannten Berichten die Berichte der
Klinik B._
vom 11.
Dezember 2008 und vom 30. April 2009 ein (
Urk.
9/13 und
Urk.
9/15)
und liess dur
ch
Dr.
A._
den Verlaufsbericht vom 15.
/16.
Januar 2009 erstellen (Urk.
9/14).
Danach unterbreitete sie die Akten
der RAD-Ärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin,
zur Stellungnahme (Notizen vom 18. Februar 2009,
Urk.
9/33/3), und teilte der Versicherten a
nschliessend mit Vorbescheid vom 20. Mai 2009 mit, dass sie sowohl den Anspruch auf eine Rente als auch denjenigen auf Eingliederungsmassnahmen zu verneinen gedenke
, da lediglich ein Invaliditätsgrad von 9
%
gegeben sei
(
Urk.
9/19; vgl. auch den Einkommensvergleich in
Urk.
9/17).
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph
Erdös
, liess mit Eingabe vom 17. Juli 2009 Einwendungen erheben (
Urk.
9/29
) und weitere Unterlagen einreichen, nämlich einen Bericht des
Spitals D._
vom 28.
Oktober 2009 (
Urk.
9/34/6-7), einen Bericht von
Dr.
med.
E._
,
Spezi
alärztin
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom
1. Dezember 2009 (
Urk.
9/34/8-9
)
und
einen
Bericht der
Klinik B._
vom 3.
Se
ptember 2009 (
Urk.
9/37/6-7)
. Die IV-Stelle holte daraufhin
zwei Berichte der
Klinik B._
je
vom 14. Januar 2010 (
Urk.
9/36)
und d
en Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. März 2010 ein (
Urk.
9/38)
und nahm die Stellungnahme de
r
Versicherten vom 23.
April 2010 dazu entgegen (Urk.
9/40).
1.3
Am 6. Oktober 2010 verfasste die
G._
im Auftrag der IV-Stelle ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt für Ort
hopädie und
Traumatologie, Urk.
9/46; psychiatrisches Teilgutachten von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. September 2010,
Urk.
9/47)
. Nachdem die Versicherte dazu mit Eingabe vom 16. November 2010 hatte Stellung nehmen lassen (
Urk.
9/49) und die RAD-Ärztin
Dr.
C._
am 25./27. Oktober 2010
und am 20. November 2010 ihre Be
urteilung abgegeben hatte (Urk.
9/51
/5-6
), eröffnete die IV-Stelle der Versicherten mit
dem neuen
Vorbe
scheid vom 17. Februar 2011, dass sie ih
r befristet für die Zeit vom 1.
November 2009 bis zum 31. Dezember 2010 eine halbe Rente
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 59
%
zuzus
prechen gedenke, wogegen sie für die Zeit danach bei der ursprünglichen Invaliditätsbemessung zu bleiben beabsich
tige
(
Urk.
9/53).
Die Versicherte liess am 18. März 2011 Stellung nehmen und die Zusprechung einer unbefristeten Rente, eventuell beruflicher Massnahmen, beantragen (
Urk.
9/54)
.
Am 1. Mai 2013 entschied die IV-Stelle schliesslich im Sinne ihres Vorbescheids und sprach der Versicherten für den Zeitra
u
m von November 2009 bis Dezember 2010 die in Aussicht gestellte halbe Rente zu. In der Begründung hielt sie fest,
sie gehe für die Zeit ab dem 1.
Januar 2011 neu von einem Invaliditätsgrad von 20
%
aus, weshalb der Versicherten Arbeitsver
mittlung angeboten werden könne und sie die Möglichkeit habe, solche zu beantragen (
Urk.
2 =
Urk.
9/78,
Urk.
9/63)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 1. Mai 2013 liess
X._
durch Rechtsan
walt Christoph
Erdös
mit Eingabe vom 11. Juni 2013 Beschwerde erhe
ben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei ab dem
1. November 2009 eine volle (richtig: ganze
) Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S.
2).
Als Beleg liess sie einen weiteren Bericht der
Klinik B._
vom 2
2.
September 2009 beibringen (
Urk.
3).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwer
deantwort
vom 23. September 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Versicherten am 26. September 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurtei
lung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 1. Mai 2013 ergangen. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit ab März 2008 (vgl.
Urk.
9/12/3) - und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten
intertemporalrecht
lichen
Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7.
Juni 2006, E. 1). Die im Folgenden wiedergegebenen Gesetzesbestimmungen sind indessen von der Revision 6a nicht tangiert worden, und s
oweit die
se
Re
vision keine substanzi
ellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invaliden
ein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (
lit
. c). Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung) nicht vor Ablauf von sechs Mona
ten nach der Geltendmachung entstehen.
Die Rente wird vom Beginn des Mo
nats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und damit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist (Art. 7 ATSG), beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschrän
kungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2).
Die Wartezeit im Sinne Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröff
net, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
-gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Die Grundsätze zur Rentenrevision gelten
rechtsprechungsge
mäss
auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. BGE 130 V 71 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.4).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 2 IVV zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
3.
3.1
Strittig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin aufgrund der Schulter
-
be
schwerden
, die zur Operation vom Mai 2008
führte
n
, und aufgrund ein
er psychischen Problematik.
Die Beschwerdegegnerin
stützte
sich bei der
be
fristeten Rentenzusprechung auf das
bidisziplinäre
Gutachten der
G._
(
Urk.
9/46 und
Urk.
9/47) und auf die Stellungnahmen dazu von
Dr.
C._
von Oktober
und November 2010 (Urk. 9/51/5-6
).
3.2
Dr.
H._
von der
G._
beschrieb als Leiden mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
ein persistierendes Schulterschmerz-Syndrom mit persistieren
der Einschränkung der Schultergelenksbeweglichkeit
und -belastbarkei
t
,
und er hielt fest, die postoperative Magnetresonanztomographie bestätige eine relativ tiefe Partialruptur der
Supraspinatussehne
und zeige eine
subakromiale
Bursitis und eine AC-Gelenksarthrose (
Urk.
9/46/13). Er gelangte zum Schluss,
die Beschwerdeführerin sei mit diesen Funktionseinbussen nicht in der Lage,
schulterbelastende Arbeiten zu verrichten
,
und müsse daher Tätigkeiten in Überschulterhöhe meiden und das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten mit dem rechten Arm auf 10 kg limitieren, wogegen alle leichten bis mittelschweren Arbeiten ohne besondere Inanspruchnahme der rechten Schulter
geeignet seien
. Demgemäss attestierte
Dr.
H._
der Beschwerdeführerin für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin/Büglerin in einer Wäscherei keine Arbeitsfähigkeit mehr, da diese Tätigkeit stereotype und repetitive
Schulterbe
wegungen
erfordere
(
Urk.
9/46/1
4-16
).
Die
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkei
t ist nicht
umstritten
.
Die Beurteilung von
Dr.
H._
gründet auf einer eigenen klinischen Untersuchung und auf der Analyse eines postoperativ angefertigten
Arthro-Magnetresonanztomogramms
(
Urk.
9/46/9-11), und
Dr.
H._
zitierte
zu
dem
verschiedene Berichte der behandelnden Ärz
te, welche die Beschwerde
führerin in der Vergangenheit ebenfalls zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben hatten (vgl.
Urk.
9/46/14)
. D
ie Beschwerdegegnerin übernahm die Beurteilung von
Dr.
H._
hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit daher zu Recht
(vgl.
Urk.
2, Begründung S. 2).
Den Beginn der Arbeitsunfähigkeit legte
Dr.
H._
spätestens auf den Zeit
punkt der Operation vom 7. Mai 2008, führte jedoch aus,
mit Wahrscheinlich
keit sei die Arbeitsunfähigkeit bereits einige Monate zuvor eingetreten, eine präzise Rückdatierung sei retrospektiv jedoch nicht möglich (
Urk.
9/46/
16-
17). Dass
Dr.
H._
aufgrund der eigenen Anschauung keine Rückdatierung vornehmen konnte, leuchtet ein.
Beim vorliegenden generellen Konsens über die Unzumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit kann für den Beginn der Ein
schränkung jedoch auf die erstbehandelnde Hausärztin
med.
pract
.
Z._
abgestellt werden, die der Beschw
erdeführerin im Bericht vom 28.
Oktober 2008 bereits ab dem 7. März 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (
Urk.
9/12/3).
Damit lief das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG im März 2009 ab, und die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. März 2009 Anspruch auf eine Invalidenrente
, soweit sie ab diesem Zeitpunkt eine rentenrelevante Erwerbseinbusse erleidet.
3.3
3.3.1
Während
Dr.
H._
der Beschwerdeführerin die bisherige Arbeit nicht mehr zumutete, erachtete er
aus organischer Sicht
Tätigkeiten, die mit den Anforde
rungen des formulierten Belastungsprofil korrelierten, als zu 100
%
zumutbar (
Urk.
9/46/15-17
) und datierte den Beginn dieser Zumutbarkeit auf den
16. Januar 2009 (spätestens), das Datum des Verlaufsberichts von
Dr.
A._
zu
handen der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
9/14).
Dr.
A._
attestierte der
Beschwerdeführerin in diesem Bericht sogar bereits ab dem 1. Januar 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Arbeiten
(
Urk.
9/14/6).
Auch die Klinik
B._
hielt leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Tragen schwerer Lasten und ohne namhafte Überkopfarbeiten für möglich (Ur. 9/37/9), und
Dr.
E._
ging implizit ebenfalls davon
aus, dass es grundsätzlich Tätigkeiten gebe, die behinderungsangepasst seien,
wenn sie
die Schwierigkeiten vor allem in der fehlenden schulischen Ausbildung und in sprachlichen Problemen
erblickte
(
Urk.
9/34/8-9).
Unter diesen Umständen kann entgegen den Vorbringen in der Beschwerde
schrift nicht gesagt werden, die Beurteilung von
Dr.
H._
sei
nicht nach
vollziehbar (vgl.
Urk.
1 S. 4 und S. 7). Namentlich leuchtet ein, dass der Gut
achter den weiteren, neben der Schulterproblematik festgestellten organischen Befunden -
hauptsächlich
einem
zervikobrachialen
Syndrom mit
pseudoradiku
lärer
Schmerzausstrahlung - keinen Einfluss auf die
A
rbeitsfähigkeit zuschrieb (
Urk.
9/46/
9+
11+13
). Denn die beiden
Magnetresonanztomogramme
der
Hals
wirbelsäule
vom Oktober 2008 und vom November 2009, die der Gutachter analysierte, z
eigten nichts Auffälliges (Urk.
9/46/11), und bei der klinischen Untersuchung
stellte der Arzt lediglich einen diffusen Druckschmerz und eine endphasige Schmerzhaftigkeit bei der Bewegung der Halswirbelsäu
le fest (Urk.
9/46/9).
3.3.2
Neben den Behandlungen der körperlichen Beschwerden
nahm die
Beschwerde
führerin im November 2009
auf Zuweisung der Hausärztin
eine Behandlung
beim Psychiater
Dr.
F._
auf. Dieser
diagnosti
zierte im Bericht vom 13. März 2010 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittleren Grades, mit somatischem Syndrom sowie Panikattacken
(
Urk.
9/38/5
). Er führte aus,
die psychische Problematik habe sich einhergehend mit der Schulterproblematik entwickelt, und attestierte der Beschwerdeführerin deswegen eine
50%ige
(ver
sehentlich:
500%ige) Arbeitsunfähigkeit (Urk.
9/38/5+6).
Der Bericht von
Dr.
F._
genügte der RAD-Ärztin
Dr.
C._
nicht für die Plausibilisierung einer andauernden 50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
(
Urk.
9/51/3)
, weshalb
Dr.
I._
im Rahmen der
bidisziplinären
Begutachtung
durch die
G._
mit der Erstellung eines psychiatrischen Teilgutachtens beauf
tragt wurde.
Die Beschwerdeführerin beschrieb gegenüber
Dr.
I._
Stimmungsschwankun
gen
mit stärkerer Gereiztheit und Aggressivität und berichtete von Schlafstö
rungen.
Dr.
I._
konnte im Gespräch mit
ihr
jedoch
keine Depressivität beobachten und sah auch die Kriterien für eine Panikstörung
nicht als klar gegeben an.
Er nahm
lediglich eine leichtere Kränkbarkeit und
eine Neigung zur
Somatisierung
wahr
und stellte eine ängstliche Persönlichkeit fest (Code F60.6
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheits
organisation, ICD-10)
, verneinte hingegen eine psychiatrische Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/47/5-6).
Auch diese Beurteilung ist entgegen den Vorbehalten
in der Beschwerdeschrift
(
Urk.
1 S. 6)
einleuchtend. Es ist darauf hinzuweisen, dass bereits
Dr.
F._
der Beschwerdeführerin weder Einschränkungen im Konzentrationsvermögen noch im Auffassungsvermögen attestiert
hatte
, sondern nur
auf
eine eingeschränkte Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit
hingewiesen hatte (Urk.
9/38/4)
,
und dass er die Depressivität mehr aus dem Denkinhalt als aus dem Erscheinungsbild und
dem
Verhalten
der Beschwerdeführerin abgeleitet hatte
(
Urk.
9/38/6).
Die Beschwerdegegnerin hat daher richtigerweise eine psychische Störung mit einschränkender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lediglich für den begrenzten Zeitraum ab Aufnahme der psychiatrischen Behandlung im November 2009 bis zur psychiatrischen Begutachtung vom 18. Se
ptember 2010
angenommen.
3.4
3.4.1
Bei der Bemessung der Erwerbseinbusse
legte
die Beschwerdegegnerin ein
Validen
einkommen
von Fr. 50‘
682.-- fest
(
Urk.
2,
Begründung S. 2, und Urk.
9/17). Es handelt sich dabei um den Wert, der in einem Auszug aus dem Individuellen Konto vom 1
2.
August 2008 als Lohn des Jahres 2007 eingetragen ist (
Urk.
9/7)
. Im Individuellen Konto ist das
Einkommen
anzugeben
, von dem der
AHV-B
eitrag geschuldet ist (
Wegleitung über Versicherungsausweis un
d individuelles Konto, gültig ab 1. Januar 2010,
Stand 1. Januar 2014
,
Rz
2329 und 2331).
Der
Betrag von Fr. 50‘682.--
entspricht
diese
r
Einkommensgrösse, denn er ist
im Lohnblatt der
Arbeitgeberin in
Ziffer 2000 unter dem Titel
„AHV-Basis“
aufgeführt
(
Urk.
9/11/12)
.
Die Beschwerdegegnerin ist daher richtiger
weise von diesem Betrag und nicht - wie die Beschwerdeführerin geltend macht (vgl.
Urk.
1 S. 11) - vom höheren Betrag
von Fr. 54‘888.--
ausgegangen
, der
im Lohnblatt
in
Ziffer 1999 figuriert (Urk.
9/11/12). Hingegen hat die
Beschwerde
gegnerin
zu Unrecht nicht berücksichtigt, dass der
monatliche
Grundlohn (ohne Provision) im Jahr 2007 lediglich Fr. 2‘
905.-- betrug und per Anfang 2008 auf Fr. 2’949.-- erhöht wurde (
Urk.
9/11/3
+10
). Im Jahr 2008 hätte die Beschwer
deführerin somit ein gegenüber dem Vorjahr um Fr. 572.-- erhöhtes Jahresein
kommen erzielt
(13 x Fr. 44.--
)
,
also einen Betrag von Fr. 51‘254.--(Fr. 50‘682.-- + Fr. 572.--).
Und f
ür das Jahr 2009, das Jahr des allfälligen Rentenbeginns, ist in Anpassung an die Teuerung
ein Betrag von
Fr. 52‘341.-- einzusetz
en
(vgl. Die Volkswirtschaft 12
2013,
S. 91,
Tabelle B10.3, Nominal Frauen von 2499 Indexpunkten im Jahr 2008 auf 2552 Indexpunkte im Jahr 2009).
Der Bemessung des Invalideneinkommens legte die Beschwerdegegnerin
korrek
termassen
gestützt auf die höchstrichterliche Rechtsprechung
(vgl. BGE 126
V 75 E. 3b mit Hinweisen)
die Tabellenlöhne
zugrunde
, wie sie der Schweizeri
schen Lohnstrukturerheb
ung
des
Bundesam
tes für Statistik
(LSE) zu entnehmen sind (
Urk.
2, Begründung S. 2, und
Urk.
9/17)
.
Wie die Beschwerdeführerin vor
bringen lässt (vgl. Urk
.
1 S. 9), trifft
zwar
zweifellos zu, dass
diese Löhne weitere Tätigkeiten umfassen, welche die Schultern zu stark beanspruchen und deshalb nicht geeignet sind.
Gemäss
Dr.
H._
ist jedoch der Einsatz der rechten Schulter nicht generell zu vermeiden, sondern lediglich deren besondere Inanspruchnahme mit stereotypen und repetitiven Bewegungen
(
Urk.
9/46/14-16).
In Übereinstimmung damit hatte bereits
Dr.
A._
im Bericht vom 18.
August 2008 das feinmotorische Hantieren mit Werkzeugen und die
Hand
rotation
für uneingeschränkt („sehr oft“) möglich
gehalten
(
Urk.
9/8/4). Daraus ist zu schliessen, dass d
ie
Lohntabellen
auch
Arbeiten enthalten
, die für die Beschwerdeführerin in Frage kommen
.
Ihr
kann somit nicht darin gefolgt wer
den (vgl.
Urk.
1 S. 9), dass keine Hilfsarbeiten vorstellbar seien, die ihr zuzu
muten seien.
D
ie Beschwerdegegnerin
hat also
richtigerweise die Tabellenlöhne
zur Ermittlung des Invalideneinkommens
herangezogen.
Für das Jahr 2008 (S. 26, Tabelle TA1) ist
für Arbeitnehmerinnen des
Anforde
rungsniveaus
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4‘116
.-- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden [so
genannter Zentralwert], unter anteilsmä
ssiger Berücksichtigung des 13.
Monatslohnes und standa
rdisiert auf 40 Wochenstunden).
Umgerechnet auf die im Jahr 200
8
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden
(vgl.
Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 90, Tabelle
B9.2) ergibt sich für das Jahr
2
008 ein Monatslohn von
Fr.
4‘280
.
64
beziehu
ngsweise ein Jahreslohn von Fr.
51‘3
67
.
70.
Für das mass
gebende Jahr 2009 resultiert das teuerungsangepasste Jahreseinkommen v
on
Fr.
52‘457
.
10
(vgl.
Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 91, Tabelle B10.3, Nominal Frauen von 2499 Indexpunkten im Jahr 2008 auf 2552 Indexpunkte im Jahr 2009).
Nach der Rechtsprechung ist sodann durch eine Reduktion des tabellarisch ermit
telten Lohnes um maximal 25
%
verschiedenen Umständen Rechnung zu tragen, die ein Abweichen vom Zentralwert nach unten rechtfertigen. Aufge
zählt werden hier die lohnmässige Benachteiligung von gesundheitlich beein
trächtigten Personen sowie persönliche und berufliche Umstände wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
Selbst wenn der Maximalabzug von 25
%
vorgenommen würde, resultierte
für ein 100%iges Pensum, wie es der Beschwerdeführerin von März bis Oktober 2009 zuzumuten war
,
ein Invalideneinkommen von immer noch
Fr.
39‘3
42
.
90
, was verglichen mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
52‘341.--
einen Invaliditätsgrad von nur
2
4,83
%
ergibt.
D
i
e Beschwerdeführer
in
hat somit von März bis Oktober 2009 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
3.4.2
Während der Dauer der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
aus psychi
schen Gründen - von November 2009 bis Mitte September 2010 - ist der Ausgangsbetrag des Invalideneinkommens von
Fr.
52‘4
57
.
10
zunächst zu hal
bieren auf d
en Betrag von
Fr.
26‘2
28
.
55
. Hier rechtfertigt es sich nicht,
zusätz
lich
den Maximalabzug von 25
%
zu gewähren, denn der verminderten
Belast
barkeit und Anpassungsfähigkeit wird bereits
mit der Annahme einer lediglich 50%igen Leistungsfähigkeit und einer entsprechend
en Reduktion des Einkom
mens
zumindest teilweise
Rechnung getragen. Der 10%ige Abzug, de
n die Beschwerdegegnerin gemacht
hat (vgl.
Urk.
2, Begründung S. 2, und Urk.
9/17), ist daher nicht zu beanstanden.
Das Invalideneinkommen beläuft sich damit für die begrenzte Zeit der psychischen Ei
nschränkungen auf Fr.
23‘60
5
.
70
, und aus der Gegenüberstellung
mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
52‘341.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 54,9
%
.
Der Beschwerdeführerin steht
da
mit für die Zeit von November 2009 bis Dezember 2010
keine höhere als die zugesprochene halbe Rente zu.
3.4.3
Des Weiteren hat die Beschwerdegegnerin die halbe Rente per 1. Januar 2011 - nach Ablauf von drei Monaten nach Eintritt der Verbesserung von Mitte September 2010
(
Art. 88a
Abs.
1 IVV
)
-
zu Recht wieder aufgehoben. Da davon auszugehen ist, dass sich Validen- und Invalideneinkommen
im Zeitverlauf
in gleichem Mass verändert haben, gilt ab Januar 2011 wieder der Invaliditätsgrad, der vor der Rentengewährung, also bis Oktober 2009, bestanden hat.
Schliesslich fällt zwar auf, dass die Rentenverfügung vom
1.
Mai 2013 mehr als zwei Jahre nach der
bisdisziplinären
Begutachtung durch die
G._
ergangen ist. Die Beschwerdeführerin liess jedoch nicht geltend machen, ihr Gesundheits
zustand habe sich seither verschlechtert. Namentlich liess sie keinerlei aktuelle Berichte beibringen, die auf eine solche Verschlechterung hindeuteten, sondern reichte zusammen mit der Beschwerdeschrift einzig einen Bericht der
Klinik B._
aus dem Jahr 2009 ein (
Urk.
3). Die Verneinung des Renten
anspruchs ist
daher für die gesamte Zeit bis zum Verfügungszeitpunkt vom
1.
Mai 2013 zu bestätigen.
3.5
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
4.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Be
schwerdeführerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzulegen.