Decision ID: 6f952fc1-01e6-57eb-9ae6-631c7caa8763
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
meldete sich – nach erfolgter
invali
denversicherungsrechtlicher
Früherfassung (
Urk.
7/1) – am 21. Dezember 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/7). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
7/16) und holte
einen Bericht bei med.
pract
.
Y._
,
Z._
, ein (
Urk.
7/20
).
Zusätzlich verlangte sie
beim Versicherten die Buchhaltungsabschlüsse der letzten drei Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens und für die Zeit seither sowie die aktuellste
Beitrags
verfügung
der zuständigen Ausgleichskasse
ein
(
Urk.
7/11; vgl. auch
Urk.
7/12). Mit Vorbescheid vom 18. September 2014 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/24). Daran hielt sie
mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 fest (
Urk.
7/27 =
Urk.
2), woran auch
das
gleichentags
bei
ihr
eingegangene, durch med.
pract
.
Y._
verfasste
Einwandschreiben
(Poststempel 27. Oktober 2014 [
Urk.
7/26]
; vgl. auch Urk. 7/28-30
)
nichts
mehr
änderte.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 24. November 2014 Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
, es sei ihm eine ganze Rente der Invali
denversicherung zuzusprechen
; eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und subeventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu
weisen
(
Urk.
1 S. 1
und S. 3
). Mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Be
schwerdeführer am 19. Januar
2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsverweigerung damit, der psy
chische Gesundheitsschaden des B
eschwerdeführers
beruhe
auf psychosozialen Belastungsfaktoren und
sei
daher nicht von invalidenversicherungsrechtlicher Bedeutung (
Urk.
2 und
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, seine schon lange bestehende Gesundheitsstörung müsse als dauerhaft bestehend und nicht überwindbar angesehen werden. Denn es bestehe nicht nur eine vorüber
gehende Belastungsproblematik, sondern auch eine
chronifizierte
Persönlich
keitspathologie
mit depressiven Episoden
,
eine verminderte Frustrationstoleranz und Belastungsfähigkeit sowie eine eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit samt
Antriebsminderung
. In seinem Zustand könne er nie und nimmer als Arzt beruflich tätig sein
(
Urk.
1 S. 2).
3.
3.1
Die
Dres
. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
B._
, Fachärztin FMH für Neurologie, berichteten am 25. April 2012, anlässlich ihrer
vom Beschwerdeführer veranlassten
psychopathologisch-verhaltensneurologischen Abklärung habe sich ein ernster, zurückgenommener, deutlich antriebsgeminderter, umständlicher und ernster Versicherter mit ver
mindertem Sprechantrieb gezeigt. Gestik, Mimik, Gangbild, Sprechverhalte
n
,
Spontanreaktivität
, affektive Resonanz- und Modulationsfähigkeit und
Grund
stimmung
würden sich klinisch-phänomenologisch einer mittelschweren ge
hemmt-depressiven Störung zuordnen lassen.
A
ls
neuropsychologische
Testbe
fund
e
würden sich
berufsrelevant
e
Planungsschwierigkeiten,
mnestische
Defi
z
ite, ein vermindertes konzeptuel
les Denken,
eine
defizitäre Umstellfähigkeit sowie eine relevante Einschränkung der
Aufmerksamkeit und Konzentration
, die als störungstypische Folgen der affektpathologische
n Alteration zu bewerten und
aggraviert
durch medikamentöse Faktoren
seien, finden
.
Es gebe d
eutliche Hinweise für ichstrukturelle Persönlichkeitspathologi
en als habituelle psychi
sche Vulnerabilität mit verminderten
Copingressourcen
.
Aus psychopatholo
gisch-neuropsychologischer Sicht
– so die beiden Ärzte weiter – sei der Be
schwerdeführer
aufgrund der
ausgeprägten Antriebsminderu
ng und
der
neuro
kognitiven
I
nflexibilität
mit ausgeprägter Fehleranfälligkeit nicht mehr in der Lage, seine angesta
mmte Tätigkeit als Anästhesist u
nd Intensivmediziner aus
zuführen. In Notfallsituationen
sei es ihm nicht möglich,
sc
hnell genug
zu rea
gieren und
er sei daher für Notfallsituationen
sozial-praktisch
und
aus forensi
schen Gründen nicht mehr einsetzbar
.
Im Rahmen der aktuellen Berufssituation
könne sich der Beschwerdeführer
seine Arbeit gut einteilen und
sei
keinen vita
len Notfallsituationen ausgesetzt. Eine Steigerung
des
Arbeitspensums über das aktuell
e 30%ige Leistungspensum hinaus erscheine
aus gutacht
erlicher
Sicht aufgrund der
objektivierbaren affektpathologischen Defizite, vornehmlich
in
folge
der depressiven Antriebsminderung mit entsp
r
echenden
,
validierten
neu
rokognitiven
Befunden (qua
l
itativ/quantitativ)
,
nicht
als
möglich
(
Urk.
7/6/3-4).
3.2
Nachdem der Beschwerdeführer vom 1. Juli bis am 2
2.
August 2013 in der
C._
hospitalisiert gewesen war,
stellten die Ärzte im
Austrittsbericht vom
2
2.
August 2013
(
Urk.
7/12/1-3) folgende Diagnosen
(S. 1):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Suizidversuch am 19. Juni 2013 (ICD-10 X84.9) durch:
Mischintoxikation mit 400 mg Methadon, 2 mg
Alprazolam
, Alkohol mit respiratorischer Insuffizienz: Intubation, mechanische Ventilation vom 19. – 23. Juni 2
013;
Atelektase
Unterlappen rechts mit Pneumonie
Changierende
Vigilanzminderung
Belastung aufgrund Scheidungsproblematik
(ICD-10 Z64.8)
Akzentuierung auf narzisstische Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
Intermi
ttierendes
tachykardes
Vorhoff
li
mmern, frequenzkontrolliert mit
Sotalol
40 mg
(ICD-10 I48.10)
Sie führten aus, der Klinikeintritt sei
freiwillig und selbständig au
f Zuweisung durch das Spital
D._
erfolgt
.
Der Beschwerdeführer habe von verschiedenen Bel
astungsfaktoren
berichtet: lau
fende und äusserst konfliktreiche Scheidung, finanzielle Schwierig
keiten sowie berufliche Verände
rungen. Eine akut eska
lierte Konfliktsituation mit der aktuellen Partnerin
habe mit den
vorbeschrie
be
nen
Belastungsfaktoren
zusammen
zur depressiven Dekompensat
i
on mit Intoxi
kation in suizidaler Absicht
geführt (S. 1)
.
Im Verlauf
hätten
sich bei
m
Versi
cherten
e
ine Stabilisierung der Affektlage sowie eine Normalisierung des Schlafverhaltens
gezeigt
. Psychopharmakologisch
sei
zudem ein Behandlungs
versuch mit
Bupropion
retard
bis 150 mg durchgeführt
worden
, was neben der antidepres
siven
Wirkung auch die Rauchen
tw
öhnung
des Versicherten
unter
stützen sollte
.
Psychotherapeutisch
seien
in Einzelgesprächen insbesondere
die
narzi
sstischen Persönlichkeitsakzentui
er
ungen
psy
choedukativ
besprochen und A
ssoziationen zu Verhaltensmustern
im Rahmen von Kränkungen erörtert
wor
den
. Zudem
habe
d
er
Versicherte
nach ausreichender Stabili
sierung an der schematherapeutischen
Gruppenbehandlung teil
genommen. Der Umgang mit
Emotionen werde als für die nachfol
gende therapeutische Behandlung
als zen
tral angesehen (S. 2).
3.3
Med.
pract
.
Y._
nannte am 4. April 2014 (
Urk.
7/20/2-6) nachstehende Diagnosen (S. 1):
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Suizidversuch am 19. Juni 2013 (ICD-10 X84.9)
Belastung aufgrund Scheidungsproblematik (ICD-10 Z64.8)
Akzentuierung auf narzisstische Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
Intermittierendes
tachykardes
Vorhofflimmern (ICD-10 I48.10)
Seinem Bericht kann entnommen werden, dass im Vordergrund die Behandlung der dep
ressiven Symptomatik und der
krankheitsaufrechterhaltenden Akzentu
ierung der Persönlichkeit steht. Inhalt dieser sei auch die Entwicklung von
Co
pingstrategien
für den Umgang mit den psychosozialen Belastungsfaktoren. Die Entwicklung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers h
a
nge massge
blich von den psychosozialen Belastungsfaktoren ab (S. 2). Aktuell bestehe für Tätigkeiten aller Art eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, da es rasch zu
Über
f
orderungssituationen
komme (S. 3
).
3.4
Der nämlich
e
Arzt gab in dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 18. November 2014 mit Ausnahme einer neu diagnostizierten narzissti
schen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
anstelle der Akzentuierung auf narzisstische Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
die gleichen Diagnosen wie im Bericht vom 4. April 2014 an.
Er berichtete, der Beschwerdeführer zeige auf Grund der
chronifizierten
Persönlichkeitspathologie eine nur b
egrenzt möglich
e
Reflek
tionsfähi
g
k
eit
im Hinblick auf eine Veränderung des persönlichen Verhaltens und dem Erlernen von neuen Strategien zur Krankheitsbewältigung. Die
Per
sönlichkeitspathologie
sei krankheitsauslösend und krankheitsaufrechterhaltend hinsichtlich der depressiven Episode und der damit verbundenen verminderten Frustrationstoleranz, Belastungsfähigkeit, eingeschränkten kognitiven Leis
tungsfähigkeit (Merkfähigkeit, Konzentrations- sowie Aufmerksamkeitsstörung) und Antriebsminderung. Beim Beschwerdeführer sei es zu mehrfachen depressi
ven Episoden gekommen, die auch durch antidepressive Therapien nur insuffi
zient hätten behandelt werden können. Durch die langfristig bestehende de
pressive Symptomatik, nachweislich seit 2008, mit eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit und vermindertem Antrieb sowie Suizidgedanken mit einma
lige
m
Suizidversuch sei der Versicherte in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Ein Überwinden der Erkrankung, trotz medikamentöser antidepressiver Thera
pie, bei krankheitsfördernder und –aufrechterhaltender
Persönlichkeitspatholo
gie
sei nicht möglich. Bereits im Gutachten der
Dres
.
A._
und
B._
werde von einer nicht über die maximale Arbeitsfähigkeit von 30
%
stei
gerungsfähigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Die Einschränkung müsse im Hinblick auf die lange Dauer des Bestehens trotz suffizienter leitliniengerechten Behandlung als dauerhaft bestehend und als nicht überwindbar angesehen wer
den (
Urk.
3/2).
4.
4.1
Aus den medizinischen
Berichten geht übereinstimmend hervor, dass der Be
schwerdeführer
an einer rezidivierenden depressiven Störung leidet. Eine über
dies bestehende
narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), die vom behandelnden Psychiater
am 18. November 2014
diagnostiziert wurde (
Urk.
3/2), ist
hingegen
nicht nachvollziehbar
. Denn die betreffende Diagnose geht aus den geschilderten Befunden nicht hervor (vgl.
hiezu
auch
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F], 9. Auflage, Bern 2014, S. 283) und es bleibt des
halb unklar, worauf die besagte
Diagnose abgestützt ist. In diesem Zusammen
hang fällt zudem auf, dass von med.
pract
.
Y._
erstmals in dem nach Verfügungserlass erstatteten Bericht die Diagnose einer narzisstischen
Persön
lichkeitsstörung
gestellt wurde, während zuvor
– so auch im Austrittsbericht der
C._
vom 2
2.
August 2013 (
Urk.
7/12/1-3 S. 1) –
die Rede von einer Akzentuierung auf narzisstische Persönlichkeit (ICD-10 Z73)
gewesen
war. Diese Änderung der Diagnose erfolgte dabei ohne entsprechende Begründung und ohne Hinweis auf eine zwischenzeitlich eingetretene – durch objektive Be
funde ausgewiesene – relevante Verschlechterung
des Gesundheitszustands
.
Auch vor dem Hintergrund,
dass Persönlichkeitsstörungen in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], a.a.O., S. 274)
und nicht
ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer zu dieser Zeit unter spezifischen Beeinträchtigungen gelitten hat
, ü
berzeugt die gestellte Diagnose wenig
(vgl.
hiezu
auch Urteil des Bundesgerichts 9C_519/2014 vom 14. Oktober 2015
E. 5.3)
. Auch in der Folgezeit sind keine schwerwiegenden traumatischen Bege
benheiten im Leben des Beschwerdeführers aktenkundig.
Er absolvierte vielmehr ein medizinisches Studium
,
erlangte
den
Facharzttitel in Anästhesio
logie und Intensivmedizin (Urk.
7/6/5-6
und
www.medregom.admin.ch
)
und hat jahrelang an verschiedenen Stellen –
wohl
vollzeitlich – gearbeitet (Urk.
7/16).
4.2
Was die von med.
pract
.
Y._
anfänglich und von den Ärzten der
C._
nach stationäre
m
Aufenthalt des Beschwerdeführers
unter dem
Di
agnose-Code ICD-10 Z73 aufgeführte Akzentuierung auf narzisstische Persön
lichkeit
betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Z-Kodierungen um keine invalidenversicherungsrechtlich erheblichen
Gesundheitsbeeinträchtigun
gen
handelt, weshalb sie als Anspruchsgrundlage für Leistungen der IV von vornherein ausser Betracht fallen
(vgl.
hiezu
etwa Urteil
des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom
28. Juni 2012
E. 3.1 mit Hinweisen).
4.3
Hinsichtlich der depressiven Symptomatik steht aufgrund der
aktenkundigen Arztberichte fest,
dass das Beschwerdebild
mit ungünstigen psychosozialen Faktoren
zu erklären ist. Zu erwähnen sind dabei namentlich
die äusserst kon
fliktreiche Scheidung, die finanziellen Schwierigkeiten und die berufliche Ver
änderung (
Urk.
7/12/1-3 S. 1 und Urk.
7/20/2-6 S. 1)
, was von
den Ärzten in der Diagnoseliste
als Belastung aufgrund der Scheidungsproblematik (ICD-10 Z64.8) gefasst w
u
rd
e
. In Einklang damit
gab
med.
pract
.
Y._
in seinem Bericht vom 4. April 2014
, worin er die Arbeitsunfähigkeit einzig auf die de
pressive Symptomatik zurückführte,
an, die Entwicklung der psychischen Ge
sundheit des Beschwerdeführers h
a
nge massgeblich von den psychosozialen Belastungsfaktoren ab (
Urk.
7/20/2-6 S. 2). Soweit der nämliche Arzt in seiner Beurteilung vom 18. November 2014
dann
auf eine fehlende Überwindbarkeit der depressiven Erkrankung trotz medikamentöser antidepressiver Therapie hinweist (
Urk.
3/2 S. 2)
, ist
ihm entgegenzuhalten, dass
aufgrund der Akten nicht von einer konsequenten Depressionstherapie, die auf eine Ausschöpfung der therapeutischen und medikamentösen Möglichkeiten und damit auf eine Resistenz des Leidens schliessen liesse, ausgegangen werden kann (vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 20. Mai 2015 E. 3.3.3).
So hielt der behandelnde Psychiater einen erneuten Klinikaufenthalt für notwendig,
der vom
Beschwerdeführer jedoch abgelehnt wurde (
Urk.
7/22 S. 3). Vor dem Hin
tergrund, dass sich aus dem Bericht vom 4. April 2014 ergibt, dass der Versi
cherte zuletzt am 19. März 2014 med.
pract
.
Y._
aufgesucht hatte
(
Urk.
7/20/2-6 S. 1), ist zudem fraglich, ob die Psychotherapie genügen
d eng
maschig durchgeführt wird.
Dass die psychischen Probleme durch invaliditätsfremde Faktoren bestimmt sind, wird sodann durch die vom Beschwerdeführer gemachten
A
ngaben bestä
tigt.
So berichtete er
wiederholt von einer durch das belastende
Scheidungsver
fahren
ausgelösten schwierigen familiären und finanziellen Situation
(
Urk.
7/3 S. 3
und
Urk.
7/
5; vgl. auch
Urk.
7/
18 und
Urk.
7/
22
) und setzte die Depression
gleich selbst in Zusammenhang mit der psychosozialen Problematik (
Urk.
7/7
S. 5).
4.4
Anhaltspunkte für ein unabhängig von den mit ungünstigen psychosozialen Gegebenheiten zu erklärenden Episoden bestehendes (erhebliches) depressives Grundleiden gibt es keine.
In den Akten finden sich keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer nach seiner ersten
Hospitalisation
in der
C._
im Mai 2000
(
vgl.
Urk.
7/12/
1-3 S. 2) seine volle Arbeitsfähigkeit
nicht wie
der
erlangt hätte.
Der
acht Jahre später
vom 8. Oktober bis am 26. November 2008 in der
E._
statt
gehabte
stationäre
Aufenthalt
(vgl. Urk.
7/12/1-3 S. 2) war
sodann
auf
durch
die
ber
ufliche Veränderung verur
sachte
eheli
che
Schwierigkeiten – mithin wiederum auf
ungünstige
Lebensum
stände
–
zurückzuführen
(
Urk.
7/5 S.
5
).
Insofern
ist davon auszugehen, dass
sich
die du
rch die
ungünstigen psychosozia
len
Umstände
verursachte psychische Störung des Beschwerdefüh
rers bei Wegfall der Belastungsfaktoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zurückbilden würde
.
Aus dem Bericht von med.
pract
.
Y._
vom 4. April 2014 (
Urk.
7/20/2-6 S.
3
)
geht – wie bereits ausgeführt –
solches denn auch hervor
. A
uch der Beschwerdeführer selbst ging davon aus, dass er wieder ar
beiten könne, sobald für die psychosozialen Belastungen eine Lösung gefunden sei (
Urk.
7/22 S. 1).
Zu ergänzen ist zudem, dass keine intellektuelle
Dekonditi
onierung
stattfand (Urk. 7/18 S. 2).
4.5
Da ein klinisches Beschwerdebild, das (einzig) von belastenden psychosozialen und soziokulturellen Faktoren herrührt, rechtsprechungsgemäss nicht als
invali
denversicherungsrechtlich
relevante Beeinträchtigung zu verstehen ist, vermag die psychische Störung de
s
Beschwerdeführer
s
keinen
Leistungs
anspruch zu be
gründen (E.
1.3
hievor
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2).
Von den beantragten weiteren medizinischen Abklä
rungen sind keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da
von abzusehen ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).