Decision ID: 14a1578d-0ceb-5ae3-b8dd-5cfb1bbf3983
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 in Syrien geborene
X._
,
seit
dem Jahr
2002 in zweiter Ehe verheiratet
und Vater von vier Kindern (Jahrgang 1994, 2003, 2011
,
2013)
,
immigrierte
zu Beginn
der 1990er Jahre in die Schweiz, wo er
ein erstes Mal
heiratete (erste Ehe
1991 bis 1999)
und ab
Juni 1991
zuweilen einer Erwerbstätigkeit nachging
(Urk. 7/32)
. A
b 23.
Oktober 1997
hatte er eine
Vollzeit
anstellung als
Maschinenführer
im
Dreischi
chtbetrieb bei der
Y._
inne. Diese wurde ihm
per 31.
Oktober 1998
gekündigt
(
Urk. 7/2, Urk. 7/8), nachdem
er
a
m 3.
September 1998
von der
Schweizerische
n
Unfallve
rsicherungsanstalt (SUVA) als ungeeignet erklärt
worden war
für
Arbeiten an Produktionsanlagen, an denen technische Gummiartikel im Vulkanisationsverfahren hergestellt werden
(Urk. 7/5/1-2).
A
m 7. Mai 2001 meldete sich
der zwischenzeitlich nicht
mehr in bedeutende
m Ausmass erwerbstätig gewesene
X._
u
nter Auflage der Nichteignungsverfügung der SUVA
vom 3.
September 1998
erstmals
bei
der Invalidenversicherung
zum
Leistungsbezug
an
(
Urk. 7/3).
Die damals zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Aargau
, IV-Stelle,
veranlasste
Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung (Urk. 7/9), welche sie
a
m 5. September 2001 (Urk. 7/13)
mangels
Mitwirkung
de
s Versicherten
wieder
einstellte
.
Überdies
verneinte sie m
it
Verfügung vom 1.
Februar 2006 (
Urk.
7/29)
unter Hinweis auf die psychosoziale Belastungssituation
ein
en
Ren
tenanspruch des Versicherte
n
,
welcher
am 3.
September 2002
sein Leistungsbegehren erneuert und dabei wiederum auf die Nichteignungsverfügung der SUVA verwiesen hatte
(
Urk. 7/14).
1.2
In
der Neuanmeldung vom 9.
Januar 2010 (
Urk.
7/33) machte
X._
nicht näher bezeichnete
psychisch
e Probleme
,
bestehend
s
eit zirka
dem Jahr
2002
,
geltend
.
M
it
Verfügung v
om 8. März 2011 (Urk. 7/50) wies d
ie
fortan
zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
das Rentenbegehren
gestützt auf das
von ihr
in Auftrag gegebene
Gutachten
von Dr. med. dipl.-psych.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 17. September 2010
(
Urk. 7/46)
mangels eine
r
anspruchsbegr
ündenden Invalidität
ab
.
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Vom
18. September 2013
datiert ein
weitere
s Leistungs
gesuch
des Versicherten
mit den vormaligen Angaben zur gesundheitlichen Beeinträchtigung
(Urk. 7/54)
.
Die IV-Stelle des Kantons Zürich veranlasste eine psychiatrische Untersuchung durch ihren
regi
onalen ärztlichen Dienst (RAD)
.
G
estützt auf dessen Bericht vom 24. Februar 2014
(
Urk. 7/58)
verneinte sie
nach durchlaufenem Vorbescheidverfahren (
Urk. 7/60
, Urk.
7/62-63
) mit Verfügung vom 13.
Juni 2014 (
Urk.
2)
ausgehend von einem unveränderten Gesundheitszustand den vom Versicherten geltend gemachten Rentenanspruch
.
2.
Gegen die Verfügung vom 13. Juni 2014
erhob
X._
am 10. Juli 2014 Besc
hwerde (Urk. 1) und beantragte deren Aufhebung sowie die Verpflichtung der IV-Stelle
, ein psychiatrisches Gutachten einzuholen und ge
stützt darauf über seinen Leistungsanspruch neu zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwältin Christine
Fleisch
als unentgeltliche Rechtsver
treterin
. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 11. September 2014 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 15. September 2014 (Urk. 8) mitgeteilt wurde.
Zu dessen
Eingabe vom
Folgetag
(Urk. 11)
und dem damit aufgelegten
Arztb
ericht (Urk. 12)
liess sich
die IV-Stelle am 14. November 2014 (Urk. 16) unter Auflage einer Stellungnahm
e ihres RAD (Urk. 17) vernehmen
.
Davon
wurde dem Beschwerdeführer am 18. Novem
ber 2014 (Urk. 18) Kenntnis ge
geben
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wi
rd dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung
).
1.5
Für die Bejahung eines Rentenanspruches im Rahmen einer Neuanmeldung nach
vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades verlangt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demjenigen zur Zeit des auf die Neuanmeldung hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E. 2 mit Hinweis, 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. auch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweis). In solchen Fällen sind jedoch an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt
lichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob
sich die tatsächlichen Verhältnisse, namentlich der Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefü
hrers,
seit der rechtskräftigen Rentenablehnung vom 8.
März 2011 (
Urk.
7/50)
bis zur
hier
angefochtenen
Verfügung
vom
13.
Juni 2014 (
Urk.
2)
in anspruchserheblicher Weise verändert haben (vgl. E.
1.
5
hiervor)
.
Dabei steht ausser Frage, dass von somatischer Seite
unveränderte Verhältnisse vorliegen
.
Uneins sind sich die Parteien
dagegen
bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes
und der daraus allenfalls resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
.
Während die
Beschwerdegegnerin
gestützt auf
den RAD-Untersuchungsbericht
eine
im massgebenden Zeitraum eingetretene
psychische Verschlechterung
verneinte
(Urk. 2, Urk. 6, Urk. 16),
hielt der Beschwerdeführer
dafür
,
auf die
Beurteilung des RAD
könne nicht
abgestellt werden.
Massgebend sei vielmehr
die Einschätzung
der ihn behandelnden
Dr. med.
A._
,
Fachärztin für
Psychiatrie und Psyc
hotherapie FMH,
gemäss welcher
eine revisionsrelevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes
vorliege
(Urk. 1 S. 5 ff., Urk. 11)
.
3.
3.1
3.1.1
Der abschlägige Rentenentscheid
vom 8. März 2011 (Urk. 7/50)
beruhte in
medizinischer Hinsicht auf dem
psychiatrische
n Gutachten
von
Dr.
Z._
vom
17. September 2010 (Urk
. 7/46)
. Darin wurde
anamnestisch fest
gehalten
,
dass
der Beschwerdeführer mit positiven Gefühlen
auf seine Kindheit zurück
blicke
.
Mit
17 Jahren habe er fünf Jahr
e lang
Militärdienst geleistet und dabei an Kriegshandlungen teilgenommen
.
1984
sei er
nach Spanien geflüchtet und dort auf e
inem Autofriedhof, später dann in Jordanien und in der Türkei, tätig gewesen. Er lebe seit 1991 in der Schweiz, wo er
zu Beginn auf Baustellen und dann als Maschinenführer bei verschiedenen Firmen
gearbeitet habe
,
b
is er die Arbeit in einer Gummifabrik wegen einer Silikonunverträglichkeit habe aufgeben müssen. Er sei zum zweiten Mal verheiratet, seine Ehefrau stamme aus Syrien und beherrsche die deutsche Sprache nicht. Aus der Ehe sei eine
nun
6 1/2-
jährige Tochter hervorgegangen. Die erste Ehe habe acht Jahre gedauert und sei wegen seiner beruflichen und finanziellen Probleme gescheitert.
Der Beschwerdeführer
habe viele Betreibungen
,
was
ihm
allerdings
noch am wenigsten Sorgen
mac
he
.
Solche
bereiteten ihm die Schulden
in
der
Höhe von
zirka Fr. 58‘000.--
bei Freunden und Kollegen, welche grossen Druck auf ihn ausübten (S. 5).
Dr.
Z._
diagnostizierte
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine re
zidivierende depressive Störung, zum Untersuchungstermin leichtgradig
ausgeprägt, ohne
somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0
; S. 10 oben) und hielt diesbezüglich in seiner Beurteilung fest, der Beschwerdeführer habe
anlässlich der Untersuchung vom 12. August 2010
Stimmungsschwankungen, Zukunftssorgen, Sorgen um die Familie, wechselhaften Appetit
,
Ein- und Durchschlafstörungen mit konsekutiver Tagesmüdigkeit
(bei Fernsehen bis 3 Uhr morgens)
sowie
eine Reduktion des Alkoholkonsums
beschrieben (vgl. im Einzelnen auch S. 5-7).
Objektiv
seien eine gedrückte, aber nicht tief depressive Grundstimmung sowie eine leichte Minderung der affektiven Modulationsfähigkeit und des Antriebs bei immer wieder
auftretenden Aufhellungen im Verlauf des Gesprächs
und
leicht eingebundener Mimik und Gestik
feststellbar gewesen. Kognitiv hätten sich
(bei subjektiv beschriebener Konzentrationsminderung) keine Beeinträchtigungen
gezeigt
. Formalgedanklich
bestehe
eine deutliche Einengung auf die zahlreichen psychosozialen Probleme, wogegen weder Anzeichen einer depressiven Verlangsamung oder Hemmung noch eine depressive Grübelneigung
vorlägen.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe
zum Untersuchungszeitpunkt
eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer den Fähigkeiten und körperlichen Möglichkeiten des Beschwerdeführers entsprechenden Arbeitstätigkeit
(S. 10 f.).
Indes seien die Möglichkeiten der ambulanten Therapie
, gerade was die Intensität angehe,
angesichts der weitmaschigen Gesprächskontakte und der niedrig dosierten medikamentös-antidepres
siven Therapie (Sitzungen zwei-/
dreimal pro Monat bis einmal in zwei Monaten, Seralin-Mepha 50 mg/die; vgl. Gutachten S. 7
Ziff. 6)
nicht ausgeschöpft
(
S.
12).
3.1.2
De
r
ebenfalls in jenem Verfahren ergangenen
Einschätzung
von
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
wurde keine entscheidende Bedeutung beigemessen. Dieser hatte
im Bericht vom 3. Februar 2010 (Urk. 7/40) zuhanden
der Beschwerdegegnerin
festgehalten
,
dass
der Beschwerdeführer seit dem 8. August 2005 zirka alle drei Wochen zu ihm in die Sprechstunde
komme
aufgrund eines psychischen Leidens, welches sich durch Überforderung und Schwierigkeiten
in der Lebenssituation äussere (Hoffnungslosigkeit, Ärger). Zuvor sei er ein paar Mal beim Externen Psychiatrischen Dienst (EPD) des Kantons
Aargau
v
orstellig geworden (vgl.
dazu
Urk. 7/17, Urk. 7/19, Urk. 7/21 und Urk. 7/26/2), wo am 8. April 2004 eine depressive Entwicklung im Rahmen einer Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastungssituation (ICD-10 F43.21) diagnostiziert worden sei. Heute und im Verlauf laute die Diagnose auf eine Anpassungsstörung in Form von Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22) mit vorwiegender Beeinträchtigung
anderer Gefühle (ICD-10 F43.23; depressive Entwicklung durch jahrelange Arbeitslosigkeit, Sorgen, psychosoziale Belastung und depressive Anteile, ICD-10 Z56). Der Beschwerdeführer habe Mühe, sich unter den Leuten zu konzentrieren und zu arbeiten aufgrund seiner ängstlichen Persönlichkeit. Er sei aktuell zu 100 % krankgeschrieben und unterziehe sich einer antidepressiven Behandlung.
3.2
3.2.1
Mit
der
Neuanmeldung vom 18. September 2013 (
Urk. 7/54) legte der Beschwerde
führer das Zeugnis von Dr.
B._
vom 13. September 2013 (Urk. 7/53) auf. Darin bejahte der behandelnde Psychiater die ihm von der Sozialberatung der Stadt
D._
unterbreitete Frage nach einer seit der letzten IV-Ablehnung vom 8. März 2011 eingetretenen Verschlechterung. Er stellte die Diagnose einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung mit körperlichen Beschwerden (ICD-10 F33.11) und hielt fest, es sei nicht möglich, den Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.2.2
Die ab 13. Januar 2014 behandelnde
Dr.
A._
berichtete
am 13. Februar 2014 zuhanden des Beschwerdeführers
(Urk
. 7
/62)
, nebst einer seit zirka 1998 bestehenden
Atemwegserkrankung
(
Berufskrankheit
)
sei seit mindestens 2004 eine manifeste psychische Erkrankung bekannt, welche vom EPD als depressive Entwicklung im Rahmen einer Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastungssituation gefasst worden sei. Seither
habe er
verschiedene Krankheitsphasen durchlaufen
und dabei keine
Wiederherstellung der Ges
undheit erreichen können.
Das aktuelle Krankheitsbild zeige eine depressive Symptomatik mit bedrückter Stimmungslage, Freudlosigkeit und Antriebsstörung, aber auch innerer Unruhe, Angespanntheit sowie Gedankenkreisen um Ängste, Sorgen und Probleme. Die Belastbarkeit sei reduziert, Konzentrations- und Ausdauervermögen seien ebenfalls herabgesetzt. Der Beschwerdeführer lebe isoliert und fühle sich auch oft innerhalb seiner Familie überfordert und angespannt-gereizt. Schlafstörungen, Albträume, einschiessende Erinnerungsbilder an früher erlebte Kriegsereignisse seien ebenfalls vorhanden, so dass auch die
Verdachtsdiagnose einer psychischen Traumafolgestörung gestellt
werden könne. Der Beschwerdeführer sei durch sein Leiden im alltäglichen Leben deutlich beeinträchtigt und könne den Alltag nur mit grosser Mühe bewältigen.
Es fehle jegliche Konstanz.
Den Anforderungen im familiären Bereich, insbesondere auch bei den Kindern,
vermöge
er nicht
zu
genügen. Kontakte nach aussen seien durch starke Ängste und Nervosität erschwert.
Schwere Schlafstörungen und Albträume beeinträchtigten ihn
ebenfalls. Eine Arbeitsfähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben.
3.2.3
Gemäss RAD-Untersuchungsbericht vom 24. Februar 2014 (Urk. 7/58) erklärte der Beschwerdeführer am 17. Februar 2014 gegenüber Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
er fühle sich schlecht und sei sehr nervös.
Jegliche Versuche, eine Arbeit zu finden, seien fehlgeschlagen. Er habe viele finanzielle Probleme, weshalb es auch oft
Konflikte mit der Ehefrau gebe (z.B.
weil für die von der 10-jährigen Tochter benötigten Zahnspange kein Geld vorhanden sei
)
. Er leide darunter, dass die erste Ehefrau ihn betreibe und
Alimente in
der
Höhe von
Fr. 36‘000.-- fordere, er jedoch seine mittlerweile 18-jährige Tochter nie sehe, was ihm sehr wehtäte. Er habe den ganzen Tag kein Ziel, müsse oft das Haus verlassen, weil er es nicht mehr aushalte, zuhause zu sein. Als arabischer Mann habe man Arbeit. Er habe früher fast rund um die Uhr gearbeitet. Im Haushalt mache er nichts, er koche nicht und könne auch nicht auf seine drei Kinder aufpassen, da er nicht wisse, was er mit ihnen tun solle. Oft könne er sich nicht einmal mehr rasieren. Über das Sozialamt habe er m
ehrere Arbeitsversuche gemacht,
jedo
ch habe er es nirgends lange ausgehalten. E
r könne mit Menschen nicht
mehr umgehen, werde schnell
„verru
ckt
“
und schalte dann ab. Mittlerweile glaube er, er habe keine Chance mehr. Alle seien gegen ihn, wobei er sich frage, warum (S. 2
Ziff. 3
).
Befragt zur Krankheitsentwicklung seit der Begutachtung vom Herbst 2010
habe
der Beschwerdeführer an
gegeben
, es
gehe ihm immer schlechter
.
Auf entsprechende Nachfrage
habe
er
erklärt
, „
alles“ sei schlechter geworden. K
onkrete Angaben
habe
er
aber
nicht machen
können
.
Das Silikon habe ihn kaputt gemacht (S. 2
Ziff. 5
).
Dr.
E._
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende
depressive
Störung, zum Untersuchungszeitpunkt leicht- bis mittelg
radig ausgeprägt (ICD-10 F33.0
,
F33.1)
,
und
konstatierte, der von ihr
erhobene psychiatrische Befund unterscheide sich nur minimal von dem
jenigen
im Gutachten von Dr.
Z._
vom 17. September 2010.
Die Schwingungsfähigkeit sei etwas weniger
gegeben und die Gereiztheit habe etwas zugenommen. Daher sei die Diagnose auf „leicht- bis mittelgradig“ erweitert worden (S. 5
Ziff. 10
).
Es bestehe eine Einschränkung der psychophysischen Leistungsfähigkeit aufgrund der schon
länger bestehenden fehlenden Tages
r
hythmisierung mit zeitweiligen Schlafphasen auch tagsüber und Schlafstörungen nachts mit Fernsehen bis in die frühen Morgenstunden.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer den
Fähigkeiten und den körperlichen Möglichkeiten des Beschwerdeführers entsprechenden Arbeitstätigkeit (S. 6 oben).
Hinsichtlich
der Vorakten
erwog
Dr.
E._
, das Zeugnis von Dr.
B._
vom 13. September 2013
mit Angabe einer Diagnoseverschlechterung und
einer
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit sei
n
icht nachvollziehbar, da
darin
weder eine Befunderhebung noch ein Belastungsprofil
beziehungsweise
eine Leistungseinschränkung besc
hrieben werde.
Dr.
A._
habe in ihrem Bericht vom 13. Februar 2014
keine nach ICD-10 klassifizierte Diagnose formuliert, sondern lediglich eine (unbestrittene) „depressive Symptomatik“ beschrieben, nicht jedoch die psychosozialen Faktoren. In der Untersuchungssituation habe sich ganz deutlich eine erhebliche Gekränktheit (und deshalb auch Gereiztheit) des Beschwerdeführers gezeigt, dies deshalb, weil er so lange keine Stelle mehr
gefunden habe
(„ich habe immer gute Arbeit geleistet, warum gibt man mir keine Stelle“) und als Mann aus der
arabischen Kultur nicht arbeite, sondern Sozialhilfe beziehe.
In diesem Zusammenhang sei auch die
von ihm
angegebene völlige Unfähigkeit, im Haushalt kleinere Ar
beiten zu verrichten, zu sehen
. Bezüglich der von
Dr.
A._
erörterten Möglichkeit einer Traumafolgestörung sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der Untersuchung als Hauptproblem seine finanzielle Situation (fünf Visakarten
überzogen
; Schulden im gesamten Freundeskreis; Scham gegenüber der Ehefrau, da er die Zahnspange für die Tochter nicht bezahlen könne) und die fehlende Arbeit angegeben habe, wogegen er von sich aus nicht von tagsüber auftretenden Erinnerungsbildern („flashbacks“) berichtet habe und überhaupt die frühere Situation in seinem Heimatland nicht ein aktuelles Thema gewesen sei. Daher könne dieser Verdachtsdiagnose nicht gefolgt werden. Die „soziale Isolation“ bestehe nicht in erster Linie aufgrund der psychischen Situation, sondern weil der Beschwerdeführer bei allen Kollegen Schulden habe und den Kontakt meide, um nicht darauf angesprochen zu werden un
d Konsequenzen zu erleben (S. 6
).
3.2.4
Im Bericht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 23. August 2014 (Urk. 12)
diagnostizierte
Dr.
A._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11),
und
eine chronische posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
mit seit zirka zwei Jahren wieder verstärkter Symptomatologie
(ICD-10 F43.1
). Differentialdiagnostisch zog sie eine andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62) in Betracht (S.
4).
In ihrer Beur
teilung führte sie aus
, das
aktuelle
Krankheitsbild zeige eine depressive Symptomatik mit bedrückter Stimmungslage, Freudlosigkeit, Antriebsstörung, aber
auch innerer Unruhe und Angespanntheit.
Es bestehe ein
Gedankenkreisen um Ängste, Sorgen und Probleme. Die Belastbarkeit sei reduziert, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauervermögen seien ebenfalls herabgesetzt. Der Beschwerdeführer lebe isoliert und fühle sich täglich innerhalb seiner Familie überfordert und angespannt-gereizt. Er könne sich für die Belange der Kinder nicht richtig einsetzen und interessieren, was bei ihm Schuld- und Schamgefühle auslöse. Schlafstörungen, Albträume, einschiessende Erinnerungsbilder an früher erlebte Kriegsereignisse seien ebenfalls vorhanden, sodass zusätzlich die Diagnose einer psychischen Traumafolgestörung gestellt werden könne, welche durch die Berufserkrankung und die damit verbundenen Veränderungen der Lebensumstände mit Verlust der Sicherheit, sozialökonomischen Problemen und Verlust des familiären Bezugsnetzes reaktiviert worden sei. Dabei könne diskutiert werden, ob inzwischen ein Übergang von einer chronischen
posttraumatischen Belastungsstörung
zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung bestehe.
Der Beschwerdeführer sei durch sein Leiden im alltäglichen Leben deutlich beeinträchtigt.
Er könne den
Alltag nur
mit grosser Mühe bewältig
en. Es fehle jegliche Konstanz. Den Anforderungen im familiären Bereich, insbesondere auch bei den Kindern, könne er nicht genügen. Kontakte nach aussen seien durch starke Ängste und Nervosität erschwert. Schwere Schlafstörungen und Albträume
würden
ihn
ebenfalls
beeinträchtig
en
und einen geregelten Tagesrhythmus
erschweren
. Das Verhalten gegenüber Gruppen, Ämtern, potentiellen Arbeitgebern sei durch die genannten Störungen deutlich verändert. Besonders in Gruppen kämen Zustände von Derealisation vor.
Eine Arbeitsfähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben. Es sei unwahrscheinlich, dass nach dem langjährigen Unvermögen, einer Arbeit nachzugehen, eine Verbesserung in diesem Bereich ohne fachkompetente und vorsichtige Wiedere
ingliederungshilfe möglich sei (S. 4 f.).
3.2.5
Dipl. med.
F._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie für Neurologie
, führte in der RAD-Stellungnahme vom 12. November 2014
aus (Urk. 17), die Symptome
einer
posttraumatischen Belastungsstörung
liessen sich dem Psychostatus nicht vollständig entnehmen. Hingegen bestünden die Symptome der depressiven Episode unverändert im Vergleich zu den Vorunterlagen. Es bestünden erhebliche psychosoziale Belastungen (finanzielle Lage, Sprachbarriere, Migration, Ehekonflikte).
4
.
4.1
Nach übereinstimmender Auffassung der involvierten Fachärzte, namentl
ich der Dres.
B._
(vgl. E. 3.2.1
hiervor),
E._
(vgl. E. 3.2.3 hiervor) und
A._
(vgl. E. 3.2.4
hiervor) bestand beim Beschwerdeführer im hier massgebenden Beurteilungszeitraum in psychischer
Hinsicht weiterhin eine rezidivierende depressive Störung. Deren Schweregrad wurde nun einhellig als
höchstens
mittelgradig
– und nicht wie
beschwerdeweise
postuliert als gar schwergradig (Urk. 1 S. 6) –
eingestuft, dies im Gegensatz zu Dr.
Z._
, welcher in seinem für die Rentenablehnung vom 8. März 2011 massgebenden psychiatrischen Gutachten vom
17. September 2010
das depressive Geschehen noch als leicht eingestuft hatte
(
vgl.
E. 3.1.1
hiervor
).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 6, Urk. 11 S. 1 f.) ist darin jedoch keine
anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erblicken.
Denn aus den Akten geht unmissverständlich hervor, dass das Beschwerdebild seit Jahren und insbesondere auch im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum massgeblich durch ungünstige soziokulturelle Einflüsse und belastende psychosoziale Faktoren geprägt
wird
. Zu erwähnen si
nd dabei die langjährig durchgemachten Probleme nach dem Arbeitsplatzverlust im Zusammenhang mit dem Erlass der Nichteignungsverfügung der SUVA
vom 3.
September 1998
(Urk. 7/5/1-2)
, namentlich die daran anschliessende anhaltende Arbeitslosigkeit
beziehungsweise
die gescheiterte Reintegration in den Erwerbsprozess, der Statusverlust durch das fehlende Erwerbseinkommen, die Scheidung der ersten Ehe und Trennung von der erstgeborenen Tochter sowie die strafrechtliche Verurteilung wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, die fortwährend angespannten finanziellen Verhältnisse mit Anhäufung von Schulden auch bei Kollegen und Abbruch des Kontakts zu denselben, die soziale Isolation, die Ungewissheit über die berufliche Zukunft, familiäre Schwierigkeiten auch in der zweiten Ehe unter anderem wegen fehlender Integration
respektive
dem
Migrationshi
ntergrund auch der Ehefrau
(
vgl
.
dazu
Urk. 7/9/1-2, Urk. 7/15/5-7, Urk. 7/17
/1-2
, Urk. 7/19
/1, Urk. 7/20, Urk. 7/23
, Urk.
7/28/5-6).
Anhaltspunkte für ein von der soziokulturellen und psychosozialen Belastungssituation unterscheidbares und in diesem Sinne verselbständigtes
depressives
Grundleiden
mit Krankheitswert liegen nicht vor. Vielmehr lässt
die Aktenlage
darauf schliessen
, dass
bei Wegfall der belastenden Lebensumstände eine
wesentliche Besserung der psychischen Befindlichkeit
einträte. D
a ein
klinisches Beschwerdebild, das im Wesentlichen
von psychosozialen und soziokulturellen
Belastungsf
aktoren herrührt, rechtsprechungsgemäss nicht als
invalidenversicherungsrechtlich relevante Beeinträchtigung zu verstehen ist, vermag
die
depressive Symptomatik
des Beschwerdeführers keinen Leistungsanspruch zu begründen (
vgl. E.
1.3 hie
r
vor
).
Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge keiner P
sychop
harmakotherapie
mehr
unterzieht und
(nebst der Weiterführung der Behandlung bei Dr.
B._
) lediglich einmal pro Monat einen Gesprächstermin bei Dr.
A._
wahrnimmt
(vgl. RAD-Untersuchungsbericht S. 3
oben
).
Insofern
fehlt es an einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das
Leiden als resistent ausweist
.
Entsprechend
wäre
der rezidivierenden depressiven Störung
–
falls sie denn
ein
eigen
ständige
s
, von den Belastungsfaktoren losgelöste
s Leiden da
rstellte
–
praxisgemäss keine invalidisierende
Wirkung zuzuerkennen (
vgl.
Urteil
e
des Bu
ndesgerichts 8C_303/2015 vom 8.
Okto
ber 2015 E.
4.4
und
9C_892/2015
vom 22.
Januar 2016
E. 2
).
4.2
Soweit der Beschwerdeführer mit der von Dr.
A._
zusätzlich
gestellten Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung eine revisionsrechtlich relevante Änderung ausgewiesen haben will (Urk. 11 S. 2-4), kann ihm ebenfal
ls nicht beigepflichtet werden.
I
n diesem Zusammenhang
fällt
zunächst
der Umstand
auf
, dass die angeblich traumatisierenden Kriegsereignisse von
der behandelnden Fachärztin
nicht näher beschrieben wurden. Ihre Einschätzung erging sodann
massgeblich auf der Basis von subjektiven, grösstenteils unkritisch übernommenen Angaben des Beschwerdeführers (zur Bedeutung wahrheitsgetreuer Aussagen für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_95
3/2012 vom 5. April 2013 E.
3.2.2)
. Dieser hatte indes
nicht von sich aus, sondern erst auf konkrete ärztliche Nachfrage hin von entsprechenden Beschwerden berichtet
und dabei angegeben
,
dass die
bereits früher verzeichneten Kriegsträume seit zwei Jahren
(d.h. seit 2012)
wieder regelmässig auf
träten und er sich auch tagsüber mit Kriegserinnerungen beschäftige
(vgl. Urk. 12 S. 3 Mitte und S. 6 oben).
Im Gegensatz dazu sind in den früheren ärztlichen Einschätzungen keine Hinweise auf das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung greifbar, wobei dies nicht nur
auf
die Berichte des
EPD
von 2002/2003
(Urk.
7/17, Urk. 7/19) und des ab
8. August 2005
langjährig
mit dem Beschwerdeführer befassten Dr.
B._
(Urk. 7/28, Urk. 7/40, Urk. 7/53) zutrifft.
Der
Beschwerdeführer
hatte
auch
weder am 12. August 2012
anlässlich der Begutachtung
durch
Dr.
Z._
(Urk. 7/46 S. 6 f.
Ziff. 5
) noch im Rahmen der Untersuchung im RAD vom 17. Februar 2014 durch Dr.
E._
(Urk. 7/58
S. 2
Ziff. 3
) über entsprechende Beschwerden geklagt, obwohl
damals
der
während fünf Jahren
geleistete Militärdienst
mit Teilnahme an Kriegshandlungen (
Urk. 7/46 S. 5
oben
)
respektive
die Berichterstattung über sein Heimatland
in den Bildmedien (Urk. 7/58 S.
2 Ziff. 4)
thematisiert worden waren. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die RAD-Fachärzte Dres.
E._
und
F._
(vgl. E. 3.2.3 und E. 3.2.5 hiervor) eine Traumafolgestörung
beziehungsweise
eine posttraumatische Belastungsstörung nicht als ausgewiesen
erachteten, zumal hierfür gemäss ICD-Diagnosekriterien ein belastendes Ereignis
oder
eine Situation von aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass
vorausgesetzt wird
,
welche
bei fast jedem eine tiefe Verzw
eiflung hervorrufen würde (
vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychisch
er Störungen, ICD-10 Kapitel V [F]
, Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9.
Auflage 2014
, S. 20
7).
Dr.
A._
ging überdies
davon aus, die posttraumatische Belastungsstörung sei durch die Berufserkrankung und die damit verbundenen Veränderungen mit Verlust der Sicherheit, sozialökonomischen Problemen und Verlust des familiären Bezugsnetzes „reaktiviert“ worden (vgl. E. 3.2.4 hiervor). Es trifft zwar zu, dass sich eine posttraumatische Belastungsstörung im Allgemeinen nicht von vornherein bloss aufgrund der zeitlichen Latenz – diese beträgt laut ICD-10 in der Regel höchstens sechs Monate – verwerfen lässt (
vgl.
Dilling/Mombour/Schmidt
, a.a.O
., S. 20
8
, vgl
. auch
Urteil des Bun
desgerichts 9C_195/2015 vom 24.
November 2015 E. 3.3.3).
Allerdings
wurde von der behandelnden Fachärztin nicht
plausibel
dargetan und erschliesst sich auch nicht aus den Akten, weshalb der Ausbruch der PTBS-Symptomatik dermassen verzögert
worden sein soll
, zumal die Nichteignungsverfügung der SUVA vom 3. September 1998 datiert (Urk. 7/5/1-2) und bald nach deren Erlass die bereits beschriebenen psychosozialen Faktoren in Erscheinung traten.
Auch aus diesem Grund kann nicht auf die
Einschätzung
von Dr.
A._
abgestellt werden.
4.3
Zusammengefasst ist
nach dem Ausgeführten
eine
anspruchsrelevante gesundheitliche Verschlechterung
im
hier
massgebenden
Beurteilungsz
eitraum nicht
erstellt. Damit erweist sich die
angefochtene
Verfüg
ung der Beschwerdegegnerin vom 13. Juni 2014
(Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
sind vorliegend
erfüllt
(
vgl.
Urk. 10/
1-
2).
Demzufolge
ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwältin Christine Fleisch, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
5
.2
Die Kosten des Verfahrens
(
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
)
sind auf Fr. 700.-- festzu
setzen und
entsprechend dessen Ausgang
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.3
5.3.1
Bei diesem Verfahrensausgang steht der
unentgeltliche
n
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Christine Fleisch,
eine Entschädigung
aus der Gerichtskasse
zu
.
Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, wobei namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt wird (§ 34 Abs. 3 GSVGer in Verbindung mit § 7 Abs. 1 und § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor
dem
Sozialversicherungsgericht, GebV SVGer).
5.3.2
Rechtsanwältin Christine Fleisch mac
hte mit Honorarrechnung vom 10.
Mai 2016 (
inklusive Leistungsrapport,
Urk. 20/1-2) einen Aufwand von 10
Stunden und 55
Mi
nuten sowie Barauslagen von Fr.
54.50 geltend.
Dies ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses nicht angemessen.
Abgesehen davon
, dass im
Leistungsrapport (Urk.
20/2) einige Positionen verschiedene
,
nicht im Einzelnen aufgeschlüsselte
Leistungen umfassen
und
deshalb
der verrechnete Aufwand nicht voll
ends nachvollzogen werden kann
, erscheint insbesondere der im Zusammenhang mit dem
nachgereichten
Bericht von Dr.
A._
vom 23. Au
gust 2014 (Urk.
12) geltend gemachte
Aufwand von
über 160 Minuten (Positionen vom 12. und 16. September 2014 zuzüglich der in den
Sammelp
ositionen vom
9. und
10. Juli 2014 enthaltene
Aufwand für die Korrespondenz mit der behandelnden Fachärztin)
als überhöht
. Wohl gehört
es zwar
selbstredend zur Pflicht einer Rechtsvertreterin, allfällige Mängel in der S
achverhaltsabklärung
kundzutun, indes
hat sich
der
entsprechende Aufwand mit Blick auf die
in diesem
Verfahren vorherrschende
Untersuchungsmaxime auf das im konkreten Fall Notwendige zu beschränken.
Letzteres gilt auch für den Kontakt mit
dem Beschwerdeführer, weshalb die zahlreichen, mit einer Ausnahme (Position vom 5. Juni 2015: Anfrage betreffend Verfahrensstand
mit
einem grosszügig
fakturierten Aufwand von 20 Minuten
zum Anwaltstarif
) nicht näher spezifizierten und zuweilen in
Sammelp
ositionen in Rechnung gestellten Korrespondenzen mit dem Beschwerdeführer ebenfalls nicht im geltend gemachten Umfang zu
vergüten
sind, zumal sich aus den Akten nicht erschliesst, inwiefern diese für das vorliegende Verfahren notwendig waren (vgl. insbesondere Positionen vom 17.
September, 14. und 27. Ok
tober sowie 24. November 2014).
Angesichts des verhältnismässig geringen Umfangs de
r
zu
studierenden
Akten, der
sieben
und
vier
Seiten umfassenden
Rechtsschriften
des Beschwerdeführers
samt
notwendiger
Aufwendungen für Instruktion und Abklärungen
, der
Bemühungen
im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie der in ähnlich
gelagert
en Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung
von Rechtsanwältin Christine Fleisch
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- für bis zum 31.
Dezember 2014 angefallene Bemühungen und von Fr.
220.-- für solche ab 1.
Januar 2015 (jeweils zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf Fr. 1‘
9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5
.4
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Gerichtskosten und der Entschädigung an Rechtsanwältin Christine Fleisch verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.