Decision ID: f0df79fa-b060-5c41-ac30-b80fb360aaad
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer, kurdischer Ethnie und gemäss eigenen  yezidischen Glaubens mit letztem Wohnsitz in A._, verliess den Heimatstaat am 7. August 2002 und gelangte über B._ in die Schweiz, wo er am 12. August 2002 ein Asylgesuch stellte. Am 16. August 2002 wurde er im Empfangszentrum (vormals Empfangsstelle) Kreuzlingen erstmals kurz befragt. Für die Dauer des Asylverfahrens wurde der Beschwerdeführer dem Kanton C._ zugewiesen. Am 12. November 2002 wurde der Beschwerdeführer durch die zuständige kantonale Behörde zu seinen Asylgründen befragt. Das Bundesamt führte am 8. Juli 2003 eine ergänzende Befragung durch.
Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe in seinem Heimatdorf die Primar- und Mittelschule sowie ein Jahr des Gymnasiums absolviert. Er gehöre der religiösen Minderheit der Yeziden an und habe den Glauben auch praktiziert. Wegen seiner Glaubenszugehörigkeit habe er schon in  Kindheit Schwierigkeiten bekommen. Er sei in der Schule und im Dorf von den anderen Kindern beschimpft und auf der Strasse mit  angegriffen sowie mit Steinen beworfen worden. Einmal habe ihn ein muslimischer Jugendlicher mit einem Messer verletzt. Unbekannte hätten auf das elterliche Haus geschossen. Aufgrund dieser Vorfälle habe er auf Anraten seiner Eltern den Heimatstaat verlassen.
Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im  Verfahren zwei Bestätigungsschreiben sowie eine  der Zugehörigkeit eines in Deutschland wohnhaften , D._, zur Glaubensgemeinschaft der Yeziden ins Recht.
B. Mit Verfügung vom 11. Juli 2003 - eröffnet am 22. Juli 2003 - stellte die Vorinstanz fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers genügten den Anforderungen an das Glaubhaftmachen eines asylrelevanten  nicht. Das Bundesamt lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung und hielt fest, der Vollzug der Wegweisung sei , zumutbar und möglich.
C. Mit Beschwerde vom 20. August 2003 an die Schweizerische Asylre-
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kurskommission (ARK) beantragte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung des Asyls. Im Falle einer Bestätigung der negativen Verfügung sei die verfügte Wegweisung zu überprüfen und , dass diese weder zulässig noch zumutbar sei, und es sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die  der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und auf die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
D. Der zuständige Instruktionsrichter verzichtete mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. August 2003 auf die Erhebung eines . Hinsichtlich des Gesuches um Gewährung der  Prozessführung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Mit gleicher Verfügung wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, die in der Beschwerde in Aussicht gestellten Beweismittel innert Frist .
E. Am 20. September 2005 reichte der Beschwerdeführer ein deutsches Gerichtsurteil betreffend die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Verwandten D._, Fotos von Einschusslöchern in der  seines Elternhauses in A._ sowie zwei  betreffend seinen unruhigen, schlechten Schlaf in der Asylbewerberunterkunft zu den Akten.
F. Das Bundesamt hielt in der Vernehmlassung vom 15. Januar 2004 an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 23. Januar 2004 unter Ansetzen einer Frist für allfällige Gegenäusserungen zur Kenntnis gebracht.
Der Beschwerdeführer liess seine Replik am 10. Februar 2004 zu den Akten reichen.
G. Am 16. September 2005 reichte der Beschwerdeführer ein Bestäti-
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gungsschreiben von E._ im Original und übersetzt in eine Amtssprache, zu den Akten.
H. Im Rahmen eines erweiterten Schriftenwechsels äusserte sich die  am 27. September 2006 zur Frage des Vorliegens einer schwerwiegenden persönlichen Notlage und kam, nachdem die  kantonale Behörde die Abweisung beantragt hatte, zum Schluss, vorliegend könne das Vorliegen einer solchen nicht bejaht werden.
Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 10. Oktober 2006 unter Ansetzen einer Frist zu allfälligen Gegenäusserungen zur Kenntnis gebracht.
Der Beschwerdeführer reichte seine Stellungnahme am 25. Oktober 2006 fristgerecht ein.
I. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2006 reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben einer türkischen Militärbehörde vom 30. November 2004 zu den Akten.
J. Am 16. März 2007 wurde dem Beschwerdeführer respektive seiner Rechtsvertreterin mitgeteilt, dass das Beschwerdeverfahren per 1.  2007 vom neu zuständigen Bundesverwaltungsgericht  worden sei.
K. Am 13. Juli 2007 und 28. August 2007 liess der Beschwerdeführer die Übersetzung des Schreibens der Militärbehörde und verschiedene  zur Lage in seinem Heimatland zu den Akten reichen.
L. Nach Aufforderung durch den Instruktionsrichter reichte die  des Beschwerdeführers am 10. Januar 2008 ihre Kostennote zu den Akten.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
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1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den  nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des . Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die  erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt bei gegebener  am 1. Januar 2007 die bei der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) hängigen Rechtsmittel. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der  Beschwerde.
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der  ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48, 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.
3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
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3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4. 4.1 Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung aus, gemäss ihren  gehöre F._, woher der Beschwerdeführer stamme, nicht mehr zum Siedlungsgebiet der Yeziden, weshalb an dessen geltend gemachter Zugehörigkeit zu dieser Glaubensgemeinschaft erste  entstünden. Ferner habe der Beschwerdeführer bestimmte  des yezidischen Glaubens nicht korrekt geschildert. Die  falschen Angaben würden die Zweifel an der Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft respektive an seiner Behauptung,  Yezide zu sein, verstärken. Die allgemeinen Kenntnisse zu den Grundzügen des yezidischen Glaubens seien wenig detailliert,  und vage ausgefallen, was die Feststellung bestätige, dass es sich beim Beschwerdeführer nicht um einen praktizierenden Yeziden handle. Folglich seien an den geltend gemachten Übergriffen, die der Beschwerdeführer wegen seiner Religion geltend gemacht habe, ebenfalls Zweifel anzubringen. Diese würden durch die wenig  Schilderungen der angeblichen Behelligungen bestärkt. So habe er nicht sagen können, wann diese angeblichen Übergriffe  hätten und wann er zum letzten Mal in der Schule schikaniert worden sei. Weiter habe er den tätlichen Angriff eines muslimischen Jugendlichen mit dem Messer nur vage wiedergeben und das Datum des Vorfalls nicht nennen können. Insgesamt vermöchten die  Vorbringen daher nicht zu überzeugen.
Soweit der Beschwerdeführer Beweismittel betreffend seine  zur Glaubensgemeinschaft der Yeziden beibringe, würden sich diese letztlich als untauglich erweisen. Einerseits sei bereits aufgrund der tatsachenwidrigen und detailarmen diesbezüglichen Angaben  auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht der besagten  angehöre. Andererseits hätten Bestätigungsschreiben von G._ bei Yeziden-Experten einen schlechten Ruf und würden teilweise gar als Gefälligkeitsschreiben beurteilt. Zudem sei nicht
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nachvollziehbar, dass G._ für den Beschwerdeführer eine Bestätigung ausstellen könne, da diese beiden Personen gemäss Angaben des Beschwerdeführers keinerlei persönlichen Kontakte gehabt hätten. Hinsichtlich der Bestätigung des Muhtars seines  habe der Beschwerdeführer angegeben, dieser sei sein Onkel und ebenfalls Yezide. Dabei sei einerseits nicht nachvollziehbar, dass ein vermeintlich verfolgter Yezide dieses Amt ausüben können sollte, andererseits sei dieses Bestätigungsschreiben aufgrund des Verwandtschaftsgrades als Gefälligkeitsschreiben zu beurteilen;  Schlussfolgerung treffe auf die von einem Cousin in Deutschland beschaffte Bestätigung zu.
Insgesamt seien die Vorbringen nicht glaubhaft, weshalb ihre  nicht geprüft werden müsse.
4.2 In der Rechtsmitteleingabe wird daran festgehalten, dass der  der yezidischen Glaubensgemeinschaft angehöre. Es treffe zwar zu, dass der Beschwerdeführer (noch) nicht sehr viel über seine Religion wisse. Er wisse aber, dass er Yezide und dies im Dorf auch bekannt geworden sei, was die Nachstellungen durch die  Kinder ausgelöst habe. Ein Vorfahr von ihm sei nach F._ gekommen und habe in A._ Wohnsitz genommen. Alle von diesem Vorfahr abstammenden X._-Familien seien Yezidi. Sie seien die einzigen Yeziden in diesem Dorf. Dies würden verschiedene Dorfbewohner – alevitische Muslime, die aus politischen Gründen Asyl erhalten hätten – bezeugen. Die yezidische Religion weise die Besonderheit auf, dass die einfachen Gläubigen direkt über den Glauben keine Überlieferung erhielten, sondern sich darauf beschränkten, die Riten einzuhalten und die Tabus zu berücksichtigen; deshalb verfüge die Familie X._ nur über wenig eingehende Kenntnisse über ihre Religion. Zudem gebe es in F._ keinen Pir (Geistlichen), der Vater habe mitunter seinen Pir in H._ besucht. Eine entsprechende Bestätigung dieses Pir werde nachzureichen versucht. Es sei folglich nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer wenig über seine Religion habe sagen können und diesbezüglich auf den Vater verwiesen habe. Dass der  sich als Yezide bekenne, obwohl er die Bedeutung dieser  kaum erklären könne, spreche eher dafür, dass er die Wahrheit sage. Dem Beschwerdeführer gehe es aufgrund der erlittenen  psychisch schlecht; mindestens einmal sei er bei einem solchen Angriff mit Steinen ohnmächtig geworden. Die Nachstellungen
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durch die Dorfkinder habe ein psychisches Trauma bewirkt, welches durch weitere Ereignisse noch verstärkt worden sei. So habe I._ mitgeteilt, dass auf das Elternhaus des Beschwerdeführers geschossen worden sei. Alle diese Vorkommnisse seien auf ihre Zugehörigkeit zur yezidischen Religionsgemeinschaft zurückzuführen. Mit den alevitischen Dorfbewohnern hätten sie keine Probleme gehabt, indessen hätten die sunnitischen Bewohner die Yeziden geschlagen und gequält; Schutz durch die Sicherheitskräfte habe es keinen gegeben. Der Yezide D._, welcher in J._ Asyl erhalten habe, bestätige seine Verwandtschaft mit dem Beschwerdeführer.
Es treffe zu, dass in F._ keine K._ mehr registriert seien. Dennoch lebe die yezidische Familie X._ seit über 100 Jahren in A._. Hinsichtlich der Angaben zu den Personen und Gottheiten, an die sich die Gebete der Yezidi richten würden, habe der Beschwerdeführer unter anderem den Propheten Melek Tau konkret genannt und die entsprechende Schilderung treffe auf entsprechende Abbildungen - wovon eine eingereicht werde - zu. Es müsse zudem berücksichtigt werden, dass der Beschwerdeführer den muslimischen Religionsunterricht habe besuchen müssen und diesen Glauben daher letztlich besser kenne als den eigenen. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer mehrere Besonderheiten seines Glaubens nennen können. Dass die Farbe dunkelblau oder schwarz eine verbotene Farbe sei, habe der Beschwerdeführer demgegenüber nicht gewusst, denn die Familie habe gewohnheitsmässig praktisch nur weisse Kleidung benutzt, um so sicher nichts falsch zu machen. Hinsichtlich der Beschneidung sei festzuhalten, dass diese nicht in allen  gleich praktiziert werde; die Antwort des Beschwerdeführers, wonach dies nach der Geburt oder vor der Hochzeit geschehe, sei daher korrekt. Über den Totenritus könne er, da in einem muslimischen Umfeld aufgewachsen, nichts Genaueres sagen. Hinsichtlich der Nichtkenntnis des Heiligtums der Yeziden sei zu beachten, dass die Yeziden seit langer Zeit nicht mehr zu ihrem Heiligtum L._ hätten pilgern können. Zudem sei der  erst als Heranwachsender und allmählich vom Vater in seinen Glauben eingeführt worden.
Der Beschwerdeführer habe so häufige schwerwiegende Übergriffe erlebt, dass er diese nicht mehr einzeln mit Datum registrieren könne. Ein bestimmtes Anfangsereignis könne ebenso wenig genannt werden, da dies einfach immer so gewesen sei; auch die Vorfahren hätten dies
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schon erlebt.
Hinsichtlich der Bestätigungen wird in der Beschwerde ausgeführt, der Umstand, dass G._ angeblich mitunter Gefälligkeitsschreiben ausstelle, bedeute nicht, dass er dies immer tue. Zudem habe der  klar gesagt, sein Vater kenne G._ und dieser kenne zudem seine Grosseltern. Damit könne G._ sehr wohl eine entsprechende Bestätigung ausstellen. Sein Onkel sei nach  Streit unter Grossfamilien im Dorf als Muhtar gewählt worden, da er neutral gewesen sei und ein gewisses Ansehen geniesse.  spreche alles dafür, dass der Beschwerdeführer Yezide sei und deswegen über längere Zeit in schwerwiegender Weise und in  Härte verfolgt worden sei.
4.3 Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung aus, der  sei anlässlich der ergänzenden Bundesanhörung ausführlich zu seinen Kenntnissen zur yezidischen Glaubensgemeinschaft befragt worden, wobei seine allgemeinen Kenntnisse zu allgemein und wenig detailliert ausgefallen seien. Deshalb dränge sich der zwingende Schluss auf, dass der Beschwerdeführer weder dieser  angehöre noch praktizierender Yezide sei. Die zahlreichen auf  eingereichten Bestätigungsschreiben vermöchten  nichts zu ändern, zumal diese allgemein gehalten, kurz abgefasst und inhaltlich ähnlich seien. Auch das eingereichte Urteil M._ bezüglich der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft des Angehörigen D._ vermöge zu keinem anderen Schluss zu führen, da in jenem Verfahren ebenfalls eine Bestätigung von G._, deren Seriosität grundsätzlich bezweifelt werde, zur Beurteilung herangezogen worden sei.
4.4 In der Replik wird unter anderem (erneut) darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer in einem Umfeld aufgewachsen sei, die seiner Religion feindlich gesinnt gewesen sei. Er sei wegen seiner Glaubenszugehörigkeit verfolgt und gequält worden; auf das Haus  Familie sei auch geschossen worden. Dennoch sei er langsam vom Vater in die Rituale und Gebote seines Glaubens eingeführt , soweit diese dem Vater noch bekannt gewesen seien.
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5.1 Die Vorinstanz hat die Asylvorbringen des Beschwerdeführers,  seine Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft der Yeziden sowie seine Angaben, er sei praktizierender Yezidi und habe  Verfolgungsmassnahmen erlitten, als unglaubhaft beurteilt. Auf Beschwerdeebene werden indessen einlässliche und durchaus  Argumente aufgelistet, welche für die Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschwerdeführers sprechen. So wird in den  Eingaben unter anderem festgehalten, der Beschwerdeführer sei in einem Umfeld aufgewachsen, das seiner Religion feindlich  gewesen sei. Zudem sei der Beschwerdeführer nur allmählich vom Vater in die Eigenheiten der Religion eingeführt worden. Dabei habe der Vater seinerseits in F._ keinen Pir gehabt, und diesen mitunter in H._ besuchen müssen. Der Beschwerdeführer habe seine mangelnden Kenntnisse im Übrigen offen und ehrlich , was eher für als gegen seine Glaubwürdigkeit spreche.
5.2 Die Ausführungen des Beschwerdeführers stimmen grundsätzlich mit den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts überein.
Nach den vorliegenden Berichten ist die yezidische Religion eine  Glaubensrichtung, deren Wurzeln nach eigenem  weit vor dem Christentum und Judentum liegen. Das  kennt keine verbindliche religiöse Schrift vergleichbar der Bibel für die Christen. Die Vermittlung religiöser Traditionen und  beruht bisher ausschliesslich auf mündlicher Überlieferung, wobei der Glaube überwiegend durch Lieder und Bräuche  wird. Die Erziehung der Söhne in der yezidischen Familie ist nur anfänglich Aufgabe der Mutter und wird im Alter von drei bis sechs Jahren vom Vater übernommen. Der Vater ist es auch, der den Sohn danach (geschlechtsspezifisch) erzieht und ihn allmählich in die  der yezidischen Religion einführt. Vor diesem Hintergrund ist  zu erwarten, dass der Beschwerdeführer, der seine Familie im Alter von 16 Jahren in Richtung Schweiz verlassen hat, nicht bereits alle spezifischen Fragen über seine Religion beantworten konnte.
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die Yeziden ihren Glauben  praktizieren; sie unterliegen dem "taqiyeh", das heisst, sie sollen sich nach aussen defensiv verhalten, dabei Gott und den Engel Pfau nicht verleugnen, die Gemeinsamkeiten aber dort anerkennen, wo sie mit anderen (Buch-)Religionen vereinbar sind. Diese verinnerlichte Einstellung bewirkt indessen offenbar auch, dass Yeziden der
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angemessene Einblick in die Mysterien ihrer eigenen Religion ganz oder teilweise abhanden kommt (vgl. auch: ANDREAS ACKERMANN, Yeziden in Deutschland – von der Minderheit zur Diaspora, in: Paideuma – Mitteilungen zur Kulturkunde, 2003, S. 157 ff.: „Eine besondere Rolle spielt dabei die [mangelnde] Kommunizierbarkeit yezidischer Religiosität, die letztlich den Prüfstein und die wesentliche Motivation für die Diasporisierung darstellt. So fühlen sich viele Yeziden überfordert, wenn sie etwa in Asylverfahren zum Beweis der von ihnen geforderten ,Glaubensgebundenheit’ mit deutschen Institutionen, die bestimmte orthodoxe, an Schrift gebundene Religionsformen voraussetzen, quasi-theologische Disputationen über ihren Glauben führen sollen und zum Beispiel erklären müssen, wer Tawûsê Melek sei“).
Weiter ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Schulbesuches zwingend den islamischen Religionsunterricht, der im Jahr 1983 in allen türkischen Schulen als Pflichtfach eingeführt  ist, besuchen musste. Auch dieser Umstand dürfte – abgesehen von den weiteren diesbezüglichen Folgen für einen Yeziden – dazu beigetragen haben, dass der Beschwerdeführer nicht zu allen  Fragen eingehend und korrekt Antwort geben . Zudem ist beispielsweise durchaus glaubhaft, dass der  nicht jede Einzelheit eines yezidischen Totenritus hat nennen können, wenn er selber noch gar nie an einem solchen Ritual teilgenommen hat (vgl. BFM-Protokoll BFM S. 8). Immerhin hat der  diesbezüglich unter anderem zutreffend ausgesagt, dass der Sarg für Frauen etwas tiefer eingelassen wird als für Männer und dass das Gesicht in Richtung der Sonne zeigen muss. Ebenfalls zutreffend ist, dass der Mann einen Grabstein beim Kopf und einen Stein beim Fuss erhält (vgl. a.a.O.). Dass die Angaben des  zu Fragen wie dem Bestehen und Ablauf eines Taufrituals sowie der Beschneidung nicht in jedem Detail korrekt ausgefallen sind, ist nach dem oben Gesagten erklärbar.
Unter Berücksichtigung des Alters des Beschwerdeführers, den  Besonderheiten der yezidischen Religion und , sowie der isolierten Situation der Familie des  als einzige Yezidenfamilie in einem muslimischen Umfeld, hinterlassen die protokollierten Aussagen insgesamt einen  und nachvollziehbaren Eindruck. Hinzu kommt, dass der  des Beschwerdeführers in mehreren zu den Akten gereichten Be-
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stätigungen dokumentiert und belegt wird. Die Schwelle zur  ist vorliegend offensichtlich deutlich überschritten. Das  kommt daher zum Schluss, dass der  Angehöriger der yezidischen Glaubensgemeinschaft ist und  Glauben im Rahmen der ihm beschränkt offen stehenden  auch praktiziert hat. Der Einwand des Bundesamtes, wonach eine der eingereichten Bestätigungen, diejenige von G._, zweifelhaft sei, vermag an dieser Feststellung nichts zu ändern. Im Übrigen ist entgegen der Auffassung der Vorinstanz durchaus nicht ausgeschlossen, dass ein Yezide grundsätzlich als Dorfvorsteher tätig sein kann (der Beschwerdeführer hat unter anderem eine Bestätigung seines Onkels, der Dorfvorsteher ist, eingereicht).
Die vom Beschwerdeführer geschilderten Schikanen, Nachstellungen und Verfolgungsmassnahmen im Heimatdorf und in der Schule sind bei Yeziden in der Türkei nach Kenntnis des  geradezu zu erwarten (vgl. dazu sogleich) und deshalb ohne weiteres glaubhaft.
5.3 Gemäss einem Grundsatzurteil der ARK (vgl. EMARK 1995 Nr. 1), dem sich das Gericht anschliesst, ist die Glaubensgemeinschaft der Yeziden einer gezielt gegen sie gerichteten, in ihrer Art und Weise den Anforderungen an die Intensität genügenden Verfolgung ausgesetzt, welche für die Yeziden auch einen unerträglichen psychischen Druck bewirkt. Als Angehöriger der Yeziden hat der Beschwerdeführer  – letztlich ungeachtet der Frage, ob er bereits solche  erlitten hat – besonderen Anlass, eine solche Verfolgung mit  Gründen zu befürchten. Er erfüllt daher die Flüchtlingseigenschaft daher bereits aufgrund der Tatsache, dass er der  der Yeziden angehört (so genannte Kollektiv- oder , vgl. EMARK 1995 Nr. 1 S. 13 mit weiteren Hinweisen).
5.4 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen und die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise auf das Vorliegen von Asylausschlussgründen , ist das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer Asyl zu .
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Gewäh-
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rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos.
7. Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) haben obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen  notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten. Der  Vertretungsaufwand von 21.5 Stunden, den die Rechtsvertreterin in ihrer Kostennote vom 10. Januar 2008 ausweist, erscheint in  aller Umstände des vorliegenden Verfahrens als zu hoch,  sich eine Kürzung auf 17 Stunden rechtfertigt. In Anwendung des Stundentarifs von Fr. 100.-- ist die Parteientschädigung demnach auf Fr. 1'700.-- zuzüglich Spesen im ausgewiesenen Umfang von Fr. 71.-- festzulegen, womit sich eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1'771.-- ergibt.
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