Decision ID: 05959e19-a96d-4f64-9de0-06970aa72606
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
gelernte Laborantin,
erlitt am 22. Mai 1983
beim Federballspiel einen Unfall, wobei sie sich eine mediale Meniskusläsion am rech
ten Knie zuzog (Urk.
8/
5/247-248). Am 9. Juni 1983 wurde
am rechten Knie
eine Meniskektomie
medial
durchgeführt (Urk.
8/
5/249). Am
6. August 1983
stürzte die Versicherte
zuhause
und zog sich dabei eine laterale Meniskusläsion am rech
ten Knie zu
(Urk. 8/5/237-238). Am 6. September 1983 wurde am rechten Knie eine Meniskektomie lateral durchgeführt (Urk. 8/5/240)
.
A
m 14. Dezember 1992
meldete die Versicherte der
Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (Suva)
ei
nen Rückfall zum Unfall vom 22. Mai 1983 (Urk. 8/30/298), nachdem am 16. No
vember 1992 eine Arthroskopie des rechten Knies vorgenommen
worden war
(Urk. 8/30/295). Die Suva schloss den Rückfall am 6. Juli 1994 ab (Urk. 8/18/8).
Am 6. Januar 1993
meldete sich die Versicherte erstmals bei der Eidgenössi
-
schen Invalidenversicherung für berufliche Massnahmen an (Urk. 8/5/136,
Urk. 8/5/140
). Am 21. Januar 1994 wurde das Gesuch als
zurzeit
gegenstandslos erledigt abgeschrieben (
Urk. 8/15/44
). Am 29. November 1994 meldete sich die Versicherte erneut
bei der
Invalidenversicherung
an. Mit Mitteilung vom
2. De
zember 1994
informierte
das IV-Sekretariat der Ausgleichskasse des Kantons Zü
rich, heute Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
über den Abschluss der beruflichen Massnahmen, da die Versicherte weiterhin als Labo
rantin im
Y._
arbeite
(Urk. 8/15/41).
Am 19. Juni 2010 erlitt die Versicherte bei einem
Sturz mit dem Velo
eine Schen
ke
lhalsabduktionsfraktur
rechts
(Urk.
8/15/29-30
)
, woraufhin
der Arbeitgeber der Versicherten
am 30. August 2010
bei der Suva
einen Rückfall
meldete
(Urk.
8/32/533
)
.
Die Suva verneinte eine Versicherungsdeckung für das gemeldete Ereignis vom 19. Juni 2010, bejahte aber ihre Leistungspflicht in Bezug auf die Behandlung des rechten Knies
im
Zusammenhang mit der lateral betonten Gon
arthrose (Urk. 8/32/528-529, vgl. Urk. 8/32/535).
Am 30. Juli 2012 wurde der Versicherten am rechten Kniegelenk eine Innex-Knietotalprothese implantiert (Urk.
8/40/17-18
).
Am 8. März 2014 zog sich die Versicherte bei einem erneuten Sturz vom Velo Prellungen am Rücken
sowie Leistenschmerzen
zu
(Urk. 8/18/27
, vgl. Urk. 8/16
)
.
1.2
Am 13. August 2014 meldete sich die Versicherte, unter Hinweis auf
das
Unfall
ereignis
aus dem Jahr 1983 («rechtes Knie mit Knieprothese, rechte Hüfte mit OP in
Deutschland»), bei der
IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2).
Diese
tätigte
daraufhin
medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog insbesondere die Akten
der involvierten Unfallversicherer
sowie
einen Auszug aus dem individu
ellen Konto
bei (Urk. 8/5
,
Urk. 8/10,
Urk. 8/16,
Urk. 8/18
,
Urk. 8/20,
Urk. 8/30-32, Urk. 8/35
, Urk. 8/39
).
Am 4. September 2014 wurde ein Standortgespräch durchgeführt (Urk. 8/9)
, worauf
hin die IV-Stelle Massnahmen zum
Arbeitsplatz
erhal
t bzw. zur Arbeitsvermittlung
prüfte (Urk. 8/9, Urk. 8/11-13, Urk. 8/17)
.
Am 9. Dezember 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten den Abschluss der
Mass
nahmen zum
Arbeitsplatzerhal
t bzw. zur Arbeitsvermittlung
mit (Urk. 8/23).
Am 12. Mai 2015 fand ein Knie-Total-Prothesenwechsel statt
(Urk. 8/32/19)
.
Die
IV-Stelle
holte
einen Arbeitgeberbericht
sowie Verlaufsbericht
e
der
Z._
vom 19. November 2015
,
von Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin, vom 28. Januar 2016
sowie von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Februar und vom 17. Februar 2016
ein (Urk. 8/24
, Urk. 8/40-41
, Urk. 8/44
).
Am
21. Juli 2016
wurde das
C._
_
mit der bi
disziplinären Begutachtung der Versicherten in den Disziplinen Orthopädie und Psychiatrie beauftragt (Urk.
8/57
). Das Gutachten wurde sodann am 26. Septem
ber 2016 erstattet
(Urk. 8/60).
M
it Schreiben vom
18. Juli 2017 bat die IV-Stelle die
C._
um eine ergänzende Stellungnahme in Bezug auf die im Bereich der Orthopädie attestierte Arbeitsunfähigkeit
in leidensangepasster Tätigkeit
(Urk. 8/67). Am
5. September
sowie
am 10. Oktober 2017
bezog
Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates,
diesbezüglich Stellung
und
schätzte
die
Arbeitsfähig
keit
neu ein
(Urk.
8/71
, Urk. 8/73
)
.
1.3
Mit Schreiben vom 24. November 2017
teilte
die IV-Stelle
de
r
Versicherten
mit, dass sie
ihr
Leistungsbegehren
abzulehnen gedenke
,
und lud sie zu einem per
sönlichen Gespräch ein, um sie über die Gründe des Entscheids zu informieren (Urk. 8/74).
Nachdem die Versicherte auf ein
en mündlichen Vorbescheid
verzich
tet hatte
(vgl. Urk. 8/78/12),
stellte
ihr
die IV-Stelle mit
schriftlichem
Vorbescheid vom 30. November 2017 die Ablehnung
ihres
Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/79). Mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 erhob die Versicherte vorsorg
lich Einwand (Urk. 8/82) und begründete diesen mit Eingabe vom 12. Februar 2018 (Urk. 8/88).
Mit Verfügung vom 15. März 2018 wurde das Leistungsbegeh
ren der Versicherten abgewiesen (Urk. 2 = Urk. 8/91).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte
am 23. April 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 15. März 2018 aufzuheben und festzustellen, dass sie An
spruch auf mindestens eine unbefristete Dreiviertelsrente mit Wirkung ab dem 13. August 2014 habe. Eventualiter beantragte sie die Rückweisung der Sache an die
IV-Stelle
. In prozessualer Hinsicht stellte die Versicherte ein Gesuch um Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom 22. Mai 2018 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung
vom 31. Mai 2018
wurde der
Beschwerdeführerin
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt und ihr eine Frist angesetzt, um zu erklären, wes
halb ihre Rechtsschutzversicherung eine Kostenübernahme abgelehnt habe
(Urk. 12). Mit Eingabe vom 6. Juni 2018 zeigte die
Beschwerdeführerin
an, dass ihre Rechtsschutzversicherung für die Kosten des Verfahrens aufkomme (Urk. 14-15).
Mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 wurden medizinische Akten aus dem unfallversicherungsrechtlichen Parallelverfahren Nr. UV.2019.00117 formell bei
gezogen. Die beigezogenen Akten wurden der
Beschwerdegegnerin
in Kopie zu
gestellt und ihr die Möglichkeit zur Stellungnahme da
zu eingeräumt (Urk. 16-17). Am
7. Januar 2020 reichte die
Beschwerdegegnerin
eine Stellungnahme ein (Urk. 18),
welche der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 9. Januar 2020 zu
gestellt wurde (Urk. 19).
3.
Zu ergänzen ist, dass die
Beschwerdeführer
in
der für den Unfall vom
22. Mai 1983
zuständige
n
Unfallversicherung
den Unfall sowie verschiedene Rückfälle zum Unfallereignis
meldete. Mit Verfügung
vom 6. Dezember 2018
verneinte die
SUVA
einen Rentenanspruch
. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom
1. Ap
ril 2019 fest. Die dagegen von der
Beschwerdeführer
in
am
13. Mai 2019
beim Sozialver
sicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegen
stand des Verfahrens Nr. UV.2019
.00
117
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen
Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
vertritt in ihrem Entscheid den Standpunkt,
es bestehe kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
.
Zur Begründung
verwies sie im We
sentlichen auf ihren Vorbescheid vom 30. November 2017 (Urk. 2). Darin wurde festgehalten, die Beurteilung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
habe ergeben, dass der
Beschwerdeführerin
die bisherige Tätigkeit als Laborantin seit 2015 nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit sei
ihr
seit Oktober 2015 ein 75 %-Pensum möglich. Zu berücksichtigen seien dabei körperlich leichte Tätigkeiten mit abwechslungsweise sitzender und stehender Tätigkeit, ohne häufiges Laufen auf
Treppen, Leitern und schrägen Ebenen sowie keine knienden Tätigkeiten, keine Tätigkeit mit erhöhtem Zeitdruck sowie ohne Dauer
belastung
(Urk. 8/79/2).
2.2
Dagegen
wandte die
Beschwerdeführerin
ein
,
in Anbetracht
der im Gutachten nicht berücksichtigten Diagnosen sei das Zumutbarkeitsprofil weitergehend ein
geschränkt, als dies von den medizinischen Gutachtern festgestellt worden sei (Urk. 1 S. 5 Rn 14). Es hätte nicht die gemischte Methode, sondern die Einkom
mensvergleichsmethode herangezogen werden müssen, womit
selbst
gemäss dem angefochtenen Entscheid eine 41%ige Invalidität bestehe
(Urk. 1 S. 7 Rn 20)
.
Fer
ner hätte die
Beschwerdegegnerin
im Zusammenhang mit der monetären Bewer
tung des noch vorhandenen Leistungsvermögens den bei der
Beschwerdeführerin
bestehenden Effizienzeinbussen mit einer Kürzung des Tabellenlohnes Rechnung tragen müssen (Urk. 1 S. 10 Rn 32).
A
ufgrund von Verwertungsschwierigkeiten
stehe der
Beschwerdeführerin
ein leidensbedingter Abzug
von 25 % zu, sofern und soweit überhaupt vom Vorliegen einer verwertbaren Leistungsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgegangen werden könne
.
Zusammengefasst sei der
Beschwerdeführerin
ab dem Datum der Anmeldung unter Berücksichti
gung allfälliger Wartefristen mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 11-12 Rn 36 ff.).
3.
3.1
Die im Zeitpunkt der Begutachtung vorliegenden medizinischen Berichte wurden im
bidisziplinären
Gutachten vom
26. September 2016
zusammengefasst (Urk.
8/60/2-3, Urk. 8/60/13
-21
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägun
gen aber darauf Bezug genommen.
Die Gutachter stellten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk.
8/60/47
):
-
Status nach Knietotalprothesenwechsel rechts Mai 2015 mit Verdacht auf Lo
ckerung speziell der Tibiakomponente und fraglichem Infekt nach Knie-TP-Implantation Juli 2012
-
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.2)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (Urk.
8/60/47
):
-
Hüftschmerzen rechts nach Schraubenosteosynthese einer Schenkelhalsfrak
tur Juni 2010 und Schraubenentfernung mit Offsetverbesserung und Labrum
teilresektion März 2011
-
Senk-/Spreizfüsse
-
Untergewicht
-
Verdacht auf Anorexia nervosa (ICD-10 F 50.0)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch, Dif
ferentialdiagnose: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F 10.1, F 10.3)
-
Persönlichkeitsakzentuierung (emotional instabil) ohne Krankheitswert (ICD-10 Z 73.1)
Im
Fachbereich
Orthopädie wurde die Ursache für die Hüftgelenksschmerzen rechts und
die
abnormen Untersuchungsbefunde des rechten Hüftgelenks
,
bei normalem radiologischen Befund
,
als nicht ganz klar bezeichnet. Die Skelettszin
tigraphie vom September 2016 habe jedenfalls keine fokale Mehranreicherung im Bereich der rechten Hüfte bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen ge
zeigt.
Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei sie auch primär durch die Kniegelenks
s
chmerzen rechts und nicht durch die Beschwerden in der rechten Hüfte eingeschränkt.
Die Kniegelenksschmerzen rechts und die pathologischen objektiven Befunde des rechten Knies seien aufgrund des SPECT-CT-Befundes stark verdächtig auf eine Lockerung der Tibiakomponente, evt. auch der Femur
komponente. Aufgrund der Synovitis sei ein Infekt nicht ausgeschlossen. Körper
lich mittelschwere und schwere Tätigkeiten, vorwiegend sitzend, stehend oder gehend, insbesondere auf Treppen, Leitern und schrägen Ebenen mit häufigen knienden Positionen, könnten wegen dem Status nach Knietotalprothesenwechsel rechts vom Mai 2015 mit Verdacht auf Lockerung speziell der Tibiakomponente und fraglichem Infekt nach Knie-TP-Implantation vom Juli 2012 nicht mehr voll
umfänglich zugemutet werden. Das Sitzen sei während 15 Minuten und das Lau
fen während 1 Stunde möglich. Das Knien rechts sei nicht möglich. Auf einen Gehstock werde verzichtet. Das Tragen einer Kniegelenksbandage rechts sei nutz
los gewesen, ebenso wie die erneute Physiotherapie
. Aus orthopädischer Sicht sei seit Oktober 2015 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Vorangehend habe ab Mai 2015 bis zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der postoperativen Reha
bilitation auch für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden
(Urk.
8/60
/9-10). Auf
Nachfrage
der IV-Stelle ergänzte Dr.
D._
am 10. Ok
tober 2017 seine Angabe, wonach die Versicherte 15 Minuten
sitzen und 1 Stunde gehen könne, stütze sich auf die orthopädische Anamnese. Die Be
schwerdeführerin habe angegeben, zukünftig leichte Arbeiten verrichten zu kön
nen, weshalb in adaptierter Tätigkeit auch eine Teil-Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Nachdem nun offenbar auf psychiatrische Angaben statt auf die or
thopädische Anamnese abgestützt werden müsse, betrage die Arbeitsfähigkeit adaptiert 75 % (Arbeitsunfähigkeit 25 %; Urk.
8/71
).
In psychiatrischer Hinsicht
lasse sich im Untersuchungszeitpunkt anamnestisch eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) di
agnostizieren (Urk. 8/60/34).
Aus rein psychiatrischer Sicht könne
,
ohne Berück
sichtigung der körperlich begründbaren Beschwerden in der zuletzt ausgeübten (angestammten) Tätigkeit
,
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpen
sum (Arbeitsunfähigkeit 50 %) seit Mai 2015 angenommen werden. Es bestehe eine verminderte Dauerbelastung sowie eine Einschränkung der geistigen Flexi
bilität und der Umstellungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Störungen der Kon
taktfähigkeit und der sozialen Kompetenz. In einer
(andernorts näher umschrie
benen;
Urk.
8/60/41)
leidensadaptierten Tätigkeit könne aus psychiatrischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum (0%ige Arbeits
unfähigkeit) seit etwa Mai 2015 ausgegangen werden (Urk.
8/60/38-40
).
3.2
I
m Parallelverfahren UV.2019.00117
wurden von der
Beschwerdeführerin
nach
Erlass der
–
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Über
prüfungsbefugnis bildenden (BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen)
–Verfügung
der IV-Stelle
vom 15. März 2018
weitere medizinische Berichte eingereicht.
Da die betreffenden Berichte
Rückschlüsse auf den vor Verfügungserlass bestehen
den medizinischen Sachverhalt
erlauben
–
insbesondere
in Bezug auf
den gut
achterlich geäusserten Verdacht auf Prothesenlockerung und Infekt im rechten Knie
–
sind sie vorliegend in die Entscheidfindung miteinzubeziehen
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2016 vom 26. Januar 2017 E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
Den betreffenden Berichten lässt sich im Wesentlichen folgendes entnehmen:
3.2.1
Auf Zuweisung durch die Suva wurde die Versicherte am 28. Mai 2018 in der
Z._
untersucht.
Es
wurde
von einem klinisch stabilen Kniegelenk ausgegangen. Objektiv falle vor allem die sekundäre Retropatellar-Arthrose auf. Eine regelrechte Lockerung könne nicht nachgewiesen werden, allerdings könne dies tibial auch nicht zu 100 % ausgeschlossen werden (Urk.
17/1
).
3.2.2
A
m 2. Juli 2018
wurde
im
E._
eine Skelettszintigraphie durchgeführt. Als Hauptbefund wurde eine d
eutlich progrediente und stark kno
chenstoffwechsel-
aktive Hot Patella rechts, akzentuiert an der medialen Facette, mit entz
ündlicher Komponente (DD ausgeprägte
aktivierte Degeneration) festge
halten. Eine Prothesenlockerung sei weniger wahrscheinlich (Urk.
17/2
, vgl. Urk. 17/6
).
3.2.3
Zwecks
Einholung einer Zweitmeinung zur Beurteilung der im SPECT-CT festge
stel
lten
Hot-Patella liess die Suva die
Beschwerdeführerin
in der
F._
untersuchen (
vgl. Urk.
17/7
).
Im Sprechstundenbericht vom 25. Ok
tober 2018
wurde ein radiologisch und klinisch stabiles Gelenk, ohne Erguss, be
schrieben. Bei möglicher Infektvorgeschichte wäre eine Punktion mit Mikrobio
logie indiziert. Von einer operativen Sanierung sei im Moment sicherlich abzu
sehen. Die im SPECT-CT beschriebene Hot-Patella habe keinerlei Konsequenz, diese trete häufig bei Status nach Knieprothesenimplantation auf und habe somit keinen diagnostischen
Wert (Urk.
17/3).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte zur Beurteilung des
Gesundheitszustandes
und dessen Auswirkungen auf die Arbe
itsfähigkeit auf das bidisziplinäre
Gutachten
der
C._
vom
26. September 2016 ab
(Urk.
8/78/11
, vgl. Urk. 2).
Dahingegen erachtet die
Beschwerdeführerin
das bidisziplinäre Gutachten der
C._
nicht als beweiskräftig (Urk. 1 S. 4 f. Rn 9-12). Vor diesem Hin
tergrund ist vorab zu klären, ob es sich bei dem
betreffende
n
Gutachten
um eine beweiskräftige
Entscheid
grundlage
handelt
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin
erachtet
das Gutachten insofern als fehlerhaft, als nich
t alle psychischen Diagnosen,
wie
sie
vom
behandelnden Psychiater festgestellt
wurden
, und die COPD nicht erwähnt worden seien. Die Gutachter würden die psychischen Beschwerden verharmlosen, welche vom behandelnden Psychiater bestätigt bzw. behandelt würden
. Auch das mittlerweile eingetretene deutliche Untergewicht, das sich ebenfalls nachteilig auf die Leistungsfähigkeit auswirke, sei von den Gutachtern ausgeklammert worden
(Urk. 1 S. 4
f.
Rn 9
-11
).
Ferner wendet die
Beschwerdeführerin
ein, der Rechtsdienst der IV-Stelle habe massiven Druck auf die Gutachter ausgeübt und diese mit nicht nachvollziehbaren Argu
menten dazu gebracht, die geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf lediglich 15 % hinunter zu korrigieren (Urk. 1 S. 6 Rn 15).
4.2.2
Im
bidisziplinären
Kontext
gelangten die Gutachter
zur Auffassung, die Leis
tungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
werde
hauptsächlich
durch
somatische Gründe
(
Status nach Knietotalprothesenwechsel
) eingeschränkt (vgl.
Urk. 8/60/47-49
). Die
Beschwerdegegnerin
erachtete die auf dem Gebiet der Or
thopädie attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätig
keit als nicht nachvollziehbar und adressierte deshalb am 18. Juli 2017 Rückfra
gen an die Gutachterstelle (Urk. 8/67).
M
it Schreiben vom 5. September 2017
be
gründete der orthopädische Gutachter, Dr.
D._
, seine Einschätzung, wo
nach die
Beschwerdeführerin
15 Minuten sitzen und 1 Stunde gehen
könne
,
pau
scha
l mit der Anamnese (Urk. 8/71).
Daraufhin wandte sich die
Beschwerdegeg
nerin
telefonisch an Dr.
D._
(vgl. Urk. 8/75/3), welcher am 10. Oktober 2017 erneut schrif
tlich Stellung nahm (Urk. 8/73)
und
seine Leistungsfähig
keitseinschätzung
wiederum
mit der orthopädischen Anamnese
begründete
. Dr.
D._
korrigierte
seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in einer lei
densangepassten Tätigkeit
von bisher 50 % auf nun 75 % (Urk. 8/73
, vgl. E. 3.1
).
In Bezug auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gilt in
verlaufsmäs
siger
Hinsicht
festzuhalten, dass der orthopädische Gutachter die berechtigten Zweifel der
Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 8/75/3)
an seiner Arbeitsfähigkeitsein
schätzung durch seine Antwortschreiben nicht zu beseitigen vermochte. Vielmehr kam er in seiner letzten Stellungnahme (Schreiben vom
10. Oktober 2017, Urk. 8/73) zu einer – wiederum unbegründeten – neuen Arbeitsfähigkeitsbeurtei
lung.
Es
erschliesst
sich nicht, weshalb die
Beschwerdegegnerin
diese (letzte) Be
urteilung
als nachvollziehbar
erachtete
und
gestützt darauf ihre
Invaliditätsbe
messung
vornahm
(
vgl.
Urk. 8/78/11).
4.2.
3
In medizinischer
Hinsicht
ist darauf hinzuweisen, dass die Gutachter ihrer Beur
tei
lung einen starken
Verdacht
auf eine Prothesenlockerung
sowie einen fragli
chen Infekt nach der Totalprothesenimplantation vom Juli 2012 und dem Knieprothesenwechsel im Mai 2015
zugrunde legte
n
und gestützt darauf auch die Prognose als fraglich einstuften
(vgl. E. 3.1
, Urk. 8/60/10, Urk. 8/60/44
).
Ein
le
diglich verdachtsmässig erhobenes medizinisches Leiden
bildet keine hinreichend verlässliche Grundlage, um die
ses
– ohne weitere Abklärungen –
in die Beurtei
lung der
Leistungsfähigkeit
einfliessen zu lassen
.
Dies hat
vorliegend
umso mehr zu gelten, als
sich der Verdacht
– w
ie die im Nachgang zur Begutachtung im Rahmen des Unfallversicherungsverfahrens eingeholten Unterlagen belegen
(vgl. E. 3.2) –
nicht bestätigt
hat
.
4.2.4
Darüber hinaus ist der
Beschwerdeführerin
insofern zuzustimmen, als sich das bidisziplinäre Gutachten nicht als umfassend erweist. So
lässt sich
den medizini
schen Akten
mehrfach
ein Verdacht auf eine Anorexie mit damit einhergehender
potentieller
Einschränkung der Leistungsfähigkeit entnehmen (
Urk. 8/40/11,
Urk. 8/44/1
, Urk. 8/46, Urk. 8/56
)
.
Die
Beschwerdeführerin
wies denn auch
an
lässlich der psychiatrischen Exploration
daraufhin, dass bereits 2011 einmal eine Abklärung bzgl. Essstörung erfolgt sei, worauf man ihr die Diagnose einer Ano
rexia nervosa gestellt habe, sie diese Diagnose aber anzweifle (Urk. 8/60/22).
An
lässlich der Untersuchung wurde ein reduzierter Allgemein- und ein reduzierter
Ernährungszustand
mit BMI 15 festgestellt (Urk. 8/60/27).
Der psychiatrische Gutachter stellte die Verdachtsdiagnose einer Anorexia nervosa (ICD-10 F 50.0; Urk. 8/60/32, Urk. 8/60/
37).
Insbesondere vor dem
Hintergrund
der langen Vor
geschichte
ist unklar,
weshalb
der Verdacht auf eine Anorexia nervosa und all
fällig damit zusammenhängenden Einschränkungen der funktionellen Leistungs
fähigkeit nicht
näher dargelegt beziehungsweise ausgeschlossen wurden
.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass im Bericht der
Z._
vom 14. Au
gust 2012 eine COPD bei Nikotinabusus diagnostiziert wurde (Urk. 8/40/15) und sich diese Diagnose
auch im Bericht von Dr.
A._
vom 28. Januar 2016
wie
der
findet
(Urk. 8/
40/6
). Dem Gutachten sind indes keinerlei diesbezügliche Ab
handlungen zu entnehmen.
Die Gutachter machten bei der
Beschwerdeführerin
deutliche Hinweise auf eine Suchterkrankung aus (Urk. 8/60/43-45) und stellten die Differentialdiagnose ei
nes Abhängigkeitssyndroms (Urk. 8/60/47).
Die
Beschwerdeführerin
gab anläss
lich der Untersuchung selber an, sie glaube, ein Problem mit Alkohol zu haben (Urk. 8/60/22). Gemäss gutachterlicher Einschätzung
sind damit zusammenhän
gende
ir
reversible
Gesundheitsstörungen
nicht auszuschliessen
. Diesbezüglich müss
e sich die
Beschwerdeführerin
einer internistischen Untersuchung mit Sono
graphie unterziehen (Urk. 8/60/43).
Der psychiatrische Gutachter empfahl eine Entzugs- oder Entwöhnungsbehandlung (Urk. 8/60/38).
Auch in diesem Bereich kann somit nicht von einem umfassend abgeklärten medizinischen Sachverhalt ausgegangen werden.
4.3
Zusammengefasst erweist sich
das bidisziplinäre Gutachten der
C._
vom 26. September 2016
als
nicht
umfassend
hinsichtlich der
streitigen Belange
und die darin enthaltene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
als
nicht
schlüssig. Vor diesem Hintergrund
stellt das
Gutachten
keine beweiskräftige Entscheidgrundlage dar
(vgl. E. 1.4
).
Da auch daneben keine medizinischen Berichte vorliegen, welche den
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitszustand der
Be
schwerdeführerin
allumfassend beurteilen liessen,
kann von einem verlässlich feststehenden, lückenlosen medizinischen Sachverhalt, der es erlaubt hätte, auf weitere medizinische Abklärungen zu verzichten und gestützt darauf die Invali
ditätsbemessung vorzunehmen, nicht die Rede sein
.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachverhalt unzureichend abgeklärt, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks weiterer Abklärungen
und neuer Verfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist
(E. 1.5)
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Im Rahmen der neuerlichen Entscheidung über den Leistungsanspruch
wird
die
Beschwerdegegnerin
zu berücksichtigen haben, dass sich die Grundlagen der In
validitätsbemessung in Anwendung der gemischten Methode per 1. Januar 2018 geändert haben (vgl.
Art.
27 und 27
bis
der
Verordnung
über die Invalidenversi
cherung [IVV]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangs
bestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018
)
. D
ie angefoch
tene Verfügung
ist
am
15. März 2018
und somit nach Inkrafttreten der Verord
nungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 be
gonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und
danach
auf die revidierten Verord
nungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1), was
in der aktenkundigen
Inva
liditätsbemessung (vgl. Urk. 8/
90/3
) ausser Acht gelassen
wurde
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- fest
zusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Ob
siegen der
beschwerdeführenden Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Vorliegend er
scheint eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘200
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) als angemessen.