Decision ID: 62fc7416-626d-4572-abfa-991d6c832f38
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) absolvierte vom 10. bis 11.
April 2017 die Rekrutierung im Rekrutierungszentrum Windisch. Im Jahr
2018 leistete er die Rekrutenschule. In den Jahren 2019 (15. Juli bis 2.
August) und 2020 (27. Januar bis 19. Februar) leistete der
Beschwerdeführer jeweils einen Wiederholungskurs. Vom 17. März bis 26.
April 2020 und vom 8. bis 27. November 2020 leistete er Assistenzdienste
zur Unterstützung der zivilen Behörden im Rahmen der Massnahmen zur
Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Gemäss Eintrag im Dienstbüchlein
wurden dem Beschwerdeführer von den geleisteten 41 Diensttagen für den
ersten Assistenzdienst (17. März bis 26. April 2020) 38 Diensttage
angerechnet. Im Personalinformationssystem der Armee (nachfolgend:
PISA) wurden für die Absolvierung dieses ersten Assistenzdienstes nur 14
Diensttage angerechnet. Für den zweiten Assistenzdienst (8. bis 27.
November 2020) stimmen die Einträge im Dienstbüchlein und im Pisa
überein (Anrechung von jeweils 18 Diensttagen).
B.
Am 8. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer über das
Kundensystem E-ZIVI ein Gesuch um Zulassung zum Zivildienst ein. Er
besuchte am 15. Dezember 2021 den Einführungstag und bestätigte das
Gesuch in der Folge frist- und formgerecht.
Mit Verfügung des Bundesamtes für Zivildienst ZIVI, Regionalzentrum
Aarau (nachfolgend: Vorinstanz) vom 17. Dezember 2021 wurde der
Beschwerdeführer zum Zivildienst zugelassen. Gestützt auf die Angaben
im PISA setzte die Vorinstanz die Gesamtdauer der ordentlichen
Zivildienstleistungen auf 66 Diensttage fest (Dispositiv-Ziffer 2).
Mit E-Mail vom 20. Dezember 2021 ersuchte der Beschwerdeführer die
Vorinstanz um Anpassung der Diensttage gemäss den Angaben in seinem
Dienstbüchlein. Das Regionalzentrum verwies den Beschwerdeführer
daraufhin an die Abteilung Personelles der Armee des Eidgenössischen
Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, um die
Anzahl anrechenbarer Diensttage im PISA allenfalls anpassen zu lassen.
Am 7. Januar 2022 teilte der Beschwerdeführer der Zentralstelle des
Bundesamts für Zivildienst (nachfolgend: Zentralstelle) telefonisch mit, die
Abteilung Personelles der Armee habe die Auskunft erteilt, dass ihm nicht
alle Diensttage des ersten Assistenzdienstes angerechnet werden
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könnten, da er im Jahr 2020 bereits einen Wiederholungskurs geleistet
habe. Eine Grundlage für dieses Vorgehen habe man ihm nicht nennen
können.
In der Folge wies die Zentralstelle den Beschwerdeführer unter anderem
darauf hin, dass das Bundesamt für Zivildienst nicht von den Angaben im
PISA abweichen könne.
C.
Am 20. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen die Zulassungs-
verfügung vom 17. Dezember 2021 Beschwerde an das
Bundesverwaltungsgericht. Der Beschwerdeführer beantragt, es seien ihm
alle Diensttage gemäss Dienstbüchlein anzurechen und entsprechend die
Gesamtdauer seiner Zivildienstleistung auf 30 Diensttage (anstatt 66
Diensttage) zu reduzieren. Zur Begründung macht er im Wesentlichen
geltend, gemäss Medienmitteilung des Bundesrates gelte ein Einsatz im
Assistenzdienst als ordentlicher Wiederholungskurs. Würden
Armeeangehörige im Assistenzdienst mehr Diensttage leisten, als ein
ordentlicher Wiederholungskurs umfasse, so werde gemäss
Medienmitteilung maximal ein Wiederholungskurs darüber hinaus
angerechnet. Die Medienmitteilung sei so zuverstehen, dass Diensttage im
Assistenzdienst bis zu zwei Wiederholungskursen angerechnet würden.
D.
Am 17. Februar 2022 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlassung samt
Vorakten ein und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, sie sei nicht zuständig für die
Anpassung von sich allenfalls als unzulässig erweisenden Einträgen im
PISA. Sie habe nach Durchsicht der Bundesratsbeschlüsse und der
dazugehörigen Botschaften zu den Assistenzdiensten aus dem Jahr 2020
mit der Abteilung Personelles der Armee Kontakt aufgenommen, um zu
klären, ob die Anzahl der geleisteten Diensttage des Beschwerdeführers
unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsgrundlagen im PISA
korrekt eingetragen worden sei. Die Abteilung Personelles der Armee habe
dazu erklärt, aufgrund des ersten Bundesratsbeschlusses seien im
Assistenzdienst nur dann 38 Diensttage anzurechnen, wenn keine anderen
Dienstleistungen vor diesem absolviert worden seien. Auf Nachfrage der
Vorinstanz habe die Abteilung Personelles der Armee eine Beilage zum
Operationsbefehl eingereicht und dargelegt, die Befehlsgebung sei von
ihrer Seite pflichtgetreu umgesetzt worden. Da die Voristanz die im PISA
vorgenommenen Eintragungen zu übernehmen habe, erweise sich die in
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der angefochtenen Verfügung vorgenommene Festlegung der
Gesamtdauer der Zivildienstleistungen als korrekt auf die gesetzlich
vorgesehenen Datenquellen abgestützt. Vor dem Hintergrund, dass die
Abteilung Personelles der Armee als zuständige Behörde die Richtigkeit
der Angaben im PISA ausdrücklich bestätigt habe, bestehe kein Spielraum
für eine Anpassung von Dispostiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung.
E.
Die Vernehmlassung der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer mit Ver-
fügung vom 22. Februar 2022 zur Kenntnis gebracht. Dieser liess sich da-
rauf nicht mehr vernehmen.
F.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit rechts-
erheblich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die Verfügung der Vorinstanz vom 17. Dezember 2021 kann nach
Art. 63 Abs. 1 des Zivildienstgesetzes vom 6. Oktober 1995 (ZDG; SR
824.0) im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesver-
waltungsrechtspflege mit Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht
angefochten werden (Art. 5 Abs. 1 Bst. a und Art. 44 ff. des Verwaltungs-
verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021] i.V.m.
Art. 31 ff. und Art. 37 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 [VGG; SR 173.32]).
1.2 Als Adressat ist der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfü-
gung vom 17. Dezember 2021 besonders berührt und er hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Der Beschwerde-
führer ist daher beschwerdeberechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Be-
schwerdefrist wurde eingehalten (Art. 66 Bst. b ZDG). Ebenso sind die An-
forderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift (Art. 52 Abs. 1
VwVG) erfüllt. Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 47 ff. VwVG)
liegen ebenfalls vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
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2.
2.1 Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten. Das Gesetz
sieht einen zivilen Ersatzdienst vor (Art. 59 Abs. 1 BV). Militärdienstpflich-
tige, die den Militärdienst mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können,
leisten gemäss Art. 1 ZDG auf Gesuch hin einen länger dauernden zivilen
Ersatzdienst (Zivildienst), welcher grundsätzlich 1,5-mal so lange wie die
Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbildungsdienste nach der Mi-
litärgesetzgebung dauert. Für zivildienstpflichtige Personen, die höhere
Unteroffiziere oder Offiziere waren, dauert er 1,1-mal so lange. Für Spezi-
alfälle, insbesondere frühere Fachoffiziere und Kader, die den praktischen
Dienst noch nicht geleistet haben, regelt der Bundesrat, wie die Dauer des
Zivildienstes zu berechnen ist (Art. 8 Abs. 1 ZDG). Die Zivildienstpflicht be-
ginnt, sobald der Entscheid für die Zulassung zum Zivildienst rechtskräftig
geworden ist. Gleichzeitig endet die Militärdienstpflicht (Art. 10 Abs. 1
ZDG).
2.2 Die Anzahl der zu leistenden Tage Ausbildungsdienst ist im Bundesge-
setz vom 3. Februar 1995 über die Armee und die Militärverwaltung (MG;
SR 510.10) und in der Verordnung vom 22. November 2017 über die Mili-
tärdienstpflicht (VMDP; SR 512.21) geregelt. Gemäss Art. 42 Abs. 2 MG
i.V.m. Art. 47 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 VMDP leisten Soldaten und Gefreite 245
Tage Ausbildungsdienst.
Gemäss Art. 43 Abs. 1 MG i.V.m. Art. 48 ff. VMDP werden die Ausbildung
und die Vorbereitungsdienste für Einsätze im In- und Ausland besoldet und
an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet. In Art. 67 MG ist sodann der
Assistenzdienst zur Unterstützung ziviler Behörden geregelt. Art. 65a Abs.
1 MG hält fest, dass auch Einsätze im Assistenzdienst besoldet und an die
Ausbildungsdienstpflicht angerechnet werden. Gemäss Art. 65a Abs. 3 MG
kann der Bundesrat bei einem grösseren Truppenaufgebot oder bei länger
dauernden Einsätzen anordnen, dass der Assistenzdienst nicht oder nur
teilweise an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet wird.
2.3 Zur Berechnung der ordentlichen Zivildienstleistungen übernimmt das
ZIVI die Angaben aus dem Personalinformationssystem der Armee (PISA)
über die Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbildungsdienste nach
der Militärgesetzgebung (Art. 8 Abs. 1 ZDG i.V.m. Art. 27 der Verordnung
über den zivilen Ersatzdienst vom 11. September 1996 [Zivildienstverord-
nung, ZDV; SR 824.01]).
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3.
3.1 Streitig und näher zu prüfen ist im Folgenden, ob der vom Beschwer-
deführer vom 17. März bis 26. April 2020 geleistete erste Assistenzdienst
mit 38 Diensttagen (was dem Eintrag im Dienstbüchlein des Beschwerde-
führers entspricht) oder mit 14 Diensttagen (was dem Eintrag im PISA ent-
spricht) anrechenbar ist. Unbestritten geblieben ist dagegen, dass der
zweite Assistenzdienst, den der Beschwerdeführer vom 8. bis 27. Novem-
ber 2020 geleistet hat, vollständig mit 18 Diensttagen anrechenbar ist.
3.2 Die Vorinstanz weist zunächst zu Recht darauf hin, dass sie zur Be-
rechnung der Dauer der ordentlichen Zivildienstleistungen grundsätzlich an
die im PISA gespeicherte Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbil-
dungsdienste nach der Militärgesetzgebung gebunden ist. Die auf Art. 8
Abs. 1 ZDG i. V. m. Art. 27 ZDV gestützte Berechnung von 44 zu leistenden
Militärdiensttagen multipliziert mit dem Faktor 1,5 erweist sich daher als
formal korrekt (vgl. E. 2.3 hiervor).
3.3 Der Beschwerdeführer bezieht sich in seiner Beschwerde mehrfach auf
eine Medienmitteilung des Bundesrates vom April 2020. Es kann hier offen
gelassen werden, welchen Wortlaut diese Medienmitteilung genau aufwies
bzw. ob eine Medienmitteilung in der vorliegenden Konstellation überhaupt
eine genügende Vertrauensgrundlage für den Beschwerdeführer bilden
kann. Wie im Folgenden aufzuzeigen ist, erweist sich diese Frage nicht als
entscheidrelevant, da die Beschwerde ohnehin – gestützt auf die vorhan-
denen Materialien – gutzuheissen ist.
4.
4.1 Am 6. März 2020 hat der Bundesrat die Covid-19-Pandemie als grosse
Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der Schweiz eingestuft und das
Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und
Sport (VBS) beauftragt, zur Unterstützung der Kantone im Rahmen der
Gesundheitsversorgung bis zu 800 Angehörige der Armee im Assistenz-
dienst längstens bis zum 27. März 2020 einzusetzen. Aufgrund der Lage
am 16. März 2020 und in Anbetracht ihrer absehbaren Entwicklung zeigte
sich, dass der Bedarf an Leistungen der Armee im Bereich Gesundheit in
den folgenden Tagen und Wochen markant steigen und das Gesundheits-
wesen über das Ende des vom Bundesrat genehmigten Engagements hin-
aus Unterstützung benötigen würde. Deshalb beschloss der Bundesrat am
16. März 2020, zur Unterstützung der Bekämpfung des neuen Coronavirus
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den Einsatz von bis zu 8’000 Armeeangehörigen im Assistenzdienst bis
zum 30. Juni 2020 aufrechtzuerhalten (BBl 2020 1959).
4.2 Mit Bundesbeschluss vom 5. Mai 2020 über den Assistenzdienst der
Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden im Rahmen der Massnah-
men zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie (BBl 2020 4669) hat die
Bundesversammlung – gestützt auf Art. 173 Abs. 1 Bst. h BV und Art. 70
Abs. 2 MG – den Einsatz von maximal 8’000 Armeeangehörigen im Assis-
tenzdienst zur Unterstützung der zivilen Behörden der Kantone und des
Bundes im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pan-
demie bis zum 30. Juni 2020 genehmigt.
4.3 In Bezug auf die Frage der Anrechenbarkeit der geleisteten Assistenz-
dienste kann der Botschaft vom 22. April 2020 zum Bundesbeschluss über
den Assistenzdienst der Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden im
Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie (BBl
2020 3447) in Ziff. 2.2.3 Folgendes entnommen werden (Hervorhebung
durch das Gericht):
«[...] Gestützt auf Artikel 65a Absatz 3 MG hat der Bundesrat am 16. März 2020
beschlossen, dass im Assistenzdienst maximal die Dauer eines ordentlichen Wie-
derholungskurses (19 Tage) an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet wird,
den oder die Armeeangehörige im laufenden Jahr in jedem Fall zu leisten hätte.
Angesichts der besonderen Belastungen, denen die Truppe im laufenden Einsatz
ausgesetzt ist, hat der Bundesrat am 22. April 2020 beschlossen, dass der Einsatz
im Assistenzdienst als ordentlicher Wiederholungskurs gilt. Leisten Armeeange-
hörige im Assistenzdienst mehr Diensttage, als ein ordentlicher Wiederholungs-
kurs umfasst, so wird ihnen maximal ein Wiederholungskurs darüber hinaus ange-
rechnet. Diese Regelung soll im Interesse der Leistungs- und Einsatzbereitschaft
der Armee für allfällige künftige Einsätze kein Präjudiz darstellen.»
4.4 Weiter kann der Botschaft vom 18. November 2020 zum Bundesbe-
schluss über den Assistenzdienst der Armee zur Unterstützung des zivilen
Gesundheitswesens im Rahmen der Massnahmen zur Bekämpfung der
zweiten Welle der Covid-19-Epidemie (BBl 2020 8805) in Bezug auf die
Frage der Anrechenbarkeit der geleisteten Assistenzdienste in Ziff. 2.3 Fol-
gendes entnommen werden (Hervorhebung durch das Gericht):
«Artikel 65a Absatz 3 MG gibt dem Bundesrat die Kompetenz, zu beschliessen,
dass im Assistenzdienst maximal die Dauer eines ordentlichen Wiederholungskur-
ses (19 Tage) angerechnet wird, den die Armeeangehörigen im laufenden Jahr in
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jedem Fall zu leisten hätten. Angesichts der besonderen Belastungen, denen die
eingesetzte Truppe bereits während des Einsatzes in der ersten Welle der Covid-
19-Epidemie ausgesetzt war, hatte der Bundesrat im April 2020 beschlossen, dass
den Armeeangehörigen, die im Assistenzdienst mehr Diensttage leisten, als ein
ordentlicher Wiederholungskurs umfasst, maximal ein Wiederholungskurs darüber
hinaus angerechnet wird (38 Tage). Für den erneuten Assistenzdiensteinsatz der
Armee im Rahmen der zweiten Welle der Covid-19-Epidemie hat der Bundesrat
beschlossen, dass wiederum maximal 38 Diensttage anrechenbar sein sollen, un-
abhängig davon, wie viele Einsatztage bereits im Assistenzdiensteinsatz im Rah-
men der ersten Welle der Covid-19-Epidemie angerechnet wurden.»
4.5 Aufgrund der oben zitierten Erwägungen aus den Botschaften des Bun-
desrats vom 22. April 2020 (E. 4.3) sowie vom 18. November 2020 (E. 4.4)
ergibt sich somit, dass der Abteilung Personelles der Armee in Bezug auf
ihre Vorgehensweise betreffend die PISA-Einträge des Beschwerdeführers
nicht gefolgt werden kann:
4.5.1 Der Beschwerdeführer hat vom 27. Januar bis 19. Februar 2020 ei-
nen ordentlichen Wiederholungskurs absolviert, welcher unbestrittener-
massen mit 24 Diensttagen vollumfänglich anrechenbar ist. Sodann hat er
vom 17. März bis 26. April 2020 den ersten Assistenzdienst absolviert. Die-
ser gilt gemäss Beschluss des Bundesrats vom 22. April 2020 als ordentli-
cher Wiederholungskurs. Da er damit im ersten Assistenzdienst mehr
Diensttage geleistet hat, als ein ordentlicher Wiederholungskurs umfasst,
ist ihm – gestützt auf den erwähnten Beschluss des Bundesrats – maximal
ein Wiederholungskurs darüber hinaus anzurechnen, was exakt den gel-
tend gemachten 38 Diensttagen entspricht. Richtigerweise – wenn auch
inkonsequent – hat denn auch die Abteilung Personelles der Armee den
zweiten Assistenzdienst des Beschwerdeführers vom 8. bis 27. November
2020 vollumfänglich mit 18 Diensttagen im PISA angerechnet.
4.5.2 Der Argumentation der Abteilung Personelles, wonach nur dann voll-
umfänglich 38 Diensttage angerechnet werden könnten, wenn zeitlich zu-
vor kein anderer Dienst geleistet worden sei, kann somit offensichtlich nicht
gefolgt werden. Soweit sich die Abteilung Personelles der Armee dabei auf
die als «intern» bezeichnete Beilage 10.00 zum Operationsbefehl vom 29.
April 2020 Ziff. 4.1.2 (Beilage 14 der Vernehmlassung der Vorinstanz) ab-
stützt, ist ihr Folgendes zu entgegnen: Das Recht bildet Grundlage und
Schranke staatlichen Handelns (Art. 5 Abs. 1 BV). Diese Verfassungsnorm
statuiert den Vorbehalt und den Vorrang des Rechtssatzes. Ersterer ver-
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langt insbesondere, dass sich behördliche Akte auf eine hinreichend be-
stimmte generell-abstrakte Norm stützen. Letzterer, dass sich rechtsan-
wendende Organe an das geltende Recht halten und rechtsetzende Or-
gane die Normenhierarchie beachten. Durch den Vorbehalt des Rechtssat-
zes sollen die Rechtssicherheit im Sinn der Vorhersehbarkeit sowie die
Rechtsgleichheit verwirklicht werden (BVGE 2021 IV/5 E. 6.1; Urteil des
BVGer B–1897/2022 vom 15. September 2022 E. 5.1 mit weiteren Hinwei-
sen). Die Beilage zu einem militärischen Operationsbefehl erfüllt die Vor-
aussetzungen an einen Rechtssatz im oben beschriebenen Sinne nicht
und kann in keinem Fall den hier anwendbaren Bundesbeschlüssen vor-
gehen.
4.5.3 Im Ergebnis führt dies dazu, dass dem Beschwerdeführer im Jahr
2020 auch der erste Assistenzdienst vollumfänglich mit 38 Diensttagen an-
zurechnen ist. Dies ergibt ein Total von 225 Diensttagen, die der Beschwer-
deführer seit seiner Rekrutierung 2017 absolviert hat. Daraus folgt, dass
der Beschwerdeführer noch 20 (anstatt 44) Militärdiensttage zu leisten hat.
5.
Die Beschwerde erweist sich nach dem Ausgeführten als begründet und
ist gutzuheissen. Die Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung vom
17. November 2021 ist aufzuheben und die Sache zur Neuberechnung der
Gesamtdauer der ordentlichen Zivildienstleistungen im Sinne der E. 4.5.3
an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.
Gemäss Art. 65 Abs. 1 ZDG ist das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht kostenlos, sofern es sich nicht um mutwillige Beschwerdeführung
handelt; Parteientschädigungen werden keine ausgerichtet. Im vorliegen-
den Fall sind deshalb weder Kosten zu erheben noch Entschädigungen
zuzusprechen.
7.
Gegen Entscheide auf dem Gebiet des Zivildienstes ist die Beschwerde an
das Bundesgericht unzulässig (Art. 83 Bst. i des Bundesgerichtsgesetzes
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
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