Decision ID: 3f9e93dd-618f-433e-95d5-e9418d36d9d7
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein Kurde türkischer Herkunft aus B._
(Provinz Diyarbakır) mit letztem offiziellen Wohnsitz in C._ – ver-
liess die Türkei am 4. September 2016 legal mit seinem Reisepass mit ei-
nem von der griechischen Auslandvertretung in D._ am 29. August
2016 ausgestellten Schengenvisum und flog von E._ nach
F._. Nach seiner Ankunft hielt er sich zwei Tage bei seinem Onkel
auf und suchte am 6. September 2016 in der Schweiz um Asyl nach.
B.
Am 27. September 2016 erhob das SEM die Personalien des Beschwer-
deführers und befragte ihn zum Reiseweg und summarisch zu den Grün-
den für das Verlassen des Heimatlandes (Befragung zur Person [BzP]). Am
7. November 2016 hörte ihn das SEM einlässlich zu den Asylgründen an.
Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuches gel-
tend, er habe nach 2006 Kontakte zur Gülen-Bewegung aufgenommen.
Konkret hätten seine Freunde aus dem Gymnasium, die Vorbereitungs-
kurse für die Universität bei der Bewegung besucht hätten, ihm empfohlen,
es ihnen gleich zu tun. Dadurch habe er jene Leute kennengelernt. Sodann
habe er begonnen, in ein paar Institutionen der Gülen-Bewegung zu arbei-
ten. Genauer sei er dort als gewöhnlicher Angestellter bei der (...) gehol-
fen. Nach dem Unterrichtsende habe er die (...). Er habe auch die (...)
verteilt. Den Vorbereitungskurs habe er selber letztlich nicht besucht, son-
dern im Rahmen desselben bis im Jahr 2011 (...). Sodann habe er sich
dazu entschieden, (...) zu studieren. Der Verantwortliche der Vorberei-
tungsschule (...) der Sektion G._ beziehungsweise die älteren Brü-
der in G._ hätten ihn daraufhin nach E._ geschickt. Dort sei
er mit Hilfe der Bewegung in einem Studentenwohnheim für Studierende
der (...) untergekommen. Zudem habe er in E._ an den Versamm-
lungen der Cemaat teilgenommen, die unter dem Titel "(...)" stattgefunden
hätten. Im Anschluss an eine solche Zusammenkunft sei der Verantwortli-
che von E._ – ein Imam namens H._ – zu ihm gekommen.
Er habe ihn wissen lassen, dass er sich in G._ über ihn erkundigt
beziehungsweise aus G._ Informationen über ihn erhalten habe
und ihm empfohlen, zukünftig einen Posten beim Geheimdienst zu beklei-
den. Er habe den Vorschlag von Imam H._ akzeptiert, der ihn so-
dann zwecks der (...) zum Geheimdienst nach Ankara geschickt habe. Von
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dort aus habe man ihn für die (...) an den nächsten Vorgesetzten des Ge-
heimdienstes verwiesen. Während seines Aufenthalts in der Hauptstadt sei
er von zwei Mitgliedern der Cemaat begleitet worden. Wer diese Personen
genau gewesen seien und was sie beruflich gemacht hätten, habe er nicht
gewusst. Im Anschluss an die (...) habe man ihn über seine Aufnahme in
den Geheimdienst Millî İstihbarat Teşkilâtı (M.I.T.) informiert, was ihm mit
einem entsprechenden Dokument bestätigt worden sei. Seine darauffol-
gende Ausbildung, die ungefähr drei Monate gedauert habe, habe er am
Standort I._ erhalten; in dieser Zeit habe er zwischen E._
und I._ gelebt. Am Ende seiner Ausbildung habe er seine Identitäts-
karte erhalten, wobei er seinen Namen selber habe auswählen können.
Seine Aufgabe beim Geheimdienst habe fortan darin bestanden, an den
(...), die für (...) tätig gewesen seien, zu identifizieren. Er habe sich fast
täglich (...) aufgehalten und sei wie ein (...) – nicht wie ein richtiger Ge-
heimdienstler – aufgetreten. Von 2012 bis 2013 sei er an der Universität
(...) in E._ beauftragt gewesen, von 2013 bis 2015 an der (...). Zwar
habe er einen entsprechenden Ausweis, der auf seinen Codenamen aus-
gestellt gewesen sei, erhalten, offiziell sei er jedoch nicht an den (...) re-
gistriert gewesen. Seinen amtlichen Wohnsitz habe er in dieser Zeit nach
wie vor in G._ gehabt. Erst 2015 habe er sich aufgrund seines Auf-
trags an der (...) offiziell umgemeldet. Wegen der zunehmenden Spannun-
gen zwischen der Polizei, dem M.I.T. und der Gendarmerie, die auf die pro-
beziehungsweise anti-Gülen-Haltung einiger Leute zurückzuführen gewe-
sen seien, habe er sich – um nicht als Geheimdienstler identifiziert zu wer-
den und im Falle eines Problems (...). Dazu habe er die (...) müssen; an
den beiden (...), an denen er tätig gewesen sei, habe sich der Geheim-
dienst um die Formalitäten gekümmert. In der Nacht vom 15. Juli 2016
habe er sich bei seiner Familie in G._ aufgehalten. Nachdem er im
Fernsehen von dem versuchten Putsch erfahren habe, habe er seine
Freunde J._ und K._ angerufen, um in Erfahrung zu brin-
gen, ob die Berichte im Fernsehen der Wahrheit entsprächen. J._
und K._ hätten in der gleichen Geheimdienst-Einheit wie er gear-
beitet. Die Kontaktaufnahme zu J._ und K._ sei ihm jedoch
an jenem Abend nicht gelungen. Erst am dritten Tag nach dem versuchten
Putsch habe er von J._, der in Ankara tätig gewesen sei, erfahren,
dass M.I.T.-Angestellte in führenden Funktionen festgenommen worden
seien. Aus diesem Grund – schliesslich sei er durch die Cemaat in seine
Funktion beim Geheimdienst gekommen – habe er mit seinen Freunden
entschieden, die Türkei präventiv zu verlassen. J._ sei jedoch ein
paar Tage später in Ankara festgenommen worden. K._ sei in der
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Folge nach L._ gereist und vermutlich von dort aus nach Syrien ge-
langt; er dagegen habe einen Antrag für ein griechisches Visum gestellt.
Da er in Erfahrung gebracht habe, dass er in Griechenland keine Sicherheit
erwarten könnte, habe er sich entschieden, in die Schweiz zu kommen.
Der Beschwerdeführer reichte seinen Pass und seine Identitätskarte sowie
eine Kopie seines Führerausweises ein.
C.
Mit Schreiben vom 8. April 2020 forderte das SEM den Beschwerdeführer
auf, Unterlagen, die seine Tätigkeiten beim M.I.T. belegten und weitere für
die Beurteilung seines Asylgesuches relevante Unterlagen einzureichen.
D.
Am 21. April 2020 ging beim SEM ein Antwortschreiben des Beschwerde-
führers ein, worin er darlegte, warum es ihm nicht möglich sei, Dokumente
vorzuweisen.
E.
Am 31. August 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM ergänzend
angehört.
F.
Mit Verfügung vom 30. September 2020 stellte das SEM fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-
suche vom 6. September 2016 ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
G.
Mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 liess der Beschwerdeführer handelnd
durch seine Rechtsvertreterin gegen diese Verfügung beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei der angefoch-
tene Entscheid aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und
ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.
Subeventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen,
mit dem Auftrag, die notwendigen Beweise aus der Türkei abzuwarten. In
prozessualer Hinsicht liess er um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung und Rechtsverbeiständung ersuchen.
H.
Mit Verfügung vom 12. November 2020 forderte der Instruktionsrichter die
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Rechtsvertreterin auf, eine schriftliche Vollmacht einzureichen und hiess
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter der
Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung sowie unter
Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage des Beschwerdeführers
gut.
I.
Am 17. November 2020 reichte die Rechtsvertreterin die Vollmacht und am
25. November 2020 eine Fürsorgebestätigung ein.
J.
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2020 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung gut und ordnete
dem Beschwerdeführer die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche
Rechtsbeiständin bei. Gleichzeitig gab er dem SEM Gelegenheit, eine Ver-
nehmlassung zur Beschwerde vom 30. Oktober 2020 einzureichen.
K.
Das SEM hielt in der Vernehmlassung vom 15. Dezember 2020 an seiner
Verfügung fest. Der Instruktionsrichter stellte diese dem Beschwerdeführer
am 23. Dezember 2020 zur Kenntnisnahme zu.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS
2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
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1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben (Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör inklusive Verletzung der Be-
gründungspflicht, unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtser-
heblichen Sachverhalts). Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls
geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewir-
ken.
3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss
so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht.
Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-
lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bildet einen Beschwer-
degrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfest-
stellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt
zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvoll-
ständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sa-
chumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013,
Rz. 1043).
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3.3 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe zu wenig zur
Mitgliedschaft bei der Gülen-Bewegung sowie zu den Aktivitäten für den
M.I.T. abgeklärt. Auch die besondere Situation als Geheimdienstmitarbeiter
sei zu wenig erfragt worden und es hätte viel mehr dahingehend untersucht
werden müssen, von wem er sich bedroht fühlte und wie es möglich sei,
diese Verfolgung zu belegen.
Diese Vorwürfe treffen nicht zu. Der Beschwerdeführer hatte bereits an-
lässlich der BzP die Möglichkeit sich zu seinen Asylgründen zu äussern
(vgl. SEM-Akte A5/12 Ziff. 7). Anlässlich der Anhörung und der ergänzen-
den Anhörung wurde er dann einlässlich zu seinen Aktivitäten in der Gülen-
Bewegung und für den M.I.T. befragt. Entgegen der in der Beschwerde ver-
tretenen Auffassung gab der Beschwerdeführer an, er sei selbst kein Mit-
glied der Gülen-Bewegung gewesen (vgl. SEM-Akten A5/12 Ziff. 7 S. 8,
A12/24 F40, F122 f.). Das SEM hat sich sodann auch nach den Aufgaben
des Beschwerdeführers im M.I.T. und seiner Vorgehensweise erkundigt.
Zudem ist zu betonen, dass sich der Beschwerdeführer insbesondere bei
Fragen zum Geheimdienst teilweise ausdrücklich geweigert hat, detaillierte
Angaben zu machen (vgl. SEM-Akte A12/24 F76-F81, A31/26 F34-F38).
Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungs-
pflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört an der
Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asyl-
gründe darzulegen. Der Vorwurf in der Beschwerde, das SEM hätte weitere
Fragen dazu stellen sollen, geht deshalb fehl.
Weiter wird in der Beschwerde gerügt, die Ausführungen des SEM würden
jeglicher differenzierten Betrachtung zwischen Cemaat, AKP (Adalet ve
Kalkınma Partisi, zu Deutsch: Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung),
und der Gülen-Bewegung sowie der Tätigkeit des M.I.T. entbehren. Es
seien sogar unterschiedliche Schreibweisen verwendet worden, was auf
eine mindere Qualität der Abklärung hinweise und die Begründungspflicht
verletze. Die unterschiedliche Schreibweise von «Cemaat» in der Verfü-
gung und «Jemaat» anlässlich der Anhörung führt allerdings keineswegs
zu einer Verletzung der Begründungspflicht, zumal klar ist, was gemeint ist.
Inwieweit das SEM nicht hinreichend differenziert zwischen den verschie-
denen Gruppierungen unterschieden haben soll, wird in der Beschwerde
nicht dargelegt. Nach Durchsicht der Verfügung und der Protokolle besteht
jedenfalls hinreichend Klarheit hinsichtlich der Verflechtungen des Be-
schwerdeführers mit den unterschiedlichen Gruppierungen. Ausserdem
hat sich das SEM anlässlich der ergänzenden Anhörung beim Beschwer-
deführer rückversichert, ob er die Bezeichnungen Cemaat, FETÖ, Hizmet
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und Gülen-Bewegung eigentlich synonym verwendet habe, was der Be-
schwerdeführer bestätigte (vgl. SEM-Akte A31/26 F117). Eine Verletzung
der Begründungspflicht oder eine unvollständige Sachverhaltsabklärung
lässt sich nicht feststellen.
Auch der Umstand, dass das SEM den vom Beschwerdeführer eingereich-
ten Reisepass als echt betrachtet, begründet entgegen dem in der Be-
schwerde diesbezüglich sinngemäss erhobenen Vorwurf keine Verletzung
der Begründungspflicht. Der Reisepass enthält ein von der griechischen
Auslandvertretung in D._ erteiltes gültiges Schengenvisum, wel-
ches im Visumsystem aufgeführt ist. Dies spricht klar für die Echtheit des
Reisepasses. Der Beschwerdeführer erklärte an der BzP denn auch, er
habe den Reisepass legal erworben (vgl. SEM-Akte A5/12 S. 6). Bis anhin
wurden weder im vorinstanzlichen noch im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens Beweismittel eingereicht, obschon der Beschwerdeführer hinrei-
chend Gelegenheit und im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG)
auch die Obliegenheit hatte, dies zu tun. Es besteht deshalb kein Anlass,
die Sache im Sinne in der Beschwerde formulierten Subeventualantrags
an das SEM zurückzuweisen mit dem Auftrag, "die notwendigen Beweise
aus der Türkei abzuwarten."
3.4 Somit besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus
formellen Gründen aufzuheben. Der Antrag auf Rückweisung wegen Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder der Begründungspflicht
oder zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen
Sachverhaltes oder um Beweismittel abzuwarten, ist demnach abzuwei-
sen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-
scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar
2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.).
4.3 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-
chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile
von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr
gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-
matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-
hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf-
grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner-
kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-
troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden
kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). Aus-
gangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage
nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begrün-
deten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylent-
scheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfol-
gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation
im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-
ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen
(vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi
Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.17 und 11.18).
5.
5.1 Das SEM begründet seinen negativen Asylentscheid damit, die Verfol-
gungsvorbringen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft.
Im Einzelnen führt es aus, die Schilderungen des Beschwerdeführers hin-
sichtlich der Art und Weise, wie er im Jahr 2006 zur Gülen-Bewegung ge-
kommen sei, seien relativ unsubstantiiert und allgemeingültig ausgefallen
seien. Abgesehen von seiner Aussage, seine Freunde hätten ihm einen
Vorbereitungskurs bei einer Gülen-Institution empfohlen, könnten seinen
Ausführungen keine Einzelheiten dazu entnommen werden, wie er konkret
Anschluss an diese Bewegung gefunden habe. Relativiert werden könnte
dieser Umstand dadurch, dass diese Kontaktaufnahme gemäss seinen
Äusserungen im Jahr 2006 stattgefunden habe und damit 14 Jahre zurück-
liege (vgl. SEM-Akten A12/24 F49-51, F53; A31/26 F26). Indes vermöchten
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auch seine nachfolgenden Aussagen hinsichtlich seiner Beziehung zur Gü-
len-Bewegung nicht zur überzeugen. So sei vorab schwer nachvollziehbar,
dass er mit dem Ziel, über die GüIen-Bewegung an eine gute Universität
beziehungsweise Stellung zu gelangen, fünf Jahre als gewöhnlicher Ange-
stellter beziehungsweise (...) beziehungsweise (...) und (...) bei der Bewe-
gung verbracht habe (vgl. SEM-Akten A5/12 S. 7; A12/24 F49; A31/26
F93). Abgesehen von seinen unterschiedlichen Angaben zu seiner dortigen
Tätigkeit könne seine auf diesen Vorhalt geäusserte Erklärung, der zufolge
die Gülen-Leute schon dafür Sorge tragen würden, wer wohin versetzt wer-
den würde, nicht mit der aus seinen Aussagen hervorgehenden Zielstre-
bigkeit seinerseits in Einklang gebracht werden (vgl. SEM-Akte A12/24
F54-57).
Hinsichtlich seiner anschliessenden Ausführungen, wie er an seine Stelle
beim türkischen Geheimdienst gekommen sei, sei zu sagen, dass diese
zwar einige Details aufweisen würden, die als Realkennzeichen gewertet
werden könnten. Auffallend sei jedoch, dass er die genau gleichen Einzel-
heiten – beispielsweise der im Kontext der Versammlungen in E._
geäusserte Hinweis, er habe über Codenamen verfügt, jedoch nicht ge-
wusst, welchen Zweck diese erfüllt hätten – vier Jahre später in der ergän-
zenden Anhörung erneut und besagte Sequenz in der praktisch identi-
schen Satzabfolge wie in der Anhörung vom 7. November 2016 wiederge-
geben habe (vgl. SEM-Akten A12/24 F58; A31/26 F26). Dies entspreche
keinem natürlichen Erzählstil und deute vielmehr daraufhin, dass er seine
vorgebrachten Gesuchsgründe in schriftlicher Form festgehalten habe, um
diese zu einem beliebigen Zeitpunkt in möglichst gleicher Art und Weise
erzählen zu können. Diese Annahme werde dadurch verstärkt, dass Letz-
teres nicht nur für seine Aussagen betreffend die Umstände, wie er zum
M.I.T. gekommen sei, sondern beispielsweise auch für seine Schilderung
hinsichtlich (...) für den Geheimdienst sowie bezüglich der Beschreibung
seiner Aufgabe bei demselben zutreffe (vgl. SEM-Akte A12/24 F60; A31/26
F32, F43). Darüber hinaus seien seine Ausführungen zum Inhalt besagter
(...) sowie zu seiner Ausbildung beim M.I.T. insgesamt sehr pauschal aus-
gefallen (vgl. SEM-Akte A31/26 F34, F36, F42). Auch hinsichtlich seiner
Spitzeltätigkeit seien seine Angaben vage und oberflächlich geblieben, was
sich in seiner Beschreibung zum (...) oder die Frage nach dem grössten
Coup zeige. Unbestritten sei, dass sich auch in diesen Teilen seiner Vor-
bringen Realkennzeichen in Form von spezifischen Einzelheiten und Vor-
kommnissen fänden, die ein gewisses Wissen über den türkischen Ge-
heimdienst offenbaren und den Schluss zuliessen, dass er in irgendeiner
Form – wenn auch nicht in der von ihm geltend gemachten – direkt oder
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indirekt mit dem M.I.T. zu tun gehabt habe. Allerdings sei gleichzeitig auch
festzustellen, dass es sich dabei in überwiegender Mehrheit um Details
handle, die sich problemlos auf eigene Vorbringen adaptieren liessen und
nicht um erlebnisbezogene Aussagen, die darauf hindeuten würden, er
habe das Vorgebrachte persönlich erlebt. Exemplarisch sei auf die glaub-
haft wirkende Schilderung betreffend seinen ersten M.I.T.-Ausweis hinge-
wiesen, den er dem (...). Die Glaubhaftigkeit dieser Äusserung werde re-
lativiert, indem er anlässlich der ergänzenden Anhörung diese Äusserung
abgestritten habe und sodann nicht in der Lage gewesen sei, eine konkrete
Situation zu benennen, in welcher es hätte nötig sein können, seine Tätig-
keit beim Geheimdienst überhaupt belegen zu müssen (vgl. SEM-Akte
A31/26 F106-108). Die Qualität seiner Aussagen habe er mehrheitlich auch
ohne Erlebnishintergrund realisieren können. Seine Aussagen würden
demzufolge als zu wenig begründet erachtet, um die Anforderungen an die
Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG zu erfüllen.
Die Zweifel erhärteten sich sowohl durch seine widersprüchlichen Aussa-
gen hinsichtlich seiner Einstellung zur Cemaat als auch bezüglich seines
Kontakts zu derselben. Während er in der ersten Anhörung mehrfach ver-
lauten liess, die Gülen-Bewegung sei für ihn Mittel zum Zweck gewesen,
um später in eine gute berufliche Funktion zu gelangen und seine religiöse
Einstellung habe nicht derjenigen der Bewegung entsprochen, habe er an
der ergänzenden Anhörung angegeben, er sei auch persönlich von den
Vorstellungen des Cemaat überzeugt gewesen (vgl. SEM-Akten A12/24
F54, F116-118, F145; A31/26 F28, F30). In der Anhörung habe er geäus-
sert, er habe im Anschluss an seine Zeit in I._ nicht mehr an Ver-
sammlungen der Bewegung teilgenommen und jeweils nach entsprechen-
den Ausreden gesucht. Er habe sich bewusst von der Cemaat distanzieren
wollen und sei in der Folge auch von derselben ausgeschlossen worden
(vgl. SEM-Akte A12/24 F127, F134-142). Dagegen habe er an der ergän-
zenden Anhörung vom 31. August 2020 vorgebracht, er sei während seiner
Zeit beim M.I.T. in einer Gruppe der Cemaat gewesen, die beim Geheim-
dienst gearbeitet habe. Er habe an monatlichen Versammlungen teilge-
nommen und seine Einstellung habe sich bis zum Putsch nicht verändert
(vgl. SEM-Akte A31/26 F89-92, F94, F116, F134). Auf diese widersprüchli-
chen Angaben angesprochen, sei er zunächst ausgewichen, um dann zu
entgegnen, er stehe hinter den Angaben der ergänzenden Anhörung (vgl.
SEM-Akte A31/26 F133 f.). Trotz der abschliessenden ausführlichen Dar-
legung der Verwendung der App «(...)» habe er seine Verbindung zur Gü-
len-Bewegung nicht glaubhaft zu machen vermocht, zumal «(...)» beliebig
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aus dem Internet heruntergeladen werden könne und es problemlos mög-
lich sei, sich mit der Anwendung auseinanderzusetzen. Er habe zudem
keine Dokumente vorgelegt, die seine Tätigkeit beim türkischen Geheim-
dienst belegen würden – dies obwohl ihm bereits bei der BzP zu verstehen
gegeben worden sei, dass er solche einzureichen habe und er vorgegeben
habe, entsprechende Unterlagen beizubringen (vgl. SEM-Akte A5/12 S. 8).
In der Anhörung habe er wiederum geäussert, zumindest Kopien nachzu-
reichen (vgl. SEM- Akte A12/24 F4-6, F69-73, F164-169). Erst auf schriftli-
che Aufforderung vom 8. April 2020 habe er im Antwortschreiben verlauten
lassen, es sei ihm nicht mehr möglich, Beweismittel abzugeben, da seine
Mutter sämtliche vorhandenen Ausweise und Unterlagen verbrannt habe
(vgl. SEM-Akte A26/1). Hinzu komme die mehrfache Weigerung seiner-
seits, den schweizerischen Asylbehörden Informationen im Zusammen-
hang mit seiner Person, sowie seiner Tätigkeit beim Geheimdienst preis-
zugeben (vgl. SEM-Akten A12/24 F36, F39, F76 f., F79-81; A31/26 F34,
F36 f.). Von einer Person, welche effektiv den Schutz eines anderen Staa-
tes benötige, wäre im eigenen Interesse zu erwarten, dass sie vollständig
mit den entsprechenden Behörden kooperiere. So finde die Untersu-
chungspflicht des SEM ihre vernünftigen Grenzen an seiner Mitwirkungs-
pflicht. Unabhängig davon, welche Gründe effektiv seiner Ausreise aus der
Türkei geführt hätten, bleibe abschliessend darauf hinzuweisen, dass er
bis heute nie konkret gesucht und auch seine Familie bis zu ergänzenden
Anhörung nie seinetwegen behelligt worden sei (vgl. SEM-Akten A5/12
S. 7 f.; A12/24 F153 f.; A31/26 F19). Demnach sei auch beim Vorliegen an-
derer als den von ihm vorgebrachten Gründen nicht von einer begründeten
Furcht vor Verfolgung auszugehen. Für diese Annahme spreche auch der
Umstand, dass ihm zehn Tage nach dem versuchten Putsch ein Pass aus-
gestellt worden sei, mit welchem er legal aus der Türkei habe ausreisen
können.
5.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, es sei hin-
sichtlich seiner Tätigkeit beim M.I.T. nachvollziehbar, dass der Beschwer-
deführer zur Einreise ausser seinen Reisedokumenten keine anderen Aus-
weise bei sich getragen habe. Dass die Originale seiner Ausweise, bereits
verbrannt worden seien, habe es ihm erschwert, die angeforderten Belege
vorzulegen. Die Angehörigen seien informiert worden, wie sie sich im Fall
einer politischen Änderung zu verhalten hätten. Sie würden in Angst und
Schrecken leben. Eine konkrete Auflistung der Belege, die er beibringen
könne, habe er nicht bezeichnet. Die Tätigkeit beim M.I.T. bedürfe höchster
Sicherheitsvorkehrungen, zu denen auch gehöre, die eigene Identität zu
verschleiern. Dass er keine Beweismittel beibringen könne, dürfe ihm nicht
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zum Vorwurf gemacht werden. Vielmehr habe das SEM die Befragung so
auszugestalten, dass auch ohne schriftliche Beweise die Wahrheit ermittelt
werden könne. Andernfalls hätten beim Geheimdienst tätige Flüchtlinge
keine Chance auf Asyl. Diese Tätigkeit erfordere hohe Diskretion und die
Verschleierung von Herkunftsdaten. Der Beschwerdeführer habe seit sei-
ner Einreise in die Schweiz stets kooperiert und alle Informationen offen-
gelegt. Er habe sich aus religiöser Überzeugung der Gülen-Bewegung an-
geschlossen und verfüge über Insiderwissen: Die Schüler würden in Häu-
sern leben («isik» - evler), dort werde gebetet, gelesen und gelebt. Es wür-
den Bücher von Fetullah Gülen (Pirlanta) gelesen. Es sei absolute Treue
und Loyalität versprochen worden. Nicht allein die Studierenden, sondern
auch deren Familien würden von der Cemaat unterstützt. Den Mitgliedern
seien «neue» Namen gegeben und die ursprünglichen Namen nicht mehr
verwendet worden. Auch kurdische Kinder seien unterstützt worden. Die
Schüler seien nach Z._ geschickt worden, um dort ihre Schulbil-
dung zu beenden. Die komplette Ausbildung sei durch das Cemaat finan-
ziert worden. Die Bindung zur Cemaat sei zu einer psychologischen Ab-
hängigkeit geworden. Die Mitgliedschaft werde nicht offengelegt. Er habe
sich nunmehr von der Organisation distanziert. Er habe jahrelang keinen
Kontakt zu Mitgliedern gehabt. Die Mitgliedschaft sei lediglich eine Mög-
lichkeit gewesen, sein Studium zu finanzieren. Er bereue seine Teilnahme
zutiefst. Der angeführte Widerspruch lasse sich erklären: Er sei Anhänger
der Gülen-Bewegung gewesen und bleibe es und habe sich im M.I.T. en-
gagiert. Seine Tätigkeiten für den M.I.T. habe niedrigrangige Aufgaben be-
inhaltet. Er habe nur Informationen weitergeleitet und nie den Grund und
den Sinn seiner Tätigkeit gekannt. Die M.I.T. gehöre mittlerweile zur AKP.
Die Gülen-Bewegung sei in Ungnade gefallen, weshalb er eine Verfolgung
durch den M.I.T. befürchte. Seit dem 17. Dezember 2013 sei die Anhänger-
schaft zur Cemaat als ein terroristisches Vergehen qualifiziert. Er habe sich
seit 2016 von der Cemaat distanziert und hauptsächlich für den M.I.T. ge-
arbeitet. Obschon er nie in polizeilichen Gewahrsam genommen worden
sei, könne eine Verfolgung nicht ausgeschlossen werden. Er sei überzeugt,
dass ihm bei einer Rückkehr in die Türkei empfindliche Strafen, wenn nicht
die Ermordung drohen werde. Auch die konsularische Vertretung, die für
die Rückkehr beigezogen würde, sei vom M.I.T. beherrscht. Aufgrund der
Dinge, die in seinen M.I.T.-Akten stünden, bestehe kein Zweifel, dass er in
der Türkei festgenommen würde. Türkische Bürger, die ihr Geld bei der
(...) hätten, oder Abonnenten der (...) würden bereits aus diesem Grund
verhaftet, weshalb er, als ehemaliges Mitglied der Cemaat, eine Verfolgung
zu befürchten habe. Seine Ausführungen zum Kommunikationssystem
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«(...)» seien entgegen der Ansicht des SEM nicht lediglich aus dem Inter-
net abrufbar. Dass dieses System vom türkischen Geheimdienst verwen-
det werde, sein hinlänglich bekannt. Er habe durch seine detaillierte Wie-
dergabe der Nutzungsmöglichkeiten des Programms unter Beweis gestellt,
dass dieses Programm vom Geheimdienstes verwendet werde. Das Pro-
gramm auf seinem Telefon installiert zu haben, sei in der Türkei eine Straf-
tat. Eine Verfolgung dürfe auch nicht dadurch ausgeschlossen werden,
dass sich sein Name nicht auf sogenannten Fahndungslisten befinde.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass das SEM überzeugend begründet hat, inwiefern die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung
der Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. Die Argumente in der Be-
schwerde vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern.
Der Beschwerdeführer hat bis anhin keine Dokumente eingereicht, welche
seine Verbindungen zur Gülen-Bewegung oder zum M.I.T. belegen wür-
den. Dass seine Mutter restlos alle Beweise verbrannt habe, ist unglaub-
haft, zumal der Beschwerdeführer anlässlich der BzP erklärte, er könne
einige Schreiben und Ausweise beibringen (vgl. SEM-Akte A5/12 Ziff. 7.01
S. 8), und er gemäss seinen Ausführungen in Kontakt mit seiner Familie
stand (vgl. SEM-Akten A12/24 F29; A31/26 F16). Anlässlich der Anhörung
vom 7. November 2016 gab er an, seine Familie habe ihm mitgeteilt, dass
sie ihm die Dokumente als Kopie per Mail zuschicken würden (vgl. SEM-
Akte A12/24 F4). Bis im November 2016 wären die Dokumente demnach
noch vorhanden gewesen. Hätte tatsächlich eine reelle Gefahr für die Fa-
milie bestanden, dass sie aufgrund des Besitzes dieser Dokumente eine
Verfolgung durch die türkischen Behörden zu befürchten gehabt hätte,
wäre die logische Folge gewesen, dass sie die Dokumente unmittelbar
nach dem Putschversuch verbrannt hätte und nicht erst fast ein halbes Jahr
später. Entgegen der Behauptung in der Beschwerde ist auch nicht nach-
vollziehbar, warum die Familie wegen des Beschwerdeführers in Angst und
Schrecken gelebt haben soll, zumal sie gemäss den Angaben des Be-
schwerdeführers keine Probleme hatte und behördlich nicht kontrolliert
wurde (vgl. SEM-Akten A12/24 F31; A31/26 F17, F19). Dass die Familie
nach dem Putschversuch wegen des Beschwerdeführers nie aufgesucht
und befragt worden ist, spricht zudem gegen eine Verfolgung des Be-
schwerdeführers durch die türkischen Behörden. Es ist deshalb nicht da-
von auszugehen, dass er in der Gülen-Bewegung eine aus Sicht der türki-
schen Behörden massgebliche regimekritische Stellung innehatte oder
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mutmasslich Beziehungen zu Putschisten pflegte. Daran vermag auch das
in der Beschwerde aufgeführte Insiderwissen über die Gülen-Bewegung
nichts zu ändern. Schliesslich wird in der Beschwerde der Widerspruch
hinsichtlich der Einstellung des Beschwerdeführers zur Cemaat nicht ge-
klärt, indem einerseits gesagt wird, er sei Gülen-Anhänger gewesen und
bleibe es, andererseits aber dargelegt wird, er habe jahrelang keinen Kon-
takt zu Mitgliedern gehabt und bereue seine Teilnahme zutiefst. Vielmehr
bekräftigt dies den Widerspruch. Hinsichtlich seiner Tätigkeiten für den
M.I.T. stellte das SEM zutreffend fest, dass das Wissen des Beschwerde-
führers über den türkischen Geheimdienst den Schluss zulässt, dass er in
einer Form mit dem M.I.T. zu tun gehabt hat, jedoch nicht in der von ihm
geschilderten Form. Warum der Beschwerdeführer den Beitritt zum M.I.T.
beinahe in einer identischen Satzabfolge anlässlich der Anhörung und der
ergänzenden Anhörung wiedergab, wird in der Beschwerde nicht erklärt
und spricht nicht für einen natürlichen Erzählstiel. Gegen die Glaubhaf-
tigkeit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Aktivitäten für den
M.I.T. spricht zudem, dass es sich nicht um erlebnisbezogene Aussagen
handelt. Genauso gut könnte ihm dieses Wissen, durch einen Dritten ver-
mittelt worden sein. Gleiches trifft auf die Beschreibungen der Verschlüs-
selungsapp «(...)» zu, die jede Person herunterladen kann. Aus dem Inter-
net ist für jedermann nachlesbar, dass die Putschisten und Mitglieder der
Gülen-Bewegung über «(...)» kommunizierten. Das Wissen über «(...)»
vermag deshalb eine Anstellung beim M.I.T. oder die Zugehörigkeit zur Gü-
len-Bewegung nicht zu belegen. Der in der Beschwerde aufgeführte Um-
stand, dass seit dem 17. Dezember 2013 die Anhängerschaft zur Cemaat
als ein terroristisches Vergehen qualifiziert wird, führte jedenfalls beim Be-
schwerdeführer bis zur Ausreise 2016 nicht dazu, dass er Probleme be-
kommen hat. Im Gegenteil: Der Beschwerdeführer konnte als angeblich
ehemals Zugehöriger der Cemaat weitere drei Jahre für den türkischen
Geheimdienst arbeiten. Dass sein Name nicht auf einer Fahndungsliste
stand, er sich nach dem Putschversuch noch einen Pass hat ausstellen
lassen können, seine Familie auch nach seiner Ausreise nie aufgesucht
und zu ihm befragt worden ist, spricht gegen eine Verfolgung des Be-
schwerdeführers durch die türkischen Behörden wegen seinen angebli-
chen Verbindungen zur Gülen-Bewegung.
6.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer auf-
grund seiner Vorbringen im Ausreisezeitpunkt nicht im Fokus der türki-
schen Behörden stand und eine begründete Furcht vor einer Verfolgung im
Sinne von Art. 3 AsylG hatte. Selbst vor dem Hintergrund, dass sich in der
Türkei die Menschenrechtssituation seit dem Putschversuch im Juli 2016
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allgemein verschlechtert hatte, liegen keine Hinweise dafür vor, dass er bei
einer Rückkehr einer Verfolgung ausgesetzt sein könnte. Das SEM hat so-
mit im Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-
rers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV,
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
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Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der
Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung
unterworfen werden.
8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Fall
einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-
ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real
risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-
schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-
teil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Wie aus Erwägung 6 hervorgeht, ist dies
dem Beschwerdeführer nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Voll-
zug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtli-
chen Bestimmungen zulässig.
8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.3.2 Seit Juli 2015 sind der türkisch-kurdische Konflikt und die bewaffne-
ten Auseinandersetzungen zwischen der PKK (Partiya Karkerên Kur-
distanê, zu Deutsch Arbeiterpartei Kurdistans) und staatlichen Sicherheits-
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kräften im Südosten des Landes wieder aufgeflammt. Von den gewaltsa-
men Auseinandersetzungen betroffen waren neben den Provinzen Hakkâri
und Şırnak – bei denen das Bundesverwaltungsgericht seit längerer Zeit
von der generellen Unzumutbarkeit des Vollzugs von Wegweisungen aus-
geht (vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6) – noch weitere Provinzen im Südosten der
Türkei. Von einer landesweiten Situation allgemeiner Gewalt oder von bür-
gerkriegsähnlichen Verhältnissen auf dem gesamten Staatsgebiet ist je-
doch nach wie vor nicht auszugehen (vgl. Urteil des BVGer E-1948/2018
vom 12. Juni 2018 E. 7.3.1 [als Referenzurteil publiziert]).
Der Beschwerdeführer stammt aus der Provinz Diyarbakır, hat danach
mehrere Jahre mit seiner Familie in G._ gelebt. Ab 2011 bis 2015
hielt er sich vorwiegend in E._, ab und zu in I._ auf. Im letz-
ten Jahr vor der Ausreise lebte er in C._ (vgl. SEM-Akte A12/24 F8-
13, F18). An diesen Orten besteht keine Situation allgemeiner Gewalt, wes-
halb sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach G._ zu sei-
ner Familie, nach C._ an seinen letzten offiziellen Wohnort oder
nach E._ unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4 AIG nicht als unzu-
mutbar erweist.
8.3.3 Aus den Akten und den Angaben des Beschwerdeführers ergeben
sich keine hinreichend konkreten Anhaltspunkte, die darauf schliessen lies-
sen, der alleinstehende, gemäss seinen Angaben gesunde und heute (...)-
jährige Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in die Türkei aus
individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur
in eine existenzbedrohende Situation. Gemäss eigenen Angaben verfügt
er mit der Matura über eine gute Schulbildung (vgl. SEM-Akte A12/24 F49)
und es ist davon auszugehen, dass er danach einer beruflichen Tätigkeit
nachgegangen ist oder studiert hat. In G._ verfügt er sodann mit
seiner Mutter und Geschwistern über ein Beziehungsnetz, welches ihm bei
der Rückkehr notfalls unterstützen könnte (vgl. SEM-Akte A5/12 Ziff. 3.01).
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde, stammt der Beschwerde-
führer nicht aus einer armen Familie (vgl. SEM-A12/24 F20). Unter diesen
Umständen ist der Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar zu be-
zeichnen.
8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die allenfalls für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu
auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
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8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischen-
verfügung vom 12. November 2020 die unentgeltliche Prozessführung ge-
währt worden ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
10.2 Das Gesuch um Bestellung einer amtlichen Rechtsbeiständin im
Sinne von aArt. 110a Abs. 1 AsylG wurde mit Verfügung vom 1. Dezember
2020 gutgeheissen und dem Beschwerdeführer Frau Dr. iur. Eylem Copur,
Rechtsanwältin, als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. Das Honorar
der amtlichen Rechtsbeiständin ist bei diesem Verfahrensausgang durch
die Gerichtskasse zu vergüten. Der Stundenansatz für das Honorar von
amtlich bestellten Rechtsbeiständen im Zeitpunkt der Beiordnung ist ge-
stützt auf Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]) in der Regel zu begrenzen und bei amtli-
cher Vertretung ist von einem Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 220.–
für Anwältinnen und Anwälte auszugehen. Es wurde keine Kostennote ein-
gereicht. Das amtliche Honorar ist daher auf Grund der Akten zu bestim-
men (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung der vorgenannten Um-
stände, der Aktenlage und der massgebenden Berechnungsfaktoren
(Art. 12 i.V.m. Art. 9-11 VGKE) ist dieses auf Fr. 1200.– (inkl. Auslagen und
Mehrwertsteuerzuschlag i.S.v. Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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