Decision ID: 32f065ce-0c6f-499a-90ac-489d46ebea7a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
Am 4. Mai 2022 teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: SVA) der politischen Gemeinde A._, Finanzverwaltung, mit, dass diese
nach Art. 64a Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR
832.10) in Verbindung mit Art. 8h des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Krankenversicherung des Kantons St. Gallen (EG-KVG SG; sGS 331.11) einen
Anteil von Fr. _ an die Verlustscheinforderungen des Jahres 2021 zu übernehmen
habe resp. dieser Anteil der SVA (rück-)vergütet werden müsse (act. G 4.1-10). Mit E-
Mail vom 6. Mai 2022 beantragte Gemeindepräsident B._ eine beschwerdefähige
Verfügung (act. G 4.1-19-3). Am 9. Mai 2022 verfügte die SVA im Sinne der Mitteilung
vom 4. Mai 2022 (act. G 1.7).
A.a.
Gegen diese Verfügung erhoben B._ und C._, Gemeinderatsschreiberin
Kanzlei, im Namen der Gemeinde A._ am 10. Juni 2022 Einsprache mit folgenden
Anträgen: 1. Die Verfügung vom 9. Mai 2022 sei aufzuheben; 2. Die Gemeinde A._ sei
lediglich zur Übernahme der gemeindeeigenen Fälle zu verpflichten; 3. Der Einsprache
sei aufschiebende Wirkung zu erteilen; 4. Es sei Vermerk zu nehmen, dass nebst der
Gemeinde A._ als Körperschaft auch B._ als Einwohner und in den
Verfassungsrechten eingeschränkte Person in das Rechtsmittelverfahren eintrete; 5.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz (act. G 1.6).
A.b.
Mit Entscheid vom 13. Juli 2022 trat die SVA auf die Einsprache nicht ein. Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die angefochtene Verfügung vom 9. Mai 2022
der Gemeinde A._ am 10. Mai 2022 zugestellt worden, womit die dreissigtägige
Einsprachefrist am 11. Mai 2022 begonnen und am 9. Juni 2022 geendet habe. Die am
10. Juni 2022 erhobene Einsprache sei somit verspätet erfolgt, weshalb auf die
Einsprache nicht einzutreten sei (act. G 1.1).
A.c.
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B.
Gegen den Einspracheentscheid vom 13. Juli 2022 richtet sich die vorliegende
Beschwerde der Gemeinde A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin
vertreten durch B._ und C._, vom 5. August 2022 mit folgenden Anträgen: 1. Der
Nichteintretensentscheid vom 13. Juli 2022 sei aufzuheben; 2. Auf die Einsprache vom
10. Juni 2022 sei einzutreten; 3. Es sei festzustellen, dass die SVA (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) nicht legitimiert sei, über diesen Sachverhalt zu verfügen (act. G
1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2022 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei
(act. G 4).
B.b.
Mit Replik vom 14. Oktober 2022 führt die Beschwerdeführerin ergänzend und im
Wesentlichen aus, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin mangels Zuständigkeit
nichtig sei. Im Weiteren sei nicht das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), sondern das kantonale Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP SG; sGS 951.1) anwendbar, wonach eine Verfügung
empfangsbedürftig sei (act. G 6).
B.c.
Mit Schreiben vom 19. Oktober 2022 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik und hält an ihrem Antrag und den Ausführungen in der Beschwerdeantwort
vollumfänglich fest (act. G 8).
B.d.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.e.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Verfügung vom 9. Mai 2022 sei mangels
Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin nichtig.
2.
Weiter stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass in Bezug auf die
vorliegende Streitigkeit nicht das ATSG, sondern das VRP SG zur Anwendung gelange.
Entsprechend dürfe nicht das ATSG resp. dessen Rechtsprechung (bezüglich
Fristenlauf/Fristwahrung) berücksichtigt werden.
Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in der Regel nicht nichtig, sondern bloss
anfechtbar, und sie erwachsen dementsprechend durch Nichtanfechtung in
Rechtskraft. Nichtigkeit der Verfügung oder des Entscheids tritt nach ständiger
Rechtsprechung ein, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, er
offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und zudem die Rechtssicherheit
durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als
Nichtigkeitsgründe fallen vorab funktionelle und sachliche Unzuständigkeit der
entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in Betracht. Dagegen führen
nur ausserordentlich schwerwiegende inhaltliche Mängel zu Nichtigkeit. Als nichtig
wäre namentlich eine Verfügung anzusehen, die einen unmöglichen Inhalt hat, bei der
die Fehlerhaftigkeit an ihr selbst zum Ausdruck kommt, bei tatsächlicher Unmöglichkeit
des Vollzugs oder wenn sie unklar oder unbestimmt ist (Urteil des Bundesgerichts vom
19. August 2015, 9C_245/2015, E. 4.1, mit Hinweisen).
1.1.
Ein die Nichtigkeit begründender Mangel im dargelegten Sinne vermag die
Beschwerdeführerin nicht darzutun. Insbesondere wurde mit Art. 3 Abs. 1 lit. a und Art.
8h Abs. 3 EG-KVG SG eine Rechtsgrundlage in Bezug auf den Vollzug von Art. 64a
Abs. 3 und 4 KVG durch die Beschwerdegegnerin als zuständige kantonale Behörde, in
Vertretung des Kantons, geschaffen.
1.2.
Gemäss Art. 1 KVG sind die Bestimmungen über das ATSG auf die
Krankenversicherung anwendbar, soweit das vorliegende Gesetz oder das
Krankenversicherungsaufsichtsgesetz vom 26. September 2014 (KVAG) nicht
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Sie finden keine Anwendung in
folgenden Bereichen: a. Zulassung und Ausschluss von Leistungserbringern (Art. 35 bis
2.1.
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3.
Zur Beurteilung steht schliesslich, ob die Einsprache gegen die Verfügung vom 9. Mai
2022 (act. G 1.7) mit Eingabe vom 10. Juni 2022 (act. G 1.6) rechtzeitig erfolgte. War
dies der Fall, hätte die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache eintreten und diese
materiell behandeln müssen; ansonsten erging der Nichteintretensentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 13. Juli 2022 (act. G 1.1) zufolge verspäteter Einsprache zu
Recht und die Beschwerde wäre abzuweisen.
40 und 59); b. Tarife, Preise und Globalbudget (Art. 43 bis 55); c. Ausrichtung der
Prämienverbilligung nach den Artikeln 65, 65a und 66a sowie Beiträge des Bundes an
die Kantone nach Artikel 66; d. Streitigkeiten der Versicherer unter sich (Art. 87); e.
Verfahren vor dem kantonalen Schiedsgericht (Art. 89).
Der vorliegende Sachverhalt beschlägt keine Bestimmungen, für welche eine
Ausnahme von der grundsätzlichen Anwendbarkeit des ATSG besteht. Entsprechend
ist das ATSG ohne weiteres anwendbar. Der diesbezügliche Einwand der
Beschwerdeführerin erweist sich demnach als unbegründet.
2.2.
Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei
der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Diese Frist von 30 Tagen beginnt
"am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen" (Art. 38 Abs. 1 ATSG) und sie gilt als
eingehalten, wenn die Einsprache am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wurde (Art.
39 Abs. 1 ATSG).
3.1.
Das ATSG schreibt den Versicherungsträgern für die Eröffnung von Verfügungen
nebst der Formvorschrift der Schriftlichkeit (vgl. dazu Art. 49 Abs. 1 ATSG) keine
bestimmte Zustellart vor. Auch die Spezialgesetzgebung zu den
Krankenversicherungen und das gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG subsidiär anwendbare
Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes (VwVG; SR 172.021) enthalten keine
weitergehenden Bestimmungen (vgl. Art. 34 ff. VwVG). Aus dem Schweigen des
Gesetzes leitet das Bundesgericht grundsätzlich ab, dass es den Behörden freigestellt
ist, auf welche Art sie ihre Verfügungen versenden (BGE 142 III 603 f. E. 2.4.1). Die
Beschwerdegegnerin hat damit die Wahl, ihre Verfügungen mit eingeschriebenem Brief,
gewöhnlicher (A- oder B-)Post oder A-Post Plus zuzustellen. Für den ersten Fall
besteht mit der Zustellungsfiktion gemäss Art. 38 Abs. 2 ATSG eine klare Regelung,
wann eine Postsendung spätestens als zugegangen gilt. Bei den beiden anderen
3.2.
bis
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Zustellungsarten wird die Briefpost bereits dadurch zugestellt, dass sie direkt in den
Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten eingelegt wird und damit in den
Verfügungs- und Machtbereich des Empfängers gelangt. Die Verfügung gilt als
eröffnet, wenn sie ordnungsgemäss zugestellt ist und der Adressat davon Kenntnis
nehmen kann; dass er davon tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (BGE
122 I 142 ff. E. 1; 113 Ib 297 f. E. 2a; für A-Post Plus: BGE 142 III 603 f. E. 2.4.1). Dies
hat zur Konsequenz, dass Fristen bereits im Zeitpunkt der ordnungsgemässen
Zustellung und nicht erst bei tatsächlicher Kenntnisnahme durch den Adressaten zu
laufen beginnen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2010, 2C_430/2009, E. 2.4,
mit Literaturhinweisen). Allerdings obliegt es in diesen Fällen der Behörde, den
Nachweis zu erbringen, dass und an welchem Tag die Verfügung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zugestellt worden ist (vgl. BGE 122 I 100 E. 3b; 114 III 53 ff. E. 3c
und 4; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 18 zu Art. 38).
Die Beschwerdegegnerin verschickte die Verfügung vom 9. Mai 2022 gleichentags
per A-Post Plus (act. G 1.7). Im Unterschied zu herkömmlichen Postsendungen und
ähnlich wie eingeschriebene Briefe sind A-Post Plus-Sendungen mit einer Nummer
versehen. Anders als bei eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang
durch den Empfänger nicht quittiert (vgl. auch https://www.post.ch/de/geschaeftlich/
versenden-und-transportieren/briefe-inland/a-post-plus, abgerufen am 29. November
2022). Die fehlende Quittierung vermag der ordnungsgemässen Zustellung aber nicht
zu schaden, da mittels elektronischer Sendungsverfolgung im Internet ("Track & Trace")
die Zustellung in den Briefkasten oder das Postfach und damit in den Machtbereich
des Adressaten nachgewiesen werden kann (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts vom
24. Januar 2012, 2C_570/2011/2C_577/2011, E. 4, und vom 14. Januar 2010,
2C_430/2009, E. 2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das elektronisch
festgelegte Datum der Einlage einer A-Post Plus Sendung in einen Briefkasten oder ein
Postfach für die Auslösung einer Rechtsmittelfrist verbindlich (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. April 2015, 8C_198/2015, E. 3.2, mit weiteren Hinweisen). Die
Rechtsprechung hält zwar fest, dass auch bei der Zustellungsart A-Post Plus ein Fehler
bei der Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit liege. Eine fehlerhafte
Postzustellung ist allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie
aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressaten, dass
eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, ist abzustellen, wenn seine Darlegung der
Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei
sein guter Glaube zu vermuten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2019,
2C_16/2019, E. 3.2.2). Nicht behelflich sind demgegenüber rein hypothetische
Überlegungen des Adressaten, wonach die Sendung einem Nachbarn in den
3.3.
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Briefkasten oder sonst einer Drittperson ins Postfach gelegt worden sein könnte (Urteil
des Bundesgerichts vom 14. Januar 2009, 2C_430/2009, E. 2.4).
Gemäss der elektronischen Sendungsverfolgung der Post wurde die angefochtene
Verfügung am Montag, 9. Mai 2022, um 19:31 Uhr, mit A-Post Plus versandt und am
Dienstag, 10. Mai 2022, um 06:59 Uhr, via Postfach zugestellt (act. G 1.5). Die
ordnungsgemässe Zustellung erfolgte somit vermutungsweise am Dienstag, 10. Mai
2022 (vgl. vorstehende E. 3.3), der Fristenlauf begann am Mittwoch, 11. Mai 2022, und
endete am Donnerstag, 9. Juni 2022. Die vorliegende, am 10. Juni 2022 der Post
übergebene Einsprache wäre damit verspätet eingereicht worden. Nachfolgend ist zu
prüfen, ob auf die Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach ihr die Verfügung
entgegen der Sendungsverfolgung der Post erst am 11. Mai 2022 ordnungsgemäss
zugestellt worden sei (act. G 1 S. 2 Ziff. 2 f.), abgestellt werden kann. Diesfalls wäre die
Einsprachefrist bei Fristende am 10. Juni 2022 eingehalten.
3.4.
Die Beschwerdeführerin führt bezüglich ihres Standpunktes aus, dass
beispielsweise eine Zustellung in ein falsches Postfach zu einer Nachverteilung am
nächsten Tag führen würde. Im Weiteren zeige der Eingangsstempel vom 11. Mai 2022,
dass die Verfügung erst an diesem Tag in ihren Machtbereich gelangt sei. Der Prozess
der Entgegennahme der Post resp. die Leerung des Postfachs sei bei der
Gemeindeverwaltung klar definiert. Das Postfach werde an Arbeitstagen zweimal
täglich geleert. Auf der Aussenseite des Couverts werde jeweils ein Eingangsstempel
angebracht, damit interne Verzögerungen bei allfälligen Abwesenheiten berücksichtigt
und nachvollzogen werden könnten. Sobald die Post geöffnet werde (im Normalfall am
selben Tag), werde das Tagesdatum oder bei Abweichung das Eingangsdatum des
Couverts auf dem Schreiben resp. in diesem Falle auf der Verfügung angebracht.
Allfällige Weiterverarbeitungen und elektronische Erfassungen (Scanning) würden ab
diesem Zeitpunkt laufen. Das definitive Eingangsdatum der Verfügung in Papierform
könne jederzeit nachvollzogen werden (act. G 1 S. 2 Ziff. 3). Die Beschwerdegegnerin
hält dem entgegen, dass die Beschwerdeführerin lediglich allgemeine hypothetische
Überlegungen anstelle. Sie lege nicht nachvollziehbar dar, in welches Postfach die
Verfügung angeblich geworfen worden sei, wie sie anschliessend zur Verfügung
gelangt sei und wieso auf dem Track & Trace-Auszug nicht ersichtlich sei, dass eine
Zustellung in ein falsches Postfach erfolgt sei. Auch die Darlegung der grundsätzlichen
Abläufe vermöge die Behauptung der Zustellung am 11. Mai 2022 nicht zu
plausibilisieren.
3.5.
Vorab unbehelflich ist der Einwand der Beschwerdeführerin, die Verfügung sei
möglicherweise in ein falsches Postfach gelegt worden und habe zur Nachverteilung
3.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/9
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4.
Das vorliegende Verfahren betrifft keine Leistungsstreitigkeit (vgl. Art. 61 lit. f ATSG),
weshalb es kostenpflichtig ist (vgl. dazu die Botschaft zur Änderung des ATSG vom 2.
März 2018, BBl 2018 1624 ff.). Bei diesem Verfahrensausgang hat die
Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu tragen. Diese werden in Anwendung von
Art. 7 Abs. 1 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12), der einen Rahmen
am Folgetag geführt. Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, sind für diesen
Hergang keinerlei Anhaltspunkte erkennbar. Weder ergibt sich eine solche
Nachverteilung aus der Sendungsverfolgung, noch legt die Beschwerdeführerin dar,
wer, wenn nicht Post, ihr am Folgetag die Verfügung ausgehändigt resp. ins richtige
Postfach gelegt haben soll. Auch der von der Beschwerdeführerin dargestellte
grundsätzliche Ablauf mit täglicher Leerung des Postfachs und unmittelbarem
Versehen des Eingangsdatums auf dem Couvert resp. dem Schreiben vermag die
seitens der Post erfolgte Bestätigung der Zustellung am 10. Mai 2022 via Postfach der
Beschwerdeführerin nicht zu erschüttern. Der geschilderte grundsätzliche Ablauf ist
dabei nicht in Abrede zu stellen, entspricht dieser doch dem üblichen Gang in
öffentlichen Verwaltungen. Aus dieser Organisation lässt sich aber nicht darauf
schliessen, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin, wenn sie entsprechend den
Angaben im Track & Trace-Auszug am 10. Mai 2022 ins Postfach gelegt worden wäre,
an diesem Tag gemäss dem beschriebenen Arbeitsablauf der Gemeindeverwaltung
behandelt worden wäre und damit den Eingangsstempel mit diesem Datum tragen
müsste. Wie das Bundesgericht in Bezug auf einen vergleichbaren Sachverhalt
dargelegt hat (Urteil vom 22. April 2021, 1C_40/2021, E. 5.3.1), schliesst der erwähnte
Ablauf nämlich die Möglichkeit nicht aus, dass die vorliegend streitbetroffene Sendung
am 10. Mai 2022 ins Postfach gelegt wurde und sie aufgrund eines Versehens der
Gemeindeverwaltung resp. der an diesem Tag zuständigen Person im Sekretariat
unbeachtet liegenblieb, so dass sie – und auch das Couvert – aus diesem Grund erst
später gestempelt wurde. Denkbar ist auch, dass die Sendung zwar bereits am 10. Mai
2022 zugestellt worden war, aber mit einem falschen Datum gestempelt worden ist,
zumal der Posteingangsstempel von Hand einzustellen ist und dies eine grosse
Fehleranfälligkeit in sich birgt. In Würdigung des Gesagten erscheint ein Fehler in der
Postverarbeitung der Beschwerdeführerin wahrscheinlicher als ein solcher der
Postzustellung. Anders gesagt vermag die Beschwerdeführerin mit ihrer Darlegung der
Umstände, auch wenn deren guter Glaube nicht in Frage gestellt wird, die
ordnungsgemässe Zustellung erst am 11. Mai 2022 nicht plausibel zu machen.
Entsprechend erfolgte die Einsprache vom 10. Juni 2022 verspätet und die
Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid vom 13. Juli 2022 ist abzuweisen.
bis
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von Fr. 500.-- bis Fr. 15'000.-- vorsieht, wie in gleichartigen Fällen üblich, auf Fr. 500.--
festgesetzt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist ihr daran anzurechnen.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Der Beschwerdegegnerin ist ebenfalls
keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. BGE 126 V 143).