Decision ID: 2b3c7fcc-813a-4b6a-a712-5ac3bedaf3e0
Year: 2022
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt und Erwägungen:
1.
1.1 Die ukrainische Staatsangehörige A._ (Jg. 1940) reiste am 20. Januar 2020 mit einem Visum besuchsweise in die Schweiz ein. Hier lebt ihr Sohn Dr. B._, der das Schweizer Bürgerrecht besitzt. Am 10. April 2020 ersuchte A._ um Bewilligung ihres Aufenthalts für die Dauer von einem Jahr. Das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), verweigerte die Bewilligung mit Verfügung vom 18. Dezember 2020 und wies sie unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.
1.2 Dagegen führte A._ am 14. Januar 2021 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies die Beschwerde mit Entscheid vom 20. Dezember 2021 ab und setzte eine neue Ausreisefrist auf den 20. Februar 2022 (Dispositiv-Ziff. 1 und 2). Die Verfahrenskosten, festgesetzt auf Fr. 1'600.--, auferlegte sie A._ unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss; Parteikosten wurden keine gesprochen (Dispositiv-Ziff. 3 und 4).
1.3 Gegen diesen Entscheid hat A._ am 21. Januar 2022 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren:
«1. Der Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 20. Dezember 2021 sei aufzuheben.
2. Frau A._ sei die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

Considerations:
3. Eventualiter: Die Angelegenheit sei im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichts an die Vorinstanz oder an den Migrationsdienst zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
4. Die Verfahrenskosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und vor der Vorinstanz seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.
5. Der Beschwerdeführerin sei eine angemessene Parteientschädigung zzgl. MWSt für das Verfahren vor Verwaltungsgericht sowie für das Verfahren vor der Vorinstanz zuzusprechen.»
Die SID hat mit ihrer Vernehmlassung vom 4. März 2022 einen neuen  vom gleichen Tag zu den Akten gegeben. Damit hat sie den  Entscheid vom 20. Dezember 2021 in der Sache (Dispositiv-Ziff. 1 und 2) aufgehoben, die Beschwerde unter Aufhebung der Verfügung des
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MIDI vom 18. Dezember 2020 gutgeheissen und den MIDI angewiesen, A._ unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats für Migration (SEM) eine Härtefallbewilligung zu erteilen. Gestützt darauf  die SID, das verwaltungsgerichtliche Verfahren sei in der Sache als  geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben. Die  des vorinstanzlichen Verfahrens (Dispositiv-Ziff. 3 und 4 des Entscheids vom 20.12.2021) sei zu bestätigen. A._ beantragt mit Stellungnahme vom 30. März 2022 in Abänderung ihrer ursprünglich  Rechtsbegehren 1-3 ebenfalls, das verwaltungsgerichtliche Verfahren sei in der Sache als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Hingegen  sie ihre Anträge im Kostenpunkt (Rechtsbegehren 4 und 5). Die SID hat sich am 20. April 2022 dazu geäussert.
2.
2.1 Gemäss Art. 71 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die  (VRPG; BSG 155.21) kann die verfügende Behörde, statt eine Beschwerdevernehmlassung einzureichen, zugunsten der  Partei ganz oder teilweise neu verfügen oder die  Verfügung aufheben. Dieses Recht steht auch der  zu (vgl. Art. 83 VRPG). Sie setzt das Verfahren fort, soweit es durch die neue Verfügung nicht gegenstandslos geworden ist (Art. 71 Abs. 2 VRPG). Ein analoges bundesrechtliches Rechtsinstitut sieht Art. 58 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (, VwVG; SR 172.021) für Beschwerdeverfahren vor Bundesbehörden vor (sog. Wiedererwägung lite pendente; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 71 N. 3).
2.2 Die SID ist am 4. März 2022 in der Sache auf den angefochtenen Entscheid vom 20. Dezember 2021 zurückgekommen (vorne E. 1.3). Die  hat in der Zwischenzeit eine Aufenthaltsbewilligung  (act. 10A). Ihren Anträgen betreffend die Bewilligung des Aufenthalts wird damit vollumfänglich entsprochen. Das rechtserhebliche Interesse an einem Entscheid in der Sache ist insoweit weggefallen und das verwaltungs-
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gerichtliche Verfahren wie von den Beteiligten übereinstimmend beantragt als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 39 N. 4 und 21; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 71 N. 14).
2.3 Nicht zurückgekommen ist die SID auf ihren Kostenspruch. Die  im Kosten- und Entschädigungspunkt hat sie nicht geändert (vorne E. 1.3). In dieser Hinsicht ist das Objekt der Streitigkeit mithin nicht weggefallen. Die vorinstanzliche Kostenregelung ist aufgrund des neuen Entscheids der SID vor Verwaltungsgericht allerdings nicht mehr eine  (Akzessorium; vgl. zum Begriff BGE 144 I 208 E. 3.1 [Pra 108/2019 Nr. 30]; ferner Ruth Herzog, a.a.O., Art. 75 N. 2 und 11), sondern erhält selbständigen Charakter. Da die Frage unter den Beteiligten strittig ist, muss darüber ein Urteil gefällt werden (vgl. Art. 71 Abs. 2 VRPG; allgemein Michel Daum, a.a.O., Art. 39 N. 18; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 71 N. 15). Das entspricht der Praxis zu Art. 58 VwVG, wenn der Kostenschluss im Rahmen der Wiedererwägung belassen wird (so etwa BVGer A-5666/2016 vom 13.2.2017 E. 3, A-5030/2016 vom 16.11.2016; Wiederkehr/Meyer/Böhme, Kommentar VwVG, 2022, Art. 58 N. 14 mit Hinweis). Bei anderer  hat das Verwaltungsgericht das Verfahren in allen Teilen als  geworden abgeschrieben und sich in der Abschreibungsverfügung zur vorinstanzlichen Kostenregelung geäussert (Bestätigung der  im Kostenpunkt, vgl. etwa Verfügung im Verfahren 2019/89 vom 10.9.2020; daran anschliessend Verfügungen 2019/370 und 2021/153, je vom 8.12.2021).
2.4 Beschwerden, die gegenstandslos werden oder deren Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht, beurteilen die Mitglieder des Verwaltungsgerichts als Einzelrichterinnen oder Einzelrichter (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der  [GSOG; BSG 161.1]).
2.5 Soweit das verwaltungsgerichtliche Verfahren nicht gegenstandslos geworden ist, überprüft das Verwaltungsgericht den angefochtenen  auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
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3.
3.1 Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten gemäss Art. 108 VRPG der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das  Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die  Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Abs. 1). Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen (dazu Art. 104 VRPG), sofern nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder die Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als  erscheint (Abs. 3). Für die Kostenliquidation ist damit im  das sog. Unterliegerprinzip massgebend (Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 3 und 35). Die Kosten des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens  daher nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts unverändert bzw. sind zu bestätigen, falls der angefochtene Entscheid aufgrund der  Verhältnisse korrekt war (BVR 2008 S. 193 E. 9.2; VGE 2015/349 vom 21.3.2017 E. 5 mit präzisierter Begründung; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 7). Das gilt auch, wenn die betreffende Partei ihrer  bei der Feststellung des Sachverhalts nur unzureichend  ist und es deshalb versäumt hat, neue Tatsachen oder Beweismittel früher einzubringen (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 22; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 19 und 38).
3.2 Strittig war im vorinstanzlichen Verfahren die Erteilung einer  an die Beschwerdeführerin. Die SID hat in ihrem Entscheid vom 20. Dezember 2021 zunächst einen Bewilligungsanspruch gestützt auf das in Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verneint. Ihrer Ansicht nach war nicht erstellt, dass die 81-jährige Beschwerdeführerin im Sinn eines Abhängigkeitsverhältnisses alters- und gesundheitsbedingt auf die Betreuung und Pflege durch ihren in der Schweiz lebenden Sohn  ist. Medizinische Betreuung könne zudem soweit erforderlich auch im Heimatland erbracht und nötigenfalls gegen Entgelt organisiert werden. Mit der Bewilligungsverweigerung werde mithin nicht in den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK eingegriffen (angefochtener Entscheid E. 3). Sodann hat die Vorinstanz im Rahmen des Ermessens eine sog. Rentnerbewilligung
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nach Art. 28 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und , AIG; SR 142.20) verweigert. Vertiefte eigenständige  der Beschwerdeführerin zur hiesigen Bevölkerung und die hierfür  Sprachkenntnisse seien nicht nachgewiesen (angefochtener Entscheid E. 4). Schliesslich ist nach Auffassung der Vorinstanz kein schwerwiegender persönlicher Härtefall gegeben, um den Aufenthalt in der Schweiz  zu gestatten (Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG). Die Wegweisung der  in die Ukraine sei schliesslich möglich, zulässig und  (Art. 83 AIG; angefochtener Entscheid E. 5).
3.3 Was den Bewilligungsanspruch gestützt auf Art. 8 EMRK betrifft, hat die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren ausser dem sie  Blatt «Blutwerte und Befund» (Beilage 5 zur Beschwerde vom 14.1.2021 [Akten SID 5B1]) keine Beweismittel eingereicht, die ein  zu ihrem Sohn objektiv dokumentieren. In ihrer  hat sie sich darauf beschränkt, «weitere Angaben und Unterlagen zum Gesundheitszustand» anzubieten und auf Verlangen nachzureichen (Beschwerde vom 14.1.2021 S. 6 Rz. 16 i.V.m. S. 11 [Akten SID pag. 22]). In den Schlussbemerkungen hat sie keine weiteren Unterlagen zu den Akten gegeben (Akten SID pag. 41 f.). Erst vor Verwaltungsgericht hat sie ärztliche Berichte und Bescheinigungen ins Recht gelegt (Beilagen 4-7 zur  [act. 1C]).
3.3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht kann der SID nicht vorgeworfen , sie habe den Untersuchungsgrundsatz von Art. 18 VRPG verletzt,  sie auf weitere Sachverhaltsabklärungen verzichtet hat. Die  verlangt, persönliche Sachumstände wie den eigenen  und die Betreuungsmöglichkeiten im Heimatland von sich aus zu dokumentieren (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG; Michel Daum, a.a.O., Art. 20 N. 13 mit Hinweisen). Das hat die Beschwerdeführerin  unterlassen. Zwar hat sie Unterlagen zu ihrem Gesundheitszustand angeboten; blosse Beweisofferten reichen indes zur Erfüllung der  nicht aus, wenn die entsprechenden Beweismittel  hätten eingereicht werden müssen (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 20 N. 4 mit Hinweis). Der (anwaltlich vertretenen) Beschwerdeführerin musste
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klar sein, dass es nicht genügt, ein Abhängigkeitsverhältnis nur zu . Vielmehr wäre es an ihr gelegen, sachdienliche Beweismittel in diesem Zusammenhang einzureichen, zumal der MIDI die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK in seiner Vernehmlassung vom 3. März 2021 ausdrücklich verworfen hat (Akten SID pag. 30 f.). Vor Verwaltungsgericht hat die  den strittigen Sachverhalt mit den «neu eingereichten Beweismitteln» denn auch aufgehellt; zudem hat sie zahlreiche Beweisanträge gestellt (insb. Antrag auf Einholung eines Gutachtens und Zeugenbefragungen;  S. 10 Rz. 23). Der Vorinstanz kann bei dieser Ausgangslage auch nicht vorgeworfen werden, sie habe ihre behördliche Hinweis- und  verletzt, weil sie der Beschwerdeführerin eine Frist hätte setzen müssen, um die angebotenen Beweise effektiv einzureichen (vgl.  S. 6 Rz. 15; Stellungnahme vom 30.3.2022 S. 4 Rz. 9 [act. 7]).
3.3.2 Inhaltlich ist fraglich, ob die vor Verwaltungsgericht eingereichten  Unterlagen ein Abhängigkeitsverhältnis belegen. Jedenfalls geht aus ihnen nicht hervor, weshalb die Betreuung der Beschwerdeführerin nur durch den in der Schweiz lebenden Sohn gewährleistet werden kann (vgl. Stellungnahme der SID vom 20.4.2022 S. 1 [act. 10]). Ungeachtet dessen führt das ungenügende Mitwirken vor der SID dazu, dass die  die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu tragen und keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat, die in diesem Verfahrensabschnitt angefallen sind (vorne E. 3.1).
3.4 Was die Verweigerung der Rentnerbewilligung angeht, hat die  die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts korrekt angewendet. Wohl ist der Sohn der Beschwerdeführerin Schweizer Bürger und lebt seit vielen Jahren hier (Beschwerde vom 14.1.2021 S. 8 Rz. 26 [Akten SID pag. 19]). Besondere persönliche Beziehungen zur Schweiz im Sinn von Art. 28 Bst. b AIG begründet dieses familiäre Verhältnis für sich genommen jedoch nicht. Dass den Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung, die sich über den Sohn ergeben haben («zahlreiche Bekanntschaften»,  zum Seniorenturnen), eigenständige Bedeutung zukommt, geht aus den eingereichten Unterlagen nicht hervor (vgl. Beilagen 13-16 zur  vom 14.1.2021 [Akten SID 5B1]; einlässlich zum Ganzen BVR 2022 S. 93 E. 4.4 f. mit vielen Hinweisen).
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3.5 Im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids waren schliesslich die Einwände gegen die Verweigerung der Härtefallbewilligung unbegründet. Die Beschwerdeführerin anerkennt selber, dass sie bei der Einreise in die Schweiz, abgesehen von Hüftarthrose und Untergewicht, dem Alter  bei einigermassen guter Gesundheit war. Die Situation habe sich  ihres Aufenthalts allerdings verschlechtert, nicht zuletzt nach einem Sturz im September 2020 (Beschwerde vom 14.1.2021 S. 10 Rz. 34 [Akten SID pag. 21]). Wie im Zusammenhang mit dem Abhängigkeitsverhältnis zur Begründung eines konventionsrechtlichen Aufenthaltsanspruchs hat es die Beschwerdeführerin unterlassen, ihre gesundheitliche Situation zu  (vorne E. 3.3). Andere, nicht primär familiäre bzw. gesundheitliche Gründe, die für einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall sprechen könnten, standen nicht zur Diskussion, zumal in der Ukraine im Dezember 2021 noch kein Krieg herrschte. Vor Kriegsausbruch war die allgemeine Lage trotz vorhandener Konflikte nicht landesweit durch Krieg oder eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet. Zudem war die medizinische Grundversorgung grundsätzlich gewährleistet (vgl. etwa BVGer /2020 vom 30.7.2020 E. 9.2 mit Hinweisen). Eine drastische oder gar lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustands war nicht zu befürchten (vgl. Beschwerde vom 14.1.2021 S. 12 Rz. 40 [Akten SID pag. 23]). Auch die Wegweisung der Beschwerdeführerin, welche die  aufgrund der seinerzeitigen Lage angeordnet hat, ist daher rechtens. Der Hinweis auf die (damalige) Pandemie-Lage vermag daran nichts zu  (Beschwerde vom 14.1.2021 S. 12 Rz. 41 [Akten SID pag. 23]; vgl. dazu BVGer D-705/2021 vom 28.5.2021 E. 8.4).
3.6 Der Kostenschluss der SID ist gemessen an den damaligen  und unter Berücksichtigung der unzureichenden Mitwirkung der  bei der Feststellung des Sachverhalts somit nicht zu . Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, soweit das  Verfahren nicht gegenstandslos geworden ist (vorne E. 2.2).
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4.
4.1 Für die Verlegung der im verwaltungsgerichtlichen Verfahren  Kosten ist nach dem Unterliegerprinzip wie folgt zu differenzieren (vgl. vorne E. 3.1): Soweit das Verfahren abzuschreiben ist, hat die SID mit ihrem neuen Entscheid für die Gegenstandslosigkeit gesorgt und gilt deshalb im Verfahrens- und Parteikostenpunkt als unterliegend (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 110 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Ruth Herzog, a.a.O., Art. 71 N. 18 und Art. 110 N. 6 und 14). Der Vorinstanz können indes keine  auferlegt werden (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Was die Beurteilung der Beschwerde gegen die vorinstanzliche Kostenverlegung angeht, ist  die Beschwerdeführerin unterliegende Partei (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG).
4.2 Im Umfang ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin an sich die Verfahrenskosten und die eigenen Parteikosten zu tragen. In der  prozessualen Konstellation rechtfertigt es sich jedoch, besondere  anzunehmen (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Die Beschwerdeführerin soll nicht schlechter gestellt sein als in Fällen, in denen die Vorinstanz  des sich entwickelnden Sachverhalts vor Verwaltungsgericht – anstatt in Anwendung von Art. 71 VRPG in der Hauptsache neu zu entscheiden – Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Angelegenheit zur  beantragt. Wird die Sache in einer solchen Situation an die  Ausländerbehörde zurückgewiesen (ABEV oder Gemeinde), wird die ausländische Person im verwaltungsgerichtlichen Verfahren  so gestellt, als hätte sie vollständig obsiegt (vgl. allgemein zur  bei Rückweisungsentscheiden BVR 2016 S. 222 E. 4.1; Ruth , a.a.O., Art. 108 N. 6). Das gilt auch dann, wenn das Verwaltungsgericht den vorinstanzlichen Kostenschluss (unter Umständen entgegen dem  der privaten Partei) bestätigt, weil er aufgrund der seinerzeitigen  korrekt war (vorne E. 3.1; vgl. etwa VGE 2018/33 vom 12.10.2018 E. 3 und 2017/318 vom 19.10.2018 E. 3). Es ist jedenfalls im vorliegenden Fall kein Grund erkennbar, die beiden Konstellationen hinsichtlich der  der im oberinstanzlichen Verfahren angefallenen Kosten  zu behandeln. Die teilweise unterliegende Beschwerdeführerin hat daher keine Verfahrenskosten zu tragen und Anspruch auf vollständigen Ersatz ih-
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rer vor Verwaltungsgericht entstandenen Parteikosten. Das entspricht im  der bisherigen Lösung in Fällen wie dem vorliegenden (vgl. vorne E. 2.3 mit den Praxishinweisen).
4.3 Die Beschwerdeführerin macht für das verwaltungsgerichtliche  ein Honorar von insgesamt Fr. 6'100.-- geltend (Kostennote vom 30.3.2022; Beilage 15 zur Beschwerde [act. 7A]). Dieser Betrag ist mit Blick auf die Bemessungskriterien von Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen  vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) übersetzt, ist hier doch von unterdurchschnittlichen Verhältnissen auszugehen (vgl. auch  der SID vom 20.4.2022 S. 2 [act. 10]). Auch wenn mehrere  für die Aufenthaltsbewilligung zur Diskussion standen, war die Fragestellung beschränkt (insb. gesundheitliche Situation der ). Weder sachverhaltlich noch rechtlich war die Sache komplex.  der Beschwerdeschrift war nur eine Stellungnahme zur  des Verfahrens und zu den Kostenfolgen zu verfassen. Hinzu kommt, dass der Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin schon vor der SID  hat und daher mit der Sache vertraut war. Das Honorar ist daher auf Fr. 3'800.-- zu kürzen (zuzüglich Auslagen und MWSt).