Decision ID: 621faf7e-3a96-4992-ad41-a19956e7e9a8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, schloss im Jahr 2001
eine Lehre als
Bäcker-Konditor ab (
Urk.
9/1). Nachdem er im
erlernten Beruf
lediglich während kurzer Zeit erwerbstätig war, nahm
er
unterschiedliche
,
mehrheitlich
saisonale
Anstel
l
ungen
an
(vgl.
IK-Auszug,
Urk.
9/7). Dabei war er meistens
im Sommer als Vor
abeiter auf Baustellen (
Gerüstebau
) und im Winter
als Ski
- und Snowboardlehrer
t
ätig
,
wobei
er letztmals vom
8.
April bis 2
4.
Mai 2013
in einem befristeten
An
stel
lungsverhältnis als
Gerüstebauer
stand
(
Urk.
9/9/2-5
und
Urk.
9/10
).
Aufge
fordert durch das Sozialamt (vgl.
Urk.
9/9/2
Ziff.
1), meldete e
r sich am
9.
Februar 2015 (
Eingangsdatum)
unter Angabe von
seit dem 30.
September 2014 bestehen
den
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
(Bandscheibenvorfall)
zum Bezug von Leis
tungen der Eidgenössischen
Invalidenversicherung an (
Urk.
9/2
Ziff.
6.3
und
Ziff.
6.5).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, klärte die medizinis
che und berufliche
Situation
ab
. Am
8.
Mai 2015 teilte sie mit, dass
berufliche Massnahmen nicht möglich
seien
und ein Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs geprüft werde (
Urk.
9/15).
Vom
4.
April bis
3.
Mai 2016 hielt sich der Versicherte in der Rehaklinik
Y._
auf (Austrittsbericht vom
9.
Mai 2016 [
Urk.
9/28]). Mit Vorbescheid vom 2
3.
Februar 2017
stellte die IV-Stelle
einen befristeten Anspruch auf eine ganze Rente ab September 2015 bis Juli 2016 in Aussicht (
Urk.
9/36
).
Nach Einwand vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
9/40) mit Ergän
zungen am 2
4.
April 2017 (
Urk.
9
/
46
)
entschied
d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
J
uni
2017 (
Urk.
2)
im angekündigten Sinne
.
2.
Dagegen erhob
der Versicherte am 2
9.
August
2017 Beschwerde
mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es sei die Verfügung vom 2
6.
Juni 2017 teilweise aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer über
den 3
1.
Juli 2016 hinaus Leistungen gemäss IVG (Rentenleistungen und
berufliche Massnahmen) auszurichten.
3.
Es sei der Beschwerdeführer medizinisch begutachten zu lassen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltliche
n
Rechts
pflege
und
um
unentgeltlichen
Rechtbeistand
.
Die Beschwerdegegnerin schloss
in ihrer Beschwerdeantwort vom
3.
Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8
). Hiervon w
urde dem Beschwerdeführer
am
9.
Oktober
2017
Kenntnis ge
geben (
Urk.
10
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisio
nen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1)
.
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Juni 2017
davon aus
(
Urk.
2
S. 5 oben)
,
die einmonatige stationäre Abklärung in der Rehaklinik
Y._
habe ergeben, dass der Beschwerdeführer die
angestammte
Tätigkeit als Gerüstbauer nicht mehr ausüben könne.
Eine
körperlich leichte
Tätigkeit
sei
jedoch ganztags möglich und
zumutbar.
Dabei
hielt
sie
fest (S. 3 f.), der
Beschwerdeführer sei seit 30.
September 2014 (Beginn der einjährigen Wartefrist)
in der
Arbeitsfähigkeit in unterschiedlichem Ausmass eingeschränkt
.
Bei guter Gesundheit würde
er
weiterhin die Tätigkeit als Gerüstbauer
ausüben und d
abei könnte
er
im Jahr
2015 ein Jahreseinkommen von
Fr.
58'394.10
erzie
len. Die Ausübung einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit
sei
aus medizinischer Sicht im September 2015 zu 20
bis
30
%
möglich und zumutbar gewesen. Dabei hätte er 2015 ein Jahreseinkommen von
Fr.
16'663.
10 erwirt
schaften können. Ab 1.
September 2015 bestehe
damit
Anspruch auf eine ganze Rente
. Seit Anfang Mai 2016 bestehe in einer körperlich leichten angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Dabei liesse sich
gestützt auf die statisti
schen Werte
ein Jahreseinkommen von
Fr.
66'852.45 erwirtschaften
. Da
vom
Be
schwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten au
sgeübt werden könnten, reduziere
sich das anrechenbare Jahreseinkommen um 10
%
und ergebe
Fr.
60'167.2
0.
In Gegenüberstellung zum Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkungen (
Valideneinkommen
) von
Fr.
58’569.30 resultiere ein Invaliditätsgrad von 0
%
. Mit Wirkung ab
1.
August 2016
(
Gesundheitsverbesserung per Anfang Mai 2016 plus drei Monate
)
bestehe
somit
kein Rentenanspruch mehr
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
6
Ziff.
18 ff.
),
gemäss dem
behandelnden Arzt
Dr.
Z._
sei
er
bei sta
tionärem Gesundh
eitszustand aktuell maximal 40
bis 50
%
arbeitsfähig. Der Bericht der Rehaklinik
Y._
, in dem eine leichte Tätigkeiten ganztags als zumutbar be
funden werde, sei widersprüchlich.
Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Ärzte die
Beschwerden teilweise als erklärbar beurteilt
en
und sowohl
im Verhalten als auch in d
er Beschreibung der
Schmerzen keine Inkonsistenzen b
eschrieben wor
den seien und
keine Einschränkung
der
Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit resultiere
n
soll
. Der regionale ärztliche Dienst (RAD) der Beschwerde
gegnerin vermöge auch nicht zu erklären, weshalb man nach der Reha in
Y._
plötzlich von einer derartigen Besserung ausgehe, dass
dem Beschwerdeführer
eine um 70 bis 80
%
höhere Arbeitsfähigkeit z
umutbar
sei,
wenn sich weder die Diagnose noch die klinischen Befunde geändert
hätten.
Die Beschwerdegeg
nerin wäre verpflichtet gewesen,
weitere medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben (
Ziff.
27). Da die Arbeitsfähigkeit noch nicht abschliessend geklärt sei, sei auch die Ablehnung von beruflichen Massnahmen zu früh erfolgt
und über diesen Anspruch
sei
nach
einer
Begutachtung zu entscheiden (
Ziff.
28 f.).
Beim
Valideneinkommen
sei zu berüc
ksichtigen
,
dass der Gerüstbau typischer
weis
e eine saisonale Tätigkeit sei und sich dies
nicht zum Nachteil
des Beschwer
deführers
auswirken dürfe.
Deshalb
sei vo
n
einem
Valideneinkommen
von Fr.
68'267.
--
auszugehen. Bei
m
Invalideneinkommen
sei
ein
leidensbedingter
Abzug
von mindestens 20
%
zu berücksichtigen und dies ergäbe selbst bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ein
en
IV-Grad von 23
%
,
wo
mit zumindest
ein
Anspruch auf eine Umschulung bestehe (
Ziff.
30 ff.).
3.
3.1
Im MRI (Magnetresonanztomografie)
der Lendenwirbelsäule (LWS)
vom 8.
Oktober 2014 (
Urk.
9/12/6)
stellte
der zuständige Radiologe
fest
,
auf Höhe Th10 bis L4 bestehe ein Normalbefund. Auf L4/5 sei eine l
eichte Bandscheibendegene
ration mit kleiner
bre
itbasiger
medianer Diskushernie
ohne Neurokompression
sichtbar
.
Die
Facettengelenke
seien normal, d
ie
Neuroforamina
frei. Auf Höhe L5/S1 bestehe eine m
ässiggradige leicht aktivierte
Osteochondrose
mit einer gros
sen, pa
rtiell in Sequestration
begriffenen
rezessal
links gelegenen Diskushernie m
it Kompression der Nervenwurzel
S1
rezessal
links
,
weniger auch rechts und n
ormale
Facettengelenke.
Die
Neuroforamina
sei
en
beidseits frei.
Die p
artiell mit
erfassten I
liosakral
g
elenke zeigten sich
reizlos und normal
in der
Darstellung.
3.2
Im Bericht über die CT-gesteuerte epidural
e
Infiltration auf Höhe L5/S1 links vom 1
7.
Oktober 2014 (
Urk.
9/12/8) hielt der zuständige Radiologe fest, bei
Lumbo
ischialgie
beidsei
ts und
bei links bestehendem
recessale
m
Bandscheibenvorfall L5/S1 mit S
equester und Wurzelkompression
S1
werde um eine Infiltration gebe
ten. Der Beschwerdeführer habe den kleinen Eingriff problemlos toleriert und habe nach kurz
zeitiger Überwachung in gutem Allgemeinzustand
nach Hause entlassen werden können.
3.3
Im Sprechstundenbericht der Klinik
A._
vom
4.
Dezember 2014 (
Urk.
9/12/10-11) wies der zuständige Arzt
darauf hin, es bestehe eine beidseitige schmerzhafte S1-Radikulopathie
mit/
bei
nach links caudal sequestrierter rechts paramedianer
Diskushernie L5/S
1.
Bei fehlenden neurologischen Defiziten könne hier
eine konservative Therapie
mittels Physiotherapie und erneuter
epiduraler Infiltration L5/S1 erfolgen. Ein operatives Procedere im Sinne einer
Sequestrektomie
sei optional und derzeit vom Leidensdruck des Patienten und dem Anschlagen der konservativen Therapie abhängig.
3.4
Der behandelnde
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie FMH, führte im Formularbericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
5.
April 2015 aus (
Urk.
9/12/1-5)
, als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit bestün
den
eine schmerzhafte S1-Radikulopathie beidseits bei nach links caudal seques
trierter rechts paramedialer Diskushernie L5/S1 mit Nervenwurzelkompression S1 mehr rechts und kleiner medianer nicht
neurokompressiver
Diskushernie L4-L5 und einer mässig aktivierten
Osteochondrose
L5/S
1.
Eine ambulante Behandlung sei vom 3
0.
September bis
2.
Dezember 2014 und vom
5.
Januar bis
3.
März 2015 erfolgt und die letzte Kontrolle habe am
7.
April 2015 stattgefunden
(
Ziff.
1.1 f.)
.
Zur Anamnese führte der
Behandler aus,
nach
einer Streckbewegung
seien
akute Lendenschmerzen mit Bewegungseinschränkungen
aufgetreten
und seither be
stünden verstärkte
Lumboischialgien
bzw. Bewegungs- und Belastungsschmer
zen. Die Symptome persistierten trotz Analgetika
,
Phlogistika
und physikalischer Therapie
(
Ziff.
1.4)
.
Es bestünden mässig bis stark
schmerzhafte Einschränkungen der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule und Einschränkungen des Steh-
und
Gehvermögens. Der Beschwerdeführer könne nicht lange stehen, gehen, nicht auf Gerüste klettern,
keine
Treppen und Leitern
be
steigen, keine Gewichte von mehr als 5 kg
heben/
tragen und keine Arbeiten in gebückter Haltung und bei Kälte und Witte
rung ausführen.
Zurz
eit könne
er
nicht länger als 1.5 Stunden stehen, sitzen oder gehen und eine körperliche Tätigkeit sei ihm noch nicht zumutbar. Durch Reha
bilitationsmassnahme
n
und MTT (medizinische Trainingstherapie) sei eine Besse
rung der Leistungsfähigkeit möglich und langfristig sei eine Umschulung auf einen Beruf mit weniger Körperbetonung zu empfehlen
(
Ziff.
1.8)
. Im Beruf als
Gerüstebauer
wurde
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3
0.
September 2014 bis 3
0.
April 2015
attestiert
(
Ziff.
1.6)
.
3.5
Im Austrittsbericht der Rehklinik
Y._
vom
9.
Mai 2016 (
Urk.
9/28/1-7) über den Aufenthalt vom
4.
April bis
3.
Mai 2016
wurde
n
folgende
Diagnosen
aufge
führt
(S. 1)
:
1.
Schmerzhafte S1-Radikulopathie beidseits seit September 2014
-
8.
Oktober 2014 MRI LWS: Grosse
rezessal
linksbetonte in Sequestration begriffene Diskushernie
L5/S1 mit
Kompression der Nervenwurzel S1
links mehr als rechts. Kleine mediane nicht
neuro
k
ompressive
Diskushernie L4/
5.
Mä
ssige
Osteochondrose
L5/S1.
-
1
7.
Oktober
2014 CT-gesteuerte epidurale Infiltration auf Höhe L5/S1 links
-
3
1.
Dezember
2014 MRI LWS: Bekanntes medianes, leicht nach kaudal umgeschlagenes Sequester
L5/S1 mit stationärer transversaler Ausdehnung und leicht
regredienter
craniocaudaler
Ausdehnung,
mit Konta
kt zur deszendierenden Wurzel S1
beidseits und leichter Spinal
kanalstenose
-
1
5.
April
2016 neurologische
s
Konsilium:
weder ein
Hinweis für eine
akute
Denervation
noch
für
chronisc
he
neurogene Veränderungen, gesamthaft Normalbefund. Kein Hinweis für eine aktuelle
Wurzelirri
tation S1 beidseits
2.
Unfall vor
zirka zehn
Jahren mit Schulterläsion links (linksdominant)
-
Operative Versorgung
3.
Belastungsinduziertes Asthma mit Bedarfsmedikation
Die Ärzte hielten fest, z
ur Ergänzung und Aktualisierung der Diagnostik sei am 1
5.
April 2016 ein neurologisches Konsilium bei
Dr.
med.
B._
,
FMH Neurologie,
durchg
eführt worden. Aus seiner Sicht
bestehe kein Hinweis für eine a
kute
Denervation
für chronisch
neurogene Veränderungen oder eine aktuelle Wurzelirritation S1 beidseits. Die währ
end der Rehabilitation erfolgte
psycho
somatische Abklärung bei
lic.
phil.
C._
habe
ergeben, dass der Beschwerdefüh
rer bei der Explorationssituation einen adäquaten und psyc
hisch stabilen Ein
druck erweckt
und
einen adäquaten Umgang mit seinen Schmerzen
gezeigt habe
. Eine psychische Störung sei nicht auszumachen
gewesen
und für eine psycho
somatische Genese der Schmerzen
hätten
keine Anhaltspunkte
bestanden
(S. 3).
Der Beschwerdeführer beklage permanente Rückenschmerzen auf der VAS 6-7, belastungsprogredient mit stationärem Verlauf in den letzten Monaten. Beim Liegen auf der Seite und manchmal beim Stehen habe er fast keine Schmerzen. Die Schmerzen
in den
Beine
n
seien „ziehend" bis zur Wade, auch beim Husten und Niesen und besserten durch Dehnübungen. Die G
ehstrecke betrage maximal 45 Minuten
, teilweise mit Pause
n
im Stehen o
der Sitzen. Selten bestehe ein
giving
w
ay
der
Beine. Keine
Kribbelparästhesien
, die
seien
nur kurzzeitig im Jahr 2014 in den Füsse
n
aufgetreten
(S. 5).
Beim Eintritt zeige sich der Beschwerdeführer
mit zügigem Gangbild in Konfektionsschuhwerk,
mit
verminderte
r Bewegung des Rumpfes. Im Sitzen sei er während des Aufnahmegespräch
s unruhig mit mehrfachem Stellungswech
sel. Transfers erfolgten mit aktiv gerade
gehaltenem Rumpf.
Der
Zehenspitzen- und Fersenstand
sei möglich mit
Schmerzangabe bei
m Fersenstand und der
Einbein
stand
sei
sicher möglich.
Die
t
iefe Hocke
sei möglich
mit
aktiv gerade gehaltenem Rumpf und es bestehe eine a
llgemeine Hal
tungsinsuffizienz.
Ke
ine Schwellung
, Rötung oder Überwärmung
, aber eine lokale
Druckdolenz
lumbosakral
paravertebral beidseits
. Der Fingerbodenabstand betrage 45 cm mit Kletterphänomen beim Wiederaufrichten und mit Schmerzprovo
kation. Die aktive Rumpfflexion,
-extension, -rotation
sowie
Seitneigung sei
en
deutlich eingeschränkt. Es bestehe eine normale seitengleiche Sensibilität der Beine und die Kraft der Beine zeige sich
seitengleich ohne Paresen. D
ie Muskeleigenreflexe der Beine seien
seiten
gleich mittellebhaft und der
Lasègue
beidseits positiv bei ca. 50°
(S. 6 f.)
.
Beim Austritt berichte der Beschwerdeführer, er habe von der stationären Reha
bilitation profitiert und
er
fühle sich
körperlich
jetzt fitter und die Rückenbeweg
lichkeit sei besser geworden. Jedoch seien die Schmerzen unverändert geblieben. Objektiv
zeige sich
ein leicht hinkendes Gangbild und eine l
eichte
Druckdolenz
lumbosakral paravertebral beidseits.
Der
Fingerbodenabstand
liege
bei 20 cm mit Kletterphänomen beim Wiederaufrichten, lateral links 51
cm und rechts 60
cm.
Die
Rotation sei beidseits um ein Drittel eingeschränkt. Die Zeichen nach Ott
zeigten
30/31 cm und nach Schober 10/13.5 cm. Ein motorisches oder sensibles Defizit bestehe nicht
(S. 7)
.
Unter
Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive führten die Ärzte aus, e
s liege
keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte. Die Zumutbarkeit für eine berufliche
Tätigkeit als Gerüstbauer/
Vorarbeiter sei nicht gegeben und die Anforderungen zu hoch
.
Die ursprünglich gelernte Tätigkeit als Bäcker/Konditor sei ebenfalls nicht zumutbar. Ein leichte Arbeit könne
jedoch
ganztags ausgeübt werden
,
wo
bei aufgrund der LWS
sich die zumutbaren Tätigkeiten
auf w
echselbelastend
e Tätigkeiten
, ohne Zwangshaltungen oder
repetitive Rotationsbewegungen
und
ohne Schläge/Vi
brationsbelastung
,
beschränkten (S. 2).
Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm
hätten
eine differenzierte Beschreibung der Schmerzen
,
jedoch ein nicht adäquates Schmerzverhalten
gezeigt
. Das Leistungsverhalten und die Konsistenz
sei
als gut
zu beurteilen,
das Verhalten b
ezüglich der Rehabilitation
aber insg
esamt als ne
gativ zu werten (S.
3).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
hielt in seiner Aktenbeurteilung
vom 20.
Mai 2016 (
Urk.
9/34/5 f.)
fest, gestützt auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
Y._
sei die bisherige Tätigkeit im
Gerüstebau
und auch die frühere Tätigkeit als Bäcker/Konditor nicht zumutbar. Andere (angepasste) Tätigkeiten
:
eine leichte
,
wechselbelastend
e Tätigkeit,
ohne Zwangshaltung oder repetitive Rota
tionsbewegungen, Schläge oder Vibrationsbelastung
sei
ganztags möglich
. Für die bisherige und
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Vorarbeiter im
Gerüst
e
bau
sei die aktenkundig seit 3
0.
September
20
14 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
nachvollziehbar und werde überwiegend wahrscheinlich auf Dauer beste
hen bleiben. Für eine angepasste Tätigkeit mit dem Belastungsprofil körperlich leichte Arbeit ohne Heben und Tragen von Lasten mehr als 8 bis10 kg, wechsel
belastend, ohne längeres Stehen in vornüber gebeugter Haltung oder verbunden mit Arbeiten über Kopf, ohne verdrehte Zwangshaltung der Wirbelsäule
,
sei
seit
Austritt aus
der Rehaklinik
Y._
am
3.
Mai 2016 von einer ganztägig umsetz
baren
100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.7
Dr.
Z._
hielt im undatierten Bericht unter Bezugnahme auf eine Kontrolle im September 2016 fest (
Urk.
9/32), die Laufleistung
betrage mit Stöcken
zirka eine
Stunde
,
und
ohne Stöcke 20 bis 30 Minuten. Danach werde der Gang unsi
cher. Heben von 5 bis 10 kg
,
körpernah und rückenschonend sei möglich
. Die Tätigkeit a
ls
Gerüstebauer
sei nicht mehr zumutbar
und wechselbelastende Tätig
keiten
während
zirka
zwei bis drei Stunden
täglich möglich
. Die Verminderung der Leistungsfähigkeit betrage 50 bis 60
%
(
Ziff.
2.1.f.).
3.8
In der Stellungnahme
vom 22.
Februar 2017
(
Urk.
9/34/8 f.) wies RAD
-Arzt Dr.
D._
darauf hin
, die Beurteilung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als
Gerüst
e
bauer
sei seit langem bekannt und bereits früher bestätigt
worden. D
ie Angabe einer nur
zwei bis drei
Stunden am Tag möglichen Arbeitsfähigkeit von
Dr.
Z._
entspreche angesichts unveränderter Diagno
sen gegenüber dem Zeitpunkt des Austritts aus der Rehaklinik
Y._
einer „anderen Beurteilung derselben medizinischen Tatsachen". Die Frage, ob die zum Zeitpunkt des Austritts aus der Rehaklinik
Y._
bestehende, ganztägige Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichter Tätigkeit schon mehr als ein halbes Jahr vorher möglich gewesen wäre, sei nicht sicher, sondern nur mit „vielleicht" zu beantworten. Immerhin habe in dieser Zeit lau
t Angabe im Bericht von
Dr.
Z._
durchgehend Physiotherapie und Krankengymnastik und MTT stattgefunden und zum fraglichen Zeitpunkt (September 2015) sei gemäss
der
Befundschilderung
von
Dr.
Z._
eine erhebliche Wurzelreizsymptomatik vorgelegen, die sich nach der
vier
wöchigen Reha
bilitations
massnahme laut Aus
trittsbericht etwas gebessert
habe. Zudem sei während dieser Massnahme
noch eine weiterführende, fachärztlich-neurologische Abklärung zum Ausschluss einer akuten neurogenen
Denervation
durchgeführt worden. Zum Zeitpunkt des Aus
tritts aus der Rehaklinik
Y._
gebe es eine
d
efinitive ärztliche Aussage bezüg
lich
Arbeitsfähigkeit in
einer ganztags mög
lichen, angepass
ten Tätigkeit,
für den Zeitpunkt
ab
September 2015 hingegen nicht
.
4.
4.1
Die Berichterstattung der Reh
a
klinik
Y._
basiert auf Erkenntnissen
,
die
auf
grund eines vierwöchigen Klinikaufenthaltes
gewonnen werden konnten. Hierbei
setzt
en
sich
die Ärzte
mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen a
useinander und
berücksichtigt
en
die medizinischen
Vorakten
(vgl.
Urk.
9/28/5). Zur ergän
zenden Diagnostik
wurde
ein neurologisches Konsilium durch den Neurologen
Dr.
B._
durchgeführt
, dessen
Erkenntnisse
(vgl.
Urk.
9/28/9-11)
in die Beurteilung einbezogen wurde
n.
Ebenso
wurde w
ährend des Rehabilitationsauf
enthaltes eine psychoso
matische Abklärung durchgeführt
und
die diesbezügli
chen Befunde in die Beri
chterstattung aufgenommen
(
Urk.
9/28/3).
Insgesamt erweist sich
der Bericht
als nachvollziehbar und schlüssig und vermag auch in formaler Hinsicht zu überzeugen
(vgl. E. 1.5
hiervor)
.
Was die Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
anbelangt, ist mit Blick auf die Untersuchungsbefunde nachvollziehbar, dass die
Ärzte
das orthopädische Belastungsprofil
angesichts der im Vordergrund stehenden Rücken
problematik auf angepasste
wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Zwangs
haltungen oder repetitive Rotationsbewegungen
und
ohne Schläge/Vibrationsbe
lastung
,
beschränkten
(vgl. E. 3.5
hiervor).
Von einem
ähnlichen
rückenadaptier
ten Belastungsprofil
ging
auch der behandelnde
Dr.
Z._
aus. In seinem letzten undatierten Bericht (vgl. E. 3.6 hiervor) liefert er aber keine Erklärung
, weshalb
in
einer
entsprechend angepasste
n
Tätigkeit lediglich ein
zeitliches
Pen
sum von zwei bis drei Stunden täglich mögli
ch sein soll
.
Dr.
Z._
setzte sich dabei
insbesondere
auch nicht mit den Ergebnissen nach
dem vierwöchigen
Rehabilitationsaufenthalt
in
Y._
auseinander, obwohl er eine solche
medizi
nische Massnahme
zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit
selber
empfohlen hatte (vgl.
Urk.
9/12/2
Ziff.
1.5
und 9/12/
3
Ziff.
1.8).
D
ie
spätere und undatierte
Berichterstattung von
Dr.
Z._
vermag vor diesem Hintergrund nicht z
u überzeugen, worauf
RAD
-Arzt Dr.
D._
zu Recht hinwie
s
.
Die
von den
Fachärzten der Rehaklinik
Y._
aus gesamtmedizinischer
Sicht in angepasster Tätigkeit attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit ist damit nicht anzuzweifeln.
Deshalb
besteht
auch
kein Anlass
von der
en
nachvollziehbaren Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit
a
bzu
weichen
, wonach dem
Beschwerdeführer
unter
Einbe
ziehung des orthopädischen Zumutbarkeitsprofils im
Austrittszeitpunkt aus der Rehaklinik
Y._
ein
e Arbeitsfähigkeit von 100
% zu attestieren ist.
4.2
Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit angeht,
wies RAD
-Arzt Dr.
D._
darauf hin
,
dass die
ganztägige Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichter Tätigkeit
möglicher
weise schon früher (
September 2015
)
vorgelegen
habe
, aber eine aussagekräftige
ärztlich
e
Berichterstattung
mit
Bezug auf eine ganztags mögliche, angepasste Tätigkeit,
fehl
e
(vgl. E. 3.8 hiervor).
Vor diesem Hintergrund
schloss die Beschwerdegegnerin n
ach Ablauf der
Wartezeit im September 2015 zu Gunsten des Beschwerdeführers
auf eine
zumutbare Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätig
keit
von 25
%
(vgl.
Urk.
9/33). Aus
der daraus ermittelten Erwerbseinbusse richtete sie f
olglich
ab September 2015
bis zum Austritt aus der Rehaklinik
Y._
und unter zusätzlicher Berücksichtigung der Dreimonatsfrist
gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVG eine
ganze Rente bis Juli 2016 aus (vgl.
Urk.
9/34/9).
Im Vordergrund der von der Beschwerdegegnerin
postulierte
n
Arbeitsunfähigkeit von 25
%
bis z
um Austritt aus
dem
vierwöchigen Rehabilitationsaufenthalt
stand damit nicht eine
Verbe
sserung des Ges
undheitszustandes, sondern der
Umstand, dass verlässliche medizinische
Be
richte
für
diese
n
Zeitraum fehlten
, wobei die Beweislücke zu Gunsten des Beschwerdeführers geschlossen wurde. Im
Übrigen
legte
Dr.
D._
in seiner Aktenbeurteilung
aber auch
nachvollziehbar
dar
, dass
mit
Physiotherap
ie,
Krankengymnastik und
medizinischer Trainingstherapie
in dem
vierwöchige
n
Reh
a
a
ufenthalt
die Rückensymptomatik
und die
vorbeschriebene
Wurzelreizsymptomatik
verb
essert
und aufgrund
der neurologischen Abklärung insbesondere auch eine
akute neurogene
Denervation
ausgeschlossen werden konnte.
Der
Einwand des
Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
26)
,
der RAD ver
möge nicht zu erklären, weshalb nach der Reha in
Y._
plötzlich von einer derartigen Besserung ausgegangen
worden sei
, dass
ihm
eine um 70 bis 80
%
höhere Arbeitsfähigkeit
zugemutet werde
,
trifft
damit
nicht zu und ist
unbehe
lf
lich
.
M
angels verlässlicher
echtzeitlicher Berichte
für den besagten Zeitraum
bis September 2015
sind
von zusätzlichen
medizinischen Abklärungen aber auch
keine neuen Erkenntnisse - jedenfalls keine zu Gunsten des Beschwerdeführers
–
zu erwarten
(antizipierte Beweiswürdigung
,
BGE 124 V 90 E. 4b
).
4.3
N
ach dem Gesagten
ist damit nicht zu beanstanden, dass
aus gesamtmedizini
scher
Sicht von einer Restarbe
itsfähigkeit von 100
%
ab
Austritt aus der Rehakli
nik
Y._
(
3.
Mai 2016)
ausgegangen wurde
. Die Beschwerdegegnerin
hielt den
Ablauf des Wartejahrs ab September 2015
fest
, was mit Blick auf die Angaben in der Anmeldung, wonach die Beschwerden
seit 30.
September 2014 bestehen (
vgl.
Urk.
9/2
Ziff.
6.3),
nicht in Zweifel gezogen
wurde.
Aus d
er
(
grosszügigen
)
Betrachtungsweise
der Beschwerdegegnerin
,
wonach
sie
ab Ablauf des Wartejahrs m
angels verlässlicher medizinische
r
Unterlagen
die Beweislücke
zu
Gunsten des Beschwerdeführers
mit
der Annahme
einer
durchschni
ttliche
n
Arbeitsunfähigkeit von 2
5
%
schloss
,
kann
der Beschwerdeführer
w
eiter
nichts
zu
seinen
Gunsten
herleiten
.
5.
5.1
Das
Valideneinkommen
ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf ein Ein
kommen
von
Fr.
54'795.--
,
welches der Beschwerdeführer im Jahr 2008 gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto
(IK) erzielt hat (vgl.
Urk.
9/33 und
Urk.
9/7). Dieses rechnete sie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwick
lung auf das Jahr 2015 respektive 2016 hoch und ermittelte daraus das
Validen
einkommen
von
Fr.
58'569.3
0.
Demgegenüber vertritt d
er Beschwerdeführer die Ansicht,
das
Valideneinkommen
sei
auf
Fr.
68'267.-- festzulegen (
Urk.
1
Ziff.
31).
F
ür die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte
, wobei
in der Regel am zuletzt erzielten
Lohn anzuknüpfen ist
(E. 1.3.2 hiervor)
.
Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer einzig im Jahr 2008 ein jährli
ches Einkommen von mehr als
Fr.
50'000.--.
Anhaltspunkte, dass er im Gesund
heitsfall ein wesentlich höheres Einkommen erzielen
würde, ergeben sich keine. Aufgrund der Erwerbsbiographie ist damit jedenfalls nicht
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
—
ebenfalls
zu Gunsten des Beschwerdeführers
—
als
Valideneinkommen
auf
sein
höchste
s
Einkommen ab
gestellt hat
, welches
einzig im Jahr 2008 in Höhe von
Fr.
54'795.
-- e
rzielt wurde
.
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin aufgrund
des
Tabel
lenwert
s
der schweizer
ischen Lohnstrukturerhebung LSE
TA
1.
Zusätzlich berück
sichtigte sie einen «leidensbedingten» Abzug von 10
%
mit der Begründung, der
Beschwerdeführer
könne
nur noch leichte Tätigkeiten ausüben (
Urk.
9/33/2). Demgegenüber
vertritt der Beschwerdeführer die
Auffassung, aufgrund eines sehr eingeschränkten Belastungsprofil
s
sei ihm ein leidensbedingter Abzug von min
destens 20
%
zu gewähren (
Urk. 1.
S. 11
Ziff.
32). Wie es sich damit verhält, kann
aus nachstehenden Gründen offen
gelassen werden.
5.2
Aus dem Vergleich des an die Nominallohnentwicklung angepassten
Validenein
kommens
von
Fr.
58'645.3
0 (
Fr.
54’795
.--
: 2092 x 2239)
mit d
em
—gemäss den aktuellen Tabellenwerten TA 1 privater Sektor, Männer, Anforderungsniveau 1 Zentralwert — ermittelten Invalideneinkommen
von Fr.
66'803.40
(
Fr.
5’340
.-- : 40 x 41.7 x
12) resultiert
selbst
unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Leidensbedingten Abzuges von 20
%
eine Erwerbseinbusse von
lediglich
Fr.
5'202.60 (
Fr.
58'645.30 –
Fr.
53'442.70)
und aus
der Gegenüberst
ellung der Vergleichseinkommen
damit
ein
Invaliditä
tsgrad von knapp 9
%
, was
nicht im Bereich
einer rent
enbegründenden Invalidität
von mindestens 40 % liegt.
S
elbst
der Richtwert
einer Erwerbseinbusse von
etwa
20
%
als
Eingangskriterium
für Umschulungsmassnahmen
wird
nicht erreicht
(
vgl.
BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
Damit erübrigen sich
auch
weitergehende Ausführun
gen
, o
b der Streitgegenstand im
vorliegenden Verfahren
den
Anspruch auf Um
schulung
smassnahmen mitumfasst,
nachdem die Beschwerdegegnerin
darüber
bereits a
m
8.
Mai 2015
entschieden und mitgeteilt hat, dass
nach Ablauf des Wartejahrs
lediglich
noch
die Rente
geprüft werde (
Urk.
9/15)
.
Die Beschwerde ist damit
insgesamt
unbegründet, was
zu deren
Abweisung führt.
6.
6.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind vorliegend e
rfüllt (vgl. insbesondere
Urk.
3 und
Urk.
6
). Demzufolge ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwältin
Stephanie C. Elms
,
Zug
,
als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
für das vorl
iegende Verfahren zu bestellen.
6.2
Die Kosten des Verfahrens gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Bei dies
em Verfahrensausgang steht der
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
des
Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
,
Zug,
eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu (
§
34
Abs.
3
GSVGer
in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 und
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
), welche nach Einblick in di
e Honorar
noten
(
Urk.
11
/1-2) sowie unter
Anwendung des gerichtsüblichen Stundenan
satzes von
Fr.
220.-- (zu
züglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘127
.--
(inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist
.