Decision ID: c978e104-7fa5-40a1-9862-36c9c988ef8f
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war vom _ 2007 bis _ 2008 als
Produktionsmitarbeiter bei der B._ AG in einem Pensum von 100 % angestellt (IV-
act. 21 S. 9 f. i.V.m. 1 S. 5). Das Arbeitsverhältnis wurde dem Versicherten aus
wirtschaftlichen Gründen bzw. wegen krankheitsbedingtem Ausfall gekündigt (vgl. IV-
act. 21 S. 2 i.V.m. S. 10, vgl. ferner IV-act. 9 und 23). Am 3. Dezember 2008 unterzog
sich der Versicherte aufgrund einer Femurkopfnekrose im Spital C._ einer Operation
mit Einsatz einer Hüfttotalprothese links (IV-act. 10 S. 4 f.). Am 16. Dezember 2008
meldete sich der Versicherte erstmals bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1). Am 20. Mai 2009
teilte er der IV-Stelle telefonisch mit, dass er seit dem 17. April 2009 wieder zu 100 %
arbeitsfähig geschrieben sei und für die Stellensuche von dem regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) optimale Unterstützung erhalte (IV-act. 23 S. 3).
Daher wurde die Arbeitsvermittlung seitens der IV-Stelle mit einer Mitteilung vom
28. Mai 2009 abgeschlossen (IV-act. 23 S. 3 und S. 26). Nach Erlass eines
entsprechenden Vorbescheids (vgl. IV-act. 27) lehnte die IV-Stelle mit einer Verfügung
vom 9. Juli 2009 auch den Anspruch auf eine Invalidenrente ab, da der Versicherte seit
dem 17. April 2009 wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 29).
A.b Vom 16. Januar bis 24. Februar 2012 befand sich der Versicherte für eine
ambulante Rehabilitationsbehandlung in der Klinik D._. Am 12. März 2012
berichteten Oberarzt Dr. med. E._ und Chefarzt Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Klinik D._, der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung
gemischt Depression und Angst bestehend seit Januar 2010. Sie führten dazu aus, der
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Versicherte habe von Ein- und Durchschlafstörungen sowie von Rücken- und
Hüftschmerzen berichtet. Ferner leide er an einer raschen Ermüdbarkeit und an einem
Energiemangel. Tagsüber sei er angespannt, nervös, gereizt und gegenüber
Gegenständen aggressiv. Bis zur Operation im Dezember 2008 sei er immer gesund
gewesen. Nach der Operation habe sich schleichend eine depressive Symptomatik
entwickelt. Dr. E._ und Dr. F._ beschrieben den Versicherten als kognitiv reduziert.
Die Konzentration sei erschwert. Das formale Denken sei eingeengt und grübelhaft. Der
affektive Rapport sei erhalten, jedoch sei der Versicherte stimmungsmässig
niedergeschlagen, hoffnungslos und ratlos mit erhöhter Reizbarkeit. Psychomotorisch
sei er verlangsamt. Aktuell sei der Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig. Nach einer
Stabilisierungsphase könne eine Arbeitswiederaufnahme von 100 % in einer
angepassten Tätigkeit per Ende April 2012 in Betracht gezogen werden (IV-act. 32
S. 11 ff.).
A.c Ein am 22. August 2012 angefertigtes MRT der Hüftgelenke zeigte eine
aspektmässig ältere subchondrale Femurkopfnekrose zentral an der Tragezone des
rechten Femurkopfes in einer Ausdehnung von 2.1 x 1.5 cm (ca. 10 % des
Kopfvolumens), eine leichte bis mässige Coxarthrose rechts, einen degenerativ
veränderten Limbus antero-lateral und lateral sowie eine mittelgradige bis teilweise
schwere fettige Atrophie der Glutealmuskulatur (IV-act. 32 S. 8). Auf einem MRT der
Lendenwirbelsäule vom 23. August 2012 war eine grosse, median beginnende und
gegen medio-rechtslateral ausladende, medio-rechtslateral nach caudal prolabierende
und hier sequestrierende Diskushernie ausgehend vom Segment L4/5 mit dadurch
verursachter langstreckiger Dorsalverlagerung und Kompression des prärecessalen bis
recessalen Anteils der Nervenwurzel L5 rechts sichtbar. Des Weiteren zeigte sich eine
geringe dorsale Diskusprotrusion auf der Höhe L5/S1 mit einer flachbogigen medianen
Diskushernie, aber ohne dadurch verursachte neurale Kompromittierungen. Zudem war
ein dehydrierter minim dorsal höhengeminderter Discus intervertebralis L3/4 mit einer
geringen dorsalen Diskusprotrusion und einem Anulusriss mit einer sehr flachbogigen
medianen, leicht medio-linkslateral betonten Diskushernie, aber einem minimen
discogenen Kontakt zum prärecessalen Anteil der Nervenwurzel L4 links ohne
Dorsalverlagerung oder Kompression derselben erkennbar (IV-act. 32 S. 7).
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A.d Bei einer Untersuchung in der Klinik X._ des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
vom 29. August 2012 gab der Versicherte an, er verspüre seit etwa 10 Tagen
Schmerzen an der Aussenseite des rechten Beines. Wegen dem mit den
Schmerzangaben korrelierenden MRT-Befund mit dem nach kaudal sequestrierenden
Bandscheibenprolabs auf der Höhe LW4/5 rechtsseitig, rieten die behandelnden Ärzte
dem Versicherten zu einer Operation. Zugleich bezeichneten sie die
Operationsindikation bei fehlenden neurologischen Ausfallerscheinungen als relativ (IV-
act. 32 S. 5 f.).
A.e In einem Sprechstundenbericht der Klinik Y._ des Spitals C._ vom 21.
September 2012 nannten die behandelnden Ärzte die folgenden Diagnosen:
Femurkopfnekrose rechts, Status nach Implantation einer Hüfttotalprothese links (3.
Dezember 2008), chronisch rezidivierende Lumboischialgie bei Diskusprotrusion
LWK3/4 sowie Status nach negativer Nervenwurzelinfiltration L4 links (22. Juni 2008),
Diskushernie L4/5 rechts bei Radikulopathie L5 rechts bei grosser sequestrierender
Diskushernie L4/5 mit langstreckiger Dorsalveralgerung und Kompression
Nervenwurzel L5 rechts und mässiger Spondylarthrose sowie Osteochondrose L3-S1,
Hyperlipidämie, Adipositas und Anpassungsstörung gemischt Depression und Angst.
Weiter hiess es in dem Bericht, dass der Versicherte über zunehmende Beschwerden
im Bereich des rechten Hüftgelenks klage. Sowohl im MRT als auch radiologisch
zeigten sich Zeichen einer zunehmenden Hüftkopfnekrose. Diese sei bereits
vorbekannt gewesen, jedoch nun weiter zunehmend. Bei gleichzeitiger Kompression
der rechten Nervenwurzel durch die Diskushernie könnten die Schmerzen nicht sicher
dem Hüftgelenk zugeordnet werden, weshalb zur Schmerzlokalisation intraartikulär die
Durchführung einer diagnostischen Infiltration empfohlen werde. Bei einem positiven
Resultat könne über die Durchführung der Hüfttotalprothese nachgedacht werden (IV-
act. 32 S. 3 f.).
A.f Am 20. Februar 2014 wurde aufgrund rezidivierender Lumboischialgien links ein
vertebrospinales lumbales MRT durchgeführt. Im Vergleich zum MRT vom 23. August
2012 zeigte sich eine weitgehend grössenkonstante Darstellung der mittelvolumigen
medianen, medio-rechtslateralen Diskushernie L4/5 mit einer regredienten nach kaudal
reichenden bzw. sequestrierenden Komponente mit einer noch immer bestehenden
Dorsalverlagerung der Nervenwurzel von L5 rechts und auch mit einem Kontakt zur
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Nervenwurzel L5 links prärezessal mit einer möglichen Irritation dieser Nervenwurzel.
Je nach klinischer Indikation sei eine periradikuläre Infiltration der Nervenwurzel L5
links zu empfehlen. Weiter zeigte sich eine progrediente mittelgradige rechts
akzentuierte Osteochondrose L4/5 mit einer neu aufgetretenen flächenhaften
Deckplatten-Hernitation in LWK5 rechtsseitig. Eine Regredienz war bei der vormals
bereits kleinvolumigen medianen leicht medio-linkslateralen Diskushernie L3/4 ohne
Kontakt zu neuralen Strukturen zu sehen. Noch immer zeigte sich eine kleinvolumige
mediane leicht medio-linkslateral akzentuierte Diskushernie L5/S1. Auch waren
vorbestehende leichtgradige Facettengelenksarthrosen L4/5 und L5/S1 sowie
vorbestehende leichtgradige Chondrosen bzw. Osteochondrosen TH11/TH12, TH12/
L1, L3/L4 und L5/S1 zu sehen (IV-act. 32 S. 2). Am 27. Februar 2014 wurde in der
Radiologie G._, Diagnosezentrum H._, eine periradikuläre Infiltration der
Nervenwurzel L5 links vorgenommen (IV-act. 32 S. 1).
A.g Am 30. Juni 2014 berichteten Oberassistenzarzt Dr. E._ und Oberarzt Dr. med.
I._, Psychiatrie-Zentrum J._, über den Versicherten, welcher am 23. Mai 2014 für
eine Erstkonsultation vorstellig geworden war. Als Diagnosen nannten sie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom, und einen Verdacht auf eine ängstlich-abhängige
Persönlichkeitsstörung. Der Versicherte habe davon berichtet, dass es seit einem
Monat zu einer Zuspitzung der Ein- und Durchschlafstörungen gekommen sei. Seit
Jahren leide er auch an einem gestörten Selbstbild und an der Unfähigkeit, einfachste
Entscheidungen zu treffen. In vielen Bereichen sei er auf den Rat seiner Ehefrau
angewiesen. Sein Alltag sei mit negativen Gedanken geprägt, die ihn in einen Zustand
der Hilflosigkeit und der Hoffnungslosigkeit führten. Passive Todeswünsche seien ihm
bekannt, jedoch könne er sich vor allem wegen seinen Eltern davon distanzieren (IV-
act. 50).
A.h In einer orthopädischen Sprechstunde im Spital C._ vom 1. Juli 2014 berichtete
der Versicherte, er habe seit drei Wochen wieder zunehmende Beschwerden links. Er
habe diese linksseitigen Schmerzen schon anfangs des Jahres einmal verspürt. Nach
der Infiltration der Nervenwurzel L5 links sei er beschwerdefrei gewesen (IV-act. 37
S. 1).
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A.i Am 17. Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an. Er gab Rückenschmerzen und Schmerzen im linken Bein an (IV-act. 31).
A.j Am 22. Juli 2014 wurde aufgrund massiver Schmerzen gluteal links mit
Ausstrahlung in die linke Wade eine CT-gesteuerte Wurzelinfiltration L5 links
durchgeführt (IV-act. 38 S. 8). Allerdings hatte die Infiltration gemäss Dr. med. K._,
Z._ AG, nur mässigen Erfolg (IV-act. 38 S. 1 ff.).
A.k Am 2. September 2014 fand eine Verlaufskontrolle in der Klinik Y._ des Spitals
C._ statt. Die behandelnden Ärzte kamen zum Schluss, dass sicherlich eine
gemischte Schmerzgenese bestehe, wobei aktuell jedoch die Symptomatik im Bereich
der Bursa trochanterica links in der Schmerzsymptomatik führend sei. Aus diesem
Grund werde eine Infiltration der Bursa trochanterica empfohlen. Der Versicherte habe
hierfür bereits einen Termin. Danach sei zur Gangschulung Physiotherapie
durchzuführen (IV-act. 55 f.).
A.l In einem am 9. September 2014 von der IV-Stelle beim Versicherten durchgeführten
Assessmentgespräch gab dieser an, aktuell keine Arbeitsstelle zu haben. Zuletzt habe
er von _ bis _ 2013 als Schreiner-Hilfsarbeiter bei der L._ GmbH gearbeitet. Die
Arbeit sei leicht und wechselbelastend (sitzend, gehend, wenige Gewichte) gewesen
und er habe je nach Arbeitsanfall fünf bis acht Stunden pro Tag gearbeitet. Doch die
Beschwerden hätten immer mehr zugenommen. Die Firma habe ihm dann gekündigt
(IV-act. 48 S. 2). Die L._ GmbH gab gegenüber der IV-Stelle an, dass das
Arbeitsverhältnis wegen der aufgrund von Schwindel und Übergewicht fehlenden
Eignung des Versicherten für Tätigkeiten im Hoch- und Tiefbau bzw. Stahlbau und
wegen der krankheitsbedingten Ausfälle mündlich und einvernehmlich aufgelöst
worden sei (IV-act. 53 S. 1).
A.m Am 6. November 2014 attestierte Dr. K._ dem Versicherten vom 1. November
bis 30. November 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(wechselbelastend), d.h. keine schwer hebenden und länger stehenden Tätigkeiten
unter Einhaltung von regelmässigen Pausen von 15 Minuten nach jeder Stunde bzw.
nach spätestens eineinhalb Stunden (vgl. IV-act. 57).
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A.n In einem Bericht an die IV-Stelle vom 17. November 2014 nannten Dr. E._ und
Oberarzt Dr. med. M._, Psychiatrie-Zentrum J._, folgende Diagnosen:
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige bis schwere Episode mit
somatischem Syndrom, generalisierte Angststörung und abhängige
Persönlichkeitsstörung. Der affektive Rapport sei knapp herstellbar gewesen.
Stimmungsmässig sei der Versicherte niedergeschlagen, bedrückt, traurig und
weinerlich gewesen. Eine testpsychologische Untersuchung habe einen Wert ergeben,
welcher der Diagnose einer abgängigen Persönlichkeitsstörung entspreche. Aufgrund
der Chronifizierung des depressiven Zustandes und der Kürze der Remissionsphase
sei die Prognose ungünstig. Auf längere Zeit sei nicht mit einer Besserung zu rechnen.
Der Versicherte sei für die angestammte Tätigkeit als Fabrikangestellter am Fliessband
im Schichtbetrieb sowie für eine angepasste Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei
durch die Ein- und Durchschlafstörungen, die rasche Ermüdbarkeit, die
Konzentrationsstörungen, die sehr niedrige psycho-physische Stresstoleranz sowie die
reduzierte geistige Flexibilität eingeschränkt (IV-act. 59 S. 1 ff.).
A.o Am 24. Dezember 2014 berichtete Dr. med. N._, Spezialarzt FMH für Chirurgie,
Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, dass der
Versicherte seit Jahren an einem chronisch rezidivierenden lumbovertebralen Syndrom
mit einer radikulären Ausstrahlung bei einer wechselhaften Seitenlokalisation leide. Des
Weiteren sei eine Femurkopfnekrose beidseits aufgetreten. Wegen der
Femurkopfnekrose sei im Dezember 2008 links eine Hüfttotalendprothese durchgeführt
worden. Die bildgebenden Verfahren hätten den Befund einer multisegmentalen
Diskopathie im Bereich der LWS L3-S1 mit Spondylarthrose und Osteochondrose
sowie einer Diskushernie L4/5 sequestriert rechts und einer Diskusprotrusion LWK 3/4
links gezeigt. Seit Jahren werde eine intensive physiotherapeutische Behandlung mit
teilweise temporärem Erfolg durchgeführt. Bei dem Versicherten bestehe eine
verminderte Belastbarkeit des Achsenorgans. Für alle Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von schweren Lasten sowie für wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten und solche
in Zwangshaltung, für langdauerndes reines Stehen insbesondere in vornüber geneigter
Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repetitiven rotierenden Stereotypen der Rumpf-
oder Halswirbelsäule sowie für überwiegend im Überkopfbereich zu verrichtende
Arbeiten sei der Versicherte aufgrund seiner Diagnosen nicht geeignet. Zumutbar
erschienen körperlich leichte Tätigkeiten in Wirbelsäulen-adaptierten
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Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und
Gehen. Insbesondere sei dem Versicherten jedoch kein kurzzeitiges Heben von Lasten
über 5 Kg und kein länger andauerndes Heben von Lasten über 2 Kg zumutbar. In einer
solchen der Behinderung angepassten Tätigkeit wäre der Versicherte aus somatischer
Sicht zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 67 f.).
A.p Am 24. Februar 2015 unterzeichnete der Versicherte eine Vereinbarung mit dem
Ziel einer sozialen Rehabilitation, der Ermittlung der Leistungsfähigkeit im ersten
Arbeitsmarkt und der aktiven Stellensuche mit Coaching (IV-act. 71). Mit einer
Mitteilung vom 18. März 2015 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche zu (IV-act. 73). Gleichentags erteilte sie eine
Kostengutsprache für eine sozialberufliche Rehabilitation vom 2. März bis 31. Mai 2015
bei der Stiftung O._ (IV-act. 74). Der Rehabilitationsaufenthalt musste dann aber
frühzeitig per 30. April 2015 abgebrochen werden (vgl. IV-act. 78 und 80 S. 4 ff.).
Gemäss der Abschlussbeurteilung der Stiftung O._ vom 20. Mai 2015 hatte sich der
Versicherte als gelernter Tischler vorgestellt und das Einsatzprogramm in der
Holzwerkstatt mit leichten Arbeiten in einem Pensum von 50 % begonnen. Leider habe
sich schnell herausgestellt, dass der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen
Situation dieser Anforderung nicht habe gerecht werden können. In der Folge sei er mit
dem Bau von Insektenhotels beauftragt worden, was ihn körperlich weiter hätte
entlasten sollen. Ein Effekt habe nicht mehr festgestellt werden können, da der
Versicherte in der folgenden Zeit krankheitsbedingt abwesend gewesen sei. Mit einer
Mitteilung vom 7. Juli 2015 schloss die IV-Stelle sodann die beruflichen Massnahmen
ab (IV-act. 85).
A.q In einem Bericht an die IV-Stelle vom 7. August 2015 bescheinigte Dr. K._ dem
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens Mai 2015.
Möglicherweise könne je nach Verlauf wieder eine Einsatzfähigkeit für körperlich leichte
Tätigkeiten, allenfalls in einem Teilzeitpensum, erlangt werden (IV-act. 87 S. 1 ff.).
A.r Am 14. Oktober 2015 bezeichnete Dr. E._ den Gesundheitszustand des
Versicherten seit der letzten Beurteilung als stationär. Dem Versicherten sei weder die
bisherige noch eine adaptierte Tätigkeit zumutbar (IV-act. 97).
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A.s Am 27. Januar 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von der Z._
polydisziplinär (orthopädisch, internistisch und psychiatrisch) im Beisein einer
Dolmetscherin begutachtet (vgl. IV-act. 125 S. 1 ff.). Im Rahmen der orthopädischen
Begutachtung wurde auf Zuweisung des Gutachters Dr. med. P._, Spezialarzt
Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, am 29. und 30. März 2016
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in der Orthopädie und
Physiotherapie Q._ durchgeführt (IV-act. 125 S. 59 ff.). Laut dem Abschlussbericht
zur EFL vom 31. März 2016 hatte die standardisierte Bewertung verschiedener
Bereiche ergeben, dass keine Symptomausweitung vorgelegen hätte. Die bisherige
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter sei aus funktioneller Sicht nicht vollumfänglich
zumutbar gewesen. Die Anforderungen seien zu hoch gewesen. Ganztags zu stehen,
zu gehen oder zu sitzen sei dem Versicherten nicht zumutbar (IV-act. 125 S. 61).
Zumutbar sei dem Versicherten aus funktioneller Sicht eine leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit mit einer maximalen Arbeitszeit von sechs Stunden pro
Tag. Bei einer langdauernden Belastung komme es zu einer Zunahme der
Beschwerden und zu Funktionsstörungen. Die maximal zumutbaren Gewichte unter der
Voraussetzung eines ergonomischen Griffs und einer ergonomischen Haltung seien
beim Heben vom Boden 10 Kg, beim Heben bis Kopfhöhe 7.5 Kg, beim horizontalen
Heben 12.5 Kg, beim Tragen vorne 12.5 Kg, beim Tragen in der rechten Hand 10 Kg
und beim Tragen mit der linken Hand 12.5 Kg. Vorwiegend sitzende, vorwiegend
stehende oder vorwiegend gehende Arbeit sei nur manchmal (maximal drei Stunden
am Tag) zumutbar. Vorgeneigte Haltungen, Rotationen im Sitzen und schweres
Stossen seien selten zumutbar. Repetitive Kniebeugungen, Treppensteigen und das
Steigen auf Leitern seien wegen des erheblichen Konditionsmangels ebenfalls selten
zumutbar. Arbeiten über Schulterhöhe, schweres Ziehen, Kriechen und Knien seien
manchmal zumutbar (IV-act. 125 S. 62). Dr. P._ nannte in seinem orthopädischen
Teilgutachten insbesondere gestützt auf eine in der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedzin des KSSG in Auftrag gegebene MRT-Untersuchung vom _ Februar
2016 (vgl. IV-act. 125 S. 2 i.V.m. 8) als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Pseudolumboischialgie rechts bei Diskushernie L3/4 mit
Spondylarthrose und Ausspannung der Nervenwurzel L4 links, eine Diskushernie L4/5
mit Osteochondrose und Spondylarthrose ohne neurale Kompression sowie eine
Diskusprotrusion L5/S1 ohne neurale Kompression. Als Diagnosen ohne Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er unklare Schmerzen im linken oberen Sprunggelenk
bei minimaler Osteophytenbildung am Unterrand des malleolus medialis, einen Status
nach Hüfttotalprothese links, leichte Spreizfüsse sowie die Adipositas (IV-act. 125 S. 8).
Er gelangte zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiter (eine leichte, jedoch primär sitzende, aber auch stehende und
gehende Tätigkeit) seit Mai 2008 75 % bei voller Stundenpräsenz betrage. Körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise
sitzend und stehend oder gehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte
Körperhaltungen, bei denen keine Gegenstände regelmässig vom Boden über 10 Kg,
horizontal über 12.5 Kg, vorne über 12.5 Kg, in der rechten Hand über 10 Kg und in der
linken Hand über 12.5 Kg gehoben werden müssten, könnten seit Mai 2008 bei voller
Stundenpräsenz zu 100 % zugemutet werden (IV-act. 125 S. 21). Dr. med. R._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem psychiatrischen
Teilgutachten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom, bestehend seit etwa Januar 2014 und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen
Persönlichkeitszügen (IV-act. 125 S. 35). Aus rein psychiatrischer Sicht, ohne
Berücksichtigung der körperlich begründbaren Beschwerden, könne in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter aufgrund der mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom bei der zugrundeliegenden
kombinierten Persönlichkeitsstörung eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei einem vollen
Stundenpensum seit Januar 2014 angenommen werden. Der Zeitraum davor könne
aufgrund ungenauer anamnestischer Angaben mit unpräzisen
Beschwerdeschilderungen sowie fehlender psychiatrischer Arztberichte retrospektiv
nicht eindeutig eingeschätzt werden. Aufgrund der rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bei
zugrundeliegender kombinierter Persönlichkeitsstörung, erschienen die emotionale
Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation und
die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt. In einer leidensadaptierten Tätigkeit könne aus
psychiatrischer Sicht eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum seit
etwa Januar 2014 angenommen werden. Für den Zeitraum davor könne retrospektiv
keine Einschätzung vorgenommen werden. Bei einer adaptierten Arbeit sollte es sich
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um Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck
(Stressbelastung), ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln (IV-act. 125
S. 41 ff.). Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht anzunehmen und an
psychosozialen Faktoren liessen sich vor allem die Arbeitslosigkeit, die finanziellen
Belastungen bei einem fehlenden Einkommen und die mangelnde Beherrschung der
deutschen Sprache erheben (IV-act. 125 S. 44). Die Prognose sei nur begrenzt günstig.
Der Versicherte bedürfe der Fortsetzung der regelmässigen psychiatrischen und
psychotherapeutischen Behandlung kombiniert mit antidepressiver Medikation (z.B.
Trittico), worunter eine Besserung der Schlafstörungen und der depressiven
Symptomatik innerhalb eines Jahres zu erwarten wäre, verbunden mit einer
Leistungssteigerung mit einer etwa 70%igen Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
und einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (IV-act. 125 S. 43).
Dr. med. S._ konnte in seiner internistischen Untersuchung keine Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben. Aus internistischer Sicht liege seit jeher
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 125 S. 46 f.). In ihrer
konsensualen Beurteilung vom 4. April 2016 (vgl. IV-act. 125 S. 2) bzw. in ihrem
Gutachten vom 14. April 2016 (vgl. IV-act. 125 S. 1) kamen die drei Gutachter zum
Schluss, dass der Versicherte aufgrund der somatischen Diagnosen in der bisherigen
Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter bei voller Stundenpräsenz zu 25 % und aufgrund
der psychiatrischen Diagnosen seit Januar 2014 zu 50 % arbeitsunfähig sei. Körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise
sitzend und stehend oder gehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte oder rotierte
Körperhaltungen, bei denen keine Gegenstände über 10 Kg regelmässig vom Boden
respektive horizontal über 12.5 Kg gehoben werden müssten, bei denen keine
Gegenstände vorne über 12.5 Kg, in der rechten Hand über 10 Kg und in der linken
Hand über 12.5 Kg getragen werden müssten, könnten seit Mai 2008 bei voller
Stundenpräsenz zu 100 % zugemutet werden. Seit Januar 2014 sollte es sich
zusätzlich um Tätigkeiten ohne eine erhöhte emotionale Belastung, ohne eine
Stressbelastung, ohne eine besondere geistige Flexibilität, ohne vermehrte
Kundenkontakte und ohne eine überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln. Die
Arbeitsfähigkeit bestehe seit diesem Zeitpunkt für leidensadaptierte Tätigkeiten bei
voller Stundenpräsenz zu 60 % (IV-act. 125 S. 52).
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A.t Am 30. Mai 2016 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass Dr. K._ für ihn
wegen starker Schmerzen in beiden Beinen auf den 6. Juni 2016 einen Termin im
KSSG vereinbart habe. Er möchte sich erkundigen, ob er sich noch beim Spezialarzt
der orthopädischen Chirurgie melden müsse, weil er seit den Übungen vom 29. und 30.
März 2016, die seiner Meinung nach viel zu schwer für ihn gewesen seien, sehr starke
Schmerzen verspüre. Er habe seither von Dr. K._ schon zwei Spritzen und zusätzlich
Schmerztabletten erhalten (IV-act. 130).
A.u Mit einem Vorbescheid vom 14. Juni 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen. Gemäss dem Z._-
Gutachten vom 14. April 2016 sei er aus somatischer Sicht in einer angepassten
Tätigkeit voll arbeitsfähig. Psychiatrischerseits seien eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, und eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen
Persönlichkeitszügen diagnostiziert worden. Die Arbeitsfähigkeit sei
psychiatrischerseits auf 60 % in einer leidensangepassten Tätigkeit geschätzt worden.
Der Arzt sei nach der Rechtsprechung zwar für die Beschreibung des
Gesundheitszustandes und für die Diagnosestellung zuständig. Deren juristische
Bewertung hingegen obliege dem Rechtsanwender. Die Diagnose einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung sei aus Sicht des Rechtsanwenders nicht lege artis gestellt
worden, da die diesbezüglichen gutachterlichen Ausführungen keine nachvollziehbare,
sich an den massgeblichen diagnostischen Kriterien orientierende Begründung
darstellten. Hinsichtlich der Persönlichkeit sei somit keine anspruchsrelevante
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit dargetan. Was die rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom,
anbelange, sei zu berücksichtigen, dass rechtsprechungsgemäss leichte bis höchstens
mittelschwere depressive Störungen einzig dann als invalidisierende Krankheiten in
Betracht fielen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Dem
psychiatrischen Teilgutachten sei zu entnehmen, dass die seit 2011 durchgeführte
Behandlung bei Dr. E._ nur begrenzt günstig sei. Der Versicherte bedürfe der
Fortsetzung der regelmässigen psychischen und psychotherapeutischen Behandlung
kombiniert mit einer antidepressiven Medikation, wodurch eine Besserung der
Schlafstörungen und der depressiven Verstimmung innerhalb eines Jahres verbunden
mit einer Leistungssteigerung auf eine etwa 70%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
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ausgeübten und auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu erwarten
sei. Auch wenn der psychiatrische Gutachter die begonnene Therapie grundsätzlich als
geeignet angesehen habe, habe er dennoch hinsichtlich der Medikation
Verbesserungspotential ausgemacht, weshalb nicht von einer
invalidenversicherungsrechtlich erstellten Therapieresistenz gesprochen werden könne.
Invalidenversicherungsrechtlich sei somit von einer vollen Arbeitsfähigkeit des
Versicherten auszugehen. Die abweichende Beurteilung vom an sich beweiskräftigen
Gutachten sei die Folge davon, dass die normativen Rahmenbedingungen die
Annahme einer rentenauslösenden Gesundheitsschädigung vorliegend nicht zuliessen.
Bei einem Invaliditätsgrad von 0 % bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 136 S. 1 ff.).
In einem gleichentags von der Klinik X._ des KSSG erstellten Bericht hielten die
behandelnden Ärzte fest, dass ein MRT der Lendenwirbelsäule vom _ Februar 2016
einen Bandscheibenprolaps LW4/5 medio-bi-lateral rechts etwas mehr als links gezeigt
habe. Aufgrund der beidseitig auftretenden Schmerzen würden sie eine beidseitige
Nervenwurzelinfiltration L5 empfehlen (IV-act. 153). Am 26. Juni 2016 liess der
Versicherte der IV-Stelle weitere Arztzeugnisse von Dr. K._ und Dr. E._ zukommen,
welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigten. Überdies liess er der IV-Stelle
ein Aufgebot der Klinik X._ des KSSG für eine Infiltration zukommen (IV-act. 137 ff.).
A.v Am 21. Juli 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch seine Tochter T._ gegen
den Vorbescheid einen Einwand. Darin machte er geltend, dass er am 29. und 30. März
2016 an einer ambulanten Untersuchung der arbeitsbezogenen körperlichen
Leistungsfähigkeit teilgenommen habe. Nach einigen Übungen habe er starke
Schmerzen verspürt und er habe ständig Pausen einlegen müsse. Er habe sich sehr
bemüht, die Tests sauber durchzuführen, jedoch seien einige Übungen viel zu schwer
für ihn gewesen. Er habe nach dem Belastungstest sehr starke, nicht auszuhaltende
Schmerzen verspürt, sodass er am nächsten Tag sofort Dr. K._ habe aufsuchen
müssen, welcher ihm eine Spritze gegeben habe. Nach 10 Tagen und im Mai 2016
habe er nochmals eine Spritze erhalten und er habe zusätzlich Schmerzmittel nehmen
müssen. Da keine Besserung eingetreten sei, habe Dr. K._ ihn im KSSG angemeldet,
in welchem eine beidseitige Nervenwurzelinfiltration L5 durchgeführt worden sei. Er
habe oftmals nicht auf die Toilette gehen können. Grosse Probleme habe er auch beim
Essen gehabt. Langes Sitzen habe er nicht ausgehalten. Seine Knie würden momentan
immer wieder zusammenzucken, was zu einem Sturz führen könne. Daher habe er
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Angst, zu gehen oder zu stehen. Er sei von dem Vorbescheid sehr enttäuscht, da die
IV-Stelle genau wisse, wie er sich fühle und wie sehr er unter den Schmerzen leide. Er
sei vergesslich geworden und es falle ihm schwer, sich zu konzentrieren. Die negativen
Gedanken liessen ihn nicht los. Er habe schlaflose Nächte und Albträume. Sinngemäss
beantragte er die nochmalige Überprüfung seines Anspruchs. Er sei der Meinung, dass
er dies verdient habe, da er sich viel Mühe gegeben habe, eine Arbeit zu finden. Die
ehemalige Arbeitgeberin habe ihn darauf hingewiesen, dass er seinen
Gesundheitszustand und seine Schmerzen nicht angegeben habe, weshalb er diese
Umstände bei späteren Bewerbungen genannt habe. Bei einem Unternehmen habe er
sogar die Chance erhalten, Probe zu arbeiten, jedoch hätten sie ihm kurz davor
abgesagt, da sie an seinem gesundheitlichen Zustand gezweifelt hätten (IV-act. 145).
A.w Mit einer Verfügung vom 17. Oktober 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
im Wesentlichen mit der gleichen Begründung wie im Vorbescheid bei einem
Invaliditätsgrad von 0 % ab. Zum vom Versicherten eingereichten Einwand merkte sie
an, dass die nach Eingang des Z._-Gutachtens eingereichten Unterlagen keine neuen
relevanten medizinischen Erkenntnisse gebracht hätten (IV-act. 155).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
durch seinen Rechtsanwalt am 17. November 2016 Beschwerde erheben. Darin
beantragte er die Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 17. Oktober 2016 und die Zusprache mindestens einer
Viertelsrente ab dem Zeitpunkt der Neuanmeldung. Eventualiter sei ein aktuelles
bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie/Psychiatrie) unter Beizug eines Dolmetschers zu
erstellen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.c Nachdem der Beschwerdeführer auf die Erstattung einer Replik verzichtet hatte
(vgl. act. G 5 und 6), reichte er am 29. März 2017 eine nachträgliche Eingabe ein, in
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welcher er zu den aus seiner Sicht bestehenden somatischen und psychischen
Einschränkungen Stellung nahm (act. G 7). Auch legte er einen Bericht von Dr. N._
vom 26. Januar 2017 bei, in welchem dieser davon ausgegangen war, dass dem
Versicherten zurzeit und bis auf weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden könne (vgl.
act. G 7.1). Des Weiteren reichte er einen Bericht von Dr. E._ vom 21. März 2017 ein,
in welchem dieser sein therapeutisches Vorgehen erklärt hatte. Dr. E._ hatte weiter
angemerkt, die vom Gutachter Dr. R._ vorgeschlagene Medikation sei ausprobiert
worden und habe einen günstigen Effekt auf die Schlafproblematik gehabt. Aufgrund
der bisherigen Beobachtung und des Behandlungsverlaufs sei wegen der Besserung
der Schlafproblematik, jedoch einer gleichzeitigen Chronifizierung der Depressivität
und phasenweisen Antriebsstörungen eine ideal angepasste Tätigkeit nur zu 50 %
zumutbar. Als ideal adaptiert sei eine leichte handwerkliche Arbeit ohne Kontakt mit
scharfen Gegenständen, ohne Akkordarbeit, ohne Fliessbandarbeit und ohne
Schichtarbeit zu verstehen. Äussere Reize wie starker Lärm, grelles Licht und Staub
seien zu vermeiden (act. G 7.2).
B.d In einer weiteren Eingabe vom 9. Oktober 2017 erwähnte der Beschwerdeführer,
dass er am 25. Juni 2017 einen Fahrradunfall erlitten habe. Dabei habe er sich eine
Schulterkontusion rechts mit Verletzung der Rotatorenmanschette zugezogen. Da sich
dieses Ereignis nach dem Verfügungszeitpunkt ereignet habe, sei auch eine neue IV-
Anmeldung eingereicht worden (act. G 9). Der Beschwerdeführer legte auch einen
weiteren Arztbericht von Dr. N._ vom 6. Oktober 2017 bei (act. G 9.1).
B.e Am 24. Januar 2018 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. N._
vom 22. Januar 2018 ein (act. G 11 und 11.1).

Considerations:
Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
2.
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2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gestützt auf Art. 54 des Gerichtsgesetzes des Kantons St. Gallen
(GerG, sGS 941.1) entspricht es der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen, dass Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf
dieses Jahres weiterhin zu mindestens 40 % arbeitsunfähig sind, grundsätzlich
Anspruch auf eine Rente haben, obwohl zumutbare Eingliederungsmassnahmen,
welche ihre Arbeitsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, nicht abgeschlossen sind.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Im
Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können (BGE
115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
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stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs
vorwiegend auf das von ihr in Auftrag gegebene orthopädische, internistische und
psychiatrische MEDAS-Gutachten (vgl. act. G 1.1.2 und 4).
3.1 Das orthopädische Teilgutachten ist zumindest aus Sicht eines medizinischen Laien
nicht vollumfänglich schlüssig. Einerseits weichen die von Dr. P._ gestützt auf das
von ihm in Auftrag gegebene MRT der Lendenwirbelsäule vom _ Februar 2016
erhobenen Diagnosen teilweise von früheren MRT-Befunden ab. Dr. P._ erwähnt eine
Diskushernie L4/5 ohne neurale Kompression (vgl. IV-act. 125 S. 8). Demgegenüber hat
sowohl das MRT vom 23. August 2012 (vgl. IV-act. 32 S. 7) als auch dasjenige vom
20. Februar 2014 (vgl. IV-act. 32 S. 2) eine Diskushernie L4/5 mit Dorsalverlagerung der
Nervenwurzel L5 rechts gezeigt. Im MRT vom 23. August 2012 ist auch eine
Kompression dieser Nervenwurzel sichtbar gewesen (vgl. IV-act. 32 S. 7). Zudem ist im
MRT vom 20. Februar 2014 ein Kontakt der Diskushernie L4/5 zur Nervenwurzel L5
links mit möglicher Irritation dieser Nervenwurzel festgestellt worden (vgl. IV-act. 32 S.
2). Schliesslich haben die behandelnden Ärzte der Klinik X._ des KSSG auf einem
MRT vom _ Februar 2016 einen Bandscheibenprolabs LW4/5 medio-bi-lateral rechts
etwas mehr als links festgestellt und am 14. Juni 2016 dem Versicherten aufgrund
beidseitiger Schmerzen eine Nervenwurzelinfiltration L5 beidseits empfohlen (vgl. IV-
act. 153). Insofern ist zumindest für einen medizinischen Laien nicht nachvollziehbar,
wie Dr. P._ darauf kommt, dass die Diskushernie L4/5 keine neurale Kompression
aufweise. Fraglich ist demnach auch die von Dr. P._ erwähnte Diagnose der
Pseudolumboischialgie rechts und seine Beurteilung, dass die in das rechte obere
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Sprunggelenk ausstrahlenden Schmerzen nicht erklärt werden könnten, nachdem
radiologisch die Nervenwurzel L4 links betroffen sei (vgl. IV-act. 125 S. 20). Aus den
oben erwähnten MRT-Befunden geht nämlich hervor, dass auch die rechte
Nervenwurzel L5 betroffen ist. Neben den Unklarheiten in den lumbalen Diagnosen
erscheinen die von Dr. P._ erwähnten Diagnosen aber auch nicht vollständig zu sein.
Die im vertebrospinalen lumbalen MRT vom 20. Februar 2014 sichtbaren Chondrosen
bzw. Osteochondrosen TH11/TH12 und TH12/L1 sind bei den im Gutachten gestellten
Diagnosen unerwähnt geblieben (vgl. IV-act. 32 S. 2 i.V.m. 125 S. 8). In den
gutachterlichen Diagnosen unerwähnt geblieben ist auch die fortschreitende
Femurkopfnekrose rechts, aufgrund welcher sogar schon über eine Hüfttotalprothese
rechts nachgedacht worden ist (vgl. IV-act. 32 S. 3 ff. i.V.m. 125 S. 8). Auffallend ist
schliesslich, dass Dr. P._ zwar eine EFL in Auftrag gegeben und bei der
Umschreibung des Leistungsprofils zu weiten Teilen auf deren Ergebnisse abgestellt
hat, die in der EFL enthaltene Schätzung bezüglich der maximal zulässigen Arbeitszeit
von täglich sechs Stunden jedoch unbeachtet gelassen hat (vgl. IV-act. 125 S. 12 i.V.m.
S. 21). Nicht schlüssig ist auch, dass Dr. P._ in seiner Beurteilung der Beschwerden
und Befunde davon gesprochen hat, dass die EFL die Notwendigkeit vermehrter
Pausen ergeben habe, diesen Pausenbedarf bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeiten
jedoch unberücksichtigt gelassen hat (vgl. IV-act. 125 S. 20 f.). Dr. P._ scheint die
Ergebnisse der EFL somit nicht als vollumfänglich plausibel erachtet zu haben.
Allerdings hat er keine Erklärung dafür geliefert, weshalb er die Ergebnisse der EFL
nicht vollständig übernommen hat. Wenn die EFL nicht die gewünschte Qualität
aufgewiesen hat, wäre Dr. P._ gehalten gewesen, eine neue EFL oder eine
Ergänzung der bereits durchgeführten EFL in Auftrag zu geben. Sollte die dem
Gutachten zu Grunde liegende EFL nicht die gewünschte Qualität aufweisen, würde
dies auch die Qualität des orthopädischen Gutachtens, welches zu einem grossen Teil
auf der EFL zu fussen scheint, in Frage stellen. Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass das orthopädische Gutachten aus Sicht eines medizinischen Laien als teilweise
unvollständig und insgesamt als nicht ausreichend schlüssig erscheint, sodass die
entsprechende Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht als überwiegend wahrscheinlich
betrachtet werden kann, weshalb die Einholung eines neuen orthopädischen
Gutachtens angezeigt ist.
3.2
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3.2.1 Im psychiatrischen Teilgutachten hat Dr. R._ festgehalten, dass die Prognose
beim Beschwerdeführer nur begrenzt günstig sei. Der Beschwerdeführer bedürfe der
Fortsetzung der regelmässigen psychiatrischen und psychotherapeutischen
Behandlung kombiniert mit einer antidepressiven Medikation. Diese könne noch mit
einer schlafverbessernden, antidepressiven Medikation (abends z.B. Trittico)
intensiviert werden, worunter eine Besserung der Schlafstörungen und der depressiven
Verstimmung innerhalb eines Jahres zu erwarten wäre. Damit einhergehend sei mit
einer Leistungssteigerung auf eine etwa 70%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten und auf eine etwa 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
zu rechnen (vgl. IV-act. 125 S. 43). Gestützt auf diese gutachterlichen Ausführungen ist
die Beschwerdegegnerin zum Schluss gekommen, dass die bisherige Medikation noch
nicht optimal gewesen sei, sodass diesbezüglich ein Verbesserungspotential bestehe,
weshalb sie das depressive Leiden als nicht therapieresistent eingestuft und einen
Rentenanspruch abgelehnt hat (vgl. act. G 1.1.2 S. 3). Die von der Beschwerdegegnerin
angeführte Rechtsprechung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen
Bedeutung von leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen ist jedoch vom
Bundesgericht in BGE 143 V 409 aufgegeben worden. Das Bundesgericht hat in
diesem Urteil darauf hingewiesen, dass die Frage, ob bei Erkrankungen aus dem
depressiven Formenkreis eine invalidenversicherungsrechtliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit resultiere, ebenso wenig wie bei somatoformen Störungen allein mit
Bezug auf das Kriterium der Behandelbarkeit beantwortet werden könne (vgl. BGE 143
V 414 E. 4.4). Vielmehr sei auch bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen,
wie bei jeder geltend gemachten gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit im
Einzelfall danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit invaliditätsbedingt auswirke.
Auch Leiden aus dem depressiven Formenkreis seien grundsätzlich einem
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. BGE 143 V
416 E. 4.5.2). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 1.1.2)
schliesst ein vorhandenes Verbesserungspotential in der medizinischen Behandlung
somit nicht aus, dass nach Ablauf des Wartejahrs ein Rentenanspruch entstehen kann
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2014, 9C_395/2014,
E. 4.5; vgl. ferner E. 2.1). Die Beschwerdegegnerin hat einen Einfluss der von Dr. R._
diagnostizierten depressiven Störung auf die Arbeitsfähigkeit somit in einer
unzulässigen Weise verneint.
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3.2.2 Weiter hat die Beschwerdegegnerin die von Dr. R._ gestellte Diagnose der
Persönlichkeitsstörung als nicht überzeugend eingestuft und dann sogar deren
Vorliegen verneint (vgl. act. G 1.1.2 und 4). Zwar kann das Gericht die von der
Beschwerdegegnerin (aus medizinisch-laienhafter Sicht) geäusserten Zweifel am
Vorliegen der Diagnose der Persönlichkeitsstörung nachvollziehen, weshalb das
Vorliegen dieser Diagnose gestützt auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen als
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt zu betrachten ist. Umgekehrt kann
aus den von der Beschwerdegegnerin geäusserten Zweifel nicht automatisch
geschlossen werden, die Diagnose der Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Vielmehr
ist die Frage, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliegt und welche funktionelle
Auswirkungen eine solche mit sich bringt, durch eine neue psychiatrische
Begutachtung abzuklären. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes obliegt nämlich
den medizinischen Fachpersonen und nicht dem rechtsanwendenden
Sozialversicherungsträger (vgl. BGE 125 V 261 E. 4). Die Beschwerdegegnerin hat
dadurch, dass sie ein medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben hat, zum Ausdruck
gebracht, dass sie auf den Sachverstand medizinischer Fachleute angewiesen ist. Da
die Beschwerdegegnerin Zweifel an den im Gutachten gestellten Diagnosen und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung gehegt hat, wäre sie im Rahmen der sie treffenden
Untersuchungspflicht gehalten gewesen, weitere Abklärungen vorzunehmen. Indem sie
dies unterlassen hat und stattdessen die Diagnose der Persönlichkeitsstörung gestützt
auf eine eigene Interpretation in einer unzulässigen Weise verneint hat, hat sie die
angefochtene Verfügung in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1
ATSG) erlassen. Daher ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur
Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens und zur neuen Verfügung
zurückzuweisen. Die neue Begutachtung wird sich natürlich nicht auf die Beurteilung,
ob eine Persönlichkeitsstörung vorliegt, beschränken können, sondern den
psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als Ganzes beurteilen
müssen. Anzumerken ist, dass eine erneute Beauftragung von Dr. R._ die Gefahr
beinhalten würde, dass dieser seine Einschätzung im bisherigen Gutachten bestätigen
würde. Aus diesem Grund bzw. um nicht den Anschein der Befangenheit zu erwecken,
ist das psychiatrische Gutachten bei einem anderen Sachverständigen in Auftrag zu
geben. Im neu aufzunehmenden Verwaltungsverfahren wird die Beschwerdegegnerin
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überdies die neue bundesgerichtliche Rechtsprechung hinsichtlich der depressiven
Leiden zu beachten haben (vgl. E. 3.2.1).
3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung als
rechtswidrig aufzuheben und an die Beschwerdegegnerin zur Weiterführung des
Verwaltungsverfahrens bzw. zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen
zurückzuweisen ist.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
17. Oktober 2016 aufzuheben und die Sache zur Weiterführung des
Verwaltungsverfahrens, zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur anschliessenden
neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens als
volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt
das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
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anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen
Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen.
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Das Honorar von Dr. N._ für die
Erstellung des ärztlichen Berichts vom 22. Januar 2018 (vgl. act. G 11.1) ist nicht zu
entschädigen, da dieser Bericht die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
nach einem Fahrradsturz, welcher sich nach Erlass der angefochtenen Verfügung
ereignet hat, beleuchtet und somit für das vorliegende Beschwerdeverfahren
offensichtlich keine neuen entscheidwesentlichen Erkenntnisse bringt.