Decision ID: 52b3c807-b8fb-489a-a229-6df41e00a273
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1987 geborene Beschwerdeführer war bei der B., Z., als Betriebsmit-
arbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin
obligatorisch gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten versichert. Am 17. Oktober 2011 meldete er der Be-
schwerdegegnerin einen Rückfall respektive Spätfolgen ein Ereignis vom
11. September 2008 betreffend, bei welchem er beim Treppensteigen aus-
gerutscht sei und sich das linke Knie verdreht habe. Die Beschwerdegeg-
nerin anerkannte ihre Leistungspflicht und richtete in der Folge die gesetz-
lichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) aus. Am 27. April 2018
meldete der Beschwerdeführer neuerlich einen Rückfall zum Ereignis vom
11. September 2008. Die Beschwerdegegnerin anerkannte abermals ihre
Leistungspflicht und richtete in der Folge die gesetzlichen Leistungen aus.
Nach weiteren sachverhaltlichen Abklärungen stellte sie die vorübergehen-
den Leistungen mit Mitteilung vom 26. Mai 2021 per 1. Juli 2021 ein. Mit
Verfügung vom 16. August 2021 verneinte sie ferner einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und sprach ihm bei einer Integ-
ritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung von total
Fr. 18'900.00 zu. Die dagegen am 6. September 2021 erhobene Einspra-
che wies sie mit Einspracheentscheid vom 26. November 2021 ab.
2.
2.1.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 14. Januar 2022
fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge:
"1. Der Einspracheentscheid vom 26.11.2021 sei aufzuheben, und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu , namentlich die Übernahme der Heilbehandlungskosten, die  von UVG-Taggeldern über den 30.06.2021 bzw. einer  wie einer Integritätsentschädigung.
2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26.11.2021 aufzuheben und zur Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin ein gerichtliches Gutachten zur Frage der  einzuholen, und es sei nach Vorliegen dieses Gutachtens neu über den Leistungsanspruch gemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens zu .
3. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin  und diese zu verpflichten, ein gerichtliches Gutachten zur Frage der Arbeitsunfähigkeit einzuholen, und es sei nach Vorliegen dieses  neu über den Leistungsanspruch gemäss Ziff. 1 des  zu entscheiden.
- 3 -
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der ."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 17. Februar 2022 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Considerations:
Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 26. No-
vember 2021 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 438; vgl. auch die Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 16. August 2021 in VB 419 sowie deren Mit-
teilung vom 26. Mai 2021 in VB 360) im Wesentlichen gestützt auf ein von
der IV-Stelle des Kantons Aargau eingeholtes orthopädisch-psychiatri-
sches Gutachten der medexperts AG, St. Gallen, vom 30. März 2021
(VB 391), eine Aktenbeurteilung ihres Kreisarztes Dr. med. C., Facharzt für
Allgemeinmedizin (A), vom 25. Mai 2021 (VB 358 f.) sowie dessen Bericht
vom 20. Juli 2021 über eine kreisärztliche Untersuchung vom 14. Juli 2021
(VB 405) davon aus, der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätig-
keit voll arbeitsfähig. Bei einem Invaliditätsgrad von 8 % habe er daher kei-
nen Anspruch auf eine Invalidenrente. Bei einer Integritätseinbusse von
15 % habe er jedoch Anspruch auf eine Integritätsentschädigung total
Fr. 18'900.00.
1.2.
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber zusammengefasst vor, auf
die Beurteilungen von Dr. med. C. könne nicht abgestellt werden. Entgegen
dessen Ansicht sei von weiteren Heilbehandlungen nach wie vor eine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten. Der Fallab-
schluss sei daher verfrüht erfolgt. Ferner habe die Beschwerdegegnerin bei
der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Rahmen des Einkommensver-
gleichs das Invalideneinkommen unzutreffend festgesetzt.
1.3.
Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
mit Einspracheentscheid vom 26. November 2021 zu Recht den Fallab-
schluss per 1. Juli 2021 vorgenommen, einen Invalidenrentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint und diesem ferner eine auf einer Integritäts-
einbusse von 15 % basierende Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.00
zugesprochen hat.
- 4 -
2.
2.1.
Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des
UVG bzw. der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfallverhütung in
Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung
vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereignet haben, nach
bisherigem Recht gewährt. Der vorliegend streitige Leistungsanspruch be-
trifft einen Vorfall, der sich am 11. September 2008 ereignete, weshalb das
bis 31. Dezember 2016 in Kraft gewesene Unfallversicherungsrecht zur An-
wendung gelangt.
2.2.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit
das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-
len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die
versicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Un-
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie
infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18
Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Erleidet sie durch den Unfall
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritäts-
entschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.3.
2.3.1.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden
(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-
getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich,
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-
rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch
BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406).
2.3.2.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt neben dem natürlichen
Kausalzusammenhang voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem
- 5 -
eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache ei-
nes Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er-
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfol-
ges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2 S. 181; 129 V 402 E. 2.2 S. 405; 125 V 456 E. 5a S. 461 f.).
2.3.3.
Nach konstanter Rechtsprechung hat der Versicherer – sofern wie hier
keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (mehr)
durchgeführt werden – die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung
und Taggeld) nur solange zu gewähren, wie von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 114 mit Hinweisen). Was unter
einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass
die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen
Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der
zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit,
soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Ver-
wendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch
weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss.
Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3
S. 115 mit Hinweisen).
2.4.
2.4.1.
Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist die
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-
gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-
tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). Ferner hat
der Arzt die Schätzung des Integritätsschadens vorzunehmen (PHILIPP
PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach
dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-
gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 2009 S. 344). Die
Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem
medizinischen Befund. Bei gleichem Befund ist der Integritätsschaden für
- 6 -
alle Versicherten gleich. Er wird abstrakt und egalitär bemessen (RUMO-
JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-
rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012,
S. 166 mit Hinweisen).
2.4.2.
Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG)
haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-
geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-
deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-
den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1
S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a
S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung
mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in
Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352).
2.4.3.
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-
ten Gutachten externer Spezialärzte darf Beweiswert zuerkannt werden,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020
E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Den Gutachten
kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversicherung
überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, ATSG-Kommentar zum Bundes-
gesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105).
- 7 -
2.4.4.
Die Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizini-
scher Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt. Diesen kommt praxisge-
mäss jedoch nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem
im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag ge-
gebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. und 122 V 157
E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-
ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee
S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135
V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).
3.
3.1.
3.1.1.
Aus den Akten ergibt sich zusammengefasst folgender massgebender
Sachverhalt: Am 17. Oktober 2011 meldete der Beschwerdeführer der Be-
schwerdegegnerin einen Rückfall respektive Spätfolgen ein (damals nicht
gemeldetes) Ereignis vom 11. September 2008 betreffend, bei welchem er
beim Treppensteigen ausgerutscht sei und sich das linke Knie verdreht
habe (VB 4). Es sind keine echtzeitlichen ärztlichen Berichte vorhanden.
Dem Bericht von Dr. med. D., Facharzt für Radiologie, Röntgeninstitut E.,
vom 14. Oktober 2011 über eine MRI-Untersuchung des linken Knies vom
12. Oktober 2011 sind die Diagnosen einer alten Ruptur des vorderen
Kreuzbandes sowie eines Risses des lateralen Meniskus zu entnehmen
(VB 3). Es erfolgte eine physiotherapeutische Behandlung (VB 23 und
VB 24, S. 2). Eine geplante Operation wurde vom Beschwerdeführer abge-
sagt (VB 18).
3.1.2.
Am 27. April 2018 meldete der Beschwerdeführer neuerlich einen Rückfall
das Ereignis vom 11. September 2008 betreffend (VB 30). Im Bericht von
Dr. med. F., Facharzt für Radiologie, Klinik G., vom 12. März 2018 über
eine MRI-Untersuchung des linken Knies gleichen Datums wurden der be-
reits von Dr. med. D. festgestellte Status nach Ruptur des vorderen Kreuz-
bandes bestätigt sowie eine mediale und laterale Meniskusläsion beschrie-
ben (VB 36). Am 26. April 2018 wurden eine arthroskopische Kreuzbandre-
konstruktion sowie eine mediale Teilmeniskektomie vorgenommen (vgl.
den Bericht von Dr. med. H., Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, I., vom 7. März 2018 in VB 43,
sowie dessen undatierter Operationsbericht in VB 45). Am 25. September
2018 berichtete Dr. med. J., Facharzt für Radiologie, Klinik G., nach einer
- 8 -
wegen persistierender Schmerzen durchgeführten weiteren MRI-Untersu-
chung gleichen Datums von einer möglichen Nahtinsuffizienz und einem
erneuten Einriss im posterioren Horn des medialen Meniskus (VB 82), wes-
halb am 18. März 2019 ein weiterer operativer Eingriff (vgl. den undatierten
Operationsbericht von Dr. med. H. in VB 101) und in der Folge vom 13. Au-
gust bis 9. September 2019 eine ambulante "Tagesrehabilitation" in der Kli-
nik K. durchgeführt wurden (vgl. den entsprechenden Austrittsbericht vom
10. September 2019 in VB 159). Nach einer neuerlichen MRI-Untersu-
chung des linken Knies vom 22. August 2019 (vgl. den Bericht von Dr. med.
L., Facharzt für Radiologie, Klinik G., vom 22. August 2019 in VB 150)
wurde am 14. Februar 2020 eine weitere Kniearthroskopie mit lateraler
Teilmeniskektomie links durchgeführt (vgl. den Sprechstundenbericht von
Dr. med. H. vom 4. November 2019 in VB 179 sowie dessen undatierter
Operationsbericht in VB 199). Es stellte sich in der Folge – trotz Physiothe-
rapie und Kortisoninfiltration – keine Beschwerderemission ein (vgl. die Be-
richte von Dr. med. H. vom 1. und 8. April 2020 in VB 207 und VB 211, S. 2,
vom 25. Mai 2020 in VB 234 sowie die Angaben des Beschwerdeführers
vom 24. April 2020 in VB 213). Dr. med. M., Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Y., stellte in sei-
nem Bericht vom 9. September 2020 aufgrund der Befunde seiner glei-
chentags durchgeführten Untersuchung und unter Berücksichtigung der Er-
gebnisse einer neuerlichen MRI-Untersuchung des linken Knies vom
29. Juli 2020 (vgl. den Bericht gleichen Datums von Dr. med. N., Fachärztin
für Radiologie, Klinik G., in VB 264) im Wesentlichen einen neuen trochle-
ären Knorpelschaden fest (VB 280), weshalb am 23. November 2020 eine
weitere Kniearthroskopie mit Entfernung freier Gelenkkörper, intercondylä-
rer Plica-Resektion, Innenmeniskusnaht nach Anfrischung sowie Nanofrak-
turierung des trochleären Knorpelschadens erfolgte (vgl. den Operations-
bericht gleichen Datums von Dr. med. M. in VB 321, S. 2 f.). Es konnte in
der Folge – trotz weiterer Infiltrationen – keine Beschwerdefreiheit erreicht
werden (vgl. die Berichte von Dr. med. M. vom 2. Juni und vom 1. Juli 2021
in VB 381, S. 2 f., und VB 394, S. 2 f.).
3.2.
In den Akten liegt ferner ein von der IV-Stelle des Kantons Aargau einge-
holtes bidisziplinäres Gutachten der medexperts vom 30. März 2021
(VB 391). Dieses vereint eine orthopädische Beurteilung durch Dr. med. O.,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, und eine psychiatrische Beurteilung durch Dr. med. P., Fach-
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Es wurden folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (vgl. VB 391, S. 4):
- Schmerzen, Bewegungseinschränkung, Muskelatrophie Oberschenkel links bei St.n. vorderer Kreuzbandplastik, nach mehrmaligen  mit lateraler und medialer Meniskusnaht (ICD-10: M23.20, M23.82)
- Knorpelläsion femoropatellär Knie links (ICD-10: M24.19)
- 9 -
- AC-Arthose links (ICD-10: M19.01) - Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10: F45.41) - Reaktive mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber eine flachbogige
Diskushernie LWK4/5 mit Anulus fibrosus-Riss (ICD-10 M51.2; vgl. wiede-
rum VB 391, S. 4). In der angestammten Tätigkeit als Maschineneinrichter
bestehe seit dem 26. April 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer an-
gepassten Tätigkeit mit längeren Pausen vor- und nachmittags wegen der
Rückenschmerzen und mit nur kurzen Geh- und Stehzeiten sowie ohne
Heben und Tragen von Lasten bestehe demgegenüber seit dem 13. No-
vember 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 60 % (VB 391, S. 5). Aus orthopä-
discher Sicht sei "die Chance nicht sehr gross, dass durch weitere Eingriffe
am Knie links eine Besserung erzielt werden kann". Es bestehe indes "die
Hoffnung, dass in den folgenden Monaten die Situation am linken Knie sich
bessert und ein stockfreies Gehen und längeres Stehen möglich sein wird,
so dass die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erhöht werden kann"
(VB 391, S. 6).
3.3.
Die Beschwerdegegnerin legte die Sache zudem mehrfach ihrem kreisärzt-
lichen Dienst zu Beurteilung vor. Mit Aktenbeurteilung vom 25. Mai 2021
hielt Dr. med. C. im Wesentlichen fest, von weiteren medizinischen Mass-
nahmen sei keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands
mehr zu erwarten. Langfristig sei mit einer vollen Arbeitsfähigkeit für leichte
bis mittelschwere wechselbelastende und mehrheitlich sitzende Tätigkeiten
ohne Einsätze auf unebenem Untergrund, auf Leitern oder auf Gerüsten,
ohne kniende oder kauernde Tätigkeiten, ohne repetitives Treppensteigen
insbesondere unter Gewichtsbelastung und ohne mit Schlägen oder Vibra-
tionen für das linke Kniegelenk verbundene Tätigkeiten zu rechnen
(VB 358, S. 1). Die Integritätseinbusse betrage 15 % (VB 359). An dieser
Beurteilung hielt Dr. med. C. in seinem Bericht vom 20. Juli 2021 über eine
kreisärztliche Untersuchung vom 14. Juli 2021 im Wesentlichen fest. Er er-
gänzte, dass die Verwendung eines Gehstockes unterdessen nicht mehr
notwendig sei. Hinsichtlich einer zumutbaren Verweistätigkeit trug er ferner
zur Aktenbeurteilung vom 25. Mai 2021 nach, dass auf Tätigkeiten mit re-
petitivem monotonem Betätigen von Pedalen mit dem linken Fuss verzich-
tet werden sollte und ferner die Möglichkeit zur freien Positionierung des
linken Beins gegeben sein müsse. In einer derartig angepassten Tätigkeit
bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer "stimm[e] mit
dieser Beurteilung überein". Die von Dr. med. O. im medexperts-Gutachten
vom 30. März 2021 aus orthopädischer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit
von 60 % in einer angepassten Tätigkeit sei angesichts der radiologischen
und objektivierbaren klinischen Befunde nicht nachvollziehbar, aufgrund
des zwischenzeitlich möglichen Gehens ohne Stock auch nicht mehr aktu-
- 10 -
ell und möglicherweise damit zu erklären, dass unfallfremde Faktoren (Wir-
belsäulenbeschwerden) berücksichtigt worden seien. Von weiteren Be-
handlungen sei keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands
mehr zu erwarten (VB 405, S. 4 f.). Mit einer weiteren von der Beschwer-
degegnerin im Beschwerdeverfahren verurkundeten Stellungnahme vom
16. Februar 2022 hielt Dr. med. C. ferner abermals (sinngemäss) fest, dass
Ende Juni 2021 von weiteren medizinischen Massnahmen keine wesentli-
che Verbesserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten gewesen
sei und sich daran seither nichts geändert habe.
4.
4.1.
Dass auf die Beurteilung im medexperts-Gutachten vom 30. März 2021 für
die hier massgebenden unfallversicherungsrechtlichen Belange zumindest
für die Zeit bis zu den gutachterlichen Untersuchungen am 22. Februar
2021 abgestellt werden kann, ist – nach Lage der Akten und mit Blick auf
die massgebende Rechtsprechung (vgl. vorne E. 2.4.2. E. 2.4.3.) zu Recht
– unbestritten. Für den weiteren Verlauf stützt sich die Beschwerdegegne-
rin auf die vorerwähnten Beurteilungen von Dr. med. C., auf welche nach
Ansicht des Beschwerdeführers insbesondere hinsichtlich der Frage der
Zulässigkeit des Fallabschlusses nicht abgestellt werden kann. Bevor da-
rauf einzugehen ist, ist indes vorab Folgendes festzuhalten:
4.2.
4.2.1.
Bezüglich der vom Beschwerdeführer angeführten Rückenbeschwerden
verneinte Dr. med. C. in seinem Untersuchungsbericht vom 20. Juli 2021
einen natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 11. September
2008 (vgl. VB 405, S. 4), was von der Beschwerdegegnerin in ihrem Ein-
spracheentscheid vom 26. November 2021 übernommen wurde. Dies ist
nach Lage der Akten nicht zu beanstanden. So wird weder im orthopädi-
schen Teil des medexperts-Gutachtens vom 30. März 2021 noch in den
weiteren aktenkundigen fachärztlichen Beurteilungen (vgl. bspw. den Be-
richt von Dr. med. L. vom 26. September 2019 über eine gleichentags
durchgeführte MRI-Untersuchung der LWS in VB 167, den Konsultations-
bericht von Dr. med. H. vom 2. Oktober 2019 in VB 164 und den Bericht
von Dr. med. Q., Facharzt für Anästhesiologie, X., vom 13. November 2019
in VB 184, S. 2 f.) ein kausaler Zusammenhang zwischen den Rückenbe-
schwerden und dem Ereignis vom 11. September 2008 postuliert. Gleiches
gilt für die AC-Gelenksarthose links. Sowohl die Rücken- als auch die links-
seitigen Schulterbeschwerden sind folglich nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit natürlich-kausal auf das Ereignis vom 11. September 2008
beziehungsweise die dadurch erlittenen Verletzungen zurückzuführen. Die
Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hat damit unter
Ausklammerung dieser beiden Gesundheitsschäden zur erfolgen (vgl. zum
Ganzen vorne E. 2.3.1.).
- 11 -
4.2.2.
Die Beurteilungen von Kreisarzt Dr. med. C. vom 25. Mai 2021 sowie vom
20. Juli 2021 sind – mit Ausnahme der (für die Prüfung der Rechtmässigkeit
des Fallabschlusses relevanten) Beurteilung, ab welchem Zeitpunkt von
weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten war
(dazu sogleich E. 4.3.) – weiter unbestritten, was nach Lage der medizini-
schen Akten auch zu keinen Bemerkungen Anlass gibt. Insbesondere hat
Dr. med. C. nachvollziehbar dargelegt, weshalb er die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in quantitativer und qualitativer Hinsicht leicht anders
als die medexperts-Gutachter beurteilt. Seine Begründung erscheint mit
Blick auf den soeben dargelegten fehlenden natürlichen Kausalzusammen-
hang zwischen dem Ereignis vom 11. September 2008 und den Rücken-
sowie Schulterbeschwerden ohne Weiteres als einleuchtend. Ferner war
der Beschwerdeführer im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom
14. Juli 2021 nicht mehr auf einen Stock angewiesen. Dass Dr. med. C. vor
diesem Hintergrund eine verbesserte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit attestierte, stimmt mit der gutachterlichen Prognose einer wahr-
scheinlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im weiteren Verlauf (vgl.
dazu vorne E. 3.2.) überein. Schliesslich stehen der kreisärztlichen Beur-
teilung auch keine anderslautenden fachärztlichen Einschätzungen entge-
gen. Auf diese kann daher für den weiteren Verlauf nach der medexperts-
Begutachtung grundsätzlich abgestellt werden (vgl. zum Ganzen vorne
E. 2.4.4.).
4.3.
4.3.1.
Bezüglich der Frage der Zulässigkeit des Fallabschlusses ist bereits dem
unumstrittenermassen beweiskräftigen medexperts-Gutachten vom
30. März 2021 hinsichtlich der hier einzig massgebenden (vgl. dazu vorne
E. 4.2.1. und E. 2.2.) linksseitigen Kniebeschwerden zu entnehmen, dass
aus orthopädischer Sicht "die Chance nicht sehr gross [sei], dass durch
weitere Eingriffe am Knie links eine Besserung erzielt werden kann"
(VB 391, S. 6). Dieser Ansicht schloss sich Kreisarzt Dr. med. C. in seiner
Aktenbeurteilung vom 25. Mai 2021 (VB 358) und seinem Untersuchungs-
bericht vom 20. Juli 2021 (VB 405, S. 4 f.) an. Dem vom Beschwerdeführer
angeführten Bericht von Dr. med. M. vom 1. Juli 2021 ist einzig zu entneh-
men, dass beim Ausbleiben eines Erfolgs der noch geplanten Eigenblutthe-
rapie abermals eine Arthroskopie mit Narbenresektion und Beurteilung des
intraartikulären Bilds vorgesehen sei (VB 394, S. 2). Dr. med. M. legt indes
nicht dar, dass und allenfalls inwiefern dadurch eine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes erwartet werden könne. Sein Bericht ist daher
nicht geeignet, ein Abweichen von der gutachterlichen und kreisärztlichen
Beurteilung zu begründen, wonach mit keinem wesentlichen Therapieer-
folg mehr zu rechnen sei, zumal er selbst in seinem Bericht vom 2. Juni
2021 noch angegeben hatte, ein "operatives Vorgehen" sei "nicht sinnvoll"
(VB 381, S. 3). Andere von der gutachterlichen Beurteilung abweichende
- 12 -
fachärztliche Einschätzungen sind nicht aktenkundig. Dass von der Fort-
setzung der ärztlichen Behandlung über Ende Juni 2021 hinaus noch eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte,
ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich, weshalb die Beschwerdegeg-
nerin den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen und den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente beziehungs-
weise eine Integritätsentschädigung geprüft hat (vgl. zum Ganzen vorne
E. 2.3.3.). Ferner bestehen vor diesem Hintergrund und mit Blick auf das
bereits Dargelegte (vgl. insb. vorne E. 4.2.2.) keine auch nur geringen
Zweifel an der Beurteilung von Dr. med. C. (vgl. zum Ganzen vorne
E. 2.4.4.).
4.3.2.
Bei diesem Ergebnis verbleibt zu ergänzen, dass die beschwerdeweise an-
geführte Schlafstörung, welche gemäss den Angaben des Beschwerdefüh-
rers seit dem Ereignis vom 11. September 2008 bestehe, zwar von der psy-
chiatrischen medexperts-Gutachterin der (gemäss deren Einschätzung di-
rekt auf das Ereignis vom 11. September 2008 zurückzuführenden) Diag-
nose einer reaktiven mittelgradigen depressiven Episode zugeordnet
wurde (vgl. zum Ganzen VB 391, S. 24). Die Beschwerdegegnerin vertritt
diesbezüglich in ihrem Einspracheentscheid vom 26. November 2021 in-
des die Ansicht, die psychischen Beschwerden seien nicht adäquat-kausal
auf das Ereignis vom 11. September 2008 zurückzuführen, da dieses bloss
als leichter Unfall zu qualifizieren und damit nicht geeignet gewesen sei,
einen psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Die Qualifikation
des fraglichen Unfalls als leichtes beziehungsweise banales Ereignis gibt
mit Blick auf die Aktenlage zu keinerlei Weiterungen Anlass und wird auch
vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage gestellt. Die adäquate Kau-
salität des Unfalls für die psychischen Beschwerden und insbesondere die
Schlafstörung ist daher ohne Weiteres zu verneinen (vgl. statt vieler Urteil
des Bundesgerichts 8C_855/2016 vom 13. Februar 2017 E. 3.2.2 und
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 62 mit Hinweisen), was vom Beschwer-
deführer denn auch nicht beanstandet wird. Die psychischen Beschwerden
haben folglich bei der weiteren Prüfung der Leistungspflicht der Beschwer-
degegnerin ausser Acht zu bleiben (vgl. zum Ganzen vorne E. 2.3.2.).
5.
5.1.
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads setzte die Beschwerdegegnerin
das Valideneinkommen gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeit-
geberin des Beschwerdeführers (vgl. VB 371, S. 2) auf Fr. 70'850.00 fest
(VB 438, S. 11). Das Invalideneinkommen bemass sie gestützt auf die Ta-
bellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres
2018 des Bundesamtes für Statistik (BFS), Tabelle TA1, Kompetenzni-
veau 1, Total, Männer, unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wö-
chentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie der Lohnentwicklung der
- 13 -
Jahre 2018 bis 2021 und unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
von 5 % mit Fr. 65'281.00 (VB 438, S. 10). Ausgehend von diesen Ver-
gleichseinkommen ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 8 % (vgl.
VB 438, S. 11).
5.2.
Der Beschwerdeführer bringt dagegen zusammengefasst vor, es können
zur Bemessung des Invalideneinkommens generell nicht auf die LSE-Ta-
bellenlöhne abgestellt werden, weil Personen mit Gesundheitsschaden das
dortige Lohnniveau nicht erreichen könnten. Im vom Beschwerdeführer in
diesem Zusammenhang angeführten bundesgerichtlichen Beschwerdever-
fahren hat das Bundesgericht mit BGE 148 V 174 eine Praxisänderung in-
des verworfen und an der bisherigen Rechtsprechung zur Ermittlung des
Invaliditätsgrades anhand der LSE-Tabellenlöhne festgehalten, worauf zu
verweisen ist.
5.3.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ihm ein höherer lei-
densbedingter Abzug zu gewähren. Die von ihm zur Begründung dieses
Abzugs angeführten gesundheitlichen Einschränkungen fanden – soweit
sie nicht wie dargelegt mangels natürlichen beziehungsweise adäquaten
Kausalzusammenhangs zum Unfall ausser Acht zu bleiben haben – indes
bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer an-
gepassten Tätigkeit respektive im angegebenen Profil der zumutbaren Tä-
tigkeiten bereits hinreichend Berücksichtigung, weshalb sie nicht zusätzlich
in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (vgl. statt
vieler BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20 mit Hinweis). Andere einen Abzug be-
gründende Umstände sind den weiteren Akten keine zu entnehmen. Insge-
samt (vgl. zur gesamthaften Schätzung SVR 2017 IV Nr. 91 S. 284,
8C_320/2017 E. 3.3.1) erweist sich damit als fraglich, ob der von der Be-
schwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug vom Invalideneinkom-
men von 5 % gerechtfertigt ist. Im Sinne nachfolgender Berechnung ist in-
des auf eine Korrektur zu verzichten.
5.4.
Nach dem Dargelegten erweist sich das Vorgehen der Beschwerdegegne-
rin zur Bemessung des Invaliditätsgrads grundsätzlich als zutreffend. Indes
ist anzumerken, dass bei der Invaliditätsgradberechnung die Verhältnisse
im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns massgebend (vgl. SVR 2020 IV
Nr. 70 S. 243, 8C_132/2020 E. 4.1 mit Hinweisen und Urteil des Bundes-
gerichts I 831/06 vom 10. Oktober 2007 E. 2.3.2) sowie bei Verwendung
statistischer Grundlagen die zum Zeitpunkt des Erlasses des Einsprache-
entscheids für diesen Berechnungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten
Erhebungen zu verwenden sind (vgl. SVR 2020 IV Nr. 70 S. 243,
8C_132/2020 E. 4.2.1 mit Hinweisen, sowie Urteil des Bundesgerichts
- 14 -
9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.2). Vorliegend wäre demnach
das Jahr 2021 massgebend, was denn auch zu Recht unumstritten ist. Bei
Erlass des Einspracheentscheids vom 26. November 2021 waren weder
die LSE 2020 noch die Erhebungen zur Nominallohnentwicklung der Jahre
2020 bis 2021 oder zu den betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeiten
des Jahres 2021 veröffentlich. Die Beschwerdegegnerin hat daher das In-
valideneinkommen zutreffend gestützt auf die LSE 2018 und die seitherige
Nominallohnentwicklung bemessen. Unzutreffend ist demgegenüber die
Anpassung an die Lohnentwicklung der Jahre 2020 bis 2021, welche sich
auf Quartalsschätzungen des Bundesamtes für Statistik stützt, die als
blosse Vermutung den geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nicht erreichen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_701/2018 vom 28. Februar 2019 E. 6.1.2, 8C_733/2017 vom 29. März
2018 E. 4.3.1, 9C_208/2017 vom 16. Juni 2017 E. 2.4.1.1, 9C_79/2017
vom 21. April 2017 E. 3 und 9C_1026/2012 vom 13. Februar 2013 E. 3.3).
Massgebend ist vielmehr die Nominallohnentwicklung der Jahre 2018 bis
2020 von 106.8/105.1 (vgl. die Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Total, Män-
ner). Per 2020 beträgt das Invalideneinkommen – unter Berücksichtigung
des von der Beschwerdegegnerin gewährten leidensbedingten Abzugs von
5 % – folglich Fr. 64'379.35 (0.95 x 12 x Fr. 5'417.00 x 41.7/40 x 106.8/105.1).
Bezüglich des Valideneinkommens kann direkt auf die Angaben der ehe-
maligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers abgestellt werden, welche
sich auf das Jahr 2020 beziehen (vgl. VB 371, S. 2). Das von der Beschwer-
degegnerin angenommene Valideneinkommen von Fr. 70'850.00 (13 x
Fr. 5'450.00) erweist sich damit als zutreffend. Daraus resultiert ein Invali-
ditätsgrad von gerundet (vgl. dazu statt vieler SVR 2019 IV Nr. 61 S. 196,
8C_575/2018 E. 7.1 mit Verweis auf BGE 130 V 121) 9 % ([70'850 –
64'379.35] ÷ 70'850 x 100), was keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
zu vermitteln vermag (vgl. vorne E. 2.2.). Die Beschwerdegegnerin hat da-
her – unabhängig von der Rechtmässigkeit des von ihr gewährten leidens-
bedingten Abzugs von 5 % – einen Invalidenrentenanspruch des Be-
schwerdeführers im Ergebnis zu Recht verneint.
5.5.
Die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf eine Integritätseinbusse von
15 % (vgl. dazu die Stellungnahme von Dr. med. C. vom 25. Mai 2021 in
VB 359, S. 1) gewährte Integritätsentschädigung von total Fr. 18'900.00
wird vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Sie gibt mit Blick auf die
Akten denn auch zu keinerlei Weiterungen Anlass.
6.
Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerdegegnerin den
Fallabschluss per 1. Juli 2021 vornehmen durfte und einen Invalidenren-
tenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. hat. Die Zu-
sprache einer Integritätsentschädigung von total Fr. 18'900.00 für eine In-
tegritätseinbusse von 15 % für die verbleibenden Folgen des Ereignisses
- 15 -
vom 11. September 2008 ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Der Ein-
spracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26. November 2021 er-
weist sich damit im Ergebnis als rechtens, weshalb die dagegen erhobene
Beschwerde abzuweisen ist.
7.
7.1.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).
7.2.
Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-
alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf
Parteientschädigung zu.