Decision ID: b51d0c86-45f4-4388-8180-f4ec5ade0d4b
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
Y._
AG (nachfolgend:
Y._
AG) mit Sitz in
Z._
war der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich als beitrags
pflichtige Arbeitgeberin angeschlossen und rechnete mit ihr die paritätischen und FAK-Beiträge ab (vgl. Urk. 8/119-120). Mit Verfügung vom 22. Oktober 2008 löste der Einzelrichter des Bezirksgerichts
A._
die Gesellschaft auf und ordnete ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs gemäss Art. 731b des Obligationenrechts (OR) an. Am 28. April 2009 wurde das
Kon
kursverfahren
mangels Aktiven eingestellt (Urk. 19).
Mit Verfügung vom 4. April 2011 (Urk. 8/91) verpflichtete die Ausgleichskasse den ehemaligen Direktor und Verwaltungsrat der
Y._
AG,
X._
, zur Bezahlung von Schadenersatz für entgangene Beiträge in der Höhe von Fr. 58‘498.5
5.
Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/103) hiess die
Aus
gleichskasse
mit Entscheid vom 26. Oktober 2011 (Urk. 2 = Urk. 8/114) teilweise gut und reduzierte die geforderte Schadenersatzsumme auf Fr. 56‘237.75.
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 (Urk. 1) Beschwerde mit dem Antrag, es seien der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und der Schadenersatzanspruch der Ausgleichskasse abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2012 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde.
Replicando
und
duplicando
hiel
ten die Parteien an ihren Anträgen fest (Urk. 13 und 17).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
der
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
52
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassen
en
versi
cherung
(AHVG) hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder
grob
fahrlässige
Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Per
son, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in An
spruch genommen werden (BGE 123 V 12 E. 5b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.5). Haben mehrere Arbeitgeber oder mehrere Organe einer juristischen Person einen Schaden verursacht, haften sie solidarisch (BGE 114 V 213 E. 3 mit Hinweisen).
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach
Art.
52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (
Art.
66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung), Erwerbsersatz- (
Art.
21
Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge (
Art.
6 des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenz
ent
schädigung
) sowie auf jene an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (
Art.
25
lit
. c). Gleiches gilt für die bis 3
1.
Dezember 2008 nach kantonalem Recht erhobenen FAK-Beiträge (
§
33
Abs.
2 des Gesetzes über Kinderzulagen für Arbeitnehmer in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung beziehungsweise
§
33 des ab
1.
Januar 2008 bis 3
0.
Juni 2009 gültig gewesenen Kinderzulagengesetzes; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts 2P.251/1996 vom 3
0.
Juni 1997).
1.2
1.2.1
Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben wer
den können (BGE 126 V 443 E. 3a, 121 III 382 E. 3bb, 388 E. 3a, je mit Hin
weisen). Dies trifft dann zu, wenn die Beiträge im Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. beispielsweise BGE 112 V 156, 98 V 26) oder wenn ihre Entrichtung wegen Zahlungsunfähigkeit des beitrags
pflichtigen Arbeitge
bers nicht mehr möglich ist (vgl. beispielsweise BGE 121 V 234, 240). Im ersten Fall gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge verwirkt sind (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 112 V 156 E. 2, 108 V 189 E. 2d, je mit Hinweisen). Im zweiten Fall gilt der Scha
denseintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordent
lichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden kön
nen (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 121 III 382 E. 3bb, 113 V 256, 112 V 156 E. 2).
1.2.2
Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige
Aus
gleichskasse
vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. Der Arbeitge
ber kann auf die Einrede der Verjährung verzichten (
Art.
52
Abs.
3 AHVG; vgl. auch BGE 131 V 4 oben).
Bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven gilt der Schaden als mit dem entsprechenden Beschluss eingetreten, der den Konkurs amtlich für fruchtlos erklärt, woraus der Verlust der Beitragsforderung der Ausgleichskasse resultiert. Die Frist von zwei Jahren für die Geltendmachung der Schadener
satzforderung seit Kenntnis des Schadens beginnt demnach vom Zeitpunkt der
Fruchtloserklärung beziehungsweise von deren Veröffentlichung im Schweize
rischen Handelsamtsblatt (SHAB) an zu laufen (BGE 129 V 193 E. 2.3, 128 V 10 E. 5a, 126 V 443 E. 3c).
1.2.3
Die
Y._
AG wurde - wie oben ausgeführt - mit Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts
A._
vom 22. Oktober 2008 aufgelöst; es wurde ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs gemäss Art. 731b OR angeordnet. Am 28. April 2009 wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt (Urk. 19). Damit wurde die Zweijahresfrist von Art. 52 Abs. 3 AHVG ausgelöst. Mit dem Erlass der Schadenersatzverfügung vom 4. April 2011 (Urk. 8/91) wahrte die Beschwerdegegnerin die genannte Frist. Die
streitgegen
ständliche
Forderung ist somit nicht verjährt.
2.
2.1
Voraussetzung für eine Haftung nach
Art.
52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschul
deter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahnge
bühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189 E. 5). Im Hinblick auf die in
Art.
14
Abs.
1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die
Arbeitge
berbeiträge
zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
2.2
2.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Forderung gegenüber dem Beschwerde
führer im Wes
entlichen auf die von der Y._
AG beziehungsweise vom Revi
sor erstellten Jahresabrechnungen für die Jahre 2006 bis 2008 (Urk. 8/16, 8/80/4 und 8/78), den Revisionsbericht vom 18. Dezember 2009 (Urk. 8/79), den Kontoauszug vom 4. Januar 2012 (Urk. 8/119) und die Beitragsübersicht dessel
ben Datums (Urk. 8/120). Im Weiteren liegen zahlreiche Mahnungen (etwa Urk. 8/11-15, 8/18, 8/20-22, 8/29, 8/32-36, 8/38, 8/42-43, 8/47-48 und 8/55), Verzugszinsabrechnungen (Urk. 8/17, 8/83 und 8/87), Betreibungsbegehren (Urk. 8/23, 8/40 und 8/44) und Zahlungsbefehle (Urk. 8/30 und 8/67-71) bei den Akten.
Aus den Jahresabrechnungen für die Jahre 2006 bis 2008 ergibt sich nach Auf
fassung der Bes
chwerdegegnerin, dass die Y._
AG von Januar 2006 bis März
2008 Lohnzahlungen von insgesamt Fr. 451'883.35 (= Fr. 190'883.35 + Fr. 230'775.
+ Fr. 30'225.
) ausgerichtet hat (Urk. 8/16, 8/80/4 und 8/78). Der Ausstand resultiert aus der Gegenüberstellung der gemäss Kontoauszug und Beitragsübersicht geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge zuzüglich Neben
kosten und der von der Y._
AG geleisteten Zahlungen. Danach besteht ein Saldo von Fr. 58'498.55 zu Gunsten der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/119
120). Davon brachte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
Verzugszinsforderungen von Fr. 411.20 und Fr. 1'849.60 in Abzug, weil diese Verzugszinsen erst nach der Demission des Beschwerdeführers aus dem Ver
waltungsrat der Y._
AG angefallen seien (Urk. 2 S. 4). Somit ging die Beschwerdegegnerin von einem vorliegend relevanten Schadensbetrag von Fr. 56'237.75 (= Fr.
58'498.55 .
/. Fr. 411.20 ./. Fr. 1'849.60) aus.
2.2.2
Die Jahresabre
chnung 2006 wurde von der Y._
AG erstellt und - soweit ersichtlich - vom Beschwerdeführer unterzeichnet (Urk. 8/16). Die
Jahresab
rechnungen
2007 und 2008
mussten hingegen - da die Y._
AG ihrer Abrechnungspflicht nicht nachgekommen war - vom Revisor der
Beschwerde
gegnerin
erstellt werden (Urk. 8/80/4 und 8/78). Der Revisor fand keine ver
wertbaren Lohnangaben vor; er musste deshalb die Lohnsummen schätzungs
weise festlegen (vgl. dazu den Revisionsbericht [Urk. 8
/79]). Der Buchhalter der Y._
AG war bereits im Jahr 2007 verstorben (vgl. Urk. 8/79). Anlässlich der konkursamtlichen Einvernahme des Beschwerdeführers vom 5. Februar 2009 gab dieser zu Protokoll,
dass
er nicht genau wisse, bis wann die Buchhaltung nachgeführt worden sei. Der letzte Abschluss sei „vermutlich 2005“ erstellt worden (Urk. 8/82/9). Aus dieser Einvernahme ist weiter ersichtlich, dass der Beschwerdeführer ni
chts Erhebliches über die Y._
AG, deren einziger Ver
waltungsrat er war, zu berichten wusste (vgl. Urk. 8/82). Der
Arbeitgeberrevi
sion
vom 16. Dezember 2008 blieb der Beschwerdeführer trotz Vorladung fern (vgl. Urk. 7/79). Die Beschwerdegegnerin versuchte in der Folge
,
sich
auf schriftlichem Wege Informationen zu beschaffen, und zwar beim Beschwerde
führer selbst und bei eh
emaligen Angestellten der Y._
AG (vgl. Urk. 8/104
108 und 8/112-113). Am 21. September 2011 liess sich der Beschwerdeführer dahingehend vernehmen, dass er keine konkreten Erinne
rungen an die Lohn
summen der Jahre 2007 und 2008 sowie den dama
ligen Personalbestand mehr habe. Die Akten seien an einem unbekannten Ort (Urk. 8/111). Auch ansonsten blieben die Nachforschungsbemühungen der Beschwerdegegnerin fruchtlos; die angeschriebenen Personen antworteten nicht.
In der Beschwerde bestritt der Beschwerdeführer, dass in den Jahren 20
06, 2007 und 2008 von der Y._
AG überhaupt Löhne ausbezahlt worden seien, ohne aber für diese Behauptung irgen
dwelche
Beweismittel zu nennen. Die pauschale
Aussage der Beschwerdegegnerin, es seien keine aussagekräftigen Unterlagen vorhanden, könne nicht akzeptiert werden (Urk. 1). Der Beschwerdeführer war der Ansicht, dass sich die Lohnunterlagen im „Archiv 2 in
B._
“ befänden (Urk. 3).
Zudem brachte er vor, die Y._
AG habe gegenüber der Beschwerdegegnerin noch Guthaben für ausbezahlte Kinderzulagen (Urk. 13). Schliesslich machte er geltend, dass bestimmte
ehemalige Mitarbeiter der Y._
AG ganz oder teilweise arbeitsunfähig gewesen seien, so dass es nicht angehe, für sie Lohnzahlungen schätzungsweise festzulegen (Urk. 1 und 13).
2.2.3
Die Behauptungen des Beschwerdeführers
erweisen sich - soweit die Y._
AG beziehungsweise der Beschwerdeführer ihre Geschäftstätigkeit überhaupt doku
mentierten - als weitgehend aktenwidrig. Dass im Jahr 2006 Lohnzahlungen ausgerichtet wurden, ergibt sich aus der (wohl vom Beschwerdeführer selbst unterzeichneten) Lohnmeldun
g der Y._
AG (Urk. 8/16). Dass die
Y._
AG auch im Jahr 2007 Lohnza
hlungen ausrichtete, folgt aus dem von der Gesell
schaft
ausgestellten Lohnausweis für den Beschwerdeführer (Urk. 8/76/2). Dar
aus geht hervor, dass die
Y._
AG dem Beschwerdeführer von Januar bis Dezember 2007 einen Lohn von insge
samt Fr. 117'600.
bezahlt
hat. Der Beschwerdeführer hat diesen Ausweis - nach entsprechender Aufforderung durch die Beschwerdegegnerin (Urk. 8/76/1)
selbst eingereicht
(zwecks Ver
meidung einer Beitragslücke bei der Berechnung seiner eigenen Rente)
. Wenn er nunmehr im vorliegenden Pro
zess bestreitet, dass die Y._
AG im Jahr 2007 überhaupt Lohnzahlungen ausgerichtet hat, macht er das offensichtlich wider besseres Wissen
. Auch dafür, dass die Gesellschaft
auch noch in den ersten Monaten des Jahres 2008 Lohnzahlungen ausgerichtet hat, gibt es objektive Anzeichen (vgl. das Schreiben des Beschwerdeführers vom 20. Februar
2008 [Urk. 8/37]). Darin kündigt
der Beschwe
rdeführer an, dass er die Y._
AG per Ende Februar 2008 verlassen werde; per Ende März 2008 folge dann die letzte Mitarbeite
rin. Der Beschwerdeführer hielt zwar fest
, dass
es nicht klar sei, ob die Y._
AG die Löhne noch auszahlen könne. Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich aber zu Recht aus, dass der Beschwerdeführer anlässlich der
kon
kursamtlichen
Einvernahme ausgesagt habe, es würden keine Forderungen ers
ter Klasse (mithin also keine Lohnforderungen) bestehen (vgl. Urk. 2 S. 3 und insbesondere Urk. 8/82/13, woraus hervorgeht, dass der Beschwerdeführer die Frage nach dem Vorhandensein von Forderungen der ersten Klasse unter
schriftlich verneint hat). Dam
it ist erstellt, dass die Y._
AG in den Jahren 2006, 2007 und 2008 Lohnzahlungen ausgerichtet hat.
Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin ausserordentlich umfangreiche Bemühungen unternommen hat, u
m die tatsächlich von der Y._
AG ausgerichteten Lohnsummen zu ermitteln. Insbesondere sichtete sie
wiederholt auch die beim Konkursamt lagernden Archivschachteln (vgl. etwa Urk. 7 S. 2 und Urk. 8/81/2-30). Darin befindet sich nichts Aussagekräftiges. Das kann nicht erstaunen; anlässlich der konkursamtlichen Einvernahme ging doch selbst der Beschwerdeführer davon aus, dass der letzte Abschluss „vermut
lich 2005“ gemacht worden sei (Urk
. 8/82/9). Die Bücher der Y._
AG waren (sofern und soweit überhaupt vorhanden) offensichtlich indiskutabel
geführt worden
. Die Beschwerdegegnerin versuchte - wie erwähnt
, die Lohnzahlungen durch Kontaktaufnahme mit ehemaligen Mitarbeiter
n der Y._
AG zu eru
ieren. Auch das blieb erfolglos.
In seinem Urteil 9C_684/2012, 9C_688/2012 vom 7. März 2013 führte das Bun
desgericht in E. 7.3
Folgendes
aus:
Die Beschwerdeführer rügen, es fehle bezüglich der Jahre 2008 und 2009 an rechtskräftigen Verfügungen, weshalb die entsprechende Feststellung der Vorinstanz aktenwidrig und offensichtlich unrichtig sei. Wie es sich damit verhält, ist indes nicht
entscheidwesentlich
. Auch wenn eine Schadenersatzverfügung nicht auf formell rechts
kräftigen Verfügungen beruht, muss der Schadenersatzpflichtige auf
grund seiner Mitwirkungspflicht den geltend gemachten
Schadensbe
trag
substantiiert bestreiten (Urteile H 295/01 vom 2
0.
August 2002 E. 4.3; H 24/92 vom 2
9.
September 1992 E. 3a mit Hinweis auf ZAK 1991 S. 126
Erw
. II/1b). Gemäss Angaben der Beschwerdeführer ver
fügte die X._ GmbH seit 2007 über keine ordnungsgemässe Lohnbuchhaltung mehr, was die Beschwerdeführer als geschäfts
führende Gesellschafter zu verantworten haben. Als Beleg für ihre Einwände - namentlich zum Beweis tieferer Lohnsummen als die den beschwerdegegnerischen Ersatzlohnbescheinigungen zu Grunde liegenden, ermessensweise festgesetzten Zahlen - legten sie lediglich Bankauszüge ins Recht. Diese sind nicht geeignet, die in den Jahren 2008 und 2009 von der X._ GmbH ausbezahlte
Gesamtlohn
summe
zu belegen. Damit besteht bereits angesichts der nicht
rechts
genüglich
substantiierten Einwände gegen die Forderungshöhe kein Anlass zu Weiterungen in
masslicher
Hinsicht.
Auch im vorliegenden Fall hat es - wie nachfolgend noch darzulegen sein wird
- der Beschwerdeführ
er zu vertreten, dass die Y._
AG keine ordnungsge
mässe Buchhaltung
führte
und ihrer Abrech
n
ungspflicht nicht nachkam. Des
halb erweist sich das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, die ausbezahlten Lohn
summen schätzungsweise zu ermitteln beziehungsweise ermessensweise festzu
setzen, als gerechtfertigt und im Lichte der höchstrichterlichen Rechtspre
chung zulässig (vgl. dazu auch Ueli
Kieser
; Alters- und
Hinterlassenenversi
cherung
, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 189 und Hanspeter Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, Bern 1996, S. 314, je mit Hinweisen).
Auch der Einwand des Beschwerdeführers, dass gewisse Mitarbeiter während des fraglichen Zeitraums ganz oder teilweise arbeitsunfähig gewesen seien, ist nicht stichhaltig. Selbst wenn dies zutreffend sein sollte, bede
utet dies nicht, dass die Y._
AG keine Löhne ausrichtete (Lohnfortzahlungspflicht). Schliess
lich ist auch der Einw
and, dass die Y._
AG noch eine Forderung gegen die Beschwerdegegnerin für ausgerichtete Kinderzulagen habe, nicht im
beschwer
deführerischen
Sinne zielführend. Abgesehen davon, dass die vom Beschwer
deführer geltend gemachte Forderung gemäss Aktenlage nicht liquid ist, ist zu beachten, dass es sich dabei (wenn überhaupt) um eine kantonalrechtliche For
derung (kantonalrechtliche Kinderzulagen gemäss der Rechtslage bis Ende 2009 [vgl. oben E. 1.1]) handel
t
. Gemäss Art. 125 Ziffer 3 OR können wider den Wil
len des Gläubigers Verpflichtungen gegen das Gemeinwesen aus öffentlichem Rechte nicht durch Verrechnung getilgt werden. Der Beschwerdegegnerin als selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts stehen die Sozialversicherungsbei
träge als
öffentlichrechtliche
Forderung zu. Demnach könnte sie selbst bei einem unbestrittenen Bestand
einer
Kinderzulagenforderung auf einer vollstän
digen Bezahlung der Beiträge beziehungsweise des Schadenersatzes beharren.
Schliesslich ist auch die Behauptung des Beschwerdeführers, dass die
Beschwer
de
gegnerin
auf der Schadenersatzforderung Verzugszinsen geltend macht (Urk. 13 S. 2 Ziffer 9), falsch und aktenwidrig. Verzugszinsen werden zu
lässiger
weise auf den Beitragsforderungen geltend gemacht
(vgl. dazu oben E. 2.1)
, nicht hingegen auf der Schadenersatzforderung.
2.2.4
Aus dem Gesagten folgt, dass - soweit keine Lohnmeldungen vorlagen - die schätzungsweise Ermittlung beziehungsweise ermessensweis
e Festsetzung der von der Y._
AG ausgerichteten Lohnsummen durch die Beschwerdegegnerin rechtens und angemessen war. Es kann auf die entsprechenden tabellarischen Übersichten der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (vgl. etwa Urk. 17 S. 2). Mangels Anhaltspunkte für Berechnungsfehler ist somit die Schadensberech
nung der Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 58'498.55, wovon vorliegend Fr. 56'237.75 relevant sind, abzustellen (vgl. E. 2.2.1).
3.
3.1
Art.
14
Abs.
1 AHVG und die
Art.
34 ff. AHVV schreiben vor, dass der Arbeit
ge
ber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu brin
gen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu ent
richten hat. Die Arbeitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch
Abrech
nungsunterlagen
über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und ver
fügt werden können.
Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeit
gebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öffentlichrechtlichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vor
schriften im Sinne von
Art.
52
Abs.
1 AHVG und zieht die volle
Scha
den
deckung
nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E.
4.6).
3.2
Aus den Akten
ist ersichtlich, dass die Y._
AG den ihr als Arbeitgeberin obliegenden Abrechnungs- und Zahlungsverpflichtungen in den Jahren 2006, 2007 und 2008 nicht beziehungsweise nur unvollständig nachkam. Die
Jahres
abrechnungen
2007 und 2008 mussten vom Revisor erstellt werden. Zudem wurden die Beiträge nicht mehr vollständig und rechtzeitig entrichtet. Die Beschwerdegegnerin sah sich deshalb veranlasst, die Gesellschaft wiederholt zu mahnen und mehrere Schuldbetreibungsverfahren einzuleiten (vgl. dazu oben E. 2.2.1). Schliesslich blieben geschuldete Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 58'498.55, wovon vorliegend Fr. 56'237.75 relevant sind, unbezahlt (vgl. E. 2.2). Es bedarf keiner weiteren A
usführungen, dass die Y._
AG Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG verletzt hat, weshalb der von ihr verursachte Schaden (soweit vorliegend relevant) grundsätzlich voll zu decken ist.
Zu prüfen bleibt, inwieweit diese Missachtung
öffentlichrechtlicher
Arbeitgeber
pflichten
auf grobfahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten des Beschwerde
führers zurückzuführen ist.
4.
4.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wortlaut des
Art.
52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder
grob
fahrlässig
Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha
den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E. 1a). Absicht beziehungsweise Vorsatz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens.
Art.
52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn beson
dere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt
oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S. 619 E. 3a).
4.2
4.2.1
Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter glei
chen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu ver
langenden Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher die betreffende Person angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die Sorgfaltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetz
licher Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 108 V 199 E. 3a S.
202; ZAK 1985 S. 51 E. 2a, 620 E. 3b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6 S. 529).
4.2.2
Nic
ht jedes einer Firma als solches
anzulastende Ver
schulden muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und inwieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei einfa
chen Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in
Organstel
lung
zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Verwaltungsorgan an den Ge
schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E. 3b).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer brachte zu seiner Entlastung vor, dass ihn kein schuld
haf
tes Verhalten vorgeworfen werden könne. Es habe erhebliche Bemü
hungen gegeben, die Ausgaben
/Einnahmensituation darzustellen, und zwar trotz des Todes des Buchhalters und der knappen Finanzmittel. Zudem sei die Geschäfts
tätigkeit ab 2005 dur
ch den Alleinaktionär der Y._
AG abgewickelt worden, einschliesslich Geldbewegungen und Überweisungen. Der
Alleinaktio
när
habe auch stets versichert, dass alle Steuer- und Sozialangelegenheiten von ihm
bezahlt worden seien. Er selbst habe keine Möglichkeit gehabt, auf die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge einzuwirken (Urk. 1 und 13).
5.2
Vorweg ist festzuhalten, dass im vorliegenden Prozess nicht zu unt
ersuchen ist, weshalb die Y._
AG liquidiert worden ist und ob dies hätte vermieden wer
den können oder ob am Prozess nicht beteiligten Drittpersonen (etwa dem vom Beschwerdeführer genannten Alleinaktionär) diesbezüglich irgendein
Schuld
vorwurf
gemacht werden könnte. Es ist vorliegend einz
ig zu entscheiden, ob die Y._
AG die ihr als Arbeitgeberin obliegenden Pflichten verletzt hat und ob gegebenenfalls ein qualifiziertes Verschulden des Beschwerdeführers zu bejahen ist.
5.3
5.3.1
Der Beschwerdeführer war vom 23. Juli 2002 bis 3. September 2004
einzel
zeich
nungsberechtigter
Direktor und anschliessend einziger und
einzel
zeich
nungs
berech
tigter
Verwaltungsrat der Y._
AG, einem Kleinunter
nehmen mit einfacher Verwaltungsstruktur und nur wenigen Angestellten (vgl. Urk. 8/16, 8/80/4 und 8/78). Bei derart leicht überschaubaren Verhältnissen muss von einem Direktor beziehungsweise vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktien
gesellschaft verlangt werden, dass er den Überblick über alle wesentli
chen Belange des Unternehmens hat. Dabei richten sich die Anforderungen an einen Direktor oder Verwaltungsrat nach einem objektiven Massstab.
5.3.2
Bei einfachen und überschaubaren Verhältnissen werden praxisgemäss erhöhte Anforderungen an Kenntnis und Erledigung von Abrechnungs- und Zahlungs
verkehr mit der Ausgleichskasse gestellt. Gemäss Art. 716 Abs. 2 OR führt der Verwaltungsrat die Geschäfte der Gesellschaft, soweit er die Geschäftsführung nicht übertragen hat. Art. 716a Abs. 1 OR enthält sodann einen Katalog unübertragbarer und
unentziehbarer
Aufgaben. So obliegt dem Verwaltungsrat insbesondere die Oberleitung der Gesellschaft und die Erteilung der nötigen Weisungen (Ziffer 1), die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkon
trolle sowie der Finanzplanung (Ziffer 3) und die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befol
gung der Gesetze, Statuten,
Reglemente
und Weisungen (Ziffer 5). Der Verwal
tungsrat einer Aktiengesellschaft hat die mit der Geschäftsführung beauftragten Personen zu überwachen und sich regelmässig über den Geschäftsgang unter
richten zu lassen. Das Gesetz verbietet zwar nicht die Vornahme einer bestimmten Arbeits- und Kompetenzaufteilung, doch die Überwachungs- und Kontrollpflichten verbleiben auch dann beim Verwaltungsrat. Deshalb hat sich jedes Mitglied des Verwaltungsrats beziehungsweise der einzige Verwaltungsrat periodisch über den Geschäftsgang und die wichtigsten Geschäfte, welche nicht
zu seinem (primären) Aufgabenbereich gehören, zu orientieren, Rapporte zu verlangen, diese sorgfältig zu studieren und nötigenfalls ergänzende Auskünfte einzuholen, Irrtümer abzuklären und bei Unregelmässigkeiten einzugreifen (BGE 114 V 223 E. 4a).
Aus dem Gesagten folgt,
dass
sich der Beschwerdeführer nicht einfach mit dem Hinweis, er sei für die Abrechnung und Bezahlung der Sozialversicherungsbei
träge nicht zuständig gewesen, seiner Verantwortlichkeit gegenüber der Beschwerdegegnerin entledigen kann. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer keine detaillierten Kenntnisse über d
ie Geschäftstätigkeit der Y._
AG hatte (vgl. dazu etwa seine Aussagen in der konkursamtlichen Ein
vernahme [Urk. 8/82]). So wusst
e er nicht einmal, ob die Y._
AG
mehrwert
steuerpflichtig
war. Bi
s wann die Buchhaltung der Y._
AG nachgeführt wurde, konnte er auch nicht
genau
sagen. Der letzte Abschluss sei „vermutlich“ im Jahr 2005 erstellt worden (Urk. 8/80/9). Der Beschwerdeführer liess sich - so ist aus seinen eigenen Ausführungen zu schliessen - offenbar als „Strohmann“ einsetzen. Dies gereicht dem Beschwerdeführer allerdings nicht zur Entlastung, sondern begründet beziehungsweise vergrössert vielmehr sein Verschulden. Wer das Amt eines (einzigen) Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft annimmt, ist damit gleichzeitig auch gehalten, die damit zusammenhängenden Pflichten und Aufgaben zu erfüllen. Dazu genügt es nicht, sich einfach vom Alleinaktionär versichern zu lassen, alles sei in Ordnung. Selbst wenn diese
unsubstantiierte
Behauptung des Beschwerdeführers zutreffend sein sollte, könnte er sich dadurch nicht entlasten. Es hätte eine effektive Kontrolle stattfinden müssen (etwa durch Einsicht in Zahlungsbelege, Quittungen und dergleichen). Der Beschwerdeführer hat seine Pflichten als Verwaltungsrat nicht einmal ansatz
weise erfüllt, nicht nur gegenüber der Beschwerdegegnerin, sondern auch ganz allgemein (keine Buchhaltung, keine Lohnmeldungen). Die (
unsubstantiierte
) Behauptung des Beschwerdeführers, er habe keine Möglichkeit gehabt, auf die Erfüllung der Beitragspflichten Einfluss zu nehmen, steht nicht mit der Rechts
lage im Einklang. Der einzige und einzelzeichnungsberechtigte Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft kann dies nicht nur von Gesetzes wegen, sondern ist dazu auch verpflichtet.
5.3.3
Der Beschwerdeführer muss sich den Vorhalt
gefallen lassen, dass die Y._
AG der Beschwerdegegnerin vorliegend relevante Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 56'237.75 schuldig blieb, aber in den Jahren 2006, 2007 und 2008 (geschätzte) Lohnzahlungen von rund 450'000.
ausrichtete (vgl. E. 2.2). Der Beschwerdeführer bezog im Jahr 2007 persönlich einen Lohn von Fr. 117'600.
(Lohnausweis vom 20. März 2008 [Urk. 8/76]). Mit anderen Worten wurde den Lohnzahlungen Priorität vor der
Bei
tragsentrichtung
eingeräumt, wodurch die Beschwerdegegnerin zu Schaden kam. Indem der Beschwerdeführer gegen das pflichtwidrige Handeln der Y
._
AG (prioritäre Behandlung der Lohnzahlungen vor der Beitragsentrichtung) nicht einschritt beziehungsweise selbst diese Vorgehensweise wählte, verletzte er seine Pflichten in grobfahrlässiger Weise. Er hätte nämlich dafür besorgt sein müssen, dass die
Y._
AG nur Löhne ausrichtet, für die die Gesellschaft auch die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge zu leisten imstande ist (für viele etwa: Urteil de
s Eidgenössischen Versicherungs
gerichts H 26/06 vom 10. April 2006 mit Hinweis).
5.3.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass keine Rechtfertigungs- oder
Schuldaus
schluss
gründe
vorhanden sind. Das Verschulden des rechtskundigen Beschwer
de
führers wiegt schwer. Es liegt mindestens eine grobe Fahrlässigkeit vor.
6.
Unter den gegebenen Umständen ist das Verhalten beziehungsweise die Passivi
tät des Beschwerdeführers ohne Weiteres auch als adäquat kausal (BGE 119 V 406 E. 4a mit Hinweisen) für den bei der Beschwerdegegnerin eingetretenen, vorliegend relevanten Schaden in der Höhe von Fr. 56'237.75 (vgl. E. 2.2.4) zu betrachten, weshalb er zu Recht verpflichtet wurde, dafür Ersatz zu leisten. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.