Decision ID: 62fd800c-0a22-5f6b-ae5c-7fdfcdf4bbe4
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin suchte am 29. August 2017 in der Schweiz um
Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 13. September
2017 und der Anhörung vom 23. Mai 2018 machte sie im Wesentlichen
Folgendes geltend:
Sie sei kurdischer Ethnie und habe am (...) die syrische Staatsangehörig-
keit erlangt. Sie stamme aus B._, wo sie (...) Jahre lang die Schule
besucht habe. Mit (...) Jahren habe sie geheiratet und in der Folge sieben
Jahre lang mit ihrem Mann in Damaskus gelebt. Nach Ausbruch des Bür-
gerkriegs sei sie mit ihrem Mann nach B._ zurückgekehrt. Nachdem
ihr Mann nach Deutschland gegangen sei, habe sie sich circa im Jahr 2015
scheiden lassen und sei in ihr Heimatdorf namens C._ zurückge-
kehrt. Dort habe sie begonnen, die YPG (Yekîneyên Parastina Gel, kurdi-
sche Volksverteidigungseinheiten) beim Verteilen von Lebensmitteln und
sonstigen Gütern für die Bevölkerung zu unterstützen. Sie habe auch Wa-
che gehalten. In der Folge sei sie nach B._ zurückgekehrt, wo sie
ihre Aktivitäten zugunsten der YPG weitergeführt habe. Die Organisation
habe sodann begonnen, sie hinsichtlich einer aktiven Kampfteilnahme un-
ter Druck zu setzen, was sie jedoch abgelehnt habe. Eines Tages habe sie
ein Verantwortlicher der YPG unter Zwang nach D._ zur militäri-
schen Ausbildung bringen wollen. Sie habe sich geweigert, worauf dieser
ihr eine Ohrfeige verpasst habe. Er habe ihr gesagt, dass sie eine militäri-
sche Ausbildung absolvieren müsse. Sie und ihre Familie hätten Angst be-
kommen. Ihr Bruder habe einen Freund gehabt, welcher als Schlepper tätig
gewesen sei. Dieser habe ihr geholfen, Syrien zu verlassen. Sie habe circa
im (...) 2017 die Grenze zur Türkei illegal überschritten und sei in der Folge
nach Griechenland gelangt, von wo sie mit einem Lastwagen in die
Schweiz gereist sei. Nach ihrer Ausreise sei sie mehrmals zuhause von der
«Partei» gesucht worden. Ihre Familie sei mittlerweile in den Irak ausge-
reist.
Die Beschwerdeführerin reichte ihre syrische Identitätskarte sowie fünf Fo-
tos zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 – eröffnet tags darauf – verneinte
das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin und lehnte ihr
Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz,
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deren Vollzug es aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
jedoch aufschob.
C.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 20. Januar 2020
beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung unter Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen
und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts sowie zur Neubeurteilung. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft
festzustellen und ihr Asyl zu gewähren, respektive sei sie eventualiter als
Flüchtling anzuerkennen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Kostenvorschuss-
verzicht sowie eventualiter die Ansetzung einer angemessenen Frist zur
Bezahlung des Kostenvorschusses.
D.
Mit Schreiben vom 24. Januar 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsge-
richt der Beschwerdeführerin den Eingang ihrer Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft
getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige
Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG
vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-
tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb das
Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1
In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben. Diese
sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation
der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
Die Beschwerdeführerin rügt in der Hauptsache eine Verletzung ihres
rechtlichen Gehörs und der Pflicht der Vorinstanz zur vollständigen und
richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts.
4.2 Das SEM habe das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt,
indem es keine konkrete Würdigung der als Beweismittel eingereichten Fo-
tografien vorgenommen und hierdurch den Grundsatz des Vorrangs von
Beweismitteln verletzt habe. Es wiege schwer, dass das SEM diese objek-
tiven Beweismittel ignoriert und sich zur Begründung der Unglaubhaftigkeit
lediglich auf die angeblich nicht detaillierten Ausführungen gestützt habe.
Ebenso habe das SEM weder erwähnt noch gewürdigt, dass die YPG nach
ihrer Ausreise nach ihr gesucht habe.
Zusätzlich habe das SEM die Abklärungspflicht dadurch verletzt, dass die
Anhörung mit fünf Stunden und 45 Minuten zu lange gedauert habe. Auch
hätte die Anhörung nicht in Arabisch, sondern in Kurmanci durchgeführt
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werden müssen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass es ihr
dadurch nicht möglich gewesen sei, die erlittenen Probleme so detailliert
zu schildern, wie es vom SEM erwartet worden sei.
4.3 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26-33 VwVG kon-
kretisierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst unter anderem das
Recht, mit eigenen Begehren gehört zu werden und zu den für die Ent-
scheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können. Dazu gehört
die Pflicht der Behörden, die Begründung eines Entscheides so abzufas-
sen, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Deshalb müssen
die für den Entscheid bedeutsamen Überlegungen zumindest kurz genannt
werden (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2; Urteil des BVGer D-383/2015 vom
17. Januar 2017 E. 5.1). Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein-
zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
Auch die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet
einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsdarstellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl., 2013, Rz. 1043).
4.4
4.4.1 Die Rüge, das SEM habe die eingereichten Fotografien ignoriert und
nicht gewürdigt, ist in dieser Form unzutreffend; ihr ist nicht zu folgen. Das
SEM hat die eingereichten Fotografien in der angefochtenen Verfügung
sowohl im Sachverhaltsteil (vgl. a.a.O. E. I Ziff. 3) als auch bei der Beurtei-
lung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl.
a.a.O. E. II S. 4) explizit berücksichtigt. Die Gewichtung dieser Fotografien
im Rahmen der Glaubhaftigkeitsprüfung der Vorinstanz beziehungsweise
das Resultat der Beweismittelwürdigung stellt sodann keine formelle, son-
dern eine rein materielle Frage dar.
4.4.2 Sodann ist die Behauptung der Beschwerdeführerin, das SEM habe
weder erwähnt noch gewürdigt, dass die YPG nach ihrer Ausreise nach ihr
gesucht habe, aktenwidrig. Dieses Vorbringen würdigte das SEM im Rah-
men seiner Glaubhaftigkeitsprüfung (vgl. angefochtene Verfügung, E. II
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S. 3, fünfter Absatz) und befand die entsprechenden Aussagen für stereo-
typ, substanzarm und ausweichend. Allein der Umstand, dass in diesem
Zusammenhang nicht jedes Aussagedetail erneut aufgeführt worden ist,
lässt nicht auf einen unvollständig erstellten und folgend unberücksichtig-
ten Sachverhalt schliessen. Es ist nicht erforderlich, dass die Begründung
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt.
Es kann davon ausgegangen werden, dass sich das SEM der aktuellen
Lage in E._ bewusst ist. Darauf ist das SEM in der angefochtenen
Verfügung zwar nicht explizit eingegangen, hat aber der aktuellen Lage im
Rahmen der Prüfung der Wegweisungsvollzugshindernisse Rechnung ge-
tragen. Es ist sodann nicht ersichtlich, inwiefern das SEM die jüngsten Er-
eignisse in E._ bei der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft der
Beschwerdeführerin hätte berücksichtigen sollen.
4.4.3 Mit insgesamt fünf Stunden und 45 Minuten ist die Anhörung nicht als
übermässig lang zu bezeichnen, zumal auch darauf geachtet wurde, genü-
gend Pausen zu machen (insgesamt deren drei zu total eineinhalb Stun-
den). Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Dauer der Anhörung die
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts beeinträchtigt hätte. Die
entsprechende Rüge erweist sich als unbegründet.
Schliesslich erweist sich auch die Rüge betreffend die Sprache der Anhö-
rung als unbegründet. Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der BzP –
welche in ihrer Muttersprache Kurmanci durchgeführt wurde (vgl. A5, S. 2
Bst. b) – an, dass die Anhörung auch in Arabisch durchgeführt werden
könne (vgl. A5, Ziff. 1.17.02). Sodann gab sie an der Anhörung mehrfach
ausdrücklich an, die Dolmetscherin gut zu verstehen (vgl. A12, Q1 f.). Ei-
nige Fragen später merkte sie an, dass ihre Arabischkenntnisse nicht über-
wältigend seien («Mon arabe n’est pas terrible», vgl. A12, Q16), woraufhin
sie von der befragenden Person darauf hingewiesen wurde, sich ungeniert
zu melden, wenn sie etwas nicht verstehen sollte. Die Beschwerdeführerin
bat die Dolmetscherin daraufhin lediglich, langsamer zu sprechen (vgl.
A12, Q17). Aus dem Protokoll geht insgesamt klar hervor, dass die Be-
schwerdeführerin in der Lage war, sich auf Arabisch gut und teilweise sogar
sehr umfangreich auszudrücken; wobei in der Beschwerdeeingabe von ihr
sogar selber angemerkt wurde, dass sie an gewissen Stellen detailliert aus-
gesagt habe. Stellenweise entfielen ihr zwar einzelne arabische Begriffe
(vgl. A12, Q25, Q131 betreffend die Ausreise aus Syrien), gesamthaft be-
trachtet war sie aber wie beschrieben augenscheinlich in der Lage, ihre
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Asylgründe ohne wesentliche Einschränkungen darzutun. Es ergeben sich
aus den Akten keine Anzeichen, dass ihre Arabischkenntnisse für die An-
hörung ungenügend gewesen wären. Schliesslich brachte sie auch anläss-
lich der Rückübersetzung keine einzige Korrektur, Bemerkung oder Ergän-
zung an und bestätigte mit ihrer Unterschrift, dass ihr das Protokoll in einer
für sie verständlichen Sprache übersetzt worden sei und ihren Aussagen
entspreche. Auch aus dem Unterschriftenblatt der an der Anhörung anwe-
senden Hilfswerksvertretung ergeben sich keinerlei Hinweise auf allfällige
Verständigungsprobleme.
4.5 Nach dem Gesagten besteht daher keine Veranlassung, die angefoch-
tene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache zur
Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachver-
halts und zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Das entspre-
chende Begehren ist demzufolge abzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-
richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen
in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis.
Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11
E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.).
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Seite 8
6.
6.1 Das SEM begründete seinen Entscheid mit der Unglaubhaftigkeit der
Vorbringen der Beschwerdeführerin nach Art. 7 AsylG.
Ihre Aussagen zu ihren Asylgründen seien im Allgemeinen äusserst knapp
sowie ausweichend ausgefallen und liessen nicht darauf schliessen, dass
sie das Geschilderte tatsächlich erlebt habe. In diversen Kernaspekten (na-
mentlich die Umstände ihres Engagements für die YPG sowie ihre konkrete
Unterstützungstätigkeit, die Voraussetzungen einer Mitgliedschaft, die Ohr-
feige durch den YPG-Vorgesetzten mit der Aufforderung zur militärischen
Ausbildung, ihre illegal erfolgte Flucht aus Syrien sowie der anschliessen-
den Suche nach ihr) seien ihre Vorbringen als stereotyp, dürftig und aus-
weichend zu bezeichnen. Es hätte von ihr erwartet werden können, diese
Ereignisse mit einer persönlichen Note und versehen mit Details zu schil-
dern. Die von ihr getätigten Aussagen hätte sie mit derselben Qualität ma-
chen können, ohne die geschilderten Ereignisse tatsächlich erlebt zu ha-
ben. Ihre Vorbringen seien daher als unsubstanziiert zu betrachten.
Darüber hinaus sei es zu gewichtigen Widersprüchen gekommen. So habe
sie an der BzP angegeben, kein Mitglied der YPG gewesen zu sein. Dem-
gegenüber habe sie an der Anhörung in Widerspruch hierzu nun behaup-
tet, YPG-Mitglied gewesen zu sein. Diesen Widerspruch habe sie nicht auf-
lösen können. Im Weiteren habe sie an der BzP ausgesagt, dass die YPG
sie einen Monat vor ihrer Ausreise aus B._ aufgefordert habe, an
Kampfhandlungen teilzunehmen. An der Anhörung hingegen habe sie dies-
bezüglich nur von einer Woche gesprochen. Auch diesen Widerspruch
habe sie auf Vorhalt nicht plausibel erklären können.
Letztlich vermöchten auch die von ihr zu den Akten gereichten Fotos zu
keiner anderen Schlussfolgerung zu führen.
6.2
6.2.1 Zur Begründung ihrer Beschwerde führte die Beschwerdeführerin
hinsichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen zunächst sinngemäss aus,
dass ihr nicht vorgeworfen werden könne, unsubstanziierte Angaben ge-
macht zu haben, zumal die Anhörung in Arabisch durchgeführt worden sei.
Es ergäben sich aus dem Anhörungsprotokoll Stellen, welche auf allfällige
Verständigungsschwierigkeiten hindeuteten (sie verwies diesbezüglich auf
die vorinstanzlichen Akten A12, Q16 f., Q25, Q33). Die Frage nach dem
YPG-Beitritt habe sie so ausführlich beschrieben, wie von ihr habe verlangt
werden können. Bei der darauffolgenden Frage handle es sich um eine
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Frage, welche mit ja oder nein zu beantworten gewesen sei. Auch habe sie
ihren Beitritt zur YPG konkret geschildert. Es sei willkürlich, dass das SEM
ihre Antwort auf die Frage 94 im Sinne einer Gesamtwürdigung nicht be-
rücksichtigt habe. Absurd und willkürlich sei sodann die Behauptung, sie
habe bei Frage 100 keine detaillierten Ausführungen gemacht, zumal sie
dort in beinahe 14 Zeilen ununterbrochen in freier Rede geschildert habe,
wie sie misshandelt und aufgefordert worden sei, für die YPG zu kämpfen.
Im Weiteren sei die Frage 105 darauf ausgerichtet gewesen, einen Zeit-
raum zu erfragen. Es gehe nicht an, dass das SEM diesbezüglich be-
haupte, sie habe keine Details erzählt. Sie habe das Klima der Gehirnwä-
sche, der Beeinflussung und der Ausübung der Macht innerhalb der YPG
detailliert und nachvollziehbar geschildert. Auch ihre Aussagen betreffend
ihre Flucht seien entgegen der Behauptung des SEM weder stereotyp noch
ausweichend ausgefallen. Hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft bei der YPG
habe sie bei der BzP ausdrücklich bestätigt, bei der YPG gewesen zu sein,
aber nicht an Kämpfen teilgenommen zu haben. Hinsichtlich des angebli-
chen Widerspruchs betreffend den Zeitraum zwischen der versuchten Rek-
rutierung der YPG und der Ausreise habe sie geschildert, dass zwischen
der Misshandlung im Büro der YPG und der Flucht aus B._ rund
eine Woche vergangen sei. Es sei somit klar, dass ihre Rekrutierung be-
reits vor der Misshandlung ein Thema gewesen sei. Diesen Zeitraum, in
welcher die Rekrutierung von ihr verlangt worden sei, habe sie in der BzP
auf einen Monat beziffert. Somit bestehe kein Widerspruch.
Hinsichtlich der Asylrelevanz ihrer Vorbringen führte sie aus, dass sie im
Falle einer Rückkehr nach Syrien von der PYD (Partiya Yekîtiya Demokrat;
Partei der Demokratischen Union) als Verräterin betrachtet würde, da sie
sich geweigert habe, in den bewaffneten Dienst der YPG einzutreten und
zu kämpfen. Daher würde sie asylrelevant verfolgt. Dies werde auch durch
das im vorliegenden Fall angefertigte «Consulting» bestätigt. Da sich die
Zusammenarbeit der PYG/YPG mit dem syrischen Regime zwischenzeit-
lich weiter intensiviert habe und beide Konfliktparteien in Zukunft zahlrei-
che weitere Kämpferinnen und Kämpfer benötigen würden, habe der Rek-
rutierungsdruck weiter zugenommen. Sie erfülle daher die Flüchtlingsei-
genschaft und es sei ihr Asyl zu gewähren.
Im Übrigen äusserte sich die Beschwerdeführerin ausführlich zur aktuellen
Gefährdungslage in Syrien. Sie machte weiter geltend, dass sie im Falle
einer Rückkehr nach Syrien mit einer Befragung zu rechnen habe. Auf-
grund ihres Profils sei anzunehmen, dass sie dabei einem willkürlichen Ver-
hör und asylrelevanten Massnahmen ausgesetzt werden würde.
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Seite 10
7.
7.1 Nach Prüfung der Akten kann den Einwänden in der Beschwerde in
entscheidwesentlicher Hinsicht nicht gefolgt werden. Die Begründung in
der vorinstanzlichen Verfügung ist in den zentralen Punkten zu stützen und
insbesondere sind die im Dispositiv der Verfügung erkannten Rechtsfolgen
und somit die Verfügung im Resultat zu bestätigen.
7.2 Bei der Beurteilung der Asylgründe ist das Bundesverwaltungsgericht
nicht an die Begründung der Vorinstanz gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG);
es kann die Beschwerde auch aus anderen Überlegungen als jenen der
Vorinstanz abweisen (sog. Motivsubstitution; vgl. MADELEINE CAMPRUBI in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N. 16 zu Art. 62 VwVG;
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 398, Rz. 1136).
7.3 Festzuhalten ist zunächst, dass die Begründung der Vorinstanz betref-
fend die Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin in weiten
Teilen zutreffend sein dürfte. Ihren Schilderungen fehlt es zumeist an der
zu erwartenden und erforderlichen Substanz, insbesondere hinsichtlich der
geltend gemachten Rekrutierung durch die YPG (vgl. A12, Q91 ff.). Sodann
ist es ihr nicht gelungen, gewisse Widersprüche (Mitgliedschaft in der YPG,
Grund für das Verlassen ihres Heimatdorfes [vgl. A12, Q153 f.]) auszuräu-
men. In Bezug auf ihre widersprüchlichen Angaben hinsichtlich der erst im
Rahmen der Anhörung behaupteten Mitgliedschaft bei der YPG ist darauf
hinzuweisen, dass sie anlässlich der BzP eine Mitgliedschaft nicht nur ex-
plizit verneint, sondern zusätzlich sogar noch begründet hat, weshalb sie
gar nicht Mitglied sein könne (vgl. A5, Ziff. 7.01). Die auf Beschwerdeebene
vorgetragenen Erklärungsversuche sind insgesamt nicht überzeugend, zu-
mal sie die fehlende Substanz zur Hauptsache bloss mit – wie oben in
E. 4.4.3 dargelegt – nicht zu bestätigenden angeblichen Verständigungs-
und Sprachproblemen anlässlich der Anhörung zu erklären versuchte.
7.3.1 In Bezug auf die eingereichten Fotografien, welche die Beschwerde-
führerin in einer Jacke mit Tarnmuster, einem Sturmgewehr sowie einem
Foto anlässlich kurdischer Veranstaltungen (vgl. A13; A12, Q18 ff.) zeigen,
ist vorab festzuhalten, dass keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, un-
ter welchen genauen Umständen diese Fotografien überhaupt entstanden
sind. Der Beweiswert dieser Lichtbilder ist daher eingeschränkt. Ferner ver-
mögen sich diese Abbildungen auch nicht ohne Weiteres in die übrigen
Vorbringen der Beschwerdeführerin einzufügen. So vermag beispielsweise
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Seite 11
sehr zu erstaunen, weshalb sie – die ihren Aussagen zufolge niemals mili-
tärisch ausgebildet worden sei, nicht wisse, wie man ein Gewehr überhaupt
bediene (vgl. A12, Q78), die Teilnahme an Kampfhandlungen strikt ablehne
und sogar Angst vor Munition habe (vgl. A12, Q107) – mit Tarnjacke und
Strumgewehr posieren sollte. Im Lichte der nachfolgenden Ausführungen
kann dies indes offengelassen werden.
Eine abschliessende Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen kann
nämlich aufgrund der – nachfolgend erläuterten – offensichtlich fehlenden
Asylrelevanz letztlich ausbleiben.
7.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund ihrer Weigerung, in
den bewaffneten Dienst der YPG einzutreten, bei einer Rückkehr als
Verräterin und Feindin betrachtet und von der PYD respektive der YPG
gezielt asylrelevant verfolgt zu werden.
In dem territorialen Bereich in Nordsyrien, der seit einiger Zeit von der sy-
risch-kurdischen Partei PYD und deren bewaffneten Organisation YPG
kontrolliert wird („Demokratische Föderation Nordsyrien“), besteht seit Juli
2014 eine Dienstpflicht in den lokalen Selbstverteidigungseinheiten, die
grundsätzlich für alle (männlichen) Bürger zwischen achtzehn und dreissig
Jahren gilt. Dieser Umstand als solcher ist aus asylrechtlicher Sicht nicht
als grundsätzlich problematisch zu erachten. Es ist davon auszugehen,
dass zwar Aufforderungen zur Wahrnehmung der Dienstpflicht in den er-
wähnten Selbstverteidigungseinheiten ergehen, eine Weigerung aber
keine asylrelevanten Sanktionen nach sich zieht (vgl. Referenzurteil des
BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3; kürzlich bspw. bestätigt im
Urteil des BVGer E-4715/2019 vom 14. Juli 2020 E. 6.3.2 f.).
Selbst unter der Annahme, es komme zu Bestrafungen erheblicher
Schwere, wäre deren zugrundeliegende Motivation wohl flüchtlingsrecht-
lich nicht relevant, zumal die Quellenlage – entgegen der Beschwerde –
nicht darauf hindeutet, Refraktäre im Zusammenhang mit den YPG würden
als "Staatsfeinde" betrachtet und daher einer politisch motivierten drakoni-
schen Bestrafung zugeführt (vgl. a.a.O.; vgl. auch D-23/2018 vom
20. Juli 2018 E. 6.9). Die obligatorische Dienstpflicht knüpft in der Heimat-
region der Beschwerdeführerin lediglich an den Wohnort, das Alter und das
Geschlecht der betroffenen Person und nicht an eine der in Art. 3 AsylG
genannten (oder darunter subsumierbaren) Eigenschaften an. Angesichts
dessen, dass selbst wehrpflichtige männliche Bürger zwischen achtzehn
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Seite 12
und dreissig Jahren keine asylrelevanten Nachteile bei einer Dienstverwei-
gerung zu befürchten haben, ist nicht ersichtlich, weshalb es sich bei der
weiblichen Beschwerdeführerin anders verhalten soll. Sie gab zu Protokoll,
von einem YPG-Verantwortlichen geohrfeigt worden zu sein, als sie sich
geweigert habe, an Kampfhandlungen teilzunehmen (vgl. A12, Q78,
Q100). Dies kann nicht als Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert
werden. In der Folge sei es auch nicht zu Drohungen oder weiteren Vorfäl-
len gekommen (vgl. A12, Q151 f.). Diesbezüglich führte sie lediglich aus,
sie habe nicht wie viele ihrer Verwandten und Bekannten an der Front ster-
ben wollen (vgl. A12, Q78). Nach ihrer Ausreise sei zwar nach ihr gesucht
worden, ihre Familie habe aber keine Nachteile erlitten (vgl. A12, Q150).
Sie war nicht in der Lage, ihre vagen Befürchtungen zu konkretisieren (vgl.
A12, F115 ff.). Die Wehrpflicht respektive eine im Falle einer Rückkehr
nach Syrien zu befürchtende Zwangsrekrutierung durch die YPG sind des-
halb als nicht asylrelevant zu qualifizieren (vgl. dazu ausführlich das Urteil
des BVGer D-7292/2014 vom 22. Mai 2015 E. 4.4.2).
In Ermangelung eines asylrelevanten Verfolgungsmotivs wäre eine allen-
falls drohende Bestrafung somit lediglich unter dem Aspekt der Unzuläs-
sigkeit respektive Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs relevant,
welcher aufgrund der in der vorinstanzlichen Verfügung angeordneten vor-
läufigen Aufnahme hier allerdings nicht Prozessgegenstand ist (vgl. Urteil
des BVGer D-5329/2014 vom 23. Juni 2015 E. 5.3). Somit sind auch die
entsprechenden Beschwerdeargumente, welche sich auf die gegenwärtige
volatile Sicherheitslage in Syrien beziehen, vorliegend in flüchtlingsrechtli-
cher Sicht nicht einschlägig. Einer allfälligen Gefährdung der Beschwerde-
führerin im heutigen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Situation in Syrien ist
mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme bereits Rechnung getragen
worden.
7.5 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeein-
gabe in allgemeiner Weise sinngemäss geltend, sich im Falle einer Rück-
kehr nach Syrien mit hoher Wahrscheinlichkeit mit asylrelevanten Mass-
nahmen seitens des syrischen Regimes konfrontiert zu sehen.
Diese Befürchtung findet keinerlei Stütze in den Akten. Weder eine illegale
Ausreise aus Syrien noch die blosse Tatsache der Asylgesuchstellung in
der Schweiz führen zur Annahme, dass einer syrischen Person bei einer
Rückkehr in ihr Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flücht-
lingsrechtlich relevante Verfolgung droht. Zwar ist aufgrund der illegalen
Ausreise und der längeren Landesabwesenheit möglich, dass bei einer
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derzeit hypothetischen Wiedereinreise nach Syrien eine Befragung durch
die heimatlichen Behörden stattfinden könnte. Da die Beschwerdeführerin
aber keine Vorverfolgung erlitten hat und nicht davon auszugehen ist, dass
sie vor dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Person ins Blickfeld
der syrischen Behörden geraten ist (vgl. A12, Q80 ff.), besteht kein Grund
zu der Annahme, dass sie als staatsgefährdend eingestuft würde. Ferner
verneinte sie, sich seit ihrer Ausreise exilpolitisch betätigt zu haben (vgl.
A12, Q83). Somit ist nicht davon auszugehen, die ohnehin vorläufig aufge-
nommene Beschwerdeführerin könnte nach einer (hypothetischen) Rück-
kehr als regimefeindliche Person ins Blickfeld der syrischen Behörden ge-
raten (vgl. Urteil des BVGer D‐3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.4.3
[als Referenzurteil publiziert]).
7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin
nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr
Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt.
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG).
Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-
ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.
10.
10.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorste-
henden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu
gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen
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nicht gegeben, weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten
Mittellosigkeit abzuweisen ist.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos
geworden.
(Dispositiv nächste Seite)
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