Decision ID: 5417d4ae-5c03-5e35-b993-3948f59ddd22
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 25. Juli
2013 mit Verfügung vom 22. August 2013 gestützt auf Art. 34 Abs. 2
Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht ein-
trat und die Wegweisung aus der Schweiz nach Österreich sowie den
Vollzug anordnete,
dass das BFM in der gleichen Verfügung in Anwendung von Art. 76
Abs. 1 Bst. b Ziff. 5 i.V.m. Art. 76 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR
142.20) die Ausschaffungshaft des Beschwerdeführers für die Dauer von
höchstens 30 Tagen anordnete und den Kanton B._ mit dem Haft-
vollzug beauftragte,
dass er nach der Eröffnung der vorinstanzlichen Verfügung am 12. Sep-
tember 2013 im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._ in Haft
genommen wurde,
dass er diese Verfügung mit Beschwerde vom 18. September 2013 beim
Bundesverwaltungsgericht anfocht und in dieser Beschwerde unter ande-
rem ausdrücklich beantragte, die Ausschaffungshaft sei aufzuheben,
dass er mit seiner Beschwerde einen Artikel mit dem Titel "Hungary pas-
ses legislation allowing widespread detention of asylum seekers" als Be-
weismittel zu den Akten reichte,

Considerations:
und das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung,
dass es über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG,
SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31-33 des
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]) und
zu den anfechtbaren Entscheiden damit auch Verfügungen des BFM ge-
hören, mit denen die Ausschaffungshaft nach Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 5
AuG angeordnet wurde (vgl. auch Art. 80 Abs. 2 letzter Satz AuG i.V.m.
Art. 105 AsylG), wobei das Bundesverwaltungsgericht auch in diesem Be-
reich endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass die Haftüberprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht im einzel-
richterlichen Verfahren (Art. 111 Bst. d AsylG) und in der Regel aufgrund
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der Akten erfolgt (Art. 109 Abs. 3 AsylG) und der Entscheid nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass Gegenstand des Haftüberprüfungsverfahrens vor dem Bundesver-
waltungsgericht die Frage der Rechtmässigkeit und Angemessenheit der
Ausschaffungshaft ist (vgl. Art. 108 Abs. 4 AsylG; Botschaft zur Änderung
des Asylgesetzes vom 4. September 2002, BBl 2002 6909) und im Rah-
men dieser Beurteilung die der Ausschaffungshaft zugrunde liegende
Wegweisung und deren Vollzug nicht zu beurteilen sind (vgl. allgemein
zum Verhältnis zwischen Ausschaffungshaft und Wegweisung BGE 130 II
56 E. 2 S. 58 und 128 II 193 E. 2.2 S. 197 f. mit weiteren Hinweisen),
dass die Haftbeschwerde formgerecht eingereicht worden ist (vgl. Art. 52
VwVG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 108 Abs. 4 AsylG), der Beschwerde-
führer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat, weshalb er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass das Bundesverwaltungsgericht zwar mit heutigem Urteil die vom Be-
schwerdeführer gegen die Nichteintretensverfügung vom 22. August 2013
erhobene Beschwerde ebenfalls abweist (vgl. E-[...]), die Überprüfung
der mit der gleichen Verfügung angeordneten Haft jedoch jederzeit mittels
Beschwerde beantragt werden kann, weshalb die Haftbeschwerde – re-
spektive das Haftentlassungsgesuch – in einem separaten Verfahren zu
behandeln ist,
dass das BFM gemäss Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 5 i.V.m. Art. 80 Abs. 1
zweiter Satz AuG eine asylsuchende Person zur Sicherstellung des Voll-
zugs in Ausschaffungshaft nehmen kann, wenn ein erstinstanzlicher Weg-
weisungsentscheid in einer Empfangsstelle oder in einem besonderen
Zentrum nach Artikel 26 Abs. 1 bis
AsylG eröffnet wurde und der Vollzug
der Wegweisung absehbar ist,
dass das Vorliegen eines in einer Empfangsstelle eröffneten Wegwei-
sungsentscheids für die Anordnung der Ausschaffungshaft nach Art. 76
Abs. 1 Bst. b Ziff. 5 AuG bereits für sich allein einen selbständigen Haft-
grund darstellt, ohne dass es zusätzlicher Hinweise auf eine Gefahr des
Untertauchens oder eine andere Vereitelungsabsicht beziehungsweise
eines subjektiv vorwerfbaren Verhaltens der betroffenen asylsuchenden
Person bedürfte (vgl. bezüglich der in dieser Hinsicht identischen Aus-
gangslage beim Ausschaffungshafttatbestand von Art. 76 Abs. 1 Bst. b
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Ziff. 2 AuG BGE 130 II 377 E. 3.2.2 f. S. 382 ff. und 130 II 488 E. 3.2 S.
490),
dass der Vollzug der Wegweisung dann absehbar im Sinn von Art. 76
Abs. 1 Bst. b Ziff. 5 AuG ist, wenn er voraussichtlich innerhalb der gesetz-
lichen Höchstdauer der Haft von 30 Tagen (vgl. Art. 76 Abs. 2 AuG) erfol-
gen kann, was namentlich voraussetzt, dass die Identität der ausreise-
pflichtigen Person bekannt ist, gültige Reisedokumente bereits vorliegen
oder voraussichtlich innerhalb weniger Tage beschafft werden können
und dass überdies auch die Ausreise innerhalb von 30 Tagen organisiert
werden kann (vgl. BBl 2002 6908),
dass – wie alle Massnahmen, welche in die persönliche Freiheit eingrei-
fen – auch die Anordnung der Ausschaffungshaft insgesamt verhältnis-
mässig sein muss (vgl. dazu allgemein BGE 130 II 56 E. 1 S. 58 und
125 II 377 E. 4 S. 383),
dass vorliegend ein erstinstanzlicher Wegweisungsentscheid im Zusam-
menhang mit einem Nichteintretensentscheid nach Art. 34 Abs. 2
Bst. d AsylG in einer Empfangsstelle eröffnet wurde und der Vollzug der
Wegweisung grundsätzlich absehbar ist, nachdem die Nichteintretensver-
fügung mit heutigem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts rechtskräftig
wird,
dass aufgrund der Akten auch sonst von der Absehbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs auszugehen ist, insbesondere nachdem das Empfangs-
und Verfahrenszentrum C._ auf telefonische Anfrage hin vom (...)
mitteilte, es sei eine Flugbuchung für den (...) erfolgt,
dass die Anordnung der Ausschaffungshaft des Beschwerdeführers sich
damit als rechtmässig erweist,
dass in der Beschwerde zur Begründung des Antrages auf Aufhebung der
Ausschaffungshaft vorgebracht wird, der Beschwerdeführer sei durch die
Ausschaffungshaft in seiner Bewegungsfreiheit und in der Wahrnehmung
seines Beschwerderechts massiv eingeschränkt worden und habe weder
einen Rechtsanwalt noch die unentgeltliche Rechtsberatung für Asylsu-
chende aufsuchen können,
dass diese Begründung jedoch unbehelflich ist, zumal es dem Beschwer-
deführer offensichtlich möglich war, rechtsgenüglich Beschwerde zu er-
heben,
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dass in der Haftüberprüfungsbeschwerde auch nicht geltend gemacht
wird, die Ausschaffungshaft sei unangemessen respektive unverhältnis-
mässig oder der Beschwerdeführer sei nicht hafterstehungsfähig,
dass die Haftvoraussetzungen nach dem Gesagten erfüllt sind und der
Beschwerdeführer nichts vorbringt, was die Ausschaffungshaft als bun-
desrechtswidrig erscheinen lassen könnte,
dass auch das vom Beschwerdeführer eingereichte Beweismittel daran
nichts zu ändern vermag, zumal sich dieses auf die Situation in Ungarn
bezieht und keinen konkreten Bezug zum Beschwerdeführer aufweist,
dass die Haftbeschwerde daher abzuweisen und die Anordnung der Aus-
schaffungshaft durch die Vorinstanz zu bestätigen ist,
dass für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben sind (vgl.
Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).
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