Decision ID: d34803a3-195c-4fcc-a70d-fe0d4d1e54f4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, absolvierte das Studium der Wirtschaftswis
sens
c
haften an der Universität
Y._
und war nach einem
Postgraduatestudium
von
Oktober 1999
bis Apri
l
2001
als wissenschaftliche Assistentin an der Univer
sität
Z._
tätig. Im Juli 2001 meldete sie sich unter Hinweis auf
ein
Burn-out
sowie Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
und
Urk.
7/7
).
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
3.
November 2003 (
Urk.
7/29) den Anspruch
der Versichert
e
n
auf eine Invali
denrente
ausgehend von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit (Volkswirtschaftsstudium)
.
1.2
Die Versicherte war in der Folge an verschiedenen Stellen als Ökonomin tätig
, bezog zeitweise Arbeitslosenentschädigung
und war als Skilehrerin tätig. Dane
ben doktorierte sie
(von 1999 bis 2007)
an den
Universität
en
Z._
und
Y._
, wo sie ihre Doktorarbeit
abgab und diese publizierte
(
Urk.
7/160, Urk.
7/122
,
Urk.
7/176/10-11
und
Urk.
7
/178
).
Am 2
2.
Januar 2010 erlitt sie beim Skifahren einen Unfall, als sie von einem anderen Fahrer
mit grosser Wucht
umgefahren wurde (
Urk.
7/50/20). Dabei
zog
sie
sich
unter anderem
eine SLAP-Läsion Typ II im rechten Schultergelenk
zu
, welche am 1
6.
April 2010 (
Urk.
7/50/16) operativ angegangen wurde.
Der Unfall
versicherer, die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG,
stellt
e
die Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 1
9.
März 2012 (
Urk.
7/96) und Einspracheentscheid vom 2
4.
August 2012 (
Urk.
7/102) per Ende August 2010 ein. Mit Urteil vom 2
5.
März 2014 (
Urk.
7/144) hob das
hiesige
Gericht diesen Entscheid auf und wies die Sache an
die Mobiliar
zurück, damit sie ergänzende Abklärungen tätige und über die Leistungspflicht neu entscheide.
Die entspre
chende
Expertise von der
A._
,
Versicherungsmedizin, Begutachtung, Universitäts
spital
B._
, datiert vom
7.
Juli 2017 (
Urk.
7/176/3-144).
1.
3
Am
6.
August 2010 (
Urk.
7/39)
hatte
sich die Versicherte
nach erfolgter Früher
fassung (
Urk.
7/36)
unter Hinweis auf die Schulter- und HWS-Problematik erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
.
Die IV-Stelle tätigte
wiederum
medizinische und erwerbliche Abklärungen, wobei sie
unter anderem die Akten des Unfallversicherers beizog
und
eine polydisziplinäre Begutachtung an der
C._ AG E
xpertise vom 2
6.
März 2013,
Urk.
7/125/1-41) veranlasste.
Mit Vorbescheid vom 1
8.
April 2013 (
Urk.
7/130) stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht mit der Begründung, dass die Ver
sicherte vor Ablauf des Wartejahres wieder voll arbeitsfähig gewesen sei.
Auf hiergegen erhobenen Einwand hin (
Urk.
7/132,
Urk.
7/137)
nahm
die IV-Stelle
eine erneute Begutachtung der Versicherten in Aussicht (
Urk.
7/150), welche in der Folge in Koordination mit dem Unfallversicherer von diesem ver
anlasst wurde (
A._
-Gutachten
vom
7.
Juli 2017
,
Urk.
7/176/3-144).
Mit neuem Vorbescheid vom
6.
Dezember 2017 (
Urk.
7/182) stellte die IV-Stelle folgende Rentenleistungen in Aussicht: Von Februar 2011 bis Januar 2012 eine Dreivier
tel
s
rente, von August 2013 bis Januar 2014 ein
e
ganze Rente
und ab
Feb
ruar 2014 eine D
reiviertelsrente (S. 2). Hiergeg
en erhob die Versicherte am 1
1.
Februar 2018 (
Urk.
7/192) Einwand.
Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2018 (
Urk.
2) folgende Renten zu: Von Februar 2011 bis Januar 2012 eine Dreiviertelsrente, von Februar 2012 bis Dezember 2012 eine Viertelsrente, von August 2013 bis Januar 2014 eine ganze Rente, ab Februar 2014 eine Drei
viertelsrente.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Evalotta
Samuelsson, a
m 1
3.
September 2018 (
Urk.
1)
Beschwerde mit den Anträgen, es sei ihr ab
1.
Februar 2011 eine unbefristete Rente
gestützt auf einen Invaliditäts
grad von mindestens 70
%
zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren beruflichen
Abklärungen
respektive
zur Prüfung des Validen- und des Invalideneinkommens sowie zur sozialpraktischen Verwert
barkeit zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über den Anspruch ent
scheide (S. 2). Die IV-Stelle schloss am 1
6.
Oktober 2018 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde. Am 2
7.
September 2019 (
Urk.
16) nahm die Versicherte, nun
mehr vertreten durch Rechtsanwältin Annemarie Gurtner
, ergänzend Stellung, was der IV-Stelle am 3
0.
September 2019 (
Urk.
18) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zum
utbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungszusprechende Verfügung damit
(
Urk.
2)
, dass bei der Beschwerdeführerin neben den Unfallfolgen auch psychische Beeinträchtigungen mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestünden, woraus ein Invaliditätsgrad von 64
%
und Anspruch auf eine Drei
vier
telsrente resultiere. Zur Ermittlung des Vali
deneinkommens stütze sie sich –
auf
grund häufiger Stellenwechsel der Beschwerdeführerin in der Berufsanamnese
- auf statistische Werte (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE 2010, Tabelle TA1,
Ziff.
64-66 «Finanz- und Versicherungsdienstleistungen»,
Anforderungs
niveau 1 und 2).
Für das Invalideneinkommen
stellte
sie
auf
die identische Tabelle und den identischen Sektor
ab
, ging aber vom
Anforderungs
niveau 3 aus. Die Schwankungen in den Rentenhöhen gründeten einerseits auf dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin zeitweise ein effektiv höheres Ein
kommen erzielte und andererseits wegen der
Reoperation
der rechten Schulter am 2
8.
Mai 2013 bis zur Genesung vollumfänglich arbeitsunfähig war (
vgl. hierzu
Urk.
7/136/5 und
Urk.
7/176/17-18).
2.2
Die Beschwerdeführerin
hielt dagegen (
Urk.
1), es liege eine vollständige Unver
wertbarkeit der
r
ein medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit vor (
Ziff.
10). Diese sei sozial-praktisch nicht verwertbar (
S. 6
Ziff.
12).
Ihre teils bizarren Interaktionen fänden ihr Spiegelbild in den zahlreichen gescheiterten kurzen Arbeitsversuchen (S. 8
Ziff.
16 f.). Die Beschwerdeführerin bemängelte sodann das Valideneinkommen und schloss - gestützt auf den individuellen Lohnrechner 2014 des Bundesamtes für Statistik,
Salarium
, auf ein solches von
Fr.
179'616.-- (S. 9
Ziff.
2).
Replicando bekräftigte die Beschwerdeführerin
(
Urk.
16)
,
unter Berücksichtigung der hohen Intelligenz und der erlangten Ausbildung sei es durchaus plausibel, dass sie eine
administrative
Tätigkeit
rein theoretisch ausführen könnte.
Voraus
setzung
dafür
wäre jedoch, dass sie sich in eine bestehende
Struktur
einfügen und Interaktionen mit Arbeitskollegen und
Vorgesetzten
sozialverträglich gestalten könnte. Genau über dies Fähigkei
t
en
verfüge
sie seit dem Unfall 2010 nicht mehr. Die zwischenmenschliche Situation gestalte sich derart
schwierig
, dass
sie
für jeden po
tentiellen Arbeitgeber
sozialpra
ktisch
unzumutbar
sei
(S. 10
Ziff.
17).
Für die Bemessung des Valideneinkommens befand es die Beschwerdeführerin als nicht sachgerecht, auf die statistischen Werte der LSE Tabellen abzustellen
und ging von einem wesentlich höheren aus
(S. 14
Ziff.
26
f.
; vgl. E. 5.
2
).
Für die Errechnung des Invalideneinkommens
erachtete
sie ein Einkommen im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen als nicht erzielbar, weil alle diese Tätigkeiten aufgrund der psychischen und neuropsychologischen Einschränkun
gen nicht zumutbar seien. Es komme lediglich der Sektor 3 (Dienstleistungen, Kompetenzniveau 1
[nach den neuen Tabellen unterstes Niveau]
) in Frage (S. 12
Ziff.
23).
3.
3.1
Die Gutachter der A._
stellten in ihrer Expertise vom
7.
Juli 2017 (
Urk.
7/176/3-144) folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 13):
1.
Kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit führender
histrionischer
und narziss
tischer Prägung
2.
Rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert
3.
Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (Differenzialdiagnos
tisch
chronifiziertes
Schmerzsyndrom, aus organme
dizinischer Sicht keine Schmerz
ursache nachweisbar)
4.
Anamnestisch ADHS, aktuell und auch retrospektiv nicht ausreichend sicher nachvollziehbar
5.
Leichte neuropsychologische Störung bei Diagnosen 1-4
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter folgenden
Diagnosen
zu:
1.
Status nach
Skisturz
auf die rechte Seite am 2
2.
Januar
2010
2.
Status nach
arthroskopischer
SLAP-Refixation
1
6.
April 2010
3.
Status nach operativer Revision am 2
8.
Mai 2013 mit
arthroskopischem
Débridement
,
Acromioplastik
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
4.
Status nach
Malleolarfraktur
links 1986
5.
Hypothyreose (substituiert)
Die Gutachter verwiesen auf den Skiunfall und die
Refixation
einer erst pr
o
tra
hiert diagnostizierten SLAP-Läsion. Die postoperative Phase habe
die Beschwer
deführerin
als sehr traumatisierend erlebt, sie habe eine lange und intensive Rehabilitation gebraucht. Erst mehr als ein Jahr später, d.h. im August 2011, habe sie sich wieder
der Lage gefühlt, in Teilzeit zu arbeiten, bis im Mai 2013 habe sie drei
verschiedene
Teilzeitstellen
gehabt
.
3.2
Vom orthopädischen Standpunkt aus sei diese
Arbeitsunfähigkeit
für eine fast ausschliesslich intellektuelle Tätigkeit als Ökonomin nicht nachvollziehbar. Auch bei bestehenden Restbeschwerden müsste die Beschwerdeführerin spätestens sechs Mon
a
te nach der Operation vom April 2010, d.h. ab Oktober 2010, voll arbeitsfähig
gewesen
sein. Eine weiter bestehende
Arbeitsunfähigkeit
sei vom somatischen Befund her nicht zu begründen, egal, ob a
n der Schulter noch Rest
besch
w
erden bestanden hätten oder nicht. Die einzige Bewegung, welche die Beschwerdeführerin für die Ausübung ihres Berufs al
s
Ökonomin als behindern
d
beschreibe, sei die Bedienung der Maus am Computer. Abge
s
ehen davon, dass die Mausbedienung weniger Kraft bei der Innenrotation be
n
öt
i
ge als die Bedie
n
ung des Schaltheb
e
ls am Auto (eine Tätigkeit, die von der Beschwerdeführerin als unprobl
ematisch beschrieben werde),
könne die Maus mit einer kurzen Umschu
lung ohne weiteres auch mit der linken Hand bedient werden oder es könne durch Verwendung eines Touch-Bildschirmes gan
z
auf die Mau
s verz
i
c
htet werden. Sie - die Gutachter - gingen dav
o
n aus, dass spätestens sechs Monate nach der Operation vom April 2010, d.h. ab Oktober 201
0
, eine weiter
e
unfallb
e
dingte Limi
tierung nicht mehr begründbar ge
w
esen sei.
Im Mai 2013 sei die Beschwerdeführerin in der
Klinik D._
in
E._
noch
mals operiert worden. Wegen eines Restbefundes sei ein
Débridement
der krani
alen Gelenkskapsel und eine
Tenodes
e
der langen
Bizepssehne
durchgeführt worden. Diesmal sei die postoperative Pha
s
e sehr positiv verlaufen mit ständiger Verbesserung bis Ende 201
3.
Dennoch habe sie in der Folge keine berufliche Tätigkeit aufgenommen, da es nach Reduktion der Therapie wieder schlechter geworden sei.
Ab dem 3
1.
Oktober 2013 habe eine
mindestens
50%ige Arbeits
f
ä
higkeit und spätestens ab
1.
Januar 2014 aus rein
orthopädischen und
unfallkau
salen Gründen wieder eine 100%ige Arb
e
itsfähigkeit für den Beruf als Ökonomin bestanden.
Die am 1
5.
Februar 2016 durchgeführte
MR-
Arthrographie
der rech
ten Sch
ul
t
er habe keine
relevanten
krankhaften
Veränderungen gezei
g
t. Es
hätten so
mit nach der Rehabilitation kei
n
e
objektiven orthopädischen Gründe mehr für eine Arbeits
unfähigkeit in ihrem angestammten Beruf bestanden, der an die Funkt
i
onen des Bewe
g
ungsap
parates n
u
r
minimale Anf
orderungen
stelle
.
Von somatischer Seite her seien die aktuell beklagten Beschwerden und damit begründeten Funktionseinschränkungen nicht nachzuvollziehen. Zwar könnten sie -
die Gutachter - vorhandene
Schmerzen
n
i
ch
t
gänzlich auss
c
hliessen, aber die
objektivierbaren
Untersuchungsbefunde würden keine Erk
l
ärung für die Schm
e
rzen bringen, schon gar nicht in der aktuellen subjektiven Ausprägung. Bei der ort
h
opädischen Unters
u
ch
u
ng finde sich auch kein
e
funktionelle Einschrän
kung, welche eine intellektuelle Tätigkeit verhindern würde. Die beklagten Beschwerden schienen eine Problematik der Schm
e
rzverarbeitung zu sein und sei
en
nicht direkt auf die Körperschädigung zurückzufüh
r
en. Zudem ergäben sich erhebliche Diskrepanzen zwischen den geltend gemachten Fu
n
ktionseinsch
r
än
kungen und Schonun
g
gegenüber
d
e
n
aktuellen Untersuchungsb
e
funde
n
und de
r
spontane
n
Beweglichkeit. Diese seien im Rahmen der unfallfremden psychiatri
schen Diagnosen einzuordnen. Die
Erklärung
für diesen somatisch nicht begründ
baren Ve
r
lauf
f
inde man am ehesten in der auffälligen Lebens-/Berufsbiographie (trotz hervorragender Ausbildung mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium und anschliessender Dissertation kein
e
länger
e
Anstellung ent
s
prechend der Qualifi
ka
t
ion des studierten Beru
f
s) und den Persönlichkeitsaspekten
, w
elche anlässlich der Konsensbes
p
re
chung in der interdisziplinären Diskussion als massgebliche Ursache der
dysfunktionalen
Schmerzverarbeitung angesehen worden seien.
Zusammenfassen
d
habe aus orthopädischer Sicht unfallkaus
a
l eine volle Arbeits
unfähigkeit vom Unfall im
Januar
2010 bis zum 1
5.
Oktober 201
0
bestanden. Rein orthopädisch gesehen könne ab 1
5.
Oktober 2010 von einer vollen Arbeits
fähigkeit für den Beruf als Ökonomin ausgegan
g
en werden. Im Jahre 2013 sei es zu einem Rezidiv gekommen. A
u
ch
nach
der zweiten Opera
t
ion vom Mai 2013 habe während der Rehabilitationspha
s
e erneut vorübergehend eine 100%ig
e
Arbeitsun
f
ähigkeit bis am 3
1.
Oktober
2013 bestanden, dana
ch
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die Rehabilitationsphase sei spätestens Ende 2013 abgeschlos
sen gewesen.
Seit
dem
1.
Januar
2014 habe aus unfallkausaler Sicht in ihrem angestammten Beruf eine volle
Arbeitsfähigkeit
und entsprechend keine ortho
pädisch begründbare Ursache mehr für eine Arbeitsun
f
äh
i
gkeit bestanden
(S. 14
ff.)
.
3.3
Die Experten führten weiter aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe das klinische Bild einer leistungsrelevanten kombinierten Persönli
c
hkei
t
sstörung, wahrschein
lich in einer Komorbidität mit einer somatof
o
rmen S
tör
ung. Letztere lasse sich jedoch auch vor dem Hintergrund des
histrionischen
Ausdrucksverhaltens
krite
riengeleitet
im Querschnitt nicht sicher belegen. Praktisch nur vor
diesem Hinter
grund der Persönl
i
c
hkeitsstörung lasse sich die gesamte Biografie der Beschwer
deführerin konsistent nachvollziehen. Gesamthaft zeige die Explorandin eine aus der Jugend
herau
s
, dann ab 1994 sich akzentuierende Symptombildung im Rah
m
en von immer wieder auffälligen Überforde
r
ungssituationen, die sich aus den durch die Pers
ö
nlichk
e
i
t
sstörung geprägten Defiziten ergäben. Über die Ja
hre sei eine grosse Diskrepanz
entstanden zwischen der von aussen betrachtet ho
hen
Ausbildungsqualifikation u
nd der real umgesetzten und ums
e
t
zbaren Arbeitsfä
higkeit in der freien Wirtschaft. Faktisch habe sich die
Beschwerdeführerin
durch ihre langjähr
ige
Tätigkeit als Doktorandin und wiss
e
nschaf
t
liche Mitarbeiterin dieser Exposition entzogen.
Der im Januar 2010 eingetretene Ski-Unfall entspreche in seine
r
psychodynami
schen Bedeutung einem Gelegenheitsanl
a
ss, wie er wahrsch
e
inlich in der Biogra
fie der Beschwerdeführerin zuvor bereits mehrfach vorgekommen sei. Es entstehe der Eindruck, dass dem Unfall (in unbewusster Weise) rasch die Schuld
attribuiert
worden sei, um die bereits zuvo
r
(vor dem Unfall) erk
e
nnbaren Einschränkungen und Konflikte erklären zu können (dysfunkti
onale
s
Krankheitskonzept
). Die psychodynami
s
che Entlastung der Beschwerdeführerin
hierdurch
sei offensicht
lich.
In der Integration der Katamnese sei aus psychiatrischer Sicht nicht zu erkennen, dass es
durch
den Unfall zu einer
relevanten
Akzentuierung der psychischen Beschwerdesymptomatik gekommen sei. Festgestellt werden könne lediglich, dass die Sym
p
tomausgestaltung sich nach dem Unfall gewandelt habe mit der Fokus
sierung auf die somatische Problematik (S. 16).
3.4
Im neuropsychologischen Teilgutachten gingen die Experten von einer leichten neuropsychologischen Störung aus, welche die Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen nicht einschränke. Die Person falle in ihrem sozialen Umfeld auch kaum auf. Bei Aufgaben und Tätigkeiten mit hohen Anforderungen sei die Funktionsfähigkeit aber eingeschränkt. Aufgrund der vormals sehr hohen Anforderungen im angestammten Beruf als promovierte Ökonomin sähen sie - die Gutac
hter - aufgrund der Verhaltensb
eobachtungen und der
neuropsychologischen Befunde
die Arbeitsfähigkeit
als nicht gegeben an. Die Beschwerdeführerin könnte den intellektue
l
l
en
Arbeitsanforderungen womöglich entsprechen, sei aber aufgrund der reduzierten Belastbarkeit und Verla
n
gsamung als auch der kognitiven Minderleistungen im Bereich der geteil
ten Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses als auch der Erfassungsspanne nicht in der Lage, diese derzeit im geforderten Arbeitstakt auszuschöpfen.
Die Experten gingen von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
aus. Bei einer vermin
derten Belastbarkeit begründe sich die Reduktion der Arbeitspräsenz durch den vermehrten Pausen- und Erholungsbedarf. Die zusätzliche Minderung der Arbeitsleistung sei bedingt durch die testpsychologisch objektivierten Defizite, insbesondere die Verlangsamung.
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sollte durch eine angepasste Arbeits
situation verbessert werden. Diese sollte einem reduzierten Anforderungsniveau entsprechen und eine freie Gestaltung von Pausen als auch Positionsänderungen durch eine angepasste Arbeitsumgebung ermöglichen. Aufgrund der kognitiven Minderleistungen in der geteilten Aufmerksamkeit sollte es der Beschwerdefüh
rerin ermöglicht werden, Arbeiten sequentiell zu erlernen und zu erledigen. Das Lernvermögen für neues berufliches Fachwissen und für neue Arbeitsschritte sei gegeben, doch sei das Umsetzen des Gelernten wahrscheinlich mit einem zeitli
chen Mehraufwand verbunden (
Urk.
7/176/112-113).
3.
5
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, diese sei aus psychiatrischer Sicht in der durch die Qualifikation vorgegebenen Tätigkeit als Betriebsökonomin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als nicht gegeben anzusehen.
Führend seien die persönlichkeitsbedingten Defizite der Beschwerdeführerin in der Interaktion mit ihrem Umfeld; diese Defizite kämen zum Tragen, wenn sie sich überfordert fühle und belastet sehe. Mit einer gewissen Restunsicherheit gingen sie - die Gutachter - auch davon aus, dass diese Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf in ausreichend stabiler Form zu keinem Zeitpunkt, auch nicht vor dem Unfaller
eignis, bestanden habe. Die psychisc
hen Störungen führten begleitend
auch zu einer zumindest leichtgradigen Einschränkung des neuropsychologisch zu erfas
senden Leistungsprofils. Hierdurch entstehe zu
s
ätzli
c
h eine Belastung für die Beschwerdeführerin, die sie aufgrund der
diesbezüglich
fehl
e
nden suff
i
zienten Copingstrategien in einem anspruch
s
vollen akademischen Beruf nicht werde ausgleichen können.
Eine Verweistätigkeit in einem anderen Beruf könne das Belastungsprofil für die Beschwerdeführerin senken, so dass grundsätzlich hier eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
(auch unter Berücksichtigung der leichten neuropsychologischen Defizite und deutlich erhöh
ter Vulnerabilität gegenüber ei
n
e
r depressiven Entwicklung) als leistbar anzusehen wäre. Einschränkend müsse
jedoch vermutet
werden, dass die Beschwerdeführerin insbesondere aufgrund ihrer narzisstischen Anteile überwiegend wahrscheinlich nur sehr erschwert an solche Angebote herangeführt werden könne, die sie sehr wahrscheinlich als nicht adäquat für sich erleben würde.
Eine Verweistätigkeit müsste der Beschwerdeführerin ein relevantes Ausmass an Autonomie ermöglichen. Arbei
t
sstellen mit einer hohen externen Strukturierung seien weniger geeignet, da Konflikt
e
mit Kol
l
egen und Vorgese
t
zten zu erwarten seien. An dieser Stelle sei auch die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund de
r Zumutbarkeit und Belastung ge
ge
n
über Dritten aufgeführt. In der Verweistä
tigkeit wären Projekte mit kürzeren Laufzeiten günstiger als Aufgaben, die eine längerfristige Zusammenarbeit und Teamarbeit erforderten. Ausbildungsbedingte Ressourcen,
die
der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Studiums und der Disser
tation zur Verfügung stünden, und mit einem Fachwissen in ihrem Arbeitsgebiet einhergingen, seien eventuell zwar durch
Dekonditionierungseffekte
und feh
lende Berufserfahrung eingeschränkt, aber prinzipiell vorhanden
(S. 24 f.)
.
4.
4.1
Die Parteien stützten sich beide auf das
A._
-
Gutachten ab und bemänge
lten dieses nicht substantiiert, was nicht zu beanstanden ist. Dieses entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise
(
vgl. hierzu
BGE
134 V 231 E.
5.1)
. So ist es
für die streitigen Belange umfassend,
beruht
auf
den notwendigen
Untersuchungen
und berücksichtig
t
namentlich detailliert
die geklagten Beschwerden
. Den Gutachtern waren die umfangreichen Vorakten bekann
t
und
sie
setzten sich damit auseinander.
Insbesondere nahmen sie Bezug auf die bestehenden psychiatrischen Einschätzung
en
und folgerten nicht zuletzt daraus - namentlich mit Blick auf den Längsverlauf der Problematik - auf eine erhebliche Pathologie. Aus den gleichen Gründen verwarfen sie die
Ansicht der Gutachter der
C._
AG
vom 2
6.
März 2013 (
Urk.
7/125), welche in psychiatri
scher Hinsicht die auffälligen Persönlichkeitsstrukturen der Beschwerdeführerin erkannten, hieraus aber nicht auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schlos
sen (S. 27).
Die
Beurteilung der medizinischen Situation leuchtet
sodann ein und die
Schlussfolgerungen der Experten
sind
begründet
. So legten sie in schlüssiger Weise dar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Persönlichkeitsstörung in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist und umschrieben
in schlüssiger Weise
mögliche Tätigkeiten unter Bezugnahme auf die unter Berücksichtigung der Vorakten sowie der Untersuchung erhobenen funktionellen Auswirkungen.
4.2
4.2.1
Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden
einem
strukturierten
Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann dort
von
einem
strukturierten
Beweisverfahren
abge
sehen
werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweisbedarf. Sie fehlt ganz allgemein in Fällen, die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diag
nose und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte und Gutachten (vgl. BGE 125 V 351) auszeichnen. Was die Befunde angeht, ist etwa an Störungsbilder wie Schizophrenie, die sich aufgrund klinischer psychi
atrischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen vergleichen lassen, zu denken (BGE 139 V 547 E. 7.1.4 S. 562).
4.2.2
Vorliegend erweist sich die Durchführung eines
strukturierten
Beweisverfahrens als ungeeignet. Die Ärzte legten dar, dass die Beschwerdeführerin durch ihre inadäquaten Verhaltensweisen im beruflichen Zusammenhang an ihre Grenzen stösst und keine vollumfängliche Leistung erbringen kann. Die im Vordergrund stehende soziale Seite zeigt sich auch im Privatleben der Beschwerdeführerin, welche kaum Freunde und als Hauptbezugspunkt ihre Eltern hat. Durch ihr
uneinsichtiges
und konfrontatives Verhalten verunmöglicht sie eine gedeihliche Zusammenarbeit im Erwerbsleben. Die mangelhafte Inanspruchnahme therapeu
tischer Optionen ist nach Aussage der Ärzte krankheitsbedingt und kann - einst
weilen - nicht als Indiz für einen fehlenden Leidensdruck interpretiert werden.
Damit ist von ärztlicher Seite genügend begründet dargelegt, dass die Beschwer
deführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, selbst wenn die übrigen Indikatoren allenfalls für Gegenteiliges sprechen würden.
4.3
Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch zu 50
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
5.2.1
Zur Berechnung des Valideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die
Tabelle TA1
der LSE 2010
,
Ziff.
64-66 «Finanz- und Versicherungsdienstleis
tungen», Kompetenzniveau 1 und 2 und errechnete ein solches von
Fr.
113'889.-
-
per 201
1.
Die Beschwerdeführerin
beantragte dagegen die Festsetzung des Valideneinkom
mens gestützt auf den individuellen Lohnrechner 2014
Salarium
auf
Fr.
179'616.-
- (
Urk.
1
S. 9
Ziff.
2). Auch
replicando
befand sie es als nicht sachgerecht, auf die statistischen Werte der LSE Tabellen abzustellen. Selbst die Tabelle T17, welche die statistischen Einkommen nach Berufsgruppen spezifiziert darstelle, vermöge den tatsächlichen Gegebenheiten nicht genügend Rechnung zu tragen. Auszuge
hen sei vom Zentralwert gemäss
Salarium
von einem Monatslohn von
Fr.
19'368.--
(
Fr.
232’416.
--
pro Jahr)
und die laut einer Studie der Universität
Y._
höheren Lö
hn
e
als Doktorin von
Fr.
39'713.-- sowie als
Finance
-S
p
e
zia
listin von
Fr.
16'390.-- zu addieren (
Urk.
16 S. 14
Ziff.
26 f.).
5.2.2
Aufgrund des Lebenslaufs der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass sie nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität
Y._
in
F._
ein
Postgraduate
s
tudium
abso
lv
iert
e. Dabei versuchte sie 1996 bis 1999 eine Disser
tation zu schreiben und besuchte erst die
Universität G._
und hern
ach die Universität in H._
. Die dortige Aufgabenstellung sei jedoch mit den vorhandenen Methoden nicht lösbar gewesen und versprochenes Material sei ihr nicht
zur
Verfügung gestanden, sodass sie sich entschlossen habe, das Dissertationsprojekt dort abzubrechen und in die Schweiz zurückzukehren (
Urk.
7/176/10).
Ihre Dissertation reichte sie an der Universität
Y._
ein und veröffentlichte diese im Jahr 2007 (
Urk.
7/176/11).
Nach der Rückkehr aus
F._
1999 und der Assistenzzeit in
Z
._
(im Rahmen des damals geplanten Doktorats
) bis 2001 war die Beschwerdeführerin an ver
schiedenen Stellen tätig. So als Ökonomin bei der
I._
, als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim
Zentrum J._
, als
Product
/Financial Analyst bei der
K._
AG. Nach Erlangen des Doktortitels war sie ab 2009 als
Pr
i
cing
Managerin bei der
L._
, als Assistentin des COO bei der
M._
AG, als wissen
schaftliche Mitarbeiterin beim Finanzdepartement
N._
, als Dozentin an der
Hochschule O._
sowie als Ökonomin im Finanzdeparteme
nt
P._
tätig
.
Sämtliche Anstellungen dauerten jeweils nur einige Monate
. Jahreslöhne über
Fr.
100'000.-- erzielte sie bei der
I._
(
sechs Monate,
Fr.
117'786.--)
,
bei der
L._
(zwei Monate,
Fr.
135'738.--
)
, bei der
Hochschule O._
(sechs Monate Teilzeit 52
%
,
Fr.
132'985.--) und beim Kanton
N._
(zehn Monate Teilzeit 65
%
,
Fr.
122'323.--,
Urk.
7/
178
und
Urk.
7/160/1
).
5.2.3
Geht man davon aus, dass die Beschwerdeführerin auch bei intakter Gesundheit den identischen Ausbildungsweg beschritten hätte
,
wäre sie als Ökonomin mit Doktortitel erwerbstätig. Die
A._
-Gutachter thematisierten zwar, dass die Beschwerdeführerin
nach dem Studium gar nie arbeitsfähig als Ökonomin war, konnten sich aber nicht definitiv auf diese Hypothese festlegen.
Aus d
em geschil
derten Werdegang kann
jedenfalls
nicht geschlossen werden, dass sich die Beschwerdeführerin derart entwickelt hätte, dass sie einen Lohn erzielen würde, welcher das Durchschnittseinkommen in der Finanzbranche bei Weitem über
steigt (
Urk.
16 S. 14
Ziff.
27). Im Gegenteil war ihr Einstieg in die Arbeitswelt nach der Dissertation im Jahr 2009 eher unauffällig mit einer Anstellung bei der
L._
als
Pricing
Managerin, wobei sie Controlling-Aufgaben hatte und Versicherung
sverträge sanieren musste
.
Auch ihre zuvor
ausgeübten
Tätigkeiten deu
ten nicht auf eine besondere Karriereplanung hin. Bei der
I._
erarbeitete sie ökonometrische Modelle und wendete diese an; sodann redigierte sie wissenschaftliche Studien. Bei der
K._
erstellte sie Konjunkturprognosen und entwickelte ein Prognosemodell (
Urk.
7/160/1).
Diese Arbeiten sind wohl anspruchsvoll, unterscheiden sich aber nicht von üblicher
weise nach einem Ökonomiestudium aufgenommenen Tätigkeiten.
5.2.4
Soweit die Beschwerdeführerin das Valideneinkommen gestützt auf den Lohn
rechner «
Salarium
» bemessen haben will, ist zu bemerken, dass das Bundesgericht dies verschiedentlich abgelehnt hat. Dies unter anderem mit der Begründung, dass
sich dieses Modell auf die Loh
ndaten der LSE, privater Sektor, stütze
(Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2017 vom 2
1.
September 2017 E. 4.2)
. Der Beschwerde
führerin steht aber auch der öffentliche Bereich offen und sie hat denn auch bereits
verschiedene Stellen in der Verwaltung bekleidet, weshalb
sich
die
Einschränkung
auf den privaten Bereich auch vorliegend nicht rechtfertigt.
Sodann
liegen beiden Instrumentarien
(LSE und
Salarium
)
die gleichen vom
Bun
desamt für Statistik
erhobenen Daten zugrunde. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Differenz liegt vielmehr in der Auswahl der Parameter bei ihrer individuellen
Salarium
-Lohnberechnung begründet. Inwiefern die Ermittlung des Valideneinkommens durch die IV-Stelle diesbezüglich zu beanstanden
ist
, wird beschwe
rdeweise -
ausser
dem Verweis auf eine hypothetische steile Karriere sowie den Finanzplatz
E._
- nicht weiter dargelegt. Sodann merkte das Bun
desgericht verschiedentlich an,
dass die Vergleichseinkommen aufgrund gesamt
schweizerischer Tabellenlöhne zu bestimmen sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2013 vom
4.
November 2013 E. 4
;
ähnlich mit
explizitem Hinweis auf die
Ablehnung
dieser Methode
Urteil des Bundesgerichts 9C_359/2018 vom 3
1.
August 2018 E. 4.2).
Das Abstellen auf den Finanzplatz
E._
ist damit nicht sachgerecht, zumal sich die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit weder im Rahmen der Ausbildung noch der Arbeitstätigkeit auf den Standort
E._
beschränkt hat.
5.2.5
Anzufügen bleibt, dass
für
die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend
ist, was die versicherte Person im
massgebenden
Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (
BGE 135 V 58
E. 3.1 S. 59; Urteil
des Bundesgerichts
9C_644/2015 vom
3.
Mai 2016 E. 4.6.1).
Der von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte hypothetische Lohn als Gesunde in der Höhe von
Fr.
288'519.-- (E. 5.2.1)
sprengt den Rahmen dessen, was sie realistischerweise im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenprüfung (2011) bei optimalen Verhältnissen hätte verdienen können.
Dass sie aufgrund ihres Doktortitels einen Zuschlag von
Fr.
39'713.-- pro Jahr erzielen würde, ist eine reine Hypothese. Ihr Dissertationsthema «
Existence
and
causes
of
insurance
cycles
in different countries» (
Urk.
7/160/2) mag für den Versicherungsbereich auf interessantes Wissen der Beschwerdeführerin schliessen, dass sie deswegen aber zu einem massi
v
höheren Lohn eingestellt worden wäre, ist rein
spekulativ
. Gleich verhält es sich mit dem geforderten Zuschlag von
Fr.
16'390.-- wegen ihrer «
Finance
-Spezialisierung». In welchem Bereich diese Spezialisierung genau liegen sollte, zeigte sie nicht auf. Ihr Studien-Schwerpunkt war die Ökonometrie,
mithin ein mathematisch-statistischer Bereich, welcher in der Regel wohl Grund
lagen für strategische Entscheide liefern soll. In einem solchen dissertierte
sie denn auch,
und zwar mit Bezug auf die Versicherungs- und nicht die Finanzwirt
schaft,
als sie die Wellenbewegungen im Versicherungsgeschäft in verschiedenen Ländern untersuchte.
Sodann
kann die Beschwerdeführerin auf keine Führungserfahrung zurückgrei
fen, in welchem Bereich höhere Löhne zu erwarten wären, sondern war
stets
in der Grundlagenforschung tätig. Dass sie sich in eine andere Richtung entwickelt hätte,
ist nicht erkennbar
. Auch wenn die Defizite der Beschwerdeführerin in der Interaktion mit Arbeitskollegen als pathologisch gefasst wurde, kann nicht im Umkehrschluss davon ausgegangen werden, dass sie bei intakter Gesundheit aus
gesprochene Führungsqualitäten hätte
und sich in diesem Bereich durchsetzen könnte.
5.2.6
Bei dieser Ausgangslage ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegne
rin die Tabelle TA1 der LSE 2010 beizog
und
auf einen Lohn im Anforderungs
niveau 1+2 abstellte.
5.3
5.3.1
Währenddem
die Beschwerdegegnerin zur Bezifferung des Invalideneinkommens auf die identischen Tabellenwerte abstellte, indes nur noch das Anforderungsni
veau 3 als möglich erachtete, schloss die Beschwerdeführerin auf eine Unverwert
barkeit ihrer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit.
5.3.2
Die Gutachter
erachteten die Arbeitsfähigkeit als Betriebsökonomin als nicht gegeben und begründeten dies mit
den persönlichkeitsbedingten Defiziten der Beschwerdeführerin in der Interaktion mit ihrem Umfeld
. Diese kommen bei Über
forderung und Belastung zum Tragen. In Kombination mit den leichten
neuropsy
chologischen
Defiziten entsteht dabei
eine
zusätzliche
Belastung. Aufgrund fehlender Copingstrategien kann sie diese nicht ausgleichen.
Als noch möglich erachteten die
Gutachter
eine Tätigkeit mit einem
relevante
n
Ausmass an Autonomie
ohne
hohe externe Strukturierung
. Als geeignet bezeich
neten sie Projekte mit kürzeren Laufzeiten ohne längerfristige Zusammenarbeit und Teamarbeit.
Sie verwiesen weiter auf das vorhandene und nutzbare Fachwis
sen (E.
3.5
).
5.3.3
Diese Einschätzung blieb seitens der Parteien unbestritten und erscheint auch angesichts der übrigen Aktenlage - welche denn auch massgebende Grundlage für die Einschätzung der Gutachter bildete - als nachvollziehbar. So finden sich
verschiedene
Hinweise auf inadäquates Verhalten der Beschwerdeführerin an mehreren Stellen, welche eine
kooperative
Zusammenarbeit ausschl
o
ssen.
So wurden im Jahr 2000 in der
Angstsprechstunde am Spital Q._
depressive Symptome besprochen, welche abhängig von der Situation im Studium und an der Arbeit sei
en
. Thematisiert wurde
insbesondere
, dass es immer wieder
schwer
wiegende
zwischenmenschliche Probleme mit den zuständigen Professoren gege
ben habe. So habe ihr ein Professor während einer Diplomarbeit 1994 unberech
tigte Vorwürfe gemacht und sie schwer gekränkt. Auf Einladung eines Professors kam sie zum Doktorieren nach
Z._
; nach einem positiven Anfang habe sich auch dies
e
Situation ins Negative gewandelt. Sie habe auch hie
r
gefunden, dass man sie kritisiere, und die fachliche Betreuung habe gefehlt.
Es konnte in der
ambu
lanten
Untersuchung nicht
geklärt werden, inwieweit das Verhaltensmuster der Beschwerdeführerin dazu beitrug (
Bericht von Prof.
Dr.
R._
, Oberarzt, Leiter Angstsprechstunde, Psychiatrische Poliklinik,
Spital Q._
, vom 1
7.
Novem
ber 2000,
Urk.
7/1/4-5).
Aus dem Schreiben der
I._
vom 2
2.
Januar 2002 (
Urk.
7/12/5-6) geht hervor, dass es nicht gelang, zwischen der Beschwerdefüh
rerin und der Vorgesetzten jenes Vertrauensverhältnis aufzubauen, welches unabdingbare Voraussetzung für ein
e
künftige, gedeihliche Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Ökonomiegruppe wie auch innerha
lb der ganzen Abteilung
ist
. Es hätten bei ihr schwerwiegende Integrationsschwierigkeiten festgestellt wer
den müssen. Die Fähigkeit, sich in das bestehende personelle und organisatori
sche Arbeitsumfeld einzufü
g
en, sei in keiner Weise vorhanden gewesen.
Die von
der
damals zuständigen IV-Stelle
S._
eingeholten Auskünfte ergaben, dass sich der Personalchef und der Abteilungschef weigerten, an einer Bespre
chung mit der Beschwerdeführerin teilzunehmen. Sie hätten bereits unendlich
viel Zeit aufgewendet, um mit ihr zu reden, aber
es
sei hoffnungslos. Wegen ihrer
paranoiden
Wahrnehmung könne sie komplexe Situationen gar nicht
erfassen
. Inhalt
l
ich bleibe sie wie festgeleimt an ihrer Sicht der Dinge kleben, es sei unmöglich, ihre Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Zu jeder Sitzung sei sie
verspätet
gekommen, habe eine Trinkflasche aus
g
epackt und erst ein wenig genuckelt. Zur
e
chtweisungen habe sie als ungehörige Kontrolle empfunden. Verantwor
t
u
ng
, die man gerne an sie delegie
rt hätte, habe sie aufgrund ihres
R
e
alitätsverlu
s
tes nicht tragen können. Schrif
t
li
c
he Berichterstattung habe sie abgelehnt
,
weil
aus ihrer Sic
ht ineffizient. Da
f
ür habe sie si
c
h umgehend gleich bei drei in
t
ernen Führungsseminaren angemeldet. Die Lohnfrage
sei
ein
Dauer
brenner gewesen, obwohl sie mehr als
vergleichbare
Kandidaten
erhalten habe. Man habe
s
ich halt von der fachlichen Kompetenz der Beschwerdeführerin sehr viel versprochen.
S
eit Anstellung
s
beginn ha
b
e sie Ausnahmeregelungen für ihre Ferien- und Arbeitszeit verlangt, z.B. über
Mi
tt
ag Sport treiben und erst um 17
Uhr weiterarbeiten. Sie habe auf niem
a
nden im Team Rücksicht genommen.
Die Beschwerdeführerin habe die Gründe für den Verlust des Arbeitsplatzes nicht begreifen können. Das Projekt sei schlecht gewesen, der X und Y hätten es ver
masselt, es sei Mobbing gewesen, wie könne sie
künftig
erkennen, ob der Chef etwas taugt oder nicht. Die Beschwerdeführerin habe es abgelehnt, zuerst die
gesundheitliche
Si
tu
ation durch Intensivierung der Psychotherapie zu verbessern und parallel dazu in eine
m geschützten Rahmen die sozial
en Fähigkeiten zu über
prüfen. Sie habe lediglich Kaderstellen gesucht, obwohl sie wenig substantielle Erfahrung habe. Sie sehe sich als Kapazität und wegen ihrer überdurchschnittli
chen Fachkompetenz überall in der Lage, den Kern einer Aufgabe zu erfassen. Die IV-Stelle habe sich ausserstande gesehen, die Beschwerdeführerin für die Politik der kleinen Schritte zu gewinnen. Wenn es um ihre Zukunftspläne gehe, sei alles bisher Diskutierte vergessen (Schlussbericht vom 1
7.
März 2003,
Urk.
7/13/1-2).
In
den
Protokolleinträgen vom 2
2.
Dezember 2010 und 1
2.
Januar 2011 (
Urk.
7/61/7-8) hielt die Beschwerdegegnerin fest, ein Professor an der Universität
Y._
habe sich bereit
erklärt
, ein Arbeitstraining für die Beschwerdeführerin durchzuführen. Der Arbeitgeber habe grosses Interesse für die Art der Wiederein
gliederung eines Menschen mit gesundh
eitl
i
c
hen Einschränkungen ge
z
ei
g
t. In ihrer Stellung
n
ahme habe die Beschwerdeführerin
darauf hingew
i
e
sen, dass sie zurzeit w
ä
h
r
end ca. 46 Stunden pro Woche mit dem Aufbau ihrer Gesun
d
h
e
it beschäftigt sei. Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
entspreche nicht der Rea
l
ität. Sie
habe sehr viel Bedenken zur Ums
e
tzung der Wiedereingli
e
de
r
u
ngs
str
ategie und sich in der Folge we
nig motiviert gezeigt, ihre beru
f
liche Wieder
einglie
de
rung anzugehen. Die Beschwerdeführerin
sei der Ansicht, dass
ihre gesundheitliche
Rehabilitation
erste Priorität habe und sie diese
s
Vorgehen zu stark unter Druck setze. Diese Aussagen hätten beim Arbeitgeber grosses Unver
ständnis ausgelöst, zumal sich die Beschwerdeführerin beim Vorgespräch im Dezember 2010
noch
motivierter, interessierter und kooperativer gezeigt habe. Der Arb
e
itgeber habe
u
nmissverständlich mitgeteilt, dass er unter diesen
Umstän
den
nicht bereit sei
,
sich für eine Arbeitsintegration einzusetzen
, da er befürchte, während eine
s
A
r
beitsversuches
zu viel
Grundlagenarbeit
bezüglich Arb
e
itshal
tung
und
Motivation übernehmen zu müssen.
Im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
Mai 2011 (
Urk.
7/79) wurde festgehalten, dass das Gespräch mit der Beschwerdeführerin schwierig sei. Sie habe eine spezielle Art zu kommunizieren. Sie sei sehr sprunghaft und auf jede Aussage, auf jede Argumentation und auf jede Feststellung komme ein wenn, aber, und, sowieso und überhaupt. Sie sei auf ihre gesundheitliche Problematik fixiert und g
ebe sich stark selbstlimitieren
d
.
Sie s
ei auf ein verständnisvolles, geduldiges und sozialkompetentes Umfeld angewie
sen,
was die sprunghafte und schwer
nachvollziehbare Be
r
ufsbiographie mit vielen Stellenwechseln erklären könnte.
5.3.4
Diese Gegebenheiten untermauern die Einschätzung der
A._
-Ärzte, welche die Arbeitsfähigkeit hauptsächlich aufgrund der verminderten sozialen Fä
higkeiten als eingeschränkt
, eine autonome Tätigkeit ohne externe Strukturierung indes als möglich erachteten. Keiner Rückmeldung der Arbeitgeber ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin fachlich überfordert gewesen wäre, wobei die gestellten Aufgaben allesamt als adäquat erscheinen und nicht davon auszugehen ist, dass
diese ausserordentliche Fähigkeiten
voraussetzten.
Dass die Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit aus fachlicher Sicht nicht ausüben könnte, ist nicht anzunehmen. Ihr Hauptdefizit bezieht sich auf die Interaktion mit ihrer Umgebung, welche sie praktisch ignoriert
oder in eine Kon
frontation verwickelt
, so
bald
diese nicht ihren subjektiven Vorstellungen nach
lebt. Die Einschränkung auf Arbeiten, welche in selbständiger Weise ohne grossen Aussenkontakt zu erledigen sind, entspricht genau diesem Persönlichkeitsdefizit der Beschwerdeführerin.
Dass sie einem Arbeitgeber gar nicht mehr zumutbar wäre, ergibt sich demgegenüber nicht aus den Akten.
Gerade in ihrem Fachbe
reich - mathematische und statistische Grundlagenarbeit - erscheint sie als
geeignet
, solche selbständigen Arbeiten zu erledigen
. Tätigkeiten ohne grosse Interaktion mit anderen Personen sind damit durchaus denkbar im Sinne der von de
n Gutachtern genannten Projekte
mit kürzeren Laufzeiten und ohne Arbeiten in einem Team.
Dass die Gutachter
aufgrund
der narzisstischen Anteile Schwierigkeiten sahen, die Beschwerdeführerin an entsprechende - allenfalls inadäquat erlebte -
Ange
bote heran
zuführen, ändert hieran nichts.
Diesen Vorbehalt äusserten sie mit Blick auf die intellektuellen Anforderungen einer Verweistätigkeit, welche die Beschwerdeführerin allenfalls als unangepasst
befinden
könnte.
Soweit eine ent
sprechende Tätigkeit aber eine gewisse Herausforderung beinhaltet, dürften
sich solche Schwierigkeiten vermeiden lassen.
5.3.5
In diesem Sinne ist denn auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter zu interpretieren. Die Defizite beschlagen die Interaktion sowie das Arbeitstempo (bei leichten neuropsychologischen Defiziten), nicht aber das intellektuelle Leis
tungsniveau. Wenn die Gutachter den bisherigen Beruf als Ökonomin als nicht (mehr) zumutbar erachteten, gründet dies auf der Vorstellung
eines zwingenden dauernden Kontaktes mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten.
Weshalb dies in der von der Beschwerdeführerin bekleideten Sparte zwingend der Fall
sein soll, ist nicht erkennbar und gründet nicht in einer
mediz
i
nischen
Überlegung, sondern einem Bild
des Tätigkeitsprofils. Dieses ist als Ökonomin indes breit, wie es auch die ausgeübten Tätigkeiten der Beschwerdeführerin gezeigt haben.
5.3.6
Daraus ergibt sich, dass
die
Festlegung des Invalideneinkommens
im Bereich des Anforderungsniveaus 3 durch die Beschwerdegegnerin als wohlwollend zu bezeichnen ist. Der Beschwerdeführerin wäre es aufgrund der
medizinischen
Einschätzung ohne weiteres möglich, nicht nur selbständige und qualifizierte, sondern wohl gar höchst anspruchsvolle und schwierigste Arbeiten zu verrichten.
Allerdings ist es nachvollziehbar, dass die Einschränkung auf sozial nicht for
dernde Tätigkeiten die im höchsten Segment zu erzielenden Löhne nicht zulässt. Weiter führen die leichten neuropsychologischen Defizite zu einer langsameren Arbeitsweise, weshalb (unter anderem) die Arbeitsfähigkeit nur noch 50
%
beträgt. Die Schwierigkeit in der Praxis wird wohl sein, dass das Finden einer Stelle mit höchsten intellektuellen Anforderungen in einem Teilzeitpensum - unter Hinweis auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sowie die Sozialunver
träglichkeit - schwierig sein dürfte.
5.3.7
Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte erscheint das Vorgehen der Beschwer
degegnerin als korrekt, das Invalideneinkommen gestützt auf die identischen Tabellenwerte bei vermindertem Anforderungsprofil zu berechnen. Dieses Ergeb
nis ist bei einer Differenz der Löhne von 29
%
für die Beschwerdeführerin namentlich günstiger, als wenn man auch für das Invalideneinkommen das medi
zinisch mögliche Anforderungsni
v
e
au 1 und 2 nehmen und einen Abzug vom Tabellenlohn wegen den multiplen Einschränkungen (gar im maximal mög
lichen Umfang von 25
%
) gewähren würde.
Ein Abstellen auf das geringste Kompetenzniveau (
Urk.
16 S. 12
Ziff.
25)
im Sektor Dienstleistungen
rechtfertigt
sich bei dieser Sachlage nicht,
verfügt doch die Beschwerdeführerin über weitergehende Kenntnisse, welche sie auch durchaus verwerten kann.
5.4
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich wurde im
Übrigen
nicht beanstandet
und gibt auch zu keinen Bemerkungen Anlass. Festzuhalten ist diesbezüglich, dass sich bei Abstellen auf das Anforderungsni
veau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) kein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, weil die Defizite
durch
die qualifizierte Einsetzbarkeit der Beschwer
deführerin auf
gewogen werden
.
6.
6.1
Bei dieser Ausgangslage resultiert
sechs Monate nach der Anmeldung vom August 2010 (
vgl. hierzu
Urteil
des Bundesgerichts
9C_463/2014
vom
9
.
Septem
ber
2014
E. 3.2) ein Invaliditätsgrad von 64
%
und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung
ab
1.
Februar 201
1.
6.2
6.2.1
Ab Februar 2012 reduzierte die Beschwerdegegnerin die laufende Dreiviertels- auf eine halbe Rente unter Hinweis auf ein effektiv erzieltes Einkommen (Februar bis Juli 2012
Fr.
34'576.--, August bis Dezember 2012
Fr.
27'884.--). Ab Januar 2013 hob sie die Rente auf, da bei einem effektiv erzielten Einkommen von
Fr.
38'374.-- für die Periode Januar bis Mai 2013 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20
%
resultiere.
6.2.2
Nach der Rechtsprechung
ist
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens - auch im Revisionsverfahren nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG - primär von der beruflich-erwer
blichen Situation auszugehen
, in welcher die versicherte Person konkret steht. Erzielt sie nach Eintritt der Invalidität tatsächlich Einkommen, ist dieses als Invalidenlohn anzurechnen, sofern das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen erscheint, mithin keinen Soziallohn darstellt, und es im Rahmen eines besonders stabilen Arbeitsverhältnisses sowie unter zumutbarer voller Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit erzielt wird
(Urteil des Bundes
ge
richts 8C_90/2011 vom
8.
Aug
ust 2011 E.
5.2 unter Hinweis auf BGE 135 V
297 E. 5.2).
6.2.3
Bei den von der Beschwerdeführerin innegehabten Stellen kann weder von besonders stabilen Verhältnissen gesprochen werden noch von der zumutbaren Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit.
Die Anstellung bei der
Hochschule O._
ab Februar 2012
war ei
n Versuch, als Dozentin für Makr
oökonomie
Fuss
zu fas
sen, wobei nach einer Reduktion des Pensums es nach drei bis fünf Wochen zum vollständigen
Abbruch kam (
Urk.
7/176/12)
. Es handelte sich um eine befristete Anstellung, wobei die Beschwerdeführerin danach keinen neuen Vertrag
erhielt, obwohl eigentlich eine langfristige Anstellung Ziel gewesen wäre (
Urk.
7/122/3). Auch die Anstellung im Finanzdepartement des Kantons
P._
, welche sie im Anschluss ab August 2012 annahm, war befristet (
Urk.
7/160/1). Dort erbrachte sie - nach eigener Einschätzung - eine Leistung von 10-15
%
statt im Rahmen des ausgeübten Pensums von 60 bis 70
%
(
Urk.
7/176/12). In den Monaten November 2011 bis Februar 2012 fiel sie vollständig aus.
Bei diesen Verhältnissen kann nach der dargelegten Rechtsprechung das erzielte Einkommen nicht als Invalideneinkommen angerechnet werden und liegt damit kein Revisionsgrund vor mit der Folge, dass die Beschwerdeführer auch über Februar 2012 hinaus weiterhin Anrecht auf eine Dreiviertelsrente hat. Vorbehal
ten bleibt eine Kürzung bei einer allfälligen Überentschädigung.
In diesem Umfang ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen
.
6.3
Aufgrund der im Rahmen der Re-Operation der Schulter eingetretenen vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit ab 2
8.
Mai 2013 resultiert ein Invaliditätsgrad von 100
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente ab
1.
August 2013 (
Art.
88a
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
6.4
Nach der Rehabilitationsphase gewann die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar
201
4
wieder ihre 50%ige Arbeitsfähigkeit zurück (
Urk.
7/
176/29 und
Urk.
7/176/58). Damit ist die Rente ab
1.
April 2014 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) wieder auf eine Drei
viertelsrente herabzusetzen.
7.
7.1
Die
Gerichtskosten
sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens
- überwiegendes Unterliegen der Beschwerdeführerin -
sind
sie
ihr zu 4/5 und der Beschwerdegegnerin zu 1/5 aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss
steht der
Beschwerdeführer
in
eine reduzierte Prozessentschädi
gung
zu
(§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer), welche
mit
Fr.
7
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt)
zu
bemessen ist.