Decision ID: c14a6e52-c28d-4a43-b7f2-ba1f71602dc0
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1992 geborene
X._
war seit 6. August 2012
, zuletzt als stellver
tretende Filialleiterin,
bei der
Y._
AG angestellt
(
Urk.
9/8, 9/10, 9/12)
.
A
m 14. Mai 2021
wurde sie M
utter einer
Tochter
(
Urk.
9/39)
.
Am 27. August 2021 kündigte sie das Arbeitsverhältnis auf
Ende des Mutterschaftsurlaubes per
2. Sep
tember 2021 (
Urk.
9/14
)
.
Am
31. August 2021 meldete sich die
Ver
sicherte beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am
2. September 2021
ab dem
3. September 2021
die Ausrich
tung von Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
9/1, 9/5
).
Nach Abklärungen zu den Kündigungsgründen (
Urk.
9/4 ff., 9/19
f
.
, 9/21 f., 9/23 f., 9/25 f.
) stellte die
Unia
Arbeitslosenkasse die Versicherte mit Verfügung vom 3. Januar 2022 (
Urk.
9/27
) wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit mit Wirkung ab 3. September 2021 für 35 Tage in der Anspruchsberechtigung ein.
D
ie von der Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 13. Januar 2022 (
Eingang,
Urk.
9/28
)
wies die Arbeitslosenkasse
am 7. Februar 2022 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 28. Februar 2022 (Poststempel) Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Einstellungstage (
Urk.
1
und
Urk.
4
). Mit
Beschwerdeantwort
schloss
die Beschwerdegegnerin am 3. Mai 2022 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin mit Verfü
gung vom 5. Mai 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 3
0’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einz
elrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
, in der ab 1.
Juni 2020 geltenden Fassung
).
1.2
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
. a des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Ver
schul
den arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbst
verschul
det, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus auf
gelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert
war
, es sei denn, dass ihr das Ver
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1
lit
. b der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung; AVIV).
1.3
Die Unzumutbarkeit einer Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ist vor dem Hintergrund des Art. 16 Abs. 1 AVIG zu beurteilen, wonach grundsätzlich jede Arbeit zumutbar und unverzüglich anzunehmen ist, es sei denn, einer der in Abs. 2 dieser Bestimmung abschliessend aufgelisteten Ausnahmetatbestände sei erfüllt (BGE 124 V 62 E. 3b). Unter anderem ist danach eine Arbeit unzumutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen, die dem Alter, den persönli
chen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person nicht angemessen ist (Art. 16 Abs. 2
lit
. c AVIG).
Eine Stelle, die der versicherten Person nicht zur Annahme zugemutet werden kann, kann ihr grundsätzlich auch nicht zum Beibehalten zugemutet werden. Art. 16 AVIG ist indes lediglich eine Auslegungshilfe. Massgeblich bei der Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig
keit bleibt Art. 44 Abs. 1 AVIV, welcher Art. 30 Abs. 1
lit
. a AVIG konkretisiert (Urteil des Bundesgerichts C 348/00 vom 21. Februar 2001 E. 2c-d). Insbesondere ist die Zumutbarkeit zum Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz strenger zu be
urteilen als die Zumutbarkeit zur Annahme einer
neuen Stelle (BGE 124 V 234 E.
4 b/
bb
mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 8C_1021/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2.2; vgl. auch ARV 1989 Nr. 7 S. 89 E. 1a; vgl. auch Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern und Stuttgart 1987,
Rz
14 zu Art. 30).
Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vor
ge
setzten oder Arbeitskollegen können grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses begründen. Belegt die versicherte Person allerdings durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel), dass ihr die Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen
ist
, ist grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen auszugehen (BGE 124 V 234 E. 4b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 8C_513/2018 vom 7. November 2018 E. 2.2, 8C_943/2012 vom 13. März 2013 E. 2).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel
schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt nach Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, wenn die versi
cherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zu
sicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben (
lit
. a) oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (
lit
. b). Liegen besondere Umstände im Einzelfall vor, kann dieser Rahmen unterschritten werden. Vorausgesetzt ist dabei ein entschuldbarer Grund, der - ohne zur Unzumutbarkeit zu führen - das Verschulden als lediglich mittel
schwer oder leicht erscheinen lässt. Dieser kann die subjektive Situation der betroffenen Person (etwa gesundheitliche Probleme, familiäre Situation, Reli
gi
ons
zu
gehörigkeit) oder eine objektive Gegebenheit (zum Beispiel die Befristung der Stelle) beschlagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_24/2021 vom 10. Juni 2021 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 125 E. 3.5, vgl. auch Urteil des Bundesge
richts 8C_342/2017 vom 28. August 2017 E. 4.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass
der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses unbe
strittenermassen keine nachfolgende Stelle zugesichert gewesen
sei
. Was die Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Arbeitsstelle angehe,
so hätte von der Beschwerdeführerin erwartet werden können, dass sie sich während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt rechtzeitig
um
eine Anschlusslösung, intern oder extern,
kümmere
, so dass sie nach dem Mutters
chaftsurlaub lückenlos
die
(
Weiter
-)A
rbeit bei der
Y._
AG zu den gewünschten neuen Anstellungs
bedingungen oder bei einer externen, favorisierten Stelle
hätte
aufnehmen können.
Die
Y._
AG habe angegeben, dass es möglich gewesen wäre, dass die Beschwerdeführerin ihre Funktion als stellvertretende Filialleiterin hätte abgeben und zu einer Filiale in
der
Nähe
ihres Wohnortes
und zu den von ihr gewünschten Zeiten
hätte
wechseln können.
Folglich habe die Beschwerdeführerin ihre Arbeitslosigkeit selbst verschuldet und sei in der Anspruchsberechtigung einzu
stellen.
Die Einstellungs
dauer von 35
Tagen
berücksichtige mildern
d
die persön
lichen Umstände der Beschwerdeführerin und erschwerend, dass sie di
e
Kündi
gungsfrist nicht eingehalten habe
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor,
dass sie ihrer ehemaligen Arbeit
geberin nicht mehr vertraue. Es treffe nicht zu, dass ihr angeboten worden
sei
, gemäss ihren Wünschen zu arbeiten. Zudem habe ihre Arbeitgeberin ihr bestätigt, dass sie auf die Kündigungsfrist verzichte. Dass sie nun
kein Geld
erhalte
, obwohl dies nicht abgeklärt sei,
fände sie nicht richtig
(
Urk.
1).
3.
3.1
Es ist unstrittig und ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin ab dem 6. August 2012 bei der
Y._
AG
angestellt war und
sie
dieses Arbeitsverhältnis am 27. August
2021
ohne Einhaltung der zweimonatigen Kündigungsfrist auf Ende des Mutterschaftsurlaubes per 2. September 2021 kündigte, ohne dass ihr in diesem Zeitpunkt eine andere Stelle zugesichert gewesen wäre (
Urk.
1,
2
, 9/14, 9/26
).
Im Folgenden ist deshalb zu prüfen,
ob ihr ein Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle bis zum Auffinden einer neuen Stelle zumutbar gewesen wäre.
3.2
Die Arbeitgeberin gab am 28. Dezember 2021 zuhanden der Arbeitslosenkasse an, dass die Beschwerdeführerin
geäussert
habe, die Funktion als stellvertretende Filialleiter
i
n abgeben und zu reduzierten Zeiten
(abends)
arbeiten zu wollen. Sie hätte
auch
die Filiale wechseln und näher an ihrem Wohnort in
A._
arbeiten
können
. Nach der Geburt ihres Kindes habe sie sich dann aber dagegen entschie
den (
Urk.
9/26).
Die Beschwerdeführerin macht
e
dies
bezüglich geltend,
dass sie einen Monat oder noch später nach der Geburt ihrer Tochter ein Gespräch mit dem Verkaufsleiter betreffend
ihrer Rückkehr
gehabt habe. Sie habe angefragt, ob sie jeweils abends ab 18 Uhr arbeiten könne, weil dann ihr Mann die Kinder
betreuung übernehmen könne. Der Verkaufsleiter habe dies verneint. Daraufhin habe sie zuerst zugewa
rtet und später versucht, ihn
und
-
nach seinem Weggang – die Personalleiterin zu kontaktieren. Am 27. August 2021 sei es dann
schliess
lich
zu einem Telefongespräch gekommen, anlässlich welchem ihr die Personal
leiterin
mitgeteilt
habe, dass sie
sie
in einer näheren Filiale einsetzen könne. Die
Be
schwerdeführ
er
in habe dies jedoch nicht geglaubt, weil sie bereits seit Jahren vergeblich um eine Versetzung gebeten habe
und
der
Y._
AG
aufgrund ihrer Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr vertraue.
Wenn die Arbeitgeberin sie zu ihren gewünschten Arbeitszeiten in
A._
einstellen würde, würde sie gerne wieder dort arbeiten
(
Urk.
1, 9/28).
3.3
Hinsichtlich der Ausführungen, wonach die Beschwerdeführerin der
Y._
AG nicht mehr vertraut habe, ist anzumerken, dass selbst ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschie
denheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen zu keiner Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses führen. Gesundheit
liche Folgen einer unzu
mutbaren Tätigkeit wären mit einem ärztlichen Zeugnis zu belegen; zudem wird bei der Frage der Unzumutbarkeit generell ein strenger Massstab angelegt.
3.4
Dies gilt insbesondere auch bei den persönlichen Verhältnissen,
wozu rechtspre
chungsgemäss auch familiäre Umstände einschliesslich Betreuungspflichten gehören und
welche bei der Beurteilung, ob eine Arbeit zumutbar ist, relevant
sind
(Art. 16 Abs. 2
lit
. c AVIG; Urteil des Bundesgerich
ts C 10/01 vom 30. Juli 2003 E.
1.2).
So wurde in einem Urteil des Bundesgerichtes
(8C
_958/2008 vom 30. April 2009 E.
4.2)
beispielsweise
selbst ein getrenntes Wohnen
für eine Fami
lie bezüglich eines
vorübergehenden Zeitraum
es
als zumutbar erachtet.
Jedenfalls
hat die versicherte Person
auch in Bezug auf ihre persönlichen Verhältnisse unter Umständen
für eine gewisse Zeit Über
gangslösungen in Kauf zu nehmen.
Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung erfordert gerade im Hin
blick auf die Geburt eines Kindes eine frühzeitige Planung und Organisation, um längerfristig tragfähige Betreu
ungs
strukturen zu gewährleisten.
Insbesondere angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin offenbar bereits in den vergangenen Jahren um eine Versetzung in eine näher zum Wohnort gelegene Filiale ersucht und sich die Arbeitgeberin dabei wenig flexibel gezeigt haben solle (
Urk.
9/28
),
hätte es sich deshalb aufgedrängt,
sich möglichst frühzeitig
– bereits während der Schwangerschaft und anschliessend während dem gesetzlichen Mutterschaftsurlaub –
um eine Anschlusslösung zu kümmern, sei dies bei dersel
ben oder einer anderen Arbeitgeberin. Dass die Beschwerdeführerin
erst
(
über
)
einen Monat nach der Geburt
ihres Kindes
das Gespräch
mit der Arbeitgeberin
gesucht
und
nach einem ersten erfolglosen Versuch
vorerst
zu
gewartet haben soll
(Urk. 9/28)
, ist diesbezüglich nicht nachvollziehbar.
Zudem wäre es gemäss
der unbestritten gebliebenen Aussage der ehemaligen Arbeitgeberin
für die Beschwerdeführerin
möglich gewesen,
näher an ihrem Wohnort in
A._
eingesetzt zu werden (
Urk.
9/26, 9/28), wobei festzuhalten ist, dass
selbst
die Distanz zwischen B._
und
A._
nicht
unzumutbar
weit
gewesen
wäre
.
Ob dieses Angebot der Arbeitgeberin vor der Geburt oder tatsächlich erst am 27. August 2021 gemacht
worden war
und ob es sich nur auf den Arbeitsort oder auch auf reduzierte Arbeitszeiten in den Abendstunden bezog
en hatte
, lässt sich
gestützt auf die Akten nicht abschliessend
feststellen
.
Jedenfalls wäre es der Beschwerdeführerin
aber
zumutbar gewesen, nach diesem Einlenken der Arbeit
geberin weiter zu verhandeln beziehungsweise sich das Ergebnis per E-Mail bestätigen zu lassen, anstatt am 27. August 2021 die Kündigung auszusprechen, weil sie offenbar nicht an
die Zusage der Arbeitgeberin
geglaubt
habe
und nur wenig Zeit zur Verfügung gestanden habe
(
Urk.
1
, 9/28
)
.
Im Rahmen der Scha
denminderungspflicht wäre
sodann
auch eine – zumindest vorübergehende –
externe
Kinderbetreuung in Frage gekommen. Unbestrit
ten ist, dass die Kinder
betreuung unter Beibehaltung einer beruflichen Tätigkeit eine zeitliche und finanzielle Herausforderung darstellt. Die entsprechenden Mehraufwendungen sind aber nicht im Rahmen der Arbeitslosenversicherung versichert und führen nicht zur Unzumutbarkeit einer Tätigkeit.
Auch machte die Beschwerdeführerin nicht geltend,
keine externe Lösung gefunden zu haben.
Und schliesslich geht
aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin ab dem 8. Februar 2022
sogar Arbeit in
eine
m
100%
-Pensum
suchte
(
Urk.
9/31, 9/34).
In Würdigung der gesamten Umstände wäre es der Beschwerdeführerin
folglich
zuzumu
ten gewesen, ihre bisherige Arbeitsstelle, zumindest bis zum Auffinden einer besser geeigneten Tätigkeit, per
3. September 2021
wieder anzutreten
.
Der Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosig
keit gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
a AVIG ist demzufolge erfüllt, weshalb die Beschwerdeführerin zu Recht in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
4.
Zu überprüfen bleibt die Dauer der Einstellung. Wurde - wie vorliegend - eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben, gelangt wie bereits erwähnt grundsätzlich Art. 45 Abs. 4 AVIV zur Anwendung, der vom Vor
liegen eines schweren Verschuldens aus
geht, wofür Art. 45 Abs. 3
lit
.
c AVIV eine Einstellungsdauer von 31 bis 60 Tagen vorsie
ht (vgl. E.
1.4).
Die Beschwerdegegnerin hat den persönlichen Umständen sowie der geltend gemachten Arbeitsplatzsituation der Beschwerdeführerin
als mildernden Fakto
ren
, ebenso aber auch
der
Nichteinhaltung der K
ündigungsfrist als erschweren
dem
Faktor
Rechnung getragen, indem sie von einem
schweren Verschulden im unter
en Bereich ausging und eine Einstellung in
der Anspruchsberechtigung für 35
Tage anordnete. Bei der Über
prüfung der Angemessenheit der Einstellungs
dauer ist der Grundsatz zu beachten, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund - namentlich ein im Verwaltungsverfahren noch unbeachtet gebliebener Umstand - an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (Urteil des Bundesgeri
chts C 23/07 vom 2. Mai 2007 E.
2). Ein
solcher triftiger Grund
, weshalb von der nachvollziehbar begründeten Ermessensaus
übung der Verwaltung abzuweichen und von einem leichteren Verschulden auszugehen ist, ist weder ersichtlich noch geltend gemacht.
5.
Aufgrund des Gesagten erweist sich der
Einspracheentscheid
vom
7. Februar 2022
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.