Decision ID: b977cdcb-f697-49d0-8698-0902a70c5aa3
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
X._
AG ist im Bereich Fassadendämmsysteme und Gipserarbeiten tätig (
Urk.
10/4). Seit dem
1.
Juni 2013 ist das Personal der
X._
AG bei der Suva gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (
Urk.
10/6-7,
Urk.
10/9 S. 3).
Nach de
r
Betriebs
revision für die Periode 2013 bis 2015 (
Urk.
10/75-
82)
forderte die Suva
aufgrund ihrer Qualifikation
von
in der Buchhaltung der
X._
AG erfasste
n
Ent
schädigungen
für Fremdarbeiten als prämienpflichtige
n
Lohn (
Urk.
10/76
, vgl.
Urk.
10/226 S. 3-5, S. 9
)
von der
X._
AG
am 1
5.
November 2016
Prämien in der Höhe von total
Fr.
27'368.80 nach (
Urk.
10/87-89).
Am
5.
Februar 2020 begab sich der Revisor der Suva für die Revision der Kontroll
periode 2016 bis 2018
in die Räumlichkeiten
der
X._
AG (
Urk.
10/219 S. 1)
. Die Revision vor Ort musste wegen fehlenden und sehr mangelhaften Unterlagen abgebrochen werden (
Urk.
10/261 S. 1). Auf Aufforderung des Revisors hin sandte
ihm
die
X._
AG in der Folge diverse
B
uchhaltungsu
nterlagen
zu
(
Urk.
10/
226
,
Urk.
10/
227
,
Urk.
10/234
,
Urk.
10/240
S. 10-15
)
.
Dazu gehörte ein Kontoblatt, worin
hohe Bar
auslagen
für
Fremdarbeiten verbucht
waren
(
Urk.
10/226
S. 15, S. 21,
S.
23).
Mit
ihren
E-Mail
-Nachrichten
vom
5.
Mai 2020
liess
die
X._
AG dem Revisor diverse Quittungen für Barzahlungen zu
kommen
(
Urk.
10/243 S. 1
,
Urk.
10/244 S. 1
,
Urk.
10/245 S. 1
,
Urk.
10/246 S. 1
).
Darunter
befanden sich Quittungen für Bar
zahlungen an
die
N._
GmbH in de
n
Zeitperiode
n 2
1.
Juli bis 2
3.
Dezember 2014 (
Urk.
10/243 S. 7-22), 1
5.
Januar
bis
2
1.
Dezember 2015 (
Urk.
10/243 S. 23-46)
,
2
1.
Janua
r bis
2
0.
Dezember
2016 (
Urk.
10/243 S. 2-5
,
Urk.
10/244 S. 2-
20
)
und 2
0.
Januar bis 2
7.
April 2017 (
Urk. 10/244 S. 21-25). Die Gesellschaft legte zudem
Quittungen
für Barzahlungen
an die
Y._
GmbH für die Zeitperioden vom
5.
Mai bis 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
10/244 S. 26-32)
und
7.
bis 2
8.
Juli 2017 (
Urk.
10/245 S. 2-5)
,
an die
Z._
GmbH für die Zeitperiode vom
3.
bis 3
0.
Juli 2017 (
Urk.
10/245 S.
6-10)
und erneut
an die
Y._
GmbH für die Z
eitperiode
vom
7.
August 2017 bis 3
0.
April 2018 (
Urk.
10/245 S. 11-49)
auf. Sie reichte sodann
Quittungen
für Barzahlungen
an
die
A._
GmbH
für die Zeitperiode vom
2.
Mai bis 2
8.
September 2018
(
Urk.
10/2
45 S.
5
0-
56,
Urk.
10/246 S. 2-12
)
, an die
Y._
GmbH für die Zeitperiode vom
8.
bis 3
0.
Oktober 2018
(
Urk.
10/24
6
S.
13-15
)
und schliesslich
wiederum an die
A._
GmbH für die Zeitperiode vom
9.
November 2018 bis 3
1.
Dezember 2018
(
Urk.
10/
246
S.
16-25
)
ein
.
In der Folge
bat die Suva die
X._
AG a
m
1.
September 2020 um
Erläuterungen
zu den
Bar
zahlungen an die
Y._
GmbH, die
Z._
GmbH und die
A._
GmbH (
Urk.
10/251).
Die
X._
AG liess sich dazu am
3.
September 2020 vernehmen (
Urk.
10/252).
Nach Abschluss der
Revision
mit Bericht
vom 4. November 2020 (Urk. 10/261-264)
stellte
die Suva der
X._
AG
a
m 6. November 2020 für die Jahre 2017 und 2018 zusätzliche Prämien in der Höhe von total Fr. 135'955.60
in Rechnung
(Urk. 10/267). Die
X._
AG erhob mit einer vom 20. November 2020 datierenden Eingabe «Einsprache gegen die Revision der Jahre 2016-2018» (Urk. 10/269 S. 1-2). Die Suva wies die Einsprache mit
Ein
sprache
entscheid
vom 12. März 2021 ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob die
X._
AG am 15. April 2021 Beschwerde beim Sozial
versiche
rungsgericht (Urk. 1).
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerde
ant
wort vom 30. Juni 2021 Abweisung der Besch
werde (Urk. 8, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 9/1-10,
Urk. 10/1-315).
2.3
Der Beschwerdeführerin wurde m
it Gerichtsverfügung vom 5. Juli 2021 eine Kopie der Beschwerde
ant
wort vom 30. Juni 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
2
.
4
Mit Eingabe vom
4.
Oktober 2021 ersuchte die von der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich mandatierte Rechtsanwältin Nicole Schneider um Zustellung der Verfahrensakten (
Urk.
14).
2.5
Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2021 wurde der Beschwerdeführerin und ihrer Rechtsvertreterin eine Nachfrist zur Einreichung einer genügenden Vertretungs
vollmacht angesetzt, weil
die mit Eingabe vom
4.
Oktober 2021 aufgelegte Voll
macht nicht wie behauptet von
B._
, dem einzigen Mitglied des Ver
wal
tungsrates der Beschwerdeführerin, unterzeichnet
war
(
Urk.
16).
2.6
Nachdem
die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine genügende Vertre
tungs
vollmacht aufgelegt hatte (
Urk.
19), wurden ihr antragsgemäss die Verfah
rens
akten zur Einsicht zugestellt.
2.
7
In der Folge stellte die Beschwerdeführerin m
it Eingabe vom 16. November 2021 die folgen
den Rechtsbegehren (Urk. 23 S. 2):
«
1.
Es sei die Rechnung nach Revision 01.01.2017 - 31.12.2018 vom 6. Novem
ber 2020 sowie der Einsprache-Entscheid vom 12. März 2021 der Beschwer
degegnerin vollumfänglich aufzuheben.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.»
In prozessualer Hinsicht beantragte sie, dass
C._
,
D._
und
E._
zu befragen seien, eventualiter seien sie zum vorliegen
den Verfahren als
Verfahren
spartei beizuladen (Urk. 23 S. 3).
2.
8
Mit Gerichtsverfügung vom
2.
Dezember 2021
(Urk. 25)
wurde
der Antrag der Beschwerde
führerin vom 16. November 2021 auf Beiladung von
C._
,
D._
und
E._
zum vorliegenden Ver
fahren abgewiesen. Dies blieb unangefochten.
Mit derselben Verfügung wurde der
Beschwerdegegnerin
j
e eine Kopie der Ein
gabe der Beschwerdeführerin vom 16. November 2021 (Urk. 23, Beschwerde
ant
wort) sowie deren Beilagen (Urk. 24/A1-A6) zugestellt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass die Beschwerdegegnerin der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, am
5.
November 2020 mitgeteilt hat, dass die Beschwerdeführerin über AHV-pflichtige Löhne in der Höhe von
Fr.
68'523.-- (2016),
Fr.
457'310.-- (2017) und
Fr.
1'106'615.-- (2018) nicht abgerechnet habe. Gestützt darauf forderte die Ausgleichskasse von der Beschwerdeführerin mit Nachzahlungsverfügungen vom 3
0.
Dezember 2020 für die Beitragsjahre 2016 und 2017 zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge und Verwaltungskosten in der Höhe von
Fr.
9'636.05 (2016) beziehungsweise
Fr.
64'766.50 (2017) sowie Ver
zugszinsen. Für das Jahr 2018 stellte sie sodann mit der Revisionsrechnung vom 1
3.
Januar 2021 Sozialversicherungsbeiträge und Nebenkosten in der Höhe von
Fr.
156'724.35 in Rechnung (
Urk.
5/
357-
361
im Prozess Nr. AB.2021.00078
). Die dagegen von der Beschwerde
führerin am 2
8.
Januar 2021
erhobene Einsprache
wies die Ausgleichskasse mit
Einsprache
entscheid
vom 2
7.
Juli 2021 ab (
Urk.
2
im Prozess Nr. AB.2021.00078
).
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob die Beschwerdeführerin am 13. Septem
ber 2021 Beschwerde beim Sozialver
siche
rungsgericht
. Die Beschwerde ist Gegenstand des Verfahrens Nr. AB.2021.0007
8.
Sie wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 1a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(
UVG
)
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer obligatorisch unfallver
sichert. Als Arbeitnehmer im Sinne des Gesetzes gilt, wer eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
ausübt (Art. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
, vgl.
Art.
5 und 12 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senen
versicherung
, AHVG, sowie
Art.
6 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV).
1.2
Gemäss
Art.
10 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
siche
rungsrechts (ATSG)
gelten als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Personen, die in unselbständiger Stellung Arbeit leisten und dafür Lohn nach dem jeweili
gen Einzelgesetz erhalten. Nach der Rechtsprechung ist als Arbeitnehmer gemäss UVG zu betrachten, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber, mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne
hiebei
ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen. Die Arbeit
nehmereigenschaft ist jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Entscheidend ist dabei namentlich, ob geleistete Arbeit, ein Unterordnungsverhältnis und die Vereinbarung eines Lohnanspruchs in irgendeiner Form vorliegen. Ferner ist zu beachten, dass sich die Frage der Arbeitnehmereigenschaft regelmässig nach der äusseren Erscheinungsform wirt
schaftlicher Sachverhalte und nicht nach allfällig davon abweichenden internen Vereinbarungen der Beteiligten beurteilt
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_97/2013
vom 1
8.
Juni 2013 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen)
.
1.3
Akkordanten
(Subunternehmer) werden gemäss Rechtsprechung und Verwal
tungspraxis in der Regel als Unselbständige qualifiziert (
Urteil
des Bundesgerichts U 298/02 vom
8.
Oktober E. 4.1.3 mit weiteren Hinweisen und
Urteil
8C_
645/2013 vom
5.
Dezember 2013 E. 4.1
;
Randziffer [
Rz
] 4045
der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO,
WML, in der in Jahren 2017 und 2018 gültig gewesenen Versionen;
Rz
4022 in der ab
1.
Januar 2019 gültigen Version der WML).
1.4
Zu berücksichtigen ist sodann
, dass nach der gesetzl
ichen Regelung nur an
Unselbst
ändigerwerbende
massgebender Lohn ausgerichtet werden kann. Ein Arbeitgeber kann dieselbe Arbeit durch eigene von ihm
entlöhnte
Angestellte ausführen
lassen oder damit einen
selbst
ändigerwerbenden
Dritten oder eine juristische Person beauftragen, welche
hiefür
allenfalls eigene Arbeitnehmer ein
setzt. Im zweiten Fall stellt die an den Dritten geleistete Entschädigung für diese Tätigkeit nicht massgebenden Lohn, sondern Einkommen aus selbs
tstän
diger Erwerbstätigkeit beziehungsweise
, im Falle einer juristischen Person, über
haupt kein beitragspflichtiges Einkommen dar
(BGE 133 V 498 E. 5.1)
. Mit einer juris
tischen Person kann demnach kein Arbeitsverhältnis eingegangen werden, woraus massgeblicher Lohn aus unselbständiger Erwerbstätigkeit entrichtet wird. Wurde
zum Beispiel
Arbeit an
eine
GmbH vergeben, ist grundsätzlich nicht die Entschädigung hieraus der Beitragspflicht unterworfen, sondern der Lohn, den die GmbH
an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
ausrichtet
(Urteil des
Bundesgerichts 8C_218/2019 vom 1
5.
Oktober 2019 E. 4.1.1)
.
1.5
S
chliesslich
ist zu beachten, dass
die Organe der AHV (und mit ihnen die anderen Organe der Sozialversicherung) nach der Rechtsprechung des Bundes
gerichts ebenso wenig wie die Steuerbehörden verpflichtet
sind
, die zivilrechtliche Form, in der ein Sachverhalt erscheint, unter allen Umständen als verbindlich anzu
sehen. Dies gilt namentlich dann, wenn ein Umgehungstatbestand vorliegt (BGE
133 V 92 E. 4b mit Hinweisen). Soll ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirk
lichung von Interessen verwendet werden, die dieses Institut nicht schützen will, so liegt Rechtsmissbrauch vor (BGE 127 II 49 E. 5a). In Analogie zu den in der steuerrechtlichen Praxis und Doktrin entwickelten Kriterien liegt eine (rechts
missbräuchliche) Beitragsumgehung vor, wenn - erstens - die von den Beteiligten gewählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich, sachwidrig oder abson
derlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen erscheint, wenn - zweitens - anzunehmen ist, dass diese Wahl missbräuchlich und lediglich deshalb getroffen worden ist, um Beiträge einzusparen, welche bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären, und - drittens - wenn das gewählte Vorgehen, sofern es von den Organen der AHV hingenommen würde, tatsächlich zu einer erheblichen Beitragsersparnis führte (SVR 2002 AHV Nr. 1 S. 1 E. 4, H 20/00; AHI 1998 S. 103, H 116/97 E. 5a mit Hinweisen
; Urteil des
Bundesgerichts 8C_218/2019 vom
1
5.
Oktober 2019 E. 4.2.1
).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen Tatsachen fest. Es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (
§
23
Abs.
1 des Gesetztes über das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVGer
, vgl.
Art.
61
lit
. c ATSG)
.
1.7
Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimm
ter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer beantragter Beweismittel zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung). In einem solchen Vorgehen liegt weder eine Ver
letzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK noch ein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je mit Hinwei
sen).
2.
2.
1
2.1.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
2.
März 2021
(
Urk.
2 S. 4 ff.)
führte die Beschwerdegegnerin in tatsächlicher Hinsicht in Übereinstimmung mit den Akten (Urk. 9/1-10, Urk. 10/1-315)
sowie den im Internet publizierten Auszügen aus dem Handelsregister des Kantons Zürich
aus, dass die Beschwerdeführerin im Zuge der
Betriebsrevision für die Kontroll
periode 2016 bis 2018
mit ihrer E-Mail-Nachricht
vom 1
3.
Februar 2020 (
Urk.
10/226 S. 1)
Auszüge aus dem Konto «4040 Fremdarbeiten» eingereicht habe
(
Urk.
10/226 S.
3 ff.)
. Darin sei eine Barauslage mit Datum vom «2017.07» über
Fr.
94'187.-- verbucht, welche
an die
Z._
GmbH und die «
Y._
GmbH»
bezahlt worden
sei
(
Urk.
10/226 S.
23)
. Mit
E-Mail-
Nachricht vom
5.
Mai 2020
(
Urk.
10/245 S. 1)
habe die Beschwerde
führerin sodann fünf Rech
nungen im Namen der
Z._
GmbH aufgelegt, wonach dieser Gesellschaft im Juli 2017 für «diverse Arbeiten Isolation, vernetzen, Abrieb
,
Maler
arbeiten» insgesamt
Fr.
41'050.-- bar ausgerichtet worden seien
(
Urk.
10/245 S. 6-10)
. Diese Rechnungen würden keine Angaben
zu den
geleiste
ten Arbeitsstunden und bearbeiteten Flächen
enthalten
. Entschädigungen für Material- oder Werkzeugaufwand seien ebenfalls nicht aufgeführt
(
Urk.
10/245 S. 6-10)
. Alsdann seien im Konto «4040 Fremdarbeiten» im Jahr 2017 fünf Bar
zahlungen an die «
Y._
GmbH» verbucht worden
(
Urk.
10/226 S.
23)
.
Im Jahr 2018 seien es zwölf Buchungen mit der Bezeichnung «Barauslagen» gewesen
(
Urk.
10/226
S. 22,
S.
28)
. Auf dem Briefpapier der
X._
AG seien Bar
aus
lagen der
X._
AG von insgesamt
Fr.
416'260.-- im Jahr 2017 und
Fr.
416'739.-- im Jahr 2018 an die
Y._
GmbH quittiert
(
Urk.
10/244 S. 26-32
,
Urk.
10/245 S. 2-5
,
Urk.
10/245 S. 11-49
,
Urk.
10/246 S.
13-15
).
Als Betreff seien auf diesen Quittungen «diverse Projekte und temporäre Ausleihungen»
beschrieben worden. Es gebe keine Werk
bezeichnungen, keine Angaben zu Mas
sen oder Einheiten und keine Entschädigungen für Material- oder Werkzeug
auf
wand
(
Urk.
10/244 S. 26-32
,
Urk.
10/245 S. 2-5
,
Urk.
10/245 S. 11-49
,
Urk.
10/246 S. 13-15
)
. Entsprechende Quittungen seien auch für Bar
zahlungen über
Fr.
689'876.-- an die
A._
GmbH im Jahr 2018 ver
wendet wor
den
(
Urk.
10/245 S. 50-56,
Urk.
10/246 S. 2-12
,
Urk.
10/246 S. 16-25)
.
In einer vom
5.
Mai 2020
datierenden
E-Mail-Nachricht
habe die Beschwer
deführerin
die Verwendung des eigenen Briefpapiers für die Quittungen damit begründet, dass man ja nie gewusst habe, ob die Rechnung auch wirklich komme. Statt blind
drauflos
zu zahlen, habe sie den Subunternehmer immer auf der eigenen Vorlage unterschreiben lassen
(
Urk.
10/246 S. 1)
.
Im Zusammenhang mit ihrer Arbeit
geberkontrolle sei die Beschwerdeführerin
mit E-Mail vom
1.
Septem
ber 2020
(
Urk.
10/251)
aufgefordert
worden, schriftliche Dokumentationen zu den bar be
zahlten Akkordarbeiten aufzulegen, insbesondere Werk- oder Sub
unter
nehmer
verträge mit Haftungsbedingen oder andere schriftliche Dokumen
tationen über die Geschäftsbeziehungen betreffend die
Z._
GmbH, die
Y._
GmbH und die
A._
GmbH
einzureichen
. Des Weiteren sei die Beschwerdeführerin gebeten worden, anzugeben, wer für die Qualität und Aus
führung der Arbeiten verantwortlich gewesen sei, welche Perso
nen (Arbeit
nehmer) die Arbeiten ausgeführt hätten (Personen
liste/Stundenliste) und wer sie angewiesen und bezahlt habe. In ihrer Stellungnahme
vom
3.
September 2020
(
Urk.
10/252)
habe die Beschwerde
führerin ausgeführt, dass sämtliche Komm
uni
kation auf mündlicher Basis erfolgt sei und es keine weiteren Unterlagen geben würde. Die Qualität sei stets von
F._
überprüft wor
den. Danach sei die
Entlöhnung
freigegeben worden. Die Barauslagen seien in der Regel von
B._
oder
F._
ausgerichtet worden. Die Zahlun
gen seien von
D._
entgegengenommen worden. Er habe die Empfangsbelege
unterzeichnet
(
Urk.
2 S. 4)
. Sie (die Beschwerdegegnerin) habe festgestellt
, dass
D._
im Handelsregister nicht als zeichnungs
berechtigte Person für die
Z._
GmbH, die
Y._
GmbH und die
A._
GmbH ein
ge
tragen gewesen sei
(vgl. die
Internet-
Handels
register
auszüge
dieser Gesell
schaf
ten
,
eingesehen
am
9.
Februar 202
2:
Die Handelsregistereinträge der
Z._
GmbH und der
Y._
GmbH sind am 3
0.
Januar 2019 bzw. 3
0.
Septem
ber 2019 gelöscht worden.
Über die
A._
GmbH wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1
7.
November 2020 der Konkurs eröffnet. Das Konkurs
verfahren wurde mit Urteil der Konkursrichterin vom
5.
Januar 2021 mangels Aktiven eingestellt). Mit ihrer
Einsprache vom 20. November 2020
(Urk. 10/269 S. 1-2)
habe die Beschwerde
führerin geltend gemacht, dass
D._
von den Unternehmungen bevollmächtigt gewesen sei. Der Einsprache sei eine Kopie einer Vollmacht im Namen der
Z._
GmbH und zwei identische
Vollmachtsk
opien
im Namen der
Y._
GmbH
beigelegt wo
rden (
Urk. 10/269 S. 3-8
).
2.1.2
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
2.
März 2021
weiter aus
, dass die
Z._
GmbH am 1
8.
November 2011 neu in das Handelsregister eingetragen worden sei (vgl.
Internet-Handelsregister
auszug
). Anlässlich des Pfändungsvollzuges vom
3.
Oktober 2017 durch das Betreibungs
amt Rümlang - Oberglatt habe
G._
, Gesellschafter und Geschäftsführer der
Z._
GmbH, erklärt,
dass abgesehen von den zwei geleasten Fahrzeugen keinerlei Aktiven vorhanden seien
(
Urk.
9/1)
. Die ver
schuldete Gesellschaft sei am 2
0.
November 2017 von
E._
, geboren 1
3.
August 1950, aus
H._
, als einzige eingetragene Person übernommen worden
(
Internet-Handels
register
auszug
,
Urk.
10/
281 S. 1
)
. Am
9.
Januar 2018 habe dieser anlässlich des erneuten Pfändungsvollzuges zu Protokoll gegeben, dass die
schuldnerische
Unternehmung keinerlei Aktiven habe
(
Urk.
9/2)
. Im
Einvernahmeprotokoll
des Konkursamtes Niederglatt vom 1
0.
Oktober 2018
(
Urk.
9/3)
habe
E._
die Aussage unterzeichnet, dass er die Gesellschaft für
Fr.
1'000.-- gekauft habe
(
Urk.
9/3 S. 7)
. Wegen den Schulden sei die
Z._
GmbH unter ihm nie aktiv geworden und er habe keine Buchhaltung geführt. Er sei Geschäfts
führer, habe aber auf Anweisung von
I._
gehandelt
(
Urk.
9/3 S.
7)
. Der Vorgänger sei mit den auf die Gesellschaft einge
lösten Leasingfahrzeugen weitergefahren, bis diese von der Polizei eingezogen worden seien
(
Urk.
9/3 S.
11)
. Die Fragen des Konkursamtes seien für
E._
von der deutschen in die italienische Sprache und seine Antworten von der italienischen in die deutsche Sprache übersetzt worden. Als Übersetzer habe
D._
unter
zeichnet
(
Urk.
9/3 S. 13-14)
.
D._
sei im Juli 2017 weder ein
getragenes Organ der
Z._
GmbH noch von dieser bevoll
mächtigt gewesen. Das mit der Einsprache aufgelegte Dokument vom 2
8.
Novem
ber 2017, wonach
E._
eine Generalvollmacht im Namen der
Z._
GmbH an
D._
ausstelle, betreffe einen späteren Zeitraum (
Urk. 10/269
S. 3-8
). Die Aktenlage ergebe somit keinen Hinweis darauf, dass
D._
im Juli 2017 die
Z._
GmbH durch die Entgegennahme von Bargeld habe verpflich
ten können (
Urk.
2 S. 5-6).
2.1.3
Die
Y._
GmbH sei mit Statutenänderung vom 3
0.
Januar 2016 gegründet worden.
A
m
8.
März 2016
(Tagesregister-Datum)
sei
J._
als eingetragene Person ausgeschieden und die
K._
AG sowie
L._
und
M._
seien eingetragen worden
(
Inter
net-Handelsregisterauszug
)
. Am 1
3.
Juni 2016 sei sie (die Beschwerde
geg
nerin) im Namen der
Y._
GmbH informiert worden, dass keine Arbeitnehmer beschäftigt würden
(
Urk.
2 S. 6)
. Am
7.
April 2017 habe
C._
als einzige eingetragene Person die Gesellschaft übernom
men
(Internet-Handelsregisterauszug)
.
In der Folge sei am
5.
Juni 2018
erstmals
im Handels
register
veröffentlicht worden, dass diese Gesellschaft keine Geschäftstätigkeit und keine verwertbaren Aktiven aufweise
(
Urk.
2 S. 6)
. Nach vielen vergeblichen Ver
suchen, die Versicherungspflicht abzuklären, habe sie
am
7.
September 2018 von einem Herrn
D._
die telefonische Auskunft erhalten, dass die
Y._
GmbH nicht aktiv sei und kein Personal beschäftige. Alle Aktivitäten würden über die
A._
GmbH abgewickelt
(
Urk.
9/4)
. Die
Y._
GmbH habe der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, in den Jahren 2017, 2018 und 2019 keine Löhne
gemel
det (
Urk.
10/283 S. 1
).
Am 3
0.
September 2019 sei die Gesellschaft von Amtes wegen gelöscht worden (Internet-Handelsregisterauszug
)
.
2.1.4
Gemäss Handelsregister sei die
A._
GmbH mit Statutenänderung vom
9.
M
ai 2017 gegründet worden
(Internet-Handelsregisterauszug)
. Im Schreiben vom 1
3.
Juli 2017 hätten sich
J._
und
L._
ihr gegenüber als Geschäftsführer der
A._
GmbH bezeichnet
(
Urk.
9/5)
. Am
4.
September 2017 seien
M._
(Eintritt Juni 2017 und
L._
(Eintritt August 2017) als Arbeitnehmer gemeldet worden. Die Gesellschaft habe bei ihr von Juni bis Dezember 2017 eine Lohn
summe von
Fr.
36'000.-- deklariert
(
Urk.
9/5)
. In der Betriebs
beschrei
bung vom 1
8.
Oktober 201
8 sei
(von einem Herrn
D._
)
für das Jahr 2018 eine Lohnsumme von
Fr.
60'000.-- angegeben worden
(
Urk.
9/8)
. Die Prämien seien jedoch nie bezahlt worden
(
Urk.
2 S. 6)
. Alsdann habe sie die Ausgleichskasse
am 2
9.
Januar 2020
informiert, dass diese Gesellschaft sei
t
dem Jahr 2018 keine Löhne gemeldet habe.
Am 2
6.
November
(richtig:
3.
April)
2018 habe
E._
als einziges eingetragenes Organ die Gesellschaft
übernommen (Internet-Handels
registerauszug)
. Er habe ihr am 2
9.
Oktober 2020 bekannt gegeben, dass er
-
gemäss Absprache
mit Herrn
D._
-
lediglich den Namen für die Firma gege
ben habe
. Er wisse von keinen Geschäften oder Tätigkeiten (
Urk.
9/10
). Zwar habe die Beschwerdeführerin keine entsprechende Vollmacht aufgelegt, gemäss Abklärungsbericht vom 1
8.
Oktober 2018 sei aber ein Herr
D._
im Besitze einer Vollmacht für die
A._
GmbH
(
Urk.
2 S. 7)
.
2.1.5
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass für den Zeitraum, als die entsprechenden Barzahlungen der
X._
AG erfolgt seien, keine Vollmacht im Namen der
Z._
GmbH vorliege. Alsdann habe die Beschwerdeführerin zwar eine Vollmacht der
Y._
GmbH für
D._
mit Datum vom 2
5.
April 2017 aufgelegt,
jedoch sei
diese Gesellschaft in de
n Jahren
2017 und 2018 inaktiv gewesen. Für die
A._
GmbH habe ein Herr
D._
am 1
8.
Oktober 2018
eine Vollmacht aufgelegt. Diese Gesellschaft habe der Ausgleichskasse im Jahr 2018 keine Aktivität und der Suva eine Lohnsumme von
Fr.
60'000.--
gemeldet
ohne Prämie zu entrichten (
Urk.
2 S. 7).
2.2
2.
2
.1
Die Beschwerdeführerin
bringt vor, dass sie in den
Jahr
en
2017 und 2018
D._
als Bevollmächtigte
n
der
Y._
GmbH diverse hohe Bargeldbeträge übergeben
habe
(
Urk.
23
S. 5)
.
D._
habe diese von der Beschwerdeführerin erhaltenden Bargeldbeträge
der
Y._
GmbH übergeben
,
und
zwar
jeweils auf das Ende eines jeden Monats. Dies gehe
aus
Quittungen
aus den Jahren 2017 bis 2018
hervor, welche
einerseits vom einzigen Geschäftsführer
der
Y._
GmbH
,
C._
, und
D._
unterzeichnet worden seien
(
Urk.
23
S. 5,
Urk.
24/A1
-A2
)
.
Daraus gehe
weiter
hervor, dass die
Y._
GmbH
im besagten Zeitraum
nicht inaktiv gewesen sei. Vielmehr habe sie rege Geschäfte geführt und Zahlungen entgegen
genommen. Dies zeige sich
ebenfalls
anhand der
Akonto
rechnungen
, welche die
N._
GmbH der
Y._
GmbH für
temporäre Ausleihungen gestellt
habe
. Über mehrere Monate hinweg habe die
Y._
GmbH
Personal von der
N._
GmbH
ausgeliehen und dafür Geldbeiträge als Akontozahlungen überwiesen (Urk. 23 S. 5
, Urk. 24/A3
).
Die
von der Beschwerdeführerin erwähnte
N._
GmbH
wurde am 1
4.
Juli 2014 in das Handelsregister des Kantons Zürich
eingetragen.
In der Folge übernahm
D._
sämtliche
Stammanteile der Gesell
schaft
. Dies wurde am 2. März 2016 (Tagesregister-Datum) in das Handels
register aufgenommen. Her
nach war
D._
als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der
N._
GmbH im Handelsregister eingetragen
(Inter
net-Auszug Handels
register)
. Die von der Beschwerdeführerin für die
in den
Zeit
perioden 2
1.
Juli bis 2
3.
Dezember 2014 (
Urk.
10/243 S. 7-22), 1
5.
Januar bis 2
1.
Dezember 2015 (
Urk.
10/243 S. 23-46), 2
1.
Januar bis 2
0.
Dezember 2016 (
Urk.
10/243 S. 2-5,
Urk.
10/244 S. 2-20) und 2
0.
Januar bis 2
7.
April 2017 (
Urk.
10/244 S. 21-25)
aufgelegten
Quittungen für Barzahlungen an die
N._
GmbH
wurden
jeweils
von
D._
unterzeichnet. Am 2
5.
April 2017 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts Bülach den Konkurs über die
N._
GmbH.
In der Folge wurde das Konkursverfahren mit Urteil desselben Richters vom 3
1.
Januar 2018
mangels Aktiven
eingestellt (Internet-Auszug Handels
register).
U
nmittelbar nach
der
Konkurseröffnung
über
die
N._
GmbH
vom
2
5.
April 2017
ist
D._
erneut als «
Bindeglied
» der Beschwerde
führerin
«
zu seinen Unternehmungen oder befreun
deten Unternehmen»
aufge
treten
(
vgl. die Stellungnahme der Beschwerde
führerin vom
3.
September 2020,
Urk.
10/252 S. 1)
.
Die Beschwerdeführerin
hat der Beschwerdegegnerin mit ihren E-Mail-Nachrichten
vom
5.
Mai 2020 diverse Quittungen für Barzahlungen
zugestellt
(
Urk.
10/243 S. 1,
Urk.
10/244 S. 1,
Urk.
10/245 S. 1,
Urk.
10/246 S. 1).
Die Quittungen
an die
Y._
GmbH
,
die
Z._
GmbH
und die
A._
GmbH
wurden erst
ab
5.
Mai 2017 -
mithin
nach der Konkurs
eröffnung über
die
N._
GmbH
vom
2
5.
April 2017 (Internet-Auszug Handelsregister) - ausgestellt (
Urk.
10/244 S. 26-32
,
Urk.
10/245 S. 2
-49
,
Urk.
10/245 S. 50-
56,
Urk.
10/246 S. 2
-25).
Der Ver
gleich mit den übrigen Unter
schriften in den Akten zeigt, dass
einzig
d
ie Quit
tun
gen
der
Y._
GmbH
vom 5., 12., 1
5.
und 2
6.
Mai 2017
sowie
vom
8.
und 1
7.
Oktober 2018
nicht von
D._
unterschrieben
wurden
(
Urk.
10/244 S. 26-32, vgl. Urk. 24/A1-A2).
Die übrigen
von der Beschwerde
füh
rerin aufgelegten
Quit
tun
gen
aus dem Zeitraum vom
5.
Mai 2017 bis 3
1.
Dezem
ber 2018
wurden
jedoch
allesamt
von
D._
unterzeichnet
.
Da
bei
verwendete
er bei der Unter
zeichnung für die
Z._
GmbH
einen Firmenstempel
(
Urk.
10/245 S. 6-10)
. Die Quittungen für die
Y._
GmbH
sind Dokumente mit dem Brief
kopf der Beschwerdeführerin, auf welche
n
D._
als «Geschäfts
führer
Y._
GmbH
»
unterschrieb
(
Urk.
10/245 S. 2-5
,
Urk.
10/245 S.
11-49)
. Dieselbe Vorlage wurde für die Quit
tungen der
A._
GmbH
verwendet. Darauf unterschrieb
D._
jeweils als
«Geschäftsführer
A._
GmbH
». Die Quittungen wurden mit einem Firmenstempel der
A._
GmbH
versehen
(
Urk.
10/245 S. 50-56,
Urk.
10/246 S. 2-12
,
Urk.
10/246 S. 16-25).
Weitere Unter
lagen zu den
geltend gemachten
Geschäf
ten der Beschwerdeführerin mit den genannten drei Unter
nehmen sind nicht vor
handen, weil - wie die Beschwerde
führerin
in ihrer Stellungnahme vom
3.
Sep
tember 2020 ausführte - sämtliche Korrespondenz zwischen den Unternehmen mündlich geführt worden
sein soll
(
Urk.
10/252 S.
1).
Die zu
r
Verfügung stehen
den Unterlagen sprechen
jedoch ein
deutig
dafür, dass die Beschwerdeführerin und
D._
nach dem Konkurs der Gesell
schaft von
D._
(der
N._
GmbH
)
am
2
5.
April 2017 (Internet-Auszug Handels
register) ihre bisherigen gemein
samen Tätigkeiten fort
ge
setz
t hab
en, es aber aus un
ge
klärten Gründen als not
wendig ansahen, sich dafür Firmen zu bedienen, bei welchen
D._
im Handelsregister nicht mehr als Organ oder Geschäftsführer geführt wurde.
Mit ihrer Einsprache vom 2
0.
November 2020 brachte die Beschwerdeführerin vor, dass
D._
ihr Ansprechpartner gewesen sei. Er sei für die Betreuung und
die
Organisation zuständig gewesen (
Urk.
10/269 S. 1). Auf Anfrage hin habe ihr
D._
zwei Vollmachten übergeben. Er verfüge noch über weitere Vollmachten, die weiter zurückdatiert seien (
Urk.
10/269 S. 1). Im vorliegenden Verfahren bezog sich die Beschwerde
führerin sodann auf Quittungen, welche den Nachweis dafür erbringen sollen,
dass
D._
die von Beschwerde
führerin entgegen
genommen Gelder jeweils per Monatsende
der
Y._
GmbH
übergeben
habe
(
Urk.
23 S. 5, Urk. 24/A1-A2).
In ihrer Stellung
nahme vom
3.
September 2020 führte die Beschwerdeführerin
aber noch aus
,
dass «der Subunternehmer» schon während der
Ausführung der Arbeiten
Geld verlangt habe und sie nicht habe
riskieren
wollen, dass
er
die Arbei
t niederlege (
Urk.
10/252 S. 1).
In i
hrer Ein
sprache vom 2
0.
November 2020 betonte die Beschwerdeführerin noch einmal, dass sie verpflichtet gewesen sei, die Zahlungen schnellstmöglich zu bewerk
stelligen (
Urk.
10/269 S. 2).
Aber wenn
dies
zutreffen sollte, so
ergibt
es keinen Sinn, dass die
Y._
GmbH als «Subunternehmer» ihrem «Bevoll
mächtigen»
D._
erlaubt haben soll,
die für sie entgegen
genom
menen
G
elder
jeweils
erst
auf das Ende eines jeden Monats abzuliefern, wie dies die Beschwerdeführerin im vorliegenden V
erfahren behaup
tet (
Urk.
23 S. 5, Urk. 24/A1-A2)
.
Mit
ihren Vorbringen
im vorliegenden Verfah
ren
stellt
sich die Beschwerdeführerin somit in einen unlösbaren Wider
spruch zu ihren früheren Aussagen.
Die Beschwerdeführerin kann aus ihren Vorbringen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zusammen
mit
den Feststellungen der Beschwerde
gegnerin zum von ihr
sorgfältig abgeklärten
Sachverhalt (E. 2.1.1-2.1.4) ergeben deren Vorbringen
ein
Bild eines
Firmenkonstrukt
s
, bei welchem
die Beschwerdeführerin
mit
beteiligt
war
. Sie
hätte durch eine Einsparung von Unfallver
sicherungsprämien profitier
e
n können
,
wenn ihr Gebilde von der Beschwerdegegnerin nicht durchschaut worden wäre.
Entgegen
ihrem
diesbezüg
lichen Antrag
(
Urk. 23 S. 3
, S. 7
)
ist
es
nicht nötig,
C._
und
D._
zu diesem Sachverhalt zu befragen.
2.2.2
Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor,
dass die
A._
GmbH
gemäss eigenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin im hier relevanten Zeit
raum 2017 und 2018 zwei angestellte Mitarbeiter gehabt habe (
Urk.
2
3
S. 7). Die Löhne seien gemeldet worden, alsdann seien jedoch keine Prämien bezahlt wor
den. Diese Problematik tangiere die Beschwerdeführerin nicht (
Urk.
2
3
S. 7-8). Gleichzeitig sei es auch falsch, dass
E._
von keinen Geschäften oder Tätigkeiten der
A._
GmbH gewusst habe. Er habe im Jahr 2018 diverse Quittungen unterschrieben und damit den Empfang von höheren Bargeldbeträgen unterschriftlich bestätigt (
Urk.
23 S. 8-9,
Urk.
24/A4). Dies zeige sich ferner an den Quittungen der
O._
GmbH an die
A._
GmbH. Die
A._
GmbH habe von der
O._
GmbH
Personal ausgeliehen
, so dass die E
rstere die Aufträge der Beschwerdeführerin habe ver
richten können
(Urk. 23 S. 9, Urk. 24/A5)
. Das ausge
liehe
ne
Personal sei arbeits
organisatorisch der
O._
GmbH
unterstanden und habe von dieser Gesell
schaft auch den Lohn erhalten. Entsprechend
sei
die
O._
G
mbH
verpflich
tet, die Sozialver
sicherungsbeiträge zu entrichten. Dies sei nicht Sache der Beschwerdeführerin (
Urk.
23 S. 9).
Laut Handelsregister des Kantons Zürich
wurde die
O._
GmbH
am
2.
Juli 2002 mit der Firma
P._
GmbH in das Handelsregister eingetragen. Mit Statutendatum vom
5.
Juni 2017 übernahm die
r._
Staatsangehörige
Q._
sämtliche Stammanteile der Gesellschaft. Der Sitz wurde an den
Wohnsitz von
Q._
nach
S._
verlegt und die Gesellschaft zu
O._
GmbH umfir
miert.
Q._
war die einzige Gesellschafterin und Geschäfts
führerin.
In der Folge wurde
E._
a
m 1
3.
März 2019 als ein
ziger Gesellschafter und Geschäfts
führer in das Handelsregister eingetragen.
Am 1
6.
November 2020 wurde
d
ie Gesellschaft in Anwendung von
Art.
153b
der Handelsregisterverordnung
(
HRegV
)
von Amtes wegen als aufgelöst erklärt, weil die ihr zur Wiederher
stel
lung des gesetzmässigen Zustandes in Bezug auf das Domizil angesetzt
e Frist fruchtlos abgelaufen war
.
In der Folge wurde die
O._
GmbH am
8.
September 2021 in Anwendung von
Art.
155
aHRegV
von Amtes wegen gelöscht, weil die Gesellschaft keine Geschäftstätigkeit mehr aufwies und keine verwertbaren Aktiven mehr hatte und kein Interesse an der Aufrechterhaltung der Eintragung innert angesetzter Frist geltend gemacht wurde.
Dies zeigt, das
s
E._
letztlich
Eigentümer der
A._
GmbH
und Eigentümer
der
O._
GmbH
war
.
Es ist überwiegend wahrscheinlich, dass nebst den bereits genannten Unternehmen auch die
O._
GmbH zum Firmenkonstrukt der Beschwerdeführerin gehörte.
Es ist nicht erforderlich,
E._
dazu zu befragen, sind doch zur angeblichen Geschäfts
tätigkeit
der
A._
GmbH
in den Jahren 2017 und 2018
bereits wider
sprüchliche Aussagen von
E._
akten
kundig
(Urk. 9/10, Urk. 24/A4).
2.2.3
Zur
Z._
Gm
bH führte die Beschwerdeführerin
aus, dass die sich in den Akten befindende Generalvollmacht
für
D._
die Zeitspanne ab 2
8.
November 2017 betreffe. Damit sei
D._
ab dem besagten Tag aktenkundig bevollmächtigt
gewesen
, für die
Z._
GmbH Geld entgegen zu nehmen.
D._
s
e
i
jedoch auch bereits für die Z
eit
davor
vom dama
ligen Geschäftsführer,
G._
,
eine General
vollmacht
ausgestellt worden.
D._
habe von der Beschwerde
führerin Bargeld bekommen und habe dieses Ende des Monats an die
Z._
GmbH weitergeleitet (
Urk.
23 S. 10)
.
Ferner sei die Aussage, dass die Gesellschaft unter
E._
nie aktiv gewesen sei, unzutreffend. So habe die
Z._
GmbH
zumindest in den Monaten November und Dezember 2017 mit der Gesellschaft
O._
GmbH zusammengearbeitet und von dieser Personal ausgeliehen bekommen (
Urk.
23 S.
10). Für den Personalverleih und durch die von diesem Personal ausgeführten Arbeiten habe die
Z._
GmbH der
O._
GmbH im November 2017
Fr.
15'000.-- und im Dezember 2017
Fr.
23'000.-- bezahlt
(
Urk.
23 S. 10,
Urk.
24/A6)
. Entsprechend müsse die
Z._
GmbH im Jahre 2017 noch über Aktiven verfügt haben. Au
s
den Quittungen der
O._
GmbH werde über
dies ersichtlich, dass diese das eigene Personal der
Z._
GmbH zur Verfügung gestellt habe (
Urk.
23 S. 10). Arbeits
organisatorisch seien die Arbeitnehmer daher nach wie vor bei der
O._
GmbH angestellt gewesen (
Urk.
23 S. 10). Der Lohn sei von der
O._
GmbH ausgerichtet worden (
Urk.
23 S. 10-11). Entsprechend sei auch die
O._
GmbH zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge ver
pflichtet und definitiv nicht die Beschwerde
führerin (
Urk.
23 S. 11).
Bezüglich dieser Ausführungen der Beschwerdeführerin kann auf das zur
Y._
GmbH
und zur
A._
GmbH
Gesagte verwiesen werden (E.
2.2.1-2.2.2). Weil ein Firmenkonstrukt zum Zwecke der Prämienumgehung bestand, kann die Beschwerdeführerin aus den von ihr aufgelegten Urkunden nichts zu ihren Gunsten ableiten.
2.
3
In einer Gesamtschau hat die Beschwerdeführerin die vorliegend zu prüfenden Arbeiten
in den
Jahre 2017 bis 2018 zwar formell an andere juristische Personen vergeben. Die vorliegenden Akten zeigen aber ein Firmenkonstrukt zum Zwecke der Prämienumgehung
. Dieses Firmenkonstrukt auf rein mündlicher Basis, mit der geltend gemachten Mehrfachverleihung von Personal (Urk. 23 S. 9), reinen Barzahlungen und der behaupteten Entgegennahme u
nd Weiterleit
ung des Ent
geltes durch
einen Bevollmächtigten
(Urk. 23 S. 5) ist für die Erbringung von Gipserarbeiten höchst
ungewöhnlich
und
den wirtschaftlichen Ge
gebenheiten völ
lig unangemessen.
Diese Umstände verbunden mit der Tatsache, dass die in diesem verworrenen Setting als Arbeitgeberinnen fungierenden juristischen Per
sonen kaum zufällig jeweils Konkurs gingen und selbige Verfahren mangels Aktiven eingestellt wurden, zwingen zum Schluss,
dass die Beschwerde
führe
rin damit
die Bezahlung von
Prämien
umgehen
wollte.
Wie der Rechnung der Beschwerde
geg
nerin vo
m 6. Novem
ber 2020
sodann zu entnehmen ist, hätte die Beschwerde
führerin
für die Jahre 2017 und 2018 zusätzliche Prämien in der Höhe von total Fr. 135'955.60
einsparen können
(Urk. 10/267)
, wenn ihr Verhalten unentdeckt geblieben
wäre
.
Die Beschwerdegegnerin hat diese Prämien somit zu Recht aufge
rechnet.
In
masslicher
Hinsicht blieb die Forderung der Beschwerdegegnerin unbestritten.
3.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.