Decision ID: 18618b9c-d623-5ac5-96ab-27344eab7566
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war seit
2009
Gesellschafter und
Geschäfts
führer
der
Y._
u
nd dadurch bei der Alba Versicherung (seit 2011
Helvetia Versicherung) obligatorisch gegen Unfälle versichert.
Am 2
6.
Februar 2011
stürzte er beim Einräumen eines Lagers rückwärts von einem
umkippenden
Stuhl und prallte
auf den
Hinterkopf
(Unfallmeldung,
Urk.
12/M1). Die
erstbe
handelnden
Ärzte des
Z._
diagnostizierten in ihrem
Austrittsbe
richt
vom 2
7.
Februar 2011 ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma Kategorie II, bei:
Sturz unklarer Genese von einem Stuhl auf d
en Hinterkopf (
Urk.
12/M2). Der Unfallversicherer erbrachte ab dem Unfalldatum die gesetzlichen Leistungen.
Nach
dem
Dr.
med.
A._
, beratender Arzt der Solidaversicherung
AG,
auf welche
die Helvetia Versicherung ihr Unfallgeschäft per
1.
Januar 2012
über
trug, am
1
6.
Dezember 2011 zur medizinischen Sachlage Stellung bezogen hatte (
Urk.
12/M20)
,
liess
die
Solida
Versicherung
en
AG
dem Versicherten
am 2
4.
Janu
ar 2012
durch die
für sie handelnde
Helvetia Versicherung die Einstel
lung der Versicherungsleistungen
per 3
1.
Januar
2012
mitteilen
. Die Begrün
dung
lautete,
die heute noch geklagten Beschwerden seien nicht mehr mit über
wie
gen
der Wahr
scheinlichkeit auf den Unfall vom 2
6.
Februar 2011 zu
rückzuführen
(
Urk.
12/A17). Die dagegen gerichtete Einsprache des durch Rechtsanwalt K.
Glavaš
vertretenen
Versicherten wies die
Solida
Versicherung AG mit Ent
scheid vom
4.
April 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der (nunmehr
unvertretene
) Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
April 2013 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei der an
gefochtene Entscheid aufzuheben und es seien ihm die Leistungen aus Un
fall
versicherung weiterhin auszurichten; eventualiter sei die Sache zur weiteren Ab
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
Urk.
1)
.
In ihrer Ver
nehm
lassung vom 1
6.
September 2013 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
11), was dem Beschwerdeführer am 1
7.
September
2013 angezeigt wurde (
Urk.
13).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gang
en
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen welche sie de
m Beschwerdeführer
im Anschluss an das Unfallereignis
vom 26. Februar 2011
ausrichtete, zu Recht per
Ende Januar 2012 einge
stellt hat
.
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher
sowie ein
adäqua
ter Kau
salzusammenhang
besteht
.
Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natür
li
chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Be
reich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Sind die ge
klagten Beschwerden natürlich unfallkausal, aber nicht organisch objektiv aus
ge
wiesen, so ist die Adäquanz hingegen besonders zu prüfen.
Hiefür
ist vom augen
fälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Hat die versicherte Person beim Unfall
eine Verletzung erlitten, welche die Anwendung der sog. Schleudertrauma-Recht
sprechung rechtfertigt
(so auch bei Schädelhirntraumen ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_57/2008 vom 16.
Mai 2008 E.
6.2)
, so sind hie
r
bei die mit BGE 117 V 359 eingeführten und durch BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprech
ung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für
psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (sog. Psycho-
Praxis; BGE 115 V 133), anzuwenden (vgl. BGE 138 V 248 E.
4 S.
250 f. mit Hinweisen).
2.2
Nach
bundesge
richt
licher
Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im Zeitpunkt des
Fall
abschlusses
vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entneh
men, zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die Heil
behandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch aus Art.
19
Abs.
1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem
Ren
ten
b
eginn
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Nach kon
stanter Rechtsprechung bedeutet dies, dass der Versicherer die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren
hat, als von der Fortsetzung der Heil
behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vor
über
gehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine In
validenrente und eine
Integritäts
entschädigung
abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der versicherten Person bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwar
ten
den Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese
unfall
bedingt
beeinträchtigt ist. "Namhaft" bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende Verbesserungen ebenso wenig genügen wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundes
ge
richts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hin
weisen).
3.
Im Folgenden ist zunächst die medizinische Aktenlage darzustellen:
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
stellten in ihrem
Austrittsbe
richt
vom 2
7.
Februar 2011 die Diagnose eines leichten Schädel-Hirn-Trauma
s
Kategorie II, bei: Sturz unklarer Genese von einem Stuhl auf den Hinterkopf
. Anamnestisch führten sie aus, der Patient sei in Begleitung zweier Freunde auf den Notfall gebracht worden, nachdem er zuvor beim Einräumen eines Lagers von einem Stuhl gestürzt sei. Der Patient könne sich an den Sturz oder dessen Ursache nicht erinnern. Er gebe stärkste Kopfschmerzen und Doppelbilder an.
Fremdanamnestisch sei er
initial
ein bis zwei Minuten bewusstlos gewesen. Ei
ner
seiner Freunde habe ihm daher kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet, wo
raufhin er erwacht sei und einmalig erbrochen habe. In Bezug auf den Verlauf wurde im
Bericht dargelegt, bei komplikationslosem Verlauf am Morgen des 2
7.
Februar 2011
sei
der GCS
(Glasgow
Coma
Scale
)
stets 15 und der Patient örtlich und zeit
lich sowie zur eigenen Person orientiert gewesen. Er habe starke Kopf
schmerzen im Frontalbereich angegeben. Diese Symptomatik habe jedoch gegen Mittag gebessert, woraufhin der Patient eine frühzeitige Entlassung ge
wünscht habe.
E
r
sei
in reduziertem Allgemeinzustand und mit anam
nestisch mittelstark ausgeprägten Kopfschmerzen gegen Verzichtserklärung nach Hause und
in
die hausärztliche Weiterbehandlung entlassen worden
(
Urk.
12/M2).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem Bericht vom
1.
April 2011 anamnestisch
aus, seit dem Unfallereignis
klage der Patient über
ständige Kopfschmerzen und eine ständige Nausea, und wenn er zu arbei
ten ver
suche, bestünden ungewöhnliche Konzentrations- und
Gedächtnis
schwierig
kei
ten
.
Deswegen habe der Patient seine Arbeit als Computerfachmann noch nicht aufnehmen können. In seiner Beurteilung erklärte der behandelnde Arzt, neuro
lo
gisch habe sich ein unauffälliger Befund ergeben, mit insbesondere normalem EEG, so dass eine organische Läsion nicht fassbar gewesen sei. Man werde vor
erst den w
eiteren Verlauf abwarten müssen.
E
r habe dem Patienten empfohlen
,
sich möglichst zu schonen, mit ergänzend leichter Aktivierung. Symptomatisch habe er Analgetika empfohlen, bei anhaltender Nausea
Primp
eran
oder Ähn
li
ches.
Mit einer Physiotherapie
sei
vorläufig zu
zu
warten (
Urk.
12/M4).
3.3
Ein CT Schädel im
Z._
vom 1
0.
Mai 2011 ergab kein
en
Nachweis
einer Blutung bzw. einer posttraumatischen
intracerebral
erfass
baren Verän
de
rung
(
Urk.
12/M7).
3.4
Dr.
C._
, Fachärztin Neurologie und Psychiatrie FMH, führte in ihrem
Arzt
bericht
vom 1
6.
Mai 2011 in anamnestischer Hinsicht aus, der Patient
be
richte
über vier Tage nach dem Unfall auftretende Kopfschmerzen, welche mitt
ler
weile fast abgeklungen seien. Verbleibend und sehr störend seien eine häu
fige Übelkeit, Schwindel sowie Schwarzwerden vor den Augen, vor allem bei raschem Aufstehen. Die Konzentration sei schlecht, er sei nicht in der Lage, mit Kunden zu sprechen. Zuhause sei er sehr gereizt. Er mache sich grosse Sor
gen. Er arbeite selbständig, sei mit dem Auswechseln von PC-Anlagen bei Ver
si
che
rungen und Kliniken beschäftigt.
Nun habe er Angst, seine
Aussendienst
kontak
te
zu verlieren. Er nehme
Temesta
1 – 2 Tabletten 1 mg zum Schlafen mit guter Wirkung. Im Zusammenhang mit dem neurologischen Befund wurde festgehal
ten, der Weber-Test werde nach links
lateralisiert
, der Blindgang sei unsicher, die MER seien an den unteren Extremitäten lebhafter erhältlich als an den obe
ren Extremitäten, bei verspannter Schultermuskulatur rechtsbetont. Es bestehe ein symmetrisches MER, ein
Babinski
-Zeichen oder andere pathologi
sche
Pyra
midenbahnzeichen
seien nicht vorhanden. Es seien normale symmet
rische
Kraft
verhältnisse
gegeben. Sensible Ausfälle seien nicht auszumachen
. Ebenso sei die Koordination normal. Der Blutdruck im Liegen betrage 140/98
mmHg
, der Puls 80/min, beim raschen Aufstehen trete kein Abfallen des Blut
drucks ein. In ihrer Beurteilung legte die behandelnde Ärztin dar, der Patient habe eine ausgeprägte vegetative Symptomatik nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma und HWS-Distor
sion. Die Beschwerden hätten zu einer ängstlich-d
e
pressiven Symptomatik ge
führt.
Dem Beschwerdeführer sei Physiotherapie mit Balance-Training
und
Massa
gen der HWS- und Schultermuskulatur verordnet worden sowie eine halbe
Tablette
Remeron
zur Nacht (
Urk.
12/M8).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin
, hielt in
ihrem
Zwi
schen
bericht vom
4.
Juli 2011 fest, nebst den von
Dr.
C._
gestellten Di
agno
sen
bestünden ihres Erachtens auch reaktiv depressive Symptome mit Ner
vosität,
Schlafstörung, Freud- und Energielosigkeit. Der Rückgang der Symp
tome erfolg
e
nur langsam. Vor allem die Übelkeit habe gebessert. Die Schwin
del-artigen Be
schwerden seien weiterhin vorhanden. Der Patient sei aktuell sehr belastet, weil er eine leitende Funktion in seiner eigenen Firma innehabe und befürchte, dass diese unter seinem Arbeitsausfall leide. Vorliegend sollten alle zur Verfügung stehenden Kräfte eingesetzt werden, damit der Patient langsam wieder in den Arbeitsprozess integriert werden könne. Dies sei schwierig bei der Position, die er in seiner Firma innehabe. Er könne sich auch nicht vorstellen, anders als vor dem Unfall zu arbeiten, mit weniger Intensität, o.ä. (
Urk.
12/M10).
3.6
In seinem Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 führte der Vertrauensarzt der
Be
schwerdegegnerin
,
Dr.
med.
A._
, Praktischer Arzt FMH
, aus, zurzeit be
stehe beim Beschwerdeführer keine Arbeitsfähigkeit. Die Begründung liege nicht in organisch bedingten Beschwerden, sondern in einer offenbar ausgeprägten vegetativen Beschwerdesymptomatik mit Übelkeit, Schwindel und kognitiven Störungen. Auch die Erwerbsfähigkeit betrage sowohl im angestammten Beruf wi
e auch in einer anderen Tätigkeit zurzeit 0
%
.
Zur Frage der Kausalität äus
serte
sich der beratende Arzt dahingehend, der natürliche Kausalzusammenhang sei unter Berücksichtigung der durchgehenden Brückensymptome und der durch
geh
enden Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen. So
dann
bemerkte er, prinzipiell habe der Beschwerdeführer keine strukturellen Verlet
zung
en erlitten. Die Dauer der Bewusstlosigkeit sei etwas unklar. Ande
rerseits zeige die Bildgebung keine Anhaltspunkte für eine erlittene
Hirnsub
stanzver
letzung
. Die bildgebend festgestellte Sinusitis habe mit dem Unfall kei
nen Zu
sammenhang. Damit dränge sich natürlich die Frage der weiteren Adä
quanz auf
. Falls die Beschwerdegegnerin diese bejahen könne, so empfehle sich die
Hospi
ta
lisation
in der
E._
oder in einer ähnlichen Institution. Falls auch diese Behandlung nicht zum Ziel führe, wäre auf jeden Fall die Frage der Adäquanz zu prüfen und allenfalls die Unfallfolgen zu termi
nieren. Was die Frage einer vertrauensärztlichen Untersuchung betreffe, sei an
gesichts der aus
geprägten vegetativen Symptomatik nicht davon auszugehen, dass durch eine solche wesentliche neue medizinische Aspekte erhoben werden könnten. Eine Terminierung wäre auch aus ärztlicher Sicht zurzeit noch nicht möglich resp. hätte auf dem Rechtsweg
wenig
Chancen erfolgreich zu werden. Eine Terminie
rung vor der stationären Behandlung, wie von
Dr.
C._
empfohlen
, wäre wahrscheinlich wenig erfolgreich. Im Übrigen dränge sich zur
zeit auch keine Begutachtung auf.
Abschliessend
hielt
Dr.
A._
fest, dass der Beschwerde
füh
rer möglichst rasch in einer geeigneten Klinik hospitalisiert wer
den sollte. Falls lange Wartezeiten bestehen würden, so könnte natürlich auch eine übliche Reha
klinik wie
F._
,
G._
oder
H._
diskutiert werden (
Urk.
12/
M
20).
3.7
In einer „ärztlichen Bestätigung“ vom 1
3.
Februar 2012 führte
Dr.
C._
aus,
am 2
6.
Februar 2011 habe der Beschwerdeführer einen Unfall erlitten mit Disto
r
sion der HWS. In der Folge sei
e
s zu ausgeprägten Beschwerden mit Übel
keit, Schwindel und kognitiven Störungen gekommen. Die Beschwerden seien durch den Unfall ausgelöst worden (
Urk.
12/22.3).
3.
8
In ihrem Zwischenbericht vom 2
0.
April 2012 legte
Dr.
C._
dar, es be
stehe
ein protrahierter Heilungsverlauf. Seit einem Monat sei eine deutliche Besserung zu verzeichnen
. Subjektiv stehe ein stark beeinträchtigender Schwin
del im Vor
dergrund. Die gegenwärtige Behandlung erfolge durch neurologisch-psychiatri
sche
Konsultationen. Zudem sei der Patient an das Schwindel-Zent
rum der
I._
überwiesen worden (
Urk.
12/M22).
4.
4.1
G
emäss ärztlichen Angaben
ist
festzustellen, dass der Unfall vom 2
6.
Februar 2011
beim Beschwerdeführer zu keinen strukturellen Verletzungen führte.
E
ine umfassende medizinische Ab
klärung
ist trotz
persistierenden Beschwerden unterblieb
en
(vgl. BGE 134 V 124 E. 9.4).
D
er beratende Arzt des Unfallversicherers,
Dr.
A._
,
hielt
in seiner Beurteilung fest, der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
6.
Februar 2011 und den geklagten Beschwerden sei unter Berücksichti
gung der durch
gehenden Brückensymptome und der durchgehenden Behand
lung mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit zu bejahen.
Damit widerspricht er den An
gaben der behandelnden Ärzte
nicht
. So ist dem Bericht der erstbehandelnden Ärzte des
Z._
vom
2
7.
Februar 2011 zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer damals über stärkste Kopfschmerzen sowie Doppelbilder geklagt habe (
Urk.
12/M1). Im glei
chen Sinne schilderte
Dr.
E._
am
1.
April 2011, seit dem Unfall
klage der Beschwerdeführer über ständige Kopfschmerzen und eine ständige Nausea und wenn er zu arbeiten versuche, bestünden ungewöhnliche
Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten (
Urk.
12/M4). Schliesslich führte
Dr.
C._
in ihrem Arztbericht vom 1
6.
Mai 2011 aus, der Patient
berichte
über vier Tage nach dem Unfall aufgetretene Kopfschmerzen, welche mittler
wei
le
fast abge
klungen seien. Verbleibend und sehr störend sei
en
eine häufige Übel
keit, Schwin
del und Schwarzwerden vor den Augen, vor allem bei raschem Auf
stehen, die Konzentration sei schlecht und er sei nicht im Stande, mit Kunde
n zu
sprechen (
Urk.
12/M8). Die betreffende
Angabe
im Bericht von
Dr.
C._
, wonach Kopfschmerzen erst vier Tage nach dem Unfall aufgetreten seien, erscheint mit Blick auf die zeitlich früheren ärztlichen Beurteilungen zwar
w
idersprüchlich. Insgesamt findet sich in den vorliegenden Akten jedoch keine
an
derslautende
medizinische Beurteilung, wonach die geklagten Beschwerden nicht oder nicht mehr natürlich kausal zum Unfall stünden. Eine medizinische Aus
einandersetzung mit dem geklagten Beschwerdebild und eine begründete fachärztliche Beurteilung, inwieweit dem Unfall eine zumindest teilkausale Ur
sache zum Beschwerdebild zukommt oder ob dessen Bedeutung für das noch vor
handene Beschwerdebild dahingefallen ist (Status quo sine
vel
ante), fehlt.
Damit ist festzustellen
, dass die Beschwerdegegnerin sich hinsichtlich des Fehlens oder Wegfalls des natürlichen kausalen Zusammenhang
s
zwischen Unfall und Beschwerdebild auf keine medizinische Grundlage stützen kann.
4.2
Zwar kann praxisgemäss offen bleiben, ob (weiterhin) ein natürlicher Kausal
zusammenhang mit den anhaltenden geklagten Beschwerden vorliegt, sofern die
(nach juristischen Kriterien zu beurteilende) Adäquanz verneint werden muss
(BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472). Eine Adäquanzprüfung ist jedoch erst im Zeit
punkt
des Fallabschlusses vorzunehmen (E. 2.2). Zu prüfen bleibt daher, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, die Heilkosten- und Taggeldleistungen einzustellen und die Adäquanz zu prüfen.
Hierzu
ist zunächst auf den Bericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
November 2011
(
Urk.
12/M18)
hinzuweisen. Die behandelnde Ärztin führte darin aus,
die ambu
lante Behandlung bei ihr habe zu keiner Besserung der Beschwerden ge
führt. Da die Beschwerden weiter zunähmen und der Patient in eine kritische psychische
Situation zu geraten drohe, sei eine stationäre Behandlung indiziert, wobei sie die
psychosomatische Abteilung der
E._
vorschlage. Dieser Beurteilung kann somit nicht entnommen werden, dass von der Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung
mehr
zu erwarten
sei.
Wenngleich
Dr.
C._
ihre Empfehlung zu einer stationären Therapie vor allem vor dem
Hintergrund abgab
,
dass die Beschwerden zugenommen hätten bzw.
dass es da
rum gehe, eine drohende Verschlechterung
der Situation aus psychischer Sicht
zu verhindern, müssen ihre Angaben doch auch dahinge
hend verstanden wer
den,
dass
,
nachdem ambulante Behandlungsmassnahmen nicht den gewünschten Er
folg gebr
a
cht hätten, nun eine intensivere Therapie in Form einer stationären Be
handlung anzustreben sei. Was die Einschätzungen von
Dr.
A._
betrifft, geht
aus diesen ebenso wenig hervor, dass die Fortset
zung der Behandlung keine namhafte gesundheitliche Verbesserung erwarten lasse.
Im Gegenteil hielt der be
ratende Arzt des Unfallversicherers ausdrücklich fest,
dass
eine Terminierung der
UV-Leistungen aus ärztlicher Sicht zurzeit
bzw. vor der von
Dr.
C._
vorgeschlagenen stationären
Therapie
noch
nicht
möglich
wäre
bzw. auf dem Rechtsweg weni
g Chancen
h
ab
e
,
erfolgreich zu werden.
Entgegen de
n
Ausfüh
rungen der Beschwerdegegnerin konnte diese sich aufgrund der
Einschätzungen
von
Dr.
A._
auch nicht veranlasst sehen, be
reits die Adäquanz zu prüfen. Der
Beurteilung
des beratenden Arztes
ist letztlich klar zu entnehmen, dass vor der
Adäquanzprüfung das Ergebnis der stationären Behandlung abzuwarten sei („Falls auch diese Behandlung nicht zum Ziel führt, ...“).
Aus den weiteren Akten
geht ebenfalls nicht hervor,
dass im
Zeitpunkt
der Leistungseinstellung Ende Januar 2012
der Heilungsprozess betreffend die
un
fallbedingten
Beschwerden abgeschlossen gewesen wäre
. Dem neusten – nach Verfügungserlass
–
ergang
e
nen Bericht von
Dr.
C._
ist zu entnehmen, dass bei einem protrahierten Heilungsverlauf seit einem Monat eine deut
liche Besserung eingetreten sei.
E
s ist indes auch von einem nach wie vor bestehen
den starken Schwindel die Rede. In diesem Zusammenhang wurde sodann fest
gehalten, dass der Patient an das Schwindel-Zentrum der
I._
überwiesen worden sei
, wobei
der
konkrete Verlauf dieser Behandlung nicht mehr dokumentiert
ist
(
Urk.
12/M22)
.
Im Ergebnis
lässt sich den medizinischen Akten
nicht entnehmen
, i
nwieweit von einer weiteren Behandlung eine namhafte Verbesserung des
un
fallmässig
beeinträchtigten Gesundheitszustandes und insbesondere der Arbeits
f
ähigkeit prognostisch (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_836/2013 vom 27. März
2014 E.
4.3
mit Hinweisen) zu erwarten war
.
Im Übrigen
bleibt anzumerken, dass die
Y._
per 3. November 2011 in Konkurs fiel und mittlerweile im Handels
register des Kantons Zürich gelöscht ist, wobei der Beschwerdeführer weiterhin mit zwei Einzelfirmen (Handel mit IT-Waren) im Handelsregister eingetragen ist.
5.
Zusammenfassend durfte die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der
Leistungs
einstellung
weder
davon ausgehen,
dass
keine zum Unfall natürlich kausalen Gesundheitsschäden mehr vorliegen, noch annehmen, dass
von der Fortsetzung der Be
handlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr zu er
warten
i
s
t
. Der Fallabschluss
war
mithin
ohne
rechtsgenügliche
medizinische
Beurteilung
zu früh erfolgt.
Der angefochtene
Ein
spracheentscheid
ist damit auf
zuheben und die Sache an die
Beschwerdegegne
rin
zurückzuweisen, damit sie nach Durchführung der erforderlichen Abklärun
gen über ihre Leistungen ab
1.
Februar 2012 neu verfüge.