Decision ID: 25e4910f-f4cc-40ab-8907-a71ba2179132
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im Jahr 1966 wegen einer angeborenen Sprachstörung zum Bezug
von Leistungen für Minderjährige der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 1). Die
IV-Kommission des Kantons B._ gewährte unter anderem Beiträge an eine
anerkannte Sonderschule (IV-act. 6-8) und Berufsberatung (IV-act. 12 f.). Die IV-
Regionalstelle des Kantons St. Gallen kam im April 1977 zum Schluss, dass die
Versicherte eine gute Praktikantin sei und im Haushalt angelernt werden könne. Für
eine Lehre würden die intellektuellen Fähigkeiten nicht ausreichen (IV-act. 14).
A.b Im Dezember 1987 meldete sich die Versicherte wegen Beschwerden im Rücken
(Diskushernie) zum Bezug von IV-Leistungen für Erwachsene an (IV-act. 15). Sie war
seit dem 16. November 1980 als Schwesternhilfe im Spital C._ angestellt (IV-act. 18).
Anlässlich einer Begutachtung in der Medizinischen Abklärungsstelle der
Invalidenversicherung im Kantonsspital St. Gallen wurde bei der Versicherten im
Gutachten vom 20. Dezember 1988 ein chronisches, belastungsabhängiges
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Chondrose L5/S1 mit angedeuteter Torsion in
diesem Segment nach Discushernienoperation L5/S1 1975 und eine einfache, abnorme
psychische Entwicklung als Folge der mangelhaften Verarbeitung von somatischen
Krankheiten diagnostiziert. Eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit bestehe nur
insofern, als sie einer gewissen Rückenschonung bedürfe. Der Pflegerinnenberuf sei
deshalb nicht geeignet (IV-act. 28). Über die berufliche Eingliederung konnte die
Versicherte eine neue Stelle in der Stiftung D._ per 1. Dezember 1989 antreten (IV-
act. 59, vgl. auch IV-act. 61: feste Anstellung per 1. Juni 1990). Aufgrund der
Rückenprobleme wurde ihr die Stelle per 31. Dezember 1991 wieder gekündet (IV-act.
63).
A.c Im Oktober 1991 meldete sich die Versicherte wegen ständiger Schmerzen erneut
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 66). Mit Verfügung
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vom 17. Februar 1992 wurde das Leistungsbegehren der Versicherten abgewiesen. Es
sei der Versicherten zumutbar, sowohl in einem Betrieb der freien Wirtschaft oder wie
bisher in einem Heim zu arbeiten und ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen. Da sie entsprechende Angebote bisher nicht angenommen habe, sei auch
eine Arbeitsvermittlung nicht möglich (IV-act. 83). Mit Entscheid vom 4. Februar 1993
hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen den Rekurs gegen diese
Verfügung abgewiesen (IV-act. 85).
B.
B.a Im November 2006 meldete sich die Versicherte wegen einer Kniearthrose, einer
Hüftarthrose und einer Rückenarthrose, evtl. zweite Diskushernie, erneut zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 88). Seit April 1996 war die
Versicherte beim K._. Sie arbeite in der Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft mit
und sei als Nachtwache in einem Pensum von durchschnittlich 5 Nächten à 10 Stunden
pro Monat angestellt (IV-act. 95).
B.b Vom 18. bis 29. September 2006 war die Versicherte in ambulanter Physiotherapie
und ärztlicher Betreuung in der Rehaklinik E._. Im Austrittsbericht vom 16. Oktober
2006 diagnostizierten die Ärzte ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei
Status nach Diskushernienoperation 1975, eine Periathropathia coxae rechts bei
tiefradiologischer Verkalkung am Acetabulum-Eck rechtsbetont, rezidivierende
Arthralgien des linken Kniegelenkes, Adipositas und Parästhesien des linken
Unterschenkels nach Verkehrsunfall 1986 (IV-act. 94-16 ff.). Der Hausarzt Dr. med.
F._, Facharzt für Innere Medizin FMH, spez. Blutkrankheiten, diagnostizierte
zusätzlich eine alte Endometriose und eine depressive Verstimmung bei
partnerschaftlichen Problemen. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte er zudem einen Status nach Commotio cerebri 12/2004. In der
bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte seit 1. Dezember 2006 50% arbeitsunfähig (IV-
act. 94-1 f.).
B.c In einer neuropsychologischen Untersuchung vom 20. November 2007
diagnostizierte Dr. phil. G._, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, eine leicht
unterdurchschnittliche Intelligenz und komplexitätsabhängige kognitive
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Funktionseinschränkungen. Die kognitiven Leistungseinschränkungen seien mit der seit
der Kindheit bekannten Entwicklungsstörung vereinbar und hätten eine organische
Grundlage. Eine berufliche Umorientierung werde als erforderlich angesehen, wobei die
neuropsychologischen Aspekte hinsichtlich des Anforderungsniveaus deutliche
Grenzen setzen würden (IV-act. 105).
B.d Gestützt auf eine interdisziplinäre RAD-Untersuchung vom 21. August 2007
diagnostizierten die Ärzte im Bericht vom 14. Januar 2008 aus rheumatologischer Sicht
ein chronisches, belastungsabhängiges lumbovertebrales Syndrom, eine chronische
Periarthropathia humeroscapularis rechts, eine Gonarthrose links und eine chronische
Neuropathie am linken Unterschenkel nach Exhairese des Nervus saphenus 1982. Der
mehrfache Gesundheitsschaden sei insgesamt als leicht bis mittelschwer einzustufen
und führe in der Folge zu einer verminderten statischen und dynamischen Belastbarkeit
des Rumpfes und der Extremitäten. Er bedinge eine unüberwindbare Diskrepanz
zwischen Anforderungsprofil im Pflegebereich und vorhandenem Fähigkeitsprofil. Die
angestammte Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Für leichte,
adaptierte Tätigkeiten resultiere eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20%.
Aus psychiatrischer Sicht wurde eine organische Persönlichkeitsstörung, eine
anhaltende depressive Störung, gegenwärtig eher leichter Ausprägung, eine leichte
kognitive Störung und ein Verdacht auf psychische Überlagerung körperlich
begründbarer Schmerzen diagnostiziert. Eine angepasste Fähigkeit sei der
Versicherten zu 80% zumutbar (IV-act. 109).
B.e Am 8. Januar 2008 unterzog sich die Versicherte einer Rückenoperation
(mikrochirurgische dekompressive Fensterung L3/4 beidseits und
Intervertebralzystenentfernung L3/L4 rechts sowie Diskektomie L5/S1 links; IV-act.
134-3).
B.f Am 15. August 2008 wurde eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten
durchgeführt. Die Abklärungsperson kam im Bericht vom 11. September 2008 zum
Schluss, dass die Versicherte als zu 45% im Haushalt und zu 55% im Erwerb
einzustufen sei. Die Versicherte sei nicht eingeschränkt, sie möchte gerne die
Arbeitsvermittlung der IV beanspruchen (IV-act. 123).
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B.g Mit Schreiben vom 23. September 2009 kündigte der K._ das Arbeitsverhältnis
mit der Versicherten per 31. Dezember 2009 (IV-act. 138).
B.h Am 27. und 28. April 2010 wurde die Versicherte in der MEDAS Zentralschweiz
begutachtet. Im Gutachten vom 21. Juni 2010 (MEDAS-Gutachten 2010)
diagnostizierten die Ärzte sonstige organische Persönlichkeits- und
Verhaltensstörungen, eine leichte kognitive Störung, eine leichte depressive Episode
ohne somatisches Syndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei Fehlstatik
mit Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance, sowie ausgeprägte Visus-
Einschränkungen. In der angestammten Tätigkeit als Krankenpflegerin sei sie nicht
mehr arbeitsfähig. Eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, vorzugsweise
eher wechselbelastende Tätigkeit sei der Versicherten noch zu 50% zumutbar. Als
Hausfrau im eigenen Haushalt sei sie zu 70% arbeitsfähig (IV-act. 158).
B.i Gestützt auf eine radärztliche Stellungnahme vom 20. August 2010, wonach kein
Eingliederungspotential in der freien Wirtschaft bestehe, teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit Schreiben vom 24. August 2010 mit, dass sie keinen Anspruch auf
berufliche Massnahme habe (IV-act. 171).
B.j Im Arztbericht vom 2. September 2010 diagnostizierte Dr. med. H._, Oberärztin
der Augenklinik des Kantonspitals St. Gallen, eine Anisomyopie rechts grösser als links
mit Amblyopie rechts sowie Presbyopie. Diese Diagnosen würden sich nicht auf die
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehilfe auswirken; eine
angepasste Tätigkeit dürfe keine hohen Anforderungen an ein Stereosehen
voraussetzen (IV-act. 181).
B.k Am 24. November 2010 wurde nochmals eine Haushaltsabklärung bei der
Versicherten durchgeführt. Für den Haushaltsbereich ermittelte die Abklärungsperson
eine Einschränkung von 22.7%. Die Qualifikation blieb unverändert bei 45% Haushalt
und 55% Erwerb (IV-act. 203).
B.l Im Verlaufsbericht vom 18. März 2011 machte der Hausarzt Dr. F._ eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend. Es sei eine spastische Parese des
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linken Beines unklarer Ätiologie hinzugekommen. Die bisherige Tätigkeit sei zu gut 4
Stunden pro Tag bei einer 50%igen Leistungsfähigkeit zumutbar. Eine körperlich nicht
belastende Tätigkeit sei mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von 50% zumutbar
(IV-act. 221-22).
B.m Im Verlaufsbericht vom 8. Mai 2011 machte Dr. med. I._, Fachärztin für
Neurologie FMH, ebenfalls eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der
Versicherten geltend. Wegen schwerer Gangstörung des linken Beins seien keine
Tätigkeiten mehr möglich (IV-act. 229).
B.n Die Versicherte war vom 13. bis 21. April 2011 zur Abklärung der linken
Beinbeschwerden in der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen
hospitalisiert. Im Bericht vom 3. Mai 2011 hielten die Ärzte fest, dass nach
Zusammenschau aller Befundergebnisse kein organisches Korrelat für die
Beschwerden habe gefunden werden können und es müsse von einer zumindest teils
somatoformen Funktionsstörung ausgegangen werden (IV-act. 232-5 ff.).
B.o In den Berichten vom 10. August 2011 und 19. September 2011 hielt Dr. med.
J._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, er halte die Versicherte
im momentanen Zustand aufgrund schwerer körperlicher Einschränkungen,
psychischer Labilität und akzentuierten Persönlichkeitszügen für nicht arbeits- und
vermittlungsfähig (IV-act. 241 und 243).
B.p Im Verlaufsbericht vom 30. September 2011 berichtete Dr. F._ von einer
zunehmenden spastischen Parese des linken Beines und damit verbundener
zunehmender Verschlechterung des Gesundheitszustands. Körperlich sehr leichte
Tätigkeiten, zudem auch ohne grössere Anforderungen, seien während maximal 3
Stunden pro Tag bei einer Leistungseinschränkung von 50% denkbar (IV-act. 244-1,
19).
B.q Vom 4. bis 7. September 2012 sowie am 26. Oktober 2012 wurde die Versicherte
in der MEDAS-Zentralschweiz untersucht. Im Verlaufsgutachten vom 27. Dezember
2012 (MEDAS-Gutachten 2012) wurde ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom
bei Fehlstatik mit Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance und Adipositas, eine
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chronische Impingementsymptomatik der rechten Schulter, eine leichte depressive
Episode, eine organische emotional labile Störung, eine leichte kognitive Störung, eine
sonstige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer
Schädigung des Gehirns sowie ausgeprägte Visus-Einschränkungen diagnostiziert.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine chronische Opiattherapie der
Schmerzen seit 2010, ein Nikotinabusus seit Jahrzehnten, eine Penicillinallergie, ein
kaum kaufähiges Gebiss mit ausgeprägter Parodontose und mehrere gynäkologische
Diagnosen diagnostiziert. In der bisherigen Tätigkeit als ungelernte Krankenpflegerin
sei die Versicherte sowohl aus körperlichen wie auch aus psychisch-kognitiven
Gründen vollständig arbeitsunfähig. Es bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 50% in
einer körperlich leichten, gelegentlich mittelschweren Tätigkeit; es müssten aber viele
einschränkende Kautelen berücksichtigt werden, derart viele, dass es sich hierbei
realistisch gesehen um eine absolute Nischentätigkeit handeln würde. Im Haushalt
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-act. 274).
B.r Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Im Erwerbsbereich wurde bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit und unter Berücksichtigung
eines Tabellenlohnabzugs von 20% eine Einschränkung von 20.8% ermittelt. Im
Haushaltsbereich wurde auf die Einschränkung von 22.7% gemäss der
Haushaltsklärung abgestellt. Damit resultierte unter Anwendung der gemischten
Methode ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 21% (IV-act. 288).
B.s Mit Einwand vom 9. April 2013 beantragte die Versicherte die Aufhebung des
Vorbescheids und die Zusprache einer Invalidenrente. Sie sei im Gesundheitsfall als
100% im Erwerbsbereich Tätige einzustufen. Sie habe auch mit der Behinderung
60-70% gearbeitet. Aufgrund der Schuldensituation und der Sozialhilfeabhängigkeit sei
deshalb davon auszugehen, dass sie 100% arbeitstätig wäre. Zudem seien die
Anforderungen an den adaptierten Arbeitsplatz sehr hoch, weshalb von einem
geschützten Arbeitsplatz auszugehen sei. Auch wenn der ausgeglichene Arbeitsmarkt
Nischenarbeitsplätze umfasse, könne nicht mehr von einer Arbeitsgelegenheit
gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nunmehr in so eingeschränkter
Form möglich sei, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kenne. Es
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stelle sich auch die Frage, ob die Versicherte einem potentiellen Arbeitgeber überhaupt
zugemutet werden könne (IV-act. 295).
B.t Mit Verfügung vom 24. September 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der
Versicherten ab. Die Versicherte habe anlässlich der Abklärung vor Ort vom 24.
November 2010 ausgesagt, dass sie ohne Gesundheitsschaden einer 50 bis 60%igen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die spontane „Aussage der 1. Stunde“ sei in der
Regel zuverlässiger als spätere Ausführungen, weshalb an der Qualifikation
festgehalten werde. Aus medizinischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit in der freien
Wirtschaft erbracht werden und es gebe auch keine Hinweise, dass sie aus
medizinischer Sicht einem Arbeitgeber nicht zumutbar sein solle (IV-act. 311).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 30. Oktober 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 24. September 2013 und die
Zusprache einer Invalidenrente (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 8. Januar
2014 führt die Beschwerdeführerin aus, dass sich die Beschwerdegegnerin in keiner
Art und Weise mit den Argumenten, welche eine Vollerwerbstätigkeit als die
wahrscheinlichere Einstufung erscheinen lasse, auseinandergesetzt habe. Sie soll im
Rahmen der Haushaltsabklärung von August 2008 gesagt haben, dass sie als Gesunde
50 bis 60% arbeiten würde, obwohl sie sich beim RAV bereits mit Behinderung zu 70%
angemeldet habe und obwohl sie aufgrund der Überschuldungssituation des
Ehemannes hochprozentig hätte arbeiten müssen. Es müsse angenommen werden,
dass die Beschwerdeführerin aufgrund der bisher festgestellten Einschränkungen gar
nicht in der Lage gewesen sei, abzuschätzen, wie sie als Gesunde arbeiten würde.
Immerhin habe sie zuvor konstant in einem Pensum von 100% gearbeitet. Es bestehe
daher die Vermutung, dass der Beschwerdeführerin bei der Haushaltsabklärung
Suggestivfragen gestellt worden seien und die Prozentzahl ursprünglich gar nicht von
ihr selbst stamme. Anders sei die Abweichung des angegebenen Pensenbereichs zu
den bisherigen Tätigkeiten wie auch zur RAV-Anmeldung nicht erklärbar. Auch bei der
zweiten Haushaltabklärung vom November 2010 werde vermutet, dass die
Pensenangabe von 50 bis 60% nicht spontan von der Beschwerdeführerin geäussert
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worden sei, sondern dass sie zuerst mit der letzten Angabe konfrontiert worden sei, da
sich diese Angaben exakt decken würden. Die Beschwerdeführerin hätte als Gesunde
schon nur aus finanziellen Gründen 100% arbeiten müssen. Die Beschwerdeführerin
sei trotz ihrer schweren Behinderung seit Geburt immer wieder zu 100% arbeitstätig
gewesen. Sie kenne ein Leben ohne Behinderung gar nicht und es sei ihr aufgrund der
bildungsmässigen Voraussetzungen mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht möglich, die
hypothetische Frage einer Erwerbstätigkeit als Gesunde korrekt zu werten und zu
beantworten. Sie habe als Pflegehelferin selbst in der Nacht gearbeitet, als ihr Sohn
noch sehr klein gewesen sei. Zudem habe sie neben der Tätigkeit im K._ bei der
L._ gearbeitet und sei auch noch Hauswartin gewesen, was zum Erwerbseinkommen
dazugerechnet werden müsse. Die Beschwerdeführerin habe mit Behinderung bereits
jahrelang ein AHV Erwerbseinkommen von über Fr. 30‘000.-- erwirtschaftet. Auch
entsprächen 10 Nächte in der Pflege bereits einem Pensum von über 62%, da die
Anzahl Stunden bei Nachtwachtätigkeiten grösser seien. Die von der
Beschwerdegegnerin verwendete Aufteilung in der gemischten Methode widerspreche
damit auch den effektiven Pensen, welche zwischenzeitlich mit Behinderung erfüllt
worden seien. Auch aufgrund der Schulden hätte sie 100% arbeiten müssen. Mit den
60 bis 70%, welche sie als Behinderte gearbeitet habe, habe das Einkommen nicht
gereicht. Nach der Lohnpfändung des Ehemannes bis Ende 2012 würden aktuell noch
Schulden bei der Schwiegermutter bestehen. Es erfolge eine monatliche Rückzahlung.
Ebenfalls bestehe nach wie vor eine Sozialhilfeabhängigkeit. Die Anforderungen an
einen adaptierten Arbeitsplatz gemäss dem MEDAS-Verlaufsgutachten seien enorm
hoch und eine Arbeitsstelle mit diesem Profil sei im ersten Arbeitsmarkt so gut wie
inexistent. Es sei deshalb von einem geschützten Arbeitsplatz auszugehen (act. G 6).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe „unstrittig“ an beiden
Haushaltsabklärungen ausgeführt, sie wäre als Gesunde lediglich in einem Pensum von
50 bis 60% erwerbstätig. Sie habe auch beide Haushaltsberichte unterzeichnet. Sie sei
daher auf diese Aussage der „1. Stunde“ zu behaften. Es gebe keine Hinweise, dass ihr
Suggestivfragen gestellt worden seien. Die Beschwerdeführerin sei weder
verbeiständet noch habe sie eine Personensorge nach Art. 360 ZGB veranlasst.
Demnach sei davon auszugehen, dass sie diese Auskunft im Wissen um deren
Bedeutung erteilt habe. Die geltend gemachten finanziellen Gründe für ein höheres
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Arbeitspensum würden daran nichts ändern. Dass sich die Beschwerdeführerin beim
RAV mit einer Behinderung von 70% gemeldet habe werde bestritten. Auch aufgrund
der familiären Situation hätte die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall allen Grund,
nicht mehr als 50% erwerbstätig zu sein. Ihr Sohn, der am _. März 1997 geboren
worden sei, sei mit einem alkoholkranken Vater konfrontiert, welcher ihn öfters
geschlagen habe. Der Ehegatte habe wegen seines Alkoholismus nach diversen
Entzügen schon lange keinen Führerausweis mehr. Der Sohn habe zum Zeitpunkt des
MEDAS-Gutachtens 2010 Unterstützung des kinderpsychologischen Dienstes
gebraucht und habe seit 2009 einen Beistand. In dieser Situation verlange das
Bundesgericht auch im Scheidungsfall bloss eine 50%ige Erwerbstätigkeit. Für die
Beschwerdeführerin geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager-
und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Es treffe
demnach nicht zu, dass es für sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine
Arbeitsstellen mehr geben würde, zumal dieser auch Nischenarbeitsplätze umfasse, an
denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen
könnten. Weshalb die Beschwerdeführerin einem Arbeitgeber nicht zumutbar sein
solle, sei nicht ersichtlich (act. G 8).
C.c Am 3. März 2014 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 9).
C.d Mit Replik vom 2. April 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (vgl. act. G 13).

Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
2.
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2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Inavlidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar
2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene
Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids
bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen
führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit
Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 24. September 2013 ergangen (IV-act.
311), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (IV-Anmeldung im
November 2006, IV-act. 88). Daher ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 455 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die ab 1. Januar 2012
geltenden Normen der IV-Revision 6a. Hinsichtlich des frühestmöglichen allfälligen
Rentenbeginns ist zu beachten, dass sich die Beschwerdeführerin bereits im November
2006 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hat, weshalb bezüglich Rentenbeginn
aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) zur
Anwendung kommt. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2012 gültigen
Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die
altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.
2.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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Die Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen Einkommensvergleich
ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der konkreten Unmöglichkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht geregelt. Diese Lücke füllt
Art. 28a Abs. 2 IVG. Danach ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende
Person unfähig ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im
Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die
Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 IVV).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen „gemischten“ Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im
Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich
erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den
Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf
das MEDAS-Gutachten vom 27. Dezember 2012. In diesem wird festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als ungelernte Krankenpflegerin sowohl
aus körperlichen wie auch aus psychisch-kognitiven Gründen vollständig
arbeitsunfähig sei. Als Hausfrau im eigenen Haushalt sei sie zu 70% arbeitsfähig. In
einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 50%, wobei ein
umfangreicher Katalog von Adaptationskriterien zu berücksichtigen sei (IV-act. 274-60).
Die Beschwerdeführerin bringt keine Einwände gegen dieses Gutachten vor. Es
bestehen grundsätzlich keine Zweifel an dem auf umfassenden Untersuchungen
bis
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beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des
gesamten Leidensbildes ergangenen MEDAS-Gutachten vom 27. Dezember 2012,
weshalb darauf abzustellen ist.
3.2 Für die Zeit davor kann auch auf das MEDAS-Gutachten vom 21. Juni 2010
abgestellt werden. Schon damals wurde der Beschwerdeführerin eine
Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit attestiert, welche auf
September 2009 zurückdatiert werden könne, als die Beschwerdeführerin mit der
Kündigung von der Arbeit freigestellt worden sei (IV-act. 158-33 f.).
3.3 Für die Zeit vor September 2009 ist auf die interdisziplinäre RAD-Untersuchung
vom 21. August 2007 abzustellen. In der angestammten Tätigkeit wurde der
Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. In einer adaptierten
Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen (IV-act. 109-20).
3.4 Zusammenfassend ist somit in einer adaptierten Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 80% bis September 2009 und ab diesem Zeitpunkt von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen. In der angestammten Tätigkeit wird die
Beschwerdeführerin (spätestens) seit der RAD-Untersuchung vom 21. August 2007 für
arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 109-18).
4.
4.1 Vorliegend ist insbesondere die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorgenommene Aufteilung in
55% Erwerbstätigkeit und 45% Haushalt umstritten. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, sie sei als Vollerwerbstätige zu qualifizieren.
4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
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persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
(vorliegend: 24. September 2013) entwickelt hätten, wobei für die hypothetische
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997
S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit Hinweisen). Die finanzielle Notwendigkeit,
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, ist ebenfalls ein Kriterium. Die konkrete Situation
und die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen
Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweisen).
4.3 In den beiden Abklärungsberichten Haushalt vom 6. September 2008 und vom 8.
Dezember 2010, welche von der Beschwerdeführerin unterzeichnet wurden, hielt die
Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 50 bis 60%
erwerbstätig wäre. Die Erwerbstätigkeit wurde entsprechend auf 55% festgelegt (IV-
act. 123 und 203).
4.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, dass diese als
Vollerwerbstätige zu qualifizieren sei. Sie sei gar nicht in der Lage gewesen
abzuschätzen, wie sie als Gesunde arbeiten würde. Die Beschwerdeführerin habe
zuvor konstant in einem Pensum von 100% gearbeitet und sich selbst beim RAV als
gesundheitlich eingeschränkte Person für ein höheres Arbeitspensum angemeldet. Es
bestehe daher die Vermutung, dass der Beschwerdeführerin bei der
Haushaltsabklärung Suggestivfragen gestellt worden seien und die Prozentzahlen
ursprünglich gar nicht von ihr selbst stammen würden (act. G 6, S. 5).
4.5 Den Aussagen der versicherten Person im Rahmen der Haushaltsabklärung ist, da
noch nicht von möglichen versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt,
rechtsprechungsgemäss erhöhtes Gewicht beizumessen, es sei denn, es bestehen
Hinweise dafür, dass die versicherte Person die ihr gestellte Statusfrage nicht korrekt
erfasst hat. Dies kann beispielsweise infolge sprachlicher Verständigungsprobleme
geschehen oder bei Menschen, denen es schwer fallen dürfte, sich ein Leben und im
Speziellen einen beruflichen Werdegang ohne Behinderung vorzustellen, weil sie seit
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Kindesalter an gesundheitlichen Gebrechen leiden (Urteil des Bundesgerichts vom 9.
Oktober 2008, 8C_352/2008, E. 3.3.3).
4.6 Zu beachten ist, dass die Antwort auf die Frage, ob und gegebenenfalls in
welchem Ausmass eine versicherte Person ohne ihren Gesundheitsschaden einer
Erwerbstätigkeit nachginge, meist eine hohe Abstraktions- und Analyseleistung
voraussetzt. Die Abklärung dieses relevanten Punktes hat mit einer sorgfältigen, der
Verständnismöglichkeit der versicherten Person angepassten Fragestellung zu
erfolgen, bei der sie auch in die Lage versetzt wird, ihre Situation im fiktiven
Gesundheitsfall umfassend zu analysieren, die verschiedenen Varianten
durchzudenken und entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit zu werten. Aus dem
Abklärungsbericht lässt sich die konkrete Fragestellung nicht mehr nachvollziehen,
weshalb fraglich ist, ob es der Beschwerdeführerin ermöglicht worden ist, die Frage
korrekt zu beantworten. Hinzu kommt, dass das intellektuelle Leistungsniveau der
Beschwerdeführerin stark unterdurchschnittlich ist (vgl. IV-act. 271-55). Zudem hatte
die Beschwerdeführerin seit ihrer Kindheit Rückenprobleme und Schmerzen im rechten
Bein, was unter anderem die Diskushernienoperation im Jahr 1975 im Alter von 14
Jahren belegt (vgl. IV-act. 274-3). Spätestens seit 1987 war die Beschwerdeführerin in
ihrer angestammten Tätigkeit eingeschränkt (vgl. IV-act. 28). Nach so langer Zeit war es
für die Beschwerdeführerin praktisch nicht mehr möglich, sich ihr Leben und
insbesondere ihr Erwerbsleben als Gesunde vorzustellen. Unter diesen Umständen
vermögen die beiden Haushaltsabklärungsberichte eine Erwerbsquote von 55% nicht
mit dem erforderlichen Beweismass zu belegen.
4.7 Die Beschwerdeführerin arbeitete ab 1980 als Schwesternhilfe beim Spital C._ in
einem Pensum von 100% (vgl. IV-act. 18-1). Im September 1988 wurde das Pensum
der Beschwerdeführerin von der Arbeitgeberin aus gesundheitlichen Gründen auf 50%
reduziert (IV-act. 34-1). Von Dezember 1989 bis Dezember 1991 arbeitete die
Beschwerdeführerin in einem Pensum von 100% bei der Stiftung D._. Diese Stelle
wurde ihr von der Arbeitgeberin aus gesundheitlichen Gründen gekündigt (IV-act. 63
und 59). Gemäss dem IK-Auszug arbeitete die Beschwerdeführerin von August 1992
bis November 1993 im N._, und nach zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit von Mai
1994 bis März 1996 beim Pflege- und Betreuungsdienst O._ (vgl. IV-act. 212). Seit
April 1996 arbeitete sie beim K._ in der Nachtwache in einem Pensum von
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durchschnittlich 5 Nächten à 10 Stunden pro Monat (vgl. Arbeitgeberbericht vom 30.
November 2006, IV-act. 95-1 f.). Dieses Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin
per 31. Dezember 2009 gekündigt (vgl. IV-act. 138-1). Gemäss der Beschwerdeführerin
habe sie dort bis zur Geburt des Sohnes im Jahr 1997 zu 100% gearbeitet, danach
habe sie auf 30% in Form von Nachtwachen reduziert und ab Mai 2009 wieder auf
50% erhöht (IV-act. 158-21). Aus den Akten ist nicht klar ersichtlich, in welchem
Umfang die Beschwerdeführerin beim K._ gearbeitet hatte (vgl. IV-act. 112). Rechnet
man jedoch das Einkommen des Jahres 1996 gemäss IK-Auszug (IV-act. 212) auf ein
ganzes Jahr auf (Fr. 38‘900.--) und vergleicht es mit dem Einkommen der 100%igen
Tätigkeit bei der Stiftung D._ in den Jahren 1990 und 1991 (Fr. 37‘617.-- und Fr.
41‘355.--) ist eine 100%ige Tätigkeit beim K._ im Jahr 1996 plausibel. In den Jahren
1997 bis 2000 war das Einkommen beim K._ wesentlich geringer (zwischen Fr.
12‘500.-- und Fr. 17‘020.--), was darauf hindeutet, dass die Beschwerdeführerin, wie
angegeben, nach der Geburt ihres Sohnes im März 1997 (vgl. act. G 4) das
Arbeitspensum reduzierte. In den darauf folgenden Jahren ist das Einkommen wieder
klar angestiegen von Fr. 19‘380.-- im Jahr 2001 bis zu Fr. 30‘403.-- im Jahr 2004, Fr.
28‘915.-- im Jahr 2005. Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum
wieder erhöht hat. Insbesondere in den Jahren 2004 und 2005 ist deshalb – auch unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung – von einem Pensum von klar über 55%
auszugehen. Im Jahr 2006 erfolgte beim K._ offenbar aus betrieblichen Gründen eine
Reduktion (vgl. IV-act. 109-10, 123-2); im IK-Auszug sind entsprechend 2 Einkommen
eingetragen: Fr. 13‘058.-- in den Monaten Januar bis April, und Fr. 11‘858.-- in den
Monaten Mai bis Dezember (IV-act. 212).
4.8 Seit Sommer 2006 arbeitete die Beschwerdeführerin zudem während 4 bis 6
Stunden pro Woche in Privathaushalten bzw. bei der L._ (vgl. IV-act. 212, 123-2 und
152-20). Diese Tätigkeit habe sie per Juli 2010 aus gesundheitlichen Gründen gekündet
(vgl. IV-act. 203-2 und 274-45). Weiter übernahm die Versicherte Hauswartstätigkeiten.
Das Haus gehöre ihrer Schwiegermutter. Sie erhalte keinen Lohn, müsse jedoch keine
Nebenkosten für die Wohnung bezahlen (IV-act. 203-3 und 158-37). Gemäss der
ELAR-Notiz vom 15. August 2008 war die Beschwerdeführerin beim RAV für die
Stellensuche ab Mai 2006 im Umfang von 70% angemeldet gewesen (IV-act. 117).
Nach dem Verlust der Stelle beim K._ war die Beschwerdeführerin beim RAV anfangs
2010 zu 50% (vgl. ELAR-Notiz vom 14. Januar 2010; IV-act. 148) und 2011 noch zu
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30% angemeldet (vgl. ELAR-Notiz vom 30. Mai 2010; IV-act. 234). Im Jahr 2011 habe
die Beschwerdeführerin zudem während drei Monaten in einem Second Hand Laden –
wohl als Putzhilfe – gearbeitet, was ihr aus gesundheitlichen Gründen jedoch zu viel
gewesen sei (vgl. IV-act. 274-89 und IV-act. 247-7).
4.9 Im Verfügungszeitpunkt war der Sohn der Beschwerdeführerin 16-jährig. Entgegen
den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 8, S. 4) ist nicht ersichtlich,
dass der Sohn der Beschwerdeführerin nicht normal entwickelt wäre und eine
besondere Betreuung durch die Mutter brauchen würde. So geht aus dem MEDAS-
Gutachten 2012 hervor, dass er keine schulpsychologische Therapie mehr benötige,
gute Noten nach Hause bringe und es ihm sehr gut gehe. Auch würden keine Probleme
mehr mit dem Ehemann der Beschwerdeführerin bestehen, es gehe ihm gut, er arbeite
wieder und schlage sie nicht mehr (vgl. IV-act. 274-44). Aufgrund der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin vor der Geburt ihres Sohnes regelmässig 100% gearbeitet
hatte und auch nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1997 weiterhin einer
Erwerbstätigkeit nachging und dabei das Pensum – trotz der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen – wie vorgängig dargelegt laufend erhöhte, ist es nicht ersichtlich,
weshalb die Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitpunkt als Gesunde lediglich zu
55% im Erwerb tätig sein sollte. Aus der Steuererklärung aus dem Jahr 2012 geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin und ihr Mann über Einkünfte von Fr. 65‘623.--
(aus der Erwerbstätigkeit des Ehemannes) verfügen, dass sie jedoch auch ein
negatives Reinvermögen haben (IV-act. 306-6 ff.). Auch wenn der Ehemann
demzufolge zwischenzeitlich über ein stabiles Einkommen verfügte, war die Familie
immer noch leicht verschuldet, was ebenfalls dafür spricht, dass die
Beschwerdeführerin einer Arbeitstätigkeit in einem höheren Pensum nachgehen würde.
Zudem war die Beschwerdeführerin – trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen –
ab 2006 beim RAV für die Stellensuche im Umfang von 70% gemeldet gewesen (wohl
bis zur Aussteuerung im April 2007, vgl. IV-act. 117). Auch dies spricht dafür, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall jedenfalls in diesem Ausmass einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre.
4.10 Da die Beschwerdeführerin trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen beim
RAV für die Stellensuche im Umfang von 70% gemeldet war, erscheint es plausibel,
wie die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie im Gesundheitsfall ein grösseres
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Pensum hätte leisten wollen, zumal auch ihr Sohn im Vergleich zum Zeitpunkt der
Meldung beim RAV im Jahr 2006 nicht mehr 9-jährig, sondern im Jahr 2010 13-jährig
bzw. im Jahr 2013 16-jährig war. Für ein höheres Pensum im Gesundheitsfall sprechen
auch die prekären familiären Verhältnisse, wie sie im MEDAS-Gutachten 2010
beschrieben sind (IV-act. 158-19 f.). Dies gilt mit Blick darauf, dass die
Beschwerdeführerin jahrelang über das ihr Zumutbare hinaus gearbeitet hat, umso
mehr. Einzig mit Rücksicht auf die Betreuungspflicht kann angenommen werden, dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nicht durchgehend voll erwerbstätig
gewesen wäre. Insgesamt erscheint es als überwiegend wahrscheinlich, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mindestens zu 80% im Erwerb tätig gewesen
wäre. Sie ist somit als zu 80% im Erwerb und zu 20% im Haushalt zu qualifizieren. Es
kann offen gelassen werden, ob nach Verfügungserlass (24. September 2013) nicht von
einer vollen Erwerbsfähigkeit auszugehen wäre, wie die Beschwerdeführerin in der
Bestätigung vom 6. Dezember 2013 sinngemäss geltend macht (act. G 6.1).
5.
5.1 Bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades ist die Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit zu prüfen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht diesbezüglich
geltend, dass die Anforderungen an einen Arbeitsplatz für die Beschwerdeführerin
enorm hoch seien und eine Arbeitsstelle mit diesem Profil im ersten Arbeitsmarkt so
gut wie inexistent sei. Deshalb müsse von einer Tätigkeit an einem geschützten
Arbeitsplatz ausgegangen werden (act. G 6, S. 8).
5.2 Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere
kann von einer verwertbaren Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als
ausgeschlossen erscheint. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und
abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote
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und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare
und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die
wirtschaftliche Verwertbarkeit der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit auf dem als
ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt bedeutet eine Einschätzung der Chancen der
versicherten Person, trotz der im Einzelfall einzuhaltenden Restriktionen bezüglich
Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art der Tätigkeit von einem
durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden. Es geht dabei um die
konkrete Beurteilung der für die versicherte Person realistischerweise noch
vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen Arbeitsmarktchancen (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008, 9C_854/2008, E. 3.2).
5.3 Bis Ende 2009 war die Beschwerdeführerin beim K._ tätig, auch 2010 arbeitete
sie noch für die L._ und 2011 kurzfristig in einem Second Hand Laden (vgl.
vorgängige E. 4.7 f.). Somit war es der Beschwerdeführerin offensichtlich noch
möglich, ihre Restarbeitsfähigkeit – zumindest teilweise – zu verwerten, weshalb in
diesen Zeiträumen nicht von einer vollständigen Unverwertbarkeit ausgegangen
werden kann.
5.4 Im MEDAS-Gutachten 2012 hielten die Gutachter bezüglich der Arbeitsfähigkeit
fest, dass bei der Beschwerdeführerin eine Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer
körperlich leichten, gelegentlich mittelschweren Tätigkeit bestehe; es müssten aber
viele einschränkende Kautelen berücksichtigt werden, derart viele, dass es sich hierbei
realistisch gesehen um eine absolute Nischentätigkeit handeln würde. Es seien
folgende Einschränkungen zu berücksichtigen (IV-act. 274-60):
- Die Tätigkeit dürfe keine intellektuellen Ansprüche stellen, beispielsweise bezüglich
Arbeitsprozessen und Instruktion.
- Der Arbeitsbereich dürfe nicht mit vielen Veränderungen einhergehen, müsse relativ
einfach bis stereotyp sein.
- Das Umfeld müsse tolerant sein bezüglich Eigenheiten der Beschwerdeführerin,
müsse stabil sein gegenüber unpassenden emotionalen und verbalen, logorrhoischen
Äusserungen.
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- Zusammenfassend: Enge Führung und klare, einfache Aufgaben.
- Körperlich müsse die Tätigkeit wechselbelastend sein mit etwas mehr sitzenden als
stehend-gehenden Anteilen.
- Rückenschonende Tätigkeit, keine Haltungsstereotypien.
- Keine kraftaufwändigen Arbeiten mit dem rechten Arm und keine Arbeiten mit dem
rechten Arm über der Schulterebene.
- Die Beschwerdeführerin sei eine funktionell Einäugige; es würden also keine Arbeiten
in Frage kommen, die sehr fein seien, respektive Stereosehen verlangen würden.
Nur mit Hilfe der IV könne beurteilt werden, ob es eine solche Tätigkeit für die
Beschwerdeführerin gebe (IV-act. 274-61).
5.5 Diesbezüglich bringt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vor, dass
es für die Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsstellen
gäbe, zumal dieser auch Nischenarbeitsplätze umfasse, an denen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen könnten. Für die
Beschwerdeführerin geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager-
und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste (act. G 8, S. 4
f.). Diese Aufzählung von möglichen Tätigkeiten vermag jedoch nicht zu überzeugen.
Dass seitens der Beschwerdegegnerin trotz klarer, gegenteiliger Hinweise in den
MEDAS-Gutachten und auch in der RAD-Abklärung keine differenzierte
Auseinandersetzung mit tatsächlich in Frage kommenden Tätigkeiten stattgefunden
hat, geht bereits daraus hervor, dass unter anderem Kurier- und leichtere Lieferdienste
als mögliche geeignete Tätigkeiten angeführt wurden, obwohl diese Tätigkeiten nach
dem – durch die entsprechende Meldung der Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 286)
erfolgten – Ausweisentzug (vgl. IV-act. 308-1, 310-1 und act. G 11, S. 7) von
vorneherein entfallen.
5.6 Neben dem Hinweis, dass es sich bei einer adaptierten Tätigkeit aufgrund der
zahlreichen aufgeführten Einschränkungen um eine absolute Nischentätigkeit handeln
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würde, führten die Gutachter weiter aus, dass die reduzierte Intelligenz mit reduzierter
Fähigkeit, ihre Gesamtsituation zu beurteilen, immer eindrücklich gewesen sei, obwohl
aufgrund der testpsychologischen Resultate die Diagnose einer „Minderintelligenz“
gemäss Definition nicht habe gestellt werden dürfen. Es handle sich hierbei aber um
eine Beurteilung im Grenzbereich, denn die eingeschränkte Intelligenz sei bei langen
Gesprächen mit der Beschwerdeführerin offensichtlich. Dies zeige sich auch in der
Darlegung des psychiatrischen Gutachters: Die Beschwerdeführerin stosse
störungsbedingt im Alltag und bei der Arbeit immer wieder an die Grenzen ihrer
Möglichkeiten. Ereignisse wie eine Kündigung oder Diskussionen mit der IV würden sie
sehr schnell überfordern und würden dann unterschiedlichste emotionale und
körperliche Reaktionen auslösen, die ein normales und gesundes Mass überschreiten
würden. Dies könne dann histrionisch wirken. Hinzu komme, dass die Versicherte nur
noch in einem absoluten Nischenarbeitsplatz allenfalls zu 50% tätig sein könne (IV-act.
274-61). Im Vergleich zum Gutachten von 2010, bei welchem bereits klar gewesen sei,
dass die Beschwerdeführerin ihre attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit höchstens in
einem absoluten Nischenarbeitsplatz würde realisieren können, sei unterdessen im
orthopädischen Bereich eine leichte Verschlechterung eingetreten. Aber auch im
emotional psychischen Bereich seien Verschlechterungen eingetreten, die man aber
diagnostisch gar nicht richtig fassen könne, z.B. die „funktionelle“ Bewegungsstörung,
die zwar hauptsächlich bewusst ausgelöst werde, aber doch irgendwie eine
Einschränkung sei. Der Psychiater dürfe die Diagnose einer dissoziativen
Bewegungsstörung nicht stellen, gerade weil der bewusste Anteil an dieser Störung
deutlicher sei als der unbewusste. Innerpsychisch sei die Beschwerdeführerin
wiederum überzeugt, dass es sich hier um eine gesundheitliche Störung handle. Diese
neue Symptomatik könne nicht diagnostisch eingeteilt und gewertet werden, sie stelle
aber eine zusätzliche Einschränkung dar, wie auch die Überzeugung der
Beschwerdeführerin, ihr Fuss sei gelähmt, obwohl dies objektiv nicht nachgewiesen
werden könne (IV-act. 274-62).
5.7 Aus diesen Ausführungen des Gutachtens geht hervor, dass neben den
Einschränkungen, welche bereits im Rahmen des MEDAS-Gutachtens 2010 dazu
führten, dass die Restarbeitsfähigkeit höchstens noch in einer absoluten
Nischentätigkeit verwertet werden konnte, noch weitere Einschränkungen hinzu
gekommen sind, die ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Verwertbarkeit haben.
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Es zieht sich denn auch wie ein roter Faden durch die Lebensgeschichte der
Beschwerdeführerin, dass eine berufliche Eingliederung in eine auch körperlich
geeignete Tätigkeit – mit oder ohne IV-Unterstützung – nie gelungen ist. Die Gutachter
wie der RAD attestierten der Beschwerdeführerin, jahrelang über das Zumutbare
hinaus gearbeitet zu haben (IV-act. 109-6, 158-34 f. und 274-60). Die IV-Regionalstelle
hielt bereits 1992 eine Eingliederung für sehr schwierig, vor allem aufgrund der
Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin, was dem Verbleib in einem Betrieb der
freien Wirtschaft Grenzen setzen würde (IV-act. 73-2). RAD-Ärztin Dr. med. P._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt nach ihrer Untersuchung vom 21.
April 2007 dafür, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gelinge eine Eingliederung in
der freien Wirtschaft nicht (IV-act. 109-19). Gesamthaft betrachtet erscheint die
Verwertbarkeit, welche bereits aufgrund der in die Beurteilung eingeflossenen
Einschränkungen zweifelhaft ist, indem auf eine absolute Nischentätigkeit abgestellt
wird, bei Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen als nicht mehr gegeben, da
eine zumutbare Tätigkeit in so eingeschränkter Form praktisch nicht gegeben ist und
ein nicht realistisches Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers nötig
wäre. Somit ist aufgrund der im MEDAS-Gutachten 2012 umschriebenen zusätzlichen
gesundheitlichen Einschränkungen in somatischer und psychiatrischer Sicht von einer
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Die vom Rheumatologen
festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin trat
mit dem Sturz im Juni 2012 mit nachfolgenden Aufenthalten im Kantonsspital St.
Gallen im Juli 2012 ein (vgl. IV-act. 274-43 f. und 274-79). Eine weitere
Verschlechterung bis zur Begutachtung im September und Oktober 2012 ist nicht
ersichtlich. Es rechtfertigt sich deshalb, den Zeitpunkt der gesundheitlichen
Verschlechterung und die damit zusammenfallende Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit per 1. Juli 2012 festzusetzen. Somit liegt ab diesem Zeitpunkt eine
100%ige Einschränkung im Erwerbsbereich vor.
6.
Die Frage, ob bei der Beschwerdeführerin bezüglich der Einschränkung im Haushalt
auf die Abklärung vor Ort vom 24. November 2010 mit einer Einschränkung von 22.7%
(vgl. IV-act. 203-9) oder auf die Einschätzungen der MEDAS-Gutachten 2010 und 2012
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mit einer Arbeitsfähigkeit im Haushalt von 70% (vgl. IV-act. 158-33 und 274-60)
abgestellt werden soll, kann offen bleiben (vgl. nachfolgende E. 7.5 f.).
7.
7.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgeblichen Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 325 E. 4.1).
Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, darf auf
statistische Werte wie die LSE zurückgegriffen werden, sofern dabei die für die
Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren
mitberücksichtigt werden (BGE 139 V 30 E. 3.3.2; vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_808/2013, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
7.2 In den Jahren vor dem Beginn einer allfälligen Rente besteht keine aussagekräftige
Einkommensbasis (vgl. IK-Auszug, IV-act. 212). Deshalb rechtfertigt es sich vorliegend,
zur Bestimmung des Valideneinkommens auf einen statistischen Durchschnittslohn,
welcher der langjährig ausgeübten angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin
entspricht, abzustellen. Damit ist der statistische LSE-Durchschnittsmonatslohn der
Tabelle T7S, medizinische, pflegerische und soziale Tätigkeiten (33),
Anforderungsniveau 4, Frauen, 2010, von Fr. 4‘970.-- heranzuziehen. Angepasst an die
betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.5 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2010, Gesundheits- und
Sozialwesen) resultiert ein statistischer Jahreslohn von gerundet Fr. 61‘877.-- (Fr.
4‘970.-- / 40 x 41.5 x 12). Berücksichtigt man, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 80% erwerbstätig gewesen
wäre (vgl. vorstehende E. 4.10), ist ein Valideneinkommen von Fr. 49‘502.-- (Fr.
61‘877.-- x 0.8) zu berücksichtigen.
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7.3 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist das Heranziehen der LSE-
Tabellenwerte und das Abstellen auf den Totalwert für Frauen bei Arbeiten im
Anforderungsniveau 4 gemäss Tabelle TA 1 nicht zu beanstanden. Für das Jahr 2010
ergibt sich unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6
Wochenarbeitsstunden ein Jahreseinkommen von Fr. 52‘728.-- (Fr. 4‘225.-- / 40 x 41.6
x 12).
7.4 Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Bei der Beschwerdeführerin sind die
leidensbedingten Einschränkungen (vgl. MEDAS-Gutachten 2010) so vielseitig, dass
nur noch knapp eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit angenommen werden konnte.
Aufgrund dieser Einschränkungen erscheint die Vornahme des maximalen
Tabellenlohnabzugs von 25% als gerechtfertigt.
7.5 Für die Zeit vor September 2009 ist ein Einkommensvergleich basierend auf einer
80%igen Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung eines 25%igen
Tabellenlohnabzugs durchzuführen. Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 31‘637.-- (Fr. 52‘728.-- x 0.8 x 0.75). Daraus resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 17‘865.-- (Fr. 49‘502.-- – Fr. 31‘637.--) und ein gewichteter
Teilinvaliditätsgrad von gerundet 29% (Fr. 17‘865.-- / Fr. 49‘502.-- x 100 x 0.8). Selbst
bei einer Einschränkung im Haushalt von 30% (vgl. vorstehende E. 6) resultiert im
Haushaltsbereich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von höchstens 6% (30% x 0.2)
und somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von insgesamt 35%.
7.6 Für die Zeit ab September 2009 ist ein Einkommensvergleich basierend auf einer
50%igen Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung eines 25%igen
Tabellenlohnabzugs durchzuführen. Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich ein
Invalideneinkommen von Fr. 19‘773.-- (Fr. 52‘728.-- x 0.5 x 0.75). Daraus resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 29‘729.-- (Fr. 49‘502.-- – Fr. Fr. 19‘773) und ein gewichteter
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Teilinvaliditätsgrad von gerundet 48% (Fr. 29‘729.-- / Fr. 49‘502.-- x 100 x 0.8). Bereits
bei einer Einschränkung im Haushalt von 22.7% (vgl. vorstehende E. 6) resultiert im
Haushaltsbereich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von gerundet 5% und somit ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von insgesamt 53% bzw. der Anspruch auf eine
halbe Rente.
7.7 Bei einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit besteht eine 100%ige
Einschränkung im Erwerbsbereich. Allein daraus ergibt sich ein Teilinvaliditätsgrad von
80% und somit ein Anspruch auf eine ganze Rente.
8.
8.1 Gemäss dem MEDAS-Gutachten 2010 könne die aktuelle Beurteilung einer
Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten Tätigkeit auf September 2009, nach
der Freistellung beim K._, zurückdatiert werden (IV-act. 158-34).
8.2 Der K._ kündigte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. September
2009 per 31. Dezember 2009 und stellte diese per sofort frei. Für die restlichen Monate
werde ihr der Lohn basierend auf dem Durchschnittsbetrag der Nachtwachen der
vergangenen 12 Monate bezahlt (IV-act. 138). Gemäss IK-Auszug erzielte die
Beschwerdeführerin im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 21‘633.-- (IV-act. 212-4).
Dabei handelt es sich um ein Einkommen für eine Tätigkeit von unter 50% (vgl. dazu
auch Fragebogen für Arbeitgebende: Lohn von Fr. 20‘000.-- für eine Tätigkeit von
10-20 Stunden pro Woche, IV-act. 114-3). Somit stehen die Lohnzahlungen in den
Monaten September bis Dezember 2009 für ein Pensum von maximal 50% der
Zusprache einer halben Invalidenrente ab dem 1. September 2009 nicht entgegen. Die
Beschwerdeführerin hat sich denn auch bei der Arbeitslosenversicherung für ein
Pensum von 50% ab Januar 2010 angemeldet (IV-act. 148).
8.3 Per 1. September 2009 hat die Beschwerdeführerin das Wartejahr gemäss Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG klar erfüllt (vgl. E. 3.4). Somit hat sie ab 1. September 2009 Anspruch
auf eine halbe Invalidenrente.
8.4 Per Juli 2012 ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit
verbunden die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgewiesen. Unter
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Berücksichtigung der Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV hat die Beschwerdeführerin ab
1. Oktober 2012 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
9.
9.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 24.
September 2013 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1.
September 2009 eine halbe Rente und mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 eine ganze
Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
9.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.