Decision ID: 5342e048-a229-4433-a8c5-e10c71ea4c3d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
,
welcher
keine Ausbildung abgeschlossen hat (Urk. 8/8/8)
,
reiste
am 1. Dezember 2003
in die Schweiz ein
(Urk. 8/8/4)
und
war ab
1. November
2008 als Produktionsmitarbeiter bei der
Y._
AG tätig (Urk.
8/8/2
). Am
17. Februar 2011 (Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf
einen am 24. August 2010 erlittenen Treppensturz
bei der
So
zial
versi
cherungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von
Leistun
-
gen der Inva
lidenversicherung an (Urk. 8/8
).
Per Ende Februar 2011 wurde ihm die Stelle gekündigt (Urk. 8/16/1).
Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizi
ni
schen Verhält
nisse ab
,
zog die Akten des
Unfall
versicherers bei
(Urk. 8/14/1-32
)
und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung (Neuro
-
logie
, Psychiatrie und Orthopädie) des Versicherten (Urk. 8/22 und Urk. 8/27). Mit Mitteilung vom 26. Juli 2011 (Urk. 8/29) informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass
die medizinischen Abklärungen noch nicht abgeschlossen seien und das in Auftrag gegebene Gutachten abgewartet werden müsse. Deshalb seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 8/29). Das Gutach
ten der
Z._
wurde am
14. Dezember 2011 erstattet (Urk. 8/32 f.
).
Nachdem dem Versicherten darin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der bisherigen Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer Verweistätigkeit attes
tiert worden war (Urk. 8/33/17), erteilte die IV-Stelle am 3. Februar 2012 (Urk. 8/38) Kostengutsprache für Frühinterventionsmass
-
nahmen in Form eines Ausbildungskurses (Deutschkurs im Hinblick auf die Ausübung einer angepass
ten Erwerbstätigkeit). Am 13. Februar 2012 erteilte die IV-Stelle sodann Kosten
gutsprache für ein Arbeitstraining vom 27. Februar bis 26. August 2012
bei einem Catering-Unternehmen
und verfügte
am 27. März 2012
die Ausrichtung eines grossen Taggeldes während der Dauer der Massnahme
(Urk. 8/41
f.
und Urk. 8/49
).
Am 4. September 2012 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen. Das Arbeitstraining habe gezeigt, dass der Versicherte die Zielsetzung einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % nicht habe erreichen können und dass er sich aktuell nicht dazu in der Lage sehe, auf dem ersten Arbeitsmarkt Stellen zu suchen (Urk. 8/64).
In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen zu den medizinischen Verhältnissen
. Mit Vorbescheid vom 9. August 2013 kündigte die IV-Stelle an, das
Leistungs
begehren
abzuweisen (Urk. 8/80).
Auf Einwand des Versicherten vom 16. September 2013 (Urk. 8/83) holte die IV-Stelle einen Bericht des aktuell behandelnden Psychologen
lic
. phil.
A._
ein (Urk. 8/90; der B
ericht vom 13. Dezember 2013 wurde
von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin unterzeichnet). Nachdem die IV-Stelle dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme geboten
hatte (vgl. Stellung
nahme vom 22. Januar 2014; Urk. 8/92),
verneinte sie mit Verfügung vom 26. Februar 2014 einen Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 2 [= Urk. 8/94]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 31. März 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzuspre
chen; eventuell
seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(Urk. 1)
.
Mit
Beschwer
de
antwort
vom
15. Mai 2014 (Urk. 7
) schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdefüh
rer am
16. Mai 2014 angezeigt wurde (Urk. 9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, die Abklärungen hätten erge
ben, dass der Beschwerdeführer seit August 2010 in seiner angestammten Tätig
keit
eingeschränkt arbeitsfähig sei. Demgegenüber sei ihm eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit wie z.B. Kontrollarbeiten, leichte Fertigungsarbeiten oder Versand
arbeiten
zu 100 % zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit müsse rücken
gerecht sein; zu vermeiden seien Heben, Tragen und Stossen sowie belastendes Drehen von Gewichten über 15-20 kg, Arbeiten in Zwangshaltungen sowie Kälte- und Zugluftexposition. Für die Bemessung des Invalideneinkommens seien die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE) heranzuziehen.
Abzustellen sei auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anforde
rungsniveau
4.
Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht gerechtfertigt, da bereits alle medizinischen Ein
schränkungen berücksichtigt worden seien, keine langjährige Betriebszugehö
rigkeit, keine erschwerende Aufenthaltskategorie oder ein Teilzeitpensum vorlä
gen. Aus
d
em Einkommensvergleich resultiere keine
Erwerbseinbusse
und damit kein Invaliditätsgrad (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend
, auf das Gutachten des
Z._
sei nicht abzustellen, da die dortigen Schlussfolgerungen den Beurtei
lungen sämtlicher behandelnder Ärzte widersprächen. Zudem habe sich die Situation seit der gutachterlichen Untersuchung erheblich verändert. Den Arbeitsversuch bei einem Bekannten mit einem Pensum von 50 %, worauf im Gutachten verwiesen werde, habe er wegen zunehmender Beschwerden wieder aufgeben müssen. Die Begutachtung sei also unter der irreführenden Prämisse erfolgt, er vermöge eine 50%ige angepasste Tätigkeit bereits wieder auszuüben. Den nach der Begutachtung ergangenen medizinischen Berichten seien hin
sichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gänzlich abweichende Ergebnisse zu entnehmen. Ausserdem hätten die praktischen Erfahrungen im
Arbeitstrai
ning
gezeigt, dass er (der Beschwerdeführer) selbst bei leichten und angepassten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 25 % nicht habe übersteigen können.
Das Gutachten sei nicht schlüssig. Insbesondere sei auch nicht nachvollziehbar, dass eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen verneint worden sei. Es stelle sich die Frage nach dem Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nach Kriegserlebnissen. Die Feststellungen des Rechtsdienstes der
Beschwerde
gegnerin
, die über das objektivierbare Mass hinausgehenden Schmerzen des Beschwerdeführers seien nach Prüfung der Förster-Kriterien als überwindbar zu betrachten, seien nicht zulässig. Aktenwidrig sei auch die Feststellung, es liege kein sozialer Rückzug vor
. Es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch
für angepasste Tätigkeiten bis Juni 2013 auszugehen und seither von einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 60 %
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten des
Z._
vom 14. Dezember 2011 wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes
lumbales und
pseudoradikuläres
Schmerzsyndrom bei kleiner
dorsomedianer
Diskushernie L3/4 sowie
mässiggradiger
Rezessalstenose
L4/5 und
Foraminalstenose
L4/5 rechts bei Diskushernie, ohne neurologisch verifizierbare
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik genannt (Urk. 8/33/15).
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgen
den genannt (Urk. 8/33/15 f.):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Schmerzverarbeitungsstörung mit Selbstlimitierung (ICD-10 F54.0)
Listhesis
L5/S1 im Sinne einer
Olisthesis
I
Unspezifisches
Cervicalsyndrom
ohne neurologische Reiz- oder Ausfall
symptomatik
Zustand nach Messerverletzung der Handinnenfläche rechts dominant
Narbenbildung nach Streifschuss an der
Abdominalhaut
paraumbilikal
rechts
In der interdisziplinären zusammenfassenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, der Beschwerdeführer mache eine nachhaltige Rückenschmerzproblematik geltend, die in seiner früheren Tätigkeit als
Produk
tio
nshelfer
in einer Dönerf
abrik zur Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Nachzu
weisen seien gemäss MRI-Untersuch der Lendenwirbelsäule mehrsegmentale degenerative Veränderungen in den Segmenten L3-S1
, betont L4/5 rechts, wobei aus neurologischer Perspektive jedoch insbesondere kein persistierendes L5
radikuläres
Reiz- oder Defizitsyndrom anamnestisch oder
untersuchungs
technisch
nachweisbar sei. Es sei somit von einer chronischen Lumbalgie mit
myofaszialer
respektive
pseudoradikulärer
Schmerzsymptomatik auszugehen. Hieraus ergebe sich aus orthopädischer Perspektive die Notwendigkeit für rückengerechte Tätigkeit. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers habe er in seiner früheren Tätigkeit als Produktionshelfer in einer Dönerfabrik
Fleisch
spiesse
mit einem Gewicht von 20 bis 50 kg herrichten müssen. Dementspre
chend habe es sich um eine durchwegs stehende, schwere und gewichtsbelastete Tätigkeit gehandelt. Diese Tätigkeit übersteige das aus orthopädischer Sicht formulierte Belas
tungsprofil mit empfohlenem Verm
eiden von Heben, Tragen,
Stossen und belastetem Drehen von Gewichten über 15-20 kg.
Gemäss den schon genannten Arbeitsunfähigkeits-Krankenkarten sei eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für die vormals durchgeführte Tätigkeit als Produktionshelfer in einer Dönerfabrik ab August 2010 ausgewiesen. In einer nun durchgeführten, angepassten, rückengerechten Tätigkeit arbeite der Beschwerdeführer bereits wieder ab dem 1. Juli 2011 in einem 50 %-Pensum. Aus theoretisch-medizini
scher Sicht wäre jedoch bereits ab August 2010 für angepasste Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Zudem könne darauf verwiesen werden, dass zusätzliche weitere konservative Therapieoptionen verfügbar wären
(Urk. 8/33/16)
.
Die Gutachter führten sodann aus, aus psychiatrischer Perspektive zeige der Beschwerdeführer keine erhebliche
n
depressiven Symptome, vielmehr eine Besorgtheit bezüglich des weiteren Verlaufs der Rückenschmerzen, eine Ver
stimmtheit über die bisherige Entwicklung sowie eine nach wie vor bestehende Ängstlichkeit im Zusammenhang mit früheren Drohungen seitens der Familie der geschiedenen Ehefrau.
Es sei eine vermehrte Selbstbeobachtung und ver
stärkte Schmerzwahrnehmung festzustellen mit Selbstlimitierung. Eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich hieraus jedoch insgesamt nicht (Urk. 8/33/16).
3.2
Im Bericht des
C._
vom 1. November 2012 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/72/6):
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Subakutes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L4/L5
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde
ein
Alkohol
missbrauch (F10.25)
erwähnt
.
Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, wie die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers beurteilt werde,
wurde
im Bericht
wie folgt geantwortet: Der Beschwerdeführer
sei seit dem 24. August 2010 arbeitsunfähig und könne sich auch nach intensiver ambulanter psychotherapeutischer und medizinischer Behandlung nur langsam wieder in das Alltagsleben eingliedern. Er leide nach wie vor an wiederkehrenden schweren Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränkten und auch nicht vorhersehbar seien. Er leide immer wieder an den folgenden Symptomen: Brustschmerzen, Erstickungsgefühle und Schwindel. Es träten häufig gedrückte Stimmung, Interesseverlust, Konzentrationsstörungen, Rückzug, Antriebslosig
keit, Gedankenkreisen und Schlafstörungen auf. Die aufgeführten Symptome
änderten sich von Tag zu Tag wenig. Zeitweilig leide der Beschwerdeführer auch an einem Gefühl, unmöglich mit den alltäglichen Situationen zurechtzu
kommen
,
und an
Kraftlosigkeit. Er vermeide auch oft
Situationen, welche d
ie oben genannten Symptome verstärkten
,
und habe sich völlig zurückgezogen. Er werde seit dem 3. März 2011 in Einzelpsychotherapie und medikamentös betreut. Durch Erstellen eines tagesstrukturierten Planes und mit Verhaltens
therapie werde versucht, den Beschwerdeführer wieder in ein geordnetes Leben zu bringen. Durch kognitives Training werde versucht, die Konzentrationsfähig
keit des Beschwerdeführers zu verbessern, was bislang wenig erfolgreich gelinge. Der Beschwerdeführer leide nach wie vor an starken Konzentrations
störungen, und längeres Sitzen und Stehen lösten bei ihm Unruhe und Nervo
sität aus. Aufgrund dieses Profils und der Diagnose einer Panikstörung sowie einer mittelgradigen depressiven Episode sei der Beschwerdeführer nach wie vor in einem labilen Zustand und auf längere Sicht zu 100 % arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten in der freien Marktwirtschaft. Im Haushalt sei die Arbeitsfähigkeit gegeben (Urk. 8/72/5).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 14. Dezember 2011 basiert auf fachärztli
chen Untersuchungen, wurde in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
sowie insbesondere auch unter Berücksichtigung der geklag
ten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die
medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar begründet. Das Gutachten des
Z._
erfüllt demnach alle
recht
spre
chungsgemässen
Krite
rien für eine beweistaugliche medizinische
Entschei
dungsgrundlage
, weshalb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E. 1.4).
Im Nachfolgenden ist auf die
entscheidrelevanten
Einzelheiten einzugehen.
4.2
4.2.1
Im orthopädischen Teilgutachten wurde festgehalten, das vorliegende
Lumbover
tebralsyndrom
sei zweifellos therapierbar und mit einer möglichen Arbeitsfähigkeit von 100 % mit den folgenden Einschränkungen beziehungs
weise Anpassungen zu beurteilen: Arbeit in häufig wechselnder Stellung (Ste
hen, Gehen und Sitzen) mit Heben von Lasten nicht über 20 kg. Der somatische Anteil des Leidens des Beschwerdeführers sei im Normalfall und ohne zusätzli
che Faktoren therapierbar und in einer 100%igen Arbeitsfähigkeit zumutbar.
Die in den mehreren Berichten hausärztlich und spezialärztlich klinisch, radio
logisch und bildgebend erhobenen Befunde bestätigten den anlässlich der aktu
ellen klinischen Untersuchung vorhanden
en
Zustand der muskulären
Dysba
lance
mit Schwergericht im Bereich der LWS. Das als chronisch
lumbospondy
logen
bezeichnete, rechtsbetonte Syndrom sei zwar sowohl im Röntgenbefund der LWS als auch im MRT vom 2
7.
August 2010 in Form von mehreren
Teilbe
funden
morphologisch fassbar, aber nicht zwingend als Begründung einer defi
nitiven, hochgradigen Reduktion der Arbeitsfähigkeit anzuführen. Dies insbe
sondere, da die diesbezüglich reichhaltige Palette
a
n aussichtsreichen konserva
tiven Therapiemas
snahmen nicht ausgeschöpft sei
. Diese erforderten allerding
s
eine nachhaltige Kooperation und tägliche Disziplin in der Durchführung eines gut instruierten Programms der Rückenhygiene (Urk. 8/33/36 f.).
Der neurologische Gutachter dokumentierte, die wiederholte Befragung des Beschwerdeführers ergebe zu keinem Zeitpunkt ein nachvollziehbares L5-seg
mentales Reizsyndrom, explizit auch keine relevanteren sensomotorischen Defi
zite. Eher werde eine gewisse diffuse Irritation und Missempfindung über der Oberschenkelrückseite angegeben, was jedoch nur als
myofasciales
beziehungs
weise
pseudoradikuläres
Beschwerdebild zu interpretieren sei, zumal auch
der Reflexstatus unauffällig
und eine weiterreichende
radikuläre
Schmerzbahn nie beschrieben worden sei. Die noch angegebene Taubheit an der rechten Grosszehe imponiere zwar suggestiv in Richtung eines distalen sensiblen
L5-Defizits, möglicherweise entsprechend den im MRI der LWS auch nachgewiese
nen deutlichen Degenerationen, sei aber zwischenzeitlich
ange
-
sichts
der fehlen
den
radikulären
Reizsymptomatik als altes Defizit zu deuten. Nach der heutigen Anamnese und den oben stehenden Ausführu
ngen seien
die als subakute
lum
boradikuläre
Schmerzsymptomatik L4/5 beschriebenen Inter
-
pretationen
, genannt im Arztbericht des
D._
und des
E._
,
nicht nachvollziehbar. Zwar möge die im MRI der LWS vom 2
8.
August 2010 ausgewiesene
recesso-foraminale
Protrusion
rechts in der Etage L4/5 mit
recessaler
L5-Kompression möglich sein, die klinische Sympto
matik sei je
doch nicht für eine L5-Symptoma
t
i
k passend. In der Etage L5/S1 sei eine schwere Degeneration vorhanden, hier zeigten sich aber die
Neuroforamina
offen ohne Neurokompression. Bezüglich der zusätzlich beklagten
cervicalen
Beschwerden sei ein unspezifisches
Cervicalsyndrom
zu beschreiben. Auch hier sei zu keinem Zeitpunkt eine relevante
radikuläre
Schmerzausstrahlung in Erfahrung zu bringen gewesen, entsprechende sensomotorische Defizite seien ebenfalls explizit verneint worden. Die vom Beschwerdeführer genannten Beschwerden seien somit nicht auf neurologischem Fachgebiet, sondern viel
mehr auf orthopädischer Ebene zu bewerten. Zusammenfassend sei somit aus neurologischer Perspektive keine über das orthopädische Fachgebiet hinaus
gehende, zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit oder des
Belastungs
profils
zu fordern (Urk. 8/33/13 f.).
4.2.2
Das Gutachten beruht aus
orthopädisch-
neurologischer Sicht auf umfassenden
klinischen Untersuchungen. Die Gutachter
setzten sich
zudem
eingehend
mit den bildgebend dokumentierten Befunden auseinander
. Hierzu ist anzumerken, dass r
adiologisch erhobene Veränderungen im (degenerativen)
Wirbelsäulenbe
fund
allein sich nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Ein
schränkung nieder
schlagen
. Es gehört daher zur Aufgabe des Gutachters, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören insbeson
dere auch Angaben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Kon
sistenz der gemachten Angaben, wie auch Hinweise, welche zur
Annahme von Aggravation führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_282/2012
vom 11. Mai 2012 E. 5).
Die Gutachter kamen gemäss den vorstehenden Erwägungen (E. 4.2.1) in nachvollziehbarer Weise zum Schluss, aus orthopädisch-neurologi
scher Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
4.2.3
Daran vermögen auch die sich in den Akten befindlichen Berichte der behandeln
den Ärzte nichts zu ändern. Der Hausarzt
Dr.
med.
F._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
stütz
t
e sich in seinem Bericht vom 9. Dezember 2012 primär auf die subjektiven Schmerzschilderungen des Beschwerdeführers
. Eigentliche Befunde
erhob er
nicht
(Urk. 8/73/1 ff.).
Das
selbe gilt für den Bericht des Schmerzzentrums des
E._
vom 5. Dezember 2012:
Unter anderem wurde die
Diagnose eines chro
nischen
lumbospondylogenen
Schmerzssyndrom
s
gestellt und dabei
festgehal
ten,
es liege eine schwere generalisierte Degeneration der LWS vor.
A
kten
anamnestisch
sei eine intermittierende Irritation der Wurzel L5 rechts möglich (Urk. 8/73/5).
Allerdings konnte in der kurzen Eingangsuntersuchung kein Hin
weis auf eine
Radikulopathie
L4 oder L5 gefunden werden (Urk. 8/73/6).
Des
gleichen enthält der Bericht des
E._
keine
Angaben über die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Auch
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
konnte gemäss
seinem Bericht vom 19. Oktober 2012 keine Defizite
im Neurostatus objektivieren. Es bestünden
keine Hinweise für ein
zervikoradikuläres
oder
lu
mboradikuläres
Syndrom
. Es
liege
wie früher ein panvertebrales Syndrom mit vorwiegend
myofaszialen
Schmerzen im Schulter-, Nackenbereich sowie lumbal beidseits
vor
, ohne dass Hinweise für eine bedeutsame strukturelle Pathologie oder für ein
lumboradi
kuläres
Syndrom hätten gefunden werden können. Trotz ausgebauter Medika
tion (Psychopharmaka und Schmerzmedikation) hätten die Beschwerden nicht wesentlich beeinflusst werden können. Der Beschwerdeführer sei auch in eine Schmerzsprechstunde integriert. Er werde nun eine gezielte
Triggerpunktthera
pie
mit Dehnung der betroffenen Muskulatur einleiten und den Beschwerde
führer in einem Heimprogramm instruieren. Er hoffe sehr, dass dadurch zumin
dest die Schmerzen derart reduziert werden könnten, dass die angestammte Tätigkeit in einem 50 %-Pensum wieder aufgenommen werden könne
.
Darüber hinaus
äusserte
sich Dr.
G._
aber nicht zur aktuellen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
der
angestammten
oder gar einer angepassten
Tätigkeit (Urk. 8/73/12
f.).
Dass sämtliche Therapiemöglichkeiten
bereits
ausgeschöpft
wurden
, ergibt sich aus
seinem Bericht zudem nicht;
Dr.
G._
leitet im Gegenteil weitere Therapiemassnahmen ein.
4.2.4
Der
Radiologiebericht
des
E._
vom 11. September 2013 (Urk. 8/84), in wel
chem im Vergleich zur Voruntersuchung vom 26. September 2011 eine neu aktivierte
Osteochondrose
L2/3 und L3/4, eine stationäre Neurokompression L4
foraminal
rechts bei hypertropher
Spondylarthose
und eine stationäre Verlage
rung L5
rezessal
rechts au
f Höhe L4/5 festgestellt wurde
n
,
vermag die Schluss
folgerungen der Gutachter
ebensowenig
in Frage zu stellen.
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass radiologisch erhobene Veränderungen allein sich nicht notwendigerweise im Ausmass der funktionellen Einschränkung niederschlagen (E. 4.2.2). Denkbar ist
hingegen
eine Auswirkung der neu erhobenen
bildgeben
den
Befunde auf das Belastungsprofil, was allerdings lediglich qualitativ und nicht quantitativ zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt.
Eine Anpassung des Belastungsprofils würde allenfalls darauf Einfluss haben, ob und in welchem Umfang bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt wäre (vgl. E. 5.2).
Schliesslich ist anzumerken, dass die Gutachter
– entgegen der vom Beschwer
deführer wohl vertretenen Ansicht –
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in somatischer Hinsicht theoretisch-medizinisch beurteilten und nicht mit Blick auf die dazumal effektiv ausgeübte 50%ige Tätigkeit.
4.3
4.3.1
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten, der etwa 38-jährige Beschwerdeführer sehe als Ausgangspunkt seiner Beschwerden einen
Treppen
sturz
, welcher zu einer erheblichen Verstärkung von bereits zu
vor bestehenden und erträglichen
Rückenschmerzen geführt habe, sodass er nicht mehr arbeiten könne. Zudem habe er Anfälle nächtlicher Atemnot, verbunden mit diffuser Angst. Wenngleich derartige Zustände nur nachts aufträten, seien eine Todes
angst oder ein
Angstcrescendo
nicht zu eruieren, und die Frequenz der Zustände sei ungewöhnlich. Sie könnten aber als Ausdruck einer Panikstörung verstanden werden, die aber keine funktionell einschränkende Bedeutung besitze. Bei der jetzigen psychiatrischen Untersuchung zeige der Beschwerde
führer
keine erheblichen depressiven Symptome
, vielmehr eine Besorgtheit
bezüglich des weiteren Verlaufs seiner Rückenschmerzen, eine Verstimmtheit über die bisherige Entwicklung sowie eine nach wie vor bestehende Ängstlich
keit im Zusammenhang mit früheren Drohungen seitens der Familie der geschiedenen Ehefrau. Es seien eine vermehrte Selbstbeobachtung und
eine verstärkte Schmerzwahrnehmung festzustellen mit Selbstlimitierung.
Psycho
traumatologische
Folgen des Unfalls bestünden nicht. Somit bestehe beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der Grös
senordnung von 100 % (Urk. 8/33/29).
Angesichts des
psychiatrisch erhobenen Befunds (Urk. 8/33/27 f.)
erscheint die gutachterliche Einschätzung nachvollziehbar, insbesondere auch deshalb, weil
der Beschwerdeführer der
im Bericht des
D._
vom 27. April 2011 (Urk. 8/21/5 ff.) angeführten
Symptomatik
mit Antriebslosigkeit, Rückzug, Freudlosigkeit,
Hyperso
mnie
und
Alkoholkonsum
widersprach (Urk. 8/33/29).
4.3.2
In Bezug auf den
vorgenannten
Bericht des
C._
vom 1. November 2012
(E. 3.2)
fällt
auf
, dass er -
m
it Ausnahme der
hier
zitierten
Textstelle
-
wortwörtlich mit dem Bericht des
D._
vom 27. April 2011
(Urk. 8/21)
identisch ist; es ist
kurz anzumerken, dass es sich beim
C._
um eine Zweigstelle des
D._
handelt.
Im Bericht des
C._
wurde
bloss
der Alkoholmiss
brauch nicht mehr als Diagnose mit, sondern neu als Diagnose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
.
Ausserdem wurde der
ärztliche Befund
, welcher
im Bericht des
D._
noch enthalten war, im Bericht des
C._
nicht mehr aufgeführt
und
durch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ersetzt.
Aufgrund
der
identischen
Beschreibung
der aktuellen Symptome
in den beiden Berichten erscheint die „Aktualität“ der Symptome
im Bericht des
C._
vom 1. November 2012
mehr als fraglich.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer
der
im Bericht des
D._
vom 27. April 2011 angegebenen Symptomatik
aus
drücklich
widersprach (E. 4.3.1).
Im Verlaufsbericht des
C._
vom 26. Juni 2013 wurde wiederum festgestellt, es habe sich nichts geändert. Die Diagnosen seien dieselben, der Beschwerdeführer konsumiere seit Dezember 2012 allerdings kei
nen Alkohol mehr (Urk. 8/75).
Es ist davon auszugehen, dass
die behandelnden Ärzte des
C._
und des
D._
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers durchwegs anders beurteilt
haben als die Gutachter.
Eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes durch die behandelnden Ärzte bleibt unerheblich, zumal das Gutachten überzeugt und
zudem
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte und Ärz
tinnen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa
gen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3.3
Nicht sehr wahrscheinlich ist, dass zum Zeitpunkt der Begutachtung eine intermit
tierende Verbesserung des Gesundheitszustandes vorlag.
Sollte
beim
Beschwerdeführer
dennoch, wie im
Bericht des
C._
vom 1. November 2012
diagnostiziert,
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) vorliegen,
wäre dieser
nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
keine invalidisierende Wirkung beizu
messen.
An dieser Ausgangslage ändert auch der Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 13. Dezember 2013
nichts. Z
um einen handelt es sich bei
Dr.
B._
(im Übrigen auch bei
lic
. phil.
A._
)
nicht um einen
Facharzt auf dem Gebiet der Psychiatrie
, zum anderen führt
er nebst dem Panvertebralen Syndrom
als Diagnose
ebenfalls „bloss“ eine mittelgradige depressive Episode nach ICD-10 F32.1
auf
(Urk. 8/90/1).
Darüber hinaus
stützt
er sich primär auf die subjektiven Angaben
des Beschwerdeführers, welcher sich nebenbei bemerkt keiner konsequenten
D
epressionsthera
pie
unterzieht. Psychotherapeutische Sitzungen finden bloss alle zwei Wochen statt. Ein stationärer Aufenthalt in der Klinik
H._
wurde nach bloss zwei Tagen wieder beendet (Urk. 8/90/2).
4.3.4
Eine
Panikstörung
wurde sowohl von den Gutachtern des
Z._
als auch von den behandelnden Ärzten des
D._
und des
C._
diagnostiziert. Dass die Gut
achter die Panikstörung als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einstuften, überzeugt insbesondere desha
lb, weil die Panikattacken
gemäss Schilderungen des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung nachts auf
träten und sein Schlaf mit Medikation ausreichend sei (Urk. 8/33/25 und Urk. 8/33/28).
4.4
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, das Gutachten erweise sich als unvollstän
dig, da der Frage einer posttraumatischen Belastungsstörung auf
grund seiner Kriegserlebnisse nicht nachgegangen worden sei (Urk. 1 S. 10), zielt ins Leere. Zum einen wurde eine solche Diagnose nicht nur von den Gut
achtern, sondern auch von den behandelnden Ärzten nie gestellt. Zum anderen macht
e
der Beschwerdeführer zu den Hintergründen seiner Schussverletzung wid
ersprüchliche Angaben, was seine
Glaubwürdigkeit in Frage stellt:
Die behandelnden Ärzte des
E._
führten im Bericht vom 5. Dezemb
er 2012 (Urk. 8/73/8 f.
) aus, der Beschwerdeführer habe als
I._
und
J._
in der
K._
Militärdienst geleistet. Er sei schikaniert worden, da man als
I._
dau
ernd verdächtigt werde, der
L._
anzugehören. Bei einem Appell sei ein Kollege von Vorgesetzten misshandelt worden. Er habe wegschauen müssen, da er es nicht
ertragen habe
. Dabei habe er
dem Vorgesetzten den Rücken zugedreht. Er sei sofort verdächtigt worden, als
I._
etwas im Schilde zu führen. Der Vor
gesetzte habe mit dem Maschinengewehr auf ihn geschossen, er habe sich auf den Boden hinter einen kleinen Stein geworfen, um nicht getötet zu werden. Er habe Todesangst ausgestanden und sei mit mehreren Streifschüssen ins Spital eingeliefert worden. Er habe ein Verfahren gegen den Vorgesetzten angestrengt, welcher jedoch freigesprochen worden sei. Nach dem Urteil sei er von Unbe
kannten zusammengeschlagen worden. Von diesen Militärereignissen habe er den Ps
ychiatern bisher nichts erzählt.
Demgegenüber führte
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 13. Dezember 2013
(Urk. 8/90/2)
aus, der Beschwerdeführer
I._
Herkunft habe im Jahr 1993 im Südosten der
K._
seinen Militärdienst geleistet. Er habe als
K._
Soldat an der vordersten Front gegen die
I._
Rebellen gekämpft. Am 9. August 1993 sei er bei einem Zusammenstoss durch eine Kugel getroffen und verletzt worden. Bei diesem Gefecht seien acht seiner Kollegen umgekom
men. Nach einer dreimonatigen Erholungspause habe er seinen Militärdienst beendet.
4.5
4.5
.1
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
sodann
eine Schmerzverarbeitungsstörung mit Selbstlimitierung (ICD-10 F54.0).
4.5
.2
Mit zur Publikation vorgesehenem Entscheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind
(BGE 130 V 352, 131
V
49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6):
„Zusammenfassend ergibt sich, dass die Invaliditätsbemessung bei psychosomati
schen Störungen stä
rker als bisher den Aspekt der
funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähig
keit (E. 3) bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvoll
zuges (E. 3.4.1.1) mittels der
Regel/Ausnahme-Vorgabe bzw. (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung (E. 3.1 u
nd 3.2). Deren Rechtsnatur kann
offen bleiben (E. 3.3). De
nn an dieser Rechtsprechung ist
nicht festzuhal
ten (E. 3.4 und 3.5). Das bisherige Regel/
Ausnahme-Modell wird durch ein
strukturiertes Beweisverfahren
ersetzt (E. 3.6). An der Rechtspr
echung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG -
ausschliessliche B
erücksichtigung der Folgen der
gesundh
eitli
chen Beeinträchtigung und
objektivierte Zumutbarkeitsprü
fung bei
materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden)
treten im Regelfall beachtliche
Standardindikatoren (E. 4). Diese
lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und
Konsistenz der funktio
nellen Auswirkungen einteilen (E. 4.4)
. Auf den
Begriff des primären
Krank
hei
tsgewinnes
(E. 4.3.1.1) und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbi
dität (E. 4.
3.1.3) ist zu
ver
zichten. Der Prüfungsraster ist
rechtlicher Natur
(E. 5 Ingress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der
Standard
indikatoren
(E. 5.1) wie auch bei deren -
rechtlich gebotener - Anwen
dung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die
Invaliditätsbemes
sung
bei psychosomatischen Leiden (E. 4.2) die gesetzgeberischen Anordnungen nach
Art.
7
Abs.
2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden
Invali
ditätsgrades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.“
4.
5
.3
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren.
Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen vor Bundesrecht standhält.
In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigen
gutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht
(
Ent
scheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015
E. 8., mit Hinweis)
.
4.
5
.4
Die Gutachter attestierten weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht ei
ne länger andauernde
Arbeitsunfähigkeit.
Vorliegend erhellt sich aus dem Gutachten hinreichend,
dass die Ausprägung der psychischen und somatischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt.
Ferner ergibt sich aus den Schilderungen des Beschwerdeführers, dass er einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis pfleg
t
und si
ch nicht zurückzieh
t
, wenn
gleich seine Aktivitäten schmerzbedingt reduziert s
ind
(Urk. 8/33/26). Er geh
t
alle zwei Wochen in psy
chologische Th
erapie (Urk. 8/33/27).
Das Aktivitätsniveau scheint dabei wenig eingeschränkt zu sein. Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksich
tigung der beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen, weshalb die Gutachter die Schmerzverarbeitungsstörung mit Selbstlimitierung
in nachvollziehbarer Weise
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufführten.
Zum weiteren Verlauf des Gesundheitszustandes bleibt anzumerken, dass
die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 8/72/5) beziehungsweise von 60 % (Urk. 8/90/3 f.) attestierten. D
ie
Zeitabstände
der psychotherapeutischen Behandlungen
alle zwei Wochen wurden allerdings
beibehalten
, was die Thera
pie nach wie vor als wenig intensiv erscheinen lässt
(vgl. E.
4.3.3)
. D
er Beschwerdeführer
ist
mittlerweile von der zweiten Ehefrau
geschieden
(vgl. Urteil vom
7. Mai 2012; Urk. 8/57)
;
d
ieser Umstand wurde
aber weder
i
m Bericht des
C._
vom 1. November 2012
noch im Bericht von Dr.
B._
erwähnt
. Angesichts der widersprüchlichen Schilderungen des Beschwerdefüh
rers (vgl. E. 4.4) und des Umstands, dass sich die behandelnden Ärzte
vorwie
gend auf seine
subjektiven
Angaben stütz
t
en,
erweist sich die
Beurteilung der Zumutba
rkeit durch die Gutachter als nach wie vor zutreffend.
4.6
Vor dem Hintergrund der mangelhaften Kooperation und zweifelhaften Motiva
tion vermögen auch die Feststellungen der Eingliederungsfachleute während des Arbeitsversuchs (vgl. Urk. 8/65) die gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung nicht zu relativieren. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt es sich bei den Feststellungen der Eingliederungsfachleute nicht um eine objek
tive medizinische Beurteilung, was insbesondere im Fall von gutachterlich
fest
gestelltem selbstlimitierenden
Verhalten vonnöten wäre. Auf die Feststellungen der Eingliederungsstätte kann somit nicht abgestellt werden.
4.7
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit fest, dass dem
Beschwerde
führer
eine angepasste, rückengerechte Tätigkeit mit einem Pensum von 100 % zumutbar ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2010 Fr. 58‘260.-- in einem 100 %-Pensum (42 Wochenstunden) verdient (Urk. 8/17/2). Im Jahr 2011, in welchem ein Rentenanspruch frühestens entste
hen könnte (Art. 29 Abs. 1 IVG), hätte das
Valideneinkommen
unter Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung Fr.
58
‘
829.
-- betragen
(
Index
stand
2150 [2010] auf 2171 [2011], vgl. die Volkswirtschaft
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
.
Für die Bestimmung
des
Valideneinkommens
sind die
Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turer
hebungen
(LSE) heranzuziehen.
Mangels Ausbildung des Beschwerdefüh
rers ist auf den
standardisierten monatlichen
Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anforde
rungsniveau
4,
von Fr. 4‘901.--
(LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1
, TOTAL, Anforderungsniveau 4
)
abzustellen. Unter Berücksichtigung der durch
schnit
tli
chen Arbeitszeit im Jahr 2011
von 41,7 Stunden pro Woche
(Die Vol
kswirt
schaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, A-S
)
sowie der
Nominallohn
entwicklung
bis ins Jahr 2011
(Indexstand 2150 [2010] auf 2171 [2011
], vgl. die Volkswirt
schaft
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
ergibt sich bei einem zumutbaren
Arbeitspen
sum
von 100 % für eine
angepasste
Tätig
keit ein Jahreseinkommen von Fr.
61‘910.
-- (Fr. 4‘901.-
- : 40 x 41,7 x 12 : 2150 x 2171
).
Selbst bei einem maximalen Abzug vom Tabellenlohn von 25 % resultiert kein
rentenbegrün
dender
Invaliditätsgrad
, was sich aus der nachfolgenden Berechnung ergibt:
Wird das
Valideneinkommen
von Fr.
58
‘
829.
-- dem
Invalideneinkommen von
Fr. 46‘433.-- (Fr. 61‘910.-- x 0.75)
gegenübergestellt, resultiert eine
Erwerbs
ein
busse
von Fr.
12
‘
396
.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 21 % entspricht.
5.3
Demzufolge ist
die Beschwerde abzuweisen.
6.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemes
sen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.