Decision ID: e8d1323f-785b-4ce0-9090-e3d4a88bc1b4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war seit dem
1.
Juni 2003 als Produktions
mitarbei
te
rin bei der
Y._
AG tätig (vgl.
Urk.
9
/
29
). Am 1
3.
Februar 2006 stiess die Versicherte bei der Arbeit mit dem Kopf gegen eine Metallkante (vgl.
Unfallmeldung,
Urk.
9
/
43/223
).
Am 2
1.
August
2007 meldete
sie
sich unter Hin
weis auf
Unfallfolgen
zum Bezug von Leistungen der In
validenversicherung an (
Urk.
9
/
2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ver
neinte mit Ve
rfügung vom
2.
März 2009 den An
spruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
9
/
60
).
Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
9/61) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
3.
August 2010 ab (
Urk.
9/70;
Prozess Nr.
IV.2009.00344). Dieser Entscheid wurde mit Urteil des Bundesgerichts vom 1
7.
November 2010 bestätigt (
Urk.
9/73). Mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2011 (
Urk.
9/81) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf eine
Hilf
losenentschädigung
. Am 1
9.
August 2013 (
Urk.
9/93) teilte sie mit, dass sie die Kosten für die leihweise Abgabe eines Rollstuhls übernehme.
1.2
Am
6.
Dezember
2013 meldete sich die Versicherte
erneut
bei der Invaliden
ver
sicherung an (
Urk.
9/94
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk.
9/
99
;
Urk.
9/
102
;
Urk.
9/
109
)
trat die IV-Stelle auf das neue Leistungs
begehren ein,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und holte bei
der MEDAS
Z._
GmbH
ein
polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
5.
Mai 2015 erstattet wurde
(Urk.
9/124/1-28). In der Folge holte die IV-Stelle ein wei
teres
Gutachten der Ärzte der
MEDAS
A._
ein (datierend
vom 2
7.
Sep
tem
ber 2016, Urk.
9/165/1-51). Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
9/167) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
6.
November 2016 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
9/172 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
0.
Dezember 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur erneuten Beur
tei
lung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 1 Mitte). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2017 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
0.
Mai 2017 (
Urk.
15) wurde der Beschwerdeführerin antragsgemäss (
Urk.
1 S. 1) die unentgeltliche Prozess
führung gewährt und Rechtsanwalt Georg
Engeli
als unentgeltlicher Rechtsver
treter bestellt. Gleichzeitig wurde ihr die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme
zugestellt.
Mit Eingabe vom 2
7.
Juni 2017 (
Urk.
17) reichte die Beschwerde
führerin einen aktuellen medizinischen Bericht (
Urk.
18)
ein
. Dies wurde
der Beschwerde
gegnerin am 2
9.
Juni 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
19).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt
die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzu
klären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfü
gung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern
falls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentli
chen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die
Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich ihr Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert hat respektive sich die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit verändert hat. Für die Beurteilung der Frage, ob eine anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist, wird der Sachverhalt zur Zeit der strittigen Verfügung (
November 2016
) verglichen mit dem Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt der letzten anspruchsverneinenden Verfügung vom
2.
März 2009
(
Urk.
9/60
) bestanden hat.
2.2
Die Beschwerdegegner
in hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, dass keine langandauernde gesundheitliche Einschränkung bestehe und die
Beschwer
de
führerin
weiterhin zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 1 unten; vgl. auch
Fest
stellungs
blatt,
Urk.
9/166
). In der Beschwerdeantwort (
Urk.
8) führte sie an, dass gestützt auf das Gutachten vom 2
7.
September 2016 von einer Aggravation aus
zu
gehen sei (S. 2 oben). Aufgrund der ärztlichen Feststellungen sei aus rechtli
cher Sicht ein Ausschlussgrund gegeben. Ein invalidisierender Gesund
heits
schaden müsse damit verneint werden (S. 2 Mitte).
2.3
Die
Beschwerdeführerin
machte in der Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass sich aus dem Gutachten vom Mai 2015 und den weiteren Arztberichten klar ergebe, dass eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit
vorliege (S. 3 oben). Die
Beschwerdegegnerin
sei damit nicht einverstanden gewesen und habe ein neues Gutachten erstellen lassen (S. 2 oben).
Dass sich die
Beschwerdegegnerin
nun auf das zweite Gutach
ten
berufe
,
sei
ihres Erachtens willkürlich. Andere Beurteilungen seien gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt worden. Sie verwies auf ein Schreiben der Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
, welches auf zahlreiche Mängel im neusten Gutachten
hinweise
(S. 2 Mitte). Falls ihrer Beurteilung nicht gefolgt werden könne, beantrage sie eine Beurteilung der divergierenden Aussagen der beiden Gutachten durch eine medi
zinische Fachperson (S. 3 oben).
3.
3.1
Der Sachverhalt im
Zeitpunkt der Verfügung vom
2.
März 2009
(
Urk.
7/52)
wurde im Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
3.
August 2010 zusammenfassend darge
stellt (
Urk.
9/70 S. 5 ff.
Ziff.
3)
.
Das Sozialversicherungsgericht stellte zur Beur
teilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf das Gutachten der Ärzte des
C._
vom 2
0.
August 2008 ab (vgl.
Urk.
9/70 S. 15
Ziff.
4.2 und S. 18 oben)
.
3.2
Die Ärzte des
C._
nannten im Gutachten vom 2
0.
August 2008 (
Urk.
9/38) als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
zervikozephales
und
zerviko
brachiales
Schmerzsyndrom (S. 16
Ziff.
5.1). Daneben führten sie im Wesentli
chen folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 16
Ziff.
5.2):
-
Schmerzverarbeitungsstörung
-
beginnendes metabolisches Syndrom
-
leichte Leberenzymerhöhung unklarer
Aetiologie
-
rezidivierende
gastritische
Beschwerden
Im Rahmen der neurologischen Beurteilung wurde angegeben, die Untersuchung sei äusserst erschwert gewesen durch ständige Schmerzäusserungen, Gegen
spannen, Abwehrhaltung und eine wiederholt durchbrechende Affekt
labilität. Es sei festzuhalten, dass sich letztlich kein neurologisches Defizit objekti
vieren lasse, aber eine erhebliche Ausgestaltung angenommen werden müsse. Einige Befunde der klinischen Untersuchung (z.B. Prüfen des
Lasègue
) würden auf eine bewusst
seinsnahe Ausgestaltung hinweisen, andererseits sei bei der Affekt
labilität auch die Differentialdiagnose einer somatoformen Schmerz
störung beziehungsweise Konversionsstörung in Betracht zu ziehen, was in das psychiatrische Fachgebiet falle (S. 15
Ziff.
4.2.4). Aufgrund des
zervikozephalen
Schmerzsyndroms seien Tätigkeiten in Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten nicht zumutbar. Für alle
übrigen, körperlich leichten Frauenarbeiten bestehe aus neurologischer Sicht bei zumutbarer Willensanstrengung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 15
Ziff.
4.2.5).
Aus internistischer und anderweitiger somatischer Sicht stehe das beginnende metabolische Syndrom im Vordergrund bei Adipositas. Daraus resultiere keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 17
Ziff.
6.2).
Bei der psychiatrischen Exploration sei die Beschwerdeführerin mit schmerz
ver
zerrtem Gesicht zusammengezuckt, als der Begutachter ihr zur Begrüssung die Hand gegeben habe. Auch eine leichte Berührung an der Schulter bei der Verab
schiedung habe zu äusserst heftigen, demonstrativ anmutenden Schmerz
äusse
rungen geführt. Wiederholt habe sie von ihren Schmerzen berichtet, dass diese ihr ein normales Leben verunmöglichen würden. Bei der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin eine lebhafte Mimik und Gestik gehabt. Die Stimmung sei
klagsam
, leicht herabgesetzt und der affektive Rapport distanziert gewesen. Immer wieder habe sie ihre Beschwerden in epischer Breite geschildert und sei zum Teil kaum in der Lage gewesen, auf die gestellten Fragen einzugehen. Das Denken sei formal unauffällig gewesen, inhaltlich seien die Klagen über ihre Beschwerden im Vordergrund gestanden (S. 10
Ziff.
4.1.2). Die Beschwerde
führerin leide seit dem Unfall vom 1
3.
Februar 2006 an Schmerzen praktisch am ganzen Körper. Es sei zu einer massiven Schmerzausweitung gekommen. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die somatischen Befunde nicht objektiviert werden, so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Es handle sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die Beschwerde
führerin sei auf ihre Beschwerden fixiert und ziehe aus ihnen einen hohen sekun
dären Krankheitsgewinn. Sie müsse keiner ausserhäuslichen Erwerbs
tätigkeit mehr nachgehen und werde von ihrem Ehemann und den Kindern umsorgt. Es zeigten sich ausgeprägte
aggravatorische
Verhaltensweisen. Das Schmerz
verhal
ten sei sehr demonstrativ. Eine depressive Störung liege nicht vor. Die Stimmung sei zwar herabgesetzt, aber nicht eigentlich depressiv. Es werde auch keine psychopharmakologische Therapie durchgeführt (S. 11
Ziff.
4.1.4). Aus psychia
trischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausser der Schmerzverarbeitungsstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden (S. 11
Ziff.
4.1.5). Eine depressive Störung sei nicht nachweisbar und die Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung seien ebenfalls nicht gegeben (S. 17
Ziff.
6.2).
Zusammenfassend bestehe für körperlich leichte bis intermittierend mittel
schwere, adaptierte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
(S. 18
Ziff.
6.9). Diametral dazu stehe die Selbsteinschätzung der Beschwerde
führerin, welche sich für arbeitsunfähig halte. Sie unterstreiche dies mit einem deutlichen,
aggravatorischen
Verhalten (S. 17
Ziff.
6.5).
4
.
4
.1
Die
Ärzte des Medizinischen Zentrums
D._
nannten im Bericht
vom 29.
August 2011 (
Urk.
9/82)
folgende
Diagnosen
(S. 1 f.)
:
-
zervikozephales
und
zervikob
rachiales
Schmerzsyndrom rechts
-
Morbus
Sudeck
rechter Vorderarm und rechte Hand
unklarer Genese
-
Verdacht auf Fibromyalgie (
Dr.
E._
am 1
2.
Oktober
20
07)
-
anhalt
ende somatoforme Schmerzstörung
-
Anpassungsstörung
-
Adipositas
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
D._
kamen im Rahmen einer Konsensbeurteilung zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
auch in einer angepassten Tätigkeit
100 % arbeitsunfähig sei (S. 6 unten). Die Beschwerde
führerin
sei wegen der
psychiatrischen Diagnose der
Anpassungsstörung
arbeits
unfähig
und nicht
primär und schon gar nicht ausschliesslich
wegen der Aggra
vation (S. 7 oben).
Sie
habe Schmerzen, überzeichne deren Auswirkungen aber grotesk. Soweit fremdanamnestisch vom Ehemann erhoben, gebe es über die Zeit keine Ausnahmen von der Schmerzaggravation, die Beschwerdeführerin vergesse sich in ihrem Leidenszustand nie (S. 7 Mitte).
Sie sei für die Umwelt geradezu erdrückend. Sie verlange im Rahmen ihrer Störung eine Vollversorgung ohne die geringste Eigenaktivität (S. 7 unten).
4
.2
Die
Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
berichteten a
m 1
0.
Januar 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/83), dass die Beschwerdeführerin seit 39 Sitzungen in ihrer Behandlung stehe, bei unverändertem Zustandsbild trotz medikamentöser Behandlung. Es handle sich um eine
chronische Schmerz
patien
tin in einem imponierend schlechten Zustand und völliger Unfähigkeit zu
gehen
, die ständig auf Begleitung angewiesen sei und zuhause meist im Bett liege. Der 100% arbeitende Ehemann sowie die drei Söhne und die Schwiegertochter seien zuhause und würden nach Kräften helfen
.
Ein Handrollstuhl würde die Situation der Beschwerdeführerin sehr entlasten.
Im
ergänzenden
Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
9/84)
diagnostizierten die Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
neu
eine schwere d
epressive Episode
(S. 1 Mitte). Sie gaben an, dass die Prognose
äusserst schlecht
sei (S. 2 unten)
.
4
.3
Im
Bericht der Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
vom
2
3.
September 2013 (
Urk.
9/108) wird anders als im
Bericht vom 2
9.
August 2011 die Diagnose einer Anpassungsstörung nicht mehr aufgeführt, jedoch neu eine
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
(S. 3 oben)
.
So h
abe das Beschwerdebild – auch die Schmerzen –
seit 2010 zugenommen, mit vorherr
schender Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Rückzug, Gedankenkreisen, Schlafstörungen, Halluzinationen und Gewichtszunahme (von 60
kg auf heute 95
kg bei 165
cm; S. 2 oben).
Die Beschwerdeführerin sei mit Sicherheit zu 100 % arbeitsunfähig auch in angepassten Tätigkeiten. Auch den Alltag könne sie nicht mehr bewältigen (S. 3 Mitte).
4
.4
Das
Gutachten der Ärzte der MEDAS
Z._
GmbH vom 2
5.
Mai 2015 (
Urk.
9/124/1-28)
basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen und einer rheumatologischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl.
S. 1 Mitte und S. 2 Mitte). Darin wurden folgende
Dia
gnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(S. 21
Ziff.
1.1):
-
Verdacht auf Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis
-
Verhaltensauffälligkeiten in Verb
indung mit körperlicher Störung
Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, es bestünden Inkonsistenzen zwi
schen der körperlichen Pflegebedürftigkeit und dem somatischen Status, was psychopathologisch am
e
hesten
erklärbar sei durch regressives Verhalten. Auf
fällig sei das Fehlen angemessener Therapiemassnahmen
(Spitex, stationäre Auf
enthalte). Die Schwierigkeit sei die korrekte Zuweisung der Symptomatik zu ent
sprechenden Krankheitsbildern. Erschwert sei dies durchaus durch Aggravation. Es fänden sich Hinweise auf Störungen aus dem Bereich Schizophrenie
. Es sei erforderlich, die Beschwerdeführerin zu einem stationären Aufenthalt zu ver
pflichten, um hier diagnostische Klarheit zu schaffen. Ohne diese werde eine Behandlung der möglichen und grundsätzlich behandelbaren Störung nicht statt
finden können
(S. 20 Mitte).
Es ergäben sich
Hinweise auf ein Depressionsgesche
hen
, das Gesamtgeschehen sei aber nicht durch eine depressive Episode erklärbar
.
Dann ergäben sich durchaus auch
Hinweise auf eine anhalten
de somatoforme Schmerzstörung. D
ie somatische Symptomatik und Hilflosigkeit könne aber auch durch regressives Verhalten im Rahmen der angenommenen psychotischen Stö
rung erklärt werden. Unter der Diagnose einer Verhaltensauffälligkeit seien zahl
reiche Phänomene zu beschreiben, etwa Aggravation, Symptomausweitung im Sinne einer passiv vermeidenden dysfunktionalen Schmerzbewältigung, insbe
sondere Persönlichkeitsregression.
Auch fänden sich
ein
übertriebenes Schon
ver
halten, Verharren in Kranken
rolle,
eine
subjektive Leistungsinsuffizienz und
ein
zunehmend
er
sekundärer Krankheitsgewinn (S. 20 unten).
Es finde sich eine Diskrepanz zwischen diagnostischen Annahmen und Therapie (zum Beispiel schwere Depression behandelt mit niedrig dosiertem Antidepressivum, Annahme psychotischer Symptomatik ohne Verabreichung von Neuroleptika, völliger Ver
zicht auf teilstationäre und stationäre Massnahmen, unzureichende Exploration der Beschwerdeführerin, Ehemann als Dolmetscher; S. 20 f.)
.
Aus psychiatrischer Sicht sei es gegenwärtig nicht möglich, eine Leist
ungsfähigkeit zu definieren (S.
21 oben).
I
m Rahmen der i
nterdisziplinär
en Beurteilung wurde festgestellt, dass
ein psychia
trisches Krankheitsbild
dominiere
, das die Leistungsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt einschränke. Eine sichere diagnostische Zuordnung könne zurzeit nicht getroffen werden
, eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis erscheine aber am wahrscheinlichsten. Demgegenüber liege aus rheumatologischer Sicht kein Krankheitsbild vor, das die Leistungsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit einschränken würde
(S. 23 oben).
Auf der somatischen Ebene liessen sich kaum Beeinträchtigungen feststellen. Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen dem subjektiv ausgeprägten Schmerzempfinden und den objektiv geringen Befunden (S. 23 unten).
Notwendig erscheine ein diagnostisch-therapeutischer mehrwöchiger stati
onärer Aufenthalt (S. 25 oben).
4
.5
Vom 2
5.
August bis
7.
Oktober 2015 befand sich die Beschwerdeführerin in s
tationäre
r
Behandlung in der
F._
. Im
Bericht der Ärzte der
F._
vom 1
7.
November 2015 (Urk.
9/135)
wurden folgende psychiatrischen Diagnosen und Belastungsfaktoren genannt (
Ziff.
1.1)
:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psycho
tischen Symptomen
Die Ärzte der
F._
attestierten der Beschwerdeführerin eine
100%ige A
rbeitsunfähigkeit
während
des
stationäre
n
Aufenthalt
es
(
Ziff.
1.6).
Aufgrund der seit mehreren Jahren anhaltenden Symptomatik sei eine Verbesserung eher unwahrscheinlich (
Ziff.
1.4 am Ende).
4
.6
Im
Bericht der Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
vom 3
0.
Dezember 2015 zuhanden des
Rechtsvertreter
s der Beschwerdeführerin (
Urk.
9/144) wurde festgehalten, dass
keine Notwendigkeit einer erneuten Begutachtung
bestehe. Eine weitere Begutachtung werde keine hinreichende diagnostische Klärung brin
gen, sondern bei ausführlicher und objektiver Begutachtung lediglich weitere
diagnostische Unsicherheiten bei aber klarer Invalidität aufgrund von körperli
chen (Schmerzen, Harninkontinenz) und psychiatrischen (psychotisches Gesche
hen) Störungen (S. 2 unten).
4
.7
Die
Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
hielten im Bericht
vom 3
0.
März 2016
zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/151/6-8) fest, dass die Beschwer
deführerin
praktisch
bettlägerig sei
, abhängig vom Rollstuhl und praktisch gehunfähig, dies seit Jahren ohne geringste Anzeichen einer Verbesserung
trotz diversen Behandlungen im
G._
sowie stationär. An eine Tätigkeit sei nicht zu denken bei vollständiger Abwesenheit einer Belastungsfä
higkeit
(S. 3 Mitte).
4
.8
Im
Bericht der Ärzte der
F._
AG vom 1
5.
April 2016 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/153) wurden dieselben psychiatrischen Diagnosen genannt wie im Bericht vom 1
7.
November 201
5.
Eine
weitere Verbesserung des psychischen Zustandes
wurde als
schwierig, jedoch möglich
beurteilt (
Ziff.
1.4 am Ende
).
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit über die
Hospitalisation
speriode
hinaus erfolgte nicht
(
vgl.
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.11).
4
.9
Das
Gutachten der Ärzte der MEDAS
A._
vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
9/165/1-51)
basiert auf einer internistischen,
einer rheumatologischen und
einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S.
2 Mitte
).
A
ls einzige
Dia
gnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurde
ein
chronifiziertes
, massiv überlagertes
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerz
syndrom, deutlich rechtsbetont
, genannt (S. 49
Ziff.
4.1)
.
Des Weiteren wurden
unter anderem
folgende
Diagnosen ohne
wesentliche Ein
schränkung
der zumutbaren
A
rbeitsfähigkeit angeführt
(S. 49 f.
Ziff.
4.2):
-
psychologische Faktoren u
nd Verhaltensfaktoren bei ander
eno
rts klassifi
zierten Krankheiten
-
chronifiziertes
Ganzkörperschmerzsyndrom mit Halbseitensensibilitäts
störung ohne hierfür adäquates organisch
es Korrelat am Bewegungsappa
rat
-
A
dipositas Grad 2
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Dyslipidämie
-
gemischte Ha
rninkontinenz III
Aus allgemein-internistischer Sicht wurde ausgeführt, dass eine konklusive Unter
suchung der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Verhaltens nur einge
schränkt möglich gewesen sei (S. 40 unten).
Die deutlich vorgealterte, adipöse Beschwerdeführerin sitze somnolent im Rollstuhl. Der affektive Rapport sei kaum
herstellbar, es bestehe eine deutlich gedrückte depressive Grundstimmung. Die Beschwerdeführerin sei sehr
klagsam
und
jammerig
(S. 40
Ziff.
2.1).
Medizinisch-theoretisch ergebe sich eine zumutbare und verwertbare Arbeitsfähigkeit von 100 % sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit. Eine Nähe zur Toilette müsse jedoch gewährleistet sein, schwere körperliche Arbeiten seien bei Adipositas Grad 2
und insuffizient eingestellter
arterieller Hypertonie zu vermeiden (S. 49 oben).
Der rheumatologische Gutachter hielt fest, dass a
ufgrund des Verhaltens der
Beschwerdeführerin
mit weitgehend unmöglicher Untersuchbarkeit elementare Voraussetzungen
fehlen würden
, damit eine seriöse gutachterliche Untersuchung und Leistungseinschätzung erbracht werden könne. Aufgrund dessen sei der Beweis einer Behinderung aus rheumatologischer Sicht nicht zu erbringen.
Inkonsistent und diskrepant zu den Angaben chronisch invalidisierender Schmerzen mit Rollstuhlbedürftigkeit habe er eine unauffällige muskuläre
Trophik
insbesondere ohne Seitendifferenz im Bereich der oberen und unteren Extremitäten gefunden.
Der in der Untersuchungssituation gezeigte
plegische
Arm dürfte aufgrund dieses Befundes im Alltag regelmässig eingesetzt werden (S. 42 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin berichte, andauernd unter starken Schmerzen zu leiden.
Sie sei nicht in der Lage, die Aus
wirkungen der Schmerzen im Alltag differenziert zu beschreiben. Auch sei sie der Meinung, dass die Schmerzen andauernd gleichförmig intensiv seien. Eine undifferenzierte Schmerzwahrnehmung sei atypisch für Patienten, die unter einer Schmerzerkrankung leiden
(S. 42
Ziff.
2.4.2).
Die Beschwerdeführerin mache weniger einen schmerzerfüllt leidenden, sondern vielmehr einen müden Eindruck (S. 42 f.).
Im Rahmen der strukturierten Untersuchung sei sie in der Lage, Fragen konkret und adäquat zu beantworten.
Die Aufmerksamkeit sei nicht beein
träch
tigt
(S. 43 unten).
Es fänden sich keine Anhaltspunkte für kognitive Beeinträch
tigungen oder für Sinnestäuschungen oder Wahrnehmungsstörungen (S. 43 f.). Die Verdachtsdiagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formen
kreis sei während der sechswöchigen
Hospitalisation
in der psychiatri
schen Klinik
Schlössli
nicht erhärtet worden (S. 44 Mitte). Es könne davon ausgegangen wer
den, dass bei der Genese der Müdigkeitsgefühle und der Depression Medikamente eine Rolle spielten
. Bei der Beschwerdeführerin finde sich ein tiefes Tagesaktiv
i
täts
niveau (S. 44 unten).
D
as Gefühl
,
schwer krank zu sein, sei vorherrschend.
Es bestehe eine a
usgeprägte Diskrepanz zwischen
dem
Schmerzerleben und
dem
beobachtbare
n
Verhalten.
Eine
Simulation
sei
eher unwahrscheinlich. Es sei von einer Aggravation auszugehen, im Weiteren sei eine Symptomausweitung wahr
scheinlich (S. 45 unten). Die Beschwerdeführer
in sei medizinisch theoretisch voll
arbeitsfähig. Ein andauernder invalidisierender Gesundheitsschaden bedingt durch eine psychiatrische Erkrankung sei nicht mit der geforderten Wahrschein
lich
keit nachweisbar (S. 47 Mitte).
Im
Rahmen der zusammenfassenden Beurteilung wurde festgehalten, dass im
polydisziplinären Konsens der Beweis einer anhaltenden Behinderung nicht erbracht werden
könne
(S.
5
0
Ziff.
5.2).
Zu den medizinischen Massnahmen wurde ausgeführt, d
ie Medikamentenliste berge in der Kombination von Opiaten mit einem Antidepressivum, einem atypischen
Antipsychikum
und einem Benzo
diazepin nicht nur ein erhebliches Nebenwirkungsrisiko, das einen Grossteil der Beschwerden erklären könnte, sondern sei gegen die Schmerzen auch nicht wirksam (S.
5
0
Ziff.
5.3).
4
.10
Die
Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
nahmen a
m
1.
Dezember 2016
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (
Urk.
3) Stellung zum Gut
achten der
MEDAS
A._
. Sie hielten fest, d
ie psychiatrischen Experten
der MEDAS
Z._
und der M
EDAS
A._
referierten voll
ständig verschiedene Symptome und gelangten daher zu diametral unterschied
lichen Beurteilungen. Vor allem im Gutachten
der M
EDAS
A._
wür
den der Sachverhalt unrichtig und unvollständig dargestellt und die vorhandenen Symptome entweder nicht erfragt oder mit Aggravation wegdiskutiert, obschon ein mittlerweile 10jähriges schweres Krankheitsbild vorliege, welches progredient und ther
apieresistent sei (S. 3 Mitte).
4
.11
Mit
S
chreiben
vom
9.
Juli 2017 (richtig: Juni 2017;
Urk.
18)
nahmen die Ärzte des Medizinischen Zentrums
B._
erneut Stellung. Sie führten aus, dass eine sorgfältige Abklärung der psychotischen Anteile der Symptomatik fehle. Während des stationären Aufenthaltes habe sich ein viel differenzierteres Bild ergeben, als dies von den Gutachtern habe ermittelt werden können. Es sei ein psychotisches Geschehen in Zusammenhang mit der schweren Depression diagnostiziert worden (S. 1).
5
.
5
.1
Aus den vorliegenden Berichten ergibt sich das Bild einer Beschwerdeführerin, die im Rollstuhl sitzt - was sie mit hoher Müdigkeit und Kraftlosigkeit begründet (
Urk.
9/165/44 Mitte) –, über starke Schmerzen klagt, und aufgrund ihres Verhal
tens fast nicht untersucht werden kann. Die Ärzte sind sich einig, dass eine deut
liche Diskrepanz zwischen dem Schmerzempfinden und den objektiv geringen Befunden besteht.
Eine Aggravation ist wohl unbestritten und wird auch seitens der Ärzte der Medizinischen Zentren
B._
bestätigt.
5.
2
D
as Gutachten der Ärzte der MEDAS
A._
vom September 2016 erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E. 1.
5
). Die Gutachter gaben ihre Beurteilungen nach persönli
cher Untersuchung der Beschwerdeführerin und in Kenntnis der
Vorakten
ab.
Sie legten nachvollziehbar dar, weshalb der Beweis eines anhaltenden invalidisieren
den Gesundheitsschadens nicht erbracht werden könne. Zudem wiesen die Gut
achter der MEDAS
A._
darauf hin, dass die eingenommenen Medika
mente einige der Beschwerden erklären könnten.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, dass sich aus dem
Gutachten
der MEDAS
Z._
vom
Mai 2015
klar eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit ergebe, vermag dies nicht zu überzeugen. So wurde im
Gutachten
der MEDAS
Z._
festgehalten, dass
sich Hinweise auf Störungen aus dem Bereich der Schizophrenie fänden, des Weiteren auch Hinweise auf ein Depressions
geschehen und auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Auch wurde eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt festgestellt. Die Ärzte der MEDAS
Z._
hielten jedoch fest, dass derzeit
weder eine diagnostische Zuteilung getroffen noch eine Leistungsfähigkeit definiert werden könne.
Angesichts dessen war eine erneute Begutachtung not
wendig.
Eine andauernde volle Arbeitsunfähigkeit kann aus
de
m Gutachten
der MEDAS
Z._
somit
nicht abgeleitet werden.
Die Ärzte der
F._
gingen in diagnostischer Hinsicht von einer soma
toformen Schmerzstörung sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, aus. Sie
attestierten
der Beschwerdeführerin
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
, jedoch explizit
nur während de
s
stationären Aufenthalt
es
.
Soweit die Ärzte der Medizinischen Zentren
B._
- bei welche
n
die Beschwer
deführerin
in Behandlung steht
– weiterhin
(
seit
Oktober 2006
[vgl.
Urk.
9/70 S. 6 f.]
) von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausg
ehen
, vermag dies das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen, zumal sie
sich in
eine
r
Vertrauensstellung gege
nüber der Beschwerdeführerin
befinden
(vgl. E. 1.
6
).
Zudem ist auch nicht ganz klar,
worauf sie die Arbeitsunfähigkeit stützen. Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
D._
hielten im August 2011 fest, dass die Beschwerdeführerin wegen der psychiatrischen Diagnose der Anpassungs
störung arbeitsunfähig sei. Die Ärzte des
M
edizinischen Zentrums
B._
nannten die Diagnose einer Anpassungsstörung im September 2013 nicht mehr
, jedoch neu eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen. Im Dezember 2015 hielten sie fest, dass eine Invalidität aufgrund von körperlichen (Schmerzen, Harnin
konti
nenz) und psychiatrischen (psycho
tisches Geschehen) Störungen vorliege.
5
.3
Nach dem Gesagten
ist auf das Gutachten der MEDAS
A._
abzustellen, wonach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein andauernder invalidi
sieren
der Gesundheitsschaden vorliegt.
Gemäss der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8 ZGB), welche auch im Sozialver
si
cherungsrecht gilt, trägt die versicherte Person die Beweislast für das Bestehen eines Gesundheitsschadens und für die Tatsachen, welche diesen als invalidi
sierend erscheinen lassen. Denn sie leitet daraus Rechte, den Anspruch auf eine Invalidenrente, ab. Gelingt es der versicherten Person, unter Einbezug der im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes gebotenen Abklärungen des Versiche
rungs
trägers (
Art.
43 ATSG) resp. - im Beschwerdefall - des Sozialversicherungs
gerichts (
Art.
61
lit
. c ATSG), nicht, den geklagten Gesundheitsschaden und dessen invalidisierende Auswirkungen nachzuweisen, trägt sie daher die Folgen der Beweislosigkeit und sie verfügt über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheits
schaden nicht invalidisierend auswirkt. Vermutet wird Validität, nicht Invalidität (
Urteil des Bundesgerichts 8C_324/2014 vom 1
5.
Januar 2015 E.
3.2 mit Hinwei
sen).
Vorliegend vermochte die Beschwerdeführerin trotz umfassenden Abklärungen seitens der Beschwerdegegnerin
keinen
invalidisierenden Gesundheitsschaden
nachzuweisen.
Wie bereits im März 2009 ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen und es
besteht nach wie vor kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente. Damit erweist sich die anspruchsverneinende Verfügung vom 1
6.
November 2016 (
Urk.
2) als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Rechtsanwalt Georg
Engeli
reichte trotz entsprechendem Hinweis in der Gerichts
verfügung vom
1
0.
Mai 2017
(
Urk.
1
5
) keine Honorarnote ein. Angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Falles sowie unter Berück
sichtigung des praxisgemässen Stundenansatzes von
Fr.
220.--
ist sein
e Entschä
digung von Amtes wegen auf
Fr.
1’
85
0
.-- (inklusive Barauslagen und M
ehrwert
steuer) festzusetzen. Die
Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
hingewiesen, wonach
sie
zur Nach
zahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.