Decision ID: 8542e61a-caef-48a2-8ed8-2809cbf1f528
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
ist
seit dem
1.
Januar 2008
bei der
Y._
im polizeilichen Assistenzdienst
in einem 100%-Pensum angestellt und dadurch
bei der Unfall
ver
siche
rung der Stadt Zürich gegen die Folgen von Un
fäl
len ver
sichert
.
A
m
8.
Mai 2018
knickte er
auf dem Nachhauseweg mit dem Fuss
ein
und
fiel auf die rechte Schulter
(vgl. Unfallmeldung vom 2
2.
Mai 2018,
Urk.
8/G001).
Die Erst
konsultation erfolgte am
9.
Mai 2018 b
ei Dr. med.
Z._
, Fach
ä
rzt
in
für Allgemeine Innere Medizin, die gestützt auf bildgebende Befunde (vgl.
Bericht
Magnet
re
so
nanz
tomographie (MRI)
vom 1
6.
Mai 2018
, Urk. 8/M003
) ein
OSG-Distorsionstrauma rechts und eine Kontusion des rechten Schultergelenkes
diagnostizierte (vgl. Arztzeugnis UVG vom 2
4.
Mai 2018, Urk. 8/M001). Die Un
fall
versicherung der Stadt Zürich erbrachte in der Folge die gesetz
lichen
Heil
be
handlungs
- und Taggeldleistungen (Urk.
8/G002
)
, wobei ab 15. Mai 2018 wieder eine volle Ar
beitsfähigkeit bestand (Urk. 8/G
004)
.
Gestützt auf die Beurteilung
des beratenden Arztes
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
vom
5.
März 2019
und aus
gehend davon, dass
durch weitere Heilbehandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten
sei, stellte die Unfall
versicherung der Stadt Zürich ihre Ver
siche
rungs
leistungen (Heilbe
handlung
) per
5.
März 2019
ein (vgl. Verfügung vom
8.
März
2019
, Urk
. 8/G009
). Die
dagegen erhobene
Ein
spra
che vom
8.
April
2019
(Urk. 8/J001)
,
ergänzt durch die Eingabe
vom
8.
Mai 2019 (Urk.
8/J003)
,
wurde
-
unter Berücksichtigung eines medizinischen Konsili
ums (
Urk.
8/M008) und nach
dem das Verfahren bis M
itte Febru
ar
2020
sistiert wo
rde
n war
(
Urk.
8/J010,
Urk.
8/
J
0
1
6) -
mit
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2019 (recte: 2020)
abgewie
sen (Urk.
8/J019
= Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1
6.
April 2020
(Urk. 1) Be
schwer
de und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzu
heben und es sei
en ihm die vorübergehenden Unfallversicherungsleistungen (insb. Heil
be
handlung) weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die vorliegende Streit
sache zu weiteren Abklärungen, insbesondere einer neutralen Begutachtung, an die Be
schwer
degegnerin zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
5.
Mai 2020
(Urk. 7
) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Ver
fü
gung vom
1
2.
Mai 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver
sicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinterlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden Heil
behandlungsleistungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
Da die Heilbehandlung gemäss Art.
10 UVG eine unfallbedingte
Behandlungs
bedürftigkeit
, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalles uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 10.
Juli 2014 E. 3.2).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch
Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger
alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom
5.
März 2019 (
recte: 2020;
Urk. 2) sowie
in ihrer Beschwer
de
antwort vom
5.
Mai
2020
(Urk.
7
) ging die Beschwerdegegnerin ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass
von weiteren medi
zi
nische
n
Behandlungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheits
zu
stands erwartet werden könne
, weshalb dem Beschwerdeführer
aus unfall
bedingter Sicht spätestens ab dem
5.
März 2019
keine Ansprüche auf weitere Heilbehandlungs
massnahmen mehr zustünden
. Ein
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe nicht.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 16. April 2020 (Urk. 1) zusammengefasst geltend,
er sei in seiner Leistungsfähigkeit als Polizist eingeschränkt. Es werde nun mittels Physiotherapie versucht, eine Wie
der
herstellung der vollständigen Leistungsfähigkeit zu erreichen. Eine nam
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes
sei zu erwarten, entsprechend habe die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungskosten weiterhin zu übernehmen.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer infolge des Unfallereignisses vom
8.
Mai 2018 über den
5.
März 2019
hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat.
3.
3.1
Nach d
em Stolpersturz am
8.
Mai 2018 mit Kontusion des rechten Schulter
gelenkes sowie OSG-Distorsionstrauma (vgl. Unfallmeldung vom 2
4.
Mai 2018,
Urk.
8/M001) wurde
bei Schmerzpersistenz über zwei Wochen ein
MRI
der Schulter
und des oberen Sprunggelenkes (OSG) ver
anlasst
.
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates,
kon
statierte in seinem Arztbericht vom 14.
Juni 2018 (
Urk.
8/M002),
das MRI
des OSG
zeige eine subtotale Ruptur des Liga
men
tum
fibu
lo
talare
anterius
(LFTA) mit Kapselbeteiligung. Ausserdem sei ein kleiner
Bone
Bruise
dorsolateral
im Bereich der
Talusrolle
ersichtlich.
Hinweise auf Frak
turen oder
osteochondrale
Läsionen gebe es keine. Es zeige sich aber ein deut
li
cher Begleiterguss im OSG
(vgl. auch
Urk.
8/M003). Er hielt fest,
beim Be
schwer
de
führer liege eine schwere OSG-Dis
torsion mit Partialruptur oder mög
li
cher
weise Totalruptur des LFTA vor, was zu einer leichtgradigen Instabilität im OSG führe. Er verordnete dem Be
schwerde
führer Physiotherapie zur Verbesserung der Sta
bi
li
tät
und empfahl eine Verlaufs
kontrolle in zwei Monaten.
3.2
Am 1
1.
September 2018 wurde der Beschwerdeführer bei
Dr.
med.
C._
, Chefarzt Leiter Schulter- und Ellbogenchirurgie, vor
stellig. Dieser äusserte in sei
nem Arztbericht vom 1
2.
September 2018 (
Urk.
8/M005) den Verdacht auf eine
beginnende posttraumatische
Capsulitis
der rechten Schulter
. Er empfahl die Durchführung einer
gle
no
humeralen
Steroidi
nfiltration. Diese wurde am 1
3.
Septe
m
ber 2018 durch
ge
führt. Laut Dr.
C._
habe sie eine sehr gute Wirkung gezeigt, sodass der Be
schwerdeführer weitgehend beschwerdefrei sei
. Weitere Massnahmen seien mo
men
tan nicht notwendig
(vgl. Arztbericht vom 2
4.
Oktober 2018, Urk. 8/M006).
3.3
Im Rahmen einer Fallbesprechung konstatierte
Dr.
A._
in seinem Bericht vom
5.
März 2019 (
Urk.
8/M007),
die im MRI gut dokumentierte OSG-Bandruptur sei überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt.
Hinsichtlich der Schulterbeschwerden
erachtete
Dr.
A._
die Schwel
lung in der Bursa
ebenfalls
als unfallbedingt, die Tendinitis
calcarea
hingegen als un
fallfremd. Er führte aus,
seit der Infiltration im Oktober 2018
(recte: September 2018)
sei keine Be
handlung mehr erfolgt. Der Endzustand könne mit dem heuti
gen Datum fest
ge
legt werden.
3.4
Dr.
C._
wiederholte in seiner Stellungnahme vom 2
9.
April 2019 (
Urk.
8/J003) den Verdacht auf eine reaktive adhäsive
Capsulitis
der rechten Schulter bei Status nach Schulter
kontusion rechts am
8.
Mai 201
8.
Die reaktive
Capsulitis
könne im Rahmen einer Traumatisierung eines Schultergelenkes auftreten. Bei fehlenden anderweitigen strukturellen Pathologien sei die Prognose jedoch gut, so dass mi
t einer weitgehenden
Restitutio
ad
integrum
gerechnet werden könne. Der durch
schnittliche Spontan
verlauf dauere aber 12 bis 18 Monate. Erst nach voll
stän
di
gem Abklingen der
Capsulitis
könne ein Endzustand erwartet werden. MR-tomo
graphisch sei aller
dings noch eine
superiore
Labrumpathologie dokumentiert. Es sei deshalb nicht ausgeschlossen, dass nach Abklingen der
Capsulitis
diese Läsion
symptomatisch bleibe
, wobei die entsprechenden klinischen Zeichen einer sol
ch
en Labrumverletzung während der Untersuchung stumm geblieben seien
.
Die im MRI ersichtliche mini
male
Kalkformation im ventralen Ansatzbereich der
Supra
spi
natus
sehne
sei unfallfremd und für die Symptomatik nicht von Relevanz.
3.5
Am
4.
Juni 2019 wurde der Beschwerdeführer erneut von
Dr.
A._
untersucht. Dieser
hielt in seinem Bericht vom
6.
Juni 2019 (
Urk.
8/M008) an seiner Ein
schätzung vom
5.
März 2019 (vgl. E. 3.3 hiervor) fest und erachtete die in den bild
gebenden Befunden ersichtliche kleine Kalkformation im ventralen An
satz der
Supraspinatussehne
als
unfallfremd
und ohne kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis. In der Schulter sei der Beschwerdeführer frei beweglich, er klage jedoch über end
phasige Beschwerden. Ein weiterer klinischer Befund liege
nicht vor. Eine Therapie werde nicht durchgeführt, man rechne mit einer Spon
tan
heilung
und warte ab
.
Gele
gent
lich nehme der Beschwerdeführer eine Schmerz
tablette ein.
Dr.
A._
erach
te
te den Beschwerdeführer als voll arbeits
fähig. Eine medi
zi
nische Therapie sei nicht notwendig.
Überdies verneinte
Dr.
A._
einen Anspruch auf eine Inte
gri
täts
ent
schädigung.
3.6
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 2
8.
Januar 2020
(
Urk.
8/M009) fest, die am 20.
Januar 2020 durchgeführte
MR-
Arthrographie
des rechten Schulter
gelenkes
(vgl. auch
Urk.
8/J018)
zeige eine strukturalterierte
Supraspinatussehne
, welche je
doch in Kon
ti
nuität stehe. Die restlichen Sehnen der
Rotatoren
man
schette
seien intakt. An
der
weitige relevante Pathologien würden sich nicht dar
stellen lassen. Auch kli
nisch sei die
Rotatorenmanschette
praktisch asympto
ma
tisch.
Es per
si
stiere ledig
lich eine leichte Schmerzhaftigkeit in der extremen Aus
sen
rotations
stellung.
Er (
Dr.
C._
) gehe nach wie vor
von einer leichten
Capsu
li
ti
s
aus und empfehle eine konservative Therapie. Vor diesem Hintergrund ver
ordnete
er
eine ge
zielte Physio-Rehabilitation mit Schwerpunkt der Zentrierung so
wie Kräftigung der
Rotatorenmanschette
.
3.7
Dr.
A._
äusserte in seinem Bericht vom
4.
März 2020,
die n
u
n
eruierten Be
funde an der rechten Schulter würden keine derart erhebliche Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit darstellen, dass deren Behandlung zu einer namhaften gesund
heitlichen Verbesserung führen würden. Bei einem praktisch asympto
ma
tischen Patienten könne eine Kräftigung der Musku
latur keine namhafte Verbes
se
rung bewirken (
Urk.
8/M010).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach der medizinische End
zu
stand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht gewesen sei, im Wesent
lichen auf die Stellungnahmen von
Dr.
A._
vom
5.
März 2019 (vgl. E. 3.3),
vom
6.
Juni 2019
(vgl. E. 3.
5
)
und
vom
4.
März 2020 (vgl. E. 3.7
).
Die von
Dr.
A._
vorgenommenen Beurteilungen basieren auf fachärztlichen Untersuchungen und wurden in Kenntnis der relevanten
Vorakten
und in Aus
ein
andersetzung mit den geklagten Beschwerden abgegeben. Der beratende Arzt
hat die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und seine Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet. Somit liegt eine den recht
sprechungs
gemäss erforderlichen Kriterien entsprechende ärztliche Entscheidungs
grund
lage vor (vgl.
vorstehend
E.
1.4).
4.2
Aus medizinischer Sicht ist unbestritten, dass die Behandlung in Bezug auf die Fussverletzung im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
per 5. März 2019
abge
schlossen war.
Bezüglich der Schulterproblematik bestanden noch
endphasige Beschwerden.
In der MR-
Arthrographie
der rechten Schulter vom 1
6.
Mai 2018 zeigte sich eine aus
geprägte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
mit kleinen Kalkeinschüssen, eine interstitielle
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
ventral im Ansatz
be
reich
, wobei sowohl
Dr.
C._
als auch
Dr.
A._
übereinstimmend festhielten, dass die kleinen Kalkeinschüsse im ventralen An
satz der
Supraspinatussehne
un
fall
fremd
seien (vgl. E. 3.4 und E. 3.5 vorstehend).
Dr.
A._
kam in seinen Stellung
nahmen vom
5.
März 2019 und
6.
Juni 2019 zum Schluss, dass seit der Infiltration im Oktober 2018 (recte: September 2018) ke
ine Behandlung mehr erfolgt sei.
Bezüglich der leichten Schmerzhaftigkeit bei forcierter Innen- oder Aussenrotation
werde mit einer Spontanheilung gerechnet und abgewartet, wobei der Beschwerdeführer gelegentlich eine Schmerztablette einnehme
. Eine medi
zi
nische Therapie sei
hingegen
nicht notwendig, weshalb der Endzustand festgelegt werden könne
(vgl. E. 3.3 und E. 3.5)
.
Auf diese Einschätzung kann abgestellt werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt:
Im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung – 10 Monate nach dem Unfall
ereignis – war der Be
schwerdeführer (nach lediglich 6
-tägiger Arbeitsunfähigkeit, vgl. Urk. 8/M002, Urk. 8/T002)
ab dem 15
. Mai 2018 wieder voll arbeitsfähig und nahm gelegentlich Schmerzmittel ein.
Die Möglichkeit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit, wie die Rechtsprechung sie als Massstab für die Annahme einer namhaften Besserung regelmässig bemüht, schied deshalb aus. Wie das Bundesgericht jüngst bestätigt hat, erfolgt die Beurteilung der namhaften Besse
rung jedoch nicht ausschliesslich nach Massgabe der Arbeitsfähigkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_183/2020 vom 22. April 202
0 E. 4.3.2, 8C_614/2019 vom 29.
Ja
nuar 2020 E. 5.3)
. «Namhaft» bedeutet, dass die durch weitere Heilbe
hand
lung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesse
run
gen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweis
en), wie etwa
allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung, eine Verbesserung der Befindlichkeit oder dass der Versicherte etwa von Physio
therapie
profitieren kann
(Urteile des Bundesgerichts 8C_970/2012 vom 31. Juli 2013 E. 3.4; 8C_855/2009 vom 21. April 2010 E. 7; 8C_338/2009 vom 14. Januar 2010 E. 5.1; 8C_28/
2008 vom 28. Juli 2008 E. 3.3). Ärztliche Verlaufskon
trollen, die Einnahme von
Medikamenten sowie
manualtherapeutische
Behandlungs
mass
nahmen gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Plan
mässigkeit auf eine namhaft
e Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche
Behandlungen im Sinne der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis).
Beim Beschwerde
führer bestand zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine relevante Beein
trächtigung der Funktionsfähigkeit der rechten Schulter. Einzig leichte Schmerzen
bei endphasigen Bewegungen waren vorhanden. Dr.
C._
führte diese auf eine
Capsulitis
zurück. Prognostisch ging er davon aus, dass sie innert 12 bis 18
Mo
na
ten spontan abheilen würde (vgl. E. 3.4).
Diese Einschätzung übernahm Dr.
A._
(vgl. E. 3.5). Am 28. Januar 2020 stellte Dr.
C._
eine praktisch asymptomatische
Rotatorenmanschette
fest. Da jedoch eine leichte Schmerz
haf
tig
keit in der extremen Aussenrotationsstellung persistierte, leitete er eine Physio
therapie zur Kräftigung der
Rotatorenmanschette
in die Wege (vgl. E. 3.6). An
gesichts der geringen Restbeschwerden ging es dabei somit bloss noch um eine leichte Linderung der Beschwerden respektive eine Verbesserung der Befindlich
keit, was für die Annahme einer namhaften Besserung nicht genügt, wie auch Dr.
A._
zutreffend festhielt (vgl. E. 3.7). Weder Dr.
C._
noch Dr.
A._
bescheinigten dem Beschwerdeführer nach Wiederaufnahme seiner Tätigkeit im polizeilichen Assistenzdienst eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Darauf ist abzustellen. Daran vermag der erst im Rahmen des
Einspracheverfahrens
ein
gereichte, vom Hausarzt ausgestellte, auf drei Monate befristete Dispens betref
fend Verkehrszeichengabe nichts zu ändern. Dies gilt umso mehr, als dem Be
schwer
deführer die Berufsausübung zuvor offensichtlich ohne
Weiteres
möglich war.
Da der medizinische Endzustand somit spätestens im Zeitpunkt der Leis
tungseinstellung erreicht war und eine Fortsetzung von Heilbehandlung unter dem Titel von Art. 21 UVG beim
unberenteten
Beschwerdeführer nicht in Frage steht, hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Heilbehandlungen verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.3
Die Verneinung eines Anspruchs auf Integritätsentschädigung ist nicht zu be
an
standen und wird auch nicht bestritten.