Decision ID: 3b83fbe5-42fa-4805-9164-46103c5edd9c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Dem 1933 geborenen
X._
werden
von der Stadt Winterthur
, Durchfüh
rungs
stelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle), seit September 2015 Zusatzleistungen zur AHV-Rente ausgerichtet (
Urk.
7/10).
Seit Februar 2016 lebt der Versicherte im Alterszentrum
Y._
(vgl.
Urk.
7/9).
Mit Schreiben vom
6.
Februar 2018 leitete die Durchführungsstelle eine perio
di
sche Überprüfung
der wirtschaftlichen Verhältnisse
ein.
Der vom Vertreter des Ver
sicherten
,
Z._
,
ausgefüllte Frag
ebogen ging samt Beilagen am 1.
März 2018 bei der Durchführungsstelle ein
(
Urk.
7/3)
.
Am 10.
Dezember 2018 verfügte diese über den Leistungsanspruch des Versicherten
ab dem
1.
Januar
2019
(
Urk.
7/5).
Mit Schreiben vom 1
8.
Januar 2019 wurde der Vertreter des Versi
cher
ten über eine erneute periodische
Überprüfung
in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
7/
3/16)
. Dieser reichte
am 29.
Januar 2019 wiederum
den dazugehörigen
Fragebogen
sowie diverse Unterlagen ein.
Nach entsprechender Aufforderung
vom 12. Febru
ar
2019 legte er am 2
4.
März 2019 weitere Dokumente vor
(
Urk.
7/3/3,
Urk.
7/3/5 ff.)
.
Mit Verfügung vom 2
8.
März 2019 nahm die Durchführungsstelle rückwirkend eine neue Berechnung des Anspruchs auf Zusatzleistungen ab Dezember 2016 vor, wobei ein Rückerstattungsbetrag von
Fr.
25'186.--
resultierte (
Urk.
7/3
/2
). Diese Summe forderte sie mit einer separaten Verfügung gleichen Datums vom Versicherten zurück (
Urk.
7/4). Dieser erhob am 2
0.
April 2019 gegen beide Ver
fügungen Einsprache (
Urk.
7/2), welche die Durchführungsstelle mit Entscheid vom
1
1.
Juni 2019 abwies (
Urk.
2 =
Urk.
7/1).
2.
Dagegen erhob
X._
,
weiterhin
vertreten durch
Z._
,
am
8.
Juli 2019 Beschwerde mit
dem Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid so
wie die Rückerstattungsverfügung seien aufzuheben und der Rückforderungs
be
trag sei neu festzusetzen. Zudem sei die Verfügung betreffend Zusatzleistungen vom 2
8.
März 2019 teilweise aufzuheben und der Anspruch sei neu zu berechnen (
Urk.
1 S.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
September 2019 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 1
0.
September 2019 wurde dem Beschwerdeführer und seinem Vertreter Frist angesetzt, um eine schriftliche Vertretungsvollmacht einzureichen (
Urk.
8). Dieser Aufforderung wurde mit Eingabe vom 1
3.
September 2019 fristgerecht nachge
kommen (
Urk.
10 f.). Mit Verfügung vom 1
6.
September 2019 wurden die Par
tei
en über die jeweils von der
Gegenpartei ein
gereichte
Eingabe
in Kenntnis gesetzt (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetze
s über Ergänzungsleistungen zur
Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversi
cherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs, wenn sie die
Voraus
setzungen nach den Art. 4-6 ELG erfü
llen. Dabei entspricht die jähr
liche
Ergän
zungsleistung dem Betrag, um den
die anerkannten Ausgaben die anre
che
n
baren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs
. 1 ELG).
1.2
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach
Art. 11 ELG ermittelt. Als Ein
kom
men anzurechnen sind unter anderem Renten,
Pensionen und andere wieder
keh
rende Leistungen, einschliesslich der Renten der AHV und IV (Art. 11 Abs. 1 lit. d
ELG).
Bei Versicherten, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, wird als Ausgabe im Rahmen der EL-Berechnung unter anderem die Tages
taxe anerkannt (Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG). Diese hat grundsätzlich alle regelmässig anfallenden Kosten des Heim- oder Spitalaufenthalts zu enthalten (Ralph
Jöhl
, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, SBVR/Band XIV, 2. Aufl. 2007, S. 1708 Rz 106; Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL] Rz
3320.01, Stand 1. Januar 20
20
; Urteil des Bundesgerichts P 47/94 vom 8. Se
ptem
ber 1995 E. 4c, in: AHI 1996 S. 137). Die Kantone können die Kosten begrenzen, die wegen des Aufenthaltes
in einem Heim oder Spital berück
sichtigt werden, und sie sorgen dafür, dass durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim
in der Regel keine Sozialhilfe-
Abhängigkeit begründet wird (Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG; vgl. zum Ganzen auch
Jöhl
, a.a.O., S. 1715 Rz 117).
1.3
Gemäss Art 25 Abs. 1 Satz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1
Abs. 1 ELG sind unrechtmässig bezogene Ergänzungsleistungen zurückzuerstatten
. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG).
Die Rückforderung rechtskräftig verfügter Leistungen durch die Verwaltung ist nur unter den für die Wiedererwägung oder
die prozessuale Revision massge
ben
den Voraussetzungen zulässig (BGE 126 V 23 E. 4b, 46 E.
2b, je mit Hin
weisen). Mit der Wiedererwägung kann die Ver
waltung auf eine formell rechts
kräftige Verfügung, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückkommen, wenn diese zweifel
los unrichtig und ihre Berich
ti
gung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 A
bs. 2 ATSG). Sodann ist die Ver
waltung im Rahmen einer prozessualen Revision verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige
Verfügung zurückzukommen, w
enn neue Tatsachen oder neue Be
weismittel ent
deckt wurden, die geeignet sind, zu
einer anderen rechtlichen Beur
teilung zu führen. Unter diesen Voraussetzungen können zu Unrecht bezogene Ergänzungs
leistungen zurückgefordert werden (vgl. auch Müller, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, S.
354 sowie
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 53 Rz 19 ff. und 43).
Die Pflicht zur Rückerstattung unrechtmässig
bezogener Leistungen besteht un
ab
hängig von einem allfälligen Verschulden. Selbst ein der Verwaltung
zuzu
rech
nender Fehler ändert nichts an der Rückerstattungspflicht. Diese besteht ferner unabhängig von einer allfälligen Meldepflichtverletzung, weil es darum geht, die gesetzliche Ordnung nach Entdec
ken einer neuen Tatsache wiederher
zustellen (Urteil des Bundesgerichts P 63/04 vom 2. Februar 2006 E. 2.2.3; Müller, a.a.O.,
S.
354
f. mit Hinweisen,
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Au
f
lage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 98).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juni
2019
aus
,
dass die im Januar 2018 eingeleitete per
i
odische Überprüfung der Zusatzleistungen
aufgrund
erheblicher Arbeitsbelastung
d
er Dienststelle nicht habe bearbeitet werden können. Deswegen sei im Januar 2019 erneut eine revi
sionsweise Überp
r
üfung eingeleitet worden.
Die
folgende
Prüfung der finan
ziel
len
Verhältnisse habe ergeben,
dass dem Beschwerdeführer ab Dezember 2016
über
höhte
Zusatzleistungen
im Gesamtbetrag von
Fr.
25'186.--
ausgerichtet worden seien.
Dies sei dadurch begründet, dass die Betreuungstaxe ab dem 14.
Dezember 2016 von
Fr.
48.-- auf
Fr.
21.-- pro Tag reduziert worden
sei
.
Von
diese
r
Reduk
tion
habe sie
jedoch
erst im Januar 2019
Kenntnis erhalten
.
Die Rückforderung
sei deshalb mit Verfügung vom 2
8.
März 2019 innert der einjährigen relativen Ver
jährungsfrist gemäss
Art.
25
Abs.
2 ATSG
geltend gemacht worden (
Urk.
2 S. 3 f.)
.
Die Rückerstattungsschuld von
Fr.
25'186.-- sei frühestens am 2
8.
März 2019 entstanden.
Dementsprechend könne sie entgegen der Auffassung des Beschwer
deführers nicht bereits per 3
1.
Dezember 2018
und damit
nicht
für die Berech
nung des Anspruchs auf Zusatzleistungen ab Januar 2019
berücksichtigt werden
. Eine Anpassung des
anrechenbaren
Vermögens sei frühestens per 1. Januar 2020 möglich (
Urk.
2 S. 5).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
8.
Juli 2019 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass
die Beschwerdegegnerin bereits im Februar 2018 eine periodische Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse eingeleitet habe.
Spätestens am 2
7.
Februar 2018
habe sie
Kenntnis von der
Heimrechnung vom
15. Februar 2018
gehabt
, in welcher die Betreuungstaxe von
Fr.
21.
--
unmiss
verständlich ausgewiesen
gewesen
sei.
Die in
Art.
25
Abs.
2 ATSG statuierte einjährige Verwirkungsfrist habe daher im Februar 2018 zu laufen begonnen.
Gleichwohl
habe die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistungen ab März 2018
weiterhin unverändert ausbezahlt
.
Mit Verfügung vom 2
8.
März 2019 habe sie
Rückforderungsansprüche für bereits im Zeitraum von Dezember 2016 bis und mit
April 2019 ausgerichtete Leistungen geltend gemacht. Sämtliche Ansprüche, welche den Zeitraum vor Mai 2018
beträfen
, seien jedoch
von der einjährigen
Verwirkungsfrist gemäss
Art.
25 Abs. 2 ATSG erfasst.
Der Rückforderungsan
spruch
beschränk
e sich folglich auf die von Mai 2018 bis April
2019 ausge
richteten Leistungen und betrage statt
Fr.
25’186.--
nur mehr Fr.
11'588.-- (
Urk.
1 S. 5 f
f
.).
Des Weiteren sei die Beschwerdegegnerin
im Rahmen der Berechnung des An
spruchs auf Zusatzleistungen ab
1.
Januar 2019 zu Unrecht von einem anrechen
baren Vermögen von
Fr.
71'004.-- ausgegangen.
Dieses sei um den geltend ge
machten Rückforderungsanspruch von
Fr.
25'186.-- zu reduzieren
, da diese Schuld
bereits
vor dem
1.
Januar 2019 entstanden sei (
Urk.
1 S. 7 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
4.
September 2019 hielt die Beschwerdegegnerin
insbesondere
daran fest, dass d
er Rückerstattungsanspruch innerhalb der einjäh
rigen Verwirkungsfrist geltend gemacht worden sei. Selbst wenn diese Frist berei
ts im März 2019 abgelaufen wäre, wäre die Rückforderung rückwirkend für ein Jahr möglich. Entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers könnten somit nicht nur die ab Mai 2018 ausgerichteten
Leistungen, sondern auch jene ab März 2018 zurückgefordert werden (
Urk.
6 S. 2).
3.
3.1
Dem Beschwerdeführer werden seit September 2015 Zusatzleistungen ausge
rich
tet (
Urk.
7/10). Nach seinem Heimeintritt im Februar 2016
wurde im Rahmen der
Berechnung des Anspruchs jeweils eine Betreuungstaxe von
Fr.
48.-- pro
Tag berücksichtigt («Betreuungstaxe 2»; vgl.
Verfügungen vom 22. April 2016 [
Urk.
7/9], 1
4.
Dezember 2016 [
Urk.
7/8], 2
4.
Mai 2017 [Urk. 7/7],
5.
Dezember 2017 [
Urk.
7/6] und 10. Dezember 2018 [
Urk.
7/5]).
Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass
die Betreuungstaxe
bereits
ab dem 14. Dezember 2016 auf
Fr.
21.-- gesenkt wurde («Betreuungstaxe 1»
;
vgl.
Heimrechnung vom 1
0.
April 2017 [
Urk.
7/3]
),
ohne dass dies damals
der Beschwerdegegnerin
gemeldet worden wäre
. Die von ihr
ab diesem Datum
erlassenen Verfügungen erweisen sich somit im wiedererwägungsrechtlichen Sinne als zweifellos unrichtig, da die Reduktion der Betreuungstaxe bei der Ermittlung des Anspruchs auf Zusatzleistungen einzu
beziehen gewesen wäre. Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin grundsätzlich
befugt war, auf die genannten Entscheide zurückzukommen (vgl. E. 1.3 vorste
hend).
3.2
Strittig und zu prüfen ist allerdings, ob der von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Rückforderungsanspruch in Höhe von
Fr.
25’186.-- (teilweise) verwirkt ist.
Wie bereits festgehalten (vgl. E. 1.3 vorstehend), erlischt der Rückfor
derun
gs
anspruch gemäss
Art.
25
Abs.
2
Satz 1 ATSG mit dem Ablauf eines Jahres, nach
dem die Versicherungseinrichtung
da
von Kenntnis erhalten hat. Unter der Wen
dung «nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat» ist der Zeitpunkt zu verstehen, in dem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumut
baren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen. Es geht mit anderen Worten um den Zeitpunkt, in dem sich der Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über
Grundsatz, Ausmass und Adress
at des Rückforderungsanspruchs. Geht die unr
echt
mässige Leistungsausrichtung auf einen Fehler des Versicherungsträgers zurück, beginnt die einjährige Frist nicht mit der Leistungsausrichtung zu laufen. Mass
gebend ist vielmehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem der Versicherungsträger anlässlich einer Kontrolle zumutbarerweise den Fehler hätte entdecken können beziehungs
weise entdeckt hat. Massgebend ist also nicht der ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein zweiter Anlass, nämlich die zumutbare Kenntnis über den
ursprünglichen Irrtum (Urteile des Bundesgerichts 8C_819/2018 vom 2
2.
März 201
9 E. 3.1 und 8C_617/2017 vom 1
2.
Januar 2018 E. 3.2 und 4.2, je mit Hin
weisen).
3.
3
Die Beschwerdegegnerin leitete erstmals mit Schreiben vom
6.
Februar 2018 eine periodische Überprüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers ein
.
Der Vertreter des Beschwerdeführers reichte
da
raufhin
den
ausgefüllten Fragebogen samt diversen Unterlagen
ein,
unter anderem
Kopien von
Bankaus
zügen und der Steuererklärung 2017, welche der Beschwerdegegnerin am
1.
März 2018 zugingen
(
Urk.
7/3
/5 ff.
)
.
Letztere bestreitet jedoch, dass ihr auch die
damals
aktuelle Heimrechnung zugestellt worden sei (
Urk.
2 S.
2), obwohl der Vertreter des Beschwerdeführers a
uf Seite 5
des Fragebogens
angekreuzt hatte
,
diese
bei
zulegen
(
Urk.
7/3
/
4
)
.
Dabei soll es sich um die Heimrechnung vom
15. Februar 2018 gehandelt haben (vgl.
Urk.
1 S. 2), aus welcher hervorgeht, dass für Januar 2018 die Betreuun
gstaxe 1 in Rechnung gestellt worden war
(
Urk.
3/5).
3.4
Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als
die Beschwerdegegnerin
im Rahmen der von ihr eingeleiteten periodischen Überprüfung
jedenfalls
gehal
ten gewesen wäre, nach Erhalt des Fragebogens zu prüfen, ob sämtliche erfor
der
lichen Beilagen
eingereicht w
orde
n
waren
.
Noch fehlende
Dokumente
hätte sie
zeitnah nachfordern müssen, woran insbesondere ihr Hinweis auf eine grosse
Arbeitslast im Jahr 2018 (vgl.
Urk.
2 S.
3,
Urk.
6 S. 2) nichts zu ändern vermag.
So darf es sich nicht zu Gunsten
der Verwaltung
und damit
zu Ungunsten der versicherten Person auswirken, wenn
Erstere
es versäumt, innert
der
a
ngemesse
nen
Zeit die erforderlichen Anstrengungen zu unternehmen, um
den für
eine
Revision massgeblichen Sachverhalt vollständig zu ermitteln
. In einem solchen Fall ist der Beginn der Verwirkungsfrist vielmehr auf den Zeitpunkt festzusetzen, in dem die Verwaltung ihre noch ungenügende Kenntnis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz so hätte vervollständigen können, dass der Rückfor
de
rungsanspruch die nötige Bestimmtheit erhält und der Erlass einer Verfügung möglich ist (BGE
112 V 180 E. 4b).
Praxisgemäss wäre ihr in diesem Zusam
men
hang eine Prüfdauer von zumindest ein bis zwei Monaten zuzubilligen gewesen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_1010/2009 vom 2
8.
Mai 2010 E. 3.4 mit Hin
weisen).
3.
5
Unter Berücksichtigung der genannten Grundsätze
kann
es
dahingestellt bleiben, ob der Beschwerdegegnerin die Heimrechnung vom 1
5.
Februar 2018
(
Urk.
3/5)
tatsächlich
am 1.
März 2018
zugegangen war
oder nicht.
Falls ja, hätte sie
zur Festlegung des genauen Rückerstattungsbetrags gleichwohl
weitere Abklärungen in Bezug darauf tätigen müssen
, ab welchem Zeitpunkt die Betreuungstaxe von
Fr.
48.-- auf
Fr.
21.-- reduziert worden war
, da dies aus der genannten Rechnung nicht hervorgeht.
Zu diesem Zweck wäre ihr angesichts der zitierten bundes
gerichtlichen Rechtsprechung jedenfalls noch der Monat März 2018 zuzugestehen gewesen
.
Dies erscheint
auch mit Blick darauf
angemessen, da
ss
ebendiese
ergän
zende
Abklärung im Zuge der ab Januar 2019 durchgeführten periodischen Über
prüfung
über einen Monat in Anspruch nahm
. Das
vom Beschwerdeführer
aus
gefüllte Formular zur Revision ging bei der Beschwerdegegnerin am
1.
März 2018 ein und die
Revision
sverfügung erliess diese am 2
8.
März
2019
(
Urk.
7/3
/2,
Urk.
7/3/4
).
Daraus folgt, dass
die einjährige Verwirkungsfrist gemäss
Art.
25
Abs.
2
Satz 1 ATSG
bei Erlass der Rückerstattungsverfügung vom 28. März 2019
(
Urk.
7/4)
noch nicht abgelaufen war.
Zur gleichen Schlussfolgerung
führt die
Annahme, dass der Beschwerdegegnerin die Heimrechnung vom 1
5.
Februar 2018
nicht
eingereicht worden war
. Bei dieser Ausgangslage hätte die Beschwerdegeg
nerin zunächst ebendieses im Fragebogen erwähnte Dokument nachfordern und danach
noch
klären müssen, ab welchem Zeitpunkt die Betreuungstaxe gesenkt worden war.
Hierfür wäre ihr ebenfalls die genannte Zeitspanne zuzubilligen ge
wesen,
weshalb auch in diesem Fall die einjährige Verwirkungsfrist bei Erlass der Rückerstattungsverfügung eingehalten worden wäre
.
3.
6
Nach dem Gesagten
ist der Rückforderungsanspruch innert der einjährigen rela
tiven Verwirkungsfrist geltend gemacht worden.
Da die Rückforderung bis Dezem
ber 2016 zurückreicht, wurde unbestrittenermassen auch die absolute Frist von
fünf Jahren seit dem Bezug der einzelnen Zusatzleistungen gewahrt.
Im Übrigen besteht auch keine Veranlassung, den von der Beschwerdegegnerin errechneten Rückforderungsbetrag von Fr. 25'186.-- in Frage zu stellen, zumal der Beschwer
deführer diesen ebenfalls nicht substantiiert anzweifelt.
4.
4.1
Die Parteien sind sich überdies uneinig darüber, zu welchem Zeitpunkt die Rück
erstattungsschuld entstanden
und im Rahmen der Ermittlung des anrechenbaren Vermögens zu berücksichtigen ist.
4.2
Vom rohen Vermögen sind die Schulden des Ansprechers auf Ergänzungs
leis
tungen beziehungsweise der in die Anspruchsberechtigung einbezogenen Perso
nen abzuziehen, bevor der Vermögens
ver
zehrbetrag ermittelt wird. Als Schulden fallen neben Hypothekarschulden, Kleinkrediten bei Banken und Darlehen zwi
schen Privaten auch Steuerschulden in Betracht. Dabei genügt es für die Berück
sichtigung einer Schuld, dass sie tatsächlich entstanden ist; ihre Fälligkeit wird nicht vorausgesetzt. Im Gegensatz dazu können ungewisse Schulden oder solche, deren Höhe noch nicht feststeht, nicht abgezogen werden (BGE 140 V 201 E. 4.2 mit Hinweisen).
4.3
Gestützt auf mehrere Verfügungen wurden d
em Beschwerdeführer
über mehrere Jahre hinweg
überhöhte Zusatzleistungen ausgerichtet. Erst mit Erlass der
Verfü
gung vom 2
8.
März 2019 (
Urk.
7/3), mit welcher der Anspruch auf Zusatz
leis
tungen rückwirkend ab Dezember 2016 neu berechnet wurde, fiel der Rechts
grund für die ungerechtfertigt ausbezahlten Leistungen dahin, weshalb die Rück
erstattungsschuld erst in diesem Zeitpunkt
entstand und konkret beziffert werden konnte. Dementsprechend erweist es sich als
gerechtfertigt
, dass die Beschwerde
gegnerin
diese Schuld im Rahmen der Bestimmung des Leistungsanspruchs ab Januar 2019 noch nicht vom rohen Vermögen in Abzug gebracht hat.
5.
Zusammengefasst
ist der mit Verfügung vom 2
8.
März 2019
(
Urk.
7/4)
geltend gemachte Rückforderungsanspruch von
Fr.
25'186.-- weder verwirkt noch be
ste
hen andere Gründe, welche der Rückerstattungspflicht entgegenstehen.
Ferner ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
die Rückerstattungsschuld im Zuge der Neuberechnung des Leistungsanspruchs ab Januar 2019
(noch)
nicht berücksichtigt hat.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
2) erweist sich somit als rechtens, was die Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde zur Folge hat.