Decision ID: 88915fb7-7d61-47a5-8310-bb06e67e3bce
Year: 2013
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: Steuerrecht
Label: approval

Facts:
Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, Zürich 1989, S. 109),
- dass der Nachweis für steuerbegründende Tatsachen der Steuerbehörde obliegt und der
Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich vom Steuer-
pflichtigen zu erbringen ist, dabei aber steuermindernde Tatsachen nicht nur zu behaupten,
sondern auch zu belegen sind (vgl. Blumenstein/Locher, System des Steuerrechts, 6. Aufla-
ge, Zürich 2002, S. 416 und 453),
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- dass öffentliche Urkunden eine verstärkte Beweiskraft im Sinne von Art. 9 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) haben, welche sich
aber in der Regel auf das von der Urkundsperson als richtig Bescheinigte beschränkt (vgl.
Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts [BGE] 110 II 1, E. 3a), die inhaltliche Richtigkeit
der Behauptungen beider Parteien vorliegend jedoch vom Notar weder gewusst noch be-
scheinigt werden konnten (vgl. Entscheid des Steuergerichts [StGE] Nr. 510 12 98 vom 26.
April 2013, E. 3c),
- dass öffentliche Urkunden gemäss Art. 9 ZGB allerdings nur so lange den vollen Beweis
erbringen, bis deren Unrichtigkeit nachgewiesen ist und öffentlich beurkundete Verträge mit
beliebigen Beweismitteln widerlegt werden können (vgl. Brückner, Schweizerisches Beur-
kundungsrecht, Zürich 1993, N. 243), wobei jedoch blosse Annahmen oder Vermutungen
nicht genügen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz,
3 . A. Zürich 2013, § 220 N 18),
- dass die Tatsachen, welche erscheinen lassen, dass der Inhalt des öffentlich beurkundeten
Vertrages nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht und es sich um eine reine
Schenkung vom Rekurrenten an den Sohn handelte, steuermindernd sind und deshalb von
der steuerpflichtigen Person darzutun und nachzuweisen sind (vgl. StE Nr. 510 06 66 vom
29. Juni 2007, E. 2b),
- dass vorliegend durch vorgewiesene Sicherungsabreden zwischen dem Pflichtigen und der
D. vom 21. Dezember 2006, 18. Januar 2007 und 7. Dezember 2011, sowie eine Siche-
rungsübereignung vom Pflichtigen und der E. GmbH an die F. vom 3. März 2012 glaubhaft
gemacht werden konnte, dass nicht der Rekurrent selber Schuldner für den Betrag von Fr.
247'974.-- war, sondern die E. GmbH und somit lediglich der Grundpfandtitel für den besag-
ten Betrag vom Rekurrenten auf den Sohn überging, die E. GmbH aber weiterhin Schuldne-
rin blieb,
- dass es sich in casu um ein Drittpfand für die bestehenden Grundpfandschulden handelt
und dies eine Eventualverpflichtung darstellt, da der Sohn des Rekurrenten nur in dem Falle
mit seinem Grundstück haften müsste, wenn die E. GmbH ihre Zahlungspflichten nicht erfül-
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len würde und Eventualverpflichtungen nicht als Anteile an einen Kaufpreis berücksichtigt
werden können (vgl. StE Nr. 510 09 7 vom 26. Juni 2009, E. 5),
- dass das Steuergericht im vorliegenden Fall den Nachweis für die Unrichtigkeit des öffent-
lich beurkundeten Vertrages vom 22. Mai 2012 durch die vorgewiesenen Sicherungsabre-
den vom 21. Dezember 2006, 18. Januar 2006 und 7. Dezember 2011, sowie der Siche-
rungsübereignung vom 3. März 2012 als erbracht betrachtet, womit die verstärkte Beweis-
kraft der öffentlichen Urkunde im Sinne von Art. 9 ZGB entkräftet werden konnte,
- dass durch die Übertragung des Grundstücks im vorliegenden Fall kein Gewinn realisiert
wurde und dieses Rechtsgeschäft daher als Schenkung zu qualifizieren ist (vgl. Peter Chris-
ten, Die Grundstückgewinnsteuer des Kantons Basel-Landschaft, Diss. Basel 1997, S. 124),
- dass die Schenkung als Rechtsgeschäft unter Lebenden eine unentgeltliche Zuwendung
aus dem Vermögen des Schenkers in das Vermögen eines Beschenkten bezweckt (Art. 239
OR) und für die Schenkung somit das Fehlen einer Gegenleistung wesentlich ist, wohinge-
gen eine gemischte Schenkung vorliegt, wenn das Geschenk in einem gewissen Umfang
mit einer Gegenleistung abgegolten worden ist (vgl. Entscheid der Steuerrekurskommission
[RKE] Nr. 70/1995 vom 12. Mai 1995),
- dass bei einer Schenkung gemäss § 73 lit. a StG keine Grundstückgewinnsteuer ausgelöst
wird und der Rekurs demzufolge gutzuheissen ist,
- dass dem Rekurrenten ausgangsgemäss keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (§ 130
StG i.V.m § 20 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung [VPO]) und ihm eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 500.-- in-
klusive Auslagen und MWSt zuzusprechen ist (§ 130 StG i.V.m. § 21 VPO),
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Considerations: