Decision ID: e725729b-384b-5779-ac0a-97fcf9ab28f9
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Nach Absolvieren der eidgenössischen Berufsprüfung "Innendekorateur
mit eidgenössischem Fachausweis" reichte A._ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) am 6. April 2021 beim Staatssekretariat für Bildung, For-
schung und Innovation SBFI (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch um Bei-
träge für vorbereitende Kurse in der Höhe von Fr. 12'784.70 ein.
B.
Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 hiess die Vorinstanz das Gesuch des Be-
schwerdeführers teilweise gut und sprach ihm Unterstützungsbeiträge in
der Höhe von Fr. 4'273.50 zu. Sie begründete ihren Entscheid im Wesent-
lichen damit, dass von den geltend gemachten Kosten in der Höhe von
Fr. 12'784.70 lediglich Fr. 8'547.– anrechenbar seien, wobei der Beitrags-
satz 50 Prozent der anrechenbaren Kosten betrage.
C.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 4. August 2021
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, es seien sei-
ne gesamten Kosten von Fr. 12'784.70 anzurechnen. Zur Begründung
macht er geltend, zu Unrecht seien die Kosten für das Material, das er
selbst beschafft und nicht über die Schule bezogen habe, nicht berücksich-
tigt worden.
D.
Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2021 beantragte die Vorinstanz die
Beschwerde abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, es seien nur Aus-
lagen anrechenbar, die unmittelbar der Wissensvermittlung für die eidge-
nössische Berufsprüfung dienten. Auslagen, die nicht vom Kursanbieter in
Rechnung gestellt würden, seien vom Subventionsanspruch ausgenom-
men, d.h. auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kosten für
Handwerksmaterial, das er bei der B._ AG und bei C._ be-
zogen habe (Fr. 4'237.90). Dies stehe im Einklang mit dem Willen des Ver-
ordnungsgebers, dass nur die Kursanbieter die anrechenbaren Kursge-
bühren beziffern und deklarieren dürften.
E.
Auf die Durchführung einer Parteiverhandlung wurde stillschweigend ver-
zichtet.
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F.
Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-
gen Entscheide der Vorinstanz zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32] sowie
Art. 61 Abs. 1 Bst. b des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002
[BBG; SR 412.10]). Die Beschwerde wurde innert der gesetzlichen Frist
eingereicht (Art. 50 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021]) und der verlangte Kostenvor-
schuss rechtzeitig geleistet. Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist
der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
Der Bund kann an Absolventinnen und Absolventen von Kursen, die auf
eidgenössische Berufsprüfungen vorbereiten, Beiträge leisten (Art. 56a
Abs. 1 BBG). Die Beiträge decken höchstens 50 Prozent der anrechenba-
ren Kursgebühren (Art. 56a Abs. 2 BBG).
Gestützt auf Art. 56a Abs. 3 BBG hat der Bundesrat in der Berufsbildungs-
verordnung vom 19. November 2003 (BBV; SR 412.101) die Vorausset-
zungen für die Beitragsberechtigung, den Beitragssatz sowie die anre-
chenbaren Kursgebühren festgelegt (vgl. Art. 66a – Art. 66j BBV).
Absolventinnen und Absolventen von Kursen, die auf eidgenössische Be-
rufsprüfungen vorbereiten, können bei der Vorinstanz ein Gesuch um Bun-
desbeiträge stellen (Art. 66a Abs. 1 BBV). Das Gesuch umfasst Angaben
zur gesuchstellenden Person (Art. 66b Bst. a BBV), die vom Anbieter des
vorbereitenden Kurses ausgestellten Rechnungen über die von der Absol-
ventin oder dem Absolventen zu bezahlenden Kursgebühren (Art. 66b
Bst. b BBV), die vom Anbieter des vorbereitenden Kurses ausgestellte Be-
stätigung über die von der Absolventin oder dem Absolventen bezahlten,
anrechenbaren Kursgebühren (Art. 66b Bst. c BBV) sowie die Verfügung
über das Bestehen oder Nichtbestehen der absolvierten eidgenössischen
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Berufsprüfung oder eidgenössischen höheren Fachprüfung (Art. 66b Bst. d
BBV).
Der Beitragssatz beträgt 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren
(Art. 66f Abs. 1 BBV). Anrechenbar ist nur der Anteil der Kursgebühren, der
unmittelbar der Wissensvermittlung für die eidgenössische Berufsprüfung
dient. Nicht als anrechenbar gelten namentlich Spesen für Reisen, Verpfle-
gung und Übernachtung (Art. 66f Abs. 3 BBV).
Die Vorinstanz richtet Beiträge ausschliesslich an Absolventinnen und Ab-
solventen (Art. 66c Abs. 2 BBV) bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzun-
gen (vgl. Art. 66c Abs. 1 Bst. a-f BBV) aus.
3.
Vorliegend ist strittig, welche Kosten, die dem Beschwerdeführer im Rah-
men des Vorbereitungskurses für die eidgenössische Berufsprüfung "In-
nendekorateur mit eidgenössischem Fachausweis" entstanden sind, anre-
chenbar sind.
3.1 Das Kursgeld für den Vorbereitungskurs vom 16. April 2018 bis 3. Juli
2020 betrug Fr. 13'000.-. Da der Beschwerdeführer von Beiträgen aus dem
Weiterbildungsfonds für Angestellte von interieursuisse-Mitgliedern und
aus dem "AVE Berufsbildungsfonds" in der Höhe von insgesamt Fr. 5'000.-
profitieren konnte, betrug das von ihm selbst bezahlte Kursgeld letztlich
Fr. 8'000.- (vgl. Rechnung interieursuisse vom 28. November 2018). Zu-
sätzlich zu diesem Kursgeld stellte ihm die Kursleitung Rechnung für "Ver-
brauchsmaterial Vorkurs BP ID" in der Höhe von Fr. 547.- (vgl. Rechnung
interieursuisse vom 31. Juli 2020).
Unbestritten ist, dass diese Kurskosten von insgesamt Fr. 8'547.- (vgl. Zah-
lungsbestätigung interieursuisse vom 27. Mai 2021) anrechenbar sind.
3.2 Der Beschwerdeführer erachtet jedoch weitere Kosten für Material als
anrechenbar, das er privat zur Vorbereitung auf die Berufsprüfung erwor-
ben habe:
 In der Rechnung der B._ AG vom 29. Dezember 2020 "Ma-
terialkosten Vorbereitungskurse Innendekorateur" ist Wandbespan-
nungs-, Vorhang-, Polster- und Bodenbelagsmaterial für insgesamt
Fr. 3'241.70 aufgeführt (vgl. auch Zahlungsbestätigung der
B._ AG vom 1. Juni 2021).
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 Zudem hat der Beschwerdeführer eine Rechnung der C._
vom 22. September 2020 für zwei Fauteuil-Gestelle zum Preis von
Fr. 1'992.45 ins Recht gelegt. Seine Forderung beläuft sich auf die
Hälfte (Fr. 996.20; vgl. Zahlungsbestätigung der C._ vom
26. Januar 2021, allerdings in der Höhe von Fr. 996.50).
Die strittigen Kosten belaufen sich somit auf Fr. 4'237.90. Zur Begründung,
weshalb diese Kosten anrechenbar seien, erklärt der Beschwerdeführer,
die Kursteilnehmer seien von der Kursleiterin aufgefordert worden, das Ma-
terial selbst zu beschaffen.
Die Vorinstanz beruft sich hauptsächlich darauf, alle Auslagen, die nicht
vom Kursanbieter in Rechnung gestellt worden seien, seien vom Subven-
tionsanspruch ausgeschlossen, somit auch die vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachten Kosten für Handwerksmaterial, das er extern bezogen
habe. Dies stehe im Einklang mit dem Willen des Verordnungsgebers, dass
nur die Kursanbieter die anrechenbaren Kursgebühren beziffern und de-
klarieren dürften.
4.
Es stellt sich somit die Frage, ob private Materialkosten zur Anrechnung an
die Bundesbeiträge für die Prüfungsvorbereitung berücksichtigt werden
können, wenn sie auf Anweisung der Kursleiterin angefallen, aber vom
Kursanbieter nicht deklariert worden sind. Nach den erwähnten Bestim-
mungen (vgl. E. 2) müssen die Aufwendungen dafür erstens unter den Be-
griff der Kursgebühren fallen und zweitens unmittelbar der Wissensvermitt-
lung für die massgebliche eidgenössische Berufs- oder höhere Fachprü-
fung dienen (Art. 66f Abs. 3 BBV).
4.1 Der Begriff der "Kursgebühr" als Bedingung für die Anrechnung folgt
schon aus Art. 56a Abs. 2 und 3 BBG. Das Gesetz legt dabei fest, dass es
sich um "Kursgebühren" handeln muss, auch wenn es die Aufgabe, die
anrechenbaren Aufwendungen für die Prüfungsvorbereitung zu bezeich-
nen, im Übrigen an den Bundesrat delegiert (Art. 56a Abs. 3 BBG).
"Gebühr" bezeichnet verwaltungsrechtlich die zu leistende Abgabe für ein
hoheitlich, meist von einer Behörde erbrachtes und von der zahlungspflich-
tigen Person veranlasstes amtliches Tun (vgl. BGE 146 IV 196, E. 2.2; 143
II 283 E. 1.2.4). Grammatikalisch würden damit nur die von einer öffentlich-
rechtlichen oder offiziös handelnden Kursanbieterin erhobenen Geldbei-
träge zur Deckung ihres Kursleistungsaufwands zur Anrechnung gelangen.
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Anbieterinnen von Vorbereitungskursen eidgenössischer Fachprüfungen
bzw. "Organisationen der Arbeitswelt" im Sinne von Art. 28 Abs. 2 und 56a
BBG sind aber mehrheitlich private Verbände, im vorliegenden Fall die in-
terieursuisse in Selzach. Für die Berufsprüfung "Innendekorateur/in mit
eidg. Fachausweis" und für alle mit dieser vergleichbaren Prüfungen der
Tertiärstufe ("Einrichtungsberater/-in mit eidg. Fachausweis", "Einrich-
tungsplaner/-in mit eidg. Fachausweis", "Wohntextilgestalter/-in mit eidg.
Fachausweis") wird in der öffentlichen "Meldeliste" der zugelassenen
Kursanbieterinnen (vgl. Art. 66g BBV und <www.becc.admin.ch/becc/
public/sufi/>, besucht am 14. März 2022) für die ganze Schweiz einzig die
interieursuisse genannt.
Diese privaten Anbieterinnen würden durch ein zu enges Begriffsverständ-
nis von "Kursgebühren" von einer Anrechnung ausgeschlossen, was dem
Ziel des Gesetzes unmittelbar zuwiderliefe. Ist der Begriff "Kursgebühren"
somit in einem breiten Sinn zu verstehen, was die Kursanbieterinnen be-
trifft, ergibt sich aus Art. 66f Abs. 3 BBV ebenso in sachlicher Hinsicht ein
weites Verständnis: Diese Norm definiert den Umfang der Anrechenbarkeit.
Sie erwähnt selbst "namentlich Spesen für Reisen, Verpflegung und Über-
nachtung" als "Kursgebühren", auch wenn sie nicht unmittelbar der Wis-
sensvermittlung dienen und darum von der Anrechnung ausgeschlossen
sind. So wie Leistungen für Reise, Verpflegung und Unterkunft gewöhnlich
nicht vom Kursanbieter bezogen werden und als Auslagen über eine Teil-
nahmegebühr im engeren Sinn hinausgehen, ist dieses Verständnis auch
auf Material-Aufwendungen für die Prüfungsvorbereitung anzuwenden, die
nicht über den Kursanbieter beschafft, sondern direkt von Dritten bezogen
worden sind.
4.2 Insofern die Vorinstanz die Anrechenbarkeit privater Auslagen somit
nur verneint, weil der Anbieter des Kurses sie formal nicht als Kursgebüh-
ren ausgewiesen hat, ist ihr darum nicht zu folgen. Zwar sind in den Bei-
tragsgesuchen an die Vorinstanz die vom Anbieter ausgestellte Bestäti-
gung über die Kursgebühren (Art. 66b Bst. c BBV) und in dieser Bestäti-
gung stets eine korrekte Darstellung der gesamten Kursgebühren sowie
der anrechenbaren und der von der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer be-
zahlten Teilbeträge wiederzugeben (Art. 66i Abs. 1 BBV). Nicht ausge-
schlossen, sondern gegenteils vorbehalten wird in diesem Zusammenhang
aber die Möglichkeit unrichtiger, insbesondere unvollständiger Angaben
(Art. 66i Abs. 4 BBV). Denn Bundesbeiträge nach Art. 56a f. BGG sollen
nicht in erster Linie die kursanbietenden Schulen, sondern die Absolventin-
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nen und Absolventen der Kurse entlasten und ihr Vertrauen in die Kosten-
beteiligung des Bundes für bestandene Prüfungen rechtfertigen, wobei sie
als Teilnehmer/innen nicht unbedingt den Überblick über die getätigten
Kursaufwendungen haben. Ihr Rückerstattungsanspruch darf darum nicht
von der vollständigen Aufführung der Auslagen durch die Kursanbieterin
abhängig sein (vgl. auch die Urteile des BVGer B-2997/2019 vom
17.12.2019, E. 3.2, B-7032/2018 vom 17.12.2019, E. 4.4, B-3546/2019
vom 21.11.2019, E. 3.2 und B-2477/2019 vom 13. Januar 2020, E. 3.2).
Hingegen muss eine Anrechnung unterbleiben, wenn es sich um freiwillige
Aufwendungen handelt, die der Kursanbieter gegenüber den Kursteilneh-
menden nicht als notwendig für die Teilnahme und Vorbereitung der Prü-
fung bezeichnet und deren Erbringung nicht vorausgesetzt hat. In diesem
Sinn ist am zwingenden, kausalen Charakter als "Gebühren"-Aufwand fest-
zuhalten.
4.3 Das zweite Kriterium der Anrechenbarkeit, dass die Kursgebühren "un-
mittelbar der Wissensvermittlung dienen" müssen (Art. 66f Abs. 3 BBV),
grenzt notwendige von (bloss) nützlichen Prüfungsvorbereitungskosten ab,
welche vom erwähnten Gesetzesziel nicht mehr gedeckt sind. Es setzt ei-
nen engen, vernünftigerweise zu erwartenden Kausalzusammenhang zwi-
schen der Auslage und der für die Prüfung vorausgesetzten Kompetenz,
sei sie theoretischer oder praktischer Natur, bzw. dem Bestehen der Prü-
fung voraus. Während unmittelbar auf die Vorbereitung einer Prüfung aus-
gerichtete Kurse diese Voraussetzung in der Regel erfüllen, gilt für indivi-
duelle Auslagen einzelner Kursteilnehmer/innen, die nicht auf der Beschei-
nigung der Kursgebühren durch den Kursanbieter ausgewiesen sind, eine
umgekehrte Vermutung. Ihre Notwendigkeit für das Bestehen der Prüfung
muss besonders dargelegt werden. Haben viele Kandidaten die Prüfung
ohne solche Auslagen bestanden, spricht das gegen ihr unmittelbares Die-
nen zur Prüfungswissensvermittlung. Nicht anrechenbar sind nach diesem
Kriterium auch die Prüfungsgebühren selbst und die Auslagen für Prü-
fungsmaterial, die als solche keine Wissensvermittlung bezwecken und be-
reits durch andere Subventionen (vgl. Art. 56 BBG; Art. 65 BBV) unterstützt
bzw. gedeckt werden.
4.4 Schliesslich sind die Obergrenzen von Fr. 19'000.– für eidgenössische
Berufsprüfungen und Fr. 21'000.– für eidgenössische höhere Fachprüfun-
gen zu berücksichtigen (Art. 66f Abs. 2 BBV). Damit wird aber die überwie-
gende Mehrheit der bekannten Kurse abgedeckt und soll vor allem die An-
rechnung zusätzlicher Kursgebühren wegen einer nicht auf Anhieb bestan-
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denen Prüfung verhindert werden (vgl. Erläuternder Bericht vom 22. Feb-
ruar 2017 zur Vernehmlassungsvorlage "Änderung der Verordnung über
die Berufsbildung [BBV]: Stärkung der höheren Berufsbildung [nachfol-
gend: Bericht zur Vernehmlassungsvorlage], fedlex-data-admin-ch-eli-dl-
proj-6017-17-cons_1-doc_4-de-pdf-a.pdf, S. 20, besucht am 14.3.2022).
5.
5.1 Die vom Beschwerdeführer getätigten Auslagen für Wandbespan-
nungs-, Vorhang-, Polster- und Bodenbelagsmaterial, darunter insbeson-
dere Möbelstoff, ein Schnurzugsystem, Modulfederkern, Gurten, Textilkle-
ber, Bezugstoff und ein Treppenkantenprofil, sowie für ein Fauteuil-Gestell
sind als solche unbestritten. Sie erfolgten eigens zur Prüfungsvorbereitung
und gelten darum, obwohl sie auf der Abrechnung der interieursuisse nicht
genannt sind, als "Kursgebühren" im Sinne von Art. 66f Abs. 3 BBV (vgl.
vorne, E. 4.2).
5.2 Zweitens ist die Voraussetzung der unmittelbaren Wissensvermittlung
(vorne, E. 4.3) zu prüfen.
5.2.1 Es ist unbestritten, dass die Kursteilnehmenden im Fach "Polstern"
wenig bis keine Vorkenntnisse hatten, was zu folgenden Aussagen der
Kursleiterin führte:
"Da wir im trad. Polstern ziemlich vorne anfangen, würde es etwas knapp von
der Zeit".
"Ich schlage vor, dass jeder sein Material selber vorbereitet mitnimmt ok?
Dann sparen wir auch etwas Zeit."
"Wir bekommen nun noch ein paar Tage mehr, so dass alles Platz hat";
"News vo Selzach, am Kurs vom März chemid mir de Mittwuch au no über
zum polstere".
"Am Kurs einfach alles Material mitnehmen, entweder für das Prüfungsgestell
oder euren Übungsfauteuil."
5.2.2 Die Berufsprüfung für Innendekorateure prüft und bescheinigt die Fä-
higkeit, anspruchsvolle Innendekorationsarbeiten ausführen zu können
(vgl. Ziff. 1.2 des Reglements vom 14. Juni 1991 über die Durchführung
der Berufsprüfung für Innendekorateure und Innendekorateurinnen [mit
eidg. Fachausweis]; nachfolgend: "Prüfungsreglement"; abrufbar unter:
<www.becc.admin.ch/becc/public/bvz/beruf/show/28441>). Der praktische
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Teil hat an dieser Prüfung einen hohen Stellenwert. Er dauert länger als
der theoretische Teil und die Fachnoten der Fächer "Praktische Arbeiten"
zählen doppelt (vgl. Ziff. 7.2 des Prüfungsreglements). Geprüft werden:
"Praktische Arbeiten 'Polstern'" (ca. 12 Std.), "Praktische Arbeiten 'Dekora-
tion'" (ca. 7 Std.), "Praktische Arbeiten 'Bodenbelag im Wohnbereich'" (ca.
7 Std.) und "Praktische Arbeiten im Wahlbereich" (ca. 7 Std.). Der theore-
tische Teil dauert dagegen nur viermal ca. 3 Stunden (vgl. Ziff. 6.1 ff. des
Prüfungsreglements).
5.2.3 Offenbar stellt es beim Vorbereitungskurs Berufsprüfung für Innende-
korateure und Innendekorateurinnen zudem eine besondere Herausforde-
rung dar, dass er alle prüfungsrelevanten Bereiche abdeckt und die unter-
schiedliche Vorbildung und Praxis der Kursteilnehmenden bei der Wis-
sensvermittlung berücksichtigt. Zur Vorbildung der Teilnehmer/innen sieht
das Prüfungsreglement nämlich vor, auch Tapezierer-Dekorateure, Sattler-
Tapezierer und Tapezierer-Bodenleger mit Fähigkeitszeugnis, neben In-
nendekorateuren mit Fähigkeitszeugnis, könnten zur Prüfung zugelassen
werden (vgl. Ziff. 3.2 des Prüfungsreglements). Das praktische Wissen, auf
das die Prüfung fokussiert, ist für die Teilnehmer/innen darum teilweise neu
und im Vorbereitungskurs von Grund auf zu lernen.
Die höhere Berufsbildung auf Tertiärstufe ist eigentlich auf die Vermittlung
und den Erwerb höherer Qualifikationen beschränkt, die für die Ausübung
einer anspruchs- und verantwortungsvollen Berufstätigkeit erforderlich sind
(Art. 26 Abs. 1 BBG). Sie setzt ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, den
Abschluss einer höheren schulischen Allgemeinbildung oder eine gleich-
wertige Qualifikation voraus (Art. 26 Abs. 2 BBG). Bei den Berufs- und hö-
heren Fachprüfungen werden eine einschlägige berufliche Praxis und ein
einschlägiges Fachwissen vorausgesetzt (Art. 28 Abs. 1 BBG). Die Prüfun-
gen richten sich somit an Personen mit Berufserfahrung, die ihre Kennt-
nisse vertiefen oder sich spezialisieren wollen (vgl. MICHAEL BUCHSER, Be-
rufsbildungsabschlüsse in der Schweiz, Zürich 2009, S. 25).
5.2.4 Polstern als Handwerk und praktisches Spezialwissen kann aller-
dings, wie die Reaktion der Kursleiterin zeigt und nach den Unterlagen be-
gründet erscheint, nur mit direkter Anleitung, eigener Übung und unter Ein-
satz von realem Verbrauchsmaterial gelernt werden. Nicht in allen Ausbil-
dungsgängen, die zu dieser Prüfung zugelassen werden, wurde es bereits
früher vermittelt, und die Vorinstanz macht darum zurecht nicht geltend, die
Anbieterin habe den Teilnehmenden die Materialauslagen bloss als fakul-
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tatives Übungsmaterial zur Vertiefung des im Prinzip ausreichend behan-
delten Kursstoffs empfohlen. Sie bezeichnet die Auslagen auch nicht als –
nicht anrechenbare – Prüfungskosten. Vielmehr dürfte es sich um Material
handeln, das anlässlich des Vorbereitungskurses unmittelbar zur Prüfungs-
vorbereitung verbraucht und aus gutem Grund gegenüber allen Teilneh-
menden als notwendig deklariert wurde. Die Rechnung der B._ AG
ist mit "Materialkosten für Vorbereitungskurse Berufsprüfung Innendekora-
teure" überschrieben. Weiter hat die C._ dem Beschwerdeführer
Rechnung für ein "Fauteuil-Gestell hoch für Berufsprüfung" gestellt (vgl.
Rechnung vom 22. September 2020; in diesem Sinne auch: Erläuternder
Bericht zur "Änderung der Verordnung über die Berufsbildung (BBV): Stär-
kung der Höheren Berufsbildung" vom September 2017, S. 6).
Unter diesen besonderen Umständen darf angenommen werden, das von
den Kursteilnehmenden selbst beschaffte Material habe im vorliegenden
Fall unmittelbar der praktischen Vermittlung bzw. Aneignung von Wissen
für die anschliessende Berufsprüfung gedient, an der das Fach "Polstern"
in handwerklicher Beziehung von Relevanz ist. Unter dem Blickpunkt der
Wissensvermittlung im Rahmen eines Vorbereitungskurses sind die Mate-
rialkosten des Beschwerdeführers somit als anrechenbar zu qualifizieren
(Art. 66f Abs. 3 BBV).
5.3 Die Kursgebühren betrugen im vorliegenden Fall brutto Fr. 13'000.-
plus Fr. 547.- separat ausgewiesene Materialkosten. Selbst wenn davon
ausgegangen wird, aufgrund der Kosten für Material und Maschinennut-
zung seien die Kursgebühren für eidgenössische Berufsprüfungen im Be-
reich Industrie und produzierendes Gewerbe relativ hoch (vgl. Bericht zur
Vernehmlassungsvorlage, S. 7), wird die Obergrenze von Fr. 19'000.- für
Berufsprüfungen durch die konkret erhobenen Gebühren damit gewahrt.
5.4 Zur Beitragsberechnung müssen somit insgesamt Fr. 12'784.90
(Fr. 8'547.– + Fr. 4'237.90) herangezogen werden. Der Beitragssatz be-
trägt 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren (Art. 66f Abs. 1 BBV).
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der vorinstanzliche Entscheid
aufzuheben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer ge-
stützt auf Art. 66c BBV Beiträge in der Höhe von Fr. 6'392.45 auszuzahlen.
6.
Entsprechend dem Verfahrensausgang gilt der Beschwerdeführer als ob-
siegend. Daher sind ihm keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 300.- ist ihm nach Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Vorinstan-
zen haben keine Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
Praxisgemäss ist dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
keine Parteientschädigung für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht zuzusprechen (vgl. Art. 64 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]; Urteil des BVGer B-1862/
2019 vom 18. November 2019 E. 4.2).
7.
Dieses Urteil kann nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten beim Bundesgericht angefochten werden, wenn auf die strit-
tigen Kursbeiträge ein Anspruch besteht (Art. 83 Bst. k des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]). Dies würde voraus-
setzen, dass der zugrundeliegende Erlass genügend konkret umschreibt,
unter welchen Bedingungen die beantragte Unterstützung zu gewähren ist,
ohne dass es im Ermessen der Behörde läge, ob sie einen Beitrag gewäh-
ren will oder nicht (vgl. BGE 145 I 121 E. 1.2). Ob diese Bedingung erfüllt
ist, hätte die Vorinstanz bei einer Anfechtung darzulegen. Das Bundesge-
richt hat die Frage zuletzt offengelassen (vgl. Urteil des BGer 2C_598/2021
vom 24. August 2021 E. 1).
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