Decision ID: aaeb54a2-65e8-4341-a487-6b4742e0c67d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1963,
war seit dem 1. April 2012
bei
der Y._ GmbH
als
Gipser angestellt (Urk. 7/26 Ziff. 2.1, Ziff. 2.3 und Ziff. 2.7). Am 22. September 2014 sprach die Arbeitgeberin die Kündigung aus (vgl. Urk. 7/26/7),
w
obei der Versicherte geltend machte, gleichentags einen Arbeitsun
fall erlitten zu haben (Urk. 7/22/26, Urk. 7/27/7, Urk. 7/27/11).
Unter Hin
weis auf
einen seit dem Unfall vom 22. September 2014 bestehenden Band
scheiben
vorfall und Beschwerden am linken Bein
meldete sich der Versicherte
am 12. Mai 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/16 Ziff. 6.1-3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/22, Urk. 7/28
) und
veranlasste bei der Z._ Stiftung
eine Potenzialerhebung, über welche am 15. Febru
a
r 2016 Bericht erstattet wurde (Urk. 7/54).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/64; Urk. 7/65, Urk. 7/67) ver
neinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 13. September 2016
einen Rentenan
spruch (
Urk. 7/69
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 11. Oktober 2016
Beschwerde gegen die Verfügung
vom 13. September 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen, ins
besondere eine ganze Invalidenrente, auszurichten (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2016 (Urk
. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 8) ersuchte das Gericht den ehemaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers um Beantwortung von ergänzend gestellten Fragen. Dem kam der ehemalige Arbeitgeber mit Schreiben vom 18. Januar 2017 (Urk. 10) nach. Mit Gerichts
verfügung vom 20. Januar 2017 (Urk. 11) wurde dem Beschwerdeführer die Be
schwerdeantwort vom 14. November 2016 (Urk. 6) sowie das Schreiben des ehe
maligen Arbeitgebers vom 18. Januar 2017 (Urk. 10) zur Kenntnis zugestellt.
Hierzu äusserte sich der Beschwerdeführer am 3. März 2017 (Urk. 13) und reichte
einen weiteren medizinischen Bericht (Urk. 14) ein. Diese Dokumente wurden der Beschwerdegegnerin am 9. März 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).
Am 6. Juni 2017 (Urk. 19) reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Berichte (Urk. 20/1-5) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 12. Juni 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sun
dheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese
) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, der Be
schwer
deführer sei seit einem Sturz vom 22. September 2014 in seiner Arbeits
fähigkeit eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei ihm nicht mehr zumutbar, hingegen bestehe in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Da er in der Schweiz über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfüge und das letzte Arbeitsverhältnis ohnehin aufgelöst worden wäre, seien sowohl das
Valideneinkommen
als auch das Invaliden
ein
kommen anhand der Löhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für
Statistik zu berechnen, was einen rentenanspruchsausschliessenden Invaliditäts
grad von 28 % ergebe. An der medizinischen Einschätzung zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei festzuhalten, und auf die vom Beschwerdeführer gezeigte Leistung könne aufgrund des selbstlimitierenden Verhaltens nicht abgestellt werden (S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend, wie sich bei der Potenzialabklärung im Januar 2016 bei der Stiftung Z._
gezeigt habe, seien seine Einschränkungen deutlich grösser, und es bestehe keine
Arbeitsfähigkeit
von 75 % in angepasster Tätigkeit. Seine maximale Leistungs
fähigkeit sei mit drei Stunden pro Tag erreicht, wovon auch der behandelnde Hausarzt ausgehe (S. 11 f. Ziff. 24). Die Kündigung sei ihm frühestens
am 2
3.
September 2014 zugestellt worden
, damit erst nach dem Unfall und sei ohnehin nichtig gewesen (S. 13 ff. Ziff. 27-28). Die Kündigung sei einzig auf
grund der sich aus dem Unfall ergebenden körperlichen Einschränkungen erfolgt
(S. 15 f. Ziff. 29-30). Demnach sei zur Bestimmung des
Valideneinkommens
auf den zuletzt bei der Y._ GmbH erzielten Lohn abzu
stellen (S. 16 f. Ziff. 31). Bei der Berechnung des Invalideneinkommens, ausgeh
end von einer Restarbeitsfähigkeit von 37.5 %, sei weiter ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu gewähren, womit ein Anspruch auf eine ganze Rente resul
tiere (S. 17 ff. Ziff. 32-36).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Neurologie,
nannte in seinem Bericht
2
1. Januar 2015 (Urk. 7/22/20-21) als Diagnose ein chronisches
lumbo
spondy
logenes
Schmerzsyndrom mit/bei Status nach Sturz von der Leiter am 22. Septem
ber 2014 mit Kontusion der Wirbelsäule und einer zusätzlichen
lumboradikulären
Schmerzsymptomatik am ehesten der Wurzel L5 links. Er habe
den Patienten am 7. Januar 2015 gesehen (S. 1 Mitte).
Dr. A._ führte aus, im Vordergrund der Beschwerden stehe aktuell ein chro
nisches
myofasziales
und
spondylogenes
lumbales Schmerzsyndrom. Die aktu
ellen Beschwerden seien durch einen erneuten Arbeitsunfall am 22. September 2014 akzentuiert. Der Patient sei angeblich von einer Leiter aus etwa 1.5 m Höhe auf die linke Körperseite gestürzt. Bereits vor dem Unfall hätten lumbale Rückenschmerzen mit teilweiser Ausstrahlung ins linke Bein bestanden. Auf
grund der anamnestischen Angaben wäre eine
lumboradikuläre
Schmerzsymp
tomatik am ehesten der Wurzel L5 links möglich
.
Dr. A._
hielt fest, klinisch und elektrophysiologisch finde er keine richtungsweisenden pathologischen Befunde, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine relevante Schädigung der lumbalen Nervenwurzeln.
Eine MRI-Untersuchung sei am 10. Dezember 2014 im Spital
O._
durchgeführt worden. Bei dieser Untersuchung zeigten sich gemäss der schriftlichen Beurteilung stationäre degenerative Veränderungen vor
wiegend im Segment Lendenwirbelkörper (LWK)4/5 (
breitbasig
, leicht nach kaudal gelagerte Diskushernie mit
Anulus
-Riss). In diesem Segment sei eine Kompression der
Wurzeln L5 beidseits möglich. Nach eigener Durchsicht der MRI-Bilder bestehe eine zusätzliche Degeneration der Bandscheibe mit zusätz
lichem Prolaps auch im untersten Segment (L5/S1). Dort wäre eine
rezessale
Kompression der Nervenwurzel S1 linksbetont möglich (S. 2 Mitte).
Dr. A._ hielt abschliessend fest, eine bleibende Beeinträchtigung, welche aus dem aktuellen Unfall vom 22. September 2014 resultiere, sei aus neurologischer Sicht nicht zu erwarten (S. 2 unten)
3.2
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom
1
4.
April 2015 (
Urk.
7/22/15-16)
folgende Diagnosen (Ziff. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Akzentuierung nach Sturz am 22. September 2014 mit Wirbelsäulenkontusion
-
lumboradikuläre
Schmerzsymptomatik L5 links
Dr. B._ führte aus, seit mehreren Jahren bestehe ein chronisches
lumbo
spondy
logenes
Schmerzsyndrom, welches seit dem Sturz am 22. September 2014 auch
lumboradikulär
ausstrahlend entlang L5 links sei (Ziff. 2). Die Tätigkeit als Gipser sei in Zukunft sicherlich nicht möglich, wünschenswert wäre eine wechsel
belastende Tätigkeit mit lediglich leichter körperlicher Belastung, das heisse kein repetitives Bücken, kein Heben von Lasten über 10 kg und kein Treppen- und Leitersteigen. Die Prognose sei zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss (Ziff. 5).
3.3
Am 23. Juni 2015 erstatteten die Fachpersonen des C._ das vom Krankentaggeldversicherer veran
lasste Gutachten (Urk. 7/28/2-19). Sie nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
lumboradikulärer
Schmerzsymptomatik der Wurzel L5 links und Status nach Sturz von der Leiter am 22. September 2014 mit Kontusion der Wirbel
säule (S. 1 Ziff. 1).
Die Fachpersonen führten aus, sie hätten den Versicherten am 21. und am 22. Mai
2015 mittels Funktionsorientierter Medizinischer Abklärung (FOMA) unter
sucht. Diese Abklärung umfasse ein strukturiertes Interview, eine klinische Untersuchung, eine angepasste Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sowie die Beurteilung der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen und Akten (S. 1).
Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei dem Versicherten aus orthopädisch-rheu
matologischer Sicht aufgrund der degenerativen Erkrankung im
Lendenwirbel
säulen (
LWS
)
-Bereich mit Reizung der Nervenwurzel nicht mehr zumutbar.
Die Tätigkeit als Gipser erfordere das Hantieren mit schweren Lasten, häufiges Leitern
steigen mit schweren Gewichten, die auch teilweise auf Überkopf- und Brust
höhe hantiert würden (S. 4 Ziff. 6.1).
Eine wechselpositionierte, zwischen Gehen, Stehen und Sitzen, bildungsadä
quate mittelschwere, angepasste Tätigkeit sei ihm zu mindestens 75 % zumut
bar. Es sollten zwei Stunden vermehrte Pausen über den gesamten Tag verteilt gegeben sein, um den Rücken und das linke Bein zu entlasten. Das Hantieren von schweren Lasten sollte nur sehr selten vorkommen, und das Heben Über
kopf- und auf Brusthöhe sowie Zwangshaltungen im LWS-Bereich sollten ver
mieden werden (S. 4 Ziff. 6.2).
Die Fachpersonen führten aus, zusammengefasst gehe es um eine degenerative Erkrankung im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule mit Bandscheibende
ge
neration, die zu einer möglichen L5-Symptomatik links führe. Diese Beschwer
den seien klinisch und radiologisch bestätigt, dennoch seien das Ausmass der
geschilderten Schmerzsymptomatik sowie die deutliche Einschränkung der Beweg
lichkeit und Belastbarkeit bei gezeigter Selbstlimitierung medizinisch und radiologisch nicht nachvollziehbar (S. 3 Mitte).
Hinsichtlich der EFL führten die Fachpersonen aus, ein allfälliges arbeitsrele
vantes Problem habe nicht erhoben werden können, da das Schmerzverhalten mit Selbstlimitierung des Klienten während der Tests im Vordergrund gestanden habe. Seine Leistungsbereitschaft sei nicht als zuverlässig zu beurteilen. Die Beob
achtungen während der Tests wiesen auf eine deutliche Selbstlimitierung hin. Die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen.
Infolge erheblicher Symp
tomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht verwertbar. Es sei davon auszu
gehen, dass der Klient bei gutem
Effort
mehr leisten könnte, als das, was er bei den Leistungstests gezeigt habe (S. 3
Ziff.
3.1). Aufgrund der ausgeprägten Selbst
limitierung könne anhand der Tests keine Aussage bezüglich der Arbeits
fähigkeit gemacht werden.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei daher aus medizinischer Sicht theoretisch erfolgt (S. 3 Ziff. 3.2).
3.4
Dr. B._ nannte in seinem Bericht vom
1
5.
Juli 2015 (
Urk.
7/27/11
-12
)
als Diag
nose ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Akzentuierung nach Sturz am 22. September 2014 mit Wirbelsäulenkontusion und zusätzlicher
lumboradikulärer
Schmerzsymptomatik L5 links nach Sturz von der Leiter am 22. September 2014 mit Kontusion der Wirbelsäule und Stürzen mit LWS-Kontusionen am 24. September 2010 und am 23. Juli 2014 (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführer sei seit 2008 in seiner hausärztlichen Sprechstunde, und
die letzte Kontrolle habe am 30. Juli 2015 stattgefunden (Ziff. 1.2). Dr.
B._
fü
hrte aus, in der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem 1. Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zur Zeit sei keine berufliche Tätigkeit möglich (Ziff. 1.6-7). Der Patient gebe Dauerschmerzen an, auch nachts. Gehen oder Stehen sei während maximal ein bis zwei Stunden möglich. Dann seien unbe
dingt Positionswechsel und Ruhen nötig. Trotz Fortführung der Physiotherapie
und Analgetika sei keine Besserung der Schmerzsymptomatik eingetreten (Ziff. 1
.4).
3.5
Dr. med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD)
, führte in seiner Stellungnahme vom 10. August 2015 (Urk. 7/63/3-4) aus, als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
lumboradiku
lärer
Schmerzsymptomatik der Wurzel L5 links bei Status nach Sturz von der Leiter
am 22. September 2014 mit Kontusion der Wirbelsäule (
C._
, KTG-Akten 31. Juli
2015 S. 2). Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Erkrankungen der
LWS eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schwe
r
es Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Über
streck
belastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbei
ten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen.
Dem Belastungsprofil entsprächen leichte angepasste Tätigkeiten in Wechsel
be
lastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gele
gent
lichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen. Diese Tätigkeiten seien medi
zinisch theoretisch zumutbar
.
In der bisherigen Tätigkeit als Gipser bestehe seit dem 22. September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In angepasster Tätigkeit gemäss dem Belastungs
profil bestehe seit dem 22. Mai 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 75 % mit ver
mehrten Pausen (C._, KTG-Akten 31. Juli 2015 S. 5/6).
3.6
Dr.
B._
nannte in seinem Bericht vom 20. November 2015 (Urk. 7/40) die glei
chen
Diagnosen wie in seinem Bericht vom
1
5.
Juli 2015
(vgl. vorstehend E. 3.4).
Zum Verlauf führte Dr. B._ aus, es bestünden nach wie vor belastungsabhängige
lumbosakrale
Schmerzen trotz Fortführung der Physiotherapie und Analgetika. Es bestehe eine freie Gehstrecke von 500 m, längeres Gehen, Stehen oder Sitzen sei höchstens zwei bis drei Stunden möglich, dann müsse es zu einem Posi
tions
wechsel kommen. Neurologische Ausfälle zeigten sich nach wie vor nicht. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit erstrecke sich vom 1. Februar bis 30. November 2015. Danach bestehe ab dem 1. Dezember 2015 bis auf Weiteres eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Dr. B._ hielt fest, die Arbeit als Gipser sei in Zukunft sicherlich nie mehr möglich.
3.7
Nach vom 4.
bis 2
9.
Januar 2016 durchgeführter Potenzialerhebung
führten die Fachpersonen der Z._ in ihrem Bericht vom 15. Februar 2016 (Urk. 7/54) aus, der Beschwerdeführer habe die tägliche Präsenzzeit von drei Stunden mit zusätzlichen Pausen leisten können. Eine Steigerung sei aber sowohl aufgrund der aktuell eingeschränkten Belastbarkeit als auch aufgrund seiner fehlenden Bereitschaft nicht möglich gewesen. Aktuell seien keine verwertbare Leistung und keine Entwicklung feststellbar. Die Verhaftung im Schmerz sei zentral. Auf
grund der aktuell fortbestehend ausgeprägten und zentralen Schmerz
sympto
matik und der vom Beschwerdeführer als gering eingeschätzten eigenen Hand
lungsmöglichkeiten respektive Bereitschaft sei die Arbeits- und Leistungsfähig
keit vom Beschwerdeführer momentan als stark beeinträchtigt respektive zu diesem Zeitpunkt als nicht gegeben zu beurteilen (S. 4 Mitte).
Die Fachpersonen führten aus, aufgrund der zentralen Schmerzthematik und der mangelnden Bereitschaft des Beschwerdeführers, Neues zu erlernen, könnten keine arbeitsrehabilitativen Massnahmen empfohlen werden (S. 4 unten).
3.8
Dr. B._ nannte in seinem Bericht vom 7. April 2016 (Urk. 7/58) im Vergleich zu den Vorberichten unveränderte Diagnosen. Auf Wunsch des Beschwerdeführers wolle er über den weiteren Verlauf des Gesundheitszustandes informieren.
Nach wie vor bestünden belastungsabhängige
lumbosakrale
Schmerzen trotz Fortführung der Physiotherapie und Analgetika. Die freie Gehstrecke betrage immer noch knapp 500 m und längeres Gehen, Stehen oder Sitzen sei maximal 2 Stunden möglich, dann müsse er einen Körperpositionswechsel zur Linderung der Schmerzen vornehmen. Neu habe der Beschwerdeführer über nächtliche Schmerzen im
lumbosakralen
Bereich mit ausgeprägten Schlafstörungen hier
durch berichtet. Nach wie vor zeigten sich keine neurologischen Ausfälle. Die Arbeitsunfähigkeit von 80 % bestehe seit dem 1. Dezember 2015, und die Arbeit als Gipser werde nie mehr möglich sein. Dr. B._ hielt abschliessend fest, er denke, dass der Endzustand erreicht sei und bitte um Prüfung der Rentenfrage respektive der Möglichkeit einer Umschulung oder von Eingliederungsmass
nahmen.
3.9
Dr.
D._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 2. Mai
2016 (Urk. 7/63/
6) aus, es werde auf die Stellungnahme vom 10. August 2015 hinge
wiesen. Im aktuellen Bericht von Dr. B._ vom 7. April 2016 werde weiterhin eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit bescheinigt. Im Befund dokumentiere Dr. B._, dass längeres Stehen, Gehen oder Sitzen maximal zwei Stunden möglich sei und der Beschwerdeführer dann einen Körperpositions
wechsel vornehmen müsse. Dieses entspreche aber versicherungsmedizinisch de
m Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit (leichte Tätigkeit in Wechselbe
lastung) mit vermehrten Pausen, wie dies bereits im Gutachten des C._ vom 23. Juni 2015 dokumentiert worden sei. Zudem werde auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Gipser bescheinigt. Es ergäben sich daher theoretisch versicherungsmedizinisch keine Änderungen in Bezug auf die RAD-Stellungnahme vom 10. August 2015.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. D._ vom August 2015 und vom Mai 2016 (vorstehend E. 3.5 und E. 3.9) davon aus, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Gipser seit dem 22. September 2014 nicht mehr arbeits
fähig sei, hingegen in einer behinderungsangepassten leichten Tätigkeit unter Berücksichtigung des genannten Zumutbarkeitsprofils seit Mai 2015 eine Arbeits
fähigkeit von 75 % bestehe (vgl. vorstehend E. 2.1).
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, er sei selbst in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit, entsprechend der anlässlich der Potenzialabklärung bei der Stiftung Z._ festgestellten Leistungsfähigkeit und der Einschätzung seines Hausarztes Dr. B._, für maximal drei Stunden täglich arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 2.2).
4.2
Auf die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. D._ vom August 2015 und vom Mai 2016 kann abgestellt werden. So erging sie insbesondere im Einklang mit dem vom Krankentaggeldversicherer veranlassten Gutachten des C._ vom Juni 2015 (vgl. vorstehend E. 3.3), welches seinerseits für die streitigen Belange um
fassend ist und auf allseitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers beruht, die geklagten Beschwerden und sein Verhalten berücksichtigt sowie in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben wurde und damit die formalen Beweiswert-Anfor
de
rungen (vgl. vorstehend E. 1.4) ohne weiteres erfüllt
. Die Fachpersonen des C._ konnten das
Ausmass
der geschilderten Schmerzsymptomatik nicht nachvoll
ziehen. Aufgrund
der massiven Selbstlimitierung und Symptomausweitung konnte
n die Ergebnisse der EFL-Testung nicht verwertet werden. Die Leistungs
bereitschaft des Beschwerdeführers wurde als nicht zuverlässig betrachte
t.
Das gleiche Leistungsverhalten zeigte der Beschwerdeführer in der Folge auch anlässlich der vom 4.
bi
s 29. Januar 2016 durchgeführten
Potenzialerhebung
bei der Z._ (vgl. vorstehend E. 3.7), weshalb er hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Überdies handelt es sich dabei nicht um eine medi
zinisch begründete Einschätzung seiner Leistungsfähigkeit.
Der behandelnde Hausarzt Dr. B._ befand den Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit als Gipser für nicht mehr arbeitsfähig. Das von Dr. B._ im
April 2015
(vgl. vorstehend E. 3.2) formulierte Zumutbarkeitsprofil für eine
ange
passte Tätigkeit entsprach weitestgehend jenem von Dr.
D._
. Gestützt
auf die Angaben des Beschwerdeführers, dass er unter Dauerschmerzen leide und nur noch während maximal ein bis zwei Stunden Gehen oder Stehen könne, attestierte Dr. B._ dann im Juli 2015 (vgl. vorstehend E. 3.4) auch in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In den folgen
den Berichten vom November 2015 und April 2016 (vgl. vorstehend E. 3.6 und 3.8) sah er dann lediglich noch eine angepasste Tätigkeit in einem Umfang von 20 % für möglich an, wobei sich dies nicht aus seinem Beschrieb des noch möglichen Leistungsumfanges des Beschwerdeführers nachvollziehen lässt. So führte Dr. B._ aus, längeres Gehen, Stehen oder Sitzen sei höchstens zwei bis
drei Stunden möglich und hernach müsse es zu einem Positionswechsel kommen
. RAD-Arzt Dr. D._ führte hierzu im Mai 2016 aus, dass das von Dr. B._
formulierte Belastungsprofil versicherungsmedizinisch dem Belastungsprofil ein
er angepassten
leichten wechselbelastenden
Tätigkeit mit vermehrten Pausen
ent
spreche
, wie dies bereits im Gutachten des
C._
vom 2
3.
Juni 2015 dokumen
tiert worden sei
(vgl. vorstehend E. 3.9)
.
Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. B._ fällt im Übrigen ins Gewicht
, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Betreffend die mit Bericht von Dr. B._ vom 1. Februar 2017 (Urk. 14) geltend
gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers (vgl
.
Urk. 13 S. 1 f.), ist zu beachten, dass
für das vorliegende Verfahren der
Sach
verhalt
massgebend
ist, welcher der angefochtenen Verfügung vom 13. Septem
b
er 2016 (Urk. 2) zugrunde lag. Demnach sind dieser Bericht sowie
die
weiteren
nach
Verfügungserlass
vom Beschwerdeführer
eingereichten
medi
zinischen Berichte vom 15. und 17. März und 5. April 2017 (Urk. 20/1 und Urk. 20/3-4
) grundsä
tzlich nicht zu berücksichtigen.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer ab September 2014 in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser nicht mehr arbeitsfähig ist, ihm dagegen eine behinderungsangepasste Tätigkeit seit Mai 2015 in einem Pensum von 75 % zumutbar ist.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turer
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2015
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Da das in den Akten liegende Kündigungsschreiben des ehemaligen Arbeit
ge
bers des Beschwerdeführers vom 22. September 2014 (Urk. 7/22/27) vom gleiche
n Tag datiert, wie der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Unfall
am Arbeitsplatz,
wurde mit Gerichtsverfügung vom 5. Januar 2017 (Urk. 8) beim
ehemaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers um Beantwortung der Frage nach dem Kündigungsgrund erbeten. Zu den Gründen für die Kündigung und dem Zeitpunkt für den Entschluss zur Kündigung führte dieser in seinem Schreiben vom 18. Januar 2017 (Urk. 10) aus, er habe den Entschluss, dem Beschwerdeführer die Kündigung auszusprechen, am frühen Vormittag des erwähn
ten 22. September 2014 abschliessend gefasst. Der Kündigung sei eine
Meinungsverschiedenheit vorausgegangen. Der ehemalige Arbeitgeber führte au
s, er habe daraufhin die Kündigung verfasst und den Beschwerdeführer aufge
fordert, diese gegenzuzeichnen, was dieser verweigert und entgegnet habe, diese sei ihm per Post zuzustellen. Die grundlegende Ursache für die Kündigung sei nicht in der fachlichen Arbeitsleistung des Beschwerdeführers zu finden. Seine Leistungen als Gipser seien gut, und er sei stets bereit gewesen, auch andere Arbeiten auszuführen. Die Persönlichkeit des Beschwerdeführers habe die Zu
sam
menarbeit mit ihm nicht immer einfach gemacht. Jedenfalls habe ihn der Beschwerdeführer am Abend des genannten Tages telefonisch wissen lassen, dass er an seiner Arbeitsstelle verunfallt sei. Er sei von einem Dreitritt herun
tergefallen, dies in einem Raum, welcher etwa 2.30 m hoch sei. Wie unter solchen Bedingungen ein Unfall mit solchen Verletzungsfolgen zustande kommen könne, sei dem ehemaligen Arbeitgeber unerklärlich. Auf jeden Fall sei der Unfall erst nach dem Aussprechen der Kündigung zustande gekommen (Urk. 10 S. 1 Ziff. 1).
Der ehemalige Arbeitgeber verneinte im Weiteren die Frage, ob der Beschwer
deführer auch ohne Eintritt der gesundheitlichen Beschwerden noch im Betrieb angestellt gewesen wäre (Urk. 10 S. 1 f. Ziff. 2).
Daraus lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer demnach im Gesund
heitsfall nicht mehr bei der Y._ GmbH, heute E._ AG, angestellt gewesen wäre. Auf das dort zuletzt erzielte Einkommen kann daher nicht abgestellt werden.
Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 7/25) lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor dem geltend gemachten Unfall im Septem
ber 2014 erst seit März 2011 ein regelmässiges Einkommen erwirtschaf
tete. Da er zuvor mehrfach arbeitslos war und über temporäre Stellen wesentlich kleinere Einkommen erzielte, als in den letzten drei Jahren vor dem gelten gemachten Unfallereignis, rechtfertigt es sich vorliegend aufgrund der insge
samt erheblichen Einkommensschwankungen, das
Valideneinkommen
anhand der LSE-Tabellenlöhne
zu bestimmen.
Das im Jahr 2012 durchschnittlich im Baugewerbe von Männern erwirtschaftete
Einkommen betrug Fr. 5‘874.--, wobei den fachlichen Fertigkeiten des Beschwer
deführers (vgl. Urk. 7/35/3, Urk. 10
S. 1
Ziff.
1
) mit dem Kompetenzniveau 2 Rechnung getragen wird
(LSE
2012, S. 35, Tabelle TA1, Ziff. 41-43, Niveau 2
).
Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr bei einer durchschnittl
ichen Wochen
arbeitszeit von 41.4
Stunden
im Sektor II
(www.bfs.admin.ch) und unter der Berücksichtigung de
r Nominallohnentwicklung im Baugewerbe von 0.5 % in den Jahren 2013 und 2014 und
von
-0.2 % im Jahr 2015
(www.bfs.admin.ch) ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 73‘539
.-- im Jahr 201
5 (Fr. 5‘874.-- x 12 : 40 x 41.4 x 1.005 x 1.005 : 1.002
).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
spre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weite
ren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Das im Jahr
2012
von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘210.-- (
LSE
2012
, S. 35, Tabelle TA1, Niveau 1). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (
www.bfs.admin.ch)
und der Nominal
lohnentwicklung
(Total)
von 0.7 % im Jahr 2013
, von 0.8 % im Jahr 2014 und von 0.4 % im Jahr 2015
(www.bfs.admin.ch)
und des noch möglichen Arbeits
pensums von 75 %
ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund Fr. 49‘817.-- im Jahr 2015
(Fr. 5‘210.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007
x 1.008 x 1.004 x 0.75
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
s
chnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ve
r
sicherte
Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende
durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprün
g
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichs
einkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.6
Der Beschwerdeführer begründete den von ihm beantragten maximalen Abzug vom Tabellenlohn von 25 % damit, der Umschreibung der zumutbaren Verweis
tätigkeit in der angefochtenen Verfügung lasse sich entnehmen, dass ihm nur noch ein sehr eingeschränktes Spektrum an Tätigkeiten verbleibe.
Ausserdem
sei er Ausländer, verfüge in der Schweiz über keine anerkannte Berufsbildung,
habe zeitlebens nur in der Baubranche gearbeitet, und es werde ihm ein Wechsel
in ein komplett neues Tätigkeitsgebiet zugemutet (Urk. 1 S. 17 f. Ziff. 33). Zudem sei er 53 Jahre alt, und seine Beschwerden machten zusätzliche Arzt
besuche nötig, was während der Arbeitszeit erledigt werden müsse und vom Arbeitgeber deshalb viel Verständnis erfordere (Urk. 1 S. 18 Ziff. 34-35).
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
liden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
BGE 126 V 75
E. 5a/
bb
S. 78). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil
des Bundesgerichts
9C_846/2014 vom 2
2.
Januar 2015 E.
4.1.1 mit Hinweisen).
Im von Dr. D._, RAD, im August 2015 (vgl. vorstehend E. 3.5) formu
lierten Zumutbarkeitsprofil
sind die leidensbedingten (somatischen) Einschrän
kungen,
einschliessli
ch
des vermehrten Pausenbedarfs,
bereits enthalten. Diese dürfen daher im Rahmen eines allfälligen Abzugs nicht erneut berücksichtigt werden (vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_12/2017 vom 2
8.
Februar
2017 E.
5.5.1, 9C_846/2014 vom 2
2.
Januar 2015 E. 4.1.1).
Auch
ist der Umstand allein, dass nur
noch
leichte Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteile
des Bundesgerichts
9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4; 9C_386/2012 vom 18. September 2012
E. 5.2).
Dass der Beschwerdeführer zeitlebens nur in der Baubranche gearbeitet hat und
über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, spielt in Anbetracht dessen
, dass das Invalideneinkommen anhand von Löhnen für
Hilfsarbeitertätigkeiten im unters
ten Kompetenzniveau berechnet worden ist, keine Rolle und vermag
einen Abzug nicht zu rechtfertigen.
Weiter wirkt
sich
auch
der Faktor Alter
nicht (zwingend) lohnsenkend aus. Denn Hilfsarbeiten werden auf dem hypo
the
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) altersunabhängig nachge
fragt (vgl. z.B. Urteile
des Bundesgerichts
9C_134/2016 vom 1
2.
April 2016 E. 5.3; 8C_672/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 3.3).
Ein zusätzlich zu gewährender leiden
sbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint daher aufgrund der Umstände nicht gerechtfertigt.
5.7
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 73‘539
.-- und einem Invalidenein
ko
mmen von
Fr. 49‘817.--
resultiert eine
Einkommenseinbusse
von Fr. 23‘722.--, was
einem
rentenanspruchsausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund 32 % ent
spricht
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegende
n Beschwer
deführer aufzuerlegen.