Decision ID: 1a884684-e828-5b6f-b812-9fa78fa55fc9
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführerin wandte sich mit Schreiben vom 31. Oktober
2016 an die Vorinstanz und beantragte die Feststellung des Nichtbeste-
hens einer Unterstellungs- und Bewilligungspflicht für ihr Projekt (...) (Be-
gehren um Negativbestätigung).
A.b Mit superprovisorischer Verfügung vom 2. März 2017 eröffnete die Vor-
instanz ein Enforcementverfahren gegen die Beschwerdeführerin, setzte
eine Untersuchungsbeauftragte ein und erliess eine Kontosperre.
A.c Mit provisorischer Verfügung vom 20. April 2017 bestätigte die Vor-
instanz das Dispositiv der superprovisorischen Verfügung.
A.d Mit Verfügung vom 20. Juli 2017 stellte die Vorinstanz fest, dass die
Beschwerdeführerin ohne Bewilligung gewerbsmässig Publikumseinlagen
entgegengenommen und dadurch aufsichtsrechtliche Bestimmungen
schwer verletzt habe. Zudem ordnete sie zahlreiche Massnahmen gegen
die Beschwerdeführerin und gegen mehrere involvierte Mitarbeiter an.
A.e Mit Urteil vom 19. Dezember 2017 hiess das Bundesverwaltungsge-
richt die von der Beschwerdeführerin und den involvierten Mitarbeitern ge-
gen die Verfügung vom 20. Juli 2017 geführte Beschwerde gut.
Das Bundesverwaltungsgericht führte aus, dass das Geschäftsmodell der
Beschwerdeführerin keine Rückzahlungsverpflichtung beinhalte und der
Einlagebegriff daher nicht erfüllt sei. Die Annahme der Vorinstanz, dass der
Tatbestand der gewerbsmässigen Entgegennahme von Publikumseinla-
gen erfüllt sei, verletze Bundesrecht. Die Beschwerde sei im Hauptpunkt
(Aufhebung der Verfügung) gutzuheissen und die Sache zur Erledigung
des erstinstanzlichen Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.
A.f Eine von der Vorinstanz gegen das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 2. April
2019 ab.
B.
Mit Verfügung vom 21. Mai 2019 entschied die Vorinstanz über die Unter-
suchungs- und Verfahrenskosten des Enforcementverfahrens gegen die
Beschwerdeführerin.
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Sie verfügte:
"1. Die bis zum Erlass der vorliegenden Verfügung angefallenen Kosten
des mit superprovisorischer Verfügung vom 2. März 2017 eingesetzten
Untersuchungsbeauftragten in der Höhe von CHF 49'675.60 (inkl.
MwSt.) werden der A._ AG auferlegt. Die Kosten werden von
der Untersuchungsbeauftragten direkt in Rechnung gestellt und sind
dieser direkt zu vergüten bzw. werden mit den bereits bezogenen Vor-
schüssen verrechnet.
Es wird diesbezüglich festgestellt, dass die Gesellschaft der Untersu-
chungsbeauftragten Kostenvorschüsse in der Höhe der angefallenen
Kosten bereits bezahlt hat.
2. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 11'000.– festgesetzt und der
A._ AG auferlegt. Die Verfahrenskosten werden mit separater
Post in Rechnung gestellt und sind innert 30 Tagen nach Eintritt der
Rechtskraft zu überweisen.
3. Die bis zum Erlass der vorliegenden Verfügung angefallenen Kosten
der mit Verfügung vom 20. Juli 2017 eingesetzten Liquidatorin in der
Höhe von CHF 17'893.27 (inkl. MwSt.) werden der A._ AG
rückerstattet.
Es wird diesbezüglich festgestellt, dass die FINMA der Liquidatorin im
Rahmen einer Kostengarantie einen Betrag im Umfang von
CHF 5'651.95 (inkl. MwSt.) bereits bezahlt hat, welche mit den ange-
fallenen Kosten zu verrechnen sind. Der effektiv an die A._ AG
noch zu bezahlende Betrag beläuft sich somit auf CHF 12'241.32 (inkl.
MwSt.)."
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sowohl die Untersu-
chungs- als auch die Verfahrenskosten durch diejenige Partei zu tragen
seien, welche die Untersuchung respektive das Verfahren veranlasst habe.
Die Beschwerdeführerin habe dies getan, indem im Zeitpunkt der Verfah-
renseröffnung eine unklare Faktenlage bestanden habe und sie ihren Aus-
kunfts- und Mitwirkungspflichten nicht hinreichend nachgekommen sei.
C.
Mit Eingabe vom 24. Juni 2019 erhob die Beschwerdeführerin dagegen
Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte, die Verfügung
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der Vorinstanz vom 21. Mai 2019 sei vollumfänglich zu kassieren. Sämtli-
che Kosten des Verfahrens inklusive diejenigen der Untersuchungsbeauf-
tragten seien von der Vorinstanz zu tragen respektive allenfalls auf die
Staatskasse zu nehmen. Es seien ihr die bereits vorab bezahlten Kosten
in Höhe von Fr. 49'675.60 (Kosten der Untersuchungsbeauftragten) zuzüg-
lich 5 % Verzugszins seit Bezug von ihrem Konto plus Fr. 12'241.32 (be-
zahlte Liquidationskosten) zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem Bezug
durch die Vorinstanz von ihrem Konto umgehend zurückzuerstatten. In for-
meller Hinsicht beantragte sie, die Vorinstanz sei anzuweisen, die jeweili-
gen Daten des entsprechenden Vorbezuges zu edieren.
Sie führte im Wesentlichen aus, der Vorwurf, sie habe wichtige Fakten ver-
schwiegen, sei aktenwidrig. Die Vorinstanz begründe nicht, warum eine un-
klare Faktenlage bestanden habe. Insbesondere sei sie im Oktober 2016
proaktiv auf die Vorinstanz zugegangen und habe ein Gesuch um Negativ-
bestätigung gestellt. Dieses Gesuch habe bereits alle wesentlichen und
relevanten Elemente enthalten, welche später Gegenstand des Untersu-
chungsberichts gewesen seien. Auch der Vorwurf der angeblichen Verlet-
zung von Mitwirkungspflichten sei unbegründet. Ausserdem handle es sich
beim durchgeführten Enforcementverfahren um einen klaren Verfassungs-
verstoss. Dass ihr dafür auch noch Kosten auferlegt würden, sei unverhält-
nismässig.
D.
Mit Vernehmlassung vom 23. Juli 2019 beantragte die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes
vom 22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. e
VGG). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Ver-
fügung zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie hat
den Kostenvorschuss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde
frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2.
2.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 der FINMA-Gebühren- und Abgabenverordnung
vom 15. Oktober 2008 (FINMA-GebV; SR 956.122) ist gebührenpflichtig,
wer eine Verfügung veranlasst (Bst. a); ein Aufsichtsverfahren veranlasst,
das nicht mit einer Verfügung endet oder das eingestellt wird (Bst. b); eine
Dienstleistung der FINMA beansprucht (Bst. c).
2.2 Die Gebührenregelung nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b FINMA-GebV stellt
eine spezialgesetzliche Regelung dar, die für die Gebührenpflicht auf das
Veranlasserprinzip abstellt. Wer ein Aufsichtsverfahren im Bereich des Fi-
nanzmarktaufsichtsrechts veranlasst, wird gebührenpflichtig, auch wenn
das Verfahren eingestellt wird.
2.3 Die Gebührenpflicht tritt unter der Voraussetzung ein, dass die Verfah-
renspartei das Aufsichtsverfahren veranlasst hat (Art. 5 Abs. 1 Bst. b
FINMA-GebV). Der Aufwand der Vorinstanz, der im Rahmen von Vorabklä-
rungen – d.h. vor Eröffnung eines eingreifenden Verfahrens – entsteht,
kann der Partei von vornherein nicht auferlegt werden. Das Aufsichtsver-
fahren wird von der Vorinstanz erst eröffnet und den Parteien angezeigt,
wenn sich Anhaltspunkte für Verletzungen aufsichtsrechtlicher Bestimmun-
gen ergeben (Art. 30 FINMAG). Auch unter Art. 5 Abs. 1 FINMA-GebV gilt,
dass nicht jedes Setzen eines Anlasses für eine Kostenauflage ausreicht.
Eine Veranlassung liegt nur vor, wenn das Verhalten der Partei einen hin-
reichend begründeten Anlass dazu gibt, dass ein Tätigwerden der Auf-
sichtsbehörde als angezeigt erscheint. Die Verfahrenseröffnung durch die
Vorinstanz muss begründet sein. Wenn im Zeitpunkt der Verfahrenseröff-
nung keine Anhaltspunkte bestehen, so scheidet eine Kostenauflage aus.
Bestehen hingegen hinreichende Anhaltspunkte für Abklärungen, ist uner-
heblich, ob nachträglich eine Massnahme getroffen oder davon abgesehen
wird oder ob das Verfahren aus irgendwelchen Gründen eingestellt wird.
2.4 Was ein hinreichend begründeter Anlass für Abklärungen im Rahmen
eines eingreifenden Verwaltungsverfahrens der Aufsichtsbehörde bildet,
kann nicht abstrakt festgelegt werden, sondern ist im konkreten Einzelfall
zu beurteilen. In der Regel wird die Vorinstanz entsprechende Erkennt-
nisse aus ihrer laufenden Überwachungstätigkeit zum Anlass nehmen, Vor-
abklärungen durchzuführen und bei Erhärtung entsprechender Anhalts-
punkte ein Verfahren eröffnen (vgl. Art. 30 FINMAG). Beaufsichtigte mel-
den relevante Vorkommnisse häufig auch selber der Aufsichtsbehörde. Bei
möglicherweise unbewilligt Tätigen bilden beispielsweise Anzeigen von
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Privatpersonen (Anleger, Kunden, Mitarbeitende) Auslöser für Vorabklä-
rungen und anschliessende Verfahrenseröffnungen. Ziel der Vorabklärun-
gen ist die Feststellung, ob ein anfänglicher Anhaltspunkt ausgeräumt wer-
den kann oder sich erhärtet und somit Grund zur Annahme besteht, dass
die Betroffenen Aufsichtsrecht verletzt haben (vgl. zu den Vorabklärungen
der Vorinstanz Urteil des BVGer B-3844/2013 vom 7. November 2013
E. 1.4.2.3.1). Die Vorinstanz trifft ihren Entscheid über die Verfahrenseröff-
nung nach Kriterien, die direkt mit den Betroffenen und ihren Handlungen
zusammenhängen (Gefährdung von Anlegern, Versicherten, Gläubigern,
Investoren, Beaufsichtigten, der Funktionsfähigkeit des Finanzplatzes oder
dessen Reputation, Schwere der möglichen Aufsichtsrechtsverletzung, Ak-
tualität usw.), aber auch nach Kriterien zum Umfeld und den Rahmenbe-
dingungen (Erwartungsdruck, Parallelverfahren, Alternativen, Ressourcen,
Erfolgsaussichten; zum Ganzen vgl. KATJA ROTH PELLANDA/LARA KOPP, in:
Watter/Bahar [Hrsg.], Basler Kommentar, Finanzmarktaufsichtsgesetz, Fi-
nanzmarktinfrastrukturgesetz, 3. Aufl. 2019, Art. 30 Rz. 4 ff.; URS ZU-
LAUF/DAVID WYSS ET. AL., Finanzmarktenforcement, 2. Aufl. 2014, S. 89 f.;
Leitlinien der FINMA zum Enforcement vom 24. September 2014). Die Ent-
scheidung darüber, ob ein eingreifendes Verwaltungsverfahren eröffnet
oder die Untersuchung nach den Vorabklärungen beendet werden soll,
bildet den Abschluss der Vorabklärungen.
2.5 Gemäss Art. 36 Abs. 4 FINMAG tragen die Beaufsichtigten die Kosten
der Untersuchungsbeauftragten. Diese Kostenregelung folgt dem Störer-
bzw. Verursacherprinzip und findet auch auf Finanzintermediäre Anwen-
dung, die in Verletzung finanzmarktrechtlicher Bestimmungen bewilli-
gungslos tätig waren (BGE 137 II 284 E. 4.2.2). Für die Einsetzung eines
Untersuchungsbeauftragten ist nicht erforderlich, dass eine bestimmte Ge-
setzesverletzung bereits feststeht; es genügt, dass objektive Anhalts-
punkte für eine solche sprechen, wobei der Sachverhalt nur durch die Kon-
trolle vor Ort beziehungsweise durch die Einsetzung eines Untersuchungs-
beauftragten mit den entsprechenden Befugnissen abschliessend geklärt
werden kann (BGE 137 II 284 E. 4.2.1). Die Pflicht zur Übernahme der
Kosten besteht selbst dann, wenn sich der Anfangsverdacht der Vorinstanz
als unbegründet erweisen sollte (Urteil des BVGer B-422/2015 vom 8. De-
zember 2015 E. 3.3.2).
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3.
3.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die Beschwerdeführerin habe das erstin-
stanzliche Enforcementverfahren veranlasst. Der begründete Anfangsver-
dacht ergebe sich aus der superprovisorischen Verfügung vom 2. März
2017. Einerseits habe im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung eine unklare
Faktenlage bestanden und es habe nicht ausgeschlossen werden können,
dass die Beschwerdeführerin aufgrund der ausgelobten Geschäftstätigkeit
gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegengenommen und damit einer
bewilligungspflichtigen Geschäftstätigkeit nachgegangen sei. Andererseits
sei die Beschwerdeführerin ihren Auskunfts- und Mitwirkungspflichten nicht
hinreichend nachgekommen, namentlich habe sie gezielt Informationen
bezüglich ihrer bereits aufgenommenen Geschäftstätigkeit zu verschleiern
versucht. Nur durch die Kontrolle vor Ort beziehungsweise durch die Ein-
setzung einer Untersuchungsbeauftragten mit den entsprechenden Befug-
nissen habe der Sachverhalt angemessen und abschliessend abgeklärt
werden können.
3.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, der Vorwurf, sie habe
wichtige Fakten verschwiegen, gehe fehl. Aus den Antworten auf den Fra-
gebogen der Vorinstanz gehe klar hervor, dass sie ihre Geschäftstätigkeit
bereits aufgenommen habe. Ausserdem gehöre sie nicht zu den Beauf-
sichtigten gemäss Art. 3 FINMAG, weshalb sie auch eine nichtbewilli-
gungspflichtige Tätigkeit aufnehmen durfte. Weiter erläutere die Vorinstanz
nicht, warum eine unklare Faktenlage bestanden habe. Sie habe bereits im
Oktober 2016 ein Gesuch auf eine Negativbestätigung gestellt. Daraus und
aus den Antworten auf den Fragebogen der Vorinstanz würden bereits alle
wesentlichen und relevanten Elemente, welche später auch Gegenstand
des Untersuchungsberichts gewesen seien, hervorgehen. So sei auch die
umstrittene "Auszahlungsgarantie" im Wortlaut dem Gesuch beigelegt wor-
den. Sowohl die Untersuchungsbeauftragte als auch das Bundesverwal-
tungsgericht und das Bundesgericht seien zum Schluss gekommen, dass
es sich bei der "Auszahlungsgarantie" um keine Rücklagegewähr und da-
mit auch um keine Einlage handle. Auch die drei Musterverträge seien im
Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs vorhanden gewesen und nachher
– ohne sie materiell zu verändern – zusammengefasst worden. So habe
der Untersuchungsbericht nichts hervorgebracht, was nicht bereits vorgän-
gig bekannt gewesen sei. Somit habe keine unklare Faktenlage bestanden.
Auch eine Verletzung der Mitwirkungspflichten liege nicht vor. Sie sei pro-
aktiv auf die Vorinstanz zugegangen, um ihr offen, transparent und voll-
ständig das Konzept, die Verträge und die Gesellschaft offen zu legen.
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Auch die Untersuchungsbeauftragte habe keine Hinweise auf irgendwel-
che Probleme festgehalten. Der Vorwurf sei unbegründet und aktenwidrig.
Dementsprechend habe sie das Verfahren nicht veranlasst und die Kos-
tenverfügung sei aufzuheben. Darüber hinaus sei zu berücksichtigen, dass
die Massnahme der Vorinstanz nicht gerechtfertigt und klar unverhältnis-
mässig gewesen sei.
4.
4.1 Die Vorinstanz verweist in ihrer Begründung auf die superprovisorische
Verfügung vom 2. März 2017. Das Datum dieser Verfügung stellt den Zeit-
punkt der Eröffnung des Verfahrens gegen die Beschwerdeführerin dar. Zu
diesem Zeitpunkt muss für die Vorinstanz ein hinreichend begründeter An-
lass zur Einleitung eines Enforcementverfahrens bestanden haben. Nur
dann können der Beschwerdeführerin die Kosten des nachfolgenden Ver-
fahrens auferlegt werden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, welche
ihr Verhalten nach Verfahrenseröffnung, den Untersuchungsbericht oder
die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesgerichts betref-
fen, spielen für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Kostenauferlegung
daher keine Rolle und gehen an der Sache vorbei.
4.2 In der angesprochenen superprovisorischen Verfügung nimmt die Vor-
instanz unter anderen auf die Unterstellungsanfrage der Beschwerdefüh-
rerin sowie auf die von ihr eingereichten Unterlagen Bezug. So beschreibt
die Vorinstanz das Projekt der Beschwerdeführerin (Rz. 10 f.), nimmt auf
die drei miteinander verbundenen Verträge Bezug (Rz. 12), auf die Werbe-
broschüre (Rz. 13), den zu erwartenden Zins (Rz. 13 iii) und auch auf die
gewährleistete "Auszahlungsgarantie" (Rz. 14). Ebenfalls wird ausgeführt,
dass die Beschwerdeführerin gemäss den Kontounterlagen ihre Ge-
schäftstätigkeit offenbar bereits aufgenommen hatte (Rz. 17 ff.). Weiter
führt die Vorinstanz aus, dass bereits mindestens 30 Verträge mit Investo-
ren abgeschlossen worden seien (Rz. 22) und das Projekt aktiv beworben
werde (Rz. 23). In rechtlicher Hinsicht hält sie fest, dass keine konkreten
Anzeichen dafür vorliegen würden, dass eine der in Art. 5 Abs. 2 und 3 der
Bankenverordnung vom 24. April 2014 (BankV, SR 952.02) genannten
Ausnahmen gegeben seien (Rz. 32) und darüber hinaus ohnehin eine
"Auszahlungsgarantie" zugunsten der Investoren als stipuliert gelte und
damit eine Rückzahlungsverpflichtung bestehe (Rz. 33). Weiter sei von ge-
werbsmässigem Handeln auszugehen und es werde für das Projekt aktiv
Werbung betrieben (Rz. 34 ff.). Insgesamt würden deshalb gewichtige An-
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zeichen dafür bestehen, dass die Beschwerdeführerin unerlaubt Publi-
kumseinlagen entgegengenommen habe, ohne über die erforderliche Be-
willigung zu verfügen (Rz. 40). Schliesslich hält die Vorinstanz fest, dass
sie erheblichen und vertieften Abklärungsbedarf orte und deshalb ein
Enforcementverfahren eröffne. Sie werde eine unabhängige und fachkun-
dige Person damit beauftragen, den aufsichtsrechtlich relevanten Sachver-
halt abzuklären (Rz. 41 f.).
4.3 Der von der Vorinstanz in der superprovisorischen Verfügung vom
2. März 2017 festgestellte Sachverhalt wird von der Beschwerdeführerin
zu Recht nicht bestritten. Diese bringt vielmehr vor, die Vorinstanz habe
den Begriff der Publikumseinlage gemäss Art. 5 BankV falsch ausgelegt.
Die Beschwerdeführerin übersieht dabei, dass im Zeitpunkt der Eröffnung
des eingreifenden Verwaltungsverfahren noch nicht klar war, dass der von
der Beschwerdeführerin selbst als "Auszahlungsgarantie" betitelte Mecha-
nismus keine Rückzahlungsverpflichtung beinhaltet. Zwar hat die Be-
schwerdeführerin den Wortlaut der "Auszahlungsgarantie" in ihrem Gesuch
um eine Negativbestätigung erwähnt (vgl. Schreiben der Beschwerdefüh-
rerin vom 31. Oktober 2016 Ziff. 25). Aus dem Wortlaut geht jedoch nicht
hervor, dass es sich um keine Rückzahlungsverpflichtung handelt, zumal
der Terminus "Auszahlungsgarantie" sehr stark auf eine solche hindeutet.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer rechtlichen Beurteilung
des Sachverhalts eine Einlage nicht dem Grundsatz nach, sondern erst
aufgrund der Ausnahmebestimmung von Art. 5 Abs. 3 Bst. a BankV ver-
neinte (vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin vom 31. Oktober 2016
Ziff. 58 ff.).
4.4 Angesichts des von der Beschwerdeführerin geschilderten Geschäfts-
modells ("Projekt [...]"), der bereits abgeschlossenen Verträge (mindestens
30 Investorenverträge), der aktiven Bewerbung des Projekts (Internetauf-
tritt, Broschüre, Telefonmarketing), der drei miteinander verbundenen Ver-
träge (Unterpachtvertrag, Kaufvertrag, Dienstleitungsvertrag/Auftrag) und
der "Auszahlungsgarantie" durfte die Vorinstanz ohne Weiteres davon aus-
gehen, dass Anzeichen dafür bestehen, dass die Beschwerdeführerin ohne
Bewilligung Publikumseinlagen entgegennehme. Insofern ist an der vo-
rinstanzlichen Feststellung, dass eine unklare Faktenlage bestanden habe,
nichts auszusetzen. Rechtsgenüglich nachgewiesen brauchen die Um-
stände im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung noch nicht zu sein, da das
Beweisverfahren Teil des Verwaltungsverfahrens bildet. Demnach war die
Eröffnung eines Enforcementverfahrens angezeigt. Die Beschwerdeführe-
rin hat das Aufsichtsverfahren veranlasst, weshalb eine Gebührenpflicht
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besteht (Art. 5 Abs. 1 Bst. b FINMA-GebV). Aufgrund der objektiven An-
haltspunkte für eine Gesetzesverletzung war es angezeigt, eine Untersu-
chungsbeauftragte zur Abklärung des Sachverhalts einzusetzen, weshalb
die Beschwerdeführerin auch die Untersuchungskosten zu tragen hat
(Art. 5 Abs. 1 Bst. b FINMA-GebV; Art. 36 Abs. 4 FINMAG).
4.5 Ob die Beschwerdeführerin ihre Auskunfts- und Mitwirkungspflichten –
namentlich durch das angebliche Verschweigen der bereits aufgenomme-
nen Aktivitäten – tatsächlich verletzt hat (vgl. Art. 29 FINMAG), ist insofern
nicht rechtserheblich. Die Vorinstanz ist grundsätzlich nicht befugt, der Be-
schwerdeführerin vor Eröffnung des eingreifenden Verwaltungsverfahrens
die geschäftliche Aktivität zu verbieten. Die Aufnahme der Geschäftstätig-
keit vor dem Entscheid über das Negativgesuch führte aber dazu, dass die
Vorinstanz im Sinne des Anlegerschutzes bei obgenanntem Sachverhalt
umso mehr gehalten war, ein Enforcementverfahren zu eröffnen.
5.
Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin eine Verfassungsverletzung und
bringt vor, die Eröffnung des Enforcementverfahrens sei ein unverhältnis-
mässiger Eingriff in das Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit.
Der Gegenstand des angefochtenen Entscheids und die Parteibegehren
bestimmen den Streitgegenstand (BGE 133 II 35 E. 2). Der Streitgegen-
stand wird vorliegend durch die Kostenverfügung begrenzt. Soweit die Be-
schwerdeführerin die Eröffnung des Enforcementverfahrens als unverhält-
nismässige Massnahme rügt, geht sie über den Streitgegenstand hinaus,
was unzulässig ist. Die Rüge ist im vorliegenden Verfahren nicht zu hören.
6.
Die Vorinstanz auferlegt der Beschwerdeführerin die bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung angefallenen Kosten der mit superprovisori-
scher Verfügung vom 2. März 2017 eingesetzten Untersuchungsbeauftrag-
ten von Fr. 49'675.60 (Dispo-Ziff. 1) sowie die Verfahrenskosten von
Fr. 11'000.– (Dispo-Ziff. 2). Die Höhe der von der Vorinstanz geltend ge-
machten Kosten wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Die
Kosten sind nicht übersetzt und verletzen kein Bundesrecht. Ebenfalls
nicht zu beanstanden ist die Höhe der Rückerstattung der Kosten der ein-
gesetzten Liquidatorin (Dispo-Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin bringt dage-
gen auch nichts vor.
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7.
Aus den Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung kein
Bundesrecht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Be-
schwerde ist abzuweisen. Der formelle Antrag, die Vorinstanz sei anzuwei-
sen, die jeweiligen Daten des entsprechenden Vorbezuges zu editieren, ist
mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden.
8.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie
Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Die Kosten sind ausgehend vom Streitwert (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b VwVG
i.V.m. Art. 4 VGKE) und in Anwendung der gesetzlichen Bemessungsfak-
toren (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 VGKE) auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE).
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