Decision ID: 290a4812-c8b1-4935-b48c-49577ad73257
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1970, ist seit 2008 bei der Z._ als Hörgeräte-Facharbeiterin tätig (Urk. 5/22 S. 1 Ziff. 2.1, S. 2 Ziff. 2.8). Mit Verweis auf Arztberichte meldete sie sich am 7. Januar 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 5/2, Urk. 5/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und gewährte der Versicherten Frühinterventionsmassnahmen in Form von Kostengutsprachen für einen ergonomischen Stuhl (Urk. 5/32) und eines Case Managements (Urk. 5/38).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 5/61-63, Urk. 5/67) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. September 2015 (Urk. 69 = Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 11. Oktober 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. September 2015 (Urk. 2) und beantragte eine neue Einschätzung der Situation (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2015 (Urk. 4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 30. November 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 6).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
ein
kom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Ein
kom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf des einjährigen Wartejahres im Juli 2014 in der bisherigen Tätig
keit zu 60 % und ab August 2014 zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sei. Die bis
herige Tätigkeit sei wegen ihrer gesundheitlichen Einschränkung nicht optimal. In einer angepassten Tätigkeit sei sie spätestens ab August 2014 zu mindestens 90 % arbeitsfähig. Gestützt darauf ermittelte die Beschwerde
gegnerin einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 18 %.
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin sinngemäss die Auffassung, mit einem Pensum von 60 % in der bisherigen Tätigkeit optimal eingegliedert zu sein. Aufgrund ihrer Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit von 40 % seit nunmehr länger als einem Jahr habe sie einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr. med. cand. A._, Unterassistenzarzt, berichtete im Austritts
be
richt der B._ vom 10. Oktober 2013 (Urk. 5/14, Urk. 5/15) über die Hospitalisierung der Versicherten vom 16. September bis 14. Okto
ber 2013 und nannte folgende Diagnosen (Urk. 5/14):
chronisches cerviko-lumbo-spondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont (Erstdiagnose - ED - 2006)
MRI der Halswirbelsäule am 2. Dezember 2011: links medio-laterale Dis
kushernie C5/6 mit Tangierung des Myelons ohne Myelopathie, leichte Protrusion C3/4 und winzige Hernie C2/3 median
Verdacht auf Carpaltunnel-Syndrom links (neu diagnostiziert)
Die Beschwerdeführerin sei zu 70 % arbeitsunfähig. Innert drei Wochen sei eine Reduktion auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % möglich. Danach gelte die vom Hausarzt diagnostizierte Arbeitsfähigkeit.
3.2
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, führte in seinem Bericht vom 2. Juni 2014 (Urk. 5/35) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 19. November 2013 behandle (S. 1 Ziff. 1) und nannte folgende Diagnose (S. 1 Ziff. 1):
myofasciales Schmerzsyndrom mit/bei
nach Thoraxkontusion 27. Mai 2006; Generalisationstendenz
Panvertebralsyndrom
-
zervikospondylogenes Syndrom links
-
Röntgen: Retrolisthesis C4/5 und C5/6
-
thorakospondylogenes Syndrom links
-
Wirbelsäulenfehlform (Skoliose): Wirbelsäulenfehlhaltung
-
lumbospondylogenes Syndrom links
-
Röntgen: Scheuermannresiduen
Periarthropathia genu linksbetont
Die Konzentration der Beschwerdeführerin sei schmerzbedingt beeinträchtigt. Es sei notwendig, dass häufige Positionswechsel stattfänden, da sie für längeres Arbeiten in derselben Position (sitzend, stehend) beeinträchtigt sei (S. 2 Ziff. 7.1). Der Beschwerdeführerin sei die bisherige Tätigkeit mit einem Pensum von aktuell 40 % zumutbar (S. 3 Ziff. 7.3). In behinderungsangepasster Tätigkeit seien ihr wechselbelastende Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum Positions
wechsel zumutbar (S.6).
3.3
Dr. C._ nannte in seinem Bericht vom 26. November 2014 (Urk. 5/59) diesel
ben Diagnosen wie mit Bericht vom 2. Juni 2014 und diagnostizierte ergänzend einen colon irritabile (S. 1 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe die Arbeitsfähigkeit auf 50 % ab September 2014 steigern können (S. 2 oben).
3.4
Dr. med. D._, Fachärztin für
Anästhesiologie
, führte in ihrem Bericht vom 7. März 2015 (Urk. 5/50/1-5) aus, dass sie die Beschwerde
führerin seit 5. August 2014 behandle (S. 1 Ziff. 1.2) und nannte folgende Dia
gno
sen (S. 1 Ziff. 1.1):
Status nach Thoraxkontusion 2006 bei Velounfall
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit degenerativen Verände
run
gen Lendenwirbelsäule
cervico-spondylogenes Schmerzsyndrom mit degenerativen Veränderun
gen
myofasziales Schmerzsyndrom
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit seit Beginn der Behand
lung und bis auf weiteres zu 40 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch bis zu einem Pensum von 60 % zumutbar. Sie könne aufgrund deutlich zunehmender Schmerzen in der Hals
wirbelsäule maximal 5-6 Stunden die hochkonzentrierte Arbeit am Mikroskop ausüben (S. 2-3 Ziff. 1.7). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit seien rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten 5-6 Stunden zumutbar (S. 5 oben).
Ideal würde sein, die Arbeit beim bisherigen Arbeitgeber 60 % zu erhalten, da der Beschwerdeführerin die Arbeit viel Spass mache (S. 5 unten).
3.5
Gemäss Feststellungsblatt vom 10. Juni 2015 (Urk. 5/60) nannte Dr. med. E._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), in seiner Stellung
nahme vom 8. Juni 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 4 Mitte):
myofasciales Schmerzsyndrom mit nach Thoraxkontusion Mai 2006 auf
tretender Generalisationstendenz
Panvertebralsyndrom (HWS-BWS-LWS) bei
-
Röntgen HWS: Retrolisthese C4/5 und C5/6
-
MRI der HWS von Februar 2015:
erosive Osteochondrose C5/6 mit Spondylose ventral und begin
nend dorsal, leichtgradiger Instabilität mit Retrolisthese und leich
ter Diskusprotrusion
-
Wirbelsäulenfehlform/-fehlhaltung der BWS
-
Röntgen: LWS: Scheuermannsresiduen
-
MRI der LWS von Januar 2015:
leichtgradige degenerative Veränderungen L4/5 mit geringer Spinal
kanalstenose und bilateraler Rezessusstenose, ebenso leichte degenerative Veränderungen L3/4 und L5/S1
Periarthropathia genu linksbetont
colon irritabile
Unter Berücksichtigung der aktenkundigen Arbeitsunfähigkeitsangaben sei folgen
der Arbeitsunfähigkeitsverlauf für die bisherige beziehungsweise derzeit ausgeübte Tätigkeit anzunehmen (S. 5 Mitte):
50 % von Juli bis 8. September 2013
100 % vom 9. September bis 21. Oktober 2013
50 % vom 22. bis 23. Oktober 2013
100 % vom 24. Oktober bis 18. November 2013
60 % vom 19. November 2013 bis 4. August 2014
40 % ab 5. August 2014 bis auf weiteres
Bei der ausgeübten Tätigkeit handle es sich laut Angaben im Arbeit
geber
fragebo
gen um eine körperlich leichte, überwiegend sitzende und manchmal stehende Tätigkeit, welche hohe Konzentration und Sorgfalt sowie Durchhalte
vermögen erfordere, sodass angesichts der bestehenden Gesund
heitsschäden die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit wegen der dabei not
wendigen lange weit
gehend bewegungslosen Körperhaltung im Sitzen oder auch Stehen nachvoll
ziehbar seien. Für eine behinderungsangepasste, ebenfalls leichte, aber wechsel
belastende Tätigkeit sei eine ebensolche quantitative Ein
schränkung nicht plausibel, vielmehr sei bei möglicher Bewegung und häufigem Wechsel der Körperhaltung medizintheoretisch mit überwiegender Wahrschein
lichkeit von einer weitgehend uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit (zirka 90 %) auszugehen (S. 5 unten). Dem Feststellungsblatt ist zudem zu entnehmen, dass Dr. E._ spätestens ab 5. August 2014 von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit angepasst ausging (S. 6 oben).
4.
4.1
Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Hörgeräte-Facharbeiterin in der Z._ zu 60 % arbeitsfähig ist (E. 2.1, E. 2.2). Streitig ist hingegen, in welchem Umfang die Beschwerde
führerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
4.2
Dr. C._ erwog im Bericht vom 2. Juni 2014 (E. 3.2), dass die Beschwerde
führerin die bisherige Tätigkeit nur mit einem Pensum von 40 % ausüben könne, da sie für längeres Arbeiten in derselben Position beeinträchtigt sei und es notwendig sei, dass häufige Positionswechsel stattfänden. Er erachtete wechselbelastende Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum Positionswechsel als zumutbar, liess aber offen, in welchem Umfang.
Dr. D._ erwog im Bericht vom 7. März 2015 (E. 3.4), die Beschwer
deführerin könne aufgrund von Schmerzen in der Halswirbelsäule die bisherige wie auch eine behinderungsangepasste, rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeit für maximal 5-6 Stunden ausüben. Zudem hielt sie es für ideal, dass die Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit erhalte, da sie Spass an ihrer Arbeit habe.
Der RAD-Arzt Dr. E._ erachtete in seiner Stellungnahme vom 8. Juni 2015 (E. 3.5) die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen körperlich leichten, überwiegend sitzenden und manchmal stehenden Tätigkeit angesichts der bestehenden Gesundheitsschäden wegen der dabei notwendigen lange weitgehend bewegungslosen Körperhaltung im Sitzen oder auch Stehen als nachvollziehbar. Er ging davon aus, dass eine ebensolche quantitative Ein
schränkung für eine behinderungsangepasste, leichte, wechselbelastende Tätig
keit nicht plausibel sei, sondern dass bei möglicher Bewegung und häufigem Wechsel der Körperhaltung medizintheoretisch mit überwiegender Wahrschein
lichkeit von einer weitgehend uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit (zirka 90 %) auszugehen sei.
4.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf sel
ber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.4
Die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. E._ entspricht den allgemein beweis
rechtli
chen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht, auch wenn Dr. E._ die Beschwerdeführerin selbst nicht untersucht hat. Seiner Stellung
nahme liegen verschiedene Arztberichte der behandelnden Ärzte zugrunde, die den Verlauf der Beschwerden aufzeigen. Seine Argumentation ist schlüssig und nachvoll
ziehbar. Es ist insbesondere nachvollziehbar begründet, dass die Beschwerde
führerin in einer behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit, ohne langes Verharren in einer Körperhaltung, d.h. wechselbelastend, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5-6 kg, ohne häufiges Bücken oder Verdrehen des Rumpfes und ohne Arbeiten über Kopf zu 90 % arbeitsfähig ist.
Nicht gefolgt werden kann hingegen der Einschätzung durch Dr. D._, dass die Beschwerdeführerin sowohl in angestammter als auch in ange
passter Tätigkeit nur 5-6 Stunden arbeitsfähig sein solle. Insbesondere fehlen plausible Ausführungen zum Unterschied zwischen der bisherigen hochkon
zentrierten Arbeit am Mikroskop in lange weitgehend bewegungsloser Körper
haltung im Sitzen oder auch Stehen einerseits und einer Tätigkeit bei möglicher Bewegung und häufigem Wechsel der Körperhaltung andererseits. Dies ist ent
scheidend, weil in einer solchermassen behinderungsangepassten Tätigkeit keine Einschränkung in demselben Masse wie in der angestammten Tätigkeit anzu
nehmen ist.
4.5
Die Beschwerdeführerin machte sinngemäss geltend, sie sei mit ihrem Pensum von 60 % in der bisherigen Tätigkeit optimal eingegliedert (E. 2.2). So wurden bei ihrem bisherigen Arbeitsplatz denn auch Massnahmen ergriffen, um ihren gesundheitlichen Beschwerden entgegenzuwirken, sodass sie diese nunmehr zu einem Pensum von 60 % ausüben kann (Urk. 5/32, Urk. 5/38). Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sie in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 90 % arbeitsfähig ist. Im Rahmen des in der Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist ihr zuzumuten, ihre höhere Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Versicherte müssen alles ihnen Zumut
bare unternehmen, um die erwerblichen Folgen ihres Gesundheitsschadens bestmöglich zu mildern. Schliesslich soll die Sozialversicherung nicht Schäden ausgleichen müssen, welche die Versicherten durch zumutbare geeignete Vor
kehren vermeiden oder beheben können (vgl. BGE 114 V 281, E. 3a).
4.6
Die Beschwerdeführerin brachte zudem vor, dass sie während des Vorbescheid
ver
fahrens noch mitten in der Behandlung gestanden habe und weitere Vor
gaben ärztlicherseits noch nicht definiert worden seien (Urk. 1 S. 1). Als Beweis
mittel verwies sie jedoch auf bereits eingereichte Berichte. Es ist folglich davon auszugehen, dass keine wesentlichen weiteren Arztberichte vor
liegen, die eingeholt werden müssten, ansonsten sie von der Beschwerdeführe
rin selbst einzureichen gewesen wären.
4.7
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass die Beschwer
deführerin seit Ablauf des Wartejahres im August 2014 in der bisherigen Arbeitstätigkeit im Umfang von 60 % arbeitsfähig ist und ihr in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit eine 90%ige Arbeitstätigkeit zumutbar ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand eines Ein
kommensverbleiches.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
Für die Bemessung des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf die Angaben der Arbeitgeberin ab (vgl. Urk. 5/22 S. 2 Ziff. 2.10), wonach sie in ihrer angestammten Tätigkeit in einem 100%-Pensum im Jahr 2013 ein Ein
kommen von Fr. 57‘005.-- erzielte. Unter Berücksichtigung der Nominal
lohn
entwicklung ergab dies für das Jahr 2014 ein Einkommen in der Höhe von rund Fr. 57‘575.-- (Urk. 5/68 S. 2, Urk. 2 S. 2 Mitte). Dies gibt zu keinen Bean
standungen Anlass.
5
.
4
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens für eine gemäss Belastungsprofil
zumut
bare Tätigkeit errechnete die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) ein für das Jahr 2014 massgebendes Invalideneinkommen von rund Fr. 52‘319.-- für ein Pensum von 100 % beziehungsweise rund Fr. 47‘087.-- für ein Pensum von 90 % (Urk. 5/62, Urk. 2 S. 2 unten). Dies ist ebenfalls nicht zu beanstanden.
5.5
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 57‘575.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 47‘087.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von rund Fr. 10‘488.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 18 %. Bei diesem Ergebnis steht der Beschwerdeführerin somit keine Rente der Invalidenversicherung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.