Decision ID: 6694ab72-bd09-4408-834c-12cdccba4196
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, arbeitete zuletzt seit de
m
2.
Mai 2015 als Spezial
reiniger
bei der
Y._
GmbH (vgl.
Urk.
9/25;
Urk.
9/48/3-4), als er sich am 1
7.
August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug anmeldete (
Urk.
9/7). Das Arbeitsverhältnis wurde per 3
1.
Dezember 2016 beendet (vgl.
Urk.
9/25 S. 1
Ziff.
2.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und teilte dem Versicherten am 2
7.
Februar 2017 mit, dass derzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
9/31).
Sodann
tätigte
sie
weitere Abklärungen und veranlasste insbesondere eine polydisziplinäre Begutachtung, über welche am 1
0.
August 2018 berichtet wurde (
Urk.
9/76).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/78;
Urk.
9/85) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
5.
April 2019 (
Urk.
9/101 =
Urk.
2) einen Renten
anspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am 2
3.
Mai 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
April 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm ab
dem
1.
Februar 2017 eine halbe Invalidenr
ente zuzusprechen. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen, um hernach über den Rentenanspruch zu befin
den. In prozessualer Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Juni 2019 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivi
tätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsana
mnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.6
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch mit der Begründung,
die medizinischen Abklärungen
hätten
ergeben, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Eine langan
dauernde gesundheitliche Einschränkung habe nicht festgestellt werden können, weshalb kein Leistungsanspruch bestehe. Auf das Gutachten könne abgestellt werden.
Es hätten keine Diskrepanzen festgestellt werden können.
Ein struktu
riertes Beweisverfahren sei durchgeführt worden. Eine erneute Begutachtung sei nicht notwendig (vgl.
Urk.
2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
, das Gutachten
sei nicht beweisbildend, weshalb nicht
darauf
abgestellt werden könne (S. 7). Die Rheumatologin sei nicht auf dem neusten Stand der Medizin bezüglich der verwendeten Kriterien
des American College
of
Rheumatology
(ACR)
und habe nicht zu den anderslautenden Vorberichten und den dortigen Einschätzun
gen Stellung genommen (S. 8 f.). Die psychiatrische Exploration sei zu kurz gewesen, womit keine fundierte Befragung zur Verarbeitung der Foltererlebnisse und zum Verlauf der psychischen Krankheit stattgefunden haben könne. Auch habe der psychiatrische Gutachter keine Testreihen zur Schwere der Depression vorgenommen. Zu den Vorberichten, welche eine mittelgradige depressive Stö
rung
sowie eine Arbeitsunfähigkeit
diagnostizieren würden, habe der Gutachter keine Stellung genommen (S. 9 f.). Ein strukturiertes Beweisverfahren sei nicht erfolgt
(S. 11)
. Da das Gutachten die von den behandelnden Ärzten attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht rechtsgenügend zu widerlegen vermöge, sei von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Damit stehe ihm ab dem
1.
Februar 2017 eine halbe Invalidenrente zu. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten zu veranlassen
(S. 12)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
Dabei ist
insbesondere
die Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens
umstritten
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
diagnostizierte
mit Bericht vom 2
9.
Februar 2016 (
Urk.
9/12/7-9) eine Depression sowie ein psychosomatisch weichteilrheumatisch imponierendes Beschwerdebild
mit
Zervikalgie
,
Thorakalgie
und Lumbalgie (S. 1
Ziff.
1). Die somatischen Befunde im internistischen Status seien unauffällig.
Das genannte Beschwerdebild
der weichteilrheumatischen, psychisch eingefärbten Krankheit
sei
typischerweise
befundarm. Ausschlaggebend für die Arbeitsunfähigkeit sei die psychische depressive Grundhaltung des Beschwerdeführers (S. 2
Ziff.
3b). Die jetzige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei wei
terhin voll (S. 2
Ziff.
5). Die Prognose sei ungünstig (S. 2
Ziff.
5.3). In der aktuel
len Situation könne in einer anderen Tätigkeit keine Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit erreicht werden (S. 3
Ziff.
6).
Dies aufgrund der Grundkrankheit der Depression (S. 3
Ziff.
6.3).
3.2
Die Ärzte des Universitätsspitals
A._
, Klinik für Rheumatologie,
nannten
mit Bericht vom
3.
Juni 2016 (
Urk.
9/12/25-26) die folgenden – hier gekürzt auf
geführten
–
Diagnosen
(S. 1):
-
panvertebrales Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
klinisch:
myofaszialem
Beschwerdebild, Fehlhaltung und Haltungsin
suffizienz mit
myofaszialer
Überlastung
-
bildgebend: multisegmentalen degenerativen Veränderungen mit teil
weiser Aktivierung; kein Hinweis für entzündliche Ätiologie
-
schwerer Vitamin D-Mangel
-
posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS
;
ICD-10 F43.1
)
Es hätten sich weder laboranalytisch noch anlässlich der Magnetresonanztomo
graphie (MRI) der gesamten Wirbelsäule
sowie des
Iliosakralgelenks
(
ISG
)
konklusive Hinweise für eine entzündliche Ätiologie der Beschwerden gezeigt. Die Beschwerden seien deshalb als panvertebrales Schmerzsyndrom auf dem Boden von degenerativen Veränderungen, Fehlhaltung und
myofaszialer
Über
lastung begünstigt durch einen schweren Vitamin D-Mangel zu interpretieren
. Ausserdem würden in der klinischen Untersuchung mehrere schmerzhafte
Enthesen
auffallen. Die ACR-Kriterien aus dem Jahr 2010 für die Fibromyalgie seien erfüllt
(S. 2).
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin
für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie,
nannte
mit Bericht vom 2
7.
September 2016 (
Urk.
9/19/7-11) die folgenden – hier gekürzt aufgeführten – Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
h
ochgradiger Verdacht auf eine
seronegative
Spondylarthropathie
bezie
hungsweise Morbus Bechterew, Differentialdiagnose (DD): degenerativ bedingte multisegmentale diskrete degenerative Veränderungen
-
PTBS (ICD-10 F43.1
)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte
sie
nebst einem schweren Vitamin D-Mangel
im Wesentlichen
ein un
klares prävertebrales Weichteil
, DD prominenter Ösophagus (S. 1
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer sei
aktuell
vollständig ar
beitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6
-1.7
).
Es sei eine Therapie mit
Biologica
beziehungsweise
Simponi
geplant. Falls der Beschwerdeführer auf die Medikamente gut anspreche, sollte die Einschränkung vermindert werden (S. 3 f.
Ziff.
1.8).
3.4
Am 2
2.
Oktober 2016 erstatteten
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie, ihr neuropsychiatrisches Teilgutachten zuhanden der Krankentag
geldversicherung (
Urk.
9/27/38-45). Dabei diagnostizierten sie eine mittelschwere gespannt-depressive Entwicklung
(eigenanamnestisch und gemäss Aktenlage)
bei
traumatogener
Vorgeschichte, welche nicht objektiviert werden könne. Psycho
soziale Kontextfaktoren seien mitbestimmend (S. 8). Entsprechend der Beurtei
lung in der Aktenlage liege eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vor, wenngleich von richtungsweisenden psychosozialen und persönlichkeitsbezogenen Faktoren aus
gegangen werden müsse, dies bei testpsychologisch nur knapp genügender Kooperation und Mitarbeit sowie deutlichen Hinw
eisen auf Selbstlimitierung (S.
7).
3.5
Die Ärzte des
A._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
gaben
mit Bericht vom
8.
November 2016 (
Urk.
9/22)
an
, dass sie den Beschwerdeführer seit Mai 2009 behandeln würden und folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen könnten (S. 1
Ziff.
1.1-1.2):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
chronische PTBS (ICD-10 F43.1)
-
Schmerzstörung assoziiert mit psychischen Faktoren und allgemein-medizinischem Korrelat (I
CD-10 F45.4), DD: Fibromyalgie
Der Beschwerdeführer sei seit Oktober 2015 von seinem Hausarzt wegen seinen körperlichen Beschwerden krankgeschrieben. Eine Quantifizierung der Arbeitsfä
higkeit sei aktuell pauschal nicht möglich. Aus rein psychiatrischer Sicht sei in der bisherigen Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Unter Berücksichtigung der subjektiv im Vordergrund stehenden körperlichen Beschwerden und Schmerzen dürfte die effektive Arbeitsunfähigkeit höher liegen (S. 3
Ziff.
1.6).
3.6
Am 2
9.
November 2016 berichteten die Ärzte des Zentrums
E._
zuhanden der Krankentaggeldversicherung
über die erfolgte funktionsorientierte medizinische Abklärung des Beschwerdeführers (
Urk.
9/27/18-36).
Zusätzlich sei eine psy
chiatrische Beurteilung durch
Dr.
C._
und
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4)
erfolgt.
Dabei nannten die Ärzte
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.)
-
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei:
-
multisegmentalen degenerativen Veränderungen der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule (HWS, BWS, LWS)
-
Haltungsinsuffizienz mit Fehlhaltung und
myofaszialen
Beschwerden
-
somatoforme Schmerzstörung, DD: Fibromyalgie
-
Vitamin D-Mangel
-
mittelschwere gespannt-depressive Entwicklung bei
(anamnestisch und gemäss Aktenlage)
traumatogener
Vorgeschichte, welche nicht objekti
viert werden könne
Es bestehe eine Überlagerung der körperlichen Beschwerden durch eine psychi
sche Erkrankung. Die radiologischen Befunde könnten die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden nicht in vollem Ausmass erklären. Im Rahmen der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
habe der Beschwerdeführer bei erheblicher Symptomausweitung eine schlechte Leistungs
bereitschaft und Konsistenz gezeigt. Aufgrund der ausgeprägten Selbstlimitierung könne anhand der Tests allein keine Aussage bezüglich der Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Die abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolge daher aus ärztlich-medizinischer Sicht (S. 2 f.). Aus orthopädisch-rheumatologi
scher Sicht sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit aufgrund der bestehenden degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule zu 75
%
arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Damit bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 50
%
. Eine wechselbelas
tende, mittelschwere Tätigkeit ohne andauernde Zwangshaltungen und ohne andauernde Überkopfarbeiten oder Arbeiten auf Schulterhöhe sowie in vorge
beugter Haltung sei dem Beschwerdeführer aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht ganztags zumutbar. Aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer jedoch auch in einer angepassten Tätigkeit
nur
zu 50
%
arbeitsfähig (S. 3).
3.7
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) bestätigte in dem
am 1
1.
Oktober 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
9/42/4-8)
die bisher von ihr
gestellten Diagnosen
. Die
Biologika
-Therapie mit
Simponi
sei bei ausbleibender Wirkung abgesetzt worden
(S. 1
Ziff.
1.2). Der Gesundheitszustand sei stationär (S. 1
Ziff.
1.1).
Die s
ubjektive
n
Beschwerden und klinische
n
Befunde seien unverändert. Die Untersuchung mittels MRI zeige
regrediente
Enthesitiden
ohne akute entzündliche Veränderungen im Rahmen einer Spondylarthritis (S. 1
Ziff.
1.3). Der Beschwerdeführer sei aus rheumatologischer Sicht in einer ange
passten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig. Die Arbeitsunfähigkeit sollte aus psy
chiatrischer Sicht beurteilt werden (S. 3
Ziff.
2.1).
3.8
Die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychothe
rapie des
A._
(vorstehend E.
3.5
) bestätigten mit Bericht vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
9/63) die bisher von ihnen gestellten Diagnosen (S. 1
Ziff.
1.1) sowie die vorgenommene Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit (S. 3
Ziff.
1.6).
3.9
Am 1
0.
August 2018 erstatteten die Gutachter des
I
n
stituts
F._
ihr polydisziplinäres Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/76). Dabei konnten sie folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 7
Ziff.
4.2.1):
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
keinen klinischen
Hinweisen für eine
radikuläre
Symptomatik
-
aktivierter
Osteochondrose
Typ
Modic
1
Halswirbelkörper (
HWK
)
5/6, keinem Nachweis einer Diskushernie
-
Hypermobilität
Sodann nannten sie die folgenden Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
f.
Ziff.
4.2.2):
-
leichte depressive Episode mit posttraumatischen Symptomen (ICD-10 F32.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit/bei:
-
generalisiertem
multilokulärem
Schmerzsyndrom, Ganzkörperschmer
zen mit vegetativer Begleitsymptomatik, keine
n
Hinweise
n
auf ent
zündlich-rheumatisches Geschehen
-
chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
myostatischer
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentä
ren
Überlastungsreaktionen
-
ISG-Funktionsstörung rechts
-
keinen klinischen Hinweisen für
eine
radikuläre
Symptomatik
-
diskreten altersentsprechenden degenerativen Veränderungen
-
nicht authentische neuropsychologische Funktionsstörungen, möglicher
weise bestehende kognitive Defizite könnten unter diesen Umständen differentialdiagnostisch nicht objektiviert werden
Aus internistischer Sicht könne keine Diagnose gestellt werden und eine Arbeits
unfähigkeit bestehe nicht (S. 22 f.
Ziff.
6-8). In rheumatologischer Hinsicht
liege
ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
vor
. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei die HWS in sämtlichen Ebenen frei beweglich
gewe
sen
. Klinische Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik
oder Wurzelkom
pressionssymptomatik fänden sich nicht. Darüber hinaus bestehe ein chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
myostatischer
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentären
Überlastungsreaktionen. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei die LWS in sämtlichen Ebenen frei beweg
lich
gewesen
. Es zeige sich eine ISG-Funktionsstörung rechts. Klinische Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik
oder Wurzelkompressionssymptomatik fänden sich nicht.
Auffällig bei der klinischen Untersuchung sei eine allgemeine Hyper
mobilität mit Überstreckbarkeit der Gelenke. Zusätzlich bestehe ein generalisier
tes
multilokuläres
Schmerzsyndrom mit Ganzkörperschmerzen und vegetativer Begleitsymptomatik. Bei der aktuellen klinischen Untersuchun
g seien sämtliche Fibromyalgie
Tenderpoints druckschmerzhaft
gewesen
. Da der Beschwerdeführer jedoch auch
Druckdolenzen
über den Kontrollpunkten angebe, bestehe gemäss ACR-Kriterien keine Fibromyalgie, sondern ein generalisiertes
multilokuläres
S
chmerzsyndrom. Hinweise für ein
entzündlich-rheumatisches Geschehen fänden sich nicht (S. 29 f.
Ziff.
7.1). Für die angegebenen Schmerzen und Funktionsein
schränkungen fände sich nur teilweise ein entsprechendes morphologisches Korrelat (S. 30
Ziff.
7.3.1). Dem Beschwerdeführer sei die bisherige Tätigkeit sowie eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keit ohne regelmässige Arbeiten über Kopf aus rheumatologischer Sicht zu 100
%
zumutbar (S. 32
Ziff.
8.1-8.2).
Aus psychiatrischer Sicht
liege eine leichte depressive Episode vor, gekennzeich
net durch depressive Verstimmungen mit verminderter Freude, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und leichte Konzentrationsstörungen. Es bestünden posttraumatische Symptome mit traumatischen Albträumen.
Eine PTBS könne allerdings nicht diagnostiziert werden.
Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass
sich
die posttraumatische Symptomatik
im Jahr
2007/2008 ent
wickelt habe und somit eine beträchtliche Zeit nach den erlebten Traumatisierun
gen in der Türke
i
im Gefängnis mit Folter. Gemäss ICD-10 sei es sehr selten, dass ein traumatisches Ereignis mit einer Latenz von mehr als sechs Monaten zu einer PTBS führe.
Zudem fehle ein deutliches Vermeidungsverhalten mit einer Abstumpfung der Umgebung gegenüber.
In d
iagnostisch
er Hinsicht
bestehe zudem eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Beschwerden gekennzeichnet durch Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass mit somatischen Befunden nicht hinreichend erklärt werden könnten und die sich nicht nur auf eine Somatisierung im Rahmen der Depression zurück
führen liessen. Ausserdem bestünden lebensgeschichtliche und psychosoziale Belastungsfaktoren
. Dem Beschwerdeführer könne auch aufg
rund der täglichen Aktivitäten
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Der Medikamentenspiegel des Antidepressivums sei unter dem therapeutischen Bereich (S. 38 f.
Ziff.
7.2-7.3). Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht sowohl in der bisherigen
als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Auch im Verlauf könne eine lang anhaltende Arbeitsunfähigkeit nicht begründe
t werden (S. 40
Ziff.
8.1-8.2).
Bei der neuropsychologischen Untersuchung
habe der Beschwerdeführer durch
wegs sehr auffällige Testresultate im untersten Messbereich erzielt, welche auf das Vorhandensein von nicht-authentischen
neuropsychologischen Funktions
störungen schliessen lassen würden. Daher hätten die Testergebnisse inhaltlich nicht ausgewertet werden können und wegen fehlender angemessener Anstren
gungsbeteiligung, langsamem Arbeitstempo und wiederholten Leistungsunter
brüchen keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde geliefert. Diese würden das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau sehr wahrscheinlich nicht abbilden. Unter diesen Umständen könnten tatsächlich bestehende und spezifi
sche kognitive Defizite differentialdiagnostisc
h nicht festgestellt werden (S.
47
Ziff.
7). Aufgrund der nicht validen Testresultate könne aus neuropsychologischer Sicht keine Aussage zur Arbeitsfähigkeit gemacht werden (S. 47
Ziff.
8.1).
Zusammenfassend
hielten die Gutachter fest,
dass d
er Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig
sei
. Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in den ver
gangenen Jahren längerfristig relevant eingeschränkt gewesen wäre (S. 9
Ziff.
4.6). In einer angepassten leichten bis intermittierend mittelschweren Tätig
keit bestehe ebenfalls
seit jeher
eine 100%ige Arbeits- und Leist
ungsfähigkeit (S.
9
Ziff.
4.7).
3.10
Mit Stellungnahme vom 2
7.
August 2018 stellte
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), für die Beurteilung auf das
F._
-Gutachten ab. Der Beschwerdeführer sei sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit durchgehend zu 100
%
arbeitsfähig gewesen (vgl.
Urk.
9/77 S. 8 f.).
3.11
Die Ärzte des Zentrums
H._
nahmen mit Schrei
ben vom
5.
Februar 2019 (
Urk.
3/2) Stellung zum psychiatrischen Teil des
F._
-Gutachtens.
Dabei hielten sie fest, dass die Begutachtung für ein umfassendes Bild
,
vor allem der PTBS
,
zu kurz gewesen sei. Die Beschwerden seien oberfläch
lich aufgenommen worden. Die psychiatrischen Symptome seien nicht erfragt worden. Die Diagnosen würden nicht begründet. Es existiere keine Diskussion zum Schweregrad der Depression (S. 2). Die Symptome einer PTBS (ICD-10 F43.1) seien erfüllt. Es sei keine Latenz von mehr als sechs Monaten aufgetreten. Die Flashbacks seien bereits nach Entlassung aus dem Gefängnis aufgetreten, dies in unterschiedlicher Intensität. Auch das Vermeidungsverhalten sei vollständig vor
handen. Der
Beschwerdeführer habe Angst vor Intrusionen. Zudem seien die Symptome einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), erfüllt.
Z
u erwähnen
sei
, dass die psycho
sozialen Probleme die Situation des Beschwerdeführers erschweren würden, aber keineswegs die Ursache dafür seien (S. 3). Der Beschwerdeführer sei in seinen sozialen und alltäglichen Arbeiten massiv eingeschränkt. Aufgrund der Trauma
tisierung und der Depression seien zwei bis drei Tage pro Woche weder Haushalt
arbeiten noch soziale Aktivitäten möglich. Damit sei eine Arbeitsfähigkeit
seit dem Jahr 2015
von vornherein ausgeschlossen. Insgesamt sei das psychiatrische Gutachten falsch, oberflächlich und in keiner Art
den Tatsachen entsprechend (S.
4).
4.
4.1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers erfolgte eine eingehende Begutachtung durch die Ärzte des
F._
(vorstehend E. 3.9) mit den notwendigen Untersuchungen in int
ernistischer, rheumatologischer sowie
psychiatrischer Hinsicht mit jeweils ausführlicher
Befundaufnahme (vgl.
Urk.
9/76 S. 21 f.
Ziff.
4
.3, S. 27 f.
Ziff.
4.3, S. 37
Ziff.
4.3
)
.
Diese wurde
mittel
s neuropsychologischer Testung
ergänzt (vgl. S. 44 ff.
Ziff.
4-7).
Das in Ke
nntnis der
Vorakten
(vgl. S. 12 ff.
Ziff.
1-2
) erstellte Gutachten erweist sich als umfas
send, wobei auch die ge
klagten Beschwerden (vgl. S. 19 f.
Ziff.
3.2.1, S. 26
Ziff.
3.2.1, S. 34 f.
Ziff.
3.2, S. 44
Ziff.
3
) in angemessener Weise berücksichtigt wurden. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers wurden umfassend sowie in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dargelegt.
Ausser
dem haben die Gutachter ihre Arbeitsfähigkeitseinschätzung unter Beachtung der erhobenen Befunde
sowie
im Kontext mit den
Belastungsfaktoren und
Ressourcen
sowie nach einer Konsistenzprüfung
hinreichend begründet (vgl. S. 7 ff.
Ziff.
4). D
ie gutachterliche Schlussfolgerung,
wonach der Beschwerdeführer in der bishe
rigen sowie jeglicher angepassten leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit vollständig ar
beitsfähig ist (vgl.
S. 9
Ziff.
4.6-4.8
),
vermag demnach vollumfänglich
zu überzeugen. Darauf ist – der RAD-Stellungnahme folgend (vorstehend E. 3.10) – abzustellen.
4.2
Die internistische Untersuchung erwies s
ich als unauffällig (vgl. S. 21 ff.
Ziff.
4-8
)
.
Rheumatologisch
wurden
lediglich leicht ausgeprägte Befunde erhoben, wel
che nachvollziehbar zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leich
ten bis intermittierend mittelschwer
en Tätigkeit führen (vgl. S. 27 f.
Ziff.
4.3
, S.
29 f.
Ziff.
7.1
, S. 32
Ziff.
8.1-8.2).
Aufgrund nicht valider Testresultate konnte
aus neuropsychologischer Sicht keine
relevante
Au
ssage gemacht werden (vgl. S.
47
Ziff.
8.1).
Die psychopathologi
sche Befundaufnahme (vgl. S. 37
ff.
Ziff.
4.3
,
Ziff.
7.2
) ergab in Bezug
auf
die Affektivität
eine depressive Vers
timmung mit verminderter Freude
sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und leichte Kon
zentrationsstörungen,
weswegen die diagnostizierte leichte depressive Episode mit posttraumatischen Symptomen
(ICD-10 F32.0) plausibel erscheint.
Sodann wurde sorgfältig begründet, weshalb die Beschwerden aus diagnostischer Sicht nicht einer PTBS zuzuordnen sind. So
fehle ein deutliche
s
Vermeidungsverhalten mit einer Abstumpfung der Umgebung gegenüber (vgl. S. 39
Ziff.
7.3.3). Ausser
dem
trat die posttraumatische Symptomatik
nach Aussagen des Beschwerdefüh
rers
erst eine beträchtliche Zeit nach den erlebten Traumatisierungen
auf (vgl. S.
25
Ziff.
3.1, S. 34
Ziff.
3.2, S. 38
Ziff.
7.2
). Bezüglich Latenz ist in der Regel ein Auftreten innert weniger Wochen bis
(sechs)
Monate vorausgesetzt (vgl.
statt vieler
Urteil des Bundesgerichts
9C_548/2019 vom 1
6.
Januar 2020 E. 6.3.1
).
In schlüssiger Weise
diagnostizierte der psychiatrische Gutachter
zudem
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Beschwerden gekenn
zeichnet durch Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass mit somati
schen Befunden nicht hi
nreichend erklärt werden könne
(vgl. S. 38 f.
Ziff.
7.2). Schlie
sslich wies er
auf die bestehenden
Ressourcen und Belastungsfaktoren,
den unter dem therapeutischen Bereich liegenden Medikamentenspiegel des Anti
depres
sivums
sowie auf die Konsistenz und Plausibilität
hin (vgl. S. 38
f
f.
Ziff.
7.2
-7.4
).
Die Einsch
ätzung einer aus psychiatrische
r
Sicht vollständigen Arbei
tsfähigkeit (vgl. S. 40
Ziff.
8.1-8.2
) erscheint nach dem Gesagten
plausibel und nachvollziehbar.
4.3
Der Hinweis
des Beschwerdeführers
auf anderslautende Beurteilungen von behandelnder Seite
her
(vgl.
Urk.
1 S. 12)
ist nicht geeignet
Vorbehalte gegenüber den gutachterlichen Schlussfolgerungen zu begründen, denn er trägt der ausge
sprochenen Verschiedenheit von Behandlungs
- und Begutachtungsauftrag (BGE
137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4) nicht Rechnung. Zu berücksichtigen ist auch die Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behan
delnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patie
nten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3b/cc).
Hinsichtlich der den somatischen Gesundheitszustand betreffenden Arztberichte
ist Folgendes anzumerken
:
S
owohl die durch
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1) als auch die
durch die
rheumatologischen Ärzte des
A._
(vorstehend E. 3.2) und
die Ärzte des
E._
(vorstehend E. 3.6)
gestellten Diagnosen
decken sich
mit den
gut
achterlich
erhobenen Untersuchungsergebnissen (vgl.
Urk.
9/76 S. 30 f.
Ziff.
7.3.3).
Dr.
Z._
erachtete zwar die jetzige Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit
in jeglicher Tätigkeit
weiterhin als voll,
hielt
hierfür allerdings
die psychische depressive Grundhaltung des Beschwerdeführers als
aus
schlaggebend (vgl.
Urk.
9/12/7-9
S. 2
f.
Ziff.
3b,
Ziff.
5
-6
).
F
ür die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
sind
jedoch in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 1
6.
Februar 2011 E.
4.4.2), weshalb
dies keine Zweifel an der
gutachterliche
n
Beurteilung
aufkommen lässt
.
Die rheumatologischen Ärzte des
A._
nahmen selbst keine Einschätzung der ver
bliebenen Arbeitsfähigkeit vor
(vgl.
Urk.
9/12/25-26 S. 1 f.)
und d
ie durch die Ärzte des
E._
attestierte vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
deckt sich
mit der gutachterlichen Einschätzung
(vgl.
Urk.
9/27/18-36 S. 4
Ziff.
6.2;
Urk.
9/76 S. 32
Ziff.
8.2)
.
Soweit
die Ärzte des
E._
demgegenüber in der bisherigen Tätigkeit
eine
25%ige Arbeitsunfähigkeit
für zusätzliche
Paus
en
aufgrund der degenerativen Erkrankung der Wirbelsäule
attestierten,
erweist sich
dies
als nicht
schlüssig und
nachvollziehbar
begründet
, lagen doch keine
eigenen
Röntgenbefunde vor und anlässlich der klinischen Untersuchung wurden haupt
sächlich Muskelverspannungen festgestel
lt (vgl.
Urk.
9/27/18-36 S. 4
Ziff.
6.1
, S. 7 f.).
Der
von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3
, E.
3.7
) geäusserte Verdacht auf eine
seronegative
Spondylarthropathie
bestätigt
e sich
schliesslich
nicht
(vgl.
Urk.
9/19/7-11 S. 1
Ziff.
1.1;
Urk.
9/42/4-8 S. 1
Ziff.
1.2-
1.3;
Urk.
9/7
6 S. 31). I
hre
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
erweist sich
ausserdem
als nicht nachvollzieh
bar. So erachtete sie den Beschwerdeführer
im September 2016
als vollständig arbeitsunfähig und er
wartete
eine Reduktion der Einschränkungen bei erfol
g
reicher Medikation
mit
Biologica
beziehungsweise
Simponi
(vgl.
Urk.
9/19/7-11 S. 3 f.
Ziff.
1.6,
Ziff.
1.8
).
Im Oktober 2017 berichtete sie von einem stationären Gesundheitszustand bei unveränderten Beschwerden und klinischen Befunden,
attestierte dem
Beschwerdeführer nun jedoch ohne jegliche Begründung
und mit dem Hinweis darauf, dass die
Biologika
-Therapie mit
Simponi
bei ausbleibender Wirkung abgesetzt worden sei,
eine 70
%
ige A
rbeitsfähig
keit
(vgl.
Urk.
9/42/4-8 S. 1 ff.
Ziff.
1.1-1.3,
Ziff.
2.1).
Die
den psychischen Gesundheitszustand betreffenden
Berichte vermögen eben
falls keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung aufkommen zu lassen
.
Die
behandelnden
psychiatrischen
Ärzte des
A._
(vorstehend E. 3.5
, 3.8) erachteten den Beschwerdeführer zwar in der bisherigen Tätigkeit
als
zu 50
%
arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
9/22 S. 3
Ziff.
1.6
;
Urk.
9/63 S. 3
Ziff.
1.6
).
Nebst dem Umstand, dass
der ärztlich erhobene Befund grundsätzlich lediglich anamnestische Schilderun
gen des Beschwerdeführers umfasst (vgl.
Urk.
9/22 S. 2
Ziff.
1.4;
Urk.
9/63 S. 2
Ziff.
1.4) und
der psychiatrische
F._
-Gutachter ausführlich zu den fehlenden Kriterien einer
PTBS
Stellung genommen hat (vgl.
Urk.
9/76 S. 38 f.), ist
nochmals auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag sowie die auftragsrechtliche Vertrauensstellung hinzuwe
isen
.
Zweifel an der gutachterli
chen
Beurteilung kommen aufgrund der
Berichte
der Ärzte des
A._
jedenfalls nicht auf.
Dr.
C._
un
d
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4
) konnten die
traumatogene
Vorgeschichte nicht objektivieren. Die von ihnen attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit
-
mit
pauschalem
Verweis auf die
entsprechend
e
Beurteilung in der Aktenlage
-
ist
aufgrund der als richtungsweisend erachteten psychosozialen Faktoren sowie deutlicher Hinweise für Selbstlimitierung n
icht nachvollziehbar
begründet
, zumal auch keine Diagnosestellung nach den Krite
rien des ICD-10 erfolgte (vgl.
Urk.
9/27/38-45 S. 7 f.).
Der an den Beschwerde
führer adressierte Bericht der Ärzte des
H._
(vorstehend E. 3.11)
ändert
schliess
lich
ebenfalls nichts an der Beweiskraft des
F._
-Gutachtens
, die darin vorgebrachten Einwände
sind
unbegründet (vgl. hierzu nachstehend E. 4.4). Die abwei
chende Einschätzung der Ärzte des
H._
vermag keine Zweifel an der schlüssigen und nachvollziehbaren gutachterlichen B
eurteilung aufkommen zu lassen und es lässt sich damit a
uch keine seit der Begutachtung eingetretene Ver
schlechterung begründen.
4.4
Die vom Beschwerdeführer gegen das
F._
-Gutachten vorgebrachten Einwände
sind
schliesslich
nicht stichhaltig.
Soweit er geltend macht, die rheumatologische Gutachterin sei bezüglich der Fibromyalgie nicht auf dem neusten Stand des medizinischen Wissens (vgl.
Urk.
1 S. 8),
vermag dies den
Beweiswert des Gut
achtens nicht
zu schmälern
. Zwar trifft es zu, dass
die im Jahr 1990 entwickelten
ACR-
Kriterien zur Diagnosestellung bei einer Fibromyalgie im Jahr 2010 revidiert wurden. Die neu entwickelten Kriterien wurden jedoch als vorläufig eingestuft (vgl.
https://www.rheumatology.org/Practice-Quality/Clinical-Support/Criteria
, zuletzt besucht am 2
6.
Mai 2020; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_389/2016 vom
8.
November 2016 E. 7.2).
Es ist demnach nichts dagegen ein
zuwenden
,
dass
die rheumatologische Gutachterin eine Fibromyalgie aufgrund
der im Jahr 1990 entwickelten
Kriterien
mit Hinweis auf die Tenderpoints
und Kontrollpunkte
verneint hat (vgl.
Urk.
9/76 S. 30
Ziff.
7.1)
.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Ärzte des
A._
– wie vom Beschwerdeführer vorgebracht – die ACR-Kriterien für die Fibromyalgie aus dem Jahr 2010 zwar als erfüllt erach
teten, in der Diagnoseliste jedoch keine Fibromyalgie, sondern ein panvertebrales Schmerzsyndrom erwähnten (vgl.
Urk.
9/12/25-26 S. 1 f.).
Ohnehin sind
vielmehr die funktionellen Auswirkungen auf das
Leistungsvermögen massgebend als die exakte diagnostische Einordnung der – an und für sich unbestrittenen – Schmerz
problematik (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_851/2018 vom 2
3.
Mai 2019 E. 4.1.4 und 9C_570/2018 vom 1
8.
Februar 2019 E. 3.2.1).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 8 f.) erfolgte durch die rheumato
logische Gutachterin
schliesslich
eine genügend vertiefte Auseinandersetzung mit dem Verlauf der somatischen Beschwerden und den anderslautenden Vorberich
ten (vgl.
Urk.
9/76 S. 26 f.
Ziff.
3.2.2, S. 30 f.
Ziff.
7.3.3).
Auch
die Vorbringen
gegen das psychiatrische Teilgutachten vermögen nicht zu überzeugen.
So kann rechtsprechungsgemäss aus e
iner verhältnismässig
kurzen Dauer der psychiatrischen Exploration nicht von vornherein auf eine Sorgfalts
widrigkeit des Gutachters geschlossen werden. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersu
chung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_47/2016 vom 1
5.
März 2016 E.
3.2.2). Da das psychiatrische Teilgutachten vollständig und schlüssig erscheint, ist insofern unerheblich, dass die psychiatrische Untersuchu
ng – wie vom Beschwerdeführer gerügt (
vgl.
Urk.
1 S. 9
) - lediglich 55 Minuten gedauert hat
und dabei eine Übersetzung durch den Dolmetscher erfolgte
.
Nicht beige
pflichtet
werden
kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er rügt, dass kein Test zur Erfassung der
Schwere der
depressiven Symptomat
ik erfolgt sei (vgl.
Urk.
1 S. 9 f.
). Denn entscheidend ist die klinische Untersuchung mit Anamneseerhe
bung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung, wobei den Testverfahren im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung höchstens eine ergänzende Funktion zukommt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_728/2018 vom 2
1.
März 2019 E. 3.3 und 8C_772/2016 vom 2
3.
Januar 2017 E. 6.1). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremd
anamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet wer
den (
vgl. etwa Urteil
des Bundesgerichts 8C_660/
2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3
).
Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit beizupflichten
(vgl.
Urk.
1 S.
10
)
,
als
sich der psychiatrische Gut
achter nicht ausdrücklich zu der
in den
Vor
beric
hten diagnostizierten mittelgradigen depressiven
Störung
und attestierter Arbeitsunfähigkeit geäussert hat
, sondern einzig zu der ebenfalls diagnostizierten PTBS (vgl.
Urk.
9/76 S. 39
Ziff.
7.3.3)
.
Dennoch erfolgte seine Einschätzung in Kenntnis
sämtlicher
Berichte und des bisherigen Verlaufs (vgl.
Urk.
9/76 S. 12 ff.
Ziff.
1-2, S. 38 f.
Ziff.
7.2-7.3).
Soweit der Beschwerdeführer das
angebliche
Fehlen eines
ausführlichen
strukturierten Beweisverfahrens rügt (vgl.
Urk.
1 S.
11), erweist sich
dies
als nicht zielführend
, zumal die Gutachter die massgeblichen Indikatoren durchaus berücksichtigt haben (vgl.
Urk.
9/76 S.
7 ff.
Ziff.
4
)
.
Denn
mit einer
Indikatorenprüfung
wird
eine im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert. Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann auch aus einer
Indikatorenprüfung
nicht resultieren. Entsprechend bedarf es keinem Vorgehen nach dem strukturierten Beweisverfahren und einer
Indikatorenprüfung
, wenn ein voll beweiskräftiges Gutachten keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende psychiatrische Diagnose gestellt hat (vorstehend E. 1.5; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_629/2019 vom
8.
November 2019 E. 4.2.4 und 8C_241/2018 vom 2
5.
September 2018 E. 7.5.2).
Entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 12) besteht keine Veranlassung für ein Gerichtsgutachten, weshalb darauf im Sinne ant
izipierter Beweiswürdigung (BGE
122 V 157 E. 1d) zu verzichten ist.
4.5
Der Vollständigkeit halber bleibt
anzumerken, dass eine Qualifikation des Beschwerdeführers als voll Erwerbstätiger aufgrund der Erwerbsbiographie zumindest fraglich erscheint. So lässt sich anhand des A
usz
uges aus dem Indivi
duellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
9/55) erkennen, dass der Beschwerdeführer bereits seit der Arbeitsaufnahme
in der Schweiz
im Jahr 2005 immer ein eher kleine
re
s Arbeitspensum ausgeübt hat.
D
er Beschwerdeführer
bestätigte selbst
,
dass er jeweils in einem Pensum von 50
%
gearbeitet
und sich nebenbei um den Haushalt gekümmert habe
.
Auch gab er ausdrücklich an, dass bis
im Jahr
2015 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Ein Pensum von 100
%
habe er nie ausgeübt und erst auf Empfehlung der behandelnden Ärzte des
A._
ab 2015 in einem Vollpensum gearbeitet, worunter es zur
Schmerz
exazerbation
gekommen sei
.
Die Erhöhung auf ein Vollpensum ist
– trotz erwähnter vorheriger Versuche
–
auch
erst im
September
2015 und damit kurz vor vollständiger Krankschreibung durch
Dr.
Z._
ab dem
3.
November 2015 (
Urk.
9/6)
und
daraufhin erfolgter
IV-Anmeldung aktenkundig
(vgl.
Urk.
9/12/4-6 S. 2;
Urk.
9/25 S. 5
Ziff.
5.3;
Urk.
9/27/18-36 S. 10 unten;
Urk.
9/27/38-45 S.
2 f., S. 5;
Urk.
9/48/3-11;
Urk.
9/76 S. 21).
E
ine vertiefte Abklärung
und Aus
einandersetzung mit dieser Problematik
e
rübrigt
sich
jedoch
aufgrund der Erkenntnisse des
F._
-Gutachtens
einer
100%igen
Arbeitsfähigkeit
in jeder Tätig
keit
.
4.6
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gestützt auf das beweiskräftige
F._
-Gutachten in der bisherigen sowie in jeglicher ange
passten leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit vollständig arbeits
fähig ist. Folglich erübrigt sich ein Einkommensvergleich und die Beschwerde
gegnerin hat einen Rentenanspruch zu Recht verneint.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
5.2
Zu prüfen bleibt das Gesuch
des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozess
führung und Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
führung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch gebo
ten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und die
Verbeiständung
geboten war, ist dem bedürftigen Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
7/1) die unentgelt
liche Prozessführung und Rechtsvertretung zu
bewilligen. Die dem Beschwerde
führer auferlegten Gerichtskosten sind daher einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
).
5.3
Mit Honorarnote vom
8.
August 2019 (
Urk.
12) machte der unentgeltliche Rechts
vertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 12 Stunden 10 Minuten sowie Barauslagen von
Fr.
41.80
und insgesamt eine Entschädigung von
Fr.
2'927.80
geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) als angemessen, weshalb Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur, mit insgesamt
Fr.
2'
927.80
(inkl. Bar
auslagen und
MWSt
)
aus der Gerichtskasse
zu entschädigen ist. Der Beschwerde
führer wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewie
sen.