Decision ID: 88e2dcef-f8dd-41a0-be7a-f219a3f01fc5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, bezieht seit Januar 2011 eine Invalidenrente der Invalidenversicherung, zuletzt seit Juni 2011 eine
Viertelsrente
bei einem I
nva
liditätsgrad von 42
%
(
Urk.
8/7
-
8
).
Die Stadt
Z._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle), entrichtet
e
der Versicherten
zeitweise Zusatz
leistungen zu ihrer In
validenrente (vgl.
Urk.
8/14
;
Urk.
8/28;
Urk.
8/31
;
Urk.
8/34;
Urk.
8/44;
Urk.
8/49;
Urk.
8/57
).
Mit Verfügung vom 2
2.
August 2019 (
Urk.
8/12
) berechnete die Durchfüh
rungs
stelle den Anspruch auf Zusatzleistungen ab Mai 2019 aufgrund
der
veränderten Einkommenssituation neu und rechnete der Versicherten unter anderem ein hypothetisches
Taggeld der Arbeitslosenversicherung
v
on jährlich
Fr.
5'088.--
an
. Die dagegen von der Versiche
rten erhobene Einsprache (
Urk.
8/6
) wies die Durch
führungsstelle mit
Einspracheentschei
d
vom 3
0.
September 2019 (
Urk.
8/2
=
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
1
8.
Oktober 2019 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 3
0.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und
von der
Anrechnung e
ines Einkommensverzichts sei abzusehen (
Urk.
1 S. 1).
Die Durchführungsstelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Eingaben der Beschwerdeführerin vom 1
7.
Juni 2020 (
Urk.
10;
Urk.
11/1-4) sowie der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Juli 2020 (
Urk.
13) wurden der jeweils anderen Partei zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12;
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Vor
aussetzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des Zusatzleistungsgesetzes des Kantons Zürich, ZLG). Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Die anrechenbaren Einnahmen von Personen, welche zu Hause leben, werden nach Art. 11 Abs. 1 ELG ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind unter ande
rem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie einen jährlichen Freibetrag von Fr. 1‘000.-- (Alleinstehende) beziehungsweise von Fr. 1‘500.-- (Ehepaare und Personen mit Kindern) übersteigen (
lit
. a), Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b), einen Prozentsatz des Vermögens (
lit
. c), die Renten (
lit
. d), die Familienzulagen (
lit
. f) sowie auch Ein
künfte und
Vermögenswerte, auf die
verzichtet worden ist (
lit
. g).
1.2
Auch Taggelder der Arbeitslosenversicherung sind als effektive Einnahmen bei der EL-Berechnung anzurechnen und Taggelder, auf deren Geltendmachung ver
zichtet wird, sind als hypothetischer Erwerbsersatz grundsätzlich wie andere Ein
kommen, auf welche verzichtet wird, bei der EL-Berechnung zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_389/2014 vom
1.
Oktober 2014 E. 3).
Ausserdem gelten
Taggelder aus
Arbeitslosenversicherung
als anrechenbares Einkommen, jedoch nicht als Erwerbseinkommen und sind daher voll anzurechnen (BGE 119 V 271 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_390/2012 vom 2
0.
Juli 2012;
Weg
leitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand
1.
Januar 2020,
Rz
3456.01).
1.3
Gemäss Art. 14a Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist auch bei Teilin
va
liden grundsätzlich derjenige Betrag als Erwerbseinkommen anzurechnen, den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben. Massgebend sind in zeitlicher Hinsicht in der Regel die während des vorausgegangenen Kalender
jahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugs
jahres vorhandene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 ELV).
Invaliden unter 60 Jahren ist aber nach Art. 14a Abs. 2
lit
. a-c ELV je nach Inva
liditätsgrad beziehungsweise Rentenhöhe (
Viertelsrente
, halbe Rente,
Dreiviertels
rente
) mindestens ein bestimmter Betrag anzurechnen, für dessen Bemessung der Höchstbetrag für den Lebensbedarf nach Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG massgebend ist. B
ei einem Invaliditätsgrad von 40 bis unter 5
0 %
ist der um einen Drittel erhöhte
Höchstbetrag für den Lebensbedarf
von Alleinstehenden
a
nzurechnen, welcher im Jahr 2019
Fr.
19‘450
.-- betrug
(Art. 14a Abs.
2
lit
.
a
ELV in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1
lit
. a Ziff. 1 ELG; Statistik der Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
2019
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
).
Um einen Drittel erhöht
ergibt
dies
Fr.
25‘933.--.
1.4
Wird der Grenzbetrag
von
Art. 14a Abs. 2 ELV nicht erreicht, insbesondere wenn keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines Verzichts auf Einkünfte im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG. Diese Vermutung kann
durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Aus
bildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit
übermässig
erschweren oder verunmögli
chen, widerlegt werden. Dabei besteht eine verstärkte Mitwirkungspflicht
des Be
zügers
von Ergänzungsleistungen bei der Sachverhaltsabklärung durch die Ver
waltung in dem Sinne, dass
er
die Umstände geltend zu machen hat, welche nach
seiner
Auffassung geeignet sind, die Ver
mutung eines Einkommensverzicht
s
um
zustossen
. Werden solche Um
stände nicht
geltend gemacht und sind sie auch nicht ohne Weiteres ersichtlich, oder führen die Abklärungen zu kein
em schlüssigen Ergebnis, hat der
invalide Bezüger die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.
Er
hat sich anrechnen zu lassen, was
er
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit trotz der gesundheitlichen Beeinträchti
gung an
Erwerbseinkommen
tatsächlich noch erzielen könnte (
BGE 140 V 267 E. 2.2, 117 V 153 E. 2c;
Urteil des Bunde
sgerichts 9C_321/2013 vo
m 19. September 2013 E. 2.1-2.2;
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleis
tungen zur AHV/IV, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 154).
1.5
Die EL-Organe und die Sozialversicherungsgerichte sind mit Bezug auf die invaliditätsbegründenden Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich an die Feststellungen der Invalidenversicherung bei der Invaliditätsbemessung gebunden. Diese Bindung ist deshalb angezeigt, weil die EL-Durchführungs
or
gane zum einen nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbständige Beurteilung der Invalidität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der gleiche Sachverhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen Instanzen unterschiedlich beurteilt wird (BGE 140 V 267 E. 5.1). Diese Recht
sprechung bezieht sich auf Fälle, in denen sich die Invalidenversicherung mit der versicherten Person bereits befasst und diese rechtskräftig als teilinvalid qualif
i
ziert hat. Davon ausgenommen ist eine nach dem rechtskräftigen IV-Entscheid
eingetretene oder geltend gemachte gesundheitliche Veränderung.
Diesfalls
haben
die EL-Organe den Gesundheitszustand der versicherten Person im Rahmen des
Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbständig zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_172/2007 vom
6.
Februar 2008 E. 7.1-7.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbs
einkommens
respektive von hypothetischen Taggelder
n
der Arbeitslosen
ver
sicherung
im Wesentlichen
damit,
dass
es der
Beschwerdeführerin
ohne Ab
meldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) weiterhin zuge
stan
den hätte, ein
Arbeitslosentaggeld von
Fr.
459.
--
brutto respektive
Fr.
423.96 netto pro Monat zu er
halten
.
Der durch die IV-Stelle
rechtskräftig
festgelegte Invaliditätsgrad von 42
%
sei bindend.
Eine Anpassung des Invaliditätsgrades sei bislang nicht
erfolgt
. Die Beschwerdeführerin könne aus der eigenhändig vorge
nommenen Neuberechnung nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht überwiegend wahrschein
lich
ausgewiesen
.
Zudem liege keine offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit vor. Die
behauptete
Unzumutbarkeit eines weiteren Bezugs von Arbeitslosen
tag
gel
der
n
werde
nicht
belegt. Die Argumentation der Beschwerdeführerin,
wonach ihr tatsächliches Einkommen einer gleichwe
rtigen Gegenleistung entspreche
,
schlage bereits
aufgrund des
fehlenden Zusammenhangs fehl.
Die Beschwerdeführerin hätte weiterhin einen Rechtsanspruch auf Arbeitslosentag
gelder
gehabt
,
habe hiervon
allerdings
aus von ihr zu verantwortenden Gründen ab
gesehen
, womit ein anrechenbarer Verzicht vor
liege
(vgl.
Urk.
2 S. 3 f.;
Urk.
7 S. 2 ff.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
,
die Beschwerdegegnerin
berücksichtige nicht
, dass der Inva
liditätsgrad nach der gemischten Methode berechnet worden sei. G
emäss der
seit
Januar 2018 geltenden
neuen Rechtsprechung zur gemisch
ten Methode ent
spr
ä
che die Einschränkung im Erwerb
sbereich
62.04
%
, womit ihr eine
Drei
viertelsrente
zustünde
.
Dies
sei massgebend für die Festlegung
eines
hy
pothetischen Erwerbs
einkommens
. Da ihr tatsächlicher Verdienst höher sei als das Mindesterwerbs
einkommen
bei einer
Dreiviertelsrente
,
bestehe für die Anrechnung eines hypo
thetischen Einkommens kein Raum (S. 2).
Überdies
betrage die Differenz
zwischen dem früheren Arbeitslosentaggeld und dem
aktuell
erzielten Lohn lediglich
Fr.
120.10 pro Monat. Diesen noch bestehenden minimalen Restanspruch an Arbeitslosentaggeldern durch die Erfüllung der Kontrollvorschriften auszu
schöp
fen sei ihr nicht nur gesundheitlich nicht zumutbar, sondern mangels subjektiver Vermittelbarkeit
auch
widerrechtlich
sowie
aufgrund der geringen Einkommens
differenz unverhältnismässig und unwirtschaftlich.
Schliesslich sei darauf hinzu
weisen, dass ihr Einkommen einer gleichwertigen Gegenleistung
entspreche
, da dieses mindestens 90
%
der Arbeitslosenentschädigung
betrage
.
Aus all diesen Gründen sei ihr
kein E
inkommen
sverzicht
anzurechnen
(S. 3 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin bei der Berechnung der jährlichen Zusatzleistungen
ab Mai 2019
ein hypothetisches Erwerbseinkommen
respektive ein hypothetisches Taggeld der Arbeitslosenversicherung
anzurechnen ist.
3.
3.1
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin seit Januar 2011 eine Invaliden
rente der Invalidenversicherung bezieht, zuletzt seit Juni 2011 eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
. Dabei erfolgte die Bemessung des Inva
li
ditätsgrades bis ins Jahr 2016 nach der gemischten Methode, wobei die Be
schwerdeführerin als
zu
80
%
Erwerbstätige und
zu
20
%
im Haushalt Tätige angesehen wurde. Seither wird sie als
Volle
rwerbstätige qualifiziert
, dies bei unverändertem Invaliditätsgrad
(
vgl.
Urk.
8/7-8
;
Urk.
11/2 S. 6
). Nachdem
der Beschwerdeführerin
die Anstellung bei
der
A._
AG
mit einem vertraglichen
Pensum von
50
%
im Stundenlohn (Beschäftigungsgrad von 59.05
%
gemäss Berechnung der Arbeitslosenkasse, vgl.
Urk.
8/70)
per 3
1.
Dezember 2017 ge
kündigt worden
war
(
Urk.
8/
64-
65
),
meldete sie sic
h bei der Arbeitslosenkasse an. Diese eröffnete
bei einem versicherten Verdienst von
Fr.
2'263.-- (50
%
Ver
mittelbarkeit
) und einer Taggeldleistung von
Fr.
83.45 brutto eine Rahmenfrist für den
Leistungsbezug vom 1
9.
Juni 2018
bis 1
8.
Juni 2020 (vgl.
Urk.
8/52-53).
Im Mai 2019
teilte
die
Beschwerdeführerin
der Beschwerdegegnerin
mit
, dass s
ie per
1.
Mai 2019 eine neue Anstellung gefunden und sich per 3
0.
April 2019 beim RAV abgemeldet habe (vgl. Schreiben vom 1
6.
Mai 2019,
Urk.
8/20). Dem An
stellungsvertrag mit der Kita
B._
vom 1
7.
April 2019 (
Urk.
8/21) ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin als Hausangestellte in einem Pensum von
35
%
angestellt wurde. Gemäss den aktenkundigen Lohnabrechnungen (
Urk.
8/16-19) verdient sie dabei
Fr.
1'556.
15 brutto
respektive
Fr.
1'431.--
netto
pro Monat
. Aus den Akten ergibt sich weiter, dass die Beschwerdeführerin das Arbeitspensum per
1.
Oktober 2019 auf 37
%
erhöht hat (
vgl. Anstellungsvertrag vom 2
3.
September 2019,
Urk.
8/82). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens machte die Beschwerdeführerin schliesslich geltend, sie
habe
das Pensum per Mai 2020 auf 40
%
erhöht (
Urk.
10).
3.2
Z
unächst
ist
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit d
er
seit
1.
Mai 2019 ausgeübten
Tätigkeit
bei der Kita
B._
in einem Pensum von 35
%
und einem Monatslohn von
Fr.
1'431.-- netto
(
Urk.
8/16-19)
den Grenzbetrag von
Art.
14a
Abs.
2 ELV
beim Bezug einer
Viertelsrente
– im Jahr 2019 waren dies
Fr.
25'933.--
-
nicht erreicht
, weshalb grundsätzlich die gesetzliche Vermutung
eines Einkommensverzichts greift (vorstehend E. 1.3-1.4)
.
So verdient die Be
schwerdeführerin jährlich
Fr.
18'603.-- netto
(
Fr.
1'431.--
x 13; vgl.
Urk.
8/23) und liegt damit
Fr.
7'330.--
(
Fr.
25'933.-- -
Fr.
18'603.--) unter dem Grenzbetrag.
Ausserdem ergibt sich
nach Lage
der Akten
, dass die Beschwerdeführerin ohne Abmeldung beim RAV ergänzend zu ihrem
effektiven
Erwerbseinkommen bei einem Pensum von 35
%
und einer Vermittelbarkeit von 50
%
weiterhin An
spruch auf Arbeitslosentaggelder im Umfang von 15
%
und somit in der Höhe von durchschnittlich
Fr.
459.-- brutto respektive
Fr.
423.96 netto pro Monat
gehabt hätte (vgl.
Urk.
8/11 S. 1;
Urk.
8/71 S. 1 unten).
Dies
ergibt einen
jähr
lichen Anspruch von rund
Fr.
5'088.
-- netto
(
Fr.
423.96 x 12)
und entspricht dem Betrag, den
die Beschwerdegegnerin
in der Anspruchsberechnung ab
1.
Mai 2019
als hypothetisches Einkommen
berücksichtigt hat
(vgl.
Urk.
8/12
S. 1
)
.
3.3
Mit den von ihr vorgebrachten Gründen vermag die Beschwerdeführerin die Ver
mutung eines Einkommensverzichts nicht umzustossen. Auch sind solche Gründe aus den Akten nicht ersichtlich. Die
behauptete Unzumutbarkeit eines weiteren Bezugs von Arbeitslosentaggeldern wird in keiner Weise belegt. Zur subjektiven Vermittlungsunfähigkeit ist mit der Beschwerdegegnerin
ausserdem
festzuhal
ten, dass es nicht angehen kann,
den versicherten Personen
ein Wahlrecht einzu
räumen
, ob sie
vorrangige
Leistungsansprüche geltend machen und ausschöpfen,
oder ob sie stattdessen Ergänzungsleistungen beziehen möchten (vgl.
Urk.
7 S. 3
f.
Ziff.
9).
Hinsichtlich der Beurteilung der invaliditätsbedingten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit ist die Beschwerdegegnerin grundsätzlich an die Invaliditäts
bemessung der IV-Stelle gebunden (vorstehend E. 1.5).
Die IV-Stelle sprach der Beschwerdeführerin zuletzt rechtskräftig bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
eine
Viertelsrente
zu (vgl.
Urk.
8/7-8). Dies ist
für die Be
schwerdegegnerin ver
bindlich
, da die Beschwerdeführerin mangels eingereichter Arztberichte
vorlie
gend
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen vermag, dass sich ihr Gesundheitszustand seither erheblich und dauernd verschlechtert hat.
Der Umstand, dass sie bei der IV-Stelle ein Rentenerhöhungsgesuch eingereicht hat (
Urk.
8/55), reicht
hier
für
für
sich allein nicht aus. Überdies hat d
ie IV-Stelle der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich
am
2
7.
März 2020 (
Urk.
11/4) eine
n
unver
än
derte
n
Rentenanspruch mitgeteilt
. Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Rechtsprechungsänder
ung bei der gemischten Methode
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
erweisen sich als
belanglos
, erfolgt die Bemes
sung des Invaliditätsgrades
seit dem Jahr 2016 doch nicht mehr nach der gemischten Methode (vgl.
Urk.
10;
Urk.
11/2 S. 6), weshalb darauf
auch
nicht mehr näher einzugehen ist.
Schliesslich
erweist sich
d
ie Aussage der
Beschwerdeführerin, wonach der
Regionale Ärztliche Dienst (
RAD
)
in seiner aktuellen Stellungnahme bekräftige, dass sie
das ihr maximal
zumutbare Arbeitspensum
mit der jetzigen Tätigkeit von 37
%
vollumfänglich ausschöpfe und ihr ein höheres Pensum aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar sei (vgl.
Urk.
10 S. 1), als unzutreffend.
So erachtet
e
es die zuständige RA
D
-Ärztin lediglich als plausibel, dass die
aktuelle Tätigkeit maximal in einem
Pensum von 37
%
ausgeübt werden könne, erklärt
e
allerdings auch, dass eine andere Tätigkeit wahrscheinlich besser geeignet wäre. Eine Veränderung des Gesundheitszustandes konnte sie
jedenfalls
nicht erkennen.
D
ie aktuelle Tätigkeit
entspricht
demnach
nicht dem Belastungsprofil und
eine angepasste Tätigkeit wäre
der Beschwerdeführerin
unverändert weiterhin zu 60
%
zumutbar
(vgl.
Urk.
11/3 S. 10).
Zuletzt
ist d
er
Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach ihr Einkommen einer gleichwertigen Gegenleistung im Sinne von WEL
Rz
3481.02-03 entspreche und daher kein Einkommensverzicht angerechnet werden dürfe (vgl.
Urk.
1 S. 4),
nicht zu folgen
. Die zitierten WEL-Bestimmungen besagen, dass e
in Verzicht auf Einkünfte oder Vermögenswerte in der Regel zu vermuten
ist
, wenn die Ent
äusserung von Einkünften und Vermögenswerten, oder der Verzicht auf voll
ständige Ausschöpfung der vertraglichen Rechte, ohne Rechtspflicht oder zwin
genden Grund erfolgte, oder wenn keine gleichwertige Gegenleistung vereinbart wurde (WEL
Rz
3481.02). Eine Gegenleistung ist
dabei
als gleichwertig zu be
trachten, wenn ihr Wert mindestens 90
%
des Werts der Leistung beträgt (WEL
Rz
3481.03).
Wie die Beschwerdegegnerin bereits zutreffend
erkannte
(vgl.
Urk.
7 S. 4
Ziff.
10), fehlt es vorliegend zwischen den
der Beschwerdeführerin zuste
henden
Arbeitslosentaggeldern und dem
von ihr
effektiv erzielten Einkommen bereits am notwendigen Zusammenhang, so dass nicht von Leistung und Gegen
leistung gesprochen werden kann, womit
sich
die zitierten WEL-Bestimmung
en
als
nicht
e
inschlägig erweisen
.
3.4
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass die vorgenommene Anrechnung
eines jährlichen hypothetischen Erwerbseinkommens
respektive von hypotheti
schen Taggeldern der Arbeitslosenversicherung
der
teilinvaliden
Beschwerdefüh
rerin in der Höhe von
Fr.
5'088.
-- nicht zu beanstanden ist.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.