Decision ID: 7c0359c9-245d-5333-85da-658250474722
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, welcher am 5. August 2021 in die Schweiz
eingereist sei, am 13. August 2021 hier um Asyl nachsuchte,
dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-
raleinheit Eurodac) vom 18. August 2021 ergab, dass er am 3. August
2016 und am 4. Oktober 2019 jeweils in Deutschland um Asyl nachgesucht
hatte,
dass er am 19. August 2021 den Rechtsschutz im BAZ C._ mit sei-
ner Rechtsvertretung mandatierte und er tags darauf durch das SEM zu
seinen Personalien befragt wurde,
dass das SEM ihm im Rahmen des Dublin-Gespräches vom 30. August
2021 (SEM-Akten 1105932-15/2, in der Folge A15) im Beisein seiner (da-
maligen) Rechtsvertretung das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zu-
ständigkeit Deutschlands oder allenfalls Spaniens für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer Überstellung dorthin so-
wie zum medizinischen Sachverhalt gewährte,
dass er angab, er werde in Deutschland in Haft genommen und in den Irak
abgeschoben,
dass er ausserdem in Deutschland in einem kleinen Ort abseits der Stadt
gewohnt habe, was kein Leben gewesen sei,
dass er sich zwischenzeitlich zwar in Spanien aufgehalten habe, man ihm
dort aber gesagt habe, er solle nach Deutschland zurückkehren,
dass er bezüglich des medizinischen Sachverhalts informierte, er habe
«zwei Operationen gehabt, wobei er viel Wasser in der Lunge habe» und
er habe immer noch Schwierigkeiten zu atmen, nachdem er eine Infektion
gehabt habe,
dass das SEM am 1. September 2021 die zuständige deutsche Behörde
gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-
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VO), um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte (Art. 18 Abs. 1
Bst. b Dublin-III-VO),
dass die deutschen Behörden dieser Anfrage am 3. September 2021 ge-
stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zustimmten,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an das SEM vom 6. September
2021 geltend machte, er sei im Irak (...) und leide darunter,
dass er diesbezüglich einen Antrag auf Abklärung seines psychischen Ge-
sundheitszustandes stellte sowie eine Kopie eines ID-Ausweises ein-
reichte,
dass das SEM am 8. September 2021 die Pflege des zuständigen BAZ auf
elektronischem Weg um Informationen über den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers ersuchte,
dass diese am 10. September 2021 dahingehend antwortete, der Be-
schwerdeführer habe sie tags zuvor über Probleme (...) informiert, jedoch
habe er bis anhin keine (...) abgegeben,
dass er sich auch über Schmerzen in der Lunge beklagt habe und daher
auf den 14. September 2021 ein Arzttermin vereinbart worden sei, wobei
er keine Atemprobleme zu haben scheine,
dass er sich bezüglich psychischen Belastungen nicht geäussert habe und
insgesamt nicht auf Medikamente angewiesen sei,
dass das SEM mit Verfügung vom 14. September 2021 – einen Tag später
eröffnet – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus
der Schweiz nach Deutschland anordnete und ihn aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass die Rechtsvertretung am 16. August 2021 ihr Mandat niederlegte,
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dass der Beschwerdeführer mit Formularbeschwerde vom 17. September
2021 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und beantragt, nach Aufhebung der Verfügung sei auf-
grund eines Vollzugshindernisses die vorläufige Aufnahme anzuordnen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt, es sei die unentgeltli-
che Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses zu verzichten und es sei ein amtlicher Rechtsbeistand einzuset-
zen,
dass ausserdem die aufschiebende Wirkung zu gewähren sei,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
20. September 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),
dass die Instruktionsrichterin am 20. September 2021 gestützt auf Art. 56
VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aussetzte,

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig die
Frage sein kann, ob das SEM zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten
ist und gestützt auf die Dublin-III-VO seine Wegweisung nach Deutschland
angeordnet hat,
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dass demgegenüber die Frage, ob angesichts von Wegweisungsvollzugs-
hindernissen eine vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, grundsätzlich nicht
Gegenstand der Überprüfung ist,
dass es sich allerdings vorliegend um eine Laienbeschwerde handelt, die
mittels vorgedrucktem Formular eingereicht worden ist,
dass sich aus der Begründung des Begehrens hinreichend klar ergibt, wes-
halb der Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung für unrechtmässig
hält und inwiefern er deren Aufhebung begehrt,
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (take back) – wie vor-
liegend – keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach den in Kapitel III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien stattfindet (vgl. BVGE 2017
VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),
dass sich aus den Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer am 4. Oktober
2019 letztmals in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hatte,
dass Deutschland innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten
Frist dem Gesuch um Übernahme des Beschwerdeführers am 3. Septem-
ber 2021 zustimmte (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands somit gegeben ist,
und zwar über ein rechtskräftig abgeschlossenes Asylverfahren hinaus bis
zu einem allfälligen Vollzug der Wegweisung, was vom Beschwerdeführer
auch nicht bestritten wird,
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen,
und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitglied-
staat bestimmt werden kann,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
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Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht),
dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland wür-
den systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un-
menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU–
Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht in Betracht fällt,
dass nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO die Schweiz ein Asylgesuch
materiell prüfen kann, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehe-
nen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht),
dass diese Bestimmung nicht unmittelbar anwendbar ist, sondern nur in
Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen
Rechs angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5) und ein einklag-
barer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts dann besteht, wenn
ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, zum Beispiel gegen eine Norm
des Völkerrechts, droht (vgl. ebd. E. 7.2),
dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vorbringt, sein Asylge-
such sei von den deutschen Behörden schon zweimal abgelehnt worden,
obwohl er habe glaubhaft darlegen können, dass er im Irak verfolgt werde,
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dass er nach einer Überstellung nach Deutschland in den Irak abgescho-
ben werde, wo ihm – ein Opfer (...) – verfolgungsrelevante Nachteile wie
Stigmatisierungen erwarten würden,
dass er ferner in Deutschland nicht die nötige gesundheitliche Versorgung
und Aufklärung erhalten werde,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden offensichtlich nichts dar-
zutun vermag, was die Vermutung, Deutschland halte seine völkerrechtli-
chen Verpflichtungen grundsätzlich ein, in seinem Fall zu widerlegen ver-
mag,
dass keine Gründe für die Annahme bestehen, Deutschland werde in
seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur
Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in
dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen
zu werden,
dass insbesondere davon auszugehen ist, dass Deutschland auch in sei-
nem Fall bei einer allfälligen Abschiebung in den Herkunfts- oder einen
Drittstaat ausserhalb des Asylverfahrens unions- oder völkerrechtskonform
handeln wird, wobei diesbezüglich die Richtlinie des Europäischen Parla-
ments und des Rates 2008/115/EG vom 16. Dezember 2008 über die ge-
meinsamen Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung
illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger zur Anwendung gelangt,
dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen gemäss neuerer Praxis des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte (EGMR) zu Art. 3 EMRK zwar nicht mehr ein fortgeschrit-
tenes oder terminales Krankheitsstadium bedingt, die Anforderungen zur
Annahme eines Verstosses gegen Art. 3 EMRK aber hoch bleiben,
dass sie erst dann ausnahmsweise erfüllt sein können, wenn eine schwer
kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener medizini-
scher Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert
würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung
ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-
den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, § 180 ff. m.w.H.),
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dass dies für die Situation des Beschwerdeführers nicht zutrifft, zumal es
sich bei ihm nicht um eine schwerkranke Person im massgeblichen Sinne
handelt und der Umstand, dass für den 14. September 2021 noch ein Arzt-
termin vorgesehen war, daran nichts ändert,
dass diesbezüglich bis heute auch keine Unterlagen zu den Akten gereicht
wurden,
dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Deutschland über eine aus-
reichende medizinische Infrastruktur verfügt und der Beschwerdeführer mit
dem blossen Hinweis, sein Asylgesuch sei in Deutschland abgewiesen
worden nicht darzutun vermag, er hätte nach seiner Überstellung nach
Deutschland keinen Zugang zu medizinischer Behandlung, sollte er dieser
bedürfen,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, gemäss den bereits erstellen Überstellungsmo-
dalitäten den medizinischen Umständen der Überstellung des Beschwer-
deführers Rechnung tragen werden (A27),
dass das Selbstbestimmungsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3
der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkre-
tisiert wird und das SEM ein Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus
humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss
der Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass dem SEM bei der Anwendung dieser sogenannten Souveränitätsklau-
sel Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine
Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106
Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich angesichts seiner Kognitionsbe-
schränkung in diesem Bereich unter diesen Umständen weiterer Ausfüh-
rungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-
ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
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dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1
vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vorliegt –, zu Recht in Anwen-
dung von Art. 44 AsylG die Wegweisung nach Deutschland angeordnet
hat,
dass die angefochtene Verfügung des SEM Bundesrecht nicht verletzt und
den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt
(Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit dem vorliegenden Urteil abgeschlos-
sen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wir-
kung als gegenstandslos erweist und der am 20. September 2021 ange-
ordnete Vollzugsstopp dahinfällt,
dass sich die Behandlung des Antrages auf Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses mit dem abschliessenden Urteil erübrigt,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) sind und sein Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist,
da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als
aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von
Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind,
dass mangels Erfüllung von Art. 65 Abs. 1 VwVG kein amtlicher Rechtsbei-
stand bestellt werden kann,
dass die Verfahrenskosten von Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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