Decision ID: 265658e8-c5e7-4dfc-9cfa-9065813affa6
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Der Referent hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft unter der Verfahrensnummer SV.15.0775 u. a. ge-
gen die A. SA eine Strafuntersuchung führt, welche mit Verfügung vom
25. Januar 2016 auf B. ausgedehnt wurde;
- die Bundesanwaltschaft die Strafuntersuchung gegen B. nach dessen Ver-
haftung abtrennte und nunmehr unter der Verfahrensnummer SV.16.0373
weiterführt (vgl. hierzu BB.2016.84, act. 1.2, S. 2);
- sie für den 28. April 2016 im Rahmen der Untersuchung SV.15.0775 eine
Einvernahme von B. als Auskunftsperson ansetzte (vgl. BB.2016.84,
act. 1.1; act. 1.2, S. 2);
- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 8. April 2016 den Parteien teil-
weise Akteneinsicht gewährte, weitergehende Akteneinsichtsgesuche je-
doch abwies (BB.2016.84, act. 1.2);
- die A. SA gegen die erfolgte Abtrennung der Strafuntersuchung sowie gegen
die teilweise verweigerte Akteneinsicht am 14. April 2016 bei der Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob (act. 1);
- sie hierbei im folgenden Rahmen ersucht, der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu erteilen: «dire et prononcer que le MPC ne pro-
cédera pas à l'audition de Monsieur B. ou d'autres personnes poursuivies
dans la procédure SV.16.0373 dans le cadre de la SV.15.0775» (act. 1).

Considerations:
Der Referent zieht in Erwägung, dass:
- der Beschwerde, abweichende Bestimmungen der StPO oder Anordnungen
der Verfahrensleitung der Beschwerdekammer vorbehalten, keine aufschie-
bende Wirkung zukommt (Art. 387 StPO);
- der Verfahrensleitung bei ihrem Entscheid ein weiter Ermessensspielraum
zusteht, sie dabei aber sicherzustellen hat, dass ihr Entscheid das Be-
schwerderecht nicht seines Inhalts beraubt und insbesondere den Rechts-
streit nicht gegenstandslos werden lässt (Urteil des Bundesgerichts
1B_271/2013 vom 3. Oktober 2013, E. 2.1);
- die Gesuchstellerin zur Begründung ihres Gesuchs darlegen muss, dass sie
ohne Gewährung der aufschiebenden Wirkung einen nicht wieder gutzuma-
chenden bzw. zumindest einen nur schwer wieder gutzumachenden Nachteil
zu erleiden droht (vgl. u. a. die Verfügung des Bundesstrafgerichts
BP.2014.56 vom 15. Oktober 2014 m.w.H.);
- die Gesuchstellerin vorliegend ausführt, im Falle einer Gutheissung der Be-
schwerde sei die angesetzte Einvernahme von B. als Auskunftsperson als
Einvernahme von B. als beschuldigte Person zu wiederholen;
- sie damit gleich selber festhält, dass ein fehlender Aufschub der Einver-
nahme keinen nicht oder nur schwer wieder gutzumachenden Nachteil zu
bewirken vermag;
- es der Gesuchstellerin weiter frei steht, nach vollständiger Akteneinsicht ge-
gebenenfalls eine ergänzende Einvernahme von B. zu beantragen, weshalb
sich auch hieraus kein nicht oder nur schwer wieder gutzumachender Nach-
teil ergibt;
- die Durchführung der angesetzten Einvernahme den eigentlichen Gegen-
stand des Beschwerdeverfahrens nicht dahinfallen lässt;
- im Übrigen auch das Bundesgericht in seiner Praxis zu Art. 93 Abs. 1 lit. a
BGG bereits festgehalten hat, dass eine Verfahrenstrennung grundsätzlich
keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt (Urteile des Bundes-
gerichts 1B_226/2015 vom 20. Januar 2016, E. 1.2.1; 1B_239/2014 vom
4. Juli 2014, E. 3.2);
- das Gesuch nach dem Gesagten abzuweisen ist;
- die Kosten dieser Verfügung bei der Hauptsache verbleiben;