Decision ID: 9887618b-2471-5b30-ac53-5a750b57701a
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
g
eboren 1960
, war
als Monteur für Neuanlagen bei der
Y._
AG angestellt
und als solcher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
, als er a
m
1
3.
Juli 2017 als PKW-Fahrer bei einer Auffahrkollision (Urk. 8/1
, Urk. 8/129
) im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS)
verletzt wurde. Die Ärzte des
Kantonsspitals
Z._
stellten anlässlich der
Notfall
behandlung gleichen Datums
die Diagnosen einer
BWS-Kontusion im Bereich des Brustwirbelkörpers (BWK) 8 mit paravertebralem Hartspann
nach Auffahrkollision am 1
3.
Juli 2017 und eines Morbus Bechterew mit Fraktur des vorderen Längsbandes auf Höhe BWK 11/12 (März 2013
)
;
frische ossäre Läsionen wurden bei bekanntem Morbus Bechterew
radiologisch ausgeschlossen
, ebenso ein Pneumothorax und dislozierte Rippenfrakturen
(
Bericht vom
1
4.
Juli 2017
;
Urk.
8/
8
; vgl. auch korrigierte Version in Urk. 3/30
/1
).
Die am 2
7.
Juli 2017 durch
geführte Magnetresonanztomographie (MRT)
der BWS und der Lenden
wirbelsäule (LWS)
zeigte eine
osteodiskoligamentäre
Distraktionsfraktur von BWK 7 bei Morbus Bechterew mit kurzem Riss des
längerstreckig
abgehobenen Ligamentum longitu
di
nale anterius, mit horizontalem Riss des Discus
inter
ver
te
bralis
BWK6/7 und mit einer Schrägfraktur des Wirbelkörpers in den linksseitigen Abschnitten, ausserdem
Spongiosamikrofrakturen
der Grundplatte von BWK6 und
der
Kostotransver
salgelenke
von BWK5 bis BWK7 (Urk.
8/29
).
Während des stationären Aufenthaltes des Versicherten vom
2
7.
Juli bis
4. August 2017
in der Klinik
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals
Z._
wurde die Extensionsverletzung Th6/7 mit Fraktur BWK7 bei Morbus Bechterew am 2
8.
Juli 2017 mittels einer perkutanen dorsalen Instrumentierung BWK4-BWK10 operiert (Austrittsbericht vom
8.
August 2017,
Urk.
8/20; Operationsbericht vom
2.
August 2017, Urk. 8/17).
Vom 1
2.
bis 16. August 2017 erfolgte zur Mobilisation und Analgesie bei thorakaler Schmerz
exazerbation eine weitere stationäre Behandlung im Kantonsspital
Z._
(
Urk.
8/33).
Es persistierten Beschwerden
im Bereich der
Wirbelsäule
, die in der Folge ambulant und konservativ behandelt wurden, bei 100%iger Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit (
Urk.
8/42/3-4
, Urk.
8/55/3-4
, Urk. 8/73/1/2-3
,
Urk. 8/75/2
, Urk. 8/115/1
, Urk. 8/117/2
).
Die Suva erbrachte für die Unfallfolgen die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
8/43)
.
1.2
Vom
5.
Februar bis 1
3.
März 2018 wurde der Versicherte in der Rehaklinik
A._
stationär behandelt, wo aufgrund der somatischen Beschwerden eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kranmonteur und eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in körperlich sehr leichten, wechselbelastenden und vorwiegend sitzenden Tätigkeiten ohne längerdauernde Zwangshaltungen attestiert wurde
n
;
im psychosomatischen Konsilium
sei
eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgestellt worden (Austrittsbericht vom 1
3.
März 2018;
Urk.
8/117
/1-3
).
Wegen anhaltender
muskulärer
Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule wurde
im
weiteren Verlauf
die Entfernung des Sch
raubenmaterials
geplant
(Urk. 8/130/2-3
, Urk. 8/141/2
)
und
hierzu
am 2
0.
März 2018 ein neues MRT der BWS
sowie am 10.
April 2018 eine CT der Wirbelsäule erstellt, welche einen stationären Zustand
mit intakter
, regelrecht einliegender
dorsaler Spondylodese von BWK4 bis BWK10
ohne Lockerungszeichen und weitgehend kons
o
lidierte
r
Distraktionsfrak
tur von BWK6/7
zeigten
(
Urk.
8/128/1, Urk. 8/138)
.
Nach Eintritt in das
Kantonsspital
Z._
am 14.
Juni 2018 zur
stationären
Durchführung der operativen
E
ntfer
nung
des Osteosynthesematerials (OSME)
wurde diese nach der Eingriffsbe
spre
chung mit Einverständnis des Versicherten
wegen unsicherem postoperativem Ausgang
gleichentags
abgesagt
(Urk. 8/145/1,
Urk. 8/148
).
Am 12. Oktober 2018 wurde der Versicherte im Wirbelsäulenzentrum der Universitätsklinik
B._
zur Einholung einer Zweitmeinung untersucht (
Bericht vom 2
2.
Oktober 2018;
Urk. 8/198).
Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals
Z._
stellten anlässlich der Untersuchung vom 18. Dezember 2018 fest, dass sich am Zustand 15 Monate nach dem Trauma nichts mehr verändern werde und eine OSME keinen Nutzen bringe (Untersuchungsbericht vom 19. Dezember 2018;
Urk.
8/206).
1.3
Am
9. April 2019 schloss der Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Radio
logie, darauf, dass der unfallbedingte Gesundheitszustand durch medizinische Massnahmen nicht weiter erheblich verbessert werden könne (Urk. 8/215/1), und erstellte ein Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
8/216).
Mit Schreiben vom 1
5.
April 2019 informierte der Versicherte die Suva, dass sich sein Gesundheitszustand insbe
sondere in psychischer Hinsicht markant verschlechtert habe
,
und ersuchte um Kostengutsprache für eine
psychiatrische Behandlung (Urk.
8/217
/2
).
Der Kreis
arzt Dr.
C._
nahm am 15.
Mai 2019 eine medizinische Beurteilung des Inte
gritätsschadens vor und schätzte diesen unter Berücksichtigung der somatischen Unfallfolgen an der BWS auf 10 % (Urk. 8/225/1
).
Mit Schreiben vom 2
9.
August 2019 teilte die Suva dem Versich
erten den Ab
schluss des Schadens
falls und
die
Einstellun
g der Taggeldleistungen per 31.
Okto
ber 2019
mit
(
Urk.
8/238
).
Mit Verfügung vom 1
3.
September 2019 sprach die Suva dem Versicherten
mit Wirkung ab
1.
November 2019
eine Invalidenrente mit einem
Invaliditätsgrad von 32 % und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätsein
busse von 10
%
zu (Urk. 8/240).
1.4
Mittels
E-
Mail vom
5.
Oktober 2019 übermittelte der Versicherte Unterlagen (Urk. 8/246
/1
), welche die Suva laut internen Notizen unter dem Blickwinkel ihrer Leistungspflicht nach Fallabschluss prüfte (Urk. 8/247-248)
;
am
9.
Oktober 2019
übernahm sie
die (weiteren) Kosten für die notwendigen Schmerzmittel (Urk. 8/249). Mit
E-
Mail vom 1
7.
Oktober 2019 ersuchte der Versicherte um weitere Zahlungen (Garantie einer finanziellen Deckung bis zur Einschätzung durch die Invalidenversicherung
;
Urk.
8/2
55
/1-2
) und mit
E-
Mail vom 22.
Okto
ber 2019 machte er eine gesundheitliche Verschlechterung geltend und bean
tragte die Übernahme der Behandlungskosten seines Psychiaters (Urk.
8/258
/1
).
Mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 verneinte die Suva ein
e Leistungspflicht für
psychogene
Störungen
wegen des fehlenden
adäquaten Kausalzusammen
han
gs
zum Unfalle
reignis vom 13. Juli 2017 (Urk.
8/259/2-3).
Mit Schreiben vom 2
5.
November 2019 erhob der Versicherte
dagegen
Einsprache
mit den Anträgen, die Verfügungen vom 1
3.
September und vom 23. Oktober 2019 seien aufzu
heben und es seien eine höhere Rente und eine höhere Integritätseinbusse festzu
setzen
(
Urk.
8/275).
Mit Entscheid vom 2
0.
Dezember 2019 wies d
ie Suva die Einsprache gegen die Verfügung vom 23. Oktober 2019 betreffend psychische
Be
schwerden ab und trat auf die Einsprache gegen die Verfügung vom 13. Septem
ber 2019 betreffend Invaliden
rente sowie In
tegri
tätsentschädigung wegen ver
säumter Rechtsmittelfrist nicht ein (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
3.
Februar 2020 Beschwerde
und beantragte, der
Einspracheentscheid
vom
2
0.
Dezember 2019
sei aufzuheben und die
Rechtss
ache
sei
zur
ergänzenden Erhebung des rechtserheblichen Sach
verhaltes sowie zur neuerlichen Entscheidung an die
Beschwerdegegnerin
zu
rückzuweisen und diese sei anzuweisen, den rechtserheblichen Sachverhalt, ins
besondere durch Einholung eines medizinischen Gutachtens durch einen Facharzt aus dem Fachbereich der Psychiatrie, zu erheben
(Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerde
gegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
1.
März 2020
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
S. 2).
In der Replik vom 1
4.
Mai 2020 hielt der
Be
schwerdeführer
an seinen Anträgen fest und ergänzte diese mit dem Begehren, die
Beschwerdegegnerin
sei nach Aufhebung des angefochtenen
Einspracheent
scheid
s
,
und mit der Zurückweisung der Rechtssache zur ergänzenden Erhebung des rechtserheblichen Sachverhaltes anzuweisen, diesen auch durch Einholung
von ergänzenden fachärztlichen Gutachten aus den Fachbereichen der Neurologie und der Unfallchirurgie zu erheben (
Urk.
11 S. 2).
Die
Beschwerdegegnerin
ver
zichtete mit Eingabe vom
3.
Juni 2020 auf eine weitere Stellungnahme und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest
(
Urk.
15
)
, was dem
Be
schwerdeführer
a
m
1
0.
Juni
2020
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk. 1
6
).
Auf telefonisc
he Anfrage des Gerichts vom 12.
März 2021
(Urk.
17
)
hin reichte die
Beschwerdegegnerin
am 16.
März 2021 die Sendungsinformation der Post zur Verfügung vom
13.
September 201
9 (Urk.
8/240) ein
(
Urk.
18
/1-2
).
Eine Kopie hiervon wird dem
Beschwerdeführer
mit diesem Urteil zugestellt.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts
Anderes
bestimmt - die Versicherungs
leistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG nebst dem Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähn
lichen Körper
schädigung (Art. 6
Abs.
2
UVG) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzu
sam
men
hang besteht.
1
.2
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nic
ht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.
3
1.3
.
1
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allge
mei
nen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des einge
tre
tenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolge
s also durch das Ereignis allge
m
ein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natü
rlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.
3.2
Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden.
Dabei
ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere un
fallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 4 und E. 6, 115 V 133 E.
6).
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkri
terien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Ver
letzungen der HWS (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, E. 2, U 183/93) sowie Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen
und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E.
2.1
mit Hinweisen
).
1.
4
1.4.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfa
ll nicht optimal reagieren (BGE
115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die
Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10
E. 2).
1.4.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen,
wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes.
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist.
Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann.
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt
zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten
(BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U
44
2 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_363/2020 vom 29. September 2020 E. 3.2 mit Hin
weisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
messung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklärungen zu
grunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der
Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.6
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides aus,
die Einwendungen des
Beschwerdeführer
s betreffend Rente und Integritäts
entschädigungen seien verspätet erfolgt. Denn die Einsprachefrist der Verfügung vom 1
3.
September 2019, in welcher über die Höhe der Rente und der Integri
täts
einbusse entschieden worden sei, sei am 1
4.
Oktober 2019 abgelaufen.
Anfech
tungsobjekt bilde damit die Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 und zu prüfen sei allein, ob dem
Beschwerdeführer
bezüglich der psychischen Beschwerden weiter
hin Leistungen zustünden. Gestützt auf die ärztlichen Beurteilungen des Kreis
arztes
Dr.
C._
vom
6.
August 2018 und
9.
April 2019 würden in somatischer Hinsicht gewisse Beeinträchtigungen
verbleiben
.
Da aufgrund der somatischen Unfallfolgen
von ärztlichen Behandlungen keine wesentliche Besserung mehr zu erwarten sei und
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
gegeben sei,
lasse sich der Fallabschluss in zeitlicher Hinsicht nicht beanstanden.
Mit Blick auf die medizinische Aktenlage sei erstellt, dass unfall
bedingt gewisse organisch objektivierbare Verletzungen bestünden, welche zu den im kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil beschriebenen Beeinträchtigungen in der beruflichen Leistungsfähigkeit führen würden. Die psychischen Beschwerden des
Beschwerdeführer
s würden hingegen nicht auf einem objektivierbaren orga
nischen Substrat beruhen, weshalb diesbezüglich eine eigenständige Adäquanz
beurteilung vorzunehmen sei (BGE 134 V 109 E. 2.1). Dabei könne die Frage, ob zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfallereignis ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe, offen bleiben, weil das kumulative Erfordernis des adäquaten Kausalzusammenhanges nicht erfüllt sei.
Da der
Beschwerdeführer
keine für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis vorausgesetzte Verletzung erlitten habe und zudem auch nicht am typischen bunten Beschwerdebild nach einer solchen Verletzung leide, habe die Beurteilung des adäquaten Kausalzu
sammenhanges nach der Psycho-Praxis gemäss BGE
1
1
5 V 133 zu erfolgen. Das
Unfallereignis vom 1
3.
Juli 2017 sei bestenfalls als mittelschwerer Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren.
Gemäss dem unfallanal
y
tischen Gutachten vom 2
3.
Oktober 2017 habe die kollisionsbedingte Geschwin
digkeitsänderung (delta-v) des Fahrzeuges des
Beschwerdeführers
bei einem Mittelwert von zirka 11,4 km/h gelegen. Von den nach der Rechtsprechung erfor
derlichen Kriterien seien bis auf ein einziges, nämlich den Dauerschmerzen, kein weiteres erfüllt und die Dauerschmerzen seien nicht von besonders ausgeprägter
Art.
Daher sei ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den organisch nicht nachweisbaren psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 13
.
Juli 2017 zu verneinen. Diesbezüglich bestehe daher kein Anspruch auf weitere Leistungen
(Urk. 2 S. 4
ff.).
2
.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
i
n Bezug auf die psychischen Be
schwerden und den adäquaten Kausalzusammen
hang zum Ereignis vom 13.
Juli 2017
seien
d
ie
vier
Kriterien
, welche bei Vorliegen eines mittelschweren Unfalls (im Grenzbereich zu den leichten) erforderlich
sei
e
n
,
entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
erfüllt.
Und zwar
seien die Kriterien der fortgesetzt spe
zifischen, belastenden ärztlichen Behandlung, der körperlichen Dauerschmer
zen, der ärztlichen Fehlbehandlung
und
des schwierigen Heilungsverlaufes erfüllt.
Angesichts der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, schweren Tätigkeit sei auch das Kriterium des
Grad
es
und
der
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
gegeben.
Es sei auch davon auszugehen, dass die aufgetre
tenen Umstände erfahrungsgemäss geeignet seien, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Dies gelte insbesondere auch für die starken Dauerschmerzen und den Umstand, dass er nachts kaum noch Schlaf finden könne.
Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen sei zudem besonders ausgeprägt und stelle schon für sich allein die Grundlage zur Bejahung des adäquat
en Kausalzusammen
hanges dar
. Zum Beweis dafür, dass diese Dauerschmerzen in besonders ausge
prägter und belastender Weise geeignet seien, für die psychischen Beschwerden ausschlaggebend und kausal zu sein, sei die Einholung eines psychiatrischen
und ausserdem eines neurologischen
Gutachtens erforderlich
. Die
Beschwerdegeg
nerin
hätte zudem richtig und vollständig abklären müssen, ob die Unfallfolgen durch die ärztliche Fehlbehandlung
, nämlich der bei Behandlungsbeginn nicht gestellten Diagnose einer Extensionsverletzung Th6/7 mit Fraktur BWK 7,
ver
schlimmert worden seien. Hierzu werde die
ergänzende
Einholung eines fachärzt
lichen Gutachtens aus dem Bereich der Unfallchirurgie beantragt
(Urk. 1 S. 5 ff., Urk.
11 S. 2 ff.
)
.
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden sei
ausserdem
i
m Austrittsbericht
der Rehaklinik
A._
vom 13.
März 2018 festgehalten worden, dass die Gesamtheit
seines psychischen Zustandes in der kurzen Aufenthaltsdauer und dem zweima
ligen Explorationstermin nicht abschliessend habe beurteilt werden können. Die
Beschwerdegegnerin
hätte daher
von Amtes wegen ein Sachverständigengut
achten aus dem Fachbereich Psychiatrie betreffend die unfallbedingten psycho
genen und psychosozialen Störungen und Belastungen einholen müssen. Erst nach Einholung eines solchen Gutachtens könne eine abschliessende Beurteilung des Sachverhaltes erfolgen.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuhe
ben, weil die
Beschwerdegegnerin
die Untersuchungspflicht nicht erfüllt habe.
Dies gelte auch in Bezug auf die von der
Beschwerdegegnerin
festgestellte Inte
gritätsentschädigung.
Diesbezüglich sei davon auszugehen, dass eine unrichtige
oder unvollständige Erhebung des rechtserheblichen Sachverhaltes vorliege. De
nn es sei unklar, auf welcher Grundlage die
Beschwerdegegnerin
auf eine 10%ige Integritätseinbusse schliesse. Entgegen der Angaben des Kreisarztes
Dr.
C._
gemäss der medizinischen Beurteilung vom 1
5.
Mai 2019 und angesichts der ärztlichen Berichte, namentlich von
Dr.
med. D._
, Facharzt für Neurologie,
vom 2
6.
April 2018
(Urk. 8/185/7)
und von
Prim.
Dr.
E._
, Facharzt für
Unfallchirurgie
,
vom 13.
August 2018
(Urk. 3/33)
, sowie des Umstandes, dass eine dorsale Spondylodese BWK 4-10 vorliege, sei die Tabelle 7 heranzuziehen und
würde sich ausgehend vo
m
festgestellten Schmerzverhalten ein höherer Integri
tätsschaden als 10
%
ergeben. D
er angefochtene
Einspracheentscheid
sei auch deshalb
aufzuheben und der Anspruch
sei
nach Erhebung des rechterheblichen Sachverhaltes insgesamt neu zu beurteilen
(
Urk.
1 S. 9 f.).
Des Weiteren s
ei
das Nichteintreten auf die Beschwerde hinsichtlich der Höhe der Rente und der Integritätsentschädigung rechtswidrig. Da der adäquate Kausal
zu
sammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Ereignis vom 1
3.
Juli 2017 gegeben sei
,
respektive die Beschwerdegegnerin spätestens nach Einholung des beantragten Gutachtens zu diesem Ergebnis kommen würde, sei es erforderlich
,
anhand der neuen Ergebnisse die Beeinträchtigungen der Erwerbs
fähig
keit und die Integritätseinbusse neu festzusetzen. Ansonsten würde das ganze
Verfahren ad absurdum geführt. Hierzu werde auf die bundesgerichtliche Recht
sprechung zur Teilrechtskraft einer Verfügung insbesondere hinsichtlich des Ent
scheides über den Anspruch auf Integritätsentschädigung einerseits und über den Anspruch auf Invalidenrente andererseits gemäss dem Urteil
des Bundesgerichts
8C_43/2017 vom
1.
Juni 2017 E. 2.3.1 verwiesen. Einzelne Teilaspekte, welche die Leistung bestimmen würden,
bildeten
nur Begründungselemente des Streitge
genstandes und könnten daher von einer Beschwerdeinstanz anders beurteilt werden als von der verfügenden Behörde, auch wenn sie nicht angefochten worden seien. Sie könnten erst als rechtskräftig beurteilt gelten, wenn über den
Streitgegenstand insgesamt rechtskräftig entschieden worden sei.
Mit dem Ren
tenanspruch, der Integritätsentschädigung und dem adäquaten Kausalzusam
men
hang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Ereignis vom 1
3.
Juli 2017 verhalte es sich
genauso
(Urk. 1 S. 10
f.
).
Anfechtungsgegenstand würden mithin sowohl die Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 als auch die Verfügung vom 13. September 2019 bilden, welche in untrennbarem Zusammenhang stehen würden (
Urk.
11 S. 2).
Des Weiteren sei die Behandlung seiner somatischen Beschwerden noch nicht abgeschlossen
. Denn es sei am
7.
Dezember 2019 aufgrund der unfallbedingten Lähmungserscheinungen in den Füssen und Hä
nden zu einem Sturz gekommen, bei dem er mit dem Kopf auf den Boden aufgeschlagen sei und sich eine intra
zerebrale Blutung im Schädel zugezogen habe.
Dabei handle es sich um weitere Folgen des Unfalls vom 1
3.
Juli 2017, welche damit in natürlichem und adä
quatem Kausalzusammenhang stehen würden.
Am 1
3.
Dezember 2019 sei
diesbe
züglich
ein operativer Verschluss der
arteriovenöse
n
(AV-)
Fistel durchgeführt
worden. Vom 1
9.
Dezember 2019 bis am 1
5.
Januar 2020 sei er ausserdem in stationärer Behandlung im Rehazentrum
F._
gewesen. Es seien noch immer ärztliche Behandlungsmassnahmen geplant, die den Gesundheitszustand ver
bessern sollten. Denn
am 21. Februar 2020 sei
eine weitere AV-
Fistel diagnos
tiziert worden. Es seien weitere Eingriffe im Bereich der Leiste erforderlich, welche nur wegen den Corona-Massnahmen verschoben worden
seien
. Am 1
2.
Mai 2020 habe er
zudem
einen weiteren Termin wegen einer Infusion betreffend die Darm
entzündung
gehabt
.
All diese Erfordernisse hätten sich erst mit der Zeit ergeben und würden aufzeigen, dass seine Heilung, soweit diese möglich sei, jedenfalls noch weit entfernt sei. Zudem seien aufgrund des
coronabedingten
Aussetzens der regelmässigen Therapien vermehrte Beschwerden im Kopf, der Wirbelsäule und im Rücken eingetreten. Auch die psychische Belastung nehme deshalb massiv zu.
Im Hinblick auf diese Ausführungen
sei der Fallabschluss durch die
Beschwer
degegnerin
zu früh erfolgt
. Der angefochtenen
Einspracheentscheid
sei auch daher aufzuheben und zur ergänzenden Erhebung des rechtserheblichen Sachver
haltes an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
(
Urk.
11 S.
6 f.
).
2
.3
2.3.1
Es steht u
nstrittig
fest
, dass der
Beschwerdeführer
am 1
3.
Juli 2017 bei einem Auffahrunfall
, bei dem sein Personenwagen nach dem Anfahren von hinten von einem anderen Personenwagen angefahren wurde
(
Urk.
8/1,
Urk.
8/129)
,
eine
Extensionsverletzung Th6/7 mit Fraktur
des
BWK7 bei
vorbestehendem
Morbus
Bechterew
erlitt, die
am
28.
Juli 2017 mittels einer perkutanen dorsalen Instru
mentierung BWK4-BWK10
operativ
b
ehandelt wurde (
Urk.
8/17, Urk. 8/20)
.
Ebenfalls unstrittig und ausgewiesen ist, dass
aufgrund dieser unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung
eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführer
s in der angestammten Tätigkeit besteht
(Urk. 8/117/3)
.
Die Beschwerdegegnerin hat
ausserdem
anerkannt, dass sie für die
se
somatischen
gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 1
3.
Juli 2017
leistungspflichtig ist.
2.3.2
P
sychische Beschwerden
wurden erstmals im
Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 1
3.
März 2018
erwähnt (deprimierte Stimmungslage, gewisse Rat
losig
keit, Affektlabilität, pessimistische Zukunftsperspektive, psychosoziale Be
lastungsfaktoren)
,
und es wurde eine
Anpassungsstörung mit Angst und depres
siver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
diagnostiziert
. Eine dadurch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde verneint
(
Urk.
8/117/
2-6). Eine psy
chia
trisch-psychotherapeutische Behandlung wurde in der Folge nicht aufgenom
men.
A
m 15.
April 2019 hat der
Beschwerdeführer
eine Verschlechterung der psychischen Beschwerden geltend gemacht; er fühle sich auf dem Weg
in eine
Depression, sei weinerlich und traurig sowie leide an Sinnverlust
(
Urk.
8/217/2
).
Eine psychiatrisch-psychologische Behandlung wurde
- soweit aktenkundig -
erst
mals
nach Überweisung durch den H
ausarzt an Dr.
med.
G._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 21. Oktober 2019 (Urk.
8/258/4) ab dem 24. Oktober
2019 aufgenommen (E-Mail des
Beschwerdeführer
s vom 2
9.
Oktober 2019, Urk.
8/271/1).
2.3.3
Strittig und zu prüfen
ist
zunächst
, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht auf die Einsprache
gegen
die
Verfügung vom
1
3.
September 2019
, mit welcher sie dem
Beschwerdeführer
eine Rente
bei
einem Invaliditätsgrad von 32
%
und
eine
In
te
gri
tätsentschädigung aufgrund e
iner Integritätseinbusse von 10
%
zugespro
chen hat
(Urk.
8/240
)
,
nicht eingetreten ist (
dazu
E. 3
hernach).
Ausserdem ist umstritten und zu beurteilen,
ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungsanspruch aufgrund der psychischen Beschwerden mangels eines adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen diesen und dem Unfall vom 1
3.
Juli 2017 verneint hat
(
E. 4
nachfolgend)
und
allenfalls
,
ob der Fallabschluss nicht verfrüht erfolgte
.
3.
3.1
Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle
Ein
sprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrens
leitende Verfügungen (Art. 52 Abs. 1
ATSG). Gegen
Einspracheentscheide
oder gegen
Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 ATSG).
Gemäss Art. 38 ATSG beginnt die Einsprachefrist von Art. 52 Abs. 1 ATSG am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Abs. 1). Nach Art. 39 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG ist die dreissigtägige Frist zur Einsprache nur gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am letzten Tag der Frist bei der verfügenden Stelle eingereicht oder zu deren
Handen
der Schweizerischen Post oder einer
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird.
Läuft die Frist unbenützt ab, so erwächst die Verfügung in (formelle) Rechtskraft mit der Wirkung, dass die verfügende Stelle auf eine verspätet eingereichte Ein
sprache nicht eintreten darf (vgl. BGE 124 V 401 E. 1a).
Richtet sich die Beschwerde
gegen einen Nichteintretensent
scheid, hat da
s Ge
richt, ungeachtet der Vorbringen der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und
darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat
in dieser besonderen verfahrensmässigen Situa
tion den for
mellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegen
stand. Dagegen hat si
ch das Gericht mit den materiel
len Anträgen nicht zu be
fassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR
1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
3.2
3.2.1
Die
Beschwerdegegnerin
trat im angefochtenen
Einspracheentscheid
mit der Begründung auf die Einsprache vom 2
5.
November 2019 (Urk. 8/275) gegen die Verfügung vom
13.
September 2019
(Urk.
8/240) nicht ein, dass die
Einspra
che
frist dieser Verfügung, mit welcher über die Höhe der Rente und der Integri
tätseinbusse entschieden worden sei, am 1
4.
Oktober 2019 abgelaufen sei
; di
e in der Einsprache
vom 2
5.
November 2019
erhobenen
Einwendungen betreffend die Rente und die Integritätsentschädigung seien daher verspätet erfolgt
(Urk.
2 S.
4
).
Der Beschwerdeführer hat nichts
gegen die
Feststellung der verpassten Rechts
mittelfrist vorgebracht (Urk. 1, Urk. 11)
. In der Einsprache vom 2
5.
November 2019 hat
te
er
dementsprechend
allein mit Bezug auf die Verfügung
vom 23. Oktober 2019
betreffend psychische Beschwerden die Rechtzeitigkeit seiner Einsprache geltend gemacht
(Urk. 8/275/2).
Wie sich aus der Sendungsinformation der Post ergibt, hat der
Beschwerdeführer
die Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 8/240) am 1
7.
September 2019 erhalten (Urk. 18/1). Der letzte Tag der 30-tägige Einsprachefrist nach Art. 52 Abs. 1 ATSG war somit der 1
7.
Oktober 201
9.
Es steht
daher
fest, dass d
ie Einsprache vom 2
5.
November 2019 (Urk. 8/275) betreffend die Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 8/240) erst nach Ablauf der 30-tägigen Rechtsmittel
f
rist gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG
und damit verspätet
erfolgte.
3.2.2
Auch mit keinem anderen Schreiben hat der Beschwerdeführer eine rechtsgültige Einsprache gegen die Verfügung vom 1
3.
September 2019 erhoben. Denn in der bis am 1
7.
Oktober 2019 laufenden Einsprachefrist hat er sich lediglich mittels E-Mail an die Beschwerdegegnerin gewandt. Eine per E-Mail erhobene Einsprache gegen eine Verfügung des Unfallversicherers ist mangels der gemäss
Art.
10
Abs.
4 Satz 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts (ATSV) bei schriftlich erhobenen Einsprachen erforderlichen Unterschrift indes nicht zulässig (BGE 142 V 152 E. 2.4 und 4.6).
Dass die Einsprache schrift
lich
sowie begründet per Post und an die vorgesehene Adresse
oder durch per
sönlich Vorsprache bei der Suva zu erheben war, darauf wurde in der fraglichen Verfügung hingewiesen (
Urk.
8/240 S. 4).
Aus den E-Mails, welche der Beschwerdeführer in der 30-tägigen Einsprachefrist nach Erlass der Verfügung vom 1
3.
September 2019 (
Urk.
8/240) bis am 17. Okto
ber 2019 an die Beschwerdegegnerin gerichtet hat, ergibt sich ausserdem ohnehin kein
Einsprachewillen
und/oder diese betreffen andere Sachverhalte respektive Leistungen. So befassen sich seine E-Mails vom
5.
Oktober 2019 mit der Zusen
dung einer Arzthonorarnote (
Urk.
8/245) und eine
r
Anfrage betreffend Unfall
versicherung ab Ende Oktober 2019 (
Urk.
8/246/1). In der E-Mail vom 17. Okto
ber 2019 beanstandete der Beschwerdeführer die fehlende finanzielle Deckung nach Zusprache der UVG-Rente bis zur Einschätzung durch die Invalidenver
si
che
rung und ersuchte hierfür die Angeschriebenen, darunter nebst der Be
schwer
degegnerin auch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sinngemäss um eine Garantie (
Urk.
8/255/1-2). Auch diese E-Mail richtet sich nicht gegen die Verfügung vom 1
3.
September 201
9.
Die weitere E
Mail vom 2
2.
Oktober 2019 sodann, mit welcher der Beschwerdeführer eine gesundheitliche Verschlechterung geltend machte und die Übernahme der Behandlungskosten seines Psychiaters beantragte (
Urk.
8/258), wurde erst nach Ablauf der 30-tägigen Einsprachefrist verfasst und fällt daher als Einsprache ebenfalls ausser Betracht.
3.2.3
Die
Beschwerdegegnerin
ist
daher
zu Recht von einer verspäteten Einsprache gegen die Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 8/240) ausgegangen
. Diese ist
folglich in Rechtskraft erwachsen.
3.3
Damit ist in Rechtskraft erwachsen und gilt, was mit
Verfügung vom 13. Septem
ber 2019
entschieden wurde, nämlich dass
der
Beschwerdeführer
Anspruch auf eine Rente mit einem Invaliditätsgrad von 32
%
und eine Integritätsentschä
digung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10
%
hat
(Urk. 8/240)
. Soweit die Vorbringen des
Beschwerde
führers (Urk. 1
, Urk. 11
) sich
hiergegen
wenden, ist die Beschwerde daher
unbegründet und abzu
weisen.
3.
4
3.4.1
Kein
Gegens
tand dieses Verfahrens und daher
in materieller Hinsicht
nicht zu prüfen
ist
sodann
der Anspruch auf weitere Leistungen
gegenüber
der
Beschwer
degegnerin
aufgrund der
vom
Beschwerdeführer
in der Replik
(
Urk.
11 S. 7)
geltend gemachten Folgen des
Sturz
es
vom
7.
Dezember 2019
und
weitere
r
soma
tische
r
Beschwerden s
owie medizinische
r
Behandlungen
,
namentlich einer
intra
zerebrale
n
Blutung
und AV-Fistel
, Eingriffe
im Bereich der Leiste
und einer
Darmentzündung
(
Urk.
11 S. 7,
Urk.
12/39-52)
.
Denn
der angefochtene
Einspra
cheentscheid
vom
20.
Dezember
2019 (
Urk.
2
), welcher
den beschwerdeweise weiterziehbaren
Anfechtungsgegenstand
in diesem Verfahren definiert (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1),
enthält zum
geltend gemachten, aber nicht aktenkundigen
Ereignis vom 7.
Dezember 2019
keine Feststellungen
und keine
Entscheidung
.
Die sich in diesem Zusammenhang stellenden Fragen, etwa ob und inwiefern es sich dabei um einen Rückfall oder
einen
neuen bei der
Beschwerdegegnerin
ver
sicherten Unfall handelt, ob (wie geltend gemacht) zwischen diesen Beschwerden und den dem Unfall vom 1
3.
Juli 2017 ein natürlicher und adäquater Kausal
zu
sammenhang besteht, ob dies gegebenenfalls zu einer Erhöhung der zugespro
chenen Rente und/oder Integritätsentschädigung führt, sind zudem nicht spruch
reif
und es liegt hierzu auch keine Prozesserklärung der
Beschwerdegegnerin
vor
(
Urk.
7, Urk. 15; vgl.
BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen).
3.4.2
Diese
neu geltend gemachten somatischen Beschwerden
haben zudem
entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführer
s (
Urk.
11 S. 7)
keine Auswirkung auf den
Zeitpunkt des Fallabschlusses
zum Unfall vom 1
3.
Juli 2017
per 31.
Oktober 2019 (Urk.
8/238). Denn der geltend gemachte, nicht aktenkundige Sturz vom 7.
Dezember 2019
erfolgte
erst
nach dem Fallabschluss
zum Unfall vom 1
3.
Juli 2017 per Ende Oktober 2019 (
Urk.
8/238)
und insbesondere nach Rech
tskraft der Verfügung vom 13.
September 2019
mit Renten- und Integritätsentschädigung
(Urk. 8/240).
Ein Leistungsanspruch aufgrund
des
Sturzes vom 7.
Dezember 2019
und dessen Folgen
könnte
indes
bei gegebener Versicherungsdeckung all
en
falls
nach
Verschlechterungs-,
Rückfall-
und/
oder
neuer Unfallmeldung
im Rahmen eines Revisionsverfahrens oder neuen Unfallverfahrens
von der
Beschwerdegeg
nerin
geprüft werden
.
3.4.3
Insoweit sich die Beschwerde auf das geltend gemachte Ereignis vom 7.
Dezember 2019
und dessen Folgen bezieht (
Urk.
11 S. 7), ist auf d
ie Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstand
s
somit
nicht einzutreten.
3.5
Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG per Ende Oktober 2019 (Urk. 8/238) hat der Beschwerdeführer bezüglich der
allein
rele
vanten unfallbedingten BWS-Verletzung nichts eingewendet. Der Beschwerde
führer war denn auch schon mindestens seit der Beurteilung durch die Ärzte der Rehaklinik
A._
im März 2018 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und eine Verbesserung der anhaltend vollständig eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit war nicht möglich
(Urk. 8/117/3)
. Die operierte BWS-Verletzung war spätestens per Mitte Dezember 2018 hin
reichend konsolidiert und die ärztliche Behandlung der BWS-Beschwerden im Kantonsspital
Z._
per dann
abgeschlossen (
Urk.
8/206/2). Eine erhebliche Verbesserung durch weitere medizinische Massnahmen wurde dementsprechend durch den Kreisarzt
Dr.
C._
am 9. April 2019 nachvollziehbar verneint (Urk. 8/215/1). Eine Anmeldung bei der I
nvalidenversicherung
ist zwar erfolgt (Urk. 8/226), jedoch wurden soweit aktenkundig keine Eingliederungsmass
nah
men aufgenommen
, was auch der
Beschwerdeführer nicht
anführte
.
Es hat somit
ohne Weiteres
- auch infolge Rechtskraft der Rentenverfügung - beim
Fallab
schluss der
Beschwerdegegnerin
per Ende Oktober 2019 (Urk. 8/238)
zu bleiben.
4.
4.1
4.1.1
Den
strittige
n
Leistungsanspruch aufgrund psychischer Beschwerden
prüfte die
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
8/259
/2-3
), nachdem
der
Beschwerdeführer
ihr
mit E-Mail
vom 22. Oktober 2019
eine Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes und die hausärztliche Überweisung an einen Psychiater mitgeteilt sowie die Kostengutsprache für die Kosten einer psychiatrischen Behandlung
beantragt hatte
(
Urk.
8/258/1)
.
Dies
lässt
sich un
mittelbar de
r Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019
entnehmen
, in welcher die
Be
schwerdegegnerin
einleitend festhielt, der
Beschwerdeführer
habe mitgeteilt, dass er erneut psychiatrische Hilfe in Anspruch nehme
(
Urk.
8/259
/2
)
.
Zu diesem Zeitpunkt hatte
die
Beschwerdegegnerin
den Fall mit
Mitteilung
vom 2
9.
August 2019
(
per
31.
Oktober 2019
)
bereits
abgeschlossen (Urk. 8/238) und
dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
1
3.
September 2019
eine Rente
(
ab 1. November 2019
)
zugesprochen
(
Urk.
8/240)
, welche
Verfügung
- wie hiervor aufgezeigt - am 1
8.
Oktober 2019 in Rechtskraft erwachsen war.
Die Leistungs
prüfung bezüglich der
am 22.
Oktober 2019
beantragten Kostenvergütung für psychiatrische Behandlung
nahm die
Beschwerdegegnerin
daher als
Antrag auf Kostenvergütung für
Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente im Sinne von
Art.
21 UVG
entgegen
.
Dies ergibt sich auch daraus
, dass die
Beschwerdegegnerin
bereits
zuvor, nämlich nach
der mit E-Mail
vom
5.
Oktober 2019
geltend ge
machten Kostenvergütung für Schmerzmittel
(
Urk.
8/246/1),
gemäss interner Notiz vom 8.
Oktober 2019 eine Abklärung über die Frage vornahm, welche Leistungen nach Fallabschluss und
Rentenzusprache
übernommen werden könnten
(
Urk.
8/247-248/1).
Mit Schreiben vom
9.
Oktober
2019 teilte sie dem
Beschwerdeführer
hierzu mit, dass auch nach Fallabschluss die wegen der Unfall
folgen notwendigen Schmerzmittel von ihr übernommen würden (Urk. 8/249).
4.1.2
Eine Kostenvergütung für Heilbehandlungen nach Festsetzung der Rente gestützt auf
Art.
21 UVG fällt ausser Betracht, wenn es sich um
gesundheitliche Leiden
handelt, welche nicht in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Unfallereignis stehen. Dies gilt
insbesondere
auch
etwa
für Heil
behandlungen von Rentenbezügern
im Rahmen von
allfälligen
Rückfällen und Spätfolgen (
Art.
21
Abs.
3 UVG
und
Art.
11 UVV
; zur Voraussetzung des Kausal
zusammenhanges bei Rückfällen und Spätfolgen vgl. BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
; Urteile des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 10. Dezember 2020 E. 2.3 und 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, je mit Hinweisen
; vgl. zu den Heil
behandlungen nach Rentenfestsetzung im Allgemeinen auch BGE 144 V 418
). Es war der
Beschwerdegegnerin
daher
vor dem Hintergrund der beantragten Kosten
vergütung für
die neu
und erstmals
geplante
psychiatrische Behandlung
(
Urk.
8/258/1, Urk. 8/258/4, Urk. 8/271/1)
nicht verwehrt, die Kausalität
sfrage
in der Verfügung
vom 23.
Oktober 2019 (Urk.
8/259/2-3) betreffend die
psychischen Beschwerden
vorab zu prüfen.
4.1.
3
Dasselbe
würde
im Übrigen auch
gelten
, wenn die am 2
2.
Oktober 2019 gemeldete Verschlechterung des Gesundheitszustandes (Urk.
8/258/1) als Antrag auf Revi
sion der am 1
8.
Oktober 2019 in Rechtskraft erwachsenen Rente
nverfügung
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG entgegengenommen worden wäre
. Denn auch die Prüfung einer Anspruchserhöhung im Rahmen einer Rentenrevision bedingt, dass die Verschlechterung des Gesundheitszustandes Beschwerden betrifft, welche in
einem
natürliche
n
und adäquate
n
Kausalzusammenhang mit dem betreffenden Unfallereignis
stehen.
4.2
4.2.1
Betreffend den Anspruch auf Heilbehandlung aufgrund psychischer Beschwer
den, welcher mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 verneint wurde (Urk. 8/259/2-3),
hat die
Beschwerdegegnerin
zu Recht zunächst den
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden
geprüft.
Denn ist dieser zu verneinen, kann die Frage nach der natürlichen Unfallkausalität offen bleiben (BGE 135 V 465 E. 5.1 mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom
2.
Oktober 2013 E. 7
).
Richtig und unstrittig ist auch, dass die Adäquanzprüfung anhand der sogenannten Psycho-Praxis nach BGE 115 V 133 zu erfolgen hat.
4.2.2
Die Schwere des Unfalles ist ausgehend vom (objektiv erfassbaren) Unfallereignis (BGE 134 V 109 E. 10.1) aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelten Kräften zu bestimmen (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bundesgerichts 8C_177/2009 vom 1
2.
August 2009 E. 7.1).
Die
Beschwerdegegnerin
geht im angefochtenen Entscheid zutreffend davon aus
(Urk. 2 S.
9
)
, dass
der
Auffahrunfall vom
1
3.
Juli 2017, bei dem in den vom
Be
schwerdeführer
gelenkten Personenwagen nach dem Anfahren von hinten ein anderer Personenwagen auffuhr und dabei ge
mäss dem Polizeirapport vom 31.
Juli 2017 die Kofferraumtür eingedrückt/verbogen wurde
(Urk.
8/129/4-5
, Urk. 8/13/11-13
),
mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung
als mittel
schwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_411/2012 vom 2
7.
Dezember 2012 E.
4.1
und
8C_626/2009 vom
9.
November 2009
E.
4.2.2
)
.
4.2.
3
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit nur zu bejahen, wenn von den sieben zu berücksichtigenden, unter Ausklammerung psychischer Beschwer
dekomponenten zu prüfenden Zusatzkriterien
(vgl. E. 1.4.2 hiervor)
mehrere - und zwar mindestens vier - in einfacher Weise
oder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Form vorliegen (
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_124/2014
vom 1
4.
November 2014 E.
7.2
mit Hinweisen
und 8C_899/2013 vom 1
5.
Mai 2014 E.
5.1.3
).
Während
die
Beschwerdegegnerin
allein das Kriterium
«
körperlicher Dauer
schmerzen
»
als erfüllt
erachtet und dies nicht in besonders ausgeprägter Weise (Urk. 2 S. 10
, Urk. 7 S. 3 f.
)
, liegen nach Auffassung
des Beschwerdeführers
ausser einem
(
«besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles»
)
alle übrigen sechs relevanten
Kriterien (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
)
vor
,
davon nach seiner Ansicht ausserdem das Kriterium
«
körperliche Dauer
schmerzen
»
in besonders ausgeprägter Weise
(Urk.
1 S. 5 ff., Urk. 11 S. 3
ff.)
.
4.3
4.3.1
Das
Kriterium
«besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drücklichkeit des Unfalles»
(dazu vgl.
Urteil des
Bundesgerichts
U 424/04
vom 5.
Oktober 2005 E. 6.2 mit Kasuistik
)
kann ohne Weiteres ausgeschlossen werden. Der Auffahrunfall
vom 13.
Juli 2017
beschränkte
sich nach der allein mass
ge
benden
objektive
n
Betrachtungsweise
auf das Auffahren des hinteren Personen
wagens
(gemäss dem Einsatzprotokoll des Rettungsdienstes vom 13. Juli 2017 ungefähr im Schritttempo; Urk. 8/11/2) in das Heck des
soeben
um zirka einen Meter los
gefahrenen Personenwagen
s
des
Beschwerdeführer
s
(Urk. 8/129/4-5)
; der Unfall erfolgte mithin ohne dramatische Besonderheiten
im Sinne der Recht
sprechung
.
4.3.2
Das Kriterium der
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
, ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei Wirbel
kör
perbrüchen
(vgl.
BGE 140 V 356
E. 5.5.1 mit Kasuistik
)
,
entgegen der nicht weiter begründeten Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 10)
als erfüllt zu beurteilen.
So hat das Bundesgericht dieses Kriterium
etwa in einem Fall
bejaht
, bei dem sich der Versicherte bei einem vergleichsweisen banalen Sturz eine in
stabile Fraktur eines Lendenwirbelkörpers und damit
für einen mittelschweren, im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizierenden Unfall eine rela
tiv schwere Verletzung zu
gezogen habe, was gemäss den Ausführungen des Psy
chia
ters erfahrungsgemäss geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen auszu
lösen (Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009
vom 26.
Juni 2009 E. 4.3).
Im vom
Beschwerdeführer (
Urk.
11 S. 8) hierzu zitierte
n
Urteil
des
Bundesge
richts
8C
_488/2011 vom 19. Dezember 2011
, in welchem Fall sich die Versicherte beim Unfall nebst anderen Verletzungen eine
Deckplattenimpressionsfraktur des 1
2.
Brustwirbelkörpers (BWK) mit Zerreissung der hinteren Kapsel sowie des Ligamentum
flavum
BWK11/12
zugezogen hatte, wurde
insbesondere
dem bei
Wirbelkörperfrakturen
bestehenden erhöhten Risiko von Lähmungserschei
nun
gen und den im konkreten Fall wiederholt erforderlich gewesenen operativen Eingriffen Rechnung getragen
(E. 5.2).
Ebenfalls bejaht wurde das Kriterium in einem Fall, in welchem sich der als Bauarbeiter tätige Versicherte beim Sturz von einem zwei bis zweieinhalb Meter hohen Gerüst auf den Rücken einen
kranialen Keilbruch am zweiten Lendenwirbelkörper
zuzog (Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2017 vom 1
4.
Juni 2018 E. 3.3).
Auch hier hat sich
bei
einem
relativ leichten
Auffahrunfall
eine
relativ schwere
Verletzung mit Fraktur eines Wirbelkörpers ergeben, und zwar eine
Extensions
verletzung auf Höhe der Brustwirbel Th6/7 mit Fraktur des Brustwirbelkörpers 7 bei vorbestehende
m
Morbus Bechterew (
Urk.
8/17/1).
Die
Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen
, ist daher zu bejahen.
Eine besondere Ausprägung dieses Kriteriums liegt dagegen nicht vor und wurde denn auch nicht geltend gemacht (
Urk.
11 S. 8 f.).
4.3.3
Das Kriterium einer
ungewöhnlich lange
n
Dauer der
physisch bedingten
ärztlichen Behandlung
ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beur
teilen.
V
on Bedeutung sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist.
Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Plan
mässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 1
0.
Dezember 2020
E. 4.12
mit Hinweis
).
Hier
fand am 2
8.
Juli 2017 eine
Operation der Extensionsverletzung
mit einer perkutanen dorsalen Instrumentierung BWK4-BWK10 (
Urk.
8/20
,
Urk.
8/17)
zeit
nah zum Unfallereignis vom 1
3.
Juli 2017
statt.
Die nachfolgende
ärzt
liche
Behandlung beschränkte sich auf eine bereits im darauffolgenden Monat
August 2017
durch
ge
führte fünftägige stationäre Behandlung zur Mobilisation und Analgesie
(Urk.
8/33) und
eine
fünfwöchige
stationäre Rehabilitationsb
ehand
lung
rund sieben Monate nach dem Unfall
(Urk.
8/
117/1-3
).
Weitere medizinische Eingriffe fanden nicht mehr statt und
die nachfolgende Therapie
bestand in
medi
kamentöse
r
Behandlung
und Physiotherapie. Damit liegt keine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung im Sinne der Rechtsprechung vor.
Daran ändert nichts, dass ausserdem ausführlich abgeklärt wurde, ob die Entfernung des Osteosynthesematerials (OSME) vorzunehmen sei, zumal davon letztlich abge
sehen wurde (Urk. 8/145/1, Urk. 8/148,
Urk. 8/149,
Urk.
8/206) und
einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienende Vorkehren nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zukommen (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 4.12 mit Hinweis
).
Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten kann der B
eschwerdeführer
daraus ableiten, was er zu den bei ihm eingetretenen Nebenwirkungen des Medikamentes Targin vorbringt (
Urk.
1 S. 6 f.), zumal er dies unter dem Titel «fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung» ausführt, was nicht das hier massgebliche Krite
rium der
ungewöhnlich lange
n
Dauer der
physisch bedingten
ärztlichen Be
handlung
betrifft, sondern ein Kriterium der sogenannten Schleudertrauma-Praxis darstellt (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3).
Ferner sind die ärztlichen Behand
lungen, welche der
Beschwerdeführer
aufgrund eines neuen Ereignisses (vom 7. Dezember 2019)
und weiterer Beschwerden (AV-Fistel, Darmentzündung) anführt (
Urk.
11 S. 6 f.),
betreffend den Anspruch auf Heilbehandlungen nach der Rentenfestsetzung,
welche allein im Zusammenhang mit dem ursprünglichen versicherten Unfallereignis vom 1
3.
Juli 2017 steht,
nicht beachtlich.
4.3.4
Die Parteien
nehmen
das weitere Kriterium
körperliche
r
Dauerschmerzen
über
einstimmend als gegeben an. Zu prüfen ist, ob es in ausgeprägter Weise vorliegt
(Urk.
1 S. 7 f.,
Urk.
11 S. 3 f. Urk. 2 S. 10, Urk. 7 S. 3)
.
Dies ist recht
spre
chungs
gemäss nur
mit grosser Zurückha
ltung anzunehmen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_945/2012
vom 15.
März 2013
E. 3.5).
Gemäss dem Besprechungsprotokoll der
Beschwerdegegnerin
vom 2
1.
Dezember 2017 schilderte der
Beschwerdeführer
brennende Schmerzen, welche auf den ganzen Rücken ausstrahlen würden. Bei Tag sei der Sc
hmerz auf etwa 7 von einer Skala
von 1 bis 10 anzusiedeln, nachts belaufe sich der Schmerz nur auf 2 bis 3 und auch der Ruheschmerz sei geringer. Ausserdem leide er unter «Lähmungen» bis in beide Füsse ausstrahlend, dann lege er sich hin, woraufhin es besser werde (Ur. 8/131/2).
Dem Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 1
3.
März 2018
ist zu entnehmen, der
Beschwerdeführer
habe
belastungs- und bewegungsab
hängige
starke
Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, betont BWS,
angegeben. In Ruhestellung
(zum Beispiel im Liegen) würden keine Schmerzen auftreten. Er habe eine Zeitlang wegen «Lähmungen in den Beinen» keine Treppen steigen können, das Autofahren sei möglich, wobei Drehbewegungen belastend seien. Auf unebenem Gelände sei eine Gehstrecke von 500 Metern möglich, dann sei eine Pause notwendig. Unfallfremd stehe
dazu
eine belastungsabhängige Dys
pnoe
im Vordergrund
(Urk.
8/117/1
,
Urk. 8/117/4,
Urk. 8/117/10
).
Gemäss einer Telefonnotiz der
Beschwerdegegnerin
vom 2
1.
März 2018 gab dieser an, seine Rückenschmerzen seien seit dem Austritt aus der Klinik noch massiver geworden (
Urk.
8/122).
Einer Zusammenstellung der
vom Beschwerdeführer in der Ver
gangenheit erlittenen Unfalle
reignisse
n und des Heilungsverlaufs
ist unter dem Eintrag vom 2
0.
März 2018 zu entnehmen, er habe dem stellvertretenden Ober
arzt von seinen immer wieder auftretenden starken Schmerzen, die beim Laufen, Sitzen und Stehen sowie bei Armbewegungen auftreten würden, berichtet. Auch die Lähmungsprobleme bis in die Füsse und den Kopf seien besprochen worden (
Urk.
8/143/9).
Im Untersuchungsbericht des Kantonsspitals
Z._
vom 2
2.
März 2018 wurde festgehalten, der
Beschwerdeführer
leide acht Monate post
operativ unter muskulären Schmerzen betont rechtsseitig über den Schrauben
köpfen Th9 und Th1
0.
Die Schmerzen würden sich beim Gehen und Stehen sowie beim Heben von Gewichten mit der rechten Hand oder auch bei Streckung des rechten Armes vers
tärken (Ur
k.
8/130/2).
Laut den Untersuchungsberichten des Kantonsspitals
Z._
vom 1
1.
April 2018 und
vom
27.
Juni 2018
berichtete der
Beschwerdeführer
im weiteren Verlauf
von einer äusserst positiven Wirkung auf die Armschmerzen
und ziehenden Rückenschmerzen durch ein Akupunk
turgerät.
Die Schmerzmittel hätten reduziert werden können (
Urk.
8/141/2,
Urk. 8/148/2
). In der E-Mail vom
2.
Mai 2019 an die
Beschwerdegegnerin
erklärte der
Beschwerdeführer
,
er habe dem Oberarzt anlässlich des ambulanten Termins vom 1
8.
Dezember 2018
(
Urk.
8/206)
erklärt, dass
die Schmerzen sich nach dem Kälteeinbruch verstärkt hätten (kälteempfindlich;
Urk.
8/220/1). In einer
weiteren
Zusammenstellung des
Beschwerdeführer
s hielt
dieser
am
8.
Mai 2019 fest, er könne nicht mehr viel machen, da er körperlich dazu nicht mehr in der Lage sei und alles mit Schmerzen verbunden sei. Er schlafe maximal vier bis fünf Stunden
. Laufen könne er 60 bis 70 Meter, dann trete ein stechender und brennender Schmerz im Bruchbereich ein, dazu kämen Lähmungserscheinungen und ein Taub
heitsgefühl bis in die Fusssohlen sowie im Schulter
b
lattbereich. Er könne auch nicht mehr aufrecht laufen und bekomme Atemnot sowie Schweissaus
brüche. Sitzen sei nicht lange möglich, weil dann brennende Schmerzen beim Aufstehen eintreten würden, dies auch nach Laufen einer Steigung von zirka 20 Metern
(Urk. 8/222/13).
Bei dieser Aktenlage
kann das Kriterium
der körperlichen Dauerschmerzen
mit den Parteien
bejaht werden. Eine besondere Ausprägung ist zu verneinen
, zumal die Schmerzen zum Teil auch bloss
temperatur
-
,
bewegungs- und belastungs
abhängig
sowie in teilweise variabler Ausprägung
auftraten und
der
Beschwer
deführer
gemäss dem Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
immerhin noch Auto fahren kann (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 9.1
und
U 601/06
vom 31.
Oktober 2007 E. 3.3
).
Von den hiervor zitierten Akten fallen
dabei
beweisrechtlich insbesondere die medizinischen Berichte ins Gewicht
. Bei den Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers sind zudem die aufgrund der unfallfremden internistischen Erkrankungen, namentlich die Be
schwerden betreffend die Diagnosen
eines
Status nach
bibasaler
Pneumonie (Januar 2017), einer mittelschweren restriktiven Ventilationsstörung, einer arte
rielle
n
Hypertonie, einer Colitis
ulcerosa
, einer primär sklerosierenden Cholan
gitis, einer nichtalkoholischen Steatohepatitis und einer Adipositas Grad II (Be
rich
t der Universitätsklinik
B._
vom 2
2.
Oktober 2018;
Urk.
8/198/1), unbe
achtlich und von den unfallbedingten BWS-Beschwerden abzugrenzen, so namentlich die geschilderte Atemnot.
Die
vom
Beschwerdeführer
zu diesem Kriterium geforderte
n
fachärztliche
n
Gut
achten
zur Klärung der Frage, ob seine Dauerschmerzen zermürbend seien (
Urk.
1 S. 8)
und in ausgeprägter Weise vorliegen würden (
Urk.
11 S. 4)
,
erübrigen
sich
, zumal
es sich
bei der
Bestimmung der
Ausprägung des Kriteriums körperlicher Dauerschmerzen
um eine rechtliche Würdigung handelt
und der Sachverhalt hierzu mit
medizinischen
Berichten
hinlänglich
belegt ist
.
4.3.5
Zum Kriterium der
ärztliche
n
Fehlbehandlung, welche die Unfal
lfolgen erheblich verschlimmert
hat,
macht der
Beschwerdeführer
geltend
,
dieses sei
durch Unter
lassung des erstbehandelnden Arztes erfüllt; denn
der Befund zur Extensionsver
letzung T
h6/7 mit Fraktur BWK7
sei
bei der Notfalluntersuchung am Unfalltag vom 1
3.
Juli 2017
übersehen worden und erst aufgrund der Überweisung des Hausarztes 14 Tage später mittels MRT entdeckt sowie am nächsten Tag operativ mittels Instrumentierung BWK4-10 behandelt worden. Wenn sofort eine Behand
lung eingeleitet worden wäre,
hätte er sich für eine gewisse Zeitdauer sehr starke Schmerz ersparen können und es hätte sicher ein besseres Behandlungsergebnis, vielleicht sogar mit Schmerzfreiheit, erzielt werden können
(
Urk.
1 S. 5, Urk. 11 S. 5)
.
Der Ansicht des
Beschwerdeführer
s kann nicht gefolgt werden.
Der
Beschwer
deführer
wurde anlässlich der Erstbehandlung vom 1
3.
Juli 2017 sowohl klinisch als auch bildgebend mittels eines Röntgenbildes untersucht. Eine frische Fraktur wurde ausgeschlossen
, wobei auch die vorbestehenden Diagnosen, insbesondere der Morbus Bechterew und eine
seit länger
em
bestehende
Orthopnoe, berück
sichtigt wurden
.
Eine weitergehende Untersuchung mittels CT sei vom
Beschwer
de
führer
abgelehnt worden (
Urk.
8/8/4). Der Bericht des Kantonsspitals
Z._
vom 1
4.
Juli 2017 zu dieser Notfallkonsultation wurde auf Intervention des
Be
schwerdeführer
s hin
(
Urk.
8/19)
mit Bericht vom 15. August 2017 präzisiert
(Urk.
3/30
/1
). Demnach wurde eine weitergehende Untersuchung mittels CT mit dem
Beschwerdeführer
besprochen, zum
damaligen
Zeitpunkt indes nicht ge
wünscht (
Urk.
3/30
/1
S. 4).
In beiden Versionen wurde eine weiterführende Untersuchung mittels CT am Unfalltag vom Beschwerdeführer jedenfalls trotz der
von Seiten der Ärzte vorgestellten
Möglichkeit hierzu nicht verlangt
. Eine ärzt
liche Fehlbehandlung kann im Unterlassen einer weiterführenden Untersuchung in dieser Situation
und angesichts des nicht schweren Unfallherganges
nicht ge
sehen werden, zumal ausser einer
leichten
Klopf- und
einer
Druckdolenz
im Be
reich Th8 sowie leichten Schmerzen bei Rotations- und Inklinationsbewe
gungen keine körperlichen Beeinträchtigungen festgestellt werden konnten. Gehen und Stehen sowie Zehen- und Fersenstand waren problemlos möglich gewesen. Auch wurde im weiteren Procedere darauf hingewiesen, dass bei nicht deutlich rück
läufigen Beschwerden in den nächsten zwei Wochen eine Wiederzuweisung in die wirbelsäulenchirurgische Sprechstunde erfolgen solle (
Urk.
3/30
/1
S. 4
).
E
s
war
dem Beschwerdeführer
somit
unbenommen, sich
b
ei Beschwerdezunahme
zeitnah
bildge
be
nd abklären zu lassen.
Rein spekulativ ist im Übrigen auch die Annahme, dass trotz der geringen initialen Beschwerden eine Operation früher stattgefunden hätte, wenn am Unfalltag ein CT gemacht und die BWK-Fraktur bei vorbestehendem Morbus Bechterew entdeckt worden wäre. Erst Recht
gibt es keine Anhaltspunkte für eine erhebliche
Verschlimmerung der Unfallfolgen durch die
spätere
Befundaufnahme
mittels MRT am 2
7.
Juli 2017
(
Urk.
8/
29
) mit Op
e
ration am 28.
Juli 2017 (
Urk.
8/17).
Der
Beschwerdeführer
bringt weiter vor, es sei mit Blick auf den Bericht von Dr.
D._
zudem vermutlich zu einem weiteren Behandlungsfehler gekommen
(Urk. 1 S. 5 f.)
. Denn dieser
habe im Bericht vom 1
5.
November
2017
(Urk.
8/185/8-11)
ausgeführt, dass vermutlich lediglich über drei Segmente von Th6 bis Th8 hätte
spondylod
i
siert
werden müssen
und nach seiner klinischen Erfahrung die Schmerzen längerfristig grösser würden, wenn lange Abschnitte der Wirbelsäule
spondyl
o
disiert
würden.
Dem ist entgegenzuhalten, dass die behandelnden Ärzte
des Kantonsspitals
Z._
im Bericht vom 2
7.
Juni 2018 erklärten, dass deshalb langstreckig von Th4 bis Th10 instrumentiert worden sei, weil beim
Beschwerdeführer
ein Morbus Bechterew vorliege und die gesamte Brustwirbelsäule autofusion
i
ert sei. Somit würden grosse Hebelkräfte auf den
frakturierten Bereich wirken. Kurzstreckige Instrumentierungen würden bei di
esen Patienten oft zu einem Materialversagen beziehungsweise Schrauben
ausriss führen (
Urk.
8/148/2).
Diese Erläuterung ist nachvollziehbar und eine auf
grund der gewählten Operationsmethode eingetretene ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfal
lfolgen erheblich verschlimmert hat, ist auszuschliessen
bezie
hungsweise nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
.
Mit der
Beschwerdegegnerin
ist das Kriterium der
ärztliche
n
Fehlbehandlung, welche die Unfal
lfolgen erheblich verschlimmert hat, somit zu verneinen. Von einer - wie geltend gemacht (
Urk.
11 S. 5) - fachärztlich-gutachterlichen Abklä
rung hierzu sind keine
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten.
4.3.6
Das Kriterium des (bezüglich der somatischen Verletzungen) schwierigen Hei
lungs
verlaufs
und der erheblichen Komplikationen ist ebenfalls nicht erfüllt. So darf aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und den geklagten Be
schwerden nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplika
tionen geschlossen werden. Es bedarf
hiezu
besonderer Gründe, welche die Hei
lung beeinträchtigt haben (Urteil des Bundesgerichts
8C_619/2007
vom 2
9.
Janu
ar 2008 E. 3.2.3 mit Hinweis). Solche Gründe sind vorliegend nicht er
sichtlich.
Auch
die vom
Beschwerdeführer
hierzu
vorgebrachten Umstände
(14-tägig ver
zögerte Entdeckung der Verletzungen, Absage der OSME, verlorene Fähigkeit zur Ausübung der angestammten Tätigkeit, zum Wandern und Skifahren etc., Dauer
schmerzen; Urk. 1 S. 8 f., Urk. 11 S. 6) stellen keine solchen Gründe dar.
Lähmungserscheinungen sind zudem in keinem der ärztlichen Berichte bis zum Fallabschluss dokumentiert, sondern wurden nur in den (subjektiven) Schreiben des
Beschwerdeführer
s aufgeführt. Der vom
Beschwerdeführer
als Folge seiner
Lähmungserscheinungen angeführte Sturz und
die
intrazerebrale Blutung
vom
7.
Dezember 2019
(Urk. 12/40
S. 1 f.
) sowie die daraufhin vorgenommenen Be
handlungen erfolgten
nach Fallabschluss per Ende Oktober 2019 und sind
für die Beurteilung
hier unbeachtlich.
Selbst wenn dieses Kriterium
indes
als
gegeben
angenommen
würde,
wäre es jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise erfüllt.
4.3.7
Entgegen der Argumentation des
Beschwerdeführer
s zum Kriterium
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
11 S. 8)
bezieht sich
dieses letzte Kriterium
nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf, sondern auch auf leidensadaptierte Tätigkeiten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2020 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 4.1.5 mit Hinweis).
Erfüllt wäre dieses rechtsprechungsgemäss bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit während fast drei Jahren (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_627/2019 vom 1
0.
März 2020 E. 5.4.5
und
8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.6
; weitere Kasuistik vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 56/00 vom 30. August 2001 E.
3d
).
Hier war der
Beschwerdeführer
nach der umfassend abgeklärten und nachvollziehbar begründeten Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
A._
vom 1
3.
März 2018 bereits rund acht Monate nach dem Unfall vom 1
3.
Juli 2017 aufgrund der unfallbedingten Beschwerden in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/117/3), was vom Kreisarzt
Dr.
C._
am
9.
April 2019 zusammen mit dem Zumutbar
keits
profil bestätigt wurde (
Urk.
8/216).
Das Kriterium
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
ist bei dieser Sachlage mit Blick auf den von der Rechtsprechung entwickelten Massstab nicht erfüllt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_372/2013
vom 2
8.
Oktober 2013
E. 10.2, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_82
1/2011 vom 1
4.
November 2012 E.
4.2.5
).
4.4
4.4.1
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben relevanten Kriterien
gemäss BGE 115 V 133
zwei
erfüllt sind, keines davon jedoch in ausgeprägter Weise, was zur Bejahung der Adäquanz allfälliger noch vorhandener unfallbe
dingter Beschwerden bei einem mittelschweren im Grenzbereich zu einem leich
ten liegenden Unfall nicht genügt.
Mangels adäquatem Kausalzusammenhang der nach der Rechtskraft der Rentenverfügung (mit Integritätsentschädigung) vom 13. September 2019 (Urk. 8/240) geltend gemachten psychischen Beschwer
den
(
Urk.
8/258/1)
und dem Unfallereignis vom 13. Juli 2017 (Urk. 8/1, Urk. 8/12
9
)
besteht keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
für diese psychischen Beschwerden.
4.4.2
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
2
0.
Dezember 2020
(
Urk.
2) ist
somit
auch in Bezug auf die Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 (
Urk.
8/259/2-3
)
nicht zu beanstanden.
Sämtliche weiteren Vorbringen des
Beschwerdeführer
s führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
5.
5.1
Von weiteren Beweismassnahmen, namentlich der beantragten fachärztlichen Begutachtungen (Urk. 1,
Urk.
11), sind keine
entscheidrelevanten
Ergebnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_461/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 7 und 8C_733/2017 vom 2
9.
März 2018 E. 4.4).
5.2
Der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom
2
0.
Dezember 2020
(
Urk.
2)
erweist sich als rechtens.
Die Beschwerde ist
nach dem Gesagten
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.