Decision ID: b2197bb0-416d-49ed-a1ec-527a44a7f354
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene und als
gelernter
Koch erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am
16.
November 2011
unter Hinweis auf Rückenschmer
zen, depressive Episode
n
,
eine
affektive Störung,
ein
metabolisches Syndrom so
wie
eine
Fuss
a
rthrose
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/7)
.
Daraufhin führte die IV-Stelle Ab
klärungen in er
werblicher und medizinischer Hinsicht durch. Insbesondere liess sie den Versi
cherten durch Dr. med.
Y._
, Facharzt für Rheumatologie, und Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
bidisziplinär
begutachten (
Gutachten vom 6. August 2013,
Urk. 7/42-43)
. Am
1
7.
Februar 2012
teilte sie dem Versicherten mit,
dass
keine berufliche
n
Eingliederungs
massnahmen mög
lich
seien (Urk.
7/21).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk. 7/45 ff.) verneinte sie mit Verfügung vom 24.
Oktober 2013
dessen
An
spruch auf Leistungen
der Invalidenversicherung (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 8.
November 2013
Beschwerde mit dem
Rechtsbegehren um eine
erneute Prüfung
seines Leistungsgesuchs (Urk. 1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 9.
Januar 2014
schloss die
IV-Stelle
auf
Abwei
sung
der Beschwerde (Urk. 6), worüber der Beschwerdeführer am 28. Januar 2014
orientiert wurde (Urk. 8). Am 24.
März 2014
und am 11. März 2015
liess der Be
schwerdeführer
aktuelle
Arztb
ericht
e (Urk.
9, Urk.
17)
einreichen (Urk.
10, Urk. 16
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
da
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem
aus
geglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist.
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Ar
beitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psy
chi
scher, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder
wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sund
heitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E.
2). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
ziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelabhängigkeit
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist
(Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01
vom 19. Juni 2002 E. 2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkohol
sucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhäng
ig
keit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sundheits
stö
rung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkohol
sucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E. 1.2.2
mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I 130/93
vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälli
gen
verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I
940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht und
krankheitswer
ti
gem
psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zu
mutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträch
tigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können,
sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen
und der allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf der andern Seite sowie über
den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E.
2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr.
3 S.
7 E. 2b; AHI 2002 S.
30 E.
2a, 2001 S.
228 f. E.
2b mit
Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E.
2.2 und 4.
2 mit Hinweisen und 8C_672/2010 vom 27.
September 2010 E. 2).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungsablehnung damit, dass gemäss dem
bidiszi
plinären
Gutachten der
Dres
.
Y._
und
Z._
vom 6. August 2013
eine langdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
weder
in der bis
he
rigen Tätigkeit als Koch
noch
in angepasster, wechselbelastender Tätigkeit aus
gewiesen sei (Urk. 2
, Urk. 6
).
Demgegenüber
macht
der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf d
i
e Hospi
tali
s
ie
rung
en in den Jahren 2003, 2007, 2009/10, 2011, 2012 und 2013 sowie d
i
e ver
schiedenen, wegen Depressionen und Schmerzen abgebrochenen Arbeits
versuche
eine
langjährige
Arbeitsunfähigkeit
geltend
(Urk. 1)
.
3.
3.1
Im r
heumatologischen
Teilg
utachten
vom 6. August 2013 (Urk. 7/42) stellte
Dr.
Y._
folgende
Diagnosen
(S. 11)
:
-
Chronifiziertes
sakro-lumbo-spondylogenes
Schmerzsyndrom seit Jahren
-
aktuell klinisch altersnormale Verhältnisse
-
k
linisch keine Anhaltspunkte für ein
radikuläres
Geschehen und bildgebend keine Neurokompression nachweisbar
-
bildge
bend geringe
Spondylarthrosen
vor
allem
L3/4 und L4/5,
Osteochon
dro
sen
ak
zentuiert L2/3 und L3/4
-
Adipositas
permagna
-
Aktenanamnestisch
-
Diabetes mellitus
-
Hypertonie
-
Dyslipidämie
Weiter führte der Gutachter aus,
der Beschwerdeführer habe
über
seit dem 14./15.
Lebensjahr bestehende
linksseitige Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung
in den linken Oberschenkel
und zeitweise in den linken Schultergürtel
geklagt
(S. 5 f.)
.
Klinisch fänden sich keine gravierenden abnormen Befunde im Bereich
der Wirbelsäule, die nur leicht bewegungseingeschränkt sei und keine
paraver
te
bralen
Verspannungen zeige.
Palpatorisch
bestünden
Dolenzen
von der un
ter
s
ten
Brustwirbelsäule bis und mit Kreuzbein, mit einem Maximum über der unteren
Hälfte der Lendenwirbelsäule. Neurologisch fänden sich keine Defizite, es sei denn
ei
ne angedeutete Berührungsmindere
mpfindlichkeit der gesamten linken
Kör
perhälfte im Vergleich zu
r
r
echten. Die Zunahme der Rü
cken
/
Bein
schmer
zen
im Jahre 2003
stehe
nach d
en Angaben des Beschwerde
führer
s wahr
sc
h
e
i
nlich
in Zusammenhang
mit der damal
s
aufgetretenen
extra
somatischen
Problematik.
Er
schwerend komme aus somatischer Sicht ein massi
ves
Ü
berge
wicht hinzu, dass
die körperliche Agilität sicher relevant einschränke
. In den Akten werde zudem eine Fussarthrose genannt. Da der Beschwerdeführer aber keine entsprechenden Klagen äussere und klinisch keine relevante
Fusspa
tho
logie
erkennbar sei, sei auf eine radiologische Abklärung verzichtet
worden
.
Die dem Beschwerdeführer mitgete
ilte Diagnose einer Gicht
dürfte nach der geschil
derten Symptomatologie und den durchgeführten Untersuchungen nicht zutreff
e
n.
Die
Rückenbeschwer
den
könnten durch eine substantielle
Gewichts
reduktion
und anschliessende Physiotherapie,
m
edizinische Trainingstherapie und sportli
che
Aktivität positiv beeinflusst werden
(S. 1
1
f.)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Koch arbeitsfähig, sofern die Küche über zeitgemässe Hilfsmittel zur Minimierung der
Rückenbelastung verfüge.
Dabei solle keineswegs behauptet werden, dass er nicht
unter einem gewissen Mass an Rückenschmerzen leide.
Eine wechselnd belas
tende Tätigkeit wäre ohne Einschränkung zumutbar. Es könne nicht aus
ge
schlossen werden, dass während einer gewissen Zeitperiode eine
rück
en
be
dingte
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % bestanden habe
. Detaillierte Angaben zum Verlauf einer allfälligen früheren Arbeitsunfähigkeit seien nicht möglich. Aktuell sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit seit einiger Zeit arbeitsfähig
(S.
1
2
f.)
.
3.2
Dr.
Z._
stellte im psychiatrischen
Teilg
utachten
vom 6. August 2013 (Urk.
7/43)
folgende
Diagnosen
(S. 7)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, seit
L
ängerem remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Schädlicher Alkoholkonsum (ICD-10 F10.1)
Laut Gutachten zeigt
e
der Beschwerdeführer trotz chronischem
Schmerzsyn
drom
kaum Hinweise für eine psychosomatische Überlagerung der Schmerzen.
Er
neige zu Verstimmungen
und b
ei schwierigen Lebenssituationen komme es
ge
legentlich zu kurzfristigen depressiven Phasen. Der aktuelle Befund sei dies
be
züglich wenig auffällig. Der Beschwerdeführer sei insbesondere nicht verstimmt,
für Humor zugänglich und zeige ein erhaltenes Selbstwertgefühl. Es könne auch auf eine regelmässige Tagesgestaltung hingewiesen werden. Der Beschwerde
führer habe seine Kollegenkontakte aufrechterhalten und mache regelmässig Ferien bei seinen Schwestern in
A._
. Auch habe er die ambulante Psycho
therapie aufgegeben.
Zusammenfas
s
end dürfte die affektive Problematik nie während längerer Zeit eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ver
ursacht haben
(S. 8)
.
Neuerdings werde eine bipolare affektive Störung diag
nostiziert (Bericht der
B._
,
vom 4. April 2013; Urk. 7/33/1-8). Diese Diagnose sei allerdings fraglich, da
d
er
Beschwerdeführer
gemäss seinen Angaben nie an Manien gelitten habe. Auch in den älteren Arztberichten seien keine Befunde einer bipolaren affektiven Störung erwähnt worden. Ebenso fehl
ten im Bericht
der
B._
fundierte Symp
to
me, um diese Diagnose zu belegen.
E
ine Persönlichkeitsstörung lasse sich
eben
falls
nicht diagnostizieren.
Zwar
sei
mehrmals
der Verdacht auf eine spezifische Persönlichkeitsstörung geäussert worden. Eine gesicherte Diagnose habe
jedoch
nie gestellt werden können. Auch bei der gutachterlichen Untersu
chung hätten sich keine Symptome einer Persönlichkeitsstörung eruieren lassen (S. 9).
Es bestehe eine Alko
holproblematik. Der Beschwerdeführer neige dazu, bei schwie
rigen Lebenssituationen oder bei heftigen Schmerzen übermässig Alkohol zu trinken, weshalb es mehrmals zu akuten Intoxikationen gekommen sei. Irre
versible alkoholbedingte Gesundheitsschäden bestünden nicht. Der schädliche Alkoholkonsum sei auch nicht Folge einer psychischen Störung (S. 9).
Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit könne von der insgesamt mässigen Psychopa
thologie abgeleitet werden, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht nie länger als einige Wochen arbeitsunfähig gewesen sei. Nach Herbst 2010 sei
die Arbeitsfähigkeit nie wegen einer psychischen Störung längere Zeit in rele
van
tem Ausmass eingeschränkt gewesen. Die bisherige und
eine ange
passte Tätig
keit seien
(
weitgehend
)
uneingeschränkt zumutbar (S. 9 ff.).
Dr.
Z._
be
rich
tete zudem, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2012 zu 50-90 %
arbeits
tätig
sei. Wegen persönlichen Differenzen wisse er nicht, ob er weiterhin dort arbeiten wolle (S. 5 und S.
9 unten).
3.3
In der
interdisziplinäre
n
Zusammenfassung
vom 6. August 2013 (Urk. 7/42 S.
14 f., Urk. 7/43 S.
14 f.) kamen die beiden Gutachter zum Schluss, dass aus somatisch-rheumatologischer und psychiatrischer Sicht eine voll erhaltene Ar
beitsfähigkeit als Koch in einer zeitgemäss ausgestatteten Küche bestehe.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten
der
Dr
es
.
Y._
und
Z._
erfüllt sämtli
che von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine beweiskräftige medi
zinische Entscheidungsgrundlage (BGE 134 V 231 E.
5.1, 125 V 351 E. 3a): Es beruht auf einer eingehenden
rheumatologischen und psychiat
rischen Untersu
chung, ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden
,
berück
sich
tigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen, den früheren ärztlichen Stellungnahmen, den erhobene
n Befunden und dem Ver
halten des Beschwerde
führers
auseinander
was insbesondere hinsichtlich der Beurteilung
der rezidi
vierenden depressiven Störung und des Alkoholkonsums
von Bedeutung ist
und leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zu
stände und Zusammen
hänge
sowie in Bezug
auf die gezogenen Schlussfolge
rungen ein.
4.2
Weiter konnte die
durch die Ärzte
in
der
B._
wiederholt gestellt
e
Diagnose einer
(
narzisstischen
)
Persönlichkeits
störung
(vgl. Urk. 7/12)
weder anhand der wiedergeg
ebenen Befunde
noch aufgrund der
späteren
Behandlung
erhärtet werden
, weshalb
sie zunächst
mehrheitlich
als
Ver
dachtsdiagnose
gestellt
(vgl. Berichte vom 27. Dezember 2011, Urk. 7/34/8-10,
vom
10. Januar
2012
, Urk. 7/34/4-7,
vom
20. Juni 2012, Urk. 7/27,
und
vom
6. Juli 2012, Urk. 7/34/1-3)
und in den jüngeren Berichten nicht mehr erwähnt wurde (Be
richte vom 1. November 2012, Urk. 7/33/9-12, vom 4. April 2013, Urk. 7/33/1-8, und vom 24. April 2013, Urk. 3/3).
Weshalb die Diagnose im Be
richt vom 10. Juni 2014 wieder erwähnt wurde, ist nicht nachvollziehbar be
gründet.
Auch die
einzig
im Bericht vom
4. April 2013
(
Urk. 7/33/1-8
) gestellte Diagnose einer bipolar
e
n
affektiven Störung (ICD-10 F31.3) wurde im
vom
gleichen
Psychiater
verfassten
Bericht vom 24. April 2013 (Urk. 3/3) nicht mehr
wiederholt
.
Aufgrund dieser Aktenlage
leuchtet
ein
, dass der Gutachter Dr.
Z._
in
Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
und den erhobenen Befunden
so
wohl eine
Persönlichkeitsstörung als auch eine bipolare affektive Störung
ver
neinte und zur Hauptsache die Alkoholproblematik betonte.
4.3
Mit Ausnahme der Hospitalisierung im Zentrum für Stationäre Psychiatrische Rehabilitation der
B._
vom 7. Februar bis 15. Juni 2012, welche die Behandlung des chronischen Schmerzsyndroms, des
schä
dlichen Gebrauchs von Alkohol und der rezi
divierenden, im damaligen Zeit
punkt remittierten Depression
bezweckte (Urk. 7/34/1-3),
erfolgten sämtliche
Hos
pitalisierungen
ab 2011
im Rahmen von
kurzdauernden
Kriseninter
ven
tio
nen
nach
Alkoholmissbrauch
und
akuter Suizidalität
(
vom 1
5.
bis 19. Dezember 2011,
Urk. 7/34/8-10
, vom 2
3.
bis 28. Dezember 2011, Urk. 7/34/4-7
,
vom 2
5.
bis
30. Okto
ber 2012, Urk. 7/33/9-12, vom 1
3.
bis 18. Februar 2013, Urk. 3/3
)
.
Da Alkoholismus
für sich alleine
rechtsprechungsgemäss keine Invali
dität begrün
det (vgl. E. 1.3)
und der Gutachter Dr.
Z._
ein
en
psychi
sche
n
Gesundheits
schaden
als dessen Ursache oder Folge überzeugend verneint hat
,
lassen sich aus diesen stationären Behandlungen keine Schlüsse auf eine
bleibende
oder
längere Zeit dauernde
Einschränkung der Erwerbs
fähigkeit
zie
hen
(vgl. E. 1.1).
4.4
Mit Bezug auf die depressive Störung stimmt Dr.
Z._
Verneinung einer
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit der bundesgerichtlichen Rech
t
sprechung überein, wonach
eine depressive Entwicklung selbst bei Vorlie
gen einer
definitionsgemäss vorüb
ergehenden
mittelgradigen Epi
sode nicht die nötige Intensität, Ausprägung u
nd Dauer aufweist, um als eigen
ständige Krankheit betrachtet zu werden. Vielmehr ist darin in erster Linie eine (reaktive)
Begleiterkrankung
zum
in schwierigen Situationen übermässigen
Alkohol
kon
sum
des Beschwerdeführers
zu sehen.
Zwar wurde beim Beschwerdeführer wie
derholt eine rezidivierende depressive
Störung (ICD-10 F33) im Sinne einer länger an
dauernden und nicht eine von dieser Diagnose zu unterscheidende de
pressive Episode (ICD-10 F32) im Sinne einer vorübergehenden zeitlich be
grenzten De
pression diagnostiziert (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_856/2013 vom 8.
Oktober 2014 E. 5.1.2). Doch ist den Akten zu entnehmen, dass die depressive Störung jeweils über längere Zeit leicht und zum Teil auch gänzlich remittierte (vgl. etwa Berichte vom
28. November 2011, Urk. 7/11, vom 27. Dezember 2011, Urk. 7/34/8; vom 10. Janu
ar 2012, Urk. 7/34/4; vom 6. Juli 2012, Urk. 3/1; und
vom 1.
November
2012, Urk. 7/33/9). Erst im April 2013 wurde wieder eine mittel
gradige de
pre
ss
i
ve
Störung erhoben (Urk. 3/2-3), die aber anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
Z._
bereits seit Längerem remittiert war (Urk.
7/43 S.
7 und S.
13). Selbst mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten
grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
, doch sagt die Be
han
del
barkeit eines psychischen Leidens für sich allein betrachtet nichts Ab
schliess
endes über dessen invalidisierenden Charakter aus (Urteil des Bundesge
richts 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Hier ist nach dem Gesagten im fraglichen Zeitraum, mithin sechs Monate nach der Anmeldung am 16. November 2011 (Urk. 7/7; Art. 29 Abs. 1 IVG) bis zum Verfügungserlass am 24. Oktober 2013, keine länger andauernde depressive Stö
rung ausgewiesen. Zudem ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer jeweils mit der Empfehlung zur Weiterführung der medikamentösen
und psychotherapeutischen Therapie aus den Klinikaufenthalten entlassen wurde
(vgl. etwa Urk. 7/34/7, Urk. 7/34/10), doch ist weder aktenkundig noch wird be
hauptet, dass er sich in entsprechende fachärztliche Behandlung begeben und sich einer konsequenten Therapie unterzogen hätte. Vielmehr ergibt sich, dass er
wiederholt wegen übermässigem Alkoholkonsum und gar wegen
Alkoholin
toxi
kation
hospitalisiert werden musste und hernach die stationäre
Weiterbe
hand
lung
abbrach (vgl. Urk. 7/33/11, Urk. 17 S. 4).
Unter diesen Umständen ist der gutachterlich festgelegten vollständigen Arbeits
fähigkeit ohne
Weiteres
zu folgen.
4.5
An
Dr.
Z._
Schlussfolgerungen vermögen die abweichenden Einschätz
ungen
der Fachärzte der
B._
nichts zu ändern.
Denn diese
attestieren
dem Beschwerdeführer
eine
50%ige bis
100%ige
Arbeits
un
fähigkeit,
gehen je
doch
wie Dr.
Z._
von einer rezidivierenden de
pressi
ven Störung mit leichten bis mittelgradigen Episoden
aus und schätzen die
Einschränkungen
der psychischen Funktionen
als lediglich leicht bis höchstens
mittelschwer ein
(vgl. insbesondere Urk. 7/12, Urk. 7/27, Urk. 7/33/1-8). Dies lässt
sich damit erklären, dass sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu kon
zentrieren haben.
Vor diesem Hintergrund
ist bei der Würdi
gung ihrer Stellung
nahmen
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass sie
mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Ihre
An
gaben
vermö
gen
somit
die Beweiskraft des
psychiatrischen Teilg
utachtens
vom 6. August 2013
nicht in Frage zu stellen.
4.6
Aus somatisch
-rheumatologisch
er Sicht
vermochte
der Gutachter Dr.
Y._
die geklagten Schmerzen nicht
zu
objektivieren. Auch eine Konsultation in der
C._
ergab laut Bericht vom 29. November 2011 kein radiolo
gisches Korrelat für die vom Beschwerdeführer beschriebene L5-Symptomatik (Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule vom 22. November 2011), weshalb vorerst ein
probatorische
r
Nervenwurzelblock L5 links veranlasst
wurd
e
(Urk. 7/13/5-6).
Schliesslich lässt sich auch dem im Beschwerdeverfahren zu den Akten gelegte
n
Be
richt von Dr. med.
D._
, Fach
ä
r
z
tin für Rheu
m
a
tologie, Physikalische Me
dizin und
R
ehabilitation, vom 17. Februar 2014
(Urk. 9)
nichts entnehmen,
wa
s die
Einschätzung von Dr.
Y._
in Zweifel zu ziehen vermag. Denn
Dr.
D._
attestiert
zwar
eine Einschränkung für
eine
körperlich schwer belastende Tätig
keit
, sie erachtet den Beschwerdeführer jedoch
f
ür körperlich nicht extrem be
las
tende Tätigkeiten
für
a
r
beitsfähig
. Diese Einschätzung stimmt
im Wesentli
chen
mit derjenigen von Dr.
Y._
überein
,
bejaht
er
doch
eine Arbeitsfähig
keit als Koch
lediglich
unter der Voraussetzung, dass die Küche
zeitgemäss ausgestattet
ist
(Urk. 7/42 S. 12, S. 14 f.)
,
denn moderne Hilfsmittel in der Küche erlauben
die Vermeidung von extremen Rückenbelastungen
.
Im Übrigen vermochte der Be
schwerdeführer den eigenen Angaben zufolge der Belastung der aus eigenem
Antrieb aufgenommenen Tätigkeit als Koch im Umfang von bis zu 90 % (Urk. 7/42/6,
Urk.
7/43/5) trotz der somatischen Beschwerden über mehrere Monate hinweg Stand zu halten, zog er doch die Aufgabe der Stelle aus per
sön
lichen und nicht aus gesundheitlichen Gründen in Betracht (Urk. 7/43/5).
4.7
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf das
bidisziplinäre
Gut
achten
vom 6. August 2013
der
Dr
es
.
Y._
und
Z._
abgestellt und
eine lang
a
nda
uernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer oder psychiatrischer Sicht und damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes verneint
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00
.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).