Decision ID: fc97929f-d0af-4ffd-8d46-110552ab9048
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend mehrfache Übertretung gegen das Abfallgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, vom 1. März 2019 (GB180026)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl ST.2018.2220 des Statthalteramt Bezirk Dielsdorf vom
7. Dezember 2018 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 3/25).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 16 S. 16 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Übertretung gegen das Abfallgesetz
gemäss § 39 Abs. 1 lit. f AbfG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 AbfG sowie der mehr-
fachen Verletzung der Polizeiverordnung gemäss Art. 30 Abs. 1 Polizeiverordnung
RONN in Verbindung mit Art. 7 lit. a und c und Art. 16 Abs. 1 Polizeiverordnung
RONN.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.
3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 900.–.
5. Der Beschuldigte hat an das Statthalteramt Bezirk Dielsdorf nebst der Busse von Fr. 500.– die Kosten des Strafbefehls vom 7. Dezember 2018 im Betrag von
Fr. 630.– und die nachträglichen Gebühren des Statthalteramt Bezirk Dielsdorf von Fr. 100.– zu bezahlen.
6. (Mitteilung)
7. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 17 sinngemäss; schriftlich)
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 1. März 2019
(GB180026-D) sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Übertretung gegen
das Abfallgesetz gemäss § 39 Abs. 1 lit. f AbfG in Verbindung mit § 14
Abs. 1 AbfG sowie der mehrfachen Verletzung der Polizeiverordnung
gemäss Art. 30 Abs. 1 PolV RONN in Verbindung mit Art. 7 lit. a und c
und Art. 16 Abs. 1 PolV RONN freizusprechen.
3. Die Kosten beider Verfahren seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
b) Des Statthalteramt Bezirk Dielsdorf:
(Urk. 22; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Considerations:
Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Prozessgeschichte
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 16 S. 2 f.).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, Strafsachen, vom 1. März 2019
wurde der Beschuldigte der mehrfachen Übertretung des Abfallgesetzes gemäss
§ 39 Abs. 1 lit. f AbfG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 AbfG sowie der mehrfachen
Verletzung der Polizeiverordnung gemäss Art. 30 Abs. 1 PolV RONN in Verbin-
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dung mit Art. 7 lit. a und c und Art. 16 Abs. 1 PolV RONN schuldig gesprochen
und mit einer Busse von Fr. 500.– (bzw. bei schuldhafter Nichtbezahlung 5 Tagen
Ersatzfreiheitsstrafe) bestraft. Zudem wurden dem Beschuldigten die Gerichts-
kosten und die Kosten des Vorverfahrens auferlegt (Urk. 16 S. 16 f.). Gegen das
mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 9) meldete der Beschuldigte am 4. März 2019
fristgerecht Berufung an (Urk. 9). Das begründete Urteil wurde den Parteien am
5. Juni 2019 bzw. am 6. Juni 2019 zugestellt (Urk. 13/1-2). In der Folge reichte
der Beschuldigte am 7. Juni 2019 (Datum Poststempel) fristgerecht (Art. 399
Abs. 3 StPO) die Berufungserklärung ein (Urk. 17; Urk. 18).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 9. Juli 2019 wurde die Berufungserklärung des
Beschuldigten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO dem Statthalteramt
Bezirk Dielsdorf zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben
oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 20). Mit Eingabe
vom 12. Juli 2019 verzichtete das Statthalteramt Bezirk Dielsdorf auf eine An-
schlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
(Urk. 22).
1.4. Mit Beschluss vom 18. Juli 2019 wurde in Anwendung von Art. 406 Abs. 1
lic. c StPO die schriftliche Durchführung des Verfahrens angeordnet. Sodann
wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungsanträge zu stellen
und zu begründen. Weiter wurde der Beschuldigte aufgefordert, in der Berufungs-
begründung seine aktuellen persönlichen und finanziellen Verhältnisse darzu-
legen (Urk. 26).
1.5. In der Folge ging am 29. Juli 2019 die Berufungsbegründung des Beschul-
digten beim hiesigen Gericht ein (Urk. 28). Mit Präsidialverfügung vom 30. Juli
2019 wurde die Berufungsbegründung dem Statthalteramt Bezirk Dielsdorf zu-
gestellt und gleichzeitig Frist angesetzt, um die Berufungsantwort einzureichen.
Sodann wurde der Vorinstanz Gelegenheit zur freigestellten Vernehmlassung im
Sinne von Art. 390 Abs. 2 StPO eingeräumt (Urk. 31). Mit Eingabe vom 6. August
2019 verzichtete das Statthalteramt auf eine Berufungsantwort und verwies voll-
umfänglich auf den vorinstanzlichen Entscheid sowie die Akten (Urk. 33). Die Vor-
instanz verzichtete auf die ihr freigestellte Vernehmlassung (Urk. 37).
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2. Kognition des Berufungsgerichts
Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erst-
instanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlos-
sen worden ist. Steht ein Urteil zur Überprüfung an, bei welchem – wie dies vor-
liegend der Fall ist – lediglich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen
Verfahrens bildeten, so schränkt Art. 398 Abs. 4 StPO die Kognition der Beru-
fungsinstanz ein. In diesen Fällen wird das angefochtene Urteil lediglich dahinge-
hend überprüft, ob es rechtsfehlerhaft ist oder ob eine offensichtlich unrichtige
Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben ist. Im letzteren
Fall relevant sind insbesondere klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung
wie namentlich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweis-
lage. Weiter in Betracht kommen Fälle, in denen die Sachverhaltsfeststellung auf
einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der
StPO selbst, beruht. Ebenfalls unter diesen Rügegrund fällt die Situation, in wel-
cher die an sich zur Verfügung stehenden Beweismittel offensichtlich ungenügend
ausgeschöpft wurden, mithin der Sachverhalt unvollständig festgestellt wurde.
Gesamthaft gesehen dürften regelmässig Konstellationen relevant sein, die als
willkürliche Sachverhaltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID/JOSITSCH,
StPO Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 398 N 11ff.; BSK StPO II-EUGSTER,
2. Aufl. 2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Si-
tuation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung
ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht
(vgl. BGE 138 I 305 E. 4.3 m.H.). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher
nicht willkürlich, auch wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters
allenfalls anders entschieden hätte. Die Berufungsinstanz hat zu überprüfen, ob
die vom Berufungskläger vorgebrachten Rügen von der Überprüfungsbefugnis
gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO gedeckt sind. Im allenfalls über die Überprüfungs-
befugnis hinausgehenden Umfang hat das Gericht auf die Berufung nicht einzu-
treten.
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3. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte schränkte seine Berufung nicht ein, sondern brachte mit seiner
Berufungserklärung zum Ausdruck, dass er insgesamt mit dem Urteil der Vor-
instanz nicht einverstanden ist (vgl. Urk. 17). Das vorinstanzliche Urteil hat damit
als umfassend angefochten zu gelten. Dieses steht somit unter Beachtung des
Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) gesamthaft zur Disposition,
wobei es allerdings nur im Rahmen der oben erläuterten Kognition zu überprüfen
ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
4. Notwendige Verteidigung
4.1. Der Beschuldigte erwähnte in seinen Eingaben immer wieder den Begriff
"Armenrecht" (Urk. 17; Urk. 28; Urk. 35). Wenn der Beschuldigte dies als Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung verstanden haben will, so ist darauf hinzuwei-
sen, dass die StPO das Institut der unentgeltlichen Prozessführung nicht kennt.
Indessen ist dies sinngemäss als Gesuch auf Bestellung einer amtlichen Verteidi-
gung im Sinne von Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO entgegenzunehmen.
4.2. Gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO ordnet die Verfahrensleitung eine amtli-
che Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen
Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist. Zur
Wahrung der Interessen der beschuldigten Person ist die Verteidigung namentlich
geboten, wenn es sich nicht um einen Bagatellfall handelt und der Straffall in tat-
sächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bietet, denen die beschuldigte
Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 132
Abs. 3 StPO liegt ein Bagatellfall jedenfalls dann nicht mehr vor, wenn eine Frei-
heitsstrafe von mehr als 4 Monaten oder eine Geldstrafe von mehr als
120 Tagessätzen zu erwarten ist.
4.3. Im vorliegenden Übertretungsstrafverfahren kommt höchstens eine Bestra-
fung mit einer Busse in Frage, weshalb es sich offensichtlich um einen Bagatellfall
handelt (vgl. BGE 120 Ia 43, E. 2.a), welche keine Bestellung einer amtlichen Ver-
teidigung angezeigt erscheinen lässt. Es sind sodann keine Gründe für eine not-
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wendige Verteidigung im Sinne von Art. 130 StPO ersichtlich. Der Antrag des Be-
schuldigten auf Bestellung einer amtlichen Verteidigung ist abzuweisen.
5. Formelles
Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich
auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Viel-
mehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und
massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 141 IV 249; BGE 138
IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2).
II. Sachverhalt
1. Ausgangslage
Dem Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 7. Dezember 2018 (Urk. 3/25), wel-
cher vorliegend als Anklage gilt (Art. 357 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 356 Abs. 1
StPO), zusammengefasst Folgendes vorgeworfen: Der Beschuldigte soll zwi-
schen dem 17. April 2018 und dem 12. Oktober 2018 (an insgesamt zehn Daten)
leere Bierdosen und/oder PET-Flaschen in und um das Mehrfamilienhaus an der
...-strasse ... in ... [Ort] deponiert haben. Dies begleitet durch wirre, teils be-
schimpfende und beleidigende Textnachrichten auf Kartonstücken zum Nachteil
des Ehepaares B._ und C._ (fortan Geschädigte). Diese Gegenstände
respektive Nachrichten seien entweder auf dem Parkfeld oder im Briefkasten der
Geschädigten vor dem Haupteingang zum Mehrfamilienhaus, auf der Ablage un-
ter den Briefkästen, vor der Garagenbox oder unter dem Wohnwagen der Ge-
schädigten zurückgelassen worden. Die inkriminierten Taten seien am 17. April
2018, 16. Mai 2018, 18. Mai 2018, 27. Mai 2018, 20. Juni 2018, 6. Juli 2018,
10. Juli 2018, 11. August 2018, 17. August 2018 sowie am 12. Oktober 2018 poli-
zeilich rapportiert worden.
2. Vorinstanzliches Urteil
Die Vorinstanz erachtete den zur Anklage gebrachten Sachverhalt nach Wür-
digung der zur Verfügung stehenden Beweismittel, so insbesondere der Aus-
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sagen des Beschuldigten sowie der am Tatort zurückgelassenen Nachrichten, als
erstellt (Urk. 16 S. 4 ff.).
3. Vorbringen des Beschuldigten
Der Beschuldigte liess sich im vorliegenden Verfahren diverse Male, teilweise
auch unaufgefordert, vernehmen. Konkret zu nennen sind dabei die Schreiben
vom 8. (recte: 7.) Juni 2019 (Urk. 17), vom 13. Juli 2019 (Urk. 24), vom
26. (recte: 25.) Juli 2019 (Urk. 28), vom 7. August 2019 (Urk. 32) sowie vom
7. August 2019 (Urk. 35). In sämtlichen, teilweise nur schwer verständlichen
Schreiben setzte sich der Beschuldigte nicht sachbezogen mit dem vorinstanz-
lichen Urteil, respektive mit dem im Raum stehenden Anklagesachverhalt aus-
einander. Vielmehr machte der Beschuldigte immer wieder Ausführungen zu an-
geblichen Vorfällen in der Vergangenheit. So behauptete er wiederholt, es sei zu
Beschädigungen seiner Motorradfahrzeuge, einem Hausfriedensbruch und einem
Diebstahl gekommen. Sodann sieht der Beschuldigte eine Verschwörung der
Polizei/Behörden/Geschädigten gegen ihn. Weiter macht er geltend, man trachte
ihm nach seinem Leben (Urk. 17; Urk. 24; Urk. 28; Urk. 32; Urk. 35). Gleicher Art
äusserte sich der Beschuldigte auch schon in der Eingabe vom 4. März 2019, mit
welcher er Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob (Urk. 9), bzw. in sei-
nem Schreiben vom 18. März 2019 (Urk. 11).
4. Würdigung
Damit setzt sich der Beschuldigte nicht in rechtsgenügender Weise mit dem vor-
instanzlichen Urteil auseinander. Insbesondere kann den diversen Eingaben des
Beschuldigten nicht entnommen werden, weshalb eine offensichtlich unrichtige
Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz gegeben sein soll. Aufgrund
des Gesagten ist für die rechtliche Würdigung mit der Vorinstanz vom Sachverhalt
gemäss Strafbefehl auszugehen.
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III. Rechtliche Würdigung
1. Auch mit Bezug auf die rechtliche Würdigung bringt der Beschuldigte keine
substantiierten Rügen vor. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz erweist sich
als zutreffend und gibt zu keinen Beanstandungen Anlass (Urk. 16 S. 11 ff.). Es
kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die diesbe-
züglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen mehrfacher Übertretung gegen das
Abfallgesetz gemäss § 39 Abs. 1 lit. f AbfG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 AbfG
sowie mehrfacher Verletzung der Polizeiverordnung gemäss Art. 30 Abs. 1 PolV
RONN in Verbindung mit Art. 7 lit. a und c und Art. 16 Abs. 1 PolV RONN ist
zweitinstanzlich zu bestätigen.
IV. Strafzumessung
1. Ausgangslage
Die Vorinstanz würdigte das Tatverschulden des Beschuldigten als noch leicht
und bestrafte ihn nach Würdigung der weiteren Strafzumessungskriterien mit ei-
ner Busse von Fr. 500.– (Urk. 16 S. 16).
2. Konkrete Strafzumessung
2.1. Betreffend die Bestimmung des Strafrahmens sowie die Bemessung der
Strafe innerhalb des Strafrahmens kann vorab auf die vorinstanzlichen Erwägun-
gen verwiesen werden (Urk. 16 S. 13 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.2. Zu Recht hat die Vorinstanz berücksichtigt, dass sich das Hinstellen des
Abfalls auf einzelne PET-Flaschen und Dosen sowie beschriftete Kartonfetzen
beschränkt hat, welche an sich sauber waren und in der Regel auch ordentlich
hingestellt wurden. Dass es zu einer weitergehenden Verschmutzung des priva-
ten Grundes gekommen wäre oder die Aufräumarbeiten besonders aufwendig
gewesen wären, kann deshalb nicht gesagt werden. Zu erwähnen gilt es aber,
dass der Beschuldigte bei insgesamt zehn Gelegenheiten und über einen Zeit-
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raum von knapp sechs Monaten verteilt deliktisch aufgefallen ist. Im Vergleich zu
allen theoretischen denkbaren Verstössen gegen das Ablagerungsverbot im Sin-
ne von § 14 Abs. 1 AbfG bzw. der Beeinträchtigung von privatem Eigentum im
Sinne von Art. 16 PolV RONN sind aber noch wesentlich schwerere Verstösse
denkbar. Das Tatverschulden ist deshalb im alleruntersten Bereich des möglichen
Strafrahmens anzusiedeln. Der Beschuldigte handelte dabei vorsätzlich, weshalb
das subjektive Tatverschulden das objektive Tatverschulden nicht relativiert.
2.3. Als obsolet erweisen sich die Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzu-
messung mit Bezug auf die Übertretungstatbestände des Art. 7 lit. a und c PolV
RONN. Für diese Verstösse sind im Anhang der Polizeiverordnung der Gemein-
den des Zweckverbandes Polizei RONN vom 1. Januar 2014 Ordnungsbussen in
der Höhe von Fr. 50.– (Art. 7 lit. a) bzw. Fr. 100.– (Art. 7 lit. c) vorgesehen, welche
damit keiner Strafzumessung bedürfen.
2.4. Betreffend die persönlichen Verhältnisse kann auf die diesbezügliche Er-
wägung im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 16 S. 15; Art. 82 Abs. 4
StPO), zumal der Beschuldigte trotz der Aufforderung im Beschluss vom 18. Juli
2019 (Urk. 26) in seinen nachfolgenden Eingaben keine sachdienlichen Angaben
zu seinen aktuellen persönlichen und finanziellen Verhältnissen machte. Es ist
deshalb von den persönlichen Verhältnissen auszugehen, welche sich aus den
Akten ergeben. Richtig ist es, wenn die Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse
und insbesondere die Vorstrafenlosigkeit strafzumessungsneutral berücksichtigt
(BGE 136 IV 1). Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz hingegen, wenn sie
den Umstand, dass der Beschuldigte sich "[...] bezüglich seiner Übertretung
höchst uneinsichtig [...]" zeige, straferhöhend gewichtet. Zwar hat auch das Bun-
desgericht in ständiger Rechtsprechung solche Umstände zu Lasten der beschul-
digten Person gewertet. Allerdings wird eine straferhöhende Wirkung der man-
gelnden Einsicht bei der beschuldigten Person durch die überwiegende Lehre aus
überzeugenden Gründen zu Recht abgelehnt (BSK StGB I-WIPRÄCHTIGER/KELLER,
Art. 47 N 173 m.w.H.). Die mangelnde Einsicht und Reue des Beschuldigten ist
demnach ebenfalls strafzumessungsneutral zu werten.
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2.5. Betreffend die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ergibt sich aus
der vorinstanzlichen Befragung, dass der Beschuldigte eine monatliche Rente von
Fr. 1'600.– bezieht sowie eine Zusatzrente zwischen Fr. 500.– und Fr. 700.– pro
Monat erhält (Urk. 7 S. 3 f.). Sodann hat der Beschuldigte weder Vermögen noch
Schulden (Urk. 7 S. 5).
2.6. Obwohl das Nachtatverhalten des Beschuldigten – entgegen dem vor-
instanzlichen Urteil – nicht straferhöhend in Anschlag gebracht wird, erweist sich
die Festsetzung einer (akkumulierten) Busse in der Höhe von Fr. 500.– unter
Würdigung sämtlicher massgebender Strafzumessungskriterien sowie im Lichte
der bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten als angemessen
und ist zu bestätigen.
V. Vollzug und Ersatzfreiheitsstrafe
Der bedingte oder teilbedingte Vollzug einer Busse ist nicht möglich (vgl. Art. 105
Abs. 1 StGB). Die Busse ist zwingend zu vollziehen. Gemäss Art. 106 Abs. 2
StGB spricht der Richter im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht
bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens
drei Monaten aus. Fünf Tage Ersatzfreiheitsstrafe im Falle schuldhafter Nichtbe-
zahlung liegt im Rahmen des gerichtsüblichen Umwandlungssatzes.
VI. Kostenfolgen
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 1'500.– festzu-
setzen.
2. Da der Beschuldigte mit seiner Berufung unterliegt, hat er ausgangsgemäss
die gesamten Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen
Gerichtsverfahrens zu tragen (Art. 426 StPO und Art. 428 StPO).
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