Decision ID: 551b21a4-cd4d-4fe8-aeb2-52bbe8e439d9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, meldete sich am 12. Oktober 2005 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Aufgrund ihrer medi
zinischen Abklärungen - unter anderem holte sie das interdisziplinäre
Gutach
ten der Ärzte
des
Y._
vom 28. Dezember 2010
(Urk. 7/55)
ein
- verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 14. April 2011 einen Rentenanspruch (Urk. 7/66), was vom Gericht mit Urteil vom 13. September 2012 im Prozess Nr. IV.2011.00591 bestätigt wurde (Urk. 7/76). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom
5. November 2012 an das Bundesgericht wurde am 8. Januar 2013 zurück
gezogen (Urk. 7/83).
1.2
Am 20. Januar 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/93, Urk. 7/95-96) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. November 2015
auf das Leistungsbegehren
nicht ein (Urk. 7/98). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 26. Oktober 2015 (Urk. 7/100/3-11) hiess das Gericht mit Urteil vom 10. Februar 2016 im Prozess Nr. IV.2015.01105 gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese
auf
die Neuanmeldung eintrete und nach erfolgten Abklärungen über
den Ren
tenanspruch
materiell entscheide.
1.3
In der Folge holte die IV-Stelle medizinische Bericht
e
ein (Urk. 7/111-112, Urk. 7/121
) und liess die Versicherte durch med.
pract
.
Z._
, Fach
ärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und
Dr.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD),
untersuchen (Untersuchungsberichte vom 8. März 2017, Urk. 7/126-127). Mit Vorbescheid vom 10. März 2017 stellte die IV-Stelle in Aussicht, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (Urk. 7/130). Nachdem die Ver
sicherte am 23. Mai 2017 Einwände erhoben hatte (Urk. 7/138), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Mai 2017 den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 = Urk. 7/141).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. Mai 2017 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 29. Juni 2017
Beschwerde und beantragte die Ausrichtung mindestens einer
Viertelsrente
, eventuell die Rückweisung der Sache zur erneuten Abklärung (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2017, welche der Beschwerde
führerin am 13. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9), schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70
Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert
und steht - wie vorliegend - fest, dass die Verwaltung die neue Anmeldung zu prü
fen hat,
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, v
gl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung
(Urk. 2)
davon aus,
dass bei der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten gestellt werden können (S. 1 unten). Aus orthopädischer Sicht bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit im Service und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (S. 2 oben). Bei einer Gewichtung von 70 % Erwerbsarbeit und 30 % Haushaltsarbeit resultiere ein Invaliditätsgrad von 11 %, welcher keinen Rentenanspruch begründe (S. 2 Mitte).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, an den ärztlichen Abklärungen durch RAD-Ärztin
Z._
bestünden aus näher dargelegten Gründen erhebliche Zweifel (S. 4 Ziff. 2), weshalb auf ihren Bericht nicht abge
stellt werden
könne
(S. 5 Ziff. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin verschlechtert hat. Die materielle Prüfung eines Rentenanspruchs fand mit Verfügung vom 14. April 2011
(Urk. 7/66)
ihren Abschluss. Zeitliche Ver
gleichsbasis bildet somit der Gesundheitszustand im April 2011 und derjenige im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2017
(Urk. 2)
.
3.
3.1
Die Anspruchsprüfung im April 2011 basierte auf dem Gutachten, das die
Ärzte des
Y._
am
28. Dezember 2010 erstattet hatten (Urk. 7/55/1-54).
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 43
Ziff.
6.1):
-
Status nach Fuss
distorsion am 2
0.
Juli 2002 mit/
bei:
-
Tendovaginitis und
Peritendinitis
der
Peronealsehnen
-
Längsriss im Verlauf der Sehne von
Muskulus
peroneus
longus
-
Tendovaginitis
Muskulus
flector
hallucis
-
knöcherne Stressreaktion
-
Status nach operativer Revision und Sehnennaht des
Muskulus
peroneus
am 2
1.
August 2003
-
Pseudoarthrose am
Processus
anterior
calcanei
rechts
-
Arthrose
des oberen Sprunggelenks (OSG)
beidseits
-
Spondylose und
Spondylarthrose
der Brust
(BWS)
- und Lendenwirbel
säule
(LWS)
bei Status nach Morbus Scheuermann
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit nannten sie eine mor
bide Adipositas, anamnestisch eine Harninkontinenz vom Stresstyp, eine
rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig r
emittiert, sowie Probleme im Zu
sammenhang mit dem niedrigen Einkommen (S. 43
Ziff.
6.2).
Aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht wurde ausgeführt,
die Beschwerde
führerin habe sich bei einer Fussdistorsion einen Längsriss der Sehne des
Mus
kulus
peroneus
longus
zugezogen. Aufgrund der Fehlbelastung und offen
sichtlich auch der Gewichtszunahme sei es zu Schmerzen im Bereich der Len
den
wirbelsäule
gekommen
, wo eine bestehende
Spondylarthrose
und Spondy
lose der Wirbelsäule als zusätzlicher Faktor anzusehen seien. Im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen den
subjektiv
g
eklagten Beschwerden und dem allgemeinen Zustand der Beschwer
deführerin. Es seien keine Atrophien und keine Gelenk
s
entzündungen zu objek
tivieren. Die
manual
-medizinische Untersuchung der Brust- und Lendenwirbel
säule ergebe eine normale segmentale Beweglichkeit der Wirbelsäule. Die Beweglichkeit im rechten Sprunggelenk sei gegenüber links etwas einge
schränkt, wobei auch im linken oberen Sprunggelenk eindeutige radiologische Zeichen
arthrotische
r
Veränderungen
vorhanden
seien. Es sei eine posttraumati
sche Pseudoarthrose am
Processus
anterior
calcanei
rechts festgestellt worden. Der in unbeobachteten Momenten ersichtlich
e
,
hinkfreie
und schnelle Gang der Beschwerdeführerin stehe in grosser Diskrepanz zu den
g
eklagten Beschwerden.
A
ufgrund der objektiv eingeschränkten Belastbarkeit ihrer unteren Extremität sei die Beschwerdeführerin in ihrem Beruf als Serviceangestellte zu 50
%
- also 4 Stunden täglich - arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei sie hingegen zu 100
%
arbeitsfähig. Zu vermeiden seien dabei Tätigkeiten, die mit Heben und Tragen von Lasten über 25 kg oder mit Gehen in unebenem Gelände oder mit einer starken Belastung des linken Fusses (beis
pielsweise als
Chauffeu
se
) ver
bunden oder überwiegend im Stehen und Gehe
n zu verrichten seien, sowie Ar
beiten auf Gerüsten und Leitern oder in kniender Position. Für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen und in Wechselbelastung bestehe hingegen keine Ei
nschränkung von Seiten des Bewe
gungsapparates (S. 49).
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (S. 50 Mitte).
3.
2
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich
aus folgenden
Berichten:
3.3
3.3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. Juli 2011 (Urk. 7/11/15-16) Folgendes (S. 1):
-
generalisiertes Schmerzsyndrom
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
-
diffuse
Peria
r
thropathien
; Arthralgien
-
chronische Rückfussschmerzen
-
posttraumatische OSG-Arthrose rechts und Pseudoarthrose des
Processus
anterior
bei Status nach OSG-Distorsion mit Ruptur der
Fibularis
-
longus
-Sehne am 2
0.
Juli
2002 und Status nach operati
ver Revision und Sehnennaht am 2
1.
August
2003
Die Symptomatik umfasse heute nicht nur die Rückfussschmerzen, sondern auch verschiedene andere Stellen am Bewegungsapparat. Von somatischer Seite seien sicherlich eine Haltungsinsuffizienz, unter anderem bei zwischenzeitlicher
Dekonditionierung
, und auch die bekannten posttraumatischen Arthrosen respektive die Pseudoarthrosen aufzuführen, ohne dass diese Befunde das hier vorliegend
e
Beschwerdebild und das Ausmass der damit zusammenhängenden Einschränkungen auf der Funktions- beziehungsweise Partizipationsebene aus
reichend erklärten. Hinweise für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung könnten nicht erkannt werden. Auch in Bezug auf Schwellungen könnten keine Gel
enksergüsse festgestellt werden (S. 1 Mitte).
3.3.2
Im Bericht
vom 18. Januar 2014 (Urk. 7/88/10-11)
wiederholte
Dr.
B._
im Wesentlichen die im Bericht vom 24. Juli 2011 genannten Diagnosen,
erwähnte
allerdings als Differenzialdiagnose eine inte
r
mittierend
radikuläre
Reizsympto
matik (S. 1). E
r führte unter anderem aus, es bestünden doch wesentliche struk
turell-pathologische Befunde im Bereich der LWS und des Rückfusses, mit Ein
schränkungen der Belastbarkeit und auf der beruflichen Ebene. In - näher umschriebenen - behinderungsangepassten Tätigkeiten sei wahrscheinlich eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
ausgewiesen (S.
2 oben).
3.3.3
Am 20. Juni 2014
erklärte
Dr.
B._
(Urk. 7/88/8-9), seines Erachtens sei davon auszugehen, dass die bildgebend erhobenen Befunde (Degenera
tionen/Arthrose LWS und unteres Sprunggelenk; vgl. Urk. 7/88/5-7) im zeitli
chen Verlauf zugenommen hätten; es sei auch in einer angepassten idealen Tätigkeit kaum mehr mit einer mehr als 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 1).
3.4
3.4.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 2
5.
September 2013
(Urk. 7/88/3-4)
, die
Beschwerdeführerin
stehe wieder seit dem 2
3.
August 2013 wegen einer Depression im Rahmen einer schwierigen psychosozialen Situation und Polymorbidität in ihrer Behandlung (S.
1 Mitte).
3.4.2
Am 1
7.
September 2014
(Urk. 7/88/1-2)
berichtete
Dr.
C._
über eine gleichen
tags erfolgte erneute Konsultation der Beschwerdeführerin; davor hätten Kon
sultationen am 2
3.
August 2013 und am 1
8.
März 2014 stattgefunden sowie einige telefonische Konsultationen (
S.
1 Mitte).
3.4.3
Im Bericht vom 3. Juni 2016 (Urk. 7/111/1-5) stellte
Dr.
C._
folgende
psychiatrischen
Diagnosen:
-
somatisches Schmerzsyndrom mit maladaptiven Bewältigungsstrategien (F45.4)
-
schwierige psychosoziale Situation (F
54)
*
-
morbide Adipositas bei BMI 41.4 (F
54)
*
*
)
F54 bezeichnet laut ICD-10 psychologische Faktoren und Verhaltensfakto
ren bei andernorts klassifizierten Krankheiten
Im Affekt sei die Beschwerdeführerin deprimiert, sie weine, klage und jammere
,
sei psychomotorisch angetrieben und fremdaggressiv gegenüber ihrem Ehe
mann
.
Es bestehe kein Anhalt für eine psychotische Symptomatik. Als Service
hilfe und in jeder anderen Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bei niedriger Frustrationstoleranz, emotionaler Labilität, körperlicher Schwäche und Mobilitätseinschränkung.
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
für
Rheuma
tologie,
berichtete am
12. Oktober 2016
(Urk. 7/121), die Beschwerde
führerin stehe seit Juli 2016 in ihrer Behandlung (S. 1
Ziff.
1.2). Sie nannte
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
Depression
-
viele Gelenkbeschwerden bei
-
Status nach Unfall Fuss 2002 rechts mit Sehnennaht 2003
-
degenerative
n
Wirbelsäulenbeschwerden und Scheuermann
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie
(S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
Adipositas
-
Venenleiden
-
Schilddrüsendysfunktion
Die körperlichen und psychischen Einschränkungen seien
chronifiziert
. Die Beschwerdeführerin arbeite seit 2003 nicht mehr.
3.6
Med.
pract
.
Z._
(
RAD
)
nannte im Bericht vom 8. März 2017
(
Urk.
7/127)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
9
):
-
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LWS
-
Status nach OSG-Distorsion rechts mit operativer Revision und Sehnen
naht
Juli 20
02 sowie Revision und Naht bei Ruptur der M.
Fibularis
longus
-Seh
ne
August 20
03
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (S.
9
):
-
Fingergelenkspolyarthrose
-
Lipom rechte Leiste
-
Adipositas
Die Beschwerdeschilderung und das Verhalten bei der Untersuchung habe
appellativ
, zum Teil fordernd und erheblich verdeutlichend gewirkt. Die Ein
schätzung des behandelnden Orthopäden vom 18. Januar 2014
(vgl. E. 3.
3.2
)
, dass eine Tätigkeit im Service nicht mehr zumutbar sei, werde durch die radio
logischen Befunde einer
subtalaren
Arthrose und die Degenerationen der LWS gestützt. Der klinische und radiologische Befund habe sich jedoch gegenüber
seinem Bericht vom 24. Juli 2011
(vgl. E. 3.
3
.1)
, in welchem er von einer Arbeitsfähigkeit
von 50 %
in angestammter Tätigkeit ausgegangen sei, nicht wesentlich verändert, so dass es sich bei der Beurteilung vo
m
Januar 2014 lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts handle.
Im aktuellen MRI-Befund der LWS
(vgl. Urk. 7/125)
sei eine leichte Zunahme der Degenerationen gegenüber 2014 ausgewiesen. Weiterhin best
ehe
sowohl kli
nisch als auch radiologisch kein Hinweis auf Nervenwurzelkompressionen (S.
9
unten).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, regelmässig verschiedene Medikamen
te gegen Schmerzen zu nehmen und auch am Tag der Untersuchung einge
nommen zu haben.
Aufgrund der Serums- und Urinanalyse
sei es unwahr
scheinlich, dass die Beschwerdeführerin die Medikamente regelmässig einnehme. Aus medizinischer Sicht habe im Rahmen der Untersuchung objekti
viert werden können, dass eine Fingergelenkspolyarthrose mit erhaltener Funk
tion der Hände bestehe. Wesentliche Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule hätten nicht objektiviert werden können. Die Befunderhebung sei eingeschränkt gewesen, da eine differenzierte Untersuchung bei mangelnder Kooperation nicht möglich gewesen sei. Daher habe die Verhaltensbeobachtung zur Beurteilung der Bewegungsausmasse hinzugezogen werden müssen
(S. 10 oben)
.
Im Bereich des rechten Sprunggelenks fänden sich bei der Untersuchung keine Schwellungen und keine wesentliche Bewegungseinschränkung. Es fänden sich keine Umfangsdifferenzen der Beine, die auf eine dauerhafte Schonung des rechten Beines hinweisen könnten. Beide Füsse hätten eine symmetrische
Beschwielung
gezeigt
(S. 10
Mitte
)
.
Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung sei bei der Beschwerdeführerin
ein somatischer Gesundheitsscha
den
ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In der bisherigen Tätigkeit als Servicekraft bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäu
lenbelastende
sowie
hüftgelenks-
und
kniegelenksbelastende Arbeiten sei wei
terhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
(
S. 10 Mitte).
3.7
Gemäss Untersuchungsbericht von
Dr.
A._
(RAD)
vom 8. März 2017
(Urk. 7/126) liegen keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4
; S. 6
).
Aktuell fänden sich keine Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstö
rung, die 1999 der Grund für den Beginn der Behandlung bei
Dr.
C._
gewesen sein soll
e
. Trotz mehrmaliger Nachfrage seien keine Symp
to
me einer posttrau
matischen Belastungsstörung wie Erinnerungslücken, Intrusionen
oder
Kon
zentrationsschwierigkeiten angegeben
worden
, auch seien keine sp
e
zifischen Beo
bachtungen wie
Hypervigilanz
und
e
r
h
öhte
Schreckhaftigkeit festgestellt worden.
Die Ein- und Durchschlafstörungen seien im Rahmen der Schmerzen angegeben worden, ebenso die Reizbarkeit (S. 6).
Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung habe aufgrund der fehlenden Kriterien nicht diagnostiziert werden können (S. 6).
Aus psychiatrischer Sicht best
ünden
aktuell keine einschränken
den
psychiatri
schen Krankheiten
(S. 8).
4.
4.1
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1 S. 219).
Allerdings ist hinsichtlich des Beweiswerts wie folgt zu differenzieren: Bezüg
lich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche
„
nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Hinsichtlich von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholter, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechender Gut
achten externer Spezialärzte wurde festgehalten, das Gericht dürfe diesen Gut
achten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsin
terner ärztlicher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S.
469 f. und E. 4.7 S. 471;
Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2016 vom 12. April 2017 E. 3.2).
4.2
Der orthopädische Gutachter des
Y._
(E. 3.1)
kam
zum Schluss, dass es
auf
grund der Fehlbelastung und der Gewichtszunahme
zu
Schmerzen i
m Bereich der Lendenwirbelsäule
, wo eine
Spondylarthrose
und Spondylose der Wirbel
säule
bestand
, kam
. Die Beweglichkeit im rechten Sprunggelenk
war
gegenüber
links etwas eingeschränkt
,
und es
wurde
eine posttraumatische Pseudoarthrose am
Processus
anterior
calcanei
rechts festgestellt.
D
er
Gutachter
beobachtete
eine grosse Diskrepanz zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und dem allgemeinen Zustand der Beschwerdeführerin. Es seien keine Atrophien und keine Gelenksentzündungen zu objektivieren. Die
manualmedizinische
Untersu
chung der Brust- und Lendenwirbelsäule ergebe eine normale segmentale Beweglichkeit der Wirbelsäule. In unbeobachteten Momenten
bewege sich die Beschwerdeführerin
hinkfrei
und schnell
.
Eine Diskrepanz
zwischen den
geklagten Beschwerden und dem allgemeinen Zustand der Beschwerdeführerin
stellte auch med.
pract
.
Z._
fest
(E. 3.6)
. So gestaltete sich
die Untersuchung der
HWS
bei einem maximalen Bewe
gungswiderstand
als schwierig, bei
spontanen Bewegungen der HWS
konnte med.
pract
.
Z._
indessen
keine Auffälligkeiten
erkennen und
in Bauchlage
war
eine maximale
Reklination
der HWS möglich
. Die Seitneigung
war
im spontanen Verhalten unauffällig.
De
n
Fingerbodenabstand
konnte med.
pract
.
Z._
nicht messen
, im
Langsitz
und im Rahmen der Spontanbeweglichkeit ha
t
die Beschwerdeführerin
jedoch
mühelos die Knöchel erreicht.
Auch d
as Gangbild
war
wechselnd gestört, zeitweilig au
ch
unauffällig. Die in der linken Hand getragene Unterarmstütze w
u
rde nicht gleichmässig aufgesetzt
und d
ie Füsse zeigten eine
symmetrische
Beschwielung
.
4.3
Obwohl die bildgebende Diagnostik eine zunehmende Arthrose im OSG rechts und eine leicht progrediente Veränderung der LWS ergeben hat, muss aufgrund der klinischen Untersuchung durch med.
pract
.
Z._
dennoch davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin dadurch nicht mehr einge
schränkt ist als im Zeitpunkt des
Y._
-Gutachtens
, zeigten sich doch in unbeo
bachteten Momenten weiterhin nur wenige Einschränkungen in der Beweg
lich
keit
. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Schmerzmittel nicht regelmässig einnimmt, lässt viel mehr darauf hindeuten, dass die Schmer
zen nicht derart intensiv sind wie geltend gemacht.
4.
4
Allein aus den bildgebenden Befunden kann nicht auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
geschlossen werden, auch wenn diese
, wie
Dr.
B._
im Bericht vom 20. Juni 2014 (E.3.
3.3
) feststellte, im zeitlichen Ver
lauf zunahmen. N
eben den Abschriften der bildgebenden Diagnostik
sind seinem Bericht keine
weiteren
Untersuchungsb
efunde
zu entnehmen,
und es fa
n
d
auch
keine Auseinandersetzung damit statt, inwiefern die
bildgebend dokumentierten
Veränderungen
erhöhte
Belastungsminderungen hervorrufen
. Angesichts der Tatsache,
dass
Dr.
B._
bereits
im Bericht vom 24. Juli 2011
(E. 3.3.1)
daran zweifelte,
dass
die von den
Y._
-
Gutachtern attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit
in angestammter Tätigkeit ohne Leistungsminderung realisier
bar sei (S. 2)
, ist fraglich, ob
Dr.
B._
überhaupt von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausging
. Insofern er
die
Ansicht
vertrat
, das Schmerzverhalten
dürfe
nicht darüber
hinweg täuschen
, dass doch deutliche strukturell-pathologische Veränderungen
mit entsprechenden Auswirkungen auf der Funktionsebene
vorhanden seien
(S. 2)
, wurde dies von med.
pract
.
Z._
nicht in Abrede gestellt
. Allerdings
deutet dies
e Aussage
doch darauf hin, dass auch er von einer Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den geklagten Beschwerden ausging.
4.
5
Nach dem Gesagten bestehen keine Anhaltspunkte, die auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Berichts de
r
RAD-
Ärztin med.
pract
.
Z._
vom 8. März 2017
wecken
. Es ist daher mit
ihr
davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht
in der ursprünglichen Tätigkeit als Serviceangestellte zu 50 % und in einer angepassten leichten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
Da in psychiatrischer Hinsicht keine gesundheitliche Einschränkung vorliegt,
ist im Vergleich zum Sachverhalt, wel
cher der Verfügung vom
14. April 2011
zugrunde lag, keine anspruchsrelevante Veränderung eingetreten.
Die angefochtene Verfügung erweist sich dementsprechend als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.