Decision ID: e88a64ae-2d4c-41f8-8ab3-403c22d858c6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
, Mutter zweier Töchter (geboren 1979 und 1997), ohne abgeschlossene Berufsausbildung, war
seit ihrer Einreise in die Schweiz
bei verschiedenen Arbeitgebern
als Service-
und
Reinigungskraft
sowie
als Hotelmitarbeiterin angestellt
, zuletzt
arbeitete sie
von Mai bis Septem
ber 2013
in einer Wäscherei
(
Urk
.
7/16/3
,
Urk.
7/47/29
). Am 27.
Oktober 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine schwere Depression sowie ein B-Zell-Lymphom bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/14). Im Rahmen der erwerblichen und medizinischen Abklärungen zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug [
Urk.
7/16]) bei und holte Berichte der be
handelnden Ärzte (
Urk.
7/17,
Urk.
7/19,
Urk.
7/23,
Urk.
7/25,
Urk.
7/27,
Urk.
7/43
) ein. Zudem liess die IV-Stelle die Versicherte
bidisziplinär
begutachten (Gut
ach
ten vom 2
8.
Juli 2016 [
Urk.
7/47]). Die IV-Stelle auferlegte der Versicherten am 3
1.
August 2016
(Urk. 7/49)
eine Mitwirkungspflicht (Pflicht zur Fortführung der installierten psychiatrischen Behandlung und einer
Reevaluation
der medikamen
tösen antidepressiven Therapien)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom 3
1.
August 2016 [
Urk.
7
/50
], Einwand vom 1
3.
September 2016
[
Urk.
7/51], begründeter Einwand vom 1
1.
November 2016 [
Urk.
7/56]
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
7.
Februar 2017
einen Rentenanspruch
der Versicherten
(
Urk.
7/59 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 3
0.
März 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine IV-Rente basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerde
-
antwort vom 2
2.
Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten
[
Urk.
7/1-62
]
), was der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom
7.
Juni 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und
in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7
, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen
Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vor
dergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.1.4
Gemäss
der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die ärztliche Arbeitsfähig
keitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychia
tri
schen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeits
fähig
keit ist aber eine wichtige Grundlage für die
anschliessende
juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich
gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall
gemäss
der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsan
wender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die
Ärzte sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten haben
und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechts
erheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
schliessen
lassen (BGE 143 V
418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizini
schen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach
Massgabe
des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub, in: Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S.
142
Ziff.
3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017
vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der
funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts
abschliessend
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrach
tet werden, wenn die Prüfung der
massgeblichen
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenanspre
chenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3, 143 V 418 E. 6
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
andersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
ge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.3.2
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gege
ben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Ab
stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE
141
V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit wei
teren fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung anhand der
mass
geblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, es seien keine psychiatrischen Erkrankungen ausgewiesen, welche eine dauerhafte Einschrän
kung in der Arbeitsfähigkeit begründeten. Es sei nicht plausibel, inwiefern sich die Kindheitstraumata heute auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnten. Zudem sei die mittelgradige depressive Episode nicht langandauernd und es liege ein Überschuss an Hypnotika vor, bei welchen eine Abstinenz anzuraten sei. Zudem lägen mehrere psychosoziale Faktoren vor (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte beschwerdeweise im Wesentlichen vor, die de
pressive Symptomatik sowie die posttraumatische Belastungsstörung führten bei der Beschwerdeführerin zu einer Arbeitsunfähigkeit. von mindestens 50
%
. Spe
ziell durch die traumatischen Erfahrungen in der Kindheit sei der Beschwer
de
führerin bislang eine normale Berufskarriere verunmöglicht geblieben (
Urk.
1).
3.
3.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten der
Z._
,
A._
, vom 2
8.
Juli 2016 (
Urk.
7/47) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit entnommen werden (
Urk.
7/47/6):
-
depressives Zustandsbild im Rahmen von körperlichen Erkrankungen (Kar
zinom) und belastender psychosozialer Umstände (frühe Schwanger
schaft einer minderjährigen Tochter)
-
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
nicht-organische Insomnie (ICD-10 F51.0)
-
gemäss Einschätzung des Zentrums für Schlafmedizin
B._
(August 2009) paradoxe Insomnie bei Fehlbeurteilung des Schlafzustandes
-
Störung durch Hypnotika und Sedativa, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F13.1)
-
anamnestisch posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Differentialdiagnose: andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung (ICD-10 F62.0)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter folgende fest:
-
Status nach
grosszelligem
undifferenziertem B-Zell-Lymphom (CD20 positiv)
-
Stadium IIEB, Erstdiagnosen Juni 2008
-
Status nach Chemo- und Immuntherapie Juni 2008 bis Januar 2009
-
gemäss letzter vorliegender Einschätzung vom Juli 2015 ohne Anhalt für Rezidiv bei anhaltender Remission
-
aktuell Blutbild bis auf leichte Lymphozytose unauffällig
-
aktenanamnestisch Status nach parenteraler Eisensubstitution im März 2011 bei erschöpften Eisenspeichern, aktuell Ferritin 244
μg
/l
-
aktenanamnestisch Status nach
Heliobacter
pylori-Infektion, Erstdiagnose Februar 2009
-
Status nach
Eradik
a
tionstherapie
-
Status nach rezidivierenden Synkopen unklarer Ursache
-
im Rahmen des undifferenzierten B-Zell-Lymphom
s
-
im Rahmen der Insomnie
Im Vordergrund der geklagten Beschwerden stehe eine subjektive Insomnie und die Beschwerdeführerin gebe an, sich tagsüber erschöpft zu fühlen, da sie nachts
nicht schlafen könne. Sie leide unter Energielosigkeit und Konzentrations
stö
ru
ngen. Im Rahmen der schlafmedizinischen Untersuchung im August 2009 am Zentrum für Schlafmedizin der
B._
sei die Diagnose para
doxe Insomnie gestellt worden, wobei man davon ausgegangen sei, dass eine Fehl
beurteilung des Schlafzustandes durch die Beschwerdeführerin wesentlich für die Symptomatik verantwortlich sei und keine somatische Störung der Schlaf
ar
chitektur im engeren Sinne bestehe. Im Rahmen der psychiatrischen Unter
su
chung imponiere ein depressives Zustandsbild, im Gutachtenszeitpunkt habe eine mittelgradige depressive Episode vorgelegen, wobei sie die Insomnie im diesem Rahmen sähen. Differenzialdi
agnostisch wäre noch ein
cancer-
related
Fatigue-Syndrom zu diskutieren. Eine Abgrenzung bei zeitgleich vorliegender deut
lich ausgeprägter affektiver Symptomatik sei schwierig, da sich die
Symp
tomatiken
beider Krankheitsbilder teilweise überschneiden könnten. Zusätzlich bestehe ein Hypnotika-Abusus, der mit der Symptomatik interagiere (Urk. 7/47/7).
3.2
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin habe nach der Einreise in die Schweiz in einer Reinigung, einer Wäscherei, im Servicebereich und im Büroreinigungsbereich gearbeitet. Das Pensum gebe sie dabei mit zwi
schen
50 und 100
%
an. Aus rein internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aufgrund der Karzinomerkrankung nicht mehr einge
schränkt
. Aktuell schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht auf 50
%
ein. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründe sich
mit
der psychiatrischen Symptomatik und der damit einher
geh
enden Funktionseinschränkungen. Die Gutachter gingen davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit von 50
%
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Wäscherei nach Abschluss der Behandlung des B-Zell-Lymphoms bestanden habe. Die Anam
nese zeige retrospektiv, dass die Beschwerdeführerin nach der Diagnose
stellung und Therapie des Lymphoms noch in der Lage gewesen sei, bis zum Jahr 2014 im 50%-Pensum zu arbeiten. Für die Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei vorausgesetzt, dass es sich bei der beruflichen Tätigkeit um eine körperlich leichte Tätigkeit gehandelt habe. Für körperlich mehr als punktuell mittelschwere Tätig
keiten und schwere Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin nicht geeignet. Sie sei für sämtliche körperlich leichten, maximal punktuell mittelschweren Tätigkeiten, die kognitiv nicht zu anspruchsvoll, einfach strukturiert und klar umrissen seien
und wo sie die Möglichkeit habe, ausreichend Pausen einzuhalten, zu 50
%
arbeit
s
fähig (
Urk.
7/47/9).
3.3
Die Gutachter hielten ferner fest, bei der Beschwerdeführerin lägen gewisse psy
chosoziale Belastungsfaktoren vor, die sich ungünstig im Gesamtkontext auswirkten. So habe die Beschwerdeführerin eine Migrationsanamnese, mangelnde Sprachkenntnisse und eine fehlende Berufsausbildung. Sie sei zudem durch eine frühere Traumatisierung in der Kindheit und Jugend geprägt. Zusätzlich habe sie eine schwere, potentiell lebensbedrohliche körperliche Erkrankung zu bewältigen gehabt (
Urk.
7/4
7
/7). Aufgrund der psychiatrischen Erkrankung bestehe ein aus
geprägter sozialer Rückzug, so dass Kontakte nur innerhalb der Familie (zur Tochter) bestünden. Dennoch sei sie vor Erkrankungsbeginn in der Lage gewesen, langjährig berufstätig zu sein
,
und habe angegeben, erneut eine berufliche Tätig
keit anzustreben. Insofern liege eine gute Motivation der Beschwerdeführerin vor. Die genannten psychosozialen Faktoren stellte
n
sich insgesamt als reintegra
tions
hindernd dar. Gemäss psychiatrischer Einschätzung habe kein eigenstän
di
ges, die Persönlichkeit betreffendes Krankheitsbild diagnostiziert werden können. Jedoch bestehe nach psychiatrischer Einschätzung die Möglichkeit, dass die Beschwerdeführerin eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas
tung durchgemacht habe. Dies sei am ehesten im Kontext eines fremdanam
nestisch berichteten Missbrauchs in der Kindheit und Jugend zu interpretieren. Zudem bestünden bei der Beschwerdeführerin Persönlichkeitszüge, die mit einer Neigung
zu Überforderung und fehlender Inanspruchnahme von Hilfe durch Dritt
personen einhergingen. Aktuell liege entgegen der Einschätzung vom
3.
Februar 2015 nicht mehr eine schwere Ausprägung, sondern nur eine mittel
gradige depressive Symptomatik vor, was nicht per se eine Diskrepanz darstelle, da der Ausprägungsgrad affektiver Erkrankungen schwanken könne. Gemäss Einschätzung des behandelnden Psychologen
C._
liege bei der Beschwerdeführerin eine schwere posttraumatische Belastungsstörung nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Jugend vor. Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung habe sich die biographische Anamnese nicht erheben lassen, was möglicherweise im Rahmen einer Abwehrstrategie zu inter
pretieren sei und insofern gut mit den Angaben des die Beschwerdeführerin schon länger behandelnden Psychologen übereinstimme (
Urk.
7/47/8). Die Beschwerdeführerin befinde sich aktuell bereits in regelmässiger psychiatrischer respektive psychologischer Betreuung und nehme diese Betreuung derzeit einmal wöchentlich wahr. Ein Ausbau der antidepressiven Medikation wäre anzudenken, eben
falls wäre ein Entzug bei fortgesetztem Hypnotika-Abusus anzuraten. Diesbe
züglich sollte eine erneute schlafmedizinische Abklärung erfolgen. Es erscheine denkbar, dass unter den genannten medizinischen Massnahmen das Zustandsbild der Beschwerdeführerin und auch die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könnte
n
(
Urk.
7/47/10).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 28. Juli 2016 beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist grundsätzlich einleuchtend und
in diagnostischer Hinsicht
schlüssig. Unstrittig und ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin aus inter
nistischer Sicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es jedoch
(
vgl.
E. 1.1.4)
zu beachten, dass ein Gutachten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ver
einbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medi
zinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 20. Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
Aus psychiatrischen Gründen wird der Beschwerdeführerin von den Gutachtern eine mittelgradige Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Diese medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermag nicht zu überzeugen (vgl. E. 4.2-4.3), was nachfolgend aufzuzeigen ist.
4.2
4.2.1
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es d
ie
psychiatrische Gutachter
in
versäumt hat, die psychosozialen Umstände aus
ihr
er Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus
geprägter muss
indes
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krank
heitswert vorhanden sein (E.
1.1.3
).
4.2.2
Die Gutachter gingen davon aus, dass das depressive Zustandsbild im Rahmen einer schweren, potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung (Karzinom) und belas
tender psychosozialer Umstände besteht, wie die als belastend erlebte Schwanger
schaft der minderjährigen Tochter aus einer Beziehung mit einem viel älteren Mann (Urk.
7/47/6). Ferner we
rd
en
auch die Insomnie und die (anamnestisch) traumatischen Erlebnisse aus der Kindheit in Zusammenhang mit der depressiven Symptomatik gestellt. Die psychiatrische Gutachterin führte indes auch aus, dass die Beschwerdeführerin inzwischen eine 5-monatige Enkelin habe und sich da
durch die psychosoziale Situation etwas beruhigt zu haben scheine und auch das depressive Zustandsbild nach Berichten ihres Hausarztes etwas rückgängig sei (Urk. 7/47/49). Damit legt die Gutachterin explizit dar, dass der Wegfall eines psychosozialen Umstandes sich unmittelbar auf den noch im Februar 2015 (vgl. Bericht von Dr. med.
D._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 3. Februar 2015, Urk. 7/19) als schwer dargestellten depressiven Zustand ausgewirkt hat, ohne sich damit auseinanderzusetzen und darzulegen, ob und inwieweit die depressive Störung davon losgelöst (weiter)besteht. Ferner legen die Gutachter in der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht dar, weshalb die Beschwerdeführerin trotz allenfalls vorhandener Posttraumatischer Belastungsstörung bzw. andau
ern
der Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung in der Lage gewesen ist, nach ihrer Einreise in die Schweiz zwischen 50 und 100 % erwerbstätig zu sein und noch im Jahre 2014 zu 50 % in einer Wäscherei zu arbeiten. Die Gutachter nehmen in ihrer
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch keinen Bezug mehr zu den
von ihnen reintegrationshindernd erachteten psychosozialen Faktoren (mang
elnde
Sprechkenntnisse, fehlende Berufsausbildung, Migrationsanamnese) und disku
tie
ren deren Einfluss auf die von ihnen festgehaltene Arbeitsunfähigkeit nicht.
4.2.3
In diesem Zusammenhang ist den Beschwerdevorbringen (Urk. 1 S. 9) entgegen
zuhalten, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Erwerbsbiografie gegenüber den Gutachterinnen kongruent war (Urk. 7/47/9, Urk. 7/47/29, Urk.
7/47/40) und Kommunikationsprobleme – auch angesichts des beigezogenen Dolmetschers
(U
rk. 7/47/38) – unwahrscheinlich sind. Sollte die Beschwerde
füh
rerin tatsächlich infolge ihrer schweren Traumatisierungen schon seit ihrer Ein
reise in wesentlichem Umfang arbeits- bzw. erwerbsunfähig gewesen sein, so stünde dem Rentenanspruch die fehlende Beitragszeit entgegen.
4.3
4.3.1
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit verbleibt dem Gericht die Prüfung der Stand
ardindikatoren gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Auf
grund der im
bisdisziplinären
Gutachten gestellten Diagnosen ist ein struk
tu
riertes Beweisverfahren durchzuführen (BGE 141 V 281 sowie BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418). Da das Gutachten eine schlüssige Beurteilung im Lichte der nunmehr massgeblichen Indikatoren erlaubt, kann es vorliegend als Grundlage für die Rentenprüfung dienen (E. 1.3.2).
4.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.4
4.4.1
Unter der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist zur Ausprägung der diagno
serelevanten Befunde festzuhalten, dass das depressive Zustandsbild als gegen
wärtig mittelgradig bezeichnet wurde, von einer schwank
enden Ausprägung auszugehen ist, jedoch
keine
rezidivierende
depressive Störung (ICD-10 F33) diag
nostiziert
wurde.
Die Funktionsstörungen werden von der psychiatrischen Gutachterin als mittlere bis schwere Einschränkungen der Durchhaltefähigkeit und Belastbarkeit sowie der Umstellungsfähigkeit, Flexibilität und Selbstbe
haup
tungsfähigkeit bezeichnet, wobei sie diese nicht in Bezug setzt zu ihren objektiven
, nicht sehr ausgeprägten
Befunden (Urk. 7/47/43).
Offen bleibt auch, ob die behaupteten Einschränkungen Auswirkungen der im Vordergrund geklagten, unbe
handelten
nicht-organischen
Insomnie
sind
.
Hinsichtlich der Ausprägung der posttraumatischen Belastungsstörung/an
dau
ernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung ist darauf hinzuweisen, dass die
psychiatrische Gutachterin diesbezüglich keine eigenen Befunde aufführt und sich nicht mit diagnostischen Kriterien auseinandergesetzt, sondern aus
schliesslich aufgrund der vom behandelnden Psychologen berichteten traumatisierenden Erlebnisse in Kindheit und Jugend und seine
n
Ausführungen auf das mögliche Vorliegen einer solchen Diagnose schloss. Abgesehen davon, dass einer
Verdachtsdiagnose bzw. Differentialdiagnose nicht derselbe Stellenwert zukommt
, ist aufgrund der dargelegten Erwerbsbiographie nicht erstellt, dass besonders ausgeprägte diagnoserelevante Befunde vorliegen. Die psychiatrische Gutachterin nennt a
us den Schilderungen der Beschwerdeführerin zu ihrem Tagesablauf
keine
Beeinträchtigungen, welche
sie
der Persönlichkeitsänderung aufgrund trauma
tischer Erlebnisse
zuordnet.
Bezüglich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg» ist darauf hin
zuweisen, dass die Gutachterin zwar feststellte, die Beschwerdeführerin befinde sich
seit kurzem
in regelmäs
siger, wöchentlicher Behandlung
beim Psychologen
. Ein
e ärztliche
systematisch durchgeführte medikamentöse, stationäre oder tages
klinische
Behandlung ist
nicht
dargelegt
. Die psychiatrische
Gutachterin
emp
fiehlt
denn auch
eine Anpassung der antidepressiven Medikation und eine erneute schlafmedizinische Abklärung und Behandlung respektive die Durch
führung eines Schlafmittelentzugs (Urk. 7/47/10). Des Weiteren wies die psychia
tri
sche
Gutachterin darauf hin, dass
gemäss
Medikamentenspiegel
Escitalopram
,
Lo
razepram
und
Zolpidem
lediglich in einem tiefen Bereich im Blut nachweisbar waren und dementsprechend von einer allenfalls nicht regelmässigen Einnahme
ausgegangen
werden muss (Urk. 7/47/43).
Ausser der
schlafmedizinische
n
Abklä
rung in der
B._
lässt die Beschwerdeführerin die als im Vordergrund stehende Insomnie nicht behandeln
.
Die Empfehlungen der Schlafmediziner wurden nicht umgesetzt (Urk. 7/47/40).
Von einer Ausschöpfung der Therapie
optionen kann vorliegend somit nicht die Rede sein.
Bezüglich des Indikators «Komorbiditäten» ist festzuhalten, dass gemäss
den
Gut
achte
r
n sämtliche psychiatrischen Diagnosen miteinander in Wechselwirkung stehen respektive zusammenhängen. Aus somatischer Sicht
konnten
keine rele
vanten Befunde (mehr) objektiviert werden.
Dies ergibt sich auch aus den Berich
ten der behandelnden Ärzte (Urk. 7/17, Urk. 7/19, Urk. 7/23, Urk. 7/25, Urk. 7/27).
Hinsichtlich der Persönlichkeit gilt es anzumerken, dass
die psychiatrische
Gutachter
in
kein eigenständiges, die Persönlichkeit betreffendes Krankheitsbild
fest
stellen konnte
(Urk. 7/47/43). Allerdings wurde im Rahmen von fremdanam
nestisch berichtetem Missbrauch in der Kindheit und Jugend
als Differenzial
diag
nose eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung festgehal
te
n. Verdachts- oder Differentialdiagnosen können indes nicht berücksichtig
t
werden. Zudem stellte
die Gutachter
in
Persönlichkeitszüge fest, die mit einer Nei
gung zu Überforderung und fehlender Inanspruchnahme von Hilfe durch Dritt
personen einhergehen
, ohne diesen Krankheitswert beizumessen
(Urk. 7/47/8).
Die Gutachterin hielt ausserdem fest, als Ressource könne die langjährig
e beruf
liche Tätigkeit erachtet
werden und die Beschwerdeführerin sei auch motiviert, erneut eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen (Urk. 7/47/45).
Beim «sozialen Kontext» ist zu berücksichtigen, dass soziale Belastungen nach wie vor ausgeklammert bleiben, sofern sie direkt negative Folgen zeitigen. Ande
rer
seits sind positive Lebensumstände, welche (mobilisierende) Ressourcen dar
stellen, einzubeziehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Diesbezüglich
ist zu berück
sichtigen, dass die Beschwerdeführerin alleine lebt, arbeitslos und geschieden ist und über wenig Deutschkenntnisse verfügt. Ausserdem
gab
sie an, schon immer eine Einzelgängerin gewesen zu sein (Urk. 7/47/48). Hinsichtlich sozialer Kon
takte berichtete
die Beschwerdeführerin
von häufigen
Besuch
en
ihrer Tochter, die in der Nähe wohne, und
von einer Freundin, welche ihr manchmal im Haushalt helfe und sie besuche. Sodann hatte die Beschwerdeführerin zum Begutach
tungszeitpunkt Besuch einer Tante aus den USA.
Zum Tagesablauf der Beschwer
deführerin gehört laut ihren Angaben das Verrichten kleiner Einkäufe. Sonst gehe sie nur aus dem Haus, wenn es
nicht anders gehe. Sodann gab die Beschwerdeführerin an, nur zu kochen, wenn ihre Tochter komme. Ansonsten wärme sie sich Fertiggerichte auf. Sodann nimmt die Beschwerdeführerin kleinere Reinigungs
tätigkeiten selber vor. Den Rest erledige sie zusammen mit ihrer Tochter. Gleiches gelte für Grosseinkäufe. Hobbies wurden verneint. Sportliche Aktivitäten habe die Beschwerdeführerin versucht, jedoch wegen des Verlusts an Körpermasse wieder eingestellt (Urk. 7/47/30, Urk. 7/47/41).
Hieraus ergibt sich, dass wenn auch auf tiefem Niveau nach wie vor soziale Kontakte vorhanden sind und ein Rückzug – jedenfalls über den Wegfall des erwerblichen Umfeldes hinaus – nicht dargetan ist.
Alsdann ist zur Kategorie «Konsistenz» zu vermerken, dass die Beschwerde
führerin zwar eher zurückgezogen lebt, in der Schilderung ihrer Tagesaktivitäten
indes keine erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen zum Ausdruck kommen
und sie insbesondere über eine gewisse Struktur verfügt. Ins Gewicht fällt, dass hinsichtlich der subjektiven Insomnie keine Behandlung erfolgte und auch die hinsichtlich der depressiven Störung in Anspruch genommenen Hilfestellungen nicht auf einen
hinreichend erheblichen
Leidensdruck hinweisen.
4.4.2
Nach Ausklammerung der psychosozialen Belastungsfaktoren, welche das Krank
heitsbild der Beschwerdeführerin
wesentlich beeinflussen
, kann nach dem im Sozial
versicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit – unter Berücksichtigung der Standardindikatoren – eine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit in rentenbegründendem Ausmass nicht nachge
wiesen werden. Dazu müsste die Beschwerdeführerin in der bisherigen oder einer ange
passten Tätigkeit zu mindestens 40 % erwerbsunfähig sein, was sich nicht be
grün
den lässt, zumal beim Einkommensvergleich auf denselben Tabellenwert abge
stellt
werden müsste
und
angesichts der Erwerbsbiographie sowie den IK-Ein
tragungen eine volle Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall nicht ausgewiesen ist.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6.2
Zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung. Die Beschwerdeführerin wird gemäss Unterstützungs
bestätigung vom 2
8.
März 2017 (
Urk.
3) von ihrer Wohngemeinde Zürich finan
ziell unterstützt. Mit Blick darauf ist sie im vorliegenden Verfahren bezogen auf den massgebenden Zeitpunkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung des Gesuchs vom 30. März 2017 (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
6.3
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwer
deführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.4
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsrecht,
GSVGer
).