Decision ID: a0414986-e9a4-418b-bc47-1d7009117a2e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, begann 1994 ein
Medi
zinstudium
an der
Y._
, welches er 1997
ohne Abschluss beenden
musste, weil er die Prüfungen für das zweite
Propädeutikum
nicht bestanden hatte.
Ab Herbst 1997 studierte er während dreier Semester Jus. Diese Ausbildung brach er ab, ohne
an einer Prüfung teilgenommen zu haben
(Urk. 15/2/4
; vgl. auch
Urk.
15/121/9
)
.
Im September 2000 war er für die
Z._
und von November bis Ende Dezember 2000 als Bürohilfskraft für die
A._
tätig
(vgl.
Urk.
15/2/4 und
15/6/3
).
Von Januar bis März 2001
arbeitete
er als
Pizza
kurier
(
vgl.
Urk.
15/2/4 und 15/4
). A
m
2.
April
2001 trat er ins
B._
, eine sozialtherapeutische Institution,
ein
(
vgl.
Urk.
15/7/5
und 15/81
)
.
1.2
Der Versicherte meldete sich am
1.
März 2002 bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug an
, da er an psychi
schen Problemen leide
(
Urk.
15/2).
D
ie
IV-Stelle
verneinte mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2002 einen Rentenanspruch,
weil
die am 3
1.
März 2002 eröffnete einjährige Wartezeit noch nicht abgelaufen sei (
Urk.
15/18; vgl. auch das
Fest
stellungsblatt
für den Besch
luss vom 1
1.
Oktober 2002, Urk.
15/17). Im August 2003 meldete sich der Versicherte erneut zum Rentenbezug an (
Urk.
15/19). Die IV-Stelle klärte darauf die erwerblichen (vgl.
Urk.
15/21, 15/23 und 15/24) und medizinischen (Urk. 15/25, 15/26 und 15/29) Verhältnisse ab.
M
it Verfügung vom 2
5.
August 2004 (
Urk.
15/40)
sprach sie dem Versicherten
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50
%
(vgl.
15/34/4 und 15/35
), ab dem
1.
März 2003 eine halbe Invaliden
rente
zu.
1.3
Vom
1.
September bis zum 2
2.
Oktober 2004 hielt sich der Versicherte in Ghana auf (
Urk.
15/49). Im Dezember 2004 trat er eine geschützte Arbeitsstelle
des
C._
an (
Urk.
15/56).
Am 22. März 2005 ersuchte er um berufliche Massnahmen (Urk.
15/55). Dieses Begehren
wies die IV-Stelle
mit Verfügung vom
6.
Februar 2006 ab, da der Versicherte erklärt habe, dass er lieber in einem geschützten Rahmen arbeiten wolle (
Urk.
15/78).
1.
4
Im Juni 2009
leitete die IV-Stelle
von Amtes wegen
eine Rentenüberprüfung ein, worauf der Versicherte
seinen Gesundheitszustand
als unverändert beschrieb
(Urk.
15/18
). Die IV-Stelle holte einen aktuellen IK-Auszug (Urk.
15
/
18
) und einen Verlaufsbericht von Dr. med.
D._
, Facha
rzt
FMH für Allgemein
m
edizin, vom
1
9.
August 2009
ein (Urk.
15/85
).
Überdies
ersuchte sie den vom Beschwerdeführer als
weiteren
behandelnde
n
Arzt genannten Psychiater
um
einen fachärztlichen
Verlaufsbericht.
Ein solcher wurde in der
Folge nicht verfasst, da der Beschwerdeführer nur sporadisch,
letztmals am 22.
April 2009,
zu einer Konsultation erschienen
sei
(vgl. Urk.
15/83/2 und 15/87).
M
it Schreiben vom 2
9
.
Januar
20
10
teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sich keine rentenrelevanten Änderungen ergeben hätten und er weiterhin Anspruch auf
die bisherige halbe Invalidenrente
habe (Urk.
15
/
89
).
1.
5
Die IV-Stelle
sandte dem Versicherten
im Februar 2012
den Fragebogen zur Revi
sion der Invalidenrente zu, den er am
21
.
Februar 2012
ausgefüllt
retour
nierte (Urk.
15/93
). Die IV-Stelle holte wiederum einen IK-Auszug (Urk.
15/95
)
ein und tätigte medizinische Abklärungen (vgl.
Urk.
15/97, 15/99 und 15/100
; vgl. auch
Urk.
15/126/2
)
.
Hernach
gab
sie bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten in Auf
trag (Urk.
15
/
103
), das am
3
1.
Mai 2013
erstattet wurde (Urk.
15
/
121
). Mit Vor
bescheid vom
7
.
Juni
201
3
stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Invaliden
rente in Aussicht (Urk.
15
/
123
).
Dagegen
erhob der Versicherte Einwand
und bekundete sein Interesse an einer Ausbildung
(
vgl.
Urk.
15
/
124 und 15/129).
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere medizinische (vgl.
Urk.
15/130 und 15/131) und erwerbliche (vgl.
Urk.
15/139 und 15/140) Unterlagen zu den Akten
.
Am 2
5.
November 2013 erteilte sie eine Kostengutsprache für eine Potentialabklär
ung bei der
F._
vom 13.
Januar bis zum
7.
Februar 2014 (
Urk.
15/143). Nach dem Eingang des Abschlussberichtes
der
F._
vom
7.
Februar 2014 (
Urk.
15/150) und eines Berichtes des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
vom 1
4.
März 2014 (
Urk.
15/153) holte die IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme von Dr.
E._
ein (vgl.
Urk.
15/158). Diese wurde mit Schreiben vom 1
6.
Juni 2014 erstattet (
Urk.
15/161).
Mit Verfügung vom
9
.
Oktober
2014 hob die IV-Stelle wie angekündigt die
halbe
Invalidenrente auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (Urk. 2 =
15
/1
63
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk.
2 S. 3
).
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
Oktober 2014
erhoben die den Versicherten behan
delnden Ärzte des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
mit Eingabe vom 2
7.
Oktober 2014
für
ihren Patienten
Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag auf weitere Ausrichtung der halben Invalidenrente
(Urk. 1). Damit erklärte sich der Versicherte a
m
5.
November 2014 schriftlich e
inverstanden (
Urk.
4)
.
Überdies erhob die Stadt
Zürich, Soziale Dienste, am 10.
November 2014 namens des Versicherten Beschwerde gegen die Verfügung vom
9.
Oktober 2014 und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer weiterhin (bzw.
ab dem 1
1.
April 2013) eine
ganze
Invalidenrente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Ferner wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels ersucht (
Urk.
6 S. 2). Mit Verfü
gung vom 13. November 2014 wurde dem Beschwerdeführer eine Frist von
10 Tagen angesetzt, um dem Gericht eine schriftliche Mitteilung zu machen, falls er mit der Vertretung durch die Stadt Zürich einverstanden sei (
Urk.
10)
. Dieser Aufforderung kam er am 2
2.
November 2014 nach (vgl. Urk. 12), worauf das Rubrum entsprechend geändert wurde. Die Beschwerdegegnerin schloss am 3
0.
Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14).
Mit Verfügung vom
7.
Januar 2015 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozess
führung
gewährt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
16). Die Replik wurde mit Eingabe vom 12. Februar 2015 erstattet
, mit welcher
zusätz
lich zu den bereits gestellten Anträgen
neu auch die Anordnung
berufliche
r
Massnahmen
beantragt wurde
(
Urk.
18
; vgl.
Urk.
18 S. 2 und 10
). Am
6.
März 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
22). Davon
hat die
Gegenpartei mit Schreiben vom
9.
März 2015 Kenntnis
erhalten
(
Urk.
23).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des
Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1
.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2
.
2.1
Gegenstand
d
er angefochtenen Verfügung vom
9.
Oktober 2014 (
Urk.
2) ist ein
zig der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Soweit er mit seiner Beschwerde die Gewährung beruflicher Massnahmen beantragt (Urk. 18 S. 2 und 10), ist
daher
nicht darauf einzutreten.
2.2
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
in Betracht, gestützt auf das von ihr eingeholte psychiatrische Gutachten sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erheblich verbessert habe.
Spätestens seit dem 1
1.
April 2013, dem Zeitpunkt der Begutachtung, sei
er
wieder zu 80
%
arbeits
fähig
. Die Beschwerdegegnerin führte einen Einkommensvergleich durch und ermit
telte einen Invaliditätsgrad von 2
0
%, der keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge (Urk. 2).
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer geltend machen, sein Gesundheitszu
stand
habe sich
nicht verbessert
. Vielmehr sei es ihm inzwischen nur noch möglich,
in einem Teilzeitpensum an
einem geschützten Arbeitsplatz tätig zu sein
(
vgl.
Urk. 1
, 6 und 18
).
3
.
3
.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom
29. Januar 2010
abgeschlossen, mit welcher keine rentenrelevanten Änderun
gen und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine
halbe
Invaliden
rente festgestellt wurden (
Urk. 15/89
). Sie stütz
t
e sich in medizinischer Hinsicht auf den Bericht von
Dr.
D._
vom
19
.
August
200
9
(vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom
2
9.
Januar 2010
; Urk.
15
/
8
8
).
Darin wurden als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine asthenische
Persönlichkeits
störung
(ICD-10: F60.7) und eine langfristige psychogene
Belastungsreak
tion
/Anpassungsstörung (ICD-10: 10: F43.23)
sowie
eine weiterhin bestehende
50%ige Arbeitsunfähigkeit
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
festgehalten.
Die Einschränkungen wurden mit
Probleme
n
mit der psychischen Belastbarkeit
,
der
Anpassungsfähigkeit
und
der
Zuverlässigkeit des Patienten sowie dessen psychisch bedingte
r
Verunsicherung und gestörte
r
Konzentration
begründet
. Ferner wurde vermerkt, dass der Beschwerdeführer nach wie vor zwischen
50 und 70
%
im Rahmen der geschützten Werkstatt
H._
arbeite; eine Erwei
terung des
Arb
e
i
tspensums scheine zur Zeit nicht realisierbar
(
Urk.
15/85).
Bereits die
Rentenzusprache
am 2
5.
August 2004
basierte auf den Diagnosen einer Persönlichkeits- und einer Anpassungsstörung.
Namentlich erfolgte
sie
gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med. et.
Dr.
phil.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
5.
März 2004 (
Urk.
15/29; vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
4.
Mai 2004,
Urk.
15/34), gemäss welchem beim Beschwerdeführer eine gemischte Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10: F43.25) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermei
denden, asthenischen und passiv-aggr
essiven Anteilen (ICD-10: F60.
) diag
nostiziert worden waren und weswegen er als zu 50
%
arbeits- und erwerbs
unfähig beurteilt wurde (Urk. 15/29/2 und 15/29/11).
Das störungsspezifische Ausmass der Persönlichkeitsumprägung
wurde
relativ zum prämorbiden intel
lektuellen Leistungspotential (aktuell kategorial als durchschnittlich bis über
durchschnittlich taxiert) hinsichtlich der biologischen Intelligenz normativ kategorial als nicht relevant, hinsichtlich sozial-interaktioneller Anteile im Gesamtspektrum als teils relevant bis erheblich beurteilt (
Urk.
15/29/3).
Zu den a
rbeitsrelevante
n
Einschränkunge
n wurde
im Rahmen einer prognostischen Gesamtbeurteilung
Folgendes festgehalten
(
Urk.
15/29/10)
:
Handlungsenergie, -p
lanung, Übersichts- und mental-i
ntellektuelle Umstellfähigkeit
sind
heute beruf
s
limitierend, vergleichend zum (kategorial) durchschnittlichen, teils über
durchschnittlichen prämorbiden kognitiv-intellektuellen Funktionspotential sicher nicht relevant bzw. nicht erhe
blich eingeschränkt, dies auf d
e
m
Boden eines höchstens leichten, depressiv verminderten innerpsychischen Antriebes,
nicht aber auf dem Boden hirnorganisch-struktureller Pathologien oder mittelschwerer bis schwerer
endoge
r
depressive
r
Alterationen.
“
3
.2
Zur Entwicklung der
persönlichen und
gesundheitlichen
Verhältnisse des Beschwerdeführers lässt sich den Akten entnehmen,
dass er im September 2012 nach einem aggressiven Durchbruch die betreute Wohneinrichtung
J._
verlassen musste. Vom
1
6.
November
2012 bis
zum
9.
März
2013
lebte er in der Nachtklinik
K._
der
G._
. Von dort wurde er
wegen Fremdaggression
weggewiesen, nachdem er w
ährend eines Unihockey-Spiels mehrere Tätlichkeiten begangen
hatte
und gegenüber der am Spiel teilnehmenden Pflegeperson verbal bedrohlich und beleidigend gewesen
war. Vom 1
4.
März bis zum 2. April 2013 hielt er sich stationär im Zentrum für Akute Psychische Erkrankungen der
G._
auf
(
vgl.
Urk.
15/121/23
,
15/130
und 15/153/2
)
.
Dem Austrittsbericht
vom 15. April 2013
(vgl.
Urk.
15/121/23-26)
zufolge
,
war
er
auf
Zuweisung von
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie
,
freiwillig in die Klinik eingetreten.
Als Ursache wurde eine
depressive Reaktion vor dem Hintergrund einer akuten Belastungssituation nach Wohn
ort
s
verlust und
einer
Störung der Impulskontrolle bei bekannter emotional instabiler Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ
genannt
.
Während des stationären Aufenthaltes wurde d
ie in der
K._
angesetzte Medikation mit 20 mg
Fluctine
und 100 mg
Seroquel
täglich fortgesetzt. Ebenso
erhielt man
die bereits aufgebaute Tagesstruktur mit einem 50%igen Arbeitspensum in einem geschützten Rahmen in der Gärtnerei der
M._
und der Arbeit auf dem Bauernhof eines Bekannten
aufrecht
.
Im Rah
m
en
der
Beurteilung wurde festgehalten, dass d
ie Aggressionsdurchbrüche im Zusammenhang mit der bereits bekannten emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ zu sehen
seien
. Während des Aufenthaltes habe sich der
Beschwerdeführer
gut davon distanzieren können. Es
werde
die Fortführung der ambulanten psychiatrischen B
ehandlung mit Schwerpunkt auf d
e
r
Verbesserung der
Emoti
onswahrnehmung
und d
er
Impulskontrolle empfohlen.
Nach dem Klinikaustritt wurde
dem Beschwerdeführer zuerst ein
Hotelaufent
halt
und am 15. April 2013 der Übertritt in die Institution
N._
ermöglicht unter der Bedingung, dass er sich regelmässig ambulant-psychiatrisch betreuen lasse und an einem
Aggressionsmanagement
kurs
teilnehme (
Urk.
15/121/15).
Am 2
9.
Mai 2013 begab
er sich
in ambulante Behandlung
des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
mit dem Ziel, mit seiner Impulsivität umgehen zu können (
Urk.
15/130).
Die behandelnden Ärzte hielten in einem Schreiben vom 1
6.
Juli 2013
(
Urk.
15/131)
fest, dass sie
ihn
in den Sitzungen als höchst motivierten und gewissenhaften Patienten erlebten, welcher auch nach eigenen
Angaben in den letzten Jahren eine Verbesserung der Symptomatik miterlebt habe. Jedoch sei es wiederholt zu impulsiven Durchbrüchen mit folgenden depressiven Reak
tionen im letzten Jahr sowohl im privaten Bereich (
er
habe aufgrund dessen zweimal seinen Wohnsitz verloren
) und kürzlich auch im geschützten Arbeits
bereich gekommen.
Er
habe den sehnlichen Wunsch, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein.
Man teile
jedoch seine Sorge, dass der direkte 100%ige Arbeitseinstieg zurzeit noch zu früh und eine psychische Dekompen
sation zu befürchten sei.
3
.3
Dr.
E._
stellte in seinem Gutachten vom 3
1.
Mai 2013 die folgenden Diagno
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/121/17)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen,
histrioni
schen
, passiv-aggressiven und abhängigen Anteilen (ICD-10: F61).
Überdies stellte er aufgrund des schwach positiven THC-Tests die Verdachts
-
diag
nose
einer
p
sychischen und Verhaltensstörung durch
Cannabino
ide
, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F12.1), welcher er
jedoch
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei
mass.
Die aktuelle Untersuchung habe
eine leichte depressive Symptomatik mit zeitwei
lig auftretenden Stimmungsschwankungen, gewissen Selbstzweifeln, intermittierenden Versagensängsten, leichten Konzentrationsstörungen, leichter Selbstwertminderung, einem allenfalls teilweisen sozialen Rückzug und insbe
sondere einer ausgeprägten Regression mit einem deutlich dysfunktionalen Krankheits-, Schon- und
V
ermeidungsverhalten, insbesondere in Bezug auf die eigentlich vorhandenen beruflichen Möglichkeiten, die dem Exploranden auf
grund seiner relativ guten kognitiven Fähigkeit offe
n stünden, ergeben (Urk.
15/121/14). Während die depressive Symptomatik bei der Begutachtung durch
Dr.
I._
und anlässlich der letzten
Rentenrevision als mittelgradig eingestuft worden sei, könne aktuell lediglich noch eine leichte depressive Episode, also eine deutliche Remission der mittelgradigen depressiven Sympto
matik festgestellt werden. Der letzte stationäre Klinikaufenthalt im März 2013 sei vor dem Hintergrund des plötzlichen Verlusts der Wohnung erfolgt; eine eigentliche Behandlung habe nicht stattgefunden. Die bisherige Medikation sei unverändert weitergeführt w
o
rden und der Beschwerdeführer sei auch unverän
dert seiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen (
Urk.
15/121/15).
Bei der Persönlichkeitsstörung stünden im Gegensatz zu früher aktuell weniger die asthenischen, sondern die emotional-instabilen und die antisozialen Anteile
im Vordergrund (
Urk.
15/121/20).
Wesentliches Hauptsymptom seien rezidivie
rende, impulshafte Durchbrüche. Aufgrund von aggressiven Ausbrüchen habe der Beschwerdeführer schon mehrfach seinen Arbeitsplatz verloren. Ob diese Aggressivität als rein krankheitsbedingt einzustufen sei, sei aus gutachterlicher Sicht eher in Frage zu stellen
. Da keine schwerwiegende psychische Symptoma
tik, wie zum Beispiel eine schizophrene oder psychotische Störung und somit auch keine eventuell eingeschränkte Schuldfähigkeit vorliege, könnten aggres
sive Durchbrüche gegen andere Menschen nicht einfach entschuldigt werden
(
Urk.
15/121/15
f.
). Inzwischen sei
offenbar
der Weg einer
medikalisierten
Lösung betreten und eine aggressionshemmende Behandlung der dysfunktiona
len Impulsivität mit dem
Antipsychotikum
Quetiapin
begonnen worden, die weiter optimiert und angepasst werden sollte
(
Urk.
15/121/16)
.
Derzeit bestünden noch leichte psychische Einschränkungen, die leichte Ein
schränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bedingten bei leicht vermin
derter emotionaler Flexibilität und Belastbarkeit, leicht verminderter Stress- und Frustrationstoleranz sowie leichten Defiziten der sozialen Kompetenzen, insbe
sondere einer leicht verminderten Konfliktfähigkeit, einer leicht eingeschränkten Teamfähigkeit und einem leicht verminderten Abgrenzungsvermögen (
Urk.
15/121/17).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe spätestens seit der Untersuchung vom 11. April 2013 in der zuletzt ausgeübten und auch einer anderen adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80
%
, bezogen auf ein Vollzeitpensum mit voraussichtlich noch weiterer Besserungstendenz bei Fortführung einer adä
quaten und optimierten Behandlung (
Urk.
15/121/17 f.
und 15/121/20
).
3
.4
Vom 1
4.
bis zum 1
7.
Juni 2013 hielt sich der Beschwerdeführer im Krisen
-
interventionszentrum der
G._
auf (
Urk.
15/153/2).
3.5
Im Abschlussbericht zur Potentialabklärung bei der
F._
vom 7. Februar 2014 wurde zusammenfassend festgehalten, dass der Beschwerde
führer über keine relevante Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf den ersten Arbeitsmarkt verfüge. Seine Leistungsfähigkeit im geschützten Rahmen
betr
age
etwa 50
%
, dies bei enger Betreuung und Anleitung. Die Selbstkompetenzen seien aktuell stark eingeschränkt. Er verfüge über ein geringes Durchhaltever
mögen und eine tiefe Frustrationstoleranz. Bezüglich seiner gesundheitlichen Einschränkungen zeige er keine Einsicht. Die Motivation hinsichtlich beruflicher Eingliederung sei stark schwankend und von einer eingeschränkten Fähigkeit zur Selbstreflexion beeinflusst (
Urk.
15/150/3).
Als auffällig habe man das Sozialverhalten des Beschwerdeführers wahrgenom
men. Die meiste Zeit habe er sich umgänglich, interessiert, freundlich und höf
lic
h im Umg
ang mit anderen Mandanti
nnen
und Mandanten sowie mit
Betreu
ungspers
onen
gezeigt. Es sei vorgekommen, dass er der Person oder der Situa
tion unangepasste Bemerkungen gemacht oder Fragen gestellt habe. In der Werkstatt sei es zu einem Vorfall gekommen, bei
dem d
er Beschwerdeführer verbal aggressiv geworden sei und das Training frühzeitig abgebrochen habe. Gemäss den Angaben des Werkstattbetreuers habe er nicht die vorgegebene Arbeit gemacht und sei darauf hingewiesen worden, sich wieder dieser zuzu
wenden, worauf er verbal ausfällig und laut geworden sei. Er habe die Werkstatt verlassen und der Integrationsmanagerin erklärt, dass er die Situation verlassen müsse, um niemandem etwas anzutun
. Es sei im Verlauf der Potentialabklärung auch nicht gelungen, dem Beschwerdeführer eine realistische Vorstellung der Anforderungen und Ziele einer weiterführenden Massnahme oder einer Stelle im ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln
(Urk.
15/150/1).
3
.
6
Im Bericht des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
vom 1
4.
März 2014 (
Urk.
15/153)
wurde
der Beschwerdeführer wegen seinen kombinierten Persönlichkeitsstörungen mit impulsiven und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61.0) als bereits seit Jahren für eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitsunfähig beurteilt.
Auf
grund seiner Persönlichkeitsstruktur sei es
ihm
wichtig, komplexe Aufgaben mit hohem Anspruch zu erledigen, allerdings sei er hiermit rasch überfordert. Rege
l
mässig überschätze er seine eigenen Fähigkeiten, die Frustrationstoleranz sei deutlich reduziert. Von Vorgesetzten und Mitarbeitern fühle er sich rasch nicht ernst genommen und reagiere dann mit Frustration und Ärger. Es falle ihm schwer, eigene Arbeit zu strukturieren, so dass er stets klare Anweisungen und Feedbacks sowie eine Ansprechperson benötige. Mit Kritik könne er nur schwer umgehen. Eine Tätigkeit im geschützten Rahmen wäre ihm zu 50
%
zumutbar.
3
.
7
Dr.
E._
hielt in
seiner ergänzenden S
tellungnahme vom 1
6.
Juni 2014 erneut fest, dass sich die depressive Symptomatik bis zu s
einer Untersuchung im April 2013
gegenüber den Vorbefunden deutlich gebessert habe, so dass eine regel
mässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung dem Exploranden selber nicht mehr
als
erforderlich erschienen sei. Erst nach Erhalt des Vorbe
scheids der IV-Stelle habe er sich 2013 wieder in Behandlung begeben (Urk. 15/161/1). Mit einer adäquaten
Psychopharmak
a
therapie
sei aus fachärzt
licher Sicht jederzeit eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt möglich. Nach dem (erfolgreich?) durchgeführten Antiaggressionstraining stünden die Chancen für eine Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt sogar noch besser. Ausraster bei der Arbeit könnten nicht als Argumente für die weitere Ausrichtung der Invalidenrente gelten. Ebenso wenig sei der Umstand, dass sich der Beschwer
deführer an eine Tätigkeit im geschützten Rahmen gewöhnt habe, ein medizi
nischer Grund für eine Arbeitsunfähigkeit.
Im
Bericht des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
vom 1
4.
März 2014
werde
beschrieben, dass der Explorand schon längere Zeit in Form
des
be
treuten
Wohnen
s
gelebt habe. Bei der gutachterlichen Untersuchung
seien
indessen keine medizinischen Gründe
auszumachen gewesen
, welche ein betreutes Wohnen als indiziert erscheinen liessen. So habe der Beschwerdeführer auch in einem Hotel oder bei seiner Mutter leben können.
Es werde im Bericht
ferner
beschrieben, dass
d
er
Beschwerdeführer
mehrfach aggressives Verhalten gezeigt habe, weshalb er auch aus dem betreuten Wohnen entlassen worden und die Potentialabklärung abgebrochen worden sei.
Im psychischen Befund seien
jedoch
keine psychischen Defizite mitgeteilt worden, die nicht bereits in seinem Gutachten festgestellt worden seien. Ebenso
wenig
sei die Arbeits
fähigkeits
einschätzung näher begründet oder erläutert worden. Angaben zur psychopharmakologischen Behandlungen seien keine gemacht worden.
Das Symptom der aggressiven Durchbrüche sei behandelbar und könne keine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit begründen. Er halte daher an seiner gut
achterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung fest.
4
.
4
.1
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation eingeholte psychiatrische Gutachten von Dr.
E._
vom
3
1.
Mai 2013 und vom 1
6.
Juni 2014 basiert
auf der
Exploration
vom
11.
April 2013
,
d
er Laboruntersuchung
einer gleichentags entnommenen Urinprobe des Beschwer
deführers
(Drogenscreening)
sowie
den zur Verfügung gestellten Akten und
den weiteren vorhandenen
medizinischen Unterlagen (Urk.
15/121/1
,
15/121/12
und 15/161/1
).
Es erfüllt sämtliche formalen Kriterien eines Gutachtens.
Die gestellten Diagnosen werden einleuchtend und nachvollziehbar begründet. Sie werden auch weder von Seiten des Beschwerdeführers noch von seinen behandelnden Ärzten in Zweifel gezogen (vgl.
Urk.
1 S. 2 und 3, 6 S. 3 f. und
18 S. 11
).
Dr.
E._
setzt sich
eingehend mit anderslautenden Einschätzungen
,
namentlich
der damaligen
von
Dr.
I._
und der
aktuellen der
behandeln
den Ärzte des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
(vgl.
Urk.
15/121/15 und 15/161),
auseinander
. Dabei
legt
er
einleuchten
d
und nachvollziehbar
dar
, wie er zu seiner eigenen Beurteilung der aktuellen Situation gelangt.
So belegt er die Verbesserung der depressiven Symptomatik mit einem Ver
gleich der damaligen
Arztberichte und den von ihm erhobenen
Befunde
n
.
Er untermauert sie zusätzlich mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer keine reguläre psychiatrische Behandlung mehr in Anspruch nahm.
Auch
die kurzen stationären Klinikaufenthalte
im Jahr 2013
bezieht
Dr.
E._
angemessen
in seine Würdigung mit ein
. Diesbezüglich
legt
er
insoweit
schlüssig dar,
dass
sie
nichts an seiner Einschätzung zu ändern vermögen
, da sie nicht primär der Behandlung, sondern anderen Zwecke
n dienten
und auch keine bisher unbe
kannte Befunde ergaben
(vgl. Urk.
15/121/15
, 15/121/20
und 15/161/1).
Es spricht
ferner
nichts dagegen, dass
Dr.
E._
die aktuell leichte depressive Symptomatik als mit einem schwach wirksamen und niedrig dosierten Antide
pressivum behandelbar beurteilt (Urk. 15/121/16).
Die Feststellung,
dass beim Beschwerdeführer
inzwischen impulshafte Durchbrü
che und aggressives Verhalten
im Vordergrund
stehen
, während früher asthenische Anteile imponierten, deckt sich mit der Aktenlage.
In den früheren
medizinischen
Berichten war denn auch
nie von aggressivem
Verhalten die Rede, sondern von depressiven Verstimmungen, einer Störung der Selbstwert
-
re
gulation
mit sekundärem sozialen Vermeidungsverhalten und einem passiv-regressiven Verhalten (vgl.
Urk.
15/26
/7,
15/29/3
und 15/85
).
Dr.
I._
stellte bei der Erfassung struktureller Persönlichkeitsdimensionen keine erhöh
ten Werte in den Dimensionen Neurotizismus, emotionelle Labilität und reaktive Aggressivität fest (
Urk.
15/29/6).
Seinen
Umzug aus einer Wohngemeinschaft ins Studentenwohnheim
begründete der Beschwerdeführer damit
,
dass
er sich dem gruppendynamischen Druck mit religiösen Inhalten und imperativer Auf
forderung, an Gottesdiensten teilzunehmen,
habe
entziehen wolle
n
(Urk. 15/29/6).
Eine begleitete Wohngemeinschaft musste er wegen passiv-aggressiven Verhaltens verlassen und trat darauf im April 2001
ins Christliche
B._
ein, wo er ebenfalls primär durch passiv-aggressives Verhalten in Form von Nichteinhalten von Terminen auffiel
(Urk.
15/81).
Überdies gab
d
er
Beschwerdeführer
vor der
Rentenzusprache
aus
drücklich
an, er habe s
eine Arbeitsstellen oft wegen Unpünktlichkeit verloren
(Urk.
15/121/9).
Bei den wegen
aggressiver Durchbrüche erlittenen
Arbeits
-
platz- und Wohnort
sverlu
st
e
n
, welche in gehäufter Form ab 2012 auftraten
(vgl. Urk.
15/121/10,
15/121/23 und 15/130)
,
handelt es sich um Phänomene neueren Datums.
Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass
Dr.
E._
das inzwischen vom Beschwerdeführer entwickelte aggressive Reaktionsmuster nicht primär auf dessen Persönlichkeitsstörung zurückführt.
Es erscheint auch überzeugend, dass das aggressive Verhalten, soweit es krankheitsbedingt ist, medikamentös behandelbar ist
(
Urk.
15/121/16)
.
4.2
Die behandelnden Ärzte des Zentrums für Soziale Psychiatrie der
G._
und
die
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
ver
weisen auf die
biographischen
Gegebenheiten, namentlich den
Umstand, dass der Beschwerdeführer während Jahren in Einrichtungen des betreuten Wohnens lebte und an gesch
ützten Arbeitsplätzen tätig war.
Die
behandelnden Ärzte
ver
treten
darüber hinaus
die Auffassung, dass sich ohne eine entsprechende Begleitung
des Beschwerdeführers
die depressive Symptomatik verstärken würde (
vgl.
Urk.
1/1
und 18 S. 10
).
Mit diesen
Ausführungen
wird
das Gutach
ten von
Dr.
E._
nicht
erschüttert
, zumal sich daraus nichts hinsichtlich einer medizinisch
begründeten E
in
schränkung der
Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit ableiten lässt
.
Dr.
E._
führte denn auch ausdrücklich aus, dass er
nichts
habe
ausmachen können, weswegen
ein betreutes Wohnen
aus medizinischen Grün
den indiziert gewesen wäre (
Urk.
15/161/2). Ebenso erachtet
e
er eine Tätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz bei den aktuellen gesundheitlichen Verhält
nissen als unangemessen (
Urk.
15/121/19).
Der Beschwerdeführer selbst führte aus, er habe sich an diese Art
von
Beschäftigung gewöhnt (
Urk.
15/124 und 15/129) und
er
sei
bisher
lieber im geschützten Rahmen tätig gewesen, weil das nicht so stressig sei (Urk. 15/121/9).
Es mag
sodann
zutreffen, dass der Beschwerdeführer immer dann aggressiv reagiert, wenn er persönlich überlastet oder überfordert i
st (
Urk.
1/1 S.
2). Der daraus gezogene Schluss, dass die Aggressivität ganz klar von der
Persönlich
keitsstörung
stammt (
Urk.
1/1 S. 2
; vgl. auch
Urk.
6 S. 4
), ist nicht ohne W
eite
res nachvollziehbar
. Dies muss umso mehr gelten, als die
behandelnden Ärzte selbst ausführ
t
en, dass die
Persönlichkeitsstörung zu Überforderungsmomenten
führe
, bei denen
d
er
Beschwerdeführer
m
it aggressiven Verhalten regiere
(
Urk.
1 S. 3).
Das sozial unverträgliche aggressive Verhalten des Beschwerdeführers
, welches unbestritten auf dem ersten Arbeitsmarkt, aber auch an einem geschützten Arbeitsplatz nicht tolerierbar ist,
und sich seit einigen Ja
hren wie ein roter Faden durch das
Leben
des Beschwerdeführers
zieht,
wird somit
auch von den behandelnden Ärzten
nicht
mit der Persönlichkeitsstörung als unmit
telbarer Ursache begründet.
Sie äussern sich
schliesslich
auch nicht dazu, ob ein auf einer Persönlichkeitsstörung basierendes aggressives Verhalten, wie von
Dr.
E._
postuliert, behandelbar ist oder nicht. Dementsprechend vermögen sie die Angaben im Gutachten von
Dr.
E._
auch nicht ernsthaft in Frage zu stellen.
4.3
Auch das Resultat der Potentialabklärung durch die
F._
bringt keine neuen Aspekte zu Tage, welche im Gutachten von
Dr.
E._
nicht bereits berücksichtigt worden
sind
. Dieses trägt dem eingeschränkten
Durchhaltever
mögen
und
der
tiefe
n
Frustrationstoleranz
des Beschwerdeführers sowie
den
weiteren Mankos, wie sie im Verlauf der Abklärung zum Ausdruck kamen, bereits
hinreichend
Rechnung.
4.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten von
Dr.
E._
abstellen durfte, welches sämtliche von der Rechtsprechung statuier
ten Kriterien eines Gutachtens erfüllt (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a)
.
Demnach haben sich der psychische Gesundheitszustand sowie die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers verbessert.
Die der
Invali
ditätsbemessung
zu Grunde gelegten
Validen-
und
Invalideneinkommen
wurden zu Recht nicht
in
Frage gestellt
. Dementsprechend kam
die Beschwerdegegnerin
auch zum richtigen Schluss,
dass ke
in Invaliditätsgrad
mehr
vor
liegt
, der einen Rentenanspruch zu begründen vermag.
Es
erweist sich
somit
als
korrekt, dass
sie
mit der angefochtenen Verfügung vom
9.
Oktober 2014 die halbe Invali
denrente aufgehoben hat. Die
s führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird
.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk. 16) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.