Decision ID: 3d52dbf9-e4ac-43fd-b9cb-90ef8b845f40
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
war zuletzt von Januar
2011 bis
Juli
2012 als Rüster/Chauffeur für
die
Y._
tätig (
Urk.
6/8)
. Am 1
6.
August 2012 meldete er sich unter Hinweis auf eine Krebserkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die Sozialver
si
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerb
liche Abklärungen
. Mit Verfügung vom 2
3.
April 2014 (Urk. 6/61) sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. Februar bis 3
0.
Juni 2013 eine ganze Rente zu.
1.2
Am
8.
August 2014 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf eine Tu
morprogression (Rektumkarzinom)
erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
6/70).
Mit Verfügung vom
2
0.
Januar 2015
sprach die IV-Stelle de
m
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von
100
% eine
ganze Rente
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2014
zu (
Urk.
6/
82
).
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
6/96
)
ver
an
lasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung durch das
Begutach
tungszentrum
Z._
, über welche am
3
0.
September 2016
berichtet wurde
(
Urk.
6/117).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/121-122, Urk. 6/125
) hob die IV-Stelle m
it Verfügung vom 2
3.
März 2017 (Urk. 6/128 = Urk. 2
)
die Rente auf.
1.3
Am 2
1.
April 2017 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/130). Am
5.
Mai 2017 (Urk. 6/141) stellte der Versicherte ein Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom 2
3.
März 201
7.
Darauf trat die IV-Stelle am 1
1.
Mai 2017 (Urk. 6/143) nicht ein.
2.
Innert der laufenden – durch den Fristenstillstand unterbrochenen – Rechts
mittelfrist erhob der
Versicherte
a
m
5.
Mai 2017
Beschwerde
gegen die
Ver
fü
gung vom 2
3.
März 2017
(
Urk.
1) und beantragte,
diese
sei aufzuheben und es sei
die Angelegenheit zwecks Vornahme von weiteren medizinischen Abklä
rungen an die IV-Stelle zurückzuweisen
(S. 1)
. Am
1
6.
Juni 2017 (Urk. 5
) bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer
am 26.
Juni 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
7
).
Mit Verfügung
vom 27.
Oktober 2017 wurde
antragsgemäss (Urk. 1 S. 1)
die unentgeltliche Prozess
führung
bewilligt
(Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
-
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
-
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
-
des
tens
40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
-
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des
Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
-
be
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
-
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gege
-
benenfalls
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuch
-
tet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Verfügung vom
2
3.
März 2017
(
Urk.
2) damit, dass
sich d
er Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
s
pätestens seit der Begutachtung
verbessert
habe
. Es sei ihm nun eine b
ehinderungsangepasste Tätigkeit im Sinne einer
körperlich leichte
n Tätigkeit
in Wechselposition mit zusätzlichen Pausen (zum
Stomabeu
-
telwechsel
) zu 80
%
zumutbar
(S. 1)
. Es resultiere ein
Invaliditätsg
rad von 17
% (S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Juni 2017 (Urk. 5) führte die Beschwerde
geg
nerin aus, b
is zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung sei keine weiter
geh
ende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Erst ab dem 1
8.
April
2017 werde dem Beschwerdeführer aufgrund der Metastasierung des Leidens aus psychoonkologischen Gründen eine zweiwöchige Arbeitsunfähigkeit attestiert
.
2.2
D
er Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
d
er Bericht des
A._
vom 2
0.
April
2017 bestätige eine wesentliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit der medizinischen Begut
achtung vom 30.
August
2016 und zwar vor Verfügungserlass am 23.
März
201
7.
Es stehe fest, dass er sich erneut einer belastenden und kräfte
raubenden Krebstherapie unterziehen müsse, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen könne
(S. 2)
. Da noch weitere Abklärungen
liefen
, werde darum ersucht, die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen
(S. 3)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete
ganze
Rente de
s
Beschwerdeführer
s
mit Verfügung vom
2
3.
März 2017
(
Urk.
2) zu Recht aufgehoben hat
, wobei insbesondere umstritten ist, ob sich der Ge
sund
heitszustand des Beschwerdeführers (dauerhaft) verbessert hat beziehungs
weise ob nach der Begutachtung - aber vor Erlass der angefochtenen Verfügung - erneut eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
3.
3.1
Der
Verfügung
vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
6/61), womit dem Beschwerdeführer ab 1.
Februar bis 3
0.
Juni 2013
eine ganze Rente
zugesprochen wurde, lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zugrunde.
M
ed.
pract
.
B._
,
praktischer Arzt
,
nannte mit Bericht vom 24. August
2012 (Urk.
6/9/5
-6
)
die folgenden Diagnosen (
Ziff. 1.1
):
-
Rektumkarzinom (Erstdiagnose [ED] Juni
2012)
-
Diabetes mellitus Typ II (ED 2007)
-
Adipositas
-
Status nach
Phimose nach Balanitis (
Februar
2012)
-
Hämorrhoiden
Der Beschwerdeführer sei in seinem Beruf
als Chauffeur und Rüster
seit dem 19. Februar
2012
zu
100
% arbeitsunfähig
(Ziff. 1.6)
.
Aufgrund der Zucker- und Krebserkrankung sei der Beschwerdeführer körperlich eingeschränkt belastbar. Zusätzlich komme es weiterhin zu blutigen Durchfällen und Kraftlosigkeit (Ziff. 1.7).
3.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für
Chirurgie
,
A._
, nannte mit Bericht
vom 23.
April 2013 (Urk.
6/17/6-9)
die
hier gekürzt angeführte Diag
nose eines distalen, tief sitzenden Rektumkarzinoms (Ziff. 1.1). Seit Juni 2012 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als
Magaziner
(Ziff. 1.6).
Die Einschränkungen bestünden vor allem darin, dass der Patient an der
Stuhl
i
-
kon
tinenz
leide, was auch zu zwei
-
bis vierstündigen Sitzungen auf der Toilette führe. Die bisherige Tätigkeit als
Magaziner
sei bei diesem Patienten sicher nur partiell wieder möglich
. Der Beschwerdeführer benötige eine Arbeit
,
im Rahmen derer
er selber bestimmen könne und sanitäre Anlagen für ihn sehr schnell zugänglich seien. Körperlich könne er nicht wahnsinnig viel Gewicht heben, aber ansonsten bestünden keine Einschränkungen
(Ziff. 1.7).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, für Rheu
ma
tologie und für Hämatologie, Regionaler
Ärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom
9.
August 2013 (Urk. 6/32/4) aus, seit 19. Februar
2012
be
stehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit habe vom 19. Februar
2012
bis 2
2.
April 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 2
3.
April 2013 (Datum Arztbericht
A._
) bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Dies entspreche der Ver
minderung der Leistungsfähigkeit aufgrund der Stuhlinkontinenz.
3.
4
Dr.
C._
,
A._
,
diagnostizierte
mit Bericht vom 27. Januar 2014 (Urk.
6/50)
ein
tief sitzende
s
Rektumkarzinom
sowie eine Stuhlinkontinenz Grad III. Sie führte aus, der Beschwerdeführer sei
bei schwerer Stuhlinkontinenz nach wie vor bis Ende März
2014 zu
100
% arbeitsunfähig
(S. 1).
4.
Der rentenzusprechenden
Verfügung
vom 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
6/82) lag
en
im Wesentlichen
die
folgende
n
Bericht
e
zugrunde
.
4.1
Dr.
C._
,
A._
,
diagnostizierte
mit Bericht vom 21. Juli 2014 (Urk.
6/66)
weiterhin
ein tiefsitzendes Rektumkarzinom und führte aus, der
Beschwer
deführer
zeige ein nicht im Gesunden liegendes reseziertes
lokoregio
-
näres
Rezidiv bei einem
siegelringzelligen
Karzinom. Die Situation sei absolut unbefriedigend und eigentlich müsse man eine
Rektumamputation
durchführen, was der
Beschwerdeführer
aber nicht wolle.
D
ie Arbeitsunfähigkeit bleibe in dieser Situation sicher 100 %.
4.2
Dr.
C._
,
A._
, führte mit Bericht vom 2
5.
August 2014 (Urk. 6/71) aus, der Beschwerdeführer könne sich nun mit der Situation langsam abfinden und stimme einer
Rektumamputation
zu
, die im Herbst 2014 durch
geführt wurde (Urk. 6/76, Urk. 6/100/7)
.
5.
5.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom
2
3.
März 2017
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgen
den Berichte.
M
ed.
pract
.
B._
nannte mit Bericht
vom 1.
Dezember
2015 (Urk.
6/98/5
-6
)
die folgenden,
hier
gekürzt angeführten Diagnosen
(Ziff. 1.2)
:
-
Rektumkarzinom vom
Siegelringzelligen
Typ
-
schwere Stuhlinkontinenz Grad II bis III
-
schwere er
e
ktile Dysfunktion
-
Diabetes mellitus
-
Adipositas
Der Allgemeinzustand habe sich wegen der Verschlechterung des insulin
pflichtigen Diabetes mellitus zusätzlich reduziert. Ausserdem sei der
Beschwer
deführer
aufgrund des
Ileo
Stomas extrem eingeschränkt belastbar (Ziff. 1.
3
)
.
Der
Beschwerdeführer
sei in jeglichen Tätigkeiten des täglichen Lebens
auf Hilfe
angewiesen (Ziff. 1.4).
5.2
Die Gutachter des
Z._
nannte mit polydisziplinärem Gutachten vom 30. September
2016 (
Urk.
6/117)
die folgende, hier
stark verkürzt wiederge
ge
bene Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
30)
:
-
tief sitzendes wenig differenziertes
siegelringzelliges
Adenokarzinom des unteren
Rektumdrittels
mit
Sphinkterinfiltration
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
die
Adipositas (S. 31).
Herr PD
Dr. Dr.
med.
E._
,
Facharzt
für Ch
irurgie, ha
be
den Ver
si
cherten spezialärztlich beurteilt. Knapp zwei Jahre nach der letzten Operation schein
e ein recht stabiler Zustand er
reicht worden zu sein. Seit dem Entscheid vom September 2014
sei
eine
klare Ver
besserung des Gesund
heitszustandes zu konstatieren. Z
um einen
sei
eine Heilung der Tumorkrankheit möglich und zum
a
ndern
seien
die schwere
Dyschezie
und anale Inkontinenz
behoben. Aus chirurgischer Sicht
sei
eine adaptierte Tätigkeit mit Wechselposition, niedriger körperlich
er
Belastung sowie der Möglichkeit zu Pausen wegen
Stomabeutel
wechsels
zumutbar, wegen der erwähnten Einschränkungen mit einer Leis
tungs
minderung von
zirka
20
%. Diese Einschätzung
gelte
ab Datum des Gutachtens im Rahmen der Rentenrevision
(S. 32)
.
Die onkologische Evaluation
habe
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Medi
-
zinische
Onkologie und für Allgemeine Innere Medizin,
durch
geführt
. Zusam
men
fassend
könne
gesagt werden, dass für den gesamten Zeitraum der
o
ben
genannten
multimodalen Therapien, ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung des Tumors im Juni 2012 bis zur
abdominoperinealen
Rektumamputation
mit Anlage einer definitiven terminalen
Descendostomie
im Oktober 2014, wie auch für eine anschliessende Rekonvaleszenz-Periode
von sechs
Monaten, also bis zum April 2015, dem Versicherten aus onkologischer Sicht eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert werden
könne
. Ab diesem Zeitpunkt
könne
aufgrund der persistier
enden und einschränkenden Situa
tion verursacht durch häufige
Stoma
beutelw
echsel
und der ebenfalls wahrscheinlich therapie-assoziierten abdominalen Schmerzen,
aus onkologischer Sicht eine Ar
beitsunfähigkeit
von 20 % bis auf weiteres attestiert werden. In diesem Zusammenhang erschein
e
erwähnenswert, dass eine adaptierte Tätigkeit mit Wechselpositionen und eher niedriger körperlicher Belastung
zum Beispiel
im Rah
men einer sitzendenden Büro- oder Schreibtätigkeit,
mit der Möglichkeit
,
regelmässi
ge Pausen zum
Stoma
beutelw
echsel
einzulegen, durchaus medizinisch zumutbar
sei
. Der
Beschwerdeführer
habe sich
auch motiviert
gezeigt,
nach entsprechender Um
schu
lung einer solchen adaptierten Arbeitstätigkeit nachgehen zu wollen
(S. 32 f.)
.
Gesamtmedizinisch
könne
gesagt werden, dass für den gesamten Zeitraum der
oben genannte
n
multimodalen Therapien, ab dem Zeitpunkt der Diagnose
stel
lung des Tumors im Juni 2012 bis zur
abdominoperinealen
Rektumamputation
mit Anlage einer definitiven terminalen
Descendostomie
im Oktober 2014, wie
auch für eine anschliessende Rekonvaleszenz-Periode von sechs Monaten, also bi
s zum April 2015, dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
könne
. Wie umfangreich dargelegt,
sei
es in der Folge aber erfreulicherweise zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation gekommen. Ab
Begutachtung könne
dem
Beschwerdeführer
in einer adap
tierten Tätig
keit noch eine Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit von 20
% bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen attestiert werden. Diese Einschätzung
sei
durch alle involvier
ten Gutachter gemeinsam erfolgt
(S. 33)
.
5.3
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
RAD,
führte mit Stellungnahme
vom 13.
Oktober
2016 (Urk.
6/120/
5-6) aus,
es werde empfohlen, auf das Gutachten abzustellen
. Gestützt darauf solle seit Begutachtung im September 2016 von einem verbesserten, weiterhin dauerhaften Arbeitsfähigkeit relevanten Gesund
heitsschaden mit folgender Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausgegan
g
en werden:
Seit Juni 2012 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Rüster/Chauffeur und in einer angepassten
Tätigkeit. Seit Juni 2016 80%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und in einer angepassten Tätigkeit (S. 5 f.).
6.
Nach Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
2
3.
März 2017
(Urk. 2)
er
ging folgender Bericht:
Dr.
C._
,
A._
,
diagnostizierte
mit Bericht
vom 2
0.
April 2017 (Urk.
3/1 =
Urk.
6/133)
ein
Rektumkarzinom vom
Siegelringzelligen
Typ
und führte aus, i
m Rahmen einer 5-Jahreskontrolle habe eine Punktion am 1
5.
April
2017 eine Metastasierung bewiesen. Der Patient sei am 1
8.
April
2017 über die positive Histologie informiert worden und dadurch psychologisch sehr belastet. Momentan evaluiere man, was weiter getan werden könne. Der Patient sei bei dieser schlechten Nachricht aus psychoonkologischen Gründen für 14 Tage arbeitsunfähig geschrieben worden.
7.
7.1
Das
polydis
ziplinäre
Z._
-
Gutachten
von September 2016 (vorstehend E. 5.2
), erfüllt die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige Entsche
idungs
-
grundlagen
(vorstehend E.
1.
5
) vollumfänglich. So erfolgte eine
allgemein-internistische, chirurgische und onkologische
Beurteilung, womit das Gutachten auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen beruht. Zudem berücksichtigte es die
vom
Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden (vgl.
Urk.
6/117/11 f., Urk. 6/117/16 f., Urk. 6/117/
22 ff.
) in angemessener Weise,
es
wurde in Kenntnis sowie in Auseinander
setzung der
Vorakten
(vgl. Urk.
6/117/6 ff.)
erstellt u
nd trägt der konkreten medizini
schen Situation Rechnung. In der Darle
gung der medizinischen Zusammen
hänge leuchtet es ein und die vor
genommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend. Für die
Entscheidfindung
kann
daher darauf abgestellt werden. Dies umso mehr als auch RAD-
Arzt
Dr.
G._
zur selben Einschätzung gelangte (vgl. vorstehend E.
5.3
)
und für den relevanten Zeitraum keine abweichenden ärztlichen Beurteilungen vor
liegen
.
7.2
Gestützt auf die medizinische Aktenlage - und insbesondere das
Z._
-
Gut
achten vom September 2016
(E. 5.2 hiervor)
- steht somit fest, dass de
r
Beschwer
deführer a
b Begutachtung
in einer
adaptierten Tätigkeit
mit Wechselpositionen und eher niedriger körperlicher Belastung, mit der Möglichkeit
,
regelmässige Pausen zum
Stoma
b
eutel
w
echsel
einzulegen,
zu 80 % arbeitsfähig
ist
.
7.3
Gestützt auf das
Z._
-
Gutachten steht sodann fest, dass sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers seit der rentenzusprechenden Verfügung vom
2
0.
Januar 2015 (
Urk.
6/82)
, als der Beschwerdeführer vollständig arbeitsun
fähig war
(vorstehend E. 4)
,
verbessert hat.
7.
4
Nach Verfügungserlass ist wohl wieder eine Verschlechterung der
gesundheit
liche
n
Situation
e
ingetreten, da
eine
Metastasierung
festgestellt
wurde
(vor
steh
end E. 6). V
orläufig schlägt sich dies aber - soweit ersichtlich - erst in psy
chischer Hinsicht (als Folge der festgestellten Metastasierung) nieder. So wurde denn ab dem 18. April 2017 aus psychoonkologischen Gründen eine zwei
wöchige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vorstehend E. 6)
. Wie sich die neuen medizinischen Erkenntnisse (allenfalls) auf die Arbeitsfähigkeit in somatischer (oder auch längerfristiger psychischer)
Hinsicht auswirken werden, ist noch nicht bekannt. Damit ist aber im Zeitraum zwischen Begutachtung
(August beziehungsweise September 2016)
und Verfügungserlass
(März 2017)
keine Verschlechterung nachgewiesen beziehungsweise überwiegend wahrscheinlich.
G
emäss der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet der ange
fochtene Entscheid die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 130 V 445 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen).
Eine allenfalls nach Verfügungserlass eingetretene Verschlechterung wäre im Rahmen der bereits erfolgten Wiederan
meldung
(vgl. Urk. 6/130)
zu prüfen.
Zu diesem Zweck
ist die Sache
der Be
schwerdegegnerin
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zu überweisen.
7.5
Die Beschwerdegegnerin ist beim Einkommensvergleich von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 17
%
(Urk. 6/119). Der Beschwerdeführer erhob keine Einwände gegen den Einkommensvergleich
und es bestehen keine Anhalts
punkte dafür, dass dieser nicht korrekt wäre, weshalb es damit sein Bewenden hat
.
7.6
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 5
00.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgelt
lichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. De
r
Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (
GSVGer
) hinzuweisen,
wonach
er
zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.