Decision ID: fcee81d2-4b62-49ce-b275-e8c9873f0c52
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1978
,
gelernter
Modeverkäufer
(
Urk.
7/7/2,
Urk.
7/8
Ziff.
5.3)
,
war
seit dem
1.
Jul
i 200
7
bis 3
1.
März 2012 bei der
Z._
als
Kundenberater im Aussendienst
tätig (vgl.
Urk.
7/7
/1
,
Urk.
7/25/3
)
und meldete sich unter
Hinweis auf
eine seit dem
1.
Juni 2011
bestehende Panik, eine Depression und ein
“
G._
-Trauma
”
am
1.
Februar 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8
Ziff.
6.2
-3
).
Da
er
ab April 2012 bei der
A._
AG eine Tätigkeit als Handelsreisender in einem Pensum von 100
%
angetreten hatte
(vgl.
Urk.
7/14
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.6,
Urk.
7/17
/1-4
)
, verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom
5.
September 2012 (
Urk.
7/22) einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
1.2
Am 2
4.
Oktober 2014 meldete sich der Versicherte erneut unter Hinweis auf
ein psychisches Leiden
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (
Urk.
7/23
Ziff.
6.2).
Die
IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
7/52
) und holte bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie,
ein p
sychiatrisches
Gutachten ein, das am
1
5.
Juni 2017
erstattet wurde (
Urk.
7/74
).
Nach durchgeführt
em
Vorbeschei
dverfahren
(
Urk.
7/76;
Urk.
7/81
,
Urk.
7/88
) verneinte di
e IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
April 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/92
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
3.
Mai 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
April 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Sache zwecks Abklärung
möglicher Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen. Es sei festzustellen, dass er Anspruch auf Integrations
massnahmen und Umschulung habe und hernach sei über seinen Anspruch auf Rentenleistungen neu zu entscheiden.
Insbesondere sei der Anspruch auf ein Wartetaggeld beziehungsweise eine Rente für die Zeit ab Ablauf Wartejahr (Januar 2015) bis Beginn der Integrationsmassnahme neu zu prüfen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
1.
Mai 2018
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
5.
Juni
2018 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7,
Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1
.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit,
dass auf das Gutachten von
Dr.
B._
abgestellt werden könne.
Bei der Beurteilung
des behandelnden Psychiaters
handle es sich lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes. Die Prüfung der effektiven Funktions- und Leistungs
fä
higkeit habe ergeben, dass der Beschwerdeführer über viele persönliche Ressour
cen verfüge. Auch in der Freizeit sei eine hohe Aktivität ausgewiesen
,
und er beschäftige sich in hohem Masse mit der Kunst.
Es sei
ihm
gelungen, schwierige belastende Ereignisse in der Vergangenheit überwiegend zu verarbeiten. Insge
samt erschienen die präsentierten geschilderten Beschwerden stärker, als sie sich in ihren konkreten Alltagsauswirkungen fassen liessen.
Zusammenfassend sei nach Würdigung der medizinischen Aktenlage kein invalidisierender Gesund
heitsschaden ausgewiesen (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, auf das Gutachten von
Dr.
B._
könne nicht abgestellt werden. Er sei bereits ab Januar 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (S. 7 f.
Ziff.
3
).
Es sei aktenkundig, dass er im November 2015
dekompensiert
und sich in stationäre Behandlung habe begeben müssen. Danach habe mindestens bis zum Zeitpunkt der Begutachtung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden. Für die Zeit danach sei auf den Bericht des behandelnden Psychiaters zu verweisen. Danach bestehe in Übereinstimmung mit seiner Selbsteinschätz
ung anlässlich der Begutachtung
aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 8 Mitte).
Die Herleitung der 80%igen Arbeitsfähigkeit im
Gutachten sei nicht schlüssig.
Seine künstlerische Tätigkeit zu Hause in der eigenen Wohnung sei nicht vergleichbar mit einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
. D
ie zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80
%
ab Zeitpunkt der Begutachtung
beziehe sich
auf höchstens eine solche künstlerische Tätigkeit.
Diese sei jedoch in keiner Weise existenzsichernd, so dass ein Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
resultieren würde (
S. 8 f.
Ziff.
4
).
Es sei unzutreffend, dass er in der Freizeit über ein hohes Aktivitätsniveau verfüge. Zudem seien die per
sönlichen Ressourcen allesamt vor der Dekompensation Ende 2013 mobilisiert worden. Seit Januar 2014 sei es ihm nicht mehr gelungen, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren (S. 12 f.
Ziff.
9).
Die Voraussetzungen für eine beruf
liche Integrationsmassnahme seien vorliegend erfüllt (S. 10 oben).
Für die Zeit ab Ablauf des Wartejahres im Januar 2015 bis und mit Zeitpunkt der Begutachtung beziehungsweise Beginn der Integrationsmassnahme sei der Anspruch auf eine befristete (halbe) Rente zu prüfen, da eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden habe. Über einen allenfalls künftigen Rentenanspruch sei nach Abschluss der beruflichen Massnahmen zu befinden (S.
9 ff.
Ziff.
5-6
).
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 2
1.
März 2015 (
Urk.
7/35) folgende Diagnosen (S. 1):
-
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenen (ICD-10 F90.0)
-
Abhängigkeitssyndrom von Kokain,
episodischer Konsum (ICD-10 F14
.26)
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
0.
Juli 2012 bei ihnen in ambulanter integrierter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung wegen seiner schweren psychischen Störungen. Im Dezember 2013 habe es zunehmend Probleme mit seinem Projekt eine selbständige Tätigkeit aufzubauen gegeben
,
und es sei zu einer längeren depressiven Dekompensation gekommen.
Ab dem 2
2.
Januar 2014 habe dem Patienten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden müssen.
Im S
ommer 2014 habe es sich langsam abgezeichnet, dass er aus seiner
Depression herausfinden würden. Nach dem Suizid eines Cousins anfangs
September 2014 habe der Beschwerdeführer versucht, sich mit einer Überdosis Tabletten selber umzubringen
, weil er die innere Anspannung nicht mehr ertragen habe. Dies habe ihn wieder um Wochen zurückgeworfen.
Unter Wei
terführung der intensiven ambulanten psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung mit Konsultationen mindestens einmal pro Woche
,
habe es in der Zwischenzeit doch wieder Fortschritte gegeben.
Nachdem im letzten Herbst noch die Klinikeinweisun
g habe in Betracht gezogen werden müssen, seien wieder stabilere Phasen erreicht worden
,
und der Patient habe versucht, sich zu bewerben (S. 1 f.).
Leider sei es im Zusammenhang mit Beziehungsstress und zum Teil ungeschütz
te
m
Sex im homosexuellen Milieu zu erneuten depressiven Einbrüchen kompli
ziert durch den Konsum von Kokain und Metamphetamin gekommen. Von sol
chen Krisen brauche es immer wieder Zeit bis sich der Patient sortiert habe. Zurzeit sei er noch nicht arbeitsfähig. Er sei noch zu wenig stabil, um im ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können. Andererseits habe er doch soweit Fortschritte gemacht, dass berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung beantragt wür
den (S. 2).
3
.2
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom 2
2.
April 2016 (
Urk.
7/48) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3) beziehungs
weise komplexe
Traumafolgestörung
nach Vernachlässigung und körper
licher Gewalt durch die Eltern, sexuelle
m
Missbrauch durch einen
Bekannten über längere Zeit als Kleinkind, Traumata unter Drogen und bei risikoreichen sexuellen Beziehungen unter Homosexuellen, Bomben
anschlag in
G._
-
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenen
(ICD
10 F90.0)
-
Abhängigkeitssyndrom von Kokain und Metamphetamin (ICD-10 F14.20)
-
Abhängigkeitssyndrom von Heroin (ICD-10 F11.22), Substitution mit
Subutex
Dr.
C._
führte aus,
der Patient sei seit dem 2
0.
Juli
2012
bei ihnen in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 1
8.
April 2016 erfolgt (
Ziff.
3.1). Es
sei
ihm
keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar (
Ziff.
2.1).
Es finde sich ein 37-jähriger gepflegter und eher extravagant gekleideter Patient in reduziertem Allgemeinzustand und unauffälligem Ernährungszustand.
Er sei bewusstseinsklar, vollständig orientiert, und die Aufmerksamkeit unter
Focalin
sei unauffällig. Das Denken sei geordnet. Er verfüge über eine gute Intelligenz
.
Die Hauptproblembereiche seien die emotionale Instabilität, die Impulsivität und ein selbstschädigendes Verhalten ohne Berücksichtigung von Konsequenzen. Weiter habe er ein Gefühl der inneren Leere und gehe prekäre Beziehungen ein. Er leide an Flashbacks und an dissoziativen Zuständen. In allen Bereichen bestünden grosse Schwierigkeiten, Sicherheiten aufzubauen (
Ziff.
1.3).
Bei Behandlungsbeginn habe der Beschwerdeführer
gerade sei
n
en letzten Job ver
loren und mit Drogenproblemen gekämpft.
Da
er sich
nicht mehr in der Lage gefühlt habe, als Angestellter zu funktionieren, habe er versucht
,
eine selb
s
tän
dige Tätigkeit aus
zubauen, was sich aber als schwierig erwiesen habe
und schliesslich auch gescheitert sei. Seit Januar 2014 habe der Patient krankge
schrieben werden müssen. Er sei schwer depressiv gewesen, hoffnungslos und habe versucht, sich umzubringen. Eine stationäre Behandlung sei nach wenigen Tagen gescheitert. Der Patient habe begonnen, Heroin zu schnupfen und habe mit
Subutex
substituiert werden müsse
n
.
Aktuell stünden die komplexen Trauma-Folgestörungen, welche als die primären Störungen betrachtet w
ürden
, im Vordergrund der Behandlung. Es gehe um die emotionale Instabilität, die Unfähigkeit für sich eine sichere Umgebung aufzu
bauen, die eigene Wohnung zu schützen und die Beziehungen zu Mitmenschen sicher zu gestalten (
Ziff.
3.1).
3.3
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom 2
0.
Februar 2016 (richtig wohl 2017) (
Urk.
7/67) die gleichen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wie in seinem Bericht vom 2
2.
Ap
ril 2016 (vgl. vorstehend E. 3.2
).
Die letzte Kontrolle sei am 2
0.
Februar 2017 erfolgt (
Ziff.
3.1).
Dr.
C._
führte aus, im
Vordergrund stünden weiterhin die emotionale Instabilität und selbstschädigen
des Verhalten ohne Berücksichtigung von Konsequenzen. Die Belastbarkeit und insbesondere die Durchhaltefähigkeit seien dadurch stark eingeschränkt. Durch sozialen Rückzug und möglichst konsequente Vermeidung von Risikosituationen
,
sei in den letzten Wochen eine gewisse Stabilisierung erreicht worden (
Ziff.
1.3). Dem Patienten sei bis auf weiteres keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar. Auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit. Eine ange
passte Tätigkeit sei die des bildenden Künstlers (
Ziff.
2.1-2).
Der
Verlauf sei sehr unruhig mit schweren Krisen und selbstverletzendem Ver
halten sowie massivem Drogenkonsum gewesen. In der letzten Woche hätten gewisse Fortschritte verzeichnet werden können. So habe kaum noch ein Drogen
konsum bestanden
,
und es hätten keine Suizidversuche und kaum selbstschädi
gendes Verhalten mehr stattgefunden. Der Patient lebe zurückgezogen alleine in einer kleinen Wohnung. Er habe guten Kontakt zu Nachbarn und beschäftige
sich phasenweise intensiv mit bildender Kunst. Er male Bilder, mache Skulpturen und befasse sich mit Kunstfotographie. Er habe auch schon Ausstellungen gemacht, ohne damit aber wirklich Geld zu verdienen (
Ziff.
3.1). Die Motivation des Pati
enten werde als eher gering eingeschätzt
(
Ziff.
4.3).
3.4
Am 1
5.
Juni 2017 erstattete
Dr.
B._
das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/74).
Dr.
B._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplexe Traumatisierung als Kind (ICD-10 F43.8) mit
histrionischer
und emotional-instabiler Persönlichkeitsak
zentuierung.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Auf
merksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0),
unter
Sti
mulanzien
therapie
kompensiert
,
und eine
Polytoxikomanie
, gefährlicher Gebrauch (ICD-10 F19.81), aktuell sporadischer Gebrauch von Cannabis, Kokain, Heroin,
Focalin
nasal und früher von Alkohol, Amphetamine und Gamma-
Hydroxybuttersäure
(S. 50
Ziff.
6.3.5).
Dr.
B._
führte aus, beim Beschwerdeführer werde die Arbeitsfähigkeit medi
zinisch-theoretisch durch eine
histrionische
und emotional-instabile Persönlich
keitsakzentuierung eingeschränkt
. Der Drogenkonsum
habe bisher nicht zu einer erkennbaren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt, ebenso die mit
Focalin
kompensierte ADHS.
Krankheitswertige depressive Beschwerden oder Ängste lägen aktuell nicht vor
. Die emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung könne theoretisch mit reduzierter Ausdauer einhergehen. Die
histrionische
Akzentuierung könne je nach sozialem Kontext eine wertvolle Ressource sein
oder zu zwischenmenschlichen Konflikten, Ablehnung, dysfunktionalem Verhal
ten und sozialen Problemen führen (S. 52
Ziff.
6.5.3
lit
. a).
Zur Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit
führte
Dr.
B._
aus, der Beschwerdeführer habe eine Ausbildung als Herrenkonfektionsverkäufer absol
viert, dazu eine Handelsschule, und habe mehrere Jahre als Modeberater und Modeverkäufer sowie als Telefonverkäufer und viele Jahre als Aussendienstmit
arbeiter im
Papeteriebereich
gearbeitet
. Die letzten Stellen seien ebenfalls im Bereich Marketing und Verkauf gewesen, sowohl angestellt für die Firma
A._
, wie auch selbständig für ein Haarverdichtungsmittel. Als
angestammte Tätigkeiten seien demnach Verkaufstätigkeiten - direkt am Kunden im Laden, im Telefonmarketing, als Aussendienstmitarbeiterin sowie im Marketing zu bezeich
nen
(S. 54
Ziff.
6.5.4
lit
. a
).
Dr.
B._
führte aus, wahrscheinlich sei die Belastbarkeit des Beschwerdeführers insgesamt etwas reduziert, was das Arbeiten unter Zeitdruck und in agorapho
bisch ungünstigen Situationen (enge Verkaufsräume, Laden voller Kunden) angehe. Diese Einschränkung komme aber nicht in jedem Ladengeschäft zum
T
ragen (S. 54 f.
Ziff.
6.5.4
lit
. b).
Der Beschwerdeführer habe agoraphobische Ängste. Er ver
m
eide die öffentlichen Verkehrsmittel, könne aber, wenn er es wirklich wolle, diese Angst überwinden. Insofern sei die Mobilität für eine normale Arbeitsstelle ausreichend. Für eine Aussendiensttätigkeit wäre das zu wenig. Hier müsste der Beschwerdeführer
zuviel
Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen,
was
initial belastend wäre. Es gebe aber auch krankheitsfremde Faktoren, die eine Aussendienst
tätig
keit erschwerten, namentlich der Verlust des Führerausweise
s
aufgrund Kokain
besitzes. Für eine Verkäufertätigkeit zum Beispiel im Telefonmarketing oder in einem Kleiderladen in Zürich könnten keine Einschränkungen in der Arbeitsfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit begründet werden (S. 54 f.
Ziff.
6.5.4
lit
. b).
Der Beschwerdeführer habe ein gutes Gespür für Mode und Inszenierung und könne Menschen gut lesen. Er sei gemäss seinen Zeugnissen
aber
auch nach seinen Angaben immer ein erfolgreicher Verkäufer gewesen. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass dies heute nicht mehr so sei (S. 55
lit
. c).
Dr.
B._
führte zur quantitativen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit aus, im Telefonverkauf bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
, ebenso in einem wenig frequentierten Verkaufsgeschäft für Männermode mit grosszügigen Platzverhältnissen. In beengten Verkaufsräumlichkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
. Im Aussendienst sei die Arbeitsfähigkeit schwer
einschätzbar, weil
hier krankheitsfremde Faktoren (kein Führerausweis) mit den agoraphobisch nachvollziehbaren Einschränkungen interferierten
(S. 55
lit
. d).
Zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit führte
Dr.
B._
aus, es sei die Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt des Ablaufes der Wartefrist, demnach ab dem 2
4.
Oktober 2015 zu beurteilen.
Zumindest zum Zeitpunkt seiner Ausstellung «
D._
» am 1
9.
November 2015 sei der Beschwerdeführer offenbar wieder arbeitsfähig gewesen, sonst hätte er die damit verbundenen Anstrengungen nicht leisten können. So habe er ausgeführt, dass er viel gearbeitet habe sowie ein Objekt habe verkaufen können. Zur Erholung sei er vom 2
3.
bis 2
7.
November 2015 in eine Klinik am
E._
, deren Namen
er
nicht mehr wisse, gewesen. Er sei dort vorzeitig entlassen worden, weil er
Focalin
geschnupft habe, anstatt es per
os
einzunehmen.
Man dürfe annehmen, dass der Beschwerdeführer auch für die am
2.
April 2016 geplante Ausstellung künstlerisch aktiv gewesen sei.
Dr.
B._
hielt fest, er gehe
insgesamt davon aus, dass die o
ben gemachten Ein
schätzungen zur Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit ab dem 2
4.
Oktober 2015 gälten. Zuvor, ab dem 2
4.
Oktober 2014 habe mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 55
lit
. e).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führte
Dr.
B._
aus, es gälten grundsätzlich die gleichen Einschränkungen wie in
den
angepassten
(richtig wohl: angestammten)
Tätigkeiten. Die psychische Belastbarkeit sei insge
samt etwas reduziert, und die Tätigkeiten sollten deshalb nicht konfliktreich und zwischenmenschlich intensiv sein. Abgesehen vom Arbeitsweg sollte die Tätigkeit nicht mit Reisen in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbunden sein (S.
56
Ziff.
6.5.5
lit
. a).
Der Beschwerdeführer könnte theoretisch auch Ausstellungen arrangieren, Schau
fenster dekorieren oder wieder als Model arbeiten. Er habe viele Ressourcen (S. 56
Ziff.
6.5.5
lit
. b).
Es sei aus psychiatrischer Sicht eine Tätigkeit zu 80
%
möglich. Auch diese Einschätzung gelte ab dem 2
4.
Oktober 201
5.
Vorher habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 56
Ziff.
6.5.5
lit
. c).
3
.5
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
, führte in ihrer Stellungnahm
e vom 1
6.
Juni 2017 (
Urk.
7/75/6
-8) aus,
das erstellte Gutachten erweise sich als beweiskräftig
,
und es werde empfohlen auf die Beurteilung voll
umfänglich abzustellen.
Dem
nach habe vom 2
4.
Oktober 201
4 bis 2
3.
Oktober 2015 eine 50%i
ge Arbeitsunfä
higkeit in allen Tätigkeiten des ersten Arbeitsmarktes vorgelegen. Seit dem 2
4.
Oktober
2015 bestehe wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in allen Tätig
keiten des ersten Arbeitsmarktes, sofern das Leistu
ngsprofil berücksichtigt werde
.
Es liege keine sekundäre Sucht vor, und das Suchtgeschehen habe keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitsschaden sei inzwischen stabilisiert.
Als Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Verkäufer seien Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt, Störungen der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit, eine sehr niedrige Frustrationstoleranz sowie eine Impulskontrollstörung zu nennen. Enge Ver
kaufsräume seien möglichst zu vermeiden, ebenso eine Aussendiensttätigkeit.
3
.6
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
7/87)
aus,
er finde in Bezug auf die Diagnostik eine weitgehende Übereinstimmung mit dem Gutachten und mit der letzten RAD-Stellungnahme. Als Diagnosen ohne dauer
hafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenen und die Probleme im Umgang mit psychotropen Substanzen seien unter der aktuellen Therapie und Medikation inzwischen gut unter Kontrolle.
Erfahrungsgemäss könnten aber diese Störungen unter vermehrter Belastung wieder zum Problem werden (S. 1 Mitte).
Die Diagnose, die sich seines Erachtens hauptsächlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sei
die komplexe posttraumatische Belastung
oder komplexe
Trauma
folgestörung
.
Dr.
C._
führte aus, nach seinem Kenntnisstand habe der Patient ernste Traumatisierungen als Kleinkind, als Kind
,
als Jugendlicher und auch noch im Erwachsenenalter erlebt. Der RAD schreibe als Hauptdiagnose von einer sonstigen Reaktion auf schwere Belastung.
Es gehe nicht um eine einmalige schwere Belastung, sondern um wiederholt schwere Belastungen (S. 1 unten)
.
Das Beschwerdebild des Patienten
werde durch die komplexe posttraumatische Störung gut erklärt
. Dabei sei das Beschwerdebild im Längsverlauf nicht stabil. Je nach Phase und je nach Belastung stünden immer wieder andere Symptome
oder Beschwerden im Vordergrund.
D
ie Leistungsfähigkeit des Patienten werde vom Gutachter und vom RAD massiv überschätzt.
Trotz vieler Bemühungen sei es dem Patienten nicht mehr gelungen, ein relevan
tes Erwerbseinkommen zu erzielen. Das Hauptproblem sei die stark schwankende Leistungsfähigkeit. Vom Gutachter rapportiert würden Arbeitstage von 12 bis 16 Stunden. Unter Stimulanzien könne der Patient einmal so viele Stunden einer Arbeit nachgehen. Regelmässig folgten aber darauf länger Phasen der Untätig
keit, der Blockade und der Selbstzweifel, welches insbesondere auch beim Ver
such eine selbständige Erwerbstätigkeit aufzubauen, habe festgestellt werden
müssen. Der Patient sei sehr motiviert gewesen, die nachhaltige Leistungsfähig
keit sei aber für eine selbständige Tätigkeit völlig ungenügend gewesen
(S. 3 oben)
.
Wie in der letzten RAD-Stellungname gut geschildert, gebe es klare Einschrän
kungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Verkäufer, indem der Beschwer
deführer Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt und Störungen der Emo
tionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit habe. Er habe eine sehr niedrige Frustrationstoleranz und
eine Impulskontrollstörung. Möglichst vermieden werden sollten enge Verkaufsräume und eine Aussendienst
tätigkeit.
Dr.
C._
führte aus, das
in der RAD-Stellungnahme resultierende Belastungs
profil,
wonach eine Verkaufstätigkeit grundsätzlich unter Berücksichtigung der oben genannten Einschränkungen weiterhin möglich sei, sei nicht nachvollzieh
bar. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei er wohl eher einem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar (S. 3 Mitte).
In den letzten Monaten seit dem Gutachten hätten in der Therapie weitere Fort
schritte erzielt werden und unter Vermeidung von unnötigen Risiken und mit einer einfachen, zurückgezogenen Lebensführung dennoch eine gewisse Stabili
sierung erreicht werden können. Der Patient habe eingesehen, dass er es als Künstler kaum je schaffen werde, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Vielleicht könnte der Patient aber aus seinem kreativen
Potential mit der richtigen Schulung doch noch etwas Produktives machen. Er könnte sich zum Beispiel vor
stellen
, nach einer Umschulung als Webdesigner zu funktionieren. Es werde des
halb empfohlen, berufliche Massnahmen zu prüfen.
Die Belastbarkeit für berufliche Massnahmen liege aktuell bei etwa 50
%
und könnte bei positivem Verlauf auch noch gesteigert werden (S. 3 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
ausgehend vom psychiatrischen
Gutachten von
Dr.
B._
vom Juni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4)
unter Hinweis auf das hohe Aktivitäts- und Funktionsniveau des Beschwerdeführers
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens.
4.2
Das
psychiatrische Gutachten
von
Dr.
B._
vom Juni 2017 (vorstehend E. 3.4
) berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen
und mit seinem Verhalten
umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer
Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräft
ige Expertise (vorstehend E. 1.5
).
Dr.
B._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplexe Traumatisierung als Kind (ICD-10 F43.8) mit
histrionischer
und emotional-instabiler Persönlichkeitsakzentuierung und leitete daraus eine generelle Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
ab.
4.3
H
insichtlich der Ausführungen des
seit Juli 2012
behandelnde
n
Psychiaters
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.1-3 und E. 3.6
)
, welcher den Beschwerdeführer durchgehend seit Januar 2014 als vollständig arbeitsunfähig erachtete,
gilt es zu berücksichtigen, dass
seine
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhal
tung bei der Würdigung
seiner
Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
B._
legte
in seinem Gutachten
detailliert dar, aus welchen Gründen er
sowohl hinsichtlich der Diagnostik als auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
zu einer vom behandelnden Psychiater
Dr.
C._
abweichenden
Einschätzung kam.
Dies vorab aufgrund des Umstandes, dass
Dr.
C._
das hohe Aktivitäts
niveau des Beschwerdeführers (60 Stunden pro Woche für die eigene Firma, Ferien in Barcelona, 12 Stunden künstlerische Arbeit täglich
) unberücksichtigt gelassen hatte
(vgl.
Urk.
7/74 S. 49
Ziff.
6.3.2).
In diagnostischer Hinsicht mass
Dr.
B._
der S
uchtproblematik
keinen Krank
heitswert bei
.
Diese
Ansicht
teilte
Dr.
C._
dann in seinem Bericht vom Okto
ber 2017 (vg
l. vorstehend E. 3.6) ebenfalls
.
In nachv
ollziehbarer Weise begrün
dete
Dr.
B._
, weshalb er d
en
sporadischen Konsum
des Beschwerde
führers ohne Hinweise fü
r eine körperliche Abhängigkeit eher im Zusammenhang mit dem Lifestyle und der
histrionischen
Akzentuierung als mit einer krankheitswer
tigen psychiatrischen Störung sah.
Ein
sekundäres Suchgeschehen
wurde damit verneint
(vgl.
Urk.
7/74 S. 43 unten).
Das Vorliegen einer, wie von
Dr.
C._
diagnostizierten
emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung
sowie eine
r
Störung
vom
Borderli
ne
Typus (vgl. vor
ste
hend E.
3.1
3
)
,
verneinte
Dr.
B._
in nachvollziehbarer Weise
(vgl.
Urk.
7/74 S.
44
f.
lit
. c)
.
In Anbetracht der erfolgreichen beruflichen Biographie des Beschwerdeführers (vgl. auch
Urk.
7/25
/2-12, Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug,
Urk.
7/34
) erweist sich die von
Dr.
C._
gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung tatsächlich nicht für nachvollziehbar, zumal
es sich hierbei um
eine
sich bereits in der Kindheit abzeichnende und bis ins Erwachse
nenalter entwickelnde
schwere Störung der charakterlichen Konstitu
tion
und des Verhaltens
handelt
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt
[Hrsg.],
Internationale
Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische
Le
itlin
ien, 1
0.
Aufl
. 2015, S. 276 f.). E
ine
erfolgreiche Tätigkeit
im Bereich Ver
kauf und Marketing
und damit in einem Bereich mit intensivem Kundenkontakt, wäre demnach nicht möglich gewesen
(vgl.
Urk.
7/74 S. 21 ff.
Ziff.
3.2.5
)
.
Ein
hergehend damit verneinten auch die Fachpersonen der
F._
in ihrem Bericht vom 1
6.
November 2011 nach dreimonatigem Aufenthalt des Beschwerdeführers in ihrer Klinik vom Juli bis Oktober 2011 unter Hinweis auf die bisherige Lebensbewältigung eine Per
sönlichkeitsstörung (vgl.
Urk.
7/65 S. 1 und S. 3).
Dr.
B._
ging von
einer
histrionische
n
und emotional-instabile
n
Persönlich
keits
akzentuierung
aus und wies auch darauf hin, dass die damit einhergehende Selbstinszenierung des Beschwerdeführers ihn in seinen
Kreisen interessant und attraktiv
mache
, gerade auch in Bezu
g auf seine Künstlerambitionen
(
Urk.
7/74 S. 45 unten).
Auch das Vorliegen einer
posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund des
G._
-Attentates verneinte
Dr.
B._
. Dies insbesondere mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer das
Traumakriterium
nicht erfülle, da er das Ereignis aus der Distanz erlebt
und
keine direkt verletzt
en
oder getöteten Menschen gesehen habe. Gegen eine schwere Traumatisierung spreche auch, da
ss der Beschwerdeführer regulär
wieder zurückgeflogen und sofort wieder arbeiten gegangen sei und sich erst nach neun Wochen arbeitsunfähig deklariert habe. Zur stationären psychiatrischen Therapie sei es dann eher zufällig gekommen, da der Beschwerdeführer sich in der Wirkung der eingenommenen Droge (GHB) ver
schätzt habe, was hier als suizidal verkannt worden sei (vgl.
Urk.
7/74 S. 48 unten). Ein Jahr später sei der Beschwerdeführer dann mit seinem Freund zusamme
n nach
G._
zurückgekehrt und habe nach drei Tagen Ange
wöhnung eine weisse Rose abgelegt und in der Folge noch einen schönen Urlaub verbracht. Soweit der Beschwerdeführer bis heut
e
Symptome einer Traumati
sierung durch das Attentat in
G._
beschreibe,
sei
dies gemäss
Dr.
B._
nicht mehr authentisch und im Rahmen der
histrionischen
Persönlichkeitsakzen
tuierung respektive im Sinne eines Krankheitsgewinnes einzuordnen, da er durch seine tragische Lebensgeschichte, zu der auch diese
s
Attentat gehöre, sehr viel Interesse und praktische Unterstützung für sich mobilisieren könne (
Urk.
7/74 S.
49 oben).
Hinsichtlich des depressiven Leidens führte
Dr.
B._
aus, es liege keine
Depression nach
ICD-10 F32 vor. Er sei auch skeptisch, ob eine solche überhaupt einmal vorgelegen habe, zumal auch im Bericht
der Psychiatrischen Klinik F._
beschrieben worden sei, dass sich die damalige Depression nach Eintritt innerhalb einer Woche gebessert habe. Dass der Beschwerdeführer immer wieder auch negative Verstimmungen erlebe, mit Gefühlen von Traurigkeit sei gut nach
vollziehbar, qualifiziere aber dennoch nicht für das Störungsbild einer Depression nach ICD-10 F32 (vgl.
Urk.
7/74 S. 47 oben
,
Urk.
7/65
).
Weiter konnte
Dr.
B._
keine spezifische Angststörung im Bereich
Panikstö
rung, Agoraphobie und s
oziale Angst mit ausreichender Objektivität feststellen.
Er
führte hierzu aus, dass jemand mit einer krankheitswertigen Agoraphobie nicht ins Hallenstadionkonzert gehen wü
rde, auch nicht
ein halbes Konzert
lang,
nicht nach Barcelona fliegen und auch nicht die Grossmutte
r beim Shopping begleiten würde
, geschweige denn zweieinhalb
S
tunden Zug fahren würde, um sie zu besuchen (vgl.
Urk.
7/74 S. 47 unten).
4
.
4
Die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
im Ver
gleich zum behandelnden Psychiater
Dr.
C._
resultierte auch daraus, dass der Beschwerdeführer
gegenüber
Dr.
B._
die in den Berichten von
Dr.
C._
in einem negativen Kontext festgehaltenen Vorkommnisse anders darstellte
.
So wurde der
in de
n
Bericht
en
von
Dr.
C._
vom März 2015 und April 2016
dokumentierte
Suizidversuch im September 2014
(vgl. vorstehend E. 3.1
-2
) vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
B._
verneint. Er habe noch nie einen Suizidversuch g
emacht und zudem habe sich nicht sein Cousin
suizidiert
,
sondern seine Tante (
Urk.
7/74
S. 23 Mitte,
S. 38 unten).
Während
Dr.
C._
in seinem Bericht vom April 2016 (vgl. vorstehend E. 3.2
) ausführte,
der Beschwerdeführer habe bei Behandlungsbeginn im Juli 2012 gerade seinen letzten Job verloren
,
mit Drogenproblemen gekämpft und sich nicht mehr in der Lage gefühlt, als Angestellter zu funktionieren, gab der Beschwerdeführer
gegenüber
Dr.
B._
an, er habe seine Stelle bei der
A._
gekündigt, weil er mit dem Lohn unzufrieden gewesen sei und eine eigene Geschäftsidee habe vermarkten wollen (Hairfor2).
Hinsichtlich des
Drogen
prob
lem
s
präzisierte der Beschwerdeführer dann gegenüber
Dr.
B._
, dass
er das Kokain zu
r
Antriebssteigerung eingesetzt
habe
, um die nötigen 60 Stunden pro Woche für seine Firma arbeiten zu können (vgl.
Urk.
7/74 S. 38 Mitte, S. 39 unten f.). Er sei mit dieser Firma auch nicht grundsätzlich gescheitert, wie dies
Dr.
C._
im April 2016
ausführte, sondern habe sich im Sinne eines Burn-Outs erschöpft und das Projekt dann an einen Kollegen weitergegeben (
Urk.
7/74 S. 40 oben).
Auch der von
Dr.
C._
in seinem Bericht vom März 2015 (vgl.
vorstehend E.
3.1) beschriebene
d
epressive Einbruch im Zusammenhang mit Beziehungs
stress und zum Teil ungeschütztem Sex im homosexuellen Milieu, dann i
m
Folge
bericht vom April 2016 als risikoreiche sexuelle Beziehungen unter Homo
sexuellen unter der Diagnose der emotional instabilen Persönlichkeits
störung (ICD-10 F60.3) au
fgeführt (vgl. vorstehend E. 3.2
), beschränkte sich laut Beschwerdeführer
auf ein Vorkommnis Anfang 2015 mit einem HIV-positiven Mann, bei dem das Kondom geplatzt sei. Er habe sich hier glücklicherweise nicht angesteckt (
Urk.
7/74 S. 39 oben).
Auch der Abbruch
des Klinikaufenthaltes im November
2015 scheiterte
an disziplinarischen Problemen und nicht aufgrund der Krankheit (
Urk.
7/74 S. 40 oben).
Die Erklärung dieser Abweichungen sah
Dr.
B._
in der
histrionischen
Persön
lichkeitsakzentuierung des Exploranden begründet. So ging
Dr.
B._
davon aus, dass der Beschwerdeführer die aktuellen Ereignisse in den Therapiesitzungen jeweils expressiv und dramatisch dargestellt habe (vgl.
Urk.
7/74 S. 41
Ziff.
6.2).
Dr.
B._
hielt weiter fest, er habe den Eindruck, dass der behandelnde Psychi
ater
Dr.
C._
den Beschwerdeführer zu stark schone und diesen bei Vermei
dung und Krankheitsgewinn ungewollt unterstütze sowie sein Leiden aufgrund
seiner
histrionischer
Präsentation insge
samt überschätz
e (vgl.
Urk.
7/74 S. 49
Ziff.
6.3.2).
4.5
Für nicht nachvollziehbar erweisen sich sodann die Ausführungen der RAD
Ärztin
Dr.
E._
in ihrer Stellungnahme vom J
uni 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5
), auf welche
Dr.
C._
in seinem Bericht vom Oktober 2017 (vgl.
vorstehend E. 3.6) wiederholt verwies. Wie die RAD-Ärztin auf die von ihr beschriebenen Einschränkungen
in der angestammten Tätigkeit
kommt, namentlich die Schwie
rigkeiten im interpersonellen Kontakt, die Störung der Emotionsregulation mit deutlichem Mangel an Anpassungs- und Teamfähigkeit sowie die sehr niedrige Frustrationsto
l
eranz und Impulskontrollstörung
,
ist nicht ersichtlich und weicht zudem mass
iv von den Ausfü
hrungen des
von ihr als schlüssig befundenen Gut
achtens von
Dr.
B._
ab.
Insbesondere gab der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
B._
an, keine Probleme bei der Anpassung an Regeln und Routinen gehabt zu haben, weder im Anstellungsverhältnis noch als Selbständiger (vgl.
Urk.
7/74 S. 25
lit
. d). In der Arbeitssituation sei er immer eher zu lieb gewesen gegenüber Kollegen und Vorgesetzten,
was
auch ausgenutzt worden sei. Er habe keine Ein
schränkungen in der Kontaktfähigkeit zu Dritten gehabt, auch nicht in der Gruppenfähigkeit (vgl.
Urk.
7/74 S. 26 Mitte
Ziff.
7-9).
Überdies verneinte der Beschwerdeführer klar gereiztes und aggressives Verhalten (vgl.
Urk.
7/74 S. 45 oben).
4.6
Das Gutachten von
Dr.
B._
wurde im Juni 2017
und demnach vor der Recht
sprechungs
änderung des Bundesgerichts im November 2017 (vgl.
vor
stehend E.
1.3)
erstattet.
Damit verliert es seinen Beweis
wert indes nicht per se.
Zu prüfen ist
nachfolgend
, ob die von
Dr.
B._
aufgrund der diagnostizierten
komplexen Traumatisierung als Kind (ICD-10 F43.8) mit
histrionischer
und emotional-insta
biler Persö
nlichkeitsakzentuierung abgeleitete Einschränkung der Arbeitsfähig
keit von
20
%
sich auch nach der von der Rechtsprechung gefor
derten Prüfung der
Standardindikatoren
als schlüssig erweist.
Da die Fähigkeit des Beschwerdeführers, alltägliche Verrichtungen auszuüben, erhalten geblieben ist, er
sozial
gut integriert ist u
nd Kontakte zu Kollegen pflegt
(vgl.
Urk.
7/74 S. 24
Ziff.
3.2.6, S. 26
Ziff.
3.2.8)
,
fällt eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens
ausser
Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).
Dr.
B._
wies auf die Diskrepanz hin,
dass der Beschwerdeführer geltend machte, er sei keinesfalls mehr in der Lage, als Verkäufer zu arbeiten, gleichzeitig aber mit grossem Einsatz bis zu 12
Stunden täglich a
n seinen Kunstobjekten arbeite
(vgl.
Urk.
7/74 S.
S. 27 oben, S.
42 Mitte).
Dr.
B._
ging
zusammenfassend
von eine
r leichtgradigen Störung aus
(vgl.
Urk.
7/74 S. 50
Ziff.
6.3.4).
Er verwies darauf, da
ss die präsentierten, vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden stärker erschienen, als sie sich in ihren konkreten Alltagsauswirkungen fassen liesse
n. Der Beschwerdeführer übertreibe seine Beschwerden, wobei nicht beurteilt werden könne, inwieweit das unbewusst oder bewusst passiere. Auch bestünden vielfach Verdeutlichungs
tendenzen und die Beschwerden würden insgesamt oberflächlich-übertreibend und etwas dramatisierend dargestellt, passend zu einer
histrionischen
Persönlich
keits
akzentuierung (
Urk.
7/74 S. 32 f. unten
, S. 42 Mitte
).
Die emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung könne
gemäss
Dr.
B._
theoretisch mit reduzierte
r
Belastbarkeit, reduzierter Konfliktfähigkeit und redu
zierter Ausdauer einhergehen. Die
histrionische
Akzentuierung könne je nach sozialem Kontext eine wertvolle Ressource sein oder zu zwischenmenschlichen Konflikten, Ablehnung, dysfunktionalem Verhalten und zu sozialen Problemen führen (
Urk.
7/74 S. 52
Ziff.
6.5.3
lit
. a).
In diesem Zusammenhang erwähnte
Dr.
B._
auch eine
n
erheblichen
sekun
dä
ren
Krankheitsgewinn
, indem das Umfeld viel Rücksicht auf die Beschwerden des Beschwerdeführers nehme. Durch den Verweis auf seine schlimme Kindheit und das Attentat in
G._
erfahre der Beschwerdeführer besondere Schonung und Unterstützung in seinem Umfeld (
Urk.
7/74
S. 33 Mitte,
S. 42 unten).
Zudem mache es ihn in Künstlerkreisen interessant (vgl.
Urk.
7/4 S.
45 unten,
49 oben).
Eine
allfällige Therapieresistenz
verneinte
Dr.
B._
, wobei er ausführte, dass beim vorliegenden Störungsbild nur ein langsamer Fortschritt erwartet werden könne (
Urk.
7/74 S. 51 Mitte).
Komorbiditäten bestehen nicht.
Da der Beschwerdeführer eine Existenz als freischaffender Künstler anstrebte, sah
Dr.
B._
infolge mangelnder Motivation seitens des Beschwerdeführers keine Möglichkeit
,
ihn durch Eingliederungsmassnahmen zu unterstützen (
Urk.
7/74 S.
51
lit
. c).
Hinsichtlich der Persönlichkeit
nannte
Dr.
B._
, abgesehen vom grundsätzlich beruflich erfolgreichen Werdegang,
zahlreiche kreative Ressourcen
. Der
Beschwer
deführer
könne, wo er motiviert sei, viel Energie mobilisieren und habe dort eine hohe Leistungsbereitschaft. Er sei auch in der Lage, Menschen für sich zu gewinnen, die ihn dann in vielfältiger Hinsicht praktisch und auch finanziell unterstützten, welches wiederum eine grosse Feinfühligkeit und Menschen
kenntnis seitens des Beschwerdeführers voraussetz
e (
Urk.
7/74 S. 52
Ziff.
6.5.1)
.
Vorliegend fällt ins Gewicht, dass
die von
Dr.
B._
genannten Einschränkun
gen, die
mit
der Persönlichkeitsakzentuierung
theoretisch
einhergehen können, namentlich eine eingeschränkte Belastbarkeit
und Ausdauer
,
beim Beschwerde
führer
nicht vorliegen
, zumal er sich im Rahmen seines Selbständigkeitsprojektes mit dem Haar
verdichtungs
mittel sowie im Rahmen seiner jetzigen Tätigkeit als Künstler vielmehr sehr ausdauernd
ge
zeigt
hat
.
Zudem dürfte die
histrionisch
und emotional-instabile Persönlichkeitsakzentuierung, da sie
als
im Zusammenhang mit der komplexen Traumatisierung als Kind (ICD-10 F43.8) stehend angesehen wird, bereits in Zeiten,
als
der Beschwerdeführer noch im Angestelltenverhältnis arbeitet
e b
estanden haben, ohne dass dies, wie auch aus den positiven Arbeits
zeugnissen
hervorgeht (vgl.
Urk.
7/25
)
,
negative Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit hatte.
Damit erweist sich auch eine eingeschränkte Konfliktfähigkeit als eher unwahrscheinlich.
Weiter gab der Beschwerdeführer an, zahlreiche Kollegen und Freunde mit Aus
tausch und Begegnungen in unterschiedlichen Settings zu haben, sowie einen guten Kontakt zu seinem
Göttibueb
(vgl.
Urk.
7/74 S. 41
Ziff.
6.1.3
)
.
Es liegen damit im sozialen Kontext keine ressourcenhemmenden Faktoren vor.
Die Prüfung
der Konsistenz
ergibt, wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfü
gung zu Recht festhielt
(vgl. vorstehend E. 2.1)
, ein hohes Funktions- und Akti
vitätsniveau.
So lässt sich dem Gutachten von
Dr.
B._
entnehmen, dass es dem Beschwer
deführer im Zusammenhang mit seiner beabsichtigten Selbständigkeit mit dem Vertrieb eines Haarverdichtungsmittel
s
phasenweise möglich war,
60
Stunden pro Woche
zur Umsetzung seiner Idee zu arbeiten und
er
in der aktuellen Situa
tion
mit viel Einsatz bis zu 12 Stunden
täglich an seinen Kunstprojekten für eine eigene Ausstellung arbeite
. Auch im Alltag mache der Beschwerdeführer seinen Haushalt selber und koche aufwändig für Gäste. Zudem sei er kurz vor der Exploration eine Woche in Barcelona gewesen und im Jahr 2015 bei seiner Gross
mutter in
H._
, wo er mit dieser shoppen gegangen sei und sie bezüglich Klei
dung habe beraten können,
was
für ein normales Aktivitäts
niveau
spreche (
Urk.
7/74
S. 19 Mitte,
S. 53 Mitte).
Auch anlässlich der Exploration bei
Dr.
B._
zeigte der Beschwerdeführer während immerhin dreieinhalb Stunden
eine gute Präsenz und Ausdauer
ohne
wesentliche Ermüdungszeichen
und war a
uch nach der Exploration aktiv (
Urk.
7/74 S. 53 oben).
Abgesehen von den Momenten direkter Schilderung trau
matischer Erlebnisse, konnte
Dr.
B._
nur wenig authentischen Leidensdruck spüren (
Urk.
7/74 S. 33 Mitte).
Die bei
Dr.
C._
durchgeführte Therapie befand
Dr.
B._
als lege
artis
und angemessen, einschliesslich der Medikation (
Urk.
7/74 S.
42 Mitte, S.
51 Mitte).
Zusammenfassend lassen sich die theoretisch bei einer
histrionischen
und emoti
onal-instabilen Persönlichkeitsakzentuierung auftretenden Einschränkungen beim Beschwerdeführer
bei seinen Aktivitäten
nicht objektivieren.
Somit kann der
ärztlichen Feststellung einer 20
%igen Arbeitsunfähigkeit au
s dem Blickwinkel der zu prüfenden Standardindikatoren nicht gefolgt werden.
Auch die rückwir
kend von
Dr.
B._
attestierte
50%ige Arbeitsfähigkeit
von Mitte Oktober 2014 bis Mitte Oktober 2015 erweist sich vor diesem Hintergrund als nicht nachvoll
ziehbar, zumal keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich der Sachverhalt vor dem 2
4.
Oktober 2015 anders dargestellt hätte, und auf die Beurteilung des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
, wie au
sgeführt (vgl. vorstehend E. 4.3-4
)
,
nicht abgestellt werden kann.
4.7
Aufgrund des Gesagten ist nach Prüfung der Standardindikatoren ab
dem
hier
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
zu prüfenden ren
tenrelevanten Zeitpunkt ein halbes Jahr nach Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2014 (vgl.
Urk.
7/23)
kein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht
relevanter Gesundheitsschaden aus
gewiesen. Demnach besteht weder ein Anspruch auf eine Invalidenrente noch auf berufliche
Massnahmen
.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.