Decision ID: bdee47ad-6f34-4939-8d3e-740e65140779
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
71
, war seit dem
10
.
Juni 2016
als Umzugsmitar
beiter
bei
der
Z._
,
A._
, tätig, und damit bei der
Suva
gemäss
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert, als
er
gemäss
der Baga
tellunfall-Meldung UVG vom 2
6.
September 2016 am 22
.
September 2016
zwei Tischplatten
habe wegheben wollen
, wobei der ganze Stapel ins Rutschen geraten und ihm an den Kopf geprallt sei. Dabei sei er gestürzt und auf den Boden des LKW gefallen und habe sich eine Hirnerschütterung sowie eine Prellung der Schulter zugezogen
(Urk.
7
/
1 Ziff. 3-4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9). Die Erstbehandlung fand am 2
5.
September 2016 im
B._
,
C._
,
statt, wo ein
Status nach
Schädelhirntrauma und eine Schulterkon
tusion rechts
diagnostiziert wurde
(
Urk.
7/1
4
)
. Die
Suva
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 25
.
August 2017
(Urk.
7
/
78
/1-3
)
stellte die Suva die Versi
cherungsleistungen per 2
5.
Mai 2017 mangels Unfallkausalität der Beschwerden ein. Die von der Krankenversicherung am
1
8.
September 2017
vorsorglich
erho
be
ne
Einsprache (
Urk.
7/82) wurde am
2
0.
April 2018
zurückgezogen (
Urk.
7/114).
Die vo
m
Versicherten
am
2
7.
und am
2
8.
September 2017
erhobene
Einsprache (Urk.
7/83 und 7/87
/1-2
) wies
die
Suva
mit
Einspracheentscheid
vom
2
6.
April 2018
ab (Urk.
7/115
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
28
.
Mai 2018
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
26
.
April 2018
(Urk. 2) und beantragte, dieser
sei aufzuheben, und es seien die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese weitere medi
zinische Abklärungen vornehme und sodann neu über den Leistungsanspruch verfüge (
Urk.
1 S. 2).
Die
Suva
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
29
.
Juni 2018
(Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
7.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
2.
September 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern
Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Ver
sicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erschei
nen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit,
dass gestützt auf die beweiskräftigen kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr.
med. univ. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass der Vorfall vom 2
2.
September 2016 zu keinen unfallbedingten strukturellen Verletzungen, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung vorbestehender Veränderungen in der rechten Schulter geführt habe, und spätestens nach vier Wochen der Zustand erreicht gewesen sei, der sich - in Anbetracht des degenerativen Vorzustandes - auch ohne das vorliegend in Frage stehende Ereignis eingestellt hätte (S. 6 f.
Ziff.
4).
Die Versicherungsleistungen seien daher zu Recht per 2
5.
Mai 2017 ein
gestellt worden, weil spätestens in diesem Zeitpunkt zwischen den Schulterbe
schwerden und dem Unfallereignis kein Kausalzusammenhang mehr bestanden habe (S. 7
Ziff.
5).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
die
Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachverhalt nicht genügend abgeklärt
habe
und
dass
auf die Beurteil
ung des Kreisarztes
Dr.
D._
nicht abgestellt werden
könne
.
Obwohl in diversen Berichten von Fachärzten die Ver
dachtsdiagnose einer posttraumatischen
frozen
shoulder
gestellt und dann auch diagnostiziert worden sei, sei
en
diesbezüglich keine weiteren Abklärungen vor
genommen worden. Nur gestützt auf ein unabhängiges Gutachten dürfte eine Leistungseinstellung erfolgen (S. 4 f.
lit
. B.
Ziff.
2). Bei
Dr.
D._
handle es sich um einen Allg
e
mein- und nicht um einen Facharzt.
Zudem handle es sich um ein Aktengutachten.
Unklar sei, weshalb der Verdacht auf eine
frozen
shoulder
nicht in einem wahrscheinlichen unfallkausalen Zusammenhang stehe. Er habe ein Schädelhirntrauma sowie eine Schulterkontusion erlitten, und es sei nicht nach
vollziehbar, dass die Folgen bereits nach vier Wochen abgeklungen sein sollten (S. 5 f.
Ziff.
3-4).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin aus,
an der Fachkompetenz von
Dr.
D._
bestünden keinerlei Zweifel (S. 5 III.
Ziff.
4.1). Aus dem Umstand, dass eine stationäre Rehabilitation am 1
8.
Mai 2017 empfohlen worden sei, könne der Beschwerdeführer in Bezug auf die Kausalitätsfrage nicht
s
zu seinen Gunsten ableiten (S. 5 f. III.
Ziff.
4.2
lit
. a). In Bezug auf die
frozen
shoulder
handle es sich um eine blosse Verdachtsdiagnose, womit bereits der Bestand einer solchen Schultersteife nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt sei. Ferner könnte auch die Unfallkausalität mangels entsprechenden Anzeichen in den echtzeitlichen medizinischen Akten während mehr als einem Jahr nach dem Unfall nicht bejaht werden (S. 6
lit
. b
). Zu beachten sei, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 2
2.
September bis zum 3
0.
September 2016 weitergearbeitet habe und aufgrund der Sachlage unfallbedingt höchstens eine leichte Schulterkontusion angenommen werden könne, welche entsprechend einer medizinische Erfahrungstatsache innert Kürze folgenlos ausheile. Der Status quo sine sei damit spätestens vier Wochen nach dem Unfall bestätigt (S. 6
lit
. c).
Auch der kreisärztlich bestätigte Eintritt des Status quo sine betreffend das Schä
del-Hirn-Trauma sei spätestens vier Wo
chen nach dem Unfall anzunehmen (S. 7
lit
. d).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom
22
.
September
2016 über den
25
.
Mai
2017 hinaus leistungspflichtig ist.
3.
3.1
Die
erstbehandelnden
Ärzte des
B._
,
C._
, stellten in ihrem Bericht vom 2
5.
September 2016
(
Urk.
7/14)
folgende Diagnose
n
(S. 1):
-
Status nach Schädel-Hirn-Trauma am 2
2.
September 2016 mit
-
anamnestisch kurzer Bewusstlosigkeit
-
Schulterkontusion rechts vom 2
2.
September 2016
Die Ärzte führten aus,
e
s sei eine Selbstzuweisung
des Beschwerdeführers
auf die Notfallstation am 2
5.
September 2016 erfolgt. Der Patient habe angegeben, dass er am Donnerstag bei der Arbeit etwas von
einer
Ladefläche habe heben wollen. Dabei hätten sich Tischplatten gelöst und seien ihm auf die Stirn und die rechte Schulter gefallen. Daraufhin sei es laut Patienten zu einer kurzen Bewusstlosig
keit gekommen. Seitdem habe er Schmerzen und eine Beule auf de
r Stirn mit einem Hämatom. Des W
eiteren bestünden
seit dem Ereignis
Schwindel mit
Ver
schwommensehen
. Die Kopfschmerzen h
abe
er du
r
ch die Analgesie gut in den Griff bekommen (S. 1).
Die Ärzte führten aus, in den konventionell-radiologischen Aufnahmen
der Schulter
sowie in der CT-Untersuchung
des Schädels
zeig
t
e
n
sich kein
e
Hinweis
e für eine frische knöcherne Verletzung oder
intracerebrale
Traumafolgen
(S. 2 Mitte).
Zum Lokalbefund von Kopf und Gesicht führten die Ärzte aus, es finde sich eine Prellmarke links frontal mit
Druckdolenz
. Ansonsten bestehe keine
Druckdolenz
und kein Klopfschmerz. Die Pupillen seien isokor, rund, mittelweit mit prompter direkter und indirekter Lichtreaktion. Die
Augefolgebewegung
en
sei
en
regelre
cht. Der
Grobv
isus
sei ebenfalls regelrecht und die Hirnnerven
seien
grobku
rsorisch unauffällig.
Zum Befund der rechten Schulter führten die Ärzte aus, der Schultergürtel sei seitengleich symmetrisch und das Integument intakt.
Es bestünden kein Häma
tom, keine Rötung, keine Schwellung und keine Überwärmung
. Eine
Druckdolenz
bei Palpation bestehe nicht.
Die Abduktion sei
schmerzhaft, die
p
eriphere Durch
blutung, Motorik und
Sensibilität
(
pDMS
) seien intakt
.
Die Bildgebung der rech
ten Schulter vom 2
5.
September 2016 habe verglichen mit der
Voruntersuchung vom 1
9.
Oktober 2014
stationäre Stellungsverhältnisse im rechten Schultergelenk gezeigt. Es bestünden keine Frakturen oder ossäre Ausrissverletzunge
n (S. Mitte).
Ausg
estellt wurde eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
6.
bis 2
7.
September 2016 (S
. 3 oben).
3.2
In der
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 2
6.
September 2016
(
Urk.
7/1) wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer am 2
2.
September 2016 bei der Arbeit zwei Tischplatten
habe wegheben wollen
, wobei der ganze Stapel ins Rutschen geraten und
ihm
an den Kopf geprallt sei. Er sei gestürzt und auf den Boden des LKW gefallen (
Ziff.
4-6). Als Verletzungen wurden eine Hirnerschütterung und eine Prellung der rechten Schulter angegeben (
Ziff.
9). Der gleiche Unfallhergang und die gleichen erlittenen
Verletzungen wurden auch in der Schadenmeldung
UVG
vom
4.
Oktober 2016 aufgeführt (vgl.
Urk.
7/4
Ziff.
4-6,
Ziff.
9).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin,
F._
, führte in seiner Beurteilung vom 2
4.
November 2016
(
Urk.
7/33) nach
gleichentags durchgeführten Sonographie
der rechten
und der linken
Schul
ter aus, es bestehe eine umschriebene
Partialruptur der rechten Supraspinatus
sehne
im Insertionsgebiet, unterseitennahe, ohne sichtbare Perforation
,
sowie eine begleitende Bursitis
subacromialis
rechts. Weiter finde sich eine
tendinoti
sche
Veränderung, möglicherweise posttraumatisch von früher her, im Bereich der linken
Supraspinatusinsertion
sowie ein Status nach
A
cromioclavicular
(A
C
)
-Gelenksläsion links.
3.4
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Rheumatologie und
für
Allgemeine Innere Medizin, nannte in ihrem Bericht vom
8.
Dezember 2016 (
Urk.
7/56/2-3) als Diagnose einen Status nach Schulterkontusion rechts am 2
2.
September 2016 bei/mit Bursitis
subacromialis
rechts und kleiner Partialruptur der Supraspinatus
sehne (S. 1).
Dr.
G._
führte aus,
anamnestisch sei der 45-jä
h
rige
Chauffeur am 2
2.
September 2016 auf den Kopf und die rechte Schulter gestürzt
,
wobei er einige Minuten bewusstlos gewesen sei.
Im Bereich der rechten Schulter best
ün
den
sowohl ein
Painful
arc
als auch Schmerzen bei der Flexion und beim Schür
zengriff (S. 1 unten f.). Das
Impingement
-Zeichen sei rechts zudem positiv
,
und auch beim Palm-
up
Test und
Yergson
sowie bei der Aussenrotation gegen Widerstand würden Schmerzen angegeben.
Kursorisch/sonographisch bestehe weiterhin eine Bursitis und eine winzige Läsion der Supraspinatussehne
(S. 2 oben).
3.5
Die Ärzte des
B._
,
C._
, nannten in ihrem Austrittsbericht vom
5.
März 2017 (
Urk.
7/60/2-3) als Diagnose eine
präsynkopale
Episode vom
5.
März 201
7.
Die Ärzte führten aus, es sei e
ine notfallmässige Selbsteinweis
ung erfolgt, nachdem dem Patienten heute «Schwarz vor Augen» geworden sei und er sich in sein Bett habe fallen lassen. Er habe sich dabei nicht verletzt. Es sei keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie eingetreten. Der Patient habe berichtet, es seien ihm vor fünf Monaten Holzplatten auf den Kopf gefallen und dass er abklären wolle, ob das heutige Ereignis eventuell eine
Traumafolge
sein könnte. Weiter habe der Patient über
Schmerzen im rechten Oberarm berichtet, ohne
erinnerliches
Trauma
(S. 1 unten)
.
Die Ärzte führten aus, die vom Patienten geschilderte Episode werde als
präsynkopal
, am ehesten
vaso-vagal
bedingt
,
gesehen. Es sei ihm eine hausärztliche
Synkopenabklärung
sowie eventuell neu
rologische Vorstellung empfohlen worden (S. 2 Mitte).
3.6
Dr.
med. H._
, Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie, führte nach am 2
7.
März 2017 durchgeführtem kranialem MRI sowie MR-
Angio
der
supraaortalen
und intrakraniellen Arterien in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
7/45) aus, dass sich im Vergleich
mit dem MRI von vor über 5 Jahren
eine gleichbleibend regelrechte Darstellung des Hirnparenchyms zeige. Insbeson
dere f
änden
sich kein Nachweis posttraumatischer Veränderungen
intra- oder extraaxial und keine
Liquorzirkulationsstörung
. Es finde sich kein entzündliches oder vaskuläres Muster und keine akute oder subakute Läsion.
Nebenbefundlich
zeige sich eine venöse Anomalie links
cerebellär
ohne
assoziertes
Cavernom
. Der Fluss der
supraaortalen
Gefässe sei regelrecht, gering
elongiert
im hinteren Hirn
kreislauf. Es f
änden
sich keine Stenose und kein Hinweis auf eine nicht degene
rative
Vaskulopathie
oder einen Zustand nach Dissektion. Es bestehe kein
inter
kranielle
s
Aneurysma, die
Darstellung der Schläfenbeine sei regelrecht
,
und es
bestehe
kein
Sch
w
annom
.
3.7
Dr.
med. univ. I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, empfahl in seiner ärztlichen Dossier-Triage vom 1
8.
Mai 2017 (
Urk.
7/61/2-3) nach Vorlage der Akten eine stationäre Rehabilitation des Beschwerdeführers, da sich der Zustand nach der bisherigen ambulanten Therapie nicht gebessert habe (S. 2 oben).
Dr.
I._
hielt jedoch fest, dass sich der Patient im Telefonat vom 1
7.
Mai 2017 zwar grundsätzlich motiviert gezeigt habe und mit einer Rehabilitation einverstanden sei. Jedoch sei eine stationäre Reha
bilitation für ihn schwierig, da er drei Kinder zuhause habe und die Gattin t
eils in der Nacht arbeite
(S. 2 Mitte).
3.8
Kreisarzt
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
7/62) aus, er könne die Unfallkausalität der anhaltenden Beschwerden nicht nachvoll
ziehen. Ausser eine Prellmarke links frontal hätten keine Unfallfolgen ob
jektiviert werden können. S
pätestens vier Wochen nach dem Ereignis sollten die Unfallfol
gen abgeklungen sein.
3.
9
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 2
6.
Juli 2017 (
Urk.
7/74) führte Kreisarzt
Dr.
D._
aus,
dass es sich b
ei den vom Versicherten geklagten nach wie vor bestehenden Beschwerden und
der
nach wie vor attestierten Arbeitsunfähigkeit ni
cht mehr um Folgen oder Teilfol
gen des geltend gemachten Ereignisses vom September 2016
handle (S. 3 Mitte)
.
Aufgrund der medizinischen Doku
mentation
sei
davon auszuge
h
en, dass spätestens vier Wochen nac
h dem Ereignis sämtliche Unfall
folgen abgeklungen
seien
.
Dr.
D._
führte aus, obwohl der Versicherte nachträglich eine Bewusstlosigkeit geltend gemacht habe, sei eine
erstmalige Arztkonsultation erstmals drei Tage nach dem Ereignis
erfolgt. Die ausführliche klinische Untersuchung
der rechten Schulter
habe
äusserlich
keinerlei Hinweise auf eine Kontusion
ergeben
,
und vom
Beschwerdeführer sei
auch jede
Druckdolenz
bei Palpation verneint
worden
.
Es sei lediglich eine
Einschränkung der Abduktion
festgehalten worden mit
dem Vermerk, dass der Patient
hierbei
Schmerzen angegeben habe.
Am Kopf
habe sich
lediglich eine Prellmarke links frontal mit
Druckdolenz
gefunden.
Dr.
D._
hielt fest, dass i
n Anbetracht der Erstuntersuchungsbefunde erst drei Tage nach dem Ereignis
die später ge
klagten Beschwerden der rechten Schulter mit dem Unfallereignis schwer vereinbar
seien
.
Demnach sei die Partial
ruptur der Supraspinatussehne mit Sicherheit vorbestehend d
egenerativ und nicht auf das Er
eignis zurückzuführen.
Das
geschilderte Ereignis
sei überdies
nicht geeignet
gewesen, eine derar
tige Verletzung zu verursachen. Zudem
habe
keine
Druckdolenz
bestanden
. Wäre es zu einer relevanten Traumatisierung gekommen
,
so wären spätestens drei Tage nac
h dem Ereignis entsprechende Be
funde zu erheben gewesen
(S. 3 unten)
.
Besonders bemerkenswert
sei
in diesem Zusammenhang auch die
Angabe des Versicherten anläss
lich der Notfallkonsultation am
5.
März
2017
,
bei welcher
er angegeben habe
, dass er zwar von Holzplatten am Kopf getroffen worden sei, die Schmerzen am rechten Arm jedoch
ohne
erinnerliches
Trauma bestünden.
Auch die
Angabe des Versicherten
betreffend eine kurze
Bewusstlosigkeit
seien
kritisch zu
hinterfra
gen. Wäre es tatsächlich zu einer Bewusstlosigkeit gekommen, so
wäre der Beschwerdeführer
wohl unmittelbar
ins
Spital
zugewiesen worden oder hätte selbständig eines aufgesucht (S. 4 oben)
.
Dr.
D._
hielt abschliessend fest, dass i
n Zusammenschau aller Befunde, insbe
sondere der Befunde anlässlich der Erstkonsultation erst drei Tage nach dem Ereignis und den gemachten Angaben des Vers
icherten anlässlich der Notfall
konsultation im
C._
am
5.
März
2017
,
eine Unfallkausalität der Beschwerden der Schulter mit überwiegender bis an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu verneinen
sei
. An der Schulter
seien
zu keinem Zeitpunkt unfallspezifische Befunde erhoben
worden
,
und
der Versicherte selbst h
abe ein
Trauma der rechten Schulter vier Monate später im
C._
von sich aus verneint
(S. 4 Mitte)
. Die leichte Kontusionsmarke links frontal und das erstmalige Aufsuchen eines Arztes erst drei Tage nach dem Ereignis rela
tiviert
en die Schwere des Ereignisses. Aufgrund der vorliegenden Dokumentation
sei
davon auszuge
h
en, dass unfallbedingte Beschwerden für wenige Tage bis längstens vier Wochen vorgelegen h
ätten
.
Darüberhinausgehende Beschwer
den s
eien
nicht unfallbedingt
,
sondern auf
vor
bestehende degenerative Ve
ränderungen zurückzufüh
ren
(S. 4 unten).
3.10
Dr.
med. J._
, Oberarzt Obere Extremitäten,
K._
,
nannte in seinem Bericht vom
1.
November 2017 (
Urk.
7/89) nach gleichentags erfolgter Konsultation des Beschwerdeführers als Diagnose posttraumatische persistierende Schulterschmerzen re
chts
in Folge des Unfallereignisses vom 2
2.
September 2016 mit
Schulterkontusion bei Sturz aus LKW
, chronifiziertem Schmerzsyndrom der rechten Schulter und bisheriger Verdachtsdiagnose einer Bursitis
subakromialis
und Partialruptur des Supraspinatus (S. 1).
Zum Befund führte
Dr.
J._
aus,
es zeige sich ein ausgeprägtes Vermeidungsver
halten der aktiven Bewegung gegen Widerstand
. Die Kraftentwicklung sei daher praktisch nicht zu beurteile
n. Auch bei der Durchführung des
Impingement
-Tests oder des
Jobe
Tests spanne der Patient muskulär stark dagegen, so dass hier kli
nisch praktisch keine sicheren Aussagen getroffen werden könnten. Die Sensibi
lität sei intakt. Das Röntgen der rechten Schulter vom
1.
November 2017 zeige eine regelrechte Zentrierung und keinen Hinweis für eine höhergradige Omarth
rose sowie ein unauffälliges AC-Gelenk und
Akromion
, keine Kalzifikationen und keine Frakturhinweise.
Dr.
J._
hielt fest, radiologisch bestünden keine Hinweise für eine bestehende höhergradige degenerative Veränderung. Zum Ausschluss einer Schulterpatholo
gie sollte sicherlich ein
Arthro
-MRI der rechten Schulter erfolgen (S. 2 Mitte).
3.11
Dr.
J._
nannte in seinem Bericht
vom 3
0.
Januar 2018 (
Urk.
7/95),
ergänzend zu den im Vorbericht vom
1.
November 2017 gestellten
Diagnose
n
(vgl. vorste
hend E. 3.10
)
,
eine Verdachtsdiagnose
einer
frozen
shoulder
(S. 1).
Dr.
J._
führte aus,
dass sich
MR-tomographisch
neben einer konstitutione
l
l
en
Impingement
konfiguration
vor allem auch das Bild einer möglichen
frozen
shoulder
zeige
.
Dies zeige sich auch
klinisch. Er
gehe durchaus von einer gewissen Aktivierung einer möglicherweise bestehenden
frozen
shoulder
/
Capsulitis
adhaesiva
aus. Ope
rative Massnahmen kämen in dieser Situation nicht in Be
tracht. Nach einer int
raa
rtikulären Steroidinfiltration soll
t
e es,
sofern
es sich wirklich um eine Kapsu
litis
adhaesiva
handeln
sollte
, binnen weniger Wochen zu einer deutlichen Ver
besserung der Schmerzsituation und der Beweglichkeit kommen. Der MR-tomographisch minime Befund einer Supraspinatussehne sei im Moment sicher
lich nicht im Fokus. Allerdings sei es unmöglich klinisch herauszufinden, inwie
fern der Patient
wirklich
an einem
Impingement
leide (S. 2).
3.12
Dr.
med. L._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom 1
5.
Februar 2018 (
Urk.
7/102) aus, er habe den Beschwerdeführer gleichentags in seiner Sprechstunde gesehen. Als
Diagnose nannte
Dr.
L._
einen Verdacht auf eine posttraumatische
frozen
shoulder
rechts (S. 1).
Es sei eine Selbstzuweisung
mit Status nach Schultertrauma rechts im September 2016
erfolgt. Dem Lastwa
genchauffeur seien damals mehrere Tischplatten auf den Kopf und den Oberkör
per gefallen
,
und es habe eine Bewusstlosigkeit bestanden.
Bei persistierenden Schulterschmerzen sei eine Vorstellung in der
K._
erfolgt. Es sei ein
Arthro
-MRI der rechten Schulter durchge
führt worden, welches einzig eine Auf
hebung des inferioren
Rezessus
als Zeichen für eine
frozen
shoulder
zeige. Ebenso bestehe ein vermehrt lateraler down
slope
des
Acromions
.
Dr.
L._
führte aus, die Patientenhistorie sowie die klinische Untersuchung der rechten Schulter, soweit möglich, ergäben den
Verdacht auf eine
frozen
shoulder
. Er sei wie
Dr.
J._
der Auffassung, dass seine
artikuläre
Steroid-Injektion Abhilfe schaffen könnte.
3.13
Dr.
L._
nannte in seinem Bericht vom 2
2.
März 2018 (
Urk.
7/109) nach gleichentags erfolgter Konsultation des Beschwerd
eführers einen Verdacht auf ein
posttraumatisches
Impingementsyndrom
rechts.
Dr.
L._
führte aus, zwei
Wochen nach subacromialer und fünf
Wochen nach intraartikulärer Steroid-Injektion zeige sich eine weitere partielle
Schmerzregredienz
. Die Schultermobi
lität sei bei der klinischen Untersuchung jedoch fast unverändert eingeschränkt. Der Beschwerdeführer werde jetzt die Physiotherapie aufnehmen.
3.14
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 2
9.
März 2018 (
Urk.
7/108) aus, sie habe im Septem
ber letzten Jahres die hausärztliche Betreuung
des
Beschwerdeführer
s
übernom
men. Er leide seit dem Schulterunfall im September 2016 unter immobilisierenden Schulterschmerzen rechts. Er könne seinen rechten Arm nicht einmal für die ein
fachen alltäglichen Verrichtungen
benutzen. Es gebe keine Hinweise, dass der Patient vor dem Unfall im September 2016 je Beschwerden in de
r
rechten Schulter gehabt hätte. Gemäss der neuesten Beurteilung
durch
Dr.
L._
entspreche der jetzige Befund einem posttraumatischen
Impingementsyndrom
rechts.
3.15
Kreisarzt
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom
5.
April 2018 (
Urk.
7/107) aus, unter Berücksichtigung der neu eingegangenen Berichte der
K._
vom
1.
November 2017 und vom 3
0.
Januar 2018 sowie der MRI-Befunde vom
9.
Januar 2018 könne an der kreisärztlichen Beurteilung vom 2
6.
Juli 2017 festgehalten werden. Das Unfallereignis habe zu keinen unfallkau
salen strukturellen Läsionen geführt
,
und die Befunde seien ausschliesslich dege
nerativer Natur.
3.16
In seiner Beurteilung vom 1
6.
April 2018 (
Urk.
7/113) führte
Dr.
D._
aus, dass an der Beurteilung vom 2
6.
Juli 2017, wonach die geklagten Beschwerden in der Schulter nicht
mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge oder Teilfolge des Unfallereignisses seien, unverändert festzuhalten
sei
.
Die nachträglich im Herbst gemachten Angaben des Beschwerdeführers in der
K._
bezüglich des Unfallereignisses stünden im Widerspruch zur echtzeitlichen Dokumentation. Zudem sei festzuhalten, dass anlässlich der Erst
untersuchung im
C._
keine pathologischen Befunde im Bereich der Regionen zu finden seien, welche im MRI degenerative Veränderungen und Aktivierungen aufwiesen. Gleiches gelte für die erste Konsultation in der
K._
im November 2017
,
anlässlich welcher ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten fest
gehalten worden sei. Anhaltspunkte für eine
frozen
shoulder
hätten sich selbst über ein Jahr nach dem Ereignis nicht gefunden.
Dr.
D._
hielt fest, dass die im
Arthro
-MRI vom
9.
Oktober 2018 festgehaltenen Befunde unspezifisch seien und aufgrund der medizinischen Dokumentation
bis November 2017 und insbesondere der Erstuntersuchungsbefunde in keinem wahrscheinlichen unfallkausalen Zusammenhang stünden (S. 2 unten). Eine ein
geschränkte Beweglichkeit und gewisse Schrumpfung der Gelenkskapsel lasse sich zudem hinreichend durch das inadäquate ausgeprägte Schon- und Vermei
dungsverhalten erklären und begründe nicht die Diagnose einer posttraumati
schen
frozen
shoulder
(S. 3 oben).
3.17
In seinem Bericht vom
3.
Mai 2018 (
Urk.
3/14) stellte
Dr.
L._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
frozen
s
houlder
rechts bei posttraumatischem
Impingementsyndrom
-
Unterflächenläsion der Supraspinatussehne der linken Schulter bei Pseu
doarthrose nach lateraler Clavicula-Fraktur links im Jahr 1999
Dr.
L._
führte in seiner Beurteilung aus, dass die rechte Schulter nach sechs Wochen Physiotherapie nur geringe Fortschritte in der Mobilität und Funk
tionalität zeige. Es persistierten Schmerzen bei Bewegung und Belastung. Zwei
malige Infiltrationen seien ohne ausreichend schmerzlindernden Effekt geblieben, so dass jetzt eine diagnostische Schulterarthroskopie zur Beurteilung eines mög
lichen Sehnendefektes und therapeutisch zur
Arthrolyse
bei
frozen
shoulder
indiziert sei (S. 2).
4.
4.1
Gestützt auf die Einschätzungen ihres
Kreisarztes
Dr.
D._
vom
Mai
und
vom
Juli
2017
sowie vom
Ap
ril 2018 (vgl. vorstehend E. 3.8
-
9
, E. 3.
15-16
) ging die Beschwerdegegnerin von einem Erreichen des Status quo sine vier Wochen nach dem Unfallereignis vom
22
.
September
2016 aus und stellte die Leistungen per
25
.
Mai
2
017 ein (vgl. vorstehend E. 2.1 und E. 2.3
). Der Beschwerdeführer machte
dagegen
geltend,
dass auf die
Einschätzung
durch
Dr.
D._
nicht abge
stellt werden könne,
der Status quo sine noch nicht erreicht
sei und der Sachver
halt ungenügend abgeklärt und mithin
die Beschwerdegegnerin
noch
leistungs
pflichtig sei
(vgl. vorstehend E. 2.2).
4.2
Dr.
D._
verwies
in seiner eingehenden kreisärztlichen Beurteilung vom 2
6.
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 3.9)
insbesondere auf den Bericht der erst drei Tage nach dem Unfallereignis vom 2
2.
September 2016 am 2
5.
September 2016 vom Beschwerdeführer aufgesuchten Ärzte des
B._
,
C._
(vgl. vorstehend E. 3.1)
, wonach abgesehen von einer Prellmarke li
nks frontal am Kopf keine durch einen Unfall verursachten Befunde erhoben werden k
onnten
.
Was die
rechte
Schulter anbelangt, so blieb die
genaue
klinische Untersuchung
durch die Ärzte des
B._
am 2
5.
September 2016
ohne wesentlichen Befund
,
insbesondere
ohne Kontusionszeichen
. So
fanden die Ärzte
weder ein Hämatom noch eine Rötung oder eine Schwellung. Auch eine Über
wärmung wurde verneint und ebenso eine
Druckdolenz
bei Palpation. Lediglich
eine Schmerzangabe des Beschwerdeführers
bei der Abduktion wurde
festgehal
ten.
4.3
Wie
Dr.
D._
zu Recht
in seiner Beurteilung vom 2
6.
Juli 2017 (vgl. vorstehend E. 3.
9
)
bemerkte, lagen im Rahmen der drei Tage nach dem Er
ei
gnis stattgehab
ten Erstuntersuchungen keinerlei Hinweise auf eine Schulterk
ontusion vor, was die später geklagten Schulterbeschwerden
und
namentlich die von
Dr.
J._
in sei
nem Bericht von 3
0.
Januar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.11) gestellte Verdachtsdi
agnose einer
frozen
shoulder
sowie
di
e von
Dr.
L._
in seinem Bericht vom
3.
Mai 2018 (vgl. vorstehend E. 3.17
) gestellte
Diagnose einer
frozen
shoulder
rechts bei posttraumatischem
Impingementsyndrom
mit dem Unfallereignis nur schwer vereinbar macht.
Die von
Dr.
J._
aufgeführten Befunde befand
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
5.
April 2018
nach Vorlage der Berichte und insbesondere der MRI-Befunde vom
9.
Januar 2018 als ausschliesslich degenerativer Genese (vgl. vorstehend E. 3.15).
Dass es sich bei der von
Dr.
L._
in seinem Bericht vom 2
2.
März 2018 (vgl. vorstehend E. 3.13) gestellte
n
Verdachtsdiagnose
respektive der in sei
nem Bericht vom
3.
Mai 2018 aufgeführten Diagnose
eines posttraumatischen
Impingementsyndroms
, welches er der diagnostizierten
frozen
shoulder
zugrunde legte (vgl. vorstehend E. 3.17),
um einen degenerativen respektive anlagebeding
ten Prozess handelt, bestätigte
Dr.
J._
nach Einsicht in die von ihm veranlassten MR-tomographische Bildgebung in seinem Bericht vom 3
0.
Januar 2018 (vorste
hend E. 3.11)
,
indem er
von einer konstitutionellen
Impingementkonfiguration
sprach und damit eine Unfallursache verneinte.
Soweit
Dr.
J._
posttraumatisch
persistierende
Schulterschmerzen rechts
als Diagnose aufführte,
ist
die Verwen
dung des Begriffes «posttraumatisch»
mangels von ihm festgestellten
oder ausge
wiesenen
unfallbedingten Verletzungen alleine auf die vom Beschwerdeführer übernommenen Sachverhaltsschilderungen zurückzuführen.
Festzuhalten ist weiter,
dass
sowohl
Dr.
J._
als auch
Dr.
L._
aufgrund des ausgeprägten Vermeidungsverhaltens des Beschwerdeführers lediglich eine eingeschränkte klinische Untersuchung vornehmen konnten
(vgl. vorstehend E. 3.10-12)
, weshalb es
vorerst
auch lediglich bei vagen
Verdachtsdiagnosen blieb.
Dr.
D._
ist auch dahingehend zu folgen, d
ass es sich bei der von
Dr.
E._
im Rahmen der Sonographie vom 2
4.
November 2016 (vgl. vorstehend E. 3.3)
in
der rechten Schulter festgestellten Partialruptur der rechten Supraspinatussehne um einen degenerativen Befund
handelt. So gehen
aus
dem
Bericht
von
Dr.
E._
hinsichtlich der rechten Schulter keine Hinweise auf eine stattgeha
bte
Traumati
sierung
hervor.
Im Weiteren zeigte gemäss den Ausführungen von
Dr.
E._
auch die linke Supraspinatussehne an der gleichen Stelle eine inhomogene Zone, was ebenfalls für eine degenerative Ursache der Partialruptur auf der rechten Seite spricht (vgl.
Urk.
7/33).
Abgesehen davon handelt es sich, wie
Dr.
G._
in ihrem Bericht vom
8.
Dezember 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4) und
Dr.
J._
in seinem Bericht vom 3
0.
Januar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.11) ausführten, um einen minimalen Befund, welchen
Dr.
J._
als nicht ursächlich für die Beschwerden erachtete.
4.4
Weiter erweisen sich
auch
die Ausführungen des Beschwerdeführers zum Unfall
hergang als widersprüchlich. Insbesondere verneinte er anlässlich der auf Selbst
zuweisung erfolgten Notfallkonsultation am
C._
vom
5.
März 2017 (vgl. vorste
hend E. 3.
5
)
,
dass hinsichtlich der beklagten Schmerzen am Oberarm ein Trauma stattgefunden h
abe
, an welches er sich erinnern könnte. Entgegen den Ausfüh
rungen in der Bagatellunfall-Meldung UV
G
vom 2
6.
September 2016
(vgl. vor
stehend E. 3.2)
, wonach er im LKW hingefallen sei, erzählte er dann gegenüber
Dr.
J._
, welchen er am
1.
November 2017 aufsuchte (vgl
. vorstehend E. 3.10
),
dass
er aus dem LKW gefallen
sei
.
Dr.
J._
ging demnac
h
von einer falschen Grundlage hinsichtlich des Unfallherganges, namentlich von einem schwerere
n
Geschehen
aus.
4.5
Dagegen, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Er
eignisses vom 2
2.
Septem
ber 2016
eine wesentliche Verletzung der rechten Schulter erlitten haben soll
,
spricht abgesehen davon, dass erst drei Tage später die Erstbehandlung stattfand auch der Umstand, dass
er
direkt nach dem Unfall vom 2
2.
September 2016 wei
tergearbeitet hat, was aus den
von seiner Arbeitgeberin eingereichten Aufzeich
nungen über die Mitarbeiterleistungen hervorgeht (vgl.
Urk.
7/10/5). Insbeson
dere auch nach der am 2
5.
September 2016 erfolgten notfallmässigen Vorstellung am
C._
(vgl. vorstehend E. 3.1) arbeitete der Beschwerdeführer, obwohl i
h
m bis am 2
7.
September 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, nahtlos in seiner körperlich belastenden Tätigkeit als Umzugsmitarbeiter bis am 3
0.
Sep
tember 2016 weiter.
Aus der betriebsinternen E-Mail der
Arbeitgeberin
vom 1
0.
Oktober 2016 (
Urk.
7/9) geht hervor, dass der Beschwerdeführer ab dem
5.
Oktober 2016 infolge Grippe krankgeschrieben
worden sei
. Am Freitag habe er seine Dienste für den Montag
3.
Oktober 2016 angeboten, wobei ihm keine Arbeit habe zugeteilt werden können. Auch am Dienstag
4.
Oktober 2016 habe er seine Dienste angeboten und sich dann am Ab
end für Mittwoch krankgemeldet.
4.6
Vor dem Hintergrund der fehlenden echtzeitlich
dokumentierten
Unfallfolgen
,
der sich widersprechenden Angaben des Beschwerdeführers einerseits zum Unfallher
gang und andererseits dazu, ob überhaupt eine Traumatisierung der Schulter stattgefunden hat oder nicht, kann hinsichtlich der Schulterbeschwerden ohne weiteres auf die Einschätzung
durch
Dr.
D._
abgestellt werden, wonach, wenn überhaupt
,
von einer
durch das Unfa
llerei
g
n
is erlittenen einfachen Kontusion auszugehen ist, welche nach vier Wochen als abgeheilt anzusehen ist.
Daran ändern auch die Ausführungen der behandelnd
en Hausärztin
Dr.
M._
vom 2
9.
Mä
rz 2018 (vgl. vorstehend E. 3.14
) nichts
, wonach der Beschwer
deführer vor dem Unfallereignis nie Beschwerden gehabt habe.
Die Argumenta
tion nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkte, äusserte sich
Dr.
I._
in seiner Dossier-Triage vom 1
8.
Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 3.7
) nicht zu einer allfälligen Kausalität der Beschwerden zu dem Unfallereignis vom 2
2.
September 2016, wes
halb der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass
Dr.
I._
eine stationäre Rehabilitation befürwortete, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.
4.7
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden im Zusammen
ha
ng mit dem durch das Unfallerei
g
n
is vom 2
2.
September 2016 erlittenen Schä
del
hirntrauma
anbelangt, so ist zu beachten, dass die Erstuntersuchung durch die Ärzte des
B._
,
C._
, v
om 2
5.
September 2016
(vgl. vor
stehend E. 3.1)
,
abgesehen
von der Prellmarke am Kopf, keine Hinweise auf trau
matische Verletzungen ergab.
Entsprechend wurde
auch die Diagnose eines Sta
tus nach Schädel
hirntrauma
am 2
2.
September 2016 gestellt und auf einen stati
onären Aufenthalt
zur Beobachtung oder
auf weitere
Abklärungen
verzichtet.
Sowohl
die
durchgeführte
klinische Untersuchung als auch die Bildgebung mittels CT
blieben
ohne Hinweis auf eine Verletzung oder auf
intracerebrale
Tra
u
mafol
gen
.
Wie ausgeführt (vgl. vorstehend E. 4.4)
,
setzte de
r Beschwerdeführer seine Arbeit auch
am 2
6.
September 2016 trotz Krankschreibung fort.
Auch
das von
Dr.
H._
am 2
7.
März 2017 durchgeführte kraniale MRI sowie MR-
Angio
(vgl. vorstehend E. 3.6)
ergab
keinen
Nachweis einer posttraumatischen Veränderung oder Verletzungen
.
Allfällige
Traumafolgen
konnten auch die
am
5.
März 2017
vom Beschwerdeführer aufgesuchten
Ärzte des
B._
nicht bestätigen
(vgl. vorstehend E. 3.5
)
.
Im Weiteren ist
Dr.
D._
dahingehend beizupflichten, dass die Angaben des Beschwerdeführers, wonach nach dem Unfallereignis eine kurze Bewusstlosigkeit eingetreten sein solle, kritisch zu hinterfragen s
eien (vgl. vorstehend E. 3.
9
)
. So erscheint es in Anbetracht des Verhaltens des Beschwerdeführers, wonach er sich am
5.
März 2017 bereits bei einer Präsynkope ohne Bewusstlosigkeit und ohne Unfallereignis auf die Notfallstation selbst zugewiesen
hatte (vgl. vorstehend E. 3.
5
), als wenig wahrscheinlich, dass er sich im Fall einer infolge eines Unfalles dann
,
wie er geltend machte
, folgenden
mehrminütigen Bewusstlosigkeit
(vgl.
auch vorstehend E. 3.4
)
,
erst drei Tage später hätte ärztlich untersuchen lassen.
4
.8
Da echtzeitlich hinsichtlich der rechten Schulter, wie ausgeführt,
weder bildge
bend noch klinisch allfällige Verletzungszeichen
(Hämatom, Wunde,
Kontusion
s
zeichen)
festgestellt werden
k
onnten
, der Beschwerdeführer in einem körperlich belastenden Beruf
seine Arbeit nach dem Unfallereignis
fortsetzte und wider
sprüchliche Angaben hinsichtlich einer stattgehabten Traumatisierung der rech
ten Schulter machte, und auch die eingehenden klinischen und bildgebenden Untersuchungen hinsichtlich des Schädel
hirntraumas
ohne festzustellende Befunde oder
Traumafolgen
blieb
en
,
liegen keinerlei Anzeichen für Zweifel an der Einschätzung
durch
Dr.
D._
vor.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt demnach, dass die Beurteilung
en
durch
Dr.
D._
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemes
sener Weise berücksichtig
en
, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet wurde
n
und der konkreten medizinischen Situation Rechnung tr
agen
. Die Beurteilung
en leuchten
in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers werden
hinreichend begründet. Zusammen
fassend erfüllen seine Be
urteilungen
damit die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Dass es sich bei
Dr.
D._
um einen Facharzt für Allgemeine Innere Medizin handelt, schmälert vorliegend den Beweiswert seiner Beurteilungen nicht, zumal sich
diese
schlüssig auf die vorliegen
den medizinischen Akten abstützen
.
4.9
Aufgrund des Gesagten ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
rechtsgenüglichen
Kausalzusammenh
angs zwischen dem Ereignis vom 22
.
September 2016
und den vom Beschwerdeführer über den
25
.
Mai
2017 hinaus weiterhin geklagten Beschwerden und damit eine Leistungspflicht hierfür zu Recht verneint hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.