Decision ID: b2bd4dd9-5b30-4089-8960-3bce5bc73ed6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
Die 1974 geborene
X._
war seit 1990 als Verkäuferin
im
Y._
ange
stellt, als sie sich am 2
5.
Januar 1995 bei einem Sturz aus 4.2 Metern Höhe Ver
letzungen an Rücken, Fuss und Nase zuzog (
Urk.
8/60 S. 2 f.). Die
um Leis
tungsausrichtung angegangene
(damals zuständige) IV-Stelle des Kantons
Z._
sprach ihr mit Verfügung vom
3.
Juli 2002 (
Urk.
8/1) mit Wirkung ab
1.
August 1998 und basierend auf eine
n
Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zu.
Die nach dem Umzug der Versicherten neu zuständige Sozialversiche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog im Rahmen eines Rentenrevisions
ver
fah
ren
s
beim Unfallversicherer das Gutachten der Rheuma
-
und Rehabilitations
klinik
A._
vom 4. Juli 2002 (Urk. 8/6) bei. Mit Mitteilung vom 12. Dezembe
r 2003 bestätigte sie die Ausrichtung einer ganzen Rente bei einem I
nvaliditäts
grad von 100 % (Urk.
8/9).
Im Februar 2008 leitete die IV-Stelle erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein, zo
g dafür unter anderem einen aktuellen Arbeitsvertrag (Urk. 8/42) und die Un
fallversicherungsakten (Urk. 8/60) bei,
liess die Versicherte beim Med
izini
schen B._
orthopädisch und psychiatrisch begut
ach
ten (Gutachten vom 1
4.
September 2009;
Urk.
8/37)
und
führte eine Abklärung im Haushalt durch (
Bericht vom 16. April 2014; Urk. 8/130)
.
Nach mehreren Vorbescheiden (Urk. 8/49, 8/64, 8/114 und 8/132) hob die IV-Stelle mit Ver
fü
gung vom 28. November 2014 (Urk. 2)
die Rente nach Zustellung der Ver
fü
gung
auf Ende des folgenden Monats auf.
Dagegen erhob die Versicherte am 16. Januar 2015 unter Auflage eines Be
richt
s von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilita
tion (Urk. 3), Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 28. Novem
ber 2014 sei aufzuheben und die bisherige ganze Rente sei ihr wei
terhin zu gewähren. Am 25. Februar 2015 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 26. Juni 2015 (Urk. 10) reichte die Be
schwerdeführerin den Bericht von Dr. med. D._, Innere Medi
zin/Rheu
ma
tologie FMH, vom 5. Juni 2015 ein (Urk. 11). Die Beschwerdegegnerin ver
zich
tete mit Schreiben vom 30. Juli 2015 auf eine Stellungnahme dazu (Urk. 14)
, was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 11. August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Am 26. Oktober 2016 (Urk. 17) verzichtete die mit Verfügung vom 10. Oktober 2016 (Urk. 16) beigeladene CPV/CAP Pensions
kasse Y._ auf eine Stellungnahme.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gege
n
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lu
ng einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbe
mess
ung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung vom 28. November 2014 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin 2009 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Es würden damit eine erhebliche Änderung in der erwerblichen Situation und folglich auch ein Revisionsgrund vor
liegen. Gemäss Begutachtung vom 1. September 2009 bestehe eine Arbeits
fä
higkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit. Der Invaliditätsgrad betrage 18 %, weshalb die Rente aufzuheben sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1), ihr Gesundheitszustand habe sich seit 2003 in keiner Weise verbessert. Vielmehr habe er sich sogar verschlechtert. Die im Gutachten von 2009 vorgenommene Beurteilung stelle eine andere Beurteilung eines gegenüber 2003 unveränderten, ja sogar verschlechterten Gesundheitszustandes dar, was keinen Revisionsgrund zu bilden vermöge. Zudem könne ein Gutachten betreffend Gesundheitszustand im September 2009 nicht mehr massgebende Entscheidgrundlage für den Ge
sundheitszustand im November 2014 sein, insbesondere dann nicht, wenn wie vorliegend aus aktuellen ärztlichen Beurteilungen eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes hervorgehe. Die Beschwerdeführerin erziele mit einer Er
werbstätigkeit von zwei bis vier Stunden pro Woche ein jährliches Einkommen von Fr. 4‘200.--. Ein grösserer Arbeitseinsatz sei ihr nicht möglich, was auch das Belastbarkeitstraining bestätigt habe. Werde dieses Einkommen dem Vali
den
einkommen gegenübergestellt, ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 93 %. Die
Beschwerdeführerin habe damit nach wie vor Anspruch auf eine ganze Rente.
3.
3.1
Dr. phil.
E._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, Dr. med.
F._
, Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
G._
, Neurologie FMH und Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, sowie
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt für Neurologie,
von
der
Klinik A._
hielten in ihrem zuhanden des Unfallversicherers erstellten Gutachten vom
4.
Juli 2002 (
Urk.
8/6) folgende Diagnosen (S. 62) fest:
-
Chronisches Panvertebralsyndrom bei Status nach Polytrauma:
-
B
erstungsfraktur LWK1, Keilkompre
ssionsfraktur von LWK2, 3 und 4 so
wie
BWK11 mit nachfolgender dorsaler Aufrichtungsspondylodese Th12/L1, transpertikulärer Spongiosa
plastik LWK1 links und Stabilisa
tion mittels Fixateur interne Th
12 bis LWK2 vom
2.
Februar 1995
-
Status nach Entfernung des Fixateur interne am 2
7.
September 1995
-
Calcaneus-Trümmerfraktur rechts mit offener Reposition und Osteosyn
these des Calcaneus rechts am
7.
Februar 1995
-
Status nach Osteosynthesematerial-Entfernung am 2
7.
September 1995
-
Sekundäre Arthrose im OSG und USG rechts
-
Spreizfuss mit Fehlbelastung
-
Mögliche, formal nicht schlüssig nachweisbare neuropsychologische Funkti
onsstörung
-
anhaltendes posttraumatisches depressives Zustandsbild
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Zudem führten sie aus, dass sich in der Untersuchung eine deutliche Fehlform der Wirbelsäule mit massiven Bewegungseinschränkungen im Brust- und Lendenwirbelsäulenabschnitt gezeigt habe. Im Bereich der Halswirbelsäule seien
Bewegungseinschränkungen vor allem für die Extension eindrücklich vorhan
de
n. Im Bereich der peripheren Gelenke zeige sich beim linken oberen und un
teren Sprunggelenk eine deutliche Einschränkung für die Dorsalflexion und Plantar
flexion sowie die Pronation und Supination (S. 49). Aufgrund des schweren Traumas und der strukturellen Schäden im Bereich der Wirbelsäule mit schwerer Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit sei von einer 80%igen Arbeitsun
fähigkeit als Verkäuferin/Kassiererin auszugehen. Eine Ver
lagerung der beruf
lichen Tätigkeit auf andere Arbeiten würde vermutlich zu keiner Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen. Es seien keine Tätigkeiten möglich, welche die vor
handenen Einschränkungen im Bereiche der Wirbelsäule und des rechten Fusses umgehen könnten, insbesondere da langes Gehen zu Schmerzen im Bereiche des rechten Fusses respektive oberen und unteren Sprunggelenkes und langes Sitzen sowie Stehen zu einer Verstärkung der Be
schwerden im Bereiche der Wirbel
säule führen würden. Auch in einer ange
passten Tätigkeit sei die
Beschwerde
füh
rerin deshalb höchstens zu 20
%
ar
beitsfähig (S. 64 f. und S. 69)
.
3.2
Dr. med. I._, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. J._, Spezialarzt Orthopädie FMH, des B._ stellten in ihrem im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens eingeholten Gutachten vom 14. Septem
ber 2009 (Urk.
8/37
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 7 und 38):
Status nach dorsaler Aufrichtespondylodese Th12 bis L1 mit transpedikulä
rer Spongiosaplastik L1 02/1995 bei Berstungsfraktur L1,
Keilimpressions
fraktur L2, L3, L4 sowie Th11 mit leichter Spondylarthrose L2-5 und Osteo
chondrose L5/S1 mit kleiner mediolateraler linksseitiger Protrusion und Be
rührung der Nervenwurzel S1 links
Posttraumatische deutliche Arthrose des unteren Sprunggelenks sowie Cal
caneo-Cuboidal-Arthrose und leichte Talonavikular-Arthrose bei Status nach offener Reposition und Osteosynthese einer Calcaneustrümmerfraktur rechts mit OSG-Subluxation 02/1995
Präadipositas
Chronisch depressive Verstimmung (Dysthymie) bestehend seit mindestens
2003
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit fest:
Leichte Arthrose des oberen Sprunggelenks rechts
Leichte rechtskonvexe Skoliose der Brustwirbelsäule
Dazu führten sie aus, dass im Vergleich zum Gutachten 2002 jetzt eine
leichte Spondylarthrose L2-5 und Osteochondrose L5/S1 mit kleiner mediolateraler linksseitiger Protrusion und Berührung der Nervenwurzel S1 links
sowie eine
Calcaneo-Cuboidal-Arthrose und Talonavikular-Arthrose rechts festgestellt werden
könne. Allerdings sei im Gutachten 2002 keine MRI-Untersuchung der Len
denwirbelsäule und des rechten Rückfusses gemacht worden, so dass unklar sei, ob diese Befunde bereits damals bestanden hätten (S. 9). In der ange
stam
mten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 35 % arbeitsfähig. In einer dem Leiden ideal angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 8 und S. 20).
3.3
Dr. C._ hielt in seinem Bericht vom 3. November 2014 (Urk. 3) folgende Diagnosen fest:
-
Status nach Sturz aus dem Fenster am 25. Januar 1995 mit diversen Wirbel
körperfrakturen (vor allem LWK2 und LWK3 sowie BWK10 und BWK11 und einer komplizierten Fersenfraktur rechts)
-
Zustand nach diversen Operationen
-
Persistierende belastungsabhängige thorakale und lumbale Rückenbe
schwer
den
-
Multisegmentale Spondylarthrosen L3 bis S1
-
Konsekutiv ausgeprägte muskuläre Dekonditionierung im Rücken- und Rumpf
bereich
-
Belastungsabhängige Fussschmerzen rechts mit zeitweise Exazerbationen, je nach Belastungsstufe bei Status nach diversen Fersenoperationen
Ergänzend führte er aus, dass er die Beschwerdeführerin erst seit dem 31. Okto
ber 2012 betreue. Bezüglich der klinischen Verlaufssituation von 2009 bis 2012 könne er deshalb keine Aussagen machen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Beschwerdeführerin jedoch aufgrund der Verletzungen und der eingetrete
nen degenerativen Veränderungen insbesondere in der unteren Lendenwirbel
säule in einer ideal angepassten Tätigkeit maximal zu 20 % arbeitsfähig.
3.4
Dr. D._ führte in seinem Bericht vom 5. Juni 2015 (Urk. 11) folgende Diagno
sen auf:
-
Status nach schwerem Unfall, Januar 1995
-
chronisches lumbalbetontes panvertebrales Syndrom, zeitweise lumbo
spondylogenes Syndrom beidseits
-
nicht frische Deckplattenimpression TH12 und L1, kein Knochenmark
ödem, sonst normale Wirbelkörper, keine relevante Diskopathie/Hernie, leichte Osteochondrose L5/S1 ohne Protrusion
-
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
Fersen-Schmerzen rechts
-
Status nach Fraktur/Osteosynthese
-
zunehmende USG-Arthrose
-
Depressive Verstimmung
-
Adipositas (BMI 32.5)
-
Klaustrophobie
Dazu hielt er fest, dass gemäss MRI der Lendenwirbelsäule im Vergleich zur Vor
untersuchung vom 1
1.
Februar
2009 stationäre Verhältnisse beständen. Beim MRI des Rückfusses zeige sich im Vergleich zur Voruntersuchung vom 11. Februar 2009 hingegen eine Progredienz von arthrotischen Veränderungen im Bereich des unteren Sprunggelenks sowie calcaneocuboidal mit progredien
tem Knochenmarködem sowie Osteophyten. Aus rheumatologischer Sicht sei eine 20%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit realistisch.
4.
4.1
Nach Beizug des Gutachtens der Reha A._ vom 4. Juli 2002
bestä
tigte
die Beschwerdegegnerin
die Ausrichtung einer ganzen Rente
mit Mittei
lung vom 12. Dezember 2003 und gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % und einen
I
nvaliditätsgrad von 100 % (Urk.
8/
8 und Urk. 8/
9)
. Für die Be
urteilung der Zulässigkeit einer Rentenrevision sind damit die Verhältnisse im
Zeitpunkt der
rentenaufhebenden Verfügung vom
2
8. November 2014
mit
den
jenigen im Dezember 2003 zu vergleichen.
4.2
4.2.1
Bei Vergleich der Diagnosen in den Gutachten der
Klinik A._
vom 4. Juli 2002 (
E. 3.1
) und des
B._
vom 1
4.
September 2009 (
E. 3.2
) lässt sich nur eine unwesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwer
deführerin feststellen. Zwar
hielten
die Gutachter des
B._
fest, dass im Ver
gleich zum Gutachten 2002 eine leichte Spondylarthrose L2-5 und Osteo
chondrose L5/S1 mit kleiner mediolateraler linksseitiger Protrusion und Berüh
rung der Nerven
wurzel S1 links sowie eine Calcaneo-Cuboidal-Arthrose und Talonavikular-Arthrose rechts festgestellt w
u
rde.
I
m Gutachten 2002
wurde jedoch
keine MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule und des rechten Rückfusses durchgeführt, so dass unklar
ist
, ob diese Befunde bereits damals bestanden (
Urk. 8/37
S. 9). Eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustan
des lässt sich damit nicht
nachweisen. Diese wäre ohnehin lediglich in einer Verschlechterung zu erblick
e
n und nicht in einer Verbesserung des Gesundheitszustandes. Bezüglich der psy
chischen Gesundheit der Beschwerdeführerin wurde 2002 ein anhaltendes post
traumatisches depressives Zustandsbild und 2009 eine chronisch depressive
Ver
stimmung (Dysthymie) di
agnostiziert (Urk. 8/6 S. 70 und Urk. 8/37 S. 38)
,0
was
(bei identischer Codierung [F 34.1]) keiner relevanten Veränderung entspricht
.
Dr. I._
vom
B._
führte im
Gutachten vom 14. September 2009 zusätz
lich aus, dass sich Somatisie
rungstendenzen erkennen liessen, aus psychia
trischer Sicht war eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung aber eher nicht anzunehmen (Urk.
8/37
S. 19). Mit der von der Klinik A._ gestellten Diag
nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung setzte er sich jedoch nicht vertieft auseinander (S. 21), insbesondere ist aus seinen Ausführungen
nicht ersichtlich, dass sich der diesbezügliche Gesundheitszustand der Beschwer
de
führerin wesentlich geändert hätte.
So
ging
auch die Beschwerdegegnerin in einer internen Stellungnahme davon aus, dass es sich
vorliegend
um einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand
handelt
(Urk. 8/131 S. 3).
4.2.2
Dr. D._
hielt in seinem Bericht vom
5.
Juni 2015 (
E. 3.4
) fest, dass bei
m
Ver
gleich der MRI vom
2.
März 2015 mit den MRI vom 1
1.
Februar 2009 im Be
reich der Lendenwirbelsäule keine Veränderungen ersichtlich
waren
. Bezüglich des Rückfusses
zeigte
sich hingegen eine Progredienz der arthrotischen Verän
derungen, ein progredientes Knochenmarködem sowie Osteophyten. Inwieweit die Veränderungen jedoch fortgeschritten
waren
und inwiefern diese Verände
rungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
haben
, wird aus dem Bericht nicht ersichtlich. Eine wesentliche Veränderung des Ge
sundheitszustandes vermag damit auch dieser
Bericht
nicht zu belegen. Aus rheumato
logischer Sicht ging denn auch
Dr. D._
- wie bereits die Gutachter der
Klinik
A._
- von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 20
%
aus.
4.2.3
Ein wesentlich veränderter Gesundheitszustand, welcher Anlass zu einer Ren
ten
revision geben könnte, ist damit nicht auszumachen.
4.
3
4.3.1
Am 28. August 2003 wurden der Sohn und am 6. März 2007 die Tochter der Beschwerdeführerin geboren (Urk. 8/131 S. 3). Die Geburt eines Kindes kann eine erhebliche Veränderung der erwerblichen Auswirkungen mit sich bringen und dadurch Anlass zu einer Rentenrevision geben.
4.3.2
Die Beschwerdegegnerin
führte
am 18. März 2014
eine Abklärung im Haushalt durch
(
Urk. 8/1
3
0)
. Die Beschwerdeführerin führte dabei aus, dass sie heute bei guter Gesundheit in einem 100 %-Pensum als Verkäuferin tätig wäre, da die Familie auf ein zweites Einkommen angewiesen sei. Ihr Ehemann habe ein Netto
einkommen von Fr. 6‘000.--. Er komme jeweils um 16.30 Uhr von der Arbeit nach Hause. Ihre Kinder würde sie am Mittag zum Mittagstisch schicken und ihre Arbeitszeiten so legen, dass sie das Haus erst verlassen müsste, wenn ihr Ehemann wieder zu Hause wäre. Eine Betreuung der Kinder wäre so auch nach der Schule gewährleistet. Gemäss den Anmerkungen der Abklärungsper
son konnte die Beschwerdeführerin klare, nachvollziehbare und plausible Anga
ben betreffend Kinderbetreuung machen. Die Abklärungsperson qualifizierte sie deshalb als 100 % Erwerbstätige (S. 5).
4.3.3
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100 % erwerbstätig ist vorlie
gend nachvollziehbar und gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Die Geburt ihrer Kinder ist damit kein Grund für eine Rentenrevision.
4.4
4.4.1
Die Beschwerdeführerin
nahm
am
1.
Oktober 2009 eine Erwerbstätigkeit von zwei bis vier Stunden pro Woche
auf
, was einem Arbeitspensum von 5 bis 10
%
entspricht (vgl. Urk. 8/126 S. 2: Allgemeine Arbeitszeit im Betrieb
40
h/Woche).
Sie kann di
ese Arbeit von zu Hause aus zu einem beliebigen Zeitpunkt
erledigen
(
Urk.
8/39 S.
1)
und e
rzielt dabei ein mona
tliches Bruttoeinkommen von Fr.
350.-- (
Urk.
8/126 S. 8). Die Beschwerdegegnerin sieht in der Aufnahme dieser Erwerbstätigkeit einen Revisionsgrund.
4.4.2
Die Gutachter der Reha
A._
-Baden gingen davon aus, dass die Beschwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit höchstens zu 20
%
arbeitsfähig
ist
(Gut
achten vom
4.
Juli 2002;
Urk.
8/6 S. 69). Die Beschwerdegegnerin bestätigte daraufhin die Ausrichtung einer
ganzen
Rente gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
sowie einen Invaliditätsgrad von 100
%
(
Urk.
8/8
-9
).
Für die Prüfung eines Revisionsgrundes ist nach wie vor von einer Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang auszugehen.
Mit
einem Erwerbspensum
von 5 bis 10
%
schöpft die Beschwerdeführerin die ihr mögliche
Arbeitstätigkeit
somit bei weitem nicht aus
, zumal auch in einem aktuellen Arztbericht (Bericht von Dr. D._ vom 5. Juni 2015; Urk. 11) von einer
20%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ausgegangen wird.
Die Erwerbsaufnahme im Umfang von zwei bis vier Stunden pro Woche kann unter diesen Umständen nicht als erhebliche Verän
derung der erwerblichen
Situation
angesehen werden. Ein Revisionsgrund ist mit der Erwerbsaufnahme in
einem solch
geringfügigen Umfang
- bei einer Ar
beitsfähigkeit von grundsätzlich 20 % - jedenfalls
nicht auszumachen.
4.5
Zusammenfassend
ist festzuhalten
, dass kein Revisionsgrund gegeben ist. Damit hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente der Inva
lidenversicherung,
womit
die Beschwerde gutzuheissen ist.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
5.2.1
Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Kosten des Arztberichts von
Fr.
250.--
(Urk. 16 S. 2) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61 lit. g ATSG. Dazu gehören nach der Rechtsprechung neben den Vertre
tungskosten besondere Auslagen, die für Abklärungsmassnahmen entstanden sind, welche durch den Versicherer beziehungsweise das kantonale Versiche
rungsgericht anzuordnen und durchzuführen gewesen wären, an deren Stelle jedoch durch die Partei veranlasst wurden. Praxisgemäss sind solche Kosten zu ersetzen, wenn das eingeholte Gutachten massgebend für die Beurteilung der
Streitfrage war (Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 1
).
Vorliegend erweist sich der pendente lite bei
Dr. D._
eingeholte Bericht als
massgebend für die Beurteilung der Streitfrage, zeigte dieser doch auf, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sich seit der letzten - bereits sieben Jahre zurückliegenden - Begutachtung nicht wesentlich verändert hat. Im vor
liegenden Verfahren konnte deshalb auf das Einholen eines aktuellen Berichts über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verzichtet werden. Damit hat die Beschwerdegegnerin die entsprechenden Kosten zu übernehmen.
5.2.2
Die von der Beschwerdeführerin eingereichte Kostennote erweist sich im Übri
gen als der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
inso
fern nicht
an
gemessen (vgl. § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsge
richt, GSVGer), als nicht erkennbar ist, welchen Bezug die mehr
fachen Kontaktaufnahmen mit der Pensionskasse und dem Unfallver
sicherer der
Beschwerdeführerin
sowie der Assista (Posten vom 3.
Dezember 2014, 5.
und 20. Januar, 18. September, 2. Oktober und 16. Oktober 2015) einen Bezug zum vorliegenden Verfahren haben. Eingang fanden jedenfalls keine einschlägigen Akten. Damit ist der geltend gemachte Aufwand entsprechend um 2.83 Stunden zu kürzen (samt die entsprechenden Barauslagen von Fr. 36.--). Die Prozessent
schädigung ist demgemäss – bei einem Aufwand von 10.12 Stun
den und Bar
aus
lagen von
Fr.
91.70 mit Fr. 2‘773.55 (inkl. Barauslagen samt Arzt
berichtskosten und Mehrwertsteuer) zu bemessen.