Decision ID: 3677c7e4-bb7a-48a8-81d9-12f632374e97
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit Januar 2002 bei einem IV-Grad von 50 % eine halbe Rente der
Invalidenversicherung (Verfügung vom 26. September 2002, IV-act. 30). Die
Rentenzusprache war gestützt auf ein Gutachten des Medizinischen Zentrums Bad
Ragaz vom 15. Juli 2002 erfolgt (IV-act. 22). Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheumatologie, hatte die folgenden
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angegeben:
- Ausgeprägtes wechselndes weichteilrheumatisches Beschwerdebild ohne sichere
Hinweise auf eine Kollagenose oder ein klassisches Fibromyalgiesyndrom;
- affektiv vegetativer Konversionsmodus mit überkontrollierender Affektsteuerung.
Dr. C._ hatte die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in der angestammten Tätigkeit
als Produktionsmitarbeiterin (Montagearbeiten) sowie auch in einer adaptierten
Tätigkeit auf 50 % geschätzt.
A.b Im Rahmen eines im Januar 2006 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurde die
Versicherte im Januar 2007 vom ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH)
polydisziplinär (allgemein-internistisch, psychiatrisch und orthopädisch) begutachtet
(Gutachten vom 13. März 2007, IV-act. 56). Als Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter lediglich ein subakromiales Impingement
Schulter links (klinisch keine Hinweise für eine Läsion der Rotatorenmanschette).
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie einer anhaltenden somatoformen
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Schmerzstörung und einer somatoformen autonomen Funktionsstörung des
kardiovaskulären Systems bei. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in
anderen körperlich leichten bis mittelschweren, adaptierten Tätigkeiten schätzten die
Gutachter auf 100 %. Mit Verfügung vom 29. November 2007 (IV-act. 75) hob die IV-
Stelle die halbe Rente bei einem IV-Grad von 0 % auf das Ende des der Zustellung der
Verfügung folgenden Monats hin auf. Die gegen diese Verfügung erhobene
Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 8. Dezember 2008 gut
und hob die angefochtene Verfügung auf (IV-act. 89). Als Begründung wurde angeführt,
dass sich der Sachverhalt seit der ursprünglichen Verfügung nicht geändert habe und
deshalb die Voraussetzungen zur Vornahme einer Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG
nicht erfüllt seien. Die Versicherte hatte folglich weiterhin Anspruch auf eine halbe IV-
Rente.
A.c Im Februar 2011 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (IV-act.
106). Die Versicherte gab am 4. Februar 2011 an, ihr Zustand habe sich verschlechtert
(IV-act. 103). Nachdem die IV-Stelle diverse medizinische Berichte eingeholt hatte,
teilte sie der Versicherten am 16. Juni 2011 mit, dass eine medizinische Abklärung
notwendig sei (IV-act. 122).
A.d Am 30. und 31. August 2011 wurde die Versicherte in der Medas Ostschweiz
polydisziplinär (allgemein-internistisch, psychiatrisch, rheumatologisch-orthopädisch)
begutachtet (Gutachten vom 3. Februar 2012, IV-act. 127). Die Hauptdiagnosen
lauteten:
· Minderbelastbarkeit des rechten Handgelenks mit/bei
- fortgeschrittener Radiocarpalarthrose mit Verkippung des Os lunatum (SLAC-Wrist)
mit Funktionseinschränkung;
- Status nach kompletter Handgelenksdenervierung nach Wilhelm am 24.09.2010;
· anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gaben die
Gutachter an:
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· Fibromyalgiesyndrom;
· chronisches Panvertrebralsyndrom mit pseudoradikulärer Symptomatik mit/bei
- Fehlhaltung und minimer Fehlstatik;
- muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung;
- mässig ausgeprägten Spondylarthrosen LWK3/4 bis LWK5/SWK1, gesamthaft nicht
über das altersentsprechende Mass hinausgehend;
- ohne weitere nachweisbare pathologisch-anatomische Korrelate;
· chronisch rezidivierendes Cervicocephalsyndrom mit/bei
- Fehlhaltung;
- muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung.
Dr. med. D._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, erklärte,
auf orthopädisch-rheumatologischem Fachgebiet wirke sich einzig die eingeschränkte
Belastbarkeit des rechten Handgelenks auf die Arbeitsfähigkeit aus. Für die zuletzt
ausgeübten Tätigkeiten als Produktionsmitarbeiterin bzw. als Mitarbeiterin in einem
Alters- und Pflegeheim mit regelhaft auftretenden handgelenksbelastenden
Bewegungsmustern lasse sich keine Arbeitsfähigkeit mehr attestieren. In einer dem
Leiden optimal angepassten, leichten bis intermittierend mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitive, stereotype Belastungen des rechten
Handgelenks, ohne mehr als seltene fein- bzw. grobmotorische Tätigkeiten rechts,
ohne Zug-, Druck- und Vibrationseinwirkungen auf das rechte Handgelenk und ohne
das Tragen und Heben von mehr als sehr leichten Lasten rechts bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, hielt fest, die Beschwerdeschilderung der Versicherten sei nicht
konsistent gewesen. Bei fehlendem organischem Substrat könne aktuell die Diagnose
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bestätigt werden. Die Schmerzen
träten in Verbindung mit einer leichten depressiven Reaktion mit somatischem
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Syndrom (ICD-10: F32.01) auf. Ausserdem trügen viele IV-fremde psychosoziale
Faktoren wie die Betreuung der dreijährigen Tochter und die Eheprobleme zum
Krankheitsbild bei. Die depressive Reaktion stelle keine psychische Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer dar. Das Vorliegen von chronischen
körperlichen Begleiterkrankungen mit mehrjährigem Krankheitsverlauf und subjektiv
unbefriedigenden Behandlungsergebnissen könne jedoch bejaht werden. Allerdings
seien weitere Foerster-Kriterien wie ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
oder ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf von
psychischen Konflikten nicht ausgewiesen. Aufgrund der nur zum Teil erfüllten
Foerster-Kriterien sei von einer teilweisen Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung auszugehen. Dieser sei mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 20 % Rechnung zu tragen. Diese Einschätzung gelte spätestens ab dem
Untersuchungszeitpunkt. Aufgrund ihrer Leiden benötige die Versicherte vermehrt
Pausen und mehr Zeit als üblich, um sich zu erholen. Zusammenfassend hielten die
Gutachter fest, unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde lasse sich für
die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Produktionsmitarbeiterin bzw. als Mitarbeiterin in
einem Alters- und Pflegeheim keine Arbeitsfähigkeit mehr attestieren. In einer dem
Leiden optimal angepassten, leichten bis intermittierend mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitive, stereotype Belastungen des rechten
Handgelenks, ohne mehr als seltene fein- bzw. grobmotorische Tätigkeiten rechts,
ohne Zug-, Druck- und Vibrationseinwirkungen auf das rechte Handgelenk und ohne
das Tragen und Heben von mehr als sehr leichten Lasten rechts bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %. Bei dieser Beurteilung handle es sich − im Vergleich zum
ABI-Gutachten vom März 2007 − um eine Beurteilung desselben Sachverhalts (IV-act.
127-34 und IV-act. 127-48).
A.e RAD-Arzt Dr. med. F._ hielt am 15. Februar 2012 fest (IV-act. 128), das
Gutachten sei umfassend, schlüssig und widerspruchsfrei, weshalb vollumfänglich auf
es abgestellt werden könne. Aus der Sicht des RAD könne eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes gegenüber dem Referenzzeitpunkt (Jahr 2002) angenommen
werden.
A.f Mit Vorbescheid vom 10. Oktober 2012 kündigte die IV-Stelle bei einem IV-Grad
von 18 % die Aufhebung der halben Rente an (IV-act. 138). Zur Begründung hielt sie
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sinngemäss fest, dass die Versicherte gemäss dem Medas-Gutachten in einer
adaptierten Tätigkeit lediglich zu 20 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Zwar
seien die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG mangels
Sachverhaltsveränderung nicht erfüllt. Die Rente könne im vorliegenden Fall jedoch
gestützt auf die Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März 2011
aufgehoben werden. Für die Berechnung des Valideneinkommens zog die IV-Stelle den
von der Versicherten im Jahr 2003 erzielten Lohn von Fr. 47'782.-- heran und passte
ihn der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2011 an. Das Valideneinkommen betrug
folglich Fr. 51'929.--. Basis des Invalideneinkommens bildete der durchschnittliche
Lohn einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE), welcher im Jahr 2011 Fr. 53'255.-- betragen hatte. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 80 % wurde das Invalideneinkommen auf Fr. 42'604.-- festgesetzt.
Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte am 18. Januar 2013 einwenden, ihr sei
weiterhin eine halbe Rente auszurichten (IV-act. 145). Ihr Rechtsvertreter machte
geltend, dass das Medas-Gutachten falsch und widersprüchlich sei und dass die
Gutachter voreingenommen gewesen seien. In ihrer Stellungnahme vom 5. März 2013
wiesen der Chefarzt der Medas Ostschweiz und der psychiatrische Gutachter die vom
Rechtsvertreter erhobenen Vorwürfe zurück (IV-act. 149). Am 22. März 2013 machte
der Rechtsvertreter der Versicherten geltend, dass die Medas nicht genügend auf die
Kritik eingegangen sei (IV-act. 151). Der RAD habe die Auffassung der Versicherten,
wonach der IV-Grad unverändert 50 % betrage, gestützt.
A.g RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 2. April 2013 (IV-act. 152), dass der kompetenten
Stellungnahme der Medas nichts hinzuzufügen sei. Die Einwände des Rechtsvertreters
seien medizinisch nicht begründet. Der Rechtsvertreter habe versucht, die RAD-
Stellungnahme zu verdrehen. Es sei klar ersichtlich, dass er gemeint habe, dass sich
seit dem Gutachten keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben hätten und es
somit bei der gutachterlichen Einschätzung bleibe. Zwar habe er erklärt, dass eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gegenüber dem Referenzzeitpunkt (Jahr
2002) ausgewiesen sei. Mit keinem Wort sei damit jedoch angedeutet worden, dass
dies gegebenenfalls einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Aus RAD-ärztlicher
Sicht könne weiterhin auf das Medas-Gutachten abgestellt werden.
A.h Mit Verfügung vom 3. April 2013 hob die IV-Stelle die IV-Rente aus den im
Vorbescheid angegebenen Gründen per 1. Juni 2013 auf (IV-act. 153).
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A.i In einer weiteren Stellungnahme vom 23. April 2013 (IV-act. 154) erklärte die
Medas, dass im Gutachten entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters die
Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit genau umschrieben worden seien. Am
Gutachten könne vollumfänglich festgehalten werden.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. April 2013 liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 8. Mai 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Weiterausrichtung der halben Rente, die Gewährung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege. Zur Begründung machte er geltend, der psychiatrische Gutachter habe
bei der Beschwerdeführerin eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom
diagnostiziert. Wieso diese Diagnose im Hauptgutachten nicht aufgeführt sei, sei nicht
nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin sei zuletzt als Montagearbeiterin tätig
gewesen. Dabei habe sie sitzend leichte Montagearbeiten ausführen müssen. Für diese
Tätigkeit hätten die Gutachter sie zu 100 % arbeitsunfähig eingestuft. Hingegen sei die
Beschwerdeführerin gemäss den Gutachtern in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 %
arbeitsfähig. Abgesehen davon, dass es die von den Gutachtern umschriebene
Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar nicht gebe, erstaune die Diskrepanz
der Einschätzung der Gutachter im Vergleich zur bisher ausgeübten Tätigkeit. Leichtere
Tätigkeiten als die Montagearbeiten gäbe es nämlich gar nicht. Die
Beschwerdegegnerin habe denn auch nicht aufzuzeigen vermocht, wie eine adaptierte
Tätigkeit konkret aussähe bzw. in welcher Branche eine solche Arbeitstätigkeit zur
Verfügung stünde. Als Rechtshänderin müsse die Beschwerdeführerin die rechte Hand
immer mehr beanspruchen als die linke. Durch die komplette
Handgelenksdenervierung habe sie kein Gefühl mehr in der rechten Hand, weshalb
jede Arbeit, bei der die rechte Hand eingesetzt werden müsse, extrem schwierig sei.
Hilfsarbeiten müssten jedoch vorwiegend manuell ausgeführt werden. Auch leichte
Sortier- und Verpackungsarbeiten seien nicht bzw. nur stark eingeschränkt möglich.
Allein schon aufgrund der Behinderung am rechten Handgelenk rechtfertige sich die
Zusprache einer halben Rente. Bezüglich der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung führte der Rechtsvertreter aus, dass sich die Beschwerdeführerin
sozial zurückgezogen habe. Auch bestehe keine erhebliche Diskrepanz zwischen den
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geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese. Wegen
ihrer schweren Einschränkungen im Alltag sei das psychosoziale Umfeld der
Beschwerdeführerin nicht mehr intakt. Die Gutachter hätten die eingeschränkte
zumutbare Willensanstrengung mit 20 % zu tief bewertet. Gestützt auf das Medas-
Gutachten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgewiesen. Einzelne Formulierungen
im Gutachten liessen Zweifel an der Objektivität des Gutachtens aufkommen. Sie
liessen den Schluss zu, dass die Gutachter voreingenommen gewesen seien und der
Beschwerdeführerin unterstellt hätten, sie wolle eine Rente erschleichen. Das Medas-
Gutachten sei zudem widersprüchlich. Während zunächst erklärt worden sei, dass
aufgrund der Handgelenksproblematik in der angestammten Tätigkeit eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei später erklärt worden, dass keine weitere
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (weder in der zuletzt ausgeübten noch in einer
allfälligen Verweistätigkeit) bestünden. Auch die Stellungnahme des RAD sei
widersprüchlich. Obwohl der RAD-Arzt zum Schluss gekommen sei, dass sich der
Gesundheitszustand gegenüber dem Referenzzeitpunkt (Jahr 2002) verschlechtert
habe, habe er sich der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung angeschlossen.
B.b Am 13. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, der psychiatrische Gutachter sei
zum Schluss gekommen, dass lediglich ein Foerster-Kriterium erfüllt sei. Daher sei nur
von einer teilweisen Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung auszugehen.
Eine Willensanstrengung könne aber nicht aufgeteilt werden. Entweder sei eine solche
zumutbar oder nicht. Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung müsse daher das
Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneint werden, was zur Folge
habe, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
angenommen werden könne. Aus somatischer Sicht bestehe – unter qualitativen
Einschränkungen – eine volle Arbeitsfähigkeit. Für die Invaliditätsbemessung sei nicht
massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
vermittelt werden könne, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprechen würden. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der
ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasse, bei
welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers
rechnen könnten. Die Gerichtspraxis gehe davon aus, dass der ausgeglichene
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Arbeitsmarkt für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten seien,
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten biete. Zu denken sei an einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und
Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die
keinen Einsatz des rechten Arms oder der rechten Hand erforderten. Dasselbe müsse
für die Beschwerdeführerin gelten, zumal sie nicht als Einarmige eingestuft werden
könne. Unter Anwendung der Schlussbestimmungen des IVG und somit unter
Berücksichtigung einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit liege bei der Beschwerdeführerin
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor, weshalb auch kein Rentenanspruch
mehr bestehe.
B.c Am 19. Juni 2013 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 6).
B.d In seiner Replik vom 19. August 2013 (act. G 9) machte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, die Argumentation der Beschwerdegegnerin sei
widersprüchlich. Einerseits habe sie angegeben, dass das Medas-Gutachten den
Anforderungen der Rechtsprechung genüge, anderseits habe sie ausgeführt, die von
den Gutachtern angegebene Einschränkung von 20 % sei falsch. Die Arbeitsstelle,
welche die Beschwerdegegnerin beschrieben habe, existiere in der Schweiz nicht. Es
sei keine Arbeit denkbar, die nicht fein- oder zumindest grobmotorisch sei. Für
einfachere Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten werde zudem ein anderes
Ausbildungsniveau verlangt, als es die Beschwerdeführerin aufweise. Bei diesen
Arbeiten seien ausserdem immer wieder Notizen oder Computereingaben zu machen
oder Knöpfe zu drücken, was der Beschwerdeführerin mit ihrer eingeschränkten
rechten Hand nicht mehr möglich sei. Eine Tätigkeit ohne das Tragen und Heben von
mehr als sehr leichten Lasten bedeute, dass die Beschwerdeführerin praktisch nichts
mehr anheben oder tragen dürfe. Selbst das Handbuch für eine halbautomatische
Maschine, welche die Beschwerdeführerin überwachen sollte, sei demnach zu schwer.
Weiter könne sie auch keine Akten oder Ordner aus Gestellen oder Ablagen holen, da
diese zu schwer seien.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).
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B.f Am 12. Dezember 2013 wies das Gericht das Gesuch um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab (act. G 13).

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin hat ab Januar 2002 eine halbe Rente der
Invalidenversicherung bezogen. Die Beschwerdegegnerin hat die Rentenleistungen mit
der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2013 per 1. Juni 2013 aufgehoben. Somit
bildet das Rechtsverhältnis „Invalidenrente“ den Streitgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Februar 2011 ein Rentenrevisionsverfahren
eröffnet. Im Rahmen dieses Revisionsverfahrens ist im Februar 2012 ein medizinisches
Gutachten erstattet worden. Aufgrund der in diesem Gutachten angegebenen
Diagnosen hat die Beschwerdegegnerin erkannt, dass möglicherweise ein
Anwendungsfall der lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision vorliegt. Deshalb
hat sie das bereits eröffnete Rentenrevisionsverfahren in ein Verfahren zur Überprüfung
der laufenden Invalidenrente anhand der − inzwischen überholten − Rechtsprechung zu
den pathogenetisch-aetiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern (vgl. z.B.
BGE 131 V 49) umgewandelt, d.h. das Rentenrevisionsverfahren abgeschrieben und
ein Überprüfungsverfahren eröffnet. Gemäss der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) vom 18. März 2011 ("IV-Revision 6a") werden
nämlich Invalidenrenten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden,
innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Änderungen überprüft. Sind die
Voraussetzungen von Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt
sind. Keine Anwendung findet diese Bestimmung auf Personen, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im
Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet worden ist, seit mehr als 15 Jahren eine
Rente der Invalidenversicherung bezogen haben (Abs. 4). Das mit der angefochtenen
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Verfügung abgeschlossene Überprüfungsverfahren ist innerhalb von drei Jahren seit
dem Inkrafttreten von lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG eingeleitet
worden. Da die Beschwerdeführerin in diesem Zeitpunkt noch nicht 55 Jahre alt
gewesen ist und da sie auch noch nicht seit 15 Jahren eine Invalidenrente bezogen hat,
ist die Eröffnung dieses Überprüfungsverfahrens rechtmässig gewesen.
1.3 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Rente aufgrund eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische
Grundlage zugesprochen worden ist. Die ursprüngliche Rentenzusprache ist gestützt
auf das Gutachten von Dr. C._ vom 15. Juli 2002 erfolgt. Dieser hatte als Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein ausgeprägtes, wechselndes
weichteilrheumatisches Beschwerdebild ohne sichere Hinweise auf eine Kollagenose
oder ein klassisches Fibromyalgiesyndrom sowie einen affektiv vegetativen
Konversionsmodus mit überkontrollierender Affektsteuerung angegeben. Dr. D._ hat
im Medas-Gutachten ausgeführt, dass Dr. C._ keine Hinweise auf das Vorliegen einer
Erkrankung aus dem entzündlich-rheumatoiden Formenkreis habe objektivieren können
(IV-act. 127-28 f.). Auch ein klassisches Fibromyalgiesyndrom habe er − in Anwendung
der alten Kriterien des American College of Rheumatology − ausgeschlossen. Beim von
Dr. C._ diagnostizierten weichteilrheumatischen Beschwerdebild handelt es sich
folglich um ein unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische
Grundlage. Dr. D._ hat weiter erklärt, dass die von Dr. C._ angegebene Diagnose
eines affektiv vegetativen Konversionsmodus mit überkontrollierender Affektsteuerung
keine ICD-10-konforme Diagnose sei. Dr. C._ hatte bezüglich dieser Diagnose
ausgeführt, dass es durch das hohe Anspruchsdenken, das ausgeprägte
Gerechtigkeitsempfinden und die idealisierende Hilfsbereitschaft der
Beschwerdeführerin zu einer überkontrollierenden Affektsteuerung und damit zu einem
Konversionsmodus komme, indem der körperliche Schmerz für seelischen Schmerz
stehe, wo der seelische Schmerz keinen Ausdruck finde. Aufgrund dieser
Umschreibung ist mit Dr. E._ (siehe IV-act. 127-47) davon auszugehen, dass es sich
bei der Diagnose eines Konversionsmodus ebenfalls um ein syndromales Leiden
handelt. Die ursprüngliche Rentenzusprache ist somit aufgrund von pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische
Grundlage erfolgt.
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1.4 Demnach ist nachfolgend umfassend zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ab dem
Wirkungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung, also ab dem 1. Juni 2013, weiterhin
einen Rentenanspruch hat. Der IV-Grad ist dabei anhand des in diesem Zeitpunkt
aktuellen Sachverhalts zu ermitteln, denn es würde keinen Sinn machen, einen
Rentenanspruch für die Zeit ab dem 1. Juni 2013 anhand des Sachverhalts zu prüfen,
der bei der erstmaligen Zusprache der Invalidenrente im Jahr 2002 bestanden hatte.
Die lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision regelt zwar eine Anpassung einer
laufenden Invalidenrente an einen veränderten Rechtszustand, nämlich an eine
Änderung der Rechtsprechung zu den beweisrechtlichen Vorgaben an die Ermittlung
des für die Invalidität relevanten Sachverhalts, aber diese Anpassung kann nach dem
eben Ausgeführten nur auf der Grundlage des aktuellen Sachverhalts erfolgen. Aus
diesem Grund hat das durch die lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision
geregelte Verfahren immer auch einen revisionsrechtlichen (Art. 17 Abs. 1 ATSG)
Charakter. Das bedeutet, dass es selbst dann mit einer Anpassung der laufenden
Invalidenrente enden kann, wenn die Praxisänderung sich nicht auswirkt.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat weiterhin einen Anspruch auf eine IV-Rente, sofern sie
im Wirkungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu mindestens zu 40 Prozent
invalid gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad ermitteln zu
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können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt
feststehen. Unbestritten und aufgrund der Minderbelastbarkeit des rechten
Handgelenks einleuchtend ist, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit
als Montagearbeiterin wie auch die Tätigkeit in einem Alters- und Pflegeheim nicht
mehr zumutbar sind, da diese Tätigkeiten handgelenksbelastende Bewegungsmuster
beinhalten. Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Neben
der Minderbelastbarkeit des rechten Handgelenks haben die Medas-Gutachter als
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung angegeben. Der Minderbelastbarkeit des rechten Handgelenks haben
sie in einer adaptierten Tätigkeit allerdings nur qualitative Einschränkungen
beigemessen. Die Gutachter haben die 20 %ige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit somit alleine mit der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung begründet.
2.2 Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters gibt es keinerlei Hinweise auf eine
Voreingenommenheit der Gutachter. Auch die vom Rechtsvertreter hervorgehobenen
Formulierungen lassen keinen anderen Schluss zu. Im Übrigen unterstellen die
Gutachter der Beschwerdeführerin nicht, "sie habe nichts". Im Gegenteil haben die
Gutachter einen Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin anerkannt. Der
Rechtsvertreter hat argumentiert, die Arbeitsfähigkeitsschätzung aus somatischer Sicht
sei widersprüchlich. Während der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten,
leichten und sitzenden Tätigkeit als Montagearbeiterin eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, sei die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich
adaptierten Tätigkeit auf 100 % geschätzt worden. Der Beschwerdeführerin sind
gemäss dem Medas-Gutachten repetitive, stereotype Belastungen des rechten
Handgelenks und Arbeiten mit mehr als seltenen fein- bzw. grobmotorische Tätigkeiten
rechts nicht mehr zumutbar. Montagearbeiten beinhalten hauptsächlich solche
Tätigkeiten, weshalb es einleuchtet, dass die Gutachter die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit auf 0 % geschätzt haben. Dass es
sich bei der angestammten Tätigkeit um eine körperlich (sehr) leichte Tätigkeit handelt,
ist folglich nicht von Belang. Ob es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle
gibt, die alle von den Gutachtern aufgestellten Adaptionskriterien erfüllt, ist eine Frage
der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit, die erst im Rahmen des
Einkommensvergleichs zu prüfen ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in
somatischer Hinsicht die Einwände des Rechtsvertreters keine Zweifel an der von der
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Medas abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzung, welche jener der ABI-Gutachter im
Jahr 2007 entspricht, zu wecken vermögen. Die Beschwerdeführerin ist somit aus
somatischer Sicht in einer körperlich adaptierten Tätigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig.
2.3 Gegen das psychiatrische Teilgutachten der Medas hat der Rechtsvertreter
eingewendet, es leuchte nicht ein, dass die leichte depressive Störung mit
somatischem Syndrom im Hauptgutachten nicht aufgeführt sei. Der psychiatrische
Sachverständige Dr. E._ hat erklärt, dass die Schmerzen in Verbindung mit einer
leichten depressiven Reaktion mit somatischem Syndrom aufträten. Zwar ist diese
Diagnose auch im Hauptgutachten aufgeführt (IV-act. 127-34), jedoch nicht in der
Zusammenfassung der Diagnosen in Ziff. 5 (IV-act. 127-35). Aus dem Gutachten geht
hervor, dass sich Dr. E._ mit der von ihm gestellten Diagnose einer leichten
depressiven Reaktion auseinandergesetzt und ihr keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen hat. Der Umstand, dass die Diagnose versehentlich nicht
in Ziff. 5 als Nebendiagnose aufgeführt worden ist, vermag den Beweiswert des
Gutachtens daher nicht zu schmälern. Die Einschätzung des Gutachters, wonach es
sich bei der depressiven Symptomatik lediglich um eine leichte Störung handelt, die
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, leuchtet auch vor dem Hintergrund des
geschilderten Aktivitätsniveaus im Alltag ein. So kümmert sich die Beschwerdeführerin
um ihre jüngste Tochter, geht täglich mit dieser einkaufen, geht schwimmen und macht
bei schönem Wetter Spaziergänge.
2.4 Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B.
IV-Rundschreiben Nr. 334). Die neue Praxis gelangt auch bei Rentenüberprüfungen
gemäss lit. a der Schlussbestimmungen IVG zur Anwendung (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 9C_354/2015 E. 5). Nach dem alten
Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht per se
ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob
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die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob das Medas-Gutachten mit Bezug auf die
Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und eines
Fibromyalgiesyndroms eine schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
im Lichte der neuen Rechtsprechung erlaubt.
2.5 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische
Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
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- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Medas-Begutachtung über anfallsartige,
atmungsabhängige, gürtelförmige Schmerzen im Bereich des unteren Rippenbogens
beidseits, rezidivierende Schmerzen der gesamten Muskulatur, eine extreme
Empfindlichkeit der Haut und rezidivierende diffuse Gelenkschmerzen insbesondere im
Bereich der Hüften und der Knie geklagt. Zudem leide sie ständig unter Schmerzen in
der gesamten rechten Hand. Insbesondere bei Haltungspersistenz schmerze die
gesamte Wirbelsäule und sie habe häufig Kopfschmerzen. Die Beschwerdeführerin hat
erklärt, dass sie im Haushalt vieles nicht mehr erledigen könne (z.B. die Betten
machen). Alle Tätigkeiten, bei denen die rechte Hand wichtig sei (z.B. Gemüse rüsten
oder schreiben) könne sie nicht mehr ausführen. Ihr Ehemann und ihre erwachsene
Tochter würden viel im Haushalt mithelfen. Sie selber kümmere sich hauptsächlich um
die _-jährige Tochter. Aus der subjektiven Umschreibung der Leiden entsteht der
Eindruck, dass die Beschwerdeführerin sich vor allem durch die
Handgelenksbeschwerden rechts im Haushalt eingeschränkt fühlt. Diese
Einschränkungen sind organisch begründet und gut nachvollziehbar, da bei der
Erledigung der meisten Haushaltstätigkeiten ein erheblicher Einsatz der Hände
gefordert ist. Diese Einschränkungen stehen jedoch nicht in Zusammenhang mit der
somatoformen Schmerzstörung oder dem Fibromyalgiesyndrom, weshalb sie bei der
Beurteilung des funktionellen Schweregrades der genannten syndromalen Leiden nicht
zu berücksichtigen sind. Die Beschwerdeführerin dürfte also durch die vom
syndromalen Leiden verursachten Schmerzen in der Haushaltstätigkeit nicht stark
eingeschränkt zu sein. Für die Annahme, dass die Ausprägung der durch die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und das Fibromyalgiesyndrom bedingten
Symptome im Alltag nicht erheblich ist, spricht auch, dass die Beschwerdeführerin, _-
jährig im Jahr 2008, d.h. zu einem Zeitpunkt, in dem sie bereits an einem
Fibromyalgiesyndrom und an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
gelitten hat, noch einmal ein Kind geboren hat. Sie hat also einerseits die körperliche
Belastung einer Schwangerschaft auf sich genommen und sich andererseits in der
Lage gefühlt, trotz ihrer gesundheitlichen Probleme ein Kleinkind zu betreuen. Auch vor
dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin offenbar tatsächlich in der Lage ist, ihre
jüngste Tochter weitgehend selbständig zu betreuen, ist die Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde und Symptome als eher gering einzustufen. Wesentliche
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Hinweise für eine Selbstlimitation bzw. für eine Aggravation hat Dr. D._ nicht
gefunden. Ausschlusskriterien liegen somit nicht vor (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Allerdings hat sie eine gewisse Verdeutlichungstendenz festgestellt. Die
Beschwerdeführerin hat gemäss eigenen Angaben letztmals von Herbst 2009 bis
Sommer 2010 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gestanden. Ende
2010 sei sie vom Hausarzt an eine Psychiaterin überwiesen worden. Es habe jedoch
lediglich eine Konsultation stattgefunden, da sie sich mit der Psychiaterin nicht
verstanden habe. Eine adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung,
welche gemäss Dr. E._ auch indiziert wäre, hat somit nie stattgefunden. Einerseits
dürfte der Leidensdruck aufgrund der syndromalen Symptome nicht erheblich sein.
Andererseits besteht kein therapieresistenter Zustand. In Bezug auf die Persönlichkeit
hat Dr. E._ keine pathologischen Auffälligkeiten erheben können. Vielmehr hat er
erklärt, dass sich die Beschwerdeführerin gut auf das Gespräch habe einlassen
können, nach einem Rat und nach der Notwendigkeit einer weiteren psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung gefragt und sich dabei einsichtig gezeigt habe. Auf
der Persönlichkeitsebene kann die Beschwerdeführerin somit durchaus Ressourcen
vorweisen. Allerdings besteht mit der diagnostizierten depressiven Reaktion auch eine
psychische Komorbidität, die aber lediglich leicht ausgeprägt ist. Dies widerspiegelt
sich auch im Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin. Die leichte depressive Reaktion
ist daher kaum geeignet, die Willenskraft der Beschwerdeführerin einzuschränken. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die Beschwerdeführerin
habe sich sozial zurückgezogen. Früher sei sie sportlich und gesellig gewesen und
habe viel Kontakt mit Freunden und Bekannten gehabt. Heute pflege sie keine sozialen
Kontakte mehr. So absolut formuliert kann diese Behauptung nicht zutreffen, denn die
Beschwerdeführerin hat sich nicht vollständig aus dem gesellschaftlichen Leben
zurückgezogen. Gemäss ihren eigenen Aussagen geht sie nämlich täglich einkaufen,
macht bei schönem Wetter Spaziergänge und geht schwimmen. Selbst wenn ein
gewisser sozialer Rückzug bestehen sollte, ist nicht einzusehen, weshalb dies einen
negativen Einfluss auf die Willenskraft der Beschwerdeführerin haben sollte, um trotz
der Schmerzen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der einzige Umstand, der geeignet
sein kann, sich negativ auf diese Willenskraft der Beschwerdeführerin auszuwirken,
dürften somit die chronischen körperlichen Begleiterkrankungen (vor allem die
fortgeschrittene Radiocarpalarthrose rechts) sein. Weil die Ausprägung der auf die
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syndromalen Leiden bezogenen Befunde und Symptome und die dadurch
verursachten Einschränkungen im Alltag als gering einzustufen ist und weil auf der
Persönlichkeitsebene erhebliche Ressourcen vorhanden sind, sind die chronischen
körperlichen Begleiterkrankungen nicht geeignet, die Willenskraft der
Beschwerdeführerin derart einzuschränken, dass von einer (teilweisen)
Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich optimal adaptierten Arbeitstätigkeit ausgegangen
werden müsste. Dr. E._ ist − gestützt auf die Kriterien der veralteten Rechtsprechung
− von einer leichten Einschränkung der Willenskraft ausgegangen und hat die
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 20 % geschätzt. Ob in einer
körperlich adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % oder von 20 %
besteht, kann jedoch offen gelassen werden, da − wie nachfolgend aufzuzeigen sein
wird − auch bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 % kein rentenbegründender IV-
Grad resultiert.
3.
3.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. In der Regel wird für die Bestimmung des
Valideneinkommens auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, da eine Vermutung
dafür besteht, dass dieses Einkommen der erwerblichen Leistungsfähigkeit der
versicherten Person entspricht. Die Beschwerdeführerin hat in G._ eine Ausbildung
zur Krankenschwester/Pflegerin absolviert. In der Schweiz ist sie indessen nie als
Krankenschwester tätig gewesen; sie hat lediglich im Rahmen eines RAV-Programmes
für kurze Zeit als pflegerische Hilfskraft gearbeitet. Vor ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigung ist die Beschwerdeführerin bis 2001 jahrelang als Hilfsarbeiterin tätig
gewesen. Die Validenkarriere entspricht daher einer Hilfsarbeit. Da die
Beschwerdeführerin zuletzt vor über zehn Jahren als Hilfsarbeiterin tätig gewesen ist,
rechtfertigt es sich, für die Bemessung des Valideneinkommens die Tabellenlöhne der
LSE heranzuziehen und nicht auf den im Jahr 2000 tatsächlich erzielten Lohn
abzustellen.
3.2 Das Invalideneinkommen ist grundsätzlich ebenfalls anhand der LSE-Tabellenlöhne
zu ermitteln. Zunächst ist allerdings zu prüfen, ob die Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer optimal adaptierten Tätigkeit überhaupt verwertbar ist. Der
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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat nämlich geltend gemacht, dass es auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstelle gebe, die den von den Gutachtern
aufgestellten Adaptionskriterien entspräche.
3.2.1 Von einer versicherten Person können rechtsprechungsgemäss nur Vorkehren
verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven
Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch keine übermässigen
Anforderungen zu stellen. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine
invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann,
sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen
könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften
entsprechen würden. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist,
dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen
erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010 E. 2.2
mit Hinweisen).
3.2.2 Gemäss den Medas-Gutachtern handelt es sich bei einer körperlich optimal
adaptierten Tätigkeit um eine leichte bis intermittierend mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive, stereotype Belastungen des rechten
Handgelenks, ohne mehr als seltene fein- bzw. grobmotorische Tätigkeiten rechts,
ohne Zug-, Druck- und Vibrationseinwirkungen auf das rechte Handgelenk und ohne
das Tragen und Heben von mehr als sehr leichten Lasten rechts. In einer solchen
Tätigkeit ist die Beschwerdeführerin mindestens zu 80 % arbeitsfähig. Die
Beschwerdegegnerin hat erklärt, dass für die Beschwerdeführerin einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie die Bedienung und Überwachung
von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten in Frage kämen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat dagegen eingewendet, dass einfachere
Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten ein anderes Ausbildungsniveau voraussetzten,
als es die Beschwerdeführerin vorweise. Bei diesen Arbeiten seien ausserdem immer
wieder Notizen oder Computereingaben zu machen oder Knöpfe zu drücken, was der
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Beschwerdeführerin mit der rechten Hand nicht mehr möglich sei. Die
Beschwerdeführerin dürfe praktisch nichts mehr heben und tragen. Selbst Bücher,
Akten und Ordner seien zu schwer. Letztere Behauptung kann schon deshalb nicht
stimmen, weil die Beschwerdeführerin im eigenen Haushalt noch vieles selbst erledigen
kann und somit klar nicht funktionell einarmig ist. Hinzu kommt, dass es durchaus
möglich ist, Knöpfe und Tasten mit der nicht-dominanten linken Hand zu betätigen.
Des Weiteren ist es gerichtsnotorisch, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten existieren, deren Ausübung keine
spezifische Ausbildung erfordert. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat denn
auch nicht dargelegt, was für ein gehobenes "Ausbildungsniveau" seines Erachtens
notwendig wäre, um solche Tätigkeiten ausüben zu können. Im Übrigen nimmt das
Bundesgericht in ständiger Praxis an, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
sogar für Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur
noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische
Betätigungsmöglichkeiten zu finden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28.
August 2015, 8C_217/2015 E. 2.2.1). Folglich ist davon auszugehen, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsstellen vorhanden sind, die den von den
Gutachtern festgelegten Adaptionskriterien entsprechen. Die Verwertung der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit ist der Beschwerdeführerin demnach möglich und
zumutbar.
3.3 Sind das Validen- und das Invalideneinkommen ausgehend von demselben
Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung, da der
Invaliditätsgrad in diesen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn entspricht (sog.
Prozentvergleich; vgl. etwa BGE 114 V 310 E. 3a). Im vorliegenden Fall erscheint
höchstens ein Abzug von 15 % vom Tabellenlohn gerechtfertigt. Daraus resultiert bei
einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von maximal 20 % ein (maximaler) Invaliditätsgrad von
32 % (20 % [80 % x 0.15]). Somit hat die Beschwerdeführerin auch ausgehend von
einem Arbeitunfähigkeitsgrad von 20 % keinen Anspruch (mehr) auf eine
Invalidenrente.
4.
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Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die Rente auf den richtigen Zeitpunkt hin
aufgehoben hat. Lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März
2011 regelt den Zeitpunkt der Rentenaufhebung in Fällen, in denen keine Massnahmen
zur Wiedereingliederung durchgeführt werden (Abs. 3), nicht. Bei einer ordentlichen
Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG erfolgt die Aufhebung einer Rente frühestens vom
ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88
Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Die
Beschwerdegegnerin hat diese Bestimmung im vorliegenden Fall analog angewendet.
Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, da das Verfahren nach dem oben
Ausgeführten auch Revisionscharakter hat und da eine auf den Zeitpunkt der
ursprünglichen Zusprache der Renten rückwirkende Rentenanpassung mit Sicherheit
ausdrücklich gesetzlich geregelt worden wäre. Deshalb besteht die korrekte Ausfüllung
der entsprechenden Lücke in der lit. a der Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision
darin, den Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV analog anzuwenden. Dementsprechend hat die
Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht auf den ersten Tag
des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats, d.h. per 1. Juni 2013,
aufgehoben. Somit ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
5.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist die
Beschwerdeführerin aber von der Bezahlung der Gerichtsgebühr zu befreien.
5.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
bis
bis
bis
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Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als
angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen
Anwaltsgesetzes [AnwG, sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
5.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtsgebühr und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).