Decision ID: d932a2ce-fcd4-4898-865a-fb6eea28c9b6
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 19. September 2022 in der Schweiz um
Asyl nachsuchte,
dass ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der "Eurodac"-Datenbank
durch das SEM ergab, dass er am 21. Januar 2022 in Österreich ein Asyl-
gesuch eingereicht hatte,
dass am 17. Oktober 2022 – im Beisein der ihm zugewiesenen Rechtsver-
tretung – das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU)
Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni
2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-
gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen
oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-
nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), stattfand,
dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen erklärte, er sei nach
einem kurzen Aufenthalt in Österreich von seinem Schlepper abgeholt und
in einem LKW in den Kosovo gebracht worden, wo er sich vom 6. Februar
bis zum 19. September 2022 aufgehalten habe,
dass er im Kosovo versteckt in einem Haus im Wald (vermutlich in
B._) habe leben müssen,
dass er keinerlei Dokumente habe, die seinen Aufenthalt im Kosovo bewei-
sen könnten,
dass die Schweiz von Anfang an sein – auch mit dem Schlepper vereinbar-
tes – Zielland gewesen sei und er hierbleiben wolle, zumal in der Türkei
zwei Verfahren gegen ihn hängig seien und die Schweiz ein Rechtsstaat
sei,
dass es ihm psychisch nicht so gut gehe, er aber immer wieder versuche,
sich zu motivieren,
dass seine Schwester in der Schweiz sei und sich um ihn kümmere,
dass weitergehend auf das Protokoll des Dublin-Gesprächs in den Akten
verwiesen wird,
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dass das SEM die österreichischen Behörden am 17. Oktober 2022 um
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO ersuchte und diese dabei über dessen angebliche Ausreise
aus dem Dublin-Raum in Kenntnis setzte,
dass die österreichischen Behörden dem Übernahmeersuchen des SEM
am 18. Oktober 2022 gestützt auf dieselbe Bestimmung zustimmten,
dass das SEM mit Verfügung vom 18. Oktober 2022 – am darauffolgenden
Tag eröffnet – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, dessen Wegwei-
sung aus der Schweiz nach Österreich anordnete, ihn aufforderte, die
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
und den Kanton C._ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers dem SEM mit Schrei-
ben vom 19. Oktober 2022 die Beendigung des Mandatsverhältnisses an-
zeigte,
dass der Beschwerdeführer die vorgenannte vorinstanzliche Verfügung mit
Eingabe vom 21. Oktober 2022 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht
und dabei in materieller Hinsicht beantragte, der Entscheid sei aufzuheben
und sein Asylgesuch sei vom SEM in der Schweiz zu prüfen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtpflege (inkl. Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses) ersuchte,
dass auf die Begründung der Beschwerdebegehren und die eingereichten
Beweismittel – soweit für den Entscheid wesentlich – in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen wird,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
24. Oktober 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),
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Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass die Beschwerdeeingabe als abschliessend zu verstehen und der
Sachverhalt vollständig festgestellt ist, weshalb – angesichts der Dringlich-
keit des Verfahrens – über das Rechtsmittel ausnahmsweise vor Ablauf der
Beschwerdefrist entschieden werden kann (vgl. etwa das Urteil des BVGer
E-3216/2022 vom 27. Juli 2022 S. 4 m.w.H.),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG), wobei diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung
kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt-
findet, unter Vorbehalt der von Art. 7 Abs. 3 und Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-
VO erfassten Situationen (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und
8.2.1 m.w.H.; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6),
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet
eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe
der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO),
dass diese Verpflichtung erlischt, wenn der Gesuchsteller oder eine andere
Person gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c oder d das Hoheitsgebiet der Mitglied-
staaten während einer Dauer von mindestens drei Monaten verlassen hat,
ausser die Person verfüge über einen durch den zuständigen Mitgliedstaat
ausgestellten Aufenthaltstitel (Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren gegen Überstellungsent-
scheidungen auf die richtige Anwendung sämtlicher objektiver Zuständig-
keitskriterien der Dublin-III-VO berufen können, insbesondere auf Bestim-
mungen, die einen Zuständigkeitsübergang infolge Fristablaufs vorsehen
(vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5 [insb. E. 5.3.2] m.w.H.),
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, im Januar 2022 in Österreich
ein Asylgesuch eingereicht zu haben,
dass er indessen vorbringt, er habe sich von Februar bis September 2022
im Kosovo (und damit ausserhalb des Dublin-Raumes) aufgehalten, womit
die Zuständigkeit Österreichs gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO erlo-
schen wäre,
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dass sich die Vorinstanz zu diesem Vorbringen in der angefochtenen Ver-
fügung nicht ausdrücklich äusserte, sich indessen aus dem – dem Be-
schwerdeführer mit der angefochtenen Verfügung zur Kenntnis gebrachten
– Übernahmeersuchen ergibt, dass sie den Aufenthalt des Beschwerde-
führers im Kosovo aufgrund seiner vagen und widersprüchlichen Aussagen
sowie mangels Beweisen für sein angebliches Verlassen des Dublin-Rau-
mes als unglaubhaft qualifizierte (vgl. Akten SEM 1197283-12/5 S. 4),
dass diesbezüglich der Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass keine
Verletzung der Begründungspflicht vorliegt, auch wenn wünschenswert ge-
wesen wäre, dass sich das SEM in der angefochtenen Verfügung kurz zur
Unglaubhaftigkeit des nur behaupteten Aufenthalts des Beschwerdefüh-
rers ausserhalb des Dublin-Raumes geäussert hätte,
dass dem SEM darin zuzustimmen ist, dass der Beschwerdeführer insge-
samt vage Angaben zu seinem Aufenthalt im Kosovo machte,
dass sodann nicht nachvollziehbar ist, weshalb er bei der Einreichung sei-
nes Asylgesuchs angab, er habe die Türkei im August 2022 verlassen (vgl.
1197283-4/2),
dass seine unsubstanziierte Erklärung anlässlich des Dublin-Gesprächs,
wonach er das entsprechende Formular ("Questionnaire Europa") nicht
selbständig ausgefüllt habe und es zudem auf Arabisch geschrieben sei,
weshalb er es nicht verstehe (vgl. 1197283-10/2), nicht überzeugt,
dass er die dortigen Angaben im Übrigen mit seiner Unterschrift bestätigte,
dass er mit seiner Beschwerde drei ausgedruckte Buchungsbestätigungen
von Booking.com sowie drei Hotelrechnungen zu den Akten reichte, die
einen Aufenthalt vom 3. Juni bis zum 25. August 2022 in den "(...)" in
B._ belegen sollen,
dass dazu jedoch festzuhalten ist, dass Buchungsbestätigungen keine
Auskunft darüber geben, ob jemand tatsächlich in einem bestimmten Hotel
übernachtet hat,
dass die Hotelrechnungen, die grundsätzlich (höchstens) als Indizien gel-
ten (vgl. Anhang 2 der Durchführungsverordnung [EU] Nr. 118/2014 der
Kommission vom 30. Januar 2014, Verzeichnis B, Ziff. II.3), sodann ledig-
lich in Kopie eingereicht wurden und etwa der auf allen drei Rechnungen
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an identischer Stelle angebrachte "Stempel" Zweifel an der Authentizität
der entsprechenden Dokumente aufkommen lässt,
dass der Beschwerdeführer ferner auch nicht angibt, wie er in den Besitz
dieser Belege gelangt sein soll,
dass somit – unter Berücksichtigung seiner unsubstanziierten Aussagen
anlässlich des Dublin-Gesprächs – weiterhin unglaubhaft ist, dass er sich
nach der Asylgesuchstellung in Österreich mehrere Monate im Kosovo auf-
gehalten hat,
dass die eingereichten Beweismittel im Übrigen ohnehin nur einen Aufent-
halt von unter drei Monaten im Kosovo belegen würden,
dass nach dem Gesagten keine Übertragung der Zuständigkeit auf die
Schweiz nach Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO vorliegt,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung sodann hinsichtlich des
Wunsches des Beschwerdeführers, von Anfang an in der Schweiz ein Asyl-
gesuch zu stellen respektive hier zu bleiben, zu Recht festhielt, dass es
grundsätzlich nicht Sache der betroffenen Person ist, den für ihr Asylver-
fahren zuständigen Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45
E. 8.3),
dass sich auch aus der Anwesenheit seiner Schwester in der Schweiz – in
Übereinstimmung mit dem SEM – kein Zuständigkeitskriterium ableiten
lässt, zumal es sich dabei nicht um eine Familienangehörige im Sinne von
Art. 2 Bst. g Dublin-VO-III handelt,
dass im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO zu prüfen ist, ob es
wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen für Asylsuchende in Österreich wiesen systemische
Schwachstellen auf,
dass Österreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt,
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dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Selbsteintritt zwingend ist, wenn individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vorliegen (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1),
dass die österreichischen Behörden der Wiederaufnahme des Beschwer-
deführers zustimmten und damit signalisierten, die Verantwortung für das
Asylverfahren übernehmen zu wollen,
dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang kein konkretes und
ernsthaftes Risiko dargetan hat, die österreichischen Behörden würden
sich weigern ihn wiederaufzunehmen und seinen Antrag auf internationa-
len Schutz unter Einhaltung der Regeln der erwähnten Richtlinien zu prü-
fen,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement
missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib,
sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG
gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-
ches Land gezwungen zu werden,
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dass ferner sein Gesundheitszustand einer Überstellung nach Österreich
nicht offensichtlich entgegensteht, zumal er – soweit aus den Akten ersicht-
lich – nicht an behandlungsbedürftigen (psychischen) Problemen leidet,
dass Österreich zudem ohnehin über eine ausreichende medizinische Inf-
rastruktur verfügt und keine Anhaltspunkte bestehen, wonach dem Be-
schwerdeführer dort eine adäquate medizinische Behandlung verweigert
würde,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.),
dass der Beschwerdeführer mit seinem Beschwerdevorbringen, wonach
seine Situation aus humanitärer Sicht oberflächlich behandelt worden sei
und die Anwendung der Souveränitätsklausel denkbar sei, sinngemäss die
Unangemessenheit der vorinstanzlichen Verfügung geltend macht,
dass dazu jedoch festzuhalten ist, dass das Gericht den vorinstanzlichen
Verzicht der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht auf Angemes-
senheit hin überprüft, sondern seine Beurteilung im Wesentlichen darauf
beschränkt, ob das SEM den Sachverhalt diesbezüglich korrekt und voll-
ständig erhoben, allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen und
seinen Ermessensspielraum korrekt ausgeübt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1
Bst. a und b AsylG),
dass die angefochtene Verfügung unter diesem Blickwinkel – trotz der text-
bausteinartigen Formulierung – nicht zu beanstanden ist, zumal das SEM
darin sowohl die vom Beschwerdeführer erwähnten psychischen Probleme
als auch die von ihm geltend gemachte Anwesenheit seiner Schwester in
der Schweiz berücksichtigte,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
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Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-
gung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung wie
auch das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
als gegenstandslos erweisen,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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