Decision ID: 32fa0ee0-f6db-467c-af4b-2f7a200eed97
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war als Leiter des Produktmanagements über die
Y._
bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert
(
Urk.
9/I/1)
, als er am
1.
November 2009 in Anwesenheit seiner Kinder von einem Unbekannten niedergeschlagen wurde
(Polizeirapport,
Urk.
9/I/
9/28 ff.
)
. Dabei er
litt er eine Gehirnerschütterung mit multiplen Kontusionen im Gesicht, mit einer Rissquetschwunde der Oberlippe und einer Zahnlockerung, eine
Thoraxkontu
sion
, eine
undislozierte
Unterschenkelfraktur rechts sowie eine Distorsion des Sprunggelenks rechts mit Läsion des Aussenbandes
(
Urk.
9/I/10/2)
.
1.2
Am 1
6.
November 2009 erging eine Schadenmeldung an die Suva
(
Urk.
9/I/1)
, welche zunächst die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilkosten
;
Urk.
9/I/2
) erbrachte.
Im April 2010
meldete sich
der Versicherte
zudem
bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle)
,
zum Leis
tungsbezug
an
(
Urk.
9/I/34/2)
.
Diese beauftragte die
Z._
mit
einer
polydisziplinären
Begutachtung
, wobei die Suva Zusatzfragen
stellte
(
Urk.
9/I/51).
Das Gutachten datiert
vom 3
0.
Juni 2011 (
Urk.
9/I/81) und wurde am
7.
Oktober 2011 ergänzt (
Urk.
9/I/93).
Hierauf
nahmen die beiden So
zialversicherungen die berufliche Wiedereingliederung des Versicherten an die Hand
(
insbesondere
Urk.
9/I/83 f., 9/I/87, 9/I/91 f., 9/I/94
, 9/I/103
f.
, 9/I/124, 9/I/128
; Berichte des
A._ I
nstituts
Urk.
9/I/97 und 9/I/114; Bericht der Stiftung
B._
Urk.
9/I/115
).
Zur selben Zeit
wurde der Versicherte
in der Rehaklinik
C._
(
Urk.
9/I/119-12
1) und der
Klinik
D._
(
Urk.
9/I/140) weiter
abge
klärt, durch den Kreisarzt der Suva psychiatrisch untersucht (
Urk.
9/I/157)
und
schliesslich
im Mai 2013
erneut im
Z._
begutachtet
(
Urk.
9/I/175).
Das nachfol
gende Arbeitstraining bei der Stiftung
B._
wurde
per Ende August 2014 ab
gebrochen
(
Urk.
9/I/193
-195
)
.
Am 2
2.
August 2014
war
der Versicherte
zudem
in einen Auffahr
auto
unfall
verwickelt (
Urk.
9/II/3).
1.3
Nach Einwänden des Versicherten (
Urk.
9/I/219/1-2 und 9/I/223) sah die Suva von einer weiteren Begutachtung ab
(
Urk.
9/I/214-218
und 9/I/222
)
. Mit Verfü
gung vom
6.
August 2015 stellte sie die
vorübergehenden
Leistungen per Ende August 2015 ein
und verneinte
einen
Anspruch
des Versicherten
auf eine Rente oder Integritätsentschädigung
(
Urk.
9/I/227).
Die
von
ihm dagegen
erhobene Ein
sprache (
Urk.
9/I/232
; Rückzug der Einsprache der Krankenversicherung, vgl.
Urk.
9/I/245 und 9/I/247/1
)
wies die Suva
am 27. September 2016
gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen vom 3
1.
Dezember 2015 (
Urk.
9/I/249) und
1
9.
September 2016 (
Urk.
9/I/251) ab
(
Urk.
2).
Inzwischen hatte das Sozialversi
cherungsgericht
die Beschwerde gegen die ebenfalls
einen Rentenanspruch ver
neinende
Verfügung der IV-Stelle vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
9/I/220)
mit Urteil vom 3
1.
März 2016 im Prozess-Nr. IV.2015.00556 in dem Sinne gutgeheissen, als es die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen hatte (vgl.
Urk.
1
Ziff.
1).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
September 2016
erhob der Versicherte
am 2
7.
Oktober 2016 Beschwerde. Darin beantragte er, die Suva sei zu verpflich
ten, ihm weiterhin Taggeldleistungen auszurichten und ihm die Kosten der Heil
behandlung zu erstatten. Eventualiter sei
en
ihm eine Rente und eine Integritäts
entschädigung zuzusprechen (
Urk.
1). Die Suva schloss
in der
Beschwerdeantwort vom
4.
Januar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). In der Replik vom
9.
März 2017 (
Urk.
13) sowie der Duplik vom 2
8.
April 2017 (
Urk.
18) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers
wies
am 2
5.
Juni 2018
telefonisch darauf hin
, dass die
Invalidenversicherung
dem Be
schwerdeführer kürzlich rückwirkend eine ganze Rente zugesprochen habe
(
Urk.
20)
.
Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2018 präzisierte sie schriftlich, die IV-Stelle des Kantons Zürich habe nach dem Rückweisungsentscheid des Sozialversiche
rungsgerichts vom 3
1.
März 2016 (IV.2015.00556) weitere medizinische Abklä
rungen vorgenommen und dem Beschwerdeführer nun rückwirkend ab
1.
No
vember 2010 eine ganze Rente zugesprochen. Sie fügte bei, falls das Gericht zum Schluss gelangen sollte, der weitere Verlauf sei zur Beurteilung der sich im un
fallversicherungsrechtlichen Verfahren stellenden Fragen massgebend respektive hilfreich, wären die Akten beizuziehen (
Urk.
21).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015
bzw.
am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversic
herung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle,
die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Un
fall
ereignete
sich am
1.
November 2009
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gül
tig gewesenen Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden
jedoch
nur insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kau
salzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kau
salzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich orga
nisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2
; 127 V 102 E. 5b/
bb
). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reprodu
zierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Pa
tienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap
parativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die
hiebei
angewen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1; 134 V 109 E. 7 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5
).
Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, nicht aber in diesem Sinne objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augen
fälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere un
fallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der Schleudertrauma-Recht
sprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grund
sätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (
sog. Psycho
-P
raxis,
BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
),
anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1; vg
l. auch SVR 2017 UV Nr. 8 S. 27; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_720/2017 vom 1
2.
März 2018 E. 3.2).
1.4
Im Übrigen werden bei
nach einem Unfall auftretenden psychischen Fehlentwick
lungen die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (
HWS;
SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U 183/93 E. 2) sowie bei Schädelhirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird. Dies, weil für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhanges als einer Rechtsfrage nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an eine solche Ver
letzung auftretenden Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden, zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen, vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereiten würde (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 S. 116 f. in
fine
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_156
/2016 vom 1.
September 2016 E. 2.2
).
Dem
entsprechend stellen b
ei der Psycho
-P
raxis noch
behandlungsbedürftige
psychi
sche Leiden keinen Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar. Hingegen kann bei Massgeblichkeit der Schleudertrauma
–P
raxis der Fall erst abgeschlossen werden, wenn insgesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 2
9.
April 2016 E. 4.1
und 8C_58/2017 vom
9.
Juni 2017 E. 4.1
).
2.
2.1
De
r Beschwerdeführer machte
vorab eine V
erletzung des rechtlichen Gehörs gel
tend
:
Es sei unzulässig, die Abklärung des Sachverhalts (fehlendes organisches Korrelat, Erreichen des Endzustandes) und Prüfung der Adäquanzkriterien ins
Einspracheverfahren
zu verlegen. Mit
seinen
Einwänden zur Anwendbarkeit der Psycho-Praxis habe man sich
gar
nie auseinandergesetzt
.
Auch
habe man ihm k
eine Gelegenheit gegeben, sich zu den internen Beurteilungen vom 31. Dezem
ber 2015 und 1
9.
September 2016 zu äussern
. Diese würden
bloss der Rechtferti
gung dienen
, wobei den Ärzten zudem die nötigen
Fachkenntnisse
(z.B. abgestellt auf ein MRI, das mit einem veralteten Gerät durchgeführt
worden sei
)
und Infor
mationen zum Behandlungsverlauf
hinsichtlich des Erreichen
s
des Endzustandes
gefehlt
hätten
.
Ebenso wenig habe man sich
zum Vorwurf geäussert, dass der Entscheid
nicht wie zugesichert positiv ausgefallen sei (
Urk.
9/212, 9/214 und 9/235
/1
), was zu einem Suizidversuch geführt habe. Das gleich
e
gelte für den Vorwurf, dass der Entscheid – wie hernach mit
Schreiben vom
2.
Oktober 2015
angekündigt – nicht rasch erfolgt sei.
Die Sache sei daher an
die Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen mit der Verpflichtung, weiterhin Taggeldleistungen zu er
bringen und die Heilkosten zu übernehmen. Eventualiter sei
en aktuelle Behand
lungsberichte und
ein Gerichtsgutachten
mit Blick auf die verfrühte Adäquanz
prüfung
einzuholen (
Urk.
1
Ziff.
6-8;
Urk.
13 ad
Ziff.
4-6).
Des Weiteren leide er gemäss den
Z._
-Gutachten
unter den typischen Beschwer
den
wie
Kopfschmerzen, neuropsychologische
n
Funktionsstörungen etc. infolge einer Hirnverletzung mit diversen körperlichen Schädigungen.
Demnach setze die
Anwendung der Psycho-Praxis
voraus
, dass
die
physischen
Beschwerden im ge
samten Verlauf eine sehr untergeordnete Rolle
gespielt hätten
oder gutachtlich dargetan
worden wäre
, dass das psychische Leiden eine andere Ursache als die Verletzung habe. Dies treffe mit Bezug auf die seit Jahren bestehenden Kopf
schmerzen und verminderte Belastbarkeit nicht zu. Stünden die somatischen Fol
gen im Hintergrund, wäre von einem Schreckereignis auszugehen und die allge
meine Adäquanzformel anzuwenden. Dabei sei die Kombination solcher Verlet
zungen mit langjährigen Eingliederungsproblemen geeignet, eine langjährige Ar
beitsunfähigkeit auszulösen. Studien würden belegen, dass die Wiedereingliede
rung bei zunehmender Absenz vom Arbeitsmarkt selbst in eine Hilfstätigkeit kaum mehr gelinge. Mit Blick auf die auch bei einer leichten traumatischen Hirn
verletzung
bzw. vorliegend
anwendbare Schleudertrauma-Praxis sei das Ereignis als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifi
zieren, da massive Verletzungen, bleibende Lähmungen oder gar Todesfolgen bei einem solch skrupellosen Vorgehen des Angreifers nicht ungew
öhnlich seien. Massgebend sei jeweils
der konkrete Angriff. Sodann seien sämtliche
Adäquanz
kriterien erfüllt. In besonders ausgeprägter Weise erfüllt seien die Kriterien der belastenden ärztlichen Behandlung (bis heute), aber auch jenes der ärztlichen Fehlbehandlung (Fallabwicklung der Beschwerdegegnerin;
im Detail vgl.
Urk.
1
Ziff.
9;
Urk.
13 ad
Ziff.
2.-3, 4,
6 und 9.3.1-9.3.7).
2
.2
Die Beschwerdegegnerin wies auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_413/2008 vom
5.
Januar 2009 E. 3 hin.
Sie
erwog, es genüge zur Wahrung des rechtlichen Gehörs im Rahmen einer
einsprachefähigen
Verfügung zu erläutern, die geklag
ten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und die nach BGE 115 V 133 zu beurteilende Adäquanz zu verneinen (
Urk.
2 E. 1). Zudem habe sie dem Beschwerdeführer nie eine Rente, sondern nur eine Rentenprüfung bzw. Taggeldleistung zugesagt. Ebenfalls habe sie im zeitnah zu den Abklärungen
er
gangenen
Einspracheentscheid
dargelegt, dass die Psycho-Praxis anwendbar sei, weil maximal von einer leichten traumatischen Hirnverletzung auszugehen sei. Sollte nichtsdestotro
t
z eine Gehörsverletzung vorliegen, werde diese durch das Beschwerdeverfahren geheilt (
Urk.
8 ad
Ziff.
6;
Urk.
18 ad
Ziff.
4 und 6).
De
r Beschwerdeführer habe eine leichte traumatische Hirnverletzung ohne struk
turelle Läsion erlitten, was durch ein unauffälliges Computerprogramm des Schä
dels am Unfalltag und
Kernspintomogramm
des Kopfes im Verlauf sowie eine unauffällige
Commotioüberwachung
nachgewiesen sei. Die noch geklagten Be
schwerden (Kopfschmerzen, verminderte Belastbarkeit, erhöhte Ermüdbarkeit) seien nicht objektiviert und stünden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dieser Hirnverletzung. Die ent
sprechenden kreisärztlichen Beurteilungen vom 31. Dezember 2015 und 19. Sep
tember 2016 würden dabei die beweisrechtlichen Anforderungen erfüllen und hätten einer ergänzenden Gesamtbetrachtung gedient, wobei sie vollumfänglich im Einklang mit den Akten stünden. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer selbst weitere Abklärungen im Früh
jahr
2015 abgelehnt. Zudem habe dieser bereits im Jahr 2005 und kurz nach dem Unfall erneut psychische Beschwerden beklagt, die im Verlauf immer stärker in den Vordergrund der Behandlung getreten seien bzw. stets im Vordergrund gestanden hätten. Somit sei die Psycho-Praxis anwendbar (im Detail vgl.
Urk.
2 E. 3;
Urk.
8 ad
Ziff.
2-3, 6-9.1;
Urk.
18 ad
Ziff.
2-3 und
5-7). Mit Blick auf die Urteile des Bundesgerichts 8C_833/2012 vom 2
9.
November 2012 E. 5.2 und U 503/06 vom
7.
November 2007 E. 6 sei das Ereignis als mit
telschwerer Unfall im mittleren Bereich zu qualifizieren. Offengelassen werden könne, ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder be
sonderen Eindrücklichkeit des Unfalls erfüllt sei, da es zumindest nicht in ausge
prägter Weise vorliege und alle übrigen Kriterien nicht erfüllt seien. Damit sei die Adäquanz zu verneinen (im Detail vgl.
Urk.
2 E. 5;
Urk.
8 ad
Ziff.
9.3.1-9.3.7;
Urk.
18 ad
Ziff.
6).
Ein Schreckereignis oder
«
gemischter
»
Vorfall sei auszuschliessen, da anfänglich körperliche Schäden im Vordergrund gestanden hätten. Allerdings wäre das Er
eignis auch nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge nicht geeignet gewesen, eine psychische Störung herbeizuführen, wie sie beim Beschwerdeführer bestehe.
So seien denn im Gutachten auch vorbestehende psychische Beschwerden und eine Persönlichkeit mit am ehesten zwanghaften Zügen beschrieben.
Auch sei nie ein Schleudertrauma diagnostiziert worden und es fehle am bunten Beschwerdebild (
Urk.
2 E
.
6;
Urk.
8
ad
Ziff.
9.1 und 9.2;
Urk.
18 ad
Ziff.
8
-
9.3).
Zum Fallabschluss erklärte sie nochmals, dass der Beschwerdeführer eine leichte traumatische Hirnverletzung ohne strukturelle Läsion erlitten habe und in der
Z._
-Begutachtung vom 1
9.
Januar 2011 keine relevanten posttraumatischen Re
siduen am Bewegungsapparat gefunden worden seien. In beiden
Z._
-Gutachten seien die psychische
n
Beschwerden im Vordergrund gestanden. Indes seien bei der Psycho-Praxis psychische bzw. organisch nicht hinreichend
nachweisbare Beschwerden, auch wenn diesbezüglich eine weitere Behandlung indiziert sei, ausser Acht zu lassen (
Urk.
2 E
.
4;
Urk.
8 ad
Ziff.
6).
3.
3
.1
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen
schaft (
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlich
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erhebli
chen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be
weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf recht
liches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 135 I 279 E. 2.3
, 135 II 286 E. 5.1,
132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen
; vgl. zum Ganzen BGE 143 V 71 E. 4.1
).
3
.2
D
as Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist auch zu gewähren, wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein be
stimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrens
ausgang belanglos. Es muss vielmehr der betroffenen Person selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2; Urteil 9C_369/2012 vom
2.
November 2012 E. 6.2).
Im
Kontext
mit Expertengutachten beinhaltet das rechtliche Gehör insbesondere das Recht, Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens zu nehmen und dem Experten ergänzende Fragen zu stellen
. Von
der Beantwortung der Ergänzungsfragen durch den Experten
kann abgesehen werden
, wenn davon keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 130 II 425 E. 2.1., 125 I 127 E. 6c/cc, 124 V 94 E. 4b, 122 II 464 E. 4a, 122 III 219 E. 3c, SVR 2014 UV Nr. 32 S. 106, 8C_834/2013 vom 1
8.
Juli 2014 E. 5.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2014 vom 1
5.
Januar 2015 E. 6.2-3).
Der
Gehörsanspruch
verlangt zudem
, da
ss
eine Behörde
die Vorbringen
des vom Entscheid Betroffenen
tatsächlich hört und prüft. Daraus
folgt
die
Pflicht, ihren Entscheid zu begründen. Dab
ei ist es nicht erforderlich, dass
sie sich
mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent
lichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol
ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (
Urteil des Bundes
gerichts 8C_215/2016 vom 2
2.
Juni 2016 E. 3.2 mit Hinweis auf
BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
3
.3
In Bezug auf Verfügung
en
, die durch Einsprache anfechtbar sind, ist speziell
zu erwähnen
, dass die Parteien gemäss
Art.
42 Satz 2 ATSG vor deren Erlass nicht angehört zu werden brauchen. Spätestens im
Einspracheverfahren
hat die Ver
waltung jedoch die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs zu wahren und folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter Einsicht in die Akten zu gewähren, auf deren Grundlage sie den
Einspracheentscheid
abstützt (BGE 132 V 387 E. 4.1).
Demgegenüber
ist der Versicherungsträger nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG gehalten, von Amtes wegen die notwendigen Abklärungen vorzunehmen und die erforder
lichen Auskünfte einzuholen, wobei er den rechtserheblichen Sachverhalt
bereits
vor Verfügungserlass abzuklären hat und diese Aufgabe nicht ins
Einsprachever
fahren
verlegen darf. Vorbehalten bleiben ergänzende Abklärungen, zu denen die in der Einsprache vorgebrachten Einwände Anlass geben. Denn das
Einsprache
verfahren
zielt darauf ab, ungenügende Abklärungen oder Fehlbeurteilungen, aber auch Missverständnisse, die den angefochtenen Verwaltungsverfügungen zugrunde liegen, in einem kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren aus
zuräumen. Im
Einspracheverfahren
kann die Verwaltung die angefochtene Ver
fügung nochmals überprüfen und über die strittigen Punkte entscheiden, bevor allenfalls die Beschwerdeinstanz angerufen wird (BGE 132 V 368 E. 6.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_528/2009 vom
3.
November 2009).
S
chliesslich
stellte
das Bundesgericht
wiederholt fes
t
,
die Begründungspflicht
sei
schon
erfüllt, wenn der
[
einsprachefähigen
]
Verfügung
zu entnehmen
sei
, dass
der Versicherungsträger
von nicht organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfol
gen
ausgegangen sei
und die weiterhin geklagten Beschwerden bei Fallabschluss in
Anwendung
der
Schleudertrauma-
(BGE 117 V 359, 134 V 109)
respektive
Psycho-Praxis (BGE 115 V 113)
nicht als adäquat kausale Unfallfolgen
angesehen habe
.
Damit sei
eine
im Verfügungszeitpunkt anwaltlich vertretene versicherte Person
in die Lage versetzt, eine
r
echtsgenügliche
Einsprache zu erheben
(vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_413/2008 vom
5.
Januar 2009
E. 3.4
und
8C_699/2010 vom 27. Oktober 2010 E. 2.2).
3
.
4
3.4.1
Vorliegend bedeutsam ist, dass die Beschwerdegegnerin
im
Einspracheverfahren
zwei versicherungsinterne Aktengutachten erstellen
liess
,
die sie dem Beschwer
deführer
unstrittig erst mit dem
Einspracheentscheid
zur Kenntnis brachte (vgl.
den
Mitteilungssatz von
Urk.
2)
.
Die beiden
Aktengutachten
bildeten
dabei
un
zweifelhaft
eine
wesentliche Grundlage des
angefochtenen
Einspracheentscheid
s
, nachdem die Beschwerdegegnerin sie zum integrierenden Bestandteil erklärte und umfassend daraus zitierte (
Urk.
2
Erw
. 3).
Die Nichtzustellung der Aktengutachten stellt somit
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar
und zwar unabhängig von ihrer Relevanz für den Verfahrensausgang (vgl. dazu
ob
erwähntes
U
rteil 8C_738/2014 E. 7).
3.4.2
Die Rüge, d
er medizinische Sachverhalt sei erst im
Einsprachverfahren
abgeklärt worden,
bezieht sich auf den Inhalt
der
Aktengutachten
.
Am
3
1.
Dezember 2015 äusserte sich d
er
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
zu den beiden
Fragen
,
(1) ob die festgestellten Gesundheitsschäden mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf einem organischen Substrat beruhen und (2) ob aus somati
scher Sicht von weiteren Behandlungsmassnahmen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustan
des
zu erwarten sei
.
Für die
Beantwortung der ersten Frage
empfahl er
den
Beizug
eines Neurologen
hinsichtlich der
gutachtlich
gestellte
n
Diagnose
eines
«chroni
sche
n
posttraumatische
n
Kopfschmerz
es
nach milder, traumatischer Hirnverlet
zung (MTBI) nach Gewaltverbrechen». Die zweite Frage verneinte
er
klar
mit Be
zug auf den Bewegungsapparat
und Hinweis auf die beiden
Z._
-Gutachten
(
Urk.
9/I/249)
.
Hierauf unterbreitete die Beschwerdegegnerin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Neurologie
sowie
Psychiatrie
und
stell
vertretende Chefärztin in der Abteilung Versicherungsmedizin des Kompetenz
zentrums der Suva, Fragen
im Zus
ammenhang mit den Kopfschmerzen, konkret
(1) ob diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einem organischen Sub
strat beruhen
und gegebenenfalls (2)
in einem kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom
1.
November 2011 stünden
bzw. (3) von weiteren Behandlungs
massnahmen
bezüglich
derselben
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch eine namhafte Besserung zu erwarten sei. Die Neurologin schlussfolgerte
auf
grund der
Vorakten
, für das Vorliegen einer strukturellen
[Hirn-]
Läsion gebe es weder klinische noch bildgebende Hinweise, womit die Beantwortung der übrigen Fragen entfalle (
Urk.
9/I/251,
v.a.
S. 16).
Wie der Beschwerdeführer selbst bemerkte
(vgl. insbesondere
Urk.
1
Ziff.
7)
, be
stätigten die
versicherungsinternen Ärzte
damit lediglich die der Verfügung vom
6.
August 2015 zugrundeliegende Beurteilung.
Dabei handelte es sich
angesichts von zwei aktenkundigen
Z._
-Gutachten auch
nicht um eine
erste Abklärung des
Sachverhalts
,
sondern lediglich eine seriöse Prüfung der
in der Einsprache
erho
benen Einwände.
Die
versicherungsinternen Ärzte
stuften
diese in den
entscheid
wesentlichen
Punkten als
überzeugend
ein
(vgl.
Urk.
9/I/81/78 und 9/I/175/510 f.)
und
erläuterten
d
ie
entsprechend
Passagen
(vgl.
Urk.
9/
I/251/14 mit Blick auf
Urk.
9/I/
175/50)
. Die Akten sind in Bezug auf die klinischen und bildgebenden Befunde
denn auch
einhellig
und werden von den Parteien nicht substantiiert in Frage gestellt
.
Zwischen ihnen strittig ist vielmehr
, ob
das vorliegende Beschwer
debild bzw.
das erlittene Schädel-Hirntrauma
für die Anwendung der Schleuder
trauma-Praxis genügt
und folglich die nicht organisch objektiv ausgewiesenen Beschwerden
bei der Fes
tlegung des Zeitpunktes der Adäquanzprüfung sowie der Beurteilung der einzelnen Adäquanzkriterien
mitzuberücksichtigen
sind
(vgl.
E. 1.4
)
.
Die Frage der natürlichen Kausalität kann dabei grundsätzlich offen
gelassen werden und wird
von
Dr.
F._
im Übrigen nicht völlig neu, sondern anlog der Überlegungen im Bericht der Rehaklinik
C._
beantwortet
(vgl. dazu E. 4.3)
3.4.3
D
ie
V
erfügung vom
6.
August 2015
ist
in Anbetracht der unter E.
3.3
dargelegten Rechtsprechung formell
nicht zu beanstanden.
Soweit die Beschwerdeführerin
eine Verletzung der Begründungspflicht im
Ei
nspracheentscheid
rügt
,
ist festzu
stellen, dass
die Beschwerdegegnerin
in
Erwägung
3
ausführlich dargelegt
e,
wes
halb
sie
die Psycho-Praxis
anwendete
, was e
contrario
die Anwendbarkeit der Schle
udertrauma-Praxis ausschliesst. Soweit es die einzelnen Kriterien betrifft
, hat sich die Beschwerdegegnerin infolgedessen nicht
weiter
mit denjenigen Be
schwerden auseinandergesetzt, für die sie ein organisches Korrelat verneinte.
Die Argumentation ist
damit
in sich logisch, wobei sich die Beschwerdegegnerin
auch
auf die wesentlichen Pu
nkte beschränke
n
durfte und die Begründung
– wie die Beschwerde
letztlich zeigt
– durchaus eine sachgerechte Anfechtung des Ent
scheides
ermöglichte. Eine
geringfügige
Gehörsv
erletzun
g
kann
in Bezug auf das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung diskutiert werden,
da der Beschwerde
führer diesbezüglich
speziell
eine mangelhafte Erledigung des Ver
sicherungsfalls geltend machte, wozu sich die Beschwerdegegnerin erstmals in der Beschwerde
antwort äusserte (
Urk.
8 S. 4 und 7).
3
.
5
Eine
Verletzung
des
rechtlichen Gehörs führt
grundsätzlich
ungeachtet der Er
folgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefoch
tenen Verfügung. Vorbehalten bleiben praxisgemäss
indes
Fälle, in denen die
Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Par
tei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE 115 V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 187 E. 3
d; vgl. BGE
133 I 201
E. 2.2
).
Die festgestellte Gehörsverletzung wiegt
angesichts
des Inhalt
s
der
Aktengutach
ten und der Verletzung der Begründungspflicht in einem Nebenpunkt
nicht be
sonders schwer, wenn auch nicht mehr nur leicht. Al
sdann verfügt das Sozial
versicher
ungsgericht bei seinem Entscheid über volle Kognition
und der
Be
schwerdeführer
konnte sich
im Beschwerdeverfahren in ausreichendem Mass zu den beiden versicherungsinternen Aktengutachten äussern
, was er auch tat (
Urk.
1
Ziff.
7
;
Urk.
12
Ziff.
ad 6
)
. Zudem würde
eine Rückweisung
letztlich zu einem formalistischen L
eerlauf
, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen
. Diese hätte
im Übrigen auch
nicht automatisch die Weiterausrichtung von vorüberge
henden Leistungen der Unfallversicherung zur Folge
, da
Heilbehandlung und Taggeld
nicht zu den Dauerleistungen nach
Art.
17
Abs.
2 ATSG
gehören und
deshalb auch
rückwir
kend eingestellt werden dürfen. Dabei wurde dem Beschwer
deführer
die Einstellung
per Ende August 2015
mit Verfügung vom
6.
August 2015
bereits
mitgeteilt und seiner Einsprache bzw. Beschwerde von vornherein die aufschiebende Wirkung entzogen
(
Urk.
9/I/227 und
Urk.
2 Dispositivziffer 2; vg
l.
auch
Urteile des Bundesgerichts 8C_39/2011 vom 1
3.
Dezember 2011 E. 4.1 und 8C_487/2017 vom
9.
November 2017 E. 3.3.1).
Der formelle Mangel ist deshalb als geheilt zu betrachten
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_1/2013 vom 2
0.
Juni 2013 E. 2.4)
, was nicht ausschliesst,
die
sem bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen Rechnung zu tragen
(vgl.
ober
wähntes
Bundesgerichtsurteil 8C_738/2014).
4.
4.1
I
m Entscheid 8C_417/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E. 3.21 legte das Bundesge
richt dar, wie bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 102
E. 5b/
bb
mit Hinweisen) zu differenzieren ist:
Demnach ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, ge
langt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
zur Anwendung.
Er
geben die Abklärungen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwer
debild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Proble
matik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanz
beurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Be
urteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a und 117 V 369
E. 4b festgelegten, mit BGE 134 V 109 E. 10.2 f. modifizierten Kriterien (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a mit Hinweisen).
Gleiches gilt, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS- oder Schädelhirntraumas gehören.
Erforderlichenfalls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbeson
dere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 80, U 96/00). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist nur dann im Sinne von BGE 123 V 98 E. 2a unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen, wenn die psychische Problematik bereits unmittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweist (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, U 164/01 E. 3a). Wird die zitierte Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 98 in einem späteren Zeitpunkt angewendet, ist zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Ent
wicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (Urteil des
Bundesgerichts
U 60/06 vom 1
9.
S
eptember 2006 E. 4.1 in
fine
).
4.
2
Der Beschwerdeführer klagt über seit dem Ereignis vom
1.
November 2009 kon
tinuierlich bestehende Beschwerden. Damals erlitt er unbestritten
ermassen
kein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule
(HWS)
.
Hingegen beruft er sich auf das Vor
liegen eines Schädel-Hirntraumas
(vgl. insbesondere
Urk.
1
Ziff.
2 und 9.1)
.
Dem Auffahrunfall vom 1
4.
August 2014 messen beide Parteien mit Bezug auf die
aktuellen Beschwerden
stillschweigend
keine Bedeutung zu, was angesichts der Aktenlage nicht zu beanstanden ist (
vgl.
Urk.
9/II/2 und 9/II/212
).
Das Bundesgericht erläuterte in seinem
Entscheid
8C_75/2016 vom 1
8.
April 2016 E. 4.2 erneut und ausführlich
seine konstante Rechtsprechung
,
wonach
(
un
ter Hinweis auf
sein
e
Urteil
e
8C_476/2007 vom
4.
August 2008 E. 4 [
publ
.
in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]
,
8C_358/2
014 vom 1
4.
August 2014 E. 2.4.,
8C_258/201
3 vom 1
6.
Oktober 2013 E. 4.3.2 und
8C_270/2011 vom 2
8.
Juli 2011 E. 2.1) ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer Com
motio cerebri - nicht im Grenzbereich zu e
iner
Contusio
cerebri - erreich
t
, grund
sätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
genüg
t
.
Eine Com
motio cerebri
sei
ein Zustand vorübergehender, schnell reversibler neurologischer Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung ein
hergeh
e
. Der Verletzte ha
be
oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor der Verletzung. Es b
estünden
aber keine neurologischen Auffäl
ligkeiten. Die
Contusio
cerebri
sei
eine fokale Gewaltanwendung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen
parenchymatösen
Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeh
e.
Beim Versicherten seien keine st
rukturelle
n
Veränderungen oder Mikroblutungen im Gehirn
gefunden worden
.
Es habe auch keine Amnesie be
standen
. Damit steh
e
fest, dass er keine Verletzung im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri erlitten ha
b
e. Das kantonale Gericht
habe
die Adäquanz der wei
terhin geklagten Beschwerden mit dem Unfall daher zu Recht gemäss den in BGE 115 V 133
aufgeführten Kriterien geprüft.
4.
3
4.
3
.1
Der Befund der Computertomographie (CT) des Schädels und der
HWS
des Be
schwerdeführers
vom
1.
November 2009 war unauffällig
(
Urk.
9/I/6/3). Im Aus
trittsbericht des Spitals
G._
vom
8.
November 2009 wurde dementsprechend
nur
eine Commotio cerebri diagnostiziert, auch wenn dabei auf Kontusionen im Gesicht, eine Rissquetschwunde an der Oberlippe und die Lockerung von Zähnen hingewiesen wurde
. Die Diagnose gründete offenbar auf dem Hinweis in der Anamnese, dass eine Bewusstlosigkeit und [infolgedessen] «fragliche Amnesie» für das Ereignis bestand. Die neurologische Überwachung während 24 Stunden wurde als unauffällig beschrieben, auch wenn der Beschwerdeführer über starke Kopfschmerzen und körperliche Beschwerden klagte
(
Urk.
9/I/10
).
Dies
stimmt
mit den Angaben des Beschwerdeführers in der polizeilichen Ein
vernahme («Filmriss» während
und
unmittelbar nach dem
Unfalle
reignis;
Urk.
9/I/9/29
) und der ersten
Z._
-
Begutachtung (Schilderung des Unfallher
gangs
,
Erinnerung an gewisse Bilder
;
Urk.
9/I/81/10
f.
) überein.
4.
3
.2
Im neurologischen
Teilgutachten des
Z._
vom 2
2.
November 2010 schlussfol
gerten
die Gutachter
, dass gemäss
Vorakten
und aktueller Anamnese die erlittene Commotio cerebri formal als milde trau
ma
tische Hirnverletzung der Kategorie 2 zu beurteilen sei; dies in Anlehnung an die primär für Verkehrsunfälle verwen
dete EFNS-Guideline-Einteilung der t
raumat
ischen Hirnverletzungen
und unter Berücksichtigung der bereits initial nach dem Unfallereignis heftigen Kopf
schmerzen, die einen sog. Risikofaktor darstellten
. Die Kopfschmerzen würden bereits im Austrittsbericht des Spitals
G._
als stark
ausgeprägt genannt, so dass sie – bei Abwesenheit eines relevanten Vorzustandes und anderer Faktoren
–
als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu werten seien (unter Hinweis auf das Auftreten der posttraumatischen Kopfschmerzen innert 7 Tagen
ab Ereig
nis gemäss IHS-Klassifikation
Cephalalgi
e
2004). Bei anamnestisch zumindest phasenweise hohem
Analgetikagebrauch
sei
im Verlauf
zusätzlich eine
a
nalge
tika
-induzierte
Kopfschmerzkomponente denkbar
(
Urk.
9/I/81/17
). Unter Hinweis
hierauf
wurde im neuropsychologischen
Teil
gutachten vom 2
2.
November 2010 festgestellt, die Befunde würden
insgesamt einer leichten neuropsychischen Stö
rung, überwiegend wahrscheinlich als Status nach Commotio cerebri (ICD-10: S06.0) nach Gewaltverbrechen mit milder traumatischer Hirnverletzung
entspre
chen
(
Urk.
9/I/81/20).
In der Zusammenfassung
wurde eine polydisziplinäre Nachbegutachtung in ca. 12 Monaten empfohlen, da es sich aktuell noch nicht um einen abgeschlossenen Endzustand handle (
Urk.
9/I/81/31).
4.
3
.3
Es folgte die
Untersuchung in der Spezialsprechstunde Traumatische Hirnverlet
zung in der Rehaklinik
C._
vom
23.
/2
4.
Februar 201
2.
Im Bericht vom
6.
März 2012 findet sich wiederum die Diagnose leichte traumatische Hirnverlet
zung mit Hinweis auf diverse Verletzungen am ganzen Körper sowie eine mini
male bis leichte neuropsychologische Störung hauptsächlich im Rahmen der psy
chischen Störung und Schmerzproblematik (
Urk.
9/I/119/1). In der Beurteilung
wurde darauf hingewiesen,
dass nach dem Erleiden einer leichten traumatischen Hirnverletzung (
commotio
cerebri, Hirnerschütterung), wie sie der Beschwerde
führer erlitten habe, in der Regel keine erheblichen st
rukturellen Lä
sionen auftre
ten würden und die Prognose grundsätzlich gut sei. Bei 5 bis 15 % der Betroffe
nen bleibe aber ein chronisches
postko
m
motionelles
Syndrom zurück (Kopf
schmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen etc.). Bei län
ger als drei Monate anhaltenden Beschwerden müsse a
ngenommen werden, dass psychoreaktive Störungen, Medikamentennebenwirkungen, ein sekundärer Krankheitsgewinn oder psychosoziale Belastungsfaktoren wesentlich zur Auf
rechterhaltung der Symptome beitr
ü
ge
n
. Die bestehenden minimalen bis leichten
kognitiven Defizite seien
nosologisch
am besten im Rahmen der aktenanamnes
tisch bekannten, aktuell noch
subsyndromal
vorliegenden posttraumatischen Be
lastungsstörung einzuordnen. Eine mögliche Beeinflussung durch die Medikation sei nicht ausser Acht zu lassen (
Urk.
9/I/119/6). Bei leichter traumatischer Hirn
verletzung und immer noch fortbestehenden Beschwerden sei zum Ausschluss von strukturellen Hirnveränderungen ein
e
zerebrale
Magnetresonanztomogra
phie (
MRI
)
mit
h
ämoglobin-sensitiven Aufnahmen indiziert (
Urk.
9/I/119/8).
4.
3
.4
Das
MRI zum Ausschluss von Kontusionen
,
Petechien und allenfalls Spätkompli
kationen (z.B.
Subduralhämatom
)
wurde vom Kopfwehzentrum der Klinik
D._
in A
uftrag gegeben (
Urk.
9/I/140/2) und
am 1
6.
April 2012 durchgeführt. Der Befund lautete: «unauffällige Darstellung der weissen und grauen Substanz ohne Nachweis fokaler pathologischer Signalalterationen. Kein Nachweis ent
zündlicher oder
tumoröser
Veränderungen. Normale Weite und
Signalgebung
der inneren und äusseren
Liquorräume
. Kein
A
nhalt für eine venöse Abfluss-Störung. Keine traumatischen Veränderungen im Hirnparenchym».
Es wurde auf einen
in
trakraniell unauffälligen Befund und keine erkennbaren
Traumafolgen
geschlos
sen
(
Urk.
9/I/141/1).
Dementsprechend wurde im Bericht zur Nachkontrolle der Rehaklinik
C._
vom 2
3.
Mai 2012 konstatiert, im MRI der Klinik
D._
würden sich keinerlei Hinweise auf Kontusionen,
Hämosiderin
-Ablagerungen
o
der sekundäre Komplikationen finden (
Urk.
9/I/142/1).
4.
3
.5
In der neurologischen Beurteilung des
Z._
-Verlaufsgutachtens wurde festgehal
ten, aufgrund der Aktenlage, der Anamnese, des Vorgutachtens und
d
er aktuell erhobenen neurologischen Untersuchungsbefunde könne aus neurologischer Sicht die Diagnose eines chronischen posttraumatischen Kopfschmerzes nach stattgehabter milder traumatischer Hirnverletzung im Sinne eines chronischen Spannungskopfschmerzes gestellt werden. Im Anschluss an ein Gewaltverbrechen vom
1.
November 2009 mit rezidivierenden
Bewusslosigkeiten
unklarer Dauer sowie Amnesie sei es innerhalb von 7 Tagen (unter Hinweis auf die Diagnosekri
terien der Internati
onalen Kopfschmerzgesellschaft)
zur Ausbildung von post
traumatischen Kopfschmerzen gekommen. Beim aktuell angegebenen Gebrauch von Analgetika bestehe nicht mehr der Verdacht auf eine begleitende
a
nalgetika
-induzierte Kopfschmerzkomponente. In der Zwischenzeit hätten zudem in einem MRI des
Neurokraniums
inklusive SWI-Sequenzen (unter Hinweis darauf, dass die Bilder nicht vorlägen) strukturelle
Läsionen im Sinne von
Hirnparenchymver
letzungen
oder Blutungsresiduen ausgeschlossen werden können. Entsprechend hätten weder früher noch in der aktuellen klinisch-neurologischen Untersuchung fokale Ausfälle festgehalten werden können, die auf eine Affektion neurologi
scher Strukturen hinweisen würden. Inwiefern die
möglicherweise nicht genü
gend therapierte posttraumatische Belastungsstörung einen Therapieerfolg be
züglich der Kopfschmerzen erschwere, sei
d
er psychiatrischen Beurteilung zu ent
nehmen. Wichtig zu erwähnen sei, dass mit den aktuell möglichen Bildgebungs
verfahren (MRI
Neurokranium
inkl. SWI-Sequenzen) keine Anhaltspunkte für strukturelle Läsionen oder Blutungsresiduen hätten nachgewiesen werden kön
nen, die für die beklagten und in einem Arbeitstraining attestierte Einschränkung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit verantwortlich sein könne. Radiologisch nachweisbare strukturelle Läsionen seien jedoch keine Voraussetzung für eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit (
Urk.
9/I/175/21).
Dem neuropsychologi
schen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass im angestammten Beruf eine Arbeits
fähigkeit von 80
%
bestehe. Die Reduktion der Arbeitsleistung sei bedingt durch die wahrscheinlich schmerzbedi
ngte
erhöhte Ermüdung, die damit verbundene leichte Verlangsamung sowie durch einen vermehrten Pausenbedarf. Eine zusätz
lich
e
Einschränkung der Arbeitsleistung ergebe sich bei objektiviertem
kogniti
vem
Normalbefund nicht (
Urk.
9/I/175/24).
4.
3
.6
Schliesslich fasste
Dr.
F._
im Aktengutachten vom 1
9.
Sep
tember 2016
nochmals zusammen
,
dass
der Beschwerdeführer
im
Rahmen des Traumas vom
1.
November
2009 gemäss EAN Guideline von 2012 eine leichte traumatische Hirnverletzung ohne strukturelle Läsion erlitten habe, was durch ein unauffälliges Computerprogramm des Schädels am Unfalltag und
Kernspintomo
gramm
des Kopfes im Verlauf sowie eine unauffällige
Commotioüberwachung
nachgewiesen sei. Die noch geklagten Beschwerden seien nicht objektiviert und stünden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zu
sammenhang mit der leichte
n
traumatischen Hirnverletzung. Dabei erläuterte sie, dass die Diagnose eines posttraumatischen Kopfschmerzes nach internationaler Kopfschmerzklassifikation nicht auf tatsächlichen ätiologischen, sondern alleine auf zeitlichen Kriterien beruhe. Wie Untersuchungen zeigen würden, seien Kopf
schmerzen im Langzeitverlauf nach einer leichten traumatischen Hirnverletzung keineswegs eine spezifische Folge derselben. Die Häufigkeit in einer Gruppe von Patienten nach leichter traumatischer Hirnverletzung sei nach drei Monaten nicht höher als die in einer Gruppe von Patienten nach einem leichten Tr
au
ma ohne Hirnverletzung.
Nach einem Jahr bestehe in der Kopfschmerzhäufigkeit von bei
den Gruppen kein Unterschied mehr zu einer Vergleichspopulation ohne jegliches Trauma. Die Erklärung der Autoren sei, dass es sich bei den in der Aku
t
phase manifestierten Kopfschmerzen um eine vorübergehende Verschlechterung bzw. Erstmanifestation eines primären Kopfschmerzes handle. Im Verlauf stelle sich nach leichter trau
ma
tischer Hirnverletzung üblicherweise eine kontinuierliche
Verbesserung ein – Decrescendo Verlauf – mit Erreichen des Vorzustandes nach 3 bis 6 Monaten. Bei Ansprechen auf
Maxal
, welches ein spezifisches Migräne
mittel sei, könne man davon ausgehen, dass im Fall des Beschwerdeführers eine Migräne, d.h. ein primärer Kopfschmerz vorliege, zumal die Familienanamnese seitens dessen Mutter positiv sei. Personen mit primäre
n
Kopfschmerzen würden auch eher einen Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz entwickeln, welcher beim Beschwerdeführer ohne die entscheidenden Fragen nicht hinreichend aus
geschlossen werden könne und auch nicht konsequent behandelt worden sei (
Urk.
9/I/251/14).
4.
4
Damit
bestehen
weder aufgrund der klinischen neurologischen Untersuchungen, der
Entwicklung der neuropsychologischen Defizite
, der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zur Bewusstlosigkeit
noch
der
Bilddokumente
I
ndizien dafür, dass
er
eine
Verletzung im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri
erlitten
hat
.
Die
nach der Aktenlage
einhellig diagnostizierte milde traumatische Hirnverlet
zung zählt indes nicht zu den Verletzungen, die
bei zusätzlichem Vorliegen eines
entsprechende
n
typische
n
Beschwerdebild
es
zur Anwendung der Schleuder
trauma-Praxis führen
können
.
S
oweit der Beschwerdeführer das Abstellen auf das MRI vom 1
6.
April 201
2 be
anstandet,
ist
anzumerken,
dass gemäss
Seite 13 der
«Empfehlungen zur Sicher
heit von Magnetresonanz-Untersuchungen am Menschen» vom
5.
Februar 2018, herausgegeben von der Gesellschaft für Radiologie (SGR-SSR), der Schweizeri
schen Vereinigung der Fachleute für medizinisch-technische Radiologie (SVMTRA) und
applied
MR
Physics
E
xcellence Cluster (AMPEC) Zürich (abrufbar im Internet unter
http://sgr-ssr.ch/publikationen-fuer-fachkraefte
)
, die üblichsten Radiofrequenzen nach wie vor 64 (1.5-Tesla-Magnete) und 128 MHz (3-Tesla-Magnete) sind.
So lässt sich auf den Internetseiten
verschiedener
Einrichtungen wie dem
H._
,
dem Inselspital
Bern oder der Klinik
I._
auch
ohne weiteres feststellen, dass
1.5-Tesla-
Geräte
nach wie vor verbreitet
im Einsatz stehen
. Schliesslich wurde das fragliche
Bilddokument von keinem
der involvierten
Mediziner al
s unzureichend beurteilt
, womit die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht,
die
sich nach
Art.
43
Abs.
2 ATSG auf die
notwendigen Untersuchungen
beschränkt, erfüllt hat
.
Allein die Hoffnung des Beschwerdefüh
rers, viele Jahre nach dem Unfall in einer wiederholten Untersuchung
doch noch einen minimalen Befund feststellen zu
lassen
, vermag daran nichts zu ändern.
4.5
Die Adäquanz der weiterhin geklagten Beschwerden mit dem Ereignis vom 1. No
vember 2009
ist daher
nach den in BGE 115 V 133 aufgeführten Kriterien, d.h. der
sogenannten
Psycho-Praxis,
zu prüfen
. Die vorstehend zitierten medizini
schen Berichte bestätigen
dabei, dass sich die von der Rechtsprechung vorgenom
mene Differenzierung nach dem Schweregrad des Schädel-Hirntraumas durchaus rechtfertigt.
So sind
bei einer milden traumatischen Hirnverletzung die Beschwer
den in der Regel nach wenigen Monaten abgeklungen. Bestehen diese fort, ist anzunehmen, dass
andere Faktoren dafür verantwortlich zeichnen
.
Dafür beste
hen auch vorliegend massgebliche Anhaltspunkte
(vgl. dazu die Zusammenfas
sung der Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
sowie die kon
kreten Arbeitsfähigkeitseinschätzungen
aus Sicht der einzelnen Fachrichtungen in den
Z._
-Gutachten:
Urk.
9/I/81/18, 9/I/81/20 und 9/I/81/22
f.
;
Urk.
9/I/175/20
f.
und 9/I/175/24
f.
).
Bei einem
gesamthaft betrachtet
klar im Vordergrund stehenden
psychischen Leiden
, welches der Beschwerdeführer im Gegensatz zu den Kopfschmerzen denn auch unmittelbar
(
Urk.
9/I/13)
und nicht erst zwei Jahre
(
Urk.
9/
I
/140)
nach dem Unfall fachärztlich behandeln liess, sowie einem
kognitive
n
Normalbefund ist auch unter Berücksichtigung der älteren, we
niger prägnanten Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1062/2009 vom 3
1.
August 2010 E. 41 mit Hinweisen) nicht anders zu entscheiden.
5
.
5.1
5.1.1
D
a die
Adäquanzk
riterien
somit
unter Ausschluss psychischer Aspekte, also ein
zig unter Berücksichtigung der physischen Komponenten des Gesundheitsscha
dens, zu prüfen
sind, gilt e
ntsprechendes für
die vorab strittige Frage, ob der Fallabschluss zu früh erfolgte
(vgl. E. 1.
4
).
5.1.2
Im
rheumatologischen Teilgutachten des
Z._
vom 1
7.
März 2011
wurde zusam
menfassend festgestellt,
aufgrund der aktuellen objektiven klinischen und radio
morphologischen
Befunde am Bewegungsapparat lasse sich keine relevante Ein
schränkung der Arbeits
f
ähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Leiter im
Pro
duct
Management begründen. Die erlittenen Läsionen am Bewegungsapparat, nämlich die
undislozierte
proximale
Fibulafraktur
rechts, die OSG-Distorsion rechts mit Läsion des Ligamentum
fibu
lotalare
anterius
sowie die
Th
o
r
axkontu
sion
seien komplikationslos abgeheilt. Die noch vorbestehende muskuläre
Dys
balance
und
Dekonditionierung
habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus Sicht des Bewegungsapparates
(
Urk.
9/I/81/
7
8).
Dies wird vom Beschwerdeführer
nicht substantiiert bestritten.
Er machte lediglich geltend, es sei der
Behandlun
g
s
verlauf
abzuklären (
Urk.
1
Ziff.
7) und wies auf die seit Jahren im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen
(
n
icht als organisch bedingt zu
qualifizieren
, vgl. E. 4
)
und psychischen Beschwerden hin
(
Urk.
1
Ziff.
9.1).
Keinen Anlass zur Diskussion
g
a
ben in den Gutachten und Rechtsschriften die Zahnbeschwerden,
die
nach
ei
genen
Angaben des Beschwerdeführers im Oktober 2010 weitestgehend abge
klungen waren (vgl.
Urk.
9/I/
50/1)
.
5.1.3
Somit
ist
der Fallabschluss per
3
1.
August 2015
unter Einstellung
der vorüberge
henden Leistungen (Taggeld, Heilkosten)
und
Prüfung des Rentenanspruchs
sowie
einer Integritätsentschädigung
gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG rec
htens. Zu je
nem Zeitpunkt war
aus somatischer Sicht längst eine volle Arbeitsfähigkeit ge
geben und
daher
von
weiteren Therapie
n keine namhafte
gesundheitliche
Besse
rung im Sinne des Gesetzes mehr zu erwarten.
Der Endzustand war erreicht. Ein Gerichtsgutachten oder Berichte zum weiteren Behandlungsverlauf im Hinblick auf die heute noch bestehenden, nicht objektivierbar organisch bedingten Be
schwerden ist nicht geeignet, dies in Frage zu stellen, weshalb darauf zu verzich
ten ist.
5.2
5.2.1
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist
zunächst
im Einzelfall zu verlan
gen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits-
bzw.
Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale
bzw.
leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.2.2
Die Parteien sind sich einig, dass es sich um einen mittelschweren Unfall handelt, wobei die
Beschwerdegegnerin
von einem solchen
im mittleren Bereich und der Beschwerdeführer von einem solche
n
an der Grenze zu den schweren Unfällen ausgeht.
Der Unfallhergang ist aufgrund der übereinstimmenden polizeilichen Aussagen des Beschwerdeführers, seines jugendlichen Angreifers sowie diverser Auskunftspersonen erstellt. Demnach gab der Beschwerdeführer, der mit seinen Kindern unterwegs war, den auf einem Mofa herannahenden Jugendlichen mit der Hand ein Zeichen, die Geschwindigkeit zu drosseln. Der auf dem Mofa vorne sitzende Jugendliche hielt an und es kam zunächst zu einer verbalen Auseinan
dersetzung zwischen diesem und dem Beschwerdeführer. Die Situation eskalierte und der Jugendlich schlug dem Beschwerdeführer ins Gesicht, so dass dieser zu Boden stürzte. Als der Beschwerdeführer sich aufrappelte, schlug der Jugendliche
ihn jeweils erneut nieder und trat dem letztlich bewusstlos am Boden liegenblei
benden Beschwerdeführer noch zwei- bis dreimal mit dem Fuss gegen den Kopf. Währenddessen versuchte der zweite Jugendliche, seinen Freund zum Aufhören zu bewegen (
Urk.
9/I/9/28 ff. und 9/I/9/9 f.).
5.2.3
Wie ein Blick auf vergleichbare Fälle zeigt, hat die Rechtsprechung tätliche Aus
einandersetzungen in der Regel dem eigentlich
en
mittleren Bereich zugeordnet (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_893/2012 vom 1
4.
März 2013 E. 4
[
Versicher
ter
von drei Jugendlichen verfolgt und bewusstlos geschlagen]
,
8C_833/2012 vom 2
9.
November 2012 E. 5.2 [Versicherter erlitt bei einer tätlichen Auseinan
dersetzung in einem Club mit multiplen Schlägen gegen den Kopf unter anderem eine
Orbitabodenfraktur
],
8C_681/2010 vom
3.
November 2010 E. 6.2
[Versicher
ter von zwei Männern mit Fäusten und einem Baseballschläger angegriffen
, wo
bei er eine Fraktur des Collum
mandibulae
erlitt
]
, 8C_281/2010 vom 2
8.
Septem
ber 2010 E. 4.1
[Versicherter erlitt Jochbeinfraktur infolge eines Faustschlags]
, 8C_1062/2009 E. 4.2.1
[
Versicherte
vom Freund geschlagen und gewürgt]
insbe
sondere mit Hinweis auf U 215/94 vom 2
1.
Juni 2006 E. 6
[
Versicherte
von Un
bekanntem geschlagen, zu Boden geworfen und mit Tötungsabsicht gewürgt]
und
U 98/06 vom
5.
April 2007
[tätlicher Angriff eines Betrunkenen ohne Kopfver
letzungen
]
); vereinzelt wurde ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
angenommen
(Urteile 8C_168/2011 E. 5.1
[
Versicherte
von Heimbewohner gepackt und heftig gegen eine Mauerecke geknallt]
, 8C_340/2007 vom 1
2.
Juni 2008 E. 5.3
[Versicherter erhielt Faustschlag ins Gesicht]
und U 503/06 vom
7.
November 2007 E. 6
[dem Versicherten wurde mit der Faust drei
mal von hinten auf den Kopf geschlagen]
) oder ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen
festgestellt
(
Hinweis in 8C_1062/2009 E. 4.2.1 zur Abgrenzung von U 9/00 vom 2
8.
August 2001
[
Versicherte
vom Sohn des Lebenspartners unvermittelt auf den Boden geworfen, mehrmals mit dem Kopf auf den Boden geschlagen, mit Kniestössen traktiert und mit Tod bedroht]
; Urteile 8C_519/2008 vom 2
8.
Januar 2009 E. 5.2.1 f.
[
dem Versicherten wurde mit einem grossen
Fleischermesser in den Bauch gestochen, wobei
sein
Tod in Kauf genommen
wurde
]
und U 382/06 vom
6.
Mai 2008 E. 4.2 f.
[
Versicherte
r
wurde
von vermummten Einbrechern
in seiner Wohnung überfallen und
mit
ei
nem
harte
n
Gegenstand, vermutlich einer Eisenstange, auf den Kopf und die Arme/Hände geschlagen]
).
5.2.4
Mit der
Beschwerdegegnerin
ist daher von einem mittelschweren Unfall
im
mitt
leren Bereich auszugehen
. Die Unfallschwere höher einzustufen, rechtfertigt sich angesichts der genannten
Präjudizien
nicht
. Einerseits werden einfache
Faust
schläge gegen den Kopf zumeist nur an der Grenze zu de
n leichten Unfällen an
gesiedelt. Andererseits ist die Hürde für die Ansiedlung an
der
Grenze zu den schweren Unfällen hoch und wurde nur
ausnahmsweise bei
zusätzlich
eindeutiger Todesdrohung oder Verwendung eines speziell gefährlichen Gegenstandes (Eisen
stange, Messer)
in Kombination mit der
klaren
Inkaufnahme des Todes bejaht.
Todesdrohungen wurden keine ausgesprochen und d
ie
konkreten
Fusstritte gegen den Kopf
sind
(auch
unter Berücksichtigung des Verletzungsbildes
)
eher mit ei
nem
Schlag mittels Bas
eballschläger oder kräftigen Faustschlag als mit einem Messersti
ch vergleichbar
. Ebenso sind die
weiteren
Aspekte
(im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung,
nur
ein Angreifer
und
ein
diesen
zu beruhigen ver
suchender Freund
) im Vergleich zu zwei
bewaffnete
n
Einbrecher
n
, die der versi
cherten Person auflauerten
,
weniger schwerwiegend.
5.3
5.3.1
Die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhanges zwischen dem
Unfaller
eignis
und den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen ist folg
lich zu bejahen, wenn eines der nachfolgenden Adäquanzkriterien ausgeprägt er
füllt ist oder drei solcher Kriterien gegeben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_496/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 4.2.3 und 8C_550/2012 vom
1.
Februar 2012 E. 5.3 und 6.1): besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verlet
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwick
lungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; kör
perliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er
heblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio
nen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 115
V 133 E. 6b).
5.3.2
Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegt, ist objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person zu beurteilen. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, die somit noch nicht für
die
Bejahung des Kriteriums aus
reichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlit
tene Verletzung betrachtet. Der nachfolgende Heilungsprozess wird ebenfalls nicht einbezogen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E.6.2.2)
.
Die Behauptung des Beschwerdeführers, dieses Kriterium sei angesichts der Um
stände aus den Polizeiberichten und ersten Arztberichten erfüllt, ist
zu
we
nig
abgestützt
.
Effektiv
sind
keine Umstände ersichtlich, um dieses Kriterium bejahen zu können
.
Der Angriff erfolgte im Rahmen einer eskalierenden verbalen Ausein
andersetzung und
damit
nicht völlig unerwartet wie im oberwähnten Urteil 8C_168/2011 E. 5.
2.
Die
Eindrücklichkeit des Vorfalls
ist auch nicht
mit
derjeni
gen
im erwähnten Urteil 382/06 E. 4.3.1 vergleichbar, bei welchem der Angriff durch zwei vermummte, mit einer Eisenstange bewaffnete Einbrecher erfolgte.
Vergleichbare Umstände finden sich
am ehesten
im erwähnten Urteil 8C_681/2010 E. 6.3, wonach der Versicherte im Rahmen eines seit längerer Zeit bestehenden verbalen Konflikts von zwei Männer mit einer gefährlichen Schlag
waffe aufs Übelste verprügelt wurde. Das Bundesgericht schützte damals die Be
gründung der Vorinstanz, wonach dem Einsatz des Baseballschlägers neben den Fäusten bereits mit der Einordnung des Ereignisses bei den eigentlichen mittel
schweren Unfälle
n Rechnung getragen worden war.
Allein die Anwesenheit der Kinder rechtfertigt noch keine abweichende Beurteilung.
5.3.3
In BGE 140 V 356 E. 5.5.1 hat sich das Bundesgericht näher mit dem Kriterium der Verletzungen auseinandergesetzt und die Kasuistik gemäss seinem Urteil SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7, 8C_398/2012 E. 6.2.1 f., wiedergegeben. Bejaht worden sei das Kriterium etwa: bei Wirbelkörperfrakturen, wobei dem erhöhten Risiko von Lähmungserscheinungen und den im konkreten Fall wiederholt erforderlich ge
wesenen operativen Eingriffen Rechnung getragen worden sei (Urteil 8C_488/2011 vom 1
9.
Dezember 2011 E. 5.2); bei einer instabilen Fraktur eines Lendenwirbels, wobei man berücksichtigt habe, dass sich der Versicherte damit eine für einen mittelschweren, im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizierenden Unfall relativ schwere Verletzung zugezogen habe, welche zu
dem nach ärztlicher Einschätzung erfahrungsgemäss geeignet sei, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (Urteil 8C_116/2009 vom 2
6.
Juni 2009 E. 4.3); bei einem Kehlkopftrauma mit partiellem Abriss der Luftröhre und Erstickungs
gefahr (RKUV 2005 Nr. 555 S. 322, U 458/04 E. 3.5.1). Verneint worden sei das Kriterium unter anderem: bei einer luxierten, subkapitalen 3-Fragment-Hume
rusfraktur links (Urteil 8C_744/2009 vom
8.
Januar 2010 E. 11.2); bei einem von den Ärzten als schwer bezeichneten Polytrauma mit Thorax- und
Abdominal
trauma
sowie offenen Gesichtsschädelfrakturen (Urteil 8C_197/2009 vom 1
9.
No
vember 2009 E. 3.6); bei einem Fersenbeinbruch (Urteil 8C_432/2009 vom
2.
No
vember 2009 E. 5.3); bei einer traumatischen Milzruptur, Rippenserienfraktur mit
Hämatopneumothorax
links und Rissquetschwunde frontal am Kopf links (Urteil 8C_396/2009 vom 2
3.
September 2009, Sachverhalt A und E. 4.5.6); bei einem
akuten linksbetonten
Cervicocephal
- und
Lumbovertebralsyndrom
(Urteil 8C_249/2009 vom
3.
August 2009 Sachverhalt A und E. 8.3); bei einer Be
ckenstauchung mit
rezividierenden
ISG-Blockaden und aktivierter
Ileitis
rechts (Urteil 8C_275/2008 vom
2.
Dezember 2008 E. 3.3.2); bei Frakturen im Gesichts
bereich (Urteil 8C_825/2008 vom
9.
April 2009 E. 4.4); bei einer Commotio ce
rebri, Rissquetschwunde parietal sowie Schürfungen an Gesicht, Knien und Hän
den (Urteil U 151/04 vom 2
8.
Februar 2005 E. 5.2.2); bei Rippenfrakturen, diver
sen Kontusionen und Kopfprellung (Urteil U 272/03 vom 2
5.
August 2004 E. 4.3). Daraus habe man für das damals zu beurteilende Polytrauma (mit Milzruptur und Mageneinriss,
Hämatopneumothorax
beidseits, Rippenserienfraktur links 2-12, Rippenfraktur rechts 4 und 6, Brustbeinfraktur mit retrosternalem Hämatom, LWK 4-Querfortsatzfraktur, Fraktur des Schulterblatts links, Schlüsselbeinbruch links, Herzprellung mit
Pericarderguss
zirkulär 3 mm) geschlossen, das Kriterium sei erfüllt, liege aber nicht in besonderer Ausprägung vor, auch wenn die versicherte Person potentiell lebensgefährliche Verletzungen erlitten habe und längere Zeit intensivmedizinisch betreut worden sei.
Nach der vorstehenden Kasuistik erfüllen
Frakturen im Gesicht, eine Commotio cerebri oder
eine
Thoraxkontusion
– allein oder in Kombination – das Kriterium der Verletzungen nicht. Gleiches gilt unter zusätzlicher Berücksichtigung der
letztlich
unkomplizierten
Fibulafraktur
(
undisloziert
),
die
ebenso optimal abheilte wie die OSG-Distor
s
ion (vgl.
dazu
E. 5.1.2)
und nicht geeignet ist, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
.
Es bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer zutreffend erkannte
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
9.3.3 und
Urk.
13 ad
Ziff.
2.-
3.
und 9.333),
dass auch
bei der Schleudertrauma-Praxis die Diagnose einer HWS-Distorsion oder äquivalenten Verletzung allein nicht zur Bejahung dieses Kriteriums führt. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der dafür typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese könne beispielsweise in einer beim Unfall eingenommen
en
besonderen Körper
haltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erhebliche Verletzung, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma oder dergleichen zugezogen hat, können bedeutsam sein (z.B. Urteil
des Bundesge
richts
8C_438/2009 vom
3.
September 2009 E. 4.8).
Weder aus den Darlegungen des Beschwerdeführers, noch den
Akten ergibt sich
indes
,
dass es
vorliegend
zu irgendwelchen Komplikationen kam, weil der Beschwerdeführer am Boden lag.
Wie soeben dargelegt erlitt er keine
erheblichen
weiteren
Verletzungen. Schliess
lich erscheint eine besondere Schwere der typischen Beschwerden angesicht
s des geregelten Tagesablaufs (
Urk.
9/I/175/16)
und
Sportprogramms (z.B.
Urk.
9/I/119 unten), der
späten fachärztlichen Behandlung
der Kopfschmerzen (
Urk.
9/I/140)
,
der kurzzeitig minimalen
kognitiven Befunde
(vgl. E. 4.3)
und der
bei den Be
schwerden ohne nachweisbares organisches Korrelat
einseitig
dominierenden
psychischen Störungen
nicht überwiegend
wahrscheinlich
(vgl. E. 4.5)
.
5.3.
4
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2). Dabei reichen nach der bundesgerichtlichen Praxis für die Bejahung dieses Kriteriums Abklärungs
massnahmen, ärztliche Verlaufskontrollen, medikamentöse Therapie sowie Phy
siotherapie nicht aus. Indes liess das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 7.3.3 durchblicken, dass eine längere Arbeitsunfähigkeit selbst in einer aus somatischer Sicht adaptierten Tätigkeit (sicher mehr als ein Jahr) oder der unplanmässige Verlauf nach einer Operation als Indizien für die Erfüllung des Kriteriums gelten.
Der Beschwerdeführer machte zu
R
echt selbst nicht geltend, dieses Kriterium sei aufgrund der
somatischen Beschwerden
erfüllt. Es kann wiederum auf
das in
E.
5.1
Gesagte
verwiesen werden
. Ergänzend ist dem rheumatologischen Teilgut
achten des
Z._
vom 1
7.
März 2011 zu entnehmen, dass die
Fibulafraktur
wäh
rend sechs Wochen mit einer Kunststoffschiene behandelt wurde und der Be
schwerdeführer während Monaten Phy
s
io-/Bewegungs-Therapien etc. erhalten
hat
. Weitere Behandlungen nannte er keine und gab bei der Begutachtung im Januar 2011 nur noch eine Medikation (Schmerzmittel, Antidepressiva) an. We
der
aus rheumatologischer Sicht noch
aufgrund
der Zahnbeschwerden
erfolgte somit eine längerdauernde, belastende ärztliche Behandlung.
Soweit
der Be
schwerdeführer
im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis
auf die psychiatrische Behandlung
,
alternative Methoden
,
sportliche Aktivitäten
und die schwierige Kopfschmerztherapie
hin
wies
(
Urk.
1
Ziff.
9.3.4 und
Urk.
1
3
ad
Ziff.
9.3.4)
,
sind diese wohl nur bedingt als kontinuierlich und zielgerichtete
Behandlung
en
anzu
erkennen. Dies gilt nicht nur für die erst spät an die Hand genommene,
schlecht dokumentierte
Kopfschmerzbehandlung (z.B.
Urk.
9/I/119/8
, 9/I/142/1
),
sondern
auch die psychiatrische Behandlung, zumal in beiden
Gutachten insuffiziente Me
dikamentenspiegel
für
Cipralex
festgestellt wurden
(
Urk.
9/I/81/49 und 9/I/175/18)
und
die Gesprächsfrequenz teilweise sehr gering war
(
Urk.
9/I/114/4 unten,
9/I/
149/1
, 9/I/157/10
)
.
Sicher keinen belastenden Faktor stellen für den bereits früher sportlichen Beschwerdeführer Aktivitäten wie Schwimmen und Radfahren dar, welche denn
auch
im Umfang eines ausgiebigen
Freizeit
sports
und weniger als medizini
sche Massnahme betrieben werden (vgl.
Urk.
9/I/81/11 unten, 9/I/157/10
M
itte).
5.3.
5
Das Kriterium der Dauerschmerzen setzt voraus, dass in der ganzen Zeit zwischen Unfall und Fallabschluss durchgehend körperliche Schmerzen bestehen, die auf organisch nachweisbare, unfallkausale Befunde zurückgehen. Psychische Be
schwerden können selbst dann nicht in die Beurteilung der Adäquanz einbezogen werden, wenn sie körperlich imponieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_359/2008 vom 1
8.
Dezember 2008 E. 6.4 und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.3).
Es kann abermals auf die Darlegungen in E. 4.3 und 5.1 verwiesen werden. Ein organisches Korrelat für die geklagten Beschwerden findet sich nur für die erste Zeit nach dem Unfall. Die im Zeitpunkt des Fallabschlusses nach wie vor beste
henden Beschwerden lassen sich indes trotz polydi
s
ziplinärer Begutachtung nicht objektivieren.
Der Beschwerdeführer erläuterte denn auch nicht, auf welchen ob
jektiven Befund er seine Behauptung stützt, andauernde Kopfschmerzen seien auch «somatische» Beschwerden (
Urk.
13 ad
Ziff.
9.3.5).
Zur Argumentation des Beschwerdeführers (
Urk.
1
Ziff.
9.3.5) ist anzumerken, dass das B
undesgericht im
mer wieder betont, die Frage nach den einer versicherten Person noch zumutba
ren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen
sei
nach Massgabe der objektiv feststellba
ren Gesundheitsschädigung durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute
„
auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleis
tung zu beantworten
"
(vgl. Urteil des Bundesgerichts I 936/2005 vom
2.
April 2007 E. 3.3, bestätigt in den Urteilen 9C_401/2014 vom 2
6.
November 2014
E. 4.2 und 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015 E. 5.4). Es kann deshalb nicht
ohne weiteres
aufgrund eines Berichts der beruflichen Eingliederung auf massive Dau
erbeschwerden geschlossen werden, zumal
im Falle des Beschwerdeführers Indi
zien dafür bestehen, dass
äussere Faktoren
(z.B.
Urk.
9/I/115/6 oben) und seine Persönlichkeit (z.B.
Urk.
9/I/175/27) die Eingliederung negativ beeinflussten.
5.3.
6
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf, sondern auch auf die Arbeitsunfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit in einem anderen Beruf (
Art.
6
Abs.
1 ATSG; Urteile des Bundesgerichts vom
3.
Februar 2012 E. 7.3.6 mit Hinweisen und 8C_933/2014 vom 2
2.
April 2015 E. 3.2.2.5). Als nicht gegeben erachtete das Bundesgericht dieses Kriterium
in seinem
Urteil 8C_12/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 7.3.3, nachdem die Versicherte ein Jahr nach dem Unfall aus somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit wieder voll ar
beitsfähig war (vgl. auch vorerwähntes Urteil 8C_933/2014 E. 3.2.2.5 in Verbin
dung mit Sachverhalt A.).
Wie zuvor ist auf E. 4.3 und 5.1 zu verweisen. Eine längerdauernde physisch bedingte Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten
Tätigkeit
ist nicht ersichtlich.
5.3.
7
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen darf nicht schon aus der ärztlichen Behandlung (z.B. lange Dauer, Einnahme vieler Medika
mente) und den geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit erreicht werden konnte, reicht allein nicht aus (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.3 und 8C_626/2009 vom
9.
November 2009 E. 4.3 je mit Hinweisen).
Da auch dieses Kriterium u
nter Ausschluss nicht somatisch bedingter
Beschwer
den zu prüfen ist, kann es ohne Weiteres unter Hinweis auf E. 4.3 und 5.1 verneint werden.
Es bleibt
mit Blick auf die Argumentation des Beschwerdeführers (
Urk.
1
Ziff.
9.3.6)
anzumerken, dass
nicht ersichtlich ist, inwiefern
der Beruf als Manager
eine Komplikation
bei der Genesung
darstellen soll. Auch
kann
kaum gerade
die gescheiterte Abklärung im
B._
, bei welche
r
der Beschwerdeführer
seine Leis
tungsfähigkeit gemäss
der beiden
Z._
-Gutachten
nicht wirklich ausschöpfte
(
Urk.
9/I/175/27, 9/I/81/28 f.)
, sich aber gleichzeitig ausgiebig sportlich betätigte
(
Urk.
9/I/119/3)
und nur ungenügend behandeln liess
(
Urk.
9/I/114/4, 9/I/119/8)
,
als
besondere
r
Grund für die Verfestigung
d
er
psychischen Beschwerden
gewertet werden
.
5.3.
8
Sodann trifft es zwar zu, dass die Erledigung eines Versicherungsfalles, sei es durch die Behandlung als Naturalleistung der Versicherung, sei es durch die Ab
klärungen der Kreis- und
der
anderen beigezogenen Ärzte, zur Verschlimmerung oder Verfestigung der psychogenen Beschwerden beitragen kann und solche Um
stände gegebenenfalls unter das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung mit Verschlimmerung der Unfallfolgen zu subsumieren sind (
vgl. Urteile des Bundes
gerichts U 284/06 vom 1
3.
November 2006 E. 3.5, U 95/04 vom 2
2.
September 2004 E. 5.1 und U 11/06 vom 1
2.
Oktober 2006 E. 6.2
).
Wenn
die Beschwerdegegnerin jedoch zum Schluss kommt, dass
kein
Rentenan
spruch
besteht
, kann
darin kein Umstand erblickt werden, der einer ärztlichen Fehlbehandlung mit einer Verfestigung der nach kurzer Zeit imponierenden psy
chischen Unfallfolgen
gleichzustellen ist.
Andernfalls wäre es der Beschwerde
gegnerin
nicht mehr
möglich,
erstmalige Rentenansprüche sorgfältig zu prüfen und gesprochene Renten zu revidieren oder
wieder
zu
erwägen
.
Weder eine per
sönliche Erwartungshaltung, noch die frühere berufliche Stellung, die soziale Si
tuation oder Motivation der versicherten Person v
ermögen daran etwas zu ändern
(vgl. zur Argumentation des Beschwerdeführers
Urk.
1
Ziff.
9.3.7
und
Urk.
13 ad
Ziff.
6 und 9.3.7
)
.
Für die Erfüllung des Kriteriums bedarf es
vielmehr
eines
klaren
Fehlve
rhaltens
im
Verwaltungsverfahren.
Der Beschwerdeführer machte
diesbe
züglich
geltend, ihm sei eine Rente und
ein rascher
Einspracheentscheid
zugesagt worden.
Dem ist
zu entgeg
n
en
, dass
die Beschwerdegegnerin
zu seinen Gunsten lange
Zeit
mit
dem
Fallabschluss
zugewartet hatte
und d
ie
umstrittenen Zusiche
rungen
letztlich
erst im Februar 2015
(
Urk.
9/I/212
; vgl. auch
Urk.
9/I/214 unten
)
bzw. Oktober 2015 (
Urk.
9/I/236) erfolgten
. Zu diesem Zeitpunkt
hatten sich
seine Beschwerden
längst verfestigt
.
Es
ist nicht anzunehmen
,
der Beschwerdeführer hätte ohne diese
in Bezug auf die Höhe der Rente mehr als vage
Aussage während laufender Rentenprüfung anders auf die negativen Bescheide der Beschwerdegeg
nerin reagiert
oder
wäre heute
gar
in e
inem höheren
Mass
arbeitsfähig. Gleiches gilt für den Fall, dass der
negative
Einspracheentscheid
einige Monate früher
er
gangen wäre. Keinesfalls wäre d
as
Kriterium in ausgeprägter Weise erfüllt. Ob der Beschwerdeführer überhaupt vor Verfügungserlass Kenntnis von
Urk.
9/I/214
hatte, kann somit offengelassen werde. Die geforderte Einvernahme des damali
gen Case Mangers erübrigt sich ebenfalls, nachdem die Akten die behauptete Aussage mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen.
5.4
Zusammenfassend
ist somit keines der
sieben
Adäquanzkriteri
en
gegeben
.
Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen
dem Ereignis vom
1.
November 2009
als mittelschwerem Unfall
im mittleren Bereich
und
den nach August 2015 fort
bestehenden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen ist
daher
nicht
gegeben.
6
.
6
.1
Mit den Parteien zu prüfen ist weiter ein Schreckereignis.
Die Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzungen und den nachfolgend auf
getretenen psychischen Störungen
ist
nach der allgemeinen Formel (gewöhnli
cher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen. Diese Recht
sprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen - anders als im Rahmen üblicher Unfälle - die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 entwickelten Adäquanzkriterien ebenso ungeeignet wie dieje
nige der so genannten
Schleudertraumapraxis
(BGE 134 V 109; 117 V 359; vgl. BGE 129 V 177 E. 4.2). Nicht anders verhält es sich, wenn die versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen Beeinträchtigungen indes lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlittenen psychi
schen Stress in den Hintergrund treten bzw. nicht entscheidend ins Gewicht fal
len. Bei "gemischten" Vorfällen, in welchen die Elemente eines Schreckereignisses (Überfall, Bedrohung) und einer ihrerseits den Unfallbegriff erfüllenden physi
schen Einwirkung (Schläge, Zufügen von Verletzungen) kombiniert vorkommen,
ist die Adäquanzprüfung hingegen unter beiden Aspekten vorzunehmen. So wäre nicht einzusehen, weshalb die im Rahmen einer Betrachtung als «klassischer» Un
fall aufgrund der körperlichen Verletzungen zu bejahende Adäquanz entfallen sollte, weil der Überfall auch ein Schreckereignis darstellen könnte, oder warum der erlittene Schreck nur deshalb die Adäquanz nicht zu begründen vermöchte, weil der versicherten Person darüber hinaus auch noch physische Schäden zuge
fügt wurden. Eine Prüfung unter beiden Gesichtspunkten ("Schreckereignis" und gemäss BGE 115 V 133) ist also möglich, wenn keiner der Faktoren deutlich im Vordergrund steht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_298/2016 vom 3
0.
Novem
ber 2016 E. 4.3 mit diversen Hinweisen).
6
.2
Zu betonen ist, dass das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nur ausserge
wöhnliche Schreckereignisse, die mit einem ausserordentlichen psychischen Schock verbunden sind, zu erfüllen vermögen. Die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Per
son sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Hef
tigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des see
lischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. In Frage kommen Ereignisse wie etwa Brand- oder Erdbebenkatastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugunglücke, schwere Auto
kollisionen, Brückeneinstürze, Bombenabwürfe, verbrecherische Überfälle oder sonstige plötzliche Todesgefahren sowie Seebeben, bei denen, anders als im Rah
men der üblichen Unfälle, die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beige
messen werden kann. An den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis aus
gelöst haben, an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entspre
chenden psychischen Schock sind strenge Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts
8C_167/2016 vom 2
3.
Mai 201
6
E. 2.2
).
6.3
Eine Übersicht zur hier interessierenden Kasuistik betreffend
Überfälle
als Schre
ckereignisse
findet sich
im
Urteil
des Bundesgerichts
8C_167/2016 vom 2
3.
Mai 2016 E. 4.
2.
Danach war in
BGE 129 V 177 E. 4.3 ein Raubüberfall auf die Be
triebsleiterin eines Spielsalons mit einer Faustfeuerwaffe, aber ohne Handgreif
lichkeiten oder Schussabgabe zu beurteilen.
Das Bundesgericht erkannte damals
, das ein s
olches Ereignis
sei
nicht geeignet
, einen dauernden, erheblichen psychi
schen Schaden mit anhaltender Erwerbsunfähigkeit zu verursachen. Die übliche und einigermassen typische Reaktion auf einen solchen Überfall
dürfte
erfah
rungsgemäss darin
bestehen
, dass zwar eine Traumatisierung stattfinde, diese aber vom Opfer in aller Regel innert
einiger Wochen
oder Monate überwunden
werde. Eine psychische Störung und lang andauernde Erwerbsunfähigkeit könn
ten
nicht mehr in einem weiten Sinne als angemessene und einigermassen typi
sche Reaktion auf das Schreckereignis bezeichnet werden
.
Gleiches galt gemäss Bundesge
ri
cht
im Fall einer Versicherten, die als Aufsicht in einem Spielsalon bei Arbeitsschluss von drei maskierten Männern überfallen
wurde
, wobei einer von ihnen mit den Fäusten auf sie
einschlug
und ein anderer eine Pistole auf sie
richtete. Dabei zog
sich die Versicherte
nebst Schwellungen im Gesicht eine Rissquetschwunde über dem linken Auge zu
(Urteil U 2/05 vom
4.
August 2005
). Ebenfalls verneint worden war die Adäquan
z
beim Barkeeper, der bei Aufräumarbeiten nach Betriebsschluss von zwei maskierten Männern mit Schusswaffen bedroht sowie mit Faustschlägen ins Gesicht und Fusstritten in den Bauch traktiert wurde, während sich ein dritter um den ebenfalls anwesenden Gesch
äftsführer kümmerte, und danach beide Opfer
im Büro des Betriebs einge
schlossen wurde
n
(Urteil U 593/06
vom 1
4.
April 2008 E. 3 und 4). Ferner traf dies auf die
Kioskverkäuferin
zu
, die hinter dem Verkaufstresen von zwei mas
kierten Männern bedroht wurde, wobei einer der Täter sie an der Schulter festhielt und eine Pistole mit einem Abstand von etwa
7
bis
10 cm
gegen ihre Stirn richtete (Urteil 8C_266/2013 vom
4.
Juni 2013 E. 3.2.1), und beim Tankstellenwart, der mit einer Pistole bedroht wurde und mit der Faust
bzw.
mit der Pistole Schläge gegen den Kopf erhielt
und sich dabei eine Kontusion des Schädels sowie des linken Oberschenkels zuzog
(Urteil 8C_44/2015 vom 1
9.
Mai 2015 E. 3
). Ab
schliessend verwies das Bundesgericht auf sein
Urteil
8C_2/2016 vom 2
9.
Februar 2016, wonach die
Angemessenheit einer länger als vier Jahre dauernden psychi
schen Gesundheitsschädigung nach einem Überfall in einem Tankstellen-Shop
verneint wurde
, anlässlich welchem ein mit einer Sturmhaube maskierter Täter die Angestellte mit einer Soft-Air-Waffe bedroht, ihr diese in den Rücken ge
rammt und Geld verlangt hatte, wobei der Täter dann im Shop überwältigt wer
den konnte.
Die rechtliche Adäquanz bejaht worden sei, so das Bundesgericht weiter, im Ent
scheid 8C_522/2007 vom
1.
September 2008 E. 4.3 im Falle der Mitarbeiterin einer Blumenabteilung, die um 3.30 Uhr morgens als
E
rst
e
am Arbeitsplatz ein
getroffen sei und bei einer geballten Übermacht von drei vermummten und be
waffneten Einbrechern keine Chance gesehen habe, sich zu wehren oder
zu
flie
hen. Sie sei auf den Boden gezwungen, gefesselt und in der Toilette eingeschlos
sen worden, wobei sie sich ein Hämatom am Hinterkopf zugezogen habe. Aus objektiv verständlichen Gründen habe sie dabei während
30
Minuten ständig be
fürchten müssen, dass es zu sexueller Gewalt kommen könnte und auch mit dem Tod rechnen
müssen
.
Daraus schlussfolgerte das Bundesgericht für den im Urteil
8C_167/2016 zu beurteilenden Fall einer Versicherten, die als Angestellte einer Tankstelle innert 13 Monaten zweimal mit dem Messer bedroht und zur Geld
herausgabe gezwungen wurde,
die rechtliche Adäquanz sei zu verneinen. Die Versicherung hatte zuvor
3 Jahre lang
Leistungen
ausgerichtet.
Ergänzend ist auf das
Urteil
U 390/2004 hinzuweisen,
in welchem
die Adäquanz verneint
wurde
im Falle einer Versicherten, die
am frühen Morgen von eine
m
alkoholisierten Mann beschimpft und gewürgt wurde.
Demgegenüber bejaht wurde die Adäquanz im
schon erwähnten (Erwägung 5.2.3 oben, am Ende)
Ent
scheid U 382/200
6
vom
6.
Mai 2008 E.
4.
Darin wurde der Fall eines Versicherten behandelt, der vergeblich versucht hatte, die Einbrecher durch Betätigen der Tür
klinke in die Flucht zu schlagen. Er wurde in seiner Wohnung mit einem unbe
kannten, harten, länglichen Gegenstand (Eisenstangen) auf den Kopf und die schützenden Arme/Hände geschlagen, wobei er multiple Rissquetschwunden und Prellungen am Schädel und linken Arm erlitt. Schliesslich konnte sein Bruder die Täter in die Flucht schlagen.
6.4
A
ls massgebliche Kriterien erachtete das Bundesgericht bei seiner Kasuistik
also
insbesondere die Intensität der Bedrohungslage,
wobei ihm allein das Drohen mit einer Waffe nicht genügte, sondern es die Adäquanz erst bejahte, wenn zusätzlich
offensichtlich entweder
ein
massives
Kräfteungleichgewicht
oder eine
ausseror
den
t
liche
Gewaltbereitschaft
bestand
.
Ebenfalls a
ls wichtigen Faktor beurteilte es die Dauer des Schreckereignisses, während welcher mit sexueller Gewalt oder dem Tod zu rechnen war.
Ins Gewicht fiel
ferner
, wenn der Überfall in einer schützen
den Umgebung wie der eigenen Wohnung oder am Arbeitsplatz geschah.
Darüber hinaus
berücksichtigte
das Bundesgericht
den Zeitrau
m zwischen Unfallereignis und Leistungseinstellung
,
Ausmass und Heil
ung der erlittenen Verletzungen so
wie am Rande die konstitutionelle Prädisposition
.
Mit Bezug auf
den bereits in E. 5.
2.2
geschilderten Hergang des
Ereignis
ses
vom
1.
November 2009 ist
festzustellen,
dass es sich auf offener Strasse, also nicht in einer geschützten Umgebung zutrug.
Weder wurde eine Waffe verwendet, noch ist ein
Kräfteungleichgewicht ersichtlich, wobei der zweite Jugendliche sogar ver
suchte, den Angreifer zum Aufhören zu bewegen.
Zweifelsohne gegeben ist eine
erhebliche
Gewaltbereitschaft
seitens des Angreifers
, welche für den mehr als ein
mal niedergeschlagenen Beschwerdeführer
auch
klar erkennbar war. Ebenso nachvollziehbar
ist
, dass
dieser
Angst um seine Kinder hatte
, obschon er keine Anhaltspunkte dafür hatte, dass sich die Aggression auch gegen dieselben rich
tete
. Indes
ist hervorzuheben, dass er so
schnell das Bewusstsein
verlor
, dass sich in seinen polizeilichen Aussagen keinerlei Hinweise auf die
besonders gefährli
chen
Fusstritte gegen den Kopf finden.
Im Übrigen
sind
die
objektivierbaren
Ver
letzungen
(Gehirnerschütterung
,
Kontusionen im Gesicht, Rissquetschwunde der Oberlippe
,
Zahnlockerung,
Thoraxkontusion
,
undislozierte
Unterschenkelf
raktur rechts,
Distorsion des Sprunggelenks rechts mit Läsion des Aussenbandes)
zwar ohne weiteres als erheblich, jedoch
nicht als schwer
oder
gar
lebensbedrohlich
zu taxieren.
Die Verletzungen
sind denn auch
zügig und folgenlos
abgeheilt.
6.5
Es wird
somit
nicht in Abrede gestellt, dass es
sich um ein für den Beschwerde
führer
e
indrückliches und subjektiv als bedrohlic
h empfundenes Ereignis han
delte. Dieses
war
jedoch
realistisch
betrachtet nicht mit dem Erleben einer massi
ven
Todesangst
verbunden,
die n
ach der allgemeinen Lebenserfahrung
gestützt auf einen realitätsgerechten Massstab
geeignet
gewesen wäre
, psychische Be
schwerden und eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit auszulösen, die
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung
(
knapp sechs Jahre
später)
hinaus
andauern.
Damit kann offengelassen werden, ob zusätzlich
dem Aspekt der Schrecksituation Rechnung zu tragen ist,
da die
rechtliche
Adäquanz auch
nach der allgemeinen Adäquanzformel
zu verneinen ist.
Fehl geht
die
Argumentat
i
on
des Beschwerde
führers, der seine Arbeitsunfähigkeit letztlich
indirekt
mit der langen Abs
enz vom Arbeitsmarkt bedingt durch die Beschwerde und gescheiterte Eingliederung be
gründet (
Urk.
1
Ziff.
9.2). Eine solche Abwesenheit
kann nach der bundesgericht
lichen Rechtsprechung
höchstens (z.B. bei Entzug der Rente nach 15-jährigem Bezug)
zu einem
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
führen, soweit auch die subjektive Eingliederungsfähigkeit bejaht wird.
7
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin ihre vorübergehenden Leistungen somit zu recht per Ende August 2015 eingestellt und den Anspruch auf eine In
validenrente
und
Integritätsentschädigung mangels eines adäquaten Kausalzu
sammenhangs zwischen nach diesem Zeitpunkt fortbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigungen
und dem Ereignis vom
1.
November 2009
verneint.
V
om
Beizug
der IV-Akten
sind
keine neuen
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb
darauf zu verzichten
ist
.
Denn die Invalidenversicherung
als finale Versicherung
unterscheidet
nicht zwischen krankheits- o
der unfallbe
dingter Invalidität
. Demgegenüber trifft die S
uva
eine Leistungspflicht nur für den unfallbedingten Gesundheitsschaden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_220/2013 vom
4.
Juli 2013 E. 3 mit Hinweisen)
. Ein solcher liegt ab dem
1.
September 2015
nicht mehr vor, wie
in den
vorangehenden
Erwägungen
aufge
zeig
t worden ist
. Der Versicherte führt
e
denn auch
keine
konkreten,
in den IV-Akten
befindliche medizinische Unterlagen an
, die den gegenteiligen Schluss zuliessen.
Die Be
schwerde ist folglich abzuweisen.
8
.
Das Verfahren ist nach Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos.
Wie bereits angedeutet, kann einer Partei alsdann im Rahmen von
Art.
61
lit
. g ATSG trotz Unterliegens in der Sache eine Parteientschädigung zugesprochen werden, soweit die Gegen
partei die Kosten verursacht hat. Dies folgt aus dem allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach je
n
e Partei für die Kosten des Verfahrens aufzukommen hat, welche es bewirkt hat, und hat bislang namentlich in Fällen der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und der daraus abgeleiteten
Entscheidbegründung
Anwen
dung gefunden, wie das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_738/2014 vom 1
5.
Ja
nuar 2015 E. 4 mit diversen Hinweisen festhielt
.
Die in E. 3 dargelegte Verletzung des rechtlichen Gehörs rechtfertigt somit die Zusprechung einer Parteientschädigung an den anwaltlich vertretenen Beschwer
deführer – auch wenn die Aktengutachten letztlich keine neuen Erkenntnisse brachten und in diesem Sinne nicht ausschlaggebend waren für den Entscheid. Diese ist nach §
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dabei ist insbesondere
den sich stellenden umfangreichen juristischen Fragen und dem komplexen medizinischen Sachverhalt, aber auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Rechtsvertreterin die Akten grösstenteils bereits aus dem Verfah
ren IV.2015.00556 bekannt waren
.
Demnach ist dem Beschwerdeführer eine
Pro
zessentschädigung von
Fr.
2‘
1
00.
--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu
zusprechen.