Decision ID: e909087d-005b-4833-9ebc-14b503465273
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1970
geborene
X._
war
seit Dezember 2003
mit
einem Be
schäfti
gungsgrad von 80
%
als Mitarbeiterin Hauswirtschaft im Spital
A._
sowie zusätzlich seit März 2006
mit
einem Beschäftigungs
grad von 32 % als Reinigungsmitarbeiterin im Betrieb
B._
in Zürich
an
gestellt und
über
ihre
Arbeitgeber
bei der AXA Versicherungen AG (AXA)
sowie
bei der
Unfallversicherung Stadt Zürich
im Rahmen des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG) oblig
atorisch versichert (Urk. 7/1 und Urk. 7
/2
1
S.
3
). Am 3
1.
Aug
u
st 2012 fuhr ihr, als sie
mit
ihrem
Fahrzeug
im Stau
stand
, ein nachfolgendes A
uto ins Heck. Die am Unfalltag
erstbe
han
deln
den
Ärzte des Stadtspitals
C._
diagnostizierte
n ein
kr
anio
zer
vikales
Dezelerations
trauma
mit/bei Schulterkontusio
n rechts
(Urk. 8/5).
Unter
der Fallführung der
Unfallversiche
rung Stadt Zürich
(
Urk.
7/21 S.
2)
erbrachte
die
se
die
ge
setzlichen Leistungen
. Mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2014
stellte sie diese – unter Hinweis auf das Fehlen eines
natürlichen und
adäquaten
Kausalzusam
menhangs zwischen dem Unfallereignis und de
n geklag
ten Be
schwe
r
den – per 1
1.
Juli
2014 ein (Urk. 7/85
). Die dagegen erhobene Einsprache
vom
2
4.
November 2014 (Urk. 10/1
) wies sie mit Entscheid vom
1
2.
Januar 2015
ab (
Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
2.
Februar 2015 Beschwerde (
Urk.
1)
und b
eantragte, der angefochtene Ent
scheid
sei aufzuheben und es seien ihr
die ge
setzlichen Leistungen
(T
a
ggeld, Heilbehandlung, Invalidenrente,
Integritätsent
schädigung
) a
uszurichten
(Urk. 1 S.
2)
.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S.
3).
Mit Verfü
gung vom 1
7.
Februar
2015 wurde d
ie
Beschwerdeführer
in
aufgefordert
,
das Ge
such innert Frist zu substantiieren und die finanzielle Situation zu belegen
(
Urk.
4)
, worauf sie sich nicht vernehmen liess.
Mit Be
schwerdeantwort vom
1
1.
März
2015
schloss die
Unfallversicherung Stadt
Zürich
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
)
,
w
as
der Beschwer
deführer
in
am
2
0.
Mai 2015
zu
r Kenntnis
ge
brach
t
wurde
(Urk. 12
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
)
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be
ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sund
heit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E.
3b, 122 V 415 E.
2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
h
ungs
weise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S.
173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre weitere Leistungspflicht damit, dass
sich
die geklagten Beschwerden
weder klinisch noch radiologisch begründen liessen. Dem orthopädischen Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Chefarztstellvertreter am
Kantonsspital
E._
, vom 1
1.
Juli 2014
könne
zwar
entnommen werden, dass auf
grund des angegebenen Unfallmechanismus
eine Extensionsverletzu
n
g
der
Halswirbelsäule
(HWS) möglich sei. Die angegebene B
e
schwerdesymptomatik
mit Schwi
ndel-/
Gangunsicherheit,
Hypästhesien
und Schmerzen im Bereich der rechten Körperhälfte seien
jedoch
dadurch nicht begründbar.
Bei der psychi
schen Symptomatik handle
es
sich gestützt auf das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
6.
Juni 2014
um eine dysfunktionale Erlebens- und Verhaltensstrategie ohne eigenen Krankheitswert (
Urk.
6 S. 5 f. und
Urk.
2 S. 4
f
.
).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellt sich demgegenüber auf den
Standpunkt,
der medi
zinische Sachverhalt sei unzureichend abgeklärt, da
rechtsprechungsge
mäss
sechs Monate nach Beschwerdepersistenz eine interdisz
i
plinäre
Begutach
tung angezeigt sei.
Es fehle eine Begutachtung der Fachrichtung
en
Neurologie, Rheumatologie und Neuropsychologie.
Sodann könne a
uf
das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
F._
nicht abgestellt
werden
, weil
mangels
Deutschkennt
nisse
n
der Beschwerdeführerin und
fehlender
professionelle
r
Übersetzung
in der Untersuchung der rechtserhebliche Sachverhalt
nicht
habe
festgestellt
werden können
.
D
ie orthopädische Untersuchung
sei unzureichend, da sie
in Bezug auf zwe
i verschiedene
MRI-Befunde
keine Klärung gebracht habe, ob
eine
Extensi
onsverletz
ung
und die vom Hausarzt beschriebene Instabilität an der HWS vor
liege
(
Urk.
1 S. 5 f.).
3
.
3.1
Dr.
med.
G._
, Assistenzarzt Chirurgie am
C._
,
berichtete
im
Doku
mentationsfragebogen
für die Erst
behandlung
nach
kranio
zervikalem
Beschleu
nigungstrauma
vom 3
1.
August 2012
über die Einweisung der Beschwerdefüh
rerin am gleichen Tag
. Im
Untersuchungsbefund
beschrieb
er fehlende Schmer
zen bei der aktiven Beweglichkeitsprüfung der Halswirbelsäule
(HWS), einen
leichten
Druckschmerz an der rechten Sc
hulter
über dem Nacken bis Mitte Schädel und wies auf ein
en
Ruheschmerz
ohne
Stauchungsschmerz
en
hin. Die
Muskelkraft sei normal und Parästhesien sowie sensible Defizite best
ünden
nicht
.
Die aktuelle Bewusstseinslage beurteilte er mit einem
Glasgow
Coma
Score
(GCS) von 1
5.
Zu den von der Beschwerdeführerin
geäusserten Beschwer
den
seit
dem Unfallzeitpunkt
vermerkte er
Kopfschmerzen, Nackens
chmerzen, Schwindel,
Übelkeit, j
edoch kein Erbrechen und
keine
Hör-, Seh
- oder Schlaf
störungen.
Er verneinte das Vorliegen von äusseren Verletzungen, beschrieb i
m
Röntgen
be
fund
normale Verhältnisse
und
hielt
als
Verdachtsdiagnose und Di
agnose
eine HWS-Distorsion
Grad I
fest
.
Es wurde Analgesie (NSAR) verordnet und vom
3
1.
August 2012
bis
4.
Septem
ber 2012 eine
Arbei
tsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/1
).
3.2
Im Bericht der
N
euroradiologie
G._
vom
1
3.
September 2012
vermerkte der
zuständige A
rzt
Kopf- und Nackenschmerzen
bei
Stat
us nach Auffahrunfall vom 3
1.
Februar
2012 (richtig 3
1.
August
2012)
.
Auf den MRI-Bildern vom selben Tag ersah er
eine leichte Degeneration im Segment C5/6 mit ganz kleiner He
rnie
posterior
paramedian links
ohne wesentliche
Duralsackeindellung
. Die übrigen
zervikalen
Bandscheiben seien altersüblich norm
al. Die leichte
Kypho
sierung
im
Segment C5/6 sei wahrscheinlich Ausdru
ck einer Fehlhaltung. E
ine
Fraktur be
stehe nicht und eine
Veränderung, die sicher
nur traumatisch bedin
gt sein könnte,
sei nicht vorhanden
(
Urk.
8/3).
3.3
Im Bericht des Medizinisch Radiologischen Instituts vom 1
5.
O
ktober 2012 wurde aufgrund eines MRI vom gleichen Tag
der Wirbelsäulenbefund wie folgt umschrieben: „
Normale zervikale Lordose, an
lageb
e
dingt normale Weite des zervikalen Spinalkanals. In den auf
den
kranioze
r
vikalen
Übergan
g fokussierten Sequenzen symmet
r
is
che Abbildung
der
atlantookzipitalen
Gelenke, der
atlan
toaxia
l
en
Ge
lenke
und normale Darstellung des
atlantodentalen
Gelenkes.
Die Membrane
tectoria
,
Membrana
atlant
o
occipitalis
posterio
r
sowie die
Ligam
enta
alaria
und das Ligamentum
transversum
atlantis
sind intakt. Geradestehender
Dens
axis
. Es besteht keine Fettinfiltra
t
ion im
Musculus
longus
colli
/
capitis
beidseits. Darstellung einer
kurzstreckigen
Diskontin
u
ität des
L
igamentum lon
gi
tudinale
anterius
auf Höhe C5/C6 im Sinne eines Risses. Zudem ist auf dieser Höhe eine
breitbasige
links
recessale
Diskusprotrusion
zu erkennen. Die Me
dulla
spinalis
w
i
r
d
nicht erreicht, keine Myelopathie. Kein Hinweis für einen Riss des Ligamentum longitudinale
posterius
, der Lig
a
menta
interspinalia
und des Li
g
a
mentum supraspinale.
Ein präverte
brales Hämatom oder eine
Hämorrhagie im Bereich der
posterioren
Nackenmuskulatur ist nicht zu erkennen. Keine patho
logische
Flüssigkeitsansammlung in den Facettengelenken. Kein Hinweis für eine akute/subakute Fraktur. Die abgebildete Medulla
spinalis
von CO-Th3 stellt sich unauffällig ohne Myelopathie und in der Medic
-
Gradientenechosequenz
ohne Hinweis
für
Mikroblutung
en
dar. Diskrete
Unkovertebralart
hrose
auf Höhe C3/C4 rechts ohne
raumfordernde Wirkung. Die
Neuroforamina
sind beidseits frei.“
In der Beurteilung wurde auf ein
en
Riss des
Ligamentums
longitudinale
a
n
terius
auf Höhe C5/C6 als Zeichen einer Extensionsverletzung
ohne weitere spinale
Traumafolgen
hingewiesen und
eine
breitbasige
links
recessale
Diskusprotrusion
auf dieser Höhe ohne wesentliche rau
m
fordernde Wirkung festgehalten (
Urk.
8/11).
3.4
Am
1
1.
März 2013
berichteten
die Ärzte
der Rehaklinik
I._
über das
a
m
bulant
e Assessment vom
5.
März 201
3.
Bei
den
Leistungs
tests
vermerkten
sie insgesamt ei
ne erhebliche Symptomausweitung
, wobei die Interpretation dieser Befunde
beim
Ergebnis der empfohlenen psychiatrischen Abklärung zu berück
sichtigen sei.
E
ine intensivierte ambulante Physiotherapie und die sukzessive Wiederaufnahme der Arbeit
sei zu empfehlen
(
Urk.
8/17 S. 2 f.).
3.5
Dr.
med.
J._
, Allgemeine Medizin FMH,
vermerkte
im Bericht vom
9.
Juli 2013
, er habe den Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Assessments fol
gend
die psychiatrische konsiliarische Abklärung eingeleitet und die intensi
vierte Physiotherapie angestrebt. Er habe versucht
,
einen Grund für die Instabi
lität der oberen HWS zu finden und die Darstellung des Atlas-
Dens
-Verhalten
s
nach Sandberg durchgeführt. Diese habe eine vermehrte Dehnungsfähigkeit
des Ligamentum
Alare
links auf 5 mm ergeben
,
während das rechte ein Maximum von 3 bis 3.5 mm erreicht habe. Dies entspreche einer Instabilität
(
Urk.
8/19).
3.6
Dr.
med.
K._
,
Facharzt FMH Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
vom
medizinischen Dienst der AXA,
vermerkte in seiner Stel
lungnahme vom 2
2.
Februar 2013
,
ob die im MRI vom 15.
Oktober 2012 be
schrie
bene Veränderung wirklich einem Riss des Ligamentum longitudinale ent
spreche, solle von einem Radiologen beantwortet werden. Gleichzeitig sollte diesem auch das MRI vom 1
3.
September 2012 und die konventionellen Rönt
genbilder vom 3
1.
August 2012 zur Beurteilung vorgelegt werden. Das vordere Längsband könne durch eine Überdehnung im Rahmen einer
Extensionsverlet
zung
reissen. Ob es anlässlich des Unfallereignisses zu einer derartigen Über
dehnung gekommen sei, sei eine unfallanalytisch zu klärende Frage. Aus medi
zinischer Sicht sei zu ergänzen, dass auf Höhe der beschriebenen Läsion gleich
zeitig eine vorbestehende degenerative Veränderung vorliege, welche einerseits durch eine damit bedingte Gewebeänderung zu einer anderen Intensitätsabbil
dung im MRI führen
oder anderseits durch degenerative Randzacken bei Belas
tung eine veränderte Scherwirkung auf das Band ausüben könne bzw. al
lenfalls auch Ursache für eine geringere Rissfestigkeit des Bandes sein könne. Schmer
zen und
Beweglichkeitseinschränkungen könnten durch einen Riss des Liga
men
tum longitudinale
anterius
verursacht werden, allerdings lägen bei der Beschwerdeführerin auf dieser Höhe auch degenerative
Wirbelsäulenverände
rungen
vor, welche die gleiche Symptomatik auslösen könnten. Erstaunlich für e
i
ne akute Zerreissung des Ligamentum longitudinale
anterius
anlässlich des Unfalls sei
die bei der Erstkonsultation im
Stadts
pital
C._
nur gering doku
men
tierte Schmerzhaftigkeit und die praktisch voll erhaltene und schmerzfreie Be
w
eglichkeit der Halswirbelsäule (
Urk.
8/23).
3.7
Oberarzt
Dr.
med.
L._
und Assistenzärztin
Dr. med.
M._
vo
m
Spital N._
berichteten
a
m 2
6.
März 2014
über die
ambulante neurologische U
ntersuchung vom
3.
März 201
4.
S
i
e
führten aus
, im klinischen Status
finde sich
in erster Linie eine
schmerzbedingte eingeschränkte Beweglichkeit der HWS mit einem deutli
chen muskulären Hartspann
nuchal
. Hinweise auf eine Läsion des
Myelons
oder von Nervenwurzeln lägen nicht vor.
Der im
externen MRI
der HWS be
schrie
bene Riss des Ligamentum longitudinale
anterius
auf Höhe C5/6 habe von ihren Neuroradiologen nicht
nachvollzogen werden können (
Urk.
8/27 S. 3).
3.8
Dr.
D._
führte
im Gutachten vom 1
1.
Juli 2014 zu Händen der
Beschwer
de
gegnerin
aus, in Zu
sammenschau aller radiologischen
Befunde könne eine
dis
ko
ligamentäre
Verletzung C5/6 nicht mit letzter Sicher
heit ausgeschlossen werden. Der Riss des longitudinale
an
terius
w
e
rde durch die Radiologie
beschrieben. Dies
er
sei jedoch nur auf einer Sequenz und einem Schnittbild vorhanden. Auch eine degenerative Ursache bei bereits besch
riebe
ner Degeneration der
Black
disc
der darüber liegenden Etagen könne letztlich nicht ausgeschlossen werden.
Für
eine degenerative Ursache spreche die vent
rale
Spondylophytenbildung
C5/
6.
Nach
den vorliegenden
radiologischen Un
terlagen
könne im MRI vom 1
5.
Okto
ber 2012 eine Extensionsverletzung nicht ausgeschlossen werden. Demgegen
über stehe jedoch das MRI vom 1
3.
September 2012
,
welches nur eine degene
rative Abnutzung mit
Spondylo
phytenb
il
dung
und Diskusdegeneration zeige. Aufgrund dieser radiologischen Befunde handle es sich entweder um eine HWS-Distorsion nach der Qu
ebec-Task-Force
Grad I bzw. Grad II, je nach Bewertung durch die
Radiologie (
Urk.
8/29 S. 4 f.).
Zur Kausalität führte der Gutachter aus, aufgrund des angegeben
en
Unfall
mechanis
mus
sei eine Extensionsverletzung der HWS möglich. Es f
ä
nde
n
sich aber weder eine
radikuläre
Beschwer
desymptomatik
noch radiologisc
he Zeichen einer Myelopathie
,
welche einen Schwindel /
eine
Gangunsicherheit begrün
den könnte
n
. Die von der
Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden mit
Hypäs
thesien
sowie Schmerzen im Bereich der rechten
Körperhälfte seien weder klinisch
noch
durch die
radiologische Bildgebung
begründet.
Für die
Nacken
schmerzen
könnte sowohl ein degenerativer Verschleiss als auch eine mögliche
diskoligamentär
e
Verletzung verursachend sein
(S. 5
).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, aus orthopädischer Sicht spreche nichts gegen die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungsmitar
beiterin
zu 100
%
. Zur Frage
der
Erfolgsaussichten von weiteren medizinischen Behandlungen
hielt
er
fest
, es bestehe kein wegweisender Befund, welcher durch eine Interventi
on (operative Massnahme) erfolg
verspre
chend behandelt werden
könne. Die konservativen Therapien seien ausge
schöpft.
Physiotherapie und manu
elle
Therapie könn
t
e
n
zwar eine Besserung der HWS-Beschwerden errei
chen, die subjektive Schmerzwahrnehmung könne hier
durch jedoch nicht beein
flusst werden (S. 7).
3.9
Dr.
F._
diagnostizierte
im Gutachten vom 2
6.
Juni 2014
(
aufgrund der psy
chiat
rischen Untersuchungen der Beschwerdeführerin vom 1
4.
Mai 2014 und vom 2
6.
Juni 201
4)
eine chronische Schmerzstörung mit so
matischen und psy
chi
schen F
a
ktoren (ICD-10
F 45.41), aber wesentlich durch dysfunktionales
Krank
heitserleben
und –verhalten sowie durch Aggravation überformt
,
und
eine l
äng
ere
depressive Reaktion auf die Schmerzen und die be
rufliche Desin
te
gra
tion (ICD-10
F
43.21
,
Urk.
8/30 S. 8).
Zur Frage der Kausalität führte er aus, die ausgeprägte Schmerzsymptomatik sei nahezu sic
her ohne Unfall nicht denkbar, d
ie Schmerzen im jetzigen Ausmass jedoch nahezu sicher Resultat eines dys
funktional
en Krankheitserlebens und -
v
erhaltens der Beschwerdeführerin aufgrund der ausgeprägten Vermeidung, Passivität,
Dekonditionierung
und sekundärer Schmerzverstärkung.
Als soziale Belastungsfaktoren l
ä
ge
n
eine entwickelte Allergie gegen Reinigungsmittel und die dadurch notwendige Versetzung
an
einen
anderen
Arbeitsplatz vor, die im Unfallzeitpunkt noch nicht abgeschlossen gewesen sei.
Das familiäre Klima weise r
egressionsbegrenzende wie auch regressionsbegünstigende Faktoren auf
,
w
obei letztere
eff
ektiver zu sein schienen
.
Bei den psychischen Be
e
inträchtigungen handle es sich
um
eine selbständige dysfunktionale Erlebens- und Verhaltensstrategie
ohne eigenen Krankheitswert.
Die Schmerzausweitung im Rahmen der chronischen Schmerzstörung mit so
ma
tischen und psychischen Faktoren sei ebenfalls ein sekundäres Phänomen und die
Anpassungsstörung sei naturgemäss eine selbständige sekundäre
Ge
sund
heits
schädigung
, jedoch ohne
signifikante
Auswirku
ng auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 10 f.)
.
Zum zumutbaren Belastungsprofil und zur Arbeitsfähigkeit vermerkte der Gut
achter, a
us psychiatrischer Sicht ergäben
sich keine Einschränkungen der psy
chischen noch der physischen Funktionen. Dies betreffe das Konzentrations-, das Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit. Die Schmerzen seien aus medizinisch-theoretischer Sicht überwindbar
und die psy
chischen Störungen würden die zumutbare Willensanstrengung nicht relevant beeinträchtigen. Aus psychiatrischer Sicht sei ein 100%iges Arbeitspensum mit voller Leistungsfähigkeit in der bisherigen, wie auch in einer angepassten Tätig
keit zumutbar (S. 13 f.).
4
.
4
.1
Vorweg ist zu prüfen, ob zwischen den
geklagten
B
eschwerden und dem Unfall
vom 3
1.
August
2012
ein natürlicher Kausalzu
sammenhang vorliegt (vgl. E. 1.2
).
4
.2
In den
am Unfalltag angefertigten Röntgenbilder
n
konnten keine frischen
ossä
ren
Verletzungen nachgewiesen werden (E.
3.1). Das MRI vom 1
3.
Septem
ber 2013 zeigte keine Fraktur oder eine Veränderung, die sicher ei
nem trauma
tischen Ereignis zugeschrieben werden konnten (E.
3.2). Einzig im MRI vom 1
5.
Oktober 2012, welches zu Händen des behandelnden Arztes
Dr.
J._
erstel
lt wurde, wurde ein Riss des Li
gamentums longitudinale
ante
rius
auf Höhe C5/C6 gesehen und dieser durch die Radiologin als
Extensions
verletzung
beurteilt (E. 3.3). Hierbei ist nicht aktenkundig und es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte, dass der beurteilenden Radiologin das zuvor erstellte MRI vom 1
3.
September 2013 oder die Röntgenbefund
e
des
C._
vorgelegen haben.
Dr.
K._
wies in diesem Zusammenhang nachvollziehbar darauf hin, dass gege
n eine akute Zerreissung des Li
gamentums longitudinale
anterius
die nur als gering dokumentierte Schmerzhaftigkeit und die praktisch voll er
haltene und schmerzfreie Beweglichkeit der HWS anlässlich der
Erstkonsulta
tion
am Unfall
tag im
C._
spreche (E.
3.6). Zum
gleichen
Schluss
gelangten auch die Neuro
radiologen des Spitals N._
, die auf Veranlassung von
Dr.
J._
die Beschwerdeführerin neurologisch untersuchten und den Befund im externen MRI vom 1
5.
Oktober 2012 als nicht nachvollziehbar beurteilten (E.
3.7). Letzt
lich schloss auch
Dr.
D._
, dass der nur auf einer Sequenz und einem
Schnitt
bild
beschriebene Riss als
diskoligamentäre
Verletzung zwar nicht
mit letzte
r Sicherheit ausgeschlossen werden könne
, aufgrund der ventralen
Spondylo
phy
tenbildung
C5/6 jedoch eher eine degenerative Veränderung darstelle (E. 3.8).
4.3
Aufgrund der Aktenlage steht damit fest, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
teilweise mit einer strukturellen Veränderung der HWS auf der Höhe C5/6
erklärt werden können
, diese Schädigung jedoch
nur mög
licherweise einer unfallbedingten
Läsion
zu
geschrieben werden kann
.
Die natürliche Kausalität zwischen
dem
Unfallereignis und der Läsion
kann damit
nicht
mit dem im
Sozialversicherungsrecht
geforderten
Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3)
ausgewiesen werden und
ist mithin zu verneinen.
4.4
Das höchste Gericht führte in seiner Rechtsprechung aus, dass im Hinblick auf die in der medizinischen Wissenschaft gesicherten Erkenntnisse nach Schleu-
dertrauma
die Zurechnung eines solchen zu einem Unfall zu verneinen sei, wenn die Latenzzeit von Beschwerden und medizinischen Befunden in der
Hals
region
nicht binnen 24 bis höchstens 72
Stunden nach dem Unfall auftre
ten (Urteil des Bundesgerichts U 264/97 vom 1
2.
August 1999). Hierbei genügt es, wenn die versicherte Person an Nackenschmerzen leidet, und weitere praxis-gemä
sse Beschwerden (E.
1.3
hievor
) erst mit der Zeit hinzukommen.
Diesfalls
ist vom Vorliegen einer HWS-Distorsion auszugehen (Urteil des Bundesgerichts U 336/06 vom 3
0.
Juli 2007 E. 5.1).
Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdeführerin
anlässlich der
Erstunter
su
chung
am Unfalltag im
C._
über
e
inschlägige Beschwerden im Sinne eines typischen Beschwerdebildes
mit Kopf-
und
Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit
geklagt hat
und die entsprechende Diagnose einer HWS-Distorsion nach der Quebec-Task-
Force
Grad I gestellt wurde (E. 3.1
).
Damit ergibt sich, dass bei der Beschwerdeführerin
innerhalb der
recht
spre
chun
gsge
mäss
geforderten Zeit
massgebliche
Symptome
aufgetreten sind
.
Bei der entspre
chend ärztlicherseits gestellten Diagnose einer HWS-Distorsion ist daher die natürliche Kausalität zwischen den geklagten B
eschwerden und dem Unfall vom 3
1.
August 2012
gegeben.
5
.
5.1
5.1
.1
In Bezug auf die Adäquan
zfrage ist zu klären, ob die von
der
Beschwer
de
führerin
geklagten Beschwerden einem organisch nachweisbaren
unfallbe
ding
t
en
Sub
strat zuzuordnen sind. Die
s ist vorliegend zu verneinen (
hiervor
E.
4.3).
5.
1
.2
Bei der
weiteren
Adäquanzprüfung ist die Schwere des
Unfalls aufgrund des augenfälli
gen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beur
teilen (BGE 134 V 109
E. 10.1).
A
ufgrund des
Polizeirapport
s ist aktenkundig
,
dass
die Beschwerdeführerin
in ihrem
Fahrzeug
im Stau rollend v
o
m nachfolgenden Fahrzeug, welches mit einer Geschwindigkeit von 50
km/h unterwegs war und trotz Vollbremsung nicht mehr rechtzeitig halten konnte,
am Heck
getroffen und in das vordere Fahrzeug geschoben wurde
(
Urk.
7/10)
.
Der
Rapportierende bezifferte den Scha
den an ihrem
Fahrzeug
mit
ca.
Fr.
5‘000.-
(S. 5) und vermerkte, dass dieses noch fahrtauglich nach Hause gebracht
wurde
(S. 10).
Mit der fraglichen Kollision - mit einem Delta-v von
12.7 bis 17.3
km/h
(Urk.
8/23)
- vergleichbare Auffahrkollisionen (etwa vor einem
Fussgänger
strei
fen
[vgl. betreffend Doppelkollisionen mit primärer Heckkollision und sekun
därer Frontkollision etwa Urteil
des Bundesgerichts
8C_304/2008 vom 1.
April 2009 E.
5.1]
) werden
rechtsprechungsgemäss
regelmässig
als mittelschwere, an der Grenze zu den leichten Unfällen liegende Ereignisse qualifiziert (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 408/05 vom 26. Januar 2007 E.
9 betreffend
Auf
fahrkollision
auf der Autobahn mit einem Delta-v von 12 bis 17 km/h). Auch die
aktenkundigen
Fahrzeugschäden geben vorliegend zu keiner anderen Beurteilung Anlass. Von den weiteren
massgeblichen
Kriterien müssten bei der gegebenen Unfallschwere für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter oder aber mehrere - mindestens vier - in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sein (BGE 134 V 126 f. E. 10.1 und Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
5
.
2
5
.
2
.1
Anhaltspunkte für eine besondere Eindrücklichkeit oder besonders dramatische Begleitumstände des Unfall
s vom 3
1.
August 2012
ergeben sich
aufgrund der Akten nicht und werden durch die Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.
Z
u beachten
ist
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklic
hkeit ei
gen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums
ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2).
5
.
2
.2
Die
Beschwerdeführer
in
erlitt auch keine schweren Verletzungen oder solche besonderer
Art.
Im Gegenteil waren den bildgebenden Untersuchungen keine frischen
ossären
Läsionen zu entnehmen und
die organischen Beschwerden be
schränkten sich
– bei freier Beweglichkeit der HWS -
auf
l
eichte Druck
schmerzen an der rechten Schulter und über dem Nacken bis Mitte Schädel
. Die erstbehandelnden Ärzte des
C._
erho
ben denn auch keine weiteren soma
tischen Befunde (E. 3.1). Der erst später im MR
I vom 1
5.
Oktober 2012
gesehene
Ris
s
ist nicht
überwiegend wahrscheinlich
unfallbe
dingt (E. 4.2 f.
) und kann in diesem Zusammenhang nicht berücksichtig
t wer
den.
5
.
2
.3
Weiter liegt auch keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behand
lung bis zum Fallabschluss per 1
1.
Ju
l
i
2014
vor. Dieses K
riterium bedingt, ge
samt
haft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die
Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von unge
wöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und
Abklä-rungs
massnahmen
sowie
manualtherapeu
tische
und medikamentöse Behand
lungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1
1.
Sep
tember 2013 E. 8.3).
D
ie
Beschwerdeführer
in
wurde
am Unfalltag lediglich medikamentös
behandelt
und spä
ter durch den
behandeln
de
n
Arzt
an eine Physiotherapeutin
überwiesen
, wobei an zwei Sitzungen
von
wö
chentlich je 30 Minuten klassische
Massagen und Elektrotherapie
durchge
führt wurden (
Urk.
8/17 S. 2 und
12)
. Noch später erfolgte aufgrund der
Über
weisun
g durch den behandelnden Arzt
eine psychotherapeutische
Behandlung
mit einer wöchentlichen Sitzung
(
Urk.
8/20)
. Eine fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung lässt sich daraus nicht ableiten
. Abgesehen da
von gilt eine Behandlungsbedürftigkeit in Form von medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie während zwei bis drei Jahren
nach einer HWS-Distorsion durch
aus als üblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 2
3.
April 2008 E. 5.2
.3
).
5
.
2
.4
Erhebliche, ohne wesentlichen Unterbruch bestehende Beschwerden sind nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabsch
luss adäquanzrelevant.
Das Kriterium ist insbesondere dann zu verneinen, wenn ein entsprechendes Leiden nicht gelten
d
gemacht oder die Angaben der versicherten Person nicht glaub
haft sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_807/2008 vom 1
5.
Juni 2009 E. 7.5).
Aufgrund
der ärztlichen Be
richte
ist belegt,
dass sich
einzig für die von der Beschwerdeführerin geäusserten Nackenschmerzen Befunde erheben lassen, die möglicherweise i
m Zusammenhang mit einer HWS-Distorsion gesehen wer
den können.
Beschwerden mit
Hypästhesien
sowie Schmerzen im Bereich der rech
ten Körperhälfte
konnten
weder klinisch
noch
mittels radiologischer Bildge
bung
begründet
werden (E. 3.8).
Aufgrund der medizinischen Untersu
chungen ergaben sich sodann Hinweise auf Sy
mp
t
o
mausweitung, Aggravation und dy
s
funktionales Krankheitserleben
und
-v
erhalten (E.
3.4 und E.
3.9)
. Die Erheb
lichkeit der Beschwerden im Sinne von körperlichen Dauerschmerzen ist daher zumindest in Frage zu stellen
5
.
2
.5
Hinweise auf eine die Unfallfolgen verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung fehlen in den medizinischen Akten, weshalb a
uch dieses Kriterium nicht aner
kannt werden kann.
5
.
2
.6
Ohne Weiteres zu verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen Heilungs-verlaufs und der erheblichen Komplikationen. Hierfür bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom
6.
April 2009 E.
5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charakteristisches
Phäno-men
(vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
5
.
2.
7
Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Ar
beitsunfähigkeit trotz ausge
wie
sener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Distorsionen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Daue
r der Arbeitsunfähigkeit ist da
her massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt
es ihr trotz solcher Anstrengun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung schnellstmöglich wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternati
ve, der gesundheitli
chen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nac
h
Art.
19
Abs.
1 UVG in erhebli
chem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen).
Zwischen dem Unfallereignis vom
3
1.
August 2012 und dem Fallabschluss vom 1
1.
Juli
2014
ist einzig ein Arbeitsversuch
in einem Arbeitspensum von
20
%
im Mai 2013
beim bisherigen Arbeitgeber aktenkundig (
Urk.
8/19
). Der behan
delnde Arzt führte in diesem Zusammenhang aus, er habe die Beschwerdefüh
rerin praktisch dazu gezwungen, wobei sie am
1.
Juni 2013 nicht mehr in der Lage gewesen sei
,
der
Reinigung im
A._
zu folgen und dann zu Hause geblie
ben sei.
Andere respektive berufliche Eigenanstrengungen zur Wiedereinglie
derung
sind nicht aktenkundig
. Das Kriterium der erheblichen
Arbeitsunfähig
keit trotz ausge
wiesener Anstrengungen kann somit nicht bejaht werden. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Schmerzen
an sich noch keine rele
vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be
wirk
en (Urteil des
damaligen Eid
genössischen Versicherungsgerichts I 994/06 vom 2
9.
August 2007
E. 3.3 mit Hinweisen) und keine unfallbedingten, medizinischen Gründe ersicht
lich sind, aufgrund derer das Kriterium als
gegeben
er
scheint, zumal
weder
neu
rologisch
noch psychiatrisch wesentliche
Befunde oder Ausfä
lle dokumentiert werden konnten, die einer Wiederaufnahme der bisheri
gen
Erwerbstätigkeit ent
gegen stehen
(E. 3.7 und E. 3.8
).
5
.3
Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines in ni
cht be
son
ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schweregrad des
Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
6
6
.1
Nach dem Gesagten ergibt sich, da
ss die von der
Beschwerdeführer
in
ab 1
1.
Juli
2014
weiterhin beklagten Gesundheitsstöru
ngen in keinem überwie
gend wahr
scheinlichen Kausalzusamm
enhang zum Verkehrsunfall vom 3
1.
August 2012
stehen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
ihre Leistungen per
1
1.
Juli
2014
einstellte.
6
.2
Auf die
verlangte Einholu
ng eines polydisziplinären Gutachtens (
Urk.
1 S.
5
) ka
nn in antizipierter Beweiswürdi
gung verzichtet werden. Die strittigen Fragen können gestützt auf die bei den Akten liegenden fachärztlichen
Untersuchungen und
Berichte nämlich zuverlässig beurteilt werden, wie sich aus den vorstehen
den Erwägungen er
gibt.
Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin einen Nach
teil erlitten hat
, weil
sie bei den psychiatrischen Untersuchungen von der Tochter und vom Sohn begleitet wurde
,
die
zum Teil auch
als Übersetzer fun
gierten, ergeben sich nicht
.
Solches
wird auch nicht
dargetan.
Mit Blick auf die Anamnese
,
wonach die Beschwerdeführerin
im
O._
aufgewachsen war
,
be
reits
19-jährig in Schweiz einreiste,
hier längere Zeit
einer
Erwerbstätigkeit nachging
(vgl.
Urk.
8/30 S.
5)
und
über
die schweizerische Staatsbürgerschaft
verfügt (
Urk.
7/10 S.
3),
ist auch nicht nachvollziehbar
, dass sie aus sprachli
chen Gründen der psychiatrischen Untersuchung nicht folgen konnte.
Von
einer zusätzlichen
Begut
achtung sind
mithin keine relevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, zumal die Annahme einer kurz nach dem Unfall im Vordergrund stehenden psychischen Pathologie zur Anwendung der einschlägigen Praxis führen würde, welche für die Beschwerdeführerin nachteilig wäre.
Dami
t ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
Es bleibt die Prüfung des Gesuches der Beschwerdeführerin um
Bestellung eines
unentgeltlichen Rechtsvertreters
in der Person von Rechtsanwalt
Dominique
Chopard
(
Urk.
1)
vorzunehmen
.
Innert mit Verfügung vom 1
7.
Februar
2015 ange
set
zter
First
wurden keine Belege zur finanziellen Situation eingereicht (vgl.
Urk.
4).
Andro
hungsgemäss
ist somit
auf fehlende prozessuale
Bedürftig
keit
zu schliessen und das
Gesuch
um Gewährung eines
unentgeltlichen Rechts
vertreters
abzuweisen.