Decision ID: 9d915903-f878-4a56-a489-b054111971f6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, ohne Berufsbildung, arbeitete zuletzt vom 1. Januar 2009 bis zur Kündigung per 31. Dezember 2010 (Ur
k. 8/13, Urk. 8/5)
als Kellner/
Pizzaiolo
im Restaurant
A._
in
Y._
in einem
59
%-
Pensum
(
Urk. 8/
13; 26 Stunde
n
pro Woche bei einer all
ge
meinen Arbeitszeit von 44
Stunden pro Woche
).
1.2
Am
2
2.
Januar 2011 meldete sic
h der Versicherte unter Hinweis
auf eine
seit zirka zehn Jahren
bestehende
Angststörung und
Nervosität
bei der In
validen
ver
siche
rung zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/5
). Die Sozial
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische und berufliche Abklärungen. In der Folge veranlasste
sie
ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk. 8/15,
vgl. dazu Gut
achten vom 23. September 2011, Urk. 8/17).
Am
27.
Juli 2011 (Urk. 8/16) teilte sie dem Versicherten mit, dass zurzeit keine be
ruf
lichen Ein
gliederungs
mass
nahmen möglich seien. Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 (Urk. 8/25) stellte sie
ferner
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht.
Nach Prüfung der Einwände (Urk. 8/28-29) tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen (Urk. 8/32) und holte sodann einen weiteren medi
zinischen Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
thera
pie FMH, Psychiatrisch-psychothera
peutisches Zentrum
D._
, ein (Urk. 8/36). Am 15. August 2012 (Urk. 8/39) wurde der Versicherte hinsichtlich de
r
weiteren getätigten Abklärungen zur Stellungnahme aufgefordert. Er liess sich hiezu nicht vernehmen. Mit Verfü
gung vom 10. September 2012 (Urk. 2) ver
neinte die IV-Stelle bei einem
Invali
ditätsgrad von 0
%
einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invali
denversicherung.
2.
Dagegen erhob der Versicherte
am
15
.
Oktober 2012
(Urk. 1) – unter Beilage ver
schiedener
medizinischer Berichte
(Urk. 3/1-
2
)
-
Beschwerde
und be
an
tragte
sinn
gemäss
,
seine Arbeitsfähigkeit und der entsprechende Invaliditätsgrad seien er
neut zu
evaluieren
und sein Anspruch auf eine Re
nte der Invaliden
ver
siche
rung
zu prüfen
;
es
seien
ferner
berufliche Massnahmen zu
prüfen
.
Mit Beschwerde
ant
wort
vom
13. November 2012
(Urk. 7) schloss
die IV-Stelle auf
Ab
wei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
4
.
November
2012 zur Kennt
nis
gebracht
wurde (Urk. 9).
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die Ent
scheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
per
tise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der angefochtenen Verfügung vom
1
0.
Sep
tember
2012 (Urk. 2) dafür,
dass d
e
r Beschwerdeführer
ohne Gesund
heits
schaden
seiner Tätigkeit als Kellner/
Pizzaiolo
weiterhin zu einem Pen
sum von
59
% nachginge
. Mittels
allgemeiner Methode
des Einkommensvergleichs
er
rechnete
sie bei eine
r
Arbeits
fähigkeit von 70
%
und unter Gewährung eines leidensbedingten
Ab
zuges im Umfang von
10
%
einen renten
aus
schliessen
den Gesamt
in
validitäts
grad von
0
%.
2.2
Dagegen machte d
e
r
Beschwerdef
ührer
in
seiner
Beschwerde vom
15. Oktober
2012
(Urk. 1)
geltend,
e
r habe während seines Teilzeitarbeitseinsatzes im Restaurant um eine Erhöhung
des Arbeitspensums nachgesucht.
M
angels betrieblichen
Bedarf
s
s
e
i das
aber nicht
möglich gewesen
. Er habe auch er
folg
los eine höherprozentige Anstellung gesucht. Er bestreite, dass er freiwillig auf die Leistung von
Mehrarbeit verzichtet habe
.
Dr.
C._
habe ihm aus psy
chi
atrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ein
auf 100
%
gestei
gertes
Leistungspensum
in einer
be
hin
derungs
angepasste
n
Tätigkeit
würde ihn stark überfordern
und könnte er nicht bewältigen,
nicht zu
letzt auch wegen der wiederholt auftrete
nden massiven Rückenbeschwerden
.
3.
3.
1
Dr.
med.
E._
, Oberarzt, und pract. med.
F._
, Assistenzarzt, Spital
G._
,
H._
, führten am 18. Mai 2008 (Urk. 8/12/5) aus, der Beschwerde
führer
habe während der Arbeit als Serviceangestellter plötzlich Atemnot ver
spürt, worauf er die Ambulanz alarmiert habe.
Diese habe dann einen hyper
venti
lierenden kaltschweissigen Beschwerdeführer mit Kribbelparästhesien und einem generalisierten intermittierenden Tremor
ins Spital
gebracht. Die Symp
tomatik sei am ehesten im Rahmen eines Hyperventilationssyndroms zu inter
pretieren ge
wesen. Unter einmalige
r Einnahme eines Temesta exp.
1 mg sei es zu einer raschen und kompletten Regredienz der Beschwerden gekommen.
3.
2
Dr.
med.
I._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin spez.
Nephrologie,
nannte
am 28. März 2011
(Urk. 8/12
/1-3
)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression und eine Angststörung und attestierte
dem Beschwerdeführer
als Kellner eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2010.
Dr.
I._
hielt in seinem Bericht fest, der Beschwerdeführer sei
nervös und ängst
lich
und habe
zudem
Panikattacken und Platzangst. Einschränkungen be
stünden in Form
eines reduzierten Konzentrationsvermögens
und
au
f
grund von
Angst
zuständen. Die
bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Der Beschwerde
führer sei auch in einer be
hin
derungsangepasste
n
Tätigkeit zu 100
%
arbeits
unfähig. Mit der Wieder
auf
nahme der beruflichen Tätigkeit bezie
hungs
weise Erhöhung der Einsatzfähigkeit kön
ne nicht gerechnet werden. Diese An
gaben gälten seit 1. Januar 2011.
3.3
Im psychiatrischen Gutachten vom 23. September 2011 (Urk. 8/17)
stellte
Dr.
B._
die Diagnosen
eine
r
generalisierte
n
Angststörung (ICD-10 F41.1) und eine
r
Agoraphobie und Panikstörung (ICD-10 F40.01; S. 7
Ziff.
5).
Dr.
B._
führte aus (S. 9 ff.
Ziff.
5), im klinischen Eindruck stünden eine aus
ge
prägte Nervosität, Unruhe, Än
gstlichkeit und eine psychische
Belastung
im Vorder
grund. Gemäss Anamnese bestehe eine erhebliche generalisierte Angst
störung mit Schreckhaftigkeit. Bezüglich der Panikstörung sei mit Sicher
heit ein starkes Vermeidungsverhalten festzustellen, andererseits aber nicht das volle Bild einer schweren Panikstörung mit fixierten Attacken und einer ge
nerel
len Immobilisation. Mögliche nicht krankheitsbedingte Re
gressions
ten
denzen seien nicht von der Hand zu weisen.
Der Einfluss der Angststörungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei schwierig einzuschätzen. Nachdem dem Beschwerdeführer Ende 2010 die Stelle aus Krankheitsgründen gekündigt worden sei, sei ihm wahrscheinlich seit
Anfang dieses Jahres die Tätigkeit im Gastgewerbe nicht mehr zumutbar. Die Panik vor dieser Arbeit mit zeitweiser Hektik und sehr nahem sozialen Kontakt scheine festgefahren zu sein und
führe
zu einer unaushaltbaren psych
o
vegetati
ven Stresssymptomatik
. Hingegen gebe es aus psychiatrischer Sicht keine ein
deutige Kontraindikation für Erwerbstätigkeiten, in denen sich der Beschwer
deführer nicht mit anderen Leuten auseinandersetzen müsse und in denen kein Lärm und keine Hektik herrschten.
Aus psychiatrischer Sicht könne dem Beschwerdeführer retrospektiv bis Ende 2010 keine Arbeitsunfähigkeit in einem für die Invalidenversicherung relevan
ten Ausmass attestiert werden (S. 9 f.
Ziff.
6). Seit Januar 2011 bestehe wahr
scheinlich eine voll
e
Arbeitsunfähigkeit im Gastgewerbe, wa
h
rscheinlich aber eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 100
%
für Arbeiten ohne soziale An
for
derun
gen, Lärm oder Hektik.
Die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei durch psychische Leiden mit Krank
heitswert bedingt, nämlich eine generalisierte Angststörung und eine Panik
st
örung und Agoraphobie, wegen derer
sich unter subjektivem Stress eine über
mässige psychovegetative Stresssymptomatik mit Konzentrationsstörungen, starker Gewichtsabnahme und unaushaltbaren Angstzuständen entwickelt habe. Der Beschwerdeführer weise ein in psychischen und sozialen Belangen ein
fa
ches Denken mit einer deutlich reduzierten Auffassungsgabe auf. Dem
ent
spre
chend halte er sich für somatisch und nicht für psychisch krank.
Be
ruf
lich sei dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeit mit den oben beschriebenen Ausschlusskriterien zumutbar. Aus derzeitiger Warte er
scheine eine praktisch volle Arbeitsfähigkeit in diesem Rahmen möglich. Die Angst
störungen hätten nicht ein solches Ausmass erreicht, dass sie den Arbeits
weg und eine Erwerbstätigkeit unter konstanten Bedingungen generell ver
hin
dern würden. Der Beschwerdeführer scheine zwar zurzeit eine regrediente Hal
tung eingenommen zu haben, aus psychiatrischer Sicht seien jedoch keine Kontra
indikationen für eine berufliche Wiedereingliederung des Beschwerde
führers von sich aus oder mithilfe der Invalidenversicherung sichtbar.
3.4
In den ärztlichen Zeugnissen vom 1
7.
Januar 2012 (Urk. 8/28/1-2) attestierte
Dr.
I._
dem Beschwerdeführer eine
vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit
vom 1
0.
bis 31.
Oktober 2011
respektive
vom
6.
bis inklusive
9.
Januar 2012
.
3.
5
Im Bericht
vom
6.
Juli 2012 (Urk. 8/36)
nannte
der
behandelnde
med. prakt.
C._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Panikstö
rung (ICD-10 F41.0) und einen Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in bis
heriger Tätigkeit
.
Med. prakt.
C._
hielt fest, d
ie Angstsymptomatik habe sich durch Nervosität, Unruhe und e
ine
psycho
vegetative Symptomatik mit Erbrechen sowie Kopf- und Bauchschmerzen ge
äussert. Die Panikattacken seien klassisch
und von einem schweren
Angst
gefühl, Hyper
venti
lation, Herzklopfen, Atemnot, Schwin
del und starkem Schwitzen
und von Entfremdungsgefühlen begleitet
gewesen
.
Da die Symptome der generalisierten Ängste nicht so ausgeprägt seien wie die Panikanfälle, stelle er die Diagnose der Panikstörung. Die Symptome seien diagnostisch mit einer Ver
dachts
diagnose zu würdigen.
Eine angepasste Tätigkeit sei bisher
noch nicht erprobt worden.
Wieder
ein
gliede
rungs
massnahme
n
sei
en
sicher zu diskutieren. Die Leistungs
fähigkeit sei durch die Störung schwer eingeschränkt.
Das Konzentrationsvermögen, die An
pas
sungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien mittelgradig und das Auf
fassungs
vermögen
leichtgradig eingeschränkt.
Mit der Wiederaufnahme der be
ruf
lichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht ge
rechnet werden.
3.
6
Am 1
5.
August 2012 (Urk. 3/2) nannte
n
Dr.
med.
J._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
K._
, Assistenzärztin
,
L._
, Rheumapoliklinik,
fol
gende Diagnosen:
Radikuläres Ausfallsyndrom S1 links
Fusssenkerparese M4 links, ASR Abschwächung links
Magnetresonanztomographie der
Lendenwirbelsäule vom 20.
August 2012: Neurokompression S1 links
Knöchelödem links
b
ei eingeschränkter oberer Sprunggelenksabrollbewegung aufgrund Fusssenkschwäche
d
uplexsonographisch keine Hinweise auf eine Venenthrombose
In ihrer Beurteilung führten sie aus, die Beschwerden des Beschwerdeführers seien mit einem radikulären Ausfallsyndrom S1 links mit Fusssenkerparese und ASR-Abschwäc
hung links vereinbar. Konventionell-radiologisch hätten sich am
2.
August 2012 leichte
degenerative Veränderungen im L5/S1 gezeigt. Mag
net
resonanz
tomographisch hab
e
eine kleine Diskushernie im L
5
/S1 mit Neuro
kom
pres
sion S1 nachgewiesen werden können. Anlässlich der Ver
laufskontrolle und Besprechung der Magnetresonanztomographie am 21. August 2012 habe sich eine seit dem 1
9.
August 2012 neu aufgetretene Schwellung am oberen Sprung
gelenk (OSG) gezeigt. Eine OSG-Arthritis habe sonographisch und eine Venen
thrombose duplexsonographisch ausgeschlossen werden können. Die OSG-Schwellung sei auch nach Rückspra
che mit den Angiologien am ehe
sten auf die eingeschränkte OSG-Beweglichkeit respektive Abrollbewegung links auf
grund der Radikulopathie zurückzuführen. Eine entzündliche Aetiologie sei bei un
auffälligem CRP-Wert unwahrscheinlich.
4.
4.1
Ausweislich der medizinischen Akten leidet der Beschwerdeführer sowohl unter somatischen als auch psychischen Beeinträchtigungen.
4.
2
Dr.
J._
und
Dr.
K._
von
der Rheumaklinik des
L._
diagnostizierten
am 1
5.
August 2012 (E. 3.5)
und damit noch vor Erlass der angefochtenen Ver
fü
gung
ein radikuläres Ausfallsyndrom im S1 links mit einer Neuro
kompression links sowie ein Knöchelödem links bei einge
schränkter oberer Sprung
gelenks
ab
roll
bewegung aufgrund einer Fuss
senk
schwäche.
Die i
n diesem
Bericht aufge
führten somatischen Diagnosen sowie die darin erhobenen Be
funde
und
damit ver
bundenen somatischen Beschwerden
blieben in der ange
fochtenen Ver
fü
gung gänzlich un
be
rück
sichtigt
, obwohl sie noch vom Be
ur
teilungszeitraum der angefochtenen Verfügung
vom
10. September 20
12
erfasst sind.
Dass der Beschwerdeführer vor Erlass der angefochtenen Verfügung an Rücken
be
schwer
den litt, ist auch dem Arbeitgeberbericht (Urk. 8/13) zu
entnehmen. Die
Rückenschmerzen
wurden darin
unter anderem als Kündigungsgrund a
n
geführt.
Der angefochtene Entsche
id stützt sich dem
nach
nicht auf eine für die streitigen Be
lange um
fassende ärztliche Unter
suchung, welche sämt
liche erhobenen Be
funde für den einschlägigen Beur
teilungs
zeitraum vor Er
lass der Verfügung
be
rück
sichtigt,
wurde der Be
schwerde
führer doch einzig in psy
chiatrischer Hin
sicht abgeklärt.
Hieran ändert nichts, dass
der Be
schwerde
führer seinen Mit
wir
kungs
plichten nicht
nach
gekommen ist
und den rheuma
tologischen Bericht nicht
umgehend
der IV-Stelle
ein
ge
reicht hat
.
4
.
3
Was die psychischen Störungen
anbelangt
,
so ist festzuhalten, dass
Dr.
I._
als behandelnder Hausarzt und Facharzt in Allgemeiner In
nerer Medizin spez. in Nephrologie
(E. 3.2)
nicht über die fachliche
n
Voraussetzung
en
ver
fügt, eine psychiatrische Diagnose zu stellen. So hat er auch als einziger eine Depres
sion als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
, ohne hiezu die Befunde zu nennen.
In Bezug auf die Beurteilung des be
han
delnden Psychiaters
med. prakt.
C._
, der eine Panikstörung sowie einen Verdacht auf eine generalisierte Angststörung als Diagnosen stellte, ist anzumerken, dass dieser keine expliziten Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer be
hinderungs
an
ge
pass
ten Tätigkeit machte
. Er
führte in seinem Bericht vom 6. Juli 2012 (E. 3.5)
ein
zig
aus, dass eine angepasste Tätigkeit bisher noch nicht erprobt worden sei
, womit auch gesagt ist, dass
dieser
Bericht die
streitigen Belange
nicht um
fas
send
beantwortet
.
Schliesslich erfüllt aber auch das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
B._
vom 23. September 2011 (E. 3.3)
die praxismässigen Kriterien an den
Be
weis
wert einer Expertise
(E. 1.4)
nich
t. D
ie darin gezogenen Schlussfol
gerungen,
wo
nach
eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 100
%
für Arbeiten ohne soziale An
for
derungen, Lärm oder Hektik bestehen soll,
sind
in der Beurteilung der medizinischen Situation mit Blick darauf, dass es laut
Dr.
B._
keine ein
deutigen Kontraindikationen für Erwerbstätigkeiten mit diesem An
forderungs
profil gebe
(Urk. 8/17 S. 9), nicht o
hne weiteres nachvollziehbar
. Das gilt um
so mehr, als
er
weiter ausführte,
aus psychiatrischer Sicht sei dem Be
schwerde
führer eine Arbeit mit den erwähnten Ausschlusskriterien zumutbar.
Zu
dem steht diese Beurteilung
nicht
im Einklang mit der weiteren Erläuterung, dass aus
theoretischer Warte eine praktisch volle Arbeitsfähigkeit in diesem Rahmen mög
lich
erscheine
(Urk. 8/17 S. 10).
4.
4
Vor diesem Hintergrund sieht sich das Gericht ausser Stande, eine
zuverlässige Beur
teilung
des Gesundheitszustandes und
der Arbeits
fähigkeit des
Be
schwerde
führers
vor
zunehmen
und zu
ver
lässig zu bestimmen. Die angefoch
tene Ver
fü
gung ist demnach auf
zuheben und die Sache
an die Beschwerdegeg
nerin zu
rück
zuweisen, damit diese eine medizinische Einschätzung der Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers in bis
heriger als auch in einer angepassten Tätigkeit vor
nehme,
welche
insbesondere
eine kombinierte Einschätzung aus rheuma
tolo
gi
scher und psychiatrischer Sicht ent
hält, und
die
Gesamtheit seiner Leiden berück
sichtigt.
Hernach wird sie über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu ent
scheiden haben.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
4
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.