Decision ID: 39142735-08c6-4687-b3d4-ef8bdbd8d7fd
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, Mutter von drei Kindern (Jahrgänge 1996, 2001, 2005
),
meldete
sich am 31. Oktober 2011
unter Hinweis auf
Herz- und Atem
prob
leme sowie auf psychische Leiden
bei der Invalidenversicherun
g zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/4 Ziff. 6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Verfügung vom 21. Dezember 2012
b
ei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze
R
ente ab 1. Mai 2012 zu (Urk. 7/34, Urk. 7/37
).
1.2
Nach Eingang eines am 15. August 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/
43
) holte die IV-Stelle unter anderem bei
m Y._
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 28. September 2015 erstattet wurde (Urk. 7/75
). Nach durchgeführtem Vor
be
scheidverfahren
(Urk. 7/81, Urk. 7/86
)
stellte
di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Juli 2016
die bisher ausgerichtete Rente
ein (Urk. 7/88
= Urk. 2).
Am 12. August 2016 stellte die Versicherte ein Wiedererwägungsgesuch (Urk. 7/92), dessen Prüfung die IV-Stelle am 17. August 2016 ablehnte (Urk. 7/95).
2.
Die Versicherte erhob am 6. September 2016
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6. Juli 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
ihr weiterhin die bisherige Rente auszurichten. Eventuell sei ihr mindestens eine Viertelsrente auszurichten (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 (Urk. 6)
die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 24. Oktober 2016
zur Kenntnis geb
racht wurde (Urk. 8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar
2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Nove
m
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
di
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
gabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs. 2 IVG
festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts
grad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
t
ätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Ge
samt
invalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heit
s
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
be
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (Urk. 2) die Einstellung der Invalidenrente damit, gestützt auf das beweiskräftige Gutachten sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab August 2015 in der bisherigen Tätig
keit als Pflegehelferin zu 25 % eingeschränkt sei wegen des Hüftleidens, ihr aber eine angepasste Tätigkeit aus medizinischer Sicht zu 100 % zumutbar sei.
Im Haushalt
sbereich
bestehe gemäss
dem
Abklärungsbericht keine Ein
schrän
kung. Zwar habe sich der Gesundheitszustand in somatischer Hinsicht verschlechtert, aus psychiatrischer Sicht habe er sich aber seit der Rente
nzu
sprache deutlich verbessert.
Bei Anwendung der gemischten Methode (70
%
Erwerb, 30
%
Haushalt) und einer Einschränkung von 41,56
%
im Erwerbs
be
reich resultiere ein
rentenanspruchsauschliessender Invaliditätsgrad
von 29
% (S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der erstmaligen Rentenzusprache nicht gebessert (S. 2 f. Ziff. 3). Auf das Gutachten der MEDAS Z._ könne nicht abgestellt werden. Vielmehr sei auf die Einschätzung des behandelnden Psy
chia
ters abzustellen (S. 4 f. Ziff. 2). Selbst wenn wider Erwarten von einem ver
besserten Gesundheitszustand und somit von einem Revisionsgrund ausgegange
n würde, habe sie aufgrund der somatischen Einschränkungen mindestens An
spruch auf eine Viertelsrente (S. 5 Ziff. 3). Korrekterweise sei von einer Quali
fikation als zu 70 % im Erwerb und zu 30 % im Haushalt Tätige ausgegangen worden. Die Anwendung der gemischten Methode sei jedoch im Sinne von Art. 8 in Verbindung mit Art. 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) diskriminierend (S. 5 Ziff. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob seit der rückwirkend ab
Mai 2012
erfolgten Zu
sprache der ganzen Inval
idenrente mit Verfügung vom 21
.
Dezember 2012 (Urk. 7/34 und Urk. 7/37)
bis zum Erlass der vorliege
nd angefochtenen Ver
fü
gung vom 6
.
Juli 2016
(Urk. 2) eine wesentliche Veränderung in den tatsäch
lichen Verhältnissen - namentlich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin - eingetreten ist, welche eine
Einstellung
der Inva
lidenrente rechtfertigt.
3.
3.1
Der
mit
Verfügung vom 21
.
Dezember 2012 (Urk. 7/34 und Urk. 7/37)
mit Wirkung ab
1. Mai 2012
erfolgte
n
Zusprache
der ganzen Invalidenrente lagen die folgenden medizinischen Einschätzungen zu Grunde
(vgl. Urk.
7/28/2-3
):
Die Fachpersonen der Klinik A._, stellten in ihrem Aus
trittsbericht vom 11. April 2012 (Urk. 7/26/11-13) folgende psychiatrischen und somatischen Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
arterielle Hypertonie, Erstdiagnose Mai 2011
-
intermittierende Harninkontinenz, unklarer Ätiologie
Die Fachpersonen führten aus, die Patientin sei vom 21. Februar bis 3. April 2012 in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen.
Seit Mai 2011
sei es zu einer zunehmenden Angststörung mit Herzrasen, Schwindel, Enge in der Brust, Atemnot und Entwicklung einer depressiven Störung gekommen. Die Patientin sei seitdem arbeitsunfähig. Trotz medikamentöser Therapie habe sich die Symp
tomatik mit sozialem Rückzug, Insuffizienzgefühlen, Kraftlosigkeit, Durch
schlaf
störungen und mit Traurigkeit ausgeweitet. Die Angstattacken seien etwa ein- bis zweimal täglich erfolgt, und die Patientin habe nicht mehr alleine ausser Haus gehen können und sei auch bei der Versorgung ihrer drei Kinder stark eingeschränkt gewesen (S. 1).
Während des Aufenthaltes und 14 Tage im Anschluss bis zum 17. April 2012 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es werde ein stark reduzierter Wiedereinstieg mit 20 % für einen Monat und danach bei positivem Verlauf
eine jeweilige Steigerung um 10 % für je einen weiteren Monat empfohlen (S. 3).
3.2
Dr. med. B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 24. Juni 2012 (Urk. 7/26/1-10) folgende zumindest seit Be
handlungsaufnahme bestehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (Ziff. 1.1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Verdacht auf zwanghafte Persönlichkeit (ICD-10 F60.5)
Dr. B._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 30. Oktober 2011 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 12. Juni 2012 erfolgt
(Ziff. 1.2). Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin seit Behandlung
s
beginn und bis auf weiteres ganz arbeitsunfähig. Die Einschränkungen seien mit der Arbeit nicht vereinbar (Ziff. 1.6-7). Die Patientin beklage Herz- Kreislauf
probleme und damit verbundene Ängste und Nervosität. Sie klage über immer wiederkehrende Schwächeanfälle, bei denen sie nicht richtig sprechen könne und eine grosse Angst verspüre. Zudem leide sie immer wieder an einem stech
enden Schmerz in der Brustgegend, und es komme dabei zu Atem
schwierig
keiten. Die Schmerzen verspüre sie in der Brust und im linken Oberkörper, so als ob sie einen Herzinfarkt gehabt hätte. Solche Schwächeanfälle, welche bis zu einer Stunde anhielten, kehrten immer wieder zurück. Weiter habe sie starkes Herzklopfen beklagt, welches sie vor allem beim Liegen verstärkt spüre, und welches sie morgens aufwecke. Auch wenn ihr von Ärzten gesagt worden sei, dass ihre Herzprobleme nicht lebensgefährlich seien, habe sie grosse Angst vor einer Krankheit oder zum Beispiel vor einem Herzinfarkt (S. 4 unten f.).
Dr. B._ führte aus, die Beschwerdeführerin vertrage keinen Lärm, und am besten gehe es ihr, wenn es still und sie alleine sei. Sie habe ihre Interessen und ihre Lust verloren, gehe nicht mehr einkaufen und vernachlässige ihre Hausar
beiten (S. 5 oben).
3.3
Dipl. med. C._, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellung
nahme vom 19. Juli 2012 (Urk. 7/28/3) aus, entsprechend der vorliegenden Unter
lagen leide die Versicherte an einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und an einer Panikstörung (ICD-10 F41.0).
Der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung habe anhand der vorlie
gen
den Unterlagen nicht nachvollzogen werden können
. Aus somatischer Sicht bestünden keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Erkrankungen.
Es be
stün
den die typischen depressionsbedingten Einschränkungen: Erhöhte Erschöpf
barkeit, reduzierte Konzentration und Durchhaltefähigkeit, reduzierte Flexibili
tät und Anpassungsfähigkeit sowie eine Stressintoleranz.
Seit Mai 2011 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jegliche Tätigkeiten. Aus medizinischer Sicht erscheine eine Integration der Versicherten an einen geschützten Arbeits
platz dringend indiziert, um ein mögliches Eingliederungspotential zu erhalten. Eine medizinische Neubeurteilung sollte in 12 Monaten erfolgen.
4.
4.1
Im Rahmen des im August 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 7/43
) gingen die folgenden Berichte ein:
Dr. B._ stellte in seinem Bericht vom 11. November 2013 (Urk. 7/46) folgende zumindest seit Behandlungsaufnahme bestehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Verdacht auf zwanghafte Persönlichkeit (ICD-10 F60.5)
Dr. B._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 16. Januar 2012 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 23. Oktober 2013 erfolgt (Ziff. 1.2). Die Diagnostik sei nicht mit einer Arbeitstätigkeit vereinbar (Ziff. 1.7)
4.2
Dr. B._
stellte in seinem Bericht vom 5. Juni 2015 (Urk. 7/85/4-6) folgende Diagnosen (S. 3):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F32.1-2)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Verdacht auf zwanghafte Persönlichkeit (ICD-10 F60.5)
Dr. B._ führte aus, aktuell persistierten die praktisch chronisch gewordenen bekannten depressiven Beschwerden und Angstzustände weiter. Im Vordergrund hätten bei der letzten Konsultation im Mai 2015 ein allgemeines Unwohlsein, starke Müdigkeit, Nervosität und Ängste bezogen auf die körperliche Gesund
heit, insbesondere wegen immer wiederkehrenden Herz-Kreislaufproblemen ge
standen. Die seit Jahren fehlende psychische und körperliche Stabilität verun
sichere die Beschwerdeführerin immer wieder von neuem und wirke sich auf ihr Verhalten im Alltag sehr limitierend aus. Trotz gesundheitlicher Probleme bemühe sie sich, die im Januar 2015 angegangene Teilzeittätigkeit (20 % Arbeit als Krankenschwester bei ihrem alten Arbeitgeber) aufrechtzuerhalten. Aufgrund der bisherigen Entwicklung seit Januar 2015 erscheine eine Steigerung der Präsenzzeit an der Arbeit zurzeit noch nicht möglich (S. 1).
4.3
Am 28. September 2015 erstatteten die Gutachter des Y._ das von der Be
schwerdegegnerin veranlasste interdisziplinäre Gutachten (Urk. 7/75). Sie stellten
folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 6.1):
-
fortgeschrittene Coxarthrose beidseits, rechtsbetont mit beginnender Pro
trusion bei Coxa vara
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit (S. 39 Ziff. 6.2):
-
symptomatische benigne ventrikuläre Extrasystolie mit bei:
-
Beginn 2010
-
ungenügendem Ansprechen auf Betablocker
-
Status nach nicht erfolgreicher Elektroablation am 31. Oktober 2014
-
ohne Anhaltspunkte für eine organisch strukturelle oder koronare Herz
krankheit
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren (arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, Adipositas)
-
Status nach mittelgradiger depressiver Episode (
ICD-10
F32.1)
-
Status nach Panikstörung (
ICD-10
F41.0)
-
schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen
(ICD-10 F13.1)
-
Status nach Carpaltunnelsyndrom
(CTS)
-Operation links 2012
-
Hammerzehen beidseits Dig. II
Die Gutachter führten aus, die Untersuchung der Beschwerdeführerin am Y._ habe am 27. Mai, am 10. Juni sowie am 1. und 2. August 2015 stattgefunden (S. 1 Ziff. 1.1). Zusammenfassend sei sie aus interdisziplinärer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Krankenschwester in einem Pflegeheim zu 75
%
arbeitsfähig
(S. 48 Ziff. 7.6)
.
Sie sei derzeit mit einem Arbeitspensum von 30
%
(2 Std. an 3 Tagen) in ihrer ursprünglichen Tätigkeit beschäftigt
. Das Arbeitspensum sollte in einem Zeit
raum von 3 Monaten auf 50
%
gesteigert werden.
Eine volle Arbeitsfähigkeit sollte innerhalb von 6 Monaten wieder erreicht werden könne
n
(S. 48 Ziff. 7.9)
.
In einer dem körperlichen Leiden optimal angepassten Verweistätigkeit (körper
lich leicht bis mittelschwer, ohne hüftbelastende Tätigkeiten wie häufiges Gehen, Treppensteigen etc.) sei die Versicherte ab sofort zu 100
%
arbeitsfähig
(S. 48 Ziff. 7.7)
.
Die Gutachter führten aus, zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Versicherte
aus somatischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nur qualitativ eingeschränkt und zwar primär durch ihre Hüft
problematik rechts. D
ementsprechend sei sie in ihrer zuletzt ausgeübten Tätig
keit als Pflegefachfrau, wobei es sich hier um einen instabilen Gesundheits
zu
stand handle, aktuell lediglich zu 75 % arbeitsfähig, dies vor allem wegen des Treppengehens, Laufens und Stehens. Aus internistisch-kardiologischer Sicht
bestehe bei objektiv uneingeschränkter kardiopulmonaler Leistungsfähigkeit keine
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten, zumal die Extrasystolen unter der aktuellen antiarr
hyth
mischen Therapie mit Tambocor völlig unterdrückt seien. Eine neurologisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben. Auch aus psy
chiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht mehr limitiert, da sich sowohl die depressive Symptomatik wie auch die Panikstörung deutlich gebessert hätten und aktuell praktisch remittiert seien. Somit könnte sie ihr aktuelles Arbeitspensum von 30 % wieder auf die ursprünglichen 70 % steigern. In einer optimal angepassten Tätigkeit wäre sie sogar medizinisch-theoretisch ab sofort wieder zu 100 % arbeitsfähig (S. 45 f. Ziff. 7.4).
Die Gutachter führten aus, retrospektiv könne mit überwiegender Wahrschein
lichkeit angenommen werden, dass die Versicherte ab Mai 2011 aufgrund ihrer damaligen Angststörung und depressiven Entwicklung zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei.
Die Diagnose einer zwanghaften Persönlichkeit ziehe sich durch viele Berichte, wobei keinem Bericht eine konkrete Symptomatik zu entnehmen sei. In der Exploration sei bei der Versicherten keine Rigidität oder Kontrollneigung eruier
bar. Auch habe sie nicht über eine übermässige Pedanterie oder die ständige Beschäftigung mit Details und Regeln berichtet. Dass sie in Bezug auf ihre Tätigkeit als Pflegefachfrau eine gewisse Vorsicht und Neigung zur Organi
sation innehabe, bestätige ihre Eignung für diesen Beruf (S. 46 Ziff. 7.5).
Dem Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 11. November 2013 sei zu entnehmen, dass seine Diagnosestellung unverändert bestehe. Im letzten Arztbericht vom 5. Juni 2015 seien weiterhin die Diagnosen einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, einer Panikstörung sowie die
Verdachtsdiagnose einer zwanghaften Persönlichkeit erwähnt worden (S. 47 oben
).
Die Gutachter führten aus, der schweren Episode sei entgegenzuhalten, dass die Versicherte nun dreimal zwei Stunden in der Woche in ihrem alten Beruf arbeite, daran Freude empfinde, sich zwar noch etwas unsicher und wenig belastbar fühle, sich aber auf die Arbeit gut konzentrieren könne. Die Stimmung werde von der Versicherten selbst als wechselnd und nicht prinzipiell gedrückt bezeichnet, die Palpitationen seien fast vollständig verschwunden, und die Schwingungsfähigkeit sei während der Exploration erhalten gewesen.
Bei einer schweren depressiven Episode wäre von einer stark gedrückten Stimmung
, einem reduzierten Antrieb sowie einer nivellierten oder aufgeho
benen Schwingungsfähigkeit auszugehen.
Bezüglich der Panikstörung seien von der Versicherten keine Panikattacken mehr
beschrieben worden. Diagnostisch sei am ehesten von einer Residual
sympto
matik nach stattgehabter depressiver Episode auszugehen (S. 47 Mitte).
Die Versicherte sei derzeit mit einem Arbeitspensum von 30 % (zwei Stunden an drei Tagen) beschäftigt. In Anbetracht der weiterhin bestehenden verminderten Belastbarkeit sollte das Arbeitspensum in einem Zeitraum von drei Monaten auf 50 % gesteigert werden. Es sei davon auszugehen, dass eine zumutbare Restar
beitsfähigkeit von 70 % (angelehnt an die ursprüngliche 70%ige Tätigkeit) be
stehe, die in einem Zeitraum von sechs Monaten erreicht werden könne (S. 47 f. unten).
4.4
Dipl. med. C._, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/80/5) aus, das Gutachten der MEDAS Y._ vom 28. September 2015 erfülle die formalen Qualitätskriterien und sei nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel. Als Diagnose mit dauerhafter Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine fortgeschrittene Coxarthrose beid
seits, rechtsbetont mit beginnender Protrusion bei Coxa vara. Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe seit 2010 eine symptomatische benigne ventrikuläre Extrasystolie, ein Status nach mittelgra
diger depressiver Episode (ICD-10 F32.1), ein Status nach Panikstörung (ICD-10
F41.0), ein schädlicher Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1), ein Status
nach CTS-Operation links 2012 und Hammerzehen Dig. II beidseits.
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin seien der Beschwerde
führerin keine schweren körperlichen Tätigkeiten zumutbar. Es bestehe eine leicht erhöhte Erschöpfbarkeit und eine reduzierte Belastbarkeit (Residualbe
schwerden der Depression), und es sei kein langes Stehen, Gehen und Treppen
steigen aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit der Hüfte möglich. Das Belastungsprofil bestehe in einer leicht bis intermittierend mittelschweren körper
lichen Tätigkeit. In der bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin bestehe seit August 2015 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25 %. Seit August 2015 bestehe in einer angepassten Tätigkeit gemäss dem Belastungsprofil eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Hüftprobleme sollten durch eine orthopädische
Therapie (Hüft-Totalprothese) zu beheben sein, dann wäre eine 100%ige Arb
eits
fähigkeit wieder gegeben.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten des
Y._
vom Septem
ber 2015 (vgl. vorstehend E. 4.3) von einem seit erstmaliger Rentenzusprache im Dezember 2012 (vgl. Urk. 7/34 und Urk. 7/37) in psychischer Hinsicht ver
besserten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und damit einhergehend von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 75 % und in einer angepassten Tätigkeit von 100 % aus, wobei die Einschränkung der Arbeits
fähig
keit von Seiten der festgestellten Coxarthrose resultierte. Insofern ging die Beschwerdegegnerin in somatischer Hinsicht von einem verschlechterten Ge
sund
heitszustand aus (vgl. vorstehend E. 2.1).
Dagegen machte die Beschwer
de
führerin unter Hinweis auf den
behandelnden
Psychiater Dr. B._
geltend, ihr
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert, und auf das Gutachten des
Y._
könne nicht abgestellt werden (vgl. vorstehend E. 2.2).
5.2
Der Beschwerd
eführerin wurde im Wesentlichen gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes Dipl. med. C._ vom Juli 2012 (vgl. vorstehend E. 3.3) mit Verfügungen vom 2
1.
Dezember 2012 rückwirkend ab 1. Mai 2012
eine ganze Invalidenrente zugesprochen (vgl. Urk.
7/34 und Urk. 7/37
)
.
Dipl. med. C._ ging nach Einsicht insbesondere in den Austrittsbericht der Klinik D._ vom April 2012 (vgl. vorstehend E. 3.1) sowie in den Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. B._ vom Juni 2012 (vgl. vorstehend E. 3.2) von einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) und damit aus psychiatrischer Sicht von einer generellen 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. In somatischer Hinsicht konnte er zu diesem Zeitpunkt keine die Arbeitsfähigkeit einschrän
ken
den Erkrankungen feststellen.
Im Gegensatz dazu konnten die Gutachter des
Y._
in ihrem Gutachten vom
September 2015
in psychischer Hinsicht eine klare Verbesserung des Gesund
heitszustandes
- namentlich eine
deutliche Besserung beziehungsweise quasi Remission der depressiven S
ymptomatik und der Panikstörung -
feststellen, hingegen erachteten sie in somatischer Hinsicht eine Verschlechterung durch die festgestellte Coxarthrose für gegeben, welcher sie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 25 % zumassen.
5.3
Das
Y._
-Gutachten
vom September 2015
erfüllt die formalen Beweiswert-
Anforderungen (vorstehend E
.
1.
7
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und das Verhalten der Beschwerdeführerin
und wurde
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben, so dass darauf abgestellt werden
kann.
Der psychiatrische Gutachter führte in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise aus,
dass die Symptomatik einer
schwere
n
depressive
n Störung
wie auch
einer allfälligen
mittel
schwere
n
Störung
aufgrund der aktuellen Untersuchungs
be
funde nicht mehr
hat
bestätigt
werden können
respektive als deutlich remittiert
erachtet wurde. Gleiches wurde hinsichtlich der Panikstörung festgestellt.
Was die Ausführungen des behandelnden Psychiaters Dr. B._ vom Juni 2015 (vgl. vorstehend E. 4.2) anbelangt, so fällt ins Gewicht, dass sich die von ihm diagnostizierte mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10 F32.1 und F32.2) sowie die weiterhin als floride beschrie
be
ne Panikstörung (ICD-10 F41.1) nicht mit der regelmässigen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin vereinbaren lässt.
So geht aus den diagnostischen Leitlinien zu einer schweren depressiven Epi
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) hervor, dass es sehr unwahr
scheinlich sei, dass ein Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage sei, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen (vgl. K
linisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Di
lling/Mom
bour/Schmidt [Hrsg.], 10. Auflage, Bern 2015, S. 174).
Die Ausführungen von Dr. B._ sind auch vor dem Hintergrund,
dass den b
ehan
delnden Psychiatern hausarztähnliche Stellung zu kommt, und das Gericht hier der
Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen
hat, dass mitunter im Hinblick auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der Patientinnen und Patienten ausgesagt wird (BGE 125 V 35
1 E. 3b/cc), zu relativieren
.
Auch in somatischer Hinsicht kann dem Gutachten des Y._ gefolgt werden, zumal
der im Rahmen des Einwandverfahrens von der Beschwerdeführerin eingereichte Bericht ihres Hausarztes Dr. med. E._, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, vom 31. März 2016 (Urk. 7/85/1-2) sich nicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äusserte und lediglich Diagnosen ge
nannt wurden, die bereits entsprechend fachärztlich abgeklärt worden sind und den Gutachtern bekannt waren.
5.4
Zusammenfassend
steht
gestützt auf das Gutachten des Y._ vom September 2015 fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Rentenzusprache im Jahr 2012 massgeblich verbessert hat. Aufgrund der seither durch die Coxarthrose in somatischer Hinsicht eingetretenen Verschlech
terung des Gesundheitszustandes besteht ab Zeitpunkt der Begutachtung im August 2015 in der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin eine Einschrän
kung in der Arbeitsfähigkeit von 25 %, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ist jedoch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
6.
Die bereits im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprache mit Verfügung vom 21. Dezember 2012 (Urk. 7/34 und Urk. 7/37) festgelegte Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 70 % Erwerbstätige und zu 30 % im Haushalt Tätige, welche im Rahmen der am 2. Februar 2016 durchgeführten Haushaltabklärung
im Haushaltabklärungsbericht vom 4. Februar 2016 bestätig wurde (vgl. Urk. 7/
78
Ziff. 2.6
)
, blieb unbestritten. Hingegen machte die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Fall Di Trizio geltend, die Anwendung der gemischten Methode sei per se rechtswidrig (vgl. vorstehend E. 2.2).
Dem ist entgegen zu halten, dass das Bundesgericht in Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di Trizio vom 2. Februar 2016 festgehalten hat, dass die gemischte Methode nach gel
ten
der Praxis nicht per se als diskriminierend erachtet wird. Lediglich sei es konventionswidrig, wenn für die revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente allein familiäre Gründe (wie die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Status
wech
sel von „vollerwerbstätig“ zu „teilerwerbstätig“ sprächen
(vgl. dazu
Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2017 vom 4. Juli 2017 E. 4,
9F_8/2016 vom 2
0.
Dezem
ber 2016 E. 4 sowie IV-Rundschreiben Nr. 355 vom 3
1.
Oktober 2016)
.
Da
die Beschwerdeführerin bereits seit der erstmaligen Rentenzusprechung als Teilerwerbstätige qualifiziert wurde und nich
t die Geburt von Kindern
und die damit hypothetisch verbundene teilwei
se Aufgabe der Erwerbstätigkeit
die einzige Grundlage des Statuswechsels bilden und
nicht
aus der Änderung der
Invaliditätsbemessungsmethode die revisionsweise Aufhebung der Invaliden
r
ente
resultierte, kann die gemischte Methode vorliegend grundsätzlich zur Anwen
dung
kommen.
Wie es sich damit verhält kann aber ohnehin offenbleiben, da bei der seit
August 2015 wiedererlangten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit al
s Pflegehelferin von 75 % selbst bei einer Qualifikation der Beschwerde
füh
rerin als zu 100 % Erwerbstätige bei einem Prozentvergleich lediglich ein renten
anspruchsausschliessender Invaliditätsgrad von 25 % resultiert. Da auch die Anwendung der gemischten Methode und die Qualifikation der Beschwerde
führerin als zu 70 % im Erwerbsbereich und zu 30 % im Haushalt Tätige, bei fehlenden Einschränkungen im Haushaltsbereich (vgl. Urk. 7/78 Ziff. 7) und bei einer Arbeitsfähigkeit von 75 % in der angestammten Tätigkeit zu keinem ren
tenanspruchsbegründenden Invaliditätsgrad führt, erweist sich die angefochtene Verfügung (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwer
de
führer
in aufzuerlegen.