Decision ID: 46af2f0d-13dd-4b83-92f4-62b4652e3871
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A. Das ANJF schrieb im Amtsblatt vom 31. August 2015 (ABl 2015,
2175 ff.) die Jagdreviere für die Pachtdauer 2016 bis 2024 zur Bewerbung aus.
Das Revier Nr. 001 D._ wurde wie folgt ausgeschrieben:
Nr. Revier Gemeinde Fläche in ha Pachtzins in Fr. Mindestpächterzahl Benennung Mitglied RHG
001 D._ Z._ ... ... ... ... ...
B. Innert der angesetzten Frist reichten die nachfolgend aufgeführten
Bewerbergruppen dem ANJF jeweils vollständige Bewerbungen für das Revier
Nr. 001 D._ ein:
Bewerbergruppe A (Eingabe vom 17. September 2015):
[nachfolgend Tabelle mit Personenangaben]
Name Vorname Geb. Strasse PLZ Ort Benennung
Bewerbergruppe B (Eingabe vom 28. September 2015):
[nachfolgend Tabelle mit Personenangaben]
Name Vorname Geb. Strasse PLZ Ort Benennung
C. Am 17. Dezember 2015 erliess das ANJF folgende Verfügung:
1. Das Revier Nr. 001 D._ wird gemäss Ausschreibung im Amtsblatt des Kan-
tons St.Gallen Nr. 36 vom 31. August 2015 an folgende Personen vergeben:
[nachfolgend Auflistung mit Personendaten] - Name und Vorname, Geburtsdatum, Wohnadresse und Benennung.
2. Die Pacht dauert vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2024.
3. Die Entscheidgebühr trägt Bewerbergruppe A (vertreten durch C._).
Zur Begründung führte das ANJF Folgendes aus:
− Bei Ablauf der Bewerbungsfrist gemäss Art. 33 des Jagdgesetzes (sGS 853.1; abge-
kürzt JG) seien alle Bewerberinnen und Bewerber jagdberechtigt gewesen bzw. es
seien keine Ausschlussgründe nach Art. 37 f. JG vorgelegen.
− Wenn mehrere Personengruppen die Voraussetzungen für eine Vergabe erfüllten,
werde das auswärtige Revier an die Personengruppe mit den meisten auswärtigen
Bewerberinnen und Bewerbern vergeben (Art. 11 Abs. 1 Bst. b JG). Nach Art. 11
Abs. 2 JG seien ausschliesslich Bewerberinnen und Bewerber massgebend, die für
das Revier an die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet und im
Kanton wohnen würden. Das Revier Nr. 001 D._ sei als auswärtiges Revier
(Standortgemeinde Z._) mit der Mindestpächterzahl von [Anz] Personen ausge-
schrieben worden. Die Bewerbergruppe A weise [Anz] ausserhalb der Politischen Ge-
meinde Z._ im Kanton wohnhafte Personen auf, die Bewerbergruppe B [Anz] sol-
che Personen, d.h. beide Bewerbergruppen würden die Mindestpächterzahl erfüllen.
In der Botschaft der Regierung zum II. Nachtrag zum JG vom 21. Januar 2014 werde
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was folgt festgehalten (vgl. ABl 2014, 352: Bemerkungen zu Art. 10, Art. 11 und
Art. 11bis):
„Inhaltlich wird die bisherige Regelung weitgehend unverändert übernommen. Allerdings
wurde die Regelung dahingehend präzisiert, dass das Revier immer ein zweites Mal ausge-
schrieben werden muss, wenn keine Personengruppe die Voraussetzungen für eine Vergabe
erfüllt, und nicht nur wenn keine Personengruppe die notwendige Anzahl Pächterinnen und
Pächter erreicht.“
Die bisherige Regelung gemäss Art. 11 Abs. 1 JG habe wie folgt gelautet:
„Erfüllen mehrere Bewerbergruppen die Voraussetzungen zur Vergabe eines Reviers, hat
jene den Vorzug, die in Bezug auf die Mindestpächterzahl bei einem einheimischen Revier
mehr einheimische Bewerber und bei einem auswärtigen Revier mehr auswärtige Bewerber
zählt.“
Massgebend an die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet be-
deute: Eine Bewerbergruppe für das Revier Nr. 001 D._, die mehr als auswärtig
zählende Personen habe, als die Mindestpächterzahl verlange, habe keinen Vorteil.
Ansonsten müsste eine Bewerbergruppe einfach eine zählende Person mehr haben
als die andere Gruppe und eine bestehende Jagdgesellschaft erhielte das Revier
nicht mehr, ungeachtet ob sie die Aufgaben erfüllt habe oder nicht. Das ANJF lege
mit der Revierbewertung die Mindestpächterzahl fest. Dabei werde – je nach jagdli-
chem Wert (Art. 7 JG) – je 150-250 ha (vgl. Botschaft der Regierung zum II. Nachtrag
zum JG vom 21. Januar 2014 in ABl 2014, 351: Bemerkungen zu Art. 8 und Art. 8bis)
eine Pächterin oder einen Pächter gefordert. Damit sei gewährleistet, dass eine Jagd-
gesellschaft mit der Mindestpächterzahl die ihr übertragenen Aufgaben ordnungsge-
mäss erfüllen könne. Es wäre widersprüchlich, wenn eine Bewerbergruppe einfach
eine Pächterin oder einen Pächter mehr (über der Mindestpächterzahl) als die andere
Bewerbergruppe haben müsste, um das Revier zu erhalten.
Beide Bewerbergruppen erfüllten die Bedingungen in Bezug auf die Mindestpächter-
zahl, womit unter diesem Aspekt keine Gruppe zu favorisieren sei. Am 16. November
2015 sei der Standortgemeinde Z._ gemäss Art. 9 der Jagdverordnung (sGS
853.11; abgekürzt JV) mitgeteilt worden, dass das Revier Nr. 001 D._ an die Be-
werbergruppe A vergeben werden solle. Der Gemeinderat Z._ habe mit Beschluss
vom 7. Dezember 2015 festgehalten, dass er keine Einwände gegen die vom ANJF
beabsichtigte Vergabe habe.
− Das Revier Nr. 001 D._ werde an die Personengruppe vergeben (Art. 10 Abs. 1
Bst. a JG), welche Gewähr biete, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsge-
mäss zu erfüllen. Auf die neue Pachtperiode hin hätten sich E._ und F._ der
Bewerbergruppe B angeschlossen; ansonsten widerspiegle die Bewerbergruppe A
zusätzlich mit zwei neuen Bewerbern die bestehende Jagdgesellschaft D._. Die
Jagdgesellschaft D._ habe während der laufenden Pachtperiode 2008 bis 2016 die
Aufgaben zur vollen Zufriedenheit erfüllt. Weder der Wildhüter noch die Politische
Gemeinde Z._ hätten Einwände vorgebracht; im Gegenteil erwähne der Wildhüter
speziell die absolut vorbildlich geleisteten Arbeiten im Zusammenhang mit der Bevöl-
kerung. Es sei davon auszugehen, dass beide Bewerbergruppen Gewähr bieten wür-
den, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsgemäss erfüllen zu können. Mit
der Bewerbergruppe A würden sich [Anz] der bisherigen [Anz] Pächter bewerben, in
der Bewerbergruppe B „nur“ [Anz] bisherige Pächter. Die Bewerbergruppe A bestehe
grossmehrheitlich aus den bisherigen Pächterinnen und Pächtern und sie habe die
Aufgaben ordnungsgemäss erfüllt. Die Bewerbergruppe B sei neu zusammengesetzt
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und es sei unbekannt, ob sie die Aufgaben im Revier Nr. 001 D._ gleich erfüllen
könnte, wie dies die bisherige Jagdgesellschaft D._ getan habe. Das ANJF wolle
die Bewerbergruppe B nicht im Sinn eines Experimentes vorziehen, zumal die Be-
werbergruppe A Gewähr biete, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsge-
mäss zu erfüllen. Zudem würde es Treu und Glauben widersprechen, wenn eine be-
stehende Jagdgesellschaft das Revier nicht mehr zugesprochen erhielte, obwohl sie
die Aufgaben erfüllt habe. Das Revier Nr. 001 D._ werde somit an die Bewerber-
gruppe A vergeben.
D.
a. Mit Eingabe vom 29. Dezember 2015 erhob die Bewerbergruppe B,
vertreten durch RA B._, gegen die vorerwähnte Verfügung Rekurs beim
Volkswirtschaftsdepartement mit folgenden Anträgen:
1. Es sei die Verfügung vom 17. Dezember 2015 aufzuheben.
2. Es sei das Revier Nr. 001 D._ per 1. April 2016 an die Rekurrenten zu verge-
ben.
3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
Der Rechtsvertreter der Bewerbergruppe B ersuchte gleichzeitig um Ansetzung
einer Frist zur Rekursergänzung.
b. Mit Rekursergänzung vom 22. Januar 2016 hielt der Rechtsvertreter
der Bewerbergruppe B an den bisherigen Anträgen 1 bis 3 fest, änderte jedoch
den Antrag 4 wie folgt:
1. Es sei die Verfügung vom 17. Dezember 2015 aufzuheben.
2. Es sei das Revier Nr. 001 D._ per 1. April 2016 an die Rekurrenten zu verge-
ben.
3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegner, eventu-
aliter zu Lasten des Staates.
Zur Begründung führte der Rechtsvertreter der Bewerbergruppe B im Wesentli-
chen Folgendes aus:
− Die aktuelle Pächtergruppe des Reviers Nr. 001 D._ bestehe aus einem Grossteil
der Rekursgegner sowie aus den vorliegend als Rekurrenten auftretenden Bewerbern
E._ und F._ der Bewerbergruppe B.
− Das Revier Nr. 001 D._ sei im Amtsblatt für die Pachtperiode 2016 bis 2024 zur
Bewerbung ausgeschrieben worden, wobei es als „auswärtig“ bezeichnet und eine
Mindestpächterzahl von [Anz] Personen deklariert worden sei.
− Die Vorinstanz habe die Pachtvergabe an die Bewerbergruppe A ohne hinlängliche
Begründung verfügt und in Bezug auf die vorinstanzliche Prüfung, ob die Bewerber
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der Bewerbergruppe A gemeinsam sowie je einzeln die Voraussetzungen für eine
Pachtvergabe erfüllten, sei zudem der Sachverhalt unvollständig:
- Die Bewerber der Bewerbergruppe A hätten während der laufenden Pachtperiode die Ab-
schussvorgaben mehrfach und grob nicht erfüllt. So seien die Abschussvorgaben für das
Gamswild zwischen den Jahren 2008 und 2014 einzig im Jahr 2009 erreicht worden. Teil-
weise sei nur gerade die Hälfte der vorgegebenen Anzahl Abschüsse erzielt worden. Auch
betreffend das Rehwild seien während der obgenannten Periode einzig in zwei Jahren die
Abschussvorgaben erreicht worden.
- Es werde bestritten, dass im Rehabschlussplan der laufenden Pachtperiode nur ordentliche
Abschüsse verzeichnet worden seien. Obwohl die Bewerber E._ und F._ der Bewerber-
gruppe B den Bewerber C._ der Bewerbergruppe A mit dem Verdacht konfrontiert hätten,
dass dem Abschussplan auch Fallwild und Hegeabschüss zugefügt worden seien, und um
Einsicht in den Abgangsplan ersucht hätten, sei ihnen nie Einsicht gewährt worden. Weiter
werde bestritten, dass der Bewerber G._ der Bewerbergruppe A während den vergangenen
Jahren uneingeschränkt zur Jagdausübung berechtigt gewesen sei und die Auflagen für eine
Bewerbung als Revierpächter im Kanton St.Gallen erfülle.
- Am 5. November 2010 habe der Jagdgast H._ im Revier Nr. 001 D._ einen Gams-
bockjährling erlegt. Dieser Abschuss sei in der Abschussstatistik nie erwähnt worden, obwohl
der damalige Kassier der Pächtergruppe (Bewerber F._ der Bewerbergruppe B) und ein
weiterer Pächter (Bewerber E._ der Bewerbergruppe B) diesen Umstand – nachdem sie
den Obmann der Pächtergruppe (Bewerber C._ der Bewerbergruppe A) mehrfach und er-
folglos zur Klärung des Vorfalls aufgefordert hätten – dem Leiter des ANJF gemeldet hätten.
Trotz Kenntnis werde dieser Vorfall in der angefochtenen Verfügung nicht erwähnt. Vielmehr
erkläre die Vorinstanz, dass die Jagdgesellschaft D._ während der laufenden Pachtperiode
die Aufgaben zur vollen Zufriedenheit erfüllt habe.
− Die Vorinstanz habe verwaltungsrechtliche Prinzipien verletzt. Art. 14 Abs. 1 Bst. a
i.V.m. Abs. 2 Bst. c JG nenne die grobe und wiederholte Nichterfüllung der Abschuss-
vorgaben ausdrücklich als Grund für die vorzeitige Auflösung der Pacht. Nachdem
die Bewerbergruppe A während der laufenden Pachtperiode die Abschusszahlen nur
vereinzelt erreicht und teilweise massiv unterschritten habe, seien die Voraussetzun-
gen für eine vorzeitige Auflösung der Pacht erfüllt gewesen. Es sei zumindest frag-
würdig, dass davon kein Gebrauch gemacht worden sei. Geradezu willkürlich sei je-
doch die vorinstanzliche Verschleierung dieses Umstandes bei der jetzigen Pacht-
vergabe. Dasselbe gelte für den Vorfall betreffend den nicht gemeldeten Abschuss
sowie – soweit zutreffend – für die Jagdberechtigung des Bewerbers G._ der Be-
werbergruppe A. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln
und die Beweise von Amtes wegen zu erheben. Die Vorinstanz habe sich gesetzes-
widrig verhalten, indem sie relevante Umstände nicht weiter abgeklärt und bei der
Beschlussfassung nicht gewürdigt habe. Die Vorinstanz könne nicht mit Nichtwissen
argumentieren, denn die Einhaltung der Abschussvorgaben sei ein zentraler Aspekt
der Jagdausübung, weshalb deren Nichtbeachtung mit einer groben Verletzung der
Prüfungspflicht einhergehe. Die Vorinstanz habe in ihrem Schreiben vom 4. August
2015 zudem selbst festgehalten, dass eine Verletzung der Pflicht zum Führen einer
Statistik gemäss Art. 34 JV vorliege. Diesen Umstand im Rahmen der Pachtvergabe
nicht zu berücksichtigen, sei willkürlich. Die Nichterwähnung dieser Aspekte stelle
zudem eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Rekurrenten dar. Aufgrund des
Gesagten stehe fest, dass die Vorinstanz der ihr obliegenden Begründungspflicht
nicht ansatzweise nachgekommen sei.
− Das JG sehe für die Pachtvergabe ein zweistufiges Prüfverfahren vor. Zuerst würden
die als Pächterinnen und Pächter in Frage kommenden Personengruppen definiert
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(Art. 10 JG). Würden diese Voraussetzungen von mehreren Bewerbergruppen erfüllt,
gelte als Vergabekriterium die Anzahl – je nach Revier einheimischer oder auswärti-
ger – Bewerberinnen und Bewerber (Art. 11 JG), wobei nicht alle Bewerberinnen und
Bewerber anzurechnen seien, sondern lediglich diejenigen, welche für das Revier an
die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet würden und im Kan-
ton wohnten (Art. 11 Abs. 2 i.V.m. Art. 8bis JG). Bei einem auswärtigen Revier – um
ein Solches handle es sich beim Revier Nr. 001 D._ – sei das Revier nach Art. 11
JG an die Personengruppe mit den meisten auswärtigen Bewerberinnen und Bewer-
bern zu vergeben. Die aufgezeigten Umstände seien bei der Prüfung der Vergabevo-
raussetzungen von Art. 10 JG zu beachten. Ob diese Voraussetzungen durch die
Bewerbergruppen bzw. durch deren Mitglieder erfüllt seien, sei von Amtes wegen zu
prüfen. Eine amtliche Prüfung sei insbesondere betreffend die bestrittene Jagdbe-
rechtigung des Bewerbers G._ der Bewerbergruppe A erforderlich. Aufgrund der
vorgebrachten Aspekte lasse sich bereits ohne weitere Abklärungen feststellen, dass
die Voraussetzungen von Art. 10 JG nicht erfüllt seien. Nach Art. 10 Abs. 1 Bst. a JG
werde die Pacht ausschliesslich an Bewerbergruppen vergeben, welche Gewähr bie-
ten, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsgemäss zu erfüllen. Das Nichter-
füllen der geforderten Abschusszahlen zeige, dass die Bewerbergruppe A die gestell-
ten Aufgaben nicht erfüllen könne. Würden bloss vereinzelt Abschussvorgaben nicht
erfüllt, könnte dies allenfalls noch begründet werden; vorliegend würden aber die Auf-
gaben nur vereinzelt erfüllt, weshalb keine Rede davon sein könne, dass die Bewer-
bergruppe A Gewähr dafür bieten könne, ihre Aufgaben ordnungsgemäss zu erfüllen.
Entsprechend bezeichne das st.gallische Verwaltungsgericht die Erfüllung der Ab-
schussvorgaben als eine wichtige jagdliche Pflicht, weshalb es gerechtfertigt sei, ei-
ner Jägergruppe, welche die Abschussvorgaben in der Vergangenheit nicht ausrei-
chend erfüllt habe, eine neue Gruppe vorzuziehen. Bei der Nichterwähnung des er-
legten Gamsbockjährlings möge es sich um einen Einzelfall handeln. Die Art und
Weise des Obmanns (Bewerber C._ der Bewerbergruppe A) stelle der Pächter-
gruppe aber kein gutes Zeugnis aus; offensichtlich sei versucht worden, den Vorfall
zu vertuschen. Auch bezüglich der unkorrekten Aufzeichnung der Abschusszahlen
im Abschussplan, falls sich dieser Vorwurf bestätigen sollte, erscheine es mehr als
zweifelhaft, dass die besagte Gruppe die ihr übertragenen Aufgaben ordnungsge-
mäss zu erfüllen vermöge. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Bewerber-
gruppe A keine Gewähr dafür biete, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungs-
gemäss zu erfüllen, weshalb die Vergabevoraussetzung von Art. 10 Abs. 1 Bst. a JG
nicht erfüllt sei. Die Pachtvergabe an die Bewerbergruppe A verletzte damit die ein-
schlägigen Bestimmungen.
− Obwohl sich die Rechtswidrigkeit der gerügten Pachtvergabe an die Bewerbergruppe
A bereits aus den vorstehenden Ausführungen ergebe, sei nachfolgend auf die
Vergabe im Falle mehrerer, die Voraussetzungen erfüllender Bewerbergruppen ein-
zugehen, da die Vorinstanz auch diesbezüglich gesetzeswidrig gehandelt habe:
- Die Vorinstanz bringe in der angefochtenen Verfügung u.a. was folgt vor: „Eine Bewerber-
gruppe für das Revier Nr. 001 D._, welche mehr als auswärtig zählende Personen hat, als
die Mindestpächterzahl verlangt, hat keinen Vorteil.“ Damit verkenne die Vorinstanz den
Zweck von Art. 11 JG, wonach einheimische Reviere an Bewerbergruppen mit mehr einhei-
mischen Mitgliedern und auswärtige Reviere an Bewerbergruppen mit mehr auswärtigen Mit-
gliedern zuzuteilen seien, weshalb vorliegend das Revier Nr. 001 D._ gemäss Art. 11 JG
zwingend an die Bewerbergruppe B zu vergeben sei. Zu diesem Ergebnis führten sowohl der
eindeutige Wortlaut des Gesetzestextes wie auch die systematische, die teleologische und
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die historische Auslegung, weshalb die anderslautenden Ausführungen der Vorinstanz nicht
nachvollziehbar seien.
- Sollte vorliegend wider Erwarten nicht bereits Art. 10 JG zu einer Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung und einer Pachtvergabe an die Bewerbergruppe B führen, wäre damit die
Mehrzahl an auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern massgebend, welche nicht bereits
in einem anderen Revier mitgezählt worden seien, das 70. Altersjahr noch nicht vollendet
hätten und im Kanton wohnhaft seien: Die Bewerbergruppe A weise [Anz] solche Personen
auf, während die Bewerbergruppe B [Anz] solche Personen aufweise. Das JG gebiete daher
zwingend eine Pachtvergabe an die Bewerbergruppe B.
− Die Vorinstanz habe bejaht, dass sowohl die Bewerbergruppe A wie auch die Bewer-
bergruppe B die Voraussetzungen nach Art. 10 JG erfüllten und damit Gewähr bieten
würden, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsgemäss zu erfüllen; anderen-
falls hätte die betreffende Bewerbergruppe nicht mehr zur Auswahl stehen dürfen. Es
gehe daher nicht an, der Bewerbergruppe B die Erfüllung dieser Voraussetzung nach-
träglich wieder abzusprechen. Zudem führe die Vorinstanz keine nachvollziehbare
Begründung an und verletze damit die ihr obliegende Begründungspflicht.
E. Mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2016 (Eingang beim RD VD:
10. Februar 2016) hielt das ANJF an der Verfügung vom 17. Dezember 2015
fest und beantragte, den Rekurs abzuweisen bzw. darüber zu entscheiden und
nicht zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung
wurde Folgendes ausgeführt:
− Es treffe zu, dass die Bewerbergruppe A während der laufenden Pachtperiode die
Abschussvorgaben mehrfach nicht erfüllt habe. Dies einfach als Pflichtverletzung dar-
zustellen, sei aber zu einfach, da es beispielsweise auf die Zielsetzung des Ab-
schussplanes ankomme (vgl. Abschussplan 2014 vom 9. Juli 2014: „...Die Gämsab-
schussvorgabe gilt als maximale Abschussquote...“ / „...Der Gämsbestand soll an-
wachsen...“). Als Massnahme zu immer wieder geführten Diskussionen – insbeson-
dere mit dem Forstdienst –, ob nun der Abschussplan erfüllt worden sei oder nicht,
sowie als Reaktion auf Feststellungen im Reviervergabeverfahren betreffend die
Pachtperiode 2008 bis 2016 habe das ANJF folgendes Vorgehen bestimmt:
„Wenn Abschusspläne um mehr als fünf Rehe oder fünf Gämsen nicht erfüllt und/oder weni-
ger als 85 Prozent erfüllt wurden, holen die Wildhüter bei der Jagdgesellschaft Begründungen
ein, halten diese schriftlich fest, werten sie und geben eine Einschätzung dazu ab.“
Die Akten des ANJF zeigten auf, dass der Wildhüter während der laufenden Pacht-
periode keine Stellungnahme der Jagdgesellschaft D._ habe einholen müssen. Es
werde deshalb daran festgehalten, dass die Bewerbergruppe A die Aufgaben wäh-
rend der laufenden Pachtperiode erfüllt habe.
− Es sei zwischen dem Abschussplan (Vorgaben des ANJF) sowie den tatsächlichen
Abgängen, welche im Abgangsprotokoll festzuhalten seien und die Jagdstatistik ergä-
ben, zu unterscheiden. In den Briefen mit den Abschussplänen an die Jagdgesell-
schaft D._ sei unter „Grundsätzliches“ Folgendes festgehalten worden (vgl. Ab-
schussplan 2014 vom 9. Juli 2014):
„Die Abschussvorgaben enthalten die ordentlichen Abschüsse sowie sogenannte Hegeab-
schüsse. Als solche gelten Abschüsse, wenn Tiere z. B. wegen Krankheit erlegt werden müs-
sen. Das eigentliche Fallwild (tot aufgefundenes Wild) zählt nicht zum vorgegebenen Min-
destabschuss, durch den Wildhüter bestätigte Luchsrisse nach wie vor schon.“
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Diese Vorgaben würden den Jagdgesellschaften aufzeigen, wie das Abgangsproto-
koll zu führen sei, und stelle damit eine aussagekräftige Jagdstatistik sicher. Ab-
schusspläne, Abgangsprotokolle und Jagdstatistik bestätigten die Feststellung der
Bewerbergruppe B: Es seien nicht nur ordentliche Abschüsse, sondern auch Hege-
abschüsse verzeichnet worden, was jedoch den Vorgaben des ANJF entspreche.
− Der Bewerber G._ der Bewerbergruppe A habe im Original das Jagdfähigkeits-
zeugnis des Bundeslandes Tirol (Österreich) sowie zwei Jagdkarten vorgelegt, mit
welchen eine zweijährige Jagdpraxis nachgewiesen werde. Laut Art. 5 Abs. 2 der
Verordnung über die Jägerprüfung (sGS 853.15) gelte: „Wer im Kanton St.Gallen
wohnt und einen vom Kanton St.Gallen anerkannten Fähigkeitsausweis aufgrund ei-
ner Jägerprüfung hat, wird ohne Ablegung der st.gallischen Prüfung zur Jagd zuge-
lassen, wenn er nachweist, dass er während mindestens zweier Jahre die Jagd als
Pächter oder Patentinhaber ausgeübt hat.“ Nach Art. 31 Abs. 3 JG könne das zustän-
dige Departement andere Jägerprüfungen ganz oder teilweise anerkennen und Ge-
genrechtsvereinbarungen abschliessen. Das seinerzeit zuständige Finanzdeparte-
ment habe am 29. September 1999 alle Jagdfähigkeitsausweise im benachbarten
deutschsprachigen Raum (Fürstentum Liechtenstein, Deutschland, Österreich) aner-
kannt. Die vom Bewerber G._ der Bewerbergruppe A vorgelegten Bewerbungsun-
terlagen entsprächen somit den Vorgaben, weshalb derselbe jagdberechtigt sei. Es
treffe aber zu, dass der in Frage stehende Bewerber im Kanton St.Gallen während
der vergangenen Jahre nicht uneingeschränkt zur Jagdausübung berechtigt gewesen
sei, da er nicht über eine anerkannte Jagdprüfung verfügt habe.
− Betreffend den Vorfall „Abschuss eines Gämsbockjährlinges“ würden der Rekurs-
instanz die vollständigen Akten zwecks Beurteilung eingereicht, ob der Vorfall hätte

Considerations:
mitberücksichtigt werden müssen. Das ANJF halte an seinen Erwägungen fest.
− Das ANJF habe keine verwaltungsrechtlichen Prinzipien verletzt und es halte an der
angefochtenen Verfügung fest, namentlich auch betreffend die Erfüllung der Verga-
bevoraussetzungen sowie betreffend die Vergabe im Falle mehrerer, die Vorausset-
zungen erfüllender Bewerbergruppen.
F. Mit Vernehmlassung vom 4. Februar 2016 beantragte die Bewerber-
gruppe A, vertreten durch C._, sinngemäss die Abweisung des Rekurses. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen Folgendes ausgeführt:
− Die Jagdgesellschaft D._ habe in der Jagdpachtperiode 2008 bis 2016 den Rehab-
schuss in den meisten Jahren mindestens erfüllt, meistens sogar übererfüllt. Dies sei
aus den offiziellen Jagdstatistikdaten des ANJF ersichtlich. Der Gamsabschuss sei
zwar nur teilweise erreicht worden, jedoch habe das ANJF die Abschussvorgabe für
die Jahre 2014 und 2015 deutlich gesenkt und diese im Gegensatz zu früheren Jah-
ren als Maximalabschuss deklariert. Die Gamsbejagung habe somit der effektiven
Bestandesentwicklung entsprochen.
− Alle Hegeabschüsse und geborgenes Fallwild seien dem zuständigen Wildhüter ge-
meldet und mit Fotos dokumentiert worden. Das Abgangsprotokoll sei jeweils dem
Jahresbericht des Obmanns beigelegt; zudem könne das Original jederzeit beim Ob-
mann eingesehen werden.
− Das ANJF habe die Abschusserfüllung während der Pachtdauer nie bemängelt;
ebenso wenig habe es Beanstandungen von forstlicher Seite gegeben. Die Vorwürfe
der Bewerber E._ und F._ der Bewerbergruppe B seien haltlos.
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− Der Obmann und der Aktuar der Jagdgesellschaft D._ hätten den jetzigen Bewer-
ber F._ der Bewerbergruppe B am 21. Juli 2014 (recte: 2015) vor der Pächterver-
sammlung vom 8. August 2014 (recte: 2015) informiert, dass er für die Neuvergabe
nicht mehr mit der jetzigen Gruppe eingeben könne und Zeit habe, sich ein neues
Jagdrevier zu suchen. Der besagte Brief mit den unbewiesenen Vorwürfen sei den
Mitpächtern an der Pächterversammlung präsentiert worden. Somit sei der zeitliche
Ablauf anders als in den Ausführungen der Rekurrenten dargestellt. Der Bewerber
E._ der Bewerbergruppe B habe sich bereits im April 2015 beim Jagdrevier Nr. 002
I._ beworben, weshalb davon auszugehen gewesen sei, dass er nicht mehr im
Jagdrevier Nr. 001 D._ habe auf die Jagd gehen wollen.
− Der Bewerber F._ der Bewerbergruppe B sei an der ordentlichen Hauptversamm-
lung vom 17. April 2015 als Kassier der jetzigen Pächtergruppe D._ abgewählt wor-
den.
G. Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird – so-
weit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1. Die Rekursvoraussetzungen sind sowohl hinsichtlich Zuständigkeit
und Rekursberechtigung, als auch in Bezug auf die Form- und Fristerforder-
nisse erfüllt (Art. 43bis ff. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS
951.1, abgekürzt VRP]). Auf den Rekurs ist somit einzutreten.
2. Das revidierte Jagdgesetz statuiert in Art. 10 ff. für die Pacht-
vergabe ein zweistufiges Vorgehen:
- In Art. 10 JG werden die grundsätzlichen Voraussetzung aufgestellt, die
jede Personengruppe erfüllen muss, damit sie für die Pachtvergaben
überhaupt in Frage kommt.
- Art. 11 JG regelt dann das Auswahlverfahren, wenn mehrere Personen-
gruppen die Voraussetzungen von Art. 10 JG erfüllen, während Art. 11bis
JG das Vorgehen für den Fall regelt, dass die keine Personengruppe die
Voraussetzungen von Art. 10 JG erfüllt.
Diese Bestimmungen wurden auf den 1. Juli 2015 in Vollzug gesetzt (vgl. nGS
2015-063).
3. Streitig ist im vorliegenden Fall vorab, ob die Vorinstanz Art. 11 JG
richtig angewendet hat. Nach Ansicht der Vorinstanz und der Rekursgegner ist
der Vergleich, welche Personen- bzw. Bewerbergruppe mehr auswärtige Be-
werberinnen und Bewerber aufweist, nur bis zur „Mindestpächterzahl“ zu ma-
chen. Diese Ansicht ist aus folgenden Gründen unzutreffend.
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3.1 Der Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 Bst. b JG bestimmt klar und ein-
deutig, dass ein auswärtiges Revier an die Personengruppe mit den meisten
auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern zu vergeben ist, wenn mehrere
Personengruppen die Voraussetzungen für eine Vergabe, d.h. die Vorausset-
zungen von Art. 10 JG erfüllen. Eine Einschränkung bzw. ein Bezug auf die
Zahl der „Mindestpächter“ ist in Art. 11 Abs. 1 Bst. b JG nicht enthalten.
Zwar bestimmt Art. 11 Abs. 2 JG weiter, dass für den Vergleich nur diejenigen
Bewerberinnen und Bewerber massgebend sind, die für das Revier an die not-
wendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet werden und im Kanton
wohnen. Damit wird aber nur die Anrechenbarkeit von Bewerberinnen und Be-
werbern ausgeschlossen, die einen der Ausschlussgründe von Art. 8bis JG er-
füllen. Das revidierte Jagdgesetz stellt - im Unterschied zu Art. 11 Abs. 1 JG in
der bis zum 30. Juni 2015 geltenden Fassung - nicht mehr auf die „Mindest-
pächterzahl“, sondern auf die Anrechenbarkeit im Sinn von Art. 8bis JG ab. Da-
hinter steht die Überlegung, dass eine Person, die bei der primären Zuschlags-
Voraussetzung von Art. 10 Abs. 1 Bst. c JG nicht berücksichtigt werden darf,
auch beim Zuschlagskriterium der „zweiten“ Stufe, d.h. im Rahmen von Art. 11
Abs. 1 JG nicht berücksichtigt werden soll.
3.2 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, es sei
widersprüchlich, zuerst eine Mindestpächterzahl festzusetzen und dann in der
zweiten Beurteilungsstufe doch wieder auf die Gesamtzahl der auswärtigen
Bewerberinnen und Bewerber abzustellen.
Die Vorinstanz verkennt, dass die Vorgabe von Art. 10 Abs. 1 Bst. c JG, wo-
nach das Revier nur an eine Personengruppe vergeben werden darf, welche
die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter aufweist, einen anderen
Zweck verfolgt, als das Auswahlkriterium von Art. 11 JG. Die Vorgabe von
Art. 10 Abs. 1 Bst. c JG soll sicherstellen, dass die Jagdgesellschaft genügend
Mitglieder hat, um die mit der Pacht verbundenen jagdlichen Pflichten (vgl. Art.
15 JG und Art. 12 der Jagdverordnung vom 19. Mai 2015 [in Vollzug ab 1. April
2016, ABl 2015 1573]) erfüllen zu können.
Demgegenüber bezweckte die Einteilung in einheimische und auswärtige Re-
viere ursprünglich, die Durchmischung der Jagdgesellschaften mit einheimi-
schen und auswärtigen Pächterinnen und Pächtern zu fördern. Insbesondere
ging es darum zu verhindern, dass benachbarte Gemeinden ihre jagdlich be-
sonders interessanten Hochwildreviere gegenseitig nur an Einwohner der
Nachbargemeinde vergaben und dadurch Jäger aus städtischen Agglomerati-
onen von diesen Revieren ausschlossen (vgl. die Botschaft der Regierung zum
Jagdgesetz vom 17. November 1994, ABl 1993 1936, Erläuterungen zu Art. 9
bis 10 des Entwurfs). Dieser Zweck ist durch den II. Nachtrag zum Jagdgesetz
vom 18. November 2014 (nGS 2015-063) obsolet geworden, da die Reviere
nicht mehr von den politischen Gemeinden, sondern vom Kanton vergeben
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werden (vgl. Art. 12 JG). Es besteht also schon gar keine Möglichkeit mehr,
dass die Gemeinden ihre Einwohner oder diejenigen von Nachbargemeinden
bei der Vergabe von Jagdrevieren bevorzugen, so dass die Unterscheidung in
einheimische und auswärtige Reviere im Rahmen des II. Nachtrags zum Jagd-
gesetz konsequenterweise hätte aufgehoben werden müssen. Die Unterschei-
dung wurde bewusst beibehalten, damit weiterhin ein eindeutiges Zuschlags-
bzw. Auswahlkriterium zur Verfügung stünde, wenn mehrere Bewerbergruppen
die Voraussetzungen von Art. 10 JG erfüllen. Der Zweck von Art. 11 JG be-
schränkt sich somit seit Vollzugsbeginn des II. Nachtrags zum Jagdgesetz da-
rauf, eine möglichst eindeutige Auswahl zwischen zwei Bewerbergruppen tref-
fen zu können. Diesen Zweck kann Art. 11 JG aber - wie der vorliegende Fall
deutlich zeigt - nicht mehr erfüllen, wenn nur die Bewerberinnen und Bewerber
bis zur Mindestpächterzahl berücksichtigt werden. Die Zuteilung eines auswär-
tigen Reviers an die Personengruppe, die insgesamt mehr auswärtige Bewer-
berinnen und Bewerbern aufweist, als die Konkurrenzgruppe, ist daher keines-
wegs widersprüchlich, wie die Vorinstanz meint, sondern sie folgt aus dem
Zweck von Art. 11 JG.
Zudem ist ohnehin nicht einleuchtend, inwiefern die Zuteilung eines auswärti-
gen Reviers an die Personengruppe mit mehr auswärtigen Bewerberinnen und
Bewerber widersprüchlich sein soll. Vielmehr wäre es widersprüchlich, ein Re-
vier als auswärtiges zu benennen und dieses dann an eine Personengruppe zu
vergeben, die weniger auswärtigen Bewerberinnen und Bewerber aufweist, als
die konkurrierende Personengruppe.
3.3 Die Vorinstanz stützt sich zur Begründung ihrer Rechtsauffassung
auch auf die Erläuterungen zu Art. 10 ff. in der Botschaft der Regierung vom
21. Januar 2014 zum II. Nachtrag zum Jagdgesetz, wonach die Bestimmungen
über die Pachtvergabe inhaltlich weitgehend aus dem bisherigen Recht über-
nommen worden seien (vgl. ABl 2014, 352).
Gesetzesbestimmungen sind nach der Lehre und Rechtsprechung in erster Li-
nie nach ihrem Wortlaut auszulegen. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmiss-
verständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, unter
anderem dann, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht
den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus
der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder
aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben (vgl. Ulrich Häfe-
lin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Auflage 2005, Rz. 92
mit Hinweisen auf die Praxis des Bundesgerichts).
Wie oben in Ziffer 3.1 ausgeführt wurde, ist der Wortlaut von Art. 11 Abs. 1
Bst. b JG klar und eindeutig. Er kann daher nicht unter Verweis auf die Erläu-
terungen in der Botschaft missachtet und die bisherige Regelung von Art. 11
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Abs. 1 des Jagdgesetzes in der bis zum 30. Juni 2015 geltenden Fassung wei-
ter angewendet werden. Dies gilt umso mehr als in der Botschaft ausdrücklich
nur davon die Rede ist, dass die bisherige Regelung weitgehend - also nicht
vollständig - unverändert übernommen wurde. Hinzu kommt, dass sich der
Zweck von Art. 11 JG durch den II. Nachtrag zum Jagdgesetz verändert hat,
da die Zuständigkeit für die Pachtvergabe von den politischen Gemeinden auf
den Kanton überging (vgl. dazu oben Ziffer 3.2), so dass auch aus diesem
Grund nicht angenommen werden kann, der Gesetzgeber habe zwar den Wort-
laut von Art. 11 JG verändern, die bisherige Bedeutung aber beibehalten wol-
len.
3.4 Die Vorinstanz macht weiter geltend, es verstosse gegen Treu und
Glauben, wenn eine bestehende Jagdgesellschaft, die ihre jagdlichen Pflichten
immer erfüllt habe, das Revier nicht mehr zugesprochen erhalte.
Dieser Einwand ist ohne weiteres abzuweisen. Das Erfüllen der mit der Pacht
verbundenen jagdlichen Pflichten ist eine Voraussetzung dafür, dass das
Pachtverhältnis nicht vorzeitig aufgelöst wird (vgl. dazu Art. 14 Abs. 1 JG i.V.
mit Art. 10 Abs. 1 Bst. c JV und Art. 14 Abs. 1 Bst. a i.V. mit Abs. 2 Bst. c JG in
der ab 1. April 2016 geltenden Fassung). Zudem ist das ordnungsgemässe Er-
füllen dieser Pflichten während einer laufenden Pachtperiode ein starkes Indiz
dafür, dass dieselbe Jagdgesellschaft auch in der kommenden Pachtperiode
die Voraussetzung von Art. 10 Abs. 1 Bst. a JG erfüllen wird. Es begründet aber
keine vertrauensrechtliche geschützte Position auf Verlängerung des Pacht-
verhältnisses. Ein solcher Vorrang der bisherigen Jagdgesellschaft müsste im
Jagdgesetz selber, insbesondere in Art. 11 JG vorgesehen sein.
3.5 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich bei einem auswär-
tigen Revier, bei dem mehrere Personengruppen die Voraussetzungen für eine
Pachtvergabe erfüllen, die Auswahl nach der Gesamtzahl der auswärtigen Be-
werberinnen und Bewerber einer Personengruppe richtet. Im vorliegenden Fall
ist unbestritten, dass die Rekurrenten bzw. die Bewerbergruppe B die Voraus-
setzungen von Art. 10 JG erfüllt und dass sie [Anz] auswärtige Bewerber, die
nach Art. 8bis JG an die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter ange-
rechnet werden, aufweist. Da die Rekursgegner nur [Anz] solche auswärtige
Bewerber aufweist, ist das Revier Nr. 001 D._ gestützt auf Art. 11 Abs. 1
Bst. b JG an die Rekurrenten zu vergeben und der Rekurs dementsprechend
gutzuheissen.
Damit kann die Frage offen gelassen werden, ob die Bewerbergruppe A (Re-
kursgegner) die Voraussetzungen von Art. 10 JG ebenfalls vollständig erfüllte
bzw. ob die Vorwürfe der Rekurrenten zutreffen, die Bewerbergruppe A habe
in der vorherigen Pachtperiode die Abschussvorgaben nicht erfüllt.
4.
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4.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Stehen sich in einem Verfahren private Verfahrensbeteiligte gegenüber, wer-
den diese ohne Kostenbeteiligung der Vorinstanz für die Entschädigung der
amtlichen Kosten herangezogen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St.Gallen - dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt, 2. vollständig überarbeitete Auflage, St.Gallen 2003, Rz. 800 f.).
Entsprechend dem Verfahrensausgang sind somit die unterliegenden Rekurs-
gegner zu verpflichten, die amtlichen Kosten für diesen Entscheid zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Die amtlichen Kosten sind gestützt auf Nr. 10.01 des Ge-
bührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5) auf
Fr. 750.-- festzulegen. Sie werden bei C._, bezogen, unter solidarischer Haf-
tung der übrigen Rekursgegner.
4.2 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie aufgrund der Sach- und Rechtslage notwendig und angemessen er-
scheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschädigung wird den am
Verfahren Beteiligten nach Obsiegen oder Unterliegen auferlegt (Art. 98bis
VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272; ab-
gekürzt ZPO) über die Parteientschädigung finden sachgemässe Anwendung
(Art. 98ter VRP i.V.m. Art. 95 ff. ZPO). Zudem kann nach Ziffer 22 der „Richtli-
nien für die Erhebung amtlicher Kosten für Rechtsmittelentscheide der Regie-
rung und der Departemente sowie für die Entschädigung ausseramtlicher Kos-
ten in Rekursverfahren vor Regierung und Departementen“ (RRB 1996/1215)
die Vorinstanz verpflichtet werden, die ausseramtlichen Kosten ganz oder teil-
weise zu tragen, wenn sie offensichtlich falsch entschieden hat.
Sowohl die Rekurrenten als auch die Rekursgegner stellen ein Begehren auf
Parteientschädigung. Allerdings sind den Rekursgegnern aufgrund des Verfah-
rensausgangs keine ausseramtlichen Kosten zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Das diesbezügliche Begehren ist abzuweisen.
Hingegen haben die Rekurrenten aufgrund des Verfahrensausgangs Anspruch
auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, da die Notwendigkeit der anwaltlichen
Vertretung aufgrund der sich aus tatsächlicher und rechtlicher Sicht stellenden
Fragen zu bejahen ist.
4.3 Der Rechtsvertreter der Rekurrenten reichte am 17. März 2016 eine
einen Tätigkeitsnachweis ein, in der er einen Aufwand von 17,90 Stunden für
das vorliegende Rekursverfahren auswies. Im Rekursverfahren vor dem Volks-
wirtschaftsdepartement beträgt das Honorar pauschal Fr. 500.-- bis Fr. 6'000.--
(Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagen-
ten, sGS 963.75; abgekürzt HonO). Innerhalb dieses Rahmens ist das Grund-
honorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang
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der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Ver-
hältnissen der Beteiligten, zu bemessen (Art. 19 HonO). Aufgrund der genann-
ten Bemessungskriterien und unter Berücksichtigung des vom Rechtsvertreter
der Rekurrenten nachgewiesenen Aufwands ist die ausseramtliche Entschädi-
gung auf insgesamt Fr. 4‘500.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzulegen (Ca-
velti/Vögeli, a.a.O., Rz. 832 ff.).
Die ausseramtliche Entschädigung ist entsprechend den obigen Erwägungen
zu gleichen Teilen der Vorinstanz und den Rekursgegnern aufzuerlegen. Die
Rekursgegner haften für ihren Anteil von Fr. 2‘250.-- solidarisch (Art. 98ter VRP
i.V.m. Art. 106 Abs. 3 ZPO).