Decision ID: dd0fdb2f-5742-4a15-a0ca-f6fdd01c0e7c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene X._, diplomierter technischer Chemiker (Urk. 7/11 S. 1), meldete sich am 10. September 2015 unter Hinweis auf eine Depression sowie Beschwerden am Handgelenk, an den Knien und den Sprunggelenken bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen und medizi
nischen Verhältnisse ab und zog unter anderem die Akten des Kranken
tag
geld
versicherers (Urk. 7/10, Urk. 7/13) bei. Am 7. Juni 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund dessen Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/29). Nach weiteren Abklärun
gen stellte die IV
Stelle mit Vor
bescheid vom 3. Mai 2017 (Urk. 7/55) die Aus
richtung einer vom 1. Mai 2016 bis 31. März 2017 befristeten ganzen Rente in Aussicht, woge
gen der Versicherte unter Beilage der Berichte seines Hausarztes Dr. A._, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 14. Juni 2017 (Urk. 7/61) sowie der Universitätsklinik B._ vom 10. Februar, 26. April und 28. April 2017 (Urk. 7/62-64) am 29. Mai 2017 Einwand (Urk. 7/58, Urk. 7/65) erhob.
Am 13. September 2017 verfügte die IV-Stelle im ange
kündigten Sinne (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 11. Oktober 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 13. September 2017 sei in dem Sinne zu ändern, dass ihm auch ab 1. April 2017 eine ganze IV-Rente auszurichten und somit auf eine Befristung der ab 1. Mai 2016 zugesprochenen Rente zu verzichten sei (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2017 (Urk. 6) schloss die Beschwer
de
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (vgl. auch Urk. 8). Am 21. November respektive 15. Dezember 2017 (Urk. 9, Urk. 12) reichte der Beschwerdeführer die Berichte der Universitätsklinik B._ vom 20. September und 17. Oktober 2017 (Urk. 10/1, Urk. 13) sowie das ärztliche Zeugnis von Dr. A._ vom 6. Okto
ber 2017 (Urk. 10/2) ein, welche der Beschwerde
gegnerin am 23. November beziehungsweise am 18. Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 11, Urk. 14).
Mit Beschluss vom 1. Oktober 2018 (Urk. 15) wurde dem Beschwerdeführer Frist angesetzt, um zu
einer möglichen Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiteren Abklärungen und zum damit verbundenen Risiko
einer Schlechter
stel
lung Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurück
zuziehen. Am 23. Oktober 2018 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit, dass er an der Beschwerde festhalte und stellte überdies den Eventualantrag, die Angelegenheit sei zu weiteren Abklärungen, zur Einholung eines unabhängigen, polydiszi
plinären MEDAS-Gutachtens und zum anschliessenden Neuentscheid an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (Urk. 17), was der Beschwerdegegnerin am 25. Oktober 2018 (Urk. 18) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
D
ie rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnun
g über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbe
ginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
rele
vante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer ab 29. April 2015 nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten habe auch nach Ablauf des Wartejahres am 28. April 2016 bestanden, weshalb ab 1. Mai 2016 Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Im Verlauf des Jahres 2016 habe sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers verbessert und er sei seit 1. Januar 2017 in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig. Gestützt auf den Einkom
mensvergleich resultiere unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % ein Invaliditätsgrad von 0 %. Nachdem die Verbesserung der gesund
heitlichen Situation mindestens drei Monate andauern müsse, bestehe ein Renten
anspruch bis 31. März 2017 (S. 3).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), seine gesundheitliche Situation habe sich seit dem Rentenbeginn vom 1. Mai 2016 nicht verbessert. Vielmehr ergebe sich aus diversen medizinischen Berich
ten, dass er nach wie vor und auch seit 1. Januar 2017 weder in der angestamm
ten noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei, weshalb die Befristung der ganzen Rente bis 31. März 2017 nicht zulässig sei (S. 3 ff. Ziff. 7 ff.). Im Übrigen verfüge der im Jahre 1958 geborene Beschwerdeführer über keine in der Schweiz anerkannte Berufsausbildung und auch lediglich über bescheidene Grundkenntnisse der deutschen Sprache, er sei in den letzten Jahren stets als Reinigungsmitarbeiter tätig gewesen. Entsprechend sei eine Wieder
eingliederung für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit in den ersten Arbeits
markt kaum realistisch (S. 10 Ziff. 23).
Dem seitens des Gerichts am 1. Oktober 2018 in Aussicht gestellten Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abklärungen betreffend den gesamten von der Verfügung beschlagenen Zeitraum (Urk. 15) schloss sich der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 23. Oktober 2018 an (Urk. 17).
2.3
Z
u prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vom 29. April 2015 bis 31. Dezember 2016 (vgl. dazu E. 1.3) respektive einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer ange
passten Tätigkeit seit 1. Januar 2017 ausgegangen ist.
3.
3.1
Dr. C._, Oberarzt Orthopädie, Universitätsklinik B._, nannte in seinem Bericht vom 2. Juni 2015 (Ur. 7/23/18-19) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Ansatztendinopathie der Achillessehne links
-
Status nach Peroneus brevis-Reparatur und Tubularisierungsnaht links und Transfer Peroneus longus auf brevis sowie laterale Calcaneus-Osteotomie Fuss links bei atraumatischer Partialruptur der Peroneus-brevis-Sehne beidseits, links symptomatischer als rechts, vom 17.02.12
Der Arzt hielt fest, dass es beim Beschwerdeführer erneut zu Beschwerden im linken Rückfuss ohne eigentliches Trauma gekommen sei, wobei vor allem eine deutliche Schmerzhaftigkeit über der Peronealsehnenloge sowie eine leichte Ansatz
tendinopathie der Achillessehne imponierten. Betreffend die Tätigkeit als Reinigungskraft attestierte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 22. Juni 2015 (S. 2), welche er am 22. Juni 2015 bis 31. Juli 2015 verlängerte
(
Urk. 7/23/16-17 S. 2).
Am 23. September 2015 wiesen Dr. D._, Leiter Fusschirurgie, und Dr. E._, Assistenzarzt Orthopädie, Universitätsklinik B._, auf die Aus
schöpfung der konservativen Therapiemassnahmen hin, weshalb der Beschwer
deführer Mitte Oktober zur Operation (Strayer-Release links, Haglund-Exostosen
abtragung links, Achillessehnendébridement links) aufgeboten werde (Urk. 7/23/11-12 S. 1).
Im Spital F._ wurde am 1. Dezember 2015 zur Diagnostik am linken Knie eine Punktion durchgeführt, die eine erhöhte Harnsäure zeigte. Unter Medikation waren der stark erhöhte Entzündungszustand rasch regredient und die Mobili
sation wurde zurückgewonnen. Die Ursache der generalisierten Polyarthritis blieb unklar (Austrittsbericht vom 8. Dezember 2015, Urk. 7/23/6).
3.2
In seinem Bericht vom 24. Dezember 2015 (Urk. 7/23/1-5) stellte der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. A._, - soweit leserlich - folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
erosive Gichtarthropathie (ED 2015) mit
-
Beteiligung der Finger-/Zehen-/Kniegelenke
-
Status nach atraumatischer Partialruptur der Peroneus-brevis-Sehne links und rechts (ED 2012) mit Fussbeschwerden
-
chronische Depression
-
Gonarthrose rechts und links (ED 2015)
-
chronisches lumbospondylogenes Syndrom
-
schwerer Vitamin D-Mangel
-
hypogenerative normochrome-normozytäre Anämie
Der Hausarzt hielt fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig
keit als Reinigungsangestellter seit 29. April 2015 zu 100 % arbeitsunfähig sei und eine verminderte Belastbarkeit der Fingergelenke, des Sprunggelenks, der Kniegelenke und der Lendenwirbelsäule (LWS) bestehe (S. 2 Ziff. 1.6-1.7). Im Weiteren attestierte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für behinderungs
ange
passte Tätigkeiten seit April 2015 (S. 3 Ziff. 1.7 und S. 5).
3.3
Die behandelnde Psychiaterin Dr. G._, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, führte in ihrem Bericht vom 30. Dezember 2015 (Urk. 7/22/1-5) fol
gende – gekürzt wiedergegebene - Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit auf (S. 1 Ziff. 1.1):
-
generalisierte Polyarthritis unklarer Ätiologie (ED zirka 2005)
-
hyporegenerative, normchrome-normozytäre Anämie
-
isolierte Muskelatrophie Unterschenkel links unklarer Ätiologie
-
milde, asymptomatishe Hyponatriämie
-
schwerer Vitamin D-Mangel
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2)
Dr. G._ führte aus, die Einweisung in die psychiatrische Behandlung sei durch den Hausarzt aufgrund der Entwicklung einer schweren Depression infolge Belastungssituation sowie einer deutlichen Verschlechterung der körperlichen Symptomatik erfolgt. Im Vordergrund des psychischen Zustandsbilds stehe eine schwere depressive Symptomatik, welche sich durch eine Antriebs- und Kraftlo
sigkeit, ausgeprägte Schlafstörungen, eine bedrückte Stimmung, Verzweiflung und ein Misstrauen manifestiert habe (S. 2 Ziff. 1.4).
Betreffend die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsangestellter bestehe seit 22. August 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.6 in Verbindung mit S. 1 Ziff. 1.2). Der Umfang einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei von den körperlichen Beschwerden abhängig (S. 3 Ziff. 1.7).
3.4
In ihrem Bericht vom 31. März 2016 (Urk. 7/25/4-5) stellten Dr. H._, Oberarzt Kniechirurgie, und Dr. I._, Assistenzarzt Orthopädie, Universi
tätsklinik B._, folgende Diagnosen (S. 1):
-
Varusgonarthrose links
-
Status nach VKB-Rekonstruktion 2003
-
Ansatztendinopathie der Achillessehne links
-
Status nach Peroneus brevis-Reparatur und Tubularisierungsnaht links und Transfer Peroneus longus und brevis sowie laterale Calcaneus-Osteotomie Fuss links bei
-
atraumatischer Partialrutpur der Peroneus brevis-Sehne beidseits (links > rechts) 02/2012
-
Hyperurikämie (ED 2012)
-
Depression (ED 06/2015)
-
Status nach operativem Release bei M. Dupuytren 08/2011
Die Ärzte hielten fest, es zeige sich eine Panarthrose des gesamten Kniegelenks mit deutlichen osteophytären Anbauten und Verschmälerung des Gelenks medial
seits sowie retropatellär. Lateralseits sei der Gelenkspalt noch intakt (S. 2).
Bei panarthrotischer Veränderung und hohem Leidensdruck sei eine Total
pro
these auf der linken Seite geplant. Die Arbeitsunfähigkeit werde bis zur Operation am 29. April 2016 verlängert (S. 2). Am 17. Juni 2016 bescheinigte Dr. H._ nach erfolgter Knietotalendoprothese (Urk. 7/31/1) eine Arbeitsunfähigkeit bis (wenigstens) 10. Juni 2016 (Urk. 7/30/4).
3.5
In ihrem Verlaufsbericht vom 11. April 2016 (Urk. 7/26/1-3) hielt Dr. G._ bei unveränderten Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.2) fest, dass bis jetzt keine grosse Ver
änderung des psychischen Zustandsbildes erfolgt sei. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor depressiv, verzweifelt, misstrauisch und besorgt um seine Zukunft. Die bevorstehende Knieoperation, Sorgen um den Krankheitsverlauf und die frag
liche Prognose würden ihn stark belasten. Der Beschwerdeführer könne kaum laufen, leide an starken Schmerzen, lebe in einem Zimmer, gehe nur noch zu den Ärzten, habe kaum Kontakt mit jemanden und sei sozial isoliert (S. 1 Ziff. 1.3). Betreffend Arbeitsfähigkeit wies die behandelnde Psychiaterin auf die am 29. Ap
ril 2016 bevorstehende Knieoperation hin (S. 1 Ziff. 2.1).
3.6
Am
17. August
2016 nahm der Hausarzt
gegenüber dem Krankentag
geld
ver
si
cherer
Stellung zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
, wobei er auf eine Schwellung des linken Kniegelenks und der Peronealsehne, links mehr als rechts, sowie eine verminderte Belastbarkeit der unteren Extremitäten
hinwies (Urk. 7/42/29-31 S. 1 Ziff. 1 und Ziff. 2.2). Es bestehe ein protrahierter Heilungs
verlauf bei beidseitigen Fussschmerzen und Peronealsehne (S. 2 Ziff. 4). Die Prog
nose in Bezug auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit sei nicht voraussag
bar, und es bestehe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 29. April 2015 (S. 2 Ziff. 4.1 und Ziff. 6). Im Übrigen seien weder die Ausübung der angestammten Tätigkeit nach Stabilisierung des Gesund
heitszustands noch die Verrichtung von angepassten weniger belastenden Ver
richtungen zumutbar (S. 2 Ziff. 7 und S. 3 Ziff. 7.2).
3.7
Am 7. September 2016 äusserte sich Dr. H._ zuhanden des Krankentag
geldversicherers erneut zur gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers, wobei er als zusätzliche Diagnose den Status nach computer-assistierter Knie-Totalprothese links vom 29. April 2016 mit/bei Varusgonarthrose links aufführte (Urk. 7/42/12-14 S. 1). Dr. H._ hielt fest, er habe den Beschwerdeführer letztmalig Anfang August drei Monate nach der Kniegelenkstotalprothese mit einem regelrechten Verlauf und subjektiv praktisch beschwerdefrei gesehen. Es habe jedoch ein Extensionsdefizit von zehn Grad bestanden, welches weiter physiotherapeutisch angegangen werden müsse (S. 2 Ziff. 4). Unter dem Titel Prognose in Bezug auf die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit führte der ortho
pädische Chirurge aus, dass dies aktenanamnestisch nicht sicher beurteilt werden könne. Auch mit einer Kniegelenkstotalprothese sei häufig keine volle Arbeits
fä
higkeit in einem belastenden Beruf zu erlangen (S. 2 Ziff. 4.1). Ob die aktuelle Tätigkeit nach Stabilisierung des Gesundheitszustands noch zumutbar sei, könne aktenanamnestisch zum aktuellen Zeitpunkt nicht angegeben werden (S. 3 Ziff. 7). Er gehe aber davon aus, dass eine angepasste weniger belastende Tätig
keit aus medizinischer Sicht zumutbar wäre, wobei er aktenanamnestisch keine prozentualen Angaben machen könne (S. 3 Ziff. 7.2).
3.8
Dr. J._, FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, hielt in seinem Low Level Assessment vom 4. Oktober 2016 (Urk. 7/42/7-11) zuhanden des Kran
ken
taggeldversicherers fest, dass zusammenfassend eine Drei-Etagen-Proble
ma
tik bestehe: operiertes linkes Kniegelenk mit nicht gutem Ergebnis, noch nicht operiertes rechtes Kniegelenk mit einer Pangonarthrose medial betont und Varusfehlstellung sowie eine deutliche Restbeschwerdesymptomatik mit Belast
barkeitseinschränkung am linken Fuss bei Status nach Calcaneus-Osteo
tomie links mit Sehnenreparatur und Transfer einer Peronealsehnen
tendinopathie im Februar 2012 (S. 3).
Die Einschränkungen seien nicht unerheblich, da die drei Etagen gegenseitig ungünstig wirkten. Wenn das linke Kniegelenk postoperativ noch erheblich irritiert, überwärmt und geschwollen sei, werde es schwierig, das rechte Knie zu operieren, da der Beschwerdeführer dann eine volle Belastung links benötige. Dazu komme eine Belastbarkeitsverminderung mit Schmerzen und Gehen am lin
ken Fuss bei Status nach dem Eingriff im Jahre 2012. Dadurch werde auch die Belastbarkeit der Kniegelenke vermindert (S. 3 f.).
Im Weiteren wies Dr. J._ darauf hin, dass in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft vorläufig eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe und er die Prognose für eine Wiederaufnahme einer solchen vorwiegend stehen
den respektive gehenden Tätigkeit in Frage stelle beziehungsweise er nicht davon ausgehe, dass der Beschwerdeführer im Reinigungsdienst wieder integriert wer
den könne. Es stünden ferner mehrere Operationen an, insbesondere eine Knie
gelenksoperation rechts, welche eine mindestens drei bis vier-monatige Rekonvaleszenz bedinge. Zudem sei dem Beschwerdeführer erklärt worden, dass danach wahrscheinlich der linke Fuss nochmals operiert werde (S. 4).
Dr. J._ hielt schliesslich fest, dass vorläufig in keiner Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit zumutbar sei, da das linke Kniegelenk entzündlich irritiert, geschwollen und überwärmt sei. Entsprechend sei auch eine sitzende Tätigkeit nur von sehr kurzer Dauer möglich. Je nach Verlauf betreffend postoperatives Ergebnis links
seitig und geplanten Eingriff am rechten Kniegelenk sei in den nächsten zwei bis drei Monaten von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, sitzenden und wechselnd stehenden Tätigkeit auszugehen. Dies könne aber aktuell prospektiv nicht beurteilt werden (S. 4 f.).
3.9
Am 21. März 2017 hielt Dr. K._, Assistenzarzt Orthopädie, Universitäts
klinik B._, im Zusammenhang mit der Osteosynthesematerialentfernung Calcaneus links am 9. Dezember 2016 fest, dass hinsichtlich des störenden Mate
rials nach dessen Entfernung gute prognostische Aussichten bestünden (Urk. 7/45/6-8 S. 2 Ziff. 1.5). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 9. bis 31. Dezember 2016, wobei der Arzt auf eine postoperative Einschränkung sowie die fehlende Belastbarkeit im Rahmen des Rehabilitationsverlaufs hinwies (S. 2 Ziff. 1.6). Betreffend die Nebendiagno
sen, insbesondere Tendinopathie Achillessehne, bestünden aufgrund der Schmerz
ent
wickl
ung im Achillesbereich nach längerer Belastung leichte körper
liche Einschränkungen. Die bisherige Tätigkeit könne aktuell aus anamnestischer Beschwerdesituation zu 100 % ausgeübt werden, wobei keine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (S. 2 Ziff. 1.7). Eine Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit sei zu 100 % ab 1. Januar 2017 möglich (S. 2 Ziff. 1.9).
3.10
Am 31. August 2017 stellten Dr. L._, Oberarzt Orthopädie, und Dr. M._, Assistenzarzt Orthopädie, Universitätsklinik B._, neu die Diagnose einer symptomatischen Varusgonarthrose rechts (Urk. 3/4 S. 1). Die Schmerzen im Bereich des rechten Knies seien exazerbiert, weshalb der Beschwerdeführer eine Operation wünsche, noch vor dem geplanten Eingriff am linken Fuss. Der Termin für die Implantation einer Knietotalendoprothese rechts sei für den 20. September 2017 geplant (S. 2; vgl. auch Urk. 3/5, Urk. 10/1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung (Urk. 2) auf die Beurteilung von Dr. N._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 5. April 2017. Der RAD
Arzt vermerkte, dass sich in der Arthrografie der rechten Schulter vom 7. Februar 2017 (Urk. 7/47) eine bis anhin nicht bekannte Rotatoren
manschetten
ruptur gezeigt habe. Die zwei weiteren anstehenden Operationen sollten nicht abgewar
tet werden. Mit Verweis auf die Dres. A._ und K._ ging er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit seit 29. April 2015 sowie einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vom 29. April 2015 bis 31. Dezember 2016 respektive einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer behinderungsangepassten Verrichtung (leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne kniebelastende Zwangshaltungen, ohne häufiges Gehen auf unebe
nem Gelände und ohne die rechte Schulter belastende Zwangshaltungen) seit 1. Januar 2017 aus (Urk. 7/53 S. 6 f.).
4.2
Aufgrund der Aktenlage ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer aufgrund seiner somatischen Beschwerden vom 29. April 2015 bis 31. Dezember 2016 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sein soll. Dr. A._ verwies ohne jegliche Begründung auf eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.2 und E. 3.6) und Dr. C._ äusserte sich lediglich zur Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit (vgl. E. 3.1) und im Bericht des Spitals F._ war im Dezember 2015 von einer Verbesserung die Rede (E. 3.1), was unberücksichtigt blieb. Dr. H._ hielt nach der Knietotalendoprothese am 29. April 2016 bereits am 7. September 2016 eine angepasste, weniger belastende Tätigkeit für zumutbar, konnte indes
sen aktenanamnestisch keine prozentuale Angabe machen (vgl. E. 3.7 hievor). Dr. J._ ging am 4. Oktober 2016 davon aus, dass die Aus
übung von sitzenden Tätigkeiten von sehr kurzer Dauer möglich sei (vgl. E. 3.8 hievor), wobei er eine prospektive Beurteilung letztlich ausschloss.
Unklar sind sodann die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit 22. August 2015, zumal Dr. G._ lediglich festhielt, dass der Umfang einer solchen Verrichtung von den körperlichen Beschwerden abhängig sei (vgl. E. 3.3 hievor), was mit Blick auf das von ihr diagnostizierte schwere depressive Geschehen nicht zu überzeugen vermag.
4.3
Nicht schlüssig ist im Weiteren die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers bis Ende Dezember 2016 verbessert habe und er seit 1. Januar 2017 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 2 S. 2). Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei im Wesentlichen auf den Bericht von Dr. K._ vom 21. März 2017 (vgl. E. 3.9 hievor) ab (Urk. 7/53 S. 7). Letzterer äusserte sich im Nachgang zur Osteo
synthe
se
materialentfernung Calcaneus vom 9. Dezember 2017 indessen einzig zu den Beschwerden am linken Fuss und liess die Problematik am rechten und linken Knie ausser Acht. Die Einschätzung von Dr. K._ steht zudem im Widerspruch zur Beurteilung von Dr. J._, welcher am 4. Oktober 2016 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten sitzenden und wechselnd stehenden Tätigkeit in den folgenden zwei bis drei Monaten ausging (vgl. E. 3.8 hievor
.
Im Weiteren wurde am 7. Februar 2017 neu eine transmurale Ruptur der Supra
spi
natus
sehne (Urk. 7/47/1) sowie am 31. August 2017 eine sympto
matische Varus
gonarthrose rechts (Urk. 3/4) diagnostiziert,
wobei aufgrund letzterer Diagnose am
20. September 2017 das rechte Knie (Totalprothese) operiert wurde (Urk. 3/5, Urk. 10/1).
Mit Bezug auf die psychischen Beschwerden liegen keine Hinweise auf eine erhebliche Veränderung vor. Dr. G._ bescheinigte am 11. April 2016 unveränderte Diagnosen und hielt fest, dass bis jetzt keine grosse Veränderung des psychischen Zustandsbildes erfolgt sei (vgl. E. 3.5). Dies gilt auch für die nachfolgende Zeit, zumal die behandelnde Psychiaterin in ihrem Bericht vom 26. September 2017 (Urk. 3/8) eine Besserung der Symptomatik trotz regel
mässi
ger Medikamenteneinnahme verneinte.
4.4
Im Lichte der obigen Erwägungen ist festzuhalten, dass eine abschliessende Beur
teilung des Gesundheitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich ist und sich der medizinische Sachverhalt sowohl in somatischer als auch psychi
scher Hinsicht als ergänzungsbedürftig erweist. Die Sache ist daher unter Aufhe
bung der angefochtenen Verfügung vom 13. September 2017 (Urk. 2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische Abklärun
gen betreffend sämtliche Leiden tätige und gestützt darauf in Berück
sichtigung des gesund
heitlichen Verlaufs erneut über die Sache entscheide.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
auf Fr. 1’900.--
(inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.