Decision ID: 3973e733-c866-5d8b-9316-f755279d5c62
Year: 2017
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1965 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführer) meldete sich im
Februar 1999 wegen anhaltender Krankheit nach einer Lungenoperation, Migräne und
Schmerzen am ganzen Körper bei den Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden
(damals noch: Ausgleichskasse und IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden, nachfolgend:
Vorinstanz) zum Leistungsbezug an.
B. Bereits 1995 waren beim Beschwerdeführer ein chronisches Thorakovertebralsyndrom
sowie Spannungskopfschmerzen diagnostiziert worden (IV-act. 1.1, S. 63). Am 10. Oktober
1997 war der Beschwerdeführer nach Überweisung durch seinen Hausarzt Dr. C_ bei Dr.
D_ vorstellig geworden wegen einer Exazerbation eitriger Bronchitis bei bekannten
Bronchiektasen im posterobasalen Unterlappensegment links und Bronchialdeformationen
in beiden Unterlappen (IV-act. 1.1, S. 61). Am 22. April 1998 unterzog sich der
Beschwerdeführer mit der Diagnose einer chronischen Pneumonie mit Atelektase des
linken Unterlappens aufgrund von rezidivierenden, eitrigen Infektexazerbationen einer
thorakoskopisch assistierten Unterlappenresektion links (IV-act. 1.1, S. 51); wegen
Nachblutungen erfolgte am 24. April 1998 eine Revision (IV-act. 1.1, S. 53). Die
Operationen verliefen befriedigend, es blieben allerdings Rückenschmerzen mit
Ausstrahlung in die Beine, ohne dass diesbezüglich weitere Untersuchungen veranlasst
worden wären (IV-act. 1.1, S. 50). Der Beschwerdeführer weilte vom 11. bis 25. Juni 1998
in der Rheinburgklinik Walzenhausen zur Rehabilitation, wo als Hauptproblem Schmerzen
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entlang der gesamten Wirbelsäule festgestellt wurden. Die Schmerzsymptomatik besserte
sich im Verlauf der Rehabilitation nach Angaben des Beschwerdeführers um ca. 20%;
ansonsten wurde jedoch wenig Veränderung beobachtet (IV-act. 1.1, S. 45 ff.). Vom 24.
Mai bis 19. Juni 1999 hielt sich der Beschwerdeführer in der Klinik Gais AG auf, wo unter
anderem eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen, der Verdacht
auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und paravertebrale Myogelosen
diagnostiziert wurden (IV-act. 1.1, S. 8 ff.). Mit Verfügung vom 14. Juni 2000 ging die
Vorinstanz beim Beschwerdeführer von einem Invaliditätsgrad von 73% aus und sprach
ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 1998 eine volle Invalidenrente sowie für seine
ausserehelichen drei Kinder in der Türkei je eine Kinderrente zu (IV-act. 1.1, S. 2 ff.; IV-act.
10).
C. Ende 2000 überprüfte die Vorinstanz die zugesprochene Rente erstmals im Rahmen einer
ordentlichen Rentenrevision (IV-act. 13 ff.). Im Arztbericht vom 20. Februar 2001
diagnostizierte Dr. C_ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (DD
Fibromyalgiesyndrom und vertebragenes Schmerzsyndrom bei paravertebralen
Myogelosen) und bezeichnete den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als
stationär. Der Beschwerdeführer leide selbst bei kleinsten Belastungen unter Schmerzen,
wobei sich kein klarer somatischer Hintergrund finden lasse (IV-act. 15). Obwohl der
behandelnde Hausarzt den Beschwerdeführer inzwischen durchaus für zumindest in einem
Teilzeitpensum arbeitsfähig hielt („Ende 2000 habe ich Herr A_ wiedermal auf die
Möglichkeit einer teilzeitigen Arbeit angesprochen, wobei er primär motiviert erschien, einen
Versuch zu machen, was jedoch von der Ehefrau etwas später vehement abgelehnt
wurde“, IV-act. 15, S. 2), teilte die Vorinstanz in der Folge ohne die Vornahme weiterer
Abklärungen dem Beschwerdeführer am 9. Mai 2001 mit, die Überprüfung des
Invaliditätsgrads habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben und er habe
weiterhin Anspruch auf eine volle IV-Rente (IV-act. 16).
D. Anlässlich einer weiteren ordentlichen Rentenrevision im Juni 2004 holte die Vorinstanz
einen Arztbericht beim aktuell behandelnden Arzt Dr. E_ ein, welcher den
Gesundheitszustand ebenfalls als stationär bezeichnete und aus dessen beigelegten
Berichten von Spezialärzten die anhaltende Schmerzproblematik bestätigt wurde (IV-act.
20). Die Vorinstanz teilte dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 22. Juli 2004 wiederum
mit, dass er mangels Feststellung einer Veränderung bei einem Invaliditätsgrad von 73%
weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (IV-act. 21).
E. Eine nächste Rentenrevision wurde im September 2009 eingeleitet (IV-act. 26 ff.). Gemäss
der neuen Hausärztin, Dr. F_, habe sich der Gesundheitszustand des
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Beschwerdeführers nicht verändert, der Beschwerdeführer habe trotz Anpassung der
Analgetika starke Rückenschmerzen mit Ausstechung in beide Beine und es komme immer
wieder zu Schmerzexazerbationen (IV-act. 27). Die Vorinstanz ging weiterhin von einem
Anspruch des Beschwerdeführers auf die bisherige Invalidenrente, basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 73%, aus (IV-act. 28).
F. Im Oktober 2012 leitete die Vorinstanz erneut ein Revisionsverfahren ein (IV-act. 31). Dr.
F_ äusserte, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich inzwischen
verschlechtert (IV-act. 34). Nachdem die Vorinstanz das Dossier auch dem RAD zur
Beurteilung vorlegte, hielt Dr. G_ eine vertiefte Abklärung des medizinischen
Sachverhalts für notwendig und schlug eine bidisziplinäre rheumatologisch-psychiatrische
Begutachtung vor, dies insbesondere im Hinblick auf die mit der 6. Revision des
Invalidenversicherungsgesetzes beschlossenen Schlussbestimmungen über Renten, die
bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden waren (IV-act. 35). In der Folge
wurde der Beschwerdeführer zu einer Begutachtung bei Dres. H_ und J_ aufgeboten
(IV-act. 37). Das interdisziplinäre Gutachten datiert vom 7. März 2013 (IV-act. 44). Als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter einzig
hochfrequentierte Migräneattacken unter regelmässigem Imigran Konsum DD,
posttraumatisch (Triptan Überkonsum). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit führten sie an: Unklare panvertebrale Schmerzen bei intaktem
Gelenkstatus und altersentsprechendem Wirbelsäulenstatus, ohne Hinweise für eine
Schädigung des zentralen Nervensystems und ohne Hinweise auf eine relevante
lumboradikuläre Schädigung, nebst lokalem Thorakotomie-Narbenschmerz links. Die
Gutachter führten aus, aus somatischer Sicht, sei es rheumatologisch oder neurologisch,
hätten weder eine Schädigung des zentralen Nervensystems gefunden werden können,
noch bestünden Hinweise für eine Polyneuropathie oder relevante lumboradikuläre
Schädigung. Entsprechend bestünden weder Einschränkungen für eine bimanuelle
Tätigkeit, für eine sitzende Tätigkeit, noch für eine stehende oder gehende Tätigkeit. Aus
neurologisch-rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für eine
wechselbelastende leichte bis mittelgradige Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Psychiatrische
Diagnosen mit oder ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter
ausdrücklich keine.
G. Dr. G_ vom RAD erachtete dieses Gutachten als nachvollziehbar und umfassend und
hielt gestützt darauf dafür, der Beschwerdeführer sei in adaptierter Tätigkeit voll
arbeitsfähig, wobei es empfehlenswert sei, zur Rekonditionierung nach der langen
Arbeitsabstinenz mit einem Pensum von 50% zu beginnen und dieses schrittweise auf
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100% zu erhöhen (IV-act. 45). Bei einem Gespräch am 18. September 2013 bei der
Vorinstanz wurde der Beschwerdeführer darüber informiert, dass sein Rentenanspruch
aufgrund der heutigen Rechtsprechung nicht mehr gegeben sei. Der medizinische
Sachverhalt wurde dem Beschwerdeführer von Dr. G_ vom RAD ausführlich dargelegt
und erklärt. Ebenfalls am Gespräch anwesend war eine Eingliederungsfachperson und der
Beschwerdeführer erklärte sich mit beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen
einverstanden (IV-act. 52).
H. Mit Vorbescheid vom 19. September 2013 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit,
gestützt auf die Schlussbestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
bestehe für die Zukunft kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente. Während der
Wiedereingliederungsmassnahmen, längstens aber während zwei Jahren, werde ihm
weiterhin eine Invalidenrente ausgerichtet (IV-act. 54). Gleichentags teilte die Vorinstanz
dem Beschwerdeführer mit, sie gewähre ihm Beratung und Unterstützung bei der
Eingliederung (IV-act. 55). Daraufhin meldete sich der damalige Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Schreiben vom 3. Oktober 2013 bei der Vorinstanz und verwies auf
die Diagnosen, die ursprünglich zur Rentenzusprache geführt haben. Gestützt darauf
argumentierte er, es handle sich beim Fall des Beschwerdeführers offensichtlich nicht um
einen Fall gemäss den Übergangsbestimmungen zur IVG-Revision 6a, weshalb beantragt
werde, von einer Rentenaufhebung abzusehen (IV-act. 59). Die Vorinstanz legte den Fall
hierauf erneut dem RAD zur Beurteilung vor. Dr. G_ hielt dafür, dass beim
Beschwerdeführer von einer vollen Arbeitsfähigkeit adaptiert auszugehen sei. Der
Gesundheitszustand habe sich verbessert. Es sei Sache des Rechtsanwenders, zu
entscheiden, ob das weitere Verfahren im Rahmen der Schlussbestimmungsfälle der IVG-
Revision 6a oder im Rahmen einer eingliederungsorientierten Rentenrevision oder eine
Rentenrevision aufgrund medizinischer Revisionsgründe abgewickelt werde (IV-act. 60). In
der Folge hob die Vorinstanz den Vorbescheid vom 19. September 2013 auf und
informierte den Beschwerdeführer gleichzeitig, das Verfahren werde unter Anwendung von
Art. 8a ff. IVG weitergeführt (IV-act. 61).
I. Mit Schreiben vom 20. Januar 2014 lud die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu einem
Gespräch bezüglich seiner beruflichen Integration ein (IV-act. 63). Infolge einer bereits
geplanten Reise in die Türkei und der dortigen Vornahme einer umfangreichen
Zahnbehandlung ersuchte der Beschwerdeführer um eine Verschiebung des Termins (IV-
act. 66). Am 14. März 2014 fand das Gespräch schliesslich statt. Die Vorinstanz schlug
dem Beschwerdeführer, der keine eigenen Vorstellungen bezüglich seiner beruflichen
Zukunft äusserte, die Teilnahme an einem Aufbau- bzw. Belastbarkeitstraining vor, welches
der Beschwerdeführer am 22. April 2014 bei der Obvita in St. Gallen begann. Am 16. Mai
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2014 teilte der Beschwerdeführer mit, er fliege am 17. Juni 2014 für drei Monate in die
Türkei, wo er erneut Termine im Zusammenhang mit seiner Zahnsanierung habe. Nachdem
die Vorinstanz den Beschwerdeführer darauf hinwies, dass mit dieser Abwesenheit eine
berufliche Wiedereingliederung nicht zielführend sei und ihn auf seine Mitwirkungspflichten
hinwies, teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, der Beschwerdeführer sei
bereit, die Behandlung zu verschieben. Der Beschwerdeführer nahm in der Folge am
geplanten Belastbarkeitstraining weiterhin teil (vgl. IV-act. 72 ff.). Das Ziel einer 50%-igen
Präsenz wurde gemäss Schlussbericht (IV-act. 92) erreicht, allerdings sank die psychische
Verfassung des Beschwerdeführers in den drei Monaten zusehends und er wirkte
zunehmend erschöpfter. Nachdem der Rechtsvertreter die Verfügbarkeit des
Beschwerdeführers für weitere berufliche Massnahmen zugesichert hatte (vgl. IV-act. 98
ff.), lud die Vorinstanz den Beschwerdeführer erneut zu einem Gespräch ein (IV-act. 104).
Beim Standortgespräch, an welchem die inzwischen neu mandatierte Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ebenfalls teilnahm, ergab sich, dass der Beschwerdeführer sich
subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 107). Daraufhin schloss die Vorinstanz die
Arbeitsvermittlung im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer ab (IV-act. 108).
J. Die Vorinstanz holte in der Folge bei Dr. F_ einen aktuellen Arztbericht ein (IV-act. 112).
Nach erneuter Vorlage des medizinischen Dossiers beim RAD erfolgten weitere
Abklärungen bei diversen behandelnden Ärzten (IV-act. 113 ff.). Dr. G_ kam gestützt auf
das aktualisierte medizinische Dossier im RAD-Bericht vom 10. September 2015 zum
Schluss, es lägen keine relevanten neuen medizinischen Tatsachen im Vergleich zur
Situation bei der interdisziplinären Begutachtung vom 7. März 2013 vor; weitere
Abklärungen seien nicht notwendig (IV-act. 135).
K. Mit Vorbescheid vom 16. November 2015 (IV-act. 138) ging die Vorinstanz von einer vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus und hob entsprechend die bisherige Rente auf.
Auf ausführliche Einsprache hin (IV-act. 142), hielt die Vorinstanz mit Verfügung vom
22. März 2016 an der Aufhebung der Invalidenrente fest (IV-act. 146).
L. Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beschwerdeführer am 20. April 2016 erhobene
Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Mit Verfügung vom 26. Mai 2016 wies der
Einzelrichter das mit der Beschwerde eingereichte Begehren um aufschiebende Wirkung im
Verfahren ERV 16 18 ab (act. 8). Mit Vernehmlassung vom 15. Juli 2016 (act. 10)
beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Auf die Replik des
Beschwerdeführers vom 7. September 2016 (act. 18) hin liess sich die Vorinstanz nicht
mehr vernehmen. Am 21. Februar 2017 wurde die Sache in der dritten Abteilung des
Obergerichts in Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und darüber entschieden.
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Dem Begehren des Beschwerdeführers gemäss Schreiben vom 25. Februar 2017 (act. 22)
entsprechend, wird das Urteil mit schriftlicher Begründung eröffnet.
M. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die
Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Considerations:
Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Da
eine Verfügung der Vorinstanz angefochten ist, ist die örtliche Zuständigkeit gegeben (Art.
69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]).
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten des
Beschwerdeführers als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die
Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1
und Art. 61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
a. Der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt voraus, dass die
versicherte Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Als Invalidität gilt
gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit.
b. Während die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung von einer vollen
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgeht, und die Aufhebung der bisherigen Rente
auf Art. 17 Abs. 1 ATSG stützt, geht der Beschwerdeführer davon aus, dass er seit dem 1.
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Oktober 1997 anerkanntermassen unter einer langdauernden Krankheit leide und
entsprechend seit diesem Zeitpunkt erwerbsunfähig sei. Sein Gesundheitszustand habe
sich nicht verändert. Lediglich gestützt auf die 6. Revision des IVG und die neuen
Bestimmungen im Schlusstitel (Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 [6.
IV-Revision, erstes Massnahmepaket], nachfolgend: SchlT6a IVG) sei eine Überprüfung
von Renten möglich, ohne dass sich der Gesundheitszustand verändert habe. Das
Gutachten, das von der Vorinstanz bei Dres. H_ und J_ eingeholt worden sei, sei nicht
beweistauglich, es missachte die Einschränkungen der Bestimmungen im SchlT6a IVG. Die
Vorinstanz verletze mit der angefochtenen Verfügung den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Rechtssicherheit und Vertrauensschutz.
2.2
Insoweit der Beschwerdeführer rügt, das Gutachten von Dres. H_ und J_ verstosse
gegen die Bestimmungen gemäss SchlT6a IVG, ist zu betonen, dass es für dessen
Verwertbarkeit im vorliegenden Verfahren nicht entscheidend ist, im Hinblick auf welche
Revisionsbestimmungen das Gutachten ursprünglich eingeholt wurde. Dass die Vorinstanz
im vorliegenden Fall zunächst davon ausging, beim Beschwerdeführer habe eine
Rentenrevision gestützt auf die Schlussbestimmungen im IVG zu erfolgen, später aber
wieder davon absah (vgl. IV-act. 54 und IV-act. 61), hat auf die Beurteilung der
Beweistauglichkeit des Gutachtens keinen Einfluss. In der im vorliegenden Verfahren
angefochtenen Verfügung stützte sich die Vorinstanz ausdrücklich (und ausschliesslich) auf
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Die angefochtene Rentenrevision wird daher primär gestützt auf diese
Rechtsgrundlage geprüft. Wird die vorgenommene Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs.
1 ATSG im vorliegenden Verfahren bestätigt, erübrigt sich eine Stellungnahme zu den
diversen Vorbringen, die der Beschwerdeführer mit Bezug auf die Bestimmungen gemäss
SchlT6a IVG vorbringt.
2.3
Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht insbesondere auf das
interdisziplinäre Gutachten vom 7. März 2013 von Dr. H_, der den Beschwerdeführer
psychiatrisch begutachtet, und Dr. J_, der den Beschwerdeführer einer internistisch-
rheumatologischen Begutachtung unterzogen hatte. Dieses Gutachten war im
Verfügungszeitpunkt bereits rund drei Jahre alt. Dies ist bei der Würdigung des Gutachtens
mitzuberücksichtigen, heisst aber nicht, dass allein infolge des seitherigen Zeitablaufs den
gutachterlichen Ausführungen keinerlei Beweiswert mehr zukommen kann. Die Vorinstanz
hat für die Zeit nach der Begutachtung erneut aktuelle Arztberichte bei den behandelnden
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Ärzten eingeholt und zur Beurteilung Dr. G_ vom RAD vorgelegt (IV-act. 135). Gestützt
auf das aktualisierte medizinische Dossier gelangte Dr. G_ vom RAD zum klaren
Schluss, dass keine relevanten neuen medizinischen Tatsachen im Vergleich zur
interdisziplinären Begutachtung vom März 2013 vorliegen (IV-act. 135). Dieser Auffassung
ist, wie sich im Einzelnen aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, zu folgen. Es sind keine
weiteren Abklärungen notwendig, der medizinische Sachverhalt wurde umfassend
abgeklärt. Entsprechend ist der Eventualantrag des Beschwerdeführers auf eine erneute
Begutachtung abzuweisen.
2.4
a. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (anstelle
vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2016 vom 4. November 2016, E. 2.1.1, m.w.H.).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Berichten von externen
Spezialärzten ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien dagegen sprechen (Urteil des Bundesgerichts 9C_278/2016 vom 22. Juli
2016, E. 3.2.2, m.w.H.). Es ist notwendig, dass die sachverständige Person nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihr die Beantwortung der Fragen
erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 56 zu Art. 44 ATSG, m.w.H.). Schliesslich ist in Bezug auf
Berichte von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_370/2015 vom 17. September 2015, E. 3.2), was auch mit der unterschiedlichen Natur
von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag (vgl. dazu Urteile des
Bundesgerichts 9C_739/2008 vom 26. März 2009, E. 2.4; 9C_602/2007 vom 11. April
2008, E. 5.3).
b. Im vorliegenden Fall, in dem eine Rentenrevision und nicht eine erstmalige
Rentenzusprache in Frage steht, sind die dargestellten Grundsätze zum Beweiswert und
zur Würdigung medizinischer Berichte und Gutachten unter besonderer Berücksichtigung
des Beweisthemas im Rahmen von Rentenrevisionen zu beachten. Eine
revisionsbegründende Veränderung resultiert immer aus einer Gegenüberstellung eines
vergangenen und des aktuellen Zustandes. Zu prüfen ist somit das Vorhandensein einer in
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einem revisionsbegründenden Ausmass erheblichen Differenz tatsächlicher Art, welche
sich aus den medizinischen Unterlagen ergibt. Die blosse Feststellung des aktuellen
gesundheitlichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt
der Beurteilung, erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheiderheblich, wenn
sie tatsächlich einen Unterschied zum früheren Zustand wiedergibt. Im Gegensatz zur
Begutachtung im Hinblick auf die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im
Zusammenhang mit einer erstmaligen Rentenfestsetzung ist bei einer Einholung eines
Gutachtens im Rahmen der medizinischen Sachverhaltsabklärung bei einer Rentenrevision
nicht nur erforderlich, dass die allgemeinen Anforderungen an medizinische Gutachten
erfüllt werden, sondern der Beweiswert des eingeholten Gutachtens ist, weil zusätzlich die
Frage zu beantworten ist, ob die Revisionsvoraussetzungen erfüllt sind, zusätzlich davon
abhängig, dass sich dieses ausreichend auf eingetretene Sachverhaltsänderungen bezieht.
Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen
medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der
Rentenberechtigung beweisend wäre, würde es dann am rechtlich verlangten Beweiswert
mangeln, wenn sich die von einer früheren Beurteilung abweichende ärztliche
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine Veränderung des
Gesundheitszustandes eingetreten ist, es sei denn, eine solche wäre evident. Die
Feststellung einer seit der früheren Beurteilung eingetretenen tatsächlichen Veränderung
ist dann genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche
konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der
Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung geführt haben (Urteil des
Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015, E. 2.2, m.w.H.).
2.5.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Den Regelfall
der Rentenanpassung nach dieser Bestimmung bilden Änderungen des
Gesundheitszustands.
a. Insoweit der Beschwerdeführer argumentiert, das Gutachten hätte bei Dres. H_ und
J_ gar nicht eingeholt werden dürfen, nachdem in jenem Zeitpunkt gar nicht feststand,
dass eine Veränderung des Gesundheitszustands vorliege, verkennt er, dass eine
gutachterliche Abklärung mitunter gerade im Hinblick auf die Prüfung der Frage, ob sich der
medizinische Sachverhalt verändert hat oder nicht, erfolgt. Bei laufenden Renten überprüft
der Versicherer regelmässig, ob sich der Gesundheitszustand des Leistungsansprechers
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verändert hat. Von der Beantwortung dieser Frage hängt es anschliessend ab, ob eine
Rentenrevision durchgeführt wird oder nicht. Eine Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs.
1 ATSG darf namentlich dann durchgeführt werden, wenn eine massgebende Veränderung
des Gesundheitszustands vorliegt. Die vorgängige Aktualisierung des medizinischen
Dossiers ist als Mittel, um überhaupt beurteilen zu können, ob von einer
revisionsbegründenden Veränderung im Sachverhalt auszugehen ist, selbstverständlich
noch nicht von der Voraussetzung einer Veränderung im Sachverhalt abhängig. Dass somit
schon die Einholung des Gutachtens in der vorliegenden Form gar nicht zulässig gewesen
sein soll, wie der Beschwerdeführer sinngemäss argumentiert, trifft somit offensichtlich
nicht zu.
b. Die Vorinstanz sieht die Voraussetzungen zur Vornahme einer Rentenrevision im
Wesentlichen darin, dass bei der Rentenzusprache noch von den Diagnosen einer
reaktiven Arthritis bei eitriger chronischer Bronchitis bei Bronchiektasen im Oktober 1997,
einem chronischen Thorako- und Lumbovertebralsyndrom nach Unterlappenresektion links
am 22. April 1998 sowie einer mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen worden
sei. Der Revisionsgrund liegt nach Ansicht der Vorinstanz namentlich in der längst
abgeklungenen reaktiven Arthritis und der ebenfalls längst abgeklungenen Depression und
der damit verbundenen Verbesserung des Gesundheitszustands.
Dass die ursprünglich im Zusammenhang mit der Rentenzusprache erwähnte reaktive
Arthritis heute geheilt ist, ergibt sich sowohl aus den medizinischen Unterlagen als auch
aus den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. 1, S. 9 oben). Während bei der
ursprünglichen Rentenzusprache zudem noch eine Depression des Beschwerdeführers
erwähnt war, hielt Dr. H_ in seinem Gutachten vom 12. Februar 2013 (IV-act. 44, S. 11
ff.) aus fachärztlicher Sicht dafür, dass beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen
Diagnosen gestellt werden können. Im Gutachten wird zu konkreten Gesichtspunkten in der
Krankheitsentwicklung ausdrücklich Stellung genommen. Dr. H_ verweist insbesondere
auf den Austrittsbericht der Klinik Gais und hält dafür, es sei durchaus nachvollziehbar,
dass der Beschwerdeführer damals depressiv gewesen sei. Jedoch sei die zuletzt von Dr.
F_ gestellte aktuelle Diagnose einer Depression nicht mehr plausibel (IV-act. 44, S. 35
f.).
c. Der Wegfall von Diagnosen, die ursprünglich zur Rentenzusprache führten, stellt
offensichtlich eine Veränderung des Gesundheitszustands dar. Damit sind die
Grundvoraussetzungen zur Vornahme einer Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs. 1
ATSG im vorliegenden Fall erfüllt. Im Gutachten von Dres. H_ und J_ wird auf die
Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eingegangen und konkret
Seite 12
dazu Stellung genommen, welche Gesichtspunkte zu den aktuellen Diagnosen im Vergleich
zu den früheren Diagnosen führten. Damit ist das Gutachten im vorliegenden
Revisionsverfahren unabhängig davon, dass im Zeitpunkt der Einholung des Gutachtens
nicht ausdrücklich eine Revision gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG zur Diskussion stand,
grundsätzlich beweistauglich.
2.6
Der Beschwerdeführer bringt jedoch diverse weitere Einwendungen gegen das
psychiatrische Gutachten von Dr. H_ vor (act. 1, S. 10 bis 12).
a. Zum einen macht er sinngemäss geltend, Dr. H_ sei infolge Interessenbindungen
persönlich nicht als Gutachter geeignet (act. 1, S. 10, Ziff. 1). Dieses Argument überzeugt
zum Vornherein nicht. Entscheidend ist einzig die fachlich-inhaltliche
Weisungsunabhängigkeit des Gutachters im Einzelfall. Im vorliegenden Fall bringt der
Beschwerdeführer nichts Konkretes vor, das gegen eine solche Weisungsunabhängigkeit
von Dr. H_ sprechen würde. Nach gefestigter Rechtsprechung führen unter dem
Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit zudem weder der regelmässige Beizug
eines Gutachters, noch die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten
und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen
zum Ausstand (anstelle vieler: BGE 137 V 210, E. 1.3.3). Entsprechend kann ein Gutachter
erst recht nicht allein deshalb als befangen gelten, nur weil er von einem ebenfalls
involvierten Versicherungsträger allenfalls bereits Aufträge erhalten hat oder in Zukunft
erhalten könnte.
b. Insoweit der Beschwerdeführer zudem die Dauer der Begutachtung als zu kurz rügt und
in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Edition des aufgenommenen
Explorationsgesprächs verlangt (act. 1, S. 10, Ziff. 2), ist ebenfalls auf die ständige
Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es für den Aussagegehalt eines medizinischen
Gutachtens nicht auf die Untersuchungsdauer ankommt, sondern der Aussagegehalt eines
Gutachtes vielmehr davon abhängt, ob es inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig
ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_695/2015 vom 19. November 2015, E. 3.4). Dies ist beim
in Frage stehenden Gutachten, wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, der Fall,
weshalb das Editionsbegehren des Beschwerdeführers abzuweisen ist.
c. Zusammengefasst ist Dr. H_ nicht nur fachlich und persönlich und damit in formeller
Hinsicht als Gutachter geeignet, sondern das Gutachten (IV-act. 44, S. 11 ff.) erfüllt auch
sämtliche materiellen Voraussetzungen an die Beweistauglichkeit: So erfolgte das
Seite 13
Gutachten gestützt auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers sowie in
Kenntnis des gesamten medizinischen Dossiers der Vorinstanz; die interdisziplinäre
Beurteilung mit Dr. J_ erfolgte anlässlich einer gemeinsamen Besprechung vom 11.
Februar 2013 (IV-act. 44, S. 12). Dr. H_ kam zum nachvollziehbar begründeten Schluss,
es könne beim Beschwerdeführer gar keine psychiatrische Diagnose gestellt werden. Dabei
setzte er sich ausführlich mit den Arztberichten der behandelnden Ärzte auseinander (IV-
act. 44, S. 31 ff.) und führte unter anderem an: „In den Akten wird zwar wiederholt die
Diagnose einer Depression gestellt, was für den Klinikaufenthalt in Gais durchaus plausibel
ist, für den letzten Arztbericht von Dr. F_ vom November 2012 ist dies jedoch sicherlich
nicht mehr plausibel. Gut dokumentiert ist lediglich eine depressive Episode während des
Aufenthalts in der Klinik Gais, so dass auch nicht von einer rezidivierenden depressiven
Störung ausgegangen werden muss“ (IV-act. 44, S. 33). Die Vorinstanz ist dieser sorgfältig
begründeten medizinischen Einschätzung zu Recht gefolgt. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers handelt es sich gerade nicht um eine „Neuinterpretation bei im
Wesentlichen gleichgebliebene[n] persönlichen, medizinischen und psychosozialen
Tatsachen“ (vgl. act. 1, S. 11, Ziff. 4), sondern im Gutachten wird schlüssig aufgezeigt,
dass beim Beschwerdeführer, nachdem in einem früheren Zeitpunkt die Diagnose einer
Depression nachvollziehbar sei, aktuell keine psychiatrische Diagnose mehr gestellt
werden könne. Dass sich daran auch bis zum Verfügungszeitpunkt nichts geändert hat,
lässt sich aus dem medizinischen Dossier der Vorinstanz, welche vor dem Erlass der
Rentenverfügung aktuelle Arztberichte bei den behandelnden Ärzten und eine
abschliessende medizinische Einschätzung des RAD eingeholt hat, ableiten.
d. Dieser Schluss wird auch durch vom Beschwerdeführer erwähnte Studien und
Statistiken (vgl. act. 1, S. 11, Ziff. 6) nicht in Frage gestellt, zumal der Gutachter beim
Beschwerdeführer weder beim persönlichen Gespräch noch aus den Akten irgendwelche
konkreten Hinweise auf eine aktuelle psychische Erkrankung feststellen konnte. Zwar führt
die behandelnde Hausärztin Dr. F_ auch im neu eingeholten Arztbericht vom 25. März
2015 (IV-act. 112) unverändert eine Depression unter den Diagnosen an (wie schon im
Arztbericht vom 6. November 2012, IV-act. 34), sie begründet die angeführte Diagnose
aber nicht weiter und es fällt auf, dass in keinem der anderen eingeholten aktuellen
Arztberichte auf psychische Probleme des Beschwerdeführers hingewiesen wird. Eine
psychiatrische Behandlung war seit der Begutachtung bei Dr. H_ weder beim
Beschwerdeführer noch offenbar bei der Hausärztin ein Thema. Nachdem bereits im
Zeitpunkt der Begutachtung davon auszugehen war, dass keine psychiatrischen Diagnosen
gestellt werden können, ist der nachvollziehbaren medizinischen Einschätzung von Dr.
G_, welche im Übrigen über einen Facharzttitel in Psychiatrie verfügt (vgl. IV-act. 56), zu
folgen, wonach sich bis zum Verfügungszeitpunkt unter diesen Umständen daran nichts
Seite 14
geändert habe. In der angefochtenen Verfügung geht die Vorinstanz daher zu Recht von
einer vollen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit aus.
2.7
Mit Bezug auf das rheumatologische Gutachten von Dr. J_ rügt der Beschwerdeführer,
die Vorinstanz habe die von Dr. J_ festgestellte qualitative Einbusse in der
Arbeitsfähigkeit nicht beachtet. Damit verkennt der Beschwerdeführer, dass der Gutachter
den Beschwerdeführer in einer der langen Arbeitsabstinenz angepassten,
wechselbelastenden leichten bis mittelgradigen Tätigkeit jedenfalls nach einer
angemessenen Rekonditionierungsphase aus fachärztlicher Sicht für 100% arbeitsfähig
hielt (IV-act. 44, S. 69). Im interdisziplinären Gutachten ist ausdrücklich festgehalten: „Aus
neurologisch-rheumatologischer Sicht wäre der Explorand für eine wechselbelastende
leichte bis mittelgradige Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Dabei handelt es sich um Kontroll-
aber auch Montagetätigkeiten, die der Explorand entsprechend vorerst mit vermehrten
Pausen ausüben könnte, da er eine 14-jährige Arbeitsabstinenz hat. Man darf jedoch
erwarten, dass unter adäquaten rehabilitativen Massnahmen zur Rekonditionierung hier
eine Steigerung von vorläufig 50% später dann 70% und mehr erreicht werden könnte“ (IV-
act. 44, S. 7). Die aktuellen Arztberichte bringen diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse.
Somit ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch in
somatischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vgl. auch IV-act.
135).
2.8
Für die Beurteilung des Invaliditätsgrads hat die Vorinstanz gestützt auf die ärztlichen
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit die Erwerbsunfähigkeit festzulegen, welche sich nicht
mehr nur auf eine konkrete Tätigkeit bezieht, sondern auf den offeneren Fächer aller in
Frage kommenden Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Bezug nimmt (vgl.
dazu UELI KIESER, a.a.O., N. 47 zu Art. 6 ATSG).
Da der Beschwerdeführer seit der Aufgabe seiner letzten Arbeitsstelle als Lagermitarbeiter
keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt
auf die LSE festzulegen. Angesichts des vom Beschwerdeführer zuletzt verdienten
Jahressalärs von damals rund Fr. 48‘000.-- (vgl. IV-act. 1.1, S. 4) ist es offensichtlich, dass
im Vergleich zu einem hypothetischen Invalideneinkommen, das in einer einfachen,
leichten bis mittelschweren Tätigkeit bei einem 100% Pensum erreicht werden könnte, kein
Seite 15
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40% oder mehr resultiert. Eine vertiefte
Auseinandersetzung mit den von der Vorinstanz in der Verfügung angeführten Zahlen zum
Validen- und Invalideneinkommen und der Berechnungsvariante in der Vernehmlassung
erübrigt sich unter diesen Umständen.
2.9
Zusammengefasst ist der Schluss der Vorinstanz, gestützt auf die aktuellen medizinischen
Unterlagen, wozu auch das Gutachten der Dres. H_ und J_ gehört, die dem
Beschwerdeführer bisher ausgerichtete Invalidenrente revisionsweise aufzuheben, zu
schützen, nachdem sich gemäss nachvollziehbarer medizinischer Einschätzung der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenzusprache gebessert hat und er in einer adaptierten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig zu betrachten ist. Im vorliegenden Verfahren ist die
Rentenrevisionsverfügung der Vorinstanz vom 22. März 2016 angefochten. In der
angefochtenen Revisionsverfügung werden in zeitlicher Hinsicht einerseits der Zeitpunkt
der ursprünglichen Rentenverfügung vom 16. Oktober 2000 und andererseits der Zeitpunkt
des Anpassungsentscheids vom 22. März 2016 verglichen, was korrekt ist; den
Mitteilungen im Anschluss an vorherige Rentenrevisionsprüfungen, mit denen eine blosse
Bestätigung der bisherigen Rentenverfügung erging, kommt in zeitlicher Hinsicht für den
Vergleich der massgebenden Sachverhalte keine Bedeutung zu (vgl. dazu BGE 113 V
108). Dass die Vorinstanz erst am 22. März 2016, also nach Abschluss der beruflichen
Wiedereingliederungsmassnahmen, eine Rentenrevision gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG
prüfte und durchführte, obwohl bereits spätestens nach der Vorlage des Gutachtens der
Dres. H_ und J_ im März 2013 eine Verbesserung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführers dokumentiert war, hat sich jedenfalls nicht nachteilig für den
Beschwerdeführer ausgewirkt und ist insoweit nachvollziehbar, als zunächst die
Wiedereingliederung des Beschwerdeführers im Zentrum stand.
Der Einwand des Beschwerdeführers, er habe „nach Treu und Glauben davon [ausgehen
können], dass mit der Verfügung vom 09.01.2014 (Dok. 61) das Thema Revision in allen
Formen definitiv abgeschlossen war“ (act. 18, S. 6), ist unbehelflich. Es steht der
Vorinstanz nicht nur frei, sondern es gehört zu ihren Pflichten, laufende Rentenleistungen
periodisch einer Überprüfung zu unterziehen. Das Thema Revision kann daher
grundsätzlich nie „in allen Formen definitiv abgeschlossen“ sein. In der vom
Beschwerdeführer zur Stützung seiner Argumentation erwähnten Mitteilung vom 9. Januar
2014 (IV-act. 61) erklärte die Vorinstanz zudem lediglich, dass sie davon ausgehe, es läge
kein Schlussbestimmungsfall beim Beschwerdeführer vor. In der weiteren Korrespondenz
Seite 16
wurde der Beschwerdeführer aber mehrfach ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine
Rentenprüfung erst nach Abschluss der beruflichen Massnahmen erfolgen werde (vgl. z.B.
IV-act. 69, 70, 96, 98). Diese Rentenprüfung führte dann schliesslich zu einer
Rentenaufhebung gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG. Der sinngemässe Vorwurf eines
widersprüchlichen Verhaltens der Vorinstanz ist vor diesem Hintergrund nicht
nachvollziehbar und entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann der Vorinstanz
weder ein Verstoss gegen Treu und Glauben noch gegen die Rechtssicherheit vorgeworfen
werden.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
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3. Kosten und Entschädigung
3.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Vorliegend erscheint die in vergleichbaren Fällen übliche
Entscheidgebühr von Fr. 800.-- als angemessen, unter Verrechnung mit dem vom
Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss.
3.2
Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine Parteientschädigungen auszurichten, da
der Beschwerdeführer unterliegt (Art. 61 lit. g ATSG e contrario i.V.m. Art. 1 IVG) und da
die obsiegende IV-Stelle eine staatliche Einrichtung ist (Art. 61 lit. g ATSG e contrario; UELI
KIESER, a.a.O., N. 199 f. zu Art. 61 ATSG).
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