Decision ID: 40ac87f5-48ad-4cd5-9fa4-077e98ccaa17
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Frau A._ (nachfolgend "Beschwerdeführerin") ersuchte am
24. Mai 2017 das damals erstinstanzlich zuständige Schweizerische Rote
Kreuz (nachfolgend "Vorinstanz" oder "SRK") um Anerkennung ihres kana-
dischen Diploms "Bachelor of Science (Foods and Nutrition), Honors Spe-
cialization in Nutrition and Dietetics", das von der University of Western
Ontario (nachfolgend "UWO"), Kanada, am 13. März 2013 ausgestellt
wurde. Das SRK prüfte den kanadischen Abschluss im Hinblick auf eine
mögliche Anerkennung als Ernährungsberaterin (Niveau Fachhochschule,
Tertiärstufe).
A.b Mit Verfügung vom 13. September 2017 teilte das SRK der Beschwer-
deführerin mit, dass ihr Diplom als gleichwertig mit dem schweizerischen
Abschluss als Ernährungsberaterin (Niveau Fachhochschule, Tertiärstufe)
anerkannt werden könne, sofern die Beschwerdeführerin vorgängig einen
12-monatigen Anpassungslehrgang sowie vorgängig oder gleichzeitig drei
Zusatzausbildungen absolviere oder eine Eignungsprüfung gemäss Art. 3
lit. h der Richtlinie 2005/36/EG bestehe.
A.c Mit Beschwerde vom 17. Oktober 2017 beantragte die Beschwerde-
führerin, beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
SBFI, die angeordneten Ausgleichsmassnahmen seien anzupassen. Ihr
Diplom sei unter der Bedingung der Absolvierung einer einzigen Zusatz-
ausbildung zu anerkennen. Eventualiter sei der Entscheid vom 13. Sep-
tember 2017 vollumfänglich aufzuheben und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Mit Entscheid vom 4. November 2019 hat das
SBFI die Beschwerde abgewiesen.
A.d Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 5. Dezember 2019
gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 4. November 2019 beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde (Beschwerdeverfahren B-6462/2019) und
beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1). Des Wei-
teren beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss, dass ihr ausländi-
sches Diplom als Ernährungsberaterin (Niveau Fachhochschule, Tertiär-
stufe) zu anerkennen sei, wenn sie entweder die Zusatzausbildung "Moti-
vational Interviewing" (BFH Weiterbildung) oder eine Eignungsprüfung ab-
solviere (Ziff. 2). Eventualiter seien drei Zusatzausbildungen oder eine Eig-
nungsprüfung zu absolvieren (Ziff. 5, 6 und 7). Zudem beantragte die Be-
schwerdeführerin sinngemäss, dass die Fristen für die Absolvierung der
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Zusatzleistungen während des Beschwerdeverfahrens stillstehen (Ziff. 3, 4
und 6). Subeventualiter verlangte die Beschwerdeführerin die Rückwei-
sung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung der Streitsache (Ziff. 8).
A.e Das Bundesverwaltungsgericht hiess die Beschwerde im Verfahren
B-6462/2019 mit Urteil vom 1. September 2020 gut, hob den Entscheid des
SBFI vom 4. November 2019 auf und wies die Sache im Sinne der Erwä-
gungen an das SRK zur erneuten Beurteilung des Gesuchs der Beschwer-
deführerin um Anerkennung ihres Qualifikationsnachweises als Ernäh-
rungsberaterin (Niveau Fachhochschule, Tertiärstufe) zurück. Das Bundes-
verwaltungsgericht hatte das SRK angewiesen, die bisher im Ausland er-
worbenen Kenntnisse der Beschwerdeführerin im Bereich "Wissenschaftli-
ches Arbeiten" im Hinblick auf ihre Anerkennungsfähigkeit zu prüfen (vgl.
Urteil des BVGer B-6462/2019 vom 1. September 2020 E. 10.2 und E. 11).
Im Übrigen waren sich das SRK und die Beschwerdeführerin einig, dass
die Beschwerdeführerin nur noch den Fachkurs "Motivational Interviewing"
(BFH Weiterbildung) absolvieren müsse, um ihre Kompetenzlücken zu
schliessen.
A.f Das SRK verfügte mit Teilentscheid vom 10. Dezember 2020, dass die
Beschwerdeführerin einen Anpassungslehrgang von insgesamt 6 Monaten
bezogen auf die allgemeinen Kompetenzen b, c und i gemäss Art. 3 Abs. 2
GesBG (Wissenschaftliches Arbeiten) und berufsspezifische Kompeten-
zen a, b, e, g, h und i gemäss Art. 6 GesBKV oder eine Eignungsprüfung
absolvieren müsse, die ausschliesslich die beruflichen Kenntnisse betrifft.
Somit müsse die Beschwerdeführerin die folgenden Zusatzausbildungen
bzw. Fachkurse absolvieren: (1) "Motivational Interviewing" (BFH Weiter-
bildung), (2) "Komplexe Beratung" (BFH, BSc Ernährung und Diätetik) und
(3) "Wissenschaftliches Arbeiten – Reflektierte Praxis" oder "Reflektierte
Praxis – Wissenschaft verstehen".
A.g Die Beschwerdeführerin erhob am 11. Januar 2021 gegen den Teilent-
scheid des SRK vom 10. Dezember 2020 Beschwerde beim SBFI. Dabei
stellte sie folgende Rechtsbegehren:
1. Es seien die im Teilentscheid vom 10. Dezember 2020 betreffend das An-
erkennungsgesuch der Beschwerdeführerin auferlegten Ausgleichsmass-
nahmen dahingehend anzupassen, dass die Beschwerdeführerin aus-
schliesslich die Zusatzausbildung "Fachkurs Motivational Interviewing
BFH Weiterbildung" zu absolvieren hat, ohne einen Anpassungslehrgang
von insgesamt 6 Monaten und ohne die Zusatzausbildungen "Fachkurs
Komplexe Beratung" und "Fachkurs Wissenschaftliches Arbeiten oder
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Fachkurs Reflektierte Praxis – Wissenschaft verstehen" absolvieren zu
müssen.
Die Möglichkeit, alternativ zur Zusatzausbildung "Fachkurs Motivational
Interviewing BFH Weiterbildung" eine Eignungsprüfung zu absolvieren,
sei zu belassen.
2. Es sei Ziff. VI.1 und Ziff. VI.2 des Teilentscheids vom 10. Dezember 2020
betreffend das Anerkennungsgesuch der Beschwerdeführerin wie folgt
anzupassen:
"VI. Entscheid
Aufgrund obiger Ausführungen entscheidet das SRK:
1. Damit die Anerkennung als Ernährungsberaterin (Niveau Fach-
hochschule) vorgenommen werden kann, müssen Sie die Aus-
gleichsmassnahme erfolgreich absolvieren.
2. Sie entscheiden sich zwischen der Zusatzausbildung "Fachkurs
Motivational Interviewing BFH Weiterbildung" oder einer Eignungs-
prüfung, damit die Anerkennung als Ernährungsberaterin (Niveau
Fachhochschule) vorgenommen werden kann."
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% MWST auf der
Prozessentschädigung, zu Lasten des Beschwerdegegners.
Die Beschwerdeführerin begründete ihre Beschwerde vom 11. Januar
2021 im Wesentlichen damit, dass das SRK die verbindlichen Erwägungen
des Urteils des BVGer B-6462/2019 vom 1. September 2020, mit dem die
Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen
wurde, nicht berücksichtigt habe.
A.h Das SBFI überwies die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Bun-
desverwaltungsgericht, da zwischenzeitlich der Instanzenzug geändert
hatte. Das Bundesverwaltungsgericht nahm die Beschwerde entgegen und
führt das Beschwerdeverfahren seither unter der Verfahrensnummer
B-224/2021.
A.i Am 25. März 2021 hatte die Vorinstanz (SRK) den angefochtenen Teil-
entscheid vom 10. Dezember 2020 in Wiedererwägung gezogen. Die Vor-
instanz verfügte, dass die Beschwerdeführerin zwischen einer Zusatzaus-
bildung (namentlich "Fachkurs Motivational Interviewing" [BFH Weiterbil-
dung] oder "Modul Komplexe Beratung" [BFH, BSc Ernährung und Diäte-
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tik]) wählen und gleichzeitig bei einem Arbeitgeber ihrer Wahl einen Anpas-
sungslehrgang von insgesamt 6 Monaten absolvieren müsse. Dieser An-
passungslehrgang müsse die Tätigkeit im Bereiche der komplexen Bera-
tung beinhalten. Alternativ sei eine Eignungsprüfung zu bestehen.
B. Gegen den Entscheid vom 25. März 2021 erhob die Beschwerdeführe-
rin mit Eingabe vom 25. April 2021 erneut Beschwerde vor Bundesverwal-
tungsgericht. Darin verlangt sie, es sei die angefochtene Verfügung vom
25. März 2021 aufzuheben und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Der Ausbildungsabschluss der Beschwerdeführerin als Ernährungsbera-
terin (Niveau Fachhochschule) sei ohne die Auferlegung von Ausgleichs-
massnahmen wie beispielsweise Zusatzausbildungen oder Anpassungs-
lehrgängen anzuerkennen.
Es sei deshalb Ziff. V des Teilentscheids vom 25. März 2021 betreffend
das Anerkennungsgesuch der Beschwerdeführerin wie folgt anzupassen:
"V. Entscheid
Aufgrund obiger Ausführungen entscheidet das SRK:
1. Vorliegende Verfügung ersetzt diejenige vom 10.12.2020 vollstän-
dig.
2. Der Ausbildungsabschluss "Bachelor of Science (Food and Nutri-
tion), Honors Specialization in Nutrition and Dietetics" der University
of Western Ontario wird als schweizerischer Abschluss "Ernäh-
rungsberaterin (Niveau Fachhochschule)" anerkannt.
3. Die Gebühr für das Anerkennungsverfahren beläuft sich insgesamt
auf 1000.- CHF. Sie haben bereits CHF 600.- einbezahlt. Der Rest-
betrag von 400.- CHF für die definitive Anerkennung wird Ihnen
nach dem Eingang aller Nachweise in Rechnung gestellt. Zusätzlich
zu diesem Betrag wird Ihnen die Registrierungsgebühr von 130.-
CHF in Rechnung gestellt werden."
2. Eventualiter seien die im Teilentscheid vom 25. März 2021 betreffend das
Anerkennungsgesuch der Beschwerdeführerin auferlegten Ausgleichs-
massnahmen dahingehend anzupassen, dass die Beschwerdeführerin
ausschliesslich die Zusatzausbildung "Fachkurs Motivational Interviewing
BFH Weiterbildung" zu absolvieren hat, ohne einen Anpassungslehrgang
von insgesamt 6 Monaten und ohne die Zusatzausbildung "Fachkurs
Komplexe Beratung" absolvieren zu müssen.
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Die Möglichkeit, alternativ zur Zusatzausbildung "Fachkurs Motivational Inter-
viewing BFH Weiterbildung" eine Eignungsprüfung zu absolvieren, sei zu be-
lassen.
Eventualiter sei Ziff. V des Teilentscheids vom 25. März 2021 betreffend
das Anerkennungsgesuch der Beschwerdeführerin wie folgt anzupassen:
"V. Entscheid
Aufgrund obiger Ausführungen entscheidet das SRK:
1. Vorliegende Verfügung ersetzt diejenige vom 10.12.2020 voll-
ständig.
2. Sie entscheiden sich zwischen der Zusatzausbildung "Fachkurs
Motivational Interviewing BFH Weiterbildung" oder einer Eig-
nungsprüfung, damit die Anerkennung als Ernährungsberaterin
(Niveau Fachhochschule) vorgenommen werden kann.
3. Damit die Anerkennung als Ernährungsberaterin (Niveau Fach-
hochschule) vorgenommen werden kann, müssen Sie diese Aus-
gleichsmassnahme erfolgreich absolvieren.
4. Die Gebühr für das Anerkennungsverfahren beläuft sich insge-
samt auf 1000.- CHF. Sie haben bereits CHF 600.- einbezahlt.
Der Restbetrag für die definitive Anerkennung wird Ihnen nach
dem Eingang aller Nachweise in Rechnung gestellt. Zusätzlich zu
diesem Betrag wird Ihnen die Registrierungsgebühr von 130.-
CHF in Rechnung gestellt werden."
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% MWST auf der
Prozessentschädigung, zu Lasten des Beschwerdegegners.
Die Beschwerdeführerin begründet ihre Beschwerde damit, dass die Vor-
instanz das Urteil des BVGer B-6462/2019 vom 1. September 2020 nicht
im Sinne der bundesverwaltungsgerichtlichen Erwägungen umgesetzt
habe. Seit dem ersten Entscheid vom 21. Dezember 2017 habe die Vor-
instanz nun ihre Anforderungen an die Ausbildungsinhalte im Fach "kom-
plexe Beratung" von 5 auf 13 ECTS erhöht. Die Beschwerdeführerin habe
gemäss dem durch das Bundesverwaltungsgericht verbindlich festgestell-
ten Umrechnungsfaktor von kanadischen Kreditpunkten in ECTS die not-
wendigen 5 ECTS für das Fach "komplexe Beratung" erworben. Somit ver-
füge die Beschwerdeführerin in diesem Bereich über genügend Kompeten-
zen. Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, dass ihre absolvierten
Kurse inhaltlich nicht korrekt für die Anrechnung berücksichtigt worden
seien. Auch bei den anderen Zusatzfächern ("Motivational Interviewing")
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sei die Anrechnung zu Unrecht verweigert worden. Zudem sei ein Anpas-
sungslehrgang nicht notwendig, da die Beschwerdeführerin über sämtliche
Kompetenzen verfüge. Somit seien die Zusatzausbildungen betreffend
"komplexe Beratung", "Motivational Interviewing" und der sechsmonatige
Anpassungslehrgang entbehrlich. Die Absolvierung des Anpassungslehr-
gangs sei aufgrund der Berufserfahrung und Fachkenntnisse der Be-
schwerdeführerin unverhältnismässig.
C.
Mit Vernehmlassung vom 28. Mai 2021 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde.
D.
Mit Replik vom 12. August 2021 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Rechtsbegehren und Vorbringen fest.
E.
Mit Duplik vom 7. September 2021 hält die Vorinstanz an ihren Begehren
und Vorbringen fest.
F.
Auf die Begründung der Anträge der Beschwerdeführerin und der Vor-
instanz wird – soweit notwendig – weitergehend in den Erwägungen ein-
gegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-
nition, ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. BVGE 2007/6
E. 1; vgl. insb. Zwischenentscheid des BVGer B-1813/2020 vom 26. Feb-
ruar 2021 E. 2).
Für die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse im Bereich der
reglementierten Gesundheitsberufe ist das SRK erstinstanzlich zuständig.
Der Instanzenzug für die Anfechtung von Anerkennungsentscheiden des
SRK hat sich im Verlauf des vorliegenden Streits geändert. Vor dem In-
krafttreten des Gesundheitsberufegesetzes vom 30. September 2016
(GesBG, SR 811.21) am 1. Februar 2020 waren Entscheidungen des SRK
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beim SBFI anzufechten und anschliessend beim Bundesverwaltungsge-
richt. Seit Inkrafttreten des GesBG werden Entscheidungen des SRK direkt
beim Bundesverwaltungsgericht angefochten. Im GesBG ist die Zuständig-
keit des SBFI als Rechtsmittelinstanz des SRK nicht mehr vorgesehen. Im
vorliegenden Fall ist ein Entscheid der Vorinstanz vom 25. März 2021 an-
gefochten. Dieser Entscheid erging nach Inkrafttreten des GesBG. Richtet
sich die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen, welche die im
GesBG reglementierten Gesundheitsberufe betreffen, ausschliesslich
nach Art. 10 GesBG, greift die Bestimmung von Art. 61 Abs. 1 Bst. b BBG
nicht (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-1813/2020
vom 26. Februar 2021 E. 2.2.1 bis E. 2.2.4 mit Hinweisen). Das Bundes-
verwaltungsgericht ist daher gemäss Art. 31 und Art. 33 Bst. h VGG für die
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.1 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfü-
gung zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Eingabefrist
sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind
gewahrt (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde
fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Die übrigen Sachurteilsvoraus-
setzungen sind im Folgenden für die Rechtsbegehren Nr. 1 und Nr. 2 zu
prüfen (Art. 44 ff. VwVG).
1.2 Der Streitgegenstand ergibt sich in erster Linie aus den in der Be-
schwerde enthaltenen Begehren auf Änderung oder Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung. Es braucht nicht die Verfügung als Ganzes im Streit
zu liegen; vielmehr kann auch nur ein Teil des Dispositivs angefochten wer-
den. Hingegen dürfen Streitgegenstand und Rechtsbegehren im Laufe des
Verfahrens nicht ausgeweitet oder qualitativ verändert werden. Neue Be-
gehren, welche mehr oder anderes beantragen, als im vorinstanzlichen
Verfahren verlangt wurde und den Streitgegenstand entsprechend auswei-
ten, sind im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht nicht
mehr zugelassen. Zulässig sind einzig nachträgliche Präzisierungen (vgl.
BGE 136 II 457 E. 4.6; 133 II 30 E. 2; Urteil des BVGer A-8435/2007 vom
4. August 2008 E. 3.1; ISABELLE HÄNER, Die Anforderungen an eine Be-
schwerde, in: Häner/Waldmann [Hrsg.], Brennpunkte im Verwaltungspro-
zess, Zürich 2013, 30 und 35).
1.3 Eine Beschwerdeinstanz entscheidet gemäss Art. 61 VwVG in der Sa-
che selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen Anweisun-
gen an die Vorinstanz zurück. Jeder reformatorische Entscheid führt im
Umfang des Streitgegenstands (und der Gutheissung der Beschwerde) zur
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Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Jene Teile des angefochtenen
Entscheids, die im Beschwerdeverfahren nicht Streitgegenstand waren,
werden vom Beschwerdeentscheid aber nicht berührt und erwachsen spä-
testens mit ungenutztem Ablauf der Beschwerdefrist gegen den unter-
instanzlichen Entscheid selbständig in Rechtskraft bzw. in Teilrechtskraft
(vgl. WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Pra-
xiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, N 25 zu Art. 61 VwVG). Im Falle der
Rückweisung eines Entscheids an eine untere Instanz werden jene Fra-
gen, die von der Rechtsmittelinstanz bereits entschieden wurden und we-
der an eine untere Instanz zur Neubeurteilung zurückgewiesen noch bei
einer höheren Instanz angefochten wurden, mit unbenutztem Ablauf der
Rechtsmittelfrist rechtskräftig. Über die unangefochtenen Teile eines Ent-
scheids kann im weiteren Verfahrensverlauf nicht mehr erneut entschieden
werden. Eine untere Instanz ist durch die rechtskräftigen und verbindlichen
Vorgaben einer Rechtsmittelinstanz gebunden (vgl. Urteil des BGer
9C_822/2010 vom 7. März 2011 E. 3.1).
Hebt eine Rechtsmittelinstanz den angefochtenen Entscheid auf und weist
sie die Streitsache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück, so hat
diese die Erwägungen, mit denen die Rückweisung begründet wurde, ih-
rem neuen Entscheid zu Grunde zu legen. Soweit das Dispositiv auf die
Erwägungen verweist, beinhaltet dies mit anderen Worten die verbindliche
Weisung (Art. 61 Abs. 1 VwVG) an die Vorinstanz, sich an die Rechtsauf-
fassung zu halten, mit der die Rechtsmittelinstanz die Rückweisung be-
gründet hat (vgl. zu allem das Urteil des BGer U 46/05 vom 29. Juni 2006
mit weiteren Hinweisen). Falls gestützt auf einen Rückweisungsentscheid
der höheren Instanz die untere Instanz einen neuen Entscheid fällt und
dieser neue Entscheid der unteren Instanz wiederum an die Rechtsmittel-
instanz weitergezogen wird, so ist die Rechtsmittelinstanz selbst – wie die
verfügende Instanz es auch war – an ihre früheren Erwägungen gebunden
(vgl. BGE 135 III 334 E. 2; 99 Ib 519 E. 1b; 94 I 384 E. 2; Urteil des BGer
2C_465/2011 vom 10. Februar 2012 E. 1.4; Urteil des BVGer A-5925/2011
vom 26. April 2012 E. 2.1; WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Waldmann/Weis-
senberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, N 28 zu Art. 61
VwVG). Die Bindungswirkung von Rückweisungsentscheiden erstreckt
sich somit auch auf die Rechtsmittelinstanz, die sich nach dem Entscheid
der unteren Instanz im zweiten Rechtsgang erneut mit der Angelegenheit
befasst. Die Rechtsmittelinstanz darf sich im zweiten Rechtsgang nur noch
mit denjenigen Fragen beschäftigen, die im betreffenden Entscheid noch
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offengelassen wurden. Damit soll verhindert werden, dass über bereits ver-
bindlich entschiedene Streitfragen ein zweites Verfahren stattfindet (vgl.
Urteil des BGer 2C_890/2018 vom 18. September 2019 E. 3.2).
Bindungswirkung hat die Begründung des Rückweisungsentscheids auch
mit Blick auf (streitgegenständliche) Aspekte, für welche die Rechtsmittel-
instanz im ersten Rechtsgang die Rechtmässigkeit des angefochtenen
Entscheids bestätigt oder die sie selbst reformatorisch entscheidet und auf
eine Rückweisung verzichtet hat oder soweit Teile eines Streitgegenstands
in Rechtskraft erwachsen sind (vgl. BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1; vgl.
Urteil des BGer 9C_865/2017 vom 4. Juni 2018 E. 5.2.1).
Falls eine Vorinstanz in Missachtung der verbindlichen Vorgaben eines
Rückweisungsentscheids geurteilt hat, kann dies im Rechtsmittelverfahren
korrigiert werden. Die voranstehend geschilderten Grundsätze gelten auch
im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Das Bundesverwaltungsgericht
kann im Beschwerdeverfahren deshalb nicht nochmals über Fragen urtei-
len, die bereits rechtskräftig entschieden wurden. Falls der angefochtene
Entscheid von bereits rechtskräftig beurteilten Streitgegenständen unzu-
lässig abweicht, ist dies im Rechtsmittelverfahren ebenfalls zu korrigieren.
2.
Im Folgenden ist zu prüfen, was unter Berücksichtigung der dargestellten
Grundsätze und des bisherigen Verfahrensgangs im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren Streitgegenstand ist bzw. noch sein kann.
2.1 Die Beschwerdeführerin argumentiert sinngemäss, dass die Vorinstanz
Ausgleichsmassnahmen zur Anerkennung ihres Abschlusses verlange, die
aufgrund des bisherigen Verlaufs des Anerkennungs- und Beschwerdever-
fahrens gar nicht mehr von ihr verlangt werden könnten. Mit der angefoch-
tenen Verfügung ignoriere die Vorinstanz nach Ansicht der Beschwerde-
führerin die verbindlichen Vorgaben des Urteils des BVGer B-6462/2019
vom 1. September 2020.
Die Vorinstanz vertritt die Ansicht, dass im angefochtenen Entscheid die
verbindlichen Vorgaben des Urteils des BVGer B-6462/2019 vom 1. Sep-
tember 2020 eingehalten und dass die Normen zur Anerkennung des ka-
nadischen Abschlusses korrekt angewandt worden seien.
2.2 Mit Urteil des BVGer B-6462/2019 vom 1. September 2020 hatte das
Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde der Beschwerdeführerin über-
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wiegend gutgeheissen und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Welche Sach- und Rechts-
fragen das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil B-6462/2019 vom 1. Sep-
tember 2020 entschieden und welche es zur Neubeurteilung durch die
Erstinstanz an diese zurückgewiesen hat, ergibt sich somit aus den ent-
sprechenden Entscheiderwägungen.
In den Erwägungen 5.3.4 und 5.4.3 dieses Rückweisungsentscheides
hatte das Bundesverwaltungsgericht im Ergebnis befunden, dass der Bil-
dungsabschluss der Beschwerdeführerin mit dem Abschluss als Ernäh-
rungsberaterin (Niveau Fachhochschule, Tertiärstufe) unter den Vorausset-
zungen zu anerkennen ist, dass sie den Fachkurs "Motivational Intervie-
wing" (BFH Weiterbildung) oder eine Eignungsprüfung erfolgreich absol-
viert. Die Anerkennung ihres Abschlusses könne unter dem einzigen Vor-
behalt einer näheren Prüfung durch die Vorinstanz erfolgen, welche aufzei-
gen soll, ob die Methodenkenntnisse der Beschwerdeführerin im Bereich
des "Wissenschaftlichen Arbeitens" genügen oder ob diesbezüglich noch
eine Zusatzausbildung zu verlangen ist. Damit betraf der einzige offene
Punkt, welcher gemäss dem Beschwerdeentscheid B-6462/2019 vom
1. September 2020 Gegenstand der Rückweisung an die Erstinstanz war,
die noch unklare Anrechnung der von der Beschwerdeführerin an der Uni-
versity of Western Ontario erworbenen Kompetenzen im Fachbereich
"Wissenschaftliches Arbeiten".
In Bezug auf die Anerkennungsanforderung, wonach von der Beschwerde-
führerin ein Fachkurs "Motivational Interviewing" (BFH Weiterbildung) oder
eine Eignungsprüfung zu absolvieren ist, sind die Erwägungen des Rück-
weisungsentscheides verbindlich, mangels Anfechtung rechtskräftig beur-
teilt und es ist nicht erneut darauf zurückzukommen. Weder die Erstinstanz
in ihrem Wiedererwägungsentscheid noch die Beschwerdeführerin – vorab
mit ihrem Beschwerdebegehren Ziff. 1 – können dieses Ergebnis erneut
erfolgreich in Frage stellen. In Bezug auf die Kompetenzen der Beschwer-
deführerin im Bereich des "Wissenschaftlichen Arbeitens", welche zwecks
Überprüfung durch die Erstinstanz Gegenstand der Rückweisung war,
brachte die Erstinstanz im Wiedererwägungsentscheid vom 25. März 2021
explizit zum Ausdruck, dass sie diese nunmehr als äquivalent erachte.
Damit steht nach dem bisherigen Verlauf der Verfahren im Sinne eines an-
erkennungsrechtlichen Teilentscheides rechtskräftig beurteilt fest, dass die
Beschwerdeführerin, um die Gleichwertigkeit ihrer Ausbildungsabschlüsse
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auf dem Niveau der Ernährungsberaterin FH anerkennen lassen zu kön-
nen, den Fachkurs "Motivational Interviewing" (BFH Weiterbildung) oder
eine Eignungsprüfung zu absolvieren hat.
Soweit die Erstinstanz zum Nachteil der Beschwerdeführerin über den
nach dem Rückweisungsentscheid des BVGer B-6462/2019 vom 1. Sep-
tember 2020 noch zulässigen Streitgegenstand hinausgeht und im Wieder-
erwägungsentscheid zusätzliche Ausgleichsmassnahmen anordnet, er-
weist sich Ziff. 2 des Beschwerdebegehrens, welches inhaltlich exakt die
Umsetzung der Situation verlangt, wie sie sich nach dem Wiedererwä-
gungsentscheid der Erstinstanz ergab und oben beschrieben ist, als be-
gründet.
Soweit mit der Beschwerde nun auch der Verzicht auf die Ausgleichsmass-
nahme bezüglich der Absolvierung des Fachkurses "Motivational Intervie-
wing" oder eine Eignungsprüfung, mithin die direkte Anerkennung ohne
jegliche Ausgleichsmassnahmen verlangt wird (Ziff. 1 der Rechtsbegeh-
ren), liegen diese Begehren ausserhalb des noch zulässigen Streitgegen-
standes, weshalb darauf nicht einzutreten ist.
3.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist, so-
weit darauf eingetreten werden kann. In Gutheissung des eventualiter ge-
stellten Rechtsbegehrens Ziff.2 ist der angefochtene Entscheid aufzuhe-
ben, soweit er von der Beschwerdeführerin für die Anerkennung ihres ka-
nadischen Diploms als Ernährungsberaterin (Niveau Fachhochschule, Ter-
tiärstufe) mehr als die erfolgreiche Absolvierung des Fachkurses "Motivati-
onal Interviewing" oder eine Eignungsprüfung verlangt. Darüber hinaus
können von der Beschwerdeführerin keine weiteren Ausgleichsleistungen
verlangt werden.
4.
4.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der
Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, so werden
die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
4.2 Vorliegend dringt die Beschwerdeführerin im Ergebnis mit ihrem Even-
tual-Rechtsbegehren Nr. 2 durch, während auf das Rechtsbegehren Nr. 1
nicht eingetreten werden kann. Der Beschwerdeführerin sind daher nach
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Massgabe ihres teilweisen, jedoch überwiegenden Obsiegens Verfahrens-
kosten im Umfang von einem Fr. 600.– aufzuerlegen und dem geleisteten
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 2'300.– zu entnehmen. Vorinstanzen
werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der Rest-
betrag von Fr. 1'700.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.
4.3 Die Beschwerdeführerin hätte angesichts ihres überwiegenden Obsie-
gens grundsätzlich Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG
und Art. 7 ff. VGKE). Mangels anwaltlicher Vertretung sind bei ihr jedoch
keine ersatzfähigen Kosten angefallen, weshalb ihr praxisgemäss keine
Parteientschädigung zuzusprechen ist.