Decision ID: cbc5a208-6e2c-55fc-b7ee-15d6a22430eb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
absolvierte
eine Aus
bildung als
Coiffeuse
und war in der Folge in verschiedenen Anstellungsverhältnissen in den Bereichen Kinder- und Seniorenbetreuung sowie als Haushälterin / Haushaltshilfe tätig (
Urk.
7/172). Seit dem
1.
November 2017 ist sie mit einem Pensum von 30
%
als
Mitarbeiterin
SPITEXplus
bei der
Y._
angestellt (
Urk.
7/224).
1.2
Am 1
9.
März 2004 (Urk.
7
/1) meldete sich die Versicherte
erstmals
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen und der Einholung eines Gutach
tens des
Z._
vom
2.
Mai
2005 (
Urk.
7
/21
) wies die IV-Stelle
das Rentenbegehren
in Bestätigung der
Verfügung vom 24.
Mai 2005 (
Urk.
7
/22
) mit una
ngefochten gebliebenem
Einspra
cheent
scheid
vom 2
4.
Januar 2006 (Urk.
7
/43
) ab.
1.3
Am 28. Februar und 29. September 2006 (
Urk.
7
/49, Urk.
7
/56
) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle und machte eine Verschlechterung des Ge
sundheitszustands geltend. Daraufhin klärte die IV-Stelle die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und veranlasste eine Begutachtung der Ver
si
cherten durch Dr. med.
B._
, Facharzt für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Manuelle Medizin (Gutachten vom 11. Juni 2007,
Urk.
7/
68).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
veranlasste die IV-Stelle
sodann
eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Medizinische Abklärungsstelle
B._
(Gutachten vom 6. März 2008, Urk. 7
/84
). Mit Verfügung vom 10. April 2008 (Urk. 7/86) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren aufgrund
einer 100- respektive 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Täti
g
keit ab.
Die dagegen von der Versicherten am 13. Mai
2008 (Urk. 7/93) erhobene Be
schwerde ans Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wurde mit Urteil IV.2008.00513 vom 17. Februar 2009 (Urk. 7/97) teilweise gutgeheissen und der Versicherten wurde ab dem 1. August 2007 eine
Viertelsrente
der Invalidenver
sicherung zugesprochen.
1.4
Am 22. Juni 2010
(Urk.
7
/1
1
2)
ersuchte
die Versicherte
um eine Rentenerhöhung, da seit der Rentenzuspr
echung
eine Operation aufgrund einer Kniearthrose erfolgt sei, die nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe. Die IV-Stelle
klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab
und lehnte das Gesuch um Ren
tenerhöhung mit Verfügung vom 2
9.
April 2011 ab (
Urk.
7/130). Die dagegen
erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsrecht
mit Urteil
IV.2011.00625 vom 2
1.
Dezember 2012 ab (
Urk.
7/142).
1.5
Am
6.
Oktober 2015
meldet
e sich die Versicherte unter Hinweis auf Knieprobleme
seit einem Unfall im Jahr 2008 erneut bei der IV-Stelle (
Urk.
7/145).
Nachdem die IV-Stelle
ärztliche Berichte
eingeholt hatte
(
Urk.
7/149,
Urk.
7/
153,
Urk.
7/
159,
Urk.
7/
163,
Urk.
7/
165),
gewährte
sie der Versicherten
als
Massnahmen
zur beruf
lichen Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger
am
8.
Februar 2017 Kostengutsprache für Beratung und Begleitung (
Urk.
7/181) so
wie am 1
8.
A
pril und am
9.
Juni 2017 für
Arbeitstraining, Akquisition und Nach
betreuung
(
Urk.
7/189,
Urk.
7/202)
,
die am 2
6.
April 2017 beziehungsweise am 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
7/192,
Urk.
7
/207) abgebrochen wurden
.
Die IV-Stelle führte daraufhin weitere medizinische Abklärungen durch (
Urk.
7/218 ff.,
Urk.
7/226 ff.) und legte die Sache dem Regionalärztlichen Dienst (RAD
)
zur Stellungnahme vor (
Urk.
7/233/8-10).
Mit Vorbescheid vom 2
8.
Mai 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aus
sicht, die Invalidenrente vom
1.
Januar bis am 3
1.
Dezember 2016 von einer
Vier
tels
rente
auf eine ganze Rente zu erhöhen, ab
dem
1.
Januar 2017 wiederum
eine
Viertelsrent
e
auszurichten und diese auf das Ende des auf die Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats aufzuheben (
Urk.
7/234).
Nachdem die Versicherte
am
7.
Juni 2018
dagegen Einwand
erhoben (
Urk.
7/235) und diesen
am 1
5.
August 2018 begründet
hatt
e (
Urk.
7/238), entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
September 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte
,
vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
,
am
1.
November 2018 Beschwerde mit den Anträgen
,
die Verfügung vom 2
8.
September 2018 sei insofern aufzuheben als die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ihr auch ab
1.
Januar 2017 weiterhin eine unbefristete ganze
Invalidenrente
auszurichten, eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ihr
ab
1.
Januar 2017
weiterhin die bisherige
Viertelsrente
zu gewähren (
Urk.
1
S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2018 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde der Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom
5.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zu
spre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder
Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften
oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mu
ngen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Inva
liden
versicherung; IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl.
BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnos
tizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leide
n (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu be
wirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant be
hindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte «Foerster-Krite
rien», vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen Prüfungsraster
ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BG
E 141 V 574 E. 4.1
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_5
34/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2
).
An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksich
ti
gung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumut
barkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person - hat sich dadurch nichts geändert. Im Grunde konkretisieren die in BGE 141 V 281 E. 4 und E. 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invalidi
täts
bemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anord
nung
en
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG.
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali
di
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bun
desgerichts 8C_676/2017 vom 28.
Februar 2018 E. 6.3).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdi
gen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung dahingehend, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Oktober 2015 ver
schlechtert habe, so dass ihr ab diesem Zeitpunkt keine Arbeitstätigkeit meh
r zumutbar gewesen
sei
. Sie habe daher ab Januar 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
. Ab September 2016 sei eine wesentliche Ver
besserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Ab diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar
gewesen
. Der Einkommensvergleich
ergebe
einen Invaliditätsgrad von 22
%
, weshalb die
Be
schwerdeführerin ab Januar 2017 zunächst wiederum Anspruch
auf eine
Vier
telsrente
habe, die jedoch auf das Ende des auf die Zustellung der Verfügung folgenden Monats einzustellen sei
(
Urk.
2 S. 1 4 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, ihr aktueller Gesundheitszustand sei mit demjenigen im Zeitpunkt der
Zusprache
der
Viertelsrente
am
8.
Oktober 2009 zu vergleichen (
Urk.
1 S. 4). Damals sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
für eine angepasste Tätigkeit ausgegangen worden. Das zu beurteilende Renten
erhöhungsgesuch sei aufgrund der neu aufgetretenen Kniebeschwerden rechts und
links erfolgt. Die Beurteilung des RAD-Arztes sei offenbar lediglich in Berück
sicht
igung der Eingriffe an
beiden Knien erfolgt. Mit seiner Feststellung einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit berücksichtige er nur diesen Aspekt, eine Würdigung des gesamten aktuellen Gesundheitszustandes und ein Vergleich desselben mit der Situation im Oktober 2009 sei nicht vorgenommen worden. Diese Beurteilung könne daher nicht massgebend sein.
Aus den aktuellen medizinischen Berichten gehe klar hervor, dass sich die gesundheitliche Situation nicht verbessert, sondern
verschlechtert habe und dass ihre aktuelle Arbeits
tätig
keit von 30
%
die Grenze der zumutbaren Leistungsfähigkeit darstelle, wodurch
sie
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (
Urk.
1 S. 13 f.). Eventualiter sei aufgrund der Kniebeschwerden von einer vorübergehenden Verschlechterung aus
zugehen und danach aufgrund unveränderter Verhältnisse hinsichtlich der bereits vorbestandene
n
Erkrankungen weiterhin die bisherige
Viertelsrente
aus
zurichten (
Urk.
1 S. 14).
2.3
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Daher hat sich die Prüfung vorliegend nicht auf die umstrittene Frage zu beschränken, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Erhöhung der bisherigen
Viertelsrente
auf eine ganze Rente bis am 3
1.
Dezember 2016 befristete und in der Folge auch die
Viertelsrente
aufhob, sondern es ist ebenfalls zu klären, ob die Erhöhung der Rente per Januar 2016 recht
mässig erfolgt ist.
3.
3.1
3.1.1
Die mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2008.00513
vom 1
7.
Februar 2009 (
Urk.
7/
97
) erfolgte Zuspr
e
ch
ung
einer
Viertelsrente
erfolgte hauptsächlich gestützt auf das Gutachten der MEDAS
B._
vom
6.
März
2008 (
Urk.
7/84).
Darin
diagnostizierten die begu
tachtenden Ärzte
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine anhaltende som
atoforme Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) in der Form eines
chronifizierten
fibromyalgieformen
Ganzkörperschmerzsyndroms, ein chronisches
zerviko
-lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom bei Fehl
statik, mit
thorakolumbaler
S-förmiger S
koliose und abgeflachter Lenden
lordose, bei muskulärer
Dysbalance
und
Dek
onditionierung
sowie eine Adipo
sitas und
Dysthymia
(ICD
-10
F34.1; Urk. 7/84/25
). Bezüglich der angestammten Tätigkeit als Haushalthilfe habe die Beschwerdeführerin, im Gegensatz zu den Angaben im
Arbeitgeberfragebogen der
Y._
, ein sehr
leichtes Anforderungsprofil beschrie
ben, auf welches man nachfolgend abstelle. Die Gutachter attestierten bezogen auf ein Vollzeitpensum eine 80%ige Arbeitsfähigkeit und führten unter
Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprec
hung zur somatoformen Schmerzstörung
aus, diese U
msetzung basiere auf der gesetz
lich-theoretischen Vorgabe, jedoch liege die pr
aktische Leistungsgrenze wesent
lich tiefer. Auch für jede andere, körperlich leichte Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, allerdings sei keine Tätigkeit zumutbar, welche zu einer Schmerzzunahme führe
(Urk. 7/84/
27). Die Prognose sei ungewiss bis offen, da einerseits eine
Chronifizierung
und zentrale
Sensitisierung
der Schmerzverarbeitung bestehe und andererseits das Therapiepotential noch nicht voll
ständig ausgeschöpft sei (Urk. 7/84/
27). Von rheumatologischer Seite her habe zu keiner Zeit eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in der zule
tzt ausgeübten Tätigkeit bestan
den, jedoch empfehle der Rheu
matologe eine interdisziplinäre Behandlung, während der Psychiater eine Psychotherapie mit körperorientiertem Zugang empfehle
;
ob dadurch die Arbeits
fähigkeit von 80 auf 100 % gesteigert werden
könne, bleibe abzuwarten (Urk. 7/84/
30).
3.1.2
Dazu erwog das hiesige Gericht,
aus rheumatologischer Sicht sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit und aus psychiatrischer Sicht von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aus dem Einkommensvergleich resultierte unter Berücksicht
ig
ung eines leidensbedingten Abzuges von 15
%
ein Invaliditätsgrad von 41
%
(
Urk.
7/97 E. 4.2-3 und E. 5.3).
3.2
Die mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2011.00625
vom 2
1.
Dezember
2012
(
Urk.
7/142) bestätigte Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs vom 2
9.
April
2011 (
Urk.
7/130) basierte auf den folgenden medizinischen Unterlagen:
3.2.1
Am 22. Juni 2010 bestätigte Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Allge
meine Medizin, es seien weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen aufgetreten, die eine Verschlechterung der bisherigen Restarbeitsfähigkeit zur Folge hätten. Die Beschwerdeführerin habe eine Operation aufgrund einer Kniearthrose hinter sich, die nicht den erhofften Erfolg gebracht habe, und es sei eine bariatrische Therapie der Adipositas geplant (7/112).
Mit B
ericht vom 9. Oktober 2010 attestierte Dr.
C._
der Beschwerde
führerin eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %, bestehend seit dem 3. Februar 2006 bis auf Weiteres. Weiter hielt sie fest, die bisherige Tätigkeit sei ihr lediglich noch im Umfang von 10 Stunden pro Woche zumutbar, in einer behinderungs
an
ge
passten Tätigkeit könne sie
ebenfalls nur ein Wochenpensum von 10, vielleicht ganz selten einmal 12 Stunden pro Woche arbeiten (
Urk.
7/117/6 f.).
3.2.2
RAD
-Arzt Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates,
erhob am 22. Februar 2011 folgende Diagnosen (Urk. 7/128/5):
-
Persistierendes Fibromyalgie Syndrom (Erstdiagnose 2002)
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungse
inschränkung des rechten Kniege
lenks bei
-
Status nach Partialruptur des vorderen Kreuzbandes im November 2008 ohne Operationsindikation und
-
Status nach
arthroskopischer
Mikrofrakturierung
02/2010 der medialen
Femurkondyle
bei II- bis III-
gradiger
Arthrose.
Weiter hielt er fest, es sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beinträchtige. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe
sich seit der erstmaligen Rentenfestsetzung durch die Knieproblematik ver
schlech
tert. Für sich alleine betrachtet würde diese eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit
begründen. Im Zusammenhang mit den weiteren Gesundheits
störungen, die eben
falls eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkten, komme es allerdings nicht zu einer Addition der Einschränkung, da mit der bis
herigen Reduktion der Arbeitsfähigkeit und der Anpassung des Belastungsprofils auch hinsichtlich der neuen Kniebeschwerden keine
darüber hinausgehenden
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden könnten. Eine weiter
gehende als eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht begründen (
Urk.
7/128/5 f.).
3.2.3
Das Gericht zog in Erwägung, dass die
neu aufgetretenen
Knieschmerzen
so
wie die früher festgestellte Fibromyalgie
auch in einer angepassten körperlich leich
te
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit be
wirkten. Diese neu hinzugekommene gesundheitliche Beeinträchtigung führe jedoch nicht zu einer Addition der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, sondern habe lediglich in qualitativer Hinsicht mit Blick auf das Belastungsprofil Auswir
kungen.
3.3
3.3.1
Im Zusammenhang mit
dem Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin im Oktober 2015
wurden unter anderem folgende ärztliche Berichte und Stellung
nah
men zu den Akten genommen:
3.3.2
Am 2
0.
Oktober 2015 berichtete
Dr.
med. E._
, Chefarzt Trauma
to
logie/Orthopädie am
F._
, bei der Beschwerdeführerin seien
bei Status nach
arthroskopischer
partieller
Synovektomie
,
Mikrofrakturierung
an der medialen
Femurcondyle
am 2
0.
Januar 2010 sowie
bei
fraglich
e
m
Status nach partieller vorderer Kreuzbandruptur
,
Status nach
Knorpelschädigungen Grad II bis III an der medialen
Femurcondyle
sowie
Status nach
Kniegelenksarthroskopie und subtotaler
Meniskektomie
lateralseitig rechts am 2
8.
August 2014 bei late
raler Meniskuskomplexläsion
,
nach initial vielversprechendem V
erlauf erneut Schmerzen im Berei
ch des rechten Kniegelenks aufgetreten, welche auf die fort
geschrittenen degenerativen Veränderungen zurückzuführen seien (
Urk.
7/149).
Am 2
8.
Januar 201
6
führte
Dr.
E._
bei Diagnose einer schwer fortge
schritte
nen Gonarthrose
am
Knie rechts im
F._
eine
Knietotal
en
do
prothese
durch
(
Urk.
7/226/
11-
14). Die Operation habe problemlos durchgeführt werden können, der postoperative Verlauf sei unkompliziert gewesen. Die Beschwerdeführerin habe in gutem Allgemeinzustand und mi
t
reizlosen Wund
ver
hält
nissen in die stationäre Rehabilitation entlassen werden können (
Urk.
7/226/14
).
3.3.3
Am
4.
Mai 2016 wurde ein MRI des linken Knies erstellt, das eine mässige
retropatelläre
Chondromalazie
Grad II, einen Verdacht auf eine subakute Zerrung/Partialruptur des vorderen Kreuzbandes ohne abgrenzbare Kontinui
täts
unterbrechung sowie subakute Läsion an der vorderen Insertion des lateralen Meniskus
ergab. Ferner wurde
n
eine leichte
mukoide
Degeneration des
Innen
meniskushinterhorns
, ein mässiger Gelenkserguss und eine grosse
Bakerzyste
festgestellt (
Urk.
7/163).
In der Folge
führte
Dr.
E._
am 1
4.
Juli 2016 eine Kniearthroskopie und
Teilmeniskektomie
lateralseitig links
durch
, die komplikationslos verlief. Die schmerzkompensierte Beschwerdeführerin habe in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen in das häusliche Umfeld entlassen werden können (
Urk.
7/226/7 f.).
Am 2
9.
September 2016 attestierte
Dr.
E._
der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit in sitzender und wenig belastender Position bezüglich der beiden Kniegelenke. Hinsichtlich der anderen Voroperationen und
durchgeführten Ab
klärungen konnt
e er aktuell keine Stellung nehmen (
Urk.
7/165).
3.3.4
Hausarzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestätigte der Beschwerdeführerin am 1
9.
Mai 2017, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nur
noch leichte Arbeiten ausf
ühren könne, empfehlenswert sei
eine abwechselnd sitz
ende/stehende Tätigkeit ohne grosse körperliche Belastung (
Urk.
7/198).
Im Bericht vom 2
5.
Juli 2017 stellte
er
- zusätzlich zu den bereits erwähnten Kniebeschwerden -
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/218/5
-6
)
:
-
Leichte bis mittelschwere Depression
-
Status nach Adipositas WHO III, BMI initial 42 kg/m
2
-
Aktuell BMI 28 kg/m
2
-
Laparoskopischer
proximaler Magenbypass am
9.
Juli 2010
-
Vitamin B12-Mangel 01/2013
-
Unklare Oberbauchbeschwerden mit Nausea
-
Gastroskopie vom 2
0.
Januar 2015: kleine axiale
Hiatushernie
, ansonsten unauffällige Endoskopie des Magenbypasses
-
Chronisch rezidivierendes lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
bei Spondy
lose
th
o
rakolumbal
und langgezogener linkskonvexer Skoliose
-
Fibromyalgiesyndrom
Er führte aus, eine generelle künftige Arbeitsfähigkeit könne von ihm nicht prog
nostiziert werden. Entsprechend der Selbsteinschätzung
der Beschwerdeführerin sei eine leichte, körperlich abwechslungsre
i
che Arbeit von täglich maximal zwei Stunden möglich (
Urk.
7/218/6).
3.3.5
Wegen Bauchschmerzen stellte sich die Beschwerdeführerin am 1
2.
August 2017 im
H._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, vor. Dort wurde eine akute Pankreatit
i
s diagnostiziert, die konservativ behandelt wurde. Unter vollständig
regredienter
Symptomatik wurde die Beschwerde
füh
rerin am 1
5.
August 2017 entlassen (
Urk.
7/223).
3.3.6
In seiner Aktenbeurteilung vom 2
4.
Mai 2018 stellte RAD-Arzt
Dr.
D._
folgende Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/2
3
3/9):
-
Belastungseinschränkung des rechten Kniegelenks bei Gonarthrose rechts und
Knie
totalendoprothese
vom 2
8.
Januar 2016
-
Belastungseinschränkung des linken Kniegelenks bei Gonarthrose links und Teilresektion des Aussenmeniskus vom 1
4.
Juli 2016
Folgenden Diagnosen mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
7/233/9):
-
Depression
-
Adipositas mit Magenbypass 2010
-
Cholecystektomie
2013
-
Pankreatitis 2017, medi
k
a
menteninduziert
-
g
emischte Schlafapnoe
-
Fibromyalgie ED 2002
-
Panvertebralsyndrom
Dr.
D._
legte da
r
, i
n
einer angepassten
Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vom 1
9.
August 2015 bis am 2
1.
Oktober 2015 zu 0
%
und vom 2
2.
Oktober 2015 bis am 2
8.
September
2016 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab
dem
2
9.
September 2016 sei die Beschwerdeführerin
wiederum zu 0
%
arbeitsunfähig
.
Leidensangepasst sei
eine leichte, wechselbelastende, überwiegend sitzende Tätig
keit ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten, häufiges Treppensteigen, knie
belastende Zwangshaltungen (bü
cken, hocken knien) und häufige
s
Gehen auf unebenem Gelände.
Andauernde Vibrationsbelast
u
ngen und Nässe-/Kälteex
po
sition seien ebenfalls zu vermeiden (
Urk.
7/233/9).
Auf telefonische Rückfrage
der Sachbearbeiterin
bezüglich der im Urteil des Sozialversicherungsgerichts festgehaltenen Arbeitsfähigkeit von 80
%
für ange
passte Tätigkeiten hielt er fest, es handle sich um den gleichen Sachverhalt mit anderer Beurteilung. Durch die Operation sei eine Verbesserung eingetreten, wes
halb in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
zumutbar sei (
Urk.
7/233/10).
3.3.
7
Dr.
E._
stellte in seinem Bericht vom
1
2.
Juli 2018 neu die Diagnose eines diffusen chronischen Schmerzsyndroms mit aktuell
lumbo-radikulären
Schmer
zen ausgehend von der Lumbalwirbelsäule, ausstrahlend bis in d
en Fersen auf der rechten Seite und
deutlich
en
degenerativen Veränderungen im Bereich der Lum
balwirbelsäule (MRI vom
1.
Juni 2018) bei bekanntem We
i
chteilrheumatismus (Fibromyalgie). Er führte aus, bezüglich des Kniegelenks, wegen dem die Be
schwerdeführerin am
1.
Juni 2018 auf der Notfallstation vorstellig geworden sei, hätten sich die Beschwerden deutlich gebessert. Nachdem sie im Juni praktisch immobilisiert gewesen sei, sei sie zu Fuss jetzt wieder gut unterwegs, leide jedoch unter nächtlichen oder auch täglichen Schmerzen, insbesondere ausgehend von der Lumbalwirbelsäule, im Bereich des ganzen rechtsseitigen Beines (
Urk.
7/239/1). Nachdem die Beschwerdeführerin bis anhin zwei bis drei Stunden täglich gut habe arbeiten können und das System damit auch gut kompensiert gewesen sei, seien die Beschwerden, welche sie aktuell vor allem in der Lumbal- und Beinregion angebe, wieder stärker geworden. Er sei sich sicher, dass eine Steigerung der Arbeitsf
ähigkeit aktuell nicht sinnvoll
sei. Er denke, das
S
ystem
dekompensiere
sonst
und schlussen
dlich bestehe dann
eine vollständ
ige Arbeits
unfähigkeit
(
Urk.
7/239/2).
3.3.
8
Dr.
G._
legte am 1
7.
August 2018 dar, die Beschwerdeführerin habe bisher mit grösster Anstrengung und Befriedigung zwei bis drei Stunden täglich arbeiten können (30
%
) und sei so körperlich wie auch psychisch und sozial relativ gut kompensiert. Sobald sie unter äusserem Druck mehr leisten müsse,
dekompensiere
sie rasch, was sich zuerst somatisch äussere (Zunahme der Schmerzen im ganzen Körper, speziell lumbal und im rec
hten Bein). Unter der Schmerzzu
nahme
dekom
pensiere
sie b
ald auch psychisch mit einer Zu
nahme ihrer depressiven Züge und entsprechendem Leistungsabfall. Es handle sich hier um einen klassischen Circ
u
lus
Vitiosus
, der weder mit medizinischen noch psychotherapeutischen Massnah
men zu durchbrechen sei. Unter der isolierten Prämisse einer Steigerung der
Arbeitsfähigkeit
sei gewiss mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (
Urk.
7/239/3).
3
.3.
9
In seiner Stellungnahme vom 2
2.
August 2018
führte
Dr.
D._
aus
, seitens der Kniegelenke sei der Verlauf sehr gut. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne daraus nicht resultieren. Die Rückenbeschwerden seien seit langem be
kannt. Eine objektivierbare Verschlechterung sei nicht erkennbar, eine spezifische Therapie erfolge nicht.
In den Arztberichten würden die
bekannten medizinischen Fakten hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit lediglich anders beurteilt als früher (
Urk.
7/241/4).
4.
4.1
Gestüt
zt auf die Berichte von
Dr.
E._
ist ausgewiesen, dass es ab Oktober 2015 zu einer
Schmerzzunahme aufgrund
der
fortgeschrittenen
degenerativen Veränderungen am rechten Kniegelenk kam,
die
am 2
8.
Januar 2016 eine
Total
endoprothese
des rechten Knies
erforderte
. Vor diesem Hintergrund erscheint die vom RAD-Arzt
in diesem Zeitraum
angenommene
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
für jegliche Tätigkeiten
plausibel
(
Urk.
7/149,
Urk.
7/226/14; vgl. auch Bericht der
I._
vom 2
5.
November 2015,
Urk.
7/153
).
Ebenso steht
aufgrund der medizinischen Aktenlage
fest, dass
sich
in der Folge
die
Beschwerden
am linken Knie verschlechterte
n
,
was
am 1
4.
Juli 2016
die Durchführung
eine
r
Kniearthros
kopie und
Teilmeniskektomie
links notwendig
machte
(
Urk.
7/163,
Urk.
7/226/7).
Bis am 2
9.
September 2016 besserten in der Folge die Kniebeschwerden, so
dass
Dr.
E._
der Beschwerdeführerin bezüglich der beiden Kniegelenke
für die Zukunft
eine volle Arbeitsfähigkeit in sitzender und wenig belastender Position
attestierte
(
Urk.
7/165).
Dass
bis zu diesem Zeitpunkt
eine
100%ige
Arbeitsun
fähigkeit für jegliche Tätigkeiten
und hernach eine volle Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten
bestand, entspricht auch der Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
D._
(
Urk.
7/233/9). Die Beschwerdegegnerin hat die
laufende
Viertelsrente
der Beschwerdeführerin somit zu Recht
in Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
2 IVV
mit Wirkung
ab dem
1.
Januar 2016 auf eine ganze Rente erhöht.
Die Beschwerdegegnerin
befristete die zugesprochene ganze Rente bis am
31. Dezember 201
6.
Entsprechend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
im Vergleich zum Referenzzeitpunkt der Rentenerhöhung erheblich verbessert hat.
In diesem Zusammenhang ist a
usgewiesen und insoweit unbestritten
, dass sich die für die Erhöhung massgeblichen
Kniebeschwerden nach den Operationen im Januar und Juli 2016 so weit verbesserten, dass der Be
schwerdeführerin
(einzig)
im Hinblick auf diese Beschwerden ab September 2016 wiederum eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
möglich war.
Somit ist zu diesem Zeitpunkt eine wesentliche Veränderung des Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin
und damit
ein Revisionsgrund einge
tre
ten. Der
Rentenanspruch
ab dem
1.
Januar 2017 (vgl.
Art.
88
a
Abs.
1 erster Satz IVV
)
ist daher
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu
prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht
(vgl. E. 1.3 und 1.4
)
.
4.2
Die der Beschwerdeführerin ab
1.
August 2007 zugesprochene
Viertelsrente
basierte auf den im
Gutachten der MEDAS
B._
vom
6.
März 2008
gestellten Diagnosen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) in der Form eines
chronifizierten
fibromyalgieformen
Ganzkörperschmerz
syndroms, einem chronischen
zerviko
-lumbal betonten panvertebralen Schmerz
syndrom sowie einer Adiposi
tas und einer
Dysthymia
(ICD-10
F34.1; Urk. 7/84/25)
.
Die Beschwerdegegnerin fokussierte ihre Abklärungen nach Erlass der Verfügung
vom
10. April 2008
hauptsächlich auf den Verlauf der zwischenzeitlich hinzu
ge
tretenen beidseitigen Kniebeschwerden.
Dennoch ergeben sich aus den seit diesem Zeitpunkt eingeholten ärztlichen Berichten immer wieder Hinweise
auf ein Fortbestehen der
ch
ronischen Schmerzen
und psychischen Beschwerden
.
So
diagnostizierte
Dr.
G._
in seinem Bericht vom 2
5.
Juli 2017 ein chronisch rezi
divierendes lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
bei Spondylose
thrakolumbal
und langgezogener linkskonvexer Skoliose, ein
Fibromyalgiesyndrom
sowie eine
leichte bis mittelschwere
Depression (
Urk.
7/218/5).
Dr.
E._
berichtete hin
ge
gen am 1
2.
Juli 2018 über ein diffuses
chronisches Schmerzsyndrom mit aktu
ell
lumbo-radikulären
Schmerzen ausgehend von der Lumbalwirbelsäule, ausstrah
lend bis in den Fersen auf der rechten Seite und deutlichen degenerativen Ver
änderungen im Bereich
der Lumbalwirbelsäule
bei bekanntem Weichteilrheu
ma
tismus (Fibromyalgie;
Urk.
7/239/1).
Ferner ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin sich mittlerweile aufgrund von Depressionen in psychothera
peutischer Behandlung befindet (
Urk.
7/237)
.
Dr.
G._
und
Dr.
E._
gingen übereinstimmend davon aus, dass eine Steigerung der von der Beschwerde
füh
rerin derzeit ausgeübten Arbeitstätigkeit von zwei bis drei Stunden täglich (30
%
) nicht sinnvoll wäre, da ansonsten mit einer Dekompensation des Systems und einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen sei (
Urk.
7/239,
Urk.
7/240).
Auch die behandelnde Psychotherapeutin h
i
elt am 1
1.
Juli
2018 ein über 30%igen Arbeitspensum nicht für möglich (
Urk.
7/237).
Dr.
D._
vom RAD
,
auf dessen Stellungnahmen vom 2
4.
Mai 2018 und 2
2.
August 2018 die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid hauptsächlich stützte, notierte in seiner Diagnoseliste zwar ebenfalls eine Depression, eine Fibromyalgie sowie ein
Panvertebralsyndrom
, mass diesen jedoch ohne weitere
Ausführungen
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
7/233/9).
Er legte dar
, dass
die Rückenbeschwerden seit langem bekannt
seien
, eine objektivierbare Verschlech
terung sei nicht erkennbar. In den dem Einwand beigelegten Arztberichten würden die bekannten medizinischen Fakten hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit lediglich anders bewertet als früher (
Urk.
7/241/4).
Dr.
D._
übersieht dabei einerseits, dass den genannten Diagnosen im bishe
rigen Verfahren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen worden war - unter anderem hatte er selbst die Beschwerdeführerin
am 2
2.
Februar
2011 untersucht und bestätigt, dass die
fibromyalgieformen
Beschwerden die Arbeitsfähigkeit ein
schränken würden (
Urk.
7/128/ 5 f.) - und andererseits
,
dass ein Revisionsgrund bereits au
f
grund der Verbesserung der Kniebeschwerden eingetreten ist und der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin daher ohne
hin ohne
Bindung an frühere Beurteilungen
in seiner Gesamtheit
abzuklären ist.
Den gestellten Diag
nosen kann daher nicht mit der Begründung, es liege eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor, jeglicher Einfluss auf die Arbeit
sfähigkeit abgespro
chen werden.
Entsprechend kann auf die Aktenb
eurte
ilung von
Dr.
D._
nicht abgestellt werden.
Auch
die durch die behandelnden Ärzte attestierte A
rbeits
fähigkeit von 30
%
kann
nicht unbesehen übernommen
werden.
Soweit diese auf ein psychisches Leiden zurückzuführen sind, ist sie g
emäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
einem
strukturierten Beweisverfahren nach
Massgabe
von BGE 141 V 281 zu unter
ziehen
, was bislang unterblieben ist. Das Fehlen einer Auseinandersetzung mit den v
om Bundesgericht bei psychosomatischen
und psychischen
Beschwer
den für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als massgeblich bezeichneten Stand
ardindikatoren (vorstehend E. 1.4) verunmöglicht eine Bestimmung der
zumut
ba
ren Restarbeitsfähigkeit.
4.3
Insgesamt erg
ibt
sich
damit
aus den medizinischen Unterlagen
ein psychisches Krankheitsbild, dessen
aktuelle
Ausprägung und
Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Akten nicht ab
schliessend beurteilt werden kann
.
Die medizinische Aktenlage erweist sich
daher
als ergänzungsbedürftig.
Die Beschwerdegegnerin hat daher ergänzende medizinische Abklärungen vorzu
nehmen,
die
sämtliche Beschwerden der Beschwerdeführerin
umfassen und eine hinreichende fachärztliche Grundlage darstellen, welche die Beurteilung der Arbeit
sfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab
Ende
September 2016
erlauben. Hierzu
empfiehlt sich eine polydisziplinäre
Be
gutachtung. Hernach hat die Beschwerdegegnerin
für die Zeit ab Januar 2017
neu über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
zu entscheiden.
G
egebenenfalls
wird die Beschwerdegegnerin im Weiteren zu prüfen haben, ob die im Zeitpunkt der Renteneinstellung über 55-jährige Beschwerdeführerin in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspo
ten
zial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten oder ob vorgängig (weitere) Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_816/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 2.1).
4.4
Mit Blick auf den Zeitpunkt der Rentenanpassung
trug
die Beschwerdegegnerin bei der Herabsetzung der ganzen Rente auf eine
Viertelsrente
dem Umstand Rech
nung, dass eine Anpassung
grundsätzlich
ex
nunc
et pro
futuro
zu erfolgen hat (BGE 129 V 211 E. 3.2.1; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
sicherung [IVG],
3.
Auflage 2014, S.
452
Rz
108).
Es
rechtfertigt sich
indes, in Anbetracht der
rückwirkenden
Besserstellung der Beschwerdeführerin durch die
Zusprache
der befristeten ganzen Rente, diese
in Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV
nach drei Monaten wieder auf die frühere
Viertelsrente
herabzusetzen. Rechtsprechungsgemäss finde
t
in diesem Rahmen
Art.
88
bis
IVV
keine Anwen
dung
(vgl. BGE 125 V 256 E. 3a
mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_170/2014 vom 2
1.
Juli 2014 E. 4.1 und 9C_318/2007 vom 2
7.
August 2007 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Es ist daher festzuhalten, dass für die Zeit von Januar 2017 bis zum zweiten Monat nach Zustellung der angefochtenen Verfügung, mithin bis Oktober 2018 der Anspruch auf eine
Viertelsrente
jedenfalls zu schützen ist. Die Beschwer
de
gegnerin wird zu prüfen haben, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere Rente hat.
A
b November 2018 stellte die Beschwerdegegnerin die
Viertelsrente
ein, was in zeitlicher Hinsicht gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV nicht zu beanstanden
wäre
. Die Beschwerdegegnerin wird indes - wie gesagt - mittels den ergänzenden Abklärungen zu prüfen haben, wie es sich in jenem Zeitpunkt mit dem Renten
anspruch an sich verhält.
4.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in den Sinn gutzuheissen, als die
ange
fochten
e Verfügung vom 2
8.
September 2018
(
Urk.
2)
insoweit aufgehoben wird, als ab dem
1.
Januar 2017
ein den Anspruch auf eine
Viertelsrente
übersteigender Rentenanspruch und ab November 2018 der
ganze
Rentenanspruch
verneint wurde
n
. I
nsofern
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medi
zinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Ents
cheid über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
zurückzuweisen.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen).
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass
des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ist die von der Beschwerdegegnerin an die Beschwerdeführerin zu leistende Entschädigung ermessensweise auf
Fr.
2'100.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.