Decision ID: be460e7a-3457-4256-913d-8567209259ad
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, ist Mutter zweier Kinder (geboren 2006 und 2009). Am
1
6.
Januar 2012
meldete sie sich wegen rezidivierenden depres
siven Störungen bei der Invalidenversicherung an (Urk.
7
/2 Ziff. 6.2, Ziff. 11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Aus
zug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug; Urk.
7
/1; Urk.
7
/6) sowie Arztberichte (Urk.
7
/7; Urk.
7
/8/1-16) ein und führte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Haus
haltabklärung
; Urk.
7
/13) durch. Ebenso wurde eine Abklärung betreffend Hilflosigkeit veranlasst (Urk.
7
/18).
Nach Erlass des Vorbescheids (Urk.
7
/19) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
August 2013 einen Anspruch der Versicherten auf
Hilflosenentschädi
gung
(Urk.
7
/36). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7
/17; Urk.
7
/29; Urk.
7
/31) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2013
auch
ei
nen Renten-anspruch der Versicherten (Urk.
7/35
).
Die dagegen am 2
6.
September 2013 erho
bene Beschwerde (
Urk.
7/39/3-11) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
0.
Februar 2014 in dem Sinne gut, als es die Verfügung aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückwies (Prozess Nr. IV.2013.00872;
Urk.
7/42).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein, welches am 2
8.
Oktober 2014 erstattet wurde (
Urk.
7/52), und
veranlasste eine erneute Haushaltabklärung (Bericht vom
4.
März 2015;
Urk.
7/55). Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/58-62) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
April 2015 erneut einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
7/65 =
Urk.
2).
2.
Am 2
9.
Mai 2015 erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
2)
und bea
ntrag
te
deren Aufhebung und
die
Zusprache
der gesetzlichen Leis
t
ungen, eventuell
die
Rückweisung der Sache zur neuen Beur
teilung
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
6) bean
tragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwer
deführerin am 1
0.
November 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen damit, dass bei einer Qualifikation von 40
%
Erwerbs- und 60
%
Haushalttätigkeit
ein Invaliditätsgrad von 30
%
resultiere
:
Aus ärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführerin jede
T
ätigkeit zu 50
%
zumut
bar.
Auch i
m Haushalt sei sie zu 50
%
eingeschränkt
.
Für einen
behinderungs
bedingten
Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 25
%
bestehe kein Anlass (S. 2 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) machte die Beschwerdegegnerin geltend,
der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
habe lediglich
noch ein leichtes depres
sives Restsyndrom im Sinne einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig leichte Episode, und eine im Intervall zusätzlich bes
tehende
Dysthymie
diagnostiziert
. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage gemäss
Dr.
Z._
50
%
.
Es
liege jedoch keine erhebliche Störung mit Krankheitswert vor,
weshalb
von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen
sei. Die ange
foch
tene Verfügung sei somit im Ergebnis korrekt, wenn auch falsch begründet (S. 1-2).
2.2
Dazu hielt die Beschwerdeführerin fest, sie sei gemäss
Dr.
Z._
im
Erwerbs
bereich
maximal zu 50
%
arbeitsfähig. Das Gutachten enthalte kein
Belastungs
profil
, und
Dr.
Z._
habe weder invaliditätsfremde Gründe noch einen
leidens
bedingten
Abzug berücksichtigt. Weiter beschreibe
Dr.
Z._
, dass sie nebst der chronischen Depression auch an dissoziativ anmutenden Symptomen leide, welche zu chronischer Erschöpfung und Rückzug führten (
Urk.
1 S 6). Die Tätigkeit der Haushaltführung und diejenige der bisherigen Erwerbstätigkeit als
Reinigungsfrau seien deckungsgleich. Gemäss Haushaltabklärung übernehme der Ehemann die meisten Haushalttätigkeiten,
w
es
halb
nicht davon auszugehen
sei
, dass sie 3.5 Stunden am Stück als
Reinigungsfrau arbeiten könne
. Folglich müsse im Erwerbsbereich ein Leidensabzug in Höhe von 25
%
gewährt werden, was zu einem Invaliditätsgrad von 40
%
führe. Die Beschwerdegegnerin habe weder ein Belastungsprofil noch ein rechtskonformes Invalideneinkommen ermittelt (S. 7 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
Nachdem das Rückweisungsurteil einzig zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin im Erwerbsbereich erfolgte (vgl. E.
5.4 des Urteils;
Urk.
7/42) und
g
emäss
§ 26 Abs. 2 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
(
GSVGer
) nach einer Rückweisung dem neuen Entscheid jene rechtliche Beurteilung zu Grunde zu legen ist, mit der
die Rückweisung begründet wurde,
ist weiterhin
von einer Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführe
rin von 50
%
im Haushaltbereich
beziehungsweise von der im damaligen Haushaltbericht (
Urk.
7/13) ermittelten Einschränkung von 54.64
%
auszugehen (vgl. E. 5.3 des Urteils vom 1
0.
Februar 2014). Dass nach
erneuter Abklärung durch die Beschwerdegegnerin
, welche im Übrigen wiederum eine Einschränkung von 50
%
im Haushaltbereich ergab (
vgl.
Urk.
7/55/
7
Ziff.
7),
ab August 2013
von einem Anteil de
r Haushalttätigkeit
von 60
%
(vgl.
Urk.
7/55/3
Ziff.
2.6)
auszu
gehen ist,
ist dabei unerheblich
.
3.
3.1
Da die dem Rückweisungsurteil vom
1
0.
Februar 2014
zugrunde liegenden
Arzt
berichte
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im
Erwerbs
bereich
als nicht genügend aussagekräftig beurteilt wurden (vgl. E. 5
.4 des genannten Urteils)
, ist
auf diese Berichte
nicht weiter einzugehen. Es ist somit anhand der im Nachgang zu diesem Urteil ergangenen Berichte zu prüfen, wie es s
ich mit der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
im Erwerbsbereich ver
hält.
3.2
Die Ärztinnen der
A._
diagnostizier
ten mit Bericht vom
7.
Mai 2014 (
Urk.
7/46) eine seit 2003 bestehende rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4;
Ziff.
1.1.)
. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit im
Erwerbs
bereich
. Für die Tätigkeit im Haushalt bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 1). Es zeige sich eine Vollremission der depressiven Symptomatik. Unter der medika
mentösen Behandlung sei eine deutliche Stimmungsaufhellung eingetreten mit Antriebssteigerung und zunehmender Verbesserung der Schlafqualität. Die
Beschwerdeführerin berichte, dass sie ihrer alltäglichen Verpflichtung als Haus
frau und Mutter vollumfänglich nachgehen könne
und keine Unterstützung durch die Familienbegleitung mehr benötige (S.
2). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der letzten Berichterstattung deutlich ver
bessert. Hinsichtlich der beruflichen Perspektive könne sich die Versicherte eine Anstellung als Reinigungskraft vorstellen, sofern sich dies mit ihren Verpflich
tungen als Hausfrau und Mutter vereinbaren lasse. Insgesamt sei aufgrund des guten Ansprechens auf die antidepressive Medikation und der zunehmenden Stabilisierung von einem günstigen Verlauf auszugehen (S. 3). Mit einer Wie
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit könne gegenwärtig zu maximal 50
%
gerechnet werden, das Pensum sei sukzessive zu steigern (S. 5). Anpassungs
fähigkeit und Belastbarkeit seien leicht, Konzentrations- und Auffassungsver
mögen
seien nicht eingeschränkt (S. 6).
3.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein Gutachten am 2
8.
Oktober 2014 nach Berücksichtigung der Akten und Vor
nahme eigener Untersuchungen (
Urk.
7/52). Er stellte folgende Diagnosen (S.
12):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Epi
sode (ICD-10 F33.0)
im Intervall zusätzlich bestehende
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) im Sinne einer double
depression
nach Traumatisierung durch Tod des ersten Sohnes 2003 (differentialdiagnostisch Elemente einer
subsyndromalen
posttraumatischen Belastungsstörung mit Dissoziation, Somatisierung und chronischer Erschöpfung)
Dr.
Z._
hielt fest, dass die Beschwerdeführerin beim Berichten über den Tod ihres ersten Kindes im Alter von einem Monat im Jahr 2003 deutlich niederge
schlagen sei. Bei detailliertem Nachfragen nach den Umständen antworte sie, diese vergessen zu haben. Inwieweit eine dissoziative Komponente bestehe, lasse sich nicht beantworten.
Eigentliche
flashbacks
bezüglich des Ereignisses wür
den nicht berichtet. Die Beschwerdeführerin erwähne jedoch, dass sie der Tod des ersten Kindes immer wieder beschäftige und sie morgens jeweils nie
der
geschlagen sei. Sie könne die Antriebsverminderung jedoch überwinden und brin
ge regelmässig ihre Tochter zum Kindergarten. Als Hauptbeschwerden schildere sie eine chronische Erschöpfung, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Am Schluss der gut zweistündigen Untersuchung sei sie deutlich erschöpft, und Aufmerksamkeit und Konzentration liessen leicht nach. Im Verlauf beschreibe sie, dass die Zusatzmedikation mit dem Antidepressivum
Remeron
nach Auf
hellung der Stimmung bis Mai 2014 vorübergehend abgesetzt worden sei, jedoch seit zwei Wochen erneut eingesetzt werde (S. 9).
Anlässlich der Untersuchung habe noch ein leichtes depressives Restsyndrom vorgelegen. Sowohl von der Explorandin wie auch in den Akten würden auch in den Intervallen zumindest phasenweise bestehende emotionale Instabilitäten und eine leichte depressive Restsymptomatik im Sinne einer
Dysthymie
beschrie
ben. Die Diagnose einer double
depression
(rezidivierende depressive Störung mit bis zu
schwergradigen
Phasen und im Intervall weiter bestehende
Dysthymie
) sei zu bestätigen. Es bestünden weiter Hinweise auf eine gewisse Selbstlimitierung, die möglicherweise vom Ehemann unterstützt werde; die Beschwerdeführerin erledige nur etwa 20
%
der Haushaltarbeiten selbst und defini
ere sich selbst als krank und nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig. Bei Tätigkeiten, für die die Explorandin hoch motiviert sei (Begleiten der Tochter zum Kindergarten, zweimal wöchentlicher Besuch des Deutschkurses mit gemein
samen Mittagessen) schienen die Müdigkeit und Antriebsverminderung zumindest punktuell überwindbar zu sein. Unter Abstraktion von
invaliditäts
frem
den
Faktoren wie eingeschränkte Sprachkenntnisse, fehlende Ausbildung,
bezüglich ausserhäuslicher Tätigkeit Selbstdefinition als vollständig arbeitsun
fähig, sei die Explorandin im Haushalt wie auch für ähnliche Tätigkeiten in der freien Wirtschaft im Längsverlauf schätzungsweise zu 50
%
eingeschränkt (S.
11 f.).
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei im Verlauf stark fluktuierend gewesen. Während der schweren depressiven Episoden mit jeweils erfolgten psychi
atrischen
Hospitalisationen
habe für jede Tätigkeit eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bestanden. Im Intervall werde phasenweise eine vollständige Aufhellung des depressiven Syndroms berichtet. Die Beurteilung der
A._
-Ärztinnen, wonach im Mai 2014 keine Einschränkung im Haushalt und für die ausserhäusliche Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
bestanden habe, sei nachvollziehbar. Unter Berücksichtigung sämtlicher Krankheitskomponenten und unter Abstraktion von
invaliditätsfremden psychosozialen Faktoren sei the
oretisch durchschnittlich von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl im Haushalt wie ausserhäuslich auszugehen. Zwischen der zweiten und dritten
Hospitalisation
(2006-2009) werde eine stabile Phase beschrieben. Es sei davon auszugehen, dass das aktuelle Zustandsbild mit den erwähnten Fluktua
tionen (erneute
Hospitalisation
2009) seit etwa 2009 bestand
en habe
. Die Anmeldung bei der Invalidenversicherung
sei
2012
erfolgt
. Anlässlich der damaligen Haushaltabklärung sei eine Einschränkung im Haushalt von gut 54
%
ermittelt worden. Im Verlauf sei es eher zu einer Verbesserung gekommen, wie der
A._
-Bericht
vom Mai 2014
gezeigt habe. Die Beschwerdeführerin berichte auch, dass sie nicht mehr auf die Unterstützung der Familienhilfe
angewiesen sei. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit könne nur annähe
rungsweise eingeschätzt werden (S. 12).
Die rezidivierende depressive Störung werde adäquat sozialpsychiatrisch und medikamentös behandelt. Im Verlauf sei es immer wieder zu Remissionen der rezidivierenden depressiven Störung (bei weiter bestehender
Dysthymie
im Intervall) gekommen. Angesichts der intensivierten medikamentösen Behand
lung sei davon auszugehen, dass wieder eine weitgehende Remission der rezidi
vierenden depressiven Störung erreicht werden könne (S. 13 oben).
Inwieweit die Einschränkung langfristig dauerhaft sein werde, bleibe abzuwar
ten. Durchschnittlich sei im Rückblick seit 2009 von einer schätzungsweisen Arbeitsunfähigkeit von 50
%
auszugehen. Einfache, dem Ausbildungsstand der Explorandin angepasste Tätigkeiten ohne sprachliche Anforderungen seien medizinisch-theoretisch rein aufgrund des psychopathologischen Befundes zu 50
%
zumutbar. Aufgrund der Selbstdefinition der Explorandin als weitest
gehend arbeitsunfähig sei eine externe Tätigkeit jedoch kaum umsetzbar (S. 13 unten f.).
Die effektive Leistungsfähigkeit im eigenen Haushalt könne nur annähe
rungs
weise eingeschätzt werden. Die behandelnde Hausärztin sei von einer fluktuie
renden vollen bis 50%igen, die behandelnde Psychiaterin von keiner wesentli
chen Einschränkung ausgegangen. Zwischenzeitlich sei es im Verlauf seit 2012 eher zu einer leichten Verbesserung gekommen. Allenfalls müsse zur genaueren Einschätzung der aktuellen Einschränkung bei der Haushaltführung erneut eine Abklärung vor Ort erfolgen (S. 15).
3.4
Eine erneute Abklärung im Haushalt im Februar 2015 ergab ab August 2013 eine Qualifikation von 40
%
Erwerbs- und 60
%
Haushaltbereich und in letzte
rem eine Einschränkung von 50
%
(Bericht vom
4.
März 2015;
Urk.
7/55).
3.5
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt am
9.
Dezember 2014 (
Urk.
7/57/4) fest, dass kein positives Belastungsprofil formuliert werden könne. In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Reinigerin und im Haushalt bestehe eine verminderte psychophysische Belastbarkeit, Müdigkeit und Antriebsminderung, welche sich in sämtlichen in Frage kommenden Tätigkeiten und Aufgabenberei
chen auswirkten. Es bestehe im Erwerbs- und im Aufgabenbereich eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
.
Im Feststellungsblatt für den Beschluss der
Beschwerdegegnerin wurde weiter festgehalten, dass die Depression
chronifiziert
sei
,
und es sich um ein eigen
ständiges psychisches Leiden handle, weshalb die Arbeitsunfähigkeit nicht überwindbar sei (vgl.
Urk.
7/57/5).
4.
4.1
Die behandelnden Ärztinnen der
A._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom
7.
Mai 2014 (vorstehend E. 3.2) eine seit 2003 bestehende, gegenwärtig remit
tierte depressive Störung und beschrieben zu diesem Zeitpunkt eine
Vollremis
sion
der depressiven Symptomatik. Sie hielten fest, dass unter der medikamen
tösen Behandlung eine deutliche Besserung eingetreten sei. Die Ärztinnen rech
neten mit einer Wiederaufnahme der ausserhäuslichen Tätigkeit zu 50
%
.
Sie bestätigten damit
sowohl
die gute Therapierbarkeit der Erkrankung wie auch die konsequente und adäquate Behandlung. Dies stellte auch
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom 2
8.
Oktober 2014 (vorstehend E. 7/52) fest. Nach Konsultation von
Dr.
C._
, einer der behandelnden Therapeutinnen, bestätigte diese, dass es in den letzten zwei Jahren zu keinen ausgeprägten depressiven Phasen mehr gekommen und die rezidivierende depressive Störung seit zwei Jahren remittiert sei
(vgl. S. 5 des Gutachtens).
In Übereinstimmung mit dieser Einschätzung diagnostizierte
Dr.
Z._
gegen
wärtig nur noch eine leichte Ausprägung der rezidivierenden depressiven Stö
rung. Die zusätzlich gestellte Diagnose einer im Intervall bestehenden
Dys
thy
mie
im Sinne einer double
depression
entspricht dem im bisherigen Verlauf
dokumentierten
Umstand, dass die Erkrankung der Beschwerdeführerin stark fluktuierte.
So
wechselten sich bislang Phasen einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit, wie sie in Zeiten der schweren Ausprägung der depressiven Episoden mit psychiatrischen
Hospitalisationen
bestand,
mit
Phasen wie der im Zeitpunkt der Gutachtenserstellung bestehenden maximal leichten depressiven Episode ohne wesentliche Arbeitsunfähigkeit ab.
Dem trug
Dr.
Z._
mittels der Ein
schätzung einer durchschnittlichen Arbeit
sunfähigkeit von 50
%
Rechnung, was zu überzeugen vermag.
Dr.
Z._
berücksichtigte sämtliche Akten, führte eigene Untersuchungen durch und begründete seine Beurteilung in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise, so dass seine Expertise den praxisgemässen Anfor
derungen (vgl. vorstehend E. 1.4
) genügt. Dementsprechend ging auch RAD-Arzt
Dr.
B._
davon aus, dass
auf das Gutachten
abzustellen sei
(vgl. vorstehend E. 3.5).
Dr.
Z._
wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bei Tätigkeiten, für die sie hoch motiviert sei, die Müdigkeit und
Antriebsvermin
derung
zumindest punktuell überwinden könne. Dies spricht für eine objektiv bestehende Überwindbarkeit im Sinne der Rechtsprechung (vgl
. vorstehend E.
1.2
), ändert aber nichts an der medizinischen
, für rezidivierende depressive
Störungen typischen
Situation des schwankenden Krankheitsverlaufes
mit untersch
iedlicher
Ausprägung der
Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
Z._
nahm seine Einschätzung zudem unter
Ausschluss der psychosozialen Fakturen und unter
Berücksichtigung und Bestätigung des Umstands
vor
, dass
die Beschwerdefüh
rerin die therapeutischen Möglichkeiten
nach Lage der Akten und ihren sprach
lichen Möglichkeiten entsprechend
konsequent ausschöpft
. Verbleibt gemäss nachvollziehbarer ärztlicher Einschätzung
trotz Therapie
eine Arbeitsunfähig
keit, so hat dieser Gesundheitsschaden
entgegen der Ansicht der
Beschwerde
gegnerin
grundsätzlich
invalidisierende Wirkung.
4.2
Somit ist von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich in Höhe von 50
%
(bezogen auf ein volles Pensum
;
vgl. S. 11 oben des Gutach
tens) auszugehen. Im Si
n
ne eines Belastungsprofils hielt
Dr.
Z._
fest, dass der Beschwerdeführerin einfache, ihrem Ausbildungsstand angepasste Tätigkei
ten ohne sprachliche Anforderungen zumutbar seien (S. 14 oben des Gutach
tens). Da eine Tätigkeit wie die bisher ausgeübte Reinigungstätigkeit
diesen Anforderungen entspricht und zudem
auch stundenweise ausgeführt werden kann, erscheinen weitere Angaben zum Belastungsprofil nicht als notwendig.
5.
5.1
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein
Betätigungs
vergleich
vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte zunächst eine Qualifikation der Beschwerde
fü
hrerin von 30
%
Erwerbs- und 70
%
Haushaltbereich
und ab August 2013 aufgrund des Alters der Kinder
, welches ein höheres Erwerbspensum erlauben
würde,
eine Aufteilung von 40
%
Erwerbs- und 60
%
Haushaltsbereich (vgl.
Urk.
2). Dies ist unbestritten
und nicht zu beanstanden
.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
im Erwerbsbereich
und einem hypotheti
schen Pensum von 30 oder 40
%
ergibt sich für diesen Anteil keine Beeinträch
tigung, mithin ein Teil-Invaliditätsgrad von
0.
Ein Einkommensvergleich erüb
rigt sich, womit auch die Prüfung eines behinderungsbedingten Abzugs vom Tabellenlohn entfällt.
5.3
Im Haushaltbereich ist von einer Einschränkung von
54.64
%
auszugehen
(vgl. vorstehend E. 2.3). Somit beträgt der Teil-Invaliditätsgrad in diesem Bereich 38.24
%
(bei einem Anteil von 70
%
) beziehungsweise 32.78
%
(bei einem Anteil von 60
%
). Bei einem Teil-Invaliditätsgrad von 0 im Erwerbsbereich ergibt sich somit
ein
Gesamt- Invaliditätsgrad von jedenfalls unter 40
%
, wes
halb ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu verneinen ist.
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin hat innert mehrfach erstreckter Frist keine Belege zur Substantiierung ihres Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl.
Urk.
1 S 8)
eingereicht. Es ist deshalb androhungsgemäss (vgl. Ur. 4) davon auszugehen, dass keine Bedürftigkeit besteht, weshalb ihr Gesuch abgewiesen wird.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.