Decision ID: a21db991-c59e-4575-8084-032d4ce3b01c
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
war
vo
m 1. Februar 2011 bis zum 31. Juli 2015 als Industrie-Verpacker bei der
Y._
AG in
Z._
tätig. Am 29. Mai 2015 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Depressionen und eine unfall
bedingte Schulterverletzung (Unfall vom 2
6.
März 2015) zum Leistungsbezug an (Urk. 11/4). Die IV-Stelle t
ätigte
medizinische und berufliche Abklärungen und zog die umfangreichen Akten der Suva bei. Am 1
2.
Februar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich (
Urk.
11/27). Nach Durch
führung einer zweiten Schulteroperation im Juni 2016 mit protrahiertem Heilungsverlauf zog die IV-Stelle beim behandelnden Psychiater des Versicherten einen Bericht bei (
Urk.
11/30-34)
. D
ie Suva Kreisärztin untersuchte
X._
am 1
2.
Januar 2017 (
Urk.
11/43/17-21) und erstattete am 2
2.
Juni 2017 nach einer weiteren Untersuchung den Abschlussbericht (
Urk.
11/58/5-9).
Daraufhin stellte die
Suva die Taggeldzahlungen per Ende Juli 2017 ein
(
Urk.
11/58/11-12)
und
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 14
% eine Rente zu
(
Urk.
11/62).
Die IV-Stelle liess den Versicherten in der Folge vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) in den Fachbereichen Orthopädie/Rheumatologie und Psychiatrie abklären (Urk. 11/73
-74). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk. 11/78-97) wies sie das Leistungsgesuch von
X._
mit Verfügung vom 23. Februar 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 16
% ab (
Urk.
11/97).
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 10. April 2018 Beschwerde ans Sozialversicherungsgericht mit dem Antrag auf Zuspr
ac
h
e
einer Rente per 1. März 2016
, eventualiter auf Durchführung von weiteren medizinischen Abklä
rungen
(IV.2018.00330)
.
Nach einem dop
pelten Schriftenwechsel
wies das Gericht d
ie Sache
mit Urteil vom 1
7.
Juli 2019
zur rechtsgenügenden Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurück (Urk.
11/103, 11/107, 11/111-113, 11/120, 11/121).
2.
Die IV-Stell
e holte einen Verlaufsbericht beim behandelnden Psychiater
des Versicherten
ein (
Urk.
11/129), zog die Steuerunterlagen des Versicherten von 2015-2017 bei (Urk.
11/
133) und gab ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, das die
A._
am 2
9.
Mai 2020 erstattete
(
Urk.
11/144). Gestützt auf dieses Gutachten sprach die IV-Stelle
X._
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 1
5.
Oktober 2020 rückwirkend ab
1.
März 2016 eine
ganze
Rente
zu
, ab
1.
August 2017
eine halbe Rente
, je
m
itsamt einer Kinderrente
für den Sohn
O._
(
Urk.
2/1-2 =
Urk.
11/153), wobei vorerst die laufende Rente
verfügt
wurde (
Urk.
11/158-159). Die rückwirkenden Rentenbetreffnisse
sprach
die
SVA
dem Versicherten mit Verfügungen vom
2.
D
ezember 2020
zu (
Urk.
11/162-163).
3.
Gegen die Verfügung vom 1
5.
Oktober 2020
erhob der Versicherte am 18
.
November 2020 Beschwerde mit dem Antrag auf Weiterausrichtung der ganzen Rente über August 2017 hinaus. Zudem stellte er das Gesuch um
Gewäh
rung der
unentgeltliche
n
Rechtspflege (
Urk.
1). Am 1
0.
Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer die Rentenverfügungen vom
2.
Dezember 2020 sowie das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ein (
Urk.
7-9). Die Beschwerdegegnerin schloss auf Abweisung des Rechtsmittels (
Urk.
10).
Mit
Referentenv
erfügung vom 2
1.
Januar 2021 w
urde das Gesuch um unentgelt
liche Prozessführung mangels Bedürftigkeit abgewiesen (
Urk.
12).
Replicando
hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest (
Urk.
15-16), die Beschwerde
gegnerin verzichtete auf die Erstattung einer Duplik (
Urk.
19). Mit Eingabe vom 3
0.
Juni 2021 reichte die Rechtsvertreterin ihre Kostennote ein (
Urk.
21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sach
verhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind
vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar.
1.2
Die rechtlichen Grundlagen und Grundsätze betreffend den Leistungsanspruch
bei somatischen und psychischen Gesundheitsschäden
sowie
die Invaliditäts
bemessung
(
Art.
28
IVG
) sind im G
erichtsurteil
in Sachen des Beschwerdeführers
vom 1
7.
Juli 2019 (IV.2018.00330)
bereits umfassen
d wiedergegeben worden (Urk. 11/121 E. 1). Darauf
wird verwiesen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, gestützt auf das eingeholte Gutachten sei ab dem 2
6.
März 2015 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in bisheriger Tätigkeit sowie in angepasster Tätigkeit ausgewiesen, zu diesem Zeitpunkt beginne das gesetzliche Wartejahr. Ab März 2016 gelte ein IV-Grad von 100
%
,
der Anspruch auf eine ganze Rente gebe, ab Mai
2017
habe sich der Gesundheitszustand verbessert, so dass eine Arbeitsfähigkeit von 50
% gegeben sei. Nachdem die Verbesserung drei
Monate angehalten habe, verändere sich der Anspruch auf die IV-Rente, weshalb ab August 2017 bei einem IV-Grad von 50
% Anspruch auf eine halbe Rente bestehe
(
Urk.
2/1).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend,
gestützt auf das
A._
-
Gutachten sei von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von maximal 50
% auszugehen. Das psychiatrische und orthopädische Anforderungsprofil zusammen erg
ä
ben ein derart eingeschränktes Profil, dass ein solcher Arbeitsplatz realistischerweise nicht gefunden werden könne. Ein Prozentvergleich, wie ihn die Beschwerdegegnerin vorgenommen habe, sei nicht zulässig, da der Beschwer
deführer aufgrund seines Unfalles seine Arbeitsstelle verloren habe und seit 2015 nicht mehr erwerbstätig gewesen sei.
Das Validen- und das Invalideneinkommen müssten deshalb statistisch ermittelt werden.
Zudem müsse bei der Berechnung des Invalideneinkommen
s ein invaliditätsbedingter Leidensabzug von 25
% berücksichtigt werden.
Zu berücksichtigen sei beim Beschwerdeführer insbeson
dere das Alter, er sei fast 62-jährig. Die Mehrheit seines Lebens habe er als Allrounder beim gleichen Arbeitgeber
B._
bzw. nach dem Management Buyout bei
Y._
AG gearbeitet, zusätzlich könne er nur 3 1⁄2 Stunden am Stück arbeiten und sei zusätzlich verlangsamt und brauche vermehrte Pausen.
Zudem dürf
e
aus psychischen Gründen
kein Termin- oder Zeitdruck bestehen, nur sehr geringer Publikumsverkehr vorhanden sein und
es dürften
keine besonderen Anforderun
gen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen gestellt werden.
Berücksich
tigt werden müsse auch die Diagnose des Morbus Dupuytren beidseits, da diese sich zumindest in Zukunft
weiter limitierend auf die Handbeweglichkeit auswir
ken werde und wahrscheinlich schon heute Auswirkungen habe. Es stelle sich überhaupt die Frage, ob beim fast 62-jährigen Beschwerdeführer, auch wenn von einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werde, noch eine wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit bestehe
(
Urk.
1 S. 6 f.).
Durch das eingeschränkte Anforderungsprofil werde die Stellenauswahl auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt weiter eingeschränkt. Für die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit verbleibe nur noch ein sehr enges Tätigkeitsfeld mit zahl
reichen qualitativen Einschränkungen. Wegen all den negativen Faktoren sei die Restarbeitsfähigkeit
auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt realistischerweise kaum mehr nachgefragt.
Bei den medizinisch-theoretisch noch möglichen Tätig
keiten handle es sich um einen sehr beschränkten Arbeitsmarkt, für welchen sich der Beschwerdeführer in seinem bisherigen Berufsleben noch keine Vorkenntnisse habe aneignen können. Die Wirtschaftlichkeit der erforderlichen Einarbeitungs- und Angewöhnungszeit mit Blick auf die Restarbeitsfähigkeit sowie die verblei
bende Aktivitätsdauer könne aus Sicht eines potentiellen Arbeitgebers als kaum mehr
gegeben beziehungsweise
wirtschaftlich bezeichnet we
r
den
, auch auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Urk.
1 S. 8 f.).
2.3
Dem hielt die Beschwerdegegnerin entgegen,
der Beschwerdeführer sei bei Erlass der angefochtenen Verfügung 61 Jahre alt gewesen, für die Aufnahme einer behinderungsangepassten (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit hätte er bis zur Erreichung des ordentlichen AHV-Alters noch vier Jahr
e
zur Verfügung gehabt. Es bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten oder der angestammten Tätig
keit. Es werde davon ausgegangen, dass die Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitskraft gegeben sei,
da nach dem Anforderungsprofil auf dem ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt zahlreiche leichte Kontroll- und Überwachungs- oder einfache administrative Tätigkeiten vorzufinden seien. Als Allrounder habe der Beschwer
deführer zahlreiche Kenntnisse auf verschiedenen Gebieten erworben und angewendet. Eine solche Person sei unter anderem mit den ihr übertragenen Aufgaben flexibel. Der Beschwerdeführer besitze sehr wohl
Jobskills
und folglich sei ihm eine Selbsteingliederung (unter Berücksichtigung des Belastungsprofils) zumutbar (
Urk.
10).
2.4
Re
plicando
verwies der Bes
chwerdeführer auf das Gutachten des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) «Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung», wonach Personen mit dauerhafter gesundheitlicher Einschränkung signifikant tiefere Löhne als Gesunde erzielten und den Medianlohn sozusagen nie erreichten. Die Tabellenlöhne
der LSE würden weitgehend nur die Löhne von gesunden Personen widerspiegeln. I
m
Weiteren würden auch wichtige lohnrelevante Faktoren in der
LSE-Statistik nicht berücksichtigt, welche die Chancen von
von
Behinderung betroffenen Personen massiv verringerten, einen Medianlohn zu erzielen.
Die alleinige Berücksichtigung des Kompetenzniveaus reich
e
zur Bestimmung des Lohnniveaus nicht aus. Zudem sei zu berücksichtigen, dass, ausser in der IV, in den ander
e
n Sozialversicherungszweigen als erstellt gelte, dass Personen auch ab 60 Jahren kaum mehr in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten, auch in einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar und systemwidrig, dass einzig bei der Invalidenversicherung immer noch von der falschen Fiktion ausgegangen werde, dass auch mit 60 Jahren die Erwerbs
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ohne weiteres verwertbar sei (
Urk.
15-16).
3.
3.1
Die Gutachter der
A._
stellten am 2
9.
Mai 2020 die
-
D
iagnosen mit Einfluss auf die Arbe
its
fähigkeit
-
Rezidivierende depressive Störung,
ggw
. mittelgradige Episode, F33.1
DD: bipolare affektive Störung (rapid
cycling
)
ggw
. mittelgradig depressiv, F31.3
-
Impingement
-Symptomatik an der rechten Schulter (ICD-10: M75.4) mit postoperativen Restbeschwerden im Sinne von Schmerzen (ICD-10: M25.51) und Bewegungseinschränkung (ICD-10: M25.61) nach zwei
maliger operativer Revision (Juli 2015, Juni 2016) e
iner Rotatoren
manschetten
ruptur (ICD-10: 846.0); Unfall von Ende März 2015
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(ICD-10: M54.87) bei degenerati
ven Veränderungen ossärer (ICD-10: M47.87) und
diskogener
(ICD-10: M51.3)
Art im Bereich der
dis
talen LWS
-
Chronisches
Cerv
ikalsyndrom
(ICD-10: M54.82) bei degenerati
ven Veränderungen ossärer (ICD-
10: M47-82) und
diskogener
(ICD-10: M50.3)
Art
im Bereich der HWS
-
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
-
Verdacht auf Spannungskopfschmerzen (G44.2)
-
Beginnender Morbus Dupuytren beidseits (ICD-10: M72.0)
(
Urk.
11/144/8). Die Gutachter
führten aus, aus orthopädischer Sicht lägen
funktionelle Einschränkungen vor, welche auch in angepasster Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit negativ beeinfluss
t
en. Die rechte Schulter
sei deutlich vermindert ein
setzbar, auch k
önne
das Achsenskelett nicht vollständig belastet werden.
Unter den gegebenen Umständen
sei
in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung von 20
% aus gutachterlicher Sicht
vertretbar. Aus
psychiatrischer Sicht lieg
e
im Längsschnittver
lauf retrospektiv seit März 201
5 eine rezidivierende depressive
Störung vor; DD bipolare affektive Störung mit Rapid Cycling. Auf
funktioneller Ebene
lägen
Konzentrationsprobleme, Motivationsverlust, Antriebsminderung, erhöhte Ermüdbarkeit, Dünnhäutigkeit, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen nach oben und unten und sozialer Rückzug vor. Weiter komm
e es rasch zu einer Überfo
r
derung (
Urk.
11/144/11).
Die Gutachter kamen
bezüglich der
Arbeitsfähigkeit zum Schluss,
in der ange
stammten Tätigkeit sei der Versicherte aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht zu 50
% arbeitsfähig. Aus orthopädischer Sicht sei in einer leidensange
passten Tätigkeit
(körperlich leicht, wechselbelastend, ohne Heben oder Tragen körperfern von Lasten über 5 kg, ohne Bewegungen oberhalb der Horizontalebene im r
echten Schulterge
lenk, ohne rep
e
titive Bew
e
gung
e
n im rechten Schulter
g
e
lenk, ohne Zwangspositionen der Schultergelenke und des Achsenskelettes und ohne Inklinations- oder Rotationsbewegungen der Wirbelsäule) von einer Arbeitsfähigkeit von 80
% auszugehen. D
er Versicherte könne
2 x 3
1/2 Stun
den
/Tag arbeiten, wegen des verlangsamten Arbeitstempos und des Bedarfs vermehrter Pausen resultier
e
schlussendlich die Arbeitsfähigkeit von 80
%. Bezüglich des Verlauf
e
s weis
e
der orthopädische Gutachter darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit in einer leiden
s
angepassten Tätigkeit praxisgemäss erst zu jenem Zeitpunkt beu
rteilt werden könne
, wo ein stabiles Zustandsbild erreicht
sei
. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen erschein
e
es gerechtfertigt, ab der Schlussuntersuchung beim behandelnden Orthopäden, also dem 02.05.2017, von einem stabilen Gesundheitszustand auszugeben. Aus psychiatrischer Sicht wären z
eitlich
flexib
le
Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besond
ere Anforderungen an das
Umstel
lungs
- und Anpas
sungsv
ermögen medizinisch-the
o
ret
isch in
e
iner wohlwollen
d
e
n und
konfliktarmen
Arb
e
itsatmosphär
e
ebenfalls zu 50
% (ganzta
gs mit vermehrten Pause
n und reduzierter Leistung) mögl
ic
h.
Zu Beginn der langjä
h
rigen Erkrankung im März 2015
s
ei
in der angestammten Tätigkeit die orthopä
di
sche
Einschätzung führend. Vom
26.03.15
bis
02.05.17
habe
aus überwiegend orthopädischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vor
gel
e
gen
und ab dem 03.05.17 aus überwiegend psychischen Gründen konklus
iv eine Arbeits
fähigkeit von 50
%. In adaptierten Tätigkeiten
sei
die psychiatrische Einschätzung führend - ab dem 03.05.17 lieg
e
konklus
iv eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
% vor
(
Urk.
11/144/10)
.
3.2
3.2.1
Zwischen den Parteien ist unstrittig, dass zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit Einritt der Gesundheitsschädigung auf das Gutachten der
A._
vom 2
9.
Mai 2020 abgestellt werden kann (
Urk.
1, 2,
10,
11/145/4-6, 15).
Das Sozialversicherungsgericht prüft den Sachverhalt von Amtes wegen
, erhebt die notwendigen Beweise
und ist in der Beweiswürdigung frei
(
Art.
61 lit. c
A
TSG)
.
Werden
wie vorliegend nur einzeln
e Elemente
der
Rentenfestsetzung
beanstandet, b
edeutet dies nicht, dass die unbestrittenen Teilaspekte in Rechts
kraft erwachsen und demzufolge der richterlichen Überprüfung entzogen sind. D
as
Sozialversicherungsgericht
überprüft den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstandete Elemente indes nur, wenn hierzu aufgrund der Vorbrin
gen der Parteien oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht.
3
.2.2
3.2.2.1
Eine Prüfung des
A._
-Gutachtens ergibt, dass dieses den i
n
BGE 143 V 418 umschriebenen Anforderungen
an ein bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung eingeholtes Gutachten
(vgl. E. 1.3 des Urteils in Sachen des Beschwerdeführers vom 1
7.
Juli 2019)
nicht
genügt.
So f
ehlt trotz gestellter psychiatrischer Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(E. 3.1 hievor) ei
n
e eingehende Diskussion der relevanten Standardindikatoren
. Insbe
sondere wird der beweisrechtlich entscheidende Aspekt der Konsistenz
– trotz
zahlreicher von den
Gutachtern
um
schriebenen
Inkonsistenzen -
nicht
rechts
ge
nügend
erörtert.
3.2.2.2
Das Thema von
– grundsätzlich nicht invalidisierenden -
psychosozialen Belastungssituationen taucht im psychiatrischen
Teilg
utachten
von
Dr.
med. univ. (
=
med. pract.)
C._
immer wieder a
uf (
Urk.
11/144/15-17, 22, 24). Die
Psychiaterin
betonte, eine Depression sei eine behandelbare Erkrankung mit guter Prognose, erschwert werde die Prognose durch die vom Beschwerde
führer vorgebrachten psychosozialen Belastungsfaktoren wie finanzielle Sorgen sowie Schwierigkeiten mit der Ex-Frau, welche sich negativ auf die Stimmung auswirkten und auch die Krankheit aufrecht erhielten (
Urk.
11/144/23, 27). Sogar die drei aktenkundigen kurzen stationären Aufenthalte des Beschwerdeführers in der IPW werden von med. pract.
C._
dahingehend qualifiziert, dass es sich mehr um ein Timeout von zuhause gehandelt haben soll als um einen therapeu
tischen Prozess (
Urk.
11/144/22).
Eine vertiefte Auseinandersetzung mit
der
Problematik
der psychosozialen Belastungsfaktoren
findet
ebensowenig
im Konsens-Teil des
A._
-Gutachten
s
stat
t
.
Es w
ird
nicht dargelegt,
ob diese Belastungsfaktoren kausal für die diagnostizierte mittelschwere Depression
waren/
sind,
welche
r
Anteil
diesen
am Beschwerdebild
zukommt
respektive welchen Anteil sie an der Aufrechterhaltung der Depression haben.
Insbesondere wird dies
manifest, wenn
med. pract.
C._
ausführt,
es habe erstmals 2011 eine Depression vorgelegen, damals habe sich der Beschwer
deführer von seiner ersten Ehefrau getrennt und sei sechs Monate lang in psychiatrischer Behandlung bei
Dr.
D._
gewesen (
Urk.
11/144/21). Echt
zeitliche Arztberichte aus
jener
Zeit lagen der Gutachterin nicht vor (
Urk.
11/144/42-58), vielmehr bezog sie sich auf die Angaben des Beschwerde
führers (
Urk.
1/144/16)
. Weiter führte sie aus, der
Beschwerdeführer
habe bereits 2014 gemerkt, dass er sich bei der Arbeit nicht mehr konzentrieren könne und seine Leistungen sichtbar abgefallen seien. Vom letzten Arbeitgeber sei er vor dem Arbeitsunfall vom 26.03.2015 aufgrund ungenügender Leistungen gekün
digt worden, damals habe auch zusätzlich eine Belastung im Rahmen der Scheidung von der zweiten Ehefrau vorgelegen. Retrospektiv sei der Beginn der psychischen Erkrankung spätestens ab dem 2
6.
März 2015 anzunehmen (
Urk.
11/144/22).
Die genaue Evaluierung der sozialen Belastungen ist unabdingbar, denn
haben sie d
irekt negative funktionelle Folgen,
sind sie bei der
Beurteilung der Gesund
heitsbeeinträchtigung aus
zuklammern
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3).
Entsprechende Überlegungen sind dem Gutachten nicht zu entnehmen
, eine lege artis hergeleitete verselbständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
, die eine Invalidität zu begründen vermöchte (vgl.
BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2), ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
3
.2.2.3
Der neuropsychologische Gutachter hat gestützt auf die durchgeführten Symptomvalidierungstests auf aggravierendes Verhalten des Beschwerdeführers geschlossen (
Urk.
11/144/64, 66, 68, 70), was
gleichbedeutend mit einer
sog. Antwortverzerrung
ist.
Eine solche beschreibt eine
Inkonsistenz zwischen den beobachteten Leistungen in einem Beschwerdevalidierungstest und den erwarte
ten Leistungen aufgrund der
Beschwerde
schilderung des Exploranden. Die
Hinweise
von med. pract.
C._
auf die in der neuropsychologischen Abklä
rung festgestellten Antwortverzerrungen, welche darauf schliessen liessen, dass die Beschwerdeschilderung bzw. die gezeigten Beeinträchtigungen nicht der Realität entsprächen, nicht valide seien (
Urk.
11/144/23), lassen
gewisse
Zweifel an der
beim Beschwerdeführer gestellten
psychiatrischen
Diagnose
ab März 2015
und
den
Folgenabschätzungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
a
ufkommen.
Daran ändert nichts, dass
med. pract.
C._
geltend machte, die zentrale Aufgabe der
gutachterlichen Arbeit bestehe darin, die subjektiv vorgebrachte Beschwerde
symptomatik in Abgleich mit den medizinischen Befunden auf ihre Relevanz zur Beurteilung von Funktionseinbussen zu gewichten (
Urk.
11/144/23).
Sodann lagen die gemessenen Serumspiegel der verordneten Psychopharmaka alle unter dem therapeutischen Bereich (
Urk.
11/144/17, 19, 21), was den von der psychiatrischen Gutachterin angegebenen subjektiv hohen Leidensdruck des Beschwerdeführers (
Urk.
11/144/20) relativiert, geht med. pract.
C._
doch selber von einer verminderten
Medikamentencompliance
aus, dass der Beschwer
deführer diese Medikamente nicht eingenommen ha
t
(
Urk.
11/144/21, 22 f.). Andererseits konsultiert der Beschwerdeführer seinen behandelnden Psychiater seit April 2015 wöchentlich (
Urk.
11/129), oder dieser besucht den Beschwerde
führer zuhause, wenn ihm der Praxisbesuch aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist (
Urk.
11/68/3), was für einen gewissen Leidensdruck spricht.
3.2.2.4
Weder im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
11/144/14-28) noch in der Konsensbeurteilung (
Urk.
11/144/7-13) werden die Standardindikatoren – diese erlauben
unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungs
f
akto
ren einerseits und Kompensati
onspotenzialen (Ressourcen) anderseits das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen
-
vertieft geprüft. Auch fehlt eine vertiefte Diskussion der vorhandenen Ressourcen des Beschwerdefüh
rers, solche sind gestützt auf die gegenüber den Gutachtern gemachten Angaben (
Urk.
11/144/15-19, 61-62) durchaus vorhanden und wurden auch
gutach
t
er
licherseits
beschrieben (
Urk.
11/144/9, 39).
Es genügt jedoch nicht, wenn med. pract.
C._
lediglich die erhobenen Fähigkeitsstörungen (
Urk.
11/144/27) auflistete, ohne diese einer kritischen Würdigung zu
unterziehen.
3.2.2.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die
Diagnose einer rezidivierenden
depressiven
Störung
,
ggw
. mittelgradige Episode (
Urk.
11/144/23)
nicht
rechts
genügend
hergeleitet
worden, die
Rezidive
wurden nicht voneinander
abgegrenzt.
Vielmehr
scheint med. pract.
C._
sich bei der Diagnose
stellung
von den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers geleitet
haben
zu
lassen
, wonach es
immer stimmungsabhängig massiv hinauf und hinunter gegangen sei, die Stimmung würde sehr rasch wechseln, Stimmungsschwankungen habe er im Grunde schon immer gehabt, allerdings nicht so extrem wie jetzt, diese hätten 2015 angefangen (
Urk.
11/144/16).
Damit ist die dem Beschwerdeführer attes
tierte 50%ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in angestammter Tätig
keit und adaptierter Tätigkeit (
Urk.
11/144/11) nicht überwiegend wahrscheinlich.
Gemäss der n
eueste
n
Rechtsprechung
lässt sich
eine
leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische
Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definie
ren
. B
esteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbe
sondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt. Diesfalls müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidi
sierende Erkrankung geschlossen werden kann (zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_280/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis).
Ob beim Beschwerdeführer nennenswerte psychiatrische Komorbidi
täten vorliegen, kann indessen aus dem Folgenden offen
bleiben.
3.2.3
Obgleich d
ie
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades
nach der Rechtsprechung
nur zulä
ssig ist,
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind
(BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE
144 V 50 E. 4.
3)
und
vor dem kantonalen Versicherungsgericht das Gebot der Rechtsanwendung von Amtes wegen gilt, w
ird vorliegend beim inzwischen fast 63-jährigen Beschwerdeführer
, der seit dem 1
5.
Oktober 2020 eine halbe Rente bezieht (
Urk.
2/1-2)
,
aus rein
(
verfahrens
)
ökonomischen Gründen auf eine weitere Rückweisung
der Sache
an die Beschwerdegegnerin oder die Einholung eines Gerichtsg
utachtens verzichtet, zumal die Ärzte des
RAD
,
Dr
es
. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie sowie
F._
, praktische Är
z
tin (
dku
;
Urk.
11/145/5)
,
das
A._
-Gutachten für beweisbildend erachtete
n
(
Urk.
11/144/4
-5) und die Beschwerdegegnerin von der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit
von 50 %
ausging.
Daher ist nachfolgend der angefochtene Invaliditätsgrad zu überprüfen.
4.
Vorab ist der Einwand des Beschwerdeführers zu prüfen, er habe
aufgrund seines Alters bereits Anspruch auf eine ganze Rent
e (E. 2.2, 2.4)
.
4.1
Nach der Rechtsprechung ist das
trotz
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenhei
ten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach
dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung
erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
4.2
4.2.1
D
as Bundesgericht hat entschieden, dass
eine verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren
(Urteile
8C_687/2018 vom
18.
April 2019
E.
4.2
[Restarbeits
fähigkeit von 80
%]
,
8C_77/2019 vom 8.
März 2018 E.
3.2.3
[Restarbeitsfähigkeit von 69
%]
)
respektive vier
Jahren
und fünf Monate
n
(
9C_677/2016
vom 7.
März 2017 E. 4.3
[Restarbeitsfähigkeit von 66
%]
) grundsätzlich als ausreichend g
elte, um eine
neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben
.
Im Entscheid 8C
_535/2021 vom 25.
November 2021
hielt es dafür, eine Aktivitätsdauer von drei Jahren und acht Monaten bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsalters
reich
e
bei einer Restarbeitsfähig
keit von 75
% aus (E.
5.4.1), während dem es in 9C_734/
2013 vom 13.
März 2014 bei einer Restarbeitsfähigkeit von 59
% bei einem 61
1⁄2
-
jährigen Versicherten die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneinte.
Der am
7.
März 1959 geborene Beschwerdeführer war im
Zeitpunkt,
als
die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Sachverhalts
feststellung erlaubten, das
heisst am 2
9.
Mai 2020, als das
A._
-Gutachten bei der Beschwer
degegnerin einging (
Urk.
11/14
5
/4 oben),
bereits 61 Jahre und fast drei Monate alt. Bis zur Erreichung des ordentlichen AHV-Alters standen ihm damals für die Aufnahme einer behinderungsangepassten Teilzeit-Tätigkeit
im Ausmass von 50
%
noch drei Jahre und neun Monate zur Verfügung.
4.2.2
Die
Y._
AG umschrieb die zuletzt vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit
als
Mitarbeiter Packerei
als überwiegend im Gehen zu verrichtende Tätigkeit, b
ei der oft leichtes Heben oder T
ragen vorkam, manchmal mittel
schwer, selten
schwer, und bei der
mittlere Anforderungen an die Konzen
tra
tion/Auf
merksamkeit, das Durchhalte- und Auffassungsvermögen sowie grosse
Anforderungen
an die Sorgfalt
gestellt wurden
(
Urk.
11/23/5).
Gestützt auf das
A._
-Gutachten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht noch zu 50
% in der angestammten Tätigkeit arbeiten könnte
:
Im
orthopädischen
Teilg
utachten
wurde
diesbezüglich
ausgeführt
, der Beschwerdeführer habe als
Allrounder bei der
Y._
AG
gearbeitet, wo er l
aut sein
en Angaben in der Ad
mi
nistration, in der Organisation und als Verpacker
tätig gewesen sei.
Diese Tätigkeit
sei
zeitweise körperlich anspruchsvoll
gewesen, er habe sie
jedoch durch den Einsatz von Hilfsmitteln vereinfach
en können.
Im Einklang mit der Einschätzung der Kreisärztin der Suva W
i
nterthur
(
Urk.
11/58/5-9
)
und des zuständigen RAD-Facharztes
w
u
rde ihm
in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
% bescheinigt
. Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die 50 % könnten gan
ztags mit vermehrten Pausen und reduzierter Leistung
erbracht werden (
Urk.
11/144/10
Ziff.
4.7).
Die
A._
-Gutachter haben dem beginnenden Morbus Dupuytren keinerlei Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestiert (
Urk.
11/144/35, 37); der Beschwerdeführer hatte denn auch über keine Beschwerden oder Einschrän
kungen seitens der Hände geklagt, ausser über Parästhesien (Sensibilitäts
störungen) in den Fingern beider Hände (
Urk.
11/144/29 f.). Dieser Diagnose ist daher
-
entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
5)
-
keine Bedeutung beizumessen. Sollte sich
die
Handbeweglichkeit in Zukunft wesentlich verschlechtern (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
5), wäre dies allenfalls Grund für ein
e Revision der Rente
(
Art.
17 ATSG).
4.2.3
Nach dem G
esagten hat
der Beschwerdeführer
, wollte er seine
50%ige
Restar
beitsfähigkeit verwerten,
keinen Berufswechsel vor
zu
nehmen, er könnte von
seinem
über all die Jahre angeeigneten
beruflichen
Wissen und Können als Allrounder
/ Kistenpacker
bei
der g
leichen Arbeitgeber
in, der
B._
AG respek
tive der davon abgespaltenen New
B._
Diesel AG, später übernommen von
G._ AG
und schliesslich
Management-Buyou
t in die
Y._
AG
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5
; 11/44
)
profitieren, er müsste nur einen
Arbeit
geber im bisherigen Betätigungsfeld
suchen
(z
.B. die
H._
AG in
I._
)
.
Der
B
eschwerdeführer
muss
demnach k
eine neuen Fertigkeiten erlernen oder gar eine
Ausbildung durchlaufen.
Ein potentieller Arbeitgeber im angestammten
Tätigkeitsgebiet könnte den Beschwerdeführer
praktisch ohne
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand
einstellen, der Beschwerdeführer müsste sich einzig an die im neuen Betrieb eingespielten Abläufe gewöhnen.
Einer solchen Tätigkeit steh
t die
–
vo
n der
A._
-Psychiater
in
bei den Verweisungstätigkeiten
angeführte
, aber wohl auch für die angestammte Tätig
keit geltende – Vermeidung von
permanente
m
Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das
Umste
l
lu
ngs
- und Anpas
sungsv
e
rmög
e
n in
e
iner wohlwollend
e
n un
d konfliktarmen A
rb
eitsatmosphäre
(
Urk.
11/144/10
Ziff.
4.8)
,
nicht entgegen.
Mithin
führt
das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers nicht
dazu, dass seine verblie
bene Resterwerbsfähigkeit
im angestammten Beruf
auf dem
hypo
thetisch
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt
würde, nicht mehr verwertbar wäre. Vielmehr ist ihm deren
Verwertung
in der angestammten Tätig
keit
g
estützt auf die Selbsteingliederungspflicht zumutbar.
5
.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad mittels eines Prozentver
gleichs (
Urk.
145/6), da der Beschwerdeführer nach wie vor in der angestammten Tätigkeit arbeitsfähig ist. Der Beschwerdeführer hielt dies für
un
zulässig, da er seine Arbeitsstelle unfallbedingt
verloren habe und seit 2015 nicht mehr erwerbs
tätig gewesen sei
, zudem müsse beim Invalideneinkommen
ein invaliditätsbe
dingter Leidensabzug von 25 % berücksichtigt werden
(
Urk.
1 S.
6
Ziff.
4).
5.1
Da der Beschwerdeführer weiterhin als Verpacker restarbeitstätig sein k
önnte, ist bei der Ermittlung von
Validen- und Invalideneinkommen
vom gleichen Einkom
men auszugehen. Hätte
die
Y._
AG dem Beschwerdeführer nicht bereits vor dem Unfall vom 2
3.
März 2015 gekündigt, weil sie mit seiner Arbeits
leistung /
seinem
Arbeitseinsatz nicht mehr zufrieden war (
Urk.
11/23/1
Zif
. 2.2), hätte er seine Restarbeitsfähigkeit
von 50 %
bei dieser Firma verwerten können und
hätte er entsprechend 50
% des bisherigen Lohnes
verdient
, womit der Inva
lid
itäts
grad 50
% betragen
hätte
. Insoweit ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Prozentvergleich nicht zu beanstanden.
5.2
Zu beachten ist jedoch,
dass der
bei der
Y._
AG
zuletzt
erzielte Lohn
von
Fr.
78'156.00
(
6'012
.00
x 13
;
Urk.
11/23/3
Ziff.
2.11, 11/26/150)
nicht
der Arbeitsleistung des Beschwerdeführers
entsprochen hatte, was die Arbeitgeberin damit
begründet
e
, dass er am
1.
Februar 2011 von der Vorgängerin mit diesem Lohn übernommen
worden sei
, der angemessene Lohn hätte
Fr.
71'500.00 (
5'500
.00
x 13;
Urk.
11/23/2 f.
Ziff.
2.10 f.)
betragen
.
Aufgrund seiner langjähri
gen Betriebszugehörigkeit zur
B._
AG respektive de
n Nachfolgegesellschaften (vgl. E. 4.2.3)
erzielte der Beschwerdeführer
mit
Fr.
78'156.00
einen Lohn, der die langjährige Betriebszugehörigkeit honorierte.
Dieser Lohn e
ntsprach
denn auch
fast dem
statistischen
Durchschnittslohn von über 50
-
jährigen Männern
in Hand
werks- und verwandten Berufen von
Fr.
80'502.0 (LSE 2016 TA 17 Ziffer 7;
6'435 x 13 / 40 x 41,7).
Grundsätzlich ist der von der
Y._
angegebene Lohn von
Fr.
71'500.00 als Basis
des in der
angestammten Tätigkeit
erzielbaren Invalideneinkommens z
u betrachten.
Auch wenn dieses um fast
7
%
höher
ist
als
der von der Suva ge
stützt auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ermittelte
Lohn von
Fr.
67'068.00,
welchen
der Beschwerdeführer in einer ganztags
ausgeübten
leichten bis mittelschweren Tätigkeit unter Berücksichtigung seiner körperlichen Leiden erzielen könnte (
Urk.
11/62/2).
Dieser wiederum liegt nahe dem statistisch ausgewiesenen
Durchschnittslohn von Männern für einfache
Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art
im Jahr 2016
von
Fr.
66'803.40
(LSE 2016 TA1_tirage_skill_level;
5340 x 12 / 40 x 41.7)
.
5.
3
Beim Beschwerdeführer besteht kein Grund, ihm
einen invaliditätsbedingten
Lohna
bzug zuzugestehen. Denn er könnte gestützt auf das
von den Parteien unbestritten gebliebene
A._
-Gutachten ganztags arbeiten und dabei eine 50%ige Leistung erbringen
(
Urk.
11/144/10), auch aus orthopädischer Sicht ist er in der angestammten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig (
Urk.
11/144/
10, 27,
40
Ziff.
8.2)
; dies umso mehr, wenn er die 50 % über den ganzen Tag verteilen k
önnte
.
Bei
Anwendung von Tabellenlöhnen hat das Bundesgericht entschieden, dass nur
Umstände
zu berücksichtigten sind, d
ie auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt
als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts
8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
Weder
eine
psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vo
rgesetzter und Arbeits
kollegen noch
das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines
Mitarbeiters anbetrifft
,
können
als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden
(
Urteil
des Bundesgerichts 9C_
266/2017
vom
29
.
Mai
201
8
E.
3.4.
2
; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen
).
Ebenso wenig der Umstand, dass eine
versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist
(
9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1
mit Hinwei
sen
). Diese
Rechtsprechung
muss
sinngemäss
auch gelten, wenn auf einen in einem konkreten Beruf erzielbaren Lohn abgestellt wird.
Der
ganztägig einsetzbare
Beschwerdeführer
mit einer Leistungsminderung von 50
%
weist aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im gleichen Beruf eine sehr hohe Berufserfahrung auf, was sich lohnmässig auch in einer Teilzeitanstellung zu seine
n
Gunsten auswirken würde.
Da
das Invalideneinkommen des
Beschwer
deführer
s
in der angestammten Tätigkeit
zu bestimmen ist,
erübrigt sich eine kritische Auseinandersetzung mit den empirischen Erkenntnissen von BAS
S (Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien), wonach Personen mit dauerhaf
ter gesundheitlicher Einschränkung den Medianlohn gemäss LSE sozusagen nie erreichen könnten
(
Urk.
15 S. 2;
16/1-2)
.
5.4
Wird das Invalideneinkommen von
Fr.
35‘750.00 (71'500 / 2) in Bezug gesetzt zum Valideneinkommen von
Fr.
78'156.00, errechnet sich ein Invaliditätsgrad von 54 %, der dem Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente gibt.
Ein Anspruch auf eine halbe Rente würde selbst dann resultieren, wenn auf den statistischen Wert (
Fr.
66'803.40) abgestellt würde.
Dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab Mai 2017 ver
besserte, wird von ihm zu Recht nicht in Frage gestellt. Die Zusprache einer halben Rente mit Wirkung ab
1.
August 2017 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) ist daher zu bestätigen.
5.5
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als zutreffend, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.