Decision ID: cc49f76b-2207-41df-837e-cf6f0b0230b8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
war
vom
1. Januar 1999 bis zum 31. Oktober 2012 als
Maschinenführer bei der
Y._
AG tätig
(
Urk.
7/16)
. Am 9. November 2012 (Eingangsdatum) meldete er sich erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Die IV-Stelle traf in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen
.
Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/28; Urk. 7/31) wies sie das Leistungs
begehren
von
X._
mit Verfügung vom 10. Juli 2013 ab (Urk. 7/35).
1.2
1.2.1
N
achdem
X._
vom
1.
Oktober 2013 bis zum 3
1.
März 2017 als Ma
schinenführer
für die
Z._
AG
tätig gewesen war (
Urk.
7/
66
), meldete er sich am 27. Juni 2017 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle zur Früherfassung
(
Urk.
7/49)
und a
m 18. Juli 2017 (Eingangsdatum)
erneut
zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/56). Die IV-Stelle tätigt
e
in der Folge
medizinische und erwerb
liche Ab
klärungen
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/99;
Urk. 7/100
,
Urk. 7/105)
verneinte
sie mit
Verfügung vom 20. September 2018
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente
(Urk. 7/108).
Die vom Versicherten da
gegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/111/3-9) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
5.
Februar 2019 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung vom 2
0.
September 2018 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit
sie
weitere medizinische Abklärungen vornehme und hernach über den Leistungsanspruch des
Versicherten
neu verfüge (U
rk.
7/124).
1.2.2
Die IV-Stelle holte in der Folge Berichte von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Kardiologie und für Innere Medizin, (
Urk.
7/131) und von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, (
Urk.
7/136) ein und gab
bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Kardiologie und für All
gemeine Innere Medizin,
ein Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/146)
, welches am 2
8.
Januar 2020 erstattet wurde (
Urk.
7/149). Mit Vorbescheid vom
9.
April 2020 stellte
die IV-Stelle
in Aussicht, einen Rentenanspruch des
Versicherten zu ver
neinen (Urk.
7/152). Dagegen liess
dieser
unter E
inreichung von Berichten von Ärzten der Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals
D._
(
Urk.
7/155)
Ein
wand erheben (
Urk.
7/153,
Urk.
7/156). Die IV-Stelle holte daraufhin einen wei
teren Bericht von
Dr.
B._
(
Urk.
7/158)
und
einen Bericht des
D._
ein (Urk.
7/159)
.
Nachdem der Versicherte
am
2.
September 2020 zu den neu einge
holten ärztlichen Berichten Stellung
genommen hatte
(
Urk.
7/163
), verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
9.
Oktober 2020 einen Rentenanspruch des Versi
cherten (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
der Versicherte
mit Eingabe vom 1
0.
November 2020 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm rückwirkend ab
1.
Januar 2018 eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwer
deantwort vom
8.
Januar 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2021 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides im Wesentli
chen (
Urk.
2), der Beschwerdeführer habe sich am 1
8.
Juli 2017 zum
Leistungs
bezug angemeldet, ein Rentenanspruch könne daher frühestens per 1.
Januar 2018
entstehen
.
Der
Beschwerdeführer
könne
seit dem
1.
Januar 2018 in ange
passten Tätigkeiten, welche körperlich leicht
seien und ohne Zeitdruck
und
Nacht
dienst
, jedoch
mit der Möglichkeit von regelmässigen Pausen
ausgeübt wer
den könnten,
wieder vollumfänglich arbeiten.
D
er
v
om Beschwerdeführer postulierte
erneute
Herzinfarkt
könne
anhand des Austrittsbericht
s
des
D._
vom 1
1.
Februar 2020 nicht nachvollzogen werden. Dass der Kalziuman
t
agonist
Amlo
d
i
p
in
habe abgesetzt werden müssen, spreche nicht gegen eine optimale Blutdruckeinstellung. Diese könne auch mit anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffgruppen angestrebt werden. Das Risiko eines er
neuten Herzinfarktes sei spekulativ und abhängig von der Einstellung der Risi
kofaktoren. Im
neu eingereichten Arztbericht des
D._
werde
erklärt,
dass
die Ar
beitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei
.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen
einwenden (
Urk.
1), die Be
schwerdegegnerin habe
sich
für die Beurteilung seiner Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit zu Unrecht ausschliesslich auf das Gutachten von
Dr.
C._
abgestützt, habe der Gutachter die Arbeitsfähigkeit doch ausschliesslich aus kardiologischer Sicht beurteilt. Zu den eigentlichen kardiologischen Problemen im engeren Sinn kämen die thorakalen Schmerzen und seine Müdigkeit dazu. Ausserdem
müsse er jede Anstrengung meiden, da bei ihm latent die Gefahr eines Herzinfarktes be
stehe. Aufgrund der Schmerzen könne er sich nicht lange konzentrieren. Auch habe das Problem der Unverträglichkeit der Medikamente noch nicht gelöst wer
den können.
Die Aussage von
Dr.
C._
, wonach die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen verbessert werden könne, sei aus Si
cht der behandelnden Ärztin Dr.
B._
nicht nachvollziehbar. Es sei aus medizinischer Sicht leider nicht möglich, die Schmerzsituati
on
zu verbessern. Der Vorschlag von
Dr.
C._
,
Amlodipin
einzusetzen, sei gemäss
Dr.
B._
schon früher umgesetzt worden, aber er
v
ertrage
Amlodipin
(und allgemein die Kal
ziumantagonisten) nicht
. Somit stimme es nicht, dass die arterielle Hypertonie optimal behan
d
elt sei, da die Ne
benwirkungen der Medikamente auch Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Auch sei es für ihn schwierig, das Gewicht zu reduzieren, obwohl er seine Diät sehr geändert und das Ra
uchen fast gestoppt habe. Um die Leistungsfähigkeit abschliessend beurteilen zu können, sei es unumgänglich, sämtliche einschrän
kenden Krankheitsgeschehen in die Gesamtwürdigung einzubeziehen.
Es
sei da
her nicht korrekt, wenn die Beschwerdegegnerin
sich
nur auf das Gutachten
von
Dr.
C._
abstütze.
Die Beschwerdegegnerin habe ausserdem zu Unrecht nicht berücksichtigt, dass sein Gesundheitszustand kein stabiler sei und latent die Gefahr einer Restenose mit Folg
e
eines Herzinfarktes bestehe. Er habe sich im Mai 2018 einen dritten Stent einsetzen lassen müsse
n
, da sich einer der im November gesetzten Stents bereits wieder
zu 70
%
verschlossen gehabt hab
e. Nach der Exploration vom 18.
November 2019 und seit der Fertigstellung des ka
r
diologischen Fachgutach
tens habe er sich erneut in Spitalbehandlung begeben. Gemäss Bericht des
D._
vom 1
1.
Februar 2020 habe sich dann eine (neue) kleine Infarktnarbe und eine leichtgradige Stenose gezeigt. Dem Bericht könne auch entnommen werden, dass von einer allgemeinen Leistungsminderung/Müdigkeit auszugehen sei.
Die Tatsache, dass er immer noch Schmerzen und nachweislich ein grosses Risiko habe, dass sich einer der Stents wieder verschliesse und somit bei jeder Anstren
gung
wieder ein Herzinfarkt ausgelöst werden könne, hätten einen Einfluss auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Unter korrekter Würdigung aller vorhandenen Arztbericht
e
ergebe sich, dass er krankheitsbedingt auch nicht mehr in der Lage sei, einer angepassten Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ihm stehe deshalb eine ganze Rente zu.
3.
3.1
Das hiesige Gericht hatte mit Urteil vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
7/124) festgehal
ten
(E. 4.1)
,
dass gemäss den Akten
im Mai 2017 eine relevante Herzerkrankung
des Beschwerdeführers
festgestellt
worden
und deswegen eine Stent-Implantation erfolgt
sei.
Nachdem
dem Beschwerdeführer
am
9.
November 2017 ein zweiter Stent eingesetzt worden
sei,
habe
sich
bis zur Verlaufskontrolle am
9.
Mai 2018 eine 70%ige Re-Stenose gebildet, welche zum dritten Mal die Platzierung eines Stents erforderlich
gemacht
habe
. Zudem leide
der Beschwerdeführer unter einer hypertensiven Herzkrankheit, wobei sich die arterielle Hypertonie im Dezember 2018 als therapieresistent erwies
en habe
. Im Rahmen der am 1
3.
November 2018 durchgeführten Untersuchung
habe
der Beschwerdeführer in der
Fahrradergome
trie
unter fortgeführter Betablocker
-
Behandlung eine deutliche, mittelschwere chro
no
trope Inkompetenz
gezeigt
und seine submaximale Herzfrequenz deutlich
verfehlt
. Die Belastung, welcher der Beschwerdeführer während der
Fahrradergo
metrie
ausgesetzt
gewesen sei
,
habe
sich als derart hoch
erwiesen
, dass dieselbe infolge der schweren Arbeitshypertonie
habe abgebrochen werden müssen
. Unter diesen Umständen verm
ö
g
e
die Einschätzung von RAD-Ärztin
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Innere Medizin,
wonach davon ausgegangen werden könne, dass die Intervention im Mai 2018 keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit be
gründet habe und sich der Beschwerdeführer seit Januar 2018 zu mindestens 80
%
arbeitsfähi
g erweise
, nicht zu überzeugen. Auf die Einschätzung von
Dr.
B._
, welche für den Beschwerdeführer lediglich eine Arbeitstätigkeit v
on 30-40
%
für zumutbar erachte
, kö
nn
e
jedoch ebenso
wenig abgestellt werden. So sei
einerseits ab Mai 2018 keine erneute Re
-
Stenose aus
gewiesen, andererseits habe
sich die linksventrikuläre Pumpfunktion zu jeder Zeit als unbeeinträchtigt
erwiesen
. Auch die arterielle Hypertonie
vermöge
nicht ohne Weiteres eine blei
bende Arbeitsunfähigkeit zu begründen, schein
e
diese doch derzeit zumindest noch optimierbar. Inwieweit sich die vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten Schmerzen (vor allem retrosternal und in den Beinen) sowie seine Abgeschlagen
heit und Müdigkeit durch medizinische Befunde objektivieren und durch geeig
nete (optimierte) Therapie gegebenenfalls
beseitigen l
iessen, kö
nn
e
gestützt auf die aufliegenden Akten nicht abschliessend beurteilt werden.
3.2
3.2.1
Im Nachgang zur Rückweisung
ergingen
insbesondere di
e folgenden ärztlichen Berichte
:
3.2.2
Dr.
A._
erklärte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Mai 2019 (
Urk.
7/131), die angestammt
e
Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
Vollzeit bei regel
mässiger Betätigung tagsüber zumutbar. Der Beschwerdeführer bedürfe re
gelmässiger Arbeitszeiten, Nacht- und Schichtbetrieb seien nicht möglich
.
3.2.3
Dr.
B._
erklärte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
5.
Juni 2019 (
Urk.
7/136), leider ertrage der Beschwerdeführer viele Medikamente nicht, vor allem in den Gruppen der blutdruck- und cholesterinsenkenden Mitteln. Seit Oktober 2017 hätten sie bei ihm zusammen mit dem
D._
mehrere blutdrucksen
kende Mittel eingesetzt. Der Beschwerdeführer könne aber zum Beispiel Medika
mente mit
K
al
z
iumantagonisten nicht ertragen (
Flush
, Gesichtsrötung).
Es
sei vom
D._
Aldactone
eingesetzt worden. Diese
s
Medikament habe Herzklopfen, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schwindel sowie eine starke Mastodynie verur
sacht. Betreffend Hypertonie habe der Beschwerdeführer praktisch alle Betablo
cker probiert, er habe jedoch mit allen viel Mühe (Muskelschmerzen, Kopfschmer
zen, Schnupfen).
Concor
scheine im Moment erträglich zu sein. Anamnestisch sei der Beschwerdeführer in einem schlechten Allgemeinzustand. Er klage
oft
über Schmerzen in der Brust, die viel von Medikamenten beeinflusst seien. E
s
sei un
klar, ob es mit dem Herzen oder mit der Speiseröhre
zu tun habe
, wobei die Schmerzen
oft
von Herzklopfen begleitet seien. Dazu seien diese «Schmerzen» praktisch nur durch Benzodiazepine (Beruhigungsmittel)
zu erleichtern
.
Der Be
sch
w
erdeführer könne physisch nicht mehr 100
%
arbeiten. Er könnte im besten Fall 30
%
in einem geschützten Rahmen arbeiten, das heiss
e
ohne Stress, ohne physische Anstren
g
ungen und ohne psychische Belastung.
Der Beschwerdeführer
könne maximal 150 bis 200 Meter laufen
,
bevor er stoppen müsse (Muskel
schmerzen, Erschöpfung). Auch wegen seinem schwierig zu behandelnden Blut
druck und seiner retrosternalen Schmerzen sei es unmöglich, ihn
in den
Arbeits
pro
zess wieder einzugliedern.
Mit Bericht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführer
s
vom 1
3.
September 2019 (
Urk.
7/143) ergänzte
Dr.
B._
,
Aldac
tone
habe rasch abgesetzt werden müsse
n
, da der Beschwerdeführer über eine Vergrösserung der Brüste sowie sehr stark
e
Kopfschmerzen geklagt habe.
3.2.
4
Dr.
C._
nannte mit Gutachten vom 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
7/149)
als Diagno
sen (
Urk.
7/149/16):
-
a
rterielle Hypertonie, aktuell medikamentös eingestellt (ICD-10 I11.9)
-
a
ktenanamnestisch 2-Gefäss-KHK mit Status nach multiplen Koronarin
terventionen (ICD-10 I25.12)
-
Adipositas (ICD-10 E66.9)
-
Hypercholesterinämie mit Dyslipidämie, aktuell medikamentös eingestellt (ICD-10 E78.0, E78.5)
-
Hyperurikämie (ICD-10 E79.0)
-
Substanzabhängigkeit mit
-
regelmässigem Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1)
Der Beschwerdeführer könne aus
rein
kardiologischer Sicht bei der angestammten Tätigkeit ganztags anwesend sein. Während der Anwesenheitszeit besteh
e
eine Einschrä
nku
n
g
d
er Leistung aus rein kardialer Sicht von 50
%
. Dies sei durch die kardiale Problematik, insbesondere d
ie
Hypertonie, begründet. Insgesamt bestehe aus kardiologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tä
t
igkei
t
.
Eine angepasste Tätigkeit müss
e aus kardiologischer Sicht ein
e leichte körperliche Tätigkeit,
ohne Zeitdruck und
ohne
Notwendigkeit, Gewichte über
fünf
Kilo
gramm zu h
e
ben,
sein. Es müsse die Option bestehen, r
egelmä
ssig
Pausen einle
gen zu können
. Nachtarbeit sei nicht möglich. Eine angepasste Tätigkeit sei aus kardiologischer Sicht während acht Stunden täglich möglich. Während dieser An
wesenheitszeit bestehe aus kardiologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei
,
ohne die begutachtete Person auch früher selber untersucht zu haben, nicht unproblematisch, da
man
sich hierbei auf von anderen Personen erhobene Anamnesen, Befunde und daraus abgeleitete Diagnosen verlassen müsse. Retrospektiv sei eine abschliessende Überprüfung der echtzeitlich erhobenen Befunde und gestützt darauf vorgenom
mene
n
Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht möglich. Möglich sei hingegen eine Würdigung aus heutiger Sicht
(
Urk.
7/149/20-22)
.
Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen relevant verbessert werden. Aus rein kardiologischer Sicht wäre eine Optimierung der antihyperten
siven Therapie zu diskutieren. Denkbar wäre zum Beispiel eine Hinzunahme eines Kalziumantagonisten, beispielsweise
Am
lodipin
5mg 1-0-
0.
Ausserdem wären eine Gewichtsabnahme und ein Nikoti
nstopp dringend anzuraten (Urk.
7/149/22).
3.2.
5
RAD-Ärztin
Dr.
E._
hielt mit Stellungnahme
vom
4.
Februar 2020 fest (Urk.
7/151/4), auf das plausible und nachvollziehbare Gutachten von
Dr.
C._
könne abgestellt werden. Gesamthaft sei der Beschwerdeführer somit ab Oktober 2016 sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit we
g
e
n
der wiederholten Koronarinterventionen der 2-Gefäss-KHK zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
.
Seit
Januar 2018 sei
er
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig. Angepasst sei eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Zeitdruck, ohne Nacht
dienste und mit der Möglichkeit regelmässige
r
Pausen.
3.2.
6
Am
9.
Januar 2020 wurde
im
D._
ein Herz-MRI erstellt. Bei diesem zeigte sich keine belastungsinduzierte Ischämie, jedoch eine kleine Infarktnarbe
inferolateral
(basal) mit erhaltener Viabilität. Zudem
war eine Infarktnarbe anterior und
septal
(apikal) sowie des Apex ohne Viabilität s
ichtbar. Weiter zeigte sich:
normal gros
ser LV
mit norma
ler systolischer Funktion,
LA
dilatiert
, normal grosser RV
mit nor
m
a
ler systolischer Funktion,
RA
normal gross (
Urk.
7/159/4).
In der Folge wurde am
1
2.
Februar 2020
im
D._
einer Koronarangiographie
durchgeführt
(vgl.
Urk.
7/15
9
/4-5
). Dabei konnten offene Stents in RIVA und RCA mit nur geringer
Instenthyperplasie
objektiviert werden. Im
ersten
Posterola
teralast
der RCX fand sich eine leichtgradige Stenose, welche jedoch keiner In
ter
vention bedurfte. Es wurden keine PC
I
vorgenommen.
Möglicherweise seien die Beschwerden gastrointestin
al bedingt, d
ifferentialdiagnostisch
auch mikro
vas
kulär-koronar bzw. bei hypertensiver Herzkrankheit, wobei aber nur eine leich
te LV-Hypertrophie beschrieben sei. Das normwertige NT-proBNP spreche stark gegen
eine relevante Herzinsuffizienz.
Die Ärzte des
D._
hielten fest, bei aktuell günstigem Befund der Koronarangio
grafie ohne klinisch relevanten KHK-Progress, normaler systolischer links- und rechtsventrikulärer Funktion im Herz-MRI und normwertigem NT
-
proBNP be
stehe aus rein kardiologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/159/5).
3.2.
7
Dr.
B._
nannte mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
Juni 2
020 (
Urk.
7/158) als Diagnosen
:
-
Status nach Myokardinfarkten (Datum unbekannt, erkannt im Jahr 2020)
-
Hypertonie
-
Benzodiazepinabusus
-
Hypercholesterinämie
Der Beschwerdeführer könne die angestammte Tätigkeit maximal während einer Stunde am Tag ausüben. Die Leistungsfähigkeit sei um 95
%
vermindert.
3.2.
8
RAD-Ärztin
Dr.
E._
erklärte mit Stellungnahme
vom 1
5.
September
2020 (Urk.
7/164/3-4), neu liege
ein mit 1
1.
Februar 2020 datiertes kardiologisches Arztzeugnis
des
D._
vor, wo der Beschwerdeführer wegen unklarer epigastrischer Schmerzen hospitalisiert gewesen sei. Ein vorrangiges Herz-MRI vom
9.
Januar 2020 habe eine belastungsabhängige Durchblutungsstörung ausschliessen kön
nen, die Herzfunktion sei bei einer kleinen bekannten Infarktnarbe weiterhin er
halten und gut. Die
Koronarangiographie vom 1
2.
Februar 2020 habe offene Sten
t
s der linken und rechten Kranzarterie gezeigt. Eine leichtgradige 50%ige Stenose eines Seitenastes der linken Kran
z
arterie (
Posterolaterala
st
des Ramus
circumflexus
= CX)
habe keiner Intervention bedurft. Somit zeige sich keine Pro
gression der KHK. Am ehesten seien die subjektiven Beschwerden gastrointestinal verursacht. Der von der Rechtsvertreterin postulierte erneute Herzinfarkt könne anhand der genannten objektiven Befunde nicht nachvollzogen werden. Dass der Kalziumantagonist
Amlodipin
wegen Nebenwirkungen habe abgesetzt werden müsse
n
, sprech
e
nicht gegen eine optimale Blutdruckeinstellung. Es gebe andere blutdrucksenkende Wirkstoffgruppen und eine optimale Blutdruckeinstellung sei aus prognostischer Sicht dringend anzustreben. Das von der Rechtsvertreterin genannte potentielle Risiko eines erneuten Herzinfarktes sei spekulativ und ab
hängig von der Einstellung der Risikofaktoren, der sogenannten Sekundär
prophylaxe. Dazu gehör
t
e
n
auch eine Gewichtsabnahme, die Einstellung des persis
tierenden Nikotinkonsums und ein regelmässiges körperliches Training. Eine Pro
gression sei somit auch abhängig von der Compliance und Mitarbeit des Be
schwerdeführers. Im Bericht des
D._
werde unter «Prozedere» ausdrücklich darauf hingewiesen, dass aus kardiologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit bestehe. Die vom Beschwerdeführer genannten Oberbauch- und Brustbe
schwerden seien subjektiv und durch keinerlei objektive Befunde ausgewiesen. Gesamthaft seien dem Einwand und den kardiologischen ärztlichen Berichten keine objektiven Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes zu entnehmen und es begründe sich kein Revisionsbedarf ihres Entscheides.
4.
4.1
Nachdem sich der Beschwerdeführer am 18. Juli 2017 (Eingangsdatum) zum Leis
tungsbezug angemeldet hat (Urk. 7/56), kann ein Leistungsanspruch frühestens per
1.
Januar 2018 entstehen (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
4.2
4.2.1
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit
des Gut
achtens von
Dr.
C._
vom 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
7/149)
sprechen würden. Vielmehr beruht das Gutachten auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen, wurde in Kenntnis der und
in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstat
tet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
auseinander. D
er
Gutachter ha
t
die medi
zinischen Zustände und Zusammenhänge zu
dem einleuchtend dargelegt und seine
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet (vgl. E.
3.2.
4
).
4.2.2
Soweit der Beschwerdeführer beanstandet,
Dr.
C._
sei zu Unrecht davon aus
gegangen, die Arbeitsfähigkeit lasse sich durch medizinische Massnahmen rele
vant verbessern (
Urk.
1 S. 6),
gilt es zu beachten,
dass die Beschwerdegegnerin der angefochtenen Verfügung die von
Dr.
C._
im Zeitpunkt der Begutachtung
attestierte Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit zugrunde legte. Die Beurtei
lung, ob sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
durch medizinische Massnahmen zukünftig zusätzlich
verbessern lässt, ist daher für die Beurteilung des aktuellen Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers nicht von Relevanz,
ent
sprechend erübrigen
sich Weiterungen dazu.
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geklagten Müdigkeit ist aktenkundig, dass diese seit Beginn der
kardiologischen
Symptomatik im Jahr 2017 auftritt. Nach der ersten
Stenteinlage
sei es zu einer Besserung gekommen. Seither, auch nach der zweiten
Stenteinlage
,
sei
die vom Beschwerdef
ührer geklagte Sympto
matik etwa
gleichbleibend (
Urk.
7/159/6). Das Gesagte lässt darauf schliessen, dass die vom Beschwerdeführer
geklagte
Müdigkeit kardiovaskulär begründet
ist
und entsprechend keine über die von
Dr.
C._
attestier
t
en Einschränkungen hinausgehende Einschränkung zu begründen vermag. Betreffend die vom Be
schwerdeführer geltend gemachten thorakalen Beschwerden gilt es zu beachten, dass die Ärzte des
D._
diesen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
massen, obwohl sie
es als möglich erachteten, dass diese mikrovaskulär-koronar bzw. durch die hypertensive Herzkrankheit bedingt sind (
Urk.
7/159/5).
Weder legt der Beschwerdeführer dar noch ist ersichtlich, inwieweit diese Beurteilung nicht
zutreffen bzw. die geklagten Beschwerden
die Arbeitsfähigkeit über die von
Dr.
C._
attestiert
en Einschränkungen hinausgehend
beeinträchtigen sollten.
Für die vom Beschwerdeführer beschwerdeweise vorgebrachten Konzentrations
mängel liegen keinerlei Anhaltspunkte vor.
Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
nach der Begutachtung
durch
Dr.
C._
verschl
e
ch
t
ert hätte, liegen nicht vor. Dem
mit 11.
Februar 2020 datierten Bericht des
D._
ist zwar zu entnehmen, dass sich
beim Herz
-
MRI vom
9.
Januar 2020
eine kleine Infarktnarbe
inferolateral
(basal)
mit erhaltender Viabilität und eine Infarktnarbe
anterior und
septal
(apikal) sowie des Apex zeigt
e
(
Urk.
7/159/4).
Während
die
inferolaterobasale
Myokardnarbe bereits im Rahmen einer PET-Myokard
per
fusionsuntersuchung vom 1
8.
August 2017 festgestellt
worden
(vgl.
Urk.
7/79/24) und entsprechend
Dr.
C._
be
kannt war (
Urk.
7/149/8)
,
wurde die
Inf
ar
ktnarbe anterior und
septal
(apikal)
so
wie des Apex ohne Viabilität
erstmals im Bericht des
D._
vom 1
1.
Februar 2020
genannt
.
Nichtsdestotrotz attestierten jedoch die Ärzte des
D._
im Bericht vom 1
1.
Februar 2020 aus
k
ardiologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
(Urk.
7/159/5)
. Diese Einschätzung wurde von RAD
-Ärztin
Dr.
E._
be
stätigt (E.
3.2.
8
).
Es
wird weder v
om Beschwerdeführer
bzw. seiner Hausärztin
Dr.
B._
(E. 3.2.7)
dargetan noch ist ersichtlich
, inwieweit
die Beurteilungen der Ärzte des
D._
und von RAD-Ärztin
Dr.
E._
unzutreffend wären.
4.
3
Aus den Berichten von
Dr.
A._
(vgl. E. 3.2.2) und des
D._
(E. 3.2.6) kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, attestieren doch weder
Dr.
A._
noch die Ärzte des
D._
eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit als
Dr.
C._
.
Die Berichte von
Dr.
B._
vermögen das Gutachten von
Dr.
C._
nicht infrage zu stellen. Während sich der Bericht vom 2
5.
Juni 2019 (E. 3.2.3) im Wesentlichen in der Mitteilung subjektiver Angaben des Beschwerdeführers er
schöpft, beschränkt sich der Bericht vom 2
9.
Juni 2020 (E. 3.2.7)
grundsätzlich
auf die Angabe von Diagnosen und der attestieren Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
B._
begründet jedoch weder im Bericht vom 2
5.
Juni 2019 noch in demjenigen vom 2
9.
Juni 2020 die von ihr in Abweichung der Einschätzung der behandelnden und begutachtenden Fachärzte für Kardiologie attestierte Arbeitsunfähigkeit. Ihre Einschätzung ist daher nicht nachvollziehbar.
4.
4
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin
auf das Gutachten von
Dr.
C._
abgestellt und
von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Dabei sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Renten
anspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeit
identischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verf
ügungserlass zu berücksichtigen
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Da
sich der Beschwerdeführer am 1
8.
Juli 2017 (Eingangsdatum) zum Leistungs
bezug angemeldet hat (
Urk.
7/56),
ist der hypothetische Rentenbeginn am
1.
Januar 2018
(
Art.
29
Abs.
1 IVG).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.2.2
Der Beschwerdeführer
hat zuletzt als Maschinenführer
bei der
Z._
AG
gearbeitet und dabei gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 1
8.
September 2017 im Jahr 2017 ein
monatliches
Einkommen von Fr. 5'560.
--
erzielt, was einem Jah
reseinkommen von Fr.
73'450.-- entspricht (
Urk.
7/66/4). Wie sich aus der von der Arbeitgeberin eingereichten Lohnaufstellung ergibt
(
Urk.
7/66/11)
, erhielt der Beschwerdeführer
zusätzlich zum ordentlichen Monatslohn Schichtzulagen. Diese beliefen sich
im Jahr 2014
auf
Fr. 68.55, im Jahr 2015
auf
Fr. 2'659.30 und im Jahr 2016
auf Fr. 2’015.--,
was
durchschnittlich
jährlichen
Schichtzulagen in Höhe von F
r. 1'580.95 ([Fr. 68.55 + Fr. 2'659.30 +
Fr. 2’015.--] : 3) entspricht
. Unter Berücksichtigung der Schichtzulagen ist somit für das Jahr 2017 von einem Einkommen von Fr. 75'030.95 (Fr. 73'450.-- + Fr. 1'580.95) auszugehen, was i
n Anpassung an die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2018 ein
Vadidenein
kommen
von Fr.
75'317.05
(Fr. 75'030.95
: 104,9 x 105,3 [
vgl. Nominallohnin
dex,
Männer
, Tabelle, T1.
1
.10
, C
]
) ergibt
.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
si
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Der Beschwerdeführer ging im Zeitpunkt des hypothetischen Ren
t
enbeginns
kei
ner Erwerbstätigkeit nach. Das Invalideneinkommen ist daher gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE zu berechnen,
wobei die Tabelle TA1_tirage_skill_level 2018 massgebend ist. Innerhalb dieser Tabelle ist der Totalwert von Männern,
welche einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher A
rt verrichteten, heranzuziehen
.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit im Jahr
2018 von 41,7 Stunden (v
gl. Bundesamt für Statistik, Be
triebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total, 2018) ergibt sich für das Jahr 2018 ein Einkommen von
Fr.
67'766.65
(Fr.
5’417
.-- x 12 : 40 x 41,7).
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Abzug vom Tabellenlohn
(
Urk.
2, Urk. 7/150)
, was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet w
u
rd
e
. Dies erweist sich als rechtens, steht dem Beschwerdeführer doch noch eine weite Palette an möglich
en
Tätigkeiten offen. Anzufügen bleibt, dass selbst
– wie nachfolgend zu zeigen
ist
(E. 5.4) -
bei einem
maximal zulässigen
Abzug
vom Tabellenlohn von 25
% kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehen würde.
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 75'317.05 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
67'766.65
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 7'550.40 (Fr. 75'317.05 -
Fr.
67'766.65) und ein Invaliditätsgrad von 10
%
(Fr. 7'550.40 : Fr. 75'317.05). Bei einem Invaliditätsgrad von 10
%
besteht kein Rentenanspruch
(vgl. E. 1.2)
.
Bei
einem Abzug vom Tabellenlohn von 25
%
beliefe sich der
Inva
liditätsgrad auf 32
,5
%
([Fr. 75'317.05 -
Fr.
67'766.65 x 0,75] : Fr. 75'317.05)
, was ebenfalls keinen
Rentenanspruch begründen würde
.
Bei dieser Sachlage kann
offenbleiben, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Ver
fügung vom 1
0.
Juli 2013
(
Urk.
7/35)
überhaupt verändert hat (vgl. E. 1.4).
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.
7.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.