Decision ID: df9e2305-66b5-4b04-bc39-0bbbcf6cc4a1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973,
Mutter
dreier
Kinder (Jahrgä
ng
e
1994,
1996
und 2002
)
, war zuletzt
vom
1.
Dezember
2000 bis
3
1.
März 2003 als Rei
nigerin bei
der
Y._
angestellt
(
Urk.
7/10
Ziff.
1-3,
Ziff.
5,
Ziff.
11). Am 2
6.
Oktober 2004 meldete sie
sich
unter Hinweis auf
seit einem
Unfall vom 1
2.
November 2001 bestehende
Rücken- und Kopf
schmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
7.2-3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
7/7
,
Urk.
7/22
)
, Unterlagen des Unfallversicherers (
Urk.
7/8), einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
7/10) und
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/6) ein und veranlasste beim
Z._
in
A._
ein
polydisziplinäres
Gutachten, welches am 2
3.
September 2005 erstattet wurde (
Urk.
7/23)
. Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2005 (
Urk.
7/26) verneinte die IV-Stelle den Anspruch der Versi
cherten auf Leist
ungen der Invalidenversicherung und m
it Verfügung vom
4.
Oktober 2005 (
Urk.
7/27)
einen
Anspruch auf
Hilflosen
entschädigung
. Auf die von der Versicherten dagegen am
1.
und
2.
November 2005 erhobenen Einsprachen (
Urk.
7/28-30) trat die IV-Stelle mit
Einspracheentscheid
vom
1.
Februar 2005 [richtig: 2006] nicht ein (
Urk.
7/47).
1.2
Am 1
9.
Oktober 2009 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/52)
. Die IV-Stelle holte medizinische Berichte (
Urk.
7/59,
Urk.
7/62
,
Urk.
7/68
)
und
einen aktuellen IK-Auszug (
Urk.
7/57)
ein und nahm eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vor, über welche am 2
9.
Juli 2010 Bericht erstattet wurde (
Urk.
7/70). Mit Vorbescheid vom 3
0.
Juli 2010 (
Urk.
7/74) stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente
be
stehe, wogegen diese
am 1
0.
August und am
1
5.
September 2010 Einwände
erhob (
Urk.
7/77,
Urk.
7/80).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle
beim
B._
ein rheumatologisches Gutachten und eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
,
über welche am 2
2.
Juli 2011 Bericht erstattet wurde (
Urk.
7/99).
Hierzu nahm die Versicherte am 3
0.
August 2011 Stellung (
Urk.
7/101).
Sodann veranlasste die IV-Stelle bei der
C._
ein psychiatrisches Gutachten, welches a
m 2
0.
Dezember 2011 erstattet
wurde
(
Urk.
7/12
2). Hierzu nahm die Versicherte
am 1
7.
Januar 2012 Stellung (
Urk.
7/124) und die Gutachter der
C._
äusserten sich wiederum am
1.
März 2012 (
Urk.
7/126). Mit Verfügung vom 2
9.
August 2012 (
Urk.
7/132 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versi
cherten auf eine Invalidenrente.
2.
Die Versicherte erhob gegen die Verfügung vom 2
9.
August 2012 (
Urk.
2) am 2
7.
September 2012 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte die
Zusprache
einer Rente. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen (S. 2)
. Mit Beschw
erdeantwort vom 3
0.
Oktober 2012
(
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde,
was der Versicherten am 1
1.
April 2013 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss Abs. 2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Re
visionsgesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität
versicherten
Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis
sern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob
die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 f. und 133 V 108 E. 5.4 S. 114 mit Hinweis
).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig m
öglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
renten
anspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit, der Beschwerdeführerin
sei eine
behinderungsangepasste Tätigkeit
noch zu einem Pensum von 75
%
zumutbar.
Da die Beschwerdeführe
rin vor Eintritt des Gesundheitsschadens nur ein unregelmässiges Einkommen erzielt habe, sei zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf
die Tabellenlöhne
abzustellen.
Die gegen die
C._
-
Gutachter erhobenen Einwände stellten keine Ablehnungs- oder
Ausstandsgründe
dar
. Indem die Beschwerdeführerin an den beiden Begutachtungsterminen teilgenommen habe, habe sie sich konkludent mit den Gutachtern einverstanden erklärt
(S. 1 f
f
.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, auf das
psychiatrische
Gutachten der
C._
könne nicht abgestellt werden.
So seien die Namen der beteiligten Gutachter, obwohl darum gebeten worden sei, nicht vor
gängig mitgeteilt worden
, womit der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei
(S. 5 f.
Ziff.
2-3
, S. 7 f.
Ziff.
8
).
Den beiden Gutachter
n
der
C._
mangle es
zudem
an der erforderlichen Qualifikation zur Erstellung eines Gut
achtens, weshalb diese
s
nicht verwertbar sei
(S. 7
Ziff.
7, S. 7 f.
Ziff.
8)
.
Bezüglich der Berechnung des Invaliditätsgrades sei zu berücksichtigen, dass sie seit einigen Jahren arbeitslos und arbeitsunfähig sei, weshalb auf den Median
wert der Tabellenlöhne LSE TA1 Niveau 4 abgestellt werden müsse. Zudem sei aufgrund ihrer massiven Einschränkungen ein Abzug von 20
%
vom
Invaliden
einkommen
zu gewähren (S. 8
Ziff.
9).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich seit der
den Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung verneinenden
Verfü
gung vom
3.
Oktober 2005 (
Urk.
7/26
)
der
Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin in rentenrelevanter
Weise ver
ändert hat, namentlich eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustan
des eingetreten ist.
3.2
Die Verfügung vom
3.
Oktober 2005 (Urk.
7/26
)
beruhte in medizinischer Hin
sicht im Wesentli
chen auf folgender medizinischer
Beurteilung
(vgl. Urk.
7/24
S. 2
f.
)
:
Am 2
3.
September 2005 erstatteten die Gutachter des
Z._
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
7/23). Sie stell
ten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit (S. 18
Ziff.
5.1):
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
leichte
Myogelose
der Subokzipi
t
al- und
Trapeziusmuskulatur
beid
seits mit Verkürzung derselben
radiomorphologisch unauffällige Darstellung der HWS (Dezember 2002)
teils mit
migräniformen
Exazerbationen
chronisches unspezifisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
leichte Wirbelsäulenfehlhaltung und -
fehlform
(leicht grobbogige
thora
kolumbal
linkskonvexe Skoliose
)
allgemeine Haltungsinsuffizienz mit deutlicher muskulärer
Dekondi
tionierung
(deutliche Abschwächung abdominelle und
rückenstabili
sierende
Muskelgruppen)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 18
Ziff.
5.2)
nannten sie eine anhalte
nde
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
. Die
Z._
-Gut
achter führten in der Konklusion des Gutachtens aus, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zimmermädchen und Reinigungshilfe, welche als körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit angesehen werden müsse, bestehe eine voll zumutbare Arbeitsfähigkeit
. Einzig eine körperlich schwer belastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aufgrund der ausgeprägten
Dekonditionierung
nicht mehr zuzumuten. Für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten bestehe ebenfalls eine uneingeschränkt zumutbare Arbeitsfähigkeit. Die Tätigkeit im Haushalt sei ihr auch neben einer beruflichen Tätigkeit voll zuzumuten (S. 19
Ziff.
6.2-4).
4.
4.1
Im Zusam
menhang mit der Neuanmeldung im Oktober
2009
(Urk. 7/52
) fi
nden sich folgende medizinische
Berichte in den Akten:
Hausarzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem
Bericht vom 2
3.
November 2009 (
Urk.
7/59/1-4)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronisches
Panvertebralsyndrom
, bestehend seit November 2001
Diskusprotrusionen
untere BWS und LWS, bestehend seit etwa April 2006
cervikocephale
Schmerzen und rezidivierend Erbrechen
und Schwindel
, bestehend seit November 2001
rezidivierende Depression, bestehend seit 2001
Dr.
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei schon über 10 Jahre bei ihm in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 2
3.
November 2009 stattgefunden habe (
Ziff.
1.2).
Vom
3.
bis 1
8.
November 2009 habe ein stationärer Aufenthalt in der Rheumaklink stattgefunden (
Ziff.
1.3,
vgl.
Urk.
7/59/13-14).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Reinigung bestehe seit November 2
001 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
au
fgrund von rezidivierenden Kopf
- und
Nacken
schmerzen
sowie aufgrund von Schwindel und Erbrechen. Zudem leide die Beschwerdeführerin an
chronischen Schmerzen der BWS und der LWS.
Das Arbeitstempo sei verlangsamt. Die bisherige Tätigkeit sei noch halbtags im Rahmen leichter Arbeiten zumutbar (
Ziff.
1.6-7). Eine wechselbelastendende
Tätigkeit sei im Umfang von 50 bis 60
%
zumutbar, bei einer
Gewichtslimite
von 2 bis 3 kg (
Ziff.
3).
4.
2
Die Ärzte
des
B._
,
Rheumaklinik und
Institut für Physikalische Medizin, stell
ten in ihrem
Bericht vom 1
2.
März 2010 (
Urk.
7/68)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronisches
Panvertebralsyndrom
wahrscheinlich
aggraviert
im Rahmen einer
somatoformen
Schmerz
störung
konventionell-radiologisch beginnende
Osteochondrose
der mittleren BWS
leichte S-förmige
skoliotische
Fehlhaltung
thorakolumbal
muskuläre
Dysbalance
und
Dekonditionierung
chronische Spannungskopfschmerzen
rezidivierende depressive Symptomatik
Sie stellten folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Vitamin D-Mangel
chronisch rezidivierende Nausea und
Emesis
, wahrscheinlich funktionell bedingt
chronisch rezidivierendes Schwindelgefühl, wahrscheinlich funktionell be
dingt
Adipositas Grad I
Verdacht auf Diabetes mellitus Typ II
Die Ärzte des
B._
führten aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 3
0.
September 2009 bei ihnen in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am
5.
Februar 2010 erfolgt sei (
Ziff.
1.2). Während der
Hospitalisation
in
der
Rhe
u
maklinik
des
B._
vom
3.
bis 1
8.
November
(vgl.
Urk.
7/
59/13-14
)
hätten die panvertebralen Schmerzen physiotherapeutisch nur schwer beeinflusst werden können. Die Beschwerdeführerin habe ein Angstvermeidungsverhalten gezeigt, so dass eine Schmerzverarbeitung
s
problematik als
hau
p
t
ursächlich für die Be
schwer
d
en habe ange
nommen werden müssen
.
Die panvertebralen Rückenschmerzen bestünden seit einem Sturz auf den Hinter
kopf im November 200
1.
Bisher hätten trotz physiotherapeutische
r
Mass
nahmen und einer stationären Rehabilitation die Beschwerden nur geringfügig verringert werden können. Trotz mehrfacher Krankheitsaufklärung scheine ein Krankheitsverständnis zu fehlen. Des Weiteren bestünden auch
Sprach
ver
stän
di
gungs
schwierigkeiten
und die Beschwerdeführerin sei ambulant vom Dezem
ber
2006 bis Oktober 2007
in
der psychiatrischen Polyklinik des
B._
psycho
the
ra
peutisch betreut worden, wo die Diagnose einer anhaltenden
soma
toformen
Schmerzstörung gestellt worden sei (vgl.
Urk.
7/59/6-9)
. Aufgrund dieser Fakten müsse die Prognose als eher ungünstig beurteilt werden (
Ziff.
1.4).
Die Ärzte des
B._
führten aus
,
es bestehe ein chronisches belastungs- und bewegungsver
s
tärktes
Panvertebralsyndrom
.
Im Rahmen der zum Teil ungüns
ti
gen Arbeitshaltungen in der Tätigkeit als Putzfrau komme es bei bestehender muskulärer
Dekonditionierung
und
Dysbalance
kumulativ zu einer
Beschwerde
verschlechterung
. Eine 100%ige Arbeitstätigkeit als Putzfrau würde aktuell wahrscheinlich zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen (
Ziff.
1.6). Aus rheumatologischer Sicht sei eine halbtägliche Tätigkeit (4 Stunden pro Tag) als zumutbar anzusehen. Eine genauere Quantifizierung müsste im Rahmen eines
Arbeitsasses
sments
mit EFL
erfolgen.
Für eine leichte körperliche und behinderungsangepasste Tätigkeit mit
Wechsel
belastung
bestehe aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Das Heben und Tragen von Lasten unter 5 kg sei möglich. Überkopfarbeiten und Arbeiten in repetitiv vorgeneigter Oberkörperposition sollten vermieden werden (
Ziff.
1.7). Durch die aktuell durchgeführte medizinische
Trainings
therapie
sei eine weitere Steigerung der Belastbarkeit und der Arbeitsfähigkeit zu erhoffen (
Ziff.
1.8).
4.
3
Am 2
2.
Juli 2011 erstatteten die Ärzte
des
B._
,
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, das von der Beschwerdegegnerin veranlasste
rheumato
logische
Gutachten
(
Urk.
7/99/1-36).
Sie stellten zusammenfassend folgende Diagnosen (S. 28 f.
Ziff.
4.2):
lumboradikuläres
Reizsyndrom L4/5 rechts mit/bei:
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen der LWS
;
mässig vent
rale
Osteochondrose
(Röntgen Ja
nuar 2011);
stationäre degenera
tive Veränderungen der LWS mit
breitbasigen
Diskusprotrusionen
Th12/L1, L3/4 und L5/S1
aktuell im MRI der LWS nachweislich
rezessaler
Kontakt zur
Nerven
wurzel
L4 beidseits ohne Anhaltspunkte für Beeinträchtigungen der übrigen Nervenwurzeln; stat
ionärer Riss
Anulus
fibrosus
Ni
veau Th12/L1, L3/4 (am deutlichsten) und L4/5, L5/S1
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
allgemeine
r
Dekonditionierung
, Fehlstellung/-haltung und muskulärer Insuffizienz
zervikozephalem
Schmerzsyndrom mit
myofaszialen
Befunden, ohne
höhergradige
degenerative Veränderungen (Röntgen HWS Januar 2011)
thorakovertebralem
Schmerzsyndrom bei abgeflachter Kyphose der BWS,
Kopfprotraktion
, bei S-förmiger
skoliotischer
Fehlhaltung
tho
rako-lumbal
, beginnender
ossärer
Chondrose
, ventraler Spondylose der mittleren BWS (Röntgen Januar 2011)
lumbovertebralem
bis -
spondylogenem
Schmerzsyndrom
funktionelles
Impingement
der rechten Schulter
bei Fehlhaltung und muskulärer Insuffizienz
somatoforme
Schmerzstörung
Erstdiagnose MEDAS 2005, Bestätigung der Diagnose durch Psychiat
rie
B._
2006
rezidivierende depressive Episoden
(EF 2006 Psychiatrische Polyklinik
B._
)
Die Gutachter des
B._
führten aus, sie hätten die somatischen Diagnosen basie
rend auf den Ergebnissen ihrer körperlichen Untersuchung der Beschwerdefüh
rerin und mit Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Befunde gestellt. Der genaue Beginn dieser Leiden lasse sich nicht festlegen. Die Beschwerden seien aber akzentuiert seit dem Unfallereignis im Jahr 2001 vorhanden. Die psychiatrischen Diagnosen könnten nicht nach ICD-10 eingeordnet werden. Insbesondere könnten sie nicht festlegen, ob der von ihnen gewonnene Ein
druck einer depressiven Verstimmung aktuell einer krankheitswertigen psychi
schen Störung (z.B. im Sinne einer leichten Depression) entspreche. Hierzu sei eine fachärztliche Beurteilung notwendig (S. 29 Mitte).
Basierend
auf den aus der Aktenlage und während der Anamnese gewonnenen Erkenntnissen
,
bestehe die früher diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung weiter (S. 33
Ziff.
1).
Aufgrund der fehlenden Objektivierbarkeit einer ergonomischen Belastungs
grenze, der Selbstlimitierung und der erheblichen Inkonsistenzen in den Tests
(vgl.
Urk.
7
/99/37-48)
könne das genaue Ausmass der körperlichen Beeinträch
tigungen nicht sicher beurteilt werden, sondern es müsse auf medizinisch-theoretische Überlegungen abgestellt werden.
Die nachweislichen strukturellen
Veränderungen im Bereich der BWS und der LWS, mit sekundärer Fehlhaltung und Fehlstellung der HWS und einer gesamthaft bestehenden muskulären
Dys
balance
und Fehlhaltung der Wirbelsäule reduzier
t
e
n
aktuell die allgemeine Beweglichkeit, die Möglichkeit zur längerdauernden Einnahme von
Zwangshal
tungen
,
vor allem des Oberkörpers
,
und das Ausführen repetitiver Bewegungen und mache häufigere Positionswechsel von Sitzen, Gehen und Stehen erforder
lich. Zudem verringerten diese Veränderungen das Arbeitstempo der Beschwer
deführerin und würden sie zum Einlegen von Kurzpausen in regelmässigen Abständen zwingen. Auch das Hantieren von bis zu mittelschweren Gegenstän
den sei dadurch eingeschränkt.
Zusätzlich eingeschränkt sei die Belastbarkeit besonders bezüglich des Stehens, Gehens, des Treppen- und des Leitersteigens und der Einnahme von Zwangshaltungen des Oberkörpers durch die momentan vorhandene
lu
mboradikuläre
Reizsymptomatik
(S. 33
Ziff.
1).
In ihrer bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin sei die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt
,
und auch als Hausfrau sei sie nicht mehr in vollem Umfang belastbar
, was vor allem gegenwärtig auf das aktuelle
lum
boradikuläre
Reizsyndrom gründe
(S. 33
f.
Ziff.
2.1).
Die bisherige Tätig
keit als Raumpflegerin könne die
Beschwerdeführerin auf
grund ihres Gesundheitszustandes und den daraus resultierenden Funktions- und Aktivi
tätseinbussen aktuell höchstens
6 Stunden pro Tag ausüben. Es sei jedoch als wahrscheinlich zu erachten, dass sie eine solche Tätigkeit nach Abklingen der momentanen
radikulären
Reizerscheinungen bis zu sieben Stun
den pro Tag ausführen könnte. Auch in ihrer Tätigkeit als Hausfrau unterlieg
e
die Beschwerdeführerin denselben Einschränkungen. Sie sei hier aber viel freier mit dem Einteilen der Zeit und der Aufgaben und könne sich bei Bedarf auch Hilfe holen (S. 34
Ziff.
2.3).
Aufgrund der eingeschränkten zeitlichen Belastbarkeit und der Notwendigkeit von zusätzlichen Kurzpausen sowie aufgrund des insgesamt langsameren
Ar
beitstempos
bestehe eine Reduktion der aktuellen Leistungsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin. Die noch bestehende
Restar
beitsfähigkeit
in dieser Tätigkeit sei derzeit bestenfalls 50
%
. Nach Abklingen der
radikulären
Reizung sei von einer mittelfristig erreichbaren Leistungsfähig
keit von etwa 60
%
auszugehen. In der Tätigkeit als Hausfrau sei ebenfalls von einer leichten Leistungseinbusse auszugehen, wobei einzelne Tätigkeiten aktuell nicht mehr und weitere Tätigkeiten mit vermehrtem Zeitaufwand ausgeführt werden könnten. Die Leistungseinbusse in der Haushaltsführung werde aktuel
l auf etwa 20
%
geschätzt (S. 34 f.
Ziff.
2.4).
Die Gutachter des
B._
führten aus, sie würden den genauen Beginn der
radi
kulären
Symptomatik nicht kennen. Spätestens am 1
7.
Januar 2011 habe diese
aber vorgelegen und ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte ab diesem Zeit
punkt. Aufgrund der festgestellten ausgeprägten
Dekonditionierung
habe sicherlich schon vorher eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (S.
35
Ziff.
2.5).
Eine angepasste Tätigkeit sei eine wechselbelastende mit Stehen, Gehen oder Sitzen von jeweils weniger als
30 Minuten Dauer am Stück, ohne
Zwangshal
tungen
, ins
besondere des Oberkörpers, ohne
repetitive Bewegungen und
Über
kopfarbeiten
. Das Heben von leichten Lasten
bis zu 10 kg
sei möglich
. Eine solche Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin im Moment während 8 Stunden pro Tag an fünf Arbeitstagen pro Woche zumutbar. Durch medizinische Mass
nahmen liesse sich diese zeitliche Belastbarkeit möglicherweise noch ausdehnen (S. 36
Ziff.
3.1-2). Aufgrund des reduzierten Arbeitstempos und der Notwendig
keit von zusätzlichen Kurzpausen bestehe derzeit eine
um
25
%
reduzierte Leistungsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit. Durch medizinische Massnahmen liesse sich die Leistungseinbusse allerdings weiter reduzieren
. Bei optimaler Kooperations- und Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin könnte dabei wahrscheinlich eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden (S. 36
Ziff.
3.3).
4.
4
Am 2
0.
Dezember 2011 erstatteten
Dr.
med.
E._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt,
C._
,
das von der
Beschwerdegegne
rin
veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/122
/1-17
). Sie
stellten folgende Diagnosen (S. 14
Ziff.
1):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), erstmals diag
nostiziert im Jahr 2005, im Verlauf unverändert
anamnestisch rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
Die Ärzte der
C._
führten aus, anlässlich der Untersuchung sei die Beschwerde
führerin wach und zu allen vier Sinnesqualitäten vollständig orientiert gewesen. Ihre Auffassung und Konzentration s
eien unvermindert
,
und es lasse
sich kein Anhalt für Merkfähigkeit- oder Gedächtnisstörungen
feststellen. Im formalen Denken sei die Beschwe
rdeführerin stark eingeengt auf
ihre
Schmerzproblema
tik
und vorbeiredend. Sie erzähle ebenfalls von ihren Rückenschmerzen, wenn die Frage gar nicht darauf gezielt habe. Im Appetit sei sie normal bei unauffäl
ligem Essverhalten, das Gewicht sei seit Jahren konstant. Befürchtungen oder Zwänge liessen sich im Gespräch nicht feststellen. Es könnten keine wahnhaften
Symptome oder Sinnestäuschungen eruiert werden. Hinweise für eine Ich-Störung gebe es keine. Affektiv präsentiere sich die Beschwerdeführerin als sehr
klagsam
und
jammrig
. Die Schwingungsfähigkeiten sowohl zum positiven als auch zum negativen Pol hin seien jedoch weitgehend erhalten. Der Antrieb sei erhalten und psychomotorisch sei sie unauffällig. Es liessen sich keine Anhalts
punkte für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung feststellen (S. 11 unten).
Typische Zeichen für eine depressive Störung wie Appetitlosigkeit, Morgentief, reduzierte Lebensfreude, Interessenlosigkeit, Libido- und Gewichtsverlust sowie psychomotorische Hemmungen hätten sich im Gespräch nicht feststellen lassen. Bemerkenswert sei die formalgedankliche Einengung auf die
Schmerzsymp
tomatik
bzw. die Hoffnung auf deren Heilung. Thematisch kehre sie immer wieder auf ihre Schmerzsymptomatik zurück und lasse sich nur sehr schwer ablenken (S. 12 oben)
.
Die Ärzte der
C._
führten aus, sie seien nicht in der Lage, den genauen Verlauf der rezidivierenden depressiven Störung zu beurteilen, da in den vorhandenen Akten, welche sich zu dieser Diagnose äusserten, ausschliesslich
leichtgradige
Episoden beschrieben worden seien. Im Zeitpunkt ihrer Untersuchung sei die Störung
remittiert
gewesen und be
gründe aktuell keine Arbeitsunfähigkeit (S.
14
Ziff.
1, S. 15
Ziff.
4). Empfohlen werde eine ambulante Psychotherapie, unter anderem mit dem Ziel der Bearbeitung von Schmerzkonzepten und
Schmerzver
arbeitung
(S. 15
Ziff.
5).
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in angepasster Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 14
Ziff.
2-3).
Die im Jahr 2005 von der MEDAS gestellte und im Jahr 2006 vom
B._
bestä
tigte Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) stimme mit ihrer Beurteilung überein. Aufgrund der Tatsache, dass die Be
schwerdeführerin in den Jahren 2008 bis 2011 leichte Arbeiten ausgeführt habe, sei darauf zu schliessen, dass sie in der Lage sei, ihre Schmerzen zu überwinden und es sei die Ansicht des Voruntersuchers zu teilen, dass diese Diagnose keine Arbeitsunfähigkeit begründe (S. 16
Ziff.
7).
4.
5
Dr.
E._
führte in seiner Stellungnahme
vom
1.
März 2012 (
Urk.
7/126) zu der von der Beschwerdeführerin am 1
7.
Januar 2012 geäusserten Kritik (
Urk.
7/124)
aus,
Dr.
F._
befinde sich in der Ausbildung zum Facharzt und sei aus Ausbildungsgründen an der Verfassung des Gutachtens beteiligt gewesen. Dies sei unter enger Supervision durch ihn,
Dr.
E._
, erfolgt. Er selbst besitze ausser dem Facharzttitel für Psychi
atrie und für Psychotherapie auch
denjenigen für Allgemeinmedizin, und sei nach seiner Ausbildung 5 Jahre als selbständiger Allgemeinpraktiker in eigener Praxis tätig
gewesen
. Zum Zeit
punkt des Gutachtens habe er seit 11 Jahren stationär und ambulant im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie gearbeitet. Zudem habe er 7
Monate im Regio
nalen Är
z
t
lichen Dienst der IV-Stelle
G._
gearbeitet. Im Übrigen sehe er kei
nen Grund, von seiner Beurteilung abzuweichen (S. 1 f.).
5
.
5
.1
Vorab zu prüfen ist die Verwertbarkeit des psychiatrischen Gutachtens der
C._
.
Die Beschwerdeführer
in
machte diesbezüglich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, indem
ihr
die Namen der beteiligten Gutachter vorgängig nicht mitgeteilt worden
seien
, sondern sie
direkt
zum Gutachten
aufgeboten
worden
sei
. Zudem habe keine Zeit mehr bestanden, allfällige Befangenheits- oder
Aus
standsgründe
vorzubringen (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
3).
5.2
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit der Einholung des
C._
-Gutachtens ist nicht ersichtlich.
Nach
Art.
44 ATSG hat der Versiche
rungsträger der versicherten Person die Namen bekannt zu geben, wenn ein Gutachten eingeholt wird; diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ab
lehnen. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist, dass vorgängig die gesetzlichen Ausstands- und Ablehnungsgründe vorgebracht werden können (BGE 32 V 376 E. 7.3 S. 383).
Vorl
iegend steht fest, dass sowohl der Beschwerdeführerin als auch ihrer
Rechts
vertreterin
die Namen der Begutachter vorgängig,
erstmals
mit Schreiben der
C._
vom 1
7.
Oktober 2011 (
Urk.
7/109)
mitgetei
lt worden sind. Abgesehen davon
machte die Beschwerdeführerin auch nicht geltend
, dass gegenüber
Dr.
E._
oder
Dr.
F._
ein Ausstands- oder Ablehnungsgrund im Sinne von
Art.
36
Abs.
1 ATSG bestanden hätte. Der
vorgebrachte
Einwand der mangelnden fachlichen Kompetenz der Experten ist kein Ausstands- bzw.
Ab
leh
nungsgrund
, sondern bei der
noch folgenden
Würdigung des Gutachtens in Betracht zu ziehen (BGE 132 V 93 E. 6.5 S. 108 f.;
Urteil des Bundesgerichts
8C_474/2009
vom
7.
Januar 2010
E. 7.1).
6.
6.1
Der Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin hat sich,
wenn
man
vom
Z._
-Gutachten vom September
2005
(vorstehend E. 3.2
)
ausgeht,
im mas
sgeblichen Zeitraum zwischen der
rentenablehnenden
Verfügung v
om Oktober 2005
(
Urk.
7/26
) und der angef
ochtenen Verfügung vom August 2012 (
Urk.
2)
inso
fern verschlechtert
,
als
dass auf körperlicher Ebene durch die degenerativen Befunde Funktionseinschränkungen resultierten
,
und
nun d
ie angestammte Tätigkeit nur noch
im Umfang von
50 bis mittelfristig 60
%
und eine ange
passte Tätigkeit zwar noch zu 100
%
- aber unter Inkaufnahme einer (aktuellen) Leistungseinbusse von 25
%
- zumutbar ist.
Die Beschwerdegegnerin ist damit zu
R
echt auf die Neuanmeldung eingetreten.
6.2
Die Beschwerdeg
egnerin stützte ihre rentenanspruchsverneinende Verfügung (
Urk.
2)
auf das rheumatologische Gutachten der Ärzte des
B._
vom Juli 2011 (vorstehend E. 4.
3
)
und das psychiatrische
C._
-Gutachten
vom Dezember 2011 (vorstehend E. 4
.4
)
,
und erachtete die
Beschwerdeführerin
in
ihre
r
ang
est
ammte T
ätigkeit mittelfristig zu 60
%
und in
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit
zu 75
%
arbeitsfähig (vgl.
Urk.
7/131 S. 7 f.)
Das
B._
-Gutachten vom
Juli
2011 berücksichtigt die von der Beschwerdefüh
rerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend
E. 1.6
)
, weshalb darauf abgestellt werden kann
.
Gleiches gilt im Hinblick auf das psychiatrische Gutachten der
C._
.
Was die
von der Beschwerdeführerin gerügte
fachliche Befähigung
von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
betrifft, ist festzuhalten, dass
Dr.
E._
über das dem Facharzttitel (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) entsprechende Wissen verfügt. Zwar ist er erst seit 2010 im Besitz des Facharzttitels, jedoch hatte er - gemäss seinen eigenen, unbestritten
gebliebenen Angaben (vorste
hend E. 4.5
) - im Zeitpunkt der Begutachtung seit 11 Jahren stationär und ambulant im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie gearbeitet. Nichts zu ihren Gu
nsten abzuleiten vermag die Beschwer
d
eführerin
aus dem von ihr zitierten Urteil des Bundesgerichts
(
8C_290/2011
vom 1
3.
September 2011
). Ausschlag
gebend für die Kritik an einem Gutachten waren dort verschiedene Ungereimt
heiten in der Beurteilung und nicht in erster Linie der relativ kurzzeitige Besitz des Facharzttitels.
Im Zusammenhang mit der Beteiligung eines nicht über einen Facharzttitel in Psychiatrie verfügenden Assistenzarztes ist zu bemerken, dass das Bundesge
richt wiederholt entschieden hat, dass einem durch einen Assistenzarzt erstell
ten und durch den Vorgesetzten lediglich visierten Gutachten nicht von vorn
herein jeglicher Beweiswert abgeht (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_213/2010
vom
3.
August 2010
E. 2.2).
Im Übrigen
bestehen keine Umstände, welche hier zu einer anderen Beurteilung Anlass zu geben vermöchten, zumal Oberarzt
Dr.
E._
gemäss eigenen Angaben (vgl.
Urk.
7/122/17) die Akten studiert und eine eigene psychiatrische Untersuchung (
2.
Gesprächstermin) durchgeführt und er zudem das Gutachten mitunterschrieben hat, was auch bezüglich der Verfassung der Expertise auf seine Mitwirkung schliessen lässt.
Auch fügte er
dem
Gutachten an,
die Beur
teilung entspreche vollständig seiner
eigenen
Beurteilung des Falles (
Urk.
7/122 S. 17).
Da auch das psychiatrische Gutachten der
C._
die Anforderungen an eine beweis
kräftige Expertise (vorstehend E. 1.6) erfüllt und darauf abgestellt werden kann, und auch die übrigen vorliegend medizinischen Akten nichts ergeben, was auf eine anderweitige Einschätzung der Lage hindeuten würde, ist die Not
wendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen nicht ersichtlich.
6.3
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass sowohl dem rheumatologische
n
Gutachten des
B._
vom Juli 2011 als auch dem psychiatrischen Gutachten der
C._
vom Dezember 2011 gefolgt werden kann und davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit mittelfristig noch zu 60
%
und in einer ange
passten Tätigkeit noch zu 75
%
leistungsfähig ist.
7.
7.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
stellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
7.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2010
, abzustel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Da die
Beschwerdeführer
in
in den letzten Jahren vor Eintritt
des
Gesund
heits
schadens
unregelmässig in verschiedenen Hilfsanstellungen
gearbeitet hat und zwischenzeitlich mehrfach arbeitslos war (vgl.
Urk.
7/18/4,
IK-Auszug;
Urk.
7/
57
), stellte die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkom
mens
zu Recht auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE) ab.
Gemäss LSE belief sich der mittlere Lohn von
Frauen
für
Hilfsarbeiten
im
Dienst
leistungssektor
im Jahr 2010 auf
Fr.
4'
206.-- (LSE 2010, S. 27
, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei einer durch
schnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden (Die Volkswirtschaft 9
-201
3, S. 94 Tabelle B
9.2,
lit
. G-S
)
rund
Fr.
52‘
617
.-- für das Jahr 2010 (
Fr.
4'
206
.--: 40 x 41.
7
x 12
).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.4
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors abzustell
en. Das im Jahr 2010 von Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betru
g
Fr.
4'225
.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr, bei einer durchschnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.6
Stunden (Die Volkswirtschaft 9
-201
3, S. 94 Tabelle B 9.2, Total)
und unter Berücksichtigung des noch möglichen Pe
nsums von 75
%
ein
Invaliden
einkommen
von
Fr.
39‘546
.-- für das Jahr 2010 (
Fr.
4'225.--: 40 x 41.6 x 12
x 0.75
).
7.5
Ein
Abzug vom Tabellenlohn soll den im
konkreten Fall anzunehmenden
lohn
mindernden
Umständen Rechnung tragen. Ob solche Umstände gegeben sind und inwieweit sie sich lohnmindernd auswirken, prüft die Rechtsanwendung im Rahmen der Bewei
swürdigung. Dem Aspekt, dass die
Beschwerdeführer
in
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einer anderen Branche keinerlei Berufserfahrung mitbringt und damit wieder bei „Null“ beginnen müsste, wurde mit Einstufung auf Niveau 4 der LSE Tabellenlöhne, bei denen es sich um einfa
che und repetitive Tätigkeiten ohne vorausgesetzte Berufs- und Fachkenntnisse handelt, Rechnung getra
gen.
Die benötigten Pausen
und das verlangsamte Arbeitstempo
wurden schon mit de
r
um 25
%
reduzierten
Leistungsfähigkeit
berücksichtigt.
Die
Staatsangehörigkeit
der Beschwerdeführerin
rechtfertigt hi
er ebenfalls kei
nen Abzug, da sie
sich seit
1991
in der Schweiz aufhält und sich auch integriert hat.
Z
udem halten
sich auch die Einkommenseinbussen, die niedergelassene Ausländerinnen (Kat. C
, vgl.
Urk.
7/54/1
) im Vergleich zu Schweizerinnen bzw. im Vergleich zum Totalwert hinnehmen
müssen, in relativ engem Rahmen.
In
Anbetracht dessen erscheint ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug
nicht angebracht.
7.
6
Bei einem
Inv
alideneinkommen in der Höhe von
Fr.
39‘546.--
und
einem
Vali
deneinkommen
von
rund
Fr.
52‘617.--
resultiert eine E
inkommenseinbusse von
Fr.
13‘071
.--, was ei
nem Invaliditätsgrad von rund 25
%
ents
pricht, bei wel
chem Ergebnis der
Beschwerdeführer
in
keine Rente der Invalidenversicherung zusteht.
Daran ändert sich auch
nichts, wenn man - wie die Beschwerdeführerin gelten
d
machte (vorstehend E. 2.2)
bei der Berechnung des
Valideneinkommens
auf
das im Jahr 2010 von
Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen abstellt (LSE 2010, S. 26,
T
abelle TA
1
, Total, Niveau 4)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Be
schwerdeführer
in
aufzuerlegen.