Decision ID: 25206eb5-1acf-5522-b496-f6b78d56f304
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
H._ meldete sich am 18. Januar 1994 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
A._ berichtete am 1. Februar 1994, der Versicherte leide an einem Thymom-Rezidiv
und an pleuraler Metastasierung (Thymomresektion 1988, Resektion des
Thymomrezidivs und Wedgeresektion von zwei Metastasen 1992, perkutane
Radiotherapie). Der Versicherte sei jetzt wieder weitgehend beschwerdefrei. Die
bisherige Arbeit sei nicht mehr zumutbar, da Gewichte gehoben werden müssten und
da die Luft nicht ganz sauber sei. Der Versicherte sollte umgeschult werden (z.B. zum
Vertreter oder Verkäufer). Die K._ teilte am 8. Februar 1994 mit, sie beschäftige den
Versicherten seit 1988 als CNC-Operateur. Der Monatslohn betrage Fr. 5470.-. Mit
einer Verfügung vom 21. Oktober 1994 wurde dem Versicherten die erste Phase einer
Umschulung zum technischen Kaufmann zugesprochen. Am 12. Mai 1995 erging die
Verfügung für die zweite Phase der Umschulung. Das Kantonsspital St. Gallen
berichtete der IV-Stelle am 9. August 1995, am 22. Juni 1995 sei eine Rethorakotomie
mit Exstirpation einer Pleurametastase erfolgt. Die Umschulung war bereits am 3. Mai
1995 abgebrochen worden. Mit einer Verfügung vom 14. Dezember 1995 sprach die
IV-Stelle dem Versicherten für Oktober 1993 bis Oktober 1994 und wieder ab Mai 1995
bis auf weiteres eine Invalidenrente bei einer vollständigen Invalidität zu. Sie
begründete diese Verfügung damit, dass seit dem 29. Oktober 1992 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestehe. Am 29. Juli 1996 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit,
sein Gesundheitszustand habe sich noch nicht so weit gebessert, dass die
Umschulung wieder aufgenommen werden könnte. Der Berufsberater vereinbarte mit
dem Versicherten, dass die Akte vorerst abgeschlossen werde und dass der
Versicherte sich melde, sobald er die Umschulung weiterführen könne. In einem
Fragebogen für die Rentenrevision gab der Versicherte am 4. November 1996 an, sein
Gesundheitszustand sei unverändert. Das Kantonsspital St. Gallen bestätigte am 4.
Dezember 1996 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis auf weiteres, die sich auch auf
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die berufliche Ausbildung auswirke. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 10. Januar
1997 mit, dass keine erhebliche Sachverhaltsveränderung festgestellt worden sei, so
dass er weiterhin einen Anspruch auf die bisherige Rente habe. In einem weiteren
Fragebogen für die Rentenrevision gab der Versicherte am 24. Februar 1999 wieder an,
sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Am 19. März 1999 bestätigte das
Kantonsspital St. Gallen einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100%. Deshalb teilte die IV-
Stelle dem Versicherten am 20. April 1999 mit, dass er weiterhin einen Anspruch auf
eine Rente aufgrund des bisherigen Invaliditätsgrades habe.
B.
In einem Fragebogen für die Rentenrevision gab der Versicherte am 22. Januar 2003
erneut an, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Dr. med. B._ vom
Kantonsspital St. Gallen berichtete der IV-Stelle am 11. September 2003, seit der
letzten Behandlung im September 1995 bestünden stabile Verhältnisse (kein Rezidiv).
Das körperliche Befinden und die Belastbarkeit seien stabil und gleichbleibend. In einer
Schreibtischtätigkeit ohne grössere Belastung sei der Versicherte zu 50-70%
leistungsfähig (4-6 Std. pro Tag). Die IV-Stelle gab eine medizinische Abklärung in
Auftrag. Dr. med. C._ führte in seinem Gutachten vom 6. April 2004 aus, der
Versicherte leide an einem St. n. Thymomentfernung Mai 1988, an einem St. n.
Rethorakotomie Dezember 1992 wegen eines malignen Thymoms mit zwei pleuralen
Metastasen im Bereich der Unterfläche des rechten Lungenoberlappens, an einem St.
n. erneuter Thorakotomie wegen Tumorrezidiv Oktober 1995, St. n. Bestrahlung im
Januar und Februar 1996 und an einer körperlichen Destabilisierung seit 1995 wegen
relativer Inaktivität bei Angst auf erneutes Auftreten des Tumors. In sedentären Berufen
ohne Heben schwerer Lasten sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Das beziehe
sich auch auf eine allfällige Umschulung. Die Ausbildung zum technischen Kaufmann
könnte wieder aufgenommen werden, zunächst für zwei bis drei Monate an vier bis
sechs Stunden täglich, danach wieder vollzeitlich. Erstaunlicherweise bestehe die
vollständige Arbeitsunfähigkeit ab Oktober 1995 bis zum heutigen Tag, obwohl der
Versicherte ab Februar 1996 weder eine Behandlung noch eine Medikation benötigt
habe. Die halbjährlichen Tumorkontrollen seien bis dato alle für den Versicherten
positiv ausgefallen. Der Versicherte sei seit längerer Zeit in einer sedentären Arbeit voll
arbeitsfähig. Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt am 19. Mai 2004 fest, der
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Umschulungsversuch sei wegen einer Hospitalisation gescheitert. Der Versicherte fühle
sich zu 100% arbeitsunfähig. Er könne sich weder eine Umschulung noch einen
Wiedereinstieg ins Erwerbsleben vorstellen. Der Versicherte habe klar zum Ausdruck
gebracht, dass sämtliche Eingliederungsmassnahmen zum Scheitern verurteilt seien.
Da keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten, müsse ein
Rentenanspruch geprüft werden. Der Versicherte sei für seine bisherige Tätigkeit
(Maschinenführer, CNC-Operateur) zu 100% arbeitsunfähig. Ohne Umschulung müsste
er als Hilfsarbeiter tätig sein. Das zumutbare Invalideneinkommen in einer solchen
Tätigkeit betrage Fr. 46'291.-, das Valideneinkommen Fr. 73'000.-. In einem
Besprechungsprotokoll wurde am 2. Juni 2004 festgehalten, eine allfällige
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei eigentlich bereits seit dem Ende der Bestrahlung
im Jahr 1996 anzunehmen. Die Firma K._ gab am 23. Juni 2004 an, die Tätigkeit
eines CNC-Operateurs sei absolut keine strenge körperliche Arbeit.
C.
Die IV-Stelle gab am 28. Juli 2004 eine psychiatrische Abklärung in Auftrag. Dr. med.
D._ von der psychiatrischen Klinik Wil führte in seinem Gutachten vom 16. März 2005
aus, der Versicherte habe angegeben, er sei in Österreich zunächst in einer Spinnerei
tätig gewesen. Dann habe er eine Stelle als Giesser angetreten. Nach zwei Jahren habe
er in Jugoslawien seinen Militärdienst ableisten müssen. Dabei sei er einmal wegen
vermeintlichen Desertierens verhaftet, verhört und gefoltert worden. Nach dem
Militärdienst habe er nochmals ein halbes Jahr in Österreich gearbeitet, bevor er in die
Schweiz gezogen sei. Er habe bei der Firma L._ als Stanzer begonnen. Gleichzeitig
habe er sämtliche Abendkurse und Schulen absolviert, um schliesslich an CNC-
Maschinen arbeiten und diese programmieren zu können. Schliesslich habe er bei der
Firma L._ gekündigt, weil er einen besseren Job als CNC-Operateur und
Schichtführer gefunden habe. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse ging Dr. med.
D._ davon aus, dass der Versicherte an Anpassungsproblemen bei Veränderungen
der Lebensumstände (Tumorerkrankung) leide. Trotz der Fixierung auf die Angst seien
diese aber nicht so gravierend, dass sie die Lebensgestaltung beeinträchtigen würden.
Von der psychiatrischen Warte aus betrachtet bestehe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 6. April 2005 fest,
der Versicherte, ein ungelernter Maschinenführer, bedürfe seit 1996 keiner Therapie
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mehr. Er sei seitdem als gesund anzusehen. Aufgrund der Operation bestehe nur eine
gewisse Einschränkung für ausschliesslich schwere körperliche Arbeiten. Mit einer
Verfügung vom 13. April 2005 wurde die laufende ganze Rente revisionsweise auf den
Beginn des zweiten auf die Verfügungszustellung folgenden Monats eingestellt. Die IV-
Stelle begründete diese Vorgehensweise damit, dass sich der Gesundheitszustand
erheblich verbessert habe. Der Versicherte könnte ein zumutbares Invalideneinkommen
(statistischer Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters abzüglich 10%) von Fr. 52'806.-
erzielen. Dem stehe ein Valideneinkommen von Fr. 78'322.- gegenüber. Die Einbusse
von Fr. 25'516.- entspreche einem Invaliditätsgrad von 33%. Die IV-Stelle wies am 11.
Mai 2005 eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache mit der Begründung ab,
gemäss den beiden im Revisionsverfahren eingeholten Gutachten bestehe in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte
könnte vollzeitlich einer einfachen und repetitiven Tätigkeit nachgehen.
D.
Der Versicherte erhob am 9. Juni 2005 beim Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid. Er beantragte die
Weiterausrichtung der ganzen Rente oder eine Umschulung. Am 29. Juni 2005 machte
er sinngemäss geltend, am 18. Mai 2004 habe er der Eingliederungsberaterin
angegeben, er fühle sich momentan nicht bereit für eine Eingliederung. Daraufhin sei
ihm nicht transparent gemacht worden, dass dies den definitiven Abschluss der
beruflichen Eingliederung zur Folge habe. Nun fühle er sich bereit für eine berufliche
Eingliederung.
E.
Am 29. Juni 2005 stellte der Versicherte einen "Antrag auf Wiederaufnahme der
Eingliederungsmassnahmen". Er gab an, er fühle sich mental, emotional und körperlich
zu einer Eingliederungsmassnahme in der Lage. Allerdings müsste es sich um eine
sitzende Tätigkeit handeln. Er wolle die Umschulung zum technischen Kaufmann nicht
weiterführen, weil dieser Beruf keine Perspektiven biete. Gemäss einer Notiz vom 8.
November 2005 ging die IV-Stelle davon aus, dass die berufliche Eingliederung parallel
zum Beschwerdeverfahren durchgeführt werden könne. Die Eingliederungsberaterin
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empfahl eine Arbeitsabklärung in der Institution F._. Am 13. März 2006 erfuhr die
Eingliederungsberaterin von Dr. med. G._, dass ein Rezidiv festgestellt worden sei,
das eventuell therapiert werden müsse. Dies müsse die Arbeitsfähigkeit nicht
unbedingt beeinflussen. Am 18. April 2006 teilte Dr. med. G._ der
Eingliederungsberaterin mit, dass eine Chemotherapie durchgeführt werde und dass
wahrscheinlich doch eine Operation nötig sein werde. Am 19. April 2006 schloss die
Eingliederungsberaterin den Fall ab, da der Versicherte vorläufig arbeitsunfähig sei. Im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens erhielt die IV-Stelle einen Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 23. März 2006, laut dem das Thymomrezidiv schon in
den CT-Aufnahmen von 1998 und 2001 sichtbar gewesen war, jetzt aber
grössenprogredient zur Darstellung gekommen war. Trotzdem war der
Allgemeinzustand des Versicherten zu diesem Zeitpunkt noch gut gewesen. Ebenfalls
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erlangte die IV-Stelle Kenntnis von einem
Bericht des psychiatrischen Zentrums M._ vom 11. April 2006, laut dem der
Versicherte seit dem Beginn einer psychiatrischen Behandlung am 13. September 2005
nur noch zu ca. 50% arbeitsfähig war. Dr. med. G._ berichtete am 18. April 2006,
aktuell sei der Versicherte wegen der Chemotherapie seit Mitte März 2006 zu 100%
arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer und hausärztlicher Sicht bestehe allerdings bereits
seit Sommer 2005 aufgrund der massiven psychischen Dekompensation als Folge der
Renteneinstellung eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Med. pract. I._ berichtete der
IV-Stelle am 30. August 2006, seit der Diagnosestellung des dritten Rezidivs,
wahrscheinlich aber schon die gesamte Zeit liege eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
vor.
F.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ordnete in seinem Urteil vom 25.
September 2006 (IV 2005/69) die Rückweisung der Streitsache an die IV-Stelle zur
weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung an. Es begründete dies damit, dass die
IV-Stellen erst dann gegenüber einer die berufliche Eingliederung verweigernden
Person die Einstellung der Rente verfügen dürften, wenn sie ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren durchgeführt hätten. Dieses Verfahren sei im Fall des Versicherten
rechtswidrigerweise unterblieben. Sollten sich berufliche Massnahmen aus
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gesundheitlichen Gründen als unmöglich erweisen, wäre die ganze Rente ab dem
Einstellungszeitpunkt wieder auszurichten.
G.
Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz hielt am 24. November 2006 fest,
gesundheitsbedingt sei der Versicherte derzeit nicht eingliederungsfähig. Nach der
geplanten Tumoroperation seien eine stationäre Rehabilitation und eine mehrmonatige
Rekonvaleszenz zu erwarten. Auszugehen sei von einer psychiatrisch begründeten
Arbeitsunfähigkeit von 50% seit April 2005 und von einer tumorbedingten
Arbeitsunfähigkeit von 100% ab Februar 2006. Die IV-Stelle nahm an, dass der
Rentenanspruch auf der Grundlage dieser Arbeitsunfähigkeiten ab Juni 2005 zu prüfen
sei, da die ganze Rente per 31. Mai 2005 eingestellt worden war. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 67%. Mit
einer Verfügung vom 29. Januar 2007 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen. Am gleichen Tag erliess sie einen Vorbescheid,
mit dem sie dem Versicherten die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab Juni 2005 und
einer ganzen Rente ab Mai 2006 ankündigte. Der Versicherte wandte am 28. Februar
2007 sinngemäss ein, der Tumor hätte bereits seit 2001 der Behandlung bedurft.
Deshalb sei die Arbeitsfähigkeit schon früh massgeblich eingeschränkt gewesen. Es
könne deshalb nicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen werden, womit
die Revision der Rente nicht begründet sei. Am 16. April 2007 führte der Versicherte
ergänzend aus, das Krebsleiden sei viel zu spät behandelt worden. Im Jahr 2005 habe
das Thymom bereits ein Ausmass erreicht gehabt, das dringend eine Operation
erfordert hätte. Das habe sich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Dr. med. G._ habe
eine volle Arbeitsunfähigkeit erst ab März 2006 attestiert, weil er die
Thymomprogression über Jahre nicht erkannt habe. Es sei davon auszugehen, dass
die Voraussetzungen einer Rentenrevision nicht gegeben seien. Allenfalls wäre die
Entwicklung des Krebsleidens ab 2004 noch abzuklären. Im übrigen hätte die IV-Stelle
die Rente nicht einstellen dürfen, denn sie hätte zunächst die Eingliederungsfrage
beantworten müssen. Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz wies am 10. Juli 2007
darauf hin, dass die vorliegenden medizinischen Akten für die Zeit von Mai 2005 bis
Februar 2006 keine Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht begründeten. Einzig aus
psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50% gerechtfertigt. Mit einer
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Verfügung vom 23. August 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab Juni 2005
eine Dreiviertelsrente und ab Mai 2006 eine ganze Rente zu. Diese Verfügung wurde
nicht dem Rechtsvertreter, sondern dem Versicherten persönlich zugestellt. Der
Rechtsvertreter des Versicherten wies die IV-Stelle am 24. September 2007 darauf hin,
dass er ein Revisionsformular erhalten habe. Weil noch ein Einspracheverfahren hängig
sei, in welchem über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten zu entscheiden sei, erweise sich das Revisionsverfahren als verfrüht. Es
sei deshalb zurückzustellen. Gemäss einer internen Notiz vom 27. September 2007
stellte die IV-Stelle aufgrund dieses Schreibens des Rechtsvertreters des Versicherten
fest, dass sie die Verfügung fälschlicherweise dem Versicherten statt dem
Rechtsvertreter zugestellt hatte. Am 1. Oktober 2007 wies die IV-Stelle die zuständige
Ausgleichskasse an, dem Rechtsvertreter des Versicherten eine Kopie der Verfügung
zuzustellen. Die Ausgleichskasse kam dieser Anweisung am gleichen Tag nach.
Allerdings übermittelte sie dem Rechtsvertreter des Versicherten nur den ersten Teil der
Verfügung. Gemäss einem entsprechenden Vermerk des Rechtsvertreters des
Versicherten wurde die Kopie des Verfügungsteils 1 am 4. Oktober 2007 zugestellt.
H.
Der Rechtsvertreter des Versicherten erhob am 9. Oktober 2007 Beschwerde gegen
diese Verfügung. Er beantragte die Zusprache einer ganzen Rente auch für die Zeit von
Juni 2005 bis April 2006. In formeller Hinsicht führte er aus, die angefochtene
Verfügung sei ihm erst am 4. Oktober 2007 zugestellt worden. Er legte das Schreiben
der Ausgleichskasse vom 1. Oktober 2007 bei, laut dem an diesem Tag eine Kopie der
Verfügung vom 23. August 2007 an ihn versandt worden war. Am 15. Januar 2008
führte der Rechtsvertreter des Versicherten ergänzend aus, die angefochtene
Verfügung sei unzureichend begründet. Sie sei deshalb aufzuheben und die Sache sei
zur Neuverfügung bzw. zur Begründung an die IV-Stelle zurückzuweisen. In materieller
Hinsicht wies der Rechtsvertreter des Versicherten darauf hin, dass das Thymom im
Jahr 2005 bereits ein Ausmass erreicht gehabt habe, das dringend eine Operation
erfordert hätte. Gleichzeitig habe sich das fortgeschrittene Krebsleiden ganz
massgeblich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Dass die Leistungsfähigkeit massiv
eingeschränkt gewesen sei, habe sich auch im Beschäftigungsprogramm der
Arbeitslosenkasse gezeigt. Allenfalls sei der Umfang der krebsbedingten
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Arbeitsunfähigkeit ab 2004 durch ein ärztliches Gutachten zu klären. Im übrigen sei zu
beachten, dass vor einer revisionsweisen Renteneinstellung eine berufliche
Eingliederung hätte erfolgen müssen.
I.
Die IV-Stelle beantragte am 17. März 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, die angefochtene Verfügung weise eine knappe, aber ausreichende
Begründung auf. Der Rechtsvertreter des Versicherten habe damit die Tragweite der
Verfügung abschätzen können. In materieller Hinsicht führte die IV-Stelle aus, gemäss
dem Gutachten vom 6. April 2004 habe der Versicherte seit 1996 nicht mehr in
regelmässiger ärztlicher Behandlung gestanden. Bei den halbjährlich durchgeführten
Tumorkontrollen seien keine Metastasen festgestellt worden. Auch nach der
Entdeckung des dritten Tumorrezidivs sei dem Versicherten noch ein guter
Allgemeinzustand attestiert worden. Das bedeute, dass erst die Chemotherapie eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit begründet habe. Es könne also entgegen der
Auffassung des Versicherten nicht davon ausgegangen werden, dass das Krebsleiden
bereits 2005 eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit bewirkt habe. Die Akten belegten für
Mai 2005 bis Februar 2006 höchstens eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von
50%. Im Vergleich zum Gesundheitszustand anlässlich der ursprünglichen
Rentenzusprache habe also ein erheblich verbesserter Gesundheitszustand
vorgelegen. Demnach habe nur ein Invaliditätsgrad von 67% bestanden. Die Prüfung
der Eingliederungsfrage sei trotz der entsprechenden Anordnung im
Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichts obsolet, weil der Versicherte nie
eine ernsthafte Eingliederungsbereitschaft habe erkennen lassen.
J.
Der Versicherte wandte am 26. Mai 2008 ein, den Akten lasse sich nicht
rechtsgenüglich entnehmen, welchen Verlauf die Tumorerkrankung genommen habe.
Er beantrage deshalb die Einholung eines onkologischen Gutachtens zu dieser Frage.
Aufgrund der Schwere der Krankheit könne mit Sicherheit nicht davon ausgegangen
werden, dass der Versicherte lediglich teilweise in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
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gewesen sei. Nicht er, sondern die IV-Stelle habe sich nie ernsthaft um eine berufliche
Eingliederung bemüht.
K.
Die IV-Stelle verzichtete am 6. Juni 2008 auf eine Stellungnahme.

Considerations:
Erwägungen:
1.
Die Verfügung vom 23. August 2007 ist dem Beschwerdeführer persönlich zugestellt
worden, obwohl die Beschwerdegegnerin über das Vertretungsverhältnis informiert
war. Dieser Zustellfehler ist vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und von der
Beschwerdegegnerin erst am 27. September 2007 erkannt worden. Die
Beschwerdegegnerin hat am 1. Oktober 2007 mit der Zustellung einer Kopie der
Verfügung vom 23. August 2007 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
reagiert. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat schliesslich am 10. Oktober
2007 Beschwerde erhoben. Er ist also offensichtlich davon ausgegangen, dass die
Beschwerdefrist nicht mit der Zustellung der Verfügung an den Beschwerdeführer,
sondern mit der Zustellung der Kopie der Verfügung an ihn selbst zu laufen begonnen
habe. Zu prüfen ist, ob diese Rechtsauffassung richtig ist oder ob die Beschwerdefrist
am 10. Oktober 2007 bereits abgelaufen war. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung hat eine anwaltlich vertretene versicherte Person, der die Verwaltung
rechtswidrigerweise (Art. 37 Abs. 3 ATSG) eine Verfügung direkt zustellt, die Pflicht,
sich spätestens am 30. Tag nach der Zustellung bei ihrem Rechtsvertreter zu
erkundigen, ob ihm die Verfügung auch zugestellt worden sei. Erhält der
Rechtsvertreter erst dadurch Kenntnis von der Verfügung, läuft ab diesem Moment eine
neue Beschwerdefrist, d.h. die Beschwerdefrist, die ursprünglich mit der Zustellung an
die versicherte Person zu laufen begonnen hat, wird bedeutungslos (vgl. EVGE I 598/01
vom 6. August 2002, Erw. 2.2 m.H. auf ARV 2002, 66; EVGE C 168/00 vom 13. Februar
2001, Erw. 3c; EVGE I 129/05 vom 6. Dezember 2005, Erw. 3.2). Die Verfügung vom
23. August 2007 ist dem Beschwerdeführer jedenfalls noch im August 2007 zugestellt
worden. Der Beschwerdeführer hätte sich also bis spätestens Ende September 2007
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bei seinem Rechtsvertreter erkundigen müssen, ob dieser die Verfügung vom 23.
August 2007 ebenfalls erhalten habe, um damit den Lauf einer neuen Beschwerdefrist
auszulösen. Das hat der Beschwerdeführer unterlassen. Trotzdem ist dem
Rechtsvertreter noch im September 2007 zur Kenntnis gelangt, dass dem
Beschwerdeführer eine vom 23. August 2007 datierende Verfügung zugestellt worden
war. Auch damit hat eine neue Beschwerdefrist zu laufen begonnen, denn die
Anwendbarkeit der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann aus
Gleichbehandlungsgründen nicht davon abhängen, von wem der Rechtsvertreter noch
während der laufenden ursprünglichen Beschwerdefrist erfahren hat, dass dem
Beschwerdeführer im August 2007 eine Verfügung zugestellt worden war. Die
Beschwerde ist somit rechtzeitig innerhalb der ab dem 28. September 2007 laufenden
neuen Beschwerdefrist erhoben worden, so dass auf sie einzutreten ist. Das würde im
übrigen auch dann gelten, wenn die bundesgerichtliche Rechtsprechung so zu
verstehen wäre, dass die neue Beschwerdefrist nur durch den Beschwerdeführer
selbst hätte in Gang gesetzt werden können, der Beschwerdeführer also selbst seinen
Rechtsvertreter noch vor dem Ablauf der ursprünglichen Beschwerdefrist über die
Zustellung der Verfügung vom 23. August 2007 hätte informieren müssen. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen geht nämlich davon aus, dass es der
Beschwerdegegnerin frei steht, die mangelhaft eröffnete Verfügung zu widerrufen und
durch eine neue, diesmal korrekte, d.h. dem Rechtsvertreter eröffnete Verfügung zu
ersetzen (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai
2007, IV 2006/282). Im vorliegenden Fall müsste die als Zustellung einer Kopie der
Verfügung vom 23. August 2007 ausgegebene Vorgehensweise als Erlass einer neuen,
diesmal korrekt eröffneten Verfügung interpretiert werden. Auch damit wäre die
Beschwerdefrist gewahrt. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat den Vorbescheid begründet. Der Beschwerdeführer hat
sich in seiner Stellungnahme zum Vorbescheid auf diese Begründung bezogen. In der
angefochtenen Verfügung vom 23. August 2007 hat die Beschwerdegegnerin die
bereits im Vorbescheid enthaltene Begründung wiederholt. Zusätzlich hat sie auf die
Vorbringen des Beschwerdeführers in der Stellungnahme zum Vorbescheid reagiert,
indem sie (sinngemäss) ausgeführt hat, sie habe den Rentenanspruch nochmals
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überprüft. Aufgrund der Akten habe ab Mai 2005 keine vollständige Arbeitsunfähigkeit
mehr bestanden. Deshalb halte sie an ihrem Entscheid fest. Bei der Beantwortung der
vom Beschwerdeführer aufgeworfenen Frage, ob damit wenigstens kurz die
Überlegungen genannt worden seien, von denen sich die Beschwerdegegnerin habe
leiten lassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar N. 23 zu Art. 49 ATSG), ist zu
beachten, dass nur jener Teil der Verfügungsbegründung, der sich mit der
Stellungnahme zum Vorbescheid auseinandersetzt, als unzureichend gerügt worden
ist. Der Beschwerdeführer hat sich in seiner Stellungnahme zum Vorbescheid darauf
berufen, dass die Entwicklung seiner Arbeitsunfähigkeit ab 2005 falsch bzw.
unzureichend abgeklärt worden sei und dass im Jahr 2005 berufliche
Eingliederungsmassnahmen zu verfügen gewesen wären, wenn er damals tatsächlich
zu 50% arbeitsfähig gewesen wäre. Der Beschwerdeführer verfügte bereits aus dem
Vorbescheidsverfahren über eine vollständige Aktenkenntnis. Die Beschwerdegegnerin
konnte also darauf verzichten, den Inhalt einzelner relevanter Aktenstücke
wiederzugeben. In bezug auf die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers war es nicht nötig, sich ausführlich mit den
Sachverhaltsbehauptungen in der Stellungnahme zum Vorbescheid
auseinanderzusetzen. Es genügte, auf die bereits im Vorbescheid dargestellte
Würdigung der Aktenlage zu verweisen, denn damit war klar, dass die
Beschwerdegegnerin die Behauptungen des Beschwerdeführers als nicht überzeugend
qualifizierte und dass sie deshalb weiterhin die in den Akten ausgewiesene Erhöhung
der Arbeitsunfähigkeit von 50% auf 100% im März 2006 als überwiegend
wahrscheinlich betrachtete. Zum Vorwurf des Beschwerdeführers, es hätten berufliche
Eingliederungsmassnahmen verfügt werden müssen, wenn er im Jahr 2005 tatsächlich
nur zu 50% arbeitsunfähig gewesen wäre, musste sich die Beschwerdegegnerin nicht
äussern, denn es war offenkundig, dass dazu schon aus zeitlichen Gründen keine
Gelegenheit bestanden hatte. Der Beschwerdeführer war also auch ohne eine
detaillierte Auseinandersetzung mit seinen Einwänden in der Stellungnahme zum
Vorbescheid ohne weiteres in der Lage, die Auffassung der Beschwerdegegnerin zu
erkennen, auf ihre Überzeugungskraft zu prüfen und zu entscheiden, ob und
gegebenenfalls mit welchen Argumenten er die Verfügung vom 23. August 2007
anfechten sollte. Trotz der Kürze des auf die Vorbringen in der Stellungnahme zum
Vorbescheid bezogenen Begründungsteils ist die Beschwerdegegnerin demnach ihrer
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Begründungspflicht ausreichend nachgekommen. Es liegt keine Verletzung des
Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör vor, die eine Rückweisung
der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zum Erlass einer ausreichend begründeten
Verfügung erfordern würde.
3.
3.1 Grundsätzlich erwächst nur das Dispositiv eines Urteils in Rechtskraft. Verweist
das Dispositiv eines Rückweisungsurteils allerdings ausdrücklich auf die
Urteilserwägungen, so werden diese zum Bestandteil des Dispositivs und haben Teil an
der Rechtskraft des Urteils (vgl. BGE 120 V 235; 113 V 159; Kölz/Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2.A., Rz 694 S. 246).
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinem (rechtskräftigen) Urteil
vom 25. September 2006 die Streitsache "zur weiteren Abklärung und neuer
Verfügung" an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Urteilsdispositiv fehlt also
der Verweis auf die Urteilserwägungen. Würde man nur auf den Wortlaut dieses
Urteilsdispositivs abstellen, käme den in den Urteilserwägungen (Erw. 3c a.E.)
enthaltenen konkreten Anweisungen an die Beschwerdegegnerin kein Urteilscharakter
zu, d.h. diese Handlungsanweisungen wären für die Beschwerdegegnerin nicht
verbindlich. Die Beschwerdegegnerin wäre dann zwar aufgrund des Urteils vom 25.
September 2006 verpflichtet gewesen, weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen
und dann neu zu verfügen. Sie wäre aber nicht verpflichtet gewesen, rückwirkend ab
dem Einstellungszeitpunkt wieder die Rente auszurichten, nachdem sich eine
berufliche Eingliederung des Beschwerdeführers als krankheitsbedingt unmöglich
erwiesen hatte. Auch das Dispositiv eines Urteils bedarf der Interpretation. Dabei kann
nicht allein auf den Wortlaut abgestellt werden. Vielmehr ist - in Analogie zur Praxis der
Verfügungsinterpretation (vgl. etwa BGE 120 V 496 ff. Erw. 1a m.H.) - nach dem
tatsächlichen rechtlichen Gehalt zu fragen. Dieser erschliesst sich oft erst dann, wenn
auch die Urteilsbegründung in die Interpretation einbezogen wird. Das trifft auch für
das Dispositiv des Urteils vom 25. September 2006 zu. Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen hat nämlich in der Erwägung 4 festgehalten, dass es die
Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutheisse. Dies deutet darauf hin, dass
eigentlich auch im Dispositiv auf die Erwägungen hätte verwiesen werden sollen, um
diese zum Bestandteil des Dispositivs zu machen. Dafür spricht auch, dass das
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Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in der Erwägung 3c sehr konkrete
Handlungsanweisungen an die Beschwerdegegnerin formuliert hat. Diese hätten wenig
Sinn gemacht, wenn sich die Beschwerdegegnerin nicht an sie hätte halten müssen.
Das Dispositiv des Urteils vom 25. September 2006 muss deshalb so interpretiert
werden, dass der Verweis auf die Urteilserwägungen irrtümlich unterblieben ist. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat die Streitsache also zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und zur neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Das bedeutet, dass die Handlungsanweisungen
in der Erwägung 3c a.E. für die Beschwerdegegnerin verbindlich waren.
3.2 Das Dispositiv des Urteils vom 25. September 2006 bzw. der letzte Satz der
Erwägung 3c bedarf ebenfalls der Interpretation, da der Wortlaut nicht eindeutig ist.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat dort nämlich nur angeordnet,
dass die Rente ab dem Einstellungszeitpunkt wieder auszurichten sei, wenn sich
berufliche Eingliederungsmassnahmen aus gesundheitlichen Gründen als unmöglich
erweisen sollten. Die Beschwerdegegnerin hat die Wendung, die Rente sei wieder
auszurichten, so interpretiert, dass auf den Einstellungstag eine Rentenberechtigung zu
prüfen sei. Sie ist also davon ausgegangen, dass ihr im Urteil vom 25. September 2006
die Freiheit eingeräumt worden sei, den Rentenanspruch ab dem Einstellungstag auf
der Grundlage des Ergebnisses der zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen neu zu
prüfen. Nach der Auffassung der Beschwerdegegnerin würde die im letzten Satz der
Erwägung 3c verwendete Formulierung, die Rente sei wieder auszurichten, also
bedeuten, dass der Invaliditätsgrad neu zu ermitteln sei. Dieses Interpretationsergebnis
weicht stark vom Wortlaut ab. Weit naheliegender ist die Auslegung, dass ab dem
Einstellungsdatum wieder die bisherige ganze Rente auszurichten sei. Welche dieser
beiden Interpretationen der - verbindlichen - Erwägung 3c die richtige ist, erschliesst
sich aus dem Gesamtzusammenhang, in dem diese Erwägung steht. Der
Beschwerdeführer hatte sich im ersten Halbjahr 1995 noch in der Umschulung
befunden, als eine Gesundheitsverschlechterung ihn umschulungsunfähig gemacht
hatte. Die Umschulung war deshalb abgebrochen und bis zur Wiederherstellung der
Gesundheit und damit der Eingliederungsfähigkeit sistiert worden. Die
Rentenzusprache vom 14. Dezember 1995 beruhte demnach nicht auf einem durch
einen regulären Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG ermittelten Invaliditätsgrad
nach durchgeführter beruflicher Wiedereingliederung, sondern auf der vollständigen
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Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im erlernten Beruf. Dr. med. C._ hat in
seinem Gutachten vom 6. April 2004 für eine sitzende Tätigkeit - und damit auch für
eine Umschulung in eine solche Tätigkeit - eine Arbeitsfähigkeit von 100% angegeben
und zwar rückwirkend ab dem Frühjahr 1996. Die Beschwerdegegnerin hat dies so
verstanden, dass der Beschwerdeführer in seinem erlernten Beruf zwar durchgehend
vollständig arbeitsunfähig, in einer adaptierten Erwerbstätigkeit aber seit Frühjahr 1996
arbeitsfähig sei. Sie hat daraus den Schluss gezogen, dass die Invaliditätsbemessung
anhand des zumutbaren Invalideneinkommens in einer adaptierten Hilfsarbeit erfolgen
müsse, weil der Beschwerdeführer eine mögliche und zumutbare Umschulung als
unmöglich betrachte. Damit betrage der Invaliditätsgrad weniger als 40%, so dass die
laufende ganze Rente einzustellen sei. Entsprechend hat sie am 13. April 2005 verfügt.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat diese Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin in seinem Urteil vom 25. September 2006 als Revision nach Art.
17 Abs. 1 ATSG qualifiziert. Bei diesem Revisionsverfahren war zu beachten, dass die
Zusprache einer ganzen Rente ausschliesslich auf der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers beruht hatte. Die revisionsrechtlich relevante nachträgliche
Sachverhaltsveränderung hätte demnach darin bestanden, dass ab dem Frühjahr 1996
neu für eine sitzend auszuübende, körperlich nicht belastende Tätigkeit (nicht aber für
den erlernten Beruf) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen war.
Dem Beschwerdeführer wäre es also neu möglich gewesen, ein Invalideneinkommen
zu erzielen. Vor dem Eintritt der Behinderung war der Beschwerdeführer im erlernten
Beruf als CNC-Operateur tätig. Sein Lohn lag erheblich über dem Durchschnittslohn
der Hilfsarbeiter, er entsprach dem Durchschnittslohn der Facharbeiter. Der
Beschwerdeführer war also Berufsmann und nicht Hilfsarbeiter. Nach der
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit wenigstens in einer adaptierten Tätigkeit (nicht
als CNC-Operateur) hätte der Beschwerdeführer zwar grundsätzlich eine solche
Hilfsarbeit ausüben können. Ob ihm dies aber zumutbar gewesen wäre, kann offen
bleiben, denn mit der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit war auch die Fähigkeit der Umschulung in eine adaptierte (qualifizierte)
Tätigkeit wiederhergestellt, womit die berufliche Eingliederung in der Form einer
qualifizierten Berufsausbildung hätte fortgeführt werden müssen. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat deshalb in seinem Urteil vom 25.
September 2006 festgestellt, dass eine revisionsweise Einstellung der laufenden
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ganzen Invalidenrente erst nach dem erfolgreichen Abschluss der Umschulung möglich
gewesen wäre. Unter diesen Umständen kann die relevante Wendung in der Erwägung
3c des Urteils vom 25. September 2006 nur so interpretiert werden, dass ab dem
Einstellungszeitpunkt wieder die ganze Rente auszurichten sei. Die Verfügung vom 13.
April 2005 hätte allerdings auch als Sanktion einer Verletzung der Eingliederungspflicht
gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG qualifiziert werden können. Der Beschwerdeführer ist
im Frühjahr 2005 tatsächlich eingliederungsfähig gewesen. Seine - nach wie vor
vertretene - gegenteilige Auffassung ist nicht stichhaltig. Die Sanktion der Missachtung
der Eingliederungspflicht in der Verfügung vom 13. April 2005 war deshalb an sich
richtig. Sie ist aber verfahrensrechtlich in unzulässiger Weise zustande gekommen,
denn das unverzichtbare Mahn- und Bedenkzeitverfahren ist unterblieben. Nach dem
Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25.
September 2006 ist keine Umschulung mehr möglich gewesen, da der
Beschwerdeführer wieder in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig gewesen ist. Es
ist deshalb mangels einer Eingliederungspflicht nicht mehr möglich gewesen, das
Mahn- und Bedenkzeitverfahren nachzuholen. Damit ist die Anordnung einer
Renteneinstellung gestützt allein auf Art. 21 Abs. 4 ATSG definitiv rechtswidrig
gewesen. Das bedeutet, dass die Erwägung 3c des Urteils vom 25. September 2006
auch dann, wenn die Verfügung vom 13. April 2005 als eine Sanktionsverfügung zu
qualifizieren wäre, so interpretiert werden müsste, dass ab dem Einstellungszeitpunkt
wieder eine ganze Rente zuzusprechen war, wenn aus gesundheitlichen Gründen keine
berufliche Eingliederung möglich war, denn die Sanktion wäre ersatzlos dahingefallen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin sowohl bei einer
Qualifikation der Verfügung vom 13. April 2005 als Revisionsverfügung als auch bei
einer Qualifikation dieser Verfügung als Sanktion mit der angefochtenen Verfügung vom
23. August 2007 eine verbindliche Anweisung im rechtskräftigen Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. September 2006, ab dem
Einstellungstag wieder die ganze Rente zuzusprechen, missachtet hat. Die
angefochtene Verfügung ist deshalb als rechtswidrig aufzuheben und durch die
Zusprache einer ganzen Rente auch für die Zeit vom 1. Juni 2005 bis zum 30. April
2006 zu ersetzen.
4.
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Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde vollumfänglich
gutzuheissen. Der Beschwerdeführer hat deshalb einen Anspruch auf eine ungekürzte
Parteientschädigung. Diese bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses. Angesichts der
Tatsache, dass es sich um ein Beschwerdeverfahren handelt, das die Umsetzung eines
früheren gerichtlichen Rückweisungsentscheides betrifft, rechtfertigen die beiden
Bemessungskriterien die Zusprache einer deutlich unterdurchschnittlichen
Parteientschädigung von Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Dasselbe gilt für die Gerichtsgebühr, die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG nach dem
Verfahrensaufwand zu bemessen ist. Eine Gebühr von Fr. 400.- erscheint als
angemessen. Sie ist von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird dem Beschwerdeführer rückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG