Decision ID: bb64cd77-7bb8-4a49-93cf-9802f2a531b5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war vom 1. März 2004 bis zum 14. April 2011 als Hilfspflegerin in einem Pflegeheim tätig (vgl.
Urk.
7/16)
.
Unter Hinweis auf
eine Depression meldete sich
die Versicherte
am
15. November 2011
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/4
).
Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/15;
Urk.
7/28;
Urk.
7/31) sowie der SUVA (
Urk.
7/35;
Urk.
7/64) bei und holte bei der
Z._
ein
polydiszipli
näres
Gutachten ein, das am 20. August 2015 erstattet wurde (Urk. 7/73).
Mit
Verfügung vom
2
2.
Februar 2016 verneinte sie
einen
Anspruch de
r
Versicherten auf
Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/77
).
Die Versicherte ersuchte mit Schreiben vom 7. April 2016 (
Urk.
7/82) darum, die Verfügung vom 2
2.
Februar 2016 zurückzuziehen, da sie den Vorbescheid vom 16. Dezember 2015 (
Urk.
7/75) nicht erhalten habe.
2.
Ebenfalls
am
7. April 2016 erhob die Versicherte vorsorglich
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
2.
Februar 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzu
heben und es sei ihr rückwirkend per 1. Mai 2013 eine
Viertelsrente
zuzuspre
chen, eventuell seien berufliche Massnahmen anzuordnen (
Urk.
1 S. 2 Ziff. 1-3). In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
(
Urk.
1 S. 2 Ziff. 4). Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2016 (Urk. 6) um Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
ihr
der Vorbescheid vom 16. Dezember 2015
nicht
zugestellt worden sei.
Auch beim Sozialzentrum
A._
, welches ebenfalls als Empfänger aufgeführt werde, sei der Vorbescheid nie eingegangen.
Entsprechend habe sie ein Schrei
ben an die Beschwerdegegnerin gesandt mit der Bitte, die Verfügung zurückzu
ziehen (S. 4
Ziff. 1 und Ziff. 4
).
1.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort (
Urk.
6)
dazu
fest, dass ein Rückkommen auf die angefochtene Verfügung zur Wiederaufnahme des
Vorbescheidverfahrens
einem administrativen Leerlauf gleichkäme, da auch nach Prüfung der Einwände kein anderer Entscheid gefällt würde
und die Ein
wände im vorliegenden Beschwerdeverfahren umfassend geprüft werden könn
ten
(S. 2 Mitte).
2.
2.1
G
emäss
Art. 57a
Abs.
1 d
es Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit
.
Die versicherte Person hat An
spruch auf rechtliches Gehör im Sinne von
Art.
42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
.
2.2
Gemäss Art. 29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) sowie Art.
42
ATSG
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einer
seits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstel
lung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Er
lass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erhebli
chen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be
weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äus
sern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368
E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sa
che selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkre
ten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387
E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.
Vorliegend
ist unbestritten, dass d
a
s Gehörsrecht der Beschwerdefüh
rerin in Form des Vorbescheides zu wahren
war
.
Angesichts der
Ausführungen
der Be
schwerdeführerin und der Stellungnahme der Beschwerdegegnerin muss davon ausgegangen werden, dass der
in
den Akten
befindliche
Vorbescheid vom
16. Dezember 2015
(
Urk.
7/75)
nicht versandt, mithin
der Beschwerdeführerin nicht zugestellt wurde.
Demnach hat
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin vor Erlass der Verfügung vom
2
2. Februar 2016 keine Gelegenheit eingeräumt, zur in Aussicht stehenden Abweisung ihres Leistungsgesuchs Stellung zu nehmen.
Da es sich bei der hier verfügten Abweisung des
Leistungs
begehrens
fraglos um einen erheblichen Eingriff in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin handelt, stellt der Erlass der
V
erfügung ohne vorherige Anhörung eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Sache ist daher
zur
Gehörsgewäh
rung
an die Vorin
stanz zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
4
.
Die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
4
00
.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen. Damit erweist sich das Gesuch de
r Beschwerdeführerin
um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4
) als gegenstandslos.