Decision ID: adfbb2ea-8f51-4de8-b24d-5e5fb55328a3
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Im Dezember 2018 ersuchte A._, russische Staatsbürgerin, gebo-
ren 1953, um eine Aufenthaltsbewilligung mit dem Ziel, fortan in der
Schweiz bei ihrer Tochter, B._, und ihrem Schwiegersohn,
C._, beide britisch-schweizerische Staatsbürger, zu leben.
B.
Nach mehreren Abklärungen befürwortete der Kanton Waadt im März 2020
die Erteilung einer Bewilligung gestützt auf das Abkommen vom 21. Juni
1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über
die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) und leitete den Fall zur Geneh-
migung dem Staatssekretariat für Migration (nachfolgend: SEM) weiter.
C.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verweigerte das SEM die Ge-
nehmigung mit Verfügung vom 14 Juli 2020. Es hielt namentlich fest, dass
die Tochter (...) bei der X._ in (...) sei, womit sie sich nicht auf das
FZA berufen könne. So auch der Schwiegersohn, habe dieser doch die
Beziehung zu seiner Schwiegermutter erst nach der Heirat in der Schweiz
im Oktober 2010 aufgebaut. Gemäss AIG (SR 142.20) seien die Eltern
nicht nachzugsfähig. Aber auch unter Art. 3 Anhang 1 FZA sei eine Bewilli-
gung zu verweigern, sei A._ nicht auf die Unterstützung ihrer Fami-
lie in der Schweiz angewiesen. Schliesslich sei auch kein Abhängigkeits-
verhältnis gemäss Art. 8 EMRK ersichtlich.
D.
Mit Beschwerde vom 21. August 2020 ersuchten die Beschwerdeführer
das Bundesverwaltungsgericht (nachfolgend: BVGer) namentlich die Ver-
fügung vom 14. Juli 2020 aufzuheben und eventualiter die Sache zur Neu-
beurteilung an das SEM zurückzuweisen. Sie argumentieren, das FZA sei
anwendbar, habe B._ doch noch vor ihrer Heirat als Arbeitnehmerin
in der Schweiz von ihrem FZA-Recht Gebrauch gemacht. Weiter erklären
sie, A._ und ihrem Ehemann stünde eine Summe von 23'267.94
Rubel monatlich zur Verfügung, die Lebenshaltungskosten in der Region
Krasnodar beliefen sich jedoch für zwei Personen auf 41'944.76 Rubel
(ohne Wohn- und Krankenversicherungsschutz).
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E.
Am 11. September 2020 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht einbe-
zahlt.
F.
Die Vorinstanz schloss in der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2020 auf
Abweisung der Beschwerde.
G.
Im Juni und im November 2021 erkundigten sich die Beschwerdeführer
nach dem Stand des Verfahrens. Infolge Instruktionsmassnahme vom
21. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführer mit Brief vom 21. Feb-
ruar 2022 mehrere Beweismittel ein. Mit Schreiben vom 11. März 2022 ba-
ten sie das Gericht um eine rasche Verfahrenserledigung, da momentan
keine Geldüberweisungen nach Russland mehr möglich seien.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM betreffend die Zustimmung zur Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Die Beschwerdeführer haben ein schutzwürdiges Interesse an der Än-
derung oder Aufhebung der angefochtenen Verfügung und sind zur Erhe-
bung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen
Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist [Art. 50 Abs. 1 VwVG], Form
der Beschwerde [Art. 52 VwVG] und Bezahlung des Kostenvorschusses
[Art. 63 Abs. 4 VwVG]) sind erfüllt.
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
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VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-
punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2).
3.
Gemäss Art. 99 AIG in Zusammenhang mit Art. 6 Bst. f der Verordnung des
EJPD über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländer-
rechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide (RS 142.201.1) ist das Ertei-
len einer Aufenthaltsbewilligung in Anwendung von Art. 3 von Anhang I FZA
vom SEM genehmigungsbedürftig.
4.
Zuerst ist mit dem SEM festzuhalten, dass gemäss Art. 42 Abs. 1 AIG nur
(ausländische) Ehegatten und minderjährige Kinder nachgezogen werden
können. Es besteht vorliegend keine Nachzugsmöglichkeit nach AIG, was
die Beschwerdeführer denn auch nicht geltend machen. Auch aus der
Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK können die Beschwerdeführer nichts zu
ihren Gunsten ableiten. Diese Bestimmung schützt die Kernfamilie, d.h. die
Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern. Über die-
sen engen Kern hinausgehende Beziehungen zwischen nahen Verwand-
ten – wie vorliegend zwischen der Beschwerdeführerin 1 zu ihrer Tochter
und ihrem Schwiegersohn – fallen demgegenüber nur dann unter den
Schutz der Einheit der Familie, wenn zwischen diesen Personen nebst ei-
ner nahen, echten und tatsächlich gelebten Beziehung auch ein eigentli-
ches Abhängigkeitsverhältnis besteht (BGE 144 II 1 E. 6.1; BVGE 2008/47
E. 4.1.1). Dieses kann sich namentlich aus besonderen Betreuungs- oder
Pflegebedürfnissen wie bei körperlichen oder geistigen Behinderungen
und schwerwiegenden Krankheiten ergeben (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1e).
Die Beziehung fällt nur unter den Schutz von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, wenn sie
aufgrund der bestehenden Abhängigkeit besonders eng ist (Urteil des
BGer 2C_867/2016 vom 30. März 2017 E. 2.2). Der geschilderte gesund-
heitliche Zustand der Beschwerdeführerin 1, welche zusammen mit ihrem
Ehemann lebt, und ihre Beziehung zu den Beschwerdeführern 2 und 3 er-
füllen ein dem Schutzgedanken von Art. 8 EMRK entsprechendes ver-
wandtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis nicht. Dies machen die Be-
schwerdeführer in ihrer Beschwerde auch nicht geltend.
F-4188/2020
Seite 5
5.
Als nächstes ist zu prüfen, ob das FZA anwendbar ist.
5.1 Vorliegend verneint das SEM die Anwendbarkeit des FZA aufgrund der
Erwerbstätigkeit der Tochter bei der X._ und die damit verbundene
EDA-Legitimationskarte, lässt die Frage schliesslich aber offen. Die Be-
schwerdeführer argumentieren, dass die damals nur britische Beschwer-
deführerin 2 bei ihrer Einreise in die Schweiz im August 2010 von ihrem
FZA-Recht Gebrauch machte, um hier einer privatrechtlichen Erwerbstä-
tigkeit nachzugehen. Erst im Oktober 2010 habe sie den Beschwerdeführer
3 geheiratet und später bei der X._ angefangen zu arbeiten. Einmal
«aktiviert», bleibe das FZA anwendbar. Somit sei dieses Abkommen unab-
hängig der Frage des X._-Mitarbeiterstatus anzuwenden. Sie be-
streiten die Nichtanwendbarkeit des FZA in Bezug auf den Beschwerde-
führer 3 nicht. Das SEM erwidert die Argumentation in seiner Vernehmlas-
sung nicht.
5.2 Im Zeitpunkt der Gesuchstellung im Dezember 2018 war das Vereinigte
Königreich noch Konventionsstaat des FZA. Dieses gilt denn auch weiter-
hin für Familiennachzugsgesuche, die bis zum 31. Dezember 2020 gestellt
wurden (vgl. das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland
über die Rechte der Bürgerinnen und Bürger infolge des Austritts des Ver-
einigten Königreichs aus der Europäischen Union und des Wegfalls des
Freizügigkeitsabkommens vom 25. Februar 2019 [RS 0.142.113.672]).
Auch EU-Schweizer Doppelbürger können sich auf das FZA berufen, so-
fern sie von ihrem FZA-Recht einmal Gebrauch gemacht haben (BGE 135
II 369 E. 2, 143 II 57 E. 3, insbesondere E. 3.8.2).
Gemäss Art. 3 der Verordnung über den freien Personenverkehr zwischen
der Schweiz und der Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten, zwi-
schen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sowie unter den Mit-
gliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation vom 22. Mai 2002
(VFP; RS 142.203) in Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 Bst. b der Verordnung
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007
(VZAE; RS 142.201), gilt die VFP nicht für EU- und EFTA-Angehörige und
ihre Familienangehörigen, solange diese ihre Funktion als Beamte interna-
tionaler Organisationen mit Sitz in der Schweiz ausüben und eine vom EDA
ausgestellte Legitimationskarte besitzen.
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5.3 Die Beschwerdeführerin 2 ist als britischen Staatsangehörige in die
Schweiz eingereist und ging hier einer privatrechtlichen Erwerbstätigkeit
nach, bevor sie den Beschwerdeführer 3 heiratete (so die unumstritten ge-
bliebene Tatsachendarstellung in BVGer-act. 1 S. 5f. und Anhang 8). Somit
scheint sie von ihrem FZA Recht Gebrauch gemacht zu haben. Erst 2017
hat sie ihre Funktion bei der X._ aufgenommen (SEM-act. 2 S. 120).
Nach ihrer Einbürgerung 2018 stellte sie zusammen mit ihrem Ehemann
das Familiennachzugsgesuch. Schon im Zeitpunkt der Gesuchstellung be-
sass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Schweizer Staatsbürgerschaft
daher keine EDA Legitimationskarte mehr. Das FZA scheint somit anwend-
bar zu sein, was aber im Lichte der nachfolgenden Überlegungen zur Ab-
weisung der Beschwerde führt.
6.
6.1 Nach Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b Anhang I FZA haben Familienan-
gehörige einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei ist und
ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Als Fa-
milienangehörige gelten auch die Verwandten und die Verwandten des
Ehegatten in aufsteigender Linie, denen Unterhalt gewährt wird. Die ent-
sprechende Eigenschaft ergibt sich aus einer tatsächlichen Situation, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass der erforderliche Unterhalt des Familien-
angehörigen vom Aufenthaltsberechtigten zumindest teilweise und regel-
mässig in einer gewissen Erheblichkeit materiell sichergestellt wird. Dabei
kommt es darauf an, ob der nachzuziehende Verwandte in Anbetracht sei-
ner wirtschaftlichen und sozialen Situation in der Lage ist, seine Grundbe-
dürfnisse selber abzudecken, oder ob er zusätzliche Mittel benötigt, die ihm
vom Aufenthaltsberechtigten erbracht werden.
Geht es in Wirklichkeit nicht um den Zweck der Familienzusammenfüh-
rung, ist eine Beschränkung des Nachzugs nicht geeignet, die im FZA ver-
ankerte Personenfreizügigkeit massgeblich zu beeinträchtigen, und der
Anspruch fällt dahin (BGE 139 II 393 E. 2.1; Urteile des BGer 2C_71/2016
vom 14. November 2016 E. 3.4; 2C_1144/2012 vom 13. Mai 2013 E. 4.2;
2C_274/2012 vom 8. Juli 2013 E. 2.2.1). Es muss deshalb ein minimales
tatsächliches (soziales) Familienleben zu den nachzuziehenden Angehöri-
gen vorbestanden haben; mit anderen Worten muss die Beziehung intakt
und sachgerecht tatsächlich gelebt worden sein (BGE 136 II 65 E. 5.2; 136
II 177 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 143 II 57 E. 3.8); eine solche Beziehung
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stellte das SEM vorliegend nicht in Frage, obwohl das Gesuch um Famili-
enzusammenführung erst 8 Jahre nach Einreise in die Schweiz gestellt
wurde.
Der Unterhaltsbedarf muss für die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 lit. b An-
hang I FZA im Zeitpunkt bestehen, in dem der Familiennachzug beantragt
wird (Urteil des BGer 2C_757/2019 vom 21. April 2020 E. 4 m.w.H). Dass
für den Unterhalt in der Schweiz gesorgt wird, scheint das SEM für den
vorliegenden Fall nicht in Abrede zu stellen. Um die Bedürftigkeit («à
charge») der Verwandten in aufsteigender Linie zu bestimmen, muss be-
urteilt werden, ob diese in ihrem Wohnsitzstaat für ihr eigenes Existenzmi-
nimum aufkommen können oder nicht («subvenir à leurs besoins essen-
tiels» ; Urteil des BGer 2C_629/2018 vom 6. Februar 2019 E. 4.1; BVGE
2020 VII/1 E. 8.3.2; Urteil des BVGer F-4084/2018 vom 1. November 2021
E. 6.2).
6.2 Die Bedürftigkeit muss grundsätzlich im Zeitpunkt der Gesuchstellung,
vorliegend im Dezember 2018, gegeben sein. Da genaue Informationen für
diesen Zeitpunkt aber in den Akten fehlen, wird auf die aktuellen Verhält-
nisse abgestellt, weshalb das Gericht die Sache im Dezember 2021 auch
instruiert hat. Dies sollte aber zu keinem wesentlich anderen Ergebnis füh-
ren, was die Beschwerdeführer denn auch nicht geltend machten. In die-
sem Zusammenhang sei jedoch erwähnt, dass einer der grössten Ausga-
benposten 2021 diverse Zahnbehandlungen waren, die 2018, als die mo-
natliche gemeinsame Rente etwa 5'000 Rubel tiefer lag, keine Ausgaben
bildeten; die Beschwerdeführer machten in ihrer Beschwerde von 2020
denn auch monatliche Ausgaben von ca. 42'000 Rubel (ohne Wohnkosten)
geltend – im Gegensatz zu den im Februar 2022 aufgeführten ca. 62'000
Rubel.
6.3 Gemäss Art. 8 ZGB hat derjenige das Vorhandensein einer behaupte-
ten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Der Untersuchungs-
grundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert
(Art. 90 AIG). Diese kommt naturgemäss bei Tatsachen zum Tragen, die
eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung
gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden könnten,
so wie in casu die verschiedenen Einnahme- und Ausgabenposten. In der
Instruktionsmassnahme vom 21. Dezember 2021 wurden die vertretenen
Beschwerdeführer denn auch darauf hingewiesen, dass, sollten sie eine
geforderte Unterlage nicht einreichen können, sie verpflichtet seien, dies
genau zu begründen, andernfalls das Fehlen der Unterlagen als Verletzung
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Seite 8
der Mitwirkungspflicht gewertet werden und bei der Beweiswürdigung zu
ihren Lasten ausfallen könne (BVGer-act. 12).
6.4 Nach einer kurzen Einleitung in die wirtschaftlichen Gegebenheiten von
Rentnern in Russland insbesondere in Region Krasnodar, wo die Be-
schwerdeführerin 1 mit ihrem Ehemann mit einer Gesamtrente von
28'020.39 Rubel lebt (BVGer-act. 13 Anhänge 1 und 2; E. 6.4.1), setzt sich
das Gericht mit den geltend gemachten 62'075 Rubel monatlichen Lebens-
haltungskosten auseinander (BVGer-act. 13 Anhänge 4ff.; E. 6.4.2).
6.4.1 Nach Einschätzung verschiedener russischer Medien, allerdings ba-
sierend auf anekdotischer Evidenz und nicht empirisch belegt, ist eine Exis-
tenzsicherung mit einer Altersrente, genannt wird oft eine Summe von un-
gefähr 10 000 RUB monatlich, mit Einschränkungen möglich. Es wird aber
darauf hingewiesen, dass dieses Geld nur für das allernötigste Auskom-
men, d.h. eine sehr sparsame Ernährung – dafür würden etwa 3'000 Rubel
ausgegeben – und Wohnkosten, ausreicht. Für Kleider, neue Möbel oder
Elektronik reicht dieses Geld in der Regel nicht – Theater- oder Restau-
rantbesuche sowie Ferien werden gar nicht erst thematisiert. Erwähnt wird
die Bedeutung zusätzlicher Unterstützung, sei es in Form eines kleinen
Nebenverdienstes (Verkauf von selbst angebautem Gemüse) oder Zuwen-
dungen naher Familienangehöriger. Besonders bei Bedarf an medizini-
scher Versorgung, z.B. Medikamente, kann es zu finanziellen Engpässen
kommen («Свеклу покупаю редко, она дорогая»: дневник пенсионерки,
которая живет на 10 тысяч рублей в месяц ["Ich kaufe selten Rüben,
sie sind teuer": das Tagebuch einer Rentnerin, die von 10 Tausend Rubel
im Monat lebt], 01.10.2021, < https://74.ru/text/econo-
mics/2021/10/01/70167497/ >, abgerufen im Juni 2022 ; Геленджикская
городская газета Прибой [Gelendschik Stadtzeitung Priboy], Школа
выживания пенсионеров, или Пенсия — золотая пора? [Überlebens-
schule für Rentner oder Pension - goldene Zeit?], 11.03.2021, < https://gel-
priboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-
pensiya-zolotaya-pora/ >, abgerufen im Juni 2022). Personen, die im Sü-
den der Russischen Föderation leben, haben gewisse Vorteile: Frischpro-
dukte (Gemüse, Früchte) sind günstiger und stehen vermehrt zur Verfü-
gung (Геленджикская городская газета Прибой, Школа выживания
пенсионеров, или Пенсия — золотая пора? [Überlebensschule für Rent-
ner oder Pension - goldene Zeit?], 11.03.2021, < https://gelpri-
boy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-
pensiya-zolotaya-pora/ >, abgerufen im Juni 2022). Die kostenfreie medi-
https://74.ru/text/economics/2021/10/01/70167497/ https://74.ru/text/economics/2021/10/01/70167497/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/ https://gelpriboy.ru/news/obshchestvo/939-shkola-vyzhivaniya-pensionerov-ili-pensiya-zolotaya-pora/
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zinische Versorgung umfasst grundsätzlich die Notfallbehandlung, die am-
bulante Behandlung, inklusive Vorsorge, Diagnose und Behandlung von
Krankheiten zu Hause und in Kliniken sowie die stationäre Behandlung (In-
ternational Organization for Migration [IOM], Country Fact Sheet: Russia,
2020, < https://files.returningfromgermany.de/files/CFS_2020_Rus-
sia_DE.pdf >, abgerufen im Juni 2022). Auch laut dem britischen The In-
dependent sind viele Russen trotz der grundsätzlich kostenlosen medizini-
schen Grundversorgung gezwungen, Ärzte zu bestechen oder zusätzlich
private Krankenversicherungen abzuschliessen, um behandelt zu werden
(The Independant, The horror of Russian healthcare, 02.12.2016,
< https://www.independent.co.uk/news/world/the-horror-of-russian-
healthcare-a7443121.html >, abgerufen im Juni 2022). Die Kosten für Me-
dikamente müssen meist von den Patienten selbst getragen werden, heisst
es in einem Bericht des United Nations Research Institute for Social Deve-
lopment (UNRISD ; Constraints on Universal Health Care in the Russian
Federation: Inequality, Informality and the Failures of Mandatory Health In-
surance Reforms, 02.2015, < https://www.unrisd.org/en/library/publica-
tions/constraints-on-universal-health-care-in-the-russian-federation-ine-
quality-informality-and-the-failur >, abgerufen im Juni 2022).
In der Region Krasnodar bestehen laut dem russischen Informationsportal
subsidii.net, das sich auf staatliche Quellen abstützt, für Personen im Ren-
tenalter abhängig vom Alter und der Rentenhöhe eine Reihe von Vergüns-
tigungen. So gibt es z.B. für Personen über 70 Jahre, sofern ihr Einkom-
men nicht mehr als das Doppelte des Existenzminimums in der Region be-
trägt, zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Zahlung von Fahrten im
Personennahverkehr. Weitere Unterstützung gäbe es auch für das Woh-
nen. Nach der geltenden Gesetzgebung wird auch für die Zahlung der kom-
munalen Nebenkosten ein monetärer Ausgleich gewährt, wenn diese mehr
als 22 Prozent des Gesamteinkommens ausmachen. Für die Sanierung
eines Wohngebäudes (in dem sich z.B. die bewohnte Eigentumswohnung
befindet) wird für den Wohnanteil ein Zuschuss von 100 Prozent gewährt.
Für Personen über 70, aber unter 80, wird ein Rabatt von 80 Prozent des
Schätzpreises gewährt. Ausserdem erhalten Rentner einen Rabatt von 50
Prozent beim Kauf von Medikamenten, für zahlungspflichtige medizinische
Versorgung sowie kostenlosen Zahnersatz (subsidii.net, Льготы
пенсионерам по старости в Краснодарском крае [Vergünstigungen für
Altersrentner in der Region Krasnodar], 07.10.2021, < https://sub-
sidii.net/pensioneram/lgoty-pensioneram-po-starosti-v-krasnodarskom-
krae.html >, abgerufen im Juni 2022).
https://files.returningfromgermany.de/files/CFS_2020_Russia_DE.pdf https://files.returningfromgermany.de/files/CFS_2020_Russia_DE.pdf https://www.independent.co.uk/news/world/the-horror-of-russian-healthcare-a7443121.html https://www.independent.co.uk/news/world/the-horror-of-russian-healthcare-a7443121.html https://www.unrisd.org/en/library/publications/constraints-on-universal-health-care-in-the-russian-federation-inequality-informality-and-the-failur https://www.unrisd.org/en/library/publications/constraints-on-universal-health-care-in-the-russian-federation-inequality-informality-and-the-failur https://www.unrisd.org/en/library/publications/constraints-on-universal-health-care-in-the-russian-federation-inequality-informality-and-the-failur https://subsidii.net/pensioneram/lgoty-pensioneram-po-starosti-v-krasnodarskom-krae.html https://subsidii.net/pensioneram/lgoty-pensioneram-po-starosti-v-krasnodarskom-krae.html https://subsidii.net/pensioneram/lgoty-pensioneram-po-starosti-v-krasnodarskom-krae.html
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6.4.2 Zuerst ist festzuhalten, dass die Gesamtrente der Beschwerdeführe-
rin 1 und ihres Ehemannes von 28'020.39 Rubel das staatlich festgelegte
Existenzminimum für 2022 von 10'227 Rubel pro Person deutlich über-
steigt (< https://rosstat.gov.ru/storage/mediabank/vpm_2022.doc >, abge-
rufen im Juni 2022).
Anschliessend ist auf folgende Posten der eingereichten Ausgabentabelle
und Belege (BVGer-act. 13 Anhang 4ff.) einzugehen:
- Lebensmittelkosten: die geltend gemachten monatlichen 20'000 Rubel
wirken sehr hoch und bleiben auch unbewiesen. In der Tat scheint eine
zwar sparsame, aber genügende Ernährung mit 3'000 bis 4'000 Rubel
pro Person möglich (s. E. 6.4.1). Eine kurze Zusammenstellung eines
Essensplans mit Huhn, Rind und genügend Trinkwasser via TravelTab-
les, ein Preisvergleichsportal, auf das sich die Beschwerdeführer beru-
fen, ergibt ein monatliches Budget für zwei Personen von ca. 7'000 Ru-
bel. Für diesen Budgetposten sollten somit monatlich 8'000 Rubel aus-
reichen, um eine genügend ausgewogene Ernährung zu ermöglichen
(s. auch Travel Safe, Cost of Living in Krasnodar, Russia,
< https://www.travelsafe-abroad.com/cost-of-living/russia/krasno-
dar/ >, abgerufen im Juni 2022, wo von 45 Dollar (knapp 3’000 Rubel)
pro Person pro Monat die Rede ist und auf die günstigen und frischen
Gemüse hingewiesen wird). Ferner werden 7’500 Rubel monatlich für
neue Kleidung und Schuhe geltend gemacht. Nicht nur werden diese
Ausgaben nicht annähernd belegt, auch erscheinen sie übertrieben,
kosten doch gemäss TravelTables ein Sommerkleid um die 2'500 Rubel
und ein paar Rennschuhe der Marke Nike ca. 5'500 Rubel. Es wird da-
her eine monatliche Sparquote für Bekleidung und Schuhe von 1'000
Rubel belassen, was etwa einem neuen Paar Schuhe und zwei neuen
Kleidungsstücken pro Jahr entspricht.
- Gesundheit: diesbezüglich machen die Beschwerdeführer monatliche
Ausgaben von 500 Rubel für Brillen und 500 Rubel für vom Staat nicht
übernommene Arztbesuche geltend. Diese Kostenpunkte werden zwar
nicht belegt, können aber aufgrund ihrer hohen Wahrscheinlichkeit an-
genommen werden. Weiter machen sie über 9'000 Rubel monatlich für
Medikamente geltend. Dazu wurden 3 Quittungen (zwei für März 2021
und eine für Juni 2021) eingereicht, die zum Teil dasselbe Datum und
dasselbe Medikament aufweisen. Die eingereichten Belege ergeben
Kosten von ca. 16'700 Rubel (Rabattbetrag). Sind dies die Jahreskos-
ten, ergäbe dies einen monatlichen Betrag von knapp 1'400 Rubel.
https://rosstat.gov.ru/storage/mediabank/vpm_2022.doc https://www.travelsafe-abroad.com/cost-of-living/russia/krasnodar/ https://www.travelsafe-abroad.com/cost-of-living/russia/krasnodar/
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Stellen dies hingegen Monatskosten dar, was aber unwahrscheinlich
erscheint, wurden denn mehrere Packungen des gleichen Medika-
ments gekauft, so ergäbe dies einen Betrag von monatlich 8'400 Rubel.
Es ist nicht ersichtlich wie die geltend gemachten monatlichen 9'037
Rubel berechnet wurden. Auch befinden sich im Dossier keine Anga-
ben oder Dokumente zu der einzunehmenden Medikamentendosis, die
eine Berechnung erlauben würden. Es muss daher von einem bewie-
senen Betrag von monatlich 1'400 Rubel ausgegangen werden. Ferner
werden monatliche Zahnarztkosten in der Höhe von 3’951 Rubel auf-
geführt. Auch die Berechnung dieses Betrages bleibt unerklärt. Die Be-
schwerdeführer reichten diesbezüglich elf Quittungen von Behandlun-
gen des Ehemanns zwischen September und Oktober 2021 für einen
Gesamtbetrag von 62'270 Rubel ein, was für ein Jahr einen monatli-
chen Abschreiber von knapp 5'200 Rubel ergäbe. Allerdings scheinen
diese Kosten nicht jährlich zu entstehen, sondern ein ausserordentli-
cher Eingriff zu sein. Inwiefern es zudem notwendig war, sieben Zähne
gleichzeitig zu behandeln (namentlich mit Kronen) kann offenbleiben.
Denn die Kosten – sofern sie notwendig und privat zu tragen sind (s. E.
6.4.1 in fine) – können denn auch über mehrere Monate oder sogar
Jahre abgeschrieben werden. Die Sparquote von monatlich etwa 2’700
Rubel (s. E. 6.4.2 in fine) würde eine Abschreibung innert zwei Jahren
erlauben, was tragbar erscheint. Schliesslich sind 3'000 Rubel mit «po-
diatrist» vermerkt. Sowohl die Kostenhöhe als die Notwendigkeit einer
podologischen Behandlung bleibt unbelegt und unerklärt. Dieser Kos-
tenpunkt kann demnach nicht miteinberechnet werden (s. E. 5.2). Aus
den Akten ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin 1 und ihr
Ehemann unter grösseren Gesundheitsprobleme leiden, die periodi-
sche Untersuchungen und Medikamente erfordern, deren Kosten von
dem Ehepaar untragbar wären (a contrario Urteil des BVGer F-
746/2018 vom 19 September 2019 E. 7.3.2).
- Wohnungskosten: die Beschwerdeführer machen 6'351 Rubel monat-
liche Wohnkosten geltend und reichten dazu eine Quittung betreffend
Wasser von 1'000 Rubel sowie eine Quittung betreffend Reparaturkos-
ten von ca. 425 Rubel ein. Da diese Kosten im Rahmen des Wahr-
scheinlichen liegen, können sie auch unbewiesen im Budget belassen
werden; bzw. kann eine Reduktion vorliegend offengelassen werden.
- Transport: Die Beschwerdeführer machen monatliche Autokosten von
über 4'500 Rubel geltend. Einerseits sind diese relativ einfach zu be-
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weisenden Kosten nicht belegt. Andererseits ist nicht ersichtlich, inwie-
fern ein Auto für das nicht erwerbstätige und in einer Grossstadt le-
bende Ehepaar notwendig ist und somit zum Existenzminimum gezählt
werden muss. Demzufolge sind die Kosten für das Auto von 4'686 Ru-
bel (inkl. die unerklärten «MOT» und «transport tax» Kosten) von den
Auslagen abzuziehen; dafür kann ein Posten für öffentliche Transport-
mittelbenutzung von 1’400 Rubel hinzugefügt werden, im Wissen, dass
ein Busticket in dieser Region gemäss TravelTables etwa 28 Rubel kos-
tet.
- Kommunikation und übrige Kosten: die Beschwerdeführer machen mo-
natliche Kosten von 2'000 Rubel für ihre zwei Mobiltelefone, 240 Rubel
für die Festnetzlinie und 900 Rubel fürs Internet geltend. Wiederum
sind diese relativ einfach zu beweisenden Kosten nicht belegt. Gemäss
TravelTables und Numbeo können monatlich ca. 600 Rubel fürs Inter-
net ausreichen (andere Internetseiten erwähnen zum Teil noch gerin-
gere Kosten) und eine Prepaidminute sollte unter 4 Rubel kosten. Des-
halb erscheinen monatlich 2’500 Rubel für den Posten Kommunikation
als angebracht. Schliesslich machen die Beschwerdeführer zu den 500
Rubel für Haushaltsprodukte und 1’210 Rubel für persönliche Hygiene-
artikel (eine Tube Zahnpasta kostet um die 85 Rubel), monatlich 500
und 1’200 Rubel für Haarschnitte geltend. Wiederum sind diese Kosten
nicht belegt und die Notwendigkeit eines monatlichen Haarschnitts ist
zu bezweifeln. In diesem Zusammenhang ist auch in Erinnerung zu ru-
fen, dass die Beschwerdeführer ca. 20'000 Rubel mehr monatliche
Ausgaben als 2020 geltend machen – und dieser Betrag die dazuzu-
rechnenden Wohn- und Zahnarztkosten deutlich übersteigt. Eine Re-
duktion obengenannter Kostenpunkte kann aber vorliegend offenblei-
ben. Es sei hier dennoch vermerkt, dass diesbezüglich Sparpotential
vorhanden ist, welches insbesondere bei nicht vorhersehbaren oder
grösseren (medizinischen) Unkosten behilflich sein könnte.
Somit können vorliegend monatliche Auslagen in Höhe von 25'241 Rubel
anerkannt werden (8'000 [Lebensmittel], 1'000 [Bekleidung], 1'400 [Medi-
kamente], 500 [Arztbesuch], 500 [Brillen], 6'351 [Haus], 1’400 [Transport],
2’500 [Kommunikation], 1'710 [Haushalt] und 1'700 [Coiffeur]), was eine
Sparquote von 2'700 Rubel belässt. Dazu kommt ein allfälliges Sparpoten-
tial bei den vier letztgenannten Posten. An dieser Stelle sei nochmals da-
rauf hingewiesen, dass die Mehrheit der geltend gemachten Auslagen we-
der in ihrer Notwendigkeit noch in ihrer Höhe im Rahmen des Möglichen
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von den beweispflichtigen Beschwerdeführern belegt wurden (s. dazu
E. 5.2).
Dem Gericht bleibt demzufolge nur festzustellen, dass die Beschwerdefüh-
rerin 1 und ihr Ehemann für ihre Grundbedürfnisse im Normalfall selber
aufkommen konnten und können und die Leistungen der Beschwerdefüh-
rer 2 und 3 ihnen vielmehr erlauben, von einem etwas höheren Lebens-
standard profitieren zu können (vgl auch Urteil des BGer 2C_757/2019 vom
21. April 2020 E.5.1). Ein Anspruch auf Familiennachzug aus FZA ergibt
sich somit nicht.
7.
Daher ist die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu
beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-
rern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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