Decision ID: 82fe7a2e-f0aa-45f8-b9b7-51224bce1acc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, arbeitete zuletzt von April 2011 bis März 2012 bei der
Y._
AG als Rüster/Kommissionierer (Urk. 8/12). Am 14. Mai 2012 meldete er sich wegen ständigen Kopfschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an (Urk. 8/7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zinische und erwerbliche Situation ab.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/17-22) verneinte die IV
Stelle
mit Verfügung vom 26. November 2012 einen Anspruch des Versi
cherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 8/23). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2012 (Urk. 8/29) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 26. November 2012 wiedererwägungsweise auf und stell
t
e eine neue Verfügung nach Abschluss der Abklärungen in Aussicht.
Mit Verfügung vom 9. Januar 2013 (Urk. 8/35) verneinte die IV-Stelle wiederum einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.2
Am 8. August
2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/37) und machte eine Verschlechte
rung seines Gesundheitszustandes geltend.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/
39-47) verneinte die IV
Stelle
mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 (Urk. 8/48) einen An
spruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung. Die vom Versicherten dagegen am 5. November 2013 erhobene Beschwerde (Urk. 8/51/3-8)
hiess das hiesige Gericht im Verfahren IV.2013.01010 mit Urteil vom 1
8.
Februar 2014 (
Urk.
8/54) in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen w
u
rd
e
, damit diese nach erfolgter (psychiatrischer) Abklärung neu verfüge.
1.3
Die I
V-Stelle holte in der Folge bei der
Z._
AG
ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 1
5.
Dezem
ber 2014 erstattet wurde (
Urk.
8/70).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/74-77) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
7.
April
2015 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/78 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
1
1.
Mai 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
7.
April 2015 (
Urk.
2) und beantragte,
es sei
ihm
eine ganze IV-Rente auszurichten, eventuell
s
ei ein gerichtliches Obergutachten einzuholen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
7.
Juni 2015
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 2
4.
Juli 2015 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer einen
Arzt
bericht
(
Urk.
10)
zu den Akten
.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
0.
September 2015
wu
rden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
April 2015
(
Urk.
2) gestützt auf die weiteren medizinischen Abklärungen davon aus, dass
der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit als Lagerist aufgrund der ge
sund
heitlichen Einschränkungen nicht mehr ausführen könne. Eine leichte Tätig
keit mit durchschnittlichen Verantwortungsgraden ohne Zeitdruck sei ihm jedoch
zu
100
%
möglich.
Gestützt darauf ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 4
%
, womit kein Rentenanspruch bestehe
(S. 2)
.
2.2
Der Beschwe
rdeführer hielt dem beschwerdew
e
i
se (
Urk.
1) entgegen,
aufgrund der
Kritik des
A._
könne nicht auf das psy
chia
trische Teilgutachten der
Z._
abgestellt werden.
Es sei weder schlüs
sig
noch vollständig. Es sei daher ein gerichtliches Obergutachten anzuordnen, wenn
nicht ohnehin der überzeugenden Auffassung des
A._
der Vorzug gege
ben werde
(S. 2 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom 9. Januar 2013 (Urk. 8/35) eine erhebliche Veränderung des Gesundheits
zu
standes des Beschwerdeführers eingetreten ist und ob ihm infolgedessen ein An
spruch auf eine Rente zusteht.
3.
3.1
Der ursprünglichen, rechtskräftigen Verfügung vom 9. Januar 2013 (Urk. 8/35) lag der nachfolgende medizinische Bericht zu Grunde:
3.2
Pract
. med.
B._
,
Facharzt für
Psychiatrie
und
Psychotherapie, berichtete am
3. September 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/14) und nannte folgende Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
Zyklothymia
, anhaltende affektive Störung, seit 2004 (ICD-10 F34.1)
Er führte aus, d
ie Prognose sei vor dem Hintergrund des mehrjährigen Verlaufs der depress
iven Symptome mit starken Stimm
ungsschwankungen kombiniert mit dem Migrationshintergrund und der Desintegration in die Gesellschaft im Sinne eines Entwurzelungssyndroms sowie des massiven finanziellen Verlustes als ungünstig zu bezeichnen (
S.
1 f. Ziff.
1.4).
Der B
eschwerdeführer
sei al
s
Servicemitarbeiter
seit 2004 zu 50
%
arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.6).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung
vom
Januar 2013
finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte:
4.2
Die Ärzte des
A._
berichteten am 10. Juli 2013 über die tagesklinische Rehabilitationsbehandlung des Beschwerdeführers vom 22. April bis 20. Juni 2013 (Urk. 8/36) und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Adipositas
zervikal-betontes
Panvertebralsyndrom
(Diagn
ose Dr.
C._
, Rheumato
loge 17. Februar 20
09)
hypertensive
Herzkrankheit ohne kongestive Herzinsuffizienz
Schulden
Sie führten aus, d
er
Beschwerdeführer
beklage erneut, seit dem Verlust des Ge
schäftes im
Jahre
2007/2008 seit 200
9 unter deutlichen Depressionen,
Gedan
ken
kreisen
,
Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen,
Sinn
losig
keitsgedanken
, Vergesslichkeit, Lust- und Interesselosigkeit,
Appetitver
minde
rung
, ständige
m
Weinen
zu leiden
.
Die
Schulden
in der Höhe von Fr. 52‘000.--
sowie die
finanziell
e Abhängigkeit
von der Ehef
rau seien für den Beschwerde
führer psychosozial belastend
(S. 1).
Der
Beschwerdeführer
sei am 2
0. Juni 201
3 leicht gebessert und zu 20
%
arbeitsfähig
aus der tagesklinischen
Reha
bilitati
onsbehandlung
entlassen worden
(S. 4 unten)
.
4.3
Die Ärzte des
A._
berichteten am 27. September 2013 (Urk. 8/45) und führten
aus, der Beschwerdeführer sei neuropsychologisch in den kognitiven Fähigkei
ten
eingeschränkt.
Es bestünden Einschränkungen beim
Gedächtnis sowie
bei
kom
plexere
n
Anforderungen, was eine Arbeitsfähigkeit verhindere.
Die p
sy
cho
so
zial
e
Belastung
habe abgenommen
,
indem der Beschwerdeführer seine
Schul
den von
Fr.
500‘000.-
-
auf
Fr.
50‘000.
-- habe
reduzier
en können
.
Die De
pressi
on sei nicht psychosozial bedingt, sondern eine Folge des
Lebenszu
sam
menhanges
und des Lebensmittelpunktes des B
eschwerdeführers
(Arbeit).
Dar
über hinaus seien al
s Folge der Schädel-Fraktur im Jahre
1981 häufige Kopf
schmerzen und zu
nehmende Vergess
lichkeit sowie
Schwindel vorhanden.
Die
Depression sei heute rezidivierend.
Der Beschwerdeführer
finde kaum mehr aus der Depression
her
aus und
werde sofort aggressiv
(S. 1)
.
Insgesamt sei die Ursa
che der Depression also nicht in den sogenannten psychosozialen Umstän
den zu suchen, sondern vielmehr in einer durch psychosoziale Umstände aus
gelöste
n
, heute rezidivie
rende
n
Depression mit
komorbidem
Charakter
(S. 2).
4.4
Die Ärzte des
A._
berichteten am 29. Oktober 2013 (Urk. 8/51/1
2-13
) und führ
ten aus, d
ie kognitiven Einschränkungen, welche neuropsychologisch beschrieben worden seien, seien keine Folge von psychosozialen Umständen, son
dern objektivierte klare Einschränkungen, welche eine
Arbeitsfähigkeit
ver
hin
derten.
Die psychosozialen Umstände seien die Auslöser der Depression, keinesfalls aber die Ursache der Depression.
Die Ursache der Depression liege wie bei allen depressiven Patienten in der Persönlichkeit, einem genetischen Anteil, der Kindheit sowie den früheren und aktuellen Belastungen.
4.5
Die Ärzte des
A._
berichteten am 1
6.
Mai 2014 (
Urk.
8/61/7-11)
, nannten die
bereits
bekannten Diagnosen
sowie zusätzlich die Diagnose von Gicht in den
Füssen
(S. 1) und führten aus,
dass aktuell eine leichte Besserung der depressi
ven
Symptome durch das achtwöchige Rehabilitationsprogramm und die medi
ka
men
t
öse Einstellung
eingetreten sei (S.
1)
. Zeitweise bestünden starke Ag
gres
sionen mit „laut werden“ gegen Kollegen und die Ehefrau. Die starken Be
schwerden am Rücken und in den Füssen durch die Gicht würden den Be
schwerdeführer einschränken und zu einer Verschlimmerung der
Schlafpro
blematik
und der depressiven Symptome beitragen.
Momentan nehme der Be
schwerdeführer eine
Einzelpsychotherapie mit zwei Sitzungen pro Monat bei ihnen im Haus wahr (S.
2).
Der Beschwerdeführer könne sich nicht über längere Zeit konzentrieren und viele Informationen auf einmal aufnehmen und verar
beiten. Es bestünden deutliche Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitsprobleme.
Die schnell Erschöp
fung sowie die häufige grosse Müdigkeit würden den Be
schwerdeführer weiter
einschränken.
Der Beschwerdeführer benötige ausserdem regelmässige
Positions
wechsel
(kein langes Sitzen, kein langes Gehen und Ste
hen)
.
Die Arbeit als Kranführer sei dem Beschwerdeführer aufgrund der Kon
zentration und der schnellen Erschöpfung nicht mehr zumutbar. Momentan sei aufgrund der
Auf
merksamkeitsdefizite
, der Konzentrationsprobleme und der schwer kontrollier
baren Aggressionen auch eine behinderungsangepasste Tätig
keit kaum zumut
bar (S. 3).
Der Beschwerdeführer könne sich zu Hause gut um Teile des Haus
haltes kümmern und nehme seine Termine zuverlässig wahr. Er gehe seinen Hobbies weitestgehend nach
. Der Beschwerdeführer könne je nach Gesundheits
zustand spazieren gehen und Zeit in seinem Garten verbringen. Er spiele auch Gitarre zu Hause
(S. 4).
4.6
Die Gutachter der
Z._
AG erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
8/70) gestützt auf
die Akten, die persönlichen Be
fragungen und klinischen Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie die Beur
teilungen in den Fachgebieten.
Sie nannten folgende Diagnosen mit Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 12
lit
. F):
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
mässig intensiv ausgeprägten generalisierten degenerativen Verände
rungen der unteren HWS-, BWS- und LWS-Bewegungssegmente
langjähriger statischer Über- und Fehlbelastung bei Adipositas
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die fol
genden:
rezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode mit anhal
tend
dysphorisch
-affektiver Herabgestimmtheit (ICD-10 F33.0; ICD-10 F34.8)
bilaterale
Coxalgie
bei subjektiv geäusserter endphasiger
Bewegungs
schmerzhaftigkeit
und unauffälligem Röntgenbefund des Beckenskeletts und der Hüftgelenke beidseits
anamnestisch Gicht
Adipositas
Hypertonie unter medikamentöser Therapie
Behandlung wegen AV-Knoten
Reentry
-Tachykardie
Der psych
iatrische Gutachter führte aus, dass der Beschwerdeführer rück
blickend betrachtet über eine erste depressive Episode mit Schlaf
störungen
im Jahre 2007
berichte
, wobei seinerzeit auch eine erstmalige psychiatrische
Fach
behandlung
stattgefunden habe
. Die Hintergründe der
dysphorisch
-depressiven Herabgestimmtheit lägen offenkundig in erheblichen psychosozialen Belastun
gen.
Im Jahre 2012
sei
der Beschwerdeführer erneut in eine depressive Epi
sode
geraten
, welche neben depressiven Symptomen aber vorrangig durch Dysphorie, mürrisch-morose Herabgestimmtheit und Neigung zu aggressive
n
Impulsaus
brüchen
geprägt sei.
Vor dem Hintergrund der hier erhobenen psychopatho
logischen Befunde müsse trotz einer gewissen familiären Disposition vor allem
eine durch psychosoziale Belastungsfaktoren massgeblich
getriggerte
, depres
si
ve
Symptomatik mit ausgeprägter Dysphorie im Sinne einer anhaltenden af
fek
ti
ven Störung diagnostiziert werden.
Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resul
tiere daraus nicht. Die durch die behandelnden Psychiater
attestierte mit
tel
schwere depressive Symptomatik lasse sich bei fehlendem sozialem Rückzug aus allen Lebensbereichen, fehlendem vollständigen Interessenverlust und nur ge
ring
en Hinweisen auf vorzeitige Erschöpfung und Ermüdung nicht bestätigen.
Auch die Grundgestimmtheit sei eher
dysphorisch
-unzufrieden als eigentlich de
pressiv gedrückt
. Der Beschwerdeführer verfüge über ausreichende Ressour
cen
in den komplexen Ich-Funktionen wie Intentionalität und
Interaktionsge
stal
tung
. Vor diesem Hintergrund könne eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiat
ri
scher Sicht nicht begründet werden
. Der Beschwerdeführer sei aus psychiatri
scher Sicht medizinisch-theoretisch in der Lage, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit regelmässig und ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit auszuüben
(S. 8
f.
).
Der orthopädische Gutachter führte aus,
dass im Rahmen der aktuellen Abklä
rung die allgemeine Motorik des Beschwerdeführers mässig verlangsamt gewe
sen
sei. Darüber hinaus bestehe keine Beeinträchtigung der Mobilität.
Auffal
lend sei eine symmetrisch und kräftig angelegte
Extremitätenmuskulatur
mit gleichzeitig defizitärer Rumpfmuskulatur und einem langfristig
dekompensier
ten
Überge
wicht. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule und des Rumpfes sei frei. Hinweise für
ein
florides
vertebragenes
Nervenwurzelkompressionssyndrom hätten nicht ge
sehen
werden können.
Röntgenologisch seien generalisierte de
generative Verän
derungen in den jeweils distalen Bewegungssegmenten der HWS, BWS und LWS beschrieben worden. Diese degenerativen Veränderungen gingen allenfalls
mässiggradig
über die altersübliche Norm hinaus.
Klinisch-funktionell sei eine links mehr als rechts schmerzhaft mitgeteilte endphasige Einschränkung der Hüftbeweglichkeit auffällig gewesen. Röntgenologisch hät
ten sich der beid
seitige Hüftbefund und auch der Beckenskelettbefund insge
samt als unauffällig dargestellt
. Zusammenfassend handle es sich um nur mäs
sig degenerative
Auf
brauchbefunde
der HWS, BWS und LWS ohne klinisch in Erscheinung tretende gravierende
Diskopathie
und mit nur
blanden
degenerati
ven
Aufbrauchbe
fun
den
sowie um weitestgehend unauffällige orthopädische Hüftgelenkbefunde. Aktu
ell bestünden keine entzündlichen zum Beispiel
gicht
ar
thritische
Befunde.
Die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden seien nur teilweise nach
voll
ziehbar. Das Übergewicht begründe eine ständige statische Fehl- und Überbe
las
tung der lumbalen Bewegungssegmente und auch der Hüftgelenke (S.
9). Dem Beschwerdeführer seien noch leichte
rü
ckenadaptierte
Tätigkeiten zumutbar. Somit seien ihm keine schweren und sta
tisch belastenden Arbeiten wie
Zwangs
haltungen
, vornübergebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und einher
gehend mit repetitiven Bewegungsanfor
derungen an den Rumpf zumutbar. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10 kg limitiert. Tätigkeiten, welche mit einem derartigen Profil korrelie
ren würden, seien auf einem 100%-Niveau zumutbar
(S. 10)
.
Der internistische Gutachter führte aus,
dass aus internistischer Sicht eine aktu
ell gut behandelte Hypertonie mit normalem Blutdruck im Liegen und leichtem Absinken im Stehen bestehe. Die vom Beschwerdeführer gelegentlich geklagten Schwindelerscheinungen könnten durch solche Blutdruckabfälle etwas
ausge
prägterer
Natur
bedingt sein. Sie könnten jedoch auch auf die noch nicht ganz
behobenen supravent
r
ikulären
Tachykardien zurückgeführt werden.
Aktuell scheine
die Tachykardie kein grosses Problem mehr zu sein, sie sei seit 2007 nur noch zweimal aufgetreten und habe etwa eine Stunde gedauert
(S. 10)
.
Aus den
genannten internistischen Gründen könne keine Ursache für eine Arbeitsunfä
h
ig
keit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten abgeleitet werden (S. 11)
.
Der neuropsychologische Gutachter führte aus,
dass in der aktuellen neuropsy
chologischen Untersuchung keine ausreichende Anstrengungsbereitschaft sei
tens
des Beschwerdeführers hätte aufgebaut werden können, um aus neuropsy
cholo
gischer Sicht valide Aussagen machen zu können.
Die Resultate der zwei durch
geführten Symptomvalidierungstests seien beide im deutlich auffälligen Bereich
gelegen, so dass die erhobenen Befunde nicht als aussagekräftig beur
teilt werden
können. Zudem hätten sich
in den erhobenen Befunden durchwegs schwerste Beeinträchtigungen, welche auch mit einer Selbständigkeit im Alltag nicht ver
einbar seien, gezeigt. Würden die erhobenen Befunde wirklich zutref
fen, wäre der Beschwerdeführer rund um die Uhr auf Hilfe und Betreuung an
gewiesen. Nach seinen eigenen Aussagen bestreite er jedoch weite Teile des Ta
ges alleine, gehe selbständig spazieren und beschäftige sich zu Hause und im Garten
.
Aggra
vationstendenzen
gälten als wahrscheinlich (S. 11)
.
Zusammenfassend führten die Gutachter aus, dass
der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist zu verrichten. Verweistätigkeiten im nachfolgend beschriebenen Belastbarkeitsprofil könne der Beschwerdeführer aber vollumfänglich ohne Minderung der Leis
tungsfähigkeit ausüben, so dass eine Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten von 100
%
vorliege (S. 13).
Der Beschwerdeführer könne Tätigkeiten durchschnittlicher geistiger Art mit durchschnittlichen Verantwortungsgraden, ohne besonderen Zeitdruck und ohne besondere Verantwortung an die Team- und Konfliktfähigkeit verrichten. Dabei seien dem Beschwerdeführer jedoch nur noch leichte rückenadaptierte Tätigkeiten zumutbar.
Auszuschliessen seien schwere und statisch
belastende
Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie vornübergebeugt, stehend, kniend
, hockend, kauernd
und einhergehend
mit repetitiven Bewegungsanfor
derungen an den Rumpf.
Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10 kg limitiert.
Wegen der angegebenen Schwindelsymptomatik scheine d
ie
frühere Tätigkeit eines Kran
führers wegen Selbstgefährdung nicht mehr g
eeig
net
.
Rückblickend betrachtet sei eine Arbeitsunfähigkeit für angepasste Arbeiten nicht
ausgewiesen
(S. 14)
.
4.7
Pract
. med.
D._
, Regionale
r
Ärztlicher Dienst (RAD) der
Beschwer
de
gegnerin
, nahm am 1
8.
Dezember 2014 Stellung (
Urk.
8/73/3) und führte aus,
dass das
Z._
-Gutachten umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen be
ruhe und die beklagten Beschwerden berücksichtige. Es sei nachvollziehbar und
plausibel in seinen Schlussfolgerungen, weshalb darauf abgestellt werden könne
.
4.8
Die Ärzte des
A._
nahmen am 3
0.
März 2015 Stellung
(
Urk.
3/4)
zum
psychia
trischen Teil des
Z._
-Gutachten
s
und führten aus,
dass die Begutachtung für die komplexen Inhalte zu kurz ausgefallen sei.
Der Beschwerdeführer sei Kurde und habe in seinem gebrochenen Deutsch direkt mit dem Gutachter gesprochen. Er sei bei komplizierten Inhalten jedoch überfordert. Der anwesende Dolmet
scher habe offenbar kaum etwas gesagt und habe zudem einen türkischen Hintergrund, was die Resultate sicher verfälsche.
Daher sei das Gutachten von vornherein nicht objektiv. Hinweise, dass es sich um einen zertifizierten Dolmetscher handle, würden hier nicht weiterhelfen.
Es habe zudem Fehler im Gut
achten als Konsequenz der kurzen Untersuchung sowie der mangelnden Ver
ständigung. So sei der Beschwerdeführer seit 17 Jahren Schweizer und nicht Türke. Die Selbständigkeit habe bis 2008 und nicht bis 2007 gedauert
. Die Be
schwerden des Beschwerdeführers seien
sodann nur
oberflächlich aufgenommen worden
(S. 2)
.
Neuropsychologisch würde
im
Z._
-Gutachten von Resultaten berichtet, welche vollständig unter der Norm seien. Daraus werde auf Aggrava
tion geschlossen. Bei ihnen seien die Resultate zwar auch unterdurchschnittlich, jedoch bei guter Leistungsbereitschaft nicht so schlecht, dass ein bewusstes oder unbewusstes Vortäuschen in Betracht gezogen werden müsste
(S. 3)
.
Die
„
richti
gen
”
Diagnosen se
ien daher die folgenden (S. 3
):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
zervikal-betontes
Panvertebralsyndrom
hypertensive
Herzkrankheit ohne (kongestive) Herzinsuffizienz
Gicht in den Füssen
Adipositas
Diese Diagnosen hätten sehr wohl Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Wegen der Schmerzen an der HWS und der Gicht sei der Beschwerdeführer zusammen mit der längst
komorbiden
Depression zu 80
%
arbeitsunfähig für jegliche Tätigkeiten
(S. 4)
.
4.9
Die Ärzt
e der
E._
berichteten am 1
5.
Juli 2015 (
Urk.
10) über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom
8.
Juni bis
2.
Juli 201
5.
Sie nannten folgende Diagnosen (S. 1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
zervikal-betontes
Panvertebralsyndrom
hypertensive
Herzkrankheit ohne (kongestive) Herzkrankheit
Gicht mit Betonung Füsse
Adipositas
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführer freiwillig auf Zuweisung der ambu
lan
ten Behandler eintrete. Der Beschwerdeführer sei wach, voll orientiert, und es bestünden keine inhaltlichen oder formalen Denkstörungen.
Teils be
stehe eine Niedergestimmtheit und in der Folge sei der Beschwerdeführer wü
tend. Der Be
schwerdeführer sei zu einer begrenzten Krisenintervention und Di
agnostik durch
die ambulanten Behandler zugewiesen worden. Im stationären Setting habe er sich gut schwingungsfähig mit nur diskreten depressiven Symptomen gezeigt. Eine etwaige antidepressive Therapie habe sich auf limi
tierte
su
p
portive
Ge
spräche beschränkt
. Der nicht gesondert antidepressiv zu behandelnde, stabile Beschwerdeführer werde in die ambulante
Weiterbehand
lung
entlassen
(S. 2).
5.
5.1
Zur Beurteilung
einer allfälligen Veränderung
des Gesundheitszustandes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ist auf das Gutachten
der
Z._
(vorstehend E. 4.
6
) abzustellen. Das Gutachten
umfasste die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin,
Psychiatrie, Orthopädie und
Neuropsychologie
, wobei
sich das Gutach
ten für die zu beurteilenden Fra
gen als umfassend erweist.
Die Ärzte
berück
sichtigte
n
die geklagten Beschwer
den und das Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
in angemessener Weise
und er
stellte
n
das Gutachten in Kenntnis der
sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, wozu sie auch Stellung nahm
en
. Die Beurteilung leuch
tet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ein
und die vorge
nom
menen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Ar
beits
fähigkeit werden aus
führlich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemäs
sen Kriterien
(vorstehend E. 1.4) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf ab
ge
stellt werden kann.
Als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurde ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit mässig intensiv ausgeprägten generalisierten degenerati
ven Veränderungen der
u
nteren HWS-, BWS- und LWS-Bewegungssegmente sowie bei langjähriger statischer Über- und Fehlbelastung bei Adipositas f
est
gestellt. Körperliche schwere
und statisch belastende Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen
sind de
m Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar
. In einer körper
lich leichten
,
rückenadaptierten
Tätigkeit ist d
er
Beschwerdeführer hin
gegen
zu 100
%
leistungs- und
arbeitsfähig. Insoweit ist eine Verschlechterung
des Gesundheitszu
standes
zu verneinen,
ging die Beschwerdegegnerin doch be
reits in der Verfügung
9. Januar 2013 (Urk. 8/35)
von keiner
dauerhaften
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
aus.
5.2
Aus psychiatrischer Sicht ist -
entgegen den Ausführungen des Beschwerdefüh
rers
sowie
der Ärzte des
A._
- weiterhin keine Diagnose mit Krankheitswert ausge
wiesen. Die Ä
rzte der
Z._
AG
führten unter Bezugnahme auf die ICD-
Kriterien (vgl. Klinisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifika
tio
n psychischer
Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt (Herausgeber), 9. Auflage, Bern
2014, S. 169
ff.) nach
voll
zieh
bar auf, weshalb
lediglich eine leichte
depressive Episode
mit an
haltend
dysphorisch
-affektiver Herabgestimmtheit
ohne Relevanz für die Ar
beits
fähig
keit
vorliegt. So konnte weder eine Konzentrations- noch eine Ge
dächtnis
stö
rung objektiviert werden und auch eine Antrie
bsstörung im eigentli
chen Sinne wurde nicht gefunden.
Die Grundstimmung wirke nur mässig
her
abgestimmt
, jedoch keineswegs verzweifelt, sondern eher
dysphorisch
, unzu
frieden
und
mit hintergründiger Reizbarkeit
.
Die Ärzte der
Z._
AG führten aus, dass
die Hintergründe der
dysphorisch
-depressiven Herabgestimmtheit of
fenkundig in erheb
lichen psychosozialen Belastungen liegen würden.
Die von den behandeln
den Psychiatern attestierte mittelschwere depressive Symptomatik lasse sich bei fehlendem sozialem Rückzug, fehlendem vollständigen
Interesse
verlust
und nur geringen Hinweisen auf vorzeitige Erschöpfung und Ermüdung nicht bestätigen
(
Urk.
8/70 S. 24 ff.)
.
Der Beschwerdeführer
leiste
leichtere Ar
beiten im Haushalt und gehe r
egelmässig alleine oder mit de
r
Ehe
frau
spazieren.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau unterhalt
e
er den Kleingarten, welcher etwa 20 Gehminuten von zu Hause entfernt liege. Dort unterhalt
e
er sich auch mit Nachbarn und im Sommer werde zusammen grilliert. Die
Beziehung zu
seiner
Ehe
frau
und den Kindern sei gut
, ausser zu einem Sohn
(Urk.
80
/
70
S.
20
).
Vor dem Hintergrund der erhobenen psychopathologischen Befunde müsse trotz ei
ner gewissen fami
liä
ren Disposition vor allem eine durch psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
mass
geblich
getriggerte
depressive Symptomatik
mit ausgepräg
ter Dysphorie im Sinne
einer anhaltenden affektiven Störung diagnostiziert werden
, jedoch ohne Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/70 S. 26)
.
Zumal aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht, kann keine für die An
nahme einer Invalidität massgebende Verschlechterung angenommen werden.
Die
Bericht
e
der behandelnden Psychiater
des
A._
vermögen die Beurteilung der Ärzte der
Z._
AG
nicht in Zweifel zu ziehen.
Im Übrigen gilt es zu be
rücksichti
gen, dass
das Gericht nach der Rechtspre
chung
Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den einschlägigen Anforderungen ent
sprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässig
keit der Expertise sprechen. Demgegenüber stehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Be
richte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Ge
sundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderun
gen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und auf
grund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehun
gsweise regelmässig behandelnde
Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf
die Angaben der behandeln
den Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ande
rerseits lässt es nicht zu, ein Admi
nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bezie
h
ungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor
be
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil
die anderslautenden Einschätzungen wich
tige – und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende – Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung un
er
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2). Solche Ge
sichtspunkte sind vorliegend nicht ersichtlich.
Ergänzend ist darauf hinzuwei
sen, dass eine psychiatrische Explora
tion von der Natur der Sache her nicht
er
messensfrei
erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
ach
tenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel
raum, inner
halb dessen verschiedene me
dizinisch-psychiatrische Interpretatio
nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_694/
2008 vom 5. März 2009 E. 5.1).
Was die
beschwerdeweise
(vgl.
Urk.
1,
Urk.
3/4)
beansta
ndete
Dauer der psychiatrischen Untersuchung anbelangt
,
zeigt rechtsprechungsgemäss selbst eine lediglich zwanzig Minuten dauernde psychi
atrische Exploration nicht von Vornherein eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutach
ters an (Urteil
des Bundesge
richts
I
719/05 vom 17. November 2006 E.
3; ferner Urteile
I 842/05 vom 1. Juni 2006 E. 2.2.4 und I 954/05 vom 24. Mai 2006 E.
3.2.1). Es kann für den Aussagegehalt eines Arztberichts nicht allein auf die Dauer der Untersuchung ankommen. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Der für eine psychiatrische Untersuchung zu betrei
bende zeitliche Aufwand hängt dabei stets von der Fra
gestellung und der zu beurteilenden Psychopatholog
ie ab (Urteil I 1094/06 vom 14. November 2007 E.
3.1.1, bestätigt u.a. mit Urteilen 8C_8
47/2013 vom 14. Februar 2014 E.
5.1.1 und
8C_737/2012 vom 27. Mai 2013 E.
3.4 mit Hin
weis). So ist eine eigentliche Geisteskrankheit mit deutlicher Ausprägung der Symptomatik oft in kurzer Frist diagnostizierbar, während ein sehr hoher Zeit
aufwand erforderlich sein kann, um den Verdacht auf eine Simulation einer psychischen Störung zu klären, eine schwierige Persönlichkeitsstörung zu er
hellen oder problematische Fragen nach dem Zusammenhang zwischen trauma
tischen äusseren Ereignissen und nach
folgender Symptomatik zu erörtern. Ein genereller Zeitrahmen für eine Untersu
chung lässt sich also nicht allgemein
gültig definieren (Urteil des Bundesgerichts I 58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.2 mit
Hinweis). Wichtigste Grundlage gutachtli
cher Schlussfolgerungen bildet in der
artigen Konstellationen - gegebenenfalls neben standardisierten Tests - die
klinische Untersuchung mit
Anamneseerhe
bung
, Symptomerfassung und
Verhal
tens
beobachtung
(Urteile
des Bundesge
richts I 192/06 vom 19. September 2006 E.
3 und
I 391/06 vom 9. August 2006 E.
3.2.2). Anhaltspunkte dafür, dass
der
psychiatrische Gutachter der
Z._
die entsprechenden Vorgaben nicht bzw. nur
ungenügend beachtet hat, sind nicht erkennbar. Ebenso wenig bestehen kon
krete
Hinweise, dass sich die
Untersuchungs
dauer
, seien es 50 oder 85 Mi
nuten ge
wesen,
negativ auf die Qualität des Gutachtens ausgewirkt hätte.
Auch aus den vorgebrachten Einwände
n betreffend den Dolmetscher kann der Be
schwerde
führer vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten. So gibt es
weder
Hinweise,
welche auf eine fehlerhafte Übersetzung hindeuten würden, noch ergibt sich aus den
Akten eine anderweitige negative Auswirkung auf die Qua
lität des Gutach
tens.
5.3
Aus somatischer Sicht leidet der Beschwerdeführer weiterhin an
Rückenb
e
schwerden
sowie Gichtarthralgien in beiden Füssen
.
Röntgenologisch konnten generalisierte degenerative Veränderungen in den jeweils distalen
Bewegungs
segmenten
der HWS, BWS und LWS festgestellt werden, welche
mässiggradig
über
die altersübliche Norm hinaus gehen würden.
Aktuell seien keine entzünd
lichen gichtarthritischen Befunde vorhanden.
Die
vom Beschwerdeführer be
klagten
Beschwerden liessen sich jedoch durch die klinischen und radiologi
schen Befunde nicht vollständig erklären
(
Urk.
8/70 S. 3
4 f.
)
.
Ausserdem wurden d
ie angegebenen Analgetika im Blutserum nicht und das Neuroleptikum deut
lich unter dem therapeutischen Bereich nachgewiesen, was Zweifel am
Leidens
druck
und der Therapie-Compliance aufkommen lasse (
Urk.
8/70 S.
25).
Eine Verschlechterung kann aufgrund des
Z._
-Gutachtens mit
überwiegender W
ahr
scheinlichkeit
verneint werden. Dem Beschwerdeführer
sind in Anbetracht der aktuellen Befunde
ledig
lich körperlich schwere und statisch belastende Arbeiten nicht mehr zumutbar.
Ansonsten besteht auch aus somatischer Sicht eine 100%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten mit ent
sprechendem Belastungsprofil, so dass auch aus somatischer Sicht keine für die Annahme einer Invalidität massgebende Veränderung angenommen werden kan
n (
Urk.
8
/
70
S.
35
).
5.4
Soweit der
Beschwerdeführer weiter vorbringt, es könne nicht auf das
aus seiner Sicht
mangel- und fehlerhaft
e
Z._
-Gutachten abgestellt werden, kann er
aus den vor
ge
brachten Rügen nichts zu
seinen
Gunsten ableiten.
Zusammenfassend lassen die Vorbringen des Beschwerdeführers
keine Zweifel am schlüssigen und
nach
vollziehbaren Gutachten der
Z._
AG
aufkommen.
G
est
ützt auf das
Z._
-
Gutachten
ist
mit dem im Sozialver
sicherungsrecht mass
gebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass weiterhin
k
eine
psychiatrische
Diagnose
mit Auswirkung auf
die Ar
beitsfähig
keit ausgewiesen ist
und der Beschwerdeführer lediglich aufgrund der soma
ti
schen Diagnose eines
panvertebralen Schmerzsyndroms bei körperlich schweren und statisch belastenden Arbeiten eingeschränkt ist.
Seine
zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Lagerist ist dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Ange
passte Tätigkeiten gemäss beschriebenem Belastungsprofil könne der Beschwer
deführer jedoch vollumfänglich ohne Minderung der Leistungsfähigkeit ausüben
(
Urk.
8/70 S. 13 f.).
Der Gesundheitszustand hat sich so
mit
nicht wesentlich verschlechtert.
5.5
Nachdem der Einkommensvergleich (Urk. 2 S. 2) nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestritten ist,
erweist sich
d
ie angefochtene Verfügung als rechtens, was zur
Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.
6.2
Der
unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat gemäss der einge
reichten Aufstellung vom
14
. Mai 2016
(Urk.
13
) zeitliche Aufwendungen von
7
Stunden
sowie Barauslagen im Gesamtbetrag von Fr.
54.--
gehabt. In An
wen
dung des gerichtsübl
ichen Stundenansatzes von Fr. 22
0
.--
und unter Berück
sich
ti
gung der Mehrwertsteuer von 8 % beläuft sich damit die Entschädigung,
die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Be
schwerdeführers
aus der Gerichts
kasse
auszurichten ist, auf
Fr.
1
‘
721
.
50
.