Decision ID: 9c101c20-8316-43c2-82f7-d3e3e563ca78
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
I.
A.
A._ (nachfolgend: der Gesuchsteller) – ein sri-lankischer Staatsan-
gehöriger tamilischer Ethnie – suchte am 24. Januar 2022 in der Schweiz
um Asyl nach.
B.
Mit Verfügung vom 10. Juni 2022 verneinte das Staatssekretariat für Mig-
ration (SEM) die Flüchtlingseigenschaft des Gesuchstellers, lehnte sein
Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete
den Vollzug der Wegweisung an.
C.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 8. Juli 2022 wies das Bundesver-
waltungsgericht mit Urteil D-2995/2022 vom 21. Juli 2022 ab.
II.
D.
Mit als "Revisionsgesuch und Gesuch um vorsorgliche Massnahme" be-
zeichneten Eingabe gelangte der Gesuchsteller – handelnd durch den
rubrizierten Rechtsvertreter – am 24. August 2022 erneut an das Bundes-
verwaltungsgericht und ersuchte darum, das Urteil D-2995/2022 sei in Re-
vision zu ziehen und aufzuheben, das Beschwerdeverfahren danach wei-
terzuführen, die Flüchtlingseigenschaft des Gesuchstellers festzustellen
und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren; zudem sei ihm Einsicht in die
Akten des Verfahrens D-2995/2022 zu gewähren und das SEM anzuwei-
sen, ihm vollständige Akteneinsicht, insbesondere in die Asylakten seines
Vaters, zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit, eventuell die Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht beantragte er unter anderem, der Kanton B._ sei an-
zuweisen, von Vollzugshandlungen abzusehen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 31. August 2022 wies der für das unter der
Dossiernummer D-3660/2022 eröffnete Revisionsverfahren zuständige In-
struktionsrichter, Simon Thurnheer, den prozessualen Antrag auf Ausset-
zung des Vollzugs der Wegweisung für die Dauer des Revisionsverfahrens
ab und setzte dem Gesuchsteller unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit
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Seite 3
des Revisionsbegehrens eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses
in der Höhe von Fr. 1'500.– an.
III.
F.
Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 16. September 2022
beantragte der Rechtsvertreter des Gesuchstellers, der zuständige Instruk-
tionsrichter habe im Verfahren D-3660/2022 in den Ausstand zu treten, die
Verfügung vom 31. August 2022 sei durch das Gericht wiedererwägungs-
weise aufzuheben und der Vollzug der Wegweisung sei im Sinne einer vor-
sorglichen Massnahme auszusetzen.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 21. September 2022 hielt die für das vorlie-
gende Ausstandsverfahren zuständige Instruktionsrichterin fest, dass das
Revisionsverfahren D-3660/2022 bis zum Abschluss des Ausstandsverfah-
rens sistiert und des Weiteren der Vollzug der Wegweisung des Gesuch-
stellers im Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme
einstweilen ausgesetzt werde. Sodann lud sie Richter Simon Thurnheer
gestützt auf Art. 38 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-
richt vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) i.V.m. Art. 36 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG;
SR 173.110) ein, sich zu den vorgebrachten Ausstandsgründen zu äus-
sern.
H.
Mit Schreiben vom 28. September 2022 nahm Richter Simon Thurnheer
Stellung zum Ausstandsbegehren, wobei er seine Befangenheit bestritt.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2022 wurde dem Gesuchsteller die
Stellungnahme des vom Ausstandsverfahren betroffenen Richters zur
Kenntnis gebracht und ihm Gelegenheit geboten, sich innert angesetzter
Frist dazu zu äussern.
J.
Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 20. Oktober 2022 reichte der Ge-
suchsteller fristgerecht seine Antwort zu den Akten und hielt darin an sei-
nem Ausstandsbegehren fest.
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In der Beilage wurden ein Bericht des digitalen Magazins Republik zum
Thema "Zurück in Sri Lanka begann der Albtraum" vom 11. Oktober 2022
sowie das anonymisierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-6427/
2017 zu den Akten gereicht.
K.
Mit Eingabe vom 24. November 2022 reichte der Rechtsvertreter des Ge-
suchstellers sein Gesuch um Einsicht in die Akten des Vaters seines Man-
danten an das SEM vom 17. Oktober 2022, die Antwort des SEM vom
4. November 2022 inklusive Aktenverzeichnis des Dossiers N (...) (Stand:
15. April 2015), sein Schreiben vom 7. November 2022 betreffend die Of-
fenlegung eines vollständigen Aktenverzeichnisses sowie die Rückmel-
dung des SEM vom 23. November 2022 inklusive aktualisiertem Aktenver-
zeichnis des Dossiers N (...) (Stand: 11. November 2022) ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgeset-
zes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG;
SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der
Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom
26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG). Im Rahmen dieser Verfahren ist das Bundesverwaltungsge-
richt zur abschliessenden Beurteilung von Ausstandsbegehren zuständig
(vgl. Art. 38 VGG i.V.m. Art. 37 BGG; vgl. ferner BVGE 2007/4 E. 1.1).
1.2 Nach Art. 38 VGG gelten die Bestimmungen des BGG über den Aus-
stand (Art. 34 ff. BGG) im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht
sinngemäss. Im Übrigen richtet sich das Verfahren vor Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG).
1.3 Will eine Partei den Ausstand einer Gerichtsperson verlangen, hat sie
dem Gericht ein schriftliches Begehren einzureichen, sobald sie vom Aus-
standsgrund Kenntnis erhalten hat (Art. 36 Abs. 1 BGG [erster Satz]).
Macht die Partei die Ausstandsgründe nicht unverzüglich geltend, so ver-
wirkt sie ihr Ablehnungsrecht (vgl. beispielsweise BGE 138 I 1 E. 2.2 und
120 Ia 19 E. 2c aa).
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Seite 5
1.4 In der Eingabe vom 16. September 2022 wird auf die von Instruktions-
richter Simon Thurnheer erlassene Zwischenverfügung vom 31. August
2022 abgestellt. Das Ausstandsbegehren erfolgte in der zu beachtenden
Form sowie innert nützlicher Frist, nämlich innert zwei Wochen nach Eröff-
nung dieser Verfügung. Im Revisionsverfahren D-3660/2021 ist der Ge-
suchsteller Partei und damit zur Einreichung eines Ausstandsbegehrens
legitimiert. Die formellen Anforderungen an ein Ausstandsbegehren sind
demnach erfüllt, weshalb – unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführun-
gen (vgl. E. 3.2 und 4 hiernach) – auf das Gesuch einzutreten ist.
2.
2.1 Der Entscheid über Ausstandsbegehren ergeht in der Regel – so auch
vorliegend – in der Besetzung mit drei Richterinnen beziehungsweise Rich-
tern (Art. 21 Abs. 1 und Art. 38 VGG i.V.m. Art. 37 Abs. 1 BGG).
2.2 Bestreitet die Gerichtsperson, deren Ausstand verlangt wird, oder – wie
vorliegend – ein Richter beziehungsweise eine Richterin der Abteilung den
Ausstandsgrund, so entscheidet die Abteilung unter Ausschluss der be-
troffenen Gerichtsperson über den Ausstand (Art. 37 Abs. 1 BGG).
3.
3.1 Nachdem mit Verfügung vom 21. September 2022 dem mit dem Aus-
standsbegehren eingereichten Gesuch um superprovisorische Aussetzung
des Wegweisungsvollzugs stattgegeben wurde, ist vorliegend zunächst auf
die mit Eingabe vom 20. Oktober 2022 in verfahrensrechtlicher Hinsicht
gestellten Anträge einzugehen.
3.2 Die Zusammensetzung des Spruchgremiums wird dem Gesuchsteller
mit dem vorliegenden Urteil bekannt gegeben. Auf den Antrag auf Bestäti-
gung der zufälligen Auswahl der Gerichtspersonen des Spruchkörpers ist
unter Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung nicht einzutreten (vgl.
Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 [publiziert als BVGE
2019 VI/6] E. 4.2 f.; vgl. statt vieler Urteile des BVGer E-349/2018 vom
21. Februar 2021 E. 3.1 und D-1388/2018 vom 20. Juni 2019 E. 2.2.; vgl.
ferner Urteil des BGer 6B_1356/2016 vom 5. Januar 2018 E. 2).
3.3 Hinsichtlich der Bildung des Spruchkörpers ist zu bestätigen, dass die
mitwirkenden Richterpersonen durch das EDV-basierte Zuteilungssystem
des Bundesverwaltungsgerichts automatisiert bestimmt wurden, ohne
dass eine Änderung am dergestalt automatisch bestimmten Spruchkörper
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Seite 6
vorgenommen wurde. Für die Zuteilung der Spruchkörper des Bundesver-
waltungsgerichts ist das jeweilige Kammer- beziehungsweise Abteilungs-
präsidium zuständig (Art. 25 Abs. 5 Bst. b, Art. 31 und Art. 32 des Ge-
schäftsreglements für das Bundesverwaltungsgericht vom 17. April 2008
[VGR; SR 173.320.1]; vgl. auch Grundsatzurteil des BVGer D-3946/2020
vom 21. April 2022 E. 4.4, zur Publikation vorgesehen).
4.
4.1 Hinsichtlich der an der Spruchkörperbildung geäusserten pauschalen
und unsubstantiierten Kritik (vgl. BVGer-act. 5, S. 3) ist zunächst festzuhal-
ten, dass eine rechtskonforme Zusammensetzung des Spruchkörpers mit
einer Mehrheit von zwei Richterinnen oder Richtern derselben Partei für
sich keinen ausstandsbegründenden Tatbestand darstellt. Das Bundesver-
waltungsgericht hat bereits in zahlreichen Urteilen festgehalten, dass sich
weder aus den gesetzlichen noch aus den reglementarischen Vorgaben
des Gerichts eine Pflicht ergibt, im Falle eines politischen Übergewichts
innerhalb der Spruchkörpers korrigierend einzugreifen. Insbesondere
ergibt sich eine solche Pflicht – wie dem Rechtsvertreter des Gesuchstel-
lers ebenfalls bereits in mehreren Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts
mitgeteilt wurde – auch nicht aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts
(vgl. anstelle vieler Urteile des BVGer D-709/2022 vom 29. Juni 2022
E. 7.2 und E-3865/2019 vom 8. August 2019 E. 2.2.2, je m.w.H.). Ergän-
zend ist darauf hinzuweisen, dass in bisherigen Urteilen des Bundesver-
waltungsgerichts zu dieser Thematik wiederholt festgehalten wurde, dass
das Vorgehen des Rechtsvertreters im Kern auf eine Blockierung des
Rechtsmittelverfahrens beim Bundesverwaltungsgericht abziele und als
mutwillig sowie rechtsmissbräuchlich zu bezeichnen sei (vgl. hierzu Urteile
des BVGer E-3865/2019 vom 8. August 2019 E. 2.2.2, m.w.H. sowie zu-
letzt D-435/2022 vom 13. September 2022 E. 8.3). Folglich ist auf die auch
im vorliegenden Verfahren vorgebrachte Kritik nicht einzutreten.
4.2 Bezüglich der Vorbringen, wonach das "schwer fehlerhafte fachliche
Denken" von Bundesverwaltungsrichter Simon Thurnheer auf dessen von
der Ideologie der Schweizerischen Volkspartei (SVP) geprägten Haltung
zurückzuführen sei (vgl. BVGer-act. 1, S. 6), ist darauf hinzuweisen, dass
die Mitgliedschaft in einer politischen Partei eine Richterin oder einen Rich-
ter nach der Rechtsprechung nicht als befangen erscheinen lässt und kei-
nen Ausstandsgrund darstellt (vgl. Urteile des BGer 2F_4/2022 vom 28. Ja-
nuar 2022 E. 3.3, 1C_130/2019 vom 18. Juni 2019 E. 3; 1B_275/2018 vom
28. Juni 2018 E. 2.2, 1B_138/2018 vom 4. Juni 2018 E. 1.2, je mit Verweis
auf den Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
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[EGMR] Previti gegen Italien vom 8. Dezember 2009, Nr. 45291/06,
Ziff. 258; vgl. ferner ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/
MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Auf-
lage, 2022, Rz. 3.67). Dies müsste dem Rechtsvertreter aufgrund früherer
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts in von ihm geführten Verfahren
derweil hinlänglich bekannt sein (vgl. unter anderen die Urteile des BVGer
D-799/2022 vom 3. August 2022 E. 8.2.1, D-709/2022 vom 29. Juni 2022
E. 7.2 sowie insbesondere D-1166/2012 vom 5. Juni 2012 E. 4.4). Folglich
ist auf die entsprechenden Einwände ebenfalls nicht einzutreten.
4.3
4.3.1 Soweit der Rechtsvertreter des Gesuchstellers das Ausstandsbegeh-
ren darin begründet sieht, dass der Instruktionsrichter Simon Thurnheer die
mit dem Revisionsgesuch vom 24. August 2022 beantragte Einsicht in die
Akten des bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahrens D-2995/2022 nicht
behandelt habe, ist darauf hinzuweisen, dass aus dem Dispositiv der Ver-
fügung vom 31. August 2022 klar hervorgeht, dass einzig über das Gesuch
um Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung entschieden wurde. Über
die weiteren (prozessualen) Begehren wurde noch kein Entscheid gefasst,
was nicht zu beanstanden ist, da die Verfahrensführung in die Kompetenz
des der Sache zugeteilten Instruktionsrichters fällt. Die Unterstellung eines
"fehlenden Verständnisses für die Grundsätze eines fairen Verfahrens und
des Anspruchs des Betroffenen auf das rechtliche Gehör" erweist sich da-
mit offensichtlich als haltlos. An dieser Einschätzung vermag auch die Ein-
gabe des Gesuchstellers vom 24. November 2022, samt der damit einge-
reichten Beilagen, nichts zu ändern. Aus der Verfügung vom 31. August
2022 ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, dass ein derart qualifiziert
falscher Entscheid getroffen worden sei, welcher auf fehlende Distanz oder
Neutralität hinweisen würde. Der Umstand, dass der Rechtsvertreter des
Gesuchstellers die Auffassung des Instruktionsrichters nicht teilt, vermag
jedenfalls keine Befangenheit zu begründen (vgl. dazu BGE 131 I 133
E. 3.7.1 sowie BVGE 2007/5 E. 3.4 und 3.7). Überdies begründet auch al-
lein eine möglicherweise fehlerhafte Einschätzung noch keinen Anschein
der Voreingenommenheit, dies würde vielmehr einen besonders schweren
Fehler im Verfahren oder bei der rechtlichen Beurteilung bedingen (vgl. Ur-
teil des BGer 1B_203/2018 vom 18. Juni 2018 E. 2.1, m.w.H., vgl. ferner
HÄNER, a.a.O., N19 zu Art. 34 BGG). Von einer solchen schwerwiegenden
Pflichtverletzung, die zu einer Voreingenommenheit zu führen vermöchte,
kann vorliegend jedoch nicht die Rede sein, zumal eine solche auch nicht
substantiiert dargelegt wurde. Schliesslich vermögen auch die Verweise
auf den abweisenden Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts E-6427/
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Seite 8
2017 vom 29. Juli 2019, bei welchem Simon Thurnheer als zustimmender
Zweitrichter mitwirkte, sowie den im digitalen Magazin Republik erschienen
Bericht "Zurück in Sri Lanka begann der Albtraum" vom 11. Oktober 2022
an dieser Einschätzung nichts zu ändern, da sich daraus insbesondere
keine Ausstandsgründe für das vorliegende Verfahren ableiten lassen. In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Gericht Aus-
standsbegehren, die mit angeblichen Fehlleistungen und der fachlichen In-
kompetenz gewisser (oder aller) Asylrichterinnen und Asylrichter begründet
wurden, als Versuch qualifiziert, die Ausstandsgründe gemäss Art. 34
Abs. 2 Bst. e BGG dahingehend zu instrumentalisieren, die gesetzliche
Konzeption, wonach Instruktionsverfügungen innerhalb des Bundesver-
waltungsgerichts keiner Beschwerde unterliegen (Art. 39 Abs. 3 VGG), zu
umgehen und unliebsame Zwischenverfügungen mit appellatorischer Kritik
anzufechten (vgl. Urteil des BVGer D-435/2022 vom 13. September 2022
E. 7.2) und auf solch rechtsmissbräuchlichen Ausstandsbegehren sowie
auf sämtliche damit verbundenen Anträge und Gesuche praxisgemäss
nicht eintritt (vgl. a.a.O. E. 7.2). Vor diesem Hintergrund ist auf die im vor-
liegenden Verfahren abermals vorgebrachten, unsubstantiierten Vorbrin-
gen der schweren und schwersten fachlichen Verfahrensfehler ebenfalls
nicht einzutreten.
4.3.2 Für den Fall, dass der Rechtsvertreter weiterhin im Namen seiner
Mandanten, bei welchen es sich in der Regel um sprachlich- und rechtsun-
kundige Asylsuchende handelt, wobei zweifelhaft erscheint, ob diese wis-
sen und erkennen können, welche Anträge ihr Rechtsvertreter in ihrem Na-
men stellt und für welche Anträge sie ihr Einverständnis geben, mit rechts-
missbräuchlichen Ausstandsbegehren ans Bundesverwaltungsgericht ge-
langt, behält sich das Gericht gestützt auf Art. 38 VGG auch in Zukunft vor,
auf solche Gesuche nicht einzutreten (vgl. auch Art. 6 AsylG und Art. 42
Abs. 7 BGG), die Verfahrenskosten dem Rechtsvertreter des Gesuchstel-
lers persönlich aufzuerlegen (vgl. BGE 129 IV 206 E. 2, Urteil des BGer
5D_56/2018 vom 18. Juli 2018 E. 6) und disziplinarische Massnahmen ge-
mäss Art. 60 VwVG zu ergreifen (vgl. Urteil des BVGer D-435/2022 vom
13. September 2022 E. 9.1 m.w.H.).
5.
5.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob gegen den mit dem Revisionsverfahren
D-3660/2022 betrauten Instruktionsrichter Simon Thurnheer vom Gesetz
vorgesehene Ausstandsgründe vorliegen.
D-4180/2022
Seite 9
5.2 Die Ausstandsregelung von Art. 34 ff. BGG gewährleistet den in Art. 30
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950
(EMRK; SR 0.101) verankerten Anspruch, dass eine Sache von einem un-
parteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Ein-
wirkung sachfremder Umstände entschieden wird (vgl. BGE 134 I 238
E. 2.1 und BVGE 2007/5 E. 2.2, je m.w.H.). Die Tatsachen, die den Aus-
standsgrund bewirken, müssen von der Partei, die sich darauf berufen will,
zumindest glaubhaft gemacht werden (Art. 34 Abs. 1 BGG).
5.3 Für den Ausstand einer Gerichtsperson muss nicht deren tatsächliche
Befangenheit nachgewiesen werden, sondern es genügt bereits, wenn
Umstände glaubhaft gemacht werden, die den Anschein der Befangenheit
und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen (vgl.
Art. 36 Abs. 1 BGG [zweiter Satz]; vgl. ferner statt vieler BGE 144 I 159
E. 4.3, 138 I 1 E. 2.2, 136 I 207 E. 3.1 sowie 134 I 238 E. 2.1, je m.w.H.).
Der Anschein der Befangenheit besteht, wenn Umstände vorliegen, die bei
objektiver Betrachtungsweise geeignet sind, Misstrauen in die Unpartei-
lichkeit der Gerichtsperson zu erwecken. Solche Umstände können na-
mentlich in einem bestimmten Verhalten begründet sein. Auf das bloss
subjektive Empfinden der Partei kann bei der Beurteilung nicht abgestellt
werden. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in
objektiver Weise begründet erscheinen (vgl. hierzu BGE 141 IV 178
E. 3.2.1 und 140 I 326 E. 5.1, je m.w.H.). Bloss allgemeine Vorwürfe der
Befangenheit, wie andere Ansichten in Grundsatzfragen oder der Um-
stand, dass die herrschende Praxis der Behörde zu einer bestimmten
Frage von der Auffassung der Parteien abweicht, sind keine konkreten An-
haltspunkte für eine Befangenheit (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/
KAYER, a.a.O., Rz 3.69). Richterliche Verfahrensfehler oder ein falscher
Entscheid in der Sache können die Unabhängigkeit respektive Unpartei-
lichkeit einer Richterin oder eines Richters nur dann in Frage stellen, wenn
objektiv gerechtfertigte Gründe zur Annahme bestehen, in den Rechtsfeh-
lern manifestiere sich gleichzeitig eine Haltung, die auf fehlender Distanz
und Neutralität beruht. Dabei muss es sich um besonders krasse Fehler
oder wiederholte Irrtümer handeln, die eine schwere Verletzung richterli-
cher Pflichten darstellen (vgl. Urteil des BGer 1B_203/2018 vom 18. Juni
2018 E. 2.1, m.w.H.; vgl. ferner HÄNER, a.a.O., N 19 zu Art. 34 BGG). Mas-
snahmen, die mit der ordentlichen Ausübung der Richterfunktion verbun-
den sind, begründen auch dann keinen Verdacht der Parteilichkeit, wenn
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Seite 10
sie sich später als unzulässig, unrichtig oder unnötig erweisen (vgl. REGINA
KIENER, Richterliche Unabhängigkeit, 2001, S. 105, m.w.H.).
6.
6.1 Nachdem auf die unsubstantiierten, rechtsmissbräuchlichen Vorbrin-
gen des Gesuchstellers bzw. seines Rechtsvertreters nicht einzutreten ist
(vgl. insbesondere E. 4 hiervor), sind nachfolgend die übrigen Ausstands-
gründe zu prüfen.
6.2 Der Rechtsvertreter des Gesuchstellers führte zur Begründung des
Ausstandsbegehrens aus, mit verschiedenen von ihm beim Bundesverwal-
tungsgericht eingereichten Ausstandsbegehren und Revisionsgesuchen
sei deutlich gemacht worden, dass der im Verfahren D-3660/2022 zustän-
dige Instruktionsrichter Simon Thurnheer im Laufe der letzten Jahre bei
seiner richterlichen Tätigkeit immer wieder durch "schwere fachliche Feh-
ler" aufgefallen sei. Der betroffene Richter sei deshalb seit Jahren durch
ihn (den Rechtsvertreter des Gesuchstellers) sehr direkt kritisiert worden.
Auf Dauer werde eine persönliche Feindschaft beim fraglichen Richter er-
zeugt, wenn dieser immer wieder darauf hingewiesen werde, dass er als
Asylrichter wiederholt "fachlich fehlerhafte Urteile" fälle. Darüber hinaus sei
ihm auch bekannt, dass er (der Rechtsvertreter des Gesuchstellers) bei
der Bundesanwaltschaft Strafanzeige wegen vorsätzlicher und widerrecht-
licher Manipulation bei der Spruchkörperbildung eingereicht habe, wobei
das entsprechende Verfahren aktuell beim Bundesstrafgericht hängig sei.
Insgesamt würden somit genügend Gründe vorliegen, welche darlegen
würden, weshalb Richter Simon Thurnheer nicht mehr in der Lage sei, eine
faire und objektive Beurteilung in den von ihm geführten Verfahren vorzu-
nehmen und deshalb zwangsläufig in den Ausstand zu treten habe.
6.3 Bundesverwaltungsrichter Simon Thurnheer entgegnete in seiner Stel-
lungnahme, zur Begründung des Ausstandsbegehrens sei im Wesentli-
chen appellatorische Kritik an der Zwischenverfügung vom 31. August
2022 geübt worden. Eine solche sei weder geeignet "schwere" oder
"schwerste fachliche Mängel" aufzuzeigen noch einen anerkannten Aus-
standsgrund darzutun, weshalb sich weitere Ausführungen erübrigen wür-
den.
6.4 In seiner Stellungnahme wendete der Rechtsvertreter des Gesuchstel-
lers hauptsächlich wieder ein, mit den Ausführungen von Richter Simon
Thurnheer werde dessen fachliche Kompetenz weiter in Frage gestellt.
D-4180/2022
Seite 11
6.5 Mit Eingabe vom 24. November 2022 brachte der Rechtsvertreter des
Gesuchstellers im Wesentlichen vor, das Revisionsverfahren sei nach Be-
handlung des Ausstandsverfahrens weiterzuführen, wobei eine angemes-
sene Frist anzusetzen sei, damit aus den Akten des Vaters des Gesuch-
stellers den Beleg für dessen Verfolgung sowie die daraus abgeleitete Re-
flexverfolgung seines Mandanten erbracht werden könne. Selbstverständ-
lich müssten auch die Akten des Dossiers N (...) beigezogen werden.
7.
7.1 Zur Begründung des Ausstandbegehrens wurde vorgebracht, dass
durch wiederholtes Aufzeigen (vermeintlicher) Verfahrensfehler des Rich-
ters Simon Thurnheer durch den Rechtsvertreter des Gesuchstellers zwi-
schen den beiden eine persönliche Feindschaft entstanden sei, weshalb
Richter Simon Thurnheer nicht in der Lage sei, eine faire und objektive Be-
urteilung in den vom Rechtsvertreter des Gesuchstellers geführten Verfah-
ren vorzunehmen und deshalb zwangsläufig in den Ausstand zu treten
habe. Damit beruft sich der Gesuchsteller durch seinen Rechtsvertreter auf
den Ausstandsgrund von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG (persönliche Feind-
schaft).
7.2 Gemäss Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG haben Gerichtspersonen – heisst
Richterinnen, Richter, Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber – ins-
besondere dann in den Ausstand zu treten, wenn sie wegen persönlicher
Feindschaft mit einer Partei oder ihrem Vertreter beziehungsweise ihrer
Vertreterin, befangen sein könnten (vgl. REGINA KIENER/BERNHARD RÜT-
SCHE/MATHIAS KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 3. Auflage, 2021,
Rz. 1413 sowie ISABELLE HÄNER, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneu-
bühler [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Auflage,
2018, N 16 zu Art. 34 BGG). Zur Bejahung der vom Gesetz umschriebenen
persönlichen Feindschaft müssen erhebliche Umstände geltend gemacht
werden können; blosse Antipathie oder Kollegialität genügen nicht (vgl.
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., Rz. 3.67 m.w.H.). Erforder-
lich sind ausgeprägte, erhebliche persönliche Spannungen und tiefe,
schwerwiegende Zerwürfnisse, welche sich an objektiven Gegebenheiten
festmachen lassen (vgl. hierzu HÄNER, a.a.O., N16 zu Art. 34 BGG sowie
KIENER, a.a.O., S. 99). Deuten objektive Anhaltspunkte auf eine ernsthaft
gestörte zwischenmenschliche Beziehung hin, besteht mithin eine "persön-
liche Feindschaft" beziehungsweise eine "leidenschaftliche Gegnerschaft",
dürfte die Unbefangenheit der Amtsperson nicht mehr gewährleistet sein
(vgl. angesichts dessen, dass die Ausstandsgründe nach Art. 34 Abs. 1
D-4180/2022
Seite 12
BGG stimmen mit jenen von Art. 10 Abs. 1 VwVG weitgehend übereinstim-
men [vgl. hierzu KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., Rz. 1414] RETO FEL-
LER/PANDORA KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage,
2019, N 23 zu Art. 10 VwVG). Die negativen Gefühle müssen beim Mitglied
der Behörde vorhanden sein; dass die Partei solche Gefühle hegt, stellt für
sich allein noch keinen Ausstandsgrund dar (vgl. bei Strafbehörden: NI-
KLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Auflage, 2020,
Rz. 180, wobei sich die Bestimmungen von Art. 54 der Schweizerischen
Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [Strafprozessordnung, StPO;
SR 312.0] an den Bestimmungen des BGG orientieren [vgl. hierzu Bundes-
blatt [BBl] 2006 1085, S. 1148]). Sodann stellt die Mitwirkung in einem
früheren Verfahren für sich allein kein Ausstandsgrund dar (Art. 34 Abs. 2
BGG). Die persönliche Unbefangenheit eines Richters oder einer Richterin
ist deshalb im Grundsatz zu vermuten und von der gesetzlichen Zustän-
digkeitsordnung darf – auch im Interessen einer beförderlichen Rechts-
pflege (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) – nicht leichthin abgewichen werden (vgl.
unter anderem Zwischenentscheid des BVGer B-6887/2019 vom 10. Feb-
ruar 2020 S. 4 f. mit Hinweis auf Urteil des BVGer A-6806/2009 vom
10. Februar 2010 E. 5.2 m.H.).
7.3 Die blosse Tatsache, dass Rechtsanwalt Gabriel Püntener in zahlrei-
chen Urteilen, an denen Richter Simon Thurnheer mitgewirkt hat, nicht mit
dem prozessualen oder materiellen Ausgang einverstanden war und dies
mit zahlreichen Revisions- und Ausstandsbegehren sowie einer Strafan-
zeige bei der Bundesanwaltschaft zum Ausdruck gebracht hat, vermag den
Anschein der Befangenheit von Richter Simon Thurnheer aufgrund persön-
licher Feindschaft nicht zu erwecken. Aus dem Hinweis, wonach Richter
Simon Thurnheer aufgrund seiner angeblich "fachlich fehlerhaften Arbeit"
seit Jahren vom Rechtsvertreter des Gesuchstellers direkt kritisiert werde,
kann somit nicht auf das Bestehen einer persönlichen Feindschaft im Sinne
von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG geschlossen werden. Sodann vermögen ver-
bale Anfeindungen, Unterstellungen oder auch das Erheben einer Strafan-
zeige durch eine Partei für sich allein nicht den Anschein der Befangenheit
beim Adressaten zu begründen; andernfalls hätte es die betreffende Partei
in der Hand, eine Gerichtsperson in den Ausstand zu versetzen und so die
Zusammensetzung des Gerichts zu beeinflussen (vgl. hierzu Urteile des
BVGer D-2048/2015 vom 23. Februar 2017 E. 6.1; B-5120/2016 vom
23. Februar 2017 E. 2.5; D-7053/2016 vom 10. Februar 2017 E. 3.4;
D-6625/2016 vom 3. Februar 2017 E. 3.2.2; E-2107/2016 vom 14. Oktober
2016 E. 5.2 je mit Hinweis auf BGE 134 I 20 E. 4.3.2; vgl. ferner statt vieler
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Urteil des BGer 5A_715/2017 vom 16. Oktober 2017 E. 3.4 m.w.H.). Mit
seinen Vorbringen scheint dies indessen die Absicht des Rechtsvertreters
des Gesuchstellers zu sein. Massgeblich ist in derartigen Fällen jedoch
vielmehr die Reaktion der betroffenen Gerichtsperson (vgl. KIENER, a.a.O.,
S. 104 f.). Antwortet diese etwa mit einer Strafanzeige wegen Ehrverlet-
zung oder Zivilforderungen, so erhält der Konflikt eine persönliche Dimen-
sion, welche die Unbefangenheit der Gerichtsperson tangiert (vgl.
BGE 134 I 20 E. 4.3.2). Auch andere Formen der Reaktion, welche nicht
mehr sachgerecht sind, können zu einem Ausstandsgrund führen (vgl. Ur-
teil des BGer 1B_401/2019 vom 4. Oktober 2019 E. 3.5). Der Rechtsver-
treter des Gesuchstellers machte vorliegend keine den Anschein der Be-
fangenheit begründenden Reaktionen von Richter Simon Thurnheer gel-
tend und es sind ganz offensichtlich auch keine erkennbar. Gestützt auf die
vorliegende Aktenlage ist auch nicht ersichtlich, dass seitens Bundesver-
waltungsrichter Simon Thurnheer Gefühle der Feindschaft gegenüber
Rechtsanwalt Gabriel Püntener vorhanden sein könnten.
7.4 Zusammenfassend liegen – entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters
des Gesuchstellers – keine konkreten oder glaubhaften Anhaltspunkte vor,
dass im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 31. August 2022 der
Ausstandsgrund der persönlichen Feindschaft gemäss Art. 34 Abs. 1 Bst. e
BGG zwischen dem Rechtsvertreter des Gesuchstellers und Richter Simon
Thurnheer vorgelegen hat.
8.
Nach den vorstehenden Erwägungen sind die Vorbringen im Ausstandsge-
such vom 16. September 2022 nicht geeignet, in objektiver Weise den An-
schein von Befangenheit von Richter Simon Thurnheer zu begründen. Bei
dieser Sachlage erweist sich das Ausstandsbegehren als unbegründet und
ist, soweit auf dieses einzutreten ist, abzuweisen. Für die wiedererwä-
gungsweise Aufhebung der Zwischenverfügung vom 31. August 2022 be-
steht keine Veranlassung.
9.
Nach dem Gesagten ist die Sistierung des Revisionsverfahrens
D-3660/2022 aufzuheben und die Verfahrensakten D-3660/2022 sind zur
Weiterführung des Revisionsverfahrens an Simon Thurnheer als zuständi-
ger Instruktionsrichter zu überweisen. Auf die in diesem Zusammenhang
vorgebrachten verfahrensrechtlichen Begehren ist im vorliegenden Verfah-
ren nicht weiter einzugehen.
D-4180/2022
Seite 14
10.
Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 21. September 2022 angeordnete
superprovisorische Vollzugsstopp dahin.
11.
11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegen-
den Partei aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf
insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]).
11.2 Der Rechtsvertreter des Gesuchstellers wurde mit Urteil D-435/2022
vom 13. September 2022 darauf hingewiesen, dass das Bundesverwal-
tungsgericht auf weitere rechtsmissbräuchlich eingereichte Ausstandsbe-
gehren und Revisionsgesuche nicht eintreten werde und er damit zu rech-
nen habe, dass ihm die dadurch verursachten Verfahrenskosten persönlich
zur Zahlung auferlegt werden würden (vgl. a.a.O. E. 9.3). Vor diesem Hin-
tergrund rechtfertigt es sich, die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der
Höhe von Fr. 1'500.– zur Hälfte dem Rechtsvertreter des Gesuchstellers,
Rechtsanwalt Gabriel Püntener, persönlich aufzuerlegen. Die restlichen
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– sind dem Gesuchsteller auf-
zuerlegen.
12.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass wenn Parteien oder deren Vertre-
ter den Anstand verletzen, das Bundesverwaltungsgericht sie mit Verweis
oder mit einer Ordnungsbusse bis Fr. 500.– bestrafen kann (Art. 60 Abs. 1
VwVG). Als ungebührlich gelten insbesondere unnötig verunglimpfende,
persönliche Angriffe, pauschale und exzessive Kritik sowie grob abschät-
zige, unnötig verletzende, demütigende oder gar entwertende Äusserun-
gen (vgl. Urteil des BVGer B-6019/2018 vom 25. Juni 2019 E. 4.3 m.w.H.).
Insoweit als der Rechtsvertreter des Gesuchstellers Richter Simon Thurn-
heer unter anderem ein "erschreckendes Defizit im Bereich des Basiswis-
sens zu den Grundsätzen eines fairen Verfahrens" vorwirft und dessen
"grundsätzliche Befähigung für das anspruchsvolle Amt eines Asylrichters"
in Frage stellt, wird der Rahmen sachlich zulässiger Kritik gesprengt. Im
vorliegenden Fall ist das Aussprechen eines Verweises deshalb gerecht-
fertigt. Rechtsanwalt Gabriel Püntener, welchem bereits in früheren Verfah-
ren wegen Anstandsverletzungen gegenüber Mitgliedern und Angestellten
des Bundesverwaltungsgerichts Ordnungsbussen auferlegt wurden (vgl.
statt vieler Urteil des BVGer E-150/2017 vom 2. April 2019 E. 13.2 m.w.H.),
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wird eindringlich ermahnt, in seiner Ausdrucksweise künftig von ehrenrüh-
rigen Äusserungen abzusehen.
(Dispositiv nächste Seite)
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