Decision ID: 0bc151dd-517b-4f64-ac32-954ba42b9d0c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984,
verfügt über einen Realschulabschluss und hat
ursprünglich den Beruf der
Pflegeassistentin
erlernt
(
Urk.
10/2
Ziff.
5)
. Seit
März
2008
bezieht
sie
aus
psychischen Gründen -
namentlich
infolge
einer A
norexia
ner
vo
s
a
– eine Invalidenrente
in unterschiedlicher Höhe
, zuletzt vo
m
1.
Mai bis
31.
Juli 2010 eine halbe Rente
nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 55 %
(U
rk.
10/105)
. Ab Mai 2010 wurde die Versicherte im Rahmen von beruflichen Massnahmen der
Invalidenversicherung
umgeschult (Handelssc
hule bis zum Handels
diplom VSH
;
Urk.
10/82), welche Ausbildung
die Versicherte
p
er Februar
2012
erfolgreich ab
schloss
(
Urk.
10/145
).
A
b 1
.
Februar 2012
richtete die IV-Stelle
die
zuletzt ausgerichtete (
halbe
)
Rente
wieder aus
(
Urk. 1
0/164
). N
ach getätigten
weiteren
Abklärungen setzte sie
die
se
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit
sowie
gestützt auf einen neu ermittelten In
validitätsgrad (von 45
%
; vgl. Urk.
10/159
)
mit V
erfügung vom 16.
Oktober 2012 mit Wirkung ab 1
.
Dezember 2012
auf eine
Viertel
s
rente
herab (Urk.
10/168
).
1.2
Im Jahr 2013 leitete die IV-
Stelle ein
Revisionsverfahren in die Wege
(Urk.
10/179 ff.)
, im Rahmen dessen sie die Versicherte
, welche
zunächst
sporadisch und im Jahr 2013 von März bis Juni 2013 im Rahmen einer
t
eilzeitlichen Anstellung (50
%) als Aushilfe in Gärtnerei und Büro erwerbstätig gewesen war (U
rk.
10/
179 und Urk. 10/
182),
(
unter anderem
)
d
u
r
ch
Dr.
med.
Y._
,
Spezialarzt
für Psychia
trie und Psychotherapie
FMH
, begutachten liess
. Gestützt
auf
die Expertise
von
Dr.
Y._
vom 16. Februar 2015 (
Urk. 19/211)
bestäti
gte
die IV-Stelle
mit M
it
te
i
l
ung vom 19.
Januar 2016 den Anspruch auf die bisherige (V
iertels-
)
R
ente
(Urk. 10/238)
. Ein von der
Versicherten per 27. November 2017
aufgenommenes Aufbautraining schl
oss die IV-Stelle angesichts des
instabilen
Gesundheitsz
u
s
tandes
der Versicherten
(
u.a. einer Schmerzproblematik am linken Fuss/Kö
r
per
seite)
per 27.
Mai 2018 ab (
Ur
k.
10/263
)
.
1.3
Mit Schreiben vom 2. Juli 2018 l
iess die Versicherte durch den behandelnden P
sychiat
er
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
unter Hinweis auf
die
im Rahmen des
Aufbautrainings
wieder
zut
age getretene S
chmerzprob
l
e
matik
sowie darauf, dass
sie
nicht mehr als 50 % arbeitsfähig sei,
eine ausserordentliche Rentenprüfung
sowie die Ausrichtung einer halben Rente
beantragen (Urk.
10/267
). Auf die
ses Gesuch trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom 25.
Januar 2019
nicht ein
(Urk.
10/291)
. Ein
e
am 26.
Februar 2019 gegen
diese Verfügung
erhobene Beschwerde
(Urk.
10/298)
hiess das hie
sige Gericht mit Urteil vom 29.
August 2019
(Prozess-Nr. IV.2019.00152)
gut und wies die Sache an die
IV-Stelle zurück, damit sie auf das Revisionsgesuch
vom 2. Juli 2018
eintrete
,
dieses materiell prüfe und hernach über den Leistu
ngsanspruch neu verfüge (Urk.
10/302).
In
Umsetzung
dieses Urteils
holte die IV-Stelle
beim
behandelnden
Psychiater
Dr.
Z._
Angaben ein
(Urk. 10/312; vgl. auch Urk. 10/314)
und
veran
lasste eine
polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten
, welche
durch die
A._
AG,
Medas
B._
, durchgeführt wurde
(Urk. 10/316
, Urk. 10/320
)
.
Gestützt
auf das ent
sprechende Gutachten vom
24.
November 2020 (Urk. 10/329)
sowie die dazu ab
ge
gebene Stellungnahme des R
egionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stelle (R
AD
)
vom 4. Dezember 2020
(U
rk. 10/
332
)
hob die IV-Stelle
die zuletzt ausge
richtete
Viertelsrente
nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 10/333 ff.)
mit Verfügung vom 17. März 2021
gestützt auf einen neu errechneten Inva
lid
i
tätsgrad von
32
%
auf
das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
hierorts
am 28.
April 2021 Beschwerde (U
rk.
1) mit den Anträgen, die Verfügung der IV-S
telle vom 17.
März 2021 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei weiterhin eine Rente auszurichten (
1.
)
,
unter K
o
s
t
en – und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (2.). In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie
beantragen, dass ihr
die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und die unterzeichne
nd
e Rechtsanwältin als unent
geltliche Rechtsvertreterin
beizugeben
sei (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
beantragte
mit Vernehmlassung vom 9.
Juni 2021
Abweisung der Beschwerde (Urk.
9)
, was der
Beschwerdeführerin mit V
erfügung vom 28.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht
wurde. G
leichzeitig wurde
ihr
in Bewilligung ihre
s
Gesuches
vom 28. April 2021
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Lotti Sigg
, Winterthur,
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorlie
genden Verfahren bestellt (Urk.
11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
di
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat
die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext
unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr
eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021
E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine
Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.
5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Bei einem zwecks
Rentenrevision
erstellten
Gutachten
hängt der Beweiswert darüber hinaus
wesentlich
davon
ab
, ob es sich
ausreichend
auf das
Beweisthema
–
erhebliche
Änderung des
Sachverhalts
- bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständig nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beu
rteilung der Rentenberech
tigung beweisend
wäre, mangelt
es daher in der Re
gel am rechtlich erforderlichen
Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschät
zung nicht hinreichend darüber aussp
richt, inwiefern eine effektive Veränderung
des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (
vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2018 vom 2
6.
Oktober 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen
).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit
, dass
der Versicherten
– gestützt auf das Gutachten
der
A._
vom 24
.
Novem
ber 2020
–
die angestammte Tätigkeit al
s Pflegeassistentin seit
dem
1.
März 2007 und auch weiterhin nicht mehr zumutbar sei. Eine gesundheitlich angepasste Tätigkeit sei ihr jedoch seit 2019 (
seit
mindestens 12 Monaten) in einem Pensum von 80
% zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invalidi
tätsgrad von 32
%, womit kein Anspruch me
hr auf eine Rente bestehe (Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdefüh
r
erin lässt dagegen zur Hauptsache vorbringen, dass
auf Grundlage des Gutachtens der
A._
,
namentlich der (entscheidenden) psychia
trische E
x
pertise,
die
Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente
nicht
zulässig
sei.
Auch
sei
en die Gutachter
bei der Untersuch
ung oberflächlich vorgegangen
;
na
m
e
ntlic
h
sei
en
das neurologis
c
he und
das
orthopädische Gutachten nur rudi
mentär abgefasst. Schliesslich
sei
beim Einkommensvergleich
ein Abzug
vom In
valideneinkommen
von min
destens 10 % vorzunehmen (Urk. 1
).
3.
Die letzte materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung und Beweiswürdigung erfolgte im
Revisionsverfahren
,
welches die IV-Stelle
im Jahr 2013
einleitete
und
mit Mitteilung vom 19. Januar 2016 ab
schloss
(Urk. 10/238)
.
Streitig und
zu
prüfen ist
daher
im vorliegenden
V
er
fahren, ob sich der Gesundheitszustand und die Erwerbsfähigkeit der
Beschwer
deführerin
seit der genannten
Mitteilung vom 19. Januar 2016
dahin verändert
(verbessert)
haben, das
s
kein Rentenanspruch mehr
ausgewiesen ist
.
Der Mitteilung vom 19.
Januar 2016
lag das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 16.
Februar 2015
(Urk. 10/211)
zugrunde
.
Darin hatte
Dr.
Y._
die folgenden
Diagnosen gestellt:
Anorexia
nervosa
(
F50.0
)
, chronische Depression, gegen
wärtig
mittleren Schweregrades
(
F32.11
)
sowie Status nach
Cannabisabusus
in der Ado
leszenz
(F12.1; Urk.
10/211/13).
Dr.
Y._
führte
damals
gestützt auf seine Unter
suchung
und die von ihm
erhobenen Befunde
im Wesentlichen an, gemäss seiner
Beurteilung habe bei der Patientin wahrscheinlich seit April 2013 bis
zum Begut
achtungszeitpunkt («
heute
»)
eine generelle, psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50
% bestanden. Diese sei begründet durch die Komorbidität von psychischen Störungen mit Krankheitswert und mit
Chronifizierung
, nämlich eine Anorexia
nervosa
und eine depressive Störung mittleren Schweregrades. Die Folgen seien
eine körperliche und psychische Schwäche, eine starke Ermüdung, Konzen
tra
tions
störungen und eine Inkonstanz in der Wahrnehmung von Aktivitäten. Prognos
tisch zeichne sich angesichts des bisherigen Krankheitsverlaufs mittelfristig keine Besserung ab (U
rk.
10/211/17).
4.
Im
Nachgang zum Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
9.
August 2019
nahm die IV-Stelle im Wesentlichen die folgenden Unterlagen zu den Akten:
4.
1
Im
Bericht vom 3
0.
Januar 2020 stellten die (seit Herbst 2016) behandelnden
Dr.
Z._
, Psychiater, und
lic
. phil.
C._
zuhanden der IV-Stelle die folgenden Diagnosen (Urk. 10/312):
-
Anhaltende Schmerzstörung (F45.4)
-
Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (
chronifiziert
; neue D
ia
gnose aus dem
ICD-11)
-
Anamnestisch
F50.0
Anorexia
nervosa
(2007)
-
Anamnestisch F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (2017)
Sie
gaben im Wesentlichen an, seit drei
Jahren habe zunehmend eine Diffe
ren
zierung der Gefühle stattgefunden. Während sich anfangs der Therapie die Ab
wehr in Fo
r
m von Wut und Ableh
n
ung
gezeigt habe
, nehme die P
atientin inz
w
i
s
ch
en auch ihre Verletzlichkeit und Angst wahr. Die
Patienti
n
könne sich besser beobachte
n und ve
r
stehen und auch besser selbst regulieren. Im V
erhalten z
eige sie in guten M
omenten
mehr F
lex
ibil
i
tät
,
handle spontan
und
selbst
für
sorglich. Dies nehme die Patientin als grossen Gewinn an L
ebe
nsqualität wahr. Wenn mehr innere Anspannung da sei, falle die P
atient
in zurück in unflexible Verhalt
en
sm
uster, wobei sie heute gut beob
achten könne, wie dieses Verh
a
lten der
Ge
su
nd
heitsförderung entgegenlaufe.
Das
kontrollier
t
e E
ssverhalten bestehe nach wie vor, vermutlich sei ein Teil der wahrgenommenen Müdigkeit und Er
schöpfung auf die zu geringe Nahrungsaufnahme zurückzuführen.
Zur Arbeits
fähigkeit gaben sie an, die Patientin sei vermutlich zu 30 % arbeitsfähig, in welcher Tätigkeit müsse noch eruiert werden.
Zur Prognose führten sie aus, a
uf
grund des Verlaufs sei die Entwicklung betreffend Einstieg in eine Teilzeit-Arbeitsfähigkeit (wohl:
-t
ätigkeit) positiv. Erschwerend sei die Tatsache, dass die Patientin bisher keine länger andauernde Anstellung innegehabt habe und sich dies bei potentiellen Arbeitgebern nachteilig auswirken könnte (Urk. 10/312).
4.2
4.2.1
I
m
polydisziplinären (internistischen, neurologischen, orthopädischen, psychia
tri
schen)
Gutachten der
A._
vom
24.
November 2020 stellten die verant
wort
lich zeichnenden Fachärzt
e die folgenden Diagnosen (Urk.
10/329
/14
)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Atypische Anorexia
nervosa
(ICD-10: F50.1)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Osteopenie
/Osteoporose (laut Akte) (ICD-10:
M81.99)
-
Anamnest
isch
St. n. vereinzelt Rippenfrakturen ohne adäquates Tr
auma (zuletzt 2018)
-
Laktoseintoleranz (ICD-10: E73.9)
-
Akzentuierte Pe
rsönlichkeit
(
depen
d
ente
selbstunsichere, asthenisch ver
mei
dende,
dysthym
strukturierte) (ICD-10:
Z73.1)
-
Aktenanamnestisch rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remit
ti
ert (ICD-10: F33.1)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch
Cannabi
n
oide
, Abhängigkeits
syndrom
, gegenwärtig abstinent
(ICD-10: F12.20)
-
Dysthymia
(ICD-10: F34.1)
4.2.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt
im
internis
ti
schen Teilgutachten
insbesondere fest
, aufgrund der durchgeführten Untersu
chung bestünden aus internistischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
oder entspr
echende Funktionseinschränkunge
n
. Auch das Labor zeige keine IV-relevanten Auffälligkeiten. Von einem kürzlich erfolgten Alkoholkonsum sei auszugehen (gemäss Nachweis von ETG
[
Ethylgluc
u
ronid
]
bzw. ETS
[Ethylsulfat]
)
. J
edoch ergebe sich bei normalem CDT
(
Carbohydrate
Deficient
Transferrin
)
kein Nachweis für einen relevanten/regelmässigen Alko
hol
konsum, auch sei das übrige Drogen
-S
creeni
ng negativ (Urk. 10/329/
70 ff.).
4.2.3
Prof. med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
führte gestützt auf die von ihm durch
geführte
Untersuch
ung aus,
gemäss Angaben der Versicherten liege das arbeits
bezogene Beschwerdebild vor allem an den Schmerzen im linken Fuss
(Urk. 10/329/
84)
.
Vor
etwa fünf
Jahren
seien
über Nacht plötzlich einschiessende Schmerzen beim Abrollen des linken Fusses aufgetreten, diese seien im Verlauf verschwunden.
A
nlässlich der Untersuchung
(«heute»
) sei
die passive Beugung der
2.
Zehe links schmerzhaft und es bestehe für alle Zehen des linken Fusses eine Minderinnervation der Beugung. Die F
ussbeugung sei un
au
f
fällig
möglich, eben
so
der Zehengang. Elektrodiagnostisch seien bei der Untersuchung im Jahr 2016 (
Dr.
F._
) s
o
wie auch im Jahr 2017 (
Dr.
G._
) keine Auffälligkeiten gefunden worden, die belastungsabhängig auftretenden Beschwerden würden von beiden als lokal gedeutet
.
Dr.
G._
habe eine n
europathische Genese diskutiert;
j
edoch sprächen Belastungsabhängigkeit wie auch die Schmerzhaftigkeit der passiven Beugung der
2.
Zehe gegen eine neuropathische Genese, die im Allgemeinen vor allem in Ruhe Beschwerden mache und bei Bewegung als gebessert empfunden werde. Aus neurologischer Sicht sei
en
keine Diagnosen zu stellen, weder mit noch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/329/88 ff.).
4.2.4
Der für das orthopädische Teilgutachten verantwortlich zeichnende
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie,
führte gestützt auf die
einlässliche
Untersuchung
(
Urk. 10/329/
107 ff.)
sowie die
Vorakten
im Wesentlichen aus, aus chir
u
r
gischer Sicht
bestehe
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit,
als
ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine
Osteoporose. I
n der bisherigen T
ätigkei
t
bestehe
keine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit
bzw
.
werde die Arbeitsfähigkeit auf 100
% geschätzt. Auch in einer angepassten Tätigkeit be
stehe – unter Beachtung des Anforderungsprofils (
leicht,
wechselbelastend, ohne asymmetrische Lasteinwirkungen, o
hne Gehen auf unebenem Gelände und ohne längeres Abwärtsgehen
, ohne Zwangshaltungen des linken Fusses und ohne häufiges Treppengehen)
–
eine vollständige Arbeitsfähigkeit
(Ur
k.
10/329/115
f.
)
.
4.2.5
Der psychiatrische Experte med.
pract
.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
hielt fest
,
die Versicherte
berichte,
unter Schlafstörungen zu leiden und sich am Morgen en
ergielos und erschöpft zu fühlen
(
Urk. 10/329/
135)
. Sie beklage auch Beschwerden der g
e
samten linken Körper
seite, vom Fuss aufsteigend, die nicht immer gleich und abendlich und nach dem Sport gebessert seien. Auch beklage sie Konzentrationss
t
ö
rungen
;
so
könne
sie
nur 3 bis 4 Seiten lesen und keinen ganzen Film schauen, weil sie dann unruhig werde und sich bewegen müsse, was damit zusammenhänge, dass sie häufig ein schlechtes Gewissen habe, wenn sie
«
zu wenig gemacht, gearbeitet habe
»
; es bestehe dann ein Bewegungsdrang
(
Urk. 10/329/
136)
. Zu den Essgewohnheiten
habe sie spontan berichtet, dass sie kein Frühessen zu sich nehme, mittags meist nur Früchte und
dass sie
am Abend bei den Eltern die Abendmahlzeit
einnehme
. Sie esse
prinzipiell nicht gerne
,
brauche die Kontrolle, was etwa schwierig sei, wenn sie eingeladen sei. Es gebe
(bei ihr)
häufig nur K
leinigkeiten wie einen Salat mit Spargel und Lachs, da s
ie keine Lust habe für sich zu k
ochen.
Oft stelle sich das Gefühl ein, sie habe zu
viel gegessen; d
er Kopf wisse
,
dass dies nicht stimme, das Gefühl sage jedoch etwas
anderes
(
Urk. 10/329/
137)
.
Die Versicherte gebe an,
d
ie E
s
sstörungssymptomatik
habe
- sie habe sich zu dick gefühlt -
etwa mit 14
Jahren
begonnen
, das niedrigste Gewicht sei 36 kg gewesen
(
Urk. 10/329/
137)
. S
eit fünf J
ahren sei eine Besserung
eingetreten;
die Versicherte habe sich kom
plem
en
tärmedizinisch behandeln lassen, seither bestehe
auch
keine
Amenorrhoe
mehr
(
Urk. 10/329/
138)
. Nach Interessen
,
Hobby und Freizeit befragt
,
habe die Versicherte geä
u
ssert, dass sie gerne mit ihrem
Hund
lauf
e
und zum Tra
i
ning gehe, welches sie nicht mehr wie früher exzessiv betreibe
(
Urk. 10/329/
138)
.
We
i
ter
habe die Versicherte berichtet, dass sie an Sport Freude habe, dort würde ein gutes soziales Netz bestehen. Auch habe sie Freude an der N
atu
r, am Garten, an Neffen und N
ichten sowie
am
Hund,
den sie seit Jan
ua
r 2020
besitze
und der ihr ei
ne Aufgabe und Struktur gebe
(
Urk. 10/329/
139)
. Nach dem seelischen Be
finden
bef
ragt habe sie ang
eg
e
ben, sie sei nicht zufrieden
und nicht ausgeglichen;
sie könne sich durchaus freuen, es bestehe
jedoch
gleichzeitig eine gewisse Traurigkeit, wobei sie nicht ständig schwer traurig herab
gestimmt sei
(
Urk. 10/329/
139)
. Weiter führte med.
pract
.
I._
an, die Versicherte habe
erwähnt, dass sie die aktuelle Behandlung wegen eines Missbrauchs auf
g
enom
men habe. Als Kind sei sie einmal im Spital g
e
wesen; dort
habe es einen Vorfall
gegeben. Auch sei sie
durch ihren
Grossvater
mütterlicherseits sexuellen Üb
er
griffen ausgesetzt gewesen
,
dieser habe ihr pornographische Bilder per Mail ge
schickt
(
Urk. 10/329/
140)
.
Med.
pract
.
I._
führte weiter
aus, anlässlich der Untersuchung
habe keine
über eine
Dysthymie
hinausgehende depressive Verstimmung festgestellt werden können.
Zwar möge die
Diagnose der
Dysthymie
m
it einer Herabgestimmtheit und persönlichem Leid einhergehen, jedoch gehe von ihr keine Arbeitsunfähigkeit
aus
(
Urk. 10/329/
150 f.)
.
Eine D
iag
n
o
se aus dem gesamten somatoformen Dia
gno
sespektrum habe alsdann nicht festgestellt werden können
;
die D
iag
n
o
se
kri
terien (
ständige Beschäftigung mit einem
dauernd vorhandenen
, quälenden Schmerz sowie
Zusammenhang
mit
einem unbewussten intrapsychischen Konflikt)
seien
nicht erfüllt
(
Urk. 10/329/
151)
. Auch habe keine
Traumafolgestörung
bzw
.
k
eine entsprechende Symptomatik exploriert werden können
. D
ie
der
Versicherten wohl widerfahrenen grenzüberschreitenden Erlebnisse wären eher geeignet, zu einer Persönlichkeitsstörung zu führen; jedoch habe
er
anlässlich der Untersuchung – in Übereinstimmung unter anderem mit dem Gutachten vom 1
6.
Februar 2015 – keine solche Diagnose stellen können.
Feststellen
lassen habe
sich wohl eine psy
chosozial erklärba
re Persönlichkeitsakzentuierung;
dieser komme jedoch auch kei
n Einfluss au
f die Arbeitsfähigkeit zu
(
Urk. 10/329/
152)
. V
or dem Hintergrund der Angaben der Versicherten
scheine e
inzig
der noch bestehenden Restsymptomatik der Essstörung ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuz
ukommen. Denn
die Ver
sicherte
habe
noch in bestimmten Aktivitäten eingeschränkt erschien
en
und
benötige
immer noch Energie für die «Kontrolle der Symptomatik». Die Ess
s
törung sei als atyp
is
che A
norexia
nervosa
zu klassifizieren
, da nicht alle K
r
i
t
erien zur
Diagnosestellung erfüllt würden. So b
e
stehe
nach Angaben
der Versicherten
etwa
keine
Amenorr
h
o
e
mehr, woraus sich letz
t
endlich eine Verbesserung ablesen lasse
(
Urk. 10/329/
152)
.
Weiter führte der Experte aus, die von der Versicherten
als schwerwiegend und belastend beklagte Insomnie we
rde nicht ausreichend be
handelt;
die Nichtinanspruchnahme von
pharmakotherapeutischen
Massnahmen
spreche
eher
gegen einen L
eidensdruck
(
Urk. 10/329/
152)
.
Zur Arbeitsfähigkeit gab
med.
pract
.
I._
an, aus rein psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in der Lage, sämtliche ihrem körperlichen Belastungsprofil angepassten Tätigkeiten mit einer integralen Reduktion von 20
% zu verrichten.
Weitergehende Einschränkungen seien nicht feststellbar. Die bisher durchge
führten
Behandlungen und die in den letzten Jahren durchgeführte ambulante psychotherapeutische Behandlung
schienen
zumindest zu einer Stabilisierung und zu einer weiteren Besserung geführt zu haben (
Urk. 10/329/
154 f.).
Dabei
dürfe
aus psychiatrischer Sicht die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Gärtnerei
als ideal angepasste Tätigkeit
(wohl: bezeichnet werden)
, da hier anzun
ehmen sei, dass die Versich
e
rte auch einen Wechs
e
l zwischen S
tehen
, Sitzen und Gehen sowie die Beschäftig
ung mit Pf
lanz
en und Natur gehabt habe.
Diese Beurteilung gelte mit Erstellung des psychiatrischen Gutachtens
; a
ufgrund der Angaben der Versicherten mögen die gegenwärtigen Umstände seit et
wa
12 Monaten bestehen, sodass anzunehmen
sei
, dass seit diesem Z
eitpunkt auch di
e
heute bestehenden G
egebenheiten eingetreten waren (
Urk. 10/329/
157).
4.2.6
Im Rahmen der
Konsensbeurteilung führten
die Gutachter
zur Arbeitsfähigkeit
aus, aus interdisziplinärer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit (Aushilfe Gärtnerei) wie auch in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %. Dabei gelte das im psychiatrischen Teilgutachten geäusserte
FähigkeitsprofilDiese
Arbeitsunfähigkeit sei seit mindestens 12 Monaten bestehend (
Urk. 10/329/
17) bzw. könne seit 2015 gesehen werden (
Urk. 10/329/
18).
4.3
Dr.
med.
J._
, Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie,
vom RAD
,
hielt
in seiner Stellungnahme vom 4.
Dezember 2020 fest, er empfehle
,
auf das Gutachten abzustellen.
E
rgänzend
bemerkte
er
, im
(ausschlaggebenden)
p
sychia
trischen Gutachten
werde die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Gärtnerei
be
trieb als angestammt und ideal angepasst beurteilt
und die Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit eing
e
schätzt
. Aus Sicht des RAD sei der Sachverhalt so zu inter
pretieren, dass die angestammte Tätigkeit als Pflegeassistentin
aus psychiatrischer Sicht
nicht mehr zumutbar und eine angepasste Tätigkeit als Hilfsarbeiterin z.B. in einer Gärtnerei zu 80
% zumutbar
sei.
Dies mache aus
fachpsychiatrischer Sicht Sinn. Denn
in der Tätigkeit als Pflegeassistentin
bestünden
hohe Anforde
rungen an die sozialen Kompetenzen,
an
die Selbstbehauptungsfähigkeit,
an
die Flexibilität und
an die
U
mstellungsfähigkeit
; d
ie
A
rbeit mit kranken Menschen setze eine
eigene
psychische Gesundheit voraus.
D
ie Kundin weise
aufgrund ihrer psychiatrischen Diagnose
jedoch
eine Grun
dvulnerabilität auf, sodass die
Tätig
keit als Pflegeassistentin nicht mehr zumutbar sei
(vgl. Anmerkung 1)
.
Zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit
bemerkte
Dr.
J._
im Wesentlichen
,
die
Gutachter könnten den genauen Verlauf der Arbeitsfähigkeit nicht festlegen
.
Der psychiatrische
Gutachter gehe von einer 20%igen Arbeit
s
unfähigkeit seit mindes
tens 12 Monaten aus; in der Gesamtbeurteilung gingen die Gutach
t
er seit 2015 von einer 20%ig
en Arbeitsunfähigkeit aus (
vgl. Anmerkung 2,
Urk.
10/332/6 f.).
5.
5.1
Das Gutachten
der
A._
beruht auf
den erforderlichen
fachärztlichen Unter
suchungen in den notwendigen Disziplinen
einschliesslich
einer durchgeführten
L
aborabklär
ung
,
sodann
wurde es
in Kenntnis von und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
erstellt.
Die Gutachter berücksichtig
t
e
n die
geklag
ten Beschwerden und setz
t
en sich mit
dem Verhalten der Beschwerdeführerin a
useinander. A
uch legten sie die von ihnen gezogenen
Schlüsse
nachvollziehbar dar
. Sie gelangten dabei
zum begründeten Schluss, dass aus interdisziplinärer
Sicht
–
massgeblich
aufgrund der psychiatrischen
Problematik -
jedenfalls in einer
angepassten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit von 8
0
%
(Arbeitsunfähigkeit von 20%)
gegeben sei.
Aus
internistischer Sicht
wurde
insbesond
e
re
einleuchtend
ausgeführt
,
dass
mit Blick auf die
erhobenen
unauffälligen Befunde
keine
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen sei
.
Auch m
it
Blick auf die
vom neurologischen
sowie vom
orthopädisch-chirurgischen
Experten
erhobenen
-
nicht sehr ausge
prägten
-
Befunde
(insbesondere
am linken
Fuss
)
ist
alsdann
nachvollziehbar, dass
aus Sicht dieser Disziplinen
lediglich
eine
qu
a
l
itative Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
besteht
.
Insbesondere
aber
legte der psychiatrische Experte
im Lichte der erhobenen Befunde und Angaben der Beschwerdeführerin
einleuchtend
dar, dass
zwar
noch eine –
Ressourcen beanspruchende
und sich daher auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
- Restsymptomatik der
Anorexia
nervosa
besteht
,
dass
hin
g
egen
kein depressives Leiden mehr
zu diagnostizieren ist und die
Dys
thy
mie
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bleibt
. Auch
führte
der
psychia
trische
Experte
unter
Nennung
der
nicht erfüllten Diagnosekriterien
nachvoll
ziehbar
aus
, weshalb er – im Gegensatz zu den behandelnden Fachpersonen
Dr.
Z._
und
lic
. phil
.
C._
in ihrem Bericht
vom 3
0.
Januar 2020
–
weder eine
Diagnose aus dem somatoformen Diagnosespektrum stellen noch eine post
traumatische Belastungsstörung diagnostizieren kann (
Urk. 10/329/
151)
.
Die
se
für die Beu
r
teilung
massgebenden
gutachterlichen
Feststellungen
werden
- als solche -
beschwerdeweise
nicht
konkret in Frage gestellt.
5.2
Die Beschwerdeführerin
bestreitet
den Beweiswert
der Expertise im Wesentlichen
vielmehr mit der Begründung,
dass
das
psychiatrische Gutachten, auf welches die B
eschwerdege
g
nerin
massgeblich
abgestellt
habe,
mangels Darlegung einer
Ver
bes
serung des Gesundheitszustandes seit der letzten Beg
utachtung im Februar 2015
im
vorliegenden
revisionsrechtliche
n
Kontext nicht beweiswertig sei. V
iel
mehr
sei
von einer Neubeurteilung des glei
chen Sachverhalts auszugehen
(Urk. 1 S.
8).
Dem ist nicht zu folgen.
Zwar trifft zu,
dass
der psychiatrische Gutachter
med.
pract
.
I._
die
revis
i
on
s
rech
tlich
entscheidende
Frage
nach
der
Verän
derung
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
seit der Begutachtung von
Dr.
Y._
im Jahr 2015
so
nicht direkt beantwortet hat
.
Dies
vermag
jedoch
den
Beweiswert der Expertise
letztlich
nicht
zu erschüttern
. Denn zum einen
erwähnte
med.
pract
.
I._
in seinen Ausführungen
verschiedentlich eine
Verb
esseru
ng
(
vgl. etwa
Urk. 10/329/
152
[betr
effend
Wegfall
Amenorrhoe
];
Urk. 10/329/
155
[
Ziff. 7.
2:
wonach die bisherige Behandlung zu einer Stabili
sie
rung und weiteren Besserung geführt habe
]
und
Urk. 10/329/
156
[Ziff.
7.4
:
wo
nach aus den verschiedenen Aspekten der Alltagsgestaltung eine Besserung abzu
lesen sei]). Zum andern
lässt sich aufgrund seiner Angaben
in der Expertise
,
so etwa
zu den
psychopathologischen
Befunde
n
und zur Essstörung,
eine
Verbes
serung
der
psychiatrische
n
Problematik
im Vergleich zu den von
Dr.
Y._
im Jahr 2015
beurteilten Verhältnissen
ohne Weiteres
feststellen
.
Denn was
die Befunde betrifft,
wurde die
Beschwerdeführerin durch
Dr.
Y._
im Jahr 2015
als unzugänglich
,
absolut freudlos, gespannt, verzweifel
t
, frust
r
ie
rt und hoffnungslos beschrieben
;
auch
gab
Dr.
Y._
damals
an,
die Beschwerdefüh
rerin
habe
bei der Besprechung der beruflichen Z
ukunft ständig geweint
.
W
eiter
hatte
Dr.
Y._
ausgeführt
, zwar
sei der
Antrieb – bei ausgestrahlter
Monotonie -
lange Zeit unauffällig g
e
wesen, jedoch
habe sich
allmählich
eine zunehmende Ermüdung und Ungeduld gezeigt (
zum Ganzen:
Urk.
10/211/13
[Psychostatus]
)
bzw.
habe die
Versicherte schwere K
onzentrationsstö
r
u
ngen
gezeigt
und ermüde stark
(Urk.
10/211/
16)
.
Auch seien - unter anderem - eine konstante ernsthafte Lebensmüdigkeit und Suizidalität, eine
„
Lethargie
“
,
d.h. breite Apathie und Un
lust und
ausgeprägte
Dysphorie – wie für eine chronische Depressivität typisch -
zu eruieren gewesen (
Urk.
10/211/16).
Demgegenüber
stell
te
m
ed.
pract
.
I._
fest, die Kontaktaufnahme sei gut möglich
,
beschrieb er
Mimik und Gestik lebhaft
und die Versiche
rte
gut im Rapport
;
sie
habe
insgesamt ruhig
und
nicht ängstlich angespannt
gewirkt
und habe
auch
b
ei
belastenden
Themen adäquat berichtet
und keine wesentliche emotionale Reaktion gez
eigt bzw. gefasst gewirkt (Urk.
10/329/146).
Weiter hielt
med.
pract
.
I._
(
unter anderem
)
fest
,
die Affektivität
sei
stabil, ausg
eglichen und situationsadäquat
und die Schwingungs
fäh
igkeit gut e
rhalten
, auch
habe sich
zu keinem Zeitpunkt eine depressive Herab
gestimmtheit
beob
achten oder explorieren
lassen
. Auch
habe
d
ie
Beschwerde
führerin
die Exploration aufmerksam
verfolgt
und
ihre Konzentration
im Verlauf der Untersuchung
nicht merklich nach
gelassen,
der Antri
e
b
sei
nich
t reduziert
und die Beschwerdeführerin
von akuter Suizidalität
klar und glaubhaft distanziert
(vgl. zum
G
anzen
Untersuchungsbefunde in
Urk. 10/329/146 ff.)
. Ein Vergleich der
jeweils
erhobe
n
en
psychopathologischen Befunde
ergibt
augenscheinlich
eine Ver
b
e
sserung
der
Situation.
Aber
auch die Angaben der
jeweiligen
E
xperten
zu der
im Vordergrund stehenden
Essproblematik
lassen
d
en Schluss
auf eine Verbesserung
ohne W
eit
e
res
zu
:
So hielt
Dr.
Y._
i
m Gutachten vom 1
6.
Februar 2015
fest
, dass
der geschwächte körperliche und psychische Allgemeinzustand der
(
damals
ca.
48 kg schwere
n
; Urk. 10/211/
9)
V
ersiche
rte
n durch die
anorektischen
Essstörungen
bedingt sei
:
Die Patientin sei nicht in der Lage, tagsüber etwas zu essen, und halte sich mit Kaffe
e und Aktivitätspausen aufrecht; d
as Nachtessen
– welches
sie
nach ihren Angaben
nicht bei den Eltern einnehmen könne
,
weil es dort ein rechter Stress
sei (Urk.
10/211
/
9
)
-
sei
dann
geprägt von
anorektischen
D
iäten und überwertig
en
Ideen
, wobei
eklatante unverrückb
a
re zwanghafte Rituale und Anschauungen
zu
grunde lägen
.
So bestehe ein Zwang zum Duschen vor dem Essen zur Selbst
beobachtung vor dem Spiegel, zur Notwendigkeit eines leeren B
auches unter and
eren L
euten, zur körperlichen Betäti
gung vor dem Essen (Urk.
10/211/16)
.
B
ei der Begutachtung durch
med.
pract
.
I._
hatte die Beschwerdeführerin keine
derartige
n
Rituale oder vergleichbare Zwänge
mehr geltend
gemacht (
Urk. 10/329/
147)
.
Aus den
dortigen
Angaben der – nun 58 kg schweren (
Urk. 10/329/
69)
–
Beschwerdeführerin
ist vielmehr ersichtlich, dass sich
die
Essgewohnheiten
dahin verändert
haben, dass sie
nun
auch untertags
–
kleinere -
Mahlzeiten
zu sich nimmt
und sie
auf eine regelmässige Nahrungszufuhr zu achten
versucht, und dass sie
nun
-
im Gegensatz zu den Verhältnissen
,
wie sie im Jahr 2015 bestanden
-
bei den Eltern
das Nachtessen
einnimmt
(Urk.
10/329/137)
.
Auch wenn
bezüglich der
Essstörung noch
keine
vollständige Remission
eing
e
treten ist
, lassen
a
uch
d
iese As
pe
kte der Kran
k
heitsentwicklung
offensichtlich
auf eine Verbesserung der Situa
tion schliessen.
N
ach dem Gesagten
hat med.
pract
.
I._
nicht nur verschiedentlich
eine
Verbesserung
der psychiatrischen
Situation
erwähnt, sondern liegt
aufgrund der Angaben im Gutachten
– wie anhand der Befunde und der Entwicklung der Ess
störung exemplarisch aufgezeigt -
eine solche
auch
klar auf der Hand
(vgl.
zur Fes
tstellung einer revisionsrechtl
i
c
h erheblichen Verbesserung gestützt auf Befunde und Symptome
auch Urteil des Bundesgerichts
8C_285/2018 vom 26. Oktober 2018 E.
4.2)
.
Dass
in der Expertise von
med.
pract
.
I._
nicht lediglich eine
unterschiedliche Beurteilung d
es Gesundheitszustandes
vorgenom
men
wird
,
ergibt sich aber
auch
ohne
W
eiteres daraus
, dass
er
den Eintritt der von ihm attestierten
Arbeitsfähigkeit
von 80
%
(erst) auf 2019 fest
ge
legt
hat
(«seit etwa 12 Monaten»
;
Urk.
10/329/157
)
.
Der Schluss auf
eine Verbesserung der Situation
stimmt letztlich
aber
auch damit überein
,
dass auch die behandelnden Fachpersonen
lic
. phil.
C._
und
Dr.
Z._
im B
e
richt vom 30.
Januar 2020
unter anderem
festhielten
,
aufgrund des Verlaufs sei die Entwicklung betreffend Einstieg in eine Teilzeit-Tätigkeit positiv
(
Urk.
10/312).
Festzustellen
bleibt
,
dass
der psy
chiatrische
Expe
r
te
bezüglich der von ihm atte
stierten Arbeitsfähigkeit
von 80
%
angab
,
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Gärtner
ei
betr
ie
b
sei
ideal angepasst,
wohingegen er sich zur angestammten Tätig
keit als Pflegeassistentin
bzw.
einer Tätigkeit im kaufmännischen Bereich (Han
delsdiplom) nicht explizit geäussert hat.
Jedoch kann vorliegend offenbleiben, w
ie
es sich
mit
der Arbeitsfähigkeit in diesen
Tätigkeiten
verhält
.
Denn selbst wenn man
in Bezug auf diese Tätigkeiten
–
bezüglich derjenigen
als Pflege
assi
stentin
entsprechend den
grundsätzlich nachvollziehbaren
Ausführu
n
gen de
s
RA
D in seiner Stellungnahme vom
4.
Dezember 2020
(Urk. 10/332/7
[Anmerkung 1]
)
-
zug
u
nsten der Beschwerdeführerin davon ausgeht, dass
darin
keine
Arbeits
fähig
k
ei
t
mehr
besteht,
ändert dies am E
rgeb
nis nichts
.
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen
vorbringt
, dass
der
neurologische und orthopädische
Experte die Fussbeschwerden nicht ernst genommen bzw.
die Untersuchung
nur
kursorisch
durchgeführt
hätten
(Urk. 1 S.
8)
, ist dem nicht bei
zupflichten.
D
ie
diesbezüglichen Expertisen
beruhen
auf
hinreichenden
Unter
suchungen (
Urk.
10/329
/87 und
107 ff
.
)
,
im Rahmen derer sich
kein
g
ravierend
er
Befund
ergab
.
Inwiefern die
aus somatischer Sicht
gezogenen Schlüsse auf die Arbeitsfähig
keit
unzutreffend sind
,
ist
daher
nicht ersichtlich und wird
auch
seitens der Beschwerdeführerin
nicht
konkret
geltend gemacht.
Aber auch
soweit
die Beschwerdeführerin
die Zuverlässigkeit des Gutachtens mit der B
egründung anzweifeln lässt
,
es seien allenfalls Laborwerte verwechselt worden,
da
die Gut
achter ihr aufgrund der Blutwerte
mitgeteilt hätten
, dass sie ein Alkoholproblem habe (
vgl. wiederum
Urk.
1 S.
8
)
,
ergibt dies nichts zu ihren Gunsten
.
Zum einen wurden die
entsprechenden Laborwerte durch Mehrfachbestimmung best
ätigt (vgl. Urk. 10/329/161 f.). Z
um andern
trifft dies so nicht zu,
stellte
der inter
nis
tische Gutachter
zwar
fest, es sei (gemäss Nachweis von ETG
bzw. ETS) von einem kürzlich erf
olgten Alkoholkonsum auszugehen, jedoch führte
er aus, es er
gebe sich bei normalem CDT
kein Anhalt für einen regelmässigen/relevanten Alkohol
konsum (
Urk. 10/329/
68).
5.4
Zusammenfassend
vermag die am
A._
Gutachten vorgebrachte Kritik die Be
weiskraft der Expertise nicht in Frage zu stellen.
Diese
bildet
vielmehr
eine
rechts
genügl
i
c
he
Grundlage für die sich
vorliegend
stellende Frage,
ob und inwiefern
seit der Mitteilung vom 1
9.
Januar 2016 (E. 3) eine wesentliche Verän
derung des
Gesundheits
zustandes
und
der
Arbeitsfähig
keit
eingetreten ist
.
G
estützt auf das
A._
Gutachten
vom 2
4.
November 2020
ist deshalb
mit dem
im Sozialversi
cherungsrecht massgebenden
Bewei
sgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
,
dass
sich
die im Vordergrund stehende psychiatrische Problematik
dahin
verbessert
hat
, dass noch
eine
Rest
sy
m
p
t
o
matik
der Essstörung
und
eine
Dyst
h
y
mie
z
u diagnos
t
i
zieren ist
,
und dass
sich die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerde
führerin
dahin
verbessert
hat, dass
sie
-
jedenfalls in einer angepassten Tä
t
i
gkeit
–
nun
zu 80
% arbeit
sfähi
g
ist
(gegenüber 50
%
im Jahr 2015
)
.
5.5
Nach dem Gesagten wird der
Beschwerdeführerin
aus medizinischer Sicht
e
in
e
um 20
% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
attestiert
,
mit Blick worauf
– wie nach
folgend darzulegen sein wird (vgl. E. 6 h
ie
r
nach
) -
kein anspruchsbegr
ündender
Invaliditätsgrad
resultiert
.
Ob die attestierte Arbeitsunfähigkeit im Lichte der massgebenden Standardindikatoren
(E. 1.1.3
hievor
)
auch aus rechtlicher Sicht gilt
, kann
daher
offenbleiben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_49/2018 vom 8.
November 2018 E. 4
)
.
Denn mit
einer
Indikatorenprüfung
wird
eine im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert. Eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann auch aus einer
Indikatorenprüfung
nicht resultieren (vgl.
etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_137/2019 vom 2
7.
Mai 2019 E. 6.7
).
6.
6.1
Beim
Valideneinkommen
stellte die Beschwerdegegnerin
l
aut
Einkommens
ver
gleich
vom 11.
Januar 2021
(
Urk.
10/331)
auf
die Tabellenlöhne
der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung
2018
(LSE)
,
Tabelle
TA1
(
Monatlicher Bruttolohn
[
Zentralwert
]
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht
)
, ab
,
und
zwar
auf den
Zentralwert (Median) der von Frauen
im
Kompetenzniveau 2 im Wi
rtschaftszweig Gesundheits- und Sozialwesen
(Ziff. 86-88) erzielten Ein
kom
men,
was
bei einem
vollzeitlichen
Pensum
ein
Valideneinkommen
von Fr. 65’000.--
im Jahr 2020
ergab
.
Beim Invalideneinkommen zog
sie
ebenfalls die
statistischen Werte der LSE bei
und stellte auf
den Zentralwert (Median) der
i
m
Kompetenzniveau 1 von Frauen im Total aller Wirtschaftszweige erzielten Löhne ab, was bei
einem zumutbaren Pensum
von 80 %
zu einem
Invalideneinkommen von Fr. 43'963.
70
führte und in Gegenüberstellung mit de
m
Valideneinkommen
einen Invaliditätsgrad von 32
%
ergab
.
Die Ermittlung der Vergleichseinkommen anhand der fraglichen Tabellenlöhne wird
seitens der Beschwerdeführerin
im Grundsatz
nicht
in Frage gestellt
.
6.2
Die Beschwerdeführerin
beanstandet
einzig die Nichtvornahme eines leidensbe
dingten Abzugs vom Invalideneinkommen
(von mindestens 10 %)
. Sie
be
gründet
dies
unter Hinweis auf ein Gutachten des BASS, Büro für Arbeits- und Sozial
politische Studien
vom 8.
Januar 2021 (
Urk.
3/4)
damit, dass gemäss neuesten
E
rk
ennt
ni
ssen behinderte
Arbeitnehmende
bezüglich des L
ohnes benachteil
igt
seien
.
Behinderte
Arbeitnehmende
würden
den M
edi
anlohn sozusagen nie errei
chen
,
Tabellenlöhne der LSE
spiegelten
weitgehend nur die Löhne von gesunden Personen wi
e
der
(
Urk.
1 S. 9).
Auch die
höchstricht
erliche
Rechtsprechung
anerkennt
,
dass
in einer
versich
e
rten Person
liegende individuelle Umstände
-
worunter
auch
behinderungsbedingte
Ein
schränkungen
fallen
-
Auswirkungen auf
die Verdienstmöglichkeiten
haben kö
nnen.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (
Tabellen
lohn)
daher
rechtsprechungsgemäss
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Auf
ent
haltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg ver
werten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung
der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
6.3
Gemäss
dem
Gutachten der
A._
ist
die
Beschwerdeführerin
aufgrund
der noch bestehenden Rest
s
ymptomatik
der
Essstörung
auch
in einer
angepasste
n
Tätigkeit
(nur)
im Umfang von 80
% arbeitsfähig
(E
.
5.4
hievor
)
. W
elche
persönlichen
Merkmale selbst
in einem
so
reduzierten Pe
n
s
um
einen
Abzug
vom Tabellenlohn
rechtfertigen, hat
die Beschwerdeführerin
–
welche
lediglich
pauschal
auf
das
Gutachten des
BASS
verweist -
nicht
konkret aufgezeigt.
Jedoch hat
die B
e
schwerdegegneri
n
-
i
ndem sie
das Invalideneinkommen
gestützt auf die Ver
dienst
möglichkeiten
im gesamten privaten Wirtschaftsbereich auf dem untersten
Kompetenz
niveau
1
bemass -
der Situation der Beschwerdeführerin
(mehr als)
genü
gen
d
Rechnung getragen
. D
ies gilt selbst dann, wenn
ihr
aus somati
schen Gründen (
vgl.
das
in der
or
t
h
opädisch-chiru
r
gischen E
xpertise formulierte
Anfor
der
ung
sprofil
; Urk. 10/329/116
)
im Kompetenzniveau 1
g
esundheitlich bedingt nicht
sämtliche Arbeiten
offenstehen
, kann
doch
gleichwohl
noch
von einem
ge
nügend
breiten
Spektrum an zumutbare
n Verweistätigkeiten
ausgegangen werden
. Denn
das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen
ist
bezogen
auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, der
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeits
kräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_353/2019 vom 11.
Juli 2019 E.
3.3 mit Hinweis auf
BGE 138 V 457
E. 3.1.)
Zu berücksichtigen ist
schliesslich
im vorliegenden Zusammenhang
,
dass
bei Frauen im Kompetenzniveau 1
die Statistiken für Teil
zeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus
weisen
u
nd
mithin
auch die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug wegen Teilzeitarbeit
en
t
fällt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Be
zugnahme auf LSE 2012 und 2014)
. Der
Verzicht auf einen Abzug
vom Invalideneinkommen
ist daher
nicht zu beanstanden.
An
zumerken ist schliesslich, dass
selbst ein A
b
zug von 10
%
vom Invalideneinkommen
nicht zu einem
anspruchsbegründende
n
Invaliditätsgrad
führte
(
F
r.
65'000.-
-
-
F
r.
43'963.70
x
0.9 /
Fr.
65'000.-- x 100
= 39.12 %)
.
7.
Zusammenfassend
hat die IV-Stelle einen weiteren Anspruch
der Beschwerde
führerin
auf eine I
nvalid
enrente
zu R
e
c
h
t
verneint.
Die
angefochtene
Verfügung vom
17
.
März 2021
erweist sich damit als rechtens, weshalb die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
8
.1
Gestützt auf
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zu
legen und vorliegend auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
Beschwerdeführer
in aufzuerlegen, jedoch
zufolge
der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk.
11) einstweilen auf die
Gerichtskasse
zu nehmen.
8
.2
Da die Rechtsvertreterin der
Beschwerdefüh
rerin
trotz
entsprechendem Hinweis
(vgl. Urk. 11
) keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach
§ 8 in Verbindung mit
§ 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schä
digungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen. Vorliegend erscheint beim praxisgemä
ssen Stundenansatz von Fr. 220.--
eine
E
ntschädigung
in der Höhe von Fr
. 2'600.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen
, wobei die Entschädigung unter Anrechnung der Restleistungen der Beobachter Assistance
abschliessend
auf
Fr.
1'699.-- (
Fr.
2'600.-- abzüglich
Fr.
901.--) festzulegen ist (
Urk.
7 und Urk
.
11)
.