Decision ID: e85fb69f-ed2f-4b5d-8e18-5991e445f021
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1976 geborene
X._
versah nach dem Abschluss ihrer Lehre als
Dentalas
sistentin
(1996,
Urk.
7/1/1-3) diverse Stellen; zeitweise war sie arbeits
los und bezog Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
7/4). Ab April 1999 war sie bei der Firma
Y._
als Telekommunikationsberaterin und - nach deren Fusion mit der Firma
Z._
per
1.
Dezember 2000 – bei der Firma
Z._
als Admini
strator
Backoffice
tätig (
Urk.
7/5 und
Urk.
7/1/11). Am 2
5.
Juni resp. 6. August 2002 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf eine generalisierte Epilepsie unklarer Ätiologie (seit November 1996), ein Non-Hodgkin-Lymphom (Juli 1995) sowie eine reaktive Depression (seit 1997) beim Sozialversicherungs
amt Schaffhausen, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 7/6). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach ihr die IV-Stelle Schaffhausen, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50
%
, mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2004 mit Wirkung ab dem
1.
Mai 2003 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
7/29).
1.2
Am 3
1.
März 2004 zog die Versicherte in den Kanton Zürich
um
(
Urk.
7/33)
.
Im September 2006 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle
,
mittels
Zustellung des „Fragebogens
für
Revision der Invaliden
rente/
Hilflosenentschädigung
“ an d
ie
Versicherte ein Revisionsverfahren ein (Urk.
7
/
38
)
.
Darin
machte die Versicherte geltend, nachts und tagsüber
auf Hilfe in Form von persönlicher Überwachung angewiesen zu sein
(
Urk.
7/38
/
2).
Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen (
Urk.
7/40-43). Ausserdem liess sie durch ihren Aussendienst Abklärungen betreffend Hilflosigkeit (Bericht vom 1
0.
Januar 2007,
Urk.
7/46) sowie betref
fend die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 1
0.
Januar 2007,
Urk.
7/47 [nachfolgend: Abklärungsbericht]) vornehmen. Am 2
7.
März 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass bei der Überprü
fung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, welche sich auf die Rente auswirke. Es bestehe deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (
Urk.
7/52). Sodann sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom
4.
April 2007 mit Wirkung ab
1.
Mai 2005 eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades zu (
Urk.
7/56).
1.3
Anlässlich des von ihr im November 2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. Mitteilung vom
8.
Februar 2008,
Urk.
7/61). Die
Hilflosenentschädigung
hob die IV-Stelle unter Hinweis darauf, dass gemäss ihren Abklärungen bei der Versicherten zu Hause (vgl. Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene vom
11. April 2008,
Urk.
8/65) eine dauernde persönliche Überwachung nicht mehr erforderlich sei, mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2008 auf (
Urk.
7/68).
1.4
Im Jahr 2010 führte die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren durch, wobei sie den Anspruch auf die bisherige halbe Rente wiederum bestätigte (vgl. Mit
teilung vom
7.
Juli 2010, Urk. 7/77).
1.5
Am 2
6.
März 2013 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte wegen einer Verstärkung ihrer epileptischen Anfälle während ihrer zweiten Schwangerschaft erneut zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
an (
Urk.
7/81). Der Aussen
dienst der IV-Stelle führte daraufhin am 1
1.
Juni 2013 telefonisch ein
Abklä
rungsgespräch
betreffend Hilflosigkeit mit der Versicherten durch (vgl. Ab
-
klärungsbericht
vom 5. September 2013,
Urk.
7/100). Unter Hinweis darauf, dass die Versicherte laut ihren Angaben anlässlich des Gespräches vom 1
1.
Juni 2013 eine Tochter (geboren 1
2.
April 2007,
Urk.
7/79 [vgl. bereits Urk. 7/57]) und damit Anspruch auf eine Kinderrente habe, sprach ihr die
IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Juli 2013 rückwirkend ab Juni 2008 eine
Kinder
rente
zu (
Urk.
7/85). Gleichentags wurde die IV-Stelle von ihrem Aussendienst darauf hingewiesen, dass die Versicherte laut dem
Abklä
-
rungsbericht
vom 1
0.
Januar 2007 (vgl.
Urk.
7/47) ab Juli 2007 als zu 45 % im Haushalt und zu 55
%
im Erwerbsbereich tätig zu qualifizieren sei. Dies sei nicht umgesetzt wor
den (
Urk.
8/84). Daraufhin kündigte die IV-Stelle der Versicherten am 1
2.
Juli 2013 unter Hinweis auf die Abklärung durch den Aussendienst aus dem Jahr 2007 an, dass die bisherige halbe Rente, ausgehend von einem
Gesamtinvalidi
tätsgrad
von 5
%
, wiedererwägungsweise aufgehoben werde (Vorbescheid vom 1
2.
Juli 2013, Urk. 7/92). Mit Verfügung vom 5. September 2013 wies die IV-Stelle das Begehren der Versicherten um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädi
gung
ab (
Urk.
7/101). Mit Verfügung vom 1
3.
September 2013 sprach sie der Versicherten für die am 1
0.
August 2013 geborene Tochter
A._
(vgl.
Urk.
7/106) mit Wirkung ab
1.
August 2013 eine Kinderrente zu (Urk. 7/102). Mit Eingabe vom 16. September 2013 erhob die Versicherte gegen den Vorbe
scheid vom 12. Juli 2013 betreffend Aufhebung der bisherigen halben Rente (
Urk.
7/92) Einwand (Urk. 7/105). Daraufhin wurde am 7. November 2013 eine neuerliche Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
-
fähigkeit in Beruf und Haus
halt durchgeführt (vgl. Bericht vom
2.
Juli 2014,
Urk.
7/120 [verfasst am 1
2.
November 2013,
Urk.
7/120/6 und Urk. 7/122/1]). Mit Schreiben vom 20. November 2013 setzte sie der Versicherten Frist an, um zu den im Rahmen des
Einwandverfahrens
getätigten Abklärungen Stellung zu nehmen (Urk. 7/112). Mit Verfügung vom
2.
Juli 2014 hob die IV-Stelle die bisherige halbe Rente der Versicherten wiedererwägungsweise auf und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Juli 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom
1
0.
September 2014 Beschwerde
erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe Invalidenrente auszurichten. Zudem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung wieder zu erteilen (
Urk.
1
/2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
4.
Oktober 2014
beantragte die
Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6
).
Mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2014
wurde der Beschwerdeführerin Frist zur Stellungnahme zur
Rechtzeitigkeit der Beschwerde
an
gesetzt
(
Urk.
9). Nachdem die Beschwerde
führerin am 1
0.
November 2014 eine
diesbezügliche Stellungnahme eingereicht hatte
(
Urk.
11)
, trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 1
7.
November 2014 auf die Beschwerde ein und wies das Gesuch um Wiederherstellung der au
f
schiebenden Wirkung der Beschwerde ab (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 2
3.
Juli 2015 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen ambulanten Verlaufsbericht der
B._
vom 1
7.
Juni 2015 zu den A
k
ten (
Urk.
14,
Urk.
15).
3.
Auf die
Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die von der IV-Stelle Schaffhausen mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2014 (
Urk.
7/29) zugesprochene und mit Mitteilungen vom 2
7.
März 2007 (
Urk.
7/52),
8.
Februar 2008 (Urk. 7/61) und
7.
Juli 2010 (
Urk.
7/77) bestätigte halbe Rente zu Recht
wieder
erwägungsweise
aufgehoben hat.
1.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die Wiedererwägung damit, dass die Beschwerdeführerin gemäss Abklärung ihres Aussendienstes im Jahr 2007 bei guter Gesundheit ab Juli 2007 zu 45
%
im Haushalt und zu 55
%
im Erwerbsbereich tätig (gewesen) wäre, wobei im Haushaltbereich keine Ein
schränkungen bestünden. Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei ihr die angestammte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar. Gemäss der nach erfolgtem Einwand durch ihre Aussendienstmitarbeiterin durchgeführten Abklärung vor Ort wäre die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 80 % erwerbstätig. Im
Haus
haltbereich
sei sie nicht eingeschränkt. In Anwendung der gemischten Methode ergebe sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Urk. 2).
1.3
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, dass ihr keine Gelegenheit gegeben worden sei, zum Abklärungsergebnis der
Aussendienstmit
arbeiterin
Stellung zu nehmen. Wie bereits im Einwand (Urk. 7/105) gegen den Vorbescheid betreffend Abklärung Aussendienst von 2007 angeführt, müsse es daher als falsch bezeichnet werden, dass sie bei guter Gesundheit zu 80
%
erwerbstätig zu sein wünschte, sondern zu 100
%
, was ebenfalls bereits im Ein
wand vorgebracht worden sei (
Urk.
1 S. 3 und S. 4). Entgegen der
Beschwerde
gegnerin
, welche dies unbesehen festhalte, sei sie auch im Haushalt einge
schränkt gewesen und sei und bleibe dies weiterhin. Die betreffende Abklärung sei auch nur am Rande auf ihre Vorbringen eingegangen; es sei ihr nicht die Möglichkeit eingeräumt worden, sich diesbezüglich betreffend die Einschrän
kungen zu erklären. Hinzu komme, dass die Trennung von ihrem Ehemann beschlossene Sache sei. Damit falle im Haushaltsbereich durch Wegfall seiner Mithilfe eine Einschränkung invaliditätsbedingt von mindestens 10
%
an (
Urk.
1 S. 5). Bereits im Einwand sei der Antrag gestellt worden, es sei bezüglich der Bemessung der Arbeitsunfähigkeit mit 50
%
ein Gutachten einzuholen. Da dies ohne Begründung unterlassen worden sei, halte sie an diesem Antrag fest (
Urk.
1
S.
3).
1.4
In der Beschwerdeantwort vom 1
4.
Oktober 2014 hielt die Beschwerdegegnerin fest, entgegen den Angaben in der angefochtenen Verfügung sei die Beschwer
deführerin nicht als zu 80
%
, sondern als zu 50
%
erwerbstätig zu qualifizieren. Im Ergebnis erweise sich die angefochtene Verfügung als korrekt (
Urk.
6). Die Beschwerdeführerin, welcher die Beschwerdeantwort am 2
0.
Oktober 2014 zugestellt worden war (
Urk.
10), liess sich dazu nicht vernehmen.
2.
2.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, ihr sei das rechtli
che Gehör zum Abklärungsergebnis der Aussendienstmitarbeiterin nicht gewährt worden (
Urk.
1 S. S. 3 und S. 6).
Diese Rüge
ist
vorab zu prüfen.
2.
2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung (BV)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkre
ten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE
132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
2.3
Wie eingangs erwähnt, liess die Beschwerdegegnerin aufgrund des Einwandes der Beschwerdeführerin vom 1
6.
September 2013 (
Urk.
7/105) gegen den Vor
bescheid vom 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
7/92) am
7.
November 2013 eine neuerliche Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vorneh
men. Der betreffende Bericht wurde zwar am 1
2.
November 2013 verfasst (
Urk.
7/120/5; vgl.
Urk.
7/122/1), jedoch – erst – vom
2.
Juli 2014 datiert und mit diesem Eingangsdatum im Aktenverzeichnis aufgeführt (Urk. 7/120;
Akten
verzeichnis
zu
Urk.
7/1-125). Gemäss Aktenlage wurden der Beschwerdeführerin selbst auf ihr Akteneinsichtsgesuch vom 1
9.
November 2013 (
Urk.
7/113) hin am 2
3.
Dezember 2013 die „IV-Akten (
act
. 1-113)“ zugestellt. Zuvor hatte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin jedoch mit Schreiben vom 2
0.
November 2013 Frist zur Stellungnahme zu den im
Einwandverfahren
getä
tigten Abklärungen angesetzt, wobei sie diesem Schreiben gemäss ihren Anga
ben die Dokumente „Abklärungsbericht AD“ und „Feststellungsblatt“ beilegte (
Urk.
9/112). Aus dem Kontext ergibt sich, dass damit der Bericht betreffend die
aktuelle Haushaltsabklärung vom
7.
November 2013 gemeint war. Wenn dieser Bericht dem Schreiben vom 2
0.
November 2013 nicht beilag, wäre vom Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin daher zu erwarten gewesen, dass er die Beschwerdegegnerin innert nützlicher Frist um Zustellung dieses Berichtes ersucht
hätte
. Sollte ihm auch das Schreiben vom 20. November 2013 nicht zugegangen sein, wäre jedenfalls nicht von einer besonders schwerwiegenden Gehörsverletzung auszugehen. Diese hat sodann als geheilt zu gelten, zumal die Beschwerdeführerin gleichwohl
in der Lage
war
, den Entscheid sachbezogen anzufechten, und
das hiesige
Gericht den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann.
M
it B
lick auf die Verfahrensökonomie
und da
die Beschwerdeführerin
trotz
ihrer
Rüge letztlich nicht um Rückweisung der Sache ersuchte
,
würde eine Rückweisung
der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerun
gen führen
, weshalb davon abzusehen ist.
3.
3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3.3
3.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
. Wenn die zu verglei
chenden Erwerbseinkommen (
Art.
16 ATSG) ziffernmässig nicht genau ermittel
bar sind, darf eine Schätzung mittels Prozentvergleiches erfolgen (BGE 114
V
310 E. 5.2). Der Invaliditätsgrad stimmt alsdann grundsätzlich mit der prozen
tualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Dies ist auch dann der Fall, wenn für das Validen- und Invalideneinkommen der gleiche Ansatz gilt, weil eine
teilinvalide
Person in der angestammten Tätigkeit bestmöglich eingeglie
dert ist resp. wäre (Urteil des Bundesgerichtes 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 3.1 mit Hinweis).
3.3.2
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
28a
Abs.
2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der
Invalidi
tätsbemessung
(Betätigungsvergleich).
3.3.3
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG. Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 137 V 334; vgl. auch BGE 141 V 15 E. 3.1).
Ob diese Methode weiterhin Bestand hat angesichts des unlängst, am
2.
Februar 2016 ergangenen, noch nicht endgültigen Urteils der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09), welches in ihr eine indirekte Diskrimi
nierung erblickt, ist hier nicht zu entscheiden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
9C_178/2015 vom
4.
Mai 2016 E. 4 mit Hinweis; vgl. auch nachstehend E. 6.2.3).
3.3.4
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesund
heitsschaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig
wäre
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichtes 8C_685/2014 vom 2
2.
Mai 2015 E. 5.1 mit Hinweisen
).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27
der Verord
nung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen
. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im
Sozialversiche
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforder
lich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 130 V 393 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichtes 8C_685/2014 vom 2
2.
Mai 2015 E. 1 mit Hinweisen).
3.4
3.4.1
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer
Rentenbezü
gerin
in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut
Art.
17
Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzuset
zen oder aufzuheben.
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht
jedoch
der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwal
tung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvorausset
zungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind.
3.4.2
Die Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Fest
stellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes. Das Erfordernis der zwei
fellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise
Ermes
senszüge
aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststel
lung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung,
Arbeitsunfä
higkeitsschätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hinter
grund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der
Leistungszuspre
chung
dargeboten hat, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein ein
ziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 9C_63/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2 mit Hin
weisen). Um eine zugesprochene Rente wiedererwägungsweise aufheben zu können, muss zudem – nach damaliger Sach- und Rechtslage – erstellt sein, dass eine korrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruches zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (Urteil des Bundesgerichtes 8C_778/2012 vom 27. Mai 2013 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.4.3
Liegt in diesem Sinn ein
Rückkommenstitel
vor, gilt es grundsätzlich, mit Wir
kung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Dabei ist wie bei einer materiellen Revision nach
Art.
17 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung über die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente zu ermitteln (
Art.
85
Abs.
2 IVV in Verbindung mit
Art.
88
bis
Abs.
2 IVV; Urteile des Bundesgerichtes 9C_770/2015 vom 2
4.
März 2016 E. 2.2 und 8C_502/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E. 2, je mit Hinweis).
3.4.4
Die Bestimmungen und Grundsätze über die Voraussetzungen der
Wiedererwä
gung
einer Verfügung finden auch Anwendung auf bloss in Form einer Mittei
lung ergangene Rechtsakte (Urteil des Bundesgerichtes 8C_230/2013 vom 2
7.
August 2013 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_502/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E. 2).
3.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
3.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltfüh
rung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
4.
4.1
4.1.1
Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
2.
April 2004 (Urk. 7/29) präsentierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
4.1.2
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie, führte in seinem Bericht an die IV-Stelle Schaffhausen vom 1
9.
September 2002 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine partielle Epilepsie mit einfach/komplex-partiellen und sekundär generalisierten Anfällen bei
mesiotemporaler
Sklerose rechts, beste
hend seit 1995, (2) einen Status nach selektiver Amygdala-
Hippokampektomie
, bestehend sei April 2001, (3) eine Migräne sowie (4) eine rezidivierend depres
sive Störung und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach malignem Non-Hodgkin-Lymphom bei anhaltend kompletter Remission, Herbst 1995, an. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (
Urk.
7/9/1-2). Es sei schwer abzuschätzen, ob die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei. Wahrscheinlich sei sie zeitlich voll zumutbar (
Urk.
7/9/3). Man könne sich aber schon vorstellen, dass hier einmal ein Eklat erfolge und eine Teilrente notwendig werde, beispielsweise eine Viertels- oder halbe Rente, für welche sie von der medizinischen Situation her schon eine Begründung hätte (
Urk.
7/9/2).
4.1.3
Pract
. med.
D._
, FMH Allgemeinmedizin, hielt in ihrem Bericht an die IV-Stelle Schaffhausen vom 1
0.
Januar 2003 bei im Wesentlichen gleichen Diagnosen wie im genannten Bericht von
Dr.
C._
fest, es bestünden Ermüdbarkeit sowie Konzentrationsdefizite durch Anfälle und Medikationen. Die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin sei im Rahmen von acht Stunden täglich, eventuell bei verminderter Leistungsfähigkeit innerhalb des gegebenen zeitlichen Rahmens zumutbar (
Urk.
7/11/1-4). Die Invalidität sei eher durch die Grundkrankheit Epilepsie bestimmt und von dort her auch im Sinne der Beren
tung zu beurteilen (
Urk.
7/11/5).
4.1.4
Dr.
med.
E._
, FMH Innere Medizin, hielt in seinem Bericht an die
IV-Stelle Schaffhausen vom 2
4.
Oktober 2002, ebenfalls bei im Wesentlichen glei
chen Diagnosen, fest, die aktuelle Tätigkeit als
Teamleaderin
in einem
Dienst
leistungssektor
(Kommunikationssektor) sei ihr nicht mehr zumutbar. Aktuell käme eine Teilzeitarbeit von 50
%
im Verlauf
steigerbar
für eine leichte kogni
tiv beanspruchende Arbeit in Frage. In diesem zeitlichen Rahmen sei die Leis
tungsfähigkeit vermindert (ca. 70
%
,
Urk.
7/11/6-7).
4.1.5
Laut dem Feststellungsblatt der IV-Stelle Schaffhausen ergaben Rückfragen bei der Firma
Z._
sowie bei
Dr.
E._
, dass ab dem 1
9.
Mai 2002
abwechs
lungsweise
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
resp. 100
%
und ab 14. Mai 2003 eine solche von 50
%
bestand (
Urk.
7/20/1-3; vgl.
Urk.
7/17-19).
4.2
Anlässlich des Revisionsverfahrens 2006/2007 holte die Beschwerdegegnerin den Verlaufsbericht von
Dr.
C._
vom 16. November 2006 ein (
Urk.
7/43).
Dr.
C._
erhob darin die folgenden Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit:
Epilepsie mit primär fokalen, sekundär generalisierten, meist nächtlichen Anfällen, bei
mesiotemporaler
Gliose
,
Status nach selektiver Amygdala/
Hippocampektomie
rechts, seit April 2001 mit nur partieller Anfallsreduktion,
Status nach malignem Non-Hodgkin-Lymphom 1995, zurzeit in Remission,
Status nach depressiven Störungen.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär. Die Beschwerde
führerin sei zurzeit schwanger. Eine genaue Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit sei schwierig. Sie belaufe sich auf ca. 50 %.
4.3
Im Rahmen des im November 2007 eingeleiteten Revisionsverfahrens zog die Beschwerdegegnerin den Verlaufsbericht von
Dr.
C._
vom 2
5.
Januar 2008 bei (
Urk.
7/60). Dr.
C._
bezeichnete darin den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als stationär und die Prognose als wahrscheinlich stati
onär.
4.4
4.4.1
Anlässlich des im Jahr 2010 durchgeführten Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin die folgenden Arztberichte ein:
4.4.2
Dr.
med. F._
, FMH Allgemeinmedizin, führte im Bericht vom
3.
Juni 2010 (
Urk.
7/74/1-4) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Epilepsie, bestehend seit ca. 1995, einen Status nach inkompletter
Fötusentfer
nung
, 2001) und ein malignes Non-Hodgkin Lymphom (1995) an. Die bisherige Tätigkeit als Sekretärin sei ihr in einem zeitlichen Rahmen von 50
%
zumutbar. Es bestehe dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit in Form einer etwas ver
langsamten Arbeitserledigung. Die aktuelle Situation erscheine angepasst. Eine vermehrte Belastung löse möglicherweise Anfälle aus.
4.4.3
Dr.
C._
stellte im Verlaufsbericht vom 24. Mai 2010 (
Urk.
7/75/7-9) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Epilepsie mit primär fokalen, sekundär generalisierten Anfällen
bei
mesio
-temporaler
Gliose
,
Status nach selektiver Amygdala-
Hippokcampektomie
rechts, seit April 2001 mit nur partieller Anfallsreduktion,
mit häufigen Déjà-vus.
In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Büroarbeit, Sachbearbeiterin, Call Center-Mitarbeiterin) sei sie zu ca. 50
%
arbeitsfähig. Eine Erhöhung beispielsweise auf 60
%
wäre theoretisch denkbar, müsste jedoch erst vor Ort abgeklärt werden.
4.5
In der neuerlichen Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Bezug einer
Hilflo
senentschädigung
vom 1
8.
März 2013 führte
Dr.
C._
folgende Diagnose an (
Urk.
7/81/6-7):
Fokale epileptische Anfälle mit zeitweilig sekundärer, vorwiegend nächtli
cher Generalisierung
bei
Hippokampussklerose
und Status nach
Amygdala-Hippokampekto
mie
rechts seit April 2001,
Status nach malignem Non-Hodgkin-Lymphom in Remission,
chronisches Kopfschmerzsyndrom und frühere Migräne,
1
8.
Schwangerschaftswoche.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sowie die Prognose seien gleich
bleibend.
5.
5.1
Bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2004 ging die IV-Stelle Schaffhausen gemäss ihren Angaben von einer seit Mai 2002 bestehenden 50%igen Arbeitsunfähig
keit aus. Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades nahm sie einen
Einkommensver
gleich
in Form eines Prozentvergleiches (vgl. E. 3.3.1) vor, wobei sich ein
Inva
liditätsgrad
von 50
%
ergab. Dementsprechend sprach sie der Beschwerdeführe
rin mit Verfügung vom 12. Januar 2014 eine halbe Rente zu (Urk. 7/29).
Wie eingangs erwähnt, hat die Beschwerdegegnerin anlässlich der von ihr durch
geführten Revisionsverfahren mit Mitteilungen vom 2
7.
März 2007, 8. Februar 2008 und vom 1
0.
Juli 2010 den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente bestätigt (vgl. Sachverhalt Ziffern 1.2, 1.3 und 1.4). Gemäss Aktenlage blieben dabei die Geburt der ersten Tochter der Beschwerde
führerin (April 2007) sowie der in diesem Zusammenhang im Abklärungsbericht vom 1
0.
Januar 2007 postulierte Statuswechsel per Juli 2007 (vgl.
Urk.
7/47 und Urk. 7/84) in den Mitteilungen vom 8. Februar 2008 (
Urk.
7/61) und 1
0.
Juli 2010 (
Urk.
7/77) versehentlich unberücksichtigt (
Urk.
7/69 und
Urk.
7/76) .
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin berechtigt war, diese Mit
teilungen wiedererwägungsweise aufzuheben. Dies ist nach dem Gesagten dann zu bejahen, wenn die den Mitteilungen vom 8. Februar 2008 und 1
0.
Juli 2010 zugrundeliegenden Annahmen und die darauf basierende Folgerung, die Beschwerdeführerin könne nach wie vor eine halbe Rente beanspruchen, vor
dem Hintergrund der damaligen Sach- und Rechtslage zweifellos unrichtig erscheinen (vgl. E. 3.4).
5.2
5.2.1
Zu prüfen ist zunächst, ob sich die der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 (Urk. 7/61) zugrunde liegende Annahme, wonach die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall – auch nach der Geburt der Tochter im April 2007 – zu 100
%
erwerbstätig gewesen wäre, als offensichtlich unrichtig erweist. Die
Beschwer
degegnerin
verwies zur Begründung ihrer Auffassung, wonach ab Juli 2007 von einem Statuswechsel auszugehen gewesen wäre, auf den Abklärungsbericht vom 1
0.
Januar 2007 (
Urk.
7/47).
5.2.2
Der besagte Abklärungsbericht wurde durch eine spezialisierte
Abklärungsper
son
der Beschwerdegegnerin verfasst. Er gibt einleitend die anlässlich des Abklärungsgespräches vom 1
3.
Dezember 2006 seitens der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden wieder. Es folgen Angaben zur beruflichen Situation der Beschwerdeführerin, zum Zeitpunkt und den Gründen für die Reduktion der Erwerbstätigkeit, zur Frage, ob und in welchem Umfang ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde (Statusfrage), zur finanziellen Situation sowie zu den Wohnverhältnissen und den von ihr im Haushalt zu verrichtenden Auf
gaben. Anschliessend wurden die Auskünfte der Beschwerdeführerin zur Frage nach allfälligen Einschränkungen im Haushalt protokolliert. Die Schlussfolge
rungen der Abklärungsperson erscheinen plausibel und stehen in Übereinstim
mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben.
Der Abklärungsbericht vom 1
0.
Januar 2007 erfüllt somit die Anforderungen an beweistaugliche Abklärungsberichte (vgl. E. 3.6).
5.2.3
Gemäss Abklärungsbericht gab die Beschwerdeführerin zur Statusfrage an, sie sei in der 23. Schwangerschaftswoche. Die Geburt sei Ende April 2007 geplant. Sie wolle auch mit Kind weiterarbeiten, wenn die Möglichkeit bestehe und sie die Betreuung des Kindes mit dem Ehemann organisieren könne. Bei guter Gesundheit hätte bzw. würde sie nach der Geburt des Kindes reduzieren. Sie hätte jedoch aus der Situation entscheiden müssen, und es sei jetzt schwierig zu antworten. Sie hätte jedoch bei guter Gesundheit, auch nach der Geburt des Kindes, auf keinen Fall weniger als 50
%
arbeiten wollen. Zwar möchte sie das Kind möglichst selber betreuen, aus finanziellen Gründen wäre man jedoch auf ihr Einkommen angewiesen. Das Pensum bei guter Gesundheit wäre gemäss Beschwerdeführerin (je nach Situation, Arbeitsweg, Krippe usw.) zwischen 50
%
bis 60
%
. Der Ehemann der Beschwerdeführerin arbeite auf dem Bau als Hand
langer, er sei
G._
und sei seit Oktober 2005 in der Schweiz. Er habe eine unsichere Stelle, und im Moment könne er sicher bis März 2007 nicht mehr
arbeiten. Das Arbeitsangebot auf dem Bau sei saisonal bedingt sehr unter
schiedlich. In Zeiten ohne Beschäftigung habe er kein Einkommen. Um das Familieneinkommen zu sichern, wäre die Beschwerdeführerin auch nach der Geburt des Kindes in jedem Fall ausserhäuslich tätig geblieben. Die
Abklärungs
person
gelangte zum Schluss, dass die Qualifikation ab Geburt bzw. drei Monate danach laute: 55
%
Erwerb, 45
%
Haushalt (bis dahin 100
%
Erwerb [
Urk.
7/47]).
Entgegen den Angaben im Einwand vom 16. September 2013 (
Urk.
7/105/2) ist dem Abklärungsbericht vom 1
0.
Januar 2007 nicht zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin
aufgrund der unsicheren Einkommenslage ihres Ehemannes gegebenenfalls nach den üblichen vier Monaten als Wöchnerin bzw. junge Mutter wieder
„
voll
“
ihrer Arbeitstätigkeit
hätte widmen wollen
, um das
Fami
lieneinkommen
„allein“
zu bestreiten.
Wie sie im Einwand selbst bemerkte, gab sie – wörtlich - an, dass sie, um das Familieneinkommen zu sichern, auch nach der Geburt des Kindes
ausserhäuslich
tätig geblieben wäre, und zwar nicht unter 50
%
(
Urk.
7/47/2). Sie wies aber auch darauf hin, dass sie bei guter Gesundheit reduzieren würde. Sie wolle das Kind möglichst selbst betreuen und würde bei guter Gesundheit reduzieren. Das Pensum bei guter Gesundheit bezifferte sie dementsprechend (je nach Situation, Arbeitsweg und Krippe) mit 50
%
bis 60 %, und nicht mit 100%.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist den von der versicherten Per
son im Rahmen einer
Haushaltabklärung gemachten „Aussagen der ersten Stunde“, da noch nicht von versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt, erhöhtes Gewicht beizumessen (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hin
weis).
Es liegen keine Hinweise dafür vor und wurde von der Beschwerdeführe
rin auch nicht geltend gemacht, dass sie nicht in der Lage war, die ihr anlässlich der Haushaltabklärung vom 13. Dezember 2006 im Hinblick auf die bevorste
hende Geburt der ersten Tochter gestellte Statusfrage einwandfrei zu erfassen. Die laut Abklärungsbericht von der Beschwerdeführerin dazu gemachten Anga
ben wurden ausführlich protokolliert. Sie erscheinen differenziert und mit Blick auf die von ihr beschriebene Lebens- und Einkommenssituation, namentlich auch auf diejenige ihre Ehemannes (laut Abklärungsbericht verfügte dieser damals über ein aktuelles Einkommen von netto
Fr.
3‘200.-- pro Monat) plausi
bel. Anhaltspunkte dafür, dass die Abklärungsperson ihre Angaben falsch pro
tokolliert haben könnte, bestehen nicht. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Abklärungsperson die
Äusserungen
der Beschwerdeführerin willkürlich inter
pretiert haben könnte.
5.2.4
Bei der im Zeitpunkt der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 gegebenen Aktenlage wäre demnach zweifellos von einem Statuswechsel auszugehen gewesen, wobei der Anteil der Erwerbstätigkeit aufgrund der besagten „Aussage der ersten Stunde“ der Beschwerdeführerin, wonach sie im Gesundheitsfall zu 50
%
bis 60 % erwerbstätig gewesen wäre, mit maximal 60
%
zu bemessen gewesen wäre. Daran hätte auch nichts geändert, wenn sich die Beschwerdeführerin zum Abklärungsergebnis bereits damals im Sinne des vorliegenden Einwandes (vgl. E. 5.2.3)
geäussert
hätte.
5.2.5
Die damalige Annahme einer Vollerwerbstätigkeit und Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleiches erscheinen daher als
zweifellos
unrichtig.
5.3
5.3.1
Zu prüfen ist im Weiteren, ob sich bezogen auf den Zeitpunkt der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 bei Anwendung der gemischten Methode ein
rentenbe
gründender
Invaliditätsgrad ergeben hätte.
5.3.2
Vorwegzu
nehmen ist, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der im September 2006 und November 2007 eingeleiteten Revisionsverfahren jeweils angegeben hatte, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (
Urk.
7/38 und
Urk.
7/58). Dr.
C._
hatte in seinen Verlaufsberichten vom 1
6.
November 2006 (Urk. 7/43) und vom 2
9.
Januar 2008 (
Urk.
7/60) den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ebenfalls als stationär bezeichnet. Im Bericht vom 16. November 2007 hatte er jedoch unter Hinweis darauf, dass die Arbeitsfähig
keit schwer zu schätzen sei, bemerkt, dass er eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in ihrer Tätigkeit, für „mindestens“ gegeben halte. Es sollte sich aber um eine eher stressärmere Arbeit handeln, die durchaus geistig etwas fordernder sein könnte (
Urk.
7/43).
Da der Statuswechsel per Juli 2007 einen Revisionsgrund darstellte, wäre im Zeitpunkt der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen gewesen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen bestanden hätte (BGE 141 V 9
E.
2.3 mit Hinweisen). Die Angaben von
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
6.
November 2006 (vgl. E. 4.2) deuteten zwar darauf hin, dass eine höhere als eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehen könnte. Dies gilt umso mehr, als behan
delnde Spezialärzte erfahrungsgemäss mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit Hinweisen). Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass eine – unter diesen Umständen grundsätzlich angezeigt erschei
nende – ergänzende medizinische Abklärung damals zweifellos eine höhere
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ergeben hätte. Die der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 zugrunde liegende Annahme, wonach damals in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin und in (anderen) angepassten Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestand, erscheint daher zwar grosszügig, aber nicht offensichtlich unrichtig.
5.3.3
Gemäss Aktenlage hatte die Firma
Z._
der Beschwerdeführerin per Ende November 200
6
aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt; seit Ende Dezember 200
6
bezog sie Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
7/42 und
Urk.
7/47/2). Unter diesen Umständen wären damals sowohl das
Valideneinkommen
als auch das Invalideneinkommen aufgrund von Tabellenlöhnen zu ermitteln gewesen. Da die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin weiterhin zu 50
%
zumutbar war, wäre zur Bestimmung des Validen- und des Invalideneinkommens auf densel
ben Tabellenlohn abzustellen gewesen. Damit hätte sich die Vornahme eines ziffernmässigen Einkommensvergleiches im - mit maximal 60
%
zu veranschla
genden Erwerbsbereich - erübrigt und eine Gegenüberstellung blosser
Prozent
zahlen
(
Valideneinkommen
60 %, Invalideneinkommen 50
%
) vorgenommen werden können (vgl. E. 3.3.1). Somit wäre im Erwerbsbereich eine Einschrän
kung von 16,67
%
([60
%
- 50
%
] x 100 : 60) und eine gewichtete
Teilinvalidi
tät
von 10
%
(0,17 x 60
%
) resultiert.
5.3.4
Gemäss
Abklärungsbericht vom 1
0.
Januar 2007 erklärte die Beschwerdeführe
rin, dass sie aufgrund der Epilepsie bei den Haushaltarbeiten nicht einge
schränkt sei. Im Rahmen eines Anfalles sei sie jeweils blockiert. Da die Anfälle jedoch nur „ab und zu“ aufträten, könne sie sich die Haushaltarbeiten einteilen und in Phasen erledigen, in welchen es ihr gut gehe. Die Beschwerdeführerin betone mehrmals, dass sie bei den Haushaltarbeiten nicht eingeschränkt sei. Aufgrund dieser Angaben könne auf weitere Ausführungen zum
Haushaltbe
reich
verzichtet werden. Im Haushaltbereich sei - gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin - keine Einschränkung ausgewiesen.
Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung besteht kein Grund, die Angaben der Abklärungsperson sowie die daraus gezogene Schluss
folgerung in Frage zu stellen (vgl. E. 3.6 und E. 5.2.3). Es ist jedoch zu
be
-
rück
sichtigen
, dass die Tochter der Beschwerdeführerin erst nach der Haushalt
-
ab
klärung
vom 1
3.
Dezember 2006 zur Welt kam. Es kann daher nicht aus
-
ge
schlossen werden, dass im Zeitpunkt der Mitteilung vom
8.
Februar 2008
im -
gemäss
KSIH
Rz
3086 mit maximal 30
%
zu gewichtenden - Bereich „
Be
-
treuung
von Kindern oder anderen Familienangehörigen“ eine Einschränkung bestand. Selbst wenn von einer 100%igen Einschränkung in diesem Bereich
auszugehen gewesen wäre, hätte sich jedoch eine gewichtete Teilinvalidität von lediglich 12
%
(0,3 x 40) ergeben.
5.4
Eine korrekte Invaliditätsbemessung hätte demnach im Zeitpunkt der Mitteilung vom
8.
Februar 2008 – selbst bei
grosszügiger
Betrachtung - einen
Gesamtinva
liditätsgrad
von maximal 22
%
ergeben. Demnach wäre ein Rentenanspruch zu verneinen gewesen. Somit erweist sich die den Anspruch auf eine halbe Rente bestätigende Mitteilung vom
8.
Februar 2010 als
zweifellos
unrichtig. Gleiches gilt für die Mitteilung vom 1
0.
Juli 2010 (Urk. 7/77): Auch damals wäre die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorzunehmen gewesen.
Ausserdem
hatte
Dr.
C._
im Bericht vom 2
4.
Juni 2010 angegeben, dass eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit in bisheriger Tätigkeit auf 60
%
theoretisch denkbar wäre, jedoch erst vor Ort abgeklärt werden müsste (vgl. E. 4.4.3). Daher durfte die Beschwerdegegnerin auf die genannten Revisionsmitteilungen zurückkommen und den Rentenanspruch ex
nunc
et pro
futuro
ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen neu beurteilen (vgl. E. 3.4.3 und E. 3.4.4).
6.
6.1
Zu prüfen ist demnach, ob im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2014 ein Anspruch auf eine Invalidenrente bestand.
6.2
6.2.1
Anlässlich der Haushaltabklärung vom
7.
November 2013 gelangte die
Abklä
rungsperson
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre (Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2014, Urk. 7/120).
6.2.2
Der Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2014 genügt den genannten Anforderungen grundsätzlich ebenfalls (vgl. E. 1.6 und E. 5.2.2). Die Schlussfolgerung der Abklärungsperson, wonach die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig wäre, vermag jedoch aus den folgenden Gründen nicht zu über
zeugen.
Gemäss den Angaben der Abklärungsperson erklärte die Beschwerdeführerin zur Frage, ob sie heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, dass sie bei guter Gesundheit gerne einer 80%igen Berufstätigkeit nachgehen würde. Es sei für sie immer klar gewesen, dass sie nicht nur zu Hause bei ihren Kindern bleiben wolle. Der berufliche Ausgleich sei ihr sehr wichtig. Auch sei sie finanziell auf die Mittel angewiesen, weil ihr Ehemann kein regelmässiges Einkommen nach Hause bringe. Die Kinder würde sie während der Arbeitszeit in der Krippe betreuen lassen, so wie sie es heute schon mache. Sie erkläre, dass es
ihr wichtig sei, eine gute Position im Arbeitsmarkt zu erlangen. Aus diesem Grund habe sie von 2010 bis 2012 an der Handelsschule Kurse belegt, welche sie 2012 erfolgreich habe abschliessen können. Sie habe diese Ausbildung berufsbegleitend absolviert. Es sei aufgrund ihrer Erkrankung eine Herausfor
derung gewesen. Durch die zusätzliche Belastung habe sie immer wieder schwere Epilepsieanfälle erlitten. Die Abklärungsperson bemerkte dazu, die Beschwerdeführerin habe erklärt, dass sie bei guter Gesundheit einer 80%igen Berufstätigkeit nachgehen würde. Dies, obwohl sie bis anhin nicht versucht habe, ein Pensum von 80
%
zu bewältigen. Trotzdem müsse man der Beschwer
deführerin
zugute halten
, dass sie zwei Jahre lang eine berufsbegleitende Han
delsschule absolviert habe. Es sei ihr wichtig, im Beruf weiter zu kommen und selber ein gutes Einkommen erwirtschaften zu können. Aus diesem Grund sei davon auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit tatsächlich zu 80
%
erwerbs
tätig wäre. Auf den Hinweis, dass die Betreuungskosten der Kinder bei einem höheren Pensum ansteigen würden, habe sie erklärt, dass ihr dies klar sei. Sie könne jedoch nur so für sich selber ein Standbein im Berufsleben haben und etwas Kleines erwirtschaften. Der Ehemann wolle sich nicht um die Kinder kümmern. Dies wäre sehr schwierig, da er immer wieder temporäre
Arbeitsein
sätze
habe. Die Qualifikation laute daher: 80
%
Erwerb, 20
%
Haushalt (
Urk.
7/120/2-3).
Es steht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall erwerbstätig geblieben wäre, hatte sie doch bereits anlässlich der
Haushaltab
klärung
im Dezember 2006 erklärt, dass sie bei guter Gesundheit, auch nach der Geburt, auf keinen Fall weniger als 50
%
arbeiten würde. Der Umstand, dass sie von Frühling 2010 bis Herbst 2012 den Lehrgang „Handelsdiplom VSH“ erfolg
reich absolviert hat, lässt wohl darauf schliessen, dass sie sich auch im
Gesund
heitsfall
beruflich hätte weiterentwickeln wollen. Allein daraus lässt sich aber nicht folgern, dass sie im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig gewesen wäre. Die Abklärungsperson liess bei der dahingehenden Würdigung der von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben ausser Acht, dass diese anlässlich der Haushaltabklärung vom Dezember 2006 erklärt hatte, sie wäre im
Gesundheits
fall
zu 50
%
bis 60
%
erwerbstätig. Wie dargelegt, ist dieser „Aussage der ersten Stunde“ erhöhtes Gewicht beizumessen. Seither haben sich die Lebensumstände der Beschwerdeführerin insofern verändert, als im August 2013 ihre zweite Tochter zur Welt gekommen ist. Dies erklärt die nunmehrige Angabe eines mutmasslichen Pensums von 80
%
im Gesundheitsfall aber fraglos nicht. Eine massgebliche Veränderung der Einkommensverhältnisse, welche diese Angabe plausibel erscheinen lassen könnte, ist aufgrund ihrer weiteren Aussagen anlässlich der Haushaltabklärung vom November 2013 nicht ersichtlich. Auch
von einer Trennung von ihrem Ehemann war damals nicht die Rede.
Beschwer
deweise
liess die Beschwerdeführerin zwar geltend machen, dass die Trennung von ihrem Ehemann beschlossene Sache sei. Dass diese im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung vom
2.
Juli 2014 bereits vollzogen war, machte sie aber selbst nicht geltend.
Die nunmehrige Angabe eines mutmasslichen Pensums von 80
%
erscheint somit nicht plausibel. Aufgrund ihrer „Aussage der ersten Stunde“, wonach sie im Gesundheitsfall zu 50
%
bis 60
%
erwerbstätig gewesen wäre, ist daher – auch – für den Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2.
Juli 2014 von einer maximal 60%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auszugehen.
Die von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zitierten Aussagen der Beschwerdeführerin, wonach ein Pensum von 50
%
mit beiden Kindern wahrscheinlich zu viel sei und wonach sie nicht mehr als 40
%
erwerbstätig sein wolle, ändern daran nichts. Die genannten Angaben erfolgten im Rahmen der Abklärung betreffend Hilflosigkeit (vgl.
Urk.
7/100) und lassen deshalb keine Rückschlüsse auf den hypothetischen Beschäftigungsumfang im
Gesund
heitsfall
zu.
6.2.3
Die Invaliditätsbemessung ist demnach – auch – im Verfügungszeitpunkt nach der gemischten Methode vorzunehmen. Das eingangs genannte Urteil der zwei
ten Kammer des EGMR Di
Trizio
gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09; vgl. E. 3.4.4) ändert daran nichts, zumal die Beschwerdeführerin betreffend die Anwendung der gemischten Methode an sich keine Rüge erhob (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_940/2015 vom 1
9.
April 2016 E. 5 mit Hin
weisen).
6.3
In den medizinischen Akten finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
2.
Juli 2014 in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeiterin und in (anderen) angepassten Tätigkeiten eine höhere als die bisher angenommene 50%ige Arbeitsfähigkeit bestand (vgl. E. 4). Solches ergibt sich entgegen der von der Beschwerdeführerin offenbar vertrete
nen Auffassung insbesondere auch nicht aus dem von ihr im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Arztbericht vom 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
15).
Gegen die behauptete Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit spricht im Übrigen auch, dass die
Beschwerdeführerin seit März 2010 mit einem
Beschäftigungs
umfang
von 50
%
bei der
H._
als Sachbearbeite
rin angestellt ist (
Urk.
7/116 und
Urk.
7/120/2). Von Herbst 2010 bis Frühling 2012 absolvierte sie überdies berufsbegleitend den Lehrgang „Handelsdiplom VSH“ (
Urk.
7/111). Gemäss Aktenlage belief sich der vertragliche Lohn der Beschwerdeführerin bei der
H._
bei einem Pen
sum von 50
%
von Januar 2011 bis Juni 2012 auf
Fr. 2‘350.-- pro Monat (
Urk.
7/116/10-11), was ein Jahreseinkommen von Fr. 30‘550.-- (x 13) ergeben würde. Tatsächlich hat sie im Jahr 2011
Fr.
33‘315.-- verdient, entsprechend einem Pensum von 54,5
%
. Seit Juli 2012 beträgt der vertragliche Lohn für ein Pensum von 50
%
Fr.
2‘500.-- (
Urk.
7/116/1), was ein Jahreseinkommen von Fr. 32‘500.-- (x 13) ergeben würde. Tatsächlich hat sie im Jahr 2013 Fr. 36‘475.-- verdient (
Urk.
7/116/11), entsprechend einem Pensum von 56,1
%
.
Die von der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Verfügung vom
2.
Juli 2014 getroffene Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen und in (anderer) angepasster Tätigkeit erweist sich deshalb je
denfalls als sehr grosszügig (vgl. bereits E. 5.3.2 und E. 5.4).
6.4
Hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin durchgeführten
Einkommensver
gleichs
(
Urk.
2) brachte die Beschwerdeführerin vor, dass sich das von ihr im Jahr 2012 erlangte Handelsdiplom karrierefördernd ausgewirkt hätte und ihr damit lohnerhöhend anzurechnen sei. Das
Valideneinkommen
sei daher auf
grund der Tabelle T11 der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des
Bundesam
-
tes
für Statistik (Lohn für eine Arbeitnehmerin mit einer höheren Berufs
-
ausbildung, Fachschule, und Stellung zumindest im untersten Kaderbereich) mit
Fr.
90‘060.-- zu bemessen (
Urk.
1 S. 4 und
Urk.
3/2).
Der Beschwerdeführerin ist insoweit beizupflichten, als das
Valideneinkom
-
men
- entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - nicht auf der Basis des Einkommens bei der Firma
Z._
, sondern aufgrund von Tabellenlöhnen zu bemessen ist (vgl. E. 5.3.3). Sodann trifft es zwar zu, dass der Abschluss eines Handelsdiploms das berufliche Fortkommen einer Sachbearbeiterin potentiell fördert. Entgegen der von der Beschwerdeführerin offenbar vertretenen Auf
fassung verhilft er aber keineswegs geradewegs zu einer Kaderposition. Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich.
Die Beschwerdeführerin lässt bei ihrer Argumentation ausser Acht, dass ihr die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin zu mindestens 50 % zumutbar ist. Der Abschluss des Handelsdiploms könnte deshalb nicht nur ihre
Validenkarriere
, sondern auch ihre Invalidenkarriere fördern, und zwar gleichermassen, zumal das hypothetische Pensum (maximal 60
%
) und das zumutbare Pensum (mini
mal 50 %) nicht weit auseinander liegen. Gemäss Aktenlage hat die
H._
den vertraglichen Monatslohn der Beschwerdeführerin als Sachbearbeiterin für ein Pensum von 50
%
nach Erhalt des Handelsdiploms im März 2012 (
Urk.
7/110-111) per Juli 2012 von Fr. 2‘350.-- auf
Fr.
2‘500.-- erhöht (
Urk.
7/116/9-11). Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie ihr bei einem Pensum von 60
%
wegen der Weiterbildung eine überproportionale Lohnerhöhung gewährt hätte (vgl. E. 6.3). Sofern die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit mit ihrer Tätigkeit bei der
H._
voll ausschöpft, ist das
Valideneinkommen
demnach auf der Basis des dort erzielten Einkommens zu berechnen. Andernfalls sind beide
Vergleichseinkom
men
aufgrund des gleichen Tabellenlohn
es zu ermitteln. Wie dargelegt (E.
5.5.3), erübrigt sich damit die Vornahme eines ziffernmässigen
Einkommens
vergleiches
und kann eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (
Validen
einkommen
maximal 60 %, Invalideneinkommen minimal 50
%
) vorgenommen werden. Somit resultiert im Erwerbsbereich – wiederum - eine Einschränkung von maximal 16,67
%
([60
%
- 50
%
] x 100 : 60) und eine gewichtete
Teilinva
lidität
von höchstens 10
%
(0,17 x 60
%
).
6.5
Im Haushaltsbereich liegt gemäss
Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2014 (Urk. 7/120) keine Einschränkung vor. Entgegen der Auffassung der Beschwer
deführerin besteht kein Grund, diese - mit den protokollierten Aussagen der Beschwerdeführerin übereinstimmende – Beurteilung in Frage zu stellen
. Die protokollierten Aussagen der Beschwerdeführerin zu allfälligen Einschränkun
gen in den einzelnen Haushaltbereichen erscheinen ausreichend detailliert und vollständig (
Urk.
7/120/4-6). Nach dem Gesagten ist sodann der mit der bevor
stehenden Trennung allenfalls verbundene künftige Wegfall der Mithilfe des Ehemannes im Haushalt vorliegend nicht zu berücksichtigen (vgl. E. 6.2.2).
Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im
Haushaltsbe
reich
nicht eingeschränkt ist.
6.6
Demnach resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 10
%
, womit kein Anspruch auf eine Rente besteht.
7.
Im Ergebnis erweist sich die Aufhebung der bisherigen halben Rente demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.