Decision ID: 67d574ab-b5de-4ff0-8452-e16e600595f0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1947
, war seit
dem
1.
Januar 2013
bei den
Y._
als
Zählerableser
angestellt und damit bei der Suva
obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert, als er am
7. Januar 2017
beim Zählerablesen auf einer vereisten Treppe ausrutschte und sich
gemäss
Ba
gatellunfall-Meldung vom
3.
Februar 2017 eine Zerrung an der rechten
Schulter
zuzog
(Urk. 10
/1
Ziff.
3
-4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9
).
Nach getätigten Abklärungen
verneinte
die Suva mit Verfügung vom
30. August
201
7
(Urk. 10/68
)
eine Leistungspflicht
. Die vom zuständigen Krankenversich
erer
am 1
1.
September 2017
erhobene
und am 1
5.
September 2017 begründete
Ein
sprache (Urk. 10/70,
Urk.
7/72
)
sowie die
vom Versicherten am
25. Septem
ber 2017
erhobene Einsprache (Urk.
10/73
)
hiess
die Suva mit
Einspracheent
scheid
vom 16. Januar 2018
teilweise gut, indem festgehalten wurde, dass der Versicherte Anspruch auf die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) bis am 2
2.
Februar 2017 habe
(Urk. 10
/
80
= Urk. 2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 16
.
Februar 2018
Beschwerde gege
n den
Einsprache
entscheid
vom 16
.
Januar 2018 (Urk. 2
) und beantragte, dieser sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen,
ihm die gesetzlichen Leistungen für das Unfallereignis vom
7.
Januar 2017 zu erbringen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
.
Mai 2018 (
Urk.
8
) beantragte die Suva
unter Hin
weis auf die von ihr ergänzend veranlasste orthopädisch-chirurgische Beurteilung vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
9)
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfü
gung vom 1
8.
Mai 2018 wurde
n
dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort (
Urk.
8), die orthopädisch-chirurgische Beurteilung vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
9) sowie die Akten (
Urk.
10/1-9
3) zur Einsicht bis Fristablauf
zur Kenntnis zugestellt und ein zweiter Schrif
tenwechsel angeordnet (
Urk.
11).
Innert der
angesetzten
Frist
ging
keine Replik ein
, was der Beschwerdegegnerin am 2
0.
September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
A
m 1. Januar 2017
sind
die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
7.
Januar 2017
ereignet, weshalb die
ab
1.
Januar 2017
gültig
en
Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG ge
nannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisa
tion und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Dabei ist «vorwiegend» analog zu
Art.
9
Abs.
1 UVG zu verstehen, mithin darf die Abnützung oder Erkrankung nicht mehr als 50
%
aller mitwirkenden Ursachen ausmachen (
vgl.
KOSS-
Hürzeler
/
Kieser
,
Art.
6 UVG, N 44)
.
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1
.6
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentsch
eid
(
Urk.
2) damit, dass
gestützt auf
die
kreisärztliche Einschätzung
davon auszugehen
sei
, dass sich der
Beschwerdeführer beim Unfallereignis vom
7.
Januar 2017 eine leichte Kon
tusion und/oder eventuell eine Distorsion der Schulter zugezogen habe.
Spätes
tens am 2
2.
Februar 2017 sei
der Status quo sine erreicht gewesen (S. 9 f.
lit
. ii).
Es sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Unfallereignis vom
7.
Januar 2017 nicht mehr Ursache des Gesundheitszu
standes darstelle, wie er sich am 2
2.
Februar 2017 präsentiert habe
(S. 10
Ziff.
5).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die Argumentation des Kreisarztes, wonach die Rupturen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit Folge einer Degenerati
on seien, überzeu
ge nicht. So seien in den betroffenen Sehnen gemäss
der
Bildgebung keine
degenerativen Veränderungen ersichtlich. Es sei nicht belegt, dass eine
Acromioclavicular
(
AC
)-A
rthrose mit oder ohne
Osteophyten
zu einer Schädigung der
Rotatorenmanschette
führen könnte.
Weiter fehlten andere degenerative Zeichen wie eine Muskelatrophie oder eine fettige Infiltration der Muskulatur.
Zudem sei der Unfallmechanismus sehr wohl geeignet
gewesen,
eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur
,
insbesondere mit ei
ner Instabilität der l
angen
Bizepssehne
,
zu generieren (S. 3 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
8) machte die Beschwerdegegn
erin geltend, ge
stützt auf die o
rthopädisch-chirurgische Beurteilung vom 2
7.
April 2018 sei
von degenerativen Vorzuständen auszugehen, welche auch durch die aktenkund
ige bildgebende Diagnostik bewie
sen seien. Zudem sei ein Unfallmechanismus, der für ein unfallbedingtes Zerreissen einer
Rotatorenmanschettensehne
ursächlich sein könnte
,
nach Lage der Akten und gestützt auf die Angaben des Beschwerde
führers nicht nachgewiesen. Die Distorsionsfolgen seien im Allgemeinen vier bis sechs Wochen nach dem Unfallereignis wieder folgenlos
abgeheilt gewesen, wes
halb der S
tatus quo sine per 2
2.
Februar 2017 als erreicht zu betrachten sei (S. 5 f.
Rz
22.1-2).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerde
gegnerin im Zusammenhang mit dem
Ereignis vom
7.
Januar 2017
über den 2
2.
Februar 2017 hinaus
eine Leistungs
pflicht trifft.
3.
3.1
Gemäss der Bagatellunfall-Meldung UVG vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
10/1) rutschte der Beschwerdeführer am
7.
Januar 2017 beim Zählerablesen auf der vereisten Treppe aus und zog sich eine Zerrung der rechten Schulter zu (
Ziff.
4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9).
3.2
Nach am 1
0.
Februar 2017 durchgeführter dynamischer Ultraschalluntersuchung
nannte
Dr.
med.
Z._
, Leitender Arzt Ultraschall und Rheumatologie,
A._
, in seinem gleichentags erstellten Bericht
(
Urk.
10/22)
als Diag
nos
e
hinsichtlich der rechten Schulter eine Intervallläsion mit nicht-
transmuraler
Partialruptur d
er kranialen
Subscapularissehne
und
distaler
P
ASTA
-Läsion mit Ausbreitung gegen ventral und dort
transmuralem
Ausläufer. Die übrige
Rotato
renmanschette
sei intakt. Es zeige sich eine proximal verdickte,
hypoechogene
und nach medial subluxierende, ergusshaltige
Bicepssehne
sowie eine AC-Arthrose
und
eine chronische Bursi
tis. Ein
gleno-humeraler
Erguss liege nicht vor.
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Radiologie
, führte nach am 2
2.
Februar 2017 durchgeführter
MR-
Arthrographie
der rechten Schulter in seinem gleichen
tags erstellten Bericht (
Urk.
10/18) aus, es zeige sich eine
ausgeprägte
Tendino
pathie
der
Supraspinatussehne
mit partieller Rissbildung an der Unterfläche und partieller Ablö
sung vom
Tuberculum
majus
(PASTA
-Läsion).
Weiter l
ägen eine ausgeprägte AC-Arthrose und
eine
begleitendende Bursitis
subacromialis
- und
subdeltoidea
vor
.
Es bestünden eine d
eutliche
T
endinose
der langen
Bizepssehne
und eine
k
raniale
Labrumsläsion
.
Zudem zeige sich eine
Läsion des
Bizepspully
mit Ablösung der kranialen
Subscapularissehne
und medialer Sub
luxation der langen
Bizepssehne
, und es
liege ein
e g
eringfügige Volumenatrophie des
Supra
spinatus
vor
.
3.4
Der nach dem Ereignis vom
7.
Januar 2017 erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht
vom 2
5.
Februar 2017
(
Urk.
10/11) als Diagnose bewegungsabhängige Schulterschmerzen rechts (
Ziff.
5).
Die Erstbehandlung habe am
7.
Februar 2017 stattgefunden (
Ziff.
1).
Der Patient habe angegeben, auf dem Glatteis ausgerutscht zu sein und sich mit dem rechten Arm aufgefangen zu haben. Seither bestünden Schmerzen in der rechten Schulter (
Ziff.
2).
3.5
Dr.
med. D._
,
Leitender Arzt
Orthopädie Obere Extremitäten,
A._
, nannte in seinem Bericht vom
2.
März 2017 (
Urk.
10/15)
als Diagnose
eine
schmerzhafte Intervall-Läsion der
Rotatorenmanschette
rechts mit
Biceps
-Instabilität und aktivierter AC-Arthrose
sowie einen insulinpflichtigen Di
abetes mellitus (S. 2).
Dr.
D._
führte aus, er habe den Beschwerdeführer am
2.
März 2017 in seiner Sprechstunde gesehen. Laut
dessen
Angaben
sei am
7.
Ja
nuar 2017 auf eisiger Unterl
a
ge ein Abstützsturz auf die rechte Schulter erfolgt mit s
either bestehendem schmerzhaftem
Funktionsdefizit. Es
hätten keine vorbe
stehenden Beschwerden bestanden.
Dr.
D._
führte aus, das
Arthro-MRI
vom 2
2.
Dezember 2017 [richtig: 2
2.
Feb
ruar 2017] zeige eine
antero
-distale
Total-Ruptur der
Supraspin
atussehne
, die sich bis in das laterale
Pulley
erstrecke. Zudem bestehe eine Ruptur des medialen
Pulley
mit medialer
S
ub-Luxation der langen
Bicepssehne
und eine leichte Auf
lockerung der kranialen
Subscapularissehne
. Die
Trophik
der
Rotatorenmanschet
ten-Muskulatur
sei gut intakt. Weiter bestehe eine aktivierte AC-Arthrose (S. 1).
Dr.
D._
führte aus, in Anbetracht der mechanisch induzierten und erheblichen Beschwerde
n sowie der funktionellen Ansprü
che empfehle er das
arthroskopische
Vorgehen im Sinne einer
Biceps
-Tenotomie,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruk
tion und AC-Gelenksresektion (S. 2).
3.6
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seiner Stellungnahme vom 1
6.
März 2017 (
Urk.
10/19) zur Frage, ob für die geplante Operation eine Kosten
gutsprache erteilt werden könne, aus, dass hier doch die degenerativen Verände
rungen überwögen. Um sicher gehen zu können brauche er noch das Erstbehand
lungsdatum und den Krankengeschichte-Eintrag zu diesem Datum sowie den Überweisungsschein vom MRI. Eine Operations-Indikation sei unabhängig vom Kostenträge
r
gegeben.
3.7
In seinem Operationsbericht vom 2
0.
März 2017 (
Urk.
10/28) führte
Dr.
D._
aus, bei Vorliegen einer schmerzhaften
Rotatorenmanschetten
-Ruptur mit Instabilität der langen
Bicepssehne
und aktivierter AC-Arthrose rechts sei am 2
0.
März 2017 eine Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acromi
oplastik
, AC-Gelenksresektion und
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion erfolgt (S. 1).
3.8
Dr.
D._
und
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Orthopädie Obere Extremi
täten,
A._
, nannten in ihrem Bericht vom
4.
Mai 2017 (
Urk.
10/41)
als Diagnose einen Status nach Schulterarthroskopie recht
s
mit Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acromioplastik
, AC-Gelenksresektion und
Rotatorenman
schetten-Rekonstruktion
am 2
0.
März 2017 (
fecit
Dr.
D._
) bei schmerzhafter
Rotatorenmanschetten
-Ruptur mit Instabilität der langen
Bicepssehne
und akti
vierter AC-Arthrose rechts. Als Nebendiagnose nannte sie eine Unterschen
kelthrombose links am 1
2.
April 201
7.
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdefüh
rer sei sechs Wochen nach dem genannten Eingriff zur klinischen Kontrolle er
schienen. Von Seiten der rechten Schulter bestehe ein guter postoperativer Ver
lauf (S. 1).
3.9
Dr.
D._
führte nach Konsultation des Beschwerdeführers am 1
2.
Juni 2017 in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
10/48) aus, das
s
knapp zwei Monate nach
Schulter
arthroskopie rechts mit Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acro
mioplastik
, AC-Gelenksresektion und
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion so
wie einem Status nach Unterschenkel-Thrombose links am 1
2.
April 2017 von Seiten der Schulter eine kontinuierliche Verbesserung bestehe. Der Beschwerde
führer sei tagsüber praktisch schmerzfrei. In der Nacht würden regelmässig Schmerzen ausgelöst mit Kribbelparästhesien in den Fingern III bis V, die jedoch durch das Strecken des Ellbogens schnell wieder verschwänden
. Eine klinische und
sonographische
Kontrolle erfolge in drei Monaten (S. 1).
3.10
Kreisarzt
Dr.
G._
verneinte in seiner Stellungnahme vom
2
8.
Juni 2017
(
Urk.
10/49) die Frage, ob die verspätete Behandlung ab dem
7.
Februar 2017 und die verspätete Arbeitsunfähigkeit ab dem
2.
März 2017 aus medizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal auf das Ereignis vom
7.
Januar 2017 zurückzuführen seien.
Dr.
G._
führte aus, beim Versicherten seien be
reits im MRT vom 2
2.
Februar 2017 ausgedehnte und stark ausgeprägte degene
rative Veränderungen des rechten Anteiles des Schulte
rgürt
e
l
s erkennbar gewe
sen. Sämtliche an der Schulter vorhandene Läsionen, inklusive der P
ASTA
-Läsion, könnten durch degenerative Prozess bedingt sein. Aus diesem Grund sei es zwar möglich, dass die geltend gemachten Beschwerden durch den Unfall vom
7.
Januar 2017 bedingt seien, aber nicht überwiegend wahrscheinlich
(
Ziff.
1)
.
Weiter führte
Dr.
G._
aus, dass die Thrombose mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Eingriff vom 2
0.
März 2017 zurückzuführen sei. Da dieser nicht unfallkausal sei, könne auch die Thrombose nicht als unfallka
usal betrach
tet werden (
Ziff.
2).
3.11
In seiner kreisärztlichen Beurteilung vom
2
8.
August 2017
(
Urk.
10/66) führte
Dr.
G._
aus,
in dem einen Monat nach dem Unfall angefertigten
MR-Arthrogramm
der rechten Schulter zeig
t
e
n
sich neben der
Pulley
-Läsion sowie der partiellen Ablösung der Ansätze des
Tendo
musculi
supraspinati
und des
Tendo
musculi
subscapularis
ausgedehnte und weit fortgeschrittene degenerative Veränderungen mit unter anderem
Tendopathien
und einer deutlichen AC-Arthrose mit deutlicher Hypertrophie der Gelenkflächen. Weder die
Tendinopa
thien
noch die Hypertrophie des degenerativ veränderten AC-Gelenkes könnten sich in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Unfall und der
MR-Arthrographie
ausgebildet haben. Die Hypertrophie des AC-Gelenkes führe zu einer deutlichen Einengung
des
Subakromialraumes
und prädestiniere so klar zu einem
subakro
mialen
Impingement
mit konsekutiver Läsion des
Musculus
supraspinatus
.
Dr.
G._
hielt fest,
aufgrund der MR-tomographisch nachgewiesenen Verän
derungen, die unmöglich im Zeitraum zwischen dem Unfall und der
MR-Arthrographie
aufgetreten seien könnten, und häufig spontan zu einer Ruptur der
Rotatorenmanschette
führten,
sowie
des Verlauf
es mit fehlender Pseudoparalyse und der
Fortsetzung einer körperlich belastenden Tätigkeit bis einen Monat nach
dem
Unfall, seien die MR-tomographisch nachgewiesenen Rupturen des
Pulley
, der Sehne des
Musculus
supraspinatus
und der Sehne des
Musculus
infraspinatus
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Folge von Degeneration und somit nicht des erlittenen Unfalles.
Aus diesem Grund bestehe auch zwischen der am 2
0.
März 2017 durchgeführten Operation und dem Unfallereignis vom
7.
Januar 2017 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine Kausalitätsbeziehung (S. 3).
3
.12
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahm
e
vom 1
6.
November 2017 (
Urk.
10/76)
zur kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
G._
vom 2
8.
J
uni 2018 (vgl. vorste
hend E. 3.10
) aus, dieser beziehe sich als Radiologe nur auf die MRI-Befunde und lasse die klinische Beurteilung des Patienten völlig ausser Acht.
Der Beschwerdeführer sei vor dem Sturz komplett schmerzfrei gewesen und habe anschliessend starke Schmerzen gehabt, trotz einer einigermassen erhaltenen Funktion. In der täglich
en
Praxis habe der MRI-Befund für den Patienten selber keine Bedeutung, sondern dieser beziehe sich darauf, ob er Schmerzen habe oder nicht. In dieser mechanisch instabilen Situa
tion mit einer mechanisch instabilen
Bicepssehne
sei mit einer konservativen Therapie nicht von einer bleibenden Ver
besserung auszugehen, und Steroid-Infiltrationen seien zudem bei dieser Vor-Anamnese sich nicht zu empfehlen, weshalb als einzig klar wirksame schmerz
therapeutische Massnahme der operative Eingriff verblieben sei, was auch durch den Verlauf
beim
Patienten vollu
mfänglich bestätigt worden sei
(S. 1).
3.13
In seiner kreisärztlichen Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
10/78) be
jahte
Dr.
G._
die Frage, ob aus medizinischer Sicht eine vorübergehende Ver
schlechterung eingetreten sei. Beim Unfallereignis vom
7.
Januar 2017 habe sich der Versicherte eine leichte Kontusion (axial übertragen) und/oder eventuell
eine
Distorsion zugezogen
(
Ziff.
1)
.
Dr.
G._
führte aus, man könne davon ausgehen, dass am 2
2.
Februar 2017, also am Tag, an dem die
MR-Arthrographie
durchgeführt worden sei, der Status quo sine spätestens erreicht worden sei.
Zum e
inen seien dann gute sechs Wochen se
it dem
Unfall verstrichen, zum a
nderen hätten sich
bei der
MR-Arthrographie
keine Läsionen nachweisen lassen, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen gewesen wären
(
Ziff.
2).
3.14
In seiner an den Beschwerdeführer gerichteten E-Mail vom 1
4.
Februar 2018 (
Urk.
10/92
/1
=
Urk.
3/2
) führte
Dr.
D._
a
us, die g
anze Sache sei sehr hanebü
chen. Der Radiologe beschreibe eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
, was als Degeneration interpretiert werde.
Andere degenerative Zeichen wie eine Mus
kelatrophie oder eine fettige Infiltration der Mu
skulatur fehlten völlig, demnach weitere Zeichen, die auf eine relevante Sehnenabnützung schliessen lassen wür
den.
Was für die Operation relevant gewesen sei, sei der
Oberrand-Riss der
Sub
scapularissehne
mit einer Instabilität der
Bicepssehne
. In diesen Sehnen bestün
den keine degenerativen
Veränderungen. Diese Instabilität der langen
Biceps
-
sehne löse bekanntermassen Schmerzen aus, die in den meisten Fällen nur mit einer Operation gelöst werden könnten.
Dr.
D._
führte aus, eine
AC-Arthrose sei ein isoliertes Geschehen
,
und es gebe in der Literatur keine Hinweise darauf, dass eine AC-Arthrose zu einer Schädi
gung der
Rotatorenmanschette
führen könnte.
Der Unfallmechanismus sei sehr wohl geeignet gewesen, eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur insbesondere mit ei
ner Instabilität der langen
Bicepssehne
zu generieren, da es bei einem Abstütz
versuch immer zu einer unkontrollierten Kraftentfaltung auf die
Rotatorenman
schette
komme, meist mit einer passiven Rotationskomponente.
Degenerative Zeichen seien sehr häufig im Alter des Beschwerdeführers, was al
leine aber nicht heisse, dass jede
Rotatorenmanschette
zwingend irgendwann ab
reisse
. Mit der Argumentation der Suva würde es ab einem gewissen Alter keine trau
matischen
Rotatorenmanschettenr
isse
mehr geben, sondern nur degenerative, was aber nicht der Realität entspreche.
3.15
Die Suva-Versicherungs
ärzte PD
Dr.
med.
H._
und
Dr.
med. I._
, Fachärzte
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates
, führten in ihrer orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom
2
7.
April 2018
(
Urk.
9) aus,
was den
Vorzustand
beim Versicherten anbelange, seien
auf dem
Arthro-MRI
der rechten Schulter vom 2
2.
Februar 2017 zwei über die
normale
Anatomie hinausgehend
e
Irritationen der
Rotatorenmanschettenseh
ne
n
erkennbar. Zum einen betreffe dies die
Subscapularissehne
und zum anderen die
Supraspinatussehne
(S. 7 oben).
Im Falle des Beschwerdeführers habe die
Spitze des Rabenschnabelfortsatzes Kon
takt zur
Subscapularissehne
, so dass es bei Drehbewegungen zu einer Irritation dieser Sehne komme.
Bei Elevation, Innendrehung und Adduktion des Armes ent
stehe ein Konflikt zwischen
dem kleinen
Oberarmhöcker und
dem
Rabenschna
belfortsatz, wodurch die lange
Bizepssehne
einschliesslich ihrer
ligame
ntären
Führung (
Pulley
),
Subsca
pularissehne
ansatznah und der zwischen Schulterdach und
Rotatorenmanschette
liegende Schleimbeutel (Bursa
subacromialis
)
mecha
nisch kompromittiert würden
.
Diese Situation werde auch als
subcora
c
oidales
Im
pingement
bezeichnet
(S. 7 Mitte). Auch zeige das
MRI eine ausgeprägte Abnüt
zung (Arthrose) mit deutlicher Verdickung des rechten Schultergelenkes, welche zu einer mechanischen Irritation der
Supraspinatussehne
führe (S. 7 unten).
Ent
gegen der Aussage von
Dr.
D._
in seiner E-Mail vom 1
4.
Februar 2018
,
werde der schädigende Einfluss der AC-Arthrose auf die
Rotatorenmanschette
in
der
vorliegenden Literatur
sicher nicht vollständig bejaht, jedoch auch keinesfalls überwiegend verneint (S. 8 oben). Zudem lägen beim Beschwerdeführer eine Reihe
von intrinsischer Faktoren für die Entstehung von Texturstörungen
der
Ro
tatorenmanschette
vor, namentlich die Zuckerkrankheit, der Bluthoch
druck, die Hypercholesterinämie sowie
das Alter
,
und es sei weiter der dominante Arm be
troffen
(S. 8 Mitte)
.
PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
führten aus, es seien im MRI vom 2
2.
Februar 2017
deutliche degenerative Veränderungen an der
Supraspinatus
- und der lan
gen
Bizepssehne
sowie Gelenklippe (Labrum) im Bereich ihres Ursprungs sichtbar
. Der letzte genannte Befund werde als
Superior Labrum
Anterior
Posterior
(
SLAP
) 1-
Läsion bezeichnet und sei degenerativ bedingt. Der Schleimbeutel zwischen Schulterdach und
Rotatorenmanschette
sei entzündlich verändert (Bursitis
sub
acromialis
). Die
Subscapularissehne
habe an ihrem
Oberrand
einen Kontinuitäts
unterbruch. Infolge der damit verbundenen
Pulley
-Läsion sei die lange Bizeps
-
sehne nach medial subluxiert
(S. 8 Mitte)
.
Entgegen der Aussage von
Dr.
D._
bestehe in der Literatur keinesfalls Einigkeit darüber, dass eine
Bizepssehneninstabilität
zwangsweise zu Schmerzen führe. Trete, wie beim Beschwerdeführer,
eine Läsion der
Subscapularissehne
zusammen mit einer
Suprasp
inatussehnenläsion
auf, so liege
in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine degenerative Ursache vor.
Das
anterosuperiore
Impingement
sei auch intraoperativ bestätigt worden, indem
Dr.
D._
gemäss Operationsbericht vom 2
0.
März 2017 beschreibe, wie er einen
deutlichen von der Vorderkante der Schulterhöhe
ausgehenden und den Raum unter der Schulterhöhe an dieser Stelle einengenden Vorsprung
entfernt habe.
Soweit
Dr.
D._
in se
iner E-Mail vom 1
4.
Februar 2018
ausgeführt habe, dass das Fehlen einer Muskelhypotrophie und einer fettigen Infiltration gegen das Vorliegen einer relevanten Sehnenabnützung spreche, könne dem nicht gefolgt werden (S.
8 unten f.). So sei e
ine Abnahme des Muskelquerschnitts erst nach einem vollständigen Unte
rbruch der Sehne zu erwarten
. Im Falle
des Beschwer
deführers liege
kein vollständiger
Sehnenunterbruch vor und damit sei
auch noch keine entsprechende Reaktion an der zugehörigen Muskulatur zu erwarten.
PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
führten aus, dass zusammenfassend festgestellt werden könne, dass die aufgezählten degenerativen Vorzustände an der rechten Schulter, namentlich die
Schultereckgelenksarthrose
, die
Texturstörung der
Sup
raspinatussehne
mit pa
rtiellem Kontinuitätsunterbruch, die
Texturstör
ung an der langen
Bizepssehne
, die
SLAP
1
Läsion an der Gelenkli
ppe (Labrum)
, der
kleine
Kontinuitätsunterbruch am
Ob
errand
der
Subscapularissehne
und die
Läsion des
Pulley
mit Subluxation der langen
Bizepssehne
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit bereits vor dem angeschuldigten Ereignis bestanden hätten (S. 9 oben).
Weiter mache das in den Akten beschriebene
Unfallereignis eine Überdehnung der
Rotatorenmanschet
tensehne
unwahrscheinlich
.
Das unfallbedingte Zerreissen einer
Rotatorenmanschettensehne
sei
eine schwere Verletzung und immer mit ei
ner erheblichen klinischen Beeinträchtigung verbunden, weshalb das zeitn
ahe (ca. innerhalb der ersten drei
Tage nach dem Unfall) Aufsuchen eines Arztes zu erwarten
sei.
Die erste
ärztliche Konsultation
sei
jedoch einen
Monat nach dem Unfallereignis
erfolgt
, was gegen eine unfallbedingte
strukturelle Läsion spreche (S. 9 unten f.).
Insgesamt habe
im klinischen Bild der Schmerz vor dem Funktionsverlust
domi
niert, was typisch für de
generative Läsionen der
Rotatorenmanschette
sei
, weil diese wegen ihrer allmählichen Entstehung von den erhaltenen Strukturen der
Rotatorenmanschette
und dem
Deltamuskel lange Zeit funktionell kompensiert werden könnten (S. 10 Mitte).
Weiter seien im Operationsbericht vom 2
0.
März 2017
keine auf ein Unfallge
schehen hinweisenden Befunde be
schrieben
worden
.
Die
zusammenfassende Betrachtung der beurteilungsrelevanten Fa
ktoren (Vorge
schichte; Unfallge
schehen; klinische, bildgebende und
intraoperative Befunde) spreche dafür, dass es bei dem Ereig
nis vom
7.
Januar 2017
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer strukturellen Verletzung der rechten Schulter
des
Beschwerdeführers
gekommen
sei (S. 10 Mitte). Die Läsionen an der Sehne von
Supraspinatus
-,
Subscapularis
- und
Bizepsmu
skel
einschliesslich des
Pulley
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen degenerativen Vorzustand zurückzuführen (S. 10 unten).
Durch das Schadenereignis vom
7.
Januar 2017 sei es mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
zu keinen strukturellen Verletzungen gekommen.
Die degenerati
ven Vorzustände seine überwiegend wahrscheinlich vorübergehend im Sinne ei
ner Aktivierung der Schultergelenksarthrose und einer Reizung/Entzündung der Bursa
subacromialis
verschlimmert worden
(S. 11
Ziff.
2).
Das Mass für die Dauer der vorübergehenden Verschlimmerung sei der Heilverlauf einer Schulterdistor
sion, welche im Allgemeinen nach vier bis sechs Wochen folgenlos verheilt sei. Damit bestünden im vorliegenden Fall über den 2
2.
Februar 2017 hinaus keine Unfallfolgen mehr (S. 11
Ziff.
3).
4.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte
gestützt auf die kreisärztliche Stellung
nahme von
Dr.
G._
vom 1
5.
Januar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.13)
ihre Leis
tungspflicht für die
Kontusions- respektive
Distorsionsfolgen des Sturzes vom
7.
Januar 2017 und erachtete den diesbezüglichen Status quo sine am 2
2.
Februar 2017 als erreicht
. Hingegen verneinte sie unter Verweis auf den degenerativen Vorzustand eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit den Läsionen der
Rota
torenmanschette
(vgl. vorstehend E. 2.1 und E. 2.3).
4.2
Was die Leistungspflich
t
der Beschwerdegegnerin
für die Kontusions
- respektive Distorsions
folgen anbe
langt,
kann auf die Beurteilung von
Dr.
G._
vom 1
5.
Januar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.13)
, wonach
rund sechs Wochen nach dem Ereignis
der Status quo sine erreicht gewesen sei, abgestellt werden, zumal
sich weder anlässlich der erstmaligen Untersuchung bei
Dr.
C._
vom
7.
Februar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.4) noch anlässlich der bildgegebenen Untersuchungen vom 1
0.
und 2
2.
Februar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.2-3) Hinweise darauf ergeben hätte
n
, dass die Kontusion respektive Distorsion nicht folgenlos abgeheilt wäre.
Auch PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
bestätigten in ihrem Aktengutachten vom 2
7.
April 2018 (vgl. vorstehend E. 3.15) eine Abheilungsdauer einer Distorsions
verletzung der Schulter von vier bis sechs Wochen.
4.3
Die
mittels Bildgebung vom
1
0.
und vom
2
2.
Februar 2017
festge
stellte
Rotato
renmanschetten-Ruptur
(vgl. vorstehend E. 3.2-3
), welche am
2
0.
März 2017
ope
rativ
durch
Dr.
D._
saniert wurde
(vgl. vorstehend E. 3.7)
,
fällt unter die in
Art.
6
Abs.
2 UVG aufgelisteten Körperschädigungen im Sinne von Sehnenverletzungen (vgl.
BGE 123 V 43 E. 2a,
Urteil des Bundesgerichts 8C_381/2014
vom 1
1.
Juni 2015 E. 3
).
Demnach greift vorliegend die Vermutung, dass es sich hierbei um eine
Listendi
agnose
handelt,
deren Behandlung
vom Unfallversicherer übernommen werden muss, sofern nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen und demnach
der Kausalitätsanteil des Vorzu
standes grösser als 50
%
ist
(vgl. vorstehend E. 1.2-3
).
4.4
Bereits
Kreisarzt
Dr.
E._
erachtete in seiner Stellungnahme vom 1
6.
März 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) die degenerative
n Veränderungen als über
wiegend.
In der Folge bestätigte dann
Kreisarzt
Dr.
G._
in
seinen
Stellung
nahme
n
vom 2
8.
Juni
und vom 2
8.
August
2017 (vgl. vorstehend E. 3.10
-11
), dass das MRT vom 2
2.
Februar 2017 stark ausgeprägte degenerative Veränderun
gen des rechten Anteils des Schultergürtels zeige. Dass die Läsionen durch den Unfall verursacht
worden
wären,
wurde
nicht für überwiegend wahrscheinlich
erachtet
.
Sodann
hielten
auch PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
in ihrem Akten
gutachten vom 2
7.
April 2018 (vgl. vorstehend E. 3.15)
fest,
d
ass das MRT vom 2
2.
Februar 2017 deutliche degenerative Veränderungen
ausweise
.
Detaillierter führte
Dr.
G._
in seiner Beurteilung vom
2
8.
August 2017 (vgl. vorstehend E. 3.11) aus, dass die MR-tomographisch nachgewiesenen Verände
rungen unmöglich im Zeitraum zwischen dem Unfall und der
MR-Arthrographie
aufgetreten sein könnten.
Sowohl
Dr.
G._
als auch die Gutachter PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.15)
hielten überdies fest, dass
eine trau
matisch bedingte
Rotatorenmanschettenruptur
als
äusserst schmerzhaft
gelte. Demnach spreche der Umstand,
dass der Beschwerdeführer erst einen Monat spä
ter am
7.
Februar 2017
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.4) wegen der Schul
terschmerzen konsultierte
und seine Arbeit nach dem Ereignis for
tgesetzt habe
, als Indiz für das Vorliegen einer degenerativen Rupt
ur
. Dass sich die Schmerzin
tensität in Grenzen hielt,
bestätigte der Beschwerdeführer
gegenüber der Abklä
rungsperson der Beschwerdegegnerin
am
9.
Mai 201
7.
Demnach lag
der
Schmerzpegel
im Bereich des Schulterdaches direkt nach dem Ereignis bei
5-6/10 (VAS)
und hernach
bei
3-4/10 (VAS). Weiter gab
der Beschwerdeführer
an, sich bei der Arbeit, welche noch eine Woche angedauert habe, eingeschränkt gefühlt zu haben
(vgl.
auch
Urk.
10/42 S. 1)
, was nicht mit schweren Schmerzen verein
bar ist
.
Das
nach dem Ereignis vom
7.
Januar 2017
noch relativ gut erhaltene Funktions
vermögen
der Schulter
, welches
Dr.
D._
auch in seiner Stellungnahme vom 1
6.
November 2017 (vgl. vorstehend E. 3.12) bestätigte,
erachteten PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
sodann als typisch für degenerative Läsionen der
Rotatoren
manschette
, da diese wegen ihrer allmählichen Entstehung von den erhaltenen Strukturen und dem Deltamuskel lange Zeit kompensiert werden könnten.
Der Beschwerdeführer folgte
sodann
hinsichtlich
der Argumentation
in
seiner Be
schwerde
(vgl. vorstehend E. 2.2)
im Wesentlichen den Ausführungen des behan
delnden Arztes
Dr.
D._
in dessen E-Mail vom
1
4.
Februar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.14).
Zur Ursache der
Rotatorenmanschettenruptur
äusserte sich
Dr.
D._
erstmals in seiner Stellungahme vom
1
6.
November 2017 (vgl. vorstehend E. 3.12),
indem er ausführte, dass der Beschwerdeführer vor dem
Sturz
beschwerdefrei gewesen sei.
Die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Be
deutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Dass das MRI vom 2
2.
Februar 2017
ausgedehnte und stark ausgeprägte
degenerative Befunde zeigte,
wie
Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 2
8.
Juni 2017
ausführte,
stellte
Dr.
D._
in seinem Schreiben
vom
1
6.
November 2017 nicht
in Abrede, sondern
äusserte
, dass der MRI-Befund in der täglichen Praxis für den
Patienten keine Bedeutung habe
und die klinischen Einschränkun
gen massgebend seien
.
Soweit
Dr.
D._
dann präzisierend in seiner E-Mail vom 1
4.
Februar 2018 (vgl. vorstehend E. 3.14)
ausführte
, dass degenerative Zeichen einer Muskela
tro
phie oder eine
r
fettige
n
Infiltration der Muskulatur völlig gefehlt hätten, welches
ge
gen
eine relevante Seh
nenabnützung spreche,
wurde diese Aussage durch
PD
Dr.
H._
u
nd
Dr.
I._
in nachvollziehbarere Weise
widerlegt
,
indem sie
ausführten
,
dass
ein vollständiger Sehnenunterbruch nötig wäre, um zu einer Ab
nahme des Muskelquerschnitts zu führen. Weiter verneinten PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
die
von
Dr.
D._
getätigten Ausführungen, wonach an den für die Operation relevanten Sehnen keine degenerativen Veränderungen bestanden hät
ten.
Insbesondere
beschrieben
PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
ein
subcoracoida
les
Impingement
, welches eine Ruptur einer
Rotatorenman
schettensehne
begüns
tigt
.
Eine
Impingement
-Situation wurde auch durch
Dr.
G._
in seiner Beur
teilung vom 2
8.
August 2017
be
stätigt
und geht überdies aus dem Operationsbe
richt von
Dr.
D._
vom 2
0.
März 2017 hervor
(vgl. vorstehend E. 3.11
, vgl.
Urk.
10/28 S. 2
).
Auch die Ausführungen von
Dr.
D._
, wonach laut Literatur eine AC-Arthrose keinen Einfluss auf eine Schädigung der
Rotatorenmanschette
haben solle, konn
ten die Gutachter nicht bestätigen.
Weiter nannten
sie
beim Beschwerdeführer vorliegende intrinsische Faktoren für die Entstehung von Texturstörungen der
Rotatorenmanschette
.
Zusammenfassend erscheint es aufgrund der kreisärztlichen Stellungnahmen von
Dr.
G._
sowie aufgrund des
schlüssigen Aktengutachtens von PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
vom 2
7.
April 2018
als überwiegend wahrscheinlich, dass die zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 2
2.
Februar 2017 noch bestehenden Schulterbeschwerden über 50
%
auf
den degenerativen Vorzustand zurückzufüh
ren sind
.
4.5
Aufgrund des Gesagten ist somit festzuhalten, dass die
vom Beschwerdeführer über die Leistungseinstellung vom 2
2.
Februar 2017 hinaus beklagten
Beschwer
d
en
vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen
sind, weshalb die Beschwerde
gegnerin eine Leistungspflicht
hierfür zu Recht verneint hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.