Decision ID: e581b5fe-f386-4e37-be75-14246e5320f6
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, gelernter Koch, arbeitete einerseits seit August 2011 als Hauswart
des
Y._
im Dienste der
Baudirektion des Kantons Zürich zu einem Pensum von 40
%
(
Urk.
11/70), andererseits seit Oktober 2010 unregel
mässig im Stundenlohn als Bauhilfsarbeiter bei
Z._
und war in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert
(
Urk.
11/4)
. Bei Rückbauarbeiten eines Dachstocks am 2
9.
Juni 2012 fiel eine Backsteinmauer auf den Versicherten, wobei er sich zahlreiche
Frakturen an Becken, Schädel und linkem Bein sowie Prellungen an Thorax und den Extremitäten zuzog. In der erstversorgenden Klinik für Unfallchirurgie des
Universitätsspital
s
A._
wurde
gleich
en
tags ein gelenksüberbrückender Fixateur extern des oberen Sprunggelenkes (OSG) links
angebracht
und
es
erfolgte
die Wundversorgung des Unterschenkels rechts sowie d
er
Rissquetschwunden im Gesicht (
Urk.
11/41)
. F
erner wurde am
6.
Juli 2012 die Unterschenkelfraktur links, die Hoffa-Fraktur am linken Knie sowie das Becken
trauma operativ mittels Osteosynthese versorgt (
Urk.
11/42). Nach Austritt aus dem
A._
am 1
8.
Juli 2012 (Austrittsbericht vom 2
0.
Juli 2012,
Urk.
11/32) hielt sich
X._
zur weiteren Rehabilitation bis am 2
8.
September 2012 in der Rehaklinik
B._
a
uf (Austrittsbericht vom
2.
Okto
ber 2012,
Urk.
11/66)
, wo des
geklagten Schwindels auch eine n
eurologische Abklärung veranlasst wurde (Neurologisches Konsilium von med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Neurologie, vom
9.
August 2012,
Urk.
11/67). Am 1
5.
Januar 2013 nahm der Ver
sicherte seine Arbeit im
Y._
versuchsweise wieder auf, ab
1.
März 2013 zu einem angerechneten Pensum von 20
%
(
Urk.
11/107,
Urk.
11/117
,
Urk.
11/138
).
Als Bauhilfsarbeiter der Abbruchfirma
verblieb er vollständig a
rbeitsunfähig.
Ausserdem musste der Versicherte sich unfallfremd im Februar 2013 der operati
v
en Entfernung eines Blasentumor
rezidivs
(
Urk.
11/142) und im März 2013
im Stadtspital
D._
der
Entfernung von Basalzellpapillome
unterziehen
(
Urk.
11/120)
.
Zur Standortbestimmung fand am 1
4.
Juni 2013 eine kreisärztliche Untersuchung bei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Chirurgie FMH, statt (
Urk.
11/165), welche zur Unterstützung der Eingliederungsbemühungen eine arbeitsorientierte Rehabilitation mit Abklärung beruflicher Massnahmen in
B._
anregte. Ferner zog der Versicherte wegen kognitiven Beschwerden, wie Vergesslichkeit und verminderte Konzentration, den Neurologen
Dr.
med.
F._
bei, der aufgrund seiner
Konsiliaruntersuchung
vom 2
8.
Juni 2013 eine neuropsychologische Untersuchung
empfahl (Bericht vom
2.
Juli 2013,
Urk.
11/169). Die verhaltensneurologische Abklärung fand am 1
6.
August 2013 bei Prof.
Dr.
phil. G._
, Neuropsychologin, und
Dr.
med. H._
, Fach
ärztin für Neurologie FMH, statt (Bericht vom 1
9.
September 2013,
Urk.
11/185). Während des vom
2
0.
August bis 2
4.
September 2013 dauernden Aufenthaltes in der Rehaklinik
B._
fand unter anderem eine s
chuhorthopädische Versorgung statt und
die computertomografischen (CT) Untersuchungen
ergaben
ein
e nicht vollständig konsolidierte
Tibiafraktur
und eine irregulär konsolidierte Fraktur der distalen Fibula, weshalb der Versicherte zur weiteren Abklärung an die
behan
delnden Ärzte des
A._
ver
wiesen wurde. Eine Verbesserung der Schmerzproble
matik konnte jedoch nicht erreicht und die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit nicht wesentliche gest
eigert werden. Unter Umschreibung
des Anforderungsprofils erachteten die Ärzte der Rehaklinik
B._
eine sehr leichte Tätigkeit ganztags für zumutbar,
eine Arbeitsfähigkeit in der
angestammte
n Tätigkeit
jedoch dauerhaft für nicht mehr
gegeben
(Austrittsbericht vom 2
6.
September 2013,
Urk.
11/191).
Im Zuge der durch die Invalidenversicherung und
der
von der Suva eingesetzten
Case Managerin
(vgl.
Urk.
11/155)
veranlassten Eingliederungsbemühungen schloss der Beschwerdeführer die
Führer
ausweisprüfung im J
uli 2013 ab (
Urk.
11/14
3,
Urk.
11/175)
. D
ie Arbeitsplatzerhaltung bei der Baufirma
Z._
erwies sich jedoch mangels geeigneter Tätigkeiten als aussichtslo
s (
Urk.
11/207) und eine Steigerung des
Hausabwart
spensums
konnte nicht er
reicht werden (
Urk.
11/237). Der
vom
Versicherten
angestrebte Schritt in die Selbständigkeit (Verwertung einer
väterlichen
Erfindung) wurde von der IV
-Stelle
nicht unter
stützt (
Urk.
11/230,
Urk.
11/24
8
). Anlässlich der kreisärztlich
en Abschlussunter
suchung vom 5.
Dezember 2013 (
Urk.
11/226) klagte
er
über persistierende
Schmerzen wechselnden Ausmasses und ersuchte auch i
nfolge einer Verschlech
terung im Januar 2014 (
Urk.
11/24
9
)
um
eine Zweitmeinung bei
Dr.
I._
, Spezialarzt
FMH für Orthopädische Chirurgie
. Dieser riet mit ärz
tlichem Zwischenbericht vom 10.
März 2014 (
Urk.
11/270) zu einer teilweisen Entfernung des
Oste
osynthesematerials
im OSG links, was im März 2014 im Spital
J._
stattfand (
Urk.
11/274 f.). Nachdem der
Versicherte
im April als Haus
wart im Pensum von 40
%
mit qualitativen Einschränkungen arbeitsfähig geschrieben wurde (
Urk.
11/280,
Urk.
11/295), nahm
er
sein angestammtes Pen
sum im
Y._
im Mai 2014 auf, ohne jedoch die volle Leistung erbringen zu können (
Urk.
11/312
,
Urk.
11/294
).
Es traten
Ischiasschmerzen
auf
(Urk. 11/321 und
Urk.
11/327
), für deren Behandlung die Suva eine Leistungspflicht verneinte (Mitteilung vom 1
4.
Juli 2014,
Urk.
11/350), wie schon zuvor für den bereits im
Februar
2014 erfolgten Eingriff einer Karzinomentfernung an der rechten Ohr
muschel (
Urk.
11/338; Mitteilung vom 3
0.
Juni 2014,
Urk.
11/341).
Schliesslich löste die Baudirektion des Kantons Zürich die Anstellung mit Verfügung vom 1
5.
September 2014 (
Urk.
11/381) bzw. 2
2.
Oktober 2014 (
Urk.
11/396) auf und die BVK richtet
e
X._
ab Ende der Lohnfortzahlung (1
7.
September 2014)
infolge 100%iger Berufsinvalidität eine Rente aus (
Urk.
11/452). In der Folge bezog der Versicherte
ab Oktober 2014
Taggelder der Arbeitslosenversiche
rung (
Urk.
11/388,
Urk.
11/444 ff.).
Im Juni 2016 wanderte
er
mit seiner Familie nach Südwest-Frankreich aus und geht nach Lage der Akten keiner Erwerbs
tätigkeit mehr nach.
2.
Mit Schreiben vom
2.
September 2014 zeigte die Suva dem Versicherten an, dass sie die vorübergehenden Leistungen per Ende September 2014
einstellen
und die Leistungen für Erwerbsunfähigkeit
und
Integritätsschaden
prüfen
werde
(Urk.
11/374)
. Sie holte Einkünfte bei den ehemaligen Arbeitgebern ein
und
klärte die erwerblichen Verhältnisse
ab
(
Urk.
11/380,
Urk.
11/385
,
Urk.
11/
392 f.)
. Am 2
4.
Oktober 2014 schätzte
Kreisarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie FMH, den Integritätsschaden (
Urk.
11/398). Mit der anlässlich der Besprechung vom
6.
November 2014
vorgeschlagenen
Dauerleistung
(
Urk.
11/404) erklärt
e
sich der Versicherte nicht einverstanden und machte unter anderem geltend, weiterhin unter Lagerungsschwindel zu leiden (
Urk.
11/403).
Dr.
K._
erachtete weitere Abklärungen zur Kausalität dieser Beschwerden für notwendig (
Urk.
11/
405), weshalb am 1
5.
Januar 2015 er
neut bei
Dr.
H._
eine neuro
psychologische Standortbestimmung
durchgeführt wurde
(
Urk.
11/419), am
3.
Februar 2015 eine Magnetresonanzuntersuchung (MRI) (
Urk.
11/431) und am 1
2.
März 2015 bei
Dr.
med.
L._
, Neurologie FMH, neurologische Ab
klärungen stattfanden (Bericht vom 2
8.
April 2015,
Urk.
11/433). Nach Einsicht der Abteilung Versicherungsmedizin in
diese Ak
ten (
Urk.
11/453) leitete die Suva
unter
Mitwirkung
des Versicherten
eine interdisziplinäre Begutachtung der Fach
richtungen Neuropsychologie, Psychiatrie und Psychotherapie
sowie
Neurologie in die Wege (
Urk.
11/
465 ff.). Zum Gutachten vom 2
6.
Juni 2017 (Eingangsda
tum;
Urk.
11/509) nahm der Versicherte am 1
4.
November 2017 Stellung
,
bean
tragte
unter Fortsetzung der Taggeldzahlungen
weitere
Abklärungen, insbeson
dere eine
otoneurologische
Untersuchung,
(
Urk.
11/525
S. 1 ff.
) und reichte eine Beurteilung des Gutachtens
von
Dr.
F._
vom 2
4.
Oktober 2017
(
Urk.
11/525 S.
12 ff.)
ein.
Mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2018 sprach die Suva
X._
mit Wirkung ab
1.
Oktober 2014 eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 17
%
und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Einbusse von 17,5% zu (
Urk.
11/5
36
). Mit Einsprache vom 1
9.
Februar
2018 (
Urk.
11/542), ergänzt am 2
6.
März 2018 (
Urk.
11/545), beantragte der
Versicherte
, es sei ihm eine höhere Rente und Integritätsentschädigung zuzusprechen. Nachdem sie von ihrem Versicherungsmediziner
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie FMH, eine aktenbasierte Beurteilung eingeholt hatte (
Urk.
11/552), wies die Suva
die Einsprache
mit Entscheid vom
1
4.
November 2018 ab (
Urk.
2).
3
.
Hiergegen
erhob
X._
mit Eingabe vom 1
4.
Dezember 2018 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren:
1.
«Der Entscheid vom 14.11.2018 sei aufzuheben, insofern dem Beschwerdeführer keine 17
%
übersteigende Invalidenrente bewilligt wurde und es sei ihm mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten.
2.
Der Entscheid vom 14.11.2018 sei aufzuheben, insofern dem Beschwerdeführer keine 17,5
%
übersteigende Integritätsentschädigung bewilligt wurde und es sei ihm eine 17,5
%
übersteigende IE auszurichten.
3.
Es sei dem Beschwerdeführer ein unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Beschwerdever
fahren beizuordnen.
Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen.»
Ergänzend liess der Beschwerdeführer am 1
1.
Januar 2019 (
Urk.
6) eine Stellung
nahme von
Dr.
F._
vom 1
0.
Dezember 2018 zur Aktenbeurteilung von
Dr.
M._
nachreichen (
Urk.
7). Die Suva
beantragte
mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2019
eine Schlechterstellung insoweit, als der Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2014 auf 0
%
festzusetzen und die Beschwerde im Übrigen abzuweisen sei; eventuell sei sie
gänzlich
abzu
weisen und der
Einspracheentscheid
zu bestätigen (
Urk.
10). Am 2
5.
Februar 2019 legte der Beschwerdeführer seine wirtschaftlichen Verhältnisse dar (
Urk.
14) und reichte entsprechende Belege ein (
Urk.
15/1-24). Im Zuge des angeordneten zwei
ten Schriftenwechsels (
Urk.
16) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
5.
April 2019 [
Urk.
17] und Duplik vom 1
0.
Mai 2019 [
Urk.
20]). Am 1
0.
Mai 2019 (
Urk.
21)
legte
der Beschwerdeführer den radiologischen Befund der MRI-Untersuchung des Schädels vom 2
8.
August 2012 der Neuroradiologie des
A._
auf
(
Urk.
22),
welcher
der Beschwerdegegnerin
am 1
7.
Mai 2019
nachgereicht und
damit
der Schriftenwechsel
unter Zustellung der Duplik an den Beschwerde
führer
geschlossen wurde (
Urk.
23).
Auf
die Vorbringen
der Parteien sowie die aufgelegten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen Bezug genommen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Nach Absatz 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG werden jedoch Invalidenrenten und Komplementärrenten nach Art. 20 UVG nach dem neuen Recht (Art. 20 Abs. 2
ter
UVG) gekürzt, wenn der Bezüger einer solchen Rente das ordentliche Rentenalter zwölf Jahre oder mehr nach dem Inkrafttreten der vorliegenden Änderung erreicht. Erreicht der Renten
bezüger das ordentliche Rentenalter weniger als acht Jahre nach dem Inkrafttre
ten, wird die Rente nicht gekürzt. Renten von Rentenbezügern, die das ordentliche Rentenalter acht oder mehr Jahre, aber weniger als zwölf Jahre nach Inkrafttreten der vorliegenden Änderung erreichen, werden für jedes weitere, dem achten Jahr folgende ganze Jahr um
einen Fünftel
des Kürzungsbetrages nach dem neuen Recht gekürzt (vgl. auch Art. 147b Abs. 1 UVV). Absatz 2 der Übergangsbestim
mungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG gilt auch für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung ereignet haben, für die die Rente aber erst danach zu laufen beginnt (Art. 147b Abs. 2 UVV).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
9.
Juni 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
2.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.5
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
3.
Strittig und zu prüfen ist
vorab
, welche vom Beschwerdeführer weiterhin geklag
ten
Gesundheitsprobleme (Vergesslichkeit, Gefühllosigkeit der rechten Gesichts
hälfte, Abnahme der Sehstärke, Schmerzen an Hüfte, am Knie links, an der Len
denwirbelsäule und am
Fussrist
links, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsprobleme etc.; vgl.
Urk.
1 S. 5 f.)
, insbesondere
kognitiver
Art
,
auf den Unfall vom 2
9.
Juni 2012 zurückzuführen sind
und
gegebenenfalls
mit welchen
Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
4.
4.1
Im Austrittsbericht des
A._
vom 2
0.
Juli 2012 (
Urk.
11/32) wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
1.
Beckentrauma
-
LC II-Fraktur rechts
-
Untere und obere Schambeinastfraktur links
-
Fraktur Massa
lateralis
rechts
-
Fraktur
Crista
i
l
liaca
rechts
2.
Stumpfes
Thoraxtrauma
-
Schürfprellmarken über gesamten Thorax ventral
3.
Leichtes Schädelhirntrauma
-
Fraktur der lateralen und
anterioren
Wand des Sinus
maxillaris
rechts
-
Fraktur des Os
zygomaticum
rechts
-
Fraktur des
Orbitabodens
rechts
-
Fraktur der Spina
nasalis
anterior
-
Rissquetschwunde (RQW)
palpebral
rechts und mental
4.
Extremitätentrauma
-
Pilon
tibiale
-Fraktur links
-
Hoffa-Fraktur linkes Knie (nicht dislozierte Fraktur lateraler
Condylus
)
-
Weichteilkontusion Knie links und Unterarm links
-
2 RQWs Unterschenkel rechts
Bei Eintritt sei der Beschwerdeführer in ordentlichem Allgemeinzustand, wach und allseits orientiert gewesen. Als weitere Befunde wurden aufgeführt:
Glasgow
Coma
Score
(GCS)
15, Pupillen
isokor
mit prompter symmetrischer direk
ter/indirekter Lichtreaktion,
Okulomotorik
intakt, kein Hinweis auf Hirnnerven
ausfälle. Die
Comoputertomographien
(CT) des
Neurocranium
am 2
9.
Juni und
2.
Juli 2012 zeigten die bekannten Frakturen; eine intrakranielle Blutung war nicht erkennbar.
4.2
Dr.
F._
erhob anlässlich seiner
Konsiliaruntersuchung
vom 2
8.
Juni 2013 (Bericht vom
2.
Juli 2013,
Urk.
11/169) folgenden neurologischen Befund: die Sensibilität im Bereich des
antero
medialen distalen Unterschenkels werde nicht wahrgenommen. Darüber hinaus bestehe eine leichte Schwäche für die Kraft der
Innenrotation am
linken Fuss sowie für die
Evers
ion
. Schliesslich bestünden Miss
empfindungen und Sensibilitätsverminderung im Trigeminus I rechts und
supra
orbitalis
. Er diagnostizierte bei Status nach Polytrauma vom 2
9.
Juni 2012 eine Commotio cerebri mit
residuellen
Beschwerden im Bereich des linken Sprungge
lenks, neuropsychologische Störungen mit Gedächtnis- und Konzentrations
störung sowie Missempfindungen im Trigeminus I rechts (ohne
Kornealreflex
) und
N.
supraorbitalis
bei Status nach Frakturen.
4.3
Die von
Dr.
F._
veranlasste neuropsychologische Untersuchung bei
Dr.
H._
und Prof.
Dr.
G._
am
1
6.
August 2013 (Bericht vom 1
9.
Septem
ber 2013,
Urk.
11/185) zeigte eine
anterograde
sprachlich-betonte Gedächtnis
schwäche sowie sprachlich-betonte Schwierigkeiten im Konzeptdenken. Im Weiteren fiel eine depressiv-gereizte Stimmungslage auf. Eine direkte Unfall
kausalität als Ursache dieser Befunde
- so
Dr.
H._
und Prof.
Dr.
G._
-
sei nicht wahrscheinlich, da per Definition neuropsychologische Symptome nach einer Commotio cerebri nicht persistieren
würden
. Die sprachbetonten, d.h. links
hemisphärischen Funktionsschwächen korrelierten hingegen gut mit einer depressiven Symptomatik, die klinisch zweifellos vorliege. Es sei somit anzuneh
men, dass die Gedächtnisschwäche hauptsächlich stimmungs- und schmerzver
bunden resp. stressinduziert sei.
Anlässlich der zweiten am 1
5.
Januar 2015 durchgeführten verhaltensneurolo
gisch-neuropsychologischen Untersuchung (
Urk.
11/419 S. 2 f.) beurteilte
Dr.
H._
die Befunde beim als depressiv limitiert bezeichneten Beschwerde
führer als sprachlich betonte
anterograde
amnestische
Störung, ein eingeschränk
tes sprachliches konzeptuelles Denken und Umstellen, eine Beeinträchtigung der
Aufmerksamk
eitsbelastbarkeit sowie eine verminderte Fehlerkontrolle. Im Vergleich zur Voruntersuchung (8/2013) seien die aktuellen Befunde deutlich ver
schlechtert, wobei die Hypofun
k
tion der sprachdominanten linken Hemisphäre gut mit der bereits anlässlich der Voruntersuchung ausgeprägten depressiven Symptomatik bei posttraumatischer psychischer Fehlverarbeitung, die die feh
lende Erholung im Verlauf erkläre, korreliere. Unfallbedingte struktur
e
lle Läsionen, die Einfluss auf die kognitiven Symptome nehmen würden,
hätten
anlässlich einer früheren Bildgebung nicht festgestellt werden
können
. Eine durch das Unfallereignis bedingte Einschränkung der geistigen Integrität lasse sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ableiten.
4.4
Am
3.
Februar 2015 erfolgte ein natives und kontrastverstärktes
triplanares
MRI des Schädels. Die Befunde wurden beurteilt als zwei kleine
Hämosiderinablage
rungen
(alte Mikroblutungen) im
pontomesencephalen
Übergang paramedian rechts und
juxakortikal
occipitopolar
rechts und von der beurteilenden Ärztin
Dr.
med.
N._
überwiegend wahrscheinlich auf das Trauma zurück
geführt (
Urk.
11/431).
4.5
Wegen einer Augenlidsenkung rechts, Schmerzen an der linken unteren Extremi
tät sowie Gleichgewichtsstörungen wurde der Beschwerdeführer an
Dr.
L._
überwiesen, welche
in Kenntnis der MRI-Befunde
vom
3.
Februar 2015 (E. 4.4)
über ihre Untersuchungen vom 1
2.
März 2015 am 2
8.
April 2015 berichtet
e
(
Urk.
11/433
).
Ihre
klinischen Befunde sowie
die
elektroneuromyographischen
Untersuchungsbefunde beurteilte sie wie folgt: Es würde
n
anamnestisch einerseits kognitive Einschränkungen, welche unter Zusammenschau der vorliegenden Befunde ein
en vorwiegend posttraumatischen
reaktiven Hintergrund hätte
n
, per
sistieren. Bei
g
e
ringgradig
ausgeprägter vaskulärer
Leukenzephalopathie
spiele dieser Faktor eine eher untergeordnete Rolle. Zum anderen leide der Beschwer
deführer immer noch unter belastungsabhängigen linksseitigen Fuss- und Bein
schmerzen. Die Schmerzen hätten ihren Ursprung im linken Fuss und würden mit zunehmender Belastung zunehmen und sich über
den
Unterschenkel,
ventro
medial
und
ventrolateral
, weiter über den Oberschenkel ausbreiten und den Beckenknochen erreich
en. Eine neurogene Ursache, im E
inzelnen eine lumbale
radikuläre
Läsion, eine Läsion des
Nervus
Ischiadicus
, eine
Peronaeus
-Läsion oder ein
Tarsaltunner
-Syndrom sowie schliesslich eine Polyneuropathie liessen sich nicht nachweisen. Eine isolierte ASR-Abschwächung links, ohne eine assoziierte Parese oder neurogene Veränderungen in der EMG-Untersuchung
,
lasse sich ätiologisch nicht sicher verwerten, ätiologisch käme
n eine stattgehabte
radikuläre
Kompression oder lokale Ursachen in Betracht (Achillessehne, OSG).
4.6
Der Beschwerdeführer wurde im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 2
7.
Juni 2016
durch
lic
. phil.
O._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP
, (Teilgutachten vom
4.
Juli 2016,
Urk.
11/512)
am
3
1.
August 2016 durch
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Neurologie FMH,
Zertifizierter medizinischer Gutach
ter SIM,
(Teilgutachten vom 1
9.
September 2016,
Urk.
11/513) und am 2
9.
November 2016 durch
Dr.
med.
Q._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, (Teilgutachten vom 2
9.
Dezember 2016,
Urk.
11/511) untersucht.
Laut der
unter der Feder
führung des Neurologen formu
lierten interdisziplinäre
n
Beurteilung kamen die Gutachter zu folgenden Schlüs
sen
(Urk. 11/509 S
.
2 ff.):
I
n psychiatrischer Hinsicht liege
keine Erkrankung vor. Es könne einzig der Ver
dacht auf eine rezidivierende depressive Störung geäussert werden, welche jedoch remittiert sei. Zudem beständen akzentuierte Persönlichkeitszüge, welche nicht den Grad einer Persönlichkeitsstörung erreichten. Aus psychiatrischer Sicht lägen weder eine Einbusse der Integrität noch Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vor.
Die neuropsychologische Untersuchung habe die Diagnose einer Entwicklungs
störung der Sprache (F80.9) mit/bei leichten bis mittelschweren Beeinträchtigun
gen von höheren sprachassoziierten Leistungen ergeben. Aus rein neuropsycho
logischer Sicht liessen sich keine unfallbedingten Einschränkungen postulieren, somit sei aus rein neuropsychologischer Sicht auch keine unfallbedingte Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit oder eine unfallbedingte Integritätsentschädi
gung ableitbar. Die nicht unfallbedingten kognitiven Funktionsbeeinträchtigun
gen führten aus neuropsychologischer Sicht zu einer Beeinträchtigung der qualitativen und quantitativen (im Sinne der erbachten Arbeitsmengen in einer bestimmten Zeit) Leistungsfähigkeit in den bisherigen, praktisch ausgerichteten Hilfstätigkeiten auf dem Bau in ehe
r geringem Ausmass. Die diesbezüglich
e
Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit werde auf 10
%
geschätzt. Eine Einschränkung der zeitlichen Zumutbarkeit in der bisherigen Tätigkeit lasse sich aus rein neuropsychologischer Sicht nicht ableiten. Für den Beschwerdeführer seien in erster Linie praktisch ausgerichtete Tätigkeiten mit geringen Anforderungen an höhere Sprachleistungen geeignet.
Der neurologische Gutachter erhob die unfallbedingten Diagnosen (1) Läsion des
N.
ophthalmicus
und partielle Läsion des
N.
maxillaris
nach Gesichtsschädel- und Weichteilverletzungen rechts, (2) partielle Läsion einzelner
Hautä
ste
des
N.
peronaeus
commu
nis
/
N.
peronaeus
superficialis
links, (3) Status nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma am 2
9.
Juni 201
2.
Hinsichtlich der Diagnose 1 schätzte er den unfallbedingten Integritätsschaden auf 10
%
ein. Hinsichtlich der Diagnose 2
führte
der Gutachter
aus, aufgrund der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer bereits ein Integritätsschaden von 7,5
%
wegen der Sprunggelenksverletzung zugesprochen worden sei, sei aus neurologischer Sicht auch angesichts der Geringfügigkeit der Störung kein zusätzlicher Integritätsschaden zuzumessen. Unzweifelhaft habe der Beschwerdeführer am 2
9.
Juni 2012 ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, das initial als leicht klassifiziert worden sei. Gemäss neuro
radiologischer Beurteilung fänden sich zwei kleine
Hämosiderinablagerungen
im Gehirn, welche auf das besagte Unfallereignis bezogen worden seien. Damit müsse man mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine morpholog
isch fass
bare Schädigung des Ge
hi
r
ns durch das Unfallereignis ausgehen. Allerdings liessen Lage und Grösse der kleinen Läsionen nicht annehmen, dass sie eine besondere klinische Relevanz hätten. Auch liessen sich die vom
Beschwerdeführer
angegebenen neuropsychologischen Einschränkungen bei der aktuellen Explora
tion und Untersuchung klinisch nicht fassen.
In der integrativen Gesamtbeurteilung
wurde, teils
zu den einzelnen Fragen
,
ausgeführt, die vom
Beschwerdeführer
geklagten subjektiven kognitiven
Einschränkungen seien als im Vordergrund stehend zu bewerten.
Die
geschilder
ten Nervenverletzungen im Bereich der rechten Gesichtsseite und des linken Beines hätten keine relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
zur Folge. Dies gälte sowohl im Hinblick auf seine f
rühere Tätigkeit als auch eine
Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
. Auf psychiatrischem und neuropsychologischem Fachgebiet hätte
n
keine relevanten unfallbedingten Störungen erfasst werden können.
4.7
Dieser Beurteilung liess der Beschwerdeführer durch die Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 2
4.
Oktober 2017 widersprechen (
Urk.
11/525 S. 12 ff.).
Zusam
menfassend führte
Dr.
F._
aus, die zweite neuropsychologische Beurteilung von
Dr.
H._
sei
vor d
en bildgebenden Befunden vom 3.
Februar 2015, wo zwei kleine, auf den Unfall zurückzuführende
Hämosiderin
-Ablageru
ngen erkannt worden seien, abgegeb
en worden.
Zum eklatant diskrepanten neuropsy
chologischen Gutachten müsse
Dr.
H._
Stellung nehmen.
Er sei mit der Beurteilung von
Dr.
P._
nicht einverstanden, wonach
es
auch Hirnkon
tusionsverletzungen
gebe
, die sich zwar radiologisch nachweisen liessen, aber nicht zu einer initialen längeren Bewusstseinsstörung fü
hren würden
.
Der Neurologe habe die beim Beschwerdeführer aufgetretene Amnesie nicht ausrei
chend gewürdigt.
Ferner seien bei Lokalisation im Hirnstamm auch kleine Blutungen relevant, angesichts der neuronalen Dichte in diesem kleinen Gebiet, mit der höheren Wahrscheinlichkeit der ischämischen Schädigung
der Umgebung durch
vasculäre
Mik
roläsionen
.
Entgegen dem Gutachter, habe er
(
Dr.
F._
)
sowohl anlässlich der aktuellen (
3.
Oktober 201
7
) wie auch schon der ersten Untersuchung am 2
8.
Juni 2013 eine motorische Störung im Sinne einer Parese vor allem für
Eversion
des linken Fusses festgestellt, was eine Integritätsentschä
digung von bis
zu 10
%
rechtfertige.
Hinsichtlich des Schwindels sei eine voll
ständige
otoneurologische
Untersuchung notwendig. Zusätzlich sei eine
ophtal
mologische
Untersuchung mit Gesichtsfeldmessung zu veranlassen mit der Frage nach einer inferioren
Quadrantenanopsie
links (entsprechend der Läsion im
Cuneus
rechts).
4.8
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
nahm
Dr.
M._
zu diesen Einwänden Stellung (
Urk.
11/552). Er führte in seiner neurologischen Beurteilung vom
5.
November 2018 aus,
Dr.
F._
erkläre nicht, warum der Beschwerdeführer eine Hypofunktion der sprachdominanten linken Hemisphäre bei dem Unfall
ereignis erlitten haben sollte, was nun wiederum eine sekundäre Verschlechte
rung der neuropsychologischen Leistungen begründen könnte. Grundsätzlich sei anzumerken, dass der Beschwerdeführer als Rechtshänder am ehesten (wie auch
Dr.
H._
annehme) die sprachassoziierten Zentren im Bereich der linken Hemisphäre aufweise, nämlich parietal links mit den bekannten Sprachzentren
(Wernicke/
Brocca
). In diesen Arealen sei hingegen gar keine strukturelle Verletzung nachgewiesen worden. Die am ehesten unfallkausal zu attribuieren
den Mikroblutungen seien am
pontomesenzephalen
Übergang rechts sowie im Bereich
okzipitopolar
rechts. Diese Läsionen seien nach dem heutigen Kenntnis
stand der Neurowiss
en
schaften kaum geeignet, überhaupt eine relevante Funktionsstörung hervorzurufen, geschweige denn, eine sprachliche Beeinträch
tigung zu verursachen. Dies aufgrund der nicht erklärenden Lage sowie der äusserst geringen Ausprägung dieser Mikroblutung. Das Ausmass einer Netz
werkstörung werde durch diese beiden noch dazu weit voneinander entfernt liegenden kleinsten Blutungen nicht erreicht (
Urk.
11/552 S. 10).
Zum Aspekt der posttraumatischen Amnesie führte
Dr.
M._
aus, die Erfassung einer post
traumatischen Verwirrtheit, Desorientierung oder längeren Bewusstlosigkeit (welche beim Bewertungsschema des Glasgow
Coma
Score [= GCS] erhoben wür
den) ergäben mögliche Hinweise auf eine strukturelle Hirnverletzung, welche dann bildgebend entweder im CCT oder MRI des Kopfes nachgewiesen werden müssten. Keinesfalls jedoch komme einer Erhebung der Amnesie quasi ein Wert an sich in der Langzeitbeurteilung des Verlaufes nach Schädelhirntraumata zu. Diese Auffassung widerspiegle sich auch in der Leitlinie zur Beurteilung von gedeckten Schädelhirntraumata der AWMF wieder
(
S. 11). Die geklagten Schwin
delbeschwerden, welche anlässlich der initialen Rehabilitationsbehandlung als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel mit den klinischen Zeichen eines Drehschwindels, auslösbaren
Nystagmen
usw.
beurteilt worden seien, würden wohl bestanden haben. Anlässlich der gutachterlichen Untersuchung habe
Dr.
P._
umfänglich die diesbezüglichen und beweisenden Lage- und Lagerungsproben durchgeführt, welche keinerlei Zeichen einer persistierenden
verstibulären
Störung oder
Canalolithiasis
oder eines zentral
verstibulären
Schwindels mit vertikalen
Nystagmen
aufgezeigt hätten. Eine neuerliche
otoneurologische
Untersuchung würde hier keine weiteren Aspekte bezüglich einer Unfallkausalität von subjektiv wahrgenommenen Schwindelsensationen aufdecken können. Die oben beschriebenen Mikroblutungen seien jedenfalls nicht geeignet, über Jahre anhaltende und klinisch heute noch relevante Schwindelbe
schwerden (bei Fehlen typischer klinischer Zeichen, wie beispielsweise Nysta
gmus) zu begründen (
S. 12). Wenn der neuropsychologische Gutachter
die sprachlichen Beeinträchtigungen als nicht unfallkausal beurteilt, sondern als vor
bestehendes Entwicklungsproblem klassifiziert habe, trotz angeblich bislang nie aufgefallenen Minderleistungen in der Schul- und Berufstätigkeit, so sei festzu
halten, dass eine differenzierte, sprachorientierte, neuropsychologische Testung beim Beschwerdeführer niemals zuvor durchgeführt worden sei. Es bestünde
daher die Möglichkeit,
dass
schlechte oder mittelmässige Leistungen in sprachli
chen Fächern durch praktische Fähigkeiten oder in naturwissenschaftlichen Fächern
ausgeglichen worden seien
. Ferner spreche die über viele Jahre ausgeübte Tätigkeit des Beschwerdeführers als Vorarbeiter und Arbeiter im
Abbruchgeschäft diesem
Aspekt überhaupt nicht entgegen. Schliesslich habe sich eine strukturelle Verletzung der linken Hemisphäre nicht nachweisen lassen. Daher überzeuge der Einwand, die Symptome der sprachassoziierten Minderleistungen seien erstmals mit 54 Jahren aufgetreten, nicht. Hingegen seien gerade die Ausführungen von
Dr.
O._
zu diesem Aspekt überzeugend, wonach der grosse Kontrast zwischen den nichtsprachlich orientierten neuropsychologischen Leistungen und den sprachlich orientierten Leistungen erheblich sei und vom Muster her nicht auf eine isolierte unfallbedingte Läsion bei Abwesenheit einer sogenannten
aphasischen
Störung (diese dann durch eine direkte oder indirekte Schädigung der
linkscerebralen
Sprachzentren, was ja hier nicht vorliege) hinweise (S. 1
2.
f.). Zu den Einwendungen von
Dr.
F._
bezüglich der Residualbeschwerden im Bereich der linken unteren Extremität sei auf die kreisärztlichen Bericht
e (vgl. nachfolgend E. 6.
)
zu verweisen
, wo genau auf die residualen Einschränkungen einschliesslich der Minderbeweglichkeit eingegangen worden sei. Im Übrigen seien die Ausführungen von
Dr.
F._
diesbezüglich fachfremd (S. 13). Zusam
menfassend kam
Dr.
M._
zum Schluss, dass auf die gutachterlichen Beur
teilungen vollumfänglich abgestellt werden könne.
4.9
Diesen Ausführungen liess der Beschwerdeführer durch die Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 1
0.
Dezember 2018 (
Urk.
7) folgendes entgegnen:
Der Amnesie komme in der Beurteilung von MTBI (Mild
Traumatic
Brain
Injuries
) und TBI gegenüber der Bewusstlosigkeit Stellenwert zu, was seinen Niederschlag in aktuellen Publikationen finde. Die dort vertretene Hypothese sei, dass ein funktionel
ler Unterbruch im inneren Netzwerk des Gehirns stattfinden würde. Die unter
suchten Patienten mit posttraumatischer Amnesie zeigten Störungen der Infor
mationsverarbeitung hinsichtlich Geschwindigkeit und im räumlichen Gedächt
nis, aber auch abnormale funktionale Verbindungen zwischen
Gyrus
parahippocampalis
und dem hinteren
Cingulum
Cortex. D
ie Hypofunktion der sp
r
achdominanten linken Hemisphäre sei eine Schlussfolgerung der neuropsy
chologischen Untersuchung von
Dr.
H._
. Trotz des grossen Fortschritts der Bildgebung könnten auch heute noch nicht die morphologischen bildgebenden Korrelate für die neuropsychologischen Befunde klar abgebildet werden. Bei den Mikroblutungen im Pons handle es sich nicht um zwei winzige Pünktchen, son
dern um (eine) diffuse
axonale
Verletzung, welche über die Verletzungsregion hinausgehe
. Mit den bildgebenden Methoden könnten die Läsionen nicht oder
(nur)
zum Teil sichtbar gemacht werden. Aus der Grösse könne keine klare Aus
sage über die Störung im Netzwerk gemacht werden. Klinisch habe der Beschwer
deführer Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Die Amnesie zu erfragen sei unabdingbarer Bestandteil der neurologischen Untersuchung. Ohne solche
Erhebungen
sei die Beurteilung nicht brauchbar. Die Schwindelbeschwerden seien nicht genügend abgeklärt, da der aktenkundige Bericht von
Dr.
R._
(NHO-Arzt)
unvollständig sei. Es sei eine
otoneurologische
Untersuchung und korrekte Zuordnung des Schwindels notwendig. Das sprachliche Defizit sei angesichts der differenzierten Sprache und des beruflichen Werdeganges des Beschwerdeführers zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von untergeordneter Bedeutung.
Auf die relevanten motorischen Funktionen werde im Neurostatus von
Dr.
P._
nicht eingegangen. Der gestörte Gang vom linken Fuss sei auch in früheren Akten dokumentiert worden.
5.
5.1
Der beim Gutachten mitwirkende Neuropsychologe begründete einlässlich, wes
halb er die Befunde von leichten bis mittelschweren Beeinträchtigungen von höheren sprachassoziierten Leistungen als vorbestehend und nicht
als Folge
des Unfalles vom Juni 2012 oder um Begleiterscheinungen einer Depression betrach
tete (
Urk.
11/512 S. 11 ff.).
Darauf deute einerseits
die Art
der sprachassoziierten Einschränkungen hin: Beim Wortschatz, beim allgemeinen semantischen Welt
wissen und beim sprachassoziierten Denken handle es sic
h um im Lebensverlauf erworbene
Fertigkeiten, welche gegenüber einer später erworbenen Hirnver
letzung sehr robust seien, wenn es nicht gerade zu einer Sprachstörung in Form einer Aphasie gekommen sei. Eine solche sei beim Beschwerdeführer nicht vor
handen.
Andererseits
habe der Beschwerdeführer bei den zur Verfügung stehen
den Informationen keine Hirnverletzung erlitten, welche seine kognitiven Funk
tionsbeeinträchtigungen erklären könnten. Die anlässlich der MRI-Untersuchung vom
3.
Februar 2015 beschriebene kleine alte Mikroblutung von 2,6mm Grösse im
pontomesencephalen
Übergang paramedian rechts sowie die punktförmige alte Mikroblutung
occipitopolar
im
Cuneus
seien aufgrund deren Lage und Grösse nicht geeignet, die kognitiven Funktionsstörungen erkl
ären zu können. Bei sprachassoz
iierten Beei
n
trächtigungen wäre eine linksseitige Hirnverletzung in der sprachdominanten Hemisphäre zu erwarten, die beschriebenen Verletzungen seien aber beide rechtshemisphärisch. Zudem wäre weder bei der Verletzung im
pontomesencephalen
Übergang noch im
Cuneus
rechts mit einer Beeinträchti
gung von höheren Funktionen zu rechnen.
Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und konkludent. Sowohl der gutachter
liche Neurologe wie auch der Versicherungsmediziner
Dr.
M._
(E. 4.8
)
konnten sich aus neurologischer Sicht dieser Beurteilung
mit eigenen, überzeu
genden Argumenten
anschliessen. Ferner konnte auch die
Neurologin
Dr.
L._
die kognitiven Einschränkungen keiner organischen Unfallfolge zuordnen, sondern vermutete vorwiegend einen posttraumatisch-r
eaktiven Hintergrund (vgl. E. 4.5
). Die von
Dr.
H._
erhobenen verhaltensneurologi
schen/neuropsychologischen Untersuchungen stehen
zu dieser Beurteilung
keinesfalls in eklatantem Widerspruch
(E. 4.3)
. Sie schildert
e
ein ähnliches Befundmuster, nach Feststellung des neuropsychologischen Gutachters in etwas stärkerem Ausmass, wobei
ihm
ma
ngels spezifischer Angaben kein
genauer Ver
gleich möglich war (
Urk.
11/512 S. 12). Dass
Dr.
H._
ihre Befunde vorwie
gend auf die damals von ihr festgestellten klinischen Zeichen einer Depression zurückführte, ist
ohne Belang.
Dies umso weniger
,
als
nach Beurteilung des psy
chiatrischen Gutachters die depressive Symptomatik im Zeitpunkt seiner Explo
ration nicht mehr zu erheben war (
Urk.
11/51
1
), weshalb
offen
bleiben
kann
, ob die depressive Störung dannzumal den Unfallfolgen oder den psychosozialen Umständen (Zukunftsängste, Krebserkrankung seines Sohnes
, etc.
) zuzuordnen war.
Jedenfalls schloss
Dr.
H._
einen direkten Zusammenhang
der von ihr erhobenen Befunde
zum erlittenen leichten Schädel-Hirn-Trauma am 2
9.
Juni 2012 ebenfalls aus
(vgl. E. 4.3)
. Dass die vorwiegend sprachassoziierten Leis
tungsbeeinträchtigung
en
angeblich weder im schulischen noch im beruflichen Alltag symptomatisch waren, mag sein,
hieraus drängt sich jedoch die Annahme einer Unfallkausalität keinesfalls auf. Dies
lässt sich
ohne
W
eiteres mit den
vom Beschwerdeführer bislang ausgeübte
n Tätigkeiten in Einkla
ng bringen, zumal aus
der Entwicklungsstörung gemäss
gutachterlicher Sicht lediglich eine 10%i
ge Leistungseinbusse resultiert.
Hierzu kann
im Übrigen
auf die schlüssigen Ausführun
gen von
Dr.
M._
(E. 4.8
) verwiesen werden. Ausserdem scheint auch
Dr.
F._
den Symptomen wenig Einfluss auf die Arbeit
sfä
higkeit bei
zumessen (v
gl. E. 4.9
). Soweit er aufgrund der
behaupteten
retrograden Amnesie auf ein
folgenträchtiges
Schädel
-H
irn
-T
rauma schliessen lassen will, ist auf seine wider
sprüchlichen Aussagen hinzuweisen. A
nlässlich seines
ersten
Konsiliums
am
2
8.
Juni 2013 (
Urk.
11/169) führte er nach
genauer Befragung bezüglich Amn
esie aus, dass wegen
der
erfolgten Narkosen die reine Zeit der Amnesie nach dem Unfallereignis nicht mit Sicherheit bestimmt werden könne (S. 2). Von der Diagnose einer Commotio Cerebri wich
Dr.
F._
jedenfalls
nicht ab. Hinsichtlich s
eine
r
gestützt auf die neuere Literatur vorgebrachten Vermutungen zur Bedeu
tung der Amnesie
für Störungen in der Informationsverarbeitung und im räum
lichen Gedächtnis
kann auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen
werden (
Urk.
10 S. 13 Ziffer 34.5), denen das Gericht nichts hinzuzufügen hat.
Die
Einwände
von
Dr.
F._
vermögen die begründeten Schlussfolgerungen der Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen, umso
weniger
, als sämtliche anderen kon
siliarisch beteiligten Neurologen und Neuropsychologen eine direkte traumati
sche Ursache der befundenen sprachassoziierten Störungen als unwahrscheinlich erachteten. Dies gilt auch für die geklagten
kognitiven
Beeinträchtigung
en wie Gedächtnisverlust und
Konzentrationsstörungen, die im Übrigen weder vom Neuropsychologen noch vom Neurologen
(
Urk.
11/513 S. 23)
b
eobachtet werden konnten.
Lic
. phil.
O._
fand in den nonverbalen Aufgabenstellungen normge
mässe bis überdurchschnittliche Auf
m
erksamkeits- und Konzentrationsleistun
gen und das Lernen von visuell-räumlichen Informationen war gut normgemäss (
Urk.
11/512 S. 9 f.). Der psychiatrische Gutachter
Dr.
Q._
konnte
eben
falls
keine Merk- und Konzentrationsstörungen feststellen. Hierbei verwies er auch auf den Umstand, dass es dem Beschwerdeführer ein halbes Jahr nach dem Unfall gelang, die theoretische und wenig später auch die praktische Fahrprüfung inklu
sive Anhängerprüfung abzulegen,
was unzweifelhaft eine gute Konzentra
tionsfähigkeit
er
fordere. Ferner sei
der Beschwerdeführer
vor der psychiatrischen Explora
tion frühmorgens mit dem Flugzeu
g aus Frankreich angereist und die Strecke vom Flughafen Basel nach Bern mit dem Mietau
to gefahren. W
ährend der 2
3
/
4
-s
tündigen
Exploration seien klinisch weder eine Merkfähigkeits- noch eine Konzentrationsstörung aufgefallen
(
Urk.
11/511 S. 23)
. Wa
s den geklagten
Schwindel betrifft, so ist vorab darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der gutachterlichen Exploration solche Beschwerden als nicht m
ehr vorhanden (
Urk.
11/511 S. 15
) oder auf
explizite
Nachfrage hin als ab und zu, etwa drei bis vie
rmal pro Monat über 3-4 Minuten
vork
ommend erwähnte (
Urk.
11/513 S. 12), weshalb ihnen zum vornherein keine Relevanz für die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit, jedenfalls im qualitativ umschriebenen Anforderungs
profi
l (vgl. hierzu nachfolgende E. 6
),
zukommen
kann und unklar bleibt, was der Beschwerdeführer sich von weit
eren Abklärungen hierzu erhofft.
Abgesehen davon erfolgten
diesbezüglich bereits den Klagen entsprechend
e
Untersuchungen und Therapien
:
Anlässlich des in der Rehaklinik
B._
durchgeführten neuro
logischen Konsiliums durch
Dr.
C._
vom
8.
August 2012 wurde
der bei schnellen Kopfbewegungen
auftretende
Schwindel als benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel betrachtet und im weiteren Verlauf ein Schwindel-Gleichge
wichtstraining empfohlen (
Urk.
11/67 S. 2).
So berichtete der Beschwerdeführer beim Besuch
am
2
4.
September
2012, der Schwindel sei grösstenteils verschwun
den
, wobei er weiterhin die ihm mitgegebenen Übungen machen solle
(
Urk.
11/64). Anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
F._
am 2
8.
Juni 2013 gab der Beschwerdeführer an, er habe nur bei geschlossenen Augen Schwindel, sonst
weder beim Einschlafen noch beim Laufen (
Urk.
11/169 S. 2).
Schliesslich
konnte
der neurologische Gutachter anlässlich seiner Exploration am 3
1.
August 2016 keine Schwindels
ensationen auslösen (
Urk.
11/513
S. 17
) und hielt er in seiner Beurteilung fest, dass bei einem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel häufig mit einer Heilung gerechnet werden könne und seine klinischen Abklä
rungen ohne relevante pathologische Befunde
geblieben seien
. Damit bleibe fest
zuhalten, dass seiner Einschätzung nach die Häufigkeit und Dauer der Schwin
delattacken, die naturgemäss im Subjektiven blieben, kein versicherungsmedizi
nisch relevantes Ausmass annehmen würden und sich darüber hinaus auch nicht in der neurologischen Untersuchung fassen liessen. Damit bestehe diesbezüglich kein versicherungsmedizinisch relevanter Schaden bezogen auf das Unfallereig
nis vom 2
9.
Juni 2012 (
Urk.
11/513 S. 24 f.). Diese Ausführungen überzeugen.
5.2
Nach dem Gesagten erweist sich das neurologische/
neuropsycholo
-
gische/psychiatrische Gutachten vom 1
4.
Juni 2017 als in allen Teilen nachvoll
ziehbar begründet
und genügt den Anforderungen an eine medizinische Beur
teilungs
grundlage vollumfänglich (E. 2.4
). Von weiteren medizinischen Abklä
rungen zur Unfallkausalität der geklagten Beschwerden sind keine anderslauten
den und
/oder
weitere
n
entscheidrelevante
n
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. statt vieler: BGE 144 II 427 E. 3.1.3 S. 435 mit Hinweisen).
Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass es nicht Sache der Unfallversicherung ist, die Ursachen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nachzuweisen oder den negativen Beweis zu erbringen und hierfür weitere Abklärungen zu tätigen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2018 vom 2
8.
Februar 2019, E. 4.2).
5.3
Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfal
les vom 2
9.
Juni 2012 an den von
Dr.
P._
festgestellten Nervenverletzungen im Bereich der rechten Gesichtsseite und des linken Beines leidet
, welche keiner Behandlung mehr zugänglich sind (
Urk.
11/509 S. 5),
die
neuropsychologisch fassbare Beeinträchtigung nicht als unfallkausal nachgewiesen
ist
und weitere die Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigende Unfallfolgen nicht oder
jedenfalls
nicht mehr bestehen. Zu prü
fen bleiben die Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
6.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erachte
te
n die Gutachter keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit für gegeben (
Urk.
11/509 S. 5). Dies vermag angesichts der verbliebenen Beschwerden am OSG links
mit entschädigungspflichtigem Integri
tätsschaden
hinsichtlich seiner früher ausgeübten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter
für Abbrucharbeiten nicht zu überzeugen.
Bereits im Austrittsbericht
der Rehakli
nik
B._
vom 26.
September 2013 (
Urk.
11/191) wird ausgeführt, die Anfor
derungen an eine Tätigkeit als Bauarbeiter in einer Abbruchfirma
seien
zu hoch und dieser Beruf
sei nicht mehr zumutbar
. Hingegen seien andere berufliche Tätigkeiten, dannzumal infolge der noch inkompletten Konsolidation der distalen
Tibiafraktur
nur sehr leichte Arbeiten
,
ganztags zumutbar. Das Anforderungspro
fil wurde umschrieben mit: Wechselbelastende Tätigkeit mit einem sitzenden Anteil von 50
%
, ohne kniende, kauernde Tätigkeiten, ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Vibrationsbelastun
gen für das linke Bein. Dieser Beurteilung schloss sich
Dr.
K._
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung
aufgrund seiner eigenen Befunde
vom
5.
Dezember 2013 an, wobei
er das Anforderungsprofil insoweit präzisierender darlegte, als auch
körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien
und das häufige Treppensteigen sowie
das Verharren in Zwangspositionen (beispielsweise
Hocksitz
oder langem Knien) vermieden werden sollten. Dieses
Zumutbarkeitsprofil werde sich auch durch allfällige weitere Operationen, insbesondere die
Osteosyn
thesematerialentfernung
, kau
m mehr ändern
(Urk. 11/226 S. 7)
.
Anlässlich der Verlaufskontrolle im
A._
am
4.
Dezember 2014 berichtete der Beschwerdeführer im Bereich des
Osteosynthesematerials
am OSG links Hauptbeschwerden, weshalb die Entfer
nung des Materials Ende Januar 2015 geplant wurde. Aus Sicht der behandelnden Ärzte war der Beschwerdeführer für leichte körperliche Arbeiten, mit abwechseln
der stehender und sitzender Tätigkeit, ohne Trage
n
von schweren
Lasten, arbeits
fähig (
Urk.
11/41
1 S.
3
). Dass sich hieran während der
nachfolgenden
Zeit der neurologisch/neurologischen Abklärungen
bezüglich
einer zerebralen Schädigung etwas geändert hätte, wird weder geltend gemacht noch liegen hierfür - auch angesichts der vom Beschwerdeführer geschilderten Alltagsaktivitäten (vgl.
Urk.
11/5
11 S. 16,
Urk.
11/513 S. 13
) -
Anhaltspunkte vor
.
Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Bauhilfsarbei
ter nicht mehr, in jeder anderen, dem umschriebenen Zumutbarkeitsprofil ent
sprechenden Tätigkeit jedoch ganztags
arbeits
fähig ist. Soweit die Beschwerde
gegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
10) gestützt auf das Gutachten auch in der angestammten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter von einer vollen Arbeitsfähig
keit auszugehen scheint, ist ihr daher nicht zu folgen.
7
.
7.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
7.2
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (RKUV 1993 NR. U
168 S. 97). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn auszugehen ist, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S.
224).
7.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht.
Hat
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entwe
der Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Doku
mentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V
592 E. 2.3 mit Hinweis).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächl
ich existierender Arbeitsplätze, die - im Gegensatz zu den Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik - auf die Region, die körperliche Belastung und die zumutbare Tätigkeit abstellen.
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stüt
zen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe
(BGE 129 V 472
E. 4.2.2 S. 480 f.)
. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt wer
den, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder leistungsmässige Redukti
onen medizinisch begründet sind
(BGE 139 V 592 E. 7.3 mit Hinweis).
7.4
Die Beschwerdegegnerin
berechnete die Invalidität auf der zeitlichen Basis 2014 anhand eines
Valideneinkommens
von
Fr.
73'912.-- und
(verfügungsweise)
eines In
v
alidenlohns von
Fr.
61'568.-- (vgl.
Urk.
11/533 S. 4,
Urk.
11/392). Hinsichtlich des
Validenlohnes
stützte sie sich auf die bei den ehemaligen Arbeitgebern 2014 (Baudirektion; vgl. Angaben der Arb
eitgeberin
Urk.
11/380
bzw.
Urk.
11
/
13
Firma
Z._
) effektiv erzielten Erwerbseinkommen und rechnete
letztere
entsprechend der Nominallohnentwicklung 2013 und 2014 auf den Stand im Zeitpunkt des Rentenbeginns hoch.
Hinsichtlich des mutmasslichen
Inv
alideneinkommens stützte sie sich unter Berücksichtigung des kreisärztlich umschriebenen Anforde
rungsprofils (
Urk.
11/226,
Urk.
11/319) auf den
durchschnittlichen Lohn
von fünf DAP
, wobei sie
die Auswahl infolge teilweise nicht zumutbarem Profil
im
Ein
spracheverfahren
anpasste (
Urk.
11/553),
und
ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 62'758.60
berechnete. Aus der Gegenüberstellung errechnete sich ein Invaliditätsgrad von 16,7
%
(Verfügung vom 1
9.
Januar 2018)
bzw. 15,09
%
(
Urk.
2 S. 8).
7.5
Der Beschwerdeführer wendet
e
hiergegen einerseits ein, dass
die im
Einsprache
verfahren
ausgewählten DAP-Arbeitsplätze
nicht herangezogen werden könn
t
en, weil Knie und Fuss links auch beim Hantieren mit leichten Gewichten und bei häufigem Sitzen überbeansprucht würden und der Schmerzpegel innert kurzer Zeit derart hoch werde, dass eine Arbeitsniederlegung erfolgen müsse (
Urk.
1 S.
22 Ziffer 72
)
. Ferner sei er auch gemäss dem von ihm kritisierten Gutachten zu 10
%
eingeschränkt. Diesem Umstand sei Rechnung zu tragen, indem
vom Durch
schnitt des
Lohnminimums auszugehen sei (
Urk.
1 S. 22 Ziffer 73).
7.6
Eine dem in Erwägung 6 umschriebene
n
Anforderungsprofil entsprechende Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer
medizinisch-theoretisch
ganztags zu einem vollen Pensum zumutbar. Die Notwendigkeit einer Arbeitsniederlegung bereits nach kurzer Zeit
in
sitzender Tätigkeit ist nicht ausgewiesen.
Die Beschwerdegeg
nerin weist die zumutbaren Arbeitsplätze aufgrund von fünf DAP (Nr. 737912
[Angestellter Ersatzteil- und Komponentenmontage], Nr. 10717 [Verpacker], Nr.
11305 [Montagearbeiter],
Fr.
8321 [Produktionsmitarbeiter] und Nr. 4251 [Metallbearbeiter]) nach
(
Urk.
11/553)
. Diese Tätigkeiten sind vom Anforderungs
profil her allesamt angepasst, insbesond
ere sind die zu hantierenden Gew
ichte sehr leicht (4 DAP) oder leicht (1 DAP), die Arbeitsposition kann gewählt werden und das Einschalten von Pausen ist mit Blick auf den Arbeitsablauf mit Aus
nahme eines Arbeitsplatzes (Nr. 10433343) möglich, wobei letzteres hinsichtlich der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht erforderlich wäre. Die Beschwerdegegnerin gibt sodann eine Gesamtzahl von 183
DAP an,
wobei
der Minimallohn
Fr.
48'300.-- (
1.
Dezil
), der Maximallohn Fr. 89'284.-- (
9.
Dezil
) und der Durchschnitt aller Löhne
Fr.
63'809.-- beträgt. Die von der Rechtsprechung vorausgesetzten Anforderungen (vgl.
Erw
. 7.3) für eine auf die DAP dokumen
tierte Verdienstmöglichkeit gestützte Invaliditätsbemessung sind demnach erfüllt. Weder die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers noch seine berufliche Erfahrung sprechen dafür, dass auf
den durchschnittlichen Mi
nimal
l
ohn abzustellen wäre. Soweit sich der Beschwerdeführer
auf
eine 10%ige Ein
schränkung berufen will, ist darauf hinzuweisen, dass eine solche gemäss gut
achterlichen Feststellungen
nicht unfallkausal ist (vgl. u.a.
Erw
. 5.1). Wenn die Beschwerdegegnerin zur Bemessung des Invalidenlohnes daher auf den Durch
schnittslohn aller fünf ausgewählten DAP abstellt, wobei sie auf die geringfügige Korrektur des verfügungsweise errechneten Invaliditätsgrades verzichtete, so ist dies nicht zu beanstanden.
8.
Strittig und zu prüfen ist schliesslich die Festsetzung des Integritätsschadens.
8.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen
mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
8.2
8.2.1
Dr.
K._
beurteilte den Integritätsschaden am 2
4.
Oktober 2014 gestützt auf die Aktenlage
sowie
seine eigenen Erhebungen
vom
5.
Dezember 2013 (
Urk.
11/226)
und
führte aus (
Urk.
11/398): Objektiv finde sich eine muskuläre Hypotrophie der linken unteren Extremität, verstrichene OSG Konturen mit verstärktem
Rückfuss
valgus
linksseitig und eingeschränkter Sprunggelenksbeweglichkeit. Die funktionelle
n
Einschränkungen ergäben sich lediglich noch durch die Verletzung im
Sprunggelenksbereich linksseitig, bei allen anderen Verletzungen fänden sich keine funktionellen Einschränkungen. Gemäss Feinrastert
abelle 2.2 ergebe ein im rechten
Winkel versteiftes Sprunggelenk eine
Intergritätsentschädigung
von 15
%
, gemäss Feinrastertabelle 5.2 eine OSG-Arthrose mässigen Ausmasses eine Integritätsentschädigung von 5-15%. Die ak
tuellen Röntgenaufnahmen vom 8.
Oktober 2014 zeigten keine wesentlichen
arthrotischen
Veränderungen im Sprunggelenksbereich und seien höchstens mässig ausgeprägt. Bei diesen bildge
bend dargestellten Veränderungen, bei denen mittel- bis langfristig noch eine Zunahme zu erwarten sei, in Kombination mit der Bewegungseinschränkung im Sprunggelenk erschienen somit 7,5
%
gerechtfertigt. Bei massiver Zunahme all
fälliger
arthrotischer
Veränderungen wäre eine Neuevaluation notwendig.
8.2.2
Die Gutachter hielten in ihrer Gesamtbeurteilung zur Frage des Integritätsscha
dens fest, dass auf psychiatrischem und neuropsychologischem Fachgebiet keine relevante unfallbedingte Störung habe erfasst werden können.
Neben dem bereits zugesprochenen Integritätsschaden von 7,5
%
bezogen auf die
Sprunggelenks
verletzung
links
sei
auf neurologischem Fachgebiet
wegen Gefühlstörungen der rechten Gesichtsseite
noch ein Schaden von 10
%
hinzu
gekommen
(
Urk.
11/509 S. 5 f.). Im neurologischen Teilgutachten wird zum Integritätsschaden ausgeführt,
hinsichtlich des
sensiblen Defizits im Bereich der rechten Gesichtsseite deute der aktuelle Untersuchungsbefund auf eine Läsion des
N.
ophthalmi
cus
hin, daneben auch der obere
Anteil des
N.
maxillaris
. Die in den Akten erwähnten bzw. doku
mentierten Verletzungen seien gut geeignet, eine dauerhafte Schädigung oder Teilschädigung der erwähnten Nerven zu verursachen. Der Beschwerdeführer habe angegeben, noch ein Restempfinden in diesen Arealen zu haben. Er habe auch die elektrische Stimulation bei der Untersuchung des
Orbicularis
-
oculi
-Reflexes auf dieser Seite spüren können
.
D
arüber hinaus sei diese Untersuchung ohne relevanten pathologischen Befund geblieben, sodass man davon ausgehen könne, dass ein gewisser Anteil der entsprechenden afferenten sensiblen Fasern des
N.
ophthalmicus
erhalten geblieben sei. Gemäss der Suva-Tabelle 17 liege ein erheblicher Integritätsschaden im Bereich dieser Nerven (Hirnnerven) nur dann vor, wenn deren Ausfall augenfällig oder stark beeinträchtigen
d
wirken würde. Eine Schädigung des
N.
o
p
hthalmicus
werde mit 5
%
gewertet, eine Schädigung
des
N.
maxillaris
mit 10
%
. Klinisch sei, folge man den Angaben des Beschwer
deführers,
der
N.
maxillaris
aber «nur» allenfalls in der Hälfte seines Versorgungs
gebietes im kranialen Anteil betroffen, sodass man daran angepasst einen Integritätsschaden von 5
%
annehmen könne. Die vom Beschwerdeführer geschilder
ten
attackenartigen
Schmerzen im Bereich des rechten Auges liessen sich in diesem Kontext nur begrenzt nachvollziehen, insbesondere auch die Wahrneh
mung einer
Augapfelverhärtung
. Die Attacken würden
2-3 mal
pro Woche auf
treten, eine medikamentöse Therapie sei bisher nicht erforderlich gewesen. Zusammenfassend schätze er den unfallbedingten Integritätsschaden bezogen auf eine Schädigung des
N.
ophthalmicus
sowie Anteil des
N.
maxillaris
nebst sonst nicht näher einzuordnenden Schmerzen in diesem Bereich, insbesondere des rechten Augapfels, auf 10
%
ein.
D
ie Gefühlsstörungen im linken Unterschenkel seien unfallkausal und im Bereich des
ventrolateralen
distalen Unterschenkels lokalisiert, wobei es sich hier um einzelne
Haut
äste
handle
, die entweder aus dem
N.
perona
eus
communis
stamm
ten oder aber aus dessen Ast, dem
N.
peronaeus
superfizialis
, obwohl eine ent
sprechende elektroneurografische Ableitung aus diesem Bereich keine relevante Schädigung habe erfassen lassen. Eine Ableitung einzelner
Hautäste
sei aber tech
nisch nicht möglich. Gemäss der Suva-Tabelle 2 sei bei einer Lähmung des
N.
peronaeus
ein Integritätsschaden von 10
%
anzunehmen. Der
N.
peronaeus
habe
wesentliche motorische Funktionen, insbesondere bei der Hebung des Fusses, daneben auch bei der Bewegung des äusseren Fussrandes nach aussen. Diese seien von besonderer funktioneller
Bedeutung
und damit
von
Alltagsrele
vanz. Hingegen hätten Gefühlsstörungen im Versorgungsgebiet des Nervs kaum Alltagsrelevanz. In einem neurologischen Vorbefund seien nebst der sensiblen Störung auch eine leichte motorische Störung dokumentiert, die sich aber in der aktuellen Untersuchung nicht (mehr)
hätten
nachweisen lasse
n
. Damit bestehe aktuell lediglich eine unvollständige Teilschädigung der sensiblen Hautversor
gung im Bereich eines kleinen Areals des gesamten Versorgungsgebiets des
N.
peronaeus
links. Aus diesen Gründen und auch aufgrund der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer bereits ein Integritätsschaden von 7,5
%
wegen der Sprunggelenksverletzung zugesprochen worden sei, sei aus seiner Sicht kein zu
sätzlich versicherungsmedizinisch relevanter Schaden erkennbar, der eine spezi
elle zusätzliche Integritätsschädigung darüber hinaus bedinge
(
Urk.
11/513
S
.
24
ff.).
8.2.3
Dr.
F._
führte zu
Händen des Rechtsvertreters am 2
4.
Oktober 2017 (
Urk.
11/525 S. 16) aus, er sei nicht einverstanden mit der Beurteilung der moto
rischen Läsion des
N.
peronaeus
links. Der Gutachter finde keine motorische Störung,
er (
Dr.
F._
)
hingegen
habe sowohl bei s
einer jetzigen Untersuchung
als auch bei der früheren Untersuchung eine Parese vor allem für
Eversion
vom linken Fuss festgestellt. Bei persistierender
Eversionsparese
des linken Fusses sei eine Integritätsentschädigung von bis 10
%
gerechtfertigt. Die Beurteilung der Integritätsentschädigung für den
N.
maxillaris
rechts mit 5
%
sei mit der Begrün
dung gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers nicht haltbar. Für die Bemessung des Integritätsschadens hinsichtlich des Schwindels sei eine vollstän
dige
otoneurologische
Untersuchung notwendig.
8.
3
Der Beschwerdeführer wendet
e
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
F._
vom 2
4.
Ok
tober 2017
ein, die Entschädigung für die Schädigung des
N.
maxillaris
rechts mit 5
%
sei zu tief, korrekt wären 10
%
. Gesondert sei der Schwindel zu beurteilen und zusätzlich die
Eversionsparese
des linken Fusses mit 10
%
zu ent
schädigen. Es brauche eine pflichtgemässe Neubeurteilung der Neuropsychologie und eine
neurootologische
Beurteilung (
Urk.
1 S. 22 f. Ziffer 74).
8.4
Was die Schwindelsensation
betriff
t
so ist auf Erwägung
5.1 zu verweisen, wonach davon auszugehen ist, dass diese kein klinisch relevantes Ausmass (mehr) erreicht und daher auch hinsichtlich des zu beurteilenden Integritätsschadens keine Versicherungsleistungen zu generieren vermag
(vgl. auch
Urk.
11/513 S.
25)
. Eine
neur
o
otologische
Beurteilung ist daher nicht mehr notwendig. Der neurologische Gutachter konnte ferner keine relevante Funktionsbeeinträchti
gung des
N.
peronaeus
beobachten oder elektroneurografisch nachweisen
(
Urk.
11/513 S. 16 f.)
, was im Übrigen auch den Abklärungsergebnissen von
Dr.
L._
entspricht (E. 4.5).
Das Gangbild
war gemäss
Dr.
P._
etwas schonend, jedoch ohne pathologisches Ausmass aus neurologischer Sicht. Eine Lähmung des
N.
p
er
onaeus
liegt daher nicht vor, weshalb sich ein entschädi
gungspflichtiger Schaden von 10
%
nicht begründen lässt. Dem Bericht von
Dr.
F._
lässt sich
ebenfalls keine Lähmung, sondern höchstens eine Schwäche bei der aktiven
Eversion
des linken Fusses entnehmen, wobei
er
bei der Schilde
rung des Gangbildes den Zehen- und Fersengang - wenn auch vorsichtig und für kurze Strecken - als durchführbar schilderte
(
Urk.
11/525 S. 14)
. Damit ist nicht ausgewiesen, dass eine allenfalls vorhandene, vom Gutachter indes nicht zu verifizierende leichte neurologische Schwäche des
N.
peronaeus
zu einer zusätz
lichen, zu den für den Schaden im linken Fuss bereits gesprochenen 7,5
%
, Schädigung der Integrität führt. Der neurologische Gutachter
zog in seine Beur
teilung die nachweisbare,
unvollständige Teilschädigung des entsprechenden Areals des
N.
peronaeus
links
mit
ein, verneinte aber ein
en
über die Sprungge
lenksverletzung hinausgehende
n
bzw. zusätzliche
n
Schaden. Die Einwände vo
n
Dr.
F._
lassen an dieser Einschätzung keine Zweifel aufkommen. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer auch, soweit er die Schädigung des
N.
maxillaris
mit 10
%
bemessen lassen will. Dieser Wert käme nur dann zur
Anwendung, wenn der Ausfall augenfällig oder stark beeinträchtigend wirkt. Wie
Dr.
P._
nachvollziehbar ausführte, ist dies vorliegend nicht der Fall, wobei er hierfür - nebst der eigenen Wahrnehmung - selbstredend auf die Schilderungen des Beschwerdeführers abstellen durfte und musste.
Die Ausführungen von
Dr.
F._
hierzu lassen sich mit seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.) hinlänglich erklären.
Damit ist gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
K._
sowie des Gut
achters
Dr.
P._
davon auszugehen, dass hinsichtlich der als unfallkausal an
zu
erkennenden Schädigungen des linken Sprunggelenks
einschliesslich des
N.
peronaeus
sowie des
N.
maxillaris
(linke Gesichtshälfte) ein Integritätsschaden von insgesamt 17,5
%
ausgewiesen ist, weshalb der angefochtene Entscheid auch in diesem Punkt zu Recht besteht.
9.
Nach diesen Erwägungen sind hinsichtlich
der Folgen des Unfalles vom 29.
Juni 2012 weder eine höhere
Invalidenrente
noch eine höhere Integritätsentschädi
gung geschuldet, weshalb die Beschwerde insgesamt abzuweisen ist.
10.
Der Beschwerdeführer beantragte, es sei ihm in der Person seines Vertreters die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
zu gewähren.
10.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als b
edürftig gilt eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind dabei die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der Entscheidung über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (BGE 108 V 269 E. 4), wobei die Grenze für die Annahme von Bedürftigkeit praxisgemäss etwas höher anzusetzen ist als diejenige des betrei
bungsrechtlichen Existenzminimums (vgl. Kreisschreiben der Verwaltungs
kommission des Obergerichts des Kantons Zürich an die Bezirksgerichte und die Betreibungsämter über Richtlinien für die Berechnu
n
g des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 1
6.
September 2009).
10.2
Mit Eingabe vom 2
5.
Februar 2019 legte der Beschwerdeführer seine wirtschaft
lichen Verhältnisse dar (
Urk.
14 und
Urk.
15/1-24). Vorliegend gilt es zu berück
sichtigen, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie in Südwest-Frankreich lebt, weshalb der Grundbetrag der Kaufkraft in Frankreich anzupassen ist (Urteil
des Bundesgerichts
vom 1
5.
Aril
2009, 5A_99/2009).
Gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Tabelle Preisniveauindizes im internationalen Ver
gleich (38 europäische Länder) liegt der tatsächliche Individualverbrauch in der Schweiz bei 159 Punkten und in
Frankreich bei 107 Punkten. Die
gemäss dem Kreisschreiben des Obergerichts des Kantons Zürich zur Berechnung des betrei
bungsrechtlichen Existenzmi
nimums beruhende
n
Grundbeträge
sind
daher mit dem Faktor 0,
673 (107/159) zu multiplizieren, was
Fr.
1'144 (Ehepaar) und
Fr.
404 (Sohn) ergibt. Unter Berücksichtigung der dargelegten Wohnkosten sowie der Sozialversicherungsbeiträge
übersteigen die Einkünfte aus der Rente der BVK s
owie der Unfallversicherung nach Abzug der Quellensteuer den notwendigen Grundbetrag nicht wesentlich.
Aufgrund des
vom Beschwerdeführer dargelegten Schätzwert
s
seiner Liegenschaft
im Jahre 2016 (
Urk.
11/547/28)
sowie der
h
ypo
thekarisch gesicherten Schulden
(
Urk.
15/10,
Urk.
15/12-13)
ist
nicht davon aus
zugehen, dass eine weitere Bela
stung seines Vermögens mög
lich ist
.
Die
Prozess
armut
ist daher ausgewiesen. Da auch die übrigen Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltliche
n
Verbeiständ
ung
gegeben sind, ist dem Gesuch vom 1
4.
Dezember 2018 zu entsprechen und dem Beschwerdeführer in der Person von Fürsprecher Frank Goecke, Zürich, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
für das vorliegende Verfahren
zu bestellen.
10.3
Mit Schreiben vom 2
2.
Mai 2019 reichte Fürsprecher Frank Goecke seine Hono
ra
rnote über einen Aufwand von 17 Stunden und
50
Minuten
sowie Auslagen von
Fr.
28.-- ein,
davon 7,5 Stunden für die Ausarbeitung der Beschwerde. Dieser Aufwand ist
in Anbetracht der bereits im
Einspracheverfahren
gewonnen Kennt
nis der
wichtigsten
Akten sowie der grösstenteils wörtlich
von der Einsprache übernommenen Beschwerdeschrift um 2 Stunden zu kürzen. Die Entschädigung ist demnach auf
Fr.
3'781.70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand, Fürsprecher Frank Goecke, aus der Gerichtskasse zu
bezahlen
.
10.4
Der Beschwerdeführer ist darauf aufmerksam zu machen, dass gemäss
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgeri
cht
(
GSVGer
) eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.