Decision ID: ce492d17-c348-5666-a60a-e6cf6ac9fa32
Year: 2013
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 4. März 2010 unterbreitete das Bundesamt für Strassen (ASTRA)
dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und
Kommunikation (UVEK) das Ausführungsprojekt "Nationalstrassen
N03/N13, Verzweigung Sarganserland, SABA Reschubach" zur Geneh-
migung. Das Projekt sieht vor, das bestehende Entwässerungssystem der
Nationalstrasse N03 im Gebiet Neugut/Unter-Heiligkreuz der Gemeinde
Mels mit einer Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA) zu erwei-
tern, damit das gereinigte Strassenabwasser bei der Einleitung in den
Vorfluter Reschubach den aktuellen Gewässerschutzvorschriften ent-
spricht. Neben dem Bau der SABA (inkl. einem Absetz- und zwei Retenti-
onsfilterbecken) sollen das bestehende Ölrückhaltebecken (OERB) Re-
schubach angepasst und die dazugehörigen Zu-, Ab- und Überleitungen
sowie Zufahrten erstellt werden. Das OERB befindet sich unmittelbar öst-
lich des Reschubachs zwischen der Eisenbahnlinie und der National-
strasse, während die neue SABA unmittelbar westlich des Damms der
Überführung Plonserstrasse und nördlich der Nationalstrasse in der
Landwirtschaftszone auf der Parzelle GB-Nr. 1720 errichtet werden soll.
B.
Im Rahmen der öffentlichen Auflage vom 8. April bis 7. Mai 2010 erhob
unter anderem Ruedi Müller Einsprache gegen das Ausführungsprojekt.
Er verlangte im Wesentlichen, es sei auf den geplanten Bau der SABA
Reschubach auf seinem landwirtschaftlich genutzten Grundstück GB-
Nr. 1720 zu verzichten. Eventualiter beantragte er eine räumliche Anpas-
sung des Projektes am vorgesehenen Standort, Realersatz für den Ver-
lust seines Landes sowie eine volle Entschädigung für den Ertragsausfall
und den Mehraufwand im Zusammenhang mit dem geplanten Projekt und
eine Parteientschädigung für seine Aufwendungen im Rahmen des Plan-
genehmigungsverfahrens.
C.
Das UVEK (nachfolgend: Vorinstanz) genehmigte am 7. März 2012 das
Ausführungsprojekt "N03/N13 Verzweigung Sarganserland, SABA Re-
schubach" am vom ASTRA vorgesehenen Standort auf der Parzelle GB-
Nr. 1720 unter Vorbehalt verschiedener Auflagen. Festgehalten wurde un-
ter anderem, dass im Projektperimeter bzw. – falls nicht möglich – auf
dem übrigen Gebiet des Kantons St. Gallen eine vollständige Kompensa-
tion der beanspruchten Fruchtfolgeflächen zu erfolgen habe. Der Beitrag
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des ASTRA an die Kosten solcher Kompensationsmassnahmen (bspw.
für Bodenverbesserungen) wurde auf Fr. 40'000.- für die beanspruchten
0.4 Hektaren Fruchtfolgeflächen veranschlagt. Die Einsprache von Ruedi
Müller hiess es gut, indem es einer Anpassung des Ausführungsprojektes
(Anordnung der Anlageteile neu längs der Nationalstrasse, Verzicht auf
einen Weg auf dem Damm der SABA, Rückbau der Notzufahrt, Einbezug
des Grundeigentümers bei der Umgebungsgestaltung) am genehmigten
Standort zustimmte. Ansonsten wies es seine Einsprache ab, soweit es
darauf eintrat. Für die ihm entstandenen Umtriebe sprach es Ruedi Müller
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'000.- zu.
D.
Gegen die Plangenehmigung lässt Ruedi Müller (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) am 5. April 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht führen. Er beantragt, den Entscheid der Vorinstanz vom 7. März
2012 aufzuheben und das ASTRA anzuweisen, die SABA Reschubach
auf dem Grundstück der armasuisse zu planen. Eventualiter sei die Ange-
legenheit mit der Anweisung an die Vorinstanz zurückzuweisen, diese
habe für die SABA Reschubach weitere Standorte in der näheren Umge-
bung und unter Berücksichtigung der Ziele "haushälterischer Verbrauch
von Boden" und "Schutz von Kulturland, insbesondere von Fruchtfolge-
flächen" zu prüfen bzw. am geplanten Standort die SABA mit dem ge-
ringsten Landverbrauch vorzusehen.
Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, es sei für ihn nicht nach-
vollziehbar, weshalb das UVEK die SABA als Nebenanlage einer Natio-
nalstrasse bezeichnet habe. Das ASTRA habe bei seiner Variantenwahl
eine unvollständige Interessenabwägung vorgenommen und diese sei
von der Vorinstanz – wider besseres Wissen – nicht berichtigt worden.
Bei der Abwägung sei dem Verlust von rund 4501 m 2 Fruchtfolgefläche ab
der Hofparzelle seines Landwirtschaftsbetriebes und dem damit verbun-
denen Eingriff in sein Privateigentum nicht oder nur ungenügend Rech-
nung getragen worden und es sei beim Vergleich der verschiedenen Vari-
anten kein Standort auf landwirtschaftlich weniger gut geeigneten Böden
einbezogen worden. Zudem seien beim Vergleich der beiden Standorte
GB-Nr. 1720 (eigenes Grundstück) und GB-Nr. 1730 (armasuisse) die
Baukosten und insbesondere der Bodenpreis zu stark und die übrigen öf-
fentlichen Anliegen zu gering gewichtet bzw. weitere wichtige Kriterien
überhaupt nicht oder falsch berücksichtigt worden. Sogar das Bundesamt
für Raumentwicklung (ARE) habe im Plangenehmigungsverfahren um ei-
ne neue Variantenbeurteilung unter besserer Berücksichtigung der nega-
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Seite 4
tiven Auswirkungen des Verlustes an Fruchtfolgeflächen ersucht. Mit ei-
nem Kompensationsbetrag von (bloss) Fr. 40'000.- werde dem Grundsatz
der haushälterischen Bodennutzung nicht Genüge getan. Der Standort
auf dem Grundstück GB-Nr. 1730 sei insgesamt besser geeignet als der
Standort auf dem Grundstück GB-Nr. 1720. Allenfalls komme ein weiterer
Standort weiter westlich auf dem Boden der Ortsgemeinde Mels in Frage.
Die von der Vorinstanz vorgenommene Reduktion der Parteientschädi-
gung sei zu Unrecht erfolgt.
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 4. Juni 2012 schliesst die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zwar habe sie
in der Plangenehmigungsverfügung die SABA fälschlicherweise als Ne-
benanlage bezeichnet; dies ändere jedoch nichts daran, dass das Projekt
weder eine Umweltverträglichkeitsprüfung noch kantonale Bewilligungen
und Pläne erforderlich mache. Das ARE habe sich zuerst kritisch zum
Projekt geäussert, sich aber nach einer Differenzbereinigungssitzung der
verschiedenen Bundesämtern mit dem geplanten Standort einverstanden
erklärt. Die vom ASTRA vorgenommene Variantenbeurteilung sei nach-
vollziehbar und habe alle relevanten Faktoren berücksichtigt. Zudem sei
das Projekt optimiert und an die örtlichen Begebenheiten angepasst wor-
den, so dass ein geringerer Landverbrauch resultiert habe. Solange von
den verschiedenen Arbeitsgruppen des Bundes keine einheitlichen neuen
Beurteilungskriterien erarbeitet worden seien, werde der Landerwerbs-
preis wie bis anhin in die Interessenabwägung einbezogen. Die Parzelle
GB-Nr. 1730 werde von der armasuisse als Baulandreserve benötigt. Mit
der Kompensationszahlung und der damit verbundenen Aufwertung einer
entsprechenden Fläche zu Fruchtfolgeflächen werde der haushälteri-
schen Bodennutzung genügend Rechnung getragen. Eine SABA sei an
gewisse Standortvoraussetzungen (bspw. Nähe zur Nationalstrasse) ge-
bunden und könne nicht ausschliesslich nach Kriterien, welche eine
grösstmögliche Schonung der Land- und Bodenressourcen zum Ziel ha-
ben, gebaut werden. Die vom Beschwerdeführer angeführte brachliegen-
de landwirtschaftliche Fläche befinde sich erst rund 1.5 km westlich des
Standortes GB-Nr. 1720 und hätte wegen der längeren Pumpleitung zur
SABA sowie der längeren Ableitung in den Reschubach Mehrkosten von
ca. 0.75 Mio. Franken sowie höhere Betriebs- und Energiekosten zur Fol-
ge. Varianten an solchen weit entfernten Standorten seien deshalb mit
Recht bereits in der Grobbeurteilung als unzweckmässig aus dem Aus-
wahlverfahren ausgeschieden worden. Die dem Beschwerdeführer zuge-
sprochene Parteientschädigung erachte sie als angemessen.
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Seite 5
F.
Das ASTRA beantragt in seiner Stellungnahme vom 7. Juni 2012 die Ab-
weisung der Beschwerde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
seien bei der Interessenabwägung finanzielle Gründe wie die Lander-
werbskosten klarerweise zu berücksichtigen und eine Gewichtung der-
selben im Umfang von 50 % erscheine nicht als unverhältnismässig. Es
halte beim Vergleich der beiden Standorte GB-Nr. 1720 und GB-Nr. 1730
an den von ihm gewählten Beurteilungskriterien und deren Gewichtung
und Bewertung grundsätzlich fest. Bei der Auswahl des Standortes könne
nicht einfach auf die bestehende Nutzung der betreffenden Parzelle ab-
gestellt werden, sei doch die SABA als neuer Bestandteil der National-
strasse grundsätzlich ohnehin nicht zonenkonform. Der Frage der Verein-
barkeit mit der Nutzungsplanung habe sie bei den Kriterien "Auswirkun-
gen auf Dritte" und "Auswirkungen auf die Umwelt" Rechnung getragen.
In die Kompensationszahlungen dürften keine Kosten für die Rückzonung
von Bauland mit eingerechnet werden. Weit entfernte Standorte wie die
vom Beschwerdeführer vorgeschlagene rund 1.5 km westlich des Stand-
ortes GB-Nr. 1720 gelegene "brachliegende" landwirtschaftliche Fläche
seien aufgrund erheblicher Mehrkosten bereits in der Grobbeurteilung als
unzweckmässig aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden worden.
G.
In seinem Fachbericht vom 10. Juli 2012 bezeichnet das Bundesamt für
Umwelt (BAFU) den Plangenehmigungsentscheid vom 7. März 2012 als
mit der Umweltschutzgesetzgebung vereinbar.
H.
Das ARE verzichtet mit Eingabe vom 10. Juli 2012 auf eine Stellungnah-
me.
I.
Die Vorinstanz verzichtet mit Eingabe vom 20. Juli 2012 auf die Einrei-
chung von Bemerkungen zum Fachbericht des BAFU.
J.
Das ASTRA nimmt mit Schreiben vom 7. August 2012 Stellung zum
Fachbericht des BAFU.
K.
Der Beschwerdeführer hält in seinen Schlussbemerkungen vom
23. August 2012 an seinen Anträgen fest. Der Fachbericht des BAFU
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Seite 6
schliesse die Realisierung einer SABA an einem der von ihm bevorzugten
Alternativstandorten nicht aus. Aufgrund der Beanspruchung von Frucht-
folgeflächen sowie der Einstufung der SABA als Bestandteil der National-
strasse hätte eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden
müssen. Auch wenn mittels den Kompensationszahlungen landwirtschaft-
lich genutzte Böden zu Fruchtfolgeflächen aufgewertet würden, gehe ins-
gesamt landwirtschaftliches Kulturland verloren. Der von ihm angeführte
Alternativstandort befinde sich auf der Parzelle GB-Nr. 1963 der Ortsge-
meinde Mels und sei nur rund 950 m vom geplanten Standort entfernt; die
vom ASTRA behaupteten Mehrkosten seien daher entsprechend zu redu-
zieren.
L.
Eine Vertretung des Bundesverwaltungsgerichtes führt am 24. Oktober
2012 in Anwesenheit des Beschwerdeführers, der Vorinstanz, des AST-
RA, des BAFU und der Ortsgemeinde Mels eine Begehung der Parzellen
GB-Nr. 1720 (Beschwerdeführer), GB-Nr. 1730 (armasuisse) und GB-
Nr. 1963 (Ortsgemeinde Mels) sowie von vier zusätzlichen vom Be-
schwerdeführer vorgeschlagenen Alternativstandorten durch. Die armasu-
isse und das ARE haben auf eine Teilnahme verzichtet.
M.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-
findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen
der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die hier im
Streite stehende Plangenehmigung der Vorinstanz stützt sich auf Art. 26
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 8. März 1960 über die Nationalstrassen
(NSG, SR 725.11) und stellt eine solche Verfügung dar. Das UVEK gehört
zu den Behörden nach Art. 33 Bst. d VGG und ist daher eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichtes. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet
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angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht
ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-
nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung oder Änderung hat (Bst. c). Der Beschwerdeführer ist als formel-
ler Adressat des angefochtenen Entscheides durch diesen auch materiell
beschwert und zur Beschwerdeführung ohne weiteres legitimiert.
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 50 und Art. 52 VwVG)
eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.
2.
2.1 Gestützt auf das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 zur Neugestal-
tung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und
Kantonen (NFA, BBl 2005 6029) ist die Strassenhoheit und das Eigentum
an den Nationalstrassen per 1. Januar 2008 auf den Bund übergegangen
(Art. 8 Abs. 1 NSG, AS 2007 5779). Zuständig für die Fertigstellung des
beschlossenen Nationalstrassennetzes und die Ausarbeitung der Ausfüh-
rungsprojekte sind die Kantone, während diese Zuständigkeit für den Bau
neuer und den Ausbau bestehender Nationalstrassen neu dem ASTRA
zukommt (Art. 21 Abs. 2 und Art. 40a NSG). In seinem Zuständigkeitsbe-
reich sorgt das ASTRA für den nötigen Landerwerb und ihm steht hierfür
das Enteignungsrecht zu (Art. 32 Abs. 1 und Art. 39 Abs. 1 NSG). Bei
Plangenehmigungsgesuchen im Rahmen von Bau- oder Ausbauvorha-
ben, die am 1. Januar 2008 hängig waren, bleiben die Kantone bis zum
Abschluss der Verfahren zuständig (Art. 62a Abs. 7 NSG i.V.m. Art. 56
Abs. 6 der Nationalstrassenverordnung vom 7. November 2007 [NSV, SR
725.111]). Das Plangenehmigungsverfahren wird in allen Fällen vom De-
partement durchgeführt, es ist auch weiterhin für die Genehmigung der
Ausführungsprojekte zuständig (Art. 26 Abs. 1 NSG). Weil es sich vorlie-
gend um ein Plangenehmigungsverfahren handelt, das am 4. März 2010
und somit nach Inkrafttreten der neuen Zuständigkeitsordnung eingeleitet
worden ist, ist das ASTRA für die Ausarbeitung des Ausführungsprojektes
und dessen Einreichung bei der Vorinstanz zuständig und mit dem Ent-
eignungsrecht nach Art. 39 Abs. 1 NSG ausgestattet.
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Seite 8
2.2 Die Vorinstanz hat dem Plangenehmigungsgesuch des ASTRA mit
Entscheid vom 7. März 2012 grundsätzlich entsprochen. Das Bundesamt
hat damit als Gesuchsteller ein Interesse daran, sich auch am vorliegen-
den Beschwerdeverfahren, in welchem die Aufhebung des angefochtenen
Entscheides beantragt wird, als Partei zu beteiligen.
3.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid
auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich der unrichtigen oder
unvollständigen Feststellung des Sachverhaltes und Überschreitungen
oder Missbrauch des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin
(Art. 49 VwVG).
4.
Ausführungsprojekte für Nationalstrassen geben Aufschluss über Art, Um-
fang und Lage des Werkes samt allen Nebenanlagen, die Einzelheiten
seiner bautechnischen Gestaltung und die Baulinien (Art. 21 Abs. 1
NSG). Zu den Nationalstrassen gehören neben dem Strassenkörper alle
Anlagen, die zur technisch richtigen Ausgestaltung der Strassen erforder-
lich sind, insbesondere Bauten und Anlagen zur Entwässerung sowie
zum Schutz der Umwelt (Art. 6 NSG sowie Art. 2 Bst. g und Bst. l NSV).
Unter den Parteien mit Recht nicht mehr umstritten ist, dass es sich bei
der geplanten SABA Reschubach nicht um eine Nebenanlage gemäss
Art. 7 NSG bzw. Art. 6 NSV, sondern um einen Bestandteil der National-
strasse N03 im Sinne von Art. 2 Bst. g bzw. Bst. l NSV handelt. Strittig ist
allerdings nach wie vor, ob für die SABA am vorgesehenen Standort eine
Umweltverträglichkeitsprüfung hätte durchgeführt werden müssen.
4.1 Bevor eine Behörde über die Planung, Errichtung oder Änderung von
Anlagen entscheidet, welche die Umwelt erheblich belasten können, prüft
sie möglichst frühzeitig deren Umweltverträglichkeit (Art. 10a des Bun-
desgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz [USG, SR
814.01]). Nach Art. 2 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 19. Oktober 1988
über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPV, SR 814.011) unterliegen
Änderungen bestehender Anlagen, die im Anhang der UVPV aufgeführt
sind, der Umweltverträglichkeitsprüfung, wenn die Änderung wesentliche
Umbauten, Erweiterungen oder Betriebsänderungen betrifft. Wer eine
solche Anlage ändern will, muss bei der Projektierung einen Umweltver-
träglichkeitsbericht über die Auswirkungen der Anlage auf die Umwelt
erstellen (Art. 7 UVPV). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist eine Änderung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 UVPV dann wesent-
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Seite 9
lich, wenn die der Anlage zuzurechnenden Umweltbelastungen eine ins
Gewicht fallende Änderung erfahren können, d.h. wenn diese dazu führt,
dass entweder bestehende Umweltbelastungen verstärkt werden oder
gewichtige Umweltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftreten kön-
nen (BGE 133 II 181 E. 6.2 mit Hinweisen).
4.2 Die geplante SABA Reschubach ist Bestandteil einer Nationalstrasse,
welche in Ziff. 11.1 des Anhangs zur UVPV als UVP-Anlage aufgeführt ist.
Zwar wird durch sie der Gewässerschutz erheblich verbessert, gleichzei-
tig werden aber am vorgesehenen Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1720
des Beschwerdeführers unter anderem auch Fruchtfolgeflächen im Um-
fang von rund 2'665 m 2 vorübergehend sowie von rund 3'830 m
2 dauer-
haft beansprucht. Ob unter diesen Vorzeichen nicht doch von einer we-
sentlichen Änderung einer bestehenden Anlage auszugehen ist und –
falls ja – ob (wie geschehen) die Überprüfung der Umweltauswirkungen
anhand einer vom ASTRA in Auftrag gegebenen und vom BAFU als Um-
weltschutzfachstelle beurteilten (detaillierten) Umweltnotiz eine formelle
Umweltverträglichkeitsprüfung zu ersetzen vermag (so etwa: BGE 124 II
460 E. 3a), erschiene zwar durchaus prüfenswert. Da diese Standortvari-
ante jedoch ohnehin aus dem Auswahlverfahren ausscheidet (vgl. E. 9
ff.), muss darauf nicht weiter eingegangen werden.
5.
5.1 Die Nationalstrassen haben hohen verkehrstechnischen Anforderun-
gen zu genügen; sie sollen insbesondere eine sichere und wirtschaftliche
Abwicklung des Verkehrs gewährleisten (Art. 5 Abs. 1 NSG). Stehen die-
sen Anforderungen andere schutzwürdige Interessen entgegen, wie ins-
besondere die Erfordernisse der militärischen Landesverteidigung und
der wirtschaftlichen Nutzung des Grundeigentums, die Anliegen der Lan-
desplanung oder des Gewässer-, Natur- und Heimatschutzes, so sind die
Interessen gegeneinander abzuwägen (Art. 5 Abs. 2 NSG). Hierzu sind
die betroffenen Interessen zu ermitteln, zu beurteilen und so abzuwägen,
dass sie möglichst umfassend berücksichtigt werden können (Art. 3 der
Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV, SR 700.1]; Urteile
des Bundesverwaltungsgerichtes A-8233/2010 vom 27. Dezember 2011
E. 4.1 sowie A-2086/2006 vom 8. Mai 2007 E. 6 je mit Hinweisen).
5.2 Das ASTRA hat im technischen Bericht vom 8. Januar 2010 ursprüng-
lich insgesamt vier Standorte für die geplante SABA Reschubach unter-
suchen lassen. Zwei (im Beschwerdeverfahren von den Parteien nicht
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Seite 10
mehr geltend gemachte) Standorte (schmaler Streifen zwischen National-
strasse und Eisenbahnlinie unmittelbar östlich des bestehenden OERB
einerseits sowie Parkfläche unmittelbar östlich des Damms der Überfüh-
rung Plonserstrasse und nördlich der Nationalstrasse andererseits) wur-
den wegen fehlender technischer Machbarkeit ohne weitergehende Prü-
fung verworfen; die verbleibenden beiden Standorte auf den Grundstü-
cken GB-Nr. 1720 (Parzelle des Beschwerdeführers nördlich der Natio-
nalstrasse) und GB-Nr. 1730 (Parzelle der armasuisse südlich der Eisen-
bahnlinie) wurden anschliessend aufgrund der Kriterien "Kosten-Nutzen",
"Betrieb-Unterhalt", "Auswirkungen auf Umwelt" und "Auswirkungen auf
Dritte" einander gegenübergestellt. Der Standort auf der Parzelle GB-
Nr. 1720 wurde dabei wegen den tieferen Baukosten erheblich und we-
gen den geringeren Anforderungen an Betrieb und Unterhalt leicht besser
beurteilt, während der Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1730 bei den
Auswirkungen auf die Umwelt (darunter auch der Wegfall von Fruchtfol-
geflächen bzw. von Wiesland) als leicht besser und bei den Auswirkungen
auf Dritte (darunter der Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche bzw.
von Baulandreserven) als gleichwertig eingestuft wurde. Insgesamt erhielt
der Standort auf der Parzelle des Beschwerdeführers den Vorzug. Im
Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens nahm das ASTRA in der Fol-
ge mit Schreiben vom 28. Februar 2011 einen detaillierten Kostenver-
gleich der beiden Varianten vor und kam – selbst unter Berücksichtigung
allfälliger Inkonvenienzen in der Höhe von Fr. 100'000.- sowie möglicher
Kompensationszahlungen für die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen
in der Höhe von Fr. 40'000.- am projektierten Standort – aufgrund der an-
spruchsvollen Unterstossung der Eisenbahnlinie und der höheren Lage
sowie der massiv höheren Landerwerbskosten auf Mehrausgaben im
Umfang von rund Fr. 460'000.- bei einem Bau der SABA am Alternativ-
standort. Beim quantitativen Vergleich der beiden Standorte vom
7. Februar 2011 gewichtete es die Bau-, Betriebs- und Unterhaltskosten
neu insgesamt mit 50 %, die technische Funktionalität mit 20 %, die Aus-
wirkungen auf die Umwelt mit insgesamt 15 % (darunter der Boden- und
Landverbrauch, vorab die Verkleinerung der Fruchtfolgefläche bzw. der
Wegfall von Wiesland, mit 5 %) und die Auswirkungen auf Dritte ebenfalls
mit insgesamt 15 % (darunter die Einschränkung der bestehenden Nut-
zung der Standortfläche, also der Verlust von landwirtschaftlicher Nutzflä-
che bzw. von Baulandreserve, mit 5 %). Wiederum schnitt der Standort
auf der Parzelle des Beschwerdeführers (gewichtetes Punktetotal: 3.50)
insgesamt deutlich besser ab als derjenige auf der Parzelle der armasu-
isse (gewichtetes Punktetotal: 3.05). Dieser Einschätzung schloss sich
die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung an.
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Seite 11
6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, bei der Pla-
nung der SABA Reschubach sei weder eine umfassende Abwägung aller
privaten und öffentlichen Interessen erfolgt, noch sei der Kulturland- und
Fruchtfolgeflächenschutz bei der Standortwahl zureichend gewichtet wor-
den. So habe das ASTRA beim Vergleich der beiden Standortvarianten
auf den Parzellen GB-Nr. 1720 und GB-Nr. 1730 etwa mit der Gewichtung
des Kriteriums "Kosten" mit 50 % gegenüber der Gewichtung des Boden-
und Landverbrauchs mit 5 %, der Beeinträchtigung von Landschaft,
Schutzgebieten und Wald mit 5 % sowie der bestehenden Nutzung der
Standortfläche mit 5 % die Kosten zu stark und die übrigen öffentlichen
Anliegen zu wenig berücksichtigt. Die vom ASTRA ausgewiesenen Mehr-
kosten im Umfang von Fr. 110'000.- für die Unterstossung der Eisenbahn-
linie bei der Variante auf der Parzelle der armasuisse würden von ihm in
dieser Höhe bestritten. Bei den Unterkriterien "Zugänglichkeit" und "Inter-
ventionsmöglichkeit Störfall" des Kriteriums "Technische Funktionalität"
sei der Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1730 besser zu bewerten wie
derjenige auf der Parzelle GB-Nr. 1720. Beim Kriterium "Boden- und
Landverbrauch" sei bei einem Wegfall von Fruchtfolgeflächen in der
Landwirtschaftszone nur die Wertung 1 (schlecht) einzusetzen; die Ein-
stufung des Standortes auf der Parzelle GB-Nr. 1730 mit dem Wert 3 (ge-
nügend) sei zu schlecht ausgefallen, befinde sich dieser doch immerhin in
einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (Oe BA). Die gleiche Be-
wertung (2 [mittelmässig]) der beiden Standortvarianten beim Kriterium
"Bestehende Nutzung der Standortfläche" sei nicht gerechtfertigt, da die
zukünftigen Bedürfnisse von Armee und Bundesverwaltung nach Bauland
am Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1730 nicht genügend ausgewiesen
seien. Ein Kriterium "Vereinbarkeit mit der Nutzungsplanung" fehle beim
Variantenvergleich gänzlich und eine Kompensationszahlung von
Fr. 40'000.- sei für die zur Gewinnung von Fruchtfolgeflächen erforderli-
che Rückzonung von unbebautem Land von der Bau- in die Landwirt-
schaftszone nicht ausreichend. Schliesslich sei auch das öffentliche Inte-
resse an der Erhaltung von landwirtschaftlicher Betriebsfläche und somit
von Landwirtschaftsbetrieben nicht berücksichtigt worden. Insgesamt sei
der Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1730 besser geeignet als derjenige
auf der Parzelle GB-Nr. 1720.
6.2 Das ASTRA wendet dagegen ein, bei der Interessenabwägung sei
zwar zwischen den berührten Interessen ein Ausgleich anzustreben, das
Primat des wirtschaftlichen Umgangs mit den öffentlichen Geldmitteln
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Seite 12
bleibe jedoch jeweils vorbehalten. Finanzielle Gründe – so auch die
Landerwerbskosten – seien somit beim Variantenvergleich klarerweise zu
berücksichtigen und ihre Gewichtung im Umfang von 50 % sei verhält-
nismässig. Selbst bei Nichtberücksichtigung der Landerwerbskosten wäre
aufgrund der höheren Baukosten der Standort auf der Parzelle der arma-
suisse schlechter zu bewerten. Es erachte die bei dieser Variante für die
Leitungsarbeiten veranschlagten Mehrkosten von Fr. 110'000.- als kor-
rekt. Es halte auch aufgrund der Einschätzung der für den Betrieb und
Unterhalt der Nationalstrassen verantwortlichen Gebietseinheit an der
Gleichwertigkeit der beiden Standortvarianten hinsichtlich des Kriteriums
"Zugänglichkeit" fest. Der Frage der Vereinbarkeit mit der Nutzungspla-
nung habe es bei den Kriterien "Auswirkungen auf Dritte" und "Auswir-
kungen auf die Umwelt" bereits Rechnung getragen. Werde ein neuer
Bestandteil der Nationalstrasse ausserhalb des bisherigen Nationalstras-
senperimeters gebaut, so müsse jedes Mal in eine "nationalstrassen-
fremde" Nutzungszone (z.B. in eine Bau- oder Landwirtschaftszone, in ei-
ne Zone für öffentliche Nutzung oder in ein Waldgebiet) eingegriffen wer-
den. Sei eine SABA somit grundsätzlich ohnehin nicht "zonenkonform",
falle es schwer, eine Rangliste mehr oder weniger geeigneter Nutzungs-
zonen zu erstellen. Die (von ihm freiwillig geleisteten) Kompensationszah-
lungen dienten der Aufwertung von Böden mit kulturtechnischen Mass-
nahmen. Keinesfalls könnten in diese die Kosten für die Rückzonung von
Bauland einfliessen.
6.3 Die Vorinstanz hält daran fest, dass das ASTRA eine nachvollziehba-
re Variantenbeurteilung gemäss den bisher gültigen Kriterien und unter
Einbezug aller relevanten Faktoren bei ihr eingereicht habe. Die armasu-
isse habe in ihrer Stellungnahme vom 23. November 2009 darauf hinge-
wiesen, dass sie die Parzelle GB-Nr. 1730 als Baulandreserve benötige
und diese nicht zum Verkauf stehe. Mit der (von allen Bundesämtern ak-
zeptierten) Kompensationszahlung und der damit verbundenen Aufwer-
tung einer entsprechenden Fläche zu einer Fruchtfolgefläche werde im
vorliegenden Projekt der haushälterischen Bodennutzung genügend
Rechnung getragen. Eine SABA sei an gewisse Standortgegebenheiten
gebunden und könne nicht ausschliesslich nach Kriterien, welche eine
möglichst grosse Schonung der Ressourcen Land und Boden zum Ziel
hätten, gebaut werden.
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Seite 13
7.
7.1 Bund, Kantone und Gemeinden sorgen dafür, dass der Boden haus-
hälterisch genutzt wird (Art. 75 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 1
Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 [RPG, SR 700]).
Sie unterstützen mit Massnahmen der Raumplanung insbesondere die
Bestrebungen, die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Was-
ser, Wald und die Landschaft zu schützen (Art. 1 Abs. 2 Bst. a RPG) und
die ausreichende Versorgungsbasis des Landes zu sichern (Art. 1 Abs. 2
Bst. d RPG). Die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden müssen da-
rauf achten, die Landschaft zu schonen; insbesondere sollen der Land-
wirtschaft genügende Flächen geeigneten Kulturlandes erhalten bleiben
(Art. 3 Abs. 2 Bst. a RPG). Besonderen Schutz verdienen dabei die
Fruchtfolgeflächen (Art. 26 ff. RPV; Art. 3 Abs. 1 des Bundesbeschlusses
vom 8. April 1992 betreffend den Sachplan Fruchtfolgeflächen [BBl 1992
II 1649; nachfolgend: Sachplan FFF]). Zwar ist es nicht von vornherein
ausgeschlossen, Fruchtfolgeflächen zu anderen als landwirtschaftlichen
Zwecken in Anspruch zu nehmen, wenn dies durch entgegenstehende,
höher zu gewichtende Interessen gerechtfertigt erscheint. Hierfür ist aber
eine umfassende Abwägung aller privaten und öffentlichen Interessen er-
forderlich (Art. 3 RPV). Dies setzt gemäss der Vollzugshilfe 2006 des
ARE zum Sachplan FFF (Ziff. 4.1; nachfolgend: Vollzugshilfe) grundsätz-
lich den Nachweis der Prüfung von Alternativen ohne oder mit weniger
Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen (einschliesslich der Kompensati-
onsmöglichkeiten) voraus. Weiter muss sichergestellt sein, dass der An-
teil des Kantons am Mindestumfang der Fruchtfolgeflächen dauernd er-
halten bleibt (Art. 30 Abs. 2 RPV). Schliesslich sind gewisse verfahrens-
rechtliche Anforderungen zu beachten: Art. 46 RPV verpflichtet die Kan-
tone, dem ARE rechtzeitig die Änderung von Nutzungsplänen mitzuteilen,
wenn Fruchtfolgeflächen um mehr als drei Hektaren vermindert werden.
Stellen Bundesstellen fest, dass bei der Ausübung ihrer raumwirksamen
Tätigkeiten Fruchtfolgeflächen beansprucht werden müssen, so holen sie
rechtzeitig die Stellungnahme des ARE ein (Art. 3 Abs. 2 Sachplan FFF
und Vollzugshilfe Ziff. 4.1). Dies gilt (Art. 3 Abs. 3 Sachplan FFF e
contrario) grundsätzlich auch bei der Inanspruchnahme von Flächen von
weniger als 3 ha (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes
1C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 4.1).
7.2 Gemäss den Plangenehmigungsunterlagen werden für die geplante
SABA Reschubach in ihrer angepassten Form (Anordnung des Absetz-
A-1851/2012
Seite 14
und der beiden Retentionsfilterbecken in Längsrichtung entlang der Nati-
onalstrasse) auf der Parzelle GB-Nr. 1720 rund 2'665 m 2 Fruchtfolgeflä-
chen vorübergehend und rund 3'830 m 2 Fruchtfolgeflächen dauerhaft be-
ansprucht. Die Vorinstanz hat das ARE – wie in Art. 3 Abs. 2 Sachplan
FFF bei der Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen gefordert – (wenn
auch erst nachträglich) als Fachbehörde angehört. Dieses vertrat in sei-
ner Stellungnahme vom 22. Dezember 2010 zum im Rahmen des techni-
schen Berichtes vorgenommenen Variantenvergleich die Auffassung,
dass bei der gewählten Variante auf der Parzelle des Beschwerdeführers
den negativen Auswirkungen des Verbrauchs an Fruchtfolgeflächen nicht
genügend Rechnung getragen worden sei und die Variante auf der Par-
zelle der armasuisse insgesamt am meisten Vorteile aufweise. Ergänzend
führte es in seiner Eingabe vom 1. April 2011 aus, dass der (im Vergleich
zu Bauland immer tiefere) Bodenpreis für Fruchtfolgeflächen bei der Wahl
eines SABA-Standortes nicht massgebend sein dürfe, würde doch an-
sonsten Fruchtfolgeflächen immer den Vorzug gegeben. Die Standort-
wahl habe vielmehr in erster Linie auf unfruchtbaren Böden, in zweiter Li-
nie in geeigneten Bauzonen und erst in dritter Linie ausnahmsweise auf
landwirtschaftlichen Nutzflächen minderer Qualität oder im Wald, grund-
sätzlich aber nie auf Fruchtfolgeflächen zu erfolgen, es sei denn, es be-
stehe keine andere Möglichkeit. Anlässlich der von der Vorinstanz nach
Art. 27e NSG i.V.m. Art. 62b Abs. 1 des Regierungs- und Verwaltungsor-
ganisationsgesetzes vom 21. März 1997 (RVOG, SR 172.010) einberufe-
nen Differenzbereinigungsverhandlung vom 5. September 2011 mit Betei-
ligung von ASTRA, Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und ARE erklär-
te Letzteres sich schliesslich – in Übereinstimmung mit den anderen
Bundesämtern – mit der Standortwahl der SABA Reschubach auf der
Parzelle des Beschwerdeführers einverstanden, wenn die dadurch bean-
spruchten Fruchtfolgeflächen durch das ASTRA kompensiert und mit der
geleisteten Kompensationszahlung auf dem Gebiet des Kantons
St. Gallen wieder hergestellt würden. Allerdings wies es (erneut) darauf
hin, dass eine SABA grundsätzlich nicht auf Kulturland bzw. Fruchtfolge-
flächen gebaut und der Bodenpreis nicht in die raumplanerische Interes-
senabwägung einbezogen werden dürfe; die Kompensationsfrage stelle
sich überdies erst dann, wenn die Interessenabwägung ausnahmsweise
zuungunsten der Fruchtfolgeflächen ausfalle und dürfe nicht in diese ein-
bezogen werden (vgl. Schreiben vom 26. Oktober 2011). Im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens hat das ARE – was doch eher befremdet (siehe
etwa Art. 62b Abs. 4 RVOG, wonach eine Fachbehörde auch nach Durch-
führung eines Bereinigungsverfahrens der Rechtsmittelbehörde über ihre
Stellungnahme selbständig Auskunft geben kann) – trotz Ersuchen des
A-1851/2012
Seite 15
Bundesverwaltungsgerichtes auf die Einreichung eines Fachberichtes
sowie auf eine Teilnahme am Augenschein ausdrücklich verzichtet.
8.
8.1 Im Plangenehmigungsverfahren muss nicht jede, möglicherweise
ebenfalls bundesrechtskonforme Variante dem vorgelegten Projekt ge-
genübergestellt werden. Bei jedem Bauprojekt sind regelmässig mehrere
bundesrechtskonforme Varianten denkbar. Der Entscheid, welche davon
umgesetzt wird, liegt grundsätzlich im Ermessen der Planungsbehörde
und wird regelmässig durch die politischen Entscheidungsträger vorge-
prägt. Sind keine Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Feststellung des
Sachverhaltes erkennbar, wird dieser Ermessensentscheid im gerichtli-
chen Verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung überprüft. Es ist dann
nur noch abzuklären, ob bei der Genehmigung des Ausführungsprojektes
in dem Sinne entgegen der Vorschrift von Art. 5 NSG vorgegangen wor-
den ist, als wichtige Interessen unberücksichtigt geblieben oder klar un-
richtig gewichtet worden sind oder die Planungsbehörde das ihr zuste-
hende Ermessen missbraucht oder überschritten hat, mithin die Interes-
senabwägung fehlerhaft erfolgt ist. In ihrem Entscheid muss die Geneh-
migungsinstanz schliesslich hinreichend klar darlegen, wie sie die unter-
suchten Varianten und die auf dem Spiel stehenden Interessen beurteilt
und gewichtet (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 1E.16/1999 vom 25. April
2001 E. 8; vgl. auch Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes
A-4832/2012 vom 1. Mai 2013 E. 6.3 und A-954/2009 vom 1. Juli 2010
E. 16.4.1 mit Hinweisen).
8.2 Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid (Ziff. 5.1, S. 24 f.)
darauf beschränkt, die von Seiten des ASTRA vorgenommene Varianten-
bewertung als zutreffend anzuerkennen und die bisher angewandten Be-
urteilungskriterien und Gewichtungen als massgebend sowie die Leistung
einer Kompensationszahlung im Umfang von Fr. 40'000.- (mit Verweis auf
die unter entsprechendem Vorbehalt erfolgte Zustimmung des Kantons
St. Gallen und sämtlicher betroffener Bundesämter anlässlich der Diffe-
renzbereinigungsverhandlung vom 5. September 2011) als mit dem
Grundsatz der haushälterischen Bodennutzung vereinbar zu erklären. Als
Bewilligungsbehörde wäre sie jedoch verpflichtet gewesen, die Varian-
tenbeurteilung und Interessenabwägung des ASTRA anhand der an-
wendbaren Rechtsnormen selber eingehend zu würdigen, sich mit den
Vorbringen des Beschwerdeführers konkret auseinanderzusetzen und auf
diese Weise der Plangenehmigung ihre eigenen (rechtlichen) Überlegun-
A-1851/2012
Seite 16
gen zu Grunde zu legen. Unter diesen Umständen erscheint mehr als
fraglich, ob sie ihrer Prüfungs- und Begründungspflicht überhaupt zurei-
chend nachgekommen ist. Da das ASTRA bzw. die Vorinstanz ihre Inte-
ressenabwägung aber ohnehin rechtsfehlerhaft vorgenommen haben
(vgl. sogleich E. 9 ff.), kann diese Frage letztlich offenbleiben.
9.
Das ASTRA hat im Rahmen des quantitativen Vergleichs vom 7. Februar
2011 der als Fruchtfolgefläche ausgewiesenen Parzelle GB-Nr. 1720 des
Beschwerdeführers in der Landwirtschaftszone die nicht als Fruchtfolge-
fläche ausgewiesene Parzelle GB-Nr. 1730 der armasuisse in der Bauzo-
ne (konkret: in der Oe BA-Zone) gegenübergestellt (vgl. E. 5.2). Es hat
dabei zwar die einschlägigen Interessen richtig ermittelt, diese aber aus
nachfolgenden Gründen fehlerhaft gewichtet und bewertet, was bei deren
Gegenüberstellung zu einer nicht sachgerechten Standortwahl geführt
hat.
9.1 Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 7.1), geniessen die Fruchtfolgeflächen
zwar keinen absoluten Schutz, da die raumplanerische Interessenabwä-
gung stets vorbehalten bleibt. Dennoch misst das Bundesgericht bei der
Beurteilung der Rechtmässigkeit von Bauten ausserhalb der Bauzone
dem Gesichtspunkt des Kulturlandschutzes und damit auch der Frucht-
folgeflächensicherung grosses Gewicht bei (vgl. PETER HÄNNI, Planungs-,
Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2008, S. 120; Urteile des
Bundesgerichtes 1A.19/2007 vom 2. April 2008 E. 5.2 sowie 1A.271/2005
vom 26. April 2006 E. 3.3.2; BGE 115 Ia 350 E. 3f/bb, BGE 115 Ia 358
E. 3f/bb, BGE 114 Ia 371 E. 5d). Selbst wenn demnach die sparsame
Verwendung öffentlicher Geldmittel für den Nationalstrassenbau und – als
Folge davon – die Investitions- und Betriebskosten der jeweiligen Stand-
ortvariante ebenfalls ein gewichtiger Faktor darstellen (vgl. Urteil des
Bundesgerichtes 1C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 4.4), steht die vom
ASTRA vorgenommene Gewichtung der Bau-, Betriebs- und Unterhalts-
kosten mit insgesamt 50 % und des Boden- und Landverbrauchs (worun-
ter auch der Verlust von Fruchtfolgeflächen fällt) mit bloss 5 % in einem
offensichtlichen Missverhältnis zueinander. Ausserdem ist dem Be-
schwerdeführer beizupflichten, dass ein Wegfall von Fruchtfolgeflächen
schlechter zu bewerten ist, als dies das ASTRA mit der Wertung 2 (mit-
telmässig) getan hat.
9.2 Weiter gilt es dem Umstand verstärkt Rechnung zu tragen, dass der
durch den Bau der SABA auf der Parzelle GB-Nr. 1720 beanspruchte Bo-
A-1851/2012
Seite 17
den der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen wird; dies hat
schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen für den Landwirtschafts-
betrieb des Beschwerdeführers, da (wie Abklärungen des ASTRA erge-
ben haben [vgl. Stellungnahmen vom 25. Juni 2010, S. 5, sowie vom
7. Juni 2012, S. 5]) kein gleichwertiger Realersatz in der näheren Umge-
bung vorhanden ist. Dagegen ist für das Bundesverwaltungsgericht unter
anderem gestützt auf die Aussage des Vertreters der politischen Gemein-
de Mels anlässlich des Augenscheins vom 24. Oktober 2012 (vgl. Proto-
koll, S. 6) nicht ohne weiteres einsichtig, weshalb Armee und Bundesver-
waltung die bereits seit längerer Zeit brachliegende und momentan als
Wiesland verpachtete Parzelle GB-Nr. 1730 – wie die armasuisse in ih-
rem Schreiben vom 23. November 2009 geltend macht – als Baulandre-
serve für zukünftige Bedürfnisse unbedingt benötigen sollten. Aber selbst
wenn dem so wäre, würde – wie der vom ASTRA mit Schreiben vom
28. Februar 2011 der Vorinstanz eingereichte Situationsplan illustriert und
auch die Begehung vor Ort gezeigt hat – der Bau der SABA ohnehin nur
einen schmalen Streifen entlang des Damms der Überführung
Plonserstrasse beanspruchen und eine zukünftige Erweiterung der be-
stehenden Anlagen der armasuisse auf der Restparzelle nicht verunmög-
lichen (zumal auf der anderen Seite des Damms zusätzliches Bauland
zur Verfügung steht [vgl. E. 10.2]). Das ASTRA hat daher zu Unrecht bei
beiden Parzellen die Auswirkungen auf die bestehende Nutzung der
Standortfläche mit dem Wert 2 (mittelmässig) eingestuft.
9.3 Bei einer im Sinne der vorstehenden Erwägungen erfolgten Anpas-
sung des Bewertungsmodells des ASTRA vom 7. Februar 2011 resultiert
somit – ohne dass auf die weiteren Beanstandungen des Beschwerdefüh-
rers eingegangen werden müsste – bereits bei einer nur moderaten Her-
absetzung der Gewichtung des Kriteriums "Kosten" auf 35 % (davon
Baukosten mit neu 25 % [statt wie bisher 40 %]) und einer eher zurück-
haltenden Gewichtung des Kriteriums "Auswirkungen auf Umwelt" mit
30 % (davon Boden- und Landverbrauch mit neu 20 % [statt der bisheri-
gen 5 %; vgl. etwa auch den Antrag des ARE anlässlich der Differenzbe-
reinigungsverhandlung vom 5. September 2011, die Fruchtfolgeflächen im
vorliegenden Fall sogar mit 40 % zu bewerten]) und bei unveränderter
Gewichtung des Kriteriums "Technische Funktionalität" mit 20 % und des
Kriteriums "Auswirkungen auf Dritte" mit 15 % sowie bei einer gleichzeiti-
gen Wertung der Unterkriterien "Boden und Landverbrauch" und "beste-
hende Nutzung Standortfläche" bei der Parzelle GB-Nr. 1720 neu mit je 1
(schlecht) ein gewichtetes Punktetotal von 2.95 bei der Parzelle GB-
Nr. 1720 und von 3.05 bei der Parzelle GB-Nr. 1730. Der Alternativstand-
A-1851/2012
Seite 18
ort ist demnach im Verhältnis zum projektierten Standort insgesamt als
bessere Variante anzusehen.
9.4 Darüber hinaus gilt es festzuhalten, dass der Bodenpreis – wie das
ARE zutreffend ausführt (vgl. E. 7.2) – beim Vergleich zweier Standortva-
rianten in unterschiedlichen Nutzungszonen nicht ausschlaggebend sein
kann, da ansonsten dem (jeweils erheblich kostengünstigeren) Standort
in der Landwirtschaftszone gegenüber demjenigen in der Bauzone re-
gelmässig der Vorzug gegeben würde. Gemäss Art. 16 Abs. 1 RPG die-
nen Landwirtschaftszonen der langfristigen Sicherung der Ernährungsba-
sis des Landes, der Erhaltung der Landschaft und des Erholungsraumes
oder dem ökologischen Ausgleich und sollen entsprechend ihren ver-
schiedenen Funktionen von Überbauungen weitgehend freigehalten wer-
den. Bei einem Einbezug der Landerwerbskosten in die Interessenabwä-
gung würde aber der Bau von SABAs ausserhalb der Bauzone geradezu
gefördert und die Ausnahme zur Regel, ohne dass deren Zweck einen
solchen Standort erforderte. Sind in den Variantenvergleich mithin nur die
Baukosten im engeren Sinne einzubeziehen, resultiert – wenn die vom
ASTRA beim Bau der SABA auf der Parzelle der armasuisse für Leitungs-
und Erdbauarbeiten zusätzlich veranschlagten Kosten von 210'000 Fran-
ken korrekt berechnet worden sind – ein zumindest in Relation zu den ur-
sprünglich ermittelten Gesamtkosten des Auflageprojektes von rund 2.47
Millionen Franken nur noch geringer Differenzbetrag (vgl. etwa auch Urteil
1C_94/2012 vom 29. März 2012 E. 4.3 f., in welchem das Bundesgericht
die Beschränkung der Suche auf Standorte, die Zusatzkosten von weni-
ger als Fr. 500'000.- verursachen, als grundsätzlich zulässig erklärt hat).
Auch aus diesem Grund ist der Alternativstandort in der Bauzone dem
geplanten Standort in der Landwirtschaftszone vorzuziehen. Dies gilt vor-
liegend umso mehr, als bezüglich den Anforderungen an Betrieb und Un-
terhalt sowie der Erschliessung der beiden Standortvarianten keine we-
sentlichen Unterschiede auszumachen sind. Zu berücksichtigen ist
schliesslich, dass die Parzelle GB-Nr. 1730 bereits im Eigentum des Bun-
des steht und keine Enteignung erforderlich wäre. Grundsätzlich gebieten
es die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und das Verhältnismässigkeitsprin-
zip (Art. 5 Abs. 2 BV), dass zur Bewältigung neuer öffentlicher Aufgaben
(wie dem Bau einer SABA) – wenn immer möglich – die sich bereits im
Eigentum der öffentlichen Hand befindlichen und gleich geeigneten Flä-
chen beansprucht werden und das Privateigentum geschont wird (vgl.
auch Urteil des Bundesgerichtes 1C_94/2012 vom 29. März 2012
E. 4.5.3). Dieser Umstand spricht ebenfalls für den Alternativstandort auf
der Parzelle der armasuisse.
A-1851/2012
Seite 19
9.5 Als Zwischenfazit gilt es demnach festzuhalten, dass der Standort auf
der Parzelle GB-Nr. 1730 der armasuisse als besser geeignet einzustufen
ist wie der projektierte Standort auf der Parzelle GB-Nr. 1720 des Be-
schwerdeführers. Ausser Frage steht dabei, dass die Beanspruchung von
Fruchtfolgeflächen nicht mittels einer Ausgleichszahlung kompensiert
werden kann, wenn sich – wie vorliegend – deren Beeinträchtigung durch
das Ausweichen auf einen zweckmässigen Alternativstandort vermeiden
lässt. Im Übrigen ist dem ASTRA nahezulegen, sein Bewertungsschema
– soweit im Rahmen der neuen Richtlinie Strassenabwasserbehandlung
(RiliSAB) nicht ohnehin vorgesehen – im Hinblick auf zukünftige SABA-
Projekte unter Mitwirkung von ARE und BAFU zu überarbeiten und dieses
jeweils den Rahmenbedingungen des konkreten Einzelfalles anzupassen.
9.6 Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich zu prüfen, ob die Vorinstanz –
wie der Beschwerdeführer weiter geltend macht – den Kanton St. Gallen
im Rahmen seiner Anhörung nach Art. 27b Abs. 1 NSG bzw. Art. 62a
Abs. 1 RVOG um eine Neubeurteilung seiner Stellungnahme vom
25. Juni 2010 hätte ersuchen müssen, nachdem das kantonale Landwirt-
schaftsamt mit Schreiben vom 5. August 2010 nachträglich seine Beden-
ken gegen den projektierten Standort angebracht hatte.
10.
Im Rahmen des Augenscheins vom 24. Oktober 2012 wurden auf Ersu-
chen des Beschwerdeführers insgesamt fünf weitere Alternativstandorte
einer Prüfung unterzogen. Dabei zeigte sich, dass die am Flüsschen
Seez in der Landwirtschaftszone gelegene Parzelle der Ortsgemeinde
Mels sowie die brachliegende Parzelle im Zugangsbereich zur Stollenan-
lage Valeiris der armasuisse aufgrund der grossen Entfernung zur Natio-
nalstrasse und der dadurch bedingten langen Zu- und Ableitungen sowie
anderweitiger örtlicher Unzulänglichkeiten und das Nachbargrundstück
der Parzelle GB-Nr. 1720 des Beschwerdeführers ebenfalls aufgrund sei-
ner Eigenschaft als Fruchtfolgefläche ohne weiteres als unzweckmässige
Lösungen aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden werden können
(vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1A.141/2006 vom 27. September 2006
E. 11.1 und 1A.191/2003 vom 1. Juli 2004 E. 6.1.1; Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichtes A-8233/2010 vom 27. Dezember 2011 E. 7.1 und
A-5466/2008 vom 3. Juni 2009 E. 11.2.4). Anders verhält es sich mit den
beiden verbleibenden Standorten.
10.1 Die momentan als Reitgelände genutzte (und von der politischen
Gemeinde Mels in ihrer Einsprache vom 6. Mai 2010 bzw. ihrer Einspra-
A-1851/2012
Seite 20
cheergänzung vom 17. Februar 2011 noch nicht hinreichend spezifizierte)
Parzelle GB-Nr. 1963 der Ortsgemeinde Mels befindet sich in ca. 950 m
zum bestehenden OERB in westlicher Richtung direkt an der Eisenbahn-
linie in der Oe BA-Zone. Das ASTRA hat die Mehrkosten gestützt auf eine
Grobschätzung aufgrund der zusätzlich erforderlichen Leitungen auf rund
Fr. 500'000.- beziffert. Da jedoch bloss eine Pumpleitung vom bestehen-
den OERB zum Absetz- und den beiden Retentionsfilterbecken gebaut
werden muss und das gereinigte Abwasser anschliessend – ebenfalls mit
einer Pumpe oder anderen baulichen Massnahmen – direkt vor Ort in den
Reschubach rückgeführt werden kann, können diese Kosten allenfalls
noch weiter reduziert werden (vgl. Protokoll des Augenscheins vom
24. Oktober 2012, S. 7 f.). Aber selbst wenn dem nicht so wäre, ist nicht
ohne weiteres einleuchtend, weshalb die SABA Reschubach nicht an die-
sem Standort errichtet werden könnte. Dies gilt umso mehr, als die Orts-
gemeinde Mels sich grundsätzlich bereit erklärt hat, diese Parzelle bei
Bedarf dem ASTRA abzutreten (vgl. Schreiben vom 12. Juli 2012 sowie
Protokoll, S. 7).
10.2 Das unmittelbar östlich an den Damm der Überführung Plon-
serstrasse und südlich an die Eisenbahnlinie angrenzende Grundstück
liegt teils in der Industriezone, teils in der Oe BA-Zone, steht im Eigentum
der politischen Gemeinde Mels (Böschung), der Sarganserländer Druck
AG, der Ackermann Metallbau AG sowie der armasuisse und weist (ins-
besondere auf der Parzelle der armasuisse) grössere unbebaute Grünflä-
chen sowie einen nicht genutzten Strassenkreisel auf. Angesichts der
Nähe zum bestehenden OERB und seiner Lage in der Bauzone kann
auch dieser Standort – neben der Parzelle GB-Nr. 1730 der armasuisse –
grundsätzlich für den Bau der SABA Reschubach in Betracht gezogen
werden.
11.
Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz beim Vergleich der beiden Stan-
dorte auf der Parzelle GB-Nr. 1720 des Beschwerdeführers und auf der
Parzelle GB-Nr. 1730 der armasuisse eine fehlerhafte Interessenabwä-
gung vorgenommen. Nachdem sich anlässlich des im Beschwerdeverfah-
ren durchgeführten Augenscheins herausgestellt hat, dass neben der
Parzelle GB-Nr. 1730 allenfalls zwei weitere, nicht als Fruchtfolgefläche
ausgewiesene Standorte in der Bauzone (vgl. E. 10) in Frage kommen,
ist die Angelegenheit zur detaillierten Prüfung und Gegenüberstellung der
verbleibenden drei Standorte an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ein sol-
cher Rückweisungsentscheid ist vorliegend ausnahmsweise angezeigt,
A-1851/2012
Seite 21
weil die erforderlichen Abklärungen aufwändig sein dürften und zudem
technisches Fachwissen voraussetzen, mithin am besten durch die Vorin-
stanz unter Beizug der entsprechenden Fachbehörden durchzuführen
sind (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG; PHILIPPE WEISSENBERGER, in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über
das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 N. 16; vgl.
auch Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes A-8233/2010 vom
27. Dezember 2011 E. 7.3 und A-6594/2010 vom 29. April 2011 E. 8.2.3).
12.
Der Beschwerdeführer bemängelt zu guter Letzt, dass ihm die Vorinstanz
für das Plangenehmigungsverfahren bloss eine Parteientschädigung von
Fr. 5'000.- zugesprochen habe. Diese hat sein Begehren auf Entschädi-
gung des eigenen Zeitaufwandes zum Stundenansatz von Fr. 68.- mit der
Begründung abgewiesen, es sei gesetzlich nur eine Parteientschädigung
für die Vertretung vorgesehen. Die von der Vertreterin des Beschwerde-
führers eingereichte Kostennote im Umfang von Fr. 11'499.- hat sie auf
Fr. 5'000.- gekürzt, da die Begehren des Beschwerdeführers zum grösse-
ren Teil abgewiesen worden seien, die Kosten für die Einholung eines pri-
vaten Gutachtens (um welches es sich beim Variantenvergleich aus Sicht
des Beschwerdeführers handle) nicht zu den notwendigen Aufwendungen
im Einspracheverfahren zählten und gemäss Art. 115 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (EntG, SR 711) ohnehin
nur eine angemessene und keine vollständige Entschädigung auszurich-
ten sei.
12.1 Wird wie vorliegend mit der Plangenehmigung zugleich über enteig-
nungsrechtliche Einsprachen entschieden (vgl. Art. 27d Abs. 2 sowie
Art. 28 Abs. 1 NSG), richtet sich die Kosten- und Entschädigungsregelung
gegenüber Verfahrensbeteiligten, denen eine Enteignung droht, nach den
Spezialbestimmungen des EntG (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
1E.16/2005 vom 14. Februar 2006 E. 6 mit Hinweisen; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichtes A-2422/2008 vom 18. August 2008 E. 14.1).
Gemäss Art. 115 Abs. 1 EntG hat der Enteigner für die notwendigen aus-
sergerichtlichen Kosten des Enteigneten im Einsprache-, Einigungs- und
Schätzungsverfahren eine angemessene Parteientschädigung zu bezah-
len. Die Parteientschädigung umfasst in analoger Anwendung von Art. 8
Abs. 2 der Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten und Ent-
schädigungen im Verwaltungsverfahren (SR 172.041.0) i.V.m. Art. 8,
Art. 9 Abs. 1 sowie Art. 13 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
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Seite 22
(VGKE, SR 173.320.2) die Kosten der Vertretung (beinhaltend das An-
waltshonorar oder die Vergütung für eine nichtanwaltliche berufsmässige
Vertretung, den Auslagenersatz sowie die Mehrwertsteuer) und allfällige
weitere notwendige Auslagen der Partei (beinhaltend die 100 Franken
übersteigenden Spesen sowie den Verdienstausfall, soweit er einen Ta-
gesverdienst übersteigt und die Partei in bescheidenen finanziellen Ver-
hältnissen lebt); unnötiger Aufwand wird dagegen nicht entschädigt (vgl.
Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes A-8233/2010 vom 27. Dezember
2011 E. 8.1 sowie A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 E. 27.3).
12.2 Der Beschwerdeführer hat sich im vorinstanzlichen Verfahren durch
das Beratungs- und Treuhandbüro "SBV Treuhand und Schätzungen" be-
rufsmässig vertreten lassen. Der von diesem in Rechnung gestellte Stun-
denansatz von Fr. 144.50 bewegt sich im gesetzlichen Rahmen für nicht-
anwaltliche berufsmässige Vertreter (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE) und ist als
solcher nicht zu beanstanden. Zwar sind die Aufwendungen für die Einho-
lung eines privaten Gutachtens in der Regel nicht zu vergüten (vgl. HEINZ
HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Band I, Bern
1986, Art. 115 N. 3) und kann die Parteientschädigung bei mehrheitlichem
Unterliegen des Enteigneten gekürzt werden (vgl. Art. 115 Abs. 2 EntG).
Solche Reduktionsgründe sind jedoch vorliegend nicht gegeben, handelt
es sich doch beim von der Vertreterin des Beschwerdeführers im Rahmen
ihrer Stellungnahme vom 25. März 2011 selber erstellten Variantenver-
gleich nicht um ein bei einem externen Sachverständigen eingeholtes
Privatgutachten und gilt der Beschwerdeführer mit der Gutheissung sei-
ner Beschwerde auch im Plangenehmigungsverfahren als vollumfänglich
obsiegend. Trotzdem ist eine Kürzung des von der Vertreterin des Be-
schwerdeführers in Rechnung gestellten Betrages von Fr. 11'499.- ange-
bracht. Denn Art. 115 Abs. 1 EntG spricht nicht vom Ersatz der Kosten
schlechthin, sondern bloss von einer "angemessenen" Entschädigung für
die "notwendigen" Kosten. Die Angemessenheit beurteilt sich dabei nach
dem Ausmass der erbrachten Leistung, d.h. nach dem Zeitaufwand und
Einsatz sowie nach dem Umfang und der Schwierigkeit des Falles. Als
notwendige Kosten gelten die Aufwendungen für Vorkehren des Enteig-
neten, welche die Enteignung betreffen und sich bei sorgfältiger Interes-
senwahrung als geboten oder doch in guten Treuen verantwortbar erwei-
sen (vgl. HESS/WEIBEL, a.a.O., Art. 115 N. 3 f.). Ein Aufwand von 72
Stunden (inkl. 1.5 Stunden Sekretariatsarbeiten, exkl. der dem ASTRA
bereits direkt in Rechnung gestellten 14 Stunden, welche offenbar im Zu-
sammenhang mit der Beanspruchung der Parzelle des Beschwerdefüh-
rers als Notzufahrt für die Sanierung der Nationalstrasse angefallen sind
A-1851/2012
Seite 23
[vgl. Protokoll des Augenscheins vom 24. Oktober 2012, S. 4] und somit
im Plangenehmigungsverfahren nicht geltend gemacht werden können)
erscheint angesichts des vom Umfang und Schwierigkeitsgrad her nicht
sehr komplexen Falles als zu hoch und ist um einen Drittel zu reduzieren.
Dem Beschwerdeführer ist für die Kosten seiner Vertretung im Plange-
nehmigungsverfahren demnach eine Pauschalentschädigung (inkl. Aus-
lagen und MwSt.) im Umfang von Fr. 8'300.- zuzusprechen.
12.3 Anders verhält es sich mit den vom Beschwerdeführer geltend ge-
machten weiteren Auslagen: Angesichts der Interessenwahrung durch die
SBV Treuhand und Schätzungen ist nicht ersichtlich, inwiefern bei ihm
selber durch das Plangenehmigungsverfahren umfangreiche Spesen so-
wie ein übermässiger Arbeitsaufwand angefallen sein sollten. Dessen un-
geachtet hat er die ihm (angeblich) entstandenen Umtriebe – zumindest
gemäss den vorinstanzlichen Akten – nie näher substantiiert und nach-
gewiesen. Die Vorinstanz hat ihm daher mit Recht weder die Spesen
noch den Zeitaufwand vergütet.
13.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheis-
sen und die Plangenehmigungsverfügung vom 7. März 2012 aufzuheben
ist. Die Angelegenheit ist zur weiteren Prüfung und neuen Entscheidung
im Sinne des Gesagten (vgl. E. 9 ff.) an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Für das Plangenehmigungsverfahren hat das ASTRA dem Beschwerde-
führer eine Parteientschädigung von Fr. 8'300.- (inkl. Auslagen und
MwSt.) auszurichten. Soweit weitergehend, ist die Beschwerde abzuwei-
sen (vgl. E. 12).
14.
Die Kosten- und Entschädigungsregelung für das Verfahren vor dem
Bundesverwaltungsgericht richtet sich ebenfalls nach den enteignungs-
rechtlichen Spezialbestimmungen. Danach trägt der Enteigner die im Zu-
sammenhang mit der Geltendmachung des Enteignungsrechtes stehen-
den Kosten vor dem Bundesverwaltungsgericht, einschliesslich einer Par-
teientschädigung an den Enteigneten (Art. 116 Abs. 1 EntG).
14.1 Das mit dem Enteignungsrecht nach Art. 39 Abs. 1 NSG ausgestat-
tete ASTRA hat somit die auf Fr. 5'000.- festzusetzenden Verfahrenskos-
ten zu tragen. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 5'000.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückerstattet.
A-1851/2012
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14.2 Dem nichtanwaltlich berufsmässig vertretenen Beschwerdeführer
wird auf Grund der Akten (Art. 14 Abs. 2 VGKE) im Beschwerdeverfahren
eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.- (inkl. Auslagen und MwSt.) zu-
gesprochen.