Decision ID: 4520fa29-4f16-440f-90f4-4072b39a67c9
Year: 2021
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-
richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell
Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Silvan Meier Rhein, Rechtsanwalt, c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer
gegen
IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Betreff IV-Rente
A. Der 1998 geborene A._ leidet an einer Spracherwerbsstörung und einer -Störung in Form eines Asperger-Syndroms. Er, vertreten durch seine Mutter, meldete sich erstmals im Juli 2012 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an, wobei er Massnahmen für die berufliche Eingliederung beantragte. In der Folge wurden von der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) Hilfsmittel und berufliche Massnahmen in Form einer Kostengutsprache für die vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2018 dauernde Ausbildung zum Logistiker EBA in der B._ AG zugesprochen. Da der Versicherte den Anforderungen
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dieser Ausbildung nicht gewachsen war, wechselte er nach dem ersten Lehrjahr in die zweijährige Ausbildung zum Praktiker Logistik ESA, welche er im C._ absolvierte, aber per 26. Januar 2018 vorzeitig beendete. Die IV-Stelle prüfte in der Folge den Rentenanspruch des Versicherten und holte bei pract. med. D._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten ein,  am 15. Januar 2020 erstattet wurde. Gestützt auf die erhobenen Abklärungsergebnisse sprach sie A._ – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 23.  2020 bei einem Invaliditätsgrad von 54 % eine halbe Rente zu.
B. Hiergegen erhob A._, vertreten durch Silvan Meier Rhein, Rechtsanwalt, am 1. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (). Er beantragte, dass die Verfügung vom 23. Dezember 2020 aufzuheben und ihm eine ganze Rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle ihren Entscheid auf unzureichende medizinische Unterlage stütze. Insbesondere könne nicht auf das Gutachten von pract. med. D._ abgestellt werden.
C. Das Kantonsgericht bewilligte dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Februar 2021 die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein als Rechtsvertreter.
D. Am 13. März 2020 liess sich die IV-Stelle vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Considerations:
Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde vom 1. Februar 2021 ist einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Dezember 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis).
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 Bundesgesetzes über die  (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen , erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).
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3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des  (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise , im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich  (Satz 2).
3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit  ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von , Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch  der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der  auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu  (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG  (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines  zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach  der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger  durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der  hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen  ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des ; vgl. BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 135 E. 2a und b).
5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem  die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist.
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der  der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die  und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und
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Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu  und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die  der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt  Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch  werden können (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der , in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen).
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den  gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle  Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe , warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation  und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind.  für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder  (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a).
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien  als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten  für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu  Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im  auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer  und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von  des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. Urteil des damaligen
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche ] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die  Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte und Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen).
6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen  Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den  ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch  mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2).
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen und Ausführungen betreffend die beruflichen Eingliederungsmassnahmen und die Leistungsfähigkeit des Versicherten vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden werden  lediglich diejenigen Gutachten und Berichte wiedergegeben, welche sich nach  des Gerichts für die Beurteilung der Angelegenheit als zentral erweisen.
7.2 Nachdem der Beschwerdeführer Ende Januar 2018 seine Ausbildung als Logistiker  beendet hatte, wurde er von Dr. med. E._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,  Ärztlicher Dienst (RAD), untersucht. In ihrem Bericht vom 26. Februar 2018 diagnostizierte sie nach ICD-10 einen Status nach Entwicklungsstörung, insbesondere Spracherwerbsstörung bei Zweisprachigkeit (F80.2), eine leichtgradig ausgeprägte Autismus-Spektrum-Störung (F84), einen Verdacht auf ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS), einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (F12.1), einen Morbus Scheuermann und ein allergisches Asthma. Aus Sicht des RAD sei es nachvollziehbar, dass der Versicherte wegen des Morbus Scheuermann und seines  Zustands in der Logistik der B._ AG Probleme gehabt habe, wenn er Möbel von über 20 kg habe heben müssen. Bei bekanntem allergischem Asthma könne es auch sein, dass am letzten Arbeitsort das Raumklima (Kühlung und nasse Wände) ein vermehrtes Husten  habe. Hingegen könne die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte -Störung nur bedingt bestätigt werden. Im Untersuchungsgespräch habe sich der  freundlich, zugewandt, kooperativ und auskunftsbereit verhalten, was auch den Angaben in den Berichten der Ausbildungsstätte entspreche. Eine Depressivität sei nicht feststellbar und die emotionale Schwingungsfähigkeit sei unauffällig gewesen. Hingegen stelle sich die Frage  allfälligen ADS, werde in den Berichten des C._ doch mehrfach erwähnt, dass er leicht ablenkbar sei und Mühe habe, sich zu organisieren und zu strukturieren. Dr. E._ schlug in
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ihrem Bericht sodann vor, dass dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zu geben sei, im  Rahmen seine Ausbildung zu beenden. Er äussere sich dazu auch motiviert. Allerdings sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer keine Tätigkeiten mit Heben von Gewichten über 20 kg, mit erhöhten interaktionellen Anforderungen (zum Beispiel im Verkauf) und in feuchten Kellerräumen ausüben könne.
7.3 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. F._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte am 30. Juli 2018 nach ICD-10 eine Autismus-Spektrum-Störung (F84), Probleme mit der Ausbildung (Z55) und mit negativen Kindheitserlebnissen (Z61), psychische Krankheiten in der Familienanamnese (Z81), Probleme bei der Lebensbewältigung (Z73), bei der  mit Gebrauch von Cannabis und beim Umgang mit dem Internet (Z72). Zudem bestünden Asthma, diverse Allergien und Rückenprobleme. Der Beschwerdeführer sei seit dem 20. April 2017 (Beginn der Behandlung bei Dr. F._) zu 80 % arbeitsunfähig. Es habe sich seither keine Stabilisierung der beruflichen und der gesundheitlichen Situation ergeben. Ziel der Behandlung sei es jedoch, eine selbständigere Lebensführung zu erzielen. Er verbringe seit dem Abbruch der beruflichen Massnahme täglich sieben Stunden vor dem PC/TV. Es würde sich daher eine  Beeinträchtigung der persönlichen Aktivitäten des täglichen Lebens mit  Geldausgeben, Mühe, eine Tagestruktur aufrecht zu erhalten sowie orientierungslos und  wirkend ergeben. Die Mutter sei mehr und mehr mit der Unterstützung und Betreuung des erwachsenen Sohns überfordert.
7.4 Der Beschwerdeführer wurde am 12. Juli 2018 und am 22. August 2018 wegen einer möglichen autistischen Störung in den Kliniken G._ untersucht. Dem Befundbericht Asperger vom 17. Oktober 2018 ist zu entnehmen, die durchgeführten Verfahren hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer einen Empathie-Quotienten von 28 aufweise, weshalb er die Bedingungen für eine Autismus-Spektrum-Störung erfülle. Beim Autismus-Spektrum-Quotient weise er einen Wert von 33 aus, weshalb er in diesem Bereich die Voraussetzungen für das Asperger-Syndrom  erreiche. Im Asperger-Syndrom Diagnose-Interview seien die Bereiche der  sozialen Interaktionen, spezifischen Interessenmuster, nonverbalen Kommunikation und  Ungeschicklichkeiten unauffällig gewesen. Dabei schienen aber Routinen und Rituale nicht vorhanden zu sein. Zudem sei der Bereich der Sprech- und Sprachauffälligkeiten  ausgefallen. Schliesslich seien im Rahmen des strukturierten klinischen Interviews die  für eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung erfüllt. Zusammenfassend ist dem Bericht der Kliiniken G._ zu entnehmen, dass die Ergebnisse im Hinblick auf die Fragestellung eines Asperger-Syndroms als konsistent in diese Richtung weisend zu interpretieren seien. Dies  sowohl die eigenanamnestisch erhobenen Daten als auch die psychometrischen . Die Symptomatik lasse sich retrospektiv bis in die Kindheit zurückverfolgen. Insgesamt könne die Diagnose eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) gestellt werden.
7.5 Am 28. Januar 2019 berichtete Dr. F._ unter Bezugnahme auf den vorgenannten Bericht der Kliniken G._ vom 17. Oktober 2018, dass beim Beschwerdeführer eine  eingetreten sei. Die neuropsychologische Testung habe ihre  deutliche verifiziert. Das Funktionsniveau sei beim Beschwerdeführer seit seiner frühen Kindheit eingeschränkt und habe sich weiter verschlechtert. Er könne seinen Alltag nicht
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selbstständig planen und organisieren. Er sei ganz auf die Unterstützung und auf die Betreuung seiner Mutter angewiesen. Neben der psychiatrischen und der heilpädagogischen Behandlung würde er auch die Hilfe der Psychiatrie-Spitex benötigen. Der Abschluss der begonnenen Lehre als Logistik Hilfskraft werde er nur im geschützten Rahmen bewältigen können, mit Hilfe einer seinem Krankheitsbild angepassten Unterstützung. Aus psychiatrischer Sicht sei eine berufliche Massnahme mit nachfolgender Beschäftigung im geschützten Rahmen und eine Veränderung der Wohnsituation dringend angesagt.
7.6 Die IV-Stelle beauftragte pract. med. D._ am 18. Februar 2019 mit der Begutachtung des Beschwerdeführers, welche am 20. Juni 2019 stattfand. In seinem am 15. Januar 2020  Gutachten nannte er als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein  (ICD-10 F84.5). Im Rahmen dieser Diagnosestellung führte er aus, dass der  im Kindesalter unter einer erheblichen Sprachentwicklungsstörung gelitten habe, welche über Jahre logopädisch behandelt worden sei. Sprachliche Auffälligkeiten würden immer noch bestehen. Die Intelligenz liege aufgrund eines Testwerts von 86 noch knapp im  Normbereich. Weiter hielt pract. med. D._ fest, dass bei der Diagnose eines  qualitative Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion sowie ein übermässiges  mit eingeschränkten Aktivitäten im Vordergrund stehen würden. Beim Exploranden hätten sich die Schwierigkeiten im sozialen Interagieren an den Ausbildungsstellen gezeigt. Er habe dort Mühe gehabt, sich in einem Team angemessen zu integrieren, da er offenbar  Signale nicht richtig habe deuten können. Die nicht gelungene  sei denn auch nicht auf seine für die jeweiligen Tätigkeiten erforderlichen, ausreichenden intellektuellen Ressourcen, sondern auf den Umstand zurückzuführen, dass er sich nicht mit Schwierigkeiten auseinandersetzen könne und sich jeweils wegen verschiedener körperlicher  psychosomatischer Beschwerden länger krankschreiben lasse. Als ursächlich für dieses  sei anzunehmen, dass sich der Explorand bei komplexen Aufgaben  gefühlt und keine andere Strategie gekannt habe, als sich der schwierigen Situation durch Krankmeldung zu entziehen. Im Rahmen der Befunderhebung gab pract. med. D._ an, dass der Beschwerdeführer wach, bewusstseinsklar und in allen Qualitäten voll orientiert gewesen sei. Es hätten sich im klinischen Eindruck keine Hinweise auf höhergradige Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen gezeigt. Streckenweise sei der Eindruck entstanden, dass er Mühe gehabt habe, komplexere Zusammenhänge zu verstehen. Die Stimmungslage sei bei normalem Antrieb und ausreichender affektiver Modulationsfähigkeit gut gewesen. Psychotisches, insbesondere halluzinatorisches oder wahnhaftes Erleben lägen nicht vor und das Ich-Erleben sei  gewesen. Es hätten sich auch keine Symptome aus dem Spektrum der Angststörungen gefunden. Der Beschwerdeführer habe angegeben, sehr zwanghaft zu sein, er sei sehr ordentlich und es müsse alles an seinem Platz sein. Den Nachtschlaf habe er als ungestört beschrieben und lebensmüde Gedanken habe er verneint. Beim Erfragen des expliziten Tagesablaufs habe der Beschwerdeführer aber gereizt reagiert. Er habe angegeben, viele Freunde und Kollegen zu haben, mit denen er auch Kart fahre. Er habe mit 15 Jahren angefangen, am Handy zu spielen und täglich 12 bis 14 Stunden damit verbracht. Aktuell spiele er immer noch bis zu 14 Stunden täglich, nun allerdings mit insgesamt drei iPads. Er gehe zudem drei Mal in der Woche ins Kino, zwei bis drei Mal für einige Stunden ins Fitness und alle drei Monate reise er allein für ein bis zwei Wochen zu seinem Bruder nach X._. Er gehe auch mehrfach im Monat in die Stadt und an
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den Y._ sowie zwei Mal in der Woche zum Pingpong spielen. Zudem spiele er gerne Fussball und im Winter fahre er Snowboard. Auch habe er einen Museumspass und gehe gerne ins . Er habe insgesamt drei Freundinnen gehabt, wobei die letzte aufgrund seines vielen  die Beziehung beendet habe. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit führte pract. med. D._ aus, dass der Explorand bislang keinen Beruf erlernt habe. Er habe während der Ausbildung zum Logistiker EBA vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Juli 2017 einen Leistungsgrad von 40 % - 50 % erreicht. Er sei jedoch nicht in der Lage gewesen, die an ihn gestellten Anforderungen im sozialen Bereich und arbeitsinhaltlich zu erfüllen. Im Rahmen der begonnenen Ausbildung zur Hilfskraft Logistik vom 1. August 2017 bis 24. Januar 2018 habe er ein Pensum von rund 60 %  können und der Leistungsgrad habe zwischen 0 % und 100 % geschwankt, je nachdem, ob er seine Arbeiten unter Kontrolle oder selbständig habe ausführen müssen. Die Massnahme sei schliesslich aber wegen zu vieler Fehltage abgebrochen worden. Deshalb sei die  im Sinne einer Ausbildung zur Hilfskraft Logistik gesamthaft mit 30 % einzuschätzen. Eine angepasste Tätigkeit sollte inhaltlich wenig Flexibilität verlangen und bezüglich ihres Ablaufs klar strukturiert sein. Vorzugsweise sollte es sich um handwerklich-mechanische Tätigkeiten handeln, deren Erlernen nicht allzu komplex sei. Es sollte ein Arbeitsplatz gewählt werden, welcher nicht die Notwendigkeit beinhalte, sich in ein Team integrieren zu müssen. Aufgrund seines  sollte der Explorand Tätigkeiten bevorzugt ausüben, auf welche er sich fokussieren könne. In einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer in der Lage, an einem entsprechenden Arbeitsplatz mit einem Pensum von täglich sechs Stunden anwesend zu sein. Die Leistungsfähigkeit an einem solchen Arbeitsplatz sei mit 65 % einzuschätzen, was einer  an einem den Beschwerden angepassten Arbeitsplatz von 50 % entspreche.
7.7 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 7. Juni 2019 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. H._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie. Am 27. Oktober 2020 diagnostizierte Dr. H._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein pathologisches Spielen (ICD-10 F63.0; Erstdiagnose: 2020), ein Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5), Lern-und Entwicklungsstörungen in der Kindheit, eine Enuresis nocturna, eine Familienzerrüttung (ICD-10 Z63.5), eine atypische  Situation (ICD-10 Z60.1) und Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3). Im Rahmen der objektiven Befunderhebung hielt Dr. H._ fest, dass der Versicherte bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert sei. Er weise keine Auffassungs-, - oder Gedächtnisstörungen auf. Im Gespräch sei er geordnet, aber ohne , Krankheitseinsicht bezüglich Tag-Nacht-Umkehr und Gamen. Es bestünden keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Auffallend sei seine unflexible Haltung  einer Änderung der Tagesstruktur. Aus Sicht des behandelnden Psychiaters sei der  seit Behandlungsbeginn am 7. Juni 2019 zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose sei kurzfristig eher schlecht. Mittelfristig sei eine IV-Eingliederung nach eingehender  möglich, sofern der Beschwerdeführer kooperiere. Das Einbinden in eine sinnvolle  Tätigkeit sei zielführend. Ressourcen seien die gewinnend-positive Art des  und sein Engagement für Spezialinteressen (Astronomie und Gamen). Diese würde zugleich auch seine Asperger-Symptomatik spiegeln.
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7.8 In den Akten finden sich auch der Abschlussbericht der Eingliederungmassnahmen vom 9. April 2018. Diesem ist zu entnehmen, dass die Anmeldung für Unterstützung bei der  Erstausbildung (EBA) bereits im Juli 2012 erfolgte. Während dem Berufswahlprozess sei ein 10. Schuljahr im I._ gutgeheissen worden. Der Ausbildungsbeginn habe sich deshalb auf August 2016 verschoben. Nach diversen Schnupperlehren sei eine EBA zum Logistiker im  Rahmen empfohlen worden. Bereits nach wenigen Wochen in der Ausbildung habe sich herauskristallisiert, dass die B._ AG nicht der richtige Ort für den Versicherten gewesen sei, weil ihn die Situation überfordert habe. Deshalb habe ein Wechsel in den geschützten  des C._ stattgefunden. Dort habe es sehr viele Absenzen gegeben. Für das zweite  sei wegen mangelnder Leistung und Fortschritte während der Ausbildung eine  zur Hilfskraft Logistiker empfohlen worden. In der Zeit von August bis Oktober 2017 sei es zu 24 krankheitsbedingten Absenztagen gekommen. Aufgrund der unklaren medizinischen Situation und den vielen Fehltagen sei die Ausbildung schliesslich Ende Januar 2018  worden.
8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 23. Dezember 2020 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die , zu denen pract. med. D._ in seinem Bericht vom 15. Januar 2020 gelangte. Sie ging demnach davon aus, dass es dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, in einer  Tätigkeit insgesamt ein 50%iges Arbeitspensum zu absolvieren. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen , bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das  Gutachten von pract. med. D._ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten , es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der  Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. So ging pract. med. D._ ausführlich auf die  Beschwerden ein und leitete die erhobenen Diagnosen zweifelsfrei unter Berücksichtigung der ihm durch die Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten medizinischen Berichte her. Auch nannte er die Auswirkungen der Beschwerden auf die Funktionalität aufgrund der  Mini-ICF-Testung. Gestützt auf diese Abklärungen nahm pract. med. D._ auch eine schlüssige Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass pract. med. D._ dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit attestierte. Das psychiatrische Gutachten von pract. med. D._ vom 15. Januar 2020 genügt somit den von der Rechtsprechung umschriebenen  an ein ärztliches Gutachten, weshalb darauf abgestellt werden kann.
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8.2.1 Daran ändern die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Soweit er sinngemäss  macht, das Gutachten von pract. med. D._ gehe auf den 18. Februar 2019 zurück und sei deshalb im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 23. Dezember 2020 nicht aktuell gewesen, kann ihm nicht gefolgt werden. Festzustellen ist dabei zunächst, dass die IV-Stelle den Gutachter am 18. Februar 2019 mit der Begutachtung des Versicherten betraute. Die persönliche  fand am 20. Juni 2019 statt und die schriftliche Ausfertigung des Gutachtens datiert vom 15. Januar 2020. Zwar verstrichen zwischen der Begutachtung und der Fertigstellung mehr als sechs Monate. Dass sich pract. med. D._ dabei als zertifizierter Gutachter SIM nicht lege artis verhalten haben soll und die von ihm verfassten Gesprächsnotizen keine ausreichende  für eine zuverlässige Beurteilung darstellen sollen, weil er sich nicht mehr an die Exploration zu erinnern vermochte, wie dies der Beschwerdeführer suggeriert, ist unbegründet und wird auch nicht substantiiert dargelegt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers wird die  detailliert und plausibel dargelegt, weshalb die diesbezüglich geäusserten  an die Echtzeitlich- und die Tauglichkeit des Gutachtens nicht gehört werden können.
8.2.2 Mit dem Beschwerdeführer ist weiter festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin nach Eingang des Gutachtens von pract. med. D._ im Januar 2020 weitere medizinische Berichte einholte und durch den RAD würdigen liess. Dieses Vorgehen ist mit Blick auf Art. 43 ATSG nicht zu beanstanden. Dabei ist aber zu beachten, dass entgegen der Auffassung des  die Berichte von Dr. F._ vom 30. Juli 2018 und 29. Januar 2019 dem Gutachter  haben (vgl. Seite 10 und 13 des Gutachtens). Pract. med. D._ konnte diese  daher in seine Gesamtbeurteilung einfliessen lassen und dabei insbesondere auch die von Dr. F._ betonten Schwierigkeiten bei der Einordnung in eine Gruppe und in der Planung sowie Organisation berücksichtigen. Mit Blick auf die Ausführungen von Dr. F._ ist zu beachten, dass sie auch noch auf eine starke Einschränkung der Ressourcen hinweist, ohne diese genau zu konkretisieren. Pract. med. D._ thematisierte gleich wie Dr. F._ die problematische Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Mutter. Er führte diesbezüglich aus, dass der  einer überprotektiven Mutter als kritisch zu bewerten sei. Durch deren dauernde  um den mittlerweile erwachsenen Versicherten sei es diesem bisher nicht gelungen, Schwierigkeiten adäquat zu bewältigen. Momentan habe er sich eine Alltagsgestaltung , welche von einem hohen Aktivitätsniveau, aber ohne Verpflichtungen geprägt sei. Unter  dieser Ausführungen vermögen die Berichte von Dr. F._ keine Zweifel an der umfassenden Beurteilung von pract. med. D._ zu verursachen. Dies umso mehr, als die  Psychiaterin keine konkrete Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vornahm.
8.2.3 Nichts anderes ergibt sich in Bezug auf die Ausführungen von Dr. H._ in seinem Bericht vom 27. Oktober 2020. Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, Dr. H._ habe die Diagnose "pathologisches Spielen" (ICD-10 F63.0; Erstdiagnose: 10/2020) erhoben, welche im Zeitpunkt der Begutachtung von pract. med. D._ noch nicht vorgelegen habe. Zudem stehe die sich offensichtlich verschlimmerte Störung der Exekutivfunktionen und der praktischen  im Rahmen der autistischen Unflexibilität und Dispositionsstörung mit gestörtem Tag- sowie Impulsstörung mit aggressiven Ausbrüchen im Vordergrund. Da diese  in dieser Ausprägung für den Gutachter im Februar 2019 noch nicht erkennbar  seien und er auch nicht über die Erkenntnisse von Dr. F._ und Dr. H._ verfügt habe,
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sei das Gutachten nicht geeignet, den zeitlich relevanten Sachverhalt zu beurteilen. Auch dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist mit Blick auf die vorstehende Erwägung 8.2.2 festzustellen, dass der Gutachter die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. F._ kannte und berücksichtigte. Zudem wurde der Beschwerdeführer – wie bereits erwähnt - nicht im Februar 2019, sondern Juni 2019 begutachtet. Weiter ist fraglich, ob der Bericht von Dr. H._ in  Hinsicht den Sachverhalt massgeblicher erfasst, nachdem er selbst den Beschwerdeführer zuletzt Mitte April 2020 gesehen hatte. Wie er – nachdem er den Beschwerdeführer während Monaten nicht gesprochen hatte – im Oktober 2020 eine Spielsucht als Erstdiagnose erheben konnte, ist daher fraglich. Der Beurteilung von Dr. H._ kann ferner keine andere Einschätzung des Gesundheitszustands im Vergleich zu jener von pract. med. D._ von Juni 2019  werden. Bereits im damaligen Zeitpunkt gab der Beschwerdeführer an, erst gegen 2 - 3 Uhr ins Bett zu gehen und am Morgen gegen 10 - 11 Uhr auszustehen. Diese Aussagen lassen den Schluss zu, dass der Tag-Nacht- und damit der Schlaf-Rhythmus des Beschwerdeführers  war. Auch gab pract. med. D._ an, dass der Beschwerdeführer seit seinem 15. Lebensjahr täglich während 12 bis 14 Stunden am Handy bzw. am iPad spiele. Daraus kann geschlossen werden, dass ihm auch die Problematik einer allfälligen Spielsucht bekannt war. Unter diesen Umständen kann der Beurteilung von Dr. H._ – entgegen der Auffassung des  – im zeitlichen Ablauf keine Verschlechterung des Gesundheitszustands entnommen . Ebenso wenig überzeugt seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wonach der  zu 100 % arbeitsunfähig sei. In diesem Zusammenhang ist zunächst in Erinnerung zu , dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach- )Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten oder Expertin anderseits praxisgemäss nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden  oder Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des  vom 6. Mai 2018, 8C_29/2018, E. 3.2.2). Weiter ist zu beachten, dass eine fachärztliche Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Expertinnen und Experten praktisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische , was zulässig und zu respektieren ist, sofern sie – wie hier – lege artis vorgegangen sind. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil  Ärzte oder Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2). Vorliegend bringt Dr. H._ jedoch keine Gesichtspunkte vor, die im Rahmen der gutachterlichen Beurteilungen von pract. med. D._ nicht berücksichtigt worden wären oder Zweifel an seiner Beurteilung zu  vermöchten. Vielmehr leuchten seine Feststellungen ein, da er die qualitativen  in der Arbeitsfähigkeit auf die Autismus-Störung zurückführte. Dieser  Befund und die mit dem Schweregrad der Symptomatik verbundene  legte der Gutachter überzeugend dar. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass pract. med. D._ mit Blick auf die unbestritten leichte Ausprägung des Asperger-Syndroms zum Schluss kam, dass dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit zu 50 % zumutbar sei. Diese Beurteilung leuchtet auch unter Berücksichtigung der nicht von Passivität geprägten  des Versicherten ein (Kinobesuche, Fitnesstraining, Reisen nach X._). Das konkrete Tätigkeitsprofil wurde zudem schlüssig unter Berücksichtigung des durch das Asperger-Syndrom
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beeinflussten Störungsbilds hergeleitet. Es leuchtet ein, dass der Beschwerdeführer eine  ausüben sollte, die wenig Flexibilität erfordert und einen klar strukturierten Ablauf hat und vorzugsweise handwerklich-mechanische Arbeiten beinhaltet die leicht zu erlernen sind. Die von Dr. H._ erhobenen Diagnosen der Lern-und Entwicklungsstörung in der Kindheit, der Enuresis nocturna, der Familienzerrüttung (ICD-10 Z63.5), der atypischen familiären Situation (ICD-10 Z60.1) und der Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z60.3) ändern an  Einschätzung nichts. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich bei den Z-Kodierungen nicht um Erkrankungen im Sinne der anerkannten internationalen , sondern um Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur  des Gesundheitswesens führen; sie stellen grundsätzlich keinen invalidisierenden  dar (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 4.2).
8.3 Zusammenfassend ergibt sich gestützt auf die Darlegungen im Gutachten von med. prac. D._ insgesamt stimmig, dass es mit Blick auf die funktionellen Einschränkungen im  und Berufsleben entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers an der Schwere des  mangelt, um auf eine höhere Gesundheitsbeeinträchtigung zu schliessen. Somit steht fest, dass die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid zu Recht auf das psychiatrische Gutachten von med. prac. D._ vom Januar 2020 abstützte. Sie durfte daher davon ausgehen, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Verweistätigkeit zu 50 % zumutbar ist. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so kann das Gericht – entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers – auf weitere medizinische Abklärungen verzichten. Die damit verbundene antizipierte  ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3).
9. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG  (Art. 28a Abs. 1 IVG). Die IV-Stelle nahm in ihrer Verfügung vom 23. Dezember 2020 den erforderlichen Einkommensvergleich vor. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 54 % ermittelt und  dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2021 eine halbe Rente aus. Die konkrete Berechnung, die vom Versicherten nicht beanstandet wurde, erweist sich als rechtens, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 23. Dezember 2020 verwiesen werden kann.
10. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 23. Dezember 2020 dem Beschwerdeführer zu Recht eine halbe Rente zusprach. Ein Anspruch auf eine höhere Rente besteht aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht,  sich die Beschwerde als unbegründet erweist und abgewiesen werden muss.
11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen
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ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in  Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist allerdings mit Verfügung vom 16. Februar 2021 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.
11.2 Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht (vgl. Art. 61 lit g ATSG e contrario). Da dem Beschwerdeführer in der genannten Verfügung vom 16. Februar 2021 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des  hat in seiner Honorarnote vom 16. März 2021 für das vorliegende Verfahren einen  von 9 Stunden geltend gemacht, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden - und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind zudem die  gemachten Auslagen in der Höhe von Fr. 112.50. Diese stützten sich auf eine  von 5 % des Zeitaufwands, was unüblich, aber aufgrund der ausgewiesenen Höhe nicht zu beanstanden ist. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'059.75 (9 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 112.50 zuzüglich 7.7 % ) aus der Gerichtskasse auszurichten.
11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die  der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
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