Decision ID: bfc3c94f-f035-41be-8f3c-08022676cb15
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982
und Mutter zweier Kinder (geboren 2011 und 2014)
, war seit Dezember 2010 im Stundenlohn zu 12.5 Stunden die Woche (2.5 Stunden am Tag) bei der
Z._
AG
(Urk. 7/15) und von März 2015 bis Ende Dezember 2016 im Stundenlohn zu 18.4 Stunden plus 7.6 Nachteinheiten pro Monat bei
A._
als
Assistentin
angestellt (
Urk.
7/25).
Unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
7/5) meldete sich die Versicherte am 16. Ja
nuar 2018 (Eingangsdatum) bei der So
zial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Panikattacken, Rheuma und
Schilddrüsen
probleme
, bestehend seit 15 Jahren,
zum Bezug von Leistungen der Invaliden
ver
sicherung an (Urk. 7/6). Die IV-Stelle nahm Abklärungen in er
werblicher und medizinischer Hinsicht vor, zog die Akten der Krankentag
geld
versicherung (Urk. 7/10) bei, holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk. 7/19,
Urk.
7/20,
Urk.
7/23,
Urk.
7/2
6,
Urk.
7/29
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug; Urk. 7/27) ein und ersuchte die Arbeitgeberin
nen
um Auskünfte (Arbeitge
berfrage
bogen vom 2
5.
Ja
nuar 2018
[
Urk. 7/15
] und vom 2
2.
März 2018 [Eingangsdatum;
Urk.
7/25]
). Mit Mit
tei
lung vom
5.
Februar 2018 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass keine Eingliederungsmassnah
men angezeigt seien (Urk. 7/18). In der Folge ver
anlasste die IV-Stelle eine
aktenba
sierte Einschätzung durch
pract
. med.
B._
, Facharzt für Arbeitsme
dizin sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/37 S. 6). Mit der Begründung,
es lägen keine medizinischen Diagnosen vor, die sich langfristig auf die Arbeits
fähigkeit im bisherigen Pensum auswirken würden, stellte die IV-Stelle
der Versicherten mit Vorbescheid vom
2
5.
Juni
2018 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
7/38
). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom
2
6.
Juli
2018
(
Urk.
7/39) sowie ergänzend am 2
1.
September 2018
Einwand (
Urk.
7/46
) und liess weitere
Arztberichte
zu
den Akten reichen
(
Urk.
7/45, Urk.
7/48)
.
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Haus
haltsabklärung, Urk.
7/50
)
, im Rahmen derer die Versicherte zu 50
%
im Haushalt und 50
%
im Erwerbsbereich qualifiziert wurde.
Gestützt darauf sowie die Einschätzung des RAD-Arztes vom 3
1.
Oktober 2018 (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/52 S. 3f.)
verneinte die IV-Stelle
m
it Verfügung vom
6.
Februar 2019
wie vorbeschieden einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
7/53 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
7.
März 2019 und unter Beilage weiterer Arztberichte (
Urk.
3/1-3) Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Be
schwer
de
gegnerin sei zu verpflichten, ihr
eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2.
Mai 2019 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
7.
Mai 2019 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versi
cherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situ
ation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Nach der Recht
sprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhält
nis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein
schrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
6.
Februar 2019
(Urk. 2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass
der
Be
schwer
de
führerin
die Reinigungstätigkeit im
bisherigen
Pensum weiterhin zu
mut
bar sei. Ein Grossteil der beschriebenen Einschränkungen seien als Belas
tungs
faktoren zu werten, welche ursächlich nicht im Zusammenhang mit der ge
sund
heitlichen Situation stehen würden. Ausserdem bestünden erhebliche Inkon
sis
tenzen und ein ausgeprägter Leidensdruck sei nicht nachvollziehbar. Ange
sichts dessen, dass die Beschwerdeführerin einige Ressourcen habe, sei es ihr trotz den Beschwerden zumutbar, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
7. März 2019
(Urk. 1) zusammengefasst geltend,
sie sei nach Auffassung sämtlicher be
han
delnder Ärzte zu 100
%
arbeitsunfähig. Entgegen der Auffassung der Ab
klä
rungs
person der IV-Stelle sei die Einschränkung im Haushalt ebenfalls von Be
deutung. Auf die sehr knappe und lückenhafte Stellungnahme des RAD-Arztes könne nicht abgestellt werden. In Anbetracht der bundesgerichtlichen Recht
spre
chung im Zusammenhang mit psychischen Leiden sei ihr medizinischer Zu
stand weiter abzuklären.
3.
3.1
Bei Polyarthralgie und Rückenschmerzen im Bereich der Schultern und lumbal wurde die Beschwerdeführerin
im Juni 2015
im Universitätsspital
C._
vorstellig. Gestützt auf eine durchgeführte Magnetresonanz
tomographie (MRI) der Lenden
wirbelsäule (LWS) sowie des
Iliosakralgelenks
(ISG), welche degene
ra
tive Ver
änderungen des Facettengelenks LWK4/5 rechts mit diskreter entzünd
li
cher Ak
tivie
rung und mögliche diskrete entzündliche Veränderungen des rech
ten ISG zeig
te, äusserten die untersuchenden Ärzte den Verdacht auf eine be
ginnende Spondylarthritis mit peripherem Befall
und
empfahlen neben einer me
di
kamen
tö
sen Therapie Physio- und Ergotherapie (vgl. Arztbericht vom 29.
Ju
ni 2015,
Urk.
7/5/6f.).
Infolge zunehmender Schmerzen der Finger und Füsse begab sich die Beschwerdeführerin im August 2017 erneut ins
C._
. Mit Verweis auf neue bildgebende Befunde (vgl.
Urk.
7/5/1) konstatierten die Ärzte, eine Ent
zün
dung im Rahmen der Spondylarthritis sei nach wie vor nicht objektivierbar, wes
halb ein Therapiewechsel nicht indiziert sei. In Bezug auf die Schmerzen in den Füssen hielten sie fest, bei Knicksenk-Füssen seien diese eher mechanischer Na
tur. Es bestehe der Verdacht auf eine Überlastung der
Tibialis
posterior
Sehne (vgl. Verlaufsbericht vom 2
3.
August 2017,
Urk.
7/5/8f.).
Die Ärzte attestierten ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bis September 2017
(vgl.
Urk.
7/10/46).
Im Verlauf berichteten die Ärzte des
C._
, anamnestisch und klinisch seien die ge
klagten lumbalen Schmerzen multi
faktoriell bedingt. Es würden überwiegend mechanisch anmu
ten
de Beschwerden, passend zu den degenerativen Verän
de
rung
en und fehlenden entzündlichen Ver
änderungen im MRI der LWS/ISG, bestehen. Eine Physio
therapie werde von der Beschwerde
führerin wegen bisher feh
len
dem An
sprechen abgelehnt, am ambu
lan
ten Rückenprogramm könne sie we
gen fehlender Kinder
betreuung nicht teil
nehmen und Heimübungen würden schmerz
bedingt nicht durch
geführt werden. Die Arthralgien, vor allem der Hand- und Fingergelenke, hätten unter der medi
ka
mentösen Therapie keine Besserung gezeigt, weshalb die Behandlung gestoppt werde.
Sonographisch
sei einzig im linken Handgelenk ein relevanter Erguss ohne vermehrtes Dopplersignal festzu
stellen, in den Finger- und Zehengelenke
n
sowie im Sprunggelenk könnten keine
Synovitiden
festge
halten werden. Trotz
des
ins
ge
samt
fibromyalgiformen
Schmerz
bild
es
sei eine ent
zünd
liche Komponente nicht auszuschliessen. Zudem würden kli
nisch
En
thesio
pathien
der Ellenbogen und der Füsse bestehen. Es sei eine Facet
ten
gelenks
infil
tra
tion der unteren LWS geplant
(vgl. Arztbericht vom
2.
Februar 2018,
Urk.
7/20)
.
3.2
Seit September 2017 war die Beschwerdeführerin ausserdem bei
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleuder
trau
ma und
orthopädische Trauma
to
lo
gie, in Behandlung.
Im Vorder
grund
- so Dr.
D._
-
würden die Rückenbeschwerden im Bereich des
ganzen Rückens im Sinne eines z
ervi
k
al und lumbal betonten
Panvertebralsyndroms
(PVS) sowie die Fussbeschwerden infolge chronischer Instabilität des linken oberen Sprung
gelenks (OSG),
Achillodynie
und
Fasziitis
plantaris
stehen
. Auf
grund der kom
ple
xen Problematik und der progredienten Entwicklung der Spondylarthritis mit peripherem Befall könne der Beschwerdeführerin zurzeit und bis auf weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden. Die Prognose sei unsicher (vgl. Arztberichte vom 21. Novem
ber 2017 [
Urk.
7/10/3f.],
9.
März 2018 [
Urk.
7/23]).
3.3
Dr.
med.
E._
, Neurologie,
bei dem die Beschwerdeführerin seit Februar 2018 in Behandlung stand, konstatierte in seinem Arztbericht vom 2
5.
April 2018
(
Urk.
7/29/7-9)
, die Beschwerdefüh
rerin habe über seit 1993
auftretende,
stark frei flottierende Angstzustände, Panikattacken, innere Unruhe, Schlafstörungen sowie eine
epi
gastrische
Sensa
tion berichtet. Sie könne nicht alleine zu Hause bleiben. Enge Räume, Tunnels, Lifte, Flugzeuge, Menschenmengen, Grossräume mit vielen Menschen würden bei ihr Panikattacken mit Brustschmerzen, Tachykardie, Un
wohl
sein, Unruhe und Schwitzen auslösen. Sie
habe
Angst, dass ihre
n
Kindern irgendwas Schlimmes zu
stossen könnte. Aufgrund der Angstzu
stände und Panik
attacken könne sie sich nicht lange auf eine Aufgabe konzen
t
rieren. Sie sei sehr vergesslich und zerstreut.
Dr.
E._
bemerkte, aus neurologi
scher Sicht würden sich die geklagten Beschwer
den nicht objektiveren lassen.
Er diagnostizierte Pa
nik
attacken und Angstzu
stände, die seit Jahren ziemlich thera
pieresistent seien
.
D
ie Beschwerde
führerin
entwickle
bei vielen Medikamenten nach einer Weile eine allergische Reaktion.
Aktuell nehme sie
Euthyrox
, Citalopram (40mg),
Salazopyrin
,
Tebokan
und
Seroquel
(25mg) ein.
Er
erachtete die Beschwerde
führerin in einer einfachen
,
leicht
en
,
körper
lichen Tätigkeit zu 50
% arbeitsfähig.
Einschränkend seien primär die rheuma
tischen Beschwerden
, wobei auch die schwierige Ehe und die zwei kleinen Kinder gewisse Hindernisse darstellen könnten
.
3.4
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
legte die Beschwerdeführerin die Stellung
nahme von
Dr.
med.
F._
, Facharzt Neurologie, vom 2
8.
August 2018 zu den Akten (
Urk.
7/45), bei dem sie
erstmals
am 2
2.
August 2018 vorstellig wurde.
Dr.
F._
berichtete von einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung, welche durch die Angst- und
Panikstörung unterhalten werde. Obwohl unter Medikation (Citalopram 1x20mg;
Seroquel
1x12.5mg) eine merkbare Besserung der Stimmung zu verzeichnen
sei, würden die Angst- und Panikattacken die Beschwerdeführerin immer wieder in den Zustand der affektiven Verflachung zurück
werfen. Daneben leide die Beschwerdeführerin an
Migräne-Kopf
schmer
zen. Er erachtete die Beschwerdeführerin angesichts der vorliegenden Dia
gnosen,
der aktuellen Therapiephase sowie des zu beobachtenden therapeu
tischen Ansprechens inklusiver etwaiger Therapieumstellung in den nächsten sechs Mona
ten
als
vollständig arbeitsunfähig.
3.5
Die Ärzte des
C._
legten in ihrem Arztbericht vom 2
1.
September 2018 (Urk. 7/48) dar, neben einer peripheren Spondylarthritis würden Arthralgien der Hand- und Fingergelenke persistieren, wobei
sonographisch
keine relevanten
Synovitiden
festgestellt werden könnten. Die Schmerzen hätten sich in den letz
ten Wochen deutlich gebessert. Neu seien jedoch Kniebeschwerden links, ohne Auslöser, aufgetreten. Die Beweglichkeit des linken Kniegelenks sei schmerzhaft eingeschränkt und behindere das Gehen, wobei die durchgeführte Infiltration zu einer gewissen Besserung führe.
Ausserdem bestehe ein rezidivierendes
zerviko-lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit ausgeprägter Haltungsinsuffizienz.
Die Ärzte erachteten eine Arbeitsfähigkeit bei mittlerer bis schwerer, körperlicher Belastung als nicht möglich. Aus rein rheuma
tologischer Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit 50
%
.
3.6
Im Rahmen der am 2
7.
November 2018 durchgeführten Haushaltsabklärung (Urk. 7/50)
habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen am ganzen Körper, an den Händen, Füssen, Rücken und Beinen berichtet. Sie leide an Rheuma und Arthritis. Tagsüber sei sie oft zu Hause und versuche
,
ihre Ressourcen für ihre Kinder einzusetzen. Mehr Energie habe sie nicht. Die Schmerzen hätten sie auch psychisch kaputt gemacht. Zudem leide sie an Panikattacken. Seit ungefähr sechs Monaten gehe sie auch zu einem Psychiater in Zürich
(S. 2)
.
Hinsichtlich der beruflichen Situation gab sie an, dass sie seit März 2017 nicht mehr gearbeitet habe und es sich derzeit auch nicht vorstellen könne. Sie habe Schmerzen, spre
che nur wenig Deutsch und könne kaum lesen und schreiben. Sie könne deshalb nur einfache Arbeiten erledigen, die meist mit körperlich höheren Anforderungen verbunden seien (S. 3). Der Ehemann sei seit Oktober 2018 arbeitslos, wobei er eine mündliche Zusage habe, dass er ab Januar 2019 wieder arbeiten könne. Die Beschwerdeführerin führte aus, aufgrund finanziel
ler Gründe würde sie bei guter Gesundheit ein Pensum von 100 % er
füllen, obschon sie dies seit dem Jahr 2011 und der Geburt ihrer Kinder nicht mehr gemacht habe (S. 4). Die Abklärungs
per
son qualifizierte die Beschwerdeführerin hingegen
weiterhin als Teilzeiterwerbs
tätige mit einem Pensum von 50
%
.
Die Beschwerdeführerin habe seit 2011 nie über 50
%
gearbeitet und könne auch keine Bemühungen
für eine vollzeitliche Anstellung
aufweisen
. Ferner sei die Betreuung der Kinder nicht durchdacht. Die
aktuelle
Arbeits
losigkeit des Ehemannes sei ausserdem nur von kurzer Dauer
und habe bereits 2015/16 zu einer angespannten finanziellen Situation geführt
. Es sei deshalb überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei guter
Gesundheit in ihrem angestammten Pensum weitergearbeitet hätte (S. 5). Der Ein
schätzung des RAD-Arztes folgend, wonach die Beschwerdeführerin
mindestens im bis
heri
gen Pensum in
angestammter Tätig
keit vollständig arbeitsfähig sei (Urk. 7/
37 S.
6
), und unter Berücksichtigung der Mit
hilfe durch die Familienmit
glieder sowie der Schadenminderungspflicht resul
tiere keine Einschränkung im Haus
halts
bereich.
3.7
Zu den gesamten
Vorakten
nahm RAD-Arzt
pract
. med.
B._
am
3
1.
Oktober 2018 abschliessend Stellung (vgl.
Urk.
7/52 S. 3).
Hinsichtlich der psychiatrischen Diagnose bemerkte er, diese seien fachfremd gestellt worden. Die Beschwerde
füh
rerin befinde sich nach wie vor nicht in fachärztlich psychiatrischer Be
hand
lung.
Die Einschränkungen würden durch den Neurologen behandelt werden, wobei ein Grossteil der beschriebenen Einschränk
ungen psychosozialer Natur sei
.
Überdies habe Dr.
F._
von einer merkbaren Besserung der Stimmung be
richtet, obschon die Dosierung der Medikation halbiert
worden sei
. Dessen Ein
schätz
ung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von sechs Mona
ten sei ent
sprechen
d nicht plausibel. Auch aus
rheumatologischer Sicht werde von einer Besserung der Beschwerden berichtet
, mithin
sei
- auch gestützt auf die Einschät
zung
von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH Rheumatologie und Innere Medizin sowie beratender Arzt der Krankentaggeldversicherung, der die Beschwerdeführerin mit Blick auf das beschriebene Leiden sowie den radiologisch gering ausgeprägten degenerativen Veränderungen am Achsenskelett in jeder rückenschonenden Tätigkeit im bisherigen Pensum arbeitsfähig erachte (vgl. Urk. 7/37 S. 6, Urk. 7/32/4)
–
von
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit im bishe
rigen Pensum auszu
geh
en
.
3.8
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens legte die Beschwerdeführerin den Arzt
be
richt des Zentrums
H._
vom 3
0.
Januar 2019 (
Urk.
3/1) zu den Akten. Die Ärzte des
H._
wiederholten die vom
C._
bereits genannten Diagnosen und hielten ausserdem eine generalisierte Angst
störung (ICD-10: F41.1) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mit
tel
gradige Episode
,
(ICD-10: F33.1) fest. Hinsichtlich der körperlichen Beschwer
den konstatierten sie, bei offenbar nachgewiesener entzündlicher Gelenkkrank
heit, welche im
C._
behandelt werde, seien der Beschwerdeführerin Reinigungs
arbeiten nicht mehr zumutbar. Bei mindestens teilweise erfolgreicher Behandlung im Frühstadium könne ihr eine leichtere Arbeit jedoch mindestens halbtags zugemutet werden (
Urk.
3/1 S. 7). In Bezug auf die psychischen Beschwerden äusserten sie, die Beschwerdeführerin befinde sich in psychiatrisch
er Behandlung (
ca.
2x/Monat)
. Die starken und langanhaltenden Ängste seien weiterhin sehr belastend für die Beschwerdeführerin und würden sie im Alltag beeinträchtigten. Ausserdem leide sie unter depressiven Symptomen mit ausgeprägter Kraftlosig
keit und
Konzentrationsstörungen. Deshalb sei die Beschwerdeführerin auch in einer leichten, angepassten Tätigkeit
zu
100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
3/1 S. 8).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur rele
vant sein kann, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. BGE 130 V 396).
4.2
Die von
Dr.
E._
festgehaltenen Panikattacken und Angstzustände (vgl. E. 3.3) sind fachfremd gestellte Diagnosen und basieren ausschliesslich auf subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Dasselbe gilt für die von
Dr.
F._
diagnosti
zier
te mittelschwere bis schwere depressive Störung (vgl. E. 3.4).
Die Beschwer
de
führerin
befand
sich nicht in einer
fachpsychiatrischen Behandlung, sie äusserte jedoch g
egenüber
Dr.
E._
, es
tue ihr gut, mit ihm zu reden. Die Betreu
ung finde in lockeren Abständen statt (vgl.
Urk.
7/29/9).
Die Stimmung der Beschwerde
führerin hat sich durch die Medikation deutlich verbessert,
obwohl die Dosie
rung halbiert wurde - von 40mg auf 20mg Citalopram und 25mg auf 12.5mg
Seroquel
(vgl. E. 3.3, E. 3.4)
. Angesichts dessen ist die von
Dr.
F._
attestierte
vorüber
gehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzieh
bar, zumal
Dr.
E._
die
von ihm attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit primär auf körperliche Be
schwer
den sowie psycho
soziale Belastungsfaktoren zurückführte (vgl. E. 3.3 in
fine
).
Selbst die Beschwer
de
führerin berichtete im Rahmen der Haushalts
abklä
rung in erster Linie über ihre körperlichen
Schmerzen
und die dadurch bedingte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (vgl.
Urk.
7/50 S. 3).
Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin schon seit 1993 über solche Angst
zustände klagt, diese sie jedoch nicht daran hinderten, ab 2010 einer ausserhäus
lichen Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. E. 3.3).
Vor diesem Hintergrund vermag die Einschätzung von
Dr.
F._
, wonach die Beschwerdeführerin aufgrund psy
chischer Beschwer
den vollständig arbeitsunfähig sein soll, nicht zu über
zeugen.
Auch die im
nachträglich eingereichten
Arztbericht des
H._
fest
ge
haltene Angststörung basiert ausschliesslich auf den subjektiven
Angaben der Beschwerdeführerin.
Aus dem Bericht ergibt sich nicht,
wie
sich diese geklagte Angststörung äussert.
Die Ärzte des
H._
berichteten zwar von Antriebs
minde
rung, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit sowie einer depres
siv-resig
nierten Stimmung (
Urk.
3/1 S.7), der Umstand, dass die Beschwerde
führerin nur zirka zwei Mal pro Monat in die psychiatrische Behandlung geht, lässt
aber
darauf schliessen, dass trotz geschildeter Beschwerden relativ wenig Leidensdruck vorhanden ist. Untermauert wird dies durch das Aktivitätsniveau der Beschwerde
führerin. So gab sie an, täglich um 7 Uhr aufzustehen und das Frühstück für ihre
Kinder vorzubereiten. Danach bringe sie ihre Kinder mit dem Auto oder zu Fuss
zur
Schule. Zu Hause erledige sie den Haushalt und bereite das Mittagessen zu. Sie hole die Kinder von der Schule ab und man esse zusammen
bevor sie die Kinder wieder in die Schule bringe. Nachmittags lege sie sich hin, schaue TV oder schlafe mal für eine Stunde. Danach koche sie wieder Essen, spiele mit den Kindern oder gehe mit ihnen auf den Spielplatz.
Ausserdem bringt sie die Kinder zu diversen Sportkursen.
Um ca. 23 Uhr gehe sie ins Bett, wobei sie ungefähr 30 Minuten brauche, bis sie einschlafe, unter Medikation dann aber bis am Morgen durchschlafen könne (
Urk.
3/1 S. 2). Angesichts dessen sowie der Tatsache, dass das aus psychiatrischer Sicht formulierte Leistungsbild primär körperliche Be
ein
trächtigungen nannte (keine schweren Arbeiten, Bücken nur kurz, kein Knien oder Kauern, Überkopf-Arbeiten nur kurz, kein Treppenlaufen, Oberkörper
rota
ti
onen eingeschränkt;
Urk.
3/1 S. 8), ist die von den Ärzten des
H._
aus psychiat
rischer Sicht attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar.
Damit scheinen diese Diagnosen keine Grundlage eines die Arbeits
fähig
keit
zusätzlich
einschränkenden, in
va
li
disierenden Gesundheitsschadens zu sein.
4.3
Hinsichtlich der somatischen Beschwerden ist
nach ärztlicher Ein
schätz
ung
der behandelnden Ärzte
erstellt, dass die Beschwerde
führerin an einer peripheren Spon
dyl
arthritis sowie einem
zerviko-lumbospon
dylo
genen
Schmerzsyndrom lei
det (vgl. E. 3.2 und E. 3.5)
, was auch von den Ärzten des
H._
so festgehalten wurde (
Urk.
3/1).
Indes differieren deren Einschätz
ung
en
der Arbeits
fähig
keit. Dr.
D._
erachtete die Beschwerdeführerin im März 2018
nicht arbeitsfähig (vgl. E. 3.2),
Dr.
E._
attestierte der Beschwerdeführerin im April 2018
aufgrund der rheumatischen Beschwerden
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, fügte je
doch an, dass auch psychosoziale Belastungsfaktoren Hindernisse dar
stellen wür
den (vgl. E. 3.3
in
fine
).
Im September 2018 verzeichneten d
ie
behan
delnden
Ärzte des
C._
eine deutliche Besserung der Schmerzen und attestier
ten
ebenfalls eine 50%ige Arbeits
fähigkeit
in einer einfachen, leichten, wechsel
be
las
tenden Tätig
keit (vgl. E.
3.5).
Die Ärzte des
H._
erachteten leichtere Tätigkeiten mindestens halbtags zumutbar (E. 3.8)
.
Dr.
D._
befand die Beschwerdeführerin in einer leidens
angepassten Tätigkeit partiell arbeitsfähig, erwog zur genauen Festsetzung der prozentualen Arbeitsfähigkeit jedoch die Durchführung
ei
nes funktionellen
Leistungstest
s
(
Urk.
3/1 S. 8)
, was angesichts des ausführlich formulierten Zumut
bar
keitsprofils nicht nachvollziehbar ist.
Dr.
G._
erachtete
eine arthri
tische Krank
heits
aktivität im Rahmen einer aktenbasierten Einschätzung als nicht wahr
schein
lich und beurteilte die Be
schwerdeführerin in ihrem bisherigen 30%-Pensum
sowie in jeder anderen eher rückenschonenden Tätigkeit
vollständig arbeits
fähig (vgl. Urk. 7/32/4), worauf der RAD-Arzt abstellte (vgl. E. 3.7).
Gestützt auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte
ist
gemäss
dem im Sozial
versicherungsrecht massgebenden Be
weis
grad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit
eine mindestens 50%ige Ar
beits
fähigkeit in einer leidensan
ge
pass
ten Tätigkeit ausgewiesen. Ob und inwie
weit die Beschwerdeführerin auf
grund ihrer rheumatischen Beschwerden in ihrer angestammten Tätigkeit als Reini
gungs
mit
arbeiterin
bzw. Assistentin
eingesch
ränkt ist, kann
offen bleiben
,
wie nach
fol
gende Er
wägungen zeigen werden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in
erwerblicher Hinsicht auswirkt, wobei sich vorab die Frage stellt,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beein
träch
ti
gung erwerbstätig wäre. Diesbezüglich postulier
te die Beschwerdeführerin eine 10
0%ige ausserhäusliche Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall, wohingegen die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Abklärungsbericht vom
2
7.
November 2018
(
Urk.
7/5
0
) den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 50
%
und den Anteil der Haus
halts
tätigkeit auf 50
%
festgesetzt hat
(
Urk.
2).
5.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im G
esundheitsfall ausgeübten
(Teil-
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5.3
Der Abklärungsbericht ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse verfasst worden sowie begründet, plau
si
bel und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen, womit er den an ihn gestellten Anforderungen entspricht (vgl. E.
1.5
). Im Zusammen
hang mit der strittigen Frage ist dem Bericht zu entnehmen, die Beschwerde
führerin habe
ab Dezember 2010 zu 30
%
bei
Z._
AG und von März 2015 bis Dezember 2016 zu zirka 20
%
in einem Privathaushalt als Reini
gungs
hilfe
gearbeitet.
Soweit die Beschwerdeführerin die im Abklärungsbericht festge
haltene Qualifika
tion als zu 50
%
im Erwerb und zu 50
%
im Haushalt tätig beanstandete und an
gab, im Gesundheitsfall wäre sie vollzeitig erwerbstätig, ist
darauf hinzuweisen
, dass sie im Rahmen des Standortgesprächs Ende Januar 2018 mitteilte, dass sie bei guter Gesundheit im bisherigen Pensum erwerbstätig wäre (vgl. Urk. 7/16 S. 2).
In diesem Zusammenhang kann
auch auf die Beweismaxime verwie
sen werden, wonach d
ie sogenannten spontanen «Aussagen der ersten Stunde» in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Dar
stellun
gen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen ver
siche
rungsrechtlicher oder anderer Art beeinflus
st sein können (BGE 121 V 45 E.
2a mit Hinweis).
Vor diesem Hintergrund und angesichts dessen, dass die Be
schwer
deführerin aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung nicht am ambulanten Rückenprogramm im
C._
teilnehmen kann (vgl. E. 3.1;
Urk.
7/20) und auch gegenüber der Abklärungsperson angab, dass sie nicht wisse, wie sie die Betreu
ung der Kinder organisieren würde (vgl.
Urk.
7/50 S. 5), ist nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin neu in einem 100%-Pensum arbeiten würde. Im Übrigen konnte die Beschwerdeführerin gegen
über der Abklärungsperson keine ent
sprech
enden Bemühungen vorweisen (vgl. E. 3.6).
Mithin ist gestützt auf d
en
beweiskräftige
n
Haushaltsabklärung
sbericht
vom 2
7.
November 2018 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit in keinem höheren Pensum als 50
%
einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nach
ginge
.
5.4
Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass sie auc
h im Haushalt eingeschränkt sei, legte allerdings nicht näher dar, in welchem Bereich oder bei welchen Auf
gaben sie übermässig
beeinträchtigt
sei.
I
m Rahmen d
er Haushaltsabklärung
gab sie an
, das Frühstück für ihre Kinder vorzu
bereiten und täglich Mittagessen zu
kochen. Die oberflächliche Reinigung der Küche gelinge ihr bis fünfmal pro Woche. Wenn es ihr schlecht gehe, über
nehme ihr Ehemann die Reinigung. Im Bereich der Wohnungspflege erledige sie die oberflächli
che Reinigung und be
zie
he die Betten, die gründliche Reinigung übernehme der Ehemann. Den Wäsche
transport
erledige
ebenfalls der Ehe
mann,
d
as Sortieren und Zu
sammen
legen d
er Kleider mache sie selber. Den
wöchen
tliche
n
Grosseinkauf tätige sie mit ihrem
Ehemann zusammen, kleine
Ein
käufe übernehme sie nur sehr selten, da sie das Haus
kaum
alleine verlasse. Ihre Kinder
fahre
sie jedoch jede Woche mit dem Auto ins Fussballtraining, Judo und Ballett (
Urk.
7/50 S. 7-9).
Angesichts dessen ist d
er Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen,
dass die im Rahmen der Scha
den
minderungs
pflicht zu berücksichtigende Mithilfe der im gleichen Haus
halt wohnenden Fami
lien
angehören über das Mass hinausgeht, was üblicherweise von diesen erw
artet werden darf (vgl. E. 1.5
), und die Be
schwer
de
führerin sich anrechnen lassen muss, dass sie gewisse Arbeiten zwar er
schwert, aber doch in Etappen unter vermehrtem Zeitbedarf weiterhin selber ausüben kann.
6.
6.1
Da die Beschwerdeführerin als teilerwerbstät
ige Person mit einem ausserhäus
li
chen Erwerbspensum von 50
%
zu qualifizieren ist, kommt die gemischte Metho
de bei der Invaliditätsbemessung zur Anwendung. Die Invalidität bestimmt sich demnach dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Haus
halts
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird (E. 1.
3
), wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 39
3
E. 3.3).
6.2
6.
2
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
6.2
.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine
Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohn
struk
turerhe
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592
E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG,
3.
Aufl., N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätz
lich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bu
ndesgerichts 9C_699/2015 vom 6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
visionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.3
6.3
.1
Gemäss Aktenlage ging die Beschwerdeführerin vor ihrer Erkrankung einer Erwerbstätigkeit als Reinigungshilfe in einem zirka 50%-Pensum nach.
Dabei betrug ihr Jahreseinkommen laut IK-Auszug
im Jahr 2016
Fr.
18'539.-- (Fr. 10'760.--
+
Fr.
7'779.--
). Dieser Wert ist als
Valideneinkommen
im Zeitpunkt des
frühe
st
möglichen Rentenbeginns
(
Art.
29
Abs.
1 IVG), das heisst im Juli 2018 heranzuziehen.
Zur Anwendung der ab 1. Januar 2018 in Kraft getretenen neuen Invaliditätsbe
messungsmethode ist dieses Einkommen auf ein vollzeitliches Pensum hochzu
rechnen.
U
nter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 E
ntwicklung der Nominallöhne 2010
-201
8
, Frau
en; Stand 2016: 2709, Stand 2018: 2732
)
ergibt sich ein
Valideneinkommen
(Stand 2018) v
on Fr. 37'392.80 (Fr. 18’539.
--
:
5 x 10 : 2709 x 2732)
.
6.3
.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist das standardisierte monatliche Ein
kommen von
Fr. 4’3
63
.-- für weibliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 201
6
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1, Frauen) heranzuziehen, da kör
perlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind. Das standardisierte monat
liche Einkommen von Fr. 4’3
63
.-- ist unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zei
t nach Wirtschaftsabteilungen, Q
8) sowie der No
minallohnentwicklung (Stand 2016
:
2
709
, Stand 2018: 2732
) auf ein Jahresein
kommen von
Fr. 55'044.55
hoch
zu
rechnen (Fr. 4’3
63
.-- x
12 :
40 x 41,7 : 2
709
x 2732
). Unter Berück
sichtigung des einge
schränkten Arbeitspensums von
5
0 % beträgt das anzurech
nende Inva
liden
einkommen
somit Fr.
27'522.30
für das Jahr 201
8
.
6.3
.3
Wird das
Va
lideneinkommen
von
Fr.
37'392.80 (vgl. 6.3
.1) dem Inval
idenein
kommen
gegenübergestellt, resultiert eine Er
werbs
einbusse von Fr. 9'870.50
oder ein
Invaliditätsgrad von gerundet 26
%.
Bei einer Qualifikation von 5
0
%
im Erwerbsbereich tätig ergibt dies e
inen Teil
invaliditätsgrad von 13 %. Angesichts dessen, dass im Haushaltsbereich kein Teilinvaliditätsgrad vorliegt (vgl. E. 5.4)
,
liegt
der
Gesamti
n
validitätsgrad
unter 40
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente besteht (vgl. E. 1.2).
6.4
Die Beschwerde erweist sich deshalb als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
.