Decision ID: 2aecf74a-7ddd-405f-aa33-6e61ba646d8d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, Mutter zweier in den Jahren 1993 sowie 2003 geborenen Kinder (Urk. 6/5 Ziff. 3.1), war zuletzt von April 2010 bis Juni 2011 als technische Sterilisationsassistentin im
Y._
tätig (Urk. 6/4 S. 3), als sie sich am 4. November 2014 unter Hinweis auf seit Novem
ber 2007 bestehende Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 6/5 Ziff. 6.3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerbliche (Urk. 6/9)
sowie
medizinische Abklärungen (Urk. 6/17, Urk. 6/19, Urk. 6/22) und veranlasste eine Haushaltabklärung (Urk. 6/2
6
)
. Mit Schreiben vom 10. September 2015 wies die IV-Stelle die Versicherte auf Behandlungen und medizinische Massnahmen im Rahmen der Mitwirkungspflicht hin (Urk. 6/28). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 6/29, Urk. 6/35, Urk. 6/39) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. März
2016 einen Anspruch der Versicherten (Urk. 6/46 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 10. März
2016 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 20. April
2016 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
der gesetzlich ge
schuldeten Leistungen, insbesondere einer Dreiviertel-, eventuell einer
Viertel
s
rente
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Versicherten am 9. Juni 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend den Ren
ten
anspruch (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG),
die Invaliditätsbemessung bei Nichterwerbstätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG) sowie die Überwindbarkeit der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) sind in der angefochtenen Verfügung zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
de
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens in der angefochtenen Verfügung vom 10. März
2016 (Urk. 2) damit, dass die Be
schwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung erklärt habe, sie würde auch ohne Gesundheitsschaden in keinem höheren Pensum als im bisherigen Pensum zwischen 50 und 60 % arbeiten. Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkun
gen habe sie seit zirka dem Jahre 2013 nach keiner Stelle mehr gesucht. Tatsa
che sei, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz lediglich bei zwei Arbeit
nehmern in befristeten Arbeitsverhältnissen und in einem Pensum von 60 % erwerbstätig gewesen sei
.
Aus
den Bewerbungs- und Absageschreiben sei er
sichtlich, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2011 bis 2013 intensiv nach einer geeigneten Stelle gesucht habe. Es könne jedoch nicht zwingend von einer Suche nach einer 100%igen Erwerbstätigkeit ausgegangen werden, zumal nur aus einem Absageschreiben von einem 60-80%igen Pensum ausgegangen werden könne. Die spontane Aussage der ersten Stunde sei in der Regel unbe
fangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen (S. 2). Aufgrund der Aus
sage der ersten Stunde und der nachgereichten Unterlagen sei die Qualifikation auf 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % Haushaltsbereich festzulegen. Insgesamt ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 34.50 % (S. 3).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, im Jahre 2006 habe sie
die Familienphase beendet und eine ausserhäusliche Tätigkeit in der Lingerie und als Hausangestellte aufgenommen. Sie habe Ausbildungskurse in Unter
halts
reinigung und eine berufsbegleitende Ausbildung zur technischen Sterili
sations
assistentin absolviert (Urk. 1 S. 2 f
. Ziff. 2). Zum Zeitpunkt der Haus
haltabklärung sei sie zwar nicht berufstätig gewesen, dies allerdings aus ge
sundheitlichen Gründen.
Vor ihrer Erkrankung habe sie in einem Pensum von 60 % gearbeitet. Daraus dürfe allerdings nicht geschlossen werden, dass sie auch heute
weiterhin lediglich in einem 60
%-Pensum ausserhäuslich tätig wäre. Vielmehr sei es so, dass sie aktuell in einem Vollzeitpensum erwerbstätig wäre (S. 4 f. Ziff. f). Insbesondere sei zu berücksichtigen, dass die Kinder in den Jah
re
n
1993 und 2003 geboren seien, mithin der Jüngere zwischenzeitlich 13-jäh
rig sei. Bereits im
Jahre 2006 habe sei in einem 80
%-Pensum gearbeitet und auch bei der Arbeitsvermittlung der Arbeitslosenversicherung angegeben, eine T
ätigkeit in einem Pensum von 80
% zu suchen. Zum damaligen Zeitpunkt seien die Kinder drei und 13 Jahre alt gewesen. Weshalb heute, immerhin zehn Jahre später, nicht von einer vollen Erwerbstätigkeit respektive mindestens von einer 80%igen Erwerbstätigkeit auszugehen sei, sei
schlichtweg nicht nachvollziehbar (S. 5). Es sei zudem anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der Haus
haltabklärung die Frage und deren Tragweite nicht richtig erkannt habe, wie
dies
das Bundesgericht in einem Entscheid vom 26. Mai 2014 bereits festgestellt habe
(S. 6 oben). Der Einkommensvergleich bei einer Erwerbstätigkeit von 100 % ergebe einen Invaliditätsgrad von 60 %, was einer
Dreiviertelsrente
ent
spreche. Bei einem Arbeitspensum von 80 % ergebe sich immerhin ein Invali
ditätsgrad von 44.5 % respektive eine
Viertelsrente
(S. 6 f. Ziff. 5-6).
2.3
Zwischen den Parteien unbestritten ist die Einschränkung im Erwerbsbereich von 50 %
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
März
2016
(Urk. 1 S.
6 Ziff. 5
; Urk. 2 S. 3)
, welche sich auch aus den Akten ergibt (vgl.
Urk.
6/27 insbesondere S. 5)
.
Strittig und zu prüfen ist hingegen die Statusfrage beziehungsweise die Frage, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden aktuell erwerbstätig wäre.
3.
3.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete
Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versi
cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG )
. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwen
dung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeüb
ten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bes
tenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei ausge
gli
che
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
bemes
sungs
methode und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
bens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
3.2
Die Beschwerdegeg
nerin stufte die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 60 % erwerbstätig ein, nachdem
diese gemäss den eingereichten
Bewer
bungs
- und Absageschreiben in den Jahren 2011 bis 2013 intensiv nach einer geeigne
ten Stelle gesucht habe. Es könne jedoch nicht zwingend von einer Suche nach einer 100%igen Erwerbstätigkeit ausgegangen werden, zumal sich nur aus einem Absageschreiben des
Z._
ein 60-80%iges Pen
sum er
gebe. Die sogenannte spontane „Aussage der ersten Stunde“ sei in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder un
bewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande
rer Art beeinflusst sein könnten (Urk. 2 S. 2).
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe vor ihrer Erkran
kung in einem Pensum von 60 % als technische Sterilisationsassistentin gearbeitet. Heute wäre sie allerdings in einem Vollzeitpensum erwerbstätig
(Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 4). Im Jahre 2006 habe sie bereits in einem Pensum von 80 % gearbeitet und auch bei der Anmeldung zur Arbeitslosenversicherung habe sie angegeben, eine Tätigkeit in einem Pensum von 80 % zu suchen. Zum damaligen Zeitpunkt seien ihre Kinder drei und 13 Jahre alt gewesen. Der jün
gere Sohn sei zwischenzeitlich 13 Jahre alt. Weshalb heute nicht von einer vol
len respektive zumindest weiterhin von einer 80%igen Erwerbstätigkeit auszu
gehen sei, sei nicht nachvollziehbar. Die
sogenannte Aussage der ersten Stunde sei nicht zu berücksichtigen. Es sei anzunehmen, dass sie bei der Haushaltab
klärung die Frage und die Tragweite nicht richtig erkannt habe (
Urk. 1
S. 6 oben).
3.3
Anlässlich der Haushaltabklärung vom 7. Juli 2015
(vgl. den
Haushalt
abklä
rungs
bericht vom 2
2.
Juli 2015,
Urk.
6/26)
führte die Beschwer
deführerin aus, sie habe in den Jahren 2006 und 2007 jeweils befristet für ein halbes Jahr in einem Pensum von 60 % im
A._
ge
arbeitet, so
wie zuletzt im
Y._
von April 2010 bis Juni 2011 in ei
nem Pensum von ebenfalls 60 % ein Praktikum absolviert. Danach habe sie sich wiederholt schriftlich beworben, jedoch immer Absagen erhalten. Die Unterla
gen seien alle beim Sozialamt
B._
deponiert. Aufgrund der zunehmenden Rückenbe
schwer
den habe sie sich seit zirka ein bis zwei Jahren nicht mehr um eine Stelle bemüht (Urk. 6/26 S. 3 Ziff. 2.3). Ihr Ehemann arbeite seit zirka einem halben Jahr vorwiegend in der Nacht als Taxifahrer, er verdiene zwischen Fr. 5‘000.-
-
und Fr. 6‘000.--. Vorher habe er keine Arbeitsstelle gehabt. Der äl
tere Sohn habe eine Lehre als Elektriker abgeschlossen, gehe jedoch aktuell kei
ner Arbeit nach, er wolle eine zusätzliche Lehre im kaufmännischen Bereich machen (Urk. 6/26 S. 4 Ziff. 2.3.1). Bis vor zirka einem bis zwei Jahren habe sie intensiv nach einer Stelle im Pflegebereich gesucht, jedoch immer Absagen er
halten. Ohne Gesundheitsschaden wäre sie in der Pflege beziehungsweise im Bereich der Sterilisation tätig. Sie wolle etwas dazu verdienen, damit sie die Familie unterstützen könne. Auch bei guter Gesundheit würde sie jedoch kei
nem höhe
ren Pensum als 50-60 % nachgehen wollen, da sie noch den Haushalt zu ver
sorgen habe (Urk. 6/26 S. 4 Ziff.
2.5).
3.4
Aus den bei den Akten liegenden Bewerbungsunterlagen (Urk. 6/34/1-64) ergibt sich, dass sich die Beschwerdeführerin in den Jahren 2009 sowie 2011 bis 2013 ernsthaft und wiederholt um eine Anstellung bemüht hat. Für welches Pensum sie eine Anstellung gesucht hat, ergibt sich aus den Unterlagen
jedoch
nicht, le
diglich das Absageschreiben des
Z._
vom 23. September
2011 bezieht sich auf eine Spontanbewerbung als Mitarbeiterin Sterilisation 60-80 % (Urk. 6/34/43).
Weiter liegt ein
Einzelarbeitsvertrag mit dem
C._
für ein vom 4. April bis 3. Oktober
2006 befristetes Arbeits
verhältnis
vor, welches
ein Pensum von 80 %
umfasste
(Urk. 6/40/1-2)
,
und auch im Rahmen der Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums gab die Beschwerdeführerin
am 28. November
2007
an, eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 80 % zu suchen (Urk. 6/40/3).
Sodann ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass der Ehemann der Beschwerde
führerin bis zirka Ende des Jahres 2014 arbeitslos war
. S
eit zirka Januar 2015
arbeitet er
als Taxifahrer
und
erzielt
dabei ein monatliches Einkommen zwi
schen Fr. 5‘000.-- und Fr. 6‘000.--
(vgl. Urk. 6/26 S. 4 Ziff. 2.3.1).
Aufgrund dessen ist es
plausibel
, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren
2006 bis 2013 vermehrt eine Arbeitsstelle gesucht hat und aus finanziellen Gründen auch ein höheres Pensum in Kauf nehmen musste. Nachdem das Familieneinkommen jedoch durch das Gehalt des Ehemannes sichergestellt ist, erscheint es nachvoll
ziehbar, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr als in einem Pensum von 60 % arbeiten würde. Wie sie selber ausführte, würde sie die Familie unterstützen wollen, jedoch noch
genügend
Zeit haben, um den Haushalt zu versorgen (Urk. 6/26 S. 4 Ziff. 2.5).
3.5
Was die Argumentation der Beschwerdeführerin betrifft, wonach sie bei der Haus
haltabklärung die Frage und deren Tragweite nicht richtig erkannt habe (vorstehend E.
2.2 und 3.2
), ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben im Lebenslauf über gute mündliche Deutsch
kenntnisse verfügt und auch die Abklärungsperson festhielt, die Beschwerde
führerin verfüge über gute mündliche Deutschkenntnisse, entsprechend sei ein Dialog auf Deutsch möglich (Urk. 6/26 S. 1 Ziff. 1).
Zudem absolvierte
die Be
schwerdeführerin in den Jahren 2009 bis 2011 mehrere Weiterbildungen, unter anderem eine Ausbildung zur Technischen
Sterilisationsassistentin
(Urk. 6/4 S. 2).
Dies setzt ebenfalls gute Deutschkenntnisse voraus.
Dem vorliegenden Fall liegt demnach ein
grundsätzlich
anderer Sachverhalt zugrunde als dem von der Beschwerdeführerin zitiert
en Entscheid des Bundesgerichts
, in welchem die Versicherte sehr schlecht Deutsch sprach und auch in der Muttersprache nur über ein eingeschränktes Sprachverständnis verfügte (
Urteil des Bundesgerichts 9C_738/2013 vom 26. Mai 2014 E. 5.3).
Hinzu kommt, dass die Beschwerde
führerin weder in der Stellungnahme zum Vorbescheid vom 6. November 2015 noch in der Eingabe vom 11. Dezember 2015 geltend machte, sie habe die Frage zur hypothetischen Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall
nicht verstanden oder
deren Tragweite im Rahmen der Haushaltabklärung
nicht erkannt (vgl. Urk. 6/39, Urk. 6/41).
Weiter ist zu berücksichtigen, das
s
die Beschwerdeführerin im Jahre 2006 zwar während sieben Monaten in einem Pensum von 80 % tätig war (Urk. 6/40/1),
sie jedoch
später
in den Jahre
n
2007 sowie von April 2010 bis Juni 2011 lediglich in einem
Pensum von 60 % angestellt
war (Urk. 6/25/2, Urk. 6/25/4).
3.6
Insgesamt ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
und gestützt auf die „Aussagen der ersten Stunde“ (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2017 vom 2
6.
Oktober
2017 E.
4.
2.1
)
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch ohne den Gesund
heitsschaden in einem Pensum von 60 % erwerbstätig wäre.
4.
4.1
Beide Parteien gingen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführe
rin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden und dabei überwiegend sit
zenden Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 6 bis 8 kg, ohne häufiges Bücken und Rumpfdrehen, ohne Arbeiten über Kopf sowie ohne Knien, Kauern und Hocken eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % zugemutet wer
den kann (Urk. 1 S. 3, Urk. 6/27 S. 5
). Nachdem sich aus den Akten (vgl. Urk. 6/17/6-10, Urk. 6/19/1-3, Urk. 6/22) keine Hinweise auf eine höhere Rest
arbeitsfähigkeit ergeben, ist im Folgenden bei einer Restarbeitsfähigkeit von maximal 50 % aufgrund eines Einkommensvergleiches der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich zu ermitteln.
Bei
der Ermittlung des
Invaliditätsgrades
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG
ist dieser
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
stellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tur
er
he
bung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sich
tigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt von April 2010 bis Ende Juni 2011
im Rahmen eines von vornherein befristeten Einsatzprogrammes
als Spitalange
stellte in der
D._
(vgl. Urk. 6/25/2).
U
nabhängig vom Eintritt der Invalidität
würde damit dieses Arbeitsverhältnis nicht mehr bestehen
, so dass das
Valideneinkommen
gestützt auf die
Tabellenlöhne
zu berechnen ist.
Das Bundesgericht hat mit
BGE 142 V
178
festgehalten, dass den
LSE
2012
nach Massgabe des bisher Erwogenen für alle Fälle erstmaliger Invalidi
tätsbemessung und auf Neuanmeldung hin nach vorausgegangener rechtskräfti
ger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie im Revisions
verfahren (mit Ent
stehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruches im Jahr
2012
oder später
) Beweiseignung zukommt.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in einem Pensum von 60 % als Sterilisationsassistentin arbeiten würde. Das
Vali
deneinkommen
ist damit gestützt auf den standardisierten Durchschnittslohn in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors zu bestimmen und es ist vom mittleren Lohn für Frauen, die praktische Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen ausführen, auszugehen
.
Dieser belief sich im Jahre 2012 auf mo
natlich Fr. 5‘084.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Ziff. 86-88, Niveau 2), mithin Fr. 61‘008.-- im Jahr (Fr. 5‘084.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
7 Wochenstunden (betriebsübli
che Arbeitszeit nah Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der No
minallohnerhöhung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Frauen, Stand 2012: 2630, Stand 2014: 2673;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Er
werb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung
) ergibt dies für das Jahr
2014
ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 64‘641.-- (Fr. 61‘008.-- : 40 x 41.7 : 2630 x 2673).
Da
davon auszugehen ist, das
s
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in einem Pensum von 60 % arbeitstätig wäre, resultiert damit ein
Valideneinkom
men
in der Höhe von rund Fr. 38‘785.-- (Fr. 64‘641.-- x 0.6).
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Bei
zug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Seit Juli
2011 geht die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, sodass auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die statistischen Löhne gemäss LSE abzustellen ist.
Da
der Beschwerdeführerin eine ganze Reihe behinderungsangepasster Tätigkeiten offen
steht
, ist vom mittleren Lohn für Frauen, die Hilfsarbeiten ausführen, auszugehen. Dieser betrug im Jahre
2012 durchschnittlich Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total, Kompetenzni
veau 1). Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung sowie einer wö
chentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. vorstehend E. 4.2) ergibt dies ein Jahreseinkommen in der Höhe von
rund
Fr. 52‘282.-- (Fr. 4‘112.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2630 x 2673).
Aufgrund ihres Gesundheitszustandes ist der Beschwerdeführerin eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit noch im Umfang von 50 % zumutbar. Das Invaliden
einkommen beträgt demnach insgesamt
rund
Fr. 26‘141.-- (Fr. 52‘282.-- x 0.5).
4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Die Beschwerdeführerin beantragte einen Leidensabzug von 10 %
(Urk. 1 S. 6)
, was den Gegebenheiten des vorliegenden Falles (körperlich leichte, wechselbe
lastende und
überwiegend sitzende Tätigkeit mit weiteren Einschränkungen be
züglich Körperhaltungen und Gewichtsbelastung) angemessen Rechnung trägt.
4.5
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 38‘785.-- (vgl. vorstehend E. 4.2) sowie einem Invalideneinkommen in der Höhe von rund Fr. 23‘527.-- (Fr. 26‘141.-- x 0.9; vgl. vorstehend E. 4.3) ergibt sich somit eine Einkommenseinbusse von Fr. 15‘258.--, was
einer
Einschränkung
im Erwerbsbereich von
39
.3
% ent
spricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 60 % ergibt dies antei
lig einen Invaliditätsgrad von 23
.6
% (39
.3
% x 0.6).
4.6
4.6.1
Der Bundesrat führt im Nachga
ng zum Urteil des Europäischen G
erichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom
2.
Februar 2016 in der Sache Di
Trizio
gegen die Schweiz (Nr. 7186/09) per l. Januar 2018 ein neues Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen ein.
Gemäss Medienmitteilung des Bundesrates vom l. Dezember 2017 sollen neu für die Festlegung des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen die gesundheitli
chen Einschränkungen in der Erwerbstätigkeit und im Aufgabenbereich gleich stark gewichtet werden. Für die Ermittlung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit soll auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit abgestellt werden (vgl.
Art.
27
bis
Abs.
2-4, insbesondere
Abs.
3
, IVV
).
Laut der entsprechenden Übergangsbestimmung sollen für zum Zeitpunkt des Inkrafttretens (l. Januar 2018) laufende
Dreiviertelsrenten
, halbe Renten und
Viertelsrenten
, die in Anwendung der bisherigen gemischten Methode zugespro
chen wurden, einer Revision unterzogen werden. Eine allfällige Erhöhung der Rente erfolgt per l. Januar 201
8.
Für Fälle, in welchen nach bisheriger ge
misch
ter Methode ein rentenausschliessender IV-Grad festgestellt und daher ein Ren
ten
anspruch verneint wurde, ist eine Neuanmeldung nötig. Gemäss den entsprechenden Erläuterungen (III.3 S. 15) entsteht
ein
allfälliger Rentenan
spruch dabei (
Art.
29
Abs.
l IVG
) frühestens sechs Monate nach der Neuanmel
dung.
4.6.2
Das
Sozialversicherunggericht
des Kantons Zürich hat bereits mit Urteilen IV.2016.00548 vom 1
9.
Mai 2017 und IV.2015.00455 vom
8.
Juni 2017 die ge
mischte Methode in der nach Suter/
Leuzinger
modifizierten Handhabung, wel
che
Art.
27
bis
Abs. 3 IVV
entspricht, angewendet. Beide Urteile wurde
n
an das Bundesgericht weitergezogen, wo sie noch hängig sind.
4.6.3
Würde vorliegend das
Valideneinkommen
in Anwendung von neu
Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. a IVV auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet, würde ein
V
ali
deneinkommen
von Fr. 64'641.--
resultieren. Bei einer Differenz von Fr.
41'114.-- (
Fr.
64'
641.-- - Fr. 23'527.-- = Fr. 41'114.--
) ergäbe sich eine Er
werbseinbusse von 63.6
%
beziehungsweise eine (gewichtete;
Art.
27
bis
Abs.
3
l
it
. b
IVV) Ein
schränkung im Erwerbsbereich von 38.2
%
. Würde der gewichtete Teilinvalidi
tätsgrad im Aufgabenbereich von 4.
5 %
(vgl. nachfolgend E. 5.3) hinzugerech
net, resultierte ein rentenbegründender Gesamt
in
validitätsgrad von 42.7
%
.
4.6.4
Angesichts der zwischenzeitlich vom Bundesrat per l. Januar 2018 eingeführten Änderung der Verordnung und der darin enthaltenen Übergangsbestimmung, welche bei einer erfolgten Ablehnung des Rentenanspruchs eine Neuanmeldung sowie einen allfälligen Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Neu
anmeldung vorsieht, und insbesondere angesichts des offe
nen Ausgangs des bundesgerichtl
ichen Verfahrens in oben erwähnter Sache, erscheint ein weite
res Zuwarten bis zum Vorliegen des erwähnten bundesgerichtlichen Urteils und Festhalten an der Rechtsprechung vom 1
9.
Mai 2017 als nicht angebracht.
Vielmehr ist die Sache nach der bisherigen gemischten Methode zu beurteilen, die IV-Stelle jedoch darauf hinzuweisen, dass - würde die neue Berechnungs
methode angewendet - bei im Übrigen unverändertem Sachverhalt (vgl. hierzu jedoch die Einschätzung des RAD vom 1
1.
Mai 2015,
Urk.
6/27 S. 5) ein Ren
tenanspruch resultieren würde. Eine Neuanmeldung zur Überprüfung des Inva
liditätsgrads aufgrund der geänderten gesetzlichen Grundlage erschiene daher nicht abwegig.
5.
5.1
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und
angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Um
fang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
5.2
Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Hauhaltbereich wurde die Beschwer
deführerin am 7. Juli 2015 zu Hause besucht. Der Haushaltsabklärungsbericht vom 22. Juli 2015 (Urk. 6/26)
enthält eine eingehende Abklärung der Wohnver
hältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkei
ten. In Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis (Kreisschreiben für Invali
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH,
Rz
3095) wurden da
rin die Haushaltstätigkeiten in sieben
Aufgaben eingeteilt und anschliessend nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. In der Folge machte sich die Abklärungsperson ein Bild über die örtli
chen und räumlichen Wohnverhältnisse der Beschwerdeführerin und klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung
ab. Die Berichts
texte sind nachvollziehbar begründet sowie angemessen detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berück
sichtigt. Der Abklärungsbericht erfüllt demnach die genannten Kriterien voll
umfänglich, so dass darauf abgestellt werden kann. Zu Recht hat die Beschwer
deführerin denn auch nichts gegen den Bericht vorgebracht (vgl. Urk. 1).
5.3
Gemäss dem Abklärungsbericht vom 22. Juli 2015 kann die Beschwerdeführerin bei der Erledigung der Haushaltsarbeiten auf die Hilfe des Ehemannes sowie der beiden Söhne
, welche im gleichen Haushalt leben, zurückgreifen (Urk. 6/26 Ziff. 6.9),
so dass sich im Haushaltsbereich insgesamt ein
e
Einschränkung
von 11.25 % ergibt (Urk. 6/26 Ziff. 7). Bei einem Anteil des Haushaltsbereiches von 40 % entspricht dies einem gewichteten Teilinvaliditätsgrad von 4.5 % (11.25 %
x 0.4).
6.
Der
Gesamt
in
validitätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinvaliditäts
grade. Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 23
.6
% (vgl. vorstehend E. 4.5) und einem solchen von 4.5 % im Haushaltsbe
reich (vgl. vorstehend E. 5.3) ein Gesamtinvaliditätsgrad von
28.1
%, was kei
nen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet. Die angefochtene Verfügung vom 10. März 2016 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.