Decision ID: 1a1c8d8c-60f3-447c-ade6-766dd74c6768
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Hauptmann A._ (nachfolgend: Antragsteller) stellte am 4. März
2021 beim Kommando Ausbildung der Schweizer Armee (nachfolgend:
Vorinstanz) einen Antrag auf Ausbildungsgutschriften für die Rechnungs-
periode Herbstsemester 2020 und Frühlingssemester 2021 (Studium an
der Universität Zürich; Master in [...] und [...]). Er beantragte unter ande-
rem, dass ihm – anders als in der Verfügung vom 19. Mai 2020 (für das
vorgängige Studienjahr) – ausser den «Studiengebühren» auch die von
der Universität in Rechnung gestellten «obligatorischen Beiträge» ersetzt
würden. In seiner Stellungnahme vom 25. März 2021 hielt er an seiner Auf-
fassung fest, dass die beantragte Kostenübernahme inklusive obligatori-
sche Beiträge gutzuheissen sei.
A.b Mit Verfügung vom 1. April 2021 hiess die Vorinstanz den Antrag teil-
weise gut und anerkannte Kosten für Studien-, Schul- und Kursgebühren
von Fr. 1'440.– (Fr. 720.– pro Semester). Nicht erstattet wurden obligatori-
sche Beiträge von insgesamt Fr. 108.– (Stipendien und Darlehensfonds für
Studierende der Universität Zürich à Fr. 6.50, Bibliotheken und Sammlun-
gen à Fr. 15.–, Studentisches à Fr. 2.50 sowie ASVZ [Akademischer Sport-
verband Zürich]-Beitrag à Fr. 30.–; je Semester). Die Vorinstanz begrün-
dete dies damit, dass die genannten obligatorischen Beiträge nicht Teil der
Kollegiengeldpauschale seien, auch wenn sie obligatorisch seien.
B.
B.a Gegen diesen Bescheid reicht der Beschwerdeführer – vertreten durch
Rechtsanwalt Alessandro Luginbühl – am 6. Mai 2021 beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde ein und beantragt die Aufhebung der Verfügung
und die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz.
Eventuell sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die Sache ma-
teriell im Sinne der Beschwerde zu entscheiden; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz.
B.b In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz an ihrer Auffassung fest,
dass die in Frage stehenden «obligatorischen Beiträge» nicht Studienge-
bühren und damit nicht zu erstatten seien.
B.c In seinen Schlussbemerkungen hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen und seiner Argumentation fest. Die Vorinstanz verzichtet auf eine
weitere Stellungnahme.
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Seite 3
C.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge-
reichten Akten wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung von Beschwerden
gegen Verfügungen der Vorinstanz über den Bezug von Ausbildungsgut-
schriften zuständig (Art. 130 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Armee
und die Militärverwaltung vom 3. Februar 1995 [Militärgesetz {MG},
SR 510.10] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Abs. 1 Bst. d VGG). Das Verfahren
richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung und
durch diese auch materiell beschwert. Er ist damit nach Art. 48 Abs. 1
VwVG zur Beschwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formge-
recht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG)
ist demnach – unter Berücksichtigung der Ausführungen in E. 3.3 – einzu-
treten.
2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens (Art. 49 Bst. a und b VwVG) sowie auf Angemes-
senheit hin (Art. 49 Bst. c VwVG).
3.
3.1 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht
bildet der vorinstanzliche Entscheid. Das Anfechtungsobjekt bildet den
Rahmen, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes be-
grenzt. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was Ge-
genstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Geset-
zesauslegung hätte sein sollen. Streitgegenstand ist in der nachträglichen
Verwaltungsrechtspflege das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der ange-
fochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Anfechtungsobjekt
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und Streitgegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt ange-
fochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen
Teil des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die
nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten
Rechtsverhältnisses zwar wohl zum Anfechtungsobjekt, nicht aber zum
Streitgegenstand. Letzterer darf im Laufe des Beschwerdeverfahrens we-
der erweitert noch qualitativ verändert werden; er kann sich höchstens ver-
engen und um nicht mehr streitige Punkte reduzieren, nicht aber auswei-
ten. Fragen, über welche die erstinstanzliche Behörde nicht entschieden
hat, darf auch die zweite Instanz nicht beurteilen, sonst würde in die funk-
tionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingegriffen. Das bedeutet auch,
dass die Rechtsmittelinstanz im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens in der
Regel die Verfügung nur insoweit überprüfen darf, als sie angefochten ist.
In der Verwaltungsverfügung festgelegte, aber aufgrund der Beschwerde-
begehren nicht mehr streitige Fragen prüft das Gericht nur, wenn die be-
anstandeten Punkte in einem engen Sachzusammenhang mit dem Streit-
gegenstand stehen.
3.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 1. April 2021 wurden dem Be-
schwerdeführer Studiengebühren im Umfang von Fr. 1'440.– zur Vergütung
anerkannt, jedoch die weiter beantragte Vergütung von obligatorischen
Beiträgen im Umfang von Fr. 108.– nicht erstattet, da diese als übrige Aus-
lagen und nicht als erstattungsfähige Studiengebühren betrachtet wurden.
3.3 Der Beschwerdeführer beantragte im Hauptantrag die Aufhebung der
Verfügung und die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung. Unter dem
Titel «Streitgegenstand» führte er aus, dieser bilde eine Verfügung, in wel-
cher ihm die Vergütung von obligatorischen Semesterbeiträgen der Univer-
sität Zürich verweigert worden sei. Auch gestützt auf die weiteren Ausfüh-
rungen in der Beschwerde ergibt sich, dass der Beschwerdeführer einzig
die Frage, ob die obligatorischen Semesterbeiträge zu vergüten seien, the-
matisierte (vgl. Ziff. 3, 13). Nicht gerügt wurde demnach die Zusprache ei-
ner Ausbildungsgutschrift im Umfang von Fr. 1'440.–. Die anerkannten Stu-
diengebühren fallen deshalb nicht unter den Streitgegenstand. Auf die Be-
schwerde ist demnach nur im Umfang des Streitgegenstandes einzutreten.
4.
4.1 Die Militärgesetzgebung sowie Organisation, Ausbildung und Ausrüs-
tung der Armee sind Sache des Bundes (Art. 60 Abs. 1 BV). Gestützt darauf
hat die Bundesversammlung das Militärgesetz erlassen.
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Seite 5
4.2 Gemäss dem auf den 1. Januar 2018 neu in Kraft getretenen, per
1. Juni 2020 aktualisierten Art. 29a Abs. 1 MG kann der Bund Angehörigen
der Miliz für das Absolvieren von Kaderschulen und des praktischen Diens-
tes für die Ausbildung zum Unteroffizier, zum höheren Unteroffizier oder
zum Offizier bis Stufe Stäbe der Truppenkörper einen finanziellen Betrag
gutschreiben, den sie für zivile Ausbildungen beziehen können. Die Ver-
ordnung über die Ausbildungsgutschrift für Milizkader der Armee vom
22. November 2017 (VAK, SR 512.43) – in Kraft ebenfalls seit dem 1. Ja-
nuar 2018 und aktualisiert per 1. Juni 2020 (AS 2020 1549) – definiert die
Anspruchsvoraussetzungen und -dauer, die Maximalbeträge, das Ge-
suchsverfahren sowie die Auszahlungsmodalitäten.
4.3 Gemäss Art. 4 Abs. 1 VAK kann die Ausbildungsgutschrift für zivile Aus-
oder Weiterbildungen bezogen werden, die beruflich orientiert und durch
eine Ausbildungsinstitution in der Schweiz durchgeführt worden sind
(Bst. a); sowie Sprachausbildungen, die durch eine Ausbildungsinstitution
in der Schweiz durchgeführt worden sind (Bst. b). Weiter wird in Abs. 2
ausgeführt, dass die Ausbildungsgutschrift ausschliesslich der Finanzie-
rung von Studien-, Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren diene.
5.
5.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung vom 1. April 2021 – soweit
sie die in Frage stehenden «obligatorischen Beiträge» betraf – wie folgt:
Gemäss Art. 4 Abs. 2 VAK diene die Ausbildungsgutschrift ausschliesslich
der Finanzierung von Studien-, Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren. Nicht
finanziert würden alle übrigen Auslagen im Zusammenhang mit der Aus-
oder der Weiterbildung, wie Literatur, Lebenshaltungskosten, Transporte,
Miete oder Kauf von Werkzeugen, Instrumenten, Geräten oder weiteren
Anschaffungen (vgl. Erläuterungen vom 24. Oktober 2017; abrufbar unter:
< https://www.vtg.admin.ch/de/karriere/bildungslandschaft-und-armee/-
ausbildungsgutschrift.html >). Per 1. Januar 2020 sei zudem die Praxis ver-
schärft worden, weil die Kostenrückerstattung von Literatur nach Art. 4
Abs. 2 VAK nicht der Absicht des Gesetzgebers entsprochen habe und
deshalb nicht rechtswirksam gewesen sei. Gestützt auf Art. 2 Abs. 1 Bst. a
der Verordnung über die Studiengebühren an der Universität Zürich seien
die obligatorischen Beiträge – enthaltend Mitgliederbeiträge für Bibliothe-
ken und Sammlungen, Akademischer Sportverband, Stipendien und Dar-
lehensfonds für Studierende der Universität Zürich sowie Studentisches –
eindeutig nicht Teil der Kollegiengeldpauschale von Fr. 720.– pro Semes-
ter, auch wenn sie obligatorisch seien. Die obligatorischen Beiträge seien
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als übrige Auslagen zu behandeln und könnten deshalb nicht finanziert
werden.
5.2 Der Beschwerdeführer argumentierte in seiner Beschwerde, die Vor-
instanz habe den Begriff «Studien-, Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren»
nicht gemäss dem Willen des Gesetzgebers ausgelegt und damit ihr Er-
messen falsch ausgeübt. Ihre Rechtsauffassung sei weder mit Art. 29a MG
noch mit Art. 4 Abs. 2 VAK vereinbar. Gemäss Wortlaut verwende die Uni-
versität Zürich den Begriff «Studiengebühren» als Unterkategorie der «Ge-
bühren und Beiträge für das Studium». Er verwies weiter auf die an ande-
ren Deutschschweizer Universitäten verwendeten Begriffe für die universi-
tären Gebühren, die nicht einheitlich verwendet würden. Da die Begrifflich-
keiten im Einzelfall unterschiedlich verwendet würden, habe dies eine nicht
zu rechtfertigende Ungleichbehandlung der anspruchsberechtigten Miliz-
kader zur Folge. In teleologischer Auslegung sei der Sinn und Zweck der
militärischen Ausbildungsgutschrift, das Absolvieren von militärischen Ka-
derschulen attraktiver zu machen. Damit könnten nicht bestimmte, obliga-
torische und für die Immatrikulation relevante Gebühren ausgeschlossen
werden. In systematischer Hinsicht bestehe hinsichtlich der obligatorischen
Beiträge keine Missbrauchsgefahr, dass diese für nicht mit der Ausbildung
verbundene Anschaffungen missbraucht werden könnten. Schliesslich er-
gebe sich auch aus dem Sprachvergleich mit der französischen und der
italienischen Version der Verordnung («émoluments pour études» resp.
«tasse universitarie»), dass der Begriff Studiengebühren weit – und nicht
gemäss der Vorinstanz – eng auszulegen sei.
5.3 Vernehmlassungsweise hielt die Vorinstanz an ihrer Auffassung fest.
Zum Begriff der Studiengebühren führte sie aus, das Wort Studiengebühr
könne dem allgemeinen Sprachgebrauch zugeordnet werden. Entgegen
der Ansicht des Beschwerdeführers sei der Begriff aber im Sprachvergleich
nicht weit auszulegen. Sie verwies dazu auf die Definition des Begriffs in
Art. 12 Abs. 3 Bst. c des Bundesgesetzes über die Förderung der Hoch-
schulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich vom
30. September 2011 (Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz,
HFKG; SR 414.20). Die im Streit liegenden obligatorischen Semesterbei-
träge würden für Mitgliederbeiträge für Bibliotheken, für den Akademischen
Sportverband, für die Stipendien und Darlehensfonds für Studierende der
Universität Zürich sowie für Studentisches erhoben. Nach dem gesetzge-
berischen Willen in Art. 4 Abs. 2 VAK reiche der blosse Zusammenhang
der Auslage mit der Aus- oder Weiterbildung nicht für eine Finanzierung
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aus, der Zusammenhang müsse ein unmittelbarer sein. Die genannten Bei-
träge dienten jedoch nicht unmittelbar der Ausbildung, seien damit als «üb-
rige Auslagen» zu qualifizieren und damit nicht zu erstatten. Die Unter-
scheidung von Studiengebühren und obligatorischen Beiträgen ergebe
sich auch klar aus dem Zulassungsreglement der Universität Zürich.
5.4 In seinen Schlussbemerkungen hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er wiederholte, der offene Rechtsbegriff der «Studien-,
Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren» sei auslegungsbedürftig. Es sei zu
berücksichtigen, dass die verschiedenen Ausbildungsinstitute ihn unter-
schiedlich verwendeten. Ein Abstellen auf die Vielzahl von Verständnissen
des Begriffs führe zu einer Ungleichbehandlung der Anspruchsberechtig-
ten und lasse sich mit dem Gebot der Rechtsgleichheit nicht vereinbaren.
Daher sei der Begriff jedenfalls soweit auszulegen, dass er jene Beiträge
umfasse, die nachweislich in direktem Zusammenhang mit der Zulassung
vom Studium oder dessen Fortsetzung stehe; das heisse, dass dies auch
für Beiträge gelte, die von der Universität erhoben und Voraussetzung für
die (fortgesetzte) Immatrikulation bilden würden. Entscheidend sei, dass
der Begriff einheitlich angewendet werde. Auch was den dargelegten Spra-
chenvergleich betreffe, habe die Vorinstanz gegen seine Darlegung, der
Begriff sei weit auszulegen, nichts entgegenzusetzen. Daran ändere auch
nichts, dass der im italienischen Text verwendete Begriff «tasse universita-
rie» auch in einem Bundesgesetz verwendet werde. Zudem stehe der Ver-
weis auf das HFKG im Widerspruch zu ihrer Behauptung, wonach die VAK
auf die jeweiligen Begriffe der Ausbildungsinstitute und nicht auf einen fes-
ten Begriff des Bundesrechts abstelle.
Zum Begriff der obligatorischen Semesterbeiträge hält er entgegen, dass
die Ausbildungsgutschrift für die Kosten einer zivilen Aus- und Weiterbil-
dung bezogen werden könne. Der verwendete Begriff «Kosten» zeige,
dass es nicht darauf ankommen könne, ob es sich um Gebühren oder Bei-
träge handle, beides seien Kosten der Ausbildung. Auch werde durch die
enge Auslegung der Vorinstanz das verfolgte Ziel der zivilen Aus- und Wei-
terbildung untergraben, was gegen höherrangiges Recht verstosse. Es
treffe zwar zu, dass gemäss Art. 4 Abs. 2 VAK Ausbildungsgutschriften nur
zur Finanzierung von Studien-, Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren diene,
indes in der beispielhaften Aufzählung der Abgrenzung gerade diejenigen
Kosten fehlten, deren Abgrenzung am meisten Schwierigkeiten bereite.
Dies deute darauf hin, dass die hier in Frage stehenden Beiträge zu über-
nehmen seien. Der geforderte «unmittelbare» Zusammenhang bestehe im
Fall von obligatorischen Semestergebühren. Sie seien Voraussetzung für
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die Zulassung. Weiter sei es in systematischer Hinsicht, im Hinblick auf die
grundsätzlich zur Verfügung stehenden Ausbildungsbeiträge pro Person in
seinem Rang (Anspruch auf Fr. 11'300.– als Hauptmann in der Funktion
Einheitskommandant), mit einem Universitätsstudium inklusive Doktorat
für höhere Kader gar nicht möglich, den verfügbaren Betrag auszuschöp-
fen. Die rigide Kostenübernahmepraxis entspräche damit nicht dem Willen
des Gesetzgebers. Die Summe der Ausbildungsbeiträge seien gedeckelt
und wenn keine Möglichkeit dafür bestehe, die Ausbildungsgutschrift aus-
zuschöpfen, bestehe auch kein Anreiz, solche höheren militärischen Grade
anzustreben. Genau dies sei aber der Sinn und Zweck der militärischen
Ausbildungsgutschrift. Aufgrund der Deckelung bestehe keine Gefahr,
dass mit einer grosszügigen Praxis die Kosten ins Uferlose steigen würden.
Der Anreiz bestehe ja gerade darin, dass sie unkompliziert gewährt werde
und der Anspruchsberechtigte nicht um jeden Franken kämpfen müsse.
6.
Umstritten und vom Bundesverwaltungsgericht zu beurteilen ist, ob die in
Frage stehenden «obligatorischen Beiträge» von insgesamt Fr. 54.– pro
Semester als zu erstattende Studien-, Schul-, Kurs- und Prüfungsgebühren
gemäss Art. 4 Abs. 2 VAK zu betrachten sind, wie der Beschwerdeführer
ausführt, oder ob die entsprechenden Beiträge als übrige Auslagen nicht
erstattungsfähig sind, wie die Vorinstanz argumentiert.
6.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der massgeblichen
Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen
möglich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht
werden, wobei alle Auslegungselemente zu berücksichtigen sind (Metho-
denpluralismus). Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung,
die dem Text zugrunde liegenden Wertungen sowie den Sinn, der einer
Norm im Kontext zukommt, an. Die Entstehungsgeschichte ist zwar nicht
unmittelbar entscheidend, dient aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm
zu erkennen. Namentlich zur Auslegung neuerer Texte, die noch auf wenig
veränderte Umstände und ein kaum gewandeltes Rechtsverständnis tref-
fen, kommt den Materialien eine besondere Bedeutung zu. Vom Wortlaut
darf abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür bestehen, dass er
nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Sind mehrere Auslegun-
gen möglich, ist jene zu wählen, die der Verfassung am besten entspricht.
Allerdings findet auch eine verfassungskonforme Auslegung ihre Grenzen
im klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung (vgl. BGE 147 V
79 E. 7.3.1, 140 II 415 E. 5.4, je m.H., sowie bspw. 147 II 25 E. 3.3 m.H.).
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6.2 Hinsichtlich des Wortlauts in Art. 4 Abs. 2 VAK «... dient ausschliesslich
der Finanzierung von Studien-, ...-gebühren», «... servent uniquement à
financer les émoluments pour études, ...» «serve esclusivamente a finan-
ziare le tasse universitarie, ...» kann nicht abschliessend beurteilt werden,
ob damit Studiengebühren im engeren Sinne, das heisst, nur die Kosten
des Studiums per se, wie die Vorinstanz ausführt, oder Gebühren für das
Studium im weiteren Sinne (inkl. für die Immatrikulation obligatorische wei-
tere Gebühren resp. Beiträge) gemeint sind, wie der Beschwerdeführer ar-
gumentiert. Insbesondere der italienische Text spräche für eine weite Aus-
legung des Begriffs «Studiengebühren», wobei die obligatorischen Bei-
träge dazugehören würden. Da der Wortlaut sich demnach nicht als klar
erweist, ist der Begriff mittels weiterer Auslegungsmethoden zu ermitteln.
6.3
6.3.1 Die «Ausbildungsgutschrift» («indemnités de formation», «contributo
per la formazione») wurde im Rahmen der Änderung des Militärgesetzes
vom 18. März 2016 (AS 2016 4282) in Art. 29a Abs. 1 MG neu eingeführt
und regelt im Grundsatz, dass Angehörigen der Miliz ein finanzieller Aus-
bildungsbeitrag für die persönliche berufliche Ausbildung gutgeschrieben
werden kann. Der Wille des Gesetzgebers beim Erlass von Art. 29a MG
war es, Anreize für die Rekrutierung von zukünftigen Kaderangehörigen zu
schaffen und im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft bestehen zu können
(vgl. Amtliches Bulletin [AB] 2015 S 268 f., Voten KUPRECHT und MAURER;
vgl. Urteil BVGer A-3015/2019 vom 20. April 2020 E. 5.2).
6.3.2 In den Ausführungen zur Verordnung der Ausbildungsgutschrift für
Milizkader der Armee vom 24. Oktober 2017, welche in Umsetzung von
Art. 29a MG per 1. Januar 2018 in Kraft trat, wird der Finanzierungszweck
der Ausbildungsgutschrift in Art. 4 Abs. 2 VAK erläutert. Demnach dienten
Ausbildungsgutschriften der Finanzierung von Studien-, Schul-, Kurs- und
Prüfungsgebühren. Nicht finanziert würden alle übrigen Auslagen im Zu-
sammenhang mit der Aus- oder der Weiterbildung, wie Lebenshaltungs-
kosten, Transporte, Miete oder Kauf von Werkzeugen, Instrumenten, Ge-
räten oder weiteren Anschaffungen. Nachweislich mit der Aus- und Weiter-
bildung verbundene Kosten für erforderliche Literatur seien aber bezugs-
berechtigt.
Aus den Erläuterungen zur Änderung der VAK vom 22. April 2020 im Hin-
blick auf die Änderung per 1. Juni 2020 (vgl. < https://www.vtg.admin.ch/-
de/karriere/bildungslandschaft-und-armee/ausbildungsgutschrift.html >,
abgerufen am 17.05.2022) geht im Wesentlichen hervor, dass aufgrund der
https://www.vtg.admin.ch/de/karriere/bildungslandschaft-und-armee/ausbildungsgutschrift.html https://www.vtg.admin.ch/de/karriere/bildungslandschaft-und-armee/ausbildungsgutschrift.html
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Seite 10
bisher in der Praxis gemachten Erfahrungen die unterstützten Aus- und
Weiterbildungen neu definiert würden und kleinere Anpassungen bezie-
hungsweise Präzisierungen vorzunehmen seien. Die entscheidende Ände-
rung ergebe sich dadurch, dass gemäss angepasstem Art. 29a MG die
Ausbildungsgutschrift neu auch an Unteroffiziere ausgerichtet werden
könne (vgl. Art. 1 und Art. 2 VAK). Zum hier interessierenden Art. 4 VAK
wird zu Abs. 1 ausgeführt, dass vor dem Hintergrund, dass die Armee wei-
terhin Mühe habe, genügend geeignete Kader auf unterer Stufe zu gewin-
nen, die Ausbildungsgutschrift die Attraktivitätssteigerung der militärischen
Kaderlaufbahn bezwecke. Die seit dem Inkrafttreten der VAK in der Praxis
gemachten Erfahrungen hätten gezeigt, dass die unterstützten Aus- und
Weiterbildungen in Art. 4 Abs. 1 VAK zu eng definiert seien. Nach der Re-
gelung seit 1. Januar 2018 setze der Bezug der Ausbildungsgutschrift
grundsätzlich voraus, dass die zivile Aus- oder Weiterbildung zu einem eid-
genössisch oder kantonal anerkannten Abschluss führe. Das führe dazu,
dass in vielen Fällen die Ausbildungsgutschrift trotz absolvierter ziviler Aus-
und Weiterbildung nicht bezogen werden könne. Neu würden deshalb alle
Aus- und Weiterbildungen als unterstützungswürdig betrachtet, die beruf-
lich orientiert seien. Damit könne die Ausbildungsgutschrift ihren Zweck,
die Attraktivität der militärischen Laufbahn zu steigern, vollumfänglich er-
füllen.
6.3.3 In Umsetzung des gesetzgeberischen Willens finden sich im aktuel-
len Flyer der Schweizer Armee «Deine Chance – unsere Armee!» (2021)
unter dem Titel «Deine Zukunft – unsere Investition» folgende Ausführun-
gen: «Du hast Grosses vor? Wir investieren auch in deine zivile Aus- und
Weiterbildung! Wenn du als Kader zusätzliche Verantwortung übernimmst,
profitierst du von einer finanziellen Unterstützung. Je nach Dienstgrad und
Ausbildungszeit erhälst du eine Gutschrift, welche du individuell für deine
zivile Aus- und Weiterbildung einsetzen kannst.» (vgl.< https://www.vtg.ad-
min.ch/de/armee/service/suche.detail.publication.html/vtg-internet/de/pub-
lications/broschueren-flyer/83_246_d_Flyer_Deine_Chance_Unsere_Ar-
mee_2021_web_es.pdf.html >; abgerufen am 11.05.2022).
6.3.4 Als Sinn und Zweck der per 1. Januar 2018 geschaffenen Ausbil-
dungsgutschrift (resp. «indemnités de formation», «contributo per la forma-
zione») gemäss Art. 29a MG ergibt sich demnach, dass die auszuzahlen-
den Ausbildungsgutschriften einen Anreiz für Milizkader bilden, um die mi-
litärische Laufbahn der Armee attraktiver zu machen und genügend geeig-
nete Kader zu gewinnen, dies in Konkurrenz zur Privatwirtschaft. Gestützt
auf die Ausführungen zu den Anpassungen per 1. Juni 2020 ergibt sich
https://www.vtg.admin.ch/de/armee/service/suche.detail.publication.html/vtg-internet/de/publications/broschueren-flyer/83_246_d_Flyer_Deine_Chance_Unsere_Armee_2021_web_es.pdf.html https://www.vtg.admin.ch/de/armee/service/suche.detail.publication.html/vtg-internet/de/publications/broschueren-flyer/83_246_d_Flyer_Deine_Chance_Unsere_Armee_2021_web_es.pdf.html https://www.vtg.admin.ch/de/armee/service/suche.detail.publication.html/vtg-internet/de/publications/broschueren-flyer/83_246_d_Flyer_Deine_Chance_Unsere_Armee_2021_web_es.pdf.html https://www.vtg.admin.ch/de/armee/service/suche.detail.publication.html/vtg-internet/de/publications/broschueren-flyer/83_246_d_Flyer_Deine_Chance_Unsere_Armee_2021_web_es.pdf.html
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ferner, dass die Voraussetzungen, Ausbildungsgutschriften zu erhalten, in
der ersten Fassung der Verordnung eher als zu eng gefasst erachtet und
deshalb weiter gefasst wurden, dies hinsichtlich der Art der Aus- bezie-
hungsweise Weiterbildung. Weiter wurde die Möglichkeit, Ausbildungsgut-
schriften zu erhalten, auch auf Unteroffiziere (Wachtmeister) ausgedehnt.
6.4 Konkret hinsichtlich des Umfangs der Ausbildungsgutschrift im Beson-
deren – was vorliegend umstritten ist – ergibt sich hier Folgendes.
6.4.1 Der Beschwerdeführer führte zu Recht aus, schon die verschiedenen
Universitäten der Deutschschweiz würden den Begriff «Studiengebühren»
unterschiedlich handhaben. Die Universität Bern unterscheide zwischen
den Begriffen für die universitären Gebühren. Bei der Universität Basel
werde der Begriff der «Studiengebühren» als Oberbegriff für «Semester-
gebühren» und «übrige Gebühren» verwendet. An der Universität Luzern
würden «Studiengebühren» ebenfalls als Oberbegriff bezeichnet.
Was die hier interessierende Universität Zürich betrifft, enthält die Rech-
nung über die Semestergebühren gemäss § 15 Abs. 1 Zulassungsregle-
ment (ZR) für die Immatrikulation: «a) die Studiengebühr gemäss Verord-
nung über die Studiengebühren an der Universität Zürich (...), b) obligato-
rische Semesterbeiträge gemäss Anhang zu diesem Reglement, c) freiwil-
lige Semesterbeiträge gemäss Angabe in der Bewerbung und d) den Mit-
gliederbeitrag VSUZH gemäss Angabe in der Bewerbung». Demnach
ergibt sich, dass an der Universität Zürich die für die Immatrikulation vor-
ausgesetzten Semestergebühren sowohl Studiengebühren wie auch obli-
gatorische Semesterbeiträge enthalten.
6.4.2 Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich (nachfolgend: VG ZH)
führte in zwei Urteilen in den Jahren 2000 und 2012 zu den Rechtsgrund-
lagen für die Erhebung von universitären Studiengebühren an der Univer-
sität Zürich aus, zur Kollegiengeldpauschale für Studierende je Semester
kämen noch Semesterbeiträge an den Akademischen Sportverband Zü-
rich, an die Unfallkasse und zur Finanzierung von studentischen Anlässen
hinzu (vgl. Urteil des VG ZH vom 30. Oktober 2000, VB.1999.00351 E. 5a);
respektive zur Semestergebühr kämen noch die Beiträge für alle Immatri-
kulierten (Stipendienkasse, Bibliotheken und Sammlungen, Akademischer
Sportverband und Studentisches; vgl. VG ZH vom 20. September 2012,
AN.2012.00003 E. 3.3.2). Entsprechend den Urteilen ist zu schliessen,
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dass das VG ZH ohne Zweifel die obligatorischen Beiträge an die Univer-
sität zu den obligatorischen Semestergebühren als Voraussetzung für die
Immatrikulation zählt.
6.4.3 Dem Schlussbericht der B, S, S., Volkswirtschaftliche Beratung AG,
Basel, zu den Studiengebühren an den Hochschulen in der Schweiz vom
6. Dezember 2019 (vgl. < https://www.sbfi.admin.ch › sbfi › schlussbe-
richt_d >, abgerufen am 12.05.2022) ist zu entnehmen, dass die Gebühren
an Hochschulen in der Schweiz zwischen Fr. 400.– und rund Fr. 6'500.–
(öffentliche Hochschulen: Fr. 400.– bis Fr. 2’000.–) pro Semester betragen.
Den überwiegenden Teil der Gebühren machten Studiengebühren aus,
weiter gebe es teilweise zusätzliche Gebühren, die obligatorisch seien.
Eine klare Abgrenzung zwischen Studiengebühren und Gebühren insge-
samt sei nicht immer möglich (vgl. S. 7). Aus dem Anhang 4, Gebühren,
ergeben sich bei den öffentlichen Hochschulen Studiengebühren für Bil-
dungsinländer zwischen Fr. 435.– respektive Gebühren insgesamt pro Se-
mester von 500.– (Universität Genf) und 2'000.– (Università della Svizzera
italiana [USI]). Gemäss der Auswertung entsprechen die Studiengebühren
an den Universitäten Lausanne, Basel, Fernuniversität und USI den Ge-
bühren insgesamt pro Semester, während die Universitäten Genf, Neuen-
burg, Zürich, Bern, Luzern, Freiburg, St. Gallen, EPFL und ETHZ zwischen
Studiengebühren und Gebühren insgesamt unterscheiden.
6.5 Aus diesen Erwägungen ergibt sich in erster Linie, dass der Gesetzge-
ber mit der Ausbildungsgutschrift eine Unterstützung für Kader der Miliz
geschaffen hat, um die Attraktivität einer militärischen Kaderlaufbahn zu
fördern. Da sich zeigte, dass die ursprüngliche Beschränkung auf eidge-
nössisch oder kantonal anerkannte Berufe, Abschlüsse und Schulen zu
eng definiert war und die Ausbildungsgutschrift in vielen Fällen von den
betroffenen Kadern nicht bezogen werden konnte, wurde die Anspruchs-
möglichkeit per 1. Juni 2020 allgemein auf die beruflich orientierte Aus- und
Weiterbildung erweitert, soweit diese durch eine Ausbildungsinstitution in
der Schweiz durchgeführt worden ist (vgl. Erläuterungen zur VAK-Ände-
rung vom 22.04.2020; Art. 4 Abs. 1). Zur Verfügung stehen aktuell jeweils
grundsätzlich Ausbildungsgutschriften von Fr. 3'000.– (Wachtmeister im
Allgemeinen) und Fr. 11'300.– (Hauptmann in der Funktion Einheitskom-
mandant; vgl. Art. 2 Abs. 1 VAK).
6.6 Weiter kann festgehalten werden, dass die verschiedenen öffentlichen
universitären Ausbildungsinstitute in der Schweiz die Voraussetzungen
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zum Studium unterschiedlich definieren und namentlich die verlangten ob-
ligatorischen Gebühren als Voraussetzung für die Immatrikulation teilweise
als Studiengebühren insgesamt betrachten und teilweise zwischen Stu-
diengebühren und weiteren obligatorischen Gebühren unterscheiden. Was
die hier betroffene Universität Zürich angeht, unterscheidet sie bei den für
die Immatrikulation vorausgesetzten Semestergebühren zwischen Stu-
diengebühren und weiteren obligatorischen Beiträgen. Das Verwaltungs-
gericht des Kantons Zürich ging in zwei Urteilen zu Studiengebühren der
Universität Zürich davon aus, dass die «obligatorischen Beiträge» Teil der
für das Studium obligatorisch zu entrichtenden Gebühren seien (vgl.
E. 6.4.2).
6.7 In Berücksichtigung des Zwecks der Ausbildungsgutschrift (Anreiz,
eine Ausbildung zu absolvieren), der dafür vorhandenen Budgets, der be-
schriebenen Schwierigkeit, überhaupt eine Ausbildungsgutschrift beziehen
zu können, und im Hinblick darauf, dass die hier interessierenden verschie-
denen öffentlichen universitären Schweizer Ausbildungsinstitutionen den
Begriff der Studiengebühren unterschiedlich definieren, ergibt sich für das
vorliegende Verfahren, dass unter dem Begriff der «Studiengebühr» ge-
mäss Art. 4 Abs. 1 VAK die Gebühr zu verstehen ist, die für die Zulassung
zum Studium durch die Universität und die Voraussetzung zur weiteren Im-
matrikulation erhoben wird. Demnach sind die von der Universität Zürich
als «obligatorische Beiträge» in Rechnung gestellten Gebühren als Teil der
Semester- respektive Studiengebühren zu betrachten. Dies entspricht
auch dem Wortlaut in der italienischen Fassung von Art. 4 Abs. 1 VAK
(«tasse universitarie»). Der Auffassung der Vorinstanz, wonach der Begriff
Studiengebühren dem allgemeinen Sprachgebrauch zugeordnet und im
Ergebnis je nach dessen Ausgestaltung in der jeweiligen Ausbildungsinsti-
tution zu entschädigen sei, kann nicht gefolgt werden.
Soweit die Vorinstanz argumentiert, die obligatorischen Beiträge der Uni-
versität Zürich stünden nicht in einem genügenden Zusammenhang zur
beruflichen Ausbildung des Beschwerdeführers, ist dem zu widersprechen.
Insbesondere die Bibliotheksnutzung steht in einem sehr engen Zusam-
menhang zum Studium. Was die weiteren Anteile der in Rechnung gestell-
ten «obligatorischen Beiträge» betrifft, fallen diese unter den Universitäts-
betrieb und sind – da für die Zulassung zum Studium vorausgesetzt – auch
Teil der beruflichen Ausbildung. Im Übrigen lassen sich die obligatorischen
Beiträge – wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführt – auch nicht unter
die aufgezählten Ausschlusskriterien gemäss den Erläuterungen vom
24. Oktober 2017 subsumieren, da sie weder als Lebenshaltungskosten,
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noch als Transporte, Miete oder Kauf von Werkzeugen, Instrumenten, Ge-
räten oder weiteren Anschaffungen oder Ähnliches betrachtet werden kön-
nen.
6.8 Zusammenfassend ist die Beschwerde begründet und deshalb gutzu-
heissen, soweit darauf einzutreten ist. Die angefochtene Verfügung erweist
sich dahingehend als bundesrechtswidrig, als obligatorische Beiträge als
Anteil des Anspruchs auf die Ausbildungsgutschrift für die Rechnungsperi-
ode Herbstsemester 2020 und Frühlingssemester 2021 von je Fr. 54.–, ins-
gesamt Fr. 108.–, nicht anerkannt wurden. Die angefochtene Verfügung
wird dahingehend aufgehoben und die Vorinstanz wird angewiesen, den
Kontostand des Beschwerdeführers gemäss den Erwägungen zu korrigie-
ren und ihm den offenen Betrag von Fr. 108.– auszubezahlen.
7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs.1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Dem obsie-
genden Beschwerdeführer sind demnach keine Verfahrenskosten aufzuer-
legen. Der am 26. Mai 2021 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.– ist
ihm nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf ein von ihm zu bezeich-
nendes Konto zurückzuerstatten.
Der unterliegenden Vorinstanz werden keine Verfahrenskosten auferlegt
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).
7.2 Der obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss
Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-
schädigung. Da keine Kostennote eingereicht wurde, sind die notwendigen
Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vor-
liegend erachtet das Bundesverwaltungsgericht – unter Berücksichtigung
des notwendigen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streit-
sache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Beschwerde-
verfahrens – eine Parteientschädigung von Fr. 3’000.– (inkl. Auslagen) als
angemessen.
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