Decision ID: 6576683c-8deb-4f79-92fb-837b01da0d39
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1967, war seit August 2014 bei der Y._ AG als Sachbearbeiter Spedition angestellt und damit bei der Suva ver
sichert, als
er
sich am 17. Mai 2015 beim Joggen eine Knieverletzung zuzog (Urk. 9/1).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leis
tungen
mit Verfügung vom
25. November 2015 per 1. Juli 2015 ein (Urk. 9/36).
Die vom zuständigen Krankenversicherer erhobene Einsprache (Urk. 9/40) wurde
am 13. Januar 2016 wieder zurückgezogen (Urk. 9/44). Die vom Versicherten a
m 16. Dezember 2015 erhobene Einsprache (Urk. 9/37) wies die Suva am 30. Juni 2016 ab (Urk. 9/56 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 28. Juli 2016 Beschwerde (Urk. 1) gegen den Ein
spracheentscheid vom 30. Juni 2016 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, dieser
sei aufzuheben und die Suva sei zur Erbringung der gesetzlichen Leistungen auch
über den 30. Juni 2015 hinaus zu verpflichten.
Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2016 (Urk. 8) beantragte die Suva
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 26. Septe
m
ber 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getre
tene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
grün
d
ung eines Leistungs–anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhn
lichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate
, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Stat
us quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht
publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dah
in
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Ge
sund
heitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 36
3 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlen
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chen
de Beweis
last – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausa
l
zusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b,
1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bun
desge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kos
ten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
F
ür einen behaupteten Wegfall der Kausali
tät aufgrund des Erreichens des Status quo sine (oder allenfalls des Status quo ante) trägt der Unfall
ver
sicherer die Beweislast (
Urteil des Bundesge
richts
8C_901/2009
vom 14. Juni 2010 = SVR 2011 UV Nr. 4
E. 3.2
). Im So
zialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast in
sofern, als im Falle der Beweis
losig
keit der Ent
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ab
leiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund ei
ner Beweiswürdigung einen Sach
ver
halt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, gemäss den kreisärztlichen Beurteilungen vom 22. Juli und 28. August 2015 sei spätestens am 30. Juni 2015 ein
Status quo sine erreicht gewesen. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwerden seien nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit in Zusammenhang mit dem Bagatelltrauma zu sehen. Wesentlich wahr
scheinlicher handle es sich hier um degenerative Veränderungen, wie im Mag
net
resonanztomogramm und im Operationsbericht beschrieben (S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, er sei n
ach seinem Sportunfall vom 1
7.
Mai 2015 am
1.
Juli 2015 wegen eines kom
plexen Risses am Meniskus operiert worden. Die Suva weigere sich, weitere Behandlungskosten zu übernehmen, obwohl
Dr. Z._
bescheinigt habe, dass die Operation unfallbedingt erfolgt sei
(Urk. 1)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, ob die Leistungseinstellung per 1. Juli 2015 rechtens ist.
3.
3.1
Im Folgenden ist
daher anhand des massgebenden medizinischen Sachver
halts zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf das linke Kniege
lenk des Beschwerdeführers zu Recht von einem Erreichen des Status quo ant
e vel sine am 1. Juli 2015 ausgegangen ist, und ob sie die Versiche
rungs
leis
tung
en für die Unfallfolgen im Bereich des linken Kniegelenks zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt hat.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie,
berichtete am
1
8. Juni
2015
über die gleichentags durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRT) des linken
Kniegelenks
(
Urk.
9/15)
und führte aus, es bestünden ein
komplexer Riss am medialen Meniskushinterhorn sowie
am
Übergang Pars intermedia
, eine l
eicht
gradige mediale Gonarthrose
sowie ein m
ässiggradiger Gelenkserguss.
Die Bänder seien i
ntakt
.
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin, berichtete am 23. Juni
2015 (
Urk.
9/14)
und nannte initial die klinische Diagnose einer medialen Seitenbandzerrung am linken Knie, eine posttraumatische Lumbalgie im Sinne einer Distorsion. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 18. Mai 2015 bis voraussichtlich Ende Juni 2015.
3.4
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
berichtete am
29. Juni und am 2. Juli 2015 (Urk. 9/21) und führte aus, dass ihm der Beschw
er
deführer von Dr. B._ zugewiesen worden sei. Der Beschwerdeführer sei beim Joggen über einen Stein gestolpert und habe dabei eine Knieverdrehung links erlitten. Wegen persistierender Beschwerden sei ein MRI durchgeführt
worden. Dies zeige einen komplexen medialen Meniskusriss. Gleichzeitig bestehe
eine bekannte Lumbago, welche sich aber erholt habe. Klinisch bestehe keine grosse Schwellung und sicher kein Erguss. Bei der vollen Überstreckung und bei der Rotation habe der Beschwerdeführer Schmerzen im medialen Kompartiment. Es bestehe ein klarer medialer Meniskusriss am linken Kniegelenk. Die Arthros
kopie sei sicher unumgänglich. Diese werde baldmöglichst eingeleitet.
3.5
Dr. Z._ berichtete am 7. Juli
2015 (
Urk.
9/25)
über die am 1. Juli 2015
durchgeführte arthroskopische mediale und laterale Teilmeniskektomie, Knorpel-
Débridement mediales Tibiaplateau und die Plica-Entfernung links. Er führte aus, dass der mediale Meniskus im Hinterhorn eine Radiärrisszone mit multiplen zusätzlichen Läsionen beziehungsweise Unregelmässigkeiten der freien Ränder dort zeige. Es scheine zusätzlich noch eine horizontale Rissbildung vorhanden. Es bestünden schöne Knorpelverhältnisse femoral im lateralen Kompartiment, wobei tibial leichte Unregelmässigkeiten bestünden. Der laterale Meniskus sei zentral ausgefranst und ausgedünnt bei sonst intakter Grundsubstanz.
3.6
K
reisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
nahm am
22. Juli
2015
Stellung
(
Urk.
9/23)
und führte aus, e
in Sturz auf das Knie habe nie statt
gefunden, hierfür fehle ein adäquates Knochenmarkssignal. Ebenso habe kein Distorsionstrauma stattgefunden, der Bandapparat zeige sich im MRI völlig unauf
fällig. Das MRI zeige jedoch deutliche degenerative Veränderungen und diese würden auch im OP-Bericht bestätigt. Der stat
us quo sine sei somit am 30. Juni 20
15 wieder erreicht.
3.7
Kreisarzt Dr. C._
nahm am
2
8. August
2015
erneut Stellung
(
Urk.
9/32)
und führte aus, dass das MRI vier Wochen nach dem Unfall keinerlei Knochen
mark
ödem zeige, was als adäquates Signal bei dem heftigen Aufschlag, wie vom Be
schwerdeführer beschrieben, zwingend bestehen müsste. Ein Distorsionstrau
ma könne ebenso ausgeschlossen werden, da der Bandapparat völlig unauffällig sei. Beim Erstbefund von Dr. B._ würden keinerlei Prellmarken oder Hautab
schürfungen im Kniebereich beschrieben. Im Operationsbericht von Dr. Z._ würden eindeutig degenerative Veränderungen, wie Radiärriss und Knorpelver
änderungen beschrieben. Ausserdem werde lateral eine zentrale Meniskusdege
ne
ration beschrieben. Zusammenfassend habe hier kein adäquates Trauma statt
gefunden, das eine Meniskuszerreissung am Hinterhorn verursachen könnte. Dagegen sprächen die MRI-Befunde sowie auch der intraoperative Befund. Es handle sich um ein Bagatelltrauma, der Status quo sine sei am 30. Juni 2015
spätestens wieder erreicht gewesen. Die darüber hinaus anhaltenden Beschwer
den
seien nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit in Zusammenhang mit dem Bagatelltrauma zu sehen. Wesentlich wahr
scheinlicher handle es sich hier um degenerative Veränderungen, wie im MRI und im Operationsbericht beschrieben (S. 2).
3.8
Dr. Z._
nahm am
1
5. Dezember
2015
Stellung
(
Urk.
9/38
S. 3
)
und führte aus, dass es sich a
us medizinischer Sicht um ein klares Unfallereignis
handle
, so
dass die Übernahme durch die Unfallversicherung aus ihrer Sicht indiziert scheine
.
3.9
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie,
von der Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegeg
nerin nahm am 20. Juni 2016 Stellung (Urk. 9/55) und führte aus, der Be
schwer
deführer habe erst 12 Tage nach dem Ereignis vom 17. Mai 2015 erstmals Dr. B._ wegen Kniegelenksbeschwerden aufgesucht. Dieser habe keine Zeichen einer direkten Gewalteinwirkung auf das linke Knie des Beschwerde
führers wie zum Beispiel einen Bluterguss, Hautverletzungen oder eine Schwel
lung dokumentiert. Die Schwellung des Kniegelenks sei somit bereits wieder abge
klungen gewesen. Dr. B._ habe als Ergebnis seiner klinischen Unter
suchung Schmerzen über dem medialen Gelenkspalt und bei Überstreckung des Kniegelenks beschrieben. Die Beugung des Gelenks sei nicht eingeschränkt ge
wesen, Rotationsschmerzen oder eine Ergussbildung habe er nicht beschrieben. Damit seien keine Zeichen einer frischen traumatischen Verletzung des Innen
meniskus des linken Kniegelenks dokumentiert (S. 4). Eine isolierte traumatische Verletzung des Innenmeniskushinterhorns stelle eine seltene Verletzung dar. Zumeist werde der Innenmeniskus im Rahmen von Unfällen begleitend neben anderen Strukturen verletzt. So würden Verletzungen des Innenmeniskus als Begleitverletzung von Verletzungen (Rissen) der Kreuzbänder oder auch der Seitenbänder des Kniegelenks beschrieben. Eine solche, schwere Verletzung des linken Kniegelenks sei mit dem MRI vom 18. Juni 2015 nicht objektiviert. Eine isolierte Verletzung des Innenmeniskus-Hinterhorns werde für den sogenannten Drehsturz beschrieben, bei dem der Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel fixiert sei in Beugestellung des Kniegelenks. Aus dieser Stellung heraus werde dann das Knie in die Streckung gezwungen. Dabei könne der Innenmeniskus zwischen den Gelenkflächen eingeklemmt und zerrissen werden. Als klassischer Mechanismus dafür gelte zum Beispiel, dass der gegnerische Fussballspieler den Fuss des Betroffenen im Sprint mit seinem Fuss blockiere oder beim Skisturz die Bindung nicht öffne. Ein solcher Verletzungsmechanismus sei vorliegend nicht beschrieben. Ungefähr sechs Wochen nach dem Ereignis habe der Orthopäde
Dr.
Z._
den Beschwerdeführer erstmals untersucht. Seine Bemerkung, wonach
es anfangs nicht so schlimm gewesen sei, spreche gegen eine frische trauma
ti
sche Meniskusverletzung, die anfangs starke Beschwerden verursache und dann mit der Zeit besser würden. Die klassischen Meniskuszeichen prüfe Dr. Z._ entweder nicht oder nenne die Ergebnisse dieser Tests nicht (S. 5). Im Opera
tions
bericht beschreibe Dr. Z._ den klassischen Befund eines Verschleiss
lei
dens der Menisken und des Knorpels und damit eine beginnende Arthrose. Aus einem frischen Meniskusriss entstehe nicht innerhalb von zirka sechs Wochen ein solcher komplexer Innenmeniskusschaden wie im vorliegenden Fall. Frische Meniskusrisse würden häufig eine Struktur aufweisen, die eine Rekonstruktion möglich mache. Zudem nenne Dr. Z._ keine Befunde, die auf ein stattge
habtes Trauma schliessen lassen würden, wie zum Beispiel eine Einblutung in die Weichteile oder Reste eines blutigen Kniegelenksergusses. Entsprechende Veränderungen könnten zirka sechs Wochen nach einer frischen traumatischen Meniskusverletzung erwartet werden (S. 6). Zusammenfassend hätten w
eder der Schadenhergang noch die nachfolgend dokumentierte Symptomatik, noch die bildgebend objektivierten Befunde auf eine frische traumatische Zerreissung des Innenmeniskus-Hinterhorns im
Rahmen des Ereignisses vom 17. Mai
2015
hingewiesen. Der Beurteilung des Kreisarztes könne gefolgt werden. Die mit dem
MRI vom 18. Juni 2015 dokumentierte komplexe Texturstörung und Zusammen
hangstrennung des Innenmeniskus des linken Kniegelenks des
Beschwerde
füh
rers sei nicht überwiegend wahrscheinlich Folge des Ereignisses vom 17. Mai 2015
(S. 7)
.
4.
4.1
Die Beurteilungen durch Kreisarzt Dr. C._ von Juli und August 2015 (vor
stehend E.
3.6-3.7) und Dr. D._ (vorstehend E. 3.9) genügen den praxisge
mässen Anforderungen an den Be
weiswert ärztlicher Berichte (vorstehend E. 1.
6) vollumfänglich. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass sowohl Dr. C._ als auch Dr. D._ in Berücksichtigung aller aktenkundigen Berichte und der bild
gebenden Abklärungen zum Schluss kamen, es sei im Rahmen eines allfälligen Ereignisses zu keinen strukturellen Verletzungen gekommen. So zeigten sie in nachvollziehbarer Weise auf, dass vorliegend ein adäquates Knochenmarks
signal fehlen würde und sich auch der Bandapparat im MRI völlig unauffällig zeige. Dr. C._ nahm ausführlich Stellung zu den übrigen Berichten und machte ausdrücklich darauf aufmerksam, dass vielmehr deutliche degenerative Veränderungen zu sehen seien. Diese würden auch im Operationsbericht bestätigt. Weiter bestätigte auch Dr. D._ in seiner Stellungnahme, dass weder die dokumentierte Symptomatik noch die bildgebend objektivierten Befunde auf
eine frische traumatische Zerreissung des Innenmeniskus-Hinterhorns im Rahmen
des Ereignisses vom Mai 2015 hindeuten würden. Er setzte sich diesbezüglich differenziert mit dem Verlauf der Beschwerden auseinander und erachtete eine isolierte traumatische Verletzung des Innenmeniskushinterhorns als eine seltene
Verletzung, zumal der Innenmeniskus im Rahmen von Unfällen begleitend neben
anderen Strukturen verletzt werde. Vorliegend seien jedoch solche schweren Verletzungen des linken Kniegelenks wie Risse der Kreuzbänder oder auch der Seitenbänder mit dem MRI vom 18. Juni 2015 nicht objektiviert. Schliesslich würdigte auch Dr. D._ den im Operationsbericht beschriebenen Befund als klassisches Verschleissleiden der Menisken und des Knorpels. Er begründete nach
vollziehbar und verständlich, dass aus einem frischen Meniskusriss nicht innerhalb von zirka sechs Wochen ein solcher komplexer Innenmeniskus
schaden wie im vorliegenden Fall entstehe. Zudem sprächen die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach die Beschwerden anfangs nicht so stark und erst im Verlauf schlimmer geworden seien, gegen eine frische traumatische Meniskus
verletzung.
Darauf ist abzustellen.
4.2
Weder der vom Beschwerdeführer ins Recht gelegte Bericht von Dr. Z._ (vor
stehend E. 3.8) noch die übrigen medizinischen Berichte vermögen die aus
führlichen Beurteilungen durch Dr. C._ und Dr. D._ umzustossen. Den genannten Berichten ist nichts zu entnehmen, was nicht von Dr. C._ und
Dr.
D._
bereits beurteilt worden wäre und ein Kausalzusammenhang zwischen
den anhaltenden Kniebeschwerden und dem Ereignis vom Mai 2015 als über
wiegend wahrscheinlich erscheinen lassen würde. Aus dem Bericht von Dr. Z._ kann die erforderliche überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht abge
leitet werden, zumal er den von ihm angenommenen Kausalzusammenhang zwischen dem im MRI festgestellten medialen Meniskusriss und dem Ereignis von Mai 2015 nicht näher begründete. So führte er einzig aus, dass es sich aus medizinischer Sicht um ein klares Unfallereignis handle. Weitere Ausführungen, insbesondere auch zur anderslautenden Einschätzung durch Dr. C._, machte Dr. Z._ nicht.
In der Gesamtschau der erstatteten Berichte und Beurteilungen ergibt sich, dass diese für
die streitigen Belange
- die Kausalitätsfrage -
umfassend
sind
, auf
den dafür erforderlichen, mithin
a
llseitigen Untersuchungen beruhen
,
sowie die geklagten Beschwerden und, soweit relevant, die Vorakten berück
sichtigen.
Da
ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergeb
nis nichts mehr ändern würden
, besteht
für weitere
Abklärungen keine Notwendigkeit
(antizipierte Beweiswür
digung;
BGE 124 V 90 E. 4b
, 1
22 V 157 E. 1d mit Hinweis
en
).
Die sich daraus ergebende Schlussfolgerung, nämlich dass ein na
türlicher Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis jedenfalls nach dem
30
. Juni
2015
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen wer
den kann, erweist sich dem
entsprechend als fundiert und nachvol
lziehbar (vgl. vorstehend E. 1.6
).
4.3
Angesichts des vollen Beweiswertes der Beurteilungen durch Dr. C._ und Dr. D._ steht somit fest, dass die vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten Beschwerden - spätestens - im genannten Zeitpunkt auf degenerative Verände
rungen und nicht auf eine unfallbedingte Verletzung zurückzuführen waren, dass also mit anderen Worten ein Status quo sine erreicht war.
Damit ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt dahin
gefallen.