Decision ID: 5a7e7f38-53c8-4e83-9440-ce275132aff1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1947 geborene, geschiedene
X._
lebte
zusammen
mit einem ihrer erwachsenen Söhne
im eigenen Reiheneinfamilienhaus (
Urk.
6/5/2
), als
sie
sich
am 24. Februar 2015 bei der Gemeinde
Y._
, Durchführungsstelle für Zusatz
leistungen zur AHV/IV, zum Bezug von Zusatzleistungen zu ihrer AHV-Rente an
meldete
(Urk.
6/4
). Mit Verfügung vom 25. März 2015 (Urk.
6/10
) verneinte die
Gemeinde
Y._
wegen des ermittelten Ausgabenüberschusses einen Anspruch auf Zusatzleistungen in der Zeit ab 1. Februar 201
5.
Nachdem die Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte
(
Urk.
6/11)
, erliess die
Gemeinde
am 22. Juni 2015 einen
(unzulässigen)
kassatorischen
Einspracheentscheid
(
Urk.
6/13; vgl.
Urk.
6/100/4-5)
. Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde
(
Urk.
6/15)
hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in dem Sinne
gut, als es den
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Juni 2015 aufhob und die Sache zum Erlass eines
instanzabschliessenden
Einspracheentscheids
über den Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab dem
1.
Februar 2015 an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungs
stelle), in deren Zuständigkeit die Sache inzwischen fiel, zurückwies (Urteil ZL.2015.00074 vom 2
8.
April 2017
;
Urk.
6/100
)
.
1.2
Mit Schreiben vom 14. August 2015 hatte die Versicherte der Gemeinde
Y._
gemeldet, sie habe ihre Liegenschaft am 13. August 2015 verkauft und sei nur noch deren Nutzniesserin, und um erneute Beurteilung ihres Anspruchs auf Zusatz
leistungen ersucht (Urk.
6/18
). Mit Verfügung
1
7.
November respektive
7. Dezember 2015 hatte
die Gemeinde
auch
das Bestehen eines Zusatzleis
tungs
anspruchs ab August 2015
verneint
, da sie
der Versicherten ne
u ein Verzichtsver
mögen von
Fr.
284'704.--
angerechnet hatte
(
Urk.
6/30
-33
)
.
Am 11. Dezember 2015 hatte die Versicherte der Gemeinde zusätzlich gemeldet, dass sie seit dem 1. Dezember 2015 alleinige Bewohnerin der ihr zur Nutzniessung zur Verfügung stehenden Liegenschaft sei, und die Gemeinde um entsprechende Korrektur der Ergänzungsleistungsberechnung ersucht (Urk.
6
/34
). Am 4. März 2016 hatte die Gemeinde der Versicherten zwei Verfügungen zugestellt, mit wel
chen der Anspruch auf Zusatzleistungen für den Zeitraum August bis Novem
ber 2015 sowie 1. bis 31. Dezember 2015
erneut
verneint
worden war
(Urk.
6/38
-39
)
.
Daran
hatte die Gemeinde
auf Einsprache der Versicherten
hin
(
Urk.
6/40)
mit
Einspracheentscheid
vom 13. Mai 2016 im Ergebnis
fest
gehalten
(
Urk.
6/43
). Die dagegen erhobene Beschwerde
(
Urk.
6/48)
hiess das Sozialversicherungsgericht mit dem Urteil ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni 2017 teilweise gut, hob den ange
fochtenen
Einspracheentscheid
auf und wies die Sache an die Durchführungs
stelle zurück, damit diese
im Sinne der Erwägungen verfahre
und danach
unter Berücksichtigung eines Verzichtsvermögens von
Fr.
132'193.--
neu über den Anspruch auf Ergänzungsleistungen für die Zeit von August bis Dezember 2015 verfüge (
Urk.
6/101
).
1.3
Am 1
4.
Mai 2018 ersuchte die Durchführungsstelle die Versicherte um Einrei
chung
diverser Unterlagen
(
Urk.
6/109)
. Nach deren Erhalt
(vgl.
Urk.
6/122)
erliess sie die Verfügung vom 1
2.
Juli 2018, womit sie
einen Anspruch der Versicherten auf Zusatzleistungen im Zeitraum vom
1.
Februar 2015 bis 3
1.
Dezember 2017 sowie
ab
1.
Januar 2018 verneinte
. Grund für den ermittelten Einnahmenüberschuss war
unter anderem, dass die Durchführungsstelle die geltend gemachten Schulden in
der
Höhe von
Fr.
200'000.-- nicht anerkannte
(
Urk.
3; vgl. auch
Urk.
6/132
,
Urk.
6/135-153
). Die
hiergegen
geführte Einsprache
(
Urk.
6/155)
wies
die Durch
führungsstelle
mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
November 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
6.
September
(richtig: Novem
ber)
2018
Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag, es seien ihr Ergänzungs
leistungen zuzusprechen
.
Ferner beantragte sie, es sei festzustellen, dass die angefochtene Verfügung (richtig:
der
Einspracheentscheid
) ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletze
;
die Beschwerdegeg
nerin sei anzuweisen, diesen An
spruch bei künftigen Entscheiden zu beachten;
zudem
seien
für die einzelnen Zeiträume,
für die jeweils unterschiedliche
Ergänzungsleistungsberechnung
en gälten, separate Verfügung
en
zu erlassen
; eventualiter sei die Sache an die Vor
instanz
zur Neubeurteilung
zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Dezember 2018 beantragte die Durchführungsstelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Auf die Vorbringen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die massgeblichen rechtlichen Grundlagen
zu den Voraussetzungen des Anspruchs
auf Ergänzungsleistungen bei Bezug einer Altersrente der Alters- und Hinter
lasse
nenversicherung (
Art.
2 und 3 des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleis
tungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
[ELG]
) sowie zur Berechnung der Höhe der Leistungen
(
Art.
9
Abs.
1 ELG)
unter Berücksichtigung des Vermögens und des Verzichtsvermögens
(
Art.
11
Abs.
1
lit
. b, c und g
ELG
)
wurden bereits in den Erwägungen 1
.1-5
des
U
rteils des Sozialver
sicherungs
ge
richts
ZL.2016.00079 vom 14
.
Juni
2017 wiedergegeben (Urk.
6
/
101/4-6
).
Darauf
kann
verwiesen
werden
.
Im relevanten Zeitraum bis zum Erlass des angefoch
tenen
Einspracheentscheids
blieben diese Bestimmungen unverändert.
2.
Mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
2.
November 2018 bestätigte die Durchführungsstelle im Ergebnis ihre Verfügung vom
1
2.
Juli 2018 und ver
neinte mangels eines Ausgabenüberschusses einen Anspruch der Beschwerde
führerin auf Ergänzungsleistungen
im Zeitraum vom
1.
Februar
2015 bis 3
1.
Dezember 2017 sowie ab
1.
Januar 2018
(
Urk.
2).
Gestützt auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni 2017 ging
sie
davon aus, die Beschwerdeführerin habe das
Reiheneinfamilienhaus, welches
sich im Stock
werkeigentum
befunden habe,
mit Kaufvertrag vom 1
3.
August 2015 ihren beiden Söhnen übertragen. Als Gegenleistung sei ihr nebst der Nutzniessung an der Liegenschaft im Wert von
Fr.
297'933.-- eine zinslose Darlehensforderung in Höhe von
Fr.
91'000.-- eingeräumt worden. Die Differenz zum Verkehrswert von
Fr.
521'126.-- in Höhe von
Fr.
132'193.-- stelle anzurechnendes Verzichtsver
mögen dar. Die bestehende Grundpfandschuld im Betrag von
Fr.
200'000.-- sei trotz Übertragung der Liegenschaft bei der Beschwerdeführerin verblieben, ihre Söhne
fungierten seither
als Drittpfandgeber (
Urk.
2 S. 2 f.
; vgl. auch E. 4.1 des Urteils ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni 2017 [
Urk.
6/101/11]
)
.
F
ür den Zeitraum vom
1.
Februar bis 3
0.
November 2015
rechnete die Durch
führungsstelle der Beschwerdeführerin, die als Eigentümerin und später Nutz
nies
serin ihr Reiheneinfamilienhaus selbst bewohnte,
lediglich die Hälfte des Eigen
mietwertes und der Nebenkostenpauschale
bei den Ausgaben an
(
Urk.
3 S. 5)
. Zur Begründung führte sie an, dass
sich ihr damaliger Mitbewohner an den Wohn
kosten zu beteiligen habe, wobei diese Beteiligung mangels einer vertraglichen Regelung
anteilsmässig zu erfolgen habe (
Urk.
2 S. 4).
Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten selbst getragenen Gesundheitskosten führte die Durchführungsstelle aus, diese Kosten müssten von der Beschwerdeführerin mit dem auf der Ausgabenseite anerkannten jährlichen Pauschalbetrag für den Lebensunterhalt bestritten werden. Sie könnten bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistungen bei den Ausgaben nicht separat berücksichtigt werden (
Urk.
2 S. 4).
Für die Zeit ab
1.
September 2015
zog die Durchführungsstelle die Hypothekar
schuld von
Fr.
200'000.-- nicht vom angerechneten Vermögen ab. Dazu führte sie im
Einspracheentscheid
aus, die Schuld verbleibe zwar formell bei der Be
schwer
deführerin, als Drittpfandgeber hafteten jedoch die Söhne mit dem Stock
werkeigentumsanteil. Die Beschwerdeführerin müsse deshalb nicht damit rechnen,
dass ihr Vermögen je zur Bezahlung der Hypothekarschuld herangezogen werde.
Insbesondere
sei
es unzulässig, die Hypothek vom Verzichtsvermögen abzu
zieh
en.
Der Vermögensverzicht bilde nämlich gewissermassen den Hauptgrund dafür, dass aus Sicht der Ergänzungsleistungen die Schulden die wirtschaftliche Sub
stanz des Vermögens der Beschwerdeführerin nicht belasteten. Andernfalls
würde
die Beschwerdeführerin
so gestellt, wie wenn sie ihren Stockwerkeigentumsanteil im August 2015 nicht teilweise an ihre Söhne verschenkt hätte. Damit bliebe der Grundsatz, dass Verzichtsvermögen anzurechnen sei, in Konstellationen wie der vorliegenden toter Buchstabe, was nicht der Konzeption des Gesetzes entsprechen könne.
Deshalb sei es
aus
geschlossen
, dass Schulden von Verzichtsve
rmögen abgezogen werden könnten. D
as Bundesgericht
habe in E.
6.2 des
Urteil
s
9C_
31/2018 vom 2
3.
Mai 2018
festgestellt
, dass das Gesetz EL-Bezüger, welche auf Vermögenswerte verzichtet hätten, gerade nicht gleich behandeln wolle wie solche, die ihr Vermögen behalten hätten (
Urk.
2 S. 3 f.).
Hinsichtlich des zinslosen Darlehens an die Söhne in
der
Höhe von ursprünglich
Fr.
91'000.-- hielt die Durchführungsstelle fest, a
ufgrund der erfolgten Rückzah
lung
habe sich das Darlehensvermögen per 3
1.
Dezember 2015 auf
Fr.
88'600.--, per 3
1.
Dezember 2016 auf
Fr.
85'450.
--
und per 3
1.
Dezember 2017 auf
Fr.
82'350.--
reduziert
. Selbst wenn für die Zeit ab
1.
Januar 2017
der
von der Be
sc
hwerdeführerin geltend gemachte
Darlehensbetrag von nur noch
Fr.
75'000.--
angerechnet werde
, bleibe es aufgrund der Gegenüberstellung der Einnahmen und der Ausgaben dabei, dass sie in dieser Periode einen klaren Einnahmenübe
rschuss aufweise (
Urk.
2 S. 4).
3.
3.1
In verfahrensrechtlicher Hinsicht macht die
Beschwerdeführerin zunächst gel
tend,
die Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 (richtig wohl: der diese bestätigende ange
fochtene
Einspracheentscheid
) müsse in mehrere separate Verfügungen für die einzelnen Berechnungszeiträume vom
1.
Februar bis 3
1.
August 2015, vom
1.
September bis 3
0.
November 2015, vom
1.
bis 3
1.
Dezember 2015 sowie vom
1.
Januar 2016 «bis dato» aufgeteilt werden. Dadurch könne vermieden werden, dass eventuell nicht angefochtene Berechnungen weiterhin Gegenstand des Ver
fahrens blieben (
Urk.
1 S. 11).
Dieser Antrag ist nicht nachvollziehbar: Die Beschwerdeanträge und –vorbringen betreffen sämtliche von der Beschwerdeführerin genannten Berechnungszeit
räume, es bestehen also gar keine Zeiträume, die von
der Beschwerdeführerin
nicht angefochten wurden. Zudem wurden ihr bisher für keinen der genannten Zeiträume Leistungen zugesprochen, welche ihr im Fall einer gerichtlichen Auf
hebung der
Verfügung und Rückweisung der Sache an die Durchführungsstelle zu weiteren Abklärungen wieder abgesprochen werde
n
könnten. Da auch sonst kein aktuelles und nicht nur theoretisches/hypothetisches schutzwürdiges Inte
resse im Sinne von
Art.
59
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozia
lversicherungsrechts (ATSG,
vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts I 791/03 vom 1
8.
März 2005
sowie
Kieser, ATSG-Kommentar,
3.
Auflage, Zürich 2015,
Art.
62
Rz
67 mit weiteren Hinweisen
) an der Aufteilung der Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 in mehrere separate Verfügungen
ersichtlich ist, ist auf dieses Rechtsbegehren nicht
einzutreten.
3.2
3.2.1
Die Beschwerdeführerin
macht
auch
eine Verletzung
ihres
Anspruchs auf recht
liches Gehör
geltend
.
3.2.2
Zunächst rügt sie, in der Ergänzungsleistungsberechnung, welche der Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 zugrunde liege, habe die Durchführungsstelle erstmals und ab
wei
chend von den früheren Berechnungen die Hypothekarschuld nicht vom Gesamtvermögen
abgezogen.
Da
sie
mit dieser
Begründung
nicht habe rechnen müssen,
hätte ihr
die Durchführungsstelle
vor Erlass der Verfügung
Gelegenheit zur Stellungnahme
geben müssen
(
Urk.
1 S. 7
)
.
Die Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 ersetzte sämtliche zuvor erlassenen, vom Gericht aufgehobenen Verfügungen über den Ergänzungsleistungsanspruch ab Februar 2015 (
Urk.
3).
Verfahrensrechtlich
handelt
es
sich dabei
folglich um die erste
Verfügung und nicht
um
einen
Einspracheentscheid
im Sinne von
Art.
1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit
Art.
52
Abs.
2
ATSG
. Gemäss
Art.
42 ATSG müssen die Parteien nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Ein
spra
che anfechtbar sind. Die Durchführungsstelle war somit nicht verpflichtet, der Beschwerdeführerin vor Erlass der Verfügung die Gelegenheit zur Einreichung einer Stellungnahme zu geben.
3.2.3
Als nächstes
bringt
die Beschwerdeführerin
vor
, die Durchführungsstelle verletze regelmässig ihren Anspruch auf rechtliches Gehör, indem sie ihre
Eingaben nicht zur Kenntnis nehme und sich nicht begründet dazu äussere (
Urk.
1 S. 8).
Dazu ist zu sagen, dass die Durchführungsstelle nicht verpflichtet ist, unver
züglich auf jede Eingabe der Versicherten zu reagieren. Grundsätzlich reicht es aus, wenn sie Eingaben der Versicherten zur Kenntnis nimmt und bei Erlass der Verfügung oder des
Einspracheentscheids
, womit das Verfahren abgeschlossen wird, berücksichtigt. Eine Gehörsverletzung vermag die Beschwerdeführerin auch mit dies
em Vorbringen nicht
darzutun
.
3.2.4
Weiter rügt die Beschwerdeführerin, sie habe in der Einsprache vom 1
9.
Juli 2018
beantragt, dass das Darlehen an ihre Söhne in Höhe von ursprünglich
Fr.
91'000.--
wegen der zwischenzeitlich erfolgten Rückzahlung in Raten ab 2017 nur noch mit
Fr.
75'000.-- in die Berechnung aufgenommen werde. Die Durch
füh
rungs
stelle sei im angefochtenen
Einspracheentscheid
mit kei
nem Wort darauf eingegangen
(
Urk.
1 S. 8 f.).
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin
nahm
die Durchführungsstelle im angefochtenen
Einspracheentscheid
einlässlich zur Höhe des anzurechnenden Darlehens Stellung
.
A
uf
Seite 4 des Entscheids führte sie aus
,
selbst wenn für die Zeit ab
1.
Januar 2017 von einem Darlehensbetrag von
Fr.
75'000.
--
ausge
gangen würde, ergäbe sich ein klarer Einnahmenüberschuss (
Urk.
2 S. 4).
3.2.5
Schliesslich
beantragt
die Beschwerdeführerin,
die Durchführungsstelle sei ge
richt
lich zu v
erpflicht
en
, künftig ihren Gehörsanspruch zu wa
hren;
sie habe ein rechtliches Interesse daran,
da die Durchführungsstelle in der Vergangenheit regelmässig Gehörsverletzungen begangen habe (
Urk.
1 S. 8).
Unabhängig davon, dass die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten keine Ver
letzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Durchführungsstelle darzutun vermag, ist nicht ersichtlich, inwiefern ihr ein rechtserhebliches Inte
resse an einer solchen Anordnung oder Feststellung zukommen sollte (vgl. das Urteil
des Bundesgerichts 8C_570/2011
vom
8.
Februar 2012, E. 2
). Auf
diesen Antrag ist folglich nicht einzutreten.
4
.
4
.1
In materiellrechtlicher Hinsicht
bringt
d
ie Beschwerdeführerin
zunächst
vor, die Durchführungsstelle habe für den Zeitraum
, als einer ihrer Söhne mit ihr im Reiheneinfamilienhaus gelebt habe, nur die Hälfte der fiktiven Mietzinsausgaben und Nebenkosten anerkannt. Dies habe zur Folge, dass sie besser gestellt gewesen wäre, wenn sie aus dem Haus ausgezogen wäre und eine fremde Wohnung gemie
tet hätte, da
solchenfalls
der volle Mietzins für die Wohnung als Ausgabe
ange
rechnet
worden wäre. Diese Praxis verstosse gegen das Rechtsgleichheitsgebot und
die allgemeinen Verfahrensgarantien gemäss Bundesverfassung. Es sei lediglich die tatsächliche Nebenkostenpauschale zu halbieren; die fiktiven Mietzinsaus
ga
ben seien ihr aber ungeteilt anzurechnen (
Urk.
1 S.
9 ff.).
4
.
2
Bei alleinstehenden Altersrentnerinnen und Altersrentnern, denen eine Liegen
schaft gehört, die von ihnen bewohnt wird, wird der Eigenmietwert als Einnahme angerechnet.
Gleiches gilt für diejenigen, welche an einer Liegenschaft ein Nutz
niessungsrecht besitzen
(
Art.
11
Abs.
1
lit
. b ELG; Urteil des Bundesgerichts 9C_593/2017 vom 2
2.
März 2018, E. 3
und 6.3
;
Müller,
Rechtsprechung
des
Bun
desgerichts
zum
ELG
,
3. Auflage, Zürich 2015, Art. 10
ELG
Rz
155 mit Hinweis;
vgl. auch
Rz
3433.
02 der
Wegleitung
des
Bundesamtes
für
Sozialversicherungen
über die Ergänzungsleistungen zur AHV un
d IV [WEL], Stand 1. Januar 2018
)
.
Für die Bemessung des
Mietwertes
der vom Eigentümer oder Nutzniesser be
wohnten Wohnung sind die Grundsätze der Gesetzgebung über die direkte kanto
nale Steuer im Wohnsitzkanton massgebend (
Art.
12
Abs.
1
der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenversicherung,
ELV)
in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
5
lit
. b ELG).
Gemäss
Art.
10 ELG wird bei alleinstehenden Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten von jährlich höchstens
Fr.
13'200.--
(
Abs.
1
lit
. b) sowie Gebäudeunterhaltskosten und Hypothekarzinse bis zur Höhe des Bruttoertrages der Liegenschaft (
Abs.
3
lit
. b) als Ausgabe anerkannt. Der Mietzinsabzug wird auch bei Personen als Ausgabe berücksichtigt
,
denen das Eigentum oder die Nutzniessung an der Wohnung zusteht
. Dabei kann der Eigen
mietwert dem Mietzins gleichgesetzt werden
(
Müller,
a.a.O.
, Art. 10
ELG
Rz
153 ff.
mit weiteren Hinweisen).
Bei Personen,
die eine ihnen gehörende Liegenschaft bewohnen oder
denen die Nutzniessung an der bewohnten Liegenschaft zusteht, gilt für die Nebenkosten eine Paus
ch
ale von
Fr.
1'680.
--
. Zusätzlich ist
die Be
gren
zung nach
Art.
10 Abs. 1
lit
. b ELG zu beachten
(
Art.
16a ELV in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
5
lit
. e ELG)
.
Für die Gebäudeunterhaltskosten gilt der für die direkte kantonale Steuer im Wohnsitzkanton anwendbare Pauschalabzug (
Art.
16
Abs.
1 ELV in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
5
lit
. b ELG; vgl. zum Ganzen Carigiet/
Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 170 f.
und S. 229
).
Wird eine Liegenschaft auch von Personen bewohnt, welche nicht in die EL-Be
rechnung eingeschlossen sind
,
und leben diese unentgeltlich in derselben Woh
nung beziehungsweise fehlt eine vertragliche Regelung der Aufteilung der Wohn
kosten,
dann ist der Mietzins auf die einzelnen Personen aufzuteilen
(
vgl.
Jöhl
/
Ursinger
-Egger,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundes
ver
waltungsrecht [
SBVR
], B
and XIV, 3. Auflage, Basel 2016,
S. 1757 ff.
Rz
68 f.).
Die Mietzinsanteile der Personen, die nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ausser Be
tracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen
(
Art.
16c
Abs.
1 und 2 ELV)
. Unter diese Regelung fallen auch die mit dem Miet
zins der Wohnung oder des Einfamilienhauses zusammenhängenden Neben
kosten (Urteil
des Bundesgerichts P 42/06 vom
2.
November 2006, E. 3.2.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Art.
16 c ELV ist praxisgemäss auch auf jene Sachverhalte anwendbar, in denen die Wohnung oder das Einfamilienhaus im Eigentum eines Wohnpartners steht (vgl. das Urteil des Bundesgerichts P2/01 vom 3
0.
März 2001, E.
2).
4
.
3
Die Durchführungsstelle rechnete der Beschwerdeführerin f
ür de
n Zeitraum vom
1.
Februar bis 3
1.
August
2015, als
eine
r
ihrer Söhne
noch zusammen mit
ihr
im Reiheneinfamilienhaus
wohnte (vgl.
Urk.
6/34/1), den steuerbaren Eigenmietwert in Höhe von
Fr.
14'200.-- bei den Einnahmen an (
Urk.
3 S. 6
und
,
Urk.
6/86).
Bei den Ausgaben
berücksichtigte sie die
jährlichen
Hypothekarzinsen
in Höhe
von
Fr.
6'770.
-- und
die
Gebäudeunterhaltskosten von
Fr.
2'840.-- (
Urk.
3 S.
5,
Urk.
6/28/3; vgl. auch E. 4.2 des Urteils ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni
2017 [
Urk.
6/101/12]).
Zusätzlich rechnete sie der Beschwerdeführerin, welche die Wohnung damals mit ihrem Sohn teilte, die Hälfte des Eigenmietwertes
anstelle eines Mietzinses sowie die Hälfte der Nebenkostenpauschale von
Fr.
1'680.-- bei
den Ausgaben an, gesamthaft also
Fr.
7'940.-- (
Fr.
14'200.-- : 2 puls
Fr.
1'680.--
: 2).
Dieses Vorgehen ste
ht im Einklang mit der in E.
4
.2 wiedergegebenen Rechtslage.
Denn es
fehlen Anhaltspunkte dafür, dass sich der Sohn an den Wohnkosten beteiligte. Deshalb sind die
se
in Anwendung von
Art.
16c ELV zu gleichen Teilen aufzuteilen, und
es kann
nur die
eine
Hälfte dieser Kosten
als Ausgabe
der Beschwerdeführerin anerkannt werden
.
Die
Beschwerdeführerin ist der Ansicht,
der Umstand, dass ihr lediglich die halben Wohnkosten angerechnet worden seien, verstosse
gegen die Bundesverfassung, insbeson
dere
gegen
das Rechtsgleichheitsgebot
. Ihre Argumentation, sie wäre
bei Anwendung
dieser Praxis
ergänzungsleistungsrechtlich
besser gestellt gewesen, wenn sie aus dem Haus ausgezogen wäre und eine fremde Wohnung gemietet hätte, überzeugt nicht: Falls sie
tatsächlich
aus dem Reiheneinfamilienhaus aus
gezogen wäre, wären ihr die effektiven Einnahmen aus der Vermietung ange
rech
net worden, gegebenenfalls unter Hinzurechnung der Differenz zu einem ortsüb
lichen Mietzins als Einkommensverzicht (
Art.
11
Abs.
1
lit
. b ELG; Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 172).
Im Sinne eines Beispiels
kann der im Urteil ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni 2017, E. 4.2, ermittelte marktkonforme jährliche Mietzins von
Fr.
27'600.-- herangezogen werden [
Urk.
6/101/12]). Für sich alleine hätte die Beschwerdeführerin wohl eine Wohnung mit deutlich geringerem Wohnraum gemietet. Dies hätte, im Verhältnis zu den Einnahmen aus der Vermietung des Reiheneinfamilienhauses, zu klar tieferen
(anrechenbaren)
Mietzinsausgaben geführt; zur Illustration kann hier der Höchstbetrag von
Fr.
13'200.-- gemäss
Art.
10
Abs.
1
lit
. b ELG eingesetzt werden. Unter Berücksichtigung der in der Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 für den Zeitraum vom
1.
Februar bis 3
1.
August 2015 anerkannten Hypothekarzinsen und Gebäudeunterhaltskosten von
Fr.
9'610
.--
(
Urk.
3 S. 5) und gemessen an den Mieteinnahmen resultiert
solchenfalls
ein
Einnahmenüberschuss von
Fr.
4'790.-- (
Fr.
27'600.-- minus
Fr.
22'810
.--
). Die
Berechnung der Durchführungsstelle
für die Periode vom
1.
Februar bis 3
1.
August 2015
(
Urk.
3 S. 5-6) führt demge
gen
über zu einem für die Beschwerdeführerin vorteilhafteren Ausgabenüberschuss von
Fr.
3'350.-- ([Liegenschaftsaufwand von
Fr.
9'610.-- plus anteilsmässiger Eigen
mietwert zuzüglich Nebenkostenpauschale von
Fr.
7'940.--] minus den auf der Einnahmenseite angerechneten Eigenmietwert von
Fr.
14'200.--).
Zudem wurde
die geltende
Regelung auf Gesetzes- und Verordnungsstufe
vom Bundesgericht wiederholt bestätigt
. Insbesondere beurteilte das höchste Gericht
die in der Lehre
(
Jöhl
/
Ursinger
-Egger, a.a.O.,
S. 1754 ff.
Rz
65 ff.
)
geäusserte Kritik
an der
Anrechnung des vollen Eigenmietwerts der selbstbewohnten Liegenschaft in Konstellationen, wo dieser grösser
ist
als die Summe aus Mietzins, Gebäu
de
unterhaltskosten und Hypothekarzinsen, als
nicht stichhaltig
(Urteil des Bundes
gerichts
9C_593/2017 vom 2
2.
März 2018, E. 6)
. Es
ist
kein Grund
ersichtlich, der diesbezüglich eine Praxisänderung erheischen würde.
Für die Periode vom
1.
Februar bis 3
1.
August 2015 hat d
ie
Durchführungsstelle den
Eigenmietwert und
die
Wohnkosten korrekt
in die Berechnung aufgenommen
.
4
.
4
Im
nachfolgenden Zeit
intervall
vom
1.
September
bis 3
0.
November 2015
wohnte der Sohn
weiterhin
bei
der Beschwerdeführerin. Obschon die Beschwerdeführerin ab dann
nur
noch Nutzniesserin der Liegenschaft war, hätte die Durchfüh
rungs
stelle bei der Anrechnung der Wohnkosten und
des Ertrags aus der Nutzung der selbst bewohnten Liegenschaft
an sich
gleich verfahren müssen
wie in der Vor
periode
. Dies hat sie nicht getan.
A
uf der Einnahmenseite
berücksichtigte sie
lediglich Erträge aus der Nutzniessung in Höhe von
Fr.
4'590.
-- und nicht den Eigenmietwert von
Fr.
14'200.--
, während sie bei den Ausgaben
bloss den anteils
mässigen Eigenmietwert samt Nebenkosten
in Höhe von
Fr.
7'940.--
, nicht aber die gemäss Vereinbarung im Kaufvertrag vom 1
3.
August 2015 von der nutz
niessungsberechtigten Beschwerdeführerin zu tragenden Hypothekarzinsen und Gebäu
deunterhaltskosten (
Urk.
6/
19/7)
von
insgesamt
Fr.
9'610.-- (
Urk.
3 S. 5)
anrechnete (
Urk.
3 S. 9 f.
; vgl. zum Ganzen auch Müller, a.a.O.,
Art.
11 ELG
Rz
311 mit Hinweis
).
Da
die entsprechenden
, an sich auf beiden Seiten hinzu
zu
addierenden
Differenzbeträge
sowohl
auf der Einnahmen
- als auch auf der Ausgaben
seite
Fr.
9'610.
-- betragen, gleichen sie sich aus und haben auf den
Schluss-
Saldo
aus Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben keinen Einfluss. Des
halb kann von einer Korrektur abgesehen werden
.
5
.
5
.1
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, b
ei der Ergänzungsleistungs
berech
nung seien auch die
von ihr selbst g
etragenen Gesundheitskosten zu b
erück
sichtigen. Die
Argumentation
der Durchführungsstelle,
dass
diese Kosten mit dem gewährten Pauschalbeitrag für den Lebensunterhalt zu bestreiten
seien
, wider
spreche der Regelung in
Art.
14
Abs.
1
lit
. g ELG; danach seien die Selbst
be
tei
li
gungskosten gemäss
Art.
64 KVG von den Kant
onen zu vergüten (
Urk.
1 S. 9).
5
.2
Art.
14 ELG betrifft die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten im Sinne von
Art.
14 ff. ELG. Es handelt sich
dabei
um eine
eigene
Leistungsart innerhalb des Systems der Ergänzungsleistungen, welche sowohl aus der jähr
lichen Ergänzungsleistung, einer Geldleistung, als auch der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten, einer Sachleistung, bestehen (
Art.
3
Abs.
1 und 2 ELG). Die Kostenbeteiligung nach
Art.
64 KVG
wird
gemäss
Art.
14
Abs.
1
lit
. g ELG mit den Krankheits- und Behinderungskosten vergütet
und
nicht im Rahmen de
r jährlichen Ergänzungsleistung.
Einzig diese bildet
aber
Gegenstand der angefochtenen Verfügung.
Dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Aner
kennung dieser Kosten als Ausgaben bei der Ermittlung des Anspruchs auf jährliche Ergänzungsleistungen kann
folglich nicht stattgegeben werden.
Immer
hin ist sie darauf hinzuweisen, dass Personen, die aufgrund eines Einnahmen
über
schusses keinen Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung haben, Anspruch auf die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten haben, die den Einnahmenüberschuss übersteigen (
Art.
14
Abs.
6 ELG). Es steht ihr frei, gegebenenfalls bei der Durchführungsstelle ein solches Gesuch zu stellen.
6
.
6
.1
Die Beschwerdeführerin
macht
sodann
geltend, bei der Berechnung ihres Leis
tungsanspruchs müsse die Hypothekenschuld in Höhe von
Fr.
200'000.-- vom Gesamtvermögen abgezogen werden. Es treffe
entgegen der Ansicht der Durch
führungsstelle
nicht zu, dass nicht sie persönlich, sondern der ihren Söhnen
gehörende Stockwerkeigentumsanteil für die Grundpfandschuld hafte.
Auch müsse
sie durchaus
damit rechnen, dass ihr Vermögen zur Bezahlung der Hypo
thekar
s
chuld herangezogen werden müsse.
Im Fall
einer Zwangsverwertung
der Liegen
schaft ginge sie zudem
ihres Nutzniessungsrechts verlustig.
Deshalb sei d
ie wirt
schaftliche Substanz ihres Vermögens durch die Schuld eindeutig belastet
(
Urk.
1 S. 5-7
).
6
.2
Bei der Ermittlung des Anspruchs auf eine jährliche Ergänzungsleistung wird bei
alleinstehenden Altersrentnerinnen und Altersrentnern unter anderem ein Zehntel
des Reinvermögens, soweit es den Betrag von
Fr.
37'500.-- übersteigt, ange
rechnet (
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG).
Dabei sind die Schulden vom rohen Vermögen abzuziehen. Dazu zählen unter anderem Hypothekarschulden
und Darlehen. Die Schuld m
uss tatsächlich entstanden und einwandfrei belegt sein;
ihre Fälligkeit ist
hingegen
nicht vorausgesetzt. Ungewisse Schulden oder Schulden, deren Höhe noch nicht feststeht, können nicht abgezogen werden. Zudem können nur Schul
den berücksichtigt werden, welche die wirtschaftliche Substanz des Vermögens belasten (Urteil des Bundesgerichts 9C_365/2018 vom 1
2.
September 2018, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Das trifft zu, wenn der Schuldner ernsthaft damit zu rechnen hat, dass er sie begleichen muss (Urteil des Bundesgerichts 9C_31/2018 vom 2
3.
Mai 2018, E. 4.2; vgl. auch Müller, a.a.O.,
Art.
11
Rz
33
7 f. mit weiteren Hinweisen).
6
.3
Nach
der
Veräusserung der Liegenschaft an die Söhne mit Kaufvertrag vom 1
3.
August 2015 verblieb die Beschwerdeführerin bezüglich der Grundpfand
schuld von
Fr.
200'000.-- alleinige Schuldnerin. Die Söhne
als neue Eigentümer der Liegenschaft
waren ab dann lediglich Drittpfandgeber.
D
ie
se
Schuld
ist
ein
wandfrei belegt.
Als Gegenleistung für die Veräusserung der Liegenschaft erhielt
die Beschwerdeführerin eine zinslose Darlehensforderung
gegenüber
ihren
Söh
ne
n
in Höhe von
Fr.
91'000.-- sowie das lebenslängliche Nutzniessungsrecht an der Liegensc
haft mit einem Kapitalwert von d
amals
Fr.
297'933.
-- (
Urk.
6/19/5; vgl. auch
E. 4 des
Urteil
s
ZL.2016.00079 vom 1
4.
Juni 2017 [
Urk.
6/101/11-13])
. Die Darlehensschuld stellt einen veräusserbaren Vermögenswert dar
und wurde
von der Durchführungsstelle
für die Zeit ab
1.
September 2015
bei der Ermittlung des anrechenbaren Vermögens
zu
Recht
berücksichtigt
.
Den
kapitalisierte
n
Wert der
Nutzniessung
hat die Durchführungsstelle
richtigerweise
ausser Rechnung ge
lassen
, weil die n
utzniessungsberechtigte Person über die Sache nicht rechtlich oder tatsächlich verfügen darf (
Müller,
a.a.O.
, Art. 11
ELG
Rz
307 ff. mit weiteren Hinweisen)
.
Als anrechenbares Vermögen verbleibt der Beschwerdeführerin für die Zeit ab
1.
September 2015
somit
die Darlehensforderung in Höhe von anfäng
lich
Fr.
91'000.-- sowie die Posi
t
ion
Sparguthaben/Wertschriften
mit einem Gegen
wert zwischen
Fr.
0.--
und
Fr.
648
.-
-
(
Urk.
3 S. 9-17).
In diesem Umfang wird das Vermögen durch die
Schuld in seiner wirtschaftlichen Substanz belastet, da es bei Fälligkeit der Schuld – im Fall der Nichterneuerung des
grundpfand
gesicherten
Schuldverhältnisses - zu deren Begleichung
herangezogen werden müsste
.
Demgegenüber kann d
as effektiv nicht mehr vorhandene Verzichts
ver
mögen in Höhe von
anfänglich
Fr.
132'193.--
durch die Schuld
nicht
in seiner wirtschaftlichen Substanz belastet
werden
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_31/2018 vom 2
3.
Mai 2018, E. 6.2)
.
Bezüglich des verbleibenden Schuld
be
trags
könn
te
sich die Gläubiger
bank
wegen des
auf der Liegenschaft lastenden
Drittpfandes
zwar
durch Betreibung auf Pfandverwertung schadlos halten.
Da die Beschwerdeführerin ab September 2015 nicht mehr Eigentümerin der als Pfand haftenden Liegenschaft
war
und der kapitalisierte Wert der Nutzniessung ergän
zungsleistungsrechtlich nicht als Vermögen anzurechnen ist
,
würde eine Zwangs
verwertung der Liegenschaft die wirtschaftliche Substanz ihres Vermögens nicht belasten.
Im Übrigen übersieht sie, dass ihr im Grundbuch eingetragenes lebens
längliches Nutzniessungsrecht (
Urk.
6/19/7) auch im Fall einer Zwangsverwer
tung der Liegenschaft nicht untergehen würde (vgl.
Art.
748 f. des Zivilgesetz
buches).
Aus diesen Ausführungen folgt, dass die ausgewiesenen Schulden in Höhe von
Fr.
200'000.-- in der Zeit ab
1.
September 2015 lediglich im Umfang des nicht Verzichtsvermögen darstellenden Rohvermögens
(bestehend aus der Dar
lehensforderung und den Sparguthaben)
vom Vermögen abgezogen werden können.
P
er Saldo
ist
ab
1.
September 2015 nur noch das Verzichtsvermögen
für
die
Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen
von Bedeutung
.
D
ie von der Beschwerdeführerin behauptete Reduktion der Darlehensforderung auf einen Betrag von
Fr.
75'000.-- ab
1.
Januar 2017 (
Urk.
1 S.
9) bleibt so oder so ohne Auswirkung auf den Leistungsanspruch.
6
.4
Aufgrund des Gesagten ist das anrechenbare Vermögen für die Zeit ab
1.
Septem
ber 2015 folgendermassen zu korrigieren
:
In der Periode vom
1.
September bis 3
0.
November
2015 ist 1/10 des
dem Netto
vermögen entsprechenden
Verzichtsvermögens von
Fr.
132'193.
--,
abzüglich des Freibetrages von
Fr.
37'500.--
, bei den Einnahmen anzurechnen
, also ein Betrag von
Fr.
9'469
.--
.
Die Gesamteinnahmen von
Fr.
48'732.-- sind u
m die Differenz zum bisher angerechneten Vermögen (
Fr.
18’569.--) in Höhe von
Fr.
9’10
0.-- zu reduzieren, womit neu von Gesamteinnahmen von
Fr.
39
'
632
.--
auszugehen ist. Da diese höher sind als die totalen Ausgaben von
Fr.
3
1
'
802
.--, hat die Durch
-
führungsstelle
für diese Periode
einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen im Ergebnis zu Recht verneint
(
Urk.
3 S. 9 f.)
.
Im Zeitraum vom
1.
bis 3
1.
Dezember 2015 ist ebenfalls 1/10 des Verzichts
ver
mögens von
Fr.
132'193.
-- nach Abzug
des Freibetrages von
Fr.
37'500.--,
also
Fr.
9'469.--
, bei den Einnahmen anzurechnen. Die Gesamteinnahmen von
Fr.
48'797.-- sind um die Differenz zum bisher angerechneten Vermögen (
Fr.
18’634.--) in Höhe von
Fr.
9’165
.--
herabzusetzen
, womit neu Gesamtein
nah
men von
Fr.
39
'
632
.--
resultieren
.
D
iese
sind
höher als die totalen Ausgaben von
Fr.
37'062.--,
womit
die Durchführungsstelle für diese
s
Zeitintervall
einen An
spruch auf Ergänzungsleistungen im Ergebnis
ebenfalls
zu Recht verneint
hat (
Urk.
3 S. 11
f.).
In der Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2016 ist ebenfalls 1/10 des Ver
zichtsvermögens von
Fr.
132'193.--
abzüglich des Freibetrages von
Fr.
37'500.--
,
entsprechend dem Betrag von
Fr.
9'469.--
, bei den Einnahmen anzurechnen. Die Gesamteinnahmen von
Fr.
48'514.-- sind um die Differenz zum bisher ange
rechneten Vermögen (
Fr.
18’354.--) in Höhe von
Fr.
8’88
5.-- zu reduzieren, wo
mit neu von Gesamteinnahmen von
Fr.
39
'
62
9.-- auszugehen ist. Diese sind höher als die totalen Ausgaben von
Fr.
37'218.--; damit hat die Durchfüh
rungs
stelle auch für diese Periode
einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen im Ergebnis zu Recht verneint
(
Urk.
3 S. 13
f.).
Im Zeitraum vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2017 ist 1/10 des Verzichts
ver
mögens von
Fr.
122'193.--
abzüglich des Freibetrages von
Fr.
37'500.--,
also
Fr.
8
'
469
.--, bei den Einnahmen anzurechnen. Die Gesamteinnahmen von
Fr.
47'212.-- sind um die Differenz zum bisher angerechneten Vermögen (
Fr.
17’065.--) in Höhe von
Fr.
8'59
6.-- zu
kürzen
.
Da
mit
ist
neu von Gesamt
einnahmen von
Fr.
38
'
616
.-- auszugehen. Diese sind
ebenfalls
höher als die totalen Ausgaben von
Fr.
37'
386
.
--, weshalb
die Durchführungsstelle auch für diese
n
Zeitraum
einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen im Ergebnis zu Recht verneint
hat
(
Urk.
3 S. 15
f.).
In der Zeit ab
1.
Januar 2018 ist 1/10 des Verzichtsvermögens von
Fr.
112'193.
--
nach Abzug des Freibetrages von
Fr.
37'500.--,
entsprechend dem Betrag von
Fr.
7'46
9
.--
, bei den Einnahmen anzurechnen
. Die Gesamteinnahmen von
Fr.
45'847
.-- sind um die Differenz zum bishe
r angerechneten Vermögen (
Fr.
15’713
.--) in Höhe von
Fr.
8
'
244
.-- zu reduzieren, womit neu Gesamtein
nahmen von
Fr.
37
'
603
.--
resultieren
. Da diese höher sind als
die totalen Aus
gaben von
Fr.
37'578
.--, hat die Durchführungsstelle
auch für die Zeit ab
1.
Januar 2018
einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen im Ergebni
s zu Recht verneint (
Urk.
3 S. 17 f.).
7.
Nach dem Gesagten bleibt es dabei, dass die Beschwerdeführerin im massgeb
lichen Zeitraum, der vom angefochtenen
Einspracheentscheid
und der
dadurch
bestätigten Verfügung vom 1
2.
Juli 2018 abgedeckt wird, keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzu
treten ist.