Decision ID: 340cbfea-1bae-5544-aa56-3e383a45517e
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Spezialkategorien G und M seit dem 4. Juni 2011
und denjenigen der Kategorie B seit dem 22. Dezember 2016. Im Informationssystem
über die Verkehrszulassung (abgekürzt: IVZ) ist er mit einem Eintrag verzeichnet: Am
22. September 2015 verursachte X mit einem landwirtschaftlichen Traktor schuldhaft
einen Verkehrsunfall. Zudem überschritt er die erlaubte Anhängelast um 195 Prozent. In
der Folge wurde ihm der Führerausweis am 11. Februar 2016 für die Dauer von zwei
Monaten entzogen. Mit Verfügung vom 9. März 2016 wurde die Entzugsdauer wegen
beruflicher Notwendigkeit im Rahmen einer Wiedererwägung auf einen Monat reduziert
(Vollzugsende: 31. März 2016).
B.- Am Sonntag, 8. November 2020, 02.00 Uhr, lenkte X in fahrunfähigem Zustand
einen Lieferwagen von Y nach Z. Bei der Liegenschaft an der W-Strasse in Z liess er
das Fahrzeug mit laufendem Motor auf dem Radstreifen stehen und ging zu Fuss
weiter zu seinem Wohnort. Am darauf folgenden Morgen brachte die Polizei X in das
Kantonsspital St. Gallen zur Durchführung eines forensisch-toxikologischen
Gutachtens. Das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (IRM) mass für
den Zeitpunkt der Blutentnahme (11.35 Uhr) eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von
0,65 Gewichtspromille und berechnete für den Ereigniszeitpunkt eine BAK von
mindestens 1,45 und höchstens 2,82 Gewichtspromille.
Mit Strafbefehl vom 3. Dezember 2020 sprach das Untersuchungsamt Altstätten X der
mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln und des Führens eines Motorfahrzeugs in
fahrunfähigem Zustand (qualifizierte Alkoholkonzentration) schuldig. Er wurde zu einer
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bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 150.– und einer Busse von
Fr. 2'000.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
(Strassenverkehrsamt) erhielt am 17. November 2020 Kenntnis des Vorfalls vom
8. November 2020. Mit Schreiben vom 6. Januar 2021 stellte es X einen
Führerausweisentzug für mindestens sechs Monate wegen schwerer Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften in Aussicht; gleichzeitig gewährte es das
rechtliche Gehör. Der Rechtsvertreter von X nahm mit Eingaben vom 15. und
27. Januar sowie 19. Februar 2021 zum Verfahren Stellung und beantragte im
Hauptpunkt, dass der Führerausweis für maximal drei Monate zu entziehen sei, weil
nicht von einem Rückfall ausgegangen werden könne und X beruflich auf den
Führerausweis angewiesen sei. Daraufhin verfügte das Strassenverkehrsamt am
23. Februar 2021 einen sechsmonatigen Entzug des Führerausweises wegen schwerer
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Fahren in fahrunfähigem
Zustand).
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. März
2021 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK), den
er mit Eingabe vom 6. Mai 2021 ergänzte. Er beantragte, die angefochtene Verfügung
sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei der Führerausweis
für maximal drei Monate zu entziehen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Das Strassenverkehrsamt beantragte in der Vernehmlassung vom
25. Mai 2021 die Abweisung des Rekurses. Am 31. Mai 2021 reichte der
Rechtsvertreter des Rekurrenten seine Kostennote ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 15. März 2021 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und
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materieller Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Zwischen den Parteien besteht zunächst Einigkeit darüber, dass es sich beim
Ereignis vom 8. November 2020 aus strafrechtlicher Sicht um eine grobe
Verkehrsregelverletzung handelte, die nach Art. 91 Abs. 2 lit. a des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) sanktioniert wurde. Der
Rekurrent lenkte ein Motorfahrzeug mit einer BAK von mindestens
1,45 Gewichtspromille, was einer qualifizierten Alkoholkonzentration gemäss Art. 2 lit. a
der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr
(SR 741.13) entspricht. Damit hat er aus administrativmassnahmerechtlicher Sicht –
was ebenfalls unbestritten ist – eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG begangen (Philippe
Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, vor Art. 16a bis c SVG N 4).
Ebenso ist in tatsächlicher Hinsicht nicht streitig, dass das Vollzugsende des früheren
Führerausweisentzugs wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften und die vorliegend zu beurteilende schwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften weniger als fünf Jahre
auseinanderliegen.
Umstritten ist hingegen, ob der frühere Führerausweisentzug aufgrund der
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften mit einem landwirtschaftlichen
Motorfahrzeug vom 22. September 2015 kaskadenrelevant ist und namentlich die
Rückfallbestimmung von Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG anzuwenden ist, welche diesfalls
einen Führerausweisentzug von mindestens sechs Monaten vorsieht.
a) Die Vorinstanz erwog, nach den gesetzlichen Kaskadenbestimmungen in Art. 16b
Abs. 2 und Art. 16c Abs. 2 SVG sei die Strafverschärfung davon abhängig, ob der
Führerausweis in den letzten zwei oder fünf Jahren bereits einmal entzogen worden sei,
und zwar unabhängig davon, welche Führerausweiskategorie betroffen gewesen sei.
Das Gesetz enthalte keine Sondervorschriften für den Entzug des Führerausweises von
Spezialkategorien. Es sei deshalb irrelevant, dass der Rekurrent die frühere
Widerhandlung mit einem landwirtschaftlichen Motorfahrzeug begangen habe. Im
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Übrigen sei dem Rekurrenten der Führerausweis mit Verfügung vom 11. Februar 2016
ohnehin für sämtliche Kategorien, Unterkategorien und Spezialkategorien entzogen
worden. Dementsprechend sei von einem Rückfall auszugehen und dem Rekurrenten
der Führerausweis für die Mindestentzugsdauer von sechs Monaten zu entziehen
(Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG).
Der Rekurrent hält dem entgegen, dass er den Unfall im Jahr 2016 mit einem
landwirtschaftlichen Traktor verursacht habe. Daraus könne nicht geschlossen werden,
dass er die begangene Widerhandlung beispielsweise auch mit einem Motorfahrzeug
der Kategorie B begehen würde. Zudem sei zu bedenken, dass zur Erlangung des
Führerausweises der Spezialkategorie G lediglich eine theoretische Führerprüfung und
eine vereinfachte Fahrprüfung abgelegt werden müsse. Es sei demnach nicht richtig,
einen Traktorfahrer, der eine weniger umfassende Ausbildung genossen habe, die
gleichen Konsequenzen tragen zu lassen wie einen Motorfahrzeugführer, der
hinsichtlich der Gefahren im Strassenverkehr besonders sensibilisiert worden sei. Im
Wesentlichen stützt der Rekurrent seine Ausführungen auf BGE 128 II 187 ff. Darin
sprach sich das Bundesgericht dafür aus, dass die frühere Anordnung eines
Motorfahrradausweisentzugs keine Grundlage für die Anwendung der
Rückfallbestimmung bilden kann.
Die Vorinstanz brachte diesbezüglich vor, dass der Bundesgerichtsentscheid nicht
einschlägig sei, weil sich der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt in wesentlichen
Punkten vom Sachverhalt unterscheide, der dem Bundesgerichtsentscheid zugrunde
gelegen habe. Der Rekurrent sei einen landwirtschaftlichen Traktor und kein
Motorfahrrad gefahren, was in Bezug auf das Gefährdungspotential nicht vergleichbar
sei. Zudem hätten die rechtlichen Bestimmungen geändert.
b) Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (OBG) ausgeschlossen
ist, wird der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 SVG). Für die Dauer des Ausweisentzuges sieht das
Gesetz eine Abstufung vor, die dem Umstand Rechnung trägt, ob bereits frühere
mittelschwere oder schwere Widerhandlungen erfolgt sind und wie weit diese zeitlich
zurückliegen (sogenanntes Kaskadensystem der Mindestentzugsdauer). Erfolgte in den
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fünf Jahren vor der neu zu beurteilenden schweren Widerhandlung kein Ausweisentzug
wegen einer zumindest mittelschweren Widerhandlung, beträgt die
Mindestentzugsdauer drei Monate (Art. 16c Abs. 2 lit. a in Verbindung mit [i.V.m.] lit. b-
c SVG). Wurde hingegen in den vorangegangenen fünf Jahren der Führerausweis
bereits einmal wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen, so wird er nach
einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für mindestens
sechs Monate entzogen (Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG). Im Übrigen sind bei der
Festsetzung der Dauer des Entzugs die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen;
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 Satz 2
SVG).
Der Führerausweis wird für verschiedene Kategorien (A, B, C und D sowie BE, CE und
DE), Unterkategorien (A1, B1, C1 und D1 sowie C1E und D1E) und Spezialkategorien
(F, G und M) erteilt (vgl. Art. 3 der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Dementsprechend wird
auch beim Führerausweisentzug zwischen den verschiedenen Kategorien,
Unterkategorien und Spezialkategorien unterschieden. Als Grundregel gilt der integrale
Ausweisentzug: Demnach hat der Entzug des Führerausweises für eine bestimmte
Kategorie oder Unterkategorie zwangsläufig den Entzug aller Kategorien, aller
Unterkategorien und der Spezialkategorie F zur Folge (Art. 33 Abs. 1 VZV). Ein Entzug
des Führerausweises einer Spezialkategorie führt sodann zum Entzug des Ausweises
aller Spezialkategorien (Abs. 2). Darüber hinaus kann die Entzugsbehörde den
Führerausweisentzug im Sinn von Art. 33 Abs. 4 VZV ausdehnen (vgl. BSK SVG-B.
Rütsche, Art. 16 N 83); namentlich kann sie mit dem Lernfahr- oder dem Führerausweis
einer Kategorie oder Unterkategorie auch den Führerausweis der Spezialkategorien G
und M (Art. 33 Abs. 4 lit. a VZV) oder mit dem Lernfahr- oder dem Führerausweis einer
Spezialkategorie auch den Lernfahr- oder den Führerausweis der Kategorien und
Unterkategorien entziehen (lit. b). Beim Entscheid darüber hat die Behörde abzuwägen,
ob sich eine Ausdehnung angesichts der Schwere und der Art der begangenen
Widerhandlung rechtfertigt. Dabei hat sie sämtliche Umstände des Einzelfalles zu
berücksichtigen (vgl. zum früheren Recht BGE 114 Ib 41 E. 3 [Praxis 77 (1988) Nr. 80]).
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c) Zunächst stellt sich die Frage, für welche Kategorien der Führerausweis mit
Verfügung vom 11. Februar 2016 entzogen wurde. Der Rekurrent verursachte am
22. September 2015 im Alter von 18 Jahren mit einem landwirtschaftlichen Traktor
samt angekoppeltem landwirtschaftlichem Anhänger schuldhaft einen Verkehrsunfall
und überschritt die zulässige Anhängerlast. Er war damals nur im Besitz der
Spezialkategorien M (Motorfahrräder) und G (unter anderem land- und
forstwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 30 km/h) im
Sinn von Art. 3 Abs. 3 VZV. Darin sah das Strassenverkehrsamt eine mittelschwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften. Mit Verfügung vom
11. Februar 2016 entzog es dem Rekurrenten den Führerausweis aller Kategorien und
Unterkategorien sowie Spezialkategorien zunächst für zwei Monate.
Wiedererwägungsweise reduzierte es die Entzugsdauer in der Folge wegen beruflicher
Notwendigkeit auf einen Monat. Damit dehnte das Strassenverkehrsamt den
Führerausweisentzug im Sinn von Art. 33 Abs. 4 lit. b VZV auf sämtliche Kategorien und
Unterkategorien aus. Vorliegend war die Ausdehnung jedoch nicht möglich, da der
Rekurrent zum damaligen Zeitpunkt lediglich Inhaber eines Führerausweises der
Spezialkategorien M und G war. Die Frage der Ausdehnung des Entzugs auf die
übrigen Kategorien und Unterkategorien konnte sich demnach gar nicht stellen.
Insbesondere ist weder im Gesetz noch in der Verordnung vorgesehen, dass nach
einer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften auch künftige, noch zu
erwerbende Führerausweiskategorien bereits entzogen werden können. Mit der
Verfügung vom 11. Februar 2016 konnte somit nur der Führerausweis aller
Spezialkategorien entzogen werden (vgl. Art. 33 Abs. 2 VZV). Dass eine Ausdehnung
des Führerausweisentzugs nicht möglich war, spricht gegen die Anwendbarkeit der
Rückfallbestimmung gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG.
d) Zu prüfen bleibt, ob der Entzug des Führerausweises der Spezialkategorien (Art. 3
Abs. 3 i.V.m. Art. 33 Abs. 2 VZV) – ohne eine Ausdehnung auf die Kategorien oder
Unterkategorien – die Anwendung der Rückfallbestimmung von Art. 16c Abs. 2 lit. b
SVG auszulösen vermag. Dafür bedarf es der Auslegung von Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG.
aa) Massgebend für jede Auslegung ist in erster Linie der Wortlaut der fraglichen
Bestimmung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen
möglich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wobei
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alle Auslegungselemente zu berücksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt
es namentlich auf die Entstehungsgeschichte, auf den Zweck der Norm, auf die ihr
zugrundeliegenden Wertungen und auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm
steht. Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber
als Hilfsmittel, den Sinn der Norm zu erkennen. Nach der Rechtsprechung darf die
Auslegung vom klaren Wortlaut eines Rechtssatzes nur dann abweichen, wenn triftige
Gründe dafür bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt.
Entscheidend ist danach nicht der vordergründig klare Wortlaut einer Norm, sondern
der wahre Rechtssinn, welcher durch die anerkannten Regeln der Auslegung zu
ermitteln ist (BGE 140 III 289 E. 2.1 mit Hinweisen zur bundesgerichtlichen
Rechtsprechung).
bb) Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG setzt lediglich voraus, dass "der Ausweis entzogen war".
Das Gesetz verwendet die Begriffe in allen Amtssprachen einheitlich ("Ausweis",
"permis", "lizenza") und erlaubt keine Rückschlüsse darauf, ob in Bezug auf das
Kaskadensystem der Mindestentzugsdauern zwischen dem Führerausweisentzug von
Kategorien oder Unterkategorien und dem Führerausweisentzug von Spezialkategorien
unterschieden wird.
cc) Am 1. Januar 2005 trat die Teilrevision des SVG vom 14. Dezember 2001 in Kraft.
Ziel der Revision war eine einheitlichere und strengere Ahndung von schweren und
wiederholten Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Botschaft, in:
BBl 1999 S. 4485). Die zentrale inhaltliche Änderung in diesem Zusammenhang
bestand in der Erweiterung und Verschärfung des Kaskadensystems, insbesondere der
Einführung von gesetzlich festgelegten Mindestentzugsdauern zu Warnzwecken. Das
Gesetz sieht deshalb in detaillierten Vorschriften eine Vielzahl von
Mindestentzugsdauern vor, die nicht unterschritten werden dürfen (Art. 16 Abs. 3
Satz 2 SVG). Es finden sich in den Materialien jedoch keine Hinweise darauf, ob bei der
Beurteilung des früheren Ausweisentzugs zwischen den verschiedenen
Fahrzeugkategorien unterschieden wird. In diesem Zusammenhang ist darauf
hinzuweisen, dass die Gesetzesrevision entgegen der Auffassung der Vorinstanz in
Bezug auf die sich vorliegend stellende Frage in materieller Hinsicht nichts geändert
hat.
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dd) In systematischer Hinsicht muss der Führerausweisentzug nach Art. 16 ff. SVG im
Kontext mit anderen Bestimmungen betrachtet werden. Gestützt unter anderem auf
Art. 106 SVG hat der Bundesrat die VZV erlassen. Die Verordnungsbestimmung von
Art. 33 VZV regelt den Umfang des Führerausweisentzugs. Demnach wird zwischen
dem Ausweisentzug einer Kategorie oder Unterkategorie (Abs. 1) und dem
Ausweisentzug einer Spezialkategorie (Abs. 2) unterschieden. Der Verordnungsgeber
sah keinen Automatismus vor, welcher den Entzug des Führerausweises sämtlicher
Fahrzeugkategorien zur Folge hätte. Aus systematischer Sicht muss somit bei der
Beurteilung, ob ein Rückfall im Sinn von Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG vorliegt, zwischen
den Kategorien oder Unterkategorien und den Spezialkategorien differenziert werden.
ee) Auch die teleologische Auslegung führt zum Schluss, dass es für die Anwendung
des Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG eine Rolle spielt, für welche Fahrzeugkategorie der
vorgängige Ausweisentzug erfolgt ist. Der Warnungsentzug erweist sich als eine um
der Verkehrssicherheit willen angeordnete Verwaltungsmassnahme mit primär
präventivem und erzieherischem Charakter, die teilweise aber auch strafähnliche Züge
aufweist (BGE 133 II 331 E. 4.2; BSK SVG-B. Rütsche, Vor Art. 16-17a N 32 ff.).
Landwirtschaftliche Motorfahrzeuge (Spezialkategorie G) dürfen bereits ab dem Alter
von 14 Jahren gefahren werden (Art. 6 Abs. 1 lit. a VZV), weil der Verordnungsgeber in
den Fahrzeugen der Spezialkategorien eine geringe Gefahr für andere
Verkehrsteilnehmer sah. Zudem muss zur Erlangung des Führerausweises lediglich
eine vereinfachte Prüfung der Basistheorie abgelegt werden. Eine praktische
Führerprüfung ist indessen nur abzulegen, sofern Zweifel an der Fahrkompetenz des
Fahrzeugführers bestehen (vgl. Art. 22 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 28 Abs. 2 VZV).
Motorfahrzeuge der Kategorie B hingegen dürfen erst ab dem Alter von 18 Jahren
gefahren werden (Art. 6 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 22 Abs. 1 VZV). Darüber hinaus
muss im Unterschied zu den Spezialkategorien eine praktische Fahrerprüfung abgelegt
und an einem Kurs über Verkehrskunde teilgenommen werden, in dem
Verkehrssinnbildung und Gefahrenlehre vermittelt wird (vgl. Art. 15a und 15b SVG
sowie Art. 24 ff. VZV). Wie der Rekurrent zu Recht ausführt, ist es daher nicht
gerechtfertigt, den Traktorfahrer, der eine weniger umfassende Ausbildung genossen
hat, die gleichen Konsequenzen tragen zu lassen wie den Motorfahrzeugführer, der
hinsichtlich der Gefahren im Strassenverkehr besonders sensibilisiert worden ist (vgl.
BGE 128 II 187 E. 2c mit Hinweisen). In dieser Hinsicht geht der Einwand der
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Vorinstanz, dass ein Traktor anders zu behandeln sei wie ein Motorfahrrad, weil dieser
ein höheres Gefährdungspotential darstelle, fehl. Vorliegend ist zu beurteilen, ob für die
Anwendung der Rückfallbestimmung zwischen den Kategorien oder Unterkategorien
und den Spezialkategorien zu unterscheiden ist. Sowohl landwirtschaftliche
Motorfahrzeuge als auch Motorfahrräder fallen unter die Spezialkategorien und sind
nach heutigem Recht gleichgestellt (Art. 3 Abs. 3 VZV), und zwar ungeachtet der
unterschiedlichen Gefährdungspotentiale. Die frühere bundesgerichtliche
Rechtsprechung gemäss 128 II 187 ff. ist deshalb nicht nur auf Motorfahrräder,
sondern auch auf landwirtschaftliche Motorfahrzeuge anwendbar. Wie die Vorinstanz
korrekterweise vorbringt, war die Erlangung des Führerausweises für Motorfahrräder
(aArt. 27 VZV) sowie dessen Entzug (aArt. 36 VZV) zum Zeitpunkt des BGE 128 II 187 ff.
spezialgesetzlich geregelt. Dies ändert aber nichts daran, dass im heutigen Recht
hinsichtlich der Gefährdungspotentiale zwischen Motorfahrrädern und
landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen nicht differenziert wird. Dementsprechend kann
sich auch die Frage, ob der Rekurrent eine gleichartige Widerhandlung mit einem
Motorfahrzeug, das ein grösseres Gefährdungspotential darstellt, begangen hätte,
nicht mehr stellen. Abgesehen davon erschiene es unverhältnismässig, allein gestützt
auf eine hypothetische Annahme die Anwendung der Rückfallbestimmung gemäss
Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG zur Anwendung zu bringen (vgl. BGE 128 II 187 E. 1b).
ff) Im Ergebnis ist für die Beurteilung, ob ein Rückfall im Sinn von Art. 16c Abs. 2 lit. b
SVG vorliegt, nach der Art der Fahrzeugkategorie, für welche der Führerausweis
entzogen wurde, zu unterscheiden. Es kommt mit anderen Worten im Einzelfall darauf
an, ob es sich beim vorgängigen Entzug um einen der Kategorien und Unterkategorien
oder um einen der Spezialkategorien gehandelt hat.
e) Dem Rekurrenten wurde mit Verfügung vom 11. Februar 2016 der Führerausweis für
alle Kategorien, Unterkategorien und Spezialkategorien entzogen, ohne dass eine
Ausdehnung auf die Kategorien und Unterkategorien möglich gewesen wäre (vgl.
E. 2c). Namentlich macht die Vorinstanz nicht geltend und geht auch aus den Akten
nicht hervor, dass der Rekurrent im Zeitpunkt des Verkehrsunfalls mit dem Traktor (15.
September 2015) im Besitz des Lernfahrausweises für die Kategorie B war. Die frühere
Anordnung des Führerausweisentzugs der Spezialkategorien (Art. 3 Abs. 3 VZV) kann
entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht zu einem Rückfall bei den Kategorien
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(Art. 3 Abs. 1 VZV) führen (vgl. BGE 128 II 187 E. 2c mit Hinweisen). Der Rekurrent wird
damit gleichbehandelt, wie ein Fahrzeugführer, dem nach einer früheren
Widerhandlung mit einem landwirtschaftlichen Motorfahrzeug der Führerausweis der
Spezialkategorie G, nicht hingegen der Kategorie B, entzogen wurde (vgl. Art. 33 Abs.
4 lit. b VZV). Anders würde es sich verhalten, wenn der Rekurrent erneut eine
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften mit einem landwirtschaftlichen
Motorfahrzeug (Spezialkategorie G) begangen hätte. Diesfalls wäre der frühere
Führerausweisentzug der Spezialkategorien in Bezug auf den aktuellen Entzug der
Spezialkategorien kaskadenrelevant, wobei die Entzugsbehörde anhand der Art und
Schwere der begangenen Widerhandlung zusätzlich zu beurteilen hätte, ob der
Führerausweisentzug im Sinn von Art. 33 Abs. 4 lit. b VZV auf die Kategorien und
Unterkategorien auszudehnen ist (vgl. E. 2b).
3.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer des
Führerausweisentzugs die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die
Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, die berufliche Notwendigkeit, ein
Motorfahrzeug zu führen, und eben auch der Leumund als Motorfahrzeugführer. Die
Zumessungsfaktoren sind gesamthaft zu würdigen und die Entzugsdauer ist im
Einzelfall so festzusetzen, dass die mit der Massnahme beabsichtigte erzieherische und
präventive Wirkung des Warnungsentzugs am besten erreicht wird. Ausgangspunkt für
die Bemessung ist die Mindestentzugsdauer von drei Monaten, die weder aus
beruflichen noch aus persönlichen Gründen unterschritten werden darf (Art. 16c Abs. 2
lit. a und Art. 16 Abs. 3 SVG).
b) Der Rekurrent lenkte am Sonntag, 8. November 2020, 02.00 Uhr, ein Motorfahrzeug
mit einer BAK von mindestens 1,45 Gewichtspromille. Damit überschritt er die Grenze
zur qualifizierten Alkoholkonzentration von 0,8 Gewichtspromille deutlich. Mit der
Vorinstanz wiegt das Verschulden entsprechend schwer, weshalb die Einsatzdauer von
drei Monaten um zwei Monate zu erhöhen ist. Ebenfalls massnahmeerhöhend wirkt
sich der getrübte automobilistische Leumund aufgrund des am 22. September 2015
schuldhaft verursachten Verkehrsunfalls mit einem Traktor samt Anhänger und des
Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs aus, und zwar im Umfang eines
knappen Monats. Die deswegen früher ausgesprochene Administrativmassnahme von
einem Monat findet damit nicht bei der Frage der Anwendbarkeit der
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Rückfallbestimmung gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG, wohl aber bei der Bemessung
der Entzugsdauer nach der neuerlichen Widerhandlung Berücksichtigung (vgl. BGE 128
II 187 E .1d). Ein getrübter automobilistischer Leumund führt zu einer längeren
Entzugsdauer, soweit er nicht bereits Grund für die Bestimmung der
Mindestentzugsdauer war, da sich ansonsten die Rückfälligkeit doppelt zu Lasten des
fehlbaren Lenkers auswirken würde (vgl. BSK SVG-Rütsche, Art. 16 N 122).
c) Zu prüfen bleibt, ob es massnahmemindernde Umstände gibt. Im vorinstanzlichen
Verfahren machte der Rekurrent eine berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis
geltend. Er sei Inhaber und Geschäftsleiter eines Landschaftspflegeunternehmens, das
erst kürzlich gegründet worden sei. Sämtliche Arbeiten für die Firma würden mit
Traktoren, den dazugehörenden Maschinen sowie mit Schreitbaggern ausgeführt. Ein
längerer Führerausweisentzug würde bedeuten, dass er seine Arbeit nicht mehr
ausführen könnte, was harte Konsequenzen für die junge Firma zur Folge haben würde.
Fahrzeuglenker, die berufsmässig auf den Einsatz eines Motorfahrzeugs angewiesen
sind, werden wegen der grösseren Massnahmeempfindlichkeit in der Regel schon
durch eine kürzere Entzugsdauer wirksam von weiteren Widerhandlungen abgehalten.
Einem solchen Lenker soll der Führerausweis deshalb weniger lange entzogen werden
als einem, der sein Fahrzeug beruflich nicht benötigt, selbst, wenn beide
Fahrzeuglenker das gleiche Verschulden trifft (vgl. dazu BGE 123 II 572 E. 2c). Ein
gewisser organisatorischer, zeitlicher oder finanzieller Mehraufwand ist aber Folge
eines jeden Entzugs des Führerausweises und deshalb hinzunehmen, ohne dass dies
eine massnahmemindernde Berücksichtigung rechtfertigen würde (vgl. BGer 6A.
31/2004 vom 6. August 2004 E. 1.4; Entscheid der VRK [VRKE] IV-2013/123 vom
9. Januar 2014 E. 6c, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort
unter Rechtsprechung).
Der Rekurrent ist kein Berufschauffeur, der sein Einkommen mit dem Erbringen von
Fahrdiensten erzielt und für den ein Führerausweisentzug ein materielles Fahrverbot
bedeuten würde. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit ist er aber doch mehr von einem
Führerausweisentzug betroffen als ein Fahrzeuglenker, der bei einem Fahrverbot
problemlos auf den öffentlichen Verkehr umsteigen könnte. Insgesamt liegt damit eine
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leicht erhöhte Massnahmeempfindlichkeit vor, die zu einer Reduktion der
Massnahmedauer um rund zwei Monate führt.
d) Im Ergebnis ist der Führerausweis somit wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG für vier Monate zu
entziehen.
4.- Die Vorinstanz ordnete in den Ziffern 1 Abs. 2, 5 und 6 der angefochtenen
Verfügung an, dass dem Rekurrenten der Führerausweis und allfällig vorhandene
weitere Ausweise vom 23. August 2021 bis und mit 22. Februar 2022 entzogen werden.
Hierbei handelt es sich um eine vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat
verfügt werden müsste.
a) Gemäss Art. 101 Abs. 1 VRP sind Verfügungen und Entscheide vollstreckbar, wenn
sie mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht oder nicht mehr angefochten werden können.
Die gesetzliche Ordnung in der Verwaltungsrechtspflege geht davon aus, dass das
Erkenntnis- und Vollstreckungsverfahren grundsätzlich voneinander getrennt sind. Im
ersten wird über Bestand und Umfang öffentlicher Rechte und Pflichten entschieden,
im zweiten über Art der Durchsetzung und Überwälzung der Vollstreckungskosten. Die
Sachverfügung geht somit der Vollstreckungsverfügung voran (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit, N 1230).
b) Indem die Vorinstanz in der Verfügung vom 23. Februar 2021 nicht nur den
Führerausweisentzug für die Dauer von sechs Monaten anordnete, sondern in
derselben Verfügung auch den Vollzugszeitpunkt (23. August 2021 bis und mit
22. Februar 2022) festsetzte, vermischte sie unzulässigerweise das Erkenntnis- und
das Vollstreckungsverfahren. Dieses Vorgehen erscheint deshalb problematisch, weil
sich die beiden Verfahren in wesentlichen Punkten unterscheiden: So beträgt die
Rechtsmittelfrist bei Sachverfügungen 14 Tage (Art. 47 Abs. 1 VRP) und bei
Vollstreckungsverfügungen fünf Tage (Art. 47 Abs. 2 VRP). Sodann ist für die
Beurteilung eines Rekurses gegen Sachverfügungen das Gericht als Kollegialbehörde
zuständig, während über Rekurse gegen Vollstreckungsverfügungen der Präsident zu
befinden hat (Art. 44 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 58 VRP). Die Vorgehensweise
der Vorinstanz ist dementsprechend nicht gesetzmässig. Dass die Vorinstanz den
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Vollzugszeitpunkt vorliegend auf mehrere Monate nach dem Verfügungsdatum
festsetzte, sodass ein mögliches Rekursverfahren vorgängig abgeschlossen werden
könnte, ändert an der rechtswidrigen Vorgehensweise nichts.
c) Die VRK hebt vorinstanzlich angeordnete Vollzugsdauern in Sachverfügungen
(Warnungsentzüge oder Warnungsaberkennungen) unter Kostenfolgen zulasten der
Vorinstanz regelmässig auf, wenn diese aufgrund der Dauer des Rekursverfahrens
nicht bereits gegenstandslos geworden sind. Das Strassenverkehrsamt hat dann nach
Eintritt der Rechtskraft der Sachverfügung eine Vollstreckungsverfügung zu erlassen
(VRKE IV-2017/149 vom 4. Februar 2019 E. 2, im Internet abrufbar unter www.sg.ch/
recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung). So ist auch im vorliegenden Fall
vorzugehen, weshalb die Ziffern 1 Absatz 2, 5 und 6 der Verfügung vom 15. Februar
2021 aufzuheben und die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen zum Erlass einer
Vollstreckungsverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Die zu erlassende
Vollstreckungsverfügung könnte dann wiederum angefochten werden (vgl. Art. 44 und
Art. 47 Abs. 2 VRP).
5.- Der Kostenspruch der angefochtenen Verfügung, wonach der Rekurrent die
vorinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 330.– zu bezahlen habe, ist zu bestätigen,
weil es bei einem Warnungsentzug wegen schwerer Widerhandlung bleibt; darauf ist
nicht weiter einzugehen.
6.- a) Die Kosten des Rekursverfahrens haben die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Der Rekurrent dringt
mehrheitlich durch. Namentlich ist die Entzugsdauer von sechs auf vier Monate zu
reduzieren, weil die Kaskade gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG nicht zur Anwendung
gelangt. Zudem hat die Vorinstanz das Erkenntnis- und Vollstreckungsverfahren
unzulässig vermischt. Die amtlichen Kosten sind deshalb zu vier Fünfteln dem Staat
und zu einem Fünftel dem Rekurrenten aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr.
1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des
Rekurrenten von Fr. 240.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 960.–
zurückzuerstatten.
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b) Der Rekurrent hat gemäss Art. 98 Abs. 2 und Art. 98 VRP Anspruch auf eine
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten, soweit diese als notwendig und
angemessen erscheinen. Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsvertreters
geboten. Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote über Fr. 1'663.10 (Honorar
Fr. 1'500.–, Barauslagen Fr. 44.20 und Mehrwertsteuer Fr. 118.90) eingereicht. Dieser
Betrag erscheint tarifkonform. Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten
beträgt der Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung 60 Prozent (PK VRP/SG-
Linder, Art. 98 N 16). Der Staat (Strassenverkehrsamt) ist deshalb zu verpflichten,
den Rekurrenten insgesamt mit Fr. 1'016.90 (Honorar Fr. 900.–, Barauslagen Fr. 44.20
und Mehrwertsteuer Fr. 72.70) ausseramtlich zu entschädigen (Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art.
28 Abs. 1 und Art. 29 der Honorarordnung, sGS 963.75).