Decision ID: 645e81de-8b6f-4250-855c-7b56f01fc6f6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
war
seit dem 1.
Dezember 2000
bei der
Y._
Ltd
als
Head Distributed
Ledger
Technology
angestellt und dadurch bei der
Elips
Versicherungen AG
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
27. Februar 2018 rutsch
t
e er auf einer Eisfläche aus und verletzte sich dabei
am
linke
n
Knie
(Schadenmeldung vom
14. März 2018
,
Urk.
12/1
).
Ein
e
am
17. April
2018 durchgeführte
MRT des linken Kniegelenkes
nativ
förderte
einen Status nach Distorsion/Partialruptur des medialen K
ollateralbandes
(MCL)
, eine
intramurale Substanzläsion des
I
nnenmeniskus
hinter
hornes
sowie ein
en
geringgradige
n
Gelenkerguss und
ein
umschriebene
s
subkutane
s
Ö
dem
/H
ämatom
medial zu Tage
(Urk. 12/13)
. D
r.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, untersuchte den Versicherten am 26. J
uni 2018 und
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 27. Juni 2018 (
Urk.
12/2
) zusätzlich eine Ruptur des postlateralen Bündels (PL-Bündel) des vorderen Kreuzbandes
(VKB)
. Ab dem 23. November 2018 begab sic
h der Versicherte zu Dr.
med.
A._
, Facharzt
FMH
für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, in Behandlung
, welcher chronische, persistierende MCL
-
Beschwerden seit sechs Monaten feststellte und dem Beschwerdeführer mehrmals Injektionen von
Tendo
P
lus
vera
breichte. A
m 29. Januar 2019
vermutete er
ein
Pes
anserinus
-Syndrom, welches er nach Veranlassung einer neuen MRI-Bildgebung
vom 7. Februar 2019
(
Urk.
12/15
) am 12. Februar 2019 bestätigte und die Behandlung abschloss
(Urk. 12/5
)
. Nach Einholung einer versicherungsmedizinisch
en Beurteilung durch Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation
(Urk. 12/8)
,
stellte d
ie
Elips
Versicherungen AG
mit Verfügung vom 19. März 2020
d
ie Übernahme der Heilungskosten
per 7.
F
eb
r
u
ar 2019 ein und lehnte einen Anspruch auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung ab (
Urk.
12/9
).
Nach dagegen erhobener Einsprache vom 1. April 2020 (
Urk.
12/11
) holte
der Unfallversicherer
eine
weitere Stellungnahme
bei Dr.
B._
ein
(
Beurteilung vom 26. Oktober 2020
, Urk. 12/21). Am
12. Januar 2021 reichte der
Versicherte
einen Bericht seines Hausarztes
Dr. med.
C._
, Praktischer Arzt,
vom 7.
Dezember 2020 ein (Urk. 12/24
), zu welchem D
r.
B._
am
28
. J
uli 2021 erneut Stellung bezog
(
Urk. 12/31)
. Schliesslich
wies
die
Elips
Versicherungen AG
die Einsprache
des Versicherten
mit Entscheid vom 10. September 2021 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 8. Oktober 2021 Beschwerde mit den Anträgen, es sei
en die Verfügung vom 19. März 2021
(recte 2020)
und
der Einspracheentscheid vom 10. September 2021 aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, ihm die Heilungskosten zu vergüten sowie nach Abschluss der Behandlungen (
insbesondere Physiotherapie) den
Anspruch auf Langfristleistungen
(Invalidenrente, Integritätsentschädigung)
neu zu prüfen. Eventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin durchzuführen, welches sich zur Unfallkausalität der Beschwerden und zur Behandlung äussere.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zur Vornahme eines versicherungsexternen medizinischen Gutachtens auf deren Kosten, welches sich zur Unfallkausalität der Beschwerden und zur Behandlung äussere (
Urk.
1 S. 2)
. Am 31. Januar 2022 schloss die
Elips
Versicherungen AG
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11
), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. Februar 2022 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
13).
Am 4.
Juli 2022
wies die Beschwerdegegnerin
darauf hin, dass die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein mit Verfügung vom 21. April 2022 die Übertragung sämtlicher Unfallversicherungsverträge von der
Elips
Versicherungen AG auf die
Elips
Life AG mit Wirkung auf den 31. Mai 2022 genehmigt habe, womit alle Ansprüche im Zusammenhang mit solchen Verträgen von Ge
setz
es wegen von der
Elips
Versicherungen AG auf die
Elips
Life AG übergegangen seien
(
Urk.
15,
16).
Somit ist die
Elips
Life AG an Stelle der
Elips
Versicherungen AG in vorliegenden
Prozess
eingetreten
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersu
chungsgrundsatzes (Art. 61 lit.
c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) und der Beweis
wür
di
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
schein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versi
cherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid vom
10. September 2021
(
Urk.
2) damit,
dass die Kniebeschwerden des Beschwerde
führers nach dem 7. Februar 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in einem Kausalzusammenhang mit dem Ereign
is vom 27. Februar 2018 stünden. Das MRI vom 7. Februar 2019 zeige, dass
die MCL-Läsion in diesem Zeitpunkt
verheilt gewesen
sei
und
das
Pes
anserinus
-Syndrom
sei
gemäss der schlüssigen Beurteilung der beratende
n
Ärztin Dr.
B._
nicht auf den Unfall
zurückzuführen, hätten doch sonst die zwei Monate nach dem
Unfalle
reignis angefertigten Aufnahmen zumindest ein
Traumaäquivalent
im Sinne von Muskelfaserrissen, Sehnenrissen,
Einblutungen
oder Ödemen
im Bereich des
Pes
anserinus
aufzeigen müssen, was nicht der Fall gewesen sei.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), dass
sowohl sein Hausarzt
Dr.
C._
als auch der Sportarzt Dr.
A._
die Kniebeschw
erden auf den Unfall zurückführ
en
würden
. Dies stehe in Einklang mit dem Umstand, dass er vor dem Unfall über keinerlei Beschwerden am Knie verfügt und hobbymässig Triathlon betrieben
habe.
Die dazu in Widerspruch stehenden Ausführungen der Vertrauensärztin überzeugten demgegenüber nicht und beruhten auch nicht auf eigenen Untersuchungen. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen
und insbesondere die anfallenden Physiotherapiekosten zu bezahlen
. Erst wenn die Behandlung abgeschlossen sei, könne über
Invalidenrente
und Integritätsentschädigung entschieden werden.
3.
3.1
Dr.
B._
führte in ihren
medizinischen Einschätzungen vom
18. März
und
26. Oktober
2020 aus, dass
sich der Beschwerdeführer im F
ebruar 2018 bei einem Sturz auf einer Eisfläche eine Kniedistorsion links zugezogen habe. Ein MRI des linken Kniegelenks vom 17. April 2018 habe eine Läsion des medialen Seitenbandes, eine intramurale Substanzläsion des
Innenmeniskushinterhorns
sowie (später von orthopädischer Seite her
befundet
) eine Ruptur des
posterolateralen
Bündels des VKB gezeigt. Es sei eine ko
nservative Behandlung erfolgt.
D
ie
se
initialen Beschwerden
seien
aus versicherungsmedizinischer Sicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal bedingt.
Im Februar 2019 sei wegen Restbeschwerden ein erneutes MRI des linken Kniegelenks angefertigt worden, welches im Bereich des VKB
(gemeint wohl MCL, vgl. Urk. 12/31)
narbige Veränderungen gezeigt habe; das mediale Seitenband habe sich in K
ontinuität
ohne Reizzeichen (Ödeme oder Ähnliches)
dargestellt. Von orthopädischer Seite
sei am 12. Februar 2019 ein
Pes
anserinus
-Syndrom, eine
Ansatztendinopathie
der dorsalen Oberschenkelmuskeln an der medialen Tibia, diagnostiziert worden. Die orthopädische Behandlung sei damals abgeschlossen worden. Zur Diskussion stehe nun, ob die erneut zu einer physiotherapeutischen Behandlung Anlass gebenden Beschwerd
en am linken Kniegelenk bei
Pes
anserinus
-Syndrom überwiegend wahrscheinlich unfallkausal bedin
gt seien, was aus Sicht von Dr.
B._
nicht der Fall sei. So habe sich der Beschwerdeführer anlässlich des Unfallereignisses eine Grad-2-Läsion des medialen Seitenbandes
am linken
Kniegelenk zugezogen;
dieses sei MR-tomografisch nachgewiesen im Februar 2019 jedoch abgeheilt.
Zu einer Verletzung der
ischioc
ruralen
Muskulatur sei es anlässlich des Unfallereignisses nicht gekommen. Das bedeute, dass kein Verletzungsmuster vorliege, aus welchem sich als Folge eine
Ansatztendinopathie
der dorsalen Obers
c
henkelmuskeln überwiegend wahrscheinlich entwickeln könnte. Bei den chronischen
Ansatztendinopathien
handle es sich um
pathogenetisch
komplexe Prozesse, welche aufgrund eines kumulativen Effektes von mechanischer Überbelastung, neurologischer Irritation und lokal metabolischen Veränderungen entstehe
n würden
. Es
gehe dabei
um degenerative Veränderungen. In diesem Licht betrachtet könne das diag
nostizierte
Pes
anserinus
-S
yndr
om am linken Kniegelenk höchstens möglicherweise, aber nicht überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal klassifiziert werden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei der medizinische Endzustand spätestens ein Jahr nach dem Unfall erreicht.
Die Physiotherapie
nach diesem Zeitpunkt
diene der Behandlung einer Krankheit. Eine Integritätsent
schädigung sei nicht geschuldet
(
Urk.
12/8, 12/
21).
3.2
Dr.
C._
führte in einer
Notiz
vom 7. Dezember
2020 zuhanden der Rechtsschutzversicherung
des Beschwerdeführers aus, dass die Begründung
von Dr.
B._
hypothetisch sei. So gehe sie davon aus, dass bei dem Unfal
lereignis keine Verletzung der
i
schioc
ruralen
Muskulatur stattgefunden habe. Aufgrund der Lage der drei beteiligten Muskeln an der Seh
n
enbildung zu
m sogenannten
Pes
anserinus
sei es physik
alisch
nicht möglich, dass die
ischioc
rurale
Muskulatur unverletzt geblieben sei. Dies sei jedoch im Hintergrund geblieben, da die anderen Verletzungen dominiert hätten. Somit bestehe ein kausaler Zusammenhang von Verletzun
gsmuster und Unfallfolgen
. Bis zum Unfallereignis sei das Knie denn auch asymptomatisch und schmerzfrei sowie voll funktional gewesen
(
Urk.
12/
24).
3.3
Hierzu äusserte sich Dr.
B._
in einer weiteren Stellungnahme vom 28. Juli 2021. Sie hielt fest, dass es sich beim medialen Seitenband und den in den
Pes
anserinus
übergehenden Sehnen der
Hamstring
-Muskulatur um zwar
lokalisatorisch
nebeneinanderliegende, aber klar voneinander getren
nte anatomische Strukturen hand
le. Diese Sehnen seien nicht mit dem medialen Seitenband verwachsen, dürften es auch nicht sein, um eine Beweglichk
eit zu ermöglichen, das mediale
Seitenband stabilisiere das Kniegelenk. E
s sei als
o nicht zwangsläufig so, dass bei einer Kniedistorsion mit Partialläsion des medialen Seitenbandes die
Hamstring
-Muskulatur verletzt werde. Im vorliegenden Fall ergäben sich aus den Echtzeitakten keine Hinweise für eine begleitende zusätzliche Verletzung der
ischiocruralen
Musku
latur (vgl. Arztbericht von
Dr.
Z._
vom 27.
Juni 2018). Auch die initiale Bildgebung (MRT des linken Kniegelenks nativ vom 17.
April 2018) ergebe keine Hinweise auf eine Pathologie im Bereich des
P
e
s
anserinus
respektive der
ischiocruralen
Muskulatur. Wäre es zu einer solchen Verletzung gekommen, hätten die damaligen
,
zwei Monate nach dem gemeldeten Ereignis angefe
rtigten Aufnahmen zumindest ein
Trauma
äquivalent
aufzeigen müssen im Sinne von Muskelfaserrissen, Sehneneinrissen,
Einblutungen
oder einem Ödem, was aber nicht
befundet
worden sei. Es sei dann im Februar 2019 ein Verlaufs-MRI des linken Kniegelenks durchgeführt worden, mit spezieller Fragestellung nach Pathologien im Bereich des
Pes
anserinus
.
Auch hier hätten sich aus Sicht des
befundenden
Radiologen keine Hinweise auf Pathologien im Bereich des
Pes
anserinus
ergeben. Das mediale Kollateralband sei als vernarbt, aber in Kontinuität erhalten beschrieben worden. In
der Gesamtschau fänden sich deshalb nach Durchsicht der Akten keine Hinweise darau
f, dass das diagnostizierte
Pes
anserinus
-Syndrom des linken Kniegelenks überwiegend wahrsche
inlich unfallkausal bedingt sei (
Urk.
12/31
).
4.
4.1
Die Stellun
gnahmen von Dr.
B._
vom 18.
März und
26.
Oktober 2020
sowie
vom
28. Juli 2021
(E. 3.1 und 3.3) vermögen die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vo
llumfänglich zu erfüllen (E. 1.5
). So tätigte die Versicherungsmediziner
in
sorgfältige, umfassende Abklärungen, berück
sichtigte die geklagten Beschwerden und begründete ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Sie legte unter Berücksichtigun
g der MRI-Untersuchungen vom 17. April 2018 und 7. Februar 2019 (Urk. 12/13 und 12/15)
sowie
der in den Arztberichten von Dr.
Z._
vom 27. Juni 2018 (Urk. 12/2) und Dr.
A._
vom 14. Februar 2020 (Urk. 12/5)
g
enannten Befunde und Diagnosen
schlüssig dar,
dass
sich der Beschwerdeführer am 27
. Februar 2018 eine Grad-2-Läsion des medialen Seitenbandes am linken Kniegelenk
zugezogen hatte
, welche im Februar 2019
bereits vollständig
abgeheilt war. Dass es dabei zu
einer begleitenden zusätzlichen
Verle
tzung
der
ischiocruralen
Muskulatur gekommen
wäre
, lässt sich
den
zeitnah zum Unfall erstellten
Akten, insbesondere
dem
MRI
vom 17.
April 2018
(Urk. 12/13) und
dem Bericht
von Dr.
Z._
vom 27.
Juni 2018
(Urk. 12/2)
,
nicht
entnehmen
. Damit lag
kein Verletzungsmuster vor, aus welchem sich
überwiegend wahrscheinlich
als Folge eine
Ansatztendinopathie
der dorsalen O
berschenkelmuskeln entwickeln ko
nnte.
Das diagnostizierte
Pes
anserinus
-Syndrom kann deshalb höchstens möglicherweise, aber nicht überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal klassifiziert werden
.
Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs
mit dem Unfall
genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches
jedoch
nicht
(vgl. E. 1.2
)
.
4.2
Bei der Beurteilung von Dr.
B._
schadet nicht, dass diese den Beschwerdeführer nicht selbst unter
sucht hat, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_64
1/2011 vom 22. Dezember 2011 E.
3.2.2 mit Hinweisen). Mit den
durc
hgeführten MRI-Untersuchungen
sowie den
Befunder
hebungen un
d der Diagnosestell
ung durch Dr.
Z._
, Dr.
A._
und Dr.
C._
wurde der medizinische Sachverhalt einge
hend abgeklärt. Ausgehend von dieser Grundlage hat Dr.
B._
lediglich die Ursache der Beschwerden
– insbesondere im Vergleich zu Dr.
C._
–
unterschiedlich beurteilt, ohne sich dabei über die erhobenen Befunde oder die Diagnosestellung hinwegzusetzen.
4.3
Der Beschwerdeführer stützte sich zur Begründung seines Standpunktes auf die Berichte der ihn behandelnden
beziehungsweise untersuchenden Ärzte
(
Urk.
1
S. 6 ff.
). Von der Erfahrungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen diese Einschätzungen auch aus anderen Gründen die medizinische Beurteilung von Dr.
B._
nicht in Frage zu stellen.
Insofern im MRI vom 7. Februar 2019 unter dem Titel
«
Klinik
»
chronische MCL-
Beschwerden nach Trauma
genannt
wurde
n
, beruht diese
r Hinweis
offensichtlich auf Angaben des Beschwerdeführers. Unter den Rubriken
«
Befund
»
und
«
Beurteilung
»
wurde jedenfalls keine Einschätzung der Kausalitätsfrage vorgenommen
und ein unauffälliger Kniestatus beziehungsweise lediglich eine Narbe des medialen Seitenbandes ohne aktuelle Aktivität
sowie ein
reizlose
r
Pes
anserinus
festgehalten
(vgl.
Urk.
12/15).
A
uch Dr.
A._
stellte das
Pes
a
nserinus
-Syndrom entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 6
) nicht in
einen
Zusammenhang
zum
erlittenen Unfall. Vielmehr
hielt
er am 29. Januar 2019 fest
, dass der Beschwerdeführer entweder an einer chronischen Reizung des MCL infolge Narb
enbildung oder unter einem
Pes
anserinus
-
Syndrom leide, wobei er letzteres vermutete.
Zum Ausschluss einer immer noch relevanten MCL-Läsion veranlasste er jedoch ein MRI und stellte nach dessen Eingang fest, dass das MRI lediglich eine Vernarbung bei sonst unauffälligem Kniestatus zeige.
Folglich stellte er nach entsprechender
MRI-Abklärung k
eine chronische Reizung des MCL, aber ein
Pes
anserinus
-Syndrom fest,
das
er sodann nicht in einen Konnex zur erlittenen und abgeheilten
MCL-
Läsion
setzte
(
Urk.
12/5)
.
Die vom Beschwerdeführer angekündigte
Stellungnahme von Dr.
A._
zur Kausalität
sfrage
(Urk. 1 S. 8 RZ 22)
ging
sodann
bis heute nicht ein.
Soweit schliesslich Dr.
C._
ausführte
, dass es aufgrund der Lage der drei beteiligten Muskeln an der Sehnenbildung zum sogenannten
Pes
anserinus
physikalisch gar nicht möglich sei,
dass die
ischioc
rurale
Muskulat
u
r
unverletzt geblieben sei (
Urk.
12/24
), legte Dr.
B._
nachvollziehbar dar,
dass es sich beim
medialen
S
eitenband und den in den
Pes
anserinus
übergehenden Sehnen der
Hamstring
-Muskulatur um
zwar
lokalisatorisch
nebeneinanderliegende, aber klar voneinander getren
nte anatomische Strukturen handelt
, die nicht miteinander verwachsen sind
.
Deshalb
ist
es zwar möglich,
vorliegend
aber nicht überwiegend wahrscheinlich,
dass bei
der
Kniedistorsion mit Partialläsion des medialen Seitenbandes die
Hamstring
-Muskulatur verletzt wurde, zumal sich
aus
der echtzeitlichen medizinischen Aktenlage keinerlei Hinweise
auf eine Pathologie im Bereich des
Pes
anserinus
beziehungsweise der
ischiocruralen
Muskulatur
ergeben
.
Weiter vermag
der Beschwerdeführer
auch aus seinen Ausführungen
,
wonach er
vor dem Unfall unter keinen Kniebeschwerden gelitten
habe
(
Urk.
1 S. 6 f.
), nicht
s
zu seinen Gunsten abzuleiten. Denn die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natür
licher Kausalzusam
menhänge nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urtei
l des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
S
chliesslich überzeugt auch die
Begründung
des Beschwerdeführers
nicht
, wonach das verletzte Knie geschont worden sei, was
zu einer Fehlbelastung und zum
Pes
anserinus
-
Syndrom geführt habe
(
Urk.
1 S. 10)
, findet diese Vermutung in den medizinischen Akten doch keine Stütze
. Zudem könnte die mechanische Reizung mindestens ebenso gut auf die –
gemäss Beschwerdeführer – massiven Belastu
ngen im Zusammenhang mit dem durch
geführten Triathlon
-Training
zurückzuführen sein
.
4
.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin
somit
zu Recht auf die versicherungs
interne ärztliche Beurteilung von Dr.
B._
abgestellt und die Unfallkausalität für
die beim Beschwerde
führer ab 7. Februar 2019
noch bestehenden Kniebeschwerden verneint
. F
olgerichtig
hat sie deshalb
die Leistungen auf diesen Zeitpunkt
hin
eingestellt
und einen Anspruch auf Integritätsentschädigung sowie Invalidenrente verneint
.
Für weitere medi
zinische Abklä
rungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheid
rele
van
ten
Erkennt
nisse zu erwar
ten sind (antizipierte Bewe
iswürdi
gung; BGE 144 V 361 E. 6
.
5
, 136 I 229 E.
5.3).
5.
Damit
erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 10. September 2021 (
Urk.
2) als rechtens. Da der Einspracheentscheid an die Stelle der vorgängig erlassenen Verfügung tritt (BGE 119 V 347 E. 1b), bildet Anfechtungsgegenstand des nachfolgenden Beschwerdeverfahrens allein der
Einspracheentscheid. Soweit der Beschwerdeführer
die Aufhebung
der Verfügung vom 19. März 2020
beantragen liess (
Urk.
1 S. 2), ist darauf von Vornherein nicht einzutreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.