Decision ID: d79b60af-aced-4040-9e19-b8c47cdcb8dc
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 16. Juni 2020 wurde die X._ GmbH mit Sitz in A._ ins
Handelsregister des Kantons Zürich (UID-Nr. CHE-_) eingetragen.
Sie bezweckt den Betrieb von Spielgruppen, Kindertagesstätten und Kin-
dergärten sowie die Erbringung von Dienstleistungen im sozialen Bereich,
insbesondere Betreuungsaufgaben.
B.
Am 2. August 2021 stellte die "X._ GmbH" beim Bundesamt für So-
zialversicherung (BSV), Geschäftsfeld Familie, Generationen und Gesell-
schaft (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch (Nr. _) um Gewährung
von Finanzhilfen für die Gründung der neuen Kindertagesstätte (KITA)
"X._" in A._ (ZH). Datum der geplanten Betriebsaufnahme
sei der 23. August 2021. Es seien 30 Betreuungsplätze in der KITA für Kin-
der von drei Monaten bis drei Jahren sowie 25 Betreuungsplätze im Kin-
dergarten für Kinder ab drei Jahren geplant.
C.
Mit Entscheid vom 30. September 2021 lehnte die Vorinstanz das Gesuch
ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der Bedarf an
Betreuungsplätzen in der Gemeinde A._ bereits vor der Gründung
der KITA "X._" gedeckt gewesen sei und kein Bedarf mehr für die
Schaffung von zusätzlichen neuen Betreuungsplätzen bestehen würde.
D.
Gegen diesen Entscheid erhob die "X._ GmbH" (im Folgenden: Be-
schwerdeführerin) am 1. November 2021 Beschwerde vor dem Bundes-
verwaltungsgericht. Sie beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gutheissung des
Gesuchs. Eventualiter sei das Gesuch zur Neubeurteilung an die Vorin-
stanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellt die Beschwerdefüh-
rerin das Begehren, die Vorinstanz sei aufzufordern, sämtliche entschei-
dungsrelevanten Datengrundlagen und Akten zu edieren, und es sei ihr
nach erfolgter Edition der Akten Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräu-
men. Die Beschwerdeführerin begründet ihre Anträge im Wesentlichen da-
mit, dass die Vorinstanz den konkreten Bedarf an zusätzlichen Betreuungs-
plätzen nicht in rechtsgenügender Weise ermittelt habe. Die von der Vor-
instanz verwendete Datengrundlage sei veraltet. Zudem sei unklar, ob es
sachgerecht sei, "im gleichen Ort" auf die Gemeinde A._ zu begren-
zen, ohne die Nachbarsgemeinden zu berücksichtigen. Die Vorinstanz
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habe den "gleichen Ort" nicht in rechtsgenügender Weise eingegrenzt. Der
Entscheid sei deshalb willkürlich. Die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihr die Berechnungsgrundlagen nicht
offengelegt und ihr keine Möglichkeit zur Stellungnahme vor Verfügungs-
erlass eingeräumt habe.
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2022 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, bei der Beurteilung des Bedarfs
auf die letzten verfügbaren Daten des Monitorings der Zürcher Gemeinden
von Winter 2017/2018 abgestellt zu haben. Die Versorgungsquote der Ge-
meinde A._ habe damals 84.3 % betragen. Der Kanton Zürich habe
nicht über neuere Angaben verfügt. Jedoch liege auch die aktualisierte Ver-
sorgungsquote mit 72.31 % nach wie vor über 70 %, weshalb von einem
gedeckten Bedarf auszugehen sei. Es bestehe keine Notwendigkeit für in
der Stadt B._ arbeitende Eltern, ihr Kind in der Gemeinde
A._ zur Betreuung zu bringen. Sie habe der Beschwerdeführerin
am 29. September 2021 telefonisch das rechtliche Gehör gewährt.
F.
In ihrer Replik vom 28. Februar 2022 hält die Beschwerdeführerin vollum-
fänglich an ihren Anträgen fest. Zusätzlich stellt sie den Antrag, dass die
Kosten des vorliegenden Verfahrens unabhängig von dessen Ausgang auf
die Staatskasse zu nehmen seien und ihr eine Parteientschädigung aus-
zurichten sei. Die Beschwerdeführerin führt ergänzend aus, dass sie den
Bedarfsnachweis erbracht habe. Dem massgeblichen örtlichen Markt seien
zumindest die Gemeindegebiete von A._, C._, D._
und E._ zuzurechnen. Dies ergebe eine Versorgungsquote von
60.955 %. Ungenauigkeiten dürften insbesondere deshalb nicht hingenom-
men werden, weil sich selbst die unzutreffenden Berechnungen der Vorin-
stanz haarscharf an der 70%-Grenze bewegten. Die angefochtene Verfü-
gung beruhe aus diesen Gründen auf einem unbrauchbaren Tatsachenfun-
dament.
G.
In ihrer Duplik vom 28. März 2022 hält auch die Vorinstanz an ihrem
Rechtsbegehren fest. Sie begründet dies ergänzend damit, dass die Ver-
sorgungsquote auch dann deutlich über 70 % liegen würde, wenn der direkt
an die Gemeinde A._ angrenzende Kreis _ der Stadt
B._ in die Berechnung dieser Quote einbezogen würde.
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H.
Am 30. März 2022 nahm die Beschwerdeführerin zur Duplik Stellung. Sie
wiederholt ihre Ansicht, dass die Vorinstanz bei der Abgrenzung des örtlich
relevanten Markts keine kohärente Linie erkennen lasse.
I.
Auf die entscheidungswesentlichen Vorbringen der Parteien und die einge-
reichten Unterlagen wird im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen nä-
her eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Die angefochtene Verfügung ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1
des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021). Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz im Bereich der Fi-
nanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung (Art. 31 ff. des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG] i.V.m. Art. 5 VwVG sowie
Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über Finanzhilfen
für familienergänzende Kinderbetreuung [KBFHG, SR 861]).
Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen,
ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung.
Die Beschwerdeführerin ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Beschwerdefrist sowie Anforde-
rungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind gewahrt, und der
Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1
und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
Das Verfahren für die Gewährung von Finanzhilfen für familienergänzende
Kinderbetreuung richtet sich mangels anderslautender Bestimmungen im
KBFHG nach dem Subventionsgesetz vom 5. Oktober 1990 (SuG,
SR 616.1). Gemäss Art. 35 Abs. 1 SuG bestimmt sich der Rechtsschutz
nach den allgemeinen Bestimmungen der Bundesrechtspflege. Ausnah-
men sind keine vorgesehen (vgl. Urteile des BVGer B-3383/2021 vom
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4. Mai 2022 E. 2.1, B-4320/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.1 und
B-4279/2020 vom 19. Januar 2022 E. 2.1).
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich demnach
nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung
von Bundesrecht unter Einschluss der Überschreitung oder des Miss-
brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der an-
gefochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG).
Die angefochtene Verfügung ist deshalb grundsätzlich mit voller Kognition
zu prüfen. Das Bundesverwaltungsgericht legt sich jedoch insoweit eine
Zurückhaltung auf, als schon das KBFHG dem Bundesrat als Verordnungs-
geber sowie der Vorinstanz als sachverständiger Behörde wegen der be-
schränkten Geldmittel für Finanzhilfen (sog. "Rahmen der bewilligten Kre-
dite"; Art. 1 und Art. 4 Abs. 3 KBFHG) und der teilweise offenen Aufgabe,
hierfür einheitliche Kriterien zu finden, einen Beurteilungsspielraum für ihre
Entscheidung im Einzelfall einräumt (Art. 7 und 9 KBFHG; vgl. BGE 135 II
384 E. 2.2.2; Urteile des BVGer B-3383/2021 vom 4. Mai 2022 E. 2.3 und
B-4320/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.3; BENJAMIN SCHINDLER, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 49 VwVG N 10; FABIAN
MÖLLER, Rechtsschutz bei Subventionen, Basel 2006, S. 213, je mit weite-
ren Hinweisen).
3.
Vorab ist strittig und zu prüfen, ob die Vorinstanz die Mitwirkungsrechte der
Beschwerdeführerin an der Beweiserhebung im vorinstanzlichen Verfahren
verletzt hat.
3.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass der Entscheid sich allein
auf die "letzten verfügbaren Daten des Monitorings der Zürcher Gemein-
den von Winter 2017/2018" gestützt habe. Ihr habe die Vorinstanz zu kei-
nem Zeitpunkt offengelegt, woher diese Daten konkret stammten. Die Er-
hebung dieses Beweises sei ausserdem entscheidwesentlich. Zudem
seien zur Berechnung der Versorgungsquote die Anzahl der Betreuungs-
plätze und die Anzahl der Kinder im Vorschulalter von null bis vier Jahren
verwendet worden. Die Anzahl Plätze und Kinder sei unklar. Sie habe sich
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zur eben erwähnten Beweiserhebung und zu diesen Berechnungsgrundla-
gen nicht äussern können. Damit sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör
verletzt worden. Eine Heilung dieser Verletzung käme allenfalls dann in
Frage, wenn die Vorinstanz die Entscheidungsgrundlagen im vorliegenden
Verfahren umfassend ediere und ihr Gelegenheit gebe, sich hierzu zu äus-
sern.
3.2 Die Vorinstanz wendet dagegen ein, dass sie der Beschwerdeführerin
sehr wohl das rechtliche Gehör gewährt habe. So habe sie mit Telefonat
vom 29. September 2021 ausführlich über die vorgesehene Entscheidung
und deren Begründung informiert. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich
dieses Gesprächs die Möglichkeit gehabt, Fragen zu stellen, Einwände gel-
tend zu machen und Ergänzungen zum Sachverhalt anzubringen. Die Vor-
instanz habe die Verfügung erst am darauffolgenden Tag erlassen.
3.3 Art. 29 VwVG räumt den Parteien einen Anspruch auf rechtliches Ge-
hör ein. Dieser ebenfalls gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom
18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK, SR 0.101) gewährleistete Anspruch umfasst unter anderem auch
das Recht auf Akteneinsicht, das Recht auf Stellungnahme vor Erlass einer
Verfügung und das Recht auf die Ausübung von Mitwirkungsrechten bei
der Beweiserhebung, was beispielsweise den Anspruch des Betroffenen
umfasst, vom Ergebnis des Beweisverfahrens Kenntnis zu nehmen und
sich dazu zu äussern (vgl. BGE 147 I 433 E. 5.1 und 136 I 265 E. 3.2, je
mit weiteren Hinweisen; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 1016 ff.). Der Anspruch auf Gelegenheit zur
Stellungnahme umfasst das Recht, sich zu allen relevanten Tatsachen zu
äussern, bevor ein Entscheid über die Rechtslage getroffen wird (vgl.
BGE 138 III 252 E. 2.2, 135 II 286 E. 5.1 und 135 V 465 E. 4.3.2). Wird
eine Frist zur Stellungnahme angesetzt, so muss diese angemessen sein,
um eine wirksame Rechtsverteidigung zu ermöglichen (vgl. BGE 138 III
252 E. 2.2 und 133 V 196 E. 1.2). Der Anspruch verpflichtet die Behörde
aber nicht zur Fristsetzung. Die Behörde muss dem Betroffenen lediglich
genügend Zeit einräumen, damit er die Möglichkeit hat, eine Stellung-
nahme einzureichen, wenn er dies für notwendig erachtet (vgl. BGE 142 III
48 E. 4.1.1; Urteil des BGer 6B_1012/2020 vom 8. April 2021 E. 1.1). Der
Anspruch umfasst aber auch das Recht, über die entscheidungsrelevanten
tatsächlichen Grundlagen orientiert zu werden und in die entsprechenden
Akten Einsicht zu nehmen (vgl. BGE 140 I 99 E. 3.4; Urteil des BVGer
B-2067/2015 vom 25. April 2017 E. 2.2.3; WIEDERKEHR/MEYER/BÖHME,
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Kommentar VwVG, Zürich 2022, Art. 29 N 19 ff. und 60 f., je mit weiteren
Hinweisen).
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs würde ungeachtet der Erfolgsaus-
sichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung führen. Es käme mit anderen Worten nicht darauf an, ob
die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitent-
scheidung von Bedeutung sein würde, das heisst, ob die Behörde zu einer
Änderung ihres Entscheids veranlasst würde oder nicht (vgl. BGE 135 I
279 E. 2.6.1 und 132 V 387 E. 5.1). Vorbehalten sind nach ständiger bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung diejenigen Fälle, in denen eine solche
Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass
die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer-
deinstanz mit voller Kognition zu äussern (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 mit
Hinweisen). So fällt eine Heilung namentlich dann in Betracht, wenn die
unterbliebene Gehörsgewährung vor dieser Instanz nachgeholt wird (vgl.
BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BVGE 2012/24 E. 3.4; Urteil des BVGer
B-3638/2017 vom 19. September 2017 E. 4.3.2; WIEDERKEHR/MEYER/BÖH-
ME, a.a.O., Art. 29 N 72 ff.). In einem solchen Fall könnten dann unter Um-
ständen selbst eine allenfalls unterbliebene Anhörung, Akteneinsicht, Be-
weiserhebung oder Beweiswürdigung nachträglich geheilt werden (vgl.
BGE 145 I 167 E. 4.4; Urteil des BGer 6B_1012/2020 vom 8. April 2021
E. 1.1 und 4A_453/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4.2.3 f.).
3.4 Die Vorinstanz informierte laut ihrer Telefonnotiz die Beschwerdeführe-
rin am 29. September 2021 telefonisch, dass deren Gesuch abgelehnt wer-
den müsse, weil nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts für die
Bedarfsprüfung auf die Versorgungsquote abgestützt werden müsse.
Diese liege gemäss dem Report Kinderbetreuung der Stadt B._ in
der Gemeinde A._ bei 84 % und damit über der kritischen Grenze
von 70 %. Somit sei der Bedarf in der Gemeinde A._ laut diesem
Report bereits vor der Eröffnung der KITA X._ gedeckt gewesen,
weshalb kein Bedarf an zusätzlichen neuen Plätzen bestehe. Abschlies-
send wies die Vorinstanz die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit hin,
eine Beschwerde gegen den Entscheid einzureichen (Vernehmlassungs-
beilage B, S. 1).
Diese Telefonnotiz fasst das telefonische Gespräch zwar bloss summa-
risch zusammen, ohne dessen genauen Wortlaut und Verlauf widerzuge-
ben. Gleichwohl ergeben sich aus ihr in inhaltlich genügender Weise die
mündliche Mitteilung der Gesuchsablehnung, deren Begründung mit einem
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Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung und der Hinweis auf die
Möglichkeit einer Beschwerdeeinreichung. Somit gewährte die Vorinstanz
mit dieser telefonischen Information und ihrer einsehbaren Notiz im ent-
sprechenden Aktendossier das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
zunächst in hinreichender Weise. Das Telefongespräch erfolgte allerdings
lediglich einen Tag vor dem Verfügungserlass am 30. September 2021. Da-
mit war es der damals nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin
– wenn überhaupt – nur sehr beschränkt möglich, zum telefonisch ange-
kündigten Entscheid vor dessen Erlass Stellung zu nehmen. Für das Ge-
richt ist zudem nicht erkennbar, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin
in diesem Telefonat irgendeine Frist zur Stellungnahme angesetzt hat oder
nicht. Folglich ist letztlich unklar, ob diesbezüglich eine Gehörsverletzung
vorliegt oder nicht. Diese Frage kann hier indes aus prozessökonomischen
Gründen offengelassen werden, wie sogleich aufzuzeigen ist, da eine all-
fällige Gehörsverletzung im vorliegenden Verfahren ohnehin als geheilt an-
gesehen werden kann (dazu unten E. 3.5 und 3.6).
3.5 Die Vorinstanz legte im vorliegenden Verfahren in ihrer Vernehmlas-
sung (S. 2) eingehend dar, dass sie sich bei ihrem Entscheid auf die Daten
des "Monitorings 'Situation der familien- und unterrichtsergänzenden Be-
treuung im Kanton Zürich', Kindertagesstätten in den Zürcher Gemeinden,
Winter 2017/2018" (Vernehmlassungsbeilage A18) und den "Report Kin-
derbetreuung" des Sozialdepartements der Stadt B._ vom Mai
2021 (abrufbar unter: <https://www._.html>, abgerufen am 18. Juli
2022) gestützt habe. Zudem verwies die Vorinstanz neu zusätzlich auf den
Bericht "Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung im Jahr 2018"
des Bundesamts für Statistik vom Mai 2020 (abrufbar unter:
<https://www.bfs.admin.ch> > Aktuell > Neue Veröffentlichungen, abgeru-
fen am 18. Juli 2022), Angaben des Bundesamts für Statistik zur ständigen
Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2020 in der Gemeinde A._
(abrufbar unter: <https://www.pxweb.bfs.admin.ch>, abgerufen am 18. Juli
2022) und eine E-Mail der Abteilung "Gesellschaft" der Gemeinde
A._ vom 25. Januar 2022 (Vernehmlassungsbeilage A20). Aus den
beiden letztgenannten Informationsquellen geht hervor, wie viele Betreu-
ungsplätze es in der Gemeinde A._ im Jahre 2020 und wie viele
Kinder im Vorschulalter von null bis vier Jahren es am 31. Dezember 2020
in dieser Gemeinde gab.
Die Beschwerdeführerin konnte sich im vorliegenden Verfahren vor Bun-
desverwaltungsgericht in ihrer Replik zu den eben erwähnten Berech-
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nungsgrundlagen in umfassender Weise äussern. Demnach kann eine all-
fällige Gehörsverletzung im vorinstanzlichen Verfahren als im vorliegenden
Beschwerdeverfahren geheilt angesehen werden.
3.6 Was den prozessualen Antrag der Beschwerdeführerin um Edition
sämtlicher entscheidungsrelevanter Datengrundlagen und Akten sowie um
anschliessende Gelegenheit zur Stellungnahme anbelangt, ist die Vorin-
stanz dem Editionsbegehren im Rahmen ihrer Vernehmlassung, wie so-
eben erwähnt, nachgekommen (vgl. E. 3.4 hiervor). Die Beschwerdeführe-
rin konnte damit in ihrer Replik zu den editierten Dokumenten Stellung neh-
men. Damit ist ihr entsprechender Antrag gegenstandslos geworden.
4.
In materiell-rechtlicher Hinsicht ist die Erbringung des konkreten Bedarfs-
nachweises im Sinne von Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV strittig und zu prüfen.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht mit Bezug auf Art. 12 Abs. 1 Bst. a und
b KBFHV zunächst geltend, dass die Vorinstanz ihr Gesuch um Gewährung
von Finanzhilfen aufgrund einer rechtsfehlerhaften Auslegung von Art. 12
Abs. 1 Bst. b KBFHV bezüglich des Umfangs des Bedarfsnachweises zu
Unrecht abgewiesen habe. Denn aus dem Wortlaut von Art. 12 Abs. 1
KBFHV ergebe sich, dass das Nachweiserfordernis des Gesuchstellers
"mit" der Anmeldeliste erfüllt werden könne. Die Beschwerdeführerin ist
deshalb der Ansicht, dass die Frage, ob eine Anmeldeliste den Bedarfs-
nachweis im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. b KBFHV für sich genommen zu
erbringen vermöge oder nicht, vorliegend offenbleiben könne, da der kon-
krete Bedarf mit der von ihr eingereichten Anmeldeliste und den Angeboten
im örtlich relevanten Markt nachgewiesen sei.
4.2 Die Vorinstanz wendet dagegen ein, dass bereits das Beitragsgesuch
einen konkreten Bedarfsnachweis mit einer entsprechenden Anmeldeliste
enthalten müsse. Die Frage des Bedarfs sei aber infolge der bundesver-
waltungsgerichtlichen Urteile B-6727/2019 und B-171/2020 vom 5. August
2020 grundsätzlich nicht nur aus der Perspektive der einzelnen, gesuch-
stellenden Trägerschaft und ihrer übrigen Angebote, sondern auch aus der
Perspektive der Marktgegenseite und der ihr zur Verfügung stehenden An-
gebote "im gleichen Ort", unter Einschluss der Angebote von Dritten, zu
beurteilen. Aus diesem Grund müssten im vorliegenden Fall bei der Beur-
teilung des Bedarfs die übrigen Angebote im gleichen Ort, auch jene von
Drittanbietern, einbezogen werden und es sei in Analogie zum Report Kin-
derbetreuung der Stadt B._, auf den das Bundesverwaltungsgericht
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Seite 10
in seinen beiden einschlägigen Urteilen verwiesen habe, die Versorgungs-
quote zu berechnen.
4.3 Vorliegend ist vorab umstritten und zu prüfen, ob die Beschwerdefüh-
rerin den konkreten Bedarfsnachweis im Sinne von Art. 12 Abs. 1 Bst. b
KBFHV bereits mit den von ihr eingereichten Dokumenten erbracht hat.
4.3.1 Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV nennt als Erfordernis für die Gewährung
von Finanzhilfen insbesondere einen "konkreten Bedarfsnachweis mit ei-
ner Anmeldeliste". Gemäss der bundesverwaltungsgerichtlichen Recht-
sprechung erfüllt die Abgabe einer unverbindlichen Anmeldeliste für sich
alleine den in Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV verlangten konkreten Bedarfs-
nachweis jedoch noch nicht. Vielmehr kann dieser nur dann als erbracht
gelten, wenn ein nachhaltiges Bedürfnis nach weiteren Betreuungsplätzen
dokumentiert wird (vgl. Urteil des BVGer B-171/2020 vom 5. August 2020
E. 5.3.8).
4.3.2 Die Beschwerdeführerin kreuzte in der Beilagenliste des Gesuchsfor-
mulars vom 2. August 2021 zwar die Beilage "Belegung auf Basis unter-
zeichneter Verträge ab Eröffnungs-/Erhöhungsdatum" an (Vernehmlas-
sungsbeilage A1, Ziff. 7). Sie reichte jedoch nur das Dokument "Präsenz-
kontrolle für Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung (Schulwo-
chen 1 – 3 / Ferienwochen 1 – 3)" ein (Vernehmlassungsbeilage A2), in
welche sie die Anzahl der in den ersten drei Schulwochen voraussichtlich
zu betreuenden Kinder eintrug. Eine Liste der verbindlichen Anmeldungen
fehlt. Unverbindliche Interessensbekundungen und die blosse Anzahl der
Anmeldungen reichen indessen für den Bedarfsnachweis im Sinne von
Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV nicht aus (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Im vorliegen-
den Fall ist der konkrete Bedarf demnach mit dem eben erwähnten Prä-
senzkontrolldokument nicht nachgewiesen.
4.4 Damit ist im vorliegenden Fall für die Erbringung des in Art. 12 Abs. 1
Bst. b KBFHV verlangten konkreten Bedarfsnachweises auf weitere Anga-
ben als die lediglich provisorische und damit unverbindliche Anmeldeliste
abzustellen. Dazu gehören sämtliche Angaben, die sicherstellen, dass tat-
sächlich ein Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen besteht (vgl. Erläu-
terung der Vorinstanz zur Änderung der KBFHV, S. 3, abrufbar unter:
<https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/finanzhilfen/kinderbetreuung/
rechtliche-grundlagen.html>, Kommentar zur Verordnungsänderung von
Dezember 2018 [PDF], abgerufen am 18. Juli 2022, und oben E. 4.3.1).
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Seite 11
5.
Für die Feststellung des Bedarfs an zusätzlichen Betreuungsplätzen sind
nach der Erläuterung der Vorinstanz vom 7. Dezember 2018 zur Änderung
der KBFHV in Bezug auf Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV namentlich die An-
gebote der Trägerschaft "im gleichen Ort" zu berücksichtigen: "Falls die
Trägerschaft im gleichen Ort bereits weitere Angebote betreibt, muss für
die Frage des Bedarfs auch deren Belegung einbezogen werden. Es kann
nämlich vorkommen, dass mit der Eröffnung eines neuen zusätzlichen
Standortes die Belegung an den bestehenden Standorten sinkt. Es muss
daher sichergestellt werden, dass tatsächlich Bedarf für zusätzliche Plätze
vorhanden ist und es sich nicht lediglich um eine Umverteilung der betreu-
ten Kinder auf den neuen Standort handelt. Eine solche kann nicht mit Fi-
nanzhilfen unterstützt werden" (S. 3 dieser Erläuterung). Die Beschwerde-
führerin äussert sich hierzu nicht.
5.1 Damit ist zunächst der Begriff "im gleichen Ort" näher zu bestimmen
und einzugrenzen. Nach den allgemeinen Auslegungsgrundsätzen der
grammatikalischen, systematischen, historischen und teleologischen Aus-
legung umfasst der kombinierte Begriff "im gleichen Ort" dasjenige Gebiet,
in welchem die Elternschaft bereit ist, für einen freien Betreuungsplatz den
jeweiligen Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen (vgl. Urteile des BVGer
B-6727/2019 vom 5. August 2020 E. 5.5.2 und B-171/2020 vom 5. August
2020 E. 5.4.2; dazu: Wahl des Betreuungsarrangements, in: Familiener-
gänzende Kinderbetreuung und Gleichstellung, Schweizer Nationalfonds
NFP 60, Schlussbericht vom 28. Oktober 2013, S. 59 ff., abrufbar unter:
<http://www.nfp60.ch/SiteCollection-Documents/nfp60_iten_schlussbe-
richt_d.pdf>, abgerufen am 18. Juli 2022; mutatis mutandis zur Abgrenzung
des örtlich relevanten Markts: JÜRG BORER, Wettbewerbsrecht I, Kommen-
tar zum schweizerischen Kartellgesetz, 3. Aufl. 2011, Art. 5 KG N 14). Der
"gleiche Ort" ist somit nicht in jedem Fall identisch mit der jeweiligen Ge-
meindegrenze (vgl. Urteil des BVGer B-4320/2021 vom 18. Februar 2022
E. 4.5). So war es beispielsweise in zwei von diesem Gericht bereits ent-
schiedenen Fällen nicht sachgerecht, für die Bedarfsklärung "im gleichen
Ort" auf das gesamte Gebiet der Stadt Zürich abzustellen (Urteile des
BVGer B-171/2020 vom 5. August 2020 E. 5.4 und B-6727/2019 vom
5. August 2020 E. 5.5). Umgekehrt ging die Vorinstanz in einem anderen
Fall zu Recht davon aus, dass das Betreuungsangebot in den ländlichen
Nachbargemeinden Bonstetten und Wettswil ZH "im gleichen Ort" angebo-
ten wird (Urteil des BVGer B-4279/2020 vom 19. Januar 2022 E. 5.4.2).
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Seite 12
5.2 Für die Feststellung des konkreten Bedarfs an einem bestimmten Ort
sind sämtliche Angebote an diesem Ort, auch diejenigen von Drittanbie-
tern, in geeigneter Weise mit einzubeziehen. So ist es ohne Weiteres vor-
stellbar, dass eine Trägerin in einem Quartier mit Überkapazitäten, bei-
spielsweise aufgrund eines besonders attraktiven Standortes oder einer
besonders attraktiven Räumlichkeit, eine Anmeldeliste beibringen kann,
entsprechende Finanzhilfen aber zu unerwünschten und nicht nachhalti-
gen Substitutionseffekten führen würden. Die Fragen des Angebots und
des Bedarfs sind daher grundsätzlich nicht nur aus der Perspektive der
einzelnen, gesuchstellenden Trägerschaft (und ihrer übrigen Angebote),
sondern auch aus der Perspektive der Marktgegenseite und der ihr zur
Verfügung stehenden Angebote "im gleichen Ort", unter Einschluss der An-
gebote von Dritten, zu beurteilen (vgl. Urteile des BVGer B-4320/2021 vom
18. Februar 2022 E. 4.6, B-6727/2019 vom 5. August 2020 E. 5.5.4 und
B-171/2020 vom 5. August 2020 E. 5.4.4).
5.3 Eine sachgerechte Abgrenzung des relevanten Gebiets und eine Be-
rücksichtigung grundsätzlich sämtlicher Angebote "im gleichen Ort" werden
sodann die Gleichbehandlung sämtlicher Gesuchsteller sicherstellen und
überdies eine Trägerschaft mit Überkapazitäten an einem anderen Ort
nicht benachteiligen (vgl. Urteile des BVGer B-6727/2019 vom 5. August
2020 E. 5.5.6 und B-171/2020 vom 5. August 2020 E. 5.4.6).
5.4 Unter den Parteien ist denn auch unstrittig, dass die Frage des Bedarfs
grundsätzlich nicht nur aus der Perspektive der einzelnen gesuchstellen-
den Trägerschaft und damit der Beschwerdeführerin, sondern unter Be-
rücksichtigung aller örtlich vorhandener Angebote zu beurteilen ist.
6.
Damit ist im Folgenden zu prüfen, wie im vorliegenden Fall der "gleiche
Ort" konkret geographisch einzugrenzen ist, und in welchem geographi-
schen Gebiet ein konkreter Bedarf an einem Betreuungsangebot besteht,
wie dies die Beschwerdeführerin in A._ geplant hat.
6.1 Die Beschwerdeführerin verlangt eine Prüfung, ob die Wahl der Ge-
meinde A._ ohne Berücksichtigung der Nachbarsgemeinden als
Eingrenzung "im gleichen Ort" sachgerecht sei. Es sei davon auszugehen,
dass nicht wenige Eltern anderer Gemeinden die geographische Lage der
Gemeinde A._ dazu nutzten, ihre Kinder auf dem Arbeitsweg abzu-
geben und auf dem Nachhauseweg quasi en passant wieder abzuholen.
Dies deute darauf hin, dass die Eingrenzung nicht in rechtsgenügender
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Weise vorgenommen worden sei und das Gesuch somit nicht sachgerecht
beurteilt worden sei. Die Ortschaften A._, C._, D._,
E._ und selbst F._ seien weitgehend zusammengewachsen.
Dem massgeblichen örtlichen Markt seien zumindest die Gemeindegebiete
von C._, D._ und E._ zuzurechnen. Der Vorinstanz
sei die Ermittlung des örtlich relevanten Markts nicht "zuzutrauen".
6.2 Die Vorinstanz wendet dagegen ein, dass die Eltern in der Regel eine
Betreuungsmöglichkeit in der Nähe ihres Wohnorts oder Arbeitsorts wäh-
len würden. Personen, die in die Stadt B._ zur Arbeit pendeln, wür-
den daher ihr Kind in der Regel entweder am Wohnort oder am Arbeitsort
in der Stadt B._ betreuen lassen. Das Betreuungsangebot in der
Stadt B._ sei sehr gut ausgebaut. Es bestehe daher überhaupt
keine Notwendigkeit für die Eltern, auf dem Arbeitsweg ausgerechnet in
der Gemeinde A._ anzuhalten und ihr Kind dort zur Betreuung zu
bringen. Die Stadt B._ grenze direkt an die Gemeinde A._.
Würden die an diese angrenzenden Gemeinden in die Berechnung der
Versorgungsquote einbezogen, müsste auch der angrenzende Kreis
_ der Stadt B._ einbezogen werden.
6.3 Das Gebiet der Gemeinde A._ gehört unbestrittenermassen
zum "gleichen Ort" im Sinne der Erläuterung der Vorinstanz vom 7. Dezem-
ber 2018, was sachgerecht scheint. Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die
Vorinstanz zu Recht das relevante Gebiet mit den Grenzen der politischen
Gemeinde A._ gleichgesetzt hat oder ob richtigerweise weitere, an
diese Gemeinde angrenzende Gemeinden oder Stadtgebiete zum "glei-
chen Ort" wie die Beschwerdeführerin gehören würden, und wenn ja, wel-
che.
6.3.1 Die Versorgungsquote in der Stadt B._ betrug im Winter
2017/2018 unbestrittenermassen insgesamt über 70 % (genau: 74.6 %
[= 1.67 x 100 x {10'200 Betreuungsplätze : 22'844 Kinder}]; Vernehmlas-
sungsbeilage A18) und in deren Kreis _ rund 158 % (Vernehmlas-
sung, S. 3). Ob trotzdem seitens der Stadt_ Bevölkerung oder von
Teilen von ihr eventuell zusätzlicher Bedarf an Betreuungsplätzen in
A._ besteht, geht aus den vorliegenden Akten indessen nicht her-
vor. Die Vorinstanz unterliess eine Abklärung eines allfälligen Bedarfs die-
ser Personen. Zudem reichte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz keine
aktuellen, den Anforderungen an einen konkreten Bedarfsnachweis im
Sinne von Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV genügende Anmeldelisten mit An-
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Seite 14
gaben zum Umfang der Betreuung ein (vgl. E. 5.2 hiervor), obwohl die Be-
schwerdeführerin aufgrund von Art. 13 VwVG zur Mitwirkung am Verfahren
verpflichtet gewesen wäre. Somit ist unklar, ob die Stadt B._ oder
Quartiere von ihr möglicherweise "im gleichen Ort" wie die KITA der Be-
schwerdeführerin liegen.
6.3.2 Des Weiteren grenzt die Gemeinde A._ unter anderem auch
an die Gemeinden C._, D._ und E._. Folgt man den
unstrittigen, auf das Monitoring der Bildungsdirektion des Kantons Zürich
vom Winter 2017/2018 gestützten Angaben der Beschwerdeführerin (Rep-
lik, S. 3), wies die Gemeinde C._ damals eine Versorgungsquote
von 41.29 % (= 1.67 x 100 x [180 Betreuungsplätze : 728 Kinder]), die Ge-
meinde D._ eine Versorgungsquote von 52.45 % (= 1.67 x 100 x
[87 Betreuungsplätze : 277 Kinder]) und die Gemeinde E._ eine
Versorgungsquote von 59.76 % (= 1.67 x 100 x [73 Betreuungsplätze :
204 Kinder]) auf. Demnach betrug die Versorgungsquote in den Gemein-
den C._, D._ und E._ damals weniger als die oben
erwähnten 70 % (vgl. oben E. 3.4 und 6.3.1). Bei zusätzlicher Berücksich-
tigung des Anteils der Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren nebst des
Anteils der Kinder im Alter von null bis vier Jahren würde sich sogar eine
noch tiefere Versorgungsquote in diesen Gemeinden abzeichnen. Der Um-
stand, dass hinsichtlich der angrenzenden Stadt B._ eine höhere
Versorgungsquote berechnet wurde, vermag daran nichts zu ändern. Von
Bedeutung ist sodann, dass der Report Kinderbetreuung der Stadt
B._ sich nur auf die Situation in der Stadt B._ bezieht und
hinsichtlich der Gemeinden C._, D._ und E._ natur-
gemäss nur bedingt aussagekräftig ist. Die Vorinstanz unterliess es jedoch
zu untersuchen, ob auch für diese Gemeinden lokale Bedarfsermittlungen
verfügbar sind (vgl. den kantonalen gesetzlichen Auftrag an die Gemein-
den zur Bedarfsermittlung in Art. 18 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes
vom 14. März 2011 [LS 852.1]). Damit stellt sich in casu mit Blick sowohl
auf diese Gemeinden als auch auf die Stadt B._ die Rechtsfrage,
wie der massgeblich relevante Ort abzugrenzen ist. Erst wenn diese Frage
beantwortet ist, wird darüber entschieden werden können, ob die Stadt
B._ und die Gemeinden C._, D._ und E._ als
nicht "im gleichen Ort" wie die KITA der Beschwerdeführerin zu qualifizieren
sind oder nicht.
6.3.3 Die Vorinstanz grenzt den örtlich relevanten Markt im angefochtenen
Entscheid auf die Gemeinde A._ ein, ohne darzulegen, wie sie
diese Abgrenzung in casu konkret vornimmt und warum die Marktgrenzen
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gerade mit den Gemeindegrenzen übereinstimmen. Sie setzt vielmehr den
Betreuungsbedarf an einem "bestimmten Ort" mit dem Bedarf am Betriebs-
ort der streitbetreffenden KITA gleich (Vernehmlassung, S. 2). In ihrer Ver-
nehmlassung zieht die Vorinstanz dann auf entsprechende Vorbringen der
Beschwerdeführerin hin (Beschwerde, S. 12) zusätzlich die Stadt
B._, namentlich deren Kreis _, in ihre Bedarfsprüfung ein,
womit sie implizit auch diese Stadt dem "gleichen Ort" zurechnet oder zu-
mindest zuzurechnen bereit ist. Weshalb die Stadt B._ nebst der
Gemeinde A._ Teil des örtlich relevanten Markts sei, legt die Vorin-
stanz jedoch nicht dar. Bei ihren Darlegungen stützt sie sich auch nicht auf
eine einheitliche Praxis zur Bestimmung des "gleichen Orts", sondern än-
dert bei dessen Definition jeweils die ihr passende Argumentation entspre-
chend den jeweiligen Vorbringen der Beschwerdeführerin. Eine klare, ko-
härente Linie, wie sie den örtlich relevanten Markt abgrenzt, ist dabei nicht
ersichtlich. Sie verwies auch nicht auf eine Gerichtspraxis, die jenen Ort
einheitlich bestimmt. Damit ist unklar, wie die Vorinstanz in konkreten Ein-
zelfällen diese Abgrenzung vornimmt, und es bleibt unter anderem unge-
wiss, ob die Vorinstanz in casu dem Grundsatz der Rechtsgleichheit über-
haupt Rechnung trägt. Die Bestimmung sowie die Ein- und Abgrenzung
des "gleichen Orts" durch die Vorinstanz genügen somit den rechtsstaatli-
chen Grundsätzen nicht. Die Vorinstanz wird daher zuerst eine einheitliche
Praxis unter Berücksichtigung der anwendbaren Grundsätze sowie der
massgeblichen Abgrenzungsmassstäbe und -kriterien festlegen müssen,
bevor sie erneut über die Ein- und Abgrenzung des "gleichen Orts" ent-
scheidet.
6.3.4 Würde man der von der Vorinstanz in casu vorgenommenen Ein- und
Abgrenzung folgen, hiesse dies, dass allfällige Unterkapazitäten in den Ge-
meinden C._, D._ und E._ sowie in der Stadt
B._ für die Klärung des Bedarfs an Betreuungsplätzen in der Ge-
meinde A._ nicht heranzuziehen wären, obwohl es sich um Nach-
bargemeinden handelt und in diesen ein Bedarf an zusätzlichen Betreu-
ungsplätzen besteht. Die Gemeinde A._ grenzt nördlich direkt an
die Stadt B._, namentlich deren Kreis _, und südlich unmit-
telbar an die Gemeinden E._ und C._. Demgegenüber ist
D._ eine südliche Nachbargemeinde von C._.
6.3.5 Die Vorinstanz hat insbesondere auch keine Abklärungen getätigt, ob
Eltern in C._, D._ oder E._ ihre Kinder in der Ge-
meinde A._ betreuen lassen, obwohl die Beschwerdeführerin darauf
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hingewiesen hat, dass sie Nachfragen von Familien aus C._ erhal-
ten habe, ob sie noch Kinder aufnehmen könnte (Vernehmlassungsbeilage
A5, S. 1). Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin (Replik, S. 2 f.),
dass die geografischen Distanzen zwischen diesen Ortschaften sowie die
jeweilige Fremdbetreuungsquote in den Gemeinden C._,
D._ und E._ nicht einfach unberücksichtigt gelassen werden
können. So bleibt ebenfalls unklar, ob erwerbstätige Eltern aus diesen Ort-
schaften die Lage der Gemeinde A._ dazu nutzen oder nutzen wür-
den, ihre Kinder dort betreuen zu lassen, und wenn ja, wie viele solcher
Eltern es gibt. Dabei ist auch das Betreuungsangebot in der Stadt
B._, besonders jenes in deren Kreis _, zu berücksichtigen.
Die Vorinstanz hat bislang keine konkreten Abklärungen getätigt, ob allen-
falls auch die erwähnten Nachbargemeinden oder die Stadt B._ teil-
weise oder gänzlich zum "gleichen Ort" im Sinne der Erläuterung vom
7. Dezember 2018 gehören.
7.
Im vorliegenden Fall stellt sich schliesslich die Frage des weiteren Vorge-
hens. Art. 61 Abs. 1 VwVG sieht für das Beschwerdeverfahren im Allgemei-
nen vor, dass die Beschwerdeinstanz in der Sache selbst entscheidet oder
diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zu-
rückweist. Bei der Wahl zwischen den beiden Entscheidungsarten steht
dem Gericht grundsätzlich ein weiter Ermessensspielraum zu.
7.1 Eine Rückweisung ist mit dem Untersuchungsgrundsatz und dem Prin-
zip eines einfachen und raschen Verfahrens vereinbar, sofern hierfür sach-
liche Gründe vorliegen. Zur Rückweisung führt insbesondere eine mangel-
hafte Abklärung des Sachverhalts durch die Vorinstanz, die ohne eine auf-
wändigere Beweiserhebung nicht behoben werden kann. Die Vorinstanz ist
mit den tatsächlichen Verhältnissen besser vertraut und deshalb im Allge-
meinen besser in der Lage, die erforderlichen Abklärungen durchzuführen.
Ebenso ist eine Rückweisung angezeigt, wenn der Vorinstanz ein Ermes-
sen zukommt, bei dessen Überprüfung sich das Gericht Zurückhaltung auf-
erlegt. Schliesslich bleibt der betroffenen Partei bei einer Rückweisung der
gesetzlich vorgesehene Instanzenzug erhalten (vgl. BGE 131 V 407
E. 2.1.1; BVGE 2012/21 E. 5.1; Urteile des BVGer A-3269/2020 vom 5. Au-
gust 2021 E. 8.2, A-6519/2016 vom 3. Mai 2017 E. 6.1 und A-5766/2016
vom 20. Februar 2017 E. 10.2).
7.2 In casu ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie unter
Berücksichtigung der rechtsstaatlichen Grundsätze – namentlich des
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Rechtsgleichheitsprinzips – eine eigene Praxis zur Eingrenzung des "glei-
chen Orts" im Sinne der Erläuterung vom 7. Dezember 2018 festlegt und
diese Praxis auf den vorliegenden Fall anwendet oder – sofern bereits eine
solche besteht – diese darlegt. Muss eine Praxis zuerst festgelegt werden,
könnte sich diese unter Umständen in geeigneter Weise an die kartellrecht-
lichen Kriterien der örtlichen Marktabgrenzung anlehnen.
7.3 Die Daten, welche die Vorinstanz zur Bedarfsberechnung verwendete,
waren bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids veraltet, wie
die Vorinstanz selbst einräumt. Sie holte neuere Daten erst im Beschwer-
deverfahren nach einem Hinweis des Rechtsvertreters der Beschwerde-
führerin ein und dies lediglich bei der zuständigen Behörde der Gemeinde
A._, dem Bundesamt für Statistik und dem Kanton Zürich (Ver-
nehmlassung, S. 3). Bei ihrem neuen Entscheid hat die Vorinstanz deshalb
bei der Ermittlung des Bedarfs an zusätzlichen Betreuungsplätzen im
Sinne von Art. 12 Abs. 1 Bst. b KBFHV auf aktuelle Daten abzustellen.
7.4 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde mit Bezug auf den
Eventualantrag als begründet, weshalb sie im Sinne der Erwägungen gut-
zuheissen ist, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. Der angefoch-
tene Entscheid ist entsprechend aufzuheben und die Sache zu neuem Ent-
scheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
8.
8.1 Die Beschwerdeführerin gilt entsprechend dem Verfahrensausgang als
obsiegende Partei. Es sind ihr daher keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63
Abs. 1 VwVG e contrario sowie Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Im Übrigen wären der Be-
schwerdeführerin ohnehin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, da ihr die
Vorinstanz durch die Verwendung veralteter Daten bei der Bedarfsberech-
nung (vgl. oben E. 7.3) auf jeden Fall begründeten Anlass zur Beschwer-
deerhebung gab. Denn es wäre der Vorinstanz aufgrund der Untersu-
chungsmaxime von Amtes wegen bereits im vorinstanzlichen Verfahren
und nicht erst im nachgelagerten Beschwerdeverfahren oblegen, in sachli-
cher und rechtlicher Hinsicht sämtliche Sachverhaltsabklärungen vorzu-
nehmen. Eine korrekte Bedarfsberechnung wäre der Vorinstanz schon im
vorinstanzlichen Verfahren möglich gewesen, indem sie die aktuellen Zah-
len herangezogen hätte. Hätte sie dies damals und nicht erst im laufenden
Beschwerdeverfahren getan, wäre der diesbezügliche Beschwerdegrund
unter Umständen entfallen. Da die Beschwerde gutgeheissen wird, ist der
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Anlass für sie im Rahmen der Kostenauferlegung jedoch nicht relevant.
Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.– ist der Be-
schwerdeführerin zurückzuerstatten. Vorinstanzen haben keine Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
8.2 Der obsiegenden Beschwerdeführerin ist für die ihr erwachsenen not-
wendigen Kosten eine Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1
VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Aus dem eben in Erwägung 8.1 hiervor er-
wähnten Umstand, dass die Vorinstanz die Beschwerde wegen veralteter
Daten provoziert hat, müsste die Vorinstanz der Beschwerdeführerin ohne-
hin auch eine Parteientschädigung bezahlen; dies ist im vorliegenden Ver-
fahren jedoch aufgrund der Beschwerdegutheissung und der daraus fol-
genden Entschädigungspflicht nicht von Relevanz. Die Beschwerdeführe-
rin reichte für das Beschwerdeverfahren keine Kostennote ein, weshalb die
notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14
Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemes-
sungsfaktoren (Art. 9 ff. VGKE) ist der Beschwerdeführerin für das Verfah-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu Lasten der Vorinstanz eine Par-
teientschädigung von Fr. 4'000.– auszurichten. Die Vorinstanz hat keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario
und Art. 7 Abs. 3 VGKE).
9.
Gemäss Art. 83 Bst. k des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(BGG, SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten an das Bundesgericht ausgeschlossen gegen Entscheide betreffend
Subventionen, auf die kein Anspruch besteht. Die vorliegend in Frage ste-
henden Finanzhilfen stellen Ermessenssubventionen dar, auf die kein
Rechtsanspruch besteht (vgl. Urteile des BVGer B-3383/2021 vom 4. Mai
2022 E. 8 und B-600/2021 vom 5. April 2022 E. 4.1, mit weiteren Hinwei-
sen). Das vorliegende Urteil ist entsprechend mit seiner Eröffnung endgül-
tig.
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