Decision ID: 62f4b4ad-49b3-4a28-a07c-d6395d255e2a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
arbeitete seit
September 2001
bei der
Y._
in einem Teilpensum als Unterhaltsreinigerin
(Urk. 8
/2
/
7
9). Das Arbeitsverhältnis wurde am 23. August 2016 aufgrund häufiger Absenzen seitens der Arbeitgeberin auf den 30. November 2016 gekündigt (Urk. 8/2/25).
Am 6. Okto
ber 2016 meldete sich die Versicher
te
erstmals bei der Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/
3
).
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen
und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk. 8/21)
verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
den An
spruch
der Versicherten auf eine Invalidenrente
mit Verfügung vom 4. April 2017 (Urk. 8/22
)
.
1.2
Am 16. November 2017 stellte die Versicherte erneut das Gesuch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 8/25), auf welches die IV-Stelle nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/31) mit Verfügung vom 12. Februar 2018 nicht eintrat (Urk. 8/32).
1.3
Am 20. Januar 2019 meldete sich die Versicherte abermals bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/33).
Nach einem Standortgespräch (Urk. 8/39) teilte die IV-Stelle der Versicherten am 27. März 2019 mit, dass Eingliederungsmassnahmen nicht angezeigt seien (Urk. 8/40). Mit Vorbescheid vom 1. April 2019 sodann stellte die IV-Stelle in Aussicht, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (Urk. 8/43). Mit Verfügung vom 27. Mai 2019 verneinte sie
wie angekündigt
einen Rentenanspruch (Urk. 8/46 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 27. Mai 2019 erhob die Versicherte am 4. Juni 2019 Beschwerde und stellte sinngemäss den Antrag, die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2019 schloss die IV-Stelle auf Abw
eisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 5. August 2019 wurde die Beschwerdegegnerin aufgefordert, dem Gericht den Bericht über die Untersuchung der Beschwerdefü
hrerin durch den Kreisarzt der S
uva einzureichen (Urk. 9).
Diesen reichte sie a
m 29. August 2019 ein und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 10).
Mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführerin antragsge
mäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung gewährt (Urk. 12).
Am 30. M
ärz 2020 holte das Gericht die S
uva-Akten ein (Urk. 14), wo
raus ersicht
lich ist, dass die S
uva mit rechtskräftigem
Einspracheentscheid
vom 8. Oktober 2019 den Anspruch auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritätsent
schädi
gung abwies (Urk. 16/234).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die Berechnung des
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATS
G, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler
werbs
tätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Voll
erwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozen
tuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Per
son hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Diffe
renz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Voller
werbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.6
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraus
setzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
ver
fü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich.
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit der Begründung (Urk. 2), diese sei aufgrund einer Ope
ration vom 10. Juli 2018 vorübergehend in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ge
wesen. Aktuell könne sie eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit wieder unein
geschränkt ausüben (S. 1 Mitte). Als zu 80 % Erwerbstätige und zu 20 % im Haus
halt Tätige erleide sie eine näher begründete Erwerbseinbusse, die einem Invalidi
tätsgrad von 4 % entspreche (S. 2 oben).
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin
zusammengefasst
vor
(Urk. 1)
, sie sei immer noch arbeitsunfähig. Sie habe Schmerzen, sobald sie einige Haushalts
arbeiten erledige, weshalb sie nicht verstehen könne, wie sie eine Erwerbsarbeit über mehrere Stunden solle ausführen können.
Sie könne sich nicht vorstellen, dass sie einen Arbeitgeber finde, der sie trotz eingeschränkter Gesundheit be
schäftigen wolle.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letztmaligen Leistungsverweigerung massgeblich verschlechtert hat. Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 16. November
2019 (Urk. 8/25)
mit Verfügung vom 12. Februar 2018
nicht eingetreten ist (Urk. 8/32),
ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der erstmaligen Leistungsabweisung vom 4. April
2017 (Urk. 8/22) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 (Urk. 2) zu vergleichen.
3.
Die Beschwerdegegnerin nahm an, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden einer 80%igen Erwerbsarbeit und zu 20 % im Haushalt tätig sein würde (vgl. Urk. 2
; Feststellungsblatt vom 27. Mai 2019, Urk. 8/45
).
Worauf sie ihre Annahme stützte, kann den Akten nicht entnommen werden.
Allerdings arbeitete die Beschwerdeführerin laut der von der ehemaligen Arbeitgeberin erstellten Unfallmeldung (Rückfall) vom 10. Juni 2014 zu einem vertraglich
ver
einbarten
Beschäftigungsgrad von 87 % als Unterhaltsreinigerin (Urk. 8/2/189
; vgl. auch Urk.
8/17
). Die Beschwerdeführerin ist daher zu 87 % als Erwerbstätige und 13 % als im Haushalt Tätige zu qualifizieren.
4.
4.1
Laut Feststellungsblatt vom 20. Februar 2017 (Urk. 8/20) stützte sich die Be
schwerdegegnerin bei der erstmaligen Anspruchsve
rneinung auf die Verfügung der S
uva vom 16. November 2016, mit welcher diese den Unfallversicherungsfall ab
geschlossen hatte
(Urk. 8/13). Diese wiederum stützte sich auf
den Bericht von Dr. med. Z._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 7. November 2016 über die kreisärztliche Untersuchung vom 4. November 2016 (Urk. 8/12).
In diesem Bericht stellte Dr.
Z._
folgende Diagnose (S. 4):
-
geringe Belastungsintoleranz linkes Handgelenk bei
-
Zustand nach zunächst konservativ behandelter distaler mehrfrag
men
tärer Radiusfraktur links
-
Zustand nach Osteotomie distaler Radius links wegen
Malunion
distaler Radius beiderseits
, Operation vom 18. Mai 2015
-
Zustand nach
Osteosynthesematerialentfernung
linkes Handgelenk vom 5. Juli 2016 wegen störende
n
Osteosynthesematerials
Im Rahmen der Untersuchung zeige sich eine minime Bewegungseinschränkung
des linken Handgelenks im Seitenvergleich. Die Röntgenbefunde des linken Hand
gelenks zeigten den Zustand nach Osteotomie wegen
Malunion
mit knöchern
abgeheiltem
Osteotomiespalt
und allenfalls beginnender Radiokarpalarthrose link
s (S. 4 Mitte).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne
der
Beschwerdeführerin die ange
stammte Tätigkeit als Reinigungskraft ganztags ohne qualitative Einschrän
kung
en zugemutet werden (S. 4 unten).
4.2
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 14. Dezember 2016 (U
rk. 8/18
) persistierende Schmerzen im Bereich des Handgelenks links bei Status nach
Osteosynthese
materialentfernung
distaler Radius links am 5. Juli 2016 bei einem Status nach Osteotomie distaler Radius am 18. August 2015 bei
Malunion
des distalen Radius links (S. 1 Ziff. 1.1). Bei der Erstkonsultation am 14. September 2016 habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass nach der Wiederaufnahme der Arbeit nach der Operation vom 5. Juli 2016 Schmerzen im Bereich des Handgelenks links volar aufgetreten seien. Klinisch seien keine Schwellung und keine Entzündungs
zei
chen erhoben worden
, die Beschwerdeführerin habe über Schmerzen bei der
U
l
narabduktion
geklagt (S. 1 f. Ziff. 1.4). Es sei eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 15. September bis 9. Oktober 2016, von 50 % vom 10. bis
2
1. Oktober 2016 und wieder von 100 % vom 22. Oktober bis 4. November 2016 attestiert worden (S. 2 Ziff. 1.6).
4.
3
Dr. med.
B._
, Leitender Arzt Handchirurgie am
C._
, berichtete
am 12. Dezember 2016 (Urk. 8/29
/3-5
), nach langjähriger Situation einer Malun
ion
und zweifachem Eingriff am linken Handgelenk sei die Rehabilitation noch nicht ganz abgeschlossen. Durch die Aktivitäten des täglichen Lebens seien noch wei
tere Verbesserungen zu erwarten. Gewisse Restbeschwerden seien auch durch die Verschmälerung des Gelenkspaltes im dorsalen Anteil und die
Pseudarthrose
des
Processus
styloideus
ulnae
möglich, allerdings
sei hier mit aktiven Massnahmen Zurückhaltung geboten. Es sei gut vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin im bisherigen Tätigkeitsumfeld mit Auswringen von Putzlappen und belastenden Drehbewegungen des linken Handgelenks immer wieder gewisse Beschwerden verspüren werde. Idealerweise sollte deshalb eine angepasste Tätigkeit gefunden werden, in welcher das Heben und Bewegen von Lasten über 15 kg vermieden werden könne. Des Weiteren sollten keine repetitive
n
belastende
n
Drehbewe
gungen mit der linken Hand ausgeführt werden (S. 2 unten).
4.4
Dr. med. D._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, stellte im Bericht vom 23. März 2018 (Urk. 8/36/16-17) folgende Diagnosen (S. 1
Mitte
):
-
beginnende radiokarpale Handgelenksarthrose links
-
Pseudarthrose
Processus
styloideus
ulnae
links
-
Malunion
einer beidseitigen distalen Radiusfraktur mit Ausriss des
Pro
cessus
styloideus
ulnae
Es sei eine CT-Untersuchung durchgeführt worden, wobei sich zwei kleine freie Fragmente über dem Os
lunatum
gezeigt hätten, die mit der Ultraschalluntersuchung korrelierten. Des Weiteren sei die
Pseudarthrose
des
Processus
styloideus
ulnae
bestätigt worden. Im Bereich der
Fossa
lunata
zeige sich eine deutliche
Osteophytenbildung
auf Höhe der dorsalen Radiuskante, die dynamisch vermutlich zu einem dorsalen
Impingement
des
Lunatums
führe,
das
in der Kernspinuntersuchung auch ein Ödem zeige (S. 1 Mitte).
Am 10. Juli 2018 führte Dr.
D._
folgende Operation durch (Urk. 8/36
/14-15
S. 1 Mitte):
-
Expl
oration Radiokarpalgelenk links;
Osteotomie der dorsalen Radius
kante und Resektion
Nervus
interosseus
posterior
im Sinne einer partiellen
Handgelenksdenervation
-
Pseudarthrosenresektion
Processus
styloideus
ulnae
und
Refixation
des Meniskus
homologs
mittels
Corkscrew
-Ankers
Am 25. Januar 2019 berichtete Dr.
D._
(Urk. 8/36/2-3), sechs Monate post
operativ gebe die Beschwerdeführerin nach wie vor eine
ulnokarpale
Schwellung sowie belastungsabhängige Schmerzen an. Die Inspektion zeige eine reizlose Wundsituation bei leichter
ulnokarpal
ausladender Schwellung, die mehrheitlich durch die Positionierung des Ellenköpfchens bedingt sei. Die Stabilität des dis
talen
Radioulnargelenkes
sei regelrecht, die Beweglichkeit im Handgelenk nicht mehr als funktionell störend zu erachten. Auf Höhe der rechten Ellenbogenregion zeige sich eine
Druckdolenz
über dem
Epikondylus
humeri
radialis
sowie ein Muskelhartspann über den radialen Handgelenksextensoren, die in Verbindung
mit pos
itiven
Provokationsmanövern für eine
Epikondylitis
humeri
radialis
spreche
(S. 1 unten f.).
Radiologisch zeige sich auf der operierten linken Seite eine regelrechte Positio
nierung des
Corkscrew
-Ankers bei auch sonst unauffälligen postoperativen Be
funden. Hinweise für relevante
arthrotische
Veränderungen im Radiokarpal
ge
lenk
lägen nicht vor, die dorsale
Randosteophytenbildung
sei suffizient abgetragen, so dass ein
Impi
n
gement
radiologisch ausgeschlossen werden könne. Kontralateral zeige sich eine gut abgrenzbare
Pseudarthrose
des
Processus
styloideus
ulnae
.
Hinweise für ein
Impingement
bestünden nicht
(S. 2 oben)
.
Hinsichtlich des operativen Eingriffs sei die Nachbehandlung abgeschlossen worden. Eine Befundbesserung könne durch einen weiteren handchirurgischen Eingriff nicht mehr erreicht werden. Die Handgelenksbeweglichkeit sei in einem funktionellen Rahmen angelangt, so dass einer Wiedereingliederung nichts im Wege stehen sollte. In der geplanten kreisärztlichen Untersuchung sollte gege
be
nenfalls eine Belastungserprobung indiziert werden. Aufgrund der parallel be
stehenden
Epikondylitis
humeri
radialis
auf der rechten Seite sei die Arbeits
un
fähigkeitsbescheinigung bis Mitte Februar fortgeführt worden (S. 2 Mitte).
4.5
Med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Anästhesiologie, Suva-Kreisärztin, stellte im Bericht vom 7. März 2019 über die kreisärztliche Untersuchung vom 5. März 2019 (Urk. 11/2) folgende Diagnosen (S. 2 Mitte):
-
mässige Belastungsintoleranz linkes Handgelenk bei
-
Zustand nach zunächst konservativ behandelter distaler mehrfrag
men
tärer Radiusfraktur links
-
Zustand nach Osteotomie distaler Radius links wegen
Malunion
distaler Radius beiderseits, Operation vom 18. August 2015
-
Zustand nach
Osteosynthesematerialentfernung
linkes Handgelenk vom 5. Juli 2016 wegen störenden
Osteosynthesematerials
-
Zustand nach Exploration Radiokarpalgelenk links, Osteotomie der dors
alen Radiuskante und Resektion des
Nervus
interosseus
posterior
im Sinne einer partiellen
Handgelenksdenervation
,
Pseudarthrosen
resektion
des
Proc
essus
styloideus
ulnae
und
Refixation
des Meniskus
Homologs
vom 10. Juli 2018
-
leichte Belastungsintoleranz rechtes Handgelenk bei
-
Zustand nach zunächst konservativ behandelter intraartikulärer dis
ta
ler Radiusfraktur rechts (Unfallereignis vom 25. November 2004)
In der kreisärztlichen Untersuchung zeige sich eine leichte Bewegungs
ein
schränkung der beiden Handgelenke, links etwas mehr als rechts. In den letzten vorliegenden Röntgenaufnahmen von Januar 2019 zeigten sich beginnende dege
nerative Veränderungen in beiden Radiokarpalgelenken. Bei einem Zustand nach mehreren Operationen des linken Handgelenks mit beginnenden degenerativen Veränderungen seien Restbeschwerden beziehungsweise die Belastungsintoleranz nachvollziehbar. Eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustands sei unter konservativer Therapie nicht mehr zu erwarten. Die Indikation für eine erneute operative Therapie bestehe aktuell nicht. Insofern sei von einem stabilen Zustand auszugehen
(S. 4 f.)
.
Die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft sei nur dann zumutbar, wenn das angegebene Zumutbarkeitsprofil für den allgemeinen Arbeitsmarkt eingehalten werde. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien der Beschwerdeführerin leichte bis gelegentlich mittelschwere
Tätigkeiten
ganztags
zumutbar. Hämmernde und
vibrierende Tätigkeiten sowie repetitive Belastungen beider Handgelenke seien aus dem Tätigkeitsp
r
ofil auszuschliessen. Für die linke Hand sollten ausserdem kraftvolle, repetitive Handgelenksbewegungen gemieden werden (S. 5 Mitte).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging ursprünglich davon aus, dass die Beschwerde
füh
rerin spätestens seit November 2016 wieder vollständig arbeitsfähig war (Urk. 8/22). Dabei stützte sie sich auf den Kreisarztbericht von Dr.
Z._
(E. 4.1), der anlässlich der Untersuchung vom 4. November 2016 zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführerin bei einer geringen Belastungsintoleranz des linken Hand
gelenks die angestammte
Tätigkeit als Reinigungskraft ganztags ohne qualitative Einschränkungen zumutbar sei.
5.2
Schon kurz nach der kreisärztlichen Untersuchung wurde die Beschwerdeführerin aufgrund persistierender Handgelenksbeschwerden von ihrer Dr.
A._
(
E. 4.2)
an Dr.
B._
(E. 4.3) überwiesen. Dieser war entgegen der Ansicht von Dr.
Z._
(E. 4.1) der Meinung, dass die Rehabilitation nach dem zweifachen Eingriff am linken Handgelenk noch nicht abgeschlossen sei. Insbesondere konnte er sich vorstellen, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit, welche das Auswringen von Putzlappen und belastende Drehbewegungen des linken Handgelenks beinhaltete, gewisse Beschwerden verspüre, weshalb er vor
schlug, es müsste eine angepasste Tätigkeit gefunden werden, in welcher das Heben und Bewegen von Lasten über 15 kg vermieden werden könne und keine repetitiven belastenden Drehbewegungen mit der linken Hand ausgef
ührt werden müssten.
Dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der kreisärztlichen Untersuchung und der Beurteilung durch Dr.
B._
nur gut einen Monat später verschlechtert hat, ist unwahrscheinlich. Viel eher scheint es, dass Dr.
B._
den gleichen Sachverhalt anders einschätzte als Dr.
Z._
, stellte er sich doch auch auf den Standpunkt, dass die Rehabilitation noch nicht ganz abgeschlossen sei.
In
dessen kann
diese Frage
, wie nachfolgend zu zeigen sein wird (vgl. nachstehende E.
5.3 und
6.2)
,
offen gelassen
werden
.
5.3
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist
allerdings
spätestens mit der erneuten Operation am linken Handgelenk vom
10. Juli 2018
durch
Dr.
D._
(E. 4.4)
eingetreten
.
Dieser bescheinigte der Beschwerdeführerin ab dem Opera
tionsdatum bis 14. Dezember 2018 eine 100%ige und
vom
15. Dezember 2018 bis 14. Februar 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/36/1).
Die Behandlung beim Operateur wurde am 25. Januar 2019 abgeschlossen unter Hinweis, dass die Handgelenksbeweglichkeit in einem funktionellen Rahmen angelangt sei, so dass einer Wiedereingliederung nichts im Wege stehe.
Übereinstimmend kam
Kreis
ärztin
med.
pract
.
E._
(E. 4.5)
zum
Schluss, dass
Restbeschwerden be
ziehungsweise eine Belastungsintoleranz
bei einem Zustand nach mehreren Ope
rationen des linken Handgelenks nachvollziehbar sei
en
. Die angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin erachtete sie nur unter Einschränkungen, eine ange
passte Tätigkeit hingegen als ganztags zumutbar.
Damit ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
vom
10. Juli bis 14. Dezember 2018 zu 100 % und
vom
15. Dezember 2018 bis 14. Februar 2019 zu
50 %
a
rbeitsunfähig war. Danach bestand in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
6.
6.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
6.2
Der potenzielle Rentenbeginn nach
der
Neuanmeldung im
Januar
201
9
fällt unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG
, wonach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht,
auf den
1. Juli 2019
. Es hat somit ein Einkommensvergleich für das Jahr 201
9
zu erfolgen
. Mangels verfügbarer statistischer Daten für das Jahr 2019 ist auf die Daten für das Jahr 2018 zurückzugreifen.
6.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
6.
4
Laut Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug
) vom 29. November 2017 (Urk. 8/27
) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2014, im letzten Jahr vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
,
ein Einkommen von Fr. 37'676.
. Dieser Wert ist für die Bestimmung des
Valideneinkommens
heranzuziehen.
Unter Berück
sich
tigung des Nominallohnindexes für
Frauen
von
2’
6
73
Punkten im Jahr
201
4
und von
2’732
Punkten im Jahr 2018
(Bundesamt für Statistik, BFS, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, T 39
) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr. 3
8’
508
.
(Fr. 37'676.
x 2'
732 :
2'673)
.
Dieses
Einkommen
ist
auf ein vollzeitliches Pensum hochzurechnen
(vgl. vorstehende E. 1.5)
, was ein
Valideneinkommen
von Fr.
4
4’
262
.
(Fr. 3
8’
508
.
x
100 :
87)
ergibt
.
6.
5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
).
Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochen
arbeits
zeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Ein
zelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversiche
rung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.
6
Das durchschnittliche Einkommen für
Frauen
im untersten Kompetenzniveau betrug im Jahr 201
6
Fr.
4’363
.
(LSE 201
6
TA1_triage-skill-level). Unter Berück
sichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (BSF, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) ergibt dies unter Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne der
Frauen
von
2’709
Punkten im Jahr 201
6
und 2’
732 Punkten im Jahr 2018
ein hypothetisches Jahreseinkommen von
rund
Fr.
55'045.
(Fr. 4'363.
x 12 x
41.7 :
40 x 2'732 : 2'709)
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
.
Verglichen m
it dem
Validenein
kommen
von
Fr. 44’057.
erleidet die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
keine
rentenrelevante
Erwerbseinbusse
, woran selbst eine Paralleli
sie
rung nichts ändern würde
.
6.
7
Selbst mit einer Einschränkung im Haushaltsbereich könnte die Beschwerde
füh
rerin
als lediglich zu 13 % im Haushalt Tätige
den Gesamtinvaliditätsgrad von 40
%
nie erreichen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht auf eine Haushalt
abklärung verzichtet hat.
7.
7.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
7.2
Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 entschied die Beschwerde
gegnerin lediglich über den Anspruch auf eine Invalidenrente. Insoweit die Be
schwerdeführerin beschwerdeweise den Antrag auf Arbeitsvermittlung stellte (Urk. 1), fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb das Gericht drüber nicht befinden kann.
7.3
Allerdings hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bereits am 27. März
2019 mitgeteilt, dass keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien,
da die Beschwerdeführerin die volle Arbeitsfähigkeit erlangt habe
(Urk. 8/40)
. Nach dem in E. 5 Dargelegten liegt bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsun
fähigkeit vor, indem ihr nur noch angepasste Tätigkeiten zumutbar
sind
. Unter diesen Umständen bleibt es ihr unbenommen, sich bei der Beschwerdegegnerin zur Arbeitsvermittlung anzumelden.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen,
zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse
zu nehmen
.