Decision ID: ce6cb222-5ea0-439e-8aff-d27ac968fa04
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reichte am 1. Oktober 2022 in der Schweiz ein Asyl-
gesuch ein. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank
(Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass er am 19. Januar 2022 in Frankreich
sowie am 25. Januar 2022 in Deutschland bereits Asylgesuche gestellt
hatte. Am 9. Juni 2022 wurde er von Deutschland nach Frankreich über-
stellt, nachdem die französischen Behörden die Wiederaufnahme akzep-
tiert hatten.
B.
Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 7. November 2022 das
rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Frankreichs zur Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens sowie zu einem allfälligen Nichteintretens-
entscheid.
Der Beschwerdeführer erklärte, er habe in Frankreich weder eine Unter-
kunft noch Zugang zu medizinischer Behandlung erhalten. Er habe im Ja-
nuar 2022 drei Nächte auf der Strasse schlafen müssen. Dies sei der
Grund gewesen, weshalb er nach Deutschland weitergereist sei. Auch
nach seiner Rückschaffung nach Frankreich habe er keine Unterkunft er-
halten und habe daher zwei Monate im Zelt übernachtet. In Anbetracht sei-
nes schlechten Gesundheitszustandes und der fehlenden Aussicht, in
Frankreich Zugang zu einer Unterkunft und medizinischer Behandlung zu
erhalten, sei er schliesslich Ende September 2022 in die Schweiz einge-
reist.
In Bezug auf seinen Gesundheitszustand gab er an, er hätte 2019 einen
Herzinfarkt gehabt und habe seither zwei Stents. Er habe ausserdem
Schmerzen in der Wirbelsäule und leide an Kopf- und Bauchschmerzen.
Auch könne er aufgrund seiner Lungenprobleme nicht richtig atmen.
Abschliessend betonte der Beschwerdeführer, es spiele ihm keine Rolle, in
welches Land er rückgeführt würde. Einzig ausschlaggebend sei für ihn der
Zugang zu einer Unterkunft und medizinischer Behandlung.
C.
Das SEM ersuchte zunächst am 7. November 2022 die deutschen Behör-
den um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
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und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO). Die deutschen Behörden verneinten ihre Zu-
ständigkeit am 9. November 2022 und lehnten das Wiederaufnahmege-
such ab. Sie verwiesen darauf, dass der Beschwerdeführer am 9. Juni
2022 nach Frankreich rückgeführt worden sei.
D.
Daraufhin stellte das SEM am 9. November 2022 bei den französischen
Behörden ein Übernahmegesuch gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-
III-VO. Diese hiessen das Gesuch des SEM am 23. November 2022 Art.
18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO gut.
E.
Mit Verfügung vom 24. November 2022 (eröffnet am 25. November 2022)
trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete
die Wegweisung nach Frankreich an und forderte ihn auf, die Schweiz am
Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig verfügte es
die Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte fest, einer allfäl-
ligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wir-
kung zu.
F.
Am 2. Dezember 2022 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesver-
waltungsgericht mit den Begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzu-
heben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr Recht zum Selbsteintritt aus-
zuüben und sich für vorliegendes Asylverfahren zuständig zu erklären.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung zu kassieren und zur erneu-
ten Sachverhaltsfeststellung und Beurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Ferner ersuchte er im Sinne vorsorglicher Massnahmen um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung, Anweisung an die Vollzugsbehörde, von
einer Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis über die Beschwerde
entschieden worden sei, sowie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvor-
schusses und Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.
G.
Am 2. Dezember 2022 ordnete die zuständige Instruktionsrichterin einen
superprovisorischen Vollzugsstopp an.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-
gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-
ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist zur Be-
schwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG
und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb
sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines
zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e
AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-
scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-
men des Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23-25 Dublin-III-VO) findet
grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-
III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
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3.3 Die französischen Behörden stimmten dem Übernahmeersuchen der
Vorinstanz innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist zu.
Die Zuständigkeit Frankreichs ist somit grundsätzlich gegeben, was vom
Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird.
4.
4.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als
zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grundrechte-
charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-
stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann.
Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der
Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-
gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird
der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat
(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, bei einer Überstellung nach Frank-
reich drohe sinngemäss eine Verletzung von Art. 3 EMRK. Gemäss neues-
tem AIDA-Bericht hätten Asylsuchende, die im Rahmen des Dublin-Verfah-
rens nach Frankreich rücküberstellt würden, meist keinen Zugang zu einer
Unterkunft. Auch die EU-Agentur für Grundrechte habe bereits in einem
Bericht vom Januar 2019 geschrieben, dass die Kapazität von Unterbrin-
gungsplätzen in Frankreich nicht ausreiche, um alle Asylsuchenden unter-
zubringen. NGOs vor Ort würden zudem schätzen, dass lediglich die Hälfte
aller Asylsuchenden in Frankreich einen Unterkunftsplatz erhielten. Insbe-
sondere «Dublin-Fällen» würde oft nur ein Leben auf der Strasse übrigblei-
ben. Da Asylsuchende erst ab dem Moment der offiziellen Registrierung
ihres Asylgesuchs einen Anspruch auf Unterbringung hätten und die Ter-
mine für die Registrierung schwierig zu bekommen seien, hätten viele Asyl-
suchende keinen Zugang zu einer Unterkunft. Er habe zwei bis drei Monate
in Frankreich auf der Strasse gelebt und habe auch seine Medikamente
selber bezahlen müssen. Er habe während des Asylverfahrens keinerlei
Unterstützung durch die französischen Behörden erfahren. Einzig eine Te-
lefonnummer habe er erhalten, bei der er trotz zahlreicher Anrufe nur ein-
mal durchgekommen sei und ihm dabei lediglich mitgeteilt worden sei, in
den Unterkünften gebe es keinen Platz für ihn und er solle zurück nach
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B._ gehen, wo er sein Asylgesuch gestellt habe. Bei einer Überstel-
lung nach Frankreich drohe ihm daher eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustands, weil er dort weder Zugang zu einer Unterkunft noch zu me-
dizinischer Behandlung hätte.
4.3 Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, gibt es keine wesentli-
chen Gründe für die Annahme, das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-
gungen für asylsuchende Personen in Frankreich hätten Schwachstellen
im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO, die eine Gefahr
einer unmenschlichen Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-
rechtcharta und Art. 3 EMRK mit sich bringen würden. Das Bundesverwal-
tungsgericht hat dies denn auch in ständiger Rechtsprechung bestätigt
(vgl. Urteile des BVGer D-4504/2022 vom 24. Oktober 2022 E. 7;
E- 3926/2022 vom 20. September 2022 E. 5.2). Die Hinweise in der Be-
schwerde auf die Berichte der EU-Agentur für Grundrechte, der Schweize-
rischen Flüchtlingshilfe sowie AIDA über die allgemeine Situation von Asyl-
suchenden in Frankreich vermögen daran nichts zu ändern. Bei einer all-
fälligen vorübergehenden Einschränkung des Betreuungsangebots stünde
es dem Beschwerdeführ zudem offen, sich an die zuständigen französi-
schen Behörden zu wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingun-
gen auf dem Rechtsweg einzufordern (vgl. Art. 26 der Richtlinie des Euro-
päischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur
Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationa-
len Schutz beantragen; sog. Aufnahmerichtlinie).
4.4 Fraglich ist vorliegend, ob sich der Beschwerdeführer überhaupt in das
französische Asylsystem integrieren wollte. Bereits einige Tage nach Ein-
reichen seines Asylantrags reiste er nämlich nach Deutschland und stellte
dort ein weiteres Asylgesuch. Nach seiner Rückführung nach Frankreich
wurde ihm im Hinblick auf einen Unterkunftsplatz mitgeteilt, er solle zurück
nach B._ gehen. Er entschied sich stattdessen, mehrere Monate im
Zelt zu übernachten und reiste schliesslich Ende September 2022 in die
Schweiz ein. Der Beschwerdeführer entzog sich somit weitgehend dem Zu-
griff des französischen Asylsystems. Indes ist darauf hinzuweisen, dass die
französischen Behörden das Wiederaufnahmegesuch gestützt auf Art. 18
Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO gutgeheissen haben. Es ist daher davon aus-
zugehen, dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen
wurde. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die französischen Behörden
seinen Antrag auf internationalen Schutz nicht unter Einhaltung der Richt-
linie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26.
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Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberken-
nung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) geprüft oder
das Asylverfahren mangelhaft durchgeführt hätten, sind nicht bekannt.
4.5 Die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist somit nicht gerecht-
fertigt. Somit bleibt es bei der Zuständigkeit Frankreichs für die Durchfüh-
rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens.
5.
5.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-
nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti-
siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE
2015/9 E. 8.2.1).
6.
6.1 Es liegen in casu keine konkreten Anhaltspunkte vor, wonach die Ge-
sundheit des Beschwerdeführers bei einer Überstellung nach Frankreich
ernsthaft gefährdet würde. Gemäss ärztlichem Konsultationsbericht vom
11. November 2022 leidet der Beschwerdeführer an verschiedenen Fehl-
stellungen der Wirbelsäule (Skoliose). Auch wurde bei ihm eine leicht ver-
langsamte Herzschlagfrequenz (Sinusbradykardie) festgestellt. Anzumer-
ken ist hierbei, dass er – nach eigenen Angaben im Jahr 2019 – einen
Herzinfarkt erlitt und seither Stents trägt. Er macht ferner geltend, er habe
Schlafprobleme und leide an Rücken-, Kopf- und Bauchschmerzen. Dem
Beschwerdeführer werden jedoch ein guter Allgemeinzustand sowie ein
guter Ernährungszustand attestiert.
6.2 Folglich ist festzustellen, dass seine gesundheitlichen Beschwerden
keine gravierenden Erkrankungen darstellen und nötigenfalls in Frankreich
behandelt werden können. Auch können ihm bei Bedarf Medikamente auf
Vorrat mitgegeben werden. Sollte er nach der Rückkehr nach Frankreich
eine medizinische Behandlung benötigen, ist darauf hinzuweisen, dass die
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Mitgliedstaaten verpflichtet sind, den Antragstellern die erforderliche medi-
zinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt
erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie).
Antragstellenden Personen mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderli-
che medizinische oder sonstige Hilfe, einschliesslich psychologischer Be-
treuung, zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie).
6.3 Dass die geplanten medizinischen Abklärungen in der Rheumatologie
und in der Kardiologie neue, überstellungsrelevante Erkenntnisse zu Tage
fördern würden, ist aufgrund der bisherigen Untersuchungen und der
Anamnese nicht zu erwarten. Darauf durfte die Vorinstanz in antizipierter
Beweiswürdigung verzichten (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3).
Der medizinische Sachverhalt erweist sich mit Blick auf eine mögliche Ver-
letzung von Art. 3 EMRK somit als hinreichend abgeklärt. Eine Rückwei-
sung der Sache an die Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht nicht ange-
zeigt.
7.
Zusammenfassend liegt kein Grund vor für die Anwendung der Ermes-
sensklausel von Art. 17 Dublin-III-VO beziehungswiese Art. 29a Abs. 3
AsylV 1. Weder ist die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylge-
such einzutreten, noch liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbst-
eintritt nahelegen würden.
8.
Die Vorinstanz ist zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat die
Überstellung nach Frankreich angeordnet.
9.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Mit dem vorliegen-
den Urteil fällt der am 2. Dezember 2022 angeordnete Vollzugsstopp dahin.
Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist gegenstandslos
geworden.
10.
10.1 Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ungeachtet einer all-
fälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG).
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10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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