Decision ID: 38b46ba3-b149-47b4-84e1-964df6b45781
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1981 geborene
X._, seit Dezember 2010 in der Schweiz wohnhaft und zuletzt seit dem 25. November 2011 bei der Y._
, als Hilfsarbe
iter Rohrleitungsbau angestellt (Urk. 7/21), meldete sich am 14. November 2012 unter Hinweis auf einen Unfall und Rückenbeschwerden seit dem 13. März 2012 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/9, Urk. 7/25 und Urk. 7/85) und der Suva bei (Urk. 7/19 und Urk. 7/84) und holte Auszüge aus den individuellen Kon
ten (IK-Auszüge) des Versicherten und seiner damaligen Ehefrau (Urk. 7/14-16 und Urk. 7/23-24) sowie Arztberichte ein. In der Folge gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Arbeitsvermittlung (Urk. 7/46) und einen Arbeitsversuch (Urk. 7/50; vgl. auch das Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom 29. Okto
ber 2014, Urk. 7/94).
1.2
Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens wegen Nichterfüllens der dreijährigen Beitragszeit in Aussicht (Urk. 7/93). Dagegen liess der Versicherte am 16. Februar 2015 Einwand erheben (Urk. 7/97). Die IV-Stelle holte darauf hin einen aktuellen IK-Auszug (Urk. 7/99) und Arztberichte ein (Urk. 7/100, Urk. 7/103, Urk. 7/104 und Urk. 7/108). Schliesslich veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung durch die Z._ (Gutachten vom 16. November 2015, Urk. 7/137/1-56). Mit Eingabe vom 5. Januar 2016 (Urk. 7/143) liess der Beschwerdeführer eine Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin vom 25. Dezember 2015 zum Gutachten der Z._ einreichen (Urk. 7/142/1-3). Mit Verfügung vom 14. Januar 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mangels Erfüllung der dreijährigen Beitragszeit vor Eintritt der Invalidität ab (Urk. 2).
1.3
Die Suva hatte zuvor mit Verfügung vom 2. Juli 2013 (Urk. 7/84/113-114) und Einspracheentscheid vom 28. April 2014 (Urk. 7/84/63-69) ihre Leistungspflicht für die mit Schadensmeldung vom
12. Juli 2012
(Urk. 7/84/242) seit einem Ereig
nis vom 6. März 2012 geltend gemachten Rückenbeschwerden bei Diskus
hernie verneint.
Die vom Versicherten am 23. Mai 2014 dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/84/56-60) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 16. September 2015 ab (Prozessnummer UV.2014.00121; Urk. 13). Das Bundesgericht trat mit Urteil
vom 25. November 2015 (Urk. 14) auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht ein
.
2.
Gegen die das Leistungsbegehren ablehnende Verfügung der IV-Stelle vom 14. Januar
2016 (Urk. 2) liess der Beschwerdeführer am 14. Februar 2016 Be
schwer
de erheben (Urk. 1) und beantragen, diese sei aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. Mai 2015 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Zudem ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (S. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. März 2016
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), wovon der Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 21. März 2016 (Urk. 10) in Kenntnis gesetzt wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
1.3.1
Der Anspruch auf eine ordentliche Rente der Invalidenversicherung setzt zudem voraus, dass
bei Ein
tritt der Invalidität während mindestens
drei Jahren
Beiträge geleistet
wurden (Art. 36 Abs. 1 IVG).
1.3.2
Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als einge
treten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und
Schwere
erreicht hat (System des leistungsspezifischen Ver
siche
rungsfalles; Urteil
des Bundesgerichts I 659/06 vom 22. Februar 2007 E. 4 mit Hinweisen). Im Falle
einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 28 Abs. 1 IVG entsteht, das heisst frühestens wenn die ver
sicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnit
t
lich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war und weiterhin zu mindestens 40 % invalid ist (lit. b und c; BGE 127 V 294 E. 4b/bb, 119 V 98 E.
4a;
Rz. 1030 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2015, KSIH).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der Verfügung vom 14. Januar 2016 (Urk. 2) aus, dass der Beschwerdeführer ab Juni 2011 in der Schweiz AHV-
Beiträge entrichtet habe und seit dem 13. März 2012 in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hilfs-Heizungsmonteur bleibend zu 100 % eingeschränkt sei. Auch eine angepasste Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht vorerst nicht zumutbar gewesen. Eine Verbesserung sei erst per Dezember 2013 und somit nach Ablauf des Wartejahres dokumentiert. Der Versicherungsfall sei somit im März 2013 eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer die dreijährige Bei
tragspflicht in der Schweiz nicht erfüllt, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Im Mai 2014 sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. Die behandelnde Ärztin Frau Dr. A._ habe indes eine psychiatrische Diagnose seit dem Unfallereignis gestellt und auch die Arbeitsunfähigkeit auf den Zeitpunkt des Unfalls festgelegt.
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen einwenden (Urk. 2), der Versicherungsfall sei nicht im März 2013 sondern im April 2015 eingetreten. Er habe sich bei einem Arbeitsunfall am 6. März 2012 an der Wirbelsäule verletzt und sei seither zum Teil arbeitsunfähig. Er habe aber etwa laut dem Bericht der Ärzte der B._ vom 14. November 2013 leichte bis mittelschwere Arbeit den ganzen Tag ausführen können. Die behandelnde Psychiaterin
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe erstmals im Bericht vom 10. Mai 2014 eine mittelgradige bis schwere depressive Episode mit soma
ti
schem Syndrom diagnostiziert und der gutachterliche Psychiater der Z._ habe in der Expertise vom 16. November 2015 bestätigt, dass die dauernde Arbeitsunfähigkeit seit dem 10. Mai 2014 bestehe.
2.3
Streitgegenstand bildet der Anspruch auf eine Invalidenrente. Zwischen den Parteien ist hauptsächlich strittig, ob der Beschwerdeführer bei Eintritt einer allfälligen Invalidität die rentenspezifische Voraussetzung der dreijährigen Bei
tragspflicht erfüllt hat. Zu prüfen ist vorab, ob eine rentenbegründende Inva
lidität überhaupt eingetreten ist.
3.
3.1
Im Austrittsbericht vom 16. September 2012 (provisorisch; Urk. 7/
9/4
)
nannten
die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des
D._
nach
einem operativen Eingriff an der Wirbelsäule vom 14. September 2012 mit sta
tio
närem Aufenthalt vom 10. bis 16. September 2012 die folgenden Diag
nosen:
Therapieresistente Lumboischialgien links
–
seit Arbeitsunfall/Sturz am 6. März 2012
–
mit Hypästhesie links, ASR seitengleich auslösbar, Zehenstand wird links schmerzüberlagert durchgeführt
–
klinisch
:
radikuläre Reizzeichen links, eine a.e. im S1 Dermatom (Fussaussenseite, Sohle) angegeben
–
MR-tomographisch: mediolinkslateraler Bandscheibenvorfall LWK5/SWK1 mit Kompression der S1 Wurzel links
–
bisherige konserv
ative Therapie:
18x Physiotherapie, 2 epidurale Infiltrationen, NSAR,
–
14.
September 2012
:
Interlaminäre Fenestration L5/S1
links
, Flavektomie und Diskek
tomie
–
Aktuell: Postoperativ deutliche Regredienz der Schmerzsymptomatik
Laut dem beigelegten Auszug aus der Krankengeschichte (Urk. 7/9/5-6) wurde der Beschwerdeführer zur Behandlung des links mediolateralen Diskusprolaps L5/S1 aufgenommen. Nach Angabe des Beschwerdeführers sei es in den voran
ge
gangenen Wochen zu einer Exazerbation der Schmerzsymptomatik, Hypäs
the
sie im Dermatom S1 sowie fraglichen Miktionsbeschwerden gekommen, weshalb die Indikation zur Operation gestellt worden sei. Die Entlastung der spinalen Wurzel S1 habe über eine interlaminäre Fenestration L5/S1 links mit Flavektomie und Diskektomie komplikationslos erfolgen können. Der Beschwer
de
führer zeige postoperativ kein neues neurologisches Defizit. Die Schmerzen zeigten sich erfreulicherweise deutlich regredient, so dass der Beschwerdeführer unter physiotherapeutischer Begleitung voll habe mobilisiert werden können. Es werde die Durchführung einer ambulanten Physiotherapie mit sukzessivem Belastungsaufbau ab der vierten postoperativen Woche empfohlen.
3.2
Im Austrittsbericht der E._ vom 19. November 2012 nach einem Aufenthalt vom 15. Oktober bis 14. November 2012 (Urk. 7/27/17-22), gaben Dr. med. F._ und med. pract. G._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, an, es habe durch die Operation laut Angabe des Beschwerde
führers eine mässige Schmerzreduktion erzielt werden können. Der Beschwerde
führer befinde sich zwei Monate postoperativ noch in der Rekonvaleszenzphase, so dass die Zumutbarkeit derzeit noch nicht festgestellt werden könne. Medi
zinisch-theoretisch sei in den nächsten vier Wochen von einer weiteren Steige
rung der Belastbarkeit auszugehen, so dass dann auf dem allgemeinen Arbeits
markt sukzessive wieder eine Arbeit aufgenommen werden könnte. Initial sei eine Überlastung der Wirbelsäule zu vermeiden. Die medizinische Prognose sei gut (S. 3). Die festgestellte psychische Störung (Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion, ICD-10 F43.21, mit psychotraumatologischer Hintergrund
symp
tomatik, S. 1) begründe keine arbeitsrelevante Leistungsminderung (S. 2).
3.3
Im Bericht vom 25. November 2013 (Urk. 7/39) der H._ be
treffend eine Untersuchung und Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL) gab Dr. med.
I._
, Innere Medizin, Physikalische Medizin und Reha
bilitation FMH, an, der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt der Unters
u
chung weiterhin schmerzgeplagt gewesen. Er habe während der Anamnese während zwei Stunden ruhig und ohne Ausweichbewegungen sitzen können. An- und Auskleiden habe er ohne Schmerzangabe durchführen können. Die Haltung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule seien unauffällig gewesen. Die neurologische Untersuchung habe mit Ausnahme einer Hypästhesie im S1-Bereich links keine Auffälligkeiten ergeben. Alle Waddel-Zeichen seien negativ gewesen. Der Ver
sicherte habe einen deprimierten, antriebslosen Eindruck gemacht. Die EFL habe keine Symptomausweitung gezeigt. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit sei aus phy
siotherapeutischer Sicht auf 100 % für leichte bis mittelschwere Arbeiten beur
teilt worden (S. 12).
3.
4
Im Zwischenbericht zuhanden des Hausarztes diagnostizierte Dr.
C._
am
10. Mai 2014 (Urk. 7/86/6-7) eine mittelgradige bis schwere (agitierte) depres
si
v
e
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1/2.11), akzentuierte Per
sön
lich
keitszüge (perfektionistisch, leistungsorientiert, ICD-10 Z73.1), einen Statu
s nach einem Arbeitsunfall mit Rückenverletzung am 6. März
2012, opera
tiver Sanie
rung und Schmerzen
sowie eine psychosoziale Belas
tungssituation (Belastung
durch versicherungsmedizinische Unklarheiten, Geldmangel, Schulden und mäs
si
ge
Deutschkenntnisse
, ICD-10 Z56, Z59 und Z60
). Sie stellte fest, es gehe dem Beschwerdeführe
r, der seit dem 4. Juni 2013 bei ihr in regelmässiger psycho
the
rapeutischer und psychopharmakologischer Behandlung sei
, seit zirka drei Mona
ten zunehmend sowohl psychisch als auch physisch schlechter. Seine Schmerzen hätten sich verstärkt und er
gerate zunehmend in eine Hilf
losigkeit,
in Depressio
nen und Verschuldung.
Er wirke abgemagert, angespannt, innerlich unruhig, nervös, unkonzentriert, psychomotorisch unruhig und depressiv. Auch die Motivation und der Antrieb seien bei diesem Patienten, der über leistungs
orientierte Persönlichkeitsmerkmale verfüge, gegenwärtig auf einem niedrigsten
Niveau. Auch die Psychopharmaka könnten seinen Leidensdruck nicht mehr ver
ringern.
Sie erachte die aktuelle psychische und soziale Situation des Beschwer
deführers als prekär, weshalb si
e eine Be
handlung und Rehabili
tation in einer psychosomatisch geführten Klinik als dringend indiziert erachte
. Die ambulante intensive und regelmässige psychotherapeutische und psychopharmakologische Betreuung habe bei einer derartigen psychosozialen Belastung und Schmerzen keinen Erfolg gezeigt.
3.5
Nach einer Hospitalisation vom 24. Dezember 2014 bis 13. Januar 2015 (Urk. 7/103
) in der J._ gaben die Klinikärzte im Bericht vom 23. Februar 2015 an, der Beschwerdeführer habe in leicht gebessertem All
gemeinzustand in die gewohnte häusliche Umgebung entlassen werden können.
3.6
Die Assistenzärztin K._ und der Oberarzt L._ berichteten der IV-Stelle am 15. April 2015 nach einem Aufenthalt in der M._, Zentrum für Akute Psychische Erkrankungen vom
20. Februar bis 25. März 2015 (Urk. 7/108/1-8). Sie nannten die Diagnosen ei
ner
mittelgradigen bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1), einer Seg
ment
degeneration L5/S1 bei einem Status nach Operation eines mediolateralen Band
scheibenvorfalls L5/S1 links mit Kompression der Wurzel S1 links am
14. September 2013, Bildgebung: Diskusdegeneration, Osteochondrosen der Grund
-
und Deckenplatten sowie leichte Facettengelenksdegeneration, Unfall am 6. März 2012 (Leitersturz aus 2,5 Metern Höhe) und persistierender Lum
balgien mit assoziierten ausstrahlenden Schmerzen beidseits rechtsbetont sowie Kribbelparästhesien im Bereich des gesamten rechten Beines. Zudem wiesen sie auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (perfektionistisch, leistungsorientiert) hin, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 2). Sie berichteten von einem freiwilligen Eintritt auf Zuweisung der ambulanten Psychiaterin Dr. C._ bei mittelgradiger depressiver Episode mit latenter Suizidalität bei einer psychosozialen Belastungssituation. Die Exploration habe sich aufgrund der Sprachbarriere als erschwert erwiesen (S. 2 f.). Die Mediziner gaben an, die depressive Entwicklung sei stark als Reaktion auf diverse soziale Belastungs
faktoren zurückzuführen, dazu zählten neben dem unklaren Aufenthaltsstatus insbesondere finanzielle Sorgen und fortdauernde juristische Auseinander
set
zung
en. Auf längere Sicht sei der Verlauf der depressiven Symptomatik stark von diesen äusseren Faktoren abhängig, weshalb eine schrittweise berufliche Wiedereingliederung aus medizinischer Sicht sehr zu empfehlen sei. Somit lasse sich ableiten, dass bei Rückgang der sozialen Belastungsfaktoren mit einer Bes
se
rung der depressiven Symptome zu rechnen sei. Als positiver prognostischer
Faktor zeige sich die Motivation des Beschwerdeführers zur Arbeitssuche (S. 3 f.
). Es werde die Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im ambulanten Setting mit medikamentöser Therapie und Aufbau einer gere
gelten Tagesstruktur empfohlen (S. 4). Der Beschwerdeführer leide krankheitsbe
dingt unter leichten Einschränkungen des Konzentrationsvermögens, der An
pas
sungsfähigkeit und der Belastbarkeit. Es sei im Rahmen der depressiven Symp
tomatik von einer verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen, so dass eine
langsame schrittweise Steigerung der Arbeitsbelastung empfohlen werde (S. 5).
3.7
Am 16. November 2015 erstattete die Z._ ein polydisziplinäres Gut
ach
ten (Urk. 7/137/1-56) in den Fachrichtungen Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin (Dr. med. N._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und
Facharzt Rheumatologie FMH), Psychiatrie und Psychotherapie (med. prakt.
O._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) sowie Neurologie (Dr. med.
P._
, Facharzt für Neurologie und med. prakt. Q._). Der Chefarzt Prof. Dr. med. R._, Facharzt für Neurologie FMH und Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wirkte beim Erstellen der Expertise ebenfalls mit. Die Gut
achter nannten die folgenden Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zu
mut
baren Arbeitsfähigkeit (S. 50):
–
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
–
Status nach Diskushernie L5/S1 links
–
Status nach interlaminärer Fenestration L5/S1 links, Flavektomie und Dis
k
ek
to
mie im September 2
012, chronisches lumboischialgiformes Schmerzsyndrom links mehr als rechts
Zudem nannten sie die folgenden Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (S. 50):
–
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F
45
.
4
)
–
Diffuse Sensibilitätsstörung lateral am rechten Bein
–
keinem Dermatom oder Versorgungsgebieten peripherer Nerven entsprechend, Differenzialdiagnose: funktionell
Die Gutachter gaben an, die anfängliche Arbeitsunfähigkeit im März 2012 sei aus somatischen Gründen wegen Bandscheiben bedingter Beschwerden erfolgt, die im weiteren Verlauf immer mehr durch psychische Faktoren überlagert wor
den seien (S. 53). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die betreuenden allgemeinmedizinischen Hausärzte des Beschwerdeführers liessen sich zum Teil
aus neurologischer Sicht nachvollziehen, so die 100%ige Arbeitsunfähigkeit v
om 3. September bis 16. November 2012 für die Zeit vor und nach der Diskusher
nienoperation (S. 51). Ebenfalls nachvollziehbar sei die in den Berichten von PD Dr. S._, FMH Orthopädische Chirurgie, attestierte 100%ige Arbeitsun
fähig
keit vom 25. Juli bis 31. August 2012 (S. 48).
Rheumatologisch sei aktuell vorwiegend ein myofasciales Schmerzsyndrom lum
bosakral zu beschreiben. Bildgebend fänden sich aktuell mässige degene
ra
tive Veränderungen an der unteren Lendenwirbelsäule und eine leichte skolio
tische Fehlhaltung. In den Funktionsaufnahmen seien keine Instabilitätszeichen ersichtlich (S. 51). Neurologisch werde der Zustand nach Diskushernienope
ra
tion L5/S1 links beschrieben sowie eine diffuse Sensibilitätsstörung am rechten Bein, die als funktional anzusehen sei. Aus rheumatologischer und neurolo
gi
scher Sicht bestünden nach der Bandscheibenoperation die folgenden qualita
ti
ven Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit: Keine schweren Hebe- und Tragebe
lastungen und keine langzeitigen vorgeneigten Zwangshaltungen (S. 52). Leicht
e bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten, die ein Wechsel der Position ermög
lichen, könne der Beschwerdeführer vollumfänglich ausführen (S. 49 und 53).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Heizungsmonteur zu 50 % eingeschränkt, und zwar wegen der mittel
gradigen depressiven Episode und dabei vor allem wegen des durch diese Erkrankung eingeschränkten Antriebs und der dadurch ebenfalls einge
schränk
ten Konzentration und Aufmerksamkeit (S. 52). Diese Beurteilung der Arbeits
fähig
keit gelte zumindest seit dem ersten Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. C._ vom 10. Mai 2014. Seit diesem Zeitpunkt werde in den Akten jeweils die Diagnose einer mittelgradigen bis schwergradigen depressiven Episode ge
stellt. Anhand der Berichte lasse sich die Diagnose einer mittelgradigen de
pres
siven Episode nachvollziehen. Die Diagnose einer schwergradigen depressi
ven Episode könne indes nicht nachvollzogen werden. Vor dem 10. Mai 2014 sei jeweils die Diagnose einer Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion gestellt worden. Diese Erkrankung schränke die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht ein (S. 53).
Der Beschwerdeführer gab gegenüber den Gutachtern an, ausser an den dau
ernden Schmerzen, die stets bei einem 0-10-Skalawert von mindestens 4 und nach Belastungen häufig bei 10 liegen würden, unter Tagesmüdigkeit und leichten Konzentrationsproblemen wegen des gestörten Schlafs und der chro
ni
schen Schmerzen zu leiden (S. 24). Er sei vor allem müde, erschöpft und aus
gelaugt (S. 27). Der psychiatrische Gutachter nannte im Psychostatus eine schwächer als normal ausgeprägte Mimik und Gestik. Der Beschwerdeführer spreche leise und monoton. Er sei indes wach und allseits orientiert. Die Kon
zentration und Aufmerksamkeit nähmen aber im Laufe des Gesprächs ab. Das Gedächtnis sei normal. Das formale und inhaltliche Denken sei unauffällig. Es bestünden keine Hinweise für Zwänge, Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder für Ich-Störungen. Die Grundstimmung sei betrübt. Der Beschwerdeführer wirke vor allem müde, erschöpft und ausgelaugt. Der affektive Rapport sei nur teilweise herstellbar gewesen. Der Antrieb sei eingeschränkt und die Psycho
mo
torik sei weniger stark ausgeprägt als normal (S. 28).
In der Diskussion der Standardindikatoren gab der psychiatrische Gutachter unter
anderem an, er gehe von einer de lege artis durchgeführten Therapie mit am
bu
lanter psychiatrischer Behandlung, psychiatrischer Medikation und einer ein
ma
ligen Hospitalisation in der M._ aus. Daneben war der Beschwerdeführer wegen der Schmerzen im Jahr 2012 in der E._ und während des Jahreswechsels 2014/2015 in der J._ hospitalisiert (S. 35; E. 3.2 und E. 3.5). Die Kooperation des Versicherten sei gut, er habe alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft (S. 35).
Die Arbeitsprognose ist nach Einschätzung der Gutachter durch einige soziale Faktoren getrübt, wie eine Migrationsproblematik, bescheidene Deutschkennt
nisse, eine lang dauernde Arbeitsunfähigkeit, eine Selbstlimitierung und subjek
tive Krankheitsüberzeugung sowie ein kritischer Aufenthaltsstatus (S. 54).
4.
4.1
Nach Lage der medizinischen Akten leidet der Beschwerdeführer seit März 2012 an Rückenbeschwerden und in der Folge zusätzlich an einer Depression und einer somatoformen Schmerzstörung, wobei letztere nach Ansicht der Z._-Gutachter die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkt. Im September 2012 unter
zog er sich einer Diskushernienoperation, die keine nachhaltige Besserung brachte. Daneben bestehen erhebliche psychosoziale Belastungsfaktoren.
Die Gutachter
der
Z._
kamen
in ihrer Expertise vom 16. November 2015
zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer aufgrund
der somatischen Ein
schränkungen für die Zeit vor der Diskushernienoperation vom 14. September 2012 bis zum Abschluss der Rehabilitation in allen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig war. Eine darüber hinausgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit konnten die Gutachter nicht bestätigten.
Eingeschränkt ist der Beschwerdeführer laut der Einschätzung der Gutachter seit März 2012 (Unfall) mit Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter Rohrleitungsbau. Er sollte aufgrund der operativ sanierten Diskushernie
schwere
Hebe- und Tragebelastungen und langzeitige vorgeneigte Zwangshaltungen meiden
.
Darüber hinaus ist der Beschwerdeführer laut Z._-Gutachten als Folge der mittelgradigen depressiven Episode seit dem 15. Mai 2014 in allen Tätig
keiten zu 50 %
in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
4.2
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten Z._ vom 16. November 2015 (Urk. 7/137/1-56), das nach fachärztlichen Untersuchungen am 6. und 8. Oktober 2015 in den massgeblichen Disziplinen und unter Beizug eines Dol
metschers und in Kenntnis der Akten sowie unter Berücksichtigung der ge
klagten Beschwerde zustande kam, den Anforderungen an eine beweiswertige medizinische Entscheidungsgrundlage zu genügen vermag (E. 1.4), weshalb auf diese Exper
tise abgestellt werden kann. Der hauptgutachterliche rheumato
lo
gische Teil ist zwar relativ knapp gefasst, aber entsprechend den nicht gravie
renden Untersuchungsergebnissen (Urk. 1/137/1-56 S. 25 f.) und Angaben in den Vorakten plausibel begründet. Die Einschätzung, wonach leichte bis mittel
schwere Arbeiten in wechselbelastender Position und ohne langzeitige vorge
neigte Zwangshaltungen aus somatischer Sicht zu 100 % zumutbar sind, stimmt insbesondere auch mit den Ergebnissen der EFL in der H._ vom 27. November 2013 (E. 3.3) überein.
Schlüssig begründet ist auch die Einschätzung, wonach die im Bericht der be
han
delnden Psychiaterin Dr. C._ vom 10. Mai 2014 genannte schwer
gra
di
ge depressive Episode aufgrund der dortigen Angaben nicht nachvollzogen werden könne (Urk. 1/137/1-56 S. 30).
Nicht zu überzeugen vermag demgegenüber die kritische Stellungnahme zum Gutachten von Dr. C._ vom 25. Dezember 2015 (Urk. 7/142/1-3), in der sich die behandelnde Psychiaterin zu den Auswirkungen der Rückenverletzung und Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit und somit ausserhalb ihre Fachgebietes äusserte und die sozialen Faktoren als vernachlässigbar bezeichnete (vgl. dem
gegenüber die widersprechenden Angaben in ihren Vorberichten, E. 3.4, dem Einweisungsschreiben zuhanden der M._ vom 4. Februar 2015, Urk. 7/95 S. 2, und Urk. 7/100/1-9). Mit Bezug auf die Auswirkungen der somatoformen Schmerz
störung beschränkte sich die Kritik auf grundsätzliche Ausführungen ohne Bezug zum konkreten Fall.
4.3
Zu diskutieren ist
indes
die sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Trag
weite
der gutachterlichen
Einschätzungen mit Bezug auf
einen Rentenanspruch
, da den medizinischen Experten bei der Beurteilung, wie sich die erhobenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, keine ab
schliessende Beurteilungskompetenz zukommt (BGE 140 V 193 E. 3.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_106/
2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
Ob und in welchem Umfang die Feststellungen in einem medizinischen Gutachten anhand der rechts
erheblichen Indikatoren auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, ist eine frei überprüfbare Rechts
frage (BGE 141 V 281 E. 7
; vgl. grundsätzlich zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit BGE 140 V 193). Die medizinischen Fachper
sonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht, indem an die zuerst erfolgende ärztliche Stellungnahme eine – freie – juristische Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsleistung anschliesst (BGE 141 V 281
E. 5.2
).
Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokultu
relle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom invaliditätsrechtlichen Stand
punkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 193 und 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer renten
begründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.1 und 9C_534/2015 vom 1.
März 2016 E. 1.4).
Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit abgewichen werden, ohne dass diese ihren Beweiswert verliert (
BGE 143 V 66
E.
5.3.5 mit Hinweisen).
4.4
4.4.1
Der psychiatrischen Gutachter diagnostizierte nach Untersuchung vom 6. Okto
ber 2015 eine mittelgradige depressive Episode. Er attestierte dem Beschwer
de
führer als Folge der daraus fliessenden Einschränkungen eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit in jeglichen Tätigkeiten. Diese bestehe zumindest seit dem 10. Mai
2014 (Zeitpunkt der Erstdiagnose einer mittelgradigen depressiven Episode durch
die behandelnde Psychiaterin).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige
depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einz
ig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung De
pressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und sta
tio
nären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1)
.
4.4.2
Ein im Sinne dieser Rechtsprechung erwiesenermassen therapieresistente de
pressive Erkrankung kann vorliegend nicht bejaht werden. Nach Lage der medi
zinischen Akten ist in der Hauptsache nicht das Scheitern einer konse
quen
ten Therapie der Grund für den Weiterbestand der mittelgradigen Depression (wobei angesichts der strengen Rechtsprechung auch fraglich ist, ob eine Konsultation alle zwei bis drei Wochen einer rechtsprechungsgemäss optimalen Behandlung entspricht, vgl. Urk. 7/94 S. 3; vgl. auch Urk. 7/95 S. 3; vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_444/2016 vom 31. Oktober 2016 E. 6.2.2). Die reaktive De
pression wurde nach Angabe des psychiatrischen Gutachters durch die Schmer
zen und psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst wie finanzielle Probleme, eine unklare Zukunft, Probleme mit der Unfallversicherung und damalige Ehe
probleme, die zur Scheidung geführt hätten (Urk. 7/137/1-56 S. 32 und 33; so auch die Ärzte der M._, Urk. 7/108 S. 1 und die behandelnde Ärztin etwa in ihrem Einweisungsschreiben zuhanden der M._ vom 4. Februar 2015, Urk. 7/95 S. 2).
Der weitere Verlauf der depressiven Symptomatik ist laut Arztberichten ebenfalls stark von diesen äusseren Faktoren abhängig (vgl. etwa Urk. 7/108 S. 1 und 3).
Die Einweisung in die M._ durch die behandelnde Psychiaterin mit Schreiben vom 4. Februar 2015 (Urk. 7/95) erfolgte, da der Beschwerdeführer nach Erhalt des abschlägigen IV-Vorbescheids vom 15. Januar 2015 (Urk. 7/93)
und eines Bescheids der Fremdenpolizei, wonach er die Schweiz am 15. März 2015 verlassen müsse, wieder in einer hoffnungslosen Situation gewesen sei (S. 4). Vorliegend spielen somit zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren eine
Rolle als selbs
tändige und insoweit nicht versicherte direkte Ursache der Leis
tungs
einschränkung (vgl.
das vorgenannte Bundesgerichtsurteil 8C_444/2016 E. 6.2.3 mit Hinweis)
.
Unter diesen Umständen kann nicht losgelöst von
diesen
direkt wirkenden psychosozialen Faktoren – welche
grundsätzlich
ausser Acht zu bleiben haben – von einem definitiven Scheitern einer lege artis
durch
ge
führten Therapie gesprochen
werden.
4.4.3
Nicht schlüssig erscheint die gutachterlich attestierte 50%ige Einschränkung auch mit Bezug auf den vom Beschwerdeführer geschilderten Tagesablauf, der keine besonderen Auffälligkeiten zeigt. Der Beschwerdeführer gab an, er stehe häufig schon nach sechs Uhr auf, manchmal auch später und nehme einen Kaffee mit seiner Freundin – beziehungsweise seit kurzem Ehefrau –, die zur Arbeit gehe. Von neun bis zwölf besuche er seit einem Jahr einen Deutschkurs, der durch das Sozialamt veranlasst und finanziert worden sei. Er koche das Mittagessen und esse zusammen mit seiner Ehefrau, nachher müsse er sich hin
legen. Nachmittags gehe er Velo fahren und zwar etwa eine Stunde lang mit einer Pause dazwischen (Urk. 7/137/1-56 S. 21 f.). Zudem schreibe er am Nach
mittag Bewerbungen und nehme Termine (IV/Arztbesuche) wahr (Urk. 7/137/1-56
S. 43). Wenn sie genügend Zeit hätten, gingen sie auch zusammen spazieren. Er
habe wenige Kollegen, abends sässen sie oft vor dem Fernseher (Urk. 7/137/1-5
6 S. 21 f.).
4.4.4
Schliesslich beschrieb der psychiatrische Gutachter die Persönlichkeit des Be
schwerdeführers als normal. Er legte nachvollziehbar begründet dar, dass der Beschwerdeführer zwar vor dem Unfall gerne und auch viel gearbeitet habe. Er denke, dass der Beschwerdeführer über eine gute Arbeitsmoral verfüge, die aber bei vielen Menschen vorkomme. Deshalb möchte er nicht speziell die Diagnosen von akzentuierten leistungsorientierten Persönlichkeitszügen stellen. Er habe auch keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer über das normale Mass hinaus perfektionistisch sei, weshalb er auch nicht die Diagnose von akzen
tu
ier
ten perfektionistischen Persönlichkeitszügen stellen wolle (Urk. 7/137/1-56 S. 30
und 32).
Rechtsprechungsgemäss lässt sich somit mit der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode kein invalidisierender Gesundheitsschaden begründen.
4.5
Kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat nach Angabe des psychiatrischen Gut
achters die nur leichtgradig ausgeprägte anhaltende somatoforme Schmerzstö
rung (Urk. 7/137/1-56 S. 33). Auf diese Einschätzung kann abgestellt werden, zumal massgebende funktionelle Auswirkungen auch mit Blick auf die Stand
ard
indikatoren
(
BGE
141
V
281
E. 4.3.1)
bei stark mitprägenden
psychosozialen Belastungsfaktoren (
vgl.
BGE 141 V 281
E.
4.3.1.1)
, die auch den Behand
lungs
erfolg negativ beeinflussen
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.4 mit Verwei
s auf BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2), fehlender
erheblicher somatischer Komorbidität (Urk. 7/137/1-56 S. 32), Unterstützung durch
Ehefrau, Bekannte und die behandelnde Psychiaterin (vgl. das Protokoll zur Eingliederungsberatung vom 29. Oktober 2014, Urk. 7/94), guter Arbeits
moral und einem Tagesablauf ohne besonderen Auffälligkeiten (E. 4.4.3) trotz vorhandenem Leidensdruck, mangelhaften Deutschkenntnissen und Schwierig
keiten bei der Stellensuche nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt sind.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
invalidisierende
Folgen der
psychischen
gesundheitlichen Beeinträchtigung
en
in Anwendung der Rechtsprechung zu verneinen sind
.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der somatischen Einschrän
kungen.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinwei
sen auf die Rechtsprechung).
5.3
In der Schweiz arbeitete der Beschwerdeführer von Juni 2011 bis März 2012 an zwei verschiedenen Orten in Hilfsarbeiter
funk
tionen. Laut IK-Auszug erzielte er am ersten Arbeitsort in der Zeitspanne von Juni bis Oktober 2011 (5 Monate) ein Einkommen von Fr. 24‘147.-- (Urk. 7/99), was einem monatlichen Einkommen von Fr. 4‘829.40 und einem Jahresein
kommen von Fr. 57‘952.80 entspricht. Unklar bleibt, was der Beschwerdeführer in der zweiten, bei Eintritt des Gesundheitsschadens während rund fünf Monaten ausgeübten Tätigkeit im Rohrleitungsbau verdiente. Ausgehend von der vertraglichen Jahresstundenzahl von 2080 und einem vertraglichen Grund
lohn von Fr. 21.15 unter Hinzurechnung eines 13. Monatslohns (8.33 %) ergäbe sich ein Jahreseinkommen von Fr. 47‘656.53 (vgl. den nur unvollständig vorhandenen Arbeitsvertrag vom 25. November 2011, Urk. 7/84/239-240 und die Angaben in der Schadenmeldung UVG, Urk. 7/84/242). In der IV-Anmel
dung vom 14. November 2012 gab der Beschwerdeführer einen Jahreslohn von Fr. 50‘400.-- an (Urk. 7/4). Für die Zeitspanne vom 25. November bis Ende Dezember 2011 meldete die laut Zefix gelöschte ehemalige Arbeitgeberin Y._ in Liquidation AHV-Beiträge für einen Lohn im Betrag von Fr. 4‘751.-- (vgl. IK-Auszug, Urk. 7/99). Im Anschluss gibt es keine Einträge mehr. Angesichts der Löschung der letzten Arbeitgeberin wäre der Beschwer
de
führer ohnehin nicht mehr dort beschäftigt.
Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich, sowohl für die Ermittlung des Validen
einkommens als auch für die Ermittlung des hypothetischen Invalidenein
kom
mens in einer angepassten Tätigkeit (der Beschwerdeführer hat bisher keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen)
auf den
Medianlohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten
im Total
gemäss
LSE
2010 abzustellen
(vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a IVG, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung), der Fr. 4‘901.-- im Monat betrug und an die Nominal
lohnentwicklung bis ins Jahr 2013 sowie an die wöchentliche durchschnittliche Arbeitszeit im Jahr 2013 anzupassen wäre.
Da im Ergebnis für beide Vergleichs
einkommen auf denselben Lohn abgestellt wird kann
ein Proz
entvergleich vorgenommen werden
.
Da dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist, ent
spricht
der Invaliditätsgrad bei dieser Sachlage
einem allfälligen leidens
bedingten Abzug, der maximal 25
% betragen kann (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
wird somit nicht erreicht. Bei fehlendem Eintritt des Versicherungsfalls „Invalidität“ erübrigt sich die Prüfung der versicherungsmässigen Voraussetzungen.
Im Erge
bnis erweist sich somit die das Renten
begehren abweisende Verfügung vom 14. Januar 2016
(Urk. 2) als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der Beschwerdeführer stellte mit seiner Beschwerde vom 14. Februar 2016 (Urk
.
1) ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (S. 1) und
reichte in der Folge als Beleg seiner Bedürftigkeit eine Unter
stützungs
be
stätigung des Sozialzentrums vom 18. März 2016 ein (Urk. 9). Die Voraus
set
zungen für die unentgeltliche Prozessführung sind erfüllt, weshalb das Gesuch
zu bewilligen und die
dem Beschwerdeführer
auferlegten Gerichtskosten einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
sind
, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).