Decision ID: f8f5173f-7099-553b-b005-049d33186be2
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
F._,–
A._ bezog gestützt auf eine Verfügung vom 7. März 2002 ab dem 1. Februar
2002 Ergänzungsleistungen zu einer Altersrente der AHV (EL-act. I/231). Bei der
Anspruchsberechnung hatte die EL-Durchführungsstelle die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, die Heimtaxe
des Pflegeheims, in dem die EL-Bezügerin lebte, sowie eine Pauschale für die
persönlichen Auslagen als Ausgaben und einen sogenannten Vermögensverzehr, die
Altersrente der AHV, Vermögenserträge sowie eine Beteiligung der
Krankenpflegeversicherung an die Heimkosten als Einnahmen angerechnet. Die
Krankenpflegeversicherung teilte im Oktober 2003 mit (EL-act. I/222–3), dass die EL-
Bezügerin eine Langzeitpflegeversicherung abgeschlossen habe, die bei einer
Pflegebedürftigkeit der BESA-Stufe 2 nach einer Wartefrist von 720 Tagen pro Tag 20
Franken an die Heimkosten bezahle. Die EL-Bezügerin habe diese Pflegestufe erstmals
im Oktober 2001 erreicht, weshalb sie ab Oktober 2003 einen Anspruch auf diese
A.a.
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Zusatzleistungen habe. Die EL-Durchführungsstelle setzte die laufende
Ergänzungsleistung per 1. November 2003 entsprechend herab (EL-act. I/221).
Zu Beginn des Jahres 2010 verringerte sich der Pflegebedarf der EL-Bezügerin:
Hatte das Pflegeheim ab Januar 2009 noch einen Pflegebeitrag für einen
Pflegeaufwand der BESA-Stufe 2b in Rechnung gestellt (EL-act. I/176), stellte es ab
Januar 2010 lediglich noch eine Tagespauschale nach KVG RAI 1 in Rechnung (EL-act.
I/170). Die EL-Durchführungsstelle setzte die Ergänzungsleistung entsprechend den
nun tieferen Heimkosten mit einer Verfügung vom 11. März 2010 rückwirkend per 1.
Januar 2010 herab (EL-act. I/165 und I/164). Im September 2010 teilte die AHV-
Zweigstelle mit, dass das Heim seit August 2010 eine Tagespauschale nach KVG RAI 2
in Rechnung stelle (EL-act. I/163). Das hatte eine Erhöhung der Ergänzungsleistung zur
Folge (EL-act. I/160). Im November 2010 teilte die Amtsvormundschaft mit, ihr sei erst
jetzt aufgefallen, dass die Langzeitpflegeversicherung seit Januar 2010 keine
Leistungen mehr erbringe, die EL-Durchführungsstelle diese Leistungen aber weiterhin
fälschlicherweise als Einnahme angerechnet habe (EL-act. I/159). Die EL-
Durchführungsstelle erliess am 18. Januar 2011 eine Anpassungsverfügung per 1.
November 2010, in der sie festhielt, dass sie keine rückwirkende Korrektur vornehmen
könne, weil die früheren Verfügungen bereits in Rechtskraft erwachsen seien (EL-act. I/
144). Eine dagegen erhobene Einsprache (vgl. EL-act. I/142) wurde mit einem
Entscheid vom 18. April 2011 abgewiesen (EL-act. I/137).
A.b.
Im November 2016 meldete das Pflegeheim, dass sich die Heimtaxe im
September 2016 erhöht habe, weil die EL-Bezügerin neu eine Pflege der Stufe 7
benötige (EL-act. I/44). Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte:
„VVG ja: siehe Hinweisblatt vom 29. Januar 2009: Wartefrist 720 Tage. Vormerk auf
September 2018“ (elektronische Notiz zu EL-act. I/44). Am 6. Dezember 2016 erging
eine Anpassungsverfügung (EL-act. I/42). Im September 2018 wies die EL-
Durchführungsstelle die EL-Bezügerin darauf hin (EL-act. I/22), dass die Wartefrist für
die Zusatzleistungen abgelaufen sei, sich nun aber herausgestellt habe, dass die EL-
Bezügerin diese Zusatzversicherung zwischenzeitlich gekündigt habe, obwohl sie sich
seit längerem in einem Pflegeheim befinde. Diese Kündigung sei nicht nachvollziehbar,
zumal die EL-Bezügerin die monatliche Prämie von 50.60 Franken problemlos mit
ihrem Ersparten hätte bezahlen können. Die EL-Bezügerin habe die Möglichkeit, eine
A.c.
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schriftliche Begründung für die Kündigung der Zusatzversicherung einzureichen. Sollte
die Begründung nicht nachvollzogen werden können, werde die EL-
Durchführungsstelle ab November 2018 die hypothetische Leistung der
Zusatzversicherung von 6’622 Franken pro Jahr als Einnahme anrechnen. Der Beistand
der EL-Bezügerin antwortete am 28. September 2018 (EL-act. I/19), nachdem die
Krankenpflegeversicherung die Leistungen infolge einer Pflegerückstufung gekündigt
habe, dürfte der damalige Beistand der EL-Bezügerin wohl keinen Sinn mehr in der
Zusatzversicherung gesehen haben. Das werde wohl der Grund für die Kündigung
gewesen sein. Mit einer Verfügung vom 12. Oktober 2018 setzte die EL-
Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung per 1. November 2018 mit der
Begründung herab, die Kündigung der Zusatzversicherung sei nicht nachvollziehbar,
weshalb die entsprechenden hypothetischen Leistungen der Zusatzversicherung als
Einnahme anzurechnen seien (EL-act. I/17). Diese Verfügung erwuchs unangefochten
in formelle Rechtskraft.
Im Februar 2019 ging der EL-Durchführungsstelle ein ausgefülltes Formular zur
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistung zu (EL-act. I/12). Den beigelegten
Unterlagen liess sich entnehmen, dass sich das Vermögen der EL-Bezügerin
vermindert hatte, weshalb die EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung
mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2019 rückwirkend per 1. Februar 2019
geringfügig erhöhte (EL-act. I/6). Dem Berechnungsblatt zur Verfügung (EL-act. I/7)
liess sich – im Vergleich zu jenem für die Zeit ab Januar 2019 (EL-act. I/15) –
entnehmen, dass sich nur die Einnahmenposition „Vermögensverzehr“ verändert hatte.
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2019 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
laufende Ergänzungsleistung per 1. Januar 2020 (EL-act. I/4). Dem Berechnungsblatt
zur Verfügung (EL-act. I/3) liess sich – im Vergleich zu jenem für die Zeit ab Februar
2019 (EL-act. I/7) – entnehmen, dass sich nur die Ausgabenpositionen
„Prämienpauschale Krankenversicherung“ und „Selbstbehalt Pflegekosten“ verändert
hatten.
A.d.
Am 17. Januar 2020 liess die EL-Bezügerin eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 5. Dezember 2019 erheben (EL-act. II/30). Ihr Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die „Berechnung, Verfügung und
Ausrichtung“ von ohne die hypothetischen Leistungen der Langzeitpflegeversicherung
A.e.
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berechneten Ergänzungsleistungen für die Zeit ab dem 1. Februar 2019. Zur
Begründung führte er aus, die Kündigung der Langzeitpflegeversicherung stelle keine
Verzichtshandlung im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG dar, weshalb die Anrechnung
von hypothetischen Leistungen der Langzeitpflegeversicherung rechtswidrig sei. Das
habe das Versicherungsgericht in einem vergleichbaren Fall bereits
„unmissverständlich klargestellt“. Am 20. Januar 2020 liess die EL-Bezügerin auch
gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2019 eine Einsprache erheben (EL-act. II/26).
Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
„Berechnung, Verfügung und Ausrichtung“ von ohne die hypothetischen Leistungen
der Langzeitpflegeversicherung berechneten Ergänzungsleistungen für die Zeit ab dem
1. Januar 2020 sowie die Anrechnung lediglich jenes Vermögens, das per 31.
Dezember 2019 effektiv noch vorhanden gewesen sei. Zur Begründung führte er aus,
die Kündigung der Langzeitpflegeversicherung stelle keine Verzichtshandlung dar, wie
das Versicherungsgericht in einem vergleichbaren Fall bereits „unmissverständlich
klargestellt“ habe. Zeitlich massgebend für die Berechnung der Ergänzungsleistung sei
das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen. Dieses sei gut 7’000
Franken tiefer als noch am 1. Januar 2019 gewesen.
Mit einer Verfügung vom 19./20. März 2020 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
laufende Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. Januar 2020 infolge der Reduktion des
Vermögens (EL-act. II/16 und II/13). Mit einem Entscheid vom 2. April 2020 wies sie die
Einsprachen gegen die Verfügungen vom 5. Dezember 2019 und vom 19. Dezember
2019 ab (EL-act. II/11). Zur Begründung führte sie an, in Bezug auf die geltend
gemachte Reduktion des Vermögens im Jahr 2019 sei bereits eine entsprechende
Anpassungsverfügung ergangen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen sei.
Bezüglich des „Vermögensverzichtes aufgrund der Kündigung der
Langzeitpflegeversicherung“ sei seit dem 12. Oktober 2018 keine relevante
Sachverhaltsveränderung eingetreten, weshalb nach der Rechtsprechung des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen eine Anpassung der
Ergänzungsleistung nicht in Frage komme. Die Einsprache gegen die Verfügung vom
5. Dezember 2019 sei deshalb abzuweisen. Fraglich sei somit nur noch, ob ab dem
1. Januar 2020 zu Recht (weiterhin) ein „Vermögensverzicht“ angerechnet worden sei.
Als die EL-Bezügerin die Zusatzversicherung gekündigt habe, sei sie bereits seit zwei
A.f.
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B.
Monaten wieder in der Pflegestufe 4 eingestuft gewesen. Sie hätte mit ihrem „nicht
unwesentlichen Vermögen“ ohne Weiteres die Prämien für die verbleibenden 22
Monate der Wartefrist bezahlen können. Mit der Kündigung habe sie auf die Leistungen
der Zusatzversicherung verzichtet, weshalb die hypothetischen Leistungen zu Recht
angerechnet worden seien.
Am 27. April 2020 liess die EL-Bezügerin die beiden Verfügungen vom 19. und
20. März 2020 einspracheweise anfechten (EL-act. II/7 f.).
A.g.
Bereits am 24. April 2020 hatte die EL-Bezügerin (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 2. April
2020 erheben lassen (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter hatte die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheides, die „Berechnung, Verfügung und Ausrichtung“
einer ohne die hypothetischen Leistungen der Langzeitpflegeversicherung berechneten
Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1. Februar 2019 sowie die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die
Beschwerdegegnerin) beantragt. Zur Begründung hatte er ausgeführt, die Weigerung
der Beschwerdegegnerin, die Rechtmässigkeit der Anrechnung von hypothetischen
Versicherungsleistungen auch für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Dezember
2019 zu prüfen, widerspreche der ständigen Praxis der Beschwerdegegnerin, die
ansonsten „in dieser Sache“ jeweils „konsequent und zu Recht der Linie des
Bundesgerichtes“ folge und materielle Vorbringen auch dann behandle, wenn keine
Sachverhaltsveränderung eingetreten sei. Der Beschwerdegegnerin müsse „aus
zahlreichen Verfahren hinlänglich bekannt“ sein, dass die Auffassung des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen hinsichtlich der Rechtsbeständigkeit
von früheren EL-Verfügungen durch das Bundesgericht regelmässig verworfen werde.
Eine falsche EL-Berechnung könne nämlich nach dem Erlass einer neuen Verfügung für
den entsprechenden Zeitraum angefochten werden, selbst wenn „es seinerzeit
verpasst“ wurde, eine frühere EL-Berechnung, die ebenfalls bereits falsch gewesen sei,
fristgerecht anzufechten. Die versicherte Person müsse sich also eine frühere EL-
Verfügung nicht entgegenhalten lassen, wenn sie eine neuere Verfügung fristgerecht
B.a.
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Considerations:
Erwägungen
1. Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf dessen Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem
des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Das Einspracheverfahren hat zwei
Gegenstände beinhaltet, nämlich einerseits die Überprüfung einer Revisionsverfügung
mit Wirkung ab dem 1. Februar 2019 und andererseits die Überprüfung einer
sogenannten „Umrechnungsverfügung“ mit Wirkung ab dem 1. Januar 2020. Die
Beschwerdegegnerin hat allerdings die Einsprache gegen die
„Umrechnungsverfügung“ vom 19. Dezember 2019 zum Anlass genommen, jene direkt
mittels einer neuen Verfügung zu korrigieren, denn sie hat am 19./20. März 2020 eine
weitere Verfügung erlassen, mit der sie die Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1.
Januar 2020 neu festgesetzt hat. Diese Verfügung vom 19./20. März 2020 hat jene vom
anfechte. Dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen diesbezüglich
grundsätzlich eine andere Auffassung vertrete als das Bundesgericht, ändere nichts
daran, dass das Bundesgericht an seiner bisherigen Rechtsprechung „stets dezidiert
festgehalten“ und die Praxis des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen
„schon mehrfach deutlich verworfen“ habe. Die Beschwerdegegnerin hätte folglich den
materiellen Anspruch für die ganze Zeit ab dem 1. Februar 2019 prüfen müssen. Die
Anrechnung von hypothetischen Versicherungsleistungen sei rechtswidrig, denn das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe in einem vergleichbaren Fall
„unmissverständlich klargestellt“, dass es sich bei der Kündigung einer
Zusatzversicherung nicht um einen Verzicht im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
handle.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Mai 2020 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 3).
B.b.
Am 26. Mai 2020 wies die verfahrensleitende Richterin das Begehren um die
unentgeltliche Rechtspflege ab (act. G 4).
B.c.
Am 18. März 2021 teilte der Rechtsvertreter mit, dass die Beschwerdeführerin am
28. Februar 2021 verstorben war (act. G 6). Am 11. Mai 2021 ersuchte der
Rechtsvertreter im Auftrag der Erbengemeinschaft um eine Fortführung des
Beschwerdeverfahrens (act. G 8 und G 12).
B.d.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 8/9
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19. Dezember 2019 integral ersetzt, und zwar noch während des hängigen
Einspracheverfahrens, weshalb es sich dabei nur um eine Widerrufsverfügung im Sinne
des Art. 53 Abs. 3 ATSG gehandelt haben kann. Mit diesem Widerruf hat die
Beschwerdegegnerin einem der beiden (vereinigten) Einspracheverfahren den
Gegenstand entzogen: Die Verfügung vom 19. Dezember 2019 hat nicht mehr länger
existiert. Folglich hätte das entsprechende Einspracheverfahren (respektive der
entsprechende Teil des vereinigten Einspracheverfahrens) als gegenstandslos
abgeschrieben werden müssen. Der Beschwerdeführerin ist daraus kein Nachteil
entstanden, denn sie hat die neue Verfügung vom 19./20. März 2020 mittels einer
weiteren Einsprache anfechten können, was sie ja auch getan hat. Jedenfalls ist die
materielle Behandlung der sich gegen die Verfügung vom 19. Dezember 2019
richtenden Einsprache angesichts des Widerrufs der Verfügung vom 19. Dezember
2019 rechtswidrig gewesen, weshalb der Einspracheentscheid diesbezüglich
aufgehoben und durch einen Abschreibungsbeschluss ersetzt werden muss. Damit ist
in diesem Verfahren nur die Rechtmässigkeit der Revisionsverfügung vom 5. Dezember
2019 mit Wirkung per 1. Februar 2019 zu beurteilen, das heisst es ist zu prüfen, ob die
revisionsweise Anpassung der Ergänzungsleistung per 1. Februar 2019 rechtmässig
gewesen ist.
2.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin respektive der Beschwerdeführer (der
Erben, die nach dem Tod der Beschwerdeführerin die Fortsetzung des Verfahrens
verlangt haben) hat geltend gemacht, die sogenannte „Kalenderjahr-Praxis“ des
Bundesgerichtes müsse auch für „unterjährige“ Revisionen gelten. Diese
Argumentation ist bundesrechtsprechungswidrig, denn das Bundesgericht hat immer
wieder betont, dass die „Kalenderjahr-Praxis“ nur auf jene Verfügungen anwendbar sei,
die auf ein neues Kalenderjahr hin ergingen, weil die „Kalenderjahr-Praxis“ die logische
Folge davon sei, dass die Ergänzungsleistungen als eine jährliche Ergänzungsleistung
ausgerichtet würden (vgl. Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG), was nach der Ansicht des
Bundesgerichtes bedeutet, dass sie immer nur für ein (Kalender-) Jahr zugesprochen
werden. Soweit überblickbar hat das Bundesgericht die „Kalenderjahr-Praxis“ noch nie
auf eine „unterjährige“ Revisionsverfügung angewendet. Das wäre auch nicht
nachvollziehbar, weil sich die „Kalenderjahr-Praxis“ ja nur schon wegen des klaren
Wortlautes ihrer Bezeichnung auf „Kalenderjahr-Verfügungen“, also auf Verfügungen
mit Wirkungsbeginn am 1. Januar, beschränken muss. Weil hier keine „Kalenderjahr-
Verfügung“ zur Diskussion steht, kann die „Kalenderjahr-Praxis“ folglich nicht zur
Anwendung kommen.
2.1.
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3. Gerichtskosten sind nach der gemäss dem Art. 82a ATSG massgebenden, bis
zum 31. Dezember 2020 gültigen Fassung des Art. 61 lit. a ATSG nicht zu erheben. Die
unterliegenden Beschwerdeführer haben keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.