Decision ID: d228a86c-a172-43f7-b74a-ceaf7184ba44
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, war seit dem 12. März 2012 als Bauarbeiter bei der
Y._
AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 8/80/2, Urk. 8/81/2). Am 4. November 2013 stürzte er aus drei Metern Höhe von einer Leiter (Urk. 8/2). Er wurde gleichentags notfallmässig ins Spital
Z._
eingeliefert, wo insbesondere eine Impressionsfraktur im Bereich der Stirn und der linken Schläfe mit Betei
ligung des Neuro- und
Viszerocraniums
, eine
commotio
cerebri sowie eine mehrfache Fraktur im Bereich des linken Handgelenks diagnostiziert wurden (Urk. 8/12/1). Der Versicherte wurde in der Folge aufgrund persistierender Beschwer
den insgesamt viermal am linken Handgelenk operiert (Operationen vom 6. November 2013, 24. Juni 2014, 22. Juni 2015 und 26. Februar 2016, Urk. 8/12/2, Urk. 8/79, Urk. 8/162, Urk. 8/204). Zudem hielt er sich vom 29. Oktober bis 3. Dezember 2014 zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
A._
auf (Urk. 8/126/1). Am 23. Juni 2015 löste die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 22. Juli 2015 auf (Urk. 8/163). Die Suva liess den Versicherten am 9. September 2015 durch die Kreisärztin Dr. med.
B._
, Fachärztin für
Oto
-Rhino-Laryngologie,
otoneurologisch
, audiologisch und
olfaktometrisch
untersuchen (Bericht vom 18. September 2015, Urk. 8/185). Am 8. April 2016 folgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung betreffend das linke Handgelenk durch med.
pract
.
C._
, Facharzt für Chirurgie (Urk. 8/214).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach dem Versicherten
sodann
mit Verfügung vom 24. November 2016 eine befristete ganze Rente vom 1. April bis 31. Dezember 2015 zu (Urk. 8/240)
.
1.2
Gestützt auf die beiden kreisärztlichen Beurteilungen sprach die Suva dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 6. März 2017 aufgrund der Einschränkungen am linken Handgelenk ab dem 1. August 2016 eine Invalidenrente bei einem Invali
ditätsgrad von 13 % zu. Dabei berücksichtigte sie einen Abzug auf dem Invali
deneinkommen von 10 %. Ausserdem gewährte sie dem Versicherten eine Integ
ritätsentschädigung von Fr. 22'050.--, entsprechend einer Integritätseinbusse von 17.5 % (Urk. 8/259). In teilweiser Gutheissung der Einsprache vom 6. April 2017 (Urk. 8/268) erhöhte die Suva in ihrem
Einspracheentscheid
vom 2. Januar 2018 den Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen auf 15 % und sprach dem Ver
sicherten neu eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 18 % zu, sie beliess es jedoch bei einem Integritätsschaden von 17.5 % (Urk. 8/278). Dieser
Einspracheentscheid
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Am 22. Januar 2020 leitete die Suva eine Rentenrevision ein (Urk. 8/296). Dabei erhielt sie Kenntnis davon, dass der Versicherte seit dem 21. Juni 2017 im Rahmen eines
Temporärarbeitsverhältnisses
wieder bei der
Y._
AG als Bauarbeiter und Gipser tätig war (Urk. 8/297/1). Die Suva holte daraufhin weitere Auskünfte zum Erwerbseinkommen des Versicherten ein (Urk. 8/300/2, Urk. 8/302/1). Mit Verfügung vom 24. März 2020 teilte die Suva dem Versicher
ten schliesslich mit, eine erhebliche unfallbedingte Leistungs- und Erwerbs
einbusse liege nicht mehr vor, weshalb seine Rente per 1. April 2020 aufgehoben werde (Urk. 8/303). Der Versicherte erhob am 19. Mai 2020 Einsprache (Urk. 8/310), welche die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 4. August 2020 abwies (Urk. 8/319 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 14. September 2020 Beschwerde und bean
tragte, der
Einspracheentscheid
sei vollumfänglich aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, die Invalidenrente weiterhin auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 mitgeteilt (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
1.2
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand
, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähig
keit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung.
Hin
gegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchser
heblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Veränderung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
, es gebe keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Betreffend die erwerblichen Verhältnisse ergebe sich aus dem von der
Y._
AG ausgefüllten Lohnausweis, dass er im Jahr 2019 ein effektives Einkommen von Fr. 73'975.65 brutto erzielt habe (Urk. 2 S. 4). Im selben Jahr belaufe sich das
Valideneinkommen
demgegenüber auf Fr. 69'700.80 (Urk. 2 S. 4 f.). Der Beschwerdeführer habe damit im Jahr 2019 trotz seiner gesund
heitlichen Einschränkungen ein rentenausschliessendes Einkommen erwirt
schaftet. Es bestehe kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die nach der
Rentenzusprache
erneut ausgeübte Tätigkeit im Baugewerbe sei ihm aus medizinischer Sicht gar nicht zumutbar und verstärke seine Beschwerden. Die Ausübung dieser Tätigkeit erfolge aus finanzieller Not, da er keine andere Arbeit habe finden können. Es sei nach wie vor die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeur
teilung vom 18. April 2016 (richtig: 8. April 2016, Urk. 8/214/1) massgebend (Urk. 1 S. 5). Das erzielte Einkommen könne nicht dazu dienen, eine Erwerbsein
busse zu verneinen. Abgesehen davon könne auch kein stabiles Arbeitsverhältnis angenommen werden (Urk. 1 S. 6). Er habe das Einkommen durch Temporärarbeit erzielt (Urk. 1 S. 7). Die verfügte Rentenaufhebung sei unbegründet (Urk. 1 S. 8).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort legte die Beschwerdegegnerin dar, es sei einer versi
cherten Person nicht untersagt, trotz der anderslautenden Zumutbarkeit wieder die ursprüngliche Tätigkeit auszuüben, wenn sie sich dies selbst zumute. Der Beschwerdeführer arbeite nun schon über drei Jahre wieder beim alten Arbeit
geber im alten Beruf und verdiene dabei ein rentenausschliessendes Einkommen (Urk. 7
S. 4). Es sei schon längst von einem stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen (Urk. 7 S. 5).
2.4
Zu prüfen ist, ob sich die erwerblichen Verhältnisse des Beschwerdeführers derart verändert haben, dass ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt und im Besonderen, ob die Beschwerdegegnerin den diesbezüglichen Sachverhalt rechts
genügend abgeklärt hat. Vergleichsbasis bildet der
Einspracheentscheid
vom 2. Januar 2018, der die Verfügung vom 6. März 2017 mit der Zusprechung der Rente ab 1. August 2016 und der Integritätsentschädigung ersetzt hat (Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich 2020,
Rz
. 74 zu Art. 52 ATSG).
3.
3.1
Der Kreisarzt med.
pract
.
C._
stellte in seiner Untersuchung vom 8. April 2016 fest, aufgrund der erlittenen Verletzung an der linken Hand könne der Beschwer
deführer seiner bisherigen Tätigkeit als Maurer mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht mehr nachgehen. Insbesondere sei diese Tätigkeit wegen der Arbei
ten auf Gerüsten, des wiederholten Tragens von schweren Lasten (Farbeimer) und der wiederholten, zum Teil stundenlangen Expositionen (Pinsel- und Rollenfüh
rung) im Bereich des Handgelenks respektive der Führungshand, als nicht mehr geeignet anzusehen (Urk. 8/214/9). Das Zumutbarkeitsprofil mit Bezug auf die linke Hand definierte der Kreisarzt wie folgt: Es sollten mit der linken Hand nur leichte Lasten gehoben werden. Das Hantieren mit Werkzeugen könne erfolgen, solle jedoch ebenfalls nur leicht sein. Die Haltung und Beweglichkeit des Kör
pers, wie das Sitzen, das Knien und Kniebeugen seien nicht kompromittiert (Urk. 8/214/9). Es dürften jedoch keine Zwangshaltungen im Bereich des linken Unterarmes beziehungsweise der linken Hand nötig sein, wie beispielsweise regel
mässiges Abstützen. Ebenso seien Arbeiten, welche Schläge oder Vibrati
onen im Bereich der linken Hand auslösten, nicht statthaft. Die Fortbewegung sei frei und sei in keiner Weise kompromittiert. Das Treppensteigen könne durch
geführt werden, das Besteigen von Leitern mit Handläufen jedoch nicht. Es dürften eben
falls keine Arbeiten durchgeführt werden, welche ein Gleichgewicht oder ein Balan
cieren erforderten (Urk. 8/214/10). Die Kreisärztin Dr.
B._
sah demge
genüber im Rahmen ihrer Untersuchung vom 9. September 2015 aus
otoneu
rologischer
Sicht keine Einschränkungen hinsichtlich der Tätigkeit auf Baustellen, sofern die Gerüste vorschriftsmässig gesichert seien oder bei einer Tätigkeit vom Boden aus (Urk. 8/185/5).
In erwerblicher Hinsicht stellte die Beschwerdegegnerin für das
Validenein
kommen
auf die Angaben der
Y._
AG vom 27. Januar 2016 zum mutmasslichen Einkommen
des Beschwerdeführers als Bauarbeiter im Gesund
heitsfall im Jahr 2016 ab (Urk. 8/218) und errechnete so ein Einkommen für den Rentenbeginn im August 2016 von Fr. 69'596.80. Das Invalideneinkommen wurde ebenfalls hypothetisch festgelegt und zwar gestützt auf das erwähnte Profil in einer angepassten, leichten ganztägigen Tätigkeit (zum Beispiel Kontroll- und Überwachungsaufgaben, leichte Produktionsarbeiten, Sortierarbeiten etc.) auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und auf die Berechnungen, basierend auf der statis
tischen Lohnstrukturerhebung (LSE), woraus ein Invalideneinkommen von Fr. 67'186.-- resultierte, das um den Abzug von 15 % reduziert wurde (Urk. 8/278).
3.2
Wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.3), kann ein Revisionsgrund gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG zum einen darin bestehen, dass sich der Gesundheitszustand verändert hat und zum anderen kann der Revisionsgrund auch in der erwerblichen Komponente im persönlichen Bereich der versicherten Person liegen (BGE 133 V 545 E. 6.1). Eine anspruchsrelevante Veränderung wird beispielsweise bei einer wesent
lichen Veränderung des zumutbaren Invalideneinkommens angenommen, wenn der Rentenbezüger besser als früher mit den gesundheitsschadensbedingten funktionellen Beeinträchtigungen zurechtkommt (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.3.4).
Bei den prozentgenauen Renten
,
wie in der Unfallversicherung, wird die
Erheblichkeit einer Änderung
praxisgemäss
angenommen, wenn
sich der Invaliditätsgrad um 5
% ändert
(BGE 145 V 141 E. 7.3.1, 133 V 545 E. 6.3 mit weiteren Hinweisen, vgl. Kieser, a.a.O.,
Rz
. 56 zu Art. 17 ATSG; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 392).
3.3
Die Beschwerdegegnerin errechnete im angefochtenen
Einspracheentscheid
für das Jahr 2019 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von Fr. 69'700.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 73'975.-- (Urk. 2 S. 5). Gestützt darauf ging sie von einem Revisionsgrund im Sinne einer erwerblichen Veränderung aus, da der Beschwerdeführer in diesem Jahr trotz seiner körperlichen Unfallfolgen mit seiner Arbeit auf dem Bau ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt habe (Urk. 2 S. 5).
Diese Tätigkeit entspricht nicht dem anlässlich der
Rentenzusprache
definierten kreisärztlichen Belastungsprofil. Vielmehr sah der Kreisarzt bei seiner Beurteilung im Jahr 2016 eine solche Tätigkeit ausdrücklich als nicht mehr geeignet an (Urk. 8/214/9). Der Beschwerdegegnerin kann daher nicht ohne Weiteres zuge
stimmt werden, wenn sie dem Beschwerdeführer das Einkommen aus dieser Tätig
keit als neues Invalideneinkommen anrechnete. Denn zum einen ist für die Fest
setzung des Invalideneinkommens nur dann auf das tatsächlich erzielte Einkom
men abzustellen, wenn die invalide Person die ihr verbliebene Arbeits
fähigkeit in
zumutbarer Weise voll ausschöpft, was beim Beschwerdeführer mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes fraglich ist. Zum anderen müssen besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sein (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
). Solche liegen – wie der Beschwerdeführer berechtigterweise vorbringt (Urk. 1 S. 7) – auch bei einem mehrjährigen
Tem
porär
arbeitsverhältnis
nicht vor. Dies zeigt auch die Erwerbs
biographie des Beschwer
deführers. Er war vor seinem Unfall im Jahr 2013 bereits in den Jahren 2008, 2010 und 2011 bei der
Y._
AG angestellt, hatte jedoch dazwi
schen immer wieder andere Arbeitsstellen und bezog auch Arbeits
losenentschä
digung (Urk. 8/80/2).
Andererseits ist jedoch auch auf den Umstand hinzuweisen, dass der Beschwer
deführer die Tätigkeit als Bauarbeiter/Gipser bei der
Y._
AG mittler
weile seit dem 21. Juni 2017, also seit vier Jahren, wieder ausübt (Urk. 8/297/1). Dabei fällt auf, dass seine Einkünfte seit dem Jahr 2017 in der Tendenz immer höher ausfallen. So verdiente er im Jahr 2017 in den Monaten Juni bis Dezem
ber Fr. 32'143.--, was aufgerechnet auf das ganze Jahr Fr. 55'102.30 ergibt (Fr. 32'143.-- / 7 x 12). Im Jahr 2018 erwirtschaftete er sodann Fr. 66'455.-- (Urk. 8/300/2) und im Jahr 2019 beliefen sich seine Einkünfte auf Fr. 73'975.-- (Urk. 8/302/1). Im Durchschnitt ergibt dies einen Jahresverdienst von Fr. 65'177.45 (Fr. 55'102.30 + Fr. 66'455.-- + Fr. 73'975.-- / 3). Demgegenüber ging die Beschwerdegegnerin bei der
Rentenzusprache
respektive im
Einsprache
entscheid
vom 2. Januar 2018 - wie gezeigt - davon aus, es sei dem Beschwerde
führer lediglich noch möglich, ein Invalideneinkommen von Fr. 57'108.10 zu erwirtschaften (Urk. 8/278 S. 12). Der Beschwerdeführer erzielt somit derzeit ein durchschnittliches Einkommen, welches das ursprünglich angenommene Invali
deneinkommen um rund 14 % übersteigt. Das im Jahr 2019 erzielte Einkommen übersteigt im Übrigen sogar seine Einkünfte bei der
Y._
AG aus den Jahren 2010 und 2011, wo er als Gesunder Fr. 63'991.-- beziehungsweise Fr. 68'975.-- verdient hatte (Urk. 8/80/2).
Angesichts dieser Diskrepanz in den Einkommensverhältnissen und der durchaus schon längeren Zeitdauer, in welcher der Beschwerdeführer seiner ursprünglichen Tätigkeit als Bauarbeiter wieder nachgeht, ergeben sich gewisse Hinweise darauf, dass er heute besser mit den Beschwerden an der linken Hand zurechtkommen könnte respektive eine Gewöhnung an die behinderungsbedingten Einschrän
kungen stattgefunden haben könnte. Dies würde grundsätzlich einen Revisions
grund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.3.4). Wie es sich damit verhält, kann jedoch nicht abschliessend beurteilt werden. Denn die Beschwerdegegnerin hat dazu keine Abklärungen getätigt. Konkret hat sie es unterlassen, aus medizinischer Sicht festzustellen, ob dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bauar
beiter
infolge einer gesundheitlichen Veränderung oder einer Angewöhnung an seine Behinderung allenfalls wieder zumutbar ist und ob das Zumutbarkeitsprofil aktuell weiterhin Bestand hat. Denkbar wäre auch, dass der Beschwerdeführer derzeit eine Arbeitsstelle innehat, welche seinen gesundheitlichen Einschrän
kungen am linken Handgelenk optimal Rechnung trägt. Auch dies kann jedoch nicht beurteilt werden, da Angaben dazu fehlen, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführer genau verrichtet. Hierzu drängen sich gegebenenfalls weitere Abklärungen zum derzeitigen Arbeitsplatz bei der
Y._
AG auf.
4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die herrschende Aktenlage einen Entscheid in der Sache nicht zulässt. Demzufolge ist der
Einspracheentscheid
vom 4. August 2020 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen, damit sie nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. Da eine Rückweisung erfolgt, erübrigen sich Ausführung zu der seitens des Beschwerdeführers geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Gehörs (Urk. 1 S. 7).
5.
Nach
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach stän
diger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung hat. In Anwendung der genannten Grundsätze ist diese ermes
sensweise auf Fr. 1‘800.-- (inklusive Mehrwertsteuer) festzusetzen.