Decision ID: 3db758f5-64c8-493d-ad36-cf3add077e0b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
meldete sich erstmals
am
2.
Februar 2011
aufgrund von Rückenproblemen bei der Invalidenversicherung zur
Früherfas
sung
(
Urk.
7/3) sowie am
4.
März 2011 unter Hinweis auf eine Diskushernie
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/
10).
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinische und erwerbliche Situation abgeklärt
hatte, sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
April 2014 (
Urk.
7/124
) eine befristete ganze Rente
für die Zeit
vom
1.
September 2011 bis zum 3
1.
Dezember 2012 zu. Die dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
7/130, Ver
fahren Nr. IV.2014.00602) abgewiesen.
1.2
Am 2
8.
September 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
7/132) und reichte mehrere medizinische Berichte (
Urk.
7/131,
Urk.
7/135,
Urk.
7/146
) ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/138,
Urk.
7/141,
Urk.
7/147
)
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
7/151 =
Urk.
2) auf das neue Leistungsbegehren der Versicherten nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am
3.
März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei auf das Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit
Be
schwerdeantwort
vom 1
4.
April 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
lo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr
eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu be
schliessen
. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Ein
gang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichtein
treten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
de
rungen stellen (ZAK 1966 S.
279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
hand
lung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nicht
eintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Ein
tretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungsverweige
rung
immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das
heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss
(BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen
Tatsachen
spektrum
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chen
än
derung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechts
er
heblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab
klärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhalts
ände
rung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invali
denrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April
2011 E.
2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.5
Da die versicherte Person im Rahmen der Neuanmeldung die massgebliche
Tat
sachenänderung
glaubhaft zu machen hat, spielt der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und vollständige Ab
klärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, insoweit nicht. M
it
hin
kommt der versicherten Person
ausnahmsweise eine Beweisführungslast
zu. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, son
dern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden
Beweisvor
kehren
geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Dasselbe gilt, wenn der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indessen so wenig
substanziiert
sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde.
Diesfalls
ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur verpflichtet, wenn den – für sich allein genommen nicht Glaubhaftigkeit begründenden – Arztberichten konkrete Hinweise entnommen werden können, wonach möglich
erweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt. Ergeht eine
Nichteintretensverfügung
im Rahmen des
Verwaltungs
verfahrens
, das den Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Über
prüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot. Für das
Beibringen neuer Beweismittel bleibt im anschliessenden Gerichtsverfahren kein Raum mehr (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1-2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, mit dem neuen Gesuch sei nicht glaubhaft dargelegt worden, dass sich die tatsächli
chen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vor (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1), es be
stünden ausreichend Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes. So sei ab Herbst 2014 eine erhebliche und anhaltende Verschlimme
rung der Rückenbeschwerden ausgewiesen (S. 6 f.).
Ausserdem
hätten sich im Verlauf zunehmende Beschwerden an der linken Hüfte mit deutlichem
Anlauf
schmerz
entwickelt. Es bestehe nun eine symptomatische
Femurkopfnekrose
mit zunehmenden degenerativen Veränderungen. Der früher
diesbezüglich
erhobene Befund sei nahezu symptomfrei und sie dadurch im Alltag nicht eingeschränkt gewesen (S. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes – zu Recht nicht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten ist.
3.
Die
von der
Beschwerdegegnerin
am 3
0.
April 2014 verfügte befristete ganze Rente für die Zeit vom
1.
September 2011 bis zum 3
1.
Dezember 2012 (
vgl.
Urk.
7/124) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
1.
August
2015 (
Urk.
7/130; Verfahren Nr. IV.2014.00602)
bestätigt.
Das Gericht stellte dabei nach einhergehender Würdigung auf das Gutachten des
Y._
vom
5.
November 2013 (
Urk.
7/106) ab und erachtete demnach folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf
ä
hig
keit als ausgewiesen (
vgl.
Urk.
7/130 S. 10 f., S. 13
):
chronisches
Lumbovertrebralsyndrom
mit seltener
pseudoradikulärer
Aus
strahlung links sowie
residueller
sensibler Ausfallssymptomatik der Wurzel L5 links bei
Status nach
interlaminärer
Fensterung L4/5 links mit Diskektomie bei Diskushernie L4/5, Oktober 2010
Status nach Revisionsfensterung L4/5 links bei
Rezidivhernie
, Juni 2011
degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS), vor al
lem
tieflumbal
sonstige rezidivierende depressive Störung, leicht- bis
mässiggradigen
Ausmasses (ICD-10 F33.8)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte des
Y._
Folgendes auf (S. 11):
minimal symptomatische deutliche
Coxarthrose
links bei Status nach
Femurkopfnekrose
2006
gemäss Akten Status nach Halswirbelsäulen (HWS) – Distorsionstrauma 2006, anamnestisch ohne Residuen
Status nach Operation einer Unterschenkelfraktur links 1988
Hypothyreose, substituiert
Nikotinabusus
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Status nach Suizidversuch mit Opiaten
Das hiesige Gericht
ging
gestützt auf das Gutachten des
Y._
weiter davon aus,
dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit seit Oktober 2010 nicht mehr
zumutbar sei.
Eine behinderungsangepasste leichte wechselbelastende Tä
tigkeit ohne Zwangshaltungen der LWS, insbesondere ohne repetitives Bücken oder Heben von Lasten von mehr als 5 kg und ohne längere Gehstrecken, sei der Beschwerdeführerin hingegen zu 70
%
zumutbar. Dies gelte sechs Monate nach der zweiten Rückenoperation vom 2
0.
Juni 2011 und somit ab Januar 2012 (S.
14).
Nach Durchführung des Einkommensvergleichs ermittelte das hie
sige Gericht einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 34
%
(S. 19).
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung reichte die Beschwerdeführerin die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurochirurgie,
A._
, führte mit Bericht vom
9.
März 2015 (
Urk.
7/131) folgende Diagnosen auf (S. 2):
c
hronisches Lumbalsyndrom links mit belastungsabhängiger
ischialgi
e
former
Ausstrahlung links
Status nach
Diskushernienoperation
L4/5 links im Oktober 2010 sowie Entfernung eines Rezidiv im Juni 2011
Status nach HWS-Distorsion 2006
Femurkopfnekrose
links 2007
Status nach Unterschenkelf
aktur links 1988
Schilddrüsenunterfunktion
Depression
Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass die Schmerzen seit Herbst 2014 deutlich zugenommen hätten.
Der aktuelle radiologische Befund zeige eine deutliche
Osteochondrose
und Diskusdegeneration L4/
5.
Eine
Spondylolisthese
sei nicht ersichtlich. Auch eine
Rezidivdiskushernie
sei nicht zu erkennen, wo
bei allerdings eine
Protrusion
mediolateral
links bis
foraminal
mit Kontakt mit der Nervenwurzel L5 links vorliege (S. 1 f.).
4.3
Mit Bericht vom 1
5.
September 2015 (
Urk.
7/135/7-8) informierte
Dr.
Z._
darüber, dass sich seit der letzten Untersuchung vor einem halben Jahr nichts geändert habe
. Die Beschwerdeführerin leide weiterhin an einem chronischen belastungsabhängigen Lumbalsyndrom. Eine Verbesserung sei nicht zu erwar
ten. Die Belastbarkeit sei stark eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin bleibe unter Berücksichtigung der Nebendiagnosen zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1 f.).
4.4
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, er
wähnte mit Schreiben vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
7/135/3-6) einen seit dem
letzten
Bericht vom Dezember 2012 verschlechterten Gesundheitszustand (S.
1).
Die
psychische Verfassung
der Beschwerdeführerin
habe sich in letzter Zeit trotz Behandlung
in
soweit verschlechtert,
als
eine Suizidalität
nicht
mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne. Die Erkrankung habe sich mittlerweile
chronifi
ziert
. Die Rückenbeschwerden hätten sich soweit verstärkt, dass eine erneute Rückenoperation im Raum stehe (S. 3).
4.5
Am 2
5.
September
2015 erstattete Frau
C._
von
D._
,
ambulante psychiatrische Pflege, ihren Bericht (
Urk.
7/135/2). Die Zu
sammenarbeit fi
nde alle zwei Wochen statt. Die Beschwerdeführerin leide unter depressiven Verstimmungen, Schmerzen sowie Stimmungsschwankungen.
4.6
Mit Schreiben vom 2
9.
September 2015 (
Urk.
7/135/1)
erwähnte die Spitex
E._
,
dass
die
Beschwerdef
ührerin alle zwei Wochen besuch
t
und ihr Hilfe im Hausha
lt sowie Spaziergänge an
gebo
te
n werde
. Die Beschwerdeführerin sei durch die Schmerzen stark in ihren Lebensaktivitäten eingeschr
änkt.
Sie
habe
jeweils wei
nerlich, müde und kraftlos
gewirkt.
4.7
Dr.
med. F._
, praktischer Arzt, Klinik
G._
, informierte mit Bericht vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/146/1-2) über die erfolgte Untersu
chung der Hüfte
der Beschwerdeführerin
und
nann
te die nachfolgend ge
kürzt angeführten Diagnosen
(S. 1):
Femurkopfnekrose
links (
Ficat
Sta
dium IV;
Erstdiagnose,
ED
,
2006)
c
hronische Lumbalgien bei Verdacht auf
Fazettengelenksdegeneration
L4/5
s
ubstituierte Hypothyreose
Eisen- und Vitamin B12 Mangel, unter Substitutionstherapie seit 2015
Status nach Suizidversuch 2012
In den letzten Monaten sei es zu einer Zunahme der belastungsabhängigen, inguinal situierten Hüftschmerzen links mit einem deutlichen Anlaufschmerz
morgens sowie beim Aufstehen nach längerem Sitzen gekommen. Die
Geh
strecke
sei auf zirka 20 M
inuten eingeschränkt (S. 1). Im Vergleich zur letzt
maligen Bildgebung
des Beckens
seien aktuell radiologisch fortschreitende degenerative Verän
derungen im Sinne einer Gelenksspaltverschmälerung und
Osteophyten
am Kopf-/Halsübergang erkennbar gewesen.
Bei weiterhin sympto
ma
tischer
Femurkopfnekrose
links mit zunehmenden degenerativen Verände
rungen
bestehe
abhängig vom Leidensdruck
die
Indikation zum prothe
tischen Gelenksersatz (S. 2).
4.8
Mit Bericht vom 2
9.
Oktober 2015 (
Urk.
7/146/3) führte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
A._
, als Befund ein deutliches Anlauf- und
Duchenne
-H
inken links sowie starke Rotationsschmerzen in der linken Leiste auf. Eine prothetische Versorgung
sei
notwendig.
4.9
Die Ärztinnen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), med.
pract
.
I._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, sowie med.
pract
.
J._
, Fachärztin für Allge
meine Innere Medizin sowie für Prävention und Gesundheitswesen, hielten mit Stellungnahmen vom 3
0.
Oktober 2015 sowie 1
8.
Januar 2016 fest, dass die eingereichten Berichte keine wesentlichen neuen Befunde
auf
weisen. Das psy
chiatrische Zustandsbild sei seit dem Jahr 2012 unverändert und
chronifiziert
.
Die Feststellungen von
Dr.
Z._
würden auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruhen. Der
Femurkopfnekrose
sei bekannt und die Indi
kation zum Gelenkersatz bereits im Vorfeld gestellt worden
(
Urk.
7/140 S.
3,
Urk.
7/150 S. 2 f.)
.
5
.
5
.1
Aus den
eingereichten
Berichten
(vorstehend
, insbesondere
E. 4.4-4.
6
)
lässt sich keine Verän
derung des psychischen Gesundheitszustandes erkennen. So g
a
b ins
besondere
Dr.
B._
bei weiterhin derselben Diagnosestellung einer länger dauernden depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21)
grundsätzlich dasselbe wieder wie berei
ts im Rahmen der
Erstan
mel
dung
. Schon damals
wies sie auf eine depressive Stimmungslage,
eine
Ängst
lichkeit, chroni
sche Schlafstörungen,
einen
Energiemangel sowie
einen
Inte
ressen- und
Freud
verlust
hin. Des Weiteren beschrieb sie
ebenfalls
ein
en
Verlust von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
.
Auch auf die
Chronifizierung
sowie auf die latente Suizi
dalität wies sie bereits damals hin. Zwar erwähnt
e
sie im aktuellen Bericht eine seither eingetretene Verschlechterung, eine solche lässt sich allerdings weder in der Befundaufnahme noch in den Auswirkungen der
gesundheitlichen
Beein
trächtigungen erkennen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
B._
– wie bereits im Rahmen der Erstanmeldung – die
für sie fachfremden
Auswirkungen der somatischen Beschwerden bei ihrer Beurteilung mitberücksichtigte
(
vgl.
Urk.
7/52 S. 1
ff.;
Urk.
7/67 S. 1 f.;
Urk.
7/1
17 S. 1 ff.;
Urk.
7/135/3-6 S.
1 ff.
).
Auch mit dem Bericht der psy
chiatrischen Spitex (
Urk.
7/135/2
) wird keine Verschlechterung glaubhaft gemacht, leidet die Be
schwerdeführerin doch bereits seit Jahren an den
dort
aufgeführten depressiven Verstimmungen, Schm
erzen und Stimmungsschwankungen.
5.2
Eine
wesentliche
Veränderung vermag die Beschwerdeführerin auch
in Bezug auf das chronische
Lumbovertebralsyndrom
mit den eingereichten Berichten von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.2-
4.
3)
nicht
glaubhaft
darzutun
.
A
nlässlich der Begutachtung durch das
Y._
wurden
bereits
deutliche degenerative Ver
änderungen im Segment L4/5 im Sinne einer
Osteochondrose
mit minimaler Retro
listhesis sowie beginnend auch eine
r
Osteochondrose
L5/S1 und
Spondy
l
ar
throsen
beschrieben. Anhaltspunkte für eine persistierende
Wurzelkom
press
ion
fehlten
zwar
, wobei der Neurologe
indessen
auf ein
residuelles
radikuläres
sen
sibles Ausfallssyndrom der Wurzel L5 links hinwies
. Eine erhebliche Ver
ände
rung des Befundes lässt sich aus den aktuellen Berichten nicht erkennen
(vgl.
Urk.
7/106 S.
25 und S.
50;
Urk.
7/131 S.
1 f.;
Urk.
7/135/7-8 S.
1 f.).
A
usserdem hatte
Dr.
Z._
der Beschwerdeführerin bereits im Rahmen der
Erstanmel
dung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
at
testiert
(vgl.
Urk.
7/120 S.
2 f.).
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin über zunehmende Schmerzen seit Herbst 2014 be
richtet habe
(
Urk.
7/131 S. 2)
, ist rein subjektiver Art und
genügt nicht für die Glaubhaftmachung einer
Verschlechterung.
5.3
Demgegenüber
ist aufgrund der eingereichten Bericht
e
bezüglich der
Beschwer
den an der
Hüfte (vorstehend E. 4.7-4.8) nicht auszuschliessen, dass sich der
Ge
sundheitszustand diesbezüglich tatsächlich verschlechtert haben könnte.
Zwar
wurde bereits im Zeitpunkt der Begutachtung durch das
Y._
von einem im
po
nierenden radiologischen Befund berichtet, wobei sich eine progrediente Zu
nahme der degenerativen Veränderungen mit zunehmender
Gelenkspaltver
schmä
lerung
und zunehmenden Geröllzysten gezeigt habe
.
Ebenfalls
wurde die linksseitige
Femurkopfnekrose
schon
früher diagnostiziert und auch
Osteo
phyt
en
wurde
n
damals bereits radiologisch festgehalten
. Die radiologischen Befunde
zeigen
sich demnach weitgehend unverändert
(vgl.
Urk.
7/106 S. 28 f
f. und
S.
50;
Urk.
7/146/1-2 S.
2
)
.
Allerdings ist entgegen der Aussage des RAD (vgl.
Urk.
7/150 S. 3) die Indikation zum Gelenkersatz nicht bereits im Vorfeld ge
stellt worden. Hierfür ergeben sich aus den Akten keinerlei Hinweise. Ein hoher Leidensdruck lag
gerade
nicht vor. Vielmehr fühlte sich die
Beschwer
de
führerin damals durch die
Befunde an der
Hüfte nicht sonderlich behindert
oder im All
tag eingeschränkt
, was sich auch in der klinischen Befunderhebung widerspie
gelte. So
sei
lediglich die Innen- und Aussenrotation der linken Hüfte
endgradig
eingeschränkt und schmerzhaft
gewesen
. Die restliche Funktion der Hüfte
sei
unauffällig
gewesen
. Dementsprechend erachtete der orthopädische Gutachter des
Y._
auch den radiologischen Befund als weit ausgeprägter als die klinische Befunderhebung (
vgl.
Urk.
7/106 S.
28 f. und S.
31).
In der aktu
ellen klinischen Befundaufnahme konnte
hingegen
ein deutliches Anlauf- und
Duchenne
-Hin
ken links, ein starker Rotationsschmerz in der linken Leiste sowie ein
Tren
delenburghinken
links erkannt werden.
Die inguinalen Schmerzen hätten
sich in der klinischen Untersuchung
auch
deutlich provozieren lassen (
vgl.
Urk.
7/146/1-2 S. 1 f.;
Urk.
7/146/3). Eine Verschlechterung der klinischen
Be
fundaufnahme
wird hierdurch auf jeden Fall glaubhaft gemacht
.
Nachdem nun die indizierte
Hüfttotalendoprothese
links im Dezember 2015
eingesetzt worden
ist (vgl. Operationsbericht vom
1.
Dezember 2015,
Urk.
3), hat die
Be
schwerdegegnerin
abzuklären, wie sich der derzeitige Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit auswirkt. Entgegen der Einschätzung des RAD (vgl.
Urk.
7/105 S.
3) kann ohne weiter
gehende Abklä
rungen nicht einfach davon ausgegangen werden, dass es sich
dabei um keinen dauerhaften Gesundheitsschaden handle, da er behandelbar sei
.
Inwiefern sich die vorgebrachten Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin auswirken, muss Gegenstand eines ordentlich durch
geführ
ten Abklärungsverfahrens sein.
5.
4
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin demnach eine Veränderung des Sachverhalts glaubhaft
dargele
gt. Die Beschwerdegegnerin ist
zu Unrecht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur materiellen Beurteilung an die Verwaltung zurückzuweisen ist.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden vertretenen Beschwerdeführerin eine
Prozessentschädigung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rück
sicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.--
ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
1‘700.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.