Decision ID: c6be2446-223f-4e76-8f91-84bc78fc6d7e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1961,
arbeitet seit 1988 bei der
Y._
und war dort zunächst als Gärt
ner-Polier/Vorarbeiter tätig. Aus gesundheitlichen Gründen
übt er seit Mitte Juli
2004 Organisations- und Überwachungsfunktionen in einem Pensum von 50
%
aus
(
Urk.
9/10
Ziff.
1-7
und
Ziff.
11, vgl. auch
Urk.
1 S.
3
Ziff.
5).
Am
1
5.
Novem
ber 2005
meldete er sich
unter Hinweis auf Beschwerden an der rechten Hand bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2
Ziff.
7.2-3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ver
neinte m
it Verfügung vom 1
2.
März 2009 (
Urk.
9/44) einen Rentenanspruch.
Die
vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Sozialversiche
rungs
gericht
des Kantons Zürich mit Urteil vom 2
5.
Oktober 2010 in dem Sinne gut, als es die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
9/53,
Prozess Nr. IV.2009.00429).
Die IV-Stelle veranlasste in der Folge ein Gutachten beim
Z._
,
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, welches am
7.
Juni 2011 erstattet wurde (
Urk.
9/58). Am 2
6.
April 2013
(
Urk.
9/98)
liess der Ver
sicherte der IV-Stelle ein Gutachten von
Dr.
med.
A._
,
Chirurgie FMH, Spez
.
Handchirurgie, vom 1
6.
J
anuar 2013 (
Urk.
9/97) zukommen.
Nach Ein
holung eines aktuellen Arztberichts (
Urk.
9/105) teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten am 1
4.
Oktober 2013 mit,
dass
zur
Klärung der Leistungsansprüche
eine
polydisziplin
äre medizinische Untersuchung (
Allgemeine I
nnere Medizin, Rheu
ma
tologie, Handchirurgie, Psychiatrie) notwendig
sei
(
Urk.
9/114).
1.2
Mit Schreiben vom 1
5.
November 2013
(
Urk.
9/120)
wandte sich der
Versicherte
ge
gen eine
Begutachtung in den
Fachrichtung
en
I
nnere Medizin, Rhe
umatologie
und Handchirurgie
.
Am
2
1.
November 2013
(
Urk.
9/121)
hielt die IV-Stelle an der
in Aussicht genommenen
polydisziplinären
Abklärung fest
.
Mit
Schreiben
vom
7.
Januar 2014
(
Urk.
9/133)
wandte
sich
der
Versicherte
ge
gen eine
handchirurgische B
egutachtung
und
formulierte
Ergänzungsfragen
im Hinblick auf die von der IV-Stelle
angekündigte
Abklärung
.
Am
9.
Januar 2014
teilt
e
die IV-St
elle de
m
Versicherten
mit
, dass
sein
e Fragen nicht an die Gut
achte
ns
telle weitergeleitet w
ürden
(
Urk.
9/134
)
und dass das Gutachten von
Dr.
A._
nochmals dem Regionalen Ärztliche
n Dienst (RAD) vorgelegt werde
(
Urk.
9/136).
Mit Mitteilung vom
1
3.
Januar 2014
(
Urk.
9/139)
informiert
e
die IV-Stelle den Ver
sicherten
, dass
eine polydisziplinäre
Begutachtung
(Allgemeine I
nnere Medi
zin, Handchirurgie, Psychiatrie, Rheumatologie)
durch
das
B._
erfolgen werde und teilte
ihm die Namen der Gutach
ter mit.
1.3
A
m 1
7.
Januar 2014 (
Urk.
9/142)
ersuchte der Versicherte die IV-Stelle darum, den RAD-Bericht betreffend Notwendigkeit einer
handchirur
g
ischen
Begutach
tung abzuwarten
und hernach wie von ihm im Einzelnen dar
gelegt zu ver
fah
ren.
Am
2
1.
Januar 2014 informierte
die IV-Stelle den Versi
cherten, dass ge
mäss
ihre
n
Abklärungen
eine handchirurgische Abklärung
not
wendig sei
, und er
streckte ihm die Frist zur Erhebung von
Einwendungen gegen
die bekannt ge
ge
benen Gutachter
(
Urk.
9/144)
.
Mit Schreiben vom
3
1.
Januar 2014
(
Urk.
9/147)
teilte der Versicherte mit, keine Einwendungen gegen die mitgeteilten Gutachter
zu haben. Sodann
bekräftigte
er
seinen Standpunkt, wo
nach eine
handchi
rurgi
sch
e
Begutachtung nicht notwendig sei, und hielt
an seinen Gutachterfragen fest.
Mit
Zwischenverfügung vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
9/148 =
Urk.
2/1)
hielt die IV-Stelle an
einer
Abklärung durch das
B._
fest
.
2.
2.1
Gegen
die Zwischenverfügung vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
2/1
) erhob der Versi
cherte am
1
0.
März 2014
Beschwerde und beantragte
, diese sei aufzuheben, und die IV-Stelle habe im Anschluss an ein Einigungsverfahren ein psychiatrisches Gutachten, eventuell ein
bidisziplinäres
Gutachten in den Disziplinen Rheuma
tologie und Psychiatrie in Auftrag zu geben.
Des Weiteren seien f
ür die Begut
a
chtung
s
eine Ergänzungsfragen Nr. 1 und 3 beziehungsweise bei Notwendig
keit
einer handchirurgischen B
egutachtung
auch die Ergänzungsfrage Nr. 2 zu
zu
lassen.
Schliesslich seien ihm Vorschussleistungen im Sinne von
Art.
19
Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
(ATSG)
zu erbringen (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit
Be
schwer
de
antwort
vom
8.
Mai 2014 (
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Gerichtsverfügung vom
1
8.
Juli 2014
(
Urk.
10) wurde dem Beschwerdefüh
rer
die Beschwerdeantwort zugestellt und mitgeteilt,
dass sich die Anordnung des
beantragten (
Urk.
1 S.
2) zweiten Schriftenwechsels erübrige, es
ihm
jedoch unbe
nommen bleibe, sich nochmals zu äussern und
die Akten zu ergänzen.
Am
5.
und am 2
0.
August sowie am
1.
September 2014
liess sich der Beschwer
de
führer erneut vernehmen (
Urk.
11-
13).
Dies wurde der Beschwerdegegnerin am
2.
September 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand ist vorliegend die Verfügung vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
2
/1
)
, mit welcher die Beschwerdegegnerin an der Begutachtung des Be
schwerdeführers durch das
B._
gemäss ihrer Mitteilung vom 1
3.
Januar 2014
(
Urk.
9/139) festhielt.
Hier
bei handelt es sich um eine Zwi
s
chenverfügung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1
ATSG in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
), welche bei Beja
hung des nicht wieder
gutzumachenden Nachteils (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich
selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann
.
Im Zusammenhang mit Entscheiden über die Einholung von Gutachten
hat das Bundesgericht die
Anfechtbarkeitsvoraussetzung des nicht wiedergutzumachen
den Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegen
heiten bejaht (
BGE 139 V 339
E. 4.4
mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
1.2
Die Verwaltung ist von Amtes wegen verpflichtet, die notwendigen Abklärun
gen
vorzunehmen (
Art.
43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG). Dies umfasst die Verpflichtung und das Recht, die Untersuchungen anzuordnen, welche zur Klärung des Sachverhalts erforderlich sind, nicht jedoch das Recht, eine
„
second
opinion
“
zu einem be
reits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihr dieser nicht gefällt
(BGE 138 V 271 E.
1.1; Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 2
9.
Mai 2007 E.
4.2).
Entscheidend dafür, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können
und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gutachten die
pra
xisgemässen
in
halt
lichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (Urteil des Bundes
ge
richt
s U 571/06 vom 2
9.
Mai 2007 E. 4.2).
1.
3
Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr
Fach
dis
ziplinen
beteiligt sind, haben
bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit wel
cher das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getrof
fen
hat
(
Art.
72
bis
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, in der sei
t
1.
März 2012 gültigen Fassung). Gemeint sind die Medizinischen
Ab
klärungs
stellen
(MEDAS) im Sinne von
Art.
59
Abs.
3 des Bundegesetzes über die Inva
li
denversicherung (IVG). Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufalls
prin
zip (
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV). Der gesamte Verlauf der
Gutachtensein
holung
wird über die vom BSV eingerichtete, webbasierte Vergabeplattform
SuisseMED@P
ge
steuert und kontrolliert (BGE 139 V 349 E. 2.2).
1.4
Wird eine Begutachtung nach den in BGE 137 V 210 festgelegten Regeln veran
lasst und mittels Verfügung angeordnet, so kann die versicherte Person mit Be
schwerde an das kantonale Versicherungsgericht formelle
Ausstandsgründe
und
gewisse materielle Einwendungen geltend machen, nämlich den Einwand, es
handl
e sich um eine unnötige
„
second
opinion
“
sowie Einwendungen gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die Auswahl der me
dizinischen Disziplinen) oder gegen einzelne Sachverständige (etwa betref
fend deren
Sachkompetenz,
BGE 138 V 271 E.
1.1). Vorbehalte, die sich allein auf die in BGE 137 V 210 genannten strukturellen Umstände beziehen, also in angeb
li
chen Fehlleistungen sich manifestierende systemimmanente Gefährdun
gen der Verfahrensfairness (vgl. BGE 137 V 210 E.
2.4 und E.
3.4.2.6), sind keine for
mellen
Ausstandsgründe
(BGE 138 V 271 E.
2.2, 138 V 318 E.
6.1.4) u
nd somit nicht beschwerdefähig.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in
der angefochtenen
V
erfügung
(
Urk.
2
/1
)
davon aus
, dass aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen der medizinische Gesamtzustand nicht beurteilt werden könne. Die handchirurgische Begutach
tung sei aus medizinischer Sicht weiterhin angezeigt. Es
liege
ein Bericht und kein
rechtsgenügliches
Gutachten vor. Die rheumatologische Begutachtung sei ebenfalls angezeigt, da weitere
- näher genannte -
Diagnosen bestünden (S.
2
oben). Die vom Beschwerdeführer gestellten Zusatzfragen Nr.
1 und Nr.
2 wür
den
durch die von
ihr gestellten Fragen abgedeckt und d
ie Frage Nr. 3 sei be
züglich
des medizinischen Sachverhalts irrelevant, sodass sie diese als
Kosten
träger
nicht
übernehmen könne (S.
2 Mitte).
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
demgegenüber
zu
sammengefasst
geltend,
mit den Gutachten des
Z._
und
von
Dr.
A._
lägen zwei beweiswertige Gutachten vor, die sich in ihrer Einschätzung betreffend
Di
agnosen und
Restarbeitsfähigkeit aus handchirurgischer Sicht deckten. Mit einer
weiteren handchirurgischen Begutachtung würde eine unzulässige „
second
opinion
“
eingeholt
(S.
6 ff.
Ziff.
11
-13).
Bezüglich der neu hinzugekommenen Rückenbeschwerden sei bei
seiner
Hausärztin
zunächst abzuklären, ob daraus eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 30
%
resultiere, andernfalls die Arbeits
un
fähigkeit bereits mit der von
Dr.
A._
attestierten Restarbeitsfähigkeit von maxi
mal 70
%
abgedeckt wäre. Wenn
ja,
sei
eine rheumatologische Begutach
tung
angezeigt
. Eine internistische Begutachtung sei weder notwendig noch zumut
bar.
Für die indizierte
psychiatrische Begutachtung
sei
im Rahmen eines
Einigungs
verfahrens
ein entspre
chender Gutachter zu finden
(S. 9 ff.
Ziff.
14).
D
ie von ihm
formulierten Ergänzungsfragen
machten
-
aus n
äher dargelegten Gründen - Sinn
und seine Mitwirkungsrechte
würden
unnötig beschnitten, i
n
dem die
Beschwer
de
gegnerin
es ablehne, die
se
an
die Gutachterstelle weiterzu
leiten (S.
11
Ziff.
15).
Mit Eingabe
vom
1.
September 2014 (
Urk.
13)
ergänzte der Beschwerdeführer, e
ine Rücksprache mit
der Hausärztin
habe ergeben, dass
neu
gewisse degenera
tive Erscheinungen, insbesondere im Halswirbelsäulenbereich, zu erheben seien. Diese hinderten ihn aber nicht an der Ausübung seiner bis heute ausgeführten angepassten Tätigkeit mit einer Leistungsfähigkeit von 50
%
.
Aus der Praxis sei auch bestens bekannt, dass degenerative Rückenprobleme in einem Anfangssta
dium in der Regel nicht zu Arbeitsunfähigkeiten in einer leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit führten.
Seine bereits aus handchirurgischer Sicht einge
schränk
te (Rest)
arbeitsfähigkeit
werde
durch das Rückenleiden
nicht zusätzl
i
c
h
eingeschränkt.
Sodann sei bereits betreffend Hand eine angepasste Tätigkeit not
wendig, welche sich mit dem Anforderungsprofil Rücken decke.
Indiziert sei so
mit einzig eine psychiatrische Begutachtung.
2.3
Strittig
und zu prüfen
ist
, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht an
der
p
oly
dis
ziplinäre
n
Begutachtung des
Beschwerdeführer
s
im
B._
festgehalten
hat.
3
.
3
.1
Mit Urteil vom 2
5.
Oktober 2010 (
Urk.
9/53) wies das
Sozialversicherungsge
richt
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück zur Klärung der aus medizi
nischer Sicht bestehenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der ange
stammten
und insbesondere
einer behinderungsangepassten Tätigkeit (E. 5.2).
3
.2
Am
7.
Juni 2011 erstatteten
Dr.
C._
,
Leitender Arzt, und
Dr.
med.
D._
,
Oberarzt i.V., Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
Z._
,
ein Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/58).
Sie
nannten fol
gende Diagnosen (
Ziff.
1):
Os
scaphoideum
bipartitu
m
mit SNAC
Wrist
Grad III
STT-Arthrose
Pisotriq
uetralarthrose
radio
carpale und
midcarpale
Arthrose (
luno-capital
).
Die Gutachter
führten aus, die bisherige Tätigkeit als Gärtner/Vorarbeiter/Polier sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar, er könne diese körperlich nicht mehr ausführen. Die Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich betrage maximal 20
%
.
Dies aufgrund der vorhandenen Einschränkung der Kraft, der Schmerzen und der
kontinuierlichen Verschlechterung des Gelenkzustand
es über die Jahre (
Ziff.
2). Betriebsintern sei das Tätigkeitsprofil
bereits
seit 2004 kontinuierlich
angepasst
worden. Der Beschwerdeführer habe beispielsweise vermehrt admi
nistrative Tätig
keiten, Bauleitungsaufgaben und Messarbeiten übernehmen können. Zudem seien
strukturelle Änderungen zur Verbesserung
seiner Ar
beitsfähigkeit
(Anpassung der
Fahrzeuge mit Einführung von Fusssteuerungen)
erfolgt
. In angepasster Tätig
keit sei der Beschwerdeführer
zu
50
%
arbeitsfähig (
Ziff.
3).
Im Verlauf bestehe seit dem Jahr 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Die phy
sische Belastbarkeit habe sich im Laufe der Jahre sicherlich weiter ver
schlechtert, so dass körperlich im angestammten Beruf maximal eine Arbeitsfä
higkeit von 20
%
beziehungsweise eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bestehe. In angepasster Tätigkeit betrage diese gesamthaft 50
%
(
Ziff.
4).
Sicherlich notwendig sei eine weitere Reduktion der körperlichen Belastung, eine Verlagerung des Arbeitsfeldes ins Büro und lediglich Durchführung leichter körperlicher Tätigkeiten mit Reduktion des Arbeitspensums sowie verlängerten
Erholungspausen. Dies werde durch den Betrieb teilweise bereits gewährleistet. Trotz zeitlich 100%iger Anwesenheit sei der Beschwerdeführer maximal zu 50
%
Leistungserbringung fähig, im angestammten Anstellungsverhältnis zu maximal 20
%
(
Ziff.
6).
3
.3
In ihrer Stellungnahme vom
1.
Juli 2011 (
Urk.
8 S. 3 f.) führte RAD-Ärztin
Dr.
med.
E._
,
FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, aus, der Beschwerdeführer leide an einer Handgelenksarthrose der rechten Hand mit konsekutiven Schmerzen und verminderter Belastbarkeit. Es
liege
ein Be
richt und kein
rechtsgenügliches
Gutachten vor. Das erstell
t
e Gutachten beant
worte die gestellten Fragen nicht umfassend, sei nicht in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge deshalb nicht einleuchtend, weil die
berufsrele
vanten
Auswirkungen der erhaltenen Funktionen nicht schlüssig eingeschätzt
worden seien - es werde keine Begründung zur Leistungseinschränkung in op
ti
mal leidensangepasster Tätigkeit abgegeben, das Ressourcenprofil sei nicht er
frag
t und ebenso wenig die Einschränkungen der Alltagsfunktionen eruiert worden. Deshalb seien die gezogenen Schlussfolgerungen - bezüglich prozentu
aler Leistungsfähigkeit in optimal leidensangepasster Tätigkeit - in nicht nach
vollziehbarer Weise hergeleitet (S. 3 unten).
Die bisherige Tätigkeit mit Belas
tung der rechten Hand sei dem Beschwerdeführer unzumutbar. Optimal
leidens
angepasste
, organisatorische und administrative Tätigkeiten (entsprechend dem Tätigkeitsprofil gemäss dem B
ericht
des
Z._
)
seien zumutbar
(S. 4 oben).
3
.4
Am 1
6.
Januar 2013 erstattete
Dr.
A._
ein handchirurgisches Gutachten im Auf
trag der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
(
Urk.
9/97)
.
Er
nannte
fol
gende
Diagnosen (S.
8
Ziff.
4):
Status nach jugendlicher
Scaphoidfraktur
rechts mit
Pseudarthrose
mit konsekutiver Fehlstellung des
os
lunatum
(DISI-Fehlstellung)
mit konsekutiver Arthrose im STT-Gelenk,
mid-carpal
(
luno-capital
) und
radiocarpal
mit
Styloid
-Abschliff
n
europathische Schmerzen (
Nervus
radialis
), Verdacht auf beginnen
des CRPS
Sensibilitätsstörungen
Digitus
I - V rechts (ohne
Dermatom
-Zuwei
sung).
Der Gutachter
führte aus
, i
n der angestammten Tätigkeit als Landschafts-Gärt
ner
bestehe
eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer für die rechte
Hand angepassten Tätigkeit schätze er die verbleibende Arbeitsfähigkeit auf maxi
mal 50
%
. Soweit ersichtlich seien betriebsintern sämtliche Anpassungen, welche möglich seien, durchgeführt worden
. An der jetzigen Stelle sei
d
er
Be
schwerdeführer
optimal eingegliedert, da die Arbeitgeberin in ausserordentli
chem
Ausmass Rücksicht auf die starken Beeinträchtigungen nehme
(S.
11 f.
Ziff.
6.2
)
. Angepasst seien überwiegend einhändige, leichte Arbeiten mit der
adominanten
linken Hand mit vereinzeltem, nicht anhaltendem oder repetitivem Einsatz der rechten Hand als Hilfshand beziehu
ngsweise
Zudienerhand
(S.
12 Mitte). Selbst als Einarmiger, mit ganzt
ägigem Einsatz der unversehrten
linken,
adominanten
Hand und ausschliesslich unbelastetem Einsatz der geschädigten rechten Hand als
Zudienerhand
,
werde mit ei
ner Einschränkung der Leistung
zu rechnen sein,
dadurch, dass unweigerlich Anspannungskräfte oder beispiels
weise Vibrationen auf
die rechte Hand übertragen würden und an dieser Schmerzschübe provo
zier
ten. Beispielsweise führten Vibrationen des
Baggerge
häuses
trotz
Fussbedie
nung
des (umgebauten) Baggers zu unvermeidbaren (evo
zierten) Schmerzen im rechten Arm, obwohl die rechte Hand nur als Haltehand zur Sicherung des
Kör
pergleichgewichts
eingesetzt werde. Bei jeder Tätigkeit ohne Gebrauch der rech
ten Hand kämen unvermeidbare, sogenannte spontane Schmerzschübe hinzu, welche in unregelmässigem Rhythmus Pausen aufzwin
gen würden, sodass bei optimalen Bedingungen mit einer maximalen Leistungs-/Arbeitsfähigkeit von etwa 70
%
gerechnet werden könnte. Keinesfalls aber mit 100
%
(S. 13 oben).
3
.5
In ihrer Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2013
(
Urk.
8 S.
4 f.)
führten die RAD-
Ärztinnen
Dr.
E._
und med.
pract
.
F._
,
Fachärztin für or
tho
pädische Chirurgie und Traumatologie, aus, aus arbeitsmedizinischer Sicht sei
nach wie vor von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit auszugehen. Gestützt auf das Gutachten aus dem Jahr 2011 sei seit 2004 von
einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und ab dem Gutachtendatum von einer Ar
beitsunfähigkeit von 80
%
in der bisherigen Tätigkeit auszugehen. Nicht gefolgt werden könne der Einschätzung des Gutachtens betreffend
Arbeitsfähig
keit in
opti
mal
leidensangepassten Tätigkeiten. Diese sei seit jeher auf 100
%
zu schät
zen.
Es gäbe aus arbeitsmedizinischer Sicht keinen Grund, weshalb dem un
ge
lernten Beschwerdeführer mit lediglich lädiertem rechtem Handgelenk kör
per
lich
leichte Tätigkeiten, das heisse optimal leidensangepasste, organisatori
sche und administrative Tätigkeiten (gemäss dem von den Ärzten des
Z._
for
mulierten
Be
lastungsprofils
) nicht vollschichtig zumutbar sein sollten.
3
.6
Am 2
9
.
Juni 2013 berichtete Prof.
Dr.
G._
,
Fachärztin für Innere Medizin,
(
Urk.
9/105), welche den Be
schwerdeführer seit November 2010
haus
ärzt
lich
betreut (
Ziff.
1.2). Sie nannte folgende (zusätzliche) Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1):
Handgelenksarthrose
bei
os
scaphoides
bi
partus
rechts seit 1998
linkskonvexe Skoliose bei
Hemivertebra
Th4 links, bestehend seit 1981
Zervikobrachialgie
rechts bei Fehlhaltung, bestehend seit 2013
depressive Episoden (ICD-10 F32.1), bestehend seit 2009
beginnende
Gonarthrose
beidseits, bestehend seit 2012
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit attestierte Prof.
G._
dem Beschwer
de
führer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
5.
Januar bis 2
8.
Februar 2013 und eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
ab dem
1.
März 2013 (
Ziff.
1.6). Bei Ver
meidung körperlich anstrengender Arbeit sei die bisherige Tä
tigkeit dem Be
schwer
deführer noch im Umfang von 40
%
bis 60
%
zumutbar. Dabei bestehe
eine verminderte Leistungsfähigkeit. Eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer im Umfang von 50
%
zumutbar bei einer zeitlichen Prä
senz von 80
%
bis 100
%
(
Ziff.
1.7).
3
.7
In ihrer Stellungnahme
vom
2.
Oktober 2013 (
Urk.
8 S. 7) führte RAD-Ärztin
med.
pract
.
F._
aus, im Lichte der aktuellen Rechtsprechung
erscheine es sinnvoll
,
zur vollständigen Abklärung eine polydisziplinäre Begutachtung auf
allgemein-internistischem, rheu
matologischem, handchirurgischem
und psychia
trischem Fachgebiet z
u veranlassen.
Am
9.
Januar 2014 erklärte
sie
, der Arztbericht von
Dr.
A._
vom 1
6.
Januar 2013 sei bei der medizinischen Beurteilung berücksichtigt worden. Anhand des von
Dr.
A._
mitgeteilten Befundes, der sich ausschliesslich auf das Handgelenk beziehe, könne der medizinische Gesamtzustand nicht beurteilt werden (
Urk.
8 S.
9 oben).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
wandte sich gegen den Umfang der von der
Beschwerde
gegnerin
beabsichtigten Begutachtung (vgl.
vorstehend E.
2.2
). Dieser Einwand ist
einer Überprüfung im vorliegenden Verfahren zugänglich (vgl. vorstehend E. 1.
4
).
4.2
Mit Blick auf die von der Beschwerdegegnerin beabsichtigte handchirurgische Be
gutachtung machte der Beschwerdeführer geltend, damit werde eine unzuläs
sige
„
second
opinion
“ eingeholt.
Dieser Einwand ist
zu hören (vgl. vorstehend E. 1.4
) und im Folgenden zu prüfen.
4.3
In ihrer Stellungnahme vom
Juli 2011 (vorstehend E. 3.3)
äusserte RAD-Ärztin
Dr.
E._
Kritik
an dem von der Beschwerdegegnerin n
ach Ergehen des Ur
teils des Sozialversicherungsgerichts
eingeholten handchirurgischen
Gutach
ten
des
Z._
vom
Juni 2011 (vorstehend E. 3.2).
Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass einzelne der
von
Dr.
E._
vorgebrachten Kritikpunkte wie etwa jener, das Gutachten sei
nicht in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden, nicht ohne Weiteres
zu überzeugen vermögen (vgl.
Urk.
1 S.
6
Ziff.
11.1-2).
Die
haupt
sächliche
Kri
tik
von
Dr.
E._
besteht j
edoch letztlich darin, dass
sie
die im Gutachten ge
zogenen Schlussfolgerungen bezüglich prozentualer Leistungsfähigkeit in op
ti
ma
l leidensangepassten Tätigkeiten als nicht nachvollziehbar hergeleitet
er
achtete.
Dieser Kritikpunkt
erweist sich als
berechtigt
: Nach der
Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit
gefragt führten die
Z._
-
Gutachter
aus,
be
treibs
in
tern
sei das Tätigkeitsprofil seit 2004 - in näher beschriebener Art und Weise - kontinuierlich ang
epasst worden. I
n angepasster Tätigkeit sei der Be
schwerde
füh
rer zu 50
%
arbeitsfähig.
Die
se
Ausführungen der Gutachter legen den
Schluss
nahe,
dass sie sich
bei
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer
leidens
an
gepassten
Tätigkeit an der vom Beschwerdeführer an seinem derzeiti
gen Ar
beitsplatz verrichteten Tätigkeit orientier
ten.
Die vom Beschwerdeführer bei der
Y._
ausgeübte Arbeit
beinhaltet ab
er offensichtlich auch
Tätigkeiten
, deren Angepasstheit an sein
Handl
eiden
- trotz technischer An
passungen - fraglich erscheint,
wie be
ispielsweise das Lenken eines
Bagger
s
mit Fusssteuerung
(vgl.
Urk.
9/58
Ziff.
1.1)
.
Die Gutachter beschrieben denn auch,
dass der Beschwerdeführer zwar - aber doch nur - vermehrt administra
tive Tä
tig
keiten, Bauleitungsaufgaben und Messarbeiten übernehmen könne und emp
fahlen
entsprechend
eine weitere Reduktion der körperlichen Belastung, eine Ver
lagerung des Arbeitsfeldes ins Büro und die Durchführung lediglich le
ichter körperlicher Tätigkeiten, ohne jedoch die Arbeitsfähigkeit in einer (op
timal) leidensangepassten Tätigkeit zu beziffern.
4.4
Dr.
A._
ging in seinem Gutachten vom Januar 2013 (vorstehend E.
3.4) in Be
zug auf eine der rechten Hand angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit
von 50
%
beziehungsweise maximal 70
%
bei optimalen Bedingungen aus.
Al
ler
dings
lassen auch seine Ausführungen darauf schliessen
, dass er
bei der Be
ur
teilung der
Resta
rbeitsfähigkeit
nicht von der vom Beschwerdeführer bei der
Y._
verrichteten Arbeit abstrahierte
. So führte er aus, dass selbst wenn die rechte Hand nur als
Zudienerhand
ohne Belastung eingesetzt werde, mit
Einschränkungen der Leistung zu re
chnen sei, da beispielsweise die
Vib
rationen des Baggergehäuses trotz Fussbedienung des Baggers zu unver
meid
baren (evozierten
) Schmerzen im rechten Arm führ
t
e
n, o
bwohl die rechte Hand nur als H
altehand
z
ur Sicherung des Körpergl
eichgewichts
eingesetzt werde.
4.5
F
ür die Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers
ist d
ie Frage der Arbeitsfähigkeit in einer optimal le
idensangepassten Tätigkeit
von zentraler Bedeutung
.
Diese
Frage
wird
nach dem Gesagten
(vorstehend E. 4.3-4)
weder
im
Z._
-
Gutachten
noch
im Gutachten von
Dr.
A._
in
nachvollziehbar
er
Weise
be
antwortet
, weshalb
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
wei
tere
handchirurgische Abklärungen als notwendig erachtete,
zumal die nach
vollzieh
bare Begründung der Schlussfolgerungen ein wesentliches Kriterium für den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens darstellt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Mit der beabsichtigten handchirurgische
n
Begutachtung wird
damit
entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers keine unzulässige „
second
opinion
“ ein
geholt.
4.6
Mit Blick auf die von der Beschwerdegegnerin beabsichtigte rheumatologische Begutachtung
machte der Beschwerdeführe
r
geltend, dass bei ihm zwar dege
ne
rative Rückenprobleme bestünden, diese aber seine bereits aus
handchirurgi
scher
Sicht eingeschränkte (Rest)
arbeitsfähigkeit
nicht zusätzlich einschränk
t
e
n
.
Gemäss Bericht von Prof.
G._
vom Juni 2013 (vorstehend E.
3.6) be
steht
beim Beschwerdeführer nebst dem bekannten
Handleiden und einem
Rü
c
ken
leiden
auch ein Knieleiden in
Form einer beginnenden
Gonarthrose
beid
seits
.
Dies
e
Leiden
haben
nach Einschätzung
von Prof.
G._
allesamt
ei
nen Ein
fluss
auf die Arbeitsfähigkeit des Besch
werdeführer
s
.
Die sich potentiell auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkenden Leiden sind somit viel
schich
tig
und in Bezug auf
die aus handchirurgischer Sicht bestehende (Rest)
arbeitsfähig
keit
besteht entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers wei
te
rer
Abklärungsbedarf (vgl. vorstehend E.
4.3-5). Vor diesem Hintergrund
ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin zur Beurteilung des medizi
nischen
Ge
sam
tzustands
(vgl. vorstehend E.
3.7) eine rheumatolog
i
s
che Beg
ut
achtung al
s notwendig erachtete.
4.7
Die von der Beschwerdegegnerin beabsichtigte psychiatrische Begutachtung wird
vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt und ist angesichts der im Bericht von Prof.
G._
vom Juni 2013 (vorstehend E. 3.6) erwähnten de
pressiven Symptomatik nicht zu beanstanden.
4.8
Nach dem Gesagten
ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin
, wonach in
drei
Fach
di
s
ziplinen
weiterer Abklärungsbedarf
besteht und damit eine
polydiszi
pli
näre
Abklärung
erforderlich ist (vgl. vorstehend E.
1.3), im Rahmen der
ihr ob
liegenden
Abklärungspflicht (vgl. vorstehend E. 1.2)
nachvollziehbar.
Ist ein poly
disziplinäres Gutachten angezeigt, sind die Allgemeine / Innere Me
di
zin
immer vertreten (
Kreisschreiben über das Verfahre
n in der Invalidenversi
che
rung, KSVI, Stand
1.
Januar 2014, Randziffer 2075). Der Einwand des Be
schwerdeführers, wonach eine internistische Untersuchung weder notwendig noch
zumutbar sei, ist demnach nicht zu hören.
Die
Beschwerdegegnerin
erteilte
den Auftrag für das
polydisziplinäre Gutachten
korrekt über die Plat
t
form
SuisseMED@P
(
Urk.
9/140, vgl. vorstehend E.
1.3) und
der Beschwerdeführer machte keine formellen
Ausstandsgründe
g
egen
die
ihm
am 1
3.
Januar 2014 mitgeteilten Gutachter (
Urk.
9/139)
geltend
(
Urk.
9/147).
4.9
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht
an der
poly
disziplinären
Begutachtung des Beschwerdeführers
im
B._
festgehal
ten hat.
5.
5.1
Der
B
eschwerdeführer beantragte die
Zulassung der von ihm am
7.
Januar 2014 formulierte
n Ergänzungsfragen (
Urk.
9/133).
5.2
Das Bundesgericht hat - in Änderung einer früheren Rechtsprechung
–
fest
ge
hal
ten, es sei der versicherten Person „ein Anspruch einzuräumen, sich vor
gäng
ig zu den Gutachterfragen zu äussern“. Mithin würden „die IV-Stellen der versicherten Person künftig zusammen mit der verfügungsmässigen Anord
nung der Begutachtung den vorgesehenen Katalog der Expertenfragen zur Stellung
nahme unterbreiten. Führt die damit eröffnete Mitwirkungsmöglichkeit der be
troffe
nen Person zu einer einzelfalladäquaten Fragestellung, so trägt dies im Übrigen zur gutachtlichen Qualität wesentlich bei“ (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). In späteren Entscheiden wurde unter Bezugnahme auf den genannten BGE aus
geführt, die IV-Stellen unterbreiteten „den vorgesehenen Katalog der Experten
fragen zur Stellungnahme“ (BGE 138 V 271 E. 1.1), beziehungsweise „dass der versicherten Person vorgängige Mitwirkungsrechte in dem Sinne zu
stehen, dass sie sich zu den Gutachterfragen äussern kann“ (BGE 138 V 318 E. 6.1.4). In den
nicht amtlich publizierten Entscheiden hat das Bundesgericht überwiegend die eben
genannte Formulierung verwendet; vereinzelt hat es auch ausgeführt, „die
versicherte Person sei befugt, vorgängig zu den Gutachterfra
gen Stellung zu neh
men und entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen“ (Ur
teile des Bundes
ge
richts 8C_888/2011, 8C_900/2011 vom
7.
Mai 2012 E. 4.1.2, 8C_623/2011 vom 1
5.
März 2012 E. 5.2, 9C_575/2011 vom 1
2.
Oktober 2011 E. 4.2).
5.3
Aus den Vorgaben des Bundesgerichts ergibt sich ein Recht des Beschwerdefüh
rers, zu den vorgesehenen Fragen Stellung zu nehmen, nicht
aber ein gericht
lich
durchsetzbarer Anspruch darauf, dass von ihm formulierte Zusatzfragen in je
dem Fall den Gutachtern unterbreitet werden. Wohl ist es wünschenswert, all
fällige Stellungnahmen so zu berücksichtigen, dass ein allseits genehmer
Fra
ge
katalog
resultiert. Wo dies jedoch nicht gelingt, bleibt es im Ermessen der Be
schwerdegegnerin, die von den Gutachtern zu beantwortenden Fragen ab
schliessend
zu formulieren, wie auch darüber zu entscheiden, zusätzliche Fragen ebenfalls den Gutachtern zu unterbreiten. Dass sie dabei keinen ungebührlich strengen Massstab anlege, ist zu wünschen; es ist aber offensichtlich nicht das bundesgerichtliche Konzept, sie als blosse automatische Weiterleitungsstelle von Zusatzfragen beliebiger Länge und Anzahl vorzusehen. Sie trägt die Verant
wortung für die Qualität der Fragestellung, zu welcher erheblich beiträgt, wenn das medizinische Problem in maximal 5 bis 6 Fragen übersetzt wird (Jörg
Jeger
, Gute Frage - schlechte Frage: Der Einfluss der Fragestellung auf das Gutachten, in: René Schaffhauser / Franz
Schlauri
, Sozialversicherungsrechtstagung 2009, St. Gallen 2010, S. 202 ff.).
Bei diesem Konzept bleibt schliesslich kein Raum für sozusagen kostenpflichtige Zusatzfragen. So wie es Sache der Beschwerdegegnerin ist, das
Verwaltungs
verfahren
zu führen und in diesem Rahmen die Fragestellung zu verantworten, so hat sie auch die entsprechenden Kosten zu tragen.
5.4
Im Lichte dieser Rechtsprechung steht es der Beschwerdegegnerin somit grund
sätzlich frei zu beurteilen, welche Zusatzfragen den Gutachtern letztendlich zu unterbreiten sind. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass
sie vorliegend
in vertretbarer Ausübung des ihr zustehenden Ermessens zum Schluss gekommen ist, die
vom
Be
schwerdeführer gestellten
Zusatzfragen
würden bereits durch ihre eigenen Fragen abgedeckt beziehungsweise seien bezüglich des medizinischen Sachverhalts nicht von
Relevanz (vgl. vorstehend E. 2.1
).
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt der Antrag des Beschwerdeführers auf Erbringung von
Vor
schussleistungen
gemäss
Art.
19
Abs.
4 ATSG
, welchen er damit
begründete dass
eine halbe, mindestens aber eine
Viertelsrente
sicher
ausgewiesen
sei
(
Urk.
1 S.
12 f.).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich demgegenüber
unter Hin
weis auf das
Urteil
des Bundesgerichts
I 451/04 vom 2
9.
Dezember 2004
a
uf den Stand
punkt, dass der Rentenanspruch aufgrund der vorhandenen Unterla
gen auch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehe, weshalb dem Antrag auf Vorschusszahlungen nicht entsprochen wer
den könne (
Urk.
7)
.
6.2
Gemäss
Art.
19
Abs.
4 ATSG können
Vorschusszahlungen ausgerichtet werden
, wenn der Anspruch auf Leistungen nachgewiesen erscheint und sich deren Aus
richtung verzögert.
Im
Urteil I 451/04 vom 2
9.
Dezember 2004 hat
das
Bundesgerich
t
die Materia
lien zu
Art.
19
Abs.
4 ATSG eingehend analysiert und den Schluss gezogen, dass Vorschusszahlungen nur in sehr engen - materiellen - Grenzen zur Aus
richtung gelangen sollen. Insbesondere eine Rentenbevorschussung soll ledig
lich in Fällen statthaft sein, in welchen der Rentenanspruch als solcher - jeden
falls teilweise - unbestritten bzw. grundsätzlich erwiesen ist, Leistungen aber zufolge formeller Gründe noch nicht ausgerichtet werden konnten. So bei
spiels
weise wenn eine Ermittlung des genauen Umfangs des Rentenanspruchs oder die exakte Bezifferung der Rentenhöhe wegen administrativer Überlastung der
Behörden noch nicht möglich war und weitere Berechnungen vorzunehmen sind
. Benötigen indessen bereits die Abklärungen hinsichtlich des Bestandes der Leis
tungen an sich einen längeren Zeitraum, dürfte der Anspruch als noch nicht aus
gewiesen gelten, und es sollten daher keine Vorschusszahlungen erbracht wer
den.
Es hat demnach ein höherer Beweisgrad als jener der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit zu gelten, welcher üblicherweise im
Sozialversicherungs
recht
An
wendung findet. Sinn und Zweck der Vorschussbestimmung besteht - nebst der Vermeidung der neu vorgesehenen Verzugszinspflicht seitens der Verwaltung (
Art.
26
Abs.
2 ATSG) - primär darin, zu verhindern, das versicherte Personen, welchen ein Leistungsanspruch zusteht, zufolge Verzögerung der
Leistungs
aus
richtung
in eine finanzielle Notlage geraten und dadurch bei
spielsweise ge
zwungen sind, sich an die Sozialhilfe zu wenden oder Kredite auf
zunehmen. So sind Vorauszahlungen wohl vor allem dann zu gewähren, wenn die wirt
schaft
liche Lage des Betroffenen dies erforderlich macht. Da sich gerade in derartigen Fällen bei nachträglich festgestellten fehlenden Anspruchsvo
raussetzungen eine allfällige Rückforderung von Leistungen als
äusserst
schwierig gestalten dürfte und daher möglichst vermieden werden sollte, drängt sich eine zurückhaltende Praxis in der Bejahung von Vorschusszahlungen auf. Daher muss der Renten
anspruch an sich feststehen (
E. 4-4.4 des erwähnten Ur
teils, Urteil des Bundes
ge
richts I 461/06 vom 2
5.
September 2006
).
6.3
Vorliegend ist
der medizinis
che Sachverhalt
noch nicht hinreichend abg
eklärt
(vgl. vorstehend E. 4)
, weshalb
es an einer zentralen Grundlage
für die Bestim
mun
g des Invaliditätsgrades und damit die
Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers
fehlt
.
Die Durchführung eines Einkommensvergleichs (vgl.
Urk.
1 S.
12
Ziff.
16)
erweist sich
zum jetzigen Zeit
p
unkt
als
verfrüht
.
Der Ren
ten
anspruch ist daher aus materiellen und nicht
bloss
aus formellen Gründen nicht ausgewiesen
. Abgesehen davon s
cheint
auch
der Existenzbedarf des Be
schwerdeführers
fraglich, erzielte er im Jahr 2013
gemäss
Angaben seiner
Ar
beitgeber
in
doch
einen Bruttolohn von
Fr.
92‘950
.--
pro Jahr
(
Urk.
9
/108
Ziff.
2.10).
Unter
diesen
Umständen sind
die
in E.
6.2 umschriebenen,
engen Vo
raussetzungen für die Gewährung von Vorschusszahlungen nicht erfüllt
.
6.
4
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
- gemäss
Art.
61
lit
. a ATSG kostenlos.