Decision ID: 6066dc2b-0303-4d84-8272-e5f695573aa8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, ist Inhaber der
Y._
(Urk. 14/1 Ziff. 1 und 3) und als Selbständigerwerbender freiwillig bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert
(vgl. Urk. 14/13)
. Am 11. August 2015 zog er sich bei
m Ausbau eines Getriebes eine Verletzung an der Schulter sowie am Oberarm links zu (Urk. 14/1 Ziff. 6 und 9). Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (
vgl.
Urk.
14/12, Urk. 14/140). Mit Verfügung vom 29. November 2019 verneinte
sie
einen Ren
tenanspruch des
V
ersicherten, sprach ihm jedoch eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu (Urk. 14/236). Die dagegen am 14. Januar 2020 erhobene Einsprache (Urk. 14/241) wies die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 28. April 2020 ab (Urk. 14/253 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 27. Mai 2020 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 28. April 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell eine halbe oder eine
Dreivier
telsrente
. Subeventuell sei die Sache an die Suva zurückzuweisen. Gleichzeitig beantragte der Versicherte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 13), was dem Beschwerde
führer am
7. Juli 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 15).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. August 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG)
, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Ein
tritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger
Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
davon aus
, von weiteren medizinischen Behandlung
en
dürfe keine ins Gewicht fallende Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden. Damit sei rich
tigerweise der Fallabschluss geprüft worden
und weitere Leistungen in Form von Heilbehandlungen seien nach dem 31. Dezember 2019 zu verneinen
(S. 3 f. Ziff. 2.a). Gestützt auf die Beurteilung durch den Kreisarzt
med.
pract
.
Z._
sei davon auszugehen, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Einhaltung gewisser Einschränkungen eine ganztägige Arbeit durchgeführt werden könne (S. 7 f. Ziff. 5.a-b). Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5 % ergebe sich keine unfallbedingte
Erwerbseinbusse (S. 10 Ziff. 8). Die Festsetzung der Integritätsentschädigung sei unangefochten geblieben und die Verfügung vom 29. November 2019 in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen (S. 3 Ziff. 1.b).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort (Urk. 13) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
die geltend gemachte Überlastung der rechten Schulter
sei
nicht nachvollziehbar
. Aus den Ausführungen
d
es Kreisarztes
gehe nicht hervor, dass der Beschwerdeführer seine rechte Schulter aufgrund der Einschränkungen an der linken Schulter überbelasten müsse (S. 5 Ziff. 7.2). Ebenso sei nicht ersichtlich, inwiefern sich an der rechten Schulter eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes ergeben haben solle. Der Beschwerdeführer selber habe anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung, welche nach dem von ihm zitierten Bericht vom 8. März 2019 stattgefunden habe, keine Beschwerden an der rechten Schulter geäussert. Die diesbezüglichen Verweise des Beschwerdeführers auf medizinische Berichte würden sich alle auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit beziehen, welche auch gemäss der Einschätzung des Kreisarztes nicht mehr voll
umfänglich zumutbar sei (S. 5 Ziff. 7.3). Der Leidensabzug von 5 % sei gerecht
fertigt und der Einkommensvergleich korrekt erfolgt (S. 6 Ziff. 8).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), über die Integri
tätsentschädigung könne erst entschieden werden, wenn über die Rente entschie
den worden sei. Es könne nicht von einem Verzicht auf die Integritätsentschädi
gung ausgegangen werden (S. 4 Ziff. 1.1).
Die Beschwerdegegnerin führe selber aus, dass keine medizinischen Verbesserungen mehr möglich seien. Damit sei er aber arbeitsunfähig und eine Steigerung nicht mehr zu erwarten (S. 5 Ziff. 2.2).
Die Empfehlungen des Kreisarztes könnten unmöglich als Grundlage für weitere
Berechnungen herbeigezogen werden, da eine Arbeit, wie von ihm empfohlen, auf dem Arbeitsmarkt schlichtweg nicht vorhanden sei
. Er arbeite in einer Ein
zelunternehmung und habe wenig bis gar keinen Spielraum, um die genannten Tätigkeiten so verrichten zu können. Entsprechend sei auch die Ausgangslage einer anderen Arbeitsmarktsituation gegenüber zu stellen. Der Massstab des aus
geglichenen Arbeitsmarktes müsse den Umständen entsprechend anders ange
setzt werde
(S. 6 Ziff. 2.4). Zudem habe er gerade aufgrund der Empfehlung zur einseitigen Belastung weitere Probleme erfahren (S. 7 Ziff. 2.5). Es seien nun auch Veränderungen in der rechten Schulter gefunden worden, die wohl auf die ein
seitige Belastung zurückzuführen seien (S. 8 Ziff. 2.6). Bezüglich der Invaliditäts
be
mess
ung machte der Beschwerdeführer geltend, der Leidensabzug von nur 5 % sei
angesichts des multiplen Leidens zu tief
(S. 10 Ziff. 3.3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit insbesondere der Invaliditätsgrad des Beschwer
deführers.
2.4
Was die Integritätsentschädigung betrifft, so sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. November 2019 eine solche basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu (Urk. 14/236). In seiner gegen die Ver
fügung erhobenen Einsprache stellte der Beschwerdeführer jedoch weder einen Antrag bezüglich der Integritätsentschädigung noch machte er in der Begründung
Ausführungen hierzu (Urk. 14/241). Damit ist die Verfügung vom 29. November 2019 - wie von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
detailliert und
zutreffend ausgeführt (Urk. 13 S. 3 f. Ziff. 6.1-3) - bezüglich der Integritätsent
schädigung unangefochten in Teilrechtskraft erwachsen.
Die diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S.
4 Ziff. III.1.1)
erweisen sich damit als unzutreffend.
3.
3.1
Nach der Erstbehandlung diagnostizierte die Hausärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, in ihrem Bericht vom 25. Sep
tember 2015 eine Partialruptur sowohl der Supraspinatussehne als auch der
Spi
natussehne
links (Urk. 14/11 Ziff. 5). Am 11. August 2015 habe der Beschwerde
führer ein Getriebe herunterholen wollen, wobei dieses zu Boden gefallen
und dabei sein linker
Arm mitgerissen
worden sei
(Ziff. 2). Der Beschwerdeführer werde konservativ sowie medikamentös behandelt und besuche Physiotherapie (Ziff. 7). Seit dem 11. August 2015 sei er vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 8).
3.
2
Die Ärztin der
Klinik B._
, Orthopädie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 11. November 2015 eine
postero
-superiore
articularseitige
ausgedehnte Partial
ruptur der
Rotatorenmanschette
der Schulter links und hielt fest, insgesamt habe sich die Funktion durch die Infiltration recht schön verbessert.
Die Arbeitswie
deraufnahme könne grundsätzlich befürwortet werden, das
(Überkopf
)
Arbeiten unter dem Auto sei wahrscheinlich etwas früh (Urk. 14/20 S. 1 f.).
3.
3
Nachdem a
m 30. März 2016 eine Arthroskopie, eine Tenotomie der langen
Bicepssehne
, eine Rekonstruktion der Supraspinatussehne und
Acromioplastik
sowie eine AC-Gelenksresektion der linken Schulter durchgeführt
worden waren, führte die Ärztin der
Klinik B._
i
n ihrem Bericht vom 9. Mai 2016 aus, f
ünf Wochen postoperativ gehe es dem Beschwerdeführer recht. Er habe immer noch Schmerzen und nehme Medikamente ein. In der Physiotherapie mache er Fortschritte, diese sei fortzuführen (Urk. 14/48 S. 1).
3.
4
Nach eine
r
Re-Arthroskopie der Schulter links mit Re-
A
c
romioplastik
und Lösen von subacromialen Vernarbungen
am 6. Oktober 2017
(vgl. Urk. 14/121) hielt die Ärztin der
Klinik B._
am 21. November 2017 fest, sechs Wochen postope
rativ sei der Beschwerdeführer optimistisch, er sehe eine deutliche Verbesserung seit der Operation. Nach wie vor bestünden Schmerzen beim Überwinden der Horizontalen, Schmerzmittel nehme er aber nur noch bei Bedarf. Als Automecha
niker sei er aktuell arbeitsunfähig (Urk. 14/127 S. 1).
3.
5
In ihrem Bericht vom 26. Juni 2018 führten die Ärzte der
Klinik B._
, Orthopädie, aus, neun Monate nach einer Revisionsarthroskopie der linken Schul
ter bei persistierenden Beschwerden ein Jahr und neun Monate nach der
Rotato
renmanschetten-Rekonstruktion
mache der Beschwerdeführer weitere Fort
schritte. Er habe sein Arbeitspensum auf 50 % steigern können, merke aber nach längerem Arbeiten immer noch eine Schwäche und Schmerzen in der linken Schulter. Es sei sicherlich wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer nach zwei Operationen an der linken Schulter nie mehr die maximale Kraft und Arbeitsleis
tung wie vor dem Unfall
erbringen werde
. Die Behandlung werde abgeschlossen
(Urk. 14/148)
.
3.
6
Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin med.
pract
.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, nannte in seiner Beurteilung vom 9. August 2018 folgende Diagnosen (Urk. 14/152 S. 7):
-
Status nach
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion links vom 30. März 2016 bei Status nach
Rotatorenmanschetten
-Ruptur (Partialruptur der kranialen Anteile der
Infraspinatussehne
,
Tendinose
der Fussplatte der Supraspinatussehne mit
humeralseitiger
Partialruptur)
-
Status nach Revisions-Operation mit Inspektion der
Rotatorenmanschette
am 6. Oktober 2017,
Adhäsiolyse
, Inspektion der
Rotatorenmanschette
und
Reacromioplastik
Aufgrund der Aktenlage sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch nicht von einem Endzustand auszugehen. Das Arbeitspensum sei bis dato erst auf 50 % gesteigert worden, eine persistierende Schwäche und auch auftretende Schmerzen unter der Arbeit seien aktuell noch nachvollziehbar. Die Beweglichkeit sei immerhin gut, eine Verbesserung des Zustandes könne aber zum jetzigen Zeit
punkt noch nicht ausgeschlossen werden. Es werde empfohlen, dass der Beschwerdeführer den Kraftaufbau fortführe. Ein Jahr nach der Operation, anfangs Oktober 2018, solle er sich abschliessend in der Universitätsklinik
C._
zur klinischen Kontrolle vorstellen. Dann könne medizinisch mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit von einem Endzustand ausgegangen werden
und e
s werde ein Zumutbarkeitsprofil formuliert
sowie
über eine allfällige Integritäts
entschädigung entschieden (S. 7).
3.
7
Nach einer Konsultation zur Zweitmeinung
hielten die Ärzte der Universitätskli
nik
C._
, Orthopädie, in ihrem Bericht vom 1. November 2018 (Urk. 14/165
/2-3
) fest, der Beschwerdeführer leide
nach den bekannten Operationen
an Restbe
schwerden der linken Schulter. Er
berichte
über diffuse
Schmerzen im Schulter
gelenk vor allem im Bereich des AC-Gelenks und des anterioren Schultergelenks. Die Schmerzen seien vor allem ausgeprägt bei Überkopftätigkeiten. Der Beschwerdeführer führe aktuell eine Trainingstherapie durch ohne Linderung der Beschwerden (S. 1). Zur weiteren Diagnostik werde ein aktuelles
Arthro
-MRI der Schulter
veranlasst
(S. 2).
Nach einem
Arthro
-MRI der linken Schulter a
m 16. November 2018
befundete
d
ie Ärztin einen Status nach
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion mit postope
rativen Veränderungen/
Artefakten im Bereich des AC-Gelenkes
sowie
des Tuberculum majus. Ab Ansatz gelenkseitig sei eine partielle Ruptur der Supraspi
natussehne erkennbar mit Zeichen einer schmalen, kompletten Ruptur im dorsa
len Anteil mit geringem Kontrastmittelaustritt nach suba
c
romial (Urk. 14/179/3).
3.
8
Nach Vorliegen der entsprechenden Ergebnisse führten die Ärzte
der Universi
tätsklinik
C._
a
m 23. November 2018
aus, der Befund sei unverändert zur letzten Konsultation (
Urk. 14/167
S.
1). Das M
RI zeige insgesamt jedoch eine Beschwerdebesserung. Der Beschwerdeführer werde daher mit den konservativen Massnahmen fortfahren
(S. 2).
Mit Schreiben vom
5.
Dezember 2018 führte
Dr.
med.
D._
, Oberarzt Orthopädie, Universitätsklinik
C._
, ergänzend aus, das MRI zeige postopera
tive Veränderungen sowie eine kleine
artikularseitige
Unterflächenläsion mit allenfalls kleinster transmuraler Komponente. Solche Veränderungen seien leider relativ
häufig nach einer Sehnenrekonstruktion und würden sich durch weitere Eingriffe nicht zwingend verbessern lassen. Daher sei er mit dem Beschwerdefüh
rer so verblieben, dass bei eingetretener Beschwerdebesserung die konservativen Massnahmen fortgesetzt werden sollten (Urk. 14/170).
3.
9
Die Hausärztin
Dr.
A._
berichtete am 5. Februar 2019
, d
er Beschwerde
führer
klage
über Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit (
Urk. 14/179/1-2
Ziff. 2). Er besuche weiterhin alle zwei bis drei Wochen Physi
o
therapie (Ziff. 3). Seit dem 8. Januar 2019 arbeite er in einem Pensum von 50 % und es sei davon auszugehen, dass die Schmerzen wie auch die Arbeitsunfähig
keit bestehen blieben (Ziff. 4).
3.
10
In ihrem Bericht vom 20. Februar 2019 (Urk. 14/181) diagnostizierten die Ärzte der
Klinik B._
, Orthopädie, persistierende Restbeschwerden der Schulter links bei Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
2016 sowie erneuter Arthroskopie mit
Arthrolyse
sowie Re-
Acromioplastik
im Oktober 201
7.
Die Sehne zeige definitiv Veränderungen, welche aber postoperativ meistens gesehen würden. Es sei nicht eindeutig, dass die beklagten Beschwerden auf diese Verän
derung
en
zurückzuführen seien und noch weniger eindeutig, dass mit einer wei
teren Operation die Situation verbessert werden könne. Es werde vorgeschlagen, Röntgenaufnahmen sowie Ultraschallkontrollen beider Schultern zu veranlassen, um einen Vergleich mit der Gegenseite zu haben (S. 1 f.).
3.
11
Nach einer Telefonkonsultation
führten die Ärzte der
Klinik B._
am 8. März 2019
aus, zwischenzeitlich seien eine beidseitige Ultraschalluntersuchung sowie eine beidseitige Röntgenuntersuchung erfolgt. Der Ultraschall zeige auf der linken Seite eine transmurale Lücke
bei intakter übriger Manschette. Immer noch zeige sich eine leichte Bursitis subacromialis. Die Gegenseite zeige eine intakte Manschette. Die beiden Röntgenuntersuchungen von links und rechts zeigten kei
nen Kopfhochstand und einen symmetrischen Befund. Die Sehne scheine gut zu funktionieren bei einwandfreier
Trophik
in der Muskulatur, insofern bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Ob eine erneute Re-Adressierung der Sehne mit erneuter Rekonstruktion die Arbeitsfähigkeit relevant steigern werde, könne dem Beschwerdeführer nicht garantiert werden. Dieser werde sich überlegen, ob er mit der aktuellen Situation leben könne, was medizinisch absolut vertretbar wäre. Andernfalls könne eine erneute Operation geplant werden. Dann wäre wieder mit einem Arbeitsausfall von mindestens einem halben Jahr zu rechnen (Urk. 14/183 S. 1).
3.
12
Am 9. Mai 2019
führte
Dr.
A._
bei bekannten Diagnosen
aus, der Beschwerdeführer leide unter persistierenden Schmerzen, die Prognose sei
ungünstig (Urk. 14/189 Ziff. 1 und 2).
Er
werde medikamentös behandelt und besuche alle zehn bis vierzehn Tage Physiotherapie (Ziff. 3).
A
ufgrund der Schmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit
bestehe nach wie vor eine
50%
ige Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 4).
Im Wesentlichen unveränderte Angaben machte Dr.
A._
sodann am 7. August 2019 (Urk. 14/205).
3.
13
Nach der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. August 2019 führte med.
pract
.
Z._
in seinem Bericht vom 1
3.
September 2019 (Urk. 14/215) aus,
beim Beschwerdeführer sei es nach einer
Rotatorenmanschettenpartialruptur
links und zweimaliger Operation zu einem ordentlichen Resultat gekommen. In der Abduktion überzeuge die
Rotatorenmanschette
durch eine gute Beweglichkeit mit bis zu 160°, in der Flexion knapp über 100°. Die Innenrotation zeige ebenfalls ordentliche Verhältnisse. Die teils als sehr heftig geschilderten Schmerzen seien überwiegend wahrscheinlich aber zumindest teilweise mit der Verletzung und den subsequenten Operationen erklärbar. Etwas bemerkenswert erscheine immerhin die Tatsache, dass der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben nach wie vor Motorräder repariere und anschliessend mit diesen Testfahrten durchführe, aber «nur im Dorf» und nur über «kurze Strecken». Das Führen von Motorrädern - ganz gleich über welche Distanzen - stelle bezüglich Schultern eine immens hohe Belastung dar. Bei den teilweise vom Beschwerdeführer angegebenen stärksten Schmerzen im Schulterbereich links sei ein solches Vorgehen zumindest kritisch zu hinterfragen (S. 10).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei von einem Endzustand auszugehen. Es sei zwar rein medizinisch-theoretisch möglich, noch einmal zu operieren, dies sei aber mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr ziel
führend. Beim Beschwerdeführer bestehe nämlich ein nicht so schlechter Bewe
gungsumfang, er könne ja auch Motorradfahren, aber sein Hauptproblem seien Schmerzen. Bezüglich dieser Schmerzen sei es extrem unwahrscheinlich, dass durch eine erneute Operation noch eine Verbesserung erreicht werde. Er rate von einer weiteren Operation dringendst ab. Aufgrund seiner Einschränkungen könne der Beschwerdeführer nicht wieder vollumfänglich in seiner Tätigkeit als gelern
ter Automechaniker tätig sein. Der Grund seien zu schwere Arbeiten, zu hohes Potenzial von Vibrationen und Schlägen auf die linke Schulter, zu viele Ü
ber
kopfarbeiten
und zu
häufiges
Tragen von schweren Lasten.
Es werde daher das folgende Zumutbarkeitsprofil erstellt: Das Heben und Tragen von Lasten mit der linken Schulter sollte nur leicht sein, auf der rechten Seite könne es schwer sein. Es sei anzumerken, dass keine Arbeiten, welche Schläge und/oder
Vibrationen auf die linke Schulter generieren, durchgeführt werden sollten. Das Hantieren mit Werkzeugen auf der rechten Seite sei frei, auf der lin
ken Seite solle es mittelschwer sein, wiederum ohne Vibrationen und Schläge. Die Haltung sei frei wählbar, wobei Arbeiten über Kopfhöhe nicht durchgeführt wer
den sollten. Knien und Kniebeugen, Sitzen oder Stehen dürften frei durchgeführt werden. Eine wechselhafte Tätigkeit sei zu befürworten, die Fortbewegung se
i nicht eingeschränkt. Treppen
steigen könne der Beschwerdeführer ohne Ein
schränkungen, Leitern sollten nur manchmal bestiegen werden und der Beschwerdeführer dürfe dann nichts in seiner rechten Hand tragen, da er sich mit links nicht gut abfangen könne. Beidhändige Arbeiten dürften nur unter Einhal
tung der oben genannten Einschränkungen durchgeführt werden. Arbeiten, wel
che e
i
n Gleichgewicht und/oder Balancieren benötigten, sollten nicht durchge
führt werden. Bei Einhaltung dieser Einschränkungen könne eine ganztägige
Arbeit durchgeführt werden. Zu favorisieren sei eine Arbeit wechselhaft im Büro und in der Garage unter Einhaltung der genannten Einschränkungen. Auch die
Pinchkraft
und das
Jamar
seien mit 8 kg beziehungsweise 30 kg auf der linken Seite als gut zu bezeichnen.
Der Beschwerdeführer nehme keine regelmässigen Schmerzmittel mehr ein. Die Physiotherapie mache er seit drei Wochen. Es werde vorgeschlagen, diese noch bis Ende des Jahres weiterzuführen (S. 11).
4.
4.
1
Aufgrund der medizinischen Akten ausgewiesen und von beiden Parteien unbe
stritten ist, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als selbständiger Automechaniker nicht mehr im vollen Umfang arbeitsfähig ist (
E. 2.2,
E.
3.13
). Bezüglich der verbliebenen Leistungsfähigkeit geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsnagepassten Tätig
keit unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils gemäss der kreisärztlichen Beurteilung vollständig arbeitsfähig ist
(E. 2.1)
. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Ausübung einer ganztägigen Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar
. Eine Tätigkeit gemäss dem kreisärztliche
n
Zumutbarkeitsprofil sei zudem
auf dem Arbeitsmarkt nicht vorhanden (E. 2.2).
4.
2
Die kreisärztliche Beurteilung du
rch med.
pract
.
Z._
vom 13. September 2019 (E. 3.13) erfüllt die praxisgemässen Kriterien vollumfänglich, so dass darauf abgestellt werden kann. Soweit der Beschwerdeführer dagegen vorbringt,
aus dem Zumutbarkeitsprofil ergebe sich, dass die rechte Schulter überbelastet werden solle (Urk. 1 S. 6 Ziff. 2.4), kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden. Med.
pract
.
Z._
hielt in seiner Beurteilung fest, das Heben und Tragen von Lasten mit
der linken Schulter solle nur leicht sein, auf der rechten Seite könne es schwer sein (E. 3.13).
Aus diesen Ausführungen
ergibt sich lediglich, dass
bezüglich der rechten Seite keine gesundheitlichen Einschränkungen vor
liegen.
Damit ist
die Funktion der rechten Schulter bezüglich der Schwere der zu hebenden und tra
genden Lasten
nicht eingeschränkt
. Etwas
a
nderes
kann aus diese
r
Beurteilung
nicht abgeleitet werden
.
Gegen das Zumutbarkeitsprofil kann weiter auch nicht
erfolgreich
vorgebracht werden,
die beschriebenen Arbeiten würden auf dem Arbeitsmarkt nicht nachge
sucht.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
U
mfasst
werden
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Was sodann die geltend gemachten Veränderungen in der rechten Schulter gemäss Bericht vom 8. März 2019 betrifft (E. 2.2)
und
soweit
sich der Beschwer
deführer auf die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung vom 4. März 2019 beruft, gemäss welchen sich an der rechten Schulter eine transmurale Partial
ruptur der Supraspinatussehne mit einer Faserretraktion um 21 mm zeige (vgl. Urk. 14/183 S. 1), handelt es sich offensichtlich um einen Fehler im medizini
schen Bericht. Aus der Zusammenfassung der Konsultation ergibt sich eindeutig, dass mittels Ultraschall auf der linken Seite eine transmurale Lücke nachgewiesen wurde, auf der Gegenseite jedoch eine intakte Manschette. Dies stimmt denn auch mit dem bisherigen Verlauf und den Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung überein, als er ausdrücklich erklärt hatte, auf der rechten Seite gehe es gut (Urk. 14/125 S. 8).
Insgesamt ist die kreisärztliche Beurteilung nachvollziehbar und überzeugend begründet
, sodass darauf abgestellt werden kann. Im Übrigen ergibt sich aus den vorliegenden medizinischen Berichte nichts, was die Ausführungen von med.
pract
.
Z._
in Zweifel ziehen würde.
4.3
Gestützt auf das von med.
pract
.
Z._
erstellte Zumutbarkeitsprofil ist der medizinische Sachverhalt demnach als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit als Automechaniker nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig ist. Eine leidensangepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils
kann dem Beschwerdeführer hinge
gen in einem Pensum von 100 % zugemutet werden.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selb
st
ändigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Gemäss
Art.
18
Abs.
3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften über die Bestimmung des Invaliditätsgrades erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von
Art.
28 UVV Gebrauch gemacht, welche Bestimmung verschie
dene Sonderfälle der Invaliditätsbemessung regelt. Gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massge
bend, die eine
versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbs
tätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vor
gerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 mit Hinweisen).
Nachdem der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses
per 31. Dezem
ber 2019 das Rentenalter erreicht hat, sind
damit
gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV
die Erwerbsmöglichkeiten einer Person im mittleren Alter massgebend.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer ist selbständig erwerbend und betreibt eine Einzelfirma im Bereich Autohandel, wobei er auch kleine Servicearbeiten an Autos und Motor
rädern erledigt (vgl. Urk. 14/215 S. 9). Gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto erzielte er in den Jahren 2010 bis 2014 folgende Einkommen (Urk. 14/213 S. 16):
2010
Fr.
52'100.--
2011
Fr.
46'500.--
2012
Fr.
29'100.--
2013
Fr.
9'333.--
2014
Fr.
43'800.--
Daraus ergibt sich in den letzten fünf Jahren vor dem Unfall ein durchschnittli
ches
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 36'167.--.
Im Jahre 2014 betrug das Durchschnittseinkommen von Männern für praktische Tätigkeiten im Handel sowie in der Instandhaltung und Reparatur von Motor
fahrzeugen Fr. 5'240.-- monatlich (Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2012, Bundes
amt
für Statistik, Neuenburg 2016, Tabelle TA1, Ziff. 45-47, Niveau 2), mithin Fr. 62'880.-- pro Jahr (Fr. 5'240.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.9 Wochenstunden (betriebsübli
che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
G 45-47 Handel, Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten)
ergibt sich für das Jahr 2014 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 65'867.-- (Fr. 62'880.-- : 40 x 41.9). Das vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielte
E
inkommen von Fr. 36'167.-- lag somit Fr. 29'700.-- beziehungsweise rund 45 % unter dem branchenüblichen Durch
schnittseinkommen.
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bun
desgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02
vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2).
Dementsprechend ist für den Einkommensvergleich dem vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielten und deutlich unterdurchschnittlichen
Valideneinkommen
im
Sinne der Parallelisierung so Rechnung zu tragen, dass auch das Invalidenein
kommen um 40 % (45 % - 5 %) herabgesetzt wird.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem der Beschwerdeführer seit dem Unfall lediglich noch in einem Pensum von zirka 50 % in seiner Garage tätig ist und damit die ihm noch zumutbare Leistungsfähigkeit nicht vollumfänglich ausschöpft, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die statistischen Löhne gemäss LSE zu ermitteln.
Wie die Beschwer
degegnerin zutreffend ausgeführt hat, verfügt der Beschwerdeführer als ehemals Selbständigerwerbender auch über Erfahrung in administrativen Belangen (vgl. Urk. 2 S. 8 Ziff. 6.a), weshalb auf das Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten) abgestellt werden kann.
Im Jahre 2018 belief sich der mittlere Lohn für Männer, die
praktische Tätigkeiten ausführen, auf Fr. 5'649.-- monatlich (LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Niveau 2), mithin Fr.
67'788.-- (Fr. 5'649.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2018: 2'260, Stand 2019: 2'279,
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt sich für das Jahr 2019 ein Invalideneinkommen von rund Fr.
71'263.--
(Fr. 67'788.-- : 40 x 41.7 : 2'260 x 2'279).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer ist in seiner Arbeitsfähigkeit aufgrund der Beschwerden dahingehend eingeschränkt, dass er
insbesondere bei Tätigkeiten mit der linken Schulter beziehungsweise dem linken Arm eingeschränkt ist. Sowohl in der Hal
tung als auch der Fortbewegung ist der Beschwerdeführer frei
mit Ausnahme von Arbeiten, welche ein Gleichgewicht und/oder Balancieren benötigen (vgl. vorste
hend E. 3.13).
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug von 5 % vor (
E. 2.1), wohingegen der Beschwerdeführer einen höheren Abzug beantragte (E. 2.2).
Die
vom Beschwerdeführer
angeführte Begründung, wonach er aufgrund der zahlreichen
Einschränkungen sicher grosse Mühe habe, eine einigermassen passende Tätigkeit zu finden, und er gegenüber einem gesunden Dritten für einen Arbeitgeber ein deutlich höheres Risiko darstelle,
ist sehr allgemein formuliert und
wenig sub
stantiiert
. Insgesamt trägt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 5 % den Gegebenheiten des vorliegenden Falles angemessen Rech
nung und ist damit nicht zu beanstanden.
5.5
Unter Berücksichtigung eines Abzuges von 5 % sowie der Parallelisierung von 40 % (vorstehend E. 5.2
und 5.4
) beträgt das Invalideneinkommen somit rund Fr.
40'620.--
(Fr. 71'263.--
x 0.95 x 0.6; vorstehend E. 5.3). Bei einem
Validen
einkommen
von Fr. 36'167.-- (vorstehend E. 5.2) ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 4'453.--, was einem Invaliditätsgrad von 10. 96 % beziehungsweise gerundet 11 % entspricht. Damit hat der Beschwerdeführer rückwirkend ab Januar 2020
Anspruch auf eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 11 %. Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur Gutheis
sung der Beschwerde im genannten Sinne.
6.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mit Honorarnote vom 16. Juli 2020 machte Rechtsan
walt Bernhard Zollinger einen Aufwand von 20 Stunden sowie Barauslagen von insgesamt Fr. 202.--, zuzüglich Mehrwertsteuer, geltend (Urk. 16).
Nach
Massgabe
von § 7 der Verordnung über die sozialversicherungsgerichtli
chen Gebühren, Kosten und Entschädigungen wird für unnötigen Aufwand einer Partei keine Parteientschädigung zugesprochen. In Anwendung dieser Bestim
mung kann nicht der gesamte
vom Rechtsvertreter
geltend gemachte Aufwand als entschädigungsberechtigt anerkannt werden.
So sind lediglich Aufwendungen zu entschädigen, welche im vorliegenden Beschwerdeverfahren getätigt wurden. Der vor der Beschwerdeerhebung im Mai 2020 getätigte Aufwand von insgesamt
860 Minuten respektive 14.33 Stunden (Urk. 16 S. 2-3) fällt daher
ausser
Betracht.
Somit sind anstatt der geltend gemachten 20 Stunden insgesamt 5.66 Stunden zu entschädigen, dies nebst den Barauslagen von Fr. 202.--, womit beim praxisge
mässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) die Entschädi
gung auf Fr. 1'5
59
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Damit wird der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2) gegenstandslos.