Decision ID: 235601f4-2041-401b-af4c-71f6c42dc274
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Vorinstanz zu weiterer Sachverhaltsabklärung und neuer Entscheidung
zurückzuverweisen (recte: zurückzuweisen).
3. Vorliegender Beschwerde sei präsidialiter aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gemeinde X._."
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7. Am 14. November 2019 reichte die Gemeinde X._ (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) ihre Vernehmlassung ein, in der sie die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und die Ablehnung des
Antrags auf aufschiebende Wirkung verlangte. Dies alles unter gesetzlicher
Kosten- und Entschädigungsfolge.
8. Die Beschwerdeführerin liess am 6. Januar 2020 dem Gericht eine Replik
zukommen, in der sie ihre bisherigen Ausführungen im Wesentlichen
vertiefte.
9. Am 20. Januar 2020 reichte die Beschwerdegegnerin eine Duplik ein, in
der sie an den Rechtsbegehren festhielt und ihre bisherigen Ausführungen
weiter vertiefte.
10. Am 23. Januar 2020 liess die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht
ein Schreiben zukommen, in dem sie festhielt, dass das von der
Beschwerdegegnerin erwähnte Urteil sich nicht auf ihren Fall anwenden
lasse.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf die Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Entscheid des Gemeinderates der Beschwerdegegnerin vom 24.
September 2019, mitgeteilt am 1. Oktober 2019, mit welchem der Antrag
der Beschwerdeführerin um Befreiung der Rückerstattung von Sozialhilfe
für den Zeitraum vom 2. Oktober 2003 bis zum 31. Januar 2006 abgelehnt
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wurde. Der angefochtene Entscheid stellt nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ein
taugliches Anfechtungsobjekt dar. Die Beschwerdeführerin ist als
Adressatin des angefochtenen Entscheids ohne Weiteres zur
Beschwerdeerhebung legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit ohne Weiteres einzutreten.
1.2. Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache selbst wird der prozessuale
Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung
obsolet.
2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger
(Kantonales Unterstützungsgesetz; BR 546.250) ist bedürftig, wer für
seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem
Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Zwischen dem 2. Oktober 2003 und dem 31. Januar
2006 war die Bedürftigkeit bei der Beschwerdeführerin gegeben, weshalb
sie Sozialhilfe bezog. Gemäss Art. 11 Abs. 2 des Kantonalen
Unterstützungsgesetzes haben die Unterstützten, sofern sich ihre
Vermögens- und Erwerbsverhältnisse verbessern, die in den letzten 15
Jahren bezogene Unterstützungshilfe ohne Zins zurückzuerstatten. Mit
Verfügung vom 24. September 2019, mitgeteilt am 1. Oktober 2019, wurde
die Beschwerdeführerin verpflichtet, Fr. 24'358.25 der
Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht verfügt hat, dass die Beschwerdeführerin
zu verpflichten sei, die bezogene Sozialhilfe zurückzuerstatten.
3. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin sei die Vorinstanz irrigerweise
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum von 2014
bis 2018 über ein schwankendes Wertschriftenvermögen zwischen
Fr. 56'711.-- im Jahr 2017 und Fr. 28'826.-- im Jahr 2018 verfügte. Dies
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hätte zur Konsequenz, dass der Vermögensfreibetrag für Einzelpersonen
gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe
(SKOS-Richtlinien) von Fr. 25'000.-- überstiegen wäre.
Im Wesentlichen macht die Beschwerdeführerin dazu geltend, dass der
Sachverhalt in Bezug auf den Auszahlungszeitpunkt ungenau festgestellt
worden sei. Überdies hätte die Vorinstanz übersehen, dass in der
Steuervermögensdeklaration per Ende 2017 ein Darlehensvertrag über
Fr. 20'000.-- enthalten sei. Die Vorinstanz hätte somit nicht nur die Aktiv-,
sondern auch die Passivseite berücksichtigen müssen. Ausserdem handle
es sich bei den Guthaben auf den drei Bankkonti nicht um "zugeflossene
Vermögen", sondern um solche, die sie selbst erwirtschaftet habe. In
unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts habe der
Stadtrat der Beschwerdegegnerin ausserdem nicht festgestellt, wie sich die
effektiven Einkommens- und Vermögensverhältnisse der
Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung resp. im
September 2019 präsentiert hätten. Weiter hätte sich die
Beschwerdegegnerin nicht zur potenziell neuen Bedürftigkeit geäussert.
Hinzu komme, dass es sich bei der Rückforderung einer
sozialhilferechtlichen Leistung um einen Eingriff in das verfassungsmässig
geschützte Eigentum handle und es zu ihrer Rechtfertigung einer
ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage bedürfe. Ausserdem rügt die
Beschwerdeführerin, dass es unklar sei, ob es sich bei Art. 11 Abs. 5 des
Kantonalen Unterstützungsgesetzes um eine Verjährungs- oder
Verwirkungsfrist handle. Zu den Rügen im Einzelnen:
3.1. Einleitend macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich aus der
angefochtenen Verfügung zwar ergeben würde, dass sie während des
Zeitraums vom 2. Oktober 2003 bis zum 31. Januar 2006 öffentliche
Unterstützungshilfe erhalten habe. Wann die letzte Auszahlung erfolgt sei,
würde sich jedoch nicht eruieren lassen.
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Dem entgegnet die Beschwerdegegnerin, dass sich aus dem Kontoauszug,
den sie der Verfügung vom 14. Dezember 2018 beigefügt habe, ergeben
würde, wann, in welcher Höhe und zu welchem Zweck Ausgaben erfolgt
seien (Akten Beschwerdegegnerin [bg- act. 4]).
Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann gefolgt werden, da jede
einzelne Transaktion ausgewiesen ist und in transparenter Weise
ersichtlich ist, wann und in welcher Höhe eine Auszahlung erfolgt ist. Daher
ist die Rüge der Beschwerdegegnerin in diesem Punkt abzuweisen.
3.2. Was das fragliche Darlehen in Höhe von Fr. 20'000.-- anbelange, hält die
Beschwerdeführerin fest, dass die Vorinstanz übersehen hätte, dass in der
Steuervermögensdeklaration per Ende 2017 ein Darlehensvertrag über
Fr. 20'000.-- enthalten sei, wonach das Darlehen gemäss Vereinbarung bis
Ende 2018 zurückzuzahlen gewesen sei. Indem die Vorinstanz nur die
Aktiv- und nicht auch die Passivseite berücksichtigt hätte, sei sie falsch
vorgegangen. Eine korrekte Berücksichtigung hätte zur Folge gehabt, dass
per 31. Dezember 2017 nur ein Vermögen von Fr. 36'711.-- auf dem Konto
vorhanden gewesen wäre anstatt Fr. 56'711.--.
Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass sie sich auf den
Sachverhalt abgestützt habe, der sich aus den Akten ergeben würde.
Tatsache sei nämlich, dass weder die angebliche Darlehensschuld noch
andere Privatschulden in Ziffer 34.2 des Hauptformulars der
Steuererklärung aus dem Jahre 2017 aufgeführt seien. Entsprechend
könne nicht im Nachhinein erfolgreich geltend gemacht werden, dass der
im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis 2017 aufgeführte Betrag um
eine damals angeblich bestehende Darlehensschuld zu reduzieren sei.
In ihrer Replik führt die Beschwerdeführerin sodann aus, dass sie die
Schulden nicht deklariert hätte, da sie davon ausging, dies sei nicht nötig.
Vielmehr hätte eine vollständige Prüfung durch die Vorinstanz erfolgen
müssen.
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Auf Gesuch der Beschwerdeführerin hin hat die Beschwerdegegnerin die
eingeforderten Unterlagen ediert. In Bezug auf das fragliche Darlehen
enthalten diese einzig einen Darlehensvertrag, der vom 8. November 2017
datiert, und eine Belastung auf dem Konto der Beschwerdeführerin bei der
Graubündner Kantonalbank in Höhe von Fr. 20'000.-- mit dem Titel
"Zahlungsauftrag Rückzahlung Darlehen", welche vom 21. August 2018
datiert. Jedoch ist aus den Beilagen nicht ersichtlich, wann und ob das
Darlehen in Höhe von Fr. 20'000.-- auf das Konto der Beschwerdeführerin
überwiesen wurde. Hinzu kommt, dass die Darlehensschuld nirgends in der
Steuererklärung von 2017 figuriert. Es trifft zwar zu, dass im öffentlichen
Recht die Untersuchungsmaxime gilt. Jedoch ist zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin auch eine gewisse Mitwirkungspflicht trifft. Um
Ansprüche daraus geltend zu machen, hätte die Beschwerdeführerin
genauer und substantiierter belegen müssen, zu welchem Zeitpunkt sie
das Darlehen überwiesen erhalten hat, für welchen Zweck sie dieses
brauchte und sie hätte stichhaltiger begründen müssen, weshalb dieses
Darlehen in der Steuererklärung von 2017 nicht aufgeführt wurde.
Ausserdem beträgt das versteuerte Reinvermögen auf der Steuererklärung
2017 Fr. 56'711.-- und die Einkünfte aus demselben Jahr Fr. 52'127.--.
Bereits im Vorjahr versteuerte die Beschwerdeführerin ein Reinvermögen
von Fr. 44'413.-- und Einkünfte von Fr. 51'114.--. Angesichts dieser doch
eher guten finanziellen Verhältnisse erscheint es fraglich, ob und wann die
Beschwerdeführerin ein Darlehen über Fr. 20'000.-- aufgenommen hat
resp. weshalb überhaupt eine Notwendigkeit dazu bestanden habe. Daher
wird diese Rüge abgewiesen.
3.3. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Guthaben
auf ihrem Bankkonto solche seien, welche sie aus ihrem eigenen
Erwerbseinkommen angespart habe. Somit handle es sich nicht um
"zugeflossenes Vermögen", sondern um selbst erwirtschaftetes Vermögen.
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Dies dementiert die Beschwerdegegnerin und führt aus, dass es irrelevant
sei, ob das Vermögen selbst erwirtschaftet worden sei oder nicht. Eine
Rückerstattung bestehe auch dann, wenn die verbesserte wirtschaftliche
Lage auf den eigenen Arbeitserwerb zurückzuführen sei.
Der Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht zu folgen, Art. 11 Abs. 2
des Kantonalen Unterstützungsgesetzes schreibt vor, dass wenn sich die
Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Unterstützten verbessern,
hat der Unterstützte die in den letzten 15 Jahren bezogene
Unterstützungshilfe ohne Zins zurückzuerstatten. Einzige Schranke bildet
hierbei, dass die Rückerstattung keine neue Bedürftigkeit zur Folge haben
dürfe (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 06 72
vom 7 November 2006 E.5). Somit spielt es keine Rolle, aus welchem
Grund das Vermögen der Beschwerdeführerin zugekommen ist.
Ausschlaggebend ist alleine die Tatsache, dass ihr Vermögen zugeflossen
ist und sie zur Rückerstattung in der Lage ist, so dass keine neue
Bedürftigkeit resultiert. Somit dringt die Beschwerdeführerin mit dieser
Argumentation ebenfalls nicht durch.
3.4. Hinzu komme, dass die Sozialen Dienste der Beschwerdegegnerin das
Rückerstattungsverfahren am 26. Juni 2019 initialisiert hätten. Der Stadtrat
der Beschwerdegegnerin habe seinen Entscheid gegen Ende September
2019 gefällt. Dieser hätte allfällige Sachverhaltsänderungen seit dem
ersten Entscheid berücksichtigen müssen. Nach
sozialversicherungsrechtlicher Rechtsprechung hätte der Zeitpunkt des
stadträtlichen Entscheids als massgeblicher Sachverhalt berücksichtigt
werden müssen, was Ende September 2019 gewesen wäre. In der
Beschwerdeschrift werden zur Untermauerung der Argumentation
Berechnungen zur Einkommens- und Ausgabensituation der
Beschwerdeführerin vorgebracht.
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Dem widerspricht die Beschwerdegegnerin indem sie bestreitet, dass das
Rückerstattungsverfahren erst im Juni 2019 initialisiert worden sei. Bereits
im Juni 2018 habe sie mit der Beschwerdeführerin Kontakt aufgenommen.
Unmittelbar nach dieser Kontaktaufnahme habe die Beschwerdeführerin
innerhalb von zwei Monaten umfangreiche Geldbezüge und Zahlungen an
Dritte - wie insbesondere die Rückzahlung des Darlehens - in der Höhe von
Fr. 37'000.-- vorgenommen. Dadurch verringerte sich ihr Vermögen auf
knapp Fr. 25'000.--, obwohl sie in diesem Jahr ein Einkommen von
Fr. 49'964.-- deklarierte. Gemäss den SKOS-Richtlinien würde im
Zusammenhang mit Rückerstattungen der Vermögensfreibetrag für
Einzelpersonen bei Fr. 25'000.-- festgelegt. Dabei würde es gemäss dem
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich keine Rolle spielen, ob die
erwirtschafteten Vermögenswerte sofort oder erst später realisierbar und
ob sie zum Zeitpunkt der Rückforderung noch vorhanden seien.
Gemäss Art. 1 der Ausführungsbestimmungen zum Unterstützungsgesetz
(ABzUG; BR 546.270) sind auch die SKOS-Richtlinien für den Kanton
Graubünden anwendbar. Die SKOS-Richtlinien halten unter Kap.E. 3.1
fest, dass Einzelpersonen, die infolge eines erheblichen Vermögensanfalls
keine Unterstützung mehr benötigen, ein angemessener Betrag von
Fr. 25'000.-- zu belassen ist, was die Beschwerdegegnerin korrekt festhält.
Gemäss dem Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons Zürich ist es
grundsätzlich unerheblich für die Rückerstattungsforderung, ob die
unterstützte Person im Zeitpunkt der Rückforderung nach wie vor in
günstigen Verhältnissen lebt oder nicht. Gibt sie also das ihr zugeflossene
Vermögen sogleich wieder aus, bspw. für die Tilgung von Schulden, so hat
dies keinen Einfluss auf die Rückerstattungsforderung (vgl. Kantonales
Sozialamt Zürich [Hrsg.], Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons
Zürich vom 5. Juni 2020, Kap. 15.2.03). Diesbezüglich hält auch das
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich fest, dass es grundsätzlich
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unerheblich sei, ob die unterstützte Person das ihr zugeflossene Vermögen
sogleich wieder ausgibt. Einen Einfluss auf die Rückerstattung habe dies
nicht (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
VB.2017.00020 vom 4. Mai 2017 E.3.3). Das Bündner Verwaltungsgericht
erhielt bisher noch nicht die Gelegenheit die identische Frage abzuklären.,
doch gelangt das angerufene Gericht in casu zum Ergebnis, dass dies der
einzige logische Schluss darstellt. Andernfalls würde sich ein Grossteil
ehemals Sozialhilfe-Berechtigter sich ihres Vermögens, das den Freibetrag
von Fr. 25'000.-- für Einzelpersonen übersteigt vor Erlass der Verfügung
entledigen, um sich vor der gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung zu
drücken. Somit ist dieser Einwand seitens der Beschwerdeführerin
abzuweisen.
3.5. Weiter behauptet die Beschwerdeführerin, dass es sich bei der
Rückforderung einer sozialhilferechtlichen Leistung um einen Eingriff in das
verfassungsmässig geschützte Eigentum handle und es zu ihrer
Rechtfertigung einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage bedürfe. So
müsste das Unterstützungsgesetz die Berechnungsmodalitäten der
Rückforderung in den Grundzügen konkret definieren müssen. Auch gehe
es nicht an, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung auf einen
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich verweise, denn
dieses sei sowohl systematisch wie inhaltlich anders aufgebaut.
Dies bestreitet die Beschwerdegegnerin und führt an, dass für eine
Verbesserung der Vermögens- und Erwerbsverhältnisse die Veränderung
von Dauer sein müsse.
Wie bereits oben unter E.2 ausgeführt, ist gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Kantonalen Unterstützungsgesetzes bedürftig, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend mit eigenen Mitteln aufkommen kann.
Während des Zeitraums vom 2. Oktober 2003 bis zum 31. Januar 2006 war
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dies der Fall, so dass die Beschwerdeführerin in dieser Zeit Sozialhilfe
erhielt. Indem sich ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse sich
derart verbessert haben, dass sie zeitenweise ein Reinvermögen von
Fr. 56'711.-- und Einkünfte von Fr. 52'127.-- versteuerte, kann nicht mehr
ernsthaft behauptet werden, dass die Beschwerdeführerin in diesem
Zeitpunkt bedürftig war. Somit kann es, wie bereits oben unter E.3.3
festgehalten, keine Rolle spielen aus welchem Grund das Vermögen der
Beschwerdeführerin zugekommen ist und ob es noch vorhanden ist.
Ausschlaggebend ist alleine die Tatsache, dass ihr Vermögen zugeflossen
ist und sie zur Rückerstattung in der Lage ist, so dass keine neue
Bedürftigkeit resultiert. Auch mag es zutreffen, dass das Zürcherische
Sozialhilfegesetz sich von demjenigen des Kantons Graubünden
unterscheidet. Trotzdem verhält es sich so, dass sowohl der Kanton
Graubünden als auch der Kanton Zürich - wie übrigens die meisten
Kantone - für die Detailregelung integral oder doch weitgehend auf die
Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe verweisen
(BGE 140 V 328 E.6.4.2.) Somit ist die gesetzliche Grundlage genügend
klar, so dass dieser Einwand ins Leere trifft.
3.6. Als Letztes wird von Seiten der Beschwerdeführerin die Auffassung
vertreten, dass es sich bei Art. 11 Abs. 5 des Kantonalen
Unterstützungsgesetzes, um eine Verwirkungsfrist handle und nicht wie die
Norm festhalte, um eine Verjährungsfrist. Zur Begründung führt sie aus,
dass es sich um eine Verwirkungsfrist handeln müsste, wie es auch im
Sozialversicherungsrecht üblich sei. Ausserdem müsste der Artikel neben
der absoluten auch eine relative Verjährungsfrist enthalten. Ausserdem
habe die 15-jährige Frist erst ab dem vorinstanzlichen Entscheid
begonnen, der von Ende September 2019 datiere, womit von der
Beschwerdeführerin nur jene Beträge zurückgefordert werden könnten, die
ab 1. Oktober 2004 bezogen worden seien.
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Dem widerspricht die Beschwerdegegnerin, indem sie festhält, dass es sich
um eine normale Verjährungsfrist handle und keine Unterscheidung
zwischen relativer und absoluter Verjährungsfrist stattfinden würde.
Art. 11 Abs. 5 lit. a des Kantonalen Unterstützungsgesetzes normiert, dass
der Rückerstattungsanspruch gegenüber der unterstützten Person
innerhalb von 15 Jahren seit der letzten Leistungszahlung verjährt. Der
Wortlaut des Gesetzes hält ausdrücklich fest, dass es sich um eine
Verjährungsfrist handelt. Warum diese Frist des Sozialhilferechts eine
Verwirkungsfrist sein sollte, nur weil dies im Sozialversicherungsrecht der
Fall sei, ist wenig einleuchtend, zumal es sich um zwei verschiedene
Rechtsbereiche handelt. Bis Abs. 5 lit. a des Kantonalen
Unterstützungsgesetzes am 1. Januar 2016 in Kraft trat, war der
Rückerstattungsanspruch unverjährbar. Anlässlich der Sitzung des
Grossen Rates vom 5. Dezember 2013 wurde über diesen neu
einzuführenden Artikel diskutiert. Die damalige Regierungsrätin BARBARA
JANOM STEINER führte aus, dass eine Praxisanpassung auf 15 Jahre
erfolge. Dabei wurde verglichen, wie es sich in anderen Rechtsbereichen
verhalten würde. Man habe eine analoge Anwendung der
Veranlagungsverjährung im Steuerrecht, die auch 15 Jahre betrage,
vorgenommen. In keiner Weise wurde vorgebracht, dass es sich um eine
Verwirkungsfrist handeln könnte (vgl. Grossratsprotokoll Dezembersession
2013, Session vom 2. Dezember 2013 bis 5. Dezember 2013 S. 533).
Somit ist hinreichend erstellt, dass eindeutig von einer Verjährungs- und
nicht von einer Verwirkungsfrist auszugehen ist.
Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die Verjährungsfrist erst ab
Zustellung des vorinstanzlichen Entscheids im September 2019 begonnen
habe, kann festgehalten werden, dass während es im Privatrecht zur
Unterbrechung der Verjährung qualifizierter Rechtshandlungen bedarf,
bestehen diesbezüglich im öffentlichen Recht erleichterte Möglichkeiten.
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Im öffentlichen Recht genügen demgegenüber für die Unterbrechung der
Verjährung neben den in Art. 135 des Bundesgesetzes betreffend die
Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR; SR 220)
genannten Handlungen alle Akte, namentlich einfache schriftliche
Erklärungen, mit denen die Forderung gegenüber dem Schuldner in
geeigneter Weise geltend gemacht wird. Schon die blosse Mitteilung einer
Forderung oder die Zustellung einer formellen Mahnung und erst recht jede
behördliche Einforderungshandlung (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 777;
Urteil des Bundesgerichts 2A.319/2002 vom 6. Dezember 2002 E.2.3; PVG
2011 Nr. 12 E.6.b). Indem sich die Beschwerdegegnerin am 12. Mai 2017
an die Beschwerdeführerin wandte und sie darauf aufmerksam machte,
dass zu Gunsten der Beschwerdegegnerin ein Saldo von Fr. 24'358.25
bestehen würde, wurde die Verjährungsfrist bereits unterbrochen.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die angefochtene Verfügung in
allen Punkten als rechtmässig erweist.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin. Der
Gemeinde als Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine
ausseramtliche Entschädigung zu.