Decision ID: c8c76e42-b06f-44b7-8910-a1faf0303a29
Year: 2015
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts keine
Pflichtverletzung zur Last gelegt werden. Mit Anruf vom 23. Juni 2014
habe der Hausarzt von B._ die Beschwerdegegnerin nicht nur über
den "Unfall", sondern auch darüber informiert, dass die Polizei vor Ort
gewesen und der Leichnam der Rechtsmedizin übergeben worden sei.
Daraus habe die Beschwerdegegnerin folgern dürfen, dass die für die
Abklärung der Todesursache erforderlichen Abklärungen im Gange seien.
Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin erst am 25. Juni 2014, also am
Tag der Beerdigung durch die Schadenmeldung der C._ AG, effektiv
von ihrer Zuständigkeit erfahren. Aufgrund der bis zur Beerdigung
vorliegenden Informationen habe für die SUVA ausserdem keine
Veranlassung bestanden, eine Autopsie anzuordnen. Erst durch den
Polizeirapport und den Bericht über die Legalinspektion sei für die
Beschwerdegegnerin erkennbar geworden, dass eine Obduktion
erforderlich gewesen wäre, um die Todesursache bestimmen zu können.
Zu diesem Zeitpunkt sei der Verstorbene jedoch längst beerdigt gewesen.
Schliesslich hätte auch die Beschwerdeführerin die Möglichkeit gehabt,
eine Obduktion ihres Ehemannes zu fordern. Aus den vorgenannten
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Gründen habe die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht nicht
verletzt, schon gar nicht grobfahrlässig, wie die Beschwerdeführerin
geltend mache. Ein solcher Vorwurf könne aufgrund der Akten kein Gehör
finden. Sodann habe die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
nie eine falsche Auskunft erteilt, weshalb die Voraussetzungen für den
Vertrauensschutz nicht erfüllt seien.
6. In der Replik vom 20. März 2015 erneuerte die Beschwerdeführerin ihr
Rechtsbegehren unter Vertiefung ihrer Argumentation. Die
Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 9. April 2015 ihrerseits an
ihren Anträgen fest und nahm zu den Ausführungen der
Beschwerdeführerin Stellung. Am 16. April 2015 reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten
Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der SUVA vom 13. Januar 2015. Ein solcher Entscheid kann gemäss
Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in
welchem der Versicherte oder der Beschwerde führende Hinterlassenen
(BGE 135 V 153 E.4.11) zur Zeit der Beschwerdeführung Wohnsitz hat.
Die Beschwerdeführerin wohnt in X._ (Kanton Graubünden),
weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
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Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben
ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus
Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit
des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit
zu bejahen. Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin von diesem überdies
berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher
Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Ihre Beschwerdelegitimation ist folglich
zu bejahen. Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61
lit. a ATSG).
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin als
Folge des Ereignisses vom 22. Juni 2014 Versicherungsleistungen von
der Beschwerdegegnerin beanspruchen kann. Gemäss Art. 28 UVG
stehen der Beschwerdeführerin als überlebender Ehegattin eines
Versicherten Hinterlassenenleistungen zu, wenn der Versicherte an den
Unfallfolgen oder an den Folgen einer Berufskrankheit verstorben ist. Als
Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Dabei ist zu beachten, dass auch wenn ein Gesundheitsschaden vorliegt
und entsprechend der Unfallbegriff erfüllt ist, ein Unfall erst Anspruch auf
Versicherungsleistungen begründet, wenn der durch das Unfallereignis
eingetretene Gesundheitsschaden eine Heilbehandlung, eine
Arbeitsunfähigkeit oder den Tod eines Versicherten nach sich zieht
(PATRICK THOMANN, in: STEIGER-SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der
Sozialen Sicherheit, Basel 2014, S. 577; GUSTAVO SCARTAZZINI / MARC
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HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 2012, § 17
N. 64 S. 462).
b) Die Verfahrensparteien sind sich darin einig, dass der bei der
Beschwerdegegnerin versicherte Ehemann der Beschwerdeführerin,
B._ (nachfolgend: Versicherter), am 22. Juni 2014 in der
Schrebergartenanlage vom Kirschbaum fiel und mit dem Kopf auf die
dortigen Steinplatten aufschlug. Mit diesem Ereignis war eine plötzliche
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper des
Versicherten verbunden. Um als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu
gelten, ist darüber hinausgehend erforderlich, dass die Verletzungen, die
sich der Versicherte beim Sturz vom Kirschbaum zuzog, zu dessen Tod
geführt haben, mithin der Tod des Versicherten in natürlichem und
adäquatem Kausalzusammenhang zum Sturz vom Kirschbaum steht
(BGE 129 V 177 E.3). Dass diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid mit der
Begründung verneint, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass der Tod des Versicherten auf den Sturz vom Kirschbaum
und damit ein Unfallereignis zurückzuführen sei. Nachfolgend ist zu
prüfen, ob diese Auffassung zutreffend ist.
3. a) Ob zwischen einem Ereignis und einem Gesundheitsschaden (Tod,
Invalidität, Krankheit) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist in
der Unfallversicherung nach der Theorie "conditio sine qua non" zu
beurteilen. Danach gelten als Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung
des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall
die alleinige oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen
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Schädigung ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit
anderen Bedingungen die Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat,
der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177
E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-
JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung
[UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 53).
b) Das Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem
Ereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden ist eine Tatfrage.
Dieser Beweis wird dadurch erschwert, dass der Vorgang im Zeitpunkt
des Beweisverfahrens bereits abgeschlossen ist und regelmässig
rekonstruiert werden muss. Hierfür muss häufig mit Indizien und
Hypothesen gearbeitet werden, die nach den Umständen vernünftiger
Weise in Betracht fallen, was einen strikten Beweis im Allgemeinen
ausschliesst. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen einem
schädigenden Ereignis und dem eingetretenen Gesundheitsschaden gilt
indessen, wie im Sozialversicherungsrecht üblich, bereits als erstellt,
wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen ist. Dies ist zu bejahen, wenn der behauptete
leistungsbegründende, natürliche Kausalzusammenhang unter
Würdigung aller relevanten Sachumstände als der Wahrscheinlichste aller
möglichen Geschehensabläufe erscheint. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches
folglich nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je
mit Hinweisen; ALEXANDER RUMO-JUNGO / ANDRÉ-PIERRE HOLZER, in:
MURER / STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Zürich / Basel / Genf 2012, Art. 6 S. 54). Der Beweis betreffend den
natürlichen Kausalzusammenhang wird in erster Linie mittels der
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Angaben medizinischer Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts
8C_178/2010 vom 22. Juni 2010 E.4.1; RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O.,
Art. 6 S. 55), wobei die Unfallversicherungsgesellschaft die erforderlichen
Sachverhaltsabklärungen von Amtes wegen vorzunehmen hat (Art. 43
Abs. 1 ATSG). Lässt sich der behauptete Kausalzusammenhang trotz
Ausschöpfung aller in Betracht fallenden Beweismittel nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, so geht diese
Beweislosigkeit zu Lasten der beweisbelasteten Partei. Im
Sozialversicherungsrecht existiert kein Grundsatz, wonach die Verwaltung
oder das im Beschwerdefall angerufene Gericht im Zweifel zu Gunsten
des Versicherten zu entscheiden hat (BGE 129 V 477 E.4.2.1; URS
MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern
2010, § 25 N. 1753).
4. a) Die Kantonspolizei Graubünden stufte den Tod des Versicherten als
unklar ein, weshalb die Staatsanwaltschaft Graubünden eine
rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams des Versicherten beim
Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals Graubünden veranlasste.
Der verantwortliche Rechtsmediziner, Dr. med. F._, Facharzt für
Rechtsmedizin FMH, beschrieb in seinem Bericht über die forensische
Leichenuntersuchung (Legalinspektion) vom 23. Juni 2014 zunächst die
von ihm aufgrund der Leichenschau erhobenen Befunde (Beilagen der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 21, Beilagen der Beschwerdeführerin [Bf-
act.] 7). Davon ausgehend hielt er alsdann schlussfolgernd fest, am
Leichnam keine Verletzungen festgestellt zu haben, die einer
grossflächigen Quetschung der Gesichtshälfte links entsprechen würden.
Bei der Wunde am Scheitel handle es sich um eine Rissverletzung, diese
sei sekundär infolge von Scherkräften beim Sturz aufs Gesicht links
entstanden. Hinweise für einen Bruch des Schädeldaches, der
Schädelbasis oder der Halswirbelsäule bestünden nicht. Die am
Leichnam eher spärlich festgestellten Totenflecken könnten auf einen
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Blutverlust nach innen oder aussen hinweisen. Die Befunde seien
vereinbar mit einem Sturz aus Höhe auf das Gesicht links. Die Blutung
am Oberarm rechts könnte beim Sturz im Geäst aufgetreten sein. Ob der
Verstorbene zum Zeitpunkt des Sturzes eine Kreislauffunktion gehabt
habe, könne aufgrund der äusseren Besichtigung nicht entschieden
werden. Deshalb müsse offenbleiben, ob es sich beim Todesfall um einen
natürlichen Tod, also einen Sturz ausgelöst durch ein natürliches inneres
Geschehen, oder um einen Unfall, ausgelöst zum Beispiel durch eine
Ungeschicklichkeit oder einen Abbruch des Astes, handle. Unklar bleibe
auch, ob der Mann unter Einfluss bewusstseinsverändernder Wirkstoffe,
wie zum Beispiel Trinkalkohol, Medikamente oder Betäubungsmittel,
gestanden sei. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung am Tode des Mannes
ergäben sich nicht (Bg-act. 21 S. 2, Bf-act. 7 S. 2).
b) Der von der Staatsanwaltschaft Graubünden mit der Untersuchung des
Leichnams des Versicherten beauftragte Dr. med. F._ ist als
Rechtsmediziner befähigt, eine Leicheninspektion durchzuführen, die
entsprechenden Befunde zu erheben und mittels Erfahrungssätzen die in
Betracht fallenden Todesarten (Delikt, Unfall, Krankheit)
herauszuschälen. Seine Ausführungen im Bericht vom 23. Juni 2014 sind
überdies in sich schlüssig und überzeugend begründet. Unter diesen
Umständen besteht für das Gericht kein Anlass, an der Richtigkeit seiner
Schlussfolgerungen zu zweifeln, wonach aufgrund der äusseren
Inspektion der Leiche des Versicherten eine Krankheit als Todesart
gleichermassen wahrscheinlich ist wie ein Versterben infolge der
Verletzungen, die sich der Versicherte beim Sturz vom Kirschbaum zuzog
(Unfall). Sich auf diese Beurteilung stützend hielt bereits der Kreisarzt, Dr.
med. E._, am 14. August 2014 fest, die festgestellten Befunde
(hauptsächlich grossflächige Quetschungen der Gesichtshälfte links)
seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Todesursache, da
nicht bekannt sei, woran der Versicherte gestorben sei (Bg-act. 23).
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c) Die übrigen Beweismittel helfen in dieser Beziehung nicht weiter. Freilich
geht sowohl aus dem Kriminalrapport vom 25. Juli 2014 (vgl. Bg-act. 22,
Bf-act. 4) als auch aus der Fotodokumentation vom 18. Juli 2014 (Bg-
act. 39, Bf-act. 3) hervor, dass der Beschwerdeführer am 22. Juni 2014
tot in seiner Gartenparzelle in der Schrebergartensiedlung in X._,
seitlich auf dem Plattenboden neben dem Kirschbaum liegend, gefunden
wurde. Sein Gesicht war beim Eintreffen der Kantonspolizei Graubünden
schon blau verfärbt und eine Rissquetschwunde prangerte auf der Stirn
des Aufgefundenen. Unmittelbar beim Kopf des Versicherten hatte sich
auf den Steinplatten überdies eine grössere Blutlache gebildet. Entdeckt
wurden ausserdem eine am Stamm des Kirschbaums angelehnte Leiter,
ungefähr auf der Höhe von 2.75 m ein abgebrochener Ast und auf der
Höhe von 3.65 m ein mit Kirschen gefüllter Kessel. Aufgrund der im
Übrigen getätigten Abklärungen folgerte die Kantonspolizei Graubünden
aus dieser Auffindesituation, der Versicherte sei im Zeitraum von 16.00
Uhr bis 17.45 Uhr vom Kirschbaum gefallen und dabei mit dem Kopf
aufgeschlagen (Bf-act. 22 S. 3 f., Bf-act. 4 S. 3 f.). Diese
Schlussfolgerung ist zweifellos zutreffend. Daraus ergibt sich indessen
nicht, dass der Versicherte, als er vom Kirschbaum fiel, noch lebte, zumal
die Kantonspolizei Graubünden keine Zeugen finden konnte, die den
interessierenden Sturz beobachtet haben. Aus den polizeilichen
Ermittlungsakten kann für die hier interessierende Frage nach der
Todesart (Krankheit oder Unfall) somit nichts abgeleitet werden.
d) In Würdigung der Akten gelangt das Gericht damit zum Schluss, dass es
zwar möglich ist, dass die Verletzungen, die sich der Versicherte beim
Sturz vom Kirschbaum zuzog, zu dessen Tod geführt haben. Ebenso gut
denkbar ist jedoch, dass er auf dem Baum stehend an einer inneren,
körperlichen Ursache (Krankheit) starb und bereits tot vom Kirschbaum
fiel. Welche dieser beiden Geschehensabläufe unter den gegebenen
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Umständen wahrscheinlicher gewesen ist, hätte sich nach der insofern
übereinstimmenden Auffassung der Verfahrensparteien mittels einer
Autopsie des Leichnams des Versicherten ermitteln lassen. Diese
rechtsmedizinische Untersuchung hätte es ermöglicht, den Sterbevorgang
zu rekonstruieren und dadurch die Todesursache (Unfall, Krankheit)
festzustellen. Da eine Autopsie jedoch unterblieben und zum jetzigen
Zeitpunkt nicht mehr nachgeholt werden kann, steht dieses Beweismittel
nicht mehr zur Verfügung. Dass andere Beweismittel existieren, die neue
Erkenntnisse bezüglich des für die Bestimmung der Todesart
massgeblichen Sachverhalts erwarten lassen, wurde von den
Verfahrensparteien nicht geltend gemacht und ist nicht ersichtlich. Die
(noch) vorhandenen Beweisvorkehren wurden demnach alle getätigt,
womit der Sachverhalt als umfassend untersucht anzusehen ist. Aufgrund
der erfolgten Sachverhaltserhebungen steht nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Tod des Beschwerdeführers auf den
Sturz vom Kirschbaum zurückzuführen ist.
5. a) Die Folgen dieser (objektiven) Beweislosigkeit hat aufgrund der
allgemeinen, aus Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB;
SR 210) abgeleiteten Regelungen die Beschwerdeführerin zu tragen, die
aus dem Vorliegen eines Unfallereignisses im Sinne von Art. 4 ATSG
Rechte ableitet (vgl. dazu BGE 126 V 319 E.5a, 117 V 261 E.3b; Urteile
des Bundesgerichts 9C_189/2015 vom 11. September 2015 E.5.1,
8C_513/2011 vom 22. Mai 2012). Das Bundesgericht hat allerdings
verschiedentlich entschieden, dass die Beweislast gestützt auf den
verfassungsmässigen Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV;
SR 101]) umzukehren ist, wenn eine Partei einen Beweis nicht erbringen
kann aus Gründen, die von der zuständigen Versicherungsgesellschaft zu
verantworten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_693/2010 vom 25. März
2011 E.12, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 235/04
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vom 18. Januar 2005 E.3.2). Davon ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung namentlich auszugehen, wenn eine
Versicherungsgesellschaft in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) auf die Abnahme eines Beweismittels verzichtet
und dem Versicherten dadurch die Beweisführung verunmöglicht. So hat
das Eidgenössische Versicherungsgericht beispielsweise festgestellt, es
gehe nicht an, in Verletzung der Aktenführungspflicht den Briefumschlag
einer Eingabe nicht zu den Akten zu nehmen und anschliessend dem
Versicherten entgegenzuhalten, er könne den Beweis für die
Rechtzeitigkeit der Postaufgabe nicht führen. Dieses Verhalten
verunmögliche das Beweisführungsrecht des Versicherten und
widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben. Deshalb habe der
Versicherte die Nachteile der Beweislosigkeit nicht zu tragen und seine
Einsprache habe als rechtzeitig eingereicht zu gelten (Urteil des
Bundesgerichts 8C_693/2010 vom 25. März 2011 E.12; vgl. UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 43 N. 66 ff.;
BARBARA KOBEL, in: ZÜND / PFIFFNER RAUBER [Hrsg.], Gesetz über das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich / Basel /
Genf 2009, § 23 N. 43 S. 260).
b) Unter Berufung auf diese Rechtsprechung fordert die Beschwerdeführerin
vorliegend die Beweislast betreffend die Verwirklichung des versicherten
Risikos umzukehren, da es die Beschwerdegegnerin versäumt habe, den
Leichnam des Versicherten obduzieren zu lassen und es der
Beschwerdeführerin dadurch verunmöglicht habe, zu beweisen, dass der
Versicherte infolge des Sturzes vom Kirschbaum gestorben sei.
Diesbezüglich ist unbestritten und aufgrund des Berichts von Dr. med.
F._ vom 23. Juni 2014 (vgl. Bg-act. 21; Bf-act. 7) plausibel, dass die
Todesursache und damit die Todesart vorliegend mittels einer Obduktion
des Leichnams des Versicherten zumindest insofern hätte ermittelt
werden können, als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätte
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festgestellt werden können, ob der Versicherte als Folge einer Krankheit
oder eines Unfalls zu Tode gekommen ist. Streitig ist dagegen, ob die
Beschwerdegegnerin eine solche rechtsmedizinische Untersuchung
schuldhaft nicht angeordnet hat und die Beschwerdegegnerin dadurch in
einen Beweisnotstand geraten ist, dem durch eine Umkehr der Beweislast
Rechnung zu tragen ist.
aa) In Bezug auf den erstgenannten Punkt gilt es zunächst zu beachten, dass
der Hausarzt des Versicherten der Beschwerdegegnerin am 23. Juni
2014 und damit zwei Tage vor der Beerdigung des Versicherten
telefonisch mitteilte, der Versicherte sei anscheinend von einem
Kirschbaum gestürzt und habe sich tödliche Verletzungen zugezogen. Die
Polizei sei vor Ort gewesen und der Leichnam an die Rechtsmedizin des
Kantonspitals Graubünden überwiesen worden (Bg-act. 4). Gleichentags
holte die Beschwerdegegnerin die von der Kantonspolizei Graubünden
veröffentlichte Meldung zum Vorfall 22. Juni 2014 ein (Bg-act. 1). Tags
darauf nahm sie ferner Kenntnis von den beiden Todesanzeigen, die in
der Südostschweiz erschienen waren (Bg-act. 2). Schliesslich informierte
die C._ AG die Beschwerdegegnerin mit elektronischer
Schadenmeldung vom 24. Juni 2014 über den interessierenden Vorfall
(Bg-act. 4). Diese Schadenmeldung verarbeitete die Beschwerdegegnerin
am 25. Juni 2014 (Bg-act. 4). Gleichentags kondolierte sie der
Beschwerdeführerin (Bg-act. 6), holte per E-Mail ergänzende Auskünfte
bei der C._ AG ein (Bg-act. 7), forderte bei der Kantonspolizei
Graubünden den Polizeirapport zum interessierenden Vorfall an (Bg-
act. 8) und ersuchte das rechtsmedizinische Institut des Kantonsspitals
Graubünden um Zustellung des Berichts über die beim Versicherten
durchgeführte Obduktion (Bg-act. 8). Bei dieser Sachlage steht ausser
Frage, dass die Beschwerdegegnerin schon vor der Beerdigung vom
25. Juni 2014 Kenntnis vom Tod des Versicherten hatte und damit
Gelegenheit gehabt hätte, in Anwendung von Art. 43 Abs. 1 ATSG i.V.m.
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Art. 60 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV;
SR 832.202) eine Obduktion des Leichnams des Versicherten
anzuordnen.
bb) Dabei war sich die Beschwerdegegnerin, wir ihr Schreiben an das
rechtsmedizinische Institut des Kantonsspitals Graubünden zeigt (vgl. Bg-
act. 8), durchaus bewusst, dass eine solche rechtsmedizinische
Untersuchung für die Ermittlung der Todesart erforderlich sein könnte. Sie
nahm jedoch offenbar an, die Staatsanwaltschaft Graubünden hätte eine
Obduktion des Leichnams veranlasst. Gemäss Art. 253 Abs. 1 der
Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) hat die Staatsanwaltschaft zur
Klärung der Todesart oder zur Identifizierung des Leichnams indessen
nur eine Legalinspektion (Leichenschau) durch eine sachverständige
Ärztin oder einen sachverständigen Arzt anzuordnen. Weitergehende
rechtsmedizinische Untersuchungen, wie insbesondere eine Obduktion,
erfolgen nur, wenn Hinweise auf eine Straftat bestehen oder die Identität
des Verstorbenen nicht feststeht (Art. 253 Abs. 3 StPO; vgl. ULRICH
ZOLLINGER, in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar,
Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, Art. 253 N. 42). Allein
die Eröffnung einer Strafuntersuchung zur Abklärung eines Todesfalls
gewährleistet somit nur, dass der Leichnam einer Legalinspektion
unterzogen, nicht jedoch dass eine Obduktion durchgeführt wird. Von
einer Unfallversicherungsgesellschaft ist zu erwarten, dass sie diese
Rechtslage kennt. Sie darf daher im Falle einer strafrechtlichen
Untersuchung des Todes eines Versicherten nicht darauf vertrauen, dass
die Staatsanwaltschaft eine Obduktion veranlasst. Vielmehr muss sie,
sobald sie Kenntnis vom Tod des Versicherten erhält, unverzüglich die
zuständige Staatsanwaltschaft kontaktieren und in Erfahrung bringen, ob
diese zusätzlich zur Legalinspektion eine Obduktion angeordnet hat. Stellt
sich heraus, dass im Strafverfahren eine solche rechtsmedizinische
Untersuchung unterblieben ist, so hat die Unfallversicherungsgesellschaft
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die Möglichkeit, im Hinblick auf die Bestimmung der Todesart (Unfall oder
Krankheit) gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 60 UVV eine
Obduktion des Leichnams des Versicherten anzuordnen, sofern die
Angehörigen hiermit einverstanden sind. Um diesen Entscheid zu fällen,
stehen der Unfallversicherungsgesellschaft nach Eintritt des Todes eines
Versicherten wenige Stunden bis Tage zur Verfügung, bevor der
Leichnam des Versicherten bestattet und diese Beweisvorkehr dadurch
verunmöglicht (Kremation) oder zumindest erheblich erschwert wird. Mit
einer ausgezeichneten Arbeitsorganisation und geschulten Mitarbeitern,
welche die Notwendigkeit des sofortigen Handelns erkennen, kann jedoch
gewährleistet werden, dass die erforderlichen Schritte eingeleitet und der
Leichnam eines Versicherten vor dessen Beerdigung obduziert wird.
Diese Vorkehren, die nach den Umständen geboten sind, hat eine
Unfallversicherungsgesellschaft zu treffen.
cc) Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, ihre Betriebsabläufe
entsprechend organisiert und ihre Mitarbeiter im Hinblick auf die
vorliegende Problematik besonders instruiert sowie allenfalls erforderliche
Weisungen erlassen zu haben. Dadurch hat sie die unter den gegebenen
Umständen gebotene Sorgfalt missachtet. Im vorliegenden Fall kommt
hinzu, dass die Beschwerdegegnerin bereits am 24. Juni 2014 Kenntnis
von den beiden Todesanzeigen hatte, die in der Südostschweiz
erschienen waren (Bg-act. 2), und damit wusste, dass der
Beschwerdeführer am 25. Juni 2014 beerdigt werden sollte (Bg-act. 2).
Unter diesen Umständen hätte für die Beschwerdegegnerin klar sein
müssen, dass die Staatsanwaltschaft den Leichnam bereits am 23. Juni
2014 freigegeben und keine Obduktion angeordnet hatte. Spätestens zu
diesem Zeitpunkt hätte sich die Beschwerdegegnerin deshalb
unverzüglich mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Verbindung
setzen und in Kenntnis des Berichts über die beim Versicherten
durchgeführte Legalinspektion die für die Bestimmung der Todesart
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unerlässliche Obduktion des Leichnams des Versicherten vor dem
25. Juni 2014 anordnen können. Indem die Beschwerdegegnerin diese
Sachverhaltserhebung unterliess, missachtete sie die unter den
gegebenen Umständen gebotene Sorgfalt. Dieses Verhalten ist der
Beschwerdegegnerin als schuldhafte Verletzung der ihr obliegenden
Untersuchungspflicht anzulasten.
dd) Was die Beschwerdegegnerin gegen diese Betrachtungsweise
einwendet, vermag nicht zu überzeugen. Soweit sie geltend macht,
aufgrund der ihr zunächst vorliegenden Informationen keinen Anlass
gehabt zu haben, am Vorliegen eines Unfallereignisses zu zweifeln, dürfte
dies wohl zutreffen (vgl. Zugang des Berichts von Dr. med. F._ am
28. Juli 2014 Bg-act. 21). Ebenso mag es aus betrieblichen Gründen
verständlich und durchaus nachvollziehbar gewesen sein, dass die
Beschwerdegegnerin im Juni 2014 auf eine Obduktion des Leichnams
des Versicherten verzichtete. Dies ändert indessen nichts daran, dass die
Beschwerdegegnerin mit diesem Verhalten die gebotene Sorgfalt bei der
Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts missachtete, was ihr als
Pflichtversäumnis entgegenzuhalten ist. Wenn die Beschwerdegegnerin
zu ihrer Entlastung im Weiteren vorbringt, von der
Versicherteneigenschaft und damit ihrer Zuständigkeit erst mit der
Schadenmeldung durch den Arbeitgeber Kenntnis erhalten zu haben, die
sie am 25. Juni 2014 und damit am Tag der Beerdigung bearbeitet habe,
kann ihr nicht gefolgt werden. Denn die Beschwerdegegnerin hat schon
vor dem Eingang der fraglichen Schadenmeldung Beweiserhebungen
getätigt, indem sie eine Aktennotiz über das mit dem Hausarzt des
Versicherten geführte Telefonat verfasste (Bg-act. 4), am 23. Juni 2014
die von der Kantonspolizei Graubünden veröffentliche Meldung zum
Vorfall 22. Juni 2014 einholte und im Dossier niederlegte (Bg-act. 1) und
am 24. Juni 2014 die in der Südostschweiz publizierten Todesanzeigen
aktenkundig machte (Bg-act. 3). Bereits zum damaligen Zeitpunkt ging sie
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davon aus, der Verstorbene sei bei ihr versichert und nahm jene
Sachverhaltsabklärungen vor, welche ihr erforderlich erschienen. Im
Übrigen hätte sie ungeachtet ihrer Zuständigkeit jene Beweisvorkehren
treffen müssen, welche für die Beurteilung der im Raum stehenden
Versicherungsleistungen erforderlich sein könnten und zu einem späteren
Zeitpunkt mutmasslich nicht mehr möglich gewesen wären. Selbst wenn
der Versicherte nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert gewesen
wäre, hätte sie folglich dafür sorgen müssen, dass dessen Leichnam
obduziert wird oder die zuständige Versicherungsgesellschaft so rasch als
möglich über den Eintritt des geltend gemachten Versicherungsfalls
informieren müssen. Mit dem Argument, ihre Zuständigkeit sei im
Zeitpunkt, als sie die Obduktion hätte anordnen müssen, nicht geklärt
gewesen, vermag sich die Beschwerdegegnerin somit nicht zu entlasten.
Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin die ihr obliegende
Untersuchungspflicht verletzt, indem sie keine Obduktion des Leichnams
des Versicherten veranlasste.
ee) Eine solche Verletzung der Untersuchungspflicht führt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung allerdings nur zu einer
Beweislastumkehr, wenn der beweisbelasten Partei hierdurch die
Beweisführung verunmöglicht wird. Nur in diesem Fall liegt eine
Beweisvereitelung vor, die eine Umkehr der Beweislast zu rechtfertigen
vermag (vgl. vorne E.4a). Diesbezüglich weist die Beschwerdegegnerin
durchaus zu Recht darauf hin, der Leichnam des Versicherten hätte sich,
nachdem er von der Staatsanwaltschaft Graubünden freigegeben worden
sei, in der Herrschaft der Beschwerdeführerin befunden und diese hätte
selbst dessen Obduktion veranlassen können. Zudem hätte sie die
Möglichkeit gehabt, die Beschwerdegegnerin zu ersuchen, eine Autopsie
anzuordnen, um die Todesart abzuklären. Bei dieser Argumentation lässt
die Beschwerdegegnerin ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin ihren
Ehemann am 22. Juni 2014 überraschend verlor und sich zunächst mit
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dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes auseinandersetzen musste.
Zudem hatte sie innert drei Tagen eine Beerdigung zu organisieren.
Aufgrund der Auffindesituation bestand für sie, wie die
Beschwerdegegnerin selbst einräumt, im Übrigen keine Veranlassung
anzunehmen, es könnte im Hinblick auf die Versicherungsleistungen
erforderlich sein, den Leichnam des Versicherten obduzieren zu lassen
(vgl. Beschwerdeantwort vom 6. März 2015 Ziff. 9.5). Dies gilt umso
mehr, als die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Schreiben
vom 25. Juni 2014 (Bg-act. 6) mitteilte, zu den Versicherungsleistungen
noch nicht Stellung nehmen zu können. Sobald sie (die
Beschwerdegegnerin) die Abklärungen durchgeführt habe, werde sie die
Beschwerdeführerin über die Leistungen orientieren. Sie bitte die
Beschwerdeführerin um etwas Geduld. Vor diesem Hintergrund konnte
und durfte sich die Beschwerdeführerin darauf verlassen, dass die
Beschwerdegegnerin – wie angekündigt – die erforderlichen Abklärungen
vornimmt. Sie ist folglich ohne ihr Verschulden in eine Beweisnot geraten.
ff) Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht
vorliegend schuldhaft verletzte, indem sie davon absah, den Leichnam
des Versicherten obduzieren zu lassen. Durch dieses Verhalten vereitelte
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die Beweisführung
betreffend der Ursache, welche zum Tod des Versicherten führte,
weshalb nicht feststeht, ob der Versicherte am 22. Juni 2014 infolge einer
Krankheit oder eines Unfalls zu Tode gekommen ist. In Anwendung des
verfassungsmässigen Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3
BV) erfolgt deshalb vorliegend hinsichtlich des Eintritts des Unfalls als
versichertes Risiko eine Beweislastumkehr. Es obliegt somit der
Beschwerdegegnerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen,
dass der Versicherte am 22. Juni 2014 nicht an den Folgen eines Unfalls
verstorben ist. Dieser Beweis ist ihr aufgrund der Aktenlage nicht
gelungen (vgl. vorne E.4). Demzufolge gilt als mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit als ausgewiesen, dass der Versicherte am 22. Juni
2014 infolge des Sturzes vom Kirschbaum gestorben ist. Ein solches
Ereignis ist nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet, den Tod herbeizuführen. Der Versicherte ist
folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an den Folgen eines
Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG verstorben.
6. a) Nach dem vorangehend Ausgeführten hat die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid das Vorliegen eines Unfalls im Sinne
von Art. 4 ATSG zu Unrecht verneint. Damit erweist sich der
angefochtene Einspracheentscheid als widerrechtlich, weshalb er in
Gutheissung der vorliegenden Beschwerde aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, der Beschwerdeführerin die
infolge des Unfalls vom 22. Juni 2014 geschuldeten
Hinterlassenenleistungen zu erbringen.
b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren im Bereich der Unfallversicherung nach Art. 61 lit. a
ATSG, abgesehen von vorliegend ausser Betracht fallenden Ausnahmen,
kostenlos ist.
c) Die Beschwerdeführerin ist mit dem von ihr gestellten Rechtsbegehren
zur Gänze durchgedrungen, weshalb ihr gemäss Art. 61 lit. g ATSG die
Parteikosten zu ersetzen sind. Diese werden vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht
in seiner Honorarnote vom 16. April 2015 Aufwendungen im Betrag von
Fr. 4'950.20, bestehend aus einem Honorar von Fr. 4'450.-- (17.80
Stunden à Fr. 250.--), Kleinspesen von Fr. 133.50 sowie einer
Mehrwertsteuer von Fr. 366.70 (8 % von Fr. 4'583.50), geltend. In dieser
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Forderung sind jedoch auch Aufwendungen für das vorinstanzliche
Verfahren mitenthalten, die als vorprozessualer Aufwendungen im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht entschädigt werden
können (vgl. Honorarnote vom 16. April 2015). Werden diese Positionen
in Abzug gebracht, so resultieren Kosten im Betrag von Fr. 2'558.55 (9.2
Stunden [17.80 Stunden – 1.00 Stunde (27.10.2014) – 0.30 Stunde
(29.20.2014) – 1.00 Stunde (03.11.2014) – 0.80 Stunde (04.11.2014) –
05.00 (06.11.2014) – 0.50 (07.11.2014)] à Fr. 250 = Fr. 2'300.-- +
Kleinspesen 69.-- [0.03 x Fr. 2'300.--] + Mehrwertsteuer Fr. 189.55 [0.08 x
Fr. 2'369.--]). Ein solcher Aufwand erscheint dem Gericht angesichts der
Schwierigkeit der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen und der
Bedeutung der Streitsache ohne weiteres als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das vorliegende
Beschwerdeverfahren demzufolge aussergerichtlich mit Fr. 2'558.55 (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.