Decision ID: dbf95167-5989-4f27-8d6e-71fdba7eec2e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
arbeitete seit 1
2
.
Juli
2010
beim
Personalvermitt
lungsunternehmen
Y._
und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Un
fällen versichert
(
Urk.
10/1)
. Am
2.
Dezember 2010
musste er mit seinem „Volvo V40 Kombi“
vor einem Fussgängerstreifen
abbremsen und das
nachfolgende
Fahrzeug
des Modells
„C
h
rysler
Voyager
“
fuhr
auf das Heck seines
Autos auf
(
Urk.
10/5 S. 4,
Urk.
10/10 S. 1,
Urk.
10/11 S. 1,
Urk.
10/20 S. 5,
Urk.
10/28
,
Urk.
10/43
S. 4
).
Die Erstbehandlung erfolgte vom
2.
bis
4.
Dezember 2010 im
Z._
,
wo ein Auf
fahrunfall mit Halswirbelsäulen (HWS)-Distorsion und Verdacht auf
Contusio
spinalis
mit Kribbelparästhesie C5/C6 beidseits dia
gnostiziert wurde
(
Urk.
10/7
,
Urk.
10/11 S. 1
)
.
Die SUVA erbrachte Heil
be
handlung und Taggeld (Urk. 10/84)
.
Sie zog in der Folge
das Gutachten des
Fahr
zeugexpertendienstes
der Allianz Suisse vom 22. Dezember 2010
bei
(Urk. 10/28)
und
veran
lasste das ambulante Assessment
in
der
Klinik A._
vom 1
6.
Februar 2011 (
Urk.
10/20).
Mit Schreiben vom
8.
März 2011 teilte
die SUVA
X._
unter Hinweis auf die Ergebnisse des ambulan
ten Assessments mit, dass sie ihre Taggeldleistungen per 1
4.
März 201
1
einstelle und ihn ab 1
5.
März 201
1
als zu 100
%
arbeitsfähig
betrachte
(
Urk.
10/22).
Der Versicherte begab sich am 1
1.
März 2011
in das
Schmerzam
bulatorium
des
Z._
(
Urk.
10/39).
Mit Verfügung
8.
April 2011 hielt
die SUVA
an der Einstellung des Taggeldes per 1
4.
März 201
1
fest (
Urk.
10/35).
Sie
nahm die gutachterliche Stellung
nahme der
B._
vom 10. Mai 2011 (Urk. 10/43) zu den Akten und
gab bei der
C._
die bio
me
chani
sche Kurzbeurteilung (Triage) vom 1
1.
Mai 2011 in Auftrag (
Urk.
10/40).
Der Kreisarzt der SUVA nahm am 1
3.
Mai 2011 Stellung (
Urk.
10/41).
X._
erhob am 27. Mai 2011 Einsprache gegen die Ver
fügung vom 8. April 2011 (Urk. 10/46
S. 1-2
). Die SUVA zog diese Ver
fügung am 27. Juni 2011 zu
rück und richtete
– auf Basis einer 50%igen Arbeitsfähigkeit von
X._
ab 1
3.
Mai 2011 –
wieder Versicherungsleistungen aus (Urk. 10/49).
Vom 2
5.
Ja
nuar bis 2
0.
März 2012 befand sich
X._
in tagesklinischer Be
handlung im
D._
(Urk. 10/124 S. 1).
Am 1
4.
August 2012 fand eine Untersuchung durch den SUVA-Kreisarzt statt (Urk.
10/140).
Zur Ab
klärung der Schwindelbeschwerden wies
die
SUVA den Ver
sicherten dem Interdis
ziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichge
wichts
stör
ungen des
Z._
zu
, wo er am 1
1.
Februar 2013 untersucht wurde
(
Urk.
10/163).
1.2
Mit Verfügung vom
5.
März 2013 stellte die SUVA ihre Versicherungsleistungen mangels Vorliegen adä
quater Unfallfolgen per 3
1.
März 2013 ein und verneinte
einen
Anspruch von
X._
auf
Invalidenrente und
Integritätsent
schä
digung
(Urk.
10/164).
Die Krankenver
siche
rung von
X._
, d
ie
avanex
Versicherungen AG,
erhob
am 1
4.
März 2013
Einsprache
gegen die Verfügung vom 5. März 2013
(Urk. 10/167, mit
Ein
sprachebegründung
vom
2.
April 2013,
Urk.
10/169)
.
X._
erhob am
3.
April 2013 eben
falls Einsprache
(
Urk.
10/171
)
.
Mit Eingabe vom 2
2.
August 2013 liess er seine Einsprache er
gänzend begründen (
Urk.
10/187).
Die
SUVA
wies die Einsprachen
mit Ent
scheid vom 18. September 2013 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen führte
X._
am 22. Oktober 2013 Beschwerde und
bean
tragte
, in Aufhebung des ange
fochtenen
Ein
spracheentscheids
sei ihm eine Rente auf Basis eines Invaliditätsgrades von 100 % sowie eine
Integritätsent
schädigung
auf Basis einer Integritätseinbusse von 50 % zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Ferner stellte er die Verfahrensanträge, dass ihm die vollumfängliche Akteneinsicht zu gewähren und ihm eine ent
sprechende Nachfrist zur weiteren Begründung anzusetzen sei sowie, dass ein zweiter Schriftenwechsel durchzu
führen sei (Urk. 1 S. 2). Schliesslich beantragte der Beschwerdeführer, ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechtsanwalt Philip
Stolkin
zu seinem unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen (Urk. 1 S. 2).
Mit
V
erfügung vom 6. November 2013 wurde keine Nachfrist zur Ergänzung
der
Beschwerdeschrift
vom 2
2.
Oktober 2013
gewährt und der
Beschwerde
geg
nerin
Frist zur Einreichung der
Beschwerde
ant
wort
sowie ihrer Akten angesetzt. Dem Beschwerdeführer wurde ausserdem Ge
legenheit gegeben, sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu substan
tiieren (Urk. 4).
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Eingabe vom 20. November 2013, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, da diese verspätet erhoben worden sei (Urk. 6 S. 2). Mit einer weiteren Eingabe vom 4. Dezember 2013 erklärte die Beschwerdegegnerin, zwischenzeitlich durchgeführte weitere Abklärungen hät
ten ergeben, dass der angefochtene Entscheid möglicherweise erst am 23. Sep
tember 2013 beim Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingegangen sei; das Gericht habe von Amtes wegen zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzei
tig erhoben worden sei
(
Urk.
8 S. 3)
. Soweit auf die Beschwerde vom 22. Oktober 2013 ein
zutreten sei, sei sie abzuweisen (Urk. 8
S. 2
). Gleichzeitig legte sie die
Verfahrensak
ten
auf (Urk. 10/1-191).
Der Beschwerdeführer reichte dem Gericht mit Eingabe vom 23. Januar 2014 das ausgefüllte Formular zur Abklärung der
prozessualen Bedürftigkeit und
einige
Belege ein (Urk. 12, Urk. 13/1 und Urk. 13/3-8, Urk. 14).
Mit Verfügung vom 31. Januar 2014 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters vom 22. Oktober 2013 ab
gewiesen; gleichzeitig wurden ihm die Doppel der Eingaben der
Beschwerde
gegnerin
vom 20. November 2013 und 4. Dezember 2013 (Beschwerdeantwort) zugestellt (Urk. 15).
Der Beschwerdeführer nahm d
azu mit Eingabe vom
7.
März 2014 Stellung und ersuchte um Wiedererwägung des Entscheids betreffend unentgeltliche Rechts
pflege (
Urk.
19). Er legte
ausserdem
den Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie
sowie
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 2
5.
Januar 2014 (
Urk.
20/3)
auf
.
A
m 1
5.
April 2014
wurde
auf das Gesuch des Bes
chwerdeführers vom
7.
März 2014 um Wiedererwägung der Verfügung vom 3
1.
Januar 2014
nicht einge
tre
ten
.
Im Übrigen wurde
n
d
em Beschwerdeführer die Akten der Ver
waltung (
Urk.
10/1-191) zur Einsicht zugestellt (
Urk.
21).
Mit Eingabe vom 3
0.
Mai 2014
nahm die Beschwerdegegnerin zum Bericht von
Dr.
E._
vom
25. Januar 2014
Stellung
(
Urk.
24). Der Beschwerdeführer er
hielt eine Kopie dieser Eingabe (
Urk.
25).
M
it Eingabe vom 1
7.
Juli 2014
ersuchte der Beschwerdeführer
erneut
um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes
(
Urk.
26
,
Urk.
27/1-5
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Mit Eingabe vom 2
0.
November 2013
brachte
die Beschwerdegegnerin
vor
, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
am 1
7.
September 2013 einge
schrie
ben versandt und am 1
8.
September 2013 von einer Mitarbeiterin von Rechts
anwalt
Stolkin
entgegengenommen worden sei. Die Beschwerde vom 2
2.
Okto
ber 2013 sei daher nach Ablauf der 30
-
tägigen Rechtsmittelfrist zur Post ge
geben wor
den, weshalb darauf nicht eingetreten werden könne (
Urk.
6
S.
1). In der Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2013
wurde sodann ausgeführt
, zwi
schen
zeitlich hätten weitere
Abklärungen ergeben, dass am 1
9.
September 2013 ebenfalls eine eingeschriebene Sendung an Rechtsanwalt
Stolkin
aufge
geben
worden sei
, welche
seine Mitarbeiterin
am 2
3.
September 2013 bei der Post ab
geholt
habe
. Ob der angefochtene
Einspracheentscheid
nun am 1
7.
oder 1
9.
Sep
tember 2013 versandt worden sei, könne aufgrund der zur Verfügung stehenden Postbelege nicht mehr nachvollzogen werden (
Urk.
8 S. 3).
1.2
Zwar wurde Rechtsanwalt
Stolkin
bereits am 1
8.
September 2013 eine einge
schriebene Postsendung de
r
Beschwerdegegnerin zugestellt (
Urk.
7/1)
. A
ufgrund der vorliegenden Akten ist allerdings nicht erwiesen, dass
er
den
angefochtene
n
Einspracheentscheid
vom 1
8.
September 2013 (
Urk.
2)
bereits an diesem Tag erhalten
hat
. Rechtsanwalt
Stolkin
reichte mit Stellungnahme vom 7. März 2014 das Couvert
zum angefochtenen
Einspracheentscheid
ein (
Urk.
19 S. 2).
Diese
eingeschrieben
versandte
Postsendung der Beschwerdegegnerin (Urk. 20/1)
wurde
gemäss Sendungsverfolgung der Post am 2
3.
September 2013
zugestellt
(
Urk.
20/2).
Gegen eine bereits am 17. September 2013 erfolgte
Postaufgabe
des angefochtenen Entscheides spricht weiter, dass
dies
er gemäss Vermerk auf der
letzte
n
Seite vom Sachbearbeiter
der Beschwerdegegnerin
am 18. September 2013 unterzeichnet
worden ist
(Urk. 2 S.
15
).
Es kann
d
emnach
als erstellt betrachtet werden, dass
der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom 1
8.
Septem
ber 2013
von
Rechtsanwalt
Stolkin
am 23.
September
2013 entgegengenommen wurde
, womit die 30
-
tägige
Beschwerdefrist (
Art.
60 Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG])
mit der
Post
aufgabe
der Beschwerdeschrift am 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
1 und dazuge
höriger Briefumschlag) eingehalten wurde.
2.
2.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
ATSG
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der ver
sicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesundheits
schaden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
2.2.3
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzung der
Hals
wirbelsäule
, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
2.
3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3.3
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b
umschriebe
nen
Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(siehe zur Begründung der teilweise unterschiedlichen Kri
terien: BGE 117 V 359 E. 6a, letzter Absatz).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine diesem äquivalente Verletzung oder ein
Schädel-Hirn
trauma
erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen
Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
2.3.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausal
zusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl.
BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
träch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
3
.
3
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom 2. Dezember 2010 über den
31
.
März 2013
hinaus Leistungen zu erbringen hat, mithin, ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
2. Dezember 2010
stehen.
3
.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
September 2013
führte die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
aus, aufgrund der Berichte des
Z._
vom 1
3.
Dezember 2010, von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie,
vom
2.
April 2013 und
Dr.
G._
, Facharzt für Radiologie,
vom 1
4.
März 2013 sei anzunehmen, dass beim Beschwerdeführer aufgrund des Unfalles vom 2. De
zember 2010 keine objektivierbaren, somatischen Unfallfol
gen struktureller Art bestünden
. In den Berichten des
D._
vom 3
1.
Oktober 2011 und
9.
Mai 2012 sei beim Beschwerde
führer unter anderem eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung diagnosti
ziert worden. Es bestehe somit ein Beschwerdebild, das über die Definition des typischen
Beschwerde
bildes
eines Schleudertraumas der HWS hinausgehe (
Urk.
2 S. 7). Es sei vor
liegend von einem eigenständigen psy
chischen Beschwerdebild auszugehen, weshalb der adäquate Kausalzusam
men
hang gemäss denjenigen Kriterien zu prüfen sei
, die bei psychischen Störungen nach Unfällen gelten würden (Urk. 2 S. 8).
Die Adäquanz könne geprüft werden, weil die Heilbehandlung
bezüglich der somatischen Un
fallfolgen zum
Ein
s
tellungs
zeitpunkt
abgeschlossen gewesen sei, und die Adäquanz nach der vom Bundes
gericht mit BGE 115 V 133 be
grün
deten Rechtsprechung (sog. Psycho-Praxis), das heisst unter Ausklammerung der subjektive
n/psychischen Kom
ponenten, zu beurteilen sei (
Urk.
2 S. 13).
3
.3
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt, dass er immer noch an Gruppentherapiesitzungen des
D._
teilnehme. Es stehe noch nicht fest, inwieweit diese Therapieform nicht doch noch zu einer Besserung des Gesundheitsbildes führen könne, die Arbeitsfähigkeit also wieder hergestellt werden könne. Die
Adä
quanzprüfung
sei somit zu früh erfolgt (
Urk.
1 S. 5
, S. 7
).
Bezüglich des
Unfal
l
ereignisses
weist er darauf hin, dass dem
C._
-Bericht vom 1
1.
Mai 2011 ein „
DeltaV
von 16-18km/h“ zu entnehmen sei, er eine HWS-Stauchung und einen entsprechenden Schrecken erlitten habe, als das nachfolgende Fahrzeug von hinten schräg auf das Heck
seines Fahrzeugs
geprallt sei (
Urk.
1 S. 5).
Sämtliche der adäquanzrelevanten Kriterien seien erfüllt (
Urk.
1 S. 6).
Die
Beschwerde
gegnerin
habe die Untersuchungsmaxime verletzt, weil sie keinerlei
polydiszip
linäre
Abklärungen unternommen habe (
Urk.
1 S. 7).
Ange
sichts des Berichts von
Dr.
E._
vom 2
5.
Januar 2014, wo von einer
con
tusio
spinalis
ausge
gangen werde, müssten zumindest neue Abklärungen durch
geführt werden (
Urk.
19 S. 5).
Schliesslich
bemängelt der Beschwerdeführer, die
Beschwerde
gegnerin
habe gegen
Art.
8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)
verstossen
, weil die
Adäquanz
kriterien
einzig bei Menschen mit psychischen Leiden respektive mit einem HWS-Distorsionstrauma ange
wendet würden (
Urk.
1 S. 8).
4.
4.1
4.1.1
Die Ärzte des
Z._
stellten im Bericht vom 1
3.
Dezember 2010 die Diagnose Auf
fahrunfall mit HWS-Distorsion und Verdacht auf
Contusio
spinalis
mit Kribbelparästhesie C5/C6 beidseits (
Urk.
10/11 S. 1). Während des stationären Aufenthalts (vom
2.
bis
4.
Dezember 2010)
zeigten sich zunächst weiter
be
ste
hende
Kribbelparästhesien
im Bereich C5/C6 links mehr als rechts, ohne
Kraft
verlust
. Durch die MRI-Untersuchung der HWS
konnten
keine direkten
Traumafolgen
nachgewiesen werden, ebenso keine Instabilitätszeichen bei geringer
Bandscheibenprotrusion
im Bereich C5/C
6.
Im Verlauf sei es dann zur
Regredienz
der
Parästhesien
C5/C6 gekommen. Bei der Entlassung hätten keine muskulären Ausfälle bestanden. Die Ärzte des
Z._
attestierten dem Beschwer
deführer für den Zeitraum von
5.
bis 1
7.
Dezember 2010 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
10/11 S. 2).
4.
1.
2
Dem Bericht zu
m
ambulante
n
Assessment in der
Klinik A._
vom 16. Februar 2011
sind die Diagnosen Unfall vom
2.
Dezember 2010 mit HWS
Distorsion
Quebec Task Force (
QTF
)
II
, zervikales Syndrom sowie inter
mittierend lumbale
Rücken
schmerzen zu entnehmen
(Urk. 10/20
S. 1
).
Die
Ini
tial
diag
n
ose
(HWS-Distorsion) QTF III
und Verdacht auf
contusio
spinali
s
mit
Kribbel
parästhesien
C5/C6 beidseits
(des
Z._
)
k
önne nach klinischem Untersuch nicht bestätigt werden (
Urk.
10/20 S. 1).
Dem Beschwerdeführer
werde
eine in
tensi
vierte ambu
lante Physiotherapie mit Betonung aktiver Bewegungs
therapie ink
l
.
Medizi
nischer Trainingstherapie (
MTT
) empfohlen. Im Hinblick auf den bisheri
gen Ver
lauf und die Resultate der ambulanten Assessments sei unter dieser
Therapie
empfehlung
von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen (Urk. 10/20 S. 3).
4.1.3
Der
Beschwerdeführer
stellte
sich am 11. März 2011
im
Schmerzambulatorium des
Z._
vor
, wo ein
cervicospondylog
enes
und
cervic
ocephales
Schmerz
syn
drom
und ein Verdacht auf eine de
pressive Episode
diagnostiziert
wurden
(Urk. 10/39
S. 4
).
4.1.
4
SUVA-Krei
sarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
wies
in seiner Stellungnahme vom
1
3.
Mai 2011
darauf hin
,
dass dem Beschwerdeführer von den
behan
deln
den Ärzte
n
am
Z._
ab 1
5.
März 2011 für leichte Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden
sei
(
Urk.
10/41 S. 1).
4.1.5
Mit Schreiben vom 1
1.
November 2011 attestierte
Dr.
I._
dem Beschwerde
führer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in seinem Beruf als Elektromonteur.
Er führte weiter aus,
f
ür eine leicht
e
wechselbelastende
Tätigkeit mit vermehrten Pausen wäre er ab sofort zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
10/68)
.
4.1.6
SUVA-Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädie und Unfall
chirurgie FMH,
hielt
im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 14. August 2012
fest
,
dass sich
bei dieser Untersuchung ein
altersentsprechen
der
Bewegungsumfang des Achsenorgans im Bereich der HWS,
Brustwirbelsäule (
BWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
gezeigt habe. Neurologische Ausfaller
scheinungen der oberen Extremitäten hätten nicht festgestellt werden können. Bei unauffälligem neurologischen Status und Ausschluss struktureller Schäden an der Halswirbelsäule seien keine weiteren diagnostischen Massnahmen erfor
derlich. Die therapeutischen Be
hand
lungen führten – auch nach Angabe des Beschwer
deführers –
zu keiner rele
vanten Verbesserung. Dies sei auch aus medizinischer Sicht nicht zu erwarten. Der Fall könne terminiert werden (
Urk.
10/140 S. 5). Dem Beschwerdeführer seien leichte bis schwere körperliche Tätigkeiten ganztä
g
ig ohne relevante qualitative Einschränkungen zumutbar (
Urk.
10/140 S. 6).
4.1.
7
Dem Bericht des
D._
vom
9.
Mai 2012 zur tagesklinischen Behandlung des Beschwerdeführers von 2
5.
Januar bis 2
0.
März 2012 sind die Diagnosen (1)
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), (2) anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), (3)
cervi
c
o
spon
dylogenes
und
cervi
c
ocephales
Schmerzsyndrom, (4)
lumbover
tebrales
Syndrom sowie (5) leichtes Carpaltunnelsyndrom (CTS) rechtsbetont zu entnehmen (
Urk.
10/124 S. 1). Aufgrund des positiven und negativen
Leistungs
bildes
sowie der neuropsychologischen Einschränkungen sei der Beschwerde
führer zu 80
%
arbeitsunfähig, aber zu „20
%
beschäftigungsfähig in geschützter Umgebung auch für angepasste Tätigkeiten“ (
Urk.
10/124 S. 5).
4
.1.
8
Wegen
geklagter
Schwindel unklarer Ursache wurde der Beschwerdeführer
ausser
dem
dem Inter
disziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichts
störungen des
Z._
zugewiesen. Dessen Bericht vom
1
1.
Februar 201
3 sind die Diagnosen episo
discher
Schwankschwindel
seit dem Auffahrun
fall vom
2.
Dezember 2010, chro
nischer Kopfschmerz vom Spannungstyp seit Dezember 2010 sowie Depression zu entnehmen (
Urk.
10/1
63
S. 1).
Klinisch
neuro-otolo
gisch
fänden sich keine Auffälligkeiten, insbesondere keine Anhaltspunkte für eine peripher-
vestibuläre
Unterfunktion oder einen Lagerungsschwindel, wie er posttraumatisch auftreten könne. Differentialdiagnostisch erscheine eine neu
rologische Ursache des Schwindels unwahrscheinlich, ein Zusammenhang mit der diagnostizierten De
pression wäre hingegen durchaus denkbar. Die Kriterien für einen
Migräne
kopf
schmerz
würden nicht erfüllt, aufgrund des drückenden bilateralen Charakters sowie der Ausstrahlung von
o
ccipital
nach frontal sei eher an einen Kopf
schmerz vom Spannungstyp und zusätzlich an einen Medi
kamenten-induzierten Kopfschmerz bei
chronischem
Analgetika
gebrauch
an ca.
20 Tagen pro Monat zu denken (
Urk.
10/163 S. 3).
Im
B
ericht vom 2
9.
April 2013
wurde
sodann
ausgeführt, ein Ausfall des rechten
Utriculus
sei möglich, was einen Teil der ge
schilderten Schwindelbeschwerden erklären könnte. Auf
grund der
Gesamt
situation
mit Fokus auf
Cervi
c
algien
und
Cephalgien
sowie
situationsab
hän
gigen
Schwindelattacken und begleitend depressiver Episode stehe aber die nicht-neurologische Komponente des beklagten Schwindels im Vordergrund
(
Urk.
10/176
S. 2
)
.
4.1.
9
Dr.
E._
diagnostizierte im Bericht vom 2
5.
Januar 2014 einen Nacken-Schulterschmerz beidseits und vegetative Begleitsymptomatik und
Sensibilitäts
störung
im Bereich der linken Hand seit Unfallereignis mit
HWS-Distorsions
trauma
am
2.
Dezember 2010,
–
als Differentialdiagnose (DD) – eine
contusio
spinalis
/ein muskuläres Schmerzsyndrom mit muskulärem
Thoracic
outlet
-Syn
drom links, eine intermittierende Kraftminderung der Handmuskulatur rechts sowie einen Verdacht auf ein beginnendes CTS rechts (
Urk.
20/3).
4.2
4.2.1
Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung ab 31. März 2013 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
4.2.2
Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses ist festzuhalten, dass ein Versicherer – so
fern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so lange zu gewäh
ren hat, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung
oder Wieder
her
stellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, zu bestimmen
.
Dabei muss die durch weitere Heilbehandlungen zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3
mit weiteren Hinweisen
)
.
Nach der schlüssigen und überzeugenden Einschätzung von SUVA-Kreisarzt Dr.
J._
vom 14. August 2012
sind keine weiteren diagnostische
n
noch thera
peutische
n
Massnahmen erforderlich (
Urk.
10/140 S. 5).
Auch
Dr.
F._
–
welcher ausschliesslich unauffällige neurologische Befunde erheben konnte
–
hält Therapien bloss zur Erhaltung des aktuellen Zustandes für nötig und unterlässt es, konkrete erfolgsversprechende Massnahmen vorzuschlagen (Urk. 10/17
0
S. 3).
Die Ärzte des
Z._
haben
im Bericht vom 29. April 2013
bei chronischen Kopf- und Nackenschmerzen einen weiteren medikamen
tösen Therapieversuch für drei Monate sowie regelmässig Physiotherapie und
Gleich
gewichts
training
vor
geschlagen (
Urk.
10/176 S. 2
) und
Dr.
E._
empfiehlt nochmals einen rheumatologischen
Behandlung
sversuch mit entspre
chender medikamen
töser analgetischer, gege
benenfalls auch
muskel
relaxative
r
Therapie und begleitender physio
therapeu
tischer Behandlung (
Urk.
20/3 S. 3).
Hierzu
ist zu beme
rken, dass
solche
Behandlung
en
bereits
ohne relevanten Erfolg
stattge
funden haben
(
insbes.
Urk.
10/20 S. 2
und
die diversen
Physiothera
pie
verord
nungen
sowie Urk. 10/140 S. 5 und Urk. 10/145)
.
D
er Beschwerdeführer
macht geltend
,
der Fallabschluss sei zu früh erfolgt, weil er
nach
wie vor im
D._
behandelt werde
(Urk. 1 S.
5, S. 7).
Dem Bericht des
D._
vom 3
1.
Oktober 2011
ist
zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer seit 2011 bei der Psychiaterin
Dr.
K._
in
Behandlung befand (
Urk.
10/73 S. 2). Nach Abschluss der tagesklinischen Behandlung im
D._
vom 2
5.
Januar bis 2
0.
März 2012, durch welche keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden konnte (
Urk.
10/124 S. 5), war die
Weiterbe
handlung
durch
Dr.
K._
und
die Weiterführung
der Sport- und Gruppen
thera
pie im
D._
vorgesehen. A
l
s Ziel
wurde
die Stabilisierung des Beschwerde
führers sowie die Wiederher
stellung zu
mindest einer Teilarbeitsfähigkeit angegeben (
Urk.
10/124 S. 5).
Bereits auf
grund dieser An
gaben ist fraglich, ob durch eine weitere psychia
trische Behand
lung eine nam
hafte Steigerung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erwartet wer
den konnte
.
In der Folge liessen weder
Dr.
K._
noch
das
D._
der Beschwerdegegnerin Berichte über die weitere psychia
t
rische Behandlung
des Beschwerdeführers
zu
kommen
. Auch
finden
sich
nach
Abschluss
der
tages
klinischen
Be
handlung
auf
dem Unfallschein
des Beschwer
de
führers
keine
Atteste
der im
D._
tätigen
Psy
chiater (
Urk.
10/138, Urk. 10/141-142,
Urk.
10/151,
Urk.
10/154,
Urk.
10
/156
).
Unklar ist somit, o
b und wie häufig
sich
der Beschwerde
führer nach dem
Abschluss der
tages
klinischen
Behandlung im
D._
am 20. März 2012
noch in psy
chiatrische Behandlung
begeben hatte. So oder anders stellte sich
Dr.
I._
in seinem Gesuch um Kostengut
sprache für weitere Abklärungsmassnahmen und Therapie
n
vom
5.
Oktober 2012
auf den Stand
punkt
, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit seit länge
rem nicht möglich
sei
(Urk. 10/145), was auch
eine allfällige
Psychotherapie einschliesst.
Zwar gab der
Beschwerdeführer den Ärzten des
Z._
am 1
1.
Feb
ruar 2013
an, dass
er nun
dreimal pro Woche in am
bulanter
psychiatrischer Behandlung sei. D
iese hielten unter Diagnosen jedoch lediglich fest,
dass
die Depression des Beschwer
deführers aktuell
medikamen
tös behandel
t
werde
(
Urk.
10/163 S. 1)
.
N
ach dem Gesagten
ist
somit
davon
auszugehen
, dass eine namhafte Besserung des Gesundheits
zu
standes im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG auch
durch weitere Therapien im
D._
beziehungsweise
durch die Psycho
therapie bei
Dr.
K._
nicht zu erwarten
war
.
Da nach Lage der Akten auch keine Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung
pendent sind
, ist der Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin
per 31. März 2013
nicht zu beanstanden (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts
8C_527/2008
vom 27. Novem
ber 2008 E. 4.1). Weitere Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen waren somit nicht geschuldet.
4.3
4.3.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung.
Bei den bildgebenden Untersuchungen
der HWS, der LWS und des Beckens
im
Z._
vom
2.
und
3.
Dezember 2010 fanden sich keine Anhalts
punkte für
frische trauma
tische Läsionen sowie ein regelrechtes Alig
nement
. Bei der MRI-Untersuchung der HWS vom
3.
Dezember 2010 zeigten sich keine akuten
Traumafolgen
, keine Einengung des Spinalkanals, keine Myelopathie oder Instabilitä
tszeichen
(
Urk.
10/11 S. 2
,
Urk.
10/128
-130
).
Der Beurteilung von
Dr.
G._
zur MRI
Untersuchung des Schädels und der HWS im
L._
ist als
Befund eine Funktionsstörung im Kopfgelenk mit
Hypo
mobilität
bei Kippbewegung und in Rotation, zu entnehmen, wobei
Dr.
G._
darauf hin
wies, dass der Befund
seitensymetrisch
sei und sich nicht eindeutig einem Scha
den einer bestimmten anatomischen Struktur zuordnen lasse (
Urk.
10/178 S. 2).
Im
Bericht des
Dr.
G._
vom 1
4.
März 2013
sind indes keine Hinweise auf ein unfallbedingtes organisches Substrat zu finden, soweit der diesen Befunde
n
zugrunde
liegenden Untersuchungsmethode überhaupt ein Beweiswert zuerkannt werden kann (vgl. BGE 13
4
V 231).
Die
contusio
spinalis
und das muskuläre Schmerzsyndrom mit muskulärem
Thoracic
outlet
-Syndrom links werden vom Neurologen Dr.
E._
nur als Differentialdiagnosen genannt (
Urk.
20/3 S. 1-2). Auch die Ärzte des
Z._
stellten nur die
Verdachts
diagnose
einer
contusio
spinalis
(
Urk.
10/11 S. 1).
Die bei der MRI-Unter
suchung der HWS vom
3.
Dezember 2010 erhobene
Bandscheiben
protrusion
auf Höhe HWK 5/6 ohne Kompression des
Myelons
ist
gemäss den Ärzten des
Z._
dege
nerativ bedingt (
Urk.
10/
11 S.
2
,
Urk.
10/128
). Eine richtunggebende Verschlimmerung durch den Unfall vom
2.
Dezember 2010 wurde im
Z._
nicht festgestellt, w
eshalb – entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers (
Urk.
19 S.
4) – diesbezüglich wei
tere Ab
klärungen unterbleiben können.
Die Ärzte des Instituts für Anästhesiolo
gie des
Z._
führten in ihrem Bericht zur
Erst
konsul
t
ation
des Beschwerde
führers vom 1
1.
März 2011 aus, die
cervico
spon
dylogenen
und
cervi
c
ocephalen
Schmerzen seien möglicherweise auf eine Mit
beteiligung der
cervic
alen
Facettengelenke zurückzuführen. Ob dies auch für die beschriebenen
Kribbel
parästhesien
zutreffe, könne nicht beurteilt werden. Ein klinischer Hin
weis finde sich auch nicht in der Beurteilung der
elektro
physiologischen
Untersuchung vom 2
3.
Februar 2011 (
Urk.
10/39 S. 4).
Gemäss Dr.
F._
ist bei unauffälli
gen neurologischen Befunden eine relevante Ver
letzung am Nervensystem nicht anzunehmen (Urk. 10/170 S. 3).
Auch
Dr.
E._
erhob
keinen neurologi
schen Befund (
Urk.
20/3 S. 2).
Aus den aktenkundigen medizinischen Unterlagen und den Berichten der behandelnden Ärzte geht somit hervor, dass den geklagten Beschwerden kein hinreichendes unfallbedingtes organisches Substrat mehr zugrunde
liegt. Schmer
zen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Bewegungseinschränkungen,
Mus
kulaturverhärtungen
und Verspannungen ver
mögen
für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts U 9/05 vom 3. August 2005 E. 4,
Urteil
U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2,
Urteil
U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie
Urteil
8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
4.3.2
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat
zugrunde
liegt, in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten
Unfaller
eignis
stehen (was mit Blick auf die Ergebnisse
der biomechanischen
Kurz
beurteilung
des
C._
vom 11. Mai 2011 [Urk. 10/40]
und der gut
achterlichen Stellungnahme der
B._
vom 10. Mai 2011 [Urk. 10/43 S. 4]
sowie
den Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 14. August 2012
[
Urk.
10/140
] wohl eher zu verneinen wäre), kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist – anders als bei
Gesundheits
schädi
gungen
mit einem klaren unfallbedingten organischen Sub
strat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) – eine besondere
Adäquanz
prü
fung
vorzunehmen. Ob diese wie im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 7-12)
nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder
– wie vom Beschwerdeführer sinnge
mäss vorgebracht (
Urk.
1 S.
5
6)
–
nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung in BGE 117 V 359 ent
wickel
ten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu erfolgen hat, kann offenblei
ben, da auch die Beurteilung nach letz
terer Praxis – wie im Folgenden zu zei
gen ist – zur Ver
neinung der Adäquanz führt.
4.3.3
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom
1
8.
September 2013
qualifizierte die Beschwerdegegnerin den Unfall vom
2.
Dezember 2010 als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen (
Urk.
2 S. 9).
Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Beurteilung der Unfallschwere (
SVR 2008 UV Nr. 8 S. 2
7
) wurde
in
diesem Entscheid
zutref
fend wiedergegeben (Urk. 2 S. 9), worauf ver
wiesen werden kann.
Vorlieg
end musste der Beschwerdeführer
mit seinem „Volvo V40 Kombi“ vor einem Fussgängerstreifen wegen Fussgängern auf der Fahrbahn plötzlich abbremsen. Der nachfolgende Lenker eines „Chrysler Voyager“ fuhr auf das Heck des „Volvos“ auf.
Auf
grund der
Schadenbilder (
Urk. 10/28 S. 9-17
) und der am Fahrzeug des Be
schwerdeführers entstanden
en
Reparaturkosten
(
Urk. 10/28 S. 23
) ist zu schliessen, dass beim Unfall vom
2.
Dezember 2010 nicht allzu starke Kräfte gewirkt haben.
Aus der biomechanischen
Kurzbeurtei
lung
des
C._
vom 1
1.
Mai 2011 geht hervor, dass der „Chrysler“ mit seiner Fahrzeugfront auf das Heck des „Volvo“
prallte, so dass dieser eine
Geschwin
digkeitsänderung
(delta-v) in
Vor
wärtsrichtung
er
fuhr
, welche unter
halb oder inner
halb eines Bereiches von 10 bis 15 km/h gelegen haben dürfte.
Die Gutachter des
C._
wiesen allerdings darauf hin, dass ihnen die Schadenbilder des
„
Chrysler
s
“
nicht vor
gel
egen hätten (
Urk.
10/40 S.
3). Daraus erklärt sich die Abweichung
zur gutachterlichen Stellungnahme der
B._
vom 1
0.
Mai 2011, welcher die Schadenbilder beider Fahr
zeuge zugrunde lagen. Gemäss dieser
Stellungnahme hatte die stossbedingte
Geschwin
digkeitsänderung
(delta-v) des „Volvos“ 10 bis 12 km/h betragen (
Urk.
10/43 S. 4).
Da Heckauffahrkollisionen mit vergleichbaren Schadenbildern von der Recht
sprechung regelmässig als mittelschwere Unfälle an der Grenze zu den leichten qualifiziert werden
(
vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_655/2008 vom 9. Oktober 2008 E. 3 [
Auf
fahrkollision
vor einem Fuss
gän
gerstreifen mit einem delta-v von 10
15 km/h]; Urteil 8C_141/2007 vom 28. Juli 2008 E. 5.4.2; Urteil U 419/06 vom 3. Juli 2007 E. 4.3; Urteil U 408/05
vom 26. Januar 2007 E. 9 [Auf
fahrunfall auf Autobahn mit einem delta-v von 12-17 km/h])
, erweist sich die im ange
fochte
nen Entscheid vor
genommene Qualifikation des Unfalls vom
2
.
Dezember
20
10
als zutreffend.
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn von den weiteren massgeblichen Kriterien (vgl. E. 2.3.4) entweder ein ein
zelnes in ausgeprägter Weise oder aber mindestens vier in gehäufter oder auf
fallender Weise gegeben wären
(Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_421/2009
vom
2.
Oktober 2009
).
4
.3.4
Der Beschwerdeführer legt nicht dar, dass das Kriterium „ärztliche
Fehlbehand
lung
, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert“ gegeben sei. Nach Lage der Akten wurde dies zu Recht nicht
vorgebracht
.
Der Beschwerdeführ
e
r führt sinngemäss aus, das Kriterium „besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls“ sei erfüllt, weil der nachfolgende Wagen von hinten schräg auf das Heck des Beschwerdeführers aufgeprallt sei und so einen schweren Schrecken verursacht habe (
Urk.
1 S. 5).
Dieses Krite
rium ist nach der Rechtsprechung objektiv zu beurteilen und nicht auf
grund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der ver
sicherten Person. Zudem ist zu beachten, dass jedem mindestens mittel
schweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 8C_910/2009 vom 1
3.
Januar 2010 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Dem
nach ist das Kriterium „besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drücklichkeit des Un
falls“ vorliegend zu verneinen.
Der Beschwerdeführer
macht weiter geltend
,
die
„Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen“
sei
gegeben (
Urk.
19 S. 5).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt keine gesicherte Diagnose einer
contusio
spinalis
vor. Die
contusio
spinalis
wurde von den Ärzten des
Z._
und von
Dr.
E._
nur als Verdachts- be
ziehungsweise Differentialdiagnose gestellt
(E. 4.1.1, E. 4.1.9)
. Eine richtungge
bende Ver
schlimmerung der dege
nerativ bedingten
Diskusprotrusion
durch den Unfall vom
2.
Dezember 2010
wurde von den Ärzten des
Z._
nicht festgehalten (E.
4.3.1)
.
D
ie D
iagnose einer HWS-
Distorsion allein genügt schliesslich nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung (BGE 134 V 109 E. 10.2.2).
Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Schmerzen seit dem Unfall bei verschiedenen Ärzten und Institutionen zu lin
dern ver
suchte, kann noch nicht auf eine spezifische, belastende ärztliche Behandlung geschlossen werden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4
).
Durch die ärztliche Behandlung müsste eine er
heb
liche Mehr
belastung aussergewöhnlicher Natur resultieren (Urteil des Bun
desgerichts
8C_209/2008
vom 2. Dezember 2008 E. 5.4)
, was vorliegend nicht der Fall ist.
Auch
das Kriterium „schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche K
omplikationen
“
kann nicht bejaht werden. Nach der Recht
spre
chung des Bundesgerichts bedarf es hierzu besondere
r
Gründe, welche die Heilung beein
trächtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen ebenso wenig, wie der Um
stand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht wer
den konnten (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E.
7.6).
Adäquanzrelevant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich deren Erheb
lichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beur
teilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2). Dem Beschwerde
führer war es nach dem Unfall nach wie vor möglich, gewisse häus
liche und ausserhäusliche Akti
vitäten auszuüben (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 5.5).
So berichtet
e
der Beschwerde
führer
den Ärzten des
Z._
, dass die
Schwankschwindel
zu Hause selten auftreten würde
n
(
Urk.
10/163 S. 1). Zwar klagte der Beschwerde
führer darüber, dass die Schwindel beispielsweise durch Auto-, Zug- und Tramfahrten ausgelöst w
ü
rde
n
(
Urk.
10/140 S. 3,
Urk.
10/163 S. 1)
,
auf die Fortbe
wegung mit diesen Transportmitteln musste er aber nicht vollständig ver
zich
ten.
Das Kriterium „erhebliche Be
schwer
den“ ist daher nicht erfüllt. Bei der Prüfung des Kriteri
ums einer „erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wie
se
nen Anstrengungen“ ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei einem leichten bis mittelschwe
ren Schleudertrauma der HWS ein länger oder gar dau
ernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich er
scheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher mass
gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu über
winden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz
oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren
gun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung
raschmöglichst
wieder optimal in den Arbeitspro
zess einzugliedern, was schon der allgemeine
sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der Schadenminderungspflicht
gebietet. Solche Anstrengungen der versicherten Personen können sich insbe
son
dere in ernsthaften
Arbeitsversu
chen
trotz allfälliger persönlicher Unanneh
m
lichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medi
zi
nischen
Therapiemass
nahmen
zu berücksichtigen
(Urteil des Bundesgericht 8C_987/2008 vom 31. März 2009 E. 6.7.1).
Nachdem in der
Klinik A._
im Rahmen des ambulanten Assessments festgestellt worden war, dass eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich
sein sollte
(Urk. 10/20 S. 3), erkundigte si
ch
die Beschwerdegegnerin beim Arbeitgeber des Beschwerde
führers, ob dieser die Arbeit wieder aufgenommen habe, und erhielt zur Ant
wort, der Beschwerde
führer sei im Betrieb erschienen und habe mitgeteilt, dass er noch lange nicht arbeiten könne (
Urk.
10/21).
Trotz ungekündigtem Arbeits
verhältnis und 50%iger Arbeitsfähigkeit ab 15. März 2011 (E.
4.1.4
) erfolgte keine Arbeitsauf
nahme (
Urk.
10/70).
Am 1
1.
Juli 2011 meldete sich der Beschwerdeführer beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
M._
von der Stellensuche ab, weil er sich nicht in der Lage fühle, ein 50%
Pensum anzutreten (
Urk.
10/55).
Das Kriterium „erhebliche Arbeitsun
fähigkeit trotz aus
gewiesener Anstrengungen“ ist
vorliegend
daher
nicht erfüllt
.
4.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die
geklagten
Gesund
heits
beeinträchtigungen
mangels
adäquaten Kausalzusammenhangs
mit dem versi
cherten Unfallereignis nicht über den 31. März 2013 hinaus
leistungs
pflichtig
.
5.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, dass die Adäquanzkriterien nur bei Men
schen mit psychischen Leiden beziehungsweise bei einem
HWS-Distorsions
trauma
zu Anwendung kämen. Dies sei diskriminierend und würde
Art.
8 EMRK verletzen (
Urk.
1 S. 8). Das Bundesgericht
erkannte, dass das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung eine genügende gesetzliche Grundlage aufweise und
Art.
8 EMRK nicht verletze (
Urteil des Bundesgerichts 8C_754/2011 vom 2
0.
April 2012 E. 4
mit weiteren Hinweisen)
.
Weiterungen hierzu
können mithin unterbleiben
.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Mit Eingabe vom
1
7.
Juli 2014
stellte
der Beschwerdeführer
erneut ein Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Recht
sbeistands (
Urk.
26 und
Urk.
27/1-5)
.
7
.2
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung
wird in ers
ter Linie durch das kantonale (Prozess-)Recht geregelt
(vgl. Art. 61
lit
. f
ATSG
). Unab
hängig davon besteht ein solcher Anspruch unmittelbar aufgrund von Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) (
BGE 127 I 202 E. 3a
). Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf Gesuch hin in kostenpflichtigen Verfahren die Bezahlung der
Ver
fahrenskosten
erlassen, wenn ihr die dazu nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als offensichtlich aussichtslos erscheint; laut § 16 Abs. 2
GSVGer
wird ihr überdies eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf un
entgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht als aussichtslos er
scheint; soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Als bedürftig gilt, wer nicht in der Lage ist, für die Prozess- und Anwaltskosten aufzukommen, ohne dass er Mittel beanspru
chen müsste, die zur Deckung des Grundbedarfs für ihn und seine Familie not
wendig sind (
BGE 127 I 202 E. 3b
). Die Pflicht des Staates zur Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege geht der familienrechtlichen Unter
haltspflicht nach; entsprechend ist bei der Beurteilung der Bedürftigkeit das Einkommen und Vermögen beider Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 115
Ia
19
3
E. 3a). Erst wenn alle diese Mittel zur Finanzierung des Prozesses nicht ausreichen, ist die Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts gege
ben
(ZR 90 Nr. 82 S. 260)
.
Der Nachweis der Bedürftigkeit hat die gesuchstellende Person zu erbringen. Dazu hat sie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzu
stellen und soweit möglich zu belegen
(SVR 1998 UV Nr. 11 S. 31 f. E. 4c;
Ran
dacher
, in
: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 5 zu § 16
SVGer
).
7
.3
Mit den vom Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 1
7.
Juli 2014 allein
aufgeleg
ten Dokumenten (
Monatsbudget des Beschwerdeführers gemäss
den
Sozialen Dienste der Stadt
N._
, Sozialzentrum
O._
[Urk.
27/2], Provisorische Steuerberechnung 2013 mit eingesetztem Einkommen und Vermögen
Fr.
0.-- [
Urk.
27/3]
, Steuerausweis für
P._
und
X._
für die Steuerbehörde 2012 mit satzbestimmenden Einkommen
Fr.
115‘100.-- und Vermögen
Fr.
69‘000.--
[Urk. 27/4] und Ver
sicherungspolice KVG gültig ab 1. Januar 2014 [Urk. 27/5]
)
kann die
pro
zessuale Bedürftigkeit nicht substantiiert
werden
.
So unterlässt es der Beschwerdeführer, seine aktuellen Vermögensverhältnisse mit Bankauszügen zu belegen und legt auch keine Unterlagen zu seinen Verpflich
tungen (Mietzins, weitere Aufwandpositionen) und zu seinen Einnahmen (
Tren
nungsurteil
zu den von ihm angeblich erhalten
en
Unterhaltsbeiträgen) auf. Im Übrigen könnte ein unentgeltlicher Rechtsvertreter frühestens ab
Gesuchstel
lung
, das heisst ab 1
7.
Juli 2014, be
stellt werden. Da in diesem Zeitpunkt bloss noch das Urteil entgegenzu
nehmen war, ist auch fraglich, ob die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters noch als notwendig zu betrachten wäre.
Demnach ist sein erneutes Gesuch
vom 1
7.
Juli 2014
um Bestellung
eines unent
geltlichen Rechtsvertreters
mangels prozessualer Bedürftigkeit abzuweisen.