Decision ID: b9d0ee31-6fa4-46c6-aefc-7fb0b087ca22
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._,
geboren
1956, war vom 1. Mai 2009 bis 31. März 2015 (letzter
effektiver Arbeitstag: 18. November 2014) im Rahmen eines teilzeitlichen Ar
beits
pensums im Restaurant Y._, Volketswil, als Service
mit
arbeiterin tätig gewesen (Urk. 6/17 Ziff. 2.1), als sie sich am 14. Januar 2015 unter Hinweis auf eine Achilessehnenoperation, auf einen angerissenen Menis
kus, auf ein Mortensyndrom und auf eine Muskelkrankheit (Urk. 6/1 Ziff. 4) zum Bezug von Schuhen und Schuheinlagen bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug anmel
dete. Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 2. März 2015 (Urk. 6/6) einen Anspruch der Versicherten auf Spezialschuhe und auf Schuheinlagen.
Am 25. Juli 2015 meldete sich die Versicherte erneut mit dem Hinweis auf Rückenoperationen, auf eine Hüftoperation, auf Achillessehnenoperationen, auf Meniskusoperationen mit Arthrose, auf Fussnervenschmerzen und auf Diabetes (Urk. 6/11 Ziff. 6.2) bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Inte
gra
tion, Rente) an, worauf die IV-Stelle die Ak
ten der Allianz Suisse Versiche
rungsgesellschaft AG, betreffend den Unfall der Versicherten vom 11. Oktober 2014 (Urk. 6/15/1-87) beizog. Nach
durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Urk.
6/31, Urk. 33)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
5. August 2016 (Urk. 6/53 = Urk. 2) einen Anspruch der Versi
cherten auf Leistungen der Inva
lidenversicherung.
2.
Die
Versicherte erhob am
13. September 2016
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fü
gung vom
5. August 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es
sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
14. Oktober 2016
(Urk. 5
)
die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin am 10. April 2017 z
ur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die
Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
siche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkom
men)
, in
Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkom
men). Der Einkom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
the
tischen
Erwerbseinkom
men ziffern
mässig m
öglichst genau ermittelt und ei
n
ander gegen
übergestellt wer
den, worauf sich aus der Einkommens
diffe
renz der Invali
di
täts
grad bestim
men lässt (allge
meine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
ge
n, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
tels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
5. August
2016 (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund verschiedener chirurgischer Eingriffe zwar vorübergehend in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträch
tigt gewesen sei (Urk. 1 S. 2), dass sie indes nicht an einer Gesundheits
be
ein
trächtigung leide, welche geeignet sei, die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einzu
schrän
ken (Urk. 1 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt hiegegen vor, dass sie polymorbid sei, nicht mehr
richtig gehen könne und täglich Schmerzmittel nehmen müsse. Insbe
sondere leide sie unter Diabetes, welcher durch
eine Schlauch
magenoperation zwischen
zeitlich etwas stabilisiert worden sei. Se
it dem 20. November 2014 sei sie arbeits
un
fähig da sie laufend operiert worden sei und die Operationen bis anhin keine normale Hei
lung zugelassen hätten. Sie sei zudem auch in der Führung des Haus
haltes stark beeinträchtigt (Urk. 1).
3.
3.1
Vorerst gilt es die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebende medizi
nische Aktenlage zu prüfen.
3.2
Die Ärzte des Spitals Z._ erwähnten im Austrittsbericht vom 21. Mai 2015 (Urk. 6/49/74-75), dass die Beschwerdeführerin vom 19. bis 21. Mai 2015 hospi
talisiert gewesen und am 19. Mai 2015 operativ behandelt worden sei. Dabei sei eine diagnostische Kniearthroskopie rechts, eine Teilmeniskektomie des media
len Meniskushinterhorns, eine Knorpelglättung femoral und ein Zurück
schnei
den der vergrösserten Plica mediopatellaris durchgeführt worden. Sie stellten die folgenden Diagnosen (S. 1) und Nebendiagnosen (S. 2):
Diagnosen:
-
persistierend
e,
symptomatische
, komplexe
mediale Meniskus
hinter
horn
läsion
im Bereich des rechten
Knie
s
-
h
ypertrophe Plica mediopatellaris
-
Chondropathie Grad III femoral medial
-
Chondropathie Grad III retropatellär zentral und lateral
Nebendiagnosen:
-
Adipositas per magna
-
chronisch venöse Insuffizienz Grad I beidseits
-
Diabetes mellitus
-
a
rterielle Hypertonie
-
mitochondrale Zytopathie
-
leichte sensible demyelisierende Polyneuropathie
Vom 19. Mai bis 7. Juni 2015 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestan
de
n (S. 2).
3.3
Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erwähnte in seinem Bericht vom 30. November 2015 (Urk. 6/25/6-9), dass die Beschwer
de
führerin polymorbid sei (S. 1), und stellte die folgenden Diagnosen (S. 2):
-
Depression, Angsterkrankung, chronische Schlafstörung
-
mitochondriale Zystopathie
-
Status nach diagnostischer Kniearthroskopie rechts, Teilmeniskektomie de
s medialen Meniskushinterhornes, Knorpelglättung femoral und Zu
rück
schneiden einer etwas vergrösserten Plica mediopatellaris am rech
ten Knie am 19. Mai 2015 bei persistierend symptomatischer, komplexer,
medialer Meniskushinterhornläsion im Bereich des rechten Knies mit/
be
i:
-
hypertropher Plica mediopatellaris
-
Chondropathie Grad III femoral medial
-
Chondropathie Grad III retropatellär zentral und lateral
-
aktuell: dringendem Verdacht auf persistierend symptomatische media
le Meniskusläsion Knie links
-
leichter, sensibler demyelinisierender Polyneuropathie
-
brennenden Füssen mit Verdacht auf diabetische Polyneuropathie beid
seits
-
Adipositas WHO Grad II (BMI 38)
-
Diabetes mellitus
-
hypertensiver Herzkrankheit
-
arterieller Hypertonie
-
obstruktiver Pneumopathie
-
Parathormonnachweis, am ehesten im Rahmen eines MGUS
-
Polyglobulie und Leukozytose, am ehesten im Rahmen des Nikotinkon
sums
-
Vitamin D-Mangel
-
chronischer Refluxerkrankung
-
axialer Hiatushernie
-
erhöhter Transaminasen (Differenzialdiagnose: im Rahmen einer Stea
to
sis hepatis)
-
chronischer, venöser Insuffizienz Stadium I
-
Morton Neurom Dig 11/111 und III/IV beidseits
-
Achillodynie
-
Sigmadivertukutose
-
Sigmadiverticulitis
-
Verdacht auf Morbus Ménière
-
Kreuzproblemen, seit Geburt
Die Beschwerdeführerin sei gegenwärtig nicht arbeitsfähig und werde dies wahr
scheinlich auch nie mehr sein. Zudem sei sie auch in der Führung ihres Haus
halts eingeschränkt (S. 3).
3.4
In ihrem Bericht vom 3. April 2016 (Urk. 6/49/107-109) stellten die Ärzte des Stadtspitals B._, Medizinische Klinik, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
submuköse Raumforderung im Korpus
-
nicht aussagekräftige Koloskopie bei stuhlverschmutzten Zökum
-
Sigmadivertikulose
-
Hämorrhoiden Grad III
-
nicht alkoholische Fettleber (Differenzialdiagnose: nicht alkoholische Steatohepatitis)
-
Adipositas Grad 3
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
mitochondriale Zytopathie
Sie erwähnten, dass bezüglich der Hepatopathie von einer fortgeschrittenen nic
ht alkoholischen Fettleber beziehungsweise einer Steatohepatitis auszugehen sei. Auf Grund der Sonomorphologie und der Splenomegalie sei auch eine Leber
zirrhose möglich (S. 2).
3.5
Dr. A._ führte in seinem Bericht vom 27. April 2016 (Urk. 6/38/1-2 = (Urk. 6/57/9-10) aus, dass die Beschwerdeführerin polymorbid sei, und dass eine mitochondriale Zystopathie mit belastungsabhängiger Ermüdung der Muskula
tur, Krämpfen und einer generalisierten Schmerzsymptomatik im Vordergrund stehe. Auf Grund der mitochondrialen Zystopathie, einer peripheren Neuropa
thie, einer chronischen Achillessehnenentzündung sowie auf Grund chronischer
Kniegelenksschmerzen sei die Beschwerdegegnerin beim Stehen und Gehen beein
trächtigt. Sodann leide die Beschwerdeführerin unter einer leichten bis
mittelschweren depressiven Episode. Insgesamt bestehe eine vollständige Arbeits
unfähigkeit (S. 1).
3.6
In ihrem Bericht vom 27. Mai 2016 (Urk. 6/49/99-101) stellten die Ärzte des Stadtspitals B._ die folgenden Diagnosen (S. 1-2):
-
gastrointestinaler Stromatumor des Magens
-
Status nach Resektion eines grossen, sessilen Polypens sowie weiterer Polypen im Zökum am 7. April 2015, aktuell keine Rezidivpolypen nach
weisbar
-
Sigmadivertikulose
-
Hämorrhoiden Grad III
-
fortgeschrittene Leberfibrose mit Übergang in Leberzirrhose
-
Adipositas Grad 3
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
mitochondriale Zytopathie
Sie erwähnten, dass zur weiteren Abklärung des gastrointestinalen Stromatu
mors eine Computertomographie des Thorax und des Abdomens vorgesehen sei (S. 2).
3.7
Im Austrittsbericht vom 1. Juli 2016 (Urk. 6/49/21-22) erwähnten die Ärzte des Stadtspitals B._, dass die Beschwerdeführerin am 30. Juni 2016 operativ im Sinne einer laparoskopischen Wedge-Resektion des Magens behandelt worden sei. Dabei sei der gastrointestinale
Stromatumor des Magens
entfernt worden. Auf Grund der Lage des Tumors habe die ursprünglich gleichzeitig vorgesehene Sleeve-Gastrektomie nicht durchgeführt werden können. Eine solche Operation sei in ungefähr sechs Wochen geplant (S. 2).
3.8
Dipl.-med. C._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regio
naler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in ihrer auf Grund der Akten verfassten Stellungnahme vom 4. August 2016 (Urk. 6/50/4-5) die folgenden anamnestischen Befunde auf (S. 1-2):
Befunde in der Zeit von 1988 bis 2009:
-
Kniekontusion, 1988
-
Lufterukation, 1996
-
Stress-lnkontinenz, 2000
-
Muskelverhärtung nach Wanderung, 2001
-
lumbale Weichteilkontusion, 2002
-
psychogener Juckreiz, depressive Entwicklung, 2003
-
Verdacht auf Morbus Menière, 2004
-
therapieresistente Refluxbeschwerden, 2004
-
intermittierende Panikattacken, 2005
-
nichtradikuläre Bein-Beckenschmerzen, 2007
-
Implantation einer totalen Endoprothese des Hüftgelenks (Hüft-TEP), 2008
-
atopische, exogen-irritative Dermatitis Thorax, 2009
Befunde in der Zeit von 2010 bis 2016:
-
Ausschluss einer k
oronare
n
Herzkrankheit
(KHK), 2010 und 2015
-
Anstrengungsdyspnoe in Gewichtszunahme begründet
-
mitochondriale Zystopathie, 2012 und 2013
-
Pseudoarthrose Os metatarsale V links, 2013
-
Diabetes mellitus Typ llb, 2013 bis 2016
-
Ernährungsberatung bei morbider Adipositas, fehlgeschlagen, Magen
bypass wird gewünscht, 2014 bis 2016
-
Riss Meniskushinterhorn, 2014
-
chronisch venöse Insuffizienz Stad. l, 2014
-
Status nach Gastrosoleus Release beidseits, 2014 bis 2015
-
Verdacht auf Insertionstendinopathie rechtes Kniegelenk, diagnosti
sche Arthroskopie, Knorpelglättung, 2015
-
morbide Adipositas, 2016
-
Tumor des Magens, histologisch GIST, Wedge-Resektion des Magens,
fortgeschrittene Leberfibrose mit Übergang in eine Leberzirrhose, 2016
-
reizlose Sigmadivertikulose, 2015
Sie erwähnte, dass weder eine psychiatrische Behandlung noch eine regel
mässige orthopädische Behandlung aktenkundig seien. Vielmehr seien lediglich einzelne Eingriffe durchgeführt worden. Dabei sei es jeweils vorübergehend wäh
rend einer kurzen Zeit, nicht hingegen dauerhaft zu einer Arbeitsun
fähig
keit gekommen. Eine Metastasierung des im Magen entfernten Tumors sei nicht aktenkundig. Auf Grund der Grösse des entfernten Tumors bestehe ein lediglich sehr geringes, vernachlässigbares Risiko einer Metastasierung. Eine vorgesehene Magenbypass-Operation habe bisher nicht durchgeführt werden können. Die Beschwerdeführerin leide unter keinem eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ver
ur
sachenden Gesundheitsschaden (S. 2).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwer
deführerin, welche seit Jahren unter einer Vielzahl von Gesundheitsbeein
träch
tigungen, insbesondere unter einer
mitochondriale
n
Zytopathie
gelitten hatte, noch bis 18. November 2014 im Umfang eines teilzeitlichen Arbeitspensums beim Restaurant Y._ als Serviceangestellte tätig war (Urk. 6/17/1-6 Ziff. 2.3, Urk. 6/17/18). Nach Verlust ihres Arbeitsplatzes beim
Restaurant
Y._
(Urk. 6/17/1-6 Ziff. 2.2, Urk. 6/17/7) wurden
bei der Beschwerdeführerin am 7. April 2015
Polypen im Zökum
operativ ent
fernt (vorstehend E. 3.6). Anschliessend wurde sie am 19. Mai 2015 im Bereich ihres rechten Kniegelenks arthroskopisch behandelt (vorstehend E. 3.2). In der
Folge stellten die Ärzte des Stadtspitals
B._
am 27. Mai 2016 (vorstehend E. 3.6)
unter anderem einen gastrointestinalen Stromatumor des Magens und eine fort
geschrittene Leberfibrose mit Übergang in Leberzirrhose fest, worauf der gastro
intestinale
Stromatumor des Magens
am 30. Juni 2016 operativ entfernt wurde (vorstehend E. 3.7). Eine ursprünglich gleichzeitig vorgesehene Sleeve-Gastrek
to
mie (Anlage eines Schlauchmagens) konnte indes am 30. Juni 2016 nicht vorgenommen werden und wurde auf später verschoben. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde sei eine Schlauch
magenoperation indes zwischenzeitlich erfolgreich durchgeführt worden. Dadurch sei der Diabe
tes mellitus etwas stabilisiert worden (Urk. 1). Diesbezüglich finden sich indes keine medizinischen Unterlagen bei den Akten.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. August 2016 (Urk. 2) in erster Linie auf die Stellungnahme ihrer RAD-Ärztin dipl.-med. C._ vom 4. August 2016 (vorstehend E. 3.8), wonach eine Metastasierung des im Magen entfernten Tumors nicht aktenkundig sei, und wonach eine Magenbypass Operation bisher nicht durchgeführt worden sei. In Bezug auf die Frage nach der Metastasierung des am 30. Juni 2016 operativ
entfernten gastrointestinalen Stromatumor des Magens befinden sich indes keine
aussagekräftigen medizinischen Unterlagen bei den Akten. Sodann befinden sich keine Unterlagen zu der offensichtlich zwischenzeitlich durchgeführten
Sleeve-Gastrektomie bei den Akten.
4.3
Bei komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat die Einschätzung der Leistungsfähigkeit auf umfassender, die Teilergebnisse verschiedener medizini
scher Disziplinen integrierender Grundlage zu erfolgen. Dasselbe gilt mit Blick auf die mitunter schwierige Abgrenzung der im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
versicherten Zustände von invaliditätsfremden Faktoren (BGE 137 V 210 E.
1.2
.4). Nach der Rechtsprechung (BGE 139 V 349 E. 3.2; Urteil des Bundes
gerichts 8C_38/2015 vom 1. Juni 2015 E. 4.2.1) hat die umfassende administra
tive Erstbegutachtung in der Regel polydisziplinär und damit zufallsbasiert zur erfolgen. Eine polydisziplinäre Expertise ist insbesondere auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist. Zwar kann in begründeten Fällen von einer polydisziplinären Begutachtung abgesehen und eine Begutachtung mono- oder bidisziplinär durchgeführt werden, sofern die medizinische Situation offen
kundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt. Von letzterer Situa
tion ist insbesondere dann auszugehen, wenn weder weitere interdisziplinäre Bezüge notwendig sind noch ein besonderer arbeitsmedizinischer beziehungs
weise eingliederungsbezogener Klärungsbedarf besteht. Diese Voraussetzungen werden vor allem bei Verlaufsbegutachtungen erfüllt.
4.4
Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdeführerin an einer Vielzahl von Gesund
heitsbeeinträchtigungen leidet, weshalb Polymorbidität (gleichzeitiges Bestehen mehrerer Krankheiten; vgl. Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, 262. Auflage, Berlin/New York 2011, S. 1348) vorliegt. Auf Grund der vielschichtigen und komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie auf Grund der Möglich
keit der Interaktion zwischen den einzelnen Erkrankungen hat die Beurteilung
der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin daher auf polydisziplinärer Grund
lage zu erfolgen.
4.5
In Bezug auf die Beurteilung
durch
dipl.-med. C._ vom 4. August 2016 (vor
stehend E. 3.8)
gilt es
zudem
zu beachten, dass Berichten versicherungsin
ter
ner medizinischer Fachpersonen rechtsprechungsgemäss zwar Beweiswert zu
kommt, dass diesen Berichten indes nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gericht
lichen oder einem im Verfahren nach
Art.
44
ATSG
vom Versicherungs
träger in Auftrag gegebenen externen Gutachten zuerkannt wird, weshalb bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vor
zu
neh
men sind (BGE 135 V 471 E.
4.6). Vorliegend ist der Bericht von Dr.
A._
vom 27. April 2016 (vorstehend E. 3.5), worin dieser der Beschwer
deführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus somatischen und psy
chischen Gründen attestierte, immerhin geeignet, gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch dipl.-med. C._ zu erwecken.
4.6
Es kann vorliegend indes nicht alleine auf die Beurteilung durch Dr. A._ vom 27. April 2016 (vorstehend E. 3.5) abgestellt werden. Denn einerseits fehlt es dieser an einer nachvollziehbaren Begründung der darin postulierten voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit. Andererseits gilt es die
Erfahrungstatsache
zu beachten, dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aus
sagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Demzufolge kann vorliegend weder auf die Beurteilung durch dipl.-med. C._ noch auf diejenigen durch Dr. A._ noch auf diejenigen der weiteren behandelnden Ärzte der Be
schwer
deführerin alleine abgestellt werden. Auf Grund der Polymorbidität und der Komplexität der gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat die
Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
, wie bereits erwähnt (vorstehend E. 4.4),
vielmehr auf polydiziplinärer Grundlage zu erfolgen. Insofern erweist sich der Sachverhalt als nicht rechtsgenügend abgeklärt.
4.7
Des Weiteren lässt sich auf Grund der vorhandenen medizinischen Akten nicht abschliessend beurteilen, ob eine allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hauptsächlich eine Folgeerscheinung der festgestellten Adipositas per magna darstellt, und ob diese durch eine geeignete Behandlung oder durch eine zumut
bare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden könnte, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich mehr zur Folge hätte (vgl. (BGE 120 V 368 E. 6b; Urteil des Bundesgerichts I 70/01 vom 19. Juli 2001 E. 3c; ZAK 1984 S. 345 E. 3). Diesbezüglich dürften insbesondere die sich nicht bei den Akten befindenden medizinischen Unterlagen zu der zwischen
zeitlich durchgeführten Sleeve-Gastrektomie aufschlussreich sein (vgl. vorstehend
E. 4.1).
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der
notwendigen Erhebung einer bisher vollständig un
geklärten Frage begründet ist,
oder wenn lediglich eine Klarstellung, Prä
zi
sierung oder Ergän
zung von gut
acht
lichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinwei
sen).
5.2
Nach Gesagtem können die Fragen nach dem Umfang der hypothetischen Arbeits
fähigkeit der Beschwer
deführerin in der bisherigen Tätigkeit und in zu
mut
baren behinde
rungs
ange
passten Tätigkeiten, die Frage nach dem Umfang ihrer gesundheitsbedingten Beeinträchtigung im Aufgabebereich des Haushalts sowie - bejahendenfalls - die Fragen, ob die Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit hauptsächlich eine Folgeerscheinung der Adipositas per magna darstellt, und ob die Adipositas durch eine geeignete Behandlung oder durch eine zumut
bare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden könnte, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit be
ziehungsweise der Betätigung im Aufgabenbereich mehr zur Folge hätte,
nicht mit der notwendigen Klarheit und insbesondere nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Der Sach
verhalt er
we
ist sich diesbezüglich als ungenügend abgeklärt. Damit fehlt es an der Grund
lage für einen Entscheid.
5.3
Die Sache ist daher an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit sie de
n Sachverhalt umfassend abkläre. Die Beschwerde
gegnerin wird dabei sinnvoller
weise eine polydisziplinäre (internistische,
orthopädische und
psychiatrische) Begutachtung der Be
schwerde
führerin veran
lassen und anschliessend über ihren Rentenanspruch erneut verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde daher gut
zuheissen.
6.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die
Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- fest
zu
setzen
und aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.