Decision ID: 4e53a764-8450-485f-9a51-3c1ae38f85d7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog ab dem 1. Januar 2004 eine Viertelsrente und ab 1. April 2004 bei
einem IV-Grad von 59 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Verfügungen vom
9. Februar 2006, IV-act. 95 und 97 f.). Die Rentenzusprache war gestützt auf ein
Gutachten von Dr. med. B._, Rheumatologie, Klinik Valens, erfolgt (Gutachten vom
18. Januar 2005, IV-act. 76-1 ff.). Dr. B._ hatte eine leichte Arbeit in
Wechselbelastung wegen eines primären Fibromyalgiesyndroms, einer Hyperlaxizität,
einer allgemeinen Dekonditionierung und einer muskulären Dysbalance lediglich noch
maximal 2 bis 3 Stunden täglich als zumutbar erachtet. Die bisherige Tätigkeit als
kaufmännische Angestellte in einem Getränkehandel hatte er vor allem wegen der
zusätzlichen Arbeit im Lager als nicht mehr möglich beurteilt. Die IV-Stelle hatte den IV-
Grad anhand der gemischten Methode ermittelt (60 % erwerbstätig, 40 % im Haushalt
tätig).
A.b Im August/September 2013 leitete die IV-Stelle ein Rentenüberprüfungsverfahren
ein (IV-act. 128).
A.c Am 15. Januar 2014 erteilte die IV-Stelle der ABI Aerztliches Begutachtungs-
Institut GmbH (nachfolgend: ABI) den Auftrag, die Versicherte in den Bereichen
allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie zu begutachten (IV-act.
136-1). Obwohl der RAD auf einer rheumatologischen Untersuchung bestanden hatte
(IV-act. 137), führte das ABI im März/April 2014 lediglich eine allgemein-internistische,
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psychiatrische, orthopädische und neurologische Begutachtung durch (Gutachten vom
19. Mai 2014, IV-act. 144). Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die
Gutachter ein chronisches Zervikalsyndrom mit intermittierender radikulärer
Reizsymptomatik der Wurzel C6 rechts bei Diskushernie C5/6 (laut Angabe MRI 10/13)
an. In polydisziplinärer Hinsicht schätzten sie die Arbeitsfähigkeit für die angestammte
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte wie auch für jede andere körperlich leichte,
adaptierte Tätigkeit unter Wechselbelastung wegen eines verminderten Rendements
von 20 % auf 80 %. Diese Einschätzung gelte mit Sicherheit ab April 2014. RAD-Arzt
Dr. med. C._ notierte am 3. Juni 2014 (IV-act. 145), dass die Schlussfolgerungen im
Gutachten nachvollziehbar seien, weshalb darauf abgestellt werden könne.
A.d Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 150) hob die IV-Stelle die
halbe Rente mit Verfügung vom 9. Oktober 2014 bei einem IV-Grad von 20 % für die
Zukunft auf (IV-act. 154). Die Invaliditätsbemessung erfolgte gestützt auf einen reinen
Einkommensvergleich, da die IV-Stelle aufgrund des Alters der jüngeren Tochter davon
ausging, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Einschränkungen zwischenzeitlich
zu 100 % erwerbstätig wäre. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte Beschwerde
erheben (IV-act. 156; für eine ausführliche Sachverhaltsdarstellung siehe IV 2014/518).
A.e Mit Entscheid vom 16. November 2015 (IV 2014/518) hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde dahingehend gut, dass
es die angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 2014 aufhob und die Sache zur
Durchführung weiterer Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung im Sinne

Considerations:
der Erwägungen an die IV-Stelle zurückwies. Das Gericht erwog, dass die IV-Stelle − in
Zusammenarbeit mit dem RAD − abklären müsse, ob eine rheumatologische
Begutachtung angezeigt sei. Zudem werde die IV-Stelle dem RAD die mit der Replik
eingereichten neuen medizinischen Berichte (IV-act. 168) vorlegen müssen. Gelange
der RAD zum Schluss, dass eine rheumatologische Begutachtung und/oder eine
Begutachtung in einer oder mehreren anderen Fachdisziplinen für die Abklärung der
Arbeitsfähigkeit notwendig sei bzw. seien, werde die IV-Stelle eine ergänzende
Begutachtung in Auftrag geben müssen. Komme der RAD zum Schluss, dass eine
rheumatologische Begutachtung nicht notwendig sei und die neuen medizinischen
Berichte die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI nicht in Zweifel zu ziehen vermöchten,
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habe er diese Einschätzung zu begründen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
A.f In der Folge setzte die IV-Stelle das Verwaltungsverfahren fort.
A.g Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle am 15.
Dezember 2015 (IV-act. 177-1), dass in der Zwischenzeit erneut Infiltrationen im
lumbalen Bereich mit jeweils nur kurz dauernder Besserung erfolgt seien. Zur
Stabilisierung der massiven chronifizierten Schmerzen sei eine stationäre Behandlung
im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) erfolgt, die keinen durchschlagenden Erfolg
gebracht habe. Er werde die Versicherte nun an die Schmerzklinik des KSSG
überweisen. Dem Bericht des Hausarztes lag der Austrittsbericht der Klinik für
Rheumatologie des KSSG vom 19. Mai 2015 betreffend die Hospitalisation vom 27.
April bis 11. Mai 2015 zur multimodalen Schmerztherapie bei (IV-act. 177-12 ff.). Dr.
med. E._, Orthopädie F._, hatte dem Hausarzt am 7. Juli 2015 berichtet, dass die
Morton-Neurome histologisch bestätigt worden seien. Die Wunden seien völlig reizlos
verheilt. Die brennenden Restbeschwerden im Bereich der Zehen und des Vorfusses
würden vermutlich durch den Spreizfuss unterhalten; er habe der Versicherten
orthopädische Schuheinlagen verordnet (IV-act. 177-3 f.). Das Zentrum für
Schlafmedizin des KSSG hatte in seinem Bericht vom 4. November 2015 die
Verdachtsdiagnose eines obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms, leichtgradig, bestätigt
und eine nächtliche CPAP-Therapie eingeleitet (IV-act. 177-8 ff.). Die Therapie hatte
objektiv ein gutes Resultat bei ausbaufähiger Therapieadhärenz gezeigt; subjektiv hatte
die Versicherte von der Therapie aber noch nicht profitiert (Bericht vom 25. November
2015, IV-act. 177-18 ff.). Dr. med. G._, Spezialärztin Neurologie, hatte dem Hausarzt
am 11. Dezember 2015 berichtet, dass die Versicherte bis dato unverändert an einem
manifesten Painkiller-headache mit nur geringer Dynamik leide (IV-act. 177-21 ff.). Am
kopfschmerzauslösenden Faktor Medikamenten- bzw. Analgetica-Überkonsum habe
sich bis dato nichts geändert.
A.h Auf eine interne Anfrage hin hielt RAD-Arzt Dr. C._ am 15. Februar 2016 fest (IV-
act. 181), dass zur Beurteilung der neu geltend gemachten Beschwerden
(lumboradikuläres Syndrom, Schulterbeschwerden links, Morton-Neuralgie) eine
Verlaufsbegutachtung notwendig sei. Dies gelte auch für die Kopfschmerzen und die
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übrigen, im Bericht des Hausarztes vom 15. Dezember 2015 aufgeführten
medizinischen Probleme (Periarthropathie beider Schultern, Migräne, Schlaf-
Apnoesyndrom). Bezüglich der Wahl des Fachgebietes für die Beurteilung des
Bewegungsapparates sei anzumerken, dass der RAD bei der Auswertung des ABI-
Gutachtens (vom 19. Mai 2014) am 3. Juni 2014 die Wahl des Fachgebiets nicht
moniert habe, weil die Schlussfolgerungen im Gutachten problemlos nachvollziehbar
gewesen seien. Die Begutachtung durch einen Orthopäden dürfe nicht beanstandet
werden; auf das Gutachten vom Mai 2014 könne zweifelsfrei abgestellt werden. Bei der
Wahl der Fachrichtung für die Begutachtung des Bewegungsapparates sei zu
beachten, dass die Überschneidungen aus den Fachgebieten Rheumatologie,
Orthopädie und Physikalische Medizin/Rehabilitation z.B. bei degenerativen Leiden und
Schmerzzuständen sehr gross seien. Bei entzündlich-rheumatologischen Erkrankungen
sei demgegenüber die Wahl des Fachgebietes auf die Rheumatologie beschränkt. Im
vorliegenden Fall mit der früheren Diagnose Fibromyalgie und den degenerativen
Veränderungen am Bewegungsapparat sei die Wahl zwischen Rheumatologie,
Orthopädie und Physikalischer Medizin/Rehabilitation äquivalent. Daher könne zur
Beurteilung des Bewegungsapparates im anstehenden Verlaufsgutachten wiederum
das Fachgebiet der Orthopädie gewählt werden.
A.i Die vom RAD empfohlene polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung durch das ABI
fand im Juni 2016 statt (Gutachten vom 9. August 2016, IV-act. 191). Die Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Chronisches Zervikalsyndrom bei degenerativen HWS-Veränderungen (MRI
03/2016); klinisch keine Radikulopathie.
• chronisches Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen (MRI
03/2016)
- radikuläre sensible Reizsymptomatik der Wurzel L5/S1? links möglich
- Status nach periradikulärer Infiltration L3 links und S1 links am 8.12.2014.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter u.a. an
(vollständige Liste siehe IV-act. 191-41):
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• Leichte depressive Episode (F32.0)
• chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom
- chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
• leichtgradiges Schlaf-Apnoe-Syndrom
• Karpaltunnelsyndrome beidseits, rechtsbetont
• Migräne ohne Aura
• chronisches Spannungstyp-Kopfweh
• chronische Fussbeschwerden beidseits
• chronische Schulterbeschwerden beidseits.
Dr. med. H._, Allgemeine Innere Medizin, erklärte, aus allgemeininternistischer Sicht
hätten sich keine Diagnosen und Befunde, welche zu einer zusätzlichen Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit führten, finden lassen. Dr. med. I._, Orthopädische Chirurgie,
hielt fest, dass sich die völlig diffus unter anderem sämtliche Abschnitte des
Bewegungsapparates umfassenden Beschwerden durch die klinischen, radiologischen
und infiltrativen Befunde keinesfalls vollständig begründen liessen. Ein gewisser
Leidensdruck sei bei mässigen Veränderungen an der zervikalen und lumbalen
Wirbelsäule sowie an den Schultern bei Arthrose des Akromioklavikulargelenks
nachvollziehbar. Die deutlichen Inkonsistenzen samt unter anderem sehr diffuser
Schmerzangabe im Schulterbereich selbst bei fehlender Auslenkung sowie das
fehlende Ansprechen auf weiterhin durchgeführte konservative Therapiemassnahmen
und die langjährige Arbeitskarenz könnten als klarer Hinweis für eine im Vordergrund
stehende nicht-organische Beschwerdekomponente angesehen werden. Allerdings sei
die vermehrte Beschwielung der Hände mit einer längerdauernden Schonung
derselben keinesfalls vereinbar. In der angestammten Tätigkeit im Büro wie auch in
jeder anderen körperlich leichten und mittelschweren, wechselbelastenden, adaptierten
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Das Heben und Tragen von Lasten
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über 25 kg sowie der repetitive Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des
Schulterniveaus sollten vermieden werden. Dr. med. J._, Neurologie, führte aus, dass
deskriptiv ein multilokuläres Schmerzsyndrom vorliege. Davon seien gewisse
Beschwerden (z.B. die Migräne) und gewisse Befunde (z.B. die Sensibilitätsstörung im
Innervationsgebiet des Nervus medianus bds.) relativ klar abgrenzbar. Bezüglich
anderer Beschwerden und Befunde (zervikal und lumbal) hätten sich unter
Berücksichtigung der Klinik und vor allem der Bildgebung Erklärungsmöglichkeiten
gefunden. Die angegebene Schmerzintensität und die völlige Therapieresistenz seien
jedoch auffallend gewesen, sodass nach wie vor von einer Schmerzfehlverarbeitung
auszugehen sei. Im Vergleich zur Vorbegutachtung vor zwei Jahren seien die
Beschwerden insgesamt diffuser geworden. Eine radikuläre Reizsymptomatik der
Wurzel C6 rechts sei nicht mehr abgrenzbar, jedoch bestehe neu der Verdacht auf eine
leichte radikuläre Reizung am linken Bein. Die Karpaltunnelsyndrome seien
unverändert. Für eine körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit mit der Möglichkeit von
Positionswechseln sei wegen der möglichen radikulären Reizsymptomatik am linken
Bein eine Rendement-Verminderung von 20 % zu attestieren. Möglicherweise sei die
Arbeitsunfähigkeit Ende 2014/Anfang 2015, zum Zeitpunkt der periradikulären
Wurzelinfiltration, höher gewesen; dies könne anhand der Aktenlage jedoch nicht
rekonstruiert werden. Aus dem Vorliegen einer Migräne könne keine prinzipielle
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden, obwohl diese im Rahmen einer
Attacke kurzfristig und in unvorhersehbarer Weise teilweise oder ganz aufgehoben sein
könne. Auch aus der chronischen Kopfschmerzproblematik und den
Karpaltunnelsyndromen ergebe sich aus neurologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit.
Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärte, dass die leichte
depressive Episode durch depressive Verstimmungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit und
negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen
Situation gekennzeichnet sei. Die chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren sei durch eine ausgeweitete Schmerzsymptomatik im
Bewegungsapparat, deren Ausmass sich mit den somatischen Befunden nicht
hinreichend begründen lasse, gekennzeichnet. Es bestünden psychosoziale und
emotionale Belastungsfaktoren, auf deren Hintergrund die vorliegenden psychischen
Störungen entstanden seien. Der Verlauf sei chronisch. Zudem bestehe eine deutlich
ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung. Die Prognose sei deshalb
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ungünstig. Bei der Arbeit könne es zu einer erhöhten Ermüdbarkeit kommen. Der
Versicherten sei aber durchaus eine Willensanstrengung zumutbar, um trotzdem zu
arbeiten. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne daher nicht attestiert
werden. In polydisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die
Versicherte in der angestammten Tätigkeit im Büro wie auch in jeder anderen,
körperlich leichten, wechselbelastenden, adaptierten Tätigkeit wegen eines
verminderten Rendements noch zu 80 % arbeitsfähig sei.
A.j RAD-Arzt Dr. C._ notierte am 30. August 2016 (IV-act. 192), dass das Gutachten
des ABI vom August 2016 den geltenden Qualitätskriterien entspreche, weshalb auf es
abgestellt werden könne.
A.k Mit Vorbescheid vom 19. September 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten
bei einem IV-Grad von 17 % die Aufhebung der Rente für die Zukunft an (IV-act. 195).
Mittels Sternchen (*) verwies sie auf die Verfügungsbegründung, wonach die
Rentenzahlung per 1. Dezember 2014 eingestellt worden sei. In der
Verfügungsbegründung hielt sie ausserdem fest, dass die Voraussetzungen für eine
"6a-Revision" erfüllt seien. Gemäss den ABI-Gutachten vom 19. Mai 2014 und 9.
August 2016 bestehe für die angestammte Tätigkeit im Büro sowie für jede andere
angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die IV-Stelle errechnete das
Valideneinkommen anhand des zuletzt erzielten Erwerbseinkommens als "Mitarbeiterin
Getränkehandel" (s. IV-act. 194) und bezifferte es auf Fr. 63'455.--. Das
Invalideneinkommen setzte sie anhand von Tabellenlöhnen auf Fr. 52'363.-- fest (80 %
von Fr. 65'454.--; LSE 2012, TA1). Dagegen liess die Versicherte am 20. Oktober 2016
einwenden (IV-act. 199), dass das zweite ABI-Gutachten nicht schlüssig sei. Zum einen
fehle eine Begründung für die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 %. Zum anderen
hätten die Gutachter die Wechselwirkungen zwischen den Diagnosen ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit nicht geprüft.
A.l Mit Verfügung vom 15. November 2016 hob die IV-Stelle die Rente wie angekündigt
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats hin auf (IV-act. 200).
Wiederum versah sie das Dispositiv mit einem Sternchen (*), welches auf die
Verfügungsbegründung verwies, wonach die Rentenzahlung per 1. Dezember 2014
eingestellt worden sei. Zum Einwand hielt sie fest, dass die Gutachter die Diagnosen
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mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in ihrer Gesamtheit beurteilt und ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar begründet hätten. Ins Gewicht falle zudem,
dass der RAD die Expertise als überzeugend beurteilt habe.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 16. Dezember 2016 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer halben IV-Rente über den 30.
November 2014 bzw. den 31. Dezember 2016 hinaus. Eventualiter sei die Sache zur
Vornahme ergänzender Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung an die IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung machte
der Rechtsvertreter geltend, Dr. C._ vom RAD habe das erneute Absehen von einer
rheumatologischen Untersuchung nur mit allgemeinen Aussagen und mit einer
Verteidigung des Verzichts auf eine Beanstandung der unterlassenen
rheumatologischen Untersuchung bei der Prüfung des ersten ABI-Gutachtens
begründet. Faktisch habe Dr. C._ der Auffassung des Gerichts, welches gerade
beanstandet habe, dass keine rheumatologische Untersuchung erfolgt sei,
widersprochen. Obwohl auch in den neueren Berichten u.a. ein Fibromyalgie-Syndrom
diagnostiziert worden sei und sich die Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie
durchaus als eigenständige und von der Orthopädie abzugrenzende Fachgesellschaft
verstehe, sei wiederum keine rheumatologische Untersuchung erfolgt. Dr. C._ habe
durch das Urteil des Versicherungsgerichts vom 16. November 2015 im weiteren
Verfahren eine Verteidigungsrolle bezüglich seines bisherigen Handelns eingenommen.
Wegen dieser Parteifunktion sei seine Unabhängigkeit und Ergebnisoffenheit nicht
mehr gegeben. Dasselbe gelte für die ABI-Gutachter. Auf das ABI-Verlaufsgutachten
könne somit nicht abgestellt werden. Zudem falle auf, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Verlaufsgutachten mit derjenigen des Vorgutachtens
identisch sei, obwohl zusätzlich zum HWS-Leiden nun auch das LWS-Leiden mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anerkannt worden sei. Ausserdem erscheine die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters vor dem Hintergrund, dass
er eine depressive Verstimmtheit und eine mittlerweile manifeste Schmerzstörung
festgestellt habe, nicht nachvollziehbar. Zudem hätten er und die Beschwerdegegnerin
es unterlassen, einen Bericht der behandelnden Psychiaterin einzuholen. Des Weiteren
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erstaune die bagatelläre Beurteilung des orthopädischen Gutachters angesichts der in
den Vorakten enthaltenen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Arthrose
des AC-Gelenkes in beiden Schultern, Karpaltunnelsyndrom bds., Kopfschmerz,
Chronifizierungsstadium III des multilokulären Schmerzsyndroms) doch sehr und sei
viel zu optimistisch. Die echtzeitlich untersuchten und über eine längere Zeit
behandelten gesundheitlichen Beeinträchtigungen belegten vielmehr, dass die
Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf mindestens eine halbe IV-Rente habe.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Februar 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung hielt sie fest, dass dem
Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 keine Gründe hätten entnommen
werden können, die gegen eine Verlaufsbegutachtung durch das ABI gesprochen
hätten. Der Einwand der Beschwerdeführerin, dem ABI fehle es an der erforderlichen
Unabhängigkeit, sei nicht zu hören, denn ein Ausstandsbegehren könne sich stets nur
gegen Personen und nicht gegen Gutachterstellen richten. Zudem hätte die
Beschwerdeführerin einen Ausstandsgrund gegen den orthopädischen Gutachter
sofort rügen müssen. Das Gericht habe im Rückweisungsentscheid keine
rheumatologische Begutachtung angeordnet. Die Ausführungen des RAD bezüglich der
Gutachtensdisziplinen leuchteten ein. Daher sei nicht zu beanstanden, dass im
Rahmen der Verlaufsbegutachtung (erneut) auf eine rheumatologische Untersuchung
verzichtet worden sei. Das ABI-Verlaufsgutachten habe die im Vorgutachten attestierte
Einschätzung einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestätigt.
Mangels ausgeprägter pathologischer Befunde am Bewegungsapparat und aufgrund
der festgestellten Inkonsistenzen leuchte es ein, dass der orthopädische Gutachter der
Beschwerdeführerin für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert habe. In Anbetracht des unauffälligen
neurologischen Befundes erscheine es demgegenüber als eher wohlwollend, dass der
neurologische Gutachter der Beschwerdeführerin einzig wegen eines Verdachts auf
eine radikuläre Reizsymptomatik am linken Bein eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert habe. Der psychiatrische Gutachter sei unter
Berücksichtigung der Standardindikatoren zum Schluss gelangt, dass die gestellten
Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Zusammengefasst erfülle das
ABI-Verlaufsgutachten die von der Rechtsprechung aufgestellten formellen und
materiellen Voraussetzungen an ein lege artis abgefasstes, beweiskräftiges Gutachten.
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Da bei der Verlaufsbegutachtung augenfällig geworden sei, dass sich die
Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig sehe, und da sie im weiteren Verlauf nicht
von dieser Auffassung abgerückt sei, fielen Massnahmen zur Wiedereingliederung nach
lit. a Abs. 2 und 3 SchlB IVG mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit zum
Vornherein ausser Betracht. Die angefochtene Verfügung sei demnach nicht zu
beanstanden.
B.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete sinngemäss auf eine
Replik (act. G 6). Dafür reichte er am 29. Juni 2017 ein Schreiben der
Beschwerdeführerin vom 23. Juni 2017 betreffend die aktuelle gesundheitliche
Situation (act. G 10.1) und weitere medizinische Unterlagen ein (act. G 10). Er machte
geltend, dass diese Berichte geeignet seien, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses zu beeinflussen. Er wies insbesondere darauf hin, dass am 27. Juni
2017 eine operative Versorgung des Karpaltunnelsyndroms beidseits (richtig wohl:
rechts) erfolgt sei (act. G 10.2 f.). Dem Schreiben lagen ausserdem ein Bericht von Dr.
F._ vom 12. Mai 2017 (act. G 10.4) und der ISP-Abschlussbericht des
Schmerzzentrums des KSSG vom 31. Januar 2017 (act. G 10.5) bei.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu (vgl. act. G
11).
B.e Am 26. September 2018 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 5'685.40 ein (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer, act. G 13).
Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Januar 2004 eine Viertelsrente und ab dem 1.
April 2004 eine halbe Rente der Invalidenversicherung bezogen. Mit Verfügung vom 9.
Oktober 2014 hat die Beschwerdegegnerin die Rentenleistungen per 30. November
2014 aufgehoben. Die dagegen erhobene Beschwerde hat das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen am 16. November 2015 dahingehend gutgeheissen, dass es die
Renteneinstellungsverfügung aufgehoben und die Sache für weitere medizinische
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Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen hat. Damit ist die Rentenaufhebung per 30. November 2014
dahingefallen. Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin die Rente vorsorglich eingestellt
behalten. Gemäss dem Wortlaut des Dispositivs hat sie die Rente mit der jetzt
angefochtenen Verfügung vom 15. November 2016 erneut für die Zukunft, d.h. per 31.
Dezember 2016, aufgehoben. Das Dispositiv hat sie jedoch mit einem "Sternchen" (*)
versehen. Damit hat sie offenbar auf die Verfügungsbegründung verweisen wollen,
worin steht, dass die Rentenzahlung per 1. Dezember 2014 eingestellt worden sei. In
ihrer Beschwerdeantwort hat sie bestätigt, dass sie mit der angefochtenen Verfügung
die Rente rückwirkend per 30. November 2014 hat aufheben wollen. Eine
Rentenaufhebung (oder Herabsetzung) gestützt auf die Schlussbestimmungen der
Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; IV-Revision
6a) ist grundsätzlich nur für die Zukunft möglich (Botschaft zur Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes
Massnahmenpaket] vom 24. Februar 2010, BBl 2010 1817, S. 1842; siehe auch Urteil
des Bundesgerichts vom 27. April 2015, 9C_64/2015 E. 4.1). Gemäss Art. 56 Abs. 2
des St. Gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) ist die
Beschwerdegegnerin an die Rechtsauffassung gebunden, die dem
Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 zugrunde liegt. Das
Versicherungsgericht hatte mit dem damaligen Entscheid die Verfügung vom 9.
Oktober 2014 vollständig aufgehoben. Damit war auch der Wirkungszeitpunkt der
Aufhebung der Rente per 30. November 2014 dahingefallen. Das Gericht hat in seinem
Rückweisungsentscheid nämlich nicht angeordnet, dass die Rente, sollten die weiteren
medizinischen Abklärungen das ABI-Gutachten vom 19. Mai 2014 bestätigen,
rückwirkend per 30. November 2014 aufzuheben sei. Die Beschwerdegegnerin hat die
Rente mit der angefochtenen Verfügung vom 15. November 2016 deshalb nicht
rückwirkend per 30. November 2014, sondern nur für die Zukunft, d.h. per 31.
Dezember 2016, einstellen können. Die angefochtene Verfügung erweist sich bereits
aus diesem Grund als rechtswidrig. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2017 weiterhin einen Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
2.
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Das Gericht hat im Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 (IV 2014/518) die
übereinstimmende Ansicht der Parteien bestätigt, dass die Beschwerdeführerin ohne
Behinderung inzwischen zu 100 % erwerbstätig wäre, da der Grossteil des
Betreuungsaufwandes für die jüngste Tochter weggefallen sei. Da die
Beschwerdeführerin bisher lediglich als zu 60 % erwerbstätig eingestuft worden sei,
liege ein Revisionsgrund gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vor. Da das Gericht
den medizinischen Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als erstellt erachtet hat, hatte es die Sache zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Nachfolgend ist somit die
Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Erlasses der Einstellungsverfügung, d.h. am 15.
November 2016, zu prüfen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin hat weiterhin einen Anspruch auf eine IV-Rente, sofern sie
im Verfügungszeitpunkt zu mindestens 40 % invalid gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c
IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität bei einer als
vollerwerbstätig zu qualifizierenden versicherten Person durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.
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4.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
4.2 Das Gericht hat in seinem Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 (IV
2014/518) weitere medizinische Abklärungen für notwendig erachtet, weil Zweifel
bestanden haben, ob eine rheumatologische Begutachtung für eine medizinisch
umfassende Abklärung erforderlich gewesen wäre, und weil unklar gewesen ist, ob die
vom Rechtsvertreter im damaligen Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
(namentlich ein MRI-Befund der LWS vom 12. November 2014 und radiologische
Befunde der Schultern vom April 2015) sowie die im Februar 2015 festgestellte Morton-
Neuralgie im rechten Fuss bereits im Verfügungszeitpunkt (9. Oktober 2014) bestanden
hatten, ob die dadurch ausgelösten Beschwerden im Gutachten vom 19. Mai 2014
bereits berücksichtigt worden waren oder ob sie einen zusätzlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Die Beschwerdegegnerin hat aufgrund des gerichtlichen
Rückweisungsentscheides eine Anfrage an den RAD gemacht, welcher dieser am 15.
Februar 2016 beantwortet hat (IV-act. 181). Gestützt auf die Empfehlung des RAD hat
die Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre (allgemein-internistische, psychiatrische,
orthopädische und neurologische) Verlaufsbegutachtung bzw. eine ergänzende
Begutachtung durch das ABI in Auftrag gegeben. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob
auf das Gutachten vom 9. August 2016 abgestellt werden kann.
4.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat beanstandet, dass der RAD-Arzt
Dr. C._ das erneute Absehen von einer rheumatologischen Untersuchung nur mit
allgemeinen Aussagen und mit einer Verteidigung des Verzichts einer Beanstandung
der unterlassenen rheumatologischen Untersuchung bei der Prüfung des ersten ABI-
Gutachtens begründet habe. Faktisch habe Dr. C._ der Auffassung des Gerichts,
welches gerade beanstandet habe, dass keine rheumatologische Untersuchung erfolgt
sei, widersprochen. Zudem habe er eine Verteidigungsrolle bezüglich seines bisherigen
Handelns eingenommen, wodurch er seine Unabhängigkeit verloren habe. Das Gericht
ist in seinem Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 (IV 2014/518) zum
Schluss gekommen, dass eine medizinische Fachperson die Frage beantworten
müsse, ob im vorliegenden Fall eine rheumatologische Teilbegutachtung notwendig
gewesen wäre. RAD-Arzt Dr. C._ hat am 15. Februar 2016 erklärt, dass er bei der
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Auswertung des ABI-Gutachtens vom 19. Mai 2014 die Wahl des Fachgutachters
(Orthopäde statt Rheumatologe) nicht moniert habe, weil die Schlussfolgerungen im
Gutachten problemlos nachvollziehbar gewesen seien. Die Begutachtung durch einen
Orthopäden (statt einen Rheumatologen) dürfe nicht beanstandet werden. Allein
daraus, dass Dr. C._ seine frühere Einschätzung, wonach auf das ABI-Gutachten
vom 19. Mai 2014 abgestellt werden könne, bestätigt hat, kann nicht gefolgert werden,
dass er befangen sei. Dr. C._ hat in seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2014 nicht
ausdrücklich Bezug auf die Gutachtensdisziplinen genommen. Daher ist es angezeigt
gewesen, dass er in seiner Stellungnahme vom 15. Februar 2016 erklärt hat, weshalb
er die Wahl der Fachdisziplin (Orthopädie statt Rheumatologie) damals nicht moniert
hat. Hinzu kommt, dass Dr. C._ seine Einschätzung in der Stellungnahme vom 15.
Februar 2016 sachlich begründet hat: Bei der Wahl der Fachrichtung im Rahmen der
Begutachtung des Bewegungsapparates sei zu beachten, dass die Überschneidungen
aus den Fachgebieten Rheumatologie, Orthopädie und Physikalische Medizin/
Rehabilitation z.B. bei degenerativen Leiden und Schmerzzuständen sehr gross seien.
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sei jedoch die Wahl des Fachgebietes
auf die Rheumatologie beschränkt. Im vorliegenden Fall mit der früheren Diagnose
Fibromyalgie und den degenerativen Veränderungen am Bewegungsapparat sei die
Wahl zwischen Rheumatologie, Orthopädie und Physikalische Medizin/Rehabilitation
äquivalent gewesen. Dr. C._ verfügt über die drei Facharzttitel "Innere Medizin",
"Rheumatologie" und "Physikalische Medizin und Rehabilitation". Er besitzt also
zweifellos das notwendige medizinische Fachwissen, um beurteilen zu können, ob bei
einem bestimmten Beschwerdebild eine rheumatologische oder/und eine
orthopädische Untersuchung notwendig ist. Seine Einschätzung, dass eine
orthopädische Begutachtung zur medizinisch umfassenden Abklärung im vorliegenden
Fall ausgereicht hat, überzeugt aber auch inhaltlich, da es sich bei der Fibromyalgie,
die sich durch chronische, diffuse Muskelschmerzen am ganzen Körper in Gelenknähe
auszeichnet, um eine nicht-entzündliche Erkrankung handelt (vgl. www.rheumaliga.ch/
rheuma-von-a-z/fibromyalgie, besucht am 13. September 2018). Entgegen der
Meinung des Rechtsvertreters ist also keine (zusätzliche) rheumatologische
Teilbegutachtung notwendig gewesen; auch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
RAD-Arzt Dr. C._ in Bezug auf die Auswahl der Fachdisziplinen für die Verlaufs- bzw.
Ergänzungsbegutachtung befangen gewesen wäre. Die für die Begutachtung vom 9.
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August 2016 ausgewählten Fachdisziplinen (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie,
Orthopädie, Neurologie) sind also nicht zu beanstanden.
4.4 Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, dass auch die ABI-Gutachter befangen
gewesen seien. Die Verlaufs- bzw. Ergänzungsbegutachtung im Jahr 2016 durch das
ABI ist, mit Ausnahme des psychiatrischen Gutachters, durch dieselben Gutachter
erfolgt wie die Begutachtung im Jahr 2014. Dies wäre tatsächlich problematisch
gewesen, wenn das Gericht in seinem Rückweisungsentscheid vom 16. November
2015 zum Schluss gekommen wäre, dass das Gutachten vom 19. Mai 2014 mangelhaft
und damit nicht beweiskräftig sei. Dies ist jedoch nicht der Fall gewesen. Für das
Gericht haben lediglich Unklarheiten darüber bestanden, ob die vom Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren neu eingereichten medizinischen
Berichte, die den Gutachtern nicht vorgelegen haben, etwas an der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu ändern vermögen. In einer solchen Konstellation ist es
sogar begrüssenswert, die Verlaufs- bzw. Ergänzungsbegutachtung durch dieselben
Gutachter durchführen zu lassen, da diese am besten beurteilen können, ob sich der
Gesundheitszustand respektive dieArbeitsfähigkeit seit der Vorbegutachtung
wesentlich verändert hat. Auch sonst weist nichts auf eine Befangenheit der vorliegend
involvierten ABI-Gutachter hin. Die Argumentation des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin ist daher nicht stichhaltig.
4.5 Somit bleibt zu prüfen, ob das Verlaufs- bzw. Ergänzungsgutachten vom 9. August
2016 die im Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 erwähnten Unklarheiten
beantwortet und ob es hinsichtlich des Verlaufs des Gesundheitszustandes respektive
der Arbeitsfähigkeit bis zum Verfügungserlass (15. November 2016) überzeugt.
4.5.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die am 29. Juni 2017 vom Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen Unterlagen keine neuen
Erkenntnisse hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im
Verfügungszeitpunkt (15. November 2016) beinhalten. Dies gilt auch für die
Karpaltunnelsyndrome, deren operative Versorgung die behandelnde Neurologin Dr.
G._ im Mai 2017 als indiziert erachtet hat (act. G 10.4), weshalb im Juni 2017 die
Operation des Karpaltunnelsyndroms rechts erfolgt ist. Die Indikation für die
Operation(en) hat nämlich auf einer elektroneurographischen Untersuchung (ENG) vom
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11. Mai 2017, d.h. von mehreren Monaten nach Verfügungserlass, beruht. Eine allfällige
Verschlechterung der Karpaltunnelsyndrome noch vor Verfügungserlass ist daher nicht
mehr nachweisbar. Hinzu kommt, dass die Karpaltunnelsyndrome, wie die
durchgeführte Operation zeigt, im Zeitpunkt des Verfügungserlasses noch nicht
austherapiert gewesen sind. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden kann erst
vorliegen, wenn die (zumutbare) medizinische Behandlung abgeschlossen ist (vgl. Art.
7 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 ATSG).
4.5.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat kritisiert, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung gegenüber dem Vorgutachten vom 19. Mai 2014 identisch
sei, obwohl im Verlaufs- bzw. Ergänzungsgutachten vom 9. August 2016 zusätzlich
zum HWS-Leiden nun auch das LWS-Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
anerkannt worden sei. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass den ABI-Gutachtern bei
der Begutachtung im Juni 2016 die neuesten MRI-Befunde der LWS vom 12.
November 2014 und vom 30. März 2016 vorgelegen haben. Der neurologische
Gutachter hat im Vorgutachten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches Zervikalsyndrom mit intermittierender radikulärer Reizsymptomatik der
Wurzel C6 rechts bei Diskushernie C5/6 (laut Angabe MRI 10/13) angegeben. Wegen
der Radikulopathie hat er das Rendement auch in einer körperlich angepassten
Tätigkeit als um 20 % vermindert beurteilt (IV-act. 144-26). Dem chronischen
Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulären Irritationen beidseits bei degenerativen
LWS-Veränderungen (laut Angabe MRI 11/12, keine Radikulopathie) hat er keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Bei der Verlaufs- bzw.
Ergänzungsbegutachtung ist keine radikuläre Reizsymptomatik der Wurzel C6 rechts
mehr abgrenzbar gewesen (IV-act. 191-38). Der Grund für die im Vorgutachten
attestierte Verminderung der Leistungsfähigkeit von 20 % ist also eigentlich
weggefallen. Weil sich aber bei der aktuellen neurologischen Untersuchung der
Verdacht auf eine leichte radikuläre Reizung am linken Bein ergeben hat, hat der
neurologische Gutachter dem chronischen Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen
LWS-Veränderungen neu einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen und
weiterhin eine 20 %ige Arbeitsunfähigkeit auch für körperlich angepasste Tätigkeiten
bestätigt. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend gemacht hat, erscheint es als
fraglich, ob einzig wegen eines Verdachts auf eine radikuläre Reizsymptomatik eine
quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert werden kann. Ob
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die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht zu 80 % oder zu 100 % arbeitsfähig
ist, kann jedoch offen gelassen werden, da, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird,
selbst bei einer lediglich 80 %igen Arbeitsfähigkeit kein Rentenanspruch mehr
resultiert. Die Kritik des Rechtsvertreters überzeugt somit nicht.
4.5.3 Der neurologische Gutachter hat darauf hingewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit
im Zeitpunkt der periradikulären Wurzelinfiltration Ende 2014/Anfang 2015
möglicherweise höher gewesen sei; dies könne aufgrund der Aktenlage jedoch nicht
mehr rekonstruiert werden. Da die Rente ohnehin erst für die Zukunft, d.h. per 31.
Dezember 2016, aufgehoben werden könnte, wäre eine vorübergehende höhergradige
Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum Ende 2014/Anfang 2015 im vorliegenden Verfahren
nicht von Relevanz. Abgesehen davon vermag eine Arbeitsunfähigkeit so lange keine
Invalidität zu begründen, als die andauernde medizinische Behandlung noch
eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen
Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist (Art. 16 ATSG, Art.
7 Abs. 1 ATSG, Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG).
4.5.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat weiter vorgebracht, dass die
Beurteilung des orthopädischen Gutachters Dr. I._ im Vergleich zu den Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in den Vorakten (Arthrose des AC-Gelenkes in
beiden Schultern, Karpaltunnelsyndrom bds., Kopfschmerz, Chronifizierungsstadium III
des multilokulären Schmerzsyndroms) viel zu optimistisch sei. Bei den
Karpaltunnelsyndromen beidseits handelt es sich um eine neurologische Erkrankung;
sie ist dementsprechend nicht durch den orthopädischen Gutachter zu würdigen. Die
Begründung des neurologischen Gutachters Dr. J._ im Gutachten vom Mai 2014,
wonach die Karpaltunnelsyndrome keine Arbeitsunfähigkeit begründeten, überzeugt:
Die Karpaltunnelsyndrome sind damals beidseitig leichtgradig ausgeprägt und
prinzipiell behandelbar gewesen. Im Vergleich zur Vorbegutachtung sind sie
unverändert geblieben, weshalb der neurologische Gutachter seine frühere
Einschätzung im Verlaufs- bzw. Ergänzungsgutachten vom 9. August 2016 bestätigt
hat (IV-act. 191-39 f.). Auch bei den Kopfschmerzen handelt es sich um eine
gesundheitliche Störung, die durch eine neurologische Fachperson zu beurteilen ist.
Der neurologische Gutachter hat weder der Migräne ohne Aura noch dem chronischen
Spannungstyp-Kopfweh (Differentialdiagnose: Medikamentenübergebrauchs-
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Kopfschmerz, IV-act. 191-38) einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Die
Spannungskopfschmerzen hat er unter das Ganzkörperschmerzsyndrom subsumiert.
Er hat für diese Kopfschmerzen also kein organisches Korrelat gefunden und sie
deshalb als psychosomatisch eingeordnet. Folglich ist es Sache des psychiatrischen
Gutachters Dr. K._ gewesen, die Auswirkungen der Spannungskopfschmerzen − im
Rahmen der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
− auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Aus dem Vorliegen der Migräne (ohne
Schlechtsein/Erbrechen, einmal pro Woche bis alle 10 Tage) hat der neurologische
Gutachter keine prinzipielle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet; er hat jedoch
anerkannt, dass die Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Attacke kurzfristig und in
unvorhersehbarer Weise teilweise oder ganz aufgehoben sein könne (IV-act. 191-40).
Auch diese Schlussfolgerung leuchtet ein, zumal die Migräne mit Triptanen
behandelbar ist (IV-act. 191-36/38). Bezüglich der Schulterbeschwerden ist vorweg
anzumerken, dass den Gutachtern bei der Begutachtung im Juni 2016 die MRI der
Schultern vom 8. Juli 2014 (Schulter rechts) und vom 8. April 2015 (Schulter links)
vorgelegen haben. Der orthopädische Gutachter ist zum Schluss gekommen, dass ein
gewisser Leidensdruck bei mässigen Veränderungen an den Schultern bei einer
Arthrose des Akromioklavikulargelenkes bei ansonsten regelrechtem Befund
nachvollziehbar sei. Er hat jedoch auch auf deutliche Inkonsistenzen im Rahmen der
klinischen Untersuchung hingewiesen. So habe die Beschwerdeführerin unter anderem
im Schulterbereich selbst bei fehlender Auslenkung sehr diffuse Schmerzangaben
gemacht. Zudem würden trotz fehlendem Ansprechen weiterhin konservative
Therapiemassnahmen durchgeführt. Zu betonen sei auch, dass die vermehrte
Beschwielung der Hände mit einer längerdauernden Schonung derselben keinesfalls
vereinbar sei. Angesichts der mässigen degenerativen Veränderungen an den
Schultern und der erwähnten Inkonsistenzen überzeugt es, dass der orthopädische
Gutachter der Schulterproblematik lediglich einen qualitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit (kein Heben und Tragen von Lasten über 25 kg, kein repetitiver Einsatz
der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus) beigemessen hat. Bezüglich
des Morton-Neuroms am rechten Vorfuss hat der orthopädische Gutachter
festgehalten, dass dieses zwischenzeitlich operativ saniert worden sei. Dass die
Fussbeschwerden in einer Bürotätigkeit, in der die Beschwerdeführerin vorwiegend
sitzend tätig ist und keine längeren Gehstrecken überwinden muss, keine Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit haben, leuchtet ebenfalls ein. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass dem Vorwurf des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, der
orthopädische Gutachter habe die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in
den Vorakten viel zu optimistisch beurteilt, nicht gefolgt werden kann. Der
orthopädische Gutachter hat sich mit den dem orthopädischen Fachgebiet
zuzuordnenden Beschwerden eingehend auseinandergesetzt. Dass er die Angaben der
Beschwerdeführerin kritisch gewürdigt hat, ist angesichts der von ihm erhobenen
deutlichen Inkonsistenzen zwingend notwendig gewesen. Zusammengefasst ist
festzuhalten, dass die Einschätzung des orthopädischen Gutachters, wonach die
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Bereich zu
100 % arbeitsfähig sei, angesichts der mässigen degenerativen Veränderungen am
Bewegungsapparat überzeugt.
4.5.5 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat sodann geltend gemacht, dass
die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Gutachters Dr. K._ vor dem
Hintergrund, dass er eine depressive Verstimmtheit und eine mittlerweile manifeste
Schmerzstörung festgestellt habe, nicht nachvollziehbar sei. Er hat zudem moniert,
dass kein Bericht bei der behandelnden Psychiaterin eingeholt worden sei. Zwar wäre
es wünschenswert gewesen, dass vor der Verlaufs- bzw. Ergänzungsbegutachtung bei
der behandelnden Psychiaterin ein Bericht eingeholt worden wäre. Allerdings bedeutet
das Absehen davon nicht, dass dem psychiatrischen Teilgutachten von Vornherein
jeglicher Beweiswert abgesprochen werden müsste. Soweit das psychiatrische
Teilgutachten inhaltlich überzeugt, kann auf es abgestellt werden, auch wenn kein
aktueller Bericht der behandelnden Psychiaterin im Recht liegt. Die psychiatrische
Verlaufsbegutachtung ist nicht mehr durch den Vorgutachter Dr. L._, sondern durch
Dr. K._ erfolgt. Dr. L._ hatte als Diagnose (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
noch einen Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung mit ansatzweiser
algogener Verstimmung angegeben. Dr. K._ hat bei der Beschwerdeführerin
demgegenüber eine leichte depressive Episode sowie eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. Er ist jedoch, wie die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort richtigerweise angemerkt hat, unter
Berücksichtigung der vom Bundesgericht mit dem BGE 141 V 281 eingeführten
Standardindikatoren zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführerin trotz ihrer
psychischen Beschwerden eine volle Erwerbstätigkeit zumutbar sei (Ziff. 4.1.3 des
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Gutachtens). Dass die leichte depressive Episode keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben soll, überzeugt insbesondere angesichts der geringen
pathologischen Befunde im Psychostatus (depressive Stimmung, subjektiv erhöhte
Ermüdbarkeit und Schlafstörungen, negative Zukunftsperspektiven bezüglich
Gesundheit und Beruf). Bezüglich der chronischen Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (in den Akten teilweise auch als Fibromyalgie bezeichnet)
überzeugt die Einschätzung des psychiatrischen Gutachters insbesondere angesichts
des Fehlens deutlich auffälliger Persönlichkeitszüge, der vorhandenen Ressourcen
(Berufsabschluss, mehrjährige Berufserfahrung, gute Kontakte innerhalb der Familie,
fährt Auto) und der festgestellten Inkonsistenzen (u.a. stundenlange Reisen in die
Heimat mit dem Auto, vermehrte Beschwielung der Hände). Hinzu kommt, dass bereits
der Vorgutachter Dr. L._ der Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen hat. Demnach ist auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K._
abzustellen, wonach die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht in ihrer
angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist.
4.5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Verlaufs- bzw.
Ergänzungsgutachten des ABI vom 9. August 2016 alle offenen Fragen beantwortet
hat. Aus dem Gutachten geht zudem hervor, dass sich der Gesundheitszustand
respektive die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zwischen der Begutachtung
durch das ABI im Jahr 2014 und der Begutachtung durch dieselbe Gutachterstelle im
Jahr 2016 nicht wesentlich verändert hat. In interdisziplinärer Hinsicht besteht für die
angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte sowie für leidensangepasste
Verweistätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine mindestens 80 %ige
Arbeitsfähigkeit.
5.
5.1 Wie in Erw. 1.2 dargelegt, ist der IV-Grad anhand eines reinen
Einkommensvergleichs zu ermitteln. Bei der angestammten Tätigkeit der
Beschwerdeführerin im Büro/ kaufmännischen Bereich handelt es sich gemäss den
Gutachtern um eine optimal adaptierte Tätigkeit. Die Validen- und die Invalidenkarriere
bestehen somit in derselben Tätigkeit. Das Validen- und das Invalideneinkommen
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müssen daher ziffernmässig nicht festgelegt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. April 2017, 9C_675/2016 E. 3.1 und 3.2). Ob ein Tabellenlohnabzug, im
vorliegenden Fall angezeigt ist, kann offen gelassen werden. Denn selbst bei einem
(grosszügigen) Tabellenlohnabzug von 15 % würde bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad
von 80 % ein IV-Grad von unter 40 % resultieren (20 % + [80 % x 0.15] = 32 %). Die
Beschwerdegegnerin hat somit einen zukünftigen Rentenanspruch im Ergebnis zu
Recht verneint.
5.2 Wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, so hat die Bezügerin oder der
Bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a (Abs. 2 lit. a
der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März 2011). Werden
Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a durchgeführt, so wird die Rente bis
zum Abschluss der Massnahmen weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei
Jahren ab dem Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung (Abs. 3). Aus den Akten
geht durchwegs hervor, dass sich die Beschwerdeführerin seit Jahren für jegliche
Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig fühlt (siehe z.B. IV-act. 144-10, 191-19).
Angesichts dessen fallen rentenbegleitende Massnahmen zur Wiedereingliederung
bereits ohne nähere Prüfung ausser Betracht. Daher besteht kein Anspruch auf die
Weiterausrichtung der Rente für maximal zwei Jahre.
5.3 Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 15. November 2016 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die bisherige halbe Rente auf das Ende
des der Zustellung der angefochtenen Verfügung folgenden Monats, d.h. per 31.
Dezember 2016, aufzuheben.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend − die bisherige halbe Rente wird nicht per 30. November
2014, sondern erst per 31. Dezember 2016 aufgehoben − ist sie zu drei Vierteln der
Beschwerdeführerin (Fr. 450.--) und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin (Fr.
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150.--) aufzuerlegen. Der Anteil der Beschwerdeführerin an der Gerichtsgebühr ist
durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt; der Restbetrag
von Fr. 150.-- ist ihr zurückzuerstatten.
6.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
reduzierte Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über den Betrag von Fr.
5'685.40 eingereicht. Im vorliegenden Verfahren haben sich keine schwierigen
Rechtsfragen gestellt; zudem sind die Rechtsfragen grösstenteils bereits im
Rückweisungsentscheid vom 16. November 2015 (IV 2014/518) beantwortet worden.
Auch wenn der Fall in tatsächlicher Hinsicht eher komplex gewesen ist, kann der
Vertretungsaufwand daher nicht als überdurchschnittlich beurteilt werden. Die vom
Rechtsvertreter geforderte Entschädigung von Fr. 5'685.40 erscheint daher als deutlich
übersetzt. Angesichts des durchschnittlichen Vertretungsaufwandes wäre bei vollem
Obsiegen vielmehr eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- angemessen
gewesen. Die Beschwerdeführerin hat lediglich zu einem kleinen Teil obsiegt (die Rente
wird nicht per 30. November 2014, sondern erst per 31. Dezember 2016 aufgehoben),
weshalb es gerechtfertigt erscheint, die Parteientschädigung auf Fr. 900.-- (rund ein
Viertel von Fr. 3'500.--) festzusetzen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).