Decision ID: 4302eb82-6aaf-494f-bde7-24c512611176
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
absolvierte eine Banklehre
und arbeitete in der Folge bei verschiedenen Finanzinstituten. V
on Februar 2007 bis April 2013
war
er
als
R
elationship
Manager bei der
Z._
tätig (
Urk.
6/35
S. 2 f.
). A
m
8.
Juli 2012
meldete e
r sich
unter Hinweis auf ein Burnout-Syndrom erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Mit Verfügung vom 1
7.
Oktober 2012 wurde sein Leistungsbegehren abgewiesen (
Urk.
6/14).
1.2
A
b
Mai 2013
war der Versicherte
bei der Bank
A._
Genossenschaft
tätig, zunächst als
Kundenberater und ab
Dezember 2013
als Geschäftsstellenleiter
, ab Oktober 2014 zudem als Mitglied der Direktion
(
Urk.
6/35
S. 2
).
Nachdem
d
er
Versicherte
i
m Frühjahr
2016
einen Hirninfarkt
erlitten hatte
(
Urk.
6/17
Ziff.
6.1,
Urk.
6/30
Ziff.
1.1)
, löste die Arbeitgeberin
das Arbeitsverhältnis per Ende Sep
tember 2016 auf
(
Urk.
6/29
/10
)
. Am
6.
Juni 2016 meldete sich
der
Versicherte
erneut
bei der I
nvalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/17
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten de
s
Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
6/27
) und holte bei der
Begutachtungsstelle
B._
, Universitätsspital
C._
,
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
3
1.
Dezem
ber 2017
erstattet wurde (
Urk.
6/70
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/74,
Urk.
6/78)
sprach die
IV-
Stelle dem
Versicherten
mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2018
bei einem Invaliditäts
grad vo
n 46
%
eine
Viertelsrente
ab
1.
Januar 2017
zu (
Urk.
6/
94-
95
=
Urk.
2).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
2
8.
Juni 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
8.
Mai 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
ihm
ab
1.
Januar 2017 mindestens eine halbe Rente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2 oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
August 2018
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit
V
erfügung vom
2
3.
August 2018 (
Urk.
7) holte das hiesige Gericht bei der Bank
A._
Genossenschaft
einen ergänzenden Arbeitgeberbericht ein und stellte dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zu.
Mit Schreiben vom
3
0.
August 2018
(
Urk.
9)
nahm die Bank
A._
Genossen
schaft
Stellung zu den ihr
unterbreiteten Fragen. Am 1
2.
September 2018 ver
zichtete die Beschwerdegegnerin (
Urk.
12) und am 2
6.
September 2018 der Beschwerdeführer (
Urk.
13)
auf das Einreichen einer Stellungnahme
.
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom 2
7.
September 2018 wurde
– dem Antrag des Beschwerdeführers folgend (vgl.
Urk.
1 S. 2 oben) -
die
Pensionskasse
Y._
zum Prozess beigeladen
. Diese liess sich innert angesetzter Frist nicht vernehmen, was den Parteien am
7.
November 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16)
.
2.4
Am 2
0.
März 2019
(
Urk.
17)
reichte der Beschwerdeführer neue medizinische Berichte (
Urk.
18/1-4) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 1
2.
April 2019 (
Urk.
21) auf das Einreichen einer Stellungnahme und die Beige
ladene liess sich nicht
vernehmen, was
den Parteien am 2
8.
Mai 2019 zur Kennt
nis gebracht
wurde
(
Urk.
22).
Eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers vom 2
2.
Juli 2019 (
Urk.
23) samt Beilagen (
Urk.
24/1-3) wurde der Beschwerdegegne
rin und der Beigeladenen am 2
9.
Juli 2019 zugestellt (
Urk.
25).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gestützt auf das
B._
-Gutachten sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bankfilialleiter seit Januar 2016 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit
– mit näher umschriebenem Belastungsprofil -
sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen.
Bei einem g
estützt auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers
festzusetzenden
Valideneinkommen
von
Fr.
147
'300
.
,
inklusive Gratifikation,
und einem gestützt auf statistische Werte zu ermittelnden Invalideneinkommen von
Fr.
79'239.--, welches ungekürzt zu berücksichtigen sei, resultiere ein Invaliditätsgrad von 46
%
.
2.2
Der Beschwerdeführer
wandte sich
in seiner Beschwerde
(
Urk.
1
)
gegen
die von der Beschwerdegegnerin ermittelten Vergleichseinkommen
(S. 9 f.
Ziff.
22)
.
Bezüglich des
Valideneinkommens
machte er geltend,
die Nominallohnentwick
lung von 2016 auf 2017
sei nicht berücksichtigt worden
und die Gratifikation ohne Gesundheitsschaden
wäre
2016 höher ausgefallen als von der Beschwerde
gegnerin angenommen.
Es sei von einem
Valideneinkommen
von mindestens
Fr.
156'000.--, zuzüglich Nominallohnentwicklung, auszugehen (S.
11
Ziff.
26
). Hinsichtlich des Invalideneinkommens rügte der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin
habe zu Unrecht auf das Kompetenzniveau 2 in der Banken
branche abgestellt.
Mit seinen kognitiven und körperlichen Einschränkungen sei eine Verwertung der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in der spezifischen Bankenbranche nicht r
e
alistisch (S. 12
Ziff.
28 ff.). Es sei auf den Totalwert des privaten Sektors im Kompetenzniveau 1, allen
falls im Kompetenzniveau 2
,
abzustellen
(S. 13
Ziff.
35).
Realistischerweise sei mit Blick auf sein Ausbildungsprofil
vom Totalwert im Kompetenzniveau 2
aus
zugehen, womit
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ein hypo
thetisches Invalideneinkommen von
Fr.
57'499.
--
resultiere
. Allein schon auf Basis der damit relevanten Vergleichswerte resultiere ein Invaliditätsgrad von über 60
%
und damit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Selbst wenn vom Kompetenzniveau 1
im Bereich
der
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
ausgegangen würde, resultier
e zumindest ein Anspruch auf eine halbe Rente
(S. 13
Ziff.
36 f
.).
Schliesslich
machte der Beschwerdeführer geltend,
vom Invaliden
einkommen sei –
aus näher dargelegten Gründen
(S. 16 ff.
Ziff.
40 ff.)
-
ein
Abzug von mindestens
15
%
vorzunehmen
(S. 18
Ziff.
45).
2.3
In seiner ergänzenden Eingabe vom 2
0.
März 2019 (
Urk.
17) wies der Beschwer
deführer darauf hin, dass er nach der Beschwerdeerhebung mehrfach neuropsy
chologisch abgeklärt worden sei (S. 1 f.). Dabei sei seine Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auf mindestens 40
%
und damit höher einge
schätzt worden als im
B._
-Gutachten (S. 2 f.). Mit diesen Abklärungsergebnissen dürfte umso mehr feststehen, dass jedenfalls die von der Beschwerdegegnerin im durchgeführten Einkommensvergleich angenommene Tätigkeit im Kompetenzni
veau 2 in der Bankenbranche völlig unrealistisch sei
. Zudem dürfe angesichts der Erkenntnisse aus den neuro
psychologischen Testungen auch daran g
ezweifelt werden, ob die gutachterlich eingeschätzte Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit überhaupt zutreffend sei, denn die nun vorliegenden Testergebnisse zeigten evident ein anderes Bild seiner funktio
nellen Beeinträchtigungen (S. 3 Mitte).
In seiner Eingabe vom 2
2.
Juli 2019 (
Urk.
23) setzte der Beschwerdeführer das Gericht schliesslich darüber in Kenntnis,
d
ass er
– wie der Beschwerdegegnerin bereits seit Längerem bekannt
sei
-
am
9.
Juli 2018 eine unbefristete Tätigkeit
(zu 50
%
, vgl.
Urk.
21/1)
im geschützten Rahmen beim Verein
D._
angenommen habe
.
Die
Angaben in den
dort zur Lohnfestsetzung
ergangenen Mitarbeiterbeurteilungen
zeigten einmal mehr, dass das Postulat der Beschwer
degegnerin, wonach ihm eine Tätigkeit in der Bankenbrache im Kompetenzniveau 2 in einem 80
%
-Pensum möglich sei, in Tat und Wahrheit vollends unrealistisch sei.
2.4
Strittig und zu prüfen ist
der Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers und
in die
sem Zusammenhang insbesondere, von welchen Vergleichseinkommen zu dessen Ermittlung auszugehen ist.
Im Jahr 2012 war der Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit der Begrün
dung verneint worden, es liege kein Gesundheitsschaden vor, welcher eine Inva
lidität im Sinne des Gesetzes zu begründen vermöchte (vgl.
Urk.
6/14).
Nach
dem sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführer
s
seither unbestrittenermassen wesentlich verändert hat,
ist der Rentenanspruch vorliegend umfassend zu prü
fen.
3.
3.1
Am 3
1.
Dezember 2017 erstatteten die Ärzte der
B._
ihr
interdisziplinäres Gut
achten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/70
).
Sie stützten sich
auf
die ihnen überlassenen A
kten
(
Urk.
6/70/23-33
)
,
die
Untersuchung durch den versi
cherungsmedizinischen/internistischen Fal
lführer vom 3
1.
Juli 2017 (
Urk.
6/70/5
ff.),
die
psychiatrische
Untersuchung vom 2
2.
August 2017 (
Urk.
6/70/49 ff.
),
die
neurologische Untersuchung vom 3
1.
Juli 2017 (
Urk.
6/70/64 ff.
)
,
die
neuropsy
chologische Untersuchung vom
8.
August 2017 (
Urk.
6/70/82 ff.) sowie
die
infektiologische
Untersuch
ung vom 1
2.
September 2017 (
Urk.
6/70/101 ff
.
).
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (
Urk.
6/70/1-33)
nannten d
ie
Gut
achter die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit (S. 10
Ziff.
5.1):
-
Enzephalopathie multifaktorieller Ätiologie:
-
am ehesten vaskulärer
Genese bei zerebraler
mikroangiopathischer
Leukenzephalopathie
und bei Verdacht auf zerebrale Amyloidangiopa
thie
:
-
Status nach Infarkt im Nucleus
lentiformis
und parafrontal rechts im März 2016
-
aktuell neurologisch-neuropsychologische Residuen mit vordergründi
ger leichter neuropsychologischer Störung
-
differenzialdiagnostisch (DD
)
entzündlich-autoimmuner Genese mit:
-
möglicher Enzephali
tis, DD
Immunrekonstitutions-Syndrom bei HIV-Infektion
-
HIV-Infektion, CDC C3, Erstdiagnose
im
Januar 2016
-
nicht näher bezeichnete organische psychische Störung aufgrund einer Schädigung des Gehirns
-
bei vorgenannten Diagnosen
-
langjähriger
Kokainabusus
(ICD-10 F06.9)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
unter anderem psychische Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1), eine hypertensive Kardiomyopathie, Erstdiagnose
im
März 2016
,
sowie eine Adipositas (S. 11
Ziff.
5.2).
Die Gutachter führten aus, w
as die HIV-Infektion betreffe, sei diese gemäss aktu
eller infektiologischer Beurteilung medikamentös unter a
n
tiretrovir
aler Therapie gut kontrolliert
(S. 11 unten).
Aus infektiologischer Sicht sei aktuell maximal von einer 0-20%igen Reduktion der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 12 oben).
Die beim Beschwerdeführer gemäss Akten ab etwa Februar 2016 festgestellte Enzephalopathie, welche gemäss Angaben des Beschwerdeführers pl
ö
tz
l
ich mit einem Sturzereignis etwa drei Monate nach der HIV-Diagnosestellung begonnen habe
, sei bei hochgradig kumulative
m Risiko mit mehrer
en Fakt
oren (HIV, Hypertonie, Kokain, Nikotin) als multifakto
r
iell zu be
t
rachten (S. 12 Mitte). Aktenmässig besch
rie
ben sei ein f
luktuierendes
enze
phalopat
h
isches
Zustands
bild mit vor allem neurokognitiven Aufmerksamkeitsstörungen und einer dezen
ten Hemiparese rechts mit Stand- und Gangataxie. Der Beschwerdeführer selber berichte vor allem von einer Einschränkung der Kognition (Wortfindungsstörun
gen, Multitasking, Aufmerksamkeitsfokussierung, Erlernen neuer Inhalte), jedoch auch von Störungen der Feinmotorik (Veränderungen der Handschrift, sonstige feinmotorische Einschränkungen) sowie der Raumorientierung. Die Einschrän
kungen seien zum Beispiel als Wortfindungsstörungen auch klinisch manifest (S. 12 unten, S. 13 oben).
Die aktuelle neurologische Untersuchung zeige eine leichtgradige Gangataxie
(in den komplizierten Gangarten)
, eine minimale Koordinationsstörung links, eine minimale Dysarthrie, ein latentes
Hemisyndrom
rechts sowie eine Polyneuropa
thie im Bereich der unteren Extremitäten mit distal-symmetrischer
Pall
hypästhe
sie
(S. 13 oben).
Neuropsychologisch habe eine leichte Störung obje
ktiviert werden können,
wobei sich insbesondere Minderleistungen im verbal-episodischen Gedächtnis sowie als Teilbereich der Exekutivfunktionen im visuellen Arbeitsgedächtnis
gezeigt hät
ten
. Beim Memorieren einer Wortliste (15 Ite
ms und 5 Lernwiederholungen) sei
die Lernkurve als flach be
s
chrieben worden. Die Enkodierung sei grenzwertig leicht vermindert
gewesen
und im verzögerten freien Abruf sei es zu einem auf
fälligen Verlust vormals korrekt memorierter Items gekommen. Au
ch der verzö
gerte f
reie Abruf sei mittelschwer vermindert gewesen. Passend zu einem Spei
cherde
fizit sei auch das Wiedererkennen
leicht reduziert
gewesen
.
D
ie potenziel
len funktionell
en Einschränkungen der neuropsy
c
hologis
c
h
en Störung
seien
gut mit der anamnestischen Angabe eines subjektiven «Verlustes an Speicherkapazi
tät» und der reduzierten M
ultitasking-Fähigkeit vereinbar
. Sowohl die auf soma
tischem Gebiet feststellbaren fokal- neurologischen Defizite als auch die einer leichten neuropsychologischen Störung entsprechenden neuropsychologischen Funktionseinschränkungen könnten im Rahmen der Enzephalopathie multifakto
rieller Ätiolog
ie begründet werden (S. 13 Mitte
).
Aus psychiatrischer Sicht
lasse sich das aktuelle Bild unter der Diagnose einer nicht näher bezeichneten organischen psychischen Störung aufgrund einer Schä
digung des Gehirns im Rahmen des HIV-Infekts und der Enzephalopathie abbil
den. D
ie infektiologischen, neurologischen und neuropsychologischen Einschät
zungen bezüglich Arbeitsfähigkeit
könnten
gestützt werden und es ergäben sich keine weiteren Einschränkungen (S. 14 Mitte).
Was die Arbeitsfähigkei
t anbelange, so bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 1
3.
Januar 201
6.
Aufgrund der neuropsychologi
schen Befunde sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf
als
Banker, zuletzt in di
versen leitenden Stellungen
,
nicht mehr gegeben
.
Wegen der kognitiven Defiz
i
te könne der Beschwerdeführer den Anforderun
gen an eine leitende Funk
tion (Ge
schäftsstellenleite
r
/ Mitglied der Direktion) ab Datum der Erstdiagnose der Enzephalopathie mit Infarkten parafrontal rechts und im Nucleu
s
lentiformis
recht
s
im März 2016 nicht mehr genügen. Für die Zeit davor bestehe ebenfall
s
eine volle Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der
Akute
rkrankung mit Erstdiagnose einer HIV-Infektion und Einstellung der Therapie (S. 16
Ziff.
6.6).
D
em Beschwerdeführer könnten keine Tätigkeiten zugemutet werden mit erhöh
tem Anspruch an die Feinmotorik, insbesondere im Hinblick auf bimanuelle Tätigkeiten, bei denen auch die linke Hand eingesetzt werden müsse. In Bezug auf die Gangataxie dürften keine Tätigkeiten
zugemutet werden,
die mit erhöhten Anforderungen an die Koordination und das Gleichgewicht einhergingen. Dies beinhalte das Steigen und Klettern auf Leitern und Gerüste aufgrund der erhöhten Sturz- und St
o
lpergefahr. Die minim
ale Dysarthr
i
e
wirke sich leicht einschrän
kend auf die Kommunikationsfähigkeit aus, jedoch nicht in einem alltagsrelevan
ten Ausmass.
B
erufliche Aufgabenbereiche mit sehr hohen Anforderungen an
die Kommun
ikationsfähigkeit seien diesbezüglich
allenfalls
ungeeignet (zum Beispiel Aufgabenbereiche mit vordergründiger Referententätigkeit). Im Hinblick auf die kognitiven Funktionen bedinge eine angepasste Arbeitssituation kognitiv k
lar strukturierte Aufgabenstell
ungen, die weitgehend automatisiert und überlernt seien, allenfalls auch teils rein repetitiven Ch
arakter haben könnten. Von Täti
g
keiten mit vermehrten Planungs- und Organisationsanforderungen wie auch von einer Leitungsfunktion müsse abgesehen werden. Erforderlich sei eine Selbstbe
stimmung des Arbeitstaktes sowie der Pausengestaltung. In einer optimal ange
passten Arb
eitssituation sowie
in jeglicher leidensadaptierten
Verweistätigkeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von 80
%
. Bei einer uneingeschränkten Arbeits
präsenz (8.4 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche) könne eine Arbeitsleistung von 80
%
(bezogen auf ein Vollpensum vo
n 100
%
) erbracht werden, dies seit August 201
6.
Die Minderung der Arbeitsleistung begründe sich mit den testpsy
chologisch objektivierten Defiziten (S. 16 f.
Ziff.
6.7).
3.2
Am 2
6.
August 2018 (
Urk.
18/2) berichtete
Dr.
E._
_
, Fachärztin für Neurologie,
Zentrum F._
, im Rahmen der neuropsychologi
sche
n Testung (vgl. dazu angehängten
Bericht vom 1
7.
Juli 2018) habe sich eine starke Verbesserung der kognitiven Defizite im Vergleich zur letzten neuropsy
chologischen Untersuchung vom 1
6.
November 2017 er
geben. Dies werde darauf zurück
geführt, dass sich einerseits die dazumal ausgeprägte depressive
Verstim
mung inzwischen deutlich
gebessert habe, andererseits das kognitive Training sowie die beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen und die Stabilisierung der Lebensumstände sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit ausgewirkt hätten. Nichts desto trotz zeige die MRI-Untersuchung des Kopfes (vgl. dazu angehängten Bericht vom 2
0.
Juli 2018) nach wie vor ausgeprägte Veränderun
gen nach abgelaufener Vaskulitis,
so dass trotz aktuell kompensiertem neuropsy
chologischem und neurologischem Zustand bei Verschlechterung der affektiven Situation und Überlastung mit einer erneuten Verschlechterung der kognitiven Funktionen zu rechnen sei
.
3.3
Am
9.
November 2018 (
Urk.
18/3) berichtete
Dr.
E._
, aufgrund der
Ergebnisse de
r MRI-Untersu
c
hung sei t
ro
tz des kompensierte
n klinischen Eindrucks und der Verb
esserungen in der regulären neurop
sychologischen Testung eine vert
i
e
fte Testung
des kognitiven Leistungsvermög
en
s
durchgeführt worden
(vgl. dazu angehängten
Bericht vom 2
5.
September 2018)
,
dies
nicht zu
letzt aufgrund der angegebenen
persistierenden subjektiven kognitiven Defizite. Dabei hätten sich leichte bis mittelschwere Defizite im Ber
eich der Aufmerksamkeit,
de
r verbalen
Mnestik
und in den Exekutivfunktionen gezeigt. Unter Berücksichtigung der objektivierte
n
(FAI-Werte) und vom Beschwerdeführer beschr
ie
bene
n
mittel
schwere
n
bis schwere
n
Fatigue, welche unter anderem als Erklärung für die Ver
langsamung und Aufmerksamkeitsdefizite herangezogen werden könne, ergebe sich ein weiterer Problemkreis, der als Ursache der kognitiven und physischen Leistungseinschränkung berücksichtigt werden müsse. Dementsprechend werde von neurologischer und neuropsychologischer Seite das reduzierte Arbeitspen
sum nach wie vor gutgeheissen, da durch das
regelmässige Einhalten von Ruhe
pausen genügend Energie für die halbtägige berufliche Tätigkeit mobilisiert wer
den könne (S. 2).
3.4
Am 1
3.
März 2
019 berichteten
Dr.
G._
, Leiter Neuropsy
chologie, und
H._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, Klinik
I._
,
über die neuropsychologische Abklärung des Beschwerdeführers vom 1
5.
Januar 2019
(
Urk.
18/4).
Sie führten aus, i
n der aktuellen neuropsychologischen Abklärung hätten im Vergleich zu den neuropsychologischen Voruntersuchungen prinzipiell ähnliche Beeinträchti
gungen gefunden werden können. Der Ausprägungsgrad der neuropsychologi
schen Störung dürfte jedoch grösser sein als bisher angenommen. In den voran
gegangen
en
neuropsychologischen Untersuchungen im
Zentrum
F._
sowie im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung in der
B._
seien nur ausgewählte Funktionsbereiche überprüft
und entsprechend interpre
tiert worden und die Untersuchungsdauer sei jeweils kürzer als in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung gew
e
sen (S. 7 unten, S. 8 oben).
Die Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit als Geschäftsstellenleiter einer Filialbank sei nicht mehr gegeben. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit würden sie aufgrund der mittelgradig ausgeprägten exekutiven Funktionsdefizite ebenfalls als erheblich ansehen. Der Beschwerdeführer sei auch bei einfachen Tätigkeiten aufgrund seines red
uzierten Selfmonitorings und der
damit verbundene
n
einge
schränkte
n
Fehlerkontrolle auf eine externe Strukturierung und Kontrolle ange
wiesen. Eine Reduktion der Produktivität sei zu erwarten. Die Risikoabschätzung gelinge dem Beschwerdeführer nicht mehr kompetent. Hierbei hätten sich quali
tative und quantitative Funktionsminderungen, die die Arbeitsfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit reduzierten, gefunden. Im Unterschied zur Einschätzung des am
B._
-Gutachten beteiligten Neuropsychologen sähen sie aufgrund der beste
henden neuropsychologischen Funktionsdefizite eine Arbeitseinschränkung in leidensangepasster Tätigkeit von mindestens 40
%
(S. 8 oben).
4.
4.1
Das
B._
-Gutachten
(vorstehend E.
3.1) basiert auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Die medizinischen Zusammenhänge werden nachvollziehbar darge
legt und die Schlussfolgerungen
begründet
.
Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zur Hauptsache aufgrund von
neu
ropsychologischen Funktionseinschränkungen beeinträchtigt
ist, während eine allenfalls geringfügige, aus der HIV-Infektion resultierende
Arbeitsunfähigkeit durch die aus neuropsychologischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit abge
deckt ist. Aufgrund der in der neuropsychologischen Untersuchung erhobenen kognitiven Defizite verneinten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit
als Geschäftsstellenleiter
/
Mitglied der Dire
ktion einer Bank aber auch generell
für die Tätigkeit
als Banker (vgl.
Urk.
6/70 S. 16
Ziff.
6.6,
wo der angestammte Beruf, für welchen eine Arbeitsfähigkeit verneint wird,
in der Fussnote als
«
Banker, zuletzt in diversen leitenden Stellungen
»
, umschrieben wird).
In ein
er leidensange
p
a
ssten Tätig
k
eit attestierten die Gutachter dem Beschwerdeführer eine 20%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit i
m Sinne einer 80%igen Leistungsfähig
k
ei
t bei uneingeschränkter Arbeitspräsenz. Die Min
derung
der Arbeitsleistung
um 20
%
begründeten sie mit den testpsychologisch
objektivierte
n Defiziten. Im Rahmen des
für eine angepasste Tätigkeit
formulier
ten Belastungsprofils trugen sie
den eingeschränkten kogni
tiven Funktionen
in nachvollziehbarer Weise
Rechnung. Die darüber hinaus beschriebenen
qualitati
ve
n
Einschränkungen
ergeben sich
sodann aufg
ru
nd der in der neurologischen Untersuchung erhobenen
Befunde.
Damit kann festgehalten werden, dass das
B._
-Gutachten die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vor
stehend E. 1.4) erfüllt.
4.2
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens äusserte der Beschwerdeführer unter Ver
weis auf den Bericht von
Dr
.
G._
und
die
Psychologin
H._
, Klinik
I._
, vom März 2019 (vorstehend E. 3.4) Zweifel
an der
gutachterlich attestier
te
n
Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit (
vgl.
vorste
hend E. 2.3)
.
Während
im
B._
-Gutachten gestützt auf die neurop
sychologische
Untersuchung
vom
8.
Aug
ust 2017 die neuropsychologische Störung des Beschwerdeführers als leicht eingestuft wurde
(vorstehend E. 3.1)
,
gingen
Dr
.
G._
und die Psycho
login
H._
gestützt auf ihre
neuropsychologische Untersuchung vom 1
5.
Januar 2019
vo
m Vorliegen mittelschwerer neuropsychologischer Funktions
beeinträchtigungen
aus. Die
daraus
resultierende
Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit in leidensangepasster Tätigkeit
bezifferten sie mit mindestens
40
%
(vor
stehend E. 3.4)
.
4.3
Z
eitliche
Grenze
der
richterlichen
Überprüfungsbefugnis
bildet
rechtsprechungs
gemäss
die angefochtene Verfügung vom 2
8.
Mai 2018
(
BGE 143 V 409
E. 2.1 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer machte geltend, der Bericht
von
Dr
.
G._
und der Psychologin
H._
,
Klinik
I._
(vorstehend E. 3.4)
,
sowie auc
h die Berichte von
Dr.
E._
,
Zentrum F._
(vorstehend E. 3.2-3), seien zwar nach Erlass der angefochtene
n Verfügung ergangen. Es sei je
d
o
c
h
nicht davon auszugehen, dass sich sein Gesundheitszustand seit Verfügungserlass
massgeblich
geändert habe, sondern vielmehr anzunehme
n
, dass der Zustand letz
t
lich g
leich geblie
ben sei und die n
eu eingereichten Berichte einerseits
einen Gesundheitszust
and beschrie
ben, wie er schon im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Ver
fügun
g vorgelegen habe
,
und dass die Berichte andererseit
s geeignet seien, die Be
u
r
teilungen der medizini
s
chen Verhältnisse im
massgebli
chen
Ver
fügungszeitpunkt
zu modifizieren
(
Urk.
23 S. 2 oben in Verbindung mit
Urk.
17 S. 3 unten).
4.4
Dr
.
G._
und die Psychologin
H._
erklärten ihre abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung damit, dass
im Vergleich zu den neur
opsychologi
schen Voruntersuchungen zwar prinzipiell ähnliche Beeinträchtigungen hätten gefunden werden können, der Ausprägungsgrad der neuropsychologischen Stö
rung
jedoch
grösser sein
dürfte als bisher angenommen. In diesem Zusammen
hang wiesen sie darauf hin, dass in den Voruntersuchungen nur ausgewählte Funktionsbereiche überprüft worden seien und die Untersuchungsdauer jeweils kürzer gewesen sei.
Nachdem es im Rahmen der
B._
-Begutachtung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abzuklären galt, darf davon ausgegangen werden, dass der am Gutachten beteiligte Neuropsychologe die im Hinblick darauf relevanten neu
ropsychologischen Untersuchungen und Testungen durchgeführt hat. Dabei ver
glich er das Ergebnis der durchgeführten Testu
ngen nicht zuletzt auch mit den anamnestisch erhobenen Leistungskapazitäten
des Beschwerdeführers
im Alltag
(vgl.
dazu
Urk.
6/70/87 ff.)
und gelangte zum Schluss,
dass
keine Diskrepanz
bestehe
zwischen den attestierten Arbeitsunfähigkeiten im angestammten Beruf sowie in einer gut angepassten Tätigkeit und einer nahezu vollen Leistungsfähig
keit in Alltagssituationen (
Urk.
6/70
/18
Ziff.
7.2
, vgl. auch
Urk.
6/70/98 unten
).
Im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
differenzierte der Gutachter
sodann in nachvollziehbarer Weise zwischen quantitativen und qualitativen Einschrän
kungen, wobei
er
letzteren im Rahmen eines detaillierten B
elastungsprofils Rech
nung trug
.
Eine entsprechende
Differenzierung
sowie eine Bezugnahme auf die Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers im Alltag
lässt sich dem Bericht von
Dr
.
G._
und
der
Psychologin
H._
dagegen nicht entnehmen
, sodass sich ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung letztlich nicht als gleich nachvollziehbar und überzeugend erweist, wie jene durch die
B._
-Gutachter, und sie jedenfalls nicht geeignet ist,
im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses die Beur
teilung durch die
B._
-Gutachter in Frage zu stellen. Das gleiche gilt für die Berichte von
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.2-3), zumal
Dr.
E._
im August 2018 noch von einer starken Verbesserung der kognitiven Defizite berichtet hatte (vor
stehend E. 3.2).
Damit bleibt es dabei, dass im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses auf die beweiswertige Beurteilung gemäss
B._
-Gutachten abzustellen und der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Banker, insbesondere auch in leitender Funktion, als nicht mehr arbeitsfähig zu erachten ist, währenddem in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung gemäss dem im
B._
-Gutachten formulierten Belastungsprofil eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
besteht.
4.5
Anzu
merken bleibt, dass
gemäss de
m
am
B._
-Gutachten
beteiligten Neuropsy
chologen
aufgrund der anamnestisch bekannten Enzephalopathie ein pro
gredien
ter kognitive
r Abbauprozess nicht ausgeschlossen
ist
und eine neuropsychologi
sche Verlaufskontrolle in Betracht gezogen werden m
uss
, sollte es im Verl
auf zu einer namhaften kognitiven Versch
l
echt
e
r
u
ng mit klinis
c
h
relevanter A
uswir
kung auf die Alltags- und B
erufsfunktionalität kommen (
Urk.
6/70/99 unten).
Der Bericht von
Dr
.
G._
und
der
Psychologin
H._
ist nach dem Gesagten zwar nicht geeignet, im für die richterliche Überprüfung massgebenden Verfü
gungszeitpunkt die Beurteilung durch die
B._
-Gutachter in Frage zu stellen. Nachdem
Dr
.
G._
und
die
Psychologin
H._
in der rund eine
i
nhalb Jahre nach der
Untersuchung
im
B._
durchgeführten neuropsychologischen Testung
nunmehr mittelschwere neuropsychologische Funktionsbee
inträchtigun
gen erhoben,
i
s
t
allerdings
nicht auszuschliessen, dass in Bezug auf die kognitive Situation zwischenzeitlich eine Verschlechterung eingetreten ist. Dies ist von der Beschwerdegegne
rin zu prüfen, wobei auch die im Rahmen der Tätigkeit des Beschwerdeführers beim Verein
D._
gewonnenen Erkenntnisse zu berücksichtigen sind.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des festgestellten Gesundheits
schadens.
5.2
Der Beschwerdeführer war zuletzt als Geschäftsstellenleiter und Mitglied der Direktion bei der Bank
A._
Genossenschaft tätig. Zwischen den Parteien ist unbestritten,
dass zur Ermittlung des
Vali
deneinkommens
am dort erzielten Ein
kommen anzuknüpfen ist. Dies ist nicht zu beanstanden, nachdem mangels gegenteiligen Anhaltspunkten davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit im Gesundheitsfall fortge
setzt
hätte
(vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Gemäss Angaben im Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/29) erzielte der Beschwerde
führer zuletzt einen Lohn von
Fr.
11'350.-- pro Monat, inklusive 1
3.
Monatslohn, beziehungsweise
Fr.
136'200.-- pro Jahr. Hinzu kam eine Gratifikation, welche sich in den Jahren 2014 und 2015 jeweils auf
Fr.
10'000.-- und im Jahr 2016 auf
Fr.
11'100.-- belief (
Ziff.
5.1,
Ziff.
5.3). Gestützt auf diese Angaben setzte die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
auf
Fr.
147'300.
-- fest (
Urk.
2, vgl. auch
Urk.
6/71 und
Urk.
6/92 S. 3 unten).
Nachdem sich der Beschwerdeführer beschwerdeweise auf den Standpunkt gestellt hatte, dass die Gratifikation
im Jahr 2016
ohne Gesundheitsschaden
höher ausgefallen wäre (
Urk.
1 S. 11
Ziff.
26), unterbreitete das hiesige Gericht der Bank
A._
Genossenschaft Fragen
zur
Gratifikation (
Urk.
7). Im Schreiben vom
3
0.
August 2018 (
Urk.
9
) führten die für den Bereich Finanzen und Personal zuständigen Personen der Bank
A._
Genossenschaft aus, die Gewährung eines Bonus sei eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Für die Zukunft bestehe aus
drücklich kein Rechtsanspruch auf volle oder anteilsmässige Ausschüttung eines solchen. Der Verwaltungsrat entscheide jeweils anfangs Jahr, ob aufgrund des Jahresergebnisses der Bank (Abschluss des Vorjahres) eine Bonussumme zur Ver
fügung gestellt werde. Die Höhe der Bonussumme werde bis Stufe Direktion von der Geschäftsleitung bestimmt. Beurteilungskriterien seien Funktionsstufe und Leistung des Mitarbeiters.
2016 sei vom Verwaltungsrat aufgrund des 175-jähri
gen Firmenjubiläums ein einmaliges finanzielles Dankesch
ön in Form einer Jubiläumsgrati
fikation gesprochen worden. Der Beschwerdeführer habe im April 2016 eine einmalige Jubiläums-Gratifikation von
Fr.
6'600.-- erhalten. Zudem sei ein Bonus in der Höhe von
Fr.
4'500.
--
ausbezahlt worden. Der krankheitsbe
dingte Ausfall ab Februar 2016 sei für die Berechnung des Bonus nicht massge
bend gewesen. Der Bonus sei aufgrund der Arbeitsleistung im Jahr 2015 festge
legt w
orden. Der Bonus sei (nach Auflö
sung des Arbeitsverhältnisses per 3
0.
Sep
tember 2016) auch nicht pro
rata
berechnet worden. Die Auszahlung des Bonus erfolge jeweils im April für das abgeschlossene Vorjahr.
Vor dem Hintergrund dieser
Angaben
kann festgehalten werden, dass keine Grundlage
dafür
besteht, von ein
er höheren Gratifikation als der
in der Arbeitge
berbescheinigung für das Jahr 2016 ausgewiesenen
und von der Beschwerdegeg
nerin entsprechend berücksichtigten Gratifikation
in der Höhe
von
Fr.
11'100.
--
auszugehen
. Das von der Beschwerdegegnerin
festgelegte
Validen
e
inkommen
von
Fr.
147'300.
--
(Wert
2016) ist damit zu bestätigen.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung
i
m Jahr 2017 von 0.4
%
(
Bundesamt für Statistik, T 39, Lohnentwicklung, Männer)
beläuft sich das massgebende
Valideneinkom
men
somit auf
Fr.
147'889.--.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Bei Heranziehung der LSE-Tabellenlöhne wendet d
ie
Rechtsprechung
in der Regel die Monatslöhne
gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile «Total Privater Sektor»
, an. Nur ausnahmsweise hat das Bundesgericht bei Personen, die vor der Gesundheitsschä
digung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische Durchschnitts
einkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2018 vom 1
0.
April 2019 E. 5.3, mit Hinweisen).
5.4
Die Beschwerdegegnerin
legte das Invalideneinkommen gestützt
a
uf die Tabelle TA1 der LSE 2014 fest, wobei sie vom Total des von Männern im
Wirtschafts
zweig
64-66, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen,
erzielten Einkommen
s
im
Kompetenzniveau
2 (p
raktische Tätigkeiten wie Ver
kauf/Pflege/
Datenverar
-
beitung
und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen
Gerä
-
ten
/Sicherheitsdienst/Fahrdienst)
, mithin
Fr.
7'800.-- monatli
ch, ausging.
Der Beschwerdeführer absolvierte seine Ausbildung bei einer Bank
und
war
auch
hernach
bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens bei verschiedenen Banken sowie einmalig bei einer Pensionskasse
tätig
(vgl.
Urk.
6/35).
Nachdem
ihm
die Tätigkeit als Banker
gemäss gutachterlicher Beurteilung jedoch nicht mehr zumutbar ist
(vgl. vorstehend E. 4.1)
, kann
zur Ermittlung des Invalideneinkom
mens entgegen der Auffassung der Beschwerdegeg
n
e
rin nicht auf das
statistische Durchschnittseinkommen
im Bereich Finanz- und Versicherungsdiens
t
leistungen
abgestellt werden,
da eine erwerbliche Verwertung der verbleibenden Arbeitsfä
higkeit in diesem Bereich gerade ausser Betracht fällt. Vielmehr
ist
praxisgemäss
der Totalwert heranzuziehen.
5.5
Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (
Urteil des Bundes
gerichts 8C_732/2018, 8C_742/2018 vom 2
6.
März 2019, E. 8.2.1, mit Hinwei
sen)
.
Die besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse des Beschwerdeführers sind zwei
felsohne im Bereich der Finanzdienstleistungen anzusiedeln. Auch wenn der Beschwerdeführer in diesem Bereich nicht mehr arbeitsfähig ist, ist zu berück
sichtigen, dass er
über
eine abgeschlossene
KV-
Grundausbildung
verfügt und eine
mehrjährige Berufserfahrung
, zuletzt in leitender Stellung, vorweisen kann. Vor dem Hintergrund des Ausbildungsstands und der Berufslaufbahn des Beschwerdeführers sowie angesichts der Tatsache, dass die im
B._
-Gutachten erhobenen neuropsychologischen Störungen als leicht eingestuft wurden, ist davon auszug
e
hen, dass der Beschwerdeführer
über
Kenntnisse und
Fertigkeiten verfügt, auf die
er
auch im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit ausserhalb der Finanzdienstleistungsbranche zurückgreifen kann,
und die es ihm ermöglichen, praktische Tätigkeiten im Sinne des Kompetenzniveaus 2 auszuüben,
auch wenn er aufgrund seiner kognitiven Beeinträchtigungen nicht mehr aus dem Vollen schöpfen kann.
Daher ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer im Kompetenzniveau 2 ansiedelte.
Unter Berücksichtigung des dem
Beschwerdeführer
zumutbaren Pensum
s
von
80
%
,
der durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2014
von 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02
, Total
) sowie der Nominallohnentwicklung im
Jahr 2015 von 0.3
%
, im Jahr 2016 von 0.6
%
und im Jahr 2017 von 0.4
%
(Bundesamt für Statistik, T 39, Lohnentwicklung
, Männer
) resultiert für das Jahr 201
7
somit
ein
Invalideneinkommen von
Fr.
57‘385
.-- (
Fr.
5‘660.-- : 40 x 41.7 x 0.8 x 12 x 1.003 x 1
.
006 x 1.004
).
5.6
Beim Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
147‘889.--
mit dem Invaliden
einkommen von
Fr.
57‘385
.-- resultiert eine
Einkommensei
n
busse
von
Fr.
90‘504.
-- und ein Invaliditätsgrad von gerundet
61
%
.
Soweit der Beschwerdeführer einen mindestens 15%igen Abzug vom Invaliden
einkommen geltend machte
(
Urk.
1 S. 18
Ziff.
45)
, bleibt festzuhalten, dass
sich der Abzug, welcher rechtsprechungsgemäss
25
%
nicht übersteigen
darf
(BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E.
5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc),
vorliegend
auf über 20
%
belaufen müsste, damit ein Invaliditätsgrad von über 70
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente resultierte
(
vgl.
vorstehend E. 1.2)
. Ein Abzug in dieser Höhe ist vorliegend
jedoch
unter keinem Titel gerechtfertigt, weshalb
letzt
lich offenbleiben kann, ob die Nichtberücksichtigung eines Abzugs durch die Beschwerdegegnerin rechtens ist.
5.7
Nach dem Gesagten ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde aufzuheben, mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Januar 2017 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
6.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen
und e
ntsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
7.
Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch
auf eine Pro
zessentschädigung. Diese
ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2‘900.-- (inklusive
Barauslagen
Mehrwertsteuer
) festzusetzen.