Decision ID: dbc18eb8-39d2-59c6-985f-7d976604d837
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, absolvierte nach der Schulzeit eine Lehre als Hochbauzeichner und
zusätzlich eine Lehre
als Maurer. Nach einer Diskushernienoperation im Jahr 1974 orientierte er sich beruflich neu
,
durchlief eine Handelssch
ul
e und arbeitete anschliessend
bis Mitte der 2000er Jahre im
Versicherungsaussendienst
.
Danach bezog er zeitweise Arbeitslosenentschädigung und widmete sich ausserdem dem Projekt, sich mit einem Imbisswagen selbständig zu machen (Angaben zum beruflichen Werdegang im psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med. Y._
,
Z._
, vom
5.
Juli 2016, Urk.
9/111/9-10; Auszug aus dem Individuellen Konto vom 2
0.
Ja
nuar 2014, Urk.
9/40
; vgl. auch die Urteile des Sozialversicherungsgerichts vom 2
3.
November 2005 des Prozesses
AL.2005.00339
und vom
2
7.
Juli 2007
des Prozesses Nr.
AL.2006.00406
).
Am
1.
August 2009 trat
X._
eine Vollzeitstelle bei der
A._
an, wo er in den ersten beiden Monaten als
Administrator
in der technischen Abteilung eingesetzt
wurde
(Stellenbeschreibung vom 1.
August 2009,
Urk.
1
3
/
5
/
19 S. 3-4) und ab Oktober 2009
als Rotlichtkontrolleur auf verschiedenen Baustellen tätig war (Bestätigungsschreiben der
A._
vom 1
0.
April 2014,
Urk.
1
3/
5/89 S. 3).
Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war er bei der Suva unfallversichert.
1.2
Am 2
1.
Mai 2010
erlitt
X._
beim Hantieren
mit
einem Schachtdeckel einschiessende Schmerzen in der Lendenwirbelsäul
e (Unfalldossier in Urk. 15/1/1
36), und am 1
4.
August 2010 traten beim Anheben von Kisten erneut Schmerzen
in diesem
Bereich auf (Unfalldossier in
Urk.
15/2/1-142)
.
Die nachfolgenden Untersuchungen ergaben
den klinischen Befund einer rechtsseitigen Fussheberparese und bildgebend die
Befunde einer Spinalkanalstenose auf den Niveaus L3/4 und L4/5 und einer kleinen Diskushernie
auf der Höhe L4/
5.
A
m 2
2.
Dezember 2010 wurde deswegen eine Operation mit Dekompression und Rezessotomie
durchgeführt
(Berichte der
B._
von November und Dezember 2010,
Urk.
13/1/9,
Urk.
13/1/11-12,
Urk.
13/2/11
und
Urk.
13/2/16-18).
Kurz davor, nämlich am 1
8.
Dezember 2010, war
X._
beim Verlassen eines Lifts gestolpert und hatte sich dabei eine Schnittverletzung am rechten Fuss zugezogen (Unfalldossier in
Urk.
15/3/1-58).
X._
hatte die
Ereignisse
von
Mai
, A
ugust
und Dezember
2010
der Suva
gemeldet
(
Urk.
15/1/1,
Urk.
15/2/1
und
Urk.
15/3/1
).
Diese
verneinte ihre Leistungspflicht
für die Ereignisse von Mai und August 2010 (Rückenbeschwerden)
mit Verfügung vom 1
9.
November 2010
(
Urk.
13/1/8)
und Einspracheentscheid vom 1
3.
April 2011
(
Urk.
13/2/23)
, wogegen
X._
beim Sozialversicherungsgericht Beschwerde erhob (Prozess Nr. UV.2011.00127).
Demgegenüber anerkannte die Suva die Leistungspflicht für das Ereignis vom Dezember 2010 (Schnittverletzung am Fuss), nachdem sie zuerst ebenfalls ablehnend darüber befunden hatte (Verfügung vom 1
3.
Oktober 2011,
Urk.
13/3/11;
Schreiben vom 5.
April 2012,
Urk.
13/3/45).
In der Folge hob das Sozialversicherungsgericht den Einspracheentscheid der Suva vom 1
3.
April 2011 mit Urteil vom 31. Oktober 2012 auf und wies die Sache zu weiteren Abklärungen an die Suva zurück (
Urk.
13/2/38). Diese nahm die Abklärungen im Dezember 2012 auf (
Urk.
13/2/41 ff.).
1.3
D
ie
A._
hatte am 2
0.
Januar 2011 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit
X._
auf Ende April 2011 ausgesprochen
(
Urk.
9/10/9
), und
X._
hatte sich daraufhin im März 2011 bei der Invalidenversicherung angemeldet (
Urk.
9/4)
.
Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2011
hatte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, den
Anspruch von
X._
auf Leistungen
verneint
(
Urk.
9/26). Dieser
hatte
die Verfügung bei der IV-Stelle
beanstandet
(Schreiben vom 2
7.
Dezember 2011,
Urk.
9/28),
hatte sie jedoch
nicht bei
m Sozialversicherungsgericht angefochten.
1.4
1.4.1
Ab dem 1
1.
Januar 2012 bezog
X._
Arbeitslosenentschädigung (Taggeldabrechnung der Unia Arbeitslosenkasse in
Urk.
13/5/160
S. 2
) und war als Arbeitsloser wiederum bei der Suva unfallversichert.
Am
2.
Mai 2012 erlitt
X._
bei einem Sturz eine Fraktur im rechten Handgelenk, wofür die Suva die gesetzlichen Leistungen erbrachte (Unfalldossier in
Urk.
13/4/1-23).
Sodann stürzte
X._
a
m 3
0.
Januar 2013 beim Skifahren auf die linke Schulter (Unfallmeldung vom 1
1.
Februar 2013,
Urk.
13/5/3). Dabei erlitt er eine subkapitale Humerusfraktur, die noch am Unfalltag operativ saniert wurde (Berichte des
C._
in
Urk.
13/5/28). Die Nachbehandlung erfolgte im
D._
und bei der Hausärztin
Dr.
med.
E._
(vgl.
Urk.
13/5/29 ff.). Als die Schmerzen anhielten (Bericht des
D._
vom 2
4.
Juli 2013,
Urk.
13/5/4
6 S. 3-4), wurde am
6.
September 2013 im
D._
das Osteosynthesemater
ial entfernt (Operationsbericht,
Urk.
13/5/
5
1). Nachdem am 2
2.
Oktober 2013 eine Verlaufskontrolle stattgefunden hatte (Bericht des
D._
vom 3
0.
Oktober 2013,
Urk.
13/5/58 S. 3), unterbreitete die Suva die Akten dem Kreisarzt
Dr.
med. F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
und holte dessen Stellungnahme vom 2
1.
November 2013 zu möglichen weiteren Vorkehren und zur Arbeitsfähigkeit ein (
Urk.
13/5/60).
1.4.2
Vom 1
7.
Februar bis zum 1
7.
April 2014 durchlief
X._
in der
G._
ein
ambulantes Ergonomie-Trainingsprogramm (Austrittsbericht vom 1
2.
Mai 20
1
4,
Urk.
13/5/90).
Zu Ende
des
offiziellen Traingsp
rogramms in der
G._
berichtete
X._
über eine deutliche Zustandsverbesserung (
Protokoll über die
Besprechung mit der Case-Managerin
der Suva
und der Physiot
herapie vom
1.
April 2014, Urk.
13/5/83;
Telefonnotiz über die Besprechung zwischen der
Case-Managerin
und
X._
vom 1
5.
Mai 2014,
Urk.
13/5/92)
und kam mit der Klinik überein, dort die physiotherapeutische Behandlung zur weiteren Stabilisierung fortzuführen (Telefonnotizen der Suva vom
1
7.
und vom 2
4.
Juni 2014, Urk.
13/5/94+95).
Im Laufe des Monats
Juni 2014 traten wieder vermehrt Schmerzen im Bereich des Nackens und der linken Schulter auf, und die Behandlung in der
G._
wurde am 1
1.
Juli 2014 abgeschlossen (Bericht der
G._
vom 3
1.
Juli 2014,
Urk.
13/5/99).
Es folgten Abklärungen im
D._
(Berichte vom
8.
August u
nd vom 1
0.
September 2014, Urk.
13/5/100 S. 2-3 und
Urk.
13/5/102 S.
2)
, und eine Magnetresonanztomographie vom
4.
September 2014 ergab den Befund einer Diskushernie auf der Höhe C5/6 mit Ausbildung einer Spinalkanalstenose
(Bericht des
H._
in
Urk.
13/5/107). Nach
konsiliarischen
Abklärungen
in der
I._
(Bericht
e
vom 9.,
2
2.
und
2
3.
Oktober 2014,
Urk. 9/77/18
19,
Urk.
9/77/13-15 und
Urk.
13/5/111
) wurde am
1
2.
Dezember 2014 in der
B._
die
Operation einer Dis
k
ektomie C5/6 mit Dekompression des Myelons und der Nervenwurzeln durchgeführt (
Operationsbericht
,
Urk.
13/5/141
;
Austrittsbericht vom 1
5.
Dezember 2014,
Urk.
13/5/127).
1.5
1.5.1
Am
4.
November 2013 hatte sich
X._
auch wieder bei der
Invalidenversicherung an
gemeldet
(
Urk.
9/32). Die IV-Stelle
hatte
vom
D._
den Bericht vom 2
0.
Dezember 2013 ein
geholt
(
Urk.
9/39) und
hatte
im November 2013 und im Mai 2014
die
Akten der Suva zum Ereignis vom 3
0.
Januar 2013 bei
gezogen
(
Urk.
9/35,
Urk.
9/36 und
Urk.
9/44
-46).
Mit Vorbescheid vom 1
1.
Juli 2014 hatte die IV-Stelle
X._
mitgeteilt, dass sie ihm für die Monate Mai und Juni 2014 eine halbe Rente zuzusprechen und den Rentenanspruch für die Zeit danach zu verneinen gedenke (
Urk.
9/49)
.
X._
hatte am 1
7.
September 2014 Einwendungen erhoben
und auf den Verlauf nach Ende April
2014 mit Zunahme der Schmerzen hingewiesen
(
Urk.
9/50). Die IV-Stelle hatte darüber zunächst mit dem Versich
erten korrespondiert (Urk. 9/54
58 und
Urk.
9/60-63) und entschi
ed danach mit Verfügung vom 16.
Dezember 2014 im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
9/64-69).
1.5.2
Am
5.
Januar 2015 wandte sich
X._
telefonisch an die IV-Stelle und
wies nochmals auf den ungünstigen Verlauf im Zuge der Behandlungen in der
G._
sowie auf die neu festgestellte
Diskushernie hin. Die IV-Stelle klärte ihn anlässlich dieses Telefonats über die Möglichkeiten auf, entweder Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 zu erheben oder die Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit einem sogenannten Zusatzgesuch geltend zu machen (Telefonnotiz vom
5.
Januar 2015,
Urk.
9/71).
X._
verfasste
daraufhin ein Schreiben
mit der
Überschrift «Zusatzgesuch»
, das indessen nicht bei der IV-Stelle, sondern am 1
5.
Januar 2
015 bei der Suva einging (
Urk.
13/5
/132
). Des Weiteren liess er der IV-Stelle am 2
7.
Mai 2015 die Kopie eines an sie adressierten Schreibens vom 2
3.
Januar 2015 mit der Überschrift «Zusatzgesuch/weitere Angaben» zukommen (
Urk.
9/74), das er
ebenfalls
versehentlich
der Suva eingereicht habe (
Urk.
9/75).
Sodann reichte
X._
auf die Aufforderung der IV-Stelle vom
2.
Juni 2015 hin (
Urk.
9/76)
mit Eingabe vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
9/78)
die medizinischen Berichte
der zweiten Hälfte des Jahres 2014
zu
r Halswirbel
säulen
problematik ein
sowie auch den Bericht der
B._
vom 2
2.
Januar 2015 über die postoperative Nachkontrolle
(
Urk.
9/77/2-19
,
Urk.
13/5/143
).
1.6
1.6.1
Unterdessen hatte die Suva
X._
am
9.
Januar 2015 durch
den Kreisarzt
Dr.
F._
untersuchen lassen
(
Urk.
13/5/130).
Ausserdem hatte sie A
bklärungen zur Unfallbedingtheit der Diskushernie im Bereich der Hals
wirbelsäule getroffen
(vgl.
die Angaben von
X._
gegenüber der Suva im Anschluss an die kreisärztliche Untersuchung,
Urk.
13/5/131,
den Bericht der
G._
an die Suva
vom 2
0.
Januar 2015,
Urk.
13/5/1
36, und die Beurteilung von Dr.
F._
vom 1
2.
Juni 2015,
Urk.
13/5/154)
.
Mit Verfügung vom
2.
Juli 2015 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht für die Halswirbelsäulenbeschwerden (
Urk.
13/5/156), und mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2015 sprach sie
X._
aufgrund des Unfalles vom 3
0.
Januar 2013 für die Zeit ab dem
1.
August 2015 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 17
%
zu (
Urk.
13/5/172). Die Einsprachen von
X._
gegen diese beiden Verfügungen (
Urk.
13/5/168 und
Urk.
13/5/177) wies sie mit Entscheid vom 2
3.
September 2015 ab
(
Urk.
13/5/184).
Am 1
3.
Oktober 2015 richtete
X._
ein Schreiben an den Kreisarzt
Dr.
F._
, in dem er dessen Beurteilung vom 1
2.
Juni 2015 beanstandete (
Urk.
13/5/189 S. 1-2). Die Suva überwies dieses Schreiben dem Sozialversicherungsgericht (
Urk.
13/5/192). Nachdem sich herausgestellt hatte, dass das Schreiben nicht als Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 2
3.
September 2015 gedacht gewesen war, erledigte das Gericht die Angelegenheit durch Nichteintreten (Beschl
uss vom 1
1.
Dezember 2015, Urk.
13/5/201
; Prozess Nr. UV.2015.00211
).
1.6.2
Am 1
8.
November
und am 1
5.
Dezember
2015 informierte
X._
die Suva über zunehmende Beschwerden in der linken Hand und ersuchte sie um erneute Prüfung ihrer Leistungspflicht (
Urk.
13/5/197 S. 2
und
Urk.
13/5/203
).
Die Suva holte den Bericht des Hausarztes
Dr.
med. J._
vom 1
6.
Dezember 2015 (
Urk.
13/5/205) und die Aktenbeurteilung des Kreisarztes
Dr.
med. K._
vom 1
7.
März 2016 ein (
Urk.
13/5/216). Mit Verfügung vom 1
8.
März 2016 lehnte sie es ab, die
Handb
eschwerden als Rückfall zum Ereignis vom 3
0.
Januar 2013 anzuerkennen; ferner
nahm sie Bezug auf zwei
Schreiben von
X._
vom 4.
und vom 1
3.
Januar 2016 (
Urk.
13/5/210 und
Urk.
13/5/211
), die sie als Wiedererwägungs- und als Revisionsgesuch zum
Einspracheentscheid vom 2
3.
September 2015
interpretierte, und trat auf die Gesuche nicht ein (
Urk.
13/5/217). Auf die Beschwerde von
X._
vom
7.
April 2016 trat das Sozialversicherungsgericht mit Beschluss vom 2
9.
April 2016 nicht ein und überwies dessen Eingabe hinsichtlich des Entscheids über die Revision und den Rückfall an die Suva zur Behandlung als Einsprache (
Urk.
13/5/220; Prozess Nr. UV.2016.00087).
Mit Entscheid vom 2
0.
Mai 2016 wies d
ie Suva die Einsprache ab (Urk. 13/5/22
6).
X._
bemängelte den Einspracheentscheid mit Eingabe an die Suva vom 2
3.
Mai 2016 und wies abermals auf die zugenommenen Beschwerden in der linken Hand hin (
Urk.
13/5/230), focht den Einspracheentscheid jedoch nicht an.
Am 1
4.
Juli 2016 fand in der
B._
nach der letzten Nachkontrolle vom 1
6.
Juli 2015 (
Urk.
13/5/165)
eine abschliessende Kontrolle zur Halswirbelsäulenproblematik statt, bei der kein weiterer Handlungsbedarf festgestellt wurde (
Urk.
13/5/235). Hinsichtlich der
Symptomatik in der linken Hand
begab sich
X._
im Herbst 2016 in eine Akupunkturbehandlung
(Bericht von
Dr.
med. L._
vom
9.
Januar 2017,
Urk.
13/5/240),
wofür die Suva ihre Leistungspflicht jedoch wiederum ablehnte (Schreiben vom 2
5.
Januar und vom 1
0.
Februar 2017,
Urk.
13/5/241 und
Urk.
13/5/243).
1.6.3
Was die Beschwerden in der Lendenwirbelsäule nach den Ereignisse
n
vo
n
Mai und August 2010 betrifft, so hatte die Suva
X._
aufgrund der zusätzlichen Abklärungen zunächst mit Verfügung vom 2
6.
März 2013 Leistungen bis zum 2.
November 2010
zugesprochen
(
Urk.
13/2/55).
Auf die Einsprache von
X._
hin (
Urk.
13/2/59) hatte die Suva ihn kreisärztlich untersuchen
lassen (Bericht von
Dr.
med. M._
vom
6.
Februar 2014,
Urk.
13/2/86
; Bericht der
B._
vom 1
8.
März 2014,
Urk.
13/2/80
) und hatte ihm daraufhin mit Entscheid vom 1
1.
September 2014 in teilweiser Gutheissung der Einsprache Leistungen bis Ende 2012 gewährt (
Urk.
13/2/87).
Der Einspracheentscheid vom 1
1.
September 20
14 war unangefochten geblieben,
X._
erhob jedoch gegenüber der Suva eine Schadenersatzforderung wegen verzögerter Abklärungen. Die Suva lehnte die Forderung mit Verfügung vom 2
9.
März 2016 ab (
Urk.
13/2/130), und das Sozialversicherungsgericht bestätigte die Ableh
n
ung (Urteil vom 3
1.
August 2017; Prozess Nr. UV.2016.00085).
1.7
Die IV-Stelle hatte nach Erhalt der Berichte, die
X._
mit der Einga
be vom
2.
Juli 2015
eingereicht hatte
(
Urk.
9/77 und
Urk.
9/78)
, den Bericht des Hausarztes
Dr.
J._
vom 2
6.
August 2015 eingeholt (
Urk.
9/86/1-2) und
hatte
X._
daraufhin mit Vorbescheid vom 1
6.
Oktober 2015 die Anspruchsverneinung in Aussicht gestellt (
Urk.
9/90).
Unter anderem aufgrund eines Hinweises im
Bericht von
Dr.
J._
(Urk.
9/86/2) liess die IV-Stelle
X._
in der Folge durch
Dr.
Y._
der
Z._
psychiatrisch untersuchen. Nach Vorliegen des Gutachtens vom
5.
Juli 2016 (
Urk.
9/111) entschied sie mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2017 im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Anspruch von
X._
auf
(weitere) Leistungen (
Urk.
2 =
Urk.
9/118).
2.
Mit Eingabe vom 2
1.
Juni 2017 erhob
X._
Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
1.
Mai 2017 und beantragte, ihm se
i eine Rente zuzusprechen (Urk.
1).
Mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2017 wurde die IV-Stelle zur Beantwortung der Beschwerde aufgefordert (
Urk.
4
). Gleichzeitig wurde
X._
, der
in der Beschwerdeschrift auf seine knappen finanziellen Verhältnisse hingewiesen hatte, auf die Möglichkeit der unen
t
geltliche
n
Prozessführung aufmerksam gemacht
,
und es wurde ihm unter Zustellung des massgebenden Formulars Frist zur Belegung seiner aktuellen finanziel
len Situation angesetzt
. Die IV-Stelle
schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
0.
August 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8 und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
9/1-120).
M
it Verfügung vom 1
5.
August 2017 (
Urk.
10)
zog das Gericht
die Akten der Suva zu d
en Unfällen ab dem Jahr 2015
bei (Urk. 13/1/1-36, Urk. 13/2/1-142, Urk. 13/3/1-58,
Urk. 13/4/1-23, Urk. 13/5/1-247). Anschliessend gab
das Gericht
X._
mit Verfügung vom
4.
September 2017 zum einen Gelegenheit zur Stellungnahme
zu den Akten der IV-Stelle und zu den beigezogenen Akten der Suva, und zum andern forderte es ihn dazu auf, seine Angaben im eingereichten Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit
(
Urk.
6)
mit den erforderlichen Unterlagen zu belegen (
Urk.
14).
X._
reichte mit Eingabe vom 25.
September 2017 (
Urk.
17) verschiedene Belege ein (
Urk.
18/1-13), worauf
ihm
das Gericht mit Verfügung 2
5.
Oktober 2017
Frist ansetzte, um zusätzlich Angaben zur gegenwärtigen
selbständigen Tätigkeit und zu einem allfälligen Konto 3a oder zu allfälligen weiteren Formen der privaten Vorsorge zu machen (
Urk.
19). Nachdem die Frist unbenützt verstrichen war, wies das Gericht das Gesuch um die unentgeltliche Prozessführung mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2017 ab
und setzte gleichzeitig der IV-Stelle Frist zur Stellungnahme zu den beigezogenen Akten der Suva an
(
Urk.
21).
Mit Eingabe vom 2
8.
Dezember 2017 erkundigte sich
X._
nach der Bedeutung dieser Verfügung (
Urk.
23). Nach einer telefonischen Klärung (Telefonnotiz vom
4.
Januar 2018,
Urk.
24) reichte
X._
am
4.
Januar 2018 die Steuererklärung des Jahres 2016 nach (
Urk.
26/1-7) und ersuchte um nochmalige Prüfung seines Gesuchs um die unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
25). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 1
1.
Januar 2018 auf eine Stellungnahme zu den Akten der Suva (
Urk.
27). Mit Verfügung vom 17.
Januar 2018 wurde
X._
davon in Kenntnis gesetzt und er wurde darauf hingewiesen, dass über den Antrag um nochmalige Prüfung des Gesuchs um die unentgeltliche Prozessführung m
i
t dem Endentscheid befunden werde und er bis dahin weitere Unterlagen zu seinen aktuellen finanziellen Verhältnissen einreichen könne (
Urk.
28).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten und beigezogenen Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
h
aben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsr
ente, wenn sie mindestens zu 60
%
, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu
50
%
oder auf eine Viertelsr
ente, wenn sie mindestens zu 40
%
invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Inval
iditätsgrad gemäss
Art.
16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
; in Verbindung mit
Art.
2
8a
Abs.
1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist im Regelfall am Einkommen anzuknüpfen, das die versicherte Person vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erzielt hat. Davon abzugehen ist jedoch dann, wenn die versicherte Person die bisherige Stelle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne Gesundheitsschaden nicht mehr innehätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_934/2015 vom
9.
Mai 2016 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.1.2
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach
der Geltendmachung entstehen.
Während für die Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und
Art.
16 ATSG), wie sie nach
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG für die Rentenhöhe massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, das eine Person auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielen könnte, beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG), wie sie für das War
tejahr nach
Art.
28
Abs.
1 lit.
b IVG massgebend ist, nach der gesundheitlich bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2).
War jedoch der bisherige Beruf beim Eintritt des Gesundheitsschadens aus krankheitsfremden Gründen bereits aufgegeben worden, so sind auch alternative Tätigkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 943/06 vom 1
3.
April 2007 E. 5.1.3).
1.2
1.2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Die Frage, ob eine Änderung im dargelegten Sinn eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen im Zeitpunkt der str
i
t
tigen Revisionsverfügung (BGE 130 V 343 E. 3.5.2; vgl. auch BGE 133 V 108).
Liegt ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorangegangenen rechtskräftigen Entscheid zugrundegelegt worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch diesfalls in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinweisen)
.
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ist gestützt auf
Art.
88a
Abs.
1
IVV
die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlic
h weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung
der Erwerbsf
ähigkeit ist nach
Art.
88a
Abs.
2
IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbr
echung drei Monate gedauert hat.
1.2.2
Die Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einget
reten ist (vgl. BGE 130 V 71 E.
3.1 und 3.2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 133 V 108 E.
5.4).
Des Weiteren ist auch im Falle einer Neuanmeldung die
Frist nach
Art.
29
Abs.
1 IVG abzuwarten, bevor der Rentenanspruch entsteht (vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH), Rz 2030).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen weitergehenden Rentenanspruch hat als denjenigen auf die halbe Rente, die ihm die Beschwerdegegnerin mit der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 (
Urk.
9/64-69) für die Monate Mai und Juni 2014 zugesprochen hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erhob keine Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 201
4.
Sein sogenanntes Zusatzgesuch, das im Januar 2015 bei der Suva einging (
Urk.
13/5/132)
und das er Ende Mai 2015 bei der Beschwe
rdegegnerin erneuerte (
Urk.
9/75
), ist somit rechtlich als neue Anmeldung zu
qualifizieren.
Unabdingbare Voraussetzung f
ür
einen
Anspruch auf
Rentenleistungen aufgrund dieser neuen Anmeldung
wäre somit, dass eine potentiell rentenrelevante Sachverhaltsänderung eingetreten wäre und dass
sich
diese Änderung erst nach dem
Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014
ergeben hätte
.
Bei der
Verä
nderung
, die der Beschwerdeführer bereits in den Einwendungen
vom 1
7.
September 2014
zum Vorbescheid
vom 1
1.
Juli 2014
erwähnte (
Urk.
9/50), die anschliessend im Telefongespräch mit der fallbearbeitenden Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin vom
5.
Januar 2015 zur Sprache kam (
Urk.
9/71) und die der Beschwerdeführer schliesslich mit der Eingabe vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
9/78) und den damit eingereichten Unterlagen (
Urk.
9/77/2-19)
belegte, handelt es sich indessen um die gesundheitliche Verschlechterung, die sich gegen Ende Juni 2014 während der Behandlungen in der
G._
manifestierte, im September 2014 mit einer neu festgestell
t
en Diskushernie auf der Höhe C5/6 erklärt wurde und am 1
2.
Dezember 2014 schliesslich operativ angegangen wurde (Sachverhalt Ziffer 1.4.2).
Diese Veränderung, die bereits v
or Erlass der Verfügung vom 16.
Dezember 2014 eingetreten ist, taugt somit an sich nicht als Sachverhaltsänderung im Sinne der entsprechenden Voraussetzung für eine Rentenzusprechung im Neuanmeldungsverfahren.
3.2
3.2.1
Dass der Beschwerdeführer irrtümlich annahm, er könne im Neuanmeldungsverfahren auch diese zurückliegende Veränderung geltend machen, hängt indessen wesentlich mit der telefonischen Auskunft der fallbearbeitenden Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin vom
5.
Januar 2015 zusammen.
Diese hielt in der Telefonnotiz über dieses Gespräch das Folgende fest
(
Urk.
9/71)
:
«Telefon von Kunde wegen weiterem Vorgehen:
Er teilt mir mit, dass der Austrittsbericht der
G._
nicht korrekt war. Er war bis am 11.07.2014 in der Reha und auch danach war es noch nicht gut mit der Schulter. Er bekommt weiterhin Taggelder von der Suva und diverse Arztzeugnisse.
Bei der Physiotherapie kam es nun noch zu einer Diskushernie und jetzt macht dies ebenfalls Beschwerden.
Ich sage ihm, dass er zwei Möglichkeiten habe. Entweder reicht
er Beschwerde beim Gericht ein,
d
ann haben
wir ein Gerichtsverfahren und dies kann einige Zeit dauern, oder er reicht ein Zusatzgesuch mit Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein. Dann würden wir das Gesuch prüfen, sobald die Frist der Verfügung vorbei ist. Für das Zusatzgesuch muss er jedoch medizinische Berichte beilegen.
Er muss selber entscheiden, was er wählen möchte.
Er hat am 09.01.2015 eine Untersuchung beim Kreisarzt der Suva. Er soll schauen, dass er uns diesen Bericht zustellen kann. Ebenfalls soll er im Gesuch nochmals das schildern, was er mir eben erzählt hat. Wichtig ist auch, dass er noch neue Beschwerden hat.
Sobald das Gesuch da ist, würde ich mich bei ihm melden, sofern Unterlagen fehlen würden. Er würde dies begrüssen.
Er bedankt sich für das unkomplizierte Vorgehen.»
3.2.2
Gemäss diesen Notizen wies die Mitarbeiterin den Beschwerdeführer
zwar
darauf hin, dass er
im sogenannten Zusatzgesuch
Beschwerden geltend machen müsse, die neu seien, es fehlt jedoch der entscheidende Hinweis
darauf, dass der massgebende Vergleich
s
zeitpunkt
das
e
rst sehr kurz zurückliegende Datum der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 ist. Ohne einen solchen expliziten Hinweis liegt
es indessen sehr nahe, dass der Beschwerdeführer zum Schluss kam, bereits die gesundheitliche Entwicklung seit Sommer 2014 könne Gegenstand des so
genannten Zusatzgesuchs sein.
Der Vorbescheid vom 1
1.
Juli 2014
(
Urk.
9/49)
hatte nämlich auf dem Aktenstand basiert, wie er sich vor dieser ungünstigen Entwicklung präsentiert hatte
;
der aktuellste medizinische Bericht
, welcher der Beschwerdegegnerin
zur Zeit des Vorbescheids
vorlag,
war der Austrittsbericht der
G._
vom 1
2.
Mai 2014 (Urk.
9/46/
10-24), den die Klinik verfasst hatte, bevor sich
im Laufe des
Juni 2014 wieder vermehrt Schmerzen manifestiert hatten. In den Einwendungen vom 1
7.
September 2014 hatte der Beschwerdeführer denn auch sinngemäss vorgebracht, die Akten seien nicht auf dem neusten Stand (
Urk.
9/50: «Die Schmerzen sind in der
Reha und auch bei Herr
Dr.
N._
bekannt. Warum dies der IV nicht schon lange bekannt gegeben wurde,
entzieht sich meiner Kenntnis. Die Schmerzen wurden in der Reha ausgelöst.»). Die Beschwerdegegnerin
hatte
dem Beschwerdeführer
zunächst
beschieden,
die Einwendungen kämen verspätet und
könnten deshalb nur noch im Beschwerdeverfahren geltend gemacht werden (Schreiben vom 2
4.
September und vom
3.
Oktober 2014,
Urk.
9/54
und Urk. 9/58
).
Sie ka
m jedoch mit Schreiben vom 1
0.
Oktober 2014 auf diesen Bescheid zurück (
Urk.
9/63). Dennoch sah sie davon ab, die medizinischen Akten zu aktualisieren, sondern wies in der Begründung der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 wiederum auf die bereits vorhandenen Akten des Standes vom Mai 2014 hin und bemerkte, mit dem eingebrachten Einwand seie
n
keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht worden,
d
ie eine andere Schlussfol
gerung zuliessen (Urk.
9/64/3).
Wenn der Beschwerdeführer
als juristischer Laie
unter diesen Umständen beim Telefongespräch vom
5.
Januar 2015 erfuhr, neue Beschwerden könnten mit einem sogenannten Zusatzgesuch geltend gemacht werden, drängte sich für ihn die Annahme auf, es handle sich hierbei um die gesundheitliche Entwicklung seit Sommer 2014, von der die Beschwerdegegnerin hätte Kenntnis nehmen müssen, di
es aber noch nicht getan hatte. Dies gilt
insbesondere deshalb, weil
die Beschwerdegegnerin die Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 und das sogenannte Zusatzgesuch
unrichtiger
weise
als Alternativen zur
Überprüfung ein und des
selben
Gegenstand
e
s
darstellte («Er muss selber entscheiden, was er wählen möchte.») und nicht als
Rechtsvorkehren
mit
je eigenem Anwendungsbereich (
Rechtsmittel der
Beschwerde für die
gesundheitliche Entwicklung bis zum Datum der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014
und Instrument des sogenannten
Zusatzgesuch
s
für die
gesundheitliche Entwicklung
- mit Änderungserfordernis -
nach dem Datum der Ve
rfügung vom 1
6.
Dezember 2014).
Der Beschwerdeführer durfte
somit
angesichts der Auskunft vom
5.
Januar 2015 davon ausgehen, die Beschwerdegegnerin sei für den Fall, dass er ein sogenanntes Zusatzgesuch stelle, daz
u bereit, die Verfügung vom 16.
Dezember 2014 im Sinne einer Wiedererwägung
vorauss
e
tzungslos nochmals zu überprüfen
, sofern er Belege einreichte, die ihr noch nicht vorlagen.
Wahrscheinlich ist sodann auch, dass e
r von einer solchen Bereitschaft zur wiedererwägungsweisen Überprüfung
tatsächlich ausging
.
Namentlich
ist hierzu auf den Vermerk
in der Telefonnotiz
vom
5.
Januar 2015
hinzuweisen
,
dass
der Beschwerdeführer sich für das unkomplizierte Vorgehen bedankt
habe.
Er rechnete also
offensichtlich nicht
damit, dass das sogenannten Zusatzgesuch im Vergleich zur Beschwerde mit zusätzlichen Hürden verbunden sein könnte, nämlich mit
der
Hürde
, eine g
esundheitliche Verschlechterung
nachweisen zu müssen, die
erst
in den letzten drei Wochen seit dem Erlass der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014, also erst
nach der gerade durchgemachten
Diskushernieno
peration
vom 1
2.
Dezember 2014
,
eingetreten wäre, und
zusätzlich mit
der Hürde
einer neu zu beste
henden sechsmonatigen Wartezeit nach
Art.
29
Abs.
1 IVG.
3.2.3
Des Weiteren ist auch überwiegend wahrscheinlich im Sinne der sozialversicherungsrechtlichen Beweisanforderung, dass der Beschwerdeführer
bei
richtiger und
vollständiger Information den Weg der Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 16.
Dez
ember 2014 eingeschlagen hätte.
Dass
der Beschwerdeführer
gewillt war,
überhaupt
weitere Schritte zur Geltendmachung des Rentenanspruchs zu unternehmen, ergibt sich daraus, dass
er
im Anschluss
an das Telefongespräch vom
5.
Januar 2015 das sogenannte Zusatzgesuch
tatsächlich
stellte, wenn er es auch irrtümlich mit dem Datum eines früheren Schreibens, nämlich des
5.
Oktober 2014, versah und versehentlich an die Suva sandte (
Urk.
13/5/132). Und
angesicht der vorliegenden Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
1.
Mai 2017 ist auch wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer sich
schon nach Erhalt der Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014
für eine Beschwerde an das Gericht entschieden hätte, wenn er realisiert hätte, dass er die gesundh
eitliche Veränderung, die in die
Diskushernienoperation mündete, nur auf diese Weise
hätte
zur
Beurteilung bringen können
.
3.3
Damit sind die Voraussetzungen
der Rechtsprechung
erfüllt, unter denen eine
rechtsuchende
Person aufgrund einer unrichtigen Auskunft vom
materiellen Recht abweichend zu behandeln ist, nämlich die Zuständigkeit der auskunftgebenden Person, der Bezug der Auskunft auf den konkreten Fall, die fehlende Erkennbarkeit der Unrichtigkeit der Auskunft und die nachteilige Disposition im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft (vgl. BGE
131 V 472 E. 5
).
Der Beschwerdeführer ist somit so zu stellen, wie wenn er bereits Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2014 erhoben hätte. Dies hat zur Folge, dass
i
m vorliegenden Verfahren
der Rentenanspruch
für den
gesamten Zeitraum seit der neuen Anmeldung vom
4.
November 2013 (
Urk.
9/32)
zu beurteilen ist, also auch für den
Zeitraum, der Gegenstand der unangefochten gebliebenen und damit an sich rechtskräftig gewordenen Verfüg
ung vom 1
6.
Dezember 2014 ist
.
4.
4.1
Voraussetzung dafür, d
ass die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch aufgrund der neuen Anmeldung vom
4.
November 2013 umfassend prüfen konnte,
war eine Veränderung im
Sachverhalt seit der rentenablehnenden Verfügung v
om 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
9/26
).
Zu Recht
erachtete die Beschwerdegegnerin diese Voraussetzung stillschweigend als gegeben, denn der Unfall
vom
3
0.
Januar 2013
mit Verletzung der linken Schulter stellt zweifellos eine Veränderung dar, die potentiell rentenrelevant ist.
4.2
4.2.1
Ebenfalls ohne nähere Ausführungen nahm die
Beschwerdegegnerin
sodann an, dass das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG ein Jahr nach dem Unfall vom 3
0.
Januar 2013, also am 3
0.
J
anuar 2014, bestanden war (Urk.
9/64/3).
Auch dieser Annahme kann
mit den nachfolgenden Überlegungen
gefolgt werden.
4.2.2
Da der Beschwerdeführer die Stelle bei der
A._
zur Zeit des Unfalles vom 3
0.
Januar 2013 bereits nicht mehr innehatte, kommt es nach der vorstehend zitierten Rechtsprechung
(E. 1.1.2)
bei der
A
rbeitsunfähigkeit während des Wartejahres
nicht allein auf die Einschränkungen in jener Tätigkeit an, die nach den Angaben des Beschwerdeführers und seines ehemaligen Vorgesetzten auch schwerere körperliche Verrichtungen umf
asst hatte (vgl.
Urk.
13/5/89).
Ebenfalls nicht massgebend ist die Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Betreiber eines Imbisstandes, denn im Unfallzeitpunkt hatte der Beschwerdeführer
diesen Berufsplan
noch nicht
realisiert,
sondern war erst auf der Suche nach einem Standort, wie im Austrittsbericht der
G._
vom 1
2.
Mai 2014 vermerkt ist
(vgl.
Urk.
13/5/90 S. 4)
. Überdies bezog er damals Arbeitslosenentschädigung und war dadurch gehalten,
jede
zumutbare Arbeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
anzunehmen. Angesichts der jahrzehntelangen Erfahrung in der Versicherungsbranche und damit im administrativen Bereich gehörten zu den zumutbaren Arbeiten zweifellos auch körperlich leichtere Tätigkeiten.
Diese
leichteren Tätigkeiten
sind
bei der Festlegung der
Ar
beitsunfähigkeit
einzubeziehen.
4.2.3
Das
D._
hielt
zur Begründung des Attests einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit schon im Bericht vom 2
9.
Mai 2013 über die K
onsultation vom 22.
Mai 2013 fest
, der Beschwerdeführer könne seinem Beruf als Imbissstand
be
t
reuer aktuell nicht nachgehen, da er
hierzu
eine
n
uneingeschränkten Bewegungsradius benötige und auch schwerere
Gegenstände tragen müsse (Urk.
13/5/44 S. 1). Dies führt zum Umkehrschluss, dass der Beschwerdeführer
spätestens
ab
Juni
2013 dazu in der Lage war, Tätigkeiten ohne
vollumfängliche Belastung des linken Armes zumindest teilzeitlich wieder zu verrichten. Zum Ausmass der Arbeitsfähigkeit für solche Tätigkeiten liegt die
spätere
Beurteilung von
Dr.
F._
vor, dem im November 2013 die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Administrator in der technischen Abteilung vorgelegt wurde
(
Urk.
13/5/60 S.
1)
.
Es war dies die Tätigkeit, die der Beschwerdeführer in den ersten Monaten seiner Anstellung bei der
A._
ausgeübt hatte
, und sie umfasste gemäss dem Anforderungsprofil, von dem
Dr.
F._
in Kenntnis gesetzt wurde, zum einen administrative Büroarbeiten und zum andern hau
swirtschaftliche Arbeiten (Urk.
13/5/19 S. 3-4). Wenn
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer
für diese Aufgabenpalette ab dem
1.
Dezember 2013, also nach rund drei Monaten der
Rekonvaleszenz nach
de
m Eingriff der Osteosynthesema
t
erialentfernung
vom
9.
September 2013
(vgl.
Urk.
13/5/51)
, wieder eine 50
75%ige Arbeitsfähigkeit attestierte
(
Urk.
13/5/6
0 S. 2)
, so leuchtet dies ein, und es kann zudem davon ausgegangen werden, dass sich die Arbeitsfähigkeit schon vor jenem Eingriff in diesem Rahmen bewegt hatte.
Dabei ist angesichts dessen, dass die Rehabilitationphase noch im Gange war, die 50%ige Arbeitsfähigk
eit
am unteren Ende des Rahmens
massgebend.
Eine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Befunde in der Lendenwirbelsäu
le kann
hingegen
nicht angenommen werden. Denn
der Beschwerdeführer
berichtete
bei der Untersuchung durch
Dr.
M._
vom Februar 2014
, er sei seit der Operation vom
Dezember 2010 abgesehen von einer Gefühlsstörung am grossen Zeh und einer Schwäche bei der Hebung des rechten Fusses nicht weiter beeinträchtigt und benötige insbesondere keine Schmerzmittel wegen der Beinbeschwerden (
Urk.
13/2/86 S. 3), und
damit übereinstimmend ergaben
die Untersuchungen in der
B._
vom März 2014
zwar ein residuelles sensomotorisches Ausfallsyndrom im Bereich L5, im Übrigen wurde der Verlauf im Bericht vom 1
8.
März 2014 aber als klinisch und elektrophysiologisch erfreulich bezeichnet (
Urk.
13/
2/80
).
4.2.4
In den ersten zwölf Monaten nach dem Unfall vom 3
0.
Januar 2013 ist somit
gerundet
nach ganzen Monaten
von den folgenden Arbeitsunfähigkeiten auszugehen: 100
%
in den Monaten Februar bis Mai 2013, 50
%
in den Monaten Juni bis August 2013, 100
%
in den Monaten Sep
tember bis November 2013 und 50
%
in den Monaten Dezember 2013 und
Januar 201
4.
Daraus resultiert eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von rund 79
%
([7 Monate x 100
%
+ 5 Monate x 50
%
] : 12), womit am 2
9.
Januar 2014 das Wartejahr fü
r den Anspruch auf eine Rente de
s gesamten Stufenspektrums nach
Art.
28
Abs.
2
IVG bestanden war. Dies wäre auch dann noch der
Fall, wenn der Beschwerdeführer nur während sechs Monaten zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen wäre ([6 Monate x 100
%
+ 6
Monate x 50
%
] : 12 = 75
%). Eine exakte Berechnung
nach Tagen (nur 30 Tage der 100%igen Arbeitsunfähigkeit im Januar 2013
, 50%ige Arbeits
unfähigkeit bereits gegen Ende Mai 2013, 100%ige Arbeitsunfähigkeit erst ab dem Operationsdatum des
9.
September 2013)
erübrigt sich daher.
Bei entsprechendem Invaliditätsgrad wäre somit ab dem
1.
Januar 2014 (
Art.
29
Abs.
3 IVG) ein Anspruch auf eine Invalidenrente gegeben, wobei die Rente gestützt auf
Art.
29
Abs.
1 IVG erst sechs Monate nach der Anm
eldung vom 4.
November 2013, also erst ab dem
1.
Mai 2014
,
ausgerichtet werden könnte. Auch dies hat die Beschwerdegegnerin richtig erkannt (
Urk.
9/64/3).
4.3
4.3
.
1
Was die Arbeitsfähig
keit betrifft, so ist bis zur Beendigung des Ergonomie-Trainingsprogrammes am 1
7.
April 201
4
von der 50%igen Arbeitsunfähigkeit für leichtere Arbeiten auszugehen, wie sie vorstehend (E. 4.2.3) aus der Beurteilung von
Dr.
F._
vom November 2013 abgeleitet worden ist.
4.
3.
2
Zur
Zeit danach hielt die
G._
im Austrittsbericht vom 1
2.
Mai 2014 fest, der Beschwerd
e
führer sei für mittelschwere Arbeiten ohne längerdauernde Ve
r
richtungen über der Brusthöhe und ohne häufig wiederholten Krafteinsatz des linken Armes wieder ganztags arbeitsfähig, und dies gelte auch für eine Tätigkeit wie diejenige beim letzten Arbeitgeber als Administrator in der technischen Abteilung (
Urk.
13/5/90 S. 2 und S. 4). Auch auf diese Beurteilung kann abgestellt werden, denn der Beschwerdeführer
erklärte anlässlich des Telefongesprächs mit der
Case-Managerin
der Suva
vom 1
5.
Mai 2014, der Verlauf der ambulanten Therapie sei gut und er gehe wieder ins Fussballtraining und fahre Motorrad (
Urk.
13/5/92).
4.3
.3
Für die Zeit ab
etwa Mitte
Juni 2014 ist indessen die gesundheitliche Verschlechterung
mit vermehrten Beschwerden, der Feststellung einer Diskushernie auf der Höhe der Halswirbel C5/6 und der Operation vom 1
2.
Dezember 2014 dokumentiert.
Die
G._
führte hierzu im Verlaufsbericht vom 3
1.
Juli 2014 aus, die linke Schulter sei weiterhin gut beweglich gewesen, der Beschwerdeführer habe jedoch über ein intermittierendes Kribbeln in den Fingern der linken Hand geklagt sowie auch ü
ber plötzliche, nicht von aussen ausgelöste Schmerzzunahmen und über brennende Schmerzen, teilwei
se im gesamten linken Arm (Urk.
13/5/99).
Diese Beschwerden persistierten bis zur Operat
i
on vom Dezember 2014;
der Beschwerdeführer berichtete dem
D._
im August 2014 jedoch auch von einer weiteren Verbesserung des Bewegungsumfanges der
linken Schulter (
Urk.
13/5/100 S. 2). Auch wenn für die Zeit von Mitte Juni bis
Mitte
Dezember 2014 keine spezifische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vorliegt, kann daher wiederum von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit entsprechend der Situation vor Mitte April 2014 ausgegangen werden.
Unbestritten
und medizinisch belegt
ist sodann die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für die Zeit ab der Operation vom 1
2.
Dezember 2014
bis Ende Februar 201
5.
Die
B._
legte eine Arbeitsunfähigkeit dieses Ausmass im Austrittsbericht zunächst für die Dauer von sechs Wochen fest (
Urk.
13/5/127) und verlängerte sie anlässlich der Nachkontrolle von Ende Januar 2015 bis Ende Februar 2015 (
Urk.
13/5/143 S. 2).
4.3.
4
Für die Zeit ab März 2015 überliess die
B._
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dem Hausarzt (
Urk.
13/5/143 S. 2).
Eine zeitnahe hausärztliche Beurteilung fehlt zwar, hingegen hatte
Dr.
F._
bereits im kreisärztlichen Bericht vom
9.
Jan
uar 2015
für den
Fall eines weiterhin
günstigen Verlaufs eine teilzeitliche Arbeitsfähigkeit nach Ablauf von ungefähr zwei Monaten seit der Operation und eine volle Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten nach Ablauf von weiteren zwei Monaten
,
also ab Ende April 2015
,
postuliert. Als zumutbar be
urteilt
hatte er Arbeiten im Bereich bis zu mittelschwer ohne längerdauernde Verrichtungen über Brusthöhe und in körperferner Haltung und ohne wiederholten Krafteinsatz des linken Armes
, des Weiteren hatte er das längerdauernde Ein
n
ehmen einer forcierten Kopfhaltung in In- und Reklination als nicht möglich bezeichnet (
Urk.
13/5/130 S. 8)
. Von dieser Be
urteilung, die der Hausarzt Dr.
J._
in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 2
6.
August 2015 teilte (
Urk.
9/86 S. 1-2),
ist auszugehen, denn die
Kritikpunkte, die
der Beschwerdeführer gegen den Bericht von
Dr.
F._
vorbrachte
(«Änderungswünsche» in
Urk.
13/5/135), sind ohne Einfluss auf die Tauglichkeit
d
e
r Arbeitsfähigkeitsbeurteilung.
Die Beurteilung von
Dr.
F._
behält zudem
ihre Gültigkeit für den gesamt
en Beur
teilungszeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3
1.
Mai 201
7.
A
nlässlich der Nachkontrolle vom Juli 2015 konstatierte die
B._
nämlich
einen erfreulichen Verlauf m
it einem quasi schmerzfreien Patienten und sah
erst
nach
Jahresfrist
eine nächste Kontrolle
vor (
Urk.
13/5/165)
. Bei dieser
nächsten
und letzten
Kontrolle vom Juli 2016 zeigte sich dann radiologisch ein konsolidiertes Segment C5/6, und es wurde Beschwerdefreiheit seitens der Halswirbelsäule festgestellt (
Urk.
13/5/235).
Und
soweit der Beschwerdeführer der Suva
zwischenzeitlich
im November/Dezember 2015 eine Verschlechterung des Zustands der linken Hand
gemeldet hatte
(
Urk.
13/5/197 S. 2 und
Urk.
13/5/203), so
sind
damit noch keine zusätzlichen
Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit des vorstehend umschriebenen Profils nachgewiesen.
Wohl
berichtete der Beschwerdeführer
der Psychiaterin
Dr.
Y._
von einer Zunahme der Schmerzen bei Aufbauarbeiten an seinem Imbissstand (
Urk.
9/111/14); diese Arbeiten dürften indessen auch körperlich ungeeignete Verrichtungen umfasst haben.
Dr.
L._
hielt denn im Bericht vom
9.
Januar 2017 über die Akupunkturbehandlung vom Herbst 2016 auch die
Aussage
de
s Beschwerdeführers fest, dass
die Behandlung eine
Besserung bewirkt habe, die sich indessen je nach Belastung wieder verschlechtere (
Urk.
13/5/240).
Schliesslich ergab die psy
chiatrische Exploration durch
Dr.
Y._
zwar die Diagnose einer Anpassungsstörung mit länger andauernder depressiver Reaktion,
Dr.
Y._
mass ihr jedoch keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
9/111/19).
4.4
4.4.1
Es stellt sich die weitere Frage nach der Erwerbseinbusse aufgrund der dargelegten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit.
4.4.2
Als Valideneinkommen setzte die Be
schwerdegegnerin
das Einkommen ein, das der Beschwerdeführer im Arbeitsverhältnis mit der
A._
hätte erzielen können (vgl.
Urk.
9/64/2 sowie den Einkommenvergleich in
Urk.
9/47). Wie die Beschwerdegegnerin indessen bei der
späteren, der Verfügung vom 31.
Mai 2017 zugrundeliegenden Invaliditätsbemes
sung zutreffend festhielt (Urk.
9/88/1), ist dies deshalb nicht korrekt, weil der Beschwerdeführer die damalige Stelle aus gesundheitsfremden Gründen verloren hatte. Zwar fielen in die Zeit jenes Arbeitsverhältnisses die Ereignisse vo
n
Mai und
A
ugust 2010,
verbunden mit dem Auftreten von Schmerzen,
die Arbeitgeberin begründete dessen Auflösung im Fragebogen für Arbeitgebende jedoch nicht mit diesen Ereignissen, sondern mit Differenzen bei der Arbeitsauffassung und dem angemessenen Verhalten gegenüber Kunden und Unternehmern (
Urk.
9/10/1). Auch das Einkommen, das der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit mit der angestrebten Betreibung eines Imbissstandes erzielen würde, fällt als Valideneinkommen ausser Betracht.
Zwar hatte der Beschwerdeführer schon vor dem Unfall vom 3
0.
Januar 2013 das Vorhaben, sich mit einem Imbissstand selbständig zu machen (vgl.
Urk.
13/5/92), wiederum ist jedoch
darauf hinzuweisen, dass er ab dem 1
1.
Januar 2012 Arbeitslosenentschädigung bezog (vgl.
Urk.
13/5/160) und dadurch die Bereitschaft zeigte, eine Arbeitnehmertätigkeit aufzunehmen. Für das Val
id
eneinkommen ist daher wie für die Festlegung der Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres der allgemeine Arbeitsmarkt massgebend.
4.4.3
D
as Invalideneinkommen
ist
e
benfalls aufgrund des Stellenangebots auf dem allge
mei
nen Arbeitsmarkt festzulegen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 1 und S. 3) ist
auch hier
nicht das Einkommen massgebend, das er mit der Betreibung eines Imbissstandes erzielt oder erzielen könnte, da diese Tätigkeit
zum einen
Verrichtungen umfasst, für die er
körperlich limitiert ist, und zum andern nicht ohne Weiteres ein Einkommen verspricht, das mit de
n Lohnaussichten
in einem Anstellungsver
hältnis
vergleichbar ist. D
ies gilt ungeachtet dessen,
dass
die Tätigkeit
als Imbissstandbetreiber
im Rahmen der Rehabilitation bei der Suva
zunächst eine gewichtige Rolle spielte, wie sich aus dem Besprechungsprotokoll vom
1.
April 2014 und aus de
m Austrittsbericht ergibt (Urk.
13/5/83 und
Urk.
13/5/90 S. 4).
Die Suva informierte den
Beschwerdeführer
im späteren Verlauf
denn auch darüber,
dass die Betreibung des Imbissstandes nicht als zumutbare Invalidentätigkeit im Sinne der Kriterien der Invaliditätsbemessung betrachtet werde (Telefonnotiz
vom 1
5.
Mai 2014, Urk
.
13/5/92)
.
4.4.4
Da somit f
ür das Valideneinkommen und das Invalideneinkommen
grundsätzlich dasselbe Stellenspektrum in Betracht
fällt,
unter Ausklammerung von Tätigkeiten mit
medizinisch
ungeeignetem Anforderungsprofil, entspricht die Erwerbseinbusse
, von der auszugehen ist,
vorliegendenfalls der Arbeitsunfähigkeit.
Rechtsprechungsgemäss ist sodann
dort, wo das Invalideneinkommen anhand von statistischen Angaben ermittelt wird,
durch eine Herabsetzung
um maximal 25
%
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungsgemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Vorliegendenfalls fällt das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers als lohnmindernd ins Gewicht,
wogegen sich die körperliche Beeinträchtigung in angepassten leichteren Tätigkeiten nicht massgebend auf den Lohn auswirken dürfte, zumal der Beschwerdeführer langjährige Erfahrungen
im administrativen Bereich hat.
Orientiert man sich beim Abzug am Rentenentscheid der Suva (
Urk.
13/5/172 und
Urk.
13/5/184) und setzt ihn auf 17
%
fest, so ist dies grosszügig bemessen.
Es
resultiert
daraus
für das vorliegende Verfahren
ein Invaliditätsgrad
von
ebenfalls 17
%
bei
100%iger
Arbeits
fähigkeit und ein solcher von aufgerundet 59
%
bei 50%iger Arbeitsfähigkeit.
4.5
Damit ist über den Rentenanspruch
zu befinden
, der
sich
aus der vorstehen
d ermittelten Erwerbse
i
nbusse
ergibt
.
Bei rechtzeitiger Anmeldung hätte der Beschwerdeführer ab Januar 2014 aufgru
nd des Invaliditätsgrades von 59
%
Anspruch auf eine halbe Rente. Da die Anmeldung erst im November 2013 erfolgte, ist ihm die halbe Rente jedoch erst ab Mai 2014 auszurichten. In dieser Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
6.
Dezember
2014 zutreffend vor (
Urk.
9/64/3
). Ebenfalls zutreffend ist aufgrund der vorstehenden Ausführungen, dass die Beschwerdegegnerin
von einer g
esundheitliche
n
und damit erwerbliche
n
Verbesserung
mit nur noch 10%iger Erwerbsunfähigkeit
im Laufe des Monats April 2014
ausging
. Entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin dauerte diese Verbesserung indessen nicht während der erforderlichen drei Monate (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) an, sondern der Beschwerdeführer fiel im Laufe des Monats Juni 2014
wieder auf die 59
%ige Erwerbsunfähigkeit zurück. Er hat demgemäss nicht nur für die Monate Mai und Juni 2014, sondern auch für die nachfolgenden Monate Anspruch auf die halbe Rente. In der Zeit vom 1
2.
Dezember 2014, dem Datum der Diskushernienoperation an der Halswirbelsäule, bis Ende Februar 2015
war der Beschwerdeführer sodann gar nicht erwerbsfähig; diese Verschlechterung war jedoch ebenfalls nicht von mindestens dreimonatiger Dauer (
Art.
88a
Abs.
2 IVV) und kann daher nicht zu einer Erhöhung der Rente führen. Vielmehr besteht trotz der
vorübergehenden
Verschlechterung durchgehend Anspruch auf die halbe Rente, wie er
vorher und wiederum
ab März
2015 aufgrund der 59
%igen Erwerbsunfähigkeit ausgewiesen war. Schliesslich reduzierte sich die Erwerbs
un
fähigkeit ab Mai 2015
dauerhaft
auf 17
%
. Demzufolge ist die halbe Rente nach Ablauf von drei Monaten, also
per Ende Juli
2015, aufzuheben.
Damit sind die Verfügungen der Beschw
erdegegnerin vom 1
6.
Dezember 20
14 und vom 3
1.
Mai 2017 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend zu ändern, dass der Beschwerdeführer für die Zeit von Mai 2014 bis
Juli
2015 durchgehend Anspruch auf eine halbe Rente hat.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegendenfalls auf Fr. 800.-- anzusetzen. Aufgrund des teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers sind die Kosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
6.
Es bleibt über das Gesuch des Beschwerdeführers um die unentgeltlich
e Prozessführung zu entscheiden, das er mit der Eingabe vom
4.
Januar 2018 erneuert hat (
Urk.
25).
Der Beschwerdeführer reagierte nicht auf die Aufforderung vom 2
5.
Oktober 2017, die Einnahmen und Ausgaben seiner selbständigen Tätigkeit zu belegen und Angaben zu
allfällig
vorhandenen Vorsorgegelder
n
zu machen (
Urk.
19), weshalb sein Gesuch um die unentgeltliche Prozessführung mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2017 abgewiesen wurde (
Urk.
21). Mit der Eingabe vom
4.
Januar 2018 (
Urk.
25) reichte der Beschwerdeführer dann die Steuererklärung des Jahres 2016 nach
(
Urk.
26/1-7)
. Aus dieser
ergibt
sich zwar
, dass er in jenem Jahr mit seiner selbständigen Tätigkeit einen Verlust erwirtschaftete
(
Urk.
26/1 S. 2 und
Urk.
26/7).
Immer noch fehlend sind hingegen die Angaben zu allfälligen Vorsorgegeldern, und der Beschwerdeführer hat bis heute keinen Gebrauch von der Gelegenheit gemacht, weitere Unterlagen zu seinen aktuellen Verhältnissen einzureichen (vgl.
Urk.
28 Dispositiv-Ziffer 2). Unter diesen Umständen besteht kein Anlass
,
auf die Abweisung seines Gesuchs um die unentgeltliche Prozessführung zurückzukommen, sondern es ist an dieser Abweisung festzuhalten.