Decision ID: cba32341-45bf-4dc2-b509-60493e8c6bec
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
Vom 3. Dezember 2012 bis 30. Juni 2014 war A._ bei der C._ GmbH als D._
beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis war seitens des Versicherten am 29. April 2014 auf
Ende Juni 2014 gekündigt worden. Letzter effektiver Arbeitstag war der 7. Mai 2014
(Fragebogen für Arbeitgebende vom 1. Juli 2016, act. G 6.4). Aufgrund dieser
Anstellung war der Versicherte bei der Personalvorsorgestiftung der C._ GmbH
versichert. Deren Destinatäre (Aktive und Rentner) wurden später durch die B._
übernommen (siehe das Schreiben der B._ vom 20. Dezember 2019, IV-act. 156). In
der Austrittsmeldung vom 2. Juni 2014 verneinte die C._ GmbH gegenüber ihrer
Personalvorsorgestiftung die Frage, ob der Versicherte erwerbsunfähig sei (act. G 6.3).
A.a.
Vom 26. August bis 2. Oktober 2014 war der Versicherte in der Psychiatrischen
Klinik E._ hospitalisiert. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen
diagnostizierten: eine paranoide Schizophrenie, episodisch remittierend (ICD-10:
F20.03); Störungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, mit ständigem
Substanzgebrauch (ICD-10: F10.25) und Störungen durch Cannabinoide,
Abhängigkeitssyndrom, mit episodischem Substanzgebrauch (ICD-10: F12.26). Es
habe sich um die dritte stationäre Hospitalisation in der Klinik gehandelt. Zuletzt sei der
Versicherte vom 2. bis 26. Januar 2013 hospitalisiert gewesen. Bei Austritt wurde dem
Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (act. G 1.8).
A.b.
Am 9. Juni 2016 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen wegen allgemeiner körperlicher sowie psychischer Beschwerden zum Bezug
A.c.
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von invalidenversicherungsrechtlichen Leistungen an (IV-act. 2). Ihr gegenüber
berichtete der behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Medizin, der
Versicherte habe am 18. Juli 2014 eine Fissur Os cuneiforme mediale erlitten (zum
Unfalldatum siehe fremd-act. 1-7). Zudem gab er die von den medizinischen
Fachpersonen der Psychiatrischen Klinik E._ erhobenen Diagnosen wieder. Er habe
dem Versicherten vom 18. Juli bis 24. August 2014 sowie vom 26. August bis
2. Oktober 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 18-2 f.). Er
reichte der IV-Stelle zudem den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom
4. Juli 2016 über die erneut erfolgte Hospitalisation vom 26. April bis 2. Juli 2016 ein,
worin dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden war (IV-
act. 18-4 f.; siehe auch den ausführlicheren Austrittsbericht vom 15. August 2016, act.
G 12.1).
Die UNIA Arbeitslosenkasse teilte der IV-Stelle am 10. August 2016 mit, dass sich
der Versicherte am 16. Oktober 2014 arbeitslos gemeldet habe und sie die
Vermittlungsfähigkeit auf 80 % bzw. ab März 2016 auf 40 % festgelegt habe (IV-
act. 24).
A.d.
Ab dem 1. Dezember 2016 bis zum 31. Dezember 2017 erbrachte die IV-Stelle
Eingliederungsmassnahmen samt Taggeldern (siehe die Kostengutsprachen für ein
Aufbautraining vom 1. Dezember 2016 bis 31. Mai 2017, IV-act. 40, vom 1. Juni 2017
bis 31. August 2017, IV-act. 73, vom 1. September bis 31. Dezember 2017, IV-act. 85;
zu den Taggeldverfügungen vom 18. November 2016, vom 9. Mai 2017 und vom
21. August 2017 siehe IV-act. 41, IV-act. 74 und IV-act. 86; zur in der Folge
zugesprochenen Arbeitsvermittlung siehe die Mitteilung vom 16. Januar 2018, IV-
act. 111). Am 26. Juni 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten vom 1. Juli bis
30. September 2018 einen Arbeitsversuch zu (IV-act. 121; zur Taggeldverfügung vom
27. Juni 2018 siehe IV-act. 123), der allerdings am 19. Juli 2018 per 18. Juli 2018
vorzeitig abgebrochen werden musste (IV-act. 127).
A.e.
In der Stellungnahme vom 6. November 2019 vertrat der RAD-Arzt Dr. med. G._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die Auffassung, der Versicherte sei
vollständig arbeitsunfähig und der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf Juli 2012
festzulegen («Erstmanifestation, seit da progredienter Verlauf»; IV-act. 146-2).
A.f.
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Demgegenüber befand der zuständige Sachbearbeiter der IV-Stelle im
«Feststellungsblatt – Renten/Rentenrevisionen» vom 21. November 2019, der Beginn
der Arbeitsunfähigkeit sei auf den Folgetag des letzten effektiven Arbeitstags bei der
C._ GmbH (7. Mai 2014), nämlich auf den 8. Mai 2014, zu setzen (IV-act. 152-2).
Ausgehend von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Versicherten ermittelte die
IV-Stelle einen 100%igen Invaliditätsgrad und richtete ihm mit Wirkung ab 1. Januar
2018 eine ganze Invalidenrente aus (IV-act. 170; zum Begründungsteil siehe IV-
act. 166). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Die B._ verneinte am 14. Mai 2020 eine Leistungspflicht für die Invalidität des
Versicherten, da der Versicherte bei Eintritt der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit nicht
mehr bei ihr versichert gewesen sei. Der von der IV-Stelle angenommene Zeitpunkt des
Eintritts der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit, 8. Mai 2014, sei unzutreffend (act. G 1.4;
siehe auch das Schreiben vom 18. Juni 2020, IV-act. 195).
A.g.
Am 10. Juni 2020 gelangte die Beiständin des Versicherten an die IV-Stelle und
ersuchte um eine Berichtigung der Rentenverfügung. In deren Begründung heisse es,
dass ab 8. Mai 2014 eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Das sei
nicht korrekt. Der Versicherte sei im Mai 2014 nicht arbeitsunfähig geschrieben
worden. Es würden darüber auch keine medizinischen Unterlagen im IV-Dossier
existieren. Vielmehr habe der Versicherte zwischendurch noch gearbeitet. «Der Satz in
der IV-Verfügung ist schlicht und einfach deshalb falsch». Die EL-Abteilung sage
wegen dieses Satzes nun jedoch, dass der Versicherte Anspruch auf eine BVG-Rente
der Pensionskasse der C._ habe, was nicht stimme (IV-act. 186; siehe auch das
Gesuch um eine Wiedererwägung vom 10. Juli 2020, IV-act. 191). Die IV-Stelle hielt im
Schreiben vom 12. Juni 2020 an ihrer Sichtweise fest (IV-act. 190) und trat auf das
Wiedererwägungsgesuch nicht ein (Schreiben vom 24. Juli 2020, IV-act. 197).
A.h.
Der Versicherte ersuchte die B._ am 10. September 2020 um Ausrichtung einer
Invalidenrente (act. G 1.6). Diese teilte ihm am 8. Oktober 2020 mit, dass der
Versicherte ihr gegenüber keinen Rentenanspruch habe (act. G 1.7).
A.i.
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B.
Am 27. November 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin M.
Benz, beim Versicherungsgericht Klage gegen die B._. Er beantragte: 1. Der Beginn
der längerdauernden Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, sei
auf den 8. Mai 2014 festzulegen. 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, ihm ab 1. Januar
2018 die gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 100 % auszurichten, zuzüglich Zins von 5 % ab Klageeinreichung.
Die Sache sei zur Rentenberechnung an die Beklagte zurückzuweisen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor,
dass die längerdauernde Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidität geführt habe, am 8. Mai
2014 und damit während des Versicherungsverhältnisses bei der
Personalvorsorgestiftung der C._ eingetreten sei (act. G 1).
B.a.
In der Klageantwort vom 22. Januar 2021 beantragte die Beklagte die Abweisung
der Klage; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sie machte im Wesentlichen
geltend, dass die zu einer Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit des Klägers nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit während der bei ihr bestehenden Versicherungszeit
erfolgt sei. Die Annahme der IV-Stelle und des sich darauf stützenden Klägers, dass die
Arbeitsunfähigkeit am 8. Mai 2014 eingetreten sei, entspreche nicht der Sachlage (act.
G 6). Lediglich der guten Ordnung halber sei angemerkt, dass aufgrund der vom Kläger
schon im Juni 2014 angetretenen neuen Stelle davon auszugehen sei, dass das
Arbeitsverhältnis mit der C._ GmbH schon vor Ende Juni 2014 aufgelöst gewesen sei
und damit auch schon zu diesem Zeitpunkt kein Versicherungsverhältnis mehr mit ihr
(der Beklagten) habe bestehen können (act. G 6).
B.b.
Am 8. Februar 2021 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch des Klägers
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 9).
B.c.
In der Replik vom 4. März 2021 (act. G 10) und in der Duplik vom 13. April 2021
(act. G 12) halten die Parteien je an ihren jeweiligen Anträgen unverändert fest.
B.d.
Das Versicherungsgericht ersuchte die ehemalige Arbeitgeberin am 25. Oktober
2021 um Einreichung des vollständigen Personaldossiers (act. G 14). Das Dossier
wurde am 9. November 2021 eingereicht (act. G 16).
B.e.
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Auf Ersuchen des Versicherungsgerichts (siehe hierzu act. G 15) liess der Kläger
am 15. November 2021 mitteilen, dass er von Juni bis August 2014 bei der Filiale H._
der I._ AG gemeldet gewesen sei. Einsatzort sei die J._ AG gewesen. Dort sei er
vom 23. Juni bis 29. August 2014 (act. G 17.2 und act. G 17.3) tätig gewesen. Er sei
fristlos entlassen worden (act. G 17).
B.f.
Mit Schreiben vom 17. November 2021 gelangte das Versicherungsgericht an
Dr. F._ und bat ihn um Stellungnahme zu allfälligen vom Kläger in Anspruch
genommenen Behandlungen und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im ersten
Halbjahr 2014 (act. G 18). Dr. F._ verneinte in seiner Antwort vom 24. November
2021, den Kläger im ersten Halbjahr 2014 behandelt zu haben. Die erste Konsultation
sei am 18. Juli 2014 erfolgt. Die einzige Arbeitsunfähigkeit, die er ausgestellt habe,
habe eine Fusskontusion am 7. Juli 2014 betroffen. Er habe dem Kläger vom 18. Juli
bis 24. August «2021» (richtig: 2014) eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Der
Abschluss der Behandlung sei am 15. August 2014 erfolgt (act. G 19).
B.g.
Die Beklagte hielt in der Stellungnahme vom 15. Dezember 2021 an der
beantragten Klageabweisung fest und sah ihren bisherigen Standpunkt durch die vom
Versicherungsgericht eingeholten Akten bestätigt (act. G 21).
B.h.
In der Stellungnahme vom 6. Januar 2022 liess der Kläger geltend machen, aus
den Akten des Personaldossiers würden sich mehrere Indizien ergeben, die darauf
hinweisen würden, dass die Kündigung nicht freiwillig erfolgt sei. Ausserdem liess er
eine Befragung des ehemals behandelnden Dr. med. K._, Facharzt für Chirurgie,
beantragen (act. G 22). Das Versicherungsgericht wies die Vertreterin des Klägers im
Schreiben vom 10. Januar 2022 unter Hinweis auf die Akten darauf hin, dass unklar sei,
bei wem der Kläger in den Jahren 2013 bis Juli 2014 in Behandlung gewesen sei. Der
Kläger wurde darum ersucht, seine Krankengeschichte bei den damals behandelnden
medizinischen Fachpersonen einzuholen (act. G 23). Seine Rechtsvertreterin reichte am
31. Januar 2022 eine E-Mail von Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 13. Januar 2022 ein, worin dieser ausgeführt hatte, der Kläger sei
bei ihm im Zeitraum 2013 bis 2014 nie in Behandlung gewesen (act. G 24.1). Zudem
berichtete sie, dass auch die Nachfolgerin von Dr. K._ keine Krankengeschichte mehr
besitze, da der Kläger dieses abgeholt habe (act. G 24). Am 2. Februar 2022 ergänzte
B.i.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Für berufsvorsorgerechtliche Klagen befindet sich der Gerichtsstand am
schweizerischen Sitz oder Wohnsitz der beklagten Partei oder am Ort des Betriebs, bei
dem die versicherte Person angestellt wurde (Art. 73 Abs. 1 und Abs. 3 des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
[BVG; SR 831.40]). Die mit Beschluss der Gesellschafter am _. August 2021
aufgelöste C._ GmbH hatte ihren Sitz im Kanton St. Gallen (siehe den Eintrag im
Handelsregister, eingesehen am 22. September 2021). Die örtliche Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts sowie die weiteren Eintretensvoraussetzungen sind denn auch
zu Recht von der Beklagten nicht bestritten worden (act. G 6).
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der vom Kläger
gegenüber der Beklagten eingeklagte Anspruch auf eine berufsvorsorgerechtliche
Invalidenrente.
die Rechtsvertreterin, der Kläger könne sich nicht erinnern, sein Patientendossier bei
Dr. K._ abgeholt zu haben. Wenn dies so gewesen wäre, dann hätte er es Dr. F._
als nachfolgendem Arzt weitergegeben. Dessen Praxisassistentin könne kein
entsprechendes Dossier vor 2014 finden (act. G 25).
Die Beklagte teilte am 28. Februar 2022 mit, auf eine zusätzliche Stellungnahme zu
verzichten (act. G 27).
B.j.
Nach Art. 23 lit. a BVG haben Personen Anspruch auf Invalidenleistungen, die im
Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Unter
Vorbehalt des vorliegend nicht einschlägigen Art. 8 Abs. 3 BVG endet die
Versicherungspflicht u.a., wenn das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird (Art. 10 Abs. 2 lit. b
BVG). Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt die arbeitnehmende Person während
eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen
Vorsorgeeinrichtung versichert. Wird vorher ein neues Vorsorgeverhältnis begründet, so
ist die neue Vorsorgeeinrichtung zuständig (Art. 10 Abs. 3 BVG). Entscheidend im
Rahmen von Art. 23 BVG ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit,
2.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/14
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unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Mass daraus ein Anspruch
auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt
des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Der Wegfall der
Versicherteneigenschaft bildet keinen Erlöschungsgrund. Umgekehrt entsteht im
Anwendungsbereich von Art. 23 lit. a BVG keine Leistungspflicht einer
Vorsorgeeinrichtung, wenn die massgebliche Arbeitsunfähigkeit bereits vor der
Entstehung des Versicherungsverhältnisses eingetreten ist (vgl. das Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_52/2018, E. 3.2 mit Hinweisen).
Für die Bestimmung der Leistungszuständigkeit ist eine erhebliche und dauerhafte
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich massgebend. Diese muss mindestens 20 % betragen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.1 mit Hinweisen). Der Anspruch
auf Invalidenleistungen setzt einen engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang
zwischen der während des andauernden Vorsorgeverhältnisses (einschliesslich der
Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der
allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus. Der sachliche Konnex ist
gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im
Wesentlichen derselbe ist, welcher der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt. Die
Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte
Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war (BGE 134 V 22 E. 3.2 und E. 3.2.1).
Bei der Prüfung dieser Fragen sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalls
zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische Beurteilung durch die medizinische Fachperson sowie die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (siehe zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit Hinweisen). Zu den für die
Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen ausserdem die in
der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die
Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll
vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht.
Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie
Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018,
9C_100/2018, E. 4.1.2 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
bedarf es zum rechtsgenüglichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen nicht zwingend einer echtzeitlich
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/14
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3.
Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass die am 18. Juli 2014 erlittene Fissur (siehe zum
Datum des unfallbedingten Gesundheitsschadens die
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. F._ vom 3. November 2014 in fremd-
act. 1-7) in keinem Zusammenhang mit der von der IV-Stelle anerkannten Invalidität
steht und dieser vorübergehende Gesundheitsschaden daher für die Beurteilung der
Leistungspflicht der Beklagten nicht relevant ist (siehe hierzu die im Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik E._ vom 10. Oktober 2014 wiedergegebenen Angaben des
Klägers, der Fuss sei so gut wie vollständig verheilt und er habe keine Schmerzen
mehr, act. G 1.8, S. 2 des Austrittsberichts oben). Darauf hat die Beklagte zu Recht
hingewiesen (act. G 6, Rz 14.2). Eine Würdigung der medizinischen Akten hinsichtlich
des Verlaufs der psychisch begründeten Arbeitsunfähigkeit ergibt folgendes Bild:
attestierten Arbeitsunfähigkeit. Eine zuverlässige Einschätzung des zeitlichen
Zusammenhangs ist nur möglich, wenn die Entwicklung gesamthaft betrachtet wird;
wobei die Frage, ob eine nachhaltige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit möglich
war, auch im Licht von erst später gewonnenen Erkenntnissen zu beurteilen ist (siehe
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 4.2.2 mit
Hinweisen). Eine Unterbrechung des zeitlichen Konnexes ist dann anzunehmen, wenn
während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer
angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni
2018, 9C_100/2018, E. 2.2 mit Hinweisen).
Der Kläger war bereits vor sowie während der Anstellung bei der C._ GmbH
stationär in der Psychiatrischen Klinik E._ behandelt worden und zwar vom 19. Juli
bis 10. August 2012 sowie vom 2. bis 26. Januar 2013. Von Bedeutung für die Frage
des Eintritts der andauernden Arbeitsunfähigkeit ist allerdings, dass nach beiden
Aufenthalten jeweils beim Austritt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden
war (siehe die Austrittsberichte vom 15. November 2012 und vom 19. Februar 2013,
act. G 1.8). Der Kläger begann auf seinen Wunsch am 26. August 2014 erneut eine
stationäre Behandlung in der Psychiatrischen Klinik E._. Aus dem Austrittsbericht
vom 10. Oktober 2014 ergibt sich, dass das zur stationären Behandlung führende
psychische Leiden (Psychose) bzw. dessen beeinträchtigende Auswirkungen
frühestens im August 2014 wieder auftraten («Seit ungefähr zwei Wochen sei er unter
dem Cannabiskonsum langsam wieder psychotisch geworden. Er leide wieder unter
Halluzinationen [...]», act. G 1.8, S. 1 des Austrittsberichts unten). Daraus ist zu
schliessen, dass die im vorangegangenen Austrittsbericht vom 19. Februar 2013
3.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/14
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bescheinigte vollständige Arbeitsfähigkeit bis anfangs August 2014 angedauert hatte.
Diese Schlussfolgerung wird im Bericht der Psychiatrischen Klinik E._ vom
15. August 2016 bekräftigt, worin ausgeführt wurde, «nach einer stabilen Phase von
etwa eineinhalb Jahren kam der Pat. im August 2014 aufgrund einer akuten
psychotischen Dekompensation zur dritten stationären Aufnahme» (IV-act. 29-2).
Aus der übrigen medizinischen Aktenlage (siehe insbesondere auch act. G 19 und
act. G 24) ergeben sich denn auch keine Hinweise und solche werden auch nicht vom
rechtskundig vertretenen Kläger substanziiert dargetan, die auf eine aus psychischen
Gründen verursachte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der Zeit vom 27. Januar
2013 bis anfangs August 2014 hindeuten würden. Zwar bescheinigte Dr. F._ dem
Kläger bereits ab 18. Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die allerdings
ausschliesslich im vorübergehenden unfallbedingten Gesundheitsschaden ihre
Begründung fand (siehe die Auskunft vom 24. November 2021, act. G 19, das einfache
Arztzeugnis vom 3. November 2014, fremd-act. 1-7, sowie den Bericht vom 13. Juli
2016, IV-act. 18-2; vgl. auch die Angabe von Dr. F._ im Bericht vom 7. Oktober 2019,
dass er den Kläger erst seit Juli 2014 und vornehmlich wegen arterieller Hypertonie und
Unfallfolgen behandle, IV-act. 143-3 unten).
3.2.
Nichts zu seinen Gunsten vermag der Kläger aus den Feststellungen in den IV-
Akten abzuleiten. Vielmehr gelangte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle im
Arbeitspapier «Rechtliche Grundlagen» am 29. Juli 2016 zur Auffassung, der
Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei am 29. Oktober 2015
eingetreten, da der Kläger «ab dann wieder in stationärer psychiatrischer Behandlung»
gewesen sei (IV-act. 21-2 f.). Diese Feststellung bildete ausserdem Grundlage der in
Rechtskraft erwachsenen Taggeldverfügungen (siehe etwa IV-act. 39 und IV-act. 41
sowie IV-act. 71 f. und IV-act. 74) und wurde auch im Assessment- und
Verlaufsprotokoll vom 19. Juli 2018 übernommen (IV-act. 125-2 oben). Demgegenüber
ging der RAD-Arzt Dr. G._ davon aus, dass der Beginn der Arbeitsunfähigkeit schon
im Juli 2012 und damit vor dem Anstellungsverhältnis bei der C._ GmbH eingetreten
sei (IV-act. 146-2). Diese nicht näher begründete Einschätzung beruht allerdings einzig
auf dem Datum der Erstmanifestation und erfolgte weder in Auseinandersetzung mit
den dagegensprechenden Beurteilungen der behandelnden medizinischen
Fachpersonen noch den vom Kläger tatsächlich erbrachten Arbeitsleistungen. Mithin
fehlt ihr eine ausreichende Überzeugungskraft. Nichts Anderes gilt bezüglich der
Ansicht des für die Rentenprüfung zuständigen Sachbearbeiters, der auf den Folgetag
der letzten effektiven Arbeitserbringung des Klägers, den 8. Mai 2014, abstellte, ohne
sich mit der dagegen sprechenden medizinischen Aktenlage und den davon
3.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/14
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abweichenden bisherigen Einschätzungen seitens anderer Mitarbeitenden der IV-Stelle
auseinanderzusetzen.
Die Annahme, die längerdauernde Arbeitsunfähigkeit sei am 8. Mai 2014
eingetreten, findet weder in den medizinischen (siehe hierzu vorstehende E. 3.1 f.) noch
in den übrigen Akten eine Stütze. Vielmehr ergibt sich daraus, dass der Kläger das
Arbeitsverhältnis am 29. April 2014 kündigte (act. G 6.4, letztes Dokument) und die
C._ GmbH am 2. Juni 2014 bestätigte, dass keine Erwerbsunfähigkeit beim Kläger
bestehe (act. G 6.3). Dass der Kläger seine Arbeitskraft ab dem 8. Mai 2014 aus
krankheitsbedingten Gründen nicht mehr der bisherigen Arbeitgeberin zur Verfügung
stellte, erscheint nicht plausibel, jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Dabei
fällt ins Gewicht, dass bis August 2014 jegliche zeitnahe
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder die Inanspruchnahme einer Behandlung von
psychischen Leiden fehlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Kläger, wie
er es bereits zuvor mehrmals tat, bei Auftreten von die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden erheblichen psychischen Symptomen wiederum umgehend eine
medizinische Behandlung in Anspruch genommen bzw. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
eingeholt hätte. Ins Gewicht fällt ausserdem, dass weder der Kläger noch seine
Beiständin bislang glaubwürdig vorbrachten, er sei während der Kündigungsfrist
zumindest teilweise arbeitsunfähig gewesen. Vielmehr nahm Letztere vehement und
plausibel den Standpunkt ein, dass die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit ab 8. Mai
2014 nicht korrekt bzw. «schlicht und einfach» falsch sei und auch keine
entsprechenden Arbeitsunfähigkeitszeugnisse bestünden (E-Mail vom 10. Juni 2020,
IV-act. 186; vgl. auch das an die IV gerichtete Gesuch um Wiedererwägung vom
10. Juli 2020, IV-act. 191). Der im Klageverfahren rechtskundig vertretene Kläger
brachte auch vor Versicherungsgericht nichts Stichhaltiges vor, das die Annahme, die
Arbeitsunfähigkeit sei am 8. Mai 2014 eingetreten, überwiegend wahrscheinlich
erscheinen liesse. Die Annahme, die Lohnfortzahlung ab 8. Mai 2014 bis zum Ende des
Arbeitsverhältnisses sei gestützt auf ein Arztzeugnis erfolgt (act. G 1, Rz 21), erscheint
angesichts der vorhandenen umfangreichen Akten der behandelnden medizinischen
Fachpersonen, namentlich auch der Ergebnisse der Abklärungsbemühungen des
Versicherungsgerichts (siehe etwa act. G 18 f., act. G 23 ff.), als aktenwidrig. Die
Rechtsvertreterin benennt denn auch nicht, welche medizinische Fachperson das
behauptete Arbeitsunfähigkeitsattest ausgestellt haben soll. Ihr Vorbringen lässt sich
des Weiteren auch nicht mit den davon abweichenden Ausführungen der Beiständin
vereinbaren. In der Replik wies sie selbst darauf hin, dass auch andere Gründe, wie
etwa eine Freistellung, das Datum des letzten effektiven Arbeitstags hätten bestimmen
können (act. G 10, Rz 11). Ihre ausdrücklich als «Vermutung» bezeichnete Annahme,
3.4.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/14
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die Kündigung des Klägers könne auf Druck der Arbeitgeberin erfolgt sein, vermag eine
allfällige Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht zu belegen. Aus dem Protokoll zum
Gespräch des Klägers mit der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle vom
16. August 2016 geht zwar hervor, dass bei der C._ GmbH der Druck innerhalb des
Betriebs stetig zugenommen habe und der Kläger damit nicht mehr klargekommen sei.
Festgehalten wurde aber auch, dass es dem Betrieb finanziell immer schlechter
gegangen sei. Aufgrund des Drucks habe er schliesslich freiwillig gekündigt (IV-
act. 125-3). Nichts Anderes kann dem Personaldossier entnommen werden (act.
G 16.1 ff.). Daraus ergeben sich weder eine Arbeitsunfähigkeit noch eindeutige
Hinweise auf eine faktische Kündigung durch die Arbeitgeberin (wegen psychischer
Beeinträchtigungen des Klägers). Im Anschluss an die Kündigung des Klägers vom
29. April 2014 – in der er auf Ende Juni 2014 gekündigt und damit die
arbeitsvertragliche 3-monatige Kündigungsfrist nicht eingehalten hatte (vgl. act.
G 16.5 f.) – unterzeichneten die Arbeitgeberin und er eine Vereinbarung über die
Aufhebung des Arbeitsverhältnisses (act. G 16.4). Darin wurden die Beendigung des
Arbeitsverhältnisses auf Ende Juni 2014 und die Freistellung per 8. Mai 2014 vereinbart
und überdies der Abzug von Minusstunden sowie zu viel bezogener Ferien und die
Anrechnung von allfälligem andernorts erzieltem Lohn geregelt. Dass diese
Vereinbarung abgeschlossen worden wäre, wenn eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers
bestanden hätte oder unmittelbar zu befürchten gewesen wäre, ist unwahrscheinlich.
Vor dem Hintergrund der offenbar angespannten wirtschaftlichen Situation der
Arbeitgeberin erscheint eher naheliegend, dass finanzielle bzw. betriebliche
Überlegungen die Arbeitgeberin zu dieser Vereinbarung – die den Kläger letztlich vor
Ablauf der arbeitsvertraglichen Kündigungsfrist aus dem Arbeitsverhältnis entliess –
motiviert haben könnten. Gegen die Annahme einer faktischen Kündigung durch die
Arbeitgeberin aufgrund der psychischen Krankheit bzw. einer dadurch bedingten
Arbeitsunfähigkeit spricht schliesslich auch, dass sich die Arbeitgeberin diesbezüglich
in der Vergangenheit offenbar verständnisvoll zeigte. So gab sie während der
stationären Behandlung vom 2. bis 26. Januar 2013 ausdrücklich zu verstehen, dass
der Kläger seine Stellung wegen der damaligen Erkrankung bzw. Arbeitsunfähigkeit
nicht verlieren werde (act. G 1.8, S. 2 des Austrittsberichts vom 19. Februar 2013).
Letztlich gehen auch aus dem Arbeitseinsatz in der J._ AG (siehe hierzu act.
G 17.2 f.) keine stichhaltigen Hinweise für eine vor dem 1. Juli 2014 aus psychischen
Gründen eingetretene Arbeitsunfähigkeit hervor, zumal dieser Arbeitseinsatz
hauptsächlich und wochenlang von ausschliesslich aus somatischen Gründen
bescheinigter Arbeitsunfähigkeit (Fusskontusion nach Unfall vom 7. Juli 2014;
Arbeitsunfähigkeit vom 18. Juli bis 24. August 2014, act. G 19; siehe auch vorstehende
E. 3) überschattet war.
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4.
Im Licht der vorstehend gestützt u.a. auf die umfangreichen Akten der IV-Stelle
und die Angaben des Klägers dargestellten Verhältnisse ist nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass bis zum 31. Juli 2014 eine längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit eintrat, welche zur von der IV-Stelle ermittelten Invalidität führte. Die
Folgen dieser Beweislosigkeit hat der Kläger zu tragen.
3.5.
Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob die vom Kläger geltend gemachte
ursprüngliche zeitliche Konnexität zwischen der Arbeitsunfähigkeit und dem
Anstellungsverhältnis bei der C._ GmbH aufgrund einer allfälligen später während
mindestens dreier Monate wieder erreichten Arbeitsfähigkeit von über 80 %
unterbrochen wurde (zum entsprechenden Vorbringen der Beklagten siehe act. G 12,
Rz 17.5).
3.6.
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Klage vollumfänglich abzuweisen.4.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).4.2.
Ausgangsgemäss hat der Kläger keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.4.3.
Dem Beklagten wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Klageverfahren gewährt (act. G 9).
4.4.
Das Versicherungsgericht spricht in BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1
lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte) pauschale
Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu (vgl. etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 9. April 2019, BV 2017/22, E. 3.4.2). Das vorliegende
Verfahren ist vor dem Hintergrund des zusätzlichen Aufwands durch die vom Gericht
durchgeführten Beweiserhebungen als leicht überdurchschnittlich aufwendig zu
betrachten, sodass das Honorar unter Berücksichtigung der Fünftelskürzung gemäss
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) auf Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer; Fr. 4'500.-- x 0,8) festzusetzen ist.
4.4.1.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
4.4.2.
Die Beklagte hat als Vorsorgeeinrichtung keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (BGE 128 V 323), wenn – wie vorliegend – die Prozessführung des
Klägers nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist.
4.5.
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