Decision ID: 7abd94f4-7b6e-4d10-8c2d-f5660b94759a
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
meldete sich am 24. März 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Renten
be
zug
an (
Urk.
12/7). Nachdem die Verwaltung medizinische und erwerbliche Ab
klä
rungen durchgeführt
und die Akten der Unfallversicherung beigezogen
hatte,
wies sie das Rentenbegehren mit Verfügung vom
7. Oktober 2010 auf
grund eines
Invaliditätsgrads von 32
%
ab (
Urk.
12/37). Schon zuvor hatte die Unfallver
siche
rung mit Verfügung vom 18.
Juni 2010 einen Rentenanspruch verneint (
Urk.
12/36/8-9).
Am 15.
Mai 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(
Urk.
12/46).
Nach neuerlicher Abklärung der medizinischen Verhältnisse (Urk.
12/55,
12/65,
12/67 und 12/73) und einer orthopädisch
en Untersuchung
im
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der
IV-Stelle (
Urk.
12/63;
siehe auch
Urk.
12/75
S.
5 f.) verneinte die Verwaltung
– nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
12
/77
, 12/80, 12/85, 12/90
) – den Leistungsanspruch des
Versi
cher
ten mit Verfügung vom 25. Juli 2012
abermals
(
Urk.
12/94 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom 7. September 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügu
ng sei aufzuheben und es sei ihm
eine
Invalidenrente zuzusprechen
. In pr
ozessualer Hinsicht ersuchte er
um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort
vom 16. Oktober 2012 schloss die
IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11).
Mit Gerichtsverfügung vom 30. Oktober 2012 wurde dem Beschwer
deführer die
unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm in der Person von Rechtsan
walt
Dr.
André
Largier
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter für das
Be
schwerdever
fahren
bestellt. Gleichzeitig wurde ihm
das Doppel der
Beschwerde
antwort
zu
gestellt (
Urk.
13).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wes
entlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf
die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin begründete die
abermalige
Verneinung des
Leistungs
an
spruchs
damit, dass seit Erlass der Verfügung vom 7.
Oktober 2010 keine
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers aus
gewiesen
sei
.
Ihm sei die Ausübung einer
behinderungsangepassten Tätigkeit zu 75
%
zumutbar und er
könne damit ein rentenausschliessendes Einkommen er
zi
elen (
Urk.
2 S.
1).
Nachdem der Beschwerdeführer Ei
nwand
gegen den Vor
bescheid erhoben hatte (Urk.
12/90), korrigierte die Beschwerdegegnerin
das dem Versicherten mögliche Arbeitspensum von 75
%
auf 80
%
und erklärte dies mit einem Fehler bei der Erstellung des vorgesehenen Entscheids
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt, die eingereichten medizinischen Berichte würden eine Verschlech
te
rung seines Gesundheit
szustands belegen.
Die
Verschlechterung
betreffe haupt
sächlich die Situation im Lumbalbereich, die
Cervicobrachialgie
links
,
die
beid
sei
tige Schwerhörigkeit,
die
Visusstörungen
,
die
S
upraspinatustendinose
sowie
die
Impingementsymptomatik
links. Der RAD-Arzt habe deshalb – im Vergleich
zu der
bei der
ursprünglichen Rentenablehnung
vorgenommenen
Be
urteilung – das Zumutbarkeitsprofil angepasst und neu noch eine Arbeitsfähig
keit von 75
%
attestiert
(
Urk.
1 S.
7
f.)
.
Bei der Vornahme des
Einkommensver
gleichs
sei
beim
Valideneinkommen
auf den
Lohn eines Bodenlegers mit grosser Berufserfahrung
abzustellen
, weshalb bei der neuerlichen Bemessung des
Inva
liditätsgrads
das
der Verfügung vom 7. Oktober 2010 zugrunde liegende Ein
kommen nicht her
an
gezogen werden könne (
Urk.
1 S.
10 f.).
3.
3.1
3.1.1
Der Verfügung vom 7. Oktober 2010 (
Urk.
12/37) lagen im Wesentlichen fol
gen
de
medizinische Berichte zugrunde:
In seinem Bericht vom 29. September 2009 führte
der
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Chirurgie, aus,
auch nach
der
anfangs 2009 erfolgten
operativen Entfernung der Bursitis
infrapatellaris
recht
s
bestünden
belastungs
abhängige
Schmerzen einerseits auf dem Ligamentum
patellae
im Bereich des Wundgrundes der entfernten
Bursae
und
andererseits im Kniegelenk als klini
scher Ausdruck von
ret
r
opatellären
und
femorotibialen
, medial betonten
Abnüt
zungserscheinungen
im Sinne einer
Chondropathie
oder
Gonarthrose
(
Urk.
12/11/29-34
S.
3).
Am 28. Januar 2010 attestierte er eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit für wechselbelastende, mittelschwere Tätigkeiten
mit
vereinzelt zumutbaren Zusatzbelastungen bis 25 kg in stehender, gehender und sitzender Haltung
. Der Beschwerdeführer könne mehrmals pro Arbeitstag eine Gehstrecke von einigen hundert Metern zurücklegen (Ur
k. 12/11/11).
3.
1.
2
Die Ärzte am
Spital Z._
,
A._
, Abteilung Chirurgie, diagnostizierten am 27.
April 2010 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Bur
sitis
präpatellaris
rechts bei einem
Serom
und einem Status nach einer
Bursektomie
am 29.
April 2009. Der chronischen Hepatitis C und dem Status nach
einer Erkrankung mit Hepatitis B massen sie keinen Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit bei (
Urk.
12/17/2-5 S. 1).
3.
1.
3
Dr.
med.
B._
, Praktischer Arzt FMH,
stellte am 6. Mai 2010 (
Urk.
12/18/11-16
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1):
Zustand nach Meniskus-
Operation rechtes Knie April 2009
Gonalgie
rechts mit
Insertionstendopathie
rechtes Knie
Dorsolumbalgie
Dorsalgie
Muskelhartspann
Lumboischialgie
Muskuläre
Dysbalance
Wirbelsäulen-Funktionsstörungen und -Blockierungen
Den folgenden Diagnosen mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1):
Zustand nach Hepatitis A 1980
Zustand nach Hepatitis B 1985
Zustand nach Hepatitis C 1986
Gastritis
Der Hausarzt des Beschwerdeführers führte aus, es bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit der Knie
, insbesondere des rechten, und des Rückens (S.
3).
Er er
achtete den Versicherten für eine wechselbelastende Tätigkeit zu 75
%
arbeits
fähig (S.
5).
3.
1.
4
In seiner aufgrund der Akten verfassten Stellungnahme vom 8.
Juni 2010 ge
langte
Dr.
med.
C._
, Praktischer Arzt FMH, vom RAD zum Schluss, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine 80%ige Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
12/31 S. 4).
3.2
3.2.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 25. Juli 2012 (
Urk.
2) präsentierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
Dr.
B._
nannte am 18.
August 2011
(
Urk.
12/55/1-3)
folgende Diagnosen
(S.
1
f.)
:
Orthopädisch
Zustand nach Meniskus-Operation und zweimaliger Revision am rechten Knie nach Berufsunfall im Januar 2009 (29. und 30. April 2009 [
Bursek
tomie
und
Hämatomausräumung
] sowie
19. Mai 2009 [Revision bei
Serom
am rechtem Knie nach vorausgegangenen Operationen mit Narbenresektion, Bakteriologie, Drainage und
Débridement
])
Gonalgie
rechts
Insertionstendopathie
rechtes Knie
Prolaps L3/4, L4/5, L5/S1 (MRI März 2011)
Dysaesthesie
gesamtes rechtes Bein
Unklares Einschlafen der Arme und Beine
Wirbe
lsäulen-Funktionsstörungen und -
blockierungen
Rezidivierende
Lumboischialgie
Rezidivierende
Dorsolumbalgie
Muskelhartspann
Muskuläre
Dysbalance
Tendopathie
Finger II der linken
Hand
Schnittverletzung Finger II der linken Hand vom 19. Februar 2011
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts > links
Gastroenterologisch
Rezidivierende symptomatische
Cholecystolithiasis
Zustand nach Hepatitis C 1987 nicht ausgeheilt (Versuch nach mehrfa
cher
Interferontheraphie
bisher erfolglos)
Zustand nach Hepatitis A 1980
Zustand nach Hepatitis B 1985
Helicobacter
Pylori
-Infektion (Therapie noch nicht abgeschlossen
[S
tand August 2011
]
)
Chronische, rezidivierende Gastritis
Otorhinolaryngologisch
Hochgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits (Erstdiagnose Juli 2011)
Hörgeräteversorgung ist notwendig
Tinnitus
auris
Chronische
Rhinosinusitis
Rhinitis
sicca
mit Rhagade im Vestibulum
nasi
links
Augenärztlich
Behandlung und weitere Abklärung
en
im
D._
seit März 2011 bei
retrobulbären
Augenschmerzen links und zunehmender Sehminderung rechts
Hordeolum links Augenoberlid
Nebendiagnosen
Psychovegetatives Belastungssyndrom
Rezidivierende Bronchitis
Angiom
temp
o
roparietal
rechts (MRI 26. Januar 2011)
Hyperkeratose
Der
Hausa
rzt hielt die Ausübung einer Tätigkeit in wechselnder Position im Um
fang von höchstens drei Stunden täglich für zumutbar
. Beim Zu
sammen
wirken der Erkrankungen sollte die Invalidität auf mindestens 50 % ein
gestuft werden
(
S. 3
).
3.2.2
Am
18
.
Oktober 2011
fand eine orthopädische Untersuchung des Beschwerde
füh
rers im RAD statt (
Urk.
12/63).
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
stellte im Bericht vom 24.
Oktober 2011 folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
Chronische Lumbalgie und beidseitige, rechts betonte
Lumboischialgie
bei fremdanamnestisch bestehenden Diskushernien L5/S1, L4/5 und L3/4, ohne klinische Funktionseinschränkung
Chronisches
cervicocephales
Syndrom noch unklarer Genese, ohne
klinisch
we
sentliche Funktionseinschränkung
Chronische
Gonalgie
recht
s
mit persistierenden Oberschenkelschmerzen rechts unklarer Genese bei einem Zustand nach
Bursektomie
der Bursa
infra
- und
präpatellaris
April 2009 mit zweimaliger Revision und
Nar
benresektion
binnen vier Wochen
Verdacht auf beginnende
Gonarthrose
beidseits bei Zustand nach Menis
kusoperation links vor ca. acht Jahren
Den folgenden Diagnosen mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 7):
Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits
Klinisch eindeutige
Supraspinatustendinose
und leichte
Impingement
symptomatik
linke Schulter
Er attestierte
gestützt auf
die
orthopädischen
Ges
undheitsschäden
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
und forderte zusätzliche Arztberichte anderer Fachgebiete an, um im Sinne einer Gesamtschau eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abzugeben (S. 8).
Nachdem
ihm diese Bericht
e
vorgelegt worden waren (
Urk.
12/75 S.
4 f.), hielt er
am 30. Januar 2012
die Ausübung einer Täti
gkeit mit einem Pensum von 75 % weiterhin
für zumutbar
(
Urk.
12/75 S. 6).
3.2.3
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin an der Augenklinik des
D._
, diagnostizierte am 24. November 2011 ein
präganglionäres
Horner-Syn
drom
und eine
Pigmentepitheliopathie
bei einem Verdacht auf einen Zustand nach
einer
Retinopathia
centralis
serosa
. Sie bescheinigte
aus opht
h
almologischer Sicht
zum damaligen Zeit
punkt wie auch auf längere Sicht eine uneingeschränkte Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
12/65).
3.2.4
Die an der Klinik für Neurologie des
D._
tätige
Dr.
med.
G._
konnte aufgrund der Kopfschmerzen keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit feststellen (undatierter Bericht [wohl vom Dezember 2011
]
, Urk.
12/67/1-4).
3.2.5
Dr.
B._
erhob im Bericht vom 16. Januar 2012 (
Urk.
12/73/1-12) zusätzlich zu den durch ihn am
6.
Mai 2010 (
Urk.
12/18/11-16) und
18.
August
2011
(
Urk.
12/55/1-3)
bereits gestellten Diagnosen
eine
Cervicobrachia
lgie
links und
eine Arthrose links und äusserte den Verdacht auf eine Labrum
l
äsion
in der
link
en Schulter
(S.
1). Seit Sommer 2010 bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr, da mehrere schwerwiegende Erkrankungen in Abklärung seien (S. 11).
3.2.6
Dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 15. April 2011
kann entnommen werden, dass elektromyographisch eine
axonale
Schädi
gung ausgeschlossen werden konnte. Er ging von einer Läsion der Wurzeln L3 und L4 im Sinne einer Wurzelreizung und daraus resultierender
Lumboischial
gie
aus.
Zur Behandlung der Beschwerden empfahl er eine intensive physikali
sche Therapie mit physiotherapeutischen und sporttherapeutischen Massnahmen (
Urk.
12/73/16-17).
4.
4.1
Gemäss Art. 59
Abs.
2
bis
IVG stehen die
RAD
den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie set
zen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art.
49
IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Vorausset
zungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
me
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der
all
gemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). D
ie RAD
können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Abs.
2).
4.2
Sinn und Zweck dieser Bestimmung
en
liegen darin, dass die IV-Stellen zur Be
urteilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen
versi
cherungsmedizinischen
Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invaliden
versicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Be
stimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Da
mit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Fest
legung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu be
urteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht. Auch auf Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Sie müssen insbesondere in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu be
gründen. Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten per
sön
lichen und fachlichen Qualifikationen verfügen
.
RAD-Untersuchungsberichte haben
, sofern sie den erwähnten materiellen und formellen Anforderungen ge
nügen, einen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14.
Juli 2009 E.
4.1 ff. mit weiteren
Hinwei
sen
; siehe auch
BGE 135 V 254
E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen
).
4.3
Zunächst ist z
um Einwand,
der Bericht von
Dr.
E._
sei aufgrund der (zu) kur
zen orthopädischen Untersuchung im RAD nicht verwertbar (
Urk.
1 S. 8)
,
fest
zuhalten
, dass
praxisgemäss nicht die Dauer einer Exploration, sondern der In
halt des Gutachtens
oder des Berichts
massgebend ist
. Konkrete Hinweise, die unter diesem As
pekt gegen die Zuverlässigkeit
der Beurteilung
des RAD-Arztes
sprechen, wer
den vom Beschwerdeführer nicht namhaft gemacht. Er unterlässt es
aufzuzei
gen, inwiefern sich die angeblich kurze Untersuchungsdauer
–
der Be
richt
ent
hält eine ausführliche Anamnese und basiert auf einer sorgfältigen
Befunderhe
bung
– konkret negativ in der Qualität und der Aussagekraft der Be
richterstat
tung niedergeschlagen haben soll. Offenbleiben kann daher, ob seine Darstel
lungsweise zur Dauer zutrifft
(Urteil des Bundesgerichts 8C_925/2008 vom 30. Juli 2009 E.
3.3 mit weiteren Hinweisen).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
vermag
die Tatsache, dass
Dr.
E._
die MRI-Bilder vom Januar und März 2011 nicht zur Verfügung standen
(
Urk.
1 S.
8
f.)
,
an
d
er
Beweiskraft seiner medizinischen Einschätzung
keine Zweifel zu erwecken
.
Die behandelnden Ärzte erhoben gestützt auf die betreffenden Bilder
einen über
einstimmenden Befund
(vgl.
Urk.
12/55, 12/67/5-7, 12/73/1-12 und 12/73/16-17)
, der auch vom RAD-Arzt nicht in Frage gestellt
wurde.
Dass nebst den be
kannten Diskushernien und dem
venösen
Angiom
auf den MRI-Auf
nah
men
weitere Erkrankungen
ersichtlich sind
, geht weder aus den zitierten
Arzt
berich
ten
hervor noch wird
die
s vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Er
gänzend bleibt anzufügen, dass die Erstellung von Röntgenbildern
im Ermessen des Gutachters liegt und
keine Voraussetzung für die Verwertbarkeit eines Gut
achtens bildet
.
5.
5.1
Aus orthopädischer Sicht leidet der Beschwerdeführer abgesehen davon, dass die schon seit Jahren bestehenden
Bandscheibenschäden (
Urk.
12/11/29-32 S. 4, 12/13
,
12/18/
6-9 S.
3 und 12/18/11-16 S.
1
f.; vgl. auch
Urk.
12/73/1-12 S.
6)
im März 2011 erstmals durch ein MRI nachgewiesen
wurden
,
das
die bereits be
kannte
Lumboischialgie
mit Wurzelreizungen erklärt (
Urk.
12/73/16-17 S.
2)
, im
Wesentlichen unter den nämlichen Gesundheitsstörungen,
über die er sich
schon
im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverweigerung
(Verfügung vom 7. Okto
ber
2010 [
Urk.
12/37])
beklagte.
Dr.
E._
diagnostizierte
zwar
neu
ein chro
nisches
cervicocephales
Syndrom
(vgl. auch Urk.
12/73/1-12 S.
1)
,
eine wesentliche – d.h. den Rentenanspruch beeinflussende – Beeinträchtigung des Leistungsver
mö
gens aufgrund dieses Leidens nahm er jedoch nicht an
(Urk. 12/63 S.
7
; vgl. aber nachstehend E. 5.2
).
Auch die
zwischenzeitlich
festgestellte beidseitige Schwerhörigkeit
(Urk.
12/55/4
) stellt keine revisionsrechtlich bedeutsame Verschlechterung des Gesund
heits
zustands des Beschwerdeführers dar. Mit Mitteilung vom
16.
September 2011 wurde
durch die Beschwerdegegnerin
Kostengutsprache für zwei Hörgeräte er
teilt (Urk.
12/62)
. D
er Beschwerdeführer berichtete anschlies
send über eine ver
besserte Hörleistung (
Urk.
12/73/1-12 S.
2). Inwiefern
dieses Leiden
seine
Ar
beits
fähigkeit limitieren soll, legte der
Versicherte
nicht konkret dar und
ist nicht
ersichtlich. Ent
sprechendes gilt für die
Visusstörungen
.
Die
behandelnde
Augen
ärztin
attes
tierte
aus ophthalmologischer Sicht
eine
uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit (
Urk.
12/65).
Hinsichtlich der Hepatitis C-Erkrankung gingen die behandelnden Ärzte
und namentlich
Dr.
med.
I._
, Assistenzarzt an der
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
D._
(
Urk.
12/44
S.
7)
übereinstimmend von keiner dauerhaften Einschränkung der
Ar
beitsfä
higkeit
aus (
Urk.
12/18/11-16 S.
1
und 12/73/1-12 S.
1
).
Die seit dem Jahre
1
987 bestehende Erkrankung (Urk.
12/18/6-9 S.
4) behinderte den Be
schwer
deführer auch in der Vergangenheit – soweit aktenkundig – nicht in der
Ausübung seiner Tätigkeit.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist auch
in der von
Dr.
E._
diagnostizierten
Supraspinatustendinose
und der leich
ten
Impingementsympto
matik
der linken Schulter
k
e
ine
anspruchsbeein
flussende
Veränderung des Gesundheitszustands
zu sehen (
Urk.
1 S. 7
)
. D
enn der RAD-Arzt
mass den Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (
Urk.
12/63 S. 7)
und in der
ausführlichen
D
iagnoseliste des Hausarztes Dr.
B._
fanden sie keinen Eingang
(
Urk.
12/55/1-3 und
Urk.
12/73/1-12 S.
1), was mit einer dies
be
züglich weitgehenden Beschwerdefreiheit zu erklären sein dürfte.
5.2
Was die –
invalidenversicherungsrechtlich
bedeutsame – Auswirkung der fest
gestellten Gesundheitsstörungen auf die Leistungsfähigkeit betrifft, gelangte der RAD-Arzt
Dr.
E._
in seiner – sich umfassend zu den (orthopädischen) gesund
heitlichen Störungen und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit äussern
den, auf
einer einlässlichen orthopädischen Untersuchung beruhenden,
in Kenntnis der
Vorakten
und unter Berücksichtigung der
geklagten Beschwer
den
ergangenen
(vgl. E.
4.2)
– Beurteilung vom
24. Oktober 2011 (Urk.
12/63)
respektive 30. Januar 2012 (
Urk.
12/75 S. 6)
mit überzeugender Begründung zum
Schluss, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner (seit
Jahren bestehen
den
)
Knie- und Rückenbeschwerden
in einer
körperlich leichte
n
,
wechselbelas
tende
n
Tätigkeit
nur
noch
zu 75
%
arbeitsfähig sei
und dass die weiteren Diag
nosen
keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
.
Folglich wurde e
ntgegen der
entsprechenden Ausführu
ng der Beschwerdegegnerin (Urk.
2 S. 2) im Vor
be
scheid
zu Recht eine
Arbeitsfähigkeit
in dieser Höhe
angenommen
.
Die – im Vergleich zu der der Verfügung vom 7. Oktober 2010 zugrunde liegenden Be
urteilung des Leistungsvermögens (
Urk.
12/31 S. 4) – zusätzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkei
t kann hauptsächlich mit der vom RAD-Arzt ne
u festge
stell
ten
Cervico
brachialgie
erklärt werden.
Die Einschätzung
von
Dr.
E._
wird durch die Beurteilung von
Dr.
B._
nicht in Frage gestellt.
Dieser
legte
nicht
nachvollziehbar
dar, weshalb der Beschwer
deführer
– nachdem er
ihm
im Mai 2010 noch eine 75%ige Arbeitsfähigkeit at
te
stiert hatte (Urk.
12/18/11-16 S.
5)
–
seit Sommer 2010 (
Urk.
12/73/1-12 S.
11)
gänzlich ausserstande sei, einer leidensangepassten Tätigkeit
nachzugehen
.
Vor dem Hintergrund der Berichte der behandelnden Ärzte (vgl. E.
5.1 vorste
hend) vermag auch die Berufung auf eine Seh- und Hörminderung des Be
schwer
deführers (
Urk.
12/73/1-12 S.
10) nicht zu überzeugen
.
Schliesslich darf und soll der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E.
3b/cc).
Die
N
ähe des Hausarztes zum Beschwerdeführer kommt hier auch darin zum Ausdruck, dass sich Dr.
B._
nicht nur zur Arbeitsunfähigkeit, sondern auch zum
Invalidi
tätsgrad
äussert (Urk. 12/55 S.
3).
5.3
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen
– so auch die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens – neue
, für die Beurtei
lung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E.
1d).
5.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer gesundheitliche Be
einträchtigungen hinnehmen musste
und im massgeblichen
Beurteilungszeit
raum
eine
Minderung
der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist
. Zu prüfen bleibt, ob diese zu
einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führt.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer bringt vor, der ursprünglichen Rentenablehnung liege ein zu tiefes
Valideneinkommen
zu Grunde. Aus gesundheitlichen Gründen sei sein Einkommen
im Laufe der Jahre
immer tiefer ausgefallen (
Urk.
1 S.
10 ff.).
Bei der Betrachtung des Auszugs aus dem individuellen Konto (
Urk.
12/40-41) fällt auf, dass der Beschwerdeführer
einzig
in den Jahren 1994 und 1995
sowie
2000
und 2001 überdurchschnittlich hohe Einkommen erzielte.
Nachher wechseln sich
Phasen der (selbständigen) Erwerbstätigkeit und der Nichterwerbstätigkeit ab
, wo
rin
– wie auch in ungünstigen psychosozialen Umständen (vgl.
Urk.
12/11 S.
15)
–
die
Gr
ünde
für die schwankenden und dann auch tiefer ausfallenden Ein
kommen zu suchen
sind
.
In den Akten finde
t sich ausserdem kein ärztliches
Attest,
das
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
vor
der akuten Bursitis
infrapatellaris
anfangs 2009
als einen die Arbeits
- respektive Leistungs
fähigkeit einschrän
kenden Faktor bestätigen würde
.
6.2
Nicht zu beanstanden ist daher, dass die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Lohnangaben des letzten Arbeitgebers
in der Höhe
von
Fr.
42‘000.--
im Jahr
2010
abstellte (vgl.
Urk.
2 sowie
Arbeit
ge
ber
be
richt
der
J._
[
Urk.
12/14
Ziff. 2.10-11
]). Angepasst an die Ent
wick
lung der Nomi
nallöhne für männliche Arbeitskrä
fte von 2‘150 Punkten im Jahr
2010 auf
2‘1
88
Punkte im Ja
hre 201
2
(Die Volkswirtschaft 10-2013, S. 91
, Tabelle B 10.3)
ergibt dies
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
42‘
743
.
--.
6.3
Nicht zu
bemängeln
ist ausserdem
, dass die Beschwerdegegnerin für die Bestim
mung des Invalideneinkommens vom nicht nach Branchen differenzierten standar
disierten monatl
ichen Bruttolohn (inklusive 13.
Monatslohn, basierend auf
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Ar
beitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4) von
Fr.
4‘901.-- ausging (Tabelle TA1 der LSE 2010, S.
26). Aufgerechnet auf die
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von
41.7
Stunden pro Woche im
Jahr 201
2
(Di
e Volkswirtschaft 10-2013, S.
90
, Tabelle B 9.2) und angepasst an die
Entwicklung der Nominal
löhne der Männer ergibt dies im für den
Ein
kom
mens
vergleich
massgebenden Jahr 201
2
ein Bruttoeinkommen von
Fr.
6
2
‘
395.--
für ein Pensum von 100
%
und
Fr.
46‘
796.--
für ein solches von 75
%
.
6.4
6.4.1
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe
Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, be
schränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der
Invaliditätsbe
mess
ung
nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür be
steh
en, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren
Ein
kommens
niveau
begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu be
rücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss ent
weder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Herauf
set
zung
des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des
Invaliden
ein
kommens
durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes er
folgen (BGE 135 V 58 E.
3.1, 134 V 322 E.
4.1 mit Hinweisen). Eine Paralleli
sierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist.
D
eutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E.
4
ist
der tatsächlich erzielte Verdienst
, wenn er
mindestens 5
%
vom branchenüblichen
LSE-
Tabellenlohn ab
w
eicht (
vgl.
BGE 135 V 297
E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn er
ziel
en kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men
ist (BGE 135 V 58 E.
3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. Sep
tem
ber 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bun
des
gerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E.
7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E.
2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches
Invali
deneinkommen
erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftli
chen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnitt
liches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in ge
setz
widriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheit
lich
bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumut
bare)
In
valideneinkommen
nicht demjenigen Einkommen gegenüberzustellen, das ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirtschaft
lichen
Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden können, son
dern demjenigen, das
konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E.
3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die ver
sicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Validen
ein
kommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenübli
chen
LSE-Tabellenlohn liegt, so, vermögen dieselben Faktoren
praxisgemäss
nicht zu
sät
zlich
auch noch einen Leidensabzug zu begründen
(vgl. BGE 135 V 297 E.
6.2)
.
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese - bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen - ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung
pra
xisgemäss
nur die Ausgleichung einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten - Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (
vgl.
BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
6.4.2
Da der Beschwerdeführer aus invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen erzielte
(vgl. auch E. 6.1)
, ist das
Invalidenein
kommen
entsprechend zu kürzen. Zur Berechnung des Minderverdienstes recht
fertigt es sich vorliegend einen statistischen Tabellenlohn heranzuziehen, wobei auf den monatlichen Bruttolohn
für das sonstige Ausbaugewerbe
(inklu
sive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen
mit vorausgesetzten Berufs- und Fachkenntnissen
(Kategorie
3
) von Fr. 5‘
559
.--
abgestellt werde
n kann (Tabelle TA1 der LSE 2010, S.
26
). Aufgerechnet auf die durchschnittliche
betriebs
übliche
Arbeitszeit von 41.
6
Stunden pro Woche im J
ahr 201
0
(Die Volkswirt
schaft 10
-20
13, S.
90
Tabelle B
9.2)
ergibt
dies ein branchenübliches jährliches
Einkommen von Fr.
69
‘
376
.
30.
Im Vergleich zum tatsächlich erzielten Ein
kommen
von Fr.
42‘00
0.-- resultiert somit eine Differenz von Fr.
27
‘
376
.
30
was
39
.
46
%
des branchenüblichen Tabellenlohns entspricht. Eine Parall
elisie
rung hat
nur i
n
dem Ausmass zu erfolgen, in welchem die prozentuale Abwei
chung den
Er
heblichkeitsgrenzwert
von 5 % übersteigt;
vorliegend somit im Umfang von
34
.
46
%. Dementsprechend resultiert ein Invalideneinkommen von Fr.
30‘
670
.--
(Fr.
46‘
796.--
x 0.
6
554
).
Zu Gunsten des Beschwerdeführers kann einzig ein
zusätzlicher
leidensbeding
ter
Abzug aufgrund des beschränkten Tätigkeitsspektrums angenommen werden
(v
gl. E.
6.4.1 vorstehend). D
er
Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich ar
beitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist
(
Urk.
12/63 S.
8)
, rechtfertigt an sich keinen Abzug vom
Tabel
lenlohn
(Urteil 9C_481/2011 vom 30. September 2011 E.
3.1.2).
Damit hat es mit einem Wert von 10
%
sein Bewenden.
6.5
Bei einem solchermassen festgelegten Inva
lideneinkommen von
Fr.
27‘
603
.
--
re
sultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
42‘
743
.
--
eine
Erwerbs
ein
busse
von
Fr.
1
5
‘
140
.
--
,
was einem gerundeten Invaliditätsgrad von 3
5
%
ent
spricht (zur Rundung: BGE 130 V E. 3.2).
7.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu bean
standen. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
8.
8.1
Gestützt auf Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Be
schwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzule
gen und vorliegend auf
Fr.
8
00.--
anzu
setzen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.2
Der mit Gerichtsverfügung vom 30. Oktober 2012 bestellte u
nentgeltliche Rechts
beistand des
Beschwerdeführer
s
, Rechtsanwalt
Dr.
André
Largier
, macht mit seine
r Honorarnote
vom
28
.
Oktober
2013 (Urk. 1
4
) einen Aufwand von
neun Stunden und 3
0 M
inuten sowie Auslagen von Fr. 75
.-- geltend, wofür ihm eine Ent
schädigung in der Höhe von Fr. 2
‘
133.--
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.