Decision ID: 059b36bd-a3dc-4f78-b6f6-9406448cccb5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
war als Mitarbeiter Hausdienst im
Y._
tätig und bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 20. Januar 2014 einen
schweren
Korpus
die Treppe hinunter
trug
, ausrutschte
und sich dabei ein
e
Distorsion der Lendenwirbelsäule zuzog (Urk. 12/Z1 und Urk. 12 ZM1). Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
In der Folge holte sie eine Stellungnahme i
hres Vertrauensarztes Dr. med.
Z._
, Orthopädisc
he Chirurgie FMH, ein (Urk. 12/
ZM
28
) und stellte gestützt darauf die Leistungen für Heilbehandlungen und Taggelder mit
Verfügung vom
26. Januar 2015
per
31. Juli 2014 ein
(Urk.
12/Z51
).
Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 19. Februar 2015 (Urk. 12/Z54) wies sie mit Entscheid vom 22. Mai 2015 ab (Urk. 12/Z62 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
25. Juni 2015
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Leistungen
seien ihm
rückwirkend ab 1. August 2014
wieder
zu gewähren. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
und
um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege
(Urk. 1).
Mit
Beschwerde
antwort
vom
10. September 2015
beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
11). Mit Verfügung vom 20. Oktober 2015
wurde
die Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer zugestellt. Mit derselben Verfügung wurde das
Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen
und d
as Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung gutgeheissen (Urk. 13).
Mit Eingabe vom 6. November 2015 reichte der Beschwerdeführer aktuelle Berichte ein (Urk. 15 und Urk. 16/1-4), welche der Beschwerdegegnerin am 13. November 2015 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es
sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1,
Art.
61
lit
. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
, Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2008 vom 11. Nov
em
ber 2008 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
d
as
Unfallgesche
hen
und die direkt danach geltend gemachten Beschwerden liessen den Schluss nicht zu, dass die vorliegende
Diskushernienproblematik
auf das Ereignis vom 20. Januar 2014 zurückzuführen sei. Weder liege ein derart schweres
Unfaller
eignis
vor, welches eine gesunde Bandscheibe zu schädigen vermocht hätte, noch habe der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall ein vertebrales oder
radikuläres
Syndrom beklagt.
In Bezug auf die diagnostizierte Lumbago habe
Dr.
Z._
ausgeführt, dass kein direktes Wirbelsäulentrauma stattgefun
den habe. Am 20. Januar 2014 sei es lediglich zu einer kurzfristigen Überlas
tung bzw. Verdrehung der Wirbelsäule beim Transport eines schweren Korpus gekommen. Unter Berücksichtigung des
bagatellären
Ereignisses, welches die Rückenschmerzen ausgelöst habe, könne die Unfallkausalität der LWS-Proble
matik während maximal sechs Monaten anerkannt werden. Die darüber hinaus bestehenden Beschwerden seien mangels Nachweis frischer struktureller Verän
derungen im schmerzhaften unteren Wirbelsäulenabschnitt dem
krankheitsbe
dingten
Vorzustand und seinen Folgen zuzuordnen. Bezüglich der Lumbago sei der
status
quo sine
somit
sechs Monate nach dem Unfall erreicht gewesen (Urk. 2 S. 3 f.)
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die medi
zinische Beurteilung des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin
sei
gerade einmal zwei Seiten lang und damit sehr kurz. Sämtlic
he vorherigen Befunde und Diagn
o
s
en würden stichwortartig zusammengefasst. Der Vertrau
ensarzt versteife sich einzig auf die Kausalitätsbeurteilung. Weiter werde von prädisponierenden Faktoren gesprochen. Ohne nähere
Begründung werde
von einem
baga
tellären
Ereignis ausgegangen. Schliesslich werde der nicht begrün
dete und nicht nachvollzieh
bare Schluss gezogen, dass der S
tatus quo sine per 20. Juli 2014 erreicht worden sei. Die medizinische Beurteilung des Vertrauens
arztes genüge den in der Praxis entwickelten Anforderungen nicht. Die Beschwerdegegnerin setze sich mit den
Vorakten
, insbesondere mit den Berich
ten von PD
Dr.
A._
nicht richtig auseinander
(Urk. 1 S. 6 f.).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen dem Unfallereignis vom 20. Januar 2014 und den vom Beschwerdeführer geklagten Rückenbeschwerden ein Kausalzu
sammenhang besteht.
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, stellte
a
nlässlich der Erstkonsultation
vom
23
.
Januar
2014 die Diagnose einer Distors
ion der Lendenwirbelsäule
(Urk. 12/ZM1).
3.3
Am 24. Februar 2014 wurde eine radiologisch
e Untersuchung im
C._
durchgeführt.
Die
Schräg
aufnahme
n der LWS,
Funktionsaufnah
men
in Inklination und
Reklination
,
ergab
en
eine
Osteochondrose
und
Spondy
lolisthesis
in Höhe LWK 3/4 und entsprechende L3-Wirbelbogenspondylolysen. Die
Antelisthesis
von LWK 3 gegenüber LWK 4 betrage in
Reklination
etwa 6 mm und max. 9 mm bei Inklination, Grad 1 nach
Meyerding
. Ansonsten bestehe ein unauffälliger Knochen- und Gelenkbefund, kein Frak
t
urnachweis und keine sonstigen
ossären
Läsionen (Urk. 12/ZM3).
Die Aufnahmen der LWS in zwei Ebenen zeigten keinen Frakturnachweis, geringe
Osteochondrose
in Höhe LWK 3/4 mit begleitender segmentaler
Gefügestörung
,
Retrolisthesis
von LWK 4 gegenüber LWK 3 um 6 mm, insbesondere dorsal Höhenabnahme des Zwischenwirbelraumes hinweisend auf eine
Di
scopathie-Discushernie
und anso
n
s
ten einen unauffälligen Knochen- und Gelenkbefund (Urk. 12/ZM4).
3.4
Am 19. März 2014 wurde eine MR-Untersuchung der Lendenwirbelsäule in der
D._
durchgeführt. Diese ergab eine isthmische
Lyse
L3 beidseits mit
Anterolisthese
Grad I und leichter
Forameneinengung
beidseits sowie eine paramedian linksseitige flache
Discushernie
L5/S1 mit Kontakt zur Wurzel S1 links. Es waren keine Frakturen oder
bone
bruise
sichtbar (Urk. 12/ZM6)
.
3.5
Im Bericht der
D._
, Orthopädie,
vom 15.
Juli 2014 wurde die Diagnose einer isthmischen
Lyse
L3 und Segmentinstabilität L3/4 mit
Dis
kusdegeneration
bei Status nach Treppensturz a
m 20. Januar 20
14 genannt. Es wurde ausgeführt
,
die isthmische
Spondylolisthese
L3/4 sei anamnestisch wie auch von der untypischen Lokalität ursächlich
durch den Sturz im Januar
zu erklären oder
mindestens sei der Sturz
exazerbierend
gewesen, da der Beschwerdeführer vorher keine Lumbalgien erfahren habe (Urk. 12/ZM24).
Am 16. Juli 2014
wurde
eine CT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule mit Infiltra
tion
der
Lysezone
durchgeführt
(Urk. 12/ZM22).
Am 12. August 2014 erfolgte eine Verlaufskontrolle
,
welche ergab, dass die Infiltration nur einige Tage eine Beschwerdelinderung erbracht habe
.
Es wurde die Indikation für eine operative Stabilisierung des Segmentes L3/4 gestellt (Urk. 12/ZM26).
3.6
Am 26. August 2014 wurde eine weitere MR-Untersuchung der
Lendenwirbel
säule
an der
D._
durchgeführt. Diese ergab eine
Antero
listhese
LWK3/LWK4 bei bekannter bilateraler isthmischer
Spondylolyse
mit zusätzlicher
Discushernie
auf diesen Segmenten und bilateraler
foraminaler
Stenose sowie keine
Progredienz oder
Regredienz
der
Anterolis
t
hese
in den Funktionsaufnahmen (Urk. 12/ZM30).
3.7
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, führte in seiner
Beurteilung
vom 29. August 2014 aus,
das Segment L3/L4 weise
fortgeschrittene Degenerationen
auf. Auf Höhe L5/S1 sei eine
degenerativ veränderte Bandscheibe
erkennbar. Diese stellten zus
ammen mit der isthmischen
Lyse
H
öhe L3/S4 prädisponierende Faktoren
für Rückenschmerzen im
Ohnehinv
erlauf
dar. Ein direktes Wirbelsäulentrauma habe nicht stattgefunden. Am 20. Januar 2014 sei es lediglich zu einer kurzfristigen Überlastung bzw. Verdrehung der Wirbelsäule beim Transport eines schweren Korpus gekommen. Unter Berücksichtigung des
bagatellären
Ereignisses, wel
ches die Rückenschmerzen ausgelöst habe, könne die Unfallkausalität der LWS-Problematik während maximal sechs Monaten anerkannt werden. Alle darüber hinaus bestehenden Beschwerden seien mangels Nachweises frischer strukturel
ler Veränderungen im schmerzhaften unteren Wirbelsäulenabschnitt dem krankheitsbedingten Vorzustand und seinen Folgen zuzuordnen
(Urk.12/ZM28).
3.8
Im Bericht
der
D._
, Orthopädie,
vom 22. Oktober 2014 wurde
von PD Dr. med.
A._
, stellvertretender Teamleiter
Wirbelsäu
lenchirurgie
,
festgehalten,
die isthmische
Lyse
L3 und die dadurch entstandene Segmentinstabilität L3/4 mit entsprechender Diskusdegeneration sei an einer atypischen Lokalisation und könne theoretisch durch ein Trauma verursacht worden sein.
Es sei schwierig
,
abschliessend auszuschliessen, dass ein trauma
tisches Ereignis zur
Spondylolyse
im benannten Segment geführt habe, da die
ses Level an sich untypisch sei für eine angeborene
Spondylolyse
und entspre
chende
Listhese
.
Ob nun das Trauma vom 20. Januar 2014 ursächlich oder die Symptomatik auslösend gewesen sei, könne nicht klar beantwortet werden.
Der Beschwerdeführer habe zuvor jedenfalls keine Rückenprobleme gehabt
(Urk. 12/ZM32).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung im Wesentli
chen auf die versicherungsinterne Ste
llungnahme von
Dr.
Z._
vom
29. August 201
4.
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersu
chungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1
mit Hin
weisen), was vorliegend
der Fall ist. Den Berichten und Gutachten
versiche
rungsinterner
Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzie
hbar begründet sowie in sich wi
derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. oben E.
1.3 und E. 1.4
). Der Bericht von
Dr.
Z._
erfüllt
die
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.2
Dr.
Z._
weist darauf hin, dass das Segment L3/L4
fortgeschrittene Degenerati
onen
aufweise. Auf Höhe L5/S1 sei eine
degenerativ veränderte Bandscheibe
erkennbar. Diese stellten zus
ammen mit der isthmischen
Lyse
H
öhe L3/S4 prädisponierende Faktoren für Rückenschmerzen dar.
Er kommt nach
vollziehbar zum Schluss, dass die
Unfallkausalität der LWS-Problematik wäh
rend maximal sechs Monaten anerkannt werden
könne
. Alle darüber hinaus bestehenden Beschwerden seien mangels Nachweises frischer struktureller Ver
änderungen im schmerzhaften unteren Wirbelsäulenabschnitt dem
krankheits
bedingten
Vorzustand und seinen Folgen zuzuordnen
(Urk.
12/
ZM28
).
Die Ausführungen im Bericht der
D._
vom
22. Oktober 2014
, wonach
die isthmische
Lyse
L3 und die dadurch entstandene
Segmentinstabili
tät
L3/4 mit entsprechender Diskusdegeneration an einer atypischen Lokalisa
tion
sei
und theoretisch durch ein Trauma verursacht worden sein
könne (Urk. 12/
ZM24 und Urk. 12/
ZM32
)
vermögen die Beurteilung von
Dr.
Z._
nicht in Zweifel zu ziehen.
So wird denn auch im Bericht der
D._
festgehalten, dass nicht klar beantwortet werden könne, o
b nun das Trauma vom 20. Januar 2014 oder die Sy
mptomatik
ursächlich
gewesen sei (Urk. 12/ZM32). Die Argumentation
, dass
der Beschwerdeführer zuvor jedenfalls keine Rückenprobleme gehabt
habe (Urk. 12/ZM32), entspricht letztlich der unz
ulässigen Beweisregel "
post
hoc
ergo
propter
hoc", welche
zum Beweis
eines natürlichen Kausalzusammenhanges
nic
ht
genügt
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
.
Somit ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 20. Januar 2014 und den
über Juli 2014 hinaus anhaltenden
Rückenbeschwerden des Beschwerde
führers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
4.3
Im Übrigen ist festzuhalten, dass selbst unter der Annahme, der Vorzustand sei durch das Unfallereignis symptomatisch geworden, mithin der Unfall sei als beschwerdeauslösend zu betrachten
(vgl. Urk. 12/ZM24)
, keine Unfallkausalität der ausgelösten Beschwerden ohne zeitliche Beschränkung bejaht werden könnte. Vielmehr genügt es für die Beendigung der Leistungspflicht des
Unfall
versicherers
, dass der Status quo ante
vel
sine mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eingetreten ist. Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss dabei nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden.
Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des
Gesund
heitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E. 2.2, 8C_901/2009 vom 14. Juni 2010 E. 3.2 und 8C_847/2008 vom 29. Januar 2009 E. 2, je mit Hinweisen), was vorliegend gestützt auf die medizi
nische Aktenlage spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der Fall war, zumal
es
beim Unfall lediglich zu einer kurzfristigen Überlastung bzw. Verdre
hung der Wirbelsäule gekommen ist und kein direktes Wirbelsäulentrauma stattgefunden hat.
Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt, wes
halb es sich erübrigt,
ergänzende
Abklärungen
vorzunehmen.
4.4
Der
nach Abschluss des Schriftenwechsels
eingegangene Bericht der
D._
vom 4. Juni 2015 (Urk. 16/4) datiert nach Erlass des angefochtenen Entscheides (22. Mai 2015, Urk. 2). Ausserdem
befasst
er
sich mit dem
postoperativen Verlauf
nach der am 11. September 2014 durchgeführ
ten Deko
mpression mit
Spondylodese
L3/4
und lässt keine Rückschlüsse auf die Unfallkausalität zu.
4.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Karakök
, macht mit Honorarnote vom 27. Juni 2016 (Urk. 18) einen
Gesamt
auf
wand
von 13.32 Stunden geltend (Urk. 18). Daraus resultiert eine Entschädi
gung
von insgesamt Fr.
3‘164.85
(inklusive
Mehrwertsteuer von 8 %). Der gel
tend gemachte Aufwand erscheint angesichts der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses als angemessen, weshalb Rechts
anwalt
Karakök
in diesem Umfang zu entschädigen ist.