Decision ID: ca3580c2-c817-46bd-afaf-62414d59d12c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983,
wurde
erstmals
durch ihre Eltern unter Hinweis auf mehrere Hüftoperationen bei kongenitaler Hüftluxation am 1
5.
April 1996 (Ein
gangs
datum) bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (medi
zinische Massnahmen) angemeldet (Urk. 7/1). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom
8.
Juli 1996 einen Anspruch auf medizini
sche Massnahmen (
Urk.
7/6). Am 1
9.
März 1999 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (insbesondere Berufs
beratung) an (
Urk.
7/8)
. Angesichts der intellektuellen Einschränkungen gewährte
ihr d
ie IV-Stelle
als berufliche Massnahme Kostengutsprache für eine Schnupp
er
lehre vom 1
5.
November bis 3.
De
zember 1999 (
Urk.
7/13) sowie eine erstmalige berufliche Ausbildung in Form einer Anlehre vom 1
4.
August 2000 bis 1
3.
August 2002 (
Urk.
7/14).
Im August 2002 beendete die Versicherte
die
BBT
-
Anlehre als Verkaufs
helferin im
Y._
(Urk. 7/20,
Urk.
7/124
) und war in der Folge als Reform
verkäuferin bei der
Z._
in einem 100%-Pensum an
gestellt (vgl. Urk. 7/24). Mit Verfügung vom
3.
März 2003 wurden die beruflichen Mass
nahmen erfolg
reich abgeschlossen (
Urk.
7/25).
1.2
Nachdem
die
Z._
das Arbeitsverhältnis per
Ende Mai 2014
aus gesundheit
li
chen Gründen aufgelöst hatte
(
Urk.
7/35/3-5
,
Urk.
7/57
)
,
meldete sich die Ver
sicherte am 27. Mai 20
1
4 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/29).
Ausgehend davon, dass die Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei,
wies
die IV-Stelle
bei einem Invaliditätsgrad von 22 %
eine Kos
ten
gutsprache für berufliche Mass
nahmen
ab
(vgl. Ver
fü
gung vom 2
2.
September 2004,
Urk.
7/38)
und verneinte
auch einen An
spruch auf eine In
va
lidenrente (Urk. 7/40).
Am 2
8.
April 2006 (Eingangsdatum) reichte die Versicherte ein erneutes Leis
tungs
begehren ein (
Urk.
7/45). Mit Verfügung vom 1
3.
Juni 2007 (
Urk.
7/66) ver
neinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 8.5 %
. Diesem Invaliditätsgrad legte sie die Annahme zugrunde, dass die Ve
rsicherte im Gesundheitsfall zu
50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre
.
1.3
Die Versicherte arbeitete von Oktober 2007 bis Ende Januar 2009 in einem
100
%-Pensum als Verkäuferin im
A._
.
Nachdem sie im
Februar 2009
zu 50
% arbeitsunfähig geschrieben
worden war,
reduzierte sie ihr Pensum auf 50
%
(
Urk.
7/82, Urk.
7/84
).
Am 3
0.
April 2009 (Eingangsdatum) meldete sie sich erneut bei der IV-Stelle unter Hinweis auf Hüftprobleme
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/78).
Die IV-Stelle nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor, holte die Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/83,
Urk.
7/85,
Urk.
7/88,
Urk.
7/93,
Urk.
7/94) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versich
er
ten (IK-Auszug; Urk. 7/81) ein und ersuchte die letzte Arbeitgeberin um Aus
künfte (Arbeit
ge
ber
fragebogen vo
m 8.
Juni
2009
; Urk.
7/82
).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine medizinische Begutachtung bei
Dr.
med.
B._
, Orthopädische Chirurgie FMH, über welche am 2
2.
März 2010 berichtet wurde (
Urk.
7/98). Mit Stellungnahme vom 1
2.
April 2010 präzisierte
Dr.
B._
die Angaben zur Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 7/100).
Dr.
med. C._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD), nahm am 2
3.
April 2010 abschliessend Stellung (vgl. Fest
stellungsblatt,
Urk.
7/102 S.
6). Gestützt darauf und ausgehend davon, dass der Versicherten unter Berück
sich
tigung des Belastungsprofils in einer leidensange
passten Tätigkeit ein 65%-Pensum zumutbar ist
,
verneinte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 30
%
mit Verfügung vom 2
3.
September 2010 einen An
spruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
7/106).
1.4
Am
2
0.
September 2019
(Eingangsdatum)
reichte
die
Versicherte
und
mittlerweile
Mutter zweier Söhne (2005 und 2017)
abermals ein
Leistungs
begehren ein
(Urk.
7/125
).
Von der IV-Stelle darauf hingewiesen, dass sie zur Glaubhaft
machung einer gesundheitlichen Veränderung entsprechende aktu
el
le Beweis
mittel beibringen müsse (Urk. 7/127), reichte die Versicherte aktuelle Arzt
berichte der
D._
(
Urk.
7/128) ein.
Die IV-Stelle
holte einen Aus
zug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk. 7/129) sowie eine aktenbasierte Einschätzung beim
RAD
ein. Dr. med.
E._
, Praktische Ärztin,
nahm am 2
9.
Oktober 2019 Stellung (vgl.
Fest
stellungs
blatt; Urk.
7/1
3
1 S.
3
).
M
it Vorbescheid vom 19.
No
vem
ber 2019
stellte die IV-Stelle
die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht
mit der Begründung, der Gesund
heitszustand habe sich seit der letzten IV-Verfügung nicht verändert
(Urk. 7/132). Die Versicher
te liess den Arztbericht vom 2.
De
zember 2019 der
D._
(
Urk.
7/133) zu den Akten rei
chen
und e
rhob am 1
2.
Dezember 2019 (Urk.
7/135) sowie
ergänzend am 3.
Fe
bru
ar 2020 (
Urk.
7/138) Einwand. RAD-Ärztin
Dr.
E._
nahm am 1
1.
Februar 2020 dazu
Stellung (vgl. Feststellungsblatt; Urk. 7/
140)
. Mit Verfügung vom
2
6.
Fe
bruar 2020
verneinte die IV-Stelle wie vor
beschieden einen Rentenanspruch (
Urk.
7/141 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 3
1.
März 2020 (Urk. 1) Be
schwer
de und beantragte, die angefoch
tene Verfügung vom 2
6.
Februar 2020 sei aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuwiesen. Diese sei insbesondere anzuweisen
,
ein orthopädisches Gut
ach
ten einzuholen und hiernach über den Leistungsanspruch neu zu befinden.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Mai 2020
(Urk. 6
) auf Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin mit
Ver
fü
gung vom 1
9.
Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisi
onsverfahren bleiben allfällige
vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die
leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtspre
chung zur Wiedererwägung oder prozessualen
Revision (vgl. BGE 127 V 466 E.
2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entg
egenhalten lassen (BGE
130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Februar 2020 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht keine Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes zu erkennen sei.
In Bezug auf die langjährige
Arthrose seien die ärztlich em
p
foh
le
nen Therapieoptionen noch nicht ausgeschöpft. Es sei mit einem posi
ti
ven Ver
lauf zu rechnen, im Rahmen dessen eine Arbeitsfähigkeit von 65
%
wieder er
reicht werden könne. Es bestehe weiterhin ein Invaliditätsgrad von 30 %.
2.2
Demgegenüber machte
die
Beschwerdeführer
in
in
ihrer
Beschwerde vom
3
1.
März
2020 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
aus den medizinischen Akten gehe her
vor, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin klar
zugenommen hätten
. Es sei zu einer deutlichen Progredienz der gesundheitlichen Situation ge
kom
men. Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 35
%
und der erstellten klaren Verschlechterung der Gesundheitsleiden hätte die Beschwerdegegnerin den rechts
er
heblichen Sac
hverhalt weiter abklären müssen und die Auswirkungen der Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
de
führerin erneut untersuchen und abk
lären müssen. Indem sich die Be
schwer
degegnerin damit begnügt habe, auf das letzte Feststellungsblatt bzw. das letzte ärztliche Gutachten vom 2
2.
März 2010 abzustellen, habe sie den Sach
verhalt nicht rechtsgenügend abgeklärt und den Untersuchungsgrundsatz ver
letzt.
2.3
Obwohl die Beschwerdegegnerin keinerlei medizinische Abklärungen anhand nahm und dem Feststellungsblatt zu entnehmen ist, dass die Aktenvorlage an den RAD letztlich der Beurteilung diente, ob im Hinblick auf die
Eintretensfrage
eine Veränderung der gesundheitlichen Situation ausgewiesen sei (
Urk.
7/131/2), trat die Beschwerdegegnerin dem Wortlaut der Verfügung nach (wie schon im Vor
bescheid) auf das neue Leistungsgesuch vom 2
0.
September 2019 ein. So lautet der Eingangssatz: Wir haben den Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft. Darauf ist sie - auch angesichts der verstrichenen Zeit seit der letztmaligen Ren
tenprüfung - zu behaften.
Streitig und zu prüfen ist demnach, ob seit der mit Verfügung vom
23. September 2010
(
Urk. 7/106
) erfolgten Renten
abweisung
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
Februar 2020
(
Urk.
2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Ver
änderung der tatsächlichen Ver
hältnisse eingetreten ist.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die Rentenverfügung vom 2
3.
September 2010 (Urk. 7/106), welcher in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen das orthopädische Gutachten von Dr.
B._
zugrunde lag.
3.2
Die Beschwerdeführerin wurde am 1
7.
März 2010 von
Dr.
B._
untersucht. Dieser konstatierte in seinem Gutachten vom 2
2.
März 2010 (
Urk.
7/98), die Beschwerdeführerin
leide
an einer kongenitalen Hüftgelenksluxation auf der rechten Seite
und sei im ersten Lebensjahr in Ex-Jugoslawien operiert worden. Anschliessen
d
hätten diverse korrigierende Eingriffe in der
D._
stattgefunden. Aber das Auftreten einer zunehmen
den Coxarthrose rechts habe trotz aller Eingriffe nicht verhindert werden können. Die Beschwer
de
führerin leide ausserdem an einer sekundären Skoliose und einer Beinverkür
zung rechts von 3 cm.
B
ei der Befragung habe die Beschwerdeführerin belas
tungs
abhängige Schmerzen im Bereich des rechten Hüftgelenks angegeben. Ihre Geh- und Stehleistung sei eingeschränkt. Ausserdem nehme sie regelmässig Anal
getika ein.
Dr.
B._
stellte im Rahmen der Exploration ein massives Verkür
zungs
hinken rechts, eine praktisch
eingesteifte
rechte Hüfte mit massiver Dysäs
thesie über beiden Narben sowie eine sekundäre Skoliose fest.
Dr.
B._
führte abschliessend
folgende Diagnosen
auf
(
Urk.
7/98 S. 6):
-
Status nach kongenitaler Hüftgelenksluxation rechts
-
Status nach Hüftoperation in Ex-Jugoslawien (in den ersten Lebensjahren)
-
Status nach diversen korri
gierenden Hüfteingriffen in der
D._
(1991, 1996, 2002)
-
schwerste sekundäre Coxarthrose rechts
-
konsekutive S-förmige Skoliose
-
Beinverkürzung rechts von 3 cm
Er (
Dr.
B._
) befürworte die
Arthroplastik
des rechten Hüftgelenks, trotz des jugendlichen Alters der Be
schwer
de
führerin. Mit einem solchen Eingriff könne die Arbeitsfähigkeit signi
fi
kant erhöht werden. Postoperativ (nach etwa sechs Monaten) könne in einer an
ge
passten Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belas
tungs
profils mit einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Das Belas
tungs
profil formulierte
Dr.
B._
wie folgend: leichte Tätigkeit, vornehmlich aus
geübt in Wechsel
be
lastung oder vorwiegend sitzend, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten
(
Urk.
7/98 S. 7)
.
Momentan sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisher ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin
zu
50
%
arbeitsfähig. In einer ange
passten Tätigkeit und unter Berücksichtigung des Belastungsprofils betrage die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich 60 bis 65
%
(
Urk.
7/98 S. 8).
In seiner ergän
zenden Stellungnahme vom 1
2.
April 2010 (
Urk.
7/100) präzisierte Dr.
B._
, dass die Arbeitsunfähigkeit in einer leichten Tätigkeit 35
%
betrage.
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung
der Beschwerdeführerin vom 20. Sep
tember 2019
liegen einzig
die von ihr eingereichten
Arzt
berichte
der
D._
(
Urk.
7/128,
Urk.
7/133
)
sowie die Stellungnahme von RAD-Ärztin
Dr.
E._
(
Urk.
7/131,
Urk.
7/140)
vor
.
4.2
Aufgrund einer
Schmerzexazerbation
im Bereich der rechten Hüfte wurde die Beschwerdeführerin am 2
9.
Dezember 2017 in der
D._
vor
stellig.
Der untersuchende Arzt hielt in seinem Arztbericht (
Urk.
7/128/3) fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine sekundäre Coxarthrose bei Status nach multiplen Voroperationen. Die angebotene Hüftgelenksinfiltration sei von der Beschwer
de
führerin bei schlech
ten Erfahrungen nach einem
Arthro
-MRI ab
ge
lehnt worden. Es wer
de deshalb eine Magnetresonanztomographie (MRI) der Hüfte veranlasst.
Diese
- so im nachfolgenden Bericht vom 1
7.
Januar 2018 -
zeige eine fortgeschrittene Atrophie und fettige Degene
ra
tion des
Musculus
gluteus
minimus
,
medius
und
maximus
sowie des
Musculus
sartorius
und
tensor
fasciae
latae
. Die
Abduktorensehnen
und die
Piriformissehne
würden in einer grossen Narbenplatte am Trochanter
major
enden. Bildgebend sei ausserdem eine
deutliche Coxarthrose mit verschmälertem Gelenkspalt im Vergleich zu den Vor
bildern und ein praktisch komplett aufgehobener Off-Set bei Innendrehung sowie sehr schmale
m
femoralen
Kanal ersichtlich. Der unter
suchende Arzt der
D._
hielt im Arztbericht vom 1
7.
Januar 2018 (Urk.
7/128/5) fest,
es gebe die Möglichkeiten einer
Arthrodese
oder einer Pro
these. B
ei stark verfetteter und ver
krümmter
Hüftabduktoren
m
uskulatur
und den Voreingriffen
müsse nach einer Hüft-TP-Operation damit gerechnet werden, dass ein Hinken bestehen bleibe. Auch eine Instabilitäts
problematik sei möglich.
Des
wegen werde die Hüft-TP direkt über einen
postero
later
alen
Zugang mit Double-Mobility-
Cup empfohlen.
Eine
Hüftarthro
dese
sei zwar die sichere Variante, letztendlich funktionell aber eindeutig viel schlechter.
4.3
Aufgrund starker Knieschmerzen rechts sowie zunehmender Hüftschmerzen bei persistierender Beinlängendifferenz im Rahmen der sekundären Coxarthrose wurde die Beschwerdeführerin im Mai 2019 erneut in der
D._
vorstellig.
Dr.
F._
, leitender Arzt Orthopädie, hielt in seinem Arztbericht vom 2
8.
Mai 2019 (
Urk.
7/128/7) fest, es sei ein deutliches Verkürzungs- und
Duchennehinken
ersichtlich. Zur Kompensation des Becken
schiefstandes flektiere die Beschwerdeführerin das linke Kniegelenk. Mit 3.5 cm Beinlängenausgleich unter dem rechten Fuss fühle sie sich subjektiv wohl und könne das linke Kniegelenk durchstrecken. Dadurch komme es aber zu einem deutlichen Beckenschiefstand rechts.
Dr.
F._
verwies erneut
auf die möglichen operativen Therapien einer Hüft-TP mit Double-Mobility-Cup sowie einer
Hüftarthrodese
. Letztere komme für die Beschwerdeführerin
jedoch
nicht in Frage und auch gegenüber einer Hüft-TP sei sie sehr zurückhaltend eingestellt. Aufgrund der Rückenbeschwerden und der funktionel
len Beinlängendifferenz
e
mpfahl
Dr.
F._
der Beschwerde
führerin eine probatorische Schuh
zu
richtung
inital
an einem Therapieschuh mit Beinlängenausgleich plus 3 cm rechts.
Im Rahmen einer Verlaufskontrolle am 18. Sep
tember 2019 habe die Beschwerdeführerin angegeben, hierdurch keine relevante Änderung bemerkt zu haben. Neu seien auch Schmerzen in der linken Leiste sowie vermehrte be
las
tungsabhängige Schmerzen im rechten Knie hinzu
gekommen.
Dr.
F._
konstatierte, bezüglich rechtem Kniegelenk könne ausser einer diagnostisch-the
rapeutischen Infiltration ins rechte Kniegelenk mit Kortison nicht viel an
ge
boten werden. Zur Optimierung der Hilfsmittel, vor allem auch zur Beratung bezüglich eines
Arthrodesestuhls
,
werde die Beschwerdeführerin an den
tech
nischen
Ortho
päden verwiesen. Was die neu aufgetretenen Schmerzen in der linken Hüfte
betreffe
, sei bei Persistenz in 1 bis 2 Monaten eine diagnostisch-therapeutische Infiltration mit Kortison zu empfehlen.
Dr.
F._
fügte
abschliessend an, aufgrund der rechten Seite mit den Begleitbeschwerden in
w
e
i
te
ren Gelenken
sei
die Beschwerdeführerin sicher
lich in einem hohen Prozentsatz nicht arbeits
fähig (vgl. Arztbericht vom 25.
Sep
tember 2019,
Urk.
7/128/1).
4.4
RAD-Ärztin
Dr.
E._
führte in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Oktober 2019 aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht würden sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (65
%
bei genanntem Belastungsprofil) im Vergleich zur RAD-Stellungnahme vom 2
3.
April 2010 bei noch nicht ausgeschöpften Thera
pie
optionen keine wesentlichen Änderungen ergeben. Die Tätigkeit als Verkäu
ferin (mehr
heitlich stehend und gehend) sei
jedoch nicht geeignet (vgl. Feststel
lungs
blatt,
Urk.
7/131 S. 3).
4.5
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
äusserte
Dr.
F._
in seinem Arzt
be
richt vom
2.
Dezember 2019 (
Urk.
7/133), insgesamt zeige sich klinisch eine deut
liche Progredienz der Situation, sodass er nicht nachvollziehen könne, dass im Vergleich zu 2010 keine Änderung bestehen solle. Damals sei der Gelenkspalt an der rechten Hüfte zum Teil
noch
vorhanden gewesen, mittlerweile sei die Arthrose jedoch deutlich fortgeschritten. Eine Festlegung der Arbeitsfähigkeit oder die Erstellung eines arbeitsmedizinischen Profils sei im Rahmen einer Sprech
stunde nicht möglich. Diesbezüglich sei eine Begutachtung zu empfehlen.
4.6
Dr.
E._
präzisierte am 1
1.
Februar 2020, mit keiner wesentlichen Änderung sei ins
besondere die gleichbleibende zumutbare Arbeitsfähigkeit gemeint. Es seien noch Therapieoptionen (Infiltration, Hüft-TP) offen. Versicherungsmedizinisch-theoretisch gehe man beim Angehen dieser Therapieo
p
tionen immer von einem positiven Verlauf aus (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/140).
5.
5.1
Dr.
F._
verzeichnete hinsichtlich der
Hüft
gelenks
problematik
im Rah
men einer fortgeschrittenen Coxarthrose
immobilisierenden Charakters
eine Zustands
ve
rschlechterung im Vergleich zur
diagnostizierten
sekundären Cox
arthrose
im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
B._
. Fest steht indes auch, dass dies
bezüglich noch nicht alle Therapieoptionen ausgeschöpft sind
(vgl. E. 4.2 bis E.
4.3), wobei die vorliegenden Empfehlungen sich weder zur Zumut
barkeit noch zum voraussichtlich zu erwartenden Erfolg abschliessend äussern und ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG nicht durchgeführt wurde
(vgl. auch nachfolgend E. 5.3)
, weshalb die möglichen The
ra
pie
erfolge bei der Beurteilung der Leistungs
fähigkeit irrelevant sind.
Eine Ver
änderung der langjährigen Arthrose wird von der Beschwerdegegnerin explizit nicht bestritten
(vgl.
Urk.
2).
Strittig ist
viel
mehr
, ob die Veränderung des Ge
sund
heits
schadens invaliden
versicherungs
recht
lich relevant ist.
5.2
Die Beschwerdeführerin hat mit den neueren Berichten der Ärzte der
D._
eine gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft dargelegt
.
An
hand der Berichte
der
D._
lassen sich die Auswirkungen der
somatischen
Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit indessen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bestimmen.
Dr.
F._
äusserte, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Be
schwer
den auf der rechten Seite mit den Begleitbeschwerden in weiteren Ge
len
ken sicherlich in einem hohen Prozent
satz ni
cht arbeitsfähig sei (vgl. Urk.
7/128/1).
Weitere Ausführungen hierzu und e
ine
konkrete
Einschätzung
der Arbeitsfähig
keit
nahm er hingegen nicht vor. Vielmehr
meinte
er, dass eine Fest
legung der Arbeitsunfähigkeit oder die Er
stellung eines arbeitsmedizinischen Profils im Rah
men einer Sprechstunde nicht möglich seien. Dies hätte im Zuge einer Begut
achtung zu erfolgen
(
Urk.
7/133)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit bezog sich
RAD-Ärztin
Dr.
E._
in ihrer Stellung
nahme vom 2
9.
Oktober
2019 auf die frühere Einschätzung des RAD
vom 23. April 2010 (
Urk.
7/131), im Rah
men derer auf das orthopädische Gut
ach
ten vom 2
4.
März 2010 verwiesen und eine 65%ige Arbeits
fähigkeit in einer kör
per
lich leichten Tätigkeit unter Berück
sich
ti
gung des
angepassten
Be
las
tungs
profils festgehalten wurde (vgl. Urk. 7/102 S. 6). Praxis
gemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Unter
suchungen beruhenden Ex
pertise, welche auch die geklagten Beschwerden be
rück
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi
zi
nisch
en Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Be
weiswert zu (Urteil des Bundes
gerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Auf das Ergebnis versicherungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann nicht ab
gestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Ok
tober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Die Beurteilung durch RAD-Ärztin
Dr.
E._
, wonach
bei noch offenen Therapie
optionen von einer gleichbleibenden zumut
baren Arbeitsfähigkeit
von
65
% aus
zugehen sei (vorstehend E.
4.6
), beruht nicht auf einer persönlichen Unter
suchung der Beschwerdeführerin
und
genügt für eine abschliessende Beurteilung
der Arbeits
fähigkeit nicht, zumal der behandelnde Arzt explizit darauf hin
ge
wiesen hat, dass er keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
vornehmen könne
. Ferner fehlen
in den medizinischen Akten
konkrete
Ausführungen zu den
beschwerdebedingten
Beeinträchtigungen
, be
schränkte sich der behandelnde Arzt doch auf die Dar
le
gung der verschiedenen (operativen) Therapieoptionen.
Angesichts dessen, dass sich die RAD-Ärztin lediglich auf unzulängliche medizinische Akten abstützen konnte
,
und a
ufgrund der klinisch ausge
wiesenen Progredienz der Situation kann nicht ohne Weiteres auf eine unver
änderte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen
und eine
invaliden
ver
siche
rungs
rechtliche Relevanz verneint
wer
den.
Die Beschwerdegegnerin hat – obwohl sie auf die Neuanmeldung eingetreten ist – bei den involvierten Arztpersonen keine weiteren medizinischen Abklärun
gen veranlasst und es somit in Verletzung ihrer Unt
ersuchungspflicht (
Art.
43 Abs.
1 ATSG) unterlassen, den behandelnden Ärzten Fragen betreffend die Aus
wirkungen der erhobenen Befunde auf die Arbeitsfähigkeit zu unterbreiten.
Zur abschliessenden Klärung der Leistungs
fähigkeit sind daher vorgängig weitere medizinische Abklä
rungen
, allenfalls eine Begutachtung,
not
wendig.
Ferner ist je nach Ausgang der medizinischen Abklärungen nicht auszuschliessen, dass hin
sichtlich der Qualifikationsfrage eine Haushaltsabklärung notwendig wird.
5.3
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz gilt, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzu
kehren hat, um die Folgen ihrer In
va
lidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schaden
minde
rungs
pflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren ver
langt werden können, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Recht
sprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c).
Auch hierzu sind allenfalls medizinische Beurteilungen notwendig.
Soweit die Beschwerdegegnerin auf die
nicht ausreichend wahrgenommenen resp.
noch ausstehenden Therapieoptionen hinwies,
hat sie in Anwendung von Art. 21
Abs.
4 ATSG eine Verhaltensänderung anzustreben. Es ist Sache der IV-Stelle, der Versicherten eine entsprechende Schadenminderungspflicht aufzu
er
legen und innert angemessener Frist deren Auswirkung zu überprüfen.
5.
4
Bei dieser Sachlage ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand
in rele
vanter Weise
verschlech
tert haben könnte, aber eine schlüssige Beurteilung des Gesundheitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich ist und sich der medizinische Sachverhalt als ergänzungsbedürftig erweist. Die Sache ist daher unter Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung vom 2
6.
Februar 2020 (
Urk.
2)
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische Abklärungen tätige und gestützt auf letztere in Berücksichtigung des gesundheit
lichen Verlaufs erneut über die Sache entscheide.
Die Beschwerde ist
daher
gutzuheissen.
6.
6.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss sind sie der
Beschwerdegegne
rin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerde
führerin eine Prozess
ent
schä
digung zu, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim praxis
gemässen Stundenansatz von Fr.
185
.-- ist die Prozessentschädigung vor
liegend auf Fr.
1’
7
00
.-- (inkl. Barlauslagen und MWSt) festzusetzen und der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.