Decision ID: 8c8c26d0-2775-55cc-ad84-12deab0b8ad9
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am 25. April
2021 in die Schweiz und suchte um Asyl nach.
B.
Am 7. Mai 2021 wurde er zu seiner Person, seinen Lebensumständen und
dem Reiseweg befragt. Am 12. Mai 2021 fand das Dublin-Gespräch statt,
in welchem der Beschwerdeführer auch zu seinen medizinischen Beein-
trächtigungen angehört wurde. Am 21. Juni 2021 wurde er zu seinen
Fluchtgründen befragt.
Er machte dabei im Wesentlichen geltend, dass er sich einer oppositionel-
len Bewegung angeschlossen habe und deshalb verfolgt werde.
C.
Am 21. und am 23. Juni 2021 liess er diverse Beweismittel einreichen.
D.
Am 28. Juni 2021 stellte ihm das SEM einen Entwurf der Verfügung zur
Stellungnahme zu. Mit Schreiben seiner damaligen Rechtsvertreterin vom
29. Juni 2021 nahm der Beschwerdeführer Stellung.
E.
Am 1. Juli 2021 wurde das Asylverfahren des Beschwerdeführers nach
Art. 26d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ins er-
weiterte Verfahren verwiesen.
F.
Am 5. Juli 2021 legte die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.
Am selben Tag liess der Beschwerdeführer ein weiteres Beweismittel zu
den Akten reichen.
G.
Mit Verfügung vom 23. Juli 2021 (Eröffnung am 27. Juli 2021) verneinte
das SEM die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch des Beschwer-
deführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den
Vollzug an.
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H.
Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechts-
vertreterin vom 24. August 2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er
beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung
der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter seien
die Dispositivziffern vier und sechs aufzuheben, verbunden mit der Fest-
stellung der Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs und der Anordnung einer vorläufigen Aufnahme. Subeventualiter sei
die Sache zur erneuten Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Feststellung, dass er den Ausgang
des Verfahrens in der Schweiz abwarten kann, sowie um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG,
SR 172.021).
I.
Mit Zwischenverfügung vom 14. September 2021 stellte das Bundesver-
waltungsgericht fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfah-
rens in der Schweiz abwarten könne, während es das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ab-
lehnte und einen Kostenvorschuss erhob. Der Beschwerdeführer bezahlte
den Kostenvorschuss fristgerecht.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das
SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei
Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be-
schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht
[BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d
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Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgül-
tig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist somit einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Personen, die erst wegen ihrer Ausreise oder ihrem Verhalten danach
solchen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind respektive begründete
Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, sind nach Art. 54
AsylG zwar als Flüchtlinge vorläufig aufzunehmen, indes wegen soge-
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nannter subjektiver Nachfluchtgründe von der Asylgewährung auszu-
schliessen. Anspruch auf Asyl nach schweizerischem Recht hat demnach
nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von
Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusse-
ren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er keinen Ein-
fluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernsthaf-
ten Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nachfluchtgründe).
4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er chi-
nesischer Staatsbürger sei und aus B._ stamme, wo er mit Aus-
nahme eines Auslandaufenthalts zwischen (...) und (...) gelebt habe. In
besagtem Zeitraum habe er während drei Jahren in C._ studiert und
anschliessend in mehreren Ländern Asyl beantragt, bevor er (...) nach
China zurückgekehrt sei.
In B._ habe er die Fachhochschule besucht, sein Studium aber
nicht abgeschlossen, da ihm dies wegen seiner psychischen Problemen
verboten worden sei. In C._ habe er sein Studium ebenfalls nicht
abgeschlossen, da er während eines Konflikts mit Angehörigen eines Ver-
eins chinesischer Studierenden geschlagen worden sei.
Bereits als er im Jahre (...) nach China zurückgekehrt sei, sei er mit der
Kommunistischen Partei Chinas unzufrieden gewesen. Im Jahre 2016 sei
er von der Polizei festgenommen worden, weil er Polizisten auf offener
Strasse gefilmt habe. Unter Zwang habe er die Aufnahmen gelöscht und
eine schriftliche Stellungnahme abgeben müssen. Im Jahre 2019 sei es zu
einem ähnlichen Vorfall gekommen, als er abermals Polizisten gefilmt
habe.
Im Jahre 2017 habe er sich der Bewegung von Guo Wengui angeschlos-
sen, welche zum Ziel habe, die Kommunistische Partei zu stürzen. In der
Folge habe er regelmässig Videos dieser Bewegung angeschaut. Er habe
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sich anlässlich eines Treffens (...) Studenten gegen die Kommunistische
Partei ausgesprochen und sei dabei von einem chinesischen Mitarbeiter
der Vertretung abgehört worden. Ihm sei danach verboten worden, an wei-
teren Studententreffen teilzunehmen. Es sei auch innerhalb seiner Familie
zu Konflikten gekommen, da er sich negativ über die Partei geäussert
habe. Im Jahre 2020 habe Guo Wengui die Meinung geäussert, dass es
sich beim Corona-Virus um eine biologische Waffe handle, die von China
entwickelt worden sei. Dies habe sich schlimm angehört und er (der Be-
schwerdeführer) habe China schnellstmöglich verlassen, um der Pande-
mie zu entkommen. Im Ausland habe er versucht, die Bewegung von Guo
Wengui finanziell zu unterstützen, aber seine Geldüberweisungen seien
nicht durchgeführt worden. Er habe bei der (...) einen Antrag gestellt, die
Bewegung mit einer Spende unterstützen zu dürfen. Die Transaktion sei
bisher aber noch nicht erfolgt. Er habe in den sozialen Medien Videos ge-
teilt, welche die angeblich chinesische Herkunft des Corona-Virus themati-
siert hätten, habe an Chats teilgenommen und Posts veröffentlicht, ohne
dass es zu Problemen gekommen wäre.
Bei einer Rückkehr nach China wäre er gefährdet, da er einer Bewegung
angehöre respektive eine Bewegung unterstützt habe, welche auf der
schwarzen Liste stehe.
Der Beschwerdeführer reichte im erstinstanzlichen Verfahren nebst Identi-
tätspapieren einen Antrag auf eine Investition respektive einen Kreditver-
trag, einen Transaktionsbeleg, einen Screenshot zu Kreditkartenbewegun-
gen, eine Beschwerde bei der (...), eine Mail betreffend einen Zahlungsbe-
leg der GTV Media Group, Posts auf GTV, einen Printscreen der Webseite
discord.com, einen Auszug aus einem Mailverkehr zwischen Alumni, einen
USB-Stick mit Auszügen aus seinem Haushaltsregister, drei Videos, die
eine Diskussion einer älteren Frau mit einer nicht sichtbaren Person zeigen
würden, 52 Fotos von Verletzungen und eine Aufnahme einer Bestätigung
der Kommunistischen Partei, einen Flyer der Bewegung für ein neues
China, Links zu Videos von Guo Wengui und einen Link auf ein Video, wel-
ches den Beschwerdeführer bei seiner exilpolitischen Tätigkeit zeige, ein.
5.2 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass die Vorkommnisse
im Zusammenhang mit dem Treffen der Studentenvereinigung in
C._ mangels Intensität keine flüchtlingsrechtliche Relevanz hätten.
Die von der chinesischen Polizei ergriffenen Massnahmen mit Bezug auf
die Filmaufnahmen seien ebenfalls nicht asylrelevant, da es an einem ent-
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sprechenden Verfolgungsmotiv fehle. Betreffend die familiären Schwierig-
keiten hätte sich der Beschwerdeführer an die chinesischen Behörden
wenden können, die grundsätzlich schutzwillig und schutzfähig seien. Aus
den drei eingereichten Videoaufnahmen, die angeblich seine Mutter zei-
gen, welche ihn mit einer Schere angreife, lasse sich ebenfalls keine Be-
drohung ableiten. So sei darauf lediglich zu erkennen, wie eine nicht sicht-
bare Person sich in einem Streitgespräch mit einer älteren Frau befinde.
Letztere zeige keinerlei aggressives Verhalten, im Gegenteil werde sie
selbst von der nicht erkennbaren Person verbal angegriffen. Einzig aus der
Bestätigung der Parteizugehörigkeit der Eltern lasse sich nicht auf eine
Verfolgungsgefahr schliessen.
Auf seinem unter einem Pseudonym geführten Konto auf der Internetplatt-
form GTV und im Chat auf der Webseite www.discord.com seien keine aus-
sagekräftigen Videos oder Kommentare ersichtlich, aus welchen sich eine
Gefährdung ableiten lasse. Insbesondere sei keine Kritik an der Kommu-
nistischen Partei erkennbar. Zudem sei nicht davon auszugehen, dass die
chinesischen Behörden davon Kenntnis genommen oder diese mit seiner
Person in Verbindung gebracht hätten. Beim eingereichten Kreditvertrag
handle es sich um ein handschriftlich ausgefülltes Dokument, welches
keine Teilnahme an der Bewegung von Guo Wengui belege. Auch die Do-
kumente zur erfolglosen Geldtransaktion würden nicht auf eine Gefähr-
dung hindeuten. Ein Grund für die Rückweisung der Spendengelder sei
aus den Dokumenten nicht ersichtlich. Da der Beschwerdeführer in der An-
hörung angegeben habe, Kreditkartenschulden angehäuft zu haben, liege
darin wohl der Grund für die Nichtdurchführung der Transaktion. Das ein-
gereichte Video, welches ihn beim Verteilen eines Flyers zeige, sei ferner
wenig aussagekräftig. So sei darauf zu sehen, wie der Beschwerdeführer
zuerst in einem Gebäude und dann im Freien herumgehe und schliesslich
erfolglos versuche, einer Person ein Flyer zu geben. Er trage dabei eine
Maske und sei nicht erkennbar und aus dem Flyer, den er angeblich habe
verteilen wollen, könnten keine Rückschlüsse auf seine Person gezogen
werden.
5.3 Gegen diese Erwägungen wurde in der Beschwerde eingewendet,
dass sich aus den vom Beschwerdeführer auf GTV veröffentlichten Videos,
insbesondere demjenigen, welches einen Wortwechsel zwischen Anhä-
ngern der Union für ein neues China und unbekannten Personen zu den
Ursprüngen des Coronavirus zeige, eine Verbindung zu einer oppositionel-
len Bewegung ergebe. Es sei anzunehmen, dass GTV vom chinesischen
Staat überwacht werde. Ferner sei der Beschwerdeführer auf Twitter von
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einem Mitglied der chinesischen Cyberpolizei kontaktiert worden. Er sei so-
mit identifiziert worden. Ferner habe der Beschwerdeführer auf Twitter das
chinesische Regime mit den Taliban verglichen und auf der Plattform Gettr
habe Guo Wengui in einem Post verkündet, dass ein Mitglied seiner Orga-
nisation verhaftet worden sei. Der Beschwerdeführer verfüge somit über
ein Profil, welches von China als Bedrohung nationaler Interessen aufge-
fasst werde.
Als Beweismittel lagen der Beschwerde ein Ausdruck eines Austausches
mit dem angeblichen Cyberpolizisten auf Twitter, ein Ausdruck eines
Tweets des Beschwerdeführers, ein Auszug aus Gettr, ein Ausdruck eines
auf Gettr publizierten Flyers und eine E-Mail an die D._ Polizei bei.
6.
6.1 Die Feststellung des SEM, wonach keine asylrelevante Vorverfolgung
vorliegt, ist als zutreffend zu bezeichnen. So entfalten die im Zusammen-
hang mit den Filmaufnahmen chinesischer Polizisten ergriffenen Zwangs-
massnahmen mangels entsprechendem Motiv keine Asylrelevanz. Im Üb-
rigen kann hinsichtlich der Vorfluchtgründe auf die Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden, gegen die in der Beschwerde keine substanzi-
ellen Einwände vorgebracht wurden.
6.2 Aus den geltend gemachten Nachfluchtgründen (Unterstützung der Or-
ganisation von Guo Wengui sowie Aktivitäten auf sozialen Medien) lässt
sich ebenfalls keine hinreichende Verfolgungsgefahr ableiten. Wie bereits
vom SEM erwogen, ergibt sich aus den eingereichten Unterlagen kein exil-
politisches Engagement, welches geeignet wäre, ein behördliches Verfol-
gungsinteresse zu wecken. Ein solches ergibt sich auch nicht aus der An-
frage an die D._ Polizei, in welcher der Beschwerdeführer um die
Erlaubnis zur Durchführung einer gegen die chinesische Regierung gerich-
teten Protestveranstaltung ersucht, zumal weder eine Antwort der Polizei
noch eine tatsächlich durchgeführte Veranstaltung aktenkundig ist. Aus
dem auf Beschwerdeebene eingereichten Auszug aus Twitter lässt sich fer-
ner nicht ohne Weiteres schliessen, dass es sich beim Gesprächspartner
tatsächlich um ein Mitglied der chinesischen Cyberpolizei handelt. Der Be-
weiswert des Auszugs ist daher als gering zu bezeichnen. Dem eingereich-
ten Tweet von Guo Wengui lässt sich keine direkt gegen den Beschwerde-
führer gerichtete Verfolgungsmassnahme entnehmen. Schliesslich ergibt
sich aus dem auf Gettr publizierten Flyer keine wesentliche Akzentuierung
des exilpolitischen Profils. Sein exilpolitisches Wirken erweist sich somit
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als zu wenig exponierend, als dass sich daraus ein Verfolgungsinteresse
des chinesischen Staates ergeben würde.
6.3 Das SEM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-
deführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [AIG, SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
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Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom-
mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105)
und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Rück-
kehr in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.
8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
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8.5 Das SEM erwog in seiner Verfügung zu Recht, dass der Wegweisungs-
vollzug zumutbar sei. So sind keine konkreten, in der Person des Be-
schwerdeführers liegende Gegebenheiten ersichtlich, die eine individuelle
Gefährdung zu begründen vermögen. Der Beschwerdeführer ist ein junger
sowie – abgesehen von (...) und (...) – gesunder Mann, der über eine Aus-
bildung und ein soziales Netz in China (Eltern, Cousine, ehemalige Kolle-
gen) verfügt.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Für deren Begleichung ist der bereits in gleicher Höhe ein-
bezahlte Kostenvorschuss zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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