Decision ID: a7a429db-2d1d-46fe-a7d6-ea1bcf5ea01c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
D
er 1981 geborene
X._
arbeitete ab dem 1. Januar 2012
als Allroun
der
bei der
Z._,
und
war damit
bei der Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 11. Februar 2014 beim Nachfüllen der Getränke den linken Finger verrenkte (Bagatell-Unfallmeldung vom 25. Juni 2014; Urk. 8/1).
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Urk. 8/3).
1.2
Am 1
8.
November 2014
wurde er
aufgrund eines Karpaltunnelsyndroms
an der linken Hand
operiert (Urk. 8/17)
.
In
der Folge liess die
Z._
der Suva am 2
0.
November 2014
das
Formular „Schadenmeldung UVG“ zukommen (
Urk.
8/8). Mit Verfügung
vom
4.
November 2015
(Urk. 8/44)
ver
neinte die Suva einen Leistungsan
s
pruch betreffend die
se Operation mit der Be
gründung, es fehle an einem zu
mindest wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
1.
Februar 2014 und den Beschwerden, welche zur
Operation vom 18. November 2014
geführt hätten.
Hiergegen erhob die
Mutuel Krankenversicherung AG, Groupe
Mutuel, am 18. November 2015 vorsorglich Einsprache (Urk. 8/45), welche sie - nach Konsultation des eigenen medizini
schen Dienstes und ausdrücklicher Anerkennung der Leistungspflicht - mit Schreiben vom 1. Dezember 2015 (Urk. 8/51) wieder zurückzog. Der Versicherte erhob am 25. November 2015 (Urk. 8/46) Einsprache gegen die Verfügung. Diese wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 23. August 2016 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 26. September 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei der Einspracheentscheid vom 23. August 2016 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm für das Ereignis vom 11. Februar 2014 beziehungsweise die gemeldeten Beschwerden und die Opera
tion vom 18. November 2014 sämtliche gemäss Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG) vorgesehenen Leistungen (Heilungskosten, Taggeld, etc.) zu erbringen, eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zur Abklärung der Frage der Unfallkausalität ein externes Gutachten einzuholen (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom
3. November 2016
(
Urk.
7) die Abweisung
der Beschwerde, was dem
Beschwer
deführer mit Verfügung vom
8. November 2016
(
Urk.
9) zur Kenntnis ge
bracht wurde
.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. Februar 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
D
en
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Be
weiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139
V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte zusammengefasst einen Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfall vom 11. Februar 2014 und den Beschwerden, welche zur Operation vom 18. November 2014 führten (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 7) hielt sie fest, dass die Zerrung, respektive der Längszug anlässlich des Unfallereignisses vom 11. Februar 2014 nicht die Ursa
che der Sehnenscheidenentzündung sein könne (Ziff. 5.3), womit dieses folge
richtig auch nicht Ursache für das Karpaltunnelsyndrom sei (Ziff. 5.5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass zwischen dem Ereignis vom 11. Februar 2014, den gemeldeten Beschwerden und der Operation vom 18. November 2014 ein sicherer beziehungsweise über
wiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Das Unfallgeschehen sei gemäss Akten geeignet, sowohl eine posttraumatische Läsion des Nervus medianus auszulösen als auch die Sehnen zu entzünden. Der Operateur und die behandelnden Ärzte hätten alle den überwiegenden Zusammenhang zwischen dem Unfall und den gemeldeten Beschwerden bestätigt (Urk. 1).
2.3
Vorliegend strittig ist das Vorliegen eines überwiegend wahrscheinlichen natürli
chen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 11. Februar 2014 und der Entstehung der Sehnenscheidenentzündung sowie eines Karpaltunnel
syndroms, welches am 18. November 2014 zur Operation führte.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer zog sich bei einem Ereignis vom 11. Februar 2014, bei dem ihm ein schwerer Getränkeharass aus der Hand gerutscht (Darstellung im Bericht von med. pract. A._, Urk. 8/21) beziehungsweise eine Geträn
keverpackung gerissen und zu Boden gefallen ist (Darstellung in der Bagatell
unfall-Meldung, Urk. 8/1), eine Verletzung des linken (Mittel-)Fingers zu. Er suchte nicht umgehend einen Arzt auf, weil er eine spontane Regredienz der Beschwerden vermutete. Als diese nicht eintrat, begab er sich im Juni 2014 zum Hausarzt med. pract. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, in Be
handlung (Urk. 8/21). Dieser überwies ihn an den Handchirurgen Dr. med. B._, Chirurgie, speziell Handchirurgie FMH, der weitere Abklärungen anord
nete (vgl. Urk. 8/16).
Dr. med. C._, Facharzt FMH Radiologie und Kardiale Radiologie (EBCR), führte in seinem Bericht vom 22. September 2014 (Urk. 8/5) über die Ultra
schallabklärung der linken Hand unter „Befund und Beurteilung“ aus, es be
stehe eine regelrechte Darstellung der intakten Flexorsehne vom Dig III links ohne Nachweis einer Läsion oder Partialläsion. Sonographisch bestehe keine er
kennbare Ringbandläsion, kein Hämatom oder sonstige Raumforderung im Be
reich der Weichteile. Auch dorsal seien keine pathologischen Befunde erkenn
bar.
3.2
Dr. med. D._, FMH Neurologie, nannte in seinem - auf Zuweisung durch Dr. med. B._ - erstatteten Bericht vom 6. Oktober 2014 (Urk. 8/4) als Diag
nose ein elektroneurographisch verifiziertes mässiggradiges Karpaltunnelsyn
drom links. Als
Ätiologie
nannte er
:
„
am ehesten posttraumatisch
“
bei Status nach Unfall mit Zerrung der Flexoren Dig 3 links am 1
1.
Februar 2014 (S. 1). Er führte aus, die elektrophysiologische Untersuchung könne die Verdachtsdiag
nose von
Dr. B._
bestätigen, es zeige sich eine mässiggradige demyelinisie
rende Neuropathie des Nervus medianus links im Handgelenk. Unter anderem seien die sensiblen Nervenleitgeschwindigkeiten nicht nur ad Dig. III, sondern auch ad Dig. II erniedrigt. Aufgrund des beschriebenen Unfallmechanismus vermute er eine posttraumatische Medianusneuropathie (beim Rechtshänder).
3.3
3.3.1
Dr. B._ äusserte in seinem Bericht vom 22. Oktober 2014 (Urk. 8/20) den Ver
dacht auf eine posttraumatische Tenosynovitis der Mittelfingerflexoren links und diagnostizierte ein posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom links. Er führte aus, der Beschwerdeführer habe vor etwa einem halben Jahr beim Tragen eines schweren Getränkeharasses eine heftige Zerrung im Bereich des linken Mittel
fingers erlitten. Lange Zeit sei der Mittelfinger kräftig geschwollen gewesen. Bis heute beklage der Beschwerdeführer eine reduzierte Kraft bei der Mittelfinger
flexion sowie Schmerzen über den Ringbändern am Mittelfinger. Zudem klage er seit dem Unfall über Einschlafparästhesien am Daumen, Zeige- und Mittel
finger an der linken Hand, insbesondere beim Autofahren. Ultrasonographisch sei keine Läsion von Sehnen oder Ringbändern zu erkennen.
3.3.2
Dr. B._ hielt in seinem Operationsbericht vom 20. November 2014 (Urk. 8/17) - die Operation fand am 18. November 2014 statt – zur Operationsindikation fest, dass sich elektroneurografisch ein Karpaltunnelsyndrom bestätigt habe. Im Karpalkanal seien sie auf eine kräftige Synovitis der Fingerflexoren gestossen, was sie zu einer Synovektomie der Flexoren vom distalen Vorderarm bis an die Fingerbasis veranlasst habe. Der Nervus medianus weise die klassischen Kom
pressionszeichen auf.
3.4
3.4.1
Kreisärztin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Chirurgie FMH, bezeichnete die Operation vom 1
8.
November 2014
in ihrer Kurzstellungnahme vo
m 29. Dezember 2014 (Urk. 8/24)
ohne Begründung
als nicht unfallbedingt.
3.4.2
In ihrer Beurteilung vom 3
0.
März 2015 (
Urk.
8/31) schilderte sie, der Beschwer
deführer habe sich den
3.
Finger der linken Hand verletzt. Rund ein halbes Jahr später
sei im Ultraschall keine Läsion
,
kein
Hämatom oder
eine
sonstige Raum
forderungen
nachgewiesen worden.
Gemäss Bericht von Dr. D._
seien die sensiblen Nervenleitgeschwindigkeiten nicht
nur an Dig III (verletzter Fing
er), sondern auch an Dig II erniedrigt. Im Operationsbericht von
Dr. B._
werde eine kräftige Synovitis der Fingerflexoren beschrieben. Er habe eine Synovek
tomie durchgeführt. Nach Spaltung des Retinaculum flexorum z
eige die Inspek
tion des Nervus m
edianus die klassischen Kompressionszeichen. Diese würden durch einen Platzmangel/Druck im Bereich des Karpaltunnels auftreten. Die ursprüngliche Verletzung betreffe nur Dig III. Um die posttraumatische Theorie aufrecht zu erhalten, hätte man im durchgeführten Ultraschall im Bereich der Hand mindestens ein Hämatom im Bereich des Karpaltunnels nachweisen müs
sen. Der Ultraschall, sechs Monate nach der Ursprungsverletzung, sei unauffäl
lig gewesen. Ausserdem würden der
3.
Finger und das Karpaltunnel rein anato
misch nicht in unmittelbarer Nachbarschaft liegen.
Sie halte
daher
an ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Dezember 2014 fest: das Karpaltunnelsyndrom mit nachfolgender Karpaltunnelspaltung sei nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das Ereignis vom 1
1.
Februar 2014 zurückzuführen
(S. 2)
.
3.5
Dr. B._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
8/35) aus, der Einschätzung der Kreisärztin nicht zustimmen zu können. Am Unfalltag sei es beim Auffangen eines
schweren Getränkeharasses zu einer heftigen Zerrung im Bereich der Beugesehnen des linken Mittelfingers gekommen. Als Folge die
ser Beugesehnenzerrung, welche natürlich die gesamte Länge der Mittelfinger
flexoren vom Vorderarm bis zur Fingerspitze betroffen habe, sei es zu einer posttraumatischen Entzündung der Beugesehnen (Tenosynovitis) gekommen
;
diese sei am ehesten in Form des schmerzhaft gewordenen Mittelfingers sichtbar geworden. Die Tenosynovitis im Bereich der Hohlhand und des distalen Vorder
arms, wie er sie danach im Operationsbericht beschrieben habe, sei äusserlich natürlich nicht sichtbar. Dass diese unfallbedingt ausgelöste Tenosynovitis der Fingerflexoren zu einer Kompression des Nervs im Handgelenkabschnitt geführt habe, sei evident. Aus diesem Grund habe auch zum Schutz des Nervs vor einer weitergehenden Schädigung die Operation vorgenommen werden müssen. Aus seiner Sicht sei die Unfallkausalität klar gegeben.
3.6
Hausarzt
A._ wies
in der Stellungnahme vom
2.
Mai 2015 (
Urk.
8/34)
d
a
rauf hin, dass er sich auf die objektivierbaren Befunde der involvierten Spezial
ärzte Dres. med.
B._
und
D._
stützen müsse. Da ihm zwischen dem Un
fallereignis, der Erstbehandlung und den nachfolgenden Abklärungen und der operativen Sanierung keine anderweitigen gesundheitlichen Tatsachen bekannt seien, die einen Kausalzusammenhang ausschliessen würden, gehe er davon aus, dass die erhobenen Befunde auf den Unfall zurückzuführen seien. Die Ar
gumentation
der Kreisärztin sei für ihn so direkt nicht nachvollziehbar, insbe
sondere wenn man bedenke, d
ass beim „Aus der Hand rutschen“
eines Geträn
keharass
es
der Zug des Gewichts nicht nur auf den
„
in der Trageöffnung hän
gen gebliebenen Finger
“
einwirke, sondern auch auf die benachbarten Finger und somit auf die ganze Hand.
Ebenso sei für ihn nicht nachvollziehbar, wie die Kreisärztin erwarte, dass im Ultraschall vom 22. September 2014, welcher also sieben Monate nach dem Unfallereignis durchgeführt worden sei, noch ein Hä
matom nachweisbar sein solle (vgl. auch Urk. 8/37).
3.7
Am
1
1.
Mai 2015 (
Urk.
8/36) hielt
Dr. D._
fest, ein mässiggradiges Karpaltun
nelsyndrom links bei einem 33-jährigen Rechtshänder, bei welchem normale elektrophysiologische Befunde des Nervus medianus in der dominanten Hand
erhoben werden könnten, stelle - auch ohne vorangehenden Unfall - all
gemein eine Seltenheit dar. Beim ihm beschriebenen Unfallmechanismus wäre aus anatomischen Überlegungen eine posttraumatische Neuropathie durchaus denkbar. Die
Sehnen
des Musculus flexor digitorum superficialis ad Dig III ver
liefen proximal des
Retinaculum flexorum in unmittelbarer Nachbarschaft des Nervus medianus; eine Synovitis könne deswegen eine Affektion des Nervus medianus (unmittelbar proximal des Retinaculum und im Karpaltunnel) zur Folge haben. Eine Affektion des Nervus medianus (egal, auf welcher Höhe) könne eine Sensibilitätsstörung oder pathologische sensible Neurographien ad Dig I, II, III oder IV ulnarseits zur Folge haben und müsse nicht zwingend bloss die sensiblen Nervenfasern zum entsprechenden Finger (z.B. nur ad Dig III) be
treffen. Eine unauffällige sonographische Untersuchung sechs Monate
nach dem Unfall schliesse eine persistierende Kompression des Nervus medianus nicht aus, da diese Methode bekanntermassen nicht 100
%
sensitiv beziehungsweise weni
ger sensitiv als die elektrophysiologische Untersuchung sei. Aufgrund dieser Überlegungen erachte er die Zerrung der Flexoren ad Dig III links am 1
1.
Februar 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verantwortlich für das Karpaltunnelsyndrom.
3.8
In der Beurteilung vom 1
8.
August 2016 (
Urk.
8/56
)
hielt
Suva-Arzt Dr.
med.
F._
, M.H.A., Facharzt für Chirurgie,
fest,
auf der Grundlage der Dokumentati
onen
habe
überwiegend wahrscheinlich ein einmaliger Längszug an den Beu
gesehnen des linken Mittelfingers stattgefunden
(S. 2 unten)
. Dass tatsächlich eines der drei Fingergelenke (Grundgelenk, Mittelgelenk, Endgelenk) des Mittel
fingers verrenkt gewesen sei - wie in der Schadenmeldung angegeben - könne ausgeschlossen werden. Nach diesem singulären Ereignis mit einem einmaligen Längszug an zwei Beugesehnen eines einzelnen Fingers habe der Beschwerde
führer weiterarbeiten können und erst vier Monate später erstmals ärztliche Hilfe aufgesucht. Es habe weitere drei Monate gedauert, bis eine erste bildge
bende Abklärung durchgeführt worden sei (S.
3
)
.
Dr. F._ führte weiter aus, d
ie Erklärung des Handchirurgen
Dr. B._
sei bei näherer Betrachtung nicht stichhaltig. Dass der einmalige Zug an den Beuge
sehnen eines Fingers in Längsrichtung die Ursache einer Tenosynovitis bis zum distalen Vorderarm sein soll,
sei
m
it allgemeiner klinischer Erfah
rung nicht ver
einbar. Die massgebliche Ursache für die Entstehung einer Sehnenscheidenent
zündung
sei
die namhafte, repetitive Belastung einer Sehne über einen längeren Zeitraum und nicht ein singulärer über Sekundenbruchteile anhaltender Längs
zug.
Insbesondere erkläre
Dr. B._
nicht, wie die mechanische Intensität des Ereignisses zwar gross genug
gewesen sei
, eine Sehnenscheidenentzündung zu verursachen, andererseits aber s
o gering
, dass der
Beschwerdeführer
über einen Zeitraum von
vier
Monaten weiter
habe
arbeiten
können
und nicht zum Arzt
gegangen sei
. Dies würde bedeuten, dass das Ereignis sozusagen die Initialzün
dung einer sich fortan schleichend weiter entwickelnden Sehnenscheidenent
zündung gewesen wäre. Würde diese Theorie zutreffen, so hätte die Sehnen
scheidenentzündung ohne Zweifel im September 2014 sonographisch nachweis
bar sein müssen. Dies
sei
allerdings nicht der Fall
gewesen
, wie dem Bericht von
Dr. C._
zu entnehmen
sei
. Und wenn der Hausarzt med. pract.
A._ in seinem Schreiben vom 2. Mai
2015 kritisier
e
:
„
Ebenso ist für mich nicht nach
vollziehbar, wie die Kreisärztin erwarte
t, dass im Ultraschall vom 22. September 20
14, welcher also
sieben
Monate nac
h dem Unfallereignis durch
geführt wurde, noch ein
Hämatom nachweisbar sein soll.“
, so
sei
dem entgegenzuhalten, dass nicht das fehlende Hämatom, sondern der fehlende Nachweis einer Sehnen
scheidenentzündung das versicherungsmedizinisch bedeutsame Faktum
sei
. Im September 2014
habe ausweislich der sonographi
schen Befunde der linken Hand keinerlei Seh-nenscheidenentzündung
bestanden;
und wenn im Nove
mber 2014 eine operationsbedürf
tige
„
kräftige Synovitis der Fingerflexoren
“
bestan
d
en habe
, so
sei
diese in der dazwischen liegenden Zeit entstanden und ein na
türlicher Kausalzusammenhang mit einem zum Operationszeitpunkt mehr als neun
Monate zurückliegenden - und überdies biomechanisch völlig als Ursache ungeeigneten - Ereignis könne ausgeschlossen werden (S. 3 f.). Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
1.
Februar 2014 und der am 1
8.
November 2014 operierten Tenosynovitis der Beugesehnen und dem - dadurch vermeintlich verursachten - Karpaltunnelsyndrom links sei daher un
wahrscheinlich (S. 4).
3.9
Hiezu legte Dr. B._
zuhanden des Beschwerdeführers
am
2
2.
September 2016 (
Urk.
3/4)
dar
, dass sich an seiner persönlichen Stellungnahme bezüglich Un
fallkausalität grundsätzlich nichts geändert habe. Nach wie
vor halte er einen kausalen Zusammenhang zwischen dem operierten Karpaltunnelsyndrom und dem Unfallereignis vom 1
1.
Februar 2014 für wahrscheinlich. Weiter führte er aus, natürlich könne dieser Kausalzusammenhang nicht 100%ig bewiesen wer
den. Die Schwellung des Fingers sei in den meisten Fällen auf einen entzündli
chen Prozess
zurückzuführen
. Der negative Ultraschallbefund schliesse eine leichte persistierende Tenosynovitis nicht aus und die postulierte Tenosynovitis könne sich durchaus über die Monate hin nach proximal in den Bereich der Hohlhand und des Karpalkanales ausdehnen. So halte er, wie bereits erwähnt, den kausalen Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und Karpaltunnel
syndrom nach wie vor für überwiegend wahrscheinlich.
4.
4.1
Unbestritten und gestützt auf die medizinischen Akten ausgewiesen ist, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalles vom 11. Februar 2014 am
linken Mittelfinger verletzte.
4.2
Dr. D._ machte zunächst keine Ausführungen zum Kausalzusammenhang, sondern äusserte lediglich Mutmassungen im Sinne von „am ehesten posttrau
matisch“ und er „vermute eine posttraumatische Medianusneuropathie“ (E. 3.2 hievor). Solche Vermutungen nannte er schliesslich auch in seiner Stellung
nahme vom 11. Mai 2015 (E. 3.7 hievor), welche zudem vorwiegend auf seinen Überlegungen und somit nicht auf Erhebungen beziehungsweise Befunden ba
sieren. Weiter
erachtete er
ein unfallbedingtes Geschehen als
„
durchaus denk
bar
“
,
nahm dann aber schliesslich e
ine überwiegend wahrscheinliche Unfall
kausalität
an
;
diese
Beurteilung
ist
in sich nicht ganz
widerspruchsfrei.
Überdies
machte er lediglich Ausführungen zu einem möglichen Kausalzusammenhang zwischen der Synovitis und dem Karpaltunnelsyndrom und setzte sich
somit
nicht mit der Frage nach der Unfallkausalität der Sy
novitis ihrerseits auseinan
der
.
Hausarzt und
Allgemeinmediziner med. pract.
A._
, der sich lediglich auf die Befunde der anderen Ärzte stützte, begründete
seine Einschätzung allein mit dem Nichtvorhandensein von ihm bekannten, einen Kausalzusammenhang ausschliessenden Tatsachen
(E. 3.6 hievor). Dies
genügt
für sich allein nicht
, um einen überwiegend
wahrscheinlichen Kausalzusammenhang anzunehmen („post hoc ergo propter hoc“ Argumentation, BGE 119 V 335 E. 2b/bb). Des Weiteren sind seine Ausführungen zur Argumentation der Kreisärztin
- nur schon
vor dem Hintergrund, dass vorliegend nicht das fehlende Hämatom, sondern der fehlende Nachweis einer Sehnenscheidenentzündung
von Relevanz
ist
-
nicht aussagekräftig
. Im September 2014
war anlässlich der sonographi
schen
Unter
suchung
der linken Hand
(noch) keine
Seh
nenscheidenentzündung auszu
machen (E. 3.1. hievor). Dr. F._ führte in diesem Zusammenhang nachvoll
ziehbar aus, dass eine im November 2014 (Zeitpunkt der Operation) bestehende Synovitis in der Zeit zwischen dem 22. September und 18. November 2014 ent
standen sein musste.
Dr. B._
stellte anfangs eine Verdachtsdiagnose (E. 3.3.1 hievor), führte jedoch nicht aus, wieso sich diese erhärtet haben soll. In seiner Stellungnahme vom 2
7.
April 2015 (E. 3.5 hievor)
begründete
er nicht, weshalb die Tenosynovitis der Fingerflexoren zu einer Kompression des Nervs im Handgelenksabschnitt geführt haben soll,
sondern bezeichnete
dies
lediglich
als evident. Des
Weiteren führte er ohne nähere Begründung - lediglich gestützt auf eine Annahme - aus, dass die Beugesehnenzerrung „natürlich“ die gesamte Länge der Mittelfinger
flexoren vom Vorderarm bis zur Fingerspitze betroffen habe und ursächlich für die posttraumatische Entzündung der Beugesehnen gewesen sei, ohne sich mit dem Umstand auseinanderzusetzen, dass die Sonografie noch einen unauffälli
gen Befund ergeben hatte.
Demgegenüber schilderte Dr. F._ überzeugend, weshalb
der einmalige Zug an den Beugesehnen eines Fingers in Längsrichtung
gemäss
allgemeine
r klinischer
Erfahrung nicht Ursache einer Tenosynovitis bis zum distalen Vorderarm sein
kann (E. 3.8 hievor)
.
Wie Dr. F._ zudem richtig anmerkte, ist nicht ersichtlich
, inwiefern die mechanische Intensität des Ereignisses zwar gross genug gewesen sein soll, um eine Sehnenscheidenentzündung zu verursachen, andererseits aber so gering, dass der Beschwerdeführer über einen Zeitraum von vier Monaten weiter arbeiten konnte und
erst im Juni 2014 seinen Hausarzt aufsuchte (vgl. Urk. 8/21). Ausserdem war
im September 2014
wie bereits erwähnt
sonogra
phisch
ke
ine Sehnenscheidenentzündung nachweisbar (E. 3.1 hievor).
Dasselbe kann grundsätzlich für das Karpaltunnelsyndrom
festgehalten
werden, für dessen Entstehen
es
in der Regel
ebenfalls
eines langwierigen Prozesses be
darf.
E
ine Sehnenscheidenentzündung
kann zwar durchaus a
ls mögliche Ursa
che für
die
Entstehung
eines
Karpaltunnelsyndrom
s
in Betracht kommen. Dies führte denn auch
Dr. B._
als Erklärung für das Karpaltunnelsyndrom
aus. Dass hingegen
das Karpaltunnelsyndrom allein, das heisst ohne Folge einer Sehnenscheidenentzündung, aufgrund des Unfalles vom 1
1.
Februar 2014 ent
standen sein soll, ist
indes
kaum wahrscheinlich
und wird im Übrigen - abgese
hen von Dr. E._ - von keinem der Ärzte in Betracht gezogen.
Weiter vermögen auch
Dr. B._
Ausführungen anlässlich seiner letzten Stel
lungnahme vom 2
2.
September 2016 (E. 3.9 hievor) nicht zu überzeugen, er
achtete er doch einmal einen kausalen Zusammenhang zwischen dem operierten Karpaltunnelsyndrom und dem Unfallereignis vom 1
1.
Februar 2014 als wahr
scheinlich und merkte an, der Kausalzusammenhang könne nicht 100%ig be
wiesen werden. Später ging er nicht mehr von einer blossen Möglichkeit, son
dern von einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit aus
,
was
nicht schlüssig
er
scheint
. Ausserdem stützte
er seine Begründung vorwiegend auf Möglichkeiten und ging unter anderem nach dem Ausschlussprinzip vor („schliesst ... nicht aus“). Gestützt auf seine Angaben kann das Vorliegen der Unfallkausalität da
her nicht als ausgewiesen gelten.
Insgesamt ist d
ie durch
Dr. F._
vorgenommene Beurteilung umfassen
d,
berück
sic
htigt die erfolgten Abklärungen. Dr. F._
begründet nachvollziehbar
und widerspruchsfrei, dass zwischen den Beschwerden, die zur Operation führ
ten, und dem Unfall vom 11. Februar 2014
ein natürlicher Kausa
lzusammen
hang nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist
(
E. 3.8 hievor
).
A
uf die Beurteilung von
Dr. B._
ging er
ausführlich ein und
nahm
auch zu den Einschätzungen von med. pract.
A._
sowie
Dr. D._
Stellung.
Indizien gegen seine Zuverlässigkeit bestehen nicht.
Schliesslich deckt sich
seine
Beurteilung
auch
mit jener der Kreisärztin
Dr. E._
. In Anbetracht dieser Umstände kann
- entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 4 Ziff. 14) -
auf die Beurteilung von
Dr. F._, bei welchem es sich um einen Spezialisten in Chirurgie handelt, was die Hand
chirurgie mitumfasst, abgestellt werden (E. 1.2 hievor).
4.3
Nach
dem Gesagten ist der natürliche Kausalzusammenhang nicht rechtsgenüg
lich
ausgewiesen
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist daher nicht zu be
anstanden
.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.