Decision ID: d4809312-cfd0-40f4-a693-aec2c8fcf09c
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals am 20. Dezember 2001 bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen
an. Sie gab an, an einer Fibromyalgie mit starken Schmerzen am ganzen Körper,
Lähmungserscheinungen, ständiger Müdigkeit, Schlafstörungen sowie
Konzentrationsschwäche zu leiden (IV-act. 1). Die gelernte B._ (ausländischer
Abschluss) war damals als Q._ bei der R._ AG angestellt gewesen (vgl. IV-act. 1
und 6), jedoch seit Ende April 2000 – mit Ausnahme einer kurzzeitigen Wiederaufnahme
der Tätigkeit in einem Pensum von 50 % – zu 100 % krankgeschrieben worden (vgl. IV-
act. 1 S. 5, 5 S. 1 und 15 S. 2). Nachdem der behandelnde Arzt med. pract. C._,
eidg. dipl. Arzt mit Naturheilverfahren, am 11. Juni 2002 kein konkretes
Eingliederungspotential bestätigt hatte, leitete die IV-Stelle die Rentenprüfung ein
(vgl. IV-act. 9 f.). Am 19. Juni 2003 erstattete die Medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS) Ostschweiz im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten. Die Sachverständigen
nannten als Hauptdiagnosen ein primäres Fibromyalgiesyndrom sowie einen Verdacht
auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung bei histrionischer
Persönlichkeitsstörung. Weiter hielten sie fest, dass aus internistisch-
rheumatologischer Sicht für leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten unter
Vermeidung von repetitivem Heben von Lasten über 12.5 kg keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20
% zu attestieren. Demnach bestehe sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
auch in sämtlichen leichten bis höchstens mittelschweren frauenspezifischen
Tätigkeiten gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (IV-act. 15). Dementsprechend
verfügte die IV-Stelle am 17. Juli 2003, dass die Versicherte keinen Anspruch auf
Rentenleistungen habe (IV-act. 18), und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 21.
A.a.
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November 2003 fest (IV-act. 35). Eine gegen diesen Einspracheentscheid erhobene
Beschwerde wies das Versicherungsgerichtsgericht des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 15. Juni 2004 ab (IV-act. 43). Schliesslich wies auch das
eidgenössische Versicherungsgericht die gegen den kantonalen Entscheid erhobene
Beschwerde mit Urteil vom 6. Dezember 2004 ab (IV-act. 51).
Auf eine erneute IV-Anmeldung vom 11. März 2005 (IV-act. 52) trat die IV-Stelle
am 1. Juli 2005 mangels einer glaubhaft gemachten Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse seit der letzten Leistungsablehnung nicht ein (IV-act. 61).
A.b.
Am 8. Januar 2008 meldete sich die Versicherte erneut für Leistungen bei der IV-
Stelle an (IV-act. 66). Zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 71) wurde der IV-Stelle ein Bericht des
behandelnden Psychiaters Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie, vom 10.
Februar 2008 eingereicht, in welchem dieser auf eine sich in den vorangegangenen
Jahren entwickelte depressive Störung hingewiesen hatte, die im Zeitpunkt der
MEDAS-Begutachtung noch nicht feststellbar gewesen sei (IV-act. 73). Am 12. Juni
2008 erstattete Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, der
als psychiatrischer Sachverständiger bereits bei der letzten Begutachtung mitgewirkt
hatte, ein psychiatrisches Verlaufsgutachten. Als psychiatrische Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung, eine histrionische Persönlichkeitsstörung und einen Status
nach einer depressiven Reaktion auf eine Belastung sowie eine Anpassungsstörung in
Zusammenhang mit Eheproblemen. Dr. E._ kam zum Schluss, dass sich der
psychische Gesundheitszustand der Versicherten seit der letzten Begutachtung nicht
wesentlich verändert habe. Der Verlauf habe die Diagnose einer zu Grunde liegenden
histrionischen Persönlichkeitsstörung mit undifferenzierten körperlichen Beschwerden
bestätigt. Die Arbeitsunfähigkeit betrage noch immer 20 % (IV-act. 82). Mit einem
Vorbescheid vom 10. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ablehnung
ihres Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20 % in Aussicht (IV-act. 90). Mit
Schreiben vom 6. November 2008 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie den
Entscheid betreffend Rentenanspruch zur Kenntnis genommen habe. Sie schlug in
Anbetracht der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt die Belegung eines Kurses als
Umschulungsmassnahme vor und bat die IV-Stelle um Prüfung einer finanziellen
A.c.
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Unterstützung für die Zeit der Umschulung (IV-act. 91). Mit Verfügung vom 20.
November 2008 lehnte die IV-Stelle das Rentenbegehren im Sinne des Vorbescheids
ab (IV-act. 92). Mit Schreiben vom 21. November 2008 teilte sie der Versicherten mit,
dass es ihr nicht möglich sei, aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktsituation
Umschulungsmassnahmen zu finanzieren (IV-act. 93).
Am 21. Januar 2009 bat die Versicherte, vertreten durch die Procap, um
Gewährung einer Arbeitsvermittlung (IV-act. 97). Eine Eingliederungsverantwortliche
hielt in einem Schlussbericht vom 12. Oktober 2009 fest, dass sich die Versicherte
nach eigenen Angaben aktuell nicht um Stellen bewerbe, da es keine geeigneten
Stellen gäbe. Unter diesen Umständen sei eine aktive Unterstützung bei der
Eingliederung nicht möglich. Die Versicherte lasse sich zur S._ weiterbilden (IV-
act. 100). Mit Mitteilung vom 22. Oktober 2009 informierte die IV-Stelle die Versicherte
darüber, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da sie keine
Stellenanzeigen eingereicht habe, womit eine Unterstützung im Rahmen der
Stellensuche nicht möglich sei. Bei einer Veränderung der Verhältnisse könne sie ein
neues Gesuch stellen (IV-act. 102). In der Folge absolvierte die Versicherte eine
Ausbildung als S._ und fand ab dem ._ 2011 eine Anstellung bei der F._ in einem
Pensum von ca. 20 % (IV-act. 110 S. 6 und 115 S. 1 ff.).
A.d.
Am ._ August 2015 wurde die Versicherte bei seit ca. einer Woche zuvor
bestehenden progredient starken Schmerzen im Bereich der Gelenke der Klinik für
Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) zugewiesen, wo sie bis zum ._
September 2015 hospitalisiert wurde. Im Austrittsbericht nannten die behandelnden
Ärzte als Diagnosen ein Fibromyalgiesyndrom, eine chronische Depression, eine
subklinische Hyperthyreose bei Struma nodosa und cystica links, einen Verdacht auf
eine psychophysiologische Insomnie sowie eine Wirbelkanalstenose C 5/6. Weiter ist
dem Bericht zu entnehmen, dass die Versicherte im Rahmen des Aufenthaltes auch
ophthalmologisch untersucht worden war, ausser einer nicht auskorrigierten Myopie
jedoch kein auffälliger Befund entdeckt worden war. Die Immun- und Infektserologie
hatte sich ebenfalls unauffällig gezeigt. In Absprache mit dem Schmerzzentrum war
eine Anpassung der Medikation vorgenommen worden (IV-act. 143 S. 21 ff.). Vom ._
bis ._ 2015 nahm die Versicherte an einer konventionellen multimodalen
Schmerztherapie teil. Im Austrittsbericht gingen die behandelnden Ärzte von einer
A.e.
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chronischen depressiven Symptomatik, derzeit mittelgradig ausgeprägt, und einem
chronischen zervico- und thorakospondylogenen Schmerzsyndrom aus. Im Übrigen
erwähnten sie dieselben Diagnosen, die bereits während des vorangegangen
Aufenthaltes im KSSG gestellt worden waren. Weiter hielten die Ärzte fest, dass die
Versicherte dem multimodalen Angebot kooperativ gegenübergestanden habe und an
allen Gruppen- und Einzelbehandlungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten teilgenommen
habe. Unter allen Behandlungsmassnahmen habe nur eine partielle Anpassung und
Verbesserung der allgemeinen und spezifischen Beweglichkeit sowie der
Schmerzausprägung erreicht werden können (IV-act. 143 S. 14 ff.). Seit dem 17.
Februar 2016 schrieb Dr. med. G._, Psychiatrie-Zentrum H._, die Versicherte für
den Beruf der S._ zu 95 % arbeitsunfähig (IV-act. 126 S. 2 und 29). Ihr
Arbeitspensum war seitens des Arbeitgebers aufgrund der vielen Krankheitsausfälle
reduziert worden (vgl. IV-act. 126 S. 1 und 115 S. 4).
Am 18. März 2016 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle an (IV-act.
110). Zusammen mit ihrer IV-Anmeldung reichte sie einen Bericht von Dr. G._ vom
16. März 2016 ein, in welchem dieser als Diagnosen eine nicht näher bezeichnete
somatoforme Störung, eine Neurasthenie sowie den Verdacht auf eine
psychophysiologische Insomnie genannt hatte. Weiter hatte er ausgeführt, dass es bei
der Versicherten trotz einer ausgezeichneten Behandlungscompliance und der
Absolvierung teilweise recht schmerzhafter alternativer Behandlungsformen zu einer
deutlichen Chronifizierung des Beschwerdebildes mit einer Ausweitung der
Symptomatik und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität sowie der
beruflichen, sozialen und privaten Leistungsfähigkeit gekommen sei. In der von der
Versicherten gerne ausgeübten Tätigkeit als S._ bestehe aktuell und voraussichtlich
auch längerfristig lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit von etwa 5 %. Aus
psychiatrischer Sicht sei keine adaptierte Tätigkeit vorstellbar, in welcher die
Versicherte eine höhere Arbeitsfähigkeit erreichen könnte (IV-act. 113).
A.f.
Mit einer Mitteilung vom 20. Januar 2017 zeigte die IV-Stelle der Versicherten die
Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung an (IV-act. 128). Die Begutachtung
wurde allerdings sistiert (vgl. IV-act. 135 f.), da sich die Versicherte am ._ Mai 2017 im
KSSG einer Hemithyreoidektomie links unterzog, gefolgt von einem kurzen stationären
Aufenthalt (IV-act. 140 S. 1 f. und 143 S. 6 f). Im Austrittsbericht des KSSG hiess es,
A.g.
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dass die Versicherte in den vorangegangenen Monaten immer wieder Beschwerden
beim Schlucken gehabt habe. In der Folge sei eine Abklärung der Schilddrüse
vorgenommen worden, wobei die Struma links punktiert worden sei. Im Rahmen dieser
Punktion sei auch einiges an Zystenflüssigkeit abpunktiert worden. Im Anschluss an die
Punktion und das Absaugen der Zyste hätten sich die Schluckbeschweren deutlich
gebessert. Die vor der Entlassung durchgeführte Laryngoskopie habe einen normalen
Larynxbefund ohne Hinweise für eine Rekurrensdysfunktion gezeigt. Die Versicherte
habe in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können (IV-act. 143
S. 6 f.). In einem Telefongespräch vom 13. Juni 2017 teilte die Versicherte der IV-Stelle
mit, dass sie sich von der Operation gut erholt habe (IV-act. 141).
In einem der IV-Stelle am 13. Juli 2017 eingereichten Bericht nannte Dr. med.
I._, Ärztin für Allgemeinmedizin, J._ AG, im Wesentlichen diejenigen Diagnosen, die
in den Austrittsberichten des KSSG aufgeführt waren. Weiter hielt sie fest, dass die
Arbeitsfähigkeit für sie nicht beurteilbar sei (IV-act. 143 S. 1 ff.). Dr. I._ legte ihrem
Bericht weitere medizinische Unterlagen bei (vgl. IV-act. 143 S. 6 ff.).
A.h.
Am 21. Dezember 2017 erstattete die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Interlaken Unterseen im Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres (Allgemeine Innere
Medizin, Psychiatrie und Rheumatologie) Gutachten (IV-act. 149). In ihrer
interdisziplinären Beurteilung nannten die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit ein seit über 17 Jahren chronisch erlebtes Körpersyndrom
unterschiedlicher Entfaltung und Lokalisierung (aus rheumatologischer Sicht keiner
spezifisch entzündlichen oder anderweitig differenzierten Störung zuordenbar), eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung, eine Neurasthenie und auffällige
Persönlichkeitszüge. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten
sie den Status nach Hemithyreoidektomie (IV-act. 149 S. 28). Weiter hielten sie fest,
dass in der bisherigen Tätigkeit als S._ im Konsens eine maximal um 20 % reduzierte
Leistungsfähigkeit bei einem vollen zeitlichen Arbeitspensum festgestellt werden
könne. Diese Angabe gelte, soweit anhand der Akten feststellbar, durchgängig seit
2008. Eine angepasste Tätigkeit dürfe keine übermässigen Arbeiten über der
Elevationsebene sowie Überkopfarbeiten erfordern. Das Bewältigen von Treppen sowie
kniende, kauernde oder vorgebeugte Tätigkeiten seien in einem üblichen Masse
möglich. Die Möglichkeit, bei der Arbeit Wechselpositionen einzunehmen, sei günstig.
A.i.
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Heben und Tragen von Lasten bis Lendenhöhe sei bis maximal 30 kg, in Brusthöhe bis
maximal 20 kg möglich. Mit der oberen und unteren Extremität seien leichte bis
mittelschwere (kurzfristig ausnahmsweise auch schwere) Tätigkeiten möglich. Zudem
sollte die Tätigkeit einfach und strukturiert sein, keine besonderen Anforderungen an
die Teamfähigkeit stellen und keine Stressspitzen, keinen besonderen Lärm und keine
störenden Lichtverhältnisse beinhalten. In einer optimal angepassten Tätigkeit sei die
Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht eingeschränkt. Die Schätzung der Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten gelte, soweit anhand der Akten feststellbar, ebenfalls
durchgängig seit 2008 (IV-act. 149 S. 31). In einer Stellungnahme vom 22. Januar 2018
hielt der regionale ärztliche Dienst (RAD) fest, dass das polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten formal und inhaltlich den Konventionen entspreche, welche man an ein
medizinisches Gutachten stellen dürfe (IV-act. 150).
Am 15. Februar 2018 ging bei der IV-Stelle ein Bericht von Dr. med. K._, Klinik
L._, zu einer Kontrolluntersuchung vom 13. Februar 2018 ein. Diesem war zu
entnehmen, dass bei der Versicherten bei einer schweren Osteochondrose und
foraminalen Stenose C5/C6 linksbetont am 12. Januar 2018 eine Mikrodiskektomie mit
Prothesenimplantation C5/6 durchgeführt worden war. Weiter hatte Dr. K._
festgehalten, dass es der Versicherten gut einen Monat nach der Operation bezüglich
der Armschmerzen deutlich besser gehe und aus objektiver Sicht insgesamt ein sehr
guter Verlauf bestehe. Allerdings präsentiere die Versicherte das Bild eines
Fibromyalgiesyndroms. Sie klage über diverse Schmerzen im Bereich des Gesichts,
des Nackens, des Halses und der Beine. In zwei Monaten werde eine Verlaufskontrolle
durchgeführt (IV-act. 151). Auf telefonische Nachfrage teilte die Klinik L._ der IV-
Stelle am 23. April 2018 mit, dass die Versicherte den Kontrolltermin bei Dr. K._
abgesagt habe und keine weiteren Abklärungen geplant seien (IV-act. 156).
A.j.
Mit Vorbescheid vom 24. April 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten mit
Verweis auf das gutachterliche Abklärungsergebnis die Abweisung des
Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 11 % in Aussicht (IV-act. 159).
Dagegen wandte die Versicherte am 18. Mai 2018 ein, dass sie den Kontrolltermin bei
Dr. K._ nicht abgesagt habe. Sie habe um eine Terminverschiebung gebeten, um
eine bereits geplante zweiwöchige Behandlung in einem Schmerzzentrum absolvieren
zu können. Die psychische Erkrankung beeinträchtige sie in ihrem Alltag massiv. Sie sei
A.k.
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St.Galler Gerichte
B.
in der Ausführung einer Erwerbstätigkeit stark belastet. Die Gutachter hätten dem
Schweregrad ihrer Erkrankung nicht Rechnung getragen (IV-act. 160 S. 1).
Diesbezüglich verwies sie auch auf einen Bericht von Dr. G._ vom 28. Mai 2018, den
sie ihrem Einwand beilegte (IV-act. 160 S. 1 ff.). In einer Stellungnahme vom 4. Juni
2018 hielt der RAD fest, dass aus rein medizinischer Sicht an der bisherigen
Einschätzung festgehalten werden könne. In der Stellungnahme von Dr. G._ vom 28.
Mai 2018 würden keine neuen wesentlichen medizinischen Erkenntnisse vorgebracht
(IV-act.161). Mit Verfügung vom 5. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
der Versicherten ab (IV-act. 162).
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen, am 5. Juli 2018
Beschwerde mit dem Antrag, ihr sei eine IV-Rente auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). In
formeller Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht und ersuchte um
eine Nachfrist für die Einreichung einer Zusatzbegründung (act. G 1). Am 31. August
2018 liess die Beschwerdeführerin eine ergänzende Beschwerdebegründung
einreichen mit den Anträgen, die Verfügung vom 5. Juni 2018 sei aufzuheben und ihr
sei eine IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten-und Entschädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht liess sie am Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung festhalten (act. G 3).
B.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. November 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7; zur nach der
Beschwerdeerhebung eingeholten RAD-Stellungnahme vgl. IV-act. 170; zur
Korrespondenz zwischen der Beschwerdegegnerin und der Gutachtensstelle vgl. IV-
act. 171 ff.).
B.b.
Am 20. November 2018 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
B.c.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 9/20
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Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 8).
In ihrer Replik vom 7. Januar 2019 liess die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhalten (act. G 10).
B.d.
In einem Schreiben vom 11. Januar 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in
der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf die Erstattung einer
ausführlichen Duplik (act. G 12).
B.e.
Mit Schreiben vom 4. Februar 2019 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht
einen Bericht von Dr. G._ vom 1. Februar 2019 zukommen, in welchem dieser die
gutachterliche Beurteilung des Beschwerdebildes und der damit zusammenhängenden
Funktionsstörungen kritisiert hatte (act. G 14 und 14.1). In einer ergänzenden
Stellungnahme vom 9. Mai 2019 liess die Beschwerdeführerin an den bereits gestellten
Anträgen festhalten und einen Bericht über eine am 17. April 2019 durchgeführte 2-
Phasen-Skelettzintigraphie einreichen, wonach der szinitgrafische Befund mit einem
SAPHO-Syndrom vereinbar wäre (act. G 16 und 16.1.1). Am 23. Juli 2019 liess die
Versicherte einen Austrittsbericht der Klinik M._ vom 18. Juli 2019 über eine vom 8.
Mai bis 11. Juni 2019 dauernde stationäre Behandlung zu den Akten geben (act. G 18
und 18.1). In einer weiteren Stellungnahme vom 7. Oktober 2019 erneuerte die
Beschwerdeführerin die von ihr gestellten Anträge und liess einen Bericht von Dr. med.
N._, Rheumatologie O._, vom 4. Oktober 2019 einreichen, in welchem dieser unter
anderem die Diagnose SAPHO-Syndrom gestellt und festgehalten hatte, dass aus
rheumatologischer Sicht bei der Beschwerdeführerin für sehr leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten mit weiteren qualitativen Einschränkungen bis auf
Weiteres keine wettbewerbsfähige Leistungsfähigkeit von über 20 % bestehe (act. G
20 und 20.1).
B.f.
Mit Schreiben vom 2. Januar 2020 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf einen überdurchschnittlich hohen Aufwand seine
Honorarnote vom 31. Dezember 2019 über Fr. 8'991.85 (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ein (act. G 22 und 22.1).
B.g.
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Mit Eingabe vom 17. Januar 2020 liess die Beschwerdeführerin zwei weitere
Arztberichte von Dr. N._ einreichen, worin er unter anderem ihre Leistungsfähigkeit
für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit weiteren qualitativen Einschränkungen
auf nicht über 20 % beurteilt hatte (act. G 24, 24.1 und 24.2).
B.h.
Mit Schreiben vom 18. September 2020 stellte die verfahrensleitende Richterin den
Parteien die Einholung eines Gerichtsgutachtens bei der asim Begutachtung in
Aussicht, gab ihnen die vorgesehenen Fragen bekannt und gab ihnen Gelegenheit, sich
zur vorgesehenen Begutachtung zu äussern, allfällige Ergänzungsfragen zu stellen
sowie eventuelle Ausstandsbegehren hinsichtlich der bei der asim Begutachtung
tätigen Sachverständigen mitzuteilen (act. G 27).
B.i.
Mit Eingabe vom 29. September 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine
Ergänzungsfrage sowie zusätzliche Unterlagen ein (act. G 28 und 28.1 ff.).
B.j.
Am 27. Oktober 2020 beauftragte die verfahrensleitende Richterin die asim
Begutachtung mit der Durchführung einer rheumatologisch-psychiatrischen
Begutachtung (allenfalls unter Beizug eines fallführenden Gutachters im Bereich
Allgemeine Medizin; act. G 30).
B.k.
Mit Schreiben vom 29. April 2021 machte die Beschwerdeführerin Spesen für die
Fahrt zur Begutachtung in der Höhe von Fr. 90.-- und Essensausgaben von Fr. 50.--
geltend (act. G 35; vgl. dazu ferner act. G 33).
B.l.
Am 30. April 2021 erstattete die asim Begutachtung das polydisziplinäre
(internistische, rheumatologische und psychiatrische) Gutachten, in welchem die
Sachverständigen der Beschwerdeführerin sowohl in den angestammten als auch in
anderen leidensangepassten Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestierten
(act. G 36).
B.m.
Mit Eingabe vom 22. Mai 2021 nahm die Beschwerdeführerin (vgl. act. G 28) und
mit Schreiben vom 4. Juni 2021 deren Rechtsvertreter zum asim-Gutachten Stellung
(vgl. act. G 41). Gleichzeitig reichte dieser seine angepasste Honorarnote über Fr.
10'085.05 ein (vgl. act. G 41.1).
B.n.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente.
2.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete implizit auf eine Stellungnahme zum
eingegangenen asim-Gutachten (vgl. act. G 43).
B.o.
Mit Schreiben vom 28. Juli 2021 reichte die Beschwerdegegnerin einen Bericht
von Dr. N._ vom 26. Januar 2021 ein und entschuldigte sich für die späte
Übermittlung (vgl. act. G 46 und 46.1).
B.p.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
2.1.
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St.Galler Gerichte
3.
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
2.2.
In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.
Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V
352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6
mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).
2.3.
Da das Gericht den Arbeitsfähigkeitsgrad gestützt auf die Aktenlage nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hat feststellen können, hat es die
Beschwerdeführerin durch die asim Begutachtung polydisziplinär begutachten lassen
3.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/20
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(zu den konkreten Gründen sowie zum Fragenkatalog vgl. act. G 27 und 30). Die asim
Begutachtung hat das polydisziplinäre (internistische, rheumatologische und
psychiatrische) Gutachten am 30. April 2021 erstattet (act. G 36). In ihrer
interdisziplinären Gesamtbeurteilung haben die Sachverständigen als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine undifferenzierte Somatisierungsstörung, eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrionen und passiv-aggressiven Zügen sowie
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, genannt (act. G
36; Gesamtbeurteilung S. 14). Sodann sind sie zum Schluss gekommen, dass sowohl
in den angestammten Tätigkeiten als auch in anderen leidensangepassten Tätigkeiten
eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Einschränkung sei
psychisch bedingt durch die leicht eingeschränkte Ausdauerfähigkeit. Ausserdem sei
die Beschwerdeführerin durch ihre Persönlichkeitsstörung in ihren familiären
Beziehungen und ihrer Gruppenfähigkeit eingeschränkt, weshalb eine
leidensangepasste Tätigkeit nicht ausschliesslich oder in hohem Ausmass Teamarbeit
erfordern, sondern der Beschwerdeführerin auch Rückzugsmöglichkeiten einräumen
sollte. Aus rheumatologischer Sicht seien körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit, Lasten über 12 kg zu heben, zu tragen oder zu
stossen, möglich (act. G 36; Gesamtbeurteilung S. 15 und rheumatologisches
Fachgutachten S. 19 f.). Der Gesundheitszustand habe sich seit der ersten
Begutachtung im Jahr 2003 nicht relevant verändert. Insbesondere könnten die in der
Zwischenzeit in den Raum gestellten Differentialdiagnosen eines SAPHO-Syndroms,
eines Morbus Behçet oder einer anderen entzündlich-rheumatologischen Erkrankung
nicht klar bestätigt werden. Die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe
demnach - mit Ausnahme von vorübergehenden höheren Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Hospitalisationen - seit der MEDAS Begutachtung im
Jahr 2003 (act. G 36; Gesamtbeurteilung S. 15).
Das asim-Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die medizinischen
Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden sind berücksichtigt
worden. Die gestellten und das Nichtvorliegen gewisser Diagnosen sind ausführlich
begründet worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Mit den abweichenden Einschätzungen behandelnder Ärzte haben sich die asim-
Gutachter ausreichend auseinandergesetzt. Weiter gibt es keine Anhaltspunkte dafür,
dass im Gutachten objektiv wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt worden wären
(zum Ganzen vgl. act. G 36).
3.2.
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Zwar ist es verständlich, dass die Beschwerdeführerin nur schwer nachvollziehen
kann, weshalb die bei ihr von ärztlicher Seite teils diagnostizierte Fibromyalgie gemäss
asim-Gutachten nicht vorliegen soll (vgl. act. G 38). Der rheumatologische asim-
Gutachter hat jedoch ausführlich begründet, weshalb er keine Fibromyalgie
diagnostiziert hat und auch sonst keine Diagnosen aus dem rheumatologischen
Formenkreis hat stellen können (act. G 36; rheumatologisches Fachgutachten S. 12 ff.).
Der rheumatologische asim-Gutachter hat erklärend ausgeführt, dass sich die
Diagnosekriterien zur Verifizierung einer Fibromyalgie seit dem MEDAS-Gutachten vom
19. Juni 2003, als die Diagnose eines primären Fibromyalgiesyndroms noch gestellt
worden sei, verändert hätten. Weiter hat er zutreffend festgehalten, bereits im Rahmen
der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2017 habe der damalige rheumatologische
Gutachter anhand der neuen, aktuell geltenden Fibromyalgie-ACR-Kriterien 2016 keine
befriedigende Korrelation mit den von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden
finden können (vgl. dazu IV-act. 149 S. 74). Dieser klinische Eindruck sei auch
anlässlich der rheumatologischen Untersuchung vom 15. Februar 2021 entstanden. Es
bestehe eine ausgeprägte Schmerzintensität mit Werten zwischen 7 und 8/10 sowie
mit monatlichen Schüben auf Werte von 9-10/10. Zudem erscheine der Fokus der
Schmerzsymptomatik meist situativ bedingt zu sein mit einer Lokalisierung der
Beschwerden auf bestimmte Körperteile je nach Situation. Eine ausgeprägte
Schmerzhaftigkeit bei der Palpation, nämlich eine Allodynie, d.h. die Entstehung lokaler
Schmerzen bei geringer, nicht schmerzerregender Berührung, die auch für eine
Fibromyalgie typisch wäre, ohne zu den aktuellen Kriterien zu gehören, fehle
vollständig. Die Tendenz einer motorischen Schonung/Rückhaltung, um
belastungsabhängige Schmerzen zu vermeiden, wie sie Fibromyalgie-Patienten meist
zeigen würden, sei bei der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht ersichtlich. Sie habe sich
spontan bewegt und sei während der gesamten Untersuchung in Mimik und Gestik
unauffällig gewesen. Beim Vorliegen einer atypischen Schmerzsymptomatik könne ein
Fibromyalgiesyndrom nicht bestätigt werden (zum Ganzen act. G 36;
rheumatologisches Fachgutachten S. 13 f.). Aus diesen Ausführungen ist zu schliessen,
dass auch der rheumatologische asim-Gutachter die Diagnose einer Fibromyalgie nicht
kategorisch ausgeschlossen hat, aber keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür
gefunden hat, die es ihm erlauben würden, eine solche zu bestätigen. Diese
Einschätzung ist aufgrund der Befundsituation nachvollziehbar, zumal sie mit
derjenigen des Vorgutachters übereinstimmt (vgl. IV-act. 149 S. 74). Auch ist im
Gutachten ausführlich und nachvollziehbar dargelegt worden, weshalb die Diagnose
eines SAPHO-Syndroms, die unter anderem Anlass zur Einholung eines
Gerichtsgutachtens gegeben hatte (vgl. act. G 27 und 30), nicht gestellt wird (vgl. act.
G 36; Gesamtbeurteilung S. 16 und rheumatologisches Fachgutachten S. 15 ff.).
3.3.
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Diesbezüglich hat auch Dr. med. P._, Klinik für Rheumatologie, KSSG, in einem
zwischenzeitlich ergangenen Bericht vom ._ März 2021 festgehalten, dass die
Erosionen der Haut an den Händen, die nur aufgrund vorgelegter Fotos bewertet
werden könnten, für ein SAPHO-Syndrom wenig typisch seien, da es sich nicht streng
um eine palmare oder plantare Pustulose handle. Darüber hinaus seien die weiteren
Kriterien für ein SAPHO-Syndrom in mehreren Untersuchungen nicht vorliegend
gewesen. Die oralen Aphten im Bereich der Zahnhälse seien auch nicht typisch für ein
Morbus Behçet. Ein solcher habe bisher auch nicht diagnostiziert werden können (vgl.
act. G 38.4).
Wie die Beschwerdeführerin korrekt ausführt, kommt es für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aber ohnehin nicht in erster Linie auf die gestellten Diagnosen an (vgl.
act. G 38 S. 4), sondern auf die mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit. Selbst wenn die Diagnose
Fibromyalgie vorliegen würde, liesse sich daraus nicht automatisch auf eine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsfähigkeit schliessen. Im MEDAS-
Gutachten vom 19. Juni 2003 ist aus rheumatologischer Sicht trotz der diagnostizierten
Fibromyalgie für optimal angepasste Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden (vgl. IV-act. 18). Angesichts dessen, dass der rheumatologische asim-
Sachverständige keine Hinweise auf eine entzündliche Erkrankung des
rheumatologischen Formenkreises (vgl. act. G 36, rheumatologisches Fachgutachten
S. 17) und ganz generell keine relevanten, gravierenden rheumatologischen
Erkrankungen gefunden hat (vgl. act. G 36, rheumatologisches Fachgutachten S. 12
und 15), ist es erst recht nachvollziehbar, dass er, wie bereits die beiden
rheumatologischen Vorgutachter (vgl. IV-act. 15 und 149), aus rheumatologischer Sicht
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit hat feststellen können (vgl. act. G 36,
rheumatologisches Fachgutachten S. 15 und 19 f.). Der von der Beschwerdeführerin
am 22. Mai 2021 (vgl. act. G 38) eingereichte Bericht von Dr. N._ vom 8. März 2021
(vgl. act. G 38.2) hat den asim-Gutachtern vorgelegen (vgl. act. G 36;
Gesamtbeurteilung S. 23 und 61) und der rheumatologische Gutachter hat sich mit den
Einschätzungen von Dr. N._ einlässlich und in nachvollziehbarer Weise
auseinandergesetzt (vgl. act. G 36; rheumatologisches Fachgutachten S. 18 f.).
Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen
Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist auch die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. April 2006, I
803/05, E. 5.5, und vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht zulässig,
3.4.
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ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des
Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit weiterem Hinweis). Solche
Aspekte sind auch aus dem von der IV-Stelle am 28. Juli 2021 nachgereichten Bericht
von Dr. N._ vom 26. Januar 2021 nicht ersichtlich, zumal darin im Wesentlichen die
subjektiven Beschwerden der Beschwerdeführerin wiedergegeben worden sind und
keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit genommen wird (vgl. act. G 46 und 46.1).
Soweit die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter einwenden lässt, das
asim-Gutachten sei nicht nachvollziehbar, da kein Schmerzspezialist als Gutachter
beigezogen worden sei (vgl. act. G 41), kann ihr nicht gefolgt werden. Zum einen ist die
Beschwerdeführerin im Vorfeld der Begutachtung über die angedachten
Fachdisziplinen informiert worden (act. G 27), wogegen sie keine Einwände erhoben
hat (vgl. act. G 28 und 30). Namentlich hat sie keine Begutachtung durch einen
Schmerzspezialisten beantragt (vgl. act. G 28 ff.). Zum anderen hat das
Versicherungsgericht die asim-Gutachter im Gutachtensauftrag explizit um
Rücksprache gebeten, falls sich im Rahmen der Begutachtung die Notwendigkeit des
Einbezugs weiterer Fachdisziplinen oder eines externen Gutachters ergeben sollte (vgl.
act. G 30). Eine entsprechende Rückfrage ist ausgeblieben. Folglich ist davon
auszugehen, dass die Sachverständigen zur Beurteilung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin den Beizug weiterer Fachdisziplinen nicht als notwendig
erachtet haben. Aus der Aktenlage ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern von einem
Schmerzspezialisten bessere Erkenntnisse hinsichtlich der Frage der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit zu erwarten gewesen wären. Aus der vorgebrachten
Kritik, wonach die Kriterien der Deutschen Leitlinien für Schmerzbegutachtung nicht
eingehalten worden seien (vgl. act. G 41), kann die Beschwerdeführerin ebenfalls nichts
zu ihren Gunsten ableiten, stellen Leitlinien generell doch in erster Linie eine
Orientierungshilfe und keine verbindliche Regelung dar. Anhaltspunkte dafür, dass die
vom Gericht in Auftrag gegebene asim-Begutachtung nicht lege artis durchgeführt
worden wäre, liegen jedenfalls nicht vor.
3.5.
Die dargelegten Einwände der Beschwerdeführerin vermögen die Beweiskraft des
asim-Gutachtens vom 30. April 2021 somit nicht in Frage zu stellen. Gleiches gilt für die
3.6.
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4.
Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Sorgen, dass es sich für sie schwierig
gestalten könnte, eine Arbeitsstelle zu erhalten, mithin ihre medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeit praktisch zu verwerten, da in ihren Arbeitszeugnissen stehe, dass sie
krankheitsbedingt entlassen worden sei, sind zwar nachvollziehbar (vgl. act. G 38 S. 3).
Für die Invaliditätsbemessung ist es allerdings nicht massgeblich, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern
einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn
ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
Arbeitsangebote, bei welchen mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des
Arbeitgebers gerechnet werden kann. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erst in denjenigen Fällen anzunehmen,
in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie
der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen
erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und
E. 3.3.1 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung der obgenannten Definition des
weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 22. Mai 2021, mit
welchen sie in erster Linie eine subjektive Einschätzung ihrer gesundheitlichen und
beruflichen Situation abgibt und schildert, wie sie das Gutachten wahrnimmt (vgl. act.
G 38). Zwar sollen die von der Beschwerdeführerin subjektiv wahrgenommenen
Beschwerden keinesfalls in Abrede gestellt werden. Zur Beurteilung des
Rentenanspruchs ist die rein subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin jedoch
nicht massgebend. Vielmehr ist es in erster Linie Aufgabe der Ärzte anhand der
objektiven Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die
Leistungsfähigkeit festzulegen (vgl. BGE 140 V 195 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Mai 2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2; vgl. E. 2.2).
Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der asim
Begutachtung, wonach in optimal leidensangepassten Tätigkeiten eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe (vgl. act. G 36), abzustellen ist.
3.7.
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ausgeglichenen Arbeitsmarktes kann das Auffinden einer entsprechenden Stelle im
vorliegenden Fall nicht als aussichtslos betrachtet werden. Vielmehr ist anzunehmen,
dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt ausreichend Stellen beinhaltet, welche dem von
den asim-Gutachtern definierten Zumutbarkeitsprofil Rechnung tragen (vgl. E. 3.1). Zu
denken ist beispielsweise an leichte Kontroll- oder Sortiertätigkeiten.
5.
6.
Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Leiden zu prüfen (vgl. E. 2).
5.1.
Die gutachterlich attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit bezieht sich sowohl auf
angestammte als auch auf adaptierte Tätigkeiten (vgl. act. G 36; Gesamtbeurteilung S.
15). Demnach ist vorliegend sowohl hinsichtlich des hypothetischen
Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens von derselben
Lohnbasis auszugehen, weshalb der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten
Prozentvergleichs vorgenommen werden kann. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom
Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2017, 9C_804/2016, E. 2.2
mit Hinweis; zum Tabellenlohnabzug vgl. BGE 126 V 75). Bei einer Arbeitsunfähigkeit
von 20 % würde selbst bei einem Tabellenlohnabzug von 20 % ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren (100 % - 80 % x 80 % = 36 %).
Gründe, die einen 20 % übersteigenden Abzug bzw. den maximal zulässigen Abzug
von 25 % rechtfertigen würden (vgl. BGE 126 V 75), sind vorliegend nicht gegeben.
Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint.
5.2.
Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen.6.1.
Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist aufgrund des eingeholten
Gerichtsgutachtens jedoch von einem vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführerin
auszugehen. Denn aufgrund des nicht vollständig abgeklärten Sachverhalts hat sich die
Beschwerdeführerin zu Recht zur Erhebung der Beschwerde veranlasst gesehen und
eine Rückweisung zur weiteren Abklärung hätte zu einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin geführt (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2; vgl. ferner BGE 137 V 210 E.
4.4.2; vgl. IV-Rundschreiben Nr. 314).
6.2.
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
6.3. bis
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Die im vorliegenden Fall auf Fr. 800.-- festzusetzende Gerichtsgebühr ist der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. E. 6.2).
Auch hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für das asim-Gutachten in der Höhe
von Fr. 14'344.70 (inklusive Hotelkosten der Beschwerdeführerin) zu bezahlen (vgl. act.
G 44), da die Einholung des Gutachtens für die Beurteilung des Leistungsanspruchs
unerlässlich gewesen ist (vgl. Art. 45 Abs. 1 ATSG; BGE 137 V 210 E. 4.4.2; IV-
Rundschreiben Nr. 314). Weiter hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf den Ersatz
der im Hinblick auf die Begutachtung angefallenen Spesen (vgl. Art. 45 Abs. 2 ATSG;
IV-Rundschreiben Nr. 314). Die seitens der Beschwerdeführerin geltend gemachten,
jedoch betragsmässig nicht belegten Spesen für die Hin- und Rückfahrt zwischen dem
Wohnort und dem Ort der Begutachtungsstelle in der Höhe von Fr. 90.-- sind auf Fr.
80.-- zu kürzen (vgl. www.(...) [besucht am 21. September 2021], wonach eine
Tageskarte lediglich Fr. 40.-- kostet). Auch wenn die auf der Internetseite aufgeführten
Kosten seit dem Kauf der Tageskarten geändert haben könnten, wird auf weitere
Abklärungen, die mit Blick auf den in Frage stehenden Betrag einen unverhältnismässig
hohen Aufwand bedeuten würden, verzichtet. Die geltend gemachten
Verpflegungskosten in der Höhe von Fr. 50.-- (vgl. act. G 35 und 35.1) erscheinen
angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin zwei Nächte auswärts verbracht hat
(vgl. act. G 34 f.), als angemessen (vgl. dazu Art. 90 Abs. 3 und 4 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; Merkblatt 4.05 der Informationsstelle AHV/
IV, Stand 1. Januar 2020, S. 4). Sie hat folglich einen Anspruch auf Auslagenersatz in
der Höhe von Fr. 130.-- (2 x Fr. 40.-- für die Tageskarten + Fr. 50.--
Verpflegungskosten).
6.4.
Die Parteikosten werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner Kostennote
vom 4. Juni 2021 Aufwendungen im Gesamtbetrag von Fr. 10'085.05 geltend (vgl. act.
G 41.1). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren hat er durch das Einreichen ärztlicher
Berichte mit ergänzenden Stellungnahmen massgeblich dazu beigetragen, dass das
Gericht eine Begutachtung in Auftrag gegeben hat (vgl. namentlich act. G 14, 14.1, 16,
16.1.1, 18, 18.1, 20, 20.1, 20.2, 24. 24.1 und 24.2). Den dadurch entstandenen
Mehraufwand gilt es im Rahmen der Bemessung der Parteientschädigung zu
berücksichtigen. Ausserdem ist einzuräumen, dass eine durch das Gericht in Auftrag
6.5.
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