Decision ID: 68f06fab-1fbf-414b-9670-c9d1545ea5ad
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
war seit dem 1
9.
Oktober 2018 bei der Y._
AG als Deckenmonteur angestellt und damit
bei der
Suva
obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Mit Bagatellun
fallmeldung vom
2
1.
Januar 2019
teilte die Arbeitgeberin der Suva mit,
dass der Versicherte am 2
2.
Oktober 2018 mit der
Vespa
gestürzt sei, wobei er sich einen Bruch am Thorax (Ri
ppen, Brustkorb) zugezogen habe
(
Urk.
11/1
Ziff.
3-6 und
Ziff.
9
).
Die am 2
6.
Oktober 2018 erstbehandelnden Ärzte des
Spitals Z._
diagnostizierten eine
Fractura
Costa V links
dorsolateral
(
Urk.
11/10 S. 1).
Weitere bildgebende Abklärungen der
rechten
Schulter ergaben sodann eine
undislozierte
,
kleinvolumige
Avulsionsfraktur
des
Tuberculum
majus
m
i
t
residuellem
bone
bruise
(vgl.
Urk.
11/21
, auch
Urk.
11/24
), welche am
9.
Juli
und am 2
9.
Oktober 2019
durch PD
Dr.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
operativ saniert wurde
(
Urk.
11/25
,
Urk.
11/74/2-3
)
.
Die Suva anerkannte hierfür ihre Leistungspflicht.
Am
3.
März 2020 führte
Dr.
med. B._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates,
sodann
eine operative Sanierung des rechten
oberen Sprunggelenkes (
OSG
)
des Versicherten durch (
Urk.
11/115)
,
und a
m
9.
Juli 2020 erfolgte
durch PD
Dr.
A._
eine
Refixation
einer Ruptur der
Flexor-
Pronator
-Gruppe am linken Ellbogen (
Urk.
11/132/2-3).
Gestützt auf d
en Untersuchungsbericht
von
Kreisarzt
Dr.
med. C._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom
3
0.
Juli 2020
(
Urk.
11/142)
sowie
auf
seine
Stellungnahmen vom
1
3.
Mai 2020 (
Urk.
11/116/2), 2
1.
August 2020 (
Urk.
11/148) und vom
9.
September 2020
(
Urk.
11/166
)
verne
inte die Suva mit Verfügung vom
10.
September 2020
(
Urk.
11/171
) einen sicheren
oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
2
2.
Oktober
201
8
und den
Ellbogenbeschwerden links und den Fussbe
schwerden rechts
und damit ihre Leistungspflicht
und sprach ihm mit
Verfügung vom 2
9.
Oktober 2020 (
Urk.
12/196
/2
-
6
) für die verbliebenen Beeinträchtigungen an der rechten Schulter aus dem Unfall vom 2
2.
Oktober 2018 ab
1.
Dezember 2020 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 19.00
%
zu
und verneinte einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Am
8.
Oktober
2020
,
am
3
0.
November 2020
und am 2
5.
Januar 202
1
erhob der Versicherte Einsprache
(
Urk.
11/187
,
Urk.
12/208
und
Urk.
12/223)
, welche die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom
3.
Mai 2021
nach
einer erneuten Stellungnahme durch
den Ver
trauensarzt med.
pract
. D._
, Facharzt für Chirurgie,
vom 3
1.
März 2021
(
Urk.
12/
239
)
b
etreffend
die Verfügung vom 1
0.
September
2020 abwies und
hinsichtlich der
Verfügung vom 2
9.
Oktober 2020 gut
hiess, indem sie
dem Versicherten
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 25
%
eine Invalidenrente
zu
sprach
(
Urk.
12/240
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
4.
Juni 2021 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
3.
Mai 2021
(
Urk.
2) und beantragte,
dass
ihm
in Aufhebung der Ver
fügung v
om 1
0.
September 2020 und Ziffer
1 des
Einspracheentscheides
vom
3.
Mai 2021 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen seien. Eventuell sei ein orthopädisches Gerichtsgutachten einzuholen und subeventuell die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person der Unterzeichnenden (
Urk.
1 S. 2).
Am 2
3.
Juli 2021 teilte Rechtsanwältin Nicole Schneider dem hiesigen Gericht mit, dass sie den Versicherten nicht mehr vertrete (
Urk.
9). Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2021 beantragte die Suva
,
die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
10), was dem Beschwerdeführer am 2
5.
August 2021 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
13)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen davon auszugehen sei, dass die beschriebenen Veränderungen, welche am Ellbogen und auch am Fuss behan
delt worden seien, überwiegen
d
wahrscheinlich älter als das Unfallereignis und mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit unabhängig vom Unfalleinfluss entstanden seien. So fehlten zeitnah zum Unfall erwähnte und/oder
medizinisch dokumentierte Beschwerden an den erwähnten Lokalisationen (S. 4 f.
Ziff.
2.2
-3
). PD
Dr.
A._
und
Dr.
B._
hätten ihre Auffassung nicht näher begründet.
Bei fehlendem Nachweis eines Kausalzusammenhanges zwischen den besagten Beschwerden und dem Unfall erübrige sich eine Prüfung im Lichte der Listenverletzungen gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG (S. 5
Ziff.
2.3). Damit sei die Ein
sprache gegen die Verfügung vom 1
0.
September 2020 abzuweisen (S. 5
Ziff.
2.4). Hinsichtlich der gegen die Verfügung vom 2
9.
Oktober 2020 erhobene
n
Einspra
che betreffend die Berechnung des
Validenei
nkommens
sei diese gutzuheissen,
und es resultiere ein Invaliditätsgrad von 25
%
(S. 6
Ziff.
3).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass sich diese einzig gegen den abweisenden Teil des
Einspracheentscheides
und damit gegen die Verneinung der Unfallkausalität der Ellbogen- und Fussbe
schwerden richte, während die Erhöhung des IV-Grades und damit die IV-Rente nicht angefochten werde (S. 6
Rz
27).
Die Beschwerdegegnerin wäre gehalten gewesen, hinsichtlich des auf Anfrage vom 2
9.
Juli 2020 eingegangenen Ant
wort
schreibens von PD
Dr.
A._
weitere Ab
klärungen zu tätigen
(S. 7
Rz
30
31)
. Der Sachverhalt sei unvollständig abgeklärt worden (S. 7
Rz
32).
Hinsicht
lich der Ellbogenbeschwerden habe er bereits in der Sprechstunde vom 1
4.
März 2019 davon berichtet
, dass er regelmässig Gegenstände aus der Hand fallen lasse und ähnliche Ausfälle habe. Wenn diese Umstände erstmals am 1
4.
März 2019 doku
mentiert seien, bedeute dies, dass die effektiven Einschränkungen bereit
s länger bestanden hätten
(S. 7 f.
Rz
35).
Ausserdem habe PD
Dr.
A._
festge
halten, dass d
ie
Traumata und die Pathologie dem entsprechen würde, was typi
s
cherweise im Rahmen eines Töff-Unfalles gesehen werde. Es sei keine typi
sche Degenera
tion, sondern eine traumatische Zerreissung des Ellbogens auf der Innenseite (S. 8
Rz
36). Hierzu habe sich med.
pract
.
D._
nicht geäussert
,
und seiner Ein
schätzung komme kein Beweiswert zu (S. 8
Rz
37). Vielmehr
sei
der Einschätzung von PD
Dr.
A._
folgend eine Kausalität zum Vorfall vom Oktober 2018 zu bejahen und andernfalls ein Gerichtgutachten einzuholen (S. 8
Rz
38).
O
bwohl sich sowohl PD
Dr.
A._
als auch
Dr.
B._
klar für eine Unfallkausalität
der Fussbeschwerden
ausgesprochen hätten, habe die Beschwer
de
gegnerin hierzu nicht Stellung genommen (S. 9
Rz
41). Auch hier sei ein Gutachten einzuholen (S. 9
Rz
43).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
10) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach sie
zu weite
ren Abklärungen hin
sichtlich des
Schreiben
s
von PD
Dr.
A._
verpflichtet gewesen wäre, völlig haltlos sei
(S. 2
Ziff.
4.1). Betreffend die Beschwerden am Ellbogen habe PD
Dr.
A._
am 1
7.
Mai 2019 festgehalten, dass der Patient neuerdings auch
Ulnaris
-Symptome habe. Entgegen der Behauptung
en
des Beschwerdeführers
seien im März 201
9
keine Ellbogen-
Pro
bleme/Beschwerden dokumentiert.
Zudem sei zu bemerken, dass zu erwarten gewesen wäre, dass PD
Dr.
A._
als Schul
ter- und Ellbogenchirurg den Ellbogenbeschwer
d
en sofort Beachtung geschenkt hätte, hätte der Beschwerdeführer bereits vor Mitte 2019 darüber geklagt (S. 3
Ziff.
4.3).
Vor Juni 2019 seien auch keine Fussbeschwerden dokumentiert (S. 3
Ziff.
4.4).
2.4
Die Beschwerdegegnerin
anerkannte
ihre Leistungspflicht für di
e
mittels MRI vom
1
7.
Juni 2019
und Ganzkörperskelettszintigraphie vom 2
6.
Juni 2019
(
Urk.
11/21
,
Urk.
11/24
) objektivierte
undislozierte
kleinvolumige
Avulsions
fraktur
des
Tuberculum
majus
an der rechten Schulter, welche am
9.
Juli 2019 eine
Refixation
, durchgeführt durch PD
Dr.
A._
(
Urk.
11/25
)
,
sowie die Folge
operation vom 2
9.
Oktober 2019 (
Urk.
11/74/2-3)
nach sich zog
.
Aufgrund der verbleibenden Einschränkungen an der rechten Schulter sprach die Suva dem Beschwerdeführer in Gutheissung der Einsprache mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Mai 2021
eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 25
%
zu. Dies blieb unbestritten.
Hingegen verneinte
die Suva
eine Leistungspflicht für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden im Bereich des rechten Fusses sowie des linken Ellbogens.
Strittig und zu prüfen ist demnach nachfolgend
die Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer beklagten Fuss- und Ellbogenbe
schwerden und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ihre Leistungspflicht verneint hat.
3.
3.
1
Die Ärzte des
Spitals Z._
, Notfallstation, nannten in ihrem Bericht vom 2
6.
Oktober 2018
(
Urk.
11/10/1-2)
als Diagnose eine
Fractura
Costa V links
dorsolateral
vom 2
5.
Oktober 2018 (S. 1).
Die Ärzte führten aus, dass
eine not
fallmässige Selbstvorstellung des Beschwerdeführers am 2
6.
Oktober 2018 bei Schmerzen im Thorax nach
Töffsturz
vom
2
5.
(richtig wohl: 22.)
Oktober 2018
erfolgt
sei
. Der Patient sei mit seiner
Vespa
mit etwa 30 km/h unterwegs gewesen, dabei ausgerutscht und auf die linke Seite gefallen. Seither bestünden atemab
hängige Schmerzen im linken Thorax sowie Schmerzen beim Husten. Am Schul
tergürtel zeigten sich keine
Druckdolenzen
, keine Prellmarken und kein Häma
tom. Es werde eine Bedarfsanalgesie durchgeführt (S. 1).
3.
2
In seinem
Krankengeschichte
(KG)
-Eintrag vom 2
7.
November 2018
(
Urk.
11/11/2-4 S. 1 f.)
nannt
e PD
Dr.
A._
als Diagnosen
eine
Tossy
II
Acromio-Clavicular
(
AC
)
-Gelenk links, ei
ne
Scapula
alata
(
Kibler
I
)
bei
Th
oracicus
longus
-Läsion, eine Rippenfraktu
r
5 links bei
Vespa
-Unfall sowie einen Status nach Mumford AC-Gelenk rechts.
PD
Dr.
A._
führte aus,
dass eine Wieder
vorstellung
des Beschwerdeführers erfolgt sei. Nachdem sich das rechte Schulter
gelenk endlich von der Operation erholt habe, habe er auf dem Weg von der Arbeit einen Unfall mit der
Vespa
gehabt. Dabei habe er sich zwei Rippen gebro
chen und eine Lähmung des
Nervus
thoracicus
longus
zugezogen, woraus eine leichte
Scapula
al
a
ta
resu
l
tiere. Obendrauf sei noch eine Distorsion des AC-Gelenkes links erfolgt.
3.
3
Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG
vom 2
1.
Januar 2019
(
Urk.
11/1) stürzte der Beschwerdeführer
am 2
2.
Oktober 2018
mit der
Vespa
auf der Strasse, wobei er sich einen Bruch zuzog. Als betroffenes Körperteil wurde der Thorax (Rippen, Brustkorb) angegeben (
Ziff.
4,
Ziff.
6 und
Ziff.
9).
3.
4
In seinem K
G-Eintrag vom
1
4.
März 2019
(
Urk.
11/11
/2-4
S. 2 Mitte)
führte PD
Dr.
A._
aus, dass der Beschwerdeführer nach wie vor Beschwerden
habe und ihm regelmässig Gegenstände aus der Hand fallen würden
beziehungsweise er ähnliche Ausfälle habe.
Das MRI der Schulter
zeige eine traumatische Läsion des AC-Gelenks bei ansonsten weitgehend unauffälliger Schulter.
Aufgrund der anhaltenden Beschwerden, welche auch ein neurologisches Naturell hätten,
werde
eine neurologische Begutachtung veranlasst
.
3.
5
Dr.
med. E._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psy
chotherapie, stellte in seinem Bericht vom
3.
April 2019 (
Urk.
11/18
/2-3
) nach neurologischer Untersuchung des Beschwerdeführers vom
1.
April 2019 folgende Diagnosen (S. 1):
-
Schmerzsyndrom linker Arm bei Unfall im November 2018 mit Läsion des
Nervus
thoracicus
longus
links und
Scapula
alata
links
-
Status nach Schultergelenksoperation rechts
am
1
7.
Juli 2018 (
arthrosko
pische
laterale
Clavikularesektion
)
Dr.
E._
führte aus, dass es im Verlauf zum Unfallereignis zu eher zuneh
menden Schmerzen und Beschwerden im Bereich der linken Schulter und des linken Armes gekommen sei, mit einem Schmerzmaximum im Bereich der vent
ralen Schulterregion und Schmerzausstrahlung über den ventralen Oberarm in den dorsalen Unterarm, zeitweise
auch bis in die linke Hand
. Dem
Beschwerde
führer würden wiederholt Gegenstände aus der linken Hand fallen
(S. 1 unten).
N
eurologisch
sei
eine
Scapula
alata
infolge einer Parese des
Musculus
serratu
s
anterior
links nachweisbar
. Ansonsten fänden sich keine motorischen oder sensiblen Defizite im Bereich der oberen Extremitäten
. Elektron
eurografi
sch f
änden
s
ich keine Hinweise auf eine Lei
tungsstörung im Bereich der peripheren Armnerven links als Ursache für das Schmerzsyndrom in den linken Arm. Das Schmerzsyndrom im Bereich der ventralen Schulterregion mit Ausstrahlung in
den linken Arm sei von neurologischer Seite her nicht vollständig zu erklären
(S.
2 unten).
3.
6
PD
Dr.
A._
hielt in seinem KG-Eintrag vom 1
7.
Mai 2019
(
Urk.
11/27 S. 5 unten)
fest, dass die Neuropathie noch nicht wesentlich besser geworden sei und
neuerdings auch
Ulnaris
-Symptome
aufgetreten seien. Es bestünden
Dysästhe
sien
,
die Provokationstests für den
Ulnaris
am Ellenbogen seien positiv
und Druckschmerzen auf dem TO.
3.
7
Dr.
med. F._
, Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin, stellte nach am
2
6.
Juni 2019
beim Beschwerdeführer durchgeführter
Ganzkörper
skelettszintigraphi
e sowie dem durchgeführten Röntgen des OSG rechts
in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
11/24)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
undislozierte
Fraktur des
Tuberculum
majus
rechts mit einem 17 x 9 x 10 mm grossen Knochenfragment mit hochgradig vermehrter Knochenum
bauaktivität im Verlauf des Frakturspaltes
-
weitestgehend konsolidierte, teilweise in leichter
Überschriebefehlstellung
stehende Frakturen der
2.
bis
6.
Rippe links dorsal
-
dringender
Verdacht auf eine
osteochondrale
Läsion am
dorsalen
Rand der
Talusrolle
links mit diffus
vermehrter Knochenumbauaktivität des linken
[richtig wohl: rechten]
OSG.
Hier gegebenenfalls weitere Abklä
rung/
Bestandesaufna
h
me
mittels MRI zu erwägen
-
leicht bis
mässiggradige
AC-Gelenksarthrose rechts mit
subchrondraler
, in erster Linie degenerativ/
arthrotisch
bedingter Mehranreicherung im late
ralen
Klavikulaende
rechts
Dr.
F._
führte aus, dass
sich im Bereich des rechten OSG eine diffus vermehrte Radionuklidanreicherung gefunden habe.
Konventionell radiologisch habe sich ein muldenförmiger Defekt an der
Talusrolle
dorsalseitig gezeigt mit angrenzend kleiner, wahrscheinlich intraartikulärer Verkalkung.
3.
8
In seinem KG-Eintrag vom 1
6.
Dezember 2019 (
Urk.
11/80
/2-9
S
. 7 unten) stellte PD
Dr.
A._
folgende Diagnosen:
-
Status sechs Wochen
post
Schulter-Arthroskopie rechts mit
subakromialer
und intraartikulärer
Adhäsiolyse
,
Bizepssehnen
-Tenotomie, Re-Mumford, Mobilisation in Narkose und Entfernung der Schrauben
-
Status acht Monate
post
a
rthroskopische
Reposition und interne Fixation
(
ARIF
)
Tuberculum
majus
und 2-Sehnen-Refixation
PD
Dr.
A._
führte
zur Verlaufskontrolle des Beschwerdeführers aus, dass dieser nach der Operation ein bisschen vermehrt Narbenprobleme entwickelt habe, diese jedoch sehr gut wegtherapiert worden seien. Die Beweglichkeit sei nahezu frei, auch die Kraft habe deutlich dazugewonnen. Der Beschwerdeführer habe nach
wie vor Beschwerden auf der linken Seite mit Nervenausfällen und Beschwerden am
Fuss
, für welche
eine Kontrolle aufgegleist worden sei
.
3.
9
PD
Dr.
A._
hielt in seiner KG am
3.
Februar 2020 (
Urk.
11/80/2-9 S. 7 unten f.) fest, dass eine Wiedervorstellung des Beschwerdeführers erfolgt sei. Er sei auch bei
Dr.
E._
zur Begutachtung gewesen, welcher ein klinisch relevantes und elektrophysiologisch abgrenzbares
Sulcus
ulnaris
-Syndrom links gesehen habe. Das rechte OSG, welches schon in der Szintigraphie vom August 2019 auffällig gewesen sei, zeige nun vermehrt Beschwerden bei erhöhter Belastung
.
3.
10
Vertrauensarzt
Dr.
C._
verneinte in seiner Stellungnahme vom
1
3.
Mai 2020
(
Urk.
11/116/2) die Frage, ob die geltend gemachten Beschwerden am Ell
bogen sowie am rechten Fuss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 zurückzuführen seien.
Dr.
C._
begründete dies damit, dass im gesamten Zeitraum nach dem Unfallereignis keinerlei Hin
weise auf einen unfallbedingten Einfluss weder auf den rechten Fuss noch auf den linken Ellbogen dokumentiert seien. Die beschriebenen und be
handelten Veränderungen in den b
enannten Bereichen könnten auch wesentlich älter oder völlig unabhängig von einem Unfalleinfluss sein. Die Operation vom
3.
März 2020 sei unfallfremd erfolgt.
3.
1
1
PD
Dr.
A._
stellte in seinem Bericht vom 2
7.
Mai 2020 (
Urk.
11/123/2-3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Verschlechterung der Situation linker Ellbogen bei
Flexorenriss
-
deutliche Verbesserung beider Schultern und OSG
PD
Dr.
A._
führte aus, dass er den Beschwerdeführer am 2
0.
Mai 2020 in seiner Sprechstunde gesehen habe. Aufgrund der anhaltenden Beschwerden des linken Ellbogens, die
seit fünf Monaten
die Funktion der linken Hand deutlich beeinflussten, wolle er nun die
Refixation
der Flexoren angehen. In der Summe sei zu hoffen, dass dann alle Probleme aus dem Unfall aufgearbeitet seien und eine stabile Situation erreicht werden könne bis hin zur Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit (S. 1).
3.
1
2
Im
Operationsber
icht
9.
Juni 2020
(
Urk.
11/132/2-3) nannte PD
Dr.
A._
als
Diagnose
eine
Ruptur
der
Flexor-
Pronator
-Gruppe
am linken Ellbogen traumati
scher Ursache.
PD
Dr.
A._
führte aus, dass eine
Refixation
der
Flexor-Prona
tor-Gruppe
am linken Ellbogen erfolgt sei.
Der Beschwerdeführer habe einen grösseren Motorradunfall gehabt, welcher nun Stück für Stück abgearbeitet werde. Die Schulter und den Fuss hätten sie recht gut hinbekommen
,
und der Ellbogen sei eigentlich die letzte Baustelle
,
die es habe (S. 1 oben).
3.
1
3
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 2
0.
Juli 2020 (
Urk.
11/145) folgende Diagnose (S. 1):
-
Status nach Operation des rechten Fusses am
3.
März 2020 Klinik G._
:
-
Exzis
ion
Ossikel
laterales OSG nach
o
ssärem
Ligamentum
fibulotalare
anterius
(
LFTA
)
-Ausriss
-
Raffung/Augmentation des
anterolateralen
Kapselbandapparates nach
Broström
-Gould
-
Entlastung/Resektion Ganglion Sinus
tarsi
Dr.
B._
führte aus, dass er den Beschwerdeführer am 2
0.
Juli 2020 in seiner Sprechstunde gesehen habe und er mit dem bisherigen Resultat sehr zufrieden sei. Es zeige sich ein flüssiges Gangbild ohne Hinken und ein sehr gut bewegliches oberes und unteres Sprunggelenk mit
ligamentär
sehr schön stabilen Verhält
nissen
(S. 1 unten)
.
3.
1
4
Dr.
C._
stellte
nach Untersuchung des Beschwerdeführers vom 2
9.
Juli 2020 in seinem am 3
0.
Juli 2020 erstellten Bericht (
Urk.
11/142) folgende Diagnose (S.
8):
-
leicht verminderte Belastungstoleranz rechtes Schultergelenk nach
Tuber
culum
majus
Avulsionsfraktur
durch Sturz mit
Vespa
am 2
2.
Okto
ber 2018
-
Status nach Fraktur
5.
Rippe links
dorsolateral
ohne
residuellen
Beschwer
den
-
leichte Restbeschwerden rechter Fuss nach Exzision
Ossikel
laterales OSG (
3.
März 2020, Unfallkausalität werde nochmals abgeklärt)
-
Status nach
Refixation
Flexor-
Pronator
-Gruppe am Ellbogen links (
9.
Juni 2020, Unfallkausalität werde nochmals abgeklärt
)
Dr.
C._
führte aus, dass eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Deckenmonteur nach der erlittenen Schulterverletzung rechts nicht mehr sinnvoll sei, weil andauernde Überkopfarbeiten, wie sie
ein Deckenmonteur leisten müss
e, nicht mehr zumutbar seien (S. 9
Ad 2). Aufgrund der Situation, dass sich die aktuellen Beschwerden unter Physiotherapie noch relativ gut bessern
würden
, sollte ungefähr noch zwei Monate bis zur Feststellung des stabilen Gesundheitszustandes gewartet werden (S. 9 Ad 3).
In seiner Beurteilung legte
Dr.
C._
dar,
dass sich der Versicherte am 2
2.
Oktober 2018 bei einem St
urz von der
Vespa
verletzt habe, jedoch e
rst Mitte des Jahres 2019 Beschwerden im Bereich des rechten Fusses und des linken Ell
bogens aktenkund
ig seien.
Da
etwa
acht bis neun Monate keinerlei unfallbedingte Beschwerden in diesen Bereichen
dokumentiert worden seien
und die gefundenen Veränderungen auch durchaus älter oder völlig unabhängig von einem Unfall
einfluss auftreten könnten,
habe
er am 1
1.
Mai 2020 die Unfallkausalität von Beschwerden im Bereich des rechten Fusses und des linken Ellbogens abgelehnt.
Der Beschwerdeführer
habe
ausgeführt, dass er die
se
Beschwerden von Anfang an bei PD
Dr.
A._
angegeben
habe
, jedoch
darauf
nicht eingegangen worden
sei
.
D
ie Administration
werde gebeten, diesbezüglich
PD
Dr.
A._
dezi
diert um eine Angabe zu bitten
(S. 8 unten).
3.1
5
Auf die im Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
Juli 2020 gestellte Frage an PD
Dr.
A._
, ob der Versicherte bei ihm im Zeitraum seit der Erstkonsulta
tion bis im Juni 2019 Beschwer
d
en am rechten Fuss sowie am linken Ellbogen gelten gemacht habe und ob diesbezüglich irgendwelche Abklärungen stattge
funden hätte
n
, antwortete PD
Dr.
A._
handschriftlich mit «ja, speziell nach der Behandlung der Fraktur der rechten Schulter» (vgl.
Urk.
11/143)
.
3.
1
6
In seiner Beurteilung vom 2
1.
August 2020 (
Urk.
11/148) führte
Dr.
C._
aus, dass es sich bei der Antwort von PD
Dr.
A._
um kürzestes, handschriftliches Gekritzel handle, welches leider keinen Beitrag leiste, die Kausalität der Beschwerden am Fuss rechts und am Ellenbogen links zum Unfallereignis vom 2
2.
Oktober 2018 nochmals zu überprüfen. Deswegen müsse er bei seiner bishe
rigen Beurte
ilung vom 1
1.
Mai 2020 bleiben
(S. 1).
3.
1
7
Dem in der KG von PD
Dr.
A._
dokumentierten Schreiben vom 1
1.
November 2020 (
Urk.
12/218/2-4 S. 2 unten f.) lässt sich entnehmen, dass PD
Dr.
A._
ausführte, dass seiner Ansicht nach sowohl d
ie Ellbogen- als auch die Fussb
e
schwerden im Zusammenhang mit dem Unfall stünden. Sowohl die Traumata als auch die Pathologien entsprächen dem, was man im Rahmen eines Töff-Unfalles typischerweise gut sehe. Für weitere Ausführungen zu den Fussbeschwer
d
en könne man hier noch den behandelnden Fusschirurgen hinzuziehen, aber von Seiten
des Ellbogens sei dies nicht eine typische Degener
ation gewesen
, sondern eine traumatische Zerreissung der Sehne ab Ellbogen auf der Innenseite, was anamnestisch für einen Unfall spreche. Hinsichtlich der rechten Schulter sei er weitgehend einverstanden, dass man hier einen relativen Endzustand erreicht habe und dass die Tätigkeit als Deckenmonteur der Gesundheit des Patienten nicht zuträglich sei.
3.
1
8
Dr.
B._
führte am 3
0.
November 2020 (
Urk.
12/223/7) aus,
es sei
für ihn unzweifelhaft klar, dass der knöcherne
Ausriss des vorderen Aussenbandes am Sprunggelenk durch einen Unfall verursacht worden sei. Ob speziell das erwähne Ereignis für das Problem ursächlich sei, könne er nicht sagen.
3.
19
Ve
rtrauensarzt med.
pract
.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 3
1.
März 2021
(
Urk.
12/
239
)
aus, dass weder die Ellbogenbeschwerden links noch die Fuss
beschwerden rechts mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Vorfall vom 2
2.
Oktober 2018 zurückzuführen seien. Er verweise auf die gute und
konzise Beurteilung von
Dr.
C._
vom 2
3.
August 202
0.
Im gesamten erwei
terten Zeitraum nach dem Unfall seien gemäss Aktenlage keinerlei Hinweise auf einen unfallbedingten Einfluss - und auch in den darauffolgenden Behandlungen keine Beschwerden ebenda dokumentiert. Die beschriebenen Veränderungen, welche am Ellbogen und auch am Fuss behandelt worden seien, seien überwie
gend wahrscheinlich älter als das Unfallereignis und mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit unabhängig vom Unfalleinfluss entstanden. So fehlten zeitnah zum Unfall erwähnte oder medizinisch dokumentierte Beschwerden an den erwähnten Lokalisationen (S. 1
Ziff.
1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Entscheid gestützt auf die kreisärzt
lichen
Einschätzungen
von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.10
, E. 3.14, E. 3.16
)
und
von
med.
pract
.
D._
(vorstehend E. 3.
19
)
einen natürlichen Kausalzusammen
hang zwischen dem Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 und den im Verlauf
vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Beschwerden am rechten Fuss sowie am linken Ellbogen. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfaller
eignis und den Beschwerden am linken Ellbogen und am rechten OSG wurde
insbesondere aufgrund des Fehlens einer echtzeitlichen Dokumentation dieser Beschwerden nach dem Unfallereignis
verneint
(vgl. vorstehend E. 2.1)
.
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, es sei gestützt auf die Ausführungen der behandelnden Ärzte PD
Dr.
A._
und
Dr.
B._
eine Unfallkausalität der Beschwerden am linken Ellbogen und am rechten OSG zu bejahen (vorstehend E.
2.2).
4.2
Über allfällige Schmerzen, die nach einem frischen Trauma des Ellbogens zu erwarten gewesen wären, klagte der Beschwerdeführer anlässlich der Erstkon
sultation auf dem Notfall des
Spitals Z._
vom 2
6.
Oktober 2018 nicht, sondern lediglich über Schmerzen im
B
ereich des
linken Thorax (vorstehend E.
3.1). Auch im ersten
,
nach dem Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 von PD
Dr.
A._
verfassen KG-Eintrag vom 2
7.
November 2018 (vorstehend E. 3.2) sind keine Beschwerden
am linken Ellbogen dokumentiert, dies, obwohl es sich bei PD
Dr.
A._
um einen Ellbogenspezialisten handelt.
Ellbogenbeschwerden wur
den auch nicht in der Bagatellu
nfall-Meldung vom 2
1.
Januar 2019 erwähnt (vorstehend E. 3.3).
Erstmalig im
KG-Eintrag von PD
Dr.
A._
vom 1
4.
März 2019
(vorstehend E.
3.4)
wurde
festgehalten
, dass dem Beschwerdeführer regelmässig Gegenstände aus der Hand fallen würden beziehungsweise er ähnliche Au
sfälle habe
,
und es wurde eine neurologische Abklärung bei
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.5)
ver
anlasst.
Einhergehend mit dem Beschwerdeführer kann in d
er
Äusserung
, wonach ihm Gegenstände aus der Hand fallen würden,
ein erstes Indiz für die Ellb
ogen
beschwerden gesehen werden, auch wenn PD
Dr.
A._
erst in seinem KG-Eintrag vom 1
7.
Mai 2019 von neuerdings aufgetretenen
Ulnaris
-Symptomen sprach (vorstehend E. 3.6).
Soweit
der Beschwerdeführer in zeitlicher Hinsicht geltend macht,
dass
seiner Äusserung vom
1
4.
März 2019
entnommen werden könne, dass diese Symptomatik bereits länger vorbestehend
gewesen
sei,
kann ihm
nicht
gefolgt werden, zumal im KG-Eintrag von PD
Dr.
A._
vom 2
8.
Februar 2019 nichts D
erartiges vermerkt worden ist (vgl.
Urk.
11/11/2-4 S. 2 oben).
Selbst wenn man nun davon ausginge, dass bereits ab Ende Februar 2019 resp
ektive Anfang März 2019 Ellbogenbeschwerden bestanden hätten, erweist sich der Zeitraum
von
mehr als
vier Monaten ab Unfallereignis bis zum erstma
ligen Auftreten der Beschwerden als sehr lang. Zudem kam es erst im Verlauf zu einer Verstärkung der Beschwerden
(vgl. vorstehend E. 3.5)
.
In seinem KG-Eintrag vom 2
7.
Mai 2020
hielt
PD
Dr.
A._
fest
, dass die Beschwerden am linken Ellbogen erst seit fünf Monaten die Funktion an der Hand deutlich beeinflussten (vorstehend E
.
3
.11
), und
i
n seiner auf Anfrage der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
Juli 2020 verfass
t
en
Notiz
(vorstehend E. 3.1
5
) führte
er
aus, dass es erst nach der Behandlung der
Fraktur an der rechten Schulter
zu einer Manifestation der Beschwerden am linken Ellbogen gekommen sei, und damit im Verlauf des Som
mers/Herbst 201
9.
Konkret wurde auch erst im Januar 2020 eine bildgebende Abklärung des linken Ellbogens veranlasst (
Urk.
11/76).
Es ist zwar unbestritten, dass es
beim Beschwerdeführer
zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem
Flexorenriss
am linken Ellbogen gekommen sein muss, jedoch wäre zu erwarten gewesen, dass bei einer durch das Ereignis vom 2
2.
Oktob
er 2018 ver
ursachten Verletzung
echtzeitlich Beschwerden respektive Schmerzen beklagt worden wären. Solche
sind jedoch nicht dokumentiert. Damit ist einhergehend mit den kreisärztlichen
Einschätzungen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich bezogen auf das Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 um ein unfallfremdes Geschehen handelte.
In Anbetracht des Fehlens
von
echtzeitlich dokumentierten Beschwerden ändern auch die Ausführungen von PD
Dr.
A._
, wonach es sich um eine traumatisch bedingte Ruptur der Flexor-
Pronator
-Gruppe am linken Ellbogen handle
(vorste
hend E. 3.12
, E.
3.
1
7
)
,
nichts
, zumal diese, wie die Kreisärzte ausführten, in Anbetracht der konkreten Umstände ohne Weiteres auch vorbestehend zum Unfall gewesen se
in kann. Soweit PD
Dr.
A._
am 1
1.
November 2020 (vor
stehend E. 3.18) ausführte, dass dies typische Traumata seien, die im Rahmen eines
Töffunfalles
aufträten, lässt sich nicht nachvollziehen, weshalb er dann im
Rahmen der direkt nach dem Unfallereignis stattgehabten Konsultationen
als Ell
bogenspezialist
diesen Lokalisationen keine Beachtung geschenkt hat.
4.3
Auch hinsichtlich der Fussbeschwerden ist festzuhalten, dass solche in den echt
zeitlichen Berichten
nach dem Unfallereignis vom 2
2.
Oktober 2018 nicht erwähnt wurden, weder von den erstbehandelnden Ärzten des
Spitals Z._
(vorstehend E.
3
1) noch von PD
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2, E. 3.4 und E. 3.6). Auch in der Bagatellunfall-Meldung vom 2
1.
Januar 2019 (vorstehend E. 3.3) finden sich keine Hinweise
auf eine erfolgte Schädigung des rechten OSG.
Bildgebend ergab die am
2
6.
Juli 2019
von
Dr.
F._
beurteilte Ganzkörper
skelettszintigraphie (vorstehend E. 3.
7
) einen dringenden Verdacht auf eine
osteochondrale
Läsion am dorsalen Rand der
Talusrolle
links mit diffus vermehr
ter Knochenumbauaktivität
des
rechten
OSG
, wobei es sich
um einen Zufalls
befund gehandelt haben
dürfte
. Konkret wurde
dann erst einige Monate später
im KG-Eintrag von PD
Dr.
A._
vom 1
6.
Dezember 2019 festgehalten, dass der Beschwerdeführer über Beschwerden am Fuss
klage
(vorstehend E. 3.8). Im KG-Eintrag vom
3.
Februar 2020
führte PD
Dr.
A._
aus, dass das rechte OSG, welches schon in der Szintigraphie vom August 2019 auffällig gewesen sei,
nun vermehr
t
Beschwerden
mit erhöhter Belastung zeige (vorstehend E. 3.9
). Daraus geht
deutlich
hervor, dass das OSG bis zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden verursacht hat.
Erst im Februar 2020 fanden sodann weitere bildgebende Abklä
rungen des rechen OSG statt (
Urk.
11/87).
In Anbetracht desse
n, dass bis zu diesem Zeitpunkt
und damit während über einem
Jahr nach dem Unfallereignis keine Fussbeschwerden vom Beschwerde
führer beklagt worden sind, erweist es sich nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass die im Rahmen
der
Skelettszintigraphien vom 2
6.
Juni 2019 (vorstehend E.
3.6) und
vom
9.
Oktober 2019
(
Urk.
11/57)
festgestellten persistierenden aktiven posttraumatischen Veränderungen am rechten OSG auf das Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 zurückzuführen wäre
n
.
Insbesondere führte
Dr.
B._
, welcher am
3.
März 2020
den operativen Eingriff am rechten OSG vornahm (
vor
stehend E. 3.13),
in seiner Stellungnahme vom 3
0.
November 2020 klar aus, dass er nicht sagen könne, ob die Verletzung am OSG durch das Ereignis vom 2
2.
Oktober 2018 erfolgt sei (vorstehend E. 3.
1
8
).
Damit steht seine Einschätzung jener von
Dr.
C._
und med.
pract
.
D._
nicht entgegen.
4.
4
Abschliessend ist damit festzuhalten, dass sich keine Zweifel an den Beurteilun
gen von
Dr.
C._
und med.
pract
.
D._
(vorst
ehend E. 3.10, E. 3.14, E. 3.16
und E. 3.
19
) aufdrängen und damit
mangels echtzeitlich dokumentierter Beschwer
den
davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer durch das Ereig
nis vom
2
2.
Oktober 2018 keine Verletzung am linken Ellbogen und am rechten OSG erlitten hat.
Damit mangelt es bereits am
natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
2
2.
Oktober 201
8
weshalb sic
h die Adäquanzprüfung erübrigt.
Die Beschwerdegegnerin trifft folglich keine Leistungspflicht.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Der Beschwerdeführer hat das
mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2021 (
Urk.
5) zu
ge
stellte
Formular zur Abklärung
der prozessualen Bedürftigkeit
innert der
dreissig
tägigen
Frist weder vollständig ausgefüllt noch sämtliche Belege zur aktuellen finanziellen Situation ein
gereicht. Damit ist
–
wie mit Verfügung vom
1
0.
Juni
2021 angedroht (Urk.
5
)
–
davon auszugehen, dass keine prozess
uale Bedürftig
keit besteht
und d
as Gesuch des Beschwerdeführers um
Gewährung der unent
geltliche
n Rechtspflege und
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung
vom
4.
Juni 2021 (
Urk.
1 S. 2) entsprechend
abzuweisen.