Decision ID: 85b03a8e-1ecc-4942-9161-b5f3d2cffcea
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roger Peter, Neumünsterstrasse 30, 8008 Zürich,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a T._, geboren 1973, war bis 4. August 1998 als Aufmachereiarbeiterin bei der
A._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
obligatorisch gegen Unfälle versichert (im Rahmen der Nachdeckung, nachdem das
Arbeitsverhältnis nach Schwangerschaft und Geburt aufgelöst worden war). Am
24. August 1998, als sie vor dem Abbiegen den Gegenverkehr abwartete, fuhr ein
anderes Fahrzeug auf den von ihr gelenkten Personenwagen auf (UV-act. 1 und 5f.).
Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, bei dem am Unfalltag die
Erstbehandlung stattfand, diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS;
vgl. Fragebogen bei HWS-Verletzungen act. G 1.1 Beilage 3 sowie UV-act. 12 und 36).
Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule am 27. Oktober 1998 zeigten keine sicheren
Hinweise auf eine traumatische Läsion der Halswirbelsäule, aber als Veränderungen
eine harmonische Skoliose nach links und eine leicht vermehrte Inklination C4/5
(Beilage zu UV-act. 12). Bis 31. Oktober 1998 schrieb Dr. B._ die Versicherte 100%
arbeitsunfähig (UV-act. 11). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggelder). - Aufgrund seiner konsiliarischen Untersuchung vom
10. Februar 1999 stellte Dr. med. C._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und
Rehabilitation, speziell Rheumatologie, die Diagnose eines chronischen myofascialen
Schmerz- bis Irritationssyndroms der Wirbelsäule bei Status nach Distorsion der
Halswirbelsäule (UV-act. 6). Er attestierte der Versicherten ab 1. Februar 1999 wieder
volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 11). Ab dem 3. Juni 1999 wurde durch den Kreisarzt-
Stellvertreter Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, eine Arbeitsfähigkeit von
50% festgelegt (UV-act. 15 bzw. 26). Am 1. September 1999 nahm die Suva das
unfallanalytische Gutachten der Winterthur Versicherung vom 21. April 1999 zu den
Akten, worin eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) zwischen
4,5 und 8,5 km/h errechnet worden war (UV-act. 24). Mit Gutachten vom 16. November
1999 diagnostizierte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurologie, cervicale Weichteil-
Restbeschwerden nach HWS-Distorsion infolge Heckkollision am 24. August 1998,
ohne neurologische und neuropsychologische Ausfälle. Für die frühere bzw. für eine
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wechselbelastende Tätigkeit ohne Tragen von Lasten über 10 kg, ohne
Überkopfarbeiten und ohne Verharren in gleicher Körperstellung ging der Gutachter
von voller Arbeitsfähigkeit aus, sofern anfangs stündliche Pausen von 5 bis 10 Minuten
eingelegt würden (UV-act. 32). Die Versicherte wurde über das Ergebnis des
Gutachtens informiert (UV-act. 33). Mit Schreiben der Suva vom 1. Dezember 1999
wurden die Taggeld-Zahlungen per 30. November 1999 eingestellt und die Übernahme
weiterer unfallbedingter Behandlungen zugesichert (UV-act. 34). - Am 14. Februar 2000
erkundigte sich die Suva, ob die ärztliche Behandlung abgeschlossen sei. Darauf
berichtete die Versicherte am 2. März 2000, sie suche zurzeit eine Arbeit, werde
vorläufig keine weiteren Therapien machen und erst entscheiden, ob solche nötig
seien, wenn sie die neue Tätigkeit aufgenommen habe (UV-act. 35). Die Suva nahm
auch die biomechanische Beurteilung vom 10. September 1999, die Prof. Dr. med.
F._, Facharzt FMH für Rechtsmedizin, im Auftrag der Winterthur Versicherung erstellt
hatte, zu den Akten. Darin war der Experte zum Schluss gekommen, aus
biomechanischer Sicht finde sich für die anschliessend an den Unfall beschriebenen
Beschwerden keine Erklärung (UV-act. 36).
A.b Am 25. Januar 2005 wurde der Suva die Aufnahme der Behandlung am
13. Januar 2005 bei Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, wegen
Nackenschmerzen und dadurch bedingter Arbeitsunfähigkeit gemeldet (UV-act. 37). In
seinem Bericht vom 7. Februar 2005 an den Kreisarzt schilderte der neue Hausarzt
einen Zustand nach HWS-Trauma (UV-act. 40). Am 2. Mai 2005 wurde die Versicherte
von Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Chirurgie, untersucht (UV-act. 47). Er
veranlasste Röntgenaufnahmen der ganzen Wirbelsäule und ein
Magnetresonanztomogramm (MRI) der Halswirbelsäule. Die Aufnahmen vom 12. Mai
2005 zeigten eine skoliotische Fehlhaltung von Brust- und Lendenwirbelsäule sowie die
bekannte linkskonvexe Skoliose der Halswirbelsäule. Die minime Stufenbildung von
C4/5 zeigte sich gegenüber den Aufnahmen vom 15. Juli 1999 diskret prominenter.
Dr. med. I._, Facharzt für Radiologie, äusserte den Verdacht auf eine
Gefügelockerung und hielt aufgrund des MRI eine Reizung des abgehenden Nervs
C5/6 für möglich (UV-act. 47). Auf Veranlassung des zwischenzeitlich eingeschalteten
Rechtsvertreters der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. R. Peter, Zürich, beauftragte die
Suva Dr. E._, ein neurologisches Gutachten zu erstellen (UV-act. 83). Dieses datiert
vom 9. Oktober 2006 (UV-act. 102). Der Neurologe erachtete weitere Abklärungen für
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nötig. In der aktuellen Arbeitstätigkeit als Packerei-Vorarbeiterin hielt er die Versicherte
für optimal eingegliedert und voll arbeitsfähig. Anlässlich der radiologischen Abklärung
vom 9. August 2007 im Schweizer Paraplegiker Zentrum Nottwil dokumentierte
Oberärztin Dr. med. J._, Fachärztin für Radiologie, in Neutralstellung eine flachbogige
Lordose der Halswirbelsäule und äusserte den Verdacht auf eine monosegmental
gesteigerte Mobilität HWK4/5 (UV-act. 136). In der klinischen Untersuchung konnte laut
Bericht vom 5. Dezember 2007 keine entsprechende segmentspezifische Störung
gefunden werden und für eine Nervenwurzelirritation ergaben sich keine Hinweise (UV-
act. 137). Dr. E._ nahm am 21. Januar 2008 in Kenntnis dieser Akten nochmals
Stellung und schätzte die unfallbedingte Integritätseinbusse auf insgesamt 25% (UV-
act. 141). Mit Bericht vom 29. Oktober 2008 beurteilte Dr. med. K._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, Luzern, die bildgebenden Aufnahmen. Er kam zum
Schluss, dass keine Instabilität C4/C5 vorliege, sondern die Wirbelkörper C4 und C5
ungleich gross seien. Es lasse sich keine Schädigung an der Halswirbelsäule der
Versicherten nachweisen, die auf den Unfall vom 24. August 1998 zurückgeführt
werden könne. Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht sei die Rückfallkausalität klar
zu verneinen (UV-act. 180). - Gestützt auf die Beurteilung von Dr. K._ lehnte die Suva
eine Leistungspflicht für den Rückfall mit Verfügung vom 6. November 2008 ab und
verneinte auch die adäquate Kausalität der Beschwerden (UV-act. 181). Dagegen liess
die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 17. November 2008 Einsprache
erheben (UV-act. 189). Am 8. Dezember 2008 zog die Krankenversicherung Progrès
Versicherungen AG ihre Einsprache zurück, die sie am 12. November 2008 erhoben
hatte (UV-act. 186 und 192). Die Suva wies die Einsprache der Versicherten mit
Entscheid vom 12. März 2009 ab.
A.c Zwischenzeitlich hatte sich die Versicherte auch bei der Invalidenversicherung (IV)
zum Bezug von Leistungen angemeldet. Mit Vorbescheiden vom 4. Februar 2009
lehnte die Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen sowohl einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen als auch auf eine Invalidenrente ab (UV-act. 197).
B.
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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. März 2009 richtet sich die Beschwerde
vom 7. April 2009 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die
Suva sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin gestützt auf die durch die Suva im
Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von Dr. E._ vom 9. Oktober 2006 und
21. Januar 2008 weiterhin die UVG-Leistungen (vorab Heilbehandlung und eine
Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 25%) zu
gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird angeführt, der Grundfall sei nie
abgeschlossen worden, weshalb es nicht um die Beurteilung eines Rückfalls gehe und
die Suva für den Wegfall der Unfallkausalität beweispflichtig sei. Dr. E._ halte den
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 24. August 1998 und den
Beschwerden/Diagnosen für überwiegend wahrscheinlich, die Hypermobilität C4/5
ohne Unfallereignis nicht denkbar und die unfallbedingte Integritätseinbusse von 25%
für ausgewiesen. Seinen Gutachten komme volle Beweiskraft zu und die
Aktenbeurteilung von Suva-Arzt Dr. K._ vermöge die gutachterliche Beurteilung
weder zu erschüttern noch aufzuheben. Die Suva habe verschiedene Verfahrensregeln
verletzt, indem sie sich nicht mit den Gutachten von Dr. E._ auseinandergesetzt und
sich lediglich auf die interne Beurteilung von Dr. K._ bezogen habe, der keine
Beweiskraft zukomme. Auch auf die biomechanische Beurteilung durch Prof. F._
könne aus mehreren Gründen nicht abgestellt werden. Die Adäquanz sei gegeben,
nachdem laut Gutachten von Dr. E._ organisch nachweisbare Unfallrestfolgen
vorlägen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2009 lässt die Suva beantragen, die
Beschwerde vom 7. April 2009 sei abzuweisen und der Einspracheentscheid vom
12. März 2009 sei zu bestätigen. Zur Begründung führt die Beschwerdegegnerin an, die
bei der leichten Heckauffahrkollision vom 24. August 1998 erlittene HWS-Distorsion
habe keine bleibenden Einschränkungen bewirkt. Weder röntgenologisch noch neuro
logisch hätten physische Gesundheitsschäden als überwiegend wahrscheinliche
Unfallfolgen objektiviert werden können. Zwischen dem Fallabschluss Ende 1999 und
der Rückfallmeldung im Januar 2005 habe die Beschwerdeführerin keinerlei
Unfallversicherungsleistungen beansprucht. Unfallkausale Beschwerden seien für
diesen Zeitraum von fünf Jahren nicht echtzeitlich dokumentiert. In beweisrechtlicher
Hinsicht sei ihre Leistungspflicht unter dem Gesichtspunkt eines Rückfalls zu prüfen.
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Ein unfallkausales organisches Substrat sei nie mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und der Verdacht auf eine HWS-
Instabilität bzw. Hypermobilität C4/5 nie erhärtet worden. Vielmehr habe Dr. K._
diesen Verdacht mit Sicherheit widerlegt. Sein Bericht vom 29. Oktober 2008 geniesse
volle Beweiskraft, auch wenn Dr. K._ ein Suva-interner Arzt sei. Demgegenüber sei
der Bericht von Dr. E._ vom 21. Januar 2008 aus mehreren Gründen nicht
beweistauglich. Neben dem natürlichen sei auch der adäquate Kausalzusammenhang
zu verneinen. Für die einzig strittigen Heilungskosten und den Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung fehle es auch an den rechtlichen Voraussetzungen; von
weiterer Heilbehandlung sei keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin zu erwarten und es fehle an einer dauerhaften wesentlichen
Einschränkung ihrer Integrität.
B.c Mit Replik vom 8. Juli 2009 ergänzte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
seinen Hauptantrag auf Gewährung von Versicherungsleistungen durch folgende
Eventualanträge:
"Eventualiter habe das Gericht die interne Stellungnahme des Suva-Arztes Dr. K._
vorab Gutachter Dr. E._ zur Stellungnahme zu unterbreiten und anschliessend die
Beschwerdeführerin durch einen erfahrenen und anerkannten Wirbelsäulenchirurgen
begutachten zu lassen.
Subeventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache an die Suva
zurückzuweisen, damit diese die interne Stellungnahme des Suva-Arztes Dr. K._
vorab Gutachter Dr. E._ zur Stellungnahme unterbreitet und anschliessend die
Versicherte durch einen erfahrenen und anerkannten Wirbelsäulenchirurgen neu
begutachten lässt."
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt aus, die biomechanische Beurteilung
von Prof. F._ sei weder schlüssig noch beweiskräftig. Auch der internen
Stellungnahme von Dr. K._ vom 29. Oktober 2008 spricht er die Beweismittelfähigkeit
und Verwertbarkeit ab, da sie sich auf die biomechanische Beurteilung abstütze. Da die
Beschwerdeführerin nie beschwerdefrei gewesen und ihr die Übernahme weiterer
Heilungskosten zugesagt worden sei, seien die Leistungen ab 13. Januar 2005 dem
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Grundfall zuzuordnen und nicht als Rückfall zu behandeln. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin zweifelt die Fachkompetenz von Dr. K._ an. Weiter leitet er her,
Dr. E._ stimme mit der Beurteilung von Dr. J._ überein, und betont, der Gutachter
führe organisch nachweisbare Unfallrestfolgen an, weshalb die Adäquanz gegeben sei.
Die Beschwerdeführerin habe aufgrund von Art. 10 und Art. 21 Abs. 1 lit. b und c des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) Anspruch auf weitere
Heilbehandlung und ihr Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 25% sei klar
ausgewiesen.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 13. August 2009 auf eine
einlässliche Duplik und erneuerte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
B.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Considerations:
Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen für die Leistungspflicht des Unfallversicherers inklusive
natürlichem und adäquatem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und
dem Gesundheitsschaden sowie die Grundsätze im Zusammenhang mit dem Vorliegen
eines Rückfalls zutreffend dargelegt (Erwägung 1). Gleiches gilt für die Ausführungen zu
Beweisregelung und Beweiswürdigung (Erwägungen 4a und 7). Darauf kann verwiesen
werden.
1.2 Zusätzlich zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin über den Beweiswert
von ärztlichen Berichten in Erwägung 2i des Einspracheentscheids ist auf die jüngste
Rechtsprechung des Bundesgerichts in BGE 135 V 465 zum Beweiswert von
Stellungnahmen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzten hinzuweisen. Danach ist
es auch unter Berücksichtigung der neueren Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte zu Art. 6 Abs. 1 der Europäischen Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) grundsätzlich
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zulässig, dass ein Gericht auf die vom Versicherungsträger korrekt erhobenen Beweise
abstellt und auf ein eigenes Beweisverfahren verzichtet. Die von versicherungsinternen
Ärztinnen und Ärzten erstellten Stellungnahmen und Berichte sind keine Gutachten im
Sinn von Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und es kommt ihnen nicht derselbe
Stellenwert zu wie einem im Rahmen von Art. 44 ATSG in Auftrag gegebenen
Gutachten. Aus Art. 6 Abs. 1 EMRK folgt jedoch nicht, dass die Berichte und
Stellungnahmen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unbeachtlich wären.
Bestehen aber auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen. Es kann nicht bloss darauf verwiesen werden, diese Berichte erfüllten
die Anforderungen an Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 nicht oder nur
unvollständig. Um solche Zweifel auszuräumen, wird das Gericht entweder ein
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache zur weiteren Begutachtung an den
Versicherungsträger zurückzuweisen haben (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_907/2009 vom 12. Februar 2010 E. 1.1).
1.3 Zur Frage, ob ein Rückfall vorliegt oder die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin unter dem Aspekt des Grundfalls zu prüfen ist, verweisen beide
Parteien in ihren Rechtsschriften auf einschlägige Urteile des Bundesgerichts:
8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 4.3, 8C_102/2008 vom 26. September 2008
E. 4.3 sowie 8C_446/2007 vom 28. Dezember 2007 E. 3.2. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers für Rückfälle ist gemäss Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gegeben. Laut der einschlägigen
Rechtsprechung wird ein Rückfall definiert als das Wiederaufflackern einer vermeintlich
geheilten Krankheit, welche zu ärztlicher Behandlung und/oder zu (weiterer)
Arbeitsunfähigkeit führt (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 2006 U 570 S. 74 [U
357/04] E. 1.5.2 sowie von den Parteien angeführte Urteile des Bundesgerichts). Wenn
und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht, hat
der Fallabschluss in Form einer Verfügung zu erfolgen (BGE 132 V 412 E. 4 S. 417).
Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der
Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht
innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Standen zu einem
bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch
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vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer
schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist
entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es
werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten.
Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten
Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen
Verlauf eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit
günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch
auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten
Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess.
Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht
unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der
leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden
gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts
8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 4.3 mit Hinweisen).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob die ab Januar 2005 geklagten Beschwerden einen Rückfall
im Sinn der zitierten Rechtsprechung (Erwägung 1.4) darstellen, oder ob der Grundfall
zu jenem Zeitpunkt noch andauerte.
2.1 Die Suva schloss den Fall Anfang 2000 ohne Mitteilung an die
Beschwerdeführerin ab, nachdem diese die chiropraktische Manualtherapie nicht
weiterführte, von der Dr. E._ im Gutachten vom 16. November 1999 noch eine
wesentliche weitere Besserung erwartet hatte (UV-act. 32 und 35), und nachdem sie
keine weitere Heilbehandlung mehr in Anspruch genommen hatte. Ein solcher
formloser Fallabschluss entsprach damals dem üblichen Vorgehen der
Unfallversicherer. Er ist rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall erfolgt, zu einem
Zeitpunkt, als keine Behandlungsbedürftigkeit mehr zu erwarten war. Während rund
fünf Jahren (2000 bis 2004) machte die Beschwerdeführerin in der Folge gegenüber der
Suva keinerlei Versicherungsleistungen geltend. Erst am 13. Januar 2005 suchte sie
wegen eines Cervicalsyndroms (Exacerbation von bisher vorhandenen
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Dauerschmerzen, UV-act. 38 und 40) Dr. G._ auf. Am 22. März 2005 folgte die
Therapieaufnahme bei Dr. L._, Chiropraktor, (UV-act. 43), dem sich ein
multisegmentales Geschehen mit Chronizität, massiver Blockierung C0/1 sowie
weiteren Dysfunktionen im mittleren und unteren Bereich der Halswirbelsäule zeigte.
2.2 Die Beschwerdeführerin berichtete den behandelnden und begutachtenden
Ärzten über mehr oder weniger starke Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule
seit dem Unfall und nach Ende 1999 (UV-act. 38, 40, 44 und 102). Arztkonsultationen,
Physio- oder andere schmerzlindernde Therapien oder der Bezug und die Einnahme
von Medikamenten in diesem Zusammenhang sind zwischen Anfang 2000 und dem
13. Januar 2005 indessen nicht dokumentiert. Die Beschwerdeführerin, die
diesbezüglich beweisbelastet ist, macht auch keinerlei solche Massnahmen geltend.
Auch im Verlauf der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind, das offenbar im Juni 2003
geboren worden war, sind keine Nacken- oder Rückenbeschwerden dokumentiert oder
geltend gemacht worden, obwohl die Beschwerdeführerin noch für die Zeit der ersten
Schwangerschaft (vor dem Unfall) über Rückenbeschwerden in der zweiten
Schwangerschaftshälfte berichtet hatte (UV-act. 6 und 102). Als Beweis für das
Andauern der Beschwerden verweist die Beschwerdeführerin einzig auf ihre Angaben
gegenüber den Ärzten und offeriert ihre Befragung und diejenige ihres Ehegatten durch
das Gericht (Replik [act. G 9] Ziffer 5.2). Als die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer
Abklärungen Unterlagen zur Anamnese - besonders zur Behandlung zwischen 2000
und 2004 - einholen wollte, bekam sie die schriftliche Einwilligung der
Beschwerdeführerin dazu nicht (UV-act. 74, 97 und 170).
2.3 Brückensymptome der Beschwerdeführerin, die auf ein Andauern des Grundfalls
schliessen liessen, sind zwar möglich. Nach den vorstehenden Ausführungen
(Erwägungen 2.1 und 2.2) sind sie jedoch nicht mit der erforderlichen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451f.). Von der Befragung der
Beschwerdeführerin und ihres Ehegatten kann abgesehen werden, da davon keine
wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, die über die bereits in den Akten
enthaltenen Angaben gegenüber den behandelnden und begutachtenden Ärzten
hinausgehen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 und Urteil
des Bundesgerichts 8C_956/2009 vom 9. März 2010 E. 4.2, je mit Hinweisen). Die
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Nachteile, die sich aus dem fehlenden Nachweis von Brückensymptomen ergeben,
gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin, die daraus Ansprüche für sich ableiten
möchte. Als Ergebnis daraus ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ab
Januar 2005 unter dem Aspekt eines Rückfalls zu prüfen. Das ergibt sich einerseits aus
dem Zeitablauf (fünf Jahre) seit der formlosen Einstellung der Leistungen durch die
Suva, als keine Behandlungsbedürftigkeit mehr zu erwarten war, und andererseits
aufgrund des fehlenden rechtsgenüglichen Nachweises von Brückensymptomen. (Zu
den Auswirkungen der Beweislosigkeit für das Bestehen des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen den 2005 aufgetretenen Beschwerden und der
seinerzeit beim Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin, die als Leistungsansprecherin die Beweislast trägt, vgl. die Urteile
des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 26. September 2008 E. 4.3 und 8C_446/2007
vom 28. Dezember 2007 E. 3.2).
3.
Bereits aufgrund der Tatsache, dass für den Zeitraum von fünf Jahren
Brückensymptome nicht rechtsgenügend nachgewiesen wurden, erscheint der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Beschwerden
(Cervicalgie, zeitweise mit Ausstrahlung in die Arme und Kraftlosigkeit; Kopfschmerzen
und Schwindel), die ab Januar 2005 zu ärztlicher Behandlung und teilweise zu
Arbeitsunfähigkeit Anlass gaben, fraglich. Diese Voraussetzung für eine erneute
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin - neben der zusätzlich nötigen adäquaten
Kausalität - ist in der Folge auch aufgrund der Akten zu prüfen.
3.1 Bis Ende November 1999 war die Kausalität unbestritten und erbrachte die
Beschwerdegegnerin auch die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und
Taggelder). Für weitere unfallbedingte Behandlungen hatte sie sich zudem weiterhin
leistungspflichtig erklärt (aufgrund des Gutachtens von Dr. E._ vom 16. November
1999 [UV-act. 32]; UV-act. 34). Indessen wurden solche von der Beschwerdeführerin
Ende 1999 / Anfang 2000 - und wie sich zwischenzeitlich herausstellte bis 12. Januar
2005 - nicht in Anspruch genommen (vgl. UV-act. 35).
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3.2 Die biomechanische Beurteilung von Prof. F._ vom 10. September 1999 hat die
Beschwerdegegnerin offenbar erst am 22. Mai 2000 zu den Akten genommen (UV-
act. 36). Jedenfalls stand sie Dr. E._ für sein Gutachten vom 16. November 1999
nicht zur Verfügung (vgl. UV-act. 32). Prof. F._ war darin zum Schluss gekommen,
aus biomechanischer Sicht finde sich für die anschliessend an den Unfall
beschriebenen Beschwerden keine Erklärung. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin kritisiert, die Ausführungen von Prof. F._ entsprächen nicht mehr
dem neusten Stand der medizinischen Wissenschaft. Weiter bringt er vor, der
Sachverständige sei medizinisch schlecht dokumentiert gewesen, da ihm lediglich der
Fragebogen bei HWS-Verletzungen vom 3. November 1998 und der Bericht von
Dr. B._ vom 18. Januar 1999 vorgelegen hätten und ihm keine Röntgenbilder oder
Akten über den Vorzustand unterbreitet worden seien. Es trifft offenbar zu, dass
Prof. F._ die Röntgenbilder nicht vorlagen. Der Fragebogen bei HWS-Verletzungen
enthält jedoch unter Ziffer 4 den Befund und die Beurteilung der Funktionsaufnahmen
vom 27. Oktober 1998 (vgl. Beilage zu UV-act. 12 und act. G 1.1 Beilage 3), womit
Prof. F._ klar war, dass bei der Verunfallten eine leichte Neigung der Halswirbelsäule
nach rechts, eine abgeflachte Lordose sowie eine leichte Knickbildung nach vorn auf
Höhe von C4/C5 bestanden. Der Sachverständige für Biomechanik schätzte diese
Veränderungen an der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin offenbar als unerheblich
ein, führte er doch ausdrücklich aus, über vorbestandene krankhafte Veränderungen
werde in den Akten nichts berichtet. Weiter kam er zum Schluss, dass dieser Fall
weder vom Alter, noch von allfälligen biomechanisch sich ungünstig auswirkenden
Umständen her ausserhalb des definierten Normalfalls (Alter nicht über 50/55 Jahre,
keine mehr als unerheblichen vorbestandenen krankhaften Veränderungen im
Wirbelsäulenbereich und keine Körperposition relativ zum Fahrzeug-Innenraum, die
eine zusätzliche Belastung ergeben können) anzusiedeln sei (UV-act. 36 S. 2; eine
zusätzliche Belastung aufgrund der Körperposition verneinte er aufgrund der Angaben
der Versicherten gegenüber der Haftpflichtversicherung). Zum Zeitpunkt der Erstellung
(September 1999) war die biomechanische Beurteilung von Prof. F._ sehr wohl auf
dem neusten Stand der medizinischen Wissenschaft. Zudem äusserte sie sich lediglich
zur Frage, ob die anschliessend an den Unfall beschriebenen Beschwerden aus
biomechanischer Sicht erklärbar seien. Wäre sie (neun bis zehn Jahre) später erstellt
worden, wären Thematik und Inhalt gleich geblieben und sie hätte sich lediglich in der
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Wortwahl unterschieden (vgl. Publikationen auf der Internetseite von Prof. F._). Bei
der Kausalitätsbeurteilung Ende 1999 hatte die biomechanische Beurteilung der
Beschwerdegegnerin - wie ausgeführt - noch gar nicht vorgelegen. Die vorliegend zu
prüfende Kausalitätsbeurteilung im Zusammenhang mit dem Rückfall hat sie der
Gerichtspraxis entsprechend nicht allein aufgrund der biomechanischen Beurteilung
vorgenommen, sondern letztere lediglich als Anhaltspunkt für die natürliche Kausalität
im Unfallzeitpunkt gewertet (vgl. RKUV 2003 U 489 S. 357 E. 3.2 [U 193/01] und Urteil
des Bundesgerichts 8C_735/2009 vom 2. November 2009 E. 5.2). In diesem Rahmen
hat sie sich korrekt auf die Beurteilung von Prof. F._ bezogen.
3.3 Dr. G._ und Dr. L._ stellten die erhobenen Befunde in einen zeitlichen
Zusammenhang zum Unfall vom 24. August 1998 (UV-act. 38, 40 und 43; "Zustand
nach HWS-Trauma", "typisch nach HWS-Distorsionstrauma"). Zum natürlichen
Kausalzusammenhang (des Rückfalls bzw. der Behandlung fünf Jahre nach deren
Einstellung) wurden weder der Hausarzt noch der Chiropraktiker konkret befragt, noch
äusserte sich einer von ihnen dazu.
3.4 Demgegenüber ging Dr. E._ in seiner Begutachtung vom 9. Oktober 2006 und
in der Stellungnahme vom 21. Januar 2008 ausdrücklich auf den natürlichen
Kausalzusammenhang ein (UV-act. 102 und 141).
3.4.1 Im Gutachten führte er aus, der Kausalzusammenhang zum Ereignis vom
24. August 1998 sei seines Erachtens aufgrund der konsistent geschilderten
Beschwerden und auch der kontinuierlichen Aktenlage überwiegend wahrscheinlich
(UV-act. 102, Antwort 6.1). Ob er die Aktenlücke zwischen dem ersten Gutachten vom
16. November 1999 bzw. den schriftlichen Angaben der Beschwerdeführerin vom
2. März 2000 (UV-act. 32 bzw. 35) und dem Schreiben von Dr. G._ an die
Beschwerdegegnerin vom 13. Januar 2005 (UV-act. 38) übersah, ist weder aus dem
Gutachten selbst noch aus den übrigen Akten ersichtlich. Es fällt allerdings auf, dass er
mehrfach von messerstichartigen Nackenschmerzen im Januar 2001 schreibt (S. 3 und
S. 6). Solche sind jedoch erst im Januar 2005 (im Zusammenhang mit der Aufnahme
der Behandlung durch Dr. G._, UV-act. 38) dokumentiert. Die Akten der
Beschwerdegegnerin weisen nun aber die beschriebene Lücke von rund fünf Jahren
auf und machen das Argument der kontinuierlichen Aktenlage hinfällig. Damit ist der
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natürliche Kausalzusammenhang einzig noch durch die "konsistent geschilderten
Beschwerden" begründet, wobei diesbezüglich lediglich Angaben der
Beschwerdeführerin vorliegen. Dies genügt für den Nachweis eines überwiegend
wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusammenhangs nicht. Die Angaben der
Beschwerdeführerin werden im Gutachten in keiner Weise diskutiert und der Gutachter
setzt sich auch nicht mit der Tatsache auseinander, weshalb während fünf Jahren
keinerlei ärztliche Behandlung oder andere Massnahmen dokumentiert sind. Er stützt
sich letztlich einzig auf die Argumentation, dass die Beschwerden nach dem Unfall
aufgetreten und auf diesen zurückzuführen seien, weil die Beschwerdeführerin davor
nicht an solchen gelitten habe. Dieser Schluss erbringt nach ständiger Rechtsprechung
des höchsten Sozialversicherungsgerichts keinen Beweis für die Kausalität ("post hoc
ergo propter hoc", vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 E. 7.2.4 S. 54 mit Hinweisen).
3.4.2 In der abschliessenden Beantwortung der Gutachterfragen, die Dr. E._
am 21. Januar 2008 in Kenntnis der Untersuchungsergebnisse des Schweizer
Paraplegiker Zentrums (UV-act. 136f.) abgab, nahm er vor allem zum Status quo sine
bzw. zur mutmasslichen Entwicklung des Vorzustands Stellung (UV-act. 141). Unter
dem Aspekt des Rückfalls wären diese Fragen allerdings gar nicht zu stellen gewesen.
Obwohl Dr. E._ erwähnte, dass Dr. J._ in ihrer radiologischen Beurteilung eine
monosegmental gesteigerte Mobilität HWK4/5 lediglich als Verdacht geäussert und die
weiteren Untersuchungen am Schweizer Paraplegiker Zentrum keine ausgesprochen
segmentale Schmerzmanifestation oder segmentspezifische Störung nachgewiesen
hatten, stellte er die Hypermobilität C4/C5 als gegeben und durch das Unfallereignis
(mit)verursacht hin. Entsprechend überzeugt seine Stellungnahme nicht.
3.4.3 Auf die Beurteilungen von Dr. E._ bezüglich natürlichen
Kausalzusammenhangs kann somit nicht abgestellt werden.
3.5 Die Ärzte am Schweizer Paraplegiker Zentrum haben lediglich einen zeitlichen
Zusammenhang zum Unfall hergestellt (UV-act. 137, "Nackenschmerz bei Status nach
Autounfall am 24. August 1998") und bei der Schmerzanamnese im Anhang
festgehalten: "Die Patientin führt die aktuellen Schmerzen auf den Unfall vom
24. August 1998 zurück." Zum natürlichen Kausalzusammenhang wurden sie weder
befragt, noch äusserten sie sich dazu (UV-act. 113, 120 und 136f.).
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3.6
3.6.1 Mit der Beurteilung vom 29. Oktober 2008 (UV-act. 180) äusserte sich
Dr. K._ in erster Linie zur Frage, ob die von allen involvierten Radiologen (vgl. UV-act.
12 [Beilage], 47 und 136) vermutete, aber nicht sicher diagnostizierte Instabilität
zwischen dem 4. und 5. Halswirbel (C4/C5) bestehe. Dies tat er in Kenntnis der
Aktenlage, insbesondere aller bildgebenden Unterlagen und gestützt auf die
einschlägige Literatur. Er leitete schlüssig und nachvollziehbar begründet her, dass
keine Instabilität bestehe, sondern die beiden Wirbelkörper unterschiedlich gross seien.
Zusätzlich fand er (auf dem MRI vom 12. Mai 2005 [Bericht = UV-act. 47]) keine
diskoligamentäre Schädigung mit gleichzeitiger Verletzung von vorderem und hinterem
Längsband und der Bandscheibe, die bei einer traumatisch bedingten Instabilität zu
erwarten wären. Aus diesen Tatsachen zog er den zulässigen Schluss, dass bei der
Beschwerdeführerin keine Schädigung der Halswirbelsäule nachgewiesen werden
könne, die auf den Unfall vom 24. August 1998 zurückzuführen sei. Diese Beurteilung
findet weitere Stützen in den übrigen Akten, insbesondere auch in der Tatsache, dass
die Ärzte am Schweizer Paraplegiker Zentrum keine ausgesprochen segmentale
Schmerzmanifestation oder segmentspezifische Störung fanden (UV-act. 137).
Dr. K._ ist als Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparats durchaus kompetent, die Beurteilung vom 29. Oktober 2008
vorzunehmen. An dieser bestehen für das Gericht keine Zweifel und nach der zitierten
Rechtsprechung (vgl. Erwägung 1.3) darf darauf abgestellt werden, obwohl Dr. K._
versicherungsinterner Arzt der Beschwerdegegnerin ist.
3.6.2 Dr. K._ stützte sich in erster Linie auf die verschiedenen bildgebenden
Unterlagen und nicht, wie vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gerügt, auf die
biomechanische Beurteilung von Prof. F._. Letztere zitierte er, um die Richtigkeit
seiner eigenen Erkenntnisse zu unterstreichen. Er schränkte seine Stellungnahme von
Anfang an auf die Wahrscheinlichkeit der vermuteten Instabilität ein. Wäre er darin zu
einem anderen Schluss gekommen, hätte er beabsichtigt, das Dossier anderen
Fachärzten, besonders Neurologen, vorzulegen (vgl. UV-act. 166). Dr. K._ mass sich
auch nicht an, das neurologische Gutachten von Dr. E._ zu diskutieren oder gar zu
kritisieren. Auch diesbezüglich ging er korrekt vor und beschränkte sich auf seinen
eigenen Fach- und Kompetenzbereich. Da sich Dr. K._ auf einen Aspekt
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konzentrierte, zu dem sich Dr. E._ in seinen Gutachten nicht äusserte, ist seine
Beurteilung weder als Entgegnung zu verstehen, noch gebieten die Verfahrensrechte
der Beschwerdeführerin, dass ein Ergänzungs- oder Obergutachten in Auftrag gegeben
wird. Diesbezüglich ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin daher ebenfalls nicht zu
kritisieren.
3.6.3 Zum Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die
Beschwerdegegnerin stütze ihre Ablehnung von Versicherungsleistungen ab Januar
2005 nur auf die beweisuntaugliche Beurteilung von Dr. K._, ist Folgendes
anzumerken: Während der Verfügungstext (UV-act. 181) noch den Anschein erweckt,
die Beschwerdegegnerin habe lediglich auf die Stellungnahme des
versicherungsinternen Arztes abgestellt, trifft dies für den Einspracheentscheid vom
12. März 2009 (UV-act. 200) nicht mehr zu. Vielmehr wird darin ausdrücklich dargelegt,
weshalb das Gutachten von Dr. E._ nicht als Beweis tauge und weshalb die
Beurteilung von Dr. K._ schlüssig sei (v.a. Erwägungen 2h und 2i). Weiter
unterstreicht und begründet die Beschwerdegegnerin ihre Position durch die übrigen
Unterlagen. Zwar wäre zu begrüssen gewesen, wenn die Beschwerdegegnerin die
Beurteilung von Dr. K._ der Beschwerdeführerin und ihrem Rechtsvertreter vor der
verfügungsweisen Ablehnung ihrer Leistungspflicht zur Kenntnis gebracht hätte. Ihr
Vorgehen verletzte aber Art. 42 ATSG nicht. Sie stellte der Beschwerdeführerin bzw.
ihrem Rechtsvertreter die Beurteilung von Dr. K._ zusammen mit der Verfügung zu.
Letzterer nahm in der Einsprache vom 17. November 2008 ausführlich dazu Stellung
und die Beschwerdegegnerin setzte sich im Einspracheentscheid vom 12. März 2009
mit seinen Argumenten auseinander. Selbst wenn in diesem Zusammenhang von
einem Verfahrensmangel gesprochen werden müsste, könnte dieser als geheilt gelten,
weil sich die Beschwerdeführerin im Verfahren vor Versicherungsgericht vor einer
Instanz, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft,
äussern konnte (BGE 132 V 387 E. 5 S. 390 mit Hinweisen).
3.6.4 Zusammenfassend kann somit auf die Erkenntnis von Dr. K._ abgestellt
werden, dass keine Instabilität zwischen dem 4. und 5. Halswirbelkörper besteht.
Weitere Abklärungen zu dieser Frage sind weder nötig, noch zur Wahrung von
Verfahrensrechten geboten.
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3.7 Entgegen den Ausführungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin kann
aus keinem Aktenstück der Beschwerdegegnerin hergeleitet werden, sie anerkenne die
natürliche Unfallkausalität der Beschwerden, die ab Januar 2005 zu ärztlicher
Behandlung und zeitweise zu Arbeitsunfähigkeit Anlass gaben. Das gilt insbesondere
auch nicht für die Stellungnahmen von Kreisarzt Dr. H._ vom 8. April 2008 und
15. Mai 2008 (act. G 1.1 Beilage 14, UV-act. 148). Das erste, mit Arbeitsvorbereitung
(AVOR) gekennzeichnete und damit ursprünglich nur zum internen Gebrauch
bestimmte Aktenstück erläuterte lediglich Vorgehensfragen. Weder darin noch in der
Beurteilung vom 15. Mai 2008 äusserte sich Dr. H._ zur Schlüssigkeit der Gutachten
von Dr. E._. Nachdem die Beschwerdegegnerin das Aktenstück vom 8. April 2008
dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zugestellt hatte, erscheint es unzulässig,
dass sie es nachher aus dem Aktendossier entfernte bzw. dem Gericht nicht einreichte
(vgl. einleitende Bemerkung in der Replik). An der inhaltlichen Beurteilung ändert dieser
Verfahrensfehler indessen nichts.
3.8 Alle vorstehenden Erwägungen weisen darauf hin, dass der natürliche
Kausalzusammenhang nicht gegeben ist. Diese Frage kann jedoch letztlich offen
bleiben, da jedenfalls der allfällige natürliche Kausalzusammenhang nicht adäquat und
damit nicht rechtsgenügend wäre, wie im Folgenden darzustellen ist (vgl. BGE 135 V
465 E. 5.1 S. 472).
4.
4.1 Bei der Beschwerdeführerin sind keine organischen Befunde im Sinn
nachweisbarer struktureller Veränderungen erhoben worden, die auf den Unfall
zurückzuführen sind. Der Grössenunterschied zwischen dem 4. und
5. Halswirbelkörper und die dadurch verursachte Knickbildung der Halswirbelsäule
haben eine anatomische Ursache und sind vorbestehend, wie Dr. K._ am
29. Oktober 2008 schlüssig nachgewiesen hat (UV-act. 180). Entgegen den Vorbringen
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin lassen sich aus den Gutachten von
Dr. E._ keine unfallbedingten strukturellen Veränderungen ersehen, aufgrund derer
die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ohne weiteres zu bejahen wäre. Als solche
gelten nach der Rechtsprechung reproduzierbare, von der untersuchenden Person und
den Angaben des Versicherten unabhängige Abklärungsergebnisse, die mit
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apparativen/bildgebenden Verfahren erhoben werden können (vgl. BGE 134 V 109 E. 9
Ingress S. 121 f.; SVR 2007 UV Nr. 25, S. 81, E. 5.4 sowie Urteil des Bundesgerichts
8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Solche
Abklärungsergebnisse liegen bei der Beschwerdeführerin nicht vor.
4.2 Beim Unfall vom 24. August 1998 hatte die Beschwerdeführerin gemäss Dr. B._
ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule erlitten und bereits eine Stunde nach dem
Ereignis über Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und gelegentlich Übelkeit und
Erbrechen geklagt (vgl. Fragebogen bei HWS-Verletzungen act. G 1.1 Beilage 3 und
Bericht Dr. B._ vom 16. April 1999 UV-act. 12). Bei der gutachterlichen Untersuchung
durch Dr. E._ am 2. Oktober 1999 hatte sie Schmerzen im Genick, die zur rechten
Schulter ausstrahlen würden, und tägliche frontale Kopfschmerzen, gelegentlich mit
Schwindel (mit Schwarzwerden vor den Augen und einem Drehcharakter von links nach
rechts; UV-act. 102) geklagt. Die zum sogenannten typischen Beschwerdebild eines
Schleudertraumas bzw. einer HWS-Distorsion gehörenden Symptome (diffuse
Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderungen usw., vgl. BGE 117 V 359 E. 4b S. 360; SVR 1995
UV Nr. 23 S. 67 E. 2) waren damit unfallnah nur teilweise gegeben. Bei der
Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung im Januar 2005 machte sie Schmerzen im
Bereich der Halswirbelsäule geltend und Dr. G._ diagnostizierte ein Cervicalsyndrom
(UV-act. 38). Das typische Beschwerdebild ist im Zeitpunkt des Rückfalls nicht mehr
dokumentiert. Da die Adäquanz vorliegend nach der für die Beschwerdeführerin
günstigeren sogenannten Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 zu
verneinen ist, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, erübrigt sich eine Adäquanzprüfung
nach BGE 115 V 133.
4.3 Das Ereignis vom 24. September 1998 (Auffahrunfall auf das stehende Fahrzeug
der Beschwerdeführerin mit einer Geschwindigkeitsänderung [Delta-v] zwischen 4,5
und 8,5 km/h) ist praxisgemäss höchstens als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu
den leichten einzustufen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_879/2009 vom 29. Januar
2010 E. 5.1 mit Hinweisen). Von den sieben Adäquanzkriterien, die die
Beschwerdegegnerin in Erwägung 5b des Einspracheentscheids gemäss BGE 134 V
109 zutreffend aufgelistet hat, ist keines erfüllt. Das gilt insbesondere auch für das
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2009&to_date=31.12.2009&sort=relevance&subcollection_mI35=on&insertion_date=&top_subcollection_aza=any&query_words=%22Latenzzeit%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359
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Kriterium der erheblichen Beschwerden, die als andauernde Nackenschmerzen zwar
geltend gemacht werden, von denen aber nicht nachgewiesen ist, dass sie die
Beschwerdeführerin im Lebensalltag erheblich beeinträchtigten (vgl. BGE 134 V 109
E. 10.2.4 S. 128 und Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2009 vom 21. Juli 2009
E. 5.3.3). So war sie bis zum Auftreten der akuten Nackenschmerzen am 13. Januar
2005 neben einer Familie mit zwei Kindern (Jahrgänge 1998 und 2003) zu 100%
arbeitsfähig und arbeitstätig und schilderte nur Erschwernisse bei einzelnen
Haushaltsarbeiten (wie Fenster putzen, Bügeln, Staubsaugen und Einkaufen;
vgl. Gutachten Dr. E._ vom 9. Oktober 2006 UV-act. 102 S. 3f.). Bei der gegebenen
Unfallschwere (höchstens mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen) wird
nach der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Bejahung der Adäquanz
verlangt, dass entweder ein Kriterium in ausgeprägter Weise oder mindestens vier
Kriterien erfüllt sind (vgl. Urteile 8C_879/2009 vom 29. Januar 2010 E. 5.1 und
8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5); Voraussetzungen, die vorliegend klar zu
verneinen sind.
4.4 Die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin sind nicht
gegeben; es fehlt jedenfalls der adäquate Kausalzusammenhang. Daher muss neben
einem Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Vergütung von Heilbehandlungen und
die Ausrichtung von Taggeldern auch ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
verneint werden. Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich auch eine Auseinandersetzung
mit den gesetzlichen Grundlagen für weitere Heilbehandlungen (Frage der analogen
Anwendung von Art. 21 UVG).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG