Decision ID: 5e664403-bcc0-4989-8e48-1585f7006517
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978 geborene
X._
meldete sich am 23. Juni 2008 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (
Urk.
7/1 und
Urk.
7/3). Die IV-Stelle traf daraufhin medizinische und erwerbli
che Abklärungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 9. Februar 2009
eine halbe Rente
mit Wirkung ab 1. Juni 2008 zu (
Urk.
7/21-22). Diese bestätigte sie in der Folge anlässlich des im Juli 2009 (
Urk.
7/23) von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens mit Mitteilung vom 25. November 2009 (
Urk.
7/30).
1.2
Im Rahmen eines weiteren,
im Juli 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens
stellte die IV-Stelle fest, dass die Versicherte im Februar 2011 eine Tochter ge
boren hatte. In der Folge holte s
ie einen Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 31
. Juli 2012 ein (
Urk.
7/36) und führte eine Abklärung vor Ort durch (Haushaltabklärungsbericht vom 30.
November 2012 [
Urk.
7/40]). Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2013 stellte die Verwaltung die Einstellung der Invalidenrente per Ende des auf die Zustel
lung des Entscheids folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
7/44). Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
(
Urk.
7/47) – mit Verfügung vom 23. April 2013 (
Urk.
7/49 = Urk. 2) fest.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 17. Mai 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mindes
tens eine
Viertelsrente
auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am
2.
Juli 2013 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 13
3 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches
(Art. 29 und Art. 43 ATSG)
als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a
Abs.
3
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
cherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei
der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsa
chen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Ur
teil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom 8. November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 30. Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.3
Bezüglich der Beweisführung im Zusammenhang mit der Statusfrage ergibt sich, dass sich die Prüfung der im Gesundheitsfall ausgeübten Tätigkeit stets nach den konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles zu bestimmen hat und sich nicht auf eine Bezugnahme auf die allgemeine Lebenserfahrung oder statistische Erhebungen und Erfahrungswerte beschränken kann. So darf beispielsweise eine bisher erwerbstätig gewesene Versicherte im Rentenrevisionsverfahren nach der Geburt des ersten Kindes nicht neu als Hausfrau eingestuft werden mit der ein
zigen Begründung, dass nach der allgemeinen Lebenserfahrung zahlreiche Ehe
frauen die Erwerbstätigkeit unterbrechen, solange die Kinder der vollständigen
Pflege und Erziehung bedürfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_35/2011
vom 24. Mai 2011 E. 3.4)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der halben Rente
– unter Hinweis auf die Abklärung vor Ort
–
damit,
die
Beschwerdeführerin
wäre im Gesundheitsfall seit der Geburt ihrer Tochter nicht mehr voll ausserhäuslich tä
tig gewesen und hätte ihr bisheriges Arbeitspensum auf 80
%
reduziert.
Denn mit dem bei
einem
Pensum
von 80
%
ausbezahlten Lohn und den Alimenten für ihr Kind hätte sie ein ausreichendes Einkommen erzielt. Deshalb
sei eine
Statusänderung vorzunehmen und es sei nebst dem Erwerbspensum von 80
%
ein Haushaltspensum von 20
%
anzunehmen.
Bei einer Einschränkung von 37.50
%
im Erwerbsbereich und 24.40
%
im Aufgabenbereich Haushalt resultiere ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von 35
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, sie habe anlässlich der Abklärung vor Ort mitgeteilt, sie hätte ihr Arbeitspensum möglicherweise auf 80
%
reduziert, sofern sie mit einem Partner und ihrer Tochter im gleichen Haushalt leben würde. Als heute alleinerziehende Mutter bestehe für eine
Pensumsreduktion
dagegen keine Veranlassung. So sei einerseits die Kinderbetreuung gewährleistet und andererseits wirke sich eine Teilzeitbeschäftigung hinderlich auf ihre berufliche Karriere aus. Folglich sei
der
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente weiterhin ausgewiesen (
Urk.
1 S. 2 f.).
3.
Die Parteien sind sich in Übereinstimmung mit der Aktenlage
darin
einig, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die daraus resultie
rende Einschränkung seit der – mangels einer fundierten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs im Rahmen des im Jahre 2009 durchgeführten Revisionsverfahrens zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
anspruchserheblichen Änderung bildenden (vgl. E. 1.1) – ursprünglichen
Rentenzusprache
aufgrund eines akuten ischämischen Hirninfarktes
im Versorgungsgebiet
der
Arteria
ce
rebri
media
links unklarer Ätiologie am 25.
Juni 2007
beziehungsweise
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht verändert haben (
Urk.
1 S. 2, 2 S. 2, 7/13/2-6, 7/13/7-9, 7/13/10-12, 7/13/13-14, 7/14/
8-12, 7/14/13-15, 7/14/16-18 und 7/26/2-5). Aus medizinischer Sicht ist damit keine revisionsrechtlich relevante Veränderung eingetreten.
4.
4
.1
Ein Revisionsgrund ist auch in einer – nicht notwendigerweise gesundheitlich bedingten –
(hypothetischen)
Reduktion oder
Erhöhung des erwerblichen Arbeitspensums zu erblicken, was zu einem Wechsel der Invaliditätsbemessungsmethode führen kann. Zu prüfen ist somit, ob es zu einer revisionsrechtlich re
levanten Tatsachenänderung gekommen ist.
4
.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführ
te Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe von Art.
69
Abs.
2
IVV; vgl. auch Randziffer 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] in der ab 1. Januar 2014 geltenden Fassung
)
stellt
für gewöhnlich die geeignete
und genügende
Vorkehr zur Bestimmung der
gesundheitlichen Einschränkung
im Haushalt
dar
.
Hinsichtlich des Beweiswertes dieser Berichterstattung ist we
sentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diag
nosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und
Stelle erhobenen Angaben stehen.
Den unter den entsprechenden Vorausset
zungen gemachten Aussagen der versicherten Personen im Rahmen der Haushaltsabklärung ist, da noch nicht von möglichen versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägt, rechtsprechungsgemäss erhöhtes Gewicht beizumessen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2012 vom 14. März 2013 E. 4.2).
4.3
4.3.1
In
Ziff.
2.5 des Abklärungsberichts Haushalt vom 3
0.
November 2012 wurde
auf
die Frage, ob die
Versicherte
heute
ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde,
als Antwort aufgeführt,
sie
m
üsste, um finanziell gut über die
Runden zu kommen,
mindestens
zu 80
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen (
Urk.
7/40 S. 2 f.). Diese Angabe wurde sodann von der Abklärungsperson im
Einwandverfahren
bestätigt (
Urk.
7/48 S. 2) und in der angefochtenen Verfü
gung ein weiteres Mal wiedergegeben (
Urk.
2 S. 3).
Hinweise darauf, dass die Abklärungsperson die Aussagen der Beschwerdeführerin unzutreffend protokol
liert hätte, sind nicht ersichtlich. Indem die Beschwerdegegnerin auf die damals getätigten Angaben abstellte, kann ihr nicht eine Missachtung der im Sozial
versicherungsrecht praxisgemäss geltenden Beweismaxime vorgeworfen wer
den, wonach den „Aussagen der ersten Stunde“ in beweisrechtlicher Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen (BGE 121 V 45 E. 2a).
Der Beschwerdegegnerin kann
aber
nicht gefolgt werden, wenn sie aus dieser Aussage den Schluss zieht, die Beschwerde
führerin würde im
Validitätsfall
einer 80%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Denn
durch
die
Nennung
des Wortes
„mindestens“
brachte die Versicherte
einzig
zum Ausdruck
, dass
sie
auf jeden Fall ein Pensum von 80
%
ausüben würde. Eine Begrenzung
des Umfangs ihres
Arbeitspensums gegen oben
nahm sie
damit aber
nicht vor
. Ihre Aussage k
ann daher
nur so verstanden werden, dass sie im Gesundheitsfall ein Pensum zwi
schen 80
% und 100
%
ausüben würde
. Im Verlauf des weiteren Abklärungsverfahrens unterliess es die Beschwerdegegnerin, den diesbezüglichen Sachver
halt einer
weiteren
Klärung zuzuführen. Massgebend für die Frage, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin als Gesunde erwerbstätig wäre, sind somit
namentlich
die konkreten Lebensumstände während der letzten Jahre.
4.3.2
Diesbezüglich ergibt sich,
dass die Beschwerdeführerin bis zum erlittenen Hirninfarkt im Jahr 2007 vollzeitlich
tätig war
. Nach
einer längeren Rehabilitationszeit
arbeitete
sie gesundheitsbedingt noch zu 50 %, bis sie aus wirtschaftli
chen Gründen ihre Stelle per 3
1.
August 2009 verlor (Urk. 7/15/10-25 und
Urk.
7/27). Anfangs November 2009 trat sie ihre neue
Stelle
mit einem Pensum von 30
%
beim Betreibungsamt
Z._
an (
Urk.
7/34 S. 3).
Im Februar 2011 wurde sie Mutter einer Tochter (
Urk.
7/40 S. 2). Seit
2
0.
August 2012 arbeitet sie mit
einem Beschäftigungsgrad von 25
%
als Reinigungsmitarbeiterin (
Urk.
7/37 S. 3 f.).
Sie lebt mit ihre
m Kind
alleine in einer 3-Z
immer-Wohnung (
Urk.
7/40 S. 3).
Nachdem sie erstmals Einblick in den Abklärungsbericht vom 3
0.
November 2012 (
Urk.
7/40) erhalten hatte, führte die –
damals noch nicht anwaltlich ver
tretene
–
Beschwerdeführerin in ihrem Einwand vom
6.
März 2013 aus, sie würde
a
ls alleinerziehende Mutter
heute
bei Gesundheit einer 100%igen Er
werbstätigkeit nachgehen (
Urk.
7/47 S. 1).
Anlässlich der Abklärung vor Ort
legte
sie
ein plausibles und durchführbares Betreu
ungskonzept für ihre Tochter dar
(
Urk.
7/40 S. 2). Unter diesen Umständen scheint es keineswegs ausge
schlossen, dass sie im Gesundheitsfall auch nach der Geburt
ihrer Tochter
A._
vollzeitlich erwerbstätig geblieben wäre
, was mit den im Abklärungsverfahren gemachten Angaben
durchaus
vereinbar
ist
. Hierfür spricht auch, dass die Ver
sicherte
nach dem erlittenen Schlaganfall bemüht war, ihr Pensum
bei der
B._
AG
baldmöglichst
zu steigern,
sie
trotz der im Verlaufe des Arbeitstags zunehmenden Konzentrationsstörungen
und Kopfschmerzen sowie der raschen Er
müdung
i
hr Pensum von 50
%
beibehielt (
Urk.
7/
13/2-6 und Urk. 7/26/2-3)
und sie auch an ihrem aktuellen Arbeitsort
–
der grundsätzlich ihren Fach
kenntnissen nicht entspricht – bestre
bt ist, ihren Beschäftigungsgrad
auf 50
%
zu erhöhen
(
Urk.
7/37 S. 2 und
Urk.
7/40 S. 2)
.
Damit zeigt
e
sie den Willen, ihren Lebensbedarf und den ihres Kindes aus eigener Kraft zu bestreiten
.
Aus dem Vorbringen, es habe keine finanzielle Notwendigkeit für eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit bestanden
(
Urk.
2 S. 3)
, kann die Beschwerdegegnerin nichts
für sich
ableiten: Ausschlaggebend ist nicht
die
Zumutbarkeit oder Erforderlichkeit der Erwerbstätigkeit, sondern der hypothetische Sachverhalt ohne Invalidität. Dafür ist die finanzielle Situation lediglich ein Aspekt neben anderen (Urteil de
s Bundesgerichts 9C_335/2012 E.
3.4.2 vom 1
7.
Juli 2012
und Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun
desgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich 2010, S. 288
).
Selbst wenn
nebst den Alimenten ein 80
%
Pensum in finanzieller Hinsicht ausreichend
wäre
, spr
äche
dies nicht gegen die Erweiterung des (hypothetischen) Erwerbspensums, zumal
der ausbezahlte Nettolohn
einzig
für die
Deckung der Grundbedürfnisse ausreicht.
4.4
Nach den gesamten Umständen steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden
auch nach der Geburt ihrer Tochter zu 100
%
erwerbstätig geblieben wäre
. D
a
bei resultiert
bei einer Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens, wobei korrekterweise für die Ermittlung beider Einkommen Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen sind,
nach wie vor
ein Invaliditätsgrad von 50
%
.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde mit der Fest
stellung, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente hat.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung (
Art.
61
lit
. g ATSG). Die Entschädigung wird unab
hängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘
3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen
.