Decision ID: dd56dc44-d4e7-49f1-97b8-0b3d5e9e780f
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Der 1974 geborene A._ war seit dem 1. Dezember 2015 bei der
B._ AG, Chur, – seit dem 1. Januar 2017 als Geschäftsführer – tätig.
Diese Arbeitsstelle kündigte er mit Schreiben vom 13. Mai 2020 per 30.
November 2020. Am 25. November 2020 meldete er einen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 100 % ab dem 1. Dezember
2020 an.
2. Mit Verfügung vom 30. Dezember 2020 stellte die Arbeitslosenkasse
Graubünden (nachfolgend: ALK) A._ wegen selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit für die Dauer von 39 Tagen in der Anspruchsberechtigung
ein.
3. Hiergegen erhob A._ am 15. Januar 2021 Einsprache. Begründend
brachte er unter Beilage eines Arztzeugnisses von Dr. med. C._ vom
11. Januar 2021 hauptsächlich vor, dass ihm ein Verbleiben am bisherigen
Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen sei.
4. Mit Einspracheentscheid vom 20. April 2021 wies das Amt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) die Einsprache ab.
Begründend wurde im Wesentlichen festgehalten, dass das Arztzeugnis
von Dr. med. C._ vom 11. Januar 2021 einer Überprüfung durch den
Vertrauensarzt des KIGA nicht standgehalten habe.
5. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Mai
2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
mit folgenden Rechtsbegehren:
1. Es seien der angefochtene Einspracheentscheid des Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden vom 20. April 2021 sowie die diesem Entscheid zugrunde liegende Verfügung der Arbeitslosenkasse Graubünden vom 30. Dezember 2020 (Nr. D._) aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die vollen Taggelder auszubezahlen.
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2. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 7.7% MwSt., zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung wurde hauptsächlich ausgeführt, dass mit dem
Arztzeugnis von Dr. med. C._ vom 11. Januar 2021 ein eindeutiges
ärztliches Zeugnis vorliege, wonach im Zusammenhang mit einer
konfliktträchtigen sich stark verändernden Arbeits- und
Informationssituation eine schwere psychische Erkrankung des
Beschwerdeführers ausgewiesen werde, welche krankheitsbedingt zur
Kündigung vom 13. Mai 2020 geführt habe, was dem Beschwerdeführer
nicht angelastet werden könne. Offenbar habe auch das KIGA dieses
Zeugnis in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen, nachdem es die
vertrauensärztliche Untersuchung lediglich mit Bezug auf die
Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers angeordnet habe. Vor
diesem Hintergrund könne im Ergebnis zusammenfassend festgehalten
werden, dass der Beschwerdeführer seine bisherige Arbeit nicht freiwillig
aufgegeben habe und sich für seine Kündigung auf triftige Gründe habe
stützen können. Seine bisherige Arbeit erweise sich deshalb als
unzumutbar im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG. Der Tatbestand von
Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG sei in casu nicht erfüllt, weshalb eine Einstellung
in der Anspruchsberechtigung nicht in Betracht falle.
6. In seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2021 stellte das KIGA (nachfolgend:
Beschwerdegegner) folgende Rechtsbegehren:
1. Die Beschwerde sei abzuweisen.
2. Kostenfolge sei die gesetzliche.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, dass sich der
Beschwerdeführer vorliegend auf ein Arztzeugnis von Dr. med. C._
vom 11. Januar 2021 berufe. Wie der Chefarzt Spezialpsychiatrie der
Psychiatrischen Dienste Graubünden (nachfolgend: PDGR) in seinem
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Kurzgutachten vom 26. März 2021 festhalte, sei es nicht nachvollziehbar,
wie ein Arzt, der den Patienten im Januar 2021 erstmalig sehe,
rückwirkend eine schwere psychische Erkrankung ab März 2020
feststellen könne, ohne den Patienten damals gesehen zu haben. Wie Dr.
med. E._ der PDGR weiter feststelle, sei auch die Behauptung, die
Kündigung sei krankheitsbedingt erfolgt, nicht nachvollziehbar. Damit
gelinge dem Beschwerdeführer der Nachweis der Unzumutbarkeit des
Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz im vorliegenden Fall nicht.
7. Mit Replik vom 8. Juli 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinem
Rechtsstandpunkt und an seinen Beweisanträgen fest.
8. Der Beschwerdegegner verzichtete am 15. Juli 2021 auf die Einreichung
einer Duplik.
9. Mit Schreiben vom 16. September 2021 reichte der Beschwerdeführer
unaufgefordert verschiedene Unterlagen bezüglich der erfolgten
Umstrukturierung seiner ehemaligen Arbeitgeberin ein.
10. Am 24. September 2021 verzichtete der Beschwerdegegner auf die
Einreichung einer weiteren Stellungnahme.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, den
angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
vom 20. April 2021, womit er die Einsprache des Beschwerdeführers
gegen die Verfügung vom 30. Dezember 2020 abwies und an der
Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 39 Tagen
festhielt. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 56 Abs. 1
und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden.
Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02) ist für die
Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom KIGA als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf,
weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (vgl. Art. 59 ATSG).
Auf die im Übrigen frist- und formgerecht am 20. Mai 2021 eingereichte
Beschwerde (vgl. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit – unter Vorbehalt
der nachstehenden Erwägung – einzutreten.
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1.2. Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst durch
den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche
Verfügung ersetzt. Für eine spätere richterliche Beurteilung sind denn
auch grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses
des strittigen Einspracheentscheids massgebend (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_310/2015 vom 16. Dezember 2015 E.5.2). Da der
Einspracheentscheid vom 20. April 2021 an die Stelle der vorgängig
erlassenen Verfügung vom 30. Dezember 2020 getreten ist, hat jene jede
rechtliche Bedeutung verloren (vgl. BGE 132 V 368 E.6.1, 131 V 407
E.2.1.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_848/2019 vom 24. September
2020 E.1, 9C_66/2016 vom 10. August 2016 E.1.2, 9C_386/2013 vom 20.
September 2013 E.4). Auf das Begehren um Aufhebung der Verfügung
vom 30. Dezember 2020 ist somit nicht einzutreten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_648/2020 vom 21. Januar 2021 E.1.2).
2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer infolge
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit zu Recht für die Dauer von 39 Tagen
in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.1. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a bis d
beispielhaft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten
Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selbstverschuldete Arbeitslosigkeit unter
anderem dann vor, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von
sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war,
es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet
werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).
3.2. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die
Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden,
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welche die Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Als
versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene
Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr
Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich
und adäquat kausal verursacht hat (BGE 133 V 89 E.6.2.2 m.w.H.). Als
Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-,
Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein
Selbstverschulden der versicherten Person liegt immer dann vor, wenn
und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht
objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den
persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt,
für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher
Hinsicht muss der Einstellungstatbestand mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erfüllt sein. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE
144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6, 126 V 353 E.5b, 125 V 193 E.2; Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 19 135 vom 18. Mai
2020 E.3.3; NUSSBAUMER, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit,
Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828 und Rz. 835).
3.3. Die versicherte Person muss alles Zumutbare unternehmen, um eine
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Sie muss ihre
Bemühungen nachweisen können (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 und 3 AVIG;
AVIG-Praxis ALE Rz. B311). Hierbei handelt es sich um die gesetzlich
umschriebene Schadenverhütungs- und Schadenminderungspflicht. Die
Versicherung soll ihre Leistungen nur dann (voll) erbringen, wenn sich die
versicherte Person so verhält, wie wenn es keine
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Arbeitslosenversicherung gäbe (AVIG-Praxis ALE Rz. B311). Die
selbstverschuldete Arbeitslosigkeit wird mithin nach der Vergangenheit
beurteilt, d.h. nach den Umständen, die zur Auflösung des ehemaligen
Arbeitsverhältnisses geführt haben (Urteil des Bundesgerichts
8C_650/2021 vom 10. November 2021 E.2.3 m.w.H.).
3.4. Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV
findet die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze
grundsätzlich im Zumutbarkeitsgedanken. Die Frage der Zumutbarkeit
beurteilt sich anhand der Kriterien von Art. 16 Abs. 2 AVIG. Dabei wird in
beweisrechtlicher Hinsicht die Zumutbarkeit des Verbleibens an der
Arbeitsstelle vermutet. Bei der Frage der Unzumutbarkeit des Verbleibens
am Arbeitsplatz gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV ist nach gefestigter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein strenger Massstab anzulegen
(NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 838 m.w.H.; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_584/2020 vom 17. Dezember 2020 E.4, 8C_665/2018 vom 15. April
2019 E.4.2, 8C_513/2018 vom 7. November 2018 E.2.2).
3.5. Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des
Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21.
Juni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen
Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen; SR 0.822.726.8; für die Schweiz in
Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur
das freiwillige ("volontairement") Aufgeben einer Stelle ohne triftige
Gründe ("sans motif légitime") sanktioniert. Vermag die versicherte Person
für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von
einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des
Übereinkommens gesprochen werden (BGE 124 V 234 E.4b/aa; Urteile
des Bundesgerichts 8C_629/2014 vom 15. Oktober 2014 E.2.2,
8C_1021/2012 vom 10. Mai 2013 E.2.2, 8C_958/2008 vom 30. April 2009
E.2.2).
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3.6. Als legitimer Grund im genannten Sinne gilt die Kündigung einer
Arbeitsstelle, welche die Gesundheit der versicherten Person gefährdet.
Gesundheitsgefährdende Arbeitsstellen sind nicht mehr zumutbar im
Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen
Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls
durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein (BGE 124 V 234
E.4b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_584/2020 vom 17. Dezember
2020 E.4, 8C_513/2018 vom 7. November 2018 E.2.2, 8C_107/2018 vom
7. August 2018 E.5, 8C_66/2017 vom 9. Juni 2017 E.2, 8C_201/2013 vom
17. Juni 2013 E.2; AVIG-Praxis ALE Rz. B290). Aus Gründen der
Rechtssicherheit darf sich die Arbeitslosenkasse nicht mit blossen
Behauptungen der versicherten Person begnügen, sondern benötigt
vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte
Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei der
Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E.4b/bb;
Urteil des Bundesgerichts 8C_742/2013 vom 27. November 2013 E.4.1).
Rechtsprechungsgemäss vermögen weder gesundheitliche
Beschwerden, solange sie nicht ärztlich attestiert worden sind, noch ein
schlechtes Arbeitsklima oder Meinungsverschiedenheiten mit
Vorgesetzten oder Arbeitskollegen eine Unzumutbarkeit der Fortführung
des Arbeitsverhältnisses zu begründen (KUPFER BUCHER, in:
STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
AVIG, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, S. 208 m.w.H.; Urteile des
Bundesgerichts 8C_584/2020 vom 17. Dezember 2020 E.4, 8C_107/2018
vom 7. August 2018 E.3, je m.w.H.; AVIG-Praxis ALE Rz. D26). Der
versicherten Person darf aufgrund der ihr obliegenden
Schadenminderungspflicht in der Regel zugemutet werden, für eine
begrenzte Zeit im unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu bleiben und sich
von dort aus um eine neue Stelle zu bemühen (FAESI,
Arbeitslosenentschädigung und Zwischenverdienst, Ursachen und
Wirkungen der zweiten Teilrevision des AVIG, Diss. Zürich 1999, S. 309).
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Unter dem Vorbehalt der gesundheitlich bedingten Unzumutbarkeit
gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG begründen den Arbeitnehmer belastende
Verhältnisse am Arbeitsplatz, beispielsweise ein gespanntes Verhältnis zu
Vorgesetzten oder Arbeitskollegen, keine Unzumutbarkeit des
Arbeitsverhältnisses. Auch betriebliche Umstrukturierungen sind der
arbeitnehmenden Person grundsätzlich zuzumuten (FAESI, a.a.O., S. 310
m.w.H.; CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung,
Art. 30/30a AVIG, unter Berücksichtigung des Übereinkommens Nr. 168
der IAO, Diss. Zürich 1998, S. 124). In einem nicht veröffentlichten
Entscheid hat das Eidgenössische Versicherungsgericht immerhin
festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz zwar die
vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht zu rechtfertigen
vermögen, bei der Beurteilung des Verschuldens indessen zu
berücksichtigen seien (vgl. CHOPARD, a.a.O., S. 124). Eine aufgrund eines
angespannten Arbeitsklimas ausgesprochene Kündigung ohne
zugesicherte Anschlussstelle darf wohl einzig in Betracht gezogen
werden, wenn die Umstände am Arbeitsplatz geradezu unerträglich sind,
weil etwa persönlichkeitsverletzende Diskriminierungen (z.B.
Benachteiligungen aufgrund der Nationalität, der Hautfarbe, der sexuellen
Neigung, des Geschlechts etc.) zu beklagen sind (CHOPARD, a.a.O., S.
124).
4.1. In casu ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis
bei der B._ AG kündigte, ohne dass ihm eine unmittelbar
anschliessende neue Stelle zugesichert war. Strittig ist jedoch die Frage,
ob das Verbleiben am gekündigten Arbeitsplatz für den Beschwerdeführer
zumutbar gewesen wäre. Zu klären ist daher, ob sich der
Beschwerdeführer auf den Ausnahmetatbestand gemäss letztem Teilsatz
von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV berufen kann.
4.2. Der Beschwerdeführer begründet seine Kündigung mit der
Unzumutbarkeit des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz gemäss Art.
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16 Abs. 2 lit. c AVIG, wonach eine Arbeit unzumutbar ist, die dem Alter,
den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der
versicherten Person nicht angemessen ist. Sinngemäss vertritt der
Beschwerdeführer den Standpunkt, die Weiterführung des bisherigen
Arbeitsverhältnisses sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
zuzumuten gewesen. Aufgrund der Beweisregel, wonach die Zumutbarkeit
des Verbleibens an der Arbeitsstelle vermutet wird, ist es am
Beschwerdeführer, Beweismittel zu bezeichnen und vorzulegen, welche
die Unzumutbarkeit im Zeitpunkt der Kündigung im Mai 2020 belegen,
wobei hierfür rechtsprechungsgemäss ein strenger Massstab gilt (vgl.
vorstehend E.3.4 und E.3.6). Vorliegend beruft sich der Beschwerdeführer
auf ein Arztzeugnis von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 11. Januar 2021. Dr. med. C._ hielt im
besagten Arztzeugnis insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer ab
März 2020 im Zusammenhang mit einer konfliktträchtigen sich stark
verändernden Arbeits- und Informationssituation, herbeigeführt durch die
Arbeitgeberin, in eine schwere psychische Erkrankung geschlittert sei. Der
Beschwerdeführer habe sich krankheitsbedingt zur Kündigung seines
bisherigen Anstellungsverhältnisses entschlossen, ohne überblicken zu
können, was dies für ihn beruflich und privat für Folgen zeigen würde.
Diese krankheitsbedingte Fehlbeurteilung der eigenen Situation könne
dem Patienten nicht zur Last gelegt werden. Er befinde sich in ärztlicher
Behandlung, könne sich aber dank dieser weiterhin um neue
Arbeitsstellen bewerben (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3). Am
26. März 2021 erstattete Dr. med. E._, Chefarzt Spezialpsychiatrie
der PDGR, im Auftrag des Beschwerdegegners eine vertrauensärztliche
Beurteilung/Kurzgutachten (Bf-act. 6). Diese vertrauensärztliche
Beurteilung/Kurzgutachten wurde eingeholt, weil es aufgrund des im
Rahmen des Einspracheverfahrens gegen die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung eingereichten Arztzeugnisses von Dr. med.
C._ sowie zur Prüfung der Vermittlungsfähigkeit des
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Beschwerdeführers einer solchen bedurfte (Bf-act. 4). Die Ausführungen
des Beschwerdeführers hinsichtlich einer Kompetenzüberschreitung
durch Dr. med. E._, welcher sich zur Vermittlungsfähigkeit wie auch
zum Arztzeugnis von Dr. med. C._ vom 11. Januar 2021 – welches
Dr. med. E._ notabene vom Beschwerdeführer selbst vorgelegt
wurde (Bf-act. 6) – äusserte, zielen somit ins Leere. Bezüglich des
besagten Arztzeugnisses von Dr. med. C._ hielt der Vertrauensarzt
Dr. med. E._ in seiner Beurteilung/Kurzgutachten vom 26. März 2021
fest, dass fachärztlich die Argumentation in diesem Zeugnis nicht
nachvollzogen werden könne. Es sei nicht nachvollziehbar, wie ein Arzt,
der den Patienten im Januar 2021 erstmalige sehe, rückwirkend eine
schwere psychische Erkrankung ab März 2020 feststellen könne, ohne
den Patienten damals gesehen zu haben. Auch die Behauptung, die
Kündigung sei krankheitsbedingt erfolgt, sei nicht nachvollziehbar (Bf-act.
6). Tatsächlich führte der Beschwerdeführer noch in seiner Stellungnahme
an die ALK vom 28. Dezember 2020 sinngemäss aus, er habe aufgrund
der Situation bei seiner Arbeitgeberin im Frühjahr 2020 nicht mehr
schlafen können, Mühe mit der Ernährung gehabt, und weil es so – auch
psychisch bedingt – nicht mehr habe weitergehen können, gekündigt,
bevor er professionelle Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen
(Hervorhebung durch das Gericht; Bf-act. 2 S. 2). Es ist somit erstellt –
und beschwerdeführerischerseits auch nicht bestritten –, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Kündigung am 13. Mai 2020 nicht
in ärztlicher Behandlung war und daher nicht über eine echtzeitliche
ärztliche Bescheinigung über eine Krankheit bzw. eine Arbeitsunfähigkeit
verfügte. Auch das Arztzeugnis von Dr. med. C._ vom 11. Januar
2021 führt zu keinem anderen Schluss. Zudem ist dem besagten
Arztzeugnis weder eine Diagnose nach ICD-10 zu entnehmen, noch
enthält es (Test-)Befunde einer Untersuchung oder die Beurteilung einer
Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr liegt der Schluss nahe, dass es allein auf der
Schilderung des Beschwerdeführers beruht (vgl. ARV 2005 S. 55, Urteil
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des Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 207/03 vom 4. Februar
2004 E.3.2; siehe auch MÜLLER, in: AJP 2/2010, S. 172; STREIFF/VON
KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR,
7. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 324a/b Rz. 12). An dieser Stelle ist
festzuhalten, dass den Berichten und Gutachten von beratenden Ärzten
bzw. Versicherungsmedizinern nach der Rechtsprechung Beweiswert
zukommt, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Insgesamt vermag
das Arztzeugnis von Dr. med. C._ vom 11. Januar 2021 keine
konkreten Indizien gegen die Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit der
vertrauensärztlichen Beurteilung/Kurzgutachten von Dr. med. E._
vom 26. März 2021 zu begründen, wonach einerseits nicht
nachvollziehbar sei, wie ein Arzt, der den Patienten im Januar 2021
erstmalige sehe, rückwirkend eine schwere psychische Erkrankung ab
März 2020 feststellen könne, ohne den Patienten damals gesehen zu
haben, und anderseits auch die Behauptung, die Kündigung sei
krankheitsbedingt erfolgt, nicht nachvollziehbar sei. Dr. med. E._
weist zudem darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer als voll
leistungsfähig empfinde (Bf-act. 6 S. 2), was sich mit der eigenen
Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 28. Dezember 2020 deckt,
wonach er sich – da er arbeiten wolle – ab dem Zeitpunkt seiner
Freistellung um einen neuen Job bemüht und sein gesamtes Netzwerk
kontaktiert habe (Bf-act. 2 S. 3). Zwar kann dem Beschwerdeführer nicht
abgesprochen werden, dass ihn die berufliche und betriebliche Situation
bei der damaligen Arbeitgeberin im Frühjahr 2020 belastete, was mit zur
Kündigung führte, doch war ihm das Verbleiben an diesem Arbeitsplatz –
zumindest bis zum Finden einer neuen Stelle, wofür er sich nach der
Kündigung bzw. Freistellung offenbar mit Engagement einsetzte (Bf-act.
2, 9) – nicht aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar (Art. 16 Abs. 2 lit.
c AVIG). Andere Gründe einer Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 16 Abs.
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2 lit. c AVIG wie das Alter oder persönliche Verhältnisse, zu denen der
Zivilstand, Betreuungspflichten gegenüber Angehörigen,
Wohnverhältnisse (Eigenheim, geographische Mobilität), konfessionelle
Einschränkungen usw. gehören (AVIG-Praxis ALE Rz. B288), werden
vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und sind auch nicht
ersichtlich.
4.3. Gemäss AVIG-Praxis ALE Rz. D27 ist das Verbleiben am Arbeitsplatz
unzumutbar, wenn wichtige Gründe im Sinne von Art. 337 ff. des
Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) (OR; SR 220)
vorliegen, die zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses
berechtigen. Vorliegend kündigte der Beschwerdeführer sein
Arbeitsverhältnis mit der B._ AG am 13. Mai 2020, dies aber nicht
fristlos, sondern unter Einhaltung der ordentlichen sechsmonatigen
Kündigungsfrist per 30. November 2020, wobei sein letzter Arbeitstag
aufgrund der Freistellung der 7. Juni 2020 war und ihm der Lohn bis am
30. November 2020 ausbezahlt wurde (beschwerdegegnerische Akten
[Bg-act.] 5, 6, 7). Dieses "geordnete" Ausscheiden aus dem Betrieb spricht
gegen das Vorliegen eines Grundes für eine fristlose Kündigung und damit
gegen die Unzumutbarkeit des Verbleibens an der Arbeitsstelle.
4.4. Objektiv ist somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen
oder beweisbar, dass dem Beschwerdeführer das Verbleiben an der
bisherigen Arbeitsstelle bis zum Finden einer Folgestelle unzumutbar war.
Vom Beschwerdeführer hätte erwartet werden können, dass er für die
Dauer der Arbeitssuche bei der B._ AG verbleibt und erst nach
Zusage einer neuen Stelle kündigt (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts C 135/02 vom 10. Februar 2003 E.2 a.E.).
Subjektiv mögen für den Beschwerdeführer die Gründe für die Kündigung
des Arbeitsverhältnisses ausgereicht haben, aus
arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht aber können diese höchstens
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schuldmindernd berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts C 161/06 vom 6. Dezember 2006 E.3.2). Es ist in
casu davon auszugehen, dass die Unzumutbarkeit, bei der B._ AG
zu verbleiben, nicht hinreichend belegt ist. Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung aufgrund selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV ist somit
nicht zu beanstanden.
5.1. Zu prüfen bleibt, ob die Einstellungsdauer von 39 Tagen angemessen ist.
5.2. Die Einstellungsdauer richtet sich nach dem Grad des Verschuldens,
beschlägt eine typische Ermessensfrage (AVIG-Praxis ALE Rz. D59-D61,
D72, D75) und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30
Abs. 3 Satz 3 AVIG). In Art. 45 Abs. 3 AVIV (Sanktionsraster; vgl. AVIG-
Praxis ALE Rz. D72 ff.) wird präzisierend zur Einstellungsdauer bestimmt:
1-15 Tage bei leichtem Verschulden (lit. a); 16-30 Tage bei
mittelschwerem Verschulden (lit. b); 31-60 Tage bei schwerem
Verschulden (lit. c). Nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres
Verschulden vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren
Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen
Arbeitsstelle aufgegeben hat. Bei der Festsetzung der Einstellungsdauer
handelt es sich um eine typische Ermessensfrage. Im Gegensatz zur
Kognition des Bundesgerichts ist diejenige des kantonalen Gerichts in
diesem Zusammenhang nicht auf Rechtsverletzung beschränkt, sondern
erstreckt sich auch auf die Beurteilung der Angemessenheit der
Verwaltungsverfügung. Allerdings darf das kantonale Gericht sein
Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen; es muss sich somit bei der Korrektur auf
Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 123
V 150 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2020 vom 21. Juli 2021
E.4.4, 8C_342/2017 vom 28. August 2017 E.4.1 f., 8C_138/2017 und
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8C_143/2017 vom 23. Mai 2017 E.6.1). Dabei ist auch den Bestrebungen
der Verwaltung Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, durch interne
Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche
Behandlung der Versicherten zu gewährleisten (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_342/2017 vom 28. August 2017 E.4.2). Der Grad des
Verschuldens ist das einzige Kriterium für die Dauer der Einstellung in der
Anspruchsberechtigung. Bei der Aufgabe einer zumutbaren Arbeitsstelle
ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle muss grundsätzlich gemäss
Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV im Bereich des schweren Verschuldens
sanktioniert werden. Zur Feststellung des individuellen Verschuldens und
für die Bemessung der Einstellung bei schwerem Verschulden ist gemäss
Bundesgericht vom Mittelwert der Spanne von 31 bis 60 Tagen – d.h. 45
Tagen – auszugehen (Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV); erschwerende oder
mildernde Faktoren und das Prinzip der Verhältnismässigkeit sind zu
berücksichtigen (BGE 123 V 150 E.3c). Dieser Grundsatz gilt auch bei
leichtem und mittelschwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a und b AVIV)
(AVIG-Praxis ALE Rz. D77). Gemäss Einstellraster ALK liegt das
Verschulden bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die versicherte
Person ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle im schweren Bereich
(AVIG-Praxis ALE Rz. D75 Ziff. 1.D).
5.3. In casu hat die ALK bzw. der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer
mit 39 Einstellungstagen im unteren Bereich des schweren Verschuldens
sanktioniert. Dies ist nicht zu beanstanden, ist doch davon auszugehen,
dass die Ankündigung einer Umstrukturierung seiner damaligen
Arbeitgeberin in der ersten Hälfte des Monats April 2020 beim
Beschwerdeführer berufliche Unannehmlichkeiten, Unruhe und
Unsicherheiten weckte, welche aber unstreitig nicht mit einem konkreten
Kündigungsrisiko für ihn selbst verbunden waren (vgl. Bf-act. 2). Die vom
Beschwerdeführer nur gerade einen Monat später ausgesprochene
Kündigung ohne Zusage einer neuen Arbeitsstelle vermag damit sein
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Verschulden nicht zu schmälern. Somit hat die ALK bzw. der
Beschwerdegegner mit der Einstellung in der Anspruchsberechtigung von
39 Tagen, also im unteren Bereich des schweren Verschuldens, ihr resp.
sein Ermessen rechtskonform ausgeübt.
6. In antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3)
kann auf die angebotene Zeugenaussage des behandelnden Psychiaters
Dr. med. C._ verzichtet werden, zumal daraus keine
entscheidwesentlichen Erkenntnisse zu gewinnen wären. Gleiches gilt für
die Parteiaussage des Beschwerdeführers aufgrund des Umstands, dass
er anwaltlich vertreten ist und ein ausführlicher Schriftenwechsel
stattgefunden hat.
7. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 20. April 2021 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. vorstehend E.1.2).
8. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen
Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht
bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich
mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das
AVIG keine Kostenpflicht statuiert und Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht
vorliegen, sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen. Dem
obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).