Decision ID: 033d870b-912c-41fb-9de9-e383d834d53d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Arbeitslose bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen Unfälle versichert, als die
Arbeitslosenkasse am 19. April 2016 einen Autounfall der Versicherten vom 16. April
2016 meldete (Suva-act. 1). Die Versicherte hatte als Mitfahrerin rechts hinten in dem
von ihrem Ehemann auf einer Hauptstrasse gelenkten Auto gesessen, als bei einer
Kreuzung ein von rechts in die Strasse einbiegendes Fahrzeug gegen die hintere rechte
Seite des Autos der Versicherten prallte (Suva-act. 15, 42). Die Erstbehandlung hatte
am 18. April 2016 bei Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, stattgefunden, der
nach einer Röntgenuntersuchung ohne Hinweis auf eine ossäre Läsion eine HWS-
Distorsion mit Bewegungs- und Druckschmerz diagnostiziert, ab 16. April 2016 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine Physiotherapie angeordnet hatte (Suva-
act. 4, 7 f.). Dr. B._ hatte ausserdem am 18. April 2016 den Dokumentationsbogen
für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma ausgefüllt
(Suva-act. 13). Mit Schreiben vom 26. April 2016 sprach die Suva der Versicherten für
die Folgen des Unfalls vom 19. April 2016 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und
Taggeldleistungen) zu (Suva-act. 5).
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A.b Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 20. Mai 2016 berichtete die
Versicherte, nach wie vor unter Nackenschmerzen rechts, Kopfschmerzen und
gelegentlichem Schwindel zu leiden (Suva-act. 15). Ab 30. Mai 2016 ging Dr. B._
wieder von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (Suva-act. 14 f.), verlängerte dann aber
die Arbeitsunfähigkeit bis 13. Juni 2016 (Suva-act. 19). Suva-Kreisärztin med. pract.
C._, Fachärztin für Chirurgie, betrachtete am 6. Juni 2016 eine volle
Arbeitsunfähigkeit nicht mehr als ausgewiesen und riet zu einem Ausbau der aktiven
Therapie (MTT [Medizinische Trainingstherapie]; Suva-act. 21).
A.c Ebenfalls am 6. Juni 2016 wurde die Versicherte im Auftrag der Suva durch Dr.
med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
untersucht, der im Untersuchungsbericht vom 8. Juni 2016 in der Anamnese seit dem
Unfall andauernde Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen sowie eine "Müdigkeit" in
den Armen erhob (Suva-act. 26). Am 13. Juni 2016 folgte eine kreisärztliche
Untersuchung durch med. pract. C._ (Suva-act. 30) und am 20. Juni 2016 auf deren
Zuweisung eine cranio-zerebrale sowie vertebro-spinale kernspintomographische
Untersuchung (MRI) durch Dr. med. E._, Radiologie F._, Diagnosezentrum G._
(Suva-act. 36).
A.d Nachdem med. pract. C._ am 24. Juni 2016 festgestellt hatte, dass sich im MRI
des Kopfs und der HWS keine Hinweise auf unfallbedingte strukturelle Läsionen hätten
finden lassen und daher ab sofort von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei
(Suva-act. 37), teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie ab 27. Juni 2016 noch ein
Taggeld von 50% ausrichte (Suva-act. 38). Dr. B._ passte seine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung entsprechend an (Suva-act. 47).
A.e Am 29. Juni 2016 wurde durch die AGU Zürich, Arbeitsgruppe für Unfallmechanik,
eine biomechanische Kurzbeurteilung durchgeführt (Suva-act. 42).
A.f Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 3. August 2016 teilte Dr. B._ der Suva mit,
dass der Arbeitsversuch mit 50% misslungen sei (Suva-act. 48), und reichte ein
Zeugnis mit einer erneuten 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 2. August 2016 ein (Suva-
act. 47). Suva-Kreisarzt Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt jedoch am 8. August 2016 an der
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ursprünglichen Taxation von 50% Arbeitsfähigkeit fest (Suva-act. 49), worauf Dr. B._
im Unfallschein UVG eine entsprechende Korrektur vornahm (Suva-act. 53). Auch im
ärztlichen Zwischenbericht vom 22. August 2016 notierte der Hausarzt die
Wiederaufnahme der Arbeit zu 50% seit 27. Juni 2016. Als gegenwärtige
Behandlungen vermerkte er Physiotherapie und Medikamente. Alle zwei Wochen finde
ausserdem eine Konsultation bei ihm statt (Suva-act. 56, vgl. auch Suva-act. 62). Am
24. August 2016 stellte Dr. B._ die vierte Physiotherapieverordnung aus (Suva-act.
88).
A.g Am 29. August 2016 erklärte med. pract. C._, dass initial noch eine Serie
Physiotherapie zu Lasten der Suva übernommen werden könne, von passiven
Therapiemassnahmen jedoch keine namhafte Befundsverbesserung mehr zu erwarten
sei. Die Versicherte werde mit Dr. B._ den Übergang zur MTT besprechen. Aufgrund
der Latenz zum Trauma dürfe nun von einer mindestens 75%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden. Der Schadenfall sei im Verlauf sicher zu terminieren, da keine
unfallbedingten strukturellen Läsionen vorliegen würden (Suva-act. 57, 60).
A.h Mit Schreiben vom 29. August 2016 teilte die Suva der Versicherten unter
Annahme einer 75%igen Arbeitsfähigkeit und mit Blick auf die
arbeitslosenversicherungsrechtliche Leistungspflicht die Einstellung der
Taggeldleistungen per 30. August 2016 mit (Suva-act. 61). Am 6. September 2016
informierte Dr. B._ die Suva darüber, dass ein entsprechender Arbeitsversuch wegen
verstärkten Schmerzen habe abgebrochen werden müssen und die Versicherte ab 7.
September 2016 wieder versuche, 50% zu arbeiten (Suva-act. 65, vgl. auch Suva-act.
66 f.). Mit Schreiben vom 27. September 2016 unterrichtete die Suva die Versicherte
darüber, dass gemäss kreisärztlicher Beurteilung die bestehenden Beschwerden nicht
mehr unfallbedingt seien und der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden
habe, spätestens am 30. September 2016 wieder erreicht sei. Der Fall müsse demnach
betreffend Unfallfolgen per 30. September 2016 abgeschlossen und ein Anspruch auf
weitere Versicherungsleistungen abgelehnt werden. Die bisherigen
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunkt
eingestellt (Suva-act. 72).
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A.i Am 3. Oktober 2016 wandte sich die Versicherte telefonisch gegen die
Terminierung der Versicherungsleistungen und verwies auf eine orthopädische
Untersuchung durch Dr. med. I._, Oberarzt mbF, Departement Orthopädie des
Spitals J._ (Suva-act. 73). In dem der Suva am selben Tag eingereichten
Untersuchungsbericht vom 21. September 2016 hatte Dr. I._ weiterhin eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit angenommen und berichtet, dass er der Versicherten nochmals eine
Physiotherapieverordnung mit zusätzlicher FDM-
(Fasziendistorsionsmodell-)Behandlung ausgestellt habe (Suva-act. 74, vgl. auch Suva-
act. 76). Die Suva erklärte hierauf die Leistungseinstellung per 30. September 2016 als
hinfällig und sicherte bis auf Weiteres ein Taggeld basierend auf einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% zu (Suva-act. 78).
A.j Anlässlich einer Besprechung vom 22. November 2016 teilte die Versicherte der
Suva mit, dass sie nach wie vor unter Nackenschmerzen rechts leide, verbunden mit
immer wieder auftretenden Kopfschmerzen und Schwindel. Sie nehme weiterhin
Schmerzmittel ein. Die Physiotherapie und MTT, verbunden mit einer FDM-
Behandlung, hätten bis anhin keinen Erfolg gebracht (Suva-act. 84). Dr. B._
bestätigte in einem ärztlichen Zwischenbericht vom 29. November 2016 die
vorgenannten Therapien, machte jedoch keine weiteren Behandlungsvorschläge.
Konsultationen bei ihm würden nach Bedarf stattfinden. Die Schmerzen und Befunde
seien unverändert (Suva-act. 89).
A.k Nach Einholung einer ärztlichen Beurteilung von med. pract. C._ am 5.
Dezember 2016 (Suva-act. 90) verfügte die Suva am 13. Dezember 2016 die
Leistungseinstellung per 31. Dezember 2016. Zur Begründung legte sie dar, dass die
noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien und nach
Prüfung der massgebenden Kriterien die Adäquanz zu verneinen sei (Suva-act. 97).
B.
B.a Mit Eingabe vom 28. Dezember 2016 erhob die CAP Rechtsschutz für die
Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2016 und reichte einen
Untersuchungsbericht von Dr. med. K._, Facharzt Anästhesiologie, Spezielle
Schmerztherapie, Leitender Arzt des Departements Anästhesie, Schmerztherapie des
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Spitals J._, vom 21. Dezember 2016 ein (Suva-act. 102). Am 7. Februar 2017 führte
Dr. K._ bei der Versicherten eine BV-gesteuerte zervikale Facettengelenksinfiltration
C2/3-C4/5 mit Kenakort durch (Suva-act. 115).
B.b In einer ärztlichen Beurteilung vom 20. Februar 2017 nahm med. pract. C._
nochmals ausführlich zum Schadenfall Stellung (Suva-act. 114).
B.c Mit Schreiben vom 21. März 2017 überliess die CAP Rechtsschutz der Suva einen
Unfallschein UVG mit einer von Dr. B._ bei einer Konsultation vom 15. März 2017 der
Versicherten bestätigten Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50% (Suva-act. 120).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 27. März 2017 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten vom 28. Dezember 2016 ab (Suva-act. 122).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch Rechtsanwalt Dr. iur. P. Sutter, Heiden, am 26. April 2017
Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Es sei der
Einspracheentscheid vom 27. März 2017 aufzuheben. 2. Es seien der
Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus UVG weiterhin zu erbringen,
eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2017 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 27. März 2017.
C.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik
verzichtet (act. G 4 f.).

Considerations:
Erwägungen
1.
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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem der Streitigkeit ein Unfall aus dem Jahr 2016 zu Grunde liegt, die bis
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. Hinsichtlich der für das
vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen (Art. 6 Abs. 1 UVG, Art. 19 UVG)
haben sich mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze ohnehin keine Änderungen
ergeben.
2.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum
Unfall vom 16. April 2016 erbrachten Leistungen (Heilbehandlungen und Taggeld) auf
den 31. Dezember 2016 einstellte und den Anspruch auf weitere Leistungen der
Unfallversicherung (Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung) ablehnte. Die
Beschwerdeführerin klagte im Leistungseinstellungszeitpunkt über eine seit dem Unfall
unveränderte Beschwerdesymptomatik, insbesondere über Schmerzen im Nacken-
und Schultergürtelbereich sowie zusätzlich über Schwindel, Kopfschmerzen,
Dysästhesien (ein "Kribbelgefühl") und eine schmerzbedingte Ermüdung und
Kraftlosigkeit im rechten Arm (Suva-act. 46, 74, 84, 102, 114). Auch nach der
Leistungseinstellung wurden Heilbehandlungen durchgeführt (Suva-act. 115) und der
Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act. 120).
3.
3.1 Bezüglich der Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen ist zu
prüfen, ob im Leistungseinstellungszeitpunkt von einer Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung noch eine namhafte Besserung zu erwarten war (Art. 19 Abs. 1 UVG). Trifft
dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) mit anschliessender Prüfung des Anspruchs auf eine
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Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E.
4.1).
3.2 Was den in Art. 19 Abs. 1 UVG geforderten Abschluss allfälliger
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) betrifft, ist festzuhalten,
dass aus den vorliegenden Akten nicht hervorgeht, dass im Zeitpunkt der Einstellung
der vorübergehenden Leistungen per 31. Dezember 2016 Eingliederungsmassnahmen
der IV durchgeführt worden sind. Selbst wenn allfällige berufliche Massnahmen noch
nicht abgeschlossen wären oder der Entscheid der IV über die (berufliche)
Eingliederung erst später gefällt würde, wäre indes die Leistungseinstellung der
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zulässig; entscheidend ist
einzig, dass jedenfalls im Leistungseinstellungszeitpunkt von einer Fortsetzung der
medizinischen Behandlung (im Sinn von Art. 10 Abs. 1 UVG) keine namhafte Besserung
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mehr erwartet werden konnte
(Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht, EVG] vom 19. Januar 2010, 8C_895/2009, E. 5, und 28. Mai
2009, 8C_306/2009, E. 4.3). Entgegen der Sichtweise des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin (act. G 1, III. Rz 3) stehen daher allfällige berufliche
Eingliederungsmassnahmen der Einstellung der vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) nicht entgegen.
3.3 Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands zu verstehen ist,
umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale
Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet
ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist,
bestimmen. Die Verwendung des Begriffs "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht,
dass die durch (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG
erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss und eine unbedeutende Besserung ebenso
wenig genügt wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (Urteil des Bundesgerichts
vom 19. Februar 2008, U 394/06, E. 4.3 mit Hinweisen und Urteil des EVG vom 12. Juni
2009, 8C_25/09, E. 4.1.1 mit Hinweisen; BGE 134 V 115 E. 4.3; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
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Basel/Genf 2012, S. 144). Nach der Rechtsprechung ist die Frage der namhaften
Besserung des Gesundheitszustands prospektiv bezogen auf den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2010,
8C_58/2010, E. 2.2 und Urteil des EVG vom 20. Mai 2005, U 244/04, E. 3.1 mit
Hinweisen, publ. in: RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388). Grundlage für die Beurteilung dieser
Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen
Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff
"Prognose" erfasst werden.
3.4 Die Beschwerdeführerin wurde nach dem Unfall durchgehend mit Physiotherapie,
übergehend in eine MTT, sowie mit Schmerzmitteln behandelt (Suva-act. 7 f., 15, 20 ff.,
48, 54, 56, 59, 71, 74, 88, 105). Im September 2016 wurden Physiotherapie bzw. MTT
durch eine FDM (Fasziendistorsionsmodell)-Behandlung ergänzt (Suva-act. 74, 84).
Trotz dieser Behandlungen notierte Dr. B._ in den ärztlichen Zwischenberichten vom
22. August und 29. November 2016 praktisch unveränderte Schmerzen (Suva-act. 56,
89). Die von ihm - wie bereits im ärztlichen Zwischenbericht vom 3. August 2016 (Suva-
act. 48) - zudem vermerkte drohende Chronifizierung weist ebenfalls auf eine
Stagnation des Beschwerdebildes trotz medizinischer Behandlungen hin.
Entsprechend hatte die Beschwerdeführerin am 19. September 2016 gegenüber Dr.
I._ und anlässlich einer Besprechung vom 22. November 2016 mit der
Beschwerdegegnerin berichtet, dass weder die Physiotherapie, die MTT noch die
FDM-Behandlung einen Erfolg gebracht bzw. geholfen hätten (Suva-act. 74, 84). In den
ärztlichen Zwischenberichten vom 22. August und 29. November 2016 sah Dr. B._
sodann explizit von weiteren Behandlungsvorschlägen ab (Suva-act. 56, 89). Im
November 2016 besuchte die Beschwerdeführerin nur noch die (erfolglose) MTT und
ihren Hausarzt Dr. B._ höchstens bei Bedarf (vgl. Suva-act. 84). Seit Juni 2016 hatte
ausserdem praktisch durchgehend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Suva-
act. 37, 53, 56 f., 74, 76, 82, 89, 91, 117). Med. pract. C._ zog in der ärztlichen
Beurteilung vom 20. Februar 2017 angesichts des geschilderten Sachverhalts den
überzeugenden Schluss, dass nicht mehr davon auszugehen sei, dass durch
fortgesetzte Massnahmen eine Besserung des Gesundheitszustands zu erzielen sei.
Trotz diverser Therapieansätze habe die Beschwerdeführerin keinerlei
Besserungstendenz gezeigt (Svua-act. 114-6 f.). Aufgrund des Gesagten erhellt, dass
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von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands spätestens ab 31.
Dezember 2016 nicht mehr auszugehen war.
3.5 Die von Dr. K._ am 7. Februar 2017 bei der Beschwerdeführerin durchgeführte
zervikale Facettengelenksinfiltration C2/3-C4/5 mit Kenakort vermag an dieser
Beurteilung nichts zu ändern. Laut dessen Verlaufsbericht vom 21. Februar 2017
handelte es sich bei der Infiltration primär um ein diagnostisches Vorgehen und damit
um eine blosse Abklärungsmassnahme ohne Auswirkung auf den Gesundheitszustand.
Die Wirkungszeit bis zur erneuten Schmerzzunahme betrug lediglich zwei Tage und ein
weiterer Termin wurde auf Wunsch der Beschwerdeführerin nicht vereinbart (Suva-act.
115). Eine allfällige Wirkung führte lediglich zu einer kurzfristigen
Symptombekämpfung.
3.6 Weitere beweismässige medizinische Abklärungen in Form des vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 26. April 2017
verlangten medizinischen interdisziplinären Fachgutachtens sind nicht geboten. Das
Urteil des Bundesgerichts vom 16. August 2007 (U 104/06, E. 4.4 ff.) ist mangels
identischer Sachverhalte für den vorliegenden Fall nicht einschlägig. In jenem Fall hatte
der Unfallversicherer mangels Verfügung über die erforderlichen medizinischen
Beurteilungsgrundlagen die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung
veranlasst, dann jedoch mitten im Abklärungsverfahren eine provisorische
Leistungseinstellung ausgesprochen, womit sie dem Grundsatz zu wider handelte,
dass der Unfallversicherer zuerst den rechtserheblichen Sachverhalt ausreichend
abzuklären habe. Der Unfallversicherer konnte also im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung noch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden konnte. Im vorliegenden
Fall kann jedoch die Frage nach dem Erreichen eines medizinisch stabilen
Gesundheitszustands anhand der vorliegenden Akten mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden (vgl. vorstehende Erwägung
3.3).
3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin per 31.
Dezember 2016 von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
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Besserung mehr zu erwarten war, womit die Beschwerdegegnerin die
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu Recht per 31.
Dezember 2016 eingestellt hat.
4.
4.1 Hinsichtlich der Ansprüche auf eine Rente oder Integritätsentschädigung ist zu
prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 2016) noch
Unfallrestfolgen vorhanden waren.
4.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; RUMO-JUNGO/ HOLZER,
a.a.O., S. 53 ff.). Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst,
wenn der Unfall nicht mehr eine natürliche und adäquate Ursache der fortdauernd
geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329). Allerdings greift die
vorgenannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im
Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich
nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
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entsprechen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55; BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1).
4.3 Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallen ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrage gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche
die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis;
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3;
BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
4.4 Bei Unfällen mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz
als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich
ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei
ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 134 V 111 f. E.
2.1, 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen
organisch nicht (hinreichend) nachweisbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung
durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären,
ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma (vgl. dazu SVR
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1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der
HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen
und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328
E. 3b).
5.
5.1 Vorerst ist mithin zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung organisch
objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche die fortdauernd geklagten
Beschwerden bzw. einen Dauerschaden verursachen konnten.
5.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRI, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
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5.3 Die Beschwerdeführerin suchte am 18. April 2016 Dr. B._ auf, dessen
Röntgenuntersuchung keine Anhaltspunkte für eine ossäre Läsion zeigte (Suva-act. 8).
Die MRI-Untersuchung des Schädels vom 20. Juni 2016 durch Dr. E._ ergab ein
altersentsprechend normales cranio-zerebrales Kernspintomogramm, insbesondere
ohne fassbare posttraumatische intrakranielle Läsionen. Auf dem gleichentags durch
Dr. E._ aufgenommenen MRI der HWS gelangten eine Streckfehlhaltung C2-C6 mit
angedeuteter kyphotischer Fehlhaltung auf Höhe C4, eine kleinvolumige mediane
Diskushernie C5/C6 mit entsprechender Eindellung des ventralen Duralschlauchs ohne
Beeinträchtigung der neuralen Strukturen sowie eine kleinvolumige rechts-foraminale
bis foraminal reichende Diskushernie in diesem Segment mit mässiggradiger diskogen
bedingter Foraminalstenose C5/C6 mit möglicher Beeinträchtigung der Nervenwurzel
von C6 rechts zur Darstellung. Ansonsten zeigte sich ein normales
Kernspintomogramm (Suva-act. 36). Wie von med. pract. C._ im kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 14. Juni 2016 (Suva-act. 30) und in der ärztlichen
Beurteilung vom 20. Februar 2017 (Suva-act. 114) überzeugend festgestellt (vgl. auch
Suva-act. 37), steht ausser Frage, dass mit den vorgenannten MRI-
Untersuchungsergebnissen organisch-strukturelle Unfallfolgen ausgeschlossen werden
konnten (vgl. insbesondere zur Entstehung einer Diskushernie sowie zur Kyphose:
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S.
879 f.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 210, 811,
1006 [nachfolgend: PSCHYREMBEL 2017]; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 1062; zur Streckfehlhaltung vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17.
Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7. Februar 2008, U 13/07,
E. 3.2 und 3.3).
5.4 Die Erklärung von Dr. K._ im Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2016
(Suva-act. 98) - es sei hinlänglich bekannt und wissenschaftlich belegt, dass bei einem
HWS-Beschleunigungstrauma in den Bändern, Bandscheiben und vor allem in den
Wirbelsäulengelenken Mikroläsionen verursacht werden könnten, die sich in der MRI-
Untersuchung nicht nachweisen liessen - vermag den fehlenden Nachweis einer
objektivierbaren Unfallverletzung im vorliegenden MRI der HWS vom 20. Juni 2016,
welche fortdauernde Beschwerden zu erklären vermöchte, nicht zu ersetzen. Die
bundesgerichtliche Rechtsprechung legt eindeutig fest, welche Anforderungen an die
Objektivierung organisch-struktureller Unfallfolgen gestellt werden (vgl. Erwägung 5.2).
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Dr. K._ erklärt demgegenüber nicht, wie diesen Anforderungen hinsichtlich
Mikroläsionen genüge getan werden kann bzw. wie und ob solche bildgebend zur
Darstellung gebracht werden können. Es sind derzeit auch keine neuen
Untersuchungsmethoden ersichtlich, welche in wissenschaftlich anerkannter Weise
den Nachweis von organischen Störungen im Bereich von HWS (bei Unfall mit
Schleudertrauma resp. äquivalenter Verletzung) oder Schädel-Hirn gestatteten (vgl.
etwa RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, U 160/98, zur mangelnden Geeignetheit der
SPECT-Untersuchung; hiezu auch: STÖCKLI et al., Diagnostisches und
therapeutisches Vorgehen in der chronischen Phase nach kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma [cKZBT, sog. Schleudertrauma] [ohne Commotio cerebri/mild
traumatic brain injury], Pragmatische Empfehlungen der multidisziplinären
Konsensusgruppe Olten vom 13. Januar 2005, in: Schweizerisches Medizin-Forum
2005, a.a.O., S. 1185, [https://medicalforum.ch/de/resource/jf/journal/file/view/article/
smf/de/ smf.2005.05698/2005-47-316.pdf/, abgerufen am 25. Oktober 2018; vgl. auch
BGE 134 V 119 E. 7.2]). Sollte dieser Nachweis aufgrund neu entwickelter
Untersuchungsmethoden (zur Diskussion steht etwa die funktionelle
Kernspintomographie [auch: funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT, resp.
functional magnetic resonance imaging, fmri]; vgl. hiezu auch Christian Thöny, Richter
foutieren sich um medizinische Fortschritte, in: Plädoyer 2/2007, S. 20 ff.) verlässlich
möglich werden, wird es zudem noch näherer Betrachtung bedürfen, ob die damit
erhobenen Befunde natürlich unfallkausal sind und die geklagten Beschwerden zu
erklären vermögen. Dr. K._ spricht im Übrigen nur allgemein von Mikroläsionen,
welche bei einem HWS-Beschleunigungstrauma in den Wirbelsäulengelenken
verursacht werden könnten. Dass konkret die Beschwerdeführerin durch den
Autounfall vom 16. April 2016 Mikroläsionen erlitten hätte, ist damit ohnehin nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan.
5.5 Auch neurologisch liess sich bei der Beschwerdeführerin kein unfallbedingter
Folgeschaden feststellen. So ergab die neurologische Untersuchung durch Dr. D._
vom 6. Juni 2016, insbesondere die von ihm durchgeführte Elektroenzephalografie
(EEG), gänzlich normale Befunde (Suva-act. 26). Auch die Kraftlosigkeit im rechten Arm
und die Dysästhesien liessen sich demnach neurologisch nicht erklären.
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5.6 Bei der Beschwerdeführerin zeigten sich zwar im Rahmen der klinischen
Untersuchungen durch med. pract. C._, Dr. I._ und Dr. K._ vom 13. Juni 2016
(Suva-act. 30), 19. September 2016 (Suva-act. 74) bzw. 20. Dezember 2016 (Suva-act.
98) im Bereich der HWS die auch radiologisch erhobene Streckhaltung sowie Druck-
und Bewegungsdolenzen. Dr. B._ hatte ausserdem im ärztlichen Zwischenbericht
vom 22. August 2016 einen Hartspann paravertebral beidseits notiert (Suva-act. 56,
vgl. auch Suva-act. 65). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind indessen
beispielsweise ein Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw.
myotendinotische Befunde für sich nicht als organisch-strukturell hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der
Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei
Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober
2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2
und 3.3).
5.7 Im Einklang mit den Darlegungen in den Erwägungen 5.3 ff. finden sich in den
ärztlichen Berichten bzw. Beurteilungen keine Diagnosen, welche eine konkrete bzw.
fortdauernde organische Unfallfolge erfassen würden. Dr. B._ nannte im ärztlichen
Zwischenbericht vom 22. August 2016 die Diagnose "posttraumatisches
Cervikalsyndrom" und sprach - wie bereits im ärztlichen Zwischenbericht vom 1. Juni
2016 (Suva-act. 20) - von einer (drohenden) Chronifizierung (Suva-act. 56). Auch Dr.
I._ diagnostizierte im orthopädischen Sprechstundenbericht vom 21. September
2016 ein Cervikobrachial¬syndrom rechtsbetont bei/mit Diskushernie C5/6 und Status
nach Verkehrsunfall mit cervikalem Beschleunigungstrauma vom 16. April 2016 (Suva-
act. 74). In damit zu vereinbarender Weise stellte Dr. K._ im Untersuchungsbericht
vom 21. Dezember 2016 die Diagnose einer chronischen Zervikobrachialgie und
Zervikozephalgie rechtsbetont nach HWS-Distorsion infolge Verkehrsunfall am 16. April
2016 (Suva-act. 98). Laut ROCHE LEXIKON (a.a.O., S. 1791) handelt es sich bei einem
Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer
Symptomatik mit weitgehend identischem "Symptommuster" manifestierendes
Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen bedingter oder
nur teilweise bekannter Ätiogenese. Unfallbedingte Syndrome mit den vorgenannten
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Beschwerden sind zwar nicht ausgeschlossen, doch ist in diesem Fall eine
nachweisbare Verletzung unabdingbar. Insofern ist mit den obgenannten Diagnosen
zumindest nicht die Unfallkausalität vorliegender gesundheitlicher Störungen
nachgewiesen. Eine Diagnose mit dem Wortteil -algie beschreibt sodann für sich allein
nur einen Schmerz bzw. Schmerzzustand im konkret genannten Körperbereich
(PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 49). Gerade die
Ursachen von Kopfschmerzen, Nacken- und Schulterschmerzen sowie von
Muskelverspannungen sind vielfältig. Die Ursache muss in keiner Weise ein
Unfallereignis sein. Die genannten Beschwerden vermögen sich zudem wechselseitig
zu beeinflussen bzw. gegenseitig zu unterhalten, weshalb sie erfahrungsgemäss auch
häufig zusammen beschrieben werden (vgl. z.B. Kopfschmerz: PSCHYREMBEL 2017,
a.a.O., S. 1141 f.; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1040; Nackenschmerzen bzw. -
steifigkeit: PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1438; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1286;
Myogelose: PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1428; ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 799 f.). So werden beispielsweise die
Nackenschmerzen der Beschwerdeführerin im orthopädischen Sprechstundenbericht
von Dr. I._ vom 21. September 2016 vor allem als in den rechten Arm ausstrahlend
beschrieben (Suva-act. 74) und die Kopfschmerzen schilderte sie gegenüber Dr. K._
laut Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2016 als "Begleitkopfschmerzen", zu
welchen es bei einer Schmerzzunahme im Nacken- und Schultergürtelbereich komme
(Suva-act. 98). Mit dem diagnostischen Zusatz "posttraumatisch" wird dazu nur eine
zeitliche Einordnung (das Syndrom bzw. die Schmerzen traten zeitlich betrachtet nach
einem Trauma auf) vorgenommen. Der zeitliche Aspekt allein und damit auch die von
Dr. K._ im Untersuchungsbericht vom 21. Dezember 2016 vorgebrachte Tatsache,
dass die Angaben der Beschwerdeführerin absolut glaubhaft seien und sie vor dem
Unfall vom 16. April 2016 noch keinerlei Beschwerden im Nacken-, Schulter- und
Kopfbereich gehabt habe, d.h. beschwerdefrei gewesen sei (Suva-act. 98), reichen
jedoch nicht aus, um von einer natürlich unfallkausalen organisch strukturellen
Schädigung auszugehen. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des
Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine
gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie
nach diesem auftrat (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo
propter hoc" z. B. in UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015,
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N 69 zu Art. 4 ATSG; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit
weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Auch aus der Diagnose Status nach
Autounfall ist lediglich in zeitlicher Hinsicht abzuleiten, dass der heutige Zustand nach
dem Unfallereignis aufgetreten ist. Unfallrestfolgen sind damit nicht erwiesen.
5.8 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich des Unfalls vom 30. August 2014
keine klar ausgewiesene neue, bleibende, allenfalls schlecht verheilte strukturelle
Läsion im Bereich der HWS erlitten hat, welche die überwiegend wahrscheinliche
Annahme von Langzeitbeschwerden zulassen würde.
6.
Des Weiteren ist zu prüfen, ob im Zeitpunkt der Rentenprüfung nicht organisch
objektivierbare Unfallfolgen noch vorhanden sind.
6.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der
Halswirbelsäule und Schädelhirntraumen auch ohne nachweisbare pathologische bzw.
organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster
Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine
äquivalente Verletzung typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden
Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT, CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt
(wie in Erwägung 5.2 dargelegt) allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in
Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese
Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse
Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit,
rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel
anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 382 E. 4b). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner
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umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion
oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009,
8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen, und 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3;
RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die anderen im Rahmen des Schleudertraumas oder
der HWS-Distorsion typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch
immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines
natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.
6.2 Beim Unfall vom 16. April 2016 prallte unbestrittenermassen ein Fahrzeug seitlich
von rechts gegen das vom Ehemann der Beschwerdeführerin gelenkte Auto, in
welchem diese als Mitfahrerin hinten rechts sass (Suva-act. 15). Laut biomechanischer
Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 29. Juni 2016 kam es dadurch zu einer
Geschwindigkeitsänderung des Autos der Beschwerdeführerin in Rückwärtsrichtung
und nach links (Suva-act. 42). Es liegt damit ein Unfallmechanismus vor, der eine
schleudertraumaähnliche Verletzung plausibel macht. Entsprechend hatte Dr. B._
anlässlich der Erstbehandlung vom 18. April 2016 eine HWS-Distorsion Grad II
diagnostiziert, nachdem die Beschwerdeführerin angegeben hatte, innerhalb der
erforderlichen Latenzzeit bzw. innerhalb von 24 Stunden unter Kopf- und
Nackenschmerzen, Schwindel, Hörstörungen sowie Schlafstörungen gelitten zu haben,
und sich Dr. B._ bei der klinischen Untersuchung eine schmerzhaft verminderte
Beweglichkeit sowie Druckschmerzhaftigkeit der HWS gezeigt hatten (Suva-act. 13,
vgl. auch Suva-act. 8). Bei dieser Diagnose bzw. diesem Beschwerdebild ist anfänglich
von einem natürlichen Kausalzusammenhang betreffend eine schleudertraumaähnliche
Verletzung auszugehen. Dies wird seitens der Beschwerdegegnerin und med. pract.
C._ auch nicht bestritten.
6.3 Die laut Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008 (U 394/06, E. 9.3 f. =
BGE 134 V 124 E. 9.3) nach rund sechs Monaten zu veranlassende eingehende
medizinische Abklärung im Sinne eines poly-/interdisziplinären Gutachtens soll sodann
nach der Erstabklärung noch einmal die Schleudertrauma- bzw.
schleudertraumaähnliche Diagnose festigen bzw. nochmals zuverlässig beantworten,
ob sich die persistierenden Beschwerden medizinisch weiterhin mit einer
Schleudertrauma- bzw. schleudertraumaähnlichen Diagnose erklären lassen. Ein
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besonderes Augenmerk ist im Gutachten zudem auf die Frage zu richten, ob eine
bestehende psychische Problematik als Teil des für solche Verletzungen typischen,
einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-psychischen Beschwerdebildes zu
betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches
Leiden darstellt. Nur wenn in der Expertise überzeugend dargetan wird, dass die
psychische Störung nicht Symptom der Verletzung ist, kann dafür eine andere Ursache
gesehen werden. Die Rechtsprechung verlangt also für die Fragen der natürlichen
Kausalität und psychischen Gesundheitssituation eine medizinische Begutachtung. Im
vorliegenden Fall kann indes eine abschliessende Klärung der Frage, wie lange der
natürliche Kausalzusammenhang tatsächlich gegeben ist, unterbleiben, nachdem - wie
sich nachfolgend zeigen wird (vgl. Erwägung 7) - ein natürlicher Kausalzusammenhang
spätestens bei Leistungseinstellung per 31. Dezember 2016 nicht auch adäquat und
damit für eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin rechtsgenüglich wäre (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2008, 8C_217/2008, E. 7.3; vgl. dazu auch
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O, S. 56 f.). Eine eigenständige psychische Problematik
steht im konkreten Fall zudem ausser Frage (vgl. nachfolgende Erwägung 7.1). Sodann
bedarf es eines poly-/interdisziplinären Gutachtens für die Klärung von bei der Prüfung
einzelner Adäquanzkriterien zuweilen auftauchender Problemen nicht zwingend, wenn -
wie hier - Berichte von Ärzten verschiedener in Betracht fallender Fachrichtungen
vorliegen, welche eine schlüssige Gesamtbeurteilung zulassen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 27. November 2008, 8C_527/2008, E. 3.2).
7.
Die Adäquanzprüfung ist im Zeitpunkt des Endes der medizinisch instabilen Phase
bzw. des Anspruchs auf vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld),
d.h. per 31. Dezember 2016 (vgl. Erwägung 3) vorzunehmen (BGE 134 V 109).
7.1 Angesichts der geschilderten medizinischen Gegebenheiten (vgl. dazu Erwägung
6.2) ist erwiesen und unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin ein HWS-
Distorsionstrauma mit einer typischen Beschwerdesymptomatik vorlag. In den
medizinischen Akten ist ausserdem keine relevante psychische Problematik
auszumachen. Die von med. pract. C._ in der ärztlichen Beurteilung vom 20. Februar
2017 festgestellte psychosoziale Belastungssituation vermag jedenfalls keine
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eindeutige Dominanz psychischer Probleme zu erklären. Die Adäquanz ist damit nach
Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10
präzisierten Kriterien zu beurteilen, wobei auf eine Differenzierung zwischen
psychischen und physischen Komponenten zu verzichten ist (vgl. dazu die allgemeinen
Ausführungen in der vorstehenden E. 4.4).
7.2 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der
Schleudertrauma-Praxis verlangt, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für
die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu,
wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht
fällt. Bei der Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei -
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten
Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem
dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und
bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei
Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein
schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar
mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon
erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren
Bereich der Unfall einzuordnen ist, und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen dafür mehrere Kriterien
herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1). Die in die Adäquanzbeurteilung
einzubeziehenden Kriterien lauten: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche
Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.3).
7.3 Vor der Prüfung der einzelnen Adäquanzkriterien ist die Schwere des
Unfallereignisses vom 16. April 2016 zu beurteilen. Die Beschwerdeführerin sass hinten
rechts in dem von ihrem Ehemann auf einer Hauptstrasse gelenkten Auto. Dabei prallte
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eine Fahrzeuglenkerin, als diese bei einer Kreuzung von rechts auf die Hauptstrasse
einfuhr, mit ihrem Auto gegen die rechte hintere Seite des Autos der
Beschwerdeführerin (Suva-act. 15, 42). Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom
29. Juni 2016 (Suva-act. 42) erfuhr das Auto der Beschwerdeführerin aufgrund der
Kollision eine Geschwindigkeitsänderung in Rückwärtsrichtung und nach links, welche
unterhalb oder innerhalb eines Bereichs von 10-15 km/h lag. Die Fachleute hielten
weiter fest, dass sich bei einer Kollision wie im vorliegenden Fall, welche vorwiegend
eine Bewegung der Insassen nach vorne und in geringerem Masse zur Seite bewirke, in
Bezug auf die HWS bei Angegurteten (vgl. Suva-act. 13-1) grundsätzlich ein
günstigerer Bewegungsablauf und eine prinzipiell geringere HWS-Belastung als bei
Heckkollisionen ergebe. Analog einem Frontalanprall werde die hauptsächlich vorwärts
gerichtete Bewegung der Insassen im Wesentlichen durch die Gurte aufgefangen. Die
hintere Halsmuskulatur, welche den Kopf vor zu grosser Vorwärtsbewegung schützen
könne, sei wesentlich stärker ausgerichtet als die vordere. Biomechanisch relevante
Besonderheiten, insbesondere ein zusätzlich belastender Bewegungsablauf, seien
sodann nicht aktenkundig. Aus biomechanischer Sicht ergab sich auf Grund der
technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen, dass es anhand der
vorliegenden Unterlagen schwierig zu entscheiden sei, ob die anschliessend an das
Ereignis festgestellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert
durch die Kollisionseinwirkung erklärbar seien. Angesichts dieses Ergebnisses sowie
parallel zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach einfache Auffahrkollisionen
auf ein (haltendes) Fahrzeug und auch Doppelkollisionen, bei denen das Fahrzeug
durch den Heckanprall zusätzlich in den davor stehenden Wagen geschoben wird, als
mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren sind
(vgl. dazu auch die Kasuistik in RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 61 ff.), ist auch im
vorliegenden Fall von einem Unfall dieser Kategorie auszugehen (SVR 2009 UV Nr. 39
S. 134, 8C_304/2008; Urteile des Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016,
8C_651/2016, E. 5.4, vom 6. Juni 2012, 8C_906/2011, 30. August 2010, 8C_580/2010,
E. 5.2.2, und 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 6.1 f. mit weiteren Hinweisen). Es gibt
keine Hinweise darauf, dass sich beim Unfall der Beschwerdeführerin höhere Kräfte
entwickelt hätten. Zwar erfuhr das Auto einen Totalschaden (vgl. Suva-act. 34). Ein
solcher lässt indes noch nicht den Schluss auf einen schweren Unfall zu, zumal es bei
der Bezeichnung Totalschaden um einen wirtschaftlichen Begriff geht, bei dem die
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Reparaturkosten dem Fahrzeug-Restwert gegenübergestellt werden. Dies ist
zumindest bei älteren Personenwagen - wie dem vorliegenden - relevant.
7.4 Der adäquate Kausalzusammenhang bei einem mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen ist zu bejahen, falls ein einzelnes der nach der
Rechtsprechung einzubeziehenden Kriterien (vgl. dazu BGE 134 V 130 E. 10.3; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 73 ff.) besonders ausgeprägt vorhanden ist oder
mindestens vier der massgeblichen Kriterien erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts vom
7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 64). Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. März 2017
(Suva-act. 130-11 f.) zu den einzelnen Adäquanzkriterien Stellung genommen. Ihre
Ausführungen sind nicht zu beanstanden und ihnen ist nichts hinzuzufügen. Die
Beschwerdegegnerin hält zutreffend fest, dass höchstens das Adäquanzkriterium der
langen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen bejaht werden könnte,
dieses jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Die Verneinung des adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 16. April 2016 und den über
den Fallabschluss geklagten, nicht objektivierbaren Beschwerden und daher die
Abweisung des Gesuchs um Rente und Integritätsentschädigung sind folgerichtig und
korrekt.
8.
8.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 27. März 2017 abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
8.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.