Decision ID: d5644474-4618-47a5-bd13-9806679195ab
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978,
war
von April 2010 bis
Ende März 2011 als Aussendienstmitarbeiter Brandschutz in einem Agenturverhältnis tätig
(
Urk.
7/13
)
.
Unter Hinweis auf
eine starke Beeinträchtigung beim Au
to
fahren
meldete sich
der
Versicherte
am
2.
Januar 2011
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten de
s
Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
7/10
)
.
Die IV-Stelle gewährte in der Folge
unter anderem
mit Mitteilungen vom 2
6.
September 2011 (
Urk.
7/28; Kostengutsprache für einen Einarbeitungs
zu
schuss während der Anlern- und Einarbeitungszeit), vom 1
7.
Dezember 2012 (
Urk.
7/47; Anspruch auf Arbeitsplatzerhalt), vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
7/
63;
Kostengutsprache Arbeitstraining), vom 1
3.
November 2013 (
Urk.
7/75; Kost
en
gut
sprache Arbeitstraining)
diverse berufliche Massnah
men
.
Mit Mitteilung vom
5.
Juni 2014 (
Urk.
7/93) wurde die Weiterführung der Ein
gliederungsmassnahmen aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/116
;
Urk.
7/121
) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom
5.
Oktober 2015
bei einem Invaliditätsgrad von
43
%
eine
Viertelsr
ente
von
Mai 2014 bis und mit
April
2015 zu (
Urk.
7/138-143
=
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
8.
Oktober 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
5.
Oktober 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es sei
ihm
eine Rente bis und mit Juli 2015
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
7.
November 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies w
urde dem Beschwerdeführer
a
m
1
2.
Januar 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesge
setze
s
über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen)
vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Ma
ss
gabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan
spruch erheb
liche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzu
sprechung oder des
Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungs
weise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen an
gefochten, hat
dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechts
mittelverfahrens i
n dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenan
spruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als
auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526
/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsauf
wandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be
rück
sich
tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und vo
raussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose un
terliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
ge
stützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus,
dass der Beschwerde
führer seit November 2012 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer weiterhi
n zu 60
%
mög
lich und zumutbar.
Ab 1. Mai 2014 bestehe Anspruch auf eine
Viertels
rente
.
Aufgrund der Aufnahme einer 80%igen Arbeitstätigkeit per Mai 2015 und
der bestandenen dreimonatigen Probezeit
bestehe ab 1.
Mai
2015 kein Rente
n
anspruch mehr
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
dass unter Beachtung der gesetzlichen Regelung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV die Rentenaufhebung auf Ende Juli 2015 und nicht schon per Ende
April
2015 zu verfügen sei (
Urk.
1 S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Rentenbefristung
per Ende April 2015 rechtens ist
.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie (ORL), na
nnte
im Bericht vom 1
5.
Dezember 2010
(
Urk.
7/15/7-8)
als Diagnose einen Zustand nach
cochleo
-vestibulärer Funktionsstörung rechts vom Juni 2010 mit guter Erholung des Gehörs, fehlender Funktion des rechten
Ves
ti
bularorgans
mit ungenügender zentraler Kompensation. Beim Beschwerde
führer zeige sich eine recht gute Erholung des Gehörs auf der rechten Seite. Jedoch besteh
e
ein persistierender Funktionsausfall des rechten Gleichge
wichts
organs. Es
z
eige sich auch nach dieser langen Zeit eine ungenügende
Kompensation, die auch mit Physiotherapie nicht wirklich gebessert habe. D
er Beschwerdeführer könne deshalb seine angestammte Tätigkeit als Aus
sen
dienst
mitarbeiter nicht weiter ausüben
, da mit einer Erholung nach sechs Monaten nicht gerechnet werden könne.
Im Bericht vom 1
2.
April
2011 (
Urk.
7/23/6-7) führte
Dr.
Y._
aus, durc
h die Erkrankung bestünden Schwindelbeschwerden, welche es dem Be
schwer
deführer initial aber auch nach wie vor nicht ermöglich
t
en
,
längere Strecken mit dem Auto zu fahren oder auch schnelle Körperbewegungen aus
zuführen.
Dies bedeute in der Tätigkeit als selbständiger
Feuerlöschermonteur
eine klare
Einschränkung. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in dem Sinne zumutbar, dass ihm das eigentliche
M
ontieren der Feuerlöscher und Wartungsarbeiten keine grossen Probleme bereiten würden. Er sei aber durch die Probleme beim Autofahren mit Schwindelereignissen und Unsi
cherheit eingeschränkt und könne deshalb
nicht den
ganz
en
T
ag lang
Kundenbesuche
durchführen
(S
.
1)
. Die bisherige Tätigkeit sei deshalb aktuell nicht zumutbar. Es habe sich im Dezember 2010 eine ungenügende Erholung der peripher-vesti
bulären Funktion mit nach wie vor vorhandenen Schwin
delbeschwerden
gezeigt, so dass mit einer Erholung nach diesem Zeitraum nicht mehr gerechnet werden könne und durchaus Schwindelbeschwerden persistieren könnten.
Die Arbeitsfähigkeit könne sicher durch eine angepasste Tätigkeit
(vermeiden von längeren Autofahrstrecken) gesteigert werden. Be
züglich Heben
und Tragen respektive auch Stehen und Sitzen bestünden keine eigentlichen Einschränkungen, jedoch bezüglich des selbständigen Führens eines Fahrzeuges. Es bestehe aber eine Einschränkung wegen einer im Anschluss an die Hörstörung entstandenen Lärmempfindlichkeit (S. 2).
3.2
Die Ärzte der Psychiatrischen Dienste
Z._
, Klinik
A._
, berich
teten am
3.
April 2013 (
Urk.
7/100) über eine stationäre Behandlung vom 1
4.
Januar bis
8.
März 201
3.
Der Beschwerdeführer sei zur Behandlung des Tinnitus in die Klinik gekommen. Die Behandlung
während
des Aufenthaltes in der Klinik habe sich
aber
nicht nur auf den Tinnitus
b
eschränkt. Während des Auf
enthaltes sei der Beschwerdeführer konsiliarisch vom ORL-Arzt
Fr.
B._
untersucht worden. Das Medikament
Betahistin
sei pausiert worden, wodurch der Zustand des Beschwerdeführers stabil geblieben sei, das
heisst keine Schwindelzustände
aufgetreten seien
. Der Beschwerdeführer habe
Strategien ge
lernt, wie er mit dem Tinnitus besser umgehen könne. Unter
Paro
xetin
seien die Angstzustände schnell verschwunden, was für den Be
schwer
deführer eine grosse Erleichterung gewesen sei, da er dadurch im All
tag nicht mehr einge
schränkt gewesen sei. Er habe wieder alleine mit öffent
lichen Verkehrsmit
teln fahren können
,
ohne in Panik zu geraten. Auch die sozialen Kontakte hätten sich durch die Reduktion der Angst gebessert (S. 3).
Es sei empfehlenswert
,
ab April 2013 mit einem Arbeitspensum von 40
%
anzufangen, dann zwei Wochen mit 50
%
und bei gutem Verlauf weiterhin langsam aufzustocken (S. 4 oben).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Sanato
rium
D._
, führte im Bericht vom
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/54)
aus, er be
handle den Beschwerdeführer seit 3
0.
Oktober 2012 (
Ziff.
1.2) und nannte als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie eine
Menière
-Krankheit.
Zur Anamnese führte
Dr.
C._
aus, der Beschwerdeführer sei durch den Hausarzt zugewie
sen worden. Bei der Erstkonsul
t
ation habe dieser berichtet, dass er vor zwei Jahren im Anschluss an eine schwere Erkältung einen Hörsturz erlitten habe, wobei sich auch ein starker Schwindel eingestellt habe. Dies habe ihn ge
zwungen, die selbständige Tätigkeit aufzugeben, was
s
einen finanziellen Ruin
nach sich gezogen habe. In
diesem Jahr habe ihn zudem seine damalige Partnerin verlassen und er habe seine Wohnung verloren. Im Jahr 2011 habe er eine Anstellung als Kundenberater in einer Autogarage gefunden. Dort habe er sich sehr eingesetzt und der Druck bei der Arbeit sei zunehmend grösser geworden. Dies habe dazu geführt, dass
insbesondere
die Schwindel
problematik wieder zugenommen habe. In der Öffentlichkeit hätten sich zudem zunehmend Angstsymptome eingestellt, die sich oft bis zu Pani
kat
tacken
gesteigert hätten. In solchen Momenten hätten sich Gefühle eines drohenden Kontrollverlusts und einer Ohnmacht eingestellt, die jeweils nur schwer aushaltbar gewesen seien. Der Beschwerdeführer sei zudem von sei
nen Vorgesetzten und insbesondere vom obersten Chef zum Teil aufs Übelste
fertig gemacht
worden. Der konstante Druck und eine Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle hätten zudem zu erheblichen Schlafstörungen geführt, was sich wiederum auf die Vigilanz, die Konzentrationsfähigkeit und das Ge
dächtnis ausgewirkt hätten. Nachdem sich die Dinge für den Beschwerde
führer derart zugespitzt hätten, dass es für ihn nicht mehr aushaltbar gewe
sen sei, habe er sich an den Hausarzt gewandt, der ihn zunächst 50
%
krank
geschrieben habe. Die Prognose bezüglich der psychischen Störung sei als günstig zu bezeic
hnen. Die Ausprägung der Morbus-
Menière
-
Problematik scheine eindeutig mit der psychischen Befindlichkeit zu korrelieren und die diesbezügliche Prognose hänge zumindest teilweise vom Verlauf der Angst
er
krankung ab (
Ziff.
1.4).
Gegenwärtig würden ambulante psychiatri
sche Sitz
ungen auf zirka zweiwöchentlicher Basis erfolgen (
Ziff.
1.5). Die Ein
schränkungen die sich von der Angst- und Panikstörung herleite
te
n
,
wür
den Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen, Gedächtnisprobleme und Zustände von innerer Anspannung, die insbesondere einen Kundenkon
takt sehr schwierig machen könn
t
en
,
beinhalte
n
. In der bisherigen Tätigkeit be
stehe am Juli 2013 eine zirka 50%ige Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
, führte in ihrem Bericht vom 2
8.
November 2014 (
Urk.
7/105/1-5) aus, sie habe den Beschwerdeführer vom 2
8.
November
2013 bis 1
7.
Januar
2014 behandelt
(
Ziff.
1.2) und
nannte als Diagnose eine
cochleo
-vestibuläre Störung rechts seit Januar 2010 (
Ziff.
1.1). Weiter führte sie aus,
aufgrund der Anamnese sowie der klinischen Befunde komme differentialdiagnostisch am ehesten ein
endolymphatischer
Hydrops in Frage, welcher jedoch radiologisch nicht habe nachgewiesen werden können. Mit Rückfällen und rezidivierender Schwin
del
symptomatik müsse in Zukunft gerechnet werden (
Ziff.
1.4). Wegen der Schwindelsymptomatik sei der Beschwerdeführer für Arbeiten in der Höhe sowie für Arbeiten mit Sturzgefahr arbeitsunfähig. Es bestehe eine Ein
schränkung der Leistung
sfähigkeit
für
Arbeiten in der Höhe und bei Sturz
gefa
hr. Die Leistungsfähigkeit sei
u
m
40
%
reduziert, wobei diese Angaben aufgrund der variablen Ausprägung der Schwindelsymptomatik variieren würden. Ab dem 2
8.
November 2013 bestehe eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.7). Sollte sich eine stabile Situation
,
was die Schwindelsymptomatik betrifft
,
einstellen, könne die Arbeitsfähigkeit weiter gesteigert werden (
Ziff.
1.8).
4.
4.1
Dass im hier zu prüfenden Zeitraum eine wesentliche Veränderung des Ge
sund
heitszustandes eingetreten wäre, brachte weder die Beschwerdegeg
nerin in ihrer Verfügung vom
5.
Oktober 2015
vor, noch machte es der Be
schwer
deführer geltend.
So
finden sich in den Akten
(vgl. vorstehend E. 3.1-4)
denn auch keine
Belege dafür, dass eine Verbesserung der gesundheitli
chen Ver
hältnisse des Beschwerdeführers eingetreten
wäre
.
4.2
Der Beschwerdeführer arbeitet seit
1.
Mai
2015 als Materialwart in einem
80%
-
Pensum und erzielt dabei einen Verdienst von
Fr.
72‘034.40 (vgl.
Urk.
7/128). Die Beschwerdegegnerin, welche bis anhin von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging (vgl.
Urk.
7/132/4 oben,
Urk.
7/114/4 Mitte), erstellte daraufhin aufgrund dieser revisionsbegrün
den
den erwerblichen
Tatsachen
ä
nderung seitens des Invalideneinkommens einen neuen Einkommensvergleich, welcher ab Mai 2015 respektive ab Beginn der neuen Erwerbstätigkeit einen Invaliditätsgrad von 4.62
%
ergab (vgl.
Urk.
7/130/2 Mitte). Entsprechend befristete die Beschwerdegegnerin die ab Mai 2014 zugesprochene
Viertelsrente
bis Ende April 2015.
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Aus
wirkungen vorgenommene Einkommensvergleich (vgl.
Urk.
7/132) ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden und wurde durch den Beschwerde
füh
rer auch nicht gerügt. Beim resultierenden rentenausschliessenden Invali
di
täts
grad von 4.62
%
war die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rentenbe
fristung somit korrekt.
4.3
Der Beschwerdeführer rügte hingegen den Zeitpunkt der Rentenaufhebung
per Ende April 2015
und führte
dazu
aus,
dass die Rentenaufhebung gestützt auf
Art.
88a
Abs.
1 IVV erst auf Ende Juli 2015, also
erst
d
rei Monate nach Eintritt der Verbesserung
hätte erfolgen dürfen (
Urk.
1 S. 2).
Dazu ist festzuhalten, dass
die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
g
emäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zwingend erst nach 3 Monaten zu berücksichtigen
ist. Eine
anspruchsbeein
flus
sende Änderung
kann
auch von dem Zeitpunkt an berücksichtigt werden, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird
(vgl. vorstehend E. 1.4)
.
Dabei ist insbesondere von Bedeutung, ob von stabilen Verhältnissen ausgegangen werden kann und eine Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit voraussichtlich längere Zeit Bestand haben wird.
Sinn und Zweck von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist es unter anderem, dem
V
er
sicherten eine gewisse Sicherheit in Bezug auf die regelmässige Auszahlung der Leistungen zu garantieren. Kurzzeitige Änderungen der leistungsbe
gründenden Faktoren sollen eine revisionsweise Anpassung nicht auslösen können, da einer in Rechtskraft erwachsenen
Leistungszusprache
schon im
Hin
blick auf die Rechtssicherheit eine gewisse Beständigkeit zuerkannt werde
n muss (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_232/2016
vom 3
0.
September 2016 E. 4.1)
.
Bei der Aufnahme einer unbefristeten
Erwerbstätigkeit kann nicht mehr von einer kurzzeitigen Änderung der leistungsbegründenden Faktoren ausgegan
gen werden.
M
it dem Stellenantritt
beim
F._
per
1.
Mai
201
5
wurde
die
anspruchs
erhebliche Veränderung der
Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ersichtlich
. Dass nunmehr von stabi
len Verhältnissen ausgegangen werden kann zeigt sich
nicht zuletzt
daran, dass der
Beschwerdeführer die dreimonatige Probezeit (vgl.
Urk.
7/129)
be
stan
d
en hat
und
im Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügung
vom
5.
Oktober 2015 nach wie vor mit einem Beschäftigungsgrad
von
80
%
arbeitete
, wobei keine wesentli
chen Unterbrechungen dokumentiert wurden.
4.4
Aufgrund der damit erwiesenen Beständigkeit der verbesserten
Erwerbsfähig
keit,
rechtfertigt es sich vorliegend, diese
Verbesserung bereits im Zeitpunkt des Beginns der aufgenommenen Erwerbstätigkeit
am
1.
Mai 2015 zu be
rücksichtigen
. Bei der vorliegenden Ausgangslage würde die Berücksichti
gung von (zusätzlichen) drei Monaten im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 Satz 2 IVV zu einer „Doppelentschädigung“ führen und dem Sinn der Invalidenver
sicherung als sogenannte Erwerbsausfallversicherung zuwiderlaufen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ent
spre
ch
end dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.