Decision ID: e1ab34f9-f078-429d-a6bf-d91c4579f3a5
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, verheiratet und Mutter eines 1987 geborenen Sohnes, lebt seit September 1992 in der S
chweiz. S
ie verfügt über keine Berufs
ausbildung
. Von März bis Ende September 1998
ging sie einer Erwerbstätigkeit als Küchenaushilfe bei der Bäckerei/Konditorei
Y._
in
Z._
nach.
Nach Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses
bezog sie Arbeitslosenentschädigung. Im Januar 1999 meldete sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1-4). Nach Abklärungen zu den erwerblichen und den gesundheitlichen Verhältnissen (
Urk.
8/3 f.,
Urk.
8/5,
Urk.
8/16)
verneinte die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente und wies ihr Leistungsgesuch mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2000 ab (
Urk.
8/19).
1.2
In der Folge war die Versicherte wiederum erwerbstätig (
Urk.
8/29/2). Namentlich war sie ab
Mai 2002 als Produktionsmitarbeiterin bei
der A._
AG
tätig
(
Urk. 8/25/7,
Urk.
8/29/2,
Urk.
8/30
).
Mit am 2
1.
Juli
2009
bei der IV-Stelle eingegangener Eingabe
(vgl. Aktenverzeichnis zu
Urk.
8/1-240)
meldete sich
die Versicherte
erneut bei der Invalidenversicherung zum
Leistung
sbezug an (Urk. 8/25
). Nach
neuerlichen
Abklärungen zu den erwerblichen und den gesund
heitlichen Verhältnis
sen der Versicherten
und durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
8/29-
31,
Urk.
8/33,
Urk.
8/47,
Urk.
8/48 f., Urk.
8/51-53
f.
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
September 2010
den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
erneut
(
Urk.
8/55).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil
IV.2010.01013
vom 23. Dezember 2010 in dem Sinne gut, dass es die angefoch
tene Verfügung aufhob und die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
IV-Stelle zurückwies (Urk. 8/62
).
In Nachachtung des Rückweisungs
entscheides holte d
ie IV-Stelle das Gutachten der MEDAS
B._
vom 1.
März 2012 ein (Urk. 8/68
). Nach
Durchführung eines weiteren
Vorbescheid
verfahren
s
(Urk.
8/71
ff.
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Mai 2012 den Anspr
uch auf eine Rente
abermals
(Urk. 8/75
).
Die g
egen die
se
Verfügung erhob
ene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgerich
t mit
unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Urteil IV.2012.00599 vom 2
2.
August 2012 ab (
Urk.
8/84).
1.3
Am 2
4.
April 2014 sprach die Versicherte persönlich bei der IV-Stelle vor
(
Urk.
8/87)
und reichte verschiedene ä
rztliche Berichte ein (
Urk.
8/85 f
.
,
Urk.
8/88
).
Die IV-Stelle prüfte die Eingaben und gelangte
zur Auffassung, eine
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse sei nicht
glaubhaft dargelegt
worden
(
Urk.
8/89). Nach Erlass des Vorbescheides vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
8/90
-91
) trat sie mit Verfügung vom
1.
Juli 2014 auf das Leistungsbegehren nicht ein
(
Urk.
8/92).
Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.4
Am 1
1.
November 2016
(Eingang bei der Beschwerdegegnerin)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen psychisch verschlechterten Gesundheits
zustand erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/101,
Urk.
8/103). Die IV-Stelle holte einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
8/105) und Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/106,
Urk.
8/109,
Urk.
8/115).
Zudem
veranlasste die IV-Stelle
am 2
7.
März 2017
eine polydis
ziplinäre Begutachtung der Versicherten durch die Ärzte der Abklärungsstelle
C._
(
Urk.
8/117
-118
). Die
se
erstatte
te
n ihr Gutachten am
8.
September 2017 (
Urk.
8/128).
Mit Vorbescheid vom 2
0.
Oktober 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (
Urk.
8/138).
Gegen den vorgesehe
nen Entscheid erhob d
ie Versicherte Einwände (
Urk.
8/140,
Urk.
8/143,
Urk.
8/149) und sie reichte zusätzliche
ärztliche Unterlagen
ein
(
Urk.
8/142,
Urk.
8/148,
Urk.
8/177)
.
Dies veranlasste
die IV-Stelle zu weiteren Abklärungen. Nebst Verlaufsbericht
en
behandelnder Ärzte
(
Urk.
8/152,
Urk.
8/163,
Urk.
8/167) holte die IV-Stelle von den Experten
der Begutachtungsstelle
C._
die
ergänzende gutach
t
erliche
Stellungnahme vom 2
4.
August 2018 ein (
Urk.
8/161).
Nach Eingang weiterer Bericht
e
behandelnder Ärzte (
Urk.
8/163,
Urk.
8/167)
entschied
sich
die IV-Stelle
am 2
5.
Februar 2019
im Einverständnis mit der Versicherten (
Urk.
8/171)
zur
Durchführung einer weiteren Begutachtung
, dies
mal durch die Ärzte der Begutachtungsstelle
D._
des Universitätsspitals
E._
(
Urk.
8/173
,
Urk.
8/181; vgl. auch
Urk.
8/174/2-3
).
Diese
erstatteten ihr Gutachten am 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/199). Die Versicherte erhielt in der Folge die Gelegenheit, zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (
Urk.
8/200). Davon macht
e
sie am
8.
Januar 2020 insofern Gebrauch, als sie weitere Berichte behand
elnder Ärzte einreichte (
Urk.
8/
203
f.
). A
uch a
m 2
3.
Juni und 2
4.
Juli 2020 (
Urk.
8/210,
Urk.
8/212) reichte die Versicherte Bericht
e
behan
delnder Ärzte ein (
Urk.
8/209,
Urk.
8/211). Am
6.
August 2020 nahmen die Experten des
D._
zu
Rückf
ragen
der IV-Stelle
betreffend diese medizinischen Unterlagen
(
Urk.
8/205)
Stellung (
Urk.
8/216).
Am 1
4.
September 2020 erliess die IV-Stelle
erneut einen
Vorbescheid, mit dem sie der Versicherten mitteilte, gestützt auf ihre Beurteilung des Abklärungsergeb
nisses (
Urk.
8/
217 f.) gedenke sie
,
das Leistungsgesuch abzuweisen (
Urk.
8/219). Dagegen erhob die Versicherte unter Hinweis auf Stellungnah
m
en der behandeln
den Psychiaterin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, Einwände (
Urk.
8/222 f.,
Urk.
8/225 f.). Bei dieser holte die IV-Stelle den Bericht vom
9.
März 2021 ein (
Urk.
8/232) und bei den Psychiatrischen Diensten
G._
den Bericht vom 1
0.
März 2021 (
Urk.
8/236). Am 2
9.
Juni 2021 erliess die IV-Stelle die Verfügung, mit
d
er sie das Leistungs
begehren abwies (
Urk.
2 =
Urk.
8/238).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
9.
Juni 2021 erhob die Versicherte am 3
1.
August 2021 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr ab dem
1.
November 2016 eine ganze Rente zuzusprechen.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechts
vertreterin (
Urk.
1
S. 2
). Die
IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
1.
Oktober 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit gerichtlicher Verfügung vom 2
5.
Oktober 2021 wurde der
Beschwerdeführerin
dies zur Kennt
nis gebracht und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin
mangels Bedürftigkeit
abgewiesen (
Urk.
13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheides
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.7
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszu
stand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabe
nbereich von Bedeutung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärzt
lichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
Zeit
licher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
2.
2.1
Zur Begründung ihres Entscheides führte die Beschwerdegegnerin in der Verfü
gung vom 2
9.
Juni 2021 aus, nach der im Jahr 2016 erfolg
t
en Neuanmel
dung seien Arztberichte eingeholt und interdisziplinäre Begutachtungen veranlasst worden.
Letztere
enthielten jeweils eine fachpsychiatrische
Beurteilung
unter
expliziter
Berücksichtigung
der Berichte der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
.
Die medizinischen
Darlegungen von
Dr.
F._
gründeten
weder
auf
eine
r
nachvollziehbare
n
Beschwerdevalidierung noch
auf
nachvollziehbaren
Diagnosen, sondern gäben fast ausnahmslos die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin wieder.
Gemäss Stellungnahme der
D._
-Gutachter
vom
6.
August 2020 habe anlässlich der psychiatrischen Untersuchung und der neuropsychologischen Testung mit nicht validen Befunden und Hinweisen auf
eine
Aggravation keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ges
t
ellt werden können. Die Auffälligkeiten liessen sich nicht mit einer krankheitswerti
gen psychischen Störung erklären.
Aufgrund neu aufgetretener rheumatolo
gischer Leiden (
Peritendinitis
der distalen
Bizepsse
hne
, Bursitis
bicipitoradialis
und
Parästhesien in den Fingern) hätten die Gutachter ab dem 2
1.
November 2019 vorübergehend für jegliche Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Dauerhaft verbleibe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der bisherigen Tätigkeit. Mit der Ausheilung der Bursitis bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit. Zumutbar sei
diesbezüglich
eine Arbeitsleistung von 80
%
. Angepasst sei eine wechselbelastende Tätigkeit ohne anhaltendes Arbeiten mit Gewichten über der Horizontalen, mit nur seltenem Heben und Tragen von Lasten über 15 kg über Brusthöhe,
mit nur
manchmaligem
Knien,
ohne Arbe
iten in sturzgefährdeten Höhen oder
an gefährlichen Maschinen
und ohne Arbeiten verbunden
mit der Notwendigkeit des Führens eines Motorfahrzeuges. Die Ausübung einer im umschriebenen Sinne angepassten Tätigkeit habe im Vergleich zur früher ausgeübten eine Einkommenseinbusse von 37
%
zur Folge, weswegen kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Die neu eingereichten Berichte von
Dr.
F._
enthielten keine neuen medizinischen Tatsachen. Di
e stationäre
Hospitalisation
im Jahr 2020 entspreche keiner dauerhaften Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes. Der Psychostatus bei der Entlassung aus der Behandlung habe einer minimen Psychopathologie entsprochen (
Urk.
2 S. 1 ff.).
In der Beschwerdeantwort vom
1.
Oktober 2021 verzichtete die Beschwerde
geg
n
erin auf weitere Darlegungen zur Sache (
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht in der Beschwerdeschrift geltend,
die Beschwer
degegnerin habe bei der Bemessung der Invalidität nur die somatischen Befunde berücksichtigt und gestützt auf das
D._
-Gutachten ein krankheitswertiges
psychisches Leiden verneint. Die
betreffenden gutachterlichen Schlussfolgerun
gen seien jedoch nicht überzeugend. Die psychiatrische Expertin,
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, habe sich nicht mit
der von
den
behandelnden Ärzten
diagnostizierten
schwergradigen
depressiven
Erkrankung
auseinandergesetzt.
Seit dem Jahr 2010 finde
deswegen
eine regel
mässige psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
F._
statt. I
n den Jahren 2016 und 2017
habe die Erkrankung jeweils
eine stationäre Behandlung erforderlich
gemacht
. Auch im Jahr 2020
sei
aufgrund des weiterhin
schwer ausgeprägten depressiven Leidens
wiederum
eine stationäre psychiatrische Behandlung nötig
gewesen
.
Es sei nicht nachvollziehbar, weswegen die Beschwerdegegner
in
dies ignoriere und behaupte, diese Behandlung sei nicht Folge einer dauerhaften Verschlechterung und der Psychostatus habe bei Entlassung
nur
einer minimalen Psychopathologie entsprochen. Gemäss den Berichten von
Dr.
F._
seien alle Kriterien einer rezidivierenden depressiven Störung gemäss der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F; nachfolgend: ICD-10)
erfüllt. Eine Arbeitsleistung könne
auch
bei geeigneter psychotherapeutischer Behandlung nicht erwartet werden.
D
as Leiden
habe sich
sei
t
2019 star
k verschlechtert und 2020 sei es
gar zu e
inem Suizidversuch gekommen. Der
Ar
g
umentation im
D._
-Gutachten, es liege eine Aggravation vor, sei die Fest
stellung von
Dr.
F._
entgegenzuhalten, dass ein Ray Memory Test zur Detektion der Simulation oder Aggravation nicht aussagekräftig sei, da die klinische Symp
tomatik, die von den Ärzten der Psychiatrischen Universitätsklinik
I._
und der
Psychiatrischen Dienste
G._
erhoben worden sei, das Testresultat in Frage stelle. Zusammen
fassend sei davon auszugehen, dass seit spätestens
4.
November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Sofern eine invalidisierende psychiatrische Diagnose durch das Gericht verneint werden sollte,
sei eine erneute psychiatrische Expertise einzuholen.
Bei der Invaliditätsbemessung sodann sei ein Abzug vom Invalideneinkommen in der Hö
he von 15
%
zu berücksichtigen
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
3
.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt
für die
Beurteilung de
r
Sachverhalts
veränderung
ist die
Verfügung vom 8. Mai 2012 (Urk. 8/75
), die das
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil
IV.2012.00599 vom
2
2.
August 2012
bestätigte
(
Urk.
8/84). D
ie
Verfügung
vom
8.
Mai 2012
beruht
e
auf einer
materielle
n
Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung.
Die spätere Neuanmeldung vom 2
4.
April 2014 zog keine Sachverhaltsabklärun
gen nach sich. Die
Beschwerdeführerin
sprach
bei der Beschwerdegegnerin
persönlich
vor und reichte verschiedene ärztliche
Berichte ein (
Urk.
8/85
ff.). Die Beschwerdegegnerin kam
in der Folge
aufgrund einer
bloss
summarischen Prüfung
zum Schluss, eine
gesundheitliche Verschlechterung
sei nicht hin
reichend glaubhaft
gemacht worden
, was zur Folge hatte, dass
sie mit Verfügung vom
1.
Juli 2014 auf das erneute Leistungsbegehren nicht eintrat (Urk.
8/92). Dieser Entscheid
kann deshalb nicht als Vergleichsbasis herangezogen werden.
3.2
3.2.1
In der Verfügung vom
8.
Mai 2012 hatte die Beschwerdegegnerin festgehalten, die Abklärungen mittels polydisziplinärem Gutachten
der MEDAS
B._
hätten ergeben, dass zwar Gesundheitsschäden vorhanden seien, im Wesentlichen in
der
Form einer Persönlichkeitsstörung und
in der Form
von
schmerzhaften Einschränkungen an der Wirbelsäule. Es bestehe jedoch keine relevante Arbeits
unfähigkeit, weder in der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Schokoladenfabrik noch in einer anderen leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Wechselposition. Somit sei die Beschwerdeführerin weiterhin in der Lage, ein rentenausschli
essendes Einkommen zu erzielen (
Urk.
8/75/1 f.).
3.2.2
Im Urteil IV.2012.00599 vom 2
2.
August 2012 hatte das Sozialversicherungs
gericht die von der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom
8.
Mai 2012 erhobene B
eschwerde abgewiesen und
zusammengefasst
festgehalten,
die im Gutachten gestellten Diagnosen seien umfassend und die Beurteilung sei
nachvollziehbar
.
Daran änderten die davon abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte nichts. Die Abklärungen hätten ergeben, dass sich im Vergleich zu
m Ergebnis der
auf das Jahr 2000 zurückgehenden Abklärungen der gesundheitliche Zustand nicht verschlechtert
habe
. Zumutbar seien die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin
als Produktionsmitarbeiterin bei
A._
AG oder auch jede andere leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Wechselpositionen und ohne häufiges Heben und Trage
n
von Gewich
t
en über 10 kg (E. 4;
Urk.
8/84/11-13
).
3.3
3.3
.1
Dem Erlass der
vorliegend
angefochtenen
Verfügung ging die Begutachtung durch die Ärzte der Begutachtungsstelle
D._
voraus
, auf d
ie sich die Beschwer
degegnerin für ihren Entscheid
stützte (
Urk.
8/237/4)
. Im Gutachten vom 3
1.
Oktober 2019 nannten die Experten (
Innere Medizin: Prof.
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin;
Psychiatrie:
Dr.
H._
; Rheumato
logie:
Dr.
med.
K._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie; Neurologie: PD
Dr.
med. et phil.
L._
, Facharzt für Neurologie; Neuropsychologie:
lic
. phil.
M._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP
;
Urk.
8/199/11 f.)
in der Konsens
beurteilung
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
Osteochondrose
,
Spondylarthrose
und nahezu aufgehobenem Bandscheiben
fach
im Segment LWK4/5, (2) ein
myofasziales
Schmerzsyndrom links, (3) eine
Periarthropathia
h
umeroscapularis
links
bei Status nach
arthroskopischer
Dekompression mit AC-Gelenks-Resektion links am
2
3.
Januar 2013 (DD:
myofasziale
Ursache), (4) ein metabolisches Syndrom mit Adipositas (BMI 38,2 kg/m
2
), arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II und anamnestischer
D
y
slipidämie
, (5)
einen
intermittie
rende
n
Schwindel unklarer Ätiologie ohne klinische sichere Hinweise auf eine peripher- oder zentral-vestibuläre Störung (DD: phobisch) und (6) rezidivierende Bewusstseinsverluste unklarer Ätiologie seit dem 2
2.
Lebensjahr ohne Hinweise auf eine epileptische Genese (DD:
vasovagale
Synkopen
;
Urk.
8/199/7).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (1)
eine
nicht quantifizierbare neuropsychologische Störung auf Grund einer wahrscheinlichen Aggravation, (2)
eine
aktenanamnestisch
e, derzeit nicht
nachweisbare
depressive Störung mit mittelgradigen und schweren depressiven Episoden und phasenweiser P
seudodemenz
, (3) aktena
na
mnestisch
e, derzeit nicht nachweisbare
rezidivierende Bewusst
s
einsverluste (DD: dissoziativ)
,
(4)
eine
aktenanamnestisch
e, derzeit nicht nachweisbare
anhaltende somatoforme S
chmerz
störung,
(5)
eine
aktenanamnestisch
e, derzeit nicht nachweisbare
kombinierte Persönlichkeitsstörung, unter anderem mit
histrionischen
Z
ügen
,
(6)
eine
beginnende lateral betonte
Femoropatellararthrose
am rechten Knie, (7) Kopfschmerzen vom Spannungstyp mit massgeblichem Übergebrauch von Kopf
schmerzmedikamenten, (8)
einen
Status nach Resektion eines parasagittalen
Meningeoms
(WHO Grad I) frontal links am 1
5.
Januar 2014 und (9)
einen
fortgesetzte
n
Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (
Urk.
8/199/7 f.).
Zu den gestellten Diagnosen führten die Gutachter gestützt auf die interdiszipli
näre Konsensbesprechung aus, bei der Beschwerdeführerin seien seit über zehn Jahren Rückenschmerzen im Bereich der Hals- (HWS), der Brust (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) bekannt.
Bildgebend (MRI 2011) seien degenerative Veränderungen im Bereich von HWS (mit möglicher
neuroforaminaler
Ein
engung) und LWS (mit möglicher
rezessaler
Einengung der L5-Wurzel) nachgewie
sen.
Eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik könne aus neurologischer Sicht nicht objektiviert werden.
Infiltrative
Schmerzbehandlungen hätten keine wesentliche Beschwerdelinderung gebracht. Es bestehe eine weitgehend therapie
resistente Schmerzsymptomatik. Aufgrund objektiver Befunde nachgewiesen sei sodann die
Periarthropathia
humeroscapularis
.
Auffallend sei eine Diskrepanz
zwischen dem
Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objekti
vierbaren Befunden, wobei gleichzeitig aus psychiatrischer und neuropsycholo
gischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könnten. Vielmehr sei
diesbezüglich
von einer Aggravation auszugehen. Eine Beschwerdevalidierung habe aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten nicht durchgeführt werden können. Die wenigen neuropsychologischen Testbefunde seien in ihrer Deutlichkeit nicht konsistent gewesen, dies selbst vor dem Hinter
grund der eigenanamnestisch beschriebenen eingeschränkten Alltagsfunktionen. Die Kopfschmerzen vom Spannungstyp seien massgeblich durch den Überge
brauch von Schmerzmedikamenten beeinflusst.
Unklar geblieben seien die von der Beschwerdeführerin geklagten, seit dem 2
2.
Lebensjahr bestehenden rezidi
vierenden Bewusstseinsverluste. Differential
diagnostisch kämen
vasovagale
Synkopen oder dissoziative Zustände in Frage. Möglich sei auch ein Zusammen
hang mit
histrionischen
Persönlichkeitszügen. Aus allgemeininternistischer Sicht ins Gewicht falle der Diabetes mellitus im Rahmen des metabolischen S
yndroms
(
Urk.
8/199/6 f.).
Funktionelle Auswirkungen hätten die
myofaszialen
Beschwerden an der HWS mit Tendenz zur Schmerzausweitung in die linke Schulter und
in
die obere Extremität
in Bezug auf Gewichtsbelastungen, Zwangshaltungen u
nd monotone Bewegungsabläufe
.
Zusätzlich bestünden Einschränkungen in Bezug auf vorge
neigte Körperhaltungen und das Bücken.
Aufgrund der rezidivierenden Stürze und des intermittierenden Schwindels seien Arbeiten an gefährlichen Maschinen oder
in
der Höhe
wegen
der Sturzgefahr ungeeignet. Aufgrund
der zahlreichen
Hinweise auf ein negativ verzerrendes Antwortverhalten seien die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen
der Beschwerdeführerin in der realen Lebenswelt nicht valide abschätzbar. Störungsbedingte psychiatrische Einschränkungen von relevanten Partizipationsfähigkeiten seien bei der Begutachtung nicht feststellbar gewesen.
Bezüglich
der Konsistenz sei zu beachten, dass trotz der nachgewiese
nen degenerativen Veränderungen am oberen und unteren Achsenskelett eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektiven Befunden bestehe. Aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht sei vom Vorliegen einer
wahrscheinlichen
Aggravation auszugehen.
Da die Beschwerdevalidität eingeschränkt respektive nicht gegeben sei und eine erheb
liche Selbstlimitierung bestehe, basiere
die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit auf den objektivierbaren
Befunden
.
Für die bisherige Tätigkeit als
Produktionsmitar
beiterin bei
der
A._
AG sei
seit August 2016
aufgrund der objektiven Befunde
im Bereich des oberen und unteren Achsenskeletts
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen.
In einer angepassten Tätigkeit mit Wechselbelastung, mit nur seltenem Heben von Lasten über 15 kg über Brusthöhe, ohne Überkopfarbeiten, ohne anhaltende Tätigkeiten mit Gewichten über der Horizontalen und
nur
manchmal knienden Tätigkeiten, ohne Arbeiten in der Höhe, ohne Arbeiten an gefährlichen Maschinen und ohne Arbeiten, die das Führen eines Motorfahrzeuges erforderlich machten, sei
- aus neurologischen Gründen -
von einer maximalen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 20
%
auszugehen.
Die Einschränkung berücksichtige das schmerz
bedingt verlangsamte Arbeitstempo (Präsenz 100
%
, Einschränkung der Leistung 20
%
). Retrospektiv sei
nicht
davon auszugehen, dass
in einer adaptierten Tätigkeit längerdauernd
eine höhere als die jetzt attestierte Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Abgesehen von einem allfälligen
Analgetikaentzug
könnten keine medizinischen Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähig
keit vorge
schlagen werden. Positiv auswirken könnte sich ein reintegrationsorientiertes psychotherapeutisch basiertes Coaching, das insbesondere die
Dekonditionierung
, die Selbstlimitierung, die Regressivität und die Aggravationsneigung in den Fokus nehme
(
Urk.
8/199/8-10)
.
3.3.2
In der ergänzenden Stellungnahme
vom
6.
August 2020
(
Urk.
8/216)
setzten sich
die Gutachte
r
eingehend
mit den
nach Erstattung des Gutachtens vom 3
1.
Okto
ber 2019
aufgelegten
Berichte
n
der
behandelnde
n
Ärzte
auseinander
, zum einen
mit den
Bericht
e
n
der
Psychiaterin
Dr.
F._
vom
2
1.
November 2019 und vom 1
0.
D
ezember 2019
(
Urk.
8/203/1-4)
, zum anderen
mit dem
Bericht
der
Klinik N._
vom 2
1.
November 2019
(
Urk.
8/203/5-6)
und
schliesslich
mit
de
m
Bericht des Neurologen
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Neurologie,
vom 2
6.
November 2019
(
Urk.
8/203/7-9).
Die Sachverständigen führte
n
aus,
Dr.
F._
vertrete den Standpunkt
,
eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit sei medizinisch nicht nachvollziehbar, weil die Beschwerdefüh
rerin im Alltag erheblich eingeschränkt, depressiv und auch aus somatischen Gründen stark beeinträchtigt sei. Die Beschwerdeführerin leide unter einer
chronifizierten
schweren depressiven Entwicklung mit Pseudodemenz, an dissoziativen Krampfanfällen
und anfall
s
artiger Bewusstlosigkeit
,
an
einer soma
toformen Schmerzstörung, an Spannungskopfschmerzen bei panvertebralem Schmerzsyndrom und an einem Diabetes mellitus Typ II, weswegen von
einem maximal zumutbaren Arbeitspensum von 30
%
auszugehen sei, wobei ein Einsatz als Hilfsarbeiterin in der freien Wirtschaft nicht in F
rage komme.
A
us gutachter
licher Sicht
sei in diesem Zusammenhang
auf das auffällige Verhalten der Beschwerdeführerin anlässlich der
psychiatrischen und neuropsychologischen U
ntersuchung
hinzuweisen.
Eine psychiatrische Diagnose habe nicht gestellt und die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilt werden können. Die neuropsychologischen Testungen seien aufgrund des Verhaltens der Beschwerde
führerin nicht durchführbar gewesen
oder es
hätten gestützt darauf keine validen Befunde erhoben werden können. Die Auffälligkeiten hätten sich nicht mit einer psychischen Störung erklären lassen. Vielmehr habe sich der Schluss ergeben, dass von Aggravation auszugehen sei. Dies sei in den entsprechenden Teilgut
achten ausführlich dargelegt worden. Aus den neu aufgelegten Bericht
en
der behandelnden Psychiaterin ergäben sich keine validen Diagnosen, vielmehr sei darin in erster Linie die subjektive Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführe
rin wiedergegeben worden. Eine Herleitung der angegebenen funktionellen Einschränkungen mittels Mini-ICF oder eine Auseinanderse
tzung mit Inkonsis
tenzen fehle und auch eine
kriteriengeleitete
Beschwerdevalidierung fehle.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe demnach kein Anlass
,
von der fachpsychiatrischen Beurteilung im Gutachten abzuweichen. Ein psychiatrisches oder neuropsycholo
gisches Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei demnach zu verneinen.
Aufgrund der objektivierbaren Beeinträchtigungen im Bereich des oberen und unteren Achsenskeletts sei, wie im Gutachten dargelegt worden sei, von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der angestammten und von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (
Urk.
8/216/
1-
2).
Aus den Bericht
en
der
Klinik N._
und
von
Dr.
O._
erg
äben
sich neu der Befund einer
Peritendinitis
der distalen
Bizepssehne
mit
deutliche
r
Bursitis
bicipitoradialis
sowie
der Hinweis auf
Parästhesien in den Fingern.
Es
handle sich um eine neue rheumatologische Diagnose. Rückwirkend könne davon ausgegan
gen werden, dass aufgrund der Schmerzen als Folge der Bursitis und
Peritendini
tis
mit möglicher Partialruptur der distalen
Bizepssehne
ab dem 2
1.
November 2019 vorübergehend
, das heisst für die Zeit der Behandlung,
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeit
bestanden habe
. Mit der Ausheilung der Bursitis
sei vom
Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine angepasste Tätigkeit
auszugehen
.
Auch b
ezogen auf die angestammte Tätigkeit als Fabrik
arbeiterin sei
bei Vorliegen einer
Partialruptur der
Bizepssehne
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Es sei aber
nicht mit Gewissheit von einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit
von über 50
%
aus
zugehen
. In der überwiegenden Zahl von Fällen sei das Leiden mechanisch induziert du
rch Überlastung. Falle die auslö
sende Noxe weg und erfolge eine Behandlung
,
sei die Prognose gut. Bei den Parästhesien der Finger
sodann
handle es sich um ein subjektives Symptom, nicht um eine Diagnose. Die Beschwerden führten nicht zu einer weiteren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/216/3
).
3.4
Die auf somatischem Gebiet erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen sowie die Abschätzung der Restarbeitsfähigkeit hat die Beschwerde
führ
erin nicht in F
rage gestellt.
Die Darlegungen der G
utachter in dieser Hinsicht vermögen effektiv
auch
zu
überzeugen (vgl. nachstehende E. 4.4.2). Bemängelt wird von der Beschwerdeführerin die
gutachterliche
Beurteilung auf psychiatrischem und neuropsychologischem Fachgebiet
, welche im Widerspruch zu den Berichten der behandelnden Psychiaterin steh
e
(
Urk.
1 S. 3
Rz
3), worauf in nachstehender E. 4 einzugehen ist.
Zu erwähnen bleibt, dass die
D._
-Gutachter d
ie Dauer der vorübergehenden
gänzlichen
Arbeitsunfähigkeit auch in
einer angepassten Tätigkeit
in ihrer ergän
zenden Stellungnahme vom
6.
August 2020
nicht
näher
bezifferten
(
Urk.
8/216/
3).
Allerdings lässt sich diese anderweitig
, gestützt auf die übrigen medizinischen Akten, zuverlässig
eingrenzen.
D
er orthopädische
Chirurge
der
Klinik N._
erwähnte im Bericht vom 2
5.
Juli 2020, zwischenzeitlich sei bei der Beschwerdeführerin erfolgreich eine Behandlung des linken Ellbogens mittels
sonographisch
gesteuerter Steroidinfiltration im Bereich der
Bizepssehneninser
tion
links
durchgeführt worden. Diese Infiltration habe zu einer Beschwerdelin
derung
von 70-80
%
geführt. Am 2
1.
Januar 2020 sei
auch
eine Sonografie der linken Schulter durchgeführt worden, wobei sich eine intakte
Rotatoren
manschette
mit
tendinopathischen
Veränderungen der
S
upra
spinatussehne
gezeigt habe.
Hier
sei
ebenfalls
eine Infiltration durchgeführt worden
. Er sah keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten und wies in Anbetracht der am ganzen Körper geklagten Beschwerden auf eine mögliche Schmerzverarbeitungsstörung
oder ein
Fibromyalgiesyndrom
hin
(
Urk.
8/211/1
-2
).
Die Radiographie
beider
Knie vom 1
5.
Juli 2020 zeigte diffuse Veränderungen von mildem Ausmass (
Urk.
8/211/4).
Mithin
steht fest
, dass die Beschwerdeführerin
sich wegen des
Ellenbogenleiden
s
am 2
1.
Januar 2020
mittels Infiltrationen
hat behandeln lassen, was zur Besserung der Beschwerden geführt hat
. Dass nach dieser Behandlung weiterhin Einschränkungen bestanden hätten, ist nicht belegt
.
Dem
gemäss
ist beginnend
ab dem
2
1.
November 2019 von einer
gänzlichen
Arbeitsunfähigkeit von
insgesamt
weniger als
drei Monaten Dauer auszugehen, was g
emäs
s
Art.
88a
Abs.
2 IVV
nicht anspruchsrelevant ist.
3
.5
Bei Erlass der Referenzverfügung vom
8.
Mai 2012
(
Urk.
8/75)
,
deren Bestand mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2012.00599 vom 2
2.
August 2012 bestätigt wurde (
Urk.
8/84),
bestand
zusammenfassend
sowohl für die
bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Schokoladenfabrikation
als auch
für jede andere leichte bis mittelschwere und wechselbelastende Tätigkeit eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich dazu
kamen die
D._
-
Gutachter zum Schluss,
in erster Linie
aufgrund der degenerativen Veränderungen am oberen und unteren Achsenskelett und
aufgrund
der nach der Begutachtung zusätzlich diagnostizier
ten Partialruptur der
Bizepssehne
sei die bisherige Tätigkeit am Fliessband
nur noch bedingt
geeignet, weswegen diesbezüglich
nur
noch eine
Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
bestehe.
Für eine angepasste, das heisst
körperlich
leichte und wechselbelastende Tätigkeit kamen die Gutachter zum Schluss, eine solche könne die Beschwerdeführerin
zumutbarerweise
im Umfang von 80
%
ausüben
, wobei sie die Einschränkung mit neurologischen Beschwerden begründeten
(
Urk.
8/199/9,
Urk.
8/216/3).
B
ezogen auf die somatischen Diagnosen zeigt sich
demgemäss
aufgrund der
Abklärungen im Anschluss an die Neuanmeldung vom
1
1.
November 2016
(
Urk.
8/
101
) eine Abnahme des beruflich relevanten Leistungsvermögens
im Vergleich zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
8.
Mai 2012 (
Urk.
8/75)
. Dem zu Grunde liegt eine aus ärztlicher Sicht veränderte Befundlage (vgl. vorstehe
nde E. 3.3
).
I
n diesem Sinne
ist
von einem Revisionsgrund auszugehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2020 vom
2.
Dezember 2020 E. 2.6.2)
,
weshalb
der
Leistungs
anspruch
der Beschwerdeführerin
in rechtlicher und t
atsächlicher Hinsicht umfassend neu
zu prüfen
ist
, wobei keine Bindung an
die frühere Beur
teilung
besteht
(vgl. vorstehende E. 1.7). Der Prüfung zu Grunde zu legen sind
dabei vorab
die Einwände der Beschwerdef
ührerin im Zusammenhang mit der psychiatrischen Begutachtung
durch
die Ärzte
der Begutachtungsstelle
D._
.
D
ie
Beschwerdegegnerin
ist diesbezüglich
von einem schlüssigen
Beweismittel
ausgegangen
und
hat
für ihren Entscheid darauf abgestellt.
4.
4.1
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin sind die Schlussfolgerungen im
D._
-Gutachten auf psychiatrischem Fachgebiet in erster Linie deswegen nicht nachvollziehbar, weil sich die psychiatrische Expertin
Dr.
H._
nicht aus
reichend mit den von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
erhobenen Befun
den und den gestellten Diagnosen auseinandergesetzt habe. Tatsächlich sei von einem
schwergradigen
depressiven Leiden auszugehen, dessentwegen seit etlichen Jahren eine psychotherapeutische Behandlung
erfolge
und
überdies
mehrfach, das heisst in den Jahren 2016, 2017 und zuletzt 2020, stationäre Klinikaufenthalte erforderlich gewesen seien
.
Es sei nicht nachvollziehbar, weswegen die Beschwerdegegnerin dies ignoriere und behaupte, diese Behand
lung sei nicht Folge einer dauerhaften und massgebl
ichen Verschlech
terung, insbesondere seit 201
9.
Ferner macht die Bes
chwerdeführerin geltend, gemäss den Berichten von
Dr.
F._
seien alle Kriterien einer rezidivierenden depressiven Störung gemäss ICD-10 erfüllt (
Urk.
1 S. 3 ff.; vgl. auch vorstehende E. 2.2)
.
4.2
4.2.1
Dr.
H._
hielt
im p
sychiatrischen Teilgutachten
zunächst fest
, die Krank
heitsentwicklung sei durch die Unterlagen der vorausgegangenen Abklärungs
verfahren hinreichend dokumentiert. Die Beschwerdeführerin selber habe sowohl zur Biografie als auch zum Krankheitsverlauf nur spärliche Angaben gemacht. Bezüglich der zahlreichen
Berichte
behandelnd
er
Ärzte, insbesondere von
Dr.
F._
, falle nebst den gestellten Diagnosen - im Vordergrund stehe hier ein depressives Leiden - die in erheblichem Umfang attestierte Arbeitsunfähigkeit auf, sowohl hinsichtlich der angestammten als auch hinsichtlich einer angepass
ten Tätigkeit. In markantem Gegensatz dazu stünden die insgesamt drei vorausgegangenen psychiatrischen
Begutachtungen
aus den Jahren 2000, 2012
(beide MEDAS
B._
;
Urk.
8/16,
Urk.
8/68
)
und 2017
(
C._
,
Urk.
8/128,
Urk.
8/161
)
.
Die damaligen Gutachter hätten jeweils keine psychischen Störungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit feststellen können. In den ersten beiden Gutachten der MEDAS-
B._
sei im Wesentlichen von einer
histrionischen
Persönlichkeitsstruktur mit ängstlichen und vermeiden
den Zügen und von einer gestörten Schmerzverarbeitung ausgegangen worden, wobei ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint worden sei.
Die
C._
-G
utachter sodann hätten
festgehalten,
es lägen keine
hinreichenden Anhalts
punkte für eine psychische E
rkrankung vor.
Auch
die
psychopathologischen Befunde gemäss
Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik I._
vom 1
7.
August 2016
(
Urk.
8/100/5-9) entsprächen k
einer namhaften depressiven Erkrankung
.
Hinzu komme, dass
die Beschwerdeführerin die
betreffende
stationäre Behandlung bereits nach einer Woche wegen einer geplanten Fernreise abgebrochen
habe
, was
zusätzlich
gegen das Vorliegen einer
schwergradigen
depressiven Symptomatik spreche
. Schliess
lich sei auch die
antidepressive Medikation
nicht
eine
r
entsprechenden
Diagnose
angepasst gewesen
(
Urk.
8/199/40-45
).
4.2.2
Des Weiteren führte
Dr.
H._
aus, b
ei der jetzigen Begutachtung habe das erste E
xplorationsgespräch
aufgrund sprachlicher Probleme gegen den Willen der Beschwerdeführerin abgebrochen werden müssen. Bei der zweiten Exploration sei
dann
eine Dolmetscherin zugegen gewesen. Bei beiden Untersuchungen sei
ein
histrionisch
-theatralisches Verhalten der Beschwerdeführerin aufgefallen
, indem die Beschwerdeführerin praktisch durchgehend geklagt, gestöhnt und sich äusserst schwerbeweglich und
schweratmig
präsentiert habe.
Beim zweiten Untersuchungstermin habe das
auffällige Verhalten
darin gegipfelt, dass die Beschwerdeführerin nach rund einer Stunde unvermittelt schwer atmend aufge
standen sei u
nd sich
schwankend durch den Untersuchungsraum bewegt un
d unverständliche Dinge
vor sich her
gemurmelt habe. Dabei habe sie den Eindruck erweckt, sie könne sich nur mit Mühe auf den Beinen
halten
und müsse sich an Möbelstücken festhalten.
Schliesslich habe sie sich
dann wieder auf ihren Stuhl
fallen lassen und dabei
gleichzeitig von sich aus die Exploration
für
beendet
erklärt
.
Trotz des erheblich schwankenden Gangbildes sei nie der Eindruck entstanden, die Beschwerdeführerin könnte tatsächlich stürzen.
Weder habe eine für eine Dissoziation erforderliche Bewusstseinsveränderung vorgelegen, noch habe die Beschwerdeführerin unabwendbar respektive persönlichkeitsassoziiert
histrionisch
imponiert. Vielmehr
habe der Eindruck be
standen, die Beschwerde
führerin verhalte sich bewusst und intentionell inszeniert.
Namentlich habe sich
die Beschwerdeführerin
bei der Untersuchung
auch
humorvoll, aufmerksam und an Details interessiert
zeigen können
.
Eine Blutentnahme zur Blutspiege
l
be
stimmung der angegebenen Medikation mit Psychopharmaka habe die Beschwerdeführerin
sodann verweigert. U
nter dem Eindruck der dominierenden und negativ verzerrenden Beschwerdepräsentation seien bei der aktuellen Unter
suchung keine psychopathologischen Symptome, Syndrome und Störungen mit ausreichender Sicherheit feststellbar gewesen. Auch Hinweise auf ein psycho
tisches Erleben hätten sich keine gezeigt. Das
angegebene
gelegentliche nächt
liche Hören des eigenen Namens könne nicht als
solches interpretiert werden. Insbesondere aber hätten anlässlich der Untersuchung keine Niedergestimmtheit, keine Antriebsstörung und keine Schuld- oder Insuffizienzgefühle festgestellt werden können. Eine depressive Symptomatik, und sei es nur eine leichtgradige Episode, sei vor diesem Hintergrund nicht ausgewiesen. Die generell und auch direkt in der Untersuchungssituation angegebene akute Suizidalität habe unecht und
appellativ
gewirkt und sei nach konsequenter und vertiefter Befragung
denn auch
verneint
worden
.
Der
gesamte klinische
und
auch testpsychologische Eindruck (
bei beiden Terminen positiver
Rey Memory Test
[RMT] zur Detektion von Simulation respektive Aggravation;
Urk.
8/199/40)
entspreche einer weit
reichenden Aggravation mit eventuell
simulatorischen
Elementen. Dieser Befund werde durch die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung (
Urk.
8/199/74 ff
.
)
gestützt
. Die Validität der betreffenden Testungen sei nicht gegeben gewesen. Letztlich sei eine nicht qualifizierbare neuropsychologische Störung vor dem Hintergrund einer wahrscheinlichen Aggravation diagnostiziert worden.
Aufgrund der neuropsychologischen und psychiatrischen Hinweise auf eine erheblich eingeschränkte Beschwerdevalidität seien die über die neurolo
gisch und rheumatologisch objektivierbaren Befunde hinausgehend präsentierten
Beschwerden durch eine psychogene somatoforme Schmerzstörung nicht valide zu erklären. Zu
r
Aktenanamnese
bleibe
zu erwähnen, dass
den
Berichte
n
der behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
keine
kriteriengeleitete
Beschwerdevalidie
rung entnommen werden könne. V
ielmehr stünden darin die
von der Beschwer
deführerin
selbst
berichteten Beschwerden im Vordergrund. Auch die beiden Austrittsberichte der
Psychiatrischen Klinik I._
betreffend die stationären Behandlungen in den Jahren 2016 und 2017 enthielten keine nachvollziehbare Herleitung der darin beschrie
benen Beschwerden. Auf der anderen Seite sei
en
im Gutachten der Ärzte von
C._
vom
8.
September 2017
ebenfalls
nachvollziehbar deutliche Hinweise auf
ein
bewusstseinsnah verzerrendes Antwortverhalten beschrieben worden
(
Urk.
8/199/45 f.)
.
Retrospektive könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin seit 2010 an einer depressiven Symptomatik unterschiedliche
r
Ausprägung, an einer dissoziativen Störung und/oder einer somatoformen Schmerzstörung gelitten habe.
Jedoch sei zu beachten, dass
(1)
aktenanamnestisch, insbesondere durch die Angaben von
Dr.
F._
und derjenigen der Ärzte der
Psychiatrischen Klinik I._
, keine Beschwe
rdevalidierung stattgefunden habe und die psychiatrische Behandlung phasenweise nur sehr niederfrequent gewesen sei
, dass
(2)
zeitlich parallel durch das Gutachten der Ärzte von
C._
deutliche Hinweise auf
ein
bewusstseinsnah verzerrendes
Antwortverhalten vorhanden seien
und
(3)
auch aktuell
deutliche
Hinweise auf eine erheblich eingeschränkte Beschwerdevalidität im Rahmen
sowohl
der psychiatrischen als auch der neuropsychologischen Untersuchung festzustellen gewesen seien
(stark verzerrendes Antwortverhalten mit
simulativen
Elementen im gezeigten Verhalten
, unterschiedliches Aktivitätsniveau in den verschiedenen Lebensbelangen). Dies verbiete es auf den Selbstbericht der Beschwerdeführerin abzustellen.
Vor diesem Hintergrund sei diagnostisch nicht von den in den Vorbericht
en
gestellten Diagnosen auszugehen und diese als remittiert zu bez
eichnen, sondern er sei festzuhalten, dass die aktenanamnes
tischen Diagnosen derzeit nicht gestellt werden könnten.
E
ine gewisse
histrio
nische
Persönlichkeitsstruktur sei möglich, jedoch sei eine entsprechende Störung angesichts der massiv überlagernden
Aggravation
wiederum
nicht feststellbar. Zusammenfassend sei eine aktive psychiatrische Stör
ung derzeit nicht feststell
bar. Mithin seien die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen der Beschwerde
führerin in der realen Lebenswe
l
t nicht abschätzbar. Störungsbedingte Beeint
rächtigungen auf psychiatrischem
Fachgebiet hätten nicht festgestellt werden können. Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, auch bezogen auf die bisherige Tätigkeit als ungelernte Mitarbeiterin in einer Sch
o
koladenfabrik
, könne nicht attestiert werden. Auch retrospektiv lasse sich nicht mit hinreichen
der Sicherheit feststellen
,
ob die aktenanamnestisch genannten Symptome, Syndrome und Störungen tatsächlich vorgelegen hätten, weswegen es möglich bis wahrscheinlich sei, dass eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
bereits
auch
früher nicht vorgelegen habe
(
Urk.
8/1
99/46 f
f
.
).
4.2.3
Das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
H._
basiert auf einer
eingehenden Befragung
(
Urk.
8/199/32 ff.)
,
bei der die Beschwerdeführerin
laut der Gutachte
rin
nicht umfassend mitwirkte
(
Urk.
8/199/38)
.
Soweit
die Beschwerdeführerin
beschwerdeweise eine weitere Klärung des Sachverhalts durch eine neue Begutachtung
anbegehrte
(
Urk.
1 S. 6), kann ihr nicht gefolgt werden. Denn rechtsprechungsgemäss ist
es nicht Sache des kantonalen Gerichts, ein Gutachten anzuordnen, wenn
die Beschwerdeführerin
die Mitwirkung daran im Verwal
tungsverfahren ohne stichhaltige Gründe verweigert hat.
Diesfalls
beschränkt sich die Überprüfung des vorinstanzlichen Gerichts darauf, ob die Verfügung aufgrund der vorhandenen Akten korrekt war
(Urteil des Bundesgerichts 9C_29/2020 vom 1
6.
März 2020 E.
3.2.3).
Die
psychiatrische
Teilexpertise fusst auf
einer
detaillierten Würdigung
und Analyse
der medizinischen
Vorakten
(
Urk.
8/199/42-45).
Die Expertin
legte unter
chronologischer Erwähnung
der betreffenden Berichte
und unter konkreter Erwähnung des relevanten Inhalts der betreffenden Berichte
nachvollziehbar
dar, dass
insbesondere die
Beurteilung
von
Dr.
F._
in erheblichem Mass
die persön
liche
Einschätzung
und
Überzeugung
de
r Beschwerdeführerin wiedergebe
und es demgemäss an einer nachvollziehbaren
Validierung der Befunde mangle
(
Urk.
8/199/44 f.).
I
n der
ergänzenden
Stellungnahme
vom
6.
August 2020
kamen
die
D._
-
Gutachter
nach Einsicht in
die
Berichte von
Dr.
F._
vom 2
1.
November und
vom
1
0.
Dezember 2019 (Urk.
8/203/1 f.,
Urk.
8/203/3 f.)
sodann zum Schluss,
die neu vorgelegten Berichte enthielten keine nachvollziehbaren D
iagnosen, a
uf eine Herleitung der
funktionellen Einschränkungen
sei verzichtet worden und es fehle auch eine Auseinandersetzung mit Inkonsistenzen. Stattdessen seien fast ausschliesslich die subjektiven Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin wiedergegeben worden
(Urk.
8/216/1 f.).
Tatsächlich enthalten die betreffenden Berichte von
Dr.
F._
vom 2
1.
November und 1
0.
Dezember 2019
weder eine nachvollziehbare
D
iagnose noch eine valide Herlei
tung der aufgeführten Befunde
. Überdies fehlt
jegliche
Auseinandersetzung mit der
abweichenden
gutachterlichen Einschätzung
, w
eswegen
die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht überzeugt
(
Urk.
8/203/1-3)
und nicht geeignet ist, Zweifel am Gutachten zu erwecken
.
4.2.4
Auch
die
weiteren
Bericht
e
von
Dr.
F._
lassen darauf schliessen, dass sowohl
bei
der
Diagnose als auch
bei der
Bewertung
der erwerblichen Ressourcen die Darstellung der Beschwerdeführerin im Vordergrund stand.
In den
Bericht
en
vom 2
1.
Juni und
1
9.
September
2020
(
Urk.
8/209,
Urk.
8/222)
erwähnte
Dr.
F._
einen durch den Ehemann und die Schwiegertochter verhinderten
aktuellen
Suizidversuch der Beschwerdeführerin, bei dem
diese
sich vor einen Zug habe werf
en wollen, und einen weiteren verhinderten
Suizidversuch mittels Tabletten zwei Jahre zuvor. In beiden Fällen
stützte sich
Dr.
F._
ausschliesslich
auf
Schilderungen der Beschwerdeführerin
respektive
von
der
en
Angehörigen
, die nicht durch zeitnahe Arztberichte gestützt werden
.
Auch die
beschriebene
Psychopathologie
verweist
in erster Linie auf Angaben der Beschwerdeführerin
. Soweit es
konkrete
Beobachtungen
der Ärztin
anlässlich der Behandlung
betrifft
, erweisen sich die Befunde als wenig
gravierend
(Konzentration und Aufmerksam
keit leicht eingeschränkt
, im Affekt deprimiert, kein Anhalt für eine psychotische Symptomatik, keine akute Suizidalität vorhanden).
Die abschliessend gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode
vermag
vor diesem Hintergrund nicht
einzuleuchten
.
Der
Bericht
von
Dr.
F._
vom
2.
Oktober 2020
enthält eine A
ufzählung von Symptomen zur Untermauerung des diagnostizierten depressiven Leidens,
wobei
Dr.
F._
dieses im damaligen Zeitpunkt als mittelschwer einstufte
(
Urk.
8/225/1 f.).
Ausmass und Ausprägung der Symptome könne indessen nicht nachvollzogen werden. Die der Aufzählung zu Grunde liegenden Ergebnisse des Mini ICF-Ratings für Partizipations- und Aktivitätsstörungen, das
Dr.
F._
durchführte (
Urk.
8/225/1), ist nicht aktenkundig. Diese können
ebenso wenig
dem Bericht vom
2.
Oktober 2020
oder
demjenigen vom 1
9.
September 2020, auf den verwie
sen wird, entnommen werden.
Aufgrund der Diskrepanzen zwischen objektiven Befunden und gestellter Diagnose wäre dies aber erforderlich gewesen.
Das Leiden und die von
Dr.
F._
beschriebenen Folgen, insbesondere die Unmöglichkeit der Ausübung einer Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt (
Urk.
8/225/2), können
mithin
nicht nachvollzogen werden.
Ebenso
verhält es sich mit den Darlegungen von
Dr.
F._
vom
9.
März 2021 (
Urk.
8/232/1-16).
Dr.
F._
berichtete über einen schweren dissoziativen Zustand der Beschwerdeführerin anlässlich einer Therapiesitzung im Sinne einer vorüber
gehenden Bewusstlosigkeit
(
Urk.
8/232
/2) und über (nach Angabe der Beschwer
deführerin) generell fast täglich auftretende
Bewusstseinsverluste (
Urk.
8/232
/7)
. Im Übrigen zeigte die
in der Therapie
ansonsten wache und zu allen Qualitäten orientierte Beschwerdeführerin nach der Wahrnehmung der Ärztin eine depressive Stimmungslage ohne grobe kognitive Störungen. Die gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptomatik erweist sich vor dem Hintergrund dieser unmittelbaren Eindrücke nicht als
über
zeugend
.
Diagnostische
Überlegungen in Bezug auf die beschriebene Dissoziation fehlen
zudem
. Zu vermuten ist, dass diese in Form der Diagnose von
histrio
nischen
Persönlichkeitszüge
n
ihren Niederschlag gefunden hat. Die übrigen aufgeführten Befunde gehen
offenkundig
vorwiegend unmittelbar auf die Angaben der Beschwerdeführerin oder ihrer Familienangehörigen zurück
(
Urk.
8/232
/3
f.
)
. Die im weiteren Verlauf des Berichts aufgeführten Funktions
einschränkungen nach ICF lassen sich nicht überprüfen. Das Testergebnis liegt dem Arztbericht nicht bei
. Angesichts der Diskrepanzen zwischen den beschrie
benen Befunden und der gestellten Diagnose wäre dies aber erforderlich gewesen
.
Unter diesem Mangel leidet
- was bereits erwähnt wurde -
auch der bereits früher, das heisst in den Berichten vom 1
9.
September und
2.
Oktober 2020 angebrachte Verweis auf das betreffende Testverfahren (
Urk.
8/222/2,
Urk.
8/225/1 f.)
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nahm
Dr.
F._
im Bericht vom
9.
März 2021 sodann
keine
Stellung
(
Urk.
8/232
/5).
Am
3.
August 2021
führte
Dr.
F._
schliesslich
aus, die Bewusstseinsverluste mit dissoziativer Amnesie im Rahmen von epilepsieartigen Anfällen seien bislang im Rahmen von
histrionischen
Zügen gesehen worden. Tatsächlich seien diese Leiden aber gravierender und entsprächen einem Stupor mit tranceähnlichem Zustand respektive einem dissoziativen Krampfanfall. Einen solchen Anfall habe sie am
9.
März 2021 in der Sprechstunde selber erlebt.
Dem Leiden komme
invalidisierender C
harakter zu
. Die Beschwerdeführerin leide seit dem 2
2.
Lebens
jahr an dieser Störung (
Urk.
3).
Im Bericht vom
9.
März 2021 beschrieb
Dr.
F._
, wie bereits erwähnt, einen Anfall mit vorübergehender kurzer Bewusstlosigkeit und ging
diesbezüglich, wie zuvor schon die Gutachter der MEDAS-
B._
im Gutachten vom
1.
März 2012 (
Urk.
8/68/25)
von
einer
histrionischen
Problematik
aus (
Urk.
8/232/4). Was
Dr.
F._
dazu veranlasste, einige Monate später auf diese Beurteilung zurückzukommen, legte sie nicht näher dar. Dies wäre umso dringlicher erforderlich gewesen,
weil das Leiden gemäss
Dr.
F._
bereits
im
2
2.
Lebensjahr aufgetreten ist, die erwerblichen Ressourcen aber offensichtlich
lange Zeit
nicht beeinträchtigt hat. Hinzu kommt, dass sich
Dr.
F._
weder
in ihrem
Bericht
vom
3.
August 2021 noch zuvor mit dem Aspekt der Aggravation auseinandergesetzt hat
und in diesem Zusammen
hang die eigene Einschätzung
beziehungsweise die Aussagen der Beschwerdefüh
rerin
kritisch hinterfragt hätte
. Angesichts
der ausführlichen diesbezüglichen Darlegungen im
D._
-Gutachten
hätte sich dies zwingend aufgedrängt. Eine
als Beweismittel verwertbare ärztliche
Beurteilung stellen die
Berichte
von
Dr.
F._
mithin
nicht dar.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin macht
schliesslich
geltend, die stationären Klinikaufent
halte 2016, 2017 und 2020 sprächen für ein krankheitswertiges psychisches Leiden
,
und sie moniert, dies sei beim Erlass der ang
efochtenen Verfügung zu Unrecht
nicht berücksichtigt worden (
Urk.
1 S. 4).
Die stationären Klinikaufent
halte von 2016 und 2017
wurden
bei der
D._
-Beg
u
tachtung
berücksichtigt
.
Dr.
H._
wies darauf hin, aus dem
Austrittsberi
cht der
Psychiatrischen Klinik I._
vom 1
7.
August 2016, den
auch
die Gutachter von
C._
analysiert hätten (
Urk.
8/128/45), ergebe sich, dass einerseits nur eine
geringe antidepressive Medikation
etabliert gewesen sei und andererseits die Beschwerdeführerin
aufgrun
d einer geplanten Fernreise bereits nach einer Woche wieder ausgetreten sei
(der Aufenthalt dauerte effektiv
nur
vom 2
9.
Juli bis
5.
August 2016;
Urk.
8/163/2). Daraus schloss
Dr.
H._
in Übereinstimmung
mit den
C._
-Gutachtern
,
dies spreche gegen eine
schwere depressive Episode (
Urk.
8/199/44 f.).
4.3.2
Hinsichtlich der weiteren stationären Behandlung in der
Psychiatrischen Klinik I._
im Jahr 2017 lag den
D._
-Experten
ein Bericht der Klinik vom
5.
Februar 2018 zu
Handen
der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin
vor
(
Urk.
8/199/22). Unmittelbar akten
kundig ist
sodann
der
von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Verlaufsbericht der Klinik vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
8/163). Die stationäre Behandlung dauerte
lediglich
vom
2
0.
Nov
ember bis zum
8.
Dezember 2017
; sie bewirkte dennoch eine gesundheitliche Besserung, was indes keinen Niederschlag hinsichtlich der im Bericht diagnostizierten schweren depressive
n
Episode gefunden hat
(
Urk.
8/163/5). Auffallend ist
zudem
, d
ass die Anamnese allein auf den
Angaben der Beschwerdeführerin und
derjenigen
des sie bei
m
Eintritt begleitenden Ehemannes beruht
und
demnach
in Unkenntnis der umfangreichen
Vorakten
erging
(
Urk.
8/163/2)
, was den Beweiswert des Berichts von vornherein schmälert
.
Im Bericht der
Psychiatrischen Klinik I._
fanden verschiedene depressive Symptome Erwähnung
, namentlich
Anhedonie
, Niedergestimmtheit, Antriebsmangel, Konzentrations
störungen, reduziertes Selbstwertgefühl
,
Schlafstörungen, diffuse Ängste und passive Todeswünsche
(
Urk.
8/163/3).
Erläuternde Darlegungen zur Validität der betreffenden Symptome fehlen aber im Bericht. Gemäss den Leitlinien von
ICD-10 zeigt die von einer schweren depressiven Episode
(ohne psychotische Symp
tome)
betroffene Person eine erhebliche Verzweiflung und Agitiertheit, es sei denn Hem
mung sei das führende Symptom, und G
efühle von Nutzlosigkei
t und Schuld s
eien
vorherrschend. A
uch ein hohes Suizidrisiko
zählt zu den Sympto
men
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostischen Leitlinien, 1
0.
Aufl., Bern 2015, S. 174)
. Inwiefern sich die Ärzte
der
Psychiatrischen Klinik I._
, die eine schwere depressive Episode diagnostizierte
n
,
damit auseinandersetzten
, ist dem Bericht nicht zu entnehmen
.
Im Zentrum der Behandlung standen
überdies
die wiederkehrenden Bewusstseinsverluste, die nach Angaben der Beschwerde
führerin in erster Linie bei psychosozialer Belastung oder bei Schmerzen aufträten. Eine organische K
omponente, insbesondere epilepsietypische Potentiale, konnten - wie bereits
im Jahr 2010
(vgl.
Urk.
8/68/46) - mittels Ruhe-EKG ausgeschlossen werden (
Urk.
8/163/5).
Zusammenfassend konnten die behandelnden Ärzte der
Psychiatrischen Klinik I._
zum einen
keine einleuchtende Ursache für die Bewusstseinsverluste feststellen und
zum anderen ist
die Diagnose einer schweren depressiven Episode nicht schlüssig begründet. Inwiefern und gegebenenfalls in welchem Ausmass sodann vor und insbesondere nach dem Klinikaufenthalt von rund drei Wochen
Dauer eine
schwergradige
depressive Symptomatik
bestand, bleibt demnach offen. Rechtsprechungsgemäss wohnt leichten und mittelgradigen depressiven Erkrankungen nur ausnahms
weiser ein invalidisierendes Potential inne, insbesondere bei Vorliegen nennens
werter I
nterferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten
(BGE 148 V 49 Regeste u. E. 6.2.2),
wovon hier nicht auszugehen
ist. Von den Ärzten der
Psychiatrischen Klinik I._
n
icht weiter begründet
wurde
nämlich
die zusätzlich genannte Diagnose einer somato
formen Schmerzstörung (
Urk.
8/163/2).
In diesem Zusammenhang
merkten die
C._
-Gutachter in der Stellungnahme vom 2
4.
August 2018
zudem
an, die Kodierungsregeln von ICD-10 gäben vor, dass bei besehenden affektiven Erkran
kungen keine eigenständige somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert werden dürfe
. Derartige Störungen würden mithin in der affektiven (
depressiven) Diagnose aufgehen. Im Bericht der
Psychiatrischen Klinik I._
entstehe somit der irrige Eindruck einer psychiatrischen Multimorbidität. Auch der Hinweis im Bericht, die Exploration sei über den Ehemann erfolgt, sei versicherungsmedizinisch ungewöhnlich und sei geeignet, die gesamte diagnostische Einschätzung in Zweifel zu ziehen (
Urk.
8/161/15).
Hinzu kommt schliesslich, dass sich die Ärzte der
Psychiatrischen Klinik I._
nicht zur Arbeitsfähigkeit
äusserten
und im Übrigen von einer grundsätzlich günstigen Prognose betreffend Wiedereingliederung in eine angepasste Tätigkeit ausgingen (
Urk.
8/163/4 f.).
Vor diesem Hintergrund sind diese Bericht nicht geeignet, Zweifel an den gutachterlichen Schlussfolgerungen zu begründen
4.3.
3
Dem Austrittsbericht der
Psychiatrischen Dienste
G._
vom 1
8.
Januar 2021 betreffend die stationäre Behandlung vom 1
9.
November bis zum 1
0.
Dezember 2020 ist zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin habe sich wegen zunehmender depressiver Symptome mit Schmerzsyndrom und Suizidgedanken selber zugewiesen. Sie habe über starke Schmerzen und Depressivität berichtet.
Während des Aufenthaltes habe sie auch dissoziative Zustände erlebt. Die Anwendung von
Chinaöl
habe der Beschwerdeführerin in diesen Momenten stets geholfen. Sie habe sich dann jeweils besser gefühlt und vollständig erholt. Bei Eintritt sei die Beschwer
defüh
rerin wach, bewusstseinsklar und
allseits orientiert gewesen.
Es seien keine Aufmerksamkeits-,
Auffassungs- und Konzentrationsstörungen feststellbar gewesen und die Beschwerdeführerin habe die gestellten Fragen formallogisch beantwortet. Es seien weder Denkstörungen, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen festzustellen gewesen. Die Beschwerdeführerin sei auf die Schmerzen fixiert und im Affekt niedergeschlagen, weinerlich und ratlos gewesen. Ferner sei sie im Antrieb reduziert und in der Psychomotorik verlangsamt gewesen. Eine Fremd- oder Eigengefährdung, insbesondere eine Suizidalität habe nicht bestanden.
Das multimodale Behandlungskonzept sei erfolgreich gewesen. Am 1
0.
Dezember 2020 habe die Beschwerdeführer
in in gebessertem und stabilisiertem
psychischen Zustand nach Hause entlassen werden können. Als Diagnosen nannten die
Psychiatrischen Dienste
G._
-Ärzte eine rezidivierende Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode, ein somatisches Schmerzsyndrom und
histrionische
Persönlichkeitszüge. Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Ärzte nicht (
Urk.
8/229/1 ff.).
Eine
ins Gewicht fallende
Ursache für die dissoziativen Zustände nannten die
Psychiatrischen Dienste
G._
-Ärzte nicht. Sie gingen
von
histrionischen
Persönlichkeitszügen
gemäss ICD-10 Z73.1 aus
(
Urk.
8/229/1)
.
Bei den sogenannten Z-Codierungen nach ICD-10 handelt es sich um
Belastungsfaktoren
die
den Gesundheitszustand beeinflus
sen und zu einer Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen
können. Allerdings
stellen
sie selber
keine rechtserheblichen Gesundheitsbeeinträchti
gungen dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_468/2015 vom 2
9.
Januar
2016 E. 3.2).
Angesichts der im Bericht erwähnten Eintrittsbefunde
und der
geschilderten
gesundheitlichen Besserung
ist die gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden Störung nach ICD-10 F33.2 (
Urk.
8/229/1) nicht schlüssig. Es fehlt eine nachvollziehbare Herleitung
der Diagnose anhand der Symptome, die hierfür erforderlich sind (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 174). Es handelt sich hierbei um
erhebliche Verzweiflung, Agitiertheit respektive Hemmung, Verlust des Selbstwertgefühls, Gefühle der Nutzlosigkeit oder Schuld
und um Suizidalität
.
Schwerwiegende Symptome in der genannten Art wurden nicht beschrieben und eine Suizidalität wurde gar
ausdrücklich verneint
(
Urk.
8/229/2). Den Nachweis einer dauerhaften psychischen Erkrankung mit Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit vermag der Austrittsbericht der
Psychiatr
ischen Dienste
G._
vom 1
8.
Januar 2021
somit
nicht zu erbringen.
4.3.
4
Aktenkundig ist schliesslich auch der Bericht der
Psychiatrischen Dienste G._
vom 1
0.
März 2021 (
Urk.
8/236).
Darin berichteten die zuständigen Ärzte über den Zustand anlässlich einer Kontrolle vom 1
0.
Dezember 2021 (
richtig: 2020;
Urk.
8/236/2
-3
). Zum psychopathologischen Befund zu jenem Zeitpunkt hielten die Ärzte fest, die Beschwerdeführerin sei wach und allseits orientiert und im Kontakt kooperativ und mitteilungsbereit gewesen.
Auffassung, Aufmerksamkeit und Konzentration seien leichtgradig eingeschränkt gewesen. Keine Beeinträchtigung habe sich bezüglich Gedächtnis ergeben und formalgedanklich habe sich die Beschwerde
führerin geordnet und kohärent präsentiert. Hinweise auf
ein
wahnhaftes Erleben, Stimmenhören und Ich-Störungen hätten sich nicht ergeben und ebenso wenig solche für Ängste und Zwänge.
Die Stimmung sei noch leicht gedrückt, die Schwingungsfähigkeit aber gegeben und der Antrieb unauffällig
gewesen
. Psychomotorisch sei die Beschwerdeführerin ruhig gewesen, sie habe über keine Schlafstörungen geklagt und es habe auch keine Suizidalität bestanden
. Gezeigt hätten sich interaktionelle Schwierigkeiten, Schwierigkeiten im Bereich Stress- und Emotionsregulation und Probleme bei der Selbststrukturierung (
Urk.
8/236/3)
. Aufgrund
dieser Befunde
und mit Blick a
uf das in vorstehender
E. 4.3.
3
Ausgeführte
ist die Diagnose einer gegenwärtig schweren depressiven Episode (
Urk.
8/236/4) nicht nachvollziehbar.
Zur Arbeitsfähigkeit finden sich
keine Angaben im Bericht. G
estützt auf diese im Ergebnis zu wenig schlüssigen Angaben
ist
eine dauerhafte psychische Erkrankung mit erwerblicher Auswirkung
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen
.
Bezüglich
Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztper
sonen beziehungsweise Therapiekräften
gilt es im Übrigen
auf die Erfahrungstat
sache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Eine zum Beweis geeignete Beurteilung stellen die Berichte der Ärzte der
Psychiatrischen Klinik I._
respektive der
Psychiatrischen Dienste
G._
nicht dar.
4.4
4.4.1
Bereits beim ersten psychiatrischen Explorationsgespräch
bei
Dr.
H._
zeigte die Beschwerdeführerin ein ausgesprochen auffälliges Verhalten, was zusammen mit den sprachlichen Schwierigkeiten eine valide Beurteilung verunmöglichte. Auch der zweite Termin, nunmehr mit Dolmetscherin, war
indessen
von einer teilweise ins Bizarre gesteigerten Theatralik
gekennzeichnet
.
Auf der anderen Seite
waren konkrete Angaben von der Bes
chwerdeführerin nur rudimentär
zu erhalten.
Die initial angegebene Suizidalität verneinte die Beschwerdeführerin, nachdem die Gutachterin
Dr.
H._
vertiefend nachgefragt hatte
. Auch die Schmerzpräsentation war derart überzeichnet, dass
die
Abschätzung eines nicht ausschliessbaren realen Schmerzniveaus nicht möglich war.
Ferner war eine Serumspiegelbestimmung betreffend d
ie
für die psychiatrische Behandlung bedeutsamen Medikamente
nicht durch
führbar, da die Beschwerdeführerin eine Blutentnahme verweigerte (
Urk.
8/199/45).
Aufgrund
der gesamten
Umstände sah sich die psychiatrische Expertin
Dr.
H._
ausser Stande, mit ausreichender
Zuverlässigkeit
psychopathologische respektive psychiatrische Symptome oder Störungen festzustellen
(
Urk.
8/199/45 f
.).
Eine
Aggravation hat
Dr.
H._
sodann
anlässlich beider Untersuchungstermine mittels Rey
Memory
Test (RMT) validiert (
Urk.
8/199/40,
Urk.
8/199/45).
Diesbezüglich
verwies
die
Beschwerdeführerin auf
Dr.
F._
, die
in der Stellung
nahme vom
3.
August 2021
ausführte
, solche Tests
seien
nicht aussagekräftig, weil die klinische Symptomatik, die von
den
Fachärzten
der
Psychiatrischen Klinik I._
und
den
Psychiatrischen Diensten G._
festgestellt worden sei, das Resultat des Tests von Juni und Juli 2019
durch
Dr.
H._
in Frage stellen würden (
Urk.
3).
Mit dieser Argumentation setzt
Dr.
F._
voraus, dass die Symptomerhebung der Ärzte
der
Psychiatrischen Klinik I._
und
der
Psychiatrischen Dienste G._
valide möglich gewesen ist.
Dass dies indessen nicht der Fall
war
, dazu wurde in den vorstehenden E. 4.2-3
Stellung genommen. Auch die
D._
-Gutachter waren
im Konsens
zu dieser Schlussfolgerung gelangt.
In der ergänzenden Stellung
nahme vom
6.
Juni 2020
führten sie aus
, dass den Berichten der behandelnden Ärzte gerade nicht entnommen werden könne, inwiefern die darin erwähnten, von der Beschwerd
eführerin geklagten Beschwerden
hätten validier
t werden können (
Urk.
8/216/2). Im Übrigen hielt
Dr.
F._
in der Stellungnahme vom
3.
August 2021 fest, sie könne diesen Test zur Detektion von Simulation und Aggravation nicht durchführen (
Urk.
3). Weswegen dies
für
sie nicht möglich gewesen ist
,
führte sie
aber
nicht näher aus
.
4.4.2
Eine Aggravation legen
auch die
Ergebnisse der neuropsychologischen Unter
suchung
nahe
. Der neuropsychologische Experte
lic
. phil.
M._
hielt fest, aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin seien keine Beschwerdevalidierungstests durchführbar gewesen. Die wenigen objektivierba
ren Testbefunde seien in ihrer Deutlichkeit selbst unter Berücksichtigung der eigenanamnestisch beschriebenen eingeschränkten Alltagsfunktionen nicht konsistent.
Es lägen keine quantifizierbaren neurologischen oder psychiatrischen Diagnosen vor, die die Verhaltensauffälligkeiten und die schweren kognitiven Defizite in diese
r
Deutlichkeit zu begründen vermöchten.
Die Validität der neuropsychologischen Befunde sei nicht gegeben. Es müsse von einer wahr
scheinlichen Aggravation ausgegangen werden. Deswegen könnten die Fähigkei
ten, Ressourcen und die Belastbarkeit nicht beurteilt werden. Es liessen sich darum auch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf oder in einer angepassten Tätigkeit machen.
Selbst
valide Vorbefunde lägen nicht vor, weswegen nicht beurteilbar sei, ob zu einem früheren Zeitpunkt eine neuropsy
chologisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (
Urk.
8/199/82 ff.
).
Bereits die Begutacht
ung von 2017 durch
das Institut
C._
ergab
bei den neuropsychol
o
gischen Tests Hinweise auf ein
bewusstseinsnah verzerrendes Antwortverhalten (Falschantworten
;
Urk.
8/128/52
;
vgl. auch
Urk.
8/199/46
u. 8/199/84
).
Aufgrund dieser und auch der übrigen Befunde der Begutachtung gelangten die
C._
-Gutachter zur Schluss, für die angegebenen Beschwerden existiere kein hin
reichendes objektive
s
Korrelat und die Symptomvalidierung belege ein bewusst
seinsnah verfälschendes Antwortverhalten (
Urk.
8/128/56).
Auch die
D._
-Gutachterin
Dr.
K._
konstatierte nach der rheumatolo
gischen Untersuchung,
das
Verhalten der Beschwerdeführerin sei geprägt von einer starken
Katastrophisierung
und es sei eine starke Schmerzidentifikation spürbar. Auffallend seien gleichzeitig die vagen Angaben über die Beschwerden gewesen. Ferner sei die Mitarbeit bei der Untersuchung reduziert gewesen, was die Untersuchung erschwert habe (
Urk.
8/199/60).
Zusammenfassend kamen die
D._
-Gutachter somit nachvollziehbar zum S
chluss, die Diskrepanz zwischen dem Ausmass der geklagten Beschwerden und den tatsächlichen Degenerationen am unteren und oberen Achsenskelett und die Erkenntnisse auf psychiatrischem und neuropsychologischen Fachgebiet legten eine Aggravation nahe (
Urk.
8/199/8).
Sowohl das psychiatrische und neuropsy
chologische als auch die übrigen Fachgebiete betreffend (vgl. vorstehende E. 3.4) liegt mit dem
D._
-Gutachten vom 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/199) und der ergän
zenden Stellungnahme der Experten vom
6.
August 2020 (
Urk.
8/2169) eine
bewe
iskräftige Expertise vor
.
Diese
beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden.
Sie
wurde in Kenntnis der
Vorakt
en
(Anamnese) abgegeben, sie leu
chtet in der
Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge ein und
die Schlussfolgerunge
n der Experten sind begründet, wobei diese
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen
verfügten
. Damit genügt das Gutachten den Beweisanforderungen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
4.5
Ist aus psychiatrischer Sicht von Aggravation auszugehen, mit der Folge, dass eine Diagnose nicht gestellt und eine allfällige Arbeitsunfähigkeit aus psychiat
rischer Sicht nicht valide beurteilt
werden
kann, so liegt rechtsprechungsgemäss
ein Ausschlussgrund
vor, weswegen sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens erübrigt (
vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 6.1 und 9C_371/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 5.1.2
.
).
Es bleibt
festzustellen, dass aus psychiatrischer Sicht kein invalidisierender Gesund
heitsschaden vorliegt.
Bei dieser Sachlage
ist es entbehrlich
, weitere psychiat
rische Abklärungen zu veranlassen (vgl.
Urk.
1 S. 6). Die Invaliditätsbemessung hat demnach ausgehend von
der gutachterlichen Zumutbarkeitsbeurteilung
zu erfolgen
(
vgl.
BGE
141 V 281 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
Diese führen dazu, dass aufgrund der degenerativen Veränderungen am oberen und unteren Achsenske
lett und aufgrund der nach der Begutachtung zusätzlich diagnostizierten Partial
ruptur der
Bizepssehne
für die bisherige Tätigkeit noch eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und für eine angepasste, das heisst körperlich leichte und wechsel
belastende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
besteht (
Urk.
8/199/9,
Urk.
8/216/3; vgl. vorstehende E. 3.5).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführe
rin unbestrittener
massen als Voll
erwerbstätige (
Urk.
8/218/1).
Der b
ei erwerbstätigen Versicherten
zwecks Ermittlung des
Invaliditätsgrad
es
zu
r
Anwendung gelangende Einkom
mensvergleich (vgl. vorstehende E. 1.6) ist bezogen auf
die Verhältnisse im
Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns durchzuführen,
wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Möglicher Rentenbeginn mit Blick auf
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG ist der
1.
Ma
i 2017, das heisst sechs Monate
nach der Neuanmeldung vom 1
1.
November 2016 (Eingang bei der Beschwerdegegnerin;
Urk.
8/101,
Urk.
8/103). Zu diesem Zeit
punkt war
allerdings
das Wartejahr
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG noch nicht erfüllt. Aus dem
D._
-Gutachten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der in erwerblicher Hinsicht massgeblichen Degenerationen an der Wirbelsäule ab August 2016 dauerhaft zu 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt war (
Urk.
8/199/60). Der Anspruch auf eine Invalidenrente konnte somit
frühestens
ein Jahr später, das heisst im August 2017 entstehen.
5.2
Die
Beschwerdegegnerin
hat das
Valideneinkommen
auf der Basis des von der Beschwerdeführerin
im Jahr 2008 als Produktionsmitarbeiterin bei der
A._
A
G
erzielten Jahreslohnes
von
Fr.
61'616.--
ermittelt (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
8/41,
Urk.
8/217), was die Beschwerdeführerin richtige
rweise nicht bemängelt hat, da s
ie in der Folgezeit bis zur Aufgabe ihrer Erwerbstätigkeit gesun
dheitsbedingt nur noch deutlich
weniger verdient hat (
Urk.
8/105/3). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2017 (Bundesamt für Statistik, Entwicklung
der Nominallöhne, der Konsu
mentenpreise und der Reallöhne [
T39
]
,
Frauenlöhne,
1976-2009
,
2008:
2’499, 2017: 2’719
; abrufbar im Internet) resul
tiert als
Valideneinkommen
Fr.
67’040.40 (
Fr.
61'616.
-- :
2'499 x 2'719).
5.3
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerde
gegn
erin auf der Basis der Tabellenlöhne gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE). Konkret stellte sie auf das Total der Frauenlöhne auf dem Kompetenzniveau 1 (Hilfsarbeiten) ab (
Urk.
8/217). Dieses betrug gemäss LSE
2016
Fr.
4'363.--. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 im Jahr 2017 (Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen
[
T 03.02.03.01.04.01
]
; abrufbar im Internet) und angepasst an die Nominal
loh
n
ent
wicklung (
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsu
mentenpreise und der Reallöhne [
T
39
], Frauenlöhne, 1976-2009,
2016: 2’709, 2017: 2’719
; abrufbar im Internet
) ergibt sich ein Lohn von
Fr.
4’565.20 pro Monat (
Fr.
4'363.-- : 40 x 41,7 : 2'709 x 2'719) respektive von
Fr.
54'782.40 pro Jahr. Da die Beschwerdeführerin eine angepasste Erwerbstätigkeit
zumutbarerweise
im Um
f
ang von 80
%
ausüben kann, beläuft sich das Invalideneinkommen auf
Fr.
43'825.9
0.
5.4
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin rechtfertigt sich ein leidensbedingter Abzug
vom Invalideneinkommen
von
15
%
.
Sie begründet dies mit der nur noch beschränkten Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
(
Urk.
1 S. 6 f.)
.
Rechtspre
chungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätig
keiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 2
9.
Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Zu beachten ist überdies, dass b
ei Frauen im Kompetenzniveau 1 die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50
%
und 89
%
höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus
weisen
. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 1
9.
Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014).
Aus den von der Beschwerdeführerin genannten Gründen recht
fertigt sich somit kein leidensbedingter Abzug. Andere Gründe, die einen solchen Abzug rechtfertigen würden
,
hat
weder
die Beschwerdeführerin geltend gemacht
noch
fallen
solche in Betracht.
5.5
Die Differenz zwischen dem Valide
n
- und dem Invalideneinkommen beläuft sich auf
Fr.
23'214.50 (
Fr.
67’040.40
-
Fr.
43'825.90
), was einem Invaliditätsgrad von gerundet 35
%
entspricht. Die Beschwerdegegnerin hat demnach einen Renten
anspruch zu Recht verneint. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ist folglich abzuweisen.
6.
Gemäss
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG
in Verbindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
8
00
.-- als angemessen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdeführerin
aufzuer
legen.