Decision ID: 07d15c27-d204-45f9-8e85-c2f0546179c8
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
I. Sachverhalt:
1. Am 30. Juli 2019 reichte die B._ GmbH bei der Gemeinde E._
ein Baugesuch für ein Ferienresort mit insgesamt 80 Wohnungen in sechs
Hochbauten und einem Turm mit Verbindung vom Resort zum See ein.
Das Baugesuch wurde am 9. August 2019 im kommunalen Amtsblatt
publiziert und öffentlich aufgelegt. Dagegen erhobene Einsprachen wies
der Gemeindevorstand am 31. Oktober 2019 ab und erteilte dem
Bauvorhaben gleichentags die Bewilligung.
2. Am 6. Dezember 2019 ersuchte die Stiftung A._ per E-Mail um
Mitteilung, wann das Baugesuch im kantonalen Amtsblatt publiziert
worden sei. Nachdem die Gemeinde E._ darauf hingewiesen hatte,
das Bauvorhaben sei zu Recht lediglich im kommunalen
Publikationsorgan publiziert worden, erhob A._ dagegen am
16. Dezember 2019 Einsprache und beantragte die Abweisung des
Baugesuches, Einsicht in die Baugesuchsakten und die Feststellung, dass
das bisherige Baubewilligungsverfahren nichtig sei.
3. Am 18. Februar 2020 trat der Gemeindevorstand auf die Einsprache nicht
ein. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass sich die
Publikation von Bauentscheiden (recte: die Ausschreibung von
Baugesuchen und Mitteilung von Bauentscheiden) gestützt auf Art. 20
Abs. 1 ZWG abschliessend nach den jeweiligen kantonalen Vorgaben
richte. Art. 20 Abs. 1 ZWG sei eine lex specialis zu Art. 12b NHG und gehe
dieser Norm vor.
4. Dagegen erhob A._ am 5. März 2020 beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden Beschwerde und beantragte, der
Baueinspracheentscheid der Gemeinde E._ vom 18. Februar 2020
sei aufzuheben und die Baubewilligung vom 31. Oktober 2019 nichtig zu
erklären. Im Weiteren sei die Sache an die Gemeinde E._
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zurückzuweisen, mit der Weisung, auf die Einsprache von A._
einzutreten, diese zu instruieren und einen neuen Entscheid zu fällen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde.
5. Nach der Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die am 5. März 2020
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 16. März 2021 ab (VGU R 20 16).
Die Gerichtskosten von CHF 2'257.-- auferlegte es der damaligen
Beschwerdeführerin, die ausserdem die Gemeinde E._ mit insgesamt
CHF 1'064.95 aussergerichtlich zu entschädigen hatte.
6. Mit Urteil 1C_241/2021 vom 17. März 2022 hob das Bundesgericht das
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 16. März
2021 in Gutheissung der dagegen von A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) erhobenen Beschwerde vom 30. April 2021 auf,
soweit darauf eingetreten werden konnte, und wies die Sache zu neuer
Beurteilung im Sinne der Erwägungen an das Verwaltungsgericht zurück.
Gerichtskosten wurden keine erhoben, die Gemeinde E._ hatte die
Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit
CHF 2'500.— zu entschädigen.
7. Mit Schreiben vom 21. April 2022 edierte das Verwaltungsgericht bei der
Gemeinde E._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) sämtliche
Akten des Baubewilligungsverfahrens Nr. J._ betreffend das Projekt
Ferienresort F._, G._, auf den Parzellen H._ und I._.
Mit Stellungnahme vom 4. August 2022 reichte die Beschwerdegegnerin 2
die eingeforderten Unterlagen betreffend das Baubewilligungsverfahren
Nr. J._ (Ferienresort F._), überdies die Unterlagen des damit
zusammenhängenden Baubewilligungsverfahrens Nr. K._
(Parkierungsanlage) sowie diejenigen des in diesem Zusammenhang
(rechtskräftig) abgeschlossenen verwaltungsgerichtlichen Verfahrens
R 19 100 ein, und hielt unter anderem fest, dass entsprechend dem
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Rückweisungsentscheid des Verwaltungsgerichts (R 19 100) hinsichtlich
des Mehrverkehrs und der Lärmbelastung ergänzende Abklärungen
getroffen worden seien, die Baubewilligungsverfahren diesbezüglich
weitergeführt würden und in absehbarer Zeit ein erneuter
Bewilligungsentscheid erlassen werde.
8. Am 12. August 2022 wurde der Beschwerdeführerin und der B._
GmbH (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) Frist zur Stellungnahme zur
Eingabe der Beschwerdegegnerin 2 vom 4. August 2022 gewährt sowie
die Möglichkeit zur Einsicht in die edierten Akten 1–40 u.a. betreffend die
beiden Baubewilligungsverfahren Nr. J._ und Nr. K._ beim
Gericht eingeräumt.
9. Mit Eingabe vom 16. August 2022 beantragte die Beschwerdeführerin, die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 5. März 2020 sei gutzuheissen, der
Baueinspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 2 vom 18. Februar
2020 sei aufzuheben, die Baubewilligung vom 31. Oktober 2019 nichtig zu
erklären und die Sache an die Beschwerdegegnerin 2 zurückzuweisen mit
der Weisung, auf die Einsprache der Beschwerdeführerin einzutreten,
diese zu instruieren und einen neuen Entscheid zu fällen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin 2.
10. Mit Stellungnahme vom 22. September 2022 wies die Beschwerde-
gegnerin 2 im Wesentlichen darauf hin, dass vorliegend einzig die Frage,
ob sie das Baugesuch Nr. J._ Ferienresort F._ seinerzeit auch
im Kantonsamtsblatt hätte publizieren müssen, zu beantworten sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in deren Eingaben im
vorliegenden Verfahren wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch
entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber
kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid bloss aufheben oder die
Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende
Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1640; DORMANN,
in: NIGGLI/UEBERSAX/ WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler
Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107
Rz. 12 ff.). Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben, insbesondere die
entscheidwesentlichen Erwägungen, des Bundesgerichts für die Vor-
instanz verbindlich bzw. die mit der Neubeurteilung befasste (kantonale)
Instanz hat die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung
begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen (siehe
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1643; DORMANN, a.a.O., Art. 107
Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. 135 III 334 E.2.1; Urteile
des Bundesgerichts 4A_70/2021 vom 15. Juli 2021 E.7, 4A_197/2020 vom
10. Dezember 2020 E.3.2.1 f., 2C_389/2013 vom 26. Oktober 2013
E.2.2.1 und 2C_304/2013, 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E.2.1).
2. Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil 1C_241/2021 vom 17. März 2022
zum einen fest, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin verletzt, indem sie sich zur Rüge der Verletzung des
Akteneinsichtsrechts nicht geäussert habe, was zur Aufhebung des
angefochtenen Entscheids und Rückweisung an die Vorinstanz zum
Entscheid über die (ganze oder teilweise) Gewährung des
Akteneinsichtsrechts, verbunden mit der Möglichkeit zur Stellungnahme,
führe. Mit der vorliegend gewährten Einsicht in die Akten der beiden
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Baubewilligungsverfahren Nr. J._ (Ferienresort F._) und
Nr. K._ (Parkierungsanlage) sowie in die Unterlagen zum
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren R 19 100 und diejenigen
zur kommunalen Planungszone, verbunden mit der Möglichkeit zur
Stellungnahme, wurde dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Einsicht in die relevanten Akten genügend Rechnung getragen, womit sich
die durch das Bundesgericht in seinem Rückweisungsentscheid in
Erwägung 2.2 festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt
erweist (siehe Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 12. August 2022
betreffend Einsicht in die Akten 1–40 [Gerichtsakten B11] und Stellung-
nahme der Beschwerdeführerin vom 16. August 2022 [Gerichtsakten A3]).
3. Das Bundesgericht gelangte in seinem Urteil 1C_241/2021 vom 17. März
2022 in den Erwägungen 5 in Übereinstimmung mit der Rechtsauffassung
des Verwaltungsgerichts zum Schluss, dass Art. 20 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes über Zweitwohnungen (Zweitwohnungsgesetz, ZWG; SR 702)
eine lex specialis gegenüber Art. 12b Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)
darstelle und die Gemeinde zumindest unter der Optik des ZWG davon
habe absehen dürfen, das Baugesuch im Kantonsamtsblatt zu publizieren.
Allerdings unterlägen Bauvorhaben, die in Erfüllung einer Bundesaufgabe
ergingen, da sie z.B. auf eine bundesrechtliche Spezial- oder Ausnahme-
bewilligung angewiesen seien, bereits vor Einführung von Art. 75b der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
der Verbandsbeschwerde und hätten Gemeinden und Organisationen
gemäss Art. 12b NHG angezeigt werden müssen. Im Übrigen verlange
bereits Art. 45 Abs. 2 der Raumplanungsverordnung für den Kanton
Graubünden (KRVO; BR 801.110) bei Baugesuchen ausserhalb der
Bauzone, Gesuchen mit UVP oder mit Zusatzbewilligungen, die im
Kantonsamtsblatt zu publizieren seien, dass die öffentliche Auflage
gleichzeitig auch im Kantonsamtsblatt bekannt zu geben sei. Das
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Bundesgericht hielt fest, dass sich ohne Kenntnis der Baugesuchsakten
nicht zuverlässig beurteilen lasse, ob betreffend das vorliegende
Bauvorhaben eine bundesrechtliche Spezialbewilligung in diesem Sinne
erforderlich sei, weshalb das Verwaltungsgericht zu prüfen habe, ob das
Bauvorhaben mit einer anderen Bundesaufgabe verbunden gewesen sei,
die nach Art. 12b NHG bzw. Art. 45 Abs. 2 KRVO die Pflicht zur
Publikation im kantonalem Amtsblatt ausgelöst habe. Es hielt weiter fest,
dass sich die Frage, ob der Erlass einer Planungszone zwecks
Redimensionierung der Bauzone, d.h. zur Umsetzung von Art. 15 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR
700), eine Bundesaufgabe begründe, bisher noch nicht gestellt habe,
weshalb das Verwaltungsgericht auch auf die zum Zeitpunkt der Erteilung
der Baubewilligung geltende Planungszone einzugehen habe.
3.1. Die Beschwerdegegnerin 2 bringt dazu vor, dass das vorliegende
Bauvorhaben unter der Optik des Bundesgesetzes über den Schutz der
Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20), dem
Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR
814.01), dem NHG, dem Bundesgesetz über den Wald (Waldgesetz,
WaG; SR 921.0) oder dem Bundesgesetz über die Fischerei (BGF; SR
923.0) keine Spezialbewilligungen erfordere, die im Sinne von Art. 45
Abs. 2 Satz 2 KRVO im Kantonsamtsblatt zu publizieren wären. Auch
unter der Optik des RPG erfordere das Bauvorhaben keine Spezial- oder
Ausnahmebewilligung, die eine Publikation im Kantonsamtsblatt erfordern
würde. Die Planungszone sei am 21. Dezember 2020 um zwei weitere
Jahre verlängert worden. Vor dem Hintergrund der ersten Zielsetzung,
"Überprüfung und Anpassung der Bauzonen (Wohn-, Misch- und
Zentrumszonen) unter dem Aspekt der Bauzonengrösse (Art. 15 Abs. 1
und 2 RPG)", lasse sich keine Bundesaufgabe konstruieren. Das
streitgegenständliche Bauvorhaben liege in der Hotelzone B, welche nicht
zur WMZ-Fläche zähle. Die Baubewilligung könne deshalb auch kein
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Präjudiz in Bezug auf die Überprüfung der WMZ im Rahmen der
anstehenden Gesamtrevision der Ortsplanung der Gemeinde bilden und
unterstehe in Bezug auf den vorgenannten Planungszweck folglich nicht
der Planungszone. Auch unter dem Aspekt der zweiten Zielsetzung
"Umsetzung weiterer Vorgaben von Art. 15 RPG (Verdichtung, etc.)"
ergebe sich aus der Planungszone keine Bundesaufgabe. Als dritten
Zweck halte der Publikationstext der Planungszone folgendes fest:
"Anpassung der kommunalen Vorschriften über den Erst- und
Zweitwohnungsbau an das ZWG sowie Überprüfung von ergänzenden
Bestimmungen, insbesondere auch betreffend Wohnungen im
Zusammenhang mit strukturierten Beherbergungsbetrieben (Art. 8 ZWG)
und neuen Wohnungen in geschützten und ortsbildprägenden Bauten
(Art. 9 ZWG)". Unter dem ersten Teilaspekt der dritten Zielsetzung könne
die Planungszone offensichtlich keine Bundesaufgabe darstellen. Auch
unter dem zweiten Teilaspekt, bei dem es allenfalls darum gehe, gemäss
Art. 3 Abs. 2 und Art. 12 ZWG betreffend die Erstellung, Änderung oder
Nutzung von Wohnungen stärker einschränkendere Vorschriften zu
erlassen, könne nicht gesagt werden, dass das Baugesuch im
Kantonsamtsblatt hätte publiziert werden müssen. Da das vorliegende
Projekt schliesslich keine Quersubventionierungszweitwohnungen
vorsehe, könne es vorliegend auch nicht um ein Unterlaufen einer
eventuell geplanten (und mit der Planungszone zu sichernden)
Einschränkung der bundesrechtlichen Möglichkeit zur Erstellung von
Zweitwohnungen zur Querfinanzierung eines Beherbergungsbetriebes
gehen. Die Beschwerdegegnerin 2 führte weiter an, dass auch aus dem
Recht zur vorfrageweisen Überprüfung der Nutzungsplanung nicht auf
eine Pflicht zur Publikation des Baugesuchs im Kantonsamtsblatt zu
schliessen sei, da mit dieser Begründung grundsätzlich jedes Baugesuch
im Kantonsamtsblatt zu publizieren wäre. Ebenso fehl gingen die
Behauptungen, eine Publikationspflicht sei aus Lärmschutzgründen
erforderlich gewesen und für das Resort hätte angesichts dessen
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Auswirkungen auf die Landschaft etc. eine 'Sondernutzungsplanung'
durchgeführt werden müssen. Vielmehr habe die kommunale Baubehörde
die Einhaltung des Lärmschutzrechts im Rahmen der Baubewilligung zu
prüfen und hätte die im Kantonsamtsblatt publizierte Nutzungsplanung
seinerzeit angefochten werden müssen.
3.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Auffassung der Beschwerde-
gegnerin 2, wonach keine Bundesaufgabe vorliege, weshalb Art. 12b NHG
nicht zur Anwendung gelange. Sie führt im Wesentlichen aus, die
vorliegenden Unterlagen zum Baubewilligungsverfahren widerlegten
vielmehr die Ansicht der Beschwerdegegnerin 2, im hängigen Verfahren
stünden keine Bundesaufgaben gemäss GSchG, USG, NHG, WaG oder
BGF zur Diskussion. Das streitbetroffene Baugesuch vom 30. Juli 2019
sei nach dem am 21. Februar 2019 publizierten Erlass einer
Planungszone über das ganze Gemeindegebiet für die Dauer von zwei
Jahren erfolgt. Der Publikationstext der Planungszone zeige klar auf, dass
die Planungszone die Sicherung der Überprüfung und Anpassung der
Bauzonen an Art. 15 RPG bezwecke. Als Planungsziel gehe zudem
hervor, dass auch die kommunalen Bestimmungen betreffend Wohnungen
im Zusammenhang mit strukturierten Beherbergungsbetrieben (Art. 8
ZWG) überprüft werden sollten. Das streitgegenständliche Baugesuch
tangiere also sehr wohl die als Bundesaufgabe qualifizierte
Zonenanpassung nach Art. 15 RPG. Auch dass der Rahmennutzungsplan
revisionsbedürftig sei, gehe aus dem Erlass der Planungszone hervor. Die
vorfrageweise Überprüfung des Nutzungsplans sei nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rahmen der ideellen
Verbandsbeschwerde zulässig (BGE 146 II 80 LAAX E.3.2). Zu Beginn
des Baubewilligungsverfahrens betreffend ein grosses Projekt stünde
noch nicht fest, z.B. welche Lärmeinwirkungen zu beachten seien. Bei der
Beurteilung, ob eine Bundesaufgabe vorliege, genüge aber die
Wahrscheinlichkeit solcher Immissionen. Im zu beurteilenden Fall seien
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die beanspruchte Fläche, die räumliche Ausdehnung, die Empfindlichkeit
der Landschaft und die Immissionen von grosser Bedeutung. Die
Auswirkungen des derart grossen geplanten Bauvorhabens auf
Landschaft, Ortsbild und Natur in einer kleinen Berggemeinde seien daher
zu bedeutend, als dass dieses im Baubewilligungsverfahren ohne
vorheriges Planungsverfahren bewilligt werden könne. Diese Planungs-
pflicht gemäss Art. 1 ff. RPG, die unter Umständen auch für zonen-
konforme Bauten gelte, habe das Bundesgericht im Urteil 1C_141/2021
vom 2. Mai 2022 STANS E.3.4 bestätigt. Auch die Frage der Planungs-
pflicht gemäss Art. 2 RPG sei eine Bundesaufgabe, die das Verbands-
beschwerderecht auslösen könne.
3.3. Zu prüfen gilt es vorliegend einerseits, ob das angefochtene Bauvorhaben
der Beschwerdegegnerin 1 einen Konnex zu anderen Bundesaufgaben
aufweist, der nach Art. 12b NHG bzw. Art. 45 Abs. 2 KRVO die Pflicht zur
Publikation des Baugesuchs im kantonalem Amtsblatt auslöst.
3.3.1. Das sogenannte Verbandsbeschwerderecht dient der Durchsetzung des
öffentlichen Interesses der gesamtschweizerischen Organisationen.
Beschwerdeberechtigt sind Organisationen, die sich dem Naturschutz,
dem Heimatschutz, der Denkmalpflege oder verwandten (rein ideellen)
Zielen widmen, nur für Rügen in Rechtsbereichen, die seit mindestens
zehn Jahren Gegenstand ihres statuarischen Zwecks bilden (Art. 12
Abs. 1 und 2 NHG; vgl. BIAGGINI, Kommentar zur Bundesverfassung,
2. Aufl., Zürich 2017, Art. 78 Rz. 8). Die A._ ist in der bundesrätlichen
Verordnung vom 27. Juni 1990 über die Bezeichnung der im Bereich des
Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerde-
berechtigten Organisationen (VBO; SR 814.076) aufgeführt (Nr. 9 des
Anhangs zur VBO; Art. 12 Abs. 3 NHG). Nach ständiger Rechtsprechung
des Bundesgerichts steht die Verbandsbeschwerde jedoch nur offen,
soweit der angefochtene Entscheid die Erfüllung einer Bundesaufgabe im
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Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 2 NHG betrifft (BGE 139 II 271 E.3
mit Hinweisen).
3.3.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 BV sind für den Natur- und Heimatschutz
grundsätzlich die Kantone zuständig; Bundeskompetenzen bestehen im
Bereich des Biotop- und Artenschutzes (Abs. 4) und zum Schutz von
Mooren und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung (Abs. 5;
BGE 139 II 271 E.9). Nach Art. 78 Abs. 2 BV nimmt der Bund bei der
Erfüllung seiner Aufgaben Rücksicht auf die Anliegen des Natur- und
Heimatschutzes und schont Landschaften, Ortsbilder, geschichtliche
Stätten sowie Natur- und Kunstdenkmäler; er erhält sie ungeschmälert,
wenn das öffentliche Interesse es gebietet. Was unter der Erfüllung einer
Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV zu verstehen ist bzw.
wann die Rücksichtsnahme- und Erhaltungspflicht als Bundesaufgabe gilt,
führt Art. 2 Abs. 1 NHG in nicht abschliessender Weise aus: Dazu gehören
insbesondere die Planung, Errichtung und Veränderung von Werken und
Anlagen durch den Bund, seine Anstalten und Betriebe, wie Bauten und
Anlagen der Bundesverwaltung, Nationalstrassen oder Bauten und
Anlagen der Schweizerischen Bundesbahnen (lit. a); die Erteilung von
Konzessionen und Bewilligungen, wie zum Bau und Betrieb von
Verkehrsanlagen und Transportanstalten, von Werken und Anlagen zur
Beförderung von Energie, Flüssigkeiten oder Gasen oder zur Übermittlung
von Nachrichten sowie Bewilligungen zur Vornahme von Rodungen (lit. b)
sowie die Gewährung von Beiträgen an Planungen, Werke und Anlagen,
wie Meliorationen, Sanierungen landwirtschaftlicher Bauten, Gewässer-
korrektionen, Anlagen des Gewässerschutzes und Verkehrsanlagen
(lit. c). Entscheide kantonaler Behörden über Vorhaben, die voraussicht-
lich nur mit Beiträgen nach Absatz 1 Buchstabe c verwirklicht werden, sind
der Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt (Art. 2 Abs. 2 NHG).
3.3.3. Im Bereich des Bau- und Raumplanungsrechts sind grundsätzlich die
Kantone zuständig, dem Bund steht nur eine Grundsatz-Gesetzgebungs-
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kompetenz zu (Art. 75 Abs. 1 BV; Urteile des Bundesgerichts
1C_595/2018 vom 24. März 2020 E.1.3, 1C_315/2015 vom 24. August
2016 E.2.3). Bei der Nutzungsplanung und der Erteilung von
Baubewilligungen handelt es sich um typische Sachbereiche, die in der
Kompetenz der Kantone liegen und bei denen grundsätzlich nicht von
einer Bundesaufgabe auszugehen ist (vgl. DAJCAR/GRIFFEL, in:
WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Basler Kommentar zur
Bundesverfassung, Basel 2015, Art. 78 Rz. 18). Eine Bundesaufgabe ist
indessen auch in diesem Bereich gegeben, soweit es um Bewilligungen,
Teilbewilligungen, Ausnahmen oder entscheidrelevante Gesichtspunkte –
auch in Nutzungsplänen (siehe u.a. BGE 135 II 328 E.2.1 mit Hinweisen)
– geht, deren Voraussetzungen das Bundesrecht konkret regelt und die
den notwendigen Bezug zum Natur-, Landschafts- und Heimatschutz
haben. Dazu gehören zum Beispiel Ausnahmebewilligungen für Bauten
und Anlagen ausserhalb der Bauzonen nach Art. 24 ff. RPG (BGE 139 II
271 E.9 f., 138 II 281 E.4.4, 112 Ib 70 E.4), Neueinzonungen und
Ausscheidungen von Kleinbauzonen, welche die Bestimmungen zum
Bauen ausserhalb der Bauzonen umgehen (BGE 142 II 509 E.2.3,139 II
271 E.10.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_315/2015 vom 24. August
2016 E.2.3, 1C_700/2013 vom 11. März 2014 E.2.2, 1C_153/2007 vom
6. Dezember 2007 E.1.3 und 3.1 mit Hinweisen), Bewilligungen für
Zivilschutzbauten und Mobilfunkantennen (BGE 139 II 271 E.10.3, 131 II
545 E.2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1C_482/2012 vom
14. Mai 2014 E.3.4, 1A.231/1998 vom 12. Juli 1999 E.1b/bb) sowie
Baubewilligungen für Zweitwohnungen in Gemeinden mit einem
Zweitwohnungsanteil von mehr als 20 % (Art. 75b Abs. 1 BV; BGE 139 II
271 E.11.2; Urteil des Bundesgerichts 1C_285/2019 vom 28. Januar 2020
E.1.2, 1C_700/2013 vom 11. März 2014 E.2; vgl. JEANNERET/MOOR, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung [nachfolgend Praxiskommentar NUP],
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 17 Rz. 20). Ebenfalls zu den Bundes-
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aufgaben zählt die Bewilligung von technischen Eingriffen in ein Gewässer
nach Art. 8 ff. des BGF bzw. für die Erteilung von fischereirechtlichen
Bewilligungen sowie für den spezifischen Gewässerschutz, insbesondere
die Sicherung angemessener Restwassermengen (Urteil des
Bundesgerichts 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E.3.4 mit Hinweisen).
3.4. In seinem Urteil R 19 100 vom 24. November 2021 betreffend die
vorliegend angefochtene Baubewilligung der Beschwerdegegnerin 2 vom
31. Oktober 2019 kam das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
zum Schluss, dass nicht unerhebliche Zweifel an den Berechnungen bzw.
an den diesen zugrundeliegenden Annahmen gemäss Verkehrs- und
Erschliessungskonzept vom 14. Februar 2020 betreffend Mehrverkehr
und damit verbunden von Parkierungslärm und Strassenlärm im Bereich
der L._ bestünden und damit die Frage, ob die Bauparzelle H._
mit einer hinreichenden Zufahrt im Sinne des Raumplanungsrechts
erschlossen sei, bei einer Lärmzunahme wegen Nichteinhaltung der
Vorgaben des Umweltschutzgesetzes und der Lärmschutzverordnung zu
verneinen sei (vgl. E.15.3 ff.; Akten der Beschwerdegegnerin 2 [Bg-act. 2]
38). In Erwägung 4.3 wurde das Erfordernis von Verfügungen
(Bewilligungen) mehrerer Behörden gemäss Art. 25a RPG i.V.m. Art. 88
des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR
801.100) verneint. Im Raum stünde damit allenfalls die Frage betreffend
die Erforderlichkeit einer Zustimmung bzw. Ausnahmebewilligung im
Bereich des Bundesumweltrechts bzw. des bundesrechtlichen
Lärmschutzrechts (vgl. dazu Art. 22 USG, Art. 31 Abs. 1 Lärmschutz-
verordnung [LSV; 814.41] sowie Art. 20 und 25 kantonales Einführungs-
gesetz zum Bundesgesetz über den Umweltschutz [KUSG; BR 820.100]).
3.4.1. Für die Anerkennung einer Bundesaufgabe formulierte das Bundesgericht
in Analyse seiner Rechtsprechung die folgenden Voraussetzungen: Der
angefochtene Entscheid betrifft eine Rechtsmaterie, die in die Zuständig-
keit des Bundes fällt, bundesrechtlich geregelt ist und einen Bezug zum
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Natur-, Landschafts- und Heimatschutz aufweist. Dies ist einerseits der
Fall, wenn die bundesrechtliche Regelung (zumindest auch) den Schutz
von Natur, Landschaft oder Heimat bezweckt; andererseits ist eine
Bundesaufgabe zu bejahen, wenn der bundesrechtliche Auftrag die
Gefahr der Beeinträchtigung schützenswerter Natur, Orts- und
Landschaftsbilder in sich birgt (siehe dazu BGE 144 II 218 E.3.2 f. m.H.a.
BGE 142 II 509 E.2 und 139 II 271 E.9.4; Urteile des Bundesgerichts
1C_179/2015, 1C_180/2015 vom 11. Mai 2016 E.2.2; 1C_482/2012 vom
14. Mai 2014 E.3.4).
3.4.2. In seinem Urteil R 18 15 vom 7. Januar 2020 hielt das Verwaltungsgericht
in der Erwägung 2.6.2 betreffend das Umweltschutzgesetz fest, "insofern
wäre die erste Voraussetzung, nämlich eine Abstützung auf hinreichend
detailliertes, direkt anwendbares Bundesrecht, zur Anerkennung einer
Bundesaufgabe bei Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 22
USG und Art. 25 Abs. 2 KUSG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 LSV für die Erteilung
einer Baubewilligung für ein Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen in
einem lärmbelasteten Gebiet wohl erfüllt. Mit den (vom Bund erlassenen)
Vorschriften über die Vermeidung und Begrenzung von schädlichen oder
lästigen Lärmeinwirkungen (als Bestandteil des öffentlich-rechtlichen
Emissions-/Immissionsschutzes im Sinne von Art. 11 ff. USG) wird im
Wesentlichen aber der Schutz der Bevölkerung vor erheblichen Störungen
des Wohlbefindens im Sinne von Art. 15 USG bezweckt und Tiere,
Pflanzen sowie ihre Lebensräume bilden hier nicht das massgebende
Schutzziel (WAGNER PFEIFER, a.a.O., S. 181 Rz. 450; JÄGER, in:
GRIFFEL/LINIGER/ RAUSCH/THURNHERR [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches
Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 379 f. Rz. 4.193 ff. und S. 392 ff.
Rz. 4.240 ff.; vgl. auch VALLENDER/MORELL, Umweltrecht, Bern 1997,
S. 234 ff.). (...). Auch wenn gemäss neuester bundesgerichtlicher
Rechtsprechung (zumindest) für die Verbandsbeschwerdebefugnis von
Natur- und Umweltschutzorganisationen gemäss Art. 12 NHG neben einer
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Bundesaufgabe nicht auch noch ein Raumbezug vorliegen muss, ergibt
sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung doch eindeutig, dass
sich jeweils der strittige Verwaltungsakt (potenziell) negativ auf Natur und
Landschaft auszuwirken hat (siehe BGE 144 II 218 E.6.3, 142 II 509 E.2.5;
BGE 139 II 271 E.9.3 f.; MARTI, Redaktionsanmerkung zum
bundesgerichtlichen Urteil vom 22. Mai 2013 [1C_649/2012,
1C_650/2012; BGE 139 II 271], in: URP 2013 S. 558 ff.). Die vorliegend
für die kantonale Zustimmung zu einer Baubewilligung für eine Baute mit
lärmempfindlichen Räumen in einem lärmbelasteten Gebiet
anzuwendenden bundesrechtlichen Bestimmungen, namentlich Art. 22
USG und Art. 31 Abs. 2 LSV, dienen aber dem Schutz der Bevölkerung
vor erheblichen Störungen des Wohlbefindens bzw. den negativen
Einflüssen der (über dem Immissionsgrenzwert liegenden)
Lärmimmissionen auf die Menschen in den davon betroffenen
lärmempfindlichen Räumen und nicht dem Natur- und Landschaftsschutz,
welcher in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung regelmässig als
Voraussetzung für die Anerkennung einer Bundesaufgabe bei kantonalen
Hoheitsakten verlangt wurde". Demnach führte auch das Erfordernis einer
allfälligen Zustimmung der kantonalen Behörde zu einer Baubewilligung
für eine Baute mit lärmempfindlichen Räumen in einem lärmbelasteten
Gebiet nicht zur Wahrnehmung einer Bundesaufgabe.
3.5. Eine Bundesaufgabe liegt zudem vor bei der Erstellung von Zivilschutz-
bauten im ordentlichen Baubewilligungsverfahren innerhalb der Bauzone
(BGE 139 II 271 E.10.3, 131 II 545 E.2.2 mit Hinweisen). Anhand der
vorliegenden Akten ist indes nicht ersichtlich, dass im Zusammenhang mit
dem angefochtenen Bauvorhaben die Erstellung von Schutzräumen oder
die Entrichtung von Ersatzbeiträgen gemäss Art. 61 des Bundesgesetzes
über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (Bevölkerungs- und
Zivilschutzgesetz, BZG; SR 520.1) vorgesehen sind (vgl. dazu auch das
Baugesuch vom 30. Juli 2019 S. 4, worin keine Beilagen bzw. Unterlagen
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für den baulichen Zivilschutz vorgesehen waren [Bg-act. 1]). Wie bereits
im Urteil des Verwaltungsgerichts R 18 15 vom 7. Januar 2020 in
Erwägung 2.6.2 festgehalten wurde, führt selbst die Verfügung betreffend
den Ersatzbeitrag für nicht zu erstellende Pflichtschutzplätze nicht zur
Anerkennung einer Bundesaufgabe, weil der bundesrechtliche Auftrag zur
Erstellung von ausreichend Zivilschutzbauten die Gefahr der
Beeinträchtigung schützenswerter Natur, Orts- und Landschaftsbilder in
sich birgt (siehe BGE 139 II 271 E.10.3, 131 II 545 E.2.2; Urteile des
Bundesgerichts 1A.231/1998 vom 12. Juli 1999 E.1b/bb, publiziert in
RDAF 2000 I S. 141 und URP 2000 S. 659, 1A.142/2004 vom
10. Dezember 2004 E.4.3 und 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E.3.4).
3.6. Im Weiteren ist auch nicht ersichtlich, dass der angefochtene Entscheid
über die Baubewilligung in Bezug auf die geplante Erstellung der auf dem
Dach des Haupthauses integrierten Photovoltaikanlage mit einer Grösse
von ca. 100 m2 (siehe den Projektbeschrieb vom 30. Juli 2019 [Bg-act. 3]
und das Brandschutzkonzept zum Baugesuch vom 27. August 2019 S. 34
[Bg-act. 12]) in Erfüllung einer Bundesaufgabe erging. Die Erteilung einer
Bewilligung nach Art. 18a Abs. 3 RPG ("Solaranlagen auf Kultur- und
Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung bedürfen
stets einer Baubewilligung. Sie dürfen solche Denkmäler nicht wesentlich
beeinträchtigen") gilt als Bundesaufgabe nach Art. 2 NHG, womit eine
Beschwerdeberechtigung gemäss Art. 12 Abs. 2 NHG resultiert. So hat
das Bundesgericht eine Bundesaufgabe bejaht beim Entscheid über die
Erstellung einer Solaranlage auf einem Kulturdenkmal (ISOS-Perimeter)
ausserhalb der Bauzone, wenn der Entscheid einen Bezug zum Natur-,
Landschafts- und Heimatschutz sowie zur Denkmalpflege aufweist (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 1C_26/2016 vom 16. November 2016 E.4.5 f.,
1C_179/2015, 1C/180/2015 vom 11. Mai 2016 E.2.4).
3.7. Im Baugesuch Nr. J._ vorgesehen ist zudem ein Turm mit einer
Liftverbindung zum Badesee auf der Parzelle I._ und den
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Bergbahnen. Gemäss Geoportal des Kantons Graubünden befindet sich
dieser Turm im Gewässerschutzbereich Au, so dass weiter eine allfällige
Bundesaufgabe unter dem Gesichtspunkt der Gewässerschutz-
gesetzgebung zu prüfen ist. Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung stellt die Erteilung von durch das Bundesrecht geregelten
Spezialbewilligungen, insbesondere von gewässerschutzrechtlichen
Ausnahmebewilligungen, eine Bundesaufgabe dar; der Gewässerschutz
bezweckt zumindest auch den Schutz von Natur und Landschaft. Nicht
entscheidend ist, ob die Bewilligung ein Bauvorhaben im Baugebiet betrifft
(vgl. BGE 145 II 176 E.3.4, 143 II 77 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts
1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.5.3, 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014
E.3.5).
3.7.1. Nach Art. 19 Abs. 1 GSchG müssen die Kantone ihr gesamtes Gebiet
gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. a bis d Gewässerschutzverordnung (GschV; SR
814.201) nach der Gefährdung der ober- und unterirdischen Gewässer in
besonders gefährdete Bereiche, namentlich Gewässerschutzbereiche Au
und Ao sowie die Zuströmbereiche Zu und Zo und in übrige Bereiche
einteilen (siehe dazu BRUNNER, in: HETTICH/JANSEN/NORER [Hrsg.],
Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 19 GSchG Rz. 8). Der Gewässerschutz-
bereich Au dient sowohl dem qualitativen als auch dem quantitativen
Schutz nutzbarer unterirdischer Grundwasservorkommen sowie der zu
ihrem Schutz notwendigen Randgebiete (Art. 29 Abs. 1 lit. a i.V.m.
Anhang 4 Ziff. 111 GSchV). Sofern sie die Gewässer gefährden kann,
bedarf die Erstellung von Bauten in den besonders gefährdeten Bereichen
einer kantonalen Bewilligung (Art. 19 Abs. 2 GSchG). Dies betrifft
insbesondere baubewilligungspflichtige Bauten und Anlagen, die künstlich
geschaffen und auf Dauer angelegt sind, den Raum äusserlich erheblich
verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen
können, wie beispielsweise ein Betrieb, der Reinigungsprodukte und
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Desinfektionsmittel herstellt und wassergefährdende Chemikalien
verarbeitet und bei dem das Gefährdungspotential als hoch einzustufen ist
(siehe dazu BRUNNER, a.a.O., Art. 19 GSchG Rz. 17 f. mit Hinweisen).
Art. 32 Abs. 2 GSchV zählt auf, wann in den besonders gefährdeten
Bereichen gemäss Art. 29 GSchV eine kantonale Bewilligung nach
Art. 19 Abs. 2 GSchG insbesondere erforderlich ist (u.a. für Grundwasser-
nutzungen, einschliesslich Bohrung sowie Nutzung zu Heiz- und
Kühlzwecken wie auch für Tankanlagen mit Flüssigkeiten, die in geringen
Mengen Wasser verunreinigen können). Generell untersagt sind Bauten
und Anlagen, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel liegen (Anhang
4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV). Die Ausbeutung von Kies, Sand und anderen
Materialien ist mit einschränkenden Auflagen zulässig (Art. 44 Abs. 3
GSchG i.V.m. Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 3 GSchV).
3.7.2. Anhand der dem Gericht vorliegenden Akten ist nicht ersichtlich, dass mit
dem Bau des Turms eine mit der in Art. 32 Abs. 2 GSchV aufgezählten
Anlagen und Tätigkeiten (z.B. Untertagebauten, Lageranlagen für wasser-
gefährdende Flüssigkeiten) vergleichbare Anlage geplant ist. Weiter ist
daraus auch nicht ersichtlich, dass die geplante Baute unter dem mittleren
Grundwasserspiegel zu liegen kommt. Mangels Vorliegen einer
Gefährdung ist demnach die Erforderlichkeit einer Bewilligung gemäss
Art. 19 Abs. 2 GSchG und damit auch eine Bundesaufgabe zu verneinen.
3.7.3. Weiter verfängt auch das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Urteil
des Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 2. Mai 2022 betreffend ein nicht
zonenkonformes Bauvorhaben mit der Pflicht zur Umweltverträglich-
keitsprüfung ausserhalb der Bauzone und einer starken Zunahme von
Lastwagenverkehr nicht, worin das Bundesgericht auch bei einer
zonenkonformen Baute oder Anlage eine Planungspflicht als denkbar
erachtete, mit dem Hinweis, dass eine solche aber nur zurückhaltend
anzunehmen sei. Das Bundesgericht erachtete dabei die Pflicht zur
Umweltverträglichkeitsprüfung – welche nach dem Gesagten hier nicht
- 20 -
vorliegt – als Indiz für eine Planungspflicht. So ist vorliegend zudem nicht
ersichtlich, dass das Bauvorhaben durch seine Ausmasse oder seine
Natur derart gewichtige Auswirkungen auf die bestehende
Nutzungsordnung nach sich zieht, dass es erst nach einer entsprechen-
den Änderung oder Schaffung eines Nutzungsplans bewilligt werden darf,
wie es zum Beispiel bei der Errichtung einer Abfalldeponie mit Reaktor-
und Reststoffdeponie im Wald, der Erweiterung einer Abfalldeponie um
ein Gesamtvolumen von 390'000 bzw. 500'000 m3, die einen durchschnitt-
lichen Lastwagenverkehr von 95 bis 105 bzw. einen Mehrverkehr von 50
Fahrten pro Tag bewirken würde, oder der Errichtung grösserer Freizeit-
oder Sportzentren oder grösserer Schiesszentren der Fall ist (Urteil des
Bundesgerichts 1C_141/2021 vom 2. Mai 2022 E.3.4 mit Hinweisen).
3.8. Zusammenfassend ist weder ersichtlich, dass das angefochtene
Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone errichtet wird noch steht eine Baute
oder Anlage im Raum, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfordern
würde (vgl. Art. 10a USG; Art. 1 der Verordnung über die Umweltverträg-
lichkeitsprüfung [UVPV; SR 814.011]) und schliesslich bedarf es nach dem
Gesagten auch keiner Zusatzbewilligung im Sinne der Bundesgesetze
USG, GSchG, NHG, WaG oder des BGF. Somit kann der Auffassung der
Beschwerdegegnerin 2, wonach das geplante Bauvorhaben keine
Spezialbewilligungen erfordere, die im Sinne von Art. 12b NHG bzw.
Art. 45 Abs. 2 Satz 2 KRVO im Kantonsamtsblatt zu publizieren wären,
gefolgt werden.
4. Gemäss Bundesgericht stellt sich vorliegend zudem die Frage, ob der
Erlass einer Planungszone zwecks Redimensionierung der Bauzone, d.h.
zur Umsetzung von Art. 15 RPG, eine Bundesaufgabe begründet, weshalb
das Verwaltungsgericht auch auf die zum Zeitpunkt der Erteilung der
Bewilligung geltende Planungszone einzugehen hat (Urteil des
Bundesgerichts 1C_241/2021 vom 17. März 2022 E.5.4 und 6).
- 21 -
4.1. Das Bundesgericht erachtet die Begrenzung des Siedlungsgebiets
gemäss Art. 15 RPG als Bundesaufgabe, so dass gemäss dessen
Rechtsprechung bei der Neueinzonung von Bauland sowie der
Ausscheidung von Kleinbauzonen, welche die Bestimmungen zum Bauen
ausserhalb der Bauzonen umgehen, die ideelle Verbandsbeschwerde
greift (BGE 142 II 509 E.2; vgl. BIAGGINI, a.a.O., Art. 78 Rz. 6;
JEANNERET/MOOR, in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, Praxis-
kommentar NUP, Art. 17 Rz. 20).
4.2.1. Gestützt auf Art. 21 KRG verlängerte der Gemeindevorstand der
Beschwerdegegnerin 2 an seiner Sitzung vom 21. Dezember 2020 die
über das gesamte Gemeindegebiet erlassene Planungszone betreffend
die Revision der Ortsplanung für weitere zwei Jahre. Zweck derselben ist
die Überprüfung und Anpassung der Bauzonen (Wohn-, Misch- und
Zentrumszonen) entsprechend den Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 und 2
RPG sowie des am 20. März 2018 beschlossenen kantonalen Richtplans-
Siedlung (KRIP-S) (lit. a); die Umsetzung der weiteren Vorgaben von
Art. 15 RPG sowie des KRIP-S, insbesondere betreffend Förderung einer
hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen (lit. b); und die
Anpassung der kommunalen Vorschriften über den Erst- und
Zweitwohnungsbau an das Bundesgesetz über Zweitwohnungen (ZWG)
sowie Überprüfung von ergänzenden Bestimmungen, insbesondere auch
betreffend Wohnungen im Zusammenhang mit strukturierten
Beherbergungsbetrieben (Art. 8 ZWG) und neuen Wohnungen in
geschützten und ortsbildprägenden Bauten (Art. 9 ZWG) (lit. c). In der
Planungszone darf nichts unternommen werden, was die neue Planung
erschweren oder dieser entgegenstehen könnte. Insbesondere dürfen
Bauvorhaben nur bewilligt werden, wenn sie weder den rechtskräftigen
noch den vorgesehenen neuen Planungen und Vorschriften
widersprechen (Art. 21 Abs. 2 KRG). Der Erlass dieser Planungszone
wurde mit Hinweis auf die 30-tägige Frist zu deren Anfechtung mittels
- 22 -
Planungsbeschwerde bei der Regierung im Kantonsamtsblatt
Graubünden publiziert.
4.2.2. Im Urteil 1C_161/2019 vom 23. Januar 2020 E.3.2 liess das Bundes-
gericht offen, ob Verbände nach Art. 12 NHG legitimiert sind, die
Einleitung eines Nutzungsplanungsverfahrens zur Überprüfung und
allfälligen Redimensionierung der Bauzone zu beantragen. Es hielt ohne
weitere Begründung fest, dass der Verband allerdings im Grundsatz das
Recht habe, in einem Baubewilligungsverfahren die vorfrageweise
Überprüfung des Nutzungsplans zu verlangen (BGE 145 II 83 E.5.1),
sofern eine Bundesaufgabe in Frage stehe. Letzteres bejahte das
Bundesgericht in Bezug auf Art. 15 RPG (BGE 142 II 509 E.2). In seinem
aktuelleren Urteil 1C_241/2021 vom 17. März 2022 E.5.4 verwies das
Bundesgericht allerdings auf sein Urteil 1C_598/2019 vom 19. Juni 2020
E.1.3, wo es offen liess, ob eine Natur- und Heimatschutzorganisation
gestützt auf Art. 15 und 21 RPG vorfrageweise die Überprüfung der
Nutzungsplanung im Baubewilligungsverfahren verlangen könne; nur
Neueinzonen, die in Anwendung dieser Bestimmung vorgenommen
werden, als Bundesaufgabe betrachtete und qualifizierte (BGE 142 II 509
E.2.7). Das Bundesgericht hat damit noch nie explizit beantwortet, ob der
Erlass einer Planungszone zur Umsetzung von Art. 15 RPG eine
Bundesaufgabe begründet (vgl. Urteil des Bundesgericht 1C_241/2021
vom 17. März 2022 E.5.4).
4.2.3. In Nachachtung von Art. 8a i.V.m. Art. 15 RPG bestimmt der kantonale
Richtplan (KRIP) für Gemeinden mit überdimensionierter Wohn-, Misch-
und Zentrumszone (WMZ) – worunter auch die Beschwerdegegnerin 2
fällt – als Handlungsanweisung, "Gemeinden mit mutmasslich überdimen-
sionierter WMZ beschliessen nach Erlass des kantonalen Richtplans
Siedlung eine Planungszone bezüglich potenzieller Auszonungsflächen
gemäss der gesamtkantonalen Grundlage und weiterer selbst eruierter
Auszonungsflächen. [...]" (siehe KRIP, Kapitel 5, Rz. 5.2–14). Grundlage
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für die Bauzonendimensionierung in den WMZ (Code Hauptnutzungen
[Code_HN] 11, 13 und 14 gemäss dem minimalen Geodatenmodell
'Nutzungsplanung' des Bundesamtes für Raumentwicklung [ARE],
abrufbar unter: http://www.are.admin.ch/BZDim, Dokument «Minimale
Geodatenmodelle: Nutzungsplanung – Modelldokumentation Version
1.2», Ziff. 7.3.2, Stand 22. September 2021) im Kanton bildet die
Bauzonenflächenbeanspruchung gemäss Art. 30a Abs. 1 der Raum-
planungsverordnung (RPV; SR 700.1). Die Tourismus- und Freizeitzonen,
die Verkehrszonen innerhalb der Bauzonen und die weiteren Bauzonen
gehören zwar ebenfalls zu den Bauzonen, die grundsätzlich für die
Überbauung vorgesehen sind und damit potenziell eine Zersiedelung
bewirken können. Sie machen gesamtschweizerisch jedoch bloss ca.
drei Prozent der Bauzonen aus, weshalb darauf verzichtet wird,
quantitative oder spezielle qualitative Vorgaben dazu zu machen (siehe
dazu Ziff. 3 und 4.3 der Technischen Richtlinien Bauzonen des
Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr und Kommunikation
[UVEK] vom 17. März 2014 zur Umsetzung der Teilrevision vom 15. Juni
2012 des RPG, abrufbar unter: www.are.admin.ch › Raumentwicklung &
Raumplanung › Kantonale Richtpläne › Technische Richtlinien Bauzonen,
zuletzt besucht am 6. Dezember 2022). Eine Planungszone entfaltet dem
Grundsatz nach ihre Wirkung auf Bauvorhaben bzw. Baugesuche, welche
nach dem Erlass der Planungszone eingereicht werden (siehe dazu RUCH,
in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, Praxiskommentar NUP 2016,
Art. 27 Rz. 57; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 1C_358/2020 vom
9. Juli 2021 E.4.2, 1C_440/2019 vom 7. Januar 2020 E.4.3.1; Urteil des
Verwaltungsgerichts [VGU] R 20 73 vom 1. Dezember 2020 E.5.4).
4.2.4. Die vom angefochtenen Bauvorhaben betroffene Parzelle H._
F._ liegt unbestrittenermassen in der Hotelzone B der Gemeinde
E._. Beim Standort F._ handelt es sich um einen
Entwicklungsschwerpunkt für Beherbergungsbetriebe. Im kommunalen
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räumlichen Leitbild der Gemeinde E._ vom 21. April 2020 ist der
Standort F._ in G._ als Entwicklungsgebiet für Tourismus und
Beherbergung festgelegt. Gemäss Baugesetz der Gemeinde G._
[BG] ist die Hotelzone B für Gastgewerbebetriebe und Betriebe mit
hotelähnlicher Nutzung bestimmt. Das geplante Bauvorhaben
'Ferienresort F._' in der Hotelzone B entspricht zudem den Vorgaben
gemäss der Hauptnutzung 'Tourismus- und Freizeitzone' (Code_HN 17),
welches durch das ARE inhaltlich wie folgt beschrieben wird: "Tourismus-
und Freizeitzonen umfassen Flächen für Bauten und Anlagen, die der
Hotellerie sowie weiteren Beherbergungs- und Restaurationsbetrieben
dienen. (...)." (siehe dazu minimales Geodatenmodell 'Nutzungsplanung'
des ARE, Ziff. 7.3.2 und 7.3.4). Hingegen werden die Hauptnutzungen
Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (WMZ) unter den Codes_HN 11, 13
und 14 aufgeführt, deren Hauptnutzungen inhaltlich klar abweichend zur
vorliegend betroffenen Hotelzone B beschrieben werden. Nach dem
Gesagten fällt die betroffene Parzelle H._ und damit das
angefochtene Bauvorhaben Ferienresort F._ nicht unter den
sachlichen Anwendungsbereich der Planungszone und kann die
angefochtene Baubewilligung damit auch kein Präjudiz in Bezug auf die
Überprüfung der WMZ im Rahmen der anstehenden Gesamtrevision der
kommunalen Ortsplanung bilden.
4.2.5. Die Beantwortung der vom Bundesgericht aufgeworfenen Frage, ob der
Erlass einer Planungszone zwecks Redimensionierung der Bauzone eine
Bundesaufgabe begründet, kann somit betreffend das vorliegende
Bauvorhaben nicht erfolgen. Auf die weiteren Rügen und Vorbringen der
Beschwerdeführerin (vorfrageweise Überprüfung der Nutzungsplanung,
Durchführung einer Sondernutzungsplanung), die ausserhalb des
Streitgegenstands der Publikationspflicht liegen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_241/2021 vom 17. März 2022 E.1), ist demnach nicht
weiter einzugehen.
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4.3. Da nach dem Gesagten mit dem streitbetroffenen Bauvorhaben
Ferienresort F._ keine andere Bundesaufgabe verbunden ist –
Gegenteiliges wird durch die Beschwerdeführerin denn auch nicht
substantiiert vorgebracht – ergab sich für das Baugesuch der
Beschwerdegegnerin 1 vom 30. Juli 2019 auch keine Publikationspflicht
im Kantonsamtsblatt, so dass sich die (blosse) Publikation des
Baugesuchs Nr. J._ im kommunalen Amtsblatt als rechtens erweist,
weshalb die Beschwerde vom 5. März 2020 abzuweisen ist.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten,
bestehend aus einer Staatsgebühr und den Kanzleiauslagen (Art. 75
Abs. 1 lit. a und b VRG), gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich
zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Staatsgebühr wird in Anwendung
von Art. 75 Abs. 2 VRG und in Anbetracht des Verfahrensaufwandes
sowie der Interessenlage der Beschwerdeführerin auf CHF 2'500.--
festgesetzt. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in
der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem
amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht
vorliegend kein Anlass, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin 2
keine Parteientschädigung zusteht.
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