Decision ID: 88f651ff-a4a7-40d7-bb12-83133916e18f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, war
ab dem
26. Februar 2007 bei der
Y._
AG
in einem 100
%
-Pensum
angestellt und bei der Personal
vor
sorgestiftung der
Y._
AG berufsvorsorge
versichert (
Urk. 2/4, Urk. 10/1 S. 2 Rn 6, Urk. 11/1
, Urk. 16/52/2
).
Nachdem die Arbeitgeberin die Ver
sicherte
am 31. Januar 2011
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
zur Früherfassung angemeldet
hatte (Urk. 16/17-18
)
,
meldete sich
die Versicherte
am 28. Februar 2011
gleichenorts
für berufliche Massnahmen
an
(Urk. 16/29).
M
it Mitteilung vom 30. Juni 2011
gewährte die IV-Stelle
Frühinter
ventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhalt mit IV-Job Coach (Urk. 16/48)
.
Der Arbeitsplatzerhalt wurde mit Mitteilung vom 28. März 2012 erfolgreich abgeschlossen (Urk. 16/53).
A
m 11
. Juli 2012
wurde die
Versicherte von der Arbeitgeberin freigestellt (
Urk. 2/7
)
,
d
as Arbeitsverhältnis endete per 30. November 2012 (Urk. 11/17).
Vom 1. Dezember 2012 bis Ende Februar 2013 sowie vom 16. März bis am 3. Mai 2013 war die Versicherte zu 100 % krank
ge
schrieben und bezog in dieser Zeit Krankentaggelder der
Y._
AG (Urk. 11/20
, Urk. 10/1 S. 4 Rn 18
).
I
m März 2013
wurden der Versicherten 16 Taggelder
und im April 2013 10 Taggelder der Arbeitslosenversicherung aus
bezahlt (Urk. 30 S. 3 Rn II.a.3, Urk. 31/1-2).
Vom 27. Oktober 2012 bis am 1. Juni 2013 absolvierte die Versicherte einen Lehrgang als Arzt- und Spitalsekretärin und schloss diesen mit Diplom ab (Urk. 11/18).
Vom 6. Mai bis am 19. September 2013 bezog die Versicherte bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Urk. 11/21
).
Ab dem 20. September 2013 war die Versicherte zu 100 % krankgeschrieben und bezog
wiederum
Krankentaggelder
der
Y._
AG (Urk. 31/4).
1.2
Am 1. Oktober 2014 meldete sich die Versicherte
mit Hinweis auf diverse Darm- und Bauchoperationen
bei der
IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk. 16/59). Mit
Verfügung vom 26. Oktober 2017 wurde
ihr
ab dem 1. September 2015 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 16/167, Urk. 16/169).
1.3
In der Folge wandte sich die Versicherte an die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG und ersuchte um Ausrichtung von Rentenleistungen der beruflichen Vorsorge
. Nachdem die
se
dies mit Schreiben vom 12. März 2018 abgelehnt hatte (Urk. 2/2
, vgl. auch Urk. 2/3
), wandte sich die Versicherte
am 12. April 2018
an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG
(Urk. 31/6)
, welche
die Ausrichtung
von Rentenleistungen der beruflichen Vorsorge am 9. Juli 2018 ebenfalls ablehnte (Urk.
31/7
).
2.
Am 3. September 2019 erhob
X._
gegen die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG Klage und beantragte, es sei ihr zu Lasten der Beklagten spätestens ab dem 1. September 2015 eine Rente von mindestens Fr. 34'186.-- pro Jahr zuzusprechen zusätzlich Zins zu 5 % ab heute (Urk. 1 S. 2).
Mit Klageantwort vom 12. Dezember 2019 ersuchte die Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG um Abweisung der Klage (Urk. 10/1
S. 2
).
Mit Verfügung vom 6. Januar 2020 wurden die Akten der Eidgenössischen Invaliden
versicherung in Sachen der Klägerin beigezogen (Urk. 13)
. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Urk. 17)
hielten sowohl die Klägerin
m
it Replik vom 5. April 2020
(Urk. 21)
als auch die Beklagte mit D
uplik vom 18. Mai 2020 (Urk. 24
)
an ihren
bisherigen
Anträgen fest.
Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 wurde die Stiftung Auffangeinrichtung BVG zum Prozess beigeladen (Urk. 25).
Diese nahm am 28. Juli 2020 Stellung
und beantragte, die Klage sei gutzuheissen und
es sei
festzustellen, dass
sie
nicht zuständig sei (Urk. 30 S. 2).
Mit Eingaben vom 19. August 2020 (Urk. 34)
und vom 2. September 2020 (Urk. 35
)
reichten die
Klägerin und die Beklagte
jeweils eine weitere Stellungnahme ins Recht
, welche den Parteien mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 je wechselseitig zugestellt wurden (Urk. 36)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
24
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinter
lasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu
40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (Art.
29
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung, IVG)
. Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhe
bende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Be
reich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeits
unfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versi
cherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule be
zweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann ge
deckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis aus
geschieden ist und daher nicht mehr dem
Obl
igatorium
unterstanden hat (BGE
123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert w
aren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inval
id werden.
Für eine einmal aus –
während der Versicherungsdauer aufgetret
ene –
Arbeits
unfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Ver
sicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE
123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.2.2
Für den Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich. Sie ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt – was auch für die Eröff
nung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt (vgl. BGE 144 V 58 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen). Die Arb
eitsunfähigkeit muss sich zudem
auf das Arbeits
verhältnis sinnfällig auswirken
oder ausgewirkt haben. Es muss
also
arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leis
tungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_91/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinwei
sen
)
.
Der
rechtsgenügliche
Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen erfordert jedoch nicht zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit. Nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rückwirkend festge
legte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, reichen aber nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5
.1 mit Hinweisen).
Um der retrospektiven ärztlichen Attestierung der Arbeitsunfähigkeit zu folgen und auf ein echtzeitliches Arztzeugnis verzichten zu können, müssten die negativen Aus
wirkungen der Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit indessen echtzeitlich dokumen
tiert sein (SZS 2015 S. 469
[Urteil des
Bundesgerichts 9C_851/2014 vom
29. Juni 2015]).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die
Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung
zugesprochen wird.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invalidi
tätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsun
fähig
keit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der In
validität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesent
lichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die An
nahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Per
son nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Bei der Prüfung dieser Frage zu berücksichtigen sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesund
heitsschadens, dessen prog
nostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Be
weggründe, welche die ver
sicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwie
deraufnahme der Arbeit ver
an
lasst haben (BGE 134 V 20 E. 3.2).
Eine Unter
brechung des zeitlichen Konnexes ist grundsätzlich dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (BGE 144 V 58 E. 4.5), sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Arbeits
fähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt (BGE 134 V 20 E. 3.2.1). Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahr
schein
lich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1; 123 V 262 E. 1c; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2020 vom 6. November 2020 E. 2.2).
1.
4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensic
htlich unhaltbar erscheint (BGE
126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Die Klägerin macht
e
zur Begründung ihrer Klage geltend,
die für den sachlichen Konnex massgebliche
Wechselwirkung zwischen den Operationen und den psy
chischen Gesundheitsschädigungen, welche bereits 2012 zu den Arbeitsunfähig
keiten, zur Frühintervention und schliesslich zur Kündigung geführt hätten, habe letztlich auch
die
Berentung durch die Invalidenversicherung
zur Folge gehabt
(Urk. 1 S. 9).
Durch das Fehlen echtzeitlicher Arbeitsunfähig
keitsbescheinigungen während viereinhalb
Monaten Taggeldbezug
s
bei der Arbeitslosenkasse sei die zeitliche
Konnexität
nicht unterbrochen worden
. Das
von Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
gegenüber der Arbeits
losen
kasse erstattete Arbeitsfähigkeitszeugnis ab dem 6. Mai 2013 sei unbegründet und habe lediglich dem Zweck der finanziellen Absicherung
der Klägerin
gedient. Folglich sei es kein Beweis für eine objektive Stabilisierung des Gesundheits
schadens. Die aus wirtschaftlichen Gründen behauptete und von der Arbeits
losen
versicherung angenommene Vermittlungsfähigkeit habe nur wenig länger als drei Monate gedauert und nie auch nur annähernd zu einer Arbeitsleistung im Erwerbsleben geführt
. Da es vorliegend «nur» um die Periode während der Arbeitslosigkeit als wirtschaftliches Ersatzeinkommen gehe, habe sich das Leistungsvermögen nicht arbeitsrechtlich offenbaren können. Das eingeschränkte Leistungsvermögen habe sich aber arbeitsrechtlich bis Frühjahr 2013 am Arbeits
platz offenbart und auch klar wiederum durch Ersatzleistungen der Kranken
taggeldversicherung vor und nach der Periode der Arbeitslosigkeit
. Von einer drei Monate oder länger andauernden (annähernd) vollständigen Arbeitsfähigkeit könne keine Rede sein
(Urk. 1 S. 9
-13
Rn 9.2).
Die Berentung sei massgeblich auch zufolge der psychischen Ges
undheitsschädigungen erfolgt,
unter
anderem wegen
eine
r
komplexe
n
posttraumatische
n
Belastungsstörung und eine
r
Panik
störung. Dabei handle es sich um Schubkrankheiten, weil der wellenförmige Ver
lauf mit Perioden von Exazerbation und Remission von Triggern und Vermei
dungsverhalten bestimmt sei und der Verlauf bei sol
chen Diagnosen wechselhaft sei
(Urk. 1 S. 14).
2.2
Demgeg
enüber
br
achte
die Beklagte
vor
,
v
orliegend bestehe kein sachlicher Zu
sammenhang zwischen den gesundheitlichen Beschwerden, die zu den Arbeits
unfähigkeiten der Klägerin bei der
Y._
AG geführt hätten und der ab 2015 eingetretenen Invalidität. Die Abwesenheiten am Arbeitsplatz seien ausnahmslos somatisch begründet
gewesen
, während die gesundheitliche Beeinträchtigung, welche zur Invalidität geführt habe, überwiegend die psychi
sche Gesundheit
betroffen habe
, neben weiteren, anders gearteten somatischen Beschwerden,
welche seit 2014 aufgetreten seien (Urk. 10/1 S. 10 Rn 52).
Auf
grund des Arbeitsfähigkeitszeugnisses von Dr.
Z._
sei
ab dem 6. Mai 2013
eine klare gesundheitliche Verbesserung durch einen Arzt als medizinische
r
Sachver
ständiger festgestellt worden. Es sei davon auszugehen, dass ein Arzt grund
sätz
lich keine falschen Arztzeugnisse ausstelle und die Klägerin zum damaligen Zeitpunkt (6. Mai 2013) voll arbeitsfähig gewesen sei (Urk. 10/1 S. 13 f. Rn 67). Ferner sei i
m konkreten Fall durch den Bezug von Arbeitslosentaggeldern und entsprechender Deklaration der vollen Vermittlungsfähigkeit gegenüber der Arbeitslos
enkasse für mehr als
viereinhalb
Monate (
vom 6. Mai bis am 19. September 2013
)
eine Arbeitsfähigkeit objektiv gegen aussen in Erscheinung getreten
(Urk. 10/1 S. 15 Rn 71).
Es gebe keine Anhaltspunkte dafür und werde bestritten, dass die Klägerin in der Zeit der Ausbildung zur Arztsekretärin (27. Oktober 2012
bis zum 1. Juni 2013) und einem Besuch von Kursen der r
egionalen Arbeitsvermittlung (RAV)
nicht voll leistungsfähig und somit arbeits
fähig gewesen sei (Urk. 10/1 S. 15 Rn 72). Damit sei erstellt, dass der zeitliche Zusammenhang vorliegend unterbrochen worden sei und auch aus diesem Grund keine Leistungspflicht der Beklagten bestehe (Urk. 10/1 S. 15 Rn 74).
Die vorlie
gend relevanten Beschwerden der Klägerin wie zum Beispiel die Darmbe
schwer
den
oder die Handgelenksbeschwerden
seien keine Schubkrankheiten im Sinne der Rechtsprechung. Insbesondere würden keine Anhaltspunkte für einen wellen
förmigen Krankheitsverlauf mit ständigen Perioden von Exazerbation und Remis
sion vorliegen (Urk. 10/1 S. 17 Rn 82).
2.3
In ihrer Replik
führt
e
die Klägerin aus, es bestehe bei ihr eine erhebliche psy
chische Vorbelastung.
So sei sie mit ihren Ängsten, ihren Arbeitsplatz wegen der Fehlzeiten zu verlieren, in einem Teufelskreis gewesen und es hätten sie enorme existenzielle Ängste geplagt.
Der Zusammenhang zwischen Einschränkungen aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht gemäss
Institut
A._
und Absenzen/
Arbeitsunfähigkeit sei aktenkundig. Es handle sich
aktenkundigerweise
um ver
schiedene
sich
überlappende Krankheitsbilder, wobei das psychische Leiden sich massgebend während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten manifestiert und das Krank
heitsgeschehen mitgeprägt habe
(Urk. 21 S. 4-7
).
Bei der Frage, ob die Vermittlungsfähigkeit bei der
Arbeitslosenversicherung
(
ALV
)
von circa vier
einhalb Monaten den zeitlichen Konnex zu unterbrechen vermöchte
,
seien die konkreten Umständen des Einzelfalles zu berücksichtigen. Dazu gehöre eben die Tatsache, dass die Klägerin vor und nach diesen circa viereinhalb Monaten Ver
mittlungsfähigkeit bei der ALV
Krankent
aggelder der Arbeitgeberin
Y._ AG
bezogen habe. Deshalb sei ihr
Leistungsvermögen offensichtlich vor und nachher eingeschränkt gewesen und während diesen circa viereinhalb Monaten habe sie
dieses Leistungsvermögen arbeitsrechtlich gar nicht offenbaren können.
Die
retrospektive Arbeitsfähigkeitsbestätigung durch Dr.
Z._
sei unbegründet er
folgt und an die ALV gerichtet gewesen. Eine gesundheitliche Verbesserung sei darin nicht gewürdigt worden, weshalb die von einem auf den anderen Tag «gestiegene» Arbeitsfähigkeit von 0 % auf 100 % nicht plausibel sei. Gerade weil die Klägerin nicht arbeitstätig gewesen sei, genüge im vorliegenden konkreten Fall die Periode von circa viereinhalb Monaten in einer Gesamtschau nicht zur Unterbrechung des zeitlichen Konnexes
(Urk. 21 S. 9
-10
).
2.4
Duplicando
führt
e
die Beklagte aus,
d
ass die Klägerin sich aufgrund der seit 2010 gehäuft auf
ge
tretenen Absenzen Sorgen um ihren Arbeitsplatz gemacht habe, sei nachvollziehbar, vermöge jedoch noch keine relevante psychische Erkrankung zu begründen (Urk. 24 S. 4 Rn 14). Die Klägerin könne keinen echtzeitlichen Befund einer relevanten
psychischen Erkrankung während der Anstellungsdauer bei der
Y._
AG ins Recht legen. Somit bestehe erwiesenermassen kein sachlicher Zusammenhang (Urk. 24 S. 5 Rn 17).
In Bezug auf das Arzt
zeug
nis von Dr.
Z._
vom 6. Mai 2013 sei darauf hinzuweisen, dass diesem keine anderen Berichte entgegenstünden. Die Klägerin müsste vorliegend selbst ein Gefälligkeitszeugnis gegen sich gelten las
sen (Urk. 24 S. 8 Rn 28 und 31) und
könne nichts gegen die Tatsache vorbringen, wonach sie von Mai bis September 2013 arbeitsfähig gewesen sei, was zu einer Unterbrechung des zeitlichen Kon
nex
es führe (Urk. 24 S. 8 Rn 33).
2.5
Die Beigeladene hielt in ihrer Stellungnahme vom 28. Juli 2020 fest,
d
en Argu
menten der Klägerin könn
e grundsätzlich gefolgt werden
(Urk. 30 S. 4 Rn III.1). Es könne nicht die Rede davon sein, dass der zeitliche Zusammenhang durch
den
viereinhalb
Monate
dauernden Bezug von Arbeitslosenentschädigung zwischen dem 6. Mai und dem 19. September 2013 unterbrochen
worden sei
, selbst wenn die Klägerin während dieser Zeit effektiv vollständig arbeitsfähig gewesen wäre. Zudem sei das Arztzeugnis von Dr.
Z._
rückwirkend am 30. Mai 2013
erstellt worden
und
somit
erst
nach
dem die
Unia
Arbeitslosenkasse der Klägerin mit
ge
teilt hatte, dass ihr Anspruch auf Taggeld aufgrund der seit dem 16. März 2013
be
stehenden Arbeitsunfähigkeit am 14. April 2013 ende und erst wieder An
spruc
h auf Arbeitslosenentschädigung bestehe, wenn die Arbeitsfähigkeit min
destens 20 % betrage (Urk. 30 S. 5 Rn III.1.3).
Nachdem sich die Klägerin Ende 2009 aus psychischer
Sicht einigermassen stabilisiert hätte
, habe sie im Jahr 2010 drei Bagatellunfälle, eine Kopfentzündung und eine Lebensmittelintoxikation erlitten, welche allesamt zu Arbeitsunfähigkeiten geführt hätten. Dass sich der labile psychische Zustand der Klägerin durch diese Ereignisse erneut verschl
echtert habe
und sich die psychischen Störungen aufs Arbeitsverhältn
is auswirkten, sei
nahe
lie
gend
(Urk. 30 S. 5 f. Rn III.2). Aus der Bescheinigung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
Z._
könne nicht der Schluss gezogen werden, dass die Klägerin in der Lage gewesen wäre,
in einer Anstellung
eine uneingeschränkte Leistung zu erbringen. Aufgrund des bisherigen Verlaufs habe nicht mit einer dauerhaften Wiedereingliederung gerechnet werden können
(Urk. 30 S. 6 Rn III.3).
3.
3.1
Im Bericht der medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals
B._
vom 6. März 2007 wurden folgende Diagnosen gestellt (Urk. 16/38/12):
-
Verdacht a
uf
orthostatische
Dysregulation
-
Depression (Erstdiagnose
2005)
Die Klägerin habe sich bei seit zwei Wochen persistierenden bi-
fronto
-parietalen
Kopfschmerzen ohne
Photo
-
oder Phonophobie und seit heute aufgetretenem Dreh
schwindel nach links bei raschen Lageveränderungen oder schnellen Kopfdre
hungen mit N
ausea selbst eingewiesen. Die Ursachen der Drehschwindelattacken könnten multifaktoriell bedingt sein. Der Klägerin sei eine ausreichende Hydrierung, etwas salzreichere Kost sowie regelmässige Ausübung eines Aus
dauer
sports nahegelegt
worden und sie sei in das
Semontmanöver
für die Appli
kation zuhause instruiert worden (Urk. 16/38/12-13).
3.
2
Im Bericht der
Klinik für
Gastroenterologie
und Hepatologie
des
B._
vom 17. März 2009 wurde
folgende Diagnose
festgehalten
(Urk. 16/38/9):
-
Verdacht auf funktionelle Dyspepsie
In der hochauflösenden
Ösophagusmanometrie
habe sich eine normale
ösopha
geale
Funktion gezeigt. In der anschliessend angefertigten 24
Stunden
pH
Impe
danzmessung
habe
unter hochdosierter PPI Therapie keine adäquate gastrale Säuresuppression bestanden. Differentialdiagnos
tisch sei ein
Complianceproblem
festzuhalten
. Es sei jedoch nicht zu pathologisch vermehrt auftretenden Episoden von saurem Reflux gekommen. Leider h
abe die Klägerin während der 24
Stun
den-
Aufnahme keine typischen Beschwerden angegeben, so dass sich keine Symptomkorrelation ergeben habe.
Die Beschwerden seien am ehesten durch eine funktionelle Dyspepsie zu erklären (Urk. 16/38/9-10).
3.3
Dem Bericht der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des
B._
vom 26. Okto
ber 2009 lassen sich folgende Diagnosen entnehmen (Urk. 16/38/3):
-
Status nach Hepatitis B-Exposition bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr
-
Verdacht auf funktionelle Dyspepsie
-
Eisenmangel
-
Depression (ED 2005)
Bei Hepatitis B-Exposition sei eine aktive und passive Immunisierung erfolgt. Zwei erneute Hepatitis B-Impfungen seien anfangs Oktober 2009 und anfangs April 2010 vorgesehen. Da die Klägerin über eine vermehrte Müdigkeit berichtet habe, seien verschiedene Abklärungen erfolgt, die einen Eisenmangelzus
tand ohne Anämie gezeigt hätten. Die
Gastroenterologen
hätten die Beschwerden der Klägerin am ehesten im Rahmen einer funktionellen Dyspepsie interpretiert (Urk. 16/38/3-5).
3.4
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie
, berichtete am 28. Januar 2010 darüber, dass sich aus der
Lumbalpunktion vom 25. Januar 2010
normale
Befunde
ergeben hätten
. Der Verlauf sei
regredient
, die Klägerin sei praktisch beschwerdefrei.
Eine
Entmarkungserkrankung
sei auf Grund der vorliegenden Befunde nicht gesichert. Es handle sich hier sehr wahrscheinlich um ein soge
nanntes
clinically
isolated
Syndrom. Auffällig seien die multiplen Herde im MRI. Psychisch wirke die Klägerin etwas auffällig mit
Titubationen
des Kopfes, auch das
Verhalten sei etwas merkwürdig
(Urk. 11/
6).
3.
5
In ihrem Bericht vom 11. Dezember 2010 stellten die Ärzte des Spitals
D._
folgende Diagnosen (Urk. 11/5
):
-
Kontusion Schleimbeutel infrapatellaris rechts
-
Handgelenkskontusion
-
Differentialdiagnose: minime Stauchungsfraktur links
Die Klägerin sei auf dem Eis ausgerutscht und frontal auf Hand und Knie gestürzt (Urk. 11/5).
3.6
In seinem Bericht vom 16. März 2011 führte Dr.
Z._
aus,
die Klägerin arbeite zurzeit 100 % in einem Callcenter und es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe
eine Angststörung
, aufgrund welcher sie seit über einem Jahr
bei Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
in Behandlung
stehe
.
Unter aktueller
Efexormedikation
bestehe zurzeit eine stabile Situation
.
Desweiteren
bestehe seit 2009 ein unklarer Schwindel, aufgrund dessen die Klägerin wiederholt arbeitsunfähig gewesen sei. Eine Abklärung bei Dr.
C._
habe noch keine definitive Schlussbeurteilung erbracht.
Zurzeit bestehe a
ufgrund des Schwindels keine Arbeitseinschränkung
(Urk. 16/36/6).
3
.7
Im Abschlussbericht des
Instituts A._
vom 30. März 2012
, wo sich die
Klägerin
vom 8. November 2011 bis am 14. März 2012 in ambulanter, psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung befand
,
stellten die Ärzte folgende Diagnose (Urk. 2/6 S. 2):
-
Dyst
h
ymia (ICD-10 F34.1) und
wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
Es wurde folgender Psychostatus erhoben: «Bewusstsein klar, allseits orientiert. Patientin weist mittlere Konzentrationsstörungen auf, mittelgradiges Grübeln und Gedankendrängen. Patientin ist misstrauisch und hat mittelschwere Phobien (Spinnen, Platzangst und Höhenangst). Sie weist keine inhaltliche Denkstö
run
gen, Sinnestäuschungen und Ich-Störungen auf. Sie hat eine mittlere Störung der Vitalgefühle und ist deprimiert, ängstlich, mittel bis schwer gereizt und innerlich unruhig. Sie hat mittlere Insuffizienz- und Schuldgefühle. Antrieb ist
mittel-schwer
gehemmt. Sie ist motorisch unruhig
(
restless
legs
in der Nacht). Circadiane Besonderheiten: abends schlechter. Patientin ist zurzeit nicht
suizidal.»
Die
Klägerin
sei als verschlossene Patientin
erlebt worden, welche die Termine oft habe absagen müssen, weil sie krank gewesen sei. Ziele der integrierten psychia
trisch-psychotherapeutischen Behandlung seien psychische Stabilisierung und Reduktion belastungsauslösender
Reize, Ressourcenaktivierung, E
rlernen von Copingstrategien und Analyse von Konfliktmustern gewesen. Diesbezüglich sei auch einmal eine gemeinsame Sitzung mit ihrem IV-Coach durchgeführt worden. Dieser Ansatz habe ihr leider nicht geholfen, ihre Emotionen besser zu kontrol
lieren und beruflich wie auch privat in ein
geregeltes
Leben einzutreten. Die Klägerin habe die Therapie wegen einer Operation unterbrochen und sich danach nicht mehr gemeldet (Urk. 2/6).
3.8
Am 23. A
pril 2013 berichtete Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH
für Allgemeine Innere Medizin,
dass die Klägerin vom 1. bis am 15. März 2013 zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr aufgrund der Darmproblematik und der damit verbundenen Operationen. Diesbe
züglich habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis und mit am 28. Februar 2013 bestanden. Seit dem 16. März 2013 sei die Klägerin krankheitsbedingt erneut zu 100 % arbeitsunfähig, voraussichtlich bis am 3. Mai 2013, dann erfolge eine erneute klinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Die erneute Arbeitsunfähigkeit stehe in keinem Zusammenhang mit de
r Darmproblematik (Urk. 11/20).
3.9
In seinem zuhanden der
Unia
erstatte
te
n ärztlichen Zeugnis vom 30. Mai 2013
attestierte Dr.
Z._
der Klägerin eine 100%ige Arbeitsfähi
gkeit ab dem 6. Mai 2013 (Urk. 11
/23).
3.10
Dem Austrittsbericht des Spitals
G._
vom 19. August 2014 lassen sich folgende Diagnosen entnehmen (Urk. 11/25):
-
Linksbetont
es sensomotorisches Querschnitt
syndrom
sub
Th8
-
Status nach
Hernienplastik
abdominal nach
Rives
vom 4. August 2014 bei
supraumbilikaler
Narbenhernie
-
Status nach
Antrumgastritis
Juni 2014
-
Angststörung mit Klaustrophobie, Erstdiagnose 2006
Im
B._
sei ein MRI durchgeführt worden, welches bei C6/7 links eine medio-laterale Diskushernie und bei L5/S1 eine mediane bis rechts medio-laterale Diskushernie gezeigt habe. Nach der Rückverlegung aus der Neurochirurgie des
B._
habe sich der stationäre Verlauf unkompliziert gezeigt. Bei der klinischen Nachkontrolle hätten sich insgesamt eine leichte Besserungstendenz der Sympto
matik mit nun Stuhl- und Urininkontinenz und eine deutliche Verbesserung der Motorik und Sensibilität vor allem rechtsseitig gezeigt. Die Klägerin werde in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen i
n die Neuro-Rehabilitation der Universitätsk
linik
H._
entlassen (Urk. 11/25).
3.11
Die Ärzte des Zentrums für Paraplegie
der Universitätsklinik
H._
stell
t
en in ihrem Bericht vom 27. Februar 2015 folgende Diagnosen (Urk. 11/31):
-
Neurogene Harnblasenfunktionsstörung bei Diagnose 2
-
Inkomplette subakute Paraplegie
sub
Th8 (Differentialdiagnose: funktio
nelle Störung) bei Status nach
Periduralkatheteranlage
Höhe Th10 August 2014 bei Diagnose 3
-
Status nach
Hernienplastik
nach
Rives
August 2014 bei
supraumbilikaler
Narbenhernie
-
Angststörung mit Klaustrophobie (Erstdiagnose 2006)
-
Status nach
Antrumgastritis
Juni 2014
-
Status nach
Nephrektomie
rechts 1991 bei rechtsseitiger postinfektiöser Schrumpfniere
-
Status nach operativer Intervention Handgelenk rechts 2014 bei Hyperex
tension/-flexion der Gelenke
-
Status nach Hohlfuss-Operation 1997
-
Status nach rezidivierenden Aborten
-
Verdacht auf
Ponstan
-/Penicillin-Unverträglichkeit
Unter Umstellung der
antimuskarinergen
Therapie von
Toviaz
8 mg/d auf
Spasmo
-Urgenin
Neo
2x/24h sei es zu keiner wesentlichen Verbesserung der Blasen
situa
tion gekommen
. Mit der Klägerin sei eine Umstellung des Therapiekonzepts auf eine Neuromodulation mittels perkutaner
Tibialis
Nervenstimulation
besprochen worden (Urk. 11/31).
3.12
Im Bericht der
Klinik I._
vom 5. November
2015
wurden folgende Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt (Urk. 16/123/2):
-
Komplexe posttraumatische Bela
s
tungsstörung infolge erlebter emotio
naler, physischer und sexueller Traumatisierung in der Kindheit und Ado
leszenz (ICD-10 F43.1), in diesem Zusammenhang:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Abhängige Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 F60.7)
-
Anorexia
nervosa
(ICD-10 F50.0) bis zum Jahre 2004; aktuell normal
gewichtig, Essstörungsthematik nicht im Vordergrund
-
Diskushernien im Bereich C6/7 und L5/S1
Die p
osttraumatische
n
Symptome
würden
vermutlich schon
seit dem
j
ungen Erwachsenenalter bestehen
. Mit dem Auftreten der
Belastungsfaktoren der Bauchoperation mit Schmerzen und Erhalt der Kündigung
,
beides i
m Jahre 2012,
sei es zu einer Exaz
erbation gekommen
.
Die Einweisung
in die
K
linik
I._
sei
bei zunehmender depressiver Symptomatik im Rahmen einer aktuellen psychosozialen Belastungssituation (Trennung, Auszug aus der Wohnung auf Ende November, finanzielle Schwierigkeiten) und auf dem Boden einer traumatisch geprägten Persönlichkeitsentwicklung mit psychiatrischer Vor
geschichte (Anorexie, Status nach Suizidversuch)
erfolgt
. In der bisherigen Tätig
keit bestehe seit Sommer 2015 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Limitierende Faktoren seien die verminderte Konzentrationsfähigkeit, die vermin
derte Ausdauer, die verminderte psychische Belastbarkeit, die erhöhte Ermüdbar
keit, die erhöhte Stressempfindlichkeit, die Reizbarkeit und
die
Nervosität (Urk. 16/123/2-5).
4.
4.1
Die Klägerin meldete sich am 1. Oktober 2014 bei der IV-Stelle zum Leis
tungs
bezug an (Urk. 16/59)
, womit ihr invalidenversicherungsrechtlicher Rentenan
spruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens per 1. April 2015 entstehen konnte, sofern in diesem Zeitpunkt die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt war
.
Vor diesem
Hintergrund
war der Gesundheitszustand der Klägerin vor dem 1. April 2014 für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente für die IV-Stelle nicht entscheidend und
erübrigten sich weitere Abklärungen
zum zeit
genauen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Bezeichnenderweise setzte die IV-Stelle den Beginn der Wartezeit denn auch auf den 1. April 2014 fest (Urk. 16/159/12).
D
ie Verfügung vom
26. Oktober 2017
(Urk. 16/167, Urk. 16/169)
ist demnach
diesbezüglich
nicht bindend und der leistungserhebliche Sachverhalt durch das Gericht frei überprüfbar
(E. 1.4
).
4.2
4.2.1
Eine Leistungspflicht der Beklagten fällt vorliegend nur dann in Betracht, wenn
der enge zeitliche Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Arbeitsun
fähig
keit und der hernach eingetretenen Invalidität zwischenzeitlich nicht unterbro
chen wurde
(E. 1.3)
.
Vorwegzunehmen ist, dass
der Bestand einer Schubkrankheit bei der
Klägerin - entgegen ihrem Dafürhalten (E. 2.1) - nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist
. So gelten
als Schubkrankheiten
gemäss bisheriger bundesgerichtlicher Rechtsprechung
insbesondere Schizophrenien oder Multiple Sklerosen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_333/2018 vom 25. Januar 2019 E. 6.1 mit Hinweisen)
.
Bei wiederholten depressiven Verstimmungszuständen, wie sie im Abschlussbericht des
Instituts A._
vom 30. März 20
12 diagnostiziert wurden (E. 3.7
), handelt es sich
dagegen
nicht um
eine Schubkrankheit
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_509/2018 vom 21. Februar 2019 E. 4.2). Soweit sich bei der Klä
gerin
Veränderungen des Gesundheitszustandes eingestellt haben
, findet sich die Begründung dafür
nicht
in
der Art des zugrundeliegenden Gesundheitsschaden
s
, sondern hauptsächlich
in den
stattgehabten
Unfällen (
Urk. 11/5,
Urk. 16/27, Urk. 16/112/6-7
),
den
verschiedenen
Operationen
mitsamt den damit zusammen
hängenden Regenerationszeiten (Operationen beider Handgelenke [Urk. 16/54/2],
Darmoperationen [Urk. 16/55/9, Urk. 16/56, vgl. Urk. 11/20], Narbenhernie [Urk.
11/25, Urk. 11/27, Urk. 11/31])
sowie
im
Auftreten von invaliditätsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren
(Stellenverlust [
Urk. 16/123/2,
Urk. 16/36/13-16],
finanzielle
Schwierigkeiten
[Urk. 16/123/2
, Urk. 16/127/4
]
,
Belastungen im Zusammenhang mit Partnerschaften
[
Urk. 2/6 S. 1,
Urk. 16/123/2,
Urk. 16/123/4,
Urk. 16/127/3-7,
Urk. 16/49/3])
.
Eine eigenständige
Pathologie
mit einem wellen
förmigen Verlauf mit sich ablösenden Perioden von akuter Exazerbation und Remission, welche bei der Beurteilung des zeitlichen Konnexes die Anwendung eines nach Massgabe der Rechtsprechung zu den Schubkrankheiten weniger stren
gen
Massstabes rechtfertigen würde
(Urteil des Bundesgerichts 9C_333/2018 vom 25. Januar 2019 E. 6.1-6.2 mit Hinweisen)
,
ist
aufgrund der medizinischen Akten
demgegenüber
nicht ausgewiesen.
4.2.2
Wie einleitend dargelegt (E. 1.3)
,
stellt eine mindestens drei Monate andauernde volle Arbeitsfähigkeit, gestützt auf welche eine dauerhafte Wiedererlangung der E
rwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich erscheint, gemäss bundesge
richt
li
cher Rechtsprechung ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. Zur Prüfung, ob die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit während längerer Zeit wieder arbeitsfähig geworden ist, sind
dabei die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, mit
samt den in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnissen, wie etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht. Solchen Zeiten kann indes nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit
. So schliesst namentlich eine
Ver
mitt
lungsfähigkeit im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne das Vorliegen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht per se aus
(
Urteile
des Bundesgerichts
9C_809/2016 vom
9.
Juni
2
017 E.
2.2 und 9C_569/2016 vom 14.
Dezember 2016 E. 3.2.1
).
4.2.3
Aufgrund der Akten erstellt und unter den Parteien unbestritten ist, dass die Klägerin in der Zeit vom 6. Mai bis am 19. September 2013 bei einer Vermitt
lungsfähigkeit von 100 % Taggelder der Arbeitslosen
versicherung
bezogen hat (E. 2, Urk. 11/21, Urk. 31/1).
Bei
den Akten liegt ein von Dr.
Z._
am 30. Mai 2013 zuhanden der
Unia
ausgestelltes Zeugnis, welches der Klägerin ab dem 6. Mai 2013 eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit attestiert (Urk.
11
/23).
Zuvor,
am 23. April 2013,
attestierte
Dr.
F._
– welche zusammen mit Dr.
Z._
in der
P
raxis
J._
tätig ist –
der Klägerin zwar eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit,
befristete
diese jedoch im Hinblick auf eine dann vorzunehmende erneute klinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bis am 3. Mai 201
3.
Sie
verwies
sodann
auf eine
bis dahin
eingetretene Verbesserung der Darmproblematik
nach de
n
damit verbundenen Opera
tionen, und
ging bei der Klägerin
in der Zeitspanne vom 1. bis am 15
. März 2013
von einer unein
geschränkten
Arbeitsfähigkeit
aus
(Urk. 11/20).
Bereits vor diesem Hintergrund kann in einer
vollumfängliche
n
Arbeitsfähigkeit ab dem 6. Mai 2013
– entgegen de
m Vorbringen der Klägerin
(
E. 2.3
) – kein
offensichtlicher
Widerspruch zu
m
dokumentierten
Krankheitsverlauf erblickt werden
.
Der Arbeitsfähigkeits
ein
schätzung von Dr.
Z._
ab dem 6. Mai 2013 stehen sodann auch keine anderen echtzeitlichen ärztlichen Berichte entgegen, welche in der Zeitspanne vom 6. Mai
bis am 19. September 2013 auf eine Einschränkung de
r Arbeitsfähigkeit schli
essen lie
ssen. Ärztliche Konsultationen oder Behandlungen während dieser Zeitspanne sind nicht aktenkundig und wurden von der Klägerin auch nicht behauptet.
Dass die Klägerin in der Zeitspanne vom 6. Mai bis am 19. September 2013 in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein soll, lässt sich auch aus den her
nach erstatteten Berichte
n
nicht entnehmen.
So geht a
us den
–
J
ahre nach der
vorliegend interessierenden
Zeitspanne vom 6. Mai bis am 19. September 2013
–
verfassten
Beurteilungen
der
Klinik I._
(Urk. 16/111/11-12, Urk. 16/123/2-6, Urk. 16/127/3-7, Urk. 16/128/1-5, Urk. 16/153/4-7) sowie
im Übrigen
auch aus
dem Bericht des
Körpertherapeuten
K._
vom 7.
September 2015 (Urk. 16/112/6-7) – welchem, wie
der Verfasser
selber
ein
räumt
, mangels Fachkenntnissen
desselben ohnehin
keine medizinische Aussage
kraft zukommen kann –
lediglich hervor, dass bei der Klägerin bereits seit langer Zeit eine psychische Symptomatik besteht
. Dies erweist sich im vorliegenden Kontext jedoc
h nicht als massgebend, zumal
selbst das Vorliegen eines mehrfach stationär
behandelten
,
chronifizierten
psychische
n
Leiden
s
der Annahme längerer Phasen uneingeschränkter Arbeits
fähigkeit nicht per se entgegensteht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_450/2020 vom 26. November 2020 E. 4.3
).
Auch fällt auf, dass die Klägerin den Körpertherapeuten nach Ende 2009 erstmals wieder im Frühjahr 2015 aufsuchte (
Urk.
16/112/6-7).
Für
eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und eine
Wiederer
langung der Leistungsfähigkeit
n
ach den diversen das
Stoma
betreffenden Ope
ratio
nen im Jahr 2012 (
Urk.
16/66/7)
spricht auch, dass die Klägerin vom 27. Oktober 2012 bis am 1. Juni 2013 den Lehrgang zur Arzt- und Spitalsek
retärin absolvierte und diesen erfolgreich mit Diplom abschloss (Urk. 11/18). Auch wenn sich
unter Berücksichtigung der
insgesamt 188 Pr
äsenzlektionen (vgl. Urk. 11/18
)
zuzüglich
einer unbekannten Anzahl an Stunden für Selbststudium
und
Prüfungsvorbereitung
zwar
kein mit einem
vollen
Arbeitspensum
vergleich
barer zeitlicher Aufwand
ergibt,
hat die Klägerin dadurch
eine erhebliche Belastbarkeit insbesondere in psychischer Hinsicht demonstriert
. Dies ist ebenso als Indiz für
eine im Verlauf stattgehabte Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit
zu
berücksichtigen, wie auch der Bes
uch der
vom RAV vermittelten Kurs
e
zur Verbesserung der Vermittelbarkeit von Stellensuchenden
in den Monaten August und September 2013
(Urk. 11/24).
Mit Blick auf das Dargelegte
ist denn auch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf
zu
schliessen, dass Dr.
Z._
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit ab dem 6. Mai 2013 nicht lediglich im Hinblick auf eine Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung, sondern vielmehr aufgrund eines
insgesamt
verbesserten Gesun
dheitszustandes attestiert hat.
Auf das Einholen der Krankengeschichte bei
Dr.
Z._
– wie von der Klägerin bean
tragt (
Urk.
1 S. 10) – kann bei dieser Akten- und Beweislage, insbesondere ange
sichts des Fehlens echtzeitlicher psychiatrischer Berichte und Behandlungen, ver
zichtet werden, zumal ein dem Arbeitsfähigkeitszeugnis vom 3
0.
Mai 2013 wider
sprechender, expliziter Eintrag in der Krankengeschichte nicht zu erwarten ist, respektive diesem kein Beweiswert beizumessen wäre, bestätigte doch
Dr.
Z._
in einem Schreiben an die Klägerin vom 2
0.
August 2018 neuerlich, dass für den hier massgeblichen Zeitraum vom
6.
Mai bis 1
9.
September 2013 kein Arbeits
unfähigkeitszeugnis vorliege, er mithin auch keine Arbeitsunfähigkeit für diese
Zeit bestätigen kann (
Urk.
22, zur antizipierten Beweiswürdigung: BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
Die Tatsache, dass die Klägerin nach dem Bezug der Arbeitslosentaggelder wieder arbeitsunfähig wurde (Urk. 31/4)
,
vermag sodann weder den Beweis für eine zuvor bestehende Einschränkung der Leistungsfähig
keit noch für eine objektiv nicht wahrscheinliche dauerhafte Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu erbringen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_347/2019 vom 22. August 2019 E. 4.5).
4.2.4
Durch die Wiedererlangung einer uneingeschränkten (resp
ektive über 80%igen
) Arbeitsfähigkeit für gut vier
einhalb Monate
(6. Mai bis 19. September 2013)
wurde der zeitliche Zusammenhang der eingetretenen Arbeitsunfähigkeit mit der späteren Invalidität unterbrochen (E.
1.3).
Dieses Ergebnis drängt sich insbeson
dere auch im Hinblick auf die
Urteile
9C_347/2019
vom 22. August 2019
(E. 4.2 und 4.6)
sowie
9C_434/2015
vom 11. Mai 2016
(E. 4.2.2)
auf
, wo
das Bundesge
richt
bereits
bei einem viermonatigen Bezug von Arbeitslosentaggelder
n
eine Unterbrechung des
zeitlichen Konnex
es
bejaht
hat
.
Da der zeitliche Konnex unterbrochen
wurde
, muss nicht mehr geprüft werden, ob z
wischen der Arbeits
un
fähigkeit der Klägerin
während des Vorsorgeverhält
nisses zur Beklagten und der späteren Invalidität ein sachlicher Zusammenhang besteht.
4.3
Diese Erwägungen haben die Abweisung der Klage zur Folge.
5.
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu
(
BGE 128 V 124 E. 5b).