Decision ID: 2987f1af-ecae-41b6-8f0b-914cde07bdc2
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1967, arbeitete seit April 1997 als Super
visor/Disponent bei der
A._
GmbH am Flughafen Zürich (Urk. 6/9/1, 6/14, 6/23/6). Am 3. Dezember 2004 rutschte er beim Verschieben eines Trolleys aus und verstauchte sich das linke, seit der Jugend geschädigte Handgelenk (Urk. 6/12/63).
In der Folge waren verschiedene operative Eingriffe erforderlich
,
und am 24. Oktober 2006 wurde das Handgelenk mittels einer
Panarthrodese
versteift (Urk. 6/24/8).
Am 23. Februar 2006 hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug angemeldet (Urk. 6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerblichen (Urk. 6/9 und Urk. 6/14) und medizinischen (Urk. 6/16, 6/17) Verhältnisse ab und zog die Akten der Suva
bei, die für die Behandlung der Unfallfolgen aufgekommen war (Urk. 6/12/1-6
3, 6/23/1-24, 6/24/1-21, 6/32/1-27, 6/36/1-128, 6/53/1-68
).
M
it Verfügungen vom 11. Februar 2010
sprach sie dem Versicherten
eine halbe Invalidenrente vom 1. Dezember 2005 bis
zum
31. März 2006 (Urk. 6/75, 6/77) und eine ganze Invalidenrente vom 1. April bis
zum
30. September 2006
zu
(
Urk. 6/75,
6/76).
Die gegen die
se
Verfügungen erhobene Beschwerde
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 24. Januar 2013 in dem Sinne gut, dass es die Verfügung
betreffend die Rente ab 1. April 2006,
soweit damit ein Rentenanspruch ab dem 1. Oktober 2006 verneint
worden war,
aufhob und die Sache an die IV-Stelle
zurückwies, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehe und über den Renten
an
spruch des Beschwerdeführers ab dem 1. Oktober 2006 neu verfüge. Dabei hielt das Gericht fest, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2006 einen seiner
Arbeitsunfähigkeit entsprechenden Rentenanspruch und ab 1. April 2009 An
spruch auf eine Rente gestützt auf die erlittene
Erwerbseinbusse
habe
(Urteil des
Sozialversicherungsgerichts IV.2010.00272 vom 24. Januar 2013; Urk. 6/84). Die
IV-Stelle holte daraufhin die Taggeld-Abrechnungen der Suva (Urk. 6/98
/1-58
)
,
einen Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 6/101) und Auskünfte der
A._
zu den erwerblichen Verhältnissen des Versicherten ein (Urk. 6/102
und 6/103). Mit Verfügungen vom 3. April und vom 4. Juni 2014 sprach sie de
m
Versicherten
vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2006 eine halbe Invaliden
rente, vom 1. Januar 2007 bis zum 31. März 2009 eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. April 2009 eine
Dreiviertelsrente
, basierend auf dem bei der A._ ohne Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommen und dem bei der angestammten Arbeitgeberin tatsächlich
erzielten Einkommen,
zu (Urk. 6/1
20, 6/129, 6/130 und 6/131
). Diese Verfügung
en
erwuchs
en
unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Bereits im April
2014
hatte
die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs
eingeleitet
(vgl. Urk. 6/124). Sie holte ärztliche Berichte (Urk. 6/136, 6/146), die Akten der Suva (Urk. 6/144
/1-90
) und einen IK-Auszug (Urk. 6/127)
ein
.
Am 9. April 2015 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie die Kosten für eine medizinische Abklärung im Fachbereich Psychiatrie übernehme, da zur Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische Untersuchung in diesem Bereich not
wendig sei. Zugleich räumte sie
ihm
zur Einreichung von Zusatzfragen sowie zum Erheben triftiger Einwendungen gegen
den als Gutachter in Aussicht ge
nommenen Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
eine Frist bis zum 21. April 2015 ein
(Urk. 6/148)
. Ferner legte sie dem Schreiben ihre
Zusatzf
ragen an den Gutachter bei (Urk. 6/147
/3) und stellte dem Ver
sicherten das Merkblatt über mono- und
bidisziplinäre
Gutachten zu (Urk. 6/152)
.
Mit E-Mail vom 15. April 2015 verlangte der Versicherte, vertreten durch Rechts
anwalt
Bollag
,
eine Fristerstreckung
von
30 Tage
n
(Urk. 6/149). Am 17. April 2015
stellte
die IV-Stelle
ihm die Akten zu und teilte ihm
mit, dass sie eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von 30 Tagen ab Erhalt dieses Schreibens gewähre (Urk. 6/150). Telefonisch verlangte
Rechtsanwalt
Bollag
am 22. Mai 2015 eine weitere Fristerstreckung bis zum 1. Juni 2015, welche ihm gewährt wurde (Urk. 6/157). Gleichentags erteilte die IV-Stelle Dr.
B._
den Unter
suchungsauftrag (Urk. 6/158). Mit Schreiben vom 29. Mai 2015 liess der Ver
-
sicherte die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens beantragen (Urk. 6/15
9). Daraufhin teilte die IV-Stelle Rechtsanwalt
Bollag
mit Schreiben vom 5. Juni 2015 mit, dass sie an der psychiatrischen Begutachtung festhalte (Urk. 6/160). In der Folge wurde am 10. Juni 2015 seitens des
Versicherten
vor
ge
tragen,
er
habe am
gleichen
Tag, als sein
S
chreiben
vom 29. Mai 2015
bei der IV-Stelle
eingegangen sei
, bereits ein Aufgebot
des Gutachters
für eine Unter
suchung erhalten. In dieser Vorgehensweise sehe er eine Voreingenommenheit und eine krasse Verletzung des rechtlichen Gehörs
. Sodann ersuchte er um Erlass einer anfechtbaren Verfügung, dass kein polydisziplinäres Gutachten ange
ordnet werde
(Urk. 6/161). Daraufhin teilte die IV-Stelle dem Gutachter Dr.
B._
mit Schreiben vom 18. Juni 2015 mit, dass er den Auftrag pendent halten und noch keine Termine geben solle (Urk. 6/162
).
Mit Zwischen
ver
fügung vom 3. Juli 2015 nahm die IV-Stelle zum Antrag des Versicherten auf eine polydisziplinäre Begutachtung nochmals Stellung und hielt an der psychia
trischen Beguta
chtung durch Dr. B._ fest
. Gleichzeitig
machte sie den Ver
sicherten auf seine Mitwirkungspflicht und die Folgen derer Verletzung aufmerk
sam (Urk. 6/163
= Urk.
2).
2.
Hiergegen
liess
der Versicherte am 4. September 2015 Beschwerde erheben. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ein
multi
dis
-
ziplinäres
Gutachten, zumindest aber ein
bidisziplinäre
s
Gutachten einzuholen
. Zudem sei ein anderer Psychiater als Dr.
B._
mit dem psychiatrischen Gut
achten zu beauftragen
, da dieser befangen sei
Urk. 1). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 8. Oktober 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 7
)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand ist die Verfügung vom 3. Juli 2015 (Urk. 2), mit welcher
die Beschwerdegegnerin
an der monodisziplinären psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers durch Dr. B._ festgehalten hat (Urk. 2). Es handelt sich dabei
um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
)
in Ver
bindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwal
tungsverfahren (VwVG), welche
selbständig mit Beschwerde anfechtbar ist, da sie einen nicht
wieder gutzumachenden Nachteil
bewirken kann
(Art. 46 Abs. 1
lit
. a VwVG; BGE 1
41 V E. 5.2, 137 V 210 E. 3.4.2.7
)
.
1.
2
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können unter anderem materielle Ein
wendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begut
achtung sei nicht notwendig, weil sie mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sachverhalt
bloss
einer Zweitmeinung entspreche (BGE 141 V 330 E.
5.2
,
137 V 210 E.
3.4.2.7).
Ebenso kann beantragt werden, statt des beab
sich
tigten monodisziplinären Gutachtens sei eine poly- oder
bidisziplinäre
Begut
achtung anzuordnen (BGE 139 V 349 E. 5.3).
Sodann können perso
nenbezogene
Ausstands
gründe
geltend gemacht
werden. Nach der Rechtsprechung des Bun
des
gerichts gelten für
medizinische Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ableh
nungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangen
heit
anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen an der Unparteilichkeit zu erwecken (Urteil des Bundesgerichts 8C_665/2015 vom 21. Januar 2016 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 132 V 93 E. 7.1, SVR 2013 IV
Nr.
35 S. 105 E. 2.2 und BGE 137 V 210 E. 2.1.3).
2.
Zu prüfen ist
, ob eine monodisziplinäre psychiatrische Begutachtung genügt. Der Versicherte stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe nach dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 24. Januar 2013
trotz des entsprechenden Hinweises in den Erwägungen
keine ärztliche Beurteilung zur Frage 100 % Präsenzzeit
/
50 % Leistung bezüglich der somatischen Beschwerden am linken Handgelenk eingeholt
. Unbestrittenermassen seien nun psychische Beschwerden hinzugekommen, weshalb eine multidisziplinäre Begutach
tung notwendig sei
(Urk. 1). Die IV-Stelle hielt sowohl in der Mitteilung vom 5. Juni 2015 (Urk. 6/160) als auch in der Zwischenverfügung vom 3. Juli 2015 (Urk. 2) fest, dass es sich im somatischen Bereich um einen isolierten Gesund
heitsschaden an der linken Hand handle. Dieser sei klar
und
unbestritten und vermöge aufgrund klinischer und versicherungsmedizinischer Erfahrung keine weitere Arbeitsunfähigkeit in optimal leidensangepasster Erwerbstätigkeit mit einhändigem Belastungsprofil zu begründen (Urk. 6/160).
3.
3.1
Dem Urteil IV.2010.00272 vom 24. Januar 2013 (Urk. 6/84) lag folgender medi
zinische Sachverhalt zugrunde:
Der Beschwerdeführer hatte sich am 3. Dezember 2004 bei einem Sturz eine Traumatisierung der
Scaphoidpseudarthrose
am
adominanten
linken Handge
lenk, die Folge einer in der Kindheit erlittenen Fraktur war, zugezogen. Wegen anhaltender Schmerzen musste er sich mehreren Operationen unterziehen, die indes keine massgebliche Besserung bewirkten. Anlässlich der Abschluss
unter
suchung vom 20. März 2008 hielt der Kreisarzt der Suva fest, das linke Hand
gelenk bleibe schmerzhaft mit sehr geringer Belastbarkeit und verminderter Kraft. Die Gebrauchsfähigkeit der linken Hand sei deutlich eingeschränkt, sie stehe fix in Verlängerung des Vorderarmes. Die Beweglichkeit der Finger sei gegeben, aber kraftlos und ohne die Möglichkeit von rasch repetitiven Bewe
gungen (Urk. 6/38/3-8; vgl. Urk. 6/84 E. 4.1 und 4.2). Eine angepasste, überwie
gend einhändig auszuübende Tätigkeit wurde ab Januar 2008 als ganztags zumut
bar erachtet (Urk. 6/84 E. 4.2).
Bereits im April 2006 hatten die Ärzte der Klinik C._ darauf hingewiesen, zwischen den unverändert geklagten Schmerzen und dem Röntgenbefund, der einen vollständigen
Knochendurchbau
ohne Auffälligkeiten zeige, bestehe eine grosse Diskrepanz, so dass an eine funktionelle Überlagerung gedacht werden müsse. Daran hielten sie in den Berichten vom 20. März 2007 und vom 30. Januar 2008 fest (Urk. 6/84 E. 4.2), ohne dass dieser Einschätzung weiter nach
gegangen wurde.
Gestützt darauf und unter Hinweis auf die ärztlich attestierte 100%ige Arbeits
fähigkeit hielt das Gericht in Erwägung 6 des Urteils fest, es sei nicht ohne Weiteres einsichtig, weshalb der Beschwerdeführer die aktuelle Tätigkeit, die im Auffüllen der Trolleys mit Zuckerbeuteln und Kaffeerahm etc. bestand, nur mit einer Leistung von 50 % ausüben könne. Es sei der IV-Stelle unbenommen, diese Frage, mithin die Leistungsfähigkeit in der als optimal angepasst qualifi
zierten Tätigkeit abklären zu lassen, da sich die Ärzte bis anhin zwar zur zumut
baren ganztägigen Arbeitsplatzpräsenz, nicht aber zur
zumutbarerweise
zu erbringenden Leistung geäussert hatten (Urk. 6/84).
Die IV-Stelle ging diesem Hinweis bis zum Erlass der rentenzusprechenden Ver
fügungen vom 3. April und 4. Juni 2014 nicht nach und stellte für die
Inva
lidi-tätsbemessung
auf das Einkommen ab, das der Beschwerdeführer bei der A._ tatsächlich erzielte. Dabei ergab sich aus den eingeholten Unterlagen, dass der Beschwerdeführer von April 2009 bis Juli 2011 ein volles Pensum von 42 Wochenstunden versah mit einer Leistungsvorgabe von 50 % (Urk. 6/102/14) und seit dem 11. August 2011 eine Präsenzzeit von 35 Stunden pro Woche auf-
zuweisen hatte bei gleichgebliebener Leistungsvorgabe von 50 % (Urk. 6/102/13).
3.2
Gemäss den im Revisionsverfahren eingeholten medizinischen Unterlagen leidet der Beschwerdeführer seit Sommer 2013 an depressiven Störungen, die als mittelschwer bis schwer beurteilt wurden (Berichte von Dr. D._, Fachärztin für allgemeine innere Medizin, vom Juni 2014 [Urk. 6/136], von Dr. E._, Facharzt für Psychiatrie, vom 20. Februar 2015 [Urk. 6/146] und von Dr. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5. Juni 2015 [Urk. 6/165]). Dr. E._ diagnostizierte zudem eine Anpassungs
stö
rung (ICD-10: F 43.23) und eine chronische Schmerzstörung (ICD-10: F 45.41; Urk. 6/146/3).
Die IV-Stelle ordnete daher zu Recht eine psychiatrische Begutachtung an, was vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten wird.
3.3
Weiter ergibt sich aus den Berichten, dass der Beschwerdeführer die linke Hand nicht bewege (Urk. 6/136/2) beziehungsweise nur als Hilfshand (Urk. 6/165/2) einsetze, dass am linken Handgelenk keine Reflexe auslösbar seien, und der linke Oberarm eine starke
Muskelartrophie
aufweise (Urk. 6/136/2). Ferner gab der Beschwerdeführer Schmerzen in der rechten Schulter an, die er auf eine Überbelastung zurückführte (Urk. 6/165/2). Dr. E._ berichtete auch über Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit (Urk. 6/146).
Der Beschwerdeführer gab zur Arbeitssituation an, dass er vom 06.00 bis 10.30 Uhr arbeite (Urk. 6/165/2), was einem Pensum von rund 50 % entspricht. Nach der Arbeit sei er total erschöpft und benötige den Nachmittag zur Erholung, er habe dann keine Energie mehr, etwas zu unternehmen (Urk. 6/165/2). Dem Fest
stellungblatt der IV-Stelle vom 6. Oktober 2015 (Urk. 6/168) ist gar zu ent
neh
men, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr aus
üben könne.
3.4
Der IV-Stelle ist darin zuzustimmen, dass die Verhältnisse am linken Handgelenk einen isolierten Gesundheitsschaden darstellen. Indes kann entgegen ihrer Auffassung nicht ohne Weiteres von einer 100%igen Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit in einer angepassten, einhändig auszuübenden Tätigkeit ausge
gangen werden. In diesem Zusammenhang ist nochmals darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle der Invaliditätsbemessung bis anhin eine Arbeitsleistung von lediglich 50 % zugrunde legte, und sich kein Arzt je zur Leistungsfähigkeit äusserte. Die Arbeitszeit des Beschwerdeführers wurde kontinuierlich reduziert, von 42 Wochenstunden (Urk. 6/102/14) auf jetzt noch 21 Stunden pro Woche. Ob er immer noch eine Leistung von 50 % erbringen kann, ist nicht geklärt.
Das psychiatrische Gutachten wird sich unter Umständen auch zur Diagnose einer Schmerzstörung (vgl. Urk. 6/146/2) zu äussern haben. Bei der Beurteilung der dadurch allenfalls bewirkten Arbeitsunfähigkeit nach dem Beurteilungs
raster gemäss BGE 141 V 281 ist es unabdingbar, die objektiv begründeten Einschränkungen des linken Handgelenks und die somatisch nachvollziehbaren Schmerzen zu kennen. Der RAD formulierte die Zusatzfrage an den psychia
trischen Gutachter denn auch dahingehend, er solle sich zur prozentualen Restarbeitsfähigkeit in optimal somatisch und psychiatrisch leidensangepasster Erwerbs
tätigkeit äussern (Urk. 6/147/3). Bereits aus diesem Grund ist es sinnvoll und im Hinblick auf eine umfassende Beurteilung der Arbeits- und Leistungs-fähigkeit des Beschwerdeführers notwendig, auch den somatischen Gesund
heits
zustand einer Begutachtung zu unterziehen. Hinzu kommt, dass der Be
schwerdeführer neu über Überlastungsschmerzen in der rechten Schulter klagte (Urk. 6/165/2), die in die Gesamtbeurteilung miteinzubeziehen sind.
3.5
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine umfassende administrative Erstbegutachtung regelmässig polydisziplinär anzulegen. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden bloss auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist. Eine mono- oder
bidisziplinäre
Begutachtung kann vor allem dann durchgeführt werden,
wenn die medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fach
gebiete
beschlägt und kein arbeitsmedizinischer oder
eingliederungsbe
zogner
Klärungsbedarf besteht, was vor allem bei Verlaufsbegutachtungen zutreffen dürfte (BGE 139 V 349 E. 3.2).
Da wie oben ausgeführt, der somatische und der psychische Gesundheitszustand abgeklärt werden müssen, der Beschwerdeführer noch nie umfassend begutach
tet wurde und das einzuholende Gutachten für die Beurteilung der zumutbaren Leistungsfähigkeit von ausschlaggebender Bedeutung sein wird, rechtfertigt es sich, ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, das nebst der psychia
trischen eine orthopädische oder speziell handchirurgische und eine rheu
ma
tologische Beurteilung enthalten kann. Es wird Sache der Gutachtensstelle sein, die erforderlichen Fachdisziplinen definitiv festzulegen (BGE 139 V 349 E. 3.3).
4.
Ein polydisziplinäres Gutachten ist gemäss Art. 72
bis
Abs. 2 der Verordnung üb
er die Invalidenversicherung nach dem Zufallsprinzip und damit über die Plattform
SuisseMED@P
bei einer Medizinischen Abklärungsstelle einzuholen (BGE 139 V 349 E. 2.2). Damit erübrigt es sich, die geltend gemachten
Ausstands
gründe
gegen Dr. B._ zu prüfen, da Dr. B._ keiner MEDAS angehört und folglich als Gutachter ausser Betracht fällt.
5.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2015 somit aufzuheben und die IV-Stelle ist anzuweisen, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen.
6.
Da es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leis
tungen geht, ist das Verfahren kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung). Der obsie
gende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61
lit
. g ATSG) und auf Fr. 1'200.— (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.