Decision ID: 5b1e30e0-0219-4fc6-81d1-5ca713015ecc
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Mitarbeiter der B._ AG bei der Suva unfallversichert, als er am 28.
Mai 2007 bei einem Treppensturz eine Kopfkontusion mit Commotio cerebri und
frontaler Schädelfraktur erlitt. Am 10. Juli 2007 wurde er Opfer tätlicher
Auseinandersetzungen. Nach den Darlegungen von Suva-Kreisarzt Dr. med. C._,
Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, im Bericht vom 30. Oktober 2007 fehlen zu
beiden Ereignissen Verlaufsberichte, Angaben über die durchgeführten Behandlungen
und Arztzeugnisse bezüglich Arbeitsunfähigkeiten. Am 6. September 2007 sei die erste
Untersuchung bei Dr. med. D._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, erfolgt. Zu einer
Kontrolluntersuchung am 28. September 2007 sei der Patient nicht erschienen. Dr.
C._ führte gestützt auf eine Untersuchung des Versicherten aus, nach seinen
Angaben habe der Versicherte in der Zwischenzeit kaum noch Beschwerden. Die
früheren frontalen Kopfschmerzen seien verschwunden, die nächtlichen Träume seien
zurückgegangen. Die Frage nach Nacken- und Schulterschmerzen werde negiert. Zur
Zeit würden keine Behandlungsmassnahmen mehr durchgeführt; der Versicherte fühle
sich arbeitsfähig und gedenke, wieder auf Arbeitssuche zu gehen. Eine Indikation für
weitere Behandlungs- und Abklärungsmassnahmen sei nicht gegeben. Der Versicherte
sei voll vermittlungsfähig (act. G 11.1/5).
A.b Der Versicherte war als Bezüger von Arbeitslosentaggeldern bei der Suva
unfallversichert, als er am 25. Mai 2008 mit seinem Motorrad neben einer Strasse mit
einer Geschwindigkeit von ca. 10-15 km/h einen Kieshügel befahren wollte und dabei
übersah, dass der Kieshügel auf der Rückseite abgebaut war. Trotz Vollbremsung
stürzte er ca. 5 Meter in die Tiefe (UV-act. 1, 10). Im Bericht des Kantonsspitals
Graubünden vom 6. Juni 2008 wurde ein Polytrauma nach Motorradunfall mit leichtem
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Schädelhirntrauma, einem stumpfen Thoraxtrauma, einer Wirbelsäulenverletzung, einer
distalen extraartikulären Radius-Fraktur links und einer Schürfwunde prätibial bestätigt
(UV-act. 5). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach Durchführung von
Heilbehandlungen und weiteren Abklärungen eröffnete sie dem Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. S. Kehl, Heiden, mit Verfügung vom 28. September
2010, die aktuell noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend
nachweisbar. Es sei daher die adäquate Unfallkausalität zu prüfen. Diese sei zu
verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen auf den 30. September 2010
eingestellt würden (UV-act. 154). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-
act. 158) wies die Suva, nachdem sie dem Rechtsvertreter des Versicherten weitere
Unterlagen (Observationsbericht des Haftpflichtversicherers) zur Stellungnahme
vorgelegt hatte (UV-act. 161, 162f), mit Einspracheentscheid vom 14. Januar 2011 ab
(UV-act. 164). Der Krankenversicherer hatte seine vorsorglich erhobene Einsprache
wieder zurückgezogen (UV-act. 155, 157).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Januar 2011 erhob Rechtsanwalt Kehl
für den Versicherten am 11. Februar 2011 Beschwerde mit den Anträgen, es seien der
Einspracheentscheid sowie die Verfügung vom 28. September 2010 aufzuheben, und
die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer weiterhin und
rückwirkend die gesetzlichen Leistungen auszurichten, ihm insbesondere Pflege- und
Heilungskosten zu ersetzen, ihm weiterhin Taggelder, eventualiter eine ordentliche
Rente oder eine Übergangsrente, sowie eine Integritätsentschädigung auszurichten.
Zur Begründung führte er unter anderem aus, gemäss den ärztlichen Berichten liege
ein komplexer Zusammenhang psychiatrischer und körperlicher Symptomatik vor. Die
kreisärztliche Abschlussbeurteilung vom 19. August 2010 genüge als
Entscheidgrundlage nicht. Der Beschwerdeführer habe unfallbedingt auch eine
Lungenverletzung erlitten. Die kreisärztliche Beurteilung übergehe diesen - klar
somatischen - Befund. Es sei daher ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten zu den
mannigfaltigen Verletzungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einzuholen. Der Unfall vom 25. Mai 2008 sei als schwer einzustufen, womit sich eine
gesonderte Adäquanzbeurteilung erübrige. Für den Fall, dass die Adäquanz geprüft
werde, sei festzuhalten, dass diese verfrüht vorgenommen worden sei. Es sei weder ein
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Endzustand eingetreten noch seien die Eingliederungsmassnahmen der IV
abgeschlossen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin müsse die
Adäquanzbeurteilung nach der Praxis zum Schleudertrauma/Schädelhirntrauma
vorgenommen werden. Die psychischen Beschwerden seien erst nach längerer
Leidensgeschichte festgestellt worden. Die Annahme, die psychischen Beschwerden
hätten bereits anfänglich bzw. unmittelbar nach dem Unfallereignis im Vordergrund
gestanden, treffe nicht zu. Die heute noch bestehenden psychischen Beschwerden
seien Symptom und Folge der somatischen Verletzungen; jedenfalls liege keine
psychiatrische Expertise vor, welche auf das Gegenteil schliessen lasse. Abgesehen
von einer ärztlichen Fehlbehandlung seien sämtliche Adäquanzkriterien erfüllt. Die
Beurteilung des Kreisarztes, wonach eine Beeinträchtigung der Integrität (Wirbelsäule,
Lungenfunktionsstörung, neuropsychologische und psychiatrische Befunde) nicht
vorliege, sei weder schlüssig noch nachvollziehbar und auch nicht begründet.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. April 2011 beantragte Rechtsanwältin Dr. M.
Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid
und führte unter anderem aus, der Beschwerdeführer sei bereits wenige Monate nach
dem Unfall in der Rehaklinik E._ polydisziplinär abgeklärt worden. Es lägen keine
widersprüchlichen Abklärungsergebnisse der Ärzte vor. Unter diesen Umständen
bestehe kein Anlass für weitere medizinische Abklärungen. Tatsache sei, dass eine
psychische Problematik klar im Vordergrund stehe. Mangels typischen
Beschwerdebilds habe die Adäquanzbeurteilung unter dem Gesichtspunkt einer
psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu erfolgen. Es sei von einem mittelschweren
Ereignis auszugehen. Es lägen keine Kriterien vor, die eine genügende Intensität
aufweisen würden, um psychische Beschwerden hervorzurufen. Ein unfallbedingter
Integritätsschaden liege nicht vor.
B.c Mit Replik vom 30. Juni 2011 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Antrag und reichte eine Beurteilung von Dr. med. F._,
Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 24. Juni 2011 ein. Er verwies auf die
Befunde dieses Arztes und legte unter anderem zusätzlich dar, der Beschwerdeführer
habe zwei Vorunfälle mit Schädelhirntrauma erlitten. Es sei daher möglich, dass die
Folgen der am 25. Mai 2008 erlittenen MTBI durch diese Vorunfälle verstärkt worden
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seien. Diese medizinisch komplexen Fragen wären von entsprechenden Fachärzten zu
beurteilen gewesen. Die somatischen Beschwerden stünden auch aktuell noch im
Vordergrund. Soweit die gesamten Beschwerden nicht somatisch begründbar seien,
seien sie als Teil des typischen Beschwerdebilds zu sehen und damit natürlich kausal
auf das Unfallereignis zurückzuführen. Der Unfall sei zumindest als schwererer Unfall
im mittleren Bereich einzustufen (act. G 11).
B.d In der Duplik vom 27. Oktober 2011 bestätigte Rechtsanwältin Sonder ihren
Standpunkt unter Einreichung einer ärztlichen Beurteilung von Suva-Arzt Dr. med.
G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, vom 30. September 2011. Aufgrund
des erreichten medizinischen Endzustands der Verletzungen an der BWS und am
linken Handgelenk bestehe seit 30. September 2010 eine volle Arbeitsfähigkeit in der
ursprünglich ausgeübten Tätigkeit als Lagerist. Mit Bezug auf die
Integritätsentschädigung bestünden leichte Divergenzen zwischen dem Bericht des
Kreisarztes und der Beurteilung von Dr. G._. Nach letzterem könnten die
Bedingungen für eine Integritätsentschädigung von maximal 10% gegeben sein (act. G
20).
B.e Mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 reichte Rechtsanwalt Kehl eine
Stellungnahme von Dr. F._ vom gleichen Datum zu den Darlegungen von Dr. G._
ein (act. G 25). Hierzu äusserte sich Suva-Arzt Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie
FMH/Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, in der Aktenbeurteilung vom 18. Januar 2012 (act. G 31.1),
welche Rechtsanwältin Sonder am 2. Februar 2012 unter Bestätigung des
Abweisungsantrags einreichte (act. G 31). Rechtsanwalt Kehl äusserte sich hierzu am
8. März 2012 unter Einreichung einer Stellungnahme von Dr. F._ vom 6. März 2012
(act. G 35).

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin aufgrund des
Unfallereignisses vom 25. Mai 2008 ausgerichtet wurden, auf den 30. September 2010
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eingestellt werden durften oder nicht. Mit der mit dem angefochtenen Entscheid (UV-
act. 164) bestätigten Verfügung vom 28. September 2010 (UV-act. 154) verneinte die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Versicherungsleistungen mit dem Hinweis auf
die fehlende Adäquanz in genereller Weise und bezog auch jenen auf Rente und
Integritätsentschädigung mit ein (UV-act. 145). Der angefochtene Entscheid hat somit
die Frage des Anspruchs auf Rente und Integritätsentschädigung insofern zum
Gegenstand, als mit ihm die Verfügung vom 28. September 2010 vollumfänglich
bestätigt wurde. Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bilden die
Unfallereignisse von 2007 (vgl. vorne A.a). Hierauf ist im vorliegenden Verfahren nicht
einzugehen, zumal im Zeitpunkt des Unfalls vom 25. Mai 2008 nach Lage der Akten
keine Folgen der früheren Unfälle mehr vorlagen (vgl. act. G 11.1/5).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde
Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen
Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis
31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember
2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U
285/00).
1.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild
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gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer entsprechenden Verletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Die Abklärungen im Kantonsspital Graubünden nach dem Unfall vom 25. Mai
2008 ergaben BWK-Kompressionsfrakturen 3 und 5-8 sowie rechtsbetonte
Lungenkontusionen mit kleinem ventralen Pneumothorax links sowie einer
Rippenfraktur der 1. Rippe rechts. Zudem wurde eine distale Unterarm-Fraktur links
diagnostiziert. Das Schädel-CT wies keine Schädelfraktur und keine intrakranielle
Blutung nach (UV-act. 5). Nachdem die Ärzte des Kantonsspitals Graubünden am 16.
Juli 2008 den Verdacht auf ein CRPS (Complex Regional Pain Syndrom) geäussert
hatten (UV-act. 14), wies Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie am 10. Oktober 2008 auf ein im Vordergrund stehendes beträchtliches
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somatisches Schmerzsyndrom hin und empfahl eine stationäre Behandlung (UV-act.
21). Ein Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Rehaklinik E._ im November und
Dezember 2008 ergab neben den bereits bekannten Diagnosen das Bestehen einer
leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode und einer posttraumatischen
Belastungsstörung. Wegen des bestätigten CRPS (nach distaler Radiusfraktur der
linken Hand; UV-act. 30) wurde eine suffiziente Analgesie und bei Verdacht auf
arzneimittelinduzierten Kopfschmerz die Reduktion der Schmerzmedikamente dringend
empfohlen. Zusätzlich zu den somatischen Einschränkungen bestehe eine
mittelschwere bis schwere Leistungsminderung infolge der psychischen Störung mit
Krankheitswert (volle Arbeitsunfähigkeit). Eine weitere psychosomatisch orientierte
Therapie sei dringend nötig (UV-act. 28, 34). In Berichten des Psychiatrie-Zentrums
Werdenberg-Sarganserland vom 4. Februar und 6. Mai 2009 wurden die Diagnosen
einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode und einer posttraumatischen
Belastungsstörung mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (UV-act. 41,
64). In der Stellungnahme vom 2. Juli 2009 hielt Suva-Arzt med. pract. J._, FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, unter anderem fest, die teilstationäre psychiatrische
Rehabilitation erscheine ihm momentan ideal (UV-act. 73). Kreisarzt Dr. med. K._,
Facharzt FMH für Allgemeinchirurgie und Traumatologie, hielt am 20. August 2009 fest,
es sei davon auszugehen, dass die Ventilationsstörung (vgl. UV-act. 63) vorbestehend
und nicht unfallkausal sei. Das Hauptproblem sei zweifelsfrei nach wie vor die
depressive Stimmungslage und posttraumatische Belastungsstörung des
Beschwerdeführers (UV-act. 81). In Berichten des Psychiatrie-Zentrums vom
23. September und 15. Oktober 2009 wurde vermerkt, dass der Beschwerdeführer am
19. Juni 2009 auf eigenen Wunsch wegen Motivationsmangels aus der Tagesklinik
entlassen worden sei. Die psychotherapeutischen Gespräche und die Trainingstherapie
würden weitergeführt (UV-act. 86, 89). Eine am 19. Januar 2010 begonnene erneute
stationäre psychiatrische Behandlung brach der Beschwerdeführer am 2. Februar 2010
ab (UV-act. 115).
2.2 Dr. D._ berichtete am 16. April 2010, dass die Beschwerden aufgrund des
CRPS vollständig abgeheilt erschienen. Trotz deutlicher psychischer Überlagerung
müssten die weiterhin bestehenden Beschwerden an der linken Hand ernst genommen
werden (UV-act. 121). Im Zwischenbericht des Physiotherapie-Instituts vom 15. Mai
2010 wurde die durchgeführte Behandlung geschildert und festgehalten, dass der
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Patient über Schmerzen von Kopf bis Fuss berichtet habe. Eine leichte Arbeit sei
möglich (UV-act. 26). Am 18. Mai 2010 erfolgte im Kantonsspital Graubünden die
Metallentfernung im linken Vorderarm (UV-act. 134). Im Bericht vom 22. Juni 2010
hielten die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums unter anderem fest, dass das bisherige
therapeutische Angebot beim Beschwerdeführer nicht zu einer Verbesserung geführt
habe; es müsse von einem eher schlechten Verlauf ausgegangen werden (UV-act. 135).
Der Physiotherapeut L._ berichtete am 20. Juni 2010 über die von ihm
durchgeführten Massnahmen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur, des Vorderarms
und des linken Handgelenks sowie zur Förderung der Feinmotorik (UV-act. 136).
Kreisarzt Dr. I._ vermerkte am 30. Juli 2010, dass aus somatischer Sicht drei Monate
nach der Metallentfernung der Endzustand am linken Vorderarm erreicht sei. Eine
wesentliche Besserung des somatischen Gesundheitszustands sei nicht mehr zu
erwarten (UV-act. 139). Kreisarzt Dr. K._ kam im Bericht vom 19. August 2010 zum
Schluss, an der linken Hand liege eine unklare chronifizierte Schmerzsymptomatik ohne
klinisches Korrelat vor. Auch am Rücken würden unspezifische chronische Schmerzen
beschrieben, welche sich einem klinischen Nachweis ebenfalls entziehen würden. Von
somatischer Seite sei der Patient in der ursprünglichen Tätigkeit als Lagerist vor der
Arbeitslosigkeit wieder zu 100% arbeitsfähig. Die Belastbarkeit des Rückens und der
linken Hand sei nur noch geringgradig eingeschränkt; eine weitere Adaptierung sollte
möglich sein, insbesondere wenn es dem Patienten gelinge, die geringgradige
muskuläre Insuffizienz am linken Arm weiter aufzutrainieren. Eine bleibende
Beeinträchtigung der Integrität liege nicht vor. Eine weitere physiotherapeutische
Behandlung des linken Handgelenks sei nicht mehr indiziert (UV-act. 145). Im Bericht
des Psychiatrie-Zentrums vom 1. September 2010 wurde ausgeführt, seit dem letzten
Bericht vom 22. Juni 2010 habe nur eine Sitzung stattgefunden. Grund dafür sei das
unentschuldigte Nichterscheinen des Patienten gewesen. Die geplanten Interventionen
hätten somit nicht durchgeführt werden können. Seit dem letzten Bericht habe keine
Veränderung der Symptomatik festgestellt werden können. Sie sei weiterhin auf tiefem
Niveau stabil. Eine Verbesserung des Gesundheitszustands innerhalb des nächsten
Monats mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit könne voraussichtlich nicht erwartet
werden (UV-act. 149).
3.
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3.1 Unbestritten ist, dass die im Nachgang zum Unfallereignis vom 25. Mai 2008
beim Beschwerdeführer aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bzw.
Körperschäden (insbesondere betreffend die BWS und linke Hand sowie psychische/
neuro-psychologische Probleme) in kausalem Zusammenhang zum erlittenen Unfall
standen. Die Beschwerdegegnerin erbrachte entsprechende Taggeld- und
Heilungskostenleistungen während knapp zweieinhalb Jahren. Streitig und zu prüfen ist
jedoch, ob beim Beschwerdeführer für die Zeit danach, d.h. ab dem 1. Oktober 2010,
noch von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen auszugehen ist.
Von solchen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117
V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008,
8C_124/2008, sowie vom 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3, und vom 22.
September 2010, 8C_240/2010). Die Diagnose einer milden traumatischen
Hirnverletzung erfolgt aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und
bedeutet nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung vorliegt.
Hierzu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren
Defektzustands in Form neurologischer Ausfälle. Fehlt es hieran, ist die Adäquanz der
Unfallkausalität nach der für Schleudertraumen der HWS und Schädel-Hirntraumen
ohne nachweisbare Funktionsausfälle geltenden Rechtsprechung zu beurteilen (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. März 2006, U 197/04, E. 3.1 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur).
Als Kriterien für das Vorliegen einer leichten traumatischen Hirnverletzung (MTBI)
werden das Bestehen eines Bewusstseinsverlusts von maximal 30 Minuten Dauer,
eines Glasgow Coma Score (GCS) von nicht unter 13 bei Einlieferung ins Krankenhaus,
eines Gedächtnisverlusts von maximal 60 Minuten (sog. posttraumatische Amnesie)
bzw. einer Gedächtnisstörung von maximal 30 Minuten genannt. Seltene, aber typische
Komplikationen nach MTBI sind z.B. intrakranielle Blutungen; hierbei kann es sich um
intrazerebrale Blutungen oder um subdurale oder epidurale Blutungen handeln. Die
Kombination von Beschwerden, welche nach einer MTBI auftreten können
(Kopfschmerz, Benommenheit, Schwindel, Erbrechen, Koordinationsstörung der Beine,
kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen), kann als "organisches Psychosyndrom
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nach Schädelhirntrauma" (F07.2) bezeichnet werden. Kopfschmerzen werden dabei als
posttraumatisch angesehen, wenn sie innerhalb von sieben Tagen nach einer MTBI
erstmalig aufgetreten sind. Hierbei entwickeln Patienten nicht selten im Rahmen einer
Analgetikatherapie der ursprünglich posttraumatischen Kopfschmerzen zusätzlich
einen Kopfschmerz, der auf Analgetika-Übergebrauch zurückzuführen ist. Auch kann
die Entwicklung einer Depression oder eine schwierige psychosoziale Situation ganz
wesentlich zum dauerhaften Schmerzerleben beitragen. Die Diagnose "organisches
Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma" kann für die Beschreibung des akuten
Beschwerdeverlaufs nach MTBI gebraucht werden, sollte aber nicht für die
Charakterisierung des Langzeitverlaufs verwendet werden (vgl. S. Johannes/R.
Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen
Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74-77).
3.2 Ärztlicherseits wurde beim Beschwerdeführer eine durch den Unfall vom 25. Mai
2008 bedingte Commotio cerebri mit kurzer Amnesie bestätigt. Die Spitalärzte
vermerkten einen GCS (Glasgow-Coma Skale) von 12-13 bei Eintreffen der Rega am
Unfallort. Bei Eintreffen im Schockraum sei der Patient wach und orientiert mit einem
GCS 15 gewesen (UV-act. 5). Sie bestätigten damit eine leichte traumatische
Hirnverletzung (MTBI). Der Umstand, dass der GCS-Wert von 12-13 im Grenzbereich
von leichtem und mittelgradigem Schädelhirntrauma liegt, vermag entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 3) die ärztliche Einschätzung des
Vorliegens eines leichtgradigen Traumas nicht in Frage zu stellen. In Bezug auf den
Schädelbereich (MTBI) ist ein durch den Unfall vom 25. Mai 2008 bedingter organisch-
struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der Aktenlage
(insbesondere UV-act. 5 und 29) und der vorstehenden Ausführungen überwiegend
wahrscheinlich zu verneinen. Hieran vermögen die vom orthopädischen Chirurgen Dr.
F._ im Gutachten vom 24. Juni 2011 diagnostizierte persistierende MTBI und seine
Feststellung, dass keine ausführliche abschliessende neuropsychologische Testung
durchgeführt worden sei (act. G 11.1/6 S. 9f), nichts zu ändern. Es gibt zwar Fälle, in
denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuropsychologische
Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der neuropsychologische
Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 E. 3d). Sodann kann der
neuropsychologischen Diagnostik bei eindeutigem, nicht diffusem Befund - im Rahmen
einer neurologischen Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der
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Kausalitätsbeurteilung ein Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen
vermag es die Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese
abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 E. 3). Nach B.P. Radanov (Über den
Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion,
SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen
Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477).
Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver
Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). Aufgrund
der in E. 2 dargelegten medizinischen Akten (vgl. insbesondere UV-act. 31, 34, 41, 64,
73, 86, 89) ist von einer Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven Funktionen beim
Beschwerdeführer durch den psychischen Befund und den Medikamentenkonsum (UV-
act. 34 S. 2) auszugehen, womit die neuropsychologischen Einschränkungen eine
vielschichtige Ursache aufweisen. Damit können auch neuropsychologische Unfall-
Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als
nachgewiesen gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E.
4.1). Unter diesen Umständen liesse sich die Notwendigkeit einer erneuten
neuropsychologischen Abklärung nicht begründen. Auch den Berichten
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann im Übrigen rechtsprechungsgemäss
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee mit Hinweis; Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4). Zusätzliche (neue)
Aspekte ergeben sich auch aus dem Gutachten von Dr. F._ nicht. Für weitere
medizinische (organisch/somatische) Abklärungen bzw. für die Anordnung eines
gerichtlichen Gutachtens fehlt es damit an einem konkreten Anlass. Kopfschmerzen,
neuropsychologische Einschränkungen wie auch diejenigen psychischer Art können
hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds nach Schädelhirn-Trauma bilden (dazu
nachstehend E. 4).
3.3 Hinsichtlich der Beschwerden im BWS-Bereich hielt Kreisarzt Dr. K._ am
19. August 2010 fest, die unspezifischen chronischen Rückenschmerzen seien klinisch
nicht nachweisbar; die Belastbarkeit sei nur noch geringgradig eingeschränkt. Eine
Beeinträchtigung der Integrität liege nicht vor (UV-act. 145). Der orthopädische
Chirurge Dr. F._ kam demgegenüber im Gutachten vom 24. Juni 2011 mit Hinweis
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auf neuerstellte Röntgenaufnahmen zum Schluss, dass eine posttraumatische Kyphose
der BWS von 25° (Th4-Th7) nach durchgemachten Kompressionsfrakturen von BWK5
und BWK6 ohne Spinalkanalstenose und ohne Neurokompression und ohne
Myelopathie vorliege. Die Kyphose von 25° im MRI vom 10. Juni 2011 sei klar
dokumentiert. Hieraus resultiere nach Suva-Tabelle 7 ein Integritätsschaden von
15-20%. Die BWS-Kyphose sei von der Beschwerdegegnerin nicht adäquat beurteilt
worden (act. G 11.1/6 S. 8-10). Suva-Arzt Dr. med. G._, Orthopädische Chirurgie
FMH, hielt in der Stellungnahme vom 30. September 2011 dafür, dass auf keiner der
neuerstellten Aufnahmen vom 10. Juni 2011 eine fischwirbelartige Anhebung der
Grundplatte von BWK5 zu sehen sei. Ausser BWK5 sei kein Brustwirbelkörper
nennenswert keildeformiert. Die Kyphose respektive die Keilform von BWK5 messe
etwa 16 bis 18°. Kranial davon komme es zu einer Kyphosierung der oberen BWS ohne
entsprechende knöchernde Deformitäten. Für die Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit
von mindestens 50% in die BWS vollständig entlastenden Verrichtungen und ohne
repetitive oder grobmanuelle Tätigkeiten für die linke Hand fehle in der Diagnostik und
bei den Befunden von Dr. F._ jede orthopädische Grundlage. Für irgendwelche
Einschränkungen der Belastbarkeit der BWS fänden sich nicht einmal Angaben des
Beschwerdeführers. Auch beim Lokalstatus 1 (BWS) seien keine Befunde zu erkennen,
welche eine erhebliche Einschränkung der Belastbarkeit begründen würden. Wie eine
Rotationseinschränkung an der BWS gemessen und quantifiziert werde, sei für ihn
nicht klar, ebenso die Lateralflexion. Eine exquisite Druckdolenz an der unteren BWS
habe mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Bezug zur Fehlstellung des 5.
Brustwirbelkörpers respektive zur posttraumatischen Kyphosierung der oberen BWS.
Dr. F._ habe die gesamte BWS-Kyhpose mit 25° gemessen. Die im MRI vorhandene
Kyphose von 40° sei nur zu einem Teil durch die Keildeformierung und/oder
angrenzende Bandscheibenschädigung durch den Unfall erklärbar. Dr. F._ sei von
"Dauerschmerzen, auch in Ruhe" ausgegangen, obwohl dies aus seinen Ausführungen
so nicht hervorgehe. Die Bedingung für eine Integritätsentschädigung könne aber
aufgrund der erheblichen Keilform dennoch als erfüllt betrachtet werden, wobei
maximal von einem Wert von 10% auszugehen sei mit "mässigen
Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung
+" (Suva-Tabelle 7; act. G 20.1). Dr. F._ bestätigte am 15. Dezember 2011 seinen
Standpunkt mit weiteren Hinweisen und der Schlussfolgerung, dass die Schmerzen der
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BWS mit grösster Wahrscheinlichkeit durch die starke Überbelastung bei Kyphose
ausgelöst seien. Die Argumentation von Dr. G._ vermöge auch hinsichtlich der
Festlegung der Integritätsentschädigung nicht zu überzeugen. Die angebotenen 10%
Integritätsschaden würden nicht dem vorliegenden Schaden entsprechen (act. G
25.1/7 S. 3-6). In der weiteren ärztlichen Beurteilung vom 18. Januar 2012 bekräftigte
Suva-Arzt Dr. med. H._ in Vertretung des krankheitsbedingt abwesenden Dr. G._
dessen Standpunkt mit ausführlicher Begründung. Die Wirbelkörperfrakturen seien
knöchern fest konsolidiert. Die Kyphose sei gleichbleibend; sie habe seit dem Unfalltag
nicht zugenommen. Von Dr. F._ seien keine Argumente geliefert worden, welche eine
wesentliche Einschränkung der Belastbarkeit der Wirbelsäule nachvollziehbar
begründen würden. Eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wie sie von Dr. G._
dargelegt worden sei, sei nicht erforderlich. Auch an dessen
Integritätsschadenschätzung sei festzuhalten (act. G 31.1). In der Stellungnahme vom
6. März 2012 hielt Dr. F._ seinerseits an der bisherigen Einschätzung fest. Er habe
den Kyphosewinkel in der Klinik Balgrist nachmessen lassen. Die 25° bestünden im
Liegen; im Stehen sei der Wert sicher höher. Die Rückenschmerzen würden von ihm so
begriffen, dass der Patient durch den vermehrten Rundrücken eine statische
Problematik habe bzw. eine Überlastung der aufrichtenden Rückenmuskulatur (act. G
35.1).
Hinsichtlich der linken Hand hielt Dr. K._ am 19. August 2010 fest, es liege eine
unklare chronifizierte Schmerzsymptomatik ohne klinisches Korrelat vor; die
Beweglichkeit sei praktisch seitengleich, die Fraktur sei in tadelloser Stellung
vollständig ausgeheilt (UV-act. 145). Dr. F._ vermerkte demgegenüber eine
persistierende Funktionseinschränkung an der linken Hand und erachtete einen
Widerspruch zur angegebenen rein extraartikulären Handgelenksfraktur mit einem
Abriss intraarticulär des Processus styloideus ulnae als gegeben. Eine differenzierte
Beurteilung durch einen fundierten Handchirurgen bzw. in einer dafür spezialisierten
Klinik sei dringend anzustreben, insbesondere auch mit der Fragestellung, ob noch
weitere therapeutische Möglichkeiten bestehen würden (act. G 11.1/6 S. 9f). Suva-Arzt
Dr. G._ führte hierzu in der Stellungnahme vom 30. September 2011 aus, der Hinweis
von Dr. F._, wonach der Abriss der Processus styloides ulnae eine intraartikuläre
Handgelenksfraktur belege, sei nicht zutreffend, da sich die Beurteilung intra-/
extraartikulär auf die Beteiligung der Radiusfraktur am Handgelenk beziehe. Dank
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anatomischer Reposition der distalen Radiusfraktur und Fixation mit einer
winkelstabilen volaren Platte sei eine Versorgung des distalen (nicht basisnahen)
Abrisses des ulnaren Styloids nicht notwendig und für das Resultat nicht relevant
gewesen. Am Handgelenk sei eindeutig kein erheblicher Integritätsschaden
entstanden, auch nicht aufgrund eines persistierenden Abrisses des Processus
styloides ulnae. Es bedürfe auch keiner weiteren handchirurgischen Abklärung nach
diesem objektiv guten Ergebnis nach korrekter Osteosynthese einer extraartikulären
Radiusfraktur. Weder an der BWS noch am linken Handgelenk sei ein Status quo sine
oder Status quo ante erreicht worden. Hingegen liege ein medizinischer Endzustand
vor, bei welchem weitere medizinische Behandlungen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung mehr erzielen könnten. Für eine
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, wie zum Beispiel diejenige als Lagerist,
habe seit 30. September 2010 eindeutig wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden
(act. G 20.1). Dr. F._ nahm dazu am 15. Dezember 2011 nochmals eingehend
Stellung und erklärte, die von Dr. G._ gemachten Schlussfolgerungen bezüglich der
distalen extraradikulären Radiusfraktur und zur Bedeutung des Abrisses des Styloideus
ulnae seien unzureichend, würden sich nur auf radiologische und seiner Meinung nach
veraltete Literaturbefunde stützen und an der aktuellen Klinik des Patienten und der
hier geforderten Problemlösung vorbeigehen. Es sei eine differenzierte Beurteilung des
Handgelenks erforderlich. Es finde sich ein Lagerist mit einer für den täglichen
Gebrauch nicht einsetzbaren linken Hand und einer schmerzhaft eingeschränkten BWS
(posttraumatische Kyphose). Aus orthopädischer Sicht bestehe höchstens eine
Arbeitsfähigkeit von 50% (act. G 25.1/7 S. 2ff). In der Beurteilung vom 18. Januar 2012
hielt Suva-Arzt Dr. H._ unter anderem fest, die von Dr. F._ diagnostizierte
persistierende Funktionseinschränkung am linken Handgelenk könne nicht auf
anatomisch strukturelle Läsionen zurückgeführt werden. Auch die Einschätzung
bezüglich "funktionsunfähiger linker Hand" sei nicht nachvollziehbar. Aufgrund der
dokumentierten Befunde bestehe keine Integritätseinbusse am linken Handgelenk. Die
Beurteilung von Dr. K._ vom 19. August 2010, dass die Belastbarkeit der linken Hand
nur noch geringgradig eingeschränkt sei, sei aufgrund der mitgeteilten Befunde in
mehreren Dokumentationen nachvollziehbar (act. G 31.1). In der Stellungnahme vom 6.
März 2012 erklärte Dr. F._ dazu unter anderem, das durch Dr. H._ auf S. 16
zusammengefasst Festgehaltene stehe seiner Meinung klar im Widerspruch zum
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Lokalbefund, der von ihm (Dr. F._) am 30. Mai 2011 erhoben worden sei. Er sehe
keine Diskrepanz in seinen Beurteilungen hinsichtlich des Befunds an der linken Hand.
Die einzige Kritik, die er als berechtigt ansehe, sei der lockere Umgang mit seinem
Originalbefund der linken Hand vom 20. Mai 2011. Er finde es müssig, auf spitzfindige
Auslegungen, wie die Radial-/Ulnarduktion seitengleich oder leicht eingeschränkt
eingehen zu müssen (act. G 35.1).
Die Ärzte der Rehaklinik E._ berichteten am 17. Dezember 2008, die Lungenfunktion
habe eine Restriktion/Abstruktion gezeigt, wobei während des Aufenthalts die
Symptomatik nicht ausgeprägt gewesen sei (UV-act. 34 S. 3). Dr. med. M._,
Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie, berichtete am 7. Mai 2009
über die von ihm durchgeführte Lungenfunktionsprüfung, welche eine mittelschwere
restriktive und leicht obstruktive Ventilationsstörung ergeben habe. Inwieweit pleurale
Veränderungen bei Status nach Thoraxkontusion vorliegen würden, entziehe sich
seinen Kenntnissen; Röntgenbilder habe der Beschwerdeführer nicht mitgebracht. Er
habe nie geraucht. Anamnestisch ergebe sich auch kein Hinweis auf ein mögliches
Asthma bronchiale. Heuschnupfen oder eine anderweitige Sensibilisierung auf gängige
Inhalationsallergene würden verneint (UV-act. 63). Der Allgemeinchirurge und
Traumatologe Dr. K._ erachtete die Ventilationsstörung am 20. August 2009 als
vorbestehend und nicht unfallkausal. Auf jeden Fall erkläre sie nicht das
Beschwerdebild des Patienten mit massiv eingeschränkter körperlicher
Belastungsfähigkeit (UV-act. 81). Dr. F._ hielt im Gutachten vom 24. Juni 2011 dafür,
dass die für die nachgewiesene Lungenfunktionsstörung postulierte fehlende
Unfallkausalität (Vorzustand) aufgrund der Diagnose (formal mittelschwere restriktive
und leicht obstruktive Ventilationsstörung bei Status nach Lungenkontusion und
Fraktur der ersten Rippe rechts) und aufgrund der vor dem Unfall blanden Anamnese
nicht nachvollziehbar sei (act. G 11.1/6 S. 9f).
3.4 Zu der in E. 3.3 geschilderten Aktenlage ist festzuhalten, dass eine verbleibende
organisch strukturelle Unfallfolge im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) nunmehr
unbestritten ist und die Beschwerdegegnerin nach Prüfung des Gutachtens von Dr.
F._ auch einen Integritätsschaden (10%) anerkennt. Hinsichtlich des Ausmasses
desselben bzw. Art und Umfang des unfallbedingten Schadens an der BWS sowie der
Frage, ob bzw. inwiefern sich dieser auf die Integrität und die Arbeitsfähigkeit auswirkt,
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besteht jedoch Uneinigkeit. Zur Situation am linken Handgelenk und der daraus
resultierenden Auswirkungen hinsichtlich Arbeitsfähigkeit äusserten sich ein Allgemein-
und Unfallchirurge (Dr. K._; UV-act. 145) und drei orthopädische Chirurgen
(Dres. H._, G._ und F._) im Rahmen einer eingehenden medizinischen
Diskussion, wobei der vom Beschwerdeführer beauftragte Gutachter an seinem von
den Suva-Ärzten abweichenden Standpunkt im Wesentlichen festhält. Was die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Einschränkung der Lungenfunktion betrifft, ist
festzuhalten, dass sich dem spezialärztlichen Bericht von Dr. M._ (UV-act. 63) zwar
das Bestehen einer Einschränkung entnehmen lässt, nicht jedoch eine Diskussion bzw.
Beantwortung der Frage der Unfallkausalität derselben. Dr. G._ enthielt sich in
diesem Zusammenhang ausdrücklich einer Stellungnahme (act. G 20.1 S. 10). Hierbei
ist zu beachten, dass nach dem Unfall vom 25. Mai 2008 unter anderem auch eine
Lungenkontusion beidseits festgehalten wurde (UV-act. 5). Die Feststellung von Dr.
K._, wonach die Ventilationsstörung vorbestehend bzw. nicht unfallkausal sei,
erfolgte ohne Begründung und zudem - gleich wie die gegenteilige Aussage von Dr.
F._ - aus der Sicht eines Nichtfacharztes. Angesichts der geschilderten Situation
lässt sich gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht entscheiden, ob bzw. inwiefern
auf die Aktenbeurteilungen der Suva-Ärzte Dres. K._, G._ und H._ oder auf das
Resultat der Begutachtung durch Dr. F._ abzustellen ist. Eine erneute medizinische
Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung sämtlicher als unfallbedingt in Betracht
fallender Gesundheitsschäden erscheint unter den geschilderten Umständen
unumgänglich. In die Begutachtung und erneute Beurteilung sind auch die Akten der
Invalidenversicherung mit einzubeziehen. Damit erscheint die Leistungseinstellung auf
Ende September 2010 auf der Basis des kreisärztlichen Berichts vom 10. August 2010
und der diesen Bericht (abgesehen vom Integritätsschaden) im Wesentlichen
bestätigenden Suva-ärztlichen Aktenbeurteilungen nicht überwiegend wahrscheinlich
ausgewiesen.
3.5 Erst nach Klärung der medizinisch-somatischen Situation und deren
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und die Integrität kann auch zur adäquaten
Unfallkausalität von nicht organisch-strukturell bedingten Gesundheitsschäden und
den dort zu prüfenden Kriterien abschliessend Stellung genommen werden. Dennoch
erscheint es sachgerecht, nachstehend einige streitige Punkte im Zusammenhang mit
der Adäquanzprüfung aufzugreifen. Was die (von der Beschwerdegegnerin verneinte;
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act. G 5 S. 5) Frage des Vorliegens des typischen Beschwerdebilds nach
schleudertraumaähnlicher Verletzung betrifft, ist festzuhalten, dass dazu grundsätzlich
auch die anlässlich des Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Rehaklinik E._
Ende 2008 (UV-act. 34) vermerkten, den neuropsychologischen Befund überlagernden
psychischen Probleme sowie Kopfschmerzen und Schlafstörungen gehören. Das
Vorliegen eines typischen Beschwerdebilds lässt sich daher nicht ohne weiteres
verneinen. Die weitere, von der Beschwerdegegnerin bejahte Frage, ob von einer im
Vordergrund stehenden psychischen Beeinträchtigung auszugehen ist, lässt sich erst
nach Klärung der somatischen Situation abschliessend entscheiden. Die Ärzte des
Psychiatrie-Zentrums waren jedenfalls am 4. Februar 2009 als Folge des Unfalls noch
von einer Kombination von körperlichen, neuropsychologischen und psychiatrischen
Probleme ausgegangen (UV-act. 41), und Suva-Arzt med. pract. J._ sprach am 11.
November 2009 von einem komplexen Zusammenhang psychiatrischer und
körperlicher Symptomatik (UV-act. 94). Ein CRPS an der linken Hand, welches
grundsätzlich geeignet ist, psychische Beschwerden auszulösen bzw. zu begünstigen
(vgl. Urteil des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 18. September 2007, UV
2007/34, E. 3c), war erst im Frühjahr 2010 abgeheilt (UV-act. 121). Nicht zulässig ist es
in diesem Zusammenhang, längere Zeit nach einem Unfall, wenn die zum typischen
Beschwerdebild gehörenden physischen Beschwerden weitgehend abgeklungen sind,
die psychische Problematik aber fortbesteht, diese fortan nach der Rechtsprechung zu
den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, während sie in einem früheren Stadium, als
das typische Beschwerdebild noch ausgeprägt war, nach der Schleudertrauma-Praxis
beurteilt worden wäre. Vielmehr ist in einem solchen Fall zu prüfen, ob im Verlaufe der
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen
Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit
ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach
der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen
(Urteil des Bundesgerichts vom 16. August 2007, U 317/06, E. 5.1 mit Hinweis).
Im Weiteren bedingt der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von
Art. 19 Abs. 1 UVG, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde
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Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A.,
Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch
dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustands wird
keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). - Gestützt auf die aktuell bestehende
Aktenlage (vgl. E. 2.2 und insbesondere UV-act. 121, 135, 136, 139, 149; act. G 25.1/7
S. 5 unten, G 31. 1 S. 24 unten) ist davon auszugehen, dass per Ende September 2010
keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die
durchgeführten Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg)
lediglich der Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten.
Die noch vorzunehmenden Abklärungen dürften hier überwiegend wahrscheinlich kein
verändertes Bild ergeben. Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den
Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die
Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende September 2010 an. Laufende
Eingliederungsmassnahmen der IV, wie sie vom Beschwerdeführer angeführt werden
(act. G 1 S. 11f) vermögen den Fallabschluss ebenfalls nicht zu hindern (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Januar 2010, 8C_895/2009, E. 5, mit welchem der Entscheid
des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 8. September 2009, UV 2008/93 [vgl. dort
E. 4.3 zweiter Abschnitt] bestätigt wurde).
Der in Frage stehende Unfall vom 25. Mai 2008 ist aufgrund des Geschehensablaufs -
der Beschwerdeführer befuhr mit seinem Motorrad mit einer Geschwindigkeit von ca.
10-15 km/h einen Kieshügel und übersah dabei, dass der Kieshügel auf der Rückseite
abgebaut war, wodurch er ca. 5 Meter in die Tiefe stürzte (UV-act. 1, 10) - und der
Verletzungen (UV-act. 5) nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches
Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch
Urteile des EVG vom 20. Juli 2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3).
Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den
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schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei
Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein
müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein
kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133
E. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall
auszugehen, allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu
etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und des
Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008,
8C_609/2007, E. 4.1.3). Beim Adäquanzkriterium der Schwere oder besonderen Art der
Verletzung wird mit Blick auf die beiden früheren, in diesem Verfahren aktenmässig
nicht dokumentierten Unfälle mit Schädelbeteiligung (vgl. Sachverhalt A.a) noch zu
prüfen sein, ob der Unfall vom 25. Mai 2008 auf eine Vorschädigung im Kopfbereich
traf (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4).
3.6 Der Beschwerdeführer lässt die Anordnung eines Gerichtsgutachtens beantragen.
Nach der Rechtsprechung aus dem IV-Bereich sind weitere Begutachtungen
grundsätzlich vom Gericht zu veranlassen. Eine Rückweisung bleibt hingegen möglich,
wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage
begründet ist (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2011, 9C_243/2011, E. 4.4.1.3).
Mit Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt ist festzuhalten, dass die Suva im
Wesentlichen auf der Basis eines kreisärztlichen Berichts die Leistungseinstellung
verfügte und in diesem Verfahren suva-ärztliche Aktenberichte einreichte, welche die
kreisärztliche Beurteilung (abgesehen vom Integritätsschaden) im Wesentlichen
bestätigten. Der Kreisarzt-Bericht vermag, wie auch die im vorliegenden Verfahren
nachträglich erstellten suva-ärztlichen Aktenberichte, die sich stellenden medizinischen
Fragen nicht zureichend zu beantworten bzw. alle medizinischen Bereiche
polydisziplinär abzudecken. Die Akten der Invalidenversicherung dürften ebenfalls
zusätzliche Aspekte bringen. Vor diesem Hintergrund erscheint es gerechtfertigt, die
Angelegenheit an die Suva zur Vornahme der medizinischen Abklärungen
zurückzuweisen.
4.
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4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 14. Januar 2011 teilweise gutzuheissen und die
Angelegenheit zur medizinischen - suva-externen - Abklärung der Frage des Vorliegens
von unfallbedingten Gesundheitsschäden an der BWS, der linken Hand und hinsichtlich
der
Lungenfunktion sowie deren Auswirkung auf die Integrität und Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Die Begutachtung durch Dr. F._ führte zur Anerkennung eines unfallbedingten
Integritätsschadens auf Seiten der Beschwerdegegnerin (Dr. G._) und machte
überdies deutlich, dass ein Klärungsbedarf in medizinischer Hinsicht besteht. Die
Beschwerdegegnerin hat dementsprechend auch die Kosten des vom
Beschwerdeführer in Auftrag gegebenen Gutachtens von Dr. F._ im Betrag von Fr.
2'800.-- (act. G 35.2) zu übernehmen.
4.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem
Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung auszurichten (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese wie in
vergleichbaren Verfahren üblich auf pauschal Fr. 4'000.-- festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP