Decision ID: 6212da92-16cf-46ee-a08a-d35832311cd7
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
74
, war von
1996
bis
2000
als
Metzger
tätig
und meldete sich
am
3.
September 2000
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
vgl.
Urk.
8
/1,
Urk.
8/3,
Urk.
8/
5/3-4
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und wies
das Gesuch um Umschulung zum Koch
mit Verfügung vom
9.
Sep
tember 2002
ab (
Urk.
8/5/3-4).
Die dagegen
erhobene Beschwerde hiess
das hies
ige Gericht im Verfahren IV.2002.00540
mit Urteil vom
1
8.
August 2003 gut (
Urk.
8/25
).
1.2
Am 1
7.
März 2004 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung zu
m Leistungsbezug an (
Urk.
8/32). Am
8.
März 2005 teilte die IV-Stelle mit, dass die beruflichen Massnahmen erfolgreich abgeschlossen w
orden seien (
Urk.
8/56).
Mit Verfügung vom
6.
September 2005
gewährte
sie
Kostengut
sprache für ein Hörgerät gemäss Indikationsstufe 3 (
Urk.
8/65).
Mit Mitteilung vom 2
9.
Januar 2007 (ersetzt den Vorbescheid
vom
1
6.
Januar 2007,
Urk.
8/76)
wurde
Kostengutsprache für eine Hörhilfe mit implantierter Komponente
gewährt
(
Urk.
8/80)
. Am
1
8.
Dezember 2012
gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale (
Urk.
8/87).
1.3
Der
Versi
cherte
war zuletzt
vom
1.
Oktober 2007 bis 3
0.
September 2016
bei der
Y._
AG
als Metzger
tätig
(
Urk.
8/115/1-6
Ziff.
2.1). Nach
erfolgter
Kündigung durch den Arbeitgeber (
Urk.
8/115
/7)
stellte er
mit Schreiben
vo
m
6.
Oktober 2016 ein Gesuch für
Unterstützun
g bei der Stellensuche durch
die
Arb
eitsvermittlung (
Urk.
8/89). A
m 2
6.
Oktober 2016
erfolgte die erneute Anmeldung bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (
Urk.
8/97)
. Mit Mitteilung vom
1.
März 2017 gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Signalanlage (
Urk.
8/133).
Am 1
6.
Mai 2017 teilte die IV-Stelle den Abschluss der
Arbeitsvermittlung mit (
Urk.
8/143) und gewährte mit Mitteilung vom 1
6.
Mai
2017 Kostengutsprache für ein SIP-Videophone (
Urk.
8/144).
1.4
Unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall meldete sich der Versicherte am 2
6.
April 2018 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/156
Ziff.
6.1)
. Am 1
0.
Dezember 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
8/178). Nach weiteren erwerb
lichen und medizinischen Abklärungen holte die IV-Stelle
ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am
8.
August 2019
erstattet wurde
(
Urk.
8/212).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/215,
Urk.
8/216,
Urk.
8/226) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Oktober 2020 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/232 =
Urk.
2
/1
).
2.
Der Versicherte erhob am
2.
November 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
Oktober 2020 (
Urk.
2
/1
) und b
eantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab
1.
November 2017 eine seiner Erwerbsfähigkeit entspre
chende IV-Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen, um weitere Abklärungen des medizinischen Sachverhalts vorzunehmen und hernach über seinen Rentenanspruch neu zu verfügen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Dezember 2020 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
1.
Januar 2021 reichte der Beschwerde
führer einen Arztbericht und ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis ein (
Urk.
13-14/1
2).
Mit Gerichtsverfügung vom
2
8.
Januar 2021
wurde
n
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S.
1 Mitte
) die unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsvertretung
bewilligt und dem Beschwerdeführer die Besc
hwerdeantwort
sowie
der Beschwerdegegnerin die Eingabe vom 2
1.
Januar 2021 samt Beilagen
zugestellt (
Urk.
15
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis). Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des
Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2/1) davon aus, dem Beschwerdeführer
sei
aus somatischer Sicht eine angepasste leichte Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
zumutbar. Es sei ihm möglich
,
kleine Gewichte zu
tragen, zu heben, Gegenstände feinmotorisch zu bearbeiten und mit diesen zu hantieren. Tätigkeiten könnten bis zur Horizontalen und mit einer Wechselbelastung in den einzelnen Positionen ausgeführt werden. Gemäss dem polydisziplinären Gutachten liege aus psychiatrischer Sicht eine Leistungsmin
derung von 20
%
vor, welche aufgrund der vorliegenden Akten auf die finanzielle und familiär
e Situation zurückzuführen sei
. Da keine psychiatrische Behandlung durchgeführt werde, scheine der Leidensdruck nicht stark ausgeprägt
zu sein
. Es sei deshalb davon auszugehen, dass diese Einschränkungen nicht langandauernd seien. Es liege somit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit vor. Aus dem Einkommensvergleich resultiere
ein Invaliditätsgrad von 13
%
, womit
kein Anspruch auf eine Invalidenrente
bestehe
. Sollte der Beschwerde
führer Eingliederungsmassnahmen wünschen, könne er ein Gesuch in Briefform einreichen (S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt nicht vollständig und umfassend abgeklärt und wesentliche Beschwerdekomplexe bei der Beurteilung der verbleibenden Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt. So habe sie d
ie gesamte Schulterproblematik
in ihre Abklärungen
nicht mit
einbezogen. Auf
grund der postoperativen Komplikationen sei e
r nicht mehr in der Lage, seinen
dom
inanten rechten Arm einzusetzen. Aufgrund de
s Gesundheitsschadens liege eine volle Erwerbsunfähigkeit vor (S. 5
Ziff.
3). Ferner erfülle das
Z._
-Gutachten die gesetzlichen Anforderungen an ein verwertbares Beweismittel nicht. Die Begut
achtung sei zu einem Zeitpunkt durchgeführt worden, als er sich ohnehin noch in der Erholungsphase nach der letzten Rücken-Operation befunden habe. Er habe sich somit im Begutachtungszeitpunkt noch in einer ungewissen gesund
heitlichen Situation befunden, was eine abschliessende verlässliche Beurteilung des Gesundheitsschadens verunmögliche (S. 5 f.
Ziff.
4). Die Gutachter hätten
zudem
klar festgehalten, dass er in einer angepassten Tätigkeit bei einem zeit
lichen 100%-Pensum nur eine Arbeitsleistung von 80
%
erbringen könne.
Unzu
treffenderweise
gehe die Beschwerdegegnerin davon aus, dass diese Leistungs
reduktion nur vorübergehend sei (S. 6
Ziff.
5). Selbst wenn von einer geringen Restarbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit ausgegangen würde
, sei nicht ersichtlich, welche Arbeit ihm noch zugemutet werden könne (S. 7
Ziff.
8). Unter Würdigung der gesamtgesundheitlichen Situation sowie seines beruflichen Wer
de
gangs müsse vorliegend davon ausgegangen werden, dass er in allen ihm offen
stehenden Tätigkeiten zu 100
%
erwerbsunfähig sei (S. 8
Ziff.
9). Unter Berück
sichtigung der Übergangsfristen könne ab November 2017
durchgehend
von einer anhaltenden Erwerbsunfähigkeit ausgegangen werden, weshalb ihm ab diesem Zeitpunkt eine
ganze IV-Rente zustehe (S. 8
Ziff.
10). Eventuell werde beantragt, dass die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Sachver
haltsabklärung zurückzuweisen sei, da sie die gesamte Schulterproblematik mit Schultersteife und gänzlich fehlender Einsatzmöglichkeit des rechten dominanten Arms in ihrer Beurteilung bisher nicht berücksichtigt habe (S. 8
Ziff.
11).
2.3
Streitig und zu prüfen
ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat und ob diesbezüglich der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, nannte in seinem Bericht vom
6.
Juni 2018 (
Urk.
8/158) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach rezidiver Diskushernien-Operation am 1
6.
März 2018 und Second-Look wegen möglichem Leck am 1
9.
März 2018 auf Höhe L4, L5
-
Status nach Versteifungsoperation am 1
7.
Oktober 2000, L5, S1
-
Status nach HWS-Versteifungsoperation C4, C5 sowie
C5, C6 am 2
4.
März 2009
-
zusätzliche Hörbehinderung seit Geburt
Der Patient sei gelernter Metzger und habe diese Tätigkeit nach der ersten Ver
steifungsoperation am 1
7.
Oktober 2000
gewechselt
. Er habe
den Beruf als Koch
eine gewisse Zeit ausgeführt, sei aber nach Besserung und Beschwerdefreiheit im Bereich des Rückens wieder zur Metzger-Tätigkeit zurückgekehrt. 17 Jahre nach der Erstoperation sei es zu einem Bandscheibenvorfall gekommen mit Zentral
kanal-Stenose. Zuerst sei versucht worden, diese rein konservativ zu therapieren,
was jedoch nicht geklappt habe
.
Letzten Endes
habe eine Versteifungsoperation
durchgeführt werden müssen. Der Patient befinde sich jetzt in der Einheilungs
phase, die voraussichtlich bis zur Primäreinheilung 6 Monate und für stabile Ver
hältnisse bis zu einem Jahr andauern könne. Beruflich könne der Patient aber unmöglich in seinem angestammten Beruf
weiterarbeiten
(S. 1). Zum jetzigen Zeitpunkt könne nicht gesagt werden, wie sich die Gesamtbelastung und Arbeits
fähigkeit weiter entwickeln werde. Es sei auf jeden Fall anzunehmen, dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei einem normalen Heilungsverlauf wieder erreicht werden sollte. Allerdings werde der Zeitraum, bis eine solche Wiederaufnahme wieder möglich sein werde, zirka ein Jahr dauern. Deshalb wäre es sinnvoll, in eine Umschulung einzuwilligen (S. 2).
Im Bericht vom 2
4.
September 2018 (
Urk.
8/166) führte
Dr.
A._
aus, dass die Situation zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor instabil sei. Es müssten sicherlich noch etwa 4 Monate abgewartet und noch eine weitere Verlaufskontrolle gegen Ende des Jahres durchgeführt werden, um zu sehen, ob die oberen Segmente der neuen Belastung tatsächlich standhielten oder nicht. Wäre dies nicht der Fall, so müssten weitere operative Massnahme getätigt werden und der Patient würde langfristig ausfallen. Es wäre fraglich, ob er zumindest mittelfristig überhaupt wieder in einen Arbeitsprozess integriert werden könne (S. 2).
Im Bericht vom 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
8/168) hielt
Dr.
A._
fest, dass Ende November, anfangs Dezember nochmals eine CT-Untersuchung durchgeführt werde. Danach könnte prinzipiell eine Umschulung in Angriff genommen werden. Es sei realistisch, dass ab Operationsdatum vom 1
6.
März 2018 ein Jahr verstrei
chen werde, bis man an eine Umschulung denken könne.
3.2
Die
Ärztinnen und Ärzte
der
Z._
erstatteten am
8.
August 2019 ein polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/212/1-28). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (
Urk.
8/2
12/
16-
28
) sowie auf ihre am 2
4.
April, 7.,
9.
und 1
0.
Mai 2019 in den Disziplinen
Innere Medizin (
Urk.
8/112/29-37
), Psychiatrie
(
Urk.
8/212/38-54)
, Neurologie
(
Urk.
8/212/55-66)
, Orthopädie
(
Urk.
8/212/67-77)
und HNO
(
Urk.
8/212/78-83)
erho
benen Befunde: Sie nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/121
/1-28 S. 7-8):
-
Ertaubung rechts und funktionelle Ertaubung links seit dem Kleinkind
alter, differenzialdiagnostisch (DD) toxisch bedingt
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, mit/bei:
-
aktuell
pseudoradikulärer Reiz
aus
strah
l
u
ng in die linke untere Extre
mität, subjektiv über multiple
Dermatome
reichende Hyposensibilität der linken unteren Extremität; ohne Anhalt für Reflexdifferenzen
-
MRI-LWS (1
6.
Oktober 2018): keine höhergradige Spinalkanalein
engung und kein Nachweis einer Nervenwurzelkompression
-
Status nach Spondylodese und PLIF (
posterior
lumbar
interbody
fusion
) L5/S1 (XIA,
Prospace
) am 1
7.
Oktober 2000 bei Spondylarthrose sowie Diskushernie L5/S1
-
Status nach Diskushernie L4/5 links mit sensomotorischem Reiz
syndrom 2002
-
Status nach Facettengelenksinfiltration am 1
2.
Oktober 2004 L4/5, L5/S1 plus Hüftgelenks-Infiltration rechts am 1
2.
August 2004
-
Status nach Schraubeninfiltration L5/S1 links paravertebral
Faszia
thoracolumbalis am 2
6.
Februar
2009
-
Status nach Gelenksinfiltration L4/5 am 2
6.
Mai 2015
-
Status nach
Hemilaminotomie
links und Osteosynthesemat
erial
entfernung L5/S1 beidseits
bei Diskushernie L4/5 am 2
0.
September 2017, S
pital
B._
-
Status nach Verlängerungsfusion mit Mono PLIF links bei rezidivie
render Diskektomie am 1
6.
März 2018
-
Second Look wegen möglichem
Liquorleck
und Nachdekompression auf Höhe L5/S1 am 1
9.
März 2018
-
chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom, mit/bei:
-
aktuell
residuelle
Hyposensibilität C3/4 rechts
-
Status nach HWS-Versteifungsoperation C4/5 und C5/6 sowie
Forami
no
tomie
vor allem rechtsseitig, Diskektomie beidseits sowie ventrale Cage-fusion nach
Cloward
Robinson
-
Beckenspan-Entnahme von links ventral am 2
4.
März 2009 bei Status nach Diskushernie C4/5 und C5/6, mit a
kuter
Teildenervation
in den re
chtsseitigen C4 und C5 innervierten Segmenten, betont Supra- und Infra
spinatus, etwas weniger ausgeprägt mit Deltoideus
-
Status nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma bei Auffahr
unfall mit Heckkollision am 2
3.
März 2015
-
geringe Omarthrose beidseits
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
als Reaktion auf die Einschränkungen durch die Rückenoperationen und die CTS-Operationen
-
auf dem Hintergrund von akzentuierten selbstunsicheren Persönlich
keitszügen bei Gehörlosigkeit und langjähriger Gewalterfahrung in Kind
heit und Jugend
3.2.1
In internistischer Hinsicht (
Urk.
8/212/
29-37
) konnten keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden (S. 9
Ziff.
5).
3.2.2
Im psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
8/212/38-54)
wurde
insbesondere
festge
halten
, dass sich der Versicherte scheinbar stark über die Körperlichkeit psychisch stabilisiert habe. Er habe ein stark somatisch o
rientiertes Krankheitskonzept. Ein
Konzept für psychische Störungen sei ihm im Untersuchungskonte
xt nicht zugäng
lich gewesen. Psychische
Störungen
habe er
bei sich und der Familie
ver
neint
, dann aber anamnestisch von psychischen Problemen seines Bruders und Vaters
erzählt
und in der testpsychologischen Zusatzuntersuchung von eigenen psychiatrischen Symptomen
berichtet
. Er neige zu einer Dissimulation seiner Beschwerden
. Dies zeige sich auch darin
, dass er wieder in seinen früheren Beruf zurückgegangen sei,
welcher
ihn körperlich überfordert habe (S. 10 Mitte). Die Untersuchung mit Gebärdendolmetscher bei
dem
in der Schriftsprache nur mässig ausgebildeten
Versicherten
sei eingeschränkt gewesen. Trotzdem habe sich gezeigt, dass
mindestens eine leichte depressive Symptomatik
vorliege
. Er habe einen verminderten Antrieb, der sich vor allem in der Schilderung des Tagesab
laufs zeige.
Er habe teilweise Sterbewünsche und auch Suizidgedanken ohne Handlungsdruck. Er weine immer wieder und ziehe sich vermehrt zurück. Das Selbstvertrauen sei deutlich zurückgegangen. Subjektiv habe er ein eingeschränk
tes Gedächtnis. Er habe Schlafstörungen und einen veränderten Appetit. Es könne sich auch um Nebenwirkungen der Opiate handeln,
welche
das klinische Bild
mit
mo
dul
ier
t
en (Libidoverlust, Appetitstörungen, Müdigkeit).
Die aktuelle Symp
tomatik gehe aufgrund des Gesamtkontextes nicht über eine leichte depres
sive Episode hinaus (S. 13 Mitte).
Durch die leichte Depression bestehe eine geringe Einschränkung,
weshalb er
vor allem aktuell ein supportives und stützendes Um
feld benötige. Die Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zeitlich nicht ein
ge
schränkt. Qualitativ liege eine etwa 20%ige Einschränkung der Leistungsfä
higkeit aufgrund der leichten depressiven Symptomatik vor
. Diese scheine sich zwischen 2016 und heute ausgebildet zu haben. Der genaue Zeit
verlauf könne aufgrund der geringen Introspektionsfähigkeit und der fehlenden psychiatrischen Unterlagen nicht rekonstruiert werden (S. 15
Ziff.
8.2). Das Erar
beiten eines psychosomatisch mitmodulierten Krankheitskonzepts und die psychotherapeu
tische Behandlung der leichten Depression könnten für die Lebens
qualität eine positive Auswirkung haben. Der Versicherte sei allerdings aufgrund seines Krank
heitskonzeptes dazu nur beschränkt in der Lage. Eine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit sei durch eine psychotherapeutische Behandlung aufgrund der sprach
-
lichen
Barrieren und der geringen Introspektionsfähigkeit nicht zu erwarten. Bei einer guten Unterstützung im Rahmen von beruflichen Mass
nahmen könne am ehesten mit einer psychischen Stabilisierung gerechnet werden (S. 15 f.
Ziff.
8.3).
3.2.3
In neurologische
r
Hinsicht
(
Urk.
8/212/55-66)
stehe aufgrund der Aktenlage, Anam
nese und der aktuell erhobenen neurologischen Untersuchungsbefunde ein
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer
Rei
z
austrah
lung
in die linke untere Extremität bei Status nach rezidivierenden Diskus
hernien im Vordergrund (S. 8 f.
Ziff.
7.1). Die funktionellen Auswirkungen durch das
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom seien bei fehlendem sicheren Hin
weis auf radikuläre Ausfälle primär von der Schmerzsymptomatik bestimmt, welche über die Jahre chronifiziert sei. Die Nackenbeschwerden durch das chro
nische
zervi
kobrachiale
Schmerzsyndrom stünden anamnestisch bei deutlicher Domi
nanz der lumbalen Beschwerden zwar a
ktuell nicht im Vordergrund, sie
würden jedoch beim Exploranden
zur Wahrnehmung einer zunehmend den gesamten Körper betreffend
en Schmerzsymptomatik beitragen. Die
se
verstärke
die Schmerzperzep
tion insgesamt
und
mache
es zunehmend schwieriger, einzelne Schmerzkompo
nenten voneinander zu differenzieren, im Sinne eines sich entwi
ckelnden gene
ralisierten Schmerzsyndroms (S. 10
Ziff.
7.2). Für die Tätigkeit als Metzger sei der
Explorand nicht mehr geeignet
, die Arbeitsunfähigkeit als Metz
ger sei mindestens seit September 2017 anzunehmen
(S. 10
f.
Ziff.
8.1).
E
ine leichte, wechselbelas
tende Tätigkeit ohne Zwangshaltung, insbesondere nicht vorn
über geneigt respektive ohne häufig notwendige Rotationen um die Körper
achse erscheine möglich (S. 11
Ziff.
8.2).
3.2.4
Auf orthopädischem Fachgebiet
(
Urk.
8/212/67-77)
wurde festgehalten, dass die belastungsabhängigen Beschwerden, verursacht durch die veränderte Statik der
Wirbelsäule nach Versteifungsoperation, teilursächlich für die Beschwerden seien. Dies führe
sowohl
zu einer Einschränkung für Gewichtsbelastungen als auch zu einer Funktionseinschränkung für Tätigkeiten in Zwangspositionen, da diese nicht mehr eingenommen werden könnten. Neben den Beschwerden an der LWS hätten sich in der klinischen Untersuchung auch Beschwerden im Bereich der HWS mit einer eingeschränkten Rotation
und einer
Klopfdolenz
paravertebral gezeigt. Die Beschwerden träten im Vergleich zu den Schmerzen an der LWS in den
Hintergrund
, führten jedoch
aufgrund der veränderten Statik der HWS eben
falls zu einer Belastungseinschränkung. Degenerative Veränderungen am Schul
ter
gelenk, sowohl ossär als auch muskulär, würden zu einer Bewegungs- und Belas
tungseinschränkung führen. Dies lasse sich im vorliegenden Fall objek
tivieren und erkläre die vom Exploranden beschriebenen Schultergelenks
be
schwerden (S. 7 f.). Die geklagten Handgelenksbeschwerden rechtsseitig könnten fachorthopädisch bei Status nach Karpaltunnelspaltung nicht erklärt werden. In der klinischen Untersuchung habe sich eine seitengleiche Handge
lenksbeweglich
keit mit unauffälliger, seitengleicher
Handbeschwielung
gezeigt. Daher könne keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende orthopädische Diagnose am Hand
gelenk objektiviert werden (S. 8 f.).
Dem Exploranden sei es möglich, kleine Gewichte zu tragen, zu heben, Gegen
stände feinmotorisch zu bearbeiten oder mit diesen zu hantieren
,
Tätigkeiten bis zur Horizontalen durchzuführen, eine kurze Zeit zu stehen, eine kurze Zeit zu sitzen und kleinere Gehstrecken zu gehen. Aufgrund der Schulterbeschwerden beidseits bestehe eine Einschränkung für Gewichtsbelastungen (körpernah 10 kg, körperfern 5 kg) sowie für Tätigkeiten über der Horizontalen, welche die Schul
tern zusätzlich belasten. Bezogen auf die LWS und HWS bestehe eine Belastungs
einschränkung für schwere und mittelschwere Gewichte sowie für Tätigkeiten in Zwangspositionen
,
vor
n
übergebeu
g
t oder Tätigkeiten mit häufigen Rotationen um die Körperachse (S. 9
Ziff.
7.2).
Inwieweit dieses rein orthopädische
Belastungsprofil in der Gesamt
schau aller vorliegenden Befunde und Diagnosen
im
Alltag
des
Exploranden umsetzbar sei, sei in der singulären rein orthopädischen Betrachtung nicht abschliessend beur
teilbar,
erscheine jedoch aufgrund der LWS-Beschwerden nicht sicher möglich (S.
9
Ziff.
7.2).
Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei aus fachorthopädischer Sicht seit der Wirbelsäulenoperation vom 2
0.
September 2017 anzunehmen. Für schwere und mittelschwere Tätigkeiten bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Für
leichte körperliche Tätigkeiten
wechselbelastend bestehe eine ganztägige Arbeitsfähig
keit mit folgenden
Einschränkungen
: keine Tätigkei
ten über der Horizontalen, keine Tätigkeiten auf absturzgefährdeten Positionen aufgrund einer verminderten Haltefunktion der oberen Extremität, keine Tätigkeiten in Zwangspositionen
,
vor
n
übergeneigt
oder häufige Rotationen um die Körperachse, keine Vibrations
belastung. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei nach einer medi
zinischen Heilungsphase von sechs Monaten nach den Wirbelsäulenopera
tionen anzunehmen (S. 10
Ziff.
8.2).
3.2.5
In Hals-Nasen-Ohren-ärztlicher Hinsicht
(
Urk.
8/212/78-83)
liege eine Ertaubung rechts sowie eine an eine hochgradige Ertaubung grenzende Schwerhörigkeit links vor, die seit frühester Jugend im Kleinkindalter nach am ehesten toxischer akzidenteller Medikamenteneinnahme vorliege (S. 5
Ziff.
7). Aufgrund der Ertau
bung bestehe eine qualitative Einschränkung dahingehend, dass sämtliche Tätig
keiten, bei denen ein intaktes Gehör oder aber auditive Funktionen nötig seien, nicht möglich seien. Bei sämtlichen anderen Tätigkeiten sei darauf zu achten, dass diese stets unter ausreichender Beleuchtung stattfänden, so dass der Explo
rand die Lippen ablesen könne und keine Gefahrensituationen entstünden, in denen ein intaktes Gehör nötig sei (S. 5
Ziff.
8.1).
3.2.6
D
ie Gutachterinnen und Gutachter
hielten in
der Konsensbeurte
ilung (
Urk.
8/212/
1-13
)
fest,
dass aktuell
im Bereich der LWS bewegungs-
und belas
tungsabhängige Schmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein sowie eine links
seitige Kraftminde
rung des Musculus
quadrizeps
femoris
bestünden
. Radiologisch zeigten sich am
1
6.
März bei Status nach dorsaler Spondylodese keine Bandschei
benhernien, keine relevante
Diskupothaie
und keine höhergradige Spinalkanal
einengung sowie kein Nachweis einer Nervenwurzelkompression. Im Bereich der HWS seien die Schmerzen im Vergleich zu denen im Bereich der LWS geringer und ohne Ausstrahlung, jedoch mit einer eingeschränkten Rotation und einer
Klopfdolenz
paravertebral. Dies aufgrund der veränderten Statik der HWS. Es bestünden beidseitige Schultergelenksbeschwerden mit einer Einschränkung der Beweglich
keit. Es zeige sich eine geringe Arthrose der
Glenohumeralgelenke
beid
seits bei
osteophytären
Anbauten, klinisch bestünden Hinweise auf degenerative Verände
rungen an der
Rotatorenmanschette
. Die geklagten Handgelenks
beschwerden rechts
seitig
könnten bei Status nach Karpaltunnelspaltung und postoperativer Infektion nicht erklärt werden (S. 7 Mitte).
D
urch das somatische Krankheitskonzept und die leichte depressive Symptomatik
bestehe
für die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit eine mit
telschwere Ein
schrän
kung
. Ebenso sei durch die beeinträchtigte Persönlichkeitsstruktur die Selbst
behauptungsfähigkeit mittelschwer eingeschränkt. Es brauche Unterstüt
zung und Anleitung durch den Arbeitgeber, in einem supportiven Umfeld. Nach Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule
könnten Schmerzen persistieren.
Di
e
s führe
sowohl
zu einer Einschränkung für Gewichtsbelastungen, als auch zu einer Funktionseinschränkung für Tätigkeiten in Zwangspositionen, da diese nicht mehr eingenommen werden könnten, als auch zu generellen Bewegungs
einschränkungen (Rotation, vornübergebeugt, Reklination). Degenerative Verän
derungen am Schultergelenk, sowohl ossär als auch muskulär, führten zu einer Bewegungs- und Belastungseinschränkung (S. 9 4.3). Der Explorand neige zu einer Dissimulation von Schmerzen und psychiatrischen Aspekten. Es bestehe kein Anhalt für Verdeutlichung, Simulation oder Aggravation. Die Einschrän
kungen seien anhand der objektiven Befund zwanglos herleitbar (S. 10
Ziff.
4.6).
Für die angestammte Tätigkeit als Metzger bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit seit mindestens November 2016
, zum Zeitpunkt der Antragstellung der Über
nahme in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
(vgl.
Urk.
8/118/11-12)
, da die Gabe von Lexotanil zum Schlafen nicht mehr ausgereicht habe
(S. 10
Ziff.
4.7). In einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit mit einer 80%igen Leistungsfähigkeit. Die Einschränkung liege in quali
tativer Hinsicht aufgrund der leichten depressiven Symptomatik vor. Bei ange
passten Tätigkeiten müsse die Gehörlosigkeit des Exploranden berücksichtigt werden. Dies bedeute, dass die Tätigkeit in einem Umfeld stattfinden müsse, welches den stetigen Sichtkontakt ermögliche, damit eine Kommunikation durch Lippenablesen möglich wäre. Es bestehe ein minimales Resthörvermögen einsei
tig. Daher dürfe es kein Lärmarbeitsplatz sein, um dieses nicht noch zu ver
schlechtern. Gefahrensituationen müssten auch visuell erkennbar sein. Für Tätig
keiten, die telefonische Aufgaben beinhalteten, benötige er einen Dolmetscher. Dies, weil seine Fähigkeit zur schriftlichen Kommunika
tion anamnestisch begrenzt sei
. Durch die leichte Depression bestehe eine geringe Einschränkung, die vor allem aktuell ein supportives und stützendes Umfeld benötige. De
m
Explo
randen sei es möglich, kleine Gewichte zu tragen, zu heben, Gegenstände feinmotorisch zu bearbeiten oder mit diesen zu hantieren, Tätigkeiten bis zur Horizontale durchzuführen, eine Wechselbelastung mit jeweils nur kurzen Zeit
abschnitten in den einzelnen Positionen. Bezogen auf die LWS und HWS nach Versteifungsoperation bestehe eine
Belastungseinschränkung für schwere und mittelschwere Gewichte sowie für Tätigkeiten in Zwangspositionen nach vorn
übergebeugt oder Tätigkeiten mit häufigen Rotationen um die Körperachse. Nicht möglich aufgrund der Schulterbeschwerden beidseits seien Gewichtsbelastungen (
k
örpernah 10 kg, körperfern 5 kg) sowie Tätigkeiten
über der Horizontalen, welche die Schultern zusätzlich belasteten und keine Arbeiten im Kühlbereich (S.
10
f.
Ziff.
4.8).
Die Leistungsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zeitlich nicht eingeschränkt. Qualitativ liege eine etwa 20%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit vor. Diese Einschränkung bestehe seit dem Zeitpunkt der ersten psychiatrischen Unter
suchung 2016 bis zur Wirbelsäulenoperation im September 2017 und erneut ab einem halben Jahr postoperativ. Dazwischen (September 2017 bis 6 Monate postoperativ) bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit (S. 10
Ziff.
4.8).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 1
5.
August 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
8/214
S. 6-8) und gelangte zum Schluss, dass das Gutachten insbesondere plausible Diagnosen und nachvollziehbare Schlussfolgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähigkeit des Versi
cherten enthalte, weshalb darauf abzustellen sei (S. 8).
3.4
In der von der Beschwerdegegnerin am
5.
September 2019 vorgenommenen Ressourcenprüfung (
Urk.
8/214 S. 8-10) wurde festgehalten, die 20%ige Leis
tungseinschränkung ergebe sich gemäss Gutachten aus einer leichten depres
siven Episode als Reaktion auf die Einschränkungen durch die Rückenopera
tionen und die CTS-Operationen
, auf dem Hintergrund von akzentuierten selbstunsi
cheren Persönlichkeitszügen bei
Gehörlosigkeit und langjähriger Gewalter
fahrung in Kindheit und Jugend
. Trotz der Gehörlosigkeit und der langjährigen Gewalter
fahrung in der Kindheit und Jugend habe der Versicherte die Lehre als Metzger und als Koch absolvieren können. Trotz diesen Einschränkungen habe er langjäh
rige Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt ausüben können. Es finde keine psy
chiatrische Behandlung statt. Der Leidensdruck scheine somit nicht stark aus
geprägt.
Der Versicherte
sei der Meinung, dass er keine Behandlung benötige. Gemäss den Aussagen im Gutachten könne er seinen Tagesablauf mit der 2-jäh
rigen Tochter unter Berücksichtigung der körperlichen Beschwerden gut meistern. Zudem lägen psychosoziale Faktoren (Arbeitsplatzverlust, familiäre und finan
zielle Sorgen) vor. Daraus folge, dass die leichte depressive Ep
isode nicht länger andauernd
und somit ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei. Es sei daher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen (S. 10).
3.5
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Vorau
ssetzungen sind hinsichtlich der
im Rahmen des Beschwerde
-
verfahrens eingereichten Berichte der
Ärzte
des Universitätsspitals
D._
vom September 2020 (
Urk.
3/4) sowie der Ärzte d
er Universitätsklinik
E._
vom
Oktober 2020 (
Urk.
3/3)
und Januar 2021 (
Urk.
14/1)
erfüllt, weshalb diese vor
liegend berücksichtigt werden können.
3.
6
PD
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsappa
rates
, Universitätsklinik
E._
, nannte in seinem Bericht vom
8.
Oktober 2020 über die Verlaufskontrolle vom 3
0.
September 2020 (
Urk.
3/3) die folgenden Diagnosen (S. 1
-2
):
-
Status nach offener
reorientierender
posteriorer
Schulterstabilisation mit autologer J-Spanplastik vom Beckenkamm rechts vom
9.
Juli 2020, mit/bei:
-
aktuell: Verdacht auf postoperative
Frozen
shoulder
rechts
-
posterior
betonte Omarthrose mit ausgeprägter
Glenoiddysplasie
(Typ C nach Walch) der rechten Schulter
-
intermittierend Schulterhebeparese der Wurzel C4/C5 rechts, mit/bei:
-
dorsomedialer
dreifasiger
Diskushernie C4/C5 rechts sowie C5/C6
-
Implantation eines
Wirbelsäulenspacers
auf beiden Etagen
(am 1
4.
März 2009 durch
Dr.
A._
)
-
Lumboischialgie
links
-
Status nach Revision
Liquorleck
mit
Duranaht
und Patch mittels freiem Muskellappen am 2
6.
März 2018
-
kleines
Liquorleck
-
Second Look mit Nachkompression am 1
9.
März 2018
-
Verdacht auf
Liquorleck
-
Status nach Re-Diskektomie und Verlängerungsfusion mit mono PLIF von links am 1
6.
März 2018
-
Status nach Dekompression und Bandscheibenreduktion L4/L5 vom 1
2.
September 2017
-
Status nach Spondylodese L5/S1 2000
-
Status nach
cranio-zervicalem
Beschleunigungstrauma am 2
3.
März 2015, mit/bei:
-
Heckkollision bei Auffahrunfall
-
chronische Reizung des
Nervus
medianus und
Nervus
ulnaris
, Höhe Hand
gelenk rechts, mit/bei:
-
sonographisch mechanischer Irritation durch FDS III Sehnenstumpf auf Höhe RASCETTA
-
Status nach Karpaltunnelspaltung und partieller Dekompression Loge
-
de-
Guyon
rechts am 1
5.
November 2015 (
Dr.
med.
G._
)
-
Status nach K
arpaltunneloperation links
im August 2005
-
Status nach traumatischer Amputation des
Dig
. III rechts als Kind
-
angeborene Schwerhörigkeit mit schwerer Sprachbehinderung
-
leichte Niereninsuffizienz
-
rezidivierende Epistaxis im Bereich des
Locus
Kiesselbachi
-
Status nach SIRS
Aufgrund der Anamnese und der klinischen Befunde in Zusammenhang mit dem typisch verzögerten Auftreten nach der Operation gehe er von einer postopera
tiven Kapsulitis/
Frozen
shoulder
aus. In acht Wochen finde die nächste klinisch radiologische Verlaufskontrolle in seiner Sprechstunde statt (S. 2).
3.7
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.6
) und med.
pract
.
H._
stellten in ihrem Bericht vom 1
4.
Januar 2021 (
Urk.
14/1) die folgenden Diagnosen (S. 1)
-
Status nach offener
reorientierender
posteriorer
Schulterstabilisation mit autologer J-Spanplastik vom Beckenkamm rechts vom
9.
Juli 2020, mit/bei:
-
aktuell: postoperative
Frozen
shoulder
rechts
-
posterior
betonte Omarthrose mit ausgeprägter
Glenoiddysplasie
(Typ
C nach Walch) der rechten Schulter
-
intermittierend Schulterhebeparese der Wurzel C4/C5 rechts, mit/bei:
-
dorsomedialer
dreifasiger
Diskushernie C4/C5 rechts sowie C5/C6
-
Implantation eines
Wirbelsäulenspacers
auf beiden Etagen
(am 1
4.
März 2009 durch
Dr.
A._
)
-
chronische Reizung des
Nervus
medianus und
Nervus
ulnaris
, Höhe Hand
gelenk rechts, mit/bei:
-
sonographisch mechanischer Irritation durch FDS III Sehnenstumpf auf Höhe RASCETTA
-
Status nach Karpaltunnelspaltung und partieller Dekompression Loge-de-
Guyon
rechts am 1
5.
November 2015 (
Dr.
med.
G._
)
-
Status nach Karpaltunneloperation links
im August 2005
-
Status nach traumatischer Amputation des
Dig
. III rechts als Kind
-
angeborene Schwerhörigkeit mit schwerer Sprachbehinderung
4 Monate postoperativ bestehe ein langwieriger Heilungsverlauf bei postope
rativer
Frozen
s
houlder
. Die initiale postoperative Beschwerdeverbesserung mit nun
erneuter Schmerzprogredienz werde am ehesten mit der postoperativen
Frozen
s
houlder
erklärt. Differenzialdiagnostisch müsse jedoch auch eine akti
vierte Omarthrose in Erwägung gezogen werden
. Langfristig sei bei ausge
prägter Om
ar
t
h
rose operativ die Implantation einer anatomischen oder i
n
versen Schulter
prothese zu erwägen (S. 2).
4.
4.1
Vorab ist
festzuhalten
, dass das
Z._
-Gu
tachten vom August 2019 (vorstehend E. 3.2
), welches auf den notwendigen
allgemeininternistischen, psychiatrischen, neurologischen, orthopädischen und Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Untersuchun
gen beruht
und in Kenntnis der
Vorakten
erging,
grundsätzlich
die an eine beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage gestellte
n Anforderungen (vor
stehend E. 1.6
) erfüllt
. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation
im Wesentlichen
ein
und enthält nachvollziehbar begründete Schussfolgerungen
, weshalb grund
sätzlich darauf abgestellt werden
kann.
4.2
In psychiatrischer Hinsicht wurde beim Beschwerdeführer eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostiziert. Die Gutachterinnen und Gut
achter gelangten zum Schluss, dass
aufgrund der leichten depressiven
Sympto
matik
von einer 20%igen Einschränkung der Leis
tungs
fähigkeit
des Beschwerde
führers
seit der ersten psychiatrischen Untersu
chung 2016
(vgl.
Urk.
8/126
Ziff.
1.2)
a
uszugehen sei. Aufgrund der leichten Depression benötige der Beschwerdeführer vor allem aktuell ein supportives und stützendes Umfeld
(vgl. vorstehend E. 3.2.2 und 3.2.6
).
RAD-
Arzt
Dr.
C._
, welchem
das
Z._
-Gutachten durch die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung vorgelegen wurde
,
erachtete
dieses
insbesondere hinsichtlich der gestellten Diagnosen sowie der attestierten Lei
stungsfähigkeit des Beschwerde
führers
als umfassend und nachvollziehbar
(vgl. vorstehend E. 3.3
)
.
Demgegenüber gelangte die Beschwerdegegnerin - abweichend von der Beurtei
lung
der Arbeitsfähigkeit im
Z._
-G
utachten
- auf Grundlage ihrer Ressourcen
prüfung vom
September 2019 (vorstehend E. 3.4
) zum Schluss, dass
die
Ein
schränkungen nicht langandauernd seien, weshalb
der
in psychiatrischer Hinsicht festgestellte
n
Leistungsminderung von 20
%
nicht gefolgt werden könne und statt
dessen
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszu
gehen sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
4
.3
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschät
zung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträch
tigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren au
f Arbeitsunfähigkeit schliessen
lassen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweis
-
würdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beant
wortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine
lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweis
themen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamt
bild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
4.4
Die Abweichung von der gutachterlich attestierten Leistungsfähig
keit begründete die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen mit dem Vorliegen von psychosozialen Faktoren (finanzielle und familiäre Situation) sowie eines gerin
gen Leidens
drucks
, da der Beschwerdeführer
aktuell nicht in psychiatrischer Behandlung stehe.
Dem ist entgegenzuhalten, dass die
Gutachterinnen und Gutachter der
Z._
anhand
einer umfassenden
,
klinisch-psychiatrischen Befunderhebung
insbeson
dere einen verminderten
Antrieb, Sterbewünsche, häufiges Weinen,
einen ver
mehrten
Rückzug, ein eingeschränktes Selbstvertrauen und Gedächtnis, Schlaf
stö
rungen sowie ein
en veränderten Appetit feststellten
(
Urk.
8/212/50 S. 13).
Gestützt auf die leichte depressive Symptomatik sowie die beeinträchtigte Persön
lich
keitsstruktur gingen sie nachvollziehbar von mittelschweren Einschrän
kungen in den Bereichen Flexibilität, Umstellungsfähigkeit und Selbstbehaup
tungs
fähigkeit aus (
Urk.
8/212/9
Ziff.
4.3). Die Beurteilung der Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers erfolgte somit anhand eines medizinischen Substrats, das
fach
ärztlichers
eits
schlüssig festgestellt wurde
und
nachgewie
senermassen die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers zu beeinträchtigen ver
mag. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin liegt damit eine, von allfäl
ligen psychosozialen Belastungsfaktoren zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte, psychische Störung mit Auswirkungen auf die Leistungsfähig
keit des Beschwer
de
führers vor
(vgl. (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundes
gerichts 9C_543/2018 vom 2
1.
November 2018 E. 2.2).
Hinsichtlich des erwähnten Leidensdrucks ist sodann festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur aus fachärztlicher Sicht kein psychiatrisches Krankheitsverständnis zugesprochen wurde. Des Wei
teren neige er zu einer Dissimulation von Schmerzen allgemein sowie von psychi
atrischen Aspekten. Anlässlich der Begutachtung fand sich kein Anhalt für Verdeutlichung, Simulation oder Aggravation und die Einschränkungen waren anhand der objektiven Befunde zwanglos herleitbar (vgl.
Urk.
8/212/9-10
Ziff.
4.4,
Ziff.
4.6,
Urk.
8/212/47 S. 10,
Urk.
8/212/51
Ziff.
7.3). A
ufgrund der
(taubheitsbedingten)
sprachlichen Barrieren und der geringen Introspektions
fähigkeit
sei
aus Sicht des psychiatrischen Gutachters
sodann
keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch eine psychotherapeutische Behandlung zu erwarten (
Urk.
8/212/53
Ziff.
8.3).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
kann aufgrund der fehlenden psychiatrischen Behandlung
somit
nicht
auch
auf einen fehlenden Leidensdruck geschlossen werden.
4
.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Gutachterinnen und Gutachter der
Z._
ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und
nachvollziehbar begründeten. Sie legten substantiiert dar
, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressour
cen in qualitativer Hinsicht
in der von ihnen attestierten Leistungsmin
derung von 20
%
zu schmälern vermögen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachweis
en, weshalb hinsichtlich der attestierten Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das Gutachten abzustellen ist.
Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sich das Gutachten an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsver
mögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist damit klar zu bejahen.
Die medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung hat demzufolge auch aus juristischer Sicht Bestand und es liegt kein triftiger Grund im Sinne der Rechtsprechung vor, der ein Abweichen davon in rechtlicher Hinsicht gebietet. Indem die Beschwerdegegnerin entgegen der RAD-Beurteilung und lediglich gestützt
auf die Ressourcenprüfung vom Sep
tember 2019 (vorstehend 3.4
) von der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im
Z._
-Gut
achten abwich, nahm sie eine unzulässige juristische Parallelbeurt
eilung vor (vgl. vorstehend E. 4.3
).
Somit ist
festzuhalten
, dass
in psychiatrischer Hinsicht
eine 20%ige Leistungsminderung
seit Dezember 2016, dem
Zeitpunkt der erstmal
igen psychiatrischen Behandlung (vgl.
Urk.
8/126
Ziff.
1.2)
,
ausgewiesen ist.
5.
5.1
In somatischer Hinsicht diagnostizierten d
i
e Gutachterinnen und Gutachter
eine Ertaubung rechts
sowie eine
funktionelle Ertaubung links seit dem Kleinkindalter, ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, ein chronisches
z
erviko
brachiales
Schmerzsyndrom sowie
eine geringe Omarthrose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.2
)
.
A
ufgrund der Schmerzen und durch
geführten Operationen im Bereich der LWS und HWS
erachteten sie den Beschwerdeführer
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Metzger seit mindestens November 2016
als zu 100
%
arbeitsunfähig
.
Die
s ist vorliegend nicht streitig
und erweist sich in Anbetracht der ausgewiesenen Befunde und des Anforde
rungsprofils der Tätigkeit als Metzger als nachvollziehbar.
In einer optimal angepassten Tätigkeit
gingen sie in somatischer Hinsicht von einer
100%ige Arbeitsfähigkeit
(
mit einer
2
0%igen Leistungs
minderung
aus psy
chiatrischen Gründen
, vgl. vorstehend E.
E. 3.2.2 und 3.2.6
)
seit dem Zeitpunkt der ersten psychiatrischen Untersuchung 2016 bis zur Wirbelsäulenoperation am 1
2.
September 2017
(vgl.
Urk.
8/184/3-4
) sowie erneut ab einem halben Jahr post
operativ
aus
.
Dazwischen, vom 1
2.
September 2017 bis 1
2.
März 2018,
habe eine
v
olle
Arbeitsun
fähigkeit für jede Tätigkeit bestanden
(vorstehend E. 3.2.6
).
5.2
Hinsichtlich der geklagten Beschwerden der LWS wurden anlässlich der klini
schen Untersuchung bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen mit Aus
strahlung in das linke Bein sowie eine linksseitige Kraftminderung des Musculus
quadrizeps
bestätigt, wobei sich radiologisch keine Bandscheibenhernien, keine relevante Diskopathie und keine höhergradige Spinalkanaleinengung sowie kein Nachweis einer Nervenwurzelkompression zeigte
n
.
Im orthopädischen Teilgut
achten wurde ausgeführt
, dass die durch die veränderte Statik der Wirbelsäule nach Versteifungsoperation verursachten belastungsabhängigen Beschwerden teil
ursächlic
h
für das Beschwerdebild seien. Der Gutachter
legte diesbezüglich nachvollziehbar dar, dass die ausgewiesenen Beschwerden
zu Einschränk
ungen für Gewichtsbelastungen sowie
zu einer Funktionseinschränkung für Tätigkeiten in Zwangspositionen
führten. Des Weiteren liessen sich auch hinsichtlich der geklagten Beschwerden im Bereich der HWS und der beidseitigen Schultergelenke Funktionseinschränkungen im Sinne von Bewegungs- und Belastungseinschrän
kungen feststellen
(vgl.
vorstehend E. 3.2.4
und 3.2.6
).
In Bezug auf die Ertaubung erachteten die Gutachterinnen und Gutachter ein
aus
-
reichende
s
Sprachverständnis
als nicht möglich
, sodass
der Beschwerdeführer
durch Lippenablesen oder in Gebärdensprache kommuniziere. Sämtliche Tätig
keiten, in denen ein intaktes Gehör oder aber auditive Funktionen nötig seien
, seien nicht möglich (vgl.
vorste
hend E. 3.2.5
).
5
.3
Das genannte Belastungsprofil
(vgl.
vorstehend E. 3.2.6
)
berücksichtigt die
im Zeitpunkt der Begutachtung erhobenen
relevanten Befunde im Bereich der LWS, HWS, Schultern sowie hinsichtlich der Einschränkung aufgrund der Ertaubung vollumfänglich
und erweist sich als umfassend dargelegt und schlüssig begrün
det. In Bezug auf die Beschwerden der LWS und HWS besteht eine Belastungs
einschränkung für schwere und mittelschwere Gewichte sowie für Tätigkeiten in Zwangspositionen nach vorn übergebeu
g
t oder Tätigkeiten mit häufigen Rota
tionen um die Körperachse. Aufgrund der Schulterbeschwerden beidseits nicht möglich sind Gewichtsbelastungen (körpernah 10 kg, körperfern 5 kg) sowie Tätig
keiten über der Horizontalen, welche die Schultern zusätzlich belasten sowie keine Arbeiten im
Kühlbereich. Ferner darf es kein Lärmarbeitsplatz sein und Gefahrensituationen müssen auch visuell erkennbar sein. Möglich ist es dem Beschwer
deführer kleine Gewichte zu tragen, zu heben, Gegenstände feinmoto
risch zu bearbeiten oder mit diesen zu hantieren, Tätigkeiten bis zur Horizon
talen
durchzuführen sowie eine Wechselbelastung mit jeweils nur kurzen Zeitab
schnitten in den einzelnen Positionen. Letzteres dürfte auch die im orthopä
dischen Teilgutachten erwähnte
mögliche
Belastung, welche insbesondere ledig
lich kurzes Stehen, kurzes Sitzen sowie kleinere Gehstrecken beinhaltet (vgl.
vor
stehend E. 3.2.4
), umfassen.
5.4
Die
im Zeitpunkt der Begutachtung in somatischer Hinsicht
attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit (mit einer 20%igen Leistungsminderung aus psychiatrischen Gründen)
erweist sich unter Berücksichtigung
des umfassenden Belastungsprofils
als grundsätzlich
nachvollziehbar.
Als nicht schlüssig erweist sich indes, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit lediglich der 6-monatige postoperative Verlauf nach der
Wirbelsäulenoperation vom September 2017
berücksichtigt wurde
.
Der Konsensbeurteilung sind bezüg
lich des postoperativen Verlaufs
nach der LWS-Operation mit Second Look vom März 2018
und dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
aus nicht bekann
ten Gründen
keine Angaben zu entnehmen.
Im orthopädischen Teilgutachten wurde zwar festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nach einer medizinischen Heilungsphase von sechs Monaten nach den Wirbel
säulenoperationen anzunehmen se
i (vgl. vorstehend E. 3.2.4
), was jedoch
nicht auch
ein Eingang in die polydisziplinäre Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
fand. So ging bereits RAD-Arzt
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom
7.
Januar 2019 davon aus, dass für eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit medizintheo
retisch tatsächlich, wie von
Dr.
A._
angegeben, spätestens ab der LWS-Opera
tion vom 1
6.
März 2018 keine Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Wie lange diese
vor
ge
legen
habe und ob wirklich noch immer selbst eine leichte, wechselbelas
tende Tätigkeit nicht möglich sei, lasse sich angesichts vollständig fehlender aktu
eller klinischer Befunde
aus seiner Sicht
jedoch nicht beurteilen
(
Urk.
8
/214 S. 5
Ziff.
4)
.
Somit fehlt es dem Gutachten in Bezug auf den postoperativen Verlauf nach dem Eingriff im März 2018 an einer verlässlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, weshalb sich diesbezüglich weitere Abklärungen aufdrängen.
5.5
Der Beschwerdeführer machte
des Weiteren
geltend, dass sich sein Gesundheits
zustand seit der polydisziplinären Begutachtung weiter verschlechte
rt habe (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
11)
.
Den im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten medizinischen Berich
ten ist insbesondere zu entnehmen, dass am
9.
Juli 2020 und somit vor Verfü
gungserlass
am
1.
Oktober 2020 (
Urk.
2/1
) eine Schulterstabilisations-Operation durchgeführt worden
ist
.
Dr.
F._
stellte
2.5 Monate postoperativ
die Ver
dachtsdiagnose
eine
r
Frozen
shoulder
(vgl. vorstehend E. 3.6
). Dieser Verdacht wurde
im Bericht vom 1
4.
Janu
ar 2021 (vgl. vorstehend E. 3.7
) bestätigt, jedoch zogen die Ärzte differenzialdiagnostisch auch eine aktivierte Omarthrose in Erwägung.
Des Weiteren
wurde in den
Berichten
vom Oktober 2020 und vom Januar 2021
(vorstehend E. 3.6-3.7
)
neu eine intermittierende Schulterhebeparese der Wurzel C4/C5 bei
dorsomedialer
dreiphasiger Diskushernie C4/C5 rechts sowie C5/C6
genannt.
Mit den neu eingereichten Berichten
, in welchen eine Schulterstabilisations-Ope
ration
nach der Begutachtung aber
vor Verfügungserlass
und neue Diagnosen erwähnt wurden,
lässt sich
eine allfällige Verschlechterung des Gesundheits
zu
stands des Beschwerdeführers
zwischen der Begutachtung und dem Verfü
gungs
erlass
nicht
ausschliessen
.
Es stellt sich vorliegend somit die Frage, inwie
fern die neu hinzugetretenen Beschwerden, die
Frozen
shoulder
rechts (DD
aktivierte
Omarth
rose) sowie die intermittierende Schul
terhebeparese der Wurzel C4/C5
,
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in an
gepassten Tätigkeiten zeitigen. Dies
bezüglich erweisen sich weitere Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin als notwendig
, wobei
insbesondere auch der postoperative Verlauf nach der
Schul
ter
stabilisations-Operation
vom Juli 2020 in d
ie Beurteilung miteinzube
ziehen ist.
In Bezug auf die bereits im Rahmen der Begutachtung festgestellten Schulterbe
schwerden beidseits aufgrund degenerativer Veränderungen am Schultergelenk ist es
dem Beschwerdeführer gemäss
Belastungsprofil nicht mehr möglich Gewichts
belastungen (körpernah 10 kg, körperfern 5 kg) sowie Tätigkeiten über der Horizontalen, welche die Schultern zusätzlich belasten,
zu tätigen (vgl. vor
stehend E. 3.2.6 und 5.3
).
In Anbetracht der
neu hinzugetretenen Beschwerden
hat die Beschwerdegegnerin
des Weiteren
zu klären,
ob und inwieweit
weitere Einschränkung
en
d
es
Belastungsprofil
s,
insbesondere
aufgrund
ein
es
allfällig
ver
mehrten
Pausenbe
darf
s
oder eine
r
Einschränkung
in zeitlicher Hinsicht,
r
esul
tieren
.
5.6
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte 100%ige Erwerbsunfähigkeit anb
elangt (
Urk.
1 S. 7 f.
Ziff.
8), so hat die Beschwerdegegnerin nach erneuter Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und Erstellung eines aktuellen Belastungsprofils
im Sinne der vorstehenden Erwägungen
zu beurteilen, ob
unter Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen
von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit auszu
gehen ist (vgl. vorsteh
end E. 1.4
).
Falls sie zum Schluss gelangt, dass die Rest
arbeitsf
ähigkeit verwertbar ist, drängen sich im konkreten Fall aufgrund der
umfang
reichen Einschränkungen weitere
berufsberaterische
Abklärungen, insbe
sondere die Erstellung eines Gutachtens durch die Berufsberatung, auf. Dieses hat darüber Auskunft zu geben,
welche
Tätigkeiten
unter Berücksichtigung des ein
geschränkten Belastungsprofils
aufgrund der vorliegend sehr spezifischen Anfor
derungen zufolge der Taubheit, der LWS-, HWS- und Schulterbeschwerden sowie der psychischen Beeinträchtigung (vgl. vorstehend E. 3.2.6)
des Beschwerde
führers noch in Betracht fallen
und welche beruflichen Massnahmen
sich diesbe
züglich als
erforderlich
erweisen.
5.7
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt gestützt auf das
Z._
-Gut
achten dahingehend erstellt, dass
der Beschwerdeführer seit mindestens Novem
ber 2016
in seiner angestammten Tätigkeit als Metzger zu 10
0
%
arbeitsunfähig ist.
In einer optimal angepassten Tätigkeit liegt seit Dezember 2016 eine 80%ige Leistungsfähigkeit vor.
Seit der Wirbelsäulenoperation im September 2017 bis 6
Monate postoperativ war der Beschwerdeführer auch angepasst zu 100
%
arbeits
unfähig.
Nicht
rechtsgenüglich abgeklärt wurde indes, w
ie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten postoperativ nach der erneuten Operation mit S
econd Look im März 2018 verhält
.
Ferner
erweisen sich
weitere Abklärungen
bezüglich
der neu hinzugetretenen Beschwerden
und
deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
insbesondere zum postoperativen Verlauf nach der
Schulterstabilisa
tions-Operation
im Juli
2020
sowie
zum Belastungsprofil unter Berücksichtigun
g der neuen Befunde als notwendig
.
Die Beschwerdegegnerin hat nach erfolgten Abklärungen
überdies zu beurteilen, wie es sich mit der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verhält.
Gelangt
sie zum Schluss, dass die Verwertbarkeit gegeben ist, hat sie ein
berufsberaterisches
Gutachten erstellen zu lassen, welches über die noch in Betracht fallenden
Tätig
keiten unter Berücksichtigung des eingeschränkten Belastungsprofils und
über die
diesbezüglich
erforderlichen beruflichen Massnahmen Auskunft gibt.
6.
6.1
Gemäss
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
8/214 S. 11 oben) und Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
10) ist das Wartejahr am
1.
November 2016 zu eröffnen, was angesichts der ab diesem Zeitpunkt attestierten Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit a
ls Metzger (vgl. vorstehend E. 3.2.6
) nicht zu beanstanden ist. In Übereinstimmung mit den Angaben
der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
8/
214 S. 11 oben)
ist vorliegend
nicht von einer verspäteten Anmeldung auszu
gehen.
Der
Beschwerdeführer meldete sich bereits mit Schreiben
vom
6.
Okto
ber 2016
(
Urk.
8/89) respektive
mit
erneuter Anmeldung vom
2
6.
Oktober 2016
(
Urk.
8/97) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Insbe
sondere auf Grundlage der im Rahmen der erneuten Anmeldung eingeforderten medizi
ni
schen Berichte wurde im
Z._
-Gutachten nachvollziehbar seit November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit respektive seit Dezember 2016 eine 20%ige Leistungsminderung in einer angepassten Tätigkeit attestiert. Somit waren die für den Leistungsanspruch erforderlichen Vorausset
zungen bereits anlässlich der Abklärungen im Rahmen der Anmeldung vom Oktober 2016 erfüllt. Die Beschwerdegegnerin verzichtete indes mit Schreiben vom 2
0.
Dezem
ber 2017 ausdrücklich auf eine Rentenprüfung (
Urk.
8/148). Erfolgt bei dieser Ausgangslage eine erneute Anmeldung zum Leistungsbezug, so unterliegt die
spätere Nachzahlung von Leistungen
lediglich
einer absoluten Ver
wirkungsfrist von 5 Jahren, rückwärts gerechnet ab dem Zeitpunkt der Neuan
meldung
(vgl.
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV (KSIH),
Rz
2029).
Entsprechend
entsteht
ein allfälliger
Rentenanspruch des
Beschwerde
führer
s am
1.
November 2017.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
mög
lichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
6.3
6.3.1
Für die Berechnung des
Valideneinkommens
stützte sich die Beschwerdegegnerin in ihrem Einkommensvergleich vom 3
0.
September 2019 (
Urk.
8/213) auf das vom
Beschwerdeführer
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) in den Jahren
2013-
2015 durchschnittlich erzielte Einkommen (2013:
Fr.
75'073.--, 2014:
Fr.
73'526.--, 2015:
Fr.
60'007.--).
Dies ergibt ein Durch
schnitteinkommen von
Fr.
69'445.3
5.
Unter Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung
errechnete sie
für das Jahr 2018
ein
Vali
deneinkommen
von
Fr.
70'492.20
.
6.3.2
Gemäss
Arbeitgeberfragebogen
wurde dem Beschwerdeführer
infolge Umstruktu
rierung
per 3
0.
September 2016
gekündigt
(
Urk.
8/115/1-6
Ziff.
2.1
; Kündigung vom 2
0.
Juli 2016,
Urk.
8/115/7
).
Somit hätte die Berechnung des
Validenein
kommens
grundsätzlich anhand der LSE z
u erfolgen (vgl. vorstehend E. 6.2
).
Bereits in den Jahren 2015-2016 sind indes diverse gesundheitliche Beeinträch
tigungen aktenkundig, welche insbesondere zu Arbeitsausfällen führten
(vgl.
Urk.
8/118/7-10
Ziff.
1.4).
Dr.
I._
legte sodann nachvollziehbar dar
, dass der Beschwerdeführer wahrscheinlich aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit seine Stelle verloren hatte (vgl.
Urk.
8/118/11-12 S. 1).
Ausserdem wies die Arbeitge
berin im Arbeitgeberfragebogen darauf hin, dass die Arbeitszeit je nach Arbeits
fähigkeitszeugnis verschieden gewesen sei (
Urk.
8/115/2).
Es liegen somit kon
krete Anhaltspunkte vor, dass die seit 2015 aktenkundigen gesundheitlichen Beschwer
den wesentlich zu der Kündigung im Jahr 2016 beitrugen, weshalb grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin für die Bestim
mung des
Valideneinkommens
vorliegend
nicht auf die LSE abstellte.
Im Übrigen
würde bei Anwendung der LSE aufgrund der abgeschlossenen Berufs
lehre und langjährigen spezifischen Erfahrung das Kompetenzniveau 3 zur Anwen
dung gelangen, womit das Einkommen im Rahmen des gemäss IK-Auszug erzielten Lohnes (ausser im Jahr 2015) zu liegen käme
(LSE 2016, TA1_tirage_
skill_level
,
Ziff.
10-11, Herstellung von Nahrungsmitteln; Getränke
herstellung, Kompetenzniveau 3, Männer:
Fr.
6'595.--;
Fr.
6'595.-- x 12 =
Fr.
79'140.--)
.
6.3.3
Gemäss dem IK-Auszug (
Urk.
8/153/2) erzielte der Beschwer
deführer i
n
den
Jahren 2010-
2014, mithin während 5
Jahren,
deutlich höhere
Einkommen
als i
m Jahr 2015
, in welchem es im März zu einer Auffahrkollision und weiteren gesund
heitlichen Problemen (
vgl.
Urk.
8/212/8) kam
(2010:
Fr.
76'911
.--
, 2011: 79'207
.
, 2012:
Fr.
77'328
.--
, 2013:
Fr.
75'073.--, 2014:
Fr.
73'526.-- 2015:
Fr.
60'007.--).
Der Durchschnittswert der Jahre 2010-2014 betrug
Fr.
76'409.--
und liegt damit weit über dem
von der Beschwerdegegnerin
für die Berechnung des
Valideneinkommens
zugrunde gelegte
n
Durchschnitts
wert der Jahre 2013-201
5.
Aus der medizinischen Aktenlage geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 2
3.
März 2015 einen Auffahrunfall erlitt und sich unmittelbar danach aus
strah
lende Schmerzen in die rechte Schulter und den rechten Arm bemerkbar machten. MR-tomographisch zeigen sich ein bedingt ein
geengtes
Neuroforamen
auf
Höhe C3/4 rechts infolge von
Unkarthrose
sowie ein leichtes
subchondrales
Ödem
(vgl.
Urk.
8/212 S. 6)
. Am 2
6.
Mai 2015 erfolgte sodann eine Gelenks
infiltration L4/5 und am 1
6.
November 2015 eine erste CTS- Operation rechts (vgl.
Urk.
8/212 S. 8).
Somit bestehen ausgewiesene gesundheit
liche Beeinträchti
gungen im Jahr 2015
und vom Arbeitgeber erwähnte Arbeits
unfähigkeiten (vgl.
Urk.
8/115/2)
.
6.3.4
Dem
Arbeitgeberfragebogen vom
5.
Januar 2017 (
Urk.
8/115/1-6)
ist
im Weiteren
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens in einem 100%-Pensum t
ätig war (
Ziff.
2.3). Gemäss beigelegtem
Lohnkonto des Jahres 2016 (
Urk.
8/115/8-9) betrug der Monatslohn
Fr.
5
'
700
.--, woraus sich bereits ein
Jahreseinkommen von
Fr.
74'100.-- inklusive 1
3.
Monatslohn
und
ohne Berücksichtigung von ausbezahlten Übers
tunden, Samstagsarbeit sowie einer
Prämienzahlung
ergibt
.
Auch dieser Wert ist höher als der von der IV-Stelle angenommene.
6.3.5
Insgesamt lässt d
ies darauf schliessen, dass
das
vom Beschwerdeführer im Jahr 2015 erzielte Einkommen
überwiegend wahrscheinlich infolge der in diesem Jahr hinzugetretenen gesundheitlichen Beschwerden
deutlich
tiefer als die Jahre zuvor ausfiel
, insbesondere, da das Einkommen 2016 ohne Kündigung wieder höher gewesen wäre (vorstehend E. 6.3.4)
.
Entsprechend widerspiegelt
das Einkommen 2015
nicht das
Einkommen, welches
er
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient hätte
(vgl. vorstehend E.
6.2
)
, wes
halb
dieses
für die Berechnung des
Valideneinkomm
ens
nicht
zu berück
sichtigen ist
.
Demzufolge
ist festzustellen,
dass sich
das von der Beschwer
de
geg
nerin auf Grundlage der Durchschnittseinkommen der Jahre 2013-2015 errech
nete
Valideneinkommen
als zu tief und damit
nicht korrekt erweist.
Das
Valideneinkommen
ist somit ausgehend vom Durchschnitt der Jahre 2010-2014 zu ermitteln
, was
Fr.
76'409.
— ergibt. Unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung von 2014 bis 2017
(T1.10 Nominallohnindex Männer, 2011-2018,
Ziff.
10-12, Herstellung von Nahrungsmitteln und Tabakerzeugnissen; 0.9
%
für 2015, -0.2
%
für 2016, 0.2
%
für 2017)
resultiert somit ein
Validenein
kommen
von
Fr.
77'097.--
(
Fr.
76'409.— x 1.009 / 1.002 x 1.002 =
Fr.
77'097.
).
6
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.5
6.5.1
Für die Berechnung des Invalideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf das von
Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielte
Einkommen
(LSE 2016, TA1_tirage_skill_level, Total Männer, Kompetenzniveau 1 von
Fr.
5'340.--)
ab, was
grundsätzlich
nicht zu beanstanden ist. Dieses belief sich
gemäss Berechnung der Beschwerdegegnerin
aufgerechnet auf das Jahr 2018 auf
Fr.
61'351.8
5.
Diesem Betrag liegt wohl ein
Tippfehler (
Urk.
8/213/2 oben) zugrunde, zumal als Invalideneinkommen (ange
passt an die
betriebs
übliche Arbeitszeit) in die Tabelle Fr. 60'803.40 anstelle von
Fr.
66'803.40 eingetragen wurde (
Fr.
5'340.-- : 40 x 41.7 x 12
=
Fr.
66'803.40
). Würde der korrekte Betrag von
Fr.
66'803.40 für das Jahr 2016 an die Nominal
lohnentwicklung angepasst (x 1.004), resultierte für das Jahr 2017 ein Invaliden
einkommen von
Fr.
67'070.60
(
Fr.
66’803.40 x 1.004 =
Fr.
67'070.60).
6.5.2
Mit der
Begründung, der Beschwerdeführer
sei
bereits seit der Geburt in seinem
Gehör eingeschränkt
,
habe
trotz der Einschränkungen die
Lehre als Metzger und als Koch
abschliessen könne
n
und
sei
immer auf dem ersten
Arbeitsmarkt tätig gewesen, verneinte
die Beschwerdegegnerin ferner
einen leidensbedingten Abzug
(
Urk.
8/213).
Die reduzierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
wurde dem Beschwerde
führer
aufgrund der depressiven Symptomatik
attestiert. Darüber hinaus leidet er
ausgewiesenermassen
an diversen somatischen Beschwerden insbesondere im Bereich der LWS, HWS und den Schultern, was
insbesondere zu weitreichenden Einschränkungen für Gewichtsbelastungen sowie Bewegungseinschränkungen führt. Aufgrund der Gehörlosigkeit hat eine optimal angepasste Tätigkeit in einem Umfeld stattzufinden, welches den stetigen Sichtkontakt ermöglicht. Es darf sich ferner um keinen Lärmarbeitsplatz handeln und Gefahrensituationen müssen auch visuell erkennbar sein
(vgl. vorstehend E. 3.2.6 und 5.3
)
.
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens übte er über viele Jahre eine körperlich stark belas
tende Tätigkeit als Metzger aus, a
ktuell sind ihm
aufgrund der somatischen Beschwer
den und der Gehörlosigkeit
indes
nur noch leichte Tätigkeiten mit
weit
gehenden
Einschränkungen möglich.
Somit ist er auch im Bereich von leichten Hilfsarbei
ter
tätigkeiten zusätzlich massiv eingeschränkt. So wird er sich ange
sichts seiner gesundheitlichen Verfassung mit den genannten körperlichen Ein
schränkungen - insbesondere angesichts der diversen somatischen
Limitierungen
und der Gehör
losigkeit, welche in der Bewerbungssituat
ion offensichtlich zutage treten
- mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einem geringeren Lohn zu begnügen haben als voll leistungsfähige und entsprechend einsetzbare Arbeit
nehmer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2017 vom 1
6.
März 2018 E. 5).
So muss bereits in der Bewerbungssituation und in einer ersten Einarbeitungsphase ein/e Gebär
den
dolmetscher/in anwesend sein, was für jeden potenziellen Arbeit
geber einen Mehraufwand bedeutet und damit die Einstellungschancen des Beschwerde
führers zu den üblichen Bedingungen schmälert. Dass die Gehörlo
sigkeit seit der Kindheit und damit auch bereits während der Ausbildung zum und Anstellung als Metzger
bestand
,
ändert – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
–
nichts daran, dass zum jetzigen Zeitpunkt ein leidens
bedingter Abzug nötig ist. Denn es ist
unbestritten, dass die dem Beschwerde
führer wohlbekannte Tätigkeit als Metzger nicht mehr möglich ist
und er früher nicht zusätzlich zu berücksichti
gende Rücken-, Schulter- und psychische Ein
schränkungen hat
te
. Vielmehr muss er sich für
-
den
nunmehr
diversen Leiden
-
angepasste
und ihm unbekannte
Tätig
keiten bewerben und sich
mit Gehörlosig
keit
in diese
eina
rbeiten, womit er durchaus im Vergleich zu
anderen
Bewerbe
r
n in einem offensichtlichen Nachteil steht.
Entsprechend rechtfertigt es sich, den gesundheitsbedingten körperlichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in Form der Gewäh
rung eines leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen, zumal diese nicht bereits mit der aus psychi
atrischer Sicht attestierten 20%igen Leistungsminderung abgegolten wurden.
Nach dem Gesagten liegen triftige Gründe vor, um vom Ermessen der IV-Stelle bei der Beurteilung des Tabellenlohnabzugs a
bzuweichen (vgl. vorstehend E. 6.4
).
Der leidensbedingte Abzug ist nach Lage der jetzigen Akten aufgrund der viel
fachen Einschränkungen auf mindestens 15
%
anzusetzen.
Gelangt
die Beschwer
degegnerin
nach
den
weiteren Abklärungen
zum Schluss, dass die Restarbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers verwertbar ist (vgl. vorstehend E.
1.4 und 5.6
), hat sie
ihm
im Rahmen der erneuten
Prüfung
ein
en
angemessenen
leidensbe
dingten
Abzug vom Tabellenlohn
(zum jetzigen Zeitpunkt mindestens 15
%
)
zu gewähren.
6.5.3
Damit würde das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der 20%igen psychiatrisch begründeten Leistungseinschränkung und des mindestens 15%igen leidensbedingten Abzugs
Fr.
45'608.-- (
Fr.
67'070.60 – 20
%
- 15
%
=
Fr.
45'608.--
) betragen.
6.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.7
Z
usammenfassend ist fes
tzuhalten
, dass
der
Beschwerdeführer ab
1.
November 2017
Anspruch auf
eine
Invalidenrente hat.
Von November 2017 bis mindestens
März 2018 steht dem Beschwerdeführer
aufgrund der gutachterlich attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit postoperativ für jede Tätigkeit (vgl. vorstehend E.
3.2.6)
eine ganze Invalidenrente zu,
wobei die Beschwerdegegnerin in Bezug auf den postoperativen Verlauf
nach der Operation mit Second Look im März 2018
weitere Abklärungen vorzunehmen
und hernach unter Berücksichtigung der für eine Verbesserung des Gesundheitszustands massgeblichen Frist von drei Monaten im Sinne von
Art.
88a
Abs.
1 IVV über den
Rentenanspruch neu zu ver
fü
gen hat.
Des
Weiteren ist mit Hinweis auf die Erwägungen zum
Valideneinkommen
sowie
zum
leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn festzuhalten, dass der Beschwer
deführer gemäss jetziger Aktenlage
nach der jeweiligen postoperativen 100%igen Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung eines
Valideneinkommens
201
7
von
Fr.
77'097.--
(vgl. vorstehend E. 6.3) und des berechneten Invalideneinkommens
2017
von
Fr.
45'608.--
(vgl. vorstehend E. 6.5)
bei der attestierten 80%igen Leis
tungsfähigkeit
und einem minimalen leidensbedingten Abzug von 1
5
%
bereits
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hätte
bei einem Invaliditätsgrad von
rund
4
1
%
. Diesbezüglich erweisen sich indessen weitere Abklärungen bezüglich der neu hinzu
getretenen Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie zum postoperativen Verlauf nach der Schulterstabilisations-Operation im Juli
2020
als erforderlich.
7.
7.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Eine Rückweisung an den Versicherungsträger
ist
vor allem dann
möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich
eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus
führungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
7.2
Nach dem Gesagten ist ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich. Die Beschwerde ist folglich in dem Sinne gutz
uheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben wird
und die Sache an die Beschwe
rdegegnerin zurückgewiesen wird,
damit sie
weitere Abklärungen vornehme beziehungsweise
be
i der
Z._
Versicherungsmedizin
eine Stellungnahme respektive Verlaufsbegutachtung einhole, welche eine Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten postoperativ nach der Ope
ration mit Second Look im März 2018
und nach der
Schulterstabilisations-Operation im Juli 2019
sowie bezüglich der neu hinzugetretenen Beschwerden beinhaltet
(vgl. vorstehend E. 5.4-5.5, E. 5.7)
.
Bei
hernach durch die Beschwerde
gegnerin zu beurteilender und allenfalls bejahter
Verwertbarkeit d
er Restarbeits
fähigkeit hat
s
ie
a
uf Grundlage eines aktuellen Belastungsprofils
geeignete
berufsberaterische
Abklärungen
(Gutachten
durch die Berufsberatung
; vgl. vor
stehend E. 5.6)
vorzunehmen
, welche
über die noch in Betracht fallenden Tätig
keiten unter Berücksichtigung des eingeschränkten Belastungsprofils und über die diesbezüglich erforderlichen beru
flichen Massnahmen Auskunft geben
. Unter Berücksichtigung der Erwägungen zur Berechnung des
Valideneinkommens
und der Gewährung eines angemessenen leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn
hat sie
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
8.3
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nachdem die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
trotz Aufforderung (vgl.
Urk.
15
) keine Honor
arnote eingereicht hat, ist ihr
Aufwand nach Ermessen festzulegen. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
220.-- zuzüglich Mehrwert
steuer ist d
ie
Parteientschädigung auf
Fr.
2’
5
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Bar
auslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.