Decision ID: d1bc0459-b07b-40da-a5b1-10b574a3d41d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21,
Postfach 1016, 9102 Herisau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde am 17. März 2008 (IV-act. 1) von seinem behandelnden Arzt Dr. med.
B._, Arzt für Allgemeine Medizin, zur Früherfassung gemeldet. Der Schweisser habe
seit zwei bis drei Jahren wiederholt kürzere oder längere Arbeitsausfälle gehabt. In den
letzten zwei Jahren sei er gesamthaft mehr als ein Jahr arbeitsunfähig gewesen. Vom
21. Januar bis 2. März 2008 sei er voll arbeitsunfähig gewesen, seither sei er es zu
50 %. Der Versicherte teilte gemäss dem Gesprächsprotokoll Früherfassung (IV-act. 3)
am 1. April 2008 mit, er habe am Tag zuvor eine Spritze erhalten und könne nun (ab
1. April 2008) deshalb wieder zu 100 % arbeiten. Daher erfolgte vorerst keine IV-
Anmeldung.
A.b Am 30. November 2009 (Eingang: 4. Dezember 2009) unterzeichnete der
Versicherte wegen einer Arbeitsunfähigkeit ab 20. Oktober 2009 ein Meldeformular zur
Früherfassung (IV-act. 5), am 16. Dezember 2009 dann ein erstes (chronische
Rückenschmerzen; IV-act. 10) und am 24. Dezember 2009 ein zweites IV-
Anmeldeformular (Rücken, Psyche; IV-act. 14). Er sei 19_ in die Schweiz gekommen
und arbeite seit 1998 an der derzeitigen Stelle. Gemäss einem Gesprächsprotokoll
hatte er am 15. Dezember 2009 (IV-act. 8-3) angegeben, er habe die
Früherfassungsmeldung bei seinem Hausarzt gemacht. Sein Gesundheitszustand sei
nicht gut, doch die Arbeit sei sein Lebensinhalt und deshalb mache er damit weiter.
A.c Im IV-Arztbericht vom 4. Januar 2010 (IV-act. 19) gab Dr. med. C._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, bekannt, der Versicherte leide an einer depressiven
Entwicklung auf dem Boden eines Schmerzsyndroms und es bestehe der V. a. eine
Persönlichkeitsänderung. Seit dem 30. Mai 2007 sei er nicht mehr bei ihr in
Behandlung gewesen.
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A.d Dr. B._ erklärte im IV-Arztbericht vom 5. Januar 2010 (IV-act. 21), es bestehe seit
mindestens 20 Jahren ein chronisches panvertebrales Syndrom, insbesondere aber ein
lumbovertebrales. Vom 20. Oktober bis 9. November 2009 sei der Versicherte voll
arbeitsunfähig gewesen, seither (und bis auf weiteres) liege eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % vor. Als Schweisser müsse er häufig in einer gezwungenen Körperstellung
arbeiten, was zusätzlich Schmerzen bereite. Die Leistungsfähigkeit sei um 30 bis 50 %
vermindert. In einer angepassten Tätigkeit wäre allerdings eine volle Arbeitstätigkeit
möglich.
A.e In ihrer Bescheinigung vom 2. Februar 2010 (samt Beilagen, IV-act. 30) gab die
Arbeitgeberin unter anderem an, die Tätigkeit des Versicherten erfordere sehr gute
Schweisskenntnisse, hohe Konzentration und sehr exaktes und zuverlässiges Arbeiten
und sei körperlich anstrengend; sie gehöre zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten
innerhalb der Abteilung.
A.f Am 5. März 2010 nahm der Versicherte die psychiatrische Behandlung wieder auf
(IV-act. 31) und wurde am 26. April 2010 in die Reha-Klinik D._ eingewiesen (IV-
act. 32).
A.g Die Arbeitgeberin liess im April 2010 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses
(Auflösung der betreffenden Abteilung) ankündigen (vgl. IV-act. 33-2). Am 11. Juni 2010
(IV-act. 39) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten mit,
berufliche Eingliederungsmassnahmen seien zurzeit aufgrund seines
Gesundheitszustands nicht möglich. Die Reha-Klinik D._ gab im Austrittsbericht vom
14. Juni 2010 (IV-act. 41) an, der Versicherte sei aufgrund des chronischen
lumbovertebralen Schmerzsyndroms seit dem 5. Februar 2010 voll arbeitsunfähig
geschrieben gewesen. Am 15. Mai 2010 sei er wieder entlassen worden.
A.h Dr. C._ teilte im IV-Arztbericht vom 28. Juni 2010 (IV-act. 42) mit, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Es bestehe ein Ab
hängigkeitssyndrom auf Imovane. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei durch
krankheitsbedingte Ausfälle und mangelnde bzw. abgefallene Leistungsfähigkeit
beeinträchtigt. Leichte körperliche Tätigkeiten unter möglichst stress- und lärmfreien
Umständen mit der Möglichkeit, Positionen zu wechseln, seien zu maximal 50 % (bzw.
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ca. 4 Stunden pro Tag) zumutbar. Dabei sei die Leistungsfähigkeit um ca. 10 bis 20 %
vermindert.
A.i Der RAD erklärte am 2. Juli 2010 (IV-act. 43), in einer adaptierten Tätigkeit werde
dem Versicherten unter intensivierter psychiatrischer Therapie ab September 2010 eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % zugemutet werden können.
A.j In einem Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG
(AEH) zuhanden der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung vom 18. März 2010 (IV-
act. 47-14 ff.) war als Diagnose (hauptsächlich) ein Panvertebralsyndrom zervikal- und
lumbalbetont bezeichnet worden, bei Osteochondrose mit hyperostotischer
Spondylose C5/6, degenerativen Wirbelsäulenveränderungen lumbal (insbesondere
L3/4, L4/5, L5/S1) im Sinn von Bandscheibenhöhenverminderungen, Spondylarthrose,
Wirbelsäulenfehlform (BWS-Hyperkyphose) und muskulärer Insuffizienz. Die bisherige
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, doch eine leichte wechselbelastende Tätigkeit mit
nur seltenen Überkopfarbeiten und Rumpfrotationen sei zu 100 % möglich.
A.k Dr. B._ teilte im IV-Verlaufsbericht vom 27. August 2010 (IV-act. 47) mit, der
Zustand des Versicherten sei stationär. Die Physiotherapie, die Besuche des
Fitnesszentrums und schliesslich die Infiltration der Zwischenwirbelgelenke hätten
keine wesentliche Besserung gebracht, ebenso wenig habe das die stationäre
Behandlung getan. Der Versicherte habe aber die Arbeit zu 50 % wieder aufnehmen
können, weil die Arbeitgeberin ihm (zunächst befristet) eine leichtere Arbeitsstelle
angeboten habe. - Schliesslich ist auf Ende August 2010 aber die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses erfolgt (vgl. IV-act. 62-1, IV-act. 84-9).
A.l Am 27. Oktober 2010 (IV-act. 52) meldete Dr. C._ für den Versicherten, es sei ein
Rückgang der Depression festzustellen und er sei motiviert, sich wieder in den
Arbeitsprozess zu integrieren.
A.m Die IV-Eingliederungsverantwortliche hielt am 16. Mai 2011 (IV-act. 63) fest, der
Versicherte habe gut drei Monate lang zu ca. 50 % in einem Einsatzprogramm
gearbeitet und habe sich als sehr zuverlässig und pünktlich gezeigt. Über eine
Leistungsfähigkeit von etwa 25 % sei er aber nicht hinaus gekommen. Eine Steigerung
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der Präsenzzeit auf 60 % sei denn auch gescheitert. Die Leistungsfähigkeit sei auf dem
ersten Arbeitsmarkt nicht verwertbar.
A.n Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2011 (IV-act. 65 f.) stellte die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, den Anspruch auf berufliche Mass
nahmen mit seinem Einverständnis abzulehnen. Am 19. September 2011 (IV-act. 67)
verfügte sie entsprechend.
A.o In einem IV-Arztbericht vom 19. Oktober 2011 (IV-act. 76) gab Dr. C._ an, beim
Versicherten liege eine anhaltende depressive Störung, gegenwärtig schwerer
Ausprägung, vor. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei der V. a.
eine Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom zu nennen. Als
Schweisser sei der Versicherte seit dem 5. Februar 2010 nicht mehr arbeitsfähig. Auch
eine andere als die bisherige Tätigkeit sei nun nicht mehr zumutbar. Die psychiatrische
Behandlung erfolge ab
sofort in ein- bis zweiwöchentlichen Abständen (statt wie bisher monatlich).
A.p In der Folge wurde im November 2011 eine medizinische Begutachtung veranlasst
(IV-act. 79). Im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 3. Juli 2012 (IV-act. 84) wurden
als Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) angegeben:
(erstens) eine rezidivierende depressive Störung, beginnend chronifiziert in
mittelgradiger Ausprägung, (zweitens) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
und (drittens) ein chronisches zervikales und lumbospondylogenes Syndrom bei
degenerativen Veränderungen vorwiegend an der unteren Lendenwirbelsäule.
Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) seien (erstens)
Störungen durch Sedativa, ein Benzodiazepin- und Schlafmittel-
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch, (zweitens) akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit histrionischen, emotional instabilen und narzisstischen
Anteilen, (drittens) eine chronische COPD bei Nikotinabusus, (viertens) eine arterielle
Hypertonie und (fünftens) eine massive Adipositas. Als Schweisser bestehe keine
Arbeitsfähigkeit mehr. Leichte Arbeiten in Wechselbelastung und Wechselpositionen
mit weiteren umschriebenen Voraussetzungen seien polydisziplinär betrachtet zu ca.
50 % zumutbar, und zwar bei einem geschätzten Arbeitspensum von sechs bis sieben
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Stunden pro Tag mit einer Leistungsverminderung um etwa einen Drittel. Es liege eine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere und Dauer vor und es seien zum Teil
andere qualifizierende Kriterien gegeben, die eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit
begründeten.
A.q Der RAD schloss sich dem Ergebnis der Begutachtung an (vgl. IV-act. 87).
A.r Mit Vorbescheid vom 10. September 2012 (IV-act. 90 f.) kündigte die Sozialver
sicherungsanstalt/IV-Stelle der Rechtsvertretung des Versicherten an, den Renten
anspruch abzulehnen. Eine adaptierte Tätigkeit sei voll zumutbar (Valideneinkommen
Fr. 60'233.--, Invalideneinkommen Fr. 61'776.--).
A.s Der Versicherte liess am 16. Oktober 2012 (IV-act. 92) einwenden, es bestehe kein
Anlass, von der gutachterlichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit abzuweichen,
zumal der RAD die Beurteilung bestätigt habe. Das Valideneinkommen sei zu tief
ausgefallen; es belaufe sich auf Fr. 68'478.--. Vom Tabellenlohn sei ein Abzug von
20 % vorzunehmen, so dass sich ein Invaliditätsgrad von 65 % ergebe. Spätestens ab
1. Dezember 2010 sei mindestens eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
A.t Mit Verfügung vom 22. Oktober 2012 (IV-act. 94) lehnte die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Anspruch des Versicherten auf eine
Rente ab. Das Valideneinkommen wurde auf Fr. 69'965.-- festgesetzt (Invaliditätsgrad
12 %).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander-
Walser für den Betroffenen am 19. November 2012 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei mindestens eine Dreiviertelsrente
auszurichten, eventuell sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu
anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im
MEDAS-Gutachten würden diverse Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit) gestellt. Insbesondere aufgrund der psychischen Problematik sei dem
Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 50 % attestiert
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worden. Es ergebe sich aus dem Gutachten eindeutig, dass diese in erster Linie auf der
rezidivierenden depressiven Störung gründe. Eine solche Erkrankung könne nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht ohne weiteres als blosse
Begleiterscheinung einer somatoformen Schmerzstörung und damit als nicht-
invalidisierender Faktor qualifiziert werden. Wesentlich seien die Begleitumstände.
Dass beim Beschwerdeführer eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere
und Dauer vorliege, hätten die MEDAS-Gutachter explizit bejaht. Sie seien von einer
eigenständigen Erkrankung ausgegangen. Die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit
sei zudem unter Berücksichtigung der Foerster'schen Kriterien und unter Ausblendung
allfälliger psychosozialer Belastungsfaktoren erfolgt. Die diesbezüglichen Ausführungen
seien ausführlich begründet und nachvollziehbar. Damit sei rechtsgenüglich erstellt,
dass es sich um ein selbständiges, von der somatoformen Schmerzstörung losgelöstes
Leiden handle. Bei dieser aktenkundigen medizinischen Schlussfolgerung sei die
attestierte Arbeitsunfähigkeit auch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevant.
Selbst wenn man aber - unzutreffenderweise - annähme, es bestehe keine
eigenständige psychische Erkrankung, wäre aufgrund des Gutachtens hinreichend
erstellt, dass der Beschwerdeführer über keine ausreichenden Ressourcen verfüge, um
die Beschwerden gänzlich zu überwinden. Sogar der RAD sei zum Schluss gekommen,
auf das MEDAS-Gutachten könne in jeder Hinsicht abgestellt werden. Weshalb die
Beschwerdegegnerin und ihr Rechtsdienst vom Ergebnis von Gutachten und RAD-
Stellungnahme abwichen und behaupteten, der Beschwerdeführer sei in der
Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt, sei nicht nachvollziehbar. Vom Einkommen von
Fr. 29'989.-- (50 % des Tabellenlohns 2008) sei ein Abzug von mindestens 20 %
angezeigt, denn die angestammte schwere körperliche Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar und sogar für leichte Tätigkeiten sei er
eingeschränkt. Dazu kämen der reduzierte Beschäftigungsgrad in angepasster
Tätigkeit, die Nationalität und das Alter von 5_ Jahren.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 18./21. Januar 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aus diversen Aktenstücken
gehe hervor, dass die Schmerzen des Beschwerdeführers im Vordergrund stünden und
die Depression nicht als eigenständiges Leiden zu taxieren sei. So habe der
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Beschwerdeführer sich etwa nur unter Angabe von Rückenschmerzen zum
Leistungsbezug angemeldet. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische
Störungen würden zudem grundsätzlich als therapeutisch angehbar gelten. Sie stellten
keine Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer dar. Es müssten
also weitere massgebende Faktoren vorliegen. Der Gutachter der Psychiatrie bejahe
das aber zu Unrecht. Mit Ausnahme einer schwerwiegenden körperlichen Erkrankung
verneine er sämtliche Kriterien. Da der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten
Tätigkeit jedoch voll arbeitsfähig sei, sei dieses Kriterium nicht in dem von der
Rechtsprechung geforderten Schweregrad erfüllt. Eine chronische körperliche
Begleiterkrankung könne sich nicht einzig qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit
niederschlagen. Selbst wenn ein selbständiges depressives Leiden vorläge, wäre nicht
von einer sozialversicherungsrechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen, nehme der Beschwerdeführer doch lediglich eine niederfrequente
Behandlung mit einem Gesprächstermin pro Monat wahr. Auch die Psychopharmaka-
Therapie wäre zu optimieren. Das spreche dafür, dass sich der Beschwerdeführer
selbst nicht als besonders depressiv oder sonst wie psychisch beeinträchtigt erlebe.
Aus psychischen Gründen könne keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Selbst bei
maximalem Abzug von den Tabellenlöhnen bestünde kein Rentenanspruch.
D.
Mit Replik vom 22. März 2013 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor,
die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach die Schmerzen im Vordergrund
stünden und die Depression nicht als eigenständiges Leiden zu taxieren sei, stünden
im klaren Widerspruch zum Gutachten der MEDAS. Sie respektiere weder das Ergebnis
des Gutachtens noch die Stellungnahme des RAD. Er habe bei Dr. C._ eine
Stellungnahme zur Beschwerdeantwort eingeholt. Die Ärztin lege im Schreiben vom
25. Februar 2013 dar, dass der Beschwerdeführer seit über zehn Jahren unter anderem
an einer eigenständigen chronischen multiplen depressiven Symptomatik leide. Er sei
in einer ganz leichten Tätigkeit mit deutlich herabgesetzter Leistung zu höchstens noch
50 % arbeitsfähig.

Considerations:
Erwägungen:
1.
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1.1 Im Streit liegt die Verfügung vom 22. Oktober 2012, mit welcher die
Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente ablehnte.
1.2 Der Beschwerdeführer lässt einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand
bildet daher der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge unter anderem von Krankheit verursachte,
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Eine (durch
eine Gesundheitsschädigung bedingte) Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in
jedem Einzelfall unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der
Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (vgl. BGE 127 V 294, BGE
99 V 28). Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu
vermeiden in der Lage wäre, sind nach der Rechtsprechung nicht als Auswirkungen
einer krankhaften (dort: seelischen) Verfassung zu betrachten (vgl. BGE 102 V 165).
2.3 In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden
Beweisschwierigkeiten genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten
Person für die Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss
verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich
schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.2).
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Das Vorliegen eines fachärztlich ausgewiesenen psychischen Leidens mit
Krankheitswert ist aus rechtlicher Sicht also Voraussetzung, aber nicht auch schon
hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Bei weitgehendem Fehlen eines
somatischen Befundes genügt (selbst) die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit der
Schmerzsymptomatik allein für eine sozialversicherungsrechtliche
Leistungsbegründung nicht. Der begutachtenden Fachperson der Psychiatrie obliegt
im Rahmen der - naturgemäss mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen
Stellungnahme zur Arbeits(un)fähigkeit die Aufgabe aufzuzeigen, ob und inwiefern eine
versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren
Schmerzen umzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4).
2.4 Eine depressive Störung stellt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts für
sich keinen pathogenetisch (ätiologisch) unklaren syndromalen Zustand dar, bei
welchem die Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zur
Anwendung gelangen würde (vgl. Bundesgerichtsentscheide i/S M. vom 20. September
2011, 8C_302/11, und i/S H. vom 17. Januar 2013, 9C_521/12). Die Annahme einer
invalidisierenden Wirkung einer (mittelschweren) depressiven Störung bedingt nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts aber, dass es sich dabei nicht bloss um die
Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit handelt, sondern um ein selbstständiges,
vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden. Fehlt es daran,
ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel keine invalidisierende
Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom
22. Juli 2014, 9C_690/13 E. 4.2).
2.5 Entscheidend ist im Ergebnis die nach einem weitgehend objektivierten Massstab
vorzunehmende Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres
Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten
offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zumutbar sei (vgl. BGE 127 V 294;
vgl. zum Ganzen auch BGE 139 V 547).
3.
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3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind nach dem Dargelegten zunächst die
medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte
Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt
ist (BGE 107 V 17 = ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es also,
den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist.
Die ärztlichen Auskünfte sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 99 f. E. 4).
3.2 Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers liegen
diverse medizinische Berichte vor. Insbesondere ist eine Begutachtung durch die
MEDAS erfolgt. Das Gutachten datiert vom 3. Juli 2012 und basiert auf
Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 12. und 14. März 2012 und einer
Kenntnisnahme von den Vorakten (zu einem MRI der LWS unten E. 5.4). Es wurden die
objektiven Befunde aus rheumatologischer/internistischer Sicht samt Labor- und
Röntgenbefunden, einem PACT-Test und einer Spirometrie sowie (in einem
psychiatrischen Teilgutachten) die objektiven Befunde in psychiatrischer Hinsicht
erhoben. Auch die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wurden jeweils
erhoben. Die Begutachtung kann daher als ausreichend umfassend bezeichnet
werden.
3.3 Aufgrund einer polydisziplinären Konferenz von Chefarzt, fallführendem Haupt
gutachter und teilbegutachtenden Spezialärzten (wohl: dem einen teilbegutachtenden
Spezialarzt/Psychiater) wurde als Ergebnis der medizinischen Begutachtung festge
halten, von somatischer Seite ergäben sich qualitative Einschränkungen, denn es seien
dem Beschwerdeführer nur leichte Arbeiten mit Wechselbelastung und in
Wechselpositionen ganztags zumutbar. Psychiatrisch gesehen bestehe eine
Leistungsminderung auf eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 %, da ein reduziertes
Arbeitspensum von geschätzt sechs bis sieben Stunden pro Tag zumutbar sei, in
welchem die Leistung um etwa einen Drittel herabgesetzt sei.
4.
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4.1 Dass zur Zeit der MEDAS-Begutachtung eine depressive Störung vorlag, wird zu
Recht nicht in Frage gestellt. Wie dem psychiatrischen Befund zu entnehmen ist, war
die Grundstimmung des Beschwerdeführers bei der Untersuchung bedrückt, die affek
tive Modulationsfähigkeit leicht eingeschränkt, der Antrieb leicht vermindert. Psycho
motorisch hatte der Beschwerdeführer zeitweilig deutlich angespannt gewirkt. Sein
formaler Gedankengang war etwas sprunghaft und eher umständlich gewesen. Es
waren leichte bis mittelgradige Einschränkungen der Aufmerksamkeit, der Ausdauer
und der Konzentrationsfähigkeit feststellbar gewesen. Ausserdem hatten eine
verminderte emotionale Belastbarkeit und eine verminderte Stress- und
Frustationstoleranz bestanden. Bei Hinweisen auf akzentuierte Persönlichkeitszüge
waren leicht eingeschränkte soziale Kompetenzen deutlich geworden, insbesondere in
Bezug auf die Konfliktfähigkeit, aber auch auf das Abgrenzungsvermögen. Der
Beschwerdeführer habe sich auch deutlich dysphorisch gezeigt. Das Selbstwerterleben
sei leicht vermindert gewesen. Der Gutachter der Psychiatrie schloss darauf, dass eine
in etwa mittelgradige depressive Symptomatik vorliege mit Stimmungsschwankungen,
leichter Antriebsverminderung, fortgesetzten Schlafstörungen, einem teilweisen
sozialen Rückzug, einer Selbstwertminderung, etwa mittelgradigen
Konzentrationsstörungen und Versagensängsten. Aufgrund der Untersuchungsbefunde
und der anamnestischen Auskünfte des Beschwerdeführers gelangte er zu der
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradiger depressiver
Ausprägung und beginnend chronifizierter Symptomatik auf dem Boden von
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit histrionischen, emotional instabilen und
narzisstischen Anteilen. Die Diagnosestellung ist vom Facharzt damit nachvollziehbar
begründet worden. Der Experte setzte sich zudem mit der psychiatrischen Beurteilung
von Dr. C._ (vom Oktober 2011) auseinander und hielt fest, er stimme mit ihr in der
Einschätzung des Vorliegens einer depressiven Störung überein, hingegen nicht in ihrer
Beurteilung des Schweregrads der Störung. Eine schwere Symptomatik, wie sie die
Ärztin im Oktober 2011 beschrieben habe, sei nicht mehr festzustellen gewesen. Es
ergibt sich kein Anlass, an diesen gutachterlichen Feststellungen zu zweifeln.
4.2 Die Beschwerdegegnerin wendet aber ein, aus psychiatrischen Gründen könne -
entgegen dem Begutachtungsergebnis - keine Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden. Im
Vordergrund stünden beim Beschwerdeführer nämlich die Schmerzen und die
Depression stelle kein eigenständiges Leiden dar. Der Beschwerdeführer habe sich
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denn auch nur unter Angabe von Rückenschmerzen zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet.
4.3 Der Beschwerdeführer war zunächst bereits im März 2008 einmal von seinem
behandelnden Arzt zur Früherfassung gemeldet worden. Eine zweite solche Meldung
hat er selber - offenbar anlässlich eines Besuchs bei jenem Arzt - gemacht und war
daraufhin von der Beschwerdegegnerin zu einer IV-Anmeldung veranlasst worden. In
einem ersten Anmeldeformular waren zwar allein die Rückenschmerzen vermerkt, in
einem zweiten acht Tage später war aber auch die Psyche erwähnt worden. Was die
Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers betrifft, erläuterten die Experten der
MEDAS, subjektiv stelle er die chronischen Rückenschmerzen in den Vordergrund,
doch seien diese nur teilweise nachvollziehbar und im Zusammenhang mit den
entscheidenden psychischen Faktoren zu sehen (IV-act. 84-18). Andernorts erwähnten
sie, die depressive Symptomatik habe bei der Beschwerdeschilderung bezüglich der
aktuellen Situation im Vordergrund gestanden, in Bezug auf den Arbeitsplatz hingegen
seien es die Schmerzen gewesen (IV-act. 84-13). Die depressive Symptomatik ist
demnach subjektiv zumindest mitentscheidend. Selbst wenn das aber nicht zuträfe,
liesse sich aus der rein subjektiven Einschätzung allein nicht schliessen, dem
depressiven Leiden komme keine eigenständige Bedeutung zu. Der Beschwerdeführer
unterzieht sich einer psychiatrischen Behandlung. Die Gutachter ihrerseits halten ferner
objektiv die rezidivierende depressive Störung in mittelgradiger Ausprägung für
vorrangig, wird sie doch bei den Hauptdiagnosen in erster Linie genannt, während die
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und das zervikale und lumbospondylogene
Syndrom folgen. Im Vergleich zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung wird sie
ausserdem ausdrücklich als "Hauptdiagnose" (wohl in jenem Zusammenhang als
"hauptsächliche" Diagnose zu verstehen; IV-act. 84-18) bezeichnet. Im Vergleich zur
Sucht werden die akzentuierten Persönlichkeitszüge und die depressive Störung im
Übrigen als primäre psychiatrische Erkrankungen charakterisiert (IV-act. 84-16), was
ebenfalls auf deren gewichtige Bedeutung hinweist.
4.4 Zudem war der Beschwerdeführer nach der Aktenlage bereits bis 2007 in
psychiatrischer Behandlung gewesen und hatte diese im März 2010 wieder
aufgenommen. Auch diese mehrjährige psychiatrische Krankengeschichte spricht für
eine Relevanz des (übereinstimmend fachärztlich und gutachterlich) beschriebenen
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depressiven Leidens. Dasselbe gilt namentlich für den Umstand, dass der
Beschwerdeführer sich der entsprechenden medikamentösen Therapie unterzieht und
sich bei der Begutachtung in diesbezüglich behandeltem Zustand befand, war sein
Duloxetin-Spiegel doch im therapeutischen Bereich gewesen (IV-act. 84-7).
4.5 Dass die depressive Störung noch (weiterhin) therapeutisch angehbar sein könnte,
vermag an der Beurteilung ihrer damaligen Bedeutung nichts zu ändern, sondern bietet
allenfalls Grund für eine innert kürzerer Frist in Aussicht zu nehmende Überprüfung des
relevanten Sachverhalts (vgl. dazu die Empfehlung einer Nachbegutachtung, IV-
act. 84-20). Nach Auffassung des Psychiaters der MEDAS sind eine Intensivierung der
ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (mit kognitiv
verhaltenstherapeutischem Vorgehen) und eine weitere Optimierung der
Psychopharmakotherapie (insbesondere sollten die Benzodiazepine bei der
bestehenden Abhängigkeit schrittweise reduziert und dann abgesetzt werden, die
stimmungsstabilisierende Medikation hingegen sollte bei dem spürbaren
Aggressionspotential erhöht werden) zu empfehlen (IV-act. 84-13 und IV-act. 84-14).
Der Gutachter legte dar, davon sei voraussichtlich noch eine gewisse Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit zu erwarten, eine weitere Besserung erscheine noch möglich (IV-
act. 84-15), aber auch, eine weitere Besserungstendenz sei nicht anzunehmen,
allerdings auch nicht ausgeschlossen (IV-act. 84-13). Nach Auffassung des RAD kann
die Arbeitsfähigkeit nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit verbessert werden (IV-
act. 87-2). Die Aussichten sind somit noch ungewiss.
4.6 Der beim Beschwerdeführer vorliegenden depressiven Störung kommt bei den
gegebenen Umständen somit für die Arbeitsfähigkeit relevante Bedeutung zu. Die
Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen
Leiden gelangt nicht zur Anwendung. Es gibt diesbezüglich keinen Grund, von der
fachärztlichen polydisziplinären gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung
abzuweichen.
5.
5.1 Der MEDAS-Gutachter der Psychiatrie stellte beim Beschwerdeführer in zweiter
Linie aber auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung fest, da die somato
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forme Symptomatik durch physiologische Prozesse nicht vollständig zu erklären sei. Im
Hinblick auf die Frage der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung bei dieser
Erkrankung und die hierfür von der Rechtsprechung aufgenommenen Kriterien
betrachtete er die depressive Störung als chronische psychiatrische Begleiterkrankung.
Dabei handelt es sich allerdings, da Hauptleiden nach dem oben Dargelegten
vorliegend die depressive Störung darstellt, um eine nicht angezeigte Umkehr der
Optik, die ihren Grund wohl in der (hier unzutreffenden) Annahme hat, die
Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen sei anwendbar.
5.2 Selbst wenn aber die Schmerzstörung vorrangig wäre und es auf die in der
Rechtsprechung genannten Kriterien tatsächlich ankäme, wäre die depressive Störung
vorliegend nicht als blosse Begleiterscheinung der Schmerzstörung ausser Acht zu
lassen, sondern als Komorbidität zu ihr als relevant zu betrachten.
5.3 Ferner kämen weitere wesentliche Faktoren dazu: Der Beschwerdeführer litt nach
Angaben von Dr. B._ vom Januar 2010 damals bereits seit mindestens 20 Jahren an
einem panvertebralen Syndrom. Seine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Schweisser war aufgrund der somatischen Beeinträchtigungen schon wiederholt
phasenweise eingeschränkt gewesen (vgl. IV-act. 1). Er nahm die Arbeit aber danach
teilweise und/oder voll wieder auf (zuletzt im März/April 2008 und im November 2009).
Ab März 2010 (AEH) war ihm die bisherige Tätigkeit aufgrund des Rückenleidens gar
nicht mehr zumutbar.
5.4 In einer adaptierten Tätigkeit bestehen nach dem MEDAS-Gutachten allerdings
lediglich qualitative Einschränkungen. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
Standpunkt, aus diesem Grund könne das Rückenleiden nicht als chronische
körperliche Begleiterkrankung im Sinn der Foerster'schen Kriterien gelten. Es trifft zu,
dass chronische körperliche Begleiterkrankungen ein erhebliches Ausmass aufweisen
müssen, um als relevantes Zusatzkriterium Berücksichtigung zu finden. Nur
geringfügige organische Befunde und der Umstand, dass körperlich leichte bis
mittelschwere Arbeiten aus somatischer Sicht vollumfänglich zumutbar sind, liessen
das gemäss dem Entscheid 8C_348/08 des Bundesgerichts (i/S F. vom 7. Januar 2009,
E. 4.2) für jenen Sachverhalt zumindest als fraglich erscheinen. - Somatisch gesehen
liegt beim Beschwerdeführer gemäss dem MEDAS-Gutachten ein chronisches
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Rückenschmerzsyndrom bei eher überdurchschnittlichen degenerativen
Veränderungen vorwiegend an der Lendenwirbelsäule und weniger an der
Halswirbelsäule vor. Auf der Höhe der Lendenwirbelsäule wurden bei der MEDAS-
Begutachtung auf einem (wohl konventionellen) Röntgenbild vom 12. März 2012 eine
Osteochondrosis L5/S1 mit Vakuumphänomen und Spondylosis gesehen, ausserdem
Spondylarthrosen. Solche wurden auch auf Höhe L4/5 und L3/4 erkennbar, mit
Spondylosis auch L3/4 ventralbetont. Ferner zeigten sich degenerative Veränderungen
auch der unteren Brustwirbelsäule bzw. im thorakolumbalen Übergang. Ausserdem
wurden Zeichen einer mässigen Periarthropathie der linken Schulter mit grenzwertig
schmerzhaftem Bogen gefunden (IV-act. 84-18), die aber nicht in die MEDAS-
Diagnoseliste aufgenommen wurde (auch nicht als Nebendiagnose). Wie zudem aus
dem Befund eines MRI der LWS vom 11. März 2008 (IV-act. 47-22), das in der MEDAS-
Begutachtung nicht erwähnt ist, hervorgeht, hatte dieses damals eine ausgeprägte
dorsale Osteophytenbildung Th11/12 ergeben, ausserdem eine
Bandscheibenhöhenverminderung L5/S1 mit dorsaler Bandscheibenprotrusion, minime
Bandscheibenprotrusionen L3/4, L4/5, eine Spondylarthrose L4/5. Es hatte keine
sichere Neurokompression gezeigt. Gemäss einem Bericht eines Facharztes FMH für
Neurochirurgie an einem Wirbelsäulenzentrum vom 5. Mai 2008 (IV-act. 21-13) hatte
eine diagnostische Blockade eindeutig die Zwischenwirbelgelenke bzw. die
entsprechenden Nerven als Hauptgeneratoren für die Schmerzen des
Beschwerdeführers zu Tage gefördert, so dass eine Rhizotomie der Rami mediales L3
bis L5 beidseits vorgeschlagen worden war. Diese war allerdings später nicht
vorgenommen worden; der Eingriff hatte wegen Symptomausweitung in den folgenden
Jahren keine wesentliche Besserung erwarten lassen (vgl. IV-act. 47-19). Zu erwähnen
sind ferner - nebst der MEDAS-Nebendiagnose einer COPD - auch das (von der
MEDAS als arterielle Hypertonie erfasste) Vorliegen einer hypertensiven Herzkrankheit
sowie eine Makrozytose (IV-act. 21-16 f.). - In ihrer Gesamtheit wären diese
körperlichen Leiden sicherlich als erheblich zu betrachten. Vielmehr würde sich fragen,
ob es den somatischen Befunden gerecht würde, sie unter dem Gesichtspunkt blosser
chronischer körperlicher "Begleiterkrankung" zu einer Schmerzstörung zu würdigen.
Sie lassen im Übrigen im Ergebnis gemäss der MEDAS-Begutachtung zwar eine volle
Arbeitsfähigkeit zu, jedoch nur eine solche für leichte Arbeiten, wie sie bereits bei der
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AEH-Untersuchung vom März 2010 festgestellt worden war, nicht auch eine
Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten.
5.5 Der begutachtende Psychiater stellte im Weiteren einen teilweisen sozialen
Rückzug fest. Einen primären Krankheitsgewinn schloss er hingegen aus. Vielmehr
bestehe ein deutlicher sekundärer Krankheitsgewinn. Eine Motivation des
Beschwerdeführers in Bezug auf berufliche Eingliederungsmassnahmen war gemäss
dem MEDAS-Gutachten nicht vorhanden (IV-act. 84-11 und IV-act. 84-20), in Bezug
auf eine adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung war sie eher
ambivalent (IV-act. 84-11). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
noch bei der AEH-Untersuchung mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit die
Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers zuverlässig und die Konsistenz gut
gewesen war. Sein Verhalten sprach eindeutig gegen eine Selbstlimitation (IV-
act. 47-16, IV-act. 47-15). Er hatte die Arbeit nach den früheren Phasen der
Arbeitsunfähigkeit wie erwähnt jeweils wieder aufgenommen und sich auch nach einem
Rückgang der Depression im Oktober 2010 wieder für Anstrengungen zur Rückkehr in
den Arbeitsmarkt melden lassen (vgl. IV-act. 52), also zunächst eine hohe Motivation
zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und Ausübung der Arbeit gezeigt, während er
später möglichweise resignierte. Zur Zeit der MEDAS-Begutachtung schätzte er sich
offenbar als nicht mehr arbeitsfähig ein (IV-act. 84-16). Bei der dortigen psychiatrischen
Exploration fiel eine tendenziell dramatische Beschwerdeschilderung auf (IV-
act. 84-13). Es gab Hinweise auf ein dysfunktionales Schon-, Vermeidungs- und
Krankheitsverhalten, möglicherweise als Folge der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung in Form einer Regression (IV-act. 84-11). Allen
diesen Umständen wurde bei der psychiatrischen Begutachtung ebenso Beachtung
gegeben wie der Frage, über welche Ressourcen der Beschwerdeführer verfüge (vgl.
IV-act. 84-14). Die MEDAS-Gutachter gelangten dabei zur Beurteilung, dass immerhin
zum Teil qualifizierende Kriterien (nach Foerster) gegeben seien, was nicht zu
beanstanden wäre.
5.6 Jedenfalls aber sind, woran das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung
festgehalten hat, beim Zusammentreffen einer zuverlässig diagnostizierten depressiven
Episode und einer somatoformen Schmerzstörung in erster Linie die (fach-) ärztlichen
Feststellungen zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsunfähigkeit
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massgeblich (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S U. vom 14. Februar 2014, 8C_251/13
E. 4.2.2). Für den Beschwerdeführer wurde eine 50 % überschreitende Arbeitsfähigkeit
gutachterlich als nicht zumutbar beurteilt, was überzeugend ist.
6.
Es kann insoweit zusammenfassend davon ausgegangen werden, dass die MEDAS-
Gutachter mit der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von ca. 50 % die dem
Beschwerdeführer zumutbare Leistungsfähigkeit beschrieben und bei deren
Objektivierung den Einfluss der diversen vorgefundenen psychosozialen
Belastungsfaktoren regelgerecht gewürdigt - d.h. die Arbeitsfähigkeit abgesehen von
diesem Einfluss eingeschätzt - haben (vgl. IV-act. 84-18, IV-act. 84-16). Sie haben sich
dabei auch mit den ärztlichen Berichten von Dr. C._ auseinandergesetzt. Da der
Gutachter der Psychiatrie eine Verbesserung des Zustands des Beschwerdeführers seit
Oktober 2011 angenommen hat (IV-act. 84-13, IV-act. 84-14), ist allerdings davon
auszugehen, dass seine Annahme, die behandelnde Ärztin habe solche psychosozialen
Faktoren in ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung eingeschlossen, sich auf ihr als
widersprüchlich bezeichnetes Attest einer vollen Arbeitsunfähigkeit für die
zurückliegende Zeit ab Februar 2010 bezieht. Damit hatte die Psychiaterin jedoch
rückwirkend lediglich eine Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Schweisser
angegeben. Eine Abweichung ist demnach nicht festzustellen. Es rechtfertigt sich
somit, für den Sachverhalt im betreffenden Zeitpunkt auf das Ergebnis der
polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS abzustellen. Der RAD hat sich dem
Begutachtungsergebnis im Übrigen angeschlossen (vgl. IV-act. 87-2).
7.
7.1 Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers betrifft, kann davon
ausgegangen werden, dass eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit im Sinn von
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in der bisherigen Arbeit am 20. Oktober 2009 einsetzte, ein
(mögliches) Wartejahr somit am 20. Oktober 2010 (mit einem für eine ganze Rente
ausreichenden Durchschnitt an Arbeitsunfähigkeit) endete (auch im Januar 2010 war
der Beschwerdeführer zu 50 % arbeitsunfähig, vgl. Fremdakten). Welche
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit allerdings im Oktober 2010 bestand, lässt
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sich keinem echtzeitlichen Arztzeugnis entnehmen. Nach einer psychiatrischen
Verschlechterung im Juni 2010 mit dem Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit von 57.5 %
(4 Arbeitsstunden pro Tag mit einer Einschränkung von etwa 10 bis 20 %) war die
Depression damals (im Oktober 2010) nach Angaben der behandelnden Psychiaterin
zurückgegangen. Die Ärztin äusserte sich allerdings nicht zum Ausmass der
entsprechenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Dass er sich im November
2010 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum mit einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
meldete (vgl. IV-act. 84-16), ist für die Beurteilung der medizinisch zumutbaren
Arbeitsfähigkeit nicht aussagekräftig. Zu Beginn des Jahres 2011 zeigte der
Beschwerdeführer bei einer Tätigkeit in einem Einsatzprogramm eine Arbeitsfähigkeit
von lediglich 25 %, entsprechend hätte praktisch eine "Arbeitsunfähigkeit" von 75 %
bestanden, wofür aber ebenfalls keine ärztliche Angabe besteht. Der RAD hatte im Juli
2010 - allerdings lediglich prognostisch - ab September 2010 eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 50 % erwartet. Es rechtfertigt sich, da von ergänzenden Abklärungen
diesbezüglich keine verbesserten Grundlagen zu erwarten sind, anzunehmen, dass die
zumutbare Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten im Oktober 2010 bei der von der
MEDAS festgelegten Höhe von 50 % lag.
7.2 Gemäss dem Arztbericht vom 19. Oktober 2011 hat sich dannzumal eine
psychiatrische Verschlechterung eingestellt, derentwegen der Beschwerdeführer voll
arbeitsunfähig geschrieben wurde (IV-act. 76; schwere innere Unruhe, Angst- und
Spannungszustände, Existenzängste, gen. Schmerzen, Verzweiflung, Hilflosigkeit,
niedrige Stresstoleranz, Aggressionsausbrüche, intensive Gedanken des
Lebensüberdrusses, schwere Schlafstörungen, subjektiv aussichtslose Situation). Die
Frequenz der Behandlung wurde zu jenem Zeitpunkt erhöht. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist abzustellen.
7.3 Das MEDAS-Gutachten vom Juli 2012 geht von einer Besserung der
psychiatrischen Symptomatik seit jenem Zeitpunkt (vom Oktober 2011) aus (IV-
act. 84-13, IV-act. 84-14). Die gestellte Frage nach dem Beginn der (von ihm
festgesetzten) Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit hat es nicht beantwortet. Der
RAD nimmt eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bereits ab November 2011 an (IV-
act. 87-2), wobei nicht ersichtlich ist, worauf er sich dabei hätte stützen können. Da
auch in dieser Hinsicht nicht damit gerechnet werden kann, dass eine Ergänzungsfrage
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eine zusätzliche Klärung bringen könnte, ist anzunehmen, dass die Verbesserung
kontinuierlich erfolgt ist. Es kann davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt, da er eine Arbeitsfähigkeit von etwa 40 % erreichte,
keinen Invaliditätsgrad von mindestens 70 % mehr aufwies (vgl. die nachfolgenden
Erwägungen zu den erwerblichen Folgen). Mit dem Erreichen eines
Arbeitsfähigkeitsgrads von ca. 40 % war unter der genannten Voraussetzung einer
gleichmässigen Verbesserung in den fünf Monaten zwischen Oktober 2011 (nicht
arbeitsfähig) und der Begutachtungszeit vom März 2012 (50 % arbeitsfähig) rund vier
Monate nach Oktober 2011 zu rechnen, also im Februar 2012, so dass die
rentenbeeinflussende Verbesserung des Gesundheitszustands dort zu terminieren ist.
8.
8.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Nach Angaben der
Arbeitgeberin hatte der Beschwerdeführer im Jahr 2009 ein (AHV-pflichtiges)
Einkommen von Fr. 68'742.-- verdient (IV-act. 30-9). Aufgewertet um die
Nominallohnentwicklung ins Jahr 2010 von 0.5 % im verarbeitenden Gewerbe/in der
Industrie (T1.05 der Lohnentwicklung des Bundesamtes für Statistik LE 2010, S. 18)
ergibt sich ein als Valideneinkommen 2010 zu betrachtendes Einkommen von
Fr. 69'086.--.
8.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
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dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist
aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person - wie der Beschwerdeführer - nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung statistische
Werte beigezogen werden (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S
B. vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009).
8.3 Der Tabellenlohn 2010 für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungs
niveau 4) von Männern im privaten Sektor betrug Fr. 61'164.-- (vgl. Anhang 2 der
Textausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen, 2015, herausgegeben
von der Informationsstelle AHV/IV, S. 226, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
8.4 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss
aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Wie
aus dem MEDAS-Gutachten hervorgeht, ist der Beschwerdeführer aus
rheumatologischen Gründen auf eine Arbeit angewiesen, die leicht ist. Es soll sich um
körperlich eher leichtere Tätigkeiten von eher einfacher und angelernter Art ohne
speziell erhöhte Anforderung an die Stress- und Frustrationstoleranz, die emotionale
Belastbarkeit, die Konzentrationsfähigkeit oder die sozialen Kompetenzen handeln. Das
zumutbare Arbeitspensum ist (nach einer empfohlenen Einstiegsphase mit
weitreichenderer Beschränkung) auf etwa sechs bis sieben Stunden pro Tag begrenzt,
so dass ein Teilzeitabzug am Platz ist. Angemessen erscheint insgesamt ein Abzug
vom Tabellenlohn von 10 %. Das Invalideneinkommen beträgt damit bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % Fr. 27'523.--, was einen Invaliditätsgrad von 60 % ergibt.
9.
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9.1 Nach dem ab 1. Januar 2008 geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Renten
anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, was, da sich der Beschwerdeführer im
Dezember 2009 anmeldete, einen Anspruch frühestens ab Juni 2010 zuliesse. Da das
Wartejahr jedoch wie erwähnt erst im Oktober 2010 ablief, entstand der Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente - unter Vorbehalt einer Eingliederungsmöglichkeit - am 1. Oktober
2010. - Im Juni 2010 hatte die Beschwerdegegnerin mitgeteilt, zurzeit seien berufliche
Eingliederungsmassnahmen nicht möglich, was nicht zu beanstanden ist. Der
Beschwerdeführer war bis Mai 2010 in stationärer Behandlung gewesen. Im Juni 2010
war zudem eine Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten. Am
27. Oktober 2010 war dann zwar gemeldet worden, die Depression sei
zurückgegangen und die Beschwerdegegnerin hat Arbeitsvermittlungsmassnahmen,
aber keine weiteren Eingliederungsmassnahmen geboten (vgl. IV-act. 54, 56 ff.). Mit
rechtskräftiger Verfügung vom 19. September 2011 hat die Beschwerdegegnerin einen
Anspruch auf (weitere) berufliche Massnahmen ausdrücklich abgelehnt, nachdem der
Beschwerdeführer ab Februar 2011 (IV-act. 62-2) in einem Einsatzprogramm gearbeitet
hatte und berichtet worden war, er habe seine Präsenzzeit nicht über 50 % hinaus
steigern können und sei nicht über eine Leistungsfähigkeit von etwa 25 % hinaus
gekommen und die Leistungsfähigkeit sei auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht
verwertbar. Unter diesen Umständen ist rückblickend anzunehmen, dass der
Rentenanspruch im Oktober 2010 entstand. Bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung findet sich kein Anhaltspunkt für eine diesbezügliche
Veränderung.
9.2 Im Oktober 2011 trat die Verschlechterung des Gesundheitszustands mit voller
Arbeitsunfähigkeit - demnach auch voller Erwerbsunfähigkeit - ein.
9.3 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE
106 V 16; BGE 109 V 125). Dabei richtet sich der Zeitpunkt einer Rentenerhöhung
ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine Anwendung
(vgl. BGE 109 V 125). Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald
bis
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sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29 IVV ist
sinngemäss anwendbar. - Ab 1. Februar 2012 ist der Anspruch somit bei einem
Invaliditätsgrad von 100 % auf eine ganze Rente zu erhöhen.
9.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird. - Eine Herabsetzung des Rentenanspruchs auf
wiederum eine Dreiviertelsrente hat demnach auf den 1. Juni 2012 (drei Monate nach
Februar 2012) zu erfolgen.
9.5 Es empfiehlt sich allenfalls, zur Prüfung einer möglichen Verbesserung durch eine
angepasste psychiatrische Behandlung eine baldige Revision vorzusehen.
Gegebenenfalls könnte sich dann auch die Frage einer geeigneten beruflichen
Eingliederung wieder stellen.
10.
10.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 22. Oktober 2012 zu schützen und dem Beschwerde
führer ist ab 1. Oktober 2010 eine Dreiviertelsrente, ab 1. Februar 2012 eine ganze
Rente und ab 1. Juni 2012 wiederum eine Dreiviertelsrente auszurichten.
10.2 Angesichts des vollen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich,
ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
Dem Beschwerdeführer ist der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
10.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen auch Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache
bis
bis
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und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht