Decision ID: d2d5ccae-6cd0-4a4f-b50a-bb47e9797427
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 12./17. Januar 2012 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er habe eine kaufmännische Lehre gemacht und sei
Angestellter in der Branche N._. Seit 1. März 2011 sei er infolge einer psychischen
Krise am Arbeitsplatz arbeitsunfähig. - Gemäss IK-Auszug war er stets (seit 1991) bei
der gleichen Arbeitgeberin angestellt.
A.b Gemäss einem Gesprächsprotokoll vom 17. Februar 2012 (IV-act. 7 f.) gab Dr.
med. B._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Vertrauensärztin der
Arbeitgeberin, dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung an,
es liege beim Versicherten eine schwere Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften,
narzisstischen und paranoiden Zügen vor. Er wirke absonderlich, wohne noch bei den
Eltern und sei noch in der Unternehmung angestellt, bei welcher er die Lehre gemacht
habe; eine Verselbständigung habe noch nicht stattgefunden. Er sei vor einem Jahr bei
der Arbeitgeberin aufgefallen, weil er [... Vorfall ...], und sei daraufhin sofort freigestellt
worden. Es sei ihm damals aber zugesagt worden, der Arbeitsplatz werde während
eines Jahres für ihn freibehalten. Der Versicherte verwende beträchtliche Energien
(Umwege) darauf, ausserhalb des Betriebs keinen Kunden oder Mitarbeitern zu
begegnen. Er wolle exakt an den gleichen Arbeitsplatz zurück, habe aber bis anhin
jeden Arbeitsversuch verweigert. In der Behandlung durch die Tagesklinik des
Psychiatrie-Zentrums habe er formal vieles mitgemacht, in der Sache jedoch jede
Konfrontation vermieden. Er wirke eher unterwürfig, steuere aber doch sehr, was
geschehe. In einem beigelegten Bericht an Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, vom 4. Februar 2012 hatte die Ärztin berichtet, es lägen beim Versicherten
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion nach Arbeitsplatzverlust im
Frühjahr 2011 und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit anankastischen,
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paranoiden und narzisstischen Zügen vor. Sie betrachte ihn nach wie vor als nicht
arbeitsfähig, doch werde sich das erst nach einem Arbeitsversuch erweisen. Er
vermute, dass er an seinem Arbeitsplatz arbeiten könnte wie früher, doch eine konkrete
Prüfung der Arbeitsmöglichkeiten sei bisher an seinem überwältigenden
Vermeidungsverhalten gescheitert.
A.c Die Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums D._ (Dr. med. E._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, lic. phil. F._, Klinische Psychologin) hatte in einem
Austrittsbericht vom 28. November 2011 (IV-act. 15) unter anderem ausgeführt, die
Behandlung des Versicherten sei ab 26. September 2011 erfolgt. Bedingung der
Arbeitgeberin für seine Wiederbeschäftigung sei eine vorausgehende psychiatrische
Behandlung und Stabilisierung. Im Verlauf der Behandlung sei ersichtlich geworden,
dass der Versicherte emotional nicht bereit sei, sich mit unangenehmen Situationen
(sich stigmatisiert fühlen, Schamgefühle aushalten) zu konfrontieren. Nicht die
eigentliche Arbeitsfähigkeit, sondern diese Schwierigkeit stehe im Vordergrund. Die
Behandlung habe immer mehr auf Bedingungen basiert und sei immer mehr
vermeidungsaufrechterhaltend gewesen, so dass sie von der Klinik habe abgebrochen
werden müssen. Es sei dennoch zu betonen, dass der Versicherte sich stets bemüht
habe, sich auf die Therapie einzulassen. Angesichts des Behandlungsabbruchs habe
sich das psychische Befinden erneut verschlechtert. Als Diagnosen wurden eine
mittelgradige depressive Episode, DD Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion nach Arbeitsplatzverlust im Frühjahr 2011, und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit anankastischen, paranoiden und narzisstischen Zügen,
angegeben.
A.d Am 2. Mai 2012 (IV-act. 18) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien zurzeit nicht
möglich.
A.e Am 22. Oktober 2012 (IV-act. 26) berichtete lic. phil. G._, Fachpsychologin für
Psychotherapie FSP, sie habe den Versicherten vom 2. Mai bis 29. September 2011
behandelt und tue dies erneut seit 5. Dezember 2011 (letzte Sitzung 24. September
2012), und zwar mittels einmal wöchentlicher analytisch-orientierter
Körperpsychotherapie (mit Schwerpunkten in Stabilisierung, Begleitung; Arbeit an
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Affektwahrnehmung, Selbst- und Objektwahrnehmung und Impulssteuerung). Eine
(teil-)stationäre Behandlung lehne er ab. Zurzeit sei eine Arbeitsaufnahme nicht
möglich. Die Leistungsfähigkeit könne nicht beurteilt werden. Dazu wäre ein
Arbeitsversuch nötig, den der Versicherte zurzeit nicht angehen könne; er vermeide
zwanghaft eine Konfrontation mit seiner Krankheit. Nach längerer Auseinandersetzung
in der Therapie sei er zu einem Arbeitsversuch bereit gewesen, doch die Arbeitgeberin
habe das abgelehnt. Es sei zu prüfen, ob ein Arbeitstraining möglich sei. Die bisherige
Stelle bestehe nicht mehr. Ob der Versicherte die für andere Tätigkeiten nötigen
Schritte unternehmen könne, sei aufgrund seiner starken Kränkung und der
psychischen Einschränkungen fraglich. Angemessen scheine zu Beginn ein Umfang
von drei bis vier Stunden Arbeit pro Tag. Aufgrund des intellektuellen Potentials sei
mittelfristig eine Berufstätigkeit in der Branche N._ zu 50 % denkbar. Die
Fachpsychologin ergänzte am 16. November 2012 (IV-act. 31), sie behandle nicht in
ärztlicher Delegation. - Dr. B._ erklärte am 17. Januar 2013 (IV-act. 33), sie sei mit
dem IV-Bericht von G._ vom "Sommer 2012" inhaltlich völlig einverstanden. - In
einem Verlaufsbericht vom 25. Juni 2013 (IV-act. 44) gaben Dr. B._ und G._
bekannt, die Symptome der Persönlichkeitsstörung hätten sich tendenziell verstärkt,
indem der Versicherte auch ihm unbekannten Personen auszuweichen begonnen habe.
Psychotherapeutisch habe sich ein gewisser Fortschritt gezeigt, denn er nehme
zunehmend wahr, wie er die therapeutische Beziehung für sich nutzen könne, und er
erscheine stabil in dem Leben, das er sich derzeit eingerichtet habe. Zurzeit
verunmögliche die schwere psychische Störung eine Arbeitsfähigkeit in irgendeiner
Berufstätigkeit.
A.f Inzwischen waren medizinische Akten der Arbeitgeberin eingegangen (act. G 8.2;
Fremdakten). Dr. med. H._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hatte am 23. März 2011 berichtet, es bestehe beim Versicherten eine zwanghafte
Persönlichkeit (es lägen vor ein übermässiger Zweifel, Vorsicht, eine ständige
Beschäftigung mit Details, Ordnung und Planung, ein Perfektionismus, eine
übermässige Gewissenhaftigkeit, eine unverhältnismässige Leistungsbezogenheit unter
Vernachlässigung von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen, eine
Tendenz, seine Gewohnheiten als nicht sehr problematisch zu betrachten). Der
Versicherte sei arbeitsfähig. Verliere er die Stelle, könnte sich eine Verschlechterung
mit eventueller Arbeitsunfähigkeit einstellen. Ohne therapeutische Massnahmen
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würden die Symptome weiterbestehen. Es dränge sich eine psychotherapeutische
Behandlung auf. – Dr. C._ hatte am 12. Februar 2012 dargelegt, dass die Behandlung
des Versicherten problematisch sei, weil er die Realität nicht sehen könne und
Konfrontationen mit der Arbeitgeberin verweigere. Eine Arbeitsfähigkeit sei bis auf
weiteres nicht gegeben; der Zustand scheine weitgehend chronifiziert zu sein. Es seien
die Voraussetzungen für eine volle Berentung mit Revision gegeben. Der Versicherte
sei zunächst darüber zu informieren, dass ein Zurück an die Arbeitsstelle nicht mehr
möglich sei. - Die Pensionskasse hatte am 20. Februar 2013 mitgeteilt, der Versicherte
habe bis März 2012 Lohnfortzahlung erhalten, danach habe sie ihn als zu 100 % invalid
betrachtet.
A.g Am 8. Oktober 2013 erstattete Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie sowie für Neurologie, ein von der IV veranlasstes psychiatrisches
Gutachten (IV-act. 51). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe
beim Versicherten (seit dem jungen Erwachsenenalter) eine anankastische
Persönlichkeitsstörung. Andere Diagnosen lägen nicht vor. Der Versicherte sei wegen
seiner Gesundheitsstörung nicht in der Lage, bei der bisherigen Arbeitgeberin zur
Arbeit anzutreten, und zwar seit etwa Juni 2011 (seit sich der Konflikt verfestigt habe).
Eine Tätigkeit wie die bisherige bei einem anderen Arbeitgeber auszuüben, sei (seit je)
ohne Einschränkungen möglich und zumutbar.
A.h Die IV-Eingliederungsberaterin hielt am 18. Dezember 2013 (IV-act. 60) fest, der
Versicherte habe angegeben, zurzeit eine Überbrückungsrente von der Pensionskasse
zu erhalten. Er würde gern wieder arbeiten, wisse aber nicht, wie das gehen sollte. Um
Vorschläge sei er froh, müsse aber gestehen, dass er zurzeit nicht in der Lage sei, eine
Stelle zu suchen oder anzutreten. Mittags sei er so erschöpft vom ständigen Auf-der-
Hut-Sein, dass er sich am Nachmittag meist hinlegen müsse. Sport treiben könne er
nicht, weil er dabei ja jemandem begegnen könnte, den er kenne. Die
Eingliederungsberaterin gab an, der Versicherte mache einen glaubwürdigen Eindruck.
Er habe am Gespräch immer wieder geweint und scheine sehr verzweifelt zu sein. Beim
Erzählen mache er zwischendurch den Eindruck, als wäre er in einem Wahn. - Am 4.
Juni 2014 erklärte die Eingliederungsberaterin, der Versicherte werde am 5. August
2014 in die psychiatrische Klinik eintreten.
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A.i G._ teilte mit Bericht vom 19. Januar 2015 (IV-act. 69) mit, der Versicherte
besuche an vier Tagen pro Woche eine Tagesklinik. Die ambulante Therapie habe
hierfür mit wöchentlichen Sitzungen weitergeführt werden müssen. Bis zu einem
gewissen Grad sehe der Versicherte die Dysfunktionalität seiner Verhaltensweise ein,
doch betrachte er das Vermeidungsverhalten immer noch als seine einzige Möglichkeit.
A.j Mit Mitteilung vom 30. Januar 2015 (IV-act. 72) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle berufliche Massnahmen ab.
A.k Am 14. April 2015 teilte das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums J._
(med. pract. K._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie; IV-act. 77) mit, beim
Versicherten bestünden eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-
vermeiden¬den, emotional instabilen, narzisstischen Zügen (seit Frühling 2011), eine
mittelgradige depressive Episode (seit August 2014) und Zwangsgedanken und -
handlungen, gemischt. Der Versicherte werde seit 5. August 2014 teilstationär
behandelt; ab diesem Datum werde ihm volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. - Im
Austrittsbericht vom 5. Oktober 2015 (IV-act. 84; über die Behandlung vom 3. Juni
2014 bis 6. August 2015) wurde dargelegt, der Versicherte habe sich überraschend
schnell in die Patientengruppe integrieren können. Sein Zwangs- und
Vermeidungsverhalten sei mit erheblichem Aufwand verbunden und gehe mit
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und des sozialen Lebens einher. Es sei ein
starker Leidensdruck vorhanden gewesen; der Versicherte habe psychisch und
physisch erschöpft gewirkt. Er verfüge über viele kognitive Ressourcen. Trotz der
langen Behandlungsdauer habe sich nur eine Stabilisierung auf sehr tiefem Niveau
gezeigt.
A.l Der RAD hielt am 30. Oktober 2015 (IV-act. 86) dafür, es stelle sich die Frage, ob ein
veränderter Sachverhalt vorliege. Es werde nun von einer Zwangskrankheit - ohne
diagnostische Abgrenzung zur zwanghaften Persönlichkeit - ausgegangen und die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen lägen weit auseinander. Es sei kein Versuch der
Behandler ersichtlich geworden, mit dem Versicherten konkret auf
Arbeitsbelastungsversuche, und wären sie auch nur in geschütztem Rahmen,
hinzuarbeiten. Eine Verlaufsbegutachtung sei erforderlich. - Dem Gesuch des
Versicherten (unterstützt durch med. pract. K._, IV-act. 92) um Zuteilung an einen
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andern als den früher bestellten Gutachter (IV-act. 91) kam die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle nach.
A.m Dr. med. L._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im
psychiatrischen Gutachten vom 2. Februar 2016 (IV-act. 100) an, eine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Ohne Auswirkung seien spezifische
(isolierte) Phobien und eine anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung. Eine
Zwangserkrankung oder eine Panikstörung liege nicht vor. Die Art und vor allem auch
die Konsequenz, mit welcher der Versicherte jede Konfrontation mit Personen aus dem
Umfeld der bisherigen Arbeitgeberin vermieden habe, sei durch seine
Persönlichkeitsstörung geprägt. Durch die zunehmende Vermeidung sei das Auftreten
der phobischen Symptomatik begünstigt worden, die ihrerseits wiederum die
Vermeidung verstärke. Vordringlich sei eine kognitive Verhaltenstherapie mit
Exposition, von der als einziger gute Behandlungsergebnisse erwartet werden könnten.
Störungen mit ausgeprägter sozialer Isolierung oder anderweitiger schwerer
Einschränkung der Lebensvollzüge würden als schwer klassifiziert; dann werde eine
entsprechende multimodale Langzeittherapie empfohlen (IV-act. 100-64 f.). Bisher habe
der Versicherte nicht nur jede Konfrontation mit allen Personen aus dem Umfeld der
ehemaligen Arbeitgeberin vermieden, sondern, obwohl eine solche bei einem anderen
Arbeitgeber ohne Problem möglich wäre, auch eine Eingliederung und
verhaltenstherapeutische Massnahmen. Die von den behandelnden Ärzten attestierte
Arbeitsunfähigkeit werde mit dem Vermeidungsverhalten begründet. Neu werde die
Vermeidung durch die Tatsache noch akzentuiert, dass sie ein phobisches Ausmass
angenommen habe. Es seien in diesem Zusammenhang auch Panikattacken
aufgetreten. Weiterhin lasse sich damit aber keine Arbeitsunfähigkeit begründen, weil
Phobien einer therapeutischen Beeinflussung lege artis gut zugänglich seien.
Abgesehen von ersten Ansätzen in der Tagesklinik sei eine solche Behandlung nie
erfolgt. Es sei allerdings auch nicht einfach, einen Therapeuten zu finden, der diese
konsequente kognitive Verhaltenstherapie anbiete. Bei einer Behandlung durch die
bisherige Therapeutin sei zu befürchten, dass der Versicherte weiter wesentlichen
Einfluss auf die Therapie nehme. Ein finanzieller Druck bestehe für den Versicherten
ausserdem nicht, erhalte er doch wegen der Pensionierung 80 % des bisherigen
Lohnes. Im vom Versicherten ausgeübten Tätigkeitsbereich bestehe - im Unterschied
zum früher konkret innegehabten Arbeitsplatz - keine Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit; eine solche habe auch noch nie bestanden. Wie eine angepasste
Tätigkeit zu beschreiben sei, sei der neuropsychologischen Abklärung durch Dr. phil.
M._, (u.a.) Klin. Neuropsychologe und Fachpsychologe für Neuropsychologie, zu
entnehmen.
A.n Mit Vorbescheid vom 9. März 2016 (IV-act. 104) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung seines
Leistungsgesuchs in Aussicht. Eine Gesundheitsschädigung, die ihn in seiner
Arbeitsfähigkeit als Angestellter in der Branche N._ beeinträchtigen würde, liege nicht
vor.
A.o Der Versicherte liess am 24. April 2016 (IV-act. 110) einwenden, das Gutachten
von Dr. L._ sei widersprüchlich. Er halte eine volle Arbeitsfähigkeit für möglich,
während aber Dr. M._, der für den Gutachter die neuropsychologische Abklärung
vorgenommen habe, klar eine Einschränkung festgestellt habe. Die beschriebenen
Einschränkungen würden eine Tätigkeit als [...]-Berater verunmöglichen; diese sei
anspruchsvoll und aufreibend. Nur eine einfache, klar strukturierte, stressfreie Tätigkeit
mit unterdurchschnittlichen Anforderungen bei einem wohlwollenden Arbeitgeber sei
danach möglich, bei der nur ein weit tieferes als das frühere Einkommen zu erwarten
sei. Die Arbeitsfähigkeit sei noch nicht abschliessend geklärt. Während der mehr als ein
Jahr dauernden tagesklinischen Behandlung (von Juni 2014 bis August 2015) habe
zudem eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden.
A.p Gutachter Dr. L._ nahm hierzu mit Schreiben vom 30. Mai 2016 (IV-act. 114)
Stellung. Mit der Tatsache, dass der Versicherte sich in der Tagesklinik aufgehalten
habe, lasse sich auch für die betreffende Zeit keine anhaltende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründen, denn die Behandlung sei, wie die Klinik selber festgehalten
habe, kontraproduktiv gewesen. G._ dagegen habe eine Anpassungsstörung
diagnostiziert. Ob und gegebenenfalls inwieweit sich mit den Kriterien, die für eine für
den Versicherten ideal adaptierte Tätigkeit vorausgesetzt würden, eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit begründen lasse, habe er im Gutachten offen gelassen. Denn die
Einzelheiten des Profils der zuletzt ausgeübten Tätigkeit unter dem Aspekt der nun
geforderten Kriterien seien ihm nicht genügend bekannt; eine gewisse Zwanghaftigkeit
sei dabei aber sicherlich nicht hinderlich gewesen. Nachdem Dr. M._ im Internet
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Stellenbeschreibungen recherchiert habe, gehe er (der Gutachter) nun nach
nochmaliger Rücksprache mit ihm von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Versicherten von 30 % für den bisherigen Tätigkeitsbereich aus, und zwar wegen der
kognitiven Einschränkungen, die überwiegend wahrscheinlich auf die spezifische
Phobie zurückzuführen seien und nach erfolgreicher Behandlung wieder abnehmen
würden. Diese (sc. medizinische) Einschätzung setze voraus, dass die recherchierte
Stellenbeschreibung (aus berufsberaterischer Sicht) realistisch sei. - In der beigelegten
gemeinsamen Ergänzung (IV-act. 115) wurden unter anderem die Anforderungen der
Berater-Tätigkeit in der Branche N._ näher beschrieben und es wurde dargelegt, es
liege nach einer Studie der Schluss nahe, dass bei Personen mit aktueller Angststörung
unter anderem Gedächtniseinschränkungen bestünden, bei Personen mit einer solchen
Störung in der Vergangenheit aber keine Minderleistungen. Die Prognose hänge also
vom Verlauf der psychiatrischen Störung des Versicherten ab.
A.q Der RAD schloss (IV-act. 116), es könne in der Tätigkeit bei der konkreten
Arbeitgeberin infolge der Phobie von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 %
ausgegangen werden. Formal sei nach Ablauf der Kündigungsfrist von einer
Arbeitsfähigkeit von 100 % in der beruflich erlernten Tätigkeit als Angestellter in der
Branche N._, die adaptiert sei, auszugehen.
A.r Mit Verfügung vom 29. Juni 2016 (IV-act. 117) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch des Versicherten um eine Rente ab. Ein
Invaliditätsgrad sei nicht gegeben.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Leo Sigg, Procap
Schweiz, für den Betroffenen am 30. August 2016 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen,
eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Das Vermeiden jeglicher Konfrontation mit Personen aus dem Umfeld
der früheren Arbeitgeberin wirke sich stark auf die Arbeitsfähigkeit aus und das basiere
offenbar auch gemäss Gutachter Dr. L._ auf der Krankheit. Dessen Ansicht, bei der
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früheren Arbeitgeberin bestehe keine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mehr, bei
einem andern Arbeitgeber im selben Tätigkeitsbereich hingegen schon, sei
realitätsfremd und nicht schlüssig. Denn in diesem Bereich werde der
Beschwerdeführer - auch bei einem Wechsel; so wie etwa ein Arzt, der das Spital
wechsle - immer wieder auf Personen aus dem früheren Arbeitsumfeld (Angestellte und
Kunden) treffen. Die neuropsychologische Begutachtung - bereits längere Zeit nach
dem Verlust der Anstellung - habe erhebliche Einschränkungen des Beschwerdeführers
erhoben. Das habe selbst Dr. L._ erkannt und eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %
angenommen. Die Beschwerdegegnerin, die im Bereich der Berufsberatung über
professionelle Fachpersonen verfüge, hätte die dem Gutachten zugrunde liegende,
aufgrund einer Internetrecherche getroffene und damit ungenügend begründete
Annahme auf ihren Realitätsgehalt hin prüfen müssen. Es werde bestritten, dass mit
den vorliegenden Einschränkungen die bisherige Tätigkeit noch ausgeübt werden
könne. Dr. L._ und Dr. M._ hätten aber immerhin versucht, sich ein realistisches
Bild über die Situation zu machen. Der RAD hingegen übergehe die Befunde und
behaupte, sie stünden einzig im Zusammenhang mit der bisherigen Arbeitgeberin,
weshalb nun keine Einschränkung mehr bestehe. Für das Invalideneinkommen sei, da
die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden könne, auf die Tabellenlöhne für
eine Hilfstätigkeit abzustellen, womit sich zweifellos ein Rentenanspruch ergebe.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es liege eine umfangreiche
psychiatrische Expertise vor, die sich auch mit Standardindikatoren im Sinn von BGE
141 V 281 auseinandersetze. Zusammen mit der darin enthaltenen
neuropsychologischen Beurteilung erfülle sie die versicherungsmedizinischen
Anforderungen an ein Gutachten. In der ergänzenden Stellungnahme halte der
Gutachter zwar fest, dass er in Abweichung von der früheren Einschätzung von einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 30 % im bisherigen
Tätigkeitsbereich ausgehe. Doch sei ausschlaggebend, dass beim Beschwerdeführer
noch keine wirksame Therapie angewendet worden sei. Er sei nicht unfähig zur
Therapieadhärenz, weigere sich aber, eine Medikation einzunehmen. Trotz
oberflächlicher Kooperation des Beschwerdeführers habe bei der sehr ausgeprägten
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Vermeidung und isolierten Phobie die einzig wirksame Therapie - eine kognitive
Verhaltenstherapie mit Exposition - nie wirklich angewendet werden können. Die
bisherige Therapie sei nicht lege artis erfolgt. Der RAD führe nachvollziehbar aus, dass
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % auf die spezifische Phobie
zurückzuführen sei, welche nach erfolgreicher Behandlung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit wieder abnehmen werde. Der Beschwerdeführer verfüge
ausserdem über verschiedene Ressourcen, namentlich eine gute schulische Intelligenz,
einen guten sprachlichen Ausdruck, Reflexionsfähigkeit, Computerkenntnisse,
Zuverlässigkeit im interpersonellen Kontakt und ein Bemühen, andere zu unterstützen.
Dabei seien die teilweise zwanghaften Persönlichkeitsmerkmale je nach
Zusammenhang nicht von Nachteil. Beim Beschwerdeführer liege damit kein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer psychischer Gesundheitsschaden
von erheblicher Schwere vor, der einen Rentenanspruch begründen könnte.
D.
Mit Replik vom 10. Januar 2017 wendet der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
ein, der RAD habe aufgrund der Argumente im Einwandverfahren beschlossen, den
Gutachter Stellung nehmen zu lassen. Das deute darauf hin, dass das Gutachten nicht
genügend schlüssig gewesen sei. Der Gutachter habe denn auch nachträglich
präzisiert, dass eine volle Arbeitsfähigkeit nur unter den Bedingungen einer ideal
adaptierten Tätigkeit bestehe, und habe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für die
bisherige Tätigkeit festgelegt. Dabei habe er spekuliert, die Einschränkung basiere
wahrscheinlich auf der spezifischen Phobie und werde nach Behandlung wieder
abnehmen, und er habe seine Angaben unter die Voraussetzung gestellt, dass die im
Internet recherchierte Stellenbeschreibung realistisch sei. Es sei aber offensichtlich,
dass den Beschwerdeführer nach dem damaligen krankheitsbedingten Vorfall
realistischerweise keine Unternehmung in der Branche N._ mehr anstellen werde. Ein
versierter Berufsberater wüsste das. Die Arbeitsunfähigkeit von 30 % basiere auf
falschen Tatsachen und sei nicht haltbar. Wäre noch keine wirksame Therapie
angewendet worden und würde sie zu guten langfristigen Behandlungsergebnissen
führen, hätte die Beschwerdegegnerin noch gar nicht über die Rente entscheiden
dürfen. Dem Beschwerdeführer wäre diesfalls eine Schadenminderungspflicht
aufzuerlegen und es wäre der Behandlungserfolg abzuwarten gewesen. Beides habe
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die Beschwerdegegnerin bis anhin verpasst. Ausserdem sei die beschriebene
Therapiewirksamkeit stark zu bezweifeln, denn es leuchte nicht ein, weshalb so viele
Behandler (ganze Kliniken) diesfalls nicht die betreffende Behandlungsform einsetzten.
Die zwanghaften Persönlichkeitsmerkmale stellten ganz klar einen Nachteil dar, im
Zusammenhang mit den Phobien sogar einen ganz wesentlichen. Die
Beschwerdegegnerin würde kaum die gleiche Ansicht zu den Anstellungschancen
vertreten, [wäre der Vorfall bei ihr selbst geschehen]. Das Gutachten sei nicht
schlüssig. Die angefochtene Verfügung basiere auf einer ungenügenden
Sachverhaltsabklärung und sei daher aufzuheben. Aufgrund der vorliegenden Akten
könne nicht darauf geschlossen werden, dass kein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer psychischer Gesundheitsschaden von erheblicher Schwere vorliege.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Considerations:
Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Juni 2016 hat die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 12./17. Januar 2012, namentlich das
Gesuch um eine Rente, abgewiesen. Der Beschwerdeführer lässt in diesem Verfahren
einzig Rentenleistungen (vgl. Hauptstandpunkt) beantragen. Streitgegenstand bildet
daher zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein solcher in Frage stünde, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.1 Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann nur relevant sein, wenn sie Folge
einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl.
Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). - Die subjektiven
Angaben der versicherten Person genügen für die Begründung einer (teilweisen)
Invalidität allein nicht; vielmehr muss verlangt werden, dass die Angaben durch damit
korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind
(vgl. zu Schmerzleiden BGE 143 V 124 E. 2.2.2, BGE 130 V 352 E. 2.2.2).
2.2.2 Wesentlich ist in der Folge die Arbeits(un)fähigkeit. Die funktionellen Folgen der
Gesundheitsschädigung sind qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen (vgl.
BGE 141 V 281 E. 3.1). Denn die diagnostische Einordnung einer psychischen Störung
allein legt das (dennoch) objektiv bestehende tatsächliche Leistungsvermögen nicht
fest (vgl. BGE 143 V 418 E. 4.1.2). Für die Beurteilung des funktionellen
Leistungsvermögens sind gemäss BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015, also nach dem
Gutachten von Dr. I._ von 2013, aber vor jenem von Dr. L._ von 2016 entwickelt) in
der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz. Nach der jüngsten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach
dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem solchen
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Vor BGE 141 V
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281 erstattete medizinische Gutachten verlieren ihren Beweiswert aber nicht per se.
Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die Sachverständigengutachten,
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige
Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (vgl. BGE 141
V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016).
2.3 Die Rechtsanwender überprüfen die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben frei,
insbesondere darauf hin, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle Ausfälle
berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7
Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2). - Entscheidend ist im Ergebnis allgemein die nach
einem weitgehend objektivierten Massstab vorzunehmende Beurteilung, ob und
inwiefern die versicherte Person trotz ihres ärztlich diagnostizierten Leidens
zumutbarerweise einer angepassten Arbeit nachgehen kann und ihr schliesslich die
Verwertung ihrer (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch zumutbar ist (vgl. BGE 141 V 281 E.
3.7.3 und BGE 139 V 547, BGE 127 V 294). - Ob die versicherte Person eine ihr
zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung
hingegen unerheblich (Rz 3045 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen
erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung = KSIH).
3.
3.1 Was den diagnostischen Aspekt betrifft, zeigt sich bei der zweimaligen
medizinischen Begutachtung des Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers Folgendes: Gemäss dem Gutachten von Dr. I._ vom August 2013
(Gutachten vom 8. Oktober 2013) leidet der Beschwerdeführer an einer anankastischen
Persönlichkeitsstörung. Mit dieser Diagnose waren danach die (damaligen)
Beschwerden vollständig erfasst. Dr. L._ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 2.
Februar 2016 (Begutachtung vom Januar 2016) ebenfalls dieses Leiden und ausserdem
spezifische (isolierte) Phobien (bzw. eine davon). Von der behandelnden Ärzteschaft
war ebenfalls eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden (namentlich bereits von
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Dr. H._, der den frühesten vorhandenen Bericht abgegeben hatte), allerdings
teilweise eine solche mit weiteren Aspekten (etwa paranoid, narzisstisch, ängstlich-
vermeidend, emotional instabil). Dr. B._, die Tagesklinik des Psychiatrischen
Zentrums D._ und das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums J._ waren
auch noch von einer mittelgradigen depressiven Episode bzw. von einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ausgegangen.
3.2 Dr. I._ hat begründet, weshalb bei der Begutachtung weder eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung noch ein depressives Syndrom, eine Angststörung oder eine
Anpassungsstörung vorgelegen hatte, obwohl es auch einzelne Anhaltspunkte dafür
gegeben habe. Dr. L._ hat sich ihm (ebenfalls begründet) angeschlossen.
3.3 Das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums J._ hat im April 2015 auch
noch von Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt, berichtet. Gutachter Dr. L._
ist daraufhin - nach Auseinandersetzung mit der abweichenden Diagnose und
Begründung für deren Ausschluss - wie erwähnt von einer spezifischen, isolierten
Phobie ausgegangen.
3.4 Beide Gutachten basieren auf einer Kenntnisnahme von den Vorakten und von den
geklagten Beschwerden sowie auf einer psychiatrischen Untersuchung mit diversen
Abklärungen. Sie sind unter diesem Gesichtspunkt grundsätzlich beweistauglich.
Angesichts der nachvollziehbaren, übereinstimmenden Beurteilung durch die beiden
Gutachter der Psychiatrie kann diagnostisch gesehen zusammenfassend vom
(zunächst bis 2013 ausschliesslichen) Vorliegen einer anankastischen
Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden, gemäss dem Gutachten von Dr. L._
hernach von der zusätzlichen Diagnose einer Phobie.
4.
4.1 Was die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers betrifft, ist Gutachter Dr. I._
2013 zum Schluss gelangt, diese sei für die Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin
nicht mehr gegeben. Diese Feststellung traf auch Dr. L._ noch 2016 (weiterhin; wenn
er die Diagnosen trotzdem als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
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bezeichnete, so deshalb, weil er die konkrete Stelle für die Beurteilung nicht mehr in
Betracht zog, vgl. IV-act. 100-70 f.).
4.2 Hierauf ist abzustellen. Obwohl Persönlichkeitsstörungen meist in der Kindheit
oder in der Adoleszenz in Erscheinung treten und während des Erwachsenenalters
weiterbestehen (vgl. ICD-10 F 60), hat der Beschwerdeführer bis zu einem Zwischenfall
am Arbeitsplatz im März 2011 - trotz der Persönlichkeitsstörung - jahrelang eine
Tätigkeit in einer Unternehmung N._ als Assistent der [...]-Berater (vgl. Fremdakten)
auszuüben vermocht. Beide Gutachter würdigten diesen Umstand der jahrelangen
Berufstätigkeit. Nach der Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers vor dem Vorfall nicht relevant beeinträchtigt war. Dr. H._
hatte ihn noch am 23. März 2011 für arbeitsfähig erklärt. Dass es für den
Beschwerdeführer hingegen als nicht mehr zumutbar zu betrachten ist, nach dem
Vorfall an den bisherigen Arbeitsplatz zurückzukehren, ist als erwiesen anzunehmen,
hätte es doch aus gutachterlicher ärztlicher Sicht (vgl. namentlich Gutachten Dr. I._,
IV-act. 51-23 f.) seine Fähigkeit überstiegen, sich danach dem Umfeld am betreffenden
Arbeitsplatz wieder auszusetzen.
5.
Für die Invaliditätsbemessung relevant ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer adaptierten Tätigkeit. - Nach der Beurteilung von Dr. I._ von 2013 war die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit Ausnahme der oben erwähnten Fähigkeit,
bei der bisherigen Arbeitgeberin zu arbeiten, nicht eingeschränkt. Einerseits gab der
Beschwerdeführer bei der Begutachtung an, sich vorstellen zu können, die frühere
Arbeit wieder zu machen und (sogar) an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren (vgl. IV-
act. 51-11), und noch zum Teil Kontakt mit Kunden zu haben (vgl. IV-act. 51-14). Schon
damals machte er aber anderseits geltend, auch an einem neuen Arbeitsplatz in einer
vollkommen neuen Umgebung, beispielsweise in einer anderen Stadt, wegen der
Beschwerden nicht arbeiten zu können. Dr. I._ hielt fest, es sei nicht eruierbar
gewesen, welche konkreten Defizite oder Einschränkungen ihn hieran hindern würden.
Der Gutachter hat auf die erforderliche Objektivierung der subjektiv geklagten Leiden
geachtet, wenn er etwa darauf hinwies, dass der vom Beschwerdeführer geltend
gemachte Umfang der Beschwerden in den Ferien nicht ebenfalls vorhanden gewesen
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sei. Nach seiner Beurteilung passten ausserdem der Tagesablauf des
Beschwerdeführers mit häufigen Spaziergängen in der Wohngemeinde und der
regelmässige Besuch eines Fitnesscenters nicht recht zu seiner Angabe, in jenem Ort
die Öffentlichkeit in sehr hohem Mass zu scheuen. Bei dieser Einschätzung der vollen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für Tätigkeiten als Kaufmann in der Branche
N._ hat Dr. I._ auch dessen weitere Merkmale (vgl. IV-act. 51-25) mitberücksichtigt.
Die gutachterliche Beurteilung ist nachvollziehbar und begründet; ihr ist daher für den
Zeitpunkt jener Begutachtung 2013 zu folgen.
6.
6.1 Bis zum Zeitpunkt der Begutachtung von 2016 hat das Vermeidungsverhalten des
Beschwerdeführers gemäss Dr. L._ ein phobisches Ausmass erreicht. Der Gutachter
erwähnt, eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich trotz der
Akzentuierung nicht begründen, weil Phobien einer therapeutischen Beeinflussung gut
zugänglich seien (vgl. IV-act. 100-69). Diese Beschreibung ("Akzentuierung") deutet
zum einen darauf hin, dass es sich nach gutachterlicher Auffassung nicht um eine
gravierende Veränderung im Zeitablauf (im Vergleich zum medizinischen Sachverhalt,
wie ihn Dr. I._ begutachtet hatte) handelte. Die entsprechenden Einschränkungen
wären zudem wiederum (wie oben) zu objektivieren gewesen. Zum andern ist, da sich
die gesundheitliche Beeinträchtigung auch noch zum Zeitpunkt dieser Begutachtung,
als sie sich zur Phobie verstärkt hatte, einzig auf den Kontakt mit Personen aus dem
ehemaligen Arbeitsumfeld bezog (vgl. IV-act. 100-70), gemäss (ursprünglicher)
gutachterlicher medizinischer Beurteilung von Dr. L._ nur eine Arbeitsunfähigkeit für
eine Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin anzunehmen, aber (weiterhin) keine
Arbeitsunfähigkeit (weder bezüglich Pensum noch bezüglich Rendement) bei einer
anderweitigen Arbeit im bisherigen Tätigkeitsbereich (vgl. zum diesbezüglichen
erwerblichen Aspekt unten E. 7.2.1 f.). Deshalb kann offen bleiben, welche Bedeutung
der Begründung zukommt, wonach Phobien einer therapeutischen Beeinflussung gut
zugänglich seien. Der Gutachter hielt im Übrigen ausdrücklich fest, in adaptierter
Tätigkeit habe nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (vgl. IV-act.
100-71).
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6.2 Bei der Frage, wie das Tätigkeits-, Belastungs- und Ressourcenprofil einer
angepassten Tätigkeit aussehe, wies Dr. L._ bei dieser (seiner ursprünglichen)
gutachterlichen Beurteilung vom 2. Februar 2016 auf die Ergebnisse der
neuropsychologischen Abklärung durch Dr. M._ hin: Bei der neuropsychologischen
Untersuchung hatten sich Einschränkungen des Beschwerdeführers im Bereich der
Aufmerksamkeit (vereinzelt unterdurchschnittliche Leistung), des verbalen Lernens und
Gedächtnisses (teilweise unterdurchschnittlich) und der komplexen Denkleistung/der
Exekutivfunktionen (vereinzelt unterdurchschnittlich) ergeben. Visuell-figurales Lernen
und Gedächtnis sowie räumlich-perzeptive Analyse/räumlich-konstruktive Verarbeitung
waren durchschnittlich gewesen. Die Auffälligkeiten seien sowohl mit einer Depression
als auch mit einer Angststörung vereinbar. Um sein Leistungspotenzial optimal
umsetzen zu können, benötige der Beschwerdeführer ein wohlwollendes Umfeld mit
geringem Leistungsdruck und die Möglichkeit, selbstbestimmt Pausen zu machen.
Lernanforderungen sollten unterdurchschnittlich sein, Arbeitsaufträge allenfalls
wiederholt und mit der Möglichkeit zum Aufschreiben gegeben werden. Aufgaben
sollten nicht erfordern, dass gleichzeitig auf mehrere Aspekte geachtet und reagiert
werden müsse, denn diesfalls sei mit vermindertem Tempo zu rechnen, ebenso wie bei
kreativen Problemlöseprozessen. Je nach Ähnlichkeit der Anforderungen mit den
bekannten Arbeitsabläufen würden sich die Gedächtnisschwierigkeiten mehr oder
weniger auf die "Performanz" (bzw. Performance) auswirken (vgl. IV-act. 100-83 f.).
6.2.1 Diesbezüglich ist zunächst darauf hinzuweisen, dass es diverse Einflüsse sind,
welche auf die - in Tests erhobene - kognitive Leistungsfähigkeit einwirken können (wie
etwa Trauma, Störung der Emotionalität oder psychotrop wirksame Substanzen, aber
auch aus verschiedenen Gründen verminderte Motivation; vgl. Bogdan P. Radanov,
Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach
Halswirbelsäulen-Dis¬torsion [sog. Schleudertrauma der Halswirbelsäule], in SZS 1996
472 ff.). Neuropsychologische Testresultate reichen daher allein nicht aus, um
Diagnosen zu stellen und die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Die entsprechenden
Untersuchungsergebnisse sind nach der Rechtsprechung im Rahmen einer
gesamthaften Beweiswürdigung nur insoweit bedeutsam, als sie überprüf- und
nachvollziehbar sind und sich in die übrigen medizinischen Abklärungsergebnisse
schlüssig einfügen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. August 2009, 8C_261/2009; BGE
119 V 340 E. 2b/bb, vgl. auch Bundesgerichtsurteile vom 14. Oktober 2015,
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8C_444/2015, und vom 8. Juni 2010, 8C_234/2010). Die motivationalen Aspekte sind
dabei testmässig besonders schwierig zu evaluieren (vgl. Bogdan P. Radanov, a.a.O.,
473). Bei der Verwendung von psychodiagnostischen Instrumenten ist in Bezug auf
mögliche Verfälschungen oder Verzerrungen ein besonderes Augenmerk auf deren
Aussagekraft im versicherungsmedizinischen Kontext zu richten sowie deren
Konsistenz im Hinblick auf andere Informationen oder Ergebnisse zu prüfen (vgl.
Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP,
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten, 3. A. 16. Juni 2016, in
SZS 2016 435 ff., 457). - Vorliegend wurde die Beschwerdevalidierung als unauffällig
bezeichnet. Es wurden dazu allerdings soweit ersichtlich lediglich ein Gedächtnistest
mit verdeckter Leichtigkeit und ein verbaler akustischer Gedächtnistest durchgeführt;
diese Tests hatten gemäss Bericht der Norm entsprechende Ergebnisse geliefert (vgl.
IV-act. 100-80).
6.2.2 Zudem sind wie erwähnt auch für diesen Zeitpunkt allgemein die subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers auf ihre Konsistenz und die Leiden auf ihren
funktionellen Schweregrad hin zu prüfen. Hinweise auf gravierende Diskrepanzen oder
Widersprüche sind gemäss Begutachtung von Dr. L._ nicht gefunden worden (vgl.
IV-act. 100-66). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Beschwerdeführer nach seinen
Angaben weiterhin täglich zu Fuss und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist,
liest, sich seinem Hobby IT widmet. Die sozialen Kontakte standen früher
hauptsächlich im Zusammenhang mit der Arbeit. Den Austritt aus dem Ambulatorium
des Psychiatrischen Zentrums J._ empfand der Beschwerdeführer als grosse
Erschwernis, hatte ihm der regelmässige Besuch doch zusammen mit der Behandlung
bei der Psychologin die neuen Kontaktmöglichkeiten geboten (vgl. dazu IV-act. 100-45
ff.). Wie er berichtet, brachte man ihm dort grosses Verständnis entgegen. In der
Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums D._ hingegen sei das empathische
Feingefühl auf sehr tiefem Niveau gewesen und man habe ihm verboten, gleichzeitig
Gespräche mit der Psychologin zu führen. Die dort Behandelnden hätten "am liebsten
auf Exposition gemacht" und ihn "mit dem Hammer verändern wollen" (vgl. IV-act.
100-35). Wie jene Tagesklinik berichtet hatte, war im Lauf der Behandlung ersichtlich
geworden, dass der Beschwerdeführer emotional nicht bereit gewesen sei, sich mit
unangenehmen Situationen zu konfrontieren. Die Behandlung sei immer mehr
vermeidungsaufrechterhaltend gewesen, so dass sie von der Klinik habe abgebrochen
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werden müssen. Zu berücksichtigen ist demnach, dass der Beschwerdeführer sich
zwar behandeln liess, ihm die Behandlung (vgl. IV-act. 100-33 ff.) aber auch eine
Bestätigung für sein Vermeidungsverhalten bot, und dass er nach der Aktenlage die
Behandlung zu beeinflussen versuchte. Dr. L._ berichtete ferner, der
Beschwerdeführer habe bisher auch eine Eingliederung vermieden. Massgebend ist
indessen, was ihm objektiv an Mitwirkung zur Überwindung der Auswirkungen des
Leidens (oder an erforderlicher Behandlung) medizinisch zumutbar ist. Des Weiteren ist
darauf hinzuweisen, dass der Leidensdruck nach Angaben der Psychotherapeutin des
Beschwerdeführers (noch) nicht so gross gewesen sei, dass er hierzu bereit gewesen
wäre (vgl. IV-act. 100-69). Auch finanziell bestand nach der Aktenlage kein Druck (vgl.
IV-act. 100-63). Ferner sind die gemäss Bericht des Ambulatoriums des
Psychiatrischen Zentrums J._ vom 5. Oktober 2015 vorhandenen diversen
Ressourcen des Beschwerdeführers zu berücksichtigen, wie schulische Intelligenz,
sehr guter sprachlicher Ausdruck, Reflexionsfähigkeit, Computerkenntnisse,
Zuverlässigkeit, Fähigkeit, andere zu unterstützen (vgl. IV-act. 84-2).
6.2.3 Des Weiteren lässt sich auch ein Vergleich mit der neuropsychologischen
Leistung des Beschwerdeführers vor dem Verlust der Anstellung (etwa hinsichtlich der
Aufmerksamkeit, des verbalen Lernens und Gedächtnisses, der komplexen
Denkleistung/der Exekutivfunktionen) nicht ziehen. Da aber selbst mit den
neuropsychologischen Einschränkungen ausreichend viele adaptierte
Arbeitsmöglichkeiten anzunehmen sind (vgl. E. 7.2.1), kann letztlich dahingestellt
bleiben, ob sie als solche ausreichend objektiviert sind.
6.3 Nachträglich passte Dr. L._ seine Beurteilung an. In einer Stellungnahme vom
30. Mai 2016 (IV-act. 114) zu den Einwänden des Beschwerdeführers hielt der
Gutachter nochmals fest, dass eine gewisse Zwanghaftigkeit bei der bisherigen
Tätigkeit des Beschwerdeführers sicherlich nicht hinderlich gewesen sei, nahm aber
neu an, bei Arbeiten im bisherigen Tätigkeitsbereich (als [...]-Berater einer
Unternehmung N._), die einer durch den Psychologen im Internet recherchierten
Stellenbeschreibung entsprächen, sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
(wegen überwiegend wahrscheinlich auf die spezifische Phobie zurückzuführender und
nach erfolgreicher Behandlung wieder abnehmender kognitiver Einschränkungen) um
30 % eingeschränkt. Der gemeinsamen ergänzenden Beurteilung vom 23. Mai 2016
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lässt sich entnehmen, dass sich diese quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auf kognitiv (besonders) anspruchsvolle Tätigkeiten bezieht, wie Dr. L._ und Dr.
M._ sie für einen [...]-Berater in der Branche N._ annehmen, nämlich (kombiniert)
hohe Ansprüche bezüglich sozialer Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit, Fähigkeit
zu [...] Denken sowie bezüglich Lernanforderungen zum Erwerben von [...]-Kenntnissen,
zum Verfolgen von Änderungen von [...] Rahmenbedingungen, zur [...] und zum
beständigen Aktualisieren der IT-Kenntnisse. Die Einschränkung wird begründet durch
die leichte Störung des verbalen Gedächtnisses und verminderte Belastbarkeit des
Beschwerdeführers gegenüber Zeitdruck mit der Folge eines Bedarfs an vermehrten
Pausen (vgl. IV-act. 115).
6.4 Damit hat der Gutachter nachträglich eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine neue
Kategorie von Tätigkeiten, nämlich für ein (selbst) definiertes Arbeitsprofil mit sehr
hohen kognitiven Anforderungen, abgegeben. - Im Ergebnis ist danach anzunehmen,
dass dem Beschwerdeführer nach der gutachterlichen Beurteilung von Dr. L._
verschiedene Tätigkeiten ausser der bisherigen bei seiner konkreten ehemaligen
Arbeitgeberin zumutbar sind, eine solche mit den beschriebenen (besonders) hohen
kognitiven Anforderungen aus neuropsychologischen Gründen nur zu 70 %, die
übrigen adaptierten Tätigkeiten voll.
6.5 Der Beschwerdeführer lässt einwenden, die diametral auseinanderliegenden
Schätzungen für eine Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin und für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit bei einer anderen Arbeitgeberin seien nicht schlüssig und (letztere
sei) realitätsfremd. Denn er werde bei jeder Tätigkeit im bisherigen Berufsfeld (auch bei
anderen Arbeitgebern) immer wieder auf Personen seines früheren Arbeitsumfelds
(Angestellte und Kunden) treffen. Nach der medizinischen Aktenlage beziehen sich
seine gesundheitlich bedingten Einschränkungen jedoch wie erwähnt - auch noch nach
der Verstärkung des Leidens zum Zeitpunkt der zweiten Begutachtung von 2016 -
allein auf ein ausgeprägtes Ansinnen, eine mögliche Konfrontation mit Personen aus
dem ehemaligen Arbeitsumfeld zu vermeiden (vgl. IV-act. 100-70). Beide Gutachter der
Psychiatrie stimmen insofern überein, als eine relevante Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte (nicht den genannten erhöhten kognitiven
Anforderungen entsprechende) Tätigkeit bei einer anderen als der früheren
Arbeitgeberin nicht vorliegt, sondern dem Beschwerdeführer eine solche Tätigkeit bei
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Aufwendung der ihm möglichen Willensanstrengung grundsätzlich medizinisch
zumutbar ist. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist diese medizinische
Zumutbarkeit demnach - in Anbetracht der deutlich geringeren Exposition -
anzunehmen, auch wenn sich ein möglicher Kontakt mit Personen aus dem bisherigen
Umfeld bei Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber der Branche N._ nicht
vollständig ausschliessen lässt. Als adaptierte Tätigkeit, in der ein vergleichbares
Lohnniveau erreichbar ist, steht dem Beschwerdeführer aber auch Berufsarbeit
kaufmännischer Art in verschiedensten anderen (nicht der O._[N._ umfassend]-
Branche zugehörigen) Zweigen offen (vgl. dazu unten E. 7.2.1 ff.).
6.6 Die von den gutachterlichen Beurteilungen diametral abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte werden, wie Dr. L._ ausführt,
hauptsächlich mit dem erwähnten ausgeprägten Vermeidungsverhalten des
Beschwerdeführers begründet. Ihnen kann nach dem Dargelegten in Bezug auf
Tätigkeiten für andere als den früheren Arbeitgeber nicht gefolgt werden.
6.7 Ob eine quantitative - neuropsychologisch begründete - Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 30 % für die besonders anspruchsvollen Tätigkeiten anzunehmen
ist, kann des Weiteren dahingestellt bleiben, wie sich auch aus dem Folgenden (vgl.
unten E. 7.2.2) ergibt.
7.
7.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn
anzuknüpfen (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember
2015). - Gemäss IK-Auszug hat der Beschwerdeführer im letzten Jahr vor dem Vorfall
an der Arbeitsstelle vom März 2011 (und vor der Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit bei
der bisherigen Arbeitgeberin), also 2010, ein Jahreseinkommen von Fr. _.-- erzielt.
Der genannte Betrag kann jedenfalls als Valideneinkommen 2010 betrachtet werden,
denn auch wenn die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht als krankheitsbedingt zu
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gelten hat, ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer als gesundheitlich nicht
Beeinträchtigter wieder eine ähnlich hoch entlöhnte Arbeit aufgenommen hätte.
7.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Der Beschwerdeführer hat nach der Aktenlage keine Arbeitsstelle mehr angetreten.
7.2.1 Zunächst ist massgeblich, ob anzunehmen sei, dem Beschwerdeführer stünden
in seinem bisherigen Tätigkeitsfeld realistischerweise noch Arbeitsmöglichkeiten offen.
Dabei ist für die Invaliditätsbemessung aber nicht der tatsächliche, sondern ein
ausgeglichener Arbeitsmarkt relevant. Dieser theoretische und abstrakte Markt (vgl.
BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient
dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, nunmehr des Schweizerischen
Bundesgerichts, vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens kommt es demnach nicht darauf an, ob eine
invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt
werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018,
9C_294/2017 E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten
dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht berücksichtigt werden. Von einer
zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG kann insbesondere dort nicht
gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015,
8C_582/2015, und vom 28. April 2010, 8C_1050/2009; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Von
solchen Verhältnissen ist allerdings vorliegend nicht auszugehen. Zwar erscheint
möglich, dass für den Beschwerdeführer das Auffinden einer Stelle in der Branche
N._ angesichts der Vorgeschichte mit dem erwähnten Vorfall am Arbeitsplatz
erschwert ist, doch stehen dem Beschwerdeführer weiterhin verschiedene Tätigkeiten
offen, in denen er seine beruflichen Fähigkeiten (bei früherem Lohnniveau) einsetzen
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kann. Dass die bei ihm diagnostizierten (beiden) gesundheitlichen Störungen
realistische Arbeitsmöglichkeiten insgesamt ausschlössen, ist nicht anzunehmen.
7.2.2 Nach Auffassung des Beschwerdeführers dagegen vermag er angesichts der
neuropsychologischen Defizite insbesondere eine Arbeit in seiner angestammten
Berufstätigkeit mit entsprechendem Lohnniveau, die gerade neuropsychologisch hohe
Anforderungen stelle, realistischer Weise nicht mehr auszuüben. Indessen war der
Beschwerdeführer vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit für die frühere konkrete Anstellung
dort nicht als [...]-Berater, sondern als Assistent der [...]-Berater tätig gewesen. Nach
eigenen Angaben war er ein Mitarbeiter ohne Rangstufe und figurierte auf der absolut
untersten Lohnstufe, [...] (vgl. IV-act. 100-44). Sein Lohn von 2010 lag unter dem
Durchschnitt des Lohns von Angestellten mit Berufs- und Fachkenntnissen im Bereich
O._ gemäss LSE 2010 von Fr. _.-- (bei 41.3 betriebsüblichen Arbeitsstunden pro
Woche). Das lässt annehmen, dass es sich nicht um eine Tätigkeit handelte, welche
dem von Dr. L._ und Dr. M._ nachträglich entworfenen beruflichen
Anforderungsprofil mit den besonders hohen kognitiven Ansprüchen entsprach. Je
ähnlicher die nunmehr zumutbarerweise auszuübende Betätigung des
Beschwerdeführers der bisherigen Arbeit ist, desto weniger wirken sich zudem die
erhobenen neuropsychologischen Einschränkungen gemäss dem entsprechenden
Bericht aus.
7.3 Demnach ist wie erwähnt anzunehmen, dass für den Beschwerdeführer unter dem
Aspekt der invaliditätsbedingten Gegebenheiten das frühere Lohnniveau grundsätzlich
erreichbar geblieben ist, so dass mit einem dem Valideneinkommen in etwa
entsprechenden Invalideneinkommen zu rechnen ist. - Selbst wenn eine Einschränkung
um 30 % anzunehmen wäre, erreichte der Invaliditätsgrad daher nicht das
rentenbegründende Ausmass von 40 %.
7.4 Der Beschwerdeführer lässt schliesslich vorbringen, er sei mehr als ein Jahr lang,
nämlich während der Behandlung in der Tagesklinik von Juni 2014 bis August 2015,
arbeitsunfähig gewesen. Die teilstationäre Behandlung dauerte vom 5. August 2014
(vgl. IV-act. 77-3 und IV-act. 65-2) bis 6. August 2015. Ein Rentenanspruch ergibt sich
deswegen nicht, auch wenn von einer Arbeitsunfähigkeit während dieser - einjährigen -
Behandlungszeit auszugehen ist. Denn Art. 28 IVG setzt nach Ablauf der Wartezeit (mit
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durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %, Abs. 1 lit. b) eine Invalidität
(voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit, vgl. Art. 8
Abs. 1 ATSG) von mindestens 40 % voraus (Abs. 1 lit. c). Daran fehlt es vorliegend.
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
zu Recht keine Rentenleistungen zugesprochen hat.
9.
9.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
9.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden, hier also der Beschwerdeführer. Mit dem von ihm
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr
getilgt.