Decision ID: 2a8e2cba-0579-441f-8e00-bc0026a4b958
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre 1973 geborene
X._
ist
ohne abgeschlossene Be
rufsausbildung
. Als Mutter zweier
1992 und 1995
geborener Kinder
war
sie
ab dem
1.
Juni 1998 als Logistik-Mitarbeiterin bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
8/3,
Urk.
8/10).
Nach
einer schweren Frühgeburt
in der 2
6.
Schwangerschaftswoche
im Mai 2001 verlor die Versicherte ihr Kind
kurz nach der Geburt
und entwickelte in der Folge eine generalisierte Angststörung mit Panikattacken sowie eine de
pressive Störung (
Urk.
8/12,
Urk.
8/
9 S. 4
). Die Beendigung des Arbeitsver
hält
nisses erfolgte per 3
1.
Oktober 2001 (
Urk.
8/10). Im Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden meldete sich die Versicherte am 1
0.
Juli 2002 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3 S. 7). Nach erfolgten Abklärungen sprach diese der Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
November 2002 und ausgehend von einem IV-Grad von 100 % eine ganze Rente zu (
Urk.
8/16,
Urk.
8/12 S. 2).
1.2
Im November 2003 wurde die Versicherte erneut Mutter (
Urk.
8/22 S. 2).
Im Rahmen einer im Oktober 2004 in die Wege geleiteten Revision des Renten
an
spruchs (
Urk.
8/18) wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben (Gutachten vom 1
2.
April 2005,
Urk.
8/24). Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 36
%
ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 64 % (
Urk.
8/27) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
9.
April 2005 und Wirkung ab
1.
Juni 2005 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
8/30). Eine im Mai 2007 in die Wege geleitete Rentenrevision ergab einen unveränderten Zustand, was der Versi
cher
ten mit Mitteilung vom
8.
Januar 2008 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8/35,
Urk.
8/46).
Im Januar 2010 wurde eine erneute Überprüfung des Rentenanspruch
s
initiiert (
Urk.
8/49). Die medizinischen Abklärungen ergaben dabei in allen Tät
ig
keiten eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
(
Urk.
8/63 S. 7). Mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten ausgehend von einem Inva
liditätsgrad von 80
%
und mit Wirkung ab
1.
Juni 2010 eine ganze Rente zu (
Urk.
8/70).
1.3
Im Juli 2014 erfolgte die erneute Überprüfung des Rentenanspruchs (
Urk.
8/74), wobei wiederum ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde (Gut
achten vom
9.
Juni 2015,
Urk.
8/84). Mit Schreiben vom
9.
November 2015 wurde die Versicherte auf ihr
e
Mitwirkungspflicht bezüglich medizinischer und sozialrehabilitativer Massnahmen hingewiesen (
Urk.
8/85).
Im Rahmen der weite
ren Anspruchsprüfung wurde am 1
7.
August 2018
(
Urk.
8/128)
ein polydiszi
pli
näres Gutachten in Auftrag gegeben (
Z._
-Gutachten vom 2
8.
Januar 2019,
Urk. 8/142). Mit Vorbescheid vom 1
8.
April 2019 stellte die IV-Stelle der Versi
cherten – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 30
%
- die Einstellung der Rente in Aussicht (
Urk.
8/146). Mit Schreiben vom 3
0.
Januar 2020 informierte die IV-Stelle über die Durchführung eines Aufbautrainings mit anschliessendem
Arbeitsversuch (
Urk.
8/172). Mit Mitteilung vom
6.
März 2020 erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für ein Aufbautraining (
Urk.
8/194); der Abschluss der IV-Eingliederungsmassnahmen erfolgte mit Mitteilung vom 11.
November
2020 (
Urk.
8/219). Mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2020 bestätigte die IV-Stelle den ergangenen Vorbescheid vom 1
8.
April 2019 (
Urk.
8/237 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am
2
2.
Januar 2021 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin die bisherige Rente weiterhin aus
zurichten. Eventualiter sei eine polydisziplinäre Abklärung unter Beachtung der
Indikatorenprüfung
durchzuführen, auch sei im Rahmen der Neuabklärung das Validen- und Invalideneinkommen neu zu beurteilen; unter Kosten- und Ent
schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
März 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom
8.
März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- ode
r Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine
unter
schiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt
somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheits
zu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine
ver
änderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 2
7.
April
202
1 E.
2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass aus somatischer Sicht in der angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen
sei
. Bezogen auf die psychische gesundheitliche Situation sei aus Sicht des Rechtsanwenders von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditäts
grad von 30
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen geltend, dass er bereits im Einwand bemängelt habe, dass sich die Gutachter als «Vorrichter» betätigt hätten und die
Indikatorenprüfung
nicht vorgenommen worden sei. Dazu äussere sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung nicht, was einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gleichkomme (
Urk.
1
S.
3). I
n
materieller Hinsicht sei von einem stationären Gesundheitszustand aus
zugehen, zudem sei das
Valideneinkommen
in willkürlicher Weise herabgesetzt worden (S. 4). Weiter habe auch die
berufliche Massnahme in der Stiftung
A._
gezeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage sei
,
im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein (S. 6).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Rentenverfahren bildet die Verfügung vom 26.
Januar 2011 (
Urk.
8/70), welche sich in medizinischer Hinsicht im Wesent
lichen auf den am 1
0.
Februar 2010 angeforderten Bericht von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie die Einschätzungen von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
stützt
(
Urk.
8/63 S. 6 f.)
.
Dr.
B._
diagnostizierte dann
zumal eine leicht bis mittelgradige depressive Episode mit Angst- und Panik
attacken und
Somatisierungstendenz
(ICD-10 F33.11, DD Panikstörung ICD-10 F41.0). Ab März 2010 sei von einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 20 % auszugehen (
Urk.
8/52
/4
).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifi
zierter medizinischer Gutachter SIM, diagnostizierte im Gutachten vom 9. Juni 2015 eine generalisierte Angststörung mit rezidivierenden Panikattacken (F41.1), eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige Episode (F33.01) sowie einen Status nach unerwartetem Kindstod 05/2001 (
Z63.4). Psychopa
tholo
gisch stehe die Symptomatologie im Rahmen der generalisierten Angststörung mit ständigem Angsterleben, wiederkehrend berichteten Panikattacken und in diesem Zusammenhang dysfunktional selbstlimitierender
chronifizierender
Ent
wick
lung mit Rückzug in den Familienrahmen und
weitestgehender
Einstellung externer Alltagsaktivitäten oder Wahrnehmung von Tagesstrukturen im Vorder
grund (
Urk.
8/84 S. 12).
Zusätzlich Einfluss nehmend sei eine leichtgradig ausge
prägte depressive Symptomatik mit etwas vermindertem Antrieb und depressiver
Stimmungsauslenkung und reduzierter kognitiver Belastbarkeit.
Funktionell resul
tiere eine verminderte Belastbarkeit, Durchhaltefähigkeit, Wegefähigkeit, Kon
takt
fähigkeit zu Dritten und verminderte Interaktions- und Anpassungsfähigkeit
im Rahmen des Angstgeschehens. Diese funktionellen Einschränkungen hinder
te
n die Versicherte bis aktuell an der Umsetzung rehabilitativer Schritte im Rah
men einer externen Tages- beziehungsweise Beschäftigungsstruktur. Aktuell be
stehe
unverändert
keine Arbeitsfähigkeit unter Anstellungsbedingungen der freien Wirtschaft, jedoch
bestünden
grundsätzlich Ressourcen für einen auf einfache
Tätigkeiten ausgerichteten Beschäftigungsprozess
im geschützten Rahmen
(
Urk.
8/
84 S. 12 und S. 14)
. Diesbezüglich ergebe sich keine Veränderung seit der letzten IV-Verfügung von 2010 beziehungsweise der seinerzeitigen Einschätzung im Rahmen der Berufsberatung (
Urk.
8/84 S. 14).
3.2
Am
9.
November 2015 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, ergänzende stö
rungsspezifische Behandlungsmassnahmen durchzuführen sowie eine Beschäft
i
gung im Rahmen einer externen Tagesstruktur im geschützten Rahmen aufzu
nehmen (
Urk.
8/85). In der Folge nahm die Versicherte in der Zeit
vom 14.
März bis
2.
Mai 2016 an einer Entspannungsgruppe der Klinik
E._
mit Muskelrelaxation und Achtsamkeitsübungen
(
Urk.
8/96; vgl.
auch
Urk.
8/107/4-8)
sowie
vom
8.
Mai bis 1
8.
September 2017 an einem Gruppen
programm der
Psychiatrie F._
teil (
Urk.
8/11
9). Ein Arbeitsversuch im
Brocki
G._
vom 1
2.
bis
1
4.
September 2016
wurde nach drei Tagen wegen einer zu hohen psychischen Belastung beendet (
Urk.
8/108).
3.3
Die für das
Z._
-Gutachten vom 2
8.
Januar 2019 verantwortlichen Fachärzte gingen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit von den folgenden Diagnosen aus (
Urk.
8/142/11):
-
Schmerz
hafte Bewegungseinschränkung im Bereich der linken Schulter (
Impingement
) mit/bei:
-
Status nach
transmuraler
Rotatorenmanschettenruptur
(
Supraspina
tus
/
vordere Hälfte
Infraspinatus
) mit
Tendinopathie
der langen
Bizeps
sehne
links
,
Rekonstruktion am 1
8.
Juni 2018
-
Panikstörung (episodische,
p
aroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen gege
ben (
Urk.
8/142/11):
-
Karpaltunnelsyndrom rechts (beginnend)
-
Beginnende
Rhizarthrose
rechts
-
Zwangsgedanken und –
h
andlungen
, gemischt (ICD-10 F42.2)
-
Aktenanamnestisch Status nach depressiver Störung, nicht näher bezeich
net (ICD-10 F32.9)
Sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen, allein aus somatischer Sicht sei von einer Ein
schränkung von 30
%
auszugehen (
Urk.
8/142/13). Die vorbestehende depres
sive Symptomatik, welche insgesamt zu einer weitergehenden Einschränkung geführt habe, könne aktuell nicht mehr festgestellt werden. Die Panik-Sympto
matik scheine durch die durchgeführten Behandlungen etwas gebessert (
Urk.
8/142/14). Insgesamt sei von einer Verbesserung des psychischen Zustandes
auszugehen. Retrospektiv sei die Verbesserung zeitlich kaum klar abgrenzbar, sodass spätestens ab der Erstellung des vorliegenden Gutachtens davon auszu
gehen sei (
Urk.
8/142/14-16).
3.
4
In der Zeit vom
2.
März bis 3
1.
August 2020 durchlief die Beschwerdeführerin ein Aufbautraining bei der Stiftung
A._
. Die für den Abschlussbericht vom 26.
November 2020 verantwortlichen Fachpersonen hielten fest, dass die Min
dest
anforderungen an Präsenz sowie Arbeitsfähigkeit aus gesundheitlichen Grün
den nicht erreicht worden seien (
Urk.
8/223 S. 2).
Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen, der verminderten Leistungsfähigkeit sowie der Konzentrations
schwierigkeiten sei eine Integration im ersten Arbeitsmarkt nicht möglich. Bei einer empfohlenen Präsenz von 50
%
sei im ersten Arbeitsmarkt eine Leistungs
fähigkeit von 30
%
gegeben (S. 3). Bei der Arbeit sei es regelmässig zu körper
lichen Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen, innere Unruhe und Panikattacken gekommen. Trotz diesen Umständen sei die Beschwerdeführerin bemüht gewesen
,
ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Rückmeldung auf einen halben Schnuppertag bei der Firma
H._
habe bestätigt, dass die Leistungs
fähig
keit nicht den Anforderungen an den ersten Arbeitsmarkt entspreche (S. 4).
4.
4.1
Zu den formellen Einwänden des Vertreters der Beschwerdeführerin ist anzu
mer
ken, dass die Äusserungen im psychiatrischen Gutachten betreffend die Beur
tei
lung von depressiven Erkrankungen mehr ergänzenden und theoretischen Cha
rakters waren (vgl.
Urk.
8/142/119). So diagnostizierten die
Z._
-Gutachter aktuell gar keine depressive Störung, sodass das Argument eines Eingriffs in die Kompetenz des Richters fehlgeht. Mit den massgebenden Standardindikatoren setzten sich sowohl die
Z._
-Gutachter (
Urk.
8/142/11 f.
, 8/142/121 f.
) als auch die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auseinander. Anzu
merken ist dabei, dass d
ie Begründung eines Entscheides so abgefasst sein
muss, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versi
cherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behau
ptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Aufgrund der Begründungsdichte in der angefochtenen Verfügung war es der Beschwerdeführerin ohne weiteres möglich
,
eine
zielgerichtete
Beschwerde ein
zureichen. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist demnach in formeller Hin
sicht nicht zu beanstanden.
4.2
Die für das vorliegende polydisziplinäre Gutachten verantwortlichen Fachärzte legen den medizinischen Sachverhalt
für die Zeit ab der Begutachtung
in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar, sodass auf die Ergebnisse grund
sätzlich abzustellen ist.
So begründen sie die Verbesserung der
Arbeits- und
Leis
tungsfähigkeit auf 50
%
mit dem Wegfall der depressiven Symptomatik sowie der Verbesserung der Panikstörung
und zeig
en auf, dass sich die geschilderten Ein
schränkungen nicht zuletzt angesichts des Tagesprofils und den sonstigen Ein
schränkungen der Versicherten relativierten (
Urk.
8/142/34)
.
Dass eine Verbes
se
rung eingetreten ist, ergibt sich auch aus dem Aufbautraining, wobei doch über einen längeren Zeitraum ein Pensum von 50
%
er
reicht werden konnte. Zur Tat
sache, dass die Fachpersonen der Eingliederung lediglich eine 30%ige Leistungs
fähigkeit als ausgewiesen erachteten, ist anzumerken, dass im Rahmen der versicherungsrechtlichen Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit einer polydisziplinären Abklärung erhöhtes Gewicht zukommt. So stellt die effektiv gezeigte Leistungsfähigkeit lediglich ein Indiz für die noch zumutbare Leistung dar und ist allenfalls durch medizinisch-theoretische Überlegungen zu validieren. Dies zeigte sich im Übrigen auc
h im Rahmen der
neuropsychologis
chen Abklä
rung
, wo die Beschwerdeführerin grossmehrheitlich sehr auffällige Testresultate im untersten Messbereich erzielte, die auf nicht authentische neuropsycholo
gi
sche Funktionsstörungen schliessen liessen; die entsprechenden Testergebnisse konnten demnach nicht berücksichtigt werden (
Urk.
8/142/94).
Dass es zu einer merklichen Verbesserung des Gesundheitszustands gekommen ist, zeigt sich auch anhand der neusten ärztlichen Berichte von
Dr.
B._
. So hielt sie in ihrem Bericht vom
4.
Dezember 2020 fest, dass bezüglich des depressiven Geschehens aktuell von einer Remission auszugehen sei, bei einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/230).
Im gleichen Sinne äusserte sich
Dr.
B._
in ihrem S
chreiben
vom 1
9.
Mai 2020 (Urk. 8/232).
Damit ist
von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation gegenüber dem Zustand im Februar 2010 auszugehen, sodass ein Revisionsgrund gegeben ist und eine umfassende Neuprüfung des Rentenanspruchs stattfinden muss.
4.3
Strittig ist im vorliegenden Verfahren bei der Invaliditätsbemessung insbesondere die Berücksichtigung der durch die
psychische
Erkrankung angenommene
n
Ein
schränkung in der Leistungsfähigkeit, wobei die Beschwerdegegnerin aufgrund der v
orgenommenen Ressourcenprüfung
von der von den
Z._
-Gutachtern
vorgenommenen Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit abgewichen ist und
allein die aus somatischer Sicht ausgewiesene Einschränkung von 30
%
aner
kannt hat
.
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
lidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.
5.1
Gestützt auf
das
Z._
-Gutachten
ist weiterhin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an
psychischen Problemen
leidet
, welche sich auf die Arbeits
fähigkeit
auswirken
; e
ntsprechend der neueren Rechtsprechung des Bun
des
gerichts
ist damit
ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen.
Dabei ist davon abzusehen, einzelne Beschw
erden und Störungen ohne Einzel
fall
prüfung wegen grundsätzlich fehlender invalidenversicherungsrechtlicher Rele
vanz
auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig
in psychosozialen und soziokul
turellen Umständen seine Erklärung findet, so
ndern davon psychiatrisch unter
scheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018
E.
4.3.1 mit Hinweis).
Aufgrund des
Gutachtens
ist dabei davon auszugehen, dass die Einschränkung in der Leistungsfähigkeit auf die festgestellten psychiatrischen Befunde zurückgeführt werden können; es finden sich keine Hinweise auf sozio
kulturelle oder psychosoziale Faktoren (Urk.
8/142/12
).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5
.3
5.3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, die im
Z._
-
Gut
achten festgelegten psychisch bedingten Einschränkungen basierten nur auf sub
jektiven Angaben; die objektiven Befunde seien dagegen unauffällig (
Urk.
8/14
4/19). D
em ist entgegen zu halten, dass der psychiatrische Gutachter
der
Z._
aufgrund seiner Untersuchung und
Beobachtung und
in Überein
stimmung mit den Vorbegutachtern die von der Beschwerdeführerin als fort
dauernd geschilderte Angstsymptomatik als
erstellt
erachtete
(
Urk.
8/142
/116)
.
Gestützt auf das
Z._
-Gutachten ist aufgrund
des langjährigen Bestehens der psychischen
Erkrankung
und
trotz der erzielten Verbesserung der Leistungs
fähigkeit weiterhin
von einer wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Arbeitsfähigkeit von 50 %).
Auch wenn die Fachärzte weiterhin von einer Möglichkeit zur Besserung ausgehen (
Urk.
8/142/15), muss aufgrund des nun nahezu zwanzigjährigen Krankheitsverlaufs doch
von einer deutlichen Aus
prägung der
diagnoserelevanten
psychischen
Befunde
ausgegangen werden.
Da
mit geht auch ein gewisser Leidensdruck einher.
5.3
.2
Den möglichen Nutzen von weiteren therapeutischen Möglichkeiten schätzten die
Z._
-Gutachter
als weiterhin gegeben ein
.
So sei eine stützende Psychothe
rapie fortzusetzen mit der Erwartung einer langsamen Besserung. Auch sollte die
bestehende Psychophar
maka-Therapie nochmals reflektiert werden (
Urk.
8/
142/15).
Auch wenn damit aus therapeutischer Sicht noch etwas
Potential besteht,
ist für eine wesentliche Veränderung mit längeren Zeiträumen zu rech
nen.
5.3
.3
Bezüglich der Komorbidität ist vorauszuschicken, dass l
aut BGE 143 V 418 Stö
rungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht
fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtsprechung; vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.1 und E. 7.2 mit Hin
weis).
Aufgrund des
Z._
-Gutachtens ist davon auszugehen, dass die Arbeits
fähig
keit sowohl durch die objektivierten
Schulter
beschwerden
als auch die Panikstö
rung
eingeschränkt ist
, sodass von einer Komorbidität auszugehen ist. Auch die
weiteren Diagnosen, insbesondere das beginnende Karpaltunnelsyndrom wie die beginnende
Rhizarthrose
sind dabei als ressourcenhemmend zu berücksichtigen.
5.3
.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» betrifft, ist gestützt auf die psychiatrische Begutachtung
sowie die durchlaufene Eingliederung – trotz der langen Krank
heitsdauer – noch immer von gewissen Ressourcen auszugehen. So relativier
t
der Tagesablauf das von der Beschwerdeführerin
erlebte
völlige Erlöschen ihrer Leistungs- und Belastungsfähigkeit (
Urk.
8/142/112 und 124 f.). Weiter konnte sie im Rahmen der beruflichen Eingliederung doch
eine Präsenz von 50
%
erreichen, wobei sie trotz gesundheitlicher Probleme ein gewisses Durchhalte
ver
mögen zeigte (
Urk.
8/223 S. 4).
Aufgrund der genannten Ausführungen ist insgesamt
von durchschnittlich
einge
schränkten persönlichen Ressourcen auszugehen.
5.3
.5
Bei der Beurteilung des sozialen Kontexts
ist zu berücksichtigen, dass die
Be
schwer
deführer
in
durch
ihre
Fa
milie unterstützt wird,
was sich auch bei der Gestaltung des Tagesablaufs positiv auswirkt (Urk.
8/142/12
).
5.3
.6
B
ei der Festlegung der Leistungsfähigkeit
trugen die
Z._
-Gutachter
dem Aktivitätsniveau der Versicherten
ausdrücklich
Rechnung (
Urk.
8/142/124).
Im Rahmen der Konsistenzprüfung hielten die
Z._
-Gutachter fest, dass
bei
der
neuropsychologischen Abklärung Inkonsistenzen aufgetreten seien, wobei das Bestehen von kognitiven Defiziten nicht habe beurteilt werden können (
Urk.
8/142/12). Demgegenüber ist dem psychiatrischen Teilgutachten zu entneh
men, dass sich keine Hinweise auf Verdeutlichungstendenz, Aggravation, Simu
lation oder Dissimulation ergeben hätten (
Urk.
8/142/124). Weiter ergibt sich aus dem Abschlussbericht der Integrationsmassnahme
das Bild einer engagierten und einsatzbereiten Versicherten (
Urk.
8/223 S. 4).
Die Versicherte befindet sich zudem seit vielen Jahren in regelmässiger
psychiatrischer Behandlung (
Urk.
8/142/113).
Insgesamt ergeben sich damit keine Inkonsistenzen dahingehend, dass die Be
schwerdeführerin wesentlich mehr zu leisten im Stande wäre, als dies im Rahmen des Gutachtens attestiert wurde.
5.4
In einer Gesamtwürdigung der massgebenden
Standardindikatoren ist die Ein
schätzung des Leistungsvermögens durch die
Z._
-Gutachte
r nicht zu bean
standen. Zu beachten ist dabei, dass lediglich von einer 50%igen Verminderung des Rendements ausgegangen wird. Diese Einschätzung entspricht zum einen den Ausführun
gen zum sozialen Kontext, wo die
Beschwerdeführer
in
doch über ein unterstützendes Umfeld
verfügt. Weiter darf von den noch
bestehenden Thera
pieoptionen
eine leichte Verbesserung bei weiterhin vorhandenen persönlichen Ressourcen erwartet werden
. Zum andern trägt sie den Bereichen Ausprägung der diagnosere
levanten Befunde, Komorbidität
sowie der vorhandenen Konsistenz bei zumindest mittelgradigem Leidensdruck als leistungsmindernde Faktoren Rech
nung.
Insgesamt ist die Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch die
Z._
-Gut
ach
ter unter Berücksichtigung der massgebenden Standardindikatoren nicht zu beanstanden. Damit ist sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen.
6.
6.1
Da ein Revisionsgrund vorliegt, können die Vergleichseinkommen neu festgelegt werden
. Es
besteht keine Bindung an das
Valideneinkommen
von
Fr.
62'797.--, das den Verfügungen vom 2
6.
Januar 2011 zu Grunde lag (
E. 1.3;
Urk.
1 S. 4 und
S. 6)
.
Bezüglich des
Valideneinkommens
ist
weiter
anzumerken, dass die Bes
chwer
deführerin zuletzt für die
Y._
AG tätig war. Die genannte Aktiengesellschaft war zuletzt unter dem Namen
I._
AG in Liquidation wirtschaftlich tätig. Die Löschung im Handelsregister erfolgte am 2
0.
Mai 2008 (
Urk.
10). Die Beschwerdeführerin wäre demnach auch im Gesundheitsfall nicht mehr für
Y._
AG tätig, sodass
sowohl
das
Valideneinkommen
wie auch das Invalideneinkommen anhand von statistischen Durchschnittswerten zu ermitteln
sind
.
Dabei kann rechnerisch ein Prozentvergleich erfolgen;
diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines (allfälligen) Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_532/2016 vom 25. November 2016 E. 3.1 mit Hin
weis; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl
age, Zürich
2014 N 35 f. zu Art. 28a).
6.2
Hinsichtlich des leidensbedingten Abzuges ist anzumerken, dass
r
echtsprech
ungsgemäss allein der Umstand, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug
ist
, weil der Tabellenlohn im Kompetenz
niveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Auch eine
psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko
von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder
weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhin
derung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
Zuletzt ist anzumerken, dass bei
Frauen im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) die Statistiken für Teilzeitarbeit zwischen 50 % und 89 % höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus
weisen
. Damit entfällt hier die Rechtfertigung für einen Tabellenlohnabzug wegen Teilzeitarbeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014
; Monatlicher Bruttolohn nach
Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, 2018, Bundesamt für Statistik, Tabelle T18
).
Insgesamt sind die Voraussetzungen für die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs vorliegend nicht gegeben, was aufgrund der attestierten Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
zu einem massgebenden Invaliditätsgrad von 50
%
führt. Aufgrund der Zustellung der angefochtenen Verfügung am 1
7.
Dezember 2020 hat die Beschwerdeführerin demnach ab
1.
Februar 2021 Anspruch auf eine halbe Rente.
Befähigende
b
erufliche
Massnahmen
sind vor der
Rentenherabsetzung
durchgeführt worden
(BGE 145 V 209 E. 5.1).
Die Beschwerde ist
damit
teilweise
gutzuheissen, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führt.
Festzuhalten bleibt, dass es d
er Beschwerdegegnerin unbenommen
ist
, Therapie
optionen zu prüfen und
der Beschwerdeführerin als schadenmindernde Massnah
men
aufzuerlegen
.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
füh
rerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Proze
sses auf
Fr.
2’0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.