Decision ID: 3d46bbad-8899-485f-b358-d37673ed3f8f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und
war
während
mehrere
r
Jahre
unter anderem bei der Stadt
Y._
als Raumpflegerin angestellt (
Urk.
7/7, 7/13
,
7/17
und 7/36 f.).
Insbesondere unter Hinweis auf Brustkrebs, Hepatitis, Arthrose sowie Schmerzen
meldete sie sich am
1
7.
November 2015
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk.
7/7
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/13 [= Urk. 7/32]) namentlich Arbeitgeberberichte (
Urk.
7/17, 7/36 f.) sowie medizi
nische Unterlagen ein (
Urk.
7/20 f., 7/29 und 7/44). Mit Schreiben vom 21. Juli 2016 erteilte sie Kostengutsprache für vom
1.
August 2016 bis 3
1.
Januar 2017 dauernde Integrationsmassnahmen im Betrieb
(
Urk.
7/34), wobei sie der Versi
cherten in diesem Zeitraum Taggelder ausrichtete (
Urk.
7/35, 7/38, 7/48 und 7/54).
Mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2017 orientierte die IV-Stelle die Versi
cherte über den Abschluss der Integrationsmassnahmen. Deren Weiterführung sei zurzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar, weshalb die Renten
prüfung eingeleitet werde (
Urk.
7/62).
Nach Kenntnisnahme von weiteren Berichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/73, 7/75 und 7/80 f.) sowie eines von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zuhanden der BVK Personalvorsorge des Kan
tons Zürich am 2
0.
April 2017 vorgelegten Gutachtens (
Urk.
7/66) veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Untersuchung durch
Dr.
med.
A._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Untersuchungsbericht vom 1
6.
Januar 2018,
Urk.
7/84).
Des Weiteren liess sie
eine Haushaltsabklärung durchführen (Bericht vom 2
8.
Mai 2018,
Urk.
7/86)
.
Nachdem sich
der
RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 13. April 2018 zum somatischen Gesundheitszustand der Versicherten geäussert hatte, nahm
Dr.
A._
gleichentags nochmals zusammenfassend Stellung (Urk. 7/90/5 ff.).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
Juli 2018 wurde der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (
Urk.
7/91), wogegen diese am 3
0.
Juli 2018 sowie ergänzend am 1
4.
September 2018 Einwand erhob (Urk. 7/93, 7/97). Am 1
9.
Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/100 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
November 2018
unter Beilage eines Berichts des behandelnden Psychiaters vom 2
8.
September 2018 (
Urk.
3)
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzu
heben und es sei zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine ergänzende Begut
achtung zu veranlassen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 14.
Januar 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
versicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungs
fähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewis
sermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu nament
lich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Quali
fikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
Oktober 2018 (
Urk.
2) zusammengefasst fest, dass der Beschwerdeführerin die ange
stammte Tätigkeit als Reinigungskraft ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
(
1.
Februar 2017)
bis auf Weiteres noch in einem 30%-Pensum zumutbar gewesen sei.
Für eine angepasste Tätigkeit habe aus ärztlicher Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden.
Entgegen den Vorbringen im
Vorbescheid
verfahren
könne auf den Untersuchungsbericht des RAD abgestellt werden, wes
halb keine externe Begutachtung durchzuführen sei.
Ohne gesundheitliche Ein
schränkung wäre die Beschwerdeführerin weiterhin in einem 78%-Pensum erwerbs
tätig, wo
bei mittels Einkommensvergleich
eine Einschränkung im Erwerbs
bereich von 14
%
resultiere, was zu einem Teilinvaliditätsgrad von 10
%
führe.
Im Haushaltsbereich
in welchem die Beschwerdeführerin in einem 22%-Pensum tätig wäre
liege eine Einschränkung von 26
%
vor, was einen Teil
invaliditätsgrad von 6
%
zur Folge habe. Insgesamt bestehe bei einem Invalidi
tätsgrad von 16
%
kein Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung.
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 2
1.
November 2018 brachte die Beschwerde
führerin im Wesentlichen vor, dass die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt habe.
Dr.
Z._
habe in ihrem zuhanden der BVK erstellten psychiatrischen Gutachten eine vollständige Arbeits
unfähigkeit für jegliche Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt attestiert.
Im Gegensatz dazu sei
Dr.
A._
vom RAD in ihrem Untersuchungsbericht zum Schluss gekommen, dass keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht mit diesen Diskrepanzen aus
einandergesetzt und die widersprüchliche Aktenlage nicht mit weiteren Abklä
rung
en
erhellt. Es dränge sich daher eine vom Gericht zu veranlassende ergän
zende Begutachtung auf (
Urk.
1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war vom 1
6.
bis 2
1.
Juni 2015 im Kantonsspital
C._
hospitalisiert, wobei sie sich einer
laparoskopischen
Hysterektomie mit
Adnexektomie
beidseits, einer
Sentinel
-LK-Biopsie sowie einer Tumorektomie Mamma rechts unterzog. Der intra- und postoperative Verlauf sei komplika
tionslos gewesen (
Urk.
7/20/8 f.). Gemäss Bericht vom
8.
Oktober 2015 habe die Beschwerdeführerin nach Abschluss der
adjuvanten
Radiotherapie bei stärkerer Anstrengung noch Schmerzen im rechten Arm verspürt (
Urk.
7/20/6).
3.2
Dr.
med.
D._
, Praktische Ärztin, untersuchte die Beschwerdeführerin am 2
2.
März 2016 im Auftrag der BVK. Im tags darauf
ausgefertigten
Bericht
stellte sie im Wesentlichen folgende Diagnosen (
Urk.
7/29/5 ff.):
-
Mammacarzinom
rechts Stadium pT1, Erstdiagnose Juni 2015
-
Status nach
Sentinellymphknotenbiopsie
und Tumorektomie Mamma rechts am 1
7.
Juni 2015
-
Status nach
laparoskopischer
Hysterektomie und
Adnexektomie
beid
seits bei herdförmiger
Endosalpingeose
Tube rechts mit einzelnen
para
tubaren
Zysten rechts sowie einzelnen serösen Zysten des Ovars rechts
-
Status nach Radiotherapie der Ma
mma rechts vom 1
5.
Juli bis 25.
August 2015
-
aktuell
Arimidex
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi
sode mit somatischem Syndrom.
Nach Abschluss der im Zusammenhang mit der Krebserkrankung notwendigen Therapien habe sich das psychische Zustandsbild der Beschwerdeführerin zuneh
mend verschlechtert. Unter anderem sei es zu sozialem Rückzug, Gedanken
kreisen, Müdigkeit/Energielosigkeit und Schlafstörungen gekommen.
Die
Beschwerde
führerin befinde sich alle zwei Wochen bei
Dr.
med.
E._
, Praktischer Arzt und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung und nehme Antidepressiva ein. Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit, wobei im Juni 2016 eine schrittweise berufliche Reintegration geplant sei. Sollte die Beschwerdeführerin bis Oktober 2016 ihre Erwerbstätigkeit nicht wieder vollumfänglich aufgenommen haben, empfehle sich eine Nachuntersuchung durch einen Psychiater der BVK (
Urk.
7/29/5 ff.).
3.3
In seinem Bericht vom 2
2.
September 2016 diagnostizierte
Dr.
E._
eine mit
telgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Zudem bestehe verdachtsweise eine Persönlichkeitsstörung nach Gebärmutter- und Brustkrebserkrankung (ICD-10 F60.9;
Urk.
7/44/1).
Die Beschwerdeführerin sei derzeit im Rahmen des seit dem 1
5.
Juni 2016 wahrgenommenen Wiederein
gliederungsprogramms in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 20
%
arbeits
fähig. Die reduzierte Leistungsfähigkeit sei Folge von schweren Konzentrations
einbussen, rascher Ermüdbarkeit, vermehrtem Erholungsbedarf, sehr niedriger psychophysischer Stresstoleranz und stark reduzierter geist
ig
er Flexibilität (
Urk.
7/44/3).
3.4
Vom 1
2.
Dezember 2016 bis 2
1.
Januar 2017 befand sich die Beschwerdeführerin in der Klinik
F._
in stationärer psychosomatisch-sozialmedizinischer Reha
bilitationsbehandlung.
Bei Eintritt habe sich die depressive Symptomatik in Form von hoher psychovegetativer Erschöpfung, Niedergedrücktheit, Antriebslosigkeit, Tagesmüdigkeit, einem Gefühl der Gefühllosigkeit sowie Perspektivlosigkeit ge
zeigt (
Urk.
7/81/8). Innerhalb der sechswöchigen Behandlung habe sich die depres
sive Stimmungslage gebessert bei immer noch bestehendem erschwerte
m
Zugang zum emotionalen Erleben und den somatischen Beschwerden wie Schmerzen in Beinen und Händen. Dringend werde die Fortführung der ambu
lanten Gesprächspsychotherapie empfohlen.
Am 2
3.
Januar 2017 werde die Beschwerde
führerin wieder die Trainingsmassnahme der Invalidenversicherung aufnehmen und zwei Stunden pro Tag arbeiten. Es bestünden noch eine redu
zierte körperliche Belastbarkeit, eine leichte Ermüdbarkeit sowie Schmerzen in den Händen (
Urk.
7/81/5 f.
, vgl. auch Urk. 7/73/2 f.
).
3.5
In ihrem psychiatrischen Gutachten vom 2
0.
April 2017 stellte
Dr.
Z._
im Wesentlichen folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/66/23 f., 7/66/35 f.):
-
seit Herbst 2015 bestehende mittelgradige bis eher schwere depressive Epi
sode mit
Chronifizierungstendenz
auf dem Boden einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10-GM-17 F32.2) sowie bei einer phobischen
Angststörung in der Anamnese und bei multiplen, die Depression auslösenden und unterhaltenden Faktoren
-
in Frage kommende
medikamenteninduzierte Asthenie (ICD-10 F06.3)
als weitere sehr häufige unerwünschte Nebenwirkung bei der
adjuvanten
Chemotherapie mit
Arimidex
, hier noch verstärkt durch Citalopram;
inflamma
torisch
bedingte pseudoneurasthenische Symptome im Rahmen der chronischen Hepatitis B denkbar
-
Konversions- oder dissoziative Störung (ICD-10 F44) als Komorbidität zur affektiven Störung und bei anamnestischer Angststörung
-
mindestens akzentuierte Persönlichkeit mit emotional-abhängigen und ängstlichen Zügen (ICD-10 Z73); differentialdiagnostisch komme eine kombinierte Persönlichkeitsstörung des Clusters C in Frage (ICD-10 F60.6/F60.7), wovon aus gutachterlicher Sicht auszugehen sei.
Anlässlich der gutachterlichen Exploration im November 2016 habe die Beschwerde
führerin schwer depressiv und sowohl psychisch als auch körperlich abgebaut ge
wirkt
.
Sie habe über Schmerzen an den Händen und Handgelenken geklagt. Unter der
adjuvanten
Chemotherapie
sowie der Behandlung mit
Ari
midex
hätten diese Beschwerden zugenommen. Neu se
ien auch
tiefliegende
myofas
ziale
und Knochenschmerzen in den Extremitäten vorhanden.
Ferner leide sie insbesondere unter Erschöpfung, Vergesslichkeit, kreisenden Ängsten rund um ihren Gesundheitszustand sowie Insuffizienz- und Schamgefühlen.
Nach der sta
tionären Behandlung habe
die Beschwerdeführerin gemäss
Dr.
Z._
im Rahmen eines weiteren im Februar 2017 stattgefundenen Gesprächs weniger depressiv und gefestigter, aber immer noch sehr vulnerabel und in den psychi
schen Funktionen allgemein reduziert gewirkt.
Während der Untersuchung seien vermehrt depressive Symptome wie verminderte Psychomotorik und Antrieb, aufge
hobene Schwingungsfähigkeit sowie Störungen der Vitalgefühle fassbar geworden
(
Urk.
7/66/21 f.). Bei der differenzierten Beschwerdeschilderung habe die Beschwerdeführerin über weite Strecken emotional unbeteiligt, abwesend und auch dissoziativ gewirkt, was allenfalls den Eindruck des «Unechten» erwecke. Diese Affektlage sei jedoch bei dissoziativen Zust
ä
nden, gerade auch zusammen mit der Gefühllosi
gkeit und dem stark verminderten
emotionalen Rapport
bei schweren depressiven Zuständen bekannt.
Die entsprechenden psycho
pathologischen Befunde seien zudem mit den geklagten Beeinträchtigungen zu vereinbaren, weshalb insgesamt eine hohe Konsistenz und Plausibilität in Bezug auf die Beschwerde vorliege (
Urk.
7/66/22 f.).
Angesichts der Psychopathologie
lägen
namentlich in den
Bereichen
Flexibilität und Umstellung, Durchhalte
fähigkeit/Belastbarkeit
, Selbstbehauptungsfähigkeit sowie Anwendung fachlicher Kompetenzen deutliche Einschränkungen vor. Beeinträchtigt seien darüber hinaus die Kontaktfähigkeit zu Dritten,
die Gruppenfähigkeit sowie
die Planung
und Strukturierung von Aufgaben
(Urk. 7/66/32). Gesamthaft sei die Beschwerde
führerin aus gutachterlicher Sicht durch ihre psychische Erkrankung stark behin
dert, wobei sich diese und die somatischen Krankheitsbilder wechselseitig ungünstig beeinflussen würden.
Sowohl in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Raumpflegerin als auch
auf
behinderungsadaptierte Tätigkeiten liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
7/66/34).
3.6
Gestützt auf grundsätzlich dieselben Diagnosen wie
Dr.
Z._
attestierte Dr.
E._
mit Bericht vom 2
8.
August 2017 sowohl für die angestammte Tätig
keit als Raumpflegerin als auch für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründete er unver
ändert zum Bericht vom 2
2.
September 2016
unter anderem mit schweren Konzentrationseinbussen, einer raschen Ermüdbarkeit und einer sehr niedrigen psychophysischen Stresstoleranz (
Urk.
7/75/3 f.).
3.7
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 1
3.
März 2018 aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von Schmerzen und damit verbundenen Bewegungseinschränkungen an der rechten Hand über längere Zeit und mit gutem Erfolg ergotherapeutisch behan
delt worden sei. Die zuletzt im Juli 2017 verordnete Behandlung sei unterdessen abgeschlossen. In Bezug auf die Hepatit
i
s-B-Infektion sei die Beschwerdeführerin beschwerdefrei; auch der Diabetes mellitus Typ II habe keine Langzeitfolgen. Die Beschwerdeführerin leide des Weiteren an einem
chronischen und rezidivie
renden
lumbospondylogenen
Syndrom mit möglicherweise vorübergehender
radi
kulärer
Symptomatik L4/L5 rechts. Eine MRI-Untersuchung habe im April 2017 eine fokale Diskushernie L4/L5
rezessal
rechts gezeigt mit damaliger Kom
pression der Wurzel L
5.
Ausserdem hätten
osteochondrotische
Veränderungen im
lumbosakralen
Übergang bestanden.
Im Jahr 2017 sei zweimal eine Physio
therapie verordnet worden. Seither seien die
se
Beschwerden in den Hintergrund getreten (
Urk.
7/80).
3.8
3.8
.1
Dr.
A._
vom RAD
diagnostizierte in ihrem psychiatrischen Untersuchungs
bericht vom
1
6.
Januar
2018 eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0), welche sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (
Urk.
7/84/10).
Anlässlich der Exploration seien die Beschwerden erst nach mehrfachem Nach
fragen in Erfahrung zu bringen gewesen. Die Beschwerdeführerin habe mitgeteilt, dass es ihr seit 2015, als die Diagnose Brustkrebs gestellt w
orden sei
, schlecht gehe. Sie habe Angst vor einem Rückfall oder dass ihre Töchter an Brustkrebs erkranken könnten.
Zudem leide sie an Diabetes, könne die rechte Hand nicht
mehr richtig zur Faust schliessen und habe eine Diskushernie. Nach mehrfachem Nachhaken habe die Beschwerdeführerin zudem angegeben, immer sehr müde zu sein, keinen Antrieb zu verspüren, an nichts mehr Freude und keine Interessen
mehr
zu haben. Häufig habe sie Ein- und Durchsc
hlafstörungen (Urk. 7/84/2 f.).
Während des Gesprächs seien gemäss
Dr.
A._
keine schmerzbedingten Ein
schränkungen oder Positionswechsel aufgefallen. Aufmerksamkeit und Konzent
ration hätten durchgehend aufrechterhalten werden können, wobei sich in spezi
fischen Kurztests leichte Einbussen gezeigt hätten. Anzeichen von Müdigkeit seien nicht feststellbar gewesen. Bei gut herstellbarem affektive
m
Rapport sei
en
die Schwingung
sfähigkeit eingeschränkt und die Stimmung leicht ins Depressive verschoben gewesen. Antrieb und Psychomotorik hätten keine Auffälligkeiten gezeigt.
Ferner
hätten sich Verdeutlichungstendenzen feststellen lassen; eine Selbstlimitierung sei wahrscheinlich (
Urk.
7/84/5 f.).
Die Beschwerdeführerin habe massiv an den Fragen vorbeigeredet und immer wieder ihre Einschrän
kungen und Probleme in den Mittelpunkt gestellt, wobei der Eindruck entstanden sei, dass sie gelernt
habe
, massgebende Ereignisse respektive Symptome zu betonen.
Sei
auf
der
Beantwortung der Fragen bestanden
worden
, sei die Beschwerde
führerin häufig ins Schleudern geraten und habe nicht klar nachvoll
ziehbare oder widersprüchliche Antworten gegeben. Beispielsweise habe sie einer
seits angegeben, dass ihr Leben schon immer schwer gewesen
sei
. Anderer
seits habe sie sich
aber auch
als fröhliche und humorvolle Person bezeichnet und dass die schönste Zeit in ihrem Leben nach der Geburt der Zwillinge begonnen
habe
. Auf Widersprüche angesprochen, habe die Beschwerdeführerin meist keine Antwort gewusst.
Inkonsistenzen hätten sich darüber hinaus hinsichtlich der beklag
ten Schmerzen an der rechten Hand ergeben.
So sei ein gestenreicher Gesprächsstil aufgefallen
. Im Laufe der 3.5 Stunden dauernden Untersuchung seien zudem keine schmerzbedingten Positionswechsel vorgenommen worde
n (
Urk.
7/84/9).
Insgesamt habe
wenn überhaupt
eine leichtgradige depressive Symptomatik eruiert werden können. Anhaltspunkte für eine Persönlichkeits
störung hätten ebenso wenig bestanden wie für eine phobische Symptomatik. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit der Brustkrebsdiagnose könne nicht klar nachvollzogen werden, da sich die Beschwerdeführerin insbesondere erst im Dezember 2015 beim Psychiater angemeldet habe und im Juli 2015 operiert worden sei. Eine klare Arbeitsunfähigkeit sei nur für den Zeitraum der Operation, der Rekonvaleszenz sowie der Radiotherapie ausgewiesen. Aktuell könne aus psychi
atrischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/84/10 f.).
3.8
.2
Auf der Grundlage der von
Dr.
G._
am 1
3.
März 2018
gestellten Diag
nosen (vgl. E. 3.7
vorstehend) legte RAD-Arzt
Dr.
B._
das Belastungsprofil mit Stellungnahme vom 1
3.
April 2018 wie folgt fest: Leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung, teils sitzend, teils gehend, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, ohne Verharren
in Zwangshaltungen
, ohne Kauern, Knien, Bücken, Hocken, ohne repetitive
Rotation im Sitzen, ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit, ohne dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund, ohne Arbeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der Hände, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungüns
tigen Hebelwirkungen am Handgelenk, ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der Hände.
Medizinisch-theoretisch liege für die angestammte Tätigkeit seit Mai 2015 eine 30%ige Arbeitsfähigkeit vor.
Für eine dem Belastungsprofil angepasste Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
7/90/5 f.).
3.8
.3
Unter Berücksichtigung der Einschätzung von
Dr.
B._
hielt
Dr.
A._
eben
falls mit Stellungnahme vom 1
3.
April 2018 abschliessend fest, dass
aus psychi
atrischer Sicht
aktuell
sowohl für die angestammte als auch für eine leidens
angepasste Tätigkeit
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorliege.
Retro
spektiv seien die mit einer Arbeitsunfähigkeit verbundenen Zeiträume nicht klar
eruierbar
. Aus somatischer Sicht habe
aufgrund der operativen Entfernung des Mamma-Karzinoms mit anschliessender Radiotherapie vom 1
6.
Juni bis 12. Juli 2015 und
vom 1
5.
Juli bis 2
5.
August 2015
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestan
den. Seit September 2015 seien die angestammte Tätigkeit wieder zu 30
%
und eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100
%
zumutbar (
Urk.
7/90/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem rentenabweisenden Entscheid auf die RAD-Beurteilung
en
der
Dres
.
B._
und
A._
vom
1
6.
Januar beziehungs
weise 1
3.
April 201
8.
Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass dieser medizinischen Einschätzung Beweiswert zukommt
und beantragt eine vom Gericht zu veranlassende psychiatrisch-orthopädische Begutachtung.
4.2
Die von
Dr.
B._
vorgenommene Aktenbeurteilung stell
t
en beide Parteien nicht substantiiert in Frage
(vgl.
Urk.
1 S. 4 und
Urk.
2 S. 1 f.).
Dieser kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
lichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen
Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Im konkreten Fall
liegen mit Blick auf die von der Beschwerde
führerin geklagten Rückenschmerzen radiologische Befunde vor, welche am
4.
April 2017 im
C._
erhoben wurden.
Nebst einer fokalen Diskus
hernie L4/L5 mit Kompression der Wurzel L5
rezessal
rechts konnten auch
osteo
chondrotische
Veränderungen im
lumbosakralen
Übergang festgestellt werden (
Urk.
7/81/3).
Vor diesem Hintergrund ist grundsätzlich nachvollziehbar, dass Dr.
B._
die angestammte T
ätigkeit
als Raumpflegerin
nur mehr deutlich eingeschränkt für zumutbar erachtete.
Unklar ist jedoch, inwiefern bei der Fest
legung des Belastungsprofils dem Umstand Rechnung getragen wurde, dass die
lumbospondylogenen
Beschwerden
gemäss
Dr.
G._
nach Inanspruch
nahme von Physiotherapie
im März und Juli 2017
in den Hintergrund
getreten sind
(
Urk.
7/80).
Ausserdem konnten anlässlich der mehrstündigen psychi
atrischen Untersuchung durch
Dr.
A._
im Januar 2018
weder Gangauffällig
keiten noch schmerzbedingte Positionswechsel beobachtet werden (
Urk.
7/84/5).
Gewisse Zweifel a
n der Zuverlässigkeit des
Belastungsprofil
s
(Urk. 7/90/6)
,
im Rahmen dessen
diverse Einschränkungen aufgrund des Rückenleidens
berück
sichtigt wurden
, lassen sich s
omit nicht von der Hand weisen.
Dr.
B._
erachtete
darüber hinaus auch Tätigkeiten, die mit
einer erhöhten Belastung der Hände einhergehen, für nicht mehr zumutbar.
Unklar bleibt in diesem Kontext aufgrund widersprüchlicher Ausführungen
im Belastungsprofil
jedoch nicht nur, ob der Beschwerdeführerin das Heben und Tragen vo
n Lasten gar nicht mehr oder nur noch gelegentlich
möglich ist
.
Nicht nachvollziehbar ist
auch
, weshalb seitens des RAD
für beide Hände von Einschränkungen ausge
gangen wurde.
Gemäss Bericht von
Dr.
G._
vom 1
3.
März 2018 klagte die Beschwerdeführerin einzig über Schmerzen und eine damit verbundene Bewegungs
einschränkung an der rechten Hand.
Zudem
seien mittels der unter
dessen abgeschlossenen Ergotherapie gu
te Erfolge erzielt worden (Urk.
7/80)
.
In Anbetracht dieser Gegebenheiten ist nicht hinreichend geklärt, welche funktio
nellen Einschränkungen an der rechten Hand überhaupt noch bestehen.
Das
von Dr.
B._
festgelegte Belastungsprofil, welches
in
diesem Zusammenhang
diverse
erhebliche
Limitierungen
vorsieht, vermag nicht zu überzeugen.
Gesamthaft
kann somit auf
die Aktenbeurteilung von
Dr.
B._
nicht abge
stellt werden
, weshalb in somatischer Hinsicht weiterer Abklärungsbedarf besteht.
Weitere Untersuchungen sind im Übrigen umso mehr angesichts dessen ange
zeigt, dass die Beschwerdeführerin im Zuge der Haushaltsabklärung von erheb
lichen Einschränkungen an den Armen und Händen berichtete, weshalb die Haus
haltsaufgaben
gemäss ihren Angaben
weitestgehend von ihrem Ehemann und
den erwachsenen Töchtern übernommen werden (vgl.
Urk.
7/86/5 f.).
Es ist
ungeklärt
, ob ein medizinisches Korrelat für die geklagten Beeinträchtigungen vorliegt oder womöglich ein sekundärer Krankheitsgewinn im Vordergrund steht.
4.3
In psychiatrischer Hinsicht
ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass
ein
Vergleich der Beurteilungen von
Gutachterin
Dr.
Z._
und derjenigen von Dr.
A._
nicht nur was die gestellten Diagnosen anbelangt
(vgl. Urk. 7/66/23 f., 7/84/10)
erhebliche
Diskrepanzen offenbart.
Diametr
al gegensätzlich wurde auch die
Konsistenz der
Beschwerdeschilderung bewertet, welcher invalidenver
sicherungsrechtlich entscheidende Bedeutung zukommt.
Während Dr.
Z._
die Angaben der Beschwerdeführerin insbesondere ausgehend von einem disso
ziativen Zustand als sehr plausibel einstufte (
Urk.
7/66/22 f.),
gelangte
Dr.
A._
zur Auffassung, dass Verdeutlichungstendenzen vorlägen und gar eine Aggrava
tion nicht ausgeschlossen werden könne (
Urk.
7/84/6).
Entsprechend unter
schiedlich fiel
en
daher auch die jeweiligen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit aus.
Dr.
Z._
attestierte sowohl für die angestammte Tätigkeit als Raum
pflegerin als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
6/66/34). Demgegenüber
ging
Dr.
A._
unter Berücksichtigung der Brustkrebsbehandlung ab dem 1
6.
Juni 2015 nur für den begrenzten Zeitraum von etwas mehr als zwei Monaten von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. Im Übrigen legte sie sich retrospektiv nicht fest
und bescheinigte
ab dem Untersuchungszeitpunkt eine
100%ige
Arbeits
fähigkeit (Urk. 7/84/10 f.).
Bei dieser
widersprüchlichen
Ausgangslage erweisen sich auch weitere psychi
atrische Abklärungen
als
unumgänglich.
Diese sind auch in Anbetracht der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung, wonach grundsätzlich für sämtliche psy
chischen Leiden das
indikatorengeleitete
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 anzuwenden ist (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1)
, angezeigt. Weder die
Dres
.
Z._
und
A._
noch der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
, welcher sich mit Bericht vom 2
8.
September 2018 nochmals der Beur
teilung der Gutachterin der BVK anschloss (
Urk.
3), setzten sich mit den Standardindikatoren auseinander.
Weiterer Klärung bedarf darüber hinaus
die Frage, ob
im rund einjährigen Zeitraum
zwischen den Untersuchungen
durch Dr.
Z._
und Dr.
A._
allenfalls eine Besserung des psychischen Gesund
heitszustandes eingetreten ist.
So ergeben sich
doch gewisse Anhaltspunkte für eine zwischenzeitliche Steigerung des Aktivitätsniveaus (vgl.
Urk.
7/66/8, 7/66/11 und 7/84/2 f.).
Des Weiteren wird darauf einzugehen sein
,
ob und in welchem Ausmass invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren
das psy
chische Beschwerdebild mitbestimmen.
Dr.
Z._
erkannte solche unter anderem in Form von anhaltenden Beziehungsproblemen mit dem Ehemann sowie dem
Stellenverlust im Februar 2017 (
Urk.
7/66/23), ohne diese Faktoren allerdings bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auszuklammern.
Schliesslich
ist
eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerde
führerin
indiziert
, da die fachärztlichen Berichte auch in dieser Hin
sicht deutlich divergieren
.
Zudem
hielt Dr.
Z._
in diesem Kontext selbst fest, dass eine abschliessende Persönlichkeitsdiagnostik im Rahmen der akuten affektiven und dissoziativen Psychopathologie nicht möglich gewesen sei (
Urk.
6/66/27).
5.
Nach dem Gesagten
ist somit festzuhalten,
dass zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Beurteilungen vom 1
6.
Januar respektive 1
3.
April 2018 bestehen.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich
daher
für eine abschliessende Beurteilung eines allfälligen Anspruchs auf eine Invalidenrente als unzureichend abgeklärt. Folglich ist die angefochtene Verfü
gung vom 1
9.
Oktober 2018 (
Urk.
2) aufzuheben und die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsanspruch neu entscheide.
Die von der Beschwerdeführerin bean
tragte Einholung eines Gerichtsgutachtens fällt dagegen ausser Betracht, da die Beschwerdegegnerin bis anhin kein Administrativgutachten in Auftrag gege
ben hat
.
6
.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen sind.
6
.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermes
sensweise festzusetzen. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteient
schädigung in der Höhe von
Fr.
1
'
7
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.