Decision ID: 676faf25-30ce-430f-b171-8f94b2e79c5d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, ist gelernte Damenschneiderin (Fähigkeitszeug
nis vom 2
3.
April 1987,
Urk.
7/1). Sie arbeitete nach der Lehre
zwei Jahre
als Änderungsschneiderin und danach
einige Jahre als Lageristin
(vgl. den Aus
zug aus dem
individuellen
Konto vom 3
1.
Januar 2001, Urk.
7/34+35
, und den Lebenslauf,
Urk.
7/114/1
-2
). Ab Mitte Juli 1993
war
X._
im Vollzeitpensum bei der
Y._
AG
angestellt
, zuerst als Büglerin, später in der Kundenberatung und -bedienung sowie als stellvertretende Filialleiterin und ab Januar 2000 als Filialleiterin
(Angaben vom
Januar/
Februar
2001 im Frage
bogen für den Arbeitgeber, Urk.
7/24
+40
; Arbeitszeugnis vom 3
0.
Januar 2004,
Urk.
7/114/8
).
Ende Oktober 2000
begab sich
X._
wegen einer
akute
n
Zunahme
g
elegentlich bestehende
r
lumbale
r
Schmerzen
in ärztliche Behandlung
und war deswegen von Ende November bis Ende Dezember 2000 im
Spital Z._
hospitalisiert. Dort wurde am 2
0.
Dezember 2000 eine Mikrodiskektomie auf der Höhe L
4/
L
5 durchgeführt (Operationsber
icht in
Urk.
7/8; Zusammenfassung der Krankengeschichte vom
4.
Januar 2001,
Urk.
7/10-12).
X._
meldete sich daraufhin Anfang Januar 2001 bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
7/15). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte
den Ber
icht des Hausarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 2
4.
Januar 2001
,
den Bericht des
Spitals Z._
vom
9.
Februar 2001 und
den Bericht von PD
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Neurochirurgie, vom März 2001 über eine Un
t
ersuchung vom
5.
Februar 2001 ein
(
Urk.
7/28+32
,
Urk.
7/25+26+36
und
Urk.
7/37-39
)
. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
März 2001 den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen, da
d
ie
se
in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei (
Urk.
7/50-51). Die Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Nachdem das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG per Ende
Januar 2004 aufgelöst worden war (vgl.
Urk.
7/114
/8
sowie den Auszug aus de
m Individuellen Konto vom 2
4.
August 2011,
Urk.
7/62/4
), nahm
X._
i
m Oktober 2005
i
m
C._
eine Tätigkeit als Pflegehelferin im zeitlichen Umfang von 90
%
auf (Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 7./1
3.
Oktober 2011,
Urk.
7/68 und
Urk.
7/70).
Im Januar 2009 machte
die Versicherte eine
Halswirbelsäuleno
peratio
n
mit
Dis
kusdekompress
i
on
und
Spondylodese
auf der Höh
e C5/C6 durch
(
Operationsbe
richt
von
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, in
Urk.
7/63/23; Bericht
des
E._
vom 1
8.
November 2008 über eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule,
Urk.
7/63/24)
, worauf
in den
Jahr
en
2010
und 2011
verstärkt Schmerzen am ganzen Körper auf
traten
. D
ie Versicherte wurde deswegen im
F._
untersucht und behandelt (Berichte vom 2
5.
August 2010 und vom
1.
Februar 2011,
Urk.
7/63/5-7 und
Urk.
7/63/12-17
) und sprach nochmals bei
Dr.
D._
vor (
Bericht von
Dr.
D._
vom 1
6.
September
2010,
Urk.
7/63/21
).
Sodann unterzog sich die Versicherte am 2
5.
Februar 2011 aufgrund der Diagnose einer
Subskapularisruptur
einer Operation der rechten Schulter mit
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion und
Akromioplastik
(Operationsbericht der
G._
,
Urk.
7/
63/
10-11
)
. Ferner
wurde
sie ab dem Jahr 2008
in der Adipositas-Sprechstunde des
F._
behandelt
(Be
richt vom 3
0.
August 2010, Urk.
7/63/18-20).
1.3
A
m 1
4.
August
2011
meldete sich
X._
erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/58). Die IV-Stelle holte die
Bericht
e
von
Dr.
A._
vom 2
7.
August 2011 und
des
F._
vom 10.
November 2011 (
Urk.
7/63/1-4 und
Urk.
7/72) sowie die
Angaben des Arbeitgebers vom 7./1
3.
Oktobe
r 2011 ein (
Urk.
7/68 und
Urk.
7/70)
.
Ferner
nahm die IV-Stelle ein Gutachten von
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
vom 2
9.
Dezember 2011
zuhanden der Beamtenversicherungskasse (BVK) zu den Akten (
Urk.
7/77/2-21) und erhielt dabei Kenntnis davon, dass die BVK der Versicherten eine arbeitsbezogene Rehabilitation nahegelegt hatte (Briefe d
er BVK vom
5.
Januar 2012, Urk.
7/77/22-23). Die Versicherte durchlief diese Massnahme von Anfang Januar bis Ende Februar 2012 i
n der
Rheumaklinik des
F._
(Bericht vom
5.
Juni
2012,
Urk.
7/80
; Bericht vom 2
2.
November 2011 über die Vorbesprechung,
Urk.
7/81/18), nachdem dort bereits im September 2011 ein
Arbeitsassessment
(Bericht vom
9.
November
2011,
Urk.
7/81/19-22) und im Dezember 2011 eine elektrodiag
nostische Untersuchung durchgeführt worden war (
Urk.
7/81/16-17
). Gleichzeitig
führte die IV-Stelle mit der
Versicherten Gespräche im Hinblick auf die Erhaltung des Arbeitsplatzes (Aufzeichnungen im Verlaufsprotokoll vom 2
4.
Februar 2012
,
Urk.
7/86) und teilte ihr a
m
2
4.
Februar 2012
mit
, dass Massnahmen zur Arbeitsplatzerhaltung derzeit nicht angezeigt seien (
Urk.
7/75).
Sodann holte d
ie IV-Stelle bei
Dr.
A._
den Bericht vom 1
4.
Juni 2012 ein (
Urk.
7/81/1-2)
und
erfuhr dabei
von einer Insuffizienzfraktur am Fuss, die im Mai 2012 diagnostiziert worden war (Bericht des
E._
vom 1
8.
Mai 2012,
Urk.
7/81/3
). Nach Abschluss des
Vorbescheidverfahrens
(Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
4.
August 2012,
Urk.
7/83) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Oktober 2012 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
7/87)
. Die Versicherte erhob gegen diese Verfügung Beschwerde und reichte im Beschwerdeverfahren
nochmals
ein Gutachte
n von
Dr.
H._
vom 18.
Oktober 2012 zuhanden der Beamtenversicherungskasse ein (
Urk.
7/98
und
Urk.
34
). Mit Urteil vom 2
5.
Februar 2014 hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die Verfügung vom
4.
Oktober 2012 aufhob und die Sache zu weiteren Abklärungen, namentlich zur psychiatrischen Abklärung und allenfalls zur
interdisziplinären Begutachtung, an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
7/107;
Prozess Nr.
IV.2012.01168).
1.4
Mit Vereinbarung vom
5.
Februar 2014 hatte das
C._
das Anstellungsverhältnis mit der Versicherten per Ende Februar 2014 aufgelöst (
Urk.
7/105).
Die IV-Stelle holte gestützt auf das Urteil vom
2
5.
Februar 2014, das unange
fochten in Rechtskraft erwachsen w
ar, den Bericht von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychot
h
erapie sowie für Neurologie, vom
9.
Oktober 2014 ein
(
Urk.
7/120)
; die Versicherte war dort ab September 201
3 in psychiatrischer Behandlung
. Ausserdem liess
d
ie
IV-Stelle
durch das
F._
den rheumatologis
chen Verlaufsbericht vom 21.
November 2014
erstellen (
Urk.
7/125/1-7)
und liess sich vom Schmerzambulatorium
des
F._
berichten (Bericht vom 27.
November 201
4,
Urk.
7/126). Des Weiteren nahm sie von
Dr.
I._
den Verlaufsbericht vom
5.
Februar 2015 und vom
F._
den weiteren Bericht vom 1
9.
März 2015 entgegen (
Urk.
7/133 und
Urk.
7/138).
Ferner führte die IV-Stelle Berufsberatungs
gespräche mit der Versicherten (Aufzeichnungen im Verlaufsprotokoll vom 1
7.
Apr
il
2015,
Urk.
7/144) und eröffnete ihr
alsdann
mit Verfügung vom 1
7.
April 2015, dass sie keinen Anspruch auf berufliche Mass
nahmen habe, weil
solche aufgrund ihres Gesundheitszustands
zur Zeit
nicht möglich seien (
Urk.
7/143).
Im Mai
2015 begutachtete
das
J._
die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle (Gutachten vom 3
1.
August 2015 von
Dr.
med.
K._
, Spezialarzt für Innere Medizin,
Dr.
med.
L._
, Spezial
arzt für Rheumatologie,
Dr.
med.
M._
, Spezialarzt für Neurologie, und
Dr.
med.
N._
, Spezialarzt für Psych
iatrie und Psychotherapie, Urk.
7/156, mit den zusätzlich eingeholten Berichten über Magnetresonanzuntersuchungen der Wirbelsäule vom 27.
April 2012
und vom 2
8.
Februar 2014
,
Urk.
7/150, und ein
em
Bericht der
O._
vom 2
7.
Mai 2015 über ei
n
en
s
t
ationären Aufenthalt von Ende April bi
s Ende Mai 2013,
Urk.
7/153
).
1.5
Die IV-Stelle holte
zum Gutachten des
J._
die
Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
P._
, Spezialarzt für Innere Medi
zin und Rheumatologie, vom 8.
September 2015 ein (
Urk.
7/164/4) und eröffnete der Versicherten mit
Vo
r
bescheid vom
9.
September 2015, dass sie ihren Rentenanspruch zu verneinen gedenke, da ihr Invaliditätsgrad lediglic
h 22
%
betrage (
Urk.
7/157). Die
Versi
cherte, vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
, liess am 1
6.
Oktober 2015 Einwendungen erheben (
Urk.
7/163) und beantragen, es sei ihr eine Rente auszurichten, eventualiter seien ihr Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen,
subeventualiter
sei nochmals ein polydisziplinär
es Gutachten zu erstellen (Urk.
7/136/1-2). Mit Eingabe vom 2
6.
Oktober 2015 liess sie die Einwendungen ergänzen (
Urk.
7/169). Ungeachtet der Einwendungen entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Dezember 2015 im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2 =
Urk.
7/171).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
8.
Dezember 2015 liess
X._
durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
mit Eingabe vom 2
6.
Januar 2016 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, es sei ihr eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei ein neutrales, polydisziplinäres Gutachten zu erstelle
n
und
subev
entualiter
seien
ihr Eingliederungs
massnahmen, insbesondere berufliche Massnah
men, zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Als neues Beweismittel liess sie den Schlussbericht der Institution
Q._
über ein von der Arbeitslosenversicherung ermöglichtes Beschäftigungsprogramm vo
m 2
4.
November 2014 bis zum 30.
Januar 2015 einreichen (
Urk.
3/5).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
2.
März 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6
und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
7/1-181
). In der Replik vom 8.
Juni 2016 (
Urk.
12) liess die Versicherte an ihren materiellen Anträgen festhalten und in formeller Hinsicht die Sistierung des Prozesses beantragen, bis die nachträglich zugesprochenen beruflichen Massnahmen ab
g
eschlossen seien (
Urk.
12 S. 2).
Sie verwies auf die Kosteng
utsprache der IV-
Stelle vom 11.
Februar 2016 für Arbeitsvermittlung einschliesslich eines Assessments und der Suche nach einem Trainingsplatz (
Urk.
13/1) und auf den Abschlussbericht der Institution
Q._
vom 1
3.
Mai 2016
über das durchlaufene Assessment
von Februar bis Mai 2016
(
Urk.
13/2)
. Ausserdem liess sie im Nachgang zu diesen Unterlagen
mit Eingabe vom 2
0.
Juni 2016 (
Urk.
15) über die Kostengutsprache der IV-Stelle vom 1
5.
Juni 2016 für ein
Arbe
itstrainung
bei
R._
von Mitte Juli 2016 bis Mitte Januar 2017 (
Urk.
16) informieren. Die IV-Stelle verzichtete mit den Eingaben vom 2
2.
Juni und vom 14
.
Juli 2016 auf die Erstattung einer Duplik und sprach sich gegen eine Verfahrenssistie
rung aus (
Urk.
18 und
Urk.
19).
Das Gericht zog daraufhin die neu hinzugekommen Unterlagen der IV-Stelle bei (
Urk.
22/1-26) und wies das Sistierungsgesuch der Versicherten mit Verfü
gung
vom 2
5.
Juli 2016 ab (Urk.
23).
Mit Schreiben vom 2
8.
Juli
2016 (irrtümlich 2
8.
Juni
2016) liess die Versicherte den Abbruch des Arbeitstrainings bei
R._
per 25.
Juli 2016
bekanntgeben
(U
rk.
24; Mitteilung der IV-Stelle vom 2
5.
Juli 2016,
Urk.
25) und dementsprechend um Fortsetzung des Verfahrens ersuchen; mit Schreiben vom 1
5.
August 2016 (
Urk.
27) liess sie den Schlussbericht der Institution
Q._
vom
4.
August 2016
über den Trainingsverlauf einreichen (
Urk.
28). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom
7.
September 2016 auf eine eingehende Stellungnahme zu diesem Bericht
(
Urk.
30), was der Versicherten am 1
2.
September 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
31
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(sogenanntes Invalideneinkommen)
, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(soge
nanntes
Valideneinkommen
)
.
Wird eine Schätzung der hypothetischen
Erwerbs
ein
kommen
vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmä
s
si
gen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erziel
bare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100
%
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, sodass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), so
fern
sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid ist (
lit
. c). Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendma
chung entstehen
.
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und damit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielbar ist (
Art.
7 ATSG), beurteilt sich die Arbeitsunfähig
keit (
Art.
6 ATSG) im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten,
die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehe
gatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt.
1.3
Nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
(
Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG
)
g
ehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Letztere werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Sowohl bei der erstmali
gen Prüfung des
Leistungs
gesuch
s
als auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzu
klären, ob vorgängig der Gewährung oder Weiterausrichtung einer Rente Ein
gliederungsmassnahmen durchzuführen sind (
Urteil des Bundesgerichts
I 534/02
vom 25. August 2003 E. 4.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 126 V 241 E. 5).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist,
ob und gegebenenfalls ab welchem Z
eitpunkt und in welcher Höhe die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Die Beschwerdeführerin
hatte sich
bereits im Jahr 2001 ein erstes Mal bei der Invalidenversicherung angemeldet,
nachdem sie sich nach der Zunahme von
lumbale
n
Beschwerden
einer
Diskushernienoperation
zu unterziehen gehabt hatte. Das
Spital Z._
hatte
ihr
nach Abschluss der Rehabilitation leichte bis mittelschwere Arbeiten
ohne grössere Tragbelastung
wieder vollumfänglich zugemutet
(
Urk.
7/
25),
und
der Operateur PD
Dr.
B._
hatte
ihr
ebenfalls
nur
für körperlich schwere Arbeiten mit schwerem Heben und für Arbeiten in monotoner Köperhaltung E
inschränkungen attestiert (Urk.
7/39)
. Der Hausarzt
Dr.
A._
war zwar der Auffassung gewesen,
bei der
Arbeit bei der
Y._
AG
handle es sich um eine dergestalt ungeeignete Tätigkeit
(
Urk.
7/28+32), die Beschwerdeführerin war in der Folge jedoch bis Anfang 2004
in jenem Arbeitsverhältnis verblieben
, gemäss dem Auszug aus dem
Individuellen Konto vom 2
4.
August 2011 im angestammten Beschäftigungsumfang (vgl.
Urk.
7/62/4)
, und es bestehen
entgegen den Vorbringen in der Beschwer
deschrift (
Urk.
1 S.
5)
keine
ausreichenden
Anhaltspunkte dafür, dass die Auf
lösung des Arbeitsverhältnisses per Ende Februar
2004
Krankheitsgründe hatte
. Wohl erwähnte die Beschwerdeführer
in
gegenüber den Gutachtern des
J._
, dass die Arbeit körperlich sehr anstrengend gewesen sei,
sie
gab aber auch an, d
ie Arbeit habe ihr nie gefallen
(
Urk.
7/156/29)
. Auch für die
Überforderungssi
tuation
, die an anderer Stelle des Gutachtens an
gesprochen ist (
Urk.
7/156/49-50
), sind keine medizinischen Gründe dokumentiert.
Die massgebende Tätigkeit
f
ür
den Beginn und den Ablauf des Wartejahres nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG ist daher nicht die Arbeit bei der
Y._
AG
.
Vielmehr begann das Wartejahr erst zu laufen, als
die Beschwerdeführerin nach der Schulteroperation vom 2
5.
Februar 2011 in ihrem Beruf als Pflegehelferin eingeschränkt war.
Bei einer durchschnittlichen Einschränkung von mindesten
s
40
%
während eines Jahres hätte die Beschwerdeführer
in
ab dem
1.
Februar 2012 Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sie ab dann eine
krankheitsbedingte E
r
werbseinbusse von mindestens 40
% erlitte. Wie es sich damit verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
2.2
Im Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom
4.
Oktober 2012 (
Urk.
7/87
) erachtete das Gericht
im Urteil vom 2
5.
Februar 2014
die bis dahin erfolgten Abklärungen zu den Rücken- und
den
Schulterbeschwerden als
vollständig und als schlüssig
.
Dabei ging das Gericht von
der Beurteilung von
Dr.
H._
im
ersten
Gutachten vom 2
9.
Dezember 2011
aus (vgl.
Urk.
7/107/7 E.
3.3)
, wonach der Beschwerde
führerin alle körperlich leicht
bis mittelschwer belastenden Tätig
keiten zumutbar seien
und im Rahmen solcher Tätigkeiten Gewichte zwischen 10 und 25 kg gehoben werden könnten, wonach hingegen
Wirbelsäulenbe
lastungen
durch monotone Körperhaltungen, Arbeiten mit Schulterbelastung im Überkopfbereich und achsenferne Gewichtsbelastungen der Arme zu vermeiden seien (
Urk.
7/77/19).
Das Gericht nahm sodann Bezug (
Urk.
7/107/7
-8
E. 3.4) auf den Bericht des
F._
vom 5.
Juni 2012 über die
arbeitsbezogene
Rehabilitation
v
on Anfa
ng Januar bis Ende Februar 2012, gemäss welchem zu Ende der Rehabilitation
noch eine Leistungsminderung von
30
%
(
bezogen auf ein 100%-Pensum
)
im angestammten Beruf sowie in weiteren
angepassten Tätigkeiten
bestand
, resultierend aus einem zusätzlichen Pausenbedarf von zwei Stunden im Tag und einem generell leicht verlangsamten Arbeitstempo
(
Urk.
7/80/3).
Es stellte fest, dass sich dieses Ergebnis decke mit den Einschätzungen der übrigen mit der Beschwerdeführerin befasst gewesenen m
e
dizinischen Fachpersonen (Urk.
7/107/8-9 E. 4.1) und dass
sich
insbesondere
Dr.
H._
in seinem zweiten Gutachten vom 1
8.
Oktober 2012 (
Urk.
7/98 und
Urk.
34)
der Beurteilung im Bericht des
F._
vom
5.
Juni 2012 angeschl
ossen habe (vgl.
Urk.
7/98/16-1
7
).
Dass das Gericht im Urteil vom
2
5.
Februar 2014 eine organisch begründete Leistungsminderung von 30
%
sowohl in der
angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin als auch in einer anderen angepassten Tätigkeit anerkannte, ist
für
den damals beurteilten Zeitraum bis
zum Erlass der Verfügung vom 4.
Oktober 2012 nach wie vor massgebend. Insoweit ist den Ausführungen in der Beschwerdeschrift und in der Replik (
Urk.
1 S.
12 und
Urk.
12 S.
3 f.) zuzu
stimmen.
Es ist
auch darauf hinzuweisen, dass das Gericht im Urteil vom 2
5.
Februar 2014
n
icht auf die Beurteilung von
Dr.
A._
im Bericht vom
2
7.
August 2011 abstellte
(
Urk.
7/107/6+8f. E. 3.1 und E. 4.1)
, wonach die Be
schwerdeführerin im bisherigen Beruf und in anderen Arbeiten mit mittlerer Belastung überhaupt nicht eingeschränk
t sei (
Urk.
7/63/2).
2.3
Anlass für die Rückweisung zu weiteren Abklärungen waren denn auch nicht die körperlichen Befunde gewesen, sondern der Umstand, dass das
F._
im Bericht vom
5.
Juni 2012 über die arbeitsbezogene Rehabilitation
neben den Diagnosen eines rezidivierenden
zervikospondylogenen
und
lumbospondylogenen
Syndroms (Wirbelsäule) und einer
beidseiten
Periathro
pathia
humer
o
skapularis
(Schultern) die Diagnose
einer rezidivi
ere
nden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelschwere Episode (
Code F
33.1
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheits
organisation, ICD-10)
, aufführte (
Urk.
7/80/5) und festhielt, aus psychiatrischer Sicht
bestehe eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25-30
%
, sodass in absehbarer Zeit nicht mit einer weiteren Steigerung der zumutbaren Arbeits
fähig
k
eit von 70
%
(bezogen auf ein 100%-Pensum)
gerechnet werde (
Urk.
7/80/3).
Das Gericht konstatierte,
es sei
mangels
Stellungnahme einer Fachperson der Psychiatrie davon auszugehen
, dass die Diagnose von den Ver
fassern des Berichts
selbst,
also vom Oberarzt der rheumatologischen Klinik
des
F._
und von der Ergo- und Physio
therapeutin, gestellt worden sei
, und hielt deshalb weitere Abklärungen unter Einbezug einer Psychiaterin oder eines Psy
chiaters für
erforderlich.
Da d
as Zusammenspiel allfälliger psychischer Ein
schränkungen mit den körperlichen Einschränkungen
zur Diskussion stand, hielt das Gericht darauf ausgerichtete Abklärungen für angezeigt und konnte sich deshalb auch eine interdisziplinäre Begutachtung als geeignetes
Abklä
rungsi
nstrument
vorstellen
(
Urk.
7/107/9-10 E. 4.3
-4.5
).
Dieser Empfehlung kam die Beschwerdegegnerin mit der Einholung des Gutach
tens des
J._
vom 3
1.
August 2015 nach (
Urk.
7/15
6
).
2.4
2.4.1
Was zunächst die körperlichen Befunde betrifft, so gelangte der Rheumatologe
Dr.
L._
aufgrund der aktualisierten
Vorakten
und der eigenen Untersuchun
gen zu denselben Diagnosen, die das
F._
im Bericht vom
5.
Juni 2012
über die arbeitsbezogene Rehabilitation als relevant erachtet hatte, und beschrieb darüber hinaus
eine
Coxa
valga
beidseits (Urk.
7/156/41
).
Er bemass die Arbeitsfähigkeit als Pflegehelferin aus rheumatologischer Sicht in Übereinstimmung mit dem
F._
im Jahr 2012 auf 70
%
und erachtete die Beschwerdeführerin in einer noch besser angepassten Tätigkeit mit Wechselbelastung, ohne Überkopfarbeit mit der linken Schulter und ohne repe
titives Verschieben von Gewichten über 10 kg sogar als zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/156/42).
Diese Beurteilung leuchtet ein
, auch unter Berücksichtigung einer gewissen Zunahme der Symptomatik in der linken Schulter und der rechten Hüfte (
vgl.
Urk.
7/156/42).
Denn zum einen
deckt sich
die
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
von
Dr.
L._
mit der Beurteilung i
n den
Verlaufsbericht
en
des
F._
vom 21.
November 2014
und vom 1
9.
März 2015
,
wonach sich seit der arbeitsbezogenen Rehabilitation wenig verändert habe und die Leistungsminderung in einer mittelschweren Tätigkeit nach wie vor 20-30
%
betrage, in einer leichten Tätigkeit jedoch
rheumatologischerseits
keine Ein
schränkung bestehe (
Urk.
7/125/6
und Urk.
7/138/3
).
Und zum andern zeigte sich
bei der aktuellen rheumatologischen Untersuchung nur eine diskrete end
ständige Schmerzhaftigkeit der Halswirbelsäule,
wogegen
sich die Fu
n
k
tion der Gesamtwirbelsäule
als frei und schmerzlos erwies und die Muskulatur als weich und mit fehlenden
Myogelosen
bes
chrieben wurde (
Urk.
7/156/42).
2.4.2
Dr.
M._
sodann
beurteilte das Wirbelsäulenleiden aus neurologischer Sicht. Er konnte eine Gefühlsminderung im linken Arm
dem
Dermatom
des Halswirbels C6
zuordnen
und die geklagten Nackenschmerzen mit der radiologisch darstell
baren Spinalkanaleinengung erklären. Hingegen stellte er keine sensiblen und motorischen
radikulären
Ausfälle im Bereich der Beine fest und
fand keine neurologische Ursache für eine angegebene Schwäche in der Zehenhebung links (
Urk.
7/156/46). Des Weiteren wies er auf eine im Jahr 2012
kernspintomogra
phisch
dargestellte
frontalbetonte Hirnatrophie hin
(Urk.
7/156/47)
, schrieb diese
r jedoch keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu und begründete dies damit, dass
Dr.
I._
im Bericht vom
9.
Oktober 2014 von einer unauffälligen neuropsychologischen Diagnostik gesprochen und ein Elektroenzephalogramm
ebenfalls als unauf
fällig bezeichnet habe (Urk.
7/120/1). Er bemass
die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin daher von Seiten des neurologischen Fachge
biets
gleich wie
Dr.
L._
von Seiten der Rheumatologie, nämlich auf 70
%
in
der Tätigkeit als Pflegehelferin und auf 100
%
in einer leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit (
Urk
7/156/47). Auch dies
e Beurteilung ist einleuchtend;
sie basiert auf einer eingehenden klinischen Untersuchung, einer Analyse der vor
handenen
Radiologieberichte
und einer diskutier
t
en A
bgleichung der klinischen und radiologischen Befunde
.
2.5
2.5.1
Aus psychiatrischer Sicht stellte
Dr.
I._
, der die Beschwerdeführerin seit September 2013 behandelte, im Bericht vom
9.
Oktober 2014
(
Urk
7/120)
die Diagnosen von chronischen Schmerzen mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD
-
10 Code F45.41), einer Antriebsminderung
,
eines
Messie
-Syn
droms ungeklärter ätiologischer Zuordnung und einer rezidivierenden depressi
ven Störung, gegenwärtig leicht (ICD-10 Code F33.0); aktenanamnestisch nann
te er zudem eine akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 Code Z73.1)
. Im
Verlaufs
bericht
vom
5.
Februar 2015
(
Urk.
7/133)
wiederholte
Dr.
I._
die Diagnosen der chronischen Schmerzen mit psychischen und somatischen Faktoren und einer gegenwärtig
leichtgradigen
depressiven Störung; die Antriebsm
inderung und das
Messie
-Syndrom ordnete
Dr.
I._
nunmehr der Diagnose einer organi
schen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung mit Umständlichkeit in der Lebensbewältigung und kindlich-naiven Persönlichkeitszügen zu (ICD-10 Code F07.9).
Was den Einfluss der psychiatrischen Diagnosen auf die Leistungsfähigkeit be
trifft, so hatte
Dr.
I._
im Bericht vom Oktober 2014 noch von einer erfreu
lichen gesundheitlichen Stabilisierung seit Herbst 2013 gesprochen und eine gute Prognose für eine Wiedereingliederung mit reduziertem Pensum gestellt (
Urk.
7/120/2). Demgegenüber hielt er im Bericht vom Februar 2015 fest, die Beschwerdeführerin
habe bei den durchgeführten Massnahmen - antidepressive Behandlung, Ergotherapie, Spitex für das Aufräumen der Unordnung, Mass
nahmen des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
(RAV) und
S._
(Beratung und Coaching für Personen mit einer physisc
hen oder psychischen Belastung
) - zwar motiviert mitgemacht, komme jedoch nicht recht vom Fleck
,
und er sei daher entgegen seiner früheren Einschätzung überzeugt, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht arbeit
s
fähig sei (
Urk.
7/133/2).
2.5.2
Der Psychiater
Dr.
N._
des
J._
ging in der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit
Dr.
I._
einig und
bezeichnete die gegenw
ärtige Episode als mittelschwer. Diese D
iagnose ist plausibel, denn Dr.
N._
beschrieb einlässlich und gut verständlich, dass die Beschwerdeführerin mittelgradige Einschränkungen in der Konzentration, Aufmerksamkeit u
nd
Durchhalte
fähigkeit
aufweise und
dass sie bezüglich ihrer Gefühle abgespalten wirke,
dass
sich jedoch bei der genauen anamnestischen Erhebung grübelnde Gedanken mit starken Selbstzweifeln und Ängsten
sowie Schuldgefühlen und Gefühlen der Wertlosi
gkeit zeigten. Weiter hielt Dr.
N._
fest, es finde
sich kein somat
isches Syndrom mit Morgenerwach
en, Morgentief und psychomotorischer Hemmung oder Veränderung von Appetit und Körpergewicht
, deutlich sei hingegen die gedrückte Stimmung, der Interessensverlust und die starke Freudlosigkeit mit einer erheblichen Verminderung des Antriebs in der Tagesstruktur (Urk
.
7/156/51).
Einleuchtend begründete und bestätigte
Dr.
N._
auch das Vorhandensein einer akzentuierten Persönlichkeit
(ICD-10 Code Z73.1
)
, die
in der Art des Umgangs mit schweren traumatischen Erfahrungen - dem nicht ver
arbeiteten Tod der Mutter
und der Betrugssituation durch den
T._
Ehemann
(Rückkehr mit geliehenem Geld i
n
die Heimat
nach kurzer Ehedauer
; vgl.
Urk.
7/156/49
)
-
zum Ausdruck komme
(
Urk.
7/156/52). Hingegen konnte
Dr.
N._
die Diagnose einer organisch bedingten Persönlichkeits- und Ver
haltensstörung, wie sie
Dr.
I._
im Verlaufsbericht vom Februar 2015 stellte,
ausdrücklich
nicht bestätigen
, sondern hielt eine
hirnorganische Genese
für nicht
nachvoll
ziehbar
(
Urk.
7/
156/
5
2). Dies
leuchtet ebenfalls ein,
denn Dr.
I._
bezeichnet
e die radiologisch erkennbare
frontale
Atrophie
zwar als
gut pas
send zum klinischen Bild,
eine
orientierende neuropsychologische Untersuchung
von Mitte 2014
hatte jedoch, wie bereits erwähnt,
keinen Hinweis auf eine Intelligenzminderung oder auf fokale Defizite
ergeben,
und ein Elektro
enzephalogramm war ebenfalls unauffällig gewesen. Aus
s
erdem stimmt die Ver
mutung von
Dr.
I._
, das Erscheinungsbild der Hypofrontalität sei angeboren und die Beschwerdeführerin sei aufgrund dieses Befunds nur
in einem ge
schützten Rahmen arbeitsfähig (
Urk.
7/133/2), insoweit nicht mit dem
Verlauf überein, als die Beschwerdeführerin
in langjährigen Arbeitsverhältnissen in der Textilreinigung und in der Pflege gearbeitet hatte. Der Diagnostik von
Dr.
N._
ist daher zu folgen, auch insoweit, als sie von derjenigen von
Dr.
I._
abweicht.
Zu folgen ist
Dr.
N._
sodann auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
.
Er
bezeichnete
die festgestellten akzentuierten Persönlichkeitszüge wohl als einen Faktor, der die Lebensbewältigung zusätzlich zur depressiven Störung erschweren könne, schrieb ihnen aber nicht per se die Eignung zu, eine Integration in die Arbeitswe
lt zu verhindern (Urk. 7/156/52
53).
Dass er mit dieser Argumentation zu einer 30%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit gelangte (
Urk.
7/156/53), leuchtet in Anbetracht
verschiedener zusätzlicher Anhaltspunkte ein. So zeichnet sich die mittelgradige depressive Episode da
durch aus, dass soziale häusliche Aktivitäten nur unter erheblichen Schwierig
keiten fortgesetzt werden können (vgl. ICD-10 Code F32.1), womit schon
defini
tionsgemäss
eine
gewisse
Beeinträchtigung
in
der Arbeitsfähigkeit angenommen werden muss.
Im Falle der Beschwerdeführerin
sind aber auch Umstände doku
mentiert, die gegen eine Beeinträchtigung schwereren Grades sprechen. So gab
Dr.
I._
im Bericht vom Oktober 2014 an, die Beschwerdeführerin komme nur einmal im Monat zu ihm in die Gesprächstherapie, da sie daneben noch Physio- und Ergotherapie sowie psychologische Schmerztherapie mache (
Urk.
7/120/2). Ferner gab die Beschwerdeführerin im psychiatrischen Explorationsgespräch gegenüber
Dr.
N._
zwar an, es sei ihr alles zu viel
und sie fühle sich immer überfordert, gleichzeitig berichtet
e
sie aber, sie habe einen grossen Freundeskreis und treffe sich am Nachmittag häufig mit Freundinnen, beispielsweise gehe sie mit der Nachbarin zum Coiffeur oder treffe sich mit Bekannten aus der Christlichen Gemeinde (
Urk
7/156/48). Dies lässt auf Res
sourcen schliessen, die auch im Berufsleben verwertbar wären. Weitere solche Ressourcen sind im
Bericht über das Arbeitsvermittlungs-Assessment von Februar bis Mai 2016 aufgezählt, nämlich Reisen mit dem Vater, regelmässige Treffen mit den beiden Geschwistern, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenarbeit im Altersheim sowie Lesen, Filme anschauen, Puzzle legen und Mosaiksteine setzen (
Urk.
13
/2
S. 2
=
Urk.
22/10/2
). Unter diesen Umständen ist nicht ausreichend wahrscheinlich, dass
die Diagnose der rezidivierenden Depression allein oder
vor
wiegend für
das Scheitern des
Arb
eitstrainings bei
R._
verantwortlich war.
Inbesondere
ist nicht ohne
Weiteres
medizinisch
erklärbar, weshalb die Beschwerdeführerin, die gemäss ihren Angaben gegenüber
Dr.
N._
regelmässig um etwa 7.00 Uhr aufstand (
Urk.
7/156/48), auch das reduzierte Trainingspensum von 9.30 bis 12.00 Uhr nicht ei
nhalten konnte (vgl.
Urk.
28 S.
2).
Ebenso wenig
ausgewiesen
ist, dass rein krankheitsbedingte Gründe für den vorzeitigen Abbruch des Beschäftigungsprogramms der Arbeits
losenversicherung von Ende November 2014 bis Ende Januar 2015 (vgl.
Urk.
3/5)
verantwortlich waren.
2.6
In der Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit übernahmen die Gutachter des
J._
die Beurteilungen der Fachspezialisten und kamen zum Schluss, aus inter
disziplinärer Sicht bestehe eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 70
%
so
wohl in der zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeit als Pflegehelferin als auch in einer an
gepassten Verweistätigkeit (
Urk.
7/156/63).
Die Beschwerdeführerin liess geltend machen, da allein schon aus rheumato
logischer Sicht eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, müsse die Arbeitsun
fähigkeit unter Berücksichtigung der psychischen Einschränkungen höher sein (
Urk.
1 S. 11 ff.,
Urk.
12 S. 4 f.).
Indessen gilt es zu beachten, dass sich die Aus
wirkungen verschiedener
, nebeneinander bestehender
Gesundheitsschädigungen
in der Regel überschneiden
. Deshalb muss
hier die
Einschränkung in der Arbeit
s
fähigkeit in einer Gesamtbeurteilung festgelegt werden und nicht etwa mittels Addition
der Arbeitsfähigkeitsgrade, die aus den
einzelnen Beschwerdebilder
n resultieren
(v
gl. Urteil des Bundesgerichts I
850/02 vom
3.
März 2003 E. 6.4.1).
Vorliegendenfalls
begründete
das
F._
die 30%ige Leistungsminderung
im
Bericht
vom 5.
Juni 2012 über die arbeitsbezogene Rehabilitation
mit einem zusätzlichen Pausenbedarf von zwei Stunden im Tag und einem generell leicht verlangsamt
en Arb
eitstempo
(Urk.
7/80/3+8)
,
und
Dr.
H._
schloss sich
i
m Gutachten vom 1
8.
Oktober 2012
dieser Beurteilung an
(
Urk.
7/98/16-17). Es liegt nahe, dass mit den vermehrten Pausen und der Berücksichtigung der generellen Verlangsamung gleichzeitig der psychischen Beeinträchtigung Rechnung getragen werden kann. Sinngemäss nahm das
F._
eine solche Interpretation
auch
vor, wenn es im Bericht vom
5.
Juni 2012 angab, wegen der psychiatrischen Einschränkungen sei in absehbarer Zeit nicht mit einer weiteren Steigerung der aus rheumatologischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Urk.
7/80/3). Deshalb leuchtet entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin ein, dass die Gutachter des
J._
in ihrer Gesamtbeurteilung nicht zu einem höheren Arbeitsunfähigkeitsgrad als dem von den Teilgutachtern der Rheumatolog
i
e und der Psychiatrie ermittelten gelangten.
Anhaltspunkte dafür, dass die erforderliche Konsensbesprechung entgegen dem expliziten Hinweis im Gutachten (
Urk.
7/156/66) nicht stattgefunden hätte, bestehen nicht. Allein daraus, dass das Datum der Bespre
chung nicht angegeben ist, lässt sich solches auf jeden Fall entgegen der ent
sprechenden Bemerkung in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S.
11) nicht schliessen.
Die in der Beschwerdeschrift formulierten generellen Einwendungen formeller Natur in Bezug auf das Zustandekommen des Gutachtens des
J._
sind eben
falls nicht stichhaltig. So ist
ungeachtet
der impliziten Befürchtung der Be
schwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 10 f.)
nicht ersi
chtlich, dass die zwei Anläufe,
die es für die Auswahl der Gutachtenstelle brauchte, das vorgeschriebene Zu
fallsprinzip unterlaufen hätten, und auch die Überschreitung der vorgeseh
enen Dauer bis zum Vorliegen des Gutachtens (vgl.
Urk.
1 S. 11) ist kein Grund, das Gutachten materiell in Frage zu stellen.
Auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten des
J._
kann daher abge
stellt werden.
2.7
Was den Zeitverlauf der
atttestierten
Arbeitsunfähigkeit betrifft, so verwiesen die
Gutachter des
J._
für die rheumatologischen Einschränkungen auf die Beur
teilungen des
F._
vom
5.
Juni 2012 und von Dr.
H._
(vgl.
Urk.
7/156/60+63). Das erste Gutachten von
Dr.
H._
datiert vom 2
9.
Dezember 2011
, und er ging schon damals von der später bestätigten 30%igen Einschränkung aus rh
eumatologischer Sicht aus (Urk.
7/77/19).
In Bezug auf die Einschränkung aus psychiatrischer Sicht
nahmen
die Gutachter des
J._
an
, dass die Beschwerdeführerin seit 2010 an der rezidivierenden depressiven Erkrankung leide, und verwiesen
im Übrigen
(
Urk.
7/156/64-65) auf die Erstdiagnose im Bericht der
O._
über den stationären Aufenthalt
im Frühjahr 2013 (
Urk.
7/153)
.
War die Beschwerdeführerin somit schon ab Dezember 2011
(
nur
)
noch zu 30
%
eingeschränkt in der angestammten Tätigkeit als Pflege
helferin, so fragt sich, ob
das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit von mindestens 40
%
), das nach den vorstehenden Erwägungen im Februar 2011 zu laufen begonnen hat
(E. 2.1)
, überhaupt erfüllt worden ist
. Auf jeden Fall aber bestand die 30%ige Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise 70%
i
ge Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf durchgehend fort, nachdem das
Warte
jahr
frühestens im
Februar 2012 hatte erfüllt sein können
.
Da davon auszuge
hen ist, dass der Reduktion der Leistungsfähigkeit im b
isherigen Beruf ein
pro
portional
vermindertes Erwerbseinkommen gegenübersteht
(Prozentvergleich; vgl. E. 1.2), beträgt der
Invaliditätsgrad
weniger als
40
%
, unabhängig davon, ob die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 100
%
oder nur zu 90
%
erwerbstätig wäre. Auf die entsprechenden Ausf
ührungen der Parteien
(
Urk.
1 S.
13 und S.
16,
Urk.
6 S.
2,
Urk.
12 S.
5 f.) muss daher nicht näher einge
gangen werden.
Bei einer Verneinung des Rentenanspruchs sind zudem auch Eingliederungs
massnahmen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Auf den Antrag auf Zusprechung solcher Massnahmen (
Urk.
1 S.
2) kann daher nicht einge
treten werden.
2.8
Damit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.