Decision ID: eedb910f-2cd8-592b-b2e5-431c08af2b97
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1958, arbeitete seit 1994 als
Sekun
darlehrerin
(Urk. 6/4 Ziff. 5.4), als sie sich am 13. August 2012 wegen psychi
sch
er
Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmel
dete (Urk. 6/4 Ziff. 6.2). Am 24. Januar 2013 schloss die
Sozialversicherungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Arbeitsplatzerhaltung im Rahmen der beruflichen Eingliederung erfolgreich ab (Urk. 6/16). Die Versicherte reichte am 5. Februar 2013 ein Zusatzgesuch für Integrationsmassnahmen am Arbeitsplatz
ein (Urk. 6/18), worauf die IV-Stelle am 9. April 2013 Kostengutsprache für
Früh
interventionsmassnahmen
in Form eines Job Coaching
s
erteilte (Urk. 6/21).
Die Leistungen im Bereich der beruflichen Eingliederung wurden am 26. Juni 2014 abgeschlossen (Urk. 6/35).
1.2
Im Rahmen der weiteren Anspruchsprüfung tätigt
e
die IV-Stelle medizinische
(Urk. 6/41, Urk. 6/45
, Urk. 6/52, Urk. 6/57, Urk. 6/61, Urk. 6/64, Urk. 6/67
) und er
werb
liche Abklärungen (Urk. 6/44
, Urk. 6/46).
Am 5. September 2014 erteilte
die IV-Stelle Kostengutsprache für den von der Versicherten am 21. August 2014
beantragten Fahrdienst (Urk. 6/53, Urk. 6/59).
Zur Abklärung der beein
träch
tig
ten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt wurde die Versicherte a
m 10. Dezem
ber 2014 zu Hause besucht
und in der Folge im Abklärungsbericht
vom 16. Dezember 2014 als zu 100 % erwerbstätig qualifiziert (Urk. 6/69 Ziff. 2.6).
Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2014 stellte die IV-Stelle die Ab
weisung des Begehrens um
Hilflosenentschädigung
in Aussicht (Urk. 6/70). Der Vorbescheid betreffend Rente erging sodann am 27. Januar 2015 (Urk. 6/74).
Die Ergebnisse des Hausbesuches vom 10. Dezember 2014 betreffend
Hilflo
sen
entschädigung
wurden im Bericht vom 16. Februar 2015 zusammengefasst
(Urk. 6/78), worauf mit Verfügung vom 19. Februar 2015 der Anspruch auf
Hilf
losenentschädigung
abgewiesen wurde (Urk. 7/79 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Februar 2015 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 20. Februar 2015 Beschwerde und beantragte
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Zusprache
einer
Hilflosenentschädigung
(Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
9. April 2015
schloss die IV-Stelle auf Abweisung
der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin am
18. Mai 2015
mitge
teilt
wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) hat der Versicherungsträger über Leistungen, For
de
rungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Per
son nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Verfü
gung
en werden gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen (Satz 1), und sie sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen (Satz 2).
Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Ein
sprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 Satz 1 ATSG).
1.2
Gemäss Art. 57a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ist im Bereich der Invalidenversicherung vor Verfügungserlass ein
Vorbescheidver
fah
ren
durchzuführen. Nach Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versi
cherten
Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Ent
zug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid
mit (Satz 1), wobei die versicherte Person Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne
von Art. 42 ATSG hat. Gemäss Art. 73
ter
Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV) können die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Ta
gen Einwände zum Vorbescheid vorbringen.
Verfügungen der kantonalen IV-Stellen sind sodann gestützt auf Art. 69 Abs. 1
lit
. a IVG - ohne vorgängiges
Einspracheverfahren
- direkt beim
Versicherungs
gericht
am Ort der IV-Stelle anfechtbar.
1.3
Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 57a Abs. 1 IVG).
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der explizi
ten gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 der Bundes
ver
fassung (BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 181 E. 1a), ist das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be
einflussen (vgl. BGE 124 V 181 E. 1a mit Hinweisen;
Kieser
, ATSG-Kommentar, Art. 42 N 10 ff.).
Ein weiterer Aspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist das Recht auf eine Begründung, welche die versicherte Person in die Lage versetzt, einen Entscheid sachgerecht anzufechten. Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu ge
nü
gen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von
denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der
Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und
weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend bezie
hungs
weise unerheblich hält oder ob sie es überhaupt in Betracht gezogen hat; sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versi
cherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden (
Kieser
, ATSG-Kom
men
tar, N 23 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 180). Die Begrün
dung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids mög
lich ist (
Kieser
, ATSG-Kommentar, N 107 zu Art. 61 ATSG in Verbindung mit N 21 zu Art. 52 ATSG).
1.4
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sa
che selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1
S. 390; 127 V 431 E. 3d/
aa
S. 437). Vorbehalten sind rechtsprechungsgemäss die
jenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer wiegt und da
durch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die
Rechtslage frei überprüfen kann (vgl. BGE 124 V 183 E. 4a mit Hinweisen;
Kieser
,
ATSG-Kommentar, N 9 zu Art. 42).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) gestützt auf
die Resultate der Abklärung vom 10. Dezember 2014 davon aus, dass die Be
schwer
d
eführerin zwar im Bereich Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kon
takte regelmässige und erhebliche Dritthilfe benötige, jedoch in den übrigen Lebens
bereichen mehrheitlich selbständig sei. Auch seien die Voraussetzungen für eine lebenspraktische Begleitung nicht erfüllt (Urk. 2, Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem entgegen, dass sich ihre Gesundheit in
zwi
schen verschlechtert habe und sie sehr viel mehr Hilfe benötige. Eigentlich seien ihr alle fein- und grobmotorischen Arbeiten, die Kraft erforderten, nicht mehr möglich und sie brauche Hilfe beim Anziehen. Auch das Schreiben der Be
schwerde habe sie Stunden gekostet. Wenn sie alleine wohnen würde, wäre wohl
der Umzug in ein Heim unumgänglich (Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Hilflo
sen
entschädigung
.
3
.
3
.1
Der Gutachter der zuständigen Vorsorgeeinrichtung,
Dr.
med. Y._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Gutachten vom 1. Dezem
ber 2014 (Urk. 6/67) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähig
keit (S. 9 f.
lit
. E):
Multisystematrophie mit
cerebellärer
und
e
xtrapyramidaler Symptomatik,
Pyramidenbahnstö
rung
mit spastisch ataktischem Gangbild, Hemiparese links, Rigor links
Aphasie,
Dysphonie
, Dysphagie
sakkadierte
Blickfolge und horizontal Endstellnystagmus
neurogene Blasenstörung mit
Urgesymptomatik
orthostatische
Dysregulation
ohne kognitive Defizite
bildgebend Atrophien
cerebellär
sowie im Bereich der
Vermis
und Pons
Unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde
habe
bisher
bei der
Be
schwerdeführerin aufgrund einer fortschreitenden
Multisystematrophie für die
Tätigkeit als Lehrerin eine Arbeits- und Berufsunfähigkeit von 40 %, bezogen auf ein Pensum von 100 %, vorgele
gen. Für eine optimal angepasste
Verweis
tätigkeit
habe damals noch eine theo
retische Arbeitsfähigkeit von 100 % be
standen. Im weiteren Verlauf sei die Er
krankung rasch fortgeschritten, einher
gehend mit ausgeprägten Symptomen, so dass ab November 2014 für die bis
he
rige Tätigkeit als Lehrerin keine Arbeitsfä
higkeit beziehungsweise eine Berufs
un
fähigkeit von 100 % vorliege. Auch für eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeits
markt dürfte nach der vorgesehenen Neurorehabilitation keine Arbeits
fähig
keit mehr bestehen. Aufgrund der körper
lichen Einschränkungen wäre, wenn
überhaupt, nur eine zeitlich limitierte Tä
tigkeit in vorwiegend sitzender
Position mit sehr langsamem Arbeitstempo im geschützten Rahmen denkbar, ohn
e
Gehwege, ohne Schreibarbeiten und
ohne An
forderungen an manuelle Ge
schicklichkeit (S. 12 f. Ziff. 2).
3
.
2
Am 10. Dezember 2014 wurde die Beschwerdeführerin zur Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt zu Hause besucht. Die Be
schwerdeführerin führte dabei aus, vor der Erkrankung habe sie 25
Wochenlek
tionen
erteilt, was einem Pensum von 89.2 % entspreche. Sie habe immer vor
gehabt, auf das Schuljahr 2012/2013 hin das Arbeitspensum auf 25 Lektionen
beziehungsweise auf 100 % zu erhöhen. Beide Kinder seien im Jahre 2011 von zu Hause ausgezogen, sie habe dann keine Verpflichtungen mehr gehabt. Leider habe sich ihr Gesundheitszustand allmählich verschlechtert, weshalb eine
E
r
höh
ung
des Pensums
nicht in Frage gekommen sei (Bericht vom 16. Dezember 2014, Urk. 6/69 S. 3 Ziff. 2.3). Die zuständige Abklärungsperson hielt fest, auf
grund
der persönlichen und familiären Verhältnisse sei es absolut nachvoll
zieh
bar und glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin heute bei guter Gesundheit in einem Pensum von 100 % arbeiten würde (S. 3 Ziff. 2.5). Die Einschränkungen im Haushaltbereich seien aufgenommen und besprochen wor
den. Aufgrund der Qualifikation als zu 100 % erwerbstätig hätten diese Ein
schränkungen jedoch keinen Einfluss auf die Berechnung des Invaliditätsgrades. Die Einschränkungen
betreffend die alltäglichen Lebensbereiche
beziehungs
weise d
i
e
Hilflosenent
schä
digung
würden in einem separaten Bericht festgehal
ten (S. 4 Ziff. 8)
3
.
3
Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2014 stellte die Beschwerdegegnerin die Ab
weisung des Begehrens um
Hilflosenentschädigung
in Aussicht und begrün
dete dies damit, dass die Beschwerdeführerin gemäss der Abklärung vor Ort am
10. Dezember 2014 zwar im Lebensbereich Fortbewegung und Pflege gesell
schaft
licher Kontakte regelmässige und erhebliche Dritthilfe benötige, in den übri
gen Lebensbereichen jedoch mehrheitlich selbstständig sei (Urk. 6/70 S. 2).
3
.
4
Im Abklärungsbericht betreffend
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene vom 16. Februar 2015
(Urk. 6/78)
führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerde
führerin könne sich selber an- und ausziehen, eine regelmässig
e
und erhebliche Dritthilfe sei bis anhin noch nicht nötig. Auch im Bereich Aufstehen, Absitzen und Ablie
gen sei die Beschwerdeführerin noch selbständig. Regelmässig
e
und erhebliche Dritthilfe benötige sie sodann weder beim Essen noch bei der Körper
pflege oder der Reinigung nach Verrichtung der Notdurft (S. 2 f.). Seit Juli 2014 könne sich die Beschwerdeführerin jedoch nur noch mit Mühe fortbewegen. Im Haus müsse sie sich aufgrund der Gangunsicherheit an den Wänden und Mö
beln halten, die Treppen könne sie nur noch mit Mühe bewältigen
. Ausser Haus
gehe sie mehrheitlich nur in Begleitung Dritter. In die Therapien beziehungs
weise
zu Arztterminen benütze sie immer das Pro Mobil, seit Juli 2014 fahre sie kein Auto mehr. Verbal könne sie noch gut kommunizieren, sie könne telefo
nieren
und E-Mails schreiben. Wenn sie müde werde, habe sie allerdings teil
weise
Wort
findungsstörungen
. Bei den Haushaltarbeiten benötige sie die inten
sive Unter
stützung von ihrem Ehemann (S.
3). Eine persönliche Überwachung sei nicht nötig, sie könne während de
s
Tag
es
und in der Nacht alleine zu Hause sein. Bei Notwendigkeit könne sie sich Hilfe holen (S. 3 f.).
4
.
4
.1
Nachdem die Beschwerdeführerin am 10. Dezember 2014 zu Hause besucht wor
den war, erstellte die zuständige Abklärungsperson am 16. Dezember 2014 zunächst den Bericht betreffend Qualifikation
und
beurteilte die Beschwerde
führerin als zu 100 % erwerbstätig. Betreffend die Einschränkungen im Haus
halt zur Beurteilung der
Hilflosenentschädigung
stellte sie sodann einen sepa
raten Bericht zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht (E.
3
.2).
Dieser
zweite Bericht datiert
jedoch erst
vom
16. Januar 2015
(E.
3
.4)
, mithin drei Tage vor Er
lass der anspruchsverneinenden Verfügung vom 19. Januar 2015
(Urk. 2)
.
Der Vorbescheid betreffend
Hilflos
enentschädigung
datiert vom 18. Dezember 2014 (Urk. 6/70).
Damit steht einerseits fest, dass im Zeitpunkt des Vorbescheides
betreffend
Hilf
losenentschädigung
die notwendige Grundlage, nämlich der Bericht betreffend Hilflosig
keit
,
noch gar nicht erstellt, mithin weder der Beschwerdegegnerin noch der Be
schwer
deführerin bekannt war. Andererseits ergeben sich aus den Akten keinerlei Hin
weise darauf, dass die Beschwerdegegnerin den Bericht betreffend Hilflosigkeit vom 16. Februar 2015 der Beschwerdeführerin noch zur Stellung
nahme zuge
stellt hätte. Viel
mehr erliess sie
nach Lage der Akten
am 19. Februar 2015 die
angefochtene Verfügung, ohne der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellung
nahme zu geben.
Durch diese Vorgehensweise hat die
Beschwerde
geg
ne
rin
das
rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin in elementarer Weise verletzt (vgl.
E. 1.3).
4
.2
Zu berücksichtigen ist
weiter, dass die Erkrankung gemäss den Ausführungen von Dr.
Y._
schnell voranschreitet
(vgl. E.
3
.1)
und das Ausmass der Be
einträchtigungen deutlich höher zu sein scheint, als im Abklärungsbericht an
ge
geben.
Der Bericht betreffend Hilflosigkeit vom 16. Februar 2015 hätte dem
ent
sprechend auch einem Arzt zur Stellu
ngnahme vorgelegt werden müssen
, denn bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren
Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medi
zinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (BGE 140 V 543 E. 3.2.1).
Nicht auszuschliessen ist sodann eine - wie von der Beschwer
de
füh
re
rin in ihrer Beschwerde geltend gemacht - in der Zwischenzeit eingetretene Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustandes.
4
.3
Der Vollständigkeit halber ist sodann
auf die Aussage der
Beschwerdeführerin anlässlich
der
Abklärung bei ihr zu Hause
hinzuweisen
,
wonach
sie
am 12. Dezem
ber 2014 zur Familie ihres Ehemannes nach
Z._
reisen
werde
(Urk. 6/69 S. 1 Ziff. 1).
Dass die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid am 18. Dezem
ber 2014 verschickt hat, kann ihr zwar nicht direkt vorgeworfen wer
den
, da d
ie Beschwerdeführerin vom laufenden Verfahren
wusste
und dement
sprechend mit der Zustellung rechnen
musste
. Dennoch
wäre es der
Beschwer
de
gegnerin
zumutbar gewesen, mit dem Versand etwas zuzuwarten.
4
.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin in mehrfacher Hinsicht verletzt hat. In Anbe
tracht der gesamten Umstände ist die Gehörsverletzung als schwer zu bezeich
nen, weshalb eine Heilung im vorliegenden Verfahren nicht in Betracht fällt und sich eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin rechtfertigt.
Die angefochtene Verfügung vom 19. Februar 2015 ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach
erneuter
Abklä
rung
der Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin, unter Vorlage des
Abklä
rungs
berichts
an einen Arzt oder eine Ärztin
sowie nach korrekt durch
ge
führ
tem
Vorbe
scheidverfahren
über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Hilf
losenent
schädigung
neu entscheide.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (vgl. Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2004 in Sa
chen
K., U 199/02, E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfah
rens
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind.