Decision ID: c4cb9cc2-305d-4b48-a1f2-3ff9d419359c
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. Mai 2022 im Bundesasylzent-
rum (BAZ) B._ um die Gewährung von Asyl in der Schweiz. Dabei
gab er an, er sei am 8. September 2004 geboren (vgl. SEM-Akte [...]-1/2:
Personalienblatt), worauf dieses Datum bei der Ersterfassung seiner Per-
son in die ZEMIS-Datenbank aufgenommen wurde.
Nachdem er damit geltend gemacht hatte, er sei noch minderjährig, gab er
beim Eintritt ins BAZ ausserdem an, dass er einen in der Schweiz lebenden
Bruder habe, was vom SEM in den Akten vermerkt wurde (vgl. SEM-Akte
[...]-3/1: Eintrittsblatt Loge).
A.b Das SEM nahm die Behandlung des Asylgesuches im BAZ B._
an die Hand, wobei es den Beschwerdeführer – zumindest zunächst (vgl.
dazu nachfolgend) – als Minderjährigen behandelte. Während des Verfah-
rens verfügte er über den Beistand der ihm zugewiesenen Rechtsvertre-
tung, welche auch als seine Vertrauensperson amtete.
A.c Am 11. Mai 2022 nahm das SEM einen Abgleich seiner Fingerabdrü-
cke mit der Eurodac-Datenbank vor. Dieser Abgleich ergab, dass er vor der
Schweiz bereits von Österreich und Bulgarien als Asylantragsteller regis-
triert worden war (vgl. dazu im Einzelnen die Akten).
A.d Am 30. Mai 2022 wurde er im Beisein seines Rechtsvertreters zu sei-
ner Person, zum Verbleib seiner Reise- und Identitätspapiere, zu seinem
Reiseweg und summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt (vgl. SEM-
Akte [...]-13/12: Protokoll Erstbefragung UMA [EB UMA]). Eingangs der
Befragung wies der Beschwerdeführer nochmals darauf hin, dass sein Bru-
der in der Schweiz lebe. Dabei legte er dessen Aufenthaltstitel vor. Im An-
schluss daran brachte er auf die Frage nach seinem Alter und Geburtsda-
tum vor, er sei aktuell 17 Jahre und einige Monate alt, sein exaktes Ge-
burtsdatum kenne er aber nicht. Das Datum kenne jedoch sein älterer Bru-
der, welcher auch für ihn sein Personalienblatt ausgefüllt habe. Er selber
habe sein Geburtsdatum noch nie gekannt. Zudem funktioniere auch sein
Kopf nicht mehr so gut, da er auf seiner Reise viel erlebt habe und auch
geschlagen worden sei. Es gebe schliesslich auch kein Dokument, in wel-
chem sein Geburtsdatum ersichtlich wäre. Nach diesen Ausführungen
brachte der Beschwerdeführer auf entsprechende Nachfrage hin vor, sein
hier lebender Bruder sei zwei oder zweieinhalb Jahre älter als er. Vom SEM
wurde daraufhin bemerkt, dass er demgemäss schon 19 Jahre alt sein
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müsste respektive vielmehr schon 22 Jahre alt, zumal es sich bei der erst-
genannten Aussage verrechnet habe. Der Beschwerdeführer verneinte an
dieser Stelle zunächst, bereits 19-jährig zu sein. Nach der zweitgenannten
Feststellung des SEM brachte er vor, er wisse ehrlich gesagt nicht, wie alt
er sei. Da er nie zur Schule gegangen sei, verstehe er eben von Kalendern
und Daten gar nichts. Dabei bekräftigte er nochmals, dass sein Bruder sein
Personalienblatt ausgefüllt habe. Der Beschwerdeführer wurde im An-
schluss daran zu seiner Herkunft und seinem Werdegang befragt. Dabei
gab er im Wesentlichen an, dass er aus einem Dorf in der Provinz
C._ stamme, wo er aber nie zur Schule gegangen sei und auch nie
gearbeitet habe, da er zumeist zuhause bei seiner alleinstehenden Mutter
geblieben sei. Weil er praktisch nie ausser Haus gegangen sei, habe er
sich an seinem Heimatort auch nicht so gut ausgekannt. Er und seine Mut-
ter seien von seinem in der Schweiz lebenden Bruder unterstützt worden,
da sein Vater schon vor Jahren verstorben sei. Er habe auch keine anderen
Geschwister als seinen hier lebenden Bruder. Auf weitere Nachfrage hin
brachte er unter anderem vor, er habe eine Tazkira besessen, diese sei
aber zuhause nicht mehr auffindbar. Er habe seine Mutter angerufen und
um Ausstellung einer neuen Tazkira gebeten, was ihr aber nicht möglich
sei. Für seine weiteren Angaben und Ausführungen kann auf die Akten ver-
wiesen werden.
B.
B.a Nach der Befragung erteilte das SEM dem Institut für Rechtsmedizin
D._ (IRM) den Auftrag, ein Gutachten zur Frage des Lebensalters
des Beschwerdeführers zu erstellen. Das IRM gelangte in seinem Gutach-
ten vom 9. Juni 2022 im Wesentlichen zum Schluss, dass der Beschwer-
deführer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebens-
jahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht habe. Auf den weiteren Inhalt
des Gutachtens wird in den Erwägungen eingegangen.
B.b Am 15. Juni 2022 lud das SEM den Beschwerdeführer über seinen
Rechtsvertreter und unter Zustellung einer anonymisierten Fassung des
vorgenannten Gutachtens zur Stellungnahme ein. Dabei hielt es fest, es
beabsichtige, ihn als volljährig zu registrieren und sein Geburtsdatum im
ZEMIS mit 1. Januar 2004 zu erfassen, da das von ihm genannte Geburts-
datum weder belegt noch glaubhaft gemacht worden sei und er in Gesamt-
würdigung der Aktenlage als volljährig erscheine. Daneben wurde der Be-
schwerdeführer vom SEM aufgefordert, sich zusätzlich zur Frage einer
Wegweisung aus der Schweiz in Anwendung der Bestimmungen zum Dub-
lin-Verfahren zu äussern (vgl. dazu die Akten).
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B.c Der Beschwerdeführer hielt in seiner Stellungnahme vom 24. Juni
2022 an der geltend gemachten Minderjährigkeit fest. Dabei machte er
über seinen Rechtsvertreter geltend, er könne zwar weder seine Tazkira
noch ein anderes Dokument vorlegen, da seine Tazkira verloren gegangen
sei und es gemäss Nachfrage seines Bruders in der Heimat ihn betreffend
auch keine anderen Dokumente gebe. Es sei jedoch zu beachten, dass er
sowohl in Österreich als auch in Bulgarien in einem Camp für Minderjährige
untergebracht worden sei, was ein klares Indiz für seine Minderjährigkeit
darstelle. Gleichzeitig weiche das Ergebnis des eingeholten Altersgutach-
tens nur unwesentlich von dem von ihm angegebenen Alter von 16 Jahren
und 6 Monaten (recte: von angeblich 17 Jahren und 8 Monaten im Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung) ab. Das Altersgutachten stelle daher kein
starkes Indiz dar, welches in der notwendigen Gesamtbetrachtung über-
wiegen würde. Daneben dürfte er sich in der Berechnung des Altersunter-
schiedes zwischen ihm und seinem Bruder verrechnet haben, da er tat-
sächlich weder sein eigenes Geburtsdatum noch dasjenige seines Bruders
kenne. Vor diesem Hintergrund müssten die Akten seines Bruders betref-
fend Altersangaben beigezogen werden, wozu hiermit ein Antrag auf Ak-
teneinsicht gestellt werde. Dazu wurde umgehend eine Zustimmungserklä-
rung des Bruders E._ (N [...]) nachgereicht. Vom Beschwerdeführer
wurde zusammenfassend geltend gemacht, eine Altersanpassung sei nicht
angezeigt, da seine Minderjährigkeit im Rahmen des Möglichen liege.
Sollte das SEM aber dennoch eine solche vornehmen, sei diese unverzüg-
lich zu verfügen. Daneben sprach er sich in seiner Eingabe gegen eine
Wegweisung aus der Schweiz in Anwendung der Bestimmungen zum Dub-
lin-Verfahren aus (vgl. dazu die Akten).
B.d Nach Eingang der Stellungnahme (am 24. Juni 2022) teilte das SEM
dem Beschwerdeführer noch am gleichen Tag per Mail über seinen Rechts-
vertreter mit, dass sein Geburtsdatum im ZEMIS von Amtes wegen auf den
1. Januar 2004 angepasst werde, mit einem Bestreitungsvermerk verse-
hen. Infolge der Altersanpassung werde er für die nächsten Schritte im Ver-
fahren als volljährige Person behandelt. Die Altersanpassung mit Bestrei-
tungsvermerk werde im Rahmen des Verfahrens mit dem Endentscheid
verfügt. Vom SEM werde zudem ein Dublin-Verfahren eingeleitet.
Aus den Akten geht hervor, dass seit diesem Zeitpunkt im ZEMIS unter der
Rubrik der Hauptidentität der 1. Januar 2004 als Geburtsdatum des Be-
schwerdeführers verzeichnet ist, inklusive Bestreitungsvermerk (ausgewie-
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sen durch eine grafische Kennzeichnung des Datums). Das zuvor an die-
ser Stelle geführte Datum (8. September 2004) wird seither im ZEMIS unter
der Rubrik einer Nebenidentität geführt.
C.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. Juni 2022 reichte der Be-
schwerdeführer das Foto einer afghanischen Covid-19-Impfkarte zu den
Akten, in welcher eine am "1/3/2021" erfolgte Impfung gegen Covid attes-
tiert wird und sein Geburtsdatum mit "08/09/2004" verzeichnet ist. Angaben
zum Erhalt des Beweismittels machte er nicht, jedoch brachte er vor, dass
damit seine Minderjährigkeit als überwiegend wahrscheinlich erscheine,
weshalb sein Geburtsdatum wieder auf den 8. September 2004 anzupas-
sen sei, ansonsten umgehend die verlangte Verfügung zur Altersanpas-
sung zu ergehen habe.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 1. Juli 2022 reichte der Be-
schwerdeführer das Foto einer Tazkira zu den Akten, welche soweit ersicht-
lich zum Inhalt hat, dass er im Jahre 2011 nach seiner äusseren Erschei-
nung sieben Jahre alt sei. Dazu führte er an, die Tazkira sei von seiner
Mutter doch noch gefunden worden und damit werde einmal mehr sein Ge-
burtsjahr 2004 bestätigt, weshalb er in Verbindung mit der bereits vorge-
legten Impfkarte wiederum als minderjährig zu erachten und sein Geburts-
datum auf den 8. September 2004 anzupassen sei.
D.
Das dem Beschwerdeführer in Aussicht gestellte Dublin-Verfahren wurde
von der Vorinstanz am 8. Juli 2022 eingeleitet, indem das SEM an diesem
Tag an Österreich und Bulgarien gelangte und beide Staaten um eine Wie-
deraufnahme des Beschwerdeführers ersuchte. Von Österreich wurde das
Ersuchen am 11. Juli 2022 unter Verweis auf eine bereits erstellte Zustän-
digkeit von Bulgarien abgelehnt. Aus der entsprechenden Mitteilung geht
hervor, dass die österreichische Dublin-Behörde vorgängig selber an Bul-
garien gelangt war und um eine Wiederaufnahme des Beschwerdeführers
ersucht hatte, weil Bulgarien für ihn zuständig sei, was Bulgarien innert
massgeblicher Frist nicht bestritten habe (vgl. SEM-Akte [...]-33/2: Ableh-
nung AT). Von Bulgarien wurde dem Ersuchen des SEM um eine Wieder-
aufnahme des Beschwerdeführers mit Erklärung vom 22. Juli 2022 ent-
sprochen. Aus der entsprechenden Mitteilung geht hervor, dass der Be-
schwerdeführer in Bulgarien unter der Identität F._, geboren am
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29. August 2004, Afghanistan, registriert ist (vgl. SEM-Akte [...]-34/1: Zu-
stimmung BG). Diese Angaben wurden vom SEM unter der Rubrik einer
weiteren Nebenidentität in die ZEMIS-Datenbank aufgenommen.
E.
Mit Eingaben vom 27. Juli 2022 und 3. August 2022 bekräftigte der Be-
schwerdeführer über seinen Rechtsvertreter sein Gesuch um Einsichtnah-
me in die Asylverfahrensakten seines Bruders (vgl. oben, Bst. B.c). Dabei
hielt er fest, er nehme an, dass es im Falle seines Bruders ein Protokoll EB
UMA gebe, welches er benötige. Das SEM stellte ihm daraufhin am 5. Au-
gust 2022 über seinen Rechtsvertreter und auf elektronischem Weg die
Protokolle der vormaligen EB UMA und Asylanhörung seines Bruders
E._ zu. Der Rechtsvertreter bestätigte dem SEM noch am gleichen
Tag den Erhalt dieser Protokolle.
F.
Mit Eingabe vom 10. August 2022 liess der Beschwerdeführer das SEM
über seinen Rechtsvertreter um eine Rückverlegung in die Strukturen für
unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) ersuchen, da seine Min-
derjährigkeit als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten sei. Für den
Fall, dass diesem Antrag nicht stattgegeben werden sollte, verlangte er den
Erlass einer Verfügung betreffend seinen bereits zuvor eingereichten An-
trag auf Rückanpassung seines Geburtsdatums.
G.
Das SEM trat mit Verfügung vom 24. August 2022 (eröffnet am 26. August
2022) in Anwendung der Bestimmungen zum Dublin-Verfahren und ge-
stützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des
Beschwerdeführers nicht ein und ordnete dessen Wegweisung nach Bul-
garien an, welches der für die Behandlung seines Asylgesuches zustän-
dige Staat sei, verbunden mit der Aufforderung an den Beschwerdeführer,
die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleich-
zeitig erklärte es, der Kanton Solothurn werde mit dem Vollzug der Weg-
weisung beauftragt, dem Beschwerdeführer würden die editionspflichtigen
Akten gemäss Verzeichnis ausgehändigt und einer allfälligen Beschwerde
gegen den Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid komme keine auf-
schiebende Wirkung zu (vgl. zum Ganzen Ziffn. 1 und 3–7 des Dispositivs).
Vom SEM wurde gleichzeitig – was im vorliegenden Verfahren interessiert
(vgl. dazu nachfolgend) – festgestellt, im ZEMIS sei der 1. Januar 2004 mit
Bestreitungsvermerk als Geburtsdatum des Beschwerdeführers registriert
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worden (vgl. Ziff. 2 des Dispositivs). Auf die vorinstanzlichen Entscheidbe-
gründung wird – soweit für das vorliegende Verfahren wesentlich – nach-
folgend eingegangen.
H.
Der Beschwerdeführer erhob am 2. September 2022 durch seinen Rechts-
vertreter gegen den vorgenannten Nichteintretens- und Wegweisungs- so-
wie ZEMIS-Datenbearbeitungsentscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde. Soweit für das vorliegende Verfahren relevant, beantragt er
in seiner Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, und zwar
verbunden mit der Anweisung an das SEM, das im ZEMIS geführte Ge-
burtsdatum vom 1. Januar 2004 auf den 8. September 2004 zu berichtigen.
Dabei ersucht er in prozessualer Hinsicht darum, die Vorinstanz im Sinne
einer superprovisorischen Massnahme anzuweisen, bis zum rechtskräfti-
gen Abschluss des Beschwerdeverfahrens seine Personalien im ZEMIS
gemäss seinem Hauptantrag festzuhalten und ihn während dieser Zeit in
den Strukturen für UMA unterzubringen. Daneben ersucht er um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege, um Befreiung von der Kostenvor-
schusspflicht und um Ausrichtung einer Parteientschädigung. Auf die vom
Beschwerdeführer vorgebrachten Beschwerdegründe wird – soweit für das
vorliegende Verfahren wesentlich – nachfolgend eingegangen.
I.
Nach Eingang der Beschwerde wurden vom Gericht zwei separate Verfah-
ren eröffnet, nämlich zum einen das Verfahren D-3835/2022, welches den
Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid nach AsylG zum Gegenstand
hat, und zum andern das Verfahren D-3890/2022, welches die beantragte
ZEMIS-Datenänderung betrifft.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das vorliegende Verfahren D-3890/2022 hat die vom Beschwerdefüh-
rer beantragte ZEMIS-Datenänderung zum Gegenstand respektive seine
Beschwerde, soweit sich diese gegen Ziffer 2 des Dispositivs der ange-
fochtenen Verfügung richtet.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet unter anderem über Be-
schwerden gegen Verfügungen des SEM, welche – wie vorliegend – das
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Gebiet der ZEMIS-Datenbearbeitung respektive des Datenschutzes be-
schlagen (vgl. Art. 31–33 VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem
VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und er hat
seine Beschwerde gegen den ZEMIS-Datenbearbeitungsentscheid frist-
und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art 52 Abs. 1 VwVG),
womit auf die Beschwerde einzutreten ist.
1.4 Nachdem die angefochtene Verfügung am 26. August 2022 eröffnet ist,
lief die ordentliche Beschwerdefrist von 30 Tagen (und nicht von 30 Arbeits-
tagen, wie von der Vorinstanz offenkundig versehentlich in der Rechtsmit-
telbelehrung erwähnt) noch bis zum 26. September 2022 (vgl. Art. 50 Abs.
1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 und 3 VwVG).
1.5 Gestützt auf Art. 37 VGG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VwVG wurde auf die
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet, da die vorliegende Be-
schwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als zum vornherein unbegründet
zu erkennen ist.
2.
Über Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Bereich der ZEMIS-
Datenbearbeitung respektive des Datenschutzes entscheidet das Bundes-
verwaltungsgericht mit uneingeschränkter Kognition. Das Gericht überprüft
die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich un-
richtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts und Rechtsfehler bei der Ermessensausübung – sowie auf Angemes-
senheit hin (Art. 49 VwVG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an und
ist nicht an die Anträge oder die rechtlichen Begründungen der Parteien
gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
3.
Aufgrund der Aktenlage ist von einem hinreichend erstellten Sachverhalt
bezüglich Altersangaben auszugehen (vgl. dazu auch nachfolgend). Damit
fällt eine Rückweisung der Sache ausser Betracht und das Gericht hat in
der Sache zu entscheiden (Art. 61 Abs. 1 VwVG).
4.
4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer-
und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes
über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom
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20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-
rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-
nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Die ZEMIS-Verordnung sieht in
Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu
berichtigen sind. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verordnung richten sich die
Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Auskunfts-, Berichtigungs-
und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informationen über die Beschaf-
fung besonders schützenswerter Personendaten, nach den Bestimmungen
des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG,
SR 235.1) und des VwVG (vgl. dazu BVGE 2018 VI/3 E. 3.1).
4.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-
gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-
nen bearbeitet, kann jede betroffene Person verlangen, dass unrichtige
Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a
DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und
uneingeschränkter Anspruch. Die Vergewisserungspflicht bringt es mit
sich, dass die Behörde auf ein substantiiertes Berichtigungsgesuch hin die
Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personendaten von Amtes wegen über-
prüfen muss (vgl. dazu BVGE 2018 VI/3 E. 3.2 m.w.H.).
4.3 Grundsätzlich hat die Bundesbehörde die Richtigkeit der bearbeiteten
Daten zu beweisen, wenn diese von einer betroffenen Person bestritten
wird. Demgegenüber obliegt der betroffenen Person, die ein Gesuch um
Berichtigung von Personendaten stellt, der Beweis der Richtigkeit der ver-
langten Änderung (vgl. BGer-Urteil 1C_11/2013 vom 21. Oktober 2013
E. 4.2; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den vorliegend massgeblichen Be-
weisregeln des VwVG gilt eine Tatsache erst als bewiesen, wenn sie in
Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine ver-
nünftigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht er-
forderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat
zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich
von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person
ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an der Feststel-
lung des Sachverhalts im erstinstanzlichen Verwaltungs- sowie im Be-
schwerdeverfahren mitzuwirken (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.3 m.w.H.).
4.4 Kann bei einer verlangten respektive von Amtes wegen beabsichtigten
Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen
Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen
noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies
ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten
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zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet
werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten gilt. In solchen
Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-
weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-
sen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung eines
Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der be-
arbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtig-
keit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen
und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu ver-
sehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben
sollen (als Neben- bzw. Aliasidentität) oder ganz zu löschen sind, bleibt
grundsätzlich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, er-
scheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrschein-
licher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen
und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung
ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein
entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2018
VI/3 E. 3.4 m.w.H.).
5.
5.1 Im vorliegenden Verfahren obliegt es demnach grundsätzlich der Vor-
instanz zu beweisen, dass das von ihr im ZEMIS unter der Rubrik der
Hauptidentität eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers (1. Ja-
nuar 2004) korrekt ist respektive zumindest wahrscheinlicher als der vom
Beschwerdeführer verlangte Eintrag. Der Beschwerdeführer wiederum hat
nachzuweisen, dass die von ihm verlangte Änderung (zurück auf den
8. September 2004) richtig beziehungsweise zumindest wahrscheinlicher
ist als die derzeit im ZEMIS erfasste Angabe, dieser mithin eine höhere
Glaubwürdigkeit zukommt als dem aktuellen Eintrag. Gelingt keiner Partei
der sichere Nachweis, ist dasjenige Datum im ZEMIS zu belassen oder
einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. BVGE 2018 VI/3
E. 3.5 m.w.H und 4.2.3).
5.2
5.2.1 Das SEM hält im Wesentlichen dafür, der Beschwerdeführer habe
das von ihm anlässlich seiner Gesucheinreichung geltend gemachte Ge-
burtsdatum weder durch Vorlage eines rechtsgenüglichen Identitätsdoku-
ments belegen können noch im Rahmen der EB UMA und seiner nachfol-
genden Stellungnahme plausibel darzulegen vermocht. Dabei hält es fest,
dass weder dem in Kopie nachgereichten Impfausweis noch der in Kopie
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Seite 11
nachgereichten Tazkira eine relevante Beweiskraft zukomme, zumal ent-
sprechende Dokumente im Kontext von Afghanistan ohne Mühe gegen Be-
zahlung erworben, nachgemacht oder verfälscht werden könnten. Das Vor-
bringen, er kenne sein Geburtsdatum nicht, überzeuge nicht, da diesbe-
züglich Angaben auch von Personen ohne Schulbildung erwartet werden
dürften. Das Vorbringen spreche vielmehr dafür, dass er sein tatsächliches
Alter zu verschleiern versuche. Der Beschwerdeführer habe zwar immerhin
Angaben zur Frage des Altersunterschiedes zu seinem Bruder gemacht.
Seinen diesbezüglichen Angaben gemäss sei er jedoch mindestens 20
Jahre alt, was den Schluss betreffend versuchter Verschleierung seines
Alters bestätige. Den unbelegten Angaben des Beschwerdeführers stehe
auf der anderen Seite das rechtsmedizinische Gutachten vom 9. Juni 2022
gegenüber, welches ergeben habe, dass in seinem Fall in Zusammenschau
aller Befunde von einem Mindestalter von 19 Jahren auszugehen sei. Im
Gutachten werde denn auch festgehalten, dass er mit an Sicherheit gren-
zender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr vollendet und somit die Voll-
jährigkeit erreicht habe. Die von ihm gegen das IRM-Gutachten einge-
brachten Einwände überzeugten nicht, da sich dieses auf eine gefestigte
Grundlage stütze und schlüssig sei. Die im Verfahren getroffene Einschät-
zung betreffend seine Volljährigkeit sei vor diesem Hintergrund zu Recht
erfolgt. An der am 24. Juni 2022 vorgenommenen Änderung seines Ge-
burtsdatums auf den 1. Januar 2004 mit Bestreitungsvermerk werde daher
festgehalten.
5.2.2 Der Beschwerdeführer führt im Wesentlichen an, er habe nach der
massgeblichen Praxis (gemäss EMARK 2004 Nr. 30 E. 5 und 6) den An-
spruch auf eine Gesamtwürdigung aller Aspekte, welche sowohl für als
auch gegen das von ihm vorgebrachte Geburtsdatum respektive seine Min-
derjährigkeit sprechen würden, wobei im Zweifelsfalle auf seine Minderjäh-
rigkeit zu schliessen sei, nachdem eine unrechtmässige Feststellung der
Volljährigkeit für die davon betroffene, tatsächlich noch minderjährige Per-
son mit erheblichen Rechtsnachteilen verbunden sei. In seinem Fall habe
das SEM zwar eine Gesamtwürdigung vorgenommen, es sei dabei aber zu
einem nicht haltbaren Ergebnis gelangt. Vom SEM sei namentlich unbe-
rücksichtigt geblieben, dass er in Bulgarien, Österreich und der Schweiz
als UMA registriert worden sei, was bereits für sich ein klares Indiz für seine
Minderjährigkeit darstelle. Dabei habe er auch in allen drei Staaten das ihm
von seinem Bruder bekannt gemachte Geburtsdatum vom 8. September
2004 angegeben. Es sei ihm in diesem Zusammenhang auch nicht entge-
genzuhalten, dass er sein Geburtsdatum tatsächlich nicht kenne und er
daher auf die Angaben seines Bruders abgestellt habe, zumal er seinem
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älteren Bruder vertraue, würden doch ältere Brüder regelmässig mehr wis-
sen als jüngere und daher auch eine Beschützerrolle übernehmen. Da sich
die beiden Brüder jahrelang nicht gesehen hätten, sei ihm schliesslich auch
nicht entgegenzuhalten, dass er den Altersunterschied zum älteren Bruder
zu tief angegeben habe. Die Angaben seines Bruders zu seinem Alter wür-
den aber auch gerade durch die nachgereichten Beweismittel gestützt,
welchen entgegen der Vorinstanz nicht einfach der Beweiswert abzuspre-
chen sei. Vom SEM würden bloss pauschale Vorbehalte gegen diese Be-
weismittel eingebracht und keine konkreten Fälschungsmerkmale aufge-
zeigt, womit sich die vorinstanzlichen Einwände gegen die Beweismittel auf
keine hinreichende Grundlage stützten. In seinen weiteren Ausführungen
bestreitet er die Aussagekraft des IRM-Gutachtens vom 9. Juni 2022, zu-
mal dieses aufgrund der darin ausgewiesenen, ganz beachtlichen Abwei-
chungen im Ergebnis der Analysen nach der massgeblichen Praxis (ge-
mäss BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2) jedenfalls nur als schwaches Indiz für
seine Volljährigkeit zu werten sei. Da er nächste Woche 18 Jahre alt werde,
bestehe gleichzeitig auch nur eine geringe Differenz zum Schätzwert des
Gutachtens von 19 Jahren. Diese geringe Differenz sei im Zweifel zu sei-
nen Gunsten auszulegen, indem er im Sinne einer Gesamtwürdigung als
noch minderjährig zu betrachten und sein Geburtsdatum wie beantragt an-
zupassen sei.
5.3
5.3.1 Nachdem das Geburtsdatum weder vom Beschwerdeführer durch
Vorlage von Identitätspapieren im Original nachgewiesen worden ist noch
vom SEM konkret festgestellt werden kann, ist dasjenige Datum im ZEMIS
einzutragen, das am wahrscheinlichsten – also überwiegend wahrschein-
lich – ist. In dieser Hinsicht ist aufgrund der Aktenlage festzustellen, dass
insgesamt nichts dafür spricht, der Beschwerdeführer sei erst vor wenigen
Tagen volljährig geworden.
5.3.2 In der lediglich als Foto nachgereichten Impfkarte, welche von sei-
nem Bruder erhältlich gemacht worden sei (ohne nähere Angaben dazu),
ist zwar das behauptete Geburtsdatum verzeichnet. Die am 27. Juni 2022
unkommentiert erfolgte Vorlage dieses Beweismittels kann allerdings be-
reits deshalb nicht überzeugen, weil der Beschwerdeführer vorgängig so-
wohl im Rahmen der EB UMA als auch seiner Stellungnahme vom 24. Juni
2022 ausdrücklich angegeben respektive nochmals bekräftigt hatte, dass
kein Dokument existiere, in welchem sein Geburtsdatum festgehalten sei.
Da er gleichzeitig sein Geburtsdatum erst von seinem in der Schweiz le-
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Seite 13
benden Bruder erfahren haben will, kann gleichzeitig auch nicht überzeu-
gen, dass ihm am 1. März 2021 in der Heimat ein Dokument ausgestellt
worden sein soll, in welchen das erstmals in der Schweiz vorgebrachte Da-
tum verzeichnet ist. Die angebliche Impfkarte ist mit Blick darauf als fingier-
tes Beweismittel zu erkennen. An dieser Stelle bleibt im Weiteren anzumer-
ken, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen Vorbringen in Bulgarien,
Österreich und der Schweiz auch nicht unter der gleichen, sondern aus-
weislich unter verschiedenen Identitäten und mit abweichenden Altersan-
gaben aufgetreten ist. Gemäss Aktenlage ging Österreich auch nicht von
seiner Minderjährigkeit aus, ansonsten die österreichische Dublin-Behörde
kein Gesuch um Wiederaufnahme seiner Person an Bulgarien gestellt
hätte, da die Überstellung im Falle von Minderjährigen nach den Bestim-
mungen zum Dublin-Verfahren ausgeschlossen bleibt. Der ebenfalls ledig-
lich als Foto nachgereichten Tazkira, welche in der Heimat doch noch auf-
gefunden worden sei, ist neben der Beweiskraft vor allem auch die Be-
weiseignung abzusprechen, weil deren Inhalt – der Beschwerdeführer sei
im Jahre 2011 sieben Jahre alt gewesen – nicht geeignet ist, das vom SEM
vertretenen Geburtsdatum vom 1. Januar 2004 zu entkräften. Vor diesem
Hintergrund kann auf weitere Erwägungen zur ohnehin bloss begrenzten
Aussage- und Beweiskraft von alten Tazkiras (Inhalt basiert bloss auf Par-
teiangaben), bei gleichzeitig hoher Fälschungsanfälligkeit, verzichtet wer-
den. Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer das geltend ge-
machte Geburtsdatum einzig auf unbelegte Behauptungen stützen, welche
zudem – wie vom SEM erwogen – auch kaum Substanz aufweisen. Das
Vorbringen seines Rechtsvertreters, wonach es sich beim Beschwerdefüh-
rer jedenfalls seiner Wahrnehmung gemäss um einen UMA handle, kann
die genannten Mängel nicht aufwiegen.
5.3.3 Das SEM kann sich demgegenüber auf das insgesamt schlüssige in-
terdisziplinäre IRM-Gutachten vom 9. Juni 2022 stützen, laut welchem der
Beschwerdeführer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das
18. Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht hat, nachdem in sei-
nem Fall in Zusammenschau aller Befunde von einem Mindestalter von 19
Jahren auszugehen sei. Der Beschwerdeführer verkennt in seinen Einwän-
den gegen das Gutachten, dass bei ihm alle drei vom IRM untersuchten
medizinischen Merkmale – also nicht nur die Entwicklung seiner Handwur-
zelknochen, sondern auch die Entwicklung seiner Zähne (wenn auch ohne
Weisheitszähne; vgl. dazu nachfolgend) und insbesondere die Entwicklung
seiner Brustbein-Schlüsselbein-Gelenke – einer erwachsenen Person ent-
sprechen, indem bei den ersten beiden Merkmalen die Entwicklung bereits
vollständig und beim dritten Merkmal nahezu vollständig abgeschlossen ist
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(vgl. dazu nachfolgend). Damit liegt ein Ergebnis vor, welchem auch ge-
mäss der vom Beschwerdeführer angerufenen und in BVGE 2018 VI/3
E. 2.2.2 dargestellten Abstufung eine hohe Aussage- und Beweiskraft zu-
kommt, indem alle geprüften Elemente ein in sich übereinstimmendes Er-
gebnis erbracht haben. Zwar konnten im Falle des Beschwerdeführers
keine Prüfung der Entwicklung der Weisheitszähne durchgeführt werden,
da diese bei ihm fehlen. Das schadet aber nicht, da nicht alle Menschen
Weisheitszähne bekommen und auch ohne dieses Element eine schlüs-
sige Gesamtschau erfolgen kann. Entgegen den sinngemäss anders lau-
tenden Beschwerdevorbringen schadet im Weiteren auch nicht, dass das
IRM in seiner Einschätzung aufgrund der bereits vollständig abgeschlos-
senen Entwicklung von zwei der drei geprüften Merkmale (die Entwicklung
der Handwurzelknochen und die Entwicklung der Zähne [ohne Weisheits-
zähne]) bei der Bestimmung des Mindestalters auf das dritte, noch nicht
vollständig abgeschlossene Entwicklungselement abgestellt hat, da des-
sen Entwicklung im Vergleich zu den anderen ohnehin den höchsten Mini-
malwert aufweist; es handelt sich dabei um die Verknöcherung der medi-
alen Schlüsselbeinepiphysen, was in dem beim Beschwerdeführer fest-
gestellten Stadium 3c (letztes Stadium vor der vollständigen Entwicklung
[Stadium 4; ohne weitere Unterteilung) bei Knaben frühestens bei einem
Alter von 19.7 Jahren habe beobachtet werden können, ansonsten aber
bei einem mittleren Alter von 22.9 ± 1.8 Jahren zu beobachten sei. Damit
erscheint als durchaus überzeugend, dass das IRM in seinem Gutachten
unter Verweis auf die weitere Studienlage (vgl. a.a.O., S. 6 [letzter Absatz]
m.w.H.) auf ein Mindestalter von 19 Jahren schliesst.
5.3.4 Nachdem der Beschwerdeführer im Verlauf des Verfahrens von der
Vorinstanz ausdrücklich die Zustellung der Befragungs- und Anhörungs-
protokolle seines älteren Bruders verlangt und er diese auch erhalten hat,
bleibt der Ordnung halber festzuhalten, dass sich daraus nichts ergibt, was
seine Vorbringen stützen würde. So hat sein Bruder im Rahmen seiner da-
maligen Befragung vom 7. Dezember 2015 ausgeführt, sein Bruder
A._ [...] sei aktuell 12 Jahre alt, womit der Beschwerdeführer auch
den damaligen Angaben seines älteren Bruders gemäss heute 19-jährig
wäre. Schliesslich widerspricht auch seine Angabe, sein Bruder, geboren
im Dezember 1998, sei zwei bis zweieinhalb Jahre älter als er, dem geltend
gemachten Geburtsdatum, zumal davon auszugehen ist, dass Geschwis-
ter sehr wohl in der Lage sind einzuschätzen, ob der Altersunterschied
zweieinhalb Jahre oder fünf Jahre umfasst.
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5.4 Nach dem Gesagten ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-
keit von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers schon im Zeitpunkt sei-
ner Gesucheinreichung vom 9. Mai 2022 auszugehen, weshalb eine Da-
tenänderung in dem von ihm beantragten Sinne ausser Betracht fällt. Auf-
grund der erstellten Volljährigkeit erscheint gleichzeitig als grundsätzlich
nachvollziehbar, dass das SEM den 1. Januar 2004 als sein Geburtsdatum
im ZEMIS aufgenommen hat (inkl. Bestreitungsvermerk).
6.
Nach dem Gesagten verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht
nicht und ist auch sonst nicht zu beanstanden. Die Beschwerde bezüglich
des vom SEM registrierten ZEMIS-Eintrags ist demnach abzuweisen; im
ZEMIS ist das Geburtsdatum mit 1. Januar 2004 zu belassen, versehen mit
einem Bestreitungsvermerk.
7.
Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um vorsorg-
liche Massnahmen sowie Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (ge-
mäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos geworden.
8.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (nach
Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist im Urteilszeitpunkt abzuweisen, da sich die Be-
schwerde nach dem Gesagten im vorliegend zu behandelnden Umfang als
von Anfang an aussichtslos erwiesen hat.
Dem Beschwerdeführenden sind daher die Kosten des Verfahrens aufzu-
erlegen, welche bei vorliegender Verfahrenskonstellation auf Fr. 500.– fest-
zusetzen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
9.
Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-
schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993
zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-
nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt
zu geben.
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