Decision ID: 6372e4a8-9005-46ce-a88a-8df0ad5aea32
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene
X._
, Mutter von zwei Kindern
(
Jahrgang 200
0
und 2002
)
, war im Unternehmen ihres Ex-Ehemannes (
Y._
) tätig, über das im Jahr 2014 der Konkurs eröffnet wurde, wobei das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt wurde. Seither war sie nicht mehr erwerbstätig. Am
17.
September 2015
(Eingangsdatum)
mel
dete sie sich unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
le, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/1). Die IV-Stelle tätigte medizinische Abklärungen und verneinte nach durchgeführ
tem
Vorbescheid
verfahren
mit Verfügung vom 16.
August 2016 einen Leistungs
anspruch der Versicherten (Urk.
7/32).
Die dagegen erhobene Beschwerde
der
Versicherten wurde mit Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich vom
15.
Februar 2018
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfü
gung aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Ste
lle zurückgewiesen wurde (Urk.
7/46
).
1.2
Die IV-Stelle
holte in der Folge einen Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH Psychiatri
e und Psychotherapie, ein (Urk.
7/59) und
beauftragte
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, und
lic
. phil. B._
mit der versicherungsmedizini
schen Begutachtung.
Das
bidisziplinäre
Gutachten (Psychiat
rie/Neuropsychologie) wurde am
4.
Februar 2019 erstattet (Urk.
7/70-71
).
Gestützt auf die Schlussfolgerungen der Gutachter
stellte
die IV-Stelle
der Vers
i
cherten mit Vorbescheid vom 6.
August 2019 die Abweisung
des
Leist
ungsbegeh
rens in Aussicht (Urk.
7/73).
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
holte
die IV-Stelle
eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD) ein (Urk. 7/92 S. 3 f.). Mit Verfügung vom 29.
Januar 2020 verneinte sie einen Leis
tungsanspruch der
Versicherten (Urk. 7/93 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
2.
März 2020
Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei ihr eine Inva
lidenrente zuzusprechen. Die Beschwerdeführerin sei durch das Gericht psychiat
risch begutachten zu lassen. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1 S.
2)
. Mit Beschwerde
antwort vom
1.
April 2020
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
(Urk.
6
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
8. April
2020 mitgeteilt wurde (Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V
215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG)
.
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturel
len Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad sei
ner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.2.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich
erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.2.4
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Bew
eisverfahrens (BGE 143 V 409 E.
4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/20
17 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Bewei
swertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE
135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle,
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten
hätten
sich bei der Beschwerdeführerin anhand des psychopathologi
schen Befundes keine Einschränkungen feststellen
lassen
. Aus neuropsychologi
scher Sicht seien aufgrund der von der Beschwerdeführerin gezeigten Inkonsis
tenzen keine Aussagen zu allfälligen effektiven neuropsychologischen Defiziten möglich. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer invalidisierenden Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide. Es bestehe daher kein Leistungsanspruch (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
der Beschwerdegegnerin sei sowohl eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes als auch des Anspruchs auf rechtliches Gehör vorzuwerfen, da sie den Bericht de
s
C._
vom 11.
November 2019 nicht berücksichtigt habe und auch keinen detaillierten Verlaufsbericht eingeholt habe. Das vorliegende Gut
achten entspreche den bundesgerichtlichen Anforderungen an eine umfassende, schlüssige und nachvollziehbare Expertise nicht, weshalb die Beschwerdegegne
rin ihren Entscheid nicht darauf hätte stütz
en dürfen
(Urk. 1 S.
7
ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob bei der Beschwerdeführerin ein Gesundheitsschaden vorliegt, der sie derart in der Erwerbsfähigkeit einschränkt, dass sie
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat
.
3
.
3.1
Die medizinischen Akten, welche dem Rückweisungsurteil vom
15.
Februar 2018
zugrunde lagen, wu
rden
darin
zusammengefasst (Urk.
7/46
E. 3
.1-3.6
). Darauf kann verwiesen werden. Das hiesige Gericht führte in seinem Urteil vom
15.
Februar 2018
aus, aus den medizinischen Akten ergebe sich, dass zwischen Februar und Oktober 2015 drei stationäre Behandlungen im
C._
wegen depressiven Störungen stattgefunden hätten. In den Berichten vom 3. März und 29. Juni 2015 sei die Diagnose einer schweren depressiven Epi
sode ohne psychotische Symptome und im Bericht vom 26. November 2015 die
jenige einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, gestellt worden. Für die Zeit vor dem Eintritt im Februar 2015 und nach dem Austritt im Oktober 2015 sowie zwischen den stationären Aufenthalten lägen keinerlei Verlaufsberichte behandelnder Psychiater vor, obwohl aus den Berich
ten des
C._
hervorgehe, dass sich die Beschwerdeführerin ambulant
habe
behandeln
lassen
. Dass die Beschwerdeführerin bereits seit 2012 an einer depressiven Erkrankung leide und sich deswegen in medikamentöser und therapeutischer Behandlung befunden habe, wie sie geltend mache, sei nicht aktenkundig. Eine Arbeitsunfähigkeit sei lediglich von der Hausärztin
Dr.
D._
attestiert worden. Eine fachärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liege hin
gegen nicht vor. Aus dem Bericht des
C._
vom 3. März 2015 gehe hervor, dass sich die Beschwerdeführerin während des gesamten stationären Aufenthaltes
gedanklich haftend an der ehelichen Trennungsproblematik gezeigt habe und dass sie eine extreme Kränkung erfahren habe, als sie beim Sozialamt um Geld habe bitten wollen.
G
egenüber den Geschehnissen um ihren Mann und im Umgang mit dem Sozialamt
habe sie
gehäuft das Gefühl der Hilflosigkeit aus
gedrückt
(Urk. 7/10 S. 17). Den Berichten des
C._
sei weiter zu entnehmen, dass eine längere stationäre Behandlung a
ufgrund des dysfunk
tionalen Verhaltens
und der Gefahr eines zunehmenden Hospitalismus
als kontraproduktiv erachtet worden
sei (Urk. 7/10 S. 9).
Es sei die Tendenz aufgefallen, Anforderungen aus dem Weg zu gehen und den Aufenthalt in erster Linie als Rückzug von alltäglichen Aufgaben zu nutzen
(Urk. 7/10 S. 3). Auf die psycho
soziale Belastungssituation werde in sämtlichen Berichten hingewiesen, ohne diese jedoch kritisch abzugrenzen. Gestützt auf die Berichte des
C._
sei RAD-Ärztin
E._
von einem reaktiven Geschehen ausgegangen, da die Auslöser
ausschliesslich psychosozialer Natur
seien.
Unter Medikation sei eine Zustandsbesserung eingetreten.
Es könne am
ehesten von einer Anpassungs
stö
rung mit längerer depressiver Reaktion (F43.21) ausgegangen werden. Warum
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt worden sei, könne nicht klar nachvollzogen werden (Urk. 7/30 S. 2 f.). Die RAD-Ärztin habe sich zwar auf den Standpunkt gestellt, dass die Herleitung der vom
C._
gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar sei, habe aber selbst auch nicht lege
artis
eine Diagnosestellung vorgenommen.
Das hiesige Gericht kam zum Schluss, dass aufgrund der vorliegenden Akten nicht beurteilt werden könne, o
b eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andau
ernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder ein damit vergleichbarer psy
chischer Leidenszustand bestehe, welchem gegenüber einem reaktiven invalidi
tätsfremden Geschehen auf psychosoziale Belastungen selbständige Bedeutung zukomme. Es liege weder eine nachvollziehbare Diagnosestellung vor noch seien den Akten schlüssige medizinische Ausführungen zu entnehmen, die eine zuver
lässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erlauben würden (Urk. 7/46 E. 4.1).
3.2
3.2
.1
Im vorläufigen Austrittsbericht des
C._
vom 30.
März 2017
betreffend d
ie stationäre Behandlung vom 7. bis 30
.
März 2017
wurde als Haupt
diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (F33.3) genannt.
Als Z-Diagnose wurden Pro
bleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung,
«
Trennung des Vaters ihrer Kinder
»
(Z73) erwähnt. Als Behandlung wurden Krisenintervention, Pharmakotherapie, Abklärung und aktivierende Therapien angegeben
(Urk. 7/45)
.
3.2
.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
führte in seinem fachpsychiatrischen Attest vom 3. September 2018 aus, die Beschwerdeführerin stehe vor dem Hin
tergrund einer
chronifizierten
agitiert-depressiven (verzweifelt-gespannten) Ent
wicklung mit regelmässigen suizidalen Krisen in seiner ambulanten psy
chia
trisch-psychotherapeutischen Behandlung unter
Beizug
einer
Kulturmediato
rin
. Zu den Kernsymptomen einer klinisch relevanten depressiven Störung gehörten neben Niedergestimmtheit, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit eine ver
minderte Stresstoleranz mit Handlungsblockaden, ausgeprägte kognitiv-emotio
nale Zent
rierung und Absorption auf äussere und innere Reize/Stressoren, eine ausgeprägte Verminderung der Handlungsenergie mit Limitierung des Antriebs und der Durchhaltefähigkeit, die sogenannte Alltagsperformance/soziale Teilhabe sei dabei störungsbedingt phasenweise ausgeprägt limit
i
ert mit sozialem Rück
zug. Die Beschwerdefü
hrerin sei über die Dauer der Be
h
a
ndlung nur bedingt belastbar bereits für die Alltagsanforderungen, emotional klinisch-objektiv
sei sie
durchgehend instabil, sie neige zu impulsiven Reaktionen und Affektdurch
brüchen/Emotionsregulation mit suizidaler Gedankeneinengung. Es hätten mehr
malige stationär-psychiatrische Behandlungen stattgefunden.
Bei guter Medika
menten-Compliance nehme sie regelmässig kombinierte Antidepressiva ein. Die Alltagsperformance sei störungsbedingt erheblich eingeschränkt (Urk. 7/59).
3.2
.3
Am
4.
Februar 2019
wurde das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
bidisziplinäre
Gutachten erstattet, welches sich auf die psychiatrische Untersu
chung vom 21. Dezember 2018 und die neuropsychologischen Untersuchungen vom 2
2.
u
nd 23. Januar 2019 stützt. Darin wurden
keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Als psychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
die folgenden genannt
(Urk. 7/70 S.
11
f.)
:
-
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z 73.1) vom Cluster B mit emotio
nal-instabilen,
histrionischen
und kränkbaren Anteilen mit oder bei
-
emotionaler Vernachlässigung (ICD-10: Z 62.4) in der Kindheit
-
körperlicher Gewalterfahrung (ICD-10: / 61.6) in der Kindheit
-
Ereignissen
in der Kindheit und Jugend, welche ein Verlust des Selbst
wertgefühls
zur Folge haben (ICD-10: Z 61.3)
-
Familienzerrüttung durch Trennung (ICD-10: Z63.5)
-
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10: Z 60.3)
-
appellativ-suizidalen Krisen, mit und ohne suizidale Handlungen (ICD-10: X 84), welche im Rahmen der stationären Aufnahmen im Jahr 2015 als Anpassungsstörungen (ICD-10: F 43.2) zu diagnostizieren sind
-
Tabakabhängigkeit (ICD-10: F 17.25
-
a
ktenanamnestisch Nierensteine (ICD-10: N 20)
-
Verdacht auf
Benzodiazepin
a
bhängigkeit
(ICD-10: F 13.22)
Es wurden keine neuropsychologischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit gestellt (Urk. 7/70 S. 12).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
A._
führte aus,
dass die Beschwerdeführe
rin eine Kindheit und Jugendzeit mit mehreren Belastungsfaktoren schildere, wel
che in der Diagnoseliste des vorliegenden Gutachtens aufgeführt und als äussere Faktoren zu würdigen seien, welche den Gesundheitszustand einer Person beein
flussen und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten führen könnten. Darunter zu subsumieren seien
eine emotionale Vernachlässigung in der Kindheit (ICD-10: Z 62.4), eine körperliche Gewalterfahrung in der Kindheit (ICD-10: Z 61.6) sowie Ereignisse in der Kindheit und Jugend, welche einen Verlust des Selbstwertgefühls zur F
olge haben (ICD-10: Z
61.3).
Die Beschwerdeführerin weise auf eine minimale Schulbildung und eine frühe und möglicherweise aus
beuterische Arbeitstätigkeit hin. Im Jahr 2000, im Alter von 31 Jahren, sei sie mit ihrem gleichaltrigen Ehemann in die Schweiz eingereist, worauf im selben Jahr und zwei Jahre später die beiden Töchter zur Welt gekommen seien. Die Beschwerdeführerin habe sich sowohl als Hausfrau und Mutter wie auch als Berufsfrau im
Gastro
-Unternehmen, welches von ihrem Ehemann gegründet wor
den sei
, betätigt
. Weiter sei davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin vornehmlich im familiären und angestammten Kulturkreis bewegt habe, da bis heute nie eine nennenswerte kulturelle Integration in der Schweiz stattgefunden zu haben scheine. Die Beschwerdeführerin spreche nach nunmehr 18 Jahren
Auf
enthalt in der Schweiz kaum
d
eutsch
. Im Lichte dieser fehlenden kulturellen Ein
gewöhnung sei auch die erhebliche und zeitlich überdauernde emotionale Reaktion nach der Trennung vom Ehemann zu verstehen, da die Beschwerdefüh
rerin nur über wenige soziokulturelle Ressourcen verfüge. Die seit 2012 attestierte Arbeitsunfähigkeit bilde daher vornehmlich soziokulturelle Schwierigkeiten ab und lasse sich auch nach Würdigung sämtlicher medizinischer und nichtmedizi
nischer Akten nicht als krankheitsbedingt herleiten. Auf der Grundlage einer vorbestehenden
Persönlicheitsakze
ntuierung
(ICD-10: Z
73.1) vom C
luster B mit emotional-instabilen,
histrionischen
und kränkbaren Anteilen hätten sich appellativ-suizidale Krisen entwickelt beziehungswei
se verstärkt, welche sich aufgrund der beschriebenen Einweisungssituation als fehlende Möglich
keiten der Anpas
sung (ICD-10: F
43.2) bei limitierten psychosozialen Ressourcen interpretieren liessen. Da während der stationären und ambulanten Behandlungen zwar eine lege
artis
Behandlung angeboten worden sei, aber gleichzeitig die sozialen Belas
tungsfaktoren (fehlende Integration, fehlende Sprachkenntnisse, Abhängigkeit von Fürsorgegeldern, Abhängigkeit von Dritten im Alltag) unverändert bestehen geblieben seien, habe sich ein sekundärer Krankheitsgewinn entwickelt, welcher bis heute ein erhebliches Mass angenommen habe. Dies werde daran deutlich
,
dass weder
im stationären noch im ambulanten Rahmen erfolgreiche Bemühun
gen hinsichtlich der Etablierung einer Tagesstruktur vorzuweisen seien.
Entsprechend der Definition des Per
sönlichkeitsakzentes (ICD-10: Z
72.1) sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin unter
erheblichem emotionalem Stress
(beispielsweise bei Fortbestehen sozialer Belastungsfaktoren) zur zeitlich limitierten Einschränkung der sozialen Funktions- und Leistungsfähigkeit, inklu
sive der Arbeitsfähigkeit, neige und sich dies auch weiterhin in emotionalen und suizidalen Krisen zeigen werde. Gleichzeitig sei festzuhalten, dass die fehlende Mitwirkung der Explorandin bei der kulturellen Integration, bei der Übernahme von Verantwortung – beispielsweise gegenüber den Töchtern, welche eine Eltern
funktion zu übernehmen schi
e
nen (Dokument vom 2
9.
Juni 2015 mit Erwähnung eines Hospitalismus und einer fehlenden Bereitschaft elterliche Verantwortung zu übernehmen) – sowie bei der Mitwirkung mobilisierbarer Ressourcen
,
kein Krank
heitswert besitze. Da die Beschwerdeführerin bis nach Beginn des fünften Lebens
jahrzehnts keine Unterstützung durch Dritte bei der Lebensbewältigung benötigt habe, sei von vorhandenen
mobilisierbaren Ressourcen und der Möglichkeit der privaten und beruflichen Teilnahme und Partizipation auszugehen. Aufgrund der aktenkundigen Informationen sowie aufgrund der Untersuchun
g vom 21.
Dezem
ber 2018 sei bei der Beschwerdeführerin von intakten und tragenden Beziehun
gen zu den beiden Töchtern auszugehen. Zudem schienen Kontakte zu anderen Angehörigen zu bestehen und es scheine auch eine ausserfamiliäre Person (Familienbegleitung) eine enge Beziehung zur Beschwerdeführerin aufgebaut zu haben. Es sei daher nicht von einer fehlenden Unterstützung im sozialen Umfeld auszugehen. Die Schwierigkeiten bei der Teilhabe und Partizipation liessen sich durch einen sekundären Krankheitsgewinn erklären, welcher sich bei konsequen
ter psychotherapeutischer Intervention aber auflösen lasse.
Medizinisch-
theoretisch seien die bisherigen Behandlungsansätze ausreichend (symptomentlastende Off-Label-Pharmakotherapie, ambulante Etablierung einer wirkungsvollen therapeutischen Allianz, Konfrontation mit dem sekundären Krankheitsgewinn in stationärem Rahmen wie im Dokument vom 2
9.
Juni 2015 festgehalten). Als nicht leitliniengerecht müsse die bisherige Diagnostik bezeich
net
werden, welche
der Beschwerdeführerin im Verlauf eine schwere und weit
gehend therapierefraktäre Depression mit weitgehendem Funktionsverlust attes
tier
e
und dazu gleichzeitig diametrale Verhaltensweisen im stationären Setti
ng beschreib
e
(Dokument vom 26.
November 2015 mit Erwähnung eines Verlaufs mit rascher Aufhellbarkeit und mitteilsamem und fröhlichem Verhalten gegen
über Mitpatienten). Für einen zukünftigen Therapieerfolg unerlässlich sei daher eine angemessene Aufklärung der Beschwerdeführerin zu den relevanten emotional-instabilen Persönlichkeitsfaktoren sowie ein
Skill
-basiertes Therapie
angebot mit Elementen, welche im Alltag praktikabel seien.
Es seien
während der Exploration vom 21.
Dezember 2018 eine Reihe von
Inkon
sistenzen z
u dokumentieren gewesen. Die biographischen Anga
ben hätten sich im Abgleich zur Aktenlage aber kongruent dargestellt und
es
hätten
sich
auch
innerhalb der knapp dreieinhalb
stündigen Exploration keine Widersprüche gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe sich als Person mit erheblich hohem Behinderungsgrad und mit der Notwendigkeit einer Unterstützung durch Dritte in praktisch allen Lebenslagen beschrieben. Während der Untersuchung sei ein solcher Grad der Hilflosigkeit weder aus dem Verhalten in der Untersuchungs
situation noch aus der geschilderten Anamnese herzuleiten gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine nennenswerte Tendenz zur Überbewertung ihrer funktionellen Einschränkungen gezeigt. Die subjektiven Beschwerden seien teils in maximaler Ausprägung selbstdeklariert worden (Hoffnungslosigkeit) und gleichzeitig seien Angaben zu relevanten Themen (Mobilität, Tagesroutine, arbeitsbezogenes Beschwerdebild) vage geblieben. Der Krankheitsverlauf sei vage beschrieben worden. Der Beginn der Beeinträchtigung sei mit der Trennung und der dadurch entstandenen Existenzunsicherheit in Verbindung gebracht worden. Das derzeitige Funktionsniveau entbehre einer präzisen Beschreibung
. Die Beschwerden seien während der Exploration mehrheitlich sachlich ohne über
mässige Emotionalität vorgetragen worden. Gleichzeitig habe sich
ein
langsam-kontrollierte
r
Sturz vor der Pause als erhebliche Theatralik mit Verdeutlichungs
verhalten dargestellt, sodass neben der emotional-instabilen Persö
nlichkeits
komponente (ICD-10: Z
73.1) auch ein
histrionischer
Akzent zu dokumentieren sei.
Das vorliegende Gutachten gelange zur Diagnose eines emotional-instabilen Per
sönlichkeitsakzentes (ICD-10: Z
73.1), welcher retrospektiv durch wiederholte appellativ-suizidale Krisen, mit und ohne
suizidale Handlungen (ICD-10: X
84), zu stationären Aufenthalten im
C._
geführt habe
. Die Suizidalität sei ein
diagnoseübergreifendes Merkmal, welches im Rahmen jeder psychischen Störung auftreten könne. Bei der Beschwerdeführerin träfen dabei die Kriterien ein
er Anpassungsstörung (ICD-10: F
43.2) am präzisesten zu. Im Rahmen
solcher suizi
dale
r
Krisen
und den daraus sich ergebenden stationären Kriseninter
ventionen sei die Funktion in Beruf und Alltag nicht gegeben. Dies treffe für sämtliche
Hospitalisat
ionen
zu. In
Zeiten, welche au
sserhalb dieser Kriseninter
ventionen lägen, sei keine Funktionsstörung nachvollziehbar. Die fehlende Beschäftigung in Zeiten, in welchen keine Krisen dominierten, sei aus Sicht des vorliegenden Gutachtens nicht durch eine Krankheit, sondern durch Schwierig
keiten bei der kulturellen Ei
ngewöhnung (ICD-10: Z
60.3), verstärkt
durch eine Trennung (ICD-10: Z
63.5) von der primären Bezugsperson, zu erklären.
Die Beschwerdeführerin habe bis zum fünften Lebensjahrzehnt in intakten familiären Verhältnissen keine nennenswerten Funktions
-
einschränkungen gezeigt, eine Übernahme von Funktionen im Alltag durch Dritte sei erst seit wenigen Jahren bekannt und könne am präzisesten mit einem sekundären Krankheitsgewinn beschrieben werden. Krankheitsgewinne seien insbesondere dann zu prüfen, wenn, wie im vorliegenden Fall, sich ein Vorzustand mit intakter Integration im ersten Arbeitsmarkt darbiete und sich das Beschwerdebild nach einem belasten
den Ereignis oder einem kränkenden Erlebnis – im vorliegenden Fall die Tren
nung – nicht
bloss verschlechtert habe, sondern diese Verschlechterung mit einer Inanspruchnahme unterschiedlicher therapeutischer Angebote koinzidiere (im vorliegenden Fall Involvierung einer grossen Zahl ambulanter Behandler in rela
tiv kurzer Zeit sowie Inanspruchnahme wiederholter stationärer Behandlungen in relativ kurzer Zeit) und eine Ausweitung des sogenannten Helfernetzes (psy
chiatrisch-psychologische Betreuung mit neu gestellten Diagnosen und Therapie
ansätzen, aufsuchende Pflegebetreuung wie im vorliegenden Fall die
Spitexbe
treuung
, Begleitung im Alltag und administrative Hilfestellung wie im vorliegen
den Fall durch die «Familienbegleitung») mit einer zunehmenden Hilflosigkeit und Unselbständigkeit der Betroffenen einhergehe. Der bei der Beschwerdeführerin relevante sekundäre Krankheitsgewinn sei demnach definiert als eine zuneh
mende Unselbständigkeit bei gleichzeitig stetig wachsender Unterstützung durch Dritte, bei unbeeinträchtigtem Vorzustand und bei nicht vorhandener schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigung
.
Aus psychiatrischer Sicht liessen sich
a
ufgrund des derzeitigen psychopathologi
schen Befundes keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen. Die bei der Beschwerdeführerin zu diagnostizierende emotional-instabile Persön
lich
keitsdisposition (ICD-10: Z
73.1) mit rezidivierenden appellativ-suizidalen Krisen
werde aber definitionsgemäss auch zukünftig zu wiederholten, zeitlich limitierten und stressabhän
gigen
Funktionseinbussen führen (Urk. 7/70 S.
12)
.
Mit Aus
nahme der Kriseninterventionen sei retrospektiv von einer 100%-
igen
Ar
beitsfä
higkeit auszugehen (Urk. 7/70 S.
50 ff.).
Die neuropsychologische Gutachterin
lic
.
phil
B._
hielt fest, bei der Beschwer
deführerin sei ein stark inhomogenes neuropsychologisches Leistungsprofil mit formal teilweise durchschnittlichen, grösstenteils jedoch reduzierten
Leistungen erhoben worden. Bezüglich der höheren kognitiven Funktionen hätten sich deut
liche Minderleistungen vorwiegend in den Bereichen der Merkfähigkeit, der Auf
merksamkeit und der Verarbeitungsgeschwindigkeit gezeigt.
Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass die erhobenen Leistun
gen nicht valider Natur seien. Hinweise darauf hätten sich zunächst im ersten Untersuchungsteil im Rah
men eines verwendeten
Performanz
validierungsverfahrens
ergeben, bei welchem das Resultat weit unterhalb des empfohlenen Schwellenwerts für noch als authentisch zu betrachtende Leistungen ausgefallen sei. Zudem hätten sich aus testinternen
Validitätsparametern
aus verschiedenen Domänen Hinweise für Ant
wortverzerrungen ergeben. Nach entsprechender Rückmeldung an die Beschwer
deführerin, dem Angebot möglicher Erklärungen und der erneuten Betonung der Notwendigkeit hinreichender Anstrengungsbereitschaft, seien an der Folgeunter
suchung zwei weitere eingesetzte
Performanz
validierungsverfahren
sowie erneut testinterne
Validitätsparameter
auffällig ausgefallen, nebst vereinzelt verbesser
ten Leistungen. Weiter seien zahlreiche Diskrepanzen innerhalb des neuropsy
chologische
n
Profils sowie Inkonsistenzen zwischen den Testergebnissen und dem beobachteten Verhalten festzuhalten. Gemäss der einschlägigen Literatur sei deshalb sehr wahrscheinlich von einer (mehr oder weniger) bewusstseinsnahen Aggravation auszugehen. Dies bedeute, dass die Ergebnisse der neuropsycholo
gischen Tests nicht authentisch seien und über das effektive Leistungsvermögen keine Aussagen gemacht werden könnten
(Urk. 7/71 S. 16
f.)
.
3.2
.4
Im vorläufigen Austrittsbericht
des
C._
vom 11.
November 2019 betreffend di
e stationäre Behandlung vom 14.
Oktober 2019 bis (voraus
sichtlich
) 25.
November 2019 wurde die Hauptdiagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome genannt (F33.2). Als Nebendiagnosen wurden Probleme mit Bezug auf Schwie
rigkeiten bei der Lebensbewältigung (Z73) sowie eine Cluster C Persönlichkeits
störung (F60) in Kombination mit einer posttraumatischen Belastungsstörung mit dissoziativen Episoden (I10.90). Als
Behandlung wurden Krise
nintervention, Pharmakotherapie, Abklärung und aktivie
rende Therapien angegeben (Urk.
7/91).
4
.
4
.1
Im angefochtenen Entscheid stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom
4.
Februar 2019
, welches die rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungs
grundlagen (vgl.
vorne
E.
1.5
)
erfüllt
.
Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den erforderlichen
fachärztli
chen Untersuchungen
und
wurde
unter
Beizug
einer Dolmetscherin und
in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge
ist einleuchtend und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ist
nachvollziehbar und begründet
.
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
genügt im Übrigen den normativen Vorgaben von BGE 141 V 281
(vgl. vorne E.
1.2.3).
Inwiefern bei der neuropsychologischen Untersuchung
Verständigungsprobleme
bestanden haben sollen – wie die Beschwerdeführerin moniert
(Urk. 1 S. 15)
– ist nicht ersichtlich und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht näher dargetan. Die Begutachtung hat unter
Beizug
einer Dolmetscherin stattgefunden
(vgl. Urk. 7/71 S. 10)
und es bestehen keine Anhaltspunkte, die auf sprachliche
Schwierigkeiten
schliessen lassen würden. Das Bildungsniveau wurde – entgegen der Darstellung de
r Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
15)
– bei der neuropsychologi
schen Begutachtung berücksichtigt
(vgl. Urk. 7/71 S. 6 und S. 15)
.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der
psychiatrische
Gutachter habe keine fremdanamnestischen Auskünfte eingeholt (Urk. 1 S. 9), ist festzuhalten, dass bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zukommt, und es nicht zwingend notwendig ist, dass fremd
anamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet wer
den
(Urteile des Bundesgerichts
8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3; 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
D
er
nach der Begutachtung datierende
vorläufige Austrittsbericht des
C._
vom
11.
November 2019
vermag nichts am Beweiswert des Gutachtens zu ändern, zumal dieser
Bericht
im Wesentlichen mit den übrigen aktenkundigen Berichten des
C._
übereinstimmt und sich das Gutachten damit eingehend
auseinander
ge
setzt hat
(vgl. nachfolgend E.
4.2)
. So hielt der Gutachter denn auch ausdrücklich fest, dass auch in Zukunft mit
appel
lativ
-suizidalen Krisen
und damit einhe
r
gehenden
Krisenintervention
en
z
u rechnen sei (
vgl.
Urk. 7/70 S.
58
).
Allein a
ufgrund des Klinikaufenthaltes
vom Okto
ber/November 2019
ist
somit
– entgegen der Auffassu
ng der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
8) -
noch
keine
massgebliche
Verschlechterung
ihres
psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen.
Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass der Bericht
wiederum
die bereits in
den
Vorberichten genannte
Hauptdiagnose
einer depressiven Störung
nennt.
Objektive
Befunde, die auf eine relevante Verände
rung des
Beschwerdebildes
hindeuten würden, sind
dem Bericht jedoch
nicht zu entnehmen
.
Die Beschwerdegegnerin durfte somit in antizipierte
r Beweiswürdi
gung auf weitere Abklärungen verzichten.
Soweit
die Beschwerdeführerin
geltend macht
, die Beschwerdegegnerin hätte
einen detaillierten Verlaufsbericht
des
C._
einholen müssen
(Urk. 1 S.
8
)
, ist darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin
einen solchen
selber
hätte
auflegen können, wenn sich daraus
entscheidwesentliche
Erkenntnisse
ergeben
hätten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C
_827/2018 vom 10. April 2019 E.
6.2.2 mit Hinweis).
4
.2
Zur Divergenz der Beurteilung
des
Gutachter
s
Dr.
A._
einerseits und
der behandelnden Ärzte des
C._
sowie
Psychiater
Dr.
Z._
ander
er
seits ist vorab festzuhalten, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
achtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zuläs
sig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von mediz
inischem Behandlungs- und Abklä
rungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stelle
n und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es si
ch hingegen, wenn die behandeln
den Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9
C_
7
94
/2012
vom
4.
März 2013
E.
4.2
mit Hinweis
en
). Solche ergeben sich aus den Berichten
der behandelnden Ärzte
indessen nicht.
En
t
sprechend den Ausführungen von
Dr.
A._
ist festzustellen, dass
der behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
die
erwähnte
Diagnose
(«chronisch agitiert-depressive Entwicklung mit regelmässigen suizidalen Krisen»)
weder lege
artis
hergeleitet noch mit objektiven psychischen Befunden untermauert hat.
Eine ICD-10-Diagnostik fehlt.
Dr.
A._
hält diesbezüglich
fest,
das Attest
erwähne eine Reihe von Symptomen, welche dem depressiven Syndrom zuzuordnen seien, mache aber keine Aussage darüber, welche der ge
n
annten Symptome zu welchen Zeitpunkten und in welchem Ausprägungsgrad für die
Beschwerdeführerin
zuträfen bzw. zugetroffen hätten. Das Attest beschreibe eine Impulsivität und Affektregulationsprobleme mit suizidaler Gedankeneinengung. Diese Eigenschaf
ten stellten Persönlichkeitsmerkmale und keine episodisch-depressiven Merk
male dar. Gleichzeitig enthalte
das Attest keine Persönlichkeitsdiagnostik. Insgesamt sei die Stellungnahme kursorisch und vage formuliert und es würden keine kon
kreten Angaben zur
Beeinträchtigung der Arbei
tsfähigkeit gemacht
(Urk. 7/70 S. 26).
Der Bericht von
Dr.
Z._
ist somit nicht geeignet, die gutachterliche B
eurteilung in Frage zu stellen.
In Bezug auf die Diagnostik des
C._
kommt der Gutachter ebenfalls zum Schluss, dass dieser nicht gefolgt werden könne. Eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome sei weder durch den dargelegten Befund mit vorwiegend subjektiven Beschwerdeäusserungen und fehlenden fremdbeurteilbaren depressiven Merkmalen noch durch den Verlauf zu belegen. Eine
appellative
Suizidalität stelle kein ausreichendes Kriterium einer schweren depressiven Episode dar. Insbesondere bei Cluster B-Persönlichkeiten (Störung oder Akzent) liessen sich
appellative
Suizidäusserungen oder –
handlungen
auch ohne begleitendes depressives Syndrom beobachten. Letztlich belegten die Berichte das für die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung zwin
gend zu fordernde Kriterium von symptomfreien oder symptomarmen Intervallen nicht, sodass aufgrund der Eintrittssituation und aufgrund des beschriebenen Verlaufs von einer Anpassungsstörung auszugehen sei, mit differentialdiagnosti
scher Erwägung einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und
histrionischen
Anteilen
(vgl.
Urk.
7/70 S. 20 ff.)
.
Dr.
A._
weist sodann zu Recht darauf hin, dass
die behandelnden Ärzte
des
C._
vorwiegend beziehungsgetriebene sowie sozial belastende Faktoren beschrieben (vgl.
Urk.
7/70 S. 20 und S. 24). Damit haben sie
den negativen Ein
fluss nicht krankheitsbedingter (sozialer) Faktoren
nicht kritisch abgegrenzt
, obwohl deutliche Anhaltspunkte dafür
bestehen
, dass das psychische Beschwer
de
bild von Anfang an erheblich durch psychosoziale Belastungsfaktoren mitbe
stimmt wurde.
Nach dem Gesagten hat sich der Gutachter - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 11 f
.
) - hinreichend mit den abweichenden Beurtei
lungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt.
Der Gutachter weist des
weiteren
auf das Vorliegen eines sekundären Krankheits
gewinns hin
, bei welchem sich ein Vorzustand mit intakter Integration im ersten Arbeitsmarkt darbiete und sich das Beschwerdebild nach einem belastenden Ereignis oder einem kränkenden Erlebnis – im vorliegenden Fall die Trennung – nicht bloss verschlechtert habe, sondern diese Verschlechterung mit einer Inan
spruchnahme unterschiedlicher therapeutischer Angebote koinzidiere und
mit
einer Ausweitung des sogenannten Helfernetzes mit einer zunehmenden Hilf
losigkeit und Unselbständigkeit der Betroffenen einhergehe (vgl. vorne E. 3.2.3).
In Übereinstimmung damit war b
ereits den Berichten des
C._
vom 29. Juni 2015 und vom 26. November 2015 zu entnehmen, dass eine längere stationäre Behandlung a
ufgrund des dysfunktionalen Verhaltens
und der Gefahr eines zunehmenden Hospitalismus
als kontraproduktiv erachtet worden
sei (Urk. 7/10 S. 9).
Es sei die Tendenz
der Beschwerdeführerin
aufgefallen, Anfor
derungen aus dem Weg zu gehen und den Aufenthalt in erster Linie als Rückzug von alltäglichen Aufgaben zu nutzen
(Urk. 7/10 S. 3).
Inwiefern
die Ausführ
un
gen des Gutachters zum sekundären Krankheitsgewinn eine
mangelnde Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
zeigen sollen
– wie die Beschwerdeführerin rügt (Urk. 1 S. 12) – ist nicht ersichtlich.
Soweit die Beschwerdeführerin das Vorliegen einer Aggravation
in Abrede stellt (Urk. 1 S. 12
f.), ist darauf hinzuweisen, dass insbesondere die Befunde der neuro
psychologischen Untersuchung ein Aggravationsverhalten zutage brachten, wes
halb sie inhaltlich nicht auszuwerten waren.
Der psychiatrische Gutachter beschrieb
Verhaltensweisen
wie beispielsweise eine nennenswerte Tendenz der Überbewertung funktioneller Einschränkungen sowie
Verdeutlichungsverhalten
(langsam-kontrollierter Sturz), welche er als Inkonsistenzen qualifizierte und bei seiner
differenzierten
Beurteilung mitberücksichtigte
.
4.3
Gemäss der
überzeugen
den
Beurteilung von
Dr.
A._
waren
die objektiven Befunde gering a
usgeprägt und lediglich
Anpassungsstörung
en
(ICD-10: F 43.2) zu
diagnostizieren
, welchen
er nachvollziehbarerweise keinen erheblichen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_224/2018 vom
7.
Juni 2018 E. 4.2.2)
.
A
kzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10
:
Z 73.1
)
sowie d
ie weiteren gestellten Z-Diagnosen
vermögen
ebenfalls
keinen rechtserheblichen Gesundheits
schaden zu begründen
(
vgl. Urteile des Bu
ndesge
richts 8C_300/2017 vom
1. Februar 2018 E. 5.3 und 8C_200/2018 vom 7. August 2018 E.
5.1, je mit Hinweisen)
.
Der psychiatrische Gutachter
hat
einlässlich dargelegt,
dass
mangels Erfüllung der Diagnosekriterien nicht eine depressive Störung
, sondern (überwindbare) Anpassungsstörung
en vorliegen
.
Unter Ausklammerung psychosozialer Belas
tungsfaktoren sowie unter Berücksichtigung
des sekundären Krankheitsgewinns sowie
der aufgezeigten Inkonsistenzen gelangte
das Gutachten
nachvollziehbar
zum Ergebnis, dass ein erhebliches
krankheitsmässiges
Geschehen nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden konnte und entsprechend keine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestand.
Unter diesen Umständen kann von einer
Indikatorenprüfung
abgesehen
werden,
da im Rahmen der Begutachtung eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wurde (vgl. vorne E. 1.2.3, BGE 143 V 409 E. 4.5.3; BGE 143 V 418 E. 7.1, vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E. 8.3
).
4
.4
Demzufolge hat
d
ie Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines invalidisierenden
psychischen
Leidens
zu Recht verneint.
Die Beschwerde erweist sich als unbe
gründet und ist abzuweisen.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin stellte ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (Urk. 1). Die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
sind er
füllt, weshalb dem Gesuch zu entsprechen ist. Gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
ist die Beschwerdeführerin
zur Nachzahlung
verpflichtet, s
obald sie
da
zu in der Lage ist.
5.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Der Beschwerdeführerin
ist
in der Person von Rechtsanwältin Stephanie
C.
Elms eine
unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen, welche aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Da die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
dem Gericht keine Honorarnote einge
reicht hat, ist die Entschädigung
androhungsgemäss
nach Ermessen festzusetzen
(vgl. Urk. 11)
. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache
und der Schwierigkeit
des Prozesses ist Rechtsanwältin
Elms
mit Fr.
2‘000
.
--
(inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.