Decision ID: 951bbfba-e8e4-4e77-bd17-81fa3f61648a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1982 geborene
X._
war vom
16. August 2004
bis 31. März 2011
als Gipser bei der
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch versichert (Urk. 11/1
, Urk. 11/151
). Mit Schadenmeldung UVG vom 19. Dezember 2008 (Urk. 11/1) liess er dieser mitteilen, er
habe sich, als er am
13. Dezember 2008 ausgerutscht und die Treppe hinunter gestürzt
sei,
am linken Ell
en
bogen verletzt.
Die
not
fallmässig
konsultierten Ärzte des
Z._
, Departement Chi
rurgie, Klinik für Unfallchirurgie, diagnostizierten eine dislozierte intraart
i
kuläre distale
Humerusfraktur
links, welche sie noch am Unfalltag operativ versorgten (Urk. 11/7). Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fragliche Ereignis
in der Folge
und erbrachte Taggeld- sowie
Heilbehand
lungsleistungen
.
Nachdem a
m 4. Juni 2009 eine elektive partielle
Metallentfer
nung
im linken Ell
enbogen (Urk. 11/43) erfolgt war, liess die SUVA den Versi
cherten am 6. Oktober 2009 und erneut am 13. September 2010 von PD Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, kreisärztlich unter
suchen (vgl. Berichte vom 7. Oktober 2009 [Urk. 11/66] und vom 14. September 2010 [Urk. 11/120]).
Mit Schreiben vom 3. Februar 2011 (Urk. 11/140) teilte sie ihm daraufhin mit, dass sie die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen per 28. Februar 2011 einstellen werde, da von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten sei.
Mit Verfügung vom 7. April 2
011 (Urk. 11/161) vereinte sie sein
en Anspruch sowohl auf eine Rente als auch auf eine Integritätsentschädigung.
Nachdem der Versicherte gegen diesen En
tscheid Einsprache erhoben
(Urk. 11/164
, Urk. 11/175) und die SUVA die von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in Auftrag gegebene Expertise des
B._
vom 4. Juli 2011 (Urk. 11/180) beigezogen hatte, holte sie am 12. Juli 2012 eine Beurteilung ihres Versicherungsmediziners Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, ein (Urk. 11/194). In der Folge liess sie den Versicherten am 16. Mai und 5. Juni 2013 von
Dr. med.
D._
, Fach
arzt FMH für Rheumatologie, EMBA, MAS Versicherungsmedizin, Chefarzt der
MEDAS
E._
,
untersuchen
(vgl. Expertise vom 12. Juni 2013, Urk. 11/211).
In teilweiser Gutheissung seiner Einsprache sprach sie dem Versi
cherten daraufhin am 18. Oktober 2013 mit Wirkung ab 1. März 2011 eine auf einem Invaliditätsgrad von 13 % beruhende Rente zu
; an der Verweigerung einer Integritätsentschädigung hielt sie fest
(Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess
X._
am 18. November 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Es seien die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. April 2011 sowie der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 18. Oktober 2013 aufzuheben.
2.
Es sei bei der MEDAS
E._
, ev. einer anderen geeigneten medizi
nischen Gutachterstelle eine Untersuchung der Beweglichkeit des linken Armes des Beschwerdeführers
unter Narkose
durchzuführen.
Eventualiter
sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen und diese anzuweisen, vor Erlass einer Entscheidung über die Ansprüche des Beschwerdeführers nach UVG bei der MEDAS
E._
, ev. bei einer anderen geeigneten medizinischen Gutachterstelle eine Untersuchung der Beweglichkeit des rechten Armes des Beschwer
deführers
unter Narkose
durchzuführen.
3.
Es sei dem Beschwerdeführer eine Rente nach UVG mit einem
Inva
li
di
täts
grad
von 100 % sowie eine angemessene
Integritätsent
schädigung
gemäss UVG zuzusprechen.
4.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als unentgeltlichem Rechtsbeistand zu gewähren.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die SUVA schloss am 23. Dezember 2013 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 10), was
dem Beschwerdeführer am 7. Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]). Invalidität ist die voraus
sicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfallbe
dingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerb
lichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.1.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punk
te dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Ar
beitsfähigkeit auf dem all
ge
mei
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei
ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
1.1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der
Invaliditäts
bemessung
der SUVA gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der
Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundes
rat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige
Integri
tätsschäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
2.
2.1
Die SUVA begründete
ihren
Einspracheentscheid
vom 18. Oktober 2013 (Urk. 2) – unter Hinweis auf die neurologische Beurteilung ihres
Versicherungsmedizi
ners
Dr.
C._
vom 12. Juli 2012 (Urk. 11/194)
,
das rheumatologische Gutach
ten der MEDAS
E._
vom 12. Juni 2013 (Urk. 11/211)
und die Berichte ihres Kreisarztes PD Dr.
A._
vom 12. Januar und 8.
[richtig: 25.]
Februar 2011 (Urk. 11/
137
und Urk. 11/
155
)
– damit, dass der Besc
hwerdeführer
aufgrund der auf den am 13. Dezember 2008 erlittenen Sturz zurückzuführen
den
physischen
Beschwerden
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und ein 13 % unter dem
Valideneinkommen
liegendes Salär zu erzielen in der Lage sei
(Urk. 2 S. 6 ff.
, Urk. 10 S. 4
)
.
Die leichte
Sekundär
arthrose
am linken Ell
en
bogen stelle keine entschädigungspflichtige
Integritäts
einbusse
dar (Urk. 2 S. 10 ff.).
Die geklagte psychische Symptomatik stehe, wenn überhaupt in einem natürlichen, so jedenfalls in keinem adäquaten Kau
sal
zusammenhang zum fraglichen Unfall und
vermöge daher keinen
Leistungs
anspruch
zu begründen (Urk. 2 S. 8 ff
.
)
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
der Gut
ach
ter der MEDAS habe ihm nicht geglaubt, dass die demonstrierte massive
Ein
schränkung der Beweglichkeit des linken Arms konstant in allen Lebensbe
reichen bestehe, und gemutmasst, dass sich dies im Rahmen einer Untersuchung in Narkose verifizieren lasse. Indem die SUVA die entsprechende Abklärung in der Folge nicht veranlasst habe, habe sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Das Ergebnis der – vom hiesigen Gericht zu veranlassenden – Untersu
chung des linken Arms in Narkose werde zeigen, dass er in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei und damit Anspruch auf eine
Rente aufgrund eines
Invaliditätsgrad
s
von 100 % und auf eine Integritätsentschädigung habe (Urk. 1 S. 3 f.).
3.
3.1
B
etreffend den aus dem Unfall vom 1
3
.
Dezember 2008
verbleibenden
Gesund
heitsschaden
und dessen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen
im Zeit
punkt des Fallabschlusses per Ende Februar 2011 geht aus den medizinischen Akten im Wesentlichen Folgendes hervor:
Die Ärzte des
Z._
, Departement Chirurgie, Klinik für Unfall
chirurgie, stellten, nachdem sie den Beschwerdeführer vom 13. bis 21. De
zem
ber 2008 stationär behandelt hatte, in ihrem Bericht vom 22. Dezem
ber 2008 folgende Diagnosen (Urk. 11/7 S. 1):
Dislozierte intraartikuläre distale
Humerusfraktur
links mit
Abkippung des
Capitulum
humeri
nach ventral
Rezidivierende Epistaxis
Der Beschwerdeführer sei auf der Treppe gestürzt und habe sich dabei den Arm angeschlagen. Wegen starker Schmerzen im Ellenbogen und einer deutlichen Schwellung habe er sich daraufhin auf der Notfallstation vorgestellt.
Noch
am Unfalltag
sei
eine Chevron-Osteotomie mit offener Reposition und
Schraube
n
osteo
synthese
des distalen
Humerus
links
durchgeführt worden
. Nach kompli
kationslosem Verlauf
und bei reizlosen Wundverhältnissen
sei
d
er
Beschwerde
führer
am 21. Dezember 2008 nach Hause entlassen worden.
3.2
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte am 21. August 2009 folgende Diagnosen (Urk. 11/53):
Dislozierte intraartikuläre distale
Humerusfra
ktur
links sowie
Radius
köpfchen
–
Meisselfraktur
links am 13. Dezember 200
9 [richtig: 2009]
Status nach Chevron-Osteotomie, offene Reposition sowie
Schrauben
osteosynthese
distaler
Humerus
links am 13. Dezember 2008
Status nach Entfernung der Zugschraube der Chevron-Osteotomie und
Zuggurtung
Olecranon
links am 4. Juni 2009
Der Beschwerdeführe klage – bei an sich gutem Heilungsverlauf – nach wie vor über belastungsabhängige Schmerzen im linken Ellenbogen,
deretwegen
es ihm kaum möglich sei, seine schwere Tätigkeit als Gipser weiter auszuüben. Aktuell arbeite er zu 50 %, wobei ihm eher leichtere Tätigkeiten zugeteilt würden. Nun soll er wieder die üblichen Gipserarbeiten erledigen, was aufgrund der
belas
tungsabhängigen
Schmerzen wohl eher problematisch sein werde.
Es sei eine Untersuchung durch einen Kreisarzt der SUVA indiziert.
3.3
Die Ärzte des
Z._
, Departement Chirurgie, Klinik für Unfall
chirurgie, gaben am 20. Juli 2009 an, der Beschwerdeführer habe betref
fend den linken Ellenbogen wieder den vollen Bewegungsumfang erreicht, klage aber noch über anstrengungsabhängige Beschwer
den (Urk. 11
/56)
.
3.4
Nachdem er den Beschwerdeführer am 6. Oktober
2009 untersucht hatte, hielt
Kreisarzt
PD
Dr.
A._
in seinem
tags darauf verfassten Bericht fest, nach der gravierenden intraartikulären Verletzung im Bereich des Ellenbogengelenks
zeige sich wieder
ein sehr gutes Bewegungsausmass
. Der Beschwerdeführer sei indes noch durch Schmerzen und einen
Kraftverlust beeinträchtigt. Wohl auf
grund einer Steigerung der Arbeitsbelastung im August 2009 sei es zu einer
Schmerz
exazerbation
gekommen. Es sei noch eine neurologische Untersuchung indiziert. Die angestammte Tätigkeit sei längerfristig wahrscheinlich nicht mehr zumutbar (Urk. 11/66 S. 4).
3.5
Die Ärzte des
Z._
, Departement für Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie
,
hielten, nachdem sie den Beschwerdeführer am 23. November 2009 untersucht hatten, in ihrem Bericht vom 25. November 2009 fest, die angegebenen motorischen Ausfallerscheinungen a
m
linken Arm seien klinisch schwer objektivierbar (Urk.
11
/77 S. 1).
3.6
Die neurologische und elektrodiagnostische Untersuchung vom 22. Dezember 2009 ergab gemäss den Ärzten des
Z._
, Departement für Chirurgie, Klinik für Wiederherstellungschirurgie, durchwegs un
auffällige Befunde. Aufgrund der klinischen Befunde sei von einem posttraumatischen Schmerzzustand mit nicht unerheblicher funktioneller Überlagerung auszuge
hen. Es sei eine stationäre Neurorehabilitation zu empfehlen
(vgl. Bericht vom 23. Dezember 2009, Urk. 11/
79 S. 2).
3.7
Am 14. Januar 2010 hielten die Ärzte des
Z._
, Depar
tement für Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie, fest, die Wiedereingliederung in den Beruf sei zu empfehlen (Urk. 11/86 S. 1). Körperlich schwere Arbeiten seien dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar; für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2
; vgl. auch Urk. 11/87
).
3.8
Das – wegen einer vom Beschwerdeführer angegebenen progredienten
Gefühls
störung
im linken Arm und im linken Bein – am 7. April 2010 durchgeführte kraniale MRI ergab, abgesehen von einer ätiologisch unspezifischen
Gliose
links
subependymal
am Frontalhorn, unauffällige Befunde (vgl. Bericht Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Radiologie, vom 8. April 2010
, Urk. 11/94
).
3.9
Am 21. Mai 2010 wurde der Beschwerdeführer von den Ärzten des
Z._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Diese stellten in ihrem Bericht vom nämlichen Datum (Anhang 2 zu Urk. 11/180) fol
gende Diagnosen:
Dissoziative Armparese links, ICD-10 F44.4
schmerzbedingte Minderinnervation in der Hand möglich, in der Schul
ter kaum wahrscheinlich
neurologisch für dissoziative Parese sprechende Befunde,
elektrodiag
nostisch
kein Nachweis einer Läsion des peripheren Nervensystems
psychosoziale Belastungsfaktoren vorhanden
Leichte Depression, ICD-10 F32.0
3.10
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer klinischen Untersuchung vom 14. Juni 2010 und der am 5. Juli 2010 durchgeführten
CT-
Arthrographie
des rechten [richtig wohl: linken] Ell
en
bogens (Urk. 11/110) stellten die Ärzte der
H._
, Orthopädie, am 5. Juli 2010 folgende Diagnosen (Urk. 11/111 S. 1):
CRPS bei:
Schmerzpersistenz und muskulärer Schwäche bei
Status nach komplexer Ellenbogenfraktur links am 13. Dezember 2008 mit
Radiusköpfchen-
Meisselfraktur
links und dislozierter intraartikulärer distaler
Humerusfraktur
links
Status nach Chevron-Osteotomie, offener Reposition,
Schraubenoste
osynthese
des
Humerus
links am 13. Dezember
2
008 mit
Entfernung der Zugschraube der Chevron-Osteotomie und
Zuggur
tung
Olecranon
links am 4. Juni 2009
Der Beschwerdeführer klage über unveränderte Schmerzen in der gesamten obe
ren Extremität
mit zunehmenden Krämpfen in der
Hand. Er gebe an, die Hände nicht mehr strecken zu können, und eine praktisch funktionslose Extremität aufzuweisen (S. 1). Mit chirurgisch-orthopädischen Massnahmen könne dem Beschwerdeführer nicht geholfen werden. Es bestünden keine Hinweise auf freie Gelenkskörper, und auch passiv zeige sich ein freies Gelenk. Der Beschwerde
führer weise eine komplexe regionale Schmerzsymptomatik auf. Die neurologi
schen Kontrolluntersuchungen hät
t
en keine pathologischen Befunde ergeben. Die Behandlung in der
H._
, Orthopädie, werde vorläufig abgeschlossen (S. 2).
3.11
Die Psychiater beziehungsweise Psychologen des
I._
stellten am 9. Juli 2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 123 S. 1):
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1
Dissoziative Armparese links, ICD-10 F44.4, mit/bei
schmerzbedingter Minderinnervation
,
in der Hand möglich, in der Schulter kaum wahrscheinlich
neurologisch für dissoziative Parese sprechende Befunde, elektro
diagnostisch kein Nachweis einer Läsion des peripheren Nervensys
tems
Status nach Operation am 13. Dezember 2008, Revision im Juni 2009
Aus Sicht des Beschwerdeführers hingen die Beschwerden mit dem Unfall zusam
men (S. 2).
3.12
Nachdem er den Beschwerdeführer am 13. September 2010 erneut untersucht hatte, hielt Kreisarzt
PD
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 14. September 2010 (Urk. 11/120) fest,
es liessen sich keine Auffälligkeiten betreffend Temperatur oder Kolorit der Haut, Haar- oder Nagelwuchs, Schwellungszustand oder
Al
lodynie
feststellen. Abgesehen von der als schmerzhaft und stark eingeschränkt geschilderten Beweglichkeit sei lediglich eine deutlich schweissige
Handinnen
fläche
bei gleichzeitig dauerhaft in Fauststellung gehaltener Hand festzustellen.
Eine klassische, auf ein CRPS hinweisende Befundkonstellation sei nicht zu erkennen. Gleichwohl sei aufgrund der deutlichen Umfang
s
differenzen von einem Mindergebrauch des linken Arms auszugehen. Es sei eine Untersuchung in der
J._
indiziert (S. 6).
3.13
Nachdem sie im Rahmen einer beruflichen Standortbestimmung am 12. Oktober 2010 ein Gespräch mit dem Beschwerdeführer geführt hatten, gaben die Berufs- und Laufbahnberater der
K._
in ihrem Bericht vom 18. Oktober 2010 an, das
Verhalten
des Beschwerdeführers
bezüglich seines Arm
s und
Ell
enbogens
b
eziehungsweise
der Unfallfolgen
sei auffällig. Während des
Gespräch
s
habe er
in stark angespannter Haltung auf dem Stuhl
gesessen
, demonstrativ laut
geatmet
und
teilweise ge
stöhnt. Von der Berufsberaterin darauf angesprochen,
habe er
sein Verhalten kurze Zeit etwas an
gepasst
,
dann
aber bald wieder an seinen linken Arm und an seine Hand
gegriffen
und seine Mimik verzerrt. Augenkontakt mit ihm
sei
kaum möglich
gewesen; oft habe er zu Boden geschaut
. Seine Erzählungen
hätten s
ich immer wieder um seine br
ennenden Schmerzen im
Arm
gedreht
. Der einzige Anlass, der die niederge
schlagene Stimmung beim Versicherten etwas verändert
habe, sei
die Aussage der Berufsberaterin
gewesen
, dass die S
UVA
das Taggeld wahrscheinlich nicht unbegrenzt weiter zahlen werde,
weshalb es
lohnenswert sein könne, die beruf
liche Zukunft (etwa
eine allfällige berufliche Abklärung) zu besprechen.
Auf diese Aussage habe der Beschwerdeführer
aufbrausend
reagiert
.
Er habe sich
ausserstande erklärt, anzugeben,
wie viele Stunden er einsatz- b
eziehungsweise
abk
l
ärungsfähig
sei
.
Eine andere
Tätigkeit als
diejenige als Gipser
könne er sich nicht vorstellen.
Er stehe
weiterhin in psychiatrischer Behandlung im
I._
;
Medikamente erhalte er ausschliesslich
über seinen
Hausarzt Dr.
F._
.
Die
Physio-
und die
Ergotherapie
seien
abgeschlossen.
D
ie Voraus
setzungen für erfolgsversprechende b
erufliche Eingliederungsmassnah
men
seien
angesichts der Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer weder als abklärungs- noch als arbeitsfähig
betrachte,
nicht gegeben.
Es sei,
sobald dies aus
medizini
scher Sicht möglich sei (es stehe noch eine
Untersuchung i
m
L._
an
),
der
Fallabschluss
zu empfehlen (Urk. 11/126a).
3.1
4
Die Ärzte des
Z._
, Institut für A
n
ästhesiologie, stellten am 3. November 2010 folgende Diagnosen (Urk. 11/127 S. 2):
CRPS Typ I mit/bei
Status nach Radiusköpfchen-
Meisselfraktur
links und dislozierter intra
artikulärer distaler
Humerusfraktur
links
Chevron-Osteotomie, offener Reposition, Schraubenosteosynthese
Humerus
links (13. Dezember 2008)
Entfernung Zugschraube der Chevron-Osteotomie und
Zuggurtung
Ole
cranon
links (4. Juni 2009)
Anamnestisch bestünden eine
Allodynie
,
Hautkoloritveränderungen
,
Ödeme
, abnormes Schwitzen und eine motorische Dysfunktion. Im Status finde s
ich eine
Hautkoloritveränderung
, eine Asymmetrie von Schwitzen mit deutlich nassen Handinnenflächen au
f der betroffenen Seite
sowie
eine motorische Schwäche und Hyposensibil
i
tät des gesamten linken Arms
. Formal seien daher die diagnostischen Kriterien für ein CRPS 1 erfüllt.
3.1
5
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer
orthopädischen und neurologischen
Unter
suchung vom 11. November 2010 stellten die Ärzte des
L._
am 20. Dezember 2012 nachstehende Diagnosen (Urk. 11/135 S. 1):
Schmerzsyndrom Ellenbogen links, dorsaler Unterarm links,
ulnarer
Hand
bereich
palmar
und dorsal sowie IV. und V. Finger links
palmar
und dorsal unklarer Zuordnung bei aktuell nicht erfüllten Kriterien für ein CRPS nach Harden et a
l
.
; ICD-10 M79.14
D
ifferentialdiagnose: Status nach CRPS?
Status
n
ach
Radiusköpfchen-
Meissel
f
raktur
links
St
atus nach
Chevron-Osteotomie, offener Reposition,
Schraubenosteo
synthese
Humerus
links am 13.
Dezember
2008
Sta
tus nach
Entfernung Zugschraube der Chevron-Osteotomie und
Zuggurtung
Olecranon
links (4. Juni 2009); ICD-10 Z98.8
Komplettes sensibles
Hemisyndrom
links, neurologisch nicht zuordenbar, im Rahmen des Schme
rzsyndroms des linken Armes, ICD-10 R20.8
Funktionelle Gebrauchsunfähigkeit der linken Hand bei maximaler
Fin
gerbeugung
des IV. und V. Fingers links,
ICD-10 F45.9
D
ifferentialdiagnose
:
dystonie
Funktionsstörung?
Massive Schonung und Schonhaltung des linken Armes in gebeugter
Ellen
bogenstellung
.
Dysfunktionaler Schmerzumgang mit
Schmerzverhalten, mangelndes Krankheitsv
erständnis aufgrund der Sprache
Die Ursache des aktuell vorliegenden Schmerzsyndroms im Bereich des Ellen
bogens links, des
ulnaren
Un
terarms, des
ulnaren
Handbereich
s
palmar
und dorsal sowie des
IV.
und
V
. Fingers
palmar
und dorsal links
lasse sich
aktuell nicht sicher
feststellen
. Die Diagnosekriterie
n für ein CRPS nach Harden et al
. (
Pain
Medicine
2007) seien derzeit
nicht erfüllt
(S. 1 f.).
3.16
Unter Berücksichtigung
der aktuellen Arztberichte gelangte Kreisarzt
PD
Dr.
A._
am 12. Januar 2011 zum Schluss, dass die deutliche Ausweitung der Beschwerden über das linke Ellenbogengelenk keine Folge des Unfalls vom 13. Dezember 2008 darstelle. Der Beschwerdeführer sei rein unfallbedingt in der Lage, ganztags einer Tätigkeit
nachzugehen
, die kein linksseitiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, keine repetitiven Bewegungen im
Ellenbogenge
lenk
,
keine volle Str
e
ckung des Ellenbogengelenks, keine
Arbeiten mit Vibratio
nen erzeugenden Maschinen und keine Handrotation (Schraubendreher) erfordere. Der Fall könne nun abgeschlossen werden. Die Beurteilung eines all
fälligen Integritätsschadens werde erfolgen, wenn aktuelle konventionelle Rönt
genaufnahmen des linken Ell
en
bogens vorlägen (Urk. 11/137 S. 2).
3.1
7
Nach Kenntnisnahme des Befunds der radiologischen Untersuchung vom 4. Fe
bruar 2011 hielt Kreisarzt
PD
Dr.
A._
am 25. Februar 2011 fest,
das
Oste
o
syn
thesematerial
sei in situ. Ein Frakturspalt lasse sich nicht erkenne
n
; ledig
lich im Bereich des Radiusköpfchens fänden sich kleine
Ossikel
. Im Übrigen bestünden keine wesentlichen degenerativen Veränderungen. Ein
Integritäts
schaden
in ent
schädigungspflichtiger Höhe lasse sich nicht feststellen (Urk. 11/155).
3.18
Die Ärzte der
M._
, Obere Extremitäten, stellten am 4. Mai 2011 folgende Diagnosen (Urk. 11/167 S. 1):
Beschriebene Restbeschwerden im Bereich des linken
Ellenbogenge
lenkes
mit/bei
Zustand nach auswärtiger Osteosynthese einer komplexen
Ellen
bogenfraktur
links vom 13.
Dezember
2008 mit Radiusköpfchen
-
M
eisselfraktur
links und dislozierter intraartikuläre
r distaler
Hume
rusfraktur
links
St
atus nach
Chevron-O
steotomie
, offener Reposition,
Schraubenos
teo
synthese
vom 13.
Dezember 2
008
Status nach
partieller
Osteosynthesematerialentfer
nung
links vom 4. Juni
2009
Anamnestisch Verdacht auf dissoziative Armparese links und anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung mit/bei
mitt
elgradigen depressiven Episoden
Eine vernünftige klinische Untersuchung
sei
aufgrund der sehr dramatisch geschil
derten Beschwerden und auch der K
ontrakturen im Ellenbogengelenk
sowie im Bereich
der gesamten Hand und der Finger nicht möglich
gewesen (S. 1).
Es sei äusserst schwierig, d
as
Schmerzbild und die zumindest klinisch im
ponierenden Kontrakturen, am eindrücklichsten an der Hand mit
Flexionskon
traktur
im Handgelenk und Flexionskontraktur der MCP-Gelenke sämtlicher Finger, einem morphologischen
Korrelat zuzuordnen. Das Ergebnis der aktuel
len
radiologische
n
Bildgebung erklär
e
das Ausmass der klinisch zu erhebenden Funktionseinschränkung nicht. Auf weiterreichende Abklärungen
sei verzichtet worden,
da
dem Beschwerdeführer
keine vernünftige chirurgische Option an
ge
boten werden könne (S. 2).
3.
19
Am 24. Mai sowie am
8.
und 20. Juni 2011 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der IV-Stelle von den Ärzten des
B._
polydisziplinär untersucht. In ihrem Gutachten vom 4. Juli 2011 stellten diese nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/180 S. 38):
Chronisches Schmerzsyndrom linker Ell
en
bogen,
linker Unterarm und linke Hand
S
tatus nach Treppensturz mit dislozierter distaler
Humerusfraktur
(13.
Dezember 2008)
Status nach offener Reposition und Osteosynthese (13.
Dezember
2008
)
Entfernung der
Olecranon
-Zugschraube (
4. Juni
2009
)
Beugekontraktur der Finger IV und V
links
sensibles Ausfallsyndrom Finger
IV und V
links und
ulnare
Seite lin
ker Unterarm
deutliches Streckdefizit linker Ell
en
bogen
Verdacht auf
Sudeck'sche
Algodystrophie
im 3.
Stadium
Keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit
hätten folgende Diagnosen
:
Lumbospondylogenes
Syndrom, Verdacht auf S
1
-Wurzelreizung links
Anamnestisch mittelgradige depressive Episode
, ICD-10 F
32.1
Anam
n
estisch anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
, ICD-10 F
45.4
Anam
n
estisch dissoziative Armparese links
, ICD-10
F
44.4
Seit der Entfernung der Zugschraube und der
Zuggurtung
am 4. Juni 2009 be
stehe in der angest
a
mmten Tätigkeit eine 100%ige und in einer
leidensange
passten
Tätigkeit eine 15%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 42).
3.20
In seiner
auf den Akten beruhenden
neurologischen Einschätzung vom 12. Juli 2012 gelangte der SUVA-Versicherungsmediziner Dr.
C._
zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt an einem CRPS gelitten habe. Zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
sei die Einholung eines Gutachtens indi
ziert (Urk. 11/194 S. 12).
3.2
1
In
seiner
– im Auftrag der SUVA verfassten –
rheumatologischen
Expertise vom 12. Juni 2013 stellte
Dr.
D._
nachstehende Diagnosen (Urk. 11/211
S. 24):
Präsentation einer erheblichen Funktionsstörung des linken Arms, nicht mit einer rheumatologischen Erkrankung erklärbar
Status nach distaler intraartikulärer
Humerusfraktur
links am 13. Dezember 2008
Status nach Chevron-Osteotomie und Osteosynthese am 13. Dezember 2008
Status nach partieller
Osteosynthesematerialentfernung
am 4. Juni 2009
radiologisch leichte posttraumatische Ellenbogengelenksarthrose
Unspezifische Rückenschmerzen
Aus somatischer Sicht sei von einer weiteren Behandlung keine namhafte Bes
serung mehr zu erwarten.
Der Beschwerdeführer sei einer dem von PD Dr.
A._
am 12. Januar 2011 definierten Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Die leichte Sekundärarthrose im linken Ellenbogengelenk begründe keinen entschädigungspflichtigen Integritätsschaden.
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist zu schliessen, dass von der weiteren Be
handlung de
s linken Ellenbogens über Ende Februar 2011 hinaus
kein namhaf
ter Erfolg mehr
zu erwarten war (vgl. insbesondere
Urk. 11/
211 S. 24
)
. So waren nach dem operativen Eingriff vom 4. Juni 2009 (Entfernung der Zugschraube der Chevron-Osteotomie und
Zuggurtung
Olecranon
links) keine chirurgische
n
Massnahmen mehr indiziert (Urk. 11/111 S. 2, Urk. 11/167 S. 2), und die
Phy
sio
- und die Ergotherapie waren schon seit einiger Zeit abgeschlossen (vgl. etwa
Urk. 11/111 S. 11,
Urk. 11/126a). I
nsofern ist nicht zu beanstanden, dass die SUVA den Fall per 1. März 2011 abschloss (E. 1.1.4).
4.2
4.2.1
Fest steht
und unbestritten
ist
, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls einen Status nach dislozierter distaler
Humerusfraktur
mit offener Reposition und Osteosynthese am 13. Dezember 2008 sowie Entfernung der
Olecranon
-
Zugschraube und
Zuggurtung
Olecranon
links am 4. Juni 2009 aufweist
, wobei sich bis zum Zeitpunkt des Fallabschlusses eine leichte posttraumatische
Ellen
bogengelenksarthrose
gebildet hatte
(
vgl.
hiezu
insbesondere
Urk.
11/167 S. 1,
Urk. 11/211 S. 24
).
4.2.2
Die – nach einem anfänglich
unauffälligen Heilungsverlauf
mit Wiedererreichen einer guten Ellenbogenbeweglichkeit und vollständig mögliche
m Faustschluss beziehungsweise
schon bald nach dem Unfall
vom 13. Dezember 2008
erfolgte
r
Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Gipser (unter Ausschluss kör
perlich schwerer Arbeiten) im Pensum von 50 % -
ab Mitte August 2009
neu beziehungsweise massiv verstärkt geklagten verschiedenen Beschwerden liessen sich im Rahmen der im Laufe der Zeit durchgeführten fundierten einschlägigen Abklärungen keinem objektivierbaren organischen Substrat zuordnen (vgl.
hiezu
insbesondere Urk. 11/77 S. 1, Urk.
11/79, Urk. 11/
94,
Urk. 11/111 S. 2,
Urk. 11/135, Urk. 11/157
, Urk. 11/167 S. 2
, Urk. 11/211 S. 23
)
.
4.2.3
Dass im Laufe der Zeit überdies ein CRPS auf
ge
tr
e
t
en wäre
, wie es die Ortho
päden der
H._
(Bericht vom 5. Juli 2010, Urk. 11/111) und die Anästhesisten des
Z._
(Bericht vom 3. November 2010, Urk. 11/127 S. 2) – im Wesentlichen gestützt auf die anamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers
und nicht etwa auf einschlägige Unter
suchungs
befunde - feststellten, ist nicht anzunehmen. So schlossen die Ärzte des
L._
eine derartige Gesundheitsstörung in ihrer – auf fundierten
, im gleichen Monat wie die Untersuchung der letztgenannten Ärzte durchgeführten
entsprechenden Abklärungen beruhenden - Beurteilung vom 11. November 2010 mit überzeugender Begründung aus (Urk. 11/135). Diese Einschätzung stimmt nicht nur mit derjenigen des Kreisarztes PD
Dr.
A._
vom 14. September 2010 (Urk. 11/120 S. 6) überein, son
dern wurde in der Folge auch vom
Versicherungsmediziner Dr.
C._
(vgl. Bericht vom 12. Juli 2012, Urk. 11/194 S. 12) und vom Gutachter Dr.
D._
(vgl. Expertise vom 12. Juni 2013, Urk. 11/211 S. 20 ff.) mit einlässlicher Begründung bestätigt.
Dass sich im Rahmen weiterer Abklärungen, namentlich einer Untersuchung des linken Ellen
bogens unter Narkose (Urk. 1), dennoch noch ein CRPS als Ursache für die geklagten somatischen Beeinträchtigungen feststellen liesse, ist angesichts der im Laufe der Zeit durchgeführten umfassenden und fundierten fachärztlichen Untersuchungen nicht anzunehmen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen). Daran ändert auch der Hinweis des Gut
achters Dr.
D._
auf die
– von ihm als nicht erforderlich erachtete -
Option einer Untersuchung in Narkose nichts.
Von dieser erwartet
Dr.
D._
nämlich
lediglich
den Nachweis einer weitgehend freien Beweglichkeit des linken Arms
(Urk. 11/211 S. 23)
und nicht etwa
einen ein
CRPS
bestätigenden
Befund
(vgl. Urk. 11/211 S. 25)
.
Betreffend die Beweglichkeit der linken Extremität
g
ibt es in den Akten im Übri
gen Anhaltspunkte dafür
, dass der – sich auffällig verhaltende und wider
sprüchliche Angaben machende
– Beschwerdeführer
, der trotz der demonstrier
ten funktionellen
Einarmigkeit
gelegentlich ein Auto lenkt (Urk. 11/211 S. 22)
,
erheblich
aggravierte
(vgl.
hiezu
etwa Urk. 11/126a, Urk. 11/211 S. 23, S. 24 und S. 27). Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang insbesondere auf das Schreiben von Dr.
F._
an Kreisarzt PD Dr.
A._
vom 8. März 201
1.
Darin hielt Ersterer fest, seine medizinische Praxisassistentin habe beobachtet, wie der Beschwerdeführer nach dem Verlassen der Praxis den linken Arm und die linke Hand zunehmend benutzt habe. Er habe am Automaten mit der linken Hand eine Tramfahrkarte gelöst und auch mit der linken Hand sein Mobiltelefon bedient. Das geschilderte stehe zum jeweils anlässlich der Konsultationen präsen
tierten Verhalten in krassem Widerspruch. Es sei dringend eine Observa
tion angezeigt. Die geklagten ausgeprägten Beschwerden hätten sich nie richtig erklären lassen und schon immer Anlass zu Verdacht auf eine Aggravation gegeben (Urk. 11/157). Anzumerken ist, dass Dr.
F._
der
Hausarzt des Be
schwerdeführers
ist und Hausärzte nach einer Erfahrungstatsache im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.2.4
Was die Auswirkungen der somatischen Unfallfolgen auf das Leistungsver
mögen anbelangt, geht a
us den zitierten Arztberichten übereinstimmend hervor, dass
dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Gipser wegen der aus dem Unfall vom 13. Dezember 2008 verbleibenden physischen Beeinträchtigung (belastungsabhängige Schmerzen im Ellenbogengelenk) nicht mehr zumutbar ist (vgl.
hiezu
etwa Urk. 11/53, Urk. 11/66 S. 4, Urk. 11/86 S. 2, Urk. 11/180 S. 42, Urk. 11/211 S. 24).
In einer b
ehinderungsangepasste
n
Tätigkeit
ist er
aus physischer Sicht
indes
gemäss den übereinstimmenden - in Anbetracht der objekti
vierbaren Befunde und der daraus resultierenden funktionellen Einschrän
kun
gen durchaus einleuchtenden – Beurteilungen des Gutachters Dr.
D._
(Expertise vom 12. Juni 2013, Urk. 11/211 S. 24), der Chirurgen des
Z._
(Bericht vom 14. Januar 2010, Urk. 11/86 S. 2) und des Kreisarztes PD Dr.
A._
(Bericht vom 12. Januar 2011, Urk. 11/137 S. 2),
uneingeschränkt
arbeitsfähig
.
Auf die Beurteilung der Experten des
B._
, die dem Beschwerdeführer – aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs – eine ledig
lich 85%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten (einarmigen) Tätigkeit attestierten (vgl. Gutachten vom 4. Juli 2011, Urk. 11/191 S. 8 f.), kann insofe
rn nicht abgestellt werden, als
sie die
se
Leistungseinbusse
nicht
mit
organisch nachweisbaren Untersuchungsergebnissen, sondern mit den vom Beschwerdeführer
– keinem organischen Substrat zuordenbaren -
geklagten Beschwerden beziehungsweise
den von ihm demonstrierten funktionellen Ein
schränkungen begründeten.
An
zumerken
bleibt
, dass selbst bei funktioneller
Einarmigkeit
grundsätzlich
von der
(
vollzeitlichen
)
Zumutbarkeit einer Ver
weistätigkeit auszugehen wäre (Urk.
1 S.
4
; vgl.
hiezu
etwa
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_100/2012 vom 29. März 2012 E. 3.4
mit Hinweisen).
4.3
Zwar gibt es in den
medizinischen Akten verschiedentlich
Hinweise auf
psy
chische Beschwerden
.
Dass
d
er
Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des
Fallab
schlus
ses
eine erhebliche psychische Störung aufwies, ist aufgrund der vorhan
denen medizinischen Berichte indes nicht anzunehmen und wurde vom Beschwerdeführer auch gar nicht geltend gemacht (Urk. 1). So wurde die Psy
chotherapie im
I._
gemäss dem Beschwerdefüh
rer auf Empfehlung der behandelnden Psychologin
mangels
vorhandener
psy
chischer Probleme bereits nach fünf Sitzungen wieder beendet (vgl. Urk. 11/180 S. 29
; vgl.
hiezu
auch Urk. 11/211 S. 11
), und die begutachtende Psychiaterin des
B._
gelangte mit einleuchtender Begründung zum Schluss, dass sich
k
eine (auch
keine
unfallfremde) psychische Gesundheits
störung diagnostizieren lasse (Urk. 11/180 S. 31).
Eine entsprechende Leistungspflicht der SUVA fiele im Übrigen schon deshalb ausser Betracht, weil
– wie diese zutreffend darlegte (Urk. 2 S. 9 f.) -
der fragli
che Unfall (Sturz auf der Treppe mit Anschlagen des Ellenbogens) unter Berücksichtigung des konkreten Hergangs und der daraus resultierenden Folgen jedenfalls nicht als adäquat kausale Ursache einer allfälligen
sich
später ent
wickelten psychischen Beeinträchtigung qualifiziert werden könnte (vgl.
hiezu
BGE 115 V 133).
4.4
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades ging die SUVA gestützt auf die ent
spre
chenden Angaben der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (Urk. 11/
147
) für das Jahr 2011
von einem
Validenlohn
von
Fr. 67‘353
.
--
aus. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens von Fr.
58
‘
828.40
stellte sie
zu Recht
auf den Tabellenwert
für Hilfsarbeitertätigkeiten
ab und gelangte so
–
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit sowie der bis 2011 eingetretenen Nominallohnentwicklung und
unter Gewährung eines (
angesichts der unfallbedingten funktionellen Einschränkungen
als
ange
messen
erscheinenden) leidensbedingten Abzugs von
5
% - zu einem
Invalidi
tätsgrad
von rund 1
3
%
(Urk. 11/221 S. 3). Die
Zusprache
einer Rente in ent
sprechender Höhe
(
Urk. 2 S. 7 f.) erweist sich demnach als rechtens
.
4
.
5
Was schliesslich den aus dem Unfall vom 13
.
Dezember 2008 resultierenden Integritätsschaden anbelangt, legte der Kreisarzt PD Dr.
A._
– gestützt auf die Ergebnisse seiner
zweimaligen
klinischen Untersuchung
und die bildgebenden Befunde – überzeugend dar, dass die
unfallbedingte
Schädigung am
linken Ellenbogen
mit einer unter 5 % liegenden Integritätseinbusse gle
ichzusetzen sei (Urk. 11/
155
).
Diese Einschätzung wurde vom Gutachter
Dr.
D._
aufgrund der Befunde
der von ihm
am 16. Mai 2013
veranlassten erneuten radiologischen Untersuchung (unter anderem) des linken Ellenbogens (Anhang zu Urk. 11/211) am 12. Juni 2013
bestätigt
(Urk. 11/211 S. 24)
.
Ein einen Anspruch auf eine Entschädigung zeitigender Integritätsschaden liegt folglich nicht vor.
4.6
Nac
h
dem Gesagten erweist sich
die
Zusprache
einer auf einem Invaliditätsgrad von 13 % basierende
n
Rente und die Verweigerung einer
Integritätsentschädi
gung
als rechtens. Die
Beschwerde
ist demnach
abzuweisen
.
5.
5.1
Da die Voraussetzungen (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115) erfüllt sind (Urk. 9), ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltli
che
Rechtsverbeiständung
zu bewilligen, und es ist ihm in der Person von Rechtsanwalt Patrick Wagner, Zürich, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Besch
werdeführers
, der
- trotz zweima
liger telefonischer Aufforderung (Urk. 14 f.) - keine
Honorar
note
einreichte, ist für seine Bemühungen und Barausalgen mit einem als angemessen erscheinen
den Betrag von Fr.
1‘600.--
(inklusive
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.