Decision ID: 3f262f39-dd88-567f-8406-5416fcff8706
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-
ben am (...) Oktober 2015. Am 7. Oktober 2015 reiste er in die Schweiz ein
und suchte gleichentags um Asyl nach. Am 27. Oktober 2015 wurde er zur
Person befragt (BzP). Die Vorinstanz hörte ihn am 7. Februar 2017 einläss-
lich zu seinen Asylgründen an.
Dabei gab der Beschwerdeführer an, er stamme aus B._, Bezirk
C._, Ostprovinz. Zuletzt habe er in D._, Distrikt C._,
gelebt. Er sei verheiratet und Vater von (...) Söhnen. Die Schule habe er
mit dem (...)-Level abgeschlossen und danach ein dreijähriges (...) in
E._ absolviert. Bis Ende August 2013 habe er in F._ (...) und
(...). Danach habe er nicht mehr gearbeitet. Die Familie habe vom Einkom-
men seiner Ehefrau gelebt, welche (...) sei.
Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, von 2000 bis An-
fangs 2004 habe er Mitglieder der Liberation Tigers of Tamil Ealam (LTTE)
in (...). Von 2004 bis 2012 habe er keine Probleme gehabt. Im Jahr 2012
habe ein Teil der LTTE die Regierung unterstützt und die Tamil Makkal
Viduthalai Pulikal (TMVP) gegründet. Als Mitglied eines (...) habe er einen
Brief der TMVP erhalten. Er sei aufgefordert worden, einige der (...) an eine
Informationsveranstaltung der TMVP zu schicken. Die Parteimitglieder der
TMVP seien von den Leuten in seinem Umfeld gehasst worden, weil sie
viele Unschuldige verschwinden lassen und Frauen vergewaltigen würden.
Er sei der Aufforderung nicht nachgekommen. Damals sei ein gewisser
G._ Parteivorsitzender der TMVP und (...) der Ostprovinz gewesen.
Mittels seiner Macht habe dieser angefangen, ihn zu schikanieren. Er sei
innerhalb weniger Monate an verschiedene Orte versetzt worden, was für
ihn unerträglich gewesen sei. Normalerweise könne ein (...) arbeiten.
Im September 2012 habe sich ein Bekannter von ihm namens H._
für die Tamil National Alliance (TNA) als Kandidat aufstellen lassen. Er
selbst habe Wahlkampf für H._ betrieben. Daraufhin hätten seine
Probleme mit der TMPV und dem (...) von G._ begonnen. Sein Be-
kannter habe die Wahlen für die TNA gewonnen. Die TNA habe aber keine
Mehrheit gehabt. Die TMVP habe zusammen mit der Mahinda-Regierung
eine Koalitionsregierung im Osten gebildet. Er habe mehrmals Morddro-
hungen von TMVP-Mitgliedern erhalten. Am (...) 2013 seien (...) oder (...)
Anhänger der TMVP zu ihm nach Hause gekommen und hätten ihn ge-
schlagen. In der Folge habe er sich versteckt und jeweils bei Freunden
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übernachtet. Aus Angst sei er nicht mehr zur Arbeit erschienen, worauf ihm
gekündigt worden sei.
In der Nacht des (...) 2013, als er sich zu Hause aufgehalten habe, hätten
Unbekannte eine (...) in den Vorhof seines Hauses geworfen. Es habe ei-
nen (...) gegeben. Sein (...) sei in Flammen gestanden und (...) des Hau-
ses seien zerstört worden. Nachbarn seien zu Hilfe geeilt und hätten ver-
sucht, das Feuer zu löschen. Er habe die Polizei verständigt, welche die
Umgebung auf Spuren untersucht habe. Am nächsten Morgen sei er auf
die Polizeistation gegangen und habe Anzeige erstattet. Am selben Tag sei
der Dorfvorsteher zu ihm nach Hause gekommen und habe einen Rapport
zum Vorfall geschrieben. Medienschaffende seien ebenfalls gekommen.
Auch habe er Besuch von Geheimdienstbeamten erhalten. Er habe Angst
vor diesen gehabt, da er nicht gewusst habe, ob sie von der gegnerischen
Partei seien. Nach diesem Vorfall habe er Hilfe bei einer Menschrechtsor-
ganisation und einem Anwalt gesucht. Am (...) 2013 sei er zur Schweizer
Botschaft gegangen und habe ein Visumsgesuch gestellt, welches abge-
lehnt worden sei. Am (...) 2013 habe er eine Vorladung vom Geheimdienst
erhalten. Er sei aufgefordert worden, sich zu melden. Aus Angst habe sich
seine Familie im Wohnheim eines (...) versteckt. Er selbst habe bei Ver-
wandten und Freunden übernachtet. An den (...) am (...) 2014 in
D._ sei seine Ehefrau von Geheimdienstmitarbeitern nach seinem
Verbleib gefragt worden. Da diese mit ihren Antworten nicht zufrieden ge-
wesen seien, hätten sie ihr ein (...) auf den Kopf geschlagen. Seine Ehe-
frau habe daraufhin eine Anzeige bei der Polizei erstattet. Seine Ehefrau
sei mehrmals auf dem Weg zur Arbeit nach seinem Verbleib gefragt wor-
den.
Am (...) 2014 sei er mit einem Freund nach I._ gereist und (...) Tage
später wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt. Am (...) Oktober 2015 habe
er Sri Lanka endgültig verlassen.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer seine Identitätskarte im Ori-
ginal, eine Vorladung des Criminal Investigation Departements (CID) vom
(...) 2013, ein «Extract from the Information Book of B._» vom (...)
2014 (nachfolgend auch Polizeianzeige vom [...] 2014), eine Anzeige bei
der Polizei vom (...) 2013, diverse Dokumente im Zusammenhang mit ei-
nem Visumgesuch, eine Karte der «Human Rights Commission of Sri
Lanka» vom (...) 2013, ein Schreiben der (...) vom (...) 2013, eine Anzeige
zuhanden des Dorfvorstehers vom (...) 2013, ein Brief eines Anwalts vom
(...) 2013, ein Kündigungsschreiben vom (...) 2014, ein Schreiben des (...)
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vom 24. Juli 2015, diverse Zeitungsartikel, mehrere Geburtsurkunden, eine
Heiratsurkunde, diverse Ausdrucke von Fotos eines (...) und einen Bericht
eines Spitals ein.
B.
B.a Am 14. März 2017 ersuchte die Vorinstanz die Schweizer Botschaft in
Colombo um nähere Abklärungen zu den Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers.
B.b Die Botschaft antwortete der Vorinstanz mit Schreiben vom 14. August
2017.
B.c Mit Schreiben vom 6. März 2018 gewährte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer das rechtliche Gehör zu den Abklärungen der Botschaft.
Am 12. März 2018 nahm der Beschwerdeführer Stellung.
C.
Mit Verfügung vom 17. April 2018 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-
eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Den zustän-
digen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung.
D.
Mit Eingabe vom 11. Mai 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der Vor-
instanz sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei
die Sache für eine Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es
sei der Botschaftsbericht zu edieren. Subeventualiter sei die Unzulässig-
keit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzu-
stellen und die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Prozessual sei die un-
entgeltliche Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses, und die amtliche Verbeiständung zu gewähren.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer einen ärztlichen Kurzbericht
der Klinik für J._ vom 7. Mai 2018 zu den Akten.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 16. Mai 2018 hiess die Instruktionsrichterin die
Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie amtli-
chen Verbeiständung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses. Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.
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F.
Mit Eingabe vom 23. Mai 2018 gab der Beschwerdeführer drei polizeiliche
Vorladungen vom (...) 2016, (...) und (...) 2017 zu den Akten.
G.
Im Rahmen der Vernehmlassung ersuchte die Vorinstanz die Botschaft in
Colombo um nähere Abklärungen zur Vorladung des CID vom (...) 2013
und zur Polizeianzeige vom (...) 2014. Mit der Vernehmlassung vom 30.
Mai 2018 gab sie dem Beschwerdeführer die Ergebnisse der Abklärungen
bekannt und edierte den Bericht der Botschaft vom 14. August 2017. Wei-
tergehend hielt sie an ihren Erwägungen fest und beantragte die Abwei-
sung der Beschwerde.
H.
In der Replik vom 13. Juni 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen An-
trägen fest.
I.
Im Rahmen der Duplik kontaktierte die Vorinstanz erneut die Botschaft in
Colombo und ersuchte sie um Abklärungen zu den vom Beschwerdeführer
am 23. Mai 2018 eingereichten drei polizeilichen Vorladungen. Mit der Dup-
lik vom 10. August 2018 legte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die
Ergebnisse der Abklärungen offen, hielt an ihren Erwägungen fest und be-
antragte erneut die Abweisung der Beschwerde.
J.
Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer am 15. August 2018 zur Kennt-
nisnahme zugestellt.
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Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS
2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren
gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Än-
derung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-
men worden. Das Gericht wird nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-
nung verwenden.
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs und sinngemäss des Untersuchungsgrundsatzes. Dabei handelt
es sich um formelle Rügen, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allen-
falls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu be-
wirken.
4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass
eines Entscheides dar. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffe-
nen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern und
erhebliche Beweise beizubringen, wenn dies geeignet ist, den Entscheid
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zu beeinflussen (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1, BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit
Hinweisen).
4.3 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet
einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl., 2013, Rz. 1043).
4.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Bericht der Botschaft sei un-
ter Berufung auf öffentliche Geheimhaltungsinteressen nicht ediert worden.
Im Schreiben vom 6. März 2018 habe ihm die Vorinstanz den wesentlichen
Inhalt der Anfrage an die Botschaft und den Inhalt des Berichts zur Kennt-
nis gebracht. Dieser habe gelautet: «Die Botschaftsabklärungen haben er-
geben, dass beide Beweismittel gefälscht sind». Demnach tendiere der Be-
weiswert der Botschaftsabklärung gegen null. Es müsse angenommen
werden, dass die Dokumente nicht ernsthaft überprüft worden seien.
4.5 Mit der Vernehmlassung vom 30. Mai 2018 wurde dem Beschwerde-
führer der Bericht der Botschaft in anonymisierter Form ediert. Dazu hält
die Vorinstanz fest, nach Anfrage per E-Mail habe die Botschaft zum Do-
kument «Extract from the Information Book of B._ Police Station»
vom (...) 2014 ausgeführt, dass kein «Information Book Number (...)» im
Jahr 2014 auf dieser Polizeistation existiere. Zudem habe weder ein Poli-
zeibeamter namens K._, noch einer mit der (...) dort gearbeitet
(Person, die gemäss Dokument die Anzeige entgegengenommen und un-
terschrieben habe). Bezüglich der Vorladung vom (...) 2013 sei festzustel-
len, dass es weder im Jahr 2013 noch heute ein (...) in L._ gebe.
4.6 In der Replik stellt der Beschwerdeführer fest, der Botschaftsbericht sei
insgesamt knapp ausgefallen. Im Zeitpunkt der Gewährung des rechtlichen
Gehörs vom 6. März 2018 habe die Vorinstanz zwar gewusst, dass die
Botschaft die Dokumente für gefälscht halte, hingegen nicht, weshalb. Die
Vorinstanz habe ihn lediglich mit der nicht begründeten Behauptung kon-
frontiert, wonach die Dokumente gefälscht seien. Über die Vorgehens-
weise der Botschaft bei diesen Abklärungen könne dem Bericht nichts ent-
nommen werden.
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Seite 8
4.7 In der Duplik führt die Vorinstanz aus, es gehöre zur Praxis des SEM,
Sachverhalt und Beweismittel vertraulich über die Schweizer Vertretungen
im Ausland überprüfen zu lassen. Nach Einreichung von drei weiteren Vor-
ladungen auf Beschwerdestufe am 23. Mai 2018 habe sich das SEM erneut
an die Botschaft gewandt. Deren Abklärungen hätten ergeben, dass die
Vorladung vom (...) 2017 gefälscht sei. Es habe nie ein Polizeioffizier (...)
mit der (...) auf der Polizeistation B._ gearbeitet. Die beiden ande-
ren Vorladungen vom (...) 2016 und (...) 2017 seien echt, würden indes
nicht den Beschwerdeführer betreffen.
4.8 Soweit der Beschwerdeführer zunächst vorbringt, es sei unklar, wie die
Botschaft die Informationen erlangt habe, ist festzuhalten, dass das öffent-
liche und private Geheimhaltungsinteresse im Sinne von Art. 27 Abs. 1
Bst. a und b VwVG an den Quellen von Botschaftsauskünften und der Ar-
beitsweise der Botschaft offensichtlich ist. Die Offenlegung der Arbeits-
weise würde die Abklärungen in künftigen Fällen erschweren beziehungs-
weise verunmöglichen (vgl. dazu Urteil des BVGer E-4261/2017 vom
22. März 2019 E. 7.1.4 m.w.H.). Es besteht somit keine Veranlassung, die
Informationsquellen oder die Arbeitsweise der Schweizer Botschaft offen
zu legen.
4.9
4.9.1 Mit dem Beschwerdeführer ist festzustellen, dass sich dem Bericht
der Botschaft vom 14. August 2017 lediglich entnehmen lässt, die einge-
reichten Beweismittel seien als gefälscht zu erachten. Welche Fälschungs-
merkmale die Beweismittel aufweisen, ergibt sich aus dem Bericht nicht.
Folglich wusste die Vorinstanz zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung
nicht, welche Fälschungsmerkmale die Beweismittel aufweisen und gab
auch keine weiteren Abklärungen in Auftrag. Entsprechend gab sie dem
Beschwerdeführer zwar bekannt, dass sie die eingereichten Beweismittel
als gefälscht erachtet. Hingegen legte sie ihm mangels weiterer Abklärun-
gen die Fälschungsmerkmale nicht offen. Damit hat die Vorinstanz den Un-
tersuchungsgrundsatz und den Anspruch auf rechtliches Gehör in schwer-
wiegender Weise verletzt.
4.9.2 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich – das
heisst ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des er-
gangenen Entscheides. Eine Heilung von Gehörsverletzungen aus pro-
zessökonomischen Gründen ist jedoch möglich, sofern das Versäumte
nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und
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Seite 9
der Beschwerdeinstanz für die konkrete Streitfrage die freie Überprü-
fungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt.
Unter diesen Voraussetzungen kann selbst bei einer schwerwiegenden
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung
in der Sache an die Vorinstanz abgesehen werden, wenn und soweit die
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei
an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären
(vgl. dazu BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, 133 I 201 E. 2.2.,
BVGE 2008/47 E. 3.3.4, Urteile des BVGer A-5189/2019 vom 1. April 2020
E. 5.1.2, D-4036/2018 vom 9. März 2020 E. 5.3, D-6339/2018 vom
21. Februar 2020 E. 2.3, D-7504/2016 vom 17. Juli 2019 E. 5.7.5).
4.9.3 Vorliegend hat die Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung die
versäumten Abklärungen nachgeholt. Sie kontaktierte erneut die Botschaft
und ersuchte diese um weitere Abklärungen zu den eingereichten Beweis-
mitteln. In der Antwort vom 17. August 2017 legte die Botschaft dar, welche
Fälschungsmerkmale die Beweismittel aufweisen. Die Ergebnisse dieser
Abklärungen gab die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rahmen der
Vernehmlassung bekannt und legte ihm die Botschaftsantwort vom 14. Au-
gust 2017 in anonymisierter Form offen. Der Beschwerdeführer erhielt da-
nach Gelegenheit zur Replik und nahm sie auch wahr. Ebenso liess die
Vorinstanz die nach der Beschwerdeerhebung am 23. Mai 2018 einge-
reichten Beweismittel durch die Botschaft überprüfen und gab dem Be-
schwerdeführer die Ergebnisse im Rahmen der Duplik bekannt. Weiter ist
zu berücksichtigen, dass das Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der
Frage der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls über die volle Kognition
verfügt. Das Gericht hat sodann keinen Grund, an den Ergebnissen der
Abklärungen der Botschaft zu zweifeln, zumal keine Hinweise auf Unge-
reimtheiten bestehen. Der Beschwerdeführer hat ferner keine Beweismittel
eingereicht, welche die Erkenntnisse der Botschaftsabklärung zu widerle-
gen vermöchten.
Schliesslich hat die Vorinstanz im Rahmen des Schriftenwechsels klar zum
Ausdruck gebracht, dass sie in materieller Hinsicht im Ergebnis wieder
gleich entscheiden würde. Eine Rückweisung der Sache aus rein formellen
Gründen würde demnach zu einem formalistischen Leerlauf und zu einer
unnötigen Verfahrensverzögerung führen. Nachdem alle Voraussetzungen
der Heilung erfüllt sind, können die festgestellten Verfahrensmängel aus-
nahmsweise als geheilt betrachtet werden. Es besteht deshalb keine Ver-
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Seite 10
anlassung, die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der diesbezügli-
che Antrag ist abzuweisen. Der Gehörsverletzung ist gleichwohl im Rah-
men der Kosten- und Entschädigungsfolge gebührend Rechnung zu tragen
(vgl. E. 12).
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und
folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2).
6.
6.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen nach Art. 7 AsylG nicht standhalten.
Der vom Beschwerdeführer ausführlich beschriebene und dokumentierte
Vorfall mit der (...), welche am (...) 2013 in den Vorhof seines Haus gewor-
fen worden sei, habe nachweislich stattgefunden und sei den Behörden
gemeldet worden. Gemäss Abklärungen der Botschaft seien die Täter noch
nicht ermittelt worden. Dem Botschaftsbericht lasse sich weiter entneh-
men, dass der Beschwerdeführer am (...) 2013 ein Gesuch um Ausstellung
eines humanitären Visums auf der Schweizer Botschaft beantragt habe.
E-2768/2018
Seite 11
Am (...) 2013 sei er von der Botschaft vorgeladen worden, um die ableh-
nende Antwort zu erhalten. Anlässlich der Befragungen habe er angege-
ben, die Vorladung des CID vor dem (...) 2013 erhalten zu haben. Trotz-
dem habe er diesen Vorfall auf der Schweizer Botschaft nicht erwähnt.
Ferner hätten die Abklärungen der Schweizer Botschaft ergeben, dass die
eingereichte Vorladung des CID vom (...) 2013 und die Polizeianzeige vom
(...) 2014 gefälscht seien. Es sei demnach davon auszugehen, dass die
zwei Vorfälle, welche durch diese Beweismittel hätten belegt sollen wer-
den, erfunden seien. Damit würden zwei entscheidende Elemente in den
Asylvorbringen des Beschwerdeführers entfallen. Zudem würden auch ei-
nige Widersprüche in seinen Aussagen zu den Vorfällen bestätigen, dass
diese nie stattgefunden hätten: So habe er in der BzP ausgeführt, zum
Zeitpunkt der Zustellung der CID-Vorladung mit seiner Familie das Haus
bereits verlassen und bei einem (...) gewohnt zu haben, wobei der Dorf-
vorsteher die Vorladung in den Briefkasten eingeworfen habe. Anlässlich
der Anhörung habe er angeben, seine Ehefrau sei bis zum (...) 2013 zu
Hause geblieben und der Dorfvorsteher habe die Vorladung seiner Ehefrau
ausgehändigt.
Es stehe somit fest, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum zwischen
dem (...) 2013 und seiner Ausreise im Oktober 2015 keine asylrelevanten
Verfolgungsmassnahmen habe glaubhaft machen können. Gemäss den
Abklärungen der Botschaft habe er sich in dieser Zeit einen neuen Pass
ausstellen lassen, mit welchem er am (...) 2015 auf der (...) Botschaft in
Colombo ein Visumsgesuch eingereicht habe. Ausserdem habe er im (...)
2014 problemlos nach I._ reisen und wieder nach Sri Lanka zurück-
kehren können. Im (...) 2015 sei er erneut nach I._ gereist. Diese
Fakten würden zeigen, dass er keine Schwierigkeiten mit den sri-lanki-
schen Behörden gehabt habe und von diesen Reise- und Identitätspapiere
erhalten habe.
Zu den übrigen eingereichten Beweismitteln könne festgehalten werden,
dass diese alle im Zusammenhang mit dem Vorfall vom (...) 2013 stehen
würden, welcher als glaubhaft erachtet worden sei. Der geltend gemachte
Vorfall vom (...) 2013 sei durch einen Entlassungsschein aus dem Spital
belegt, wonach der Beschwerdeführer vom (...) bis (...) 2013 wegen eines
körperlichen Angriffs durch eine unbekannte Person im Spital gewesen sei.
Schliesslich handle es sich beim Dokument, welches der Beschwerdefüh-
rer als Kündigung bezeichnet habe, um eine Warnung, wonach er entlas-
sen werde, falls er nicht regelmässig zum Unterricht erscheine.
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Seite 12
Es gelte zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr den-
noch begründete Furcht vor zukünftigen Verfolgungsmassnahmen im
Sinne von Art. 3 AsylG habe. Gemäss bundesverwaltungsrechtlicher
Rechtsprechung sei diese Prüfung anhand sogenannter Risikofaktoren
vorzunehmen. Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, über keine gültigen
Identitätspapiere verfügten, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hät-
ten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hin-
tergrund befragt. Diese Befragung allein und das allfällige Eröffnen eines
Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise stelle keine asylrelevante Verfol-
gungsmassnahme dar. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sei
er im (...) 2014 mit dem eigenen Pass ein erstes Mal nach I._ ge-
reist und wenige Tage danach wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt. Dabei
sei offenbar nichts passiert. Auch bei der letzten Ausreise im (...) 2015 sei
nichts Besonderes vorgefallen. Er habe nach Kriegsende im Jahr 2009
noch sechs Jahre in seinem Heimatstaat gelebt und sei vor seiner Ausreise
keinen asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen. Es
sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdefüh-
rer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nun in den Fokus der Behörden ge-
raten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte.
6.2 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer an der Glaub-
haftigkeit seiner Aussagen fest. Dazu verweist er vorab auf den zeitlichen
Abstand von eineinhalb Jahren zwischen der BzP und der Anhörung. So-
dann habe die Vorinstanz keine richtige Glaubhaftigkeitsanalyse gemacht.
Sie erwähne lediglich zwei Ungereimtheiten, welche sich zwischen den
Aussagen der BzP und der Anhörung ergeben haben sollen. Seine Aussa-
gen seien indes logisch und würden zahlreiche Realkennzeichen enthal-
ten. Das SEM begründe die Ablehnung des Asylentscheids im Wesentli-
chen damit, dass die Schweizer Botschaft in Colombo nach angeblicher
Abklärung die zwei entscheidenden Beweismittel als gefälscht erachte. Da-
raus werde der Schluss gezogen, dass er nicht die Wahrheit erzähle. Wei-
ter könne nicht davon ausgegangen werden, dass er problemlos und legal
ausgereist sei, zumal er ausgeführt habe, einen gefälschten Pass gehabt
zu haben.
6.3 In der Vernehmlassung stellt die Vorinstanz zum Dokument «Extract
from the Information Book of B._ Police Station» vom (...) 2014 fest,
dass kein «Information Book Number (...)» im Jahr 2014 auf dieser Poli-
zeistation existiere. Zudem habe weder ein Polizeibeamter namens
K._, noch einer mit der (...) dort gearbeitet (Person, die gemäss
Dokument die Anzeige entgegengenommen und unterschrieben habe).
E-2768/2018
Seite 13
Der Vorladung vom (...) 2013 sei zu entnehmen, dass der Absender des
Dokuments das (...) sei und der Verdächtige sich bei diesem Office melden
solle. Weder im Jahr 2013 noch heute gäbe es ein solches «Office» in
L._. Die Originale der am 23. Mai 2018 eingereichten polizeilichen
Vorladungen seien unlesbar; die Kopien davon jedoch schon. Das SEM
könne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Echtheit dieser Beweismittel
äussern. Jedoch stelle sich die Frage, weshalb der Beschwerdeführer
diese Beweismittel, welche aus den Jahren 2016 und 2017 datierten, nicht
früher erwähnt oder eingereicht habe. Ausserdem seien die Vorladungen
drei oder mehr Jahre nach dem letzten glaubhaften Vorfall und innerhalb
einer relativ kurzen Zeit, nachdem lange nichts mehr geschehen sei, er-
folgt. Zudem lasse sich den Vorladungen nicht entnehmen, aus welchem
Grund der Beschwerdeführer vorgeladen werde.
6.4 In der Replik macht der Beschwerdeführer geltend, es sei auch nach
der Offenlegung des Botschaftsberichts nicht klar, wie man zu den Abklä-
rungsergebnissen gelangt sei. Letztlich handle es sich bei der Feststellung
der Botschaft, wonach die Dokumente gefälscht seien, um eine nicht be-
legte Behauptung, welche seinen Angaben widerspreche.
6.5 In der Duplik führt die Vorinstanz aus, es gehöre zur Praxis des SEM,
Sachverhalt und Beweismittel vertraulich über die Schweizer Vertretungen
überprüfen zu lassen. Nach Einreichung der drei Vorladungen am 23. Mai
2018 habe sich das SEM erneut an die Botschaft gewandt. Deren Abklä-
rungen hätten ergeben, dass die Vorladung vom (...) 2017 gefälscht sei.
Es habe nie ein Polizeioffizier (...) mit der (...) auf der Polizeistation
B._ gearbeitet. Die beiden anderen Vorladungen vom (...) 2016 und
(...) 2017 seien echt, würden indes nicht den Beschwerdeführer betreffen.
7.
7.1 Zunächst ist nochmals zu betonen, dass für das Gericht grundsätzlich
keine Veranlassung besteht, an der Verlässlichkeit und Korrektheit des Er-
gebnisses der Botschaftsanfrage zu zweifeln (vgl. vorstehend). Wie bereits
ausgeführt, hat der Beschwerdeführer keine weiteren Beweismittel einge-
reicht, welche die Ergebnisse der Botschaft in Frage stellen würden. Die
auf Beschwerdeebene eingereichten drei polizeilichen Vorladungen haben
sich gemäss den Abklärungen der Botschaft ebenfalls als Fälschung er-
wiesen oder betreffen nicht den Beschwerdeführer. In diesem Zusammen-
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hang ist ferner festzustellen, dass der Beschwerdeführer anlässlich der An-
hörung am 7. April 2017 verneinte, nach der Vorladung vom (...) 2013 wei-
tere Vorladungen erhalten zu haben (vgl. SEM-Akten A11/18 F79). Im Wi-
derspruch dazu reichte er auf Beschwerdeebene eine Vorladung datierend
vom (...) 2016 ein, welche gemäss den Abklärungen der Botschaft nicht
den Beschwerdeführer betrifft. Aufgrund des Einreichens mehrerer ge-
fälschter beziehungsweise nicht ihn betreffende Beweismittel zu seinen
zentralen Asylvorbringen ist die persönliche Glaubwürdigkeit des Be-
schwerdeführers ernsthaft in Frage gestellt.
7.2 Dem Beschwerdeführer ist insoweit beizupflichten, als es sich bei den
durch die Vorinstanz aufgeführten Ungereimtheiten zwischen den Aussa-
gen in der BzP und jenen anlässlich der Anhörung nicht um diametrale Wi-
dersprüche handelt. Insofern verweist er auch zu Recht auf den zeitlichen
Abstand von eineinhalb Jahren zwischen der BzP und der Anhörung. Indes
ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer zum Vorfall vom (...) 2013
anlässlich der Anhörung unvereinbar geäussert hat. So führte er zunächst
aus, er sei von TMVP-Mitgliedern geschlagen worden, weil er die TNA im
Wahlkampf unterstützt habe. Mit TMVP meine er die Leute von M._
und G._ (vgl. SEM-Akten A11/18 F42). An anderer Stelle führte er
– auf Vorhalt des Befragers, wonach die vom Beschwerdeführer erwähnten
Personen keine Behördenvertreter seien – aus, wenn er TMVP sage, seien
damit Geheimdienstmitarbeiter gemeint (vgl. a.a.O. F58). Diese hätten ihm
vorgeworfen, (...) für die LTTE gewesen zu sein (vgl. a.a.O F103 und Be-
merkungen zur Rückübersetzung zu F103 S. 15).
7.3 Das Gericht erachtet mit der Vorinstanz den Vorfall vom (...) 2013, bei
welchem eine (...) in den Vorhof des Hauses des Beschwerdeführers ge-
worfen wurden und sein (...) dabei in Brand setzte, aufgrund der substan-
ziierten Angaben und der zahlreichen in diesem Zusammenhang einge-
reichten Beweismittel als glaubhaft. Nach diesem Vorfall bis zur Ausreise
im Oktober 2015 ist es dem Beschwerdeführer indes nicht gelungen, eine
asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen. Die Beweismittel, welche
die angeblichen Suchen durch die Behörden nach dem Vorfall vom (...)
2013 hätten belegen sollen, haben sich als Fälschungen erwiesen respek-
tive betreffen nicht den Beschwerdeführer. Weiter erscheint vor dem Hin-
tergrund der angeblichen Suchen durch die Behörden keineswegs nach-
vollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer anfangs (...) nach I._
reiste, um wenige Tage später wieder nach Sri Lanka zurückzukehren. Ein
solches Verhalten entspricht offensichtlich nicht einer an Leib und Leben
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Seite 15
bedrohten Person. In diesem Zusammenhang führte der Beschwerdefüh-
rer denn auch aus, sein Freund habe in I._ etwas kaufen wollen,
was viele Leute machen würden (vgl. a.a.O. F84). Auf die Frage, weshalb
er nach I._ gereist sei, antwortete er, sein Freund habe ihn gefragt,
weshalb er ihn begleitet habe (vgl. a.a.O. F88). Ferner bejahte er ausdrück-
lich, damals legal ein- und ausgereist zu sein (vgl. a.a.O. F85), dies im
Gegensatz zu den Ausführungen in der Stellungnahme vom 12. März
2018, wo er von einem gefälschten Pass sprach. Schliesslich liess sich der
Beschwerdeführer gemäss Abklärungen der Botschaft im (...) 2014 einen
Pass ausstellen, was kaum möglich wäre, wenn die sri-lankischen Behör-
den tatsächlich ein Interesse an ihm gehabt hätten.
7.4 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine
im Zeitpunkt seiner Ausreise asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu ma-
chen.
8.
8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom
15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr
von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Beurtei-
lung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form
von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren
identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene
Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die Teilnahme
an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobe-
gründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten
Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begrün-
deten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentli-
cher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine
gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-
dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden
Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3
AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden be-
strebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so
den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Ri-
sikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen
in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop-List" vermerkt seien und
der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Straf-
registereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten
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Seite 16
Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-lankische
Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt hätten (vgl.
a.a.O. E. 8).
8.2 Gestützt auf die vorangehenden Erwägungen kann dem Beschwerde-
führer nicht geglaubt werden, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise auf-
grund eines seinerzeitigen Engagements für die LTTE behördlich gesucht
war. Er reiste mehrmals über den Flughafen Colombo ein und aus, ohne
dass dabei etwas vorgefallen wäre. Weiter wurde der Beschwerdeführer
keiner Straftat angeklagt oder verurteilt und verfügt daher auch nicht über
einen Strafregistereintrag. Ferner weist er kein politisches Profil auf und
hat keine Familienmitglieder, die den LTTE angehörten. Alleine aus der ta-
milischen Ethnie und der rund (...)jährigen Landesabwesenheit kann er
keine Gefährdung ableiten. Unter Würdigung aller Umstände ist somit an-
zunehmen, dass der Beschwerdeführer von der sri-lankischen Regierung
nicht zu jener Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Sepa-
ratismus wiederaufleben zu lassen und so eine Gefahr für den sri-lanki-
schen Einheitsstaat darstellt. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm per-
sönlich im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im
Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden.
8.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des
Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.
9.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
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der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
10.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri
Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
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§§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka
lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht als un-
zulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli
2016 E. 12.2 sowie statt vieler Urteil BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020
E. 9.2). Es ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise
darauf, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit
beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die
über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprü-
fung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass
er persönlich gefährdet wäre. Daran vermögen der Regierungswechsel
vom November 2019 sowie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts
zu ändern. Der Wegweisungsvollzug erweist sich somit als zulässig.
10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
10.4.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24
E. 13.2.1). Gemäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die
Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu-
mutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermö-
gen die Gewaltvorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags
von der sri-lankischen Regierung verhängte und am 28. August 2019 auf-
gehobene Ausnahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019
zusammenhängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern
(vgl. dazu auch vorstehend E. 10.3 sowie statt vieler Urteil BVGer
E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3).
10.4.2 Gemäss den vorliegenden Arztberichten vom 23. Dezember 2016
und 7. Mai 2018 wurde beim Beschwerdeführer eine (...) und eine (...) di-
agnostiziert. Beim Beschwerdeführer würden sich (...) zeigen, welche als
(...) im Kontext von Gewalterfahrungen im Heimatland zu interpretieren
seien. Auch zeige er eine (...) mit starken (...) gegenüber seiner Familie im
Heimatland, welche aktuell klinisch im Vordergrund stehe. Es sei deshalb
eine psychotherapeutische und psychiatrische Behandlung notwendig. Ge-
mäss dem Bericht vom 3. Februar 2017 leidet der Beschwerdeführer seit
August 2013 zudem an (...). Es wurden ihm die Medikamente (...), welches
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Seite 19
zur Behandlung von (...) sowie (...) verwendet wird, und (...), verschrieben.
Einen weiteren aktuellen Arztbericht hat der Beschwerdeführer im Rahmen
der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht(Art. 8 AsylG) bis heute nicht einge-
reicht.
Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die psychischen Probleme und die
(...) des Beschwerdeführers in Sri Lanka, insbesondere auch in der Ost-
provinz, adäquat – wenn auch nicht auf Schweizer Niveau – behandelt wer-
den können. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf
die weiteren zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden,
zumal der Beschwerdeführer diesen nichts entgegensetzt. Es ist daher
nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr des Beschwerdeführers in
den Heimatstaat zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchti-
gung seines Gesundheitszustandes führen wird. Schliesslich kann den Be-
dürfnissen des Beschwerdeführers durch die medizinische Rückkehrhilfe
Rechnung getragen werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75
der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers steht demnach dem Vollzug
der Wegweisung nicht entgegen.
10.4.3 Der Beschwerdeführer lebte zuletzt in D._, Distrikt
C._, Ostprovinz, wo er ein eigenes Haus besitzt. Seine Ehefrau,
seine Kinder, die Mutter und eine Schwester leben noch in Sri Lanka, mithin
verfügt er in seinem Heimatland über ein bestehendes Beziehungsnetz.
Sodann hat er die Schule mit dem (...)-Level abgeschlossen und langjäh-
rige Erfahrung als (...). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen,
dass er bei einer Rückkehr von seiner Familie bei der Wiedereingliederung
unterstützt werden kann und eine neue Existenz wird aufbauen können.
Der Vollzug der Wegweisung erweist sich auch in individueller Hinsicht als
zumutbar.
10.5 Der Beschwerdeführer hat eine sri-lankische Identitätskarte einge-
reicht. Es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaa-
tes die für eine Rückkehr allenfalls weiteren notwendigen Reisedokumente
zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34
E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-
nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
E-2768/2018
Seite 20
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Rügen der Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes und des rechtlichen Gehörs berechtigt waren.
Diese Mängel wurden indessen geheilt. Ansonsten ist die vorinstanzliche
Verfügung im Ergebnis zu bestätigen. Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenver-
fügung vom 16. Mai 2018 gutgeheissen wurde und nicht von einer Verän-
derung der finanziellen Lage auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten
zu erheben. Auch wären die festgestellten Mängel der vorinstanzlichen
Verfügung bei der Festlegung allfälliger Kosten zu berücksichtigen gewe-
sen, da der Beschwerdeführer nur durch das Ergreifen eines Rechtsmittels
zu einem rechtskonformen Entscheid gelangt ist und ihm dadurch kein fi-
nanzieller Nachteil erwachsen darf (vgl. BVGE 2008/47 E. 5 und 2007/9
E. 7.2).
12.2 Aufgrund der festgestellten Verfahrensmängel (E. 4.9 ff.) ist dem Be-
schwerdeführer trotz des Umstandes, dass er im Beschwerdeverfahren
letztlich mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist, eine ange-
messene (reduzierte) Parteientschädigung für die ihm aus der Beschwer-
deführung im Rahmen der festgestellten Verfahrensmängel erwachsenen
notwendigen Kosten zuzusprechen (vgl. BVGE 2008/47 E. 5). Für den
Rest ist dem amtlich beigeordneten Rechtsvertreter zulasten der Gerichts-
kasse ein Honorar für das Beschwerdeverfahren zu entrichten.
12.3 Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die not-
wendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14
Abs. 2 in fine des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE,
SR 173.320.2]). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungs-
faktoren (Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor
dem Bundesverwaltungsgericht zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 400.– auszurichten. Dem amtlichen Rechtsvertreter ist
zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts ein Honorar von Fr. 600.– (in-
klusive Auslagen) zuzusprechen.
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(Dispositiv nächste Seite)
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