Decision ID: ebe1895e-674d-5c5b-87bc-8548192b192e
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer verliess Montenegro am 15. Februar 2008 und gelangte über ihm unbekannte Länder am 17. Februar 2008 in die Schweiz, wo er am 25. Februar 2008 um Asyl nachsuchte. Im - und Verfahrenszentrum ... wurde er am 4. März 2008  befragt und am 2. April 2008 einlässlich angehört.
Der Beschwerdeführer führte im Wesentlichen aus, er sei in  geboren und im Alter von ca. 8 Jahren in die Schweiz , wo er fortan gelebt habe. Im Jahr 2007 sei er aus der Schweiz weggewiesen worden und habe in Montenegro zuerst bei seiner Schwester in X._ gewohnt. Wegen seiner schweren  Probleme und seiner Drogensucht habe die Schwester mit ihrer Familie Probleme bekommen, weshalb er ausgezogen sei. Danach habe er auf der Strasse in Podgorica gelebt und in der Drogenszene verkehrt. Die notwendige medizinische Behandlung habe er nicht . Er sei zwar in ein Methadonprogramm aufgenommen aber wieder ausgeschlossen worden, weil er nicht regelmässig  sei. Bezüglich der psychischen Probleme habe man ihm eine  verweigert und ihm nahe gelegt, diese in der Schweiz zu machen, wo er über ein soziales Umfeld verfüge. Von Kollegen habe er erfahren, dass ein Verfahren wegen Drogenhandel gegen ihn eröffnet worden sei und er eine Vorladung erhalten habe. Er habe aber nie mit Drogen gehandelt. Die Drogenszene in Podgorica sei zudem sehr  und es könnte ihm etwas angetan werden. Seine Schwester sei kürzlich ausgeraubt worden und er sei überzeugt, dass es Leute aus diesen Kreisen gewesen seien. Bei einer Freundin in Podgorica zu Hause habe er einen Entzug gemacht und nun seit zwei Monaten  Drogen mehr genommen. Dennoch habe er nicht in Montenegro bleiben können, weil er eine Psychotherapie benötige.
Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer drei montenegrinische Arztberichte, ein Schreiben seiner Pflegefamilie, ei - nen Bericht von Dr. med. B._ an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons M._ und ein Aktendossier betreffend sein durch seinen Pflegevater gestelltes Gesuch um Erteilung einer B-Bewilligung ein.
B. Mit Schreiben vom 27. Februar 2008 trat ... [die zuständige kantonale
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Behörde] auf des Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund des hängigen Asylverfahrens nicht ein. Zudem teilte sie mit, dass die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli - gung aufgrund der Sachlage mit an Sicherheit grenzender  nicht in Frage komme.
C. Mit Schreiben vom 3. März 2008 ersuchte die Familie des  darum, dass dieser bei ihnen wohnen könne.
D. Mit Verfügung vom 17. April 2008 – dem Rechtsvertreter des  am 25. April 2008 eröffnet – wies das BFM das  des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Gleichentags wurde der  dem Kanton N._ zugewiesen.
E. Mit Eingabe vom 22. Mai 2008 (Poststempel) erhob der  – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen die Verfügung vom 17. April 2008 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die  der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges. In formeller Hinsicht wurde um die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um  eines Arztberichtes ersucht.
F. Mit Verfügung vom 28. Mai 2008 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wurde abgewiesen. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass ohne  Gegenbericht lediglich der Vollzug der Wegweisung  des Verfahrens bilde.
G. In seiner Vernehmlassung vom 16. Juni 2008 – welche dem  des Beschwerdeführers am 19. Juni 2008 zur Kenntnis  wurde – hielt das BFM an seinen Erwägungen fest und  die Abweisung der Beschwerde.
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H. Da der Beschwerdeführer gemäss Mitteilung der zuständigen  Behörde seit dem 15. August 2008 unbekannten Aufenthalts war, forderte die Instruktionsrichterin den Rechtsvertreter des  mit Schreiben vom 15. September 2008 auf, zu dessen  Aufenthaltsort und Interesse an der Weiterführung des Verfahrens Stellung zu nehmen.
I. Mit Schreiben vom 16. September 2008 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, der Beschwerdeführer halte sich regelmässig bei seinen Eltern auf, stehe in regelmässigem Kontakt mit ihm und habe weiterhin Interesse an der Weiterführung des Verfahrens.
J. Mit Schreiben vom 18. und 24. März 2009 reichte ... [die zuständige Behörde des Kantons N._] verschiedene kantonale Akten  den Beschwerdeführer wegen Hausfriedensbruch, Tätlichkeiten, Missachtung eines Ausgrenzungsentscheides des Kantons M._ und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.
K. Mit Verfügung vom 7. August 2009 lehnte die Instruktionsrichterin den Antrag auf Einholung eines Arztberichtes ab und forderte den  auf, diesen bis zum 24. August 2009 selber .
L. Mit Schreiben vom 24. August 2009 teilte der Beschwerdeführer mit, er halte sich seit dem 17. August 2009 ... [in einer kantonalen  Klinik] auf, und ersuchte um Erstreckung der Frist zur  eines Arztberichtes.
M. Mit Verfügung vom 7. September 2009 verlängerte die  die Frist einmalig bis zum 22. September 2009.
N. Mit Schreiben vom 4. September 2009 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht ... [einer kantonalen psychiatrischen Fachinstitution] vom 28. August 2009 ein.
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O. Mit Schreiben vom 23. März 2010 gewährte das  dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu diversen  ihn verhängten Bussen und gegen ihn erstatteten Anzeigen sowie zu einem gegen ihn eröffneten Strafverfahren wegen bewaffneten Raubüberfalles.
P. Der Beschwerdeführer reichte seine Stellungnahme am 30. März 2010 ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die  Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist  zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.4 Nachdem der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe lediglich den Wegweisungsvollzug angefochten hat und die Verfügung demnach im Asyl- und Wegweisungspunkt in Rechtskraft erwachsen
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ist, beschränkt sich der Prozessgegenstand vorliegend auf die Frage, ob das BFM den Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet hat.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
4. 4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des  vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere , unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
4.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Nachdem es in seiner
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Verfügung vom 17. April 2008 festgestellt hat, dass der  die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und die Verfügung  unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, kann das  des flüchtlingsrechtlichen Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung des  ist daher unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall  Ausschaffung nach Montenegro dort mit beachtlicher  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti- müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in  lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen.
4.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
5. 5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im - oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind. Damit wird zum  gebracht, dass auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat für die  Person aus humanitären Überlegungen eine konkrete  darstellt. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der  noch jene des völkerrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Daneben kann sich der Wegweisungsvollzug gestützt auf die genannte Bestimmung auch aus medizinischen Gründen als unzumut-
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bar erweisen. Dies ist aber grundsätzlich nur dann der Fall, wenn für die betroffene Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat eine wesent - liche medizinische Behandlung nicht erhältlich wäre. Der Umstand al - leine, dass die Spitalinfrastruktur oder das medizinische Fachwissen im Heimatstaat nicht dasselbe Niveau aufweisen wie in der Schweiz, führt praxisgemäss nicht zur Unzumutbarkeit des . Die Asylbehörden haben daher im Einzelfall in Ausübung des  nach Art. 83 Abs. 4 AuG zukommenden Ermessens humanitäre Überlegungen anderen öffentlichen Interessen gegenüberzustellen, die für einen Vollzug sprechen würden, und gestützt darauf zu , welches Interesse bei einer Gesamtbetrachtung überwiegt (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.1 S. 510 f., BVGE 2007/10 E. 5.1 S. 111,  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157, EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b S. 123 und EMARK 1998 Nr. 25 E. 3d S. 223).
5.2 Das BFM führte zur Begründung seines ablehnenden Entscheides im Wesentlichen aus, grundsätzlich sei der Wegweisungsvollzug trotz gesundheitlicher Probleme zumutbar, wenn die notwendige  der Krankheit im Heimatstaat möglich sei. Der Beschwerdeführer leide an einer Persönlichkeitsstörung mit sekundärem . Aus den Akten ergebe sich, dass er in Montenegro am 24.  2007 bis am 29. Oktober 2007 in ein Methadonprogramm  worden sei. Es stehe somit fest, dass eine medizinische  möglich sei. Zwar empfehle der Facharztbericht der  Klinik in Y._ eine Behandlung in der Schweiz, weil hier die Unterstützung der Familie bestehe. Dem stehe jedoch entgegen, dass der Beschwerdeführer schon 1997 in einer Pflegefamilie  worden sei, was zeige, dass die Situation der Familie zu er - heblichen Problemen geführt habe. Es sei daher zu bezweifeln, dass der Beschwerdeführer von der Familie adäquate Unterstützung  könne. Ferner erscheine es wenig sinnvoll, den Beschwerdeführer bei der ehemaligen Pflegefamilie zu platzieren, weil es sich dabei nicht um eine psychiatrische Einrichtung handle. Im Weiteren bestünden  den Erkenntnissen des BFM in Montenegro medizinische und psychiatrische Einrichtungen. Ob diese allenfalls mit dem  Standard vergleichbar seien, sei praxisgemäss für die Beurtei - lung der Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges nicht . Die medizinische Grundversorgung in Montenegro sei gesichert, es bestehe eine Krankenversicherung auch für Arbeitslose. Zudem  lebensrettende und -erhaltende Massnahmen grundsätzlich für alle
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Patienten kostenlos. Für die psychiatrische Versorgung bestehe ein Netz von öffentlichen Einrichtungen. Den allgemeinen Polikliniken  neurologische und psychiatrische Kliniken sowie mental-health Zentren angegliedert, in denen Fachärzte arbeiteten. In den  und in den psychiatrischen Kliniken bestünden psychiatrische Ambulatorien, die als Ansprechpartner und Erstunterstützer dienen könnten. Zudem bestünden psychiatrische Privatkliniken.
5.3 Der Beschwerdeführer hielt der Verfügung des BFM entgegen, dass es zu kurz greife, wenn dieses aus dem Umstand, dass er  dem 24. August 2007 und dem 29. Oktober 2007 ein  habe besuchen können, den Schluss ziehe, es stehe ihm eine ausreichende medizinische Behandlung offen. Hinzu komme, dass die Drogensucht ein Sekundärphänomen als Folge von  psychischen Störungen sei und durch eine blosse Opiatsubsti - tution nicht behandelt werden könne. Der fachärztliche Bericht der  in Y._ mache deutlich, dass eine weiterführende, über die Methadonabgabe hinausgehende Behandlung in Montenegro gerade nicht möglich sei. Dass bisher eine im Jahr 1997 erfolgte Platzierung in einer Pflegefamilie nicht erfolgreich gewesen sei, mache die  Notwendigkeit eines genau anzupassenden therapeutischen Settings in der Schweiz nicht obsolet. Auch könne die Tatsache, dass eine Gesundung in der eigenen Familie bisher nicht möglich gewesen sei und er von dieser auch keine adäquate Unterstützung erhältlich machen könne, nicht für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Dies insbesondere, da er sich bereits seit 16 Jahren in der Schweiz aufhalte und die hiesigen Verhältnisse seine Krankheit  mitbeeinflusst hätten. Aufgrund seiner besorgniserregenden gesundheitlichen Situation, welche in Montenegro sicherlich nicht  werden könne, verletze die angefochtene Verfügung auch Art. 3 EMRK und stelle eine unangemessene und unverhältnismässige Massnahme dar.
6. 6.1 Dr. med. B._ stellte in ihrem Bericht an die  des Kantons M._ vom 7. Mai 2007 beim  eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine  und emotionale Vernachlässigung in der Kindheit und  sowie einen sekundären multiplen Substanzgebrauch mit  fest. Seit Beginn der Schulzeit äussere sich eine schwere psychische Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen.
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Während der Kindheit habe eine Traumatisierung durch emotionale Verwahrlosung, Gewalterfahrung und sexuellen Missbrauch innerhalb und ausserhalb der Familie stattgefunden, gefolgt von Platzierung in Heim und Pflegefamilie. Der Beschwerdeführer zeige vor allem  einer emotional instabilen Persönlichkeit vom impulsiven Typ mit geringer Planungs- und Durchhaltefähigkeit und gewalttätigen . Gemäss Arztbericht ... [der kantonalen psychiatrischen ] vom 28. August 2009 hält sich der Beschwerdeführer seit dem 17. August 2009 stationär dort auf. Er leide an einer  bei psychosozialer Belastungssituation (kein fester Wohnsitz, Rayonverbot am Wohnsitz der Familie, drohende , Drogenkonsum und Geldprobleme) mit leichter, kurzer  Episode und Störung des Sozialverhaltens. Signifikante  fänden sich vor allem im Bereich dissozialer sowie emotional instabiler (impulsiver) Persönlichkeitszüge. Ausserdem gebe es  auf passiv-aggressive Anteile. Bei der Aufnahme sei  nachgewiesen worden. Unter Methadonsubstitution sei der  aber stabil und nicht entzügig gewesen. Auf längere Sicht habe er die Absicht eines Drogenentzuges bekundet und sich in einer entsprechenden Klinik angemeldet. Eine akute Selbst- und Fremdgefährdung bestehe nicht. Eine Wohnsitzverlegung zur  sei therapeutisch nachteilig, da dort ein schwer  Abhängigkeitsverhältnis bestehe. Eine räumliche Distanz wäre sinnvoll. Er könne in einem Betreuten Wohnen in N._ Platz  und von dort gegebenenfalls eine Entzugsbehandlung beginnen. Die Rückkehr in die Heimat könne die Methadonsubstitution , was zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einem Rückfall führen könnte.
6.2 Die psychischen Probleme und die Drogensucht des  sind als sehr gravierend zu beurteilen und es ist von einem intensiven langjährigen Krankheitsverlauf auszugehen. Der  hatte bereits in seiner Kindheit psychische Probleme und erste Massnahmen, wie Platzierung in Heim und Pflegefamilie sowie Psychotherapie waren nötig. Er ist heute auf eine sehr engmaschige Betreuung angewiesen, in welcher seine Drogensucht und seine  Beschwerden kombiniert behandelt werden können. Zu den Möglichkeiten und Grenzen einer Behandlung von Drogensüchtigen in Montenegro finden sich nahezu keine Informationen. In einem Bericht der Europäischen Kommission wird die Infrastruktur zu deren  und Unterbringung kritisiert (Commission of the European Com-
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munities, Montenegro 2007 Progress Report, 6. November 2007, S. 31). Zwar konnte der Beschwerdeführer eine Zeit lang an einem Methadonprogramm der Ambulanten Abteilung Psychiatrie der  medizinischen Einrichtung Podgorica teilnehmen. In seiner  weist er aber richtigerweise darauf hin, dass eine  alleine zu seiner Behandlung nicht ausreicht und aufgrund seiner Teilnahme an einem Methadonprogramm in Montenegro nicht auf eine adäquate Behandlung geschlossen werden kann. Vielmehr müsste gleichzeitig und eng an die Drogentherapie gebunden eine  seiner psychischen Beschwerden stattfinden. Gemäss dem eingereichten Bericht der Ambulanten Abteilung Psychiatrie der  medizinischen Einrichtung Podgorica bestehen aber in der weiteren Umgebung von Podgorica keine Voraussetzungen für eine  Behandlung des Beschwerdeführers und es wird, ebenso wie im Bericht der Fachklinik für Psychiatrie Y._, eine Behandlung in der Schweiz empfohlen. Gemäss Erkenntnisstand des  sind zwar in Montenegro in den allgemeinen  obligatorisch Kliniken für Neurologie, Psychiatrie und mentale Gesundheit vorhanden, wo Fachärzte für Psychologie, Psychologen, spezielle Pädagogen sowie Sozialarbeiter tätig sind. Ebenfalls  psychiatrische Ambulanzen in allen allgemeinen  und psychiatrischen Kliniken sowie private neuropsychiatrische Praxen in vielen Ortschaften. Die Behandlung von Personen mit  Erkrankungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen erfolgt vor allem in den psychiatrischen Abteilungen von , meist in grossen Städten. Einfachere psychiatrische  können in sogenannten "Zentren für Mentale Hygiene", die es fast in jeder Poliklinik gibt, behandelt werden. Verschiedene Quellen verweisen aber auf Schwachpunkte im montenegrinischen  und insbesondere auf den für langfristig psychisch  Menschen – wie beim Beschwerdeführer klarerweise der Fall – begrenzten Zugang zu medizinischen Leistungen (Commission of the European Communities, Montenegro 2007 Progress Report, 6.  2007, S. 31; Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], : Psychiatrische Versorgung von Roma, 28. Mai 2009, S. 2).
6.3 Weiter gilt es darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in Montenegro nicht über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügt. Einzig eine Schwester wohnt in X._. Bei ihr konnte er zu Beginn sei - nes letzten Aufenthaltes in Montenegro zwar unterkommen, schnell stellte sich aber heraus, dass sie mit der Betreuung ihres kranken
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Bruders überfordert war. Infolgedessen hatte er keinen festen Aufenthaltsort mehr. Schliesslich ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerdeführer eine dringend angezeigte Therapie der psychischen Probleme im Heimatstaat mit dem Hinweis auf das fehlende soziale und familiäre Beziehungsnetz verweigert worden ist.
6.4 Nach dem Gesagten ist zu befürchten, dass der  bei einer Rückkehr nach Montenegro in eine sehr schwierige Lage geraten wird. Ob vor diesem Hintergrund der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Montenegro als unzumutbar zu  ist, kann vorliegend aber offen gelassen werden, da die  Aufnahme wegen Unzumutbarkeit – wie nachfolgend darzulegen – ohnehin in Anwendung von Art. 83 Abs. 7 AuG nicht zu verfügen ist.
7. 7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG wird die vorläufige Aufnahme nach Art. 83 Abs. 2 und 4 AuG (Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung) nicht verfügt, wenn die betreffende Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im In- oder Ausland verurteilt wurde oder wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde (Bst. a) oder wenn diese erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet (Bst. b).
7.2 Gemäss der am vormaligen Art. 14a Abs. 6 ANAG entwickelten und heute noch geltenden Praxis ist die Ausschlussklausel mit  und insbesondere unter Beachtung des  anzuwenden. Es genügt nicht, wenn die kriminellen Handlungen der betreffenden Person den Schluss zulassen, dass  nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich an die elementaren gesell - schaftlichen Regeln des Zusammenlebens zu halten. Vielmehr müssen diese Handlungen eine schwerwiegende Gefährdung oder Verletzung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellen. Die Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe lässt beispielsweise in der Regel nicht auf eine solche schliessen, jedoch kann deren Strafmass oder der Umstand, dass durch das begangene Delikt besonders wertvolle Rechtsgüter betroffen sind, zum gegenteiligen Schluss führen. Bei der
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Interessenabwägung ist der angedrohte Strafrahmen in Bezug zur verhängten Strafe zu setzen. Auch die wiederholte Deliktsbegehung kann trotz bedingt ausgesprochener Freiheitsstrafe Anhaltspunkte für die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geben, stellt eine solche doch die vermutete günstige Prognose erheblich in Frage. Des weiteren kann auch das Vorleben des Beschwerdeführers bei der Interessensabwägung mit berücksichtigt werden (vgl. BVGE 2007/32: EMARK 2006 Nr. 30, EMARK 2006 Nr. 23, EMARK 2006 Nr. 11, EMARK 2004 Nr. 39).
7.3 In seiner Stellungnahme vom 30. März 2010 führte der  aus, mit Ausnahme des bewaffneten Raubs, wo beim  Stand des Verfahrens von der Unschuldsvermutung  sei, handle es sich bei den ihm vorgeworfenen Delikten eher um Bagatellstraftaten denn um schweres Verschulden. Da die  allesamt auf seine Suchtprobleme zurückgingen, welche bis anhin nie radikal angegangen worden seien, sei von einem herabgesetzten Verschulden auszugehen.
7.4 Der Beschwerdeführer wurde am 8. Februar 2006 zu einer Busse wegen Fahrens ohne Führerausweis, am 30. Mai 2006 zu einer Busse wegen Hinderung einer Amtshandlung und Übertretung des , am 30. Januar 2007 zu einer Busse wegen Hausfriedensbruchs und am 19. Januar 2010 zu einer Busse wegen Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz verurteilt. Am 12. August 2008 wurde gegen den Beschwerdeführer wegen , am 9. Oktober 2008 wegen Tätlichkeiten, am 7. März 2009 wegen Missachtung einer Ausgrenzung sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, am 27. Januar 2010 wegen  durch Einbruch, am 4. Februar 2010 wegen Ladendiebstahls und am 3. Februar 2010 sowie am 4. und 11. März 2010 wegen  gegen das Betäubungsmittelgesetz Anzeige erstattet. Am 5. November 2009 wurde der Beschwerdeführer ... [von der Polizei des Kantons M._] in Sachen Drohung zur  ausgeschrieben. Auch wenn dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen ist, dass es sich bei der Mehrzahl dieser Delikte um  handelt, so kann doch festgehalten werden, dass er mit  Verhalten wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und  verstossen hat.
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Am 27. Januar 2010 wurde der Beschwerdeführer von der  N._ verhaftet, da er nach polizeilichen Erkenntnissen  werde, einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle begangen zu haben. Gemäss den kantonalen Strafakten ist der  bezüglich dieses Überfalls inzwischen geständig. Zusammen mit einem Komplizen überfiel er zwecks Erbeutung von Bargeld zur Beschaffung von Drogen mit einem Revolver bewaffnet eine Tankstelle. Der im Januar 2010 begangene Raubüberfall auf die Tankstelle muss als schwerwiegend bezeichnet werden, dies  angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer dabei eine junge Frau mit einer Waffe bedroht hat. Das diesbezügliche  des Beschwerdeführers genügt für eine Anwendung von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG, eine strafrechtliche Verurteilung ist nicht zwingend vorausgesetzt (MARC SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI, Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2009, N. 22 zu Art. 83 AuG und N. 7 zu Art. 62 AuG).
7.5 Raub wird im Schweizerischen Strafgesetzbuch als Verbrechen eingestuft (Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Art. 10 Ziff. 2 StGB) und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Wenn der Räuber zum Zweck des Raubes eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche Waffe mit sich führt, wird er mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft (Art. 140 Ziff. 2 StGB). Aufgrund der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer eine Verurteilung wegen eines mit mindestens einem Jahr Freiheitsentzug sanktionierten Deliktes droht und er wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat, liegt praxisgemäss eine schwerwiegenden Verletzung der öffentlichen Sicherheit vor. Aufgrund des wiederholten deliktischen Verhaltens, welches den Ursprung in seiner langjährigen und weiterhin andauernden Drogensucht und der damit zusammenhängenden Beschaffungskriminalität hat, kann ihm auch keine günstige Prognose gestellt werden. Auch wenn nicht in Abrede gestellt werden soll, dass eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Montenegro – wie in E. 6 dargelegt – mit Schwierigkeiten verbunden sein wird, so überwiegt angesichts des Gesagten das öffentliche Interesse der Schweiz an einem Wegweisungsvollzug das private Interesse des  an einem Verbleib in der Schweiz doch deutlich. Der Vollzug der Wegweisung erscheint damit insgesamt als  und ist zu bestätigen.
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8. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht.
9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 28. Mai 2008  wurde, wird auf Verfahrenskosten verzichtet.
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