Decision ID: 465bc2a6-97b7-5100-85b2-1ffdb92adf68
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 31. Mai 2016 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 10. Juni 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) statt und am
8. August 2018 wurde er vom SEM ausführlich zu seinen Asylgründen an-
gehört.
Dabei brachte der Beschwerdeführer vor, er sei tamilischer Ethnie, habe
bis zu seinem (...) Altersjahr zusammen mit seinen Eltern, seiner älteren
Schwester und seinem älteren Bruder in B._ (C._ Distrikt)
gelebt und sei dann mit seiner Familie nach D._ (E._-Ge-
biet) gezogen, wo er bis (...) gewohnt habe. Gegen Ende des Bürgerkriegs
habe er sich mit seiner Familie (...) lang im «(...)-Lager» aufhalten müssen,
ehe er nach B._ habe zurückkehren können. Von (...) bis zu seiner
Ausreise habe er in F._ (D._ Distrikt) gewohnt. Er habe im
Jahr (...) das O-Level abgeschlossen. Danach sei er als (...) tätig gewesen.
Seine Familie sei reich, da sein Vater als Produzent von (...) arbeite bezie-
hungsweise gearbeitet habe. Sowohl sein Vater als auch seine Schwester,
sein Schwager und seine Tante väterlicherseits (vs) seien bei den Libera-
tion Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen. Er erinnere sich nicht mehr
genau daran, doch sei sein Vater vor (...) Mitglied bei den LTTE gewesen,
in den letzten Kriegsjahren habe der (Verwandter) nur noch Hilfeleistungen
für die Bewegung machen müssen. Seine Schwester sei zwangsrekrutiert
worden, nach (...) Monaten sei ihr aber die Flucht aus der Bewegung ge-
lungen. Auch ihr späterer Ehemann sei seinerzeit von den LTTE zwangs-
rekrutiert worden und habe in der Folge fliehen können. Auf Nachfrage hin,
ob jemand aus seiner Familie in einem Rehabilitationscamp gewesen sei,
antwortete der Beschwerdeführer, er wisse nicht, was dies sei und könne
die Frage daher nicht beantworten. Jedenfalls hätten sich seine Familien-
mitglieder mit ihm im Flüchtlingscamp aufgehalten.
Eines Tages sei er bei der Arbeit auf einer (...) gewesen, als seine Mutter
ihn angerufen und ihm gesagt habe, er dürfe nicht nach Hause zurückkeh-
ren, weil Behördenmitglieder Waffen auf ihrem Familiengrundstück in
D._ gefunden hätten. Er habe sich in der Folge ungefähr einen (...)
lang bei seinem Onkel versteckt, ehe er am (...) ausgereist sei respektive
sei er vom (...) bis (...) bei seinem Onkel gewesen und dann von dort aus
ausgereist. Sein Vater habe sich zunächst auch versteckt, sei aber später
verhaftet und nach (...) Monaten freigelassen worden, weil die aufgefun-
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denen Waffen nicht mehr funktioniert hätten. Die Behörden hätten von je-
mandem erfahren, dass er (Beschwerdeführer) zusammen mit seinem Va-
ter die Gewehre auf dem Grundstück versteckt habe. Deshalb und auch
weil Verwandte von ihm bei der LTTE gewesen seien und er bei Strassen-
kontrollen oft nach einer etwaigen LTTE-Vergangenheit seiner Verwandten
gefragt worden sei, würde er sich bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in
Lebensgefahr begeben. Von seiner Mutter habe er erfahren, dass er nach
seiner Ausreise von den Behörden zu Hause gesucht worden sei. In der
Schweiz habe er einmal an einer Demonstration in G._ teilgenom-
men und von dort Fotos geschossen.
Der Beschwerdeführer reichte seine temporäre sri-lankische Identitäts-
karte (ID) und seine «reguläre» ID, je im Original, sowie eine Lebensmittel-
karte für intern vertriebene Personen und seine Geburtsurkunde, je in Ko-
pie, zu den Akten.
B.
Das SEM stellte mit Verfügung vom 4. November 2019 fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch
ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegwei-
sungsvollzug an.
C.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
9. Dezember 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
tragte, es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlings-
eigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren,
eventuell sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hin-
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung
eines amtlichen Rechtsbeistandes. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei die
aufschiebende Wirkung der Beschwerde festzustellen.
D.
Die Instruktionsrichterin hiess mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember
2019 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung un-
ter Vorbehalt des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung – diese ging am
24. Dezember 2019 beim Gericht ein – gut und verzichtete auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses. Zudem forderte sie den Beschwerdeführer
auf, eine Rechtsvertretung zu benennen.
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E.
Die rubrizierte Rechtsvertreterin ersuchte mit Eingabe vom 17. Dezember
2019 darum, als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt zu werden.
F.
Die Instruktionsrichterin ordnete dem Beschwerdeführer mit Zwischenver-
fügung vom 6. Januar 2020 die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche
Rechtsbeiständin bei.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG
[SR 142.31] in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bis-
herige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des
AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 105 und aArt.108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und
sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist – vorbehältlich der Erwägung 3 – einzutre-
ten.
1.4 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde in Verwaltungssachen
aufschiebende Wirkung und das SEM hat die aufschiebende Wirkung der
Beschwerde nicht entzogen (Art. 55 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerdeführer
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ist daher von Gesetzes wegen berechtigt, sich bis zum Abschluss des Asyl-
verfahrens in der Schweiz aufzuhalten (vgl. Art. 42 AsylG). Auf den Antrag
auf Feststellung der aufschiebenden Wirkung ist deshalb mangels Rechts-
schutzinteresses nicht einzutreten.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur
Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht zum Zeitpunkt
der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit
verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit
ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine
bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen
konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus
einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung
als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch
und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5; Ent-
scheide und Mitteilungen der [ehemaligen] Asylrekurskommission
EMARK 2005 Nr. 21 E. 7).
5.
5.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Seinen Aus-
führungen seien keine persönlich gegen ihn gerichteten, ernsthafte Nach-
teile im Sinne des Asylgesetzes zu entnehmen, die einen Verbleib im Hei-
matland verunmöglicht oder in unzumutbarer Weise erschwert hätten. Auf-
grund dieser Beurteilung werde auf die Erwägung der vorhandenen Un-
glaubhaftigkeitselemente in seinen diesbezüglichen Ausführungen verzich-
tet. Er habe keine gezielte Verfolgung seitens Behörden, sonstiger Organi-
sationen oder Personen erlitten. Des Weiteren gebe es keine Hinweise da-
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rauf, dass er bei einer Rückkehr begründete Furcht habe, künftig staatli-
chen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein. Die Einschätzung sei-
ner Mutter etwa könne nicht als objektiver Anhaltspunkt für eine drohende
Verfolgung gewertet werden. Auch wenn bei ihm in irgendeiner Form eine
subjektive Furcht vorhanden sein sollte, sei diese mit Sicherheit nicht ob-
jektiv begründet. Gegen die Annahme, dass die heimatlichen Behörden an
seiner Ergreifung interessiert seien, spreche auch die Tatsache, dass er
unter Verwendung eines authentischen Reisepasses über den (...) Flug-
hafen habe ausreisen können.
Bei der einmaligen Teilnahme an einer Demonstration in G._ handle
es sich um eine Mitläufertätigkeit von untergeordneter Bedeutung, wie
etwa das Tragen von Flaggen, die für die Zuerkennung der Flüchtlingsei-
genschaft nicht ausreiche, da diese Tätigkeiten das Verfolgungsinteresse
des tamilischen Staates nicht auslösen würden. Es sei nicht davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer seitens des sri-lankischen Staates als
ein überzeugter Aktivist im Bestreben der (radikalen) Diaspora für einen
separaten tamilischen Staat wahrgenommen werde. Ausserdem habe er
seine geltend gemachten mutmasslichen Aktivitäten zu keiner Zeit wäh-
rend seines Asylverfahrens mit Dokumenten belegt.
Der Beschwerdeführer sei vor seiner Ausreise keinen asylrelevanten Ver-
folgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen. Vielmehr sei er bis (...) oder
(...) in Sri Lanka wohnhaft gewesen, habe also nach Kriegsende noch (...)
Jahre in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise
bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse sei-
tens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei aufgrund
der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter
Weise verfolgt werden sollte.
5.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in seiner Rechtsmitteleingabe im
Wesentlichen, es existiere eine grosse Anzahl von Berichten über willkürli-
che Misshandlungen, Inhaftierungen und Tötungen von Tamilen, die der
Mitgliedschaft oder Zusammenarbeit mit der LTTE verdächtigt würden. Ge-
mäss Feststellungen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) gebe es
zahlreiche Hinweise, dass Angehörige staatlicher Sicherheitskräfte und
des Militärs im Jaffna-Bezirk und in der Nordprovinz Personen entführen,
illegal in Haft halten, foltern und anschliessend gegen Lösegeldzahlungen
wieder freilassen würden. Schon der Verdacht auf eine lediglich unterge-
ordnete Tätigkeit zugunsten der LTTE könne dazu führen, ins Visier der sri-
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lankischen Behörden zu geraten. Vorliegend seien auf dem Grundstück
seiner Familie Waffen gefunden worden. Den Behörden sei bekannt gewe-
sen, dass mehrere seiner Familienmitglieder der LTTE gedient hätten. Da-
mit lägen bereits genügend Anhaltspunkte vor, dass sich eine asylrelevante
Verfolgung in absehbarer Zeit verwirklicht hätte. Dass er nicht so lange zu-
gewartet habe, bis tatsächlich etwas passiert sei, könne ihm nicht entge-
genhalten werden. Hinzukomme, dass sein Vater später auch tatsächlich
verhaftet worden sei. Allein deswegen, dass dieser nach (...) Monaten wie-
der entlassen worden sei, könne nicht darauf geschlossen werden, dass
ihm (Beschwerdeführer) nichts passiert wäre. Wäre er nicht aus Sri Lanka
geflohen, wäre er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ebenfalls verhaf-
tet und wie sein Vater inhaftiert und allenfalls gefoltert oder sexuell miss-
braucht worden.
Ferner gerate er als Tamile aus dem Norden bereits bei der Einreise sys-
tematisch ins Visier der Sicherheitskräfte. Ohne sri-lankischen Reisepass
werde er mit einem temporären Reisepass als Person mit einem durchlau-
fenen Asylverfahren identifizierbar und folglich von der Einreisebehörde
und der Kriminalpolizei einer Personensicherheitsprüfung unterzogen. Mit
der Feststellung, dass er tamilisch spreche und im E._-Gebiet lebe,
bestehe sodann ein Anfangsverdacht, dass er der LTTE nahestände. Zu-
dem seien mehrere nahe Verwandte (Vater, Schwester, Tante und Schwa-
ger) bei der LTTE tätig gewesen. Im Übrigen sei bereits aufgrund der be-
hördlichen Suche nach ihm davon auszugehen, dass er auf der «Stop-List»
oder zumindest der «Watch-List» aufgeführt sei. Damit sei ein erhöhtes Ri-
sikoprofil gegeben. Weiter ziehe auch sein mehrjähriger Aufenthalt in der
Schweiz – einem politisch aktiven Hort der tamilischen Diaspora – bei einer
Rückkehr zusätzlich die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf
sich. Er sei während der Zeit in der Schweiz auch politisch aktiv gewesen
und habe an einer Demonstration in G._ teilgenommen. Die oben-
genannte Gefährdung gelte umso mehr seit dem Regierungswechsel, der
durch die Wahlen am 16. November 2019 ausgelöst worden sei. Das
dreiste und rechtswidrige Vorgehen des Rajapaksa-Clans gegen jegliche
Gegner lasse vermuten, dass dieses Regime auch gegenüber zurückge-
schafften, abgewiesenen Asylsuchenden aus der Schweiz vermehrt vorge-
hen werde. Es könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen wer-
den, dass ihm Folter, Inhaftierung oder andere unmenschliche Behandlung
drohe. Der vorinstanzliche Entscheid sei nicht mit Art. 3 AsylG in Einklang
zu bringen.
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Nachdem sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht mit der
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen auseinandergesetzt habe, sei schliesslich
lediglich festzuhalten, dass seine Vorbringen alle wesentlichen Punkte ent-
halten würden, substantiiert sowie widerspruchsfrei und damit glaubhaft
ausgefallen seien.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu
Recht als nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG erachtet hat. Die
Ausführungen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, zu einer anderen
Beurteilung zu führen.
6.2 Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung erwogen, dass dem
Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt etwas Konkretes zugestossen ist
und dass in seinem Heimatland gegen ihn keine Vorwürfe erhoben worden
sind. Der Beschwerdeführer verneinte dementsprechend an der BzP auch,
jemals in seiner Heimat inhaftiert gewesen oder vor Gericht gestanden zu
sein und führte aus, abgesehen von Befragungen durch die Behörden auf
dem Weg zur Arbeit habe er keine Probleme oder Konflikte mit den Behör-
den gehabt (vgl. SEM act. A5 Ziff. 7.01). Er verneinte auf Nachfrage in der
Anhörung zudem explizit, je bei der LTTE gewesen zu sein (vgl. SEM
act. A18 F75). Bei seinem nicht weiter substantiierten Vorbringen, jemand
habe verraten, dass seine Tante Mitglied bei der LTTE gewesen sei und
dass sie die Gewehre auf seinem Grundstück versteckt habe (vgl. a.a.O.
F64), handelt es sich offensichtlich um eine blosse Behauptung, nachdem
der Beschwerdeführer zuvor auf die Nachfrage, weshalb die Behörden
ausgerechnet auf seinem Familiengrundstück nach Waffen gesucht hätten,
antwortete, das wisse er nicht, er habe keine Ahnung (vgl. a.a.O. F54).
Demnach handelt es sich bei der Verfolgungsfurcht des Beschwerdefüh-
rers lediglich um eine subjektive Befürchtung, die objektiv nicht gerechtfer-
tigt erscheint. Dies gilt umso mehr, als der Vater des Beschwerdeführers
angeblich nach einer (...)monatigen Haft und offenbar ohne weitere Kon-
sequenzen freigelassen worden ist (vgl. dazu Beschwerdeschrift, S. 5;
SEM act. A18 F37, 57 f.). Bezeichnenderweise war dem Beschwerdeführer
denn auch ohne Weiteres möglich, mit seinem im (...) ausgestellten Rei-
sepass in die H._ auszureisen (vgl. SEM act. A5 Ziff. 4.02).
6.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach dem Gesagten überein-
stimmend mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer
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nicht gelungen ist, glaubhaft darzulegen, dass er im Zeitpunkt seiner Aus-
reise im (...) in asylbeachtlicher Weise gefährdet war.
6.4 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer trotz fehlender Vorverfol-
gung bei einer Rückkehr in sein Heimatland ernsthafte Nachteile im Sinne
von Art. 3 AsylG drohen würden.
Diesbezüglich ist auf das Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 zu
verweisen, in dem das Bundesverwaltungsgericht unter Berücksichtigung
von zahlreichen einschlägigen Quellen eine Analyse der Situation von
Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen und dabei verschiedene
Kriterien aufgestellt hat, die ein Verfolgungsrisiko begründen. Drei Fakto-
ren wurden dabei als stark risikobegründend qualifiziert: eine tatsächliche
oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zur LTTE (darun-
ter fallen auch tatsächliche oder vermutete familiäre Verbindungen zu
LTTE-Mitgliedern und Hilfeleistungen für die LTTE [a.a.O., E. 8.4.1]), die
Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen sowie frühere
Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-
menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zur LTTE.
Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine
zwangsweise respektive durch die Internationale Organisation für Migra-
tion begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobe-
gründende Faktoren dar. Im Urteil wird weiter ausgeführt, von den Rück-
kehrenden, die diese Risikofaktoren erfüllten, habe allerdings nur eine
kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten; und zwar jene Perso-
nen, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden bestrebt seien, den ta-
milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und deshalb eine Ge-
fahr für den sri-lankischen Einheitsstaat darstellten (a.a.O., E. 8.5.3). Mit
Blick auf die dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkeh-
rer gefährdet, deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren
«Stop-List» vermerkt seien und deren Eintrag den Hinweis auf eine Verhaf-
tung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit
einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zur LTTE enthalte. Ent-
sprechendes gelte für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland
regimekritisch betätigt hätten (a.a.O., E. 8.5.5).
Beim Beschwerdeführer handelt es sich nicht um eine politisch aktive Per-
son. Zwar hat er angeblich in seinem Heimatland (...) verteilt (vgl. SEM
act. A5 Ziff. 7.01), ist aber insbesondere nie als Befürworter des tamili-
schen Separatismus in Erscheinung getreten. So war er selber nie Mitglied
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der LTTE und machte nicht geltend, diese Organisation in irgendeiner
Weise konkret unterstützt zu haben. Er brachte zwar vor, dass sein Vater,
seine Schwester, sein Schwager und seine Tante bei der LTTE gewesen
seien (vgl. SEM act. A18 F36). Sein Vater sei aber vor dem Jahr (...) Mit-
glied gewesen, seine Schwester sei im Jahr (...) nach (...) Monaten bei der
Bewegung aus dieser geflohen (vgl. a.a.O. F37 und 40 f.) und die erwähnte
Tante lebe nicht mehr (vgl. a.a.O. F65). Der Beschwerdeführer war – wie
ausgeführt – im Zeitpunkt seiner Ausreise im (...) nicht in asylbeachtlicher
Weise gefährdet, weshalb auch nicht davon auszugehen ist, dass er des-
wegen bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile zu gegen-
wärtigen hätte. Aus Europa respektive der Schweiz nach Sri Lanka zurück-
kehrende tamilische Asylsuchende sind ferner nicht per se einer ernstzu-
nehmenden Gefahr ausgesetzt, bei ihrer Rückkehr ernsthafte Nachteile im
Sinne von Art. 3 AsylG (namentlich Verhaftung und Folter) zu erleiden. Die
Wahrscheinlichkeit von Verhaftung und Folter bei der Rückkehr kann auch
nicht ohne Weiteres an der Dauer des Aufenthalts im Gastland gemessen
werden (vgl. dazu das Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016,
E. 9.2.4, mit Verweis auf E. 8.3 und 8.4.6). Massgebend für die Beantwor-
tung der Frage, ob der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr nach
Sri Lanka eine Verfolgung seitens der Behörden befürchten muss, ist viel-
mehr, ob die sri-lankischen Behörden sein Verhalten mutmasslich als
staatsfeindlich einstufen. Diese Voraussetzung ist gestützt auf die vorste-
henden Ausführungen zu verneinen. Insbesondere ist erneut darauf hinzu-
weisen, dass das Bestehen einer relevanten Vorverfolgung verneint wurde.
Der Beschwerdeführer erfüllt offensichtlich nicht das Profil eines aktiven
und militanten LTTE-Anhängers und wurde in Sri Lanka namentlich nie of-
fiziell verhaftet oder angeklagt. Die Ausreise des Beschwerdeführers im
Jahr (...) über den Flughafen I._ mit einem authentischen Reise-
pass legt zudem die Vermutung nahe, dass er sich jedenfalls damals nicht
verfolgt gefühlt – und sich auch nicht auf einer "Stop-List" befunden – hat.
Die vorgebrachte exilpolitische Tätigkeit (einmalige Teilnahme an einer De-
monstration in G._) ist sodann als in jeder Hinsicht niederschwellig
einzustufen. Weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerde-
ebene legte er dar, inwieweit er sich durch sein exilpolitisches Wirken der-
art exponiert habe, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Furcht von
einer asylrelevanten Verfolgung haben müsste. Sodann reichte er keinerlei
Beweismittel zu seinem geltend gemachten exilpolitischen Engagement
ein. Alleine aus der tamilischen Ethnie, seiner Herkunft aus dem Norden
Sri Lankas, seinem Alter und der mittlerweile knapp (...)jährigen Landes-
abwesenheit kann der Beschwerdeführer keine Gefährdung ableiten. Es ist
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somit nicht anzunehmen, dass ihm persönlich im Falle einer Rückkehr
nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen.
6.5 An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle – als volatil zu be-
zeichnende – Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungs-
gericht ist sich der Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die
aktuellen Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner
Entscheidfindung. Weder aus dem Machtwechsel 2019 noch aus dem Vor-
fall betreffend eine Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft in
Sri Lanka, noch aus den zwischenzeitlich im August 2020 erfolgten Parla-
mentswahlen vermag der Beschwerdeführer etwas zu seinen Gunsten ab-
zuleiten. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach speziell der
Beschwerdeführer einer erhöhten Gefahr ausgesetzt wäre. Ebenso gibt es
zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Macht-
wechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfol-
gungsgefahr ausgesetzt wären.
6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auf-
grund des Dargelegten die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und die Vor-
instanz sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar oder unmög-
lich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
D-6571/2019
Seite 12
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 und Art. 4 der
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
8.2.2 Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot schützt nur Personen,
die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder
glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden.
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-
lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl.
Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation
in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen
(BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch der EGMR hat wiederholt festgestellt, dass
nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri Lanka eine
unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall
vorgenommen werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom
19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Ausführungen des
D-6571/2019
Seite 13
Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich konkrete Anhalts-
punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort
mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach EMRK oder FoK verbote-
nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre.
8.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich
die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter
Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Die allgemeine Men-
schenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heu-
tigen Zeitpunkt weiterhin nicht als unzulässig erscheinen.
8.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
der LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehen-
den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundes-
verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvoll-
zug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen
Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-
ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte
Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil
des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). In einem als Refe-
renzurteil publizierten Entscheid erachtet das Bundesverwaltungsgericht
auch den Wegweisungsvollzug ins "Vanni-Gebiet" als zumutbar (vgl. Urteil
des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). Diese Einschät-
zung gilt auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Situation.
8.3.2 In Bezug auf die generellen und individuellen Zumutbarkeitskriterien
bringt der Beschwerdeführer nichts vor, das geeignet wäre, die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz umzustossen, auf die zur Vermeidung
von Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden kann. Bezüglich der
sich derzeit in zahlreichen Ländern ausbreitenden Corona-Pandemie ist
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festzuhalten, dass in Sri Lanka gemäss öffentlich zugänglichen Quellen der
erste Fall einer Covid-19-Erkrankung Ende Januar 2020 und somit rund
einen Monat, bevor in der Schweiz der erste Fall gemeldet wurde, diagnos-
tiziert wurde. Die Krankheit hat sich in Sri Lanka weit weniger als in der
Schweiz ausgebreitet, wobei unter Hinweis auf die Dunkelziffer in beiden
Ländern nicht alle Fälle bekannt sein dürften. Jedenfalls führt die Tatsache,
dass auch Sri Lanka von Covid-19-Erkrankungen betroffen ist, nicht bereits
zur Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Urteil
des BVGer E-319/2019 vom 11. November 2020 E. 8.3.5). Insbesondere
bestehen keine Hinweise darauf, dass die medizinische Versorgung in
Sri Lanka im Falle einer Covid-19-Erkrankung nicht gewährleistet wäre
(vgl. etwa Ministry of Health, Epidemiology Unit, http://epid.gov.lk/web/in-
dex.php?lang=en; Health Promotion Bureau, https://hpb.health.gov.lk/en/
covid-19, besucht am 6.1.2021). Der Vollzug der Wegweisung ist somit
nicht unzumutbar.
8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12). Der Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung steht
auch die Corona-Pandemie nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich
– wenn überhaupt – um ein temporäres Vollzugshindernis, welchem im
Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rech-
nung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Wegweisung
der Situation in Sri Lanka angepasst wird (vgl. EMARK 1995 Nr. 14 E. 8d
und e sowie statt vieler Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020
E. 8.9). Der Vollzug der Wegweisung ist daher auch als möglich zu be-
zeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und
vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen
ist (Art. 106 AsylG) ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit
auf diese einzutreten ist.
http://epid.gov.lk/web/index.php?lang=en http://epid.gov.lk/web/index.php?lang=en https://hpb.health.gov.lk/en/%20covid-19 https://hpb.health.gov.lk/en/%20covid-19
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10.
10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm jedoch mit
Instruktionsverfügung vom 12. Dezember 2019 die unentgeltliche Prozess-
führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, und es den Akten
nicht zu entnehmen ist, dass er zwischenzeitlich nicht mehr bedürftig wäre,
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.
10.2 Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2020 ordnete die Instruktions-
richterin dem Beschwerdeführer die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtli-
che Rechtsbeiständin bei. Demnach ist dieser ein Honorar für ihre notwen-
digen Ausgaben im Beschwerdeverfahren auszurichten. Sie reichte keine
Kostennote zu den Akten. Auf entsprechende Nachforderung kann indes-
sen verzichtet werden, da sich die Vertretungskosten (ab Datum des Ge-
suchs beziehungsweise der Vollmacht vom 17. Dezember 2019) aufgrund
der Akten abschätzen lassen (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Bei amtlicher Vertre-
tung wird in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.–
für nicht-anwaltliche Rechtsvertreter und Rechtsvertreterinnen ausgegan-
gen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE, Zwischenverfügung vom
28. Februar 2018). Der amtlichen Vertreterin ist demnach durch das Bun-
desverwaltungsgericht ein Honorar gestützt auf die in Betracht zu ziehen-
den Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) in der Höhe von Fr. 350.– (inkl.
Auslagen und allfälliger Mehrwertsteuer) auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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