Decision ID: 79aaf441-ba07-54fb-bada-c36e9eb9b279
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 27. März 2020 wurde in Swissreg die angefochtene Marke CH 744'975
"Valser Bier – Das Original Bernstein Oberbräu" veröffentlicht. Sie ist für
folgende Waren eingetragen:
Klasse 32: Biere schweizerischer Herkunft
B.
Gegen diese Eintragung erhob die Beschwerdeführerin Widerspruch und
beantragte den vollständigen Widerruf der angefochtenen Marke. Sie be-
ruft sich dabei auf die Schweizer Marke CH 689'694 "Valser (fig.)" mit fol-
gendem Aussehen:
Diese Widerspruchsmarke ist für folgende Waren hinterlegt:
Klasse 32: Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer (Getränke); alle vorgenannten Waren aus Vals (Graubünden).
C.
Mit Entscheid vom 7. Dezember 2020 wies die Vorinstanz den Widerspruch
ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Waren gleich-
artig seien und auch eine Übereinstimmung der Zeichen im Element "Val-
ser" bestehe, was zu einer Zeichenähnlichkeit führe. Das Zeichenelement
"Valser" sei zwar grundsätzlich gemeinfrei, allerdings habe es sich für die
beanspruchten Waren Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer (Ge-
tränke); alle vorgenannten Waren aus Vals (Graubünden) als Marke durch-
gesetzt. Die Vorinstanz argumentiert weiter, dass sich diese Markendurch-
setzung hingegen nicht auf andere Waren als die genannten beziehen
könne. Die Vorinstanz ging davon aus, dass das Zeichenelement "Valser"
demnach für Biere schweizerischer Herkunft, wie sie von der angefochte-
nen Marke beansprucht werden, nicht durchgesetzt habe und gemeinfrei
sei. Entsprechend könne sich der Schutzbereich der Widerspruchsmarke
nicht auf das Zeichenelement "Valser" für Biere schweizerischer Herkunft
erstrecken. Daraus folgerte die Vorinstanz, dass die Zeichen nur in einem
Element übereinstimmten, welches ein nicht schutzfähiger Markenbe-
standteil sei.
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D.
D.a Gegen diesen Entscheid wurde mit Schriftsatz vom 25. Januar 2021
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Die Beschwer-
deführerin beantragt, es sei der Entscheid der Vorinstanz vom 7. Dezem-
ber 2020 aufzuheben, der Widerspruch sei vollumfänglich gutzuheissen
und die Vorinstanz sei anzuweisen, die Eintragung der Marke CH 744'975
"Valser Bier – Das Original Bernstein Oberbräu" zu widerrufen. Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners.
D.b Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus,
dass die Warengleichartigkeit gegeben sei, dass die Zeichenähnlichkeit
durch die Verwendung des Wortes "Valser" am Anfang der angefochtenen
Marke ebenfalls vorliege, da dies eine vollständige Übernahme der Wider-
spruchsmarke darstelle. Sie widerspricht weiter der vorinstanzlichen Ein-
schätzung, wonach andere Waren als die von der Widerspruchsmarke be-
anspruchten dem Gemeingut zuzurechnen seien. Vielmehr habe die Wi-
derspruchsmarke durch den intensiven Gebrauch sogar eine starke Kenn-
zeichnungskraft, was nicht einfach so ausser Acht gelassen werden könne.
Da die Beschwerdeführerin zudem weitere Marken mit dem Zeichenele-
ment "Valser" registriert habe, sei insgesamt zumindest von einer mittelba-
ren Verwechslungsgefahr auszugehen.
E.
Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 15. März 2021 auf eine Ver-
nehmlassung und beantragt unter Hinweis auf die Begründung im ange-
fochtenen Entscheid, die Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen.
F.
Der Beschwerdegegner reichte innert Frist keine Beschwerdeantwort ein.
G.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt, auf die weiteren Vorbrin-
gen wird, soweit erheblich, in den folgenden Erwägungen detaillierter ein-
gegangen.
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Seite 4

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-
gen Entscheide der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31,
32 und 33 Bst. e des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht
vom 17. Juni 2005 [VGG], SR 173.32). Die Beschwerde wurde innert der
gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) eingereicht
und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet. Als Widerspre-
chende ist die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und beschwert (Art. 48 VwVG).
2.
2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c des
Markenschutzgesetzes (MSchG, SR 232.11) i.V.m. Art. 31 Abs. 1 MSchG
Widerspruch gegen die Eintragung einer jüngeren Marke erheben, wenn
diese seiner Marke ähnlich ist und für gleiche oder gleichartige Waren oder
Dienstleistungen registriert ist, so dass sich daraus eine Verwechslungs-
gefahr ergibt. Die Verwechslungsgefahr beurteilt sich nach der Kennzeich-
nungskraft der älteren Marke, der Zeichenähnlichkeit und der Gleichartig-
keit der Waren und Dienstleistungen, für die die Marken hinterlegt sind
(JOLLER, in: Noth/Bühler/Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz [MSchG],
2. Aufl. 2017, Art. 3 N. 46). Als eine Wechselwirkung zwischen der Gleich-
artigkeit der Waren und Dienstleistungen und der Zeichenähnlichkeit sind
an die Verschiedenheit der Zeichen umso höhere Anforderungen zu stel-
len, je ähnlicher die Produkte sind, und umgekehrt (STÄDELI/BRAUCHBAR-
BIRKHÄUSER, in: David/Frick [Hrsg.], Kommentar zum Markenschutz- und
Wappenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 3 N. 154).
2.2 Die Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen beurteilt sich an-
hand der Einträge im Markenregister (Urteil des BVGer B-531/2013 vom
21. Oktober 2013 E. 2.2 "Gallo/Gallay [fig.]"). Gleichartigkeit liegt vor, wenn
die massgeblichen Abnehmerkreise annehmen können, die unter Verwen-
dung ähnlicher Marken angebotenen Waren oder Dienstleistungen würden
angesichts ihrer üblichen Herstellungs- und Vertriebsstätten aus demsel-
ben Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter der Kontrolle ei-
nes gemeinsamen Markeninhabers hergestellt (Urteile des BVGer
B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 E. 2.2 "Nivea [fig.]/Neauvia", B-6761/2017
vom 5. Juni 2019 E. 2.2 "Qnective/Q qnnect [fig.]").
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2.3 Hat sich ein ursprünglich im Gemeingut stehendes Zeichen im Verkehr
durchgesetzt, verfügt es grundsätzlich über eine normale Kennzeichnungs-
kraft und einen normalen Schutzumfang. Aufgrund der Umstände kann der
Schutzumfang stark sein. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass er aus-
nahmsweise schwach bleibt (Urteil des BVGer B-3406/2016 vom 20. Juli
2018 E. 8.2. "PUPA/Fashionpupa"; JOLLER, in: Markenschutzgesetz
[MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 3 N. 116 ff, MARBACH, SIWR III/1, N. 983 ff.).
Die Verkehrsdurchsetzung ist für die Eintragung einer zum Gemeingut ge-
hörenden Marke gemäss Art. 2 Bst. a MSchG vorausgesetzt. Für das Wi-
derspruchsverfahren verweist Art. 31 MSchG jedoch ausschliesslich auf
Art. 3 Abs. 1 MSchG; im Rahmen des verwaltungsrechtlichen Wider-
spruchsverfahrens prüft das Gericht deshalb lediglich das Vorliegen einer
Verwechslungsgefahr als relativen Ausschlussgrund, nicht auch die abso-
luten Ausschlussgründe nach Art. 2 MSchG. Die Frage des erhöhten
Schutzumfangs einer Marke infolge ihrer gesteigerten Bekanntheit ist als
Tatbestand, wenn auch nicht als Rechtsfrage, mit jener verwandt, ob eine
Marke durch Verkehrsdurchsetzung Schutz erlangt (vgl. BGE 130 III 267
E. 4.7.3 „Tripp Trapp“, wo die Notorietät einer Marke als Verkehrsgeltung
im massgebenden Kreis beschrieben wird). Die Grundsätze von Art. 2
MSchG sind entsprechend auf die im Widerspruchsverfahren zu beurtei-
lende Kennzeichnungskraft anwendbar (WILD, in: Markenschutzgesetz
[MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 31 N. 16, mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen:
Urteil des BVGer B-7017/2008 vom 11. Februar 2010 E. 5.2 „Plus/Plusplus
[fig.]“).
2.4 Eine Verwechslungsgefahr besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit der
Zeichen und der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen Fehlzu-
rechnungen zu befürchten sind, so dass die mit dem jüngeren Zeichen ver-
sehenen Waren und Dienstleistungen dem falschen Markeninhaber zuge-
rechnet werden. Die Verwechslungsgefahr ist eine unmittelbare, wenn ei-
nes der zu vergleichenden Zeichen für das andere gehalten wird, und eine
mittelbare, wenn die massgeblichen Verkehrskreise die Zeichen zwar aus-
einanderhalten, dahinter aber wirtschaftliche Zusammenhänge der Mar-
keninhaber vermuten, die in Wirklichkeit nicht bestehen (Urteile des BVGer
B-2296/2014 vom 29. Juni 2015 E. 3.5 "ysl [fig.]/sl skinny love [fig.]";
B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.5 "Gallo/Gallay [fig.]").
3.
Vorab sind die Verkehrskreise und deren Aufmerksamkeitsgrad zu bestim-
men. Die beanspruchten Waren Mineralwässer und kohlensäurehaltige
Wässer (Getränke); alle vorgenannten Waren aus Vals (Graubünden) sind
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Massenartikel des täglichen Bedarfs. Diese richten sich an das allgemeine
Publikum und werden von diesem mit einer eher geringen Aufmerksamkeit
beurteilt (BGE 126 III 315 E. 6 bb "Rivella/Apiella" m.H.).
4.
4.1 Weiter ist die Gleichartigkeit der strittigen Waren zu beurteilen. Die Be-
schwerdeführerin und die Vorinstanz sind beide der Auffassung, dass Mi-
neralwässer und kohlensäurehaltige Wässer (Getränke); alle vorgenann-
ten Waren aus Vals (Graubünden) der Widerspruchsmarke mit Biere
schweizerischer Herkunft gleichartig seien. Erstens sei es bestehende Pra-
xis der Vorinstanz, Biere und Mineralwässer als gleichartig anzusehen und
zweitens dienten insbesondere alkoholfrei Biere oder Biere mit wenig Alko-
holgehalt als Erfrischungsgetränk, so wie Mineralwässer.
4.2 In der Tat kann eine Warengleichartigkeit angenommen werden, wenn
gewisse Produkte zu vergleichbaren Gelegenheiten und zu ähnlichen Zwe-
cken konsumiert werden oder aber zwei Produkte eine enge Zusammen-
gehörigkeit mit gleichen Abnehmerkreisen und Vertriebsstätten besteht
(vgl. Urteil des BVGer B-1778/2019 vom 30. Juni 2021 E. 5.3.2 "PY-
RAT/thePirate.com ]fig.]/tP thePirate.com [fig.] m.w.H."). Biere, insbeson-
dere alkoholfreie Biere, dienen durchaus als Erfrischungsgetränk, so wie
Mineralwasser. Auch ist das Mischen von Mineralwasser und Bier zu einem
(sauren) Panaché nicht unüblich. Entsprechend kann vorliegend von einer
Warengleichartigkeit ausgegangen werden.
5.
Nachfolgend ist die Zeichenähnlichkeit zu prüfen. Es stehen sich die Wort-
/Bildmarke "Valser (fig.)" und die Wortmarke "Valser Bier – Das Original
Bernstein Oberbräu" gegenüber.
5.1 Die Widerspruchsmarke besteht aus dem Wort "Valser", welches das
Adjektiv zur Ortschaft Vals ist und damit die Herkunft aus Vals bezeichnet.
Das grafische Element erschöpft sich dabei in der Schriftart, wie das Wort
"Valser" geschrieben ist, wobei diese als gängig und kaum auffällig be-
zeichnet werden kann. Die angefochtene Marke ist eine reine Wortmarke
bestehend aus den Wörtern "Valser Bier – Das Original Bernstein Ober-
bräu".
5.2 Sofort augenfällig ist, dass in beiden Marken das Wort "Valser" im
Sinne der adjektivischen Herkunftsbezeichnung verwendet wird. Ange-
sichts der minimalen grafischen Gestaltung der Widerspruchsmarke kann
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vorliegend von einer integralen Übernahme der Widerspruchsmarke in die
angefochtene Marke gesprochen werden. Eine solche verstösst grundsätz-
lich gegen das Markenrecht, kann aber bei Vorliegen gewisser Ausnahmen
allerdings dennoch zulässig sein (vgl. Urteil des BVGer B-3706/2016 vom
20. Juli 2018 E. 5.1 und 5.2 "PUPA/Fashionpupa"). Durch die integrale
Übernahme der Widerspruchsmarke ist die Zeichenähnlichkeit bezüglich
Schrift- und Klangbild gegeben.
6.
Weiter ist die Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke zu prüfen.
6.1 Die Widerspruchsmarke "Valser (fig.)" ist für die erwähnten Waren als
durchgesetzte Marke im Markenregister eingetragen. Das heisst, die Be-
zeichnung "Valser" stand ursprünglich im Gemeingut, durch den intensiven
und weit verbreiteten Gebrauch als Bezeichnung für Mineralwasser, wan-
delte sich "Valser" allerdings zu einer Angabe über die betriebliche Herkunft
ebendieses Mineralwassers und konnte als Marke eingetragen werden.
Die Vorinstanz argumentiert in ihrem Entscheid diesbezüglich, dass sich
die Bezeichnung "Valser" ausschliesslich für Mineralwasser durchgesetzt
habe und die Bezeichnung "Valser" für andere Waren nach wie vor im Ge-
meingut stehe. Gemäss Vorinstanz betrifft diese Feststellung auch Waren,
welche markenrechtlich gleichartig mit Mineralwasser sind.
6.2 Dieser Einschätzung kann indes aus zweierlei Gründen nicht gefolgt
werden. Denn Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG bietet Schutz für eine ältere
Marke gegen jüngere Marken, die ähnlich und für gleichartige Waren be-
stimmt sind. Eine Eingrenzung auf einen Schutz nur gegen identische Wa-
ren bei Marken, welche sich im Verkehr durchgesetzt haben, wäre mit dem
Wortlaut von Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG nicht vereinbar. Dies wird auch im
Bundesgerichtsentscheid BGE 128 III 441 reflektiert. In dieser Sache hatte
das Bundesgericht zu entscheiden, ob die ältere durchgesetzte Marke "Ap-
penzeller® Switzerland (fig.)" mit der jüngeren Garantiemarke "Appenzeller
Natural" verwechselbar sei. Das Bundesgericht bejahte die Verwechs-
lungsgefahr und erläuterte in Erwägung 3.3, dass es zudem rechtens sei,
dass die Waren Yoghurt, Rahm, Butter und Quark aus Milch der jüngeren
Marke gelöscht wurden, obwohl sich die ältere Marke lediglich für Käse
durchgesetzt habe, da genannte Waren allesamt gleichartig seien.
Die gleiche Konstellation ist im vorliegenden Fall gegeben. Die Wider-
spruchsmarke hat sich für die Ware Mineralwässer durchgesetzt und kann
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Markenschutz nicht nur gegenüber identischen, sondern auch gleicharti-
gen Waren geltend machen, namentlich das vorliegende Bier der ange-
fochtenen Marke.
6.3 Die Widerspruchsmarke hat sich im Verkehr durchgesetzt, was im vor-
liegenden Verfahren von keiner Partei angezweifelt wurde und wohl als ge-
richtsnotorisch gelten kann. Der Schutzumfang ist daher mindestens nor-
mal und bezieht sich auf die Waren Mineralwässer und kohlensäurehaltige
Wässer (Getränke); alle vorgenannten Waren aus Vals (Graubünden) und
gleichartige Waren.
7.
Mit der Vorinstanz einig zu gehen ist zwar in der Ansicht, wonach Ortsbe-
zeichnungen, welche zufolge Verkehrsdurchsetzung als Marke eingetra-
gen wurden, auch Konkurrenzunternehmen zur Verfügung stehen sollen.
Diese Konkurrenzunternehmen haben aber für eine genügende Unter-
scheidbarkeit gegenüber der prioritätsälteren Marke zu sorgen (BGE 117 II
321 E. 4 Valser Mineralquellen AG gegen Passugger Heilquellen AG).
7.1 Es ist im Folgenden daher zu prüfen, ob zwischen der Widerspruchs-
marke "Valser (fig.)" und der angefochtenen Marke "Valser Bier - Das Ori-
ginal Bernstein Oberbräu" eine genügende Unterscheidbarkeit besteht.
7.2 Die angefochtene Marke enthält neben dem Wort "Valser" auch die di-
rekt beschreibende Angabe "Bier" sowie den Slogan "Das Original Bern-
stein Oberbräu". Wie die Vorinstanz korrekt feststellte, ist "Original" anprei-
send und hat entsprechend eine geringe bis gar keine Kennzeichnungs-
kraft. Bernstein ist als Hinweis auf die Farbe des Bieres ebenfalls stark
beschreibend und trägt wenig zur Kennzeichnungskraft bei, womit das
Wort Oberbräu verbleibt. Einen eindeutigen Sinngehalt lässt sich dem Wort
"Oberbräu" nicht zuordnen. Im Zusammenhang mit Bier ist indes eine
starke Allusion an die Brauart "obergäriges Bier" anzunehmen, womit auch
dieser Zeichenbestandteil lediglich über eine geringe Kennzeichnungskraft
verfügt. Insgesamt besteht die angefochtene Marke damit aus dem Wort
"Valser" und mehreren, wenig bis gar nicht kennzeichnungskräftigen Zu-
sätzen. Bei der Beurteilung der Kennzeichnungskraft – bzw. wie vorliegend
der genügenden Unterscheidbarkeit – dürfen kennzeichnungsschwache
Elemente indes nicht einfach ignoriert werden (BGE 122 III 382 E. 5b "Ka-
millosan/Kamillan"). Auch ist denkbar, dass eine Kombination von gemein-
freien Elementen insgesamt eine gewisse Kennzeichnungskraft erzeugen
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kann (Urteil des BVGer B-3119/2013 vom 12. Juni 2014 E. 6.1 "Swissprim-
beef/Appenzeller Prim(e) Beef [fig.]"). Weiter ist nicht auszuschliessen,
dass eine Unterscheidbarkeit über einen differenzierenden Sinngehalt her-
beigeführt werden kann. Allerdings sind die Bestandteile der angefochte-
nen Marke vorliegend so kennzeichnungsschwach und deren Sinngehalt
so nahe bei der Widerspruchsmarke, dass diese Bestandteile auch bei ei-
ner Berücksichtigung in einer Gesamtbetrachtung nicht derart ins Gewicht
fallen, dass eine genügende Unterscheidbarkeit zur Widerspruchsmarke
besteht.
7.3 Insgesamt unterscheiden sich die beiden Marken somit nur in geringem
Masse. Zudem bezieht sich das Element "Oberbräu", welches noch am
ehesten eine Unterscheidung zwischen den Zeichen bewirken könnte, auf
die Ware Bier, welche gleichartig mit den beanspruchten Waren der Wider-
spruchsmarke ist. Damit kann eine unmittelbare Verwechslungsgefahr
kaum ausgeschlossen werden. Und selbst wenn eine unmittelbare Ver-
wechslungsgefahr durch die Zusätze in der angefochtenen Marke beseitigt
würde, wäre eine mittelbare Verwechslungsgefahr über die betriebliche
Herkunft vorliegend gegeben. Denn bei den vorliegend strittigen Waren
handelt es sich um Getränke, bei welchen die relevanten Verkehrskreise
schneller der Auffassung sein könnten, dass es sich bei der angefochtenen
Marke um eine Variante oder neue Linie der Widerspruchsmarke handle
(vgl. Urteil des BVGer B-6099/2013 vom 28. Mai 2015 E. 7.3 "CARPE
DIEM/carpe noctem").
7.4 Damit ist eine Verwechslungsgefahr nicht auszuschliessen und die an-
gefochtene Marke ist aus dem Markenregister zu löschen. Die Beschwerde
ist somit gutzuheissen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdegegner kosten-
und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 64
Abs. 1 VwVG).
8.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache,
Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzulegen
(Art. 63 Abs. 4 bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE),
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wobei im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widerspre-
chenden an der Löschung beziehungsweise jenes der Widerspruchsgeg-
nerin am Bestand der angefochtenen Marke zu veranschlagen ist. Bei eher
unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen
Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 492 E. 3.3 "Tur-
binenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Verfah-
ren auszugehen, da keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder
niedrigeren Wert der strittigen Marke sprechen. Im Ergebnis rechtfertigt es
sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 4'500.– festzulegen
und dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der
von ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückzuerstatten.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine
Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen
werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteient-
schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-
wendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote
oder, falls keine solche eingereicht wurde, aufgrund der Akten festzulegen
(Art. 8 i.V.m. Art. 14 VGKE). Mangels Kostennote wird die Parteientschädi-
gung aufgrund der Akten auf Fr. 4'200.– festgesetzt.
8.3 Da der Widerspruch vollständig gutzuheissen ist, sind auch die vor-
instanzlichen Kosten neu zu verlegen. Der anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführerin ist für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschä-
digung von Fr. 1'200.- zu Lasten des Beschwerdegegners zuzusprechen
(vgl. Richtlinien in Markensachen des Eidgenössischen Instituts für Geisti-
ges Eigentum vom 1. Januar 2019, S. 48). Die Widerspruchsgebühr ver-
bleibt bei der Vorinstanz. Angesichts des Verfahrensausgangs vor Bundes-
verwaltungsgericht hat die Beschwerdeführerin auch in Bezug auf die vor-
instanzlichen Kosten als obsiegend zu gelten, weshalb ihr die vorgeleistete
Widerspruchsgebühr von Fr. 800.- zu ersetzen ist. Damit sind dem Be-
schwerdegegner für das vorinstanzliche Widerspruchsverfahren insge-
samt Fr. 2'000.- aufzuerlegen.
9.
Gegen dieses Urteil ist die Beschwerde an das Bundesgericht nicht gege-
ben (Art. 73 BGG). Das Urteil erwächst mit Eröffnung in Rechtskraft.
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