Decision ID: 3c039224-14f5-5149-a616-9c3703aeadec
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2012 schloss die Stiftung Auffangeinrich-
tung BVG (nachfolgend: Auffangeinrichtung oder Vorinstanz) die
A._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Beschwerdeführerin)
rückwirkend per 2. August 2011 zwangsweise an (act. 6). Diese Verfügung
wurde unangefochten rechtskräftig. Am 7. Februar 2013 teilte die Auffang-
einrichtung der Arbeitgeberin mit, dass sie den Zwangsanschluss rückwir-
kend per 1. August 2011 durchgeführt habe (act. 7). In der Folge fakturierte
die Auffangeinrichtung der Arbeitgeberin jeweils vierteljährlich die Beiträge
für den einzigen gemeldeten Arbeitnehmer B._.
B.
B.a Am 1. April 2018 stellte die Auffangeinrichtung der Arbeitgeberin den
Beitrag für die Periode vom 1. Januar bis 31. März 2018, die Beitragsaus-
stände vom 1. Juli 2016 bis 31. Dezember 2017 und diverse Mahn- und
Betreibungskosten von insgesamt Fr. 9'457.80 in Rechnung (act. 47). Nach
erfolgloser Mahnung (act. 49) leitete sie am 25. Juni 2018 beim Betrei-
bungsamt C._ die Betreibung ein für eine Forderung von
Fr. 9'991.80 (Kontokorrent Fr. 9'433.80 nebst Zinsen zu 5 % seit 22. Juni
2018, Betreibungskosten Fr. 100.–, Mahnkosten von Fr. 50.– sowie 5 %
Verzugszins vor Betreibung Fr. 408.– [act. 50]). Der Zahlungsbefehl vom
27. Juni 2018 wurde der Arbeitgeberin am 29. Juni 2018 zugestellt. Sie
erhob gleichentags Rechtsvorschlag (act. 51).
B.b Am 6. Juli 2018 gewährte die Auffangeinrichtung der Arbeitgeberin das
rechtliche Gehör (act. 52). Daraufhin teilte B._ mit Schreiben vom
2. August 2018 mit, dass er das Geschäft vor 12 Jahren von seinem Vater
übernommen habe. Im Unterschied zu früher sei er nicht Arbeitgeber und
beschäftige seit diesem Zeitpunkt keine Angestellten. Er beziehe keinen
festen oder regelmässigen Lohn und trage das volle Geschäftsrisiko.
Offenbar sei dieser Übergang nie berücksichtigt worden. Gemäss Defini-
tion sei er seit damals selbständig und nicht BVG-pflichtig. Es könnte
höchstens eine Versicherung auf freiwilliger Basis diskutiert werden. Er
habe sich bei der Auffangeinrichtung nie abgemeldet. Er habe somit schon
lange das Recht auf die Auszahlung seines Guthabens, was eine Forde-
rung der Auffangeinrichtung ihm gegenüber ausschliesse (act. 53).
C-3484/2019
Seite 3
B.c Mit Schreiben vom 14. August 2018 wies die Auffangeinrichtung die
Arbeitgeberin darauf hin, dass B._ als Inhaber einer Aktiengesell-
schaft als Angestellter gelte und somit auch der Sozialversicherungspflicht
unterstellt sei. Gemäss den massgebenden Angaben der AHV-Ausgleich-
kasse habe er sich Löhne ausbezahlt, welche dem Obligatorium der beruf-
lichen Vorsorge unterstehen würden. Werde bis am 25. August 2018 weder
der Rechtsvorschlag zurückgezogen noch die Forderung vollständig begli-
chen, werde der Rechtsvorschlag beseitigt und eine anfechtbare Beitrags-
verfügung erlassen (act. 54).
B.d Am 11. Juni 2019 erliess die Auffangeinrichtung betreffend Beitrags-
jahre 2016 (3./4. Quartal), 2017 und 2018 (1. Quartal) die folgende Verfü-
gung (act. 55):
I. Die Arbeitgeberin hat der Stiftung Auffangeinrichtung CHF 8'983.84
zuzüglich Verzugszins von 5 % auf CHF 8'983.84 seit 22. Juni 2018
und
Gebühren für Mahnung vom 25. Mai 2018 CHF 50.00
Gebühren für Einleitung Betreibung Nr. (...) CHF 100.00
Verzugszins bis zum 22. Juni 2018 CHF 408.00
zu bezahlen.
II. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. (...) des Betreibungsamtes
C._ wird im Betrag von CHF 9'541.84 zuzüglich Verzugszins von
5 % auf CHF 8'983.84 seit 22. Juni 2018 aufgehoben.
C.
Gegen diese Beitragsverfügung erhob die Arbeitgeberin mit Eingabe vom
8. Juli 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt
unter Beilage der Schlussrechnung der Ausgleichskasse des Kantons (...)
vom 8. Januar 2018 betreffend Lohnbeiträge 2017 sinngemäss die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung (BVGer-act. 1).
D.
Der mit Zwischenverfügung vom 10. Juli 2019 bei der Beschwerdeführerin
eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1’500.– (BVGer-act. 2)
wurde am 29. Juli 2019 geleistet (BVGer-act. 4).
E.
Die Vorinstanz teilte in ihrer Vernehmlassung vom 19. September 2019 mit,
dass sie Abklärungen bei der Ausgleichskasse des Kantons (...) getätigt
C-3484/2019
Seite 4
habe. Gestützt darauf beantragte sie, die Beschwerde sei teilweise gutzu-
heissen und die Ziffern I und II der Beitragsverfügung vom 11. Juni 2019
seien wie folgt abzuändern (BVGer-act. 8):
I. Die Arbeitgeberin hat der Stiftung Auffangeinrichtung CHF 3'227.27 zu-
züglich Verzugszins von 5 % auf CHF 3'227.27 seit 22. Juni 2018
und
Gebühren für Mahnung vom 25. Mai 2018 CHF 50.00
Gebühren für Einleitung Betreibung Nr. (...) CHF 100.00
Verzugszins bis zum 22. Juni 2018 CHF 199.57
zu bezahlen.
II. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. (...) des Betreibungsamtes
C._ wird im Betrag von CHF 3'576.84 zuzüglich Verzugszins von
5 % auf CHF 3'227.27 seit 22. Juni 2018 aufgehoben.
F.
In ihrer Replik vom 23. Oktober 2019 hielt die Beschwerdeführerin fest, sie
sei nach wie vor der Ansicht, dass B._ selbständig erwerbend sei.
Sollte dies nicht der Fall sein, sei sie mit der reduzierten Forderung von
Fr. 3’227.27 einverstanden (BVGer-act. 10).
G.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik vom 14. November 2019 an ihren in der
Vernehmlassung vom 19. September 2019 gestellten Anträgen fest
(BVGer-act. 12).
H.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit
erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. h VGG). Die Beschwerdefüh-
rerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Abänderung, weshalb sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht
C-3484/2019
Seite 5
geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
vom 8. Juli 2019 einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Beitragsverfügung vom 11. Juni 2019 betreffend die Beitragsjahre 2016
(3./4. Quartal), 2017 und 2018 (1. Quartal). Prozessthema ist die Recht-
mässigkeit der für diesen Zeitraum erhobenen Beiträge. Dabei ist zu be-
rücksichtigen, dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 19. Sep-
tember 2019 ihre Beitragsforderung reduziert, was die Beschwerdeführerin
in ihrer Replik vom 23. Oktober 2019 im Eventualstandpunkt anerkannt hat.
Nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung und damit nicht Gegen-
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der bereits am 26. Ok-
tober 2012 verfügte Zwangsanschluss der Beschwerdeführerin an die
Vorinstanz.
3.
3.1 Grundsätzlich der obligatorischen Versicherung des BVG unterstellt
sind die bei der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHV) versicherten Arbeitnehmer (vgl. Art. 1a und 2 AHVG [SR 831.10]),
die das 17. Altersjahr überschritten haben (ab 1. Januar nach Vollendung
des 17. Altersjahrs für die Risiken Tod und Invalidität, ab 1. Januar nach
Vollendung des 24. Altersjahrs auch für das Alter, [Art. 7 Abs. 1 BVG]) und
bei einem Arbeitgeber den in Art. 7 BVG festgelegten Mindestlohn bezie-
hen, der in den hier massgebenden Jahren 2016 bis 2018 Fr. 21'150.– be-
tragen hat (Art. 5 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenvorsorge [BVV2, SR 831.441.1] in der jeweils gültigen
Fassung). Dieser Lohn entspricht dem massgebenden Lohn nach dem
AHVG; der Bundesrat kann Abweichungen zulassen (Art. 7 Abs. 2 BVG).
Selbständigerwerbende unterstehen nicht dem Obligatorium, es sei denn,
sie seien als Berufsgruppe auf Antrag ihrer Berufsverbände vom Bundesrat
der obligatorischen Versicherung unterstellt worden (Art. 3 BVG).
3.2 Der Arbeitgeber, der obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer be-
schäftigt, muss eine in das Register für die berufliche Vorsorge eingetra-
gene Vorsorgeeinrichtung errichten oder sich einer solchen anschliessen
(Art. 11 Abs. 1 BVG). Schliesst sich ein Arbeitgeber einer registrierten Vor-
sorgeeinrichtung an, so sind alle dem Gesetz unterstellten Arbeitnehmer
bei dieser Vorsorgeeinrichtung versichert (Art. 7 Abs. 1 BVV 2).
C-3484/2019
Seite 6
3.3 Die Auffangeinrichtung ist eine Vorsorgeeinrichtung (Art. 60 Abs. 1
BVG). Sie ist verpflichtet, Arbeitgeber, die ihrer Pflicht zum Anschluss an
eine Vorsorgeeinrichtung nicht nachkommen, anzuschliessen (Art. 60
Abs. 2 Bst. a BVG). Der Anschluss erfolgt rückwirkend (Art. 11 Abs. 3
BVG).
3.4 Gestützt auf Art. 60 Abs. 2bis BVG ist die Auffangeinrichtung zum Erlass
von Beitragsverfügungen befugt (Urteil des BGer 9C_488/2018 vom
18. Januar 2018 E. 1.1). Die Verfügungen der Auffangeinrichtung sind voll-
streckbaren Urteilen im Sinne von Art. 80 SchKG gleichgestellt. Die Auffan-
geinrichtung kann deshalb im Betreibungsverfahren den Rechtsvorschlag
mit der Festsetzung der geschuldeten Beiträge im Verwaltungsverfahren
selber beseitigen (Art. 79 Abs. 1 SchKG; BGE 139 III 288 E. 2.3). Damit
fällt sie – ebenso wie im Beschwerdefall das Gericht – nicht nur einen
Sachentscheid, sondern handelt gleichzeitig auch als Rechtsöffnungs-
instanz. Dessen ungeachtet bleibt das ordentliche Verfahren in derartigen
Fällen das Verwaltungsverfahren und nicht der Zivilprozess (Urteil des
BGer 9C_196/2017 vom 19. Dezember 2017 E. 4.4 mit Hinweis).
3.5 Gemäss Art. 66 Abs. 2 BVG in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 der Verord-
nung vom 28. August 1985 über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der
beruflichen Vorsorge (SR 831.434, nachfolgend: Verordnung Auffangein-
richtung) sowie Art. 4 der Anschlussbedingungen, welche einen integrie-
renden Bestandteil der Anschlussverfügung darstellen, hat der Arbeitgeber
der Auffangeinrichtung die Beiträge für alle dem BVG unterstellten Arbeit-
nehmer von dem Zeitpunkt an zu entrichten, von dem an er bei einer Vor-
sorgeeinrichtung hätte angeschlossen sein müssen (Urteil des BGer
9C_196/2017 vom 19. Dezember 2017 E. 3.2).
3.6 Nach Art. 11 Abs. 7 BVG stellt die Auffangeinrichtung dem säumigen
Arbeitgeber den von ihm verursachten Verwaltungsaufwand in Rechnung.
Gemäss dem im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung gül-
tigen Kostenreglement der Auffangeinrichtung zur Deckung von ausseror-
dentlichen administrativen Umtrieben, das Bestandteil der vorliegend mas-
sgebenden Anschlussbedingungen bildet, können insbesondere für eine
eingeschriebene Mahnung Fr. 50.–, für die Einleitung einer Betreibung, für
die Stellung eines Fortsetzungsbegehrens oder eines Konkursbegehrens
je Fr. 100.– und für die Mahnung der Lohnliste Fr. 100.– eingefordert wer-
den. Voraussetzung für die Rechtmässigkeit dieser Gebührenforderungen
ist praxisgemäss, dass die damit abgegoltenen Verwaltungsmassnahmen
C-3484/2019
Seite 7
effektiv und zu Recht erfolgt sind (statt vieler: Urteil des BVGer A-91/2018
vom 6. Februar 2019 E. 4.3 m.H.).
4.
Zu prüfen ist zunächst, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, dass
B._ als ein der obligatorischen Versicherung unterstellter Arbeitneh-
mer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 BVG zu
betrachten ist.
4.1 Es ist unbestritten und ausreichend belegt, dass B._ alleiniger
Inhaber der Beschwerdeführerin («Ich habe vor 12 Jahren das Geschäft
des Vaters vollständig übernommen»; act. 53) und als einziger Verwal-
tungsrat der Gesellschaft im Handelsregister eingetragen ist (act. 26).
4.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich
bei B._ um einen nicht dem BVG-Obligatorium unterstellten Selb-
ständigerwerbenden handelt. In der Beschwerde wird vorgebracht, dass
B._ alleine unter eigenem Namen arbeite und in keinem Angestell-
tenverhältnis stehe. Er habe keinen Arbeitgeber und beschäftige keine An-
gestellten. Er beziehe keinen regelmässigen Lohn, sei unabhängig und
trage das Risiko. Er sei für mehrere Auftraggeber tätig. Er gelte daher als
selbständig erwerbend. Sollte dies nicht der Fall sein, sei zu berücksichti-
gen, dass B._ gemäss Schlussrechnung der AHV-Beiträge im Jahr
2017 lediglich einen Lohn von brutto Fr. 18'447.– bezogen habe und somit
keine BVG-Beiträge schuldig sei. Diese Lohnsumme sei vom Revisor der
SUVA im Auftrag der Ausgleichskasse überprüft worden.
4.3 Die Vorinstanz weist in ihrer Vernehmlassung darauf hin, dass sie be-
reits betreffend die Beitragsjahre 2011 bis 2016 dreimal die Betreibung ge-
gen die Beschwerdeführerin habe einleiten müssen. Da diese jeweils
Rechtsvorschlag erhoben habe, habe sie insgesamt drei Beitragsverfügun-
gen mit Aufhebung des Rechtsvorschlags erlassen, welche alle in Rechts-
kraft erwachsen seien. In den drei nachfolgenden Konkursverfahren habe
die Beschwerdeführerin die Forderungen nach Ansetzung oder anlässlich
der Konkursverhandlung dann jeweils vollumfänglich bezahlt. Weiter hält
die Vorinstanz fest, dass sie die Beiträge für die Jahre 2016 bis 2018 auf
der Basis des von der Beschwerdeführerin auf den Lohmeldelisten dekla-
rierten Jahreslohns von jeweils Fr. 48'000.– abgerechnet habe. Nach Er-
hebung der Beschwerde am 23. August 2019 habe sie bei der Ausgleichs-
kasse des Kantons (...) die Lohnbescheinigungen der Beschwerdeführerin
C-3484/2019
Seite 8
der Jahre 2012 bis 2018 eingeholt. Demnach habe B._ bei der Be-
schwerdeführerin Jahreseinkommen von Fr. 48'000.– (2016), Fr. 18'447.–
(2017) und Fr. 38'956.80 (2018) erzielt. Dieses Einkommen habe somit in
den Jahren 2016 und 2018 über der Eintrittsschwelle gelegen. Aufgrund
der klaren Praxis betreffend grundsätzlichem Arbeitnehmerstatus von Ver-
waltungsräten einer Aktiengesellschaft sei auf die AHV-rechtliche Unter-
stellung abzustellen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Zwangsan-
schlussverfügung vom 26. Oktober 2012 unangefochten rechtskräftig ge-
worden sei. Die Beschwerdeführerin hätte bereits damals die Versiche-
rungspflicht von B._ bestreiten müssen. Im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren sei sie damit nicht zu hören. Weiter habe die Be-
schwerdeführerin auch die drei bereits früher erlassenen Beitragsverfügun-
gen nicht angefochten (bzw. habe bei letzterer nach erhobener Be-
schwerde den Kostenvorschuss nicht bezahlt) und in den darauffolgenden
drei Konkursverfahren die Forderungen jeweils beglichen. Dieses Verhal-
ten der Beschwerdeführerin könne und dürfe nach Treu und Glauben als
Anerkennung der Versicherungspflicht verstanden werden. Das Verhalten
der Beschwerdeführerin sei nicht nachvollziehbar, weil sie in den Lohnmel-
delisten für die Jahre 2012 bis 2015 ohne zusätzlichen Vermerk für
B._ stets einen Jahreslohn von Fr. 48'000.– deklariert habe. Erst in
der Lohnmeldeliste 2016 finde sich ein zusätzlicher Vermerk («freiwillig ver-
sichert?!») und erst ab der Lohnmeldeliste 2017 werde die Versicherungs-
pflicht bestritten. Dieses Verhalten untermauere die Arbeitnehmerstellung
von B._.
4.4 Die Begriffe des dem Versicherungsobligatorium unterstellten Arbeit-
nehmers und des Selbständigerwerbenden sind grundsätzlich im Sinne
des AHVG zu verstehen. Das AHV-Beitragsstatut ist für die berufliche Vor-
sorge zwar nicht verbindlich (BGE 129 V 237 E. 3; Urteil des BGer
2A.461/2006 vom 2. März 2007 E. 4.2); allerdings dürfen die Einrichtungen
der beruflichen Vorsorge nicht ohne Not davon abweichen (Urteil des BGer
9C_109/2016 vom 29. Juni 2016 E. 2.2 mit Hinweisen).
4.4.1 Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall
selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund
der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Ent-
scheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrecht-
lichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für
die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend
zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten,
C-3484/2019
Seite 9
wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorgani-
satorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko
trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine ein-
heitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der
im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die
beitragsrechtliche Stellung eines Erwerbstätigen jeweils unter Würdigung
der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach
Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, muss sich der Entscheid oft
danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen
(BGE 146 V 139 E. 3.1; 123 V 161 E. 1 mit Hinweisen).
4.4.2 Die Rechtsprechung geht bei Personen, die als Geschäftsführer ei-
ner Kapitalgesellschaft tätig sind, in aller Regel von einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit aus und qualifiziert deren Entschädigung als massgeben-
den Lohn. Ob davon in ganz besonders gelagerten Fällen abzuweichen ist,
wenn der Geschäftsführer Allein- oder Mehrheitseigentümer der Kapitalge-
sellschaft ist, hat das Bundesgericht bisher nicht ausdrücklich entschieden.
Es hat aber, soweit ersichtlich, Arbeitnehmer mit arbeitgeberähnlicher Stel-
lung bisher stets als Unselbständigerwerbende qualifiziert und die ihnen
aus der Tätigkeit als Angestellte der Gesellschaft zugeflossenen Entgelte
als massgebenden Lohn betrachtet (Urteil des BGer 2A.461/2006 vom
2. März 2006 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des BVGer C-6353/2013 vom
13. Mai 2015 E. 3.1.1). Wer als Alleinaktionär in seiner Gesellschaft arbei-
tet, ist zivil- und steuerrechtlich wie auch im Sinne des BVG als Arbeitneh-
mer zu qualifizieren und untersteht dem Obligatorium (vgl. HANS-ULRICH
STAUFFER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge,
4. Aufl. 2019, S. 6).
4.5 Im vorliegenden Fall besteht kein Grund für eine abweichende Betrach-
tungsweise, muss sich doch B._ als Alleinaktionär der Beschwer-
deführerin die rechtliche Selbständigkeit «seiner» Gesellschaft entgegen-
halten lassen (Urteil des BGer 2A.461/2006 vom 2. März 2006 E. 4.4 mit
Hinweis). Ebenso muss er sich auf der Tatsache behaften lassen, dass er
von der von ihm beherrschten Kapitalgesellschaft einen Lohn bezieht, für
die AHV-Beiträge abgerechnet worden sind. Von der Vorinstanz nach Er-
hebung der Beschwerde getätigte Abklärungen ergaben, dass die Be-
schwerdeführerin der Ausgleichskasse des Kantons (...) in den hier fragli-
chen Jahren eine AHV-pflichtige Jahreslohnsumme für ihren Arbeitnehmer
B._ von Fr. 48'000.– (2016), Fr. 18'447.– (2017) und von
Fr. 38'956.80 (2018) deklarierte (act. 58), die von der Ausgleichskasse als
C-3484/2019
Seite 10
Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit abgerechnet wurden (vgl. Bei-
tragsabrechnung für das Jahr 2017 vom 8. Januar 2018; act. 56). Die Vo-
rinstanz ist an diese Lohnbescheinigungen der Ausgleichskasse gebunden
und hat darauf abzustellen (vgl. Urteil des BVGer C-5191/2013 vom 14.
Dezember 2015 E. 6.1). AHV-rechtlich ist B._ somit als Bezüger
von massgebendem Lohn und somit als unselbständig Erwerbender zu be-
trachten. Insgesamt ist es daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
B._ als Arbeitnehmer der Beschwerdeführerin betrachtet.
5.
Zu prüfen bleibt die Höhe der geltend gemachten Beitragsforderung samt
Kosten.
5.1 Die mit der angefochtenen Verfügung erhobenen Beiträge für das 3./4.
Quartal 2016, für das Jahr 2017 und für das 1. Quartal 2018 basieren ge-
mäss der Lohnmeldung der Beschwerdeführerin auf einem Jahreseinkom-
men von B._ von jeweils Fr. 48'000.– (act. 28). Im Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung wies das Kontokorrent der Be-
schwerdeführerin den folgenden Saldo auf:
Beiträge 3. Quartal 2016 Fr. 1'201.24
Beiträge 4. Quartal 2016 Fr. 1'201.24
Beiträge 1. Quartal 2017 Fr. 1'189.58
Beiträge 2. Quartal 2017 Fr. 1'189.58
Beiträge 3. Quartal 2017 Fr. 1'189.58
Beiträge 4. Quartal 2017 Fr. 1'189.58
Beiträge 1. Quartal 2018 Fr. 1'347.02
6 Mahnungen à Fr. 50.– Fr. 300.–
Betreibungs- und Konkurskosten Fr. 200.–
abzüglich Restguthaben Kontokorrent Fr. 23.98
Saldo Kontokorrent Fr. 8'983.84
5.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz die folgende For-
derung festgelegt:
Forderung (Kontokorrent) Fr. 8'983.84
Verzugszins von 5 % seit 22.06.2018 auf Fr. 8'983.84
C-3484/2019
Seite 11
Gebühren Mahnung vom 25.05.2018 Fr. 50.–
Betreibungsgebühren Fr. 100.–
Verzugszins von 5 % bis 22.06.2018 Fr. 408.–
Total Fr. 9'541.84
5.3 In ihrer Vernehmlassung hat die Vorinstanz aufgrund der neu vorlie-
genden Lohnbescheinigungen der Jahre 2016 bis 2018 mit den Jahresei-
kommen von Fr. 48'000.–, Fr. 18'447.– und Fr. 38'956.80 die Forderung
wie folgt reduziert:
Forderung Fr. 3'227.27
Verzugszins von 5 % seit 22.06.2018 auf Fr. 3'227.27
Gebühren Mahnung vom 25.05.2018 Fr. 50.–
Betreibungsgebühren Fr. 100.–
Verzugszins von 5 % bis 22. Juni 2018 Fr. 199.57
Total Fr. 3'576.–
5.3.1 Die von der Vorinstanz noch geltend gemachte Grundforderung von
Fr. 3'227.–, die von der Beschwerdeführerin replikweise im Eventualstand-
punkt anerkannt wurde, setzt sich aus den folgenden Beitragsausständen
zusammen:
Beiträge 3. Quartal 2016 Fr. 1'201.24
Beiträge 4. Quartal 2016 Fr. 1'201.24
Beiträge 1. Quartal 2018 Fr. 824.79
Total Fr. 3'227.27
Wie der Vernehmlassung zu entnehmen ist, bleiben die Beiträge für das
Jahr 2016 (3. und 4. Quartal) unverändert. Dagegen fallen die Beiträge für
das Jahr 2017 mangels Erreichens der Eintrittsschwelle komplett weg und
die Beiträge für das Jahr 2018 (1. Quartal) reduzieren sich aufgrund des
tieferen Jahreseinkommens von Fr. 1'347.02 auf Fr. 824.79. Die von der
Vorinstanz geltend gemachte Grundforderung von Fr. 3'227.– ist nachvoll-
ziehbar. Bei der Berechnung der Grundforderung hat die Vorinstanz aber –
im Gegensatz zur Verzugszinsberechnung (siehe unten E. 5.3.2) – über-
sehen, dass die Beschwerdeführerin im Kontokorrekt per 30. Juni 2016
C-3484/2019
Seite 12
noch über ein Restguthaben von Fr. 23.98 verfügt hat (act. 59). Um diesen
Betrag ist die Grundforderung auf Fr. 3'203.29 zu reduzieren.
5.3.2 Die geltend gemachten Kosten für die Mahnung vom 25. Mai 2018
von Fr. 50.– sowie die Gebühren für die Einleitung der Betreibung Nr. (...)
von Fr. 100.– sind nicht zu beanstanden, zumal sie sich auf das Kosten-
reglement der Vorinstanz stützen (Beilage zu act. 55) und die Inkassomas-
snahmen klar bezeichnet und aktenmässig belegt sind (act. 49, act. 50;
vgl. Urteil des BVGer C-6353/2013 vom 13. Mai 2015 E. 4.1). Ebenso ist
die Vorinstanz berechtigt, für die nicht rechtzeitig bezahlten Beiträge Ver-
zugszinsen von 5 % zu verlangen (vgl. Urteil des BGer 9C_602/2018 vom
29. Januar 2019 E. 3.2.4). Der geltend gemachte Verzugszins von 5 % bis
22. Juni 2018 im Betrag von Fr. 199.57 basiert auf einer nachvollziehbaren
Berechnung (Beilage 4 zu act. 55), weshalb die Verzugszinsforderung nicht
zu beanstanden ist.
5.3.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung vom 19. September
2019 aus, dass auch die Mahnkosten für die offenen Beiträge 2016 von
Fr. 100.– sowie die für die heute nicht mehr relevanten Beiträge 2017 von
Fr. 200.– unverändert geschuldet seien. Die Beiträge 2017 seien damals
zu Recht erhoben worden, da aufgrund der Angaben der Beschwerdefüh-
rerin in den Lohnmeldelisten davon habe ausgegangen werden dürfen,
dass auch für das Jahr 2017 Beiträge geschuldet seien. Die Vorinstanz
geht zu Recht davon aus, dass zu jenem Zeitpunkt mit den erfolgten Mah-
nungen ein durch die Beschwerdeführerin schuldhaft verursachter Verwal-
tungsaufwand entstanden ist, welcher von dieser zu ersetzen sei. Die Höhe
der Kosten ist durch das Kostenreglement der Vorinstanz ausgewiesen.
Die beiden Mahnungen für die Beiträge des 3. und 4. Quartals des Jahres
2016 vom 24. November 2016 (act. 31) und vom 24. Februar 2017 (act. 34)
sind aktenkundig. Ebenfalls aktenmässig belegt sind die vier Mahnungen
für das Beitragsjahr 2017 vom 25. Mai 2017 (act. 37), vom 24. August 2017
(act. 40), vom 24. November 2017 (act. 43) und vom 24. Februar 2018
(act. 46). Die Vorinstanz hat es indessen unterlassen, diese Mahnkosten
in ihrem Antrag auf Anpassung des Dispositivs zu erwähnen, was unter den
gegebenen Umständen als Versehen zu betrachten und entsprechend zu
berichtigen ist. (vgl. Urteil des BVGer A-4018/2018 vom 24. Juni 2019
E. 6.7.2). Die Kontokorrent-Posten «17.01.18, Kosten Fortsetzungsbegeh-
ren, geschuldet, 100.00» und «15.02.18, Kosten Konkursbegehren, ge-
schuldet, 100.00» sind vorliegend nicht zu berücksichtigen, da Betrei-
bungskosten durch den Gläubiger vorzuschiessen sind (Art. 68 Abs. 1
C-3484/2019
Seite 13
SchKG; vgl. auch Urteil des BVGer C-5956/2011 vom 18. November 2013
E. 9.4).
5.4 Zusammenfassend ist in insoweiter Gutheissung der Beschwerde und
Abänderung der angefochtenen Verfügung die Beschwerdeführerin zu ver-
pflichten, der Vorinstanz Beiträge für das 3. und 4. Quartal 2016 sowie für
das 1. Quartal 2018 von Fr. 3'203.29 zuzüglich Verzugszins von 5 % auf
Fr. 3'203.29 seit 22. Juni 2018 und Gebühren für die Mahnung vom 25. Mai
2018 von Fr. 50.–, Gebühren für die Mahnungen 2016/2017 von Fr. 300.–,
Gebühren für die Einleitung der Betreibung Nr. (...) von Fr. 100.– und Ver-
zugszins bis zum 22. Juni 2018 von Fr. 199.57 zu bezahlen. Der Rechts-
vorschlag in der Betreibung Nr. (...) des Betreibungsamtes C._ ist
im Betrag von CHF 3'852.86 zuzüglich
Verzugszins von 5 % auf CHF 3'203.29 seit 16. März 2018
aufzuheben.
6.
6.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG werden die Verfahrenskosten in der Re-
gel der unterliegenden Partei auferlegt. Ausnahmsweise können auch ei-
ner obsiegenden Partei Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn diese
durch Verletzung von Verfahrenspflichten verursacht worden sind (Art. 63
Abs. 3 VwVG). Dies ist typischerweise der Fall, wenn die beschwerdefüh-
rende Partei das Beschwerdeverfahren und/oder das vorinstanzliche Ver-
fahren durch Verletzung von Mitwirkungspflichten (Art. 13 VwVG) unnöti-
gerweise verursacht und/oder in die Länge gezogen hat, etwa durch ver-
spätetes Vorbringen relevanter Beweismittel, die zu einer (teilweisen) Gut-
heissung der Beschwerde führen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozes-
sieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 4.52; vgl.
auch Urteile des BVGer A-1527/2006 und A-1528/2006 vom 6. März 2008).
6.2 Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren Anträgen insoweit durch, als
der geschuldete Beitrag für die Jahre 2017 und 2018 und der damit zusam-
menhängende Verzugszins gestützt auf die eingeholten Lohnbescheini-
gungen der Ausgleichskasse gegenüber dem angefochtenen Entscheid zu
reduzieren sind und der Rechtsvorschlag in diesem Umfang nicht zu be-
seitigen ist. Aus den eingereichten Akten ist ersichtlich, dass die Vorinstanz
diese Beiträge gestützt auf die von der Beschwerdeführerin gemeldeten
Jahreslöhne (Lohnmeldelisten, act. 28) berechnet und erhoben hat. Mit
Einschreiben vom 6. Juli 2018 hat sie der Beschwerdeführer vor Erlass der
C-3484/2019
Seite 14
angefochtenen Verfügung das rechtliche Gehör gewährt und sie zur Ein-
reichung von Unterlagen bis zum 5. August 2018 aufgefordert (act. 52). Die
Beschwerdeführerin hat darauf jedoch bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung am 11. Juni 2019, das heisst während rund 10 Monaten, nicht
reagiert und hat die verlangten Unterlagen im vorinstanzlichen Verfahren
nicht eingereicht. Erst mit ihrer Beschwerde hat sie die Schlussrechnung
der Ausgleichskasse des Kantons (...) vom 8. Januar 2018 betreffend
Lohnbeiträge 2017 eingereicht, welche die Vorinstanz zu weiteren Abklä-
rungen veranlasste, die schliesslich zur Reduktion der Beitragsforderung
führten. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin die
Schlussrechnung vom 8. Januar 2018 nicht bereits vor Erlass der ange-
fochtenen Verfügung eingereicht hat. Folglich ist davon auszugehen, dass
sie die Kosten des vorliegenden Verfahrens unnötigerweise verursacht hat,
so dass ihr trotz ihres teilweisen Obsiegens die Verfahrenskosten ohne
Einschränkung aufzuerlegen sind (vgl. Urteil des BVGer C-2613/2019 vom
29. Oktober 2020 E. 7.6.2 und E. 7.6.3). Dementsprechend werden die auf
Fr. 1’500.– festzusetzenden Verfahrenskosten (vgl. Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerde-
führerin auferlegt. Der in dieser Höhe einbezahlte Kostenvorschuss ist zur
Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Einer (teilweise) unterlie-
genden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskos-
ten aufzuerlegen.
6.3 Der nicht vertretenen Beschwerdeführerin sind keine verhältnismässig
hohen Kosten oder weitere Auslagen entstanden, weshalb ihr ungeachtet
des Ausganges des Verfahrens keine Parteientschädigung zuzusprechen
ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und Art. 8 Abs.
1 VGKE). Ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat die
Vorinstanz, welche als Träger oder Versicherer der beruflichen Vorsorge
gemäss BVG die obligatorische Versicherung durchführt (BGE 126 V 143
E. 4b; Urteil des BVGer C-2613/2019 vom 29. Oktober 2020 E. 7.6.2 und
E. 7.7.2).
C-3484/2019
Seite 15