Decision ID: e91ff958-b5c8-4f67-8539-2008f86548b8
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
hatte sich erstmals im Februar 2002 unter Hin
weis auf Rücken- und Darmbeschwerden zum Bezug von
Invalidenversiche
rungsleistungen
angemeldet (
Urk.
7/4)
, welches
Rentenbegehren von der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, mit Verfügung vom 19. August 2002 (
Urk.
7/17) abgewiesen
wurde
. Im Rechtsmittelzug
wurde
der abschlägige Entscheid mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 5. Januar 2004 (Proz
ess
-Nr. 2003.00211,
Urk.
7/25) bestätigt.
In der Folge gelangte der Versicherte Ende Oktober 2003 unter Verweis auf ei
nen erlittenen Auffahrunfall erneut an die Verwaltung (
Urk.
7/21), welche einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 25. Mai 2004 (
Urk.
7/39) und
Einsprache
entscheid
vom 25. November 2004 (
Urk.
7/62) verneinte. Das hiesige Gericht bestätigte mit Urteil vom 18. April 2006 (Proz
ess
-Nr.
IV.
2005.00046,
Urk.
7/71) auch diesen Entscheid.
Im Juli 2006 meldete
sich
de
r
Versicherte wegen psychischen Angstzuständen sowie Nierensteinen mit Koliken wiederum bei der Verwaltung und ersuchte um Ausrichtung einer Invalidenrente (
Urk.
7/74). Die
IV-Stelle
verneinte – nach Einholen des Gutachtens der
MEDAS
N._
vom 19.
Dezember
2007 (
Urk.
7/104) - mit Verfügung vom 25. März 2008 (
Urk.
7/107) einen Rentenan
spruch, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 21. August 2008 (Proz
ess
-Nr.
IV.
2008.00349,
Urk.
7/122) bestätigt wurde. Auf die dagegen erhobene Be
schwerde trat das Bundesgericht am 16. Oktober 2008 (
Urk.
7/128) nicht ein.
1.2
Im Juli 2008 (
Urk.
7/116) hatte sich der Versicherte unter Hinweis auf psychi
sche Probleme abermals zum Leistungsbezug angemeldet. Nach der Auflage verschiedener Arztberichte holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte ein und liess den Versicherten am 5. Oktober 2009 durch ihren Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) untersuchen (Bericht vom 9. Dezember 2009,
Urk.
7/154
/1-4
).
Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2010 (
Urk.
7/158) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die
ser Einwand erhob (
Urk.
7/160), welcher durch seinen Rechtsvertreter am
20. April 2010 (
Urk.
7/171) ergänzt wurde. In der Folge wurden weitere
Arztbe
richte
aufgelegt und die IV-Stelle holte das Gutachten der
MEDAS Y._
GmbH vom 11. Juli 2012 (
Urk.
7/219) ein, wozu sich der Versicherte am
16. November 2012 (
Urk.
7/231) vernehmen liess.
Mit Verfügung vom 21. Mai 2013 (
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle
einen
An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 24. Juni 2013 (
Urk.
1) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (S. 2):
„1.
Die Verfügung der
Beschwerdegegnerin
vom 21. Mai 2013 sei aufzuheben.
2.
Dem
Beschwerdeführer
sei eine ganze Rente zuzusprechen.
3.
Eventualiter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen, und es sei hernach über den Rentenanspruch zu entscheiden.
4.
Subeventualiter
sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zu
rückzuweisen, damit diese, nach Vornahme weiterer Abklä
rungen, erneut über den Rentenanspruch entscheide;
u
nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Be
schwerdegegnerin
.
5.
Dem
Beschwerdeführer
sei für das Beschwerdeverfahren die un
entgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person des unter
zeichnenden Rechtsanwalts zu gewähren.“
Die IV-Stelle ersuchte am 20. August 2013 (
Urk.
6) um Abweisung der Be
schwerde, was dem Versicherten am 23. August 2013 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
8)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 4
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG eine für den Rentenan
spruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117
V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 f. E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Ände
rung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfü
gung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den er
werblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des
Einspracheentscheides
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisions
grund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG und alt Art. 41 IVG dar (BGE 112
V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a; Urteil des Bundes
gerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.1 mit Hinweis).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihrer leistungsablehnenden Verfügung aus, ihre (frühere) leistungsabweisende Verfügung vom 25. März 2008 sei rechtskräftig. Das (neue) polydisziplinäre Gutachten vom 11. Juli 2012 habe ergeben, dass seit Juni 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen sei. Demnach sei seit Juni 2007 und hier massgebend seit März 2008 keine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen
eingetreten, die geeignet wäre, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Im neuen Gutachten werde der seit Juni 2007 im We
sentlichen unverändert gebliebene Gesundheitszustand lediglich anders beur
teilt. Somit liege kein Revisionsgrund vor und es sei weiterhin davon auszuge
hen, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden gegeben sei (
Urk.
2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
hielt dagegen, der Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Beurteilung verschlechtert (
Urk.
1 S. 3 ff.). Sodann sähen verschiedene Ärzte aktuell keine Möglichkeit für eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt (S. 5 unten). Es bestehe keine konsistent abrufbare Leistungsfähigkeit, er sei sehr stark durch seine
Psychose
-nahen Vorstellungen, durch Ängste und andere Af
fekte geprägt. Ein einigermassen funktionierender, ihm und seiner Umgebung zumutbarer sozialer Umgang mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten sei in der freien Wirtschaft nicht denkbar (S. 6 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demgemäss, ob sich der Gesundheitszustand des
Be
schwerdeführer
s seit der letzten (rechtskräftig gewordenen)
leistungsabweisen
den
Verfügung vom 25. März 2008 (
Urk.
7/107) bis zum Erlass der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2013 (
Urk.
2) in der Weise verschlech
tert hat, dass nunmehr Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
be
steht
.
3.
3.1
Die Ärzte der Psychiatrischen Privatklinik Sanatorium
E._
, wo sich der
Beschwerdeführer
mehrfach stationär behandeln liess, berichteten am 13. Juni 2007 (
Urk.
7/93) und verwiesen auf die
Hospitalisation
vom 27. März bis
18. Mai 2007. Sie diagnostizierten nebst einem Diabetes mellitus eine polymorphe psychotische Störung mit den Symptomen einer Schizophrenie (Differenzialdi
agnose: schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen), einen Ver
dacht auf eine generalisierte Angststörung, anamnestisch einen Autounfall 2002 mit
Contusio
cerebri und
zerviko-spondylogenem
Schmerzsyndrom rechts sowie chronischem
Lumbovertebralsyndrom
und anamnestisch chronisch rezidivie
rende Unterbauchbeschwerden bei rezidivierender
Nephrolit
u
iasis
. Sie attestier
ten ab Eintritt eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit auf längere Sicht (S. 1).
Den psychopathologischen Befund bei der Aufnahme schilderten die Ärzte wie folgt (S. 2
Ziff.
4.5): „Der Patient spricht monoton mit leiser Stimme; sehr be
grenzte Deutschkenntnisse, teilweise werden einfache Fragen nicht richtig ver
standen. Formal sicher orientiert. Deutlich depressives Stimmungsbild, Affekte
kaum modulierbar, deutliches Antriebsdefizit ohne sichere
Tageszeitabhängig
keit
. Patient ist verlangsamt, in den Inhalten eingeengt. Äussert durchgehendes Grübeln, Akustische Halluzinationen in Form imperativer Stimmen. Er schildert
massive
Ängste insbesondere im Kontakt zu anderen Menschen. Auch Ängste in engen Räumen oder auf grossen Plätzen. Diesbezüglich deutliche
Vermei
dungstendenz
. Insgesamt misstrauisch wirkend, keine Hinweise für Zwänge. Keine Hinweise für Ich-Störungen. Von Suizidalität glaubhaft distanziert. Ge
störte Vitalgefühle“.
Unter entsprechender Medikation sowie paramedizinischer Therapie habe sich eine verbesserte Stimmung gezeigt, im Umgang mit den Mitpatienten hätten weiterhin ausgeprägte Ängste bestanden (S. 2
Ziff.
4.4). Wegen dieser Ängste und den imperativen Stimmen habe sich der
Beschwerdeführer
häufig nicht in der Lage gesehen, am paramedizinischen Therapieprogramm teilzunehmen
(S. 3
Ziff.
6.5)
.
3.
2
3.2.1
Grundlage der rentenabweisenden Verfügung vom 25. März 2008 bildete das Gutachten der
MEDAS
N._
vom 19.
Dezember
2007 (
Urk.
7/104), welches auf einer internistischen (
Dr.
med.
O._
, Innere Medizin und Endokri
nologie/
Diabetologie
FMH), einer rheumatologischen (
Dr.
med.
P._
, Rheuma
tologie FMH) und einer psychiatrischen (
Dr.
med.
F._
, Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH) Untersuchung samt Schlussbesprechung basierte (S. 26).
3.
2
.2
Die Gutachter berichteten zum aktuellen Leiden (S. 21 f.), der
Beschwerdeführer
klage
über Stimmenhören. Dies habe etwa im Jahre 2000 begonnen oder even
tuell schon 1999, als seine jüngste Schwester durch einen Lehrer in der Türkei vergewaltigt worden sei. Es sei seither immer schlimmer geworden, nachts noch schlimmer als tagsüber, so dass er jede Nacht etwa sechs- oder siebenmal wegen dieses Problems erwache und auch jedes Mal aufstehe, in der Wohnung herum
gehe, hie und da etwas Wasser trinke und / oder uriniere, nie etwas esse, aber meist rauche; wenn es
unaushaltbar
werde, was quasi jede Nacht der Fall sei, müsse er zusätzlich eine oder sogar zwei Tabletten
Abilify
schlucken, welches ihn beruhige und die Stimmen zum Verschwinden bringe. Obschon seine
Le
benspartner
in
in einem anderen Haus wohne, seien sie manchmal nachts zu
sammen, sie helfe ihm stets, wenn er aufstehen müsse, werde nicht böse und stehe häufig auch auf und gebe ihm die Tablette. Wenn die beiden Töchter über die Wochenenden bei ihm schliefen, gebe es keine Probleme, da sie, in einem anderen Zimmer schlafend, von seinen nächtlichen Aktivitäten nichts wahr
nähmen.
Entspannende Ferien habe er seit dem Erscheinen dieser Stimmen nie mehr ma
chen können. Das Schlimmste an diesen Stimmen, welche übrigens Deutsch sprächen, seien die ständigen Todesdrohungen, was zu starker Angst führe; diese Stimmen könne er nicht individualisieren, das heisst konkreten Menschen zuordnen, es seien sowohl Männer
-
als auch Frauenstimmen, welche er ledig
lich höre, er sehe nie gleichzeitig einen
Menschen
oder ein Gesicht, sondern höre nur. Auf die spezielle Frage, ob er (nach der Scheidung im Januar 1998) auch die Stimme seiner Ex-Frau höre, seufze er, verneine, schaue vor sich hin und habe die Tränen zuv
o
rderst. Auf die Frage nach konkreten Äusserungen, antworte er: „Wir machen dich tot...
";
„Wir machen dir Scheiss...". Er könne diese Stimmen nicht abwehren, könne sie auch nicht überwinden oder „abstel
len". Manchmal sehe er auch Ziegen kommen, eine setze sich dann auf seine Schultern, er habe dann das Gefühl, zu ersticken, erwache mit kaltem Schweiss. Auf die Frage, ob es Ereignisse, Nahrungsmittel, Getränke, Medikamente, Wet
ter-Veränderungen, Stresssituationen und so weiter gebe, welche dieses „
Stim
menhören
" auslösen könnten, verneine er alle Vorschläge und sehe auch sonst keine Zusammenhänge.
Eindeutig das Beste gegen diese Stimmen sei
Abilify
, das Zweitbeste sei
Stilnox
. Auch Bewegung, das Herumgehen in der Wohnung und so weiter helfe manch
mal etwas, aber ganz gut sei auch das Gespräch mit „meiner Frau", welche ihn zu beruhigen suche.
Als Begleitphänomene nenne er vor allem Angst, ferner Schwitzen, Herzklop
fen, Atemnot und Mundtrockenheit (letztere eventuell medikamentös
mitbe
dingt
), das Einschlafen der linken Hand und des linken Fusses, Schwindel, Au
genflimmern und in den Ohren ein Sirren („wie Zahnarztbohrer").
Die Gutachter erwähnten als weiter
e
Klagen (S. 22 f.) „Zucker“, welche Diagnose im Juli 2006 vom seinem Hausarzt gestellt worden sei, „Cholesterin“, Nieren
steine, Schmerzen beim Stuhlen.
Betreffend Gemüt habe der
Beschwerdeführer
vorgebracht, er sei, seit er nicht mehr arbeiten könne, immer traurig. Er habe zweimal einen Selbstmordversuch unternommen, erstmals auf einer sehr hohen Brücke, wo ihn ein Onkel zurück
geholt habe, das zweite Mal während einer psychiatrischen
Hospitalisation
, wo er sich habe erhängen wollen, sich von einem jungen Arzt aber durch Gesprä
che davon habe abhalten lassen. Auch jetzt habe er noch hie und da
Suizidge
danken
, weniger im aktiven als im passiven Sinn von „genug haben“.
Die Gutachter fügten an (S. 23 unten), der
Beschwerdeführer
habe auf die Frage, was ihn invalid mache, das Stimmenhören genannt. Beruflich erwärmen könne er sich im Moment für nichts.
3.
2
.3
In ihrer zusammenfassenden Beurteilung führten die
MEDAS
-Ärzte
aus (S. 27 f.), der
Beschwerdeführer
sei 1987 in die Schweiz gekommen, wo er zunächst in Zürich als „Faktotum" in einem Café, dann in einer Restaurantküche, als
Stap
lerfahrer
in einer Grossmolkerei, erneut in einem Restaurant, in einer Holzbau-Firma, in der Metallfabrikation und im Gemüsebau tätig gewesen sei. Nach der Scheidung sei er 1998 nach Basel umgezogen, wo er in zwei verschiedenen Unternehmen als Bauarbeiter gewirkt habe, zwischendurch wegen einer
Finanz
affäre
inhaftiert gewesen und am 9. August 2001 bei der Arbeit gestürzt sei, mit in der Folge so starken Rückenschmerzen, dass er seither nicht mehr habe ar
beiten können.
Objektiv wirke der adipöse Versicherte leicht vorgealtert, bewusstseinsmässig klar und gefühlsmässig deprimiert. Das Achsenorgan habe eine minime S-för
mige Skoliose und eine in allen Richtungen leicht eingeschränkte Motilität der Brust- und Lendenwirbelsäule, links paralumbal Druck- und
Klopfdolenz
, ohne dortigen Muskelhartspann. Im Neurostatus, vom Scheitel bis zur Sohle und ge
nau in
den
Medianen endend, gebe der
Beschwerdeführer
eine Hyposensibilität links
an
. Es bestehe eine leichte Verdeutlichungstendenz.
In psychiatrischer Hinsicht führten die G
utachter aus, der konsiliarisch
beigezo
gene Psychiater hege erhebliche Zweifel ab der Glaubwürdigkeit der Aussagen des
Beschwerdeführer
s und könne infolgedessen keine verlässliche psychiatri
sche Diagnose stellen. Aus psychiatrischer Sicht könne auch keine Arbeitsunfä
higkeit attestiert werden.
Der rheumatologische Experte finde unspezifische Rückenschmerzen bei einer leichten linkskonvexen Skoliose und einer leichten Segmentdegeneration L5/S1 sowie keine objektivierbaren
residuellen
Alterationen am Bewegungsapparat bei Status nach Heckauffahrkollision am 15. Oktober 2002 und veranschlage die Arbeitsunfähigkeit für alle in Frage kommenden beruflichen Tätigkeiten auf 0%.
3.
2
.4
Die Gutachter konnten keine Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit stellen. Als Diagnosen ohne wesentliche Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
ein m
etabolisches Syndrom
(mit
Adi
positas
simplex
,
Diabetes mellitus Typ 2,
Dyslipidämie
und
Verdacht auf arteri
elle Hypertonie),
einen
Nikotinabusus
(20-30 Zigaretten pro Tag, zirka 30 pack
years
)
, eine c
hronisch rezidivierende
Urolithiasis
(Kalziumoxalat)
sowie ein
Hä
morrhoidalleiden
(S. 28).
4.
4.1
4.1.1
Das im Rahmen des vorliegend zu beurteilenden Revisionsverfahrens eingeholte Gutachten der
MEDAS Y._
vom 11. Juli 2012 (
Urk.
7/219) basiert auf den Untersuchungen von
Dr.
med.
Z._
, Innere Medizin und Klinische Pharma
kologie FMH,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für psy
chosomatische Medizin,
Dr.
med. von
B._
, Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, und
Dr.
med.
C._
, Rheumatologie FMH (S. 79).
4.1.2
D
ie Gutachter
verwiesen
vorweg auf die berufs- und sozialanamnestischen Um
stände: Der
Beschwerdeführer
, mit kurzer Schul- und ohne Berufsausbildung, sei 20-jährig in die Schweiz gekommen. Aus einer Partnerschaft in der Türkei stammten drei Kinder, 16, 14 und zwölf Jahre alt, aus einer Partnerschaft in der Schweiz zwei Kinder, acht und neun Jahre alt. Als der
Beschwerdeführer
1988 in die Schweiz gekommen sei, sei er eine Ehe mit einer Schweizerin eingegan
gen, laut Unterlagen sei die Scheidung 1998 erfolgt. Die derzeitige Partnerin des Versicherten sei die Mutter der beiden gemeinsamen Töchter, nach ihren Anga
ben sei die Beziehung beendet, sie kümmere sich weiter um den
Beschwerde
führer
, weil er krankheitsbedingt (Ängste) hilflos sei. Der
Beschwerdeführer
spreche von ihr weiter als „meine Frau", eine intime Beziehung besteh
e
weiter (S. 58).
Die Experten terminierten den Beginn der Krankheitsgeschichte auf das Jahr 2001. Im August 2001 sei der
Beschwerdeführer
in der Rheumaklinik
des
Uni
versitätsspitals
D._
(
D._
) wegen eines akuten
lumbospondylogenen
Syn
droms links mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung ins linke Bein behandelt wor
den, dies wegen eines
Verhebetraumas
als Bauhilfsarbeiter. Im November 2001 habe der Hausarzt attestiert, dass der
Beschwerdeführer
arbeitsfähig sei, aber nicht mehr auf dem Bau arbeiten könne. Das Arbeitsverhältnis sei im November 2001 aufgelöst worden. Im November 2001 sei eine Untersuchung in der psy
chiatrischen Poliklinik des
D._
aus unklarem Grund erfolgt; diagnostiziert wor
den sei eine mittelgradige depressive Episode unter Verweis auf zahlreiche psy
chische und soziale Probleme. Im Besonderen sei es um eine (in unterschiedli
chen Versionen berichtete) Verletzung der jüngsten Schwester des Versicherten gegangen (durch einen Sprung aus dem Fenster nach Vergewaltig
ung oder
Ver
gewaltigungsversuch
;
an anderer Stelle nach Misshandlung
,
weil sie Kurdin sei). Immer werde von einer Querschnittlähmung der Schwester berichtet. Des Wei
teren habe der
Beschwerdeführer
hohe
Schulden. Subjektiv hätten Kopfschmer
zen, Vergesslichkeit und Einschlafen der Beine bestanden, objektiv sei der
Be
schwerdeführer
als verlangsamt, leise, monoton, deprimiert und hoffnungslos beschrieben worden (S. 58).
4.1.3
Der psychiatrische Konsiliararzt diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig unvollständig remittiert, ein Ganser-Syndrom (
Erstmani
festation
2001) sowie ein dysfunktionales Krankheitsverhalten (S. 48).
Unter Berücksichtigung der zur Verfügung gestellten Akten sowie der persön
lich erhobenen Angaben und Befunde konnte er keine Hinweise auf eine orga
nische Störung oder hirnorganische Störung mit psychischer Symptomatik oder auf psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Sub
stanzen finden. Hinweise auf Störungen aus dem Bereich Schizophrenie,
schi
zotype
und wahnhafte Störungen fand er bedingt. Aktuell beharre der
Be
schwerdeführer
darauf, unter einer Schizophrenie zu leiden, äussere dies mehr
fach explizit in
der
Exploration, äussere aber auch dementsprechend Symptome, nämlich
,
dass er ständig Stimmen höre. Der
Beschwerdeführer
habe sich zwi
schen 2007 und 2011 jährlich in stationärer Behandlung im Sanatorium
E._
befunden. Bereits im ersten Austrittsbericht vom 13. Juni 2007 (
Urk.
7/93) habe es Hinweise auf eine psychotische Störung im Sinne einer polymorphen psychotischen Störung mit den Symptomen einer Schizophrenie gegeben. Der
Beschwerdeführer
habe damals über imperative Stimmen geklagt. Unter
neuro
leptischer
Therapie
habe
sich die psychotische Symptomatik während des Auf
enthaltes zurückgebildet.
Ebenfalls 2007 sei eine
bidisziplinäre
Begutachtung erfolgt. Auch hier sei darauf hingewiesen worden, dass der
Beschwerdeführer
immer wieder angegeben habe, Stimmen zu hören. Den Beginn habe der
Beschwerdeführer
auf das Jahr 2007 datiert. Im psychiatrischen
Konsil
seien erhebliche Zweifel an der Glaubwürdig
keit des
Beschwerdeführer
s geäussert worden, weshalb auch keine verlässliche psychiatrische Diagnose gestellt worden sei. Die Arbeitsfähigkeit für die letzte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter sei medizinisch-theoretisch als 100
%
beurteilt worden.
Am 24. November 2008 (
Urk.
7/132/2-4) sei (erneut) aus dem Sanatorium
E._
berichtet worden, die Diagnose einer psychotischen Störung im engeren Sinne werde nicht mehr genannt, stattdessen eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen. Am 2
2.
April 2009 (
Urk.
7/144/2-3) sei als Diag
nose eine mittelgradige depressive Episode genannt worden, nicht mehr eine psychotische Erkrankung. Gleichzeitig heisse es, er höre seit langer Zeit Stimmen, die ihm sagten, er solle sich umbringen. Sodann bestünden progre
diente Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, von Suizidalität habe er sich stets glaubhaft und klar distanziert. Im Austrittsbericht vom 17. Februar 2010 (
Urk.
7/159) werde als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Depression mit psychotischen Symptomen genannt. Bei der Aufnahme werde eine unveränderte Angstsymptomatik vor allem nachts geschildert. Des
W
eiteren Stimmenhören, eher kommentierend und angstein
flössend, ohne Aufträge. Drei bis vier Gestalten könne er sehen.
Im
Austrittsbe
richt
vom 4. Juli 2011 (
Urk.
7/199) werde wiederum eine rezidivierende depres
sive Störung genannt, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychoti
schen Symptomen. Hingewiesen werde auch auf einen positiven
Kokainnach
weis
, der zum Führerschein-Entzug geführt habe.
Der psychiatrische Konsiliararzt führte aus, zusammenfassend gingen sämtliche vormaligen fachärztlichen Einschätzungen davon aus, dass im Längsschnitt nicht die Störung einer Schizophrenie oder einer
schizophreniformen
Störung vorliege, trotz den konstanten Angaben, Stimmen zu hören, und den gelegentli
chen Angaben, Gestalten zu sehen (S. 4
9
f.). Gegenwärtig – so der psychiatri
sche Experte weiter - werde dies anhand der aktuellen Untersuchung ebenso beurteilt, womit zunächst noch unklar bleibe, wie das Stimmenhören eingeord
net werden soll. Entsprechend dem Gutachten der
MEDAS
N._
könne es sich dabei um ein soziokulturelles Phänomen handeln im Rahmen von psychosozialem
Distress
. Richtig sei, dass es solche Phänomene gebe, richtig sei auch
,
dass sie oft im Rahmen von psychosozialem
Distress
auftreten, ebenso möglich sei aber auch ein Auftreten im Rahmen psychischer Krankheit. Im ak
tuellen Befund könne weniger Normales dokumentiert werden als bei der Un
tersuchung in der
MEDAS
N._
. Bei der Merkfähigkeitsprüfung da
mals seien zwei von drei Begriffen erinnert worden, dies sei jetzt nicht mehr so. Bei der Subtraktionsreihe sei der
Beschwerdeführer
seinerzeit verlangsamt ge
wesen, jetzt habe diese gar nicht mehr durchgeführt werden können. Hätten damals keine Anhaltspunkte für Auffassungs- oder Wahrnehmungsstörung be
standen, seien jetzt solche zu beschreiben.
Zusammenfassend hielt der Gutachter fest, dass die gegenwärtige Befundlage nicht identisch mit derjenigen von 2007 sei; sodann
sei
in Übereinstimmung mit dem
MEDAS
-Gutachten
2007 keine schizophrene Psychose oder ähnliche Erkrankung
zu erkennen
. Das beklagte Stimmenhören
sei
aber nicht einem krankheitsunabhängigen soziokulturellen Phänomen zu
zuordnen
(S. 49 f.). Sehe man sich alle fünf Austrittsberichte des Sanatoriums
E._
an, komme man nicht umhin festzustellen, dass die Klinik einerseits den
Beschwerdeführer
in
zwischen gut kenne, andererseits eindeutig sich in der diagnostischen Einschät
zung einer schweren depressiven Episode, beziehungsweise einer rezidivieren
den depressiven Störung mit zum Teil schweren Episoden und psychotischen Symptomen bestätige. In der aktuellen Untersuchung präsentiere sich der
Be
schwerdeführer
aber weder als schwer noch als mittelgradig depressiv, so dass die diagnostische Einschätzung einer rezidivierenden depressiven Störung, un
vollständig remittiert, zu stellen sei (S. 51).
Zur Thematik des Ganser-Syndroms führte der psychiatrische Konsiliararzt aus, das Syndrom äussere sich neben einem sinnlosen Vorbeireden oder
Vorbeihan
deln
teilweise in grotesken Fehlhandlungen, in denen alles falsch gemacht werde und zwar offenbar so, wie man sich in Laienkreisen einen Geisteskranken vorzustellen pflege. Auch vorliegend verhalte sich der
Beschwerdeführer
letzt
lich so, wie man sich in Laienkreisen einen Patient
en
mit einer psychischen Störung möglicherweise vorstelle. Fragen einfachster Art würden nicht richtig beantwortet, was auch in der Untersuchung klar habe reproduziert werden kön
nen. Das Verhalten unterscheide sich deutlich von dem eines Simulanten, es sei viel plumper, viel naiver, viel regressiver. Der Gutachter ordnete dem Phänomen im vorliegenden Falle Krankheitswert zu. Es schränke den zu Begutachtenden seelisch und psychosozial eindeutig ein. Die Verhaltensweisen
seien
nicht durch Simulation, Aggravation oder bewusste Täuschung zu erklären. Es handle sich um eine Störung aus dem Bereich Hysterie, Konversion, Dissoziation. Verbun
den sei dies definitionsgemäss mit Angst, oft auch mit einem Trauma, was im vorliegenden Falle nicht differenziert nachgewiesen werden könne. Für
Angst
erleben
gebe es jedoch zahlreiche Hinweise (S. 53 f.).
Zusammenfassend führe die Synthese aus den Akten und der eigenen Befra
gung und Untersuchung zu der Einschätzung, dass von einer rezidivierenden depressiven Störung auszugehen sei, mit mehreren schweren depressiven Pha
sen, auch mit psychotischen Symptomen, gegenwärtig unvollständig remittiert. Darüber hinaus seien die
Typika
einer Konversionsstörung im Sinne der ICD-10, nämlich des Ganser-Syndroms, F44.80, mit dem typischen Vorbeiantworten und der Demonstration multipler psychischer Symptomatik gegeben. Vorliegend ge
höre vermutlich auch das chronische Stimmenhören
dazu
. Zusätzlich sei ein dysfunktionale
r
Umgang mit körperlicher Erkrankung zu konstatieren, eine
De
konditionierung
bis hin zum Verharren in der Krankenrolle. Es handle sich um einen über Jahre
chronifizierten
Zustand mit Abwärtstendenz, mehrfachen vollstationären Aufenthalten und diversen ambulanten psychiatrischen Be
handlungen (S. 55).
Um eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich zu machen, müsste diese stark angepasst sein, es müsste sich um einfache Tätigkeiten handeln, um
strukturierte Tätigkeiten, um Tätigkeiten ohne besondere Verantwortung, um Tätigkeiten, die das Angstsystem des zu Begutachtenden nicht stimulier
t
en und Tätigkeiten, die zusätzlich Pausen erlauben würden. Selbst unter solchen
Ideal
bedingungen
sei angesichts
der
affektive
n
Störung und
der
Konversionsstörung nicht von einem Leistungsvolumen von mehr als 50
%
auszugeben (S. 56).
4.1.
4
Die Gutachter massen nur den psychiatrischen Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig unvollständig remittiert, Erstdiagnose 2001, sowie des Ganser-Syndroms, Erstmanifestation 2001, Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit zu. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 57):
-
Dysfunktionales Krankheitsverhalten seit 2001
-
Diabetes mellitus II, aktuell nicht ausreichend behandelt, seit 2004
-
Lumbospondylogenes
Syndrom mit
myofascialer
Kompo
nente, dokumentiert seit 2001
-
Vorbefundlich
: rezidivierende
K
al
z
iumoxa
l
at-
Nephrolithiasis
mit Restkonkrement links, seit 2003
-
Vorbefundlich
: rezidivierendes Hämorrhoidalleiden, dokumen
tiert seit 2004
-
Vorbefundlich
: traumatische Proktitis bei Obstipation, doku
mentiert seit 2004
-
Chronische Hepatitis B, inaktiv, Erstdiagnose 2008
4.1.5
In ihrer zusammenfassenden, interdisziplinären Beurteilung der Unter
-
suchungser
gebnisse
führten die Gutachter aus, auf somatischem Gebiet lä
gen Gesundheitsstörungen vor, die teilweise intensiver Behandlung bedürften (Diabetes mellitus), insgesamt jedoch keine Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s hätten. Zu nennen sei das metaboli
sche Syndrom, wozu der derzeit schlecht behandelte Diabetes mellitus zähle, die rezidivierende
Nephrolithiasis
, das rezidivierende Hämorrhoidalleiden und am Bewegungsapparat wechselnd ausgeprägte, überwiegend
myofasciale
Rücken
schmerzen. Sie seien unspezifischer Natur und schränkten den
Beschwerdefüh
rer
im Alltagsleben nicht wesentlich ein.
Die dominierende Gesundheitsstörung bestehe auf psychiatrischem Gebiet. Seit 2001 sei eine rezidivierende depressive Störung mit Episoden unterschiedlichen Schweregrades dokumentiert, zeitweise
schwergradig
mit psychotischen Symp
tomen. Zusätzlich gebe es eine Reihe von psychischen Symptomen, die schwer einzuordnen seien, was erkläre, dass in Zeiten gering ausgeprägter oder remit
tierter Depression, trotz ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten, keine psychiat
rische Diagnose gestellt (Gutachten
Dr.
F._
2007,
Urk.
7/104) oder eine massive Aggravation angenommen worden sei (psychiatrische Untersuchung RAD 2009,
Urk.
7/154). Diese Symptome und Verhaltensauffälligkeiten (Ängste, Rückzug, regressives Verhalten, pseudopsychotische Symptomatik, auffällige Kommunikation mit Vorbeiantworten) würden seit 10 Jahren beschrieben, fremdanamnestisch bestätigt
,
und entsprächen von allen möglichen diagnosti
schen Einordnungen am ehesten einem Ganser
-S
yndrom, einer dissoziativen Störung mit
histrionischen
Elementen. Ein eindeutig
aggravierendes
oder gar simulierendes Verhalten habe in den jetzigen Untersuchungen nicht beobachtet werden können. Dagegen seien eine Selbstlimitierung und
Entschädigungshal
tung
festzustellen. Ein adäquates Gesundheitsverhalten bezüglich des Diabetes mellitus sei zu bezweifeln, eine Medikamenten-Compliance hinsichtlich der Psychopharmakotherapie scheine zu bestehen (S. 71).
4.1.6
Die Dauer der Symptomatik, wiederholte stationäre
un
d ambulante
psychiatri
sche
Behandlung
en
einschliesslich kombinierter und modifizierter
Psychophar
makotherapie
ohne wesentliche Besserung sowie die
Komorbidität
mit einer re
zidivierenden depressiven Störung sprächen dafür, dass der
Beschwerdeführer
die Beeinträchtigungen durch die dissoziative Symptomatik willentlich nicht mehr ausreichend überwinden könne. Es resultiere aus der psychischen Störung gesamtmedizinisch eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um mindestens 50
%
. Eine berufliche Wiedereingliederung sei aktuell schwer vor
stellbar. Voraussetzung sei neben einer intensiven Behandlung des Diabetes mellitus eine weitere Remission der depressiven Störung und Abbau des regres
siven Verhaltens etwa in einer Arbeitstherapie oder an einem geschützten Ar
beitsplatz mit dem Ziel, stufenweise die Teilarbeitsfähigkeit auf dem ersten Ar
beitsmarkt zu realisieren. Die Prognose sei diesbezüglich insgesamt unsicher
(S. 72).
4.1.7
Den Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen legten die Gutach
ter auf Dezember 2001 fest (Gutachten von
Dr.
med.
G._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. Dezember 2001,
Urk.
7/12/12-15). Der be
handelnde Psychiater
Dr.
H._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, habe im September 2002 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Bericht vom
11. September 2002,
Urk.
7/19/7-9
)
, vorübergehend habe im Oktober 2002 – als Folge eines Auffahrunfalls – eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestan
den. Der weiter behandelnde Psychiater
Dr.
med.
I._
, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, habe im Dezember 2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit auf
grund einer psychiatrischen
Komorbidität
(generalisierte Angststörung, rezidi
vierende depressive Störung) seit 2004 attestiert (Bericht vom 28. Dezember 2008,
Urk.
7/132/1). Die begutachtenden
Dr.
F._
(2007,
Urk.
7/104) und Prof.
Dr.
med.
J._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom RAD (2009,
Urk.
7/155) hätten psychopathologische Auffälligkeiten beschrieben, jedoch keine psychiatrischen Diagnosen gestellt, sondern auf mangelnde Glaubwürdig
keit respektive Aggravation verwiesen und daher keine Arbeitsunfähigkeit at
testiert (S. 73 f.).
Die aktuellen Untersuchungen zeigten, dass der
Beschwerdeführer
eine theoreti
sche Restarbeitsfähigkeit von maximal 50
%
für einfache, überschaubare, strukturierte Tätigkeiten ohne Zeitdruck und ohne interaktionelle Belastungen bewältigen könne. Gleichzeitig bestünden erhebliche Rehabilitationshindernisse in Form eines dysfunktionalen Krankheitsverhaltens und einer eindeutigen Entschädigungshaltung. Die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit hiel
ten sie – die Gutachter – für spätestens seit der
Hospitalisation
im Sanatorium
E._
(Juni 2007) gegeben, bei welcher die auch heute noch festgestellten Psychopathologien und Verhaltensauffälligkeiten bereits vollständig beschrie
ben worden seien. Dass bei der psychiatrischen Begutachtung im selben Jahr aufgrund der Inkonsistenzen und Widersprüche (aus heutiger Sicht
störungs
immanent
) keine psychiatrische Diagnose gestellt worden sei, heisse aus
Gut
achtersicht
nicht, dass nicht eine Psychopathologie mit Krankheitswert vorgele
gen habe. Rezidivierende depressive Störungen verliefen episodisch und auch die Symptomatik eines Ganser-Syndroms könne phasenweise verstärkt oder weniger ausgeprägt auftreten, was eine mögliche Erklärung für die unterschied
lichen psychiatrischen Beurteilungen in Begutachtungssituationen darstelle
(S. 74.)
4.1.8
Zur Krankheitsentwicklung seit der letzten Begutachtung (Expertise vom Dezem
ber 2007) hielten die Gutachter fest, in somatischer Hinsicht sei keine Verschlechterung festzustellen, der jetzt schlecht eingestellte Diabetes mellitus sei korrigierbar. In psychiatrischer Hinsicht habe sich der psychopathologische Befund verändert, die kognitiven (pseudodementiellen) Symptome und Beein
trächtigungen, das Leitsymptom eines Ganser-Syndroms, das Vorbeireden, hät
ten zugenommen, seit 2007 seien fünf stationäre Behandlungen wegen depres
siver Dekompensation dokumentiert und das Symptom des Stimmenhörens werde - anders als durch
Dr.
F._
– einer psychiatrischen Erkrankung zuge
ordnet. Die Inkonsistenzen und Widersprüche, die
Dr.
F._
veranlasst hätten, keine psychiatrische Diagnose zu stellen, seien aus heutiger Sicht
störungsim
manent
. Unabhängig davon belegten der dokumentierte Verlauf und die
Vor
befunde
aus der psychiatrischen Poliklinik des
D._
(Bericht vom 30. November 2001,
Urk.
7/12/7-8), von Psychiater
Dr.
H._
(Bericht vom 8. Juni 2004,
Urk.
7/57) und Psychiater
Dr.
I._
(Bericht vom 7. August 2006,
Urk.
7/77/1-2), dass beim
Beschwerdeführer
eine rezidivierende depressive Störung vorliege. Diese sei auch 2007 anhand der Vorbefunde und des psychopathologischen Befundes bei der Begutachtung 2007 (
Urk.
7/104) nachweisbar gewesen. Wes
halb
Dr.
F._
unter Hinweis auf sonstige Inkonsistenzen und Widersprüche auf diese Diagnosestellung verzichtet habe, sei aus heutiger Sicht nicht voll
ständig nachvollziehbar (S. 77 f.).
4.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
K._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, erwähnte im Bericht vom 11. November 2012 (
Urk.
7/232) eine Beeinträchtigung des Denkens, Handelns und affektiver Funktionen. Er verwies auf Einschränkungen in der Fähigkeit zu Planung und Umsetzung so
wie
zum
Formulieren konkreter Handlungsentwürfe. Neben einer deutlichen psychomotorischen Unruhe sei die Symptomatik auch gekennzeichnet durch Ängste, die unvermittelt auftreten könnten und zum Teil auch überdauernd seien und die Aktivitäten des täglichen Lebens stark negativ beeinflussten, wie auch die bestehenden Selbstzweifel, Herabgestimmtheit, Ambivalenz und
Rück
zugstendenzen
.
Dr.
K._
attestierte eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und befand einen Über
tritt in ein Arbeitsverhältnis als nicht absehbar, so dass zunächst eine Abklä
rung der Arbeitsfähigkeit (BEFAS) und/oder eine Arbeitserprobung vorgeschal
tet werden müsste. Der
Beschwerdeführer
könne nur bedingt auf seine
krank
heitsbedingten
Einschränkungen (affektive Störungen,
Stimmungsbeeinträchti
gungen
, Antriebsstörungen, Störungen des Planungsvermögens, verminderte Kritikfähigkeit) Einfluss nehmen, in de
m
er - soweit es ihm möglich sei - an ei
ner Therapie mitwirke und sich kooperativ zeige. Die Symptomatik an sich lasse sich aber nicht direkt durch willentliche Einflussnahme ausschalten oder direkt verändern.
5.
5.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die organischen Beein
trächtigungen nicht zu einer wesentlichen Arbeitsunfähigkeit führen und diesbezüglich auch von einem unveränderten Zustand auszugehen ist. So be
stätigten die Ärzte der
MEDAS Y._
dass die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit ausschliesslich auf ein psychisches Leiden zurückzuführen sei
(
Urk.
7/219 S. 73). Dass die körperlichen Beschwerden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bleiben, hatten zuvor bereits die Gutachter der
MEDAS
N._
festgestellt (E. 3.
2
.3). Auch der
Beschwerdeführer
selber brachte nicht vor, aus somatischen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein.
5.2
5.2.1
Relevant ist vorliegend eine allfällige Veränderung des psychischen Gesundheits
zustandes. Vergleicht man die entsprechenden Diagnosen zwischen den zwei
MEDAS
-Gutachten
, so fehlt im Gutachten der
MEDAS
N._
eine psychiatrische Diagnose unter Hinweis auf Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen des
Beschwerdeführer
s (E. 3.
2
.3 f.). Noch vor Erlass der
leistungs
ablehnenden
Verfügung vom 25. März 2008 diagnostizierten die Ärzte des Sa
natoriums
E._
indes eine polymorphe psychotische Störung sowie einen Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (E. 3.2).
Wie es sich damit genau verhält, kann indes offen bleiben. Von Bedeutung sind nicht die genauen Diagnosen, sondern die Befundlage und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Anlässlich der
MEDAS
-Begutachtung im Jahr 2007 standen das Stimmen-Hören sowie eine Angstsymptomatik im Vordergrund der geklagten Beschwerden (
Urk.
7/104/36). Als klinische Befunde nannte der un
tersuchende Psychiater bei der Merkfähigkeitsprüfung zwei von drei Begriffen nach zehn Minuten wieder zu
erinnerlichen
, bei der Subtraktionsprüfung sei der
Beschwerdeführer
verlangsamt und fehlerhaft gewesen. Anhaltspunkte für Auffassungs- oder Wahrnehmungsstörungen fand er keine (
Urk.
7/104/40). Die Ärzte des Sanatoriums
E._
wiesen auf Verständigungsschwierigkeiten hin, wonach der
Beschwerdeführer
einfache Fragen nicht richtig verstanden habe, auf ein depressives Stimmungsbild sowie eine Angstsymptomatik (E. 3.
1
).
5.2.2
Vergleicht man diese Befunde mit den von den Gutachtern der
MEDAS Y._
erhobenen, so ergibt sich ein praktisch identisches Bild: Auch gegenüber jenen Ärzten schilderte er im Wesentlichen das Stimmen-Hören (
Urk.
7/219/91). Diesen fielen sodann inadäquate Antworten auf, so habe der
Beschwerdeführer
einfachste Rechenaufgaben und sonstige Fragen falsch beantwortet, drei zu merkende Begriffe nach fünf Minuten nicht mehr nennen und die
Subtraktions
aufgabe
nicht durchführen können. Sodann habe der
Beschwerdeführer
auf den Fussboden geschaut, abwesend gewirkt und eine hilflose sowie repetitive Mimik und Gestik gezeigt (
Urk.
7/219/93 f.). Sodann stellten die Gutachter mit einem Ganser-Syndrom eine neue Diagnose (E. 4.1.3).
5.2.3
Die befundmässigen Unterschiede beschränken sich nach dem Gesagten auf wenige Details, welche sodann wesentlich von der Interpretation des Gezeigten abhängen. In diesem Sinne erscheint die Einschätzung der Ärzte der
MEDAS Y._
, wonach die kognitiven Symptome und das Vorbeireden zugenom
men hätten (E. 4.1.8), nicht ohne weiteres als plausibel, fehlt doch eine detail
lierte Auseinandersetzung mit den Vorbefunden. Immerhin hielten sie fest, dass die Verhaltensauffälligkeiten seit zehn Jahren beschrieben würden, so Ängste, Rückzug, regressives Verhalten, pseudopsychotische Symptomatik, auffällige Kommunikation mit Vorbeiantworten (E. 4.1.5). Dass diese seit dem 25. März 2008 zugenommen haben, ist nicht erstellt. Dass früher zwei und heute kein Begriff (von drei genannten) mehr erinnerlich war und Rechenaufgaben leicht abweichend (und ebenfalls falsch beziehungsweise gar nicht) beantwortet wur
den, hat nicht die Qualität einer revisionsrechtlich relevanten Veränderung des medizinischen Sachverhalts. Fest steht, dass bei beiden Untersuchungen man
gelhafte Antworten gegeben wurden.
Auch die anamnestische Aufbereitung durch die Ärzte der
MEDAS Y._
führt zu keine
n
anderen Erkenntni
s
s
en
: Die erwähnten fünf stationären
Hospi
talisationen
(E. 4.1.7) begannen bereits vor dem 25. März 2008 und entspre
chend setzten die Gutachter den Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf die erste Be
handlung im Sanatorium
E._
fest (Juni 2007, Aufenthalt von März bis Mai 2007, E. 3.
1
), mithin vor dem relevanten Vergleichszeitpunkt. Sodann ergibt eine Durchsicht der entsprechenden Austrittsberichte (E. 4.1.2), dass re
gelmässig depressive Symptome geschildert wurden, welche aber aktuell als re
mittiert erachtet wurden und damit nicht von Bedeutung sind. Die erwähnten psychotischen Symptome lagen bereits im Zeitpunkt der Untersuchung in der
MEDAS
N._
vor
, was die Gutachter der
MEDAS Y._
explizit bestätigten (E. 4.1.8)
.
Dass der Gesundheitszustand im Wesentlichen identisch ist, ergibt sich nicht zuletzt aus der Kritik der Ärzte der
MEDAS Y._
an der Einschätzung von
Dr.
F._
von der
MEDAS
N._
, wonach dieser – trotz anamnesti
scher Dokumentation - auf eine Diagnosestellung der depressiven Störung ver
zichtet habe (E. 4.1.8). Damit drücken die Gutachter aus, dass sie mit der seiner
zeitigen Einschätzung nicht einverstanden sind und diese anders getroffen hät
ten, nämlich im Sinne der aktuellen Beurteilung.
Gleiches gilt für den Vorhalt, die
Auffälligkeiten seien von den Vorgutachtern als soziokulturelles Phänomen im Rahmen von psychosozialem
Distress
gefasst worden (E. 4.1.3) und es sei keine psychiatrische Diagnose gestellt worden (E. 4.1.5), es zeige sich aber, dass bloss eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorliege (E. 4.1.7).
5.2.
5
Demgemäss erscheint die abweichende Einschätzung der Ärzte der
MEDAS Y._
als unterschiedliche Beurteilung des an sich unveränderten Gesund
heitszustandes und ist damit grundsätzlich unbeachtlich.
Dies wird durch das Gutachten der
MEDAS Y._
denn auch insbesondere dadurch bestätigt, dass von einer entsprechenden Einschränkung ab Juni 2007 ausgegangen und keine seitherige Verschlechterung geltend gemacht wurde (E. 4.1.7)
. Auch den Angaben von
Dr.
K._
(E. 4.2) ist nichts Abweichendes zu entnehmen.
5.3
5.3.1
Der Beschwerdeführer ersah Hinweise für eine Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes (vgl. hierzu
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
4) unter anderem im Hinweis des Gutachtens der
MEDAS Y._
auf einen über Jahre
chronifizierten
Zustand mit Abwärtstendenz (S. 55). Das Gutachten könne nicht so
interpretiert
werden, dass sich die Abwärtstendenz nur auf die Zeit vor Sommer 2007 beziehe. Auf
S. 70 werde angegeben, derzeit bestehe eine Einschränkung von mindestens 50
%
aus psychischen Gründen. Gleich zuvor werde auf den langjährigen Verlauf Be
zug genommen, o
hn
e diesen jedo
c
h im Einzelnen darzulegen. In Bezug auf die Depression werde mehrfach betont, dass der Schweregrad im Verlauf der Zeit unterschiedlich gewesen sei, zeitweise
schwergradig
mit psy
chotischen Symp
tomen (S. 71). A
ktuell
seien
die Gutachter offenbar nicht von einer schwergra
digen Depression aus
gegangen
(S. 72). Es werde darauf hingewiesen, dass re
zidivierende depressive Störungen episodisch verliefen und auch die Sympto
ma
t
ik eines Ganser-Syndroms phasenweise verstä
r
kt oder weniger ausgeprägt auftreten könne (S. 74). Die Gutachter des
MEDAS Y._
gingen davon aus, dass der Umstand, dass namentlich die MEDAS
N._
keine wesentli
che psychiatrische Diagnose gestellt habe, auf diesen episodischen Verlauf zu
rückgehe (S. 74 und S. 71
)
, wo erklärt werde, weshalb in Zeiten gering ausge
prägter oder remittierter Depression keine psychiatrische Diagnose gestellt wor
den sei.
5.3.2
Hierzu bleibt festzuhalten, dass eine
Chronifizierung
laut der Meinung der Ärzte der
MEDAS Y._
seit längerer Zeit besteht. Sie gingen von einem Aus
bruch der Krankheit im Jahr 2001 aus und
führten
nicht
aus
, inwieweit eine seit März 2008 fortschreitende weitergehende
Chronifizierung
eingetreten sein sollte, sondern verwiesen pauschal auf eine solche „über mehrere Jahre“. Der Hinweis auf eine Abwärtstendenz begründet sodann keine
erhebliche
Ver
schlechterung seit März 2008
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG
.
Zur Thematik der episodisch beziehungsweise phasenweise verlaufenden
Symptomatik
der re
zidivierenden depressiven Störung und des Ganser-Syndroms steht fest, dass diese Beschwerden bereits im Vergleichszeitpunkt im März 2008 vorlagen und auch
diesbezüglich keine Änderungen ersichtlich sind beispielsweise in dem Sinne, dass vermehrte Schübe vorliegen
würden. Im Gegenteil erschien die
De
pression gar als remittiert.
5.4
Damit hat es mit der Feststellung sein Bewenden,
dass
keine Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit dem Erlass der letzten
renten
verneinenden
Verfügung vom 25. März 2008 bis zum Erlass der nunmehr an
gefochtenen Verfügung vom 21. Mai 2013 eingetreten ist. Da auch keine Hin
weise für erwerbliche Veränderungen bestehen, ist kein Revisionstitel gegeben, weshalb der Beschwerdeführer nach wie vor kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
5.5
Die Ansicht des Beschwerdeführers, dass mit einem derartigen Ergebnis eine invalidisierende Gesundheitsstörung
aufgrund
einer falschen Beurteilung für alle Zeiten ignoriert werde
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
8)
, ist - sofern eine solche tatsäch
lich vorliegen sollte - nicht von der Hand zu weisen. Dies ist
dem Invalidenver
sicherungsrecht
indes inhärent, denn eine Änderung der Rentenleistungen setzt eine Veränderung des Sachverhalts voraus und eine freie Überprüfung verbietet sich. Ob dies legislatorisch dereinst
angepasst wird, ist derzeit nicht abzusehen. Immerhin
z
öge
eine
solche Lösung -
voraussetzungslose
Neuüberprüfung - für alle rentenb
e
ziehenden Versicherten eine erhebliche Un
sicherheit
nach sich.
Eine allfällige Unrichtigkeit der Feststellungen der Gutachter der MEDAS
N._
- welche indes nicht erstellt ist - hätte sodann nicht zur Folge, dass der Expertise „kein Beweiswert zukommt“ (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
9). Angesichts des Vorliegens eines rechtskräftigen Urteils wäre der Verwaltung insbesondere das Zurückkommen mittels Wiedererwägung verwehrt.
6
.
6
.1
Mit seiner Beschwerde vom
2
4.
Juni 2013
beantragte der Beschwerdeführer, ihm sei
für das Beschwerdeverfahren die
unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person des unterzeichnenden Rechtsanwalts zu gewähren (
Urk.
1 S. 2).
Die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
2 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
) sind vorliegend erfüllt, weshalb dem Gesuch des Be
schwerdeführers zu entsprechen ist. Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung der Kosten seiner
Rechtsver
tretung
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Mit Honorarnote vom
2
9.
Oktober
2014 (
Urk.
9/2
) machte Rechtsanw
a
lt
Viktor
Györffy
einen Aufwand von
sechs
Stunden
25 Minuten
und Barauslagen in der
Höhe von
Fr.
24
.-- geltend, wofür ih
m
eine Entschädigung im Betrag von
Fr.
1‘411.90
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zuzusprechen ist.
6
.
2
Die Gerichtskosten im Sinne von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen
.