Decision ID: 78e1d727-2cf0-4e6d-8fed-67d187238c18
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene
X._
, angelernte
Coiffeuse
,
arbeitete
vo
m 1. März
2000
bis
31.
Januar 2005 als Kassiererin bei der
Firma Y._
in einem Vollzeitpensum (Urk.
8
/11)
.
In der Folge
bezog sie Leistungen der Arbeits
losen
ver
sicherung und war
vom
1
7.
Mai 2005 b
is 31.
Juli 2006 im
Zwischen
verdienst
bei der
Firma Z._
als Ver
käuferin angestellt, als sie a
m
16.
Januar 2006 auf der Fahrt zur Arbeitsstelle als Bei
fahrerin einen Ver
kehrs
unfall
erlitt. Dabei zog sie
sich eine Distorsion der
Hals
wirbel
säule
(HWS) be
ziehungs
weise ein
Schleuder
trauma
zu
.
D
er
Un
fall
ver
si
che
rer
erbrachte
die gesetzlichen Leistungen
und stellte diese per 31. Dezember 2008 ein (Urk. 8/52/1-10).
1.2
Am
1
6
.
Mai 2008
(Urk.
8
/4
)
meldete
sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
eine
HWS
-Distorsion
, eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine De
pres
sion
bei
der In
validen
versiche
rung zum
Leistungs
bezug
an.
Nach ge
tätigten Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht
sprach d
ie
Sozial
ver
si
che
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-
Stelle,
der Versicherten mit Ver
fügung vom 2
6.
April 2010
(Urk.
8
/82, Verfügungsteil 2 [Urk.
8
/73])
vom 1. Mai bis 3
1.
Juli 2007 eine ganze Rente
(Invaliditätsgrad: 80
%
)
, vom
1.
August 2007 bis
3
0.
Juni 20
08
eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad: 66 %)
und
vom
1.
Juli 2008
bis 3
0.
Juni 2009
eine
befristete
Viertelsrente
(
Invaliditäts
grad
: 46
%
)
zu
.
1.3
Am
1.
April 2010 (Urk.
8
/79)
hat
te die
inzwischen seit 1
2.
Januar 2008 bei der Metz
gerei
A._
als Mitarbeiterin Küche/Hausdienst
in einem 50%-Pensum ar
bei
tende Versicherte
der IV-Stelle unter Auflage eines Berichtes von
Dr.
med.
B._
,
FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation spez. Rheuma
tologie,
vom 1
9.
Februar 2010 (Urk. 8/78/1-2),
mit
geteilt
, dass sie am
8.
Februar 2010 bei
m
Au
s
steigen aus dem Post
auto auf einer Eisfläche ausge
rutscht sei
,
dabei mit dem
Hinterkopf auf dem
Trottoirrand
aufge
schlagen habe und seit dem 8.
Februar
2010 zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(vgl. dazu auch
Urk.
8
/78/3
)
sowie ihre Arbeit
geberin ihr per Ende April 2010 gekündigt habe.
Am
1.
Oktober 2010 (Urk. 8/96/13
,
Urk.
8/96/26
) erlitt die Versicherte einen wei
te
ren Auf
fahr
unfall, bei dem
sie sich
Verletzung
en
in mehreren
Bereich
en
der oberen
Extremitäten
sowie Prellungen zuzog
.
Der
Un
fall
versicherer
erbrachte
wie
derum
die gesetzlichen Leistungen
und stellte diese per 30. September 2011 ein (Urk. 8/103).
In der Folge holte d
ie IV-Stelle
einen aktuellen
medizinische
n Be
richt
(Urk.
8
/97
)
ein
und zog die
Akten des Unfallversicherers
bei (
Urk. 8/96 und
Urk.
8
/103-104
)
. Am 2.
Dezember 2011 (Urk.
8
/108) stellte sie die Abweisung des neuen
Leis
tungs
be
gehrens
in Aussicht. Nach Prüfung des Einwandes vom 1
8.
Januar 2011 (
richtig: 2012;
Urk.
8
/112)
holte
sie
einen Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH für Psy
chi
atrie und Psychotherapie, ein (Urk.
8
/114) und veranlasste eine
psychia
tri
sche
Unter
su
chung durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie FMH, Facharzt für Neurologie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD; psy
chi
atri
scher Untersuchungsbericht vom 1
5.
Mai 2012 [Urk.
8
/122]
)
sowie in der Folge eine
bidisziplinäre
psychiatrisch-orthopädische Untersuch
ung
durch
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie (Ortho
pädischer Untersuchungsbericht vom 2
1.
August 2012 [Urk.
8
/127]
)
und
Dr.
D._
(
Urk
. 8/131 S. 3 f.; vgl. auch Urk. 8/131 S. 6 f.).
Anlässlich der Un
tersuchung vom 1
5.
Mai 2012 (Urk. 8/122 S.
1
Ziff.
1) gab die Versicherte
zu
dem
an, am 1
7.
April 2012 i
m Treppenhaus gestürzt zu sein
.
Am 1
9.
Februar 2013
(Urk.
8
/132)
aufer
legte die IV-Stelle der Ver
sicherten unter Hinweis auf ihre
Mitwir
kungspflicht
sowie die Folgen bei deren Miss
achtung gemäss
Art.
21
Abs.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungs
rechts
(ATSG)
eine
Schaden
min
derungs
pflicht
in Form einer Intensivierung der psy
chiatrisch-psycho
therapeutischen Be
handlung
.
Mit Vorbescheid vom 1
9.
Februar 2013 (Urk.
8
/134) stellte die IV-Stelle der Ve
r
sicherten
eine
vom
1.
Februar
bis 31. August 2011 befristete ganze Rente in Aus
sicht. Ab
1.
September 2011 ver
neinte sie
demgegenüber
einen Renten
an
spruch
. Nach Prüfung des Ein
wandes vom 1
8.
März 2013 (Urk.
8
/138)
erliess die IV-Stelle
am 8. August 2013 (Urk. 8/146)
einen ne
uen Vor
be
scheid
mit dem sie
der Versicherten
die Abweisung des
Leistungs
begehrens
in Aussicht stellte.
Nach Prüfung des Ein
wandes vom 11. September 2013 (Urk.
8
/150) wies die IV-Stelle das
Leistungs
begehren
der Ver
sicherten mit Verfügung vom 24.
September 2013 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
3
.
Oktober
2013 (Urk. 1) Beschwerde und be
an
tragte, es sei die Verfügung vom 2
4.
September 2013
auf
zu
heben und
es seien
ihr die gesetzlichen Leistungen
, mindestens eine
Viertelsrente
,
zuzuspre
che
n
. Even
tualiter sei eine medizinische Abklärung (polydisziplinäre Be
gutach
tung)
ihres Gesundheitszustandes du
rch das Gericht zu veranlassen, a
lles unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegnerin
.
Mit
Be
schwerde
antwort vom 4.
November
2013 (Urk.
7
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der
Beschwerde, was der Beschwerdeführerin
am 7.
November
2013 (Urk.
9
) zur Kennt
nis gebracht wurde.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Be
handlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Be
tracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
1.2.1
Nach der Rechtsprechung vermögen
somatoforme
Schmerzstörungen und an
dere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweis
bare organische Grundlage in der Regel keine lang dauernde, zu einer Inva
lidi
tät im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (
IVG
)
führende Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 279 E. 3; 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3; 132 V 65; 131 V 49; 130 V 396). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit eines
Wiederein
stiegs
in den Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch aus
gewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein an
derer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien vo
raus wie chronische körperliche
Be
gleiterkrankungen
mit mehrjährigem
Krank
heitsverlauf
bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfris
tige Remission, ein ausgewie
sener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Le
bens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Ver
lauf einer an sich missglückten, psy
chisch aber entlastenden
Konfliktbewälti
gung
(primärer Krankheitsgewinn) oder
schliess
lich
unbefriedigende
Behand
lungsergebnisse
trotz konsequent durch
ge
führter Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem
Ansatz) und gescheiterte
Rehabi
litationsmassnahmen
bei vor
handener Motiva
tion
und Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden
Befunde darstellen, desto eher sind die Voraus
setzungen für eine zumutbare
Willens
anstrengung zu ver
neinen (BGE 137 V 64 E. 4.1; 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Die invalidisierende Wirkung einer spezifischen Verletzung der Halswirbelsäule
(HWS) ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle beurteilt sich gemäss BGE
136 V 279 in analoger Anwendung der in BGE 130 V 352 im Zusammen
hang mit
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Kriterien.
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tel
srente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
einkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
gelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Auf
gaben
bereich festzulegen und der
Invaliditäts
grad
entspre
chend der Behin
derung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
validität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
be
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamt
in
validität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E.
3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
6
Wurde eine Rente
wegen eines
zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
raussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Revi
sionsgesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuan
mel
dung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invalidi
tätsgrades
auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der
Invaliditäts
grad
seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine Veränderung er
fah
ren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
an
spruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwer
de
fall
obliegt die gleiche materielle
Prü
fungspflicht
auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizi
nischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich
in der angefochtenen Verfüg
ung vom 24.
September 2013 (Urk. 2)
auf den Standpunkt
,
es könne von einem unverän
derten Gesundheitszustand ausgegangen wer
d
en (S.
2).
E
in organisches Korrelat,
welches di
e Schmer
zen erklären würde, fehle
(S.
3)
,
und die Beschwerden
seien
aus objektiver Sicht über
windbar
(S.
4)
.
Insbesondere machte sie unter Ver
weis auf BGE 130 V 353 geltend, die Beschwerdeführerin verfüge über psychi
sche
Ressourcen, die es ihr – trotz der subjektiv erlebten Schmerzen – er
laubten, einer
Arbeit nach
zugehen
.
Weil es sich
bei der Frage der Überwindbarkeit um
eine rechtliche Frage handle, sei auch eine er
neute interdisziplinäre Abklärung – wie
sie von der Beschwerdeführerin ver
langt werde – nicht notwendig
. Ab
schliess
en
d
hielt
sie
fest
, dass die
erfolgte
Er
mitt
lung des Invaliditätsgrades
mittels ge
mischter Methode
bei Teilerwerbstätigen der gängigen Praxis ent
spreche (S. 5).
2.2
Demgegenüber
machte
die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 3. Okto
ber 2013 (Urk. 1
S. 5 ff.
Ziff.
11
f.
)
geltend
,
es gehe nicht an
,
dass der
Rechts
dienst
der Beschwerdegegnerin Fragen, die tatsächlicher Natur seien und dem medizinischen Gutachten vorbehalten seien, beurteile.
Zu den rechtlich er
heb
lichen Tatsachenfeststellungen – und damit zu den von den medizinischen Ex
perten zu beantwortenden Fragen – gehöre die Beurteilung, ob eine
an
hal
tende
somato
forme
Schmerzstörung oder ein damit vergleichbar
er
syn
dromaler
Zu
stand vorliege
, und bejahendenfalls, ob eine psychische Komorbi
dität oder wei
tere Umstände gegeben seien, welche die Überwindbarkeit ganz oder teil
weise in Frage stellten
.
Der RAD-Arzt
Dr.
E._
habe keine mangelnde Er
klärung für die von der Beschwerdeführerin geschilderten körperlichen Be
schwerden festge
halten, sondern er habe diese nachvollziehen können. Zu
dem hätten die RAD-Ärzte die invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Diagnosen wie eine
somatoforme
Schmerzstörung
wie
auch ein diffus
myo
fas
ziales
Schmerzsyn
drom
bei ihrer Beurteilung ausgeblendet und bezüglich der übrigen Diagnosen einen Einfluss auf d
ie Arbeitsfähigkeit klar bejaht
. Schliess
lich sei ihnen die Frage
nach der ganzen oder teilweisen
Über
wind
bar
keit
gar nie un
terbreitet worden, was
allenfalls nachzuholen sei (S. 5 f.
Ziff.
12).
Schliesslich monierte er die
In
va
liditätsbemessung
(S. 6
Ziff.
14 f.).
3.
3.1
Den leistungszusprechenden Verfügungen vom 2
6.
April 2010 (Urk. 9/82,
Ver
fügungs
teil
2 [Urk.
8
/73]) lagen im Wesentlichen folgende medizinische
n
Be
richte
sowie der Bericht betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haushalt vom 1
9.
Juni 2009 (Urk.
8/50)
zugrunde:
3.1.1
Im
Gutachten des
Zentrum
s
F._
,
vom 1
1.
März
2008 (Urk. 8/3/1-
32
)
zu Händen des Unfallversicherers nann
t
en die
Ä
rzte
nach rheumatologischer, psychiatrischer und neuro
logisch-neuropsychologischer Untersuchung
folgende Diagnosen
(S. 6
Ziff.
4)
:
1.
Chronischer
Beschwerdekomplex
mit
zervikovertebralem
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlungen und be
gleitenden
Krippelparästhesien
geringgradigem
lumbovertebralem
Schmerzsyndrom
neurasthenischen Symptomen (rasche Erschöpf- und Ermüdbarkeit
, Tagesmüdigkeit)
schmerzassoziierten Ein- und Durchschlafstörungen
erhöhter Nervosität und Reizbarkeit
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen nach dem Unfallereignis am 1
6.
Januar 2006 mit Krafteinwirkungen auf die HWS und reakti
ver Belastungsstörung
mit
depressiver Prägung und mit
subsyndro
malen
posttraumatischen Anteilen über einen Zeitraum von sicher 18 Monaten nach dem Unfallgeschehen
2.
Zeichen muskulärer
Dekonditionierung
im Rahmen eines Schon- und
Vermeidungsverhaltens
3.
prol
ongierte mittelschwere Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21)
4.
leichte unspezifische neurokognitive Minderbelastbarkeit
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus (S.
8)
,
a
us rheumatologischer Sicht bestünden in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin im
Lebens
mittelladen
spezifische Einschränkungen bei den zu hantierenden Maximalge
wichten, bei vorgeneigten P
ositionen im Stehen sowie bei kumulierenden Tätig
keiten mit vermehrtem Krafteinsatz der Arme beim Zu
schneiden als auch beim
Verräumen
von Waren auf allen Ebenen, besonders auf und über Kopfhöhe. Medizinisch-theoretisch sei aus rheumatologischer Sicht von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Mit
arbeiterin im Lebensmittelladen auszugehen. Aus rheuma
tolo
gischer Sicht sollte die Tätigkeit als
Serviceangestellte ganztags
mit ver
mehrtem Pausenbedarf von zwei Stunden täglich und einer verminderten Leis
tungsfähigkeit von 10
%
zumut
bar sein (Arbeits
fähigkeit: 65
%
).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit (60%ige Arbeits
un
fähigkeit). Dabei seien die neuropsychologischen Defizite mit einer im
pli
zier
ten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 10-20
%
mitein
ge
schlossen.
In angepasster Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht für eine körperlich leichte
Tätigkeit (vgl. dazu Belastungsprofil Urk. 8/3 S. 8
Ziff.
5.2) eine ganztä
gige Arbeitsfähigkeit mit
vermehrtem
Pausen
bedarf von zwei Stunden täglich
und
einer verminderten
Leistungs
fähigkeit von 10
%
. Aus rheumatologischer Sicht
resultiere in einer angepassten Tätigkeit eine 65%ige Arbeitsfähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht (und damit interdisziplinär) bestehe für eine ange
passte Tätigkeit eine 40%ige Arbeitsfähigkeit (60%ige Arbeitsunfähigkeit).
3.
1.
2
Im psychiatrischen Gutachten vom
4.
März 2009 (Urk.
8
/34/6-37)
hielt
Dr.
med.
G._
,
Facharzt FMH für
Psychi
atrie/Psychotherapie,
fest (S.
2
4 f.
Ziff.
4), im
Anschluss an
eine Frontalkollision im Januar 2006 liege ein psycho
patholo
gi
sches Zustandsbild vor, welches sich im Wesentlichen aus zwei Anteilen zu
sammen
setz
e
. Zum einen habe die Beschwerdeführerin auf den Unfall ganz offensichtlich mit einer posttraumatischen Belastungsstörung reagiert, wobei kli
nisch Angstgefühle und eine depressive Verstimmung im
poniert hät
ten. Zum anderen seien nach dem Unfall im Rahmen der dabei erlit
tenen HWS
-Distorsion sofort Schmerzen im Nacken, Kopf und
Schulter
be
reich
aufgetreten, die in beide Arme aus
gestrahlt
und die früheren l
um
balen Schmerzen reaktiviert hätten
. In
den folgenden drei Jahren habe sich ein chronisches
Schmerzssyn
drom
als
Haupt
beeinträchtigung
der Gesundheit der Be
schwerdeführerin entwi
ckelt. Die „rein psychische“ Symptomatik bestehe vor
wiegend in Form einer de
pressiv-verzweifelt-hilflosen Grundstimmung, die durch die persistierenden Schmerzen, die bislang durch keine Therapie wirklich deut
lich positiv habe be
einflusst wer
den können, verstärkt werde. Andererseits sei auch anzunehmen, dass die noch bestehende
n
Reste
n
der posttraumatischen Angst- und
Vermei
dungsreaktionen
die Schmerzen verstärke. Für das psychische und physische
Zu
stands
bild
seien in gewissem Ausmass auch psychosoziale Faktoren von Be
deutung, die zum Teil schon vor dem Unfall relevant gewesen sein dürften (im Sinne einer über
mässi
gen Beanspruchung der Beschwerdeführerin).
Aus psychiatrischer Sicht imponiere weitgehen das Schmerzsyndrom als zent
rale Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die ängstlich-depressive Symptoma
tik dürfte heute vorwiegend sekundär durch die Schmerzen ausgelöst sein. Auch wenn nach wie vor Hinweise für eine durchgemachte post
traumatische
Belas
tungsstörung
vorlägen, so seien jene wohl weniger an der
arbeits
bezogenen
Ein
schränkungen beteiligt. In bisheriger Tätigkeit könne aus psy
chiatrischer Sicht
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von rund 50 % ausgegan
gen wer
den (S. 26 f.
Ziff.
5).
Für angepasste Tätigkeiten ohne Tragen
von grösseren Gewichten und ohne hek
tische Arbeitsatmosphäre, wo auch die leichten kognitiven Beein
trächtigun
gen wie Kurzgedächtnisstörungen nicht zur Erhöhung von
Stress
ge
fühlen
führ
ten,
könn
e allenfalls von einer höheren A
rbeitsfähigkeit
ausge
gangen werden
(S.
27
Ziff.
6, S.
30
Ziff.
9)
.
3.1.3
Am
6.
April 2009 (Urk.
8
/45) hielt
Dr.
G._
in seiner ergänzenden Stell
ung
nahme hinsichtlich einer genauen Angabe der Restarbeitsfähigkeit fest, die in Frage stehende Restarbeitsfähigkeit würde er auf etwa 60-70
%
schätzen (etwa fünf bis 6 Stunden [mit Pausen dazwischen] täglich
)
.
3.
1.4
Im Bericht betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
9.
Juni 2009 (Urk.
8
/50
) e
rmittelte die
Aussen
dienst
mitar
beiterin
der Beschwerdegegnerin
eine Ein
schränkung von 31,5
%
, was bei ei
nem
Erwerbsanteil von 80
%
und einem Haushaltsanteil von 20
%
einen
Teilin
vali
di
tätsgrad
von 6.3
%
ergab. Ausgehend von einer 65%igen Arbeitsfähigkeit (in an
gepasster Tätigkeit) und einem Invaliditätsgrad von 26 % im Erwerbsbereich (ge
wichtet 20.8 %) resultierte ab 1. Juli 2009 ein Gesamtinvaliditätsgrad von 27 %
(Urk. 8/73)
.
3.
2
Der leistungsabweisenden
Verfügung vom 2
4.
September
201
3
(
Urk
. 2)
lagen im Wesent
lichen folgende medizinische Be
richte zugrunde:
3.
2
.1
Im medizinischen Bericht vom
1
9.
April 2011 (Urk.
8
/97/
5-9)
nannte
die behan
delnde Rheumatologin
Dr.
B._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein post
traumatisches
cervikocephales
,
cervikospondylogenes
Syn
drom
und ein
l
umbo
spon
dylo
genes
Syndrom beidseits bei Status nach
Heck
kol
lision
am
1.
Oktober 2010, Status nach Autounfall mit
HWS-Distorsions
trauma
am 1
6.
Januar 2006, Status nach
Sturz auf den Hinterkopf am 8.
Februar 2010,
Wir
bel
säulen
fehl
form
: Hyperlordose lumbal,
Wirbel
säulen
fehl
haltung
: musku
läre
Dys
balance
, post
traumatischer
Belastungs
störung
, eine Ten
denz zur
Hy
per
la
xität
,
links
be
tontes
Lip
-/
Lymphoedem
mit/bei gemischter
Vari
kosis
links.
Dr.
B._
hielt für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit folgende Arbeits
unfähigkeiten
fest: 50
%
vom
1.
Januar 2009 bis
7.
Februar 2010, 100
%
ab dem
8.
Februar 2010
, 30-40
%
ab dem 1
0.
September 2010
(für leichte
Ar
beiten), 50
%
ab dem
1
6.
September 2010 als Arbeitsversuch, 100
%
ab dem Unfall vom
1.
Oktober 2010
, 50
%
(
medizinisch-theoretisch
)
ab dem
31.
Januar 2011, 100
%
im Januar
2011 (
wegen eine
m
Kurs des R
egionalen
Arbeits
ver
mittlungs
zentrums
,
bei dem
sie
viel
habe sitzen müss
e
n
, was sie nicht er
tr
a
g
en habe)
und derzeit wieder 50
%
.
Behinderungsangepasste Tätigkeiten (leicht wechsel
belastend, nicht vorn
übergebeugt und nicht in der Kälte)
seien
zu 50
%
zumut
bar.
3.2.2
Im k
reisärztliche
n
Untersuchung
sbericht
vom 1
4.
September 2011 (Urk.
8
/104)
hielt
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, fest (S. 8), klinisch habe er eine ungünstige Statik der Wirbelsäule und
eine etwas eingeschränkte LWS-Beweglichkeit gefunden. Die Tonuserhöhung der
Schultergürtelmuskulatur lediglich im Stehen sei ein un
spezifischer Befund und könne in entspannter Bauchlage nicht nach
gewiesen werden. Die
Palpations
schmerzhaftigkeit
der lumbalen
Paravertebral
mus
kulatur
beidseits bereits mit einem Papierbausch sei medizinisch nicht erklär
bar, die Schmerzen seien bereits bei einer „
Palpations
tiefe
“ angegeben wor
den, welche lediglich im Bereich der dicken subkutanen Fett
schicht hätte Schmer
zen auslö
sen können. Objektiv seien auch keine neuro
logischen Ausfälle nach
weisbar. Aufgrund der Abklärungen könne ausge
schlos
sen werden, dass die Beschwer
deführerin am
1.
Oktober 2010 eine organische Schädigung erlitten habe. Seit Ende Januar 2011 bestehe auch subjektiv für die Be
schwerde
führerin ein Zu
stand wie vor dem Unfallereignis. Er rate zur Terminierung der Leistungen.
3.2.
3
Im
Bericht vom
1
8.
Februar 2012 (Urk.
8
/114) nannte der behandelnde
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine langanhaltende depressive Anpassungsstörung infolge wieder
holter Traumatisierung und
Retraumatisierung
(ICD-10 F43
.21) bei ängst
lich vermeidenden
Persönlichkeitszügen (ICD-10 F60.6) infolge
Milieu
schädi
gung
in der Kindheit
und attestierte der Beschwerdeführerin als Ver
käufe
rin/
Mit
ar
bei
terin in der Metzgerei (inklusive Haushaltarbeit) von Juni 2010 bis Mai 2011
eine 80%ige und von Juni 2011 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeits
unfähig
keit.
Dr.
C._
hielt fest, die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zu
mut
bar, zurzeit zu 50
%
, jedoch langsam
steigerbar
.
3.2.
4
Im undatierten psychiatrischen Untersuchungsbericht
(Urk. 8/131 S. 3 f.)
, wel
cher
gestützt auf die psy
chiatrischen Untersuchungen vom 1
5.
Mai und 2
1.
August 2012 erging
(Urk. 8/122 und Urk. 8/127)
, nannte RAD-Arzt
Dr.
D._
als Diag
nosen mit Auswir
kung auf die Arbeits
fähig
keit eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegen
wärtig mittelgradige depres
sive Episode (ICD-10 F33.1), und eine
ängstlich ver
meidende
Persönlich
keits
störung
(ICD-10 F60.6). Als Diagnosen ohne
Auswir
kungen auf die Arbeits
fähig
keit nannte er eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-10 F60.6) und einen Status nach
Anpassungs
stö
rung
bei wieder
holter Traumatisierung und multiplen psychoso
zialen nicht
invaliden
ver
sicherungs
rechtlichen
Belastungsfaktoren
(S. 4)
.
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
D._
fest, bei der Beschwerdeführerin sei
gestützt
auf den plausiblen Arztbericht von
Dr.
C._
vom 1
8.
Februar 2012
seit Juni 2011
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen für alle Tätigkeiten auf dem freie
n Arbeits
markt
.
Von Juni 2010 bis Mai 2011 habe vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt
bestanden.
Durch weitere medizinische Massnahmen im Sinne einer
leit
linien
gerechten
psy
chiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung könne von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Eine Auferlegung einer
Schadenmin
de
rungs
pflicht
im Sinne einer Intensivierung der psy
chi
atrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung erscheine sinnvoll und
erfolgs
ver
sprechend
.
Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck bei nur
geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das
Um
stel
lungs
-
und Anpassungsvermögen
, seien medizinisch-theoretisch in einer
kon
flikt
armen
Arbeitsatmosphäre zunächst zu 50
%
möglich. Bei einem weiter
hin positiven Krankheitsverlauf und zunehmender Adaptierung am Arbeitsplatz wäre eine Stei
gerung innerhalb von einem Jahr möglich. Schliesslich seien auch noch be
ruf
liche Massnahmen aus medizinischer Sicht sinnvoll und aussichts
reich
(S. 4 f.)
.
3.2.
5
Im orthopädischen
Untersuchungsbericht vom 2
1.
August 2012 (Urk.
8
/127) nannte
RAD-Arzt
Dr.
E._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit ein chronisches
Zervikalsyndrom
mit
pseudoradikulärer
Schmerz
aus
strah
lung
auf dem Boden ausgeprägter muskulärer
Dysbalance
und ein chronisches
Lumbalsyndrom mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung auf dem Boden ausge
pr
äg
ter
muskulärer
Dysbalance
. Als Diagnose ohne Aus
wir
kung auf die Arbeits
fähig
keit erwähnte er ein diffuses
myofasziales
Schmerz
syn
drom
auf dem Boden
einer Adipositas
per
magna
(aktuell 112 kg bei 154,5
cm; S. 6
Ziff.
8).
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung führte er aus (S. 7 f.
Ziff.
10), bei der Be
schwerde
führerin sei anhand der vorliegenden medizinischen Bericht
er
stattung und der körperlichen Untersuchung vom 2
1.
August 2012 ein soma
tischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die Arbeitsfähigkeit be
ein
trächtige. In ihrer bisherigen beziehungsweise zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Servierkraft bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Unter Berück
sichtigung der Befunddichte von
Dr.
B._
sei diese durchschnittlich für den Zeitraum ab Februar 2010
anzunehmen
, wobei die Beschwerdeführerin zwischendurch auch
100%ig arbeitsunfähig gewesen sei
,
wie namentlich vom
8.
Februar bis 10. Septem
ber 2010 und vom
1.
Oktober 2010 bis 3
1.
Januar 201
1.
Über
wie
gend habe jedoch aus orthopädischer beziehungsweise rheumatologischer Sicht
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Im Moment sei aufgrund der ausge
prägten Adipositas ein Einsatz als Servierkraft sicher nicht möglich, jedoch be
ruhe dies eben auf einem nicht invalidenversicherungsrelevanten Um
stand (Adi
positas). Mit einer, von der Beschwerdeführerin glaubhaft ange
strebten, er
heb
li
chen und vor allem auch nachhaltigen Gewichtsreduktion dürfte sich ins
gesamt
auch die Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit wieder normalisie
ren respek
tive verbessern.
In optimal angepasster Tätigkeit bestehe aus rein orthopädischer Sicht derzeit eben
falls eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, wobei diese Angabe – wiederum in
Über
ein
stimmung mit
Dr.
B._
– ebenfalls seit Februar 2010 gelte. Aufgrund
der
Unfallereignisse habe indes
kurz
zeitig für einige Wochen eine vollständige Ar
beits
unfähigkeit vor
ge
legen. Als
Be
lastungs
profil
einer
behinderungsange
pass
ten
Tätigkeit nannte er eine kör
per
lich leichte, vor allem wechselbelastende, nicht mit längerem Stehen oder Sitzen verbundene Tätigkeit ohne Arbeiten über Ko
pf oder in Armvorhalte
.
3.2.6
In ihrer
bidisziplinären
abschliessenden Stellungnahme vom 2
7.
August 2012 respektive 1
2.
September 2012 (Urk. 8/131 S.
6 f.)
wiederholten
Dr.
E._
und
Dr.
D._
sowohl die somatischen als auch die psychischen Diagnosen und hiel
ten fest,
sowohl für eine optimal angepasste Tätigkeit als auch
für die bis
herige
beziehungsweise die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Servier
kraf
t
sei ab Juni 2010
von folgendem
Arbeitsunfähigkeitsverlauf aus
zu
gehen: 50
% ab Feb
ru
ar bis Ma
i 2010 (aus somatischer Sicht), 100
%
ab Juni 2010 bis Mai 2011 (allein auf
grund des psych
ischen Gesundheitsschadens), 50
% ab Juni 2011 bis auf weite
res (auf
grund des psychischen wie auch des somatischen Gesund
heits
zustandes).
Aus somatischer Sicht bestehe durchschnittlich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit Februar 2010
, dabei habe er sich auf die verschiedenen und durchaus nach
voll
zieh
baren Berichte von
Dr.
B._
abgestützt
. Es habe aber auch Phasen einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit gegeben, so zum Beispiel vom 8. Februar bis 1
0.
Septem
ber 2010 und dann noch einmal vom
1.
Oktober 2010 bis 3
1.
Januar 201
1.
Überwiegend habe wohl sowohl aus orthopädischer wie auch psychia
tri
scher Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden.
Diese vorerst bis auf weiteres bestehende Einschätzung einer 50%igen Arbeits
fähig
keit für alle Tätigkeiten des freien Arbeitsmarktes stütze sich auf die über
ein
stimmenden Angaben in den
B
erichten des behandelnden Psy
chi
aters
Dr.
C._
und der
behandelnden Rheumatolog
i
n
Dr.
B._
sowie auf die beiden
RAD-Untersuchungsberichte
.
Ferner hielten sie folgendes Belastungsprofil für angepasste Tätigkeiten aus psy
chi
atrischer und somatisch-orthopädischer Sicht fest: zeitlich flexible, körper
lich leichte, vor allem wechselbelastende, nicht mit längerem Stehen oder Sitzen ver
bundene Tätigkeiten ohne Arbeiten über Kopf oder in Armvorhalte, ohne per
manenten Zeit- und Termindruck bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne be
sondere
Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungs
ver
mögen in einer konfliktarmen Arbeitsatmosphäre.
4.
4.1
In Frage steht vorliegend, ob sich die
(
tatsächlichen
)
Verhältnisse seit Erlass der Verfügung
am 26. April 2010 (Urk. 8/73
, Urk. 8/83
) aufgrund eines veränderten Ge
sund
heits
zu
stan
de
s in massgebl
icher Weise verschlechtert ha
ben
.
4.2
Ausweislich der Akten
lassen sich bei der
Beschwerdeführerin, welche
seit der
leistungs
zu
sprechenden
Verfügung vom 2
6.
April 2010 (
Urk. 8
/82,
Ver
fügungs
teil
2 [Urk. 8/73]) im Oktober 2010
und im April 2012 (Urk. 8/122 S.
1
f.
) wei
tere
Un
fälle
erlitt
, kein
e
objekti
vierbaren Gesundheitssch
ä
den nachweisen.
So schloss
Kreis
arzt
Dr.
H._
sowohl
eine organische Schädigung
als auch neuro
logi
sche Ausfälle
aufgrund des
Unfall
ereig
nisses
vom
1.
Oktober 2010 explizit aus (E.
3.2.2
hievor
)
und hielt die Palpationsschmerzhaftigkeit der lumbalen
Para
vertebralmuskulatur
beidseits bereits mit einem Papierbausch aus medizini
scher Sicht
für
unerklärbar.
Ferner hielten auch die
behandelnden (Fach-)Ärzte
(E.
3.2.1
hie
vor
) beziehungsweise RAD-Arzt
Dr.
E._
(E.
3.2.
5
hievor
) einzig
syn
dromale
Be
schwerdebilder
bezüglich der HWS- und
Rücken
problematik
fe
st
;
eine organisch objektivierbare Ursache für die geltend ge
machten Beschwerden
führten
sie hingegen keine
auf
. A
ls Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeits
fähigkeit
nannte RAD-Arzt
Dr.
E._
ein chronisches
Zer
vikal
syndrom
mit
pseu
do
radikulärer
Schmerz
aus
strahlung
auf dem Boden
einer
aus
ge
prägten mus
ku
lären
Dys
balance
und ein chronisches
Lumbal
syn
drom
mit
pseudo
radikulärer
Aus
strahlung auf dem Boden
einer
aus
geprägten mus
kulären
Dys
balance
.
Auf
grund des Gesagten ist demnach von einem
patho
genetisch-ätiologisch
unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebild ohne o
rganische Grundlage aus
zugehen
.
4.3
Ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild begründet
recht
sprechungsgemäss (vgl. E.
1.2
hievor
) noch keine Invalidität. Es besteht viel
mehr die Vermutung, dass
dessen
Folgen mit einer zumutbaren
Willens
an
stren
g
ung
überwindbar sind. Davon ist auch im Falle der Beschwerdeführerin auszu
gehen:
Zum einen ist eine rele
vante psychische Komorbidität im Rechtssinne nicht ausgewiesen.
So ver
mag die von
Dr.
D._
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit attestierte re
zidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10 F33.1
, E.
3.2.4
), für sich noch keine Invalidität im Rechtssinn zu be
gründen
, da sie grundsätzlich keine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unter
scheid
bare andauernde Depression im Sinne eines
verselbständigten Gesund
heits
zustandes darstellt, welche es der Beschwerdefüh
rerin verunmögli
chen würde, trotz ihrer Schmerz
problematik
zu arbeiten. Leicht
e
bis höchstens mittelschwere psy
chische Störungen aus dem depressiven
For
men
kreis
gelten grundsätzlich
als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bun
des
gerichts
9C_266/2012 vom 29.
August 2012 E.
4.3.2). Auf die ausnahmsweise Un
über
wind
barkeit lässt auch die von
Dr.
D._
diagnostizierte
ängstlich vermeidende
Per
sön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F60.6) nicht schliessen.
Zum einen stimmt diese Diagnose nicht mit den
durch
ihn
erhobenen Befunde
n
überein (vgl. dazu Urk. 8/12
2 S.
6 f.
Ziff.
8
, Urk.
8/
131 S.
4
, vgl. dazu auch ICD-10 Kapitel V
[
F
]
, Klinisch diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage, Bern, S. 282 F
60.6
) und zum ande
ren
ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin durch diese Diagnose und deren Folgen in ihrer Arbeitsfähigkeit respektive im Aufgaben
bereic
h
be
ein
trächtigt sein soll.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass RAD
-Arzt
Dr.
D._
diese Diagnose unbesehen vom behandelnden
Dr.
C._
, der zwar von ängst
lich ver
meidenden Persönlichkeitszügen spricht, aber die Kodifizierung nach ICD-10
F60.6 für eine Persönlichkeitsstörung aufführt (E.
3.2.3
hievor
), über
nommen hat.
Dass sich deren Folgen unabhängig der Kodifizierung auf die
Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin auswirken, ergibt sich aber auch
nicht
a
us den im
Be
richt vom 1
8.
Februar 2012 (E.
3.2.3)
von
Dr.
C._
aufgeführten Ein
schrän
kung
en
(
geringe körperlic
he Belastbarkeit und Schmerzen
)
.
Jeden
falls
liegt keine
psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Au
s
prä
gung und Dauer
vor,
um ausnahmsweise
von einer
Unüberwindbarkeit der
Schmerz
pro
blematik
auszugehen.
Angesichts des Fehlens eines organischen Kor
relats
trotz umfassenden Untersuchungen
ist auch fraglich, ob
die geklagten
syndromalen
Beschwerden eine chronische körper
liche Begleiterkrankung dar
stellen
,
wobei diesbezüglich
zu Gunsten der Beschwerdeführerin
von einem doch chronischen, mehrjährigen Krankheitsverlauf
ohne
längerdauernde Rückbildung
aus
zugehen wäre
,
da
die
se
schon seit dem Unfall im Jahr 2006
unter Schmerzen im Rü
cken- und Halsbereich litt.
Demgegenüber ist ein sozialer Rückz
ug in allen Be
langen des Lebens
klarerweise zu verneinen, pflegt die Beschwerdeführerin durc
h
aus
soziale Kontakte
und
einen aktiven Tagesablauf
(Urk. 8/122 S.
4
Ziff.
4, S.
7
Ziff.
8)
.
Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte für einen primären
Krank
heits
gewinn
.
Das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der Beschwerdeführerin ist ebenfalls
nicht erstellt
, hat die
Beschwerdeführerin bislang noch nie eine stationäre Therapie aus
probiert.
Insbe
sondere
sind sowohl
aus psychiatrischer wie auch aus ortho
pädischer Sicht
die
zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten zur Behebung der mus
kulären
Dysba
lan
ce
sowie der psychischen Beeinträchtigungen noch nicht optimal und nach
haltig ausgeschöpft.
Da vorliegend lediglich ein Kriterium – das des
chronifizierten
Krank
heits
ver
lau
fes
–
erfüllt
ist,
kann
nicht von einer aus
nahms
weisen Unmöglichkeit der Überwindbarkeit der Problematik aus
ge
gang
en w
e
r
d
e
n
. Demnach ist – entgegen
der Einschätzung der RAD-
Är
z
t
e
Dr.
E._
und
Dr.
D._
– von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
de
führerin auszugehen
,
da
der abschliessende Ent
scheid darüber, ob das medizi
nisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeits
un
fähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt, bei der
rechts
an
wen
denden
Stelle
liegt
(vgl. zur
Zuständigkeit zur
Fest
leg
ung der Arbeitsfähigkeit
BGE 140 V 193
E. 3.1 und E. 3.2).
4.4
Damit steht fest, dass die praxis
ge
mässen Kriterien für die Annahme einer aus
nahmsweisen Überwindbarkeit des Krankheitsbildes beziehungsweise deren Fol
gen
nicht
ausreichend erfüllt
sind. Folglich ist keine Gesundheitsstörung mit Krankheitswert
gegeben
, welche zu einer Arbe
it
sunfähigkeit führ
t
.
Zusammenfassend ist
demnach festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin aus
(invalidenversicherungsrechtlicher Sicht) kein
Ge
sund
heitsschaden
mit
Krank
heitswert
vorliegt, welcher
sie
in
ihrer
Arbeits
fähig
keit erheblich ein
schränken würde.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands liegt damit nicht vor.
Der medizinische Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten. Von weiteren medizinischen Abklärungen, wie in der Beschwerdeschrift bean
tragt
(
vgl. Urk. 1 S.
2 Ziff.
2, S.
5
Ziff.
11
), sind keine neuen Erkenntnisse zu er
warten,
weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
Daran vermögen auch die Berichte der behandelnden (Fach-)Ärzte sowie die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern.
5.
Die Beschwerdegegnerin
ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne
Ge
sund
heitsschaden
ab August 2007
zu 80
%
erwerbstätig wäre (vgl. dazu Urk. 8/
106
)
,
was seitens der Beschwerdeführerin unbestritten
geblieben
und auf
grund der Akten auch nicht zu
beans
tanden ist.
Mit Blick darauf
, dass
aus recht
licher Sicht von
keinem invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen ist
,
ist
auch kein Invaliditätsgrad gegeben
.
Vor diesem Hintergrund bleibt
– entgegen des Standpunktes der Be
schwerde
führerin (Urk. 1 S. 6 f.
Ziff.
15) -
auch kein Raum für einen
Wechsel
wirkungs
ab
zug
i
n der Höhe von 15
%
. Hinzu kommt, dass
aufgrund der medizinischen Berichte
ohnehin
keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine wechselseitige Verminderung der Leistungsfähigkeit im Sinne von BGE 134 V 9 vorliegt.
6.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG), auf Fr.
9
00.-- anzusetzen und ausga
ngsgemäss der Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.