Decision ID: 93d997ba-2c55-57c4-933a-6d626934798f
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die A._ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) bezweckt gemäss Han-
delsregistereintrag den Betrieb eines Treuhand-, Revisions- und Verwal-
tungsunternehmens. Sie ist seit dem 1. Januar 1995 bei der Eidgenössi-
schen Steuerverwaltung (ESTV) im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen
eingetragen. Mit Schreiben vom 13. März 1995 bewilligte die ESTV der
Steuerpflichtigen die Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten.
B.
Am 11. und 12. September 2012 führte die ESTV bei der Steuerpflichtigen
eine Mehrwertsteuerkontrolle durch. Sie überprüfte namentlich die Steuer-
periode 1. Quartal 2010 bis 4. Quartal 2010 (Zeit vom 1. Januar 2010 bis
31. Dezember 2010). Dabei kam sie zum Schluss, dass im genannten Zeit-
raum steuerbare Umsätze im Zusammenhang mit Leistungen an das Ein-
zelunternehmen Revisions- und Treuhandbüro B._ nicht deklariert
und teilweise nicht zulässige Vorsteuerabzüge geltend gemacht worden
waren. Ferner gelangte die ESTV zum Ergebnis, dass der Steuerpflichti-
gen ein Privatanteil für ein Geschäftsfahrzeug nachzubelasten ist. Mit der
"Einschätzungsmitteilung (EM) Nr. [...] / Verfügung" vom 2. Mai 2013 for-
derte die ESTV von der Steuerpflichtigen deshalb für den Zeitraum vom
1. Januar bis 31. Dezember 2010 Mehrwertsteuern im Betrag von
Fr. 2'925.- zuzüglich Verzugszins nach.
C.
Mit Eingabe vom 2. Juni 2013 erhob die Steuerpflichtige "Einsprache" ge-
gen die vorerwähnte "EM Nr. [...] / Verfügung". Sie beantragte sinngemäss,
die "EM Nr. [...] / Verfügung" sei aufzuheben und von der seitens der ESTV
geltend gemachten Steuernachforderung sei abzusehen.
D.
Die ESTV hiess mit "Einspracheentscheid" vom 20. April 2015 die "Ein-
sprache" teilweise gut und setzte die Steuernachforderung für die Steuer-
periode 1. Quartal 2010 bis 4. Quartal 2010 nunmehr auf Fr. 2'772.- zuzüg-
lich Verzugszins seit dem 15. Oktober 2010 fest. Ausschlaggebend für die
teilweise Gutheissung war der Umstand, dass die ESTV im "Einsprache-
entscheid" den Umfang von im Zusammenhang mit Immobilienvermietun-
gen angefallenen, von der Steuerpflichtigen nach der Würdigung der ESTV
zu Unrecht geltend gemachten Vorsteuerabzügen neu bzw. abweichend
von "EM Nr. [...] / Verfügung" bestimmt hatte.
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E.
Gegen den erwähnten "Einspracheentscheid" erhob die Steuerpflichtige
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 20. Mai 2015 Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt wiederum, von einer Steuer-
nachforderung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 sei
abzusehen.
F.
Mit Vernehmlassung vom 14. August 2015 beantragt die ESTV (nachfol-
gend auch: Vorinstanz), die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten der
Beschwerdeführerin abzuweisen.
G.
Die Beschwerdeführerin hält mit unaufgefordert eingereichtem Schreiben
vom 19. September 2015 sinngemäss an ihren Anträgen fest und verlangt
zudem Kostenfolgen zulasten der Vorinstanz.
H.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die eingereichten
Unterlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der folgenden
Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Angefochten ist ein "Einspracheentscheid" der ESTV und damit eine
Verfügung nach Art. 5 VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht ist die zu-
ständige Beschwerdeinstanz (Art. 31, Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d
VGG; vgl. zur funktionalen Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts
zur Behandlung von Beschwerden gegen "Einspracheentscheide" der
ESTV, die im Zuge von "Einsprachen" gegen Einschätzungsmitteilungen
ergangen sind: Urteile des BVGer A-1382/2015 vom 11. August 2015
E. 1.1.1, A-6437/2012 vom 6. November 2013 E. 1.2.2 f., sowie [erstmals]
A-707/2013 vom 25. Juli 2013 insbesondere E. 1.2.3 und 4.2 f., dieses be-
stätigt durch BGE 140 II 202). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG,
soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
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Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde
berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG), hat diese frist- und formgerecht einge-
reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und den einverlangten Kos-
tenvorschuss rechtzeitig geleistet (vgl. Art. 21 Abs. 3 VwVG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, welche die Steu-
erpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung erhöhen, das
heisst für die steuerbegründenden und -mehrenden Tatsachen. Demge-
genüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und
steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-
chen, welche eine Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken
(statt vieler: Urteil des BGer vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in: ASA 75
S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des BVGer A-184/2014 vom 24. Juli 2014 E. 1.5,
A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1). Eine von der steuerpflichti-
gen Person zu beweisende steuermindernde Tatsache stellt etwa die Er-
füllung der Voraussetzungen für das Recht zum Vorsteuerabzug dar (Urteil
des BGer 2A.406/2002 vom 31. März 2004 E. 3.4; Urteile des BVGer
A-184/2014 vom 24. Juli 2014 E. 1.5, A-3696/2012 vom 14. Juni 2013
E. 1.4, A1648/2006 vom 27. April 2009 E. 2.7; zum Vorsteuerabzug siehe
hinten E. 4).
2.
Der hier zu beurteilende Sachverhalt betrifft die Steuerperiode 2010, womit
vorliegend grundsätzlich das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene Bundes-
gesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20)
und die auf den gleichen Zeitpunkt in Kraft getretene Mehrwertsteuerver-
ordnung vom 27. November 2009 (MWSTV; SR 641.201) zur Anwendung
gelangen. Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum früheren
Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer
(aMWSTG; AS 2000 1300) verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass
diese im vorliegenden Fall auch für das MWSTG übernommen werden
kann.
3.
3.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System
der Nettoallphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug
bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet [vgl. Art. 130 BV und Art. 1 Abs. 1
MWSTG]). Der Mehrwertsteuer im Inland unterliegen die im Inland durch
steuerpflichtige Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen; sie sind
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steuerbar, soweit das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (Steuerobjekt;
Art. 18 Abs. 1 MWSTG).
3.2 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Aus-
tausch mit einem Entgelt erfolgen (sog. "Leistungsverhältnis" oder "Leis-
tungsaustauschverhältnis"; vgl. hierzu Urteil des BVGer A-6831/2013 vom
8. Juli 2015 E. 3.1.5, mit Hinweisen). Kein Leistungsverhältnis liegt vor,
wenn es sich bei der fraglichen Leistung nur um eine Innenleistung zur
betrieblichen oder unternehmerischen Leistungserstellung handelt, die
Leistung also nicht bereits das Endprodukt bildet, das den betrieblichen
Bereich verlässt (Urteil des BVGer A-1715/2014 und A-4218/2014 vom
19. Januar 2015 E. 3.3).
3.3 Das Erbringen von Leistungen an eng verbundene Personen gilt als
Leistungsverhältnis (vgl. Art. 26 Satz 1 MWSTV in Verbindung mit Art. 24
Abs. 2 MWSTG [zu letzterer Vorschrift s. sogleich E. 3.5]), sofern es sich
nicht um reine Innenleistungen (vgl. dazu E. 3.2) handelt (Urteil des BVGer
A-1715/2014 und A-4218/2014 vom 19. Januar 2015 E. 3.3.2). Als eng ver-
bundene Personen gelten dabei nach Art. 3 Bst. h MWSTG die Inhaber und
Inhaberinnen von massgebenden Beteiligungen an einem Unternehmen
oder ihnen nahe stehende Personen. Eine massgebende Beteiligung liegt
vor, wenn die Schwellenwerte gemäss Art. 69 des Bundesgesetzes vom
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) über-
schritten werden oder wenn eine entsprechende Beteiligung an einer Per-
sonengesellschaft vorliegt.
3.4 Die aus der Überlassung von Grundstücken und Grundstücksteilen
zum Gebrauch oder zur Nutzung erzielten Umsätze sind grundsätzlich von
der Steuer ausgenommen (vgl. Art. 21 Abs. 2 Ziff. 21 Satz 1 MWSTG). Eine
Grundstücksvermietung im Sinne der Steuerausnahme liegt vor, wenn
der Vermieter dem Mieter ein Gebäude oder einen Gebäudeteil (Wohnung
oder Stockwerk) zum Gebrauch überlässt (Urteile des BVGer A-7175/2014
vom 12. August 2015 E. 2.2, A-1266/2013 vom 5. November 2013 E. 2.3).
Laut Art. 22 Abs. 1 MWSTG kann die steuerpflichtige Person unter Vorbe-
halt von Art. 22 Abs. 2 MWSTG von der Steuer ausgenommene Leistungen
durch offenen Ausweis der Steuer versteuern ([objektive] Option). Letztere
Vorschrift enthält einen Katalog von Leistungen, bei welchen die Option
ausgeschlossen ist. Dazu zählen insbesondere die nach Art. 21 Abs. 2
Ziff. 21 MWSTG von der Steuer ausgenommenen Leistungen, wenn der
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Gegenstand bzw. das Gebäude oder der Gebäudeteil vom Empfänger aus-
schliesslich für private Zwecke genutzt wird.
3.5 Das Entgelt stellt nicht nur Tatbestandselement des Steuerobjekts dar
(vgl. E. 3.1 f.), sondern bildet auch die Bemessungsgrundlage der Mehr-
wertsteuer (Art. 24 MWSTG; vgl. statt vieler: BGE 132 II 353 E. 4.1;
BVGE 2011/44 E. 3.1). Art. 24 Abs. 1 MWSTG hält fest, dass die Steuer
vom tatsächlich empfangenen Entgelt berechnet wird. Der Grundsatz,
demgemäss das tatsächlich empfangene Entgelt massgeblich ist, wird
durch Art. 24 Abs. 2 MWSTG eingeschränkt. Danach gilt im Fall einer Lie-
ferung oder Dienstleistung an eine eng verbundene Person im Sinne von
Art. 3 Bst. h MWSTG als Entgelt der Wert, der unter unabhängigen Dritten
vereinbart würde (Art. 24 Abs. 2 MWSTG). Art. 24 Abs. 2 MWSTG ent-
spricht dem im Steuerrecht bekannten Grundsatz des Drittvergleichs
("dealing at arm's length"; vgl. Urteil des BGer 2A.11/2007 vom 25. Oktober
2007 E. 2.3.2; Urteile des BVGer A-6831/2013 vom 8. Juli 2015 E. 3.2.2.1,
A-3734/2011 vom 9. Januar 2013 E. 2.3).
Rechtsfolge einer unentgeltlich oder zu einem Vorzugspreis erbrachten
Leistung an eine eng verbundene Person im Sinne von Art. 3 Bst. h
MWSTG ist, dass für die Bemessung der Mehrwertsteuer eine besondere
(fiktive) Bemessungsgrundlage (Drittpreis) herangezogen wird (vgl. Urteile
des BGer 2C_778/2008 vom 8. April 2009 E. 3.1, 2A.11/2007 vom 25. Ok-
tober 2007 E. 2.3.2; Urteile des BVGer A-1715/2014 und A-4218/2014 vom
19. Januar 2015 E. 4.2.4, A-3734/2011 vom 9. Januar 2013 E. 2.3.3). Die-
ser Drittpreis ist in den meisten Fällen kein exakter Wert, sondern kann nur
annäherungsweise bestimmt werden. Die ESTV hat diesfalls eine Schät-
zung des Werts durchzuführen und sich dabei grundsätzlich an die im Zu-
sammenhang mit der Ermessenseinschätzung entwickelten Prinzipien und
Kriterien zu halten (vgl. Urteile des BVGer A-1715/2014 und A-4218/2014
vom 19. Januar 2015 E. 4.2.4, A-3734/2011 vom 9. Januar 2013 E. 2.3.4,
A-5154/2011 vom 24. August 2012 E. 2.3.3, A-1425/2006 vom 6. Novem-
ber 2008 E. 3.1). Letzteres bedeutet namentlich, dass sich das Bundesver-
waltungsgericht bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Schätzung des
Werts eine gewisse Zurückhaltung auferlegt und damit grundsätzlich nur
dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt,
wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Ermessensfehler unterlaufen
sind (vgl. zur Ermessenseinschätzung statt vieler: Urteil des BVGer
A-665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.8.3, mit Hinweisen). Aus den bei
der Ermessenseinschätzung geltenden Grundsätzen ist ferner abzuleiten,
dass dann, wenn die Voraussetzungen für eine Schätzung des Werts erfüllt
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sind (erste Stufe) und die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Rah-
men der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurück-
haltung vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig erscheint (zweite Stufe),
es – in Umkehr der allgemeinen Beweislast – dem Steuerpflichtigen ob-
liegt, den Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung (dritte Stufe) zu er-
bringen (vgl. zur Ermessenseinschätzung statt vieler: Urteil des BGer
2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.2; Urteile des BVGer A-665/2013 vom
10. Oktober 2013 E. 2.8.3, A-6181/2012 vom 3. September 2013 E. 2.11.3,
A-5836/2012 vom 19. August 2013 E. 2.8.3, A-6001/2011 vom 21. Mai
2013 E. 2.4.2; s. zum Ganzen auch Urteil des BVGer A-1715/2014 und
A-4218/2014 vom 19. Januar 2015 E. 4.2.4).
4.
4.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 MWSTG kann eine steuerpflichtige Person Vor-
steuern "im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit" abziehen. Bei Ein-
gangsleistungen, welche für die Erbringung von Ausgangsleistungen, die
von der Steuer ausgenommen sind und für deren Versteuerung nicht op-
tiert wurde, verwendet werden, besteht kein Anspruch auf einen Vorsteu-
erabzug (vgl. Art. 29 Abs. 1 MWSTG).
4.2 Verwendet die steuerpflichtige Person Gegenstände, Teile davon oder
Dienstleistungen innerhalb ihrer unternehmerischen Tätigkeit sowohl für
Leistungen, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, als auch für Leistungen,
die vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind, muss sie den Vorsteuerab-
zug nach dem Verhältnis der Verwendung korrigieren (vgl. Art. 30 Abs. 1
MWSTG [Vorsteuerabzugskorrektur wegen gemischter Verwendung]).
Eine detaillierte Regelung zum Vorgehen bei der entsprechenden Korrek-
tur lässt sich dem MWSTG nicht entnehmen (vgl. BÉATRICE BLUM, in: Felix
Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Schweizeri-
sches Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer mit den Ausführungserlas-
sen sowie Erlasse zum Zollwesen, 2012, Art. 30 N. 7; ALOIS CAMENZIND et
al., Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 3. Aufl. 2012,
N. 1737). Ausführungsbestimmungen zu den Methoden einer Berechnung
der Vorsteuerabzugskorrektur finden sich indessen in Art. 65 ff. MWSTV.
Im Sinne eines "Leitmotivs" (CAMENZIND et al., a.a.O., N. 1737) schreibt
dabei Art. 68 Abs. 1 MWSTV vor, dass die Berechnung der Korrektur des
Vorsteuerabzuges zu einem sachgerechten Ergebnis führen muss
(vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer A-1382/2015 vom 11. August 2015
E. 7).
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Hat die ESTV eine Vorsteuerabzugskorrektur beispielsweise vorzuneh-
men, weil der Steuerpflichtige eine solche unterlassen hat, steht ihr bei der
Wahl der anzuwendenden Methode ein weiter Ermessensspielraum zu.
Vom Gericht ist nur zu prüfen, ob die gewählte Methode sachgerecht ist
und ob sich die Verwaltung bei der vorgenommenen Vorsteuerabzugskor-
rektur innerhalb ihres Ermessensspielraums bewegt hat (Urteil des
BVGer A-1382/2015 vom 11. August 2015 E. 7; vgl. zum früheren Recht
Urteil des BVGer A-3527/2010 vom 7. Juni 2011 E. 4.4). Insbesondere
setzt das Gericht nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle des Ermes-
sens der ESTV (vgl. zum früheren Recht Urteil des BGer 2C_970/2012
vom 1. April 2013 E. 4.2 f.; Urteile des BVGer A-6898/2014 vom 21. Mai
2015 E. 2.7.4). Ist eine Vorsteuerabzugskorrektur durch die ESTV zu Recht
erfolgt und erscheint diese nicht bereits im Rahmen der durch das Bundes-
verwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung vorzunehmenden
Prüfung als pflichtwidrig, obliegt es der steuerpflichtigen Person, darzutun
und nachzuweisen, dass die vorgenommene Korrektur offensichtlich nicht
sachgerecht ist (vgl. zum früheren Recht statt vieler Urteile des BVGer
A-6898/2014 vom 21. Mai 2015 E. 2.7.4, A-1595/2006 vom 2. April 2009
E. 2.7.1).
5.
5.1 Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin von C._ ge-
führt, welcher auch die Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro
B._ betreibt. Es ist bei dieser Sachlage zu Recht unbestritten, dass
es sich bei der Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._ bzw.
beim Einzelunternehmer C._ um eine mit der Beschwerdeführerin
eng verbundene Person im Sinne des Mehrwertsteuerrechts (vgl. E. 3.3)
handelt. Streitig ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin dieser eng ver-
bundenen Person mehrwertsteuerlich relevante Leistungen erbracht hat:
Nach den Erwägungen im angefochtenen Entscheid hat die Beschwerde-
führerin ihre Fahrzeuge und die "übrige Infrastruktur" der Einzelfirma Revi-
sions- und Treuhandbüro B._ zur Verfügung gestellt und damit
steuerbare Leistungen an eine mit ihr eng verbundene Person erbracht.
Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, dass sie
der Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._ keine Fahrzeuge
zur Benutzung überlassen hat. Sie macht sodann sinngemäss geltend, sie
habe dieser Einzelfirma nicht die ganze Infrastruktur zur Verfügung gestellt,
sondern ihr nur EDV- und Kopierleistungen erbracht. Letztere Leistungen
würden aber "durch zugewiesene Mehrhonoraranteile bei Kunden gut aus-
geglichen" (Beschwerde, S. 2), zumal sich die entsprechenden Honorare
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Seite 9
auf hunderttausende Franken pro Jahr belaufen würden (Stellungnahme
der Beschwerdeführerin vom 19. September 2015, S. 2).
5.2 Die nach der effektiven Methode abrechnende Beschwerdeführerin hat
unbestrittenermassen keine Umsätze im Zusammenhang mit Leistungen
an die Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._ verbucht. Es
fragt sich, ob gleichwohl als erstellt zu gelten hat, dass die Beschwerde-
führerin Fahrzeuge und die "übrige Infrastruktur" der Einzelfirma Revisions-
und Treuhandbüro B._ zur Verfügung gestellt hat.
5.2.1
5.2.1.1 Die Vorinstanz stützt ihre Annahme, dass Fahrzeuge der Be-
schwerdeführerin während der hier interessierenden Zeitspanne der Ein-
zelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._ zur Verfügung gestellt
wurden, insbesondere auf den Umstand, dass die Beschwerdeführerin und
die mit ihr eng verbundene Einzelfirma als Treuhandunternehmen in der
gleichen Branche tätig sind. Nach Auffassung der Vorinstanz ist es nicht
plausibel, dass die Einzelfirma für ihre Mandatsabwicklung kein Fahrzeug
benötigt habe, während von der in der gleichen Branche tätigen Beschwer-
deführerin nicht weniger als drei Fahrzeuge verwendet worden seien. Es
komme hinzu, dass die Fahrzeuge der Beschwerdeführerin im Kanton
M._ eingelöst gewesen seien, wo sich nebst dem Wohnsitz von
C._ auch der Sitz des Einzelunternehmens Revisions- und Treu-
handbüro B._ befände. Vor diesem Hintergrund bestünden "ge-
wichtige Anhaltspunkte", dass die Einzelfirma für ihre Tätigkeit die Fahr-
zeuge der Beschwerdeführerin eingesetzt habe.
Als Indiz dafür, dass diese Fahrzeuge der Einzelfirma zur Verfügung ge-
stellt wurden, wertet die Vorinstanz auch den Umstand, dass nach den
Feststellungen anlässlich der von ihr durchgeführten Kontrolle "sämtliche
vorsteuerbelasteten Fahrzeug- sowie Infrastrukturkosten" bei der (nach der
effektiven Methode abrechenden) Beschwerdeführerin, bei der (nach der
Saldosteuersatzmethode abrechnenden) Einzelfirma Revisions- und Treu-
handbüro B._ dagegen "sämtliche Lohnaufwände" verbucht wor-
den sind. Nach Auffassung der ESTV ist nämlich angesichts dieser Verbu-
chungsweise davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin
und das Einzelunternehmen die entsprechenden Leistungen (Zurverfü-
gungstellen von Fahrzeugen und Infrastruktur sowie Personalverleih bzw.
Zurverfügungstellen von Personal) gegenseitig erbracht haben
(vgl. E. II/2.2.1 des angefochtenen "Einspracheentscheids").
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5.2.1.2 Weder die hiervor (E. 5.2.1.1) erwähnten, von der Vorinstanz her-
angezogenen sachverhaltlichen Grundlagen noch die von ihr daraus gezo-
genen, überzeugenden Schlüsse werden in der Beschwerde substantiiert
bestritten bzw. widerlegt. Dem Bundesverwaltungsgericht erscheint mit
den Ausführungen der Vorinstanz und angesichts der Aktenlage der Nach-
weis erbracht, dass die Beschwerdeführerin dem Einzelunternehmen ihres
Geschäftsführers Fahrzeuge zur Verfügung stellte. Zwar ist es nicht von
vornherein ausgeschlossen, dass dieses Einzelunternehmen trotz seines
Tätigkeitsfeldes in der gleichen Branche wie derjenigen der Beschwerde-
führerin nur Mandate betreute, für welche es mangels Kundenbesu-
chen keiner Fahrzeuge bedurfte (vgl. dazu auch Stellungnahme der Be-
schwerdeführerin vom 19. September 2015, S. 1). Indessen fällt vorliegend
zu Ungunsten der Beschwerdeführerin vor allem ins Gewicht, dass ihr Ge-
schäftsführer C._ nach dem insoweit unwidersprochen gebliebe-
nen Kontrollbericht der ESTV "hauptsächlich alleine" für die Beschwerde-
führerin tätig war, aber dabei keinen Lohn bezog (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 6, Beiblatt Nr. 1). Mit Blick auf das Fehlen eines von der Beschwerde-
führerin an ihren Geschäftsführer bezahlten Lohnes muss nicht nur davon
ausgegangen werden, dass C._ als Einzelunternehmer die ent-
sprechende Tätigkeit für die Beschwerdeführerin ausübte und dabei bei
seinem Einzelunternehmen Lohnaufwand verbucht wurde. Vielmehr legt
dies auch den Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin – allenfalls im
Rahmen eines tauschähnlichen Verhältnisses, also im Gegenzug – dem
Einzelunternehmen (insbesondere) Fahrzeuge zur Verfügung stellte.
Die vorstehenden Überlegungen gelten unabhängig davon, ob das Einzel-
unternehmen von C._ – wie in der Beschwerde vorgebracht wird –
der Beschwerdeführerin "nie Honorare zum Saldosatz [...] verrech-
net" hat (Beschwerde, S. 2; vgl. auch Stellungnahme der Beschwerdefüh-
rerin vom 19. September 2015, S. 2). Denn auch wenn keine solche Wei-
terverrechnung erfolgt wäre, würde dies nicht ausschliessen, dass
C._ als Einzelunternehmer der Beschwerdeführerin mit seiner Tä-
tigkeit Leistungen erbracht hat, was – wie aufgezeigt – begründeten Anlass
zum Schluss gibt, dass die Beschwerdeführerin seinerseits gegenüber
dem Einzelunternehmen als Leistungserbringerin (namentlich durch Zur-
verfügungstellen ihrer Fahrzeuge) aufgetreten ist.
Die Annahme, dass die Fahrzeuge im Rahmen eines tauschähnlichen Ver-
hältnisses der Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._ zur
Verfügung gestellt wurden, rechtfertigt sich nicht zuletzt auch deshalb, weil
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Seite 11
die Beschwerdeführerin in einem anderen Bereich, nämlich der Infrastruk-
tur, – wie im Folgenden aufgezeigt wird – zumindest implizit zugesteht,
Leistungen zugunsten des Einzelunternehmens erbracht zu haben
(vgl. hinten E. 5.2.2.2).
5.2.2
5.2.2.1 Hinsichtlich der nach Auffassung der Vorinstanz seitens der Be-
schwerdeführerin zugunsten des Einzelunternehmens ihres Geschäftsfüh-
rers erbrachten Leistungen im Bereich der Infrastruktur ist vorab klarzustel-
len, dass einzig das Zurverfügungstellen von EDV-Anlagen und Fotoko-
pier-Leistungen in Frage steht (vgl. dazu Anhang 1 zur "Einschätzungsmit-
teilung Nr. [...] / Verfügung" vom 2. Mai 2013). Im Zusammenhang mit der
Vermietung von Räumlichkeiten an das genannte Einzelunternehmen oder
Aufwendungen wie Reinigungskosten und Versicherungsprämien etc. hat
die Vorinstanz – anders als dies in der Beschwerde suggeriert wird – keine
Aufrechnung von Umsätzen aufgrund von Leistungen an das Einzelunter-
nehmen vorgenommen. Auch ist nicht ersichtlich, weshalb insofern zuun-
gunsten der Beschwerdeführerin weitere, bislang noch unberücksichtigt
gebliebene steuerbare Umsätze angenommen werden sollten.
5.2.2.2 Die Beschwerdeführerin führt vor dem Bundesverwaltungsgericht
aus, sie habe "die EDV- inkl. Fotokopier-Kosten" der Einzelfirma Revisions-
und Treuhandbüro B._ übernommen (Beschwerde, S. 2; vgl. auch
Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 19. September 2015, S. 2).
Damit räumt sie – wie ausgeführt (E. 5.2.1.2) – selbst ein, dass sie diesem
Einzelunternehmen die fraglichen Leistungen im Bereich der Infrastruktur
erbracht hat.
Sinngemäss macht die Beschwerdeführerin indessen geltend, die Nicht-
versteuerung der entsprechenden Umsätze werde durch die versteuerten
Umsätze im Zusammenhang mit Leistungen an ihre Kunden kompensiert,
weil für diese Leistungen übersetzte Gegenleistungen in Rechnung gestellt
worden seien (vgl. dazu vorn E. 5.1). Damit verkennt sie freilich, dass jede
einzelne Leistung grundsätzlich ein selbständiges Steuerobjekt darstellt
und für sich besteuert wird. Letzteres hat zur Folge, dass die gegenüber
den Kunden, mithin die im Rahmen anderer Leistungsverhältnisse erbrach-
ten Leistungen der Beschwerdeführerin ohne Relevanz für die Frage nach
steuerbaren Leistungen an das Einzelunternehmen Revisions- und Treu-
handbüro B._ sind.
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Seite 12
5.3 Es wird zu Recht nicht geltend gemacht, dass die hiervor genannten,
der Beschwerdeführerin zuzurechnenden Leistungen an das Einzelunter-
nehmen Revisions- und Treuhandbüro B._ (Zurverfügungstellen
von Fahrzeugen sowie Leistungen im Zusammenhang mit EDV-Anlagen
und Fotokopien) blosse Innenleistungen zur unternehmerischen Leistungs-
erstellung der Beschwerdeführerin sind. Folgerichtig geht die Vorinstanz
davon aus, dass es sich um steuerbare Leistungen an eine eng verbun-
dene Person handelt und entsprechend Umsätze bei der Beschwerdefüh-
rerin aufzurechnen sind.
Keine Rolle spielt unter den gegebenen Umständen, ob das Einzelunter-
nehmen für die von der Beschwerdeführerin bezogenen Leistungen tat-
sächlich ein Entgelt entrichtet bzw. eine Gegenleistung erbracht hat
(vgl. E. 3.3). Ebenso wenig ist massgebend, ob die Beschwerdeführerin –
wie in ihrer Stellungnahme vom 19. September 2015 behauptet wird – mit-
tels Leistungen der Einzelfirma Revisions- und Treuhandbüro B._
bzw. Leistungen von C._ saniert werden musste.
5.4 Was die Bestimmung des Entgelts als Bemessungsgrundlage der
Steuer auf den erwähnten Leistungen an ihre eng verbundene Person be-
trifft, rügt die Beschwerdeführerin eine "willkürliche Aufteilung" (Be-
schwerde, S. 2). Die von der Vorinstanz zur Bestimmung des Entgelts her-
angezogenen Verteilungsschlüssel erscheinen indessen als rechtskon-
form:
5.4.1 Vorauszuschicken ist, dass die Vorinstanz unter den gegebenen Um-
ständen befugt war, eine Schätzung des (in casu nur annäherungsweise
bestimmbaren) Drittpreises vorzunehmen. Diese Schätzung einschliess-
lich des dabei verwendeten Verteilungsschlüssels ist durch das Bundes-
verwaltungsgericht nur mit Zurückhaltung zu überprüfen (vgl. E. 3.5).
5.4.2 Zur Bemessung des Entgelts bzw. Drittpreises für das Zurverfügung-
stellen der Fahrzeuge nahm die Vorinstanz mangels Hinweisen auf einen
anderen Verwendungsgrad und mit Blick auf die Zugehörigkeit beider Un-
ternehmen zur gleichen Branche an, dass die Fahrzeuge von der Be-
schwerdeführerin und der Einzelfirma im gleichen Verhältnis wie demjeni-
gen der von ihnen generierten Umsätze (ohne Mietumsätze) in Anspruch
genommen worden sind (vgl. E. II/2.2.4 Abs. 3 des angefochtenen "Ein-
spracheentscheids"). Diese Annahme erscheint nicht als bereits im Rah-
men der vom Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung
durchzuführenden Überprüfung der Schätzung als pflichtwidrig, zumal
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keine geeigneten Beweismittel wie etwa Fahrtenbücher vorliegen, welche
es erlauben würden, den tatsächlichen Grad der Nutzung der Fahrzeuge
durch die Beschwerdeführerin und das Einzelunternehmen festzustellen.
Bei dieser Sachlage obliegt es in Umkehr der allgemeinen Beweislast der
Beschwerdeführerin nachzuweisen, dass die der Schätzung des Drittprei-
ses zugrunde gelegte Annahme der Vorinstanz unrichtig ist (vgl. E. 3.5).
Die Beschwerdeführerin hat aber keine Sachumstände geltend macht, wel-
che ein Abstellen auf das Verhältnis zwischen den von ihr und der Einzel-
firma erzielten Umsätze als nicht gerechtfertigt erscheinen lassen.
Die übrigen Elemente der vorinstanzlichen Schätzung des Drittpreises für
das Überlassen der Fahrzeuge lassen diese Schätzung nicht als pflicht-
widrig erscheinen und wurden nicht substantiiert bestritten.
5.4.3 Auch in Bezug auf die Schätzung des Drittpreises für die dem Einzel-
unternehmen Revisions- und Treuhandbüro B._ erbrachten Leis-
tungen im Bereich Infrastruktur ist der ESTV entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin kein rechtsfehlerhaftes Vorgehen vorzuwerfen:
Die Vorinstanz verwendete bei der Entgeltsbemessung in diesem Zusam-
menhang einen Verteilungsschüssel, wonach ein Drittel der (in ihrer Höhe
unbestrittenen) Aufwendungen der Beschwerdeführerin für EDV-Anlagen
und Fotokopien auf Leistungen an das Einzelunternehmen entfällt (vgl. An-
hang 1 zur "Einschätzungsmitteilung Nr. [...] / Verfügung" vom 2. Mai
2013). Dieser Verteilungsschlüssel erscheint mangels anderer Grundlagen
zur Ermittlung des Entgelts für die fraglichen Leistungen im Bereich Infra-
struktur mit Blick auf den Umstand als gerechtfertigt, dass die Beschwer-
deführerin nach einer aktenkundigen Rechnung von D._, welcher
nach insoweit unbestrittener Darstellung der Beschwerdeführerin als unab-
hängige Drittperson in deren Geschäftshaus an der E._-strasse in
F._ eingemietet gewesen war, für einen ADSL-Anschluss die Kos-
tenübernahme zu einem "1/3 Anteil" gefordert hat (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 24). Jedenfalls ist dieser Verteilungsschlüssel nicht bereits im Rahmen
der durch das Bundesverwaltungsgericht mit Zurückhaltung vorzunehmen-
den Prüfung als pflichtwidrig anzusehen.
Die unter diesen Umständen für den Nachweis der Unrichtigkeit der Schät-
zung des Drittpreises beweisbelastete Beschwerdeführerin (vgl. E. 3.5)
legt nicht näher dar, weshalb der angewendete Verteilungsschlüssel – wie
von ihr behauptet – "willkürlich" sein soll. Namentlich führt sie nicht näher
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aus, weshalb die Verhältnisse in Bezug auf die dem Revisions- und Treu-
handbüro B._ erbrachten streitigen Leistungen im Bereich Infra-
struktur rechtswesentlich anders gelagert sein sollen als diejenigen betref-
fend das Zurverfügungstellen des ADSL-Anschlusses an D._.
5.5 Nach dem Gesagten ist die hier streitige vorinstanzliche Entgeltsbe-
messung – sowohl hinsichtlich des Zurverfügungstellens der Fahrzeuge
als auch bezüglich der Leistungen im Bereich der Infrastruktur – nicht zu
beanstanden. Die gestützt auf die angenommenen Drittpreise vorgenom-
mene Berechnung der Steuernachforderung im Zusammenhang mit die-
sen Leistungen wird im Übrigen zu Recht nicht bestritten.
6.
6.1 Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin im Weiteren im Zusammen-
hang mit Aufwendungen für Inserate geltend gemachte Vorsteuerabzüge
aufgerechnet. Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, die Inserate seien
im Zusammenhang mit einer nicht optierten und damit steuerausgenom-
menen Vermietung publiziert worden.
Die Beschwerdeführerin hält die geltend gemachten Vorsteuerabzüge für
gerechtfertigt. Sie erklärt dazu, "die Inserate betreffen Dienstleistungen für
Dritte" (Beschwerde, S. 2).
6.2 Es ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin nicht für die
Versteuerung der erwähnten Mietumsätze optiert hat und diese Umsätze
demnach steuerausgenommen sind (vgl. E. 3.4). Sodann wird richtiger-
weise ebenso wenig in Abrede gestellt, dass die Steuer auf Lieferungen
und Dienstleistungen, welche zwecks Erzielung dieser steuerausgenom-
menen Mietumsätze verwendet wurden, nicht als Vorsteuer abgezogen
werden kann (vgl. E. 4.1).
Was die fraglichen Inserate betrifft, sind verschiedene an die Beschwerde-
führerin adressierte Rechnungen des G._ und der H._ AG
betreffend die Publikation von Inseraten im Immobilienbereich aktenkundig
(Akten Vorinstanz, act. 25). Diese Rechnungen, in welchen teilweise aus-
drücklich von Inseraten zur Vermietung von Büroräumen die Rede ist, las-
sen – obschon sie aus dem Jahr 2009 stammen – mit der Vorinstanz darauf
schliessen, dass die Beschwerdeführerin die – der vorliegend in Frage ste-
henden Zeitspanne vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 zuzuordnenden
– streitbetroffenen Dienstleistungen (bzw. die Publikation der Inserate) zum
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Zwecke der Erzielung ihrer steuerausgenommenen Mietumsätze bezogen
hat.
Die Behauptung, die Inserate würden Dienstleistungen für Dritte betreffen,
ist nicht substantiiert. Es ist zudem ohnehin unerfindlich, was die Be-
schwerdeführerin mit dieser Behauptung zu ihren Gunsten abzuleiten
sucht, zumal sie von vornherein nicht vorsteuerabzugsberechtigt wäre,
wenn Dritte mehrwertsteuerlich als Empfänger der Dienstleistungen der
entsprechenden Publikationsorgane zu betrachten wären.
Die Vorinstanz hat somit richtigerweise die im Zusammenhang mit den In-
seraten geltend gemachten Vorsteuerabzüge nicht anerkannt und aufge-
rechnet. In rechnerischer bzw. betragsmässiger Hinsicht ist die Aufrech-
nung zu Recht unbestritten.
7.
7.1 Wie erwähnt, hat die Beschwerdeführerin nicht für die Versteuerung ih-
rer Mietumsätze optiert und sind damit Vorsteuerabzüge im Zusammen-
hang mit Leistungen, welche sie zwecks Erzielung dieser Mietumsätze be-
zogen hat, ausgeschlossen (vgl. E. 6.2 Abs. 1). Soweit Leistungen teil-
weise für vorsteuerabzugsberechtigende Zwecke und teilweise für die Er-
zielung der nicht vorsteuerabzugsberechtigten Mietumsätze verwendet
wurden, ist eine Vorsteuerabzugskorrektur wegen gemischter Verwendung
vorzunehmen (vgl. E. 4.2).
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist diesbezüglich einzig noch strei-
tig, ob und gegebenenfalls inwieweit die Beschwerdeführerin am 22. April
und 10. Mai 2010 in Rechnung gestellte Leistungen der I._ GmbH
und der J._ AG für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Zwecke, näm-
lich für die Erzielung steuerausgenommener und nicht optierter Mietum-
sätze, verwendet hat (übereinstimmend und zu Recht gehen die Verfah-
rensbeteiligten im vorliegenden Beschwerdeverfahren davon aus,
dass von der K._ AG mit Rechnung vom 31. März 2010 fakturierte
Leistungen von der Beschwerdeführerin für vorsteuerabzugsberechtigte
Zwecke verwendet wurden und die Vorsteuern im Zusammenhang mit die-
sen Leistungen demnach vollumfänglich abzugsfähig sind [vgl. dazu
E. II./2.3.5 Bst. a des angefochtenen "Einspracheentscheids"; Be-
schwerde, S. 2]).
7.2 Bei den Leistungen, welche auf den beiden erwähnten Rechnungen
der I._ GmbH vom 22. April 2010 und der J._ AG vom
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10. Mai 2010 ausgewiesen sind, handelt es sich um verschiedene Leistun-
gen zum Innenausbau der Büroräumlichkeiten an der E._-strasse
in F._. Mit der Vorinstanz muss als erstellt gelten, dass ein Teil die-
ser Leistungen – nämlich Arbeiten im Zusammenhang mit einem Schrank
im Eingangsbereich, die Lieferung sowie Montage einer Türe zu einem Sit-
zungszimmer und der Einbau von Elektroanlagen – dem Innenausbau der
von der Beschwerdeführerin und ihren Mietern gemeinschaftlich genutzten
Räume an der E._-strasse in F._ und nicht ausschliesslich
für die nur zu eigenen Zwecken der Beschwerdeführerin verwendeten Bü-
roräume diente.
Bei dieser Sachlage wurde in Bezug auf die letztgenannten Leistungen zu
Recht eine Vorsteuerabzugskorrektur wegen teilweiser Verwendung für die
nicht vorsteuerabzugsberechtigte Vermietung vorgenommen. Nichts daran
ändern kann der Umstand, dass die Beschwerdeführerin geltend macht,
die Büroräumlichkeiten an der E._-strasse in F._ seien von
ihr und ihren Mietern per 1. April 2010 "voll ausgebaut übernommen" wor-
den und einzig für die besonderen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin
"für den Treuhandausbau" hätten von ihr "anteilsmässig" bezahlte Innen-
ausbauleistungen bezogen werden müssen (vgl. Stellungnahme der Be-
schwerdeführerin vom 19. September 2015, S. 2; s. dazu auch Be-
schwerde, S. 2).
Da die Beschwerdeführerin selbst keine Vorsteuerabzugskorrektur hin-
sichtlich der erwähnten Leistungen zugunsten der gemeinschaftlich ge-
nutzten Räume vorgenommen hatte, hat die Vorinstanz zur Ermittlung des
vorsteuerabzugsberechtigenden Anteils an diesen Leistungen als Vertei-
lungsschlüssel die Aufteilung der Fläche der Büroräumlichkeiten an der
E._-strasse in F._ herangezogen. Dabei ging sie davon aus,
dass von der Gesamtfläche der Büroräume (ohne Sitzungsräume und Ge-
meinschaftsräume) von [...] m2 insgesamt [...] m2 auf die von der Be-
schwerdeführerin ausschliesslich für eigene Zwecke genutzten Büroräum-
lichkeiten entfallen. Dementsprechend gelangte die Vorinstanz zum
Schluss, dass die Beschwerdeführerin 5,4 % [...] der auf den fraglichen
Leistungen lastenden Mehrwertsteuern als Vorsteuern abziehen darf.
Zu Recht wird nicht beanstandet, dass die flächenmässige Aufteilung der
Büroräumlichkeiten als sachgerechter Schlüssel für die Vorsteuerabzugs-
korrektur beim hier in Frage stehenden Umsatz herangezogen werden
kann. Die Beschwerdeführerin macht aber (als Eventualstandpunkt) im
Wesentlichen geltend, sie habe mindestens drei Büros bzw. mindestens
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40 % der Gesamtfläche für eigene Zwecke genutzt, bei der Fläche von
[...] m2 habe es sich um die vom Einzelunternehmen Revisions- und Treu-
handbüro B._ in Anspruch genommene Fläche oder eventuell um
ihr "altes Büro an der E._-strasse [...]" gehandelt und die Zahl von
[...] m2 für die Gesamtfläche sei nicht nachvollziehbar (vgl. Beschwerde,
S. 2; Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 19. September 2015,
S. 2). Mit dieser nicht näher substantiierten Darstellung ist der für die Vo-
raussetzungen des Vorsteuerabzuges beweisbelasteten Beschwerdefüh-
rerin (vgl. E. 1.2) freilich der Nachweis nicht gelungen, dass die ESTV das
ihr bei der Vorsteuerabzugskorrektur zustehende Ermessen (vgl. E. 4.2)
überschritten und sie damit den vorsteuerabzugsberechtigenden Anteil in
rechtswidriger Weise bestimmt hat.
Der angefochtene "Einspracheentscheid" erweist sich damit auch in Bezug
auf die von der Vorinstanz vorgenommene Vorsteuerabzugskorrektur bzw.
hinsichtlich der mehrwertsteuerlichen Behandlung der von der
I._ GmbH und der J._ AG am 22. April und 10. Mai 2010
fakturierten Leistungen als rechtskonform.
8.
Die Beschwerdeführerin bestreitet im Übrigen die im streitbetroffenen "Ein-
spracheentscheid" ausführlich begründete Annahme der Vorinstanz,
dass in der massgebenden Zeitspanne (mindestens) ein Geschäftsfahr-
zeug der Beschwerdeführerin teilweise für private Zwecke verwendet wor-
den und entsprechend ein Privatanteil zu versteuern ist. Freilich lässt sie
es diesbezüglich im Wesentlichen dabei bewenden, auf ihre Ausführungen
in ihrer "Einsprache" an die Vorinstanz zu verweisen. Weil die Begründung
der "Einsprache" im fraglichen Punkt (Privatanteil für ein Geschäftsfahr-
zeug) von der Vorinstanz im angefochtenen "Einspracheentscheid" hinrei-
chend und zutreffend gewürdigt wurde (vgl. E. II./2.4 des "Einspracheent-
scheids"), erübrigt es sich hier, weiter darauf einzugehen. Die Beschwer-
deführerin bringt nichts vor, was die Rechtmässigkeit der von der Vo-
rinstanz vorgenommenen Versteuerung bzw. Aufrechnung eines Privatan-
teils für die private Verwendung des besagten Geschäftsfahrzeuges ernst-
lich in Frage stellen würde (vgl. zur Steuerbarkeit der Verwendung von Ge-
schäftsfahrzeugen für private Zwecke Urteil des BVGer A-184/2014 vom
24. Juli 2014 E. 4 ff. [zum früheren Recht]).
9.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unbegründet und abzuweisen.
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Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 600.- festzusetzen
(vgl. Art. 2 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE; SR 173.320.2]) und dem Verfahrensausgang entsprechend durch
die unterliegende Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten
zu verwenden. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64
Abs. 1 VwVG e contrario).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
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