Decision ID: bdeb081e-8c19-4413-8955-c0b8eabf4d6b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1995 geborene
X._
bezieht aufgrund der Geburtsgebrechen 38
7
(angeborene Epilepsie)
und 390
(angeborene cerebrale Lähmungen)
seit frühes
ter Kindheit Leistungen der Invalidenversicherung. Ab
1.
Januar 2004 gewährte ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine Hilflosenent
schädigung mittleren Grade
s
und einen Intensivpflegezuschlag
(Urk.
12/49)
. Ab
1.
Februar 2013 wurde
aufgrund der Volljährigkeit
von
X._
die
bis dato ausgerichtete
Hilflosenentschädigung durch eine Hilflosenentschädigung für Erwachsene mittleren Grades
bei Aufenthalt zu Hause
abgelöst
(
Urk.
12/141,
Urk.
12/144)
. Zudem
wurde
X._
mit Verfügung vom 13.
Februar 20
14 rückwirkend
a
b
1.
Februar 2013 eine ganze ausserordentliche Rente
der
Invalidenversicherung zugesprochen
(
Urk.
12/199, Urk.
12/193)
.
X._
besuchte auch nach Erreichen der Volljährigkeit weiterhin die
Schule
A._
.
Er absolvierte
jedoch
einzelne
Praktikumstage im Tagesangebot (ohne Übernachtung) in der Stiftung
B._
(
Urk.
12/172/13-15)
.
Die Besuche in der Stiftung
B._
wurden in der Folge ausgebaut
(
Urk.
12/173/12)
und i
m September
2015 trat
X._
ganz in die Stiftung
B._
ein
(
Urk.
12/242,
Urk.
12/255/1)
.
Im Januar 2019
teilte
die
Abteilung
für
Zusatzleistungen
zur AHV/IV
der Stadt
C._
der IV-Stelle
mit
, dass
X._
seit September 2015 in einem Heim (Stiftung
B._
) lebe, er aber weiterhin eine Hilflosenent
schä
digung für mittelschwere Hilflosigkeit für zu Hause beziehe
(Urk.
12/242)
.
Die IV-Stelle führte in der Folge eine
Neuabklärung d
er Hilflosenentschädigung durch (
Urk.
12/255).
Sie
bestätigte zwar die mittelschwere Hilflosigkeit, passte ab Okto
ber 2015 jedoch den auszuzahlenden Betrag auf eine Hilflosenentschädigung bei Heimaufenthalt an (
Urk.
12/247) und forderte
– nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 12/253) -
mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2019
zu viel ausge
richtete Hilflosenentschädigung in Höhe von Fr. 37'026.-- zurück
(
Urk.
12/259)
.
Noch während der laufenden Rechtsmittelfrist gelangten
die Eltern von
X._
, welche von der KESB als Beistände für ihren volljährigen Soh
n ein
ge
setzt worden waren (Urk.
12/159), ans hiesige Gericht
(
Urk.
12/261/2-3)
.
Die Ein
gabe der Beistände wurde vom hiesigen Gericht als Erlassgesuch qualifiziert und formlos an die IV-Stelle überwiesen (
Urk.
12/261/1). Diese wies das Erlassgesuch
mit Verfügung vom 1
0.
Dezember 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
1)
durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Beschwerde erheben und beantragen, es sei die ange
fochtene Verfügung vom 1
7.
Dezember 2019 aufzuheben und das Gesuch um Erlass der Rückerstattung im Betrag von Fr. 37'026.-- gutzuheissen. In prozes
sualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu ge
währen und Rechtsanwältin Lotti Sigg
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen. Mit Verfügung vom
4.
Februar 2020 (
Urk.
5) wurde dem Beschwer
de
führer beziehungsweise seinen Beiständen und Rechtsanwältin Lotti Sigg Frist angesetzt, um dem Gericht die schriftliche Zustimmungserklärung der Erwachse
nen
schutzbehörde zur Prozessführung einzureichen. Dieser Aufforderung kam Recht
s
anwältin Lotti Sigg innert Frist nach (
Urk.
7,
Urk.
8).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
März 2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was
dem Beschwerdeführer
mit Verfü
gung vom 3
0.
März 2020 angezeigt wurde (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenent
schädigung. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenver
sicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung an
ge
wiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung
über die Inva
lidenversicherung,
IVV)
. Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.1.3
Gemäss
Art.
42
ter
Abs.
1 IVG beträgt d
ie monatliche Entschädigung
bei schwerer Hilflosigkeit 80
%
, bei mittelschwerer Hilflosigkeit 50
%
und bei leichter Hilf
losigkeit 20
%
des Höchstbetrages der Altersrente nach
dem
Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)
.
Gemäss
Abs.
2 derselben Bestimmung entspricht die
Höhe der Hilflosenentschädigung für Versicherte, die sich in einem Heim aufhalten,
grundsätzlich
einem Viertel der Ansätze nach Absatz
1.
1.2
1.
2.
1
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurück
zuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (
Art.
25
Abs.
1 Satz 2 ATSG).
1.2.2
Der gute Glaube als Erlassvoraussetzung ist nicht schon mit der Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben. Der Leistungsempfänger darf sich vielmehr nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachlässigkeit schuldig gemacht haben. Der gute Glaube entfällt somit einerseits von vornherein, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf eine arglistige oder grobfahr
lässige Melde- oder Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist. Anderseits kann sich die rückerstattungspflichtige Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihr
fehlerhaftes Verhalten nur leicht fahrlässig war. Wie in anderen Be
reichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach einem objektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht aus
ge
blendet werden darf (BGE 138 V 218 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung
der Ablehnung des Erlassgesuchs
im Wesentlichen aus (
Urk.
2
,
Urk.
11
), die Tatsache, dass der Heimeintritt
des Beschwerdeführers
nicht gemeldet worden sei, stelle eine grobfahrläss
ige Melde
pflichtverletzung dar, weshalb
nicht von einem gutgläubigen Bezug der zu viel ausbezahlt
en Hilflosenentschädigung aus
gegangen werden könne. Es liege nicht in ihrer Verantwortung abzuklären, ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer definitiv im Heim lebe.
2.2
Der Beschwerdeführer
liess dagegen
im Wesentlichen vorbringen
(
Urk.
1)
, nach
dem die Beistände das Erlassgesuch noch währen
d
der Rechtsmittelfrist
gegen die Rückforderungsverfügung vom 1
5.
Mai 2019
eingereicht hätten, hätte die Be
schwerdegegnerin zuerst abklären müssen, ob die Beistände nicht eigentlich ein Rechtsmittel gegen die
se
Verfügung hätten einreichen wollen, statt ein Erlass
gesuch zu stellen
.
Gestützt auf die Akten sei
denn auch
fraglich, ob die Beistände überhaupt die Meldepflicht verletzt hätten und eine Rückforderung überhaupt möglich sei.
Falls überhaupt eine Meldepflichtverletzung bejaht werde, könne nur von einer leichten Fahrlässigkeit ausgeg
ang
en werden. Die Beistände hätten den offiziellen Eintritt ins Heim weder vorsätzlich noch grobfahrlässig nicht gemeldet, da der definitive Eintritt sehr langsam über mehrere Jahre vorbereitet und eingeleitet worden sei. Die Beschwerdegegnerin sei darüber regelmässig informiert worden. Zudem sei zu beachten, dass auch
von der Abteilung
für Zusatz
leistungen zur AHV/IV der Stadt
C._
jahrelang nicht bemerkt worden sei
, dass von der
Beschwerdegegnerin ein zu hoher Betrag für Hilflosenentschädigung ausgerichtet
werde
. Wenn nicht einmal die spezialisierten Behörden merkten, dass ein zu hoher Betrag ausgerichtet
werde
, sei nachvollziehbar, dass die Beistände
dies ebenfalls nicht bemerkt hätten
.
D
a die Rückerstattung zudem eine grosse Härte bedeuten würde, sei die Rück
forderung zu erlassen
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin richtete dem Beschwerdeführer
ab Volljährigkeit, das heisst ab Februar 2013
,
eine Hilflosenentschädigung für
mittelschwere
Hilflosig
keit in Höhe von Fr. 1'170.
--
aus (
Urk.
12/144), welche ab
1.
Februar 2015
auf
Fr.
1'175.
--
(
Urk.
12/211)
und ab
1.
Janua
r 2019 auf Fr. 1'185.
--
(
Urk.
12/240)
erhöht wurde
. Da der Beschwerdeführer ab Oktober 2015 ganz in d
er
Stiftung
B._
weilte
(
Urk.
12/242,
Urk.
12/255/1)
, hatte er für die Zeit vom 1.
Oktober 2015 bis 3
1.
Dezember 2018 jedoch nur Anspruch auf eine Hilflosenent
schä
di
gung von monatlich Fr. 294.
--
und von Januar bis März 2019 von
monatlich
Fr. 296.--, sprich total Fr. 12'354.
-- (
Urk.
12/257)
.
Die Beschwerdegegnerin for
derte die zu viel ausgerichteten Leistungen in Höhe von Fr. 37’026.-- mit Verfü
gung vom 1
5.
Mai 2019 zurück (
Urk.
12/257).
3.2
Nach Erhalt der Verfügung vom 1
5.
Mai 2019 hatte sich d
er Beistand des Be
schwerdeführers mit Schreiben vom
3.
Juni 2019 ans hiesige Gericht
gewand
t
(
Urk.
12/261/2-3). Die Eingabe wurde vom hiesigen Gericht als Erlassgesuch
qua
lifiziert
und
formlos an die Beschwerdegegnerin
überwiesen
(
Urk.
12/261/1).
Der Beistand des Beschwerdeführers anerkannte in der genannten Eingabe die Rück
forderung als solche ausdrücklich als richtig und forderte
explizit
– lediglich – deren
Erlass. Da sowohl das Rechtsbegehren als auch die B
egründu
ng der Eingabe vom
3.
Juni 2019 eindeutig auf Erlass der Rückforderung gerichtet
waren
, war die Beschwerdeg
egnerin
- wie auch das hiesige
Gericht – nicht gehalten, den Beschwerdeführer bzw. seinen Beistand aufzufordern, zu erklären, ob es sich bei der Eingabe
vom
3.
Juni 2019
tatsächlich – nur – um ein Erlassgesuch oder
um eine Beschwerde h
andle
.
Da der
Beschwerdeführer
beziehungsweise
seine Ver
treter auch nicht anderweitig innert der 30-tägigen Beschwerdefrist
(
Art.
60
ATSG)
gegen die Verfügung vom 1
5.
Mai 2019
(
Urk.
12/257)
opponiert
hatten, ist
diese unangefochten in Rechtskraft erwachsen, weshalb die Rechtmässigkeit der Rückforderung als solche im vorliegenden Verfahren nicht mehr geprüft werden kann.
3.3
3.3.1
Für den
Beschwerdeführer
besteht eine umfassende Beistandschaft gemäss Art
.
398
des Zivilgesetzbuches (ZGB)
, womit seine Handlungsfähigkeit von Gesetzes wegen
entfällt (vgl.
Urk.
12/159). Der Beschwerdeführer muss sich die Handlungen seiner Beistände
anrechnen lassen (BGE 112 V 97 E. 3b).
3.3.2
Im Rahmen der Zusprache der Hilflosenentschädigung für Erwachsene wurden der
Beschwerdeführer beziehungsweise seine Beistände explizit darauf hinge
wie
sen, dass jede Änderung in
den
persönlichen Verhältnissen, welche den Leis
tungs
an
spruch beeinflussen kann, der Beschwerdegegnerin unverzüglich mitzu
teilen
ist
. Dabei wurde insbesondere
auch festgehalt
en
, dass ein
allfälliger
Heim
eintritt
zu
melden ist
(
Urk.
12/
144/2;
Urk.
12/161/2).
Dem leistungszuspre
chen
den Ent
scheid
der Beschwerdegegnerin war zudem zu entnehmen, dass die Hilflosen
ent
schädi
gung bei einem
Heimaufenthalt
deutlich tiefer ausfällt
als bei einem Auf
enthalt zu Hause, wurden doch die damals gültigen
Beträge
in der leistungs
zu
spre
chen
den Verfügung
genannt
(Urk.
12/144/2)
.
Die Beistände des Be
schwer
de
führers mussten sich daher im Klaren sein, dass der Heimeintritt
des Beschwer
deführer
s
Auswirkungen auf die Höhe der
ihm
zustehenden Leistungen hat. Dies wird von ihnen de
nn auch nicht infrage gestellt.
Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ergibt sich, dass die Beiständin die Be
schwerdegegnerin im Dezember 2015 darüber in Kenntnis setzte, dass der Be
schwerdeführer ab 2016 regelmässig an vier Tagen beziehungsweise fünf Nächten pro Woche in der Stiftung
B._
sein werde (
Urk.
12/218/4). Diese Meldung, welche im Rahmen eines Antrags auf
Anrechnung
von B
e
treuungs
g
utschriften gemacht wurde,
vermag
-
wie auch allfällige weitere Erwähnungen des
(zukünf
tigen)
Heimaufenthaltes
(vgl.
Urk.
1 S. 4 ff.)
–
keine Gutgläubigkeit des Beschwer
deführers beziehungsweise seiner Beistände
zu bewirken.
Das Bundesgericht hat mit BGE 138 V 218 (E. 10) entschieden, dass der Bezüger
einer Witwerrente, welcher wieder heiratet, trotz
Mitteilung der Wiederverh
eiratung an die Aus
gleichskasse
nicht gutgläubig
eine Witwe
r
rente beziehen kann, da er wissen muss, da
ss kein Anspruch auf eine Witwer
rente besteht.
Analoges gilt auch für
den Beschwerdeführer, mussten seine Beistände aufgrund der Angaben in de
r
leis
tungszusprechenden Verfügung doch wissen,
dass bei einem Aufenthalt in einem Heim die Hilflosenentschädigung erheblich tiefer ausfä
l
lt
als bei einem Aufenthalt zu Hause.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Beistände beim Bezug der (ungekürzten)
Hilflosentschädigung
bei Aufenthalt zu Hause
nicht gutgläubig
sein konnten
. Bei dieser Sachlage erübrigt sich
die
Prü
fung, ob
die Rückerstattung für den Beschwerdeführer eine
grosse Härte
bedeuten
würde, müssen die beiden Voraussetzungen doch kumulativ erfüllt sein.
4.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.
5.
5.1
Der Entscheid über ein Erlassgesuch fällt rechtsprechungsgemäss nicht unter die Thematik der Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen (BGE 1
2
2 V
221 E. 2
). Den Parteien sind daher keine Kosten gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG aufzuerlegen.
Das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unen
t
geltliche Rechtspflege erweist sich daher als gegenstandslos.
5.2
Die Rechtsschutzversicherung der Beistände kommt für Kosten der Rechts
ver
treterin des Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 1'000.-- auf (
Urk.
3/7). Da im Übrigen d
ie Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
tre
tung gemäss
§
16
Abs.
1 und 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
erfüllt sind
(
Urk.
14,
Urk.
15/1-3),
ist
Rechtsanwältin Lotti Sigg, Winterthur, als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
zu be
stellen
.
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Mit Honorarnote vom
3.
April
2020 (
Urk.
20) machte Rechtsanwältin
Lotti
Sigg einen Aufwand von 9 Stunden und
20
Minuten
(zu einem Stundenansatz von Fr.
2
2
0.--) sowie Barauslagen von
Fr.
61.60
(3
%
des Zeitaufwandes)
geltend
, mithin insgesamt
Fr.
2'277.80
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer von 7,7
%
).
Der geltend gemachte Aufwand
erscheint als angemessen
. Unter Abzug
der von der Rechtsschutzversicherung zugesicherten Entschädigung
von Fr. 1'000
.--
ist
Rechtsanwältin Lotti Sigg
somit
mit
Fr.
1
'277.80 (inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer)
aus der Gerichtskasse
zu entschädigen
.