Decision ID: 829e94eb-38ef-4bc1-bc8d-cdc66b1e88ea
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, war
seit Januar
2003
bei
m Universitäts
spital
Y._
zu 100
%
tätig, zuletzt
als Abt
eilungsleiter Food
and
Beverage
(
Urk.
6/12
,
Urk.
6/47 S. 18
)
,
danach
war er
von Juni bis September 2016
als Fachverantwortlicher der Gastronomie in einem 50%-Pensum
ebenfalls am
Y._
tätig
(vgl.
Urk.
6/4
4
)
.
Seit
Oktober 2016
ist
der Versicherte bei der
Z._
AG als Quality Chef im Stundenlohn
angestellt und arbeitet zwischen
15 bis 20
Stunden pro Monat (vgl.
Urk.
6/57-58).
Unter Hinweis auf eine langjährige Schlafstörung mit einer mittelschweren bis schweren Depression
meldete sich
der Versicherte
am
1
1.
Juli 2015
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situa
tion ab und
zog das von der Pensionskasse eingeholte psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei
, das am
9.
März 2016
erstattet wurde (
Urk.
6/39
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/66-78) verneinte
die
IV-Stelle
mit Verfügung vom
2
6.
Januar 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/79
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
2
6.
Februar 2018
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fügung vom
2
6.
Januar 2018
(
Urk.
2) und b
eantragte,
es sei
ihm
ab
1.
Juli 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
April 2018
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
6.
Mai 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Mit Eingabe vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
8) reichte der Beschwerdeführer den
Einspra
cheentscheid
der BVK zu den Akten (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
11) beantragte der Beschwerdeführer ergän
zend, es seien ihm die Kosten für das Gutachten von
Dr.
med.
B._
gemäss Honorarnote vom 1
9.
Juli 2018 in der Höhe von
Fr.
6'975.-- von der Beschwerdegegnerin zurü
ckzuerstatten (S. 2) und reichte das entsprechende Gut
ach
ten zu den Akten (
Urk.
12/1).
Die Beschwerdegegnerin nahm am
4.
September 2018 Stellung zum
Einsprache
entscheid
der BVK sowie zu
r Kostenübernahme für das Gutachten von
Dr.
B._
(
Urk.
14)
. D
ies wurde dem Beschwerdeführer am
5.
September 2018 zur Kenntnis
gebracht (
Urk.
15)
. Der Beschwerdeführer reichte am 1
3.
September 2018 wieder
um eine Stellungnahme (
Urk.
16) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 1
7.
September 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1
.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) da
von aus, dass keine erhebliche und langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege. Die gestellten Diagnosen schränkten die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers nicht
höhergradig
und andauernd ein. Der Gesundheitszustand sei
zu
dem ver
besserungsfähig.
Es werde das
Fortsetzen der Psycho
-
/Pharmakotherapie empfohlen.
E
ine Therapieresistenz
könne daher verneint werden (S. 1)
.
Der nach
träglich eingereichte
Bericht von
Dr.
C._
enthalte keine neuen med
izinischen An
gaben und die Angaben zur Arbeitsunfähigkeit
sei
en
nicht nachvollziehbar
. Die
Befunde
würden
nicht objektiv belegt.
Die
p
rivate Situation
des Beschwerde
füh
rers
sei
sodann als
psychosozialer Belastungsfaktor
zu werten (S. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin begründe ihren Entscheid einzig gestützt auf eine RAD-Beurteilung einer Ärztin für Allgemeine Innere Medizin und nicht einer Psychia
terin. Es handle sich um eine reine Aktenbeurteilung. Die BVK habe hingegen bei einem Psychiater eine Untersuchung vera
nlasst.
Dr.
A._
attestiere dem Be
schwer
deführer
am
9.
März 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit und stelle die Prognose, dass
dies
er in einer angepassten Tätigkeit bis Ende 2016 eine Leistungsfähigkeit von 80
%
erreichen könne. Er habe diese Einschätzung aber von einer nochmaligen Untersuchung abhängig gemacht, die in der Folge aber unterblieben sei. Auch die behandelnde Ärztin
Dr.
C._
begründe ihre Diagnose einer bipolaren Erkrankung und verneine eine Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit. Selbst wenn von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei, resultierte ein Anspruch auf eine halbe Rente.
Allenfalls sei eine aktuelle psychiatrische Exper
tise anzuordnen.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 1
5.
September 2015 (
Urk.
6/15
) und nannte folgende Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1):
-
mittelgradige d
epressive Krise bei Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen mit somat
ischem
Syndrom
(ICD-10 F32.11)
Sie führte aus, e
s sei mit einer völligen Genesung zu rechnen
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Es finde eine Gesprächstherapie einmal pro Woche sowie eine antidepressive Medi
ka
tion statt (S. 2
Ziff.
1.5)
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Koch bestehe seit dem
5.
Mai 2015 eine
50%
ige Arbeitsunfähigkeit. Zurzeit sei der Beschwerde
führer
labil, extrem müde
und
erschöpft nach
den geleisteten
50
%
(S. 2
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein psychiatrisches Gutachten am
9.
März 2016 zuhanden der BVK gestützt auf
die Akten sowie die Untersuchung
en
des Beschwerdeführers (
Urk.
6/39).
Er nannte
folgende Diagnose (S. 13 f.):
-
affektive Bipolar-II-Störung, aktuell mittelgradig depressiv (ICD-10 F31.8)
Er führte aus,
dass i
m Verlauf des Gespräches
die
Konzentration zwar erhalten
geblieben sei
, jedoch
eine
zunehmende, zuletzt ausgeprägte Ermüdung
beobacht
bar gewesen sei
.
Objektiv seien die
Merk
- und
Gedächtnis
fähigkeit gering eingeschränkt. Im f
ormale
n
Denken
sei der Beschwerdeführer leicht verlangsamt und
leicht umständlich
.
Objektiv
sei der Beschwerdeführer
mindestens leicht
gradig
deprimiert, zudem bestünden eine
Affektinkontinenz
sowie
Affektstarr
heit
. Der
Antrieb
und
die
Psychomotorik
seien sowohl s
ubjektiv
wie auch
objektiv
leicht gehemmt
(S. 8
f.)
.
Bei den vom Beschwerdeführer
und von der Psychiaterin
beschriebenen selbstunsicheren Persönlichkeitszügen, respektive gemäss Psychia
t
erin narzisstischen Zügen, hand
l
e
es sich dort, wo sie offensichtlich dysfunk
tional auswirk
t
en, um Residualsymptome nach der vorletzten depressiven Episode 201
4.
So wie er zuvor sein Leben gemeistert ha
be
, auch in Beziehungen, und so wie ihn die Vorgesetzte beschrieb
en habe
, welche
i
hn seit 26 Jahren kenne, könn
t
en weder akzentuierte Persönlichkeitszüge noch eine Persönlichkeits
stö
rung mit überwiegender Wahrs
cheinlichkeit angenommen werden.
S
ie
seien
am wahrscheinlichsten Ausdruck einer depressiven Residualsymptomatik zwischen
zwei depressiven Episoden (S. 14
oben
).
Die Angaben des Beschwerdeführers sei
en
in sich konsistent, konsistent mit den Fremdauskünften und d
en erhobenen Be
funden. Es hätten
sich keine Hinweise auf Verdeutlichung oder Aggravation
gefunden. Der Beschwerdeführer habe
ein differenziertes Bild seiner Situation
gezeichnet und habe
konkrete Beispiele
gebracht (S. 14 Mitte
).
Der
Beschwer
deführer
sei
sehr motiviert, ha
be
eine gute Ausbild
ung und viel Erfahrung. Er nehme
zuverlässig eine adäquate Behandlung in Anspruch und er ha
be
auf diese angesprochen. Der Arbeitgeber
sei
ihm gewogen und unterstütz
e
ihn mit einer letztendlich angepassten, auf ihn zugeschnittenen Anstellung ohne Führungs
funkt
i
on, we
lche er in dem Tempo ausbauen kö
nn
e, welches ihm entspre
ch
e
und das Ganze ohne Druck
.
Diese aufgeführten Faktoren könn
t
en als prognostisch günstige Faktoren angesehen werden
.
Hingegen s
eien
der - störungsbedingte - rezidivierende Charakter der Erkrankung, eine seit der vorletzten Episode blei
bende deutlic
he Residualsymptomatik und auch
die jetzige, noch
ausgeprägtere
Residualsymptomatik, prognostisch ungünstige Faktoren. Aus gutacht
er
licher Si
cht
sei
- unter der Vorauss
etzung der Fortführung einer ge
eigneten Behandlung - die Prognose für eine teilweise Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit - letzten Endes in angepasster Tätigkeit, wenn auch - wohl aus
good
will des Arbeitgebers mi
t gleichem
Lohn - günstig. Es mü
ss
e
aber offenbleiben, ob
d
er
Beschwerde
führer
dabei wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreichen w
erde
. Auch s
eien
Rezidive - auch unter der jetzigen Behandlung
-
jederzeit möglich
(S. 14 f.)
.
Aus gutacht
er
licher Sicht
sei
das Erreichen einer etwa 80%igen Leistungsfähigkeit bis Ende 2016 überwiegend wahrscheinl
ich, erst der weitere Verlauf werde zeigen,
ob der Beschwerdeführer
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit im Lauf
e von zwei Jahren erreichen könne
. Aus diesem Grunde sollte der
Beschwerdeführer
spätes
tens Ende 2017 nochmals vertrauenspsychiatrisch untersucht werden, da erst dann
eine eventuell noch vorhandene dauerhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit mit genügender
Gültigkeit bestimmt werden könne (S. 15 oben)
.
An medizinischen Massnahmen
sei
die Weiterführung der aktuellen psychia
tri
schen Behandlung auf unbestimmte Ze
it indiziert, insbesondere die m
edikamen
töse nach Stabilisierung des Zustandsbildes. Dadurch k
ö
nn
e
die Wahrschein
lich
keit von weiteren
Rezidiven deutlich gesenkt werden.
An beruflichen Massnahme
n empfah
l
d
er
Gutachter
die Weite
r
führung der aktu
ellen Arbeitstätigkeit ohne
Druck und ohne Führungsfunktion.
D
er Arbeitgeber ha
be
dem Beschwerdeführer
hier eine angepasste Tätigkeit quasi "massge
schnei
dert" geschaffen
(S. 15)
.
Die aktuell laufende Behandlung mit genügend hoch dosierter antidepressiver Medikation, mit einem schlafanstossenden und stimmungsstabilisierenden Neu
ro
lepti
kum in Ve
rbindung mit Psychotherapie könne
als adäquate, leitlinienkon
forme Behandlung angesehen werden
(S. 15 unten)
.
Als Abteilungsleiter Food
and
Beverage
, Stellvertretung der Leitung Gastronomie
,
sei
der Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit An
fang 2015 krankheitsbedingt nicht mehr genügend in der Lage gewesen, diese Funktion aus
zu
üben, dies in erster Linie aufgrund seiner qualitativen Einschrän
ku
ngen, welche auch mit der Wiederaufna
hme der A
rbeit im Januar 2016 weiter
bestünd
en, da diese Funktion wie oben ausgeführt hohe Anforderun
gen just in den Bereichen stelle, in welchen er mittel
gradig bis schwer eingeschränkt
sei
. Die Wahrscheinlichkeit, dass er un
t
er diesem Druck überfordert sei
und
bei vermin
derter Belastbarkeit mit Symptomzunah
me bis hin zu
Rezidiven reagiere
,
sei hoch, damit auch das Suizidrisiko (S. 18 Mitte).
Für e
ine regelmässige Tätigkeit ohne Schichtbetrieb, ohne Nachtdienste, bei welcher
er vorwiegend ihm vertraute Aufgabe
n ohne Druck von aussen, mit sel
bstbest
immter Geschwindigkeit lösen könne
, ohne Führungsverantwortung, in einem wohlwollenden Arbeitsmilieu,
sei
die Leistungsfähigkeit aktuell v
or allem noch durch eine
schwer
gradige
Einschränkung der Widerstands- und Durch
halte
fähigkeit bei einer mittel
gradigen depressiven Symptomatik vermindert. Aktu
ell laufe
ein Arbeitsversuch in diesem Sinne in einer Tätigkeit als Fachverant
wort
licher Gastronomie, welche diesen Arbeitsanforderungen
nahezu in idealer Weise entspreche
und für welche er aktuell etwa zu 50
%
arbeitsfähig sei
. Aus gut
acht
er
licher Sicht
werde
der
Beschwerdeführer
bei einer solchen Tätigkeit wahr
scheinlich bis Ende 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkei
t erlangen. Sichere Angaben
seien
jetzt im Rahmen einer laufenden Arbeitserprobung mit noch deutlich ein
geschränkter Arbeitsfähigkeit noch nicht möglich
(S. 18 f.)
.
3.3
Dr.
C._
berichtete am 1
0.
April beziehungsweise 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
6/64
) und führte aus, dass a
ktuell
eine Arbeitsfähigkeit
von 20
%
,
z
urzeit maximal 30
%
,
bestehe
für 2017
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
In seiner angestammten Tätigkeit als Koch
bestehe von April 2016 bis Oktober 2016 eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit,
her
nach
eine
80%
ige
A
rbeitsunfähigkeit
(S. 2
Ziff.
1.6)
.
Die jetzige Stelle sei
sehr gut angepasst (S. 5 unten)
.
Im Bericht vom 1
0.
April 2017 (
Urk.
6/64/6-7) r
evidier
t
e
die Psychiaterin
ihre Diag
nose im Sinne des Gutachtens
(S. 1) und führte aus, dass der Beschwerde
führer nach der Kündigung durch den Arbeitgeber eine
Stelle bei
einer
Gärtnerei gefunden
habe, wo er 15-20 Stunden pro M
onat arbeite
.
Die Arbeit gefalle ihm gut und er fühle sich wohl und werde geschätzt. Im privaten Bereich seien Kon
flikte in der Ehe schwer zu überwinden und führten zugleich zu vermehrter De
pressivität mit Durchfall und Rückzug. In der
Regel überwinde er diese Schwan
kungen nach
einer
Wo
che
, manchmal auch rascher,
wobei die wöchentlichen psychotherapeutischen
Gespräche
als hilfreich erlebt würden. P
sychisch
habe
weiterhin eine Stabilisierung verzeichnet werden könne
n
.
Der A
ntrieb
sei
besser,
aber noch nicht wiederhergestellt. E
r
gehe wieder joggen und habe auch wieder
eigene Interessen
. Das Bogenschiessen habe er noch nicht
wieder aufgenommen
und sozial vertrage er grössere Menschenmengen nicht und weiche dem aus. Das
Einschlafen und Durchschlafen hätten sich deutlich verbessert,
die
Suizidalität
sei
stark zurückgegangen
(S. 2)
.
3.4
Dipl.-med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
7.
Juni 2017 Stellung (
Urk.
6/65/4-5
) und führte aus, es liege ein Gesundheitsschaden
vor, der sich längerfristig auf die
Arbeitsfähigkeit in der
angestammte
n
Tätigkeit aus
wirke.
Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als leitender Ange
stellter zu
100
%
arbeitsunfähig.
In
einer angepassten
Tätigkeit könne der B
eschwerdeführer
spätestens seit Januar
20
17 wieder eine nur geringfügig einge
schränkte A
rbeitsfähigkeit aufweisen. Diese Beurteilung s
tehe im Gegensatz zur Beurteilung der behandelnden Ärztin, die aber nicht nachvollziehbar sei.
3.5
Die Fachexpertin
E._
nahm am 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
6/65/5-6)
unter dem
Titel
"
Ressourcenprüfung
"
Stellung
und führte aus,
gemäss RAD liege eine fach
ärztliche Diagnose vor. Die genannten Beschwerden hätten jedoch keine rele
vanten Einschränkungen der angepas
sten Arbeitsfähigkeit mehr zur F
olge (20%
ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2017).
Zudem könne sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers weiter verbessern. Das Fortsetzen der Psycho-/
Pharma
ko
therapie werde dem Beschwerdeführer empfohlen. Eine Therapieresi
stenz könne daher verneint werden. Es lägen keine Hinweise auf Inkonsistenzen vor. Die Ressourcenprüfung könne somit vorfrageweise aufgrund mangelnder Erheblich
keit des Gesundheitsschadens abgeschlossen werden. Es liege kein IV-relevantes psychisches Leiden vor.
3.6
RAD-Ärztin
dipl.-med.
D._
nahm am
4.
Januar 2018 Stellung (
Urk.
6/78/2
) zum Einwand des Beschwerdeführers und führte aus, dass keine neuen medi
zi
nischen Sachverhalte offenbart würden, welche eine Änderung der RAD-Stel
lung
nahme vom
7.
Juni 2017 erfordern würde.
3.7
Die Fachexpertin
E._
führte in ihrer Stellungnahme vom
22
.
Januar 2018 (Urk. 6
/
78
/
2-3
) aus,
laut RAD würden keine neuen medizinischen Angaben gemacht. Die Angaben zur Arbeitsunfähigkeit der
Behandlerin
könnten weiterhin nicht nachvollzogen werden beziehungsweise würden nicht durch objektive Befunde belegt (S. 1 unten). Erneut werde die private Situation im aktuellen Arztbericht erläutert. Daher lägen immer noch Konflikte in der Ehe vor. Dies sei als psychosozialer Belastungsfaktor zu werten. Es könne weiterhin an der Ressourcen
prüfung vom 2
6.
Juni 2017 festgehalten werden (S. 2 oben).
3.8
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete
sein psychiatrisches Gutachten zuhanden des Beschwerdeführers am 1
9.
Juli 2018
(
Urk.
12/1) gestützt auf die
ihm zur Verfügung gestellten und die betreffend den Aufenthalt vom 1
4.
Februar bis
6.
März 2018 im Psychiatriezentrum
F._
ergänzend eingeholten
Akten
, die telefonisch
e
n
Auskünfte von
Dr.
C._
vom 1
1.
Juli 2018, die eine mindestens 60%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätig
keit begründete (S. 24),
sowie
die Untersuchungen des Beschwerdeführers
am 1
7.
und 2
6.
April sowie am 1
5.
Mai 2018 (S. 1 unten)
.
Er nannte folgende Diagnosen (S. 28):
-
bipolare affektive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Episode, ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F31.3)
-
akzentuierte Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden (selbstunsiche
ren)
Zügen (ICD-10 Z73.1)
Er führte aus,
dass die Persönlichkeitsakzentuierung für sich allein betrachtet zwar keine krankheitswertige psychische Störung darstelle, es sich aber um eine
Krankheitsdisposition handle, die in spezifischen Auslösesituationen ein regressi
ves Verhalten und damit die Entwicklung einer psychischen Störung, etwa einer Depression,
begünstige
. Sei
eine psychische St
örung einmal manifest, erschwere
das Vorhandensein einer Persönlichkeitsakzentuierung deren Überwindung (S. 28
)
.
Bei d
er internen Konsistenzprüfung sei
die Beschwerdeschilderung des
Beschwer
deführers
in Form konstanter, klarer und einigermassen präziser Schilderung auch des Krankheitsverlaufes
erfolgt
. Bei der externen Konsistenzprüfung
seien
keine Widersprüche zwischen Selbstschilderung des Beschwerdeführers und fremd
anamnestischen Informationen aus den Akten erkennbar
gewesen
. Das Ausmass der geschilderten Beschwerden
habe
auch gut mit der Intensität der bisher in Anspruch genommenen therapeutischen Hilfe überein
gestimmt
. Die subjektive Beschwerdeschilderung
habe
sich ebenfalls mit dem objektiven psychischen Quer
schnittsbefund
gedeckt. Darüber hinaus sei eine
Übereinstimmung festzu
stellen zwischen
dem behaupteten
Leidensausmass u
nd für den Gutachter erkenn
baren
Leidensdruck. Zudem
seien
die Beschwe
rden weder besonders dramatisch
noch theatralisch oder
appellativ
vorgebracht worden
(S. 29
f.)
.
Zusammen
fassend
könne aus psychiatrischer Sicht aufgrund einer weitgehend unauffälligen Konsi
stenzprüfung ohne erhebliche Zweifel auf die subjektiven Beschwerdeklagen des Beschwerdeführers in Bezug auf die psychopathologischen Befunde, als auch die Angaben zu den Selbstbeurteilungsverfahren abgestellt werden
(S. 30
oben).
Die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
sei
gegenwärtig aus psychiatrischer Sicht noch eingeschränkt. Diese Einschätzung erg
ebe
sich aus den erhobenen psychopathologischen Befunden, namentlich eines anhaltenden Antriebsmangels mit erhöhter Erschöpfbarkeit, Freude- und Interessemangels, Müdigkeit,
Konzen
trations
- und Gedächtnisstörungen und
Grübelneigung
,
Deprimiertheit
, innerer
Unruhe, einem Energiemangel sowie gelegentlichen Suizidgedanken. Diese führten
zu einer Einschränkung von psychischen Fähigkeiten, wie sie anhand eines Fremd
beurteilungsinstruments
(Mini-ICF-APP) sowohl in Bezu
g auf die angestammte Tätigkeit
als auch ange
passte Tätigkeit eingeschätzt wo
rden
seien. Demnach seien
folgende Fähigkeiten in angestammter Tätigkeit schwer eingeschränkt: Flexibi
li
tät und Umstellfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Spontan-Aktivitäten.
In angepasster Tätigkeit seien
folgende Fähigkeiten schwer eingeschränkt: Durchhaltefähigkeit und Spontan-Aktivitäten.
Die depressiven Symptome führ
t
en zusätzlich zu Einschr
änkungen psychischer Funktionen
. Fo
lgende mentale Funktionen seien
demnach schwer eingeschränkt: psychische Stabilität, Selbstvertrauen und Funktionen der psychischen Energie sowie des Antriebs. Diese Fähigkeitseinschränkungen h
ätte
n sowohl eine Limitie
rung der beruflichen Teilhabe als Abteilungsleiter Food
&
Beverage
und Stell
ver
tretung
Bereichsleitung Gastronomie als auch als Fachverantwo
rtlicher Gastro
nomie am
Y._
beziehungsweise
Berater bei
Z._
AG zur Folge
(S. 30)
.
Aus
gutachterlicher Perspektive könne
festgestellt werden, dass der
Beschwerde
führer in ang
estammter Tä
tig
keit gemäss Stellenbeschreibung des
Y._
ein rei
bungs
loses Funktionieren der Abteilung F&B sicherstellen müsse und die takti
sche
Planung, festgelegte Richtlinien und Dienstleistun
gen der Gastronomie um
gesetzt wü
rden. Weiter soll
te
er eine effektive und effiziente Führung und Erfüllung des Leistungsauftrages in der Abteilung Food
and
Beverage
gewährleisten. Er ha
be
für ein kundenorientiertes Angebot zu sorgen und vorteilhafte Konditionen zu verhandeln. Die Dachstrategie, Unternehmens-und Führungsgrundsätze, Teilstra
te
gie Betrieb, Jahresziele und Interessen des Gesamtplans müss
t
en dabei
berück
sichtigt werden. Dazu seien gemäss Stellenbeschreibung
folgende Fähigkeiten not
wendig: Fundiertes Fachwissen Gastronomie und Hotellerie, kreative Ange
bots
planung, Fähigkeit strategisch konzeptionell, vorausschauend und vernetzt zu denken und zu handeln, Probleme frühzeitig zu erkennen, strukturiert zu analysieren und Lösung
svorschläge zu machen. Dann würden
auch Entschei
dungs
freudigkeit verlangt, Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen, hohe Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit, Konfliktlösefähigkeit sowie sachge
rechte und ausgeglichene Handlungskompetenz.
Gerade diese Fähigkeiten seien
jedoch krankheitsbedingt mindestens teilweise schwer beeinträchtigt, so
bei
spiels
weise
die Belastbarkeit, die Du
rchhaltefähigkeit, Konflikt- beziehungsweise
Selbstbehauptungsfähigkeit, aber auch die Fähigkeit zu strukturieren, vernetzt zu
denken und zu planen sowie flexibel auf Mitarbeiter, Kunden und Vorgesetzte ein
zugehen. Eine auch nur teilweise Beschäftigung in angestammter Tätigkeit würde
mit grosser Wahrscheinlichkeit zu vermehrter Verunsicherung, An
span
nung, Schlaf
störungen und
Deprimiertheit
führen und so den bestehenden Gesund
heitsschaden zusätzlich verschlimmern. Auch eine aufbrechende Suizidalität wäre aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufs
wahrscheinlich.
Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
daher auf unbestimmte Zeit eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit
für die angestammte Stelle als Abteilungsleiter Food &
Beverage
und Stellvertretung
Bereichsleitung Gastronomie
(S. 31)
.
In leidensadaptierter Tätigkeit als Fachverantwo
rtlicher Gastronomie am
Y._
beziehungsweise Berater bei
Z._
AG fa
ll
e
eine Führungsfunktion weg. Die Tätigkeiten könn
t
en ohne Zeit-
und
Leist
ungsdruck ausgeübt werden und fänden vor allem
bei
Z._
in einer wohlwollenden Umgebung
statt. Ein Kunden
kontakt finde
nur in eingeschränktem Mass statt, Verantwortun
g für den Unter
nehmenserfolg sei nicht direkt vorhanden. Zudem fehlten unregelmässige Arbeits
zeiten, da keine Schicht-, Nacht- oder Wochenenddienste verlangt w
ü
rden. Trotz
der sehr guten Anpassung der Tätigkeiten an die Fähigkeitsdefizite des
Beschwer
de
führers,
die sich hierbei
vor allem
noch in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, psychische Stabilität und Selbstvertrauen manifestier
ten, sei
die aktuelle Leis
tungs
fähigkeit des
Beschwerdeführers
noch reduziert.
So vermöge
er gemäss Schilderung seines
Tagesablaufes regelmässig mal drei
, mal
vier Stunden
pro Tag mit Pausen dazwischen aktiv und produktiv zu sein. Danach ermüde
er und brauche
jeweils längere und ausgiebige E
rholung.
A
us psychiatrischer Sicht bestehe
daher aktuell eine 60%
ige
bis 65%
ige
Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Die Restarbeitsfähigkeit k
ö
nn
e
nicht am Stück geleistet werden. Viel
mehr sollte Gelegenheit
zu Pausen von etwa einer bis zwei Stunden
geboten werden. Die aktuelle A
rbeitsunfähigkeit sei
mittelfristig, d
as heisse
innerhalb von mindeste
ns einem
, eher
zwei
Jahren, durch geeignete Therapie möglicherweise noch leicht zu verbessern.
Eine zuverlässige Prognose könne
zum jetzigen Zeit
punkt aufgrund der Komplexität der psychischen Störung jedoch nicht abgegeben werden. Die Komplexität erg
ebe
sich aus der Kombination einer bipolaren affek
tiven Störung mit weitgehend eigendynamischem (endogenem) Verlauf einerseits,
einer akzentuierten Persönlichkeit mit nachweisbaren persönlichkeits
struktu
rellen
Defiziten andererseits und einem
chronifizierten
Störungsverlauf. Dies führ
e
dazu, dass der gegenwärtig beeinträchtig
t
e psychische Gesundheitszustand vom
Beschwerdeführer
nicht willentlich un
d auf Dauer überwunden werden kö
nn
e. Werde
dennoch ein höheres
Arbeitspensum verlangt, bestehe
die erhebliche Gefahr eines zunehmenden Gesundheitsschadens
.
Somit ha
be
sich die günstige Prognose des Vorgutachters,
Dr.
A._
, nicht bewahrheitet, dass
der Beschwerde
führer
bis Ende 2016 eine Leistungsfähigkeit von 80
%
in angepasster Tätigkeit
erreicht haben werde
(S. 32)
.
Insgesamt habe
die kontinuierliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung vorwiegend ambulant, für einige Wochen auch stationär
,
zwar zu einem Rückgang von drängenden Suizidgedanken
geführt
. Eine
Chronifizierung
des depressiven Zustands mittelgradiger A
usprägung auf niedrigem Funktionsniveau habe jedoch nicht verhindert werden können (S. 33).
Es l
a
ss
e
sich gewiss fest
stellen, dass die therapeutischen M
ittel noch nicht ausgeschöpft wo
rden
seien
.
Insbesondere bezüglich der medikamentösen antidepressiven Behandlung stünden
noch einige Optionen offen
.
Die Prognose im Hinblick auf eine Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit a
uch in angepasster Tätigkeit sei
gemäss Literatur eher ungünstig
(S. 34)
.
Der Beschwerdeführer
verfüg
e
über Kreativität, ein gutes Vorstellungs- und analytisches Denkvermögen und die Fähigkeit
,
gut zuzuhören. Zusätzlich
sei
er pflichtbewusst, um Genauigkeit bemüht, hilfsbereit und loyal. Personell werde er unterstützt von seiner Ehefrau, den beiden Söhnen und seiner Psychiaterin
(S. 37
unten).
Die
se
Ressourcen ermöglich
t
en
ihm
eine Strukturierung des Alltags, ein gewisses Mass an Stabilität in seinen Leistungen und eine vorsichtige Zuversicht für die Zukunft. Die regelmässige berufliche Tätigkeit sowie die aktive Pflege seiner Freizeit und Hobbys wirk
t
en zusätzlich stabilisierend. Sie
würden
jedoch nicht aus
reichen
, um die bestehenden Defizite weitgehend zu überwinden
(S. 38 oben)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens
unter Hinweis darauf, die vorgebrachten Beschwerden begründeten keine erhebliche und langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigung. Die vorgelegten Diagnosen schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht
höhergradig
und andauernd ein. Zudem könne sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter verbessern. Das Fortsetzen der Psycho-/Pharmakotherapie werde dem Be
schwerdeführer empfohlen.
Eine Therapieresistenz könne daher verneint werden (
Urk.
2 S. 1).
Dabei stützte sie sich auf die Beurteilung der Fachexpertin vom
26
.
Juni
2017 (vorstehend E. 3.
5
) und vom
22
. Januar 2018 (vorstehend E. 3.7
).
4.2
Die RAD-
Ärztin
dipl.-
med.
D._
kam in ihrer Stellungnahme vom
7.
Juni 2017 (vorstehend E. 3.4)
nach Würdigung der medizinischen Akten zum Schluss, dass
ein Gesundheitsschaden vorliege, der sich längerfristig auf die Arbeits
fähig
keit in der angestammten Tätigkeit auswirke. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit könne er spätestens seit Januar 2017 wieder eine nur geringfügig eingeschränkte Arbeits
fähigkeit auf
weisen.
Diese Stellungnahme der RAD-Ärztin stimmt
im Wesentlichen
mit den Ausfüh
rungen im Gutachten von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) überein, wonach beim Be
schwerdeführer eine affektive bipolar-II-Störung, aktuell mittelgradig depres
siv (ICD-10 F31.8)
,
vorliege, welche eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit begründe. Aus gutachterlicher Sicht
bestehe jedoch eine
etwa
50%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit, wobei
das Erreichen eine
r
etwa 80%igen Leistungsfähigkeit bis Ende 2016 in einer angepassten Tätigkeit wahrscheinlich
sei
.
Sichere Angaben seien noch nicht möglich.
Ob eine weitere Erhöhung möglich sei, müsse aktuell offenbleiben.
D
ie den Beschwerdeführer zum Verfügungszeitpunkt behandelnde Psychiaterin
Dr.
C._
attestierte dem Beschwerdeführer
im April beziehungsweise Mai 2017
eine 20-30%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3.3), und führte aus, dass
psychisch weiterhin eine Stabilisierung habe verzeichnet werden können. Der Antrieb sei besser, das Ein- und Durchschlafen habe sich deutlich verbessert und die Suizidalität sei stark zurückgegangen.
Im September 2015 (vorstehend E. 3.1) ging sie noch von einer
50%
igen Arbeitsunfähigkeit aus.
4.3
Die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin,
wonach sie dem Beschwerde
führer im Frühling 2017 trotz einer beschriebenen leichten Verbesserung eine geringere Arbeitsfähigkeit attestiert
e
als im Herbst 2015, erscheint
so
nicht nach
vollziehbar.
Zudem beruhen die
angeführten Gründe,
gestützt auf welche sie
dem Beschwerdeführer eine so geringe Arbeitsfähigkeit
auch in einer angepassten Tätigkeit
attestiert
e
, im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwer
d
eführers und enthalten auch
psychosoziale Komponenten, welche jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht
massgebend
sind.
Auch auf die Beurteilung der
als
solche bezeichnete
n
Fachexpertin
(unbekannter Qualifi
kation), wonach
die genannten Beschwerden keine relevanten Einschrän
kungen der angepas
sten Arbeitsfähigkeit mehr zur F
olge hätten (20%ige Arbeits
unfähigkeit seit Januar 2017), eine Therapieresistenz verneint und die Ressour
cen
prüfung
aufgrund mangelnder Erheblichkeit des Gesundheitsschadens vorfrage
weise abgeschlossen werden könne, kann nicht abgestellt werden.
Dies insbe
sondere aufgrund der
nachvollzieh
baren Beurteilungen de
s Gutachters
Dr.
A._
sowie der
RAD-Ärztin
dipl.-
med.
D._
, die beide einen invalidisierenden Ge
sundheitsschaden bejah
ten.
Im Übrigen hat das Bundesgericht m
it BGE 143 V 418
seine Praxis zur Beurtei
lung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bei psychischen Leiden geändert
:
G
rundsätzlich
sind
sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren na
ch BGE 141 V 281 zu unterziehen
. Für leichte bis mittelschwere Depressionen im Speziellen bedeutet
dies, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesund
heit
s
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapiere
sistenz auszuschliessen ist (vgl. vorstehend E. 1.3
-1.5
).
4.4
Nach dem Gesagten erweist sich der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, wo
nach kein anspruchsrelevanter Gesundheitsschaden mit dauerhafter Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit vorliege (vorstehend E. 2.1, E. 4.1), der sich auf die von der als
solche bezeichnete
n
Fachexpertin
abge
g
ebenen nichtfachärztlichen Beur
teilung stützt, als nicht nachvollziehbar. Die von der Beschwerdegegnerin ange
führten Gründe, einen Rentenanspruch zu verneinen, erweisen sich somit als nicht stichhaltig.
Daran vermögen auch die Ausführungen in der Stellungnahme vom
4.
September 2018 (
Urk.
14) nichts zu ändern
,
f
ührte
d
ie
Beschwerde
geg
nerin
doch lediglich an, dass für die Beurteilung des Rentenanspruchs ein struk
turiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 durchzuführen sei und das bereits ins Recht gelegte Gutachten von
Dr.
A._
eine solche Beurteilung erlaube.
Den
von der Beschwerdegegnerin angeführten Akten, insbesondere auch dem im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses bereits zwei Jahre alten Gutachten von
Dr.
A._
, lassen sich
nicht genügend Angaben entnehmen
beziehungsweise diese erweisen sich auch vor dem Hintergrund der geänderten Rechtsprechung als zu wenig aussage
kräftig, um die Auswirkungen der diagnostizierten Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anhand der Standardindikatoren festle
gen und
die Zu
verlässigkeit der von ärztlicher Seite attestierten
Arbeitsunfähig
keit
bezie
hungs
weise den Schwere
grad und die Konsistenz der funktionellen Auswirkun
gen der
psychischen Problematik aus rechtlicher Sicht beurteilen zu kön
nen.
So attestierte
Dr.
A._
dem Beschwerdeführer zwar
in
etwa
eine
50%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit,
stellte jedoch die Prognose einer
weiteren Verbesserung bis hin zu einer 80%igen Arbeitsfähigkeit bis Ende 201
6
.
Dies jedoch
unter
dem
Hinweis, dass der Beschwerdeführer Ende 2017 zur Beurteilung der bleibenden Minderung der Arbeitsfähigkeit untersucht werden sollte
und im Rahmen der laufenden Arbeitserprobung mit noch deutlich einge
schränkter Arbeitsfähigkeit sichere Angaben noch nicht möglich seien (vgl.
Urk.
6/39 S.
20).
Vor diesem Hintergrund kann das Gutachten von
Dr.
A._
vorliegend nicht als
ver
lässliche medizinische Grundlage
betrach
tet werden
, zumal
die Beschwerdegegnerin es unterlassen hat, die prognostische Einschätzung des Gutachters – entgegen seiner Empfehlung – durch eine erneute Beurteilung im Jahre 2017 zu überprüfen.
Es bleibt somit zu prüfen, ob
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
auf das vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichte psychiatrische
Gutach
ten von
Dr.
B._
abgestellt werden kann.
4.5
Dr.
B._
verfügt über den entsprechenden Facharzttitel und war somit in seinem Fachgebiet zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers grundsätzlich befähigt. Er berücksichtigte die geklagten Beschwerden (
Urk.
12/1 S. 15 f.) und das Verhalten des Beschwerdeführers und erstellte sein Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
(S. 2 ff.). Auch hat er die heute massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E. 1.5) weitestgehend in seine Beurteilung einbezogen. So hat er sich mit den diagnoserelevanten Befunden und deren Ausprägung auseinandergesetzt (
Urk.
12/1 S. 20 f.). Allerdings erscheinen die durch
Dr.
B._
am 1
8.
April 2018 erhobenen Befunde nicht besonders schwer
zu sein, erschien doch der Beschwerdeführer insbesondere allseits orientiert, leicht
-
bis mittelgradig affektarm, mittelgradig deprimiert, leicht ängstlich, psychomo
torisch leicht unruhig, war seine Auffassung ungestört, die Konzentration leicht bis mittelgradig vermindert, die Merkfähigkeit intakt, das formale Denken nicht verlangsamt und der Antrieb mittelgradig verarmt.
Dr.
B._
setzte sich auch mit dem Behandlungserfolg auseinander, wobei insbesondere die medikamentösen Therapieoptionen seiner Ansicht nach nicht ausgeschöpft seien (S. 34 oben).
Zum Aspekt der Persönlichkeit wies er insbesondere auf die – im Gegensatz zu
Dr.
A._
(vgl.
Urk.
6/39 S. 14) – neu diagnostizierte Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden (selbstunsicheren) Zügen (ICD-10 Z73.1) hin und führte diesbe
züg
lich aus, dass diese für sich allein betrachtet zwar keine krankheitswertige psy
chische Störung darstelle, es sich aber um eine Krankheitsdisposition handle, die in spezifischen Auslösesituationen ein regressives Verhalten und damit die Ent
wicklung einer psychischen Störung begünstige (S. 28). Zu der von
Dr.
A._
abweichenden Beurteilung nahm er nicht Stellung.
Sodann bestehen gemäss Gutachten durchaus persönliche Ressourcen: Der Be
schwe
r
deführer verfüge über Kreativität, ein gutes Vorstellungs- und analytisches Denkvermögen, könne gut zuhören, sei pflichtbewusst, um Genauigkeit bemüht, hilfsbereit, loyal und könne gut kochen (S. 14 unten, S. 37 unten). Er lebe im
Familienverbund zusammen mit seiner Ehefrau und seinem jüngeren Sohn (S. 14).
Von seiner Ehefrau und seinen zwei Söhnen werde er unterstützt (S. 14 unten, S.
37 unten). Es besteht also ein tragfähiges soziales Netz. Gemäss
Dr.
B._
ermöglichten die Ressourcen dem Beschwerdeführer eine Strukturierung des All
tags, ein gewisses Mass an Stabilität in seinen Leistungen und eine vorsichtige Zuversicht für die Zukunft. Die regelmässige berufliche Tätigkeit und die aktive Pflege der Freizeit und Hobbys wirkten sich zusätzlich stabilisierend aus (S.
38 oben). Weshalb und inwiefern diese jedoch nicht ausreichen sollen, um die be
stehenden Defizite weitgehend zu überwinden, erläutert
Dr.
B._
nicht näher.
Hinsichtlich der Konsistenz ist festzuhalten, dass angesichts der geschilderten Freizeitgestaltung – der Beschwerdeführer verbringe die Freizeit üblicherweise mit der Pflege seiner Hobbys, mit der Bonsai-Zucht, dem Bogenschiessen, Joggen, Lesen, Malen und Gartenarbeit, auch verbringe er viel Zeit mit seiner Ehefrau (S.
14) – sowie des Tagesablaufs – er stehe zwischen sieben und acht Uhr auf, frühstücke, lese Zeitung, sei im Garten aktiv, gehe mit der Ehefrau einkaufen, ruhe sich aus, trinke Kaffee, erledige administrative Arbeiten, bereite das Abend
essen zu, schaue fern, gehe etwa um 21.30 Uhr zu Bett, lese eventuell noch etwas – der Beschwerdeführer über ein gutes Aktivitätsniveau zu verfügen und der Gesundheitsschaden die Tagesgestaltung des Beschwerdeführers nicht schwer
wie
gend zu beeinträchtigen scheint. Dies lässt eine gleichmässige Einschränkung
des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen als fraglich erscheinen. Ein Leidensdruck könnte hingegen wohl bejaht werden.
4.6
Nach Gesagtem lässt die Gesamtwürdigung der Indikatoren, insbesondere der beweisrechtlich entscheidende Aspekt der Konsistenz, die durch
Dr.
B._
gezo
gene Schlussfolgerung betreffend die funktionelle Auswirkung der psychischen Beeinträchtigung und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit als zweifelhaft erscheinen. Jedenfalls kann nicht ohne Weiteres auf seine Beurteilung abgestellt werden.
Auf Grund der vorhandenen medizinischen Akten lässt sich die Frage nach der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in behinderungsangepassten Tätig
kei
ten nicht mit hinreichender Bestimmtheit beantworten. Insofern erscheint der Sachverhalt nicht als rechtsgenügend abgeklärt.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
5.2
Vorliegend erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Beur
tei
lung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in zumutbaren behinde
rungs
angepassten Tätigkeiten in psychischer Hinsicht als ungenügend abgeklärt, weshalb die vorhandenen medizinischen Akten zu ergänzen sind. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach weiteren psychischen Abklärungen mit Prüfung der Standardindikatoren – über den Ren
tenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. Dabei wird die Beschwer
degeg
nerin auch die Berichte des Psychiatriezentrums
F._
betreffend die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers im Frühjahr 2018 beizuziehen haben.
Demzufolge ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschä
di
gungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwältin Christina Ammann am 3
1.
Juli 2018 geltend gemachte Aufwand von 16.17 Stunden und
Fr.
171.40 Barauslagen (
Urk.
12/3) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat und die Akten bereits bekannt waren. Namentlich erscheint ein Aufwand von insgesamt 6.17 Stunden für die Beschwerdeschrift als überhöht.
Angesichts der Akten, der etwa achtseitigen Beschwerdeschrift und der vier
seitigen Eingabe vom 3
1.
Juli 2018 sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen erscheint beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- eine Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr.
2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
6.3
Der Beschwerdeführer beantragt die Übernahme der Kosten des Privatgutachtens von
Dr.
B._
, die sich auf
Fr.
6'975.-- belaufen, durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
11 S. 2).
Nach der Rechtsprechung sind unter dem Titel Parteientschädigung auch die Kosten privat eingeholter Gutachten zu vergüten, soweit die Parteiexpertise für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c S. 63; RKUV 2000 Nr.
U 362 S. 44 E. 3b, U 360/98, Nr. U 395 S. 322 E. 7a, U 160/98; Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 591/06 vom 1
5.
Dezember 2006, E. 5.1). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in
Art.
45
Abs.
1 ATSG festgehalten (Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, S. 610).
Das vom Beschwerdeführer eingeholte Gutachten erweist sich nach Gesagtem für die
Entscheidfindung
nicht als unerlässlich, weshalb das Gesuch um Übernahme der Gutachtenskosten abzuweisen ist.