Decision ID: 717c46ee-0525-4a41-9cc5-580bf7da7efb
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm führt gegen A. eine Strafuntersu-
chung wegen des Verdachts des mehrfachen (versuchten) Diebstahls, der
mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs.
1.2.
A. wurde deswegen am 15. Januar 2022 vorläufig festgenommen und auf
Antrag der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm mit Verfügung des Zwangs-
massnahmengerichts des Kantons Aargau vom 18. Januar 2022 einstwei-
len bis am 15. April 2022 in Untersuchungshaft versetzt. Auf Antrag der
Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm verlängerte das Zwangsmassnahmen-
gericht des Kantons Aargau mit Verfügung vom 20. April 2022 die Untersu-
chungshaft bis am 15. Juli 2022.
2.
2.1.
Mit Gesuch vom 11. Juli 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft Zofingen-
Kulm beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau eine weitere
Verlängerung der Untersuchungshaft um die vorläufige Dauer von drei Mo-
naten.
2.2.
In (teilweiser) Gutheissung dieses Gesuchs verlängerte das Zwangsmass-
nahmengericht des Kantons Aargau mit Verfügung vom 20. Juli 2022 die
Untersuchungshaft um zwei Monate bis zum 15. September 2022.
3.
3.1.
Gegen diese ihm am 28. Juli 2022 zugestellte Verfügung erhob A. mit Ein-
gabe vom 8. August 2022 bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des
Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde mit den folgenden Anträ-
gen:
" 1. In Aufhebung des Entscheides des Zwangsmassnahmengerichtes vom 20. Juli 2022 sei auf den Antrag der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 11. Juli 2022 betreffend Haftverlängerung nicht einzutreten.
2. Die vorliegende Strafsache sei zur Behandlung an die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau zu überweisen.
3. Eventuell: Der Beschuldigte sei sofort aus der Untersuchungshaft zu  unter Anordnung von Ersatzmassnahmen.
- 3 -
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
3.2.
Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm ersuchte mit Beschwerdeantwort
vom 10. August 2022 um Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.
3.3.
Am 22. August 2022 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellung-
nahme ein.

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlänge-
rung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der
Beschwerdeinstanz mit Beschwerde anfechten (Art. 222 i.V.m. Art. 393
Abs. 1 lit. c StPO). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist grundsätzlich einzutre-
ten.
2.
Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Gemäss Art. 221
Abs. 1 StPO ist Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend ver-
dächtig ist (Tatverdacht) und ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch
Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht
(Fluchtgefahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt,
um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b),
oder durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer er-
heblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt
hat (Fortsetzungsgefahr; lit. c). Haft ist ferner zulässig, wenn ernsthaft zu
befürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen
auszuführen, wahrmachen (Ausführungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO).
Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der
Untersuchungs- oder der Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Mass-
nahmen an, wenn diese den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Untersu-
chungshaft darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe
(Art. 212 Abs. 3 StPO).
3.
3.1.
Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend, zur Behandlung der
vorliegenden Strafsache sei nicht die Staatsanwaltschaft im ordentlichen
- 4 -
Strafverfahren, sondern die Jugendanwaltschaft im Jugendstrafverfahren
zuständig. Es sei nicht bewiesen, dass der Beschwerdeführer zum Zeit-
punkt der ihm vorgeworfenen Straftaten das Erwachsenenalter erreicht ge-
habt habe. Auf den Haftantrag sei folglich nicht einzutreten und die Sache
sei an die zuständige Jugendanwaltschaft zur weiteren Behandlung zu
überweisen.
3.2.
Das Jugendstrafgesetz (JStG) gilt gemäss seinem Art. 3 Abs. 1 für Perso-
nen, die zwischen dem vollendeten 10. und dem vollendeten 18. Altersjahr
eine mit Strafe bedrohte Tat begangen haben. Die Verfolgung solcher
Straftaten richtet sich nach der Jugendstrafprozessordung (JStPO bzw. de-
ren Art. 1). Die Verfolgung von durch Erwachsene begangenen Straftaten
richtet sich demgegenüber nach der Strafprozessordnung (StPO bzw. de-
ren Art. 1). Für den Fall von Kompetenzkonflikten zwischen den Jugend-
und den Erwachsenenstrafbehörden enthalten die genannten Gesetze
keine explizite Regelung. In analoger Anwendung von Art. 40 Abs. 1 2.
Satzteil StPO ist die Beschwerdeinstanz in Jugendstrafsachen für die Be-
urteilung solcher Konflikte zuständig, wenn - wie im Kanton Aargau - keine
Jugendoberstaatsanwaltschaft oder Jugendgeneralstaatsanwaltschaft be-
steht (vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts BBl 2006
1360; RIEDO, Jugendstrafrecht und Jugendstrafprozessrecht, 2013,
N. 1627).
3.3.
Vorliegend beantragte der Beschwerdeführer bereits mit Eingabe vom
18. Februar 2022 (Beschwerdebeilage 4) die Überweisung der Strafunter-
suchung an die Jugendanwaltschaft. Daraufhin überwies die Staatsanwalt-
schaft Zofingen-Kulm die Strafakten mit Schreiben vom 29. März 2022 an
die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau. Mit Verfügung vom 5. April
2022 (Beschwerdeantwortbeilage 1) entschied die Jugendanwaltschaft,
das Verfahren nicht zu übernehmen.
3.4.
Der Beschwerdeführer hat mit der erwähnten Eingabe seinen Antrag auf
Überweisung des Strafverfahrens an die Jugendanwaltschaft in formeller
Hinsicht korrekt bei der fallführenden Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm
gestellt (Art. 41 Abs. 1 StPO analog). Nachdem die Jugendanwaltschaft mit
der erwähnten Verfügung darüber entschieden hat, wäre dem Beschwer-
deführer dagegen die Beschwerde an die Beschwerdekammer in Jugend-
strafsachen des Obergerichts offengestanden. Hingegen war die Frage der
sachlichen Zuständigkeit nicht Gegenstand des angefochtenen Haftverlän-
gerungsentscheids. Vielmehr bleibt es nach analoger Anwendung von
Art. 42 Abs. 1 StPO bei den Zuständigkeiten nach dem Erwachsenenstraf-
verfahren, solange die Jugendanwaltschaft das Verfahren weder übernom-
- 5 -
men hat, noch dazu von der Beschwerdeinstanz in Jugendstrafsachen an-
gewiesen worden ist. Somit ist das Zwangsmassnahmengericht des Kan-
tons Aargau zu Recht auf den Haftverlängerungsantrag eingetreten und hat
darüber entschieden. Demgegenüber ist auf den Beschwerdeantrag Ziff. 2
betreffend Überweisung des Verfahrens an die Jugendanwaltschaft nicht
einzutreten.
4.
Die Annahme eines dringenden Tatverdachts rügt der Beschwerdeführer
mit der Beschwerde nicht. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons
Aargau hat diesbezüglich in E. 4.4.3. der angefochtenen Verfügung auf
seine früheren Verfügungen vom 18. Januar 2022 (HA.2022.15, E. 6.2.3)
und 20. April 2022 (HA.2022.177, E. 4.4.3.) verwiesen. Auch im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren kann darauf verwiesen werden.
5.
5.1.
Zum Haftgrund der Fluchtgefahr bringt der Beschwerdeführer vor, eine sol-
che bestehe nicht, da er in der Schweiz einen Asylantrag gestellt habe und
dieses Verfahren unbedingt absolvieren wolle (Beschwerde N. 4, 3. Ab-
satz).
5.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau hat diesbezüglich in
E. 4.5.3. der angefochtenen Verfügung wiederum auf seine Verfügungen
vom 18. Januar 2022 (E. 6.3.4.) und vom 20. April 2022 (E. 4.5.3.) verwie-
sen.
In ersterer Verfügung führte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons
Aargau aus, der Beschwerdeführer komme aus Q. Er gebe in der Einver-
nahme vom 16. Januar 2022 "Eröffnung Festnahme" an, dass er nicht
wisse, weshalb und wie lange er bereits in der Schweiz sei. Er habe keine
Freunde und keine Familie in der Schweiz. Der Beschwerdeführer habe
demnach keinen Bezug sowie keine soziale Bindung zur Schweiz. Er gebe
zwar an, Asyl beantragen zu wollen und frage, wohin er denn gehen solle.
Es werde jedoch bezweifelt, dass dies den Beschwerdeführer – aufgrund
der ihm potentiell drohenden straf- und ausländerrechtlichen Konsequen-
zen – von einem Untertauchen abhalten würde.
In letzterer Verfügung wurde ergänzend dazu ausgeführt, der Beschwerde-
führer habe in der Einvernahme vom 31. März 2022, Frage 151, ausgeführt,
dass er lediglich drei Tage habe in der Schweiz bleiben wollen. Der Be-
schwerdeführer habe nach wie vor keinen nachweislichen Bezug zur
Schweiz. Er habe zudem bei den Fragen 129 ff. ausgeführt, dass er an-
lässlich der Anhaltung aufgrund des bestehenden Landesverweises und
- 6 -
weil er Angst gehabt habe, vor der Polizei geflüchtet sei. Vorliegend droh-
ten ihm erneut ausländerrechtliche Konsequenzen.
Auf diese Erwägungen kann verwiesen werden. Der Beschwerdeführer ver-
fügt weder in beruflicher noch in privater Hinsicht über einen erkennbaren
Bezug zur Schweiz. Daran ändert seine, vor der Festnahme jedenfalls noch
nicht umgesetzte, angebliche Absicht nichts, in der Schweiz einen Asylan-
trag zu stellen. Die Fluchtgefahr ist daher und angesichts der drohenden
Strafe als hoch einzustufen.
6.
Der Beschwerdeführer macht geltend, der Fluchtgefahr könne mit Ersatz-
massnahmen wie Aufenthaltspflicht im Asylheim, regelmässige Meldung
bei zuständigen Stellen und Ähnlichem begegnet werden (Beschwerde
N. 4 a.E.).
Derartige Ersatzmassnahmen können zwar einer gewissen (niederschwel-
ligen) Fluchtneigung der beschuldigten Person vorbeugen, sind aber bei
ausgeprägter Fluchtgefahr unzureichend (Urteile des Bundesgerichts
1B_181/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2.2 und 1B_103/2018 vom 20. März
2018 E. 2.4). Vorliegend ist aufgrund der ausgeprägten Fluchtgefahr zu be-
fürchten, dass solche Ersatzmassnahmen den Beschwerdeführer an der
Flucht resp. am Untertauchen nicht hindern würden. Ausreichend wirksame
Ersatzmassnahmen sind keine ersichtlich.
7.
7.1.
Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, die Staatsanwaltschaft Zofingen-
Kulm habe in den letzten drei Monaten keine einzige weitere Untersu-
chungshandlung vorgenommen. Auch das Zwangsmassnahmengericht
des Kantons Aargau habe festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot
verletzt worden sei und es habe demzufolge die Untersuchungshaft nur für
zwei weitere Monate bewilligt. Sämtliche Untersuchungshandlungen seien
abgeschlossen. Weitere Erkenntnisse hätten infolge Auswertung der elekt-
ronischen Medien keine erzielt werden können, ebenso hätten sich keine
Hinweise auf weitere Delikte ergeben (Beschwerde N. 4, erster und zweiter
Absatz).
7.2.
Nach der Rechtsprechung ist die Rüge, das Strafverfahren werde nicht mit
der gebotenen Beschleunigung geführt, im Haftprüfungsverfahren nur so-
weit zu beurteilen, als die Verfahrensverzögerung geeignet ist, die Recht-
mässigkeit der Untersuchungshaft in Frage zu stellen und zu einer Haftent-
lassung zu führen. Dies ist nur der Fall, wenn sie besonders schwer wiegt
und zudem die Strafverfolgungsbehörden, z.B. durch eine schleppende An-
- 7 -
setzung der Termine für die anstehenden Untersuchungshandlungen, er-
kennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Ver-
fahren nunmehr mit der für Haftfälle gebotenen Beschleunigung voranzu-
treiben und zum Abschluss zu bringen (Urteil des Bundesgerichts
1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 6.3. mit Hinweisen).
7.3.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers hat das Zwangs-
massnahmengericht des Kantons Aargau im angefochtenen Entscheid
keine Verletzung des Beschleunigungsgebots festgestellt, sondern mit
Blick auf die zwischen den Strafverfolgungsbehörden noch umstrittene ört-
liche Zuständigkeit unter Hinweis auf das Beschleunigungsgebot festgehal-
ten, diese Frage sei schnellstmöglich zu klären und die anschliessenden
Ermittlungshandlungen zu planen (E. 5.4.1. der angefochtenen Verfügung).
7.4.
Mit der Beschwerdeantwort (S. 2) führt die Staatsanwaltschaft Zofingen-
Kulm aus, sie gehe von der Zuständigkeit der Zürcher Strafverfolgungsbe-
hörden aus. Die entsprechende Gerichtsstandsanfrage vom 26. Juli 2022
(Beschwerdeantwortbeilage 2) sei jedoch mit Verfügung vom 5. August
2022 (Beschwerdeantwortbeilage 3) abgelehnt worden. Die Oberstaatsan-
waltschaft sei nun angehalten, mittels Übernahmeersuchen an die Basler
und solothurnischen Strafverfolgungsbehörden zu gelangen, bevor die Ge-
richtsstandsangelegenheit am Bundesstrafgericht anhängig gemacht wer-
den könne. Der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm seien somit aufgrund
Unzuständigkeit die Hände für weitere Ermittlungshandlungen gebunden.
7.5.
Eine besonders schwerwiegende Verletzung des Beschleunigungsgebots,
welche eine Haftentlassung erheischen würde, liegt nicht vor. Die Staats-
anwaltschaft Zofingen-Kulm ist derzeit in Zusammenarbeit mit der Ober-
staatsanwaltschaft damit beschäftigt, die örtliche Zuständigkeit zu klären.
Dies hat beförderlich zu geschehen, weshalb die Vorinstanz die Haft anstatt
der beantragten drei nur um zwei Monate verlängert hat. Die Oberstaats-
anwaltschaft des Kantons Aargau hat mit der (inzwischen bereits abgelehn-
ten) Gerichtsstandsanfrage an ihr Pendant im Kanton Zürich seither bereits
einen weiteren Schritt unternommen und wird die darauffolgenden Schritte
ebenfalls rasch vornehmen müssen.
Bis zur verbindlichen Bestimmung des Gerichtsstands trifft die zuerst mit
der Sache befasste Behörde die unaufschiebbaren Massnahmen (Art. 42
Abs. 1 StPO). Dabei geht es primär um die Anordnung von Zwangsmass-
nahmen zur vorläufigen Sicherung des Verfahrens, allenfalls auch um die
Sicherstellung der notwendigen Verteidigung (SCHLEGEL, in: Kommentar
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 1 zu Art. 42
StPO). Insbesondere der Abschluss der Strafuntersuchung nach Art. 318
- 8 -
StPO (welche nach der Annahme des Beschwerdeführers ansteht) gehört
nicht zu den unaufschiebbaren Massnahmen nach Art. 42 StPO. Es sind
somit neben der beförderlichen Klärung der Zuständigkeitsfrage derzeit
keine Untersuchungsmassnahmen ersichtlich, welche die Staatsanwalt-
schaft Zofingen-Kulm umgehend vornehmen müsste oder bereits hätte vor-
nehmen müssen, deren Unterbleiben darauf schliessen liesse, dass sie
nicht gewillt oder nicht in der Lage wäre, das Verfahren mit der gebotenen
Beschleunigung voranzutreiben. Selbstverständlich wird die Staatsanwalt-
schaft, deren Zuständigkeit sich aus den laufenden Abklärungen ergibt, das
Verfahren in der Folge so rasch als möglich zum Abschluss bringen müs-
sen.
8.
Am Vorliegen der Haftvoraussetzungen ändert nichts, dass der Beschwer-
deführer gemäss den Ausführungen in der Beschwerde in Haft aufgrund
seiner mangelnden Sprachkenntnisse (er spreche nur arabisch) mit nie-
mandem kommunizieren könne und auch des Lesens nicht mächtig sei,
weshalb die Untersuchungshaft für ihn Isolationshaft bedeute (Beschwerde
N. 3 a.E.). Zwar wird in der Beschwerde weiter ausgeführt, der Beschwer-
deführer mache einen verzweifelten Eindruck und sei aufgrund der für ihn
bestehenden Isolation an Geist und Körper gefährdet (Beschwerde N. 5).
Konkrete Hinweise für eine fehlende Hafterstehungsfähigkeit im Sinne von
Art. 234 Abs. 2 StPO fehlen aber.
9.
9.1.
Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist. Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
9.2.
Die dem amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers für das vorliegende
Beschwerdeverfahren auszurichtende Entschädigung ist am Ende des
Strafverfahrens von der zuständigen Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2
StPO).