Decision ID: 49f7effe-de2c-4ffe-8d28-c5d1d5bc9979
Year: 2022
Language: de
Court: GR_KG
Chamber: GR_KG_006
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Am 7. September 2017 reichte A._ beim Regionalgericht Viamala die Scheidungsklage gegen C._ ein. Die Prozessleitung in diesem Verfahren übernahm lic. iur. B._ des Regionalgerichts Viamala.
B. Mit Eingabe vom 19. Juni 2019 teilte das Konkursamt Uster dem Regionalgericht Viamala mit, das Bezirksgericht Uster habe über A._ mit Wirkung per 27. Juli 2016 den Konkurs eröffnet und das Konkursamt Uster mit der Durchführung des Konkurses beauftragt. Es beantragte die Einstellung des Scheidungsverfahrens bezüglich der vermögensrechtlichen Nebenfolgen (Art. 207 Abs. 1 SchKG). Dieser Antrag, wie auch der am 17. Juli 2019 von C._ gestellte Antrag, das Güterrecht und den Vorsorgeausgleich ad separatum zu verweisen, wurden mit prozessleitender Verfügung vom 31. Oktober 2019 abgewiesen.
C. Mit Eingabe vom 29. Juni 2020 stellte C._ den Antrag, im Scheidungspunkt sei ein Teilurteil zu erlassen und die Ehe der Parteien sei sofort zu scheiden. A._ schloss am 17. August 2020 auf Abweisung dieses Begehrens, eventualiter sei bei Erlass eines Teilurteils auch die Aufteilung der Pensionskassenguthaben vorzunehmen. Mit prozessleitender Verfügung vom 16. November 2020 hiess die Vizepräsidentin des Regionalgerichts Viamala den prozessualen Antrag um Fällung eines Teilurteils im Scheidungspunkt gut, wies den Eventualantrag von A._ ab und ordnete an, ohne gegenteiligen Antrag einer Partei werde das Kollegialgericht ohne Parteivortritt aufgrund der Ausführungen in den bisherigen Rechtsschriften und der Akten über den Scheidungspunkt befinden.
D. Mit Eingabe vom 26. November 2020 an das Regionalgericht Viamala beantragte A._, B._, habe bei der weiteren Behandlung der Ehescheidung in den Ausstand zu treten.
E. B._ hielt das Ausstandsbegehren in ihrer Stellungnahme vom 2. Dezember 2020 für unbegründet. Mit Stellungnahme vom 4. Dezember 2020 schloss C._ ebenfalls auf Abweisung des Ausstandsbegehrens, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten von A._.
F. Das Regionalgericht Viamala hat unter Ausschluss der vom Ausstandsbegehren betroffenen B._ mit Beschluss vom 13. Januar 2021 über den Ausstand entschieden und das Ausstandsbegehren abgewiesen. Die
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Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'800.00 wurden A._ auferlegt und C._ wurde eine Parteientschädigung von CHF 1'000.00 zugesprochen.
G. Gegen diesen Beschluss des Regionalgerichts Viamala vom 13. Januar 2021 erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg, am 21. Januar 2021 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde, wobei er folgende Rechtsbegehren stellen liess:
1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.
B._, Rechtsanwältin und Notarin, habe bei der Behandlung der Ehescheidungsangelegenheit A1._ in den Ausstand zu treten.
2. Die Kosten des Regionalgerichts Viamala über CHF 1'800.00 seien Frau C._ aufzuerlegen; allenfalls seien diese auf die Gerichtskasse des Regionalgerichtes Viamala zu nehmen.
3. Frau C._ habe A._ für das Verfahren vor Regionalgericht Viamala eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 1'000.00 zu entrichten; allenfalls sei diese ausseramtliche Entschädigung aus der Kasse des Regionalgerichtes Viamala zu bezahlen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei, allenfalls des Regionalgerichtes Viamala.
H. Am 22. Januar 2021 wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung der Vorsitzenden aufgefordert, dem Kantonsgericht von Graubünden bis zum 5. Februar 2021 einen Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 zu bezahlen. Dieser Aufforderung ist der Beschwerdeführer fristgerecht nachgekommen.
I. Mit Eingabe vom 27. Januar 2021 teilte die Vizepräsidentin des Regionalgerichts Viamala (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) dem Kantonsgericht mit, dass sie im vorliegenden Verfahren auf eine Beschwerdeantwort verzichte.
J. Mit Stellungnahme vom 1. Februar 2021 beantragte C._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers.
K. Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen Beschluss wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1. Gegen Entscheide betreffend Ausstand kann nach Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO i.V.m. Art. 50 Abs. 2 ZPO Beschwerde geführt werden. Auf die frist- und
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formgerecht erhobene Beschwerde vom 21. Januar 2021 gegen den am 13. Januar 2021 gefällten und gleichentags mitgeteilten Beschluss des Regionalgerichts Viamala ist einzutreten.
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Beschluss des Regionalgerichts Viamala vom 13. Januar 2021, mit welchem das Ausstandsgesuch gegen die Beschwerdegegnerin 1 abgewiesen wurde. Der Beschwerdeführer rügte vor der Vor-instanz eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts. Mehrere Ausführungen in der prozessleitenden Verfügung vom 16. November 2020 seien falsch bzw. tatsachenwidrig. In der Beschwerde begnügt er sich im Wesentlichen damit, geltend zu machen, dass die Beschwerdegegnerin 1 das Urteil in der Sache mittels prozessleitender Verfügung vorweggenommen habe. Nicht tatsachenwidrige Feststellungen oder Rechtsanwendungsfehler müssten zum Ausstand führen, sondern allein der Umstand, dass sie das Urteil bereits gefällt habe, indem sie sämtliche Voraussetzungen für ein Teilurteil im Scheidungspunkt als erfüllt betrachtet habe. Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist indessen nicht eine allfällige Fehlerhaftigkeit der Verfügung zu prüfen, sondern ob die vorgenommenen Erwägungen in der prozessleitenden Verfügung einen Ausstand zu begründen vermögen, indem sie bei objektiver Betrachtung einen Anschein der Voreingenommenheit erwecken.
3.1. Der Beschwerdeführer begründet den Ausstand der Beschwerdegegnerin 1 in seiner Eingabe vom 21. Januar 2021 wie angetönt damit, dass diese mit prozessleitender Verfügung vom 16. November 2020 das Urteil bereits vorweggenommen habe, indem sie auf beinahe vier Seiten ausgeführt habe, dass die Interessen der Beschwerdegegnerin 2 ausreichten, um einen Anspruch auf Fällung eines Teilurteils über den Scheidungspunkt zu begründen. Ob die Voraussetzungen für ein Scheidungsurteil ohne Regelung der Nebenfolgen erfüllt seien oder nicht, habe das Gericht zu entscheiden, und nicht die Beschwerdegegnerin 1 in einer zuvor ergangenen Verfügung. Es gelte zu verhindern, dass die Erwägungen der Beschwerdegegnerin 1 in der prozessleitenden Verfügung als Tatsachenfeststellungen im Hauptverfahren übernommen würden. Dabei stützt der Beschwerdeführer sein Ausstandsbegehren auf die Generalklausel von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO, welche im angefochtenen Entscheid zu Unrecht als nicht erfüllt betrachtet worden sei (act. A.1).
3.1.1. Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 47 ZPO schützen den Anspruch der Verfahrensparteien auf einen unbefangenen, unvoreingenommenen und unparteiischen Richter. Es soll garantiert werden, dass keine sachfremden
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Umstände, die ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zugunsten oder zulasten einer Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. Ein Ausstandsgrund ist generell dann anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung der Befangenheit kann allerdings nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen in den Richter muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. So ist generell zu fordern, dass das Verfahren in Bezug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu entscheidenden Rechtsfragen als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Hierfür mag darauf abgestellt werden, unter welchen tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umständen sich der Richter im früheren Zeitpunkt mit der Sache befasste bzw. sich später zu befassen hat (vgl. BGE 114 Ia 50 E. 3.d; KGer GR ZK1 2018 17 v. 15.10.2018 E. 5.3).
3.1.2. Art. 47 Abs. 1 lit. a bis e ZPO benennt in abschliessender Aufzählung die zwingenden Ausstandsgründe, welche von Amtes wegen zu berücksichtigen sind. Art. 47 Abs. 1 lit. f ist demgegenüber als Auffangtatbestand formuliert. Gemäss diesem liegt ein Ausstandsgrund vor, wenn die Gerichtsperson aus anderen Gründen befangen sein könnte. Unter diese Bestimmung kann beispielsweise auch das richterliche Verhalten im Prozess fallen (vgl. KGer GR ZK1 2018 17 v. 15.10.2018 E. 5.1). Äusserungen einer Gerichtsperson zum Verhalten der Partei lassen dann den Anschein der Befangenheit vermuten, wenn sich darin eine Haltung offenbart, welche die sachliche und unbefangene Beurteilung objektiv in Frage stellt. Heikel sind namentlich Äusserungen im Vorfeld oder während des Verfahrens, die vermuten lassen, die Gerichtsperson habe sich schon eine Meinung über den Ausgang des Verfahrens gebildet. Demgegenüber sind richterliche Verfahrens- oder Einschätzungsfehler für sich allein genommen nicht Ausdruck von Voreingenommenheit, ebenso wenig inhaltlich falsche Entscheide oder Fehler in der Verfahrensführung (vgl. Regina Kiener, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2021, N 19 zu Art. 47 ZPO).
3.1.3. Während es genügen muss, die vom Gericht direkt abklärbare Vorbefassung oder persönliche Beziehung gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. b bis e ZPO zu behaupten, müssen das persönliche Interesse an der Sache gemäss lit. a oder die anderen Gründe gemäss lit. f und die daraus fliessende Neutralität substantiiert und soweit möglich belegt werden (Stephan Wullschleger, in: Sutter-
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Somm/Ha-senböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 zu Art. 49 ZPO; KGer GR ZK1 2018 17 v. 15.10.2018 E. 4.1).
3.2.1. Der Beschwerdeführer moniert im Wesentlichen, die Beschwerdegegnerin 1 habe in der prozessleitenden Verfügung vom 16. November 2020 längere inhaltliche Ausführungen gemacht, anstatt sich darauf zu beschränken, den weiteren Fortgang des Verfahrens zu regeln. Den Hintergrund des Ausstandsbegehrens bildet somit die prozessleitende Verfügung vom 16. November 2020. Diese äussert sich zu den Voraussetzungen für den Erlass eines Teilurteils gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (siehe BGE 144 III 298 E. 6.3.3) in sehr ausführlicher Weise. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein Teilentscheid im Scheidungspunkt nicht ausgeschlossen, wenn die Ehegatten einem solchen zustimmen oder das Interesse des einen Ehegatten an einem Teilurteil das Interesse des anderen an einem gleichzeitigen Entscheid über Scheidung und Scheidungsfolgen überwiegt. Widersetzt sich ein Ehegatte der Ausfällung eines Teilentscheids im Scheidungspunkt, ist somit eine Interessenabwägung vorzunehmen. In diesem Rahmen sind die Liquidität des Scheidungsgrunds, die Dauer des Scheidungsverfahrens, das Recht auf Ehe in der Ausprägung des Rechts auf Wiederverheiratung und weitere relevante Umstände wie das Erbrecht, das Alter der Parteien oder Kinder aus einer neuen Beziehung zu berücksichtigen (BGer 5A_426/2018 v. 15.11.2018 E. 2.3; KGer GR ZK1 2020 49 v. 17.6.2021 E. 3 m.w.H.).
3.2.2. Bei prozessleitenden Verfügungen handelt es sich um alle Anordnungen, welche im Verlaufe eines Verfahrens für dessen ordnungsgemässe Abwicklung und für die Vorbereitung des Urteils notwendig sind, ohne sich über die Zulässigkeit und Begründetheit der Klage auszusprechen (Julia Gschwend, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 1 zu Art. 124; vgl. auch BGer 5A_964/2014 v. 2.4.2015 E. 2.1). Der Beschwerdeführer macht vorliegend aber gerade geltend, dass die Beschwerdegegnerin 1 mit prozessleitender Verfügung vom 16. November 2020 den Entscheid vorweggenommen und sich dabei über die Zulässigkeit und Begründetheit des Antrags auf einen Teilentscheid geäussert habe.
3.2.3. Die Beschwerdegegnerin 1 setzte sich in der prozessleitenden Verfügung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers und der Beschwerdegegnerin 2 auseinander und stellte, um zu prüfen, ob der prozessuale Antrag auf einen Teilentscheid begründet ist, die Interessenlage dar. So ist in der prozessleitenden
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Verfügung unter Ziff. 2.2 c/bb eine Prognose über die Verfahrensdauer angestellt worden, unter Ziff. 2.2 c/dd ist das Recht auf Wiederverheiratung thematisiert und nach Würdigung der Parteivorbringen angenommen worden, dass sich immerhin ein Indiz für den Wiederverheiratungswillen der Beschwerdegegnerin 2 ergebe, und unter Ziff. 2.2 c/ee sind die erbrechtlichen Argumentationen der Beschwerdegegnerin 2 als werthaltig eingestuft worden. Es hat somit eine gewisse Interessenprüfung gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung stattgefunden (vgl. vorstehend E. 3.2.1), um im Ergebnis festhalten zu können, dass die Interessen der Beschwerdegegnerin 2 ausreichen würden, einen Anspruch auf Fällung eines Teilurteils im Scheidungspunkt zu begründen. Eine prima facie Beurteilung musste insofern vorgenommen werden, um den weiteren Verfahrensfortgang festlegen zu können. Dass sich eine entsprechende vorfrageweise Prüfung mit den materiellen Kriterien auseinanderzusetzen hat, ist ihr inhärent. Daraus bereits zu schliessen, die Beschwerdegegnerin 1 habe sich im Vorfeld eine abschliessende Meinung zum Ausgang des Verfahrens gebildet, wie der Beschwerdeführer vorbringt, greift zu weit. Zwar gilt es dem Beschwerdeführer beizupflichten, wenn er rügt, dass diese mehrseitige Beurteilung vergleichsweise lang ausgefallen ist. Es ist nicht abzustreiten, dass die Beschwerdegegnerin 1 eine sehr umfangreiche prima facie Beurteilung vorgenommen hat, und es fragt sich, ob eine so umfassende Prüfung der Begründetheit des prozessualen Antrags der Beschwerdegegnerin 2 unabdingbar war. Die Beschwerdegegnerin 1 hat in der prozessleitenden Verfügung indessen vornehmlich die Standpunkte und Argumentation der Parteien zu den für die Interessenabwägung massgebenden Kriterien wiedergegeben und den Interessen der Beschwerdegegnerin 2 dabei eine gewisse Glaubwürdigkeit beigemessen. Die umfassende und möglicherweise auch abweichende Würdigung durch das Kollegialgericht bleibt vorbehalten. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin 1 den Entscheid des Kollegialgerichts insofern nicht vorweggenommen, wie auch die Beschwerdegegnerin 2 zu recht in ihrer Stellungnahme festhält (act. A.3, S. 4). Die prozessleitende Verfügung vom 16. November 2020 vermag unter diesen Umständen nicht den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen; auf das subjektive Empfinden einer Partei – hier des Beschwerdeführers – kann nicht abgestellt werden.
3.2.4. Diese in der prozessleitenden Verfügung vorläufig getroffene Einschätzung und Gutheissung des prozessualen Antrags um Erlass eines Teilentscheids vermag daher keinen Ausstandsgrund im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO zu begründen, zumal auch die Mitwirkung bei der Anordnung vorsorglicher
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Massnahmen oder Eheschutzverfahren gestützt auf Art. 47 Abs. 2 lit. d und e ZPO dies nicht tut. Das Gesetz zählt in Abs. 2 von Art. 47 ZPO nicht abschliessend fünf Gründe auf, die für sich allein keinen Ausstandsgrund darstellen. Zusätzlich müssen besondere Umstände vorliegen; die vormalige Befassung allein genügt nicht (Marc Weber, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 51 zu Art. 47 ZPO). Insbesondere ist in der Anordnung vorsorglicher Massnahmen (lit. d) kein Ausstandsgrund anzunehmen. Die Offenheit des Verfahrens wird nicht beeinträchtigt, wenn eine Hauptsachenprognose gestellt werden musste, weil diese prozessualen Anordnungen ein anderes Ziel verfolgen als der Entscheid in der Hauptsache (BGE 131 I 113 E. 3.7). Ebenso verhält es sich mit dem Eheschutzverfahren. Die Mitwirkung einer Gerichtsperson beim Eheschutzverfahren ist nach lit. e für sich allein kein Ausstandsgrund. Eine Richterin darf also vorerst als Eheschutzrichterin amten und später über die Scheidung derselben Parteien befinden (BGE 114 Ia 50 E. 3d m.w.H.). Die vorliegend in der Funktion als Instruktionsrichterin vorgenommene Gutheissung eines prozessualen Antrags mit der Begründung, dass hinreichende Interessen für die Fällung eines Teilurteils sprechen, kann ebenfalls nicht den weiteren Ausschluss aus dem Verfahren bewirken. Nach dem Gesagten ist sowohl gestützt auf Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO als auch unter Berücksichtigung der nicht abschliessenden Gründe in Art. 47 Abs. 2 ZPO kein Ausstandsgrund anzunehmen.
4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bei objektiver Betrachtungsweise keine Gegebenheiten vorliegen, die im konkreten Fall einen Ausstandsgrund der Beschwerdegegnerin 1 im betreffenden Scheidungsverfahren zu begründen vermögen. Die Vorinstanz hat das Ausstandsgesuch somit zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 106 Abs. 1 ZPO zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers. Die Gerichtskosten werden auf CHF 2'000.00 festgesetzt (vgl. Art. 9 VGZ [BR 320.210]). Zudem hat der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin 2 für die Kosten der anwaltlichen Vertretung zu entschädigen. Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos machte in seiner Honorarnote vom 1. Februar 2021 (act. G.3) für das Beschwerdeverfahren ein Honorar von insgesamt CHF 898.55 geltend, basierend auf einem Aufwand von 3 Stunden à CHF 270.00 zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer. Dieser Ansatz
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bewegt sich in der gemäss kantonaler Honorarverordnung zulässigen Bandbreite (Art. 3 Abs. 1 HV [BR 310.250]) und entspricht der vor Vorinstanz eingereichten Honorarvereinbarung. In Anbetracht der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung der eingereichten Stellungnahme erscheint der geltend gemachte Aufwand zudem als angemessen, womit sich ein entsprechender Entschädigungsanspruch von CHF 898.55 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ergibt.
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Considerations: