Decision ID: 5ac0c966-17a6-466e-b30a-5f8dfa00adfd
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Abänderung Scheidungsurteil (Unterhalt)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 27. März 2014 (FP120049-K)
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Rechtsbegehren:
"1. Es sei das Scheidungsurteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Winterthur vom 7. Mai 2012 Dispo. Ziff. 6.1 lit. a und b  und durch folgende Fassung zu ersetz(t)en: 'Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten persönlich  im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar  im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats: a) ab 1.08.2012 bis und mit Mai 2017 einen monatlich reduzier-
ten angemessenen Unterhaltsbeitrag von CHF 335.00. b) ab 1. Juni 2017 bis und mit Mai 2023 einen monatlich redu-
zierten angemessenen Unterhaltsbeitrag von CHF 135.00.' 2. Es sei das Scheidungsurteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht
Winterthur in Dispo-Ziff. 6.1 aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen: Die Unterhaltsbeiträge basieren auf folgenden Zahlen:
Einkommen des Klägers Fr. 6'557.00 durchschnittliches monatliches Krankentaggeld Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklag-
ten."
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Winterthur vom 27. März 2014:
1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.—.
3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt, zufolge Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Nachzahlungspflicht des Klägers gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehal-
ten.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von
Fr. 9'000.— (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Es wird
festgestellt, dass diese Entschädigung beim Kläger zur Zeit nicht einbringlich
ist, weshalb sie der Rechtsvertreterin der Beklagten (nach Eintritt der
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Rechtskraft) aus der Gerichtskasse ausbezahlt wird. Der Anspruch auf Par-
teientschädigung geht mit der Zahlung auf den Kanton über.
5. Rechtsanwalt Dr. iur. X._ wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand des
Klägers mit Fr. 9'000.— (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse entschädigt. Die Nachzahlungspflicht des Klägers gemäss
Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
(6./7. Mitteilungen, Rechtsmittel)
Berufungsanträge des Klägers: (Urk. 65 S. 2)
"1. Das Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Winterthur vom 27. März 2014 sei aufzuheben.
2. Es sei das Scheidungsurteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Winterthur
vom 07. Mai 2012 Dispositiv Ziffer 6/1 lit. a und b aufzuheben und durch  Fassung zu ersetzen:
'Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten persönlich Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus  auf den Ersten eines jeden Monats: a) ab 01. September 2013 bis und mit Mai 2017 einen monatlich reduzier-
ten Unterhaltsbeitrag von CHF 347.– b) ab 01. Juni 2017 bis und mit Mai 2023 einen monatlich reduzierten Un-
terhaltsbeitrag von CHF 135.–.'
3. Eventualiter sei der persönliche Unterhaltsbeitrag im Umfang von CHF 1'253.– zu sistieren.
4. Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche
Prozessführung und in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bewilligen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
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Considerations:
Erwägungen:
I.
Die Parteien sind mit Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Winterthur
vom 7. Mai 2012 geschieden worden. Der Kläger hatte sich in einer – vom Gericht
genehmigten – Scheidungsvereinbarung u.a. verpflichtet, an den nachehelichen
Unterhalt der Beklagten bis und mit Mai 2017 monatlich Fr. 1'600.– und danach
bis und mit Mai 2023 Fr. 1'000.– zu bezahlen. Zudem verpflichtete das Gericht
den Kläger zu den vereinbarten Unterhaltszahlungen für die beiden Kinder der
Parteien. Mit Klage vom 31. Juli 2012, also knapp drei Monate nach Erlass des
Scheidungsurteils, rief der Kläger die Vorinstanz an und beantragte eine ange-
messene Reduktion der persönlichen Unterhaltsbeiträge. Die Vorinstanz wies die
Klage ab. Sie anerkannte zwar, dass sich das Einkommen des Klägers seit dem
Scheidungsurteil um rund 16 % reduziert habe, dass aber auch sein Bedarf auf-
grund des eheähnlichen und daher qualifizierten Konkubinats mit C._ zu-
rückgegangen sei. Insgesamt habe sich seine Leistungsfähigkeit um 4,4 % ver-
mindert, was nicht erheblich im Sinne von Art. 129 Abs. 1 ZGB sei. Im Berufungs-
verfahren hält der Kläger daran fest, dass er nicht in einem gefestigten Konkubi-
nat lebe und sich daher sein Bedarf nicht reduziert habe. Dies wird nachfolgend
zu prüfen sein (Erw. III).
II.
1. Der Kläger hat seine Klage mit Eingabe vom 31. Juli 2012 am 6. August
2012 bei der Vorinstanz anhängig gemacht (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf
vor Vorinstanz kann deren Urteil entnommen werden (Urk. 66 S. 2 ff.). Gegen das
erstinstanzliche Urteil vom 27. März 2014 hat der Kläger mit Eingabe vom 22. Mai
2014 rechtzeitig Berufung eingelegt (Urk. 65). Da sich diese als offensichtlich un-
begründet erweist, wurde keine Berufungsantwort eingeholt (Art. 312 Abs. 1
ZPO).
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In Dispositivziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils wurde dem klägerischen
Rechtsbeistand eine Entschädigung von Fr. 9'000.– aus der Gerichtskasse zuge-
sprochen. Diese Anordnung war Gegenstand eines separaten Beschwerdeverfah-
rens am Obergericht (Geschäfts-Nr. PC140017).
2. In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig
aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine
tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler,
in: ZPO-Komm. Sutter-Somm et al., Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mit-
tels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz
zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen
und Einreden erhoben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die
Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen,
was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift
weder eine pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten
Rechtsschriften noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage ent-
halten darf, welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht wor-
den ist. Pauschale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingebrachten
Rechtsschriften sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit
den Ausführungen des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. Stützt sich der
angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der
Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinanderset-
zen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier
muss sich der Berufungskläger mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Ivo
W. Hungerbühler, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 36 ff.). Zwar prüft die Berufungs-
instanz nicht nur die geltend gemachten Rügen (Rügeprinzip). Der Berufungsklä-
ger hat sich aber mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinan-
derzusetzen; das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht von sich aus
auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkürlich
festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden
(Reetz/Theiler, a.a.O.). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist die
Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder an
die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch mit abwei-
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chenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O.,
Art. 310 N 6).
III.
1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen, unter denen eine nacheheliche
Rente gestützt auf Art. 129 Abs. 1 ZGB abgeändert werden kann, zutreffend dar-
gestellt (Urk. 66 S. 12 ff.); darauf kann verwiesen werden.
2. Die Vorinstanz erwog, es sei Sache der Beklagten, den Nachweis zu er-
bringen, dass der Kläger mit C._ in einem eheähnlichen Verhältnis zusam-
menlebe und so erheblich Kosten (Grundbetrag, Wohnkosten etc.) sparen könne
(Urk. 66 S. 18). Vorauszuschicken ist, dass der Kläger mit C._ einen ge-
meinsamen Sohn hat, D._, geboren am tt.mm.2008 (vgl. Urk. 10/10/17). Die
Vorinstanz führte ein Beweisverfahren zur behaupteten eheähnlichen Beziehung
des Klägers zu C._ durch (Prot. I S. 11 f.).
Aus den Zeugenaussagen von C._ entnahm die Vorinstanz, dass sie
und der Kläger wieder ein Paar seien. Gemeinsam hätten sie die elterliche Sorge
über D._; die Obhut habe formell der Kläger. An der Betreuung des Sohnes
beteilige sich C._ gemäss eigenen Angaben "viel". Sie habe die Betreuung
als "ziemlich regelmässig" bezeichnet, insbesondere bringe sie D._ am Mor-
gen häufig in die KiTa und hole ihn dort auch wieder ab. Im Jahr 2013 habe
C._ auch mehrheitlich beim Kläger übernachtet, zum Teil eine bis zwei Wo-
chen lang, dann tagelang wieder nicht, wobei sie hierzu ausgeführt habe, dass sie
im Jahr 2013 relativ selten in ihrer Wohnung in E._ gewesen sei. Dies sei so
von ihrer Untermieterin F._ (welche von der Dreizimmer-Wohnung ein Zim-
mer gemietet hat und die anderen Zimmer mitbenützen kann, Prot. I S. 24 f.) be-
stätigt worden, welche ausgeführt habe, dass sie selber seit Frühling 2013 eigent-
lich viel zu Hause (in der Wohnung in E._) gewesen sei und C._ "ei-
gentlich nicht" gesehen habe. Auch in Bezug auf das laufende Jahr 2014 habe
C._ ausgeführt, dass sie "noch nicht gross" in E._ gewesen sei. Allein
schon gestützt auf diese Aussagen könne – so die Vorinstanz – davon ausgegan-
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gen werden, dass sich C._ mehrheitlich beim Kläger und ihrem gemeinsa-
men Sohn D._ in G._ aufgehalten habe und dies voraussichtlich auch
inskünftig tun werde, obschon sie die Wohnung in E._ weiterhin behalten
wolle. Diese Einschätzung werde auch durch die Beobachtungen der Nachbarn
des Klägers (H._, I._ und J._) gestützt, welche C._ zum Bei-
spiel oft und zu verschiedenen Zeiten (am Wochenende am Tag oder im Sommer
am Nachmittag oder gegen Abend) auf dem Spielplatz oder im Trainer auf dem
Gartensitzplatz, beim Heimkommen vom Einkaufen, bei der Besorgung des Gar-
tens, bei Geburtstagspartys, früh am Morgen beim Verlassen des Hauses, beim
Kochen, beim Kompostleeren, beim Nachhausekommen von der Arbeit oder vom
Joggen, in der Küche am Morgen um 07.30 Uhr, kurzum in alltäglichen Situatio-
nen regelmässig gesehen hätten (Urk. 66 S. 19 f.).
Zusammengefasst lasse sich festhalten, dass der Kläger und C._ trotz
formell[em] nicht gemeinsamem Wohnsitz mehrheitlich zusammenlebten, sich
selber als Paar verstünden und auch in der Öffentlichkeit so aufträten. Sie küm-
merten sich regelmässig um den gemeinsamen Sohn D._, was sich zum ei-
nen in der Vergangenheit (vor allem während der Klinikaufenthalte des Klägers)
gezeigt habe, zum anderen aber auch weiterhin so gehandhabt werden soll. Ins-
gesamt könne davon ausgegangen werden, dass sie eine derart enge Lebens-
gemeinschaft bildeten, dass jeder bereit sei, dem anderen Beistand und Unter-
stützung zu leisten, wie es Art. 159 Abs. 3 ZGB von Ehegatten fordere. Der Be-
weis, dass zwischen dem Kläger und C._ also ein qualifiziertes oder gefes-
tigtes Konkubinat mit eheähnlichen Zügen bestehe, sei von der Beklagten er-
bracht worden (Urk. 66 S. 20).
3. Der Kläger führt zur Begründung seiner Berufung aus, nach der Trennung
der Parteien im Januar 2008 sei am tt.mm.2008 aus seiner Beziehung zu
C._ der Sohn D._ geboren worden. Im Laufe des Jahres 2009 sei es in
ihrer Beziehung zum Bruch gekommen. ln der Folge habe C._ psychiatrisch
behandelt werden müssen. Dies habe dazu geführt, dass im März 2010 durch die
Vormundschaftsbehörde G._ D._ unter die Obhut des Klägers gestellt
worden sei und er ab diesem Zeitpunkt allein für die Betreuung von D._ zu-
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ständig gewesen sei, dies neben seiner vollen und anspruchsvollen Erwerbstätig-
keit. C._ habe ein Besuchsrecht erhalten und sei verpflichtet worden, ihm ei-
nen Unterhaltsbeitrag von Fr. 900.– pro Monat zu bezahlen. Bis zum Bezug einer
eigenen Wohnung an der ...strasse ... in E._ habe C._ bei ihren Eltern
in E._ gewohnt. Nachdem der Kläger als Folge einer schweren Erschöp-
fungsdepression ab 06. März 2012 krankgeschrieben gewesen sei, habe er ab
Juni 2012 bis September 2012 in der Tagesklinik ... tagsüber stationär behandelt
werden müssen. Abends habe er in seine Wohnung nach Hause zurückkehren
können. Er sei in diesem Zeitpunkt faktisch nicht mehr in der Lage gewesen, die
Betreuung von D._ sicherzustellen, was auch für die Abend- und Nachtstun-
den gelte. C._ sei zu diesem Zeitpunkt voll erwerbstätig gewesen. Es habe
unter diesen Umständen im Prinzip nur die Lösung gegeben, dass C._ im
Haushalt des Klägers mehrheitlich die Betreuung von D._ übernommen ha-
be. Das habe bedeutet, dass sie D._ am frühen Morgen in die Kinderkrippe
habe bringen und nach Arbeitsschluss dort wieder abholen und am Abend und die
Nacht hindurch versorgen und betreuen müssen. Wenn sich der Kläger gesund-
heitlich in der Lage gefühlt habe, D._ am Abend oder teilweise auch am Wo-
chenende zu betreuen, sei C._ regelmässig in ihre eigene Wohnung nach
E._ zurückgekehrt. Als festgestanden habe, dass der Kläger auf längere
Sicht krankheitsbedingt arbeitsunfähig bleiben würde, habe sich C._ im Früh-
jahr 2013 entschlossen, ihre Wohnung in E._ an F._ teilweise unterzu-
vermieten. Ab Frühjahr 2013 habe C._ umständehalber und mit Rücksicht
auf ihre übernommenen Betreuungsaufgaben gegenüber D._ mehrheitlich
beim Kläger übernachtet, teilweise aber habe sie, wenn es dessen Gesundheits-
zustand erlaubt habe, tagelang wieder in ihrer Wohnung in E._ gewohnt. Da-
ran habe sich auch im Jahre 2014 nichts geändert. Im Rahmen ihres Engage-
ments für D._ beteilige sich C._ seit Frühjahr 2013 auch an den Arbei-
ten im Haushalt des Klägers, was u.a. mit den Aussagen der Nachbarn bestätigt
werde. Unbestritten sei, dass sich durch das Engagement von C._ gegen-
über D._ auch die Beziehung zwischen ihr und dem Kläger wieder normali-
siert und mit der Zeit wieder zu einer Liebesbeziehung geführt habe (Urk.65 S. 5
f.).
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Zusammenfassend ergebe sich Folgendes: Zum häufigen Aufenthalt von
C._ im Haushalt des Klägers und zu ihrem Engagement gegenüber D._
sei es einzig aufgrund des desolaten Gesundheitszustandes des Klägers ab Juni
2012 gekommen. Erst ab Frühjahr 2013 habe sich C._ umständehalber
mehrheitlich im Haushalt des Klägers aufgehalten, obwohl sie sich immer wieder
tageweise in ihre Wohnung nach E._ zurückgezogen habe. Im Laufe des
Jahres 2013 habe sich zwischen ihr und dem Kläger allmählich wieder eine Lie-
besbeziehung entwickelt. Nach wie vor sei es für beide wichtig, dass sich
C._ in ihre Wohnung nach E._ zurückziehen könne. Aus diesem Grund
wolle sie diese Wohnung auch behalten. Es sei jedoch legitim, dass sie unter die-
sen Umständen ihre Mietkosten für die Wohnung in E._ durch die Unterver-
mietung reduzieren wolle. Sie habe deshalb weiterhin ihren Wohnsitz in E._,
auch wenn sie ab Frühjahr 2013 mehrheitlich im Haushalt des Klägers lebe. Dies
begründe sich nicht primär aus der inzwischen wieder entstandenen Liebesbezie-
hung zum Kläger, sondern ergebe sich weitgehend aus der weiterhin bestehen-
den Notwendigkeit, die Betreuung von D._ sicherzustellen. C._ leiste
unter den gegeben Umständen an den Kläger keinen finanziellen Beitrag. Ihr
Hauptengagement gelte der Betreuung von D._. Entgegen der Auffassung
der Vorinstanz könne bei dieser besonders gelagerten Konstellation nicht von ei-
ner engen Lebensgemeinschaft im Sinne einer Schicksalsgemeinschaft gespro-
chen werden, verbunden mit der Bereitschaft, einander Beistand zu leisten, wie
dies gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB von Ehegatten verlangt werde. Unter diesen
Umständen könne nicht von einem qualifizierten oder gefestigten Konkubinat mit
eheähnlichem Charakter gesprochen werden. Der Kläger anerkenne in diesem
Zusammenhang, dass es für die Annahme eines qualifizierten Konkubinats nicht
auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Partnerin ankomme. Da sich die Un-
terstützungsbereitschaft primär auf die Sorge für den Sohn D._ beziehe und
die Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Kläger erst seit kurzer Zeit bestehe,
sei im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht von einem qualifizier-
ten oder gefestigten Konkubinat, sondern von einem sog. einfachen Konkubinat
auszugehen (Urk. 65 S. 6 f.).
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4. a) In tatsächlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass F._ gemäss ihrer
Zeugenaussage seit Mai 2012 Untermieterin von C._ ist (Prot. I S. 24, vgl. auch S. 42).
b) Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen der einfachen Wohn- und
Lebensgemeinschaft und dem sog. qualifizierten oder gefestigten Konkubinat. Er-
folgt keine finanzielle Unterstützung oder sind entsprechende Leistungen des
neuen Partners nicht nachweisbar, kann eine sog. (einfache) Wohn- und Lebens-
gemeinschaft ("communauté de toit et de table"; "comunione di tetto e di tavola")
vorliegen, die Einsparungen in den Lebenshaltungskosten mit sich bringt. Ent-
scheidend ist dabei nicht die Dauer der Partnerschaft, sondern der wirtschaftliche
Vorteil, der daraus gezogen wird. In Anlehnung an die betreibungsrechtlichen
Richtlinien tragen die Partner die gemeinschaftlichen Kosten (Grundbetrag, Miete
usw.) anteilsmässig, selbst wenn die tatsächliche Beteiligung geringer sein sollte.
Diese Kostenersparnis ist im Bedarf des unterhaltsberechtigten wie im Übrigen
auch des unterhaltspflichtigen Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 138 III 97,
E. 2.3.2). Unter einem sog. qualifizierten oder gefestigten Konkubinat "versteht
die Rechtsprechung eine auf längere Zeit, wenn nicht auf Dauer angelegte um-
fassende Lebensgemeinschaft zweier Personen unterschiedlichen Geschlechts
mit grundsätzlich Ausschliesslichkeitscharakter, die sowohl eine geistig-seelische
als auch eine wirtschaftliche Komponente aufweist. Verkürzt wird diese etwa auch
als Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft ('communauté de toit, de table et de lit';
'comunione di tetto, di tavola e di letto') bezeichnet. Das Gericht hat diesbezüglich
eine Würdigung sämtlicher massgebender Faktoren vorzunehmen, wobei für die
Beurteilung der Qualität einer Lebensgemeinschaft die gesamten Umstände des
Zusammenlebens von Bedeutung sind. Der Unterhaltsanspruch fällt weg, wenn
der Ehegatte in einer festen Beziehung lebt, die ihm ähnliche Vorteile bietet wie
eine Ehe. Entscheidend ist dabei nicht (mehr) das Kriterium des Rechtsmiss-
brauchs, sondern vielmehr, ob der Unterhaltsberechtigte mit seinem neuen Part-
ner eine so enge Lebensgemeinschaft bildet, dass dieser bereit ist, ihm Beistand
und Unterstützung zu leisten, wie es Art. 159 Abs. 3 ZGB von Ehegatten fordert.
Ob die Partner über die dazu notwendigen finanziellen Mittel überhaupt verfügen,
ist unerheblich" (BGE 138 III 97, E. 2.3.2 und 2.3.3).
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c) Der Beklagte anerkennt zu Recht, dass er zumindest in einem einfachen
Konkubinat lebt. Ob es sich um ein qualifiziertes Konkubinat handelt, wie die Vor-
instanz annimmt, kann offenbleiben. Sie ist im Bedarf des Klägers beim Grundbe-
trag von einem hälftigen Ehepaar-Grundbetrag ausgegangen und hat die insge-
samt anfallenden Wohnkosten (inklusive die C._ nach Abzug der Untermiete
verbleibenden Kosten der Wohnung in E._) zur Hälfte berücksichtigt. Der
Kläger lebt mit C._ zumindest in einer einfachen Wohn- und Lebensgemein-
schaft, die entsprechende Einsparungen in den Lebenshaltungskosten mit sich
bringt. Schon dies führt dazu, dass der Grundbetrag auf die Hälfte des Grundbe-
trags für Ehegatten und überdies die Wohnkosten zu reduzieren sind (BGer
5P.90/2002, E. 2b; BGer 5A_833/2012, E. 3; Entscheid der Vorinstanz in Bger
5A_765/2012, Tribunal cantonal du canton de Vaud, HC/2012/566, E. 4/b/b, vom
27. August 2012, m.w.H.). Auf die effektive Kostenbeteiligung des neuen Partners
bzw. der neuen Partnerin kommt es dabei nicht an. Die Vorinstanz hat bei den
Wohnkosten zufolge Halbierung eine mögliche Ersparnis von Fr. 736.– für den
Kläger errechnet. Selbst wenn man von einem tieferen Wohnkostenbeitrag von
C._ und damit einer niedrigeren Ersparnis ausginge (z.B. ein Drittel Wohn-
kosten {Fr. 2'148.– : = Fr. 716.–; Anteil Kläger Fr. 1'432.–; Ersparnis Fr. 1'810.–
minus Fr. 1'432.– = Fr. 378.–; vgl. Urk. 66 S. 21 f.}), bliebe der Kläger leistungsfä-
hig. Zusammen mit der Kürzung beim Grundbetrag (Fr. 500.–) und der Ersparnis
bei den Wohnkosten (Fr. 378.–) ergäben sich monatliche Ersparnisse von
Fr. 878.–. Kürzt man diesen Betrag mit der Vorinstanz um 10 % (was unangefoch-
ten blieb), so ergibt das Fr. 790.– und damit einen monatlichen Bedarf des Klä-
gers von Fr. 3'833.– (Fr. 4'623.– minus Fr. 790.–).
Die Vorinstanz hat nun aber weitere bedarfsmindernde Faktoren beim Klä-
ger aufgelistet: Der Kläger erhalte neben dem monatlichen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 900.– weitere Fr. 400.– bis 500.– pro Monat, welche C._ für Kleider, Es-
sen und Spielsachen für D._ ausgebe und damit den Kläger in seinem Be-
darf dementsprechend entlaste. Aufgrund der vollen Arbeitsunfähigkeit des Klä-
gers fielen weniger berufsbedingte Kosten an, d.h. es dürfe als gesichert gelten,
dass er momentan keine Berufsauslagen in der Höhe von monatlich Fr. 580.–
(Fahrtkosten von Fr. 400.– zuzüglich Kosten für auswärtige Verpflegung von
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Fr. 180.–) habe, sondern diese Positionen deutlich tiefer lägen. Schliesslich sei
auch zu berücksichtigen, dass D._ aufgrund seines Alters seit August 2013
den regulären Kindergarten besuchen und damit allenfalls notwendige Fremdbe-
treuung durch den Hort erbracht werden könne, was gegenüber den ursprüngli-
chen Fremdbetreuungskosten in der Kinderkrippe ebenfalls eine deutliche Einspa-
rung mit sich bringe (Urk. 66 S. 22 f.).
Diese Erwägungen hat der Kläger grundsätzlich nicht beanstandet; er hat
einzig ausgeführt, dass der von der Vorinstanz errechnete Notbedarf von
Fr. 3'511.– nicht akzeptabel erscheine und daran auch der Umstand nichts ände-
re, dass C._ zusätzlich Fr. 450.– bis 500.– für Bedürfnisse von D._ aus-
gebe (Urk. 65 S. 7). Diese Ausgaben können in der Tat den Bedarf des Klägers
nicht zusätzlich mindern, da ohnehin sein Grundbetrag reduziert wird. Dem Kläger
sind aber nur noch Fahrtkosten für ein Monatsabonnement der öffentlichen Ver-
kehrsbetriebe für die Stadt G._ (Fr. 81.–) im Bedarf zuzubilligen. Dass er auf
Dauer Mehrkosten für auswärtige Verpflegung hat, ist angesichts seiner andau-
ernden Arbeitsunfähigkeit bzw. Arbeitslosigkeit (vgl. Urk. 65 S. 4) nicht ersichtlich.
Dadurch fallen rund Fr. 500.– bzw. nach Abzug von 10 % Fr. 450.– im Bedarf
weg, womit sich dieser auf Fr. 3'383.– (Fr. 3'833.– minus Fr. 450.–). beläuft. Die
Leistungsfähigkeit beträgt demnach mindestens Fr. 3'187.– (Fr. 6'570.– minus
Fr. 3'383.–) und ist im Vergleich zu den Fr. 3'200.– im Scheidungszeitpunkt mini-
mal zurückgegangen. Unter diesen Umständen kann offenbleiben, ob der Kläger
wegen des Kindergarteneintritts von D._ zusätzlich Ausgaben einsparen
kann; eine Reduktion lag schon der Scheidungsvereinbarung zugrunde (vgl. Urk.
10/45 S. 9 und Urk. 10/46, letzte Seite). Die Berufung des Klägers und seine Kla-
ge ist abzuweisen.
V.
1. Ausgangsgemäss wird der Kläger für beide Instanzen kostenpflichtig. Die
Beträge der von der Vorinstanz festgesetzten Entscheidgebühr und Parteient-
schädigung wurden nicht angefochten und sind zu bestätigen. Für das zweitin-
stanzliche Verfahren sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen, dem Klä-
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ger nicht, weil er unterliegt, der Beklagten nicht, weil keine Berufungsantwort ein-
geholt wurde.
2. Der Kläger hat für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt. Dieses ist abzuweisen, da die Berufung
von vornherein als aussichtslos erscheint (Art. 117 lit. b ZPO).