Decision ID: e07766d7-ade9-4741-b019-52681f15ed37
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1986 geborene
X._
arbeitete seit dem Jahr 2005 als Büroangestellte bei der
Z._
in einem Teilzeitpensum und war bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend Helsana) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
chert. Mit Unfallmeldung vom 15. Mai 2016 wurde der Helsana mitgeteilt, dass die Versicherte am 10. Mai 2016 die letzte Treppenstufe heruntergefallen sei und sich dabei einen Riss am linken Fussgelenk zugezogen habe
. Die Erstbehandlung
habe
im Spital
A._
statt
gefunden
(Urk. 8/1).
Die Beschwerdeführerin war bis am 27. Mai 2016 vollständig arbeitsunfähig (Urk. 8/9, vgl. auch Urk. 8/7-8).
Am 29. Juni 2016 wurde ein MRI des oberen Sprunggelenks (OSG) angefertigt und ein
Supinationstrauma
des OSG links mit Zuzug einer wenig dislo
zierten Fraktur der
anterioren
Calc
aneus
-F
acette zum CC-Gelenk diagnostiziert (Urk. 8/18). Ab dem 1.
Juli 2016 war di
e Versicherte wieder zu 100 % arbeitsun
fähig (vgl. Urk. 8/27 S. 1).
Das Arbeitsverhältnis wurde am 1. Juni 2016 seitens der Arbeitgeberin aufgrund notwendiger innerbetrieblicher Umstrukturierungs
massnahmen auf den 3
0.
September 2016 hin gekündigt (Urk. 8/14 S. 11).
Am 2
1.
Dezember 2017 wurde eine
Resektion der Pseudoarthrose
P
r
o
c
essus
ant
erior
calcane
i
durchgeführt (Urk. 8/98
).
Nachdem der beratende Arzt der Helsana zum medizinischen Sachverhalt Stellung genommen hat
te
(Urk. 8/109), teilte die Helsana
der Versicherten am
1
8.
April 2018 mit,
sie
habe
ab Mai 2018
noch
Anspruch auf ein Taggeld von 50
%
und ab Juli 2018 keinen Anspruch mehr auf Taggelder (Urk. 8/110).
Am 2
1.
Dezember 2018 wurde die Versicherte erneut
operativ behandelt
indem sie mit einer
Calcaneocuboidal
-
Arthrodese
am linken Fuss versorgt wurde
(Urk. 8/132
; vgl. auch Austrittsbericht vom 2
4.
Dezember 2018, Urk. 8/133)
. Der beratende Arzt, Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, unter
suchte die Versicherte und
gab
am 2
9.
Juni 2020 eine medizinische
Beurteilung ab
(
Exploration vom 15. Juni 2020, Urk. 8/201-
202).
Am
7.
Juli 2020
verfügte
die Helsana, der medizinische Endzustand
sei per 3
1.
Juli 2020 erreicht und
sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung
aufgrund
einer Integritäts
einbusse
von 5
%
im Betrag von Fr. 7'410.-- zu
(Urk. 8/205). Dagegen liess die Versicherte am
3.
September 2020 Einsprache erheben (Urk. 8/210; ergänzend begründet am
9.
Oktober 2020, Urk. 8/213). Mit Entscheid vom 6. Januar 2021 wies die Helsana die Einsprache ab (Urk. 2 [= Urk. 8/220]).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 5. Februar 2021 Beschwerde erheben und bean
tragen, der
Einspracheentscheid
vom 6. Januar 2021 sei aufzuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen UVG-Leistungen zu gewähren; der Entscheid über die Integritätsentschädigung und Rente sei aufzuheben und erst bei Vorliegen des medizinischen Endzustandes sei darüber zu verfügen. Eventualiter sei eine Integ
ritätsentschädigung von mindesten
s
7.5
%
geschuldet und die Rentenprüfung vorzunehmen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 3. März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu b
eurteilende Unfall hat sich am 10. Mai 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfäl
lige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/20
13 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.
4
1.
4
.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
4
.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.
4
.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
, die Beschwerdeführerin sei spät
estens zum Zeitpunkt der persönlichen Untersuchung durch den beratenden Arzt wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen. Eine weitere Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr möglich gewesen, weshalb keine namhafte Besserung mehr
habe
erwartet werden könne
n
. Eine andauernde Behandlung habe vorliegend gar nicht mehr stattgefunden
, weshalb e
ine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes durch therapeutische Massnahmen zu verneinen
sei
. Da keine (unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit vor
liege, habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rentenleistung (Urk. 2 S. 4-5). Die Beurteilung des Integritätsschadens beziehungsweise dessen Schwere basiere ausschliesslich auf dem medizinischen Befund. Die Stellung
nahme ihres beratenden Arztes erfülle sämtliche Kriterien einer beweiskräftigen ärztlichen
Einschätzung
, weshalb darauf abgestellt werden könne.
Der beratende Arzt
habe n
achvollziehbar und schlüssig
seine Beurteilung begründet. Es seien
keine Gründe ersichtlich, weshalb seine Begründung nicht korrekt sein sollte (Urk. 2
S.
6-7)
.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor,
der «Ratschlag» des beraten
den Arztes betreffend der
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME) decke sich nicht mit der gängigen Praxis und dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Es handle sich bei der OSME um ein standardmässiges, schulmedizinisch anerkann
tes und sinnvolles Vorgehen, wenn
–
wie vorliegend
–
die Beschwerden persis
tierend
seien
. Die Arbeitsfähigkeit sei nie zu 100
%
hergestellt
gewesen
, weshalb d
ie Voraussetzungen für einen Fallabschluss nicht gegeben
seien
. Des Weiteren sei nicht ausgeführt worden, weshalb es sich beim versteiften CC-Gelenk um das weniger bedeutsame gehandelt haben sollte. Da die Tabelle 5.2 keine weitere Abstufung vornehme, sei die Integritätsentschädigung von 15
%
korrekterweise mathematisch zu halbieren (Urk. 1 S. 3-4).
3.
3.1
Dem
Arztzeugnis
der
Arztpraxis C._
vom 2
2.
Mai 2016 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
am 1
0.
Mai 2016
die unterste Treppenstufe verfehlt und si
ch den linken Fuss vertreten hatte
. Danach habe sie Schmerzen gehabt und eine Schwellung über dem oberen Sprunggelenk (OSG) links sei aufgetreten. Der Röntgenbefund habe k
eine
ossären
Läsionen gezeigt. V
om 1
1.
bis 2
0.
Mai 2016
wurde der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/7).
3.2
Am 1
0.
Juni 2016 (Eingangsdatum) berichtete
Dr.
med.
D._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
sowohl
der Verlauf
wie auch die Prognose seien gut; d
ie Einschränkungen schätzte er niedrig ein. Er attestierte der Beschwerdeführerin
weiterhin
bis am 2
7.
Mai 2016 eine 100%
ige A
rbeitsunfähigkeit.
Sodann prog
nostizierte er a
b dem 3
0.
Mai 2016
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (0% Arbeits
unfähigkeit);
ab dem
3
0.
Mai 2019 sei die vollständige Arbeitsaufnahme
ver
suchsweise durchzuführen
(Urk. 8/9).
3.3
Dem Bericht der
E._
AG
für
Radiologie und Bilddiagnostik
vom 2
9.
Juni 2016 ist zu entnehmen, dass gleichentags ein MRI des oberen Sprunggelenks erstellt
wurde
. Der Befund
habe
eine Knochenmarksignalanhebung am ventralen
Calcaneus
und geringfügig am Os
Cubo
i
deum
sowie eine abgerundete Fraktur des
proximalsten
An
teils der Gelenksfläche zum Os
C
uboideum
ohne wesentliche Dislokation
gezeigt
. Die Frakturlinie liege direkt unterhalb der zur Schmerzpunkt
mar
k
i
e
rung angebrachten Mandel
(Urk. 8/12)
.
3.4
Im Bericht
vom 8. Juli 2016
führte
Dr.
med.
F._
,
Facharzt Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
als Diagnose
ein
Supinationstrauma
OSG links vom 1
0.
Mai 2016 mit Zuzug einer wenig dislo
zierten Fraktur der
anterioren
C
al
c
aneus
-F
acette zum CC-Gelenk auf.
Dr.
F._
empfahl wegen
den
Schmerz
en die
Ruhigstellung für mindestens vier Wochen und
danach die
Teilbelastung im OSG
-
Softcast
mit harter Sohle
(Urk. 8/18).
Am 2
4.
August 2016 berichtete
Dr.
F._
, eine MRI Unters
u
chung sei
nach Rück
sprache mit der radiologischen Abteilung
aufgrund der Schwangerschaft
nicht möglich
. Befundmässig führte
Dr.
F._
aus, die Weichteilsituation zeige sich gut abgeschwollen, es bestehe noch
eine
Druckdolenz
im Bereich des LFTA und des
anterolateralen
OSG. Es sei entschieden worden, dass die Beschwerdeführerin den Fuss weiterhin
mittels OSG-
Softcast
und harter Sohle für zwei Wochen
ruhigstelle. Danach könne zur OSG-stabilisierend
en Bandage übergegangen werden
(Urk. 8/26).
Im Bericht vom 10.
September 2016
nahm
Dr.
F._
erneut
Stellung und führte aus
, bei der schwangeren Beschwerdeführerin bestehe trotz Ruhigstellung und konsequentem Tragen eines OSG-
Softcasts
noch eine deutliche Schmerzhaftigkeit
;
die Schmerzen
hätten sich auch in der klinischen Unter
suchung manifestieren lassen.
Dr.
F._
hielt fest, dass dreieinhalb Monate nach dem Unfall von einem verzögerten Verlauf gesprochen werd
en könne. Mit der initialen MRI-
Abklärung
habe eine Bandverletzung im Bereich des lateralen
Malleolus
nicht nachgewiesen werden können.
In den klinisch-radiologischen Aufnahmen
seien
keine Frakturen
festgestellt worden
. Die Beurteilung der Arbeits
unfähigkeit sei in Rücksprache mit der Beschwerdeführerin und de
m zu erwartenden Arbeitspensum
sowie dem
von der Beschwerdeführerin angegebenen Arbeitsweg vorgenommen worden. Eine Neubeurteilung finde anlässlich der nächsten Konsultation statt
(Urk. 8/34).
Am 10. März 2017 berichtete
Dr.
F._
, die Beschwerdeführerin sei zwei Wochen postpartum in der Sprechstunde vorstellig geworden.
Die Beschwerden im Bereich des
C
al
c
aneus
anterior
seien deutlich
regredient
, wobei seit der Schwangerschaft beidseits Hüft- und Oberschenkelschmerzen sowie auch auf der linken Seite
peroneale
Schmerzen bestehen würden. Die noch bestehenden Schmerzen im Bereich der
Peronealsehnen
seien
mit Physiotherapie behandelt
worden
(Urk. 8/55).
Im Bericht vom
5.
Mai 2017 führte
Dr.
F._
eine neu auf
getretene linksseitige
Achillodynie
sowie
Peronealsehnenschmerzen
links bei
Supinationstrauma
OSG links vom 1
0.
Mai 2016 mit Zuzug
einer wenig dislo
zierten
Fraktur der
anterioren
Calc
aneus
-F
acette zum CC-Gelenk als Diagnosen auf. Anamnestisch habe die Beschwerdeführerin von
nachts bestehenden
Beschwerden berichtet, diese seien krampfartig und ziehend.
E
in erneutes Trauma habe nicht stattgefunden. Seit den Beschwerden seien auch die Vorfussbeschwer
den wieder schlechter geworden (Urk. 8/64). Am
9.
Juni 2017 führte
Dr.
F._
aus, das MR des Fuss links vom 2
3.
Mai 2017 habe eine
Pseudarthrose
am
Pro
cessus
anterior
calcanei
sowie ein zunehmendes Ödem im
B
ereich des vorderen
Calc
aneus
gezeigt. Im Sinus
tarsi
bestehe ebenfalls ein Ödem. Die Achillessehne sei ebenso wie die
Peronealsehnen
unauffällig gewesen
(Urk. 8/65)
.
3.
5
Am
2.
September 2016 nahm Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und bera
tender Arzt
der Beschwerdegegnerin
,
erstmals
Stellung. Er führte aus,
es handle sich
um eine Fraktur des
Processus
anterior
Calcaneus
, wobei die Diagnose mit MRI vom 2
9.
Juni 2016 gestellt und eine konservative Therapie begonnen worden sei. Die Behandlung sei bis Ende September 2016 angezeigt und die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei ausgewiesen. Ab Mitte September 2016 sei mit einer teilweisen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 8/27).
Am 6. Juli 2017 ergänzte
Dr.
B._
, überraschenderweise sei im MRI vom 23. Mai 2017 eine Pseu
do
arthrose (Non Union) des
Processus
a
nterior
alcane
us
festgestellt worden
. Die persistierenden Beschwerden
seien
daher auf die Verletzungsfolgen aus dem Jahr 2016 zurückgeführt
worden
. Die zwischenzeitlich beklagte Achillessehnenprob
lematik sei jedoch in einem grösseren zeitlichen Intervall aufgetaucht und könne nicht als unfallkausal angesehen werden. Der Heilverlauf sei vermutlich durch die Pseudoarthrose stark verzögert. Als Büroangestellte bestehe ab Beendigung des
Mutterschafturlaubs
mindestens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/72).
3.
6
Mit Beri
cht vom 2. November 2017 führte
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, Ziel der Konsultation vom 31. Oktober 2017
in der Universitätsklinik
H._
sei
bei persistierenden Beschwerden des Rückfusses links
die Einholung einer Zweit
meinung gewesen. Die Beschwerdeführerin habe belastungsabhängige Schmerzen sowie eine gewisse Schwellungsneigung über dem lateralseitigen
Rückfuss
beschrieben. Das Gangbild und das Integument seien unauffällig gewesen. Es bestehe allenfalls eine diskrete Schwellung über dem lateralseitigen
Rückfuss
im Bereich des
Calcaneocuboidal
gelenkes
. In der externen
MRI-
Bildgebung vom Mai 2017 habe sich neben der Pseudoarthrose eine deutliche Reizung der Gelenks
fläche des
Calcaneus
zum
Calcaneocuboidal
gelenk
hin abbilden lassen. Es bestehe jedoch kein Hinweis auf eine
Peroneal
s
ehnenläsion
. Da die Beschwerdeführerin auf eine diagnostisch therapeutische Infiltration
kurzzeitig
mit Beschwerdefrei
heit reagiert habe, bestehe
bei einer Resektion der Pseudoarthrose
die Chance einer Beschwerdelinderung; diese werde daher empfohlen
(Urk. 8/91)
.
3.7
Aus dem Bericht vom 23. Dezember 2017
des Spitals
A._
geht hervor, dass am 21. Dezember 2017 durch
Dr.
F._
eine Re
sektion der Pseudoarthrose
Pro
cessus
anterior
Calcaneus
am Fuss links durchgeführt worden war. Die Beschwer
deführerin sei vom 2
1.
bis 23. Dezember 2017 hospitalisiert gewesen. Die Mobi
lisation
habe
nach Massgabe der Beschwerden im OSG-
Softcast
begonnen werden
können
(Urk. 8/99). Am 9.
Februar 2018 ergänzte
Dr.
F._
, es würden nach der Resektion der Pseudoarthrose noch Restbeschwerden bestehen. Die Beschwerde
führerin könne jedoch zur OSG-Mobilisation und Beinachsenstabilisierung wieder intensiv Physiotherapie durchführen. Die Beschwerdeführerin sei weiter
hin zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/102).
Im Bericht vom 26. März 2018 führte
Dr.
F._
aus, subjektiv habe die Operation der Beschwerdeführerin keine Beschwer
delinderung erbracht. Von den klinischen Untersuchungsbefunden könne jedoch nicht auf eine zurückliegende Pathologie geschlossen werden. Die radiologische Bilddokumentation habe gezeigt, dass der knöcherne Teil der Non
Union entfernt worden sei;
d
ie Beschwerden hätten sich daher verbessern sollen. Die Physiotherapie sollte mit
Propriozeption
weiter durchgeführt werden. Gege
benenfalls könne nochmals eine diagnostisch-therapeutische Infiltration im Bereich des Sinus
tarsi
durchgeführt werden. Letztlich seien die Restbeschwerden jedoch nicht geklärt (Urk. 8/108).
Im Bericht vom
6.
Juni 2018 notierte
Dr.
F._
, die Beschwerdeführerin habe von eine
r
rund 30%igen Beschwerde
verbesserung berichtet. Sie habe jedoch weiterhin täglich Schmerzen (Urk. 8/113).
Am 9. November 2018 berichtete
Dr.
F._
, die Beschwerdeführerin habe ange
geben, weiterhin täglich Beschwerden zu haben
,
die
von der Intensität her eher zunehmend seien. Aufgrund der zunehmenden Beschwerden am CC-Gelenk und
bei
Ausschöpfen der konservativen Therapien sei die Indikation zur operativen Therapie gegeben, weshalb eine CC-
Gelenksarthrodesierung
vorgesehen sei (Urk. 8/127).
3.8
Im Austrittbericht vom 24. Dezember 2018 notierten die behandelnden Ärzte des Spital
s
A._
, am 2
1.
Dezember 2018 sei bei der Beschwerdeführerin eine
Calcaneocuboidal-Arthrodese
Fuss links dur
chgeführt worden
. Die Beschwerde
führerin habe bei reizlosen Wundverh
ä
ltnissen und subjektivem Wohlbefinden nach Hause entlassen werden können. Sie sei ab dem 21. Dezember 2018 bis am 1
2.
Februar 2019 zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 8/133).
Am 7. Januar 2019 berichtete
Dr.
F._
, dass zwei Wochen nach der Operation die Wundverhält
nisse reizlos gewesen seien und die Fäden
hätten
entfernt werden k
önn
en (Urk. 8/134).
3.9
Am 2
1.
Februar 2019 berichtete
Dr.
med.
I._
, Facharzt Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nach knapp zwei Monaten hätten sich klinisch und radiologisch regelrechte Verhältnisse gezeigt. Die Beschwerdeführerin dürfe in den nächsten zwei Wochen sich den Gips abge
wöhnen (Urk. 8/140). Im Bericht vom 2
2.
Mai 2019 notierte Dr.
I._
, es habe sich
nach der Operation
insgesamt ein regelrechter Verlauf
gezeigt
.
Die Beschwer
den seien langsam
regredient
, belastungsabhängig jedoch noch vorhanden.
Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sei nun gegeben (Urk. 8/151). Am 31. Juli 2019 begrün
dete
Dr.
I._
die 50%ige Arbeitsfähigkeit damit, dass bei zunächst unauf
fälligem Verlauf belastungsabhängig verstärkte Schmerzen am lateralen
Fussrand
bis zur Ferse mit teilweise
m
Blockadegefühl aufgetreten seien. Dies führe zur Belastungsintoleranz und entsprechend sei lediglich eine eingeschränkte Arbeits
fähigkeit gegeben (Urk. 8/161).
Am 1
8.
Februar 2020
ergänzte
Dr.
I._
, bei persistierenden Beschwerden lateral nach oben sei die Indikation zur OSME gegeben. Bei nachgewiesener Instabilität rate er der Beschwerdeführerin zur gleich
zeitigen diagnostischen Arthroskopie des Sprunggelenkes sowie der latera
len
Bandnaht
.
Weiterhin sei d
ie Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/187).
3.10
Im Untersuchungsbericht vom 2
9.
Juni 2020 berichtete
Dr.
B._
von der Exp
loration vom 15. Juni 202
0. Dr.
B._
führte aus, die Beschwerdeführe
rin
habe
berichtet,
permanent das Gefühl
zu haben
, ihr linker Fuss sei einge
klemmt.
Auf unebenem Boden habe si
e häufig das Gefühl, sie würde den Fuss gleich umknicken. Befundmässig erhob
Dr.
B._
,
das
Gehen sei mit ange
deutet vermindertem Abrollen des linken Fusses flüssig möglich. Der Zehenspit
zen- und Fersengang sei
en
kraftvoll möglich. Links
lateralseits
bestehe eine unauffällige
sechs cm lange Narbe auf Höhe des C
C-Gelenk
s
, die auf Palpation nicht empfindlich reagiere. Eine lokalisierte Schwellung bestehe nicht. Bei der Palpation habe sich der
Peronealsehnenverlauf
bei kräftigem Druck
mit nur leichter bis mässiger Schmerzangebe gut abtasten lassen. Der Achillessehnen
ansatz sei nicht
dolent
;
e
s bestehe jedoch ein stärkerer Schmerz bei Druck auf die Weich
teile beziehungsweise den Knochen des Sinus
tarsi
(Urk. 8/202
S. 2
)
.
Dr.
B._
empfahl sodann
, von einer OSME sei zum jetzigen Zeitpunkt abzu
raten. Die
Peronealsehnen
hätten sich nicht
dolent
gezeigt, das OSG sei frei beweglich und das USG zeige eine gute Restbeweglichkeit. Die leichte OSG-Instabilität sei Ausdruck der Hypermobilität. Tatsächliche Distorsionen des OSG würden nach seiner Auffassung bei der vorliegenden Konstellation kaum vor
kommen. Der Fuss habe sich anlässlich der Untersuchung nicht geschwollen oder überwärmt gezeigt. Zudem sei
der Fuss regulär belastbar (auch im Z
ehen- und Fersenstand) gewesen. Einzig der Sinus
tarsi
sei bei der Palpation typisch
dolent
gewesen. Eine OSME dränge sich keinesfalls auf und eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes durch therapeutische Massnahmen müsse aus seiner Sicht verneint werden. Es bestehe eine
un
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für alle Arbeit
en, die nicht gehintensiv seien;
Arbeiten im Stehen oder Sitzen könnten ausgeübt werden (Urk. 8/202 S. 4
[
=
Urk.
3/3
]
).
3.1
1
Am 3
1.
August 2020 nahm
Dr.
I._
Stellung und führte aus, bei persistierenden Beschwerden nach Einbringen von
Osteosynthesematerial
sei die Entfernung
das
Standardvorgehen und nach Ausschöpfen der konservativen Massnahmen
meist
der erste operative Schritt zur Verbesserung der Situation. Der Weichteilmantel sei im genannten Bereich dünn und die
Peronealsehnen
würden unmittelbar in diesem Bereich laufen. Die Beschwerden rein auf ein Sinus
-
tarsi
-Syndrom zurückzuführen
,
könne nicht uneingeschränkt nachvollzogen werden (Urk. 8/214
[
=
Urk.
3/4
]
).
4.
4.1
Zu prüfen ist vorab, ob der Fallabschluss per 31. Juli 2020
–
wie von der Beschwerdeführerin beanstandet (Urk. 1 S. 3)
–
v
erfrüht war. In diesem Zusam
men
hang stellt sich die Frage, ob für die Zeit ab 1. August 2020 noch eine nam
hafte Besserung
des Gesundheitszustandes
zu erwarten war (vgl. E. 1.3).
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
31. Juli 2020 keine Therapieoption vorgeschlagen worden, die eine namhafte Besserung der Beschwerdesituation im Sinne einer ins Gewicht fallenden Steige
rung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 4.3) erwarten liesse.
Dr.
B._
führte nachvollziehbar aus, dass bei kraftvoll möglichem Zehenspitzen- und Fersengang sowie ohne lokalisierte Schwellungen und bei fehlender
Dolenz
der
Peronealsehnen
eine OSME sich nicht aufdränge und keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei (E. 3.10).
Dies steht denn auch im Ein
klang mit den klinischen Untersuchungsbefunden von
Dr.
F._
, welcher eine zurückliegende Pathologie nach der Resektion der Pseudoarthrose
Processus
anterior
Calcaneus
am Fuss links bereits im März 2018 ausschliessen konnte. Aufgrund der zunehmenden Beschwerden am CC-Gelenk und bei Ausschöpfen der konservativen Therapien jedoch die Indikation zur operativen Therapie als gegeben sah und eine CC-
Gelenksarthrodesierung
durchführte (E. 3.7).
Eine namhafte Besserung durch eine OSME nach der durchgeführten
Calcaneocubo
idal-Arthrodese
im Dezember 2018 ist gestützt auf die Akten jedoch nicht ausgewie
sen.
Dr.
I._
führte denn auch lediglich aus, dass eine
Osteo
synthesemate
rialentfernung
bei Ausschöpfen der konservativen Massnahmen
das Standard
vorgehen sei
(E. 3.11)
.
D
em Bericht von Dr.
I._
ist folglich nicht zu ent
nehmen, dass mit einer OSME eine namhafte Verbesserung bezüglich der Folgen des Unfalls vom 10. Mai 2016 zu erwarten wäre.
Diesbezüglich ist fest
zuhalten, dass
eine allfällige
blosse
Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur kurz
fristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die ver
sicherte Person e
twa von Physiotherapie profitie
ren kann, einem Fallab
schluss nicht
entgegensteht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_172/2018 vom 4. Juni 2018 E. 4.3).
Die Beurteilung von
Dr.
B._
genügt den von der Recht
sprechung an den Beweiswert versicherungsinterne
r
Stellungnahmen gestellten Anforde
rungen (
vgl.
E. 1.6).
Dass mit der Entfernung des
Osteosynthesematerial
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwarte
t
wird
, ist nicht ausgewie
sen,
weshalb der Fal
labschluss nicht verfrüht war.
Der Endzustand ist spätestens im Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
B._
erreicht gewesen. Entspre
chend ist der Fallabschluss unter Einstellung der vorübergehenden Leis
tungen (Heilbehandlung und Taggeld) mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
B._
dafür, dass keine (unfallbedingte) Arbeitsunfähigkeit vorliege, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rentenleistung habe, mithin auch nicht auf die Übernahme der Heilungskosten gestützt auf
Art.
21 UVG
(vgl. Urk. 2 S. 5)
.
4.2.2
Dieses Vorgehen ist unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführerin als Büroangestellte tätig war, nicht zu beanstanden. Der behandelnde Arzt
Dr.
I._
attestierte der Beschwerdeführerin im Februar 2020
ohne Angaben der funktionellen Einschränkungen
zunächst noch eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (E. 3.9). Mit Stellungnahme vom 30. Juni 2020 erklärte
Dr.
I._
ledig
lich, dass die Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden konnte und die Beschwer
deführerin aktue
ll nicht voll arbeitsfähig sei; di
e Beurteilung beziehe sich
jedoch
auf eine angepasste Tätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl. Urk. 8/203).
Die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
I._
vermag keine Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
B._
zu erwecken, vielmehr lässt sie die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4) erkennen und die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Auf die Beurtei
lung von
Dr.
B._
kann abgestellt werden und es ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin
sowohl in der
Tätigkeit als Büroangestellte, welche nicht gehintensiv ist, sowie auch bei Arbeiten im Stehen oder Sitzen
im Rahmen einer angepassten Tätigkeit
uneingeschränkt arbeitsfähig ist.
4.2.3
UV170360
Invalidenrente, allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, Gesetzestext
02.2021
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a).
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung sodann primär von der beruf
lich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
Das Arbeitsverhältnis mit der früheren Arbeitgeberin wurde am
1.
Juni 2016 per 3
0.
September 2016 aufgrund notwendiger innerbetrieblicher Umstrukturie
rungsmassnahmen aufgelöst (Urk. 8/14 S. 11), weshalb mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr
an der bisherigen Arbeitsstelle
ausgeübt hätte.
Daher sind
Rechtsprechungsgemäss sowohl für die Ermittlung des
Valideneinkommens
als auch für das Invalidenein
kommen die statistischen Werte heranzuziehen.
Da der
Beschwerdeführerin
ihre bisherige
Tätigkeit als Büroangestellt
e
zu
100 %
zumutbar
ist,
besteht unter Berücksichtigung derselben Tabellenlöhne
keine Erwerbseinbusse. Mithin hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch
auf ei
ne Rente der Unfallversicherung
.
4.3
Zum Anspruch
der
Beschwerdeführer
in
auf eine Integritätsentschädigung ist schliesslich festzuhalten, dass die
Beurteilung des Integritäts
schadens in erster Linie Aufgabe des Mediziners
ist
. Er hat insbesondere den Befund zu erheben sowie dessen Dauerhaftigkeit und Schwere zu beurteilen. Dabei hat er auch den Quervergleich mit anderen im Anhang 3 der UVV oder den Suva-Tabellen auf
geführten Integritätsschäden vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6).
Nachvoll
ziehbar und
begründet ist auch die vom beratenden Arzt
Dr.
B._
vorgenommene Einschät
zung des Integritäts
schadens (Urk. 8/202 S. 4), welche er unter Berücksichtigung, dass
bei einer kom
pletten
Arthrodese
nach der Tabelle 5.2 die Integritätsentschädigung mit 15 % geschätzt werde und das
operativ ver
steifte CC-Gelenk von den beiden Gelenken des
Chopartgelen
kes
das weniger bedeutsame
sei, weshalb
die
Kürzung
auf
1/3 des Wertes für eine vollständige Versteifung des
Chopartgelenkes
zu erfolgen habe, die Integritätsentschädigung auf 5 % festlegte. Die Kürzung begründete
er
des Weitern
damit, dass eine
Teilarthrodese
nicht die volle Integri
tätsentschädi
gung ergeben könne, wie eine komplette
Arthrodese
des
Chopart
-Gelenkes.
Die Tatsache alleine, dass es sich um eines von zwei Gelenken handelt, rechtfertigt –
entgegen der Einwendungen der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 4) – nicht die Kürzung auf lediglich die Hälfte
der
Integritätseinbusse
.
Dr.
B._
hat seine Einschätzung zur weniger grossen Bedeutung des CC-Gelenkes zwar nicht belegt. Aus der medizinischen Literatur erschliesst sich jedoch, dass beide
Gelenkanteile des
Chopart
-Gelenkes
–
d
as
Talonavi
k
ular
-Gelenk und d
as
Calcane
ocuboidal-Gelenk
–
für sich gesehen unterschiedliche Bewegungsaus
masse
haben, sie a
ber als Gelenkkomplex zu verstehen
sind und
eine funktionelle Einheit mit dem unteren Sprunggelenk
bilden (vgl.
Klos, Simons, Schilling,
Knobe
in Fuss
& Sprunggelenk [Zeitschrift] 16
[
2018
]
Heft 3 S. 141-150, Review zum Themenschwerpunkt Biomechanik des
Chopart
- und
Lisfranc
-Gelenkes
, S. 142;
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/
S
1619998718300849?via
%3Dihub
, abgerufen am 1
5.
Juni 2022). Dabei kommt dem
T
alonavikulargelenk
eine besondere bio
mechanische Bedeutung zu
(
was sich auch in seiner
fibro
kartilaginär
verstärkten plantaren Kapsel und den stabilisierenden Band
strukturen
[
Lig
.
bifurcatum
,
Lig
.
calcaneonaviculare
plantare = Springligament
]
wider
spiegelt
; vgl.
B._
Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie, Springer-Verlag, Eintrag zum
Chopart
-Gelenk;
http://www.lexikon-orthopaedie.com/
pdx.pl?dv
=0&id=02013
; abgeru
fen am 1
5.
Juni 2022).
Bei der
Arthrodese
des TN-Gelenks ist zu bedenken, dass dadurch die Beweglichkeit des
subtalaren
Gelenks
(STG)
weitgehend aufgehoben wird. Das CC-Gelenk führt bei einer Versteifun
g zu einem Bewegungsverlust im STG von
etwa 30
%
(vgl. K. Olms in Trauma und Berufskrankheit [Zeitschrift] 2
005 7
[
Suppl
.
1]
S.
90
–
95
,
Arthrodesen
im Fu
ss
be
reich
, S. 91;
https://link.sprin
ger.com/article/10.1007/s10039-004-0903-8
; abge
rufen am 1
5.
Juni 2022). Somit erweist sich die unbegründet gebliebene Einschät
zung von
Dr.
B._
im Ergebnis als korrekt.
Die Beurteilung der Schwere einer Integritätsentschädi
gung hat gestützt auf die erhobenen Befunde zu erfolgen.
Von den
behandelnden Ärzten befasste sich niemand
mit der Frage, ob ein Integritätsschaden vorlieg
t
.
Demnach gibt es keine medizinischen Berichte und Stellungnahmen, w
elche Zweifel an den Beurteilun
gen von
Dr.
B._
begründen. Die Beschwerde
gegnerin hat somit zu Recht auf die Beurteilungen ihres
beratenden Arztes
abge
stellt und
der
Beschwerdeführer
in
eine Integritäts
entschädigung bei einer
Integ
ritätseinbusse
von 5 % ausgerichtet.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 6. Januar 2021 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.