Decision ID: 309dcefb-fa22-51a4-b375-2b66c858bc7e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952, arbeite
te zuletzt seit November 2002
als
Produktionsmitarbeiter bei der
Y._
AG in
Z._
. Am 19.
April 2012 wurde der Versicherte von seiner Arbeitgeberin wegen einer Diskushernie mit Ausstrahlung ins linke Bein bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (
Urk.
8/6).
Die IV
Stelle zog die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
bei (
Urk.
8/9) bei und
stellte dem
Versicherten das Formular zum Bezug von IV
Leistungen zu, das diese
r
am
2
6.
April 2012
(Eingangsdatum) au
sgefüllt retournierte (
Urk.
8/10
).
Im Weiteren holte die
IV-Stelle den Bericht der Notfallpraxis des Spitals
A._
vom 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
8/13), den Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 1
9.
Juni 2012 (Eingangsdatum
; Urk.
8/14) und
den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine M
edizin, vom 2
7.
Juni 2012 (
Urk.
8/16)
ein. Am 2
0.
Juli 2012 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolgreich
abgeschlossen sei, da er i
n
angepasste
m
Rahmen wieder seiner früheren Tätigkeit bei seiner bisherigen Arbeitgeberin nachgehen könne (
Urk.
8/21).
Am
2
8.
Juli
2012
erlitt der Versicherte einen Herzinfarkt
und war
daraufhin arbeitsunfähig (
Urk.
8/25 und
Urk.
8/29/2-3
)
.
Die IV-Stelle
nahm den Bericht der Klinik
C._
vom
1.
November 2012
zu den Akten
(
Urk.
8/29
)
.
Am
30.
Oktober 2012
kündigte
die
Y._
AG
das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten
per 3
1.
Januar 2013
(
Urk.
8/31). Mit Vorbescheid vom 13.
Dezember 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/37
), wogegen dieser
am 2
9.
Januar 2013 Einwand
erhob
(
Urk.
8/45).
In der Folge holte d
ie
IV-Stelle
den Bericht von Dr.
B._
vom 1
3.
Mai
2013
ein (
Urk.
8/52). Hierzu liess sich
der Versicherte am 1
2.
Juni 2013 vernehmen (
Urk.
8/54). Mit Verfügung vom 2
2.
August 2013 verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch des Versicherten
gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 38
%
. Überdies erklärte sie
, dass berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
3.
September 2013 Beschwerde und stellte fo
lgendes Rechtsbegehren (
Urk.
1):
„
1.
In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der SVA Zürich, IV-Stelle, vom
2
2.
August 2013 aufzuheben, und die Sache sei an die IV-Stelle zurückzuweisen,
damit sie den medizinischen Sachverhalt rechtskonform abkläre und hernach neu
über den Rentenanspruch von
X._
entscheide. Eventualiter sei dem
Beschwerdeführer ab
1.
November 2012 eine Rente zuzusprechen.
2.
In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der SVA Zürich, IV-Stelle
,
vom
2
2.
August 2013 aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den
Beschwerdeführer aktiv bei der Suche
eines geeigneten Arbeitsplatzes
zu
unterstützen.
3.
Alles unter Kos
ten- und Entschädigungsfolgen (
L
etzte
re zuzüglich
MWSt.
) zu
Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Oktober 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7),
was dem Beschwerdeführer am 22.
Oktober 2013 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung lediglich über den Rentenanspruch entschieden, was aus dem Ingress der Verfügung sowie aus dem Umstand erhellt, dass im Vorbescheid vom 13. Dezember 2012 (Urk. 8/37) von beruflichen Massnahmen noch überhaupt nicht die Rede war. Demnach ist auf Ziffer 2 des Rechtsbegehrens (aktive Unterstützung bei der Suche eines Arbeitsplatzes) nicht einzutreten.
Zu prüfen ist demzufolge der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Inva
lidenrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommens
differenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Ein
kommensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit w
eiteren Hinweisen)
.
1.6
Nach
Art.
49
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) die medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs.
Gemäss
Art. 49 Abs. 2 IVV führen die RAD bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durch. In den übrigen Fällen stützen sie ihre Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 2.2 mit Hinweisen; 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 2.2). Den RAD-Berichten, die zu den sogenannten
versiche
rungsinternen
Beurteilungen gehören, kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2
.1
Dr.
med.
D._
, FMH Neurologie, diagnostizierte in seinem an
Dr.
B._
gerichteten Bericht vom 1
3.
April 2012 (1)
einen
Status na
ch
Verhebetrauma
am 7.
November 2011 und (2) ein wahrscheinliches
Piriformissyndrom
links
. Er erklärte, dass
die
Angaben
des Beschwerdeführers
etwas diffus seien. In erster Linie denke er jetzt an ein
Piriformissyndrom
links mit Reizung des
Nervus
ischiadicus
und entsprechende
n Schmerzen und
Parästhesien
im
linke
n
Bein, wobei das Segment S1 am meisten betroffen sei. Eindeutige Hinweise auf eine
Radikulopathie
könne er heute nicht finden. Bei der angegebenen
Fussheber
schwäche
habe er noch eine Elektroneurograp
h
ie des
Nervus
peronaeus
durch
geführt, die normal ausgefallen sei. Sowohl die Schwäche für die Hüftflexion
wie auch für die Fussheber interpretiere er als Schmerzhemmung, da diese immer auftreten würden, wenn die Sc
hmerzen
exazerbieren
würden. Als E
rstes empfehle er eine erneute Physiotherapiephase mit gezielter Behandlung des
Musculus
piriformis
(Aufdehnung, Ultraschall etc.). Eventuell könne ein Rheuma
tol
oge weiterhelfen (
Urk.
8/16/12-13
).
2
.2
Dr.
med.
E._
, FMH Rheumatologie, s
tellte in seinem Bericht vom 4.
Juni 2012 zuhanden von
Dr.
B._
folgende Diagnose
n
(
Urk.
8/16/10):
c
hronifiziertes
Lumbovertebralsyndrom
/
lumbospondylogenes
Syndrom
links
bei/mit
:
Osteochondrose
L2/3, L3/4, L4/5
l
umbale Instabilität
Piriformissyndrom
links
Status nach
Verhebetrauma
am
7.
November 2011
Dr.
E._
legte dar
, dass sich nach dem
Verhebetrauma
vom
7.
November 2011 ein deut
lich protrahierter Verlauf gezeigt habe
. Soweit aktuell fassbar, seien die Beschwerden am ehesten mit
einer kurzzeitigen Mehr-/Über
lastung der
die
LWS stabilisierenden Muskulatur zu erklären bei schon vorbestehenden degene
rativen LWS-Veränderungen. Letztere seien aber nicht sehr ausgeprägt. Im Vordergrund würden Schmerzen stehen, ausgehend vom
Musculus
piriformis
links mit wahrscheinlic
her Irritation des
Ischiasnervs
links. Die angegebenen Symptome im linken Bein und Fuss, die kl
inisch am ehesten noch einer L5
bzw. S1-
Symptomatik entsprechen kön
nten, hätten kein ent
sprechendes Korrelat, erklärbar durch den irritierten
Piriformis
. Auch bei den
Nerven
dehnungsmanövern
komme es zu keinem harten Stopp. Der Befund passe nicht zu einer Nervenkompression lumbal. Er empfehle eine Weiter
führung der ambulanten Physiotherapie, eine TP-Behandlung und eine
Instruktion
für geeignete
Dehnübungen für den
Piriformis
links (
Urk.
8/16/10
11).
2
.3
Dr.
B._
gab
in seinem Bericht vom 2
7.
Juni 2012 an, dass dem Beschwer
deführer die bisherige Tätigkeit
(als Produktionsmitarbeiter)
nur
noch
in beschränktem Umfang zumutbar sei. Aktuell arbeite er in einem 70%
Pensum bzw. sechs Stunden täglich bei 50%iger Leistungsfähigkeit
und mit der Eins
chränkung, dass er keine Gewichte üb
er 10 kg heben könne. In einer wechselbelastenden Tätigkeit, im Rahmen derer er keine Gewichte von mehr als 10 kg heben oder tragen müsse,
könnte er
aber
wieder voll
arbeits
fähig sein (
Urk.
8/16/1-4
).
2
.4
Dr.
med.
F._
von der Klinik
C._
s
tellte in seinem Bericht vom 1.
November 2012 folgende kardiologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/29/1
):
Nicht-ST-Hebungsinfarkt
vom
2
7.
August
2012
(richtig: 2
8.
Juli 2012)
bei
koronarer
Eingefässerkrankung
erfolgreiche
Rekanalisation
des proximalen RCA im SST (
Nobori
-Stent,
beschichtet)
normale LV-Funktion
AV-Block I°
passagerer AV-Block II° Typ
Wenkebach
nach Betablockade
Kardiologische Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
F._
keine. Er erklärte, dass der Beschwerdeführer am 2
8.
Juli 2012 vom
Spital G._
ins Spital
A._
verlegt worden sei. Nach der Behandlung im Spital
A._
sei er nach Hause entlassen worden. Der Hausarzt habe daraufhin eine stationäre Rehabilitation in der Klinik
C._
in die Wege geleitet, die der Beschwerdeführer am 1
1.
August 2012 angetreten habe.
Am 3
1.
August 2012 sei er aus der Klinik
C._
entlassen worden. Die Arbeitsfähigkeit sei nur wegen der beklagten Beschwerden im lumbalen Bereich eingeschränkt, nicht wegen
der
guten
,
stabilen kardialen Situation (
Urk.
8/29/2-3).
2
.5
Dr.
B._
führte im Schreiben
vom 2
1.
Januar 2013 zuhanden der
Kranken
taggeldversicherung
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
(nach
folgend: Mobiliar)
aus,
dass
der
behandelnde
Physiotherapeut Herr
H._
ihm telefonisch mitgeteilt habe, dass der Heilverlauf
des Beschwerdeführers
stagniere und dass
es ihm
sogar schlechter gehe. Er habe unklare
Sensibili
tätsstörungen
an den Beinen (
Urk.
8/44/1).
2
.6
Dr.
E._
hielt im an die Klinik für Neurologie des
I._
gerichteten Schreiben vom 1
5.
Februar 2013 folgende Diagnose fest
(Urk.
8/52/6)
:
Schonhinken links mit
flukturierender
Zehen-/Fussheber
-
und
Fuss
senkerschwäche
links
taktile Hypästhe
sie vorab
Dermatom
L5
intertarsal
I/II links
LWS MRI vom 2
8.
März 2012
Status nach
Verhebetrauma
am
7.
November 2011
Dr.
E._
erklärte,
dass der Beschwerdeführer ih
m von
Dr.
B._
zum zweiten Mal wegen invalidisierenden Schmerzen und subjektiven Lähmungs
er
scheinungen im linken Fuss und Bein zur Beurteilung zugew
iesen worden sei. Er bitte
um eine Stellungnahme zum Befund. Es gehe dabei auch um die Arbeitsfähigkeit und ausstehende Taggeldzahlungen. Der Beschwerdeführer erwarte das Aufgebot seitens der Klinik für Neurologie des
I._
(
Urk.
8/52/6).
2
.7
Dr.
B._
legte
im Bericht vom 1
3.
Mai 2013
dar
, dass er den Beschwerdeführer in all den Jahren
, in denen er ihn behandelt habe, als sehr disziplinierten und
a
rbeitswilligen Patienten kennen
gelernt habe. Auch seit dem
Verhebetrauma
vom
7.
November 2011 habe er wiederholt versucht zu arbeiten, jedoch seien diese Arbeitsversuche gescheitert. Nach seiner Beurteilung sei der Beschwerde
führer nach diesem Unfall nur noch für leichtere körperliche, insbesondere das Achsenskelett schonende Tätigkeiten geeignet. In einer angepassten Tätigkeit sei er wahrscheinlich zu 100
%
arbeitsfähig. Die genaue Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
in Prozenten inkl. des Belastungsprofils müsst
en allerdings
noch geklärt werden, weshalb
er
ins
I._
überwiesen worden sei. In
seiner bisherigen Tätigkeit
sei er
wie
folgt arbeitsunfähig gewesen
(
Urk.
8/52/2):
100
%
vom
7.
November bis zum 1
1.
Dezember 2011
50
%
vom 1
2.
Dezember 2011 bis zum 1
9.
Februar 2012
30
%
vom 2
0.
Februar bis zum 3
0.
Juli 2012
50
%
vom 1
0.
September bis zum 2
6.
November 2012
75
%
vom 2
7.
November bis zum 2
1.
Dezember 2012
100
%
vom 2
2.
Dez
ember 2012 bis zum 3
1.
Mai 2013
2.8
J._,
Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin,
gab am 1
8.
Juli 2013 an, dass sich im Rahmen der beiden mit dem Beschwerdeführer geführten Gespräche gezeigt habe, dass dieser sehr motiviert sei zu arbeiten.
Auch rein monetä
r spüre er einen grossen Druck, dies möglichst bald wieder tun zu können. Aufgrund der plausibel dargelegten Einschränkungen, die sich auch im Laufe der Gespräche gezeigt und bestätigt hätten, stelle sich die Frage nach dem bestehenden Belastungsprofil einerseits und der Möglichkeit der Umsetzung andererseits. Eine vertrauensärztliche Untersuchung mit einer ausführlichen Beurteilung des Belastungsprofils sei ihres Erachtens trotz der
Untersuchungs
reihe
im
I._
sinnvoll (
Urk.
8/57).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 22.
August 2013 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Ste
llungnahme des
RAD-Arzt
es
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsa
pparates, vom 13.
Au
gust 2013
(
Urk.
8/58/4-5
).
3.2
RAD-Arzt
Dr.
K._
legte
in seiner
Stellungnahme dar, dass beim inzwischen 61-jährigen Beschwerdeführer unter Berücksich
tigung des aktuellen Bericht
s von
Dr.
B._
vom 1
3.
Mai 2013 bezüglich des ausgewiesenen
Gesundheits
schadens
seit der Berichterstattung von
Dr.
B._
vom 2
7.
Juni 2012
im Grunde genommen
nichts Wesentliches geändert habe,
wobei
im Sommer/Herbst 2012
zwischenzeitlich ein Myokardinfarkt im Vordergrund gestanden habe. Demnach sei folgender somatischer Gesundheitsschaden
ein
schliesslich der sich daraus
ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit gegeben: Zustand na
ch lumbalem
Verhebetrauma
am 7.
November 2011 mit persistieren
den Beschwerden (
lumbospondylogenes
Syndrom). Zusätzlich würden
als
Diagnosen ohne bleibende Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (1)
ein
Nicht-ST-Hebungsinfarkt
bei koronarer
Eingefässer
krankung
mi
t
Rekanalisation
RCA am 2
8.
Juli
2012, (2) ein Zustand nach
craniocervicalem
Beschleunigungs
trauma
II° am
6.
Juni 2006 und (3) eine Diskushernie rechts C5/6
bestehen
. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit für die bisherige Tätigkeit (Produktionsmitarbeiter
bei
der Firma
Y._
AG) könne auf die prinzipiell nachvollziehbaren Angaben des Hausarztes
Dr.
B._
abgestellt werden (vgl. E.
2.7
). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei von einer über den 3
1.
Mai 2013 hinausgehenden, dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die bisherige Tätigkeit auszugehen. Ebenso sei aber, wiederum abgestützt auf die detaillierten Angaben von
Dr.
B._
, für eine optimal
behinderungs
angepasste Tätigkeit von einer durchgehenden Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen, unterbrochen nur kurzzeitig Ende
August und
im
September 2012 durch den Myokardinfarkt. Aus dem zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit führenden Gesundheitsschaden ergebe sich klar das zu beachten
de Belastungsprofil einer
angepassten Tätigkeit, wie es
auch
Dr.
B._
bereits in seinem Beri
ch
t vom 27.
Juni 2012 beschrieben
und im Bericht vom 1
3.
Mai 2013 bestätigt habe. Dem Beschwerdeführer seien demzufolge körperlich leichte Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von La
sten über 10 kg, ohne häufiges B
ücke
n oder Rumpfdrehungen im Stehen und
ohne
Zwangs
haltungen
möglich. Eine spezielle Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit zur Erstellung eines solchen Belastungsprofils sei nicht erforderlich (
Urk.
8/58/4-5).
3.3
Diese Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
K._
, der den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat,
vermag
letztlich
nicht zu überzeugen
.
Es trifft zwar zu
, dass Dr.
B._
im Bericht vom
2
7.
Juni 2012
noch
angegeben hatte, dass der Beschwerdeführer in einer wechselbelastenden Tätigkeit, im Rahmen derer er keine Gewichte von mehr als 10 kg heben oder tragen müsse, wieder vol
l arbeitsfähig sein könnte (vgl. E. 2.3
).
Dass nach
der
Berichterstattung von Dr.
B._
vom 2
7.
Juni 201
2
eine
invalidenversicherungsrechtlic
h relevante
Verschlechterung d
es
Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers
eingetreten
sein könnte, kann anhand der vorliegenden Akten allerdings nicht ausge
schlossen werden
.
Denn wie
sich dem an die Mobiliar gerichteten Schreiben von
Dr.
B._
vom 2
1.
Januar 2013 entnehmen lässt, traten beim Beschwer
deführer in der Folge
offenbar
unklare Sensibilitätss
törungen an den Beinen auf (vgl. E. 2.5
).
Der
Rheumatologe
Dr.
E._
, dem der Beschwerde
führer von
Dr.
B._
daraufhin ein weiteres Mal
zugewiesen wurde,
sprach in seinem Schreiben vom 1
5.
Februar 2013
zuhanden der Klinik für Neurologie des
I._
von
invalidisierenden Schmerzen und subjektiven Lähmungs
erscheinungen im linken Fuss und Bein und bat die Ärzte der Klinik für Neuro
logie des
I._
um eine Stellungnahme zum Befund und zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerde
führers (vgl. E. 2.6
). Weshalb
RAD-Arzt
Dr.
K._
unter diesen Umständen
im August 2013, als er seine
Stellungnahme verfasste,
nicht
noch einen Bericht der
Klinik für Neurologie des
I._
zur möglicherweise erfolgten Untersuchung und gegebenenfalls deren Resultaten
einholen liess,
ist
nicht nachvollziehbar.
Im Weiteren wären j
e nachdem
noch zusätzliche
Abklärungen erforderlich gewesen.
Auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
K._
kann deshalb nicht abgestellt werden.
4.
Es ist somit festzuhalten, dass eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheits
zustands des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich
ist
und sich der medi
zi
nische Sachverhalt als
ergänzen
d
abklärungsbedürftig erweist.
Die Sache ist daher
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese selber abklärt oder gutachter
lich abklären lässt, ob beim Beschwerdeführer ein
invalidenversiche
rungs
rechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vorliegt. Danach hat si
e über sein
Leistungsbegehren neu zu entscheiden.
Di
e Beschwerde ist deshalb
gutzuheissen
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
Anspruch auf eine
Prozess
entschädigung
, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2‘000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.