Decision ID: ce02135d-4217-4399-bdef-1be0a6770803
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973, war wiederholt in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ in stationärer Behandlung (vgl. Urk. 10/32/1, Urk. 10/32/5, Urk. 10/32/11, Urk. 10/32/16, Urk. 10/32/22, Urk. 10/15 S. 1). Unter Hinweis auf eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch, und eine gemischte schizoaffektive Störung (Differentialdiagnose) meldete sich die Versi
cherte am 8. Oktober 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/7 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, tätigte erwerbliche (Urk. 10/1-5, Urk. 10/16, Urk. 10/43) und medi
zini
sche (Urk. 10/15, Urk. 10/19, Urk. 10/67, Urk. 10/71) Abklärungen und holte ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 21. Juli 2015 (Urk. 10/46) erstattet wurde.
Nach Erlass des Vorbescheids (Urk. 10/75) sprach die IV
Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 25. August 2016 (Urk. 10/97, Urk. 10/84 = Urk. 2/1) ab dem 1. August 2016 eine halbe Rente zu. Am 1. September 2016 verfügte die IV
Stelle über die Rentennachzahlung für die Zeit vom 1. April 2015 bis 31. Juli 2016 (Urk. 10/110 = Urk. 2/2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 22. September 2016 Beschwerde gegen die Verfügun
gen vom 25. August und vom 1. September 2016 (Urk. 2/1-2) und beantragte, diese seien aufzuheben und es seien ihr die gesetzliche Leistungen, insbesondere eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1. November 2011 (rich
tig: 2016, Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Gerichtsverfügung vom 8. Dezember 2016 wurde der Beschwerdeführerin antragsgemäss (Urk. 1 S. 2 Ziff. I 3) die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Melina
Tzikas
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt. Des Weiteren wurde ein zweiter Schrif
tenwechsel angeordnet und der Beschwerdeführerin eine Kopie der Beschwerde
antwort zugestellt (Urk. 11 Dispositiv Ziff. 1-3).
Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 18. Januar 2017 an den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (Urk. 13 S. 4). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. Januar 2017 (Urk. 16) auf eine Duplik, was der Beschwerde
führerin am 31. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
renten
ausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte auf das psychiatrische Gutachten vom 21. Juli 2015 ab. Sie vertrat daher den Standpunkt, dass seit dem 1. Oktober 2010 für die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin für ver
schiedene Branchen eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % bestehe. Für sämtliche dem Leiden angepasste Tätigkeiten werde jedoch ein Arbeitsfähigkeit von 50 % angerechnet (Urk. 2/1 S. 3). Die Beschwerdegegnerin ermittelte sodann ab dem 1. April 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % einen Anspruch auf eine halbe Rente (Urk. 2/1 S. 4). Es treffe nicht zu, das der psychiatrische Gutachter nur von einer Restarbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen ausgegangen sei; dies werde einzig von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (Urk. 9).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, aus dem Umstand, dass ihr eine leidens
angepasst
e Tätigkeit lediglich unter einschränkenden Bedingungen mög
lich sei und es sich um eine
Tätigkeit ohne Ansprüche an das Durchhaltevermö
gen, das Tempo, die Flexibilität, die Leistungsmenge und die Leistungsqualität handeln müsse, folge, dass sie über keine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwert
bare Rest
arbeitsfähigkeit verfüge (Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 15). Alternativ sei ein leidens
bedingter Abzug von mindestens 20 % auf dem Tabellenlohn vorzu
nehmen (Urk. 1 S. 5 Ziff. 17).
Vorliegend stelle sich die Frage, welche konkreten Tätigkeiten ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen und der objektiven und subjektiven Gegeben
heiten auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise noch offen stünden (Urk. 13 S. 2 f. Ziff. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere als die ihr zugesprochene halbe Rente hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war erstmals vom 2. bis 29. Oktober 2010
(Urk. 10/32/1) in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ in stationärer psychiatrischer Behandlung. Die Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ nannten im Austrittsbericht vom 18. November 2010 (Urk. 10/32/1-4) als Diagnose einen Verdacht auf eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen (F31.2). Als Differential
diagnose nannten sie zudem eine schizoaffektive Störung (S. 1). Sie führten aus, der Eintritt in die Klinik sei per fürsorgerische Unterbringung erfolgt aufgrund von Selbst- und Fremdgefährdung. Es habe ein agitierter Zustand mit gereizt-aggressivem Affekt und tätlichem Verhalten gegenüber dem Ehemann bestan
den mit Verdacht auf eine psychotische Symptomatik (S. 1 Mitte). Anam
nestisch sei es
bereits im Jahr 2002 zu einer psychiatrischen
Hospitalisation
in ähnlichem Zustand in Kolumbien gekommen (S. 1 unten).
3.2
Nach einer weiteren stationären Behandlung in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ vom 15. bis 29. August 2011 (Urk. 10/32/5) wurde im Austrittsbericht vom 30. August 2011 (Urk. 10/32/5-10) die Diagnose einer schizoaffektiven Störung, gegenwärtig manisch (F25.0) gestellt. Die behandelnden Ärzte führten aus, die Patientin habe sich bei der Einweisung in die Klinik wach, stark gestikulierend und schreiend gezeigt. Der Antrieb sei ebenfalls gesteigert gewesen. Weiter bestehe der Ver
dacht auf Halluzinationen (S. 2 oben).
Im Gegensatz zum ersten Klinikaufenthalt erscheine das Zustandsbild der Patien
tin nach der klinischen Beurteilung eher zu einer schizoaffektiven Stö
rung zu gehören. Unter einer
neuroleptischen
Medikation mit Quetiapin (
Seroquel
) in niedriger Dosierung habe sich das Zustandsbild der Patientin rasch verbessert. Eine anfänglich angestrebte Erhöhung der Dosis sei von der Patien
tin verweigert worden (S. 2 unten).
Die Beschwerdeführerin war in der Folge bei unveränderter Diagnose vom 4. bis 27. Januar 2012 (Urk. 10/32/11), vom 8. April bis 10. Mai 2013 (Urk. 10/32/16) und vom 13. Juni bis 1. Juli 2013 (Urk. 10/32/22) erneut in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ hospitali
siert.
3.3
Vom 20. August bis 8. September 2014 kam es zu einem weiteren stationären Aufenthalt in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ (Urk. 10/15 S. 1). Dr. med. Z._, Assistenzärztin, und Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt, Psychiatrische Universitätsklinik Y._, bestätigten im Austrittsbericht vom 20. Oktober 2014 (Urk. 10/15) die Diagnose einer schizoaffektiven Störung
(ICD-10 F25.1), gegenwärtig depressiv, bei Austritt weitgehend remittiert (S. 1).
Dr. Z._ und Dr. A._ führten aus, die Beschwerdeführerin sei freiwillig in die Klinik eingetreten in Begleitung ihres Ex-Mannes aufgrund einer depressi
ven Symptomatik vor der Hintergrund der bekannten schizoaffektiven Störung (S. 1). Seit dem letzten Klinikaufenthalt sei sie in ihrem Heimatland Kolumbien gewesen, mit dem Ziel, nicht mehr in die Schweiz zurückzukehren. In Kolum
bien habe sie aber eine grosse Krise erlebt, da sie gemäss eigenen Angaben während eines Monats kaum das Bett verlassen habe. Die Medika
mente, die sie von ihrem damaligen ambulanten Behandler in der Schweiz erhalten habe, habe sie nicht mehr eingenommen. Auf die Bitte ihres Ex-Mannes sei sie wieder in die Schweiz zurückgekehrt (S. 1 f.). Eine medika
men
töse Therapie sei auf Wunsch der Patientin nach ausführlicher Besprechung nicht installiert worden. Angesichts des Längsschnitts der Krankheitsgeschichte sei eine stimmungs
stabilisierende Medikation oder auch eine Medikation mit Quetiapin zu erwägen (S. 3).
3.4
Vom 29. Januar bis 17. Februar 2015 war die Beschwerdeführerin im Sanato
rium B._ in stationärer psychiatrischer Behandlung (Urk. 10/23 S. 1 oben). Diagnostiziert wurde eine gemischte schizoaffektive Störung (S. 1). Die zur Zuweisung führende
Aggravierung
des psychotischen Zustandsbildes mit Fremdaggressivität sei durch den Abstand zu der auslösenden Konfliktsituation mit dem Ehemann sehr rasch
regredient
gewesen (S. 4).
3.5
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in einem Bericht vom 25. Februar 2015 (Urk. 10/19) an, die Beschwerdeführerin sei seit dem 17. Februar 2012 bis auf Weiteres bei ihm in ambulanter psychiatri
scher Behandlung (S. 2 Ziff. 1.2).
Dr. C._ nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine gemischte schizoaffektive Störung. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er keine (S. 2 Ziff. 1.1). Der Psychiater führte zur Anamnese aus, die in Kolumbien geborene und aufgewachsene Beschwerde
führerin habe in der Schweiz in Restaurants, Modegeschäften und Hotels gear
beitet. In der vorletzten Anstellung sei ihr gekündigt worden, weil sie nicht habe verschweigen können, dass ihre Vorgesetzte Kleider gestohlen habe (S. 2 Ziff. 1.4).
Als Befund bestehe eine leichte Auffassungsstörung. Die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien unauffällig. Zudem bestünden eine religiöse und paranoide Wahrnehmung und Ich-Störungen in Form von
Derealisationserleben
, jedoch kein Depersonalisationserleben. Weiter bestehe ein sozialer Rückzug aufgrund der Befürchtung von Beeinflussungserleben von anderen Menschen. Aufgrund der Schwere der psychiatrischen Erkrankung sei die Prognose eher ungünstig (S. 3 Ziff. 1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Angestellte bestehe seit Februar 2012 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 3 Ziff. 1.6). Die berufliche Leistungsfähigkeit als Angestellte sei aufgrund der wahnhaften Störung und der verminderten Distanzierungsfähigkeit vermindert. Die Einschränkungen umfassten krankheitsbedingt die Symptome Gereiztheit, Streit, verminderte Konzentration sowie eine reduzierte Belastbarkeit und eine erhöhte Erschöpf
barkeit. Zudem komme es zum Auftreten von submanischen bis manisch psy
cho
tischen Zuständen mit religiösem Wahn, Beeinflussungserleben, Paranoia, Angst und Panik. Die Patientin gerate aufgrund der beschriebenen Symptomatik wiederholt in Zustände, in welchen sowohl der Arbeitgeber als auch der Ehe
mann wiederholt die Polizei gerufen hätten, so dass die Patientin schliesslich per fürsorgerische Unterbringung in
eine psychiatrische Klinik ein
ge
wiesen worden sei. Aufgrund der fehlenden Grundstabilität liege die Erwerbs
tätigkeit bei 0 % (S. 4 Ziff. 1.7 oben). Auch eine behinderungs
angepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht möglich (S. 4 Ziff. 1.7 Mitte).
3.6
Dr. C._ erstattete am 16. Juli 2015 (Urk. 10/48) zuhanden des psychiatri
schen Gutachters Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen Verlaufsbericht. Dr. C._ bestätigte darin die Diag
nose einer gemischten schizoaffektiven Störung (S. 1) und gab an, dass es unter psychopharmakologischer Medikation zu einer leichten Besserung gekommen sei (S. 2).
3.7
3.7.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr. D._ datiert vom 21. Juli 2015 (Urk. 10/46) und beruht auf der Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 8. Juli 2015, die im Beisein einer Dolmetscherin erfolgte (S. 1).
Dr. D._ führte zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin sei 1973 in Kolum
bien geboren und habe drei Brüder (S. 5 Ziff. 1 oben). In Kolumbien habe sie jeweils sechs Jahre die Primar- und die Sekundarschule besucht. Einen Berufsabschluss habe sie nicht erworben. Sie sei in verschiedenen Berufen tätig gewesen. Kurzzeitig habe sie ein Studium der Psychologie aufgenommen und wieder abgebrochen. Zirka von 1999 bis 2001 habe sie Jura studiert. Sie habe das Studium aber wegen einer „psychischen Krise“ abgebrochen (S. 5 Ziff. 1 Mitte). In der Schweiz habe sie maximal während sieben Monaten eine Anstel
lung innegehabt. Dabei habe sie stundenweise als Modeverkäuferin gearbeitet. Weiter habe sie stundenweise Kinder betreut und einen Monat im Service gear
beitet. Zirka 2006/2007 sei sie während eines Monats als Allrounderin in einem Hotel bei Chur tätig gewesen. Während zweier Saisons habe sie jeweils drei Monate in einem Hotel in Zermatt als
Minibar-Kontrolleurin gearbeitet. Dies sei 2010 ihre letzte berufliche Aktivität gewesen (S. 6 oben).
Die Beschwerdeführerin habe zirka im Alter von 18 Jahren versucht sich umzu
bringen. Sie habe Gift getrunken und sei von ihrer Mutter in ein Spital gebracht worden. Zirka im Jahr 2000 sei sie in Kolumbien wegen einer „psychischen Krise“ in einer psychiatrischen Klinik stationär behandelt worden (S. 7 oben). In der Schweiz habe sie zirka im Jahr 2003 nochmals versucht sich umzubringen, indem sie übermässig Medikamente eingenommen habe. Sie sei jedoch nicht ärztlich behandelt worden (S. 7 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe zögerlich, ausweichend und ambivalent auf die Frage geantwortet, ob sie krank sei. Sie habe angegeben, dass sie zwar die ärztlich verordneten Medikamente einnehme, weil diese eine innerliche Unruhe lindern würden. Deshalb sei sie aber nicht krank (S. 8 oben).
3.7.2
Die Beschwerdeführerin habe bei der Untersuchung flüssig, sehr differenziert und strukturiert formuliert. Fragen zu den mehrfachen stationären, psychia
trisch-psychotherapeutischen Behandlungen seien allerdings vage, allgemein, oberflächlich und ausweichend beantwortet worden. Die Intelligenz, die Auf
fassungsgabe, die Merkfähigkeit und die Konzentration seien unauffällig gewe
sen. Daten seien jedoch ungenau angegeben worden. Darüber hinaus sei das Gedächtnis intakt (S. 17 oben). Die Beschwerdeführerin schildere Ich
Störungen (Gott innerlich reden spüren) und es bestünden Hinweise auf taktile Wahrneh
mungsstörungen (S. 17 Mitte). Anlässlich der Untersuchung seien keine objekti
ven Hinweise zu finden gewesen für eine psychomotorische Verlangsamung, eine Verflachung des Affekts, eine qualitative oder quantitative Sprachverar
mung oder für eine geringe nonverbale Kommunikation durch Gesichtsaus
druck, Blickkontakt, Modulation der Stimme oder durch die Körperhaltung. Ebenso
bestünden keine Anhaltspunkte für eine Vernachlässigung der Körper
pflege (S. 17 Ziff. 4.1 unten).
3.7.3
Dr. D._ nannte als Diagnose eine schizoaffektive Störung (F25) mit einem gegen
wärtig affektlabil-wahnhaften Syndrom bei misstrauischer, pho
bisch/ängst
li
cher und niedergeschlagener Verstimmung (S. 18 Ziff. 5).
Im Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._ vom 18. November 2010 sei der Verdacht auf eine bipolare affektive Störung mit gegenwärtig manischer Episode mit psychotischen Symp
tomen gestellt worden. Die Diagnose sei
syndromal
beschrieben worden und sei vor dem Hintergrund der anamnestischen Angaben nachvollziehbar. Zum Zeit
punkt des Klinikaustrittes habe noch ein hypomanischer Zustand mit fluk
tu
ierend dysphorischen Affektdurchbrüchen bestanden bei suboptimaler Psycho
pharmakotherapie. Im Austrittsbericht vom 30. August 2011 sei schliesslich eine schizoaffektive Störung mit manischer Episode diagnostiziert worden. Diese Einordnung sei in der Folge bestätigt worden und bis heute unwidersprochen geblieben (S. 19 Mitte). Im Vordergrund der subjektiv empfundenen Beeinträch
tigungen stehe ein phobisch/ängstliches und niedergeschlagenes Syndrom bei misstrauischer paranoider Grundhaltung. Ein Krankheitsgefühl und eine Krank
heitseinsicht im engeren Sinne seien nicht vorhanden. Die objektiven psycho
pathologischen Befunde seien am 8. Juli 2015 mittelschwer ausgeprägt gewesen (S. 21 unten). Bei der Diagnose einer schizoaffektiven Störung handle es sich um eine psychische Störung, die Symptome einer Schizophrenie und einer manisch-depressiven Störung (bipolare affektive Störung) in sich vereine. Zusätzlich zu Symptomen einer affektiven Störung würden Symptome aus dem schizophrenen Formenkreis wie zum Beispiel Wahn, Beeinflussungserleben oder Halluzinationen auftreten (S. 22 oben).
3.7.4
Mit Verweis auf den Arztbericht vom 18. November 2010 bestehe aus psychiatri
scher Sicht seit Oktober 2010 ohne
angemessene Behandlung (insbe
sondere eine Psychopharmakotherapie) für die bisher in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von über 75 % (von 100 %). Dies wegen einer deutlich reduzierten kognitiv-emotionalen Belastbar
keit sowie störender wahnhafter und affektiver Symptome. Für die Dauer der jeweiligen stationären Behandlungen sei bereits aus formalen Gründen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Leistungsfähigkeit ver
mindere sich vor allem bei intensivem zwischenmenschlichem Kontakt und/oder bei „Stress“. Hinzu kämen ein vermehrter Betreuungsaufwand und eine inkon
stante Leistungsfähigkeit. Für sehr einfache Verweistätigkeiten ohne Ansprüche an das Durchhaltevermögen, das Tempo, die Flexibilität und die Leistungs
menge beziehungsweise die Leistungsqualität bestehe noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % (von 100 %). Für Arbeiten im Haushalt sei eine Einschränkung von 25 % anzunehmen (S. 22 f.). Aufgrund der Vorgeschichte bestünden Zweifel an der Therapietreue der Beschwerdeführerin. Bei angemes
sener Behandlung, wie dies belang nur mittels stationärer Behandlung kurzfris
tig teilweise erreicht worden sei, sei von einer langfristigen Minderung der Arbeitsfähigkeit für jede Form einer ausserhäuslichen Tätigkeit von 35 % (von 100 %) auszugehen. Arbeiten im Haushalt seien in diesem Fall uneingeschränkt zumutbar (S. 23 oben).
Eine psychotherapeutische inklusive einer psychopharmakologischen Behand
lung solle fortgesetzt oder eingeführt werden (S. 23 oben). Dr. D._ hielt fest er habe bei seiner ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch krank
heitsfremde Gesichtspunkte (soziale Aspekte wie Herkunft, Migration, fehlende Berufsausbildung, kein Berufsabschluss, einfache und geringe Berufserfahrung, Abstinenz von und Lage am Arbeitsmarkt, mangelnde Deutschkenntnisse etc.) mitbedacht
und habe diese von krankheitsbedingten, objektivierbaren Befunden abgegrenzt (S. 23 unten). Bei angemessener Behandlung sei eine substanzielle Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. In diesem Fall sei von einer langfristigen Minderung der Arbeitsfähigkeit für jede Form einer ausserhäusli
chen Tätigkeit vom 35 % (von 100 %) auszugehen (S. 24 Ziff. 7 Mitte).
3.8
Dr. med. E._, Facharzt für Anästhesiologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellungnahme vom 27. Juli 2015 (Urk. 10/73 S. 4) aus, das psychiatrische Gutachten von Dr. D._ vom 21. Juli 2015 sei umfassend, beruhe auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtige die geklagten Beschwerden und die
Vorakten
. Die Beurteilung der medizini
schen Zusammenhänge sei zudem einleuchtend und die medizinischen Schlussfolgerungen seien begründet.
In der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin bestünden eine Verminderung des Durchhaltevermögens, des Tempos, der Flexibilität sowie der Leistungsmenge und der Leistungsqualität. In dieser Tätigkeit bestehe seit Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 75 bis 100 %. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % denkbar. Bei Beachtung einer konsequenten, regelmässigen, leitliniengerechten fachärztlichen psychia
trischen Therapie sei eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit zu erwarten.
3.9
Dr. A._, Psychiatrische Universitätsklinik Y._, erstattete am 25. Januar 2016 (Urk. 10/67) einen Bericht über einen weiteren Klinikaufenthalt der Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen Universitätsklinik Y._, der vom 3. bis 21. Oktober 2015 dauerte (S. 2 Ziff. 1.3).
Dr. A._ gab auf die Fragen der Beschwerdegegnerin zur Arbeitsfähigkeit an, aufgrund der schizoaffektiven Störung hätten zum Zeitpunkt des Klinikein
trittes deutliche
Defizite der Konzentration und der Auffassung und formal-ge
dankliche Störungen im Sinne einer Sprunghaftigkeit und einer Inkohärenz bestanden. Weiter hätten eine deutlich wahnhaft bedingte Einschränkung der kritischen Realitätswahrnehmung sowie eine angetriebene, teils bizarre Psychomotorik bestanden bei konsekutiv ausgeprägter Verminderung des gesamten Leistungsvermögens. Für den Zeitraum der
Hospitalisation
habe daher eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden (S. 1
lit
. a). Unter konsequenter integrierter psychiatrischer Behandlung mit Psychopharmakotherapie, Psycho- und Ergotherapie sowie sozialer Beratung sei eine weitere Stabilisierung zu erhoffen, so dass die Patientin gegebenenfalls zu einem gewissen Grad arbeits
fähig werden könne. Dies solle jedoch im Verlauf durch den ambulanten psychiatrischen Behandler evaluiert und beurteilt werden (S. 1
lit
. b).
Unter antipsychotischer Medikation und stimmungsstabilisierender Medikation sei eine partielle Remission der Symptomatik erreicht worden (S. 3).
Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine gemischte schizoaffektive Störung. Im Rahmen der
Hospitalisation
hätten deutliche Positivsymptome sowie kognitive Defizite bestanden. Die Positivsymptomatik habe sich in Form eines floriden religiösen und eines Grössenwahnes geäussert sowie in Form von formalge
danklichen Störungen im Sinne von Inkohärenz und Sprunghaftigkeit mit Defi
ziten der kritischen Realitätswahrnehmung. Des Weiteren habe eine Einschrän
kung des gerichteten und perspektivischen Denkens und Handelns vorgelegen. Die kognitiven Defizite hätten sich geäussert in Form von Auffassungs- und Konzentrationsstörungen und von Defiziten in der Anpassungsfähigkeit, der Flexibilität, der exekutiven Funktionen, des Durchhaltevermögens und der Belastbarkeit. Die beschriebenen Defizite hätten sich im Zeitraum der
Hospita
lisation
vom 3. bis 21. Oktober 2015 durch eine
massive Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausgewirkt (S. 4 Ziff. 1.7). Zum Zeitpunkt des Austrittes aus der Klinik sei die Wiederaufnahme der letzten Tätigkeit nicht möglich gewesen (S. 5 Ziff. 1.7 oben). Zu diesem Zeitpunkt habe lediglich eine Teilremission der schizoaffektiven Symptomatik bestanden (S. 5 Ziff. 1.8).
3.10
Dr. C._ führte in einem Bericht vom 24. Februar 2016 (Urk. 10/71) aus, die Patientin benötige und erhalte zirka seit Mai 2015 Unterstützung durch die psychiatrische Spitex. Sie benötige diese Hilfe zur Bewältigung der Alltagsauf
gaben sowie für viele administrative Belange (S. 2 Ziff. 1.4). Aufgrund der schwerwiegenden Erkrankung seien aus psychiatrischer Sicht keine ausreichen
den Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit, auch nicht für eine angepasste Tätigkeit, gegeben. Die Patientin zeige einerseits unter suffizienter psychophar
makologischer Medikation keine psychotischen Zustände mehr. Andererseits erscheine sie jedoch wie „abgeschaltet“. Dies zeige sich in einer deutlichen Hemmung auf kognitiver, emotionaler, psychosomatischer und interaktioneller Ebene (S. 2 Ziff. 2).
Die Behandlung erfolge in einem Rhythmus von zwei Wochen (S. 4 Ziff. 3.1). Aufgrund der chronifizierten, schwerwiegenden psychischen Erkrankung mit rezidivierenden psychotischen Exazerbationen sei eine adäquate Dosisan
passung erforderlich, um weitere Exazerbationen weitestgehend zu vermeiden und eine Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes zu erreichen. Die Patientin sei jedoch unter Einfluss der Medikation dermassen beeinträchtigt, dass sie aus psychiatrischer Sicht als nicht arbeitsfähig erscheine. Konkret sei sie kognitiv, emotional und psychomotorisch verlangsamt. Dies könne in einer Potentialabklärung im Rahmen eines Belastbarkeitstrainings bestätigt werden (S. 4 Ziff. 3.3).
3.11
Dr. E._ führte in einer weiteren Stellungnahme vom 15. April 2016 (Urk. 10/73 S. 5 unten) aus, gemäss dem Arztbericht von Dr. C._ vom 24. Februar 2016 sei die Beschwerdeführerin mit einem Rhythmus von zwei Wochen bei ihm in Behandlung. Dr. C._ habe den Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin als unverändert bezeichnet, abgesehen von einer
Hospitalisation
vom 3. bis 21. Oktober 2015. Dr. D._ habe mit plausibler Begründung angegeben, weshalb auf die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. C._ nicht abgestellt werden könne. Aufgrund des aktuellen Arztberichtes sei die erhoffte richtungsweisende Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht eingetreten. Es werde deshalb auf die Einschätzung gemäss der früheren Stellungnahme vom 27. Juli 2015 abgestellt.
4.
4.1
Dr. D._ stellte bei der Beschwerdeführerin die Diagnose einer schizoaffekti
ven Störung (E. 3.7.3 hiervor). Der Gutachter attestierte ihr aufgrund der Erkrankung für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Verkauf seit Oktober 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von über 75 %. Für einfache Verweistätigkeiten besteht nach Einschätzung des Gutachters jedoch eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % be
ziehungsweise eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (E. 3.7.4). Der behandelnde Psychiater Dr. C._ erachtete die Beschwerdeführerin dagegen auch für eine angepasste Tätigkeit als zu 100 % arbeitsunfähig (E. 3.10 hiervor).
Aktenkundig sind sodann zahlreiche Klinikaufenthalte der Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2010.
Aus den Berichten über die verschiedenen stationären Aufenthalte der Beschwer
deführerin geht hervor, dass mittels geeigneter medikamentöser Behandlung eine substantielle Verbesserung des Zustandes der Beschwerde
führerin erreicht werden konnte beziehungsweise könnte.
Dies in dem Sinne, dass dadurch eine Stabilisierung der Stimmung eintritt. Diese Behandlung wurde jedoch teilweise von der Beschwerdeführerin verweigert, ohne dass für dieses ablehnende Verhalten medizinische Gründe genannt wurden. Eine konse
quente Behandlung, die gemäss
Dr. D._
auch aus rein ethischen Erwägungen im Interesse der Patientin dringend indiziert sei, ist zumutbar. Sie wurde denn auch gemäss
Dr. C._
nun aufgenommen, mit dem Resultat, dass die Beschwerdeführerin dadurch keine psychotischen Zustände mehr zeige. Gleich
zeitig bewirkt die Medikation gemäss
Dr. C._
eine kognitive, emotionale und psychomotorische Verlangsamung, was aus Sicht von
Dr. C._
wiede
rum eine volle Arbeitsunfähigkeit verursache (vgl. vorstehend E. 3.10).
Dr. C._
nahm jedoch keine Stellung dazu, weshalb die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen nicht fähig sein sollte, ein behinderungsangepasstes Pensum von 50
%
zu bewältigen. Denn das von
Dr. D._
geschilderte Belastungsprofil einer solchen Tätigkeit ohne Ansprüche an das Durchhaltevermögen, das Tempo, die Flexibilität und die Leistungs
menge nimmt gerade auf die von
Dr. C._
geschilderten, medikamentös bedingten Einschränkungen Rücksicht. Dies schloss offenbar auch
Dr. C._
nicht aus, empfahl er doch eine Potentialabklärung zur genauen Belastbarkeits
analyse, was angesichts der Beurteilung durch
Dr. D._
jedoch entbehrlich ist.
4.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.3
Das Gutachten von Dr. D._ vom 21. Juli 2015 erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens. Darin wer
den die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin um
fas
send dargelegt. Weiter beruht es auf den notwendigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Es vermag sodann auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schluss
folgerungen zu überzeugen.
Die Einschätzung durch Dr. D._ erfolgte sodann in Kenntnis der zahlreichen Klinikaufenthalte der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren. Der Gutachter ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin die verbliebene Rest
arbeits
fähig
keit namentlich bei Anwendung der erforderlichen Psycho
pharmako
therapie noch verwerten kann. Soweit die Beschwerdeführerin vor
brachte, sie verfüge über keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits
markt mehr (Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 15), kann ihr nach der Beurteilung des Gutachters nicht gefolgt werden.
Insbesondere ist aus der Beurteilung durch Dr. D._ nicht zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin einzig in einer geschützten Stätte arbeitsfähig ist. Ihren Beeinträchtigungen ist jedoch zusätzlich im Rahmen eines behinderungsbedingten Abzugs vom Tabellenlohn zu entsprechen (dazu nach
folgend E. 6).
Auf das Gutachten von Dr. D._ kann abgestellt werden.
Auf die von Dr. C._ attestierte volle Arbeitsunfähigkeit auch für eine behin
derungsangepasste Tätigkeit kann dagegen nach dem Gesagten nicht unbesehen abgestellt werden. Namentlich ist auf den Grundsatz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch
für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom 6. April 2006 E. 5.5).
4.4
Der medizinische Sachverhalt ist daher gestützt auf das Gutachten von Dr. D._ als dahingehend erstellt zu erachten, dass für die angestammte Tätigkeit im Verkauf von einer Arbeitsunfähigkeit von über 75 % auszugehen ist, dass in einer angepassten Tätigkeit aber eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50 % besteht.
5.
5.1
B
ei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls
der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
si
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tur
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gege
ben
en
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
spre
chung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden
ver
sicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk
tur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Ein
kommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S.
321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxis
gemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditäts
grades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzu
stellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeits
kraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S.
290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007
E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
6.
6.1
Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) war die Beschwer
de
führerin in der Schweiz kaum erwerbstätig (vgl. Urk. 10/43). Die Beschwerdegegnerin stellte darauf ab, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall eine Hilfsarbeitertätigkeit ausgeübt hätte, und ermittelte das
Validen
ein
kommen
daher anhand von Tabellenlöhnen, was nicht zu bean
standen und im Übrigen unbestritten ist.
Damit ist als
Valideneinkommen
der von der Beschwerdegegnerin ermittelte Wert von rund Fr. 54‘874.-- einzusetzen.
6.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen ebenfalls anhand von Tabellenlöhnen. Einen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn lehnte die Beschwer
degegnerin gemäss dem internen Feststellungsblatt vom 12. Mai 2016 ab (Urk. 10/72 S. 2).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2
mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff BGE 110 V 273 E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Das
Angewiesensein
auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers stellt
jedoch
praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8, Urteil 8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4).
Nach dem von Dr. D._ umschriebenen Belastungsprofil benötigt die Beschwer
deführerin ein Arbeitsverhältnis, in welchem keine besonderen Anfor
derungen an das Durchhaltevermögen, das Arbeits
tempo und die Arbeitsquan
tität und -qualität gestellt werden. In diesem Sinne ist sie auf ein gewisses Ver
ständnis und Entgegenkommen eines potentiellen Arbeitgebers angewiesen.
Dies allein genügt nach dem Gesagten nicht als eigenständiges Abzugskrite
rium.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund des zu beachtenden Tätigkeitsprofils auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. vorstehend E. 5.4) und in Anbetracht ihrer Fähigkeiten ein geringeres Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten offen steht. Die 1973 geborene Beschwerdeführerin ist jedoch nicht aufgrund ihres Alters benachteiligt, und Teilzeitarbeit wirkt sich bei Frauen statistisch eher proportional
lohnerhöhend
aus
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
November 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Unter Berücksichtigung aller Umstände ist deshalb ein Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 15 % angemessen. Ein höherer Abzug von 20 % erscheint jedoch nicht gerechtfertigt.
6.4
Die Beschwer
degegnerin ermittelte gestützt auf die LSE ein hypothetisches Invali
deneinkommen von rund Fr. 27‘437.-- in dem der Beschwerdeführerin zumutbaren Pensum von 50 %, was der Hälfte des ermittelten
Valideneinkom
mens
(vgl. vorstehend E. 6.1) entspricht und nicht zu beanstanden ist. Unter Berücksichtigung eines Abzugs von 15 % ergibt sich ein Wert von rund Fr. 23‘322.-- (Fr.
27‘437.
--
x 0.85).
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von Fr. 54‘874.-- mit dem Invalidenein
kommen von Fr. 23‘322.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 31‘552.--, was einem Invaliditätsgrad von 57.5 oder gerundet (BGE 130 V 121) 58 % ent
spricht. Damit besteht, wie von der Beschwerdegegnerin ermittelt, Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6.5
Zusammenfassend erweisen sich die angefochtenen Verfügungen vom 25. August und vom 1. September 2016 als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung sind die Kosten jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte dem Gericht am 15. Juni 2017 (Urk. 18) die Honorarnote in Höhe von Fr. 3‘522.55 (inklusive Spesen und Mehrwertsteuer, Urk. 19/1) ein. Diese erweist sich angesichts der Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels als angemessen.
Jedoch beträgt der praxisge
mässe gerichtliche
Stundenansatz für anwaltliche Leistungen Fr. 220.-- und nicht, wie von der Rechtsvertreterin eingesetzt, Fr. 250.--. Bei einem Aufwand von insgesamt 12 Stunden und 40 Minuten ergibt sich somit ein Betrag von Fr. 2‘787.--. Zuzüglich Spesen von 3 % (Fr. 83.60) und Mehrwertsteuer von 8 % (Fr. 229.60) beträgt die Entschädigung Fr. 3‘100.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Die Rechtsvertreterin ist daher von der Gerichtskasse mit Fr. 3‘100.-- zu entschädigen.