Decision ID: 3b896280-939f-5bfc-b68e-a153b271961d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
liess sich
im Jahr 2001 in
der
Schweiz
nieder
und war zunächst bei verschiedenen Arbeitgebern im Service und als Disponentin tätig. Danach nahm sie
mit zeitweisen Unterbrüchen
eine selbständige Tätig
keit im Kosmetik- und
im
Sexgewerbe auf. Ein erstes Leistungsbegehren vom 2
5.
September 2008
für eine Invalidenrente
wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 24. September 2010 ab
(
Urk.
8/C S. 2)
. Nachdem sich die Versicherte am 22. August 2012 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte, verneinte die IV-Stelle nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen mit Verfügung vom 1
2.
Juli 2017 abermals den Leistungsanspruch (
Urk.
8/B).
Die dagegen von der Versicherten erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2017.00819 vom 7. Januar 2019 ab (
Urk.
8/C; vgl. zum Sachverhalt
S. 2
jenes
Urteils). Dieses erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am
9.
April
2019
meldete sich die Versicherte zum Bezug von
rentenlosen
Er
gänzungsleistungen
an (
Urk.
8/10).
Mit Schreiben vom 2
4.
April 2019
wies
die
Stadt
Y._
, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend:
Durch
führungsstelle
)
,
darauf hin, es bestehe kein
Anspruch auf Zusatzleistungen ohne Rente
, da ge
mäss
dem
Urteil
des Sozialversicherungs
gerichts vom 7.
Januar 2019 kein Invaliditätsgrad von mindes
tens 40
%
ausgewiesen sei (Urk.
8
/12). Am 1
0.
Mai 2019 verfügte sie in diesem Sinne (
Urk.
8/V/1), wogegen die Versicherte am
5.
Juni 2019 Einsprache erhob (
Urk.
8/13).
Diese wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom 28.
November 2019 ab (
Urk.
2 = Urk.
8/V/2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
3.
Januar 2020 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei fest
zustellen, dass sie zu
mindestens
80
%
arbeitsunfähig sei und ihr deshalb renten
lose Ergänzungsleistungen auszurichten seien. Eventualiter seien zwecks Klärung des Invaliditätsgrades weitere
medizinische
Abklärungen in die Wege zu leiten. Im Weiteren sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (U
rk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Januar 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3.
Februar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde
(
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2021 sind die geänderten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
,
der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV)
,
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung (ELG)
sowie
der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). D
ie Beschwerdeführerin meldete sich am
9.
April 2019 zum Bezug von
Zusatzleistungen an (
Urk.
8/10), worauf d
ie Beschwerdegegnerin den Anspruch letztmals im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
vom 2
8.
November 2019
verneinte
(Urk. 2).
Vor diesem Hinter
grund
sind die bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall anzuwenden und in dieser Fassung zu zitieren.
1
.2
1.2.1
Nach Art. 2 Abs. 1 ELG gewähren der Bund und die Kantone denjenigen Per
sonen, welche die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen, Ergänzungs
leistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs.
1.2.2
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung besteht grundsätzlich ab Be
ginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern
sämt
liche gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 12 Abs. 1 ELG). Der Anspruch er
lischt am Ende des Monats, in dem
eine der Voraussetzungen dahin
gefallen ist (Art. 12 Abs. 3 ELG).
1.2.3
Nach den allgemeinen Voraussetzungen in Art. 4 Abs. 1 ELG haben Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz (Art. 13 ATSG) Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie nach dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) eine Altersrente, eine Witwen-/ Witwerrente oder eine Waisenrente beziehen (
lit
. a,
lit
.
a
bis
und
lit
.
a
ter
) oder wenn sie nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) eine Invalidenrente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ununterbrochen während mindestens sechs Monaten ein Taggeld beziehen (
lit
. c). Des Weiteren haben auch jene Personen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen, welche Anspruch hätten auf eine Alters
rente oder eine Invalidenrente, wenn sie die Mindestbeitragsdauer nach Art. 29 Abs. 1 AHVG (
lit
. b) beziehungsweise nach Art. 36 Abs. 1 IVG (
lit
. d) erfüllen würden (sogenannte selbständige, rentenlose Ergänzungsleistungen; vgl.
Jöhl
/
Usinger
-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, S. 1720 ff.
Rz
24 f.).
1.2
.4
Da es sich bei den durch Verweis in Art. 4 Abs. 1
lit
. d ELG anwendbaren An
spruchsvoraussetzungen für IV-Renten materiell um Bestimmungen des ELG han
delt, sind ausschliesslich die EL-Durchführungsstellen zur Prüfung der Leistungs
gesuche zuständig. Dies schliesst eine amtshilfeweise Sachverhalts
abklärung für den IV-spezifischen Teil durch die IV-Stellen nicht aus (
Jöhl
/
Usinger
-Egger, a.a.O., S. 1722 f.
Rz
25
).
1.2
.5
Die IV-Stelle legt im Auftrag der EL-Stellen die Höhe des Invaliditätsgrades von Personen fest, die eine
sogenannte
selbständige,
rentenlose
Ergänzungsleistung gemäs
s Art. 4 Abs. 1
lit
. d ELG bean
spruchen. Zudem bestimmt die IV-Stelle, seit
wann eine Invalidität in renten
begründendem
Ausmass besteht. Das Ergebnis der Abklärungen teilt sie der EL-Stelle mit (Art. 57 Abs. 1
lit
. f IVG; Art. 41 Abs. 1
lit
. k der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV]
; Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL],
Stand
1.
Januar 2020,
Rz
2230.04
; Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenv
ersicherung, KSVI,
Stand
1.
Januar 2018,
Anhang III).
Ist ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ausgewiesen, ermittelt die EL-Stelle den Ergänzungsleistungsanspruch und erlässt die entsprechende Verfügung. Wird dagegen Einsprache erhoben beziehungsweise d
er
Einspracheentscheid
angefoch
ten und ist der Invaliditätsgrad oder –eintritt streitig, holt die EL-Stelle eine Stellungnahme der IV-Stelle ein. Ferner besti
mmt die EL-Stelle den Revisions
termin und gibt der IV-Stelle den Auftrag zur R
evision (
Rz
2230.
04 WEL
; Anhang III KSVI).
1.3
1.3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2019 hielt die Beschwerdegegnerin zusammengefasst fest,
das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich habe mit Urteil vom
7.
Januar 2019 erwogen, dass der Ver
sicherungsfall bei der Beschwerdeführerin bereits vor der Einreise in die Schweiz eingetreten sei und deshalb keine genügenden Beitragsjahre für eine schweizerische Invalidenrente hätten geleistet werden können. Im gleichen Urteil habe das Gericht unter der hypothetischen Annahme, dass sämtliche versicherungs
mässigen
Voraussetzungen erfüllt sei
en, den Invaliditätsgrad auf 20
% festgelegt (
Urk.
2 S. 1).
Der Beschwerdeführer
in
sei zwar
insofern
zuzustimmen,
als bei rentenlosen Er
gänzungsleistungen grundsätzlich das Amt für Zusatzleistungen die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei der IV-Stelle in Auftrag geben müsse.
Solche Be
rechnungen des Invaliditätsgrades würden stets auf der Annahme basieren, das
s
die Beschwerdeführerin einerseits ohne Gesundheitsschaden in die Schweiz ein
gereist sei und andererseits auch die notwendigen Beitragsjahre erfüllt habe. Eine Berechnung ohne diese hypothetischen Annahmen sei gar nicht denkbar. Die Beschwerdeführerin habe offengelassen, inwiefern sich eine von ihr nicht konkret dargelegte andere Berechnungsart zu ihren Gunsten auswirken könnte.
Es könne
daher
ohne Weiteres auf den vom Gericht festgelegten Invaliditätsgrad abgestellt werden.
Wie bereits verfügungsweise festgehalten, sei somit der für eine renten
lose Ergänzungsleistung zwingend erforderliche Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
nicht gegeben (
Urk.
2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 1
3.
Januar 2020 im Wesentlichen geltend,
der seitens des Gerichtes berechnete
Invaliditätsgrad von 20
%
sei
für die
Ermittlung d
es Anspruchs auf rentenlose Ergänzungsleistungen nicht massgebend
. Das Gericht habe rechtskräftig fest
gehalten, dass sie mit einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
in die Schweiz eingereist sei. Ein genauer Invaliditätsgrad sei hernach weder seitens des Gerichtes, noch der IV-Stelle oder der Beschwerdegegnerin ermittelt worden.
Auf die von den Gutachtern attestierte Arbeitsunfähigkeit könne abgestellt werden, weshalb von einem Invaliditätsgrad von mindestens 80
%
auszugehen sei. Folglich sei der Anspruch auf rentenlose Ergänzungsleistungen zu bejahen (Urk.
1 S. 12 und S. 19).
3.
3.1
Unbestrittenermassen steht
angesichts des Urteils IV.2017.00819 des hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
8/C E. 3.4)
rechtskräftig
fest, da
ss die Beschwerdeführerin keine
Rent
e der Invalidenversicherung bean
spruchen kann, da der Versicherungsfall bereits zu einem Zeitpunkt eingetreten war, als noch nicht während der erforderlichen Mindestdauer Beiträge geleistet worden waren (
vgl.
Urk.
1 S. 19,
Urk.
2 S. 1). Zu prüfen ist somit, ob sie Anspruch auf rentenlose
, selbständige
Ergänzungsleistungen
hat, die gemäss
Art.
4
Abs.
1
lit
. d ELG einen hypothetischen Rentenanspruch voraussetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_710/2017 vom 1
3.
Dezember 2017 E. 3.3 mit Hinweisen).
3.2
3.2.1
Uneinig sind sich die Parteien
hinsichtlich der
Frage
,
ob der Invaliditätsgrad im Urteil IV.2017.00819
(
Urk.
8/C)
bereits verbindlich auf 20
%
festgelegt wurde, womit einem hypothetischen Rentenanspruch
mit Blick auf
Art.
28 Abs.
1
lit
. c IVG die Grundlage entzogen wäre (vgl. vorstehende E. 1.3.2).
3.2.2
Das Sozialversicherungsgericht
hat
sich
im erwähnten Urteil im Rahmen einer Eventualbegründung
zum Invaliditätsgrad geäussert
. Dabei ging es von der hypothetischen Annahme aus, die versicherungsmässigen Voraussetzungen wären erfüllt (
Urk.
8/C E. 4.1).
Des Weiteren
ging es
in gebotener Kürze
auf die von der IV-Stelle eingeholten psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
8.
September 2014 sowie
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
5.
Februar 2016 ein.
Im Ergebnis erachtete es die Einschätzung der Gut
achter, welche der Beschwerdeführerin eine schwere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit attestierten, für höchst zweifelhaft, enthielt sich jedoch einer ab
schliessenden Beurteilung
(
vgl.
Urk.
8/C
,
Sachverhalt
Ziff.
1.2 sowie E. 4.2 und 4.3.1)
.
Den Einkommensvergleich führte das Gericht sodann unter der
Hypothese
durch, dass
die Beschwerdeführerin erst ab Januar 2012 aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit
selbst für leidensadaptierte Tätigkeiten
zu 80 %
eingeschränkt
gewesen sei
. Bei der Festlegung des
Valideneinkommens
stellte es auf den Auszug aus dem individuellen Konto ab (IK-Auszug); das In
valideneinkommen wurde
demgegenüber
auf der Grundlage
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik ermittelt (
Urk.
8/C E. 4.3.1-4.3.3).
3.2.3
Diese Ausführungen in der Eventualbegründung machen deutlich, dass der Ein
kommensvergleich
damals
in summarischer Weise gestützt auf mehrere hypothetische Annahmen vorgenommen wurde.
So ging das Gericht nicht nur davon aus, die versicherungsmässigen Voraussetzungen wären erfüllt, sondern
orientierte sich auch
nicht ohne Zweifel daran zu äussern
an der
von den beiden involvierten Gutachtern
im Jahr 2014 respektive 2016
bescheinigten Arbeitsunfähigkeit. Eine abschliessende Würdigung der medizinischen Akten fand indes nicht statt
, da dies mit Blick auf den Einkommensvergleich nicht er
forderlich war.
In Bezug auf das in
jenem
Zusammenhang herangezogene
Valideneinkommen
ist
hervorzuheben
, dass
dieses auf der
Hypothese
beruht, die Beschwerdeführerin sei nicht invalid eingereist
und erst im Verlaufe des Auf
enthalts in der Schweiz erkrankt
, was
mit Blick auf die
Hauptbegründung im Urteil IV.2017.00819
tatsächlich jedoch nicht der Fall ist.
Entsprechend kann im Rahmen der jetzigen Ermittlung des Invaliditätsgrad
es
das gemäss IK-Auszug er
wirtschaftete Erwerbseinkommen
nicht massgebend sein
, ansonsten der Umstand ausser Acht gelassen würde, dass die
bereits bei ihrer Niederlassung in der Schweiz invalide
Beschwerdeführerin
in der Zeit seither
insbesondere
aus gesund
heitlichen Gründen
nur
ein stark unterdurchschni
ttliches Einkommen erzi
elen konnte
(vgl. auch
Urk.
8/C E. 3.3).
3.2.4
Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass
der im Urteil IV.2017.00819 vorgenommene Einkommensvergleich
und der
daraus resultierende
Invaliditätsgrad von 20
%
nicht herangezogen werden kann, um den strittigen Anspruch auf rentenlose Ergänzungsleistungen zu beurteilen.
Ebenso wenig
kann dieser
aufgrund des Umstands, dass der Versicherungsfall bereits vor der Einreise in die Schweiz im Jahr 2001 eingetreten war, per se
bejaht werden (vgl.
Urk.
1 S.
12
Ziff.
2).
So betrifft diese Feststellung einzig den Zeit
punkt der Einreise, ohne späteren gesundheitlichen und erwerblichen Ent
wicklungen Rechnung zu tragen. Mit anderen Worten
ergibt sich d
araus nicht, dass danach für die gesamte mittlerweile rund zwanzigjährige Dauer des
Auf
enthalt
s
in der Schweiz
und namentlich
zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Bezug von rentenlosen Ergänzungsleistungen
von einem
mindestens
40%igen
Invaliditätsgrad auszugehen wäre, ansonsten
auch das in
Rz
2230.04 WEL
und Anhang III KSVI
vorgesehene Verfahren (vgl. vorstehende E.
1.2.5)
weit
gehend seines Sinngehalt
s entleert
würde.
Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Unrecht davon abgesehen, den Invaliditätsgrad
wie in
Rz
2230.04 WEL
festgehalten
durch die IV-Stelle ab
klären zu lassen, was sie nachzuholen hat.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S.
19
)
erweist es sich nicht als sachgerecht,
auf
e
ine
Rückweisung an die Verwaltung
zu verzichten
.
Zum einen ist aus den Akten nicht ersichtlich, ob die Beschwerdegegnerin
die zusätzlichen Erfordernisse des Wohnsitzes und des Aufenthalts in der Schweiz geprüft hat (vgl. Kapitel 2.3 WEL). Zum anderen ist hervorzuheben, dass sich die Beschwerdeführerin
im
Februar
2019 zum Bezug von Ergänzungsleistungen angemeldet hat (
Urk.
8/6).
Im
Rahmen
des vorangegangenen IV-Verfahrens wurde sie in den Jahren 2014 und 2016 jeweils psychiatrisch begutachtet (vgl. vorstehende E. 3.2.2).
Es wird zu klären sein, wie sich ihr Gesundheitszustand seither entwickelt hat und inwiefern sich die psychischen Einschränkungen
auf
das funktionelle Leistungsvermögen auswirken. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
das Bundes
gericht
grundsätzlich
in Bezug auf
sämtliche
psychische
Leiden das
indikatoren
geleitete
Beweisverfahren im Sinne von BGE 141 V 281
für anwendbar erklärt hat (BGE 143 V 409 und 418).
Diese
r
Fortentwicklung der Rechtsprechung
werden die Verwaltungsbehörden
nach Erstattung des Gutachtens
ebenfalls Rechnung zu tragen
haben
.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der an
gefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2019 (
Urk.
2) aufzuheben und die Sache zwecks
weiterer
Abklärungen im Sinne der obigen Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
Aufgrund der Kostenlosigkeit des gerichtlichen Verfahrens erweist sich das Gesuch um Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2) als gegenstandslos.