Decision ID: dc68f925-d5c7-4041-9224-1a2e61fc5739
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985
,
meldete sich am
31
.
Januar
20
20
unter Hinweis auf seit
der Geburt beste
hende Darmprobleme, welche oft S
chmerzen mit Erbre
chen verursachten sowie zu 11 Operationen geführt hätten, eine seit 15 Jahren bestehende Langzeit-Abhängigkeit von Opioiden sowie auf eine seit der Schulzeit bestehende Depression mit Erschöpfungsgefühlen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/1
4
Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle,
forderte die vom Versicherten angegebenen behan
deln
den Ärzte
(
Urk.
8/14
Ziff.
6.3)
auf, die entsprechenden Arztberichte einzu
reichen.
Nachdem
von diesen trotz mehrfacher Aufforderung keine Berichte ein
gingen
(
Urk.
8/18/7
,
Urk.
8/
21-
22
)
,
verneinte die IV-Stelle nach ergangenem Vor
bescheid
(
Urk.
8/25)
mit Verfügung vom
6
.
Oktober
20
20
einen Anspruch
des Ver
sicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
29
.
Oktober
20
20
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6
.
Oktober
20
20
(Urk. 2
/1
) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine Invalidenrente zu gewähren. E
ventuell sei
eine Neuprüfung seiner Situa
tion anzuordnen
(Urk. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11
.
Dezember
20
20
(Urk.
7
)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
6
.
Dezem
ber 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend obje
ktivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Nach bisheriger und langjähriger höchstrichterlicher Rechtsprechung führten Suchterkrankungen als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wurden im Rahmen der Invalidenversicherung erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt haben, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender, Gesundheitsschaden eingetreten war, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens waren, dem Krankheitswert zukam. Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden fehlte demgegenüber, wo in der Begutachtung im Wesentlichen nur Befunde erhoben wurden, welche in der Sucht ihre hinreichende Erklärung fanden (Hinweise zur bisherigen Rechtsprechung in BGE 145 V 215 E. 4.1).
Diese bisherige Rechtsprechung änderte das Bundesgericht mit BGE 145 V 215 dahingehend, dass - fachärztlich einwandfrei diagnostizierten
–
Abhängig
keits
syndromen beziehungsweise Substanzkonsumstörungen nicht zum vornhe
rein
jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden kann (E. 5.3.3),
sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesundheitsschäden in Betracht fallen (E. 6).
Gemäss BGE 143 V 418 E. 6 f. ist die Frage nach den Auswirkungen sämtlicher psychischer Erkrankungen auf das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich unter Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten. Hierzu gehören nach dem oben Ausgeführten auch Abhängigkeits
syndrome (E. 6.2).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens kann und muss insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden. Diesem kommt nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängig
keitserkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Ge
mengelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokul
turellen Faktoren vorliegt. Letztere sind selbstverständlich auch bei Abhängig
keits
erkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen (vgl. bezüglich der Depressionen BGE 143 V 409 ff. E. 4.5.2). Eine krank
heitswertige Störung muss umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psycho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Beschwerdebild mitprägen (E. 6.3).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2
/1
) damit,
dass nach der Anmeldung des
Beschwerdeführer
s
bei der Invalidenversicherung
per
3.
Februar 2020 medizinische Unterlagen einverlangt worden
seien
.
Der behan
delnde Hausarzt
habe mitgeteilt, dass die Behandlung bei ihm keine IV-Relevanz habe.
Auch von Seiten des
Zentrums Y._
sei nach mehreren Mahnungen darüber informiert worden, dass ein einmaliger Termin stattgefunden habe.
Dabei sei lediglich ein Medikamentenbezug dokumentiert.
Ein ausführlicher Bericht sei nicht zugestellt worden. Da keine weiteren Behandler bekannt seien, sei die Prüfung möglicher Leistungen anhand der Dokumente nicht möglich. Da die B
ehandler keine Diagnose mit IV-R
elevanz nennen könnten, sei der Anspruch auf jegliche Leistungen der Invalidenversicherung zu verneinen (S.
1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) gelten
, dass
er
seit Jahren bei med.
pr
act
.
Z._
in Behandlung sei,
was bei der Ab
klärung durch die
Beschwerdegegnerin
nicht berücksichtigt worden sei. Er bitte
um eine erneute umfangreiche Prüfung seines Anspruches auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3
.1
Dr.
med.
A._
, Oberärztin Psychiatrie,
Y._
,
stellte
in ihrem Be
richt vom 1
5.
Oktober 2020 (
Urk.
8/28)
folgende Diagnosen (S. 2):
-
psychische und Verhaltensstörung durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an ärztlich überwachtem Ersatzdrogenprogramm (kontrollierte Abhängigkeit, ICD-10 F11.22)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F14.20)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide: Abhängig
keits
syn
drom, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F12.25)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: Abhängigkeits
syn
drom
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20)
-
Vitamin D-Mangel
Als aktuelle Medikation nannte
Dr.
A._
die Einnahme von 1200 mg
Diaphin
täglich sowie von Vitamin D3 (S. 2).
Dr.
A._
führte
aus,
dass sich der Beschwerdeführer seit dem 1
2.
September 2017 in ambulanter sucht
medizinischer Behandlung befinde und seit dem 2
2.
September 2017 an der heroingestützten Behandlung teilnehme. Diese sei bis 2
1.
September 2021 ver
längert worden. Der Beschwerdeführer zeige sich unter der Substitu
t
ion mit
Diaphin
im Behandlungsverlauf stabil. Er erscheine regelmässig und zuverlässig zu den
gegenwärtig einmal wöch
entlichen Bezugsterminen. Ein Beikonsum sei vom Patienten verneint worden.
Dr.
A._
führte aus, dass aktenanamnestisch eine Heroinabhängigkeit seit dem 1
8.
Lebensjahr und eine Cannabisabhängigkeit seit dem 1
4.
Lebensjahr bekannt seien. Im Jahr 2007 habe der Patient eine Opioid-Agonisten-Behandlung mit
Ketalgin
begonnen
,
und es seien mehrere station
äre Entzugsbehandlungen erfolgt.
Anlässlich eines Bezugstherapeutenwechsels (
Vorbehandler
med.
pract
.
Z._
) Ende Februar 2020 habe am 1
9.
März 2020 eine erste kurze Konsultation des Patienten bei der Referentin stattgefunden. Eine weitere Konsultation sei am 1
4.
Juli 2020 erfolgt. Darüber
hinaus
hätten wiederholte kurze Telefonkonsul
ta
tionen zwischen April bis Mai 2020 von jeweils fünfminütiger Dauer stattge
funden. Bereits bei der ersten Konsultation habe der Patient mitgeteilt, dass er bei einem externen Psychiater in regelmässigem zweiwöchentlichem Abstand psychotherapeutische Gespräche führe und keine weiteren Gespräche wünsche (S.
1). Zudem habe er auch geäussert, dass er nicht gerne lange telefoniere. Im Kontakt habe sich der Patient kurz angebunden, einsilbig und abweisend gezeigt. Er fühle sich schnell bedrängt und reagiere
dann gereizt.
Dr.
A._
führte aus, dass ihr der Name des Psychiaters nicht bekannt sei. Der Beschwer
deführer habe ausgeführt, dass der psychiatrische
Hauptbehandler
bezüglich des IV-Berichtes bereits umfangreiche Angaben gemacht habe (S. 2).
3.
2
Med.
pract
.
Z._
führte in seinem Ärztlichen Zeugnis vom 2
7.
Oktober 2020 (
Urk.
3) aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
0.
Sep
tember 2020 in sein
er Praxis psychotherapeutisch betreut
werde und sich dazu seit Jahren
parallel im Substitutionsprogramm des
Y._
befinde
. Hier falle der Beschwerdeführer konti
nuier
lich durch ausserordentliche Stabilität und Compliance auf.
Med.
pract
.
Z._
führte aus, dass als Hauptursache für die Suchtentwicklung
entsprechend einer Abhängigkeit von Opioiden (ICD-10 F11.2) eine rezidivie
rend
e depressive Störung, mittelgradig (ICD-10 F33.1), sowie chronifizierte Schmerzen im Gastro
intestinaltrakt
hätten evaluiert werden können. Darüber hinaus habe sich eine schwer zu behandelnde chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren entwickelt (ICD-10 F4
5
). Erschwerend für den Alltag sei zudem die soziale Phobie (ICD-10 F40.1), die es dem Patienten verunmögliche, stützende soziale Beziehungen, etwa im Rahmen einer Beschäftigung
,
einzu
gehen. In der Summe sei der Patient nicht befähigt, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Aufgrund der Chronifizierung könne aktuell auch nur eine schlechte Prognose abgegeben werden. Eine aktive Förderung durch
eine
Beschäftigung an einem geschützten Arbeitsplatz sei ärztlicherseits dringend zu empfehlen.
4.
4.1
Da bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am
6.
Oktober 2020 (
Urk.
2
/1
) trotz mehrfachen Nachfragens s
eitens der Beschwerdegegnerin die vom Beschwer
deführer angegebenen Ärzte, namentlich der Hausarzt sowie das
Y._
keine medi
zi
ni
schen Berichte ein
ge
reicht
hatt
en und
der Hausarzt
überdies in seinem Schrei
ben vom
2
1.
Februar 2020 (
Urk.
8/18/7)
das Vorliegen eine
s
aus invaliden
ver
sicherungsrechtlicher Sicht relevanten gesundheitlichen Leidens verneinte
(drei
maliges Aufsuchen der Sprechstunde wegen Bagatellgeschichten)
und sich
des
wegen
nicht in der Lage sah, einen
IV-
Bericht auszustellen,
erliess die Be
schwer
de
gegnerin ihren leistungsanspruchsverneinenden Entscheid
(vorstehend E. 2.1 und
Urk.
8/24 S. 1 f
.
)
.
4.2
Was d
ie
in der Folge nach Verfügungserlass eingegangen
en
Berichte von
Dr.
A._
vom 1
5.
Oktober 2020 (vorstehend E. 3.
1
) und
von
med.
pract
.
Z._
vom 2
7.
Oktober 2020 (vorstehend E. 3.2) anbelangt, betreffen
diese den hier zu beurteilenden
relevanten Zeitraum, weshalb sie grundsätzlich zu berück
sichtigen sind.
Ohne weiteres lässt der Bericht von
Dr.
A._
vom 1
5.
Oktober 2020 (vorstehend E.
3.1) auf eine langjährige
Such
t
problematik
schliessen, jedoch scheint das
Y._
lediglich Bezugsstelle für das vom Beschwerdeführer bezogene
Diaphin
zu sein und eine eigentliche psychiatrische Therapie findet nicht statt. Gemäss den Aussagen
von
Dr.
A._
n
im
m
t
der Beschwerdeführer ge
mäss seinen Angaben
eine psychiatrische Therapie bei einem externen Psy
chiater
wahr.
Der Beschwerdeführer verwies die
s
bezüglich
in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
auf med.
pract
.
Z._
und reichte einen entsprechenden Bericht vom 2
7
.
Okto
ber 2020 (
vorstehend E. 3.2
) ein. Dieser erweist sich jedoch zur Beurteilung von allfälligen psychischen Problemen des Beschwerdeführers aus verschiedenen Gründen als ungenügend. So lässt sich einerseits
dem
Medizinalberuferegister
f
ür Ärztinnen und Ärzte
(
www.medregom.admin.ch
)
nicht entnehmen, dass es sich bei med.
pract
.
Z._
um einen Facharzt für Psychiatrie und Psych
otherapie handelt, andererseits
entbehrt
sein Bericht einer
objektiven Befunderhebung sowie
einer hinreichenden Anamnese
und es lass
en sich weder die Art der durchgeführten Therapie noch die Therapiefrequenz entneh
men. Die
von med.
pract
.
Z._
gestellten Diagnosen und die
attestierte vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit
des Beschwerdeführers
lassen
sich damit nicht verlässlich nachvoll
ziehen.
Weiter unklar
blieb auch, wie es sich mit den
vom Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anmeldung zum Leistungsbezug
angegebenen
Darmproblemen, welche
gemäss
seinen Angaben bereits zu elf Operationen geführt hätten
(
Urk.
8/14
Ziff.
6.1)
,
und demnach fachärztliche Berichte vorhanden seien müssten,
verhält. So sprach auch med.
pract
.
Z._
von chronifizierten Schmerzen im
Magen-Darm-Trakt
.
Einen entsprechenden Facharzt
,
bei welchem
der Beschwerdeführer
diesbezüglich
in Behandlung wäre, gab
er
im Rahmen seiner Anmeldung zum
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung jedoch nicht an (
Urk.
8/14
Ziff.
6.
3).
Zusammenfassend stehen demnach neben einer allfälligen
unklaren
somatischen Problematik ein psychisches Leiden sowie eine
Suchtproblematik im Raum, deren Ursache und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bish
er nicht abgeklärt worden sind.
4.
3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige
Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.
4
Aufgrund des Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenü
gend abgeklärt.
Die Beschwerdegegnerin hatte aufgrund der spärlich
en
Angaben des Beschwerdeführers und der Ärzte allerdings auch keine Veranlassung für weitere Abklärungen. Gleichwohl
fehlt
e
s
vorliegend an verlässlichen medizini
schen Grundlagen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in somatischer und psychischer Hinsicht. Zur Beurteilung seiner invalidenver
siche
rungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zusätzlicher medizinischer Grund
lagen,
welche sic
h zu den offenen Fragen
äussern
und den
rechtsprechungs
ge
mässen
Anforderungen (vorstehend E. 1.
2
-4) genügen.
Die angefochtene Verfügung vom
6.
Oktober 2020
(Urk. 2
/1
) ist folglich aufzu
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen und zu erneutem Entscheid über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.