Decision ID: 9c55bc40-c64d-5872-a403-05c56d129f3e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – gemäss eigenen Angaben libyscher Staatsange-
höriger – suchte am 14. September 2016 im damaligen Empfangs- und
Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in B._ um Asyl nach. Am
14. September 2016 wurde er zu seiner Person, zum Reiseweg sowie
summarisch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person,
BzP). Anlässlich der BzP wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Ge-
hör zum Umstand gewährt, dass seine geltend gemachte libysche Staats-
angehörigkeit aufgrund verschiedener Anhaltspunkte nicht glaubhaft sei. In
der Folge wurde seine Staatsangehörigkeit im Zentralen Migrationsinfor-
mationssystem (ZEMIS) auf unbekannt geändert. Am 6. Februar 2020
hörte das SEM den Beschwerdeführer einlässlich zu den Asylgründen an.
B.
Anlässlich der BzP trug der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass
er in C._ geboren sei. Sein Vater stamme aus D._, seine
Mutter sei Algerierin. Sein Vater sei 1995 oder 1996 bei einem Autounfall
gestorben. Er habe bis 1999 in D._ gewohnt und sei danach mit
seiner Mutter ausgereist. Bis 2001 habe er in Tunesien und danach bis
2016 in Algerien gelebt. Zwischendurch habe er auch mal in Mauretanien
und Marokko gewohnt. In Algerien habe er als (...) auf dem Bau gearbeitet.
Seine Mutter habe ihm gesagt, er solle weggehen und sich eine Zukunft
aufbauen. Weder sie noch sonst jemand könne für sein Leben sorgen. Es
habe auch Mafiosi gegeben, die gewollt hätten, dass er für sie arbeite. Im
April 2016 sei er nach Tunesien und einen Monat später nach Libyen ge-
reist. Danach sei er über Italien, Griechenland und weitere Länder in die
Schweiz gelangt.
In der Anhörung schilderte der Beschwerdeführer, dass er in C._
geboren sei, wo er bis 2004 gelebt habe. Sein Vater habe viele Probleme
gehabt, weshalb sich seine Mutter habe scheiden lassen. Er habe dann mit
ihr bis 2010 in Algerien gelebt. Von 2010 bis 2011 habe er bei seinem Vater
wieder in C._ gelebt, dann sei dieser verschwunden und seither
verschollen. Er sei wieder nach Algerien gegangen und dort bis 2016 ge-
blieben, wobei er verschiedenen Arbeiten nachgegangen sei. Er habe we-
der in Algerien noch in Libyen eine Perspektive gehabt, weshalb er sich zur
Ausreise nach Europa entschlossen habe. Zunächst sei er mit einem
Freund für zwei Monate nach Libyen zurückgekehrt und habe dort eine
Woche lang beim Schlepper gewohnt. Dann habe er bei anderen Leuten
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gewohnt, die ihm sein Geld weggenommen hätten. Sie hätten ihm mit Ver-
gewaltigung gedroht für den Fall, dass er ihnen nicht noch mehr Geld für
die Ausreise geben würde. Sein Freund sei vergewaltigt worden, er aber
nicht.
C.
Mit Verfügung vom 19. Februar 2020 – eröffnet am 24. Februar 2020 – ent-
schied das SEM, dass die Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers im
ZEMIS als unbekannt belassen werde, stellte fest, dass er die Flüchtlings-
eigenschaft nicht erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der
Schweiz weg und ordnete den Vollzug an.
D.
Mit Eingabe vom 20. März 2020 (Poststempel, Eingabe datiert vom
17. März 2020) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid und beantragte
dabei in materieller Hinsicht, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe-
ben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Unzulässig-
keit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-
stellen und er sei vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Verfü-
gung aufzuheben und die Sache zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdefüh-
rer, ihm sei eine angemessene Nachfrist zwecks Beschwerdeergänzung
sowie die unentgeltliche Prozessführung (inklusive Verzicht auf Erhebung
eines Kostenvorschusses) zu gewähren.
E.
Mit Schreiben vom 23. März 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsge-
richt den Eingang der Beschwerde.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 27. März 2020 forderte der Instruktionsrichter
den Beschwerdeführer unter Androhung des Nichteintretens im Unterlas-
sungsfall auf, innert 7 Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Beschwerdever-
besserung einzureichen, da die Eingabe vom 20. März 2020 keine Origi-
nalunterschrift enthalte. Gleichzeitig wies er den Beschwerdeführer unter
Androhung, dass im Unterlassungsfall aufgrund der Akten entschieden
werde, darauf hin, dass aus der knappen Beschwerdebegründung nur un-
deutlich hervorgehe, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht
verletzen, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig sowie unvollständig
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feststellen sowie unangemessen sein solle, weshalb ihm innert der glei-
chen Frist Gelegenheit gegeben werde, die Beschwerdebegründung zu er-
gänzen und in diesem Rahmen seinem Antrag auf Ansetzung einer Nach-
frist entsprochen werde.
G.
Mit Eingabe vom 6. April 2020 reichte der Beschwerdeführer fristgerecht
eine mit Originalunterschrift versehene Kopie seiner Eingabe vom
20. März 2020 ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist
als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG).
Auf die frist- und – und nach erfolgter Beschwerdeverbesserung – formge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
2.
2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im
Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer
Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Zur Begründung ihrer abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz
aus, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderun-
gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch den Anforde-
rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG standhalten würden.
Das Vorbringen, Mafiosi in Algerien hätten gewollt, dass er für sie arbeite,
habe er nur in der BzP erwähnt, in der Anhörung habe er es weder in der
freien Erzählung seiner Asylgründe noch bei Nachfragen nach allfälligen
weiteren Asylgründen genannt und explizit verneint, in Algerien jemals
Probleme mit Behörden oder anderen Personen gehabt zu haben. Deshalb
sei das Vorbringen als unglaubhaft zu qualifizieren. Das Vorbringen, Leute
in Libyen hätten gedroht, ihn zu vergewaltigen, habe er in der BzP, wo er
explizit bestätigt habe, alle Asylgründe genannt zu haben, nicht erwähnt.
Zudem habe er in der Anhörung zunächst ausgesagt, es sei um ihm unbe-
kannte Leute gegangen, die sich an kleinen Kindern vergangen hätten;
diese Leute hätten versucht, ihn zu entführen, zu vergewaltigen und Geld
von der Familie zu verlangen. Später habe er gesagt, es sei im Jahr 2016
gewesen und habe sich um Leute gehandelt, bei denen er gewohnt habe
und die ihm bei der Ausreise geholfen hätten. Ebenso habe er in der Anhö-
rung einerseits zu Protokoll gegeben, er sei während des Aufenthalts in
Libyen immer nur in der Unterkunft des Schleppers gewesen, andererseits
habe er später ausgeführt, er habe nach der ersten Woche bei diesen Leu-
ten gewohnt. Mithin sei auch dieses Vorbringen als nicht glaubhaft zu wer-
ten. Insofern er geltend gemacht habe, er habe seinen Heimatstaat wegen
fehlender Zukunftsperspektiven verlassen, handle es sich um Nachteile,
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die auf die allgemeinen Lebensbedingungen in seinem Heimatstaat zu-
rückzuführen seien, weshalb das Vorbringen nicht asylrelevant sei.
4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe führt der Beschwerdeführer aus, dass er
mit der vorinstanzlichen Verfügung in keiner Weise einverstanden sei und
vollumfänglich an den von ihm im Rahmen von BzP und Anhörung vorge-
brachten Asylgründen festhalten wolle. Diese seien, entgegen der Ansicht
der Vorinstanz, glaubhaft gemacht worden.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu
Recht abgelehnt hat. Sie hat den Sachverhalt richtig und vollständig abge-
klärt und in rechtsgenüglicher Weise die Gründe angeführt, welche auf die
fehlende Glaubhaftigkeit beziehungsweise Asylrelevanz der Vorbringen
schliessen lassen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vollumfäng-
lich auf die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer-
den, die weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht zu beanstanden
sind und denen das Gericht sich anschliesst (vgl. E. 4.1).
5.2 Die Beschwerde, welche der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom
6. April 2020 nicht weiter ergänzt hat, stellt dem nichts Stichhaltiges entge-
gen, zumal sie in ihrer Begründung äusserst oberflächlich bleibt und sich
mit der vorinstanzlichen Verfügung in keiner Weise inhaltlich auseinander-
setzt und somit auch nicht aufzeigt, inwiefern die vorinstanzliche Beweis-
würdigung Bundesrecht verletzen oder zu einer rechtsfehlerhaften Sach-
verhaltsfeststellung führen soll.
5.3 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen eine
flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu
machen. Das SEM hat folglich zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft ver-
neint und sein Asylgesuch abgelehnt.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
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6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-
weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.
8.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, dass die
libysche Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers weiterhin unglaub-
haft sei. In der Anhörung habe er daran festgehalten, libyscher Staatsan-
gehöriger zu sein, dies jedoch nicht überzeugend begründen können, wes-
halb die in der BzP angeführten Argumente gegen seine angebliche liby-
sche Staatsangehörigkeit weiterbestehen würden. Zudem gebe es zwi-
schen seinen Angaben in der BzP und in der Anhörung zahlreiche Wider-
sprüche betreffend seinen Lebenslauf, die Art und den Verbleib seiner liby-
schen Identitätskarte sowie die Herkunft und das Schicksal seines Vaters.
Seine Erklärung, er habe manche Dinge nicht gesagt und der Dolmetscher
in der BzP sei nicht gut gewesen, überzeuge nicht, da dem Protokoll der
BzP keine Hinweise auf solche Probleme zu entnehmen seien, er am Ende
der BzP angegeben habe, den Dolmetscher gut verstanden zu haben und
ihm das Protokoll auch übersetzt worden sei, wobei er dessen Richtigkeit
mit seiner Unterschrift bestätigt habe. Er habe in den mehr als drei Jahren
zwischen BzP und Anhörung auch keinerlei Belege für seine angebliche
Staatsangehörigkeit eingereicht und dafür keine überzeugende Begrün-
dung zu geben vermocht. Deshalb könne auch darauf verzichtet werden,
die in der Anhörung angekündigte allfällige Einreichung einer Geburtsur-
kunde abzuwarten, zumal es sich bei dieser nicht um ein rechtsgenügliches
Ausweispapier handeln würde.
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8.2 In materieller Hinsicht schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht
auch der Einschätzung der Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit der Staatsange-
hörigkeit vollumfänglich an. Insbesondere ergibt eine Konsultation der Be-
fragungsprotokolle, dass die Vorinstanz die Akten sorgfältig geprüft und
schliesslich zu Recht festgestellt hat, dass es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen sei, seine angebliche Herkunft aus Libyen glaubhaft darzulegen.
Auf die überzeugenden vorinstanzlichen Erkenntnisse kann zwecks Ver-
meidung von Wiederholungen verwiesen werden (vgl. Verfügung [...] und
vorgängig E. 8.1). Der Inhalt der Beschwerde lässt keine andere Betrach-
tungsweise zu und vermag insbesondere nicht die von der Vorinstanz er-
kannten zahlreichen Widersprüche zu entkräften, denn es wird lediglich
pauschal in einem Satz an der Glaubhaftigkeit der Aussagen festgehalten.
8.3 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, seine Herkunft aus
Libyen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darzulegen. Seine Staatsan-
gehörigkeit gilt daher weiterhin als unbekannt.
8.4 Aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer unglaubhafte
Angaben gemacht und keine Identitätspapiere eingereicht hat, stehen
seine Identität, sein Alter und seine genaue Herkunft nicht zweifelsfrei fest.
Dem Gericht ist es demnach nicht möglich, sich in voller Kenntnis der tat-
sächlichen persönlichen und familiären Verhältnisse des Beschwerdefüh-
rers zum Vollzug der Wegweisung zu äussern, was aber für die Überprü-
fung von möglichen Vollzugshindernissen grundsätzlich Voraussetzung
wäre. Wegweisungshindernisse sind zwar grundsätzlich von Amtes wegen
zu prüfen (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Die Untersuchungspflicht fin-
det jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht
der beschwerdeführenden Person (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die
Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Es kann nicht Sache der Asylbe-
hörden sein, nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen zu for-
schen, wenn die asylsuchende Person durch Nichtabgabe rechtsgenügli-
cher Identitätspapiere und unglaubhafte Aussagen eine vernünftige Prü-
fung des Wegweisungsvollzugs verhindert. Angesichts der vorstehenden
Ausführungen ist in Bestätigung der Vorinstanz davon auszugehen, der
Beschwerdeführer habe es pflichtwidrig unterlassen, bei der Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken. Er hat deshalb die Fol-
gen seiner mangelhaften Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner
wahren persönlichen Verhältnisse zu tragen, indem vermutungsweise da-
von auszugehen ist, einer Wegweisung in seinen tatsächlichen Heimat- o-
der Herkunftsstaat stünden keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen
Sinne entgegen (vgl. BVGE 2015/10 E. 8.2).
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8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12).
8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Eine Rückweisung an die Vorinstanz fällt
ausser Betracht. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Das Gesuch um Kostenvorschussverzicht ist mit dem vorliegenden
Direktentscheid gegenstandslos geworden. Der Beschwerdeführer er-
suchte weiter um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65
Abs. 1 VwVG). Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine
Begehren als aussichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu
erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb das Gesuch unge-
achtet einer allfälligen Mittellosigkeit abzuweisen ist.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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