Decision ID: 39979ace-40e0-51ca-a398-753f8680acf8
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin 1 und ihre beiden Töchter Beschwerdeführerinnen
2 und 3 – irakische Staatsangehörige arabischer Ethnie aus E._ –
suchten am 4. November 2015 in der Schweiz um Asyl nach.
B.
Im Rahmen der Befragung zur Person (BzP) vom 20. November 2015 gab
die Beschwerdeführerin 1 unter anderem an, im Jahre 2005 sei ihr Ehe-
mann umgebracht worden. Sie sei von verschiedenen Milizen verfolgt wor-
den. Der Auslöser für ihre Ausreise sei die Tötung ihrer Nachbarsfamilie
durch unbekannte Milizen gewesen. Ihre grösste Sorge sei es gewesen,
dass ihre Töchter entführt werden könnten. Andere Gründe gebe es keine
(vgl. A3 F7.02).
Anlässlich der Anhörung vom 21. September 2017 machte sie geltend,
vom 1. März 2003 an sei ihr Ehemann bei einer staatlichen Verwaltungs-
stelle als Nachtwächter tätig gewesen und am 30. April 2005 von Milizio-
nären getötet worden. Nach dem Tod ihres Ehemannes habe sie telefoni-
sche Drohanrufe erhalten, wobei ihr mit der Entführung ihrer Töchter ge-
droht worden sei. Ungefähr im April 2006 sei sie von bewaffneten Perso-
nen, welche sich als staatliche Angestellte ausgegeben hätten, bei ihr zu-
hause aufgesucht, geschlagen und vergewaltigt worden und es habe eine
Hausdurchsuchung stattgefunden. Sie habe erfahren, dass ihr Ehemann
als Informant für die Amerikaner tätig gewesen sei. Nach diesem Vorfall sei
sie zu ihren Eltern gezogen. Einen Monat später habe sie erfahren, dass
ihr Schwiegervater, der ebenfalls für die amerikanischen Streitkräfte tätig
gewesen sei, bei einer Explosion ums Leben gekommen sei. Sie habe wei-
tere Drohanrufe erhalten, wobei sie zur Herausgabe von Beweismitteln, die
angeblich ihr Ehemann beschafft gehabt habe, aufgefordert worden sei.
Ungefähr 2007 sei sie mit ihrer Mutter nach Jordanien gereist und habe
dort beim UNHCR ein Asylgesuch gestellt, sei jedoch nach ungefähr sechs
Monaten wieder in den Irak zurückgekehrt. Dort sei sie eines Tages unter
Waffengewalt erneut zur Herausgabe von Beweismitteln aufgefordert und
später von der Miliz im Hause ihrer Eltern abermals vergewaltigt worden.
Ihre Mutter sei mit einem Schlag auf den Kopf getötet worden. Vergeblich
habe sie sich den Verfolgern durch regelmässige Wohnortswechsel zu ent-
ziehen versucht. Aufgrund dieser andauernden Bedrohungslage habe sie
sich zusammen mit ihrem Vater und ihren Töchtern erneut nach Jordanien
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begeben und dort beim UNHCR um Asyl nachgesucht, sei jedoch aus fi-
nanziellen Gründen noch vor Ergehen des Asylentscheides nach dreimo-
natigem Aufenthalt in den Irak zurückgekehrt. Nach dem Tod ihres Vaters
sei sie weitere Male entführt und vergewaltigt worden, zuletzt anfangs
2014. Sie habe danach weiterhin Drohanrufe erhalten und manchmal habe
jemand an ihrer Türe geklingelt. Eine Nachbarsfamilie sei von einer Miliz
enthauptet worden. Aus Furcht um ihre Töchter habe sie sich schliesslich
zur gemeinsamen Ausreise entschlossen.
Zum Nachweis ihrer Identität und zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die
Beschwerdeführerin 1 unter anderem ihre Identitätskarte, ihren Ehever-
trag, Zivilregisterauszüge in Kopie, mehrere Polizeirapporte und Untersu-
chungsakten betreffend den Tod ihres Ehemannes und Kopien der Arbeits-
verträge ihres Ehemannes ein.
C.
Die Beschwerdeführerin 2, Tochter von Beschwerdeführerin 1, wurde auf-
grund ihres Alters (geboren am [...]) nicht zu den Asylgründen befragt.
D.
Die Beschwerdeführerin 3 gab im Rahmen ihrer BzP vom 20. November
2015 unter anderem an, sie kenne die Gründe für die Ausreise aus dem
Irak nicht. Sie wisse lediglich, dass der Tod ihres Vaters ein Grund dafür
gewesen sei (vgl. A4 F7.01ff).
Anlässlich der Anhörung vom 21. September 2017 machte sie geltend, den
Irak verlassen zu haben, weil sie, ihre Mutter und ihre Schwester bedroht
worden seien. Im Jahre 2008 sei sie zusammen mit ihrer Mutter in einem
Fahrzeug gesessen, als der Fahrer von schwarz gekleideten Personen an-
gehalten und vor ihren Augen getötet worden sei. Im Jahre 2013 seien ver-
mummte und bewaffnete Personen zu ihnen nach Hause gekommen, hät-
ten sie, ihre Schwester und den Grossvater in ein Zimmer gesperrt und
ihrer Grossmutter auf den Kopf geschlagen. Sie habe ihre Mutter schreien
gehört und das Haus sei durchsucht worden. Ihre Grossmutter sei nach
dem Angriff gestorben und sie sei zusammen mit ihren Familienangehöri-
gen (Mutter, Schwester, Grossvater) nach Jordanien gereist, indessen aus
finanziellen Gründen in den Irak zurückgekehrt. Nach dem Tod ihres Gross-
vaters habe sie im Irak keine Bekannten mehr gehabt. Ausserdem habe
sie Drohbriefe erhalten, weshalb sie ausgereist sei (vgl. A32 S. 6 und 7).
Sie habe am 14. Januar 2016 in der Schweiz den irakischen Staatsange-
hörigen F._ (N ...) religiös geheiratet. Am (...) sei in der Schweiz
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ihre Tochter geboren worden, welche F._ als sein Kind anerkannt
habe. Sie lebe nicht mit F._ zusammen (vgl. hängiges Strafverfah-
ren gegen F._ wegen Vergewaltigung, Köperverletzung und Dro-
hung laut eingereichter Verfügung der Staatsanwaltschaft des G._
vom 24. Juli 2017).
Zum Nachweis ihrer Identität und zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die
Beschwerdeführerin 3 unter anderem ihre Identitätskarte, ihren Reisepass,
eine Kopie ihres religiösen Ehevertrags vom 14. Januar 2016 und eine Ko-
pie der Übersetzung eines irakischen Scheidungsurteils vom (...) betref-
fend F._ ein.
E.
Mit separaten Entscheiden vom 19. Oktober 2018 (Eröffnung am 22. Okto-
ber 2018) lehnte das SEM die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen ab
und ordnete deren Wegweisung an, nahm sie indessen wegen Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig auf.
F.
Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 21. November 2018 erhoben die
Beschwerdeführerinnen gegen diese Verfügungen Beschwerde. Sie bean-
tragten die Aufhebung der Verfügungen (Ziffern 1–3 des Dispositivs), die
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. In
prozessualer Hinsicht wurde jeweils um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung samt Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses
sowie um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlicher
Rechtsbeistand ersucht. Die Verfahren der Beschwerdeführerinnen seien
zu vereinigen.
G.
Mit Eingabe vom 22. November 2018 reichte der Rechtsvertreter Fürsor-
gebestätigungen und eine Honorarnote ein.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2018 wurden die Gesuche um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutgeheissen und den Beschwer-
deführerinnen Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse,
(...), als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Die Beschwerdeverfahren
D-6612/2018, D-6617/2018 und D-6618/2018 wurden vereinigt.
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I.
Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 reichte der Rechtsvertreter ein ärztli-
ches Zeugnis des behandelnden Psychiaters H._ vom 3. Dezember
2018 ein, worin dieser zu einem vom Rechtsvertreter verfassten Frageka-
talog Stellung nimmt und der Beschwerdeführerin 1 das Vorliegen einer
Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) attestiert.
J.
Mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2018 und ergänzender Vernehm-
lassung vom 13. Dezember 2018 beantragte das SEM die Abweisung der
Beschwerden.
K.
Mit Eingaben vom 13. Dezember 2018 und vom 14. Dezember 2018 wur-
den vom Rechtsvertreter zwei ärztliche Berichte der I._ eingereicht
(Erstgesprächsbericht vom 11. Dezember 2018 und ergänzender Bericht
vom 11. Dezember 2018).
L.
In ihrer zweiten Vernehmlassung vom 22. Januar 2019 würdigte das SEM
die auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen Zeugnisse und hielt an
seinem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
M.
Mit Replik vom 11. Februar 2019 nahm der Rechtsvertreter Stellung zur
Argumentation des SEM und reichte unter anderem eine aktualisierte Ho-
norarnote ein.
N.
Mit Eingabe vom 13. November 2020 ersuchte der Rechtsvertreter das Ge-
richt um einen baldigen Entscheid. Er legte zwei Verfügungen des SEM
betreffend Namensberichtigungen der Beschwerdeführerinnen 1 und 3
(diese wurden im Rubrum des vorliegenden Urteils berücksichtigt) sowie
eine aktualisierte Honorarnote bei.
O.
Die Instruktionsrichterin beantwortete die Verfahrensstandsanfrage mit
Schreiben vom 19. November 2020.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS
2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bishe-
rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des
AsylG vom 25. September 2015).
1.4 Die Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht. Die Be-
schwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerden ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Das SEM erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen 1
und 3, nach dem Todes des Ehemannes beziehungsweise Vaters von Mi-
lizen behelligt worden zu sein, als nicht glaubhaft.
Es hielt fest, dass die Beschwerdeführerinnen die Bedrohungslage anläss-
lich der BzP anders geschildert hätten als im Rahmen der Anhörung. So
habe die Beschwerdeführerin 1 bei der BzP lediglich in allgemeiner Weise
ausgesagt, immer wieder von Milizen verfolgt worden und nach der Tötung
ihrer Nachbarsfamilie aus Furcht vor Entführung der Töchter ausgereist zu
sein. Erst im Rahmen der Anhörung habe sie geltend gemacht, jahrelang
verfolgt, vergewaltigt und bedroht und zur Herausgabe von durch ihren ver-
storbenen Ehemann gesammelten Informationen aufgefordert worden zu
sein. Auf Vorhalt habe die Beschwerdeführerin 1 ausgesagt, sie habe sich
bei der BzP nicht getraut, ihre persönliche Verfolgung zu schildern (vgl. A30
F124). Es wäre indessen zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdefüh-
rerin auch im Rahmen einer summarischen Befragung ihre Kernvorbringen
erwähnen würde. Die Beschwerdeführerin 3 ihrerseits habe bei der BzP
angegeben, sie würde die Gründe für die Ausreise aus dem Irak nicht ken-
nen. Sie wisse lediglich, dass der Tod ihres Vaters ein Grund dafür gewe-
sen sei. Erst im Rahmen der Anhörung habe sie geltend gemacht, nach
dem Tod ihres Vaters bedroht und verfolgt worden zu sein. Da sie diese,
erst auf Nachfrage hin konkretisierten Ereignisse bei der BzP mit keinem
Wort erwähnt habe, seien diese als nachgeschoben und damit unglaubhaft
zu erachten. Die Angabe, wonach sie bei der BzP aufgefordert worden sei,
sich kurz zu fassen, vermöge das Nichterwähnen von Kernvorbringen nicht
plausibel zu erklären. Im Weiteren seien die Beschwerdeführerinnen nicht
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in der Lage gewesen, ihre Vorbringen nachvollziehbar und substantiiert zu
schildern. So habe die Beschwerdeführerin 1 mehrmals angegeben, an-
fangs 2014, nach dem Tod ihres Vaters, zum letzten Mal vor ihrer Ausreise
im Oktober 2015 mit ihren Verfolgern in Kontakt gekommen zu sein (vgl.
A30 F71ff). Auf die weitere Frage, wie sie sich das abrupte Ende der Be-
helligungen erkläre, habe sie nachgeschoben, sie hätte auch nach dem
letzten Vorfall anfangs 2014 Anrufe von Unbekannten erhalten und sie und
ihre Töchter seien bedroht worden (vgl. A30 F90). Im Weiteren sei nicht
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 1 mit ihren Töchtern trotz
der angeblichen Behelligungen zweimal von Jordanien in den Irak zurück-
gekehrt sei. Die nicht näher substantiierte Angabe der Beschwerdeführe-
rin 1, wonach sie sich 2014 nicht freiwillig in den Irak begeben habe, sei
nicht geeignet, ihr Verhalten plausibel zu erklären. Die Schilderungen der
Vorkommnisse nach der Rückkehr aus Jordanien im Jahre 2014 durch die
Beschwerdeführerin 3 seien im Übrigen vage ausgefallen.
4.2 In der Rechtsmitteleingabe wurde festgehalten, dass der gewaltsame
Tod des Ehemannes beziehungsweise des Vaters der Beschwerdeführe-
rinnen in der angefochtenen Verfügung nicht in Zweifel gezogen worden
sei, weshalb eine Reflexverfolgung der Beschwerdeführerinnen sehr wahr-
scheinlich erscheine. Im Weiteren könne nicht erwartet werden, dass die
Beschwerdeführerin 1 die erlittenen Vergewaltigungen bei der BzP in einer
nicht geschlechtsgleichen Befragungsrunde erwähne. Die Beschwerdefüh-
rerin sei gebeten worden, sich kurz zu fassen und keine Details zu nennen.
Nachfragen seien unterblieben. Im Weiteren stelle die ergänzende Angabe
der Beschwerdeführerin 1, wonach sie auch nach dem letzten Vorfall an-
fangs 2014 Anrufe von Unbekannten erhalten und sie und ihre Töchter be-
droht worden seien, keinen Widerspruch zur vorherigen Aussage dar, an-
fangs 2014 zum letzten Mal vor ihrer Ausreise im Oktober 2015 mit ihren
Verfolgern in Kontakt gekommen zu sein. Bei telefonischen Drohungen
handle es sich nicht um persönliche Kontakte zu den Verfolgern. Was die
zweimaligen Rückkehrversuche aus Jordanien in den Irak betreffe, so habe
das SEM die frauenspezifische Situation der Beschwerdeführerinnen im
irakischen Kulturkreis verkannt. Diese hätten nicht selber über die Rück-
kehr in den Irak entscheiden können, sondern der Vater der Beschwerde-
führerin 1 habe dies getan. Im Weiteren habe das SEM die gute Beweis-
lage betreffend die Todesumstände des Vaters mit dem blossen Hinweis,
dass die eingereichten Beweismittel die konkrete Verfolgung der Be-
schwerdeführerinnen nicht belegen könnten, «weggewischt». Es liege eine
willkürliche Beweiswürdigung vor, da das SEM versucht habe, die Aussa-
gen als nicht plausibel darzustellen, um dann daraus zu schliessen, die
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Beweise seien irrelevant statt vom Bewiesenen auszugehen und auf die
vermutlich wahren Folgen zu schliessen. Schliesslich hätte die Vorinstanz
bei Zweifeln an den schwer traumatisierenden Erlebnissen der Beschwer-
deführerin 1 nicht ohne weitere Abklärungen (Begutachtung, Einholen ei-
nes ärztlichen Berichts) entscheiden dürfen. Aus den auf Beschwerde-
ebene eingereichten ärztlichen Berichten ergebe sich, dass die Beschwer-
deführerin 1 an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leide, wobei
ausführlich begründet werde, aus welchen Gründen dies der Fall sei. Ins-
besondere im ergänzenden ärztlichen Bericht der I._ vom 11. De-
zember 2018 werde auf spezifische Fragen hinsichtlich der Glaubwürdig-
keit der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den geltend gemach-
ten Vorbringen vor dem Hintergrund ihrer psychischen Erkrankung näher
eingegangen (Erzählweise der Beschwerdeführerin, Vermeidungsverhal-
ten).
4.3 Das SEM wies in seinen Vernehmlassungen darauf hin, dass sich das
ärztliche Zeugnis vom 3. Dezember 2018 in keiner Weise auf die von der
Beschwerdeführerin 1 im Asylverfahren geltend gemachte erlittene sexu-
elle Gewalt und die Gründe dafür beziehe. Gemäss den ärztlichen Berich-
ten der I._ (Erstgesprächsbericht vom 11. Dezember 2018 und er-
gänzender Bericht vom 11. Dezember 2018) leide die Beschwerdeführe-
rin 1 an einer PTBS und einer chronischen Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren. Es sei festzuhalten, dass mit einem ärzt-
lichen Zeugnis grundsätzlich nicht die Ursache einer geltend gemachten
psychischen Krankheit bewiesen werden könne. Aufgrund einer fachärztli-
chen Feststellung einer PTBS könne einzig glaubhaft gemacht werden,
dass die betroffene Person traumatisierende Ereignisse erlebt haben
müsse. Vorliegend entsprächen die anamnestischen Angaben der Be-
schwerdeführerin in den ärztlichen Berichten im Wesentlichen ihren im
Rahmen der Anhörung geltend gemachten Vorbringen. Gemäss dem ärzt-
lichen Bericht vom 11. Dezember 2018 fänden sich aus klinischer Sicht
keine Argumente, welche gegen die Glaubwürdigkeit der Beschwerdefüh-
rerin 1 sprechen würden. Indessen seien die Arztberichte nur ein Element,
welches zusammen mit den gesamten übrigen Akten zur Beurteilung der
Glaubhaftigkeit herbeizuziehen sei. Auch wenn das SEM nicht ausschlies-
sen könne, dass die Beschwerdeführerin 1 Opfer von Vergewaltigungen
geworden sei und sicherlich traumatisierende Ereignisse erlebt habe, habe
die Beschwerdeführerin 1 die Vergewaltigungen, sollten sie tatsächlich
stattgefunden haben, unter den im Asylverfahren geltend gemachten Um-
ständen nicht glaubhaft darlegen können.
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4.4 In der Replik vom 11. Februar 2019 wurde entgegnet, dass nach der
Argumentation der Vorinstanz keine ärztlichen Berichte denkbar seien, die
für die Glaubhaftmachung ins Gewicht fallen könnten. Eine solche Sicht-
weise halte weder vor Art. 7 AsylG noch vor der Pflicht zur vollständigen
Sachverhaltsfeststellung stand. Kein Beweismittel sei a priori ausgeschlos-
sen. Die Glaubhaftmachung sei auch unter Berücksichtigung der ärztlichen
Berichte vorzunehmen. Ansonsten könne nicht mehr von einer willkürfreien
Feststellung des Sachverhalts ausgegangen werden. Wenn es glaubhaft
sei, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich wie geltend gemacht verge-
waltigt worden sei, sei nicht einsehbar, warum die Vergewaltigung durch
Milizionäre nicht ebenfalls glaubhaft erscheine.
5.
5.1 Das SEM hat die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, nach dem –
von der Vorinstanz nicht bezweifelten – Tod des Ehemannes beziehungs-
weise Vaters von Milizen behelligt worden zu sein, zu Recht und mit zutref-
fender Begründung als nicht glaubhaft erachtet.
Zum einen ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 1 erst im Rahmen
der Anhörung geltend gemacht hat, jahrelang verfolgt, vergewaltigt und be-
droht und zur Herausgabe von durch ihren verstorbenen Ehemann gesam-
melten Informationen aufgefordert worden zu sein. Anlässlich der BzP
hatte sie lediglich in pauschaler Weise angegeben, immer wieder von Mili-
zen verfolgt worden zu sein. Auf die Frage, was der Auslöser für ihre Aus-
reise gewesen sei, erwähnte die Beschwerdeführerin den gewaltsamen
Tod einer Nachbarsfamilie (vgl. A3 F.7.02). Danach gefragt, ob es noch an-
dere Gründe gebe, die gegen eine allfällige Rückkehr in ihren Heimatstaat
sprechen würden, gab sie an, ihre allergrösste Sorge sei, dass ihre Töchter
entführt würden (vgl. A3 F7.03). Die zentralen Vorbringen (Vergewaltigun-
gen, Drohungen und Herausgabe von Beweismitteln) erwähnte sie mit kei-
nem Wort. In der Beschwerde wird eingewendet, es könne nicht erwartet
werden, dass die Beschwerdeführerin 1 die erlittenen Vergewaltigungen
bei der BzP in einer nicht geschlechtsgleichen Befragungsrunde erwähne.
Die Beschwerdeführerin 1 sei gebeten worden, sich kurz zu fassen und
keine Details zu nennen. Nachfragen seien unterblieben. Hierzu ist fest-
zuhalten, dass es sich bei den erstmals im Rahmen der Anhörung geltend
gemachten Vorbringen keineswegs um Details handelt. Im Weiteren er-
scheint zwar verständlich, wenn jemand vor einer Person des anderen Ge-
schlechts nicht über eine Vergewaltigung erzählen will, indessen ist nicht
nachvollziehbar, weshalb sie einen sexuellen Übergriff gänzlich verneinen
sollte. Die Beschwerdeführerin 3 ihrerseits gab bei der BzP an, sie kenne
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die Gründe für die Ausreise aus dem Irak nicht. Sie wisse lediglich, dass
der Tod ihres Vaters ein Grund dafür gewesen sei. Erst im Rahmen der
Anhörung machte sie geltend, nach dem Tod ihres Vaters bedroht und ver-
folgt worden zu sein. Die Angabe anlässlich der Anhörung, wonach sie bei
der BzP aufgefordert worden sei, sich kurz zu fassen, vermag das Nichter-
wähnen von Kernvorbringen nicht plausibel zu erklären.
Zum anderen gab die Beschwerdeführerin 1 auf die Frage, wie sie sich das
abrupte Ende der Behelligungen im April 2014 erkläre, erstmals an, sie
habe auch nach dem letzten Vorfall anfangs 2014 Anrufe von Unbekannten
erhalten und sie und ihre Töchter seien bedroht worden (vgl. A30 F90), was
im Widerspruch zu den vorherigen Aussagen steht, anfangs 2014, nach
dem Tod ihres Vaters, zum letzten Mal vor ihrer Ausreise im Oktober 2015
mit ihren Verfolgern in Kontakt gekommen zu sein (vgl. A30 F71ff). In der
Beschwerde wird eingewendet, die ergänzende Angabe der Beschwerde-
führerin 1, wonach sie auch nach dem letzten Vorfall anfangs 2014 Anrufe
von Unbekannten erhalten und sie und ihre Töchter bedroht worden seien,
stelle keinen Widerspruch zur vorherigen Aussage dar, anfangs 2014 zum
letzten Mal vor ihrer Ausreise im Oktober 2015 mit ihren Verfolgern in Kon-
takt gekommen zu sein, handle es sich doch bei telefonischen Drohungen
nicht um persönliche Kontakte zu den Verfolgern. Dieser Erklärungsver-
such vermag nicht zu überzeugen. Aus dem Anhörungsprotokoll ergibt
sich, dass ausdrücklich nachgefragt wurde, ob die Beschwerdeführerin
nach dem letzten Vorfall anfangs April 2014 bis zu ihrer Ausreise keinen
Kontakt mehr mit den Verfolgern gehabt habe (vgl. A30 F89), was auch
telefonische Drohungen einschliesst. Auch die Beschwerdeführerin 3 ver-
mochte nicht plausibel zu erklären, warum sie erst im Rahmen der Anhö-
rung geltend gemacht hat, nach dem Tod ihres Vaters bedroht und verfolgt
worden zu sein. Da sie diese, erst auf Nachfrage hin konkretisierten Ereig-
nisse bei der BzP mit keinem Wort erwähnt hat, sind diese als nachgescho-
ben und damit unglaubhaft zu erachten. Die Angabe, wonach sie bei der
BzP aufgefordert worden sei, sich kurz zu fassen, vermag das Nichterwäh-
nen dieser Kernvorbringen – wie bereits erwähnt – nicht plausibel zu erklä-
ren. Im Weiteren erscheint nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdefüh-
rerin 1 mit ihren Töchtern trotz der angeblichen Behelligungen zweimal von
Jordanien in den Irak zurückgekehrt sein will. Weder die nicht näher sub-
stantiierte Angabe der Beschwerdeführerin 1, wonach sie sich 2014 nicht
freiwillig in den Irak begeben habe, noch die Hinweise in der Beschwerde
darauf, dass die Beschwerdeführerin 1 als Frau nicht selbst habe entschei-
den können, sondern ihr Vater dies getan habe, vermögen zu überzeugen.
Schliesslich hat das SEM zutreffend die im Zusammenhang mit dem Tod
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Seite 12
des Ehemannes beziehungsweise Vaters der Beschwerdeführerinnen ein-
gereichten Beweismittel mangels hinreichendem Sachzusammenhang zu
den geltend gemachten zentralen Vorbringen der Beschwerdeführerinnen
als nicht relevant erachtet. Entgegen der Auffassung in der Beschwerde
liegt keine «willkürliche Beweiswürdigung» vor. Auch die weitere Rüge in
der Beschwerde, wonach die Vorinstanz bei Zweifeln an den schwer trau-
matisierenden Erlebnissen der Beschwerdeführerin 1 nicht ohne weitere
Abklärungen (Begutachtung, Einholen eines ärztlichen Berichts) hätte ent-
scheiden dürfen, erweist sich als unzutreffend. Die Vorinstanz hat auf der
Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten rechtserheblichen
Sachverhalts entschieden. Die Notwendigkeit der Vornahme von weiteren
Abklärungen zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit war nicht gegeben.
5.2 Auf Beschwerdeebene wurde ein ärztliches Zeugnis des behandelnden
Psychiaters H._ vom 3. Dezember 2018 eingereicht, worin dieser
zu einem vom Rechtsvertreter verfassten Fragekatalog Stellung nimmt und
der Beschwerdeführerin 1 das Vorliegen einer PTBS attestiert. Mit Einga-
ben vom 13. Dezember 2018 und vom 14. Dezember 2018 wurden vom
Rechtsvertreter im Weiteren zwei ärztliche Berichte der I._ einge-
reicht (Erstgesprächsbericht vom 11. Dezember 2018 und ergänzender Be-
richt vom 11. Dezember 2018).
5.2.1 Die Diagnose einer PTBS bildet für sich allein keinen Beweis für eine
behauptete Misshandlung (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2.1 und 7.2.2). Die auf
klinischer Beobachtung beruhende Einschätzung eines Facharztes in Be-
zug auf die Plausibilität von Vorkommnissen oder Ereignissen, die als Ur-
sache für die diagnostizierte PTBS in Betracht fallen, kann jedoch ein Indiz
bilden, welches bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Verfolgungs-
vorbringen im Rahmen der Beweiswürdigung – welche als solche Aufgabe
des Gerichtes ist – zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2.2;
2007/31 E. 5.1).
5.2.2 Gemäss dem Erstgesprächsbericht vom 11. Dezember 2018 werden
der Beschwerdeführerin 1 eine «posttraumatische Belastungsstörung
(F43.1)» und eine «chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy-
chischen Faktoren (F45.41)» attestiert. Diese Diagnose stützt sich haupt-
sächlich auf die Anamnese (d.h. Befragung und Aussagen der Beschwer-
deführerin 1 an acht Konsultationen), welche einen Grossteil der Ausfüh-
rungen im Bericht ausmacht. Als weitere Quelle nennt das Gutachten klini-
sche und psychometrische Befunde. Die unter dem Titel „traumaspezifi-
sche Psychopathologie“ aufgeführten sieben Kriterien – u.a. traumatisches
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Ereignis („Vergewaltigungen und Bedrohungen des Lebens der Töchter»),
Wiedererleben, Vermeidungsverhalten (u.a. Verzicht auf Kontakte mit
Landsleuten), negative Veränderungen in Kognition und Stimmung, dürften
ebenfalls mehrheitlich direkt oder indirekt auf den Angaben der Beschwer-
deführerin 1 beruhen. In ihrem ärztlichen Bericht vom 11. Dezember 2018
nahmen die behandelnden Ärzte im Weiteren zu Fragen der Rechtsvertre-
tung (auch bezüglich des Aussageverhaltens der Beschwerdeführerin 1 im
vorinstanzlichen Verfahren) Stellung. Dabei wurde auf die Frage, ob es aus
medizinsicher Sicht Gründe dafür gebe, dass die Beschwerdeführerin 1 die
erlittene Gewalt in der ersten Befragung in Anwesenheit eines männlichen
Dolmetschers nicht im Detail erwähnt habe, festgehalten, dass das ausge-
prägte Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin 1 dafür spreche,
dass sie in keinem Setting mit ihr unbekannten Menschen die erlittene Ge-
walt im Detail erzählen könnte. Aufgrund dieser Feststellung bleibt indes
nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 1 einen sexuellen
Übergriff gänzlich verneinte beziehungsweise unerwähnt liess. Auch wenn
die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin 1 in den ärztlichen
Berichten im Wesentlichen ihren im Rahmen der Anhörung geltend ge-
machten Vorbringen entsprechen mögen und sich laut ärztlichem Bericht
vom 11. Dezember 2018 aus klinischer Sicht keine Argumente finden las-
sen, welche gegen die Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin sprechen,
ist festzuhalten, dass Arztberichte nur ein Indiz bilden, das bei der Beurtei-
lung der Glaubhaftigkeit von Verfolgungsvorbringen im Rahmen der Be-
weiswürdigung zu berücksichtigen ist.
Entgegen der Auffassung in der Beschwerde hat sodann das SEM in seiner
Vernehmlassung die Frage der Glaubhaftigkeit auch unter Berücksichti-
gung der ärztlichen Berichte vorgenommen. Zwar kann vorliegend nicht
ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin Opfer von Verge-
waltigungen geworden ist. Aufgrund der aufgezeigten zahlreichen Unstim-
migkeiten in den gesuchsbegründenden Aussagen ist indessen davon aus-
zugehen, dass sich solche Vergewaltigungen – sollten sie tatsächlich statt-
gefunden haben – unter anderen als den von der Beschwerdeführerin 1
anlässlich ihrer Befragungen geltend gemachten Umständen zugetragen
haben. In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen können die ärztlichen
Befunde daher nicht als ausschlaggebendes Indiz für die Glaubhaftigkeit
der Vorbringen der Beschwerdeführerin 1 gewertet werden.
5.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Anbetracht der gesamten
Aktenlage somit zum Schluss, dass die diagnostizierte PTBS nicht auf Ver-
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gewaltigungen zurückzuführen sind, die sich im Rahmen der von der Be-
schwerdeführerin 1 geltend gemachten Ereignisse zugetragen haben. Es
bestehen insgesamt überwiegende Zweifel an der Glaubhaftigkeit der ge-
suchsbegründenden Aussagen.
6.
Das SEM hat demnach zu Recht festgestellt, dass die Beschwerdeführe-
rinnen die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen und ihre Asylgesuche ab-
gelehnt. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in den Beschwer-
den weiter einzugehen, da diese an der Würdigung des vorliegenden Sach-
verhalts nichts zu ändern vermögen.
7.
7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
7.2 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung
aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht ein-
tritt. Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl.
BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.3 Mit den angefochtenen Verfügungen wurden die Beschwerdeführerin-
nen wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der
Schweiz aufgenommen. Da die Wegweisungsvollzugshindernisse alterna-
tiver Natur sind (vgl. BVGE 2009/51), besteht kein schutzwürdiges Inte-
resse an der Überprüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz den Voll-
zug aufgeschoben hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG).
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des (vereinigten) Verfahrens wären die Kosten
den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indes-
sen wurden die mit den Beschwerden gestellten Gesuche um Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG, da die
Rechtsbegehren nicht zum Vornherein aussichtslos erschienen und die
Nachweise der Bedürftigkeit erbracht wurden, mit Zwischenverfügung vom
4. Dezember 2018 gutgeheissen. Somit sind keine Verfahrenskosten zu
erheben.
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8.2 Mit derselben Verfügung hat die Instruktionsrichterin Rechtsanwalt
Bernhard Jüsi als amtlichen Rechtsbeistand eingesetzt. Mit Eingabe vom
13. November 2020 hat der Rechtsvertreter eine aktualisierte Honorarnote
eingereicht. Darin macht er einen zeitlichen Aufwand von 14.35 Stunden,
Dolmetscherkosten in der Höhe von Fr. 150.– und weitere Auslagen von
Fr. 118.50 geltend. Dies erscheint angemessen. Das Gericht geht indessen
praxisgemäss bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenan-
satz von Fr. 200.– bis Fr. 220.– für die anwaltliche Vertretung aus (vgl. Art.
12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2], Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2018). Der in der
Kostennote verrechnete Stundenansatz von Fr. 300.– ist entsprechend auf
Fr. 220.– zu reduzieren. Die ausserdem geltend gemachten Kosten betref-
fend «6.12.2018 Arztbericht» im Betrag von Fr. 140.–, welche vermutungs-
weise das mit der Eingabe vom 6. Dezember 2018 eingereichte Arztzeug-
nis vom 3. Dezember 2018 betreffen, sind jedoch weder ausgewiesen (es
liegt keine Arztrechnung bei), noch bildet jenes Arztzeugnis eine wichtige
Grundlage dieses Entscheides, weshalb sie nicht zu entschädigen sind.
Dem Rechtsvertreter ist demnach zu Lasten des Bundesverwaltungsge-
richts ein Honorar von insgesamt Fr. 3'689.30 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuerzuschlag) zuzusprechen (vgl. Art. 12 und Art. 14 Abs. 2 VGKE).
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