Decision ID: 14704f2a-7284-4197-ad47-a23852677640
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war ab dem 1. Oktober 2007 in einem 100 %-
Pensum als C._ bei der D._ AG tätig und dadurch bei der BVG Stiftung B._
berufsvorsorgeversichert (IV-act. 79.1). Per 31. Januar 2011 löste die D._ AG das
Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (IV-act. 79.3).
A.a.
Im Dezember 2011 meldete sich der Versicherte erneut, nach Gesuchen in den
Jahren zuvor (vgl. u.a. IV-act. 1 [2001], 32, [2005]), zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) des Kantons E._ an (IV-act. 59). Die IV-Stelle des Kantons
E._ führte in der Folge verschiedenste Abklärungen durch (IV-act. 60 ff.). Dr. med.
F._, Facharzt für Innere Medizin FMH, diagnostizierte beim Versicherten mit
Arztbericht vom 13. Juni 2013 einen Status nach Knie-TEP rechts, einen Status nach
Hüft-TEP links bei Coxarthrose und einen Status nach Mitralklappenrekonstruktion. Die
Leistungsfähigkeit sei bezüglich körperlicher Belastbarkeit (Tragen von Lasten)
vermindert. Daneben bestehe eine Erschöpfbarkeit und im Verlauf von Stunden eine
zunehmende Konzentrationsschwierigkeit. In den bisherigen Tätigkeiten in
Kaderpositionen im Verkauf habe der Versicherte neben organisatorischen Aufgaben
stets auch körperliche Arbeiten ausführen müssen. Eine solche Tätigkeit sei nicht mehr
oder stark eingeschränkt zumutbar (maximal 50 %). Alle körperlich nicht stark
belastenden Tätigkeiten könnten vom Versicherten ausgeführt werden. Tätigkeiten, die
mit längerem Stehen und Gehen sowie Tragen von Lasten verbunden seien, seien nur
eingeschränkt möglich (IV-act. 91). Dr. med. G._ vom regionalen ärztlichen Dienst
(RAD), Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
A.b.
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Bewegungsapparates FMH, attestierte dem Versicherten mit Beurteilung vom 12. Juli
2013 in einer angepassten wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne
Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne Zwangshaltungen
wie häufiges Bücken, Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder
Nässe, ohne vorwiegende Überkopfarbeiten, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und
Steigen auf Gerüste, Leitern und Dächer und ohne Begehen von Treppen eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit drei Monate seit der letzten Knieoperation im November 2009. Dies
begründe sich auf der gelockerten Knie-TEP, dem Status nach Hüft-TEP sowie den
kardiologischen und angiologischen Erkrankungen des Versicherten. Die angestammte
Tätigkeit im Verkauf sei aufgrund der körperlichen Belastung auf Dauer nicht mehr
möglich (IV-act. 93). Mit Verfügung vom 20. Februar 2014 sprach die IV-Stelle des
Kantons E._ dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 44 % ab dem 1. Juni
2012 eine Viertelsrente der IV zu (IV-act. 111). Diese Verfügung, welche auch der BVG
Stiftung B._ eröffnet wurde, blieb unangefochten. Die BVG Stiftung B._ erbrachte
gestützt darauf eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge in Höhe von jährlich Fr.
13'296.-- (act. G 3.3).
Ab dem 1. Oktober 2014 war der Versicherte mit einem Pensum von 100 % als
Abteilungsleiter bei der H._ tätig und dadurch bei der Pensionskasse I._
berufsvorsorgeversichert. Am 2. Juli 2015 verunfallte der Versicherte während der
Arbeit und zog sich eine Schulterverletzung, welche ab dem 27. Juli 2015 zu einer
100%-igen Arbeitsunfähigkeit führte, zu (IV-act. 182). Per 30. September 2015 löste die
H._ das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (IV-act. 133.1).
A.c.
Im Oktober 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons E._
zum Bezug von Leistungen (Rentenerhöhung) an (IV-act. 170.17-181 ff., 170.17-142).
Diese tätigte verschiedene berufliche und medizinische Abklärungen und sprach dem
Versicherten mit Verfügung vom 30. August 2018 für die Dauer vom 1. Oktober 2015
bis 30. September 2017 eine ganze Rente, ab dem 1. Oktober 2018 bei einem
Invaliditätsgrad von 47 % wieder eine Viertelsrente zu (IV-act. 214). Die dagegen
erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons E._ mit Urteil
vom 22. Juli 2019 gut und sprach dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Oktober
2015 eine unbefristete ganze Invalidenrente zu (IV-act. 224). Die Pensionskasse I._
richtete, soweit es die Vorsorge bei ihr betraf, gestützt auf den Entscheid des
A.d.
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B.
Versicherungsgerichts des Kantons E._ eine Invalidenrente der beruflichen Vorsorge
von jährlich Fr. 11'070.-- aus (act. G 3.4 f.). Per 1. September 2020 wurde die
Invalidenrente durch eine Altersrente von jährlich Fr. 11'269.-- ersetzt (act. G 3.6).
Mit Einspracheentscheid vom 14. März 2018 hatte die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva) dem Versicherten eine Invalidenrente auf der Basis
eines Invaliditätsgrads von 43 % zugesprochen (IV-act. 206). Daraus resultierte per 1.
Oktober 2017 ein Rentenanspruch von monatlich Fr. 2'016.45 (IV-act. 208).
A.e.
Am 2. Oktober 2020 teilte BVG Stiftung B._, vertreten durch die J._ AG, dem
Versicherten mit, dass die Invalidenrente längstens bis zum ordentlichen Rentenalter
ausgerichtet werde (act. G 1.7).
A.f.
Mit Klageschrift vom 25. November 2021 gelangte der Versicherte (nachfolgend:
Kläger), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Volker Pribnow, Baden, an das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Er beantragte, dass die BVG Stiftung
B._ (nachfolgend: Beklagte) zu verpflichten sei, dem Kläger auch über den 31.
August 2020 hinaus eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44 %
auszurichten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der
Beklagten (act. G 1).
B.a.
Mit Klageantwort vom 18. Januar 2022 beantragte die Beklagte, vertreten durch
Rechtsanwalt Adrian Rufener, St. Gallen, die Abweisung der Klage, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers (act. G 3).
B.b.
Replizierend liess der Kläger am 17. Februar 2022 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 5). Auch die Beklagte liess in der Duplik vom 25. März 2022 an ihrem Antrag auf
Klageabweisung festhalten (act. G 9).
B.c.
In der Folge zog das Versicherungsgericht die IV-Akten der IV-Stelle des Kantons
E._ bei (act. G 12). Diese wurden der Beklagten zur Kenntnis und allfälligen
Stellungnahme zugestellt (act. G 13 ff.).
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ist
unbestrittenermassen gegeben (vgl. Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] in Verbindung mit Art.
65 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
2.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.e.
bis
Der Sachverhalt präsentiert sich wie folgt. Der Kläger erhielt seit dem 1. Juni 2012
aufgrund diverser gesundheitlicher Beeinträchtigungen (gelockerte Knie-TEP, Status
nach Hüft-TEP sowie kardiologische und angiologische Erkrankungen; IV-act. 93) eine
Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 111) und eine Invalidenrente der Beklagten,
jeweils basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44 % (vgl. im Sachverhalt lit. A.b).
Attestiert wurde dem Kläger dabei eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tätigkeit. Das Valideneinkommen wurde auf Fr. 110'823.--, das Invalideneinkommen
auf Fr. 62'354.-- festgesetzt (act. G 1.4). Ab dem 1. Oktober 2014 arbeitete der Kläger
in einem Pensum von 100 % als Abteilungsleiter bei der H._ und erzielte dabei ein
(rentenausschliessendes) Einkommen von jährlich Fr. 91'000.-- (13 x Fr. 7'000.--). Am
2. Juli 2015 erlitt der Kläger eine Schulterverletzung, welche ab dem 27. Juli 2015 zu
einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit führte (IV-act. 137-4, 182). Per 30. September 2015
löste die H._ das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger auf (IV-act. 133.1). Die
Invalidenversicherung zahlte – soweit ersichtlich – durchgehend die ab 1. Juni 2012
gesprochene Viertelsrente (auch während des Arbeitsverhältnisses bei der H._ vom
1. Oktober 2014 bis 30. September 2015), ehe sie diese mit Wirkung ab dem 1.
Oktober 2015 (altershalber resp. mangels Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit) auf
eine ganze Rente zu erhöhen hatte. Auch die Beklagte zahlte durchgehend die
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 44 %, sieht sich seit der
Anstellung des Klägers bei der H._ ab dem 1. Oktober 2014 aber nicht mehr in der
Pflicht. Konkret im Streit liegt die Frage, ob die Beklagte über das Pensionsalter des
am _ 19_ geborenen Klägers resp. über den Monat _ 2020 hinaus eine
2.1.
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/b6240896-269b-4cb0-b176-168452e60eae?source=document-link&SP=7|nzfa1e https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/ecc2e31c-f065-49f9-b872-9f66cb24a00e/b6240896-269b-4cb0-b176-168452e60eae?source=document-link&SP=7|nzfa1e
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Invalidenrente/Altersrente – entsprechend einem Invaliditätsgrad von 44 % aus
beruflicher Vorsorge (2. Säule) – zu erbringen hat.
Anspruch auf Versicherungsleistungen aus beruflicher Vorsorge haben gemäss Art.
23 lit. a BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 %
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
hat, versichert waren. Entsprechend dieser Bestimmung erbrachte die Beklagte ab
dem 1. Juni 2012 eine Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44 %
(act. G 3.3; vgl. auch im Sachverhalt lit. A.b). Gemäss Art. 26 Abs. 3 Satz 1 BVG erlischt
der Anspruch auf Invalidenleistungen mit dem Tode des Anspruchsberechtigen oder,
unter Vorbehalt von Art. 26a BVG, mit dem Wegfall der Invalidität. Art. 26a BVG sieht
vor, dass bei einer Herabsetzung oder Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung
nach Verminderung des Invaliditätsgrades die versicherte Person während drei Jahren
zu den gleichen Bedingungen bei der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung
versichert bleibt, sofern sie vor der Herabsetzung oder Aufhebung der Rente an
Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Art. 8a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) teilgenommen hat oder die Rente wegen der
Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erhöhung des Beschäftigungsgrades
herabgesetzt oder aufgehoben wurde (Art. 26a Abs. 1 BVG; BGE 147 V 184 E. 4.1). Die
IV-Stelle des Kantons E._ hat die Viertelsrente nicht herabgesetzt, weshalb die
Anwendbarkeit von Art. 26a BVG resp. die darin zugunsten des Klägers statuierte
Schutzfrist von drei Jahren vorliegend nicht zur Diskussion steht.
2.2.
Der Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge setzt einen engen
sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der während des
Vorsorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität
voraus. Der enge zeitliche Zusammenhang ist so lange nicht unterbrochen, als dass
mindestens eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit besteht.
Eine nachhaltige, den zeitlichen Konnex unterbrechende Erholung liegt grundsätzlich
vor, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in einer
angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist und – kumulativ bezogen auf die
angestammte Tätigkeit – ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden kann.
Eine solche drei Monate oder länger andauernde (annähernd) vollständige
Arbeitsfähigkeit ist ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen
Zusammenhangs, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit
als objektiv wahrscheinlich darstellt. Der zeitliche Zusammenhang kann daher auch bei
einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn eine dauerhafte
berufliche Wiedereingliederung unwahrscheinlich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls
2.3.
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auch erst im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf
sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte (Urteil des Bundesgerichts vom 30.
Januar 2019, 9C_465/2018, E. 3.2). Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten
Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 134 V 20). Wird der zeitliche
Konnex bei laufender Rente unterbrochen resp. fällt die Invalidität weg und lebt diese in
der Folge – auch aus denselben Gründen – wieder auf, ist die früher leistende
Vorsorgeeinrichtung nicht (mehr) verpflichtet, erneut Invalidenleistungen in der
ursprünglichen Höhe auszurichten (vgl. dazu die Ausführungen in der Botschaft zur
Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [6. IV-Revision, erstes
Massnahmepaket], 10.032, 24. Februar, 2010, BBL 2010 1913 f.). Grund dafür ist, dass
die nach Art. 23 lit. a BVG vorausgesetzte (erneute) Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache
(abermals) zur Invalidität geführt hat, bei dieser Konstellation resp. bei
zwischenzeitigem Wegfall der Invalidität nicht (mehr) während des
Versicherungsschutzes bei der früher leistenden Vorsorgekasse entstanden ist.
Zu prüfen ist nachfolgend gestützt auf das Gesagte und in Würdigung der
gesamten Umstände einzig, ob es aufgrund des Arbeitsverhältnisses in einem
Vollpensum bei der H._ ab 1. Oktober 2014 mit Erzielung eines
rentenausschliessenden Einkommens zu einem Unterbruch des zeitlichen Konnexes
resp. zu einem (zwischenzeitigen) Wegfall der Invalidität bei nicht mehr
anspruchsbegründender Arbeitsunfähigkeit/Erwerbsunfähigkeit gekommen ist, so dass
die Beklagte nicht mehr verpflichtet gewesen wäre, dem Kläger ab dem 1. Oktober
2014 eine Invalidenrente auszurichten und entsprechend auch keine Invalidenrente/
Altersrente in der ursprünglichen Höhe ab August 2020 geschuldet ist. Für diese
Sichtweise spricht sich die Beklagte aus, während der Kläger geltend macht, dass es
sich bei der Tätigkeit bei der H._ lediglich um einen Arbeitsversuch gehandelt habe,
der den zeitlichen Zusammenhang nicht unterbrochen habe. Bezüglich dieser zu
beantwortenden Frage besteht – entgegen der Annahme des Klägers – keine
Bindungswirkung an die Entscheide der IV-Stelle des Kantons E._ oder an den
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons E._ vom 22. Juli 2019 (IV-act.
224). Diese haben zum Arbeitsverhältnis des Klägers bei der H._ keine verbindlichen
Feststellungen getroffen. Insbesondere ist aus den Entscheiden nicht ersichtlich, ob die
Rente der Invalidenversicherung versehentlich nicht temporär eingestellt oder bewusst
und in der Annahme eines gescheiteren (Selbst-)Eingliederungsversuchs des Klägers
durchgehend gewährt wurde.
2.4.
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Der Kläger nahm die Tätigkeit bei der H._ ab 1. Oktober 2014 in einem
Vollpensum auf, ohne die IV-Stelle des Kantons E._ und/oder die Beklagte darüber
zu informieren. Auch liess er die neue Arbeitgeberin und deren Pensionskasse im
Unwissen über die bestehende (Teil-)Invalidität (act. G 3.4). Die Tätigkeit wurde bis zum
Unfall im Juli 2015, damit über neun Monate, ausgeführt, ohne dass es zu
aktenkundigen (krankheitsbedingten) Absenzen gekommen ist (IV-act. 133.1-5; vgl.
auch das Jahreslohnkonto im Anhang zu IV-act. 133.1). Im Weiteren fallen die
Kündigung und der Unfall vom 2. Juli 2015 ungefähr in den gleichen Zeitraum, womit
sich auf den ersten Blick der Unfall mit anschliessend längerer Arbeitsunfähigkeit und
nicht der vorbestehende Gesundheitsschaden mit damit allenfalls einhergehenden
ungenügenden Arbeitsleistungen als Grund für die Kündigung aufdrängt. Diese Punkte
(mehrmonatige Arbeitsleistung in einem Vollpensum ohne aktenkundige Absenzen;
Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens) sprechen für ein
Arbeitsverhältnis, welches nicht nur versuchsweise eingegangen wurde, und einen
Unterbruch des zeitlichen Konnexes zur Folge hat. Gegen die Annahme einer
nachhaltigen Erholung mit Unterbruch des zeitlichen Kausalzusammenhangs während
der Tätigkeit bei der H._ sprechen indes gewichtigere Faktoren. Aus dem
Fragebogen für Arbeitgebende ergibt sich, dass die Kündigung der H._ aus
persönlichen und qualitativen Gründen erfolgte und nicht aufgrund des Unfalls von Juli
2015 (IV-act. 133.1-2). Weiter führt die Arbeitgeberin aus, dass der Lohn nicht der
Arbeitsleistung entsprochen habe und dies zur Kündigung geführt habe (IV-act.
133.1-3). Selbst wenn sich aus diesen Angaben im Fragebogen nicht ausdrücklich
ergibt, dass die mangelnde Arbeitsleistung und aufgrund dessen die Kündigung auch
der vorbestehenden somatischen Problematik geschuldet ist, so liegt dieser Schluss
nahe, entsprach die Arbeitsstelle doch offenkundig nicht einer (genügend) adaptierten
Tätigkeit (im Fragebogen wird angegeben, dass die Tätigkeit des Klägers häufiges
Gehen und grosse Konzentrationsfähigkeit beinhaltete [IV-act. 133.1-7], was gemäss
Zumutbarkeitsprofil von Dr. G._ vom 12. Juli 2013 [IV-act. 93-4] gerade nicht
angepasst ist). Damit war aber auch eine dauerhafte Wiedererlangung der
Erwerbsfähigkeit mit der Anstellung bei der H._ objektiv betrachtet unwahrscheinlich
und die Tätigkeit im Rückblick als gescheiterter Selbsteingliederungsversuch zu
qualifizieren, womit der zeitliche Konnex nicht unterbrochen wurde. Die Klage ist damit
in dem Sinne gutzuheissen, als die Beklagte zu verpflichten ist, dem Kläger ab 1.
September 2020 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 44 %
auszurichten. Anzufügen bleibt, dass Rentenkürzungen/Rückforderungsansprüche ab
1. Oktober 2014 zufolge allfälliger Überentschädigung resp. deren Durchsetzbarkeit
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind. Dasselbe gilt bezüglich Folgen
einer allfälligen Meldepflichtverletzung.
2.5.
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3.