Decision ID: 8cf77e77-9322-46d9-9fe7-ef501817b452
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
, Vater von fünf Kindern (Jahrgang 1981, 1982, 1984, 1987, 1991), ohne Berufsbildung, war im Juni
1991 in die Schweiz eingereist und arbeitete in einem 100%-Pensum als Lagerist für die
Z._
AG.
Am 11.
Dezember 2019
(Eingangsdatum) meldete
er
sich
unter
Hinweis auf eine Herzkrankheit bei
der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk.
10
/
5
).
Mit S
chreiben vom 19.
Dezember 2019 reichte der Krankentaggeldversicherer AXA
(nachfolgend: AXA)
medizinische Unter
lagen
zu den Akten der IV-Stelle (Urk.
10/8-9).
Zur Ab
klärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle zu
nächst einen Auszug aus de
m individuellen Konto bei (Urk.
10/10) und holte Berichte der behandelnden Ä
rzte
(U
rk.
10/13
,
Urk.
10/15
und
Urk. 10/
21-22)
, einen Bericht des Arbeitgebers (
Urk.
10/14)
sowie die Akten der Axa ein (U
rk.
10/16-20). Mit Mitteilung
vom 11.
Februar 2020 wurde der Versicherte informiert, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes keine
Eingliederungs
massnahmen
möglich seien (U
rk.
10/12).
Mit Vorbescheid vom
10.
September 2020
stellte die IV-Stelle
dem
Versicherten die
Verneinung eines Renten
anspruchs
in Aussicht (Urk.
10/26
). Dagegen erhob
der
Versicherte am
25.
September 2020 vorsorglich
und am 29.
Oktober 2020 ergänzend
Einwand (Urk.
10/29 und U
rk.
10/34).
Mit Verfügung vom
2
1.
Dezember 2020
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
er
Versicherte am 1
.
Februar 2021 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien die gesetzlichen Leistungen
gemäss
IVG zu erbringen, eventualiter sei die Sacher zur weiteren Abklärung und Einholung eines Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Ein
gabe vom
3.
März 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Berichte ins Recht (
Urk.
7-8)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10)
. Mit Verfügung
vom
19.
März 2021 wurden die Unterlagen je wechselseitig zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b
/cc).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E.
3a
).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
; Urteil des Bundesgerichts
8C_225
/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Gemäss
ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das
Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dem Beschwerdeführer sei es auf
grund seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr möglich
,
in seinem bisherigen Beruf zu arbeiten. Allerdings sei er in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig.
Das
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung
sei gestützt auf das durchschnittliche Jahreseinkommen des individuellen Kontos
berechnet worden und betrage
Fr.
79'127.6
5.
Das Einkommen mit gesund
heitlicher Einschränkung werde nach statistischen Werten ermittelt und betrage
Fr.
53'978.5
0.
Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resul
tiere ein Invaliditätsgrad von 32
%
. Somit liege der Invaliditätsgrad unter 40
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
im Wesentlichen
auf den S
tand
punkt, gemäss de
r Orthopädie des
Kantonsspitals
A._
sei er
bis zu sechs Stunden
pro Tag
in einer optimalen Verweistätigkeit arbeitsfähig. Aus
gehend von einer 4
2
Stundenwoche sei er
bei
einer optimalen Verweistätigkeit maximal 70
%
und nicht 80
%
arbeitsfähig.
Hinzu komme, dass ihm aufgrund seiner Einschränkungen sowie des fortgeschrittenen Alters ein Abzug von 25
%
zu gewähren sei. Ferner habe die Beschwerdegegnerin die
k
oronare 3-Gefäss-Erkr
a
nkung nicht berücksichtigt, weshalb der Sachverhalt unvollständig erstellt worden sei. Auch die AXA erbringe weiterhin die Leistungen, demnach sei er
au
s
Sicht des Krankentaggeldversicherers
nicht mehr arbeitsfähig
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Im Arzt-Kurzbericht für Diagnose und Arbeitsunfähigkeit zuhanden der Axa hielt
Dr.
med.
B._
von
der Ka
rdiologie des
Kantonspitals
A._
die Diagnose k
oronare 3-Gefässerkrankung mit stabiler Angina
pectoris
fest und attestierte dem Beschwerdeführer vom 1
9.
bis am 2
6.
Juli 2019 eine volle
Arbeitsunfähigkeit und danach bis
am
3.
November 2019 eine
30%
ige
Arbeits
unfähigkeit (Urk. 10/8/5).
3.2
Im Bericht der Kardiologie des
A._
vom 2
3.
Oktober 2019
nannten die Ärzte folgende Diagnosen
(Urk.
10/8/2):
-
Stabile Angina
pectoris
bei formal koronarer 3-Gefässerkr
a
nkung
-
Koronarangiographie vom 19.07.2019
-
PTCA
/DES
Posterolateralast
der
RCA
-
PTCA
/DES
Posterolateralast
des R.
circumflexus
-
Normale LV-Funktion,
EF
73
%
-
Myokard-
SPECT
6/2019: ausgedehnte Minderdurchblutung des lateralen/
inferolateral
Myokards, im Sinne einer Belastungs
myokar
d
ischämie (DD DA/
RCX
)
-
cvRF
: Arterielle Hypertonie,
Dyslipidämie
-
Vd
. a.
polyglanduläres
Autoimmunsyndrom mit
-
subs
tituierter Hypothyreose bei Hashimoto-Thyreoidit
i
s
,
ED 199
9
-
Vitiligo
Am Ende der Rehabilitationsmassnahmen sei die ergometrisch erfasste Leistung bei 89
%
des Solls gelegen. Im Rahmen der ambulanten Herzrehabilitation habe der Beschwerdeführer von einer individuellen Ernährungsberatung profitieren können (
Urk.
10/8/4).
3.
3
Dr.
med.
C._
,
Oberärztin am
Department Chirurgie des
A._
,
er
hob
im Bericht vom
3.
März 2020
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/13/8):
-
Varusgonarthrose
bds
. rechts beschwerdeführend (ED 16.12.2019)
-
Recessale
Enge LWK 4/5 ohne Nervenwurzelkompression (ED nach MRI LWS vom 2012.2019)
-
Stabile Angina
pect
o
ris
bei vormaliger koronarer 3-Gefässerkr
a
nkung (ED 20.06.2019)
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen genannt:
-
Dyslipidämie
-
Hypothyreose
-
Vitamin
D3
-Mangel
-
Vd.a
.
polygla
nduläres
Autoimmunsyndrom, St. n. Hepatitis
B
Zum aktuellen Zeitpunkt werde noch versucht mittels konservative
r
Therapie
massnahmen die Beschwerdesituation zu verbessern. Ein operatives Vorgehen könne in mittelfristiger Zukunft von Nöten sein. Dies wirke sich jedoch nicht positiv auf die Arbeitsfähigkeit als Lagerist aus, da die Belastung in diesem Beruf
zu gross sei, auch wenn ein Gelenksersatz im rechten Knie durch
ge
führt worden sei. Der Beschwerdeführer übe als Lagerist eine körperlich stark belastende Tätig
keit aus und sei in dieser Tätigkeit zum aktuellen Ze
itpunkt zu 100
%
arbeits
unfähig. A
uch in Zukunft sei keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Eine sitzende Tätigkeit ohne starke körperliche Belastung sei mehrere Stunden pro Tag möglich (
Urk.
10/13/8-9).
3.
4
Im Bericht vom
6.
März 2020 hielt
D._
, Praktische Ärztin FMH, der
E._
Gruppenpraxis folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest:
-
Angina
pectoris
bei formal koronarer 3-Gefässerkr
a
nkung
-
Varusgonarthrose
bds
. rechts beschwerdeführend (ED 16.12.2019)
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verblieben
-
substituierte Hypothyreose bei Hashimoto-Thyreoiditis
-
Vitiligo
-
Arterielle Hypertonie
-
Schwerer Vi
t
a
min
D3
-Mangel
-
Dyslipidämie
Der Beschwerdeführer sei seit dem 2
5.
November 2019 bis auf
W
eiteres voll arbeitsunfähig (
Urk.
7/15/2).
Aktuell werde
abgewartet
bis
zum Aussetzen der
doppelten Antiaggregation-
Medikation, danach
folge die
kardiologische
Beurteilung, ob
eine
Knieoperation-Tot
a
lprothese
möglich sei (
Urk.
10/15/4)
.
3.5
Im Bericht vom 1
7.
Juni 2020
führte
Dr.
C._
aus
, der Beschwerdeführer sei als Lagerist bekannt. Die angestammte Stelle habe er aber verloren. Es seien unveränderte belastungsabhängige Knieschmerzen rechts verblieben, die trotz starker konservativer Therapiemassnahmen nicht in den Griff zu bekommen seien. Für ein operatives Vorgehen sei bei doppelter Antiaggregation bei
Status nach
PTCA
am 19.7.2019 nicht zu denken. Der Beschwerdeführer könne eine sitzende Tätigkeit ausüben. Diese sollte ihm sechs Stunden am Tag möglich sein. Für eine stehende, gehende sowie körperlich
b
elastende Tätigkeit sei der Beschwerdeführer voll arbeitsunfähig (
Urk.
10/21/5).
3.6
Dr.
C._
ergänzte im Bericht vom 2
6.
Januar 2021, aktuell sei keine Verlaufs
kontrolle in der Kniesprechstunde geplant. Bezüglich de
s
Einfluss
es
der koronaren Herzerkrankung auf die Arbeitsfähigkeit verwies sie auf den Kardiologen (
Urk.
8/2).
3.7
Im Bericht vom 1
8.
Februar 2021 führte
die Praktische Ärztin
D._
aus, der Beschwerdeführer sei weiter in konservative
r
Behandlung mit Medikamenten und Selbstübungen wegen des Herzens und der K
niearth
r
o
se. Die Grundursache für
die Arbeitsunfähigkeit sei
e
n die Knieprobleme. Er sei
deswegen
voll arbeits
unfähig. Der Beschwerdeführer warte auf ein Aufgebot
der
Orthopädie des
A._
. Die kardiologische Situation habe
sich
stabilisiert
,
weshalb
vielleicht jetzt eine
Knieoperation
möglich sei. Die H
e
rzerkrankung sei im Moment stabil, aber bei
psychischer
oder
körperlicher
Anstrengung
könne sich dies ändern. Im August 2020 sei ein
Belastungsprofil gemacht
worden,
welches
keine Veränderungen
zeige
. Die künstlichen
Bedingungen entsprächen aber nicht ganz dem
realen Leben. Der Beschwerdeführer könne
aktuell vielleicht leichte
körperliche Arbeiten
ausüben, vielleicht aber auch nur in einem Teilpensum. Es sei jedoch noch das Knie zu berücksichtigen
. Die kardiologische Situation präsentiere sich unverändert, da die Medikamente wirkten. Aus orthopädischer Sicht komme es bezüglich der Arbeitsfähigkeit darauf an, was die orthopädische Beurteilung ergeben werde
(
Urk.
8/1).
4.
4.1
Unstrittig ist, dass
der
Beschwerdeführer – laut den behandelnden Ärzten –
an einer
Varusgonarthros
e
beschwerdeführend
am rechten Knie
, eine
r
rezessale
n
Enge LWK 4/5 ohne Nervenwurzelkompression sowie eine
r
stabile
n
Angina
pectoris
bei einer koronare
n
3-Gefässerkr
a
nkung
leidet. Somit ist er in seiner bis
herigen Tätigkeit
als Lagerist
voll arbeitsunfähig. Strittig und zu prüfen ist hin
gegen, in welchem Umfang sich diese Leiden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten auswirken. Dies kann anhand der im Recht liegenden Akten nicht eindeutig beurteilt werden.
4.2
Dr.
C._
erachtete den Beschwerdeführer
aus orthopädischer Sich
t
in einer sitzenden Tätigkeit für 6 Stunden pro Tag arbeitsfähig
.
In einer
stehende
n
, gehende
n
sowie körperlich belastende
n
Tätigkeit
beurteilte
sie den
Beschwer
de
führer
als nicht arbeitsfähig
(E. 3.
5
).
Bezüglich der Einschätzung zur Auswirkung der koronaren Herzerkrankung auf die Arbeitsfähigkei
t verwies sie an die Kardiologen
(E. 3.6)
. Die behandelnde Hausärztin äusserte sich nicht selber
zum Arbeitsumfang
und dem B
elastungsprofil in angepassten
Tätigkeit
en
(
E. 3.4 und
E. 3.
7
).
Auch ist in den Akten keine Stellungnahme der Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) zu finden. Demnach lässt sich die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie insbesondere die Restarbeitsfähigkeit nicht schlüssig beurteilen.
4.3
Nachdem sich auch gestützt auf die übrigen Akten die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht rechtsgenügend beurteilen lässt, erweist sich der rechts
erhebliche Sachverhalt als ungenügend abgeklärt
. Demzufolge ist das Vorgehen
der Beschwerdegegnerin auch mit Blick auf den im Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung geltende Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde gehalten ist, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären (Ar.t 43 ATSG, BGE 130 I 180 E. 3.2), nicht statthaft.
5
.
Die Beschwerde ist daher in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die angefochtene Ver
fügung aufzuheben und die Sache zur zusätzlichen Abklärung und zum
an
schliessendem
Neuentscheid an die Verwaltung zurückzuweisen ist.
Angesichts dieser Ausgangslage erübrigen sich zu diesem Zeitpunkt Aus
führungen zu den strittigen Fragen des leidensbedingten Abzugs
und de
r
V
er
wertbar
keit der
Restarbeitsfähigkeit.
6.
6.
1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1 GSVGer in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Insgesamt
erweist sich eine Parteientschädigung von Fr.
1‘2
00.-- (inkl. Barauslage und Mehrwert
steuer) als angemessen.