Decision ID: d7452d55-7617-43ee-876f-3e5b1cbabade
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
, verheiratet und Mutter von vier Kindern (Jahr
gang 1993, 1994, 1998,
2002
sel.), reiste im Januar 1992 in die Schweiz ein, wo sie – nach drei vorangegangenen kurzen Phasen der Erwerbstätigkeit (September bis November 1992, Juni bis August 1997 und Januar bis Juni 1998 [Urk. 8/3; vgl. auch Urk. 8/5]) – zuletzt von März bis August 2000 in einem Teilzeitpensum als Raumpflegerin bei der
Y._
AG angestellt war (Urk. 8/6). Am 11. Dezember 2001 meldete sie sich wegen chronischer Kopf
schmerzen
zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte
der Ver
si
cherten
mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2002 (Urk. 8/8) einen abschlägigen Rentenentscheid in Aussicht. Im dagegen
erhobenen Einwand
vom 26. November 2002
(Urk. 8/15) machte die
se
zusätzlich erhebliche psychische Probleme gel
tend, derentwegen sie am 8. November 2002 bei
lic
. phil.
Z._
,
Fach
psychologe
für Psychotherapie FSP, vorstellig geworden war (Urk. 8/18 S. 2
lit
. D/1). Die IV-Stelle veranlasste daraufhin eine Begutachtung bei Dr. med.
A._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 13. Januar 2004 [Urk. 8/22])
,
und beschloss am 12. Februar 2004 (Urk. 8/24)
– ausgehend von einem anhand der allgemeinen Methode des
Einkommens
ver
gleichs
ermittelten Invaliditätsgrad von 70 % (Urk. 8/23/3) – die
Zusprache
ei
ner ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Januar 200
2.
Dieser Rentenanspruch wurde im Zuge zweier Revisionsverfahren mit Mitteilungen vom 18. Juli 2005 (Urk. 8/42) und 7. Ja
nuar 2011 (Urk. 8/48) bestätigt.
1.2
Im Frühjahr 2013 leitete die IV-Stelle, welche
der Versicherten
am 13. Februar 2013 (Urk. 8/57) auf entsprechendes Gesuch (Urk. 8/53) hin Kostengutsprache für eine beidseitige Hörgeräteversorgung erteilt hatte, ein weitere
s
Renten
revi
sion
sverfahren
ein (Urk. 8/58). In de
ss
en Verlauf gab sie bei der Medizi
nischen Abklärungsstelle (MEDAS)
B._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auf
trag, welches am 16. Januar 2014 (Urk. 8/69) erstattet wurde. Gestützt darauf hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente nach durchlau
fenem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/73-75, Urk. 8/80) mit Verfügung vom 8. April 2014 (Urk. 2) per 31. Mai 2014 auf.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 23. Mai 2014 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2014 und Weiterausrichtung der ganzen
Re
nte. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechts
an
walt Daniel
Christe
als unentgeltlichen Rechtsvertreter. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2014 (Urk. 7) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 30. Juni 2014 (Urk. 12) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit Eingabe vom 11. Juli 2014 (Urk. 14) zog die Beschwerde
führerin ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zufolge anderweitiger Rechtsschutzdeckung zurück.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung
nach der bei Erwerbstätigen anwendbaren allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
sowie die die Rentenrevision betreffenden
rechtlichen Bestimmungen (Art. 28 Abs.
2 des Bundesgesetzes über die In
validenversicherung [IVG], Art.
16 des Bundes
geset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialv
ersicherungsrechts [ATSG], Art. 88a Abs. 1 und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
.
a der Verordnung über die Invaliden
versiche
rung [IVV]) wurden in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2 S. 1)
zutreffend wiedergege
ben. Darauf kann –
mit
den nachfolgenden Ergänzungen –
verwie
sen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne vo
n Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Praxisgemäss darf das Gericht Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versi
cherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vollen Beweiswert zuer
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigk
eit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E.
3b/
bb
).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist,
ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG
(vgl. E. 1.2 hiervor)
vorliegt, welcher zur Aufhebung der seit
1. Januar 2002
ausgerichteten
ganzen Invalidenrente per 3
1.
Mai 2014 berechtigte.
Diese Frage beurteilt sich durch einen Vergleich der
Gegebenheiten
anlässlich der
ur
sprünglichen
Rentenzusprache
vom Jahr 2004 (Urk. 8/24)
mit
den Verhältnissen
zu
m Zeitpunkt der
hier
angefochtenen Verfügung
vom 8. April 2014
(
Urk.
2).
Die in den früheren Revisionsverfahren ergangenen Mitteilungen vom 18. Juli 2005 (Urk. 8/42) und 7. Januar 2011 (Urk. 8/48) sind als zeitliche
Vergleichs
ba
sis
für die
Beurteilung der
Frage
einer anspruchserheblichen Änderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
– unbestrittenermassen –
nicht massgebend. Sie beru
hen im Wesentlichen auf den knapp gehaltenen und wenig aussagekräfti
gen Berichten des behandelnden Fachpsychologen
lic
. phil.
Z._
vom 10. Juli 2005 (Urk. 8/40) und 6. November 2010 (Urk. 8/45), sodass nicht von einer
re
visionsrechtlich
relevanten Prüfung des Rentenanspruch
e
s auf der Grundlage einer rechtsk
onformen Sachverhaltsabklärung
gesprochen werden
kann.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2014 (Urk. 2) davon aus, dass sich der (psychische) Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin erheblich gebessert habe. Mindestens seit dem MEDAS-Gut
achten vom 16. Januar 2014 sei die Beschwerdeführerin in ihrem bisherigen Beruf als Reinigungskraft wieder voll arbeitsfähig, sodass sie mangels einer anspruchsbegründenden Erwerbseinbusse von wenigstens 40 % keine Invaliden
rente mehr beanspruchen könne. An diesem Standpunkt hielt die
Beschwerde
gegnerin
im vorliegenden Verfahren fest (Urk. 7).
2.3
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, auf das MEDAS-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Massgebend sei vielmehr die Einschätzung des lang
jährig behandelnden Fachpsychologen
lic
. phil.
Z._
, wonach sich der psy
chische Gesundheitszustand – entsprechend der in der Expertise von Dr.
A._
vom 13. Januar 2004 gestellten
düsteren
Prognose – nicht verbessert habe. Ein Revisionsgrund im Sinne einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheits
zu
standes sei nicht
rechtsgenüglich
bewiesen. Ebenso möglich sei, dass es sich beim psychiatrischen Teil des MEDAS-Gutachtens um eine unterschiedliche Be
urteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes handle, womit es bei der ganzen Invalidenrente zu bleiben habe (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 4).
3.
3.1
Dem Rentenentscheid vom Jahr 2004 lag in medizinischer Hinsicht im Wesentli
chen das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 13. Januar 2004
(Urk. 8/22) zu Grunde
.
Darin diagnostizierte der von der Beschwerdegegnerin bestellte Sachverständige nach am 8. Dezember 2003 erfolgter Untersuchung eine chronische Depression nach früheren depressiven Phasen (ICD-10 F33.11), eine generalisierte Angststörung, vor allem hypochondrische Ängste (ICD-10 F41.1 und F45.2), sowie eine
Somatisierungsstörung
vor allem mit Kopf
schmer
zen und psychovegetativer Symptomatik (ICD-10 F45.4 und F45.3; S. 9).
Er
verwies in seiner Beurteilung auf eine schwierige Kindheit und Jugend der Be
schwerdeführerin im
C._
(schwere emotionale Deprivation, schwerer ag
gressiver Missbrauch und Einengung, Angststörungen, Nervosität und Kopf
schmerzen, mehrfache
Hospitalisation
aus psychischen Gründen wahrscheinlich wegen depressiven Zuständen und Angstzuständen, mangelnde Entwicklung in der Persönlichkeit, Schwierigkeiten in der Schule, ab dem Alter von 14 Jahren Tätigkeit als Laborantin während zwei bis drei Jahren, anschliessend zehn Jahre zuhause unter grosser Selbstaufopferung) sowie auf Gewaltanwendung und
Selbstaufopferung (Aufgabe der Erwerbstätigkeit nach drei Monaten zugunsten ihrer Familie [Kinder, Ehemann,
Schwiegerfamilie
und weitere
D._
Per
sonen]) auch in der im Alter von 27 Jahren geschlossenen Ehe mit einem ihr damals kaum bekannten und nach einem jahrelangen Gefängnisaufenthalt psy
chisch geschädigten Mann, welcher später invalide geworden sei. Diese Um
stände hätten für die Beschwerdeführerin – so der Gutachter – eine persönliche Überforderung dargestellt, die zunehmend psychische und psychosomatische Beschwerden verursacht habe. Sie habe im Jahr 2000 nochmals ein halbes Jahr teilzeitlich gearbeitet, jedoch häufig Absenzen verzeichnet und schliesslich die Kündigung erhalten (S. 9 f.).
Dr.
A._
erwog, von der Persönlichkeitsentwicklung her besitze die Beschwerde
führerin
schlechte psychische Bewältigungsfähigkeiten. Im Vordergrund seien Ängste gestanden (Ängste vor Gewaltanwendung sowie um das Wohlergehen und die Gesundheit der Kinder, hypochondrische eigene Ängste vor allem vor Krebs wegen der Krebsfälle in der eigenen Familie und nach der Diagnose eines Aneurysmas einer Kopfarterie, soziale und existentielle Ängste), welche im Laufe der Jahre zu einer zunehmenden Nervosität und Somatisierung geführt hätten mit Schlafstörungen, Angstträumen, Zittern, Kollapsen und in erster Li
nie zu immer schlimmeren Kopfschmerzen, derentwegen die Beschwerde
führe
rin tagsüber häufig liege und nicht leistungsfähig sei, obwohl sie den Haushalt alleine bewältige (S. 10).
Der Krebstod
ihrer
Schwester vor einem Jahr und der plötzliche Tod ihres Soh
nes im Säuglingsalter im August 2002 hätten den psychischen Zustand der Be
schwerdeführerin zur völligen Dekompensation gebracht. Sie sei in eine De
pression geraten, welche aktuell als chronisch und
unbehandelbar
angesehen werden müsse. Die Beschwerdeführerin komme in Anbetracht ihrer lebens
lan
gen psychischen Belastungen und der dauernden persönlichen
Über
forderungs
situation
nicht über diese Schicksalsschläge hinweg. Sie sei auf diese Todesfälle fixiert, selbst in einer suizidalen
Haltung und leide unter der depres
siven Symptomatik mit Apathie respektive innerer Agitation, zusätzlichen Schlaf- und Essstörungen sowie Konzentrationsstörungen, Verlust aller sonstiger Interessen und Lebensüberdruss
(S. 10 f.).
Bei der belasteten, progredienten psychopathologischen Entwicklung mit Be
ginn einer ängstlich-depressiven Symptomatik schon in der Kindheit und dau
ernden Schicksalsschlägen respektive Überforderungssituationen sei die Er
werbsfähigkeit der Beschwerdeführerin wahrscheinlich seit jeher reduziert ge
wesen. Aus psychiatrischer Sicht könnten die Einschätzungen des
Hausarztes
(Urk. 8/2/3) und des Psychologen (Urk. 8/18/1) mit einer Arbeitsunfähigkeit von
50 %
ab 22. Januar 2001
und einer solchen von 70 % ab
8. November 2002 (Beginn der Behandlung bei
lic
. phil.
Z._
) bestätigt werden, wobei letztere wahrscheinlich bereits ab
11.
August 2002 (
Todesdatum des Sohnes
) vorgelegen habe. Im klinischen Eindruck erweise sich die Beschwerdeführerin als eine deut
lich depressiv wirkende Frau, die eine rigide Kontrollierth
eit zeige, aber emotio
nal wenig
belastbar und unzugänglich scheine. Sie habe auch kognitiv einen schlechten Überblick und wirke nicht fähig, ihre Ängste, Somatisierungen und Depression mit einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung angehen zu können. Die therapeutischen Möglichkeiten seien ausgeschöpft, weshalb prognostisch mit keiner Besserung gerechnet werden könne
(S. 1
1
).
Eine auswärtige Erwerbstätigkeit sei der Beschwerdeführerin auch in einem an
gepassten Rahmen nicht zumutbar. Hingegen erscheine ihr Leistungsvermögen
im eigenen Haushalt
nicht wesentlich eingeschränkt (S. 12
)
.
3.2
I
m Zuge der aktuellen
Rentenrevision (Bericht vom 12.
Juli 2013
[Urk.
8/61
]
)
ging der am 8.
November 2002 erstmals mit der Beschwerdeführerin
befasste Fachpsychologe
lic
.
phil.
Z._
–
wie auch bereits i
n den anlässlich der frühe
ren Revisionsverfahr
en verfassten Berichten vom 10.
Juli 2005 (
Urk. 8/40) und 6.
November 2010 (
Urk. 8/45) –
von einem
im Wesentlichen
unveränderten Gesundheitszustand aus. Entsprechend
bestätigte
er
die in seinem initialen Be
richt vom 5.
Mai 2003 (
Urk.
8/18) gestellte Diagnose einer
somatisierten
De
pression
vor
dem Hintergrund einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F32.01
; S. 1 Ziff. 1.1
) ebenso wie die von ihm attest
ierte Arbeits
unfähigkeit von 70 % (S. 2 Ziff. 1.6), wobei er
sich von einer psychiatrisch-psychothera
peutischen Therapie
weiterhin k
einen positiven Einfluss versprach
(S. 2 Ziff. 1.5).
Aus den Berichten von
lic
. phil.
Z._
geht hervor, dass die Behandlung initial mit niedriger Sitzungsfrequenz durchgeführt (Urk. 8/18 S. 2
lit
. D/1) und schli
esslich gänzlich sistiert wurde.
Nachdem
am 26. Mai 2005 aus Anlass des ersten Revisionsverfahrens
eine Wiedervorstellung erfolgt
(Urk. 8/40 S. 2 Ziff. D/1)
und es offenbar zu einem erneuten Therapieunterbruch gekommen war, nahm die Beschwerdeführerin
ab
dem Jahr
2007 stützende psychothera
peutische Gespräche im Abstand von zunächst zwei und später drei Monaten in Anspruch (Urk. 8/45 S. 1 Ziff. 1.2 und S. 2 Ziff. 1.5, Urk. 8/61 S. 2 Ziff. 1.5).
3.3
3.3.1
Die Sachverständigen der
B._
stellten in dem ebenfalls im aktuellen Revisionsverfahren ergangenen MEDAS-Gutachten vom
16.
Januar 2014 (Urk.
8/69
), beruhend auf internistischen (S. 5 ff.), neurologischen (S. 13 ff.) und
psychiatrischen (S. 20 ff.) Untersuchungen vom 4. November 2013, keine Dia
g
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 28). Den folgenden (inter
nis
tischen) Diagnosen massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei:
Analgetika-Fehlgebrauch, Analgetika-Kopfschmerz,
Differenzialdiagnose (
DD
)
Spannungskopf
schmerz, Migräne; Übergewicht (
Präadipositas
gemäss WHO
)
,
BMI 29 kg/m
2
; k
ontrollbedürftige erhöhte Blut
werte, DD arterielle Hypertonie; Nikotinkonsum (<10py);
anamnestisch Status nach
Hepatitis B; anamnestisch Eisenmangelanämie;
leicht
gradige
Oberschenkel-
Varikosis
;
Status nach Abtra
gung einer
Polypenknospe
im dis
talen Sigma, Hämor
rhoiden;
Schallleitungs
stör
ung
beidseits (DD Otosklerose);
Tremor, DD psychogen, essentiell, meta
bo
lisch, endokrin;
multi
ple intrakranielle
Aneurysmata
;
Presbyopie
(S. 28 f.).
3.3.2
MEDAS-Gutachter
KD Dr. med.
E._
,
Facharzt für Innere Medizin und Neph
ro
logie, berichtete, die Beschwerdeführerin habe eine psychische Belastung, Kopfschmerzen, ein Zittern der Hände und Lumbalgien vorgetragen. Im klini
schen Befund habe sie aber nicht namhaft schmerzbeeinträchtigt gewirkt, ein Tremor der Hände sei bei Ablenkung zumindest deutlich geringer ausgeprägt gewesen und für die geklagten Lumbalgien habe sich kein
behinderungs
rele
vantes
Korrelat gezeigt. Die gemessenen Blutdruckwerte seien
leichtgradig
er
höht gewesen. Anhand des klinischen Befundes ergebe sich keine
behinde
rungsrelevante
Gesundheitsstörung. Er befand, angesichts der anamnestisch be
richteten Analgetika-Medikation (täglich zwei Tabletten
Dafalgan
500, S. 6 oben) sei vorrangig ein Analgetika-Kopfschmerz zu erwägen, bezüglich wel
chem eine Entgiftung und Entwöhnung anzustreben sei. Bei persistierenden Kopfschmerzen könne im Anschluss
gegebenenfalls
eine leitliniengerechte Be
handlung unter der Differenzialdiagnose eines Spannungskopfschmerzes erfol
gen. Die differenzialdiagnostisch im Raum stehenden Kopfschmerz-Entitäten seien gut und aussichtsreich behandelbar. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit resultiere hieraus nicht, zumal die Beschwerdeführerin im klinischen Eindruck auch nicht namhaft schmerzbeeinträchtigt gewirkt habe. Weiter führte er aus, der Tremor lasse die Überlegung einer essenziellen oder auch einer endokrinen oder anderen metabolischen Genese zu, diesbezüglich seien entsprechende La
boruntersuchungen im Rahmen der hausärztlichen Betreuung sinnvoll und ausreichend. Der gewonnene klinische Eindruck spreche nicht für eine resultie
rende namhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Für die geklagten Lum
balgien habe sich – so KD Dr.
E._
– kein Befundkorrelat gefunden. Eine Ge
nese im Rahmen des Übergewichts könne erwogen werden, sodass hierzu (und auch mit Blick auf die Ergebnisse der Blutdruckmessung) eine
Gewichts
reduk
tion
zu empfehlen sei. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit sei angesichts des
klinischen Befundes nicht wahrscheinlich. Sodann bestünden weder Hin
weise auf eine aktive Lebererkrankung noch klinische Zeichen einer manifesten Anä
mie. Aufgrund der aktenkundigen Schwerhörigkeit mit
Schallleitungs
störung
bei Verdacht auf Otosklerose sei bereits eine Anpassung von Hörgeräten vorge
sehen und die
Presbyopie
sei durch eine Lesebrille korrigiert;
Visusein
schrän
kungen
würden nicht geklagt. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit als Reinigungsangestellte oder in vergleichbaren Arbeiten sei aus internistischer Sicht somit nicht wahrscheinlich (S. 10 ff.).
3.3.3
Gegenüber Prof. Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie, trug die Beschwerde
führerin
im Rahmen der MEDAS-Begutachtung
vorrangig
Kopfschmerzen, Lumbalgien und Schmerzen in der linken Leistenregion vor. Der Sachverstän
dige beurteilte, der körperliche Untersuchungsbefund habe keinen Anhalt für eine behinderungsbedingte
nervale
Läsion ergeben. Vor allem habe sich kein Korrelat für die geklagten Lumbalgien gefunden (kein Vertebral-Syndrom, freie Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule, kein
radikulärer
Schmerz auslösbar). Der linksseitige Leistenschmerz könne für eine lokale Läsion (zum Beispiel eine Her
nie) sprechen. Diesbezüglich sei eine hausärztlich veranlasste
Zusatzunter
su
chung
sinnvoll, ein behinderungsrelevanter Effekt sei aber hier nicht evident gewesen. Bezüglich der Kopfschmerzen zog Prof. Dr.
F._
eine Migräne,
diffe
rentialdiagnostisch
ein
en
Analgetika-Kopfschmerz in Betracht
und empfahl ebenfalls zunächst eine
Entgiftung und Entwöhnung
sowie bei etwaigen persis
tierenden Kopfschmerzen allenfalls eine daran anschliessende
Migränebehand
lung
. Auch er schrieb der Kopfschmerzproblematik keinen
wesentlichen Effekt auf die Arbeitsfähigkeit
zu, zumal
in der klinischen Untersuchung kein Anhalt für eine wesentliche Kopfschmerz-Beeinträchtigung bestanden
habe
.
Er ver
neinte auf neurologischem Gebiet eine Minderung der Arbeitsfähigkeit und vermerkte, d
ie deutlich
beschwielten
Fusssohlen seien als
sichere
Zeichen
der
regen physischen Aktivität und Mobilität der Beschwerdeführerin zu werten und mit der anamnestisch reklamierten Inaktivität und generellen Einschränkun
g nicht in Einklang zu
bringen. V
ielmehr machten sie einen bewusstseinsnahen demonstrativen Stör
ungsanteil wahrscheinlich (S. 18 f.
).
3.3.4
Dr. med.
G._
, Facharzt für
Psychiatrie
und Psychotherapie, führte in seiner Beurteilung aus, a
namnestisch
habe die Beschwerdeführerin
vorrangig eine Ängstlichkeit, vegetative Störungen (Schwindel, Schlafstörung, Schmerzen, Unruhe) und Phänomene pathologischen Wiedererinnerns geschildert und wei
ter als traumatisierend beschriebene biographische Ereignisse genannt. Ins
ge
samt bleibe die Beschwerdeschilderung hier aber vage und unkonkret, ohne er
kennbare emotionale Beteiligung vorgetragen und somit aufgesetzt wirkend. Die
Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung seien somit nicht hinrei
chend erfüllt. Auch ein namhafter anhaltender innerseelischer Kon
flikt habe sich in der Exploration nicht hinreichend
überzeugend abbilden lassen, so
dass eine
somatoforme
Schmerzstörung
nicht wahrscheinlich sei
(vgl. auch
S. 30
). Der
von ihm
erhobene klinische Befund sei regelrecht gewesen. Insbesondere hätten sich keine Hinweise auf eine Depressivität gezeigt, womit eine namhafte psychiatrische Komorbidität ausscheide.
Sodann stünden d
ie von der Beschwer
d
e
führerin geklagten Symptome in einer deutlichen Diskrepanz zum beobacht
baren Verhalten in- und ausserhalb der f
ormalen
Untersuchungs
situation
, mit
hin
im Warteraum und vor dem Klinikgebäude. Sie habe durch
gehend nicht namhaft psychisch beeinträchtigt gewirkt. Auch seitens der Behandl
er werde angesichts der niedrig-
frequenten
psychiatrisch-psycho
therapeutischen Therapie und nicht erfolgenden
psychopharmakalogischen
Behandlung offensichtlich keine gravierende psychiatrische Erkrankung ange
nommen. Aus psychiatrischer Sicht sei daher eine vollschichtige Arbeitsfähig
keit ohne Einschränkung des Leistungsvermögens zu konstatieren
. Mit anderen Worten sei der Beschwerde
führerin ein
100 %-Pensum
mit vollem Rendement zumutbar
, dies per sofo
rt geltend (S. 25 f.
).
3.3.5
In der zusam
menfassenden Konsensbeurteilung
konstatierten
die
MEDAS-
Gut
achter,
aus interdisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der
zuletzt ausgeübten
und
in jeder anderen körperlich leichten bis mittelschweren Tätig
keit des allgemeinen Arbeitsmarktes
ab sofort zeitlich und leistungsmässig un
eingeschränkt arbeitsfähig
(S. 26).
Allenfalls könne insbesondere wegen der in
trakraniellen
Aneurysmata
eine medizinisch-theoretische Einschränkung im Sinne eines Ausschlusses von schwerer körperlicher Arbeit empfohlen werden (S. 27). Befragt zum Krankheitsverlauf führten sie aus, d
ie in den Akten
doku
mentierte Arbeitsunfähigkeit fuss
e vorrangig auf psychiatrischen diagnos
tischen Begründungen (Dr.
A._
)
und einer nicht-ärztlichen Attestierung einer post
traumatischen Belastungsstörung
(
lic
. phil.
Z._
)
. Der hiesige AMDP-kon
forme psychiatrische Befund lasse die
Bescheinigung
einer gravierenden De
pressivität nicht (mehr) zu und negiere die aktenkundig als infaust postulierte Prognose. Die Beschwerdeführerin sei
im aktuellen
Befund nicht namhaft de
pressiv gestört
gewesen
. Die
überwiegend nicht-ärztliche
Vorbewertung lasse sich also nicht (mehr) aufrechterhalten. Im Übrigen sei auch die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zumindest ex
nunc
bestenfalls noch sp
e
kulativ
.
I
nsbesondere in der neurologischen Untersuchung
seien
auch Be
funde erhoben worden, die mit den anamnestischen Angaben einer
alltags
relevanten
erheblichen Einschränkung nicht in Einklang zu bringen und somit als Hinweis
e
auf eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von Ein
schränkungen und Beschwerden zu wer
t
en seien (S. 27 f.).
Angesichts der vorangehenden Attes
tierungen einer gravierenden Depressivität sei der aktuelle Befund als deutliche Besserung anzusehen und somit von einer
Verb
esserung des Gesundheitszu
standes auszugehen. Die aktenkundige Einschätzung einer infausten Prognose und eines fixierten psychiatrischen Defekts widerspreche formal der hiesigen Einschätzung und lasse somit grundsätzlich auch die Überlegung einer fehler
haften diagnostischen Einschätzung der
Vorbewerter
zu. Mangels eigener
Vor
befunde
sei dies für sie – so die Gutachter – jedoch nicht weiter
klärbar
und eine
Verb
esserung des psychischen Gesundheitszustandes, welche angesichts des aktuellen
blanden
Befundes zumindest eingetreten sein m
ü
ss
e
, bleibe vor
rangig anzunehmen (S. 29 f.).
4.
4.1
Es steht aufgrund der Akten, namentlich dem MEDAS-Gutachten vom 16. Januar 2014 (vgl. E. 3.3 hiervor) fest und ist unbestritten, dass die Be
schwerdeführerin zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2014 (Urk. 2) weiterhin nicht an einem somatischen
Gesundheits
schaden
mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit litt.
Gemäss Einschätzung des psychiatrischen MEDAS-Sachverständigen Dr.
G._
war sodann jedenfalls zum Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung (4. November 2013) keine
relevante
psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit mehr zu verzeichnen. So zeigte sich die vormalige depressive Symptomatik mit Suizidalität (Gutachten von Dr.
A._
) remittiert und die zwar weiterhin ge
äusserten Ängste erreichten kein pathologisches Ausmass mehr. Auch ander
weitig fehlte es an
einem h
inreichend ausgeprägten psychopathologischen Sub
strat
, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden bejahen
zu können. Namentlich waren die diagnostischen Kriterien für die Annahme einer
somatoformen
Störung nicht erfüllt. Diese Einschätzung leuchtet mit Blick auf den
von Dr.
G._
erhobenen psychiatrischen Befund (
MEDAS-Gutachten
S. 23 ff. Ziff. 2.3.2) und die gutachterlichen
Verhaltensbeobachtungen
sowie den Beschwerderapport der Beschwerdeführerin (S. 20 f. Ziff. 2.3.1.1)
wie auch
ihre Angaben zum Tagesablauf (S. 8, S. 14 f. und S. 23) durchaus ein. Die Be
schwerdeführerin unternimmt Spaziergänge, tätigt Einkäufe unter Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und besorgt den Haushalt für die fünfköpfige Fami
lie mit Zubereitung der Mahlzeiten (Mittagessen und gemeinsames Abendessen) und Reinigung der Wohnung. Überdies beschäftigt sie sich mit lesen sowie
fernsehen und pflegt einen (wenn auch reduzierten) Freundeskreis. Auch war die Beschwerdeführerin in der Lage, im Sommer 2013 für drei Wochen in den
C._
zu verreisen, wobei die Fahrt im Auto, gelenkt durch den IV-berenteten Ehemann und eine Freundin der Familie, zurückgelegt wurde. Insofern besteht ein doch erhebliches Aktivitätsniveau, welches sich offensichtlich auch in der
Beschwielung
der Fusssohlen niederschlägt (vgl. E. 3.3.3 hiervor).
Gegen eine
gravierende
psychische Beeinträchtigung spri
ch
t
sodann
auch, dass
die Be
schwerdeführerin
ledigl
ich in niedriger Frequenz – gemäss Bericht von
lic
. phil.
Z._
vom 12. Juli 2013 vier- bis fünfmal pro Jahr (Urk. 8/61 S. 2 Ziff. 1.5
; vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1
) –
therapeutische
Unterstützung
beansprucht und
kein
Antidepressi
vum ein
nimmt, zumal nicht glaub
haft
erscheint, dass hinsichtlich aller verfüg
barer Psychopharmaka eine Unverträglichkeit vorliegen soll (MEDAS-Gutachten S. 7 unten und S. 21).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin möchte im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens entscheiden
d auf die Einschätzung von
lic
.
phil.
Z._
abgestellt haben,
da dieser
sie seit bald zwölf Jahren psychologisch betreue und als einziger ihren psychischen Gesundheitszustand im zeitlichen Verlauf zuverlässig beurteilen könne (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 4).
Dieses Ansinnen scheitert bereits deshalb, weil die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems ab
gestützte psychiatrische Diagnose im Rahmen einer fachärztlich-psychiatrischen Beurteilung voraussetzt (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396; Urteil des Bun
desgerichts 8C_667/2009 vom 23. September 2009 E. 3) und es sich bei
lic
. phil.
Z._
um einen (Fach-)Psychologen und nicht um einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie handelt (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts I 442/98 vom 4. Juli 2000 E. 2b), woran nichts ändert, dass anlässlich der erst
maligen Rentenprüfung die von ihm mit 70 % bezifferte Arbeitsunfähigkeit (nicht jedoch die von ihm gestellte Diagnose)
durch
Dr.
A._
bestätigt wurde. Der Berichterstattung von
lic
. phil.
Z._
fehlt es denn auch an einer objekti
ven Befundbeschreibung, welche seine Einschätzung als nachvollziehbar er
scheinen liesse, wobei dies nicht nur
für
den Bericht vom 12.
Juli 2013 (Urk. 8/61)
gilt
. Entsprechend tut es dem Beweiswert des MEDAS-Gutachtens keinen Abbruch, dass sich der psychiatrische Sachverständige Dr.
G._
nicht näher mit den ihm vorliegenden (vgl. Gutachten S. 3-5) Berichten von
lic
. phil.
Z._
befasste. Schliesslich ist auch dem beschwerdeweise ins Recht
gelegten Schreiben des behandelnden Fachpsychologen vom 14. Mai 2014
(Urk. 3)
, worin dieser zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
–
wiederum ohne nähere Begründung
–
auf einen seit der
Rentenzusprache
un
veränderten psychischen Gesundheitszustand schloss und die vormals attes
tierte 70%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigte, nichts abzugewinnen.
4.2.2
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, zur Erfassung des zeitlichen
Längs
verlaufs
ihres Gesundheitszustandes wäre im Rahmen der aktuellen
Begutach
tung eine Kontaktaufnahme mit
lic
. phil.
Z._
erforderlich gewesen (Urk. 1 S. 6), verkennt sie, dass
vorliegend
die Krankheitsentwicklung im Hinblick auf eine allfällige Anpassung der Rente mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
(vgl. Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV) zu beantworte
n ist. Entsprechend
genügt
es
, dass
im Rahmen des MEDAS-Gutachtens eine seit der im Dezember 2003 stattgehabten
Begutachtung durch Dr.
A._
eingetretene Verbesserung
des psychischen Ge
sundheitszustandes durch den psychiatrischen Sachverständigen Dr.
G._
fach
ärztlich nachvollziehbar dargelegt wurde
. Mithin ist der genaue Längsverlauf
seit dem Rentenentscheid vom Jahr 2004
nicht von entscheidender Bedeutung. Im Übrigen sind eine Fremdanamnese und (schriftliche oder mündliche) Aus
künfte der behandelnden Arztpersonen häufig
wünschenswert, aber nicht zwin
gend erforderlich. Anfragen
beim behandelnden Arzt sind unter anderem
wert
voll, wenn sie erweiterte Auskünfte über Persönlichkeit und Compliance des Exploranden erwarten lassen. Die Notwendigkeit der Einholung einer
Fremd
anamnese
bei der behandelnden Arztperson ist in erster Linie eine Frage des m
edizinischen Ermessens (Urteil des Bundesgerichts
8C_323/2014
vom 23. Juli 2014 E. 5.2.1). Vorliegend
ist nicht ersichtlich, dass die Schlussfolgerungen
von Dr.
G._
auf einer diesbezüglich unz
ureichenden Grundlage beruhten.
4.2.3
Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, selbst
von den
MEDAS-Gutachte
r
n werde nicht ausgeschlossen, dass es sich bei ihrer Einschätzung um eine unter
schiedliche Beurteilung eines gleich gebliebenen (vom Vorgutachter falsch ein
geschätzten) Gesundheitszustandes handle (Urk. 1 S. 6), ist entgegenzuhalten, dass sich die Sachverständigen unter Hinweis auf den zum
Begutachtungszeit
punkt
blanden
Befund ausdrücklich für das Vorliegen einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes aussprachen (vgl. E. 3.3.5 hiervor). Dement
sprechend ist nicht lediglich von einer anderen Beurteilung von unveränderten tatsächlichen Verhältnissen auszugehen, was im Rahmen der Rentenrevision unbeachtlich wäre (vgl. E. 1.2 hiervor).
Aus dem Umstand, dass die MEDAS-Gutachter retrospektiv allenfalls eine an
dere Diagnose als ihr Vorgutachter in Betracht zogen, vermag die Beschwerde
führerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal die Beurteilung ei
nes rund zehn Jahre zurückliegenden psychischen Gesundheitszustandes natur
gemäss nur vage ausfallen kann. Dies gilt umso mehr mit Blick darauf, dass im Gutachten von Dr.
A._
die Angaben der Beschwerdeführerin breiten Raum einnehmen
(S. 4-9) beziehungsweise
die objektive Befundbeschreibung (S. 9) knapp gehalten ist und nicht dargelegt wurde, wie sich die seinerzeit an
ge
nommene Symptomatik konkret auf das ausserhäusliche Leistungsvermögen auswirkte.
4.2.4
Auch der Hinweis der Beschwerdeführerin, Dr.
A._
sei von einer
chronifizier
ten
, therapeutisch nicht angehbaren Depression ausgegangen (Urk. 1 S. 5 unten und S. 6 Mitte), verfängt nicht, kommt es doch nicht auf die prognostizierte Entwicklung an, sondern auf die tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnisse zum
massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses
, welche vorliegend
ein anderes Bild
zeigen
und die Voraussage des Vorgutachters
widerlegen
. Hinzu kommt, dass die vom 11. Dezember 2001 (Urk. 8/1) datierende Anmeldung zum Leistungsbezug einzig unter Angabe von Kopfschmerzen erfolgte und psychi
sche Beschwerden erst mit Stellungnahme vom 26. November 2002 (Urk. 8/15) geltend gemacht wurden. Dr.
A._
führte die Dekompensation der Beschwerde
führerin auf den Tod ihres Sohnes im Säuglingsalter (11. August 2002) und den Hinschied ihrer Schwester (rund ein Jahr vor der Begutachtung) zurück. Ange
sichts dessen, dass diese
beiden
Ereignisse zur Zeit der Exploration durch Dr.
A._
(8. Dezember 2003) noch nicht allzu weit zurücklagen, erscheint die Einschätzung, wonach es sich um ein
chronifiziertes
Geschehen mit schlechter Prognose handle, nicht ohne weiteres nachvollziehbar.
4.3
Zusammenfassend ergeben sich aus den Akten keine hinreichend konkreten Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des
im Verfahren na
ch Art. 44 ATSG eingeholten MEDAS-Gutachtens sprechen (vgl. E. 1.4 hiervor).
G
estützt darauf
steht
verlässlich fest, dass
sich
im massgeblichen Vergleichszeitraum
die
ge
sundheitlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin
erheblich verbessert haben
in dem Sinne, dass d
ieser mangels Vorliegens eines
invalidisierenden psychi
schen Gesundheitsschaden auch ausserhäuslich eine volle Arbeitsfähig
keit zu
gemutet werden kann. Da von somatischer Seite
unbestrittenermassen auch weiterhin
keine gesundheitliche Beeinträchtigung ausgewiesen ist, steht
der Beschwerdeführerin
keine Invalidenrente mehr zu.
Damit erweist sich die an
gefochtene Verfügung vom 8. April 2014 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
4.4
Bei diesem Ergebnis erübrigen sich Weiterungen zur seitens der Parteien bislang unkommentiert gebliebenen Statusfrage und kann offenbleiben, ob
der
ur
sprüngliche
Rentenentscheid
der Beschwerdegegnerin
insbesondere
mit Blick
die diesem zu Grunde liegende
Qualifikation der Beschwerdeführerin als Voll
erwerbstätige und das Fehlen einer wesentlichen Einschränkung im
Haushalts
bereich
(vgl. Gutachten von Dr.
A._
S. 12 Ziff. 7) nicht
zweifellos unrichtig war und
sich damit eine
Wiedererwägung
im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG
aufgedrängt hätte
.
5.
Die
Gerichtsk
ost
en gemäss Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind auf Fr. 700.-- festzusetzen
und
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
de
r
Beschwerdeführer
in aufzu
erlegen.