Decision ID: 6ea3248e-ffca-5869-a140-37663384d8f6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, zuletzt als Autohändler tätig, seit Juni 2006 von der Sozialhilfe abhängig, meldete sich im April 2011 zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
12/
4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte die erwerblichen und medizinischen Abklärungen und zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
12/8)
sowie
Berichte von den behandelnden Ärzten (
Urk.
12/
10,
Urk.
12/13)
bei
. Am 1
0.
August 2011 teilte sie dem Versicherten mit, es seien zurzeit keine berufli
chen Massnahmen möglich (
Urk.
12/14). Mit Vorbescheid vom 1
9.
August 2011 stellte sie sodann die Ablehnun
g des Rentengesuchs in Aussicht
mit der Be
gründung, dass die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien (
Urk.
12/17). Der Versicherte erhob dagegen mit Schreiben vom
2
6.
August 2011 Einwand (
Urk.
12/18). Die IV-Stelle tätigte
daraufhin
weitere Abklärungen und nahm einen Arztbericht der
Y._
vom 2
5.
August 2011
zu den Akten (
Urk.
12/20). Mit Vorbescheid vom
9.
Januar 2008 hielt sie gegenüber dem Versicherten fest, es bestehe ab
1.
September 2008 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, wobei die Rentenzahlungen wegen ver
späteter Anmeldung erst ab Oktober 2011 erfolgten
(
Urk.
12/24). Der Versi
cherte, vertreten durch
Z._
, meldete
am
5.
Februar 2012
Einwand an, wo
bei er die von der IV-Stelle angesetzte Nachfrist zur ergänzenden Begründung in der Folge ungenutzt verstreichen liess. Die IV-Stelle verfügte schliesslich am
3./1
1.
Juli 2012 im Sinne des Vorbescheids und sprach dem Versicherten ab Oktober 2011 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
12/34;
Urk.
12/41-44;
Urk.
12/47-50).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Ch
.
Erdös
, mit Eingabe vom 1
0.
September 2012 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben; es seien ihm die gesetzlichen IV-Leis
tungen zuzusprechen; eventualiter seien weitere psychiatrische und medizini
sche Abklärungen sowie ein Belastungstraining durchzuführen und anschlies
send sei erneut ein Leistungsentscheid zu fällen; eventualiter sei ihm eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen; es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegnerin
(
Urk.
1). Zusammen mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerde
führer weitere Unterlagen ein, so unter anderem einen Arztbericht der
Y._
vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
3/6).
Mit Eingabe vom 2
6.
September 2012 liess er dem Gericht sodann das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit samt weiterer Belege zukommen (
Urk.
7-9). Am 1
5.
Oktober 2012 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Ver
nehmlassung ein, in welcher sie
Abweisung der Beschwerde beantragte (
Urk.
11). Dem Beschwerdeführer wurde dies am 1
8.
Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13).
Mit Beschluss vom 2
7.
November 2013 stellte das Sozialver
sicherungsgericht d
em Beschwerdeführer
die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin in Aussicht
, und es
wurde ihm Frist angesetzt, die Beschwerde gegebenenfalls zurückzuziehen
(
Urk.
14)
.
Der Beschwerdeführer reichte am
8.
Januar 2014 unter Beilegung eines neuen Arztberichtes seine Stellungnahme ein, in welcher er festhielt, dass
er
eine allfällige Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin befürworte (
Urk.
16).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
Im Folgenden ist zunächst die medizinische Aktenlage darzustellen:
2.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin
für
Allgemeinmedizin FMH, hielt in ihrem Arztbericht vom 1
8.
Mai 2011 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine Panikstörung fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Hypertonie sowie eine Adipositas. Im Zusammenhang mit der Frage nach möglichen Eingliederungsmassnahmen hielt die Hausärztin fest, die vorhande
nen Einschränkungen liessen sich vor allem durch regelmässig
e
Psychotherapie vermindern. Angaben zur
Höhe der
Arbeitsfähigkeit werden in dem Arztbericht nicht gemacht
(
Urk.
12/10)
.
2.2
Oberarzt
Dr.
med.
B._
und Psychologe/Psychother
apeut
lic
. phil.
C._
,
Y._
,
nannte
n
in ihrem Bericht vom
1.
Juli 2011
(
Urk.
12/13)
folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
:
P
osttraumatische Belastungsstörung (F43.1), bestehend seit der Jugend
;
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ohne somatisches Syndrom (F33.1), bestehend seit ca. 5 Jahren
;
Agoraphobie mit Panikstörung, DD im Rahmen der posttraumatischen
Belas
tungsstörung
(F40.0), bestehend seit Jugend
.
Die Klinik legte dar, d
ie Kindheit des Beschwerdeführers im
D._
sei geprägt gewesen vom Bürgerkrieg (1976-1989). Er könne sich an keine anderen Zeiten erinnern. Die Schulausbildung sei in der Bürgerkriegszeit immer wieder unter
brochen worden
.
Nach dem 1
0.
Schuljahr habe er in der elterlichen
Orangen
plantage
gearbeitet, bis er von der Miliz zum Dienst eingezogen worden sei. Ca.
im Jahr 1990 sei er als Asylbewerber
in die Schweiz gekommen und habe zusammen mit seinem Bruder, wie viele andere
aus dem D._
, im Autohandel gear
beitet. Eine depressive Entwicklung sei seit ca. 2005 vorhanden. Im Jahre 2008 habe er eine Frau geheiratet, die ebenfalls aus dem
D._
stamme. Im Som
mer 2009 seien sie Eltern eines Sohnes
geworden. Durch das Eingebettet-S
ein in seine
r
Familie mit Frau und Sohn und einer adäquaten Behan
dlung habe sich sein psychischer Gesundheitszustand etwas stabilisiert. Anstelle der depressiven Symptomatik seien Nachhallerinnerungen und Träume mit unangenehmem Inhalt in den Vordergrund getreten. So habe er Träume mit Kriegsszenen und reagiere mit Angst und Vermeidung auf z.B. Fluglärm oder Menschenansamm
lungen.
Im Rahmen der letzten Untersuchung vom 1
7.
Juni 2011 habe sich ein
w
acher bewusstseinsklarer Patient präsentiert mit erhaltener Orientierung in allen Modalitäten. Das Kontaktverhalten sei adäquat und ein affektiver Rapport mög
lich gewesen. Antrieb und Psychomotorik hätten unauffällig gewirkt. Aufmerk
samkeit und Konzentration seien leicht eingeschränkt gewesen. Das Gedächtnis über Tagesereignisse habe reduziert gewirkt, während Erinnerungen an früher ständig wiedergekehrt seien. Die Stimmung habe sich hoffnungslos präsentiert. Im Affekt habe er traurig und besorgt gewirkt. Unter Leuten und auf offener Strasse leide er an Panikattacken mit Herzrasen. Anhaltspunkte für formale und inhaltliche Denkstörungen hätten nicht bestanden, ebenso nicht für Sinnestäu
schungen oder Ich-Störungen.
Es seien auch Ängste auszumachen gewesen, so nebst einer Agoraphobie auch verschiedene andere Phobien. Es hätten keine Hinweise auf Zwänge vorgelegen. Es sei ein Krankheitsgefühl festzustellen gewesen. Der Appetit habe unauffällig gewirkt. Ein- und Durchschlafstörungen hätten unter
Surmontil
100 mg gebessert.
Es
liege ein Status nach Suizidver
such mit Küchenmesser im Jahr 2007 vor. Aktuell sei keine Agitiertheit auszu
machen gewesen. Es habe keine Aggressivität bestanden. Drogen nehme der Beschwerdeführer keine.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit führte die Klinik aus, in der vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Autohändler habe zwischen dem 1
8.
September 2007 und dem 3
0.
Juni 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit vorgelegen. Seit
1.
Juli 2008 sei bis auf
weiteres eine
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
gegeben. Es bestünden Einschränkungen in der Auffassung und der Aufmerksamkeit. Die Konzentration sei zeitweise vermindert. Zwischenzeitlich könnten Schwierigkeiten mit der Realitätsüberprüfung aufkommen.
Weiter be
stünden Ängste bei grösseren Menschenansammlungen, auf freien Plätzen und bei Fluglärm. Wiederkehrende Schlafstörungen und Tag- und Nachtträume von Kriegsszenen schränkten die allgemeine Funktionsfähigkeit stark ein. Ein konti
nuierlicher Arbeitsablauf sei dem Beschwerdeführer nicht möglich. Es sei mit Arbeitsausfällen zu rechnen. Die bisherige Tätigkeit sei medizinisch nicht mehr zumutbar.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit könne der Beschwerdeführer ab dem
1.
Juli 2008 zu einem 50%-Pensum bzw. in einem Stundenpensum von ca. vier Stunden pro Tag ausüben. Es bestehe die Einschränkung, dass es zu Fehlzeiten kommen könnte und dadurch eine kontinuierliche und verlässliche Arbeit, wie sie auf dem ersten Arbeitsmarkt gefordert werde, nicht möglich wäre.
Prognostisch könnte der Beschwerdeführer unter Umständen von einer spezifi
schen Behandlung für Kriegstraumatisierte profitieren. Die zwischenzeitlich erreichte Stabilisierung könnte sich durch eine geeignete Beschäftigung im Rahmen einer beruflichen Integrationsmassnahme noch fortsetzen
.
2.3
In ihrem Schreiben vom 2
5.
August 2011
(
Urk.
12/20)
präzisierte
n
die
genann
ten Therapeuten von der
Y._
ihre Angaben vom
1.
Juli 2011 dahingehend, der Beschwerdeführer sei erst am 2
7.
Juli 1997 in die Schweiz eingereist, nicht wie ursprünglich vermerkt „ca. 1990“. Die Klinik führte sodann
aus
, wo der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz überall gear
beitet habe. In Bezug auf den Krankheitsverlauf erklärte die Klinik, der Beschwerdeführer habe sich erstmals im Jahr 2000 wegen Angstzuständen zu
Dr.
E._
in
F._
in Behandlung begeben. Dort habe er
Zoloft
bekommen und sei weiterhin
arbeitsfähig geblieben. Erst
Ende 2005/Anfang 2006 sei eine
Verschlimmerung der Ängste mit Panikattacken eingetreten, so dass eine Be
handlung bei seinem neuen Hausarzt
Dr.
G._
aufgenommen worden sei. Dieser habe ihn im Juli 2007 an die
Y._
überwie
sen, nachdem die von ihm verordnete Medikation (
Remeron
und
Sertralin
) nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe.
Die Behandlung
in der
Y._
sei am 1
8.
September 2007 begonnen worden. Bei Eintritt sei nur eine Agoraphobie und eine Angststörung diagnostiziert worden, danach sei die Diagnose mit einer rezidivierenden depressiven Störung ergänzt worden. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei erst im Verlauf der Therapie in den Fokus der Aufmerksamkeit getreten. Zusammenfassen
d
sei fest
zustellen, dass der Beschwerdeführer erst mit 27 (gemeint wohl 29) Jahren und symptomfrei in die Schweiz eingereist sei. Er sei mehrere Jahre in der Schweiz angestellt, arbeitsfähig gewesen und habe seine Beiträge an IV/AHV bezahlt.
2.4
In ihrem Arztbericht vom
8.
Juni 2012
(
Urk.
12/52/28-29)
wurden von der
Y._
dieselben Diagnosen genannt wie in je
nem vom
1.
Juli 201
1.
Sodann legte die Klinik dar, der Beschwerdeführer klage immer wieder über eine sehr grosse Vergesslichkeit, die sich auch in der Ver
bindlichkeit der Wahrnehmung der Arzttermine niederschlage. Oft habe
er
ange
rufen werden müssen, d
amit
er den Termin habe wahrnehmen können. Vorübergehend sei die Einnahme von
Efexor
ER auf 150 mg/d reduziert wor
den, weil ein Verdacht bestanden habe, dass der erhöhte Blutdruck mit der Ein
nahme von
Efexor
ER 225 mg/d in Zusammenhang stehe. Nach Abklärungen im
Spital H._
sei die Medikation wieder auf 225 mg/d erhöht worden, weil der Beschwerdeführer von dieser Dosierung mehr profitieren könne. Grundsätz
lich ermögliche die
pharmakotherapeutische
Behandlung mit
Efexor
ER und
Surmontil
eine einigermassen gute Lebensqualität, so dass seine immer noch
anflutenden
Ängste auf offenen Plätzen, in Kaufhäusern und bei vielen Leuten in einem aushaltbaren Ausmass bleiben würden. Flugzeuglärm versetze ihn in panischen Schrecken. Er zeige jedoch nach wie vor ein ausdrückliches
Vermei
dungsverhalten
. Seine Konzentrationsfähigkeit sei eingeschränkt, längeres Lesen sei für ihn nicht möglich. Er verbringe sehr viel Zeit mit seinem ca. 3-jährigen Sohn, der ihm viel Freude bereiten und ihn von seinen Defiziten ablenken würde.
Seit dem Sommer 2011 habe der Beschwerdeführer nicht mehr an den Modulen der
I._
teilgenommen. Es sei dort auch zu vielen Fehlzeiten gekommen, obwohl der Beschwerdeführer den Austausch mit anderen Patienten sehr schätze. Aktuell werde er dazu motiviert, sich in der
I._
wieder anzumelden. Die Konsultationen in der
Y._
fän
den in ca. 4-wöchentlichem Abstand statt. Die Arbeitsfähigkeit und
Reintegra
tionsfähigkeit
in den ersten
Arbeitsmarkt werde mittlerweile pessimistischer eingeschätzt. Angesichts der grossen Vergesslichkeit, der mangelnden Kon
zentrationsfähigkeit, der persistierenden Angstproblematik und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit vielen Jahren nicht mehr arbeitstätig gewesen sei, dürfte es für ihn schwierig sein, sich auf dem Arbeitsmarkt wieder zu integ
rieren, obwohl eine Tagesstruktur für ihn als förderlich zu erachten sei. Ein all
fälliges Belastungstraining könnte über diese Frage Aufschluss geben.
2.5
In ihrem Arztbericht vom 2
3.
Dezember 2013
(
Urk.
17
,
unvollständig einge
reicht
)
stellte die
Y._
grundsätzlich eine unverän
derte Diagnose. In Bezug auf die Agoraphobie wurde neu jedoch festgehalten, dass diese remittiert sei. Die behandelnden
Fachpersonen
führten sodann aus, der Beschwerdeführer erscheine im Ambulatorium unregelmässig zu seinen Terminen. Diese seien auf alle vier bis sechs Wochen terminiert. In den Gesprä
chen gehe es um den Umgang mit Anspannungen, depressiver Stimmungslage und Alltagsgestaltung. Die Gespräche könnten als
supportiv
beratend bezeich
net werden. Des Weiteren werde jeweils die Medikation evaluiert und gegebe
nenfalls angepasst. Was die Arbeits- und Reintegrationsfähigkeit betreffe, sei diese aufgrund der unregelmässigen Kontakte mit grossen Zeitabständen nicht abschliessend beurteilbar.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung für den Zeit
raum 1
8.
September 2007 bis 3
0.
Juni 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit an. Ab dem
1.
Juli 2008 ging sie von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus.
Diese Beurteilung lehnt sich an die Einschätzungen der
behandelnden Fachleute der
Y._
in deren Bericht
vom
1.
Juli 2011 (
Urk.
12/13) an. Die
se
Angaben können indes nicht ohne weiteres nachvollzogen werden. Zunächst erscheint in Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung fraglich, aus welchen objek
tiven Befunden diese Diagnose hergeleitet wird. Gemäss Angaben der Klinik bestehen die posttraumatische Belastungsstörung und die Agoraphobie zudem offenbar bereits seit der Jugend. Einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sollen sie freilich erst ab Ende 2005/Anfang 2006 gehabt haben. Es wird nicht begrün
det, weshalb der Beschwerdeführer trotz des Bestehens einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw. einer Agoraphobie zunächst über mehrere Jahre hinweg in der Lage war, uneingeschränkt einer Arbeitstätigkeit nachzugehen bzw. wes
halb die Störung erst
ab September 2007
eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte. Ferner erscheint vor allem in Bezug auf die posttraumatische
Belastungs
störung
nicht ausreichend dargetan, wie der Beschwerdeführer durch diese in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Klinik muss sodann auch insoweit hinterfragt werden, als angegeben wird, dass die Arbeitsfähigkeit unter anderem durch wiederkehrende Schlaf
störungen eingeschränkt sei; letzteres ist nicht ohne weiteres plausibel und bedürfte einer näheren Begründung.
Im Übrigen
ist ebenfalls unklar, inwieweit die der Verfügung zugrunde liegende Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit als gültig angesehen werden kann, nachdem im neusten Bericht der
Y._
vom 8. Juni 2012
(
Urk.
12/52/28-29)
welcher für
die
Rentenbeur
teilung
nicht berücksichtigt worden war
festgehalten wurde, dass die Arbeits
fähigkeit und Reintegrationsfähigkeit in den ersten Arbeitsmarkt mittlerweile pessimistischer eingeschätzt werde.
Was schliesslich den vom Beschwerdeführer zuletzt eingereichten Arztbericht der
Y._
vom 2
3.
Dezember 2013 (
Urk.
17) betrifft, liefert dieser keine
konkreten Angaben
in Bezug auf
die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit im Verfügungszeitpunkt.
3.2
Zusammenfassend beste
hen im vorliegenden Fall keine ausreichenden
Grundla
gen für die
Prüfung
eines Rentenanspruchs. Die angefochtene Verfügung ist damit aufzuheben und die
Sache zur Vornahme
entsprechender medizinischer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
4.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese
wird
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVG
er
).
In der vorliegenden Angelegenheit erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘400.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen) als angemessen. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erweist sich bei diesem Verfahrensausgang als gegenstandslos.