Decision ID: e5557b2b-a29c-4e28-986e-59669fc7e88a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, ist seit 1. Januar 2004 als Sachbearbeiter Polizeili
cher Assistenzdienst bei der
Y._
tätig (Urk. 7/15
Ziff.
2.1 und 2.7). Am 26. September 2012 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte
im Zuge ihrer medizinischen Abklärungen unter ande
rem d
as polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vo
m 13. Mai 2014 (Urk. 7/66) ein und
stellte mit Vorbescheid vom 11. Juli 2014 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 7/76). Nach
dem der Beschwerdeführer am 11. September 2014 hiergegen Einwände erhoben (Urk. 7/88;
Einwandergänzungen
vom 29. September 2014, Urk. 7/92, und 9. Dezember 2014, Urk. 7/106)
und weitere medizinische Berichte, insbesondere
den Bericht
über die funktionsorientierte medizinische Abklärung (FOMA)
des
A._
vom 5. Dezember 2014 (Urk.
7
/105)
,
eingereicht hatte
, verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 8. Mai 2015 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 7/116
=
Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 8. Mai 2015 erhob der Versicherte am 10. Juni 2015 Beschwerde und beantragte, es sei ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2015 eine halbe Rente zuzusprechen, eventuell sei die Sache zur neurologischen und psy
chiatrischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 24. August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Am 11. März 2016 reichte der Beschwerdeführer Arzt- und Laborberichte (Urk. 10/1-4) ein (Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
, nachdem sie am 14. März 2016 hierzu aufgefordert worden war (Urk. 11), am 15. April 2016
auf
eine
Stellungnahme (Urk. 12).
Am 25. Juli 2016 r
e
ichte der Beschwerdeführer einen Bericht über Drogentests (Urk. 15) ein (Urk. 14), welcher der Beschwerdegegnerin am 26. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
Am 12. August 2016 reichte der Beschwer
deführer erneut Bericht
e
über Drogen-, Alkohol- und Medikamententests (Urk. 18/1-2) ein (Urk. 17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gegebenen
falls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
d
d
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
1.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe der Beschwerdegegnerin einen Bericht
des behandelnden Psychiaters
vom 31. Oktober 2014
sowie das Gut
achten
des
A._
vom 5. Dezember 2014
eingereicht, auf welche die
Beschwer
degegnerin
nicht näher eingegangen sei (Urk. 1
Ziff.
18 S. 7).
1.3
Die Beschwerdegegnerin h
ielt
in der Verfügung vom
8. Mai 2015
(Urk. 2)
zu
den
Vorbringen
des Beschwerdeführers
, der Stellungnahme des ihn behandeln
den
Psychiaters
vom 31. Oktober 2014 (
U
rk. 7/99) und des Berichts über die
f
unktionsorientierte
m
edizinisch
e
Abklärung
(FOMA) durch das
A._
vom 5. Dezember 2014 (Urk. 7/105) fest, die vom Beschwerdeführer eingereichten ärztlichen Berichte
sowie
auch de
r
Bericht der Vertrauensärztin der Pensions
kasse sei
en
geprüft worden
,
und es hätten
diesen
keine neuen medizinischen Aspekte entnommen werden können. Das Gutachten (des
Z._
) sei umfassend und nachvollziehbar. Weitere Abklärungen seien nicht sinnvoll, da keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien. Die Befundlage sei deckungsgleich, dies werde auch im
A._
-Gutachten bestätigt. Es sei
en
aber vom
A._
kein
Medikamen
tenspiegel
gemessen und keine Testung auf Alkohol und Opiate durchgeführt worden. Damit
sei
die Compliance
d
es
Beschwerdeführers
unverändert unklar. Auch wenn es sich um eine sekundäre Alkoholproblematik handeln so
llte, stehe dieses Thema im Vordergrund. Aus diesem Grund werde
der Beschwerdeführer
auf die Schadenminderungspflicht
vom 11. Juli 2014
aufmerksam gemacht.
1.4
In der Begründung setzte sich die
Beschwerdegegnerin
zwar lediglich mit den vom Beschwerdeführer eingereichten Berichten auseinander und nahm keine
Stellung zu seinen Einwänden. Allerdings geht aus der Begründung klar hervor, dass
die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt als genügend abgeklärt erachtet und an ihrer Einschätzung festhält. Die Verfügung vom
8. Mai 2015
ist daher hinreichend begründet.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider
sprechen
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Die Beschwerdegegn
e
rin begründete
die Verneinung des Rentenanspruchs zusam
mengefasst damit, der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit bei der
Y._
zu 30 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Da die bis
herige
Tätigkeit optimal angepasst sei, entspreche die Arbeitsunfähigkeit auch dem Invaliditätsgrad. Bei einem Invaliditätsgrad von lediglich 30 % bestehe kein Rentenanspruch (Urk. 2 S. 2).
3.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (Urk. 1), das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten des
Z._
sei aus näher dargeleg
ten Gründen nicht nachvollziehbar (S.
8 ff.
Ziff.
19 f.
und
S. 18 ff. Ziff.
22)
. Gestützt auf das Gutachten der
A._
, die verschiedenen Berichte
des behandeln
den Neurologen
und den Bericht
des behandelnden Psychiaters
sowie die
Ei
n
schätzung der Vertrauensärztin der Pensionskasse
sei erwiesen, dass er in seiner heutigen Tätigkeit, welche seinem Leiden optimal angepasst sei, maximal zu 50 % arbeits- und erwerbsfähig sei, weshalb ein Anspruch auf eine halbe Inva
lidenrente ausgewiesen sei (S. 26 Ziff. 23).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer derart in der Arbeitsfähig
keit eingeschränkt ist, dass er Anspruch auf eine Rente hat.
4.
4.
1
4.1.1
Laut Arztbericht
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, vom 6. Dezember 2012 (Urk. 7/22/1-5) liegen beim Beschwerdeführer folgende Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vor (
Ziff.
1.1):
Krampf-
Faszikulations
-Syndrom
Aktionstremor gemischter Ätiologie,
enhanced
physiologisch und essen
tiell
ADHD
Vor drei bis vier Jahren sei
langsam
ein Zittern aufgetreten, zuerst der rechten, dann der linken Hand und sich ausdehnend zu den Armen
. I
m Verlauf
sei
auch die Stimme
betroffen worden
. Zusätzlich seien sich intensivierende Krämpfe im Bereich der Waden, der Oberschenkel
, der ganzen Beine
mit Beeinträchtigung der Schlafqualität, muskulärer Ermüdung und vermehrter Transpiration aufge
treten.
Im Alltag bestehe eine Behinderung durch die zunehmende muskuläre Ermüdung, im Tragen der
schweren Polizeiausrüstung
, durch das Zittern der Stimme vor allem im Umgang mit den Kollegen und den Klienten, durch das Zittern der Hand, durch die Ermüdbarkeit als Nebenwirkung der Medikamente und
durch einen erhöhten Erholungsbedarf
. Durch die aktuelle Therapie mit
Revo
tr
il
habe eine gewisse Stabilisierung der Symptome erreicht werden kön
nen. Es sei nicht wahrscheinlich, dass durch medikamentöse Massnahmen eine relevante Verbesserung der Beschwerden erreicht werden könne
(
Ziff.
1.4)
. In
der bisherigen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Der Beschwer
deführer sei in der Lage, ein 8 1/2stündiges Arbeitspensum am Stück auszu
üben, benötige aber danach eine entsprechende Erholungszeit. Eine Beschäfti
gung im Polizeischichtbetrieb sei weiterhin möglich
(
Ziff.
1.7)
.
4.1.2
Im Bericht vom 29. Mai 2013 (Urk. 7/40) nannte
Dr.
B._
neben den bereits gestellten Diagnosen zusätzlich eine Depression
(S. 1)
. Auch unter
Topiramat
habe nur
eine minimale Besserung der
Faszik
ulationen
erreicht werden können. Von Seiten des essentiellen Tremors habe man über die letzten vier Jahre den Eindruck gewonnen, dass es zu einer Progredienz gekommen sei. Eine höhere Dosierung des
Topiramat
pro Tag werde vom Beschwerdeführer aufgrund einer zunehmenden Müdigkeit nicht vertragen.
I
m aktuellen Verlauf und
angesichts der
aktuellen Befunde sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit als Hilfspolizist auf ein Pensum von über 50 % nicht realistisch und dürfte auch im Rahmen einer anderen ähnlichen Tätigkeit nicht realisierbar sein. Mittelfristig werde bei der dokumentierten Krankheitsprogredienz sowohl des Tremors als auch der invalidisierenden
Faszikulationen
eine weitere Reduktion des Arbeitspensums auf 30 % zu diskutieren sein
(S. 2)
.
4.
2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Kardiologie und Innere Medizin, stellte im vertrauensärztlichen Bericht zuhanden der Pensionskasse vom 5. Dezember 2012 (Urk. 7/23) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
Cramp
fasciculation
syndrome
p
rogredienter essenzieller Tremor
O
hne Au
s
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
sie folgende Diagnosen
(S. 2):
adultes ADHD mit gutem Ansprechen auf Ritalin
gastrointestinale
Refluxerkrankung
Status nach Ritalin-Behandlung wegen ADHD in der Kindheit
Aufgrund der starken Unruhe mit Bewegungsdrang, dem Zittern, der
Faszikula
tionen
und der starken Einschlafstörungen habe der Beschwerdeführer vermehrt Alkohol konsumiert, welcher die Symptomatik gedämpft habe. Von Oktober bis November 2010 sei eine psychiatrische Betreuung durch die
D._
zwecks Alkoholentzugs erfolgt.
Der Beschwerdeführer
habe mit einer Verbesserung des Allgemeinbefindens, jedoch nicht der
Faszikulationen
reagiert (S. 4).
Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet wer
den (S. 8). Der Beschwerdeführer möchte die Tätigkeit als Hilfspolizist unbe
dingt weiterführen. Eine
„
angepasstere
“ Tätigkeit
führte
eher zu einer Destabili
sierung des aktuellen Gesundheitszustandes (S. 9).
4.
3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte
im Bericht vom
6./
7. Mai 2013 (Urk. 7/37)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Tremor, essentiell
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (Ziff. 1.1):
Hyperaktivitätsstörung mit Defizit, Aufmerksamkeit (F90.0)
gastrointestinal
Refluxerkrankung
Es bestünden keine kognitiven Störungen
,
keine formale oder inhaltliche Denk
störungen und keine Wahnsymptomatik. Die Stimmung sei gedrückt. Der Beschwerdeführer habe Zukunftsängste in Bezug auf seinen Beruf als Polizist (
Ziff.
1.4). Die Arbeitsfähigkeit betrage seit September 2012 50 % (
Ziff.
1.6).
4.
4
4.
4
.1
Im
polydisziplinären
Gutachte
n des
Z._
vom 13. Mai 2014 (Urk. 7/66)
stellten
Dr.
F._
, Fachä
rzt
in
für
Allgemeine
Innere Medizin,
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, und
Dr.
H._
, Facharzt für Neurologie,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff. 7
S. 47):
Halte- und Aktionstremor beider Hände, wahrscheinlich gemischt essenti
ell und verstärkt physiologisch
s
onstige somatoforme Störung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (
Ziff. 8
S. 47
f.
):
a
kzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-unsicheren und leistungs
orientierten Anteilen
DD kombinierte Persönlichkeitsstörung
Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol; Status nach
Alkohol
ab
hän
g
igkeitssyndrom
g
efährlicher Gebrauch von Benzodiazepinen
g
efährlicher Gebrauch von Opioiden
Krampf-
Faszikulations
-Syndrom
Hinweise auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
Übergewicht (BMI 26.3)
Refluxkrankheit
ED anamnestisch im Kindesalter
Status nach Endoskopien von Oes
ophagus und Magen 1995 und 2010
a
namnestisch
Status nach Nikotinabusus (circa 3 pack
years
)
anamnestisch Status nach
Lithotrypsie
rechts 2010/2011
Status nach Tonsillektomie im Kindesalter
4.
4
.2
Im neurologischen Teilgutachten erwog Dr.
H._
(Ziff. 4.2.5-7),
dass l
aut
Eigen
angaben
und Aktenlage seit der zweiten Hälfte 2009 ein Zittern im Bereich beider Hände, welches sich im Laufe der Zeit akzentuiert habe
, bestehe
. Der Beschwerdeführer beschreibe dieses Zittern als beim Halten und
B
ewegen
, aber nicht in Ruhe
manifest, verstärkt bei Stress und nach körperlichen Anstrengungen, gebessert nach Alkoholkonsum und Ruhe. Bei der klinischen Untersuchung bestätige sich ein
feinschlägiger
Halte- und Aktionstremor beider Hände. Es bestehe nur eine diskrete Intentionskomponente im Finger-Nasen-Versuch. Auffallend sei auch eine Unsicherheit bei erschwerten Stand- und Gangversuchen,
ungerichtet
, wobei die diesbezügliche Beurteilung wegen schmerzhaften Warzen an der
Planta
pedis
beidseits zum
Untersuchungszeit
punkt
erschwert gewesen sei. Die Kombination eines Halte- und Aktionszitterns mit einem leichten
cerebellären
Syndrom spreche für das Vorliegen eines essen
tiellen Tremors. Erwähnenswert sei die ausgeprägte vegetative Dystonie im Sinne einer Hyperhidrosis am ganzen Körper, was dafür spreche, dass auch ein verstärkter physiologischer Tremor vorliegen könnte. Insgesamt sei von einem gemischten Halte- und Aktionstremor auszugehen, mit einer verstärkt physiolo
gischen und einer essentiellen Komponente
(S. 25 f.)
.
Etwas im Anschluss an den Tremor seien auch unwillkürliche Muskelzuckungen vor allem in den Waden aufgetreten
, später gefolgt von Krämpfen. Auch aktuell liessen sich klinisch kon
t
inuierlich
Faszikulationen
vor allem in der Waden- und etwas weniger in der dorsalen Oberschenkelmuskulatur beidseits beobach
ten. Diesbezüglich erwähn
ens
wert sei, dass mehrere ausgedehnte elektro
diagnostische Untersuchungen keine Hinweise in Richtung eine
r
akuten oder chronischen
Denervation
ergeben hätten, so dass diese
Faszikulationen
formal als „benigne“ zu beurteilen seien. Die Kom
b
ination mit häufigen Krämpfen mache es plausibel, dass ein sogenanntes Krampf-
Faszikulations
-Syndrom (
cramp
fasciculation
syndrome
) vorliege, wobei dieses wie der Name sage, aus
Faszikulationen
und Krämpfen bestehe und au
ch häufig mit Schmerzen und Müd
igkeit respektive einer Muskelsteife
verbunden
sei. Hinweise auf ein ander
weitiges
Hyperexzitabilitäts
-Syndrom des peripheren Nervensystems hätten sich keine ergeben, weder elektrodiagnostisch noch labormässig (insbesondere liege offenbar keine Ne
ur
omyotonie vor
; S. 26
).
D
er
Halte- und Aktionstremor führe zu einer Einschränkung der Arbeitsfähig
keit, bei feinmotorischen Tätigkeiten bestehe eine Behinderung. Die emotionale
Komponente (zum Beispiel beim Kundenkontakt) verstärke den Tremor und könne auch psychisch belastend sein, so dass entsprechende Expositionen zumindest problematisch seien. Aus dem Vorliegen einer vegetativen Dystonie per se könne aber aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit abgeleitet werden. Bezüglich des Krampf-
Faszikulations
-Syndroms seien die gehäuften Krämpfe zu nennen und auch eine gewisse Irritation in Ruhe auf Grund der konstant vorhandenen
Faszikulationen
. Eine eigentliche Arbeitsunfä
higkeit resultiere daraus aber nicht
(
S. 27)
.
4.
4
.3
Laut
Dr.
G._
(Ziff. 4.3.5)
, erreiche d
i
e Persönlichkeitsakzentui
erung,
differen
tialdiagnostisch
kombinierte Persönlichkeitsstörung, nicht ein Ausmass,
welches
dem Beschwerdeführer nicht ermöglicht h
abe
, sich sowohl beruflich wie auch privat und beziehungsmässig adäquat zu positionieren. Ohne Kenntnisse der anderntags begutachtenden Internistin gegenüber gemachten Angaben wäre die Differentialdiagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht möglich gewesen.
Es
stehe eine Persönlichkeitsakzentuierung
,
und nicht die Differential
diagnose einer Persönlichkeitsstörung im Vordergrund
(S. 40)
.
Vor
familiärem Hintergrund mit vermehrtem Alkoholkonsum
bestehe
eine zunehmende Entwicklung einer zirka 1996 einsetzend
en Alkoholproblematik
, die mit einem einmaligen ambulanten
A
lkoholentzug mit sechsmonatigem Einsatz von
A
n
tabus
behandelt worden sei. Aktuell lasse sich das Ausmass der Alkoholproblematik nur schwer bestimmen. En
t
sprechend sei die Diagnose eines Status nach Alkoholabhängigkeit (F10.2) und die Verdachtsdiagnose eines schädlichen Gebrauchs von
A
lkohol (F10.1) gestellt worden. Anlässlich der Begutachtung sei der Gamma-GT-Wert deutlich erhöht gewesen, der
CD-Trans
ferrin-Wert
habe sich im Normbereich befunden
(S. 41)
.
Bei einer selbst gewüns
chten
Rivo
tril
-Medikation sei im
Zusammenhang mit der allgemeinen Suchtgefährdung die Diagnose eines gefährlichen Gebrauchs von B
enzodiazepinen (
Rivo
tr
il
,
Xanax
,
Temesta
) zu stellen. So
wohl im Urin als auch im Blut s
eien die Benzodiazepin-Werte negativ gewesen
(S. 41)
.
Komplex zu begründen seien der Tremor und die Zeichen der vegetativen Dysto
nie. Einerseits dürften diese Beschw
e
rden aus psychiatrischer Sicht in Zusammenhang mit dem Suchtverhalten
und
Entzug, andererseits in Zusam
menhang mit den traumatisierenden Erfahrungen am Arbeitsplatz sowie den Problemen mit dem Kauf der Eigentumswohnung stehen. Diesbezüglich sei die Diagnose einer sonstigen somatoformen Störung zu stellen (F45.8
; S. 41 f.
).
Der Beschwerdeführer zeige ein deutliches Ausmass an Somatisierung und sei nur begrenzt in der Lage, einerseits Bezüge zur Suchtanamnese im Hinblick auf die Tremor/Dysto
n
ie-Beschwerden beziehungsweise zu den traumatisierenden
Umstände am Arbeitsplatz und andererseit
s
zu IV-fremden Faktoren wie der Problematik mit der Eigentumswohnung herzustellen.
Er
habe sich
bei insge
samt eher ängstlich-unsicher leistungsorientierter Gesamthaltung vor allem zu Beginn der Exploration i
n einer gewissen Bed
r
ückt
heit
befunden
, eine depres
sive Verstimmung könne jedoch nicht nachg
e
wiesen werden. Der Beschwerde
führer zeige eine weiche Emotionalität mit einer adäquaten
Stimmungsmodula
tion
mit auch lächelnder Aufhellung zum Beispiel bei der Prüfung der
Mnestik
. Er zeige einen spontanen Antrieb
,
eine vorerst etwas reservierte Psychomotorik, die sich aber im Verlauf der Exploration
gut verflüssige und aufhelle, und a
us
geprägte Kratzspuren am linken Oberarm und an den Beinen.
Er
zeige phasen
weise einen Gesichts
t
remor, weiter beobachtbar sei ein Handtremor und Schweissflecken unter d
en
Achseln. Kognitive Störungen könnten nicht nach
gewiesen werden.
Es lägen g
ewisse diffusere
Ä
ngste in Bezug auf die berufliche Entwicklung
vor
, eine
A
ngsterkrankung könne nicht nachgewiesen werden. Psychotisches oder
psycho
senahes
Erleben und Verhalten könnten nicht beo
bachtet werden. Das Bewusstsein und die Orientierung seien erhalten.
Es bestünden
Verhaltensauffälligkeiten mit einer ängstlich-unsicheren Grundhal
tung und Leistungsorientiertheit. Zwischenmenschlich stehe der Beschwerde
führer in langjähriger tragfähiger Ehe, pflege einen intensiven Kontakt zur Tochter, stehe in freundschaftlicher Beziehung zu einem Kollegen, den er seit 20
Jahren kenne, habe gut
e Kontakte zur Herkunftsfamilie und
gute, kollegiale Kontakte an der Arbeitsstelle
sowie
unauffällige Beziehungen zu den Vorge
setzten.
Er
habe Freude an seiner Tochter, die er auch
c
oach
e
,
an
seinem Beruf und an Techni
k
, pflege die Homepages des Karatevereins der Tochter sowie des väterlichen Geschäfts, interessiere sich allgemein für Gesetzgebung und im Besonderen mit Bezug zu seiner Arbeit, koche gerne und verfolge mit Interesse zum Beispiel Dokumentationssendungen über geschichtliche und geographische Themenbereiche am Fernseher (S.
4
2 f.
).
4.
4
.4
Aus polydisziplinärer Sicht
äusserten sich die Experten
zur Arbeitsfähigkeit
dahin
gehend
(
Ziff.
10-11)
, dass die bisherige und aktuelle Tätigkeit diejenige im Assistenzdienst der Polizei sei. Es handle sich dabei laut Angaben des Beschwerdeführers um einen waffenlosen Einsatz sowohl im Büro
als
auch im Aussendienst. In dieser Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zeitlich voll arbeits
fähig mit einem um 30 % reduzierten Rendement. Diese Verminderung ergebe sich aus einem erhöhten Zeitbedarf vor allem bei feinmanuellen Tätigkeiten wie Schreiben (sowohl von Hand wie am PC). Gegeben
en
falls könnten gewisse Anpassungen am Arbeitsplatz notwendig sein bezüglich speziell den Tremor verstärkenden Situationen. Hierbei sei an die Angabe des Beschwerdeführers zu denken, dass die Beschwerden beim Verkehrsdienst angefangen hätten. Die
aktuelle Tätigkeit sei adaptiert,
der Tremor
wirke sich bei sämtlichen manuellen Tätigkeiten aus
(S. 56)
.
4.
5
In seiner Stellungnahme zum Gutachten
vom 1
0.
September 2014 (Urk. 7/91/5
6)
wies
Dr.
B._
darauf hin
,
dass
die Beschwerden und klini
schen Symptome kohärent, das heisse
,
stabil
seien
. Hinweise für eine Aggrava
tion, auch psychi
atrisch
, habe er nicht objektivieren können. Fakt sei, dass der Beschwerdeführer durch den Tremor bei der Ausübung seiner beruflichen Tätig
keit erheblich beeinträchtigt werde. Aufgrund dieser Beeinträchtigung benötige
er
eine Therapie zur Besserung des T
remors, was nach verschiedenen T
herapie
versuchen mit sämtlichen für diese Indikation zugelassenen Medikamenten ausser mit
Rivotril
nicht habe erreicht werden können.
Auch wenn eine alleinige neurologische Diagnose, welche sämtliche Symptome erkläre, nicht vorliege
,
habe durch eine symptomatische Therapie
k
eine rele
vante Verbesserung des Zustandes erreicht werden
können
, sondern es habe sich eine stetige Verschlechterung der Symptome gezeigt. Die im Gutachten attestierte volle Arbeits
fähigkeit
mit einem Rendement von 70 % sei mit seiner Beurteilung nicht kompatibel und sei mit der klinischen Realität nicht verein
bar.
4.
6
Dr.
E._
hielt in seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2014 zum Gutachten fest (Urk. 7/99), zur Erfassung der Schwere der depressiven Symptomatik im klinischen Bereich sei während der ersten Sitzung das international anerkannte „Beck
Depressions
Inventar“ ausgefüllt worden. Der Beschwerdeführer habe 43
Punkte erreicht, was einer schweren depressiven Störung entspreche. Trotz der ausgeprägten depressiven Symptomatik habe er weiterhin zu 50 % arbeiten wollen. Er habe bei der Arbeit viel Bestätigung und Unterstützung durch die Kollegen erhalten, was sich positiv auf die Depression auswirke
(S. 1)
.
Eine Person mit einer Persönlichkeitsstörung sei kaum in der Lage, bei der
Y._
seit 10 Jahren ein aktiver und geschätzter Beamter zu sein. Die im Gutachten gestellte Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei absurd
(S. 2)
.
Der Alkoholkonsum im Jahr 2010 sei im Zusammenhang mit dem Tremor erfolgt und der Beschwerdeführer habe aus eigenem Antrieb einen Entzug gemacht und trinke nur noch gelegentlich ein Bier, welches auf den Tremor keine Auswirkung habe. In der Behandlung habe er keine diesbezüglichen Auf
fälligkeiten bemerkt. Die Argumentation des Gutachters, der Beschwerdeführer habe den essentiellen Tremor aufgrund seines Trinkverhaltens selber verschul
det
,
sei wissenschaftlich als auch logisch unschlüssig, zumal der Beschwerde
führer seit 2010 nicht mehr trinke und keine Verbesserung des Tremors einge
treten sei, sondern sich dieser verschlimmert habe
(S. 2 f.)
.
4.
7
Im Gutachten des
A._
vom 5. Dezember 2014 (Urk. 7/10
5
)
stellten PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Facharzt für Rheumatologie
,
und
J._
, Physiotherapeut,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 2):
idiopathische
Faszikulationen
, Krämpfe und essentieller Tremor, zusätz
lich verstärkt physiologischer Tremor
therapieresistent auf sämtliche medikamentöse Therapieversuche
verbesserte Hyperhidrosis nach Iontophorese, aber persistierende
Hyper
hydrosis
a
x
illär
sowie plantar
Als
Diagnosen mit unklarer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
(S.
2):
adultes ADHD (gemäss Einschätzung Psychiater)
Status nach schwerer depressiver Episode
(gemäss Einschätzung Psy
chiater)
Weiter
nannten
sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 2):
Status nach erhöhtem Alkoholkonsum, abhängig, wahrscheinlich sekun
där
Refluxkrankheit
leichte Adipositas (BMI 26.6 kg/m2)
Im Rahmen der
Prüfung der
arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Beschwerdeführer bei guter Leistungsbereitschaft und Konsistenz funktionell eine deutliche Verminderung der Feinmotorik beider Hände, ein vermindertes Gleichgewicht und ein konsistent beobachteter
intensionsver
stärkter
Tremor rechtsbetont, wie auch die nicht unterdrückbaren oder
ablenk
baren
Faszikulationen
gezeigt (S. 3).
Die vom Beschwerdeführer beschriebene angestammte Tätigkeit als Hilfspolizist bestehe zu
zirka
2/3 der Arbeitszeit aus Aussendienst (Fusspatrouillen, Streifen
dienst, Verkehrskontrollen, Verkehrsregelung) und zu
zirka
1/3 aus Innendienst (Rapporte schreiben).
Das Gehen bei den Fusspatrouillen sei möglich. Die Fahrtauglichkeit (Streifen
dienst) könne nicht abschliessend beurteilt werden. Bei den Personenkontrollen (während Fusspatrouillen und Streifendienst) bereiteten folgende Aufgaben Mühe: Funken, Sichern, Leibesvisitation. Einzig die Aussensicherung sei nahezu uneingeschränkt möglich. Bei den Verkehrskontrollen sei das Schreiben von Bussenzetteln nur stark eingeschränkt und zum Teil gar nicht möglich (langsam, schlecht lesbar). Der Beschwerdeführer habe erhebliche Mühe beim Schreiben
mit der Tastatur, weshalb er vermehrt Zeit bei der administrativen Arbeit benö
tige (S. 4).
Im Aussendienst
sei die Arbeitsfähigkeit zu 70
% eingeschränkt. Die Tätigkeit im Innendienst sei aufgrund der deutlichen, objektivierbaren Verlangsamung beim Schreiben mit dem PC zu 50
% eingeschränkt. Daraus ergebe sich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 35
.
66
%. Die aktuelle Präsenz von 50
% am Arbeitsplatz s
ei
unter Mitberücksichtigung der Leistungsminderung bei einer gesamten Arbeitsunfähigkeit von 64
.
33
%
zumutbar. Die Arbeitsverteilung auf Ganztage sei zwar nicht ideal, allerdings unter Berücksichtigung der zwischen
zeitlichen Erholung medizinisch begründbar und auch aus dienstlichen Gründen offensichtlich nicht anders möglich (S. 5).
Nicht quantitativ gewertet, aber definitiv erwähnt werden müsse die Problema
tik, dass die beschriebenen Auffälligkeiten
in
Erscheinung und Auftreten eines Polizisten gegenüber mutmasslichen Delinquenten im Verlauf eine Überprüfung oder eine Festnahme beeinflussen könne, da Zittern und Schwitzen als Unsi
cherheit oder Angst interpretiert werde und zu ungünstigen Reaktionen führen könne (S
.
3).
In einer anderen beruflichen Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
eine schwere Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis 40 kg ganztags zumutbar, wobei Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an das Gleichgewicht nicht vorkommen sollten. Die Tätigkeiten sollten auch der verminderten Feinmotorik entsprechen (S.
4
).
Die administrative Tätigkeit könne somit als optimal adaptiert betrachtet wer
den, d.h. falls nur Einsätze im Innendienst möglich wären, wäre eine Arbeitsfä
higkeit von 50
% erreichbar. Es sei allerdings damit zu rechnen, dass sich die Feinmotorik
bei weiterer Zunahme des Tremors
weiterhin verschlechtere und damit
sich
auch die Leistungsfähigkeit bei der Daten- und Texteingabe verschlecht
ere. Eine Eingliederung in eine andere
Arbeitstätigkeit dürfte ohne die positiven Effekte der Teamunterstützung und der aktuell weitgehenden Anpassung
realistischerweise
schwierig sein, wenn nicht sogar unmöglich (S. 5).
5.
5.1
In psychiatrischer Hinsicht kann den medizinischen Akten entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer – nebst einem ambulanten Alkoholentzug Ende 2010/anfangs 2011 und einer Abklärung betreffend eines ADHD in der
D._
– im Februar 2013 in psychiatrische Behandlung begab.
Dr.
E._
(E. 4.3) attestierte ihm seit Behandlungsbeginn bei einer schweren depressiven Episode
ohne psychotische Symptome (F32.2) eine Arbeits
unfähigkeit von 50 %.
D
em Arztbericht
kann keine psychiatrische Anamnese entnommen werden und der psychopathologische Befund beschränkt sich
auf die Feststellungen
, dass weder kognitive
Störungen
noch
formale oder inhaltliche Denkstörungen und keine Wahnsymptomatik vorlägen, die Stim
mung gedrückt sei und der Beschwerdeführer unter Zukunftsängsten in Bezug auf seinen Beruf als Polizist leide, so dass die Diagnose der schweren depressi
ven Episode nicht nachvollzogen werden kann.
Bezüglich Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
E._
aus, der Beschwerdeführer sei beim Sprechen und Schreiben durch den Tremor und wegen der durch die Medikamente verursachten Müdig
keit eingeschränkt. Damit begründete er die attestierte Arbeitsunfähigkeit mit den bereits bekannten somatischen Einschränkungen und nahm keine
Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit in rein psychiatrischer Hinsicht
vor.
I
n der Stellungnahme vom
31. Oktober 2014 (E. 4.6) wies
Dr.
E._
auf das von ihm ausgefüllte „Beck
Depressions
Inventar“, bei welchem der Besc
hwer
deführer 43 Punkte erreicht habe
, hin.
Allerdings
unterliess er es, den
Psycho
status
des Beschwerdeführers zu beschreiben.
Schliesslich fehlt der Stellung
nahme auch ein Hinweis darauf, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers aus Sicht des behandelnden Psychiaters zwischen seiner Berichter
stattung und der Begutachtung verändert hat.
Insoweit sich
Dr.
E._
zur Schlüssigkeit des
psychiatrischen
Teilg
utachtens äussert, ist ihm entgegenzuhalten, dass der Psychiater des
Z._
(E. 4.4.3) die kombinierte Persönlichkeitsstörung lediglich als Differentialdiagnose stellte und
erwog,
dass
die
se
kein Ausmass erreicht
habe
, welches es dem Beschwerdefüh
re
r nicht
ermöglicht habe, sich sowohl beruflich wie auch privat und
beziehungs
mässig
adäquat zu positionieren, weshalb nicht die Differentialdiagnose der Persönlichkeitsstörung, sondern eine Persönlichkeitsakzentuierung im Vorder
grund stehe.
Die Behauptung
von
Dr.
E._
,
Dr.
G._
habe damit
argumentier
t
,
der Beschwer
deführer habe
den essentiellen Tremor aufgrund seines Trinkverhaltens selber verschuldet, ist falsch.
Dr.
G._
kam im Gegenteil zum Schluss, der Tremor und die Zeichen der vegetativen Dystonie dürften komplex zu begrün
den sein und aus psychiatrischer Sicht im Zusammenhang mit dem Entzug und dem Suchtverhalten, andererseits aber auch i
m
Zusammenhang mit den trau
matisierenden Erfahrungen am Arbeitsplatz sowie den Problemen mit dem Kauf der Eigentumswohnung stehen. Immerhin zeigte der Beschwerdeführer
doch anlässlich der Begutachtung einen deutlich erhöhten Gamma-GT-Wert
auf
und waren seine Angaben zum Alkoholkonsum widersprüchlich, indem er gegen
über
Dr.
G._
angab, zirka alle zwei Tage zwei bis drei Dosen Bier (
Urk.
7/66
S. 34 oben) zu trinken, gegenüber
Dr.
F._
von einem Alkoholkonsum von ein bis zwei Dosen Bier
(S. 14 oben) und
gegenüber
Dr.
H._
von
ein
em
Sixpack Bier
pro Woche (S. 23 unten) sprach
. B
eschwerdeweise
machte er geltend,
sehr wenig zu trinken (Urk. 1 S. 23 unten)
.
Im Übrigen berichtete
Dr.
B._
am 1. März 2012
(Urk. 7/22/10-11)
, dass es bei anhaltender Reduktion des
Alkohol
konsums
auf aktuell zwei Bier an einem Tag pro Woche zu einem erfreulichen Verlauf gekommen s
ei, so dass der Beschwerdeführer wieder ein 100%iges Arbeitspensum erfülle
(S. 1)
, womit ein Zusammenhang zumindest des Tremors mit der Menge des Alkoholkonsums nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Nachdem sich
Dr.
E._
in seiner Stellungnahme nicht zum aktuellen Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers und nicht zur von
Dr.
G._
aus psy
chiatrischer Sicht attestierten vollständigen Arbeitsfähigkeit geäussert hat, kann davon ausgegangen werden, dass beim Beschwerdeführer keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert (mehr) vorliegt und
er
in rein psychiatrischer Hin
sicht vollständig arbeitsfähig ist.
5.
2
5.2.1
Was Diagnosen und Befundlage im neurologischen Teilgutachten betrifft
(E. 4.
4
.2)
, stimmen diese
im Wesentlichen mit denjenigen in den Berichten von
Dr.
B.
_
(E. 4.1)
und
de
n Experten
der
A._
(E. 4.
7
)
überein.
Allerdings bestehen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit er
hebliche Differenzen:
D
er
Z._
-
Gutachter
mutete
dem Beschwerdeführer ein vollständiges Arbeitspensum bei einem um 30
% reduzierten Rendement zu
und
erachtete
die Tätigkeit im polizeilichen
Dienst als angepasst
.
D
er behandelnde Neurologe
ging
v
on einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %
als Polizist aus
und äusserte sich
nicht zu einer angepassten Tätigkeit
. D
ie Experten des
A._
attestierten dem Beschwerdeführer
eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 64
.33
% und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
.
5.2.2
Insoweit sich
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme zum Gutachten (E. 4.5) auf den Standpunkt stellte, die Beschwerden und klinischen Symptome des Beschwerdeführers seien kohärent und es lägen keine Hinweise für eine Aggra
vation vor, entspricht dies auch den Feststellungen der Gutachter.
Allerdings entspricht seine Aussage, der Beschwerdeführer habe sämtliche
T
herapieversu
che
genau wie von ihm verordnet konsequent zu Ende geführt, nicht seiner früheren Berichterstattung. So berichtete
Dr.
B._
mehrmals, dass der Beschwerdeführer die Medikamente nach einer behaupteten Unverträglichkeit schon nach kurzer Zeit selbständig abgesetzt (vgl. Urk. 7/22/25-26 S. 1 Mitte,
Urk. 7/22/23-24 S. 1 Mitte
)
oder die Dosis reduziert hatte (vgl. Urk. 7/22/8-9 S. 1).
Aufgrund seines Hinweises, dass er die durch die Gutachter attestierte Arbeitsfähigkeit als mit der klinischen Erfahrung nicht vereinbar
erachte
, aber auch mit seiner Aussage im Bericht vom 21. September 2012 (Urk. 7/22/6-7)
,
eine Reduktion des Arbeitspensums auf 50 % sei mehr als gerechtfertigt
,
ohne die aus seiner Sicht tatsächlich zumutbare Arbeitsfähigkeit zu nennen,
entsteht der Eindruck, dass
Dr.
B._
bei seiner Beurteilung
vor allem
auf die subjekti
ven Angaben des
Beschwerdeführer
s
abgestellt hat. Es entspricht denn auch einer Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen).
5.
2.3
Die i
m Bericht der
A._
(E. 4.7)
gestellten Diagnosen und Befunde sind weitge
hend identisch mit denjenigen
im neurologischen Teilgutachten (E. 4.4.2)
.
D
ie im Rahmen der
EFL
beobachtete Verminderung der Feinmotorik beider Hände, das verminderte Gleichgewicht und der inten
t
ionsverstärkte Tremor
rechtsbe
tont
stimmen mit den Schilderungen im neurologischen Teilgutachten überein.
Auch
der
Z._
-Gutachter
war
der Ansicht, dass der sich unter emotionaler Belastung (zum Beispiel beim Kundenkontakt) verstärkende Tremor psychisch belastend sein könne, so dass entsprechende Expositionen
zumindest problema
tisch seien. Die EFL
ergab
, dass die funktionelle Leistungsfähigkeit konsistent war und der Beschwerdeführer eine gute Leistungsbereitschaft zeigte, wobei allerdings dem Beschwerdeführer auch im
Z._
-Gutachten keine Inkonsistenzen oder gar Aggravation vorgeworfen wurden.
D
ie unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
im
Z._
-Teilgutachten und im
A._
-Bericht
gründet darauf, dass sich die
Experten
der
A._
den Arbeitsalltag und die Tätigkeit als Hilfspolizist vom Beschwerdeführer beschrei
ben liessen.
Obwohl die
Experten
versichern, dass die Arbeitsanamnese durch ihre persönliche Erfahrung im Zusammenhang mit der arbeitsmedizinischen Betreuung von Polizeidiensten in mehreren Kantonen gestützt werde
(
Urk.
7/105 S. 7 oben)
,
ist
nicht ersichtlich
, dass die Gutachter Auskünfte
über die konkrete
Arbeit des Beschwerdeführers bei der Arbeitgeberin eingeholt haben, weshalb
der Eindruck entsteht
, dass in der Beschreibung de
r Anforde
rungen an die Tätigkeit des Beschwerdeführers
doch subjektive Elemente ent
halten sind
. Dieser Eindruck wird
insbesondere durch die Aussage
untermauert
, dass bezüglich beruflicher Eingliederung der gleiche Arbeitsplatz, aber in redu
ziertem Pensum empfohlen wird, obwohl aufgrund der Arbeitsanamnese 2/3 des Dienstes aus „Aussendienst“ mit Fusspatrouillen, Streifendienst, Verkehrskon
trollen und –
regelung
besteht, worin
die
A._
Experten
den Beschwerdeführer
al
s zu 70 % eingeschränkt erachte
te
n, ihm aber
in einer angepassten Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierten
(Urk. 7/105 S. 4)
. Der Hinweis, dass eine Eingliederung in eine andere (zu 100 %
auszuübende
) Arbeitstätigkeit ohne die positiven Effekte der Teamunterstützung, welche der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit erfährt, schwierig
sein dürfte
, wenn nicht sogar ganz unmöglich
(
Urk.
7/105 S. 5 unten)
, dürfte
auf der Grundlage des Wunsches des Beschwerdeführers an der bisherigen Stelle zu bleiben, ergangen sein.
Indessen kann offen bleiben, inwieweit der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt ist,
ergaben doch die durch das
A._
durchgeführten Tests, dass in
Tätigkeit
en
mit seltenen
Gewichts
belastungen
bis 40 kg, ohne
hohe
Anforderungen an das Gleichgewicht und an die Feinmotorik
,
k
eine
Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit
besteht
. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, könnte der Beschwerdeführer in einer ange
passten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen.
Von weitergehenden medizinischen Abklärungen kann, da davon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, abgesehen werden.
6.
6.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.2
Der Beschwerdeführer erzielte als Sachbearbeiter Polizeilicher Assistenzdienst im Jahr 2012
aufgerundet
Fr. 85‘
434.-- (Urk. 7/15/12).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
für Männer
von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015
(Bundesamt für Statistik, BFS, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39) ergibt dies im mutmassli
chen Zeitpunkt des Rentenbeginns
im Jahr 2015
eine
Valideneinkommen
von aufgerundet Fr. 86‘918.--.
6.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tabelle TA7 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen"
; heute T1_skill-level
) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des
Invaliden
einkommens
erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das Heran
ziehen der Tabelle TA11 („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartilbe
reich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") angezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S. 163, 8C_671/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013 vom 7. März 2014 E. 4.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4).
6.4
Beim Beschwerdeführer, der jahrelang im öffentlichen Sektor tätig war, rechtfer
tigt
es
sich, auf die Tabelle privater und öffentlicher Sektor zusammen (LSE, Tabelle T1_skill-level) abzustellen. Im Jahr 2012 betrug der
Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigte Männer
Fr. 5‘295.--
, was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitsze
it von 41
.
7 Stunden im Jahr 201
5
(BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit
, BUA
,
B
etriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen)
und der Nominallohnentwicklung für Männer von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015
(BFS, a.a.O.)
ein
Invalidenein
kommen
im Jahr 2015
von
(
auf
gerundet)
Fr.
67‘391.--
ergibt.
Die resultierende
Einkommenseinbusse von Fr.
19‘527
.-- ergibt einen Invaliditätsgrad von
abge
rundet 22
%, was einen Rentenanspruch (
vgl. E.2.2
) ausschliesst.
7.
Zusammengefasst
erweist sich die angefochtene Verfügung, mit welcher ein Leistungsanspruch verneint wurde, im Ergebnis als rechtens, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
8
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerle
gen.