Decision ID: b63b8af4-bf60-41b9-b11f-19a27e4fbffd
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, gebore
n 1984, arbeitete zuletzt vom
1.
April 2017 bis 3
1.
Mai 2020 als Geschäftsführer der
Y._
GmbH
(
Urk.
7/35). Am
8.
Juni 2020 wurde
durch das Bezirksgericht Hinwil
über die
Y._
GmbH der Konkurs eröffnet (
Urk.
7/12).
Am 1
9.
Oktober 2020 meldete sich der Versicherte beim Regionalen Ar
bei
tsvermittlungszentrum (RAV) Z._
zur Arbeits
vermittlung an und beantragte Arbe
itslosenentschädigung (
Urk.
7/37;
Urk.
7/53
).
Mit Verfügung vom 1
2.
März 2021 (
Urk.
7/19
) lehnte die
Syna
Arbeitslosenkasse (nachfolgend:
Syna
) einen Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenent
schädi
gung ab dem 1
9.
Oktober 2020
mangels Erfüllung der Beitragszeit bei arbeit
ge
berähnlicher Stellung sowie fehlende
r
Ermittlung des Lohnflusses
ab. Die da
gegen vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
7/17
) wies die
Syna
mit
Einsprache
entscheid
vom 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
7/9
=
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 2
2.
August 2021 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss dessen Aufhe
bung
und die Auszahlung von Arbeitslosenentschädigung
(
Urk.
1).
Die
Syna
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2021 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
I
nnert
der mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2021 (
Urk.
9) angesetzten
Frist
reichte der Beschwerdeführer
keine Replik ein, was der B
eschwerdegegnerin mit Verfügung vom
3
0.
November 2021 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 31 Abs. 3
lit
. c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidun
gen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Praxisgemäss ist diese der Vermeidung von Missbräuchen dienende Bestimmung analog auf arbeitgeberähnliche Personen und deren Ehegatten anzuwenden, die Arbeitslosenentschädigung verlangen (BGE 145 V 200 E. 4.1 mit weiteren Hin
weisen).
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Entschei
dungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erfor
derlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 145 V 200 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).
Dies gilt
etwa
für die Gesellschafter einer GmbH (
Art.
804 ff.
des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Sch
weizerischen Zivilgesetzbuches, Obligationen
recht, OR; BGE 145 V 200 E. 4.1-4.5).
1.2
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mitar
beitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer einzustellen. Ein solches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des Art. 31 Abs. 3
lit
. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchs
verhütung dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder mass
geblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausge
wiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_448/2018 vom 30. Septem
ber 2019 E. 6, 8C_529/2016 vom 26. Oktober 2016 E. 5.2; vgl. Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 18 ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung).
1.3
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung be
steht darin, dass die versi
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rahmen
frist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Per
son sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs. 1
lit
. e in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitrags
pflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Beitrags
monaten.
Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nachweis tatsäch
licher Lohnzahlung kommt dabei nach dem Gesagten nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Aus
übung einer beitragspflichtigen Beschäftigung. Soweit eine solche Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_472/2019 vom 20. November 2019 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3).
1
.4
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzah
lung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwi
schen Arbeitgeber und
arbeitnehmenden
Personen verhindert werden. Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers lautendes Post- oder Bankkonto. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaussagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohn
zahlung bilden Arbeitgeberbescheinigungen, von der Arbeitnehmerin oder vom Arbeitnehmer unterzeichnete Lohnabrechnungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E. 1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) im Wesentlichen fest,
dass
die Konkurseröffnung über die
Y._
GmbH in Liquidation zur endgültigen Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung des Beschwerdeführers bei dieser Gesellschaft geführt
habe
. Allerdings habe
er
als jeweils einziger Gesellschafter und Geschäftsführer
sowohl
der
A._
GmbH
als auch
der
B._
GmbH weiterhin arbeitgeberähnliche S
tellungen inne
, weshalb kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestehe (vgl. S. 2 f.).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
dass der Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Arbeitslosenentschädigung auf
grund der Beibehaltung von arbeitgeberähnlichen Stellungen und dem damit ein
hergehenden Missbrauchsrisiko -
jederz
eitige Arbeitsaufnahme bei einem
der Un
ternehmen -
zu verneinen sei. Ansonsten sei der
Anspruch auf Arbeitslo
senentschädigung
-
wie ursprünglic
h in der Verfügung vorgenommen -
aufgrund der fehlenden Beitragszeit zu vernei
nen
. So lägen keine Belege über Zahlungen auf ein auf den Namen des Beschwerdeführers lautendes Konto vor. Damit
gelinge
der Nachweis des Lohnflusses und damit der Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung nicht
(S. 3 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
er sei Inhaber und Geschäftsführer der
Y._
GmbH
in Liquidation
gewesen, über welche aufgrund der Pandemie der Konkurs eröffnet worden sei.
E
r
sei
angestellt gewesen und habe regelmässig Beiträge bezahlt. Gleichzeitig sei er
auch Inhaber von zwei weiteren Gesellschaften
(
B._
G
mbH und
A._
GmbH)
. Bei diesen
Gesellschaften
sei er jedoch nicht angestellt und habe auch keine Gelder bezogen. Die
A._
GmbH habe seit der Gründung noch nie etwas bezweckt. Mit der
B._
GmbH betreibe sein Bruder eine Bar. Er habe dies alles belegt und dennoch kein Geld von der Arbeitslosenkasse erhalten (vgl.
Urk.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Ablehnung eines Anspruchs auf Arbeitslosenent
schädigung zu Recht erfolgt ist.
3.
3.1
Aktenkundig
und unbestritten
ist,
dass der Beschwerdeführer seit dem
2
7.
Feb
ruar 2017 (TR-Datum; SHAB-Datum
2.
März 2017)
einziger Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der
Y._
GmbH in Liquidation war (vgl.
Urk.
7/41
).
Damit hatte er eine arbeitgeberähnliche Stellung inne, ergibt sich die
massgebli
che
Entscheidungsbefugnis für die Gesellschafter einer GmbH
doch
bereits aus dem Gesetz selbst (vorstehend E. 1.1).
Mit Urteil
des Bezirksgerichts Hinwil
vom
8.
Juni 2020 (
Urk.
7/12) wurde über die
Y._
GmbH
der Kon
kurs eröffnet
und das Konkursamt Wetzikon mit dem Vollzug beauftragt
, was
zur endgültigen Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung des Beschwerdeführers
führte
(vgl. AVIG-Praxis ALE, gültig ab
1.
Januar 2022,
Rz
B29).
Das Konkurs
verfahren
wurde schliesslich
mit Urteil der Konkursrichterin vom 2
7.
August 2
021 mangels Aktiven eingestellt.
3.2
I
n der zweijährigen Rahmenfrist für die
Beitragszeit (
vorstehend E. 1.3
) -
vorlie
gend vom 1
9.
Oktober 2018 bis 1
8.
Oktober 2020
-
hatte der Beschwerdeführer
durch seine Tätigkeit bei der
Y._
GmbH in Liquidation
-
wie soeben aufge
zeigt (vgl. vorstehend E. 3.1) -
eine arb
eitgeberähnliche Stellung inne
.
Die Beschwerdegegnerin hat daher
zu Recht den tatsächlichen Lohnfluss
überprüft
, sollen mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlungen doch Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen verhindert w
erden (vgl. vorstehend E. 1.4
; vgl. auch AVIG-Praxis ALE
Rz
B146
).
Die vom Beschwerdeführer
zum Nachweis des Lohnflusses
eingereichten Steuer
erklärungen
der Jahre 2018 und 2019 (
Urk.
7/17 Beilage
3
«Steuererklärung 2018»;
Urk.
7/27)
sowie
der
Lo
hnausweis des Jahres 2019 (
Urk.
7/49)
und
die Eintragungen im individu
ellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/10-11,
Urk.
7/20
,
Urk.
7/22,
Urk.
7/24
) bilden
dabei
höchstens Indizien für eine tatsächlich
e Lohn
zahlung (vorstehend E. 1.4
), weshalb sich einzig hieraus
noch
nichts zugunsten des Be
schwerdeführers gewinnen lässt.
Anhand der eingereichten Auszüge
des
Firmen
konto
s
der
Y._
GmbH in Liquidation bei der Bank C._
betreffend de
n Zeitraum vom Januar bis September 2019 sowie Januar bis Juni 2020
(
Urk.
7/28
-30
)
lassen sich
Lohnzahlungen nicht
kontinuierlich
erfassen
. Vielmehr
ist erkennbar
,
dass in unregelmässigen Abständen
Beträge zwischen
Fr.
500.--
und
Fr.
7
‘000.-- (am
2
5.
Januar 2019
Fr.
2'000.--
,
4.
April 2019
Fr.
2'000.--
,
4.
Juni 2019
Fr.
2'000.--
,
2.
Juli 2019
Fr.
2'400.--
, 1
2.
Februar 2020
Fr.
7'000.--
,
3.
März 2020
Fr.
7'000.--
,
1.
April 2020
Fr.
7'000.--
,
9.
April 2020
Fr.
500.--
,
4.
Mai 2020
Fr.
7'000.--
)
an den Beschwerdeführer
überwiesen
wur
den.
Erst in den letzten vier Monaten vor Konkurseröffnung
vom
8.
Juni 2020
- Februar bis Mai 2020 -
lassen sich regelmässige Zahlungen feststellen. Nebenbei
werden
viele Barbezüge und private Zahlungen aufgeführt
, selbst dann, als die Lohnbezüge
Fr.
7'000
.--
betragen haben (vgl.
Urk.
7/29-30)
.
Diesbezüglich lässt sich jedoch nicht objektivieren, ob und allenfalls welche Barbezüge in welcher Höhe Lohnzahlungen dargestellt haben könnten.
Dies wird vom Beschwerdefüh
rer im Übrigen auch nicht ausdrücklich geltend gemacht.
Anhand der eingereichten Bankauszüge lässt sich
folglich
eine
effektive Lohn
zahlung
während mindestens 12 Monaten
innerhalb der Rahmenfrist
unzuverläs
sig
ableiten.
D
ie von der Beschwerdegegnerin
mehrmals
-
am 1
6.
November 2020, 1
2.
J
anuar 2021,
1
8.
Februar 2021
und 2
7.
Mai 2021
(vgl.
Urk.
7/14
;
Urk.
7/26;
Urk.
7/43;
Urk.
7/48
) -
eingeforderten Lohnabrechnungen für
die Zeit von
Januar 2019 bis Mai 2020 wurden nicht eingereicht.
Vielmehr erklärte der Beschwerde
führer
schliesslich
mit E-Mail vom
7.
Ju
ni 2021 (
Urk.
7/13), dass er solche gar nie
erstellt habe.
Gemäss den
sich in den Akten befindlichen
internen Kontenblättern der
Y._
GmbH in Liquidation vom
1.
Januar
bis
3
1.
Dezember 2019
(
Urk.
7/17 Beilage 2)
wurde
zwar
ein monatlicher Lohn an den Beschwer
deführer
abgerechnet (vgl.
S. 9 „
Lohnsammelkonto
“ und S. 20 „Lohnaufwand“ der Kontenblätter
).
Eine einzig in den Geschäftsbüchern erfasste Lohnsumme, die nie tatsächlich zur Auszahlung gelangte, kann
indessen
keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_15
0/2020 vom
8.
April 2020 E. 4).
Nicht durchzudringen vermag der Beschwerdeführer
schliesslich
mit seinem Einwand, wonach er
regelmässig Bei
träge bezahlt
habe
(vgl.
Urk.
1), ist doch nicht die Erfüllung der Beitragspflicht massgebend, sondern die Ausübung einer – genügend
überprüfbaren
– beitrags
pflichtigen Beschäfti
gung (BGE 131 V 444 E. 3.1.1).
Ob anhand der unregelmässigen Zahlungen und privaten Bezüge eine beitrags
pflichtige Tätigkeit nachgewiesen ist,
der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist,
was
eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu
F
olge
hätte (vgl. vorstehend E. 1.3), kann letztlich
offen blieben
, zumal – wie nachfolgend zu zeigen ist (vgl. E. 3.3) – immer noch arbeitgeberähnliche Stellungen bestehen. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass
der
Zustand der
Liquidation
bis zur Lö
schung der Firma im Handelsregister
dauert
. Eine beschlossene oder angeord
nete
Liquidation
ist
daher nicht ohne Weiteres ein
taugliches Kriterium dafür, das Aus
scheiden einer Person in arbeitgeberähnlicher Stellung zu belegen (AVIG-Praxis ALE, B29; Urteil des Bundesgerichts 8C_
850/2010 vom 28. Januar 2011 E.
4.2).
3.3
3.3.1
M
it der Beschwerdegegnerin
ist
festzuhalten
(vgl.
Urk.
2 S. 3)
, dass der Beschwer
deführer weiterhin auch jeweils einziger Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der
B._
GmbH und der
A._
GmbH ist.
Über diese beiden Gesellschaften wurde bisher kein Konku
rs eröffnet (vgl.
Urk.
7/
39-42
).
Der Beschwerdefüh
rer hat bei diesen beiden GmbH -
da sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem
Gesetz selbst ergibt -
weiterhin eine arbeitgeberähnliche Stel
lung inne (vorstehend E. 1.1
).
Ist eine Person Inhaberin mehrerer Unternehmen und fällt eine davon in Konkurs, und hat sie die Möglichkeit, eine gleiche Tätigkeit in einem dieser Unternehmen auszuüben, ist der Anspruch auf Arbeitslosenentschä
digung zu verneinen. In derartiger Konstellation ist die Missbrauchsgefahr immer noch erfüllt (vgl. AVIG-Praxis ALE
Rz
29 mit Hinweis auf das Urteil des
Bundes
gerichts
C 65/04 vom 2
9.
Juni 2004).
3.3.2
Der Beschwerdeführer machte diesbezüglich geltend, er sei zwar Inhaber der ge
nannten Firmen, sei aber nicht angestellt und beziehe
von ihnen
auch keine Gel
der
und keinen Lohn
. Die
A._
GmbH existiere seit längerem, habe aber noch nie etwas bezweckt und stehe sei
t
der Gründung einfach still. Er sei ferner der
Gründer der
B._
GmbH, jedoch nicht dort angest
ellt. Sein Bruder D._
betreibe mit dieser Firma eine Bar und sei dort angestellt (
Urk.
1).
3.3.3
Aus dem
Firmenkonto ergibt sich
, dass am 1
2.
Februar 2020 eine Zahlung von
Fr.
3'500.— (
Urk.
7/29
/
185) und am
2.
März 2020 eine Zahlung von
Fr.
1'300.— von der
Y._
GmbH
(
zwischenzeitlich
in Liquida
tion)
an die
B._
GmbH ging (
Urk.
7/29
/
184).
Weiter
ergeben
sich aus dem
Firmenkonto
der
Y._
GmbH (
zwischenzeitlich
in Liquidation)
folgende Zahlungen an
D._
, wobei es
sich um die ursprüngliche Adresse der
B._
GmbH gemäss dem Handelsregister
handelt (
vgl.
Urk.
12/1
)
:
2
2.
Juli 2019
Fr.
6'000.--
(
Urk.
7/29/161)
7.
August 2019
Fr.
6'000.--
(
Urk.
7/29/157)
4.
September 2019
Fr.
6'000.--
(
Urk.
7/29
/
153)
3.3.4
Die Adresse der
Y._
GmbH in Liquidation
sowie der
A._
GmbH
lautet auf E._-Strasse in F._
(der frühere Wohnort des Beschwerde
führers war G._-Strasse in F._
, vgl.
Urk.
2 S. 1)
, die
aktuelle Adresse
der
B._
GmbH auf H._-Strasse
in F._
(vgl.
Urk.
12/2
)
, was der
jetzigen
Wohnadresse des Beschwerdeführers entspricht
(vgl.
Urk.
1)
.
Dabei erfolgte die Mutation der Adresse der
B._
GmbH im Handelsregister
am
1
0.
Mai 2021
(vgl.
Urk.
12/2)
, wobei die früh
ere Adresse E._-Strasse in F._
die
jetzige Adresse der
Y._
GmbH in Liquidation sowie der
A._
GmbH ist und in unmittelbarer Nähe zum früheren Wohnort des Beschwerdeführers lag
.
3.3.5
Mit Blick auf die im Handelsregister erfassten Zweckumschreibungen dieser Gesellschaften
stellt sich die Frage
,
ob
der Beschwerdeführer
die Möglichkeit hat, eine gleiche Tätigkeit wie bei der
Y._
GmbH in Liquidation auszuüben.
Dabei
bezweckte die
Y._
GmbH in Liquidation das Ausführen von Reinigungsarbeiten aller Art, insbesondere Innen- und Aussen
reinigung von Gebäuden und Wohnungen
,
sowie den Handel mit Waren aller
Art.
Demgegenüber bezweckt die
B._
GmbH die Betreuung einer App für die Entgegennahme von Reservationen für Lounges in den Clubs und Bars und die damit verbundenen Dienstleistungen im vorgenannten Bereich sowie die
A._
GmbH das Ausführen von allgemeinen Bauarbeiten (vgl. die jewei
ligen Einträge auf
www.zefix.ch
, zuletzt besucht am
7.
April
2022).
Wie der Beschwerdeführer jedoch beschwerdeweise angab, betreibe sein
Bruder mit
der
B._
GmbH
die Bar I._ in F._
. Dies fällt im
w
eites
ten
Sinn unter den im Handelsregister genannten Zweck (
Betreuung einer App für die Entgegennahme von Reservationen für Lounges in den Clubs und Bars und die
damit verbundenen Dienstleistungen im vorgenannten Bereich
), womit
auch Raum
bliebe
für
die von der
Y._
GmbH in Liquidation ausgeübten Tätigkeiten
(
Ausführen von Reinigungsarbeiten aller Art, insbeson
dere Innen- und Aussenreinigung von Gebäuden und Wohnungen, sowie den Handel mit Waren aller Art
)
.
Bereits insofern besteht
die Möglichkeit, die gleiche oder ähnliche Tätigkeit
in einem
der weiteren
Unternehmen auszuüben,
sodass
die Missbrauchsgefahr immer noch erfüllt
ist.
Im Weiteren besteh
en
aufgrund der engen
örtliche
n
und personellen
Verflechtung
zwischen zumindest zwei der Firmen und den darin Involvierten mit
Zahlungen
der
Y._
GmbH in Liquidation
an die
B._
GmbH
zuletzt im März
2020
(bevor im Juni 2020 der Konkurs eröffnet wurde)
und mit der im Mai 2021
vom Beschwerdeführer veranlassten
Adressänderung an
dessen
neuen Wohnort Hinweise darauf, dass
nicht unwesentliche
Verbindungen zwi
schen
ihm
und der
B._
GmbH
bestehen
. Diese lassen
-
trotz gegenteili
ger Ausführungen (vgl.
Urk.
1) -
nicht ausschliessen, dass
er
aufgrund
seiner
Stellung als einziger Gesellschafter
und
Geschäftsführer mit Einzelunterschrift belie
big
auch in der
B._
GmbH
tätig sein
könnte
, zumal auch der Fir
menzweck der
B._
GmbH weit gefasst ist
beziehungsweise weit ausge
legt wird
.
Ein anrechenbarer Arbeitsausfall ist in solchen Situationen kaum zu bestimmen.
Dies beleuchtet das Missbrauchspotenzial, das der Ausrichtung von Taggeldern an arbeitgeberähnliche Personen in solchen Konstellationen inhärent ist. Da bereits das Risiko eines Missbrauchs zur Verneinung des Anspruchs aus
reicht
, kann der Beschwerdeführer keine Arbeitslosenentschädigung beziehen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
C 2017/06 vom 1
8.
April 2007 E. 3,
C_306/05 vom
3.
Mai 2006 E. 2.1
jeweils
mit Hinweisen
).
3.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1
9.
Oktober 2020 zu Recht verneint hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.