Decision ID: 6c72b4bd-405d-475e-979d-3229ef174bb1
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, zog sich in den frühen Morgenstunden des 2
6.
März
2011 in einem Club in Zürich eine Unterschenkelspiralfraktur zu, w
as
eine
not
fallmässige
Operation und damit verbundene Hospitali
sierung erforderte (
Urk.
7/
1/6-7).
Das a
ufgrund des
von
X._
am
2
9.
März 2011
gestellten Strafantrag
s
gegen
Y._
angehobene Strafverfahren
wegen Körperverletzung wurde
von der
Staatsanwaltschaft
Z._
mit
V
erfügung vom
3.
Februar 2012 ein
gestellt
(
Urk.
7/4/11)
.
Die a
m 2
3.
Januar 2012
von
X._
erstattete
Strafanzeige
gegen Unbe
kannt
wegen Körperverletzung
(
Urk.
7/4/1)
wurde m
it Verfügung
der Staatsan
waltschaft vom 1
8.
Juni 2012
nicht anhand
genommen
(
Urk.
7/4/12)
.
Nachdem die Beschwerde
von
X._
mit
Beschluss
des Obergerichts
vom
6.
Dezem
ber 2012
gutgeheissen und n
ach Durchführung einer
Strafuntersu
chung
s
eitens der Staatsanwaltschaft
Z._
am 2
6.
September 2013 gegen den Security Mitarbeiter
A._
beim Bezirksgericht
B._
An
klage erhoben
wurde
(
Urk.
7/1/3
)
, wurde
A._
m
it Entscheid des Ein
zelrichters
der
3.
Abteilung
des Bezirksgeri
chts
B._
vom 2
4.
Januar 2014
frei gesprochen (
Urk.
7/1/5
).
Dieses Urteil erwuchs in Rechtskraft.
1.
2
Am
4.
Juli 2014 ersuchte
X._ die
Direktion der Justiz des Kan
tons Zü
rich, Kantonale Opferhilfestelle, um Ausrichtung einer Genugtuung
von
Fr.
8‘000.-- (
Urk.
7/1)
. Mangels
überwiegender Wahrscheinlichkeit einer
Opfer
stellung
wies die Kantonale Opferhilfestelle
die Ersu
chen des Geschädigten Ge
nugtuung mit Verfügung vom 12
.
August 2014
ab (Urk. 2 = Urk. 7/
6
).
2.
Dagegen erhob der Geschädigte am
24
.
September
20
14
Beschwerde mit dem
An
trag auf
eine
Genugtuung
von
Fr.
8‘000.--, eventuell auf die Feststellung ei
nes
Vorliegens einer Straftat zu seinen Lasten und die Zusprechung einer an
ge
messenen Genugtuung
. Gleichzeitig ersuchte der Geschädigte um Gewährung de
r unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Die Kantonale
Opferhilfe
stelle
verzichtete mit Eingabe vom 1
4
. Oktober 20
14 auf eine Stellungnahme
(Urk. 6), worauf mit Verfügung vom 2.
Februar
20
15
der Schriftenwechsel als ge
schlossen erklärt
und
das Gesuch des Geschä
digten um Gewährung der unent
gelt
lichen Rechtsvertretung
bewilligt
wurde (Urk. 18)
.
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Da vorliegend Ansprü
che für ein am 2
6.
März 2011 stattgefundenes Ereignis im
Streite stehen
, gelangen vorliegend die mate
riellen Vorschriften des am 1. Janu
ar
2009 in Kraft getretenen
totalre
vi
dierten
Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) zur Anwendung (vgl.
Art. 48 OHG
)
.
1.
3
Hilfe nach dem OHG er
hält jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperli
chen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist
(Opfer), und zwar unabhängig davon, ob die Täterschaft ermittelt worden ist, ob sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt oder ob sie sich schuld
haft verhal
ten
hat
(Art. 1 Abs. 1 und 3 OHG).
Im revidierten Opferhilfegesetz wurde der bis
he
rige
gesetzliche Begriff des Opfers unverändert übernommen (BGE 134 II 33 E. 5.5 mit
Hinweisen).
Der Gesetzgeber hat indes darauf verzichtet, einzelne Straftatbe
stände zu bezeichnen, die eine Opferstellung bewirken. Nicht jede Straftat führt
zur Opferstellung, sondern nur diejenige, durch die eine Person eine unmittel
bare
Beeinträchtigung in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integ
rität erfuhr.
Gefährdungsdelikte führen grundsätzlich nicht zur Opferstellung, da sie in der Regel keine
unmittelbare
Beeinträchtigung der körperlichen, sexuellen oder psy
chi
schen Integrität verursachen. Anders kann es sich ausnahmsweise verhalten, wenn die Gefährdung eine unmittelbare Beeinträchtigung in der vom Tatbestand (mit-)geschützten psychischen Integrität bewirkt; so etwa bei der Verursachung eines schweren Schocks durch eine Lebensgefährdung gemäss Art.
129 StGB (
Urteil des Bundesgerichts
1C_208/2011
vom
1.
Februar 2012
E. 3.5.2
).
Ebenfalls ausgenommen sind „reine" Vermögensdelikte (BGE 120
Ia
157 E. 2d/
aa
mit Hinweisen).
1.4
Gemäss Art. 22 Abs. 1 OHG haben das Opfer und seine Angehörigen Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt, wo
bei Art. 47 und Art. 49 des Obligationenrechts (OR) sinngemäss anwendbar sind.
Bei der Bemessung der Genugtuung
ist daher
in erster Linie die Schwere der Be
einträchtigung zu gewichten. Unter Beeinträchtigung ist dabei, wie im Zivil
recht,
die Verletzung der persönlichen Verhältnisse, beziehungsweise das kon
krete Aus
mass des Eingriffes in die Persönlichkeitsrechte zu verstehen (Peter
Gomm
,
Opfer
hilfegesetz
, 3. Aufl., Bern 2009, Art. 23 OHG N 5). Bei der Bestim
mung des
Ge
nugtuungsbetrages
sind die subjektive Empfind
lich
keit der geschä
digten Person sowie der Umstand zu berücksichtigen, auf welche Weise und wie schwer
wie
gend sie in ihrer besonderen Situation von der objek
tiven Schädigung getroffen und in ihrer konkreten Lebensführung beeinträch
tigt wird. Die Höhe der Genug
tuung hängt entscheidend von der Art und Schwere der Schädigung bezie
h
ungsweise von der Schwere der Beeinträch
ti
gung als Folge dieser Schä
di
gung sowie von der Aussicht ab, durch die Zahlu
ng eines
Geld
betrages
den kör
per
li
chen oder seelischen Schmerz spürbar zu lindern ab (BGE 118 II 410
E. 2a). Wei
tere Bemessungskriterien für die Höhe der Genug
tuung sind die In
ten
sität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit der be
troffe
nen Person.
1.5
Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen an den Nachweis einer die Opferstellung begründenden Straftat je nach dem Zeitpunkt sowie nach Art und
Umfang der beanspruchten Hilfe unterschiedlich hoch. Während die Zuspre
chung
einer Genugtuung oder einer Entschädigung den Nachweis der
Opfer
stellung
und
damit auch einer tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Straftat vor
aus
setzt, genügt es für die Wahrnehmung der Rechte des Opfers im Straf
ver
fahren, dass eine die Opferstellung begründende Straftat ernsthaft in Be
tracht
fällt.
Glei
ches gilt für die Soforthilfen. Damit diese ihren Zweck erfül
len können, müs
sen
sie
rasch gewährt werden, bevor endgültig feststeht, ob ein
tat
bestands
mäs
siges
und
rechtswidriges Verhalten des Täters zu bejahen ist oder nicht. Da
ge
gen
kann die Gewährung von Langzeithilfe unter Umständen von den ersten Ergeb
nissen des Ermittlungsverfahrens abhängig gemacht werden.
Kommt die Bera
tungs
stelle im Verlaufe der Betreuung einer Person zum Schluss
,
dass das
Opfer
hilfegesetz
im konkreten Fall - entgegen ihrer ersten Einschät
zung
- nicht an
wend
bar ist, sieht
sie von weiteren Hilfeleistungen ab. Die bereits geleistete Hilfe kann indes grund
sätzlich nicht zurückgefordert werden, es sei denn,
die
ge
such
stellende
Person
habe sich rechtsmissbräuchlich, unter Vor
spiegelung fal
scher Tatsachen, als Opfer
ausgegeben (BGE 125 II 265 E. 2c/
aa
mit Hinwei
sen).
1.6
Nach der Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts 1C_140/2013 vom 23. Juli
2013, 1C_410/2010 vom 7. März 2011 und 1A.230/2006 vom 5. Juni 2007; vgl. auch
BGE 128 III 271 E. 2b
) und Lehre (Peter
Gomm
/Dominik
Zehnter,
Kom
men
tar zum Opferhilfegesetz, 32. Auflage, Bern 2009, Art. 29 OHG N 17) ist bei
fehlendem Strafverfahren für die Bestimmung der Opfereigenschaft vom
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen.
2.
2.1
Der Beschwerdegegner
ging in
der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
August 2014 (
Urk.
2) dav
on aus, dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Fusstritt den Beschwerdeführer zu Fall gebracht habe. Jedenfalls scheine die Vari
ante eines Trittes mitnichten wahrscheinlicher als die Variante eines Stur
zes. Aus diesem Grund sei das Vorliegen einer Straftat nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Dem Beschwerdeführer komme daher keine
Op
fer
stellung
zu, weshalb sein Gesuch um Genugtuung abzuweisen sei (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte hingegen vor
(
Urk.
1)
, dass
seine
Sachverhalts
darstellung
, unter welchen Umständen ihm das Bein gebrochen worden sei, glaub
würdig und nachvollziehbar sei.
Daran vermöge auch der Umstand nichts
zu ändern, dass er bei der Befragung nicht nur eigene Wahrnehmungen, son
dern
auch Interpretationen in seine Aussagen habe einfliessen lassen.
Auch das nach
träglich angeordnete Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin gehe davon aus, dass er Opfer stumpfer Gewalteinwirkung gewesen sein müsse (S. 5).
2.3
Im Streite und zu prüfen steht die Frage, ob der Beschwerdeführer im Sinne von
Art.
1
Abs.
1 OHG Opfer einer Straftat geworden ist und ob er Anspruch
auf
die
Ausrichtung einer Genugtuung
hat.
3.
3.1
Es ist in erster Linie Sache der Strafbehörden, das Vorliegen einer Straftat abzu
klären (Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom 28
. Oktober 2003, 1A.110/2003,
E
.
3.2). Eine Straftat im Sinne des OHG liegt grundsätzlich vor, wenn der objektive Straftat
bestand erfüllt und kein Rechtfertigungsgrund gege
ben ist (BGE 1
25 II 268 E. 2a/
bb
; 122 II 215 E. 3b; 126 II 100 E
. 2c; 123 II 241 E. 3c S. 243, je mit Hinweisen).
3.2
Mit Einstellungsverfügung vom
3.
Februar 2012 (
Urk.
7/4/11) stellte die Staats
anwaltschaft
Z._
das gegen
Y._
eröffnete Unter
such
ungs
verfahren wegen des Verdachts auf einfache Körperverletzung mit der Begrün
dung ein, dass
ihm gestützt auf die Ermittlungsergebnisse nicht vorgeworfen werde
n könne, er habe die vorliegende Tat begangen.
3.3
Nachdem der Beschwerdeführer a
m 2
3.
Januar 2012
bei der Staatsanwaltschaft
Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Körperverletzung
erstattet hatte
(
Urk.
7/4/1)
, nahm die Staatsanwaltschaft m
it
Verfügung vom 1
8.
Juni 2012
das Strafver
fahren nicht anhand (
Urk.
7/4/12).
Daraufhin erhob der Beschwerde
füh
rer
Be
schwerde beim Obergericht des Kantons Zürich mit dem Antrag, es sei eine
Strafuntersuchung gegen Unbekannt zu führen (
Urk.
7/4/13)
, welche m
it Be
schluss vom
6.
Dezember 2012
gutgeheissen wurde
(
Urk.
7/4/14). Nach Durch
führung einer Strafuntersuchung wurde seitens der Staatsanwaltschaft
Z._
am 2
6.
September 2013 gegen den Security Mitarbeiter
A._
beim Bezirksgericht
B._
Anklage erhoben (
Urk.
7/1/3). Mit
unbegründetem
Entscheid des Einzelrichters der
3.
Abteilung des Bezirksgerichts
B._
vom 2
4.
Januar 2014 wurde der Genannte frei gesprochen (
Urk.
7/1/5).
Da von den
Parteien weder eine Begründung verlangt, noch Berufung erhoben wurde, er
wuchs
dieses Urteil
in Rechtskraft.
Es liegt demnach keine Begründung des Strafgerichts vor, welche auf deren Nachvollziehbarkeit hin überprüft werden
könnte. Das Vorliegen einer opferrechtlich relevanten Straftat ist somit auf
grund
der Akten selbständig zu prüfen.
3.4
Laut
Polizeirapport der Stadtpolizei
C._
vom 1
6.
Mai 2011 (
Urk.
7/4/2
)
habe
sich der Beschwerdeführer im Club
D._
auf
gehalten
und
,
als er an der
Garderobe seine Marke, die er im Gegenzug zu seiner Jacke bekommen habe, nich
t mehr
gefunden habe
,
hab
e ihm das Garderobenpersonal die Jacke nicht
aushändigen
wollen
. Da der Beschwerdeführer laut
geworden sei
und nicht oh
ne
seine Jacke
habe
gehen wolle
n
,
seien
durch das Garderobenpersonal die Security
Angestellten beigezogen
worden
. Nach den Aussagen des Beschwerdeführers
sei
er durch den
Security Angestellten
Y._
mit seinem Fuss gegen das
linke Schienbein
getreten
worden
, worauf das Waden- und Schienbein
gebro
chen
sei
(S. 3).
Der Beschwerdeführer wurde am 2
9.
März 2011 polizeilich befragt (
Urk.
7/4/4).
Er gab an, dass ihm die Person
an der
Garberobe
, ob männlich oder weiblich wisse
er nicht mehr,
seine Jacke nicht habe geben wollen und er daraufhin die Person wütend angeschrien habe. Während er mit dieser Person
eine verbale Auseinandersetzung gehabt habe, sei ein Security gekommen und habe ihn so
fort von hinten am Hals gepackt. Als er sich habe umdrehen wollen, hab
e ihm
der Security seitlich einen
Fussschlag gegen das Schienbein verpasst.
Er sei dann
schreiend zu Boden gefallen.
Der Security habe zu ihm gesagt, dass er mit schrei
en aufhören und nach draussen gehen solle.
Der Security habe dann Ver
stärkung geholt und zu
z
weit hätten sie ihn nach draussen geschleift und auf dem Trottoir liegen gelassen
(S. 3)
.
Er sei vorher bereits in einer Bar gewesen. Er habe sehr viel Wodka und Bier und Whiskey-Cola getrunken. Aber wie viel das
gewesen sei, wisse er nicht mehr. Er sei alkoholisiert gewesen, bis zu diesem Zeit
punkt jedoch friedlich und erst ausgerastet, als er seine Jacke nicht bekom
men habe (S. 3 f.). Der Security habe eine Glatze gehabt und eine feste Statur. Es sei
möglich, dass es ein Deutscher gewesen sei. Er wisse nicht mehr
,
wo er die Marke
aufbewahrt habe. Er habe sie später im Spital wieder gefunden, sie sei in seiner
Hose gewesen. Sie hätten ihm die Jacke aber dann draussen trotzdem wieder ge
geben. Mit 17 Jahren sei er sehr aggressiv gewesen und habe eine Therapie machen müssen. Er habe da etwas gelernt. Schliesslich sei er Gast im Club ge
wesen und habe dort viel Geld hinterlassen. Er habe einen Bruch im Schienbein und einen Bruch im Wadenbein. Er sei angetrunken gewesen und habe gemerkt, dass er nach Hause wolle. Er sei besoffen gewesen und habe kei
nen Stress ge
wollt. Er gebe es zu, dass er alkoholisiert gewesen sei (S. 4 f.).
3.5
E._
, geboren 1989, wurde
polizeilich befragt und
sagte aus (
Urk.
7/4/2 S. 4), dass der Beschwerdeführer einer der letzten Gäste gewesen sei. Sie habe an der Bar gearbeitet. Er habe bei
ihr
noch einen Drink bestellen wol
len, woraufhin sie ihn gebeten habe, das Lokal zu verlassen, da si
e schliessen
wollte
.
Er habe trotzdem immer wieder nach einem Drink gefragt. Da habe sie die Security gerufen. Einer sei dann gekommen und habe den Beschwerdeführer zur Garderobe begleitet. Dort habe es dann Probleme wegen seiner Jacke gege
ben. Was genau gesprochen worden sei, habe sie nicht verstanden. Schliesslich sei der Beschwerdeführer über seine eigenen Beine gestolpert und hingefallen. Der Security habe ihn nur am Arm festgehalten, weil der Beschwerdeführer nicht mehr habe stehen können, da er sehr betrunken gewesen sei. Nachdem der Beschwerdeführer hingefallen sei, habe ihn der Security wieder auf die Beine
gestellt. Sie habe sofort gesehen, dass eine Hüfte höher gewesen sei als die an
dere
und der Beschwerdeführer wohl ein Bein gebrochen habe. Sie habe dann
jeman
dem
gesagt, dass er die Sanität anrufen solle.
3.6
F._
, geboren 1979, wurde am
9.
April 2011 polizeilich als Auskunfts
person befragt (
Urk.
7/4/5) und sagte aus,
dass er seit eineinhalb Jahren im Club an der Garderobe und als Allrounder arbeite.
Der Beschwerdeführer sei zu ihm
ge
kommen und habe seine Jacke haben wollen. Er habe jedoch den Zettel mit der
Nummer nicht mehr
gehabt
. Der Beschwerdeführer habe ihm gesagt, dass er eine
Lederjacke habe, habe ihm die Jacke jedoch nicht besser beschreiben können. Da zu diesem Zeitpunkt viele Leute nach Hause gehen wollten, habe er dem Be
schwerdeführer gesagt, er solle noch etwas warten. Daraufhin sei er aggressiv ge
worden und wieder verschwunden. Er habe dann dem Security Chef gesagt, dass er ihnen an der Garderobe zwei seiner Leute zur Seite stellen solle. Unge
fähr 15 Minuten später sei der Beschwerdeführer wieder gekommen und habe
ihm seine Jacke beschreiben wollen. Er habe immer mit dem Finger auf eine Jacke
gezeigt, aber nicht beschreiben können, was er in den Taschen habe. Er
habe dem Beschwerdeführer gesagt, dass er ihm eine Karte vom Club geben werde
und
er sich nächste Woche melden soll
e
. Sie würden das immer so machen. Die Leute könnten dann nach dem Wochenende ihre Sachen abholen.
Der Be
schwerdeführer habe dies jedoch nicht kapiert und sei immer aggressiver
ge
worden. Er sei stark betrunken gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei
Y._
neben
dem Beschwerdeführer gestanden und habe mit dem Beschwerdeführer geredet.
Y._
h
ab
e den Beschwerdeführer an de
r
linken Schulter angetippt. Der Be
schwerdeführer habe sich dann nach rechts verdreht und sei hingefallen. Er habe einfach gedacht, dass der Beschwerdeführer zu viel getrunken habe (S. 2).
Der Beschwerdeführer habe sich umgedreht und sei zu Boden gefallen. Es habe ausgesehen, wie ein Mehlsack, der zu Boden falle. Er habe dann de
n
Securit
ies
gesagt, dass sie dem Beschwerdeführer hochhelfen sollen.
Der Beschwerdeführer habe jedoch gesagt, dass er nicht mehr aufstehen könne (S. 3).
3.7
Y._
, geboren 1983, wurde am 3
1.
Mai 2011 polizeilich als beschul
digte Person einvernommen (
Urk.
7/4/5) und
sagte aus, dass
er als Security an
gestellt sei.
Er sei im Innern des Clubs gewesen, als die Security zur Garderobe gebeten worden sei. Er sei zur Garderobe gegangen und habe gesehen, wie der Beschwerdeführer ausgerufen habe, mit den Händen auf den Tisch geschlagen und seine Jacke herausgefordert habe. Er sei auf die Seite gestanden und habe
ge
schaut, was der Beschwerdeführer mache. Dieser sei sehr aggressiv und wack
lig
auf den Beinen gewesen. Er habe dem Beschwerdeführer auf die Schul
ter ge
tippt und ihn gebeten zurückzukommen. Er habe versucht, den Beschwer
defüh
rer
zu beruhigen und habe ihm gesagt, dass er seine Jacke schon erhalten werde.
Dann habe der Beschwerdeführer ihn angeschaut und zwei bis drei Schritte nach hinten im Rückwärtsgang gegangen, woraufhin er umgefallen sei. Als der Be
schwerdeführer auf dem Boden gewesen sei, habe er begonnen
he
rum
zu
schrei
en, dass er etwas am Bein habe. Es sei ein anderer Kollege hinzuge
kommen und habe den Beschwerdeführer mit ihm zusammen vom Boden auf
genommen.
Der
Kollege sei dann alleine mit dem Beschwerdeführer nach draussen gegangen (S.
2)
.
Der Beschwerdeführer sei mit dem Rücken zu ihm gestanden. Er habe ihm
mit der flachen Hand zwei bis dreimal auf die linke Schulter getätschelt.
Er habe
dies mit der rechten Hand gemacht, er sei leicht versetzt auf der linken Seite des
Beschwerdeführers gestanden
(S.
3)
.
Der Be
schwerdeführer habe es zuerst gar nicht
mitbekommen, dann habe er ihm nochmals gerufen. Der Beschwerde
füh
r
er habe weiterhin ausgerufen und das Personal hinter der Garderobe be
schimpft.
Er habe ihm gesagt, er solle einen Schritt zurückkommen, er werde seine Jacke schon erhalten. Dann sei der Be
schwerdeführer zwei bis drei Schritte rückwärts gegangen und gestürzt. Der Beschwerdeführer sei wahrscheinlich gestürzt, weil er besoffen gewesen sei.
Dann sei ein Kollege, ein Türsteher gekommen und sie
hätten den Beschwerde
führer zusammen am Arm genommen und ihn vom Boden
hochgehoben. Der Kollege sei dann mit ihm nach draussen gegangen
(S. 4)
.
3.
8
G._
, geboren 1980, wurde am
3.
Juni 2011 polizeilich
als Auskunfts
person
befragt (
Urk.
7/4/6) und sagte aus,
dass der beschuldigte
Y._
ein
Arbeitskollege von ihm sei. Er sei stellvertretender Einsatzleiter im Club ge
wesen. Er mache eigentlich die Eingangskontrolle.
Was in der Garderobe pas
siert
sei
,
könne er nicht sagen, das habe er nicht gesehen. Er habe sich beim Ein-/
Ausgang draussen im Freien befunden (S. 2 f.). Bei der Eingangstür sei ein Tür
flügel offen gestanden, die Ausgangstür sei zu gewesen. Sie müsse wegen des Lärms
geschlossen gehalten werden. Es habe draussen zwischen Gästen Mei
nungs
verschiedenheiten gegeben, die sie zu beruh
igen versucht hätten. Es sei nicht eskalationswürdig gewesen, sie hätten zu
z
weit einfach Präsenz mar
kiert. Dann sei ein Security mit dem Beschwerdeführer rausgekommen. Der Be
schwer
deführer habe dann immer etwas wegen seinem Bein gerufen. Irgendein Mann, vielleicht ein Kollege des Beschwerdeführers, habe gesagt, es sei nicht schlimm, er simuliere nur. Der Gesichtsausdruck des Beschwerdeführers habe ihm jedoch gesagt, dass er Schmerzen habe, worauf er die Sanität gerufen habe. Wie er sich erinnern könne, habe der Security den Beschwerdeführer am Arm gehalten und der Beschwerdeführer sei hinausgehumpelt.
Y._
habe er nicht ge
sehen,
als der Beschwerdeführer aus dem Club gebracht worden sei (S. 3).
Als die
meisten Gäste des Clubs bereits weg gewesen seien, sei er ins In
nere des Clubs gegangen, um beim Aufräumen zu helfen. Da habe er gesehen, dass der Be
schwerdeführer nicht habe gehen wollen. Er sei zu ihm gegangen und habe ihm gesagt, dass jetzt Schluss sei und er gehen müsse. Er habe ihn hinaus geschickt. Als der Beschwerdeführer an die Garderobe gegangen sei, sei er nach draussen gegangen. Es habe für ihn keinen Grund gegeben, drinnen zu bleiben. Wenn er die Diskussion an der Garderobe mitbekommen hätte, wäre er drinnen geblieben
(S. 4)
.
Der Beschwerdeführer sei alkoholisiert gewesen (S. 5).
3.
9
Laut Polizeirapport der Stadtpolizei
C._
vom 1
4.
Juli 2011 (
Urk.
7/4/3) sei auf
der DVD der Überwachungskamera zu sehen, dass der Beschwerdeführer durch stützendes unter die Arme
G
reifen aus dem Club gebracht und draussen am
Boden liegend von verschiedenen Personen betreut werde. Dies widerlege die vom
Beschwerdeführer gemachte Aussage, wonach er hinausgeschleift wor
den sei und sich niemand um ihn gekümmert habe (S. 2 unten).
3.10
Y._
wurde am 1
6.
Dezember 2011
durch die Staatsanwaltschaft
Z._
befragt (
Urk.
7/4/7/ und sagte aus, dass die Aussagen des Be
schwerdeführers nicht stimmen würden. Er sei von keinem Security geschlagen
worden. Auch nicht von ihm. Es sei eine falsche Aussage des Beschwerdefüh
rers.
Er habe ihm auf die Schulter getippt, damit der Beschwerdeführer von der Gar
derobe wegkomme. Dies sei die einzige Berührung, die er mit dem Be
schwer
deführer gehabt habe (S. 2). Er habe dem Beschwerdeführer gesagt, dass er retour kommen solle. Dieser habe ihn dann kurz angeschaut und sei dann zwei
bis drei Schritte zurückgegangen. Gleich beim zweiten Schritt sei er wie ein Brett
umgefallen. Er
habe keine Anzeichen gemacht, dass er sich auffangen wolle. Er sei auf den Boden gefallen und habe zu schreien
angefangen
. Es sei dann ein zweiter Security gekommen. Er heisse
A
._
. Sie hätten dem Beschwer
deführer dann geholfen, aufzustehen. Sie hätten ihn unter den Armen gestützt.
A
._
sei dann alleine mit dem Beschwerdeführer nach draussen gegangen. Er sei wieder in den Club gegangen (S. 3).
Er denke, dass der Beschwerdeführer wohl zu viel Alkohol getrunken hatte und deshalb umgefallen sei. Er habe gesehen, dass der Beschwerdeführer voll besoffen gewesen sei
(S. 4)
.
Es sei von nieman
dem etwas passiert. Obwohl der Beschrieb auf
A
._
passe, könne er sagen, dass auch
A
._
niemanden geschlagen oder getreten habe (S. 5).
3.11
Der Beschwerdefüh
rer wurde am 1
6.
Dezember 2011
durch die Staatsanwalt
schaft
Z._
befragt (
Urk.
7/4/8)
und sagte aus,
dass der Beschuldigte gezielt gehandelt habe. Er sei gekommen und habe ihm das Bein von ob
en nach unten brechen wollen. Der Beschuldigte
habe ihm das Bein mit einem Schlag gebrochen.
Er sei von hinten gekommen und habe ihn am Genick gepackt. Er habe ihn von hinten gezogen und mit dem Innenrist
von oben nach unten
ge
gen das Schienbein getreten.
Er habe mit diesem einen Schlag einen sehr kom
plizierten Bruch erlitten. Auf die Frage, w
arum
er das alles noch so genau wisse,
antwortete der Beschwerdeführer, dass er dies von sich und einem Kollegen wisse
, der alles gesehen habe. Er sei mit ihm bei der Garderobe gewesen. Auf die Frage wieso er heute das erste
Mal
von dieser Person spreche, gab der Be
schwer
deführer an, er habe schon öfters über diese Person gesprochen (S.
3).
Der Beschwerdeführer gab weiter an, dass seine Verfassung an jenem Abend gut gewesen sei. Er sei ein wenig alkoholisiert gewesen. Er sei nicht frustriert ge
wesen. In der Garderobe sei er
dann etwas ausgeartet, als man ihm die Jacke nicht habe geben wollen. Das Garderobenpersonal habe ihn schikaniert. Dann sei er ein wenig laut geworden und habe herum geschrien.
Auf
einmal sei dann jemand von hinten gekommen und mit einem Schlag sei er am Boden gewesen. Auf die Frage, w
arum
er sich bei der polizeilichen Befragung nicht so genau habe erinnern können, führte der Beschwerdeführer aus, dass er unter Medika
menten gestanden habe. Es sei vier Tage nach dem Unfall gewesen (S. 4).
Der Security, den er beschuldige, sei nicht neben ihm gestanden, bevor er ihn ge
schlagen habe. Er sei von hinten gekommen und habe ihn sogleich am Hals gepackt, ohne etwas zu sagen (S. 5 f.). Er glaube, dieser Security sei schnell gekommen.
Soviel er wisse, sei dieser gerufen worden. Er sei auf die
rechte
Seite auf den Boden gefallen.
Er habe nicht aufstehen wollen, trotzdem sei er von einem Security hochgezerrt worden (S. 6).
Auf die Frage, ob es der Beschuldigte
ge
wesen sei, antwortete der Beschwerdeführer, er wisse sowieso nicht genau, wer
es gewesen sei.
Auf Nachfrage
, wie er das meine, bestritt der Beschwerdeführer
diese Formulierung
und präzisierte, dass er nicht genau wisse,
w
er ihn ge
schlagen habe.
Er sei drei, vier mal hochgezerrt worden. Jemand habe ihn raus
gebracht. Er sei einfach auf das Trottoir gelegt worden
(S. 7)
.
Er sei angetrunken gewesen, aber nicht voll überlaufen. Er habe noch gewusst, was er getan habe (S. 8). Er habe
Vodka
mit
Red
Bull und Bier getrunken. Wieviel wisse er nicht mehr. Er sei zuvor auch noch woanders ge
wesen
(S. 9)
.
E
r sei ein
en
Monat in Spital gewesen und drei Monate in der Reha. Die medizinische Behandlung sei noch nicht ganz abgeschlossen. Er gehe noch in die Physio
therapie
und ins Fitness
center
für den Muskelaufbau (S. 10).
3.12
H._
, geboren 1986, wurde am 1
8.
Januar 2012 von der Staatsan
waltschaft
Z._
als Zeuge
befragt (
Urk.
7/4/10) und sagte aus, dass
der Beschwerdeführer ein alter Schulkollege von ihm sei. Er habe heute kein
en
Kontakt mit ihm. Er habe ihn das letzte
Mal
im Club gesehen, als der Beschwer
deführer dann im Spital gelandet sei. Zum Vorfall führte er aus, dass Club-Ende gewesen sei und sie gebeten worden seien, den Club zu verlassen. Im Club habe er den Beschwerdeführer getroffen, den er schon lange, seit der Schule
,
nicht mehr gesehen habe (S.
2 f.).
Er habe seine Jacke holen wollen und habe den Beschwerdeführer dort gesehen. Dieser habe auch seine Jacke verlangt, dabei aber wohl seinen Zettel verloren
gehabt
. Als der Beschwerdeführer seine Jacke
nicht gekommen habe, sei er laut geworden. Er sei alkoholisiert gewesen. Bei der
Garderobe sei ein Mann gewesen, der die Securities geholt habe.
Ein Security sei dann gekommen und habe den Beschwerdeführer am Hals gepackt und ihm eine
n
Kick ans Bein gegeben. Der Beschwerdeführer sei dann zu Boden gefallen. Es sei dann ein weiterer Security gekommen und der Beschwerdeführer sei nach draussen getragen worden. Später sei eine Ambulanz gekommen, welche den Be
schwerdeführer ins Spital gebracht habe. Auf die Frage
,
wie stark der Be
schwerdeführer alkoholisiert gewesen sei, antwortete er, es
sei
nicht zu viel und nicht zu wenig gewesen. Der Beschwerdeführer habe zuvor auch mit ihm an
ständig gesprochen.
Der Security habe den Beschwerdeführer von hinten am Hal
s gepackt und ihm einen Kick ans Bein gegeben (S. 4).
3.13
A._
, geboren 1969, wurde am 1
9.
Juni 2013 durch di
e Staatsanwalt
schaft
Z._
als beschuldigte Person befragt (
Urk.
7/4/16) und sagte
aus, dass es eine relativ ruhige Nacht gewesen sei. An der Garderobe sei „orange“
gefunkt worden, dies sei ein
Funkcode
. Gelb heisse normal, man könne sich Zeit lassen. Orange heisse, es eile, aber nicht dringend, und rot heisse rennen. Er sei
durch eine der beiden Flügeltüren in den Saal gekommen. Dann habe er in Rich
tung Garderobe geschaut und gesehen, wie eine Person nach hinten um
ge
fallen sei. Er sei dann hingegangen. Sein Kollege
Y._
sei schon dort gewesen. Sie hätten den Beschwerdeführer zusammen hochgehoben. Dieser habe gejam
mert,
sein Fuss beziehungsweise sein Bein schmerze. Er könne nicht aufstehen (S. 2 f.).
Er habe den Beschwerdeführer an der linken Seite unter der Achsel gestützt. Über Funk habe es geheissen, dass diese Person raus müsse.
Sie hätten ihn deshalb nach draussen gebracht. Dass der Beschwerdeführer total betrunken ge
wesen sei
,
stimme. Zum Vorwurf, er habe den Beschwerdeführer von hinten ge
packt und ihm seitlich einen Fussschlag verpasst, gab er an, dies sei er nicht gewesen. Er habe nur den Sturz gesehen, ansonsten sei er auf Pat
rouille ge
wesen (S. 3).
3.14
H._
wurde am 1
9.
Juni 2013 durch die Staatsanwaltschaft
Z._
als Zeuge befragt (
Urk.
7/4/17) und sagte aus, dass er sich zu 90
%
sicher
sei, dass der Mann, der soeben den Rau
m verlassen habe (
A._
),
dem Beschwerdeführer einen Kick ans Bein gegeben habe (S. 3).
3.15
Die Ärzte des
Spitals
I
._
führten in ihrem Bericht vom 1
0.
Januar 2012 (
Urk.
7/1/6) aus, dass
sich aufgrund der Verletzung des Beschwerdeführers keine Rückschlüsse auf eine mögliche Ursachen ziehen lasse. Die Frage, ob eine Frem
deinwirkung den Zustand ausgelöst haben könne, könne bejaht werden (S.
1).
Aus medizinischer Sicht sei es aber durchaus auch möglich, dass der Beschwer
de
führer die Verletzung ohne Fremdeinwirkung bei einem Sturz in alkoholi
sier
tem
Zustand erlitten haben könnte. Bei diesem Verletzungsmuster sei nicht
ent
scheid
bar
, ob
es sich um die Folge einer Fremdeinwirkung oder um einen un
glück
lichen Sturz ohne Fremdeinwirkung handle
(S. 2)
.
3.16
Die Ärzte des Instituts für Rechtsmedizin der
J
._
erstatteten ihr Aktengutachten am
8.
April 2013 (
Urk.
7/4/23). Sie führten aus, der Beschwer
deführer vom 2
6.
März bis zum 1
5.
April 2011 im
Spital I
._
hospitali
sier
t gewesen sei. Dabei sei am 2
6.
März 2011 eine Operation zur Versorgung der
diagnostisch nachgewiesenen Spiralfraktur des Schienbeins durchgeführt worden
(S. 2 unten). Gemäss Fachliteratur seien ein Brechen von Schien- und Waden
bein durch ein Zutreten möglich.
Auffällig sei es, dass es beim Einwirken von stumpfer Gewalt auf das Schienbein häufig zu einem Bruch des Waden
beins in unterschiedlicher Höhe komme. Ein derartiger Unterschied in der Bruchhöhe
liege auch beim Beschwerdeführer vor. Somit sei der vorliegende Bruch von Schien- und Wadenbein vereinbar mit einem Tritt gegen den Unter
schenkel. Die genaue Kraft, die es brauche, um bei einem sonst gesunden jun
gen Mann das Schienbein zu brechen, sei aufgrund fehlender experimenteller Untersuchungen unbekannt. Allerdings könne richtungsweisend herangezogen werden, dass sich
Schienbeinbrüche bei jungen, gesunden Menschen vor allem beim Sport ereig
ne
n
würden und auch bei Verkehrsunfällen beschrieben wür
den. Es brauche also eine
gewisse Geschwindigkeit und/oder Krafteinwirkung auf den K
n
ochen, damit dieser
breche
(S. 3)
.
Durch einen geraden Sturz nach hinten sei die Entstehung eines Spiralbruchs unwahrscheinlich, denn
ein solcher
wür
de meistens als Folge einer Drehbewegung bei indirektem Trauma entstehen. Spiralfrakturen könnten
als sogenannte Niederenergie-Traumata auch bei Drehstürzen aus niedriger Höhe,
insbesondere bei Kindern, vorkommen. Dabei komme es bei einer heftigen Dreh
bewegung des Beins gegenüber dem fest be
lasteten oder anderweitig fixierten Fuss zu einer Unterschenkelfraktur. Somit wäre im vorliegenden Fall die Ent
steh
ung eines Spiralbruchs auch ohne Frem
deinwirkung bei einer heftigen Dreh
be
wegung im Unterschenkel, mit beim Stür
zen fixierten Fuss vorstellbar (S. 3 f.).
Aus rechtsmedizinischer Sicht seien prin
zipiell beide Erklärungsansätze nach
voll
ziehbar. Aufgrund der Tatsache, dass das Entstehen derartiger
Unter
schen
kelfrakturen
durch einen einfachen Sturz typisch bei Älteren beziehungsweise
als Folge eines Drehsturzes sei
,
würden sie
– die Gutachter -
im vorliegenden Fall die Entstehung der Unterschenkelfraktur als Folge eines Tritts für wahr
scheinlicher halten
(S. 4).
4.
4.1
W
er vorsätzlich
einen Menschen
in anderer Weise
a
n
Körper oder Gesundheit schädigt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren od
er Geldstrafe bestraft. In leichten Fällen kann der Richter die Strafe mildern
(Art. 12
4
Abs.
1
StGB).
4.2
Vorliegend ist
zu prüfen, ob der Anklagesachverhalt gestützt auf die vorliegen
den Aussagen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen be
trach
tet werden k
ann, wobei die Frage nach der Täterschaft für das vorliegende Ver
fah
ren nicht relevant ist.
Stützt sich die Beweisführung vor allem auf die Aussagen von Beteiligen ab, so ist anhand sämtlicher Umstände zu untersuchen, ob die beziehungsweise welche Sachdarstellungen überzeugend sind. Zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen sind diese einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Von Bedeutung sind dabei der Gehalt und die Überzeugungskraft der Aussagen. Dabei ist zu prüfen, ob die Sachverhaltsdarstellungen in wesentlichen Punkten Widersprüche enthalten, ob ihr Kerngehalt stimmig, ihr Ablauf logisch und schlüssig ist. Zu achten ist insbesondere auf das Vorhandensein einer hinreichenden Anzahl von inhaltlichen Realitätskriterien sowie das Fehlen von Lügensignalen.
Für die subjektive Wahrheit spricht, wenn die Details zahlreich und quantitativ hoch
wertig sind, auch im relevanten Kernbereich. Gegen die subjektive Wahrheit spricht, wenn die Aussage besonders zum Kerngeschehen detailarm ist.
4.3
Der Beschwerdeführer wandte sich nach dem Vorfall sofort an die Medien und machte Angaben, welche von seinen Aussagen im Verfahren erheblich abwei
chen und auch aktenwidrig sind
(vgl. vorstehend E. 3.9)
. Gemäss seinen Aussa
gen bei der Staatsanwaltschaft habe er sich mit seinem Kollegen
H._
über den Vorfall unterhalten und sich von diesem über das Geschehene orientieren lassen (vgl. vorstehend E. 3.
11
,
Urk.
7/4/8 S. 4.f.
)
. Bei der Polizei
sagte der Beschwerdeführer jedoch noch nichts darüber aus, dass er in Beglei
tung eines Kollegen gewesen sei, welcher den ganzen Vorfall mitbekommen habe (vgl. vorstehend E. 3.4).
Damit
nannte der Beschwerdeführer den
einzigen, seine Version stützenden Zeugen erst
über acht Monate
nach dem Vor
fall.
Dieses Nachschieben eines zentralen Zeugens, welcher von Anfang an be
kannt gewesen sein soll, erscheint äussert zweifelhaft und erweckt den An
schein einer Manipulation.
Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, w
arum
er erst
mals übe
r
diesen Kollegen als
Z
eugen spreche, antwortete der Beschwerdeführer, dass er schon öfters über ihn gesprochen habe (
Urk.
7/4/8 S. 3 f.).
Diese Aussage ist
offensichtlich
falsch.
Bei der Polizei erwähnte der Beschwerdeführer seinen Kollegen mit keinem Wort.
In Berücksichtigung des Umstandes, dass sich der
Be
schwerdeführer und der Zeuge
H._
über den Sachverhalt
mög
li
cherweise
un
terhalten h
ab
en, kann eine Absprache oder Instruktion nicht aus
geschlossen werden.
Wichtige Zeugen sind
den Strafbehörden
zur Vermeidung einer negati
ven Deutung und zur Wahrheitsfindung sofort und nicht erst nach einer länge
ren Zeit anzugeben.
Die genannten Umstände trüben die Glaubwür
digkeit des Beschwerdeführers sowie des Zeugens
H._
erheblich.
4.4
Die Aussagen des Beschwerdeführers zeichnen sich durch Widersprüche, Unge
nauigkeiten und gar durch Unwahrheiten aus. Zudem
wusste er
direkt nach dem Vorfall kaum etwas
auszusagen
;
acht Monate später k
o
n
nte
er sich
reichlich
an
Details erinnern.
Auch zu berücksichtigen ist, dass er sich zum Zeitpunkt des Vorfalls unbestritten nach einem regen Al
koholkonsum in einem
erheblich
an
getrunkenen Zustand befand.
Bei der Polizei sagte der Beschwerdefüh
rer noch
aus, dass er sehr viel Wodka, Bier und Whiskey-Cola
getrunken habe und des
hal
b besoffen gewesen sei (vgl. vorstehend E. 3.4).
Bei der Staatsanwaltschaft sagte er sodann aus, er habe nicht viel Alkohol getrun
ken und sei nicht betrunken, sondern nur ein wenig alkoholisiert gewesen (vgl. vorstehend E. 3.11).
Weiter berichtete der Beschwerdeführer bei der Polizei, dass der Täter eine Glatze sowie eine feste Statur gehabt habe und möglicherweise ein Deutscher sei (vgl. vor
stehend E.
3.4). Bei der Staatsanwaltschaft bezeich
nete der Beschwerdeführer jedoch den anwesenden
Y._
als Täter. Auf die konkrete Frage, ob er vom Anwesenden getreten worden sei, antwortete der Beschwerdeführer mit ja,
er denke schon (vgl. vorstehend E.
3.11
;
Urk.
7/4/8 S.
7
).
Wie sich aus den Akte
n ergibt, hat
Y._
jedoch weder eine Glatze, noch eine feste Statur, noch ist er Deutscher
(vgl. vorstehend E.
3.10
;
Urk.
7/4/7
S.
5 oben
)
.
Der Be
schwerdeführer schilderte bei der Polizei, dass er an der Garderobe eine verbale Auseinandersetzung gehabt habe und dann ein Security gekommen sei, welcher ihn von hinten am Hals gepackt habe. Als er sich habe umdrehen wollen, habe er vom Security seitlich einen Fussschlag ge
gen das Schienbein erhalten (vgl. vorstehend E. 3.4).
Diese Aussage ist
im Ver
gleich zu seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft, rund 8 Monate nach dem Vorfall, als
karg, detailarm und
unkonkret
zu bezeichnen
. Bei der Staatsan
waltschaft brachte der Beschwerde
füh
rer hingegen vor, dass der Täter ihn von hinten gezogen habe und ihm das Bein von oben nach unten habe brechen wollen.
Der Täter habe mit dem Innen
rist von oben nach unten gegen das Schienbein getreten
(vgl. vorstehend E. 3.11)
.
Auf die Frage der Staatsanwalt
schaft, w
arum
er den Vorgang noch so genau
wisse und sich an alle Details erin
nern könne, gab der Beschwerdeführer an, dass
er es selber noch wisse und von seinem Kollegen
H._
. Die
ser habe alles gesehen und sei mit ihm bei der Garderobe gewesen
. Viele Sachen habe er bei seinem Kollegen erfragen müssen, welcher ihm dann den Vorfall ge
nau so geschildert habe
(vgl.
Urk.
7/4/8 S. 4 f.).
Der Beschwerdeführer meinte, der Täter sei von hinten ge
kommen, er habe ihn nicht kommen sehen. Er habe nicht gewusst, wer das ge
wesen sei. Trotzdem gibt er an, der Täter sei schnell gekommen, er glaube schon, dass er gerannt sei (
Urk.
7/4/8 S. 6). Diese Äusse
rungen machte der Be
schwerdeführer demnach
,
o
hne es selber gesehen zu haben
. Mithin handelt es sich um reine Spekulationen.
Bei der Polizei erwähnte der Beschwerdeführer zudem, dass er nach dem Vorfall von zwei Securities nach
draussen geschleift worden sei (vgl. vorstehend E. 3.4). Bei der Staatsan
walt
schaft
hingegen sagte er aus, dass sie ihn zu zweit
hin
ausgetragen hätten. Danach
spr
a
ch er nur noch von einer Person, es habe ihn jemand
h
in
ausgetragen. Dieser habe ihn am Arm nach draussen gezerrt (
Urk.
7/4/8 S. 7). Später in der gleichen Befragung nannte der Beschwerdeführer wieder zwei Personen, die ihn
hin
ausgetragen hätten (S. 7 unten, S. 8 oben). Als man ihn nach draussen ge
führt
habe, seien seine Füsse am Boden schleppend nachgezogen worden. Damit sagte der Beschwerdeführer jedes Mal etwas anderes.
Das Video der
Überwach
ungs
kamera
zeigt jedoch, dass der Beschwerdeführer durch zwei Securities unter den Armen
ge
stütz
t
humpelnd
aus dem Club gebracht worden ist (vgl. vorstehend E.
3.9).
4.5
Nach dem Gesagten erscheinen die Aussagen des Beschwerdeführers
als
durch
wegs widersprüchlich.
Sodann waren
die ersten Aussagen ka
rg, detailarm und
unkonkret
. Teilweise sind die Aussagen des Beschwerdeführers gar nach
gewie
sen
wahrheitswidrig.
Zudem
na
nnt
e
der Beschwerdeführer bei der Staats
anwalt
schaft nach acht Monaten plötzlich Details, von welchen er kurz nach dem Vor
fall bei der Befragung durch die Polizei noch nichts
zu wissen schien
.
Des Wei
teren sprach der Beschwerdeführer den Vorfall mit seinem Kollegen
H._
ab und setzte sich in den Medien mit falschen Aussagen in Szene.
Auf
fällig sind auch seine Aussagen bezüglich die
Geschehnisse
, welche sich hinter seinem Rücken abgespielt hätten und er gar nicht gesehen haben konnte. Er beschr
ie
b somit reine Spekulationen. Deshalb können seinen Aussa
gen über die
Geschwindigkeit des von hinten kommenden Täters kein
Beweis
wert
zuge
messen
werden.
Die Aussagen des Beschwerdeführers müssen
nach der Würdigung sämtlicher Um
stände
als unglaubhaft bezeichnet werden.
4.
6
H._
ist ein Kollege des Beschwerdeführers, welcher den Vorfall bei der Garderobe beobachtet haben soll. Er wurde über neun Monate nach dem Vorfall erstmals von der
Staatsanwaltschaft
Z._
als Zeuge befragt
(vgl. vorstehen
d E. 3.12
).
Trotz d
i
es
es
langen Zeitablaufs hatte er über den ge
nannten Vorfall immer noch genaue Kenntnis
. Seine Ausführungen
zum Vorfall
werden
jedoch
lediglich
rudimentär
, ungenau
und ohne Substanz und Genauig
keit
geschildert
, weshalb sie nicht von Selbsterlebtem zeugen.
Auch enthalten sie
zum Teil
die
gleichen
Widersprüche
, die
bereits beim Beschwerdeführer auf
gezeigt
wurden (vgl. vorstehend E. 4.
4
)
.
Auffällig ist auch, dass
weder das
Club
personal
noch die Securities
bei ihren Aussagen einen Kollegen des Beschwer
de
führers erwähnte
n
, der sich neben diesem aufgehalten habe und ihm beim Auf
stehen habe helfen wollen. Zwischen den Aussagen des Beschwerdeführers
und
H._
ergeben sich sodann Differenzen, indem der Täter ge
mäss
Schilderung des Beschwerdeführers gerannt sei und gemäss Schilderung von
H._
normal
gegangen sei. Zudem erwähnte der Beschwer
deführer
mit keinem Wort, dass
H._
ihm beim Aufstehen habe helfen wollen
. Zumal auch seine Aussagen karg, detailarm und ungenau sind, sind sie in Würdigung sämtlicher Umstände als unglaubhaft zu bezeichnen.
4.
7
E._
wurde von der Polizei als Auskunftsperson telefonisch befragt (vgl. vorstehend E. 3.5). Sie sei am Vorfall an der Garderobe zwar nicht beteiligt gewesen, habe ihn jedoch beobachten können. Sie habe in jener Nacht im Club an der Bar gearbeitet und bereits dort Kontakt mit dem Beschwerde
füh
rer gehabt, als dieser noch einen Drink habe bestellen wollen. An der Gar
derobe habe es Probleme wegen seiner Jacke gegeben. Schliesslich sei der Be
schwerde
führer über seine eigenen Beine gestolpert und hingefallen. Der Security habe ihn nur am Arm festgehalten, weil der Beschwerdeführer nicht mehr habe stehen können, da er sehr betrunken gewesen sei. Nachdem der Be
schwerde
führer hingefallen sei, habe ihn der Security wie
der auf die Beine ge
stellt.
Zumal sie durch die Polizei nur rudimentär und informell befragt wurde, kön
nen
ihre Angaben als klar und deutlich betrachtet werden.
Dass ihre Aussage ohne farbige Details wiedergege
be
n wird, ist auch auf den Umstand zurückzufüh
ren, dass sie den Vorfall aus einer gewissen Distanz und nicht aus nächster Nähe beobachtet hatte und
vermag
nichts
an der Logik und der Schlüssigkeit
ihre
r
Angaben
zu ändern.
4.8
F._
arbeitete im Club an der Garderobe und hat den Vorfall beobach
tet. Er gab polizeilich zu Protokoll (vgl. vorstehend E. 3.6), dass es mit dem Be
schwerdeführer wegen seiner Jacke eine verbale Auseinandersetzung gegeben
habe. Der Beschwerdeführer sei immer aggressiver
ge
worden und stark betrun
ke
n gewesen.
Zu diesem Zeitpunkt sei
Y._
neben dem Beschwerde
führer gestanden und habe mit
ihm gesprochen
.
Y._
h
ab
e den Be
schwer
deführer an de
r
linken Schulter angetippt
, woraufhin sich der Beschwer
deführer
nach rechts verdreht
habe
und hingefallen
sei
.
Es habe ausgesehen
wie ei
n Meh
lsack, der zu Boden falle.
Er habe dann den Securities gesagt, dass sie dem Beschwerdeführer hochhelfen sollen. Der Beschwerdeführer habe jedoch gesagt, dass er ni
cht mehr aufstehen könne.
F._
war am genannten Vorfall
ebenfalls
nicht direkt beteiligt.
Auch seine Schilderungen
sind
logisch und in sich stimmig.
4.9
Y._
war am besagten Abend im Club als
Security
tätig.
In den Be
fragungen durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft
machte
Y._
als Beschuldi
gter plausible,
widerspruchsfreie
, ins Detail reichende
Aussagen
zum
Vorfall
(vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.10)
.
So sei die Security zur Garde
robe gerufen worden. Dort habe er mitbekommen, wie der Beschwerdeführer ausge
rufen und
auf den Tisch geklopft habe.
Er sei
dann
auf die Seite gestanden und habe geschaut, was der Beschwerdeführer mache. Dieser sei sehr aggressiv und wacklig auf den Beinen gewesen. Er habe dem Beschwerdeführer
dann von hinten mit der rechten Hand
auf die
linke
Schulter getippt und ihn gebeten zu
rückzukommen.
Er sei leicht versetzt auf der linken Seite des Beschwerdeführers gestanden. Der
Beschwerdefü
hrer habe dann
zwei bis drei Schritte nach hinten im Rückwärtsgang
gemacht
, woraufhin er umgefallen sei. Als der Beschwerde
füh
rer auf dem Boden gewesen sei, habe er begonnen
he
rumzuschreien, dass er etwas am Bein habe. Es sei
dann
ein anderer Kollege hinzugekommen und
sie hätten den Beschwerdeführer zusammen
vom Boden aufgenommen. Der Kollege sei dann alleine mit dem Beschwerdeführer
nach draussen gegangen
.
Der Be
schwerdeführer sei wahrscheinlich gestürzt, weil er besoffen gewesen sei.
Diese
Aussagen erscheinen
schlüssig und glaubhaft.
4.
10
A._
war ebenfalls als Security tätig und wurde durch die Staatsan
waltschaft als beschuldigte Person befragt (vgl. vorstehend E. 3.13).
Seine Aus
sage, wonach e
r durch eine der beiden Flügeltüren in den Saal gekommen
sei und
dann
in Richtung Garderobe geschaut und gesehen
habe
, wie eine Person nach hinten
u
mfalle
,
sind übereinstimmend mit denjenigen der anderen Aus
kunfts
personen (vgl. vorstehend E. 4.5-4.7).
4.
11
In Würdigung der medizinischen Akten ist
zu erwähnen
, dass
sich aus
den Aus
führungen im Aktengutachten des IRM
(vgl. vorstehend E. 3.16)
nicht ergibt, ob
und inwiefern der alkoholisierte Zustand des Beschwerdeführers in der Beurtei
lung berücksichtig wurde.
Zudem ist aufgrund der Aussagen diverser Aus
kunfts
personen (vgl. E. 3.6, E. 3.7, E. 3.10) sowie des Beschwerdeführers selber (vgl. E.
3.4)
vorliegend von einer Drehbewegung des Beschwerdeführers auszu
gehen. Über diesen Aspekt wurde im Gutachten des IRM – wohl mangels Kenntnis –
nicht befunden.
Die
Ärzte des
IRM
beurteilten demnach
eine
n
g
era
den Sturz nach
hinten als eher unwahrscheinlich für die Entstehung eines
Spi
ralbruchs
. Hinge
gen
führten sie aus, dass eine Spiralfraktur meistens als Folge einer Drehbewegung
bei indirektem Trauma entstehe
. Unter Berück
sichtigung dieses Umstandes kann die Schlussfolgerung de
r Ärzte des
IRM
, wo
nach sie die Entstehung der
Unter
schenkelfraktur
als Folge eines Tritts für wahrscheinlicher halten würden, nicht
ausschlaggebend sein. Dies umso weni
ger, als sie als Grund für ihre Schlussfol
gerung anführten, dass
das Entstehen derartiger Unterschenkelfrakturen durch einen einfachen Sturz typisch bei Äl
teren beziehungsweise a
ls Folge eines
Dreh
sturzes
sei.
4.
12
Zusammenfassend
ergibt sich
, dass die Glaubwürdigkeit sowohl des Zeugen
H._
wie auch des Beschwerdeführers
stark getrübt ist.
Ihre Aus
sa
gen sind
mangelhaft und es fehlt ihnen an Detailreichtum.
Nach dem Gesag
ten sind
ihre
Aussagen als unglaubhaft und teilweise gar nachweislich falsch zu qualifizieren. Sie stehe
n im Gegensatz zu den
schlüssigen und in sich stimmigen
Aussagen
von
E._
,
F._
,
Y._
und
A._
(vgl. vorstehend E.
4.5–4.
8), wonach der Beschwerdeführer in alkoholi
sier
tem Zustand ohne Fremdeinwirkung zu Boden fiel, und vermögen diese nicht
umzustossen.
Unter Berücksichtigung und in Würdigung sämtlicher Umstände und Aussagen,
der Drehbewegung des Beschwerdeführers beim Fallen und der Arztberichte
ist davon auszugehen, dass
sich
der Beschwerdeführer
die
Unter
schenkelspiralfraktur
ohne Fremdeinwirkung
zugezogen hat und der Tat
bestand der Körperverletzung nach
Art.
124 StGB nicht erfüllt ist.
Mangels einer Straftat fehlt es
auch an der Opfereigenschaft des
Beschwer
de
führer
s
. Diese
r
hat dem
nach keinen Anspruch auf Leistungen nach
Opferhilfe
ge
setz
, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
5.
Der am
2
.
Februar
201
5
bestellte (Urk.
18
) unentgeltliche
Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers
, Rechtsanwalt
Max Birkenmaier
, Zürich, ist aus der Ge
richts
kasse zu entschädigen. Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädi
gung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Mit am
13
.
Januar
201
6
eingereichter Honorarnote (Urk. 25) machte Rechts
anwalt
Max Birkenmaier für die Zeit von 2
2.
September 2014 bis 3
1.
Dezember
2013
einen
Aufwand
von
5
.
59
Stunden sowie Barauslagen von insgesamt Fr.
76
.
90
zuzüglich Mehrwertsteuer
, und für die Zeit vom
1.
Januar 2015 bis
3.
März 2015
einen
Aufwand
von
2
.
85
Stunden sowie Barauslagen von insge
samt Fr.
41
.
50
zuzüglich Mehrwertsteuer
geltend. Dies erscheint der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
a
ngemessen, weshalb seine
Entschädigung unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr. 200.-- für Aufwendungen bis Ende 2014 und von Fr. 220.
-- (je zuzüglich Mehr
wertsteuer)
für Auf
wendungen ab Januar 2015 auf Fr. 2‘
012.5
0
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist.