Decision ID: 6a625d7d-9b52-4232-8e8e-4dca116b9c2d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene X._
meldete sich am 12. Oktober 2010 unter Hinweis auf depressive Verstimmungen, Ängste, Panikgefühle, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Anspannung und Nervosität bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2/7
/
9
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte am 7. November 2011 verfügungsweise einen An
spruch der Versicherten auf Leistungen der Inva
lidenversicherung (Urk. 2/7/30
).
A
m
16. Februar respektive
20
.
März
2017
meldete sich die Versicherte
mit Ver
weis
auf
Anspannung, Depressionen, Flash-Backs, Weinen, Schlafstörungen, Stuhl- und Blaseninkontinenz respektive Schlafwandeln, Panikattacken, psychische Leiden und Stuhlinkontinenz
erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 2/7/34,
Urk. 2/7/
37
).
Die IV-Stelle wies mit Ver
fügung vom
20
.
Mai 2019
(Urk. 2/2)
das Leistungsbegehren wiederum ab
.
1.2
Dagegen erhob die Versicherte am 19. Juni 2019 Beschwerde (Urk. 2/1) und beantragte, die Verfügung vom 20. Mai 20
19 sei aufzuheben und
die IV-Stelle
sei
zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Rente,
zuzusprechen.
In formeller Hinsicht stell
t
e die Versicherte das Gesuch um unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2).
Das
Sozialversicherungs
gericht
wies die Beschwerde mit Urtei
l vom 30. März 2020 ab (Urk. 2/14
)
.
Dieses wurde
vom Bundesgericht in teilweise
r
Gutheissung
der Beschwerde der Beschwerdeführerin
mit Urteil
8
C_
286
/2020 vom
6. August
2020
(Urk. 1)
auf
gehoben; das Bundesgericht wies die Sache an
das hiesige Gericht
zu weiterer Abklärung
mittels Einholung eines Gerichts
gutachten
s
und neuer Entscheidung zurück. Im Übrigen wi
es es die Beschwerde ab
(S. 11)
.
1.
3
Das Sozialversicherungsgericht holte in der Fo
lge bei der MEDAS Y._
(
Medas
) ei
n polydisziplinäres Gutachten (Allgemeine I
nnere Medizin, Psychiatrie, Gastroenterologie, Neurologie,
Urologie und Neuropsychologie
) ein.
Die
Medas
erstattete die Expertise am 22. September 2021 (Urk. 23
A),
wozu den Parteien mit Verfügung vom 28. September 2021
(Urk. 25)
das rechtliche Gehör gewährt wurde. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2021 (Urk. 28)
beantragte die
Beschwerde
gegnerin die
Abweisung des Leistungsbegehrens der Beschwerdeführerin
(S. 2)
. Letztere
äusserte
sich am
17. November 2021 (Urk. 30) zum Gerichtsgutachten und teilte mit, dass sie an den Anträgen
in der Beschwerde vom 19. Juni 2019
betreffend
Zusprache
einer
R
ente
und Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung
festhalte.
Im Weiteren
stellte sie den Eventualantrag, es seien durch das Gericht weitere Abklärungen in Form eines stationären Aufenthalts oder einer
Arbeitserprobung zu veranlassen, um gestützt darauf ein Urteil zu fällen. Sub
eventuell sei das Verfahren zu sistieren und an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, um weitere Abklärungen zu tätigen, und es sei erst nach Eingang der Ergebnisse das neue Urteil zu fällen (S. 2). Am 17. Januar 2022 (Urk. 33) nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 21. Oktober 2021 (Urk. 28), wobei sie an ihren bisherigen Anträgen festhielt (Urk. 33 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 20. Januar 2022 (Urk. 34) und 17. Februar 2022 (Urk. 36) auf eine Stellungnahme zu den Eingaben der Beschwerdeführerin vom 17. November 2021
(Urk. 30)
und 17. Januar 2022
(Urk. 33)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrad
es
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypo
thetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der E
xperten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V
351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
den Antrag
auf
Abweisung des Leistungs
begehrens der Beschwerdeführerin am 21. Oktober 2021 damit, dass
das
Gerichts
gutachten im
Ergebnis die Expertise der Z._
vom 16. Mai 2018 (vgl. Urk. 2/7/76) bestätige. Aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar. Bei der
gerichtlichen
Begutachtung
verunmöglichten
– wie schon in der Vor
begutachtung – zahlreiche Inkonsistenzen in den Symptomschilderungen, dem Verhalten, der klinischen Beobachtung
sowie die auffällige Beschwerde
validierung die Beurteilung von
etwelchen
Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Gemäss dem Gerichtsgutachten könne auch von einer weiteren Begutachtung oder der Beobachtung in einem stationären Aufenthalt keine bessere Beurteilbarkeit erwartet werden (Urk. 28 S. 1). Vorliegend seien
gesundheitlich bedingte Leistungseinschränkungen nicht nachweisbar
, wobei die versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit trage, wenn es ihr – unter Einbezug der im Rah
men
des Untersuchungsgrundsatzes gebotenen Abklärungen des Versicherungsträgers respektive des Sozial
versicherungsgerichts – nicht gelinge, den geklagten Gesundheitsschaden und dessen invalidisierende
n
Auswirkungen nachzuweisen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 30), dass bei Betrachtung aller vorliegenden medizinischen Akten – inklusive
Medas
-Gutachten
–
alles dafürspreche, dass bei ihr keine umsetzbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt existiere (S. 4
f. Ziff. 4
). Dabei sei zu berücksichtigen, dass die
Medas
-Experten bewusst nicht behaupteten, die Inkonsistenzen seien durch Aggravation zu erklären (S. 5 Ziff. 5
, vgl. auch S. 7 f. Ziff. 10 f
.
).
Die Gutachter hätten nicht genügend berücksichtigt, dass die
histrionischen
Anteile der Persönlichkeit
der Beschwerdeführerin
in hohem Grade dafür verantwortlich sei
en
, dass sie ihre Leiden überzeichne (S. 8 Ziff. 12).
D
ie
Medas
-
Expertise
weise
ein wesentliches Manko auf
, da die
Gutachter
mit keinem Wort die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung diskutierten, dies obwohl eine solche Störung im
Z._
-Gutachten als einzig gesicherte Diagnose genannt worden sei (S. 5 ff. Ziff. 6 ff.).
A
ufgrund der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS)
, der anhaltenden depressiven Störung, des sozialen Rückzugs, des hohen
Chronifizierungsgrades
, der kombinierten Persönlichkeits
störung und des therapieresistenten Verlaufs der bisherigen Behandlung
lägen
klare Hinweise für das Vorliegen einer vollst
ändigen Arbeitsunfähigkeit vor
(S. 9 f. Ziff. 14 f.).
Im Zusammenhang mit dem
Eventualantrag führte die Beschwerdeführerin aus, es könne nicht auf das
Medas
-Gutachten abgestellt wer
den, da sich die Experten bewusst nicht zu den Auswirkungen der gestellt
en
Diagnosen geäussert
hätten
. Ein Antrag auf Einholung eines weiteren Gutachtens erübrige, sich, da sich die komplexe Erkrankung der Beschwerdeführerin der Analyse in einer
einmaligen Exploration entziehe (S. 10 Ziff. 17). W
eitere Ab
klärungen in Form eines stationären Aufenthalts oder einer praktischen Arbeits
erprobung in einem geschützten Rahmen würden demgegenüber gesicherte Auf
schlüsse über die bestehenden Inkonsistenzen
er
geben
(
S. 11 ff. Ziff. 20 ff.
)
. Da
mit sei im vorliegenden Fall eine
rechtsgenügliche
Beurteilung durch weitere Ab
klärungen noch möglich, weshalb der Schluss auf Beweislosigkeit nicht zulässig sei (S. 13
ff.
Ziff. 25
ff.
).
In ihrer Eingabe vom 17. Januar 2022 (Urk. 33)
wies
die Beschwerdeführerin
unter anderem auf die hohen Hürden für die Annahme einer Beweislosigkeit hin
(S. 4 Ziff. 5). Im Weiteren
führte sie aus
, dass gemäss
dem
Medas
-Gutachten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine persistierende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 5 f. Ziff. 9 ff.)
.
2.3
Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin in
somatischer Hinsicht
in einer körperlich
leichten
und vorwiegend sitzenden
Tätigkeit
in der Nähe zu einer Toilette
voll
arbeitsfähig ist
(Urk. 23A S. 32)
.
Diese Einschätzung deckt sich mit der Beurteilung durch die
Medas
-Gutachter, deren Ausführungen
in dieser Hinsicht
allesamt nachvollziehbar und
plausibel
sind.
Von internistisch-rheuma
tologischer Seite wurden
in der
Medas
-Expertise
multiple, rezidivierende und inzwischen verheilte S
tressfrakturen (Tibia rechts distale Epiphyse,
Tu
ber
Calcanei
rechts, Mittel- und
Vorfuss
links) sowie eine
Osteopenie
erwähnt (Urk. 23A S. 29).
Der
begutachtende Urologe
diagnostizierte eine neurogene Harnblasenfunktionsstörung und attestierte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, so
fern für die Beschwerdeführerin ein relativ rasche
r und unkomplizierter Zugang zu
einer Toilette besteh
e
(Urk. 23C S. 3 f.).
Die neurologische Expertin ging
von einer
episodischen Migräne ohne Aura, einer neurogenen Harnblasen- und Darm
funktionsstörung, einem chronischen Schmerzsyndrom sowie anamnestisch von einem Somnambulismus aus, wobei sie das Vorliegen klinisch und bildgebend objektivierter Befunde zur Begründung einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneinte (Urk. 23E S. 6, S. 10).
Der
Gastroenterologe
stellte die Diagnose einer anamnestischen Stuhlinkontinenz IV und ging in einer körperlich
leichten Arbeit in der Nähe einer Toilette, zu welcher die Beschwerdeführerin un
mittelbar und uneingeschränkt Zugang hat, von einer
vollen
Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 23F S. 3f.).
Unbestritten blieb auch
der
von
de
n
neuro
psycho
logischen Expertinnen
gestellte Befund einer
unplausiblen
und inkonsistenten Symptom
produktion vor dem Hintergrund einer ungenügenden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie einer Symptomverdeutlichung, was dazu führte, dass keine Angaben über die tatsächliche kognitive Leistungsfähigkeit gemacht wer
den konnte
n
(Urk. 23D S. 7
f.
).
Auch diese Beurteilung ist schlüssig und über
zeugend.
Demgegenüber beanstandete die Beschwerdeführerin das psychiatrische
Medas
-Gutachten, da sich
die Expertin
nicht mit der Diagnose einer somatoformen Schmer
zstörung auseinandergesetzt
und nicht genügend berücksichtigt habe, dass die Inkonsistenzen in den Angaben der Beschwerdeführerin wesentlich auf die
histrionischen
Anteile ihrer Persönlichkeit zurückzuführen seien (
Urk. 30 S. 5 Ziff. 6,
S. 8 Ziff. 12).
Streitig und zu prüfen ist damit, ob sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin in psychischer Sicht revisionsrelevant ver
schlechtert hat, so dass ihr nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente zu
steht.
3.
3.1
Die gerichtlich bestellten
Medas
-Gutachter
Dr.
med. A._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Dr.
med. C._
, Urologie FMH,
Dr.
med. D._
, Gastroenterologie FMH,
Dr.
med
.
E._
, Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med. F._
, Neur
ologie FMH sowie
lic
. phil. G._
,
Fachpsych
o
login für Neuropsychologie FSP,
stellten in ihrer Konsens
beurteilung vom 22. September 2021 (Urk. 23
A
S. 1-35) folgende Diagnosen (S. 22 f.)
:
-
PTBS (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig nicht quantifizierbares Aus
mass (ICD-10 F33.XX)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und
histrionischen
Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
neurogene Harnblasenfunktionsstörung bei inkompletter
Pudendus
-Läsion bei Status nach Spontangeburt des dritten Kindes 2004
-
Harnblasenentleerung willkürlich per
Urethram
-
i
ntermittierende tropfenweise Urininkontinenz
-
Video-
Urodynamik
Januar 2017: hypokapazitive, hypersensitive und über
aktive Harnblase mit
Detrusor
-Sphinkter-
Dyssynergie
-
Status nach erfolglosem Therapieversuch mit
Toviaz
8 mg 2017
-
Status nach Botox-Injektion in den
Detrusor
August 2017 und November
2017 mit Verschwinden der Urini
nkontinenz (nur vorübergehende Wirkung)
-
Status nach Versuch einer sakralen Neuromodulation März 2018 (akten
anamnestisch therapeutisch wirksam, jedoch Abbruch wegen Infekt der Elektroden)
-
MRI-
Schädel 2
2.
November 2018: einz
e
l
ne Läsionen am Corpus des linken Seitenventrikels und strichförmige Läsion in der optischen
Radiatio
links; MRI-Hals-/Brust-/Lendenwirbelsäule 27. November 2018: keine
demyelinisierende
oder KM-affine Läsion des Rückenmarks, keine signifikanten degenerativen Veränderungen des Achsenskeletts.
-
anamnestisch Stuhlinkontinenz IV (CCS-Inkontinenz-Score)
-
episodische Migräne ohne Aura
-
anamnestisch Somnambulismus
-
Status nach multiplen Stressfrakturen Mitte-/
Vorfuss
beidseits (ED 2018) und Tibia rechts distale Epiphyse (ED 07/2018)
-
osteodensitometrisch
Oste
o
penie
(DXA 08/2018)
-
Status nach Lungenembolie mit Lungeninfarkt 2019
-
bei
Thrombophlebitis
Ober- und Unterschenkel rechts
-
Dauerantikoagulation bei anhaltenden Risikofaktoren (Raucherin, hormonelle Antikonzeption,
Varicose
), Status nach Immobilisation
-
unklare Leistungsintol
eranz (Spiro-Ergometrie 04/2021
: keine pulmo
n
al-
ventilatorische
n
Limitationen)
-
Asthma bronchiale, Erstmanifestation zirka 2000 (ED in Deutschland)
-
unter mittelhochdosierter Therapie mit
Symbicort
200/6 keine Obst
ru
ktion und keine belastungsinduzierte Bronchialkonstriktion nachweisbar (22. April 2021)
-
Panvertebralsyndrom
-
polymorphe Mikrokalkgruppe Mamma links
-
neuropsychologisch nicht plausible und inkonsistente Symptomproduktion vor dem Hintergrund einer ungenügenden Anstrengungs- und Leistungs
bereitschaft sowie Symptomverdeutlichung
Die Experten führten aus, dass sich bei nahezu sämtlichen Teil-Gutachten Inkonsistenzen gezeigt hätten.
Es
hätten
eine ungenügende Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie eine Symptomverdeutlichung erhoben werden können. Diese Faktoren könnten teilweise durch die vorliegende
histrionische
Persönlichkeitsstörung erklärt werden. Zu welchen Teilen dieses bewusstseinsnah oder krankheitsbedingt zu bewerten sei, könne nicht festgelegt werden (S. 30).
Im Weiteren hielten die Gutachter fest, dass die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit nicht abschliessend beurteilbar
sei (S. 30
)
.
Betreffend Verä
nderung des Gesundheitszustands
seit November 2011
führten die Experten
aus
, dass aufgrund der inkonsistenten Angaben bei nahezu allen Teil
gutachtern und der Tatsache, dass der Mensch stets Veränderungen unterworfen sei, keine eindeutige Aussage
gemacht werden könne
(S. 31)
.
Im Weiteren
wurde festgehalten
, dass v
iele Widersprüche im Ausmass der Beschwerden, der Schweregrade der Diagnosen und somit der Plausibilität und Konsistenz des vorliegenden polydisziplinären Gutachtens und der voraus
gegangenen polydisziplinären Expertisen in einem nicht unerheblichen
Umfang
auf die inkonsistenten Angaben der Beschwerdeführerin zurückzuführen
seien
. Ausgehend von 2011 lägen von somatischer Seite eindeutige Befunde und Diagnosen vor, wobei der Schweregrad
aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin
mit grosser Sicherheit Verfälschungen unterliege. Es lasse sich auch feststellen, dass rein von somatischer Seite bei entsprechender intrinsischer Motivation und einem angepassten Arbeitsplatz (leichte körperliche, primär sitzende Tätigkeit in der Nähe einer Toilette) eine volle Arbeitsfähigkeit vorliegen würde. Von psychiatrischer Seite
bestehe
eine Komorbidität mit
einer
PTBS,
einer
rezidivierend
en depressiven
Störung und
einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen
und
histrionischen
Anteilen
. Aufgrund des zeitlichen Verlaufs (Traumatisierung im Kindes- und Jugendalter)
und der Definition gemäss ICD-10 (Manifestation von Persönlichkeitsstörungen in der Adoleszenz) hätt
en im Jahr 2011 eine PTBS und
Persönlichkeitsstörung vorgelegen.
Aufgrund der Inkonsistenzen und dem gleichzeitigen Vorliegen einer
histrionischen
Persönlichkeitsstörung sei eine klare Abgrenzung von einer Aggravation nicht möglich.
Aus
psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht könnten keine abschliessenden Aussagen zum Schweregrad der Diagnosen und zur Leistungsfähigkeit gemacht werden.
Dies werde auch nicht durch weitere Gut
achten gelingen. Eine
histrionische
Persönlichkeitsstörung benötige ein «Pub
likum» respektive ein soziales Umfeld.
Das bedeute, dass selbst durch e
ine stationäre
Hospitalisation
,
wo sich ein «Publikum» mit Patienten und medizinischem Personal finde, kaum eine Voraussetzung geschaffen
werde
, um das tatsächlich vor
liegende Funktionsniveau zu eru
ieren
.
Die Beschwerdeführerin sei fixiert in ihrer Opferrolle, wobei ein
chronifiziertes
Zustandsbild vorliege. Sie sei – soweit beurteilbar – primär Opfer ihrer erlebten und konstruierten Lebens
geschichte
sowie
fehlenden Lebensperspektive
,
so
dass hier erhebliche bewusst
seinsnahe Anstrengungen vermutet werden müssten, um einen tertiären Krank
heitsgewinn zu erzielen
(S. 32 f.)
.
3.2
Die psychiatrische
Medas
-Gutachterin
Dr.
B._
führte in ihrem Teilgutachten vom 12. Juli 2021 (Urk. 23B) aus, dass sich das in
der
Untersuchung präsentierte Verhalten der Beschwerdeführerin teilweise kongruent zu den Aussagen, teilweise irritierend und widersprüchlich präsentiert habe. Die Angaben über die Trauma
tisierungen in der Kindheit/Jugendzeit seien in den Akten konsistent und ent
sprächen vollständig den Schilderungen der Beschwerdeführerin während der Begutachtung. Andere Angaben seien
indes
teilweise
widersprüchlich und un
differenziert. Die Aussagen
betreffend immerwährende Niedergeschlagenheit und Ängste
sowie
gänzlich fehlende Stimmungsaufhell
ung passten nicht zur
Schwingungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, welche sofort aufgehellt wirke, wenn sie von ihren Kindern, Rosen oder sonstigen Freude bringenden Dinge
n
berichte. Bei belastenden
Schilderungen
sei der Leidensdruck zwar ersichtlich, jedoch nicht in dem Ausmass spürbar, welchen sie verbal ausdrücke. Es sei eine Verdeutlichungstendenz anzunehmen und eine Aggravation könne nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Beschwerdeführerin sei im Gespräch stimmungsmässig sehr wechselhaft von lebhaft, läppisch-theatralisch bis hin zu niedergeschlagen gewesen. Sie habe ihre Stimmungslage sowohl von «eher zu
frieden und humorvoll» in «traurig und deprimiert» wechseln können, als auch umgekehrt. Sowohl das «überschwänglich humorvolle» als auch das «zutiefst betrübte» Verhalten hätten einen aufgesetzten, eher theatralischen Eindruck gemacht (S. 6 f.).
Im Weiteren hielt die psychiatrische Expertin fest, dass am Vorhandensein der Risikofaktoren, welche eine PTBS begünstigten, keine Zweifel bestünden. Das Ausmass der Beschwerden entspreche indes nicht dem klinischen Eindruck, was einem defizitorientierten Denken entsprechen könnte. Zudem könnte dies durch
die
histrionische
n
Züge der Beschwerdeführerin
erklärt werden und letztlich könn
e
auch eine Verdeutlichung bis hin zur Aggravation nicht ausgeschlossen werden. Der behandelnde Psychiater erachte sodann die Beschwerdeführerin ins
gesamt als deutlich stabiler als noch vor einigen Jahren, was auch das Ausmass der PTBS reduzieren könne. Ungeachtet der Berücksichtigung dieser Aspekte erachte Dr.
B._
die Diagnose einer komplexen PTBS als gegeben und mass
geblich beteiligt an den Ängsten und Konzentrationsschwierigkeiten (S. 11).
Betreffend
Depression
führte die Gutachterin aus
, dass die entsprechenden Beschreibungen der Beschwerdeführerin zu inkonsistent seien und nicht dem klinischen Eindruck entsprächen. Da das Risiko
,
an einer Depression zu erkranken
,
für traumatisierte Personen deutlich erhöht sei, die Expertin von einer
Traumafolgestörung
ausgehe und depressive Symptome auch den Akten zu ent
nehmen seien, sei davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin rezidivierende depressive Störungen vorlägen. Unter den gegebenen Umständen sei es nicht möglich, die Depression zu quantifizieren. Mit an Sicherheit grenzen
der Wahrscheinlichkeit könne jedoch eine schwere Episode ausgeschlossen wer
den. Selbst für eine mittelgradige Episode sei die Schwingungsfähigkeit besser als dies normale
rweise zu erwarten wäre (S. 12).
Im Zusammenhang mit einer Panikstörung und generalisierten Angststörung
hielt
die
Expertin fest
, dass Panikattacken nach 30 Minuten selbstlimitierend seien und – entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin – sehr selten über mehrere Stunden andauerten, wobei eine über Tage anhaltende Attacke aus psychiatrischer Sicht nicht erklärbar sei. Aufgrund der Aussage des behandelnden Psychiaters könne davon ausgegangen
werden
, dass entspr
echende Angst
störungen vorgeleg
en hätten, wobei auch dieser der Meinung sei, dass sich die Situation verbessert
habe
und die Symptomatik
regredient
sei. Im Zeitpunkt der Exploration seien die Angstzustände (
beispielsweise existentielle Sorgen
) gut nachvollziehbar, die Kriterien einer Angststörung (weder generalisiert noch Panikattacke) seien
indes nicht
erfüllt. Angst gehöre ebenfalls zu häufigen
Traumafolgestörungen
, weshalb davon auszugehen sei, dass diese Symp
tome im Rahmen der PTBS erklärt
und aktuell nicht als eigenständige Störung gewertet werden könnten (S. 12).
Eine wie im
Z._
-Gutachten postulierte emotional instabile Persönlichkeits
störung liege nicht vor. Eine solche kennzeichne sich durch häufige Konflikte mit
and
eren Menschen und durch streitsüchtiges
Verhalten
. Der Anamnese der Beschwerdeführerin könne
dies
nicht entnommen werden, da sie eher über
ange
passt habe sein müssen
, um Gewalttätigkeiten zu vermeiden. Sie zeige in der Exploration
indes
ein deutlich theatralisches Verhalten. Da Personen mit
histrionischen
Anteilen ihr ganzes Sein dramatisieren und
katastrophisieren
könnten, sei damit auch ein Teil der erwähnten Inkonsistenzen erklärbar. Auf
grund von Anamnese und Explorationsbefunden könn
t
en weder die Kriterien einer emotional instabilen noch einer
histrionischen
Persönlichkeitsstörung voll
ständig erfüllt werden, weshalb von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und
histrionischen
Anteilen ausgegangen werden könne (S. 13).
Die Gutachterin verneinte schliesslich das Vorliegen einer hyperkinetischen Störung, da der Anamnese der Beschwerdeführerin in der Kindheit und Jugend
zeit keine eindeutige Hyperaktivität entnommen werden könne (S. 13).
Dr.
B._
führte im Weiteren aus, dass es die Inkonsistenzen in den Symptom
schilderungen, im Verhalten und in der klinischen Beobachtung sowie eine auf
fällige Beschwerdevalidierung unmöglich machten, zu den Einschränkungen der Partizipationsfähigkeit Stellung zu nehmen (S. 14).
Das aktuelle Ausmass der Stör
ung könne nicht genau eruiert we
rden, weshalb es nicht möglich sei, eine Prognose zu machen. Die Beschwerdeführerin zeige indes einen über Jahre
chronifizierten
Verlauf, weshalb mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit mit einer persistierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei (S. 14).
Die Beschwerdeführerin habe durch das Erscheinungsbild und das nonverbale Verhalten in Kombination mit den Schilderungen ihrer Einschränkungen mehrere Inkonsistenzen aufgezeigt. Eine Aussage über das Ausmass des eigentlichen Leidens könne deshalb nicht gemacht werden. Als konsistent könnten die An
gaben betreffend Kindheitstraumatisierungen angenommen werden, ansonsten ergäben sich Hinweise für eine Verdeutlichungstendenz. Ob dies im Rahmen der Persönlichkeitsstörung unbewusst erfolg
e
oder ob eine Aggravation
besteh
e, könne aufgrund des vorliegenden Gutachtens nicht abschliessend beurteilt wer
den (S. 14 f.).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit hielt die Gutachterin fest, dass Personen mit
Traumafolge
- und Persönlichkeitsstörungen häufig weniger belastbar seien als gesunde Menschen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit müsse auch bei der Beschwerdeführerin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Um eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu machen, müssten
die Einschränkungen der Partizipationsfähigkeit eruiert werden, was hier auf
grund der zu grossen Inkonsistenzen nicht möglich sei. Unter den gegebenen Umständen könnten auch keine rückblickenden
Angaben
gemacht werden. Um eine Aussage betreffend bestehende Arbeitsfähigkeit machen zu können, müsste eine längere Beobachtungsphase vorliegen. Dies könnte im Rahmen eines stationären Aufenthaltes erfolgen und mit einem therapeutischen
Auftrag ver
bunden werden (S. 15
).
Da es aufgrund der Exploration nicht möglich sei, eine Aussage betreffend den Gesundheitszustand zu machen, könnten auch Veränderungen nicht
nach
voll
zogen werden. Persönlichkeitsstörungen entstünden indes nicht erst im Erwachsenenalter, sondern hätten ihren Ursprung in der Jugendzeit, so dass da
von ausgegangen werden könne, dass eine solche Störung bereits
im Jahre
2011 vorgelegen habe. PTBS könnten
– auch wenn sie ihren Ursprung in der Kindheit hätten – über Jahre bis Jahrzehnte kompensiert sein und keine Einschränkungen verursachen. Im Gutachten von 2011 sei keine entsprechende Diagnose gestellt worden. Dies könne daran liegen, dass die Exploration nicht sorgfältig genug gemacht worden sei oder die Symptome damals kompensiert gewesen seien und entsprechend keine Diagnose gerechtfertigt gewesen sei (S. 17).
Die Gutachterin hielt weiter fest, dass es aufgrund von zahlreichen Inkonsistenzen in Bezug auf Aussagen, Verhalten und Symptombeschreibungen der Beschwerdeführerin nicht möglich sei, das Ausmass der Depression und der Ein
schränkungen durch die PTBS zu quantifizieren. Somit könne aufgrund der Exploration am 29. Juni 2021 keine Aussage über die Einschränkungen der Partizipationsfähigkeit gemacht werden und es sei nicht mög
lich, den Verlauf zu beurteilen.
Dies entspreche der gleichen Situation wie bereits im
Z._
-Gutachten vom 1
6.
Mai 201
8.
Sinnvollerweise sollte die Beurteilung während eines mehr
wöchigen Klinikaufenthalts in einer spezialisierten Institution erfolgen. Dies würde einen längeren Beobachtungszeitraum ergeben und Einschränkungen im Alltag könnten somit objektiviert werden (S. 18, vgl. auch S. 20).
4.
4.1
Wie d
as
Medas
-Gutachten
vom 22. September 2021 (Urk. 23A)
insgesamt
ent
spricht auch
das psychiatrische Teilgutach
ten vom 12. Juli 2021 (Urk. 23B;
vgl. E. 3.1 f.
)
den
praxisgemässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise.
So
ist es
für die streitigen Belange umfassend,
gibt
insbesondere Antwort auf die
Frage nach dem
psychischen
Gesundheitszustand
und
äusser
t
sich zur ver
bleibenden
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin.
Das
psychiatrische
Teilgut
achten
beruht auf den notwendigen
psychiatrischen
Untersuchungen
und Dr.
B._
berücksich
tigte
detailliert die g
eklagten Beschwerden und setzte
sich
mit diesen
auseinander (Urk.
23B S. 4 ff., S. 10 ff.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich die
psychiatrische
Gutachter
in
zur
Krankheitsentwicklung äusserte
und Bezug auf d
ie medizinischen
Vorakten
nahm
(
Urk. 23B
S
.
1
f
f.
in Verbindung mit Urk. 23A S. 3 ff.
).
Auch wurde die Einschätzung des behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
H._
, Psychiatrie und Psychotherapie
, im Rahmen der Fremdanamnese erhoben (Urk. 23B S. 9 f.).
Die
Expertin
schälte insbesondere die Inkonsistenzen zwischen den geschil
derten Beschwerden und den objektiven Befunden respektive dem teil
weise gezeigten Verhalt
en de
r
Beschwerdeführer
in
heraus
und würdigte
diese in einleuchtender Weise
(Urk.
23B S.
6 ff., S. 11 ff.
).
Sie kommentierte zudem ab
weichende Einschätzungen anderer Arztpersonen und würdigte diese nachvoll
ziehbar (S. 13).
Schliesslich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen im Gutachten sind begründet.
In diesem Sinne diagnostizierte Dr.
B._
aus psychiatrischer Sicht
in nachvoll
ziehbarer Weise
eine PTBS, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig nicht quantifizierbares Ausmass
,
sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und
histrionischen
Anteilen (Urk. 23B S. 10)
, wobei es
aufgrund zahlreicher Inkonsistenzen in
den
Angaben,
dem
Verhalten und
der
Symptombeschreibung der Beschwerdeführerin nicht möglich war, das Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu benennen (S. 15, S. 17
f
f.).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines
ärztlichen Gut
achtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E.
1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
4.2
An dieser Beurteilung vermag der Hinweis der Beschwerdeführerin
,
aufgrund des
Medas
-Gutachtens sei – im Einklang mit der Auffassung des behandelnden Psychiaters – von einer fehlenden Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen (
Urk. 30,
S. 4 Ziff. 4
; Urk. 33 S. 5 Ziff. 9 f.
), nichts zu ändern. In den von der Beschwerdeführerin wiedergegebenen Textstellen
des
Medas
-Gutachtens ist zwar
namentlich
von einer
überwiegenden Wahrscheinlichkeit einer (persistierenden)
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
die Rede, was indes nichts daran ändert, dass die
Medas
-
Experten
in nachvollziehbarer Weise
keine
ab
schliessende
Beurteilung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
der Beschwerde
führerin
vornehmen
konnten (Urk. 23A S. 32 f.; Urk. 23B S. 15, S. 18
f.
).
Gleichermassen geht der Einwand der Beschwerdeführerin,
die psychiatrische Expertin habe das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung nicht diskutiert
, obwohl die
Z._
-Gutachter im Jahre 2018 eine
solche
als einzig gesicherte Diagnose betrachteten (Urk. 30 S. 5
f.
Ziff. 6; vgl. auch Urk. 2/7/76/3-22 S. 12 f.)
,
ins Leere
. Die
Z._
-Expertise vom
16
. Mai 2018 lag Dr.
B._
im Rahmen der zu beurteilenden Begutachtung vor, nahm sie doch bei der Begründung der für sie relevanten Diagnosen ausdrücklich Bezug darauf (
Urk. 23B S. 13; vgl. auch
Urk. 23A S. 5).
Sodann kommt es im Rahmen
der Invaliditätsbemessung grundsätzlich nicht auf die
Art der
Diagnose, sondern ein
zig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat.
Massgebend
ist der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts 9C_361/2016 vom 22. August 2016 E. 4.2.1)
.
Im Zusammenhang mit
den
Vorbringen
der Beschwerdeführerin betreffend Aggravation (Urk. 30 S. 6 f. Ziff. 7 ff.
, Urk. 33 S. 6 f. Ziff. 10 f.
) ist
zu berück
sichtigen
, dass die
Medas
-Gutachter
nicht von einer solchen
ausgingen, sondern
die
diesbezügliche
Frage im Rahmen der Begutachtung nicht
abschliessend
beurteilen konnten (Urk. 23A S.
30, S. 33; Urk. 23B S. 15
).
Was den Hinweis der Beschwerdeführerin auf ein Telefongespräch ihrer Rechts
vertreterin mit
Dr.
H._
vom 10. November 2021 angeht (Urk. 30 S. 9 Ziff. 13),
ist festzuhalten, dass
kein entsprechender Bericht des behandelnden Arztes vor
liegt
. Die von Dr.
H._
postulierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit wurde sodann nur rudimentär begründet.
Abgesehen von der im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigenden
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, hat
Dr.
H._
im Rahmen der Fremdanamnese ausgeführt, dass sich die Befundlage verbessert habe und eine Stabilisierung eingetreten sei. Er wisse nicht, weshalb die Beschwerdeführerin an
gebe, dass es ihr seit Oktober 2020 schlechter gehe; er könne dies nicht bestätigen (Urk. 23B S. 9 Mitte)
.
Die Beschwerdeführerin habe einen gewissen Hang zu
histrionischem
Verhalten, weshalb es durchaus zu Inkonsistenzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung kommen könne.
Vor diesem Hintergrund ist da
von auszugehen, dass
Dr.
H._
s Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt vollständig arbeitsunfähig sei,
deren eigene Wahr
nehmung widerspiegelt.
Aufgrund der von ihm beschriebenen Befundlage ist eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
jedenfalls
ohne differenzierte Begründung nicht nachvollziehbar.
4.3
Nach dem Gesagten ist
gestützt auf das
Medas
-
Gutachten in psychischer Hinsicht von einer PTBS,
einer
rezidivierenden depressiven Störung
und
einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und
histrionischen
Anteilen auszugehen, wobei eine
abschliessende
Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin aufgrund der Inkonsistenzen in
ihren
Angaben
und
ihrem
Verhalten
nicht möglich war.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzu
weisen, dass
bereits im Rahmen der
Z._
-
Begutachtung im Jahre 2018 zahlreiche Inkonsistenzen in den Angaben der Beschwerdeführerin
betreffend die geschilderten Beschwerden, Psychopathologie,
Noxen,
Medikation, Frequenz der psychotherapeutischen Behandlung, neuropsychologische Testung und die Aus
wirkungen der Blasen- und Darmfunktionsstörung
festgestellt wurden
. Ent
sprechend konnten die
Z._
-Gutachter
bereits damals
keine
gesicherte
Diagnose
stellung vornehmen
und keine
Aussage zum Umfang der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machen
(Urk.
2/7
/76
/1-22 S. 15, S. 18)
.
5.
5.1
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuc
hungsgrundsatz beherrscht (Art. 61
lit
.
c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sor
gen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirk
ungspflichten der Parteien (BGE 125 V
193
E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E.
3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweis
führungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweis
losigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Unter
suchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit z
u entsprechen (BGE 117 V 261 E.
3b).
5.2
Die
Medas
-Gutachter gingen in ihrer Konsensbeurteilung v
om 22. September 2021
übereinstimmend
und in nachvollziehbarer Weise
davon aus, dass von einer weiteren Begutachtung keine
abschliessenden
Aussagen zum Schweregrad der Diagnosen und zur Leistungs- und Erwerbsfähigkeit zu erwarten sind. Gleiches gilt aus Sicht
der
Experten
für eine länger
dauernde
Beurteilung
im stationären
Rahmen, da eine
histrionische
Persönlichkeitsstörung ein
«
Publikum
»
respektive
ein soziales Umfeld benötig
e
und deshalb selbst durch eine
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin mit einem
«
Publikum
»
von Patienten und medizinischem Personal
kaum eine Voraussetzung dafür geschaffen
werde
, um das tatsächlich
e
Funktionsniveau zu eruieren
(
Urk. 23A
S. 33)
.
Die
Medas
-
Experten
beschrieben eingehend die Inkonsistenzen
in den Angaben und im Verhalten der Beschwerdeführerin
respektive die Schwierigkeiten,
letzteren
in der gutachter
lichen Beurteilung gerecht zu werden (Urk. 23B S. 6 ff).
In diesem Zusammen
hang
ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der hier in Frage stehenden Neu
anmeldung
(Urk. 2/7/34, Urk. 2/7/37) bereits bei der
Z._
eine polydisziplinäre Expertise eingeholt wurde, gemäss welcher
ebenfalls
unter Hinweis auf Inkonsistenzen keine abschliessenden Aussagen zur Leistungsfähigkeit gemacht werden konnten (Urk. 2/7/76/1-22 S. 15, S. 18).
Dass
das Ausmass der funktionellen Einschränkungen
im Rahmen der
hier
zu beurteilenden
Begut
achtung weder
qualitativ noch quantit
ativ erh
o
ben
werden konnte
, ist haupt
sächlich dem Verhalten der Beschwerdeführerin zuzuschreiben
, was insbesondere gegen eine mehrwöchige stationäre Begutachtung spricht
.
Vor diesem Hinter
grund sind von einer weiteren Begutachtung oder der Beobachtung in einem stationären Aufenthalt keine abschliessenden Erkenntnisse betreffend die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erwarten
.
5.3
An dieser Beurteilung vermögen die von der Beschwerdeführerin
betreffend
den Eventualantrag
gemachten Einwände (Urk. 30 S. 10 ff. Ziff. 16 ff., Urk. 33 S. 2 ff. Ziff. 1 ff.) nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin räumte am 17. November 2021 selber ein, dass sich der Antrag auf Einholung eines vierten Gutachtens wohl erübrige, weil sich
ihre
komplexe E
rkrankung
der Analyse anhand einer einmalig
en Exploration entziehe (Urk. 30
S. 10 Ziff. 17).
Was den Hinweis der Beschwerdeführerin auf den im psychiatrischen Teilgut
achten erwähnten mehrwöchigen Klinikaufenthalt (Urk. 30 S. 11 Ziff. 19)
angeht
, ist Folgendes festzuhalten: Dr.
B._
führte am 12. Juli 2021 aus,
es sei
eine längerdauernde Beurteilung in einem stationären Setting indiziert und wahr
schein
lich die einzige Möglichkeit
, die Inkonsistenzen
zu
erklären und die Funktionseinschränkungen einschätzen zu können (Urk. 23B S. 20).
In der –
auch
von Dr.
B._
unterzeichneten – Konsensbe
urteilung vom 22. September 2021
(Urk. 23A) wurde demgegenüber nachvollziehbar festgehalten,
weshalb von einer
stationäre
n
Beurteilung keine verlässlichen Aussagen über die Leist
ungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
zu erwarten sind (S. 33). Diese
konsensuale
und
zeitlich
nach dem psych
i
atrischen Teilgutachten verfasste
Einschätzung sämtlicher
Medas
-Gutachter hat Vorrang gegenüber de
r
genannten
T
eilexpertise
. Die Kriti
k der Beschwerdeführerin (Urk. 30
S. 13 Ziff. 24) an der Begründung in der
Konsensbeurteilung, weshalb eine stationäre Begutachtung keine verlässlichen Erkenntnisse betreffend Leistungsfähigkeit erbringe
n würde
, geht ins Leere. Die
Medas
-Gutachter stellten nicht die Kernfachkompetenz des medizinischen Personals in F
rage, sondern wiesen darauf hin, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin aufgrund der
histrionischen
Persönlichkeitsstörung bei «Pub
likum»
beeinflusst
wird
(Urk. 23A S. 33)
.
Entgegen der Au
ffassung der Beschwerdeführerin sind auch von
einer
praktische
n
Arbeitserprobung (Urk. 30 S. 11 Ziff. 20
, S. 13 Ziff. 24
) keine
gesicherten
Aufschlüsse über die Inkonsistenzen
zu erwarten. Auch hier wäre
ein
«Publikum» vorhanden
. Im Übrigen gab
die Beschwerdeführerin
im Rahmen der
Medas
-Beg
utachtung
wiederholt
an, sie
sei nicht mehr arbeitsfähig
(Urk. 23A S. 18
,
Urk. 23B S. 3).
Der Beschwerdeführerin ist demgegenüber insoweit zu fol
gen (Urk. 30 S. 13 Ziff. 23), als von einer
gerichtlich angekündigten
Observation keine verlässlichen Erkenntnisse zu e
r
warten sind
, soweit dies überhaupt ein zu
lässiges Beweismittel wäre
.
Schliesslich ist auch nicht ersichtlich, inwiefern aus der Einholung weiterer ärzt
licher Berichte (Urk. 33 S. 3 Ziff. 4) gesicherte Aussagen über die Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin resultieren
würden
. Dies gilt insbesondere mit Bezug auf
den
behandelnden Psychiater Dr.
H._
, welcher im Rahmen der psychiatrischen
Medas
-Begutachtung bereits kontaktiert wurde (Urk. 23B S. 9).
6.
Im Lichte der obigen Erwägung
en
ist festzustellen,
dass weder die Angaben der Beschwerdeführerin noch die Befunde anlässlich der Exploration die Aus
wirkungen der
von
ihr
geklagten Beschwerden zu erfassen und insbesondere deren Folgen auf die A
rbeits- und Erwerbsfähigkeit zu
plausibilisieren
vermögen
. Damit wird eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin keineswegs in Abrede gestellt. Indes konnte
n
deren Auswirkungen auf
die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit trotz Ausschöpfung umfangreicher Abklärungen nicht hinreichend erstellt werden
.
Auch sind
von weiteren Beweisabnahmen – insbesondere
von
ein
em
zusätz
lichen
Gutachten oder eine
r
stationäre
n
Beobachtung –keine abschliessenden Erkenntnisse zu erwarten.
Die dies
bezügliche Beweislosigkeit wirkt sich zu Lasten der Beschwerdeführerin aus
(vgl. E. 5.1)
, weshalb
eine wie von
ihr
geltend gemachte Verschlechterung
des
Gesundheitszustands seit der
leistungs
vernein
en
den Verfügung vom 7. November 2011 (
Urk. 2/7/30
) (weiterhin) nicht mit dem massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan ist.
Bei diesem Ergebnis
erübrigen sich Ausführungen zum
Antrag
der Beschwerdeführerin
auf
Sistierung des vorliegenden Verfahrens (vgl. Urk. 30 S. 2).
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00
.--
anzusetzen
und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
ter
liegenden
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten
ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V
115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet wer
den kann und die Beschwerdeführerin bedürftig ist (vgl.
Urk.
2/
3/3, Urk. 23A S.
17),
i
st ihr antrags
gemäss (Urk. 30 S. 2 in Verbindung mit Urk.
2/1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die der Beschwerdeführerin auf
erlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men
.
Nachdem zudem die anwaltliche
Verbeiständ
ung
notwendig ist, ist Rechtsan
wäl
tin Susanne
Friedauer
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwer
de
führerin zu bestellen und mit Fr.
2'7
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Beschwerdeführerin wird auf
§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) betreffend Nachzahlungspflicht aufmerksam gemacht.
7.2
Besteht ein Zusammenhang zwischen Untersuchungsmangel seitens der Ver
waltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, können die Kosten eines
Gerichtsgutachten
s der Verwaltung auferlegt werden. Dies ist unter anderem der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrund
lage nicht erfüllt (BGE
140
V
70 E.
6.1 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hat in seinem Rückweisungsurteil festgehalten, dass die Ab
klärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweis
wertig
waren
(Urk. 1 E. 6.5). Damit sind die Voraussetzungen für eine Kosten
über
bindung an die Beschwerdegegnerin gegeben. Diese ist demnach zu ver
pflichten,
dem Gericht die Kosten des Gerichtsgutachtens im Betrag von
Fr. 22'756.55 (Urk. 24
)
zu ersetzen.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 19. Juni 2019 und 17. November 2021 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wird ihr Rechts
anwältin Susanne
Friedauer
, Zürich
,
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vor
liegende Verfahren bestellt,