Decision ID: d9b2c4dc-8219-4757-b9e2-5023050c8b77
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961, arbeitete für die
Y._
AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (
Urk.
7/1). Am
8.
Februar 2013 stürzte er ca. 2.5 m in die Tiefe (
Urk.
7/1).
Die erstbehandelnden Ärzte der Notfallstation des
Z._
hielten in ihrem Bericht vom 1
1.
Februar 2013 über die ambulante Behandlung vom
8.
Februar 2013 multiple Prellungen und Rissquetschwunden (
RQW’s
)
an der
Schädelkalotte,
dem
Gesichtsschädel sowie
beiden
Armen fest (
Urk.
7/33/2).
Die SUVA trat auf den Unfall ein und erbrachte Leistungen.
Mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom
6.
August 2014 sprach die SUVA dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 10
%
in Höhe von
Fr.
12‘600.-- zu (
Urk.
7/187).
Mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2015 (
Urk.
7/235) teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe, woran sie nach erhobener Einsprache vom 1
9.
August 2015 (
Urk.
7/238) mit
Einspracheent
scheid
vom 1
9.
Oktober 2015 festhielt (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
3.
November 2015 Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer Invalidenrente. Mit
Be
-
schwerdeantwort
vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-245) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin brachte im Wesentlichen vor, dass unbestrittenermas
sen unfallbedingte Beschwerden vorlägen.
Das Invalideneinkommen sei gestützt auf die Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) zu bestimmen, woraus ein möglicher Durchschnittslohn von
Fr.
59‘996.--
resultiere
. Gemäss den
Einsatz
verträgen
mit dem ehemaligen Arbeitgeber sei der Beschwerdeführer gemäss dem Gesamtarbeitsvertrag für das Holzbaugewerbe
(GAV)
als Holzbau-Arbeiter qualifiziert gewesen. Gestützt auf die
entsprechende Lohntabelle könnt
e er im Gesundheitsfalle mit zehn Jahren Arbeitserfahrung im Jahr 2015
Fr.
63‘570.-- verdienen. Stelle man diese Einkommen gegenüber, resultiere ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 5.62
%
. Das Validen- und das
Invalidenein
kommen
seien anhand der Schweizerischen Verhältnisse zu berechnen, da ansonsten die Vergleichbarkeit der beiden Einkommen verloren gehe (
Urk.
1 und
Urk.
6)
.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber sinngemäss vor, dass das
Validen
einkommen
falsch berechnet worden sei. Ausgehend vom Lohn der letzten 12 Monate vor dem Unfall ergebe sich ein
Valid
eneinkommen
in Höhe von
Fr.
77‘898.29, bzw. gestützt auf den GAV ein Einkommen in Höhe von
Fr.
78‘720.--. In Bezug auf das Invalideneinkommen sei festzuhalten, dass nicht ersichtlich sei, was sich hinter den Ziffernangaben der DAP verberge, noch gebe es Angaben zum Tiefst-, Höchst-, und Durchschnittslohn. Entsprechend ersuche er um Überprüfung der Auswahl aus der DAP (
Urk.
1).
2.
2.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
in medizinischer Hinsicht auf die Einschätzungen des Kreisarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH.
2.2.1
Dr.
A._
untersuchte den Beschwerdeführer am
4.
Februar 201
4.
Er konsta
tierte, dass
eine
Spinalkanalstenose zervikal auf degenerativer Basis
vorbeste
hend
sei
,
die
jedoch
gemäss Angabe
keine Beschwerden
verursacht ha
tte
(
Urk.
7/110/6 ff.).
Am
8.
Februar 2013 sei
der Versicherte aus einer Höhe 2,5 m
ge
stürzt
. Die initi
ale Beurteilung im
Z._
sei
ambulant
erfolgt
. Hinweise auf ein Schädel-Hirn-Trauma
hätten
nicht
bestanden und im CT seien
auch keine Schädigungen von Schädel
, Hirn
oder Halswirbelsäule (HWS)
zu erkennen
gewesen
. Auch die Abklärung beider Schultern und des linken Handgelenks
habe
keine strukturelle Schädigung
gezeigt
. Initial
seien
keine sensomotorischen Ausfälle festgehalten
worden
, hingegen
hätten
starke Schmerzen in beiden Armen
bestanden
.
Postprimär habe man am 2
1.
Februar
2013 im MRI der HWS eine zervikale Myelopathie auf Höhe C3/4 festgehalten,
selbige
jedoch nicht als eindeutig posttraumatisch bezeichnet. Die fachärztlich-neu
rologischen Abklärungen hätten
dann für eine ob
ere
Plexusparese
rechts mehr als
links
gesprochen, es sei
auch der Verdacht auf eine Zerrung der
Zervikalwurzeln
geäussert
worden
.
In de
n 12 Monaten seit dem Unfall habe
sich eine gewisse Verbesse
rung erge
ben, nach wie vor klage
der
Beschwerdeführer
aber über praktisch symmetrische Beschwerden in beiden Armen mit pelzigem Gefühl der Handflächen und
beu
gese
itig
an den Fingern sowie belas
tungsabhängigen Schmerzen in den Armen vom Nacken bis zum proximalen Unterarm.
Klinisch sei
d
er heutige Befund unspektakulär -
mit Ausnahme der subjektiven Angaben zur Sensibilität an
den oberen Extremitäten habe er
eigentli
ch keine klar zu erhebenden klinischen pathologischen Befunde erhoben.
Angesichts der Angabe einer Beschw
erdefreiheit vor dem Unfall könne
er
die subjektiv vom
Beschwerdefü
hr
er geschilderte Symptomatik
bei den oberen Extremitäten nicht als unfallfremd annehmen. Die ge
naue Ursache der Beschwerden sei
auch nach mehrmaliger neurologischer Beurteilung aber nicht ganz klar
.
E
ine Rolle
könnte die Myelopathie
spielen
, man spre
ch
e
aber auch von
Plexusparesen
beidseits. Nach
initialer Kontusion und Schmer
zen im
Bereich
beider Schulter
n und des linken Handgelenks sei
es zur
Abheilung ge
kommen. Er
habe Mühe, den Tinnitus
als unfallkausal zu beurteilen -
ein eigent
liches Schädel-Hirn-Trauma sei
initial ausgeschlossen
worden
und
die
Bildgebung ebenso wie die fach
ärztliche Abklärung hätten
keine Hinweise auf eine erlitten
e
strukturelle Schädigung ergeben.
Die Hochtonschwerhörigkeit sei
eben
falls nicht unfallkausal. Man we
rd
e
das MRI
des Schädels noch abwarte
n, bei unauffälligem Befund sei
der Tinnitus als nicht unfallkausal zu werten.
Nach einjähriger intensiver multimodaler Behandlung inklusive stationärer Rehabilitation
sei
der Zustand in den letzten Monaten stabil g
ewesen. Bei stabilem Zustand sei
der versicherungstechnische Fallabschluss zu prüfen
. Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei die früher aus
geübte Tätigkeit als Zimmermann oder Monteur von Fertighäusern dauernd nicht mehr möglich. Ohne Berück
sichtigung von Alter, Ausbildung, Herkunft, Habitus und Sprache erg
eb
e
sich folgendes Zumutbarkeitsprofil: Eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit (
Ma
xi
malbelastungen
15 kg)
sei
dem
Beschwerdeführer
ganztags vollzeitig zumutbar unter der Bedingung, dass die Tätigkeit nicht besondere Anforderungen an die Kraft un
d an die Feinmotorik im Bereich
der oberen Extremitäten erforder
e
.
2.2.2
In der ergänzenden Stellungnahme vom 1
4.
Mai 2
014
konstatierte
Dr.
A._
, dass der Tinnitus nicht unfallkausal sei
(
Urk.
7/152). Am 1
2.
Juni 2014 nahm er Stellung zum Integritätsschaden und notierte, dass gemäss Tabelle 1 über die Integritätsschädigung im
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (
UVG
)
eine vollständige obere
Plexuslähmung
mit einer Integritätsschädigung von 30
%
bewertet werde. Im vorliegenden Fall habe sich klinisch aber auch
neurogra
phisch
die Situation praktisch vollständig normalisiert, es persistiere einzig gemäss Angabe des Beschwerdeführers subjektiv eine mässige Dysästhesie an beiden Händen, eine sichere objektivierbare Pathologie sei nicht mehr gefunden worden. Er werte die einseitige Restschädigung als 1/6 der vollständigen Läh
mung, dies ergebe 5
%
, bei beidseitigem Befall also das Doppelte (
Urk.
7/173).
2.3
Der Untersuchungsbericht von
Dr.
A._
vom
4.
Februar 2014
(E. 2.
2.
1) sowie seine weiteren Stellungnahmen (E. 2.2.2) beruhen
auf allseitige
n Untersuchun
gen, berücksichtigen
die geklagten Beschwerden und wurde
n
in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist schlüssig und die Beurteilung
en
der medizinischen Situation leucht
en
ein. Auch sind die Schlussfolgerungen ausführlich begründet. Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit
des Berichts bzw. der Stellungnahmen
sprechen, bestehen keine. D
er Bericht von
Dr.
A._
vom
4.
Februar 2014 sowie seine Stellungnahmen erfüllen
daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Entscheidungsgrundlagen
(vgl. E. 2.1). Dies blieb auch seitens
des Beschwerdeführers
unbestritten.
2.4
Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar.
Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit (Maximalbelastungen 15 kg)
ist
ganztags vollzeitig zumutbar unter der Bedingung, dass die Tätigkeit nicht besondere Anforderungen an die Kraft un
d an die Feinmotorik im Bereich
der oberen Extremitäten erforder
t (E. 2.2.1)
.
3.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in qualitativer Hinsicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
3.1
3.1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.1.
2
Entgegen dem Wortlaut von
Art.
16 ATSG ist das
Valideneinkommen
nicht jenes Einkommen, welches die versicherte Person ohne Unfall erzielen könnte, sondern jenes Einkommen, welches sie überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall tatsächlich erzielen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst
angeküpft
, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person verdient hätte und nicht, von welchem Lohn sie gestützt auf den guten Glauben allenfalls hätte ausgehen können (mit weiteren Hinweisen:
Rumo
-Junger/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversiche
rungsrecht
, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 2012,
4.
Aufl., S. 126 f.).
3.1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninha
berinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergono
mische Funktions- und Leistungsprüfung). Die SUVA entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kennt
nis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die SUVA die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des
Auswahlermes
sens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die SUVA im
Einspracheent
scheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die SUVA nicht in der Lage, im Ein
zelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die SUVA hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechtskonfor
mität
der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen
Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibun
gen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leis
tungsmässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezi
fischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönli
chen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre,
Auf
enthaltsstatus
), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
3.2
Vor dem Unf
all war der Beschwerdeführer
tätig für die
Y._
AG, welche ihn jeweils an verschiedene Einsatzbetriebe weiter vermittelte. Entsprechend liegen verschiedene Einsatzverträge für die Jahre 2012 und 2013 vor (
Urk.
7/12/4 ff.), worin jeweils zwischen
Fr.
33.-- und
Fr.
34.-- Stundenlohn vereinbart wurden (inkl. Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie 1
3.
Monatslohn).
Aus den
vorliegenden Lohnabrech
n
ungen geht hervor, dass der Beschwerdeführer während den einzelnen Einsätzen
zum Teil auch zahlreiche
Überstunden leistete (
Urk.
7/11/4 ff.; vgl.
Urk.
7/20
und
Urk.
3/5
). Allerdings war er zwischen den einzelnen Einsätzen - soweit aus den Akten ersichtlich - jeweils während mehrerer Wochen nicht erwerbstätig (vgl.
Urk.
7/20;
Urk.
7/158/3 f.;
Urk.
7/162/2). Gemäss der Bestätigung der ehem
aligen Arbeitgeberin hätte
der Stundenlohn des Beschwerdeführers für das Jahr 2015
dem Stundenlohn im Jahr 2013 entsprochen, bzw. sich
nicht verändert (
Fr.
26.91 zzgl.
Fr.
2.61 1
3.
Monatslohn,
Urk.
7/233).
Aufgrund der in der Schweiz nur kurzen Dauer der Anstellung sowie der Unregelmässigkeit des erzielten Einkommens
erweist
es
sich als
schwierig, das
Valideneinkommen
konkret zu berechnen.
Die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Berechnung schlagen allerdings fehl (
Urk.
1): Seine Berechnung, wonach er die geleisteten Arbeitswochen zusam
menzählt und diese auf 52 Wochen aufrechnet, lässt ausser Acht, dass er zwi
schen den Einsätzen jeweils länger nicht arbeitete. Anhaltspunkte dafür,
dass er nun ohne grössere Unterbrüche durcharbeiten würde, bestehen nicht.
Insbeson
dere wäre es unzulässig keine Ferien zu beziehen (vgl.
Art.
329d
Abs.
2 des
Schweizerischen Obligationenrechts).
Auch Hinweise darauf, dass er e
ine Kaderfunktion ausüben würde
, liegen keine vor.
Allerdings ist
eine genaue Berechnung - wie folgend gezeigt wird
(E. 3.4)
- nicht notwendig.
3.3
Die Beschwerdegegnerin hat der Festsetzung des Invalideneinkommens fünf DAP-Blätter zugrunde gelegt (
Urk.
7/236;
Urk.
2). Bei den angeführten Arbeits
plätzen handelt es sich um Stellen als Reinigungsarbeiter (DAP-Nr. 9961),
Ver
packungsmittelhersteller
(DAP-Nr. 8316), Verpacker (DAP-Nr. 10727
und DAP-Nr. 4459)
und
Hilfsarbeiter (DAP-Nr. 6110)
.
Der Durchschnittlohn dieser fünf Arbeitsplätze beträgt für das Jahr 2015
Fr.
59‘996.40 (
Urk.
7/236). Die
Tätig
keiten entsprechen dem von Kreisarzt
Dr.
A._
erstellten Zumutbarkeitsprofil: Alle Täti
gkei
ten sind sehr leicht bis leicht
und erfordern keine besonderen Anforderungen an die Kraft und Feinmotorik im Bereich der oberen Extremitä
ten (vgl.
Urk.
7/236/4 ff.).
Die von der Beschwerdegegnerin ausgewählten Stel
len sind dem Beschwerdeführer entsprechend zumutbar.
Die Beschwerdegegnerin gab die Gesamtzahl der in Anbetracht der Einschrän
kung des Beschwerdeführers in
F
rage kommenden Arbeitsplätze, deren Höchst- und
Tiefstlohn
sowie den Durchschnittlohn der dem Behinderungsprofil ent
sprechenden Gruppe an (
Urk.
7/236/1 ff.).
Des Weiteren hat die
Beschwerdegeg
nerin
das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers dadurch gewahrt, dass die konkret herangezogenen DAP-Profile in den Akten vorhanden sind bzw. aufla
g
en (vgl. E. 3.1.3
;
Urk.
7/236) - die Zustellung ohne entsprechendes Ersuchen seitens des Beschwerdeführers ist nicht notwendig.
Damit sind vorliegend die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an einen Einkommensvergleich gestützt auf die DAP-Löhne erfüllt (vgl. E.
3.1.3
). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem
Einkommens
vergleich
den sich aus den fünf DAP-Profilen ergebenden Durchschnittslohn von
Fr.
59‘996.40 als Invaliden
einkommen zugrunde gelegt hat.
3.4
Um einen rentenrelevanten Invaliditätsgrad
von
9.5 %
bzw.
ge
rund
et
1
0 % zu erzielen müsste
der Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ein
Valideneinkommen
in Höhe von Fr.
66‘294.35
erzielen
(Fr.
59‘996.40 :
90.5 x 100 =
Fr.
66‘294.35).
Aufgrund der vor dem Unfall erzielten Ein
kommen, unter Berücksichtigung
des vorgeschriebenen Ferienbezugs,
der jeweils längeren Pausen zwischen den Eins
ätzen
(
Urk.
7/12/4 ff.;
Urk.
7/11/4 ff.;
Urk.
7/20
)
und der Angaben des ehemali
gen Arbeitgebers, dass sich der Lohn nicht verändert hätte (
Urk.
7/233) sowie mit Blick auf den im Jahr 2012 erzielten Lohn von
Fr.
43‘809.-- (
Urk.
7/162/2
;
Urk.
3/4
)
ist
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er
im Gesundheitsfalle
ein Einkommen in dieser Höhe generiert hätte bzw. generieren würde
(vgl. E. 3.2)
. Entsprechend ist
ein rentenrelevanter
Invalidi
tätsgrad
mit überwiegender Wah
rscheinlichkeit zu verneinen
.
E
ine exa
kte Bemessung des
Valideneinkom
mens
erübrigt sich damit.
3.5
Der
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
4.
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
61
lit
. a ATSG).