Decision ID: df929461-e6bc-48de-a9a3-0b31ab12d609
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1943 geborene, bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) mit Unfalldeckung obl
igatorisch krankenversicherte
X._
erlitt
am
1.
Mai 2012 in
Z._
,
A._
, einen Autounfall. Gemäss Deckungsanfrage der
Medicall
vom
2.
Mai 2012 betreffend Behandlung und
Aufenthalt im
B._
in
Z._
kam
der Versicherte aus noch nicht bekannten Gründen mit dem
Auto von der Strasse ab
und
fiel in eine Böschung
.
Die Diagnosen lauteten auf
diverse Prellungen, Schulter- und Rippenbrüche beidseits (
Urk.
8/4)
. Am
4.
Mai 2012 wurde der Versicherte mit
dem Ambulanzjet
der
Rega
nach
C._
rep
at
r
iiert (
Urk.
19/4) und ins Spital
D._
verlegt (vgl
.
Rechnung vom
7.
Juni 2012,
Urk.
21/6); am 1
0.
Mai 2012 erfolgte eine Überweisung ins
E._
, wo der Versicherte bis am 1
7.
Mai 2012 stationär behandelt wurde (
Urk.
21/10).
Am
5.
Juni 2012
suchte er
Dr.
me
d.
dent
.
F._
,
G._
,
auf
. Die Zahnärztin hielt im Zahnschadenformular vom 1
8.
Oktober 2012 als unfallbedingte Befunde Subluxationen/Luxa
tionen und Kr
one
n
frakturen ohne Pulpabe
teiligung
diverser Zähne
im
Ober- und
Unterkiefer
sowie eine Wurzelfraktur des Zahnes 26
fest
. Zudem notierte
Dr.
F._
unfallbedingte Verletzungen an der Ober
lippe und der linken Wange und einen Bruch der Kunststoffbrücke über die
Zähne 24-2
6.
Ihr Kostenvoranschlag
vom 1
8.
Oktober 2012
für die definitive Versorgung mit
tels Teilprothese und vier neuer Kronen belief sich auf Fr. 5‘013.65 (
Urk.
8/1)
, ein weiterer Kostenvoranschlag vom 2
1.
Januar 2013 auf Fr. 6‘100.25 (
Urk.
8/11). Mit Schreiben vom 1
8.
März 2013 lehnte die Krankenkasse
gestützt auf eine vertrauensärztliche Beurteilung
(
Urk.
8/10)
eine Kostenübernahme ab (
Urk.
8/12). Nachdem
sich
sowohl
Dr.
F._
als auch der Versicherte für eine Kostenübernahme durch die Versicherung ausgesprochen hatten
(
Urk.
8/13-14), verlangte die Krankenkasse weitere Unterlagen vom Versicherten und
von
der behandelnden Zahnärztin
und
holte
zusätzliche
vertrauenszahnärztliche Stel
lungnahme
n
ein (
Urk.
8/16
, 8/18-20, 8/24, 8/28
)
. Mit Verfügung vom 1
0.
April 2014 (
Urk.
8/33) und bestätigendem
Einspracheentscheid
vom 2
5.
November 2014 lehnte
die Krankenkasse ihre
Leistungspflicht ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den E
ntscheid
vom 2
5.
November 2014 liess
X._
am 1
2.
Januar 2015 Beschwerde erheben und beantragen, die Krankenkasse sei zur Übernahme der unfallbedingten Zahnbehandlung zu verpflichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 1
9.
Februar 2015
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7). Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2015 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Beschwerdeführer auf
gefordert darzulegen, ob er im Zeitpunkt des Unfalls über eine Unfall
versiche
rung verfügt habe
(
Urk.
9). Mit Repl
ik vom 1
0.
April 2015 liess der
Beschwer
deführer Stellung nehmen und am beschwerdeweise
gestellten
Antrag festhalten (
Urk.
11). Auch die Beschwerdegegnerin wich mit
der
Duplik vom 1
5.
Mai 2015 nicht von ihrem Antrag ab (
Urk.
15).
Auf telefonische Aufforderung des Gerichts (vgl. Telefon
notizen vom
7.
und 1
0.
Juni 2016
,
Urk.
17) reichte die Beschwerdegegnerin am
8.
und 1
4.
Juni 2016 weitere Unterlagen z
um Unfall vom
1.
Mai 2012 ein (
Urk.
19/1-8, 21/1-10). Der Beschwerdeführer verzichtete auf e
ine Stellungnahme dazu (
Urk.
24).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
, nachfolgend eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
2.
2.1
Nach
Art.
31
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
1a
Abs.
2
lit
. b des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) übernimmt die obligatorische
Kranken
pflegeversicherung
die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, die durch e
in
en
U
nfall
verursacht worden sind,
soweit dafür keine Unfallversi
cherung
aufkommt.
2.2
Die Frage der
Unfall
kausalität
beurteilt sich im Wesentlichen nach den gleichen Grundsätzen wie im Bereich der
Unfall
versicherung
: Vorausgesetzt ist zunächst, dass zwischen dem schädigenden Ereignis und dem behandelten Zahnleiden nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Hierfür
massgebend
sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitliche Beeinträchtigung nicht, nicht in gleicher Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre (
conditio
sine qua non). Es ist somit nicht erforderlich, dass der
Un
fall
die alleinige oder unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störung ist;
blosse
Teilursächlichkeit genügt. Sodann kann die Haftung der Versicherung nicht mit der Begründung ausgeschlossen werden, eine (körperli
che) Gesundheitsschädigung sei weitestgehend einem massiven Vorzustand zuzuschreiben, und de
m
Unfall
ereignis
komme demgegenüber nur untergeord
nete Bedeutung zu. Nur wenn aufgrund des Vorzustands ein alternativer, all
täglicher Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe
Gesundheits
schädigung
hätte bewirken können, der
Unfall
mit andern Worten einen belie
bigen und austauschbaren - im Ursache-Wirkungszusammenhang mithin bedeutungslosen - Anlass darstellt, ist die natürliche
Unfall
kausalität
zu vernei
nen (Gelegenheits- oder Zufallsursache; Urteil des Bundesgerichts 9C_242/2010 vom 2
9.
November 2010
E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
2.3
Bei organisch objektiv au
sgewiesenen Gesundheitsschäden,
einschliesslich
Zahn
schäden
, deckt sich die natürliche weitgehend mit der - für die
Leistungs
pflicht
weiter vorausgesetzten - adäquaten
Unfall
kausalität
. Hier spielt mithin die unter Adäquanzgesichtspunkten entscheidende Frage, ob das
Unfall
ereignis
nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint, für die Begründung der
Leis
tungspflicht
praktisch keine Rolle.
Bei Zahnschäden mit im
Unfall
zeitpunkt
krankhaftem Vorzustand könnte die adäquate Kausalität - analog zur natürlichen (E. 2.2
hievor
) - nur dann verneint werden, wenn anzunehmen wäre, dass der durch einen krankhaften Vorzustand geschwächte Zahn zur annähernd gleichen Zeit selbst einer normalen Belastung nicht standgehalten hätte (Urteil des Bundesgerichts 9C_242/2010 vom 2
9.
November 2010, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
2.4
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrund
satz
beherrscht (
Art.
61
lit
. c
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes
sen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre
lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2,
122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer
Beweisfüh
rungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweis
losigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Vertrauensärztliche Stellungnahmen haben beweisrec
htlich den gleichen Stellen
wert
wie verwaltungsinterne Arztberichte und Gutachten eines öffentli
chen UVG-Versicherers (Urteil des Bundesgerichts K 6/01 vom 2
6.
September 2001 E. 5b). Praxisgemäss darf auf die Angaben ein
es Versicherungsarztes abgestellt werden, wenn er auf
g
rund einer sachverständigen Würdigung der medizinischen Akten (namentlich auch der Angaben der behandelnden Ärzte) zu klaren und schlüssigen Resultaten kommt (vgl. sta
tt vieler BGE 125 V 351
E.
3b/
ee
).
3.
3.1
Ausser
Frage
steht, dass der Beschwerdeführer
am
5.
Juni 2012 in
A._
einen Verkehrsunfall erlitten
hat. Auch steht nunmehr ausser Zweifel
(vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers zur Frage der Versicherungs
-
unterstellung
in
Urk.
11 S. 2),
dass die Unfalldeckung mangels Vorliegens einer anderweitigen Unfallversicherung über die obligatorische Krankenpflege
-
versicherung
gemäss
Art.
1a
Abs.
2
lit
. b KVG in Verbindung mit
Art.
4 ATSG
besteht
.
3.2
Streitig und zu prüfe
n ist, ob die Beschwerdegegnerin
für die Behandlung der
Zähne 23,
26,
31
, 32, 41 und 42
infolge von Subluxationen und der Zähne 24, 31, 32, 41, 42 und 43 infolge von Kronenfakturen ohne
Pulpabeteilungen
sowie der Zähne 25 und 26 infolge von Wurzelfrakturen und des Bruchs der
Ver
blen
d
brücke
24-25-26
aus
der
obligatorische
n
Krankenpflegeversicherung
leis
tungspflichtig
ist.
Dabei fällt als Anspruchsgrundlage für die fragliche Kostenübernahme einzig
Art.
31
Abs.
2 KVG in Betracht,
da eine unmittelbar gestützt auf
Art.
17 ff., ins
besondere
Art.
17
lit
. b der Verordnung des
Eidgenössischen Departement
s
des Innern (
EDI
)
über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vom 2
9.
Se
ptember 1995 (KLV
) leistungspflichtige (Vor-)Erkrankung der
betroffenen
Zähne
zu Recht
nicht zur Diskussion steht.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im angefochtenen Ent
scheid im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilungen des Vertrauenszahnarztes
Dr.
med.
dent
.
H._
vom
4.
März 2013 (
Urk.
8/10),
2
4.
Juli 2013 (
Urk.
8/24) und vom 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
8/28), wonach das
Gebiss des Beschwerdeführers vor dem Unfall in einem unsanierten Zustand gewesen sei und die Zähne unter den gegebenen Umständen auch aufgrund einer alltäg
lichen Kaubelastung hätten frakturieren können. Zudem
seien die behaupteten Schäden
auf den Röntgenbildern nicht ersichtlich, weshalb der Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfall und den Schädigungen bloss möglich und damit nicht
rechtsgenüglich
erstellt sei (
Urk.
2).
4.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen im Wesentlichen ausführen, sein Gebiss habe bis zum Unfall den alltäglichen Belastungsfaktoren problemlos u
nd beschwerdefrei standgehalten, was mit an Sicherheit grenzender Wahrschein
lichkeit auch weiterhin der Fall gewesen wäre
. Er habe nicht optimal, aber aus
reichend versorgte Zähne gehabt
, was durch die Tatsache belegt werde, dass im Anschluss an die letzte dentalhygienische Behandlung vom
3.
April 2012 keine umgehenden
zahnärztlichen
Behandlungen erforderlich gewesen se
ien. Das Unfallereignis und die Verursachung der Zahnschäden durch den Unfall seien ausreichend belegt; der Wegfall der Kausalität sei von der Beschwerdegegnerin zu belegen, was ihr jedoch mit ihren unbelegten Vermutungen klar nicht gelun
gen sei
(
Urk.
1
, 11
)
.
5.
5.1
Gemäss Angaben im Zahnschadenformular vom 1
8.
Oktober 2012
respektive demjenigen vom 1
4.
Januar 2013
von
Dr.
F._
hat
der Beschwerdeführer beim Unfall vom
1.
Mai
2012 einen Schlag auf den Kopf erhalten.
Anlässlich der Behandlung vom
5.
Juni 2012 seien noch Verletzungsfolgen an der Ober
lippe und der linken Wange feststellbar gewesen.
Unfallb
edingt seien die Zähne 31
, 32
, 41 und 42 subluxiert und die Zähne 25 und 26
luxiert
gewesen
.
Als unfallbedingte Befunde notierte sie zudem Kronenfrakturen ohne
Pulpabeteili
gung
an den Zähnen
31-33, 41-42 sowie 24 und Wurzelfrakturen der Zähne 25 und 2
6.
Zudem sei die Verblendbrücke 24-26 gebrochen
gewesen
. Als Sofort
massnahme habe sie die Vitalität der Frontzähne
im
Ober- und Unterkiefer geprüft und den gebrochenen
Retainer
in der Unterkieferfront neu befestigt, die Zähne 25 und 26 extrahiert und
Zahn 43 mit einer
Compositfüllung
versehen.
Als definitive Versorgung schlug
Dr.
F._
eine neue Krone für den Zahn 24 und eine Teilprothese für die fehlenden Zähne im linken Oberkiefer vor.
Zum allgemeinen Zustand des Gebisses ist den Zahnschadenformularen zu
ent
nehmen
, dass es 8 wurzelbehandelte und
12
(vgl.
Urk.
8/1)
respektive 15
(vgl.
Urk.
8/11)
gefüllte Zähne und zwei Verblendbrücken aufwies. Das Vor
-
liegen
parodontal
geschädigter Zähne verneinte
Dr.
F._
ebenso wie das Vorlie
gen nicht behandelter defekter Zähne (
Urk.
8/1, 8/11).
5.1.1
Gemäss Beurteilung von
Dr.
H._
vom
4.
März 2014, welche im Wesent
lichen gestützt auf die von
Dr.
F._
eingereichten 6 Röntgenbilder vom 2
1.
Juni bis
3.
Oktober 2012 erging,
waren
die beschriebenen Schäden auf den Röntgenbildern nicht ersichtlich, handle es sich doch um verzerrte, zum Teil überbelichtete Bilder. Der Zahn 26 zeige eine massive apikale Aufhellung, der Zahn 25 könne nicht beurteilt werden. Die Unterkieferfrontzähne seien stark gefüllt, die Schäden jedoch nicht dargestellt.
Insgesamt lautete seine Beurteilung dahingehend, dass der Beschwerdeführer ein unsaniertes, ungepflegtes Gebiss habe. Die Schäden in der Unterkieferfront seien nicht ersichtlich, die Zähne jedoch stark vorbehandelt. Die Fraktur des Drahtes sei unwahrscheinlich, da er nicht im Zahnzwischenraum, sondern in
der Mitte der Krone dargestellt sei. Diese
Diskonuität
habe schon vorbestanden. Aufgrund des Zustandes der Restzähne müsse davon ausgegangen werden, dass die angeblich unfallbetroffenen Zähne auch normaler Kaubelastung nicht standgehalten hätten (
Urk.
8/10).
5.1.2
Dr.
F._
hielt mit Schreiben vom
8.
April 2013 dagegen, dass
die Röntgenbil
der
in Ordnung seien und darauf alles ersichtlich
sei
, was in diesem Fall notwendig sei. Das Gebiss des Beschwerdeführers weise zwar diverse Flick
arbeiten auf,
es
sei aber vor dem Unfall mit Sicherheit saniert gewesen. Der Beschwerdeführer habe jahrelang mit diesem Gebiss sehr gut funktioniert und es habe auch der alltäglichen Kaubelastung standgehalten (
Urk.
8/13).
Der Beschwerdeführer teilte der Beschwerdegegnerin am 1
0.
Juni 2013 mit, dass sie bereits über sämtliche vorhandenen Röntgenbilder verfüge. Er sei in den letzten 10 Jahren meistens bei verschiedenen Zahnärzten in
A._
in Behandlung gewesen
, wo es nicht üblich sei, Röntgenbilder zu erstellen, weil die meisten Praxen keine Apparaturen hätten.
Dr.
F._
habe er 1998 ein
mal für eine professionelle Zahnreinigung aufgesucht, dann erst wieder im Jahr 2010 (
Urk.
8/23).
In einer neuerlichen Stellungnahme vom 2
4.
Juli 2013 bekrä
ftigte
Dr.
H._
, dass die erhaltenen Röntgenbilder von schlechter Qualität seien. Ersichtlich seien diverse massive
parodontale
Knocheneinbrüche (44, 45, 46) nebst einem generalisierten horizontalen Knochenabbau. Es könne sicher nicht von einem sanierten Gebiss vor dem Unfall ausgegangen werden. Zutref
fend sei, dass
diverse Flickarbeiten durchgeführt worden seien, jedoch habe es sich dabei mehr um provisorische insuffiziente Flicke gehandelt. Die
beurteil
baren
Kronenränder der Brücke im Oberkiefer links seien
massivst
überschüssig und die Ränder mit Füllungen geflickt. Das Unfallröntgenbild der Zähne 25 und 26 sei schlecht beurteilbar (überbelichtet). Einzig eine apikale Entzündung der
mesio
-bukkalen Wurzel von Zahn 26 sei dargestellt. Die beschriebenen Schäden könnten somit nicht beurteilt werden. Auf dem Röntgenbild vom
3.
Oktober 2012
sei ersichtlich, dass Zahn 24 nicht überkront sei, sondern
,
dass der
wur
zelbehandelte
Zahn mit einem grossen
Kompositaufbau
versorgt sei. Die
Unter
kieferfrontzähne
seien mit grossen Füllungen und zum Teil mit Schrauben zur
Rententionserhöhung
versorgt; die erhöhte Beweglichkeit sei bedingt durch den horizontalen Knochenabbau und den damit verbundenen Verlust der Veranke
rung. Die Zähne seien
vor dem Unfall bereits
geschient gewesen, um die Stabi
lität zu erhöhen. Unter den gegebenen Umständen und dem Zustand der Zähne hätten diese auch unter einer alltäglichen Kaubelastung frakturieren können (
Urk.
8/24).
5.1.3
Gegenüber der Rechtschutzversicherung des Beschwerdeführers beantwortete
Dr.
F._
im Schreiben vom 1
4.
August 2013 mehrere Fragen zur Beurtei
lung von
Dr.
H._
dahingehend, dass der Beschwerdeführer gut ver
sorgte Zähne mit Brücken und Füllungen gehabt habe. Zur Erkennbarkeit der Schäden erklärte sie, dass man beim Zahn 26 die Bruchstelle beim Pfeiler sehe; was den frakturierten Draht anbelange, seien 2 Resten des gebrochenen Drah
tes auf dem Röntgenbild zu erkennen
.
Ohne den Unfall wären die Zähne gemäss ihrer Einschätzung nur mit einer äusseren Krafteinwirkung, nicht bei einem normalen Kauvorgang frakturiert (Beilage zu
Urk.
8/17).
Gemäss
Stellun
g
nahme
hierzu von
Dr.
H._
vom 1
0.
Januar 2014
war eine Beurteilung des Rönt
genbildes vom 2
1.
Juni 2012, welches insbesondere im
2.
Quadranten von mangelhafter Qualität sei, fast nicht möglich. Die
distobukkale
Wurzel habe einen Verlaufsunterbruch unterhalb der Krone. Au
ch scheinen gemäss seiner Beurteilung die anderen Wurzeln
durch Sekundärkaries nicht mehr mit der Krone in Verbindung zu stehen, ausser mit dem
Wurzelfüll
material
, welches jedoch keine Stabilität bringe. Zirkulär um die Wurzeln sei eine massive Entzündung bis in die Kieferhöhle reichend dargestellt. Was den angeblich gebroch
enen Draht anbelange, müsse ein
Draht für eine Schienung über mindestens 3 Zähne ohne Unterbruch an den Zähnen befestigt werde
n
und eine gewisse Dicke aufweisen. Komme es zu einem Bruch, so sei dieser im Zahnzwischenraum und nicht mitten in der Klebestelle. Gehe man im vorlie
genden Fall trotzdem von ei
ner Fraktur des Drahtes aus, so müssten die
Nach
barzähne
auseinandergewandert sein, da die beiden Drahtenden zirka 1mm
voneinander entfernt lägen. Dies sei jedoch nicht der Fall, weshalb davon aus
gegangen werden müsse, dass die Schienung nicht korrekt vorgenommen wor
den sei und seit je aus zwei Einzelstücken bestanden habe (
Urk.
8/28).
6
.
6
.1
Im Rahmen der Würdigung der zahnärztlic
hen Unterlagen
ist zunächst zu beach
ten, dass der Unfallhergang aufgrund
der Aktenlage
nur bedingt rekon
struierbar ist. Jedoch lassen die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen auf ein massives Unfallereign
is schliess
en.
Der Beschwerdeführer wurde am
4.
Mai 2012 mit einem Ambulanzflugzeug der
Rega
repratiiert
. Die Diagnosen in der ärztlichen Bestätigung der
Rega
vom
4.
Mai 2012 lauteten auf ein
Thoraxtrauma
bei Autounfall am
1.
Mai 2012 in
A._
mit
Lungen
kontusionen
, Rippenfrakturen
mit
Hämothorax
beidseits, eine
Scapulafraktur
recht
s
und
auf einen
Verdacht auf eine
contusio
cordis
. Ausserdem wurden Weichteilverletzu
ngen
periorbital
links und am
Hä
motosinus
maximus
links erwähnt (
Urk.
19/4).
Gemäss medizinischer Information von
Dr.
I._
zu
Handen
der
Medicall
erlitt
der Beschwerdeführer
Rippenfrakturen rechts sowie eine Fraktur an der rechten Augenhöhle
(recte wohl: linken)
und der
linken Nasennebenhöhle
(
Urk.
19/3 S. 2). In einer Verordnung zur Physio
therapie vom 1
6.
Mai 2012 findet sich unter anderem die Diagnose einer
unfall
bedingten
Orbitabodenfrakt
ur
links (
Urk.
21/
5
)
und
in der TP-Rechnung zum Aufenthalt im
E._
die Tarifziffer B79Z, Schädelfrakturen (
Urk.
21/10)
.
Die Aktenlage lässt folglich auf eine erhebliche Verletzung im Bereich der lin
ken Gesichtshälfte auf Höhe Augen-/Nasennebenhöhle schliessen, welche Bestätigung findet in den von
Dr.
F._
am
5.
Juni 2012 noch festgestellten Verletzungs
folgen im Bereich
der link
en Wange
(
Urk.
8/1, 8/11). Hieraus ist zu schliessen, dass der Unfallhergang sowohl von seiner Heftigkeit her als auch aufgrund der erlittenen Gesichtsverletzungen durchaus geeignet war, die behaupteten Schäden des Kausystems und dabei im Besonderen diejenigen im linken oberen Quadranten von Zahn 23 bis 26 zu verursachen.
Auch rechtfertigen sich aufgrund der Aktenlage keine ernsthaften Zweifel daran, dass ein normaler Kauvorgang
oder ein anderer alltäglicher
Belastungs
faktor
die behaupteten Schäden im Kausystem
nicht in der eingetretenen Art, mithin der Gesamtheit der behaupteten Schäden
hätte verursachen können.
Dr.
F._
legte in ihrem Schreiben vom
8.
April 2013 nachvollziehbar dar, dass das Gebiss des Beschwerdeführers zwar diverse Flickarbeiten aufgewiesen habe, jedoch grundsätzlich saniert gewesen sei und eine alltägliche
Kaubelas
tung
gut vertragen habe (
Urk.
8/13). Das Gebiss des Beschwerdeführers wies gemäss
Zahnschadenformular vom 1
4.
Januar 2013 15 g
efüllte Zähne und zwei Verblend
brücken auf (
Urk.
8/11). Auch wenn die offensichtlich mehrheitlich in
A._
durchgeführten zahnärztlichen Massnahmen möglicherweise nic
ht dem hiesigen Standard entspra
chen,
kann doch nicht von einem unsanierten Gebiss ausgegangen werden, welches
einer alltäglichen Kaubelastung in der Weise nicht standgehalten hätte, dass mehrere Zähne bei einer normalen Belastung gleichzeitig Subluxationen und Kronenfrakturen erlitten hätten, eine Wurzelfraktur ein
getreten wäre und eine Verblend
brücke gebrochen wäre. Hierfür reicht auch die Begründung von
Dr.
H._
, wonach angeblich massive
parodontale
Knocheneinbrüche im Bereich der Zähne 44-46
und ein generalisierter horizontaler Knochenabbau
zeigten, dass ein unsaniertes Gebiss vorgelegen habe, welches unter einer alltäglichen Kaubelastung
hätte
fraktu
rieren können
(
Urk.
8/24 S. 2)
, nicht aus.
Nach Lage der Akten hatte der Beschwerdeführer bis zum Unfallzeitpunkt keine Probleme beim normalen
Kauakt
; auch fehlen Hinweise auf geplante zahnärztli
che Massnahmen. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Einschätzung von
Dr.
F._
, wonach
das Gebiss bis zum Unfall für normale
Belastungen funktionstüchtig
gewesen
sei
, als einleuchtend und am
W
ahrscheinlichsten den Tatsachen entsprechend.
Mithin besteht kein Anlass, den versicherten Unfall als blosse Zufallsursache (vgl. obige Erwägung 2.2) zu betrachten und gestützt darauf den Ursache-Wirkungszusammenhang zu den behaupteten Zahnschäden zu verneinen.
6.2
Schwieriger zu beantworten, ist die Frage,
welche der von
Dr.
F._
in den Zahnschadenformularen vom 1
8.
Oktober 2012 und vom 1
4.
Januar 2013
(
Urk.
8/1, 8/11)
als unfallbedingt
aufgeführten Schäden überhaupt mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
vorgelegen haben
.
Im Zusammenhang mit den beschriebenen unfallbedingten Befunden der Zähne 24 bis 26 erachtete
Dr.
H._
auf dem Röntgenbild vom 2
1.
Juni 2012
einzig
eine apikale Aufhellung bei Zahn 26 als er
sichtlich
; Zahn 25 sei
zwar auf dem Bild, jedoch nicht beurteilb
ar
(
Urk.
8/10 S. 2). Nachdem sich
Dr.
F._
in ihre
n
Schreiben
8.
April 2013 (
Urk.
8/13) und vom 1
4.
August 2013 (
Urk.
8/27 S. 2) dafür ausgesprochen hatte, dass di
e Schäden und dabei insbe
sondere die Bruchstelle beim Pfeiler Zahn 26 ersichtlich seien, erkannte
Dr.
H._
gemäss Stellungnahme vom 1
0.
Januar 2014 auf denselben Röntgenbildern nunmehr einen Verlaufsunterbruch der
distobukkalen
Wurzel Zahn 26 und eine Sekundärkaries, welche er als ursächlich für den fehlenden Kontakt
auch
der andern Wurz
eln mit den Kronen erachtete. Eine Erklärung für die nunmehrige
Beurteilbarkeit der Röntgenbilder findet sic
h in seinen Aus
führungen nicht, dies obwohl er die Qualität der Bilder weiterhin als ungenü
gend betrachtet
e
.
Auch in Bezug auf die geltend gemachten Schäden
an den Zähnen im
Unterkie
ferfrontbereich
(Kronenfrakturen ohne Pulpabeteiligun
g der Zähne 31, 32, 41, 42, 43)
verneinte
Dr.
H._
die Erkennbarkeit
auf
den vorhandenen Röntgenbildern, da diese verzerrt und zum Teil überbelichtet seien
. Auch stellte er die Fraktur des
Retainers
in Frage (
Urk.
8/10
, 8/24
)
, respektive stellte sich auf Standpunkt, die Schienung sei nicht korrekt vorgenommen worden und habe seit je aus zwei Einstellungstücken bestanden (
Urk.
8/28)
. Ob dem so ist, oder
ob
die behaupteten Schäden vielmehr wi
e von
Dr.
F._
vertreten
(
Urk.
8/13), erkennbar sind
, kann
angesichts der widersprüchlichen Interpretation der Rönt
genbilder durch behandelnde Zahnärztin und den Vertrauenszahnarzt
vom Gericht nicht
abschliessend
beurteilt werden
.
Eine zusätzliche neutrale zahnärztliche Beurteilung der behaupteten Schäden im Kausystem ist unabdingbar.
Die Sache ist
daher an die Beschwerdegegnerin zur Einholung einer
externen
zahnärztlichen Beurteilung
zur Abklärung der Frage, welche Schäden am Kausystem beim Versicherten nach
dem
Unfall vom
1.
Mai 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorgelegen haben
,
und zu neuerli
chem Entscheid über ihre Leistungspflicht zurückzuweisen.
Ob sich für eine
rechtsgenügliche
Beurteilung eine persönliche Untersuchung
des Beschwerde
führers
als notwendig erweist oder eine blosse Aktenbeurteilung
ausreichende
Erkenntnisse liefert, ist der sodann zu beauftragenden zahnärztli
chen
Fachper
son
zu überlassen.
Sinnvollerweise holt die Beschwerdegegnerin vor der Auf
tragserteilung die Akten des
E._
zum stationären Aufenthalt vom 1
0.
bis 1
7.
Mai 2012 und der dort durchgeführten Behandlung der Schädel
frakturen des Beschwerdeführers ein.
Im Rahmen des neuen Entscheids über ihre
Leis
tungspflicht
ist die Beschwerdegegnerin gehalten, obige Erwägungen zur Frage der Kausalität (E. 6.1) zu berücksichtigen.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindun
g mit
Art.
34 des
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwen
dung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer
Prozessentschä
digung
von
Fr.
1‘100.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).