Decision ID: 6fcb49dd-fcf0-5501-835b-bf22188c4879
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._ AG als Servicetechniker
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Mit
Schadenmeldung UVG vom 13. Januar 2020 meldete die Arbeitgeberin der Suva, der
Versicherte habe sich beim Fussballspielen am 10. Januar 2020 das rechte Knie
verdreht und eine Verdrehung/Verstauchung erlitten (Suva-act. 1).
A.a.
Die Erstbehandlung fand ebenfalls am 13. Januar 2020 durch Dr. med. C._,
Praktische Ärztin, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, Medbase/santémed Gesundheitszentren AG statt. Gemäss dem
am 28. Januar 2020 bei der Suva eingegangenen Arztzeugnis UVG hatte der
Versicherte gegenüber Dr. C._ angegeben, seit einem Fussballspiel am 10. Januar
2020 eine Schwellung und Schmerzen im rechten Knie verspürt zu haben. Er wisse
jedoch nicht, ob er sich das Knie verdreht habe oder ob ein Ball angeprallt sei. Unter
der Rubrik "Allgemeinzustand" hatte Dr. C._ einen Knorpelschaden Knie links und
eine Psoriasis aufgeführt. Klinisch hatte Dr. C._ als Befund am rechten Knie eine
Flexion/Extension 100-0-0 Grad, eine Schwellung, keine Rötung, einen mässigen
Erguss und einen Druckschmerz beim medialen Gelenkspalt erhoben. Das vordere
Kreuzband und die Seitenbänder waren ohne pathologischen Befund gewesen. Mit der
gleichentags durchgeführten Röntgen-Untersuchung war eine Fraktur am rechten Knie
ausgeschlossen und der Befund einer etwas medial betonten Gonarthrose mit
Gelenkspaltverschmälerung erhoben worden (Suva-act. 12). Basierend auf einer am 14.
A.b.
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Januar 2020 durch Dr. med. D._, Radiologie Nordost, Diagnosezentrum E._,
durchgeführten MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks (Suva-act. 10) hatte Dr.
C._ im Arztzeugnis UVG als Diagnosen eine Chondropathie 4. Grades an der
lateralen Patellafacette und einen Innenmeniskusriss am rechten Knie erhoben.
Anlässlich der Erstbehandlung hatte sie dem Versicherten vom 13. bis 18. Januar 2020
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 12, vgl. auch Suva-act. 9). Mit
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 22. Januar 2020 hatte sie diese bis 26. Januar 2021
verlängert und vom 27. bis 31. Januar 2021 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(Suva-act. 11-2).
Am 26. Januar 2020 hatte der Versicherte der Suva ausserdem einen Fragebogen
zu den tatsächlichen Verhältnissen des Ereignisses vom 10. Januar 2020 beantwortet
(Suva-act. 13).
A.c.
Am 13. Februar 2020 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med.
F._, Facharzt für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, zur Beurteilung ihrer
Leistungspflicht vor. Gestützt auf die am selben Tag abgegebene kreisärztliche
Beurteilung, der Schaden am Innenmeniskus des rechten Knies sei degenerativ und
somit auf Abnutzung zurückzuführen (Suva-act. 16), lehnte es die Suva gegenüber dem
Versicherten mit formlosem Schreiben, ebenfalls vom 13. Februar 2020, ab, Leistungen
für die gemeldeten Kniebeschwerden rechts zuzusprechen. Es liege weder ein Unfall
noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor (Suva-act. 17).
A.d.
Nachdem der Versicherte am 8. April 2020 der Suva telefonisch mitgeteilt hatte,
dass er mit der Ablehnung vom 13. Februar 2020 nicht einverstanden sei (Suva-act.
23), und Dr. C._ die Suva im Namen des Versicherten mit Schreiben vom 28. April
2020 um eine nochmalige Prüfung ihrer Leistungspflicht ersucht hatte (Suva-act. 24),
hielt letztere nach Einholung einer weiteren kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F._
vom 30. April 2020 (Suva-act. 25) mit formlosem Schreiben vom selben Tag an ihrer
Leistungsablehnung fest (Suva-act. 26).
A.e.
Mit Schreiben vom 11. Juni 2020 äusserte sich Dr. C._ erneut zugunsten des
Versicherten zum Vorfall vom 10. Januar 2020 (Suva-act. 28), worauf die Suva die
Leistungsablehnung mit Verfügung vom 17. Juni 2020 bestätigte (Suva-act. 29).
A.f.
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B.
C.

Considerations:
Erwägungen
1.
Gegen die Verfügung vom 17. Juni 2020 erhob der Versicherte mit Eingabe vom
30. Juni 2020 Einsprache (Suva-act. 35-1).
B.a.
Nach der Einholung einer ausführlichen kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F._
(Suva-act. 37) wies die Suva die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 14.
Dezember 2020 ab (Suva-act. 45).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 26. Januar 2021 (Datum Postaufgabe) und unter
Bezugnahme auf eine am 27. März 2020 an die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) gesandte E-Mail betreffend "Antrag zur Neubeurteilung (...)"
"Einsprache" (richtig: Beschwerde; act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei
(act. G 3).
C.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 4 f.).C.c.
In formeller Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob auf die Beschwerde einzutreten ist. Die
Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeschrift genüge den
Mindestanforderungen an die Begründungspflicht von Art. 61 lit. b des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) nicht. Der Beschwerdeführer beschränke sich weitgehend auf einen Verweis auf
die an sie gerichtete E-Mail vom 27. März 2020, ohne sich mit den Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid auseinanderzusetzen und mit sachbezogener
Begründung anzugeben, in welchen Punkten und aus welchen Gründen der
Einspracheentscheid angefochten werde (act. G 3, S. 2 Ziff. 5).
1.1.
Gemäss Art. 61 lit. b ATSG muss die Beschwerde eine gedrängte Darstellung des
Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Genügt sie
1.2.
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2.
In materieller Hinsicht ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht für das von der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers mit der
Schadenmeldung UVG vom 13. Januar 2020 gemeldete Ereignis vom 10. Januar 2020
bzw. für den Knieschaden rechts zu Recht verneint hat.
diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht der
beschwerdeführenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und verbindet
damit die Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird. An die
Begründung der Beschwerde sind keine allzu strengen Anforderungen zu stellen. Das
gilt in besonderem Mass für Laienbeschwerden, bei welchen die Hürden niedrig
anzusetzen sind (Urteile des Bundesgerichts vom 6. März 2018, 2C_216/2018, E. 3.1,
und 10. Juli 2003, 2A.603/2002, E. 2; Bollinger Susanne, N 28 zu Art. 61, in: Ghislaine
Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/ Kurt Pärli [Hrsg.], Allgemeiner Teil des
Sozialversicherungsrechts, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK ATSG]).
Die vorliegend zu beurteilende Beschwerdeeingabe enthält zwar keine
umfassenden materiellen Ausführungen, doch verweist der Beschwerdeführer darin auf
eine E-Mail vom 27. März 2020, in welcher er sich gegenüber der Beschwerdegegnerin
zumindest sachbezogen mit deren Leistungsablehnung auseinandergesetzt hatte. Mit
seinen Ausführungen bezüglich Gesundheitskosten bzw. Kostenbewusstsein und
Einkommenssituation geht der Beschwerdeführer zwar nicht die vorliegenden
Rechtsfragen an, doch ist auch nicht erforderlich, dass die Begründung zutrifft (BGE
123 V 335 E. 1a, 118 Ib 134 E. 2). Aus der vorliegenden Beschwerdebegründung bzw.
der obgenannten E-Mail ist jedenfalls genügend klar erkennbar, dass der
Beschwerdeführer eine erneute Prüfung seiner Ansprüche gegenüber der
Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der Knieproblematik rechts wünscht,
dass er das Ereignis vom 10. Januar 2020 im Unterschied zur Beschwerdegegnerin als
Unfall betrachtet und deren Leistungsablehnung unter anderem deshalb nicht
nachvollziehen kann, weil er vor dem Fussballspiel am 10. Januar 2020 gemäss seinen
Angaben beschwerdefrei gewesen sei (vgl. dazu BSK ATSG-Bollinger, N 30 zu Art. 61;
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 89 zu Art. 61). Insgesamt und unter
Berücksichtigung des Umstandes, dass der Beschwerdeführer nicht von einer
rechtskundigen Person vertreten war, genügen seine Ausführungen den an eine
Beschwerde gestellten Mindestanforderungen. Entsprechend ist auf die Beschwerde
einzutreten.
1.3.
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3.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.
3.1.
Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder
den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit
nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne
Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor
allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat (BGE 112 V 202
f. E. 1). Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet und nach einem objektiven
Massstab nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich
alltäglich und üblich ist (BGE 134 V 76 E. 4.1). Ob dies zutrifft, beurteilt sich im
Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (André
Nabold, N 22 zu Art. 6, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Hofer Irene, N 32 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; BGE 134 V 76 E. 4.1 und 129 V 404
E. 2.1; je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des
ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer
unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das
Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter
Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“
beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert,
ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu
verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht.
Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt (BGE 130 V
118 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2; je mit
Hinweisen).
3.2.
Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118
E. 2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn
dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV
3.3.
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1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko
einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist
auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der
Ausführung sich aber in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S.
185 E. 4.4).
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der
leistungsansprechenden Person glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es
nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein
Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen
wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht
werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die
Umstände des Ereignisses ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise
abzuklären. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen
Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 29 mit Hinweisen; BSK
UVG-Hofer, N 9 ff. zu Art. 6; KOSS UVG-Nabold, N 9 zu Art. 6). Das Gericht stellt auf
jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu BGE 115 V 142 f. E. 8b; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.:
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Sozialversicherungsrecht, die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht). Wird auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses
nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch
erhebenden Person auswirkt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 29; Kieser, a.a.O., N 70
f. zu Art. 43; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 56 f.). Bei sich widersprechenden Angaben
der versicherten Person über den Ereignishergang kann praxisgemäss auf die
Beweismaxime abgestellt werden, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere
Darlegungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die
versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die
sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen, die
sie nach einer Ablehnungsmitteilung oder -verfügung des Versicherers getan hat (BGE
121 V 47 E. 2a mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.). Die Anwendbarkeit
dieser Beweismaxime setzt allerdings voraus, dass die Aussage präzise und vollständig
3.4.
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4.
aufgezeichnet worden ist (Anna Katharina Pantli/Ueli Kieser/Volker Pribnow, Die
"Aussage der ersten Stunde" im Schadensausgleichsrecht - und die Mangelhaftigkeit
ihrer Aufzeichnung, AJP 2000/10, S. 1200 ff.).
Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse durch den
Unfallversicherer erfolgt oft mittels Frageblättern. Im Vordergrund stehen entsprechend
Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden
Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen
Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er dem
Untersuchungsgrundsatz bzw. seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich
nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte
Person einen bestimmten, bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als
Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung
erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist
nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur
weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_215/2013, E. 4).
3.5.
Zu prüfen ist zunächst, ob sich am 10. Januar 2020 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein Unfall ereignet hat und dabei insbesondere, ob im Sinne der
Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4 ATSG vom Vorhandensein eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors ausgegangen werden kann.
4.1.
Gemäss der von der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers am 13. Januar 2020
eingereichten Schadenmeldung UVG hat sich dieser am 10. Januar 2020 beim
Fussballspielen das rechte Knie verdreht und eine Verdrehung/Verstauchung erlitten
(Suva-act. 1). Nach Eingang der Schadenmeldung UVG hat die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt mit einem Fragebogen detailliert erhoben (Suva-act. 13). Darin
schilderte der Beschwerdeführer am 26. Januar 2020 ein "Verdrehen oder Schlag auf
Knie beim Fussballspielen in der Turnhalle". Er habe seit dem 10. Januar 2020
Beschwerden. Er spiele seit Jahren in der Halle Fussball, worauf der Schaden
zurückzuführen sei. Auf die konkrete Frage, wann sich Beschwerden bemerkbar
gemacht hätten, gab der Beschwerdeführer den 11. Januar 2020 an. Gegenüber der
erstbehandelnden Ärztin hatte der Beschwerdeführer gemäss Arztzeugnis UVG am 13.
Januar 2020 angegeben, seit einem Fussballspiel am 10. Januar 2020 eine Schwellung
und Schmerzen im rechten Kniegelenk verspürt zu haben. Ob er sich das Bein verdreht
4.2.
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habe oder ein Ball angeprallt sei, wisse er nicht (Suva-act. 12). In den obgenannten
Sachverhaltsschilderungen wird zunächst übereinstimmend von einer Verdrehung des
rechten Knies gesprochen. Im Fragebogen sowie im Arztzeugnis UVG, nicht jedoch in
der Schadenmeldung UVG, wurde ausserdem ein Anprall bzw. Schlag beschrieben. In
ihrem Schreiben vom 11. Juni 2020 an die Beschwerdegegnerin schilderte Dr. C._
zugunsten des Beschwerdeführers, dass ein Ball gegen das betroffene Knie geprallt sei
"und" eine Verdrehung des Knies stattgefunden habe. Sie bestätigte jedoch in
Übereinstimmung mit der Eintragung im Arztzeugnis UVG erneut, dass der
Beschwerdeführer aber nicht wisse, welches Unfallereignis (Anprall oder Distorsion) zu
den Schmerzen geführt habe (Suva-act. 28). Auch im Fragebogen wurden das
Verdrehen und der Schlag alternativ ("oder") erwähnt. Vor diesem Hintergrund ist zu
sagen, dass sich die kurzen Angaben zum Ereignishergang zwar grundsätzlich
inhaltlich decken, jedoch davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer selbst
nicht genau weiss, welches Ereignis die Kniebeschwerden ausgelöst hat, und folglich
zwei Sachverhaltsvarianten (Verdrehung und Anprall) möglich sind. Damit ist dem im
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht genüge getan (vgl. Erwägung 3.4).
Ob am 10. Januar 2020 eine Verdrehung oder ein Anprall stattgefunden hat, ist
letztlich jedoch insofern nicht von Bedeutung, als in Bezug auf beide Sachverhalte das
Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht erfüllt wäre.
4.3.
Der Beschwerdeführer vermag die von ihm auf das Fussballspielen an besagtem
Tag zurückgeführten Kniebeschwerden rechts weder einer bestimmten
Körperbewegung noch einer Spielsequenz und damit keinem einzelnen Ereignis
zuzuordnen (vgl. Erwägung 3.2). Ein Fussballspiel besteht aus ständigen Abfolgen
alltäglicher Bewegungen wie Laufen, Springen, Drehungen, Richtungs- und
Tempowechseln und dergleichen, aber auch aus üblichen Einwirkungen auf den Körper
infolge von Ballberührungen und Berührungen mit Gegenspielern. Damit eine
körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 ATSG erforderliche Tatbestandsmerkmal
der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich eindeutig programmwidrig sein. Eine
programmwidrige oder sinnfällige Störung (wie bspw. ein Ausgleiten, Sturz, Misstritt,
etc.) wurde allerdings vom Beschwerdeführer im Fragebogen nicht angegeben. Auch
die äussere Einwirkung durch einen Ball oder einen Gegenspieler, welche einem Schlag
bzw. Anprall entsprechen könnte, wurde von ihm im Fragebogen nicht explizit genannt.
Die Frage, ob sich während des Fussballspiels etwas Besonderes ereignet habe, wurde
von ihm ausdrücklich verneint und er erklärte zudem, dass er ein Knieverdrehen und
Schläge beim Fussballspielen als üblich erachte. Solches sei über die Jahre immer
4.3.1.
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5.
wieder vorgekommen (vgl. Suva-act. 12 f., 28). Zusammenfassend ist mithin
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer kein konkretes, sinnfälliges Geschehen mit
namhaften Daten beschreiben konnte, aufgrund dessen man sich über die Umstände
des Vorfalls ein bestimmtes Bild machen könnte (vgl. Erwägung 3.4). Bereits deshalb
ist ein ungewöhnlicher äusserer Faktor nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Die Begriffe Verdrehung, Verstauchung, Schlag und Anprall implizieren sodann
zwar ein traumatisches Geschehen bzw. eine traumatische Verletzung. Gerade
Verdrehungen und Verstauchungen, aber auch Schläge und ein Anprall, zeichnen sich
erfahrungsgemäss durch unterschiedliche Schweregrade aus und können auch nur
geringfügige Traumen darstellen (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl., 2002, S. 1097; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgericht [EVG] vom 30. August 2001, U 277/99). Der medizinische Begriff
des Traumas deckt sich nicht mit dem Unfallbegriff. Ein traumatisches Ereignis
schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch neben dem
eigentlichen Unfall im Rechtssinne auch Ereignisse, denen der Charakter der
Ungewöhnlichkeit abgeht (Urteil des EVG vom 3. Januar 2000, U 236/98, E. 2.d). Eine
Verdrehung und Verstauchung sowie ein Schlag und ein Anprall können mithin nicht in
jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung
eines Körperteils bzw. einer Einwirkung auf einen Körperteil im Sinne eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors entsprechen. Fussball ist bekanntermassen eine
Sportart, bei welcher der Körper, einschliesslich der Kniegelenke, beansprucht und
belastet wird. Wie bereits erwähnt, betrachtet auch der Beschwerdeführer
Knieverdrehungen und Schläge als beim Fussball üblich (vgl. Suva-act. 13). Für eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung
mit Art. 4 ATSG kann nicht jedes Geschehen - jede Bewegung des Körpers und jede
Einwirkung auf diesen - genügen, sondern es muss eben ein Unfallereignis vorliegen.
Im vorliegenden Fall ist es - wie dargelegt - nicht möglich, mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszumachen, dass ein ungewöhnlicher Faktor auf
den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat. Es liegt demnach kein Unfall im
Rechtssinne vor.
4.3.2.
Nachdem festgestellt worden ist, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Leistungen der Unfallversicherung aus Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG
hat, bleibt zu prüfen, ob eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aufgrund einer
Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG besteht.
5.1.
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Auch wenn der Unfallbegriff nicht erfüllt ist, erbringt die Unfallversicherung nach
Art. 6 Abs. 2 UVG (in der ab 1. Januar 2017 geltenden Fassung) Leistungen beim
Vorliegen folgender, abschliessend aufgelisteter Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS
UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c.
Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h.
Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche
(Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer bei erfüllter
Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht
befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 64 ff. E. 8.2.2; Evalotta
Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, das Beispiel des
Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358; Markus Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste
Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33). Der
Gegenbeweis gilt gemäss der Rechtsprechung als erbracht, wenn die Listendiagnose
zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (BGE 146 V 64 E. 8.2.2.1 mit
Hinweisen).
5.2.
Zur Feststellung bzw. Beurteilung der medizinischen Verhältnisse - dem
Vorhandensein einer Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist - ist die
rechtsanwendende Behörde auf eine sorgfältige Abklärung angewiesen, worin sich die
Mediziner zum Gesundheitsschaden sowie zu den Wirkanteilen äussern müssen (vgl.
BGE 146 V 69 f. E. 8.6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 58 f. zu Art. 6; Samuelsson, a.a.O.,
S. 343, 357 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 84). Das Gericht hat die medizinischen
Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; vgl. dazu auch Kieser, a.a.O., N 61 ff. zu Art. 43,
N 130 zu Art. 61; Locher/ Gächter, a.a.O., § 76 N 25 ff.), d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel unabhängig davon,
von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
5.3.
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6.
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis auf 122 V 157). Insofern kann
rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen
während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen,
Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis kann jedoch nicht abgestellt
werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225
E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014,
8C_385/2014, E. 4.2.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine
Aktenbeurteilungen, wie sie vorliegend von Dr. F._ erstellt wurden (Suva-act. 16, 37)
beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit einer
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März
2017, 8C_780/2016, E. 6.1, und 11. Januar 2007, U 224/06, E. 3.5 mit Hinweisen).
Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen Gründe gegen
den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilungen von Dr. F._ (Suva-act. 16, 37). Ob
letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-
rechtlichen Beurteilung und Beweiswürdigung zu prüfen.
Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass beim Beschwerdeführer in der am 14.
Januar 2020 durch Dr. D._ durchgeführten MRT-Untersuchung des rechten
Kniegelenks ein ausgedehnter undislozierter horizontaler Riss im Innenmeniskuscorpus
und -hinterhorn, bis in die Hinterhornwurzel einstrahlend, erhoben wurde (Suva-act. 10;
vgl. dazu auch Suva-act. 37-3) und somit grundsätzlich die Listendiagnose eines
Meniskusrisses (Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG) gegeben ist. Suva-Kreisarzt Dr. F._ geht
jedoch in seinen Aktenbeurteilungen vom 13. Februar und 21. September 2020, auf
welche sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht bei ihrer
Leistungsablehnung abstützt, von einem vorwiegend auf Abnützung
zurückzuführenden Meniskusriss aus (Suva-act. 16, 37).
6.1.
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Dr. F._ (Suva-act. 37) weist zunächst aktengetreu darauf hin, dass der
Beschwerdeführer laut Angaben im Fragebogen vom 26. Januar 2020 (Suva-act. 13)
am 10. Januar 2020 nach einem Fussballspiel in der Halle Schmerzen im rechten
Kniegelenk verspürt habe, ohne dass laut seinen eigenen Angaben etwas Besonderes
wie ein Ausgleiten, ein Sturz oder ein Anschlagen passiert sei. Vielmehr habe er
festgehalten, dass er Knieverdrehen und Schläge als üblich beim Fussball erachte und
dies immer wieder über die Jahre, seit er Fussball in der Halle spiele, vorkomme,
worauf er seine Körperschädigung am rechten Kniegelenk zurückführe. Zum
Rückschluss des Beschwerdeführers fügt Dr. F._ sodann überzeugend an, dass
dieser aus medizinischer Sicht durchaus als korrekt zu beurteilen sei, da nicht nur aus
der Sportmedizin, Orthopädie und Traumatologie bekannt sei, dass kniebelastende
Sportausübung gerade beim Fussball im Langzeitverlauf zur vorzeitigen Abnützung und
Schädigung des Innenmeniskus führe. Zwar spricht Dr. F._ mit seinen
Sachverhaltsbeispielen - Ausgleiten, Sturz oder Anschlagen - das bei einer
Leistungspflicht des Unfallversicherers bei Unfällen gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG in
Verbindung mit Art. 4 ATSG vorausgesetzte Tatbestandselement des ungewöhnlichen
äusseren Faktors auf den menschlichen Körper an, welches beim Tatbestand der
unfallähnlichen Körperschädigung im Sinn von Art. 6 Abs. 2 UVG nicht verlangt ist (vgl.
BSK UVG-Hofer, N 56 zu Art. 6). Aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen
Möglichkeit des Gegenbeweises ergibt sich allerdings auch nach der am 1. Januar
2017 in Kraft getretenen UVG-Revision die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom
Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der
abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit
letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit bleibt auch beim
Vorliegen einer Listendiagnose die Frage nach einem initialen erinnerlichen und
benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung als zeitlicher
Anknüpfungspunkt für Fragen der Versicherungsdeckung oder Zuständigkeit des
Unfallversicherers - relevant (zum Ganzen BGE 146 V 69 f. E. 8.6 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2019, 8C_267/2019, E. 6 mit Hinweisen). Lässt
sich - wie im konkreten Fall (vgl. Erwägung 4.3) - kein auslösendes Ereignis erheben,
so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des
Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu
beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage
stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 24.
September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6 mit Hinweisen). Angesichts des Gesagten liegt
damit bereits ein Ursachenelement vor, welches für Abnützung spricht.
6.2.
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Dr. F._ (Suva-act. 37) betrachtet sodann bei der Beurteilung der vorliegenden
Frage naheliegend den im Rahmen der MRT-Untersuchung vom 14. Januar 2020 (vgl.
Suva-act. 10) erhobenen allgemeinen Gesundheitszustand des rechten Kniegelenks
des Beschwerdeführers. Er weist diesbezüglich auf den MRT-Befund eines mit dem
Meniskusschaden zusätzlich bereits bestehenden Meniskusganglions hin, welches er in
Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur schlüssig und überzeugend als
Sekundärbefund einer chronischen, langsam fortschreitenden
Innenmeniskusschädigung bezeichnet, passend auch zum bereits bei der
Erstbehandlung am 13. Januar 2020 erhobenen degenerativen Röntgenbefund einer
"medial betonten" Gonarthrose mit Gelenkspaltverschmälerung (Suva-act. 12; vgl.
dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 124,
579 ff., 1057, 1067 f., 1088; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S.
152, 1146; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 134; Leitlinien der Orthopädie,
Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und
dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. 2002, S. 53). Die
Korpelausdünnung und Abnutzung (fokale Chondropathie Grad IV mit tiefreichendem
Knorpelriss an der lateralen Patellafacette) zeigte sich zwar laut MRT-
Untersuchungsbericht vom 14. Januar 2020 nicht im medialen Kompartiment, sondern
femoropatellär (Suva-act. 10; vgl. auch die Diagnose in Suva-act. 12). Dessen
ungeachtet sind jedoch die vorgenannten Befunde, wie auch die Knorpelfibrillationen
im medialen sowie lateralen Kompartiment (vgl. dazu Debrunner, S. 123) als Hinweis
auf eine umfassende degenerative Problematik im Bereich des rechten Kniegelenks
des Beschwerdeführers zu werten. Bei Vorliegen einer solchen ist die Beurteilung von
Dr. F._ einer überwiegend wahrscheinlich abnutzungsbedingten
Meniskusschädigung insofern überzeugend, als im Bereich eines Körperteils die
Herauslösung eines einzigen Gesundheitsschadens und dessen Betrachtung als
unabhängiger, traumatisch bedingter Gesundheitsschaden ohne konkreten Grund kein
nachvollziehbares Ergebnis darstellt. Dr. F._ sprach im Zusammenhang mit der
vorzeitigen Abnutzung beim kniebelastenden Fussball gerade auch den beim
Beschwerdeführer geschädigten Innenmeniskus an (vgl. Erwägung 6.2), der gemäss
medizinischer Literatur viel häufiger von Degeneration betroffen ist als der äussere (vgl.
Debrunner, a.a.O., S: 1057). Die Feststellungen von Dr. F._ in Bezug auf die
Gesamtsituation des rechten Kniegelenks des Beschwerdeführers überzeugen mithin
und sind als weiteres bedeutsames Indiz für eine vorwiegend auf Abnützung
zurückführende Meniskusschädigung zu sehen. Auch Dr. D._ ging offensichtlich laut
MRT-Untersuchungsbericht vom 14. Januar 2020 von einem degenerativ
imponierenden Riss im Innenmeniskuskorpus und -hinterhorn aus (Suva-act. 10). In
Übereinstimmung mit den Ausführungen von Dr. F._ bleibt sodann anzumerken, dass
6.3.
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mit dem Ausdruck "Riss" nicht ohne Weiteres eine Traumarelevanz zu verbinden ist
(vgl. Debrunner, a.a.O., S. 724 f., S. 728 ff., S. 1056; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576;
Roche Lexikon, a.a.O., S. 1623 "Ruptur").
Ein zusätzlich passendes Indiz für eine degenerative bzw. abnutzungsbedingte
Meniskusschädigung bildet laut Dr. F._ (Suva-act. 16) sodann der Umstand, dass der
Beschwerdeführer offensichtlich auch im Bereich des linken Kniegelenks Degenera
tionen aufweist und entsprechende Beschwerden hatte. Medizinische Akten dazu
liegen zwar nicht vor. Dr. C._ vermerkte jedoch im Arztzeugnis UVG unter der Rubrik
"Allgemeinzustand" einen Korpelschaden am linken Knie (Suva-act. 12) und Dr. D._
stellte im MRT-Untersuchungsbericht vom 14. Januar 2020 fest, dass die
Chondropathie IV. Grades an der lateralen Patellafacette rechts von der Lokalisation
ähnlich der kontralateralen linken Seite 2017 sei (Suva-act. 10). Es überzeugt, dass bei
paarigen Körperteilen beidseitig übereinstimmend bestehende
Gesundheitsschädigungen auf eine grundsätzliche, allenfalls sportbedingte, chronische
Überlastung oder denkbar auch auf eine konstitutionelle Prädisposition hinweisen und
die Annahme einer traumatischen Verursachung nur auf einer Körperseite - zumindest
ohne nachgewiesenes Trauma - weniger wahrscheinlich erscheint. Dass sich dabei der
Verlauf in beiden Kniegelenken nicht genau gleich darstellen muss, und vielleicht nur in
einem Gelenk bereits auch eine Meniskusschädigung vorliegt, ist insofern nicht
ausgeschlossen, als nicht beide Körperseiten genau gleich beansprucht werden.
6.4.
Der alleinige Umstand, dass der Beschwerdeführer angeblich vor dem 10. Januar
2020 vollständig beschwerdefrei gewesen sei (vgl. dazu Beschwerdeführer in der
Beschwerde vom 26. Januar 2021 [act. G 1] und Dr. C._ in ihrem Schreiben vom 11.
Juni 2020 [act. G 1.9]), kann - wie von Dr. F._ (Suva-act. 37) ebenfalls festgestellt - in
der Gesamtbetrachtung nicht als stichhaltiges Indiz gegen einen degenerativen und für
einen traumatischen Meniskusschaden betrachtet werden. Der zeitliche Aspekt allein
reicht nicht aus, um von einer traumatischen Schädigung auszugehen. Andernfalls
würde man sich mit dem blossen Anschein eines Beweises bzw. mit der blossen
Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung
schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (vgl. dazu
die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in Kieser,
a.a.O., N 96 zu Art. 4; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl.
1989, S. 460 N 1205; SVR 2009 UV Nr. 113, S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen;
BGE 119 V 340 E. 2b/bb). In diesem Zusammenhang fügt Dr. F._ schliesslich
überzeugend und in Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur hinzu, dass sich
chronische bzw. degenerative Erkrankungen langsam entwickeln würden, was auch
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7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 14. Dezember
2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Einsprache abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f ATSG).