Decision ID: 164a788f-2adf-489d-9e41-496c80b5109d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
war seit 2010 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH und seit 2018 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der
Z._
GmbH. Im Mai 2019 gründete er die
A._
GmbH, deren alleiniger Gesellschafter er ist, und im Juli 2019 die
B._
GmbH, bei welcher er alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer ist. Sodann gründete er im November 2020 die
C._
GmbH, bei welcher er alleiniger Gesellschafter ist (
www.zefix.ch
; vgl.
auch
Urk.
6/16/1). Die
B._
GmbH ist
als Arbeitgeberin
der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
angeschlossen (
Urk.
6/4). Mit Urteil vom
1.
Oktober 2020
eröffnete
der Konkursrichter des Bezirksgerichts Winterthur über die
Y._
GmbH den Konkurs (www.zefix.ch). Am
4.
Februar 2021 beantragte
X._
bei der Ausgleichskasse für seine Tätigkeit bei der
B._
GmbH
den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über
Massnahmen
bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19; Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) für
Januar 2021 (
Urk.
6/15). Am 1.
März 2021 beantragte er zudem eine Entsc
hädigung für Februar 2021 (Urk.
6/
19), am
1.
April 2021 für März 2021 (
Urk.
6/
22)
, am 1.
Mai 2021 für April 2021 (
Urk.
6/
25) und am
1.
Juni 2021 für Mai 2021 (
Urk.
6/
29). Die Ausgleichs
kasse richtete
X._
für die Monate Januar bis März 2021 eine Erwerbsausfallentschädigung aus.
Mit Verfügung vom 1
6.
Juni 2021 forderte
sie die
ausgerichtete Entschädigung für die Monate Januar bis März 2021
wieder
zurück (
vgl.
Urk.
6/
32). Mit Verfügung vom gleichen Tag wies sie den Antrag von
X._
auf eine Entschädigung für die Monate April und Mai 2021 ab (
Urk.
6/33). Am
1.
Juli 2021 beantragte
X._
eine En
t
schädigung für Juni 2021 (Urk.
6/34).
Zudem erhob er am
5.
Juli 2021 Einsprache gegen die Rückforderung der für die Monate Januar bis März 2021 ausgerichteten Entschädigung sowie gegen die Verneinung eines Anspruchs
auf
eine Ent
schädigung
für die Monate
April, Mai
und Juni 2021 (
Urk.
6/40, Urk.
6/41).
Die gegen die Rückforderung erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse mit Ein
spracheentscheid vo
m 28.
Juli 2021 ab (
Urk.
6/44). Mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2021 wies die Ausgleichskasse
zudem
den Antrag von
X._
auf eine Entschädigung für
Juni 2021 ab (
Urk.
6/46). Am 1.
August beantragte
X._
eine En
tschädigung für Juli 2021 (Urk.
6/47). Diesen Antrag wies die Ausgl
eichskasse mit Verfügung vom 3.
August 2021 ab (
Urk.
6/51).
Am
3.
September 2021
beantragte
X._
eine Entschädig
ung für August 2021 (
Urk.
6/58) und a
m
8.
September 2021 erklärte
er
erneut, Einsprache gegen die Rückforderung
zu erheben und
verlangte
wiederum
die A
u
s
richtung einer Entschädigung für die Monate April bis Juli 2021 (
Urk.
6/61). Gleichentags erhob er
Beschwerde
beim hies
ige
n Gericht
und beantragte, es sei von einer Rück
forderung der ausgerichteten Erwerbsausfallentschädigung abzusehen
und es sei ihm auch für die Monate April bis Juli 2021 eine Entschädigung auszurichten (
Urk.
6/
73
/3-4
).
Am
1.
Oktober 2021 beantragte
er
eine Entschädigung für September 2021 (
Urk.
6/80). Mit Einsprache
entscheid vom 7.
Oktober 2021 bestätigte die Ausgleichskasse ihre Verfügungen vom 1
6.
Juni, 2
7.
Juli und
3.
August 2021 und verneinte einen Anspruch von
X._
auf eine Erwerbsaufallentschädigung
für die
Monate April,
Mai, Juni und Juli 2021 (Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom 2
1.
November 2021 erhob
X._
Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung für die Monate April bis Oktober 2021 auszurichten und von einer Rückforderung der für Januar bis März 2021 ausgerichteten Entschädigung abzusehen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Dezember 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom
3.
Januar 2022 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Mit heutigem Urteil wurde die gegen den Einspracheentscheid vom 2
8.
Juli 2021
betreffend Rückforderung der für die Monate Januar bis März 2021 ausgerichteten Entschädigung
(
Urk.
6/44) erhobene Beschwerde abgewiesen, so
weit darauf eingetreten wurde (Prozess Nr. EE.2021.00041).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung
ihres Entscheides
im Wesent
lichen (
Urk.
2,
Urk.
5,
Urk.
6/82
), die
B._
GmbH sei ihr seit dem
1.
Juli 2019 als Arbeitgeberin angeschlossen. In ihrer Anmeldung habe sie angegeben, keine beitragspflichtigen Löhne auszurichten. Deshalb
habe
sie im Jahr 2019 keine
Akontobeiträge
erhoben. Ihrer Aufforderung, eine Lohn
deklaration für das Jahr 2019 einzureichen, sei
die
B._
GmbH
in der Folge trotz Mahnungen vom
6.
März und 1
5.
April 2020 sowie Bussen
verfügung vom 10. Juni 2020 nicht nachgekommen. Mit Verfü
gung vom
2.
November 2020
habe
sie ermessenweise Lohnbeiträge auf die Lohnsumme von Fr. 30'000.-- für die Zeit von Juli bis Dezember 2019 veranlagt. Diese Beiträge seien am 8. Dezember 2020 bezahlt worden. Auch die
Lohndeklaration für das Jahr 2020 habe die
B._
GmbH
trotz Mahnungen sowie Bussenverfügung
bis heute nicht eingereicht. Die Lohndeklaration für das Jahr 2019 habe der Beschwerdeführer erst mit seiner Einsprache gegen die Rück
forderung vom
5.
Juli 2021 eingereicht. Diese Deklaration sei jedoch zu spät er
folgt, als dass gestützt darauf noch
eine
Corona-Erwerbsersatzschädigung aus
gerichtet werden könnte
, werde doch f
ür die Bestimmung des durchschnittlichen Erwerbsein
kommens
auf den Zeitpunkt vor Beginn des jeweils ersten Ent
schädigungsanspruchs abgestellt.
1.2
Der Beschwerdeführer wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
1), es sei eine Lohndeklaration für das Jahr 2019 eingereicht worden. Gestützt darauf habe er Anspruch auf eine
Corona-Erwerbsersatzschädigung
.
2.
2.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver
fügung beziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hat mit dem angefochtenen Einspracheentscheid
vom 7.
Oktober 2021 (
Urk.
2)
einzig über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung für die Monate April, Mai, Juni und Juli 2021 entschieden.
Hingegen sind w
eder die Rückforderung
der für die Monate Januar, Februar und März 2021 ausgerichteten Entschädigung
, welche Gegen
stand des Verfahrens EE.2021.00041
ist
, noch der Anspruch ab August 2021 Gegenstand des angefochtenen Entscheides. Soweit
der Beschwerdeführer den Verzicht auf die Rückforderung der für Januar, Februar und März 2021 aus
gerichteten Entschädigung bzw. die Ausrichtung einer Entschädigung ab August 2021 beantragt,
ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3
.
3
.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den
schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des
Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten - am 20. März 2020 die Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt (Art. 11 Abs. 1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom 20. März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom
25. September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 17. September 2020
eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaf
fen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem In
krafttreten per 17. März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
3
.2
3
.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
3
.2.2
Vorliegend strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbsentschädigung betreffend die Monate
April bis Juli 2021
(vgl. E. 2). Es sind entsprechend die in den Monaten
April bis Juli
2021 gültigen Bestimmungen anwendbar, und zwar in der jeweils im zu beurteilenden Zeitraum gültigen Fassung.
Soweit nicht anders vermerkt, werden sie nachfolgend in dieser Fassung zitiert.
3
.3
3
.3.1
Gemäss Art. 2 Abs. 3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind Selbständig
erwerbende im Sinne von Art. 12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG) und Personen nach Art. 31 Abs. 3 lit. b und lit. c des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenz
ent
schädigung (AVIG), welche im Sinne des Bundesgesetzes über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) obligatorisch versichert sind, an
spruchsbe
rechtigt, wenn sie:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b)
einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
3
.3.2
Gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall sind Selbständig
erwerbende im Sinne von Art. 12 ATSG und Personen nach Art. 31 Abs. 3 lit. b und lit. c AVIG, welche im Sinne des AHVG obligatorisch versichert sind, an
spruchsberechtigt, wenn:
a)
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b)
sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c)
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinnge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Vor
aus
setzung proportional zu deren Dauer.
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
ter
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
in der vorliegend anwendbaren Fassung
galt die Erwerbstätigkeit als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens
3
0
%
im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015–2019 vorliegt. Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von mindestens
3
0
%
im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindestens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen.
3
.3.3
Gemäss
Art.
5
Abs.
1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall beträgt das Taggeld 80
%
des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, wobei gemäss
Abs.
2 derselben Bestimmung für die Ermittlung des Einkommens
Art.
11
Abs.
1 des Erwerbsersatzgesetzes (EOG) sinngemäss anwendbar ist.
Nach Art. 11 Abs. 1 EOG bildet das Einkommen, von dem die Beiträge nach dem AHVG erhoben werden, die Grundlage für die Ermittlung des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens.
Gemäss
Rz
. 1069.1 in Verbindung mit Rz.
1067 des
Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV)
über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des Coro
navirus - Corona-Erwerbsersatz (
KS CE; Stand
1
5.
April 2021) wird für
die Ermittlung des
mass
gebenden
durchschnittlichen Einkommens
von Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung
auf das für das Jahr 2019 deklarierte AHV-pflichtige Erwerbseinkommen abgestellt.
Wurde das Einkommen in weniger als einem Jahr erwirtschaftet, er
folgt die Umrechnung des Einkommens auf den Tag entsprechend dieser Erwerbs
dauer (BGE 133 V 431). Diese Erwerbsdauer muss
belegt werden
.
Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend
baren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzes
anwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 224 E. 4.4.2, 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen).
4.
4.1
Die
B._
GmbH ist seit
dem
1.
Juli 2019 als Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin angeschlossen (
Urk.
6/
4). Auf ihrer Anmeldung hatte sie an
gegeben, keine AHV-pflichtigen Löhne auszubezahlen (
Urk.
6/
3). Anfangs 2020 unterliess es die
B._
GmbH für das Jahr 2019 eine Lohn
deklaration einzureichen (vgl.
Art.
36
der Verordnung über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung, AHVV), weshalb sie von der Beschwerdegegnerin am
6.
März 2020 – nochmals – aufgefordert wurde, eine Lohndeklaration einzu
reichen (
Urk.
6/
5). Weil die
B._
GmbH dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde sie am 1
5.
April 2020 gebührenpflichtig gemahnt (
Urk.
6/
6) und am 1
0.
Juni 2020 erliess die Beschwerdegegnerin eine Ordnungs
busse (
Urk.
6/
8). Da die
B._
GmbH auch in der Folge keine Lohndeklaration einreichte, verfügte die Beschwe
rdegegnerin am 2.
November 2020
für das Jahr 2019
Beiträge gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 30'000.-- (
Urk.
6/
11). Diese Veranlagung blieb unangefochten (vgl. auch Rz. 2147 ff.
der Wegleitung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO
; WBB)
und die Beiträge wurden bezahlt (vgl. Urk. 6/82)
.
Auch für das Jahr 2020 reichte die
B._
GmbH keine Lohndeklaration ein, weshalb die Beschwerdegegnerin am
1
7.
September 2021 für das Jahr 2020 eine Lohnsumme von Fr. 60'000.-- veranlagte (
Urk.
6/65).
4.2
Der Beschwerdeführer ist – wie dargelegt - Gesellschafter und Geschäftsführer der
B._
GmbH, welche im
Juli 2019 gegründet wurde (Urk.
6
/16/1). Er gilt daher als Person im Sinne Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG, das heisst als Person
die Entscheidungen des A
rbeitgebers bestimmen oder mass
geblich be
einflussen
kann
.
Wie dargelegt (E. 3.3.3), bildet grundsätzlich das Einkommen des Jahres 2019, von dem die Beiträge nach dem AHVG erhoben wurden, Grundlage für die Berechnung der Corona-Erwerbsausfallentschädigung.
Die Beschwerdegegnerin hatte zwar am 2. November 2020 (
Urk.
6/
11) verfügt, welche Beiträge die
B._
GmbH für das Jahr 2019 zu leisten hat. Da dies aber nicht ge
stützt auf eine Lohndeklaration erfolgte, konnten die verfügten Lohnbeiträge – noch - keinem konkreten Arbeitnehmer und somit auch nicht dem Beschwerde
führer zugeordnet werden.
Dasselbe gilt für die Lohnbeiträge 2020 (
Urk.
6/65).
Der Beschwerdeführer hat zwar
im Rahmen des
Einspracheverfahrens
gegen die Rückforderungsverfügung vom
1
6.
Juni
2021
eine Lohndeklaration der
B._
GmbH
betreffend das Jahr 2019 eingereicht
(
Urk.
6/
32; vgl.
Urk.
13/13-14)
,
gemäss
welcher im Jahr
2019 Löhne in Höhe von Fr. 18’000.
an ihn ausbezahlt worden seien und gestützt auf welche die Beschwerdegegnerin eine neue Beitragsabrechnung für das Jahr 2019 erliess (
Urk.
6/
57). Die Lohn
deklaration der
B._
GmbH steht jedoch im Widerspruch zu den weiteren von ihr bzw. dem Beschwerdeführer gemachten Angaben. So hatte der Beschwerdeführer bei seiner Anmeldung zum Bezug einer Corona-Erwerbs
ersatzentschädigung angegeben, er habe gemäss Lohnausweise 2019 einen AHV-pflichtigen Jahreslohn Fr. 117'000.-- bezogen (
Urk.
6/
25
/4,
Urk.
6/
2
9/4,
Urk.
6/
34
/4
,
Urk.
6/47/4
). Aus der vom Beschwerdeführer eingereichten
Buch
haltung
der
B._
GmbH ergeben sich für das Jahr
2019
ins
gesamt AHV-pflichtige Löhne in Höhe von Fr. 60'750.-- (
Urk.
6/103/
14). Die
ein
gereichte
Lohndeklaration umfasste hingegen l
ediglich die – angeblich – an den Beschwerdeführer ausgerichteten F
r
. 18'000.
.
Der Beschwerdeführer bzw. die
B._
GmbH machten jedoch nicht nur widersprüchliche Angaben zur Höhe des Einkommens des Beschwerde
führers, sondern auch nicht nachvollziehbare Angaben zum geltend gemachten Umsatzrückgang der
B._
GmbH. Der Beschwerdeführer hatte bei seinen Anmeldungen angegeben, dass die
B._
GmbH im Jahr 2019 einen Umsatz von Fr. 62'056.--, in den Monaten
April, Mai, Juni und Juli
2021 hingegen gar keinen Umsatz mehr erzielt habe (
Urk.
6/
25
/2,
Urk.
6/
2
9/2,
Urk.
6/
34
/2
,
Urk.
6/47/2
). Es erscheint
zwar
nachvollziehbar, dass die
B._
GmbH aufgrund der in den Monaten
April, Mai, Juni und Juli
2021 in Kraft gewesenen behördlich angeordneten
Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie einen gewissen U
msatzrückgang zu erleiden hatte
. Ein totaler Umsatzausfall
ist
jedoch
auszuschliessen oder zwingt zur Schlussfolgerung
, dass der Umsatzrückgang durch andere Umstände als die behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie beg
ründet war.
Die vom Beschwerdeführer angeführte Begründung mag jeden
falls nicht überzeugen, war in den Monaten April bis Juli 2021 doch
nicht durch
gehend
ein «Lockdown» verordnet (vgl.
Urk.
6/25/2,
Urk.
6/29/2,
Urk.
6/34/2,
Urk.
6/47/2).
4.
3
Nach dem Gesagten
ist gestützt auf die
Aktenlage weder ein AHV-pflichtiges Einkommen des Beschwerdeführers für das Jahr 2019 noch eine relevante Um
satzeinbusse der
B._
GmbH
in den Monaten April bis Juli 2021
erstellt
, weshalb ein
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Erwerbs
ausfallentschädigung für die Monate
April, Mai, Juni und Juli 2021
nicht ausge
wiesen
ist
. Aufgrund der
äusserst widersprüchlichen Angaben des Beschwerde
führers und der
B._
GmbH
sind v
on weiteren Abklärungen keine
entscheidrelevanten
Erkenntnisse
mehr
zu erwarten, weshalb davon abzu
sehen ist (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 mit Hinweisen
).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
, soweit überhaupt darauf einzutreten ist,
abzuweisen.