Decision ID: 2f6f72ec-ca07-401f-a6b2-e67ccd6fcb53
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene und als Bauarbeiter erwerbstätig gewesene
X._
meldete sich am 8. Februar
2001
(
Urk.
10/1)
unter Hinweis auf chronische Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein und eine Gefühlsstörung in den linken Unterschenkel ein erstes Mal bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 10/1) und
ersuchte ins
besondere um eine Umschulung.
Die in der Folge von der IV-Stelle
bis Juli 2002
durchgeführten
berufliche
n
Massnahmen
(berufliche Abklärung und Arbeits
training)
schloss er erfolgreich ab
(
vgl.
Urk.
10/11,
Urk.
10/16, Urk. 10/25, Urk. 10/34
).
1.2
Am 2
8.
März 2007 meldete sich der seit Juli 20
02 nicht mehr erwerbstätig gewe
sene
Versicherte
erneut bei der I
V-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 10/42).
Die IV-Stelle verneinte
mit Ver
fügung vom 25. Juli 2011
einen Leistungsa
nspruch
d
es Versicherten
(Urk. 10/102, Urk. 10/104).
1.3
Am
1.
November 2014 wurde
der Versicherte
von seiner Rechtsvertreterin,
Y._
, Paralegal Services, von n
euem zum Leistungsbezug angemeldet
(Urk. 10/110)
.
In der Folge verfügte die IV-Stelle gestützt auf
ein
eingeholte
s
bidisziplinäre
s
Gutachten (
Rheumatologie, Psychiatrie
,
Urk. 10/125) am 23. Sep
tember 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 10/137). Mit Verfü
gung vom 12. November 2015 kam die IV-Stelle auf diesen Entscheid zurück und ersetzte ihn
durch einen
wiederum leistungsablehnend
en
(
Urk. 10/146)
.
Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
10/147/
3-17) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 25. August 2016 ab und stellte
– kurz zusammengefasst –
fest, dass seitens der IV-Stelle kein rechtmässiger Anlass
für den Erlass eines Wiedererwä
gungsentscheides bestand
en habe
und die Verfügung vom 23. September 2015 in Rechtskraft erwachsen
sei
(
Prozess Nr. IV.2015.01303;
Urk. 10/152)
.
1.4
Mit Schreiben vom 10. Dezember 2016
(Urk. 10/154)
meldete sich
der Versicherte
, weiterhin vertreten durch
Y._
,
zum wiederholten Male zum Leistungsb
ezug an und beantragte
eine erneute Prüfung
seines
Leistungsanspruches.
Mit Schreiben vom 14. Dezember 2016
(Urk. 10/155)
forderte die IV-Stelle
den Versicherten
auf, Beweismittel einzureichen und stellte ihm mit Vorbescheid vom 6. März 2016
(Urk. 10/162)
in Aussicht, dass auf das Begehren nicht eingetreten w
e
rd
e
.
Nach
erhobene
m
Einwand vom 6. April 2017 (Urk. 10/163) verfügte die IV-Stelle am 3. August 2017
(Urk. 2) im angekündigten Sinne
.
2.
Dagegen erhob
der Versicherte
am 13. September 2017
(Urk. 1)
Beschwerde mit de
m
Rechtsbegehren um Aufhebung der Verfügung vom 3. August 2017
und Eintr
eten
auf das Leistungsbegehren, eventualiter um Einholung eines medizinischen Gutachtens.
Ferner
ersuchte er um Gewährung d
er unentgeltlichen Rechtspflege
.
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2017
(Urk. 9)
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerd
e
, was dem Beschwerdeführer
am 23. Oktober 2017
(Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände
rung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invalidi
tätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begründen
de Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwer
de
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungs
ver
weige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE
109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
wür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog in der angefochtenen Verfügung vom 3. August 2017
(Urk. 2)
zusammengefasst, sämtliche Diagnosen seien bereits bei der letztmaligen Abweisung vom 12. November 2015 (richtig: 23. September 2015) bekannt gewesen und berücksichtigt worden. Eine
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes könne dem eingereichten Bericht nicht entnommen werden
(
S. 1)
.
2.2
Dagegen
wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (Urk. 1),
mit den ein
gereichten Beweisakten sei eine Verschlechterung glaubhaft dargelegt
(
Rz
3.2). Neu liege eine
schwere
depressive Symptomatik vor
als Reaktion auf die ste
ts zunehmende Schmerzs
ymptomatik
(
Rz
3.2.2). Auch in Bezug auf die somatischen Diagnosen bestünden gewisse Anhaltspunkte für eine Verschlechterung (
Rz
3.2.3).
3.
3.1
3.1.1
Dem der am 23. September 2015
(Urk. 10/137)
verfügten Rentenverweigerung zugrunde
liegenden
bidisziplinären
Gutachten
von Dr.
med.
Z._
, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, und Prof.
Dr.
med. habil.
A._
, FMH Neurologie und Psychiatrie und Psychologie, vom 28. März 2015
(
Urk.
10/125/1-113)
können folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ent
nommen werden (S. 63)
:
-
Chronifizierte
Ischialgie links bei
residuellem
radikulärem
Ausfall
syndrom L5 links
und
St. n. Operation einer Diskushernie L4/5 links am 31
.
10.2014
-
Chonifizierte
unspezifische Rückenschmerzen links bei Haltungs
insuffizienz
,
Fehlhaltung bei Kyphose (Rundrücken)
sowie
Diskopathie
L4/5
Als o
hne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Experten:
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, ED 2012
,
kontrolliert unter ASV
The
rapie
-
Adipositas (BMI 35.4 kg/m2, Bauchumfang 124 cm)
-
Vitamin D-Mangel
-
Chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen; ICD
10 F 45.41
-
Leicht- bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom; ICD
10 F 33.01/11 reaktiv zum Schmerzgeschehen und zu psychosozialen Belastungen
-
Finanzielle Probleme; ICD-10 Z 01
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest,
beim Beschwerdeführer
bestünden aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht keine auf psychiatrischen Erkrankungen beruhenden nicht überwindbare
Handicapierungen
,
welche eine mittel- und langfristige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten als
auch in adaptierter Tätigkeit von mehr als 20% begründen könnten. Dies
e
Ein
schätzung gelte seit Antragsstellung. Daher werde die
bidisziplinäre
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich aufgrund
der
somatischen Leiden bestimmt
.
Aus internistisch-rheumatologischer Sicht bestehe beim
Beschwerdeführer
eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit des Maurers und
Schaler
s
. Dies gelte seit dem Operationsdatum vom 3
1.
Oktober
201
4.
Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten sei der
Beschwerdeführer
hin
gegen zu 100 % arbeitsfähig
(S. 63)
.
3.
1.
2
Im
Bericht des Zentrum
s
B._
vom 26. Juni 2015
(Urk. 10/134)
diagnostizier
t
en die verantwortlich zeichnenden
Fachpersonen
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie
Dr.
phil.
klin
. psych.
D._
was folgt
(
S. 4)
:
1.
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10, F32.1)
2
.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
3.
Adipositas (E66.0, BMI=32
)
4.
Schlafapnoe
mit/bei
-
Cpap
-versorgt (Stadtspital
E._
17.09.12)
-
Apnoe/
Hypopnoe
-Index 18/h (PSG 29.05.2012)
5.
Chronisches
lumbovertebrales
Reizsyndrom L5/S1
mit/bei
-
Mediolaterale
r
Diskushe
r
nie L5/S1 li. (M54.4)
-
S
ensorische
r
Wurzelkompression S1 li.
-
E
nge
m
Spinalkanal L4/5 bei me
dianer
Diskusprotrusion
(K
linik
F._
07.02.01)
-
Massenprolaps L4/5 mit
obliteriertem
Spinalkanal (17.12.12 MRI LWS,
U
niklinik
G._
17.12.12
)
6.
Cerviocephales
Schmerzsyndrom
7.
Cholezystolithiasis
mit/bei
-
Op. 24.01.13 (
Spital
H._
)
Zu
den neuropsychologischen Einschränkungen hielten sie fest, fremdbeurteilt durch das Med
izinische
Zentrum Löwenstrasse sei die Depression schwer, unter Einbezug einer gewissen Grundaktivität mittelgradig (S. 3).
Betreffend
die
psychopathologischen Befund
e
notierten
Dr.
C._
und Dr.
D._
, der 52-jährige Patient sei äusserlich gepflegt, altersentsprechend, bewusst
seinsklar und allseits orientiert (Zeit, Ort, Situation, Person
),
in der emotionellen Kontaktaufnahme zurückhaltend gehemmt, sachl
ich, aktiv im Spontanverhalten, die
Stimmung
sei
deutlich depressiv-resigniert
bei
deutliche
r
Störung des
Vitalgefühls (keine körperliche und seelische Frische, keine körperli
che Unge
störtheit, keine Kraft), affektiv unkontrolliert
,
motorisch unruhig
,
Gestik und Mimik
seien
gespannt, im
G
esprächsverlauf
sei er
verbal wortkarg,
s
childer
e
sein Symptomerleben und –verhalten i
m
Zusammenhang
mit
den zunehmenden Schmerzen
. Kognitiv
sei der Beschwerdeführer
in Aufmerksamkeit, Konzentra
tion, Merkfähigkeit (10 Min.) und Gedächtnis verlangsamt
beziehungsweise
deut
lich eingeschränkt,
es bestehe eine
deutliche Vergesslichkeit im Alltag,
es bestün
den
keine Auffassungsstörungen,
das
Denken
sei
formal beweglich.
Es bestünden
k
eine Denkverlangsamung, Denkeinengung, Gedankendrängen oder Denk
hemmung, inhaltlich
sei er
problemzentriert.
Bei e
rhaltene
r
Krankheitseinsicht
gebe es
keine circadiane Schwankung der Symptomatik, die Schmerzen
seien
24
Std. vorhanden.
Es gebe
k
eine
Anhaltspunkte
für psychotische Erlebnisweisen (Phoneme, Wah
n, Fehlbeurteilung der Realität, Schuld-, Eifersucht-,
Verfol
gungs
-, Grössen-, Verarmungswahn ohne Wahnstimmung, Wahrnehmungs- oder Ich-störung
[
gesteuert
]
)
, Parakinesen (Wortstereotypen, Befehlsautomatismen, Negativismus, motorische Stereotypien), keine Depersonalisation
en
, keine Hallu
zinationen (akustische,
Akoasmen
, gustatorische, optische Halluzinationen), keine Neologis
men, keine quantitative Bewusstseinsstörung (Bewusstseinsminde
rung), keine formalen Denkstörungen (keine Denkhemmung, kein Gedankenent
zug, keine Inkohärenz), keine Zwänge, keine Gedankenausbreitung, Gedanken
eingeben, Gedankenentzug, keine Gefühllosigkeit.
Es gebe k
eine Suizidgedanken/-wünsche, keine
Selbstverletzungen
, keine konkreten Aus
führungs
pläne, a
ktuell keine akute Suizidalität und k
eine Selbstbeschädigung (S
.
3 f.).
3.
2
Im Rahmen
der Neuanmeldung legte der Beschwerdeführer den Bericht des
B._
vom 20. Januar 2017 ins Recht (
Urk.
10/157,
Urk.
10/159).
Dr.
C._
und
Dr.
D._
stellten hierbei folgende Diagnose
n
:
1.
Rez
i
divierende de
pressive Störung,
ggw
. s
chwere depressive Episode (ICD-10, F33.1)
2.
Adipositas per magna (E66.0, BMI=35)
3
Obstruktives Schlafapnoesyndrom
mit/bei
-
Cpap
-versorgt (Stadtspital
E._
17.09.12)
-
Apnoe/
Hypopnoe
-Index 18/h (PSG 29.05.2012)
4
.
Chronisches
lumbovertebrales
Reizsyndrom L5/S1
mit/bei
-
Mediolaterale
r
Diskushenrie
L5/S1 li. (M54.4)
-
S
ensorische
r
Wurzelkompression S1 li.
-
E
nge
m
Spinalkanal L4/5 bei medianer
Diskusprotrusion
(
K
linik
F._
07.02.01)
-
Massenprolaps L4/5 mit
obliteriertem
Spinalkanal (17.12.12 MRI LWS,
U
niklinik
G._
17.12.12
5
.
Cerviocephales
Schmerzsyndrom
6
.
Cholezystolithiasis
m/b
-
Op. 24.01.13 (
Spital
H._
)
Hinsichtlich des psychopathologischen Befundes äusserten
sie
, der 5
3
jährige Patient
sei
heute
äusserlich
verwahrlost
,
altersentsprechend, bewusst
seinsklar und allseits orientiert (Zeit, Ort, Situation, Person
)
in der emotionellen Kontaktaufnahme zurückhaltend gehemmt, sachlich
,
passiv
im Spontan
ver
hal
ten,
die
Stimmung
sei
deutlich depressiv-resigniert,
bei
deutliche
r
Störung des Vitalgefühls (keine körperliche und seelische Frische, keine körperliche Unge
stört
heit, keine Kraft),
er sei
affektiv
kontrolliert
,
motorisch
ruhig
, die
Gestik und Mimik
seien
gespannt, im Gesprächsverlauf
sei er
verbal wortkarg, schilder
e
sein Symptomerleben und –verhalten in Zusammenhang
mit
den
zunehmenden Schmerzen. Kognitiv
sei er
in Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit (10
Min.) und Gedächtnis verlangsamt
beziehungsweise
deutlich eingeschränkt,
es bestehe eine
deutliche Vergesslichkeit im Alltag,
es bestünden
keine Auf
fas
sungs
störungen,
das
Denken
sei
formal beweglich.
Es gebe k
eine Denk
verlangsa
mung, Denkein
engung, Gedankendrängen oder Denkhemmung,
er sei
inhaltlich problem
zentriert.
Bei e
rhaltene
r
Krankheitseinsicht
gebe es
keine circadiane Schwankung der Symptomatik, die Schmerzen
seien
24 Std. vor
handen.
Es gebe k
eine
Anhaltspunkte
für psychotische Erlebnisweisen (Phoneme, Wahn, Fehlbe
urteilung der Realität, Schuld-, Eifersucht-,
Ver
folgungs
-, Grössen
, Verarmungs
wahn ohne Wahnstimmung,
Wahr
nehmungs
- oder Ich-störung
[
gesteuert
]
)
, Para
kinesen (Wortstereotypen, Befehls
automatismen, Negativismus, motorische Stereotypien), keine Deperso
nalisa
tion
en
, keine Halluzinationen (akustische,
Akoasmen
, gustato
rische, optische Halluzinationen), keine Neolo
gismen, keine quantitative Bewusst
seinsstörung (Bewusstseinsminderung), keine formalen Denkstörungen (keine Denkhemmung, kein Gedankenentzug, keine Inkohärenz), keine Zwänge, keine Gedanken
ausbreitung, Gedanken
ein
geben, Gedankenent
zug, keine Gefühl
losigkeit.
Es gebe ke
ine Suizid
gedanken/-wünsche, keine
Selbst
verletzungen
, keine kon
kre
ten Ausführungs
pläne, aktuell keine akute Suizidalität
sowie
k
eine Selbstbe
schädigung
en
(
Urk.
10/157 S. 2
).
4
.
4.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die versicherte Person die massgeblichen Tat
sachenänderungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits mit der Neuanmeldung glaubhaft machen muss. Wird ihr wie im konkreten Fall (vgl.
Urk. 10/155) schon im Verwaltungsverfahren eine angemessene Frist zur Einrei
chung ergänzender Beweismittel angesetzt unter der Androhung, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten erkannt werde, legt das Gericht seiner beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, der sich der Verwal
tung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5
)
. Die
vom
Beschwerdeführer erst im Laufe des gerichtlichen Verfahrens vorgelegten ärztlichen Berichte vom 20. August (Urk. 3/13) und 13. September 2017 (Urk. 3/12) sind demzufolge grundsätzlich unbeachtlich.
B
etreffend somatische Verschlechterung nennt der Beschwerdeführer
(vgl.
Urk. 1
Rz
3.2.3
)
den erwähnten Bericht vom
20. August 2017 (Urk. 3/13) als alleiniges Beweismittel.
Dieser ist aber, da zu
spät aufgelegt
, unbeachtlich und erschöpft sich ohnehin in bereits Bekanntem.
Damit
haben sich die nachfolgenden Erwä
gungen auf die psychiatrischen Befunde zu beschränken.
4.2
4.2.1
Der
Beschwerdeführer
macht denn auch
vornehmlich eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
aufgrund einer
Schmerzzunahme
geltend
(E. 2.2).
Ungeachtet der Frage, ob die
Beschwerdegegnerin
bei Erlass der
letzten
Verfügung vom 23. September 2015 die Einwände des Beschwerdeführers ausrei
chend würdigte, ist vorliegend allein
die
Veränderung des Gesundheitszustandes zwischen dem Zeitpunkt der genannten Verfügung (Vergleichszeitpunkt) und der Neuanmeldung relevant.
Im Gegensatz zum Vergleichszeitpunkt diagnostizierten dieselben
Fachpersonen
, Dr.
C._
und
Dr.
D._
, eine rezidivierende depressive Störung mit einer schweren
(statt mittelgradigen)
Episode (E. 3.
1
.
2
, E. 3.
2
). Wie sich erkennen lässt, unterscheiden sich dahingegen die psychopathologischen Befunde nur gering
fü
gig mit im Wesentlichen unverändertem Wortlaut. Namentlich beschieden die Ärzte dem Beschwerdeführer in Abweichung zum Vergleichs
zeitpunkt lediglich eine äusserliche Verwahrlosung, eine Passivität im Spontan
verhalten sowie eine affektive Kontrolliertheit und motorische Ruhe.
Darüber hinaus
weichen die psychopathologischen Befunde in keiner Weise voneinander ab. Abgesehen davon, dass die beiden letztgenannten Abweichungen aus allgemeiner Sicht
wenn überhaupt -
als Verbesserungen zu taxieren
wären
,
ist die ange
führte wesentliche Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht
glaubhaft gemacht
.
4.2.2
Beruhend auf einer Fremdbeurteilung, welcher nicht widersprochen wurde, schlossen im Übrigen dieselben Ärzte bereits im Vergleichszeitpunkt grund
sätz
lich auf eine schwere Depression, welche unter Einbezug einer "gewissen Grund
aktivität"
mittelgradig sei (E. 3.1
.2, vgl.
Urk.
10/134 S. 3).
Eine Erläuterung dieser "Grundaktivität" sowie
eine Differenzierung der diesbezüglichen Ein
wirkung auf die schwere Depression des Beschwerdeführers lässt sich aus dem Bericht nicht ersehen. Indes zeigt auch eine Gegenüberstellung der Beschwerden mit den dar
aus resultierenden alltäglichen Einschränkungen im Vergleichs
zeitpunkt
mit
jenen im Zeitpunkt der Neuanmeldung keine nennenswerten Abweichungen (vgl.
Urk.
10/134 S. 3 u
nd
Urk. 10/157 S. 1). Wiederum fällt der Wortlaut weit
gehend
identisch aus, weshalb die veränderte Diagnose
auch unter d
i
esem Gesichts
punkt nicht glaubhaft gemacht ist
.
4.3
Zusammenfassend wurde mit der schweren Depression zwar eine wesentliche Verschlechterung in psychischer Hinsicht behauptet.
Angesichts der weitgehend identischen Befunden fehlt es indessen an der
Plausibilität
und es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mangels glaubhaft gemachter erheb
licher Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
nicht
auf die Neuanmeldung eingetreten ist.
4.4
Damit erweist sich der angefochtene Bescheid als
rechtmässig
, weshalb die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig
und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die unent
geltliche Rechtsvertretung ist anwaltlichen Vertretern vorbehalten.
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten, wobei die Einkommens- wie die Vermögensverhältnisse beider
Ehe
gatten
zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5.
Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich obliegt es der gesuch-stellenden Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend dar
zustellen und soweit wie möglich auch zu belegen (BGE120
Ia
179 E. 3a).
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein-kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über
ihre Beweismittel zu äussern (
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht in Verbindung mit
Art.
119
Abs.
2 Satz 1 der
Zivilprozess
ordnung
). Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersuchungs
grundsatz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_274/2016 vom
19.
Oktober 2016 E.
2.3).
5.2
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom 13. September 2017
(Urk. 1)
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(
S. 2). Mit Verfügung vom 19. September 2017
(
Urk.
5)
wurde
er
ausdrücklich aufgefordert,
das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig ausgefüllt und unter Bei
lage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation (wie Lohnausweise, Bankaus
züge, Mietverträge, Versicherungsverträge, Rechnungen, Quittungen, Steuerer
klärungen, etc.) dem Gericht einzureichen, unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine prozessuale Bedürf
tigkeit besteht
.
Im auszufüllenden
Formular
(Urk. 7)
wurde
er
unter Ziff. 13
aus
drücklich darauf hingewiesen, dass unvollständige oder unrichtige Angaben sowie fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Gesuchs führen können
(
S.
6)
.
Das
Formular
reichte der Beschwerdeführer
am 6. Oktober 2017 (
Urk. 7
) unter Beilage
eines befristeten Arbeitsvertrages seines Sohnes, den Versicherungs
policen seiner Ehefrau, seines Sohnes sowie seine
s
eigenen
und
eines
Miet
vertra
ges ein (Urk. 8/1-5).
Weitere
Belege wie namentlich Lohnabrechnung
en oder Lohnausweise
der Ehefrau oder die letzte unterzeichnete Steuererklärung und Steuereinschätzung
reichte er nicht ein. Bereits daraus erhellt
, dass dem Gesuch mangels hinreichender Substantiierung der Prozessarmut nicht statt
gegeben werden kann. Dies hat umso mehr zu gelten, als der Beschwerde
führer im vor
liegenden Verfahren von einem berufsmässigen Rechtsbeistand vertreten war.
Anzufügen bleibt
, dass
die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers von Beginn weg nicht als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
in Betracht zu ziehen war,
da
sie keine patentierte Rechtsanwältin ist.
5.3
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver
sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die
Kosten des Verfahrens auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.