Decision ID: c4a5f43a-81d6-5e66-b79b-97e16dd85d00
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1958
, war bei der
Y._
GmbH,
Z._
,
als
Carrosseriespengler
tätig
und über diese bei der
Schweizeri
sche
n
Unfallversicherungsanstalt
(SUVA)
gemäss dem Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche
Körperschä
digun
gen
und Berufs
krankheiten ver
sichert, als er
am 2
2.
April 2011 als Motorradfahrer vom Fahrer eines Personenwagens
von der Strasse abgedrängt wurde und sich anschliessend auf einem Feld mehrfach überschlug (
Urk.
11/1,
Urk.
11/47 S. 5). Dabei zog sich der Versicherte unter anderem einen Pneumothorax,
Rippen
frakturen
, Lungenkontusionen, eine instabile Be
c
kenringfraktur und eine Frak
tur des Brustwirbelkörpers (BWK) 11 zu (
Urk.
11/29 S. 1).
1.2
Am
2
0.
Oktober 2012 war der Versicherte erneut an einem Verkehrsunfall betei
ligt, indem er als Motorradfahrer auf das Heck eines vor ihm fahrenden, abbremsend
en Personenwagens auffuhr (
Urk.
8/1,
Urk.
8/19 S. 9) und sich da
bei
unter anderem
multiple Prellungen zuzog (Urk.
8/14).
Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
8/143)
stellte
die SUVA
die Versicherungs
leistungen
mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs der
fort
bestehenden Beschwer
den
mit
den versicherten Unfallereignissen
per 2
0.
Dezember 2013
ein. Dagegen erhob
en
der Krankenversicherer des Versicherten, die
Helsana
Versicherungen AG, am
1
1.
Dezember 2013
(Urk.
8/151
) und der Versicherte am
1
7.
Januar 2014
(Urk.
8/157
) Einsprache. Am
2
1.
Januar 2014
zog die
Helsana
Versicherungen AG ihre am
1
1.
Dezember 2013
erhobene Einsprache zurück (Urk.
8/160
). Mit Entscheid vom
2
4.
Januar 2014
(Urk.
8/161
=
Urk.
11/111
= Urk. 2) wies die
SUVA
die Einsprache des Versicherten ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
4.
Januar 2014
(Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am
2
7.
Februar 2014
Be
schwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben,
die Sache sei an die SUVA zu ergänzender medizinischer Abklärung und zum Entscheid bezüglich Invalidenrente und Integritätsentschädigung zurückzu
wei
sen und
es sei
die SUVA anzuweisen, einstweilen und rückwirkend ab dem Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 im Rahmen der ärztlich bescheinigten Arbeitsun
fähigkeit weiterhin Taggeldleistungen auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
April 2014
beantragte die
SUVA, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei (
Urk.
7 S. 2). E
i
ne Kopie dieser Eingabe wurde dem Versicherten am 1
6.
Mai 2014 (
Urk.
15) zugestellt. Je eine Kopie der weiteren Eingaben
des Beschwerdeführers samt
Beilagen (Urk.13-
14,
Urk.
16-17,
Urk.
19-20 und
Urk.
22-23) wurden der Beschwerdegegnerin am 1
6.
Mai 2014 (
Urk.
15), am 1
7.
Juni 2014 (
Urk.
18), am
3.
Februar 2015 (Urk. 21) und am
2.
März 2015 (
Urk.
24) zugestellt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Nach der Rechtsprechung kann von
organisch objekt
iv ausgewiesenen Unfall
fol
gen
bei denen die
Unfalladäquanz
praktisch keine Rolle spielt erst ge
spro
chen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt sind (nicht
in
BGE 135 V 465
publizierte E. 2 des Urteils des Bundesgerichts
8C_216/2009
vom
2
8.
Oktober 2009
; BGE 134 V 231 E. 5.1
).
Dies gilt auch für neuropsychologische Defizite (Urteil 8C_691/2013 vom 1
9.
März 2014 E. 5.1).
Aus diesem Grunde können beispielsweise
Verhärtungen und Verspannungen der Mus
kulatur,
Druckdolen
zen
im Nacken sowie Einschränkung
en der HWS-Beweg
lichkeit
für sich all
ein nicht als
o
ganisch
objekt
iv ausgewiesene Unfallfolgen
qualifiziert werden
(Urteil des Bundesgerichts
8C_310/2011
vom
5.
September 2011
E. 4.1).
1.5
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äqui
va
lente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung. Bei
Schleudertraumen und äquivalenten Ver
letzungen der HWS sowie Schädelh
irntraumen
wird hingegen
auf eine Diffe
ren
zierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sog. Schleudertrauma-Praxis; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1
mit Hinweisen).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma, eine
äqu
ivalente
Ver
letzung der HWS oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typi
schen Beschwerdebild einer solchen Ver
let
zung gehörenden Beeinträch
tigungen (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hin
tergrund treten
.
In diesen Fällen ist
die Beurteilung
praxisge
mäss
unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen
(
BGE 123 V 98 E. 2a; 127 V 102 E. 5b/
bb
)
.
Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U
183/93 E. 3c; Urteil
des Bundesgerichts
8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweis).
1.6
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
ge
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.8
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.9
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezo
gene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.10
Grundsätzlich hat die Adäquanzprüfung, falls im Anschluss an zwei oder meh
re
re Unfälle eine psychische Fehlentwicklung eintritt, für jeden Unfall gesondert gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu erfolgen. Dies
gilt insbesondere dann, wenn die Unfälle verschiedene Körperteile betreffen und zu unterschiedlichen Verletzungen führen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_89/2012 vom 1
0.
Mai 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf
SVR 2003 UV Nr. 12 S.
36, U 78/02 E. 3.2.2
und
SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1, U 39/04 E. 3.2.2 und 3.3.2). Gleiches gilt prinzipiell auch bei einer Mehrzahl von Unfällen mit
Schleuder
trauma
der HWS oder gleichgestellter Verletzung, wobei es in diesem Rahmen rechtsprechungsgemäss nicht generell ausgeschlossen ist, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils bei der Adäquanzprüfung zu berücksichti
gen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar, wenn die Auswirkungen der ver
schie
denen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/oder die Arbeitsfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden können (Urteil
des Bundesgerichts
8C_226/2009 vom
6.
November 2009 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.11
Die Adäquanzprüfung hat
dann zu
erfolgen,
we
nn
der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen
und den
Anspruch
der versicherten Person
auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen
hat. Voraussetzung dafür ist, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes zu erwarten war (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.3 und 133 V 57 E. 6.6.2, je mit Hinweisen).
Was unter einer nam
haften Besseru
ng des Gesundheitszu
standes
zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick da
rauf, dass die soziale Unfall
versicherung auf die erwerbstätigen Perso
nen aus
gerich
tet ist, bestimmt sich dies gemäss der Rechtsprechung nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähig
keit, wobei die durch weitere Heilbe
handlung zu erwartende Be
sserung ins Gewicht fallen muss;
unbedeu
tende Verbesserungen genügen
nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen).
1.12
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Frage des Beweiswertes stellt sich auch bei den anzuwendenden medizi
nisch-diagnostischen Methoden. Diese müssen wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihnen erhobene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart,
wenn sie von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis anerkannt ist
(BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im Folgenden ist
vorerst der massgebende medizinische Sachverhalt betreffend den Unfall vom 2
2.
April 2011 zu prüfen.
2.2
Die Ärzte des
A._
,
B._
,
C._
, erwähnten im Verlegungsbericht vom
6.
Mai 2011 (
Urk.
11/23), dass der Beschwerdeführer sich vom 2
2.
April bis
6.
Mai 2011 in intensivmedizinischer Behandlung befunden habe
,
und stellten unter anderem die folgenden Diagno
sen (S. 1):
Polytrauma nach Motorradunfall mit
Pneumothorax beidseits
Rippenfrakturen links und rechts
Sternumfraktur
Lungenkontusionen beidseits
instabile Beckenringfraktur
BWK 11-Fraktur
Weichteilemphysem rechts
Pleuraerguss
rechts,
Hämatothorax
rechts
Skrotalhämatom
Der Beschwerdeführer sei am 2
2.
April 2011 nach Primärstabilisierung und Anlage von
Thoraxdrainagen
im Schockraum auf die Intensivstation aufge
nommen worden. Am 2
7.
April 2011 sei die operative Versorgung der instabilen Beckenringfraktur mittels Fixateur externe erfolgt (S. 3).
2.3
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
E._
,
stellte im Austrittsbericht vom 2
4.
Mai 2011 (
Urk.
11/60) fest, dass der Beschwerdeführer nach der Verlegung vom
6.
bis 2
4.
Mai 2011 im
E._
hospitalisiert
gewe
sen und am 2
4.
Mai 2011 in gutem
All
gemeinzustand
, bei lokal reizlosen Wundverhältnissen
,
mit liegendem Fixateur externe nach Hause entlassen worden sei.
Es sei während der
Hospitalisation
ein psychiatrisches Konsilium durchgeführt worden.
Am
7.
Juni
2011 sei eine Ent
fernung des Fixateur externe am Becken vorgesehen
(S. 2)
.
Mit Bericht vom 1
1.
Oktober 2011 (
Urk.
11/65) führte PD
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerdeführer noch Schmerzen thorakal linksseitig je nach Bewegung und im Bereich des Beckens bei Druck von lateral her verspüre. Am linken Oberschenkel bestehe noch eine leicht zurückgehende Hypästhesie. Eine Wei
terführung der medizinischen Trainingstherapie sei für weitere drei Monate
angezeigt. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
. Der Beschwerdeführer könne gegenwärtig im Umfang von 25
%
im Büro arbeiten.
2.4
Die Ärzte des Instituts für Radiologie der Klinik
F._
stellten mit Bericht vom 1
4.
November 2011 (
Urk.
11/72) fest, dass eine gleichentags durchgeführte computertomographische (CT) Untersuchung des Thorax, der BWS und des Beckens sich konsolidierende Rippenfrakturen, eine konsolidierte
Beckenring
fraktur
rechts und eine konsolidierte untere und obere
Schambein
ast
fraktur
links ergeben habe. Sodann bestehe ein Status nach Kompressionsfraktur des BWK 11 ohne Mitbeteiligung der dorsalen Säule mit leichter Höhenminderung und unregelmässiger Bodenplatte mit kleiner Stufenbildung links sowie ein Status nach nichtdislozierter Fraktur des
Manubrium
sterni
und des Corpus
sterni
(S. 2).
2.5
Mit Bericht vom
6.
Januar 2012 stellte PD
Dr.
D._
fest, dass alle Frakturen durchgebaut seien, und dass der Beschwerdeführer noch unter Restbeschwerden im Bereich des Thorax, des Beckens sowie im Bereich des linken Handgelenks leide. Ab 2
8.
November 2011 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
.
Am 1
0.
Februar 2012 erwähnte PD
Dr.
D._
, dass sich die
Thoraxschmerzen
gebessert hätten, und stellte fest, dass der Beschwerdeführer die Arbeit am 3
0.
Januar 2012 im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
wiederaufgenom
men habe (
Urk.
11/78).
Mit Zwischenbericht vom 3
0.
Mai 2012 (
Urk.
11/82) führte PD
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerdeführer von Seiten des Thorax und des Beckens beschwer
defrei sei, und dass der Fall aus somatischer Sicht habe abgeschlossen werden können. Der Beschwerdeführer leide jedoch seit dem Unfall unter psychischen Störungen, insbesondere unter Konzentrationsstörungen und schneller Ermü
dung und brauche mehr Schlaf als früher. Er stehe deshalb in psychiatrischer Behandlung. Gegenwärtig bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
.
2.6
Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie,
stellte in seinem Bericht vom 1
5.
August 2012
(
Urk.
11/93)
ein schö
nes Heilergebnis fest und erwähnte, dass der Beschwerdeführer bezüglich des Beckens und der Wirbelsäule weitgehend beschwerdefrei sei (S. 6).
Der Beschwer
deführer leide seit dem Unfall jedoch unter psychischen Problemen, insbesondere unter Konzentrationsschwierigkeiten und unter einer verminderten psychischen Belastbarkeit (S. 3). Die gegenwärtig noch vorhandenen geringen somatischen Beschwerden seien unfallkausal. Ein entschädigungsp
flichtiger Integritätsschaden s
e
i
nicht entstanden. Gegenwärtig bestehe eine Arbeitsfähig
keit als selbstständiger
Karosseriespengler
von 70
%
. Diese Arbeitsfähigkeit
könne monatlich, erstmals am 1
5.
August 2012
,
um jeweils 10 % bis zur vollen Arbeitsfähigkeit gesteigert werden (S. 6).
2.7.
Am
3.
September 2012 stellte PD
Dr.
D._
fest, dass er die Behandlung des Beschwerdeführers am 3
0.
August 2012 abgeschlossen habe (
Urk.
11/101 S. 2).
Im Unfallschein (
Urk.
11/100) attestierte PD
Dr.
D._
dem Beschwerdeführer am 3
0.
August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
vom 1
5.
August bis 1
4.
September 2012, eine solche von 10
%
vom 1
5.
September bis 1
4.
Oktober 2012 und eine solche von 0
%
ab dem 1
5.
Oktober 201
2.
2.8
Med.
pract
.
H._
, Ärztin, und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erwähnten in ihrem Bericht vom
1.
Oktober 2012 (
Urk.
11/102), dass der Beschwerdeführer seit 2
8.
November 2011 durch sie psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt werde
,
und stellten die folgen
den Diagnosen:
mittelgradige depressive Episode
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner
Der Beschwerdeführer habe im Rahmen einer Ehekrise eine depressive Episode entwickelt, wobei die Krise dadurch ausgelöst worden sei, dass er sich vor drei Jahren in eine andere Frau verliebt habe und dies seiner Ehegattin mitgeteilt habe. Da er sich gedanklich nicht von der anderen Frau habe distanzieren kön
nen, habe sich seine Ehegattin von ihm getrennt. Der Beschwerdeführer wohne jetzt getrennt, habe aber weiterhin Kontakt mit seiner Ehegattin.
Er
sei von sei
ner Ehegattin zur Behandlung angemeldet und von dieser zum Erstgespräch begleitet worden (S.
1). Eine Paartherapie werde von
ihm
indes nicht gewünscht (S. 2).
3.
3.
1
Des Weiteren gilt es d
e
n
massgebenden medizinischen
Sachverhalt betreffend den
Unfall vom 2
0.
Oktober 2012
zu prüfen.
3.2
Die Ärzte des Notfallzentrums der Klinik
F._
diagnostizierten
in ihren
Bericht
en
vom 2
0.
Oktober 2012 (
Urk.
8/14)
und vom 1
3.
November 2012 (Urk. 8/17)
multiple Prellungen
bei Status
nach Verkehrsunfall und erwähnten, dass eine
CT-Untersuchung der HWS und des
Oberschenkel
s
(
Femur
) keine fri
sche Fraktur und keinen Weichteilschaden ergeben habe. Der Beschwerdeführer habe weder unter Bewusstlosigkeit,
noch
unter Übelkeit
oder
Erbrechen gelitten
. Er habe anlässlich des Unfalls
einen Helm getragen und sein
Kopf und
sein
Hals hätten keinen pathologischen Befund aufgewiesen.
3.3
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
7.
November 2012 (
Urk.
8/12) einen Status nach Ver
kehrsunfall mit Sturz mit dem Motorrad am 2
0.
Oktober 2012 mit multiplen Prellungen und Abschürfungen, persistierenden Schmerzen bei
Ellenbogen
kon
tusion
links, mit HWS-Kontusion mit persistierenden Beschwerden und Kontu
sionen der rechten Hüfte, beider Arme und Handgelenke sowie der
Sakralge
gend
.
Der Beschwerdeführer habe anlässlich des Unfalls keine Frakturen erlitten (S. 1).
3.4
PD
Dr.
D._
diagnostizierte mit Zwischenbericht vom
7.
Januar 2013 (Urk. 8/29) ein HWS-Schleudertrauma und eine schwere Ellenbogendistorsion links und erwähnte, dass
der Beschwerdeführer
am 1
2.
November 2012
die Arbeit im Umfang von 75
%
wieder aufgenommen habe.
3.5
Dr.
I._
stellte in seinem Bericht vom 2
6.
März 2013 (
Urk.
8/51) die folgen
den Diagnosen (s. 1):
Status nach mittelgradiger depressiver Episode, teilremittiert
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner mit
überwertigen Ideen (Differentialdiagnose: wahnhafte Störung)
Persönlichkeitsstruktur mit narzisstischen Zügen
Beim Beschwerdeführer habe sich eine depressive Episode im Rahmen von m
as
siven Beziehungskonflikten zu seiner von ihm
getrennt lebenden Ehepartnerin entwickelt, wobei überwertige (fraglich paranoide)
Ideen
mit Fixierung auf eine ehemalige Angestellte persistierten. Im weiter
e
n Verlauf sei es gemäss den Angaben des Beschwerdeführers
bei ihm
zu
einem
Stalking
entsprechenden Verhaltensweisen gekommen. Am 1
5.
März 2013 sei
er
wegen aggressiver ver
baler Ausbrüche
durch die Polizei
verhaftet worden und
anschliessend
nach einem Tag mit der Auflage, die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung fortzuführen, entlassen worden (S. 1). Nach einer Besserung der depressiven Symptomatik bestehe ab April 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Wegen der persistierenden kognitiven Störungen und der Affektlabilität sei mit einer län
gerdauernden Restarbeits
un
fähigkeit
im Umfang
von 20
%
zu rechnen (S. 2).
3.6
In seinem Bericht vom 1
0.
April 2013
(
Urk.
8/53/2-6)
diagnostizierte
Dr.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, ein
zer
vikovertebrales
Syndrom links, ein
en
Tennisellenbogen links und eine
Tenosy
novitis
de
Quervain
links (S. 1) und erwähnte, dass sich im Bereich der HWS radiologisch nur
leichtgradige
kaudalbetonte
degenerative Veränderungen fin
den liessen (S. 2).
3
.7
Mit Bericht vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
8/95) stellten die Ärzte des Instituts für Radiologie der Klinik
F._
fest, dass eine am 1
8.
Mai 2013 durchgeführte
magnetresonanztomographische (MR) Untersuchung des Schädels des Beschwer
deführers unauffällige Befunde und insbesondere keinen Nachweis
abgelaufener
Scherverletzungen ergeben habe.
Am 1
1.
Juni 2013
erwähnten
die Ärzte des Instituts für Radiologie der Klinik
F._
, dass eine gleichentags durchgeführte 3-Phasen-Skelett
s
zin
tigraph
ie beim Beschwerdeführer keine Hinweise auf aktiv entzündliche
ossäre
Verände
rungen der HWS und der BWS ergeben habe. In der oberen und unteren HWS bestünden
indes
leichte Facettengelenksarthrosen
,
in der unteren HWS eine
Uncovertebralarthrose
(S. 2).
3.8
Dr.
med
.
L._
, Facharzt für Neurologie, erwähnte in seinem Bericht vom 2
8.
August 2013, dass er den Beschwerdeführer am 2
3.
August 2013 neu
rologisch untersucht habe
,
und stellte die folgenden Diagnosen:
intermittierende, positionsabhängige, flüchtige, sensible
Nervus
ulnaris
-Reizsymptomatik links am Ellenbogen mit/bei
rezidivierendem, vor
allem morgendlichen schmerzlose
n
Taubheits
ge
fühl
in zwei Fingern der linken Hand
chronische, belastungsverstärkte, linksseitige Nackenschmerzen, teil
weise ausstrahlend zum linken Schulterblatt, ohne Hinweise auf eine neurologische Ursache
Epicondylopathia
lateralis
humeri
links.
Bezüglich der Nackenschmerzen bestünden keine Hinweise auf eine neurologi
sche Pathologie (S. 1)
.
3.9
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Neurologie
,
und Prof.
Dr.
phil.
N._
, Neuropsychologin, stellten in ihrem Bericht vom 1
6.
Mai 2013 (Urk. 8/118) fest, dass eine am 1
5.
Mai 2013 durchgeführte
verhaltens
neurolo
gische
Untersuchung des Beschwerdeführers neben einem Verhaltenssyndrom mit Impulskontrollstörung markante kognitive Dysfunktionen ergeben habe. Im Vordergrund stünden eine stark verminderte Konzentrationsfähigkeit mit ver
minderter geteilter Aufmerksamkeit, eine Lern- und Gedächtnisschwäche, eine legasthenische Agraphie und leichte Leseschwäche sowie ein vermindertes kon
zeptuelles Denken. Diese Befunde entsprächen
Teilleistungsschwächen nach frühkindlich erworbener zerebraler Dysfunktion,
was
phänomenologisch einem erweiterten
Aufmerksamkeits
defizit-Hyperaktivitätssyndrom
(ADHS) zuzuord
nen sei. Hinweise für traumatisch bedingte Hirnleistungsstörungen hätten sich nicht ergeben. Es sei eine Behandlung mit
Methylphenidat
angezeigt. Aus neu
ropsychologisch-kognitiver Sicht bestehe als selbstständiger
Karosseriespengler
keine Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei aus neuropsychologischer Sicht sodann nicht fahrtauglich (S. 2).
3.10
Dr.
I._
führte in seinem Bericht vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
8/111) aus, dass wegen persistierender kognitiver Störungen, Gedächtnisstörungen und
Affektla
bilität
mit einer längeren Arbeitsunfähigkeit von 40
%
zu rechnen sei (S. 2).
Mit Bericht vom
4.
November 2013 (
Urk.
8/135) stellte
Dr.
I._
die folgen
den Diagnosen:
Status nach mittelgradiger depressiver Episode
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner
narzisstische Persönlichkeitsstörung
ADHS des Erwachsenenalters
Der Beschwerdeführer leide weiterhin unter Konzentrationsstörungen, einer ver
minderten Stresstoleranz und unter Impulsivität. Ab 2
9.
Mai 2013 bestehe bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
(S. 1).
3.11
Am
6.
November 2013 stellte
Dr.
K._
fest, dass er dem Beschwerdeführer ab 1
8.
Oktober 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert habe.
3.12
Der Kreisarzt der
Beschwerdegegenerin
,
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, erwähnte in seiner Stellungnahme vom
3.
Dezember 2013 (
Urk.
8/139), dass die Skelettszintigraphie vom 1
1.
Juni 2013 und die
neurologische Untersuchung vom 2
3.
August 2013 jegliche unfallbedingte Pathologien als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen hätten, weshalb spätestens am 2
3.
August 2013 davon auszugehen sei, das keine unfallbedingte
n
Ansatzpunkte für weitere Therapien
mehr
bestünden.
3.13
Die Ärzte der MEDAS
P._
,
Q._
, erwähnten in ihrem zuhanden der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verfassten polydisziplinären Gutachten vom
8.
Dezember 2014 (
Urk.
20), dass der Beschwerdeführer am
6.
Oktober 2014 durch einen Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, am 1
3.
Oktober 2014 durch einen Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, am 1
4.
Oktober 2014 durch einen Fachpsychologen für Neuropsychologie und am 1
7.
November 2014 durch einen Facharzt für Rheu
matologie untersucht worden sei (S. 4)
,
und stellten die folgenden Diagnosen
(S. 54)
:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach Motorradunfall am 2
0.
Oktober 2012 mit
(
laut Akten
)
Status nach HWS-Distorsion und starker Ellenbogenkontusion links
persistierende muskuläre
Dysbalance
am Schultergürtel links
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach depressiver Episode
Status nach Motorradunfall am 2
2.
April 2011 mit Polytrauma
Status nach
Epicondylopathia
humeri
radialis
links und
Tendosynovi
tis
de
Quervain
links (laut Akten), aktuell beschwerdefrei
Fingerpolyarthrosen
Status nach Kopfkontusion mit HWS-Distorsion 2010
Teilleistungsschwächen bei unterdurchschnittlicher Intelligenz (
Lern
be
hinderung
)
Die Gutachter führten aus, dass die neuropsychologische Untersuchung eine Teilleistungsschwäche bei unterdurchschnittlicher Intelligenz im Bereich einer Lernbehinderung ergeben habe. Dabei handle es sich um eine zerebrale
Ent
wicklungsverzögerung
, welche schon immer bestanden habe. Durch die psycho
metrischen Befunde werde die Diagnose einer ADHS nicht gestützt (S. 41).
Auf Grund der Ergebnisse der psychiatrische
n
Begutachtung sei davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer (auf Grund des Unfalls vom 2
2.
April 2011) ein massives Polytrauma erlitten habe und in der Folge in psychischer Hinsicht eine schwierige Phase durchlaufen habe. Zusätzlich habe sich eine
Beziehungs
störung
entwickelt, zu welcher der Beschwerdeführer sich anlässlich der psychi
atrischen Untersuchung jedoch nicht genauer habe äussern wollen. In deren Rahmen sei es während einer gewissen Zeit zu einer Trennun
g von seiner Ehe
gattin gekommen. Es sei zu einer depressiven Reaktion des
Beschwerdeführer
s
darauf gekommen. Zwischenzeitlich habe sich der Beschwerdeführer jedoch gut erholt und es bestünden keine Hinweise auf eine affektive Störung mehr (S. 31). Gegenwärtig bestehe keine eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtferti
gende psychische Störung mehr (S. 32).
In der Vergangenheit sei dem Beschwer
deführer von
Dr.
I._
aus psychiatrischer Sicht eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Da eine depressive Episode bestan
den habe, seien die von
Dr.
I._
festgestellten Arbeitsunfähigkeiten aus psychischen Gründen nachvollziehbar (S. 57).
Die rheumatologische Untersuchung ha
b
e keinen relevanten pathologischen Befund an der HWS ergeben. Auch sonst hätten sich, abgesehen von einer mus
kulären
Dysbalance
am linken Schultergürtel, keine symptomatischen relevan
ten Veränderungen finden lassen. Durch die muskuläre
Dysbalance
, welche durch Dehnübungen behandelt werden könne (S. 52), werde der Beschwerde
führer in seiner gegenwärtigen Tätigkeit in einer Autowerkstatt mit
Zwangs
haltun
gen
im Umfang von 15
%
beeinträchtigt (S. 52). In einer adap
tierten Tätigkeit, ohne den linken Schultergürtel belastende Zwangshaltungen, best
ehe aus rheumatologischer Sicht mit Sicherheit
seit April 2013, wahrschein
lich schon zu einem früheren Zeitpunkt, eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S.
53).
4.
4.1
4.1.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten
zu den Folgen des Unfalls vom 2
2.
April 2011
lässt sich entnehmen, dass PD
Dr.
D._
am
6.
Januar 2012
feststellte, dass a
lle Frakturen
, welche der Beschwerdeführer anlässlich des Unfallereignisses vom 2
2.
April 2011 erlitten hatte,
durchgebaut seien
und
dass
ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe. Nachdem
er
a
m
1
0.
Februar 2012
dem Beschwerdeführer
eine solche
von 30
%
attestiert hatte, stellte
er
a
m
3
0.
Mai 2012
fest,
dass
er
den
Fall aus somatischer Sicht abgeschlossen
habe
,
und attestierte dem Beschwerdeführer aus psychischen Gründen
eine Arbeits
unfähigkeit von 30
%
(vorstehend
E.
2.5
)
.
Damit übereinstimmend ging auch
Dr.
G._
in seinem Bericht
vom 1
5.
August 2012
(vorstehend E.
2.6
)
davon aus, dass
die Heilbehandlung der Folgen des Unfalls vom 2
2.
April 2011 in so
matischer Hinsicht abgeschlossen sei.
Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeits
un
fähigkeit von 30
%
bis 1
4.
August 2012, von 20
%
bis 1
4.
September 2012, von 10
%
bis 1
4.
Oktober 2012 sowie eine volle
Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen ab 1
5.
Oktober 201
2.
4.1.2
In somatischer Hinsicht kann vorliegend auf die nachvollziehbare und überzeu
gende Beurteilung durch
Dr.
G._
vom 1
5.
August 2012 abgestellt werden, welche grundsätzlich mit derjenigen durch PD
Dr.
D._
übereinstimmt. Gestützt darauf ist demnach davon auszugehen, dass spätestens am 1
5.
Oktober 2012 in somatischer Hinsicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit des Beschwerdeführers als selbstständiger
Karosseriespengler
bestand, und dass
spätestens zu diesem Zeitpunkt von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung der somatischen Folgen des Unfalls vom 2
2.
April 2011 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zustandes mehr zu erwarten war.
4.2
4.2.1
Den medizinischen Akten zu den Folgen des Unfalls vom 2
0.
Oktober 2012 ist zu entnehmen, dass die erstbehandelnden Ärzte des Notfallzentrums der Klinik
F._
am 2
0.
Oktober 2012
un
d 1
3.
November 2012 (vorstehend
E.
3.2
) multiple Prellungen und Abschürfungen feststellten, jedoch eine Bewusstlosig
keit, eine Übelkeit,
Parästhesien
oder neurologische Ausfälle verneinten und insbesondere keine pathologischen Befunde im Bereich des Kopfes und Halses des Beschwerdeführers feststellten.
Demgegenüber stellte
Dr.
J._
eine HWS-Kontusion und chronische Nackenschmerzen fest. Ein Schleudertrauma der HWS wurde erstmals von PD
Dr.
D._
mit
Bericht
vom
7.
Januar 2013 (vorstehend
E.
3.4
) diagnostiziert. In der Folge stellte
Dr.
K._
am
1
0.
April
2013
(vorstehend E. 3.6)
leichtgradige
degenerative Veränderungen im Bereich der HWS und ein
zervikovertebrales
Syndrom links
fest. Damit übereinstim
mend stellte
Dr.
L._
am
2
8.
August 2013
(vorstehend E. 3.8)
chronische, belastungsverstärkte, linksseitige Nackenschmerzen
ohne Hinweise
auf eine neurologische Ursache fest. Während
Dr.
M._
und Prof.
Dr.
N._
Hin
weise für traumatisch bedingte Hirnleistungsstörungen
verneinten (vorstehend E.
3.9
)
,
ging
Dr.
O._
am
3.
Dezember 2013 (
vorstehend E.
3.12
)
davon aus
, dass
eine am
1
1.
Juni 2013
durchgeführte Skelettszintigraphie
und
eine am 2
3.
August 2013 durchgeführte
neurologische Untersuchung
keine
un
fallbe
dingte
n
Pathologien
ergeben hätten,
weshalb spätestens am 2
3.
August 2013
in somatischer Hinsicht von einem Ende der
unfallbedingten
Heilbehandlung aus
zugehen sei.
Damit übereinstimmend verneinten die Ärzte des
P._
in ihrem Gutachten vom
8.
Dezember 2014 (vorstehend E. 3.13)
, abgesehen
von einer durch Dehnübungen zu behandelnden muskulären
Dysbalance
am linken Schul
tergürtel,
einen relevanten pathologischen Befund an der HWS des Beschwer
deführers und stellten eine uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit in
behin
deru
ngs
angepa
s
sten
Tätigkeiten mindestens
seit April 2013
fest.
4.2.2
Während
Dr.
O._
in seiner Beurteilung vom
3.
Dezember 2013 von einem Ende der unfallbedingten Heilbehandlung spätestens am 2
3.
August 2013 aus
ging, gingen die Ärzte des
P._
in ihrem Gutachten vom
8.
Dezember 2014
(vorstehende E. 3.13)
davon aus, dass
die
am linken Schultergürtel bestehende muskuläre
Dysbalance
mittels Dehnübungen behandelt werden könne.
Die Ärzte des
P._
nahmen indes weder zur Frage
nach
der Unfallkausalität der musku
lären
Dysbalance
am linken Schultergürtel noch zur Frage nach dem Ende der unfallbedingten Heilbehandlung Stellung.
Denn das
Gutachten des
P._
hat
die Frage nach der Diagnose und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Gegenstand.
Mit den
hier interessierenden Frage
n nach dem Zeitpunkt der Beendigung der unfallbedingten Heilbehandlung und nach der Unfallkausalität der festgestellten muskulären
Dysbalance
am linken Schultergürtel des Beschwerdeführers, befassten sich die Gutachter des
P._
indes nicht. Da diese Fragen durch das Gutachten der Ärzte des
P._
vom
8.
Dezember 2014 (vorstehende E. 3.13) nicht beantwortet werden, kann vorlie
gend darauf nicht abgestellt werden.
4.2.3
Die Frage nach der Unfallkausalität
der von den Ärzte
n
des
P._
festgestellten muskulären
Dysbalance
am linken Schultergürtel kann vorliegend indes offen gelassen werden. Denn nach der Rechtsprechung gibt w
eder die blosse Möglich
keit eines positiven Resultates einer weiteren ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Heilmassnahmen, wie zum Beispiel einer Badekur, zu erwartender, nur unbedeutender therapeutischer Fortschritt
Anspruch auf deren Durchfüh
rung (Urteile des Bundesgerichts
U 244/04 vom 2
0.
Mai 2005, E. 2, nicht
publ
. in: RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, und U 412/00 vom
5.
Juli 2001, E.
2a
). Vor
liegend erachteten die Gutachter des
P._
eine Besserung der Beschwerden im Bereich des linken Schultergürtels durch ein Heimprogramm mit Dehnübungen für den Schultergürtel einerseits lediglich als möglich (Urk. 20 S. 53). Anderer
seits dürfte durch die von den Gutachtern empfohlenen Dehnübungen lediglich ein unbedeutender therapeutischer
Fortschritt zu erwarten sein. Aus diesen Gründen, wäre, selbst wenn die Unfallkausalität einer muskulären
Dysbalance
am linken Schultergürtel zu bejahen wäre, von einer Fortsetzung der Heilbe
han
dlung dieses Leidens
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen, weshalb die Frage nach der Unfallkausalität und der muskulären
Dys
balance
am linken Schultergürtel vorliegend offen bleiben kann.
4.2.
4
Gestützt auf
die nachvollziehbare
und überzeugende
Beurteilung durch
Dr.
O._
vom
3.
Dezember 2013 (vorstehend E.
3.12
)
ist daher
davon aus
zugehen, dass
spätestens am 2
3.
August 2013 von einer weiteren ärztlichen Behandlung der organischen Folgen des Unfalls vom 2
0.
Oktober 2012
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
keine namhafte Besserung des Gesund
heits
zu
standes mehr zu erwarten
war. Demzufolge
ist grundsätzlich nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanzbeurteilung mit Erlass der Verfügung vom
6.
Dezember 2013 (Urk. 8/143) beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 2
4.
Januar 2014 (
Urk.
2) vor
nahm.
4.2.
5
D
ie Einwendungen des Beschwerdeführers vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ände
rn, weshalb es - entgegen seiner diesbezüglicher
Vorbringen (
Urk.
1 S.
2
f.
) - angesichts der schlüssigen medizinischen Aktenlage keiner zusätzlichen Abklärung bedarf. Von ergänzenden Beweismassnahmen oder einer
Rückwei
sung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung ergänzender Abklä
run
gen ist daher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweis; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S. 28).
4.3
4.3.1
Vorliegend steht auf Grund der Beurteilung durch
Dr.
J._
vom 2
7.
November 2012 (vorsteh
end
E.
3.3
) fest, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 unter Beschwerden im Bereich des Nackens litt.
Dr.
J._
stellte indes keine Distorsion
,
sondern eine Kontusion der HWS fest. Ein Schleudertrauma der HWS stellte nach
dem Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 erstmals
PD
Dr.
D._
in seinem Bericht vom
7.
Januar
2013 (vorste
hend E.
3.4)
fest. Unter diesen Umständen erscheint daher fraglich, ob der Beschwerdeführer
anlässlich des Unfalls vom 2
0.
Oktober 2012 ein
Schleuder
trauma
der HWS (Distorsion der HWS, medizinisch auch
kraniozervikales
Beschleu
ni
gungstrauma
genannt
; vgl.
BGE 134 V 109
E. 6.2.2) erlitten hat
, und ob sich innerhalb der vorausgesetzten
Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stun
den
nach dem Unfall
Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifes
tier
t
en
. Diese Fragen können
vorliegend indes offen gelassen
werden
, wenn
die Adäquanzbeurteilung
bereits
aus anderen Gründen nicht nach der in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Rechtsprechung zur Adä
quanz bei Schleudertraumen der HWS
,
sondern nach BGE 115 V 133 zu erfolgen hätte.
4.3.2
Nach der Rechtsprechung weist die
typische Symptomatik nach einem Unfall mit Schleudertrauma der HWS somatische und psychische Komponenten wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstö
rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affektlabi
lität
, Depression,
Wesenveränderung
usw. auf (BGE 134 V 109 E. 6.2.1)
, wes
halb
die Adäquanzbeurteilung nach Distorsionen der HWS (ohne nachweisbare organische Unfallfolgen) grundsätzlich nach der Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 109, welche für die Beurteilung der Kriterien der Adäquanz nicht zwi
schen körperlichen und psychischen Beschwerden differenziert
, zu erfolgen hat
. Deshalb muss die Zuordnung der geklagten Beschwerden insoweit geklärt sein, bevor entschieden werden kann, nach welcher Methode sich die
Adäquanzprü
fung
richtet. Dabei ist es grundsätzlich Aufgabe der medizinischen Fachärzte, darüber Auskunft zu geben, ob eine bestehende psychische Problematik als Teil des typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-psychischen Beschwerdebildes zu betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches Leiden darstellt. Nur wenn die psychische Störung nicht Symptom der Verletzung ist, kann dafür eine andere Ursache gesehen werden (BGE 134 V 109 E. 9.5). Für die Abgrenzung von Bedeutung sind ins
besondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter
unfall
fremde
r
Faktoren oder der Zeitablauf
. Ebenfalls nach BGE 115 V 133 vorzuge
hen ist, wenn bei einer versicherten Person bereits vor dem Unfall psychische Beschwerden vorlagen, die durch das Unfallereignis verstärkt wurden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_1040/2008 vom
8.
Mai 2009 E. 5.2).
4.
3.3
In psychischer Hinsicht ist den medizinischen Akten zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem 2
0.
Oktober 2012 in psychi
atri
scher Behand
lung stand. Psychische Probleme wurden erstmals im Bericht von PD
Dr.
D._
vom 2
4.
Mai 2011
erwähnt. In der Folge stand der Beschwerde
führer ab 2
8.
November 2011 bei
Dr.
I._
beziehungsweise med.
pract
.
H._
in psychiatrischer Behandlung. Am
1.
Oktober 2012 (vorstehend E.
2.8
), mithin noch vor dem Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2012
,
stellten diese Ärzte eine
mittelgradige depressive Episode fest, welche sich im Rahmen einer Ehe
krise entwickelt habe. Im Anschluss an den Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 hat sich die mittelgradige depressive Episode verbessert beziehungsweise
teilremit
tiert
.
Dr.
I._
stellte am 2
6.
März 2013 neben Problemen in der Beziehung zum Ehepartner zusätzlich eine Persönlichkeitsstruktur mit narzisstischen Zügen fest (vorstehend E.
3.5
).
Gestützt auf die verhaltensneurologische Beurteilung durch
Dr.
M._
und Prof.
Dr.
N._
vom 1
6.
Mai 2013 (vorstehend E.
3.9
) stellte
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 2
0.
Juni 2013 (vorstehend E.
3.10
) zusätzlich die Diagnose eines ADHS des Erwachsenenalters.
Demgegenüber stellten die Ärzte des
P._
in ihrem Gutachten vom
8.
Dezember 2014 (vorste
hend E. 3.13) einen Status nach depressiver Episode fest.
4.3.4
Aus der
erwähnten
medizinischen Aktenlage
zum psychischen Gesundheitszu
stand
erhellt, dass die psychische Problematik schon
vor dem Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 bestand
und nach dem Unfall
während eine
r gewissen Zeit
eindeutig im Vordergrund stand. Vorliegend steht gestützt auf die verhaltens
neurologische Beurteilung durch
Dr.
M._
und Prof.
Dr.
N._
vom 1
6.
Mai 2013 (vorstehend E.
3.9
)
und auf Grund der neuropsychologischen Untersu
chung der Gutachter des
P._
vom
8.
Dezember 2014 (vorstehend E. 3.13) fest, dass der
Beschwerdeführer
unter
kognitive
n
Dysfunktionen im Sinne einer stark verminderte
n
Konzentrations
fähigkeit mit verminderter geteilter Aufmerksam
keit, einer Lern- und Gedächtnisschwäche, einer legasthenische
n
Agraphie, einer leichten Leseschwäche und einem verminderten konzeptuellen Denken
be
ziehungsweise unter einer Teilleistungsschwäche bei unterdurchschnittlicher Intelligenz litt.
Unter diesen Umständen kamen die
als allfällige Folgen eine
s
Schleudertrauma
s der HWS
zu wertenden fu
nktionellen Beeinträchtigungen
,
wie beispielsweise die Nacken
schmerzen
,
eindeutig
im
Hintergrund
zu liegen. Beim Beschwerdeführer
lag
daher
ein eigenständiges psychisches Geschehen vor, das die übrigen Gesundheitsstörungen
während einer gewissen Zeit
nach dem Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2012
eindeutig dominierte.
4.
3.5
Da nach Gesagtem
das Anspruchserfordernis der adäquaten Kausalität
selbst dann
nach der in BGE 115 V 133 dargelegten Methode
zu prüfen wäre, wenn erstellt wäre, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 2
0.
Oktober 2012 eine Distorsion der HW
S im Sinne eines Schleudertrauma
s erlitten hätte, kann diese Frage vorliegend offen gelassen werden.
Es ist daher nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanz des Unfallereignisses vom 2
0.
Oktober 2012 nach BGE 115 V 133 und folglich
unter
Ausschluss psychi
scher Aspekte prüfte (
Urk.
2 S. 5). Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet (
Urk.
1 S. 5 unten).
5.
5.1
Vorerst gilt es die Adäquanz des ersten Unfal
ls vom 2
2.
April 2011 zu prüfen. Im Rahmen der Adäquanzbeurteilung nach BGE 115 V 133 hat eine Einteilung der Unfälle nach Massgabe ihrer Schwere stattzufinden,
wobei der Ausgan
g
s
punkt das objektiv erfassbare Unfallereignis beziehungsweise dessen objektive Schwere darstellt.
Massgebend
ist
für die Beurteilung der Unfallschwere
daher
der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können (BGE 134 V 109 E. 10.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_137/
2014 vom
5.
Juni 2014 E. 6.1).
5.2
Laut dem Polizeirapport
der Polizeidirektion
R._
vom 2
6.
April 2011 (
Urk.
11/47 S. 5 und S. 14) trug sich
der Unfall vom
2
2.
April 2011
wie folgt
zu
:
Der Fahrer oder die Fahrerin eines Personenwagens überholte den mit dem Motorrad fahrenden
Beschwerdeführer
am Ende eines zweispurigen
Fahrbahn
verlaufs
, wobei es durch die Fahrbahnverengung zu einem Abdrängvorfall zum Nachteil des Beschwerdeführers gekommen ist. In der Folge kam der Beschwer
deführer mit seinem Motorrad in den Grünstreifen, streifte einen Leitpfosten, schanzte über eine Erderhöhung, überflog einen Maschendrahtzaun
bezie
hungsweise einen Stacheldraht
, schlug wieder in den Boden ein und überschlug sich mehrfach. Dabei wurde
sein
Motorrad total zerstört.
5
.3
Die Beschwerdegegnerin ist zum Ergebnis gelangt, der Verkehrsunfall vom
2
2.
April 2011
sei dem Bereich der mittelschweren Unfälle im engeren Sinne zuzurechnen (Urk. 2
S. 8
). Demgegenüber geht der Beschwerdeführer von einem schweren Unfall aus (Urk. 1 S.
6
).
Die von der Beschwerdegegnerin
zitierte Kasuistik
(
Urk.
2 S. 8) betrifft Unfälle von
Personenwagen, die nicht ohne
w
ei
teres einschlägig für Motorrad
unfälle
sind.
Denn
der Insasse eines Personenwa
gens
wird
durch die Rückhaltesysteme (Sicherheitsgurten; Airbag) geschützt, wogegen sich der Motorradfahrer im freien Raum befindet, sodass der augen
fällige Geschehensablauf nicht ohne
w
eiteres verglichen werden kann. Zum anderen absorbiert die Knautschzone an Personenwagen einen Teil der
Kollisi
onsenergie
.
5.4
Nach der Rechtsprechung (vgl. Praxisübersicht in Urteil des
Bundesgerichs
8C_621/2011
vom 3
1.
Januar 2012
E. 3.4.3) wurden die folgenden Unfälle mit dem Motorrad
als mittelschwer im engeren Sinn beurteilt:
Motorradsturz der Versicherten als Mitfahrerin in einer Kurve auf regennasser Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h (Urteil
des Bundesgerichts
8C_902/2010 vom
6.
April 2011 E. 5.1).
Der Versicherte stiess auf einer Dorfstrasse mit seinem Motorrad, auf dessen Hintersitz
seine
Freundin sass, in die linksseitige Front eines von der Gegen
fahrbahn nach links abbiegenden Personenwagens (Urteil
des Bundesgerichts
8C_726/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 4.3.1 und 4.3.2.1).
Der Versicherte kollidierte mit seinem Motorrad auf einer Hauptstrasse
ausser
orts
mit einer Geschwindigkeit von ca. 60-70 km/h frontal in den hinteren seit
lichen Teil eines vortrittsbelasteten, die Fahrbahn im Rahmen eines
Linksabbie
gemanövers
überquerenden Personenwagens (Urteil
des Bundesgerichts
U 78/07 vom 1
7.
März 2008 E. 5.1 f.).
Der mit dem Motorrad an einer stockenden Autokolonne vorbeifahrende Versi
cherte prallte mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h ungebremst in einen plötzlich nach links ausscherenden Personenwagen (Urteil
des Bundesgerichts
U
115/05 vom 1
4.
September 2005 E. 2.4.1 mit weiterem Beispiel).
Der Versicherte stiess mit einem vortrittsbelasteten Personenwagen zusammen und wurde über dessen Front geschleudert (Urteil
des Bundesgerichts
U 415/00 vom
8.
Februar 2001 Sachverhalt A. und E. 3a)
.
Der Versicherte kollidierte als Motorradfahrer mit einem Personenwagen, wurde über dessen Kühlerhaube geschleudert und prallte auf der anderen Seite des Fahrzeugs auf der Strasse auf (Urteil
des Bundesgerichts
U 3/92 vom 2
2.
Dezember 1993 E. 3b,
publ
. in: RKUV 1995 Nr. U 221 S. 111).
Der Versicherte prallte mit dem Motorrad bei einem Überholmanöver seitlich mit einem ebenfalls zum Überholen ausscherenden Personenwagen zusammen und wurde über eine Böschung geschleudert (BGE 117 V 359 E. 7a f. S. 368
).
5.5
Demgegenüber wurde nach
der Rechtsprechung die Kollision eines Lastwagens mit einem Personenwagen auf der Autobahn, wobei dieser dann zuerst mit der rechten, anschliessend mit der linken Tunnelwand kollidierte und die Wind
schutzscheibe durch heftigen Kopfanprall barst, als mittlerer
Unfall im
Grenz
bereich
zu den schweren Unfällen
eingestuft (Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.2).
Gleich eingereiht wurde ein Unfall, bei dem der Versicherte mit einem Perso
nen
wagen auf der Überholspur der Autobahn fuhr und bei einer Geschwindig
keit von etwa 130 km/h plötzlich ins Schleudern geriet, die Normalspur und den Pannenstreifen überquerte und mit der Böschung kollidierte, wobei sich das Fahrzeug überschlug. Der Perso
nenwagen wurde auf die Überholspur zurück
geschleudert und kam auf den Rädern stehend zum Stillstand. Beim Überschla
gen wurde der Beifahrer aus dem Dachfenster auf die Böschung geschleudert. Der Versicherte konnte das Fahr
zeug nicht mehr eigenständig verlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.2).
5.6
Als mittelschwere,
im Grenzbereich zu den leicht
en Unfällen liegende Ereignisse wurden in der Regel
Auffahrunfälle
mit dem Personenwagen
(RKUV 2005 Nr.
U
549 S. 236 E. 5.1.2, U 380/04, 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 4
.2, U 193/01, je mit Hinweisen)
und
mit dem Motorrad (Urteil des Bundesgericht 8C_89/2012 vom 1
0.
Mai 2012 E. 4.2) qualifiziert.
5.7
Aufgrund des Geschehensablaufs
ist nicht zu beanstanden, dass die
Beschwer
de
gegnerin
den Unfall vom
2
2.
April 2011
als mittelschwer im enge
ren Sinne qualifizierte. Insbesondere fehlen im Lichte der dargelegten
Präjudi
zien
(vorste
hend E.
5.4
)
beim vorliegenden Ereignishergang Anhaltspunkte, um den Unfall dem Grenzbereich zu den schweren Unfällen
oder den schweren Unfällen
zuzu
rechnen.
6.
6.1
Bei
einem mittelschweren Unfall im engeren Sinne (
der gegebenen
Unfall
schwere
)
müssten von den weiteren massgeblichen Krite
rien für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere - mindestens drei - in
der einfachen Form erfüllt
sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 mit Hinweis;
nicht in BGE
137 V 199
publ
.
E. 3.5 des Urteils des Bundesgerichts 8C_100/2011 vom 1. Juni 2011;
nicht in BGE 138 V 248
publ
. E. 6.2.2 des Urteils des Bundesgerichts 8C_498/2011 vom
3.
Mai 2012;
SVR 2010 UV Nr. 25, 8C_897/2009 E. 4.5).
6.2
6.2.1
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund
des sub
jektiven Empfindens beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person. Je
dem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil
des Bundesgerichts
8C_996/2010 vom 1
4.
März 2011 E. 8.1).
6.2.2
Von der Rechtsprechung wurde das Kriterium etwa bei einer Massenkarambo
lage mit vier beteiligten Fahrzeugen und einem
Reisecar
bejaht. Dabei prallte der Personenwagen, in welchem die versicherte Person als Beifahrerin sass, auf einer nicht richtungsgetrennten und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h signalisierten Strasse als erstes mit entsprechend hoher
Kraft
ein
wir
kung
in einen aus der Gegenrichtung heranschleudernden Personen
wagen. Die versi
cherte Person und ihr Ehemann, welcher am Steuer sass, wurden in ihrem stark deformierten, totalbeschädigten Personenwagen ein
geklemmt und mussten durch die Feuerwehr befreit werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_488/2011 vom 19. Dezember 2011 Sachverhalt A und E. 5.1.2). Das Kriterium wurde sodann als erfüllt betrachtet bei einer Auffahrkollision und anschliessendem Zusammenstoss mit zwei Fussgängern, wovon einer auf die Kühlerhaube des Fahrzeugs gehoben und anschliessend auf die Strasse geschleudert wurde; bei einem Unfall wegen eines geplatzten Reifens auf der Autobahn, wobei das Fahrzeug ins Schleudern geriet, in eine
Fahrbahn
ab
schrankung
geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam; bei der Kollision eines Lieferwagens mit einem mit erheblich übersetzter Geschwindigkeit heran
nahenden Motorradfahrer, welcher am Tag nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen erlag; bei einem Unfall, bei dem der beteiligte Motorradfahrer am Unfallort verstarb und der Motorraum des Autos des Versicherten in Brand geriet; bei einer Massenkarambolage auf einer Autobahn; bei einem Zusam
menstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der
Tun
nelwand
; bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem PW, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer län
geren Distanz vor sich herschob, während die Insassen des PW verzweifelt ver
suchten, den Unfallverursacher auf sich aufmerksam zu machen; bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug; bei einer Autolenkerin, welche auf einer deutschen Autobahn mit einer Geschwindigkeit von 140 bis 160 km/h fuhr, als das Fahrzeug infolge überfrierender Nässe ins Schleudern geriet, in eine Böschung stiess, sich mehrfach überschlug und, total beschädigt, aus
serhalb der Fahrbahn auf der rechten Seite liegend zum Stillstand kam (vgl. Praxisübersicht in E. 6.1.1 des Urteils des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November 2012).
6.2.3
Vorliegend ist der Unfall, bei welchem der Beschwerdeführer
mit dem Motorrad von der Strasse abgedrängt wurde und sich anschliessend mehrfach überschlug
,
objektiv nicht als im genannten Sinne beson
ders eindrücklich zu betrachten, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf
den Unfall vom 2
2.
April 2011 das
Krite
rium der besonders dramatischen Um
stände oder der besonderen Eindrücklich
keit des Un
falls
verneinte (
Urk.
2 S. 9)
.
6.3
6.3.1
Beim Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist insbesondere deren erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, zu berücksichtigen (vgl. SVR 2012 UV Nr. 23 E. 4.2.7).
6.3.2
Bejaht wurde das Kriterium von der Rechtsprechung bei einem Unfall mit Ver
brü
hungen, wobei als direkte
psychotraumatologische
Auswirkung eine aus
ge
prägte phobische Störung vor Hitzequellen und als Folgeerscheinung eine
komorbide
mittelgradige depressive Episode vorlagen. In Bezug auf die phobi
sche Störung vor Hitzequellen wurde das Kriterium aufgrund erhöhter psychi
scher Vulnerabilität der Versicherten infolge früherer Belastungen (insbesondere Krieg) sogar in besonders ausgeprägter Weise bejaht, hinsichtlich der depressi
ven Episode in der einfachen Form (Urteil des Bundesgerichts 8C_435/2011 E. 4.2.7). Bejaht wurde das Kriterium ferner bei Wirbelkörperfrakturen, wobei dem bei solchen Verletzungen bestehenden erhöhten Risiko von Lähmungs
er
schei
nungen und den im konkreten Fall wiederholt erforderlich gewesenen operati
ven Eingriffen Rechnung getragen wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_488/2011 E. 5.2); bei einer instabilen Fraktur eines Lendenwirbels, wobei berücksichtigt wurde, dass sich der Versicherte damit eine für einen mittel
schweren, im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizierenden Unfall relativ schwere Verletzung zugezogen habe, welche zudem nach ärztli
cher Einschätzung erfahrungsgemäss geeignet sei, psychische Fehlentwicklun
gen auszulösen (Urteil des Bundesgerichts 8C_116/2009 vom 26. Juni 2009 E. 4.3); bei einer Augenläsion samt beträchtlichem
Visusverlust
, wobei die Beur
teilung der Frage, ob das Kriterium aufgrund der im konkreten Fall bestandenen psychisch bedingten Prädisposition gar in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sei, von ergänzender medizinischer Abklärung abhängig gemacht wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_965/2008 vom 5. Mai 2009 E. 4.3); bei einem
Kehl
kopf
trauma
mit partiellem Abriss der Luftröhre und Erstickungsgefahr (RKUV 2005 Nr. 555 S. 322, U 458/04 E. 3.5.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6.2.1).
6.3.3
Der
Beschwerdeführer
erlitt
anlässlich des
Unfall
s
vom
2
2.
April 2011
ein
Poly
trauma
mit unter anderem einem
Pneumothorax, Rippenfrakturen,
Lungenkon
tusionen
, eine
r
instabile Beckenringfraktur und eine
r
Fraktur des BWK 1
1.
Er
hat sich dabei Verletzungen von einer besonderen Schwere zugezogen
, welche erfahrungsgemässe geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
.
D
amit
ist
das Krite
rium der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verlet
zungen
erfüllt. In Anbetracht des Umstandes, dass diese
Verletzungen
bereits
am 3
0.
Mai 2012 folgenlos verheilt
waren,
und
dass die
Heilbehandlung
zu diesem Zeitpunkt
abgeschlossen
war
(vorstehend E.
2.5
)
, ist das Kriterium indes nicht ausgeprägt erfüllt.
6.4
Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,
ist
nach Lage der Akten
nicht erfüllt. Dies wird vom Beschwer
deführer zu Recht nicht bestritten (
Urk.
1 S. 7).
6.5
Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der
ungewöhnlich lange
n
Dauer der ärztli
chen Behandlung
, denn die organischen Unfallfolgen heilten ohne
eine
besondere und belastende Behandlung vergleichsweise schnell aus.
6.6
Das Kriterium der körperlichen Dauerbeschwerden
kann nicht als erfüllt erach
tet werden. Denn der Beschwerdeführer war gemäss den Beurteilungen durch PD
Dr.
D._
vom 3
0.
Mai 2012 (vorstehend E.
2.5
) in Bezug auf die somati
schen Unfallfolgen
bereits zu diesem Zeitpunkt
weitgehend
beschwerdefrei.
6.7
Nicht erfüllt sind auch das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs oder von erheblichen Komplikationen. Denn aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche eigene Kri
terien darstellen - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen ge
schlos
sen werden; vielmehr bedarf es dazu beson
derer Gründe, die die Hei
lung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil des Bundesge
richts
8C_57/2008
vom 16.
Mai 2008 E. 9.6.1).
Solche
Gründe
sind
vorliegend
nicht
gegeben
.
6.8
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom
5.
Juni 2014 E. 7.7). Vorlie
gend stellte PD
Dr.
D._
bereits am
6.
Januar 2012 fest, dass alle Frakturen durchgebaut seien, und dass der Beschwerdeführer noch unter Restbeschwerden im Bereich des Thorax, des Beckens sowie im Bereich des linken Handgelenks leide
, weshalb ab
2
8.
November 2011 ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe. Am
3
0.
Mai 2012
stellte er sodann fest, dass der Fall aus
somatischer Sicht h
abe abgeschlossen werden können (vorstehend E.
2.5
). Bei der nach diesem Zeit
punkt weiterbestehenden Arbeitsunfähigkeit handelt es sich daher um eine sol
che aus psychischen Gründen.
Das entsprechende Kriterium ist deshalb nicht erfüllt.
6.9
Nach dem Gesagten
ist
lediglich ei
n
Kriter
ium
erfüllt, und dies nicht in aus
ge
prägter Weise. Somit liegen die massge
benden Kriterien
nicht in der erforderli
chen Häufung und/oder Ausprägung vor, um den adäquaten Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfall von
2
2.
April 2011
und
dessen psychi
schen Folgen
bejahen zu können. Die Beschwerdegegnerin hat ihre
Leis
tungspflicht
hinsicht
lich dieser Beschwerden im angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom
2
4.
Januar 2014
(Urk. 2) demnach zu Recht verneint.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt die Adäquanz des zweiten Unfalls vom 2
0.
Oktober 201
2.
Laut dem
Polizeirapport
der Kantonspolizei
S._
vom 1
5.
November 2012 (Urk.
8/
19 S. 9)
trug sich
der Unfall vom
2
0.
Oktober 2012
wie folgt
zu
:
Der Beschwerdeführer fuhr mit seinem Motorrad hinter einem Personenwage
n her, welches abrupt abbremste, worauf d
er Beschwerdeführer eine Vollbremsung durch
führte
und mit dem Motorrad auf das Heck des v
or ihm fahrenden Fahr
zeuges auf
fuhr und dabei zu Fall kam und
sich leicht
verletzte
.
7.2
Mit der
Beschwerdegegnerin
ist der Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 als mittel
schwerer
Unfall
im engeren Sinne
zu qualifizieren
(Urk. 2 S. 8)
. Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet (
Urk.
1 S. 6)
, denn es käme rechtsprechungsgemäss (vgl. vorstehend E. 5.6) durch eine
E
inordnung
a
ls mit
telschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen in Frage
.
8
.
8
.1
Dem Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2012, bei welchem der Beschwerdeführer mit dem Motorrad auf das Heck eines Personenwagens auffuhr, fehlt eine beson
dere Eindrücklichkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
6.2.2
), weshalb die Beschwerdegegnerin das Krite
rium der besonders drama
tischen Umstände oder der besonderen Eindrücklich
keit des Un
falls zu Recht verneinte (
Urk.
2 S. 9).
8.2
Selbst wenn anzunehmen wäre, dass der Beschwerdeführer sich anlässlich des Unfalls eine Distorsion der HWS zugezogen hätte, handelte es sich
bei den
Ver
letzungen, welche sich
der Beschwerdeführer
beim Unfall
vom 2
0.
Oktober 2012
zuzog, nicht
um somatische Verletzungen von besonderer Schwere beziehungs
weise insbesondere nicht um Verletzungen, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Hierzu bedürfte es
einer beson
deren Schwere der für das Schleudertrauma oder ein Schädelhirntrauma typi
schen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflus
sen könn
t
en (BGE 134 V 128 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Solche Um
stände liegen
hier
nicht vor.
8.3
Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, ist
unbestrittenermassen (
Urk.
1 S. 7)
nicht erfüllt.
8.4
Das Kriterium der körperlichen Dauerbeschwerden kann nicht als erfüllt
gelten
. Denn
auf Grund der Beurteilung durch
Dr.
L._
vom 2
8.
August 2013 (vor
stehend E.
3.8
) hat eine am 2
3.
August 2013 durchgeführte neurologische Untersuchung keine Hinweise auf eine neurologische Pathologie ergeben. Es ist
daher davon auszugehen, dass es sich bei
den
nach dem 2
3.
August 2013 fort
bestehenden Beschwerden nicht mehr um somatische Beschwerden
,
sondern um solche psychischer Art handelte.
8
.5
Zur Annahme des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträch
tigt haben (vorstehend E.
6.7
). Ob dies mit Blick auf die Häufung zweier aufei
nanderfolgender Unfälle zutrifft, kann offenbleiben, da das Kriterium jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise erfüllt wäre.
8.6
Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit
ist ebenfalls nicht gegeben. Denn einerseits ist gemäss der Beurteilung durch
Dr.
O._
vom
3.
Dezember 2013 davon auszugehen, dass spätestens am 2
3.
August 2013 von einer weiteren ärztlichen Behandlung der organischen Folgen des Unfalls vom 2
0.
Oktober 2012 keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr zu erwarten war (vorstehend E.
4.2.2). Andererseits steht vorliegend fest, dass
der
Beschwerdeführer
an einem eigenständigen
psy
chischen
Geschehen
litt
,
welches
die übrigen Gesundheitsstörungen im gesam
ten Verlauf
nach dem Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2012
eindeutig dominier
te
(vorstehend E. 4.3.4)
.
Es ist daher davon auszugehen, dass die nach dem Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 bestehende Arbeitsunfähigkeit bereits kurze Zeit nach dem Unfallereignis
weit überwiegend
durch das im Vordergrund stehende psychische Leiden verursacht wurde. Aus den gleichen Gründen ist vorliegend auch das Kriterium der
ungewöhnlich lange
n
Dauer der ärztli
chen Behandlung
nicht erfüllt.
8.7
Nach dem Gesagten
ist
höchstens
ei
nes der
Kriter
i
en
zur Bejahung der Adä
quanz gemäss BGE 115 V 133
erfüllt, und dies nicht in aus
ge
prägter Weise.
D
emzufolge ist daher nicht zu beanstanden, dass
die
Beschwerdegegnerin
einen
adäquatkausalen
Zusammenhang zwischen dem
Unfall vom 2
0.
Oktober 2012 und den noch vorhandenen Beschwerden, vorwiegend psychischer Natur,
im angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom 2
4.
Januar 2014 (Urk. 2) verneint
e
.
9.
9.1
Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
8/143) hat die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss per
2
0.
Dezember 2013 angeordnet
und die adäquate Kausa
lität zwischen de
n versicherten Unfä
ll
en
und
de
n
(überwiegend)
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers verneint.
Zwecks Prüfung der Taggeld-Schlussabrechnung forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer so
dann auf,
ihr
den Unfallschein mit den Eintragungen des behandelnden Arz
tes
ab 3
1.
Oktober 2013 einzureichen (S. 1). Der Taggeldanspruch des Be
schwer
deführers ab 2
0.
Oktober 2012 war
indes
weder
Gegenstand der Verfü
gung vom 9. Juni 2011
noch des diese bestätigenden
Einspracheentscheids
vom 2
4.
Januar 2014 (
Urk.
2).
9.2
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich - in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
- Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
9
.3
Mit der Einsprache wird eine Verfügung - einem Rechtsmittel gleich
- ange
foch
ten (BGE 125 V 121 E
. 2a).
Da d
abei jedoch die nämliche Verwal
tungs
be
hörde zuständig
bleibt, handelt es sich bei der Einsprache um ein förm
liches verwaltungsinternes Rechtsmittel, mit welchem eine Verfügung bei der ver
fü
genden Verwaltungsbehörde zwecks Neuüberprüfung angefochten wird (Art. 52 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG
; BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1).
Die für die Beteiligten ver
bindli
chen Anordnungen der Behörde, das heisst die verfügungsbedürftigen Elemente der Verfügung
,
sind im Dispositiv der Verfügung
,
oder des
Einsprache
entscheids
enthalten. Nur dieses wird rechtswirksam und kann angefochten werden (Fritz
Gygi
, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 130).
9
.4
Für die Umschreibung des Prozessthemas des
Einspracheverfahrens
ist nach den Regeln über den Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegen
stand im
Einspracheverfahren
ist daher das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch die
angefochtene
Verfügung bestimmten
Anfechtungs
ge
gen
standes
- den aufgrund der
Einsprachebegehren
effektiv angefochtenen
Verfü
gungs
gegenstand
bildet. Anfechtungsgegenstand des
Einspracheverfahrens
stellte die angefochtene Ver
fü
gung vom
6.
Dezember 2013
(Urk.
8/143
) dar. Die Frage nach dem Anspruch des Beschwerdeführers
auf ein
Taggeld
ab
2
0.
Oktober 2012
stellte indes nicht Gegenstand der Verfügung dar und kam daher ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes des
Einsprachever
fahrens
zu liegen
, weshalb auf
die Beschwerde insoweit nicht einzutreten
ist
.
10.
Nach Gesagtem ist
die gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
4.
Januar 2014
(
Urk.
2) erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.