Decision ID: 556acc79-a0e3-5a51-94fd-6275bd685344
Year: 2017
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_007
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann, die Rüge der Unangemessenheit aber ausgeschlossen ist (Art. 77 f. VRG);
dass vorliegend aufgrund der Beschwerde und der Spezifizierung vom 17. Februar 2017 einzig (noch) zu beurteilen ist, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit der Verfügung vom 22. Dezember 2016 zu Recht Verfahrenskosten von CHF 105.- auferlegte. Weitergehend wurde die Verfügung nicht angefochten (bzw. wurde ein Antrag betreffend den Austausch des  am 17. Februar 2017 zurückgezogen) und ist demnach in Rechtskraft erwachsen;
dass nach Art. 130 Abs. 1 VRG in erster Instanz die Kosten der Person auferlegt werden, die einen Entscheid der Verwaltungsbehörde anbegehrt oder veranlasst;
Kantonsgericht KG
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dass dem Beschwerdeführer der Führerausweis mit Verfügung vom 3. Mai 2012 vorsorglich  wurde, und dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Der  hielt namentlich mit Schreiben vom 23. August 2016 an die Vorinstanz bzw. mit der  des Arztberichtes vom 12. Dezember 2016 daran fest, dass er den Führerausweis  möchte, so dass er den angefochtenen Entscheid vom 22. Dezember 2016 im Sinne von Art. 130 Abs. 1 VRG anbegehrt bzw. veranlasst hat;
dass nach Art. 18 Abs. 1 des kantonalen Reglements vom 24. August 1982 betreffend die  für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (SGF 781.12) die zuständige Behörde der Person, gegen die eine Massnahme ausgesprochen wird, die Verfahrenskosten auferlegt,  aus a) einer Gebühr von CHF 50.- bis 500.-; b) den Auslagen, welche sich insbesondere aus den Expertenhonoraren, den Zeugenentschädigungen und allen übrigen durch die Instruktion verursachten Kosten zusammensetzen;
dass die Verfahrenskosten von CHF 105.- für die Wiedererteilung des Führerausweises  durchaus angemessen sind und auch der regelmässigen vorinstanzlichen Praxis , und dass ferner der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde gar nicht geltend macht, dass diese Kosten das Kostendeckungs- bzw. das Äquivalenzprinzip verletzen würden;
dass indes der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde insbesondere rügt, dass die Vorinstanz eine über 50 Jahre alte Adresse verwendet habe; er sei seit 1990 mehrheitlich im Ausland als Sportlehrer und Ausbildner im K._ tätig gewesen und habe sich in I._ ordentlich abgemeldet;
dass demnach vorliegend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz überhaupt zuständig war, den  mit Verfügung vom 4. März 2012 aufzufordern, ein Arztzeugnis bezüglich seiner Fahreignung beizubringen bzw. ihm – mangels Einreichung dieses Zeugnisses – mit Verfügung vom 3. Mai 2012 den Führerausweis vorsorglich zu entziehen;
dass Art. 22 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) bestimmt, dass Ausweise von den Verwaltungsbehörden erteilt und entzogen werden. Zuständig ist für  der Standortkanton und für Fahrzeugführer der Wohnsitzkanton (Abs. 1). Die gleichen  gelten für Fahrzeug- und Führerprüfungen und die übrigen entsprechend vorgesehenen Massnahmen (Abs. 2). Für Führer ohne Wohnsitz in der Schweiz ist der Ort massgebend, an dem sie sich vorwiegend befinden. Im Zweifelsfall ist der Kanton zuständig, der das Verfahren zuerst einleitet (Abs. 3). Die Regel, wonach im Zweifelsfall jener Kanton zuständig ist, der das Verfahren zuerst einleitet, greift indes nach der Rechtsprechung und Lehre nur, wenn überhaupt Zweifel über den vorwiegenden Aufenthaltsort des Betroffenen bestehen (Urteil BGer 1C_162/2007 vom 1. November 2007 E. 3; vgl. auch BGE 102 Ib 290 E. 2; BGE 105 IV 70), und sofern die sich als zuständig ansehende Behörde dafür objektiv überhaupt in Betracht kommt (Urteil KG BL [KGVVE], in BLVGE 2002/2003 S. 365 ff. E. 3c; zum Ganzen auch WEISSENBERGER, Kommentar SVG und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 22 N. 7);
dass der Beschwerdeführer gemäss der Auskunft der Gemeinde B._ am 28. Juli 1966 nach B._ zugezogen ist (von I._ kommend). Bereits etwa ein halbes Jahr später, nämlich am 25. Januar 1967, ist er wieder von B._ weggezogen und hat sich nach C._ abgemeldet. Die Vorinstanz hatte in casu erfolglos versucht, dem Beschwerdeführer das Aufgebot des ASS vom 4. März 2012, wonach er einen Arztbericht betreffend seine Fahrfähigkeit einzureichen hatte, an seiner ehemaligen Adresse in B._ zuzustellen.
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Anlässlich einer Recherche hat sich daraufhin ergeben, dass der Beschwerdeführer in C._ wohnhaft sei. Deshalb informierte das ASS die zuständigen Behörden in D._, dass diese nun für die Aufbietung zur ärztlichen Untersuchung zuständig seien. In der Folge teilten die E._ Behörden jedoch dem ASS mit, dass der Beschwerdeführer auch in C._ nicht (mehr) gemeldet sei (vgl. Aktennotiz in den Vorakten: "Selon enquête SVA, l'intéressé est inconnu à C._"). Zudem ist der Ausweisinhaber nach Art. 26 VZV insbesondere verpflichtet, den zuständigen Behörden innerhalb von 14 Tagen mitzuteilen, wenn er seinen Wohnsitz bzw. Hauptaufenthaltsort verlegt, und er muss sich bei einer Wohnsitzverlegung in das Ausland bei der bisherigen Behörde abmelden. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers reicht es hierfür nicht aus, dass er sich beim Einwohneramt I._ per 17. Oktober 1990 abgemeldet hat, zumal in seinem alten blauen Führerausweis vermerkt ist, dass er per 19. Oktober 1990 nach I._ gezogen ist, was mit der Abmeldung beim Einwohneramt kaum kompatibel erscheint. Entsprechend monierte die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2017 zu Recht, dass die schweizerischen Strassenverkehrsbehörden seit vielen Jahren nie über den tatsächlichen Aufenthalt bzw. Wohnsitz des Beschwerdeführers informiert waren, obwohl ihm eine entsprechende Pflicht zukam. Die Vorinstanz durfte damit – namentlich gestützt auf die Mitteilung der E._ Behörden im Jahr 2012, wonach der Beschwerdeführer in C._ nicht (mehr) gemeldet sei – davon ausgehen, dass ein Zweifelsfall über den massgebenden Aufenthalt des Beschwerdeführers vorliegt bzw. dass sich dieser möglicherweise (wiederum) vorwiegend im Kanton Freiburg befindet, und dass demnach der Kanton Freiburg zuständig ist, da hier das Verfahren zuerst eingeleitet wurde (Art. 22 Abs. 3 SVG);
dass demnach gestützt auf Art. 22 Abs. 3 SVG die Vorinstanz für die getroffenen Massnahmen örtlich zuständig war;
dass sich demnach – insbesondere gestützt auf Art. 130 Abs. 1 VRG, Art. 18 Abs. 1 des  Reglements betreffend die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr und auf Art. 22 Abs. 3 SVG – die von der Vorinstanz erhobenen Verfahrenskosten von CHF 105.- als gerechtfertigt erweisen;
dass die Beschwerde (603 2017 17) damit abzuweisen ist;
dass vorliegend ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 129 VRG) und das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (603 2017 57)  als gegenstandslos abzuschreiben ist. Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (Art. 137 VRG);
(Dispositiv auf der nächsten Seite)
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