Decision ID: 025a58f5-0a26-53b3-b089-c103bcb861f0
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Unter dem Vorsitz von Verwaltungsrichter C._ (nachfolgend Gesuchsgegner) verurteilte das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern mit Urteilen vom 10. Juni 2018, SCHG/2016/... und SCHG/2017/..., Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (nachfolgend Gesuchsteller), wegen unwirtschaftlicher Behandlung zur Rückzahlung von Fr. 270‘959.45 für das Jahr 2014 bzw. Fr. 289‘902.20 für das Jahr 2015. Die dagegen erhobenen Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 12. April 2019, 9C_.../2018 und 9C_.../2018, teilweise gut, hob die kantonalen Schiedsgerichtsurteile auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Schiedsgericht zurück. Die Verfahren wurden als SCHG/2019/... (Statistikjahr 2014) und SCHG/2019/... (Statistikjahr 2015) registriert und wieder aufgenommen.
Bereits am 6. Juli 2018 hatten diverse Krankenversicherer beim Schiedsgericht Klage gegen den Gesuchsteller mit dem Rechtsbegehren erhoben, dieser sei richterlich zu verpflichten, pro 2016 jene Beträge zurückzuzahlen, die aus unwirtschaftlicher Behandlung resultierten. Die Klage wurde im Geschäftsverzeichnis unter der Verfahrensnummer SCHG/2018/... registriert.
Mit prozessleitenden Verfügungen vom 1. Mai 2019 (Akten des Gesuchstellers [act. I] 5 f.) ordnete der Gesuchsgegner im Verfahren SCHG/2018/... (Statistikjahr 2016) sowie in den Verfahren SCHG/2019/... (Statistikjahr 2014) und SCHG/2019/... (Statistikjahr 2015) weitere Beweismassnahmen an. Insbesondere verlangte er von den beteiligten Krankenversicherern (nachfolgend Beigeladene) erweiterte Patientenlisten des Gesuchstellers für die massgeblichen Jahre 2014 bis 2016.
Nachdem die Beigeladenen mit Eingabe vom 28. Mai 2019 (in den jeweiligen Gerichtsakten) mitteilten, es sei ihnen nicht möglich, die erweiterten Patientenlisten zu liefern, wurde der Gesuchsteller mit
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 5
prozessleitenden Verfügungen vom 4. Juni 2019 (act. I 7 f.) aufgefordert, dem Schiedsgericht diese einzureichen.
B.
Am 20. Juni 2019 reichte der Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B._, beim Schiedsgericht ein Ausstandsbegehren gegen den Gesuchsgegner in den drei hängigen Schiedsgerichtsverfahren ein. Die Ablehnungsverfahren wurden unter den Verfahrensnummern SCHG/2019/495-497 registriert und nach Art. 2 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 1 des Reglements über die Organisation der Rechtsprechung der  Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern (OrR SVA; BSG 162.621.1) Verwaltungsrichter Dr. iur. Thomas Ackermann zugeteilt, welcher die Verfahren SCHG/2019/..., SCHG/2019/... und SCHG/2018/... bis zum rechtskräftigen Abschluss der Verfahren SCHG/2019/495-497 sistierte (vgl. prozessleitende Verfügung vom 24. Juni 2019).
Der Gesuchsgegner verzichtete mit Schreiben vom 26. Juni 2019 auf eine Stellungnahme und schloss auf Abweisung des Ablehnungsbegehrens.
Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Juni 2019 wurden die beteiligten Krankenversicherer zum Verfahren beigeladen und ihnen die Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf sie am 1. Juli 2019 verzichteten.
Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Juli 2019 wurden der Schriftenwechsel und das Beweisverfahren geschlossen und den Parteien die Besetzung des Gerichts bekannt gegeben.
Am 14. August 2019 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 46 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung (EG KUMV; BSG 842.11) i.V.m. Art. 56 Abs. 4 f. des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m.
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 6
Art. 37 Abs. 1 lit. c des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Considerations:
Erwägungen:
1.
Das Klageverfahren vor dem Schiedsgericht richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV nach dem VRPG (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV); dies hat auch für Ausstandsbegehren wie hier zu gelten. Über Ablehnungsbegehren sowie über den bestrittenen Ausstand entscheidet die in der Sache zuständige Rechtmittelbehörde oder, wenn Mitglieder einer Kollegialbehörde in den Ausstand treten, die Behörde unter Ausschluss des Betroffenen (Art. 9 Abs. 2 VRPG). Mithin hat das Schiedsgericht in Dreierbesetzung, unter Ausschluss des Gesuchsgegners, über das Ablehnungsbegehren vom 20. Juni 2019 zu urteilen (Art. 56 Abs. 4 GSOG).
2.
2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Voreingenommenheit und Befangenheit werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Letzteres betrifft vor allem Konstellationen einer Vorbefassung des Richters. Bei der
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 7
Beurteilung solcher Umstände ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 139 I 121 E. 4.1 S. 123 und E. 5.1 S. 125, 137 I 227 E. 2.1 S. 229; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 7. April 2018, 8C_.../2017, E. 2.1.1).
Die Rechtsprechung hat wiederholt festgehalten, dass die Ablehnung eines Richters in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Justizgewährleistungsanspruch stehe, weshalb der Ausstand die Ausnahme bleiben müsse (BGE 116 Ia 32 E. 3b bb S. 40; SVR 2001 UV Nr. 11 S. 41 E. 1a).
2.2 Gemäss Art. 9 Abs. 1 VRPG tritt eine Person, die eine Verfügung oder einen Entscheid zu treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied einer Behörde zu amten hat, in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse hat (lit. a); am Vorentscheid mitgewirkt hat (lit. b); mit einer Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis dem dritten Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, Kindesannahme, eingetragene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist, wobei die Auflösung der Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft den Ausstandsgrund nicht aufhebt (lit. c); eines gesetzlichen Erfordernisses für das Amt verlustig geht (lit. d); eine Partei vertritt oder für eine Partei in der gleichen Sache tätig war (lit. e); aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte (lit. f).
2.3 Ausstands- oder Ablehnungsgründe sind so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 8
vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 132 V 93 E. 7.4.2 S. 112).
3.
Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Gesuchsgegner, Instruktionsrichter und neutraler Vorsitzender in den Verfahren SCHG/2019/..., SCHG/2019/... und SCHG/2018/... (jeweils diverse Krankenversicherer gegen den Gesuchsteller), in den Ausstand zu treten hat.
3.1 Die Ausstandsgründe gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a bis e VRPG liegen hier offensichtlich nicht vor und werden auch nicht geltend gemacht. Insbesondere hat der Gesuchsgegner nicht an einem Vorentscheid gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. b VRPG mitgewirkt, da diese Bestimmung angefochtene Entscheide meint (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 9 N. 11); beim Schiedsgericht werden jedoch keine Urteile unterer Instanzen beurteilt.
3.2 Zu prüfen bleibt, ob der Gesuchsgegner aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte (Art. 9 Abs. 1 lit. f VRPG). Es müssen dabei Umstände vorliegen, welche objektiv den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit erwecken (BGE 139 I 121 E. 5.1 S. 125).
3.2.1 Der Gesuchsteller bringt zunächst vor, da der Gesuchsgegner das Verfahren hinsichtlich Rückforderungen für das Jahr 2015 nicht habe sistieren wollen, sei objektiv der Anschein der Befangenheit erweckt worden (Gesuch S. 5). Diese Rüge ist nicht zu hören, sie ist vielmehr mutwillig: Die Beigeladenen haben den Gesuchsteller wegen Überarztung in den Jahren 2014 und 2015 eingeklagt (Verfahren SCHG/2016/... und SCHG/2017/...). Es ist in keiner Art und Weise ersichtlich, weshalb die beiden Verfahren, welche den gleichen sachlichen Inhalt umfassen, nicht parallel geführt werden sollten, geschweige denn, weshalb durch die  des Sistierungsgesuchs der Anschein der Befangenheit entstehen sollte. Im Gegenteil: Es war geradezu geboten, die beiden Verfahren parallel zu führen. Der Gesuchsteller übersieht, dass die Verfahrenshoheit nicht bei den Parteien, sondern beim Gericht liegt. Zudem verstösst es
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 9
gegen Treu und Glauben, wenn erst über eindreiviertel Jahre nach Ablehnung des Sistierungsgesuchs (vgl. prozessleitende Verfügungen vom 1. bzw. 14. September 2017 [act. I 1 f.]) deswegen ein Ausstandsbegehren gestellt wird (E. 2.3 hiervor).
3.2.2 Weiter lässt der Gesuchsteller rügen, der Gesuchsgegner sei , weil er schon an den vom Bundesgericht aufgehobenen Urteilen vom 10. Juni 2018 (VGE SCHG/2016/... und VGE SCHG/2017/...) mitgewirkt habe und deshalb vorbefasst sei; diese Urteile hätten sich „höchst negativ“ über den Gesuchsteller geäussert (Gesuch S. 5). Auch diese Rüge geht fehl, denn grundsätzlich liegt keine unzulässige Mehrfachbefassung bei  Mitglied vor, das an einem durch die Rechtsmittelinstanz aufgehobenen Entscheid beteiligt war und nach Rückweisung der Sache an der Neubeurteilung mitwirkt. Von ihm darf erwartet werden, dass es die Streitsache auch nach Aufhebung des Entscheids objektiv und unparteiisch behandelt. Die am Entscheid beteiligten Richterinnen und Richter der unteren Instanz stehen bei einer Rückweisung mithin nicht von vornherein unter dem Anschein der Befangenheit. Vielmehr bedarf es besonderer Umstände, namentlich konkreter Anhaltspunkte dafür, dass die Vorbefassung mit einer bestimmten Angelegenheit bereits zu einer festen richterlichen Gewissheit über den Ausgang des Verfahrens geführt hat (Entscheid des BGer vom 27. April 2018, 8C_.../2017, E. 2.1.1). Ein derartiger Umstand ist – entgegen der Auffassung im Gesuch S. 2 – auch nicht etwa darin zu erblicken, dass in den aufgehobenen Urteilen vom 10. Juni 2018 in E. 6.3 jeweils erläutert wurde, der Gesuchsteller habe seine Patienten „animiert“, jederzeit bei ihm Leistungen einzufordern; das Bundesgericht hat die entsprechende Rüge in den Beschwerden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 22. August 2018, S. 33 Ziff. 73 resp. S. 32 Ziff. 71, denn auch nicht aufgegriffen. Inwiefern sich die Urteile des Schiedsgerichts vom 10. Juni 2018 negativ über den Gesuchsteller geäussert haben sollten, ist nicht ersichtlich und wird denn auch nicht ausgeführt. Wie bereits dargelegt – vgl. E. 3.1. hiervor – ist eine Vorbefassung im Sinne des Art. 9 Abs. 1 lit. b VRPG hier im Übrigen nicht gegeben.
3.2.3 Der Gesuchsgegner hat mit prozessleitenden Verfügungen vom 1. Mai 2019 (act. I 5 f.) die Beigeladenen aufgefordert, Daten – insbesondere
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 10
erweiterte Patientenlisten – einzureichen. Nachdem diese mitgeteilt hatten, dass ihnen dies nicht möglich sei, forderte er den Gesuchsteller auf, für die Jahre 2014 bis 2016 eine vollständige alphabetische Namensliste seiner Patienten mit Angaben der Adresse, der Versichertennummer und der zuständigen Krankenversicherer einzureichen (vgl. prozessleitende Verfügungen vom 4. Juni 2019 [act. I 7 f.]). Der Gesuchsteller moniert, dass ein derartiges Verhalten unfair sei, da die Beigeladenen die entsprechenden Daten einfacher aufbereiten könnten und auch herausgeben dürften (Gesuch S. 5). Inwiefern hier eine Befangenheit vorliegen sollte, ist nicht nachvollziehbar; vielmehr hat der Gesuchsgegner seine instruktionsrichterlichen Pflichten erfüllt: Das Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei. Die Mitwirkungspflicht der Parteien erstreckt sich auf sämtliche für den Entscheid wesentlichen Tatsachen und umfasst auch die Pflicht der Partei zur Edition von Urkunden, welche sich in ihren Händen befinden (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 18. Mai 2004, K 150/03, E. 5.1; in BGE 130 V 377 nicht publiziert). Wenn von einer Partei Beweismittel nicht erhältlich sind, ist das Gericht im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet, die andere Partei um die entsprechenden Beweismittel zu bitten; erst wenn dies ebenfalls nicht zum Erfolg führt, ist nach den Regeln der objektiven Beweislastverteilung zu entscheiden. Auch hier gilt im Übrigen, dass die Verfahrenshoheit in den Händen des Gerichts und nicht in denen der Parteien liegt.
3.2.4 Schliesslich wird im Gesuch S. 5 f. vorgebracht, in den prozessleitenden Verfügungen vom 4. Juni 2019 (act. I 7 f.) entnehme der Gesuchsgegner dem Urteil des Bundesgerichts, es sei durch die Beigeladenen eine Überarztung plausibilisiert worden, was jedoch nicht zutreffe. Auch diese Rüge trifft nicht zu: Das Bundesgericht hat die Urteile des Schiedsgerichts vom 10. Juni 2018 zwar aufgehoben, die Klagen der Beigeladenen jedoch nicht abgewiesen. Vielmehr ist das Schiedsgericht aufgefordert worden, Praxisbesonderheiten abzuklären (BGer 9C_.../2018 und BGer 9C_.../2018, E. 8). Methodisch kommen Praxisbesonderheiten erst in einem zweiten Schritt zum Tragen, d.h. nachdem im ersten Schritt
Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern vom 14. Aug. 2019, SCHG/2019/495 Seite 11
der Toleranzwert von 130 Punkten gemäss Anova-Methode überschritten und damit eine Überarztung plausibilisiert worden ist.
3.3 Nach dem Dargelegten liegen keine Umstände vor, welche objektiv den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit des Gesuchsgegeners erwecken könnten. Das Gesuch um dessen Ablehnung ist daher abzuweisen. Die Akten gehen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Fortsetzung der Hauptverfahren SCHG/2018/..., SCHG/2019/... und SCHG/2019/... an den Gesuchsgegner zurück.
4.
4.1 Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 3‘000.-- festgesetzt, entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Gesuchsteller zur Bezahlung auferlegt und dem von diesem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.
4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht für den Gesuchsteller kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der Gesuchsgegner hat keine Parteientschädigung geltend gemacht. Die Beigeladenen haben gemäss Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 1 VRPG Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O, Art. 14 N. 7). Diese sind vom Gesuchsteller zu tragen und gemäss der nicht zu beanstandenden Kostennote von advocat Dr. iur. E._ vom 12. Juli 2019 auf Fr. 277.30 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzulegen.