Decision ID: eedad530-3cbe-4ec3-85e7-345b1e57d75f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
war seit dem
1.
Februar 2007
als Leiterin
Administration
für die
Y._
Ltd.
tätig
(
Urk.
7/12/1-2
Ziff.
2.1 und 2.7).
Am
3
0.
Oktober 2
010
meldete sie sich
unter Hinweis auf
Beein
träch
tigung
en
durch ein
Akustikusneurinom
rechts
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche (
Urk.
7/10
,
Urk.
7/12
) und medizinische
(
Urk.
7/14-15
)
Abklärungen und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/6
,
Urk.
7/23-24
) bei.
Am
8.
Juni 2011 erfolgte eine weitere Anmeldung der Versicherten
bei der Inva
lidenversicherung
(
Urk.
7/30). Die IV-Stelle führte in der Folge eine Haushaltab
klärung (
Urk.
7/56) durch. Am 2
0.
September 2012 erliess sie den Vorbescheid (
Urk.
7/59),
der
ab dem
1.
Juli 2011 einen Anspruch auf eine ganze Rente vorsah. Die PK Rück
, Zürich (nachfolgend: PK Rück)
,
brachte dagegen am 1
4.
Januar 2013
namens
der Nest Sammelstiftung
Einwände (
Urk.
7/70) vor.
Die IV-Stelle veranlasste
sodann
weitere
medizinische
Abklärungen (
Urk.
7/72,
Urk.
7/76,
Urk.
7/80
).
1.2
Die IV-Stelle forderte die Versicherte a
m
2
4.
März 2014 (
Urk.
7/99)
schriftlich auf, sich einer
geplanten
Begutachtung zu unterziehen
und machte sie auf die Säumnisfolgen aufmerksam.
Am
1.
April 2014 (
Urk.
7/101)
erklärte sich die Ver
sicherte
einverstanden
, sich einer Begutachtung zu unterziehen
.
Schliesslich er
stattete das
Z._
am
7.
April 2016 (
Urk.
7/148)
im Auf
trag der IV-Stelle
ein polydisziplinäres Gutachten. Die Versicherte nahm am 1
8.
Mai 2016 (
Urk.
7/150) dazu Stellung.
Am 2
6.
Juli 2016 erliess die IV-Stelle einen
neuen Vorbescheid (
Urk.
7/155), wogegen die Versicherte Einwände (
Urk.
7/156) vorbrachte.
Mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
7/166 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
1.
März 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr ab Juli 2010 entsprechend dem ursprünglichen Vorbescheid der IV-Stelle eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell seien
ihr
Eingliederungsmassnahmen zuzu
sprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
April 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
4.
April 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Mit Eingabe vom
9.
Mai 2017 (
Urk.
13) reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht eine Kopie der Vollmacht der PK Rück
vom
7.
Juni 2007
(
Urk.
14) ein. Am 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
15) reichte sie eine weitere Eingabe ein. Die Eingaben wurden der Beschwerdegegnerin am 2
8.
September 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16/1-2).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl
bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 117 V 198 E. 3b; vgl. zur Publikation
vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2017 vom 2
0.
Dezember 2017 E. 2.2).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine
versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass
der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Beg
abungen zu berücksichtigen.
Mass
gebend
sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b; vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2017 vom 20. Dezember 2017 E. 2.3).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. statt vieler: zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_429/2017 vom 2
0.
Dezember 2017 E. 2.4).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unent
geltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141
V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.5
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE
130 V 445 E.
1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die a
ngefochtene Verfügung ist am 1
3.
Februar 2017
und somit vor dem Inkraft
treten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen)
. Nachfol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
Nach Absatz 1 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV
vom 1.
Dezember 2017 ist
für am 1.
Januar 2018 laufende
Dreiviertelsrenten
, halbe Renten und
Viertelsrenten
, die in Anwendung der gemischten Methode zu
gesprochen wurden, innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzuleiten. Eine allfällige Erhöhu
ng der Rente erfolgt auf den 1.
Januar 20
1
8.
Wurde eine Rente vor dem 1.
Januar 2018 wegen eines zu gerin
gen Invaliditätsgrads einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert, so wird eine neue Anmeldung geprüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrads nach Artikel 27
bis
Absätze 2–4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt (Absatz 2 der Übergangs
bestimmung).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
im angefochtenen Entscheid gestützt auf das polydisziplinäre Guta
chten des
Z._
vom
7.
April 2016
und die im Haushalt
ab
klärungsbericht vom 1
4.
März 2012 im Haushalt ermittelte Einschränkung nach der gemischten Methode
einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 S. 2).
Weiter stellte sie fest
, bei der Tätigkeit für die
Y._
Ltd habe es sich
um eine Geschäftspart
nerschaft gehandelt.
Die geplante Erhöhung des Arbeitspensums ab Juli 2010 auf 60
%
und auf 80
%
ab Juli 2011 sei
bei der Rentenberechnung
berücksichtigt worden (
Urk.
2 S. 3 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend,
die Begutachtung sei von nicht ange
kündigten Gutachtern des
Z._
durchgeführt worden
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
3
, S. 9
Ziff.
18
). Die
Beschwerdegegnerin hätte
die Sache
mangels Legitimation des Rückversicherers nicht noch einmal aufrollen dürfen,
nachdem bereits ein Vor
bescheid erlassen worden sei (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
8).
Trotz hoher Motivation seien Arbeitsversuche an einer erhöhten Ermüdung, einer verminderten Belastbarkeit und an
ihren Beschwerden
gescheitert. Die Feststellungen der Gutachter des
Z._
stünden demgegenüber in der Luft
und seien nicht nachvollziehbar (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
15).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente hat.
3.
3.1
Zunächst ist auf den Vorwurf der unzureichenden Begründung der ange
fochtenen Verfügung (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5) einzugehen.
3.2
Nach
Art.
42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind – was auf Verfügungen über Leistungen der Invalidenversicherung gemäss
Art.
69
Abs.
1
lit
. a IVG nicht zutrifft – nicht angehört werden müssen.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehörs, wie er neben
der expliziten gesetzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV) genannt wird (vgl. BGE 124 V 180 E.
1a), ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechts
stellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei
zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen ge
hört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist,
den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Gehörsanspruch ver
pflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die be
troffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachge
recht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a; vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
3.3
Die Beschwerdeführerin
brachte im Einwand vom
5.
August 2016 unter anderem vor, dass d
ie zuletzt ausgeübte Tätigkeit entgegen den medizinischen Angaben
keine
lärmarme
Umgebung beinhalte (
Urk.
7/156 S. 3 f.
Ziff.
5.3 und 5.4). Weiter beanstandete sie den durchgeführten
Einkommensvergleich
(
Urk.
7/156 S. 4 f.
Ziff.
7)
.
Die Beschwerdegegnerin
stellte
in der
angefochtenen Verfügung
dazu fest
, die Beschwerdeführerin solle im Rahmen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vermehrt die Arbeiten ausführen, die ihr aus medizinischer Sicht noch möglich und zumutbar seien (
Urk.
2 S. 3). Dem Entscheid ist weiter zu entnehmen,
dass die Beschwerdegegnerin an dem bereits im Vorbescheid ausgewiesenen Einkom
mensvergleich festhalten wollte. Der Beschwerdeführerin war damit eine sachge
rechte Anfechtung des angefochtenen Entscheides möglich.
In diesem Sinne
schadete
es
nicht, dass die Beschwerdegegnerin nicht zu sämtlichen Vor
bringen der Beschwerdeführerin im
Einwand
vom
5.
August 2016
detailliert
Stellung ge
nommen hat.
Eine Verletzung des Anspruches auf rechtliche
s Gehörs liegt nicht vor.
4
.
4
.1
Bei der Beschwerdeführerin wurd
e am
1.
Juli 2010 ein
Akustikusn
eurinom
operativ entfernt (vgl.
Urk.
7/50/1).
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, erstattete am 1
0.
Mai 2011 (
Urk.
7/23) zuhanden des Krankentaggeldversicherers ein neurologisches Gutach
ten.
Dr.
A._
führte zur Anamnese aus,
in der Jugend der Beschwerdeführerin seien häufig Kopfschmerzen aufgetreten. Im
Jahr 2006 sei es im Zusammenhang mit einer hohen beruflichen und privaten Belastung zu einem Hörsturz rechts gekom
men. Im Februar und März 2009 sei es zu mehreren Lebensmittelvergiftungen mit
verzögerter Erholung gekommen. Im
Februar 2010
habe
sie
einen Norovirus-In
fekt erlitten. Am
1.
Juli 2010 sei
das
Akustikus
neurinom
operiert worden
. Weiter bestehe seit etwa zehn Jahren eine Hypertonie
(S. 5
Ziff.
2).
Bei der Beschwerdeführerin sei ein rechtsseitiges
Akustik
usneurinom
(gutartiger Tumor der Hör- und Gleichgewichtsnerven
) diagnostiziert worden.
Der Tumor
sei aufgrund des Grössenwachstums mit zunehmender Hörbehinderung und Schwin
delbeschwerden kurativ neurochirurgisch entfernt worden. Eine Verlaufskontrolle
(MRI)
vom 2
2.
September 2010
habe
einen regelrechten Verlauf
ergeben
ohne Nachweis eines Tumorrestes oder eines
Rezidivwachstums
. Eine post
operative pe
riphere
Fazialisparese
rechts habe sich bis auf diskrete Augensymptome vollstän
dig
zurückgebildet, sodass keine
kosmetische Beeinträchtigung erkennbar sei. Die des Weiteren geklagten Missempfindungen im Bereich der Operat
ionsnarbe, im
rechten Mittelgesi
cht und am Unterkieferast rechts seien funktionell nicht rele
vant. Leichte Gleichgewichtsstörungen seien dagegen als alltags- und beruflich relevant anzuerkennen. Die persistierende Hörminderung rechts verbunden mit
Tinnitusbeschwerden
erfordere
ergänzend eine
versicherungsontologische Beur
teilung
, um allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestimmen zu kön
nen
(S. 10 oben).
Auss
erdem bestehe auf neurologischem
Gebiet eine Migräne mit Aura. Hierbei handle es sich um eine eigenständige primäre Kopfschmerzform (S. 10 Mitte).
Die Beschwerdeführerin erlebe als im Vordergrund stehend eine aus
geprägte Erschöpfbarkeit, die subjektiv erstmals im Verlauf einer Lebensmittel
vergiftung mit gastrointestinaler Symptomatik im Februar 2009 aufgetreten sei. Insbesondere nach der letztlich erfolgreichen operativen Ent
fernung eines
Akustikusneurinoms
habe sich die Symptomatik verstärkt. Diese sei heute für die Beschwerdeführerin alltagsbestimmend. Die subjektive Schilderung der Proble
matik erinnere an eine mental beziehungsweise
cognitive
F
atigue
-Symptomatik, die anhand eines neuropsychologischen Gutachten
s
weiter abzuklären sei
(S. 10 f.).
Auf neurologischem Gebiet bestehe ein Status nach kurativer Entfernung eines
Akustikusneurinoms
rechts
mit persistierender Hörminderung (Hypakusis), dis
kreten Residualsymptomen einer postoperativen peripher
en
Fazialisparese
(Stö
rung des Lidschlags mit trockenem Auge und Fremdkörpergefühl) und funktionell
unbedeutsamen
sensiblen Missempfindungen im Bereich der Operat
ionsnarbe, im rechten Mittelgesi
cht und am Unterkieferast rechts sowie leichten Gleichge
wichtsstörungen. Ausserdem bestehe eine neurologisch nicht
erklärbare
Fatigue
-Symptomatik und
eine Migräne mit Aura als eigenständige primäre Kopfschmerz
form bei positiver Familienanamnese (S. 11
Ziff.
V.1).
Auf rein neurologischem Gebiet sei aufgrund der leichten Gleichgewichtsstörun
gen infolge
der Operation
aktuell lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 10-20
%
ausgewiesen, die sich noch binnen Jahresfrist nach der Operation bessern könne (S. 11
Ziff.
V.3).
Darüber hinaus
müssten allenfalls die Auswirkungen der Hör
minderung mit
Tinnitus
sy
mptomen
und die
Fatigue
-Symptomatik abgeklärt wer
den (S. 12 oben).
4.3
Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für ORL, Klinik für Ohren-, Nasen
-, Hals- und Gesichtschirurgie,
gab
im Bericht vom 1
4.
September 2011 (
Urk.
3/9 =
Urk.
7/50/4-5)
zu den erhobenen Befunden an
, bei der Untersuchung
vom 1
3.
September 2011
finde sich klinisch
eine
vollstän
dige Ausfallsymptomatik des
8.
Hirnnervs sowie eine Hypästhesie in allen
Trigeminusästen
und eine minimale Unterfunktion des
N.
fascialis
.
Die Reintonaudiometrie habe einen vollständigen Hörverlust auf der rechten Seite bei
Normakusis
links gezeigt. Die
Vestibularisprüfung
unter der
Frenzelbrille
habe einen Kopfschüttelnystagmus sowie einen pathologischen Kopfimpulstest erge
ben.
Die
Magnetresonanztomographie
zeige eine
vollständige Tumorentfernung (S. 1).
Die Patientin sei bezüglich der Gleichgewichtsproblematik in physio
therapeutischer Behandlung. Hinsichtlich ihrer
Leistungsfähigkeit
habe sie
grosse Fortschritte gemacht.
Weitere
Arbeitsversuche
seien
vorgesehen (S. 1 f.).
4.4
Prof.
Dr.
B._
führte in einem weiteren Bericht vom
9.
November 2011 (
Urk.
7/50/7) aus, die Patientin arbeite bereits wieder vier Stunden pro Tag. Sie habe Chancen, dass sie in einem Jahr wieder vollständig integriert sei.
4.5
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie, nannte im Be
richt vom
2.
Dezember 2011 (
Urk.
7/50
/1-3
) als Diagnosen (S. 1):
-
mikrochirurgische Resektion eines
Akustikus-Neurinoms
Stadium T3A rechts am
1.
Juli 2010 mit
-
vollständigem
vestibulocochleärem
Ausfall rechts
-
anamnestisch weitgehend rückläufiger passagerer
Facialisparese
-
trigeminaler
Reiz- und Ausfallsymptomatik
-
psychophysischer Erschöpfungszustand
-
im Rahmen des Obigen
-
nach anamnestisch wiederholten Lebensmittelintoxikationen
-
bei substituiertem
Eisenmangel im Rahmen einer
Menometrorrhagie
bei Myom und möglichem Klimakterium
-
reaktiv depressiv/funktionelle Komponente möglich
-
verschiedenartige Kopfschmerzen
-
Migräne mit
ophtalmischer
Aura (bereits präoperativ)
-
rechtsbetonte
Spannungskopfschmerzen /
cervicocephales
Schmerz
-
syndrom
-
Trigeminusneuropathie rechts bei Obigem
-
arterielle Hypertonie
-
rezidivierende
Lumboischialgien
r
echtsbetont bei
Spondylolisthesis
bei L5/S1
Die Neurologin führte weiter aus, die
spezialärztlichen Abklärungen hätten einen vollständigen
vestibulocochleären
Ausfall rechts ergeben bei Status nach Operation eine
r
grossen
Akustikusneurinoms
rechts
.
Das aktuelle MRI des Schä
d
els vom
6.
September 2011 zeige
postoperativ einen regelrechten Befund und keine andere Pathologie.
Die Beschwerdeführerin habe mit Erfolg einen Arbeits
versuch von vier Stunden pro Woche unternommen.
Ihr
Zustand sei aber noch sehr labil
. Jegliche Zusatzbelastung
führte wieder
zu einer Dekompensation. Es sei sicher noch eine längere Rehabilitationszeit notwendig
(S. 2 unten).
4.6
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellungnahme vom 1
4.
Januar 2012 (
Urk.
7/58 S. 6) aus, in zusammenfassender Beurteilung der vorliegenden Befunde bestehe mit den Ausfällen und Folgebeschwerden nach Entfernung eines
Vestibularisschwannoms
rechts ein namhafter Gesundheitsschaden. Ab dem
1.
Juli 2
010 könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
im ersten Arbeits
markt ausgegangen werden. Eine medizinische Neubeurteilung solle im Sommer 2012 erfolgen. Eine polydisziplinäre Abklärung könne dann immer noch erfor
derlich werden. Der aktuelle Gutachtensauftrag sei zu stornieren.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin veranlasste
in der Folge
eine Haushaltabklärung, die am 1
2.
März 2012 durchgeführt wurde. Die Abklärungsperson führte im Bericht vom 1
4.
März 2012 (
Urk.
3/11 =
Urk.
7/56) aus,
nach der Operation im Juli 2010 habe sich die Erholungsphase schwierig gestaltet. Heute gehe es
der Beschwerde
führerin
insofern
besser, dass sie wieder verschiedene
Betätigungen
aufgenom
men habe und sie sich schrittweise an Aktivitäten heranwage (S. 1
Ziff.
1).
Das Arbeitspensum bei
der
Y._
habe
40 %
betragen
.
Es sei geplant gewe
sen, das Pensum ab Juli 2010 auf 60
%
aufzustocken. In zwei bis drei Jahren
hätte
es
auf 80
%
erhöht werden
sollen
(S. 2
Ziff.
2.2). Die Beschwerdeführerin habe ihre Erwerbstätigkeit behinderungsbedingt aufgeben müssen. Seit drei Mo
naten versuche sie, den Wegen zurück in
die Erwerbstätigkeit
zu finden (S. 2
Ziff.
2.4).
Es stünden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um ihre Arbeit anzupassen. Einen Teil der Arbeit könne sie
in Form von
Homeoffice erledigen und sie könne sich die Arbeitszeit frei einteilen. Der Geschäftspartner komme für Besprechungen zu ihr nach Hause (S. 2 f.
Ziff.
2.4).
Die Beschwerdeführerin sei mit einem offiziellen Arbeitspensum von 40
%
bei
Y._
eingestiegen. Es handle sich um eine Geschäftspartnerschaft. Aus familiären Gründen habe sie sich auf keine höhere zeitliche Verbindlichkeit ein
lassen wollen. Die Betreuung ihrer Tochter habe oberste Priorität gehabt. Real gesehen habe sie jedoch mehr Zeit
für das
Geschäft investiert. Die Beschwerde
führerin wäre im Sommer 2010 gezwungen gewesen, ihr Arbeitspensum auf 60
%
aufzustocken
(S. 3
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson wies daher bis Ende Juni 2010 einen Anteil
der
Erwerbstätigkeit von 40
%
und 60
%
im Haushalt
aus. Für die Zeit von Juli 2010
bis Ende Juni 2011 ging sie von einer Erwerbstätigkeit von 60
%
und einem Anteil von 40
%
im Haushalt aus. Ab Juli 2011 veranschlagte sie einen Anteil der Erwerbstätigkeit von 80
%
und 20
%
im Haushalt (S. 3
Ziff.
2.6).
Die Tochter Chiara
ist
1995 geboren
worden
(S. 3
Ziff.
4.1).
Die Abklärungsperson
führte
dazu aus, die Beschwerdeführerin sei bis Juni 2011 absolut nicht in der Lage gewesen, sich um die Haushaltführung oder um andere Belange im Haushalt zu kümmern (S. 5
Ziff.
6.1). Die Abklärungsperson
ermittelte
in der Folge
für die Bereiche Haushaltführung, Ernährung, Wohnungspflege, Ein
kauf und weitere Besorgungen, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kin
dern und Verschiedenes
für den Zeitraum
bis Juni 2010 und von Juni 2010 bis Juni 2011 eine Einschränkung von 69.25
%
. Ab Juli 2011 wies sie eine Ein
schränkung von 33
%
aus (S. 8
Ziff.
7).
5.2
Dr.
C._
führte
im
Bericht vom 3
1.
Januar 2013 (
Urk.
3/13 =
Urk.
7/72/1-6) aus, es
persistiere ein
Gehör
s
verlust rechts.
I
m Dunkel
n
sowie bei Aussenreizen komme es verstärkt zu einer Gangunsicherheit
. Zudem
träten
eine rasche Erschöpfung und häufige
Kopfschmerzen, zum Teil fokussiert mit Miss
empfindungen in der rechten Kopf- und Gesichtshälfte
, auf
. Die Beschwerde
führerin habe sodann Mühe, sich zu konzentrieren
. Bei einem über zweijährigen postoperativen Verlauf sei vom Status quo auszugehen. Eine funktionsrelevante Verbesserung sei nicht mehr zu erwarten
(S. 2
Ziff.
1.4 oben).
Für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitinhaberin eines Einrichtungsgeschäftes
mit
komplexer Beratung sowie
Arbeit in der Buchhaltung
bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
. Kundenkontakte seien sowohl direkt als auch telefonisch wegen des einseitigen Gehörsverlustes erschwert (S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
5.3
Dr.
C._
gab in einem weiteren Bericht vom
6.
März 2013 (
Urk.
7/76)
an
, es bestehe ein vermindertes Arbeitstempo sowie eine Einschränkung der Kom
pensationsmechanismen in Stress- und Belastungssituation
en
, durch Schwindel, einen
Gehörsverlust rechts und wechselnd ausgeprägten Kopf- und Gesichts
schmerzen. Die Beschwerdeführerin habe dadurch eno
rm Mühe, sich zu konzen
trieren, sei rasch
erschöpft und fühle sich im Kundenkontakt, etwa beim Betreuen von Kunden in einer Ausstellung, überfordert. Bei Arbeiten am Computer sei sie sehr rasch erschöpft und brauche mehr Zeit und Ruhepausen. Eine besser ange
passte Tätigkeit sei nicht vorstellbar (S. 2
Ziff.
7).
5.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
bestätigte im Bericht vom
3.
Juni 2013
(
Urk.
3/14 =
Urk.
7/80)
für die zuletzt aus
geübte Tätigkeit als kaufmännische Leiterin seit dem
1.
Juni 2010 dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2
Ziff.
1.6).
5.5
Med.
pract
.
F._
, Facharzt für Neurologie, RAD, führte in einer Stel
lungnahme vom 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/108 S. 5) aus,
bereits mit der Stellung
nahme des RAD vom
7.
Juli 2011 sei die Einholung eines polydisziplinären Gut
achten
s angeregt
worden, da die Beurteilung des Hausarztes zur Arbeitsfähigkeit in einer erheblichen Divergenz zu den anderen Berichten der beh
andelnden Ärzte gestanden habe.
Mit den aktuellen
Arztbericht
en
ergebe sich erneut eine divergierende Beurteilung des Gesundheitszus
tandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Zur abschliessenden versicherungsmedizinischen Stellungnahme sei nun ein polydis
ziplinäres Gutachten mit den Fachdisziplinen Neurol
ogie, Neuropsychologie und HNO
erforderlich.
Eine
neuropsychologische Testung
sei
erforderlich, da die an
dauernden kognitiven Störungen
durch die aktenkundigen Krankheitsbilder
nicht mehr ausreichend zu erklären seien.
5.6
Dr.
E._
bezeichnete
im
Verlaufsbericht vom 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
7/115) eine
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als ausgeschlossen. Er gab an, sie könne kaum den Haushalt bewerkstelligen. Es bestehe eine Vermin
derung der Leistungsfähigkeit
von 100
%
(
Ziff.
2.1 und 2.2).
5.7
Dr.
C._
gab im Verlaufsbericht vom 1
8.
Dezember 2014 an, in der bis
herigen Tätigkeit als Geschäftsführerin eines hektischen Kleinbetriebes bestehe keine
Arbeitsfähigkeit mehr. Als angepasste Tätigkeit seien leichte Hausarbeiten mit genügenden Erholungspausen dazwischen möglich (
Urk.
7/116
Ziff.
2).
5.8
5.
8
.1
Die Gutachter des
Z._
erstatteten am
7.
April 2016 (
Urk.
7/148) ein polydis
ziplinäres Gutachten.
Die Untersuchungen fanden
vom
4.
August bis
5.
Oktober 2016 statt (S. 3
Ziff.
1 oben).
Das Gutachten ist
unterzeichnet
von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Endokrinolo
gie-Diabetologie,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med. et phil.
I._
, Fach
arzt für Neurologie,
lic
. phil.
J._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, Prof.
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für ORL, speziell Hals- und Gesichtschirurgie, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Opht
halmologie (S. 48 f.).
Die Gutachter führten zur Anamnese aus, die Explorandin habe im Jahr 2006 einen Hörsturz erlitten, wobei sich in der Folge die Diagnose eines
Akustikus
neurinoms
rechts
ergeben habe,
welches
erfolgreich operiert worden sei. Die Ex
plorandin klage seit der Oper
ation über starke Kopfschmerzen, vor allem über eine Augenmigräne. Die Schmerzen würden im Augenbereich beginnen mit Aus
strahlung über die ganze rechte Gesichtshälfte und in den Nacken. Weiter habe sie über einen konstanten drückenden Schmerz im Schädelbereich
zentroparietal
berichtet
mit Zunahme bei Lärm- oder Lichtstimulation
und
über ein seit der Operation
von 2010
bestehendes permanentes Taubheitsgefühl der rechten Ge
sichtshälfte
sowie
über
Trigeminus-Schmerzen auf der rechten Seite
bis in den Nacken ausstrahlend.
Im
Ohrenbereich
bestehe
ein Druck und ein konstanter
Tinnitus rechts, welcher zu Konzentrationsstörungen führe. Von ophthalmologi
scher
Seite werde über ein konstantes Druckgefühl im rechten Auge sowie ein rezidivierendes Fremdkörpergefühl ohne eigentliche Sehstörungen berichtet (S. 20
Ziff.
4.1 Mitte).
Weiter bestehe ein persistierender
Hörverlust auf der rechten Seite seit
dem
Hörsturz. Zudem bestünden Gleichgewichtsstörungen mit perma
nenter Gangunsicherheit und Instabilität.
Die Beschwerdeführerin
habe bereits vor der Operation
an Hörschwierigkeiten mit Gleichgewichtsstörungen, Schwin
del und Unwohlsein gelitten.
Danach
hätten die Beschwerden noch zugenommen. Seither sei es zu einer Stabilisierung der Symptomatik gekommen (S. 20
Ziff.
4.1 unten).
Die Beschwerdeführerin habe zirka Ende 2006 begonnen
,
als Angestellte für ein Möbelgeschäft in Zürich zu arbeiten. Das Geschäft gehöre
ihr
zu Hälfte. Sie habe dort die kaufmännische Leitung innegehabt. Weiter habe sie die
Bereiche
Perso
nal- und Kundenbetreuung sowie
die
Buchhaltung ausg
eübt und sie
habe Messen in Paris, Mailand und Deutschland besucht. Ab 2006 habe sie initial zu 20
%
gearbeitet un
d habe dann das Pensum auf 40
%
erhöht. Zu Be
ginn der Erkran
kung im März 2009
habe ihr Arbeitspensum 40
%
betragen (S. 24 oben).
Die
Beschwerdeführerin habe immer wieder Arbeitsversuche unternommen, welche allesamt an ihrer erhöhten Ermüdung und der verminderten Belastbarkeit ge
scheitert seien. Schliesslich sei für sie eine Mitarbeiterin angestellt
worden
(S. 24 Mitte).
Der Explorandin sehe
aktuell
keine Möglichkeit, wieder in ihre bisherige Tätigkeit einzusteigen. Seit der Erkrankung seien der Kundenkontakt und die Durchführung von Events sehr schwierig geworden. Sie probiere ihr Aktivitäts
niveau aufrechtzuerhalten. Eine Steigerung sei momentan jedoch nicht realistisch (S. 25 f.).
5.
8
.2
Zur neurologischen Untersuchung wurde ausgeführt,
aufgrund der Aktenlage, der Anamnese sowie der
aktuellen
Untersuchungsbefunde bestünden einerseits Mischkopfschmerzen mit einer Migräne mit visueller Aura
sowie
chronische
Spannungskopfschmerzen. Andererseits bestehe ein Residualsyndrom bei Status nach mikrochirurgischer Resektion eines
Akustikusneurinoms
mit belastungsab
hängigen Schwindelbeschwerden, eine
r
Hörstörung rechts sowie ein
em
Tinnitus. Gemäss den aktuellen anamnestischen Angaben stünden unter anderem belas
tungsabhängige, aber zum Teil auch in Ruhe auftretende Kopfschmerzen im Vor
dergrund
.
Der Kopfschmerz halte für zwei bis drei Stunden bis zu einem ganzen Tag an. Die Schmerzen
erfüllten die Kriterien für eine Migräne mit visueller Aura
(S. 28
Ziff.
5.1 Mitte).
Nebst
dem Migränekopfschmerz bestehe ein
holokranieller
, parietal akzentuierter, von hochparietal in die Augen einstrahlender Kopfschmerz. Dieser werde anamnestisch auch mit gelegentlichen Ver
spannungen im Nacken assoziiert. Im Neurostatus hätten sich bezüglich der Nackenverspannungen keine Anhalts
punkte für eine relevante eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule oder einen relevanten muskulären Hartspann ergeben
.
(S. 28 f.).
Diese Kopfschmerzart werde am ehesten als intermittierender/episodischer Spannungskopfschmerz be
wertet.
Auch bezüglich der Spannungskopfschmerzen sei die Etablierung einer Basistherapie im Verlauf zu
evaluieren.
In der Gesamtschau sei eine leichte Tri
geminus-Affektion rechts nicht auszuschliessen (S. 29 oben).
Ein MRI
des Schä
dels
vom 1
8.
August 2015 habe einen stationären Befund bei einem Status nach vollständiger Resektion eines grossen
vestibulo-kochleären
Schwannoms
der Kleinhirnbrückenwinkelzisterne rechts ohne Anhaltspunkte für ein Rezidiv erge
ben
.
Weiter
bestünden
auch
keine Anhaltspunkte für eine Sinusitis als Auslöser der Kopfschmerzen und auch keine anderen Anhaltspunkte für eine primär struk
turelle Genese der Migräne und Spannungskopfschmerzen
(S. 29 Mitte). Als wei
terer Beschwerdekomplex nebst den genannten Kopfschmerzbeschwerden
bestehe
eine Symptomatik mit einem Hörverlust rechts, belastungsabhängigen Schwindelbeschwerden, Sehstörungen sowie einem Tinnitus rechts (S. 29 unten).
Dr.
I._
nannte aufgrund der Mischkopfschmerzen aus fachneurologischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von rund 20
%
. Dies
e bestehe
pri
mär aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs sowie beim Auftreten der Kopf
schmerzen zum Teil aufgrund einer vorübergehend etwas reduzierten Leistungs
fähigkeit. Die kopfschmerzbedingten Einschränkungen sollten sich im Verlauf unter Etablierung adäquater Kopfschmerzbasistherapien und bei gegebener Ad
härenz noch deutlich verbessern (S. 30
Ziff.
5.1 oben).
5.
8
.3
Lic
. phil
.
J._
führte zur neuropsychologischen Untersuchung aus,
aufgrund der Verhaltensbeobachtungen sei
die Ermüdung
über die mehrstündige Untersuchung
erhöht gewesen
und es
hätten
sich leichte Leistungsschwankungen
gezeigt
. Bei den
visuellen Aufgabenstellungen sei die Arbeitsplanung leicht
ver
mindert gewesen. In der kognitiven Testung hätten sich Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit sowie des verbal-episodischen Gedächtnisses ergeben
. In den computergestützten Aufgaben zur Aufmerksamkeitsprüfungen seien die Reaktionszeiten verminderten gewesen, während die Reaktionsgenauigkeit regel
recht ausgefallen sei
(S. 33 unten).
Aufgrund der verminderten Belastbarkeit und der erhöhten Ermüdung (Verhal
tensbeobachtungen), der Verlangsamung und der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefizite betrage die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sowie in jeglicher Verweistätigkeit in einer angepassten Arbeitssituation 70
%
.
Dabei könne die Beschwerdeführerin b
ei einer Präsenz
zeit
von 80
%
eine Arbeitsleis
tung von 70
% bezogen auf ein Vollpensum erbringen. Die Reduktion der Arbeitspräsenz sei begründet
durch die verminderte
Belastbarkeit und
die erhöhte
Ermüdung. Die zusätzliche Einschränkung der Arbeitsleistung sei bedingt durch die testpsychologisch objektivierten Defizite
. Die aus neuropsychologischer Sicht ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit bestehe wahrscheinlich seit der Operation im Juli 2010
(S. 35 unten).
Eine angepasste Arbeitssituatio
n bedinge ein ruhiges Arbeitsum
feld, das weitest möglich frei von Störreizen sei
n solle
(S. 36 oben).
Aus ophthalmologischer Sicht sei aktuell eine leichte
Sicca
-Symptomatik beid
seits, eventuell minimal rechtsbetont festgestellt worden. Zudem bestehe eine al
tersentsprechende
Presbyopie
. Aus rein augenärztlicher Sicht lasse sich keine Arbeitsunfähigkeit begründen (S. 36
Ziff.
5.3).
5.
8
.4
Zum
neurootologischen
Teilgutachten
wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin habe mit einem Partner ein Geschäft im Bereich Verkauf von Inneneinrichtungen und Projektplanung betrieben, wobei ihre Aufgabe die Leitung des administrati
ven Bereiches gewesen sei. Sie habe erwähnt,
dass
die Geschäftsräumlichkeiten sehr offen
seien. Offensichtlich gebe
es kaum abgeschlossene Räume. Die Explo
randin beschreibe weiterhin, dass dadurch häufig ein konstanter Lärmpegel herr
sche
und mehrere Personen durcheinander sprechen würden, wodurch ihr die Konzentration sehr schwer falle. Es sei glaubhaft und nachvollziehbar, dass
sie
Mühe habe, sich in einem derartigen Umfeld zu
konzentrieren und tätig zu sein (S. 38 oben).
Der Gutachter sehe die Beschwerdeführerin in ihrem eigenen Ge
schäft, zum Beispiel in beratender Funktion
,
mit einem Pensum von 50
%
als arbeitsfähig (S. 38 Mitte). In einer angepassten Tätigkeit beurteile er die Explo
randin ebenfalls als 50
%
arbeitsfähig (S. 38 unten).
5.
8
.5
Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39
Ziff.
6.1):
1.
cochleovestibulärer
Funktionsausfall rechts nach
retrosigmoidaler
Entfer
nung eines
Vestibularis-Schwannoms
(T3a) rechts am
1.
Juli 2010 mit voll
ständiger Ertaubung rechts mit
•
Zeichen einer zentral-vestibulären Funktionsstörung sowie zusätzlich
•
Zeichen einer begleitenden funktionellen Störung
2.
neurologisches Residualsyndrom bei Diagnose 1
•
mögliche minime periphere
Facialisparese
rechts, Differentialdiagnose: konstitutionell
•
nicht aus
zuschliessende
trigeminale
Reiz
- und Ausfallsymptomatik rechts
•
intermittierende belastungsabhängige Schwindelbeschwerden
•
Tinnitus rechts
3.
Mischkopfschmerzen mit/bei
•
Migräne mit visueller Aura
•
chronischen Spannungskopfschmerzen
4.
l
eichte neuropsychologische Störung mit verminderter Belastbarkeit und erhöhter Ermüdung multifaktorieller Ätiologie bei Diagnosen 1-3
Die Gutachter nannten weiter als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit (S. 39 f.
Ziff.
6.2):
-
OU leichte
Hyperopie
, minimaler Astigmatismus,
Presbyopie
-
OD Status nach
Facialisparese
nach
Akustikus
-
Neurinom
-Operation 2010, keine Residuen mehr ausser leichter
Sicca
-Symptomatik
-
Verdacht auf arterielle Hypertonie 2000, aktuell ohne medikamentöse Therapie
-
Spondylolisthesis
bei L5/S1, Erstdiagnose 2005
-
Diskusprotrusion
bei L4/5
-
s
eit 2005 geringe
Omarthrose
rechts
-
Status nach Gastroenteritis bei Lebensmittelintoxikation, Februar 2009
-
c
hronisches Reizdarmsyndrom
-
Uterus
myomatosus
, Erstdiagnose 2009 bei
Menometrorrhagie
Aktuell fänden sich aus neurologischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine Tri
geminusneuropathie, wie sie
Dr.
C._
am 2
4.
Februar 2014 beschrieben habe. Bezüglich der von
Dr.
C._
aufgeführten rezidivierenden
Lumboischialgien
rechtsbetont seien bei jetzigen Exploration keine Beschwerden geäussert worden
. Es werde daher davon ausgegangen, dass die Explorandin dies
bezüglich asymptomatisch sei (S. 43
Ziff.
7.1 unten).
Gesamthaft bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Aufgrund der einseitigen Ertaubung
und
auch des nicht vollständig zentral kom
pensierten peripher-vestibulären Funktionsausfalles auf der rechten Seite bestehe nachvollziehbar eine Unsicherheit bei raschen Bewegungen (sowohl eigene wie in der visuellen Umgebung). Reisetätigkeiten
(zum Beispiel Fachmessen, Kunden
besuche)
seien stark erschwert.
Ebenso seien Kundenkontakte aufgrund der einseitigen Taubheit erschwert (Ermüdbarkeit, Richtungshören, S. 42 f.
Ziff.
7.2).
Tä
tigkeiten, bei
denen ein intaktes, beidseitiges
Hörvermögen
, d.h. ein Richtungs
hören,
nötig sei, seien ebenso wie Tätigkeiten, die immer wieder in akustisch an
spruchsvollen und wechselnden Umgebungen stattfänden, aufgrund der einseiti
gen Ertaubung und dem schweren
deko
mpensierten
Tinnitus nicht möglich
.
Eine Tätigkeit in einer offenen
l
ärmbelasteten Raumsituation sei ungeeignet. Inwieweit sich dies durch bauliche Massnahmen abgrenzen lasse, lasse sich durch die Gut
achter nicht beurteilen. Auch längere Arbeiten am Computer könnten zu einer Unsicherheit und zu Schwindelbeschwerden führen, so dass immer wieder Erho
lungspausen eingeschoben werden müssten. Grundsätzlich sei die Explorandin lediglich in einer
weitgehend sitzenden Tätigkeit mit
Erholungspausen,
die auch nicht ausschliesslich am Computer stattfinde, als teilarbeitsfähig zu bezeichnen (S. 43
Ziff.
7.2 Mitte). Für Verweistätigkeiten gälten die gleichen Einschränkun
gen wie für Arbeiten im zuletzt ausgeübten Beruf (S. 43
Ziff.
7.3).
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit lasse sich glaubhaft auf das Jahr 2009 zurück
datieren. Inwieweit 2009 noch eine grössere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe, lasse sich retrospektiv nur schwer abschätzen.
Perioperativ
habe
im Jahr 2010 sicherlich eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden, welche sich im Verlauf sukzessive gesteigert habe. Es könne davon ausgegangen werden, dass einige Monate nach der Operation von 2010 die nun ausgewiesene Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (S. 43 f.
Ziff.
7.4).
5.9
Med.
pract
.
F._
, RAD, führte in
einer
Stellungnahme vom 2
5.
April 2016
(
Urk.
7/154 S. 3 f.) aus, das Gutachten des
Z._
sei bezüglich der strittigen Be
lange umfassend. Es beruhe auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die
geklagten Beschwerden und
sei in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben worden. Es leuchte
sodann in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge,
in der Be
urteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen ein (S. 3 Mitte).
Aus rein neurologischer Sicht bestehe
aufgrund von
Mischkopfschmerzen eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
. Aus rein neuropsychologischer Sicht bestehe in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Dies
,
wegen leichter Störungen im Bereich der Aufmerksamkeit, des Ge
dächtnisses und des Arbeitstempos im Rahmen einer Erschöpfungssymptomatik.
Aus rein ophthalmologischer Sicht bestehe
keine
Arbeitsunfähigkeit. Aus rein
neurootologischer
Sicht bestehe in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%. Gesamthaft bestehe seit November 2010 bis dato in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 3 f.).
Eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszusta
ndes sei derzeit nicht abseh
bar (S. 4 oben).
6.
6.1
Die Gutachter des
Z._
nannten
als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein
en
cochleovestibulären
Funktionsausfall rechts nach der operativen Entfernung eines
Akustikusneurinoms
mit vollständiger Ertaubung
rechts
,
ein neurologisches
Residualsyndrom mit
einer nicht auszuschliessenden
trigeminalen
Reiz- und Ausfallsymptomatik rechts,
belastungsabhängigen Schwindel
beschwerden und einem Tinnitus rechts,
Mischkopfschmerzen und eine leichte neuropsychologische
Störung mit verminderter Belastbarkeit und einer erhöhten Ermüdbarkeit
. Die Gutachter attestierten der Beschwerdeführerin
für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Leiterin Administration eines Möbelgeschäftes
sowie
für eine Verweistätigkeit
gesamthaft
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(E. 5.
8
.5 hier
vor)
.
Dr.
C._
kam demgegenüber zur Einschätzung, dass der Beschwerde
führerin
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
seit der Operation im Juli 2010
unverän
dert
nicht mehr zugemutet werden
kann
(5.7 hiervor).
6.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
6.3
Mus
s
der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Grün
den ablehnen und kann Gegenvorschläge machen (
Art.
44 ATSG).
6.4
Die Beschwerdeführerin
wandte
gegen das Gutachten des
Z._
vom
7.
April 2016
ein
,
die Begutachtung
sei
teilweise
von anderen Gutachtern als den
zunächst an
gek
ündigten durchgeführt worden
. Dabei
handle es sich um einen gravierenden Mangel
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
3, S. 9
Ziff.
18).
Hierzu ist zu sagen, dass die Beschwerdeführerin gegen die neu beigezogenen Gutachter
in
Prof.
Dr.
K._
(vgl.
Urk.
7/134)
nach der Beg
utachtung keine Ausstands- oder Ablehnungsgründe vorgebracht
hat.
Der Wechsel zu m
ed.
pract
.
M._
wurde der Beschwerdeführer
noch
vor der Begutach
tung
mitgeteilt
(
Urk.
7/132).
Auch
wenn ihr
Prof.
Dr.
K._
früher
be
kanntgegeben
worden
wäre
,
hätte dies im Ergebnis nichts geändert. So hat das Bundesgericht
in
einem vergleichbaren Fall
festgestellt, dass der Beschwerde
führerin, nachdem die Begutachtung zulässig war und gegenüber den explorie
renden Ärzten keine Ausstands- oder Ablehnungsgründe geltend gemacht wor
den
waren
,
aus einer fehlenden Mitteilung
, dass die Untersuchung durch einen anderen als den angekündigten Arzt durchgeführt werde,
kein Nachteil entstan
den ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2010 vom
3.
August 2010 E. 2.3.2
und 2.3.3
).
Auch vorliegend ist der Beschwerdeführerin
aus dem Wechsel zu Prof.
Dr.
K._
kein Nachteil entstanden. Der Vorwurf der Mangelhaftigkeit des Gutachtens erweist sich daher als unbegründet.
6.5
Die PK Rück
erhob
am 1
4.
Januar 2013
Einwände
(
Urk.
7/70)
gegen den Vorbe
scheid der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
September 2012 (
Urk.
7/59).
Die Be
schwerdeführerin
machte geltend
, die PK Rück
sei dazu nicht bevollmächtigt ge
wesen
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
8).
Die von der PK Rück vorgelegte
allgemeine
Vollmacht vom
7.
Juni
2007 bein
haltet
auch die Vornahme von Rechtshandlungen vor
Behörden (
Urk.
7/64
S. 2).
Das Alter
der Vollmacht spricht
ebenfalls
nicht gegen
die
Rechtsgültigkeit
der Vollmacht
. Der Rückversicherer war daher grundsätzlich
im Namen der Nest Sammelstiftung, Zürich
,
zur Erhebung
von Einwänden
gegen den Vorbescheid vom 2
0.
September 2012
bevollmächtigt
. Gegen die Ansicht der Beschwerde
führerin
spricht zudem, dass
die Beschwerdegegnerin auf
den Vorbescheid vom 2
0.
September 2012
ohnehin
hätte
zurückkommen können
, zumal ein Vorbe
scheid ohne die Voraussetzungen einer prozessualen Revision oder Wieder
erwägung seitens der Verwaltung abgeändert werden kann (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
57 a N 3).
Ein
Abstellen
auf
den Vorb
e
scheid der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
September 2012 kommt
so
dann
schon allein deshalb nicht in Frage, weil die aktuellen Verhältnisse zum Zeitpunkt der
angefochtenen
Verfügung vom 1
3.
Februar 2017
massgebend sind
und die seit dem Vorbescheid eingetretene gesundheitliche Entwicklung
der Be
schwerdeführerin
bei der Beurteilung der Verhältnisse
mit zu
berücksichtigen
ist
.
Das Gutachten des
Z._
vom
7.
April 2016 erfüllt die Anforderungen der Recht
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens. Darin werden die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin umfassend darge
legt. Weiter beruht es auf den notwendigen polydisziplinären Untersuchungen inklusive einer neuropsychologischen Abklärung und berücksichtigt die geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise.
Die Gutachter de
s
Z._
setzten sich mit der Beurteilung durch
Dr.
C._
auseinander
.
Namentlich konnten sie die von der behandelnden Ärztin beschrie
bene Trigeminusneuropathie nicht bestätigen (E. 5.8.5 hiervor).
Die Gutachter legten sodann überzeugend dar, dass im Rahmen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Leiterin Administration eines Möbelgeschäftes, welches sie
zusammen
mit einem Geschäftspartner betrieben ha
be
, etwa Reisen an Fachmessen und Kunden
besuche stark erschwert seien.
Die Beschwerdeführ
erin solle sich im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit
jedoch
auf die ihr noch möglichen Arbeiten
beschränken
(E. 5.8.5 hiervor)
.
Die Gutachter des
Z._
haben den
Beeinträchtigungen der Be
schwerdeführerin daher durchaus Rechnung getragen
. Das Gutachten vermag
somit
auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfol
gerungen zu überzeugen.
Dies gilt auch für die Einschätzung der Gutachter, wo
nach rund drei Monate nach der Operation vom Juli 2010 von der attestierten Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen ist.
Entgegen der Kritik der Beschwerde
führerin
erweist sich das Gutachten
daher
als beweistauglich.
6.6
Auf die von
Dr.
C._
konstant attestierte volle Arbeitsunfähigkeit von 100
%
kann
dagegen
nicht unbesehen
abgestellt werden.
Wie der RAD der Be
schwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 2
5.
Juni 2013 feststellte,
waren
die andauernden kognitiven Störungen durch die aktenkundigen Krankheitsbilder nicht meh
r ausreichend
zu
erklären (E. 5.5), weshalb eine polydisziplinäre Unter
suchung der Beschwerdeführerin erforderlich war.
In diesem Zusammenhang ist
zudem auf den Grundsatz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbe
halt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2006 E. 5.5). Die umfassende Beurteilung der Gutachter des
Z._
ist daher gegenüber der Einschätzung
der behandelnden
Neurologin vorzuziehen. Dies gilt auch für die
Beurteilung durch den Hausarzt der Beschwerdeführerin.
Der medizinische Sachverhalt ist
daher
gestützt auf das Gutachten des
Z._
als dahingehend erstellt zu erachten, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Leiterin Administration eines Möbelgeschäftes von einer
zumutbaren
Arbeits
-
fähig
keit von 50 % auszugehen ist.
7.
7.1
Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich aufgrund eines Einkommensvergleiches zu ermitteln.
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
7.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
83'850.— und ab Juli 2011
ein solches
vo
n
Fr.
111'800.— (
Urk.
2 S. 2).
Die Abklärungsperson trug im Abklärungsbericht vom 1
2.
März 2012 dem Um
stand Rechnung, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum bei der
Y._
gemäss ihren
Angaben
sukzessive
gesteigert hätte.
Sie stellte daher
f
ür
den Zeitraum
Juli 2010 bis Ende Juni 2011
auf einen Anteil der Erwerbstätigkeit
von 60
%
und einen Anteil im Haushalt von 40
%
und ab Juli 2011 auf
einen
Anteil der Erwerbstätigkeit von
80
%
mit einem entspr
echenden Anteil
von 20 %
im Haushalt ab (E. 5.1 hiervor).
Gemäss dem nicht datierten Arbeitgeberbericht der
Y._
Ltd. verdiente die Beschwerdeführerin
mit
einem
Arbeitspensum von 40
%
Fr.
55'900.— pro Jahr (
Urk.
7/12/2
Ziff.
2.10).
In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist da
her für
den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
83'850.--
(
Fr.
55'900.
-- :
40 x 60)
auszugehen
und a
b Juli 2011 ein
Validen
einkommen
von
Fr.
111'800.-- (
Fr.
55'900.--
x 2) zu veranschlagen.
7.4
Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens
kann
ebenfalls das zuletzt bei der
Y._
erzielte Einkommen herangezogen werden
, da der Beschwerde
führerin die angestammte Tätigkeit noch eingeschränkt möglich ist
.
Nach der medizinischen Beurteilung besteht in dieser Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Da das Invalideneinkommen nicht mittels Tabellenlöhnen zu bestimmen ist, scheidet ein Abzug vom Tabellenlohn aus.
Es ist daher von einem
Invaliden
einkommen von
Fr.
69'875.--(
Fr.
55'900.
-- :
40 x
50) auszugehen.
Für
den Er
werbsbereich
ergibt sich damit
für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 eine Erwerbseinbusse von
Fr.
13'975.-- (
Fr.
83'850.
-- .
/.
Fr.
69
’
875.--), was einer Ein
schränkung von
16.7
%
entspricht. Gewichtet ergibt sich für diesen Zeitraum ein Teilinvaliditätsgrad von
10
%
(16.7
%
x 0.6).
Ab Juli 2011 ist von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
111'800.--
und einem In
valideneinkommen von
Fr.
69'875.--
und damit von einer Erwerbseinbusse von
Fr.
41'925.-- (
Fr.
111'800.
-- .
/.
Fr.
69'875.--) auszugehen. Dies entspricht einer Einschränkung
von
37.5
%
. Gewichtet ergibt sich bei einem Anteil im Erwerbs
bereich von 80
%
für den Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von 30
% (37.5
% x 0.8).
7.5
Die Beschwerdeführerin beanstandete die im Abklärungsbericht ermittelte Ein
schränkung im Haushalt nicht. Der Haushaltabklärungsbericht wurde von einer qualifizierten Abklärungsperson bei der Beschwerdeführerin zu Hause unter Be
rücksichtigung der medizinischen Diagnosen und der Angaben der Beschwerde
führerin erstellt. Der Abklärungsbericht erfüllt die praxisgemässen Kriterien an einen beweiskräftigen Bericht
(vgl. AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundes
gerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2)
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
Die Abklärungsperson ermittelte für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 eine Einschränkung im Haushalt von 69
%
. Da für diesen Zeitraum von einem Anteil im Haushalt von 40
%
auszugehen ist, resultiert ein Teilinvaliditätsgrad von rund
27.6
%
(69 % x 0.4). Ab Juli 2011 ermittelte die Abklärungsperson noch eine Einschränkung im Haushalt von 33
%
. Gewichtet ergibt sich ab Juli 2011 ein Teilinvaliditätsgrad von rund
6.6
%
(33
%
x 0.2).
Für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von
rund 38
%
(10
%
+
27.6
%
). Mit Wirkung ab Juli 2011 ergibt sich ein Inva
liditätsgrad von
rund
37
%
(30
%
+
6.6
%
). Demnach ist, wie von der Beschwer
degegnerin ermittelte, sowohl für den Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011 sowie ab Juli 2011 bei einem Invaliditätsgrad von unter 40
%
ein Rentenanspruch zu ver
neinen.
7.6
Zusammenfassend
besteht daher kein Rentenanspruch.
Es bleibt der Hinweis auf die Möglichkeit einer Neuanmeldung zur Neuberechnung des Invaliditätsgrades nach dem ab
1.
Januar 2018 geltenden Berechnungsmodell (E. 1.4).
8.
Soweit die Beschwerdeführerin um die Gewährung von Eingliederungsmassnah
men ersuchte (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3 oben), ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin über einen solchen Anspruch noch nicht verfügt hat. Auf
den Eventualantrag
ist daher nicht einzutreten.
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung
einen Rentenan
spruch zu Recht verneint.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.— festzusetzten und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.