Decision ID: eb1b3432-d90f-59cb-b1ce-8f0040d1859a
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie, suchte am 16. März 2016 im Empfangs-und Verfahrenszentrum
(EVZ) B._ um Asyl nach. Am 30. März 2016 wurde er zu seiner Per-
son, zum Reiseweg und summarisch zu den Asylgründen befragt (Befra-
gung zur Person [BzP]). Am 14. Juni 2018 erfolgte die einlässliche Anhö-
rung zu den Asylgründen.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er sei in C._ im Distrikt D._ aufge-
wachsen. Im Alter von 13 Jahren sei er in die Stadt D._ gezogen,
wo er – abgesehen von einem Aufenthalt von 2008 bis 2012 in E._
– bis zu seiner Ausreise im Jahr 2014 gelebt habe. Sein Vater, welcher den
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angehört habe, sei nach seiner
Heirat aus dieser Organisation ausgetreten, habe ihr aber weiterhin gehol-
fen und sei im Jahr 1988 vom Militär getötet worden. Seine Mutter habe
sich fortan selber um ihre (...) Kinder gekümmert. Als er noch zur Schule
gegangen sei, habe er, wie viele andere junge Leute auch, den LTTE ge-
holfen. Er habe sie heimlich mit Informationen unterstützt. Später habe er
öffentlich am (...) teilgenommen und mitgewirkt. In der Zeit vor seiner (ers-
ten) Ausreise sei er auch einmal für drei oder vier Monate in F._
gewesen und habe während den Wahlen die «TNA» unterstützt. Nach dem
Ende des Friedensabkommens hätten die Behörden LTTE-Sympathisan-
ten entführt und getötet. Viele seien auch festgenommen worden. Aus
Angst vor eventuellen Behelligungen seitens der Behörden habe er sich
einen Reisepass ausstellen lassen und sei im Jahr 2008 als Gastarbeiter
nach E._ gegangen. Nach Beendigung des Krieges, circa im (...)
2012 – seine Mutter habe eine Heirat für ihn arrangiert – sei er nach
D._ zurückgekehrt und habe geheiratet. Seine Einreise sei prob-
lemlos verlaufen. Im (...) 2013 seien die Behörden beziehungsweise Ange-
hörige des Criminal Investigation Department (CID) zu ihm gekommen und
hätten ihn befragt. Das von ihm nach der Rückkehr nach Sri Lanka aufge-
baute Geschäft sei gut gelaufen und er habe gut verdient. Ihm sei vorge-
worfen worden, sein Geschäft und sein Fahrzeug mit LTTE-Geldern finan-
ziert zu haben. Man habe ihn mitnehmen wollen, dies aber unterlassen,
weil seine Frau schwanger gewesen sei und geweint habe. Am (...) 2014
sei es gegen Mitternacht – er und seine Familie hätten bereits geschlafen
– zu einem Brand in seinem Geschäft gekommen. Dieses und sein Wohn-
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haus seien abgebrannt, obwohl er unmittelbar, nachdem er den Brand ent-
deckt habe, die Marine angerufen habe. Da diese erst viel später erschie-
nen sei, habe sie den Brand nicht rechtzeitig löschen können. Dabei habe
er sein gesamtes Hab und Gut verloren und nur sein Leben sowie seine
Frau und sein Kind retten können. Die Polizei sei gekommen, habe ihn
befragt und Ermittlungen aufgenommen. Er habe die Polizei zwei Mal nach
allfälligen Ergebnissen gefragt. Dabei sei ihm nur gesagt worden, dass die
Ermittlungen noch im Gang seien. Er könne sich des Verdachts nicht er-
wehren, dass die Behörden hinter dem Brand steckten, wobei das CID da-
für verantwortlich sei. Er hege den Verdacht, dass man ihn habe töten wol-
len. Er hätte nämlich auch Drohanrufe erhalten. Er vermute, dass dieser
Brandanschlag mit seiner früheren Tätigkeit für die LTTE zusammenhänge.
Viele Kollegen, die die LTTE unterstützt oder für sie gearbeitet hätten, seien
getötet worden. Daher habe er beschlossen, nach G._ zu gehen.
Er habe einen neuen Reisepass sowie eine neue Identitätskarte beantragt
– beim Brand seien alle seine Dokumente zerstört worden – und Sri Lanka
im (...) 2014 erneut legal mit seinem eigenen Reisepass in Richtung
E._ verlassen, um dort abermals als Gastarbeiter tätig zu sein. Sein
Aufenthalt habe bis (...) 2016 gedauert. Daraufhin sei er mit einem ge-
fälschten Reisepass auf dem Luftweg von H._ über I._,
J._ und K._ nach L._ gereist. Von dort habe er seine
Reise auf dem Landweg fortgesetzt und sei über ihm unbekannte Länder
am 14. März 2016 in die Schweiz gelangt.
Der Beschwerdeführer reichte keine Identitätspapiere ein. Anlässlich sei-
ner Anhörung reichte er Unterlagen betreffend den Tod seines Vaters, eine
Kopie seines Führerausweises, diverse Bank- und Geschäftsunterlagen,
Fotografien betreffend die Zerstörung von Geschäft und Haus, eine Liste
der beim Brand zerstörten Objekte, einen Polizeirapport und einen Zei-
tungsausschnitt betreffend den Brand, ein Referenzschreiben ([...]) eines
Parlamentariers aus F._ sowie beglaubigte Kopien seines Geburts-
und seines Ehescheins zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 12. November 2019 – eröffnet am 14. November 2019
– stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der
Wegweisung.
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C.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Dezember
2019 (Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er be-
antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei seine Flücht-
lingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren.
Eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder die Unzumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu verfügen.
Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
Als Beweismittel reichte er verschiedene Medienberichte zu den Akten.
D.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Eingang der Beschwerde
mit Schreiben vom 16. Dezember 2019.
E.
E.a Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2019 teilte der Instruktions-
richter dem Beschwerdeführer mit, er dürfe den Ausgang des Verfahrens
in der Schweiz abwarten. Zudem wurde er aufgefordert, bis zum 3. Januar
2020 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu bezahlen, ansonsten auf die
Beschwerde nicht eingetreten werde.
E.b Der verlangte Kostenvorschuss wurde am 3. Januar 2020 bezahlt.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das
bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung
des AsylG vom 25. September 2015).
1.4 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende
Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG
übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue
Gesetzesbezeichnung verwendet.
1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Abteillungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel
in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1
VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf ei-
nen Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).
4.
4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-
tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer
rügt eine unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts sowie die Verletzung des rechtlichen Gehörs und eine will-
kürliche Sachverhaltsfeststellung.
4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
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wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013,
Rz. 1043).
4.3 Bezüglich der Verletzung des rechtlichen Gehörs wird in der Rechts-
mitteleingabe geltend gemacht, dass zwischen den Befragungen in der
Schweiz und den asylrelevanten Ereignissen in Sri Lanka mehrere Jahre
vergangen seien. Es entspreche nicht der kognitiven Fähigkeit einer Per-
son, sich nach rund vier Jahren oder länger an genaue Details erinnern zu
können. Mit ähnlicher Begründung wird der Vorwurf erhoben, die
Vorinstanz habe ein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Be-
hörden zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers zu Unrecht als
nicht glaubhaft erachtet und damit den Sachverhalt willkürlich festgestellt.
Des Weiteren stimme die befragende Person nicht mit der verfügenden
überein. Bei einem solchen Vorgehen gingen bedeutsame subjektive Ein-
drücke vom Befragten verloren. Schliesslich habe die Vorinstanz die Vor-
bringen und Antworten des Beschwerdeführers nicht ernsthaft und korrekt
geprüft.
Der Beschwerdeführer begründete seine erneute Ausreise nach
E._ im (...) 2014 in erster Linie mit den Umständen betreffend den
Verlust seines Geschäfts und seines Hauses durch den Brandanschlag am
(...) 2014. Zudem stellte er diese in einen Zusammenhang mit früheren, in
seine Schulzeit zurückreichenden Aktivitäten zugunsten der LTTE. Es ist
nicht von der Hand zu weisen, dass Erinnerungen in der Regel mit dem
Ablauf der Zeit verblassen. Beziehen sich diese aber auf Vorfälle und Er-
eignisse, die eine Person dazu veranlasst haben, ihren Heimatstaat oder
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ihren Herkunftsort durch Flucht zu verlassen und an einem anderen Ort um
Schutz zu ersuchen, kann davon ausgegangen werden, dass diese Person
auch mehrere Jahre später in der Lage ist, solch prägende Ereignisse ge-
nügend konkret, detailliert und differenziert darzulegen, dass sie den Ein-
druck vermitteln, sie habe das Geschilderte selbst erlebt. Dies ist jedoch
nicht eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiell-rechtlichen
Würdigung der Vorbringen.
Hinsichtlich des Einwands, die befragende Person und die Verfasser der
negativen Verfügung seien nicht identisch, ist festzuhalten, dass das Asyl-
gesuch insbesondere auf der Grundlage der Konsistenz, Schlüssigkeit so-
wie Plausibilität der Vorbringen des Gesuchstellers beurteilt wird (vgl.
BVGE 2012/5 E. 2.2). Somit bildet ein rechtskonform erstelltes Protokoll
grundsätzlich genügende Grundlage für einen Asylentscheid. Dass die Er-
hebung der Beweise (Befragungen sowie Erstellung des Protokolls) und
die spätere Würdigung derselben (Entscheidfällung) von derselben Person
vorgenommen werden müsste, lässt sich dem Gesetz nicht entnehmen.
Die Behauptung, beim kritisierten Vorgehen gingen bedeutsame subjektive
Eindrücke vom Befragten verloren, zum Beispiel, dass der Beschwerde-
führer emotional geworden sei oder geweint habe, ist für das Gericht in
dieser pauschalen Form im Übrigen nicht nachvollziehbar, umso weniger,
als anlässlich der Anhörung verbalisiert wurde, wenn der Beschwerdefüh-
rer weinte, gestikulierte oder den gleichen Inhalt wiederholte (vgl. act. [...]).
Die Verfahrensführung der Vorinstanz ist somit nicht zu beanstanden.
Im Zusammenhang mit der Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen wirft
der Beschwerdeführer der Vorinstanz zudem eine unvollständige, unrich-
tige und willkürliche Feststellung des Sachverhalts vor, wobei er vorab auf
seine Ausführungen zur Verletzung des rechtlichen Gehörs verweist und
daran festhält, er habe die Geschehnisse und Vorfälle in Sri Lanka detail-
liert, schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, wogegen die Vorinstanz, an-
statt die unzähligen für die Glaubhaftigkeit sprechenden Faktoren zu be-
rücksichtigen, gezielt nach angeblichen Ungereimtheiten gesucht habe.
Soweit in der Beschwerde im Zusammenhang mit der Ermittlung des
rechtserheblichen Sachverhalts und der Beweiswürdigung eine Verletzung
des Willkürverbots gerügt wird, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss Lehre
und Rechtsprechung liegt Willkür nicht schon dann vor, wenn eine andere
Lösung in Betracht zu ziehen oder sogar vorzuziehen wäre, sondern nur
dann, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen
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Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstritte-
nen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in stossender Weise dem Gerech-
tigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHÄFER,
Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S.11; ULRICH HÄFELIN/WALTER
HALLER/HELEN KELLER/DANIELA THURNHERR, Bundesstaatsrecht, 9. Auf-
lage 2016, N 811 f.; BGE 133 I 149 E. 3.1, m. w. H.). Dabei muss die an-
geblich willkürliche Begründung rechtsgenüglich dargelegt werden (BGE
116 Ia 426 S. 428, m. w. H.). Für eine willkürliche Feststellung des Sach-
verhalts finden sich vorliegend keine Anhaltspunkte.
Zudem vermengt der Beschwerdeführer die Frage der Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung,
wenn er moniert, die Vorinstanz habe es unterlassen, seine Vorbringen kor-
rekt zu würdigen.
Die Ausführungen in der Beschwerde dazu, weshalb der Sachverhalt un-
richtig und unvollständig festgestellt worden sei, und die Vorinstanz die Vor-
bringen des Beschwerdeführers nicht korrekt geprüft habe, tangieren die
Frage der Glaubhaftigkeit, weshalb nachfolgend bei der rechtlichen Würdi-
gung darauf einzugehen sein wird (vgl. nachstehend E. 6.2).
4.4 Vor dem Hintergrund der vorangehenden Erwägungen besteht somit
kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur
Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht zum Zeitpunkt
der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit
verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit
ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine
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bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen
konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus
einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung
als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch
und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5 und
2010/44 E. 3.4; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 und 2004 Nr. 1 E. 6a).
5.3 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist grundsätzlich die Si-
tuation zum Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend. Dabei ist einer-
seits die Frage nach der zum Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen
Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer ab-
sehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. So sind Veränderungen der ob-
jektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid zu-
gunsten und zulasten des Gesuchstellers zu berücksichtigen (vgl. BVGE
2008/4 E. 5.4 S. 38; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, 1990,
S. 135 ff.).
5.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5.5 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und
folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m. Verw.).
6.
6.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG stand.
Die Angaben zur geltend gemachten LTTE-Tätigkeit seien äusserst rudi-
mentär und unsubstanziiert und vermöchten nicht zu überzeugen. Sie
seien auch auf mehrmalige Nachfrage hin dürftig und undifferenziert ge-
blieben. Der Beschwerdeführer habe zudem des Öfteren von "Leuten", die
umgebracht worden seien, von "Personen", die hätten fliehen müssen,
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oder getötet worden seien, gesprochen. Seine diesbezüglichen Aussagen
liessen eine persönliche Betroffenheit vermissen und erweckten nicht den
Anschein, als hätte sich das Ganze so zugetragen, wie von ihm geltend
gemacht. So seien seine Aussagen von häufigen Wiederholungen geprägt
und seinerseits seien oft nur allgemeine Aussagen erhältlich. Diese An-
nahme werde dadurch erhärtet, dass er auch nicht in der Lage gewesen
sei, nachvollziehbar zu erklären, weshalb er im Jahr 2008 seine Heimat
verlassen habe. So habe er mehrfach zu Protokoll gegeben, er hätte "ein-
fach Angst" gehabt, da alle Leute, die mit der Bewegung zu tun gehabt
hätten, weggegangen seien.
Er habe nicht nachvollziehbar aufzuzeichnen vermocht, weshalb das CID
hinter dem Brandanschlag auf sein Haus und sein Geschäft stehen sollte.
Seine Vermutung basiere lediglich auf den Angaben, er hätte draussen
Stimmen gehört, es sei Singhalesisch gesprochen worden, er habe das
Feuer nicht riechen können und es habe sich für einen normalen Brand zu
schnell ausgebreitet. Das Feuer müsse daher absichtlich gelegt worden
sein. Zudem – so das SEM – sei die Polizei gekommen und habe Ermitt-
lungen aufgenommen. An dieser Einschätzung vermöge der Umstand
nichts zu ändern, dass die Löschtruppen erst sehr spät gekommen seien.
Hinzu komme, dass er nicht überzeugend zu erklären vermocht habe, wes-
halb genau das CID ihn hätte töten wollen. Zudem habe er erwähnt, er sei
vom CID gesucht worden, hätte aber seit seiner Wiedereinreise nach Sri
Lanka immer am selben Ort gewohnt. Hätte ihn das CID tatsächlich ge-
sucht, hätte es ihn an seinem Wohnort auch gefunden. Auch der von ihm
beschriebene einzige Vorfall (...) 2013, bei dem er vom CID aufgesucht und
befragt worden sei, bestätige diese Annahme. Des Weiteren habe er nach
dem Brand bis zur Ausreise unbehelligt leben können. Ausserdem habe er
anlässlich der BzP Drohanrufe des CID vorgebracht, solche aber bei der
Anhörung verneint. An der mangelnden Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen
vermöchten auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. Na-
mentlich sei das Referenzschreiben des Parlamentariers als Gefälligkeits-
schreiben ohne Beweiswert zu werten, zumal es von einem Parlamentarier
aus F._ stamme, wogegen der Beschwerdeführer aus D._
komme. Zudem seien seine Aussagen zu seinem (...)- oder (...)monatigen
Aufenthalt in F._ – er habe dort während den Wahlen die TNA, wel-
che Abkürzung für (...) stehe (damit habe er – so das SEM – nicht die kor-
rekte Bedeutung wiedergegeben), unterstützt – äusserst dürftig ausgefal-
len und würden die Zeit vor 2008 beschlagen. Auch habe er im Jahr 2012
problemlos nach Sri Lanka einreisen können, wobei eine Überprüfung am
Flughafen nichts Nachteiliges ergeben habe, im Jahr 2014 ohne Probleme
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einen neuen Reisepass und eine neue Identitätskarte beantragt und sei
wiederum legal aus Sri Lanka ausgereist.
6.2
6.2.1 Im Zusammenhang mit dem Vorwurf, die Vorinstanz habe den rechts-
erheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt und die Prü-
fung der Glaubhaftigkeit nicht korrekt vorgenommen, hält der Beschwerde-
führer in der Beschwerdeschrift daran fest, dass er seine Unterstützungs-
leistungen für die LTTE glaubhaft dargelegt habe. Zwar brachte er anläss-
lich seiner Anhörung in der Tat vor, dass er während seiner Schulzeit, circa
ab dem Jahr (...), für die LTTE heimlich Informationen über bestimmte Per-
sonen gesammelt habe. Später, vor seiner Ausreise im Jahr 2008, habe er
am (...) teilgenommen, wobei man Geld gesammelt habe. Bei dieser Feier
sei auch ein Mann namens M._ anwesend gewesen, dessen Ge-
schäft später niedergebrannt und dieser getötet worden sei (vgl. act. [...]).
Diese Vorbringen sind jedoch zu wenig substanziiert, als dass der Be-
schwerdeführer daraus eine Verfolgung abzuleiten vermöchte. Zwar ist
sein weiterer Einwand, dass aufgrund der radikalen Rebellenverfolgung
durch den Rajapaksa-Clan – das Staatsoberhaupt habe damals gesagt,
jegliche LTTE-Personen würden inhaftiert und zur Rechenschaft gezogen
– unzählige Gesinnungsgenossen getötet worden seien, weshalb er aus
Angst, das gleiche Schicksal zu erleiden, im Jahr 2008 nach E._
ausgereist sei, nachvollziehbar. Trotzdem vermag er daraus keinen Verfol-
gungszusammenhang mit dem geltend gemachten Besuch durch das CID
im Jahr 2013 und dem angeblichen Brandanschlag im Jahr 2014 abzulei-
ten. So führte er zur Begründung, weshalb er erst etliche Jahre nach seiner
Ausreise Probleme bekommen habe, aus, vielleicht sei damals irgendwo
sein Name notiert und vielleicht gefunden worden, wobei man während sei-
ner Abwesenheit ohnehin gegen ihn nichts habe unternehmen können (vgl.
a.a.O. [...]). Bereits diese Erklärung vermag nicht zu überzeugen. Zudem
konnte der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat im Jahr 2008 problemlos
in Richtung E._ verlassen. Auch die Wiedereinreise nach Sri Lanka
im Jahr 2012 verlief ohne Probleme und für die erneute Ausreise nach
E._ im Jahr 2014 konnte er ohne Weiteres eine neue Identitätskarte
und einen neuen Reisepass beantragen. Schliesslich vermag daran auch
der Umstand nichts zu ändern, dass das Geschäft von M._ später
niedergebrannt und dieser getötet worden sei.
Des Weiteren wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz im Zusammen-
hang mit dem angeblichen Brandanschlag vor, sie habe übersehen, dass
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er am besagten Abend in der Zeit von circa (...) bis (...) Uhr durch ein Klop-
fen an der Tür geweckt worden sei, dieses ignoriert habe, da er ab (...) Uhr
die Tür nicht mehr aufgemacht habe und draussen Stimmen gehört habe,
wobei Singhalesisch gesprochen worden sei. Dabei müsse es sich um Be-
hördenmitglieder gehandelt habe, da fast ausschliesslich Singhalesen
Staatsangestellte seien. Es trifft nicht zu, dass die Vorinstanz auf das Vor-
bringen, der Beschwerdeführer habe in der besagten Nacht vor dem Ent-
decken des Brandes draussen Singhalesisch sprechende Personen ge-
hört, nicht eingegangen ist. Vielmehr führte sie diesbezüglich zutreffend
aus, dass der daraus von ihm gezogene Schluss, es habe sich um eine
vom CID verübte Brandstiftung gehandelt, nicht zu überzeugen vermag.
Dazu ist vorab auf die entsprechenden Erwägungen der angefochtenen
Verfügung zu verweisen. Im Übrigen spricht gegen die vermutete Brand-
stiftung, dass die Täterschaft wohl diskreter vorgegangen wäre und es ins-
besondere vermieden hätte, sich am Tatort durch Äusserungen in singha-
lesischer Sprache zu verraten.
Sodann wendet der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz habe die geltend
gemachte Verfolgung durch das CID zu Unrecht mit der Begründung in
Frage gestellt, er habe sich nach dem Brand zwei Mal auf den Polizeipos-
ten begeben und nach dem Stand der Ermittlungen gefragt, ohne dass er
dabei verhaftet worden sei. Indes sei gerichtsnotorisch, dass das CID ver-
dächtige Personen nicht "offiziell" festnehme oder gar umbringe. Vielmehr
geschähen die Gräueltaten des CID im Geheimen, zum Beispiel mit der
Methode der "white van abductions." Wäre er vom Polizeiposten nicht mehr
zurückgekehrt, so wäre offensichtlich geworden, dass er von der Polizei
verschleppt worden wäre. Auch dieser Einwand ist nicht stichhaltig. So ist
nicht nachvollziehbar, weshalb das CID, wenn es von ihm Geld hätte er-
pressen oder ihn hätte töten wollen, nach seiner Wiedereinreise im Jahr
2012 nicht eine solche Entführung veranlasst hätte.
6.2.2 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz
den rechtserheblichen Sachverhalt richtig oder vollständig festgestellt und
die Prüfung der Glaubhaftigkeit korrekt vorgenommen hat. Im Ergebnis ist
festzuhalten, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei im Zu-
sammenhang mit seinen Aktivitäten zugunsten der LTTE und der TNA vor
seiner Ausreise im Jahr 2008 und nach seiner Wiedereinreise nach Sri
Lanka im Jahr 2012 durch das CID in asylrelevanter Weise behelligt wor-
den, wobei das CID die Verantwortung für den Brand trage, bei dem sein
Geschäft und sein Haus zerstört worden ist, den Anforderungen an das
Glaubhaftmachen nicht standhalten.
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6.3
6.3.1 Das SEM stellte weiter fest, nachdem die geltend gemachten Vor-
bringen nicht glaubhaft seien, gelte es anhand sogenannter Risikofaktoren
zu prüfen, ob er im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka dennoch begründete
Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG
habe (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8,
9.1). So wiesen die sri-lankischen Behörden gegenüber Personen tamili-
scher Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zu-
rückkehrten, eine erhöhte Wachsamkeit auf. Der Beschwerdeführer habe
seinen Heimatstaat vor mehr als fünf Jahren verlassen. Seine Zugehörig-
keit zur tamilischen Ethnie und die Landesabwesenheit reichten jedoch ge-
mäss herrschender Praxis nicht aus, um von Verfolgungsmassnahmen bei
seiner Rückkehr auszugehen. Auch weitere Faktoren, welche eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermöchten, lägen nicht vor.
Abgesehen davon, dass es ihm nicht gelungen sei, glaubhaft zu machen,
dass er vor seiner Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen aus-
gesetzt gewesen sei, habe er von (...) 2012 bis (...) 2014 wiederum in
D._, also nach Kriegsende noch mehr als zwei Jahre, in seinem
Heimatstaat gelebt. Allfällige zum Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende
Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lan-
kischen Behörden auszulösen vermocht. Aufgrund der Aktenlage sei nicht
ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den
Fokus der Behörden und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte.
Dies gelte umso mehr, als seine gesamte Kernfamilie seit Jahren in der
Heimat lebe. Zudem habe er sich vor seiner Ausreise problemlos einen
neuen Reisepass ausstellen lassen und sei damit, gemäss seinen Anga-
ben, im Jahr 2014 legal aus Sri Lanka ausgereist. Schliesslich sei auch
während des am 16. Dezember 2018 beendeten Machtkampfs in Sri Lanka
keine Zunahme gezielter Verfolgungsmassnahmen zu verzeichnen gewe-
sen, weshalb in diesem Zusammenhang nicht von einer generell erhöhten
Gefährdung für sri-lankischen Staatsangehörige auszugehen sei. Somit
bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer
würde mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asyl-
relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein.
6.3.2 Dem wird in der Beschwerdeschrift entgegengehalten, Personen mit
dem Profil des Beschwerdeführers stellten nach Ansicht des Staates eine
Gefahr für den Einheitsstaat dar, da er sich am Wiederaufbau einer Unab-
hängigkeitsbewegung beteiligen beziehungsweise dies bereits vom Aus-
land aus getan haben könnte. Dabei wird auf die gleichzeitig eingereichten
Medienberichte insbesondere betreffend die Wahl vom 16. November
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2019 von Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten und die Festhaltung und
Bedrohung einer Angestellten der Schweizer Botschaft in Colombo Bezug
genommen.
6.3.3 Nachdem sich die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers als
unglaubhaft erwiesen haben, hat das SEM nach Prüfung der Risikofakto-
ren einen begründeten Anlass zur Annahme, er würde bei einer Rückkehr
mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevan-
ten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt werden, mit zutreffender Begrün-
dung verneint. Auch in Berücksichtigung der Ausführungen in der Be-
schwerde und der eingereichten Medienartikel ist nicht ersichtlich, weshalb
der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den
Fokus der Behörden gelangen sollte (vgl. E. 8.3.1 nachstehend).
6.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in
der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzuge-
hen, da sie an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu
ändern vermögen. Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch ab-
gelehnt.
7.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde zu
Recht angeordnet.
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 83 Abs. 1
AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
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wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
8.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder
des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-
stehen.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Be-
gründung ausgeführt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine
Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-
dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch
die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-
vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f.). Auch der Europäische Gerichts-
hof für Menschenrechte (EGMR) hat – wie vom SEM zutreffend erwähnt –
wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurück-
kehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung.
Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl.
Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013,
10466/11, Ziff. 37). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhalts-
punkte dafür, der Beschwerdeführer hätte bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürch-
ten, die über einen sogenannten „Backgroundcheck“ (Befragung und Über-
prüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden oder
dass er dadurch persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung
ist zulässig.
8.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
8.3.1 Die allgemeine Menschenrechtssituation und sicherheitspolitische
Lage in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug in die (...)provinz, aus
welcher der Beschwerdeführer stammt, zumutbar erscheinen, wenn das
Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz ei-
nes tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussich-
ten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden
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kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 13.4). Daran vermö-
gen auch die Anschläge am 22. April 2019 und der gleichentags von der
sri-lankischen Regierung verhängte Ausnahmezustand (Neue Zürcher Zei-
tung [NZZ] vom 22. April 2019, Colombo spricht von islamistischem Terror,
< https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/international/colombo-spricht-
von-islamistischem-terror/ar-BBWbdz3#page=1 >) nichts zu ändern (vgl.
Urteil des BVGer D-2361/2019 vom 2. Juli 2019 E. 9.3).
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, die Wahl vom 16. November
2019 von Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten und weitere Ereignisse
im Nachgang dazu stünden dem Vollzug der Wegweisung entgegen, ist
dazu Folgendes festzuhalten: Am 16. November 2019 wurde Gotabaya
Rajapaksa zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt (vgl. NZZ; In Sri
Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019;
https://www.theguardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-
candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am 5. März
2020). Gotabaya Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehema-
ligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht
war, Verteidigungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen ge-
gen Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben.
Zudem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und
Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigun-
gen (vgl. Human Rights Watch: World Report 2020 – Sri Lanka, 14.1.2020).
Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bruder Mahinda
zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa,
in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Raja-
paksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche
Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. https://www.ani-
news.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-brother-cha-
mal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state20191127174753/, abgerufen
am 4. März 2020). Beobachter und ethnische / religiöse Minderheiten be-
fürchten insbesondere mehr Repression und die vermehrte Überwachung
von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und
Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Personen (vgl.
Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste
bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste Gotabaya Rajapa-
ksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen an (vgl. NZZ, Sri
Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3.3.2020).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt
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diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand
durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu-
gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind
beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des
BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri Lanka: Families of
"Disappeard" Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt es zum heutigen
Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in Sri
Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr aus-
gesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein
persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschafts-
wahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. Ein solcher
ist vorliegend nach den vorstehenden Erwägungen zu verneinen.
8.3.2 Auch individuelle Gründe sprechen nicht gegen die Zumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs. Der Beschwerdeführer stammt aus D._
(Ostprovinz). Der Vollzug dorthin ist gemäss Rechtsprechung grundsätz-
lich zumutbar. Der Beschwerdeführer verfügt sodann an seinem Herkunfts-
ort mit seiner (...), seinem (...), seiner (...), einem (...) und (...) über ein trag-
fähiges familiäres Beziehungsnetz. Nach Tätigkeiten als (...) in Sri Lanka
und als Gastarbeiter in E._ war er vor seiner Ausreise als Ge-
schäftsmann aktiv. Er führte sein eigenes Geschäft und bestritt damit den
Lebensunterhalt seiner Familie. Unter diesen Umständen kann davon aus-
gegangen werden, dass er nach seiner Rückkehr in der Lage sein wird,
erneut eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Dabei kann er an-
fangs auf die Unterstützung seiner Familie zurückgreifen. Der Vollzug der
Wegweisung erweist sich somit auch in individueller Hinsicht als zumutbar.
8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu
auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
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Seite 18
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten (Art. 1–3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), wobei der am 3. Januar
2020 geleistete Kostenvorschuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu
verwenden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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