Decision ID: 740a8c85-2643-4f9e-8f0f-e16a38bef470
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
war
seit
März 2013
in einem
Teilzeitpensum
als Küchenhilfe im Alter
szentrum Y._
tätig (
Urk.
8/44/1-2
Ziff.
2.1
-2.2,
Urk.
8/1
Ziff.
5.4
)
,
als sie sich
erstmals
am 1
1.
Mai 2016 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
meldete
(
Urk.
8/1).
Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
, zog die Akten des Kranke
ntaggeldversicherers bei (
Urk.
8/5,
Urk.
8/31,
Urk.
8/43
)
und erteilte
der Versicherten
mit Mitteilung vom
6.
Oktober 2017 Kostengutsprache für orthopädische Serienschuhe (
Urk.
8/65).
Überdies
veranlasste sie eine
Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt
(Abklärungsbericht vom 1
1.
September 2017;
Urk.
8/66).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/69,
Urk.
8/71) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
März 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/74).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Unter Hinweis auf F
ussschmerzen rechts sowie eine
calcaneocuboidal
e
Arthrose meldete sich die Versicherte am 3
0.
Mai 2018 erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/80
Ziff.
6.1). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen
sowie ergangenem Vorbescheid (
Urk.
8/104)
trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
9.
November 2018
auf das Leistungsbegehren
nicht ein (
Urk.
8/111), wogegen
die Versicherte
am
4.
Dezember
2018 «Einsprache» erhob (
Urk.
8/113). Aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse ersuchte sie die IV-Stelle mit
Schreiben vom 1
4.
Dezember 2018
um Revision der Verfügung vom 2
9.
November 2018
(
Urk.
8/116)
, und reichte am
2
0.
Dezember 2018
einen
weiteren Arztbericht
zu den Akten
(
Urk.
8/118,
Urk.
8/
119
/2-4
).
Mit Verfügung vom 2
4.
Januar 2019 hob d
ie IV-Stelle die Verfügung vom 2
9.
November 2018
vor Ablauf der Beschwer
defrist wiedererwägungsweise auf (
Urk.
8/120)
und holte bei den behandelnden Ärzten weitere medizinische Berich
te ein (
Urk.
8/121-123,
Urk.
8/135,
Urk.
8/138
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/142-143) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9.
April 2021 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/148 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
0.
Mai 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom
9.
April 2021 (
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben
und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung
auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen berufliche
r Art sowie eine Invali
denrente
zuzusprechen. Des Weiteren sei ein gerichtliches
bidisziplinäres
Gutach
ten in den Fachdisziplinen Psychiatrie inklusive neuropsychologischer Abklärung sowie Orthopädie anzuordnen. Eventuell sei die Angelegenheit an die Beschwer
deführerin zurückzuweisen, damit sie ein entsprechendes Gutachten einhole (
Urk.
1 S. 2 I.
Ziff.
1-
2
, II.
Ziff.
1-2).
Die
Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwe
rdeantwort vom 3
0.
August 2021 die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei (
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 1
4.
September 2021
wurden antra
gsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2 I.
Ziff.
3, II.
Ziff.
3
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt
und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9).
Die Beschwerdeführerin reichte
am
8.
November 2021 (
Urk.
13) einen weiteren medizinischen Bericht zu den Akten (
Urk.
14)
und
hielt mit Replik vom
1
9.
November 2020
an den gestellten Rechtsbegehren fest
(
Urk.
15). Mit Eingabe vom 2
9.
November 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
17), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
2.
Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
Am
3
1.
Januar 2022 (
Urk.
20)
reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren
Arztbericht
ein (
Urk.
21), welcher der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
1.
Februar 202
2
zur Kennt
nisnahme zugestellt wurde (
Urk.
23).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vorausset
zungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine a
nspruchsbegründende Invalidität
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon,
ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der angef
ochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus
,
dass die Beschwerdeführerin
nunmehr
in leidensangepassten Tätigkeiten zu 60
%
arbeitsfähig
sei
. Geeignet seien körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeite
n, überwiegend im Sitzen, ohne Knien, Hocken, Kauern oder K
riechen. Auch seien Tätigkeiten mit häufigem Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Boden und vor allem Arbeiten auf Leitern und Gerüsten ungeeignet. Aus dem Einkommens
vergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 35
%
, weshalb
kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
. Im Zusammenhang mit der dritten Fussoperation am 1
2.
September 2019
sei die Beschwerdeführerin für
höchstens drei Monate
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
.
Danach habe
in einer leidensangepassten Tätig
keit wieder eine 60%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Eine längerdauernde Verschlechterung des Gesundheitszustands ergebe sich dadurch nicht (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
August 2021 (
Urk.
7)
hielt die Beschwerde
gegnerin fest
,
es sei
auf das Begehren um berufliche Massnahmen nicht ei
nzu
treten
, da die beschwerdeweisen Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin hinsichtlich beruflicher Massnahmen in der angefochtenen Verfügung nicht gegenständlich gewesen seien
(S. 1). Die von der Beschwerdeführerin im Rahmen der erneuten Anmeldung vom 3
0.
Mai 2018 eingereichten medizinischen Berichte hätten nicht die geringsten Hinweise für das Vorliegen einer psychischen Erkran
kung ergeben. Erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren trage sie als Novum
vor, dass sie in psychiatrischer Behandlung stehe. Daher werde die Rüge der unterlassenen Sachverhaltsabklärung zurückgewiesen. Hinsichtlich des somati
schen Gesundheitszustands werde an der ausführlichen versicherungsmedi
zinischen Beur
teilung durch RAD-Arzt
Dr.
Z._
,
welche auf der vollständigen medizinischen Aktenlage fusse
, festgehalten. Mangels anderweitiger Anhalts
punkte
für Diagnosen mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit werde in antizipierter Beweiswürdigung von medizinischen Weiterungen abgesehen (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1), dass es die Beschwerdegegnerin offensichtlich unterlassen habe, ihren Gesundheits
zustand
rechtsgenüglich
abzuklären. Insbesondere sei weder der Operations- noch der Austrittsbericht der zuletzt durchgeführten Operation vom 1
2.
September 2019 eingeholt worden. Auch nach der Operation
leide sie an
enorme
n
Schmer
zen, inklusive einschiessende
n Schmerzen a
m Fuss beziehungsweise
am Bein (S. 9
Ziff.
37).
Obwohl
die bestehende depressive Erkrankung (rezidivierende depres
sive Störung) sowie
die kognitiven Einschränkungen dokumentiert seien, habe es die Beschwerdegegnerin a
nlässlich der aktuellen Untersuchungsmassnahmen
gänzlich unterlassen, ihren
psychischen Gesundheitszustand zu untersuchen. Offensichtlich sei jedoch auch der psychische Gesundheitszustand untersu
chu
ngsbedürftig (S. 10
Ziff.
38).
Aufgrund der diversen gesundheitlichen Einschränkungen sei es ihr
offensichtlich
nicht mehr zumutbar, sich selbst in einen anderen Beruf einzugliedern, weshalb sie Anspruch auf eine ganze Rente habe (S. 11
Ziff.
44).
Die
Verweigerung von Integrationsmassnahmen zur Vorbe
reitung auf die berufliche Eingliederung sowie auf Massnahmen beruflicher Art
stelle sodann
eine Verletzung
von
Art.
6 der Europäischen Menschenrechts
konvention (EMRK)
dar (S. 11 f.
Ziff.
45-47).
Mit Replik vom 1
9.
November 2021 (
Urk.
15)
führte die Beschwerdeführerin aus
, da
ss die Beschwerdegegnerin auf ihre Neuanmeldung eingetreten sei und daher umfassend abklärungspflichtig werde
(S. 2
Ziff.
53).
So habe die Beschwerde
gegnerin bei
der
Psychiatriespitex
nie ein
en
Bericht eingeholt. Sie habe das Recht, dass ihre mannigfachen medizinischen Einschränkungen umfassend medizinisch abgeklärt würden, zumal man ihr die mehrfach beantragten Integrationsmass
nahmen - entgegen des Grundsatzes Eingliederung vor Rente - bisher stets versagt habe. Neben den orthopädischen seien auch die psychischen sowie die neurologischen/neuropsychologischen Einschränkungen aufgrund der bekannten kognitiven Beeinträchtigungen abzuklären (S. 2
Ziff.
55-56).
2.3
Streitig ist, ob
seit Erlass der Verfügung vom
8.
März 2018 (
Urk.
8/74
) eine Änderung des Invaliditätsgrades beziehungsweise des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin eingetreten ist
,
und es ist zu prüfen
,
ob der Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt worden ist
und wie es sich mit dem Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verhält.
Dabei steht fest, dass die Beschwerdegegnerin auf die erneute Anmeldung der
Beschwerdeführerin vom 3
0.
Mai 2018
(
Urk.
8/80
) materiell eingetreten ist (vgl.
Urk.
8/120,
Urk.
8/141 S. 2 oben
; vgl. vorstehend E
. 1.3
).
3.
3.1
Die
erste
materielle Beurteilung des Gesundheitszustandes
der Beschwerde
führerin
fand mit Verfügung vom
8.
März 2018
, mit welcher ein
Rente
nanspruch verneint wurde (
Urk.
8/74
), ihren Abschluss.
Dieser
Verfügung lagen im Wesent
lichen die nachfolgenden medizinischen Berichte zugrunde:
3.2
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete
am 2
9.
Dezember 2016 über die psychiatrische Begutachtung
der Beschwerdeführerin
vom 2
2.
August 2016 (
Urk.
8/32
/1-9
) und diagnostizierte eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7) mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 8
Ziff.
4.1).
Anlässlich der Untersuchung seien bei der
Beschwerde
führerin
leichte kognitive Störungen mit Zeitgitterstörungen, einem sehr umständlichen Verhalten sowie Merkfähigkeitsstörungen aufgefallen. In den letz
ten Jahren habe
die
Beschwerdeführerin
nur noch einfache Tätigkeiten, welche eher in einem beschützten Rahmen zu sehen seien, erledigen können und sei hier ganz schnell an ihre Grenzen geraten. Sie sei jedoch motiviert
,
wieder im beruf
lichen Rahmen Fuss zu fassen. Um die Fähigkeiten der
Beschwerdeführerin
abklären zu können,
s
ei eine Potenzialabklärung
sowie eine
Standortbestimmung extrem wichtig. Anschliessend
müsse geprüft werden
, ob eine Wiedereingliede
rungsmassnahme sinnvoll sei (S. 9
Ziff.
5).
Mit Bericht vom 1
0.
März 2017 (
Urk.
8/40/1-5) diagnostizierte med.
pract
.
A._
eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7) sowie eine rezidivie
rende depressive Störung (ICD-10 F33.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1). Er führte
aus, dass sowohl die Auffassung und
Konzentration
als auch die
Merkfähigkeit der Patientin reduziert seien (S. 4
Ziff.
1.7).
Erneut wies er auf die Relevanz einer Potenzialabklärung sowie einer Standortbestimmung hin, um die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin abklären zu können und Wiedereingliederungsmassnahmen zu prüfen (S. 2
Ziff.
1.5).
3.3
PD
Dr.
med. B._
, Facharzt
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, stellte mit Bericht vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
8/43/2-3) die folgenden Diagnosen (S.
1
Ziff.
3):
-
Beschwerden am OSG
(
Oberen Sprunggelenk
)
rechts
-
Status nach OSME
(
Osteosynthese
materialentfernung
)
calcaneocuboidal
rechts vom 2
2.
Dezember 2016, bei
-
Status nach
calcaneocuboidaler
Arthrodese
am 2
3.
Mai 2016
Anlässlich der Untersuchung habe die
Patientin über Schmerzen im Bereich des re
chten oberen Sprunggelenks geklagt
. Die Schmerzen würden bis zur Kniekehle hochtreten und vor allem beim Stehen auftreten (S. 1
Ziff.
1).
Es sei grundsätzlich mit einer Verbesserung zu rechnen. Die Arbeitsfähigkeit sei aktuell noch schwie
rig zu beziffern. Die Patientin leide nicht nur an den Fussproblemen, sondern auch an anderweitigen Schwierigkeiten. Auch aus diesem Grund müsse allenfalls eine Umschulung bedacht werden. Sie sei sicherlich für die meisten Arbeiten im Sitzen eingeschränkt (S. 1
Ziff.
5-7).
3.4
Dr.
med. C._
, Facharzt für Chirurgie und für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher D
ienst (RAD), nahm am 3
0.
Juni 2017 Stellung zum medizinischen
Sachverhalt (
Urk.
8/68 S. 5-6)
und nannte die folgenden Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben):
-
Einschränkung der Fussfunktion rechts bei Status nach
calcaneocuboi
daler
Arthrodese
rechter Fuss (Operation vom 2
3.
Mai 2016) bei
calcane
ocuboidaler
Arthrose rechter Fuss bei Status nach Fraktur des
os
cuboi
deum
rechts (Unfall vom 1
1.
November 2004) und Status nach Metallentfernung (Operation vom 2
2.
Dezember 2016)
-
leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7)
In der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe sei die Versicherte seit 1
4.
November 2015
und auf Dauer
zu 100
%
arbeitsunfähig
. Vom 2
3.
bis 2
6.
Mai 2016 sei
s
ie am rechten Fuss operiert und stationär behandelt worden. Anschliessend habe die postoperative Nachbehandlungsphase acht Wochen gedauert. In dieser Zeit sei sie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Ansonsten bestehe jedoch seit 1
5.
Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil (S. 5 unten).
3.5
Gestützt auf diese Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom
8.
März 2018 (
Urk.
8/74)
davon aus,
dass
die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden einem 100%-Pen
sum nachgehen würde (vgl.
Urk.
8/66
) und
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe
s
eit 1
4.
N
ovember 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig
sei. E
ine angepasste Tätigkeit sei ihr hingegen zu 100
%
zumutbar (S. 1). Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
ein Invaliditätsgrad von 8
%
, weshalb
kein Anspruch auf eine Rente bestehe
(S. 2).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus den nachfolgend
en medizini
schen Berichten
:
4.2
PD
Dr.
B._
berichtete im Austrittsbericht vom
5.
Juni 2018 über die
Hospi
talisation
der Patientin vom 2
0.
bis 2
9.
April 2018 in der Klinik
D._
(
Urk.
8/84/3-4)
und nannte die folgende Diagnose (S. 1):
-
symptomatische
calcaneocuboidale
Pseudoarthrose rechts, bei
-
Status nach OSME
c
alcan
e
ocuboidal
rechts vom 2
2.
Dezember 2016, bei
-
c
alcaneocuboidaler
Arthrodese
am 2
3.
Mai 2016
Er hielt fest, dass eine symptomatische Pseudoarthrose des
calcaneocuboidalen
Gelenks rechts bestehe, die nic
ht mehr tolerabel sei. Bei hohem
Leidensdruck
sei
daher die Indikation zur operativen Revision der Pseudoarthrose
calcaneocuboi
dal
rechts gestellt
worden
. Postoperativ zeige sich ein problemloser Verlauf bei schmerzkompensierter Gesamtsituation (S. 1).
4.3
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 3
0.
Juli 2018 über die
Sprechstunde
vom 2
5.
Juli 2018 (
Urk.
8/90/1-2) und nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
schwere Polyneuropathie
-
Verdacht auf venöse Insuffizienz
-
Status nach Revision der Pseudoarthrose
calcaneocuboidal
rechts mit Eingabe von
Grafton
(Knochenersatzmaterial) am 2
0.
April 2018, bei:
-
symptomatischer
calcaneocuboidaler
Pseudoarthrose rechts, bei:
-
Status nach OSME
calcaneocuboidal
rechts vom 2
2.
Dezember 2016, bei:
-
Status nach
calcaneo
cuboidaler
Arthrodese
am 2
3.
Mai 2016
Anlässlich der Sprechstunde
habe
die Patientin von zunehmenden Schmerzen und einem Stechen im lateralen OSG rechts nach der Operation vom A
pril 2018 berichtet (S. 1). Bei der Patientin bestehe eine hochgradige Polyneuropathie. Es seien weder motorische noch sensible Neurografien rechts wie links an den Beinen ableitbar. Zudem würden sich deutli
che Beinödeme beidseits zeigen
(S. 2).
4.4
Dr.
med. F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, stellte mit Bericht vom 1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
8/119/2-4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
schmerzhaftes USG (unteres Sprunggelenk) rechts, bei
-
Status nach zweimaliger
calcaneocuboidaler
Arthrodese
rechts
-
anterolaterale
Fusswurzelschmerzen unter Belastung auftretend unklarer Genese
-
Status nach
calcaneocuboidaler
Arthrodese
, Pseudoarthrose,
Re-Arth
rodese
Radiologisch sei der
Durchbau
calcane
o
cub
oidal
nach wie vor nicht sicher. Die
Revision sei vor fünf Monaten erfolgt, insgesamt erscheine sich aber die Schmerzsymptomatik der Patientin eher auf das USG zu konzentrieren. Klinisch bestehe der Verdacht auf eine Affektion im unteren Sprunggelenk
. Die opera
tive Versorgung mit der
calcane
ocuboidalen
Arthrodese
habe primär keine Änderung der vorbestehenden Schmerzen gebracht, auch die
Rearthrodese
zeige keine Anzeichen eines Durchbaus
,
und habe an den primären Schmerzen nichts geändert (S. 3).
Mit Bericht vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
8
/
122/4-7) führte
Dr.
F._
aus, dass
sich
unverändert die Symptomatik mit den plötzlich immer wieder auftretenden stechenden Schmerzen im
unteren Sprunggelenk finde. D
aneben
bestünden etwas vermehrte
Schmerzen im Bereich der
calcaneocuboidalen
Arthrodese
mit wei
ter
hin nur mässiger Stabilität
(S. 3 unten).
Nach zweimaliger Infiltration des USG rechts seien die starken Schmerzen verschwunden.
Die
Ursache für die stechenden Schmerzen unter Bewegung des Fusses könne
daher
im unteren Sprunggelenk lokalisiert werden. Als Begleitproblematik bestehe der Zustand nach zweimaliger
calcaneocuboidaler
Arthrodese
. Die CT-Untersuchung vor drei Monaten (vgl.
Urk.
8/112/
1
=
Urk.
8/122/9
) habe noch keinen
Durchbau
der
A
r
throdese
gezeigt. Ein Jahr postoperativ sei das CT mit der Frage
,
ob doch noch ein
Durchbau
statt
finde oder die Pseudoarthrose fortbesteh
e,
zu wiederholen
. Damit stehe die weitere Behandlung der USG-Problematik an (S. 4).
4.5
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Neurologie,
Oberärztin der Klinik H._
,
berichtete am 1
1.
Mai 2020 über die neurologische Sprechstunde vom
8.
Mai 2020 (
Urk.
8/135/9-11), und nannte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Klinisch und elektrophysiologisch kein Hinweis für eine fokale Neuro
pathie des
Nervus
suralis
rechts bei bestehender schwerer, wahrscheinlich primär
axonaler
, sensomotorischer, symmetrischer, längenabhängiger Polyneuropathie der Beine, offener Ätiologie
-
Status nach zweimaliger
calcaneocuboidaler
Arthrodese
rechts vom 2
7.
April 2018 und 2
3.
Mai 2016 bei Status nach Fra
ktur des Os
cuboi
deum
rechts am 1
1.
November 2004
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
, Re-
Arthrodese
mit Integra
tion von
autologer
calcaneärer
Spongiosa
calcaneocuboidal
rechts am 1
2.
September 2019
-
Verdacht auf
Weichteilimpingement
betont
retromalleolär
lateral rechts
Nebendiagnosen:
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas
-
Nikotin
Elek
trophysiologisch habe sich eine symmetrische, längenabhängige, wahr
scheinlich primär
axonale
schwere sensomotorische P
olyneuropathie gezeigt, welche gemäss Patientin bereits in der Jugend festgestellt worden sei.
In den Neurographien des
Nervus
suralis
beidseitig hätten sich keine reproduzierbaren Potentiale gezeigt, sodass eine fokale Neuropathie hier nicht herausgearbeitet werden könne (S. 2 unten).
Mit Bericht vom
7.
Juli 2020 (
Urk.
8/135
/15-16
) führte
Dr.
G._
aus, dass im aktuellen Labor keine Ursache für eine Polyneuropathie
gefunden werden könne
. Es bestehe, wie bereits beschrieben, eine schwere
axonale
sensomotorische Poly
neuropathie der Beine (S. 2).
4.6
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, RAD, nahm am 1
9.
Oktober 2020 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
8/141 S. 5-6) und stellte
die folgenden
Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S
. 6
):
-
persistierende belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des
Malleolus
lateralis
rechts, mit/bei
-
klinisch und elektrophysiologisch ohne Hinweis für eine fokale Neuro
pathie des
Nervus
suralis
-
Zustand nach OSME und Re-
Arthrodese
calcaneocuboidal
am 1
2.
Sep
tember 2019 mit Integration von
autologer
Spongiosa, bei
-
Zustand nach
calcaneocuboidaler
Arthrodese
am 2
3.
Mai 2016 und Re-
Arthrodese
am 2
7.
April 2018 wegen aufgetretener Pseu
doarthrose
-
Verdacht auf
Weichteilimpingement
betont
retromalleolär
lateral
-
schwere, wahrscheinlich primär
axonale
, sensomotorische, symmetrische Polyneuropathie der Beine unklarer Ätiologie
Der erstgenannte Gesundheitsschaden sei schon zum Zeitpunkt der letztmass
geblichen RAD-Stellungnahme vom 3
0.
Juni 2017 (vgl. vorstehend E.
3.4
) bekannt gewesen, allerdings seien danach erneut zwei grosse, operative Eingriffe am rechten Fuss erforderlich gewesen (am 2
7.
April 2018 und am 1
2.
September 2019). Demgegenüber sei die zweitgenannte Diagnose nur einmal in einem Austrittsbericht der chirurgisc
hen Klinik des Spitals I._
vom 2
4.
Mai 2016 (vgl.
Urk.
8/23/6-7
) am Rande erwähnt worden
, allerdings noch ohne nähere Spezifizierung. Inzwischen seien diese Gesundheitsschäden offenbar weitgehend
stabil, wobei sich der Gesundheitszustand insgesamt aus versicherungsmedizi
nisch-orthopädischer Sicht seit dem Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme
leicht
verschlechtert habe
(S. 6)
.
Die aktuellen Berichte enthielten keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit (S. 5 unten).
Unbestrittenermassen bestehe für die bisherige Tätigkeit als Küchenhilfe seit November 2015 keine Arbeitsfähigkeit mehr. Aufgrund der Notwendigkeit zweier Operationen des Fusses und des Nachweises eines weiteren Gesundheitsschadens im Bereich der unteren Extremitäten sei nun aber medizintheoretisch überwie
gend wahrscheinlich davon auszugehen, dass retrospektiv selbst für eine optimal angepasste Tätigkeit auch in den Phasen zwischen den drei Operationen nur eine deutlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von maximal 60
%
und nach den operativen Eingriffen jeweils eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für zirka drei Monate während der postoperativen Rekonvaleszenz bestanden habe. Zuletzt sei nun medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlic
h ab Januar 2020 wieder eine 60
%ige Arbeitsfähigkeit
unter strikter Beachtung des Belastungsprofils gegeben. Dieses beinhalte körperlich leichte Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen, ohne Knien, Hocken, Kauern oder Kriechen, ohne häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Boden, ohne erhöhte Anforderungen an die Stand- und Gangsicher
heit, das heisse vor allem ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten (S. 6).
4.7
Im Rahmen
des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin insbeson
dere den Sprechstundenbericht von
Dr.
med. J._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, vom
1.
Dezember 2021 zu den Akten (
Urk.
21).
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die
Gesetzmässigkeit
der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der Einsprache
entscheide in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
verfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streit
gegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung beziehungsweise des Einspracheentscheides zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind für den genannten Bericht erfüllt, weshalb er im vorliegenden Verfahren Berücksichtigung findet.
Dr.
J._
stellte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches Schmerzsyndrom
am
Rückfuss
und Unterschenkel rechts
-
Pseudoarthrose CC-Gelenk rechts, bei/nach
-
dreimaligem
Arthrodesenversuch
calcaneocuboidal
im September 2021, April 2018 und Mai 2016
-
Fraktur des Os
cuboideum
am 1
1.
November 2004
-
schwere, wahrscheinlich primär
axonale
, sensomotorische, symmetrische, lageunabhängige Polyneuropathie beider B
eine unklarer Ä
tiologie
-
unter
Pregabalin
-
depressive Entwicklung
-
unter
Temesta
, Citalopram
-
Adipositas
-
arterielle Hypertonie
-
Nikotinabusus, 5-10 Zigaretten pro Tag
-
mittelschwere Niereninsuffizienz, Erstdiagnose im November 2015
-
Vitamin-D-Mangel
Da die Infiltration im Bereich des CC Gelenkes am 2
2.
November 2021 keinerlei Schmerzverbesserung erbracht habe, bleibe fraglich, ob eine erneute Revisi
onsoperation der nachgewiesenen Pseudoarthrose wirklich zu einer nennens
werten Beschwerdeverbesserung führen würde. Aller Wahrscheinlichkeit nach seien die Hauptbeschwerden der bekannten P
olyneuropathie zuzuordnen. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von 100
%
für den Monat Dezember werde heute zugesendet (S. 1 f.).
5.
5.1
Aus
den
im
Zeitpunkt
der erstmaligen Prüfung des Leistungsanspruchs aktenkun
digen medizinischen Berichte
n
geht hervor
, dass
die
B
eschwerdeführerin
bereits damals
unter Beschwerden am rechten F
uss litt, weshalb sie
am
2
2.
Dezember 2016
erstmals
operiert werden musste
(vgl. vorstehend E. 3.3
)
.
Aufgrund der eingeschränkten Fussfunktion
attestierte
ihr
RAD-Arzt
Dr.
C._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der bishe
rigen Tätigkeit als Küchenhilfe
. In einer dem Leiden angepassten
Tätigkeit
erachtete e
r
die Beschwerdeführerin
indes
als zu 100
%
arbeitsfähig
(vorstehend E. 3.4
).
In der Folge
m
usste
der
rechte Fuss
der Beschwerdeführerin
a
ufgrund der Pseu
doarthrose des
calcaneocuboidalen
Gelenks
zwei weitere Male,
am 2
7.
April 2018
und
am 1
2.
September 2019
,
operativ versorgt werden.
Überdies
geht aus den medizinischen Akten
neu eine schwere, wahrscheinlich primär
axonale
, senso
motorische, symmetrische Polyneuropathie der Beine unklarer Ätiologie als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
hervor
(vgl. vorstehend E. 4.3, E. 4.5-4.7
). Aufgrund
der Notwendig
keit zweier weiterer Fussoperationen
sowie des
hinzugetretenen neurologischen Leidens
hat sich der
massgebliche
Sach
ver
halt seit der letztmaligen mate
riellen Prüfung des Anspruchs der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom
8.
März 2018
(
Urk.
8/74
; vgl. vorstehend E. 3), mit wel
cher ein Anspruch auf eine Inva
lidenrente verneint wurde,
somit
ausgewiese
nermassen
und unstrittig (
Urk.
2 S. 2)
geändert (vgl. vorstehend E. 1.3-1.4
).
Zu prüfen bleibt
insbesondere
, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruc
hsrelevante Invalidität zu beja
hen, und ob hierfür der Sachverhal
t
rechtsgenüglich
abgeklärt ist.
5.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikati
onen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 2
3.
April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
5.3
RAD-Arzt
Dr.
Z._
gelangte
gestützt auf die medizinische Aktenlage
zum Schluss,
dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Küchenhilfe seit November 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Aufgrund der Notwendigkeit zweier weiterer Operationen des Fusses sowie des Nachweises eines weiteren Gesundheitsschadens im Bereich der unteren Extremitäten
(Polyneuropathie)
erachtete er die Beschwerdeführerin in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit - abgesehen von der 100%igen Arbeitsunfähigkeit für jeweils zirka drei Monate während der postoperativen
Rek
onvaleszenz - als zu 60
%
arbeitsfähig.
In seiner Stellungnahme
nahm er
indes
weder Bezug auf die objektiven Befunde noch setzte er sich vertieft mit den Auswirkungen der gesundheitlichen Einschrän
kungen
auseinander. Er legte somit
nicht substantiiert dar, inwiefern der vorhan
dene Gesundheitsschaden das funktionelle Leistungsvermögen
der Beschwerde
führerin
in einer angepassten Tätigkeit
im Umfang
der
attestierten Leistungs
minderung von 40
%
zu schmälern vermag.
Seine Beurteilung
beruht
e
sodann insbesondere auf der von den behandelnden Neurologinnen diagnostizierten
schwere
n
, wahrscheinlich primär
axonal
en
, sensomotorische
n
, symmetrische
n
Polyneuropathie unklarer Ätiologie
, welcher er
- neben den persistierenden, belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich des
Malleolus
lateralis
rechts - Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass
.
Bei einer
Polyneuropathie
handelt es sich um eine
systemisch bedingte Schädigun
g
mehrerer peripherer Nerven
, deren Diagnostik und Abklärung in das Fachgebiet der Neurologie fällt.
RAD-Arzt
Dr.
Z._
verfügt als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
indes
nicht über die notwendige fachliche Qualifikation, um den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch hinsichtlich der neurologischen Einschränkungen abschliessend beurteilen zu
können (vgl. vorstehend E. 5.2
), weshalb auf
seine
Stellungnahme nicht abgestellt werden kann.
Damit
vermag die Aktenbeurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
Z._
, auf welcher der abweisende Leistungsentscheid der Beschwerdegegnerin massgeblich beruhte, die an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage gestellte
n Anforde
rungen (vorstehend E. 1.6
) nicht zu erfüllen. Sie erlaubt somit keine rechtsver
bindliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, weshalb sich ergänzende Abklärungen in
orthopädischer, neurologischer
sowie - aufgrund der aktenkundigen internistischen B
eschwerden (vgl. vorstehend E. 4.5, E. 4.7
) - auch in allgemeinmedizinischer Hinsicht als notwendi
g erweisen (vgl. vorstehend E. 5.2
).
5.4
Aus den Akten ergeben sich sodann
Hinweise auf
psychische beziehungsweise neuropsychologische Einschränkungen
, welche einer näheren Abklärung bedür
fen.
Bereits
im Rahmen der Erstanmeldung diagnostizierte
Dr.
A._
mit Berichten vom
2
9.
Dezember 2016 und 1
0.
März 2017 (vorstehend E. 3.2
) eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7) sowie eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Aus der aktu
ellen Aktenlage ergibt sich, dass
die Beschwerdeführerin
seit 3
1.
August 2018 von der ps
ychosozialen Spitex betreut
wird
(
Urk.
8/106), wobei
die ärztliche Bedarfsmeldung sowie
nähere Angaben über den konkreten Pflegebedarf nicht aktenkundig sind
.
Über die Hintergründe der
Psychiatriespitexbetreuung
ist somit nur sehr wenig bekannt, ein allfälliger Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung ist indes nicht von vornherein auszuschliessen, zumal sich die Beschwerde
führerin gemäss Beschwerde vom 1
0.
Mai 2021
aktuell
b
ei
dipl.
med. K._
in psychiatrischer Behandlung
befindet
(
Urk.
1 S. 8
Ziff.
32)
.
Des Weiteren
hielt
Dr.
J._
in dem im
Rahmen des Beschwerdeverfah
rens eingereichten Bericht vom
1.
Dezember 2021
(vorstehen
d E. 4.7
)
fest, dass die Beschwerdeführerin an einer
depressive
n
Entwicklun
g leide
, welche medikamen
tös (unter
Temesta
und Citalopram)
behandelt werde.
Mit der aktenkundigen kognitiven und rezidivi
erenden depressiven Störung, des Betreuungsbedarfs durch die
Psychiatriespitex
seit August 2018
sowie
der aktu
ellen psychiatrischen und medikamentösen Behandlung bestehen konkrete Anhaltspunkte für bereits vor Verfügungserlass vorhandene, im invalidenver
sicherungsrechtlichen Sinne
möglicherweise
relevante und
daher
näher abzuklä
r
ende psychische beziehungsweise
neuropsychologische Beeinträchtigungen, welche
allenfalls
die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen vermögen
. Somit erweist sich auch der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als abklärungsbedürftig.
5.5
Auch gestützt auf die weiteren aktenkundigen Berichte, aus welchen im Übrigen nur vereinzelt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
hervorgeht (vgl.
Urk.
8/
121
), lassen sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend beurteilen.
Zusammenfasse
nd ist somit festzuhalten, dass
d
ie
vor
handenen medizinischen Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
erlauben
, weshalb die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen hinsichtlich des somatischen und psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin vorzunehmen hat.
Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid
.
5.6
Hinsichtlich eines allfälligen Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen ist schliesslich das Folgende festzuhalten
: Invalidität liegt nur vor, wenn nach zumutbarer Eingliederung ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglich
keiten verbleibt (
Art.
8
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
7
Abs.
1 ATSG sowie
Art.
16 ATSG). Damit wird der Grundsatz «Eingliederung vor Rente» statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliederungsfähig ist. Eine Invalidenrente soll also erst und nur dann zugesprochen werden, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (Urteil des Bundes
gerichts 8C_187/2015 vom 2
0.
Mai 2015 E. 3.2.1, vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rz
1 zu
Art.
1a und
Rz
7 zu
Art.
28). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf über
einen Rentenanspruch unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen dann entschieden werden, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Eingliederung verneint werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2018 vom 1
5.
Februar 2019 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat bis anhin keinen Anspruch auf Eingliederungsmass
nahmen geprüft, womit vorliegend dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente» noch nicht Genüge getan wurde. Auch in Bezug auf mögliche Eingliederungs
massnahmen
ist
daher eine weitere Prüfung des Leistungsanspruchs
der Beschwerdeführerin
erforderlich
. Dabei wird
die Beschwerdegegnerin
insbeson
dere
auch
die zeitliche Angemessenheit in Bezug auf einen allfälligen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bei der relativ nah am Erreichen des AHV-Alters stehenden Beschwerdeführerin zu beurteilen haben.
5.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der –
anschliessend
reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzu
weisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. Septem
ber 2020 E. 2.1)
.
5.8
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den entscheid
relevanten Sachverhalt
nicht hinreichend abgeklärt hat
, weshalb ein abschlies
sender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich ist.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) ist
folglich
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit si
e ein den praxisgemässen Anfor
derungen entsprechendes polydisziplinäres Gutachten
in
den Dis
ziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychi
atrie
(inklusive Neuropsychologie)
einhole
und
-
nach Prüfung und gegebenen
falls Durchführung geeigneter Einglieder
ungsmassnahmen
-
über den Leistungs
anspruch der B
eschwerdeführerin neu verfüge
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Mit Honorarnote
vom 3
1.
J
anuar 2022
machte
der unentgeltliche Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin, Rechtsanw
alt
Thomas Wyss
,
einen Aufwand von insge
samt 16
:40
Stunden sowie eine Auslagenpauschale von 3
%
(zuzüglich Mehr
wertsteuer
)
geltend (
Urk.
2
2
),
was
beim veranschlagten Stundenansatz von
Fr.
250.--
einer Entschädigung von insgesamt
Fr.
4'621.95 entspricht. Dies ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
, wobei namentlich
der geltend gemachte A
ufwand
von knapp 9 Stunden
für das
Studium der IV-Akten sowie der Schreiben des Sozialversicherungsgerichts
über
höht erscheint
.
Insbesondere f
ür
die
ergänzenden Abklärungen
bei Prof. L._
und
Dr.
M._
ergeben sich aus den Akten sodann keine Anhaltspunkte
.
Ange
sichts d
er zu studierenden Aktenstücke
,
des gerechtfertigten Aufwands für das Verfassen der
Rechtsschriften,
der weiteren
Aufwendungen
wie beispielsweise Korrespondenzen,
Abklärungen und Eingaben an das Gericht
sowie
der in ähnli
chen Fällen zugesprochenen Beträge
erweist sich
vorliegend
ein zu entschädigen
der Gesamtaufwand
von 11 Stunden als angemessen. Bei Anwendung des
gerichtsüblichen
Stundenansatzes von
Fr.
220.--
und einer Spesenp
auschale von 3
%
(zuzüglich Mehrwertsteuer
)
ist die
Entschädigung von Rechtsanwalt Thomas Wyss
auf
Fr.
2'
700
.
--
festzusetzen
und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.