Decision ID: 21bafd42-4d15-4754-830a-49425cea617d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963,
hat im Kosovo eine Ausbildung zum Verkäufer absolviert und war in der Schweiz
zuletzt von März 2010 bis Dezember 2012 bei der
Y._
AG, Dietikon, als Hilfsarbeiter im Gerüstbau angestellt (Urk. 7/24/4, 7/58/1 f. und 7/58/4). Am 2
7.
November 2013 rutschte er beim Duschen aus und zog sich dabei eine
zentrale Läsion des
scapho-lunären
Liga
mentes an der rechten Hand zu
(
Urk.
7/29/108, 7/29/116). Diese wurde am 1
6.
Ja
nuar,
6.
Februar und
3.
April 2014 operativ versorgt (
Urk.
7/29/78, 7/29/
86 und 7/29/91).
Am 2
1.
Oktober 2014 wurde zudem eine
Handgelenksarthrodese
durch
geführt (
Urk.
7/29/15). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
7/29/114 f
.
).
Am 1
8.
November 2014 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/16).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte zunächst die Akten der Suva ein (
Urk.
7/29) und führte mit dem Versicherten ein Standortgespräch (
Urk.
7/30). Am 3
0.
April 2015 teilte sie ihm schriftlich mit,
dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
7/36). Am 2
0.
Oktober 2015 unterzog sich der Versicherte erneut einem operativen Eingriff (Urk. 7/41/184 f.). Nach Eingang weiterer Akten der Suva (
Urk.
7/41, 7/50)
und einem Gesuch des Versicherten um Gewährung beruflicher Massnahmen (Urk. 7/51)
erteilte die IV-Stelle am 2
6.
Juni 2017 Kostengutsprache für Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/60).
Diese wurde mit Mitteilung vom 1
2.
April 2018 abgeschlossen (
Urk.
7/83), n
achdem der Versicherte
eine Zusage für
eine Festanstellung in einem Teilzeitpensum
erhalten hatte (
Urk.
7/80).
Nach Eingang von Berichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/87, 7/90/5) veran
lasste die IV-Stelle eine chirurgisch-orthopädisch-handchirurgische Untersu
chung durch Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, sowie
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Untersuchungs
bericht vom 2
0.
Juli 2018,
Urk.
7/92).
In der Folge stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom
2.
August 2018 in Aussicht, ihm für den befristeten Zeit
raum vom
1.
Mai 2015 bis 3
0.
Juni 2016 eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung zuzusprechen (
Urk.
7/95).
Nachdem dieser dagegen Einwand erhoben (
Urk.
7/102, 7/106)
und sich der RAD nochmals zur Sache geäussert hatte (
Urk.
7/110/3 f.), verfügte die IV-Stelle am 1
4.
Januar 2019 im angekündigten Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
7/
112 und 7/
119).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Februar 2019 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm spätestens ab dem
1.
Mai 2015 bis mindestens 3
0.
April 2017 eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
März 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
1.
März 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversi
cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versi
cherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Ok
tober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Januar 2019 erwog die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst, dass
der Beschwerdeführer seit November 2013 in seiner angestammten Tätigkeit als Gerüstbauer nicht mehr arbeitsfähig sei.
Das Wartejahr sei folglich im November 2014 erfüllt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer auch in jeder anderen Tätigkeit nicht arbeitsfähig gewesen. Infolge
d
er verspäteten Anmeldung sei ihm daher ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab dem
1.
Mai 2015 eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen
(
Urk.
2 S. 7)
.
Im weiteren Verlauf habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wieder verbessert. Seit April 2016 sei ihm eine leichte angepasste Tätigkeit wieder zu 100
%
zumutbar.
Ein Einkommensvergleich ergebe einen nicht mehr renten
begründenden Invaliditätsgrad von 10
%
. Unter Beachtung der Regelung, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes erst berücksichtigt werden könne, nachdem sie drei Monate angedauert habe, sei die ganze Invalidenrente bis Ende Juni 2016 zu befristen.
An dieser Beurteilung sei auch
unter Berücksichtigung
der im
Vorbescheidverfahren
eingeholten RAD-Stellungnahme festzuhalten (
Urk.
2 S. 8 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerdeschrift vom 14. Februar 2019 im Wesentlichen vor,
es sei unbestritten, dass spätestens ab dem
1.
Mai
2015 ein Rentenanspruch bestehe
.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin könne allerdings nicht auf die Beurteilung der RAD-Ärzte vom 2
0.
Juli 2018 abgestellt werden, w
orin ab April 2016 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensa
daptierte
n Tätigkeit ausgegangen worden sei. Dies
e
widerspreche nicht nur einer vorangegangenen Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
Z._
, sondern auch derjenigen des Suva-Kreisarztes med.
pract
.
B._
, Fach
arzt für Chirurgie, vom 1
0.
Januar 201
7.
Auf dieser medizinischen Grundlage sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass erst ab Mitte Januar 2017
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestanden habe. Folglich erweise sich die per 3
0.
Juni 2016 verfügte Renteneinstellung als ver
früht.
Der
Rentenanspruch
ende
unter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
1 IVV frühestens am 3
0.
April 2017 (
Urk.
1 S. 13 f.).
3.
3.1
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass
dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Gerüstbau seit seinem Sturz in der Dusche am 2
7.
November 2013 nicht mehr zumutbar ist (
Urk.
1 S. 13,
Urk.
2 S. 7).
Darüber sind sich auch der Kreisarzt med.
pract
.
B._
, welcher Arbeiten auf Gerüsten in seinen Untersuchungsberichten vom 3
0.
Mai 2016 und 1
0.
Januar 2017 für nicht mehr zumutbar erachtete (
Urk.
7/41/228, 7/50/46), und die RAD-Ärzte einig (
Beurteilungen
vom 1
7.
Mai,
2
0.
Juli
und 3
1.
Oktober
2018,
Urk.
7/
92/10
,
7/93/7
und 7/110/4
).
Diese Einschätzung vermag namentlich in Anbetracht dessen zu überzeugen, dass sich der Beschwerdeführer mehrfach ope
rativen
Eingriffen am rechten Handgelenk zu unterziehen hatte, wobei schliess
lich am 2
1.
Oktober 2014 eine
Arthrodese
vorgenommen
wurde
(Urk.
7/29/15).
Diese zieht
gemäss med.
pract
.
B._
Einschränkungen bezüglich Flexi
on/Extension,
Radialduktion
und
Ulnarduktion
nach sich. Ferner führt sie
zu etwas verminderter Kraft sowie gelegentlichen Schmerzen über dem Handrücken (vgl.
Urk.
7/50/46).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist somit ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer seiner angestammten Tätigkeit
im Gerüstbau
seit dem Sturz nicht mehr nachgehen kann.
3.2
3.2.1
Strittig ist demgegenüber,
seit welchem Zeitpunkt dem Beschwerdeführer die Ausübung leidensadaptierter Tätigkeiten
in welchem Pensum zumutbar war
.
Gestützt auf den RAD-Untersuchungsbericht
vom 2
0.
Juli 2018
(
Urk.
7/92) sowie d
ie im
Vorbescheidverfahren
eingeholte RAD-Stellungnahme vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
7/110/3 f.)
stellte sich die Beschwerdegegner
in auf den Standpunkt, dass im April 2016 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei und seither eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit bestehe
.
3.2.2
Die RAD-Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
gelangten in ihrem Untersu
chungsbericht vom 2
0.
Juli 2018 zum Schluss, dass sich die Funktionseinschrän
kung an der rechten Hand auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit überwiegender Belas
tung des rechten Handgelenks und mit erhöhten Anforderungen an die Kraft der rechten Hand sowie mit Kälte- oder Nässe-Exposition sollten vermieden werden.
Zumutbar seien gemäss Belastungsprofil insbesondere Tätigkeiten, welche auf der rechten Seite das Heben und Tragen maximal mittelschwerer Lasten erfordern. Linksseitig sei das Heben, Tragen und Hantieren nicht eingeschränkt. Des Weite
ren sollten weder
Arbeiten über Kopf noch solche mit Schlägen, Vibrationen oder Zwangshaltungen im Bereich des rechten oberen Armes und/oder der Hand
durchgeführt werden. Beim Besteigen von Leitern dürften keine Lasten gehalten werden und es sei darauf zu achten, dass die linke Hand als Sicherungshand ein
gesetzt werden könne. Arbeiten, welche ein Balancieren erfordern oder auf Gerüsten vorzunehmen sind, sollten daher nicht mehr ausgeübt werden.
In einer derart angepassten Tätigkeit liege angesichts de
s
MRI-Befundes vom
4.
März 2016, wonach im Bereich der Strecksehnen unauffällige Verhältnisse bestünden und
die
Arthrodese
durchgebaut sei
, seit April 2016 eine 100%ige Arbeitsfähig
keit vor.
Ergänzend wiesen die RAD-Ärzte darauf hin, dass sich weder die neu diagnostizierten Fersenspor
en
noch die Beschwerden am
Iliosakralgelenk
dauer
haft auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die darüber hinaus bestehende Prostatahyperplasie sei invalidenversicherungsrechtlich nicht von Relevanz (Urk. 7/92/9 ff.).
In seiner Stellungnahme vom 3
1.
Oktober 2018
führte
Dr.
Z._
ergänzend
aus
, dass die
Handgelenksarthrodesenoperation
am 2
1.
Oktober 2014 erfolgt sei. Es sei bekannt, dass der postoperative Verlauf langfristig sein könne; eine voll
ständige Belastbarkeit der
Arthrodese
könne in der Regel nach acht bis zwölf Monaten erwartet werden. Dies sei insbesondere der Fall, wenn sich keine beglei
tenden Reizungen im Strecksehnenbereich darstellen oder entwickeln. Im MRI-Befund des rechten Handgelenks vom
4.
März 2016 seien unauffällige Verhält
nisse im Bereich der Strecksehnen und ein knöcherner
Durchbau
der
Arthrodese
dokumentiert worden. Folglich bestehe seither aus chirurgischer und versiche
rungsmedizinischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine volle Belastbarkeit der
Arthrodese
im Rahmen der Ausübung einer angepassten Tätig
keit.
Bezugnehmend auf den
Bericht von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 1
9.
August 2018 (
Urk.
7/100)
hielt
Dr.
Z._
ausserdem fest, dass aufgrund der
Retrolisthesis
L1/2 Grad I sowie des plantaren Fersensporns links und der Ansatzverkalkung der rechten Achilles
sehne
von einer verminderten Belastbarkeit auszugehen sei.
Leidensangepasst seien leichte, überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten in Wechselbelas
tung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, ohne Verharren in Zwangshaltungen sowie mit gelegentlichem körpernahem Heben und Tragen von Lasten bis zu zehn Kilogramm
. Eine dem Belastungsprofil entsprechende Tätigkeit sei unverändert seit April 2016 zu 100
%
zumutbar (Urk.
7/110/3 f.).
3.2.3
Der Beschwerdeführer wendet ein, dass
auf der Grundlage des kreisärztlichen Untersuchungsberichtes vom 1
0.
Januar 2017 erst ab Mitte Januar 2017 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit ausgewiesen
gewesen
sei (
Urk.
1 S. 13 f.).
Entgegen seiner A
uffassung
(
Urk.
1 S. 10) ist allerdings in invalidenversicherungs
-
rechtlichen
Belangen nicht entscheidend, dass
Suva-Kreisarzt
med.
pract
.
B._
den medizi
nischen Endzustand erst Mitte Januar 2017 erreicht sah
(
Urk.
7/50/46).
Unabhän
gig von allfälligen Erfolgsaussichten weiterer medizinischer Behandlungen ist vielmehr v
on massgeblicher Bedeutung, ab welchem Zeitpunkt
dem Beschwerde
führer
die Aufnahme einer leidensadaptierten Tätigkeit medizinisch-theoretisch wieder
zugemutet werden konnte
. Dabei mag auf den ersten Blick zutreffen, dass
sich der Kreisarzt
im Untersuchungsbericht vom 30. Mai 2016 abweichend vom RAD
mit Blick auf das provisorische Zumutbarkeitsprofil
für
eine schrittweise
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
im
Zeitraum von Mai bis Oktober 2016
a
ussprach
.
Dies
begründete er
allerdings nicht mit
persistierenden
gesundheitlichen Ein
schrän
kungen
, sondern einzig mit der Anmerkung «zur stufenweisen Eingliede
rung» (
Urk.
7/41/228).
Eine medizinisch fundierte
Erklär
ung, weshalb der Beschwerdeführer einer angepassten Tätigkeit erst ab November 2016 bezie
hungsweise Januar 2017 in einem Vollzeitpensum hätte nachgehen können,
liegt so
mit nicht vor.
Dies muss umso mehr in Anbetracht dessen gelten
,
dass
im Zuge
eine
r
am 29. Februar 2016 im Spital
D._
mittels Magnetresonanztomographie durchgeführte
n
Untersuchung keine erkennbare Pathologie im Bereich der Strecksehnen und im linken (gemeint wohl: rechten) Handgelenk objektiviert werden konnte (
Urk.
7/41/210
, 7/41/214
), w
as
der RAD zu Recht
in seine Beur
teilung miteinbezog
.
Im Weiteren
ist
anzumerken
,
dass med.
pract
.
B._
bereits
im Rahmen seiner ersten Untersuchung
im Wesentlichen nur die nach einer
Handgelenksarthrodese
üblicherweise vorhanden Einschränkungen wie unter anderem leicht verminderte Kraft und Beeinträchtigungen
in Bezug auf die
Beweglichkeit feststellen konnte.
Dementsprechend definierte er
schon damals
ein provisorisches Belastungsprofil, welches
im Wesentlichen
die Zumutbarkeit leich
ter körperlicher Tätigkeiten
mit einigen zusätzlichen Einschränkungen hinsicht
lich des Einsatzes der rechten Hand vorsah
(
Urk.
7/41/228)
.
Abgesehen von einer deutlichen Verbesserung der Kraft in der rechten Hand, welche den Kreisarzt wohl dazu veranlasste, gar mittelschwere Arbeiten wieder für zumutbar zu erachten, traten bis zur Untersuchung im Januar 2017 keine grundlegenden Veränderungen mehr ein (vgl.
Urk.
7/50/45 f.)
. Dies war
im Übrigen
auch subjektiv der Fall,
da
der Beschwerdeführer von
grundsätzlich
gleichgebliebenen Schmerzen
berichtete (
Urk.
7/50/43).
3.2.4
Nach dem Gesagten
besteh
en
kein
e
Anhaltspunkte, welche auch nur geringe Zweifel an der
Einschätzung
des RAD
erwecken
. Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
war dem Beschwerdeführer ab April 2016
rund eineinhalb Jahre nach Durchführung der
Arthrodese
die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit
in einem 100%-Pensum zumutbar.
Eine nachvollziehbare fachärztliche Begrün
dung für eine auch nach diesem Zeitpunkt andauernde Arbeitsunfähigkeit
exis
tiert nicht
.
Unbestritten geblieben ist überdies, dass der Beschwerdeführer
durch weitere Beschwerdebilder wie die
Retrolisthesis
und den plantaren Fersensporn in
zeitlicher
Hinsicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. In diesem Zusammenhang kann auf die RAD-Stellungnahme vom 3
1.
Oktober 2018
verwiesen
werden (vgl. E. 3.2.2 vorstehend).
An
dieser Beurteilung
vermag im Übrigen nichts zu ändern, dass
Dr.
Z._
vor der eigenen Untersuchung des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 1
7.
Mai 2018 noch die
vom Kreisarzt attestierte stufenweise Erhöhung der Arbeitsfähigkei
t aufgeführt hatte
.
Dr.
Z._
hielt einerseits klar fest, dass zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit noch eine chirurgisch-handchirurgische Untersuchung notwendig sei (
Urk.
7/93/7). Ande
rerseits wurde bereits
erläutert,
weshalb die
von med.
pract
.
B._
bescheinigte
abgestufte
Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig ist
.
Aus diesem Grund kann
der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Ver
laufsprotokoll zur Eingliederungsberatung
implizit ebenfalls auf die kreisärztliche Beurteilung Bezug genommen hatte (
Urk.
7/84/2), nichts zu seinen Gunsten ableiten
(vgl.
Urk.
1 S. 10)
.
4.
Auf der Grundlage der obigen Erkenntnisse
ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 1
8.
November 2014 zum Leistungsbezug an.
Damals
hatte
ausgewiesenermassen
bereits seit
dem Sturz im November 2013 während
rund eine
s
Jahr
es
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit
bestanden
.
Den Parteien ist somit beizupflichten, dass der
1.
Mai 2015 den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns darstellt, da
dann sowohl das in
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG vorgesehene Wartejahr (vgl. E. 1.2 vorstehen
d
) als auch
die in
Art.
29
Abs.
1 IVG vorgesehene sechsmonatige Karenzfrist seit der Geltendmachung des Leistungsanspruchs abgelaufen war
en
.
Gemäss einhelliger
fachärztlicher
Auffassung war der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt auch in einer leidensadaptierten Tätigk
eit vollständig arbeits
unfähig
(
Urk.
7/87/2,
Urk.
8/97/10)
, weshalb bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestand.
Wie zuvor im Einzelnen dargelegt, war der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab April 2016 wieder in der Lage, einer dem medizinischen Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit in einem 100%-Pensum nachzugehen.
Der für diesen Zeitpunkt von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkom
mensvergleich (Urk. 7/104) wurde seitens des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt.
Da der Beschwerdeführer bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit arbeitslos war (
Urk.
7/29/6)
erweist sich als zutreffend, dass für beide Vergleichseinkommen die
identischen
Tabellenwerte der
Lohnstrukturerhebung des Bun
desamtes für Statistik (LSE
2014, TA1
_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1
, Männer
) a
ls Grundlage herangezogen wurde
n
.
Ob sich der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte leidensbedingte Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 10
%
als gerechtfertigt
und
angemessen erweist, kann dahingestellt bleiben. Beim vorzunehmenden Prozentvergleich würde selbst bei Gewährung eines maximalen Leidensabzuges von 25
%
(
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2
) ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
Folglich hat der Beschwerdeführer i
n Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat,
ab Juli 2016 keinen Anspruch mehr auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung.
5
.
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
zu Recht für den befristeten Zeitraum vom
1.
Mai 2015 bis 3
0.
Juni 2016 eine ganze
Inva
lidenrente
zugesprochen.
Die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2019 (
Urk.
2) ist daher nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobe
nen Beschwerde führt.
6
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.