Decision ID: fc84970d-03ea-520a-a7e5-0c45261220ed
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer
Ethnie, verliess seinen Heimatstaat am (...) Februar 2017 auf dem Luftweg
unter Verwendung seines eigenen Reisepasses und gelangte nach
B._. Im September 2017 reiste er mit dem Flugzeug weiter nach
Italien und von dort per Auto in die Schweiz. Am 18. September 2017 stellte
er im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._ ein Asylgesuch, wo-
raufhin er am 29. September 2017 im Rahmen einer Befragung zur Person
(BzP) zu seinen persönlichen Umständen, dem Reiseweg sowie summa-
risch zu seinen Asylgründen befragt wurde. Am 11. Dezember 2017 hörte
ihn das SEM – in Anwesenheit seiner Vertrauensperson – einlässlich an.
B.
B.a Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er stamme aus
D._ (Distrikt E._, Nordprovinz) und habe mehrheitlich dort
gelebt. Sein Vater sei im Jahr 2009 als Kämpfer für die Liberation Tigers of
Tamil Eelam (LTTE) in den Krieg gezogen und seither verschwunden.
Seine Mutter arbeite seit dem Jahr 2013 in Katar. Er sei ein Einzelkind und
habe keine näheren Verwandten gehabt, weshalb er nach dem Weggang
seiner Mutter bei deren Cousin F._ gelebt habe. Bis zur 9. Klasse
habe er die Schule besucht, diese aber nicht mit Prüfungen abgeschlos-
sen. Mitte 2014 seien Armeeangehörige zu ihm gekommen und hätten ihn
für eine Befragung – betreffend seinen Vater – mitnehmen wollen.
F._ habe dies verhindert, indem er laut geschrieben habe, so dass
die Nachbarn hinzugekommen seien. Zwar hätte er in der Folge für eine
Befragung bei der Polizei vorbeigehen sollen. Er sei aber einfach nicht hin-
gegangen, was keine weiteren Konsequenzen gehabt habe. Im Jahr 2015
habe F._ Probleme bekommen und sei nach Kanada ausgereist.
Danach habe er bei G._, einem Freund von F._., gelebt. Er
habe verschiedene Hilfsarbeiten ausgeführt; das Geld sei aber stets knapp
gewesen und er habe finanzielle Schwierigkeiten gehabt. Zudem hätte ihn
nach der Ausreise von F._ niemand mehr beschützen können,
wenn die Behörden ihn erneut hätten mitnehmen wollen. F._ habe
daher entschieden, ihn zu sich nach Kanada zu holen, und seine Ausreise
im Februar 2017 nach B._ organisiert. Da eine Weiterreise nach
Kanada nicht möglich gewesen sei, sei er schliesslich im September 2017
in die Schweiz gekommen.
D-883/2018
Seite 3
B.b Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer einen beglaubigten
Auszug aus dem Geburtsregister (in Kopie, ausgestellt am (...).08.2017)
ein.
C.
Mit am Folgetag eröffneter Verfügung vom 10. Januar 2018 stellte das SEM
fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte
sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
nete deren Vollzug an.
D.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 12. Februar 2018 beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid und bean-
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flüchtlingsei-
genschaft sei anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Zudem sei
festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar
und unmöglich sei und es sei eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In
verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
und Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands. Neben der angefochte-
nen Verfügung lag der Beschwerde erneut ein beglaubigter Auszug aus
dem Geburtsregister (in Kopie, ausgestellt am [...].01.2018) bei, inklusive
Zustellcouvert.
E.
Die Instruktionsrichterin stellte mit Verfügung vom 21. Februar 2018 fest,
der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz
abwarten. Zudem wurde festgehalten, dass in der Beschwerde zwar die
Aufhebung der ganzen angefochtenen Verfügung beantragt werde, auf-
grund der Beschwerdebegründung jedoch davon auszugehen sei, dass
sich die Beschwerde lediglich gegen den in den Dispositivziffern 4 und 5
angeordneten Vollzug der Wegweisung richte. Die Verfügung des SEM
vom 10. Januar 2018 sei daher – soweit die Verneinung der Flüchtlingsei-
genschaft, die Ablehnung des Asylgesuchs sowie die Anordnung der Weg-
weisung betreffend – in Rechtskraft erwachsen. Ferner wurde das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter der Vorausset-
zung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung gutgeheissen und der
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Rechtsbeistand zu bezeichnen.
F.
Mit Eingabe vom 28. Februar 2018 setzte Ass. iur. Christian Hoffs – unter
D-883/2018
Seite 4
Vorlage einer entsprechenden Vollmacht – das Gericht darüber in Kennt-
nis, dass er die Vertretung des Beschwerdeführers übernommen habe. Er
ersuchte um seine Einsetzung als amtlicher Rechtsbeistand und reichte
eine Fürsorgebestätigung zu den Akten.
G.
Mit Instruktionsverfügung vom 7. März 2018 wurde dem Beschwerdeführer
Ass. iur. Christian Hoffs als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet und das
SEM zur Vernehmlassung eingeladen.
H.
Das SEM liess sich mit Schreiben vom 12. März 2018 zur Beschwerde vom
12. Februar 2018 vernehmen.
I.
Mit Eingabe vom 29. März 2018 reichte der Beschwerdeführer durch sei-
nen Rechtsvertreter eine Replik ein, unter Beilage von aus dem Internet
ausgedruckten Unterlagen im Zusammenhang mit dem Erhalt einer be-
glaubigten Kopie aus dem sri-lankischen Geburtsregister sowie einer Kos-
tennote.
J.
Der Beschwerdeführer liess mit Schreiben vom 22. Juni 2018 erneut eine
Kopie seines Auszugs aus dem Geburtsregister vom (...) Januar 2018
samt der handschriftlichen Bestätigung eines "Justice of the Peace" (inklu-
sive Zustellcouvert) einreichen.
K.
Der Verein (...) liess dem SEM im September 2019 eine Kursbestätigung
zukommen, wonach sich der Beschwerdeführer an verschiedenen Trai-
nings und Workshops des Vereins beteiligt und sehr engagiert gezeigt
habe.
L.
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2019 reichte der Zentrumsleiter des In-
ternats, in welchem der Beschwerdeführer untergebracht war, ein Empfeh-
lungsschreiben zuhanden des SEM ein im Hinblick auf die Vergabe einer
vorläufigen Aufnahme. Darin führte er insbesondere aus, der Beschwerde-
führer zeige grosse Integrationsbemühungen und herausragende Leistun-
gen im Rahmen der Internatsschule.
D-883/2018
Seite 5
M.
Die Instruktionsrichterin beantwortete mit Schreiben vom 26. August 2020
eine Verfahrensstandsanfrage des Beschwerdeführers vom 24. August
2020.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 21. Februar 2018 festgehalten
wurde, geht aus der Beschwerdebegründung hervor, dass sich die Be-
schwerde lediglich gegen den angeordneten Vollzug der Wegweisung (Zif-
fern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung vom 10. Januar 2018) richtet.
Demnach ist die vorinstanzliche Verfügung in Rechtskraft erwachsen, so-
D-883/2018
Seite 6
weit sie die Gewährung des Asyls, die Feststellung der Flüchtlingseigen-
schaft sowie die Anordnung der Wegweisung betrifft. Gegenstand des vor-
liegenden Verfahrens bildet nur noch die Frage, ob das SEM den Wegwei-
sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat
oder ob allenfalls anstelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahme anzuord-
nen ist.
3.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl.
Art. 112 AIG [SR 142.20] sowie BVGE 2014/26 E. 5).
4.
4.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM aus, der Beschwer-
deführer sei nach Art. 8 AsylG verpflichtet, an der Feststellung des Sach-
verhalts mitzuwirken. Dazu gehöre auch die Offenlegung der Identität und
des Alters. Die Beweislast für die Glaubhaftmachung einer geltend ge-
machten Minderjährigkeit trage der Asylsuchende. Vorliegend gelinge es
dem Beschwerdeführer nicht, seine Minderjährigkeit zumindest glaubhaft
zu machen. So sei er nicht in der Lage gewesen, einen Reisepass oder
eine Identitätskarte vorzulegen, welche das geltend gemachte Alter bestä-
tigen würde. Die von ihm eingereichte Kopie seiner Geburtsurkunde sei an
einem Datum beglaubigt worden, an welchem er sich gemäss eigenen Aus-
sagen in B._ aufgehalten habe. Eine plausible Erklärung dafür habe
er nicht liefern können. Zudem seien die Angaben des Beschwerdeführers
zu seiner Biografie, insbesondere zu seinem Schulbesuch und seinem Ge-
burtsdatum, widersprüchlich ausgefallen. Im Rahmen einer Handkno-
chenanalyse sei das geschätzte Knochenalter auf 18 Jahre festgelegt wor-
den, was signifikant von seinem angegebenen Alter abweiche und jeden-
falls keinen Hinweis auf seine Minderjährigkeit darstelle. Insgesamt seien
die Angaben zur behaupteten Minderjährigkeit als unglaubhaft einzustufen,
so dass diese unbewiesen bleibe und für das weitere Verfahren von seiner
Volljährigkeit auszugehen sei. Auch das Vorbringen, dass er im Jahr 2014
wegen der Tätigkeit seines Vaters für die LTTE von der Armee gesucht
worden sei, erweise sich als unglaubhaft, weshalb dessen Asylrelevanz
nicht geprüft werden müsse. Ohnehin fehle es an einem zeitlichen Kausal-
zusammenhang zwischen diesem Ereignis und der Ausreise. Sodann er-
weise sich der Vollzug der Wegweisung vorliegend als zulässig, zumutbar
und möglich.
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Seite 7
4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe führte der Beschwerdeführer aus, das
SEM gehe zu Unrecht davon aus, dass er bereits volljährig sei. Als Beweis-
mittel habe er bereits eine Kopie seiner Geburtsurkunde eingereicht, wel-
che die Vorinstanz aber aufgrund des Beglaubigungsdatums – an welchem
er in B._ gewesen sei – nicht beachte. Dieses Vorgehen sei falsch,
zumal es sich immerhin um eine beglaubigte Kopie handle. Über einen in
der Schweiz lebenden "Onkel" habe er eine weitere beglaubigte Kopie sei-
ner Geburtsurkunde aus Sri Lanka einholen lassen. Es sei also durchaus
möglich, in Abwesenheit ein solches Dokument zu erhalten, weshalb dies
nicht gegen dessen Wahrheitsgehalt spreche. Auch auf dieser beglaubig-
ten Kopie stehe, dass er am (...) geboren sei. Da er somit nachweislich ein
unbegleiteter Minderjähriger sei, hätte das SEM insbesondere die Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs genauer prüfen müssen. Angesichts sei-
nes jugendlichen Alters hätte sich zudem eine Botschaftsabklärung aufge-
drängt, was das SEM ebenfalls unterlassen habe. Da ernsthafte Zweifel an
der bisherigen Verfahrensführung bestünden, wäre schon jetzt – aufgrund
seiner Minderjährigkeit – die Erteilung einer vorläufigen Aufnahme ange-
zeigt.
4.3 In seiner Vernehmlassung führte das SEM aus, ein Vergleich der bei
den Akten liegenden Kopie des Geburtsregisterauszugs mit der auf Be-
schwerdeebene eingereichten Kopie ergebe, dass es sich dabei nicht um
Kopien des gleichen Originals handeln könne. Dies lasse sehr stark am
Wahrheitsgehalt des Inhalts der beglaubigten Kopien zweifeln. Zusätzlich
sei darauf hinzuweisen, dass in Sri Lanka Korruption relativ weit verbreitet
sei, was sich daran zeige, dass die dortigen Behörden teilweise beglau-
bigte Kopien von irgendwelchen Dokumenten ausstellen würden, und zwar
in Abwesenheit der beantragenden Person und ohne irgendwelche Identi-
tätspapiere oder gar ohne eindeutige Originaldokumente. In der Be-
schwerde werde denn auch nicht dargelegt, wie diese zweite beglaubigte
Kopie erlangt worden sei. Ausserdem ändere diese nichts an den wider-
sprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter und zum
Vorhandensein von Dokumenten.
4.4 In der Replik wurde dargelegt, die eingereichten Beweismittel seien
nicht beglaubigte Kopien in dem Sinne, wie der Begriff in Schweiz verwen-
det werde. Vielmehr handle es sich um handschriftlich bestätigte Auszüge
aus dem Geburtsregister, welche jederzeit und wiederholt beantragt wer-
den könnten. Die sri-lankischen Behörden – vorliegend das (...) – durch-
suche auf Antrag hin die zur Verfügung stehenden Datenbanken und Ar-
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Seite 8
chive und bestätige oder verweigere die gewünschten Angaben. Die bei-
den eingereichten Dokumente seien somit nicht Kopien desselben Origi-
nals, sondern zeitlich auseinanderliegende Bestätigungen der Eintragun-
gen in den zur Verfügung stehenden Datenbanken und Archiven. Entgegen
der Ansicht des SEM bestünden somit aufgrund der äusserlichen Unter-
schiedlichkeit der Dokumente keine Zweifel am Wahrheitsgehalt der Ge-
burtsregisterauszüge. Zwar treffe es zu, dass diese in Abwesenheit des
Beschwerdeführers erstellt worden seien, was datenschutzrechtlich be-
denklich sei. Diese Vorgehensweise der sri-lankischen Behörden bedeute
aber nicht, dass die handschriftlichen Bestätigungen nicht der Wahrheit
entsprächen. Eine Botschaftsabklärung würde diesbezüglich mehr Klarheit
bringen. Den offiziellen Internetseiten der sri-lankischen Regierung lasse
sich entnehmen, wie vorzugehen sei, um eine "certified copy" (beglaubigte
Kopie) einer Geburtsurkunde zu erhalten. Bei einer solchen Bestätigung
handle es sich nicht um die Kopie eines Dokuments im Sinne einer Foto-
grafie des Originals, sondern um eine "true copy of a birth registration
entry". Es sei somit nicht auszuschliessen, dass die sri-lankischen Behör-
den unter einer Kopie die blosse Abschrift der Daten aus den Archiven ver-
stehen, deren Echtheit sie bescheinigten. Es sei daher davon auszugehen,
dass die vorgelegten sri-lankischen Dokumente eine glaubhafte Abschrift
der Eintragungen im Geburtsregister enthielten, wonach der Beschwerde-
führer am (...) geboren und somit noch minderjährig sei.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei im Zeitpunkt des Asylent-
scheids noch minderjährig gewesen. Das Bundesverwaltungsgericht
kommt jedoch nach eingehender Prüfung der Akten in Übereinstimmung
mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es ihm nicht gelungen ist, seine Min-
derjährigkeit zumindest glaubhaft zu machen.
5.2 Der Beschwerdeführer konnte keine gültigen Identitätsdokumente vor-
legen. Zum Erhalt respektive zur Verlängerung seines Reisepasses sowie
dazu, warum er diesen nicht mehr besitze, äusserte er sich widersprüch-
lich. So gab er bei der BzP an, dieser sei im Jahr 2014 ausgestellt worden
und 10 Jahre gültig (vgl. A7, Ziff. 4.02). Demgegenüber gab er bei der An-
hörung an, er habe sich den Pass im Jahr 2016 ausstellen beziehungs-
weise verlängern lassen (vgl. A25, F5). Auf Nachfrage erklärte er, sein Va-
ter habe den Pass beantragt, als er etwa 11 Jahre alt gewesen sei, und
F._ habe ihn dann verlängert (vgl. A25, F7 ff.). Ausgehend vom an-
gegebenen Geburtsjahr des Beschwerdeführers (...) wäre sein Vater zum
Zeitpunkt der Ausstellung des Passes längst verschwunden gewesen.
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Seite 9
Auch F._ hätte sich – wenn der Pass im Jahr 2016 verlängert wor-
den wäre – im Zeitpunkt der Verlängerung bereits in Kanada befunden (vgl.
A25, F35). Später korrigierte sich der Beschwerdeführer und erklärte, dass
seine Mutter den Pass habe beantragen lassen, da sein Vater nicht mehr
bei ihnen gelebt habe (vgl. A25, F86). Weiter erklärte er, dass sein Reise-
pass entgegen der Angaben in der BzP nicht 10, sondern 5 Jahre gültig
gewesen sei. Er habe diesen auch nicht 2014 ausstellen lassen, sondern
sei damit im Jahr 2014 nach Indien gereist (vgl. A25, F89 f.). Diese Erklä-
rungen erscheinen wenig überzeugend, zumal er bei der BzP noch ange-
geben hatte, die Reise nach Indien habe 2015 stattgefunden (vgl. A7, Ziff.
2.04). Der Beschwerdeführer behauptet zudem, er habe den Reisepass
einer Frau, welche ihn in die Schweiz begleitet habe, abgeben müssen.
Aus seinen Aussagen geht jedoch nicht klar hervor, wann er den Pass
übergeben habe (vgl. A25, F10 ff.). Ferner wies das SEM zutreffend darauf
hin, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Schulbesuch
und seinem damaligen Alter uneinheitlich ausgefallen sind (vgl. A7, Ziff.
1.17.04 und A25, F92). Bei der BzP gab er auch zu Protokoll, dass
F._ im Februar 2015 ausgereist sei (vgl. A7, Ziff. 3.01 und 3.03),
während er anlässlich der Anhörung darlegte, die Ausreise von F._
asei im November 2015 erfolgt (vgl. A25, F12). Insgesamt bestehen erheb-
liche Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer wahrheitsgemässe Anga-
ben zu seiner Biografie und zum Vorhandensein von Identitätsdokumenten
gemacht hat.
5.3 Der Beschwerdeführer beruft sich zum Nachweis seiner Identität und
seines Alters im Wesentlichen auf die von ihm in Kopie eingereichten be-
glaubigten Auszüge aus dem Geburtsregister. Das SEM stellte diesbezüg-
lich zutreffend fest, dass die Einträge in den beiden Auszügen offensichtlich
nicht identisch sind, womit es sich nicht um Kopien desselben Originals
handeln kann. Auf Beschwerdeebene wurde eingewendet, dass die be-
glaubigten Kopien möglicherweise jeweils neu erstellte Abschriften seien.
Auf dem zweiten eingereichten Geburtsregisterauszug vom (...) Januar
2018 ist jedoch ersichtlich, dass das zugrunde liegende Dokument inklu-
sive der entsprechenden Einträge kopiert wurde und auf dieser Kopie ein
Stempel mit der Beglaubigung angebracht worden ist. In Letzterer wird be-
stätigt, dass es sich vorliegend um eine "True Copy of A Birth Registration
entry" handle. Daran lässt sich erkennen, dass der Auszug aus dem Re-
gister selbst gerade nicht abgeschrieben, sondern kopiert wurde. Entspre-
chend müssten die beiden Registereinträge – welche auf demselben Ori-
ginal basieren müssten – identisch sein, was jedoch vorliegend nicht der
Fall ist. Die Zweifel an den vorgelegten Geburtsregisterauszügen werden
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Seite 10
zusätzlich erhärtet durch den Umstand, dass der Beschwerdeführer mehr-
mals bestätigt, er habe den ersten Auszug im August 2016 ausstellen las-
sen, als er noch in Sri Lanka gewesen sei (vgl. A7, Ziff. 4.04 und A25,
F82 ff.) – der Auszug datiert jedoch gerade nicht vom August 2016. Es er-
scheint daher äusserst fraglich, ob es sich bei den eingereichten Geburts-
registerauszügen um authentische Dokumente handelt.
5.4 Angesichts der uneinheitlichen Angaben des Beschwerdeführers zu
seiner Biografie und seinen Identitätsdokumenten erscheinen die beglau-
bigten Kopien aus dem Geburtsregister nicht geeignet, die behauptete Min-
derjährigkeit des Beschwerdeführers glaubhaft zu machen. Es besteht
folglich keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufgrund der
vom Beschwerdeführer geltend gemachten "ernsthaften Zweifel an der bis-
herigen Verfahrensführung" aufzuheben und die Sache an das SEM zu-
rückzuweisen.
5.5 Auf Beschwerdeebene wurde zudem geltend gemacht, dass sich zur
weiteren Klärung des Sachverhalts eine Botschaftsabklärung aufgedrängt
hätte. Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich
auch ausgehend von seinem behaupteten Alter volljährig wäre. Eine Prü-
fung der Frage, inwiefern der Vollzug der Wegweisung für ihn als Minder-
jährigen zumutbar wäre, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr erforderlich.
Vielmehr bleibt im Folgenden zu prüfen, ob das SEM den Vollzug der Weg-
weisung für den Beschwerdeführer – als erwachsene Person – zu Recht
als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Es ist nicht ersichtlich,
inwiefern diesbezüglich eine Botschaftsabklärung zur weiteren Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts beitragen könnte.
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegwei-
sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei-
genschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-
lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE
2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
D-883/2018
Seite 11
6.2
6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
6.2.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
und Art. 33 FK verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-
den Verfahren keine Anwendung finden. Gemäss Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamili-
schen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka
den Wegweisungsvollzug unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des
BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f.). Sodann ergeben sich
weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten An-
haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-
fung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre.
6.3
6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
D-883/2018
Seite 12
6.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-
renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-
tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung
der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Weg-
weisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter
Einschluss des Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorliegen von indi-
viduellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen
familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine ge-
sicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. Auch die
jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka – namentlich die Wahl von
Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten und deren Folgen – sowie die Aus-
wirkungen der Corona-Pandemie führen nicht dazu, dass der Wegwei-
sungsvollzug generell als unzumutbar angesehen werden müsste.
6.3.3 Soweit der Beschwerdeführer Belege für seine bisherige Integration
in der Schweiz zu den Akten gereicht hat, ist festzuhalten, dass der Grad
der Integration als solcher grundsätzlich nicht von rechtlicher Bedeutung
ist. Vielmehr geht es im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung um die Ermitt-
lung der im Heimatstaat bestehenden konkreten Gefährdung (vgl. BVGE
2009/52 E. 10.3; Urteile des BVGer D-2453/2014 vom 12. August 2015
E. 7.3.2.4 sowie E-5563/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 8.3).
6.3.4 In individueller Hinsicht hat das SEM zutreffend festgestellt, dass es
sich beim Beschwerdeführer um einen jungen und gesunden Mann han-
delt, welcher vor der Ausreise in D._ im Distrikt E._ gelebt
hat. Er hat neun Jahre die Schule besucht und erste Arbeitserfahrungen
gesammelt, indem er als Hilfsarbeiter auf den (...) tätig war (vgl. A7, Ziff.
1.17.04 f. und A25, F64). Zwar machte er geltend, dass er in Sri Lanka
keine Angehörigen mehr habe, weil sein Vater verschwunden und seine
Mutter in Katar sei. Trotzdem war es dem Beschwerdeführer stets möglich,
bei entfernteren Verwandten wie F._– es handelt sich dabei um den
Cousin seiner Mutter – sowie nach dessen Ausreise bei G._, einem
Bekannten von diesem, unterzukommen (vgl. A25, F24, F27 und F39).
F._ verfügte in D._ über ein eigenes Haus, in welchem so-
wohl der Beschwerdeführer als auch dessen Mutter lebten (vgl. A7,
Ziff. 2.01). Während F._ Sri Lanka verlassen hat, dürfte G._
noch immer in D._ leben (vgl. A25, F43). Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer als Jugendlicher G._ auf eine Pilgerreise nach
Indien begleitet hat und mehr als ein Jahr bei diesem wohnte, lässt darauf
D-883/2018
Seite 13
schliessen, dass es sich bei G._ um eine engere Bezugsperson
handelt (vgl. A25, F37 und F96). Ausserdem lebte der Beschwerdeführer
vor der Ausreise jahrelang in D._, ging zur Schule und übte ver-
schiedene Arbeitstätigkeiten aus, weshalb davon auszugehen ist, dass er
an seinem Herkunftsort auch über ein gewisses soziales Netz verfügt. Wei-
ter ist anzunehmen, dass er bei einer Rückkehr wiederum zumindest vo-
rübergehend bei G._ unterzukommen könnte. Allenfalls besteht
auch die Möglichkeit, im selben Haus Wohnsitz zu nehmen, in welchem er
bereits mit seiner Mutter und F._ zusammengelebt hat. Aufgrund
der vorhandenen Schulbildung und der bereits gesammelten Arbeitserfah-
rungen des Beschwerdeführers kann davon ausgegangen werden, dass
es ihm gelingen wird, sich in Sri Lanka eine wirtschaftliche Existenz aufzu-
bauen. Diesbezüglich wies das SEM auch zu Recht darauf hin, dass
F._, welcher für die gesamten Kosten der Ausreise inklusive eines
mehrmonatigen Aufenthalts in B._ aufgekommen ist (vgl. A7,
Ziff. 5.02 und A25, F94), ihn nötigenfalls finanziell unterstützen könnte. Ins-
gesamt ist nicht anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück-
kehr in eine existenzielle Notlage geraten würde, weshalb der Vollzug der
Wegweisung zumutbar erscheint.
6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu
auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als
möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-
messen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Auf die
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Erhebung von Kosten ist indessen angesichts der mit Verfügung vom
21. Februar 2018 gewährten unentgeltlichen Prozessführung zu verzich-
ten.
8.2 Mit Instruktionsverfügung vom 7. März 2018 wurde dem Beschwerde-
führer Ass. iur. Christian Hoffs als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet.
Dieser reichte zusammen mit der Replik eine Honorarnote vom 29. März
2018 zu den Akten, in welcher er einen Aufwand von 4.5 Stunden à
Fr. 200.– und Auslagen in Höhe von Fr. 95.– (für Übersetzung, Porti, Tele-
fon, Fax, Kopien) geltend machte. Der Stundenansatz ist auf Fr. 150.– zu
reduzieren, während bei der Bemessung des Honorars zusätzlich die spä-
teren Eingaben des Rechtsvertreters zu berücksichtigen sind. Insgesamt
erscheint ein Betrag von Fr. 845.– (5 Stunden Aufwand zzgl. Auslagen) für
das gesamte Verfahren als angemessen, weshalb dem Rechtsvertreter ein
amtliches Honorar in dieser Höhe auszurichten ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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