Decision ID: 548b374b-c1f4-4ae6-9f4a-d2e151f6b531
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961, h
at eine Lehre zum Detailhandels
assistenten sowie eine Ausbildung zum Musiklehrer absolviert.
Zuletzt war er von 2004 bis 2006 als Geschäftsführer eines Hotels selbständig erwerbstätig
gewesen
(
Urk.
15/4/4, 15/75).
Am 1
3.
März 2015 meldete er sich unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
15/1, 15/18),
ins
besondere Steuerunterlagen (
Urk.
15/22) sowie Arztberichte (
Urk.
15/19, 15/25/6 f. und 15/26/6) ein. Am 2
0.
April 2015 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
15/16). Nachdem jener in der Folge zwei Mal nicht zur von der IV-Stelle veranlassten Begutachtung erschienen war (vgl.
Urk.
15/34, 15/41), stellte ihm diese mit Vorbescheid vom 2
9.
März 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
15/48).
Nach Eingang des vom Versicherten dagegen erhobenen Einwands (
Urk.
15/55) und weiterer ärztlicher Stellungnahmen (
Urk.
15/61, 15/66 und 15/72)
gab die IV-Stelle bei
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, sowie Prof.
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, ein interdisziplinäres Gut
achten in Auftrag
, welches
vom
7.
respektive 1
3.
Januar 2017 datiert
(
Urk.
15/74, 15/78).
Mit neuem Vorbescheid vom 1
3.
Februar 2017 stellte sie dem Versicherten wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
15/81)
, wogegen dieser am
6.
März 2017 Einwand erhob (
Urk.
15/86). Am 2
4.
Mai 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
15/89 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
Juni 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben (
Urk.
1).
Da der Beschwerdeschrift weder ein konkretes Rechtsbegehren noch eine darauf bezo
gene Begründung entnommen werden konnte, wurde dem Versicherten m
it Ver
fügung vom
3.
Juli 2017
eine Nachfrist angesetzt, um genau anzugeben, welche Entscheidung anstelle des angefochtenen Entscheids beantragt wird, und darzu
legen, aus welchen Gründen diese andere Entscheidung verlangt wird
(
Urk.
5). Mit Eingabe vom
1
0.
Juli 2017 (
Urk.
9)
beantragte der Versicherte, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung verwies er auf seinen im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwand (
Urk.
11) sowie Stellung
nahmen der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/1 und 13/1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
September 2017 (
Urk.
14) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels
reichte der Versicherte
weitere medizinische Unterlagen ein (
Urk.
20 ff.)
, worauf die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 2
0.
Dezember 2017
auf das Einreichen einer Duplik verzich
tete (
Urk.
24).
Darüber wurde der Versicherte mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
25).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit
Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
4.
Mai 2017 (
Urk.
2) zog die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen in Erwägung, dass gestützt auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten
von
Dr.
Y._
und Prof.
Dr.
Z._
nicht von einer
höhergradigen
, lange Zeit andauernden Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit ausgegangen werden könne.
Die vorliegende gesundheitliche Einschränkung stehe vor allem in Zusammenhang mit ungünstigen Faktoren des sozialen Umfelds, wie unter anderem der heiklen Wohn- und Finanzsituation. Zudem bestehe eine Suchtproblematik im Rahmen eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol und Cannabis. Eine Invalidität im Sinne des Gesetzes liege nicht vor, weshalb auch kein Anspruch auf eine Rente bestehe.
2.2
Mit Beschwerdeschrift vom 2
5.
Juni 2017 (
Urk.
1) und ergänzender Begründung vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
9)
machte der Versicherte unter Verweis auf weitere Unterlagen zusammengefasst geltend, dass es ihm gesundheitlich schlecht gehe.
Aufgrund seiner psychischen Erkrankung sei er nicht arbeitsfähig, was die behandelnde
n Ärzte
der
A._
AG
bestätigen würden
.
Diese könnten ausserdem Aussagen zum gebesserten Suchtverhalten machen. Er erscheine seit geraumer Zeit in nüchternem Zustand zu den Behand
lungen und könne aufgrund einer Lungenschädigung nur noch s
ehr einge
schränkt rauchen (
vgl.
Urk.
11).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
September 2017 (
Urk.
14) betonte die IV-Stelle, dass ausgehend von den gutachterlichen
Beurteilungen
weder eine Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten, noch in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen sei.
Gemäss dem Bericht der
A._
sei ein übermässiger Alkohol- und Cannabiskonsum seit mindestens zwei Jahren nur noch sporadisch aufgetreten und daher nicht mehr von klinischer Relevanz. Diese Aussage sei in Anbetracht der Ergebnisse der anlässlich der Begutachtung durchgeführten Blutuntersuchung nicht nachvollziehbar. Der Bericht enthalte im Übrigen keine Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung des Gesundheitszustands des Versicherten rechtfertigen würde
n
.
2.4
Im Rahmen des angeordneten zweiten Schriftenwechsels (vgl.
Urk.
16) reichte der Beschwerdeführer den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 2
2.
November 2017 ein (Urk. 20) und die Beschwerdegeg
nerin verzichtete am 2
0.
Dezember 2017 auf weitere Ausführungen zur Sache (Urk. 24).
3.
3.1
Am 2
8.
August 2006 erlitt der Beschwerdeführer im Rahmen eines gewalttätigen Angriffs
auf einer
Chilbi
ein Schädel-Hirn-Trauma, infolgedessen er bewusstlos wurde und eine retrograde Amnesie für das Ereignis entwickelte.
Gemäss Aus
trittsbericht des Kreisspitals
C._
vom 1
1.
September 2006 habe initial eine Einblutung der Hornhaut des linken Auges sowie ein Verdacht auf eine Nasenbeinfraktur bei ausgeprägtem Hämatom vor
gelegen. Radiologisch hätten keine frischen
ossären
Läsionen festgestellt werden können. Eine Computer
tomographie des Schädels habe
ebenfalls
einen unauffäl
ligen Befund ergeben
. Vor Ablauf der 24-stündigen Überwachung habe der Ver
sicherte
auf eigenen Wunsch
soweit beschwerdefrei entlassen werden können (
Urk.
15/72/2).
3.2
Vom
9.
November 2006 bis 1
3.
März 2007 befand sich der Versicherte im Psy
chiatriezentrum
C._
in ambulanter Behandlung, wobei folgende Diagno
sen gestellt wurden (
Urk.
15/72/5):
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1),
-
Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1),
-
Status nach tätlichem Angriff mit körperlicher Gewalt (ICD-10 Y04).
De
r
Beschwerdeführer
habe angegeben, sich seit dem Überfall im August 2006 nicht mehr sicher zu fühlen.
Sobald er laute Musik oder Lärm höre, bekomme er Schweissausbrüche und Angst. Seit Anfang September 2006 leide er ferner unter einer zunehmenden Antriebs- und Lustlosigkeit. Er könne kaum noch rausgehen, habe fast täglich Migräneanfälle und trinke seit dem Sommer wieder Alko
hol nach jahrelanger Abstinenz.
Zu Beginn der Behandlung
hätten sich Symptome einer mittelgradigen Depression auf dem Boden einer posttraumatischen Belas
tungsstörung gezeigt. Unter Medikation sei es zu einer geringen Stimmungsauf
hellung und einer Abnahme der Schlafstörungen gekommen. Die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung mit Albträumen und Schweissaus
brüchen habe persistiert (
Urk.
15/72/3 f.).
3.3
Dem Bericht der
A._
vom 2
6.
Mai 2015 sind folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
(
Urk.
15/19/1):
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) bei Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) als Primärerkrankung,
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.1),
-
Status nach tätlichem Angriff mit körperlicher Gewalt (ICD-10 Y04),
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber ein schädlicher Gebrauch von A
lkohol (ICD-10 F10.1) sowie ein
Nikotinabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.2).
Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 2
7.
August 2014 in ambulanter psychiatrischer Therapie (
Urk.
15/19/2).
Teilweise liege eine Bewusst
seinstrübung und -einengung vor. Der Versicherte sei zeitlich oft desorientiert sowie in seiner Auffassung und Konzentration eingeschränkt. Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen seien ebenfalls vorhanden.
Das formale Denken sei umständlich, eingeengt und ideenflüchtig. Befürchtungen seien vorhanden, nicht aber Zwänge oder Sinnestäuschungen. Ich-Störungen lägen vor allem in Form einer Depersonalisation vor.
Ferner sei der Beschwerdeführer deprimiert, hoff
nungslos, gereizt und innerlich unruhig. Angstbedingt komme es zu einer Abschottung zu Hause mit sozialem Rückzug. Die Antriebsarmut sowie die Ein- und Durchschlafstörung hätten sich leicht gebessert;
Albträume würden wieder
kehrend auftreten. Selbiges gelte für Suizidgedanken, wobei aktuell keine Suizi
dalität vorliege.
Im Weiteren leide der Versicherte unter Appetitmangel mit Gewichtsabnahme, wiederkehrenden migräneartigen Kopfschmerzen und chroni
sche
n
linkshemisphärischen Schmerzen (
Urk.
15/19/3). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Musiklehrer bestehe seit August 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Bei positivem, anhaltend stabilem Behandlungsverlauf könne mit einer Wie
deraufnahme dieser Tätigkeit
in einem Pensum von voraussichtlich maximal 50
%
gerechnet werden (
Urk.
15/19/4 f.).
3.4
Mit Bericht vom 1
5.
Juni 2016 hielten die behandelnden Ärzte der
A._
bei unveränderten Diagnosen fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Versicherten nicht nennenswert verändert
habe. Für die Tätigkeit als Musiklehrer sei aktuell keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Die
Prognose sei aufgrund der multip
len, chronischen und schweren psychischen Erkrankung mit inzwischen auch somatisch schwerem Beschwerdebild ungünstig
(
Urk.
15/61/1 f.).
In den Stellungnahmen vom 2
9.
Juni und 2
0.
Juli 2017 gingen die Ärzte der
A._
unverändert von einer erheblichen erwerblichen Beeinträchtigung aus (Urk. 6/1 und
Urk.
13/1).
3.5
Der Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, äusserte sich mit Bericht vom
2.
Oktober 2016
dahingehend, dass aus rein somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne er nicht Stellung nehmen (
Urk.
15/66/2).
3.6
3.6.1
Dem internistisch-rheumatologischen Teilgutachten von
Dr.
Y._
vom
7.
Januar 2017
sind im Wesentlichen die folgenden Diagnosen ohne Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
15/74/40):
-
Ausgedehnte linksbetonte chronische Schmerzen mit normaler
Dolorimet
rie
,
-
Nikotin- und Cannabis-Abusus,
-
übermässiger Alkohol-Konsum,
-
p
artielle Medikamenten-
Noncompliance
,
-
Diabetes mellitus mit oraler Therapie und ungenügender Blutzucker-Ein
stellung,
-
f
ortgeschrittene AC-Gelenks-Arthrose rechts.
Der Beschwerdeführer habe über Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlun
gen in beide Arme geklagt. Wie meistens in letzter Zeit schmerze der ganze Körper vom Kopf bis zu den Füssen, mehr auf der linken als auf der rechten Seite.
Am Oberkiefer würden immer wieder Infektionen auftreten. Seit mehr als einem Jahr habe er keinen Alkohol mehr getrunken. Zum Nikotin- und Drogenkonsum habe der Versicherte divergierende Aussagen gemacht
(
Urk.
15/74/29
f.
).
Im Rahmen der klinischen Untersuchung habe sich ein unauffälliges Gangbild gezeigt. Sowohl die einzelnen Wirbelsäulenabschnitte als auch die grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich gewesen. Trotz der Angabe ausgedehnter Schmerzen sei die
Dolorimetrie
unauffällig verlaufen. Die Bioimpedanz-Analyse habe eine erfreulich grosse Muskelmasse von 52
%
ergeben, welche den Norm
wert von 40
%
weit übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung habe offensichtlich nicht stattgefunden.
Die ausgedehnte Blutuntersuchung habe ins
besondere eine leichte Anämie mit normalen
Ferritin
-Werten ergeben. Der Dia
betes mellitus sei ungenügend eingestellt gewesen. Sowohl das
Antihyperten
sivum
Bilol
als auch das Diabetesmittel
Metformin
hätten nachgewiesen werden können. Vom Schmerzmittel Paracetamol, vom Antidepressivum
Sertralin
und vom Beruhigungsmittel
Temesta
habe
dagegen jede Spur gefehlt. Letzteres habe auch im Urin nicht nachgewiesen werden können, dafür jedoch Cannabis. Die Angaben des Versicherten zum Gebrauch von
Temesta
und Cannabis seien folg
lich falsch gewesen. Im Zeitraum von August bis November 2016 habe er zudem vermehrt Alkohol konsumiert, was die Haaranalyse ergeben habe. Die Angabe, dass er seit mindestens einem Jahr keinen Alkohol mehr getrunken habe, sei somit auch widerlegt
. Zusammenfassend bestünden beim Versicherten keine strukturel
len Befunde, die seine Leistungsfähigkeit einschränken würden.
Die angestamm
ten Tätigkeiten seien angepasst und es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/74/41 ff.).
3.6.2
Prof.
Dr.
Z._
stellte in seiner psychiatrischen Teilexpertise vom 1
3.
Januar 2017 folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
15/78/45):
-
Verdacht auf Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.1),
-
depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4),
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1),
-
schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1),
-
Status nach tätlichem Angriff mit körperlicher Gewalt (ICD-10 Y04),
-
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (Schulden; ICD-10 Z59),
-
sonstige näher bezeichnete negative Kindheitserlebnisse (prekäre Wohn
verhältnisse, Gewalterfahrungen innerhalb der Familie, Zeuge von Mor
den; ICD-10 Z61.8).
Der Explorand habe berichtet, seit dem rassistischen Überfall ein anderer Mensch zu sein und Angst vor weiteren Angriffen zu haben. Er vertrage keinen Lärm mehr und sei daher selten ausserhalb der Wohnräumlichkeiten. Er vermeide es unter Menschen zu gehen, weshalb er nur Einkäufe erledige, wenn wenige Leute unterwegs seien. Nach Zürich traue er sich nicht zu fahren.
Im Weiteren könne er sich nicht gut konzentrieren, vergesse viel und habe Probleme beim Schreiben. Auch das Musizieren würde im Schwierigkeiten bereiten. Er leide ferner unter Albträumen, in denen er verfolgt werde, aber beim Versuch zu flüchten am Boden klebe. Seit dem Überfall sei er innerlich leer, emotional kalt und traue niemandem mehr. Er könne keine Freude mehr empfinden und habe sich selbst nicht gern, wie er nun sei. Auf entsprechende Nachfrage habe der Versicherte das Auftreten von Flashbacks und Intrusionen verneint. An die Schmerzen habe er sich inz
wi
schen gewöhnt; die dagegen eingenommenen Medikamente würden Wirkung zei
gen
(
Urk.
15/78/28 f.).
Anlässlich der Exploration habe der Versicherte
weder Misstrauen
noch eine Gefühlsabstumpfung, eine Schreckhaftigkeit oder eine emotionale Gleichgültig
keit gezeigt. Den Blickkontakt habe er sofort aufnehmen und leicht halten kön
nen. Er habe von sich aus das Gespräch aufgenommen und ungefragt in wie einstudiert klingenden Sätzen vom Geschehenen berichtet. Auf ergänzende Fra
gen habe er mehrfach das bereits zuvor Gesagte wiederholt. Eine emotionale Beteiligung
am Gesagten
habe nicht nachvollzogen werden können.
Quantitative oder qualitative
Bewusstseinsstörungen hätten nicht eruiert werden können. Der Versicherte sei zeitlich, örtlich, situativ und zur Person orientiert gewesen. Die
von ihm geklagten Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen hätten sich im Laufe des etwa zweistündigen Gesprächs nicht
bestätigen lassen. In Bezug auf das formale und inhaltliche Denken hätten sich ebenfalls keine Auffälligkeiten
gezeigt
. Affektiv sei der Beschwerdeführer bei nicht eingeschränkter Schwin
gungsfähigkeit gut spürbar gewesen.
Die Vitalgefühle seien allfällig leicht gemin
dert gewesen. Auffälligkeiten hinsichtlich des Selbstwertempfindens, des Antriebs
oder der Psychomotorik hätten sich nicht ergeben. Es seien nebst einem sozialen Rückzug agoraphobische Ängste angegeben worden
, nicht jedoch Panikattacken, passive Todeswünsche oder eine akute Suizidalität. Für eine Persönlichkeits
störung oder -akzentuierung hätten keine Anhaltspunkte vorgelegen (
Urk.
15/78/31 f.).
Vor diesem Hintergrund könne keine posttraumatische Belastungsstörung diag
nostiziert werden, da der Versicherte aktuell weder Intrusionen, noch Flashbacks, ausgeprägtes Misstrauen oder ein
Arousal
aufweise. Er habe lediglich Albträume mit
traumabezogenen
Inhalten und ein Vermeidungsverhalten angegeben.
Auch das Verhalten anlässlich der Untersuchung sei sehr untypisch für einen Menschen gewesen, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Dies gelte auch in Bezug auf die von den behandelnden Ärzten festgestellte Agoraphobie. So sei der Versicherte beim Gespräch sehr nahe an den Gutachter herangerückt und habe sich a
n
dessen Schreibtisch angelehnt. Dabei h
abe er völlig entspannt gewirkt und im relativ kleinen Untersuchungsraum keine Ängste geäussert.
Merk
würdig sei zudem, dass er sein Mittagessen trotz einer Agoraphobie jeweils in einem gut besuchten
Restaurant einnehmen könne und es ihm problemlos mög
lich gewesen sei, per
Interkontinentalflug
nach Südafrika zu reisen.
Zum sehr diskrepanten Bild des Leidens des Versicherten würden auch die Unstimmigkeiten zwischen dem angegebenen Medikamenten- und sonstigen Substanzgebrauch sowie den objektiven Befunden beitragen.
Im Weiteren hiel
t Prof.
Dr.
Z._
fest, dass
auch die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung nicht bestätigt werden könne. So habe der behandelnde Psychi
ater ausgeführt, dass das psychische Leiden des Versicherten bereits seit frühester Kindheit bestehe und einen langjährigen,
chronifizierten
Verlauf genommen habe
. Beim Vorliegen einer vorbestehenden Persönlichkeitsstörung könne jedoch keine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung diagnostiziert werden.
Ausserdem habe
der behandelnde Psychiater nicht erklärt, weshalb der Versicherte - trotz eines seit der Kindheit bestehenden psychischen Störungsbil
des - sein Leben bis vor wenigen Jahren
„
normal
“
habe gestalten, mehrere Berufe habe erlernen und langjährig als Geschäftsführer habe arbeiten können.
Im Übrigen könne
gegenwärtig auch keine depressive Störung
d
iagnostiziert werden
. Der Beschwerdeführer sei gut spürbar gewesen. Eine gedrückte Stimmung oder
eine Antriebsstörung hätten nicht vorgelegen. Eine Störung der Freudfähigkeit sei zwar geklagt worden, jedoch sei damit nur eines der zwei geforderten Haupt
kriterien für eine Depression erfüllt.
Gesamthaft
sei
aus psychiatrischer Sicht kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden mit Einschrän
kungen der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit
ausgewiesen
(
Urk.
15/78/41
ff.)
.
3.6.3
In
ihrer
interdisziplinären Zusammenfassung hielten die Gutachter fest, dass der Versicherte sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt
ausüben
könne, welche
n
Män
ner seines Alters üblicherweise nachgehen können. Es habe nie eine lang andau
ernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
15/78/48)
.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Ver
sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint hat
(vgl. E. 2.1 ff.). Da das interdisziplinäre Gutachten von
Dr.
Y._
und Prof.
Dr.
Z._
vom
7.
respektive 1
3.
Januar 2017 als medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung diente, ist zunächst auf dessen Beweiswert einzuge
hen.
Die Expertise basiert auf umfassenden internistischen, rheumatologischen sowie psychiatrischen Untersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der Vorak
ten erstellt (
Urk.
15/74/5 ff., 15/78/4 ff.). Der Beschwerdeführer konnte gegenüber den Gutachtern seine gegenwärtigen Beschwerden schildern und wurde ausser
dem eingehend zu diversen Themenbereichen wie namentlich dem gewöhnlichen Tagesablauf und dem beruflichen Werdegang befragt (
Urk.
15/74/29 f., 15/78/22 ff.).
Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
15/74/40 ff., 15/78/41 ff.). Soweit möglich erfolgte im Weiteren eine schlüs
sige Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
15/74/
45
, 15/78/
38 ff.). Insgesamt erfüllt das interdisziplinäre Gutachten somit die praxisgemässen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer
zweifelt die seitens der Gutachter attestierte vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
unter Verweis auf Berichte seiner behandelnden Ärzte
an. Vielmehr sei er krankheitsbedingt nicht in der Lage, einer Erwerbstätig
keit nachzugehen (vgl. E. 2.2).
4.2.2
Soweit ersichtlich macht der Versicherte nicht geltend, aus somatischen Gründen in seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Davon ist in Anbetracht der medizinischen Aktenlage denn auch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht auszugehen.
Zum einen äusserte sich der behandelnde Hausarzt
Dr.
D._
nicht in diesem Sinne (vgl. E.
3.5), und
zum anderen
konnte
auch
Dr.
Y._
im Rahmen der
internistisch-rheumatologischen Untersuchungen
keine schwerwiegenden objektiven Befunde
erheben
, welche eine Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit nahelegen würden
(vgl.
Urk.
15/74/
31 ff.). Nicht zuletzt gab der Versicherte gegenüber Prof.
Dr.
Z._
an,
sich an
die Schmerzen gewöhnt zu haben, beziehungsweise
bei entsprechender Medikamenteneinnahme schmerzfrei zu sein (
Urk.
15/78/29).
4.2.3
In Bezug auf den psychischen Status des Beschwerdeführers ist zunächst mit Blick auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte der
A._
(
Urk.
6/1, 13/1) und von
Dr.
B._
(
Urk.
20)
darauf hinzuweisen, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend sind (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98). Abgesehen davon ist der
Erfahrungstatsache
Rechnung zu trage
n, dass behandelnde Arztpersonen und Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ein Administrativ
-
oder Gerichtsgutachten ist nicht
stets in Frage zu stellen und
gegebenenfalls
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Eben solche Aspekte lassen sich
den Stellungnahmen der behandelnden Ärzte
nicht entnehmen. In Bezug auf den thematisierten Alkohol- und Cannabiskonsum ist
anzumerken, dass
nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung
prinzi
piell weder Alkoholismus noch Drogenmissbrauch eine Invalidität im Sinne des Gesetzes zu begründen vermögen.
Eine
solche Sucht
wird
invalidenversiche
rungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbs
fähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S
. 30,
I 454/99 E. 2a).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht erfüllt. Abgesehen davon, dass es ausgehend vom beweis
kräftigen psychiatrischen Teilgutachten von Prof.
Dr.
Z._
an
einem Gesund
heitsschaden fehlt, welchem Krankheitswert zukommt, vertraten
selbst die behan
delnden Ärzte nicht
die Auffassung
, dass sich der Alkohol- und Cannabiskonsum auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke (vgl.
Urk.
15/19/1, 15/61
und 15/66
)
.
Sollte der Versicherte den Suchtmittelkonsum
zwischenzeitlich
tatsächlich reduziert oder gar sistiert haben (vgl.
Urk.
6/1 und 20
f.
)
, wäre
einem invalidisierenden Gesund
heitsschaden
in dieser Hinsicht ohnehin
jegliche
Grundlage entzogen
.
Zum Bericht der
A._
vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
6/1) sowie der am 2
0.
Juli 2017 attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit 2006 (
Urk.
13/1)
ist ferner festzu
halten, dass sich diesen Unterlagen keine
neuen objektiven Befunde entnehmen lassen, welche die unverändert gestellten
- und von Prof.
Dr.
Z._
nach
ein
lässlicher
Diskussion nicht bestätigten
(vgl.
Urk.
15/78/38 ff.) - Diagnosen
unter
mauern
würden
.
Namentlich zeigte der Gutachter hinsichtlich der in Frage stehenden Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.1) auf, dass sowohl das Verhalten des Beschwerdeführers anlässlich der Exploration als auch im gewöhn
lichen Alltag nicht für eine derartige psychische Erkrankung sprechen. Zu erwäh
nen ist in diesem Kontext
insbesondere die nicht eingeschränkte Nutzung von Verkehrsmitteln wie Bus, Zug und Flugzeug sowie der Besuch von Restaurants zwecks Einnahme des Mittagsessens (
Urk.
15/74/29, 15/78/30 und 15/78/42).
Hinsichtlich der ebenfalls von Prof.
Dr.
Z._
in nachvollziehbarer Weise
ver
worfenen Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung (ICD-10 F62.0)
ist ergänzend anzufügen,
dass als extreme Belastung namentlich das Erleben von Folter, Katastrophen und andauernden lebensbedroh
lichen Situationen gilt (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifika
tion psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leit
linien, 1
0.
Auflage 2015, S. 286).
Dem gewalttätigen Angriff vom 2
8.
August 2006 ist zwar eine Eindrücklichkeit nicht abzusprechen; jedoch ist dieses Ereignis
- auch mit Blick auf die erlittenen Verletzungen (vgl. E. 3.1) - nicht mit denjeni
gen vergleichbar, welche im ICD-Code beispielhaft
genannt
werden.
Hinsichtlich des Berichtes von
Dr.
B._
vom 2
2.
November 2017 bleibt anzufügen, dass jener nicht über die notwendige fachärztliche Qualifikation im Bereich Psychiat
rie und Psychotherapie verfügt (vgl. www.medregom.admin.ch), was
in Bezug auf den Beweiswert
seiner Ausführungen zum psychischen Status des Versicherten von erheblicher Bedeutung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
Im Übrigen
unterzog er die Angaben des Versicherten keiner kritischen Würdigung und
äussert
e sich
nur oberflächlich zur Arbeitsfähigkeit.
Nach dem Gesagten
vermögen die Beurteilungen der behandelnden Ärzte dieje
nige des psychiatrischen Gutachters nicht in Zweifel zu ziehen. Es ist wie in somatischer Hinsicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit im ange
stammten Tätigkeitsbereich auszugehen. Diese Schlussfolgerung überzeugt
ange
sichts der gestellten Diagnosen
(vgl.
Urk.
15/78/45)
insbesondere
auch mit Blick auf die
höchstrichterliche Praxis
, wonach Verdachts- und Z-Diagnosen nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fallen
(Urteil
e
des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis
und 8C_793/2016 vom 1
5.
September 2017 E. 8.2
).
Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht
für sämtliche psychischen Leiden die Anwendbarkeit des
indikatorengeleiteten
Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 statuiert hat (BGE 143 V 409 und 418 vom 3
0.
November 2017). Ein solches bleibt jedoch
aus Gründen der Verhältnismässigkeit
dort entbehrlich, wo im Rah
men fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begrün
deter Weise verneint wird und gegenteiligen Einschätzungen kein Beweiswert beigemes
sen werden kann (BGE 143 V 418
E. 7.1). Diese Vorausse
t
zungen sind vorliegend erfüllt.
4.3
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf das inter
disziplinäre Gutachten von
Dr.
Y._
und Prof.
Dr.
Z._
vom
7.
respektive 1
3.
Januar 2013 (
Urk.
15/74, 15/78) den Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint. Sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht ist mit
dem im Sozialversicherungsrecht massge
blichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit von einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit in den angestammten Tätigkeitsbereichen auszuge
hen.
Die
angefochtene Verfügung vom 2
4.
Mai 2017 (
Urk.
2)
erweist sich somit als korrekt, weshalb
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen
ist
.
5.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.