Decision ID: b999944e-8c04-5d99-b060-1bf22cb01c62
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972,
war seit
1.
April 2008 zu 100
%
als Gruppenleiterin Verk
auf für die Stiftung
Y._
tätig
(
Urk.
2/7
/15/8)
. Am
7.
Juni 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression mit Panik- und Angststörungen sowie ein Long-QT-Syndrom (Herzerkrankung; LQTS) bei der In
validenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
2/7
/6)
. Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm diverse Abklärungen vor
und holte
, nachdem Eingliederungs
massnahmen gescheitert waren (
Urk.
2/
7/14,
2/
7/54),
das Gutachten der Medizinischen Abklärun
gsstelle
Z._
(nachfol
gend: MEDAS)
vom
4.
November 2014 ein
(
Urk.
2/7/65)
. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
verneinte sie mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2015 einen Leistungsanspruch mit der Begründung, die angestammte Tätigkeit könne mit ei
ner zumutbaren Willensanstrengung ohne Einschränkungen ausgeübt werden, weshalb ein invalidisierender Gesundheitssch
aden nicht ausgewiesen sei (
Urk.
2/2, 2/7/68). Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich schützte mit Urteil vom 3
1.
März 2016 diesen Entscheid (
Urk.
2/9
[Prozess Nr. IV.2015.00360]
). Die dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An
gelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 2
3.
Februar 2017
teilweise gut und wies die Sache an das Sozialversicherungsgericht
zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zurück (
Bundesgerichtsurteil 8C_344/2016,
Urk.
1).
2.
Daraufhin nahm das Gericht im vorliegenden, neu angelegten Verfahren mit Be
schluss vom
2
6.
April 2017 in Aussicht, bei der MEDAS
A._
ein (psy
chiatrisches) Gutachten einzuholen (
Urk.
5).
Damit wie auch mit den seitens des Gerichts formulierten Fragen an den Gutachter erklärten sich die Parteien einver
standen
(
Urk.
7-9).
Mit Eingabe vom
3.
Juli 2017 teilte die MEDAS
A._
mit, dass
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, für
die Begutachtung
vorgesehen sei (Urk.11). Dagegen erhoben die Parteie
n keine Einwände (
Urk.
12, 14-15
).
Mit Beschluss vom
3
1.
Juli 2017 wurde das
Gutachten veranlasst (Urk.
16
).
Am 2
5.
Oktober erstatte
Dr.
B._
das Gutachten (
Urk.
21
). Mit Eingabe vom 2
1.
Dezember 2017 nahm die Beschwerdeführerin dazu Stellung (
Urk.
26). Die IV-Stelle verzichtete auf eine Stellungnahme (
Urk.
25).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens,
die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
ein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sogenannte allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der m
edizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachperson ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ei
nen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abwei
chen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer
tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass er die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgut
achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 E. 3b/
aa
mit Hin
weisen).
2.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung. Massgebend ist dabei, ob
respektive
inwiefern sich die psychische Problematik
(bezogen auf die Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Ver
fügungserlasses vom 2
0.
Februar 2015; vgl. E. 5.4.1 hernach)
auf die Arbeitsfä
higkeit auswirkt.
Keine relevanten Einschränkungen bestehen in physischer Hin
sicht. Insbesondere wirkt sich das seit 1993 bekannte LQTS als solches nicht auf das Leistungsvermögen aus (vgl. etwa
Urk.
2/7/29 S. 1,
Urk.
2/7/40 S. 1,
Urk.
2/7/65 S. 39 und 48; ferner
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
Im Folgenden
rechtfertigt es sich, die medizinischen Akten umfassend wieder
zugeben.
3.2
Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 11. Juli 2012 (Urk.
2/
7/28 S. 5-7) eine schwere angstbetonte Depression, ICD-10 F32.2. Die Beschwerdeführerin, die seit 13. Januar 2012 bei ihr in Behandlung stehe (S. 6), habe nach einer enorm belastenden Zeit (mehrmalige Ohnmachts
an
fälle ihrer damals dreizehnjährigen Tochter vor zwei Jahren, schliesslich Feststel
lung eines LQTS auch bei dieser und darauf folgende Implantation eines Defibril
lators) zunehmende Angst- und Depressionssymptome entwickelt (S. 5). Es be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Die Prognose sei unsicher. Die – schon seit über zwei Jahren anhaltende – schwere Depression könne aufgrund des LQTS (medikamentös) nicht adäquat behandelt werden. Es sei möglich, dass sich die Symptomatik unter längerdauernden stressfreien Be
dingungen bessern würde (S. 7).
3.3
Gegenüber der IV-Stelle gab Dr.
C._
am 16. August 2012 an, die Beschwerdeführerin leide seit zirka zwei Jahren an einer zunehmenden mittel
schweren bis schweren, angstbetonten Depression, ICD-10 F31.1-2 (Urk.
2/
7/28
S. 1). Wegen Erschöpfbarkeit, Reizüberempfindlichkeit sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sei sie zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2).
3.4
Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnosti
zierte am 12. September 2012 eine seit 2009 bestehende mittelschwere bis schwere angstbetonte Depression. Das überdies seit 1984 vorhandene LQTS und der Status nach kardialer Synkope hätten keinen Einfluss auf das Leis
tungsver
mögen (Urk.
2/
7/29 S. 1). Im Jahr 2009 habe die Tochter der Beschwer
deführerin wegen ventrikulärer Arrhythmien bei einem LQTS einen implantier
baren
Kar
dioverter-Defibrillator
(ICD) erhalten. Seither sei die Beschwerdefüh
rerin psy
chisch belastet und erschöpft. Allmählich habe sich eine ängstlich-de
pressive Stö
rung entwickelt. Seit Dezember 2011 träten zudem Panikattacken auf, die sich seit Januar 2012 invalidisierend auswirkten. Seit 15. Januar 2012 sei die Be
schwerdeführerin – wegen eingeschränkter Belastbarkeit, Panikatta
cken sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen – zu 100 % arbeitsunfä
hig (S. 2 f.). Aktuell könne sie wegen der depressiven Störung nicht arbeiten; die Arbeitsfä
higkeit auf längere Sicht lasse sich aufgrund des Grades der De
pression und der Schwierigkeit der Behandlung nicht beurteilen (S. 7).
3.5
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde die Beschwerdeführerin am 2. November 2012 von Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, begutachtet. Dieser stellte – gestützt auf die Akten, die telefoni
schen Auskünfte der behandelnden Psychiaterin Dr.
C._
sowie die Ergeb
nisse der eigenen (auch testpsychologischen) Untersuchung – in seiner Expertise vom 30. November 2012 (Urk.
2/
7/31 S. 2-28) folgende Diagnosen (S. 25):
-
Panikstörung, ICD-10 F41.0
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, ICD-10 F43.21
-
Verdacht auf unspezifische
Somatisierungstendenz
im Sinne einer Symp
tomausweitung
Eine mittelschwere oder gar schwere depressive Störung sei aktuell gänzlich aus
zuschliessen und habe wohl auch früher nicht vorgelegen (S. 20). Die Prog
nose bei einer Panikstörung sei bei geeigneter psychotherapeutischer Behand
lung grundsätzlich gut, und die Beschwerdeführerin verfüge durchaus über Ressour
cen. Die Dauer der Erkrankung, insbesondere die bis anhin ungenügende Behand
lung, die Überzeugung der Explorandin, dass die Prognose „ganz, ganz schlecht“ sei, das psychosoziale Umfeld mit zwei IV-Fällen in der Familie (Ehe
mann und Tochter), die „Verstärkung durch den Ehemann“, die Herzerkrankung von Tochter und Mutter sowie eine beginnende Symptomausweitung mit kör
perlichen Be
schwerden seien prognostisch ungünstige Faktoren (S. 22 und S. 27). In der an
gestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei aufgrund der fest
gestellten Inkonsistenzen und der
medizinalfrem
den
Faktoren schwierig; es sei
nach erfolgter Behandlung (kognitive Verhaltenstherapie, idealerweise in statio
närem Rahmen [S. 25]) mit einer zunehmenden Arbeitsfä
higkeit zu rechnen (S. 24). Insgesamt seien für den bisherigen ungünstigen Verlauf und die Ein
schränkungen – massgeblich, aber nicht überwiegend –
me
dizinalfremde
Fakto
ren sowie die bisher ungenügende Behandlung der Panik
störung verantwortlich (S. 25).
3.6
Die behandelnde Psychiaterin Dr.
C._ diagnostizierte am 30. De
zember 2012 weiterhin eine seit zirka zwei Jahren bestehende mittel
schwere angstbetonte Depression (Urk.
2/
7/32 S. 1). Der Befund habe sich nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der anhaltenden starken Er
schöpfbarkeit und Reizüberempfindlichkeit sowie wegen Konzentrations- und Gedächtnisstö
rungen nach wie vor nicht in der Lage, zu arbeiten (S. 2).
3.7
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom 21. Februar bis 18. April 2013 statio
när behandelt hatten, stellten die Ärzte der Klinik
F._
AG in ihrem (un
datierten) Bericht
nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (Urk.
2/
7/40 S. 1):
-
Panikstörung mit Agoraphobie, ICD-10 F40.01
-
Schwere depressive Episode, ICD-10 F32.2
Keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus folgenden Diagnosen:
-
LQTS mit Status nach Arrhythmien, Synkopen, unter Behandlung mit Be
ta
blockern seit Jahrzehnten beschwerdefrei; Cave: Antidepressiva (ausser Johanniskraut) und Neuroleptika sowie Gabapentin/Pregabalin kontrain
diziert
Während des Klinikaufenthalts habe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Einschränkend auf das Leistungsvermö
gen wirkten sich die psychopathologischen Symptome aus; generell weise die Beschwerdefüh
rerin aufgrund der kontinuierlich hohen Anspannung vor dem Hintergrund der psychischen Erkrankung eine starke Erschöpfung und eine hohe Ermüdbarkeit auf (S. 2). Die psychopathologischen Symptome führten zu
schwergradigen
Be
einträchtigungen der Mobilität, Flexibilität und Umstel
lungsfähigkeit, der Durch
halte- und Gruppenfähigkeit sowie der Konzentrati
onsfähigkeit und Belastbar
keit. Eine leidensangepasste Tätigkeit (klar struktu
rierte Arbeitsabläufe, räumliche Distanz zu Mitarbeitern, Möglichkeit, bedarfs
gerechte Pausen einzulegen, zu Fuss erreichbarer Arbeitsplatz) sei der Be
schwerdeführerin im Rahmen einer Arbeits
zeit von maximal drei Stunden täg
lich zumutbar. Mittels medizinischer Massnah
men lasse sich die Arbeitsfähigkeit noch verbessern (S. 3).
3.8
In ihrem Bericht vom 29. September 2013 stellte Dr.
C._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
2/
7/44 S. 1):
-
Mittelschwere angstbetonte Depression, ICD-10 F32.1-2
-
Panikstörung mit Agoraphobie, ICD-10 F40.01
-
LQTS
Nach dem Aufenthalt in der Klinik
F._
AG sei es der Beschwerdeführe
rin subjektiv deutlich schlechter gegangen. Die Prognose sei angesichts des bis
heri
gen Verlaufs – abhängig von äusseren Stressoren – eher ungünstig. Seit 13. Ja
nuar 2012 bestehe – aufgrund der Erschöpfbarkeit, der Angstsymptome, der Reiz
überempfindlichkeit sowie der Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen – eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Die gegenwärtige Behandlung bestehe aus einer kognitiven Verhaltenstherapie in einer Angst
gruppe im zeitli
chen Umfang von zwei Stunden wöchentlich, der Gesprächs
therapie bei ihr (Dr.
C._
) alle zwei Wochen und der Einnahme von
Temesta
bei Not
wendigkeit (S. 2).
3.9
Die Ärzte des
G._
, Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie, stellten gestützt auf die Ergebnisse zweier im August 2013 durchgeführter Abklärungsgespräche am 1. Oktober 2013 nachstehende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
2/
7/47 S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1, bestehend seit mindestens zwei Jahren
-
Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01
Der Beschwerdeführerin sei die Teilnahme an der Gruppentherapie für Pa
nik/Agoraphobie im
G._
empfohlen worden. Ihre Arbeits
fä
higkeit lasse sich aufgrund der zwei Abklärungsgespräche nicht beurteilen (S. 3).
3.10
Nachdem die Beschwerdeführerin vom 25. September bis 19. November 2013 im
G._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, an einer am
bulanten Therapie in einer Panikbewältigungsgruppe teilgenommen hatte, diag
nostizierten die Ärzte im Abschlussbericht vom 23. Januar 2014 eine Ago
rapho
bie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01 (Urk.
2/
7/51 S. 1). Die Beschwerde
führerin habe sehr aktiv und motiviert an der Gruppentherapie teilgenommen und im Ver
lauf – auch wenn eine erhebliche Symptomatik fortbestanden habe – über Fort
schritte bei der Bewältigung ihrer Panik-Episoden berichtet (S. 2).
3.11
Die Ärzte der MEDAS
Z._
stellten, nachdem sie die Beschwerdeführerin Ende September 2014 allgemein-internistisch, psychiatrisch und kardiologisch untersucht hatten, in ihrem Gutachten vom 4. November 2014 nachstehende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
2/
7/65 S. 39):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
-
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10 F32.1
-
Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1
-
Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10 F40.01
-
LQTS mit reaktiver Angstsymptomatik
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
-
LQTS (Erstdiagnose 1993)
-
Status nach dreimaligen Synkopen
-
reaktive Angstsymptomatik
-
familiäre Form mit LQTS bei der Tochter (mit ICD)
-
Mediale Meniskusläsion und retropatellare
Chondropathie
Knie rechts
-
Status nach Schulterluxation rechts
-
mit radiologischer Hill-
Sachsläsion
Schulter rechts
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gruppenleiterin im Verkauf in der Confi
se
rie-Abteilung der Stiftung
Y._
(Behindertenwerk) sei sie aufgrund der – objektiv feststellbaren – Angst- und Panikattacken, der depressiven Ent
wicklung mit den damit verbundenen Einschränkungen der Konzentration und der Auf
merksamkeit und der eingeschränkten Fähigkeit, die Verantwortung für Behin
derte wahrzunehmen, seit 11. Juli 2012 zu 100 % arbeitsunfähig. Diese Arbeits
unfähigkeit lasse sich mit zumutbarer Willensanstrengung nicht über
winden (S. 41 f. und S. 43). In einer leidensangepassten Tätigkeit, bei der sie den Arbeits
weg nicht alleine bewältigen und nie (auch nur für kurze Zeit) al
leine arbeiten müsse, bei der sie nicht Auto fahren müsse und die keine Sturz
gefahr bärgen, bestehe noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 42 f.).
3.12
Dr.
B._
diagnostizierte im Gerichtsgutachten vom 2
5.
Oktober 2017
-
m
it
Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
eine chronische, gegenwärtig mittel
gradige bis schwere, bisher weitgehend therapieresistente, depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), ein
e generalisierte Angststörung (ICD-10 F
41.1) sowie eine
chro
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41;
Urk.
21 S. 17).
Aufgrund der
mittelgradige
n
bis schwere
n Depression sei die Leistungsfähigkeit in jeglicher
Tätigkeit deutlich reduziert
(
Urk.
21 S. 28). Dazu kämen
die Auswirkungen der Schmerzen
(
Urk.
21 S. 28).
Eben
falls einge
schränkt w
e
rde die Arbeitsfähigkeit
durch die relativ stark ausgeprägte Angststö
rung (
Urk.
21 S. 28). Aus diesen Gründen
könne
die Beschwerdeführerin
keine Führungsfunktionen
mehr
übernehmen, insbesondere nicht solche
betreffend
be
hinderte Mitarbeiter. Auch eine Verkaufstätigkeit mit hoher Publikumsfrequenz sei ungeeignet. Es bestehe daher eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit (
Urk.
21 S. 28
+30
).
Da die Ausdauer, das Selbstvertrauen, die kognitiven Fä
hig
keiten (
vor allem die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisfunktionen
)
, das Arbeitstempo, die Verkehrsfähigke
it, der Antrieb sowie
-
infolge Schlafstö
rungen
-
die Regenerationsfähigkeit
eingeschränkt seien und zudem Schwankun
gen in der Leistungsfähigkeit bestünden
,
sei die Arbeitsfähigkeit auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin habe
einen vermehrten Pausen- und Erholungsbedarf.
Möglich sei
ihr
eine Präsenzzeit von sechs Stunden pro Tag (75
%
). Überdies sei die Leistungsfähigkeit um etwa einen Drittel (35
%
) eingeschränkt. Insgesamt sei
daher aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
in einer Ver
weistätigkeit auszugehen
(
Urk.
21 S. 28 f.).
Aufgrund der Akten sei ausgewiesen, dass die Arbeitsunfähig
keit in
der bisherigen
Tätigkeit Anfang 2012 eingetreten sei.
Der Gesundheitszu
stand und damit auch die Arbeitsfähigkeit in
der
Verweistäti
gkeit habe
ge
schwankt
(
Urk.
21 S. 30).
Verglichen mit dem Gutachten von
Dr.
E._
vom 3
0.
November 2012 liege ein deutlich verschlechterter affektiver Gesundheitszu
stand vor. Verglichen mit dem MEDAS-Gutachten vom
4.
November 2014 be
stehe eine leichte Verschlechterung (
Urk.
21 S. 25). Es könne davon ausgegangen werden, dass zur Zeit der Begutachtung durch
Dr.
E._
eine Einschränkung
in
der Arbeitsfähigkeit von 30
%
und im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung sowie der leistungsabweisenden Verfügung vom 2
0.
Februar 2015
eine Einschränkung von 4
0
%
bestanden habe
(
Urk.
21 S. 30 f.). Die aktuelle Einschätzung gelte ab dem Untersuchungszeitpunkt
(1
3.
Oktober 2017;
vgl.
Urk.
21 S. 31 sowie letzte, dem Gutachten angeheftete Seite). Im Weiteren
wies
Dr.
B._
darauf hin, dass es zur Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
neben einer Anpassung der subjektiven Einschätzung
auch eine
r
Unterstützung durch berufliche Massnah
men
bedürfe
. Überdies sei allenfalls
eine Arbeitstherapie in einer psychiatrischen Tagesklinik angezeigt
, um
Selbstvertrauen und eine Tagesstruktur aufzubauen. Im Rahmen der Therapie brauche es wahrscheinlich ein Training durch die psy
chiatrische Spitex, damit die Beschwerdeführerin den Arbeitsweg mit öffentlichen
Verkehrsmitte
ln alleine bewältigen könne
(
Urk.
21 S. 29).
4.
Das ausführliche und sorgfältige
Gerichtsgutachten
von
Dr.
B._
wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Der Gutachter erhob detaillierte Befunde, berücksichtigte die geklag
ten Beschwerden und setzte sich mit diesen sowie mit dem Verhalten der Be
schwerdeführerin auseinander. Zudem legte er die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dar. Das Gutachten erfüllt mithin die rechtspre
chungsgemässen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungs
grundlagen (BGE 134 V 231
E. 5.1, vgl. E. 1.5 hiervor
)
.
Ärztlicherseits besteht Einigkeit
darüber
, dass in der angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit besteht. Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B._
ist sodann ausgewiesen, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit ab
dem Zeitpunkt der
Begutachtung (1
3.
Oktober 2017)
aus medizinischer Sicht
eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
vorliegt.
Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit
in
einer leidensangepassten
Tätigkeit
seit der Krankschreibung per 1
5.
Janu
ar 2012 anbe
langt, ist
ebenfalls
der (retrospektiven) Einschätzung von
Dr.
B._
zu folgen.
Dr.
E._
hatte im Gutachten vom
2.
No
vember 2012, welches mithin
vor Ablauf der einjährigen Wartefrist (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG) erstattet worden war
, noch eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit verneint (
Urk.
2/7/31 S. 25).
Dr.
B._
geht von
einer
Einschränkung von 30
%
zum damaligen Zeit
punkt aus (
Urk.
21 S. 30). Diese Divergenz wirkt sich, wie im Rahmen des Ein
kommensvergleichs darzule
gen sein wird (nachfolgend E. 6
),
jedoch
nicht auf den Rentenanspruch aus.
Die
Ärzte
der
MEDAS
Z._
attestierten
im Gutachten vom
4.
November 2014 ausgehend von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1), einer posttrau
matischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und
einer
Agoraphobie mit Panik
s
törung (ICD-10 F40.01)
eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensan
gepassten Tätigkeit
(
Urk.
2/7/65 S. S. 42). Laut Einschätzung von
Dr.
B._
hat sich d
er Gesundheitszustand seither
verschlechtert (
Urk.
21 S. 25 und 30), was sich auch im Schweregrad der diagnostizierten depres
siven Störung niederschlägt. Anders als die Ärzte der MEDAS
Z._
postulierte er
hinsichtlich des Zeitpunkt
s
von
dere
n
Begut
achtung eine
(höhere)
Arbeitsfähigkeit von 60
%
. Dazu ist festzuhalten, dass eine
psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei er
folgen
kann
. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb
dessen verschiedene medizinisch-psychiat
rische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Ex
perte lege
artis
vorgegangen ist (Bundesgerichtsurteil 9C_78/2014 vom 1
8.
März 2014 E. 4).
Da dem Gerichtsgutachten erhöhte Beweiskraft zukommt (vgl. E. 1.5 hiervor), ist auf die Einschätzung von
Dr.
B._
abzustellen.
Dem Bericht von
Dr.
C._
vom 2
9.
September 2013 ist zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach dem Aufenthalt in der Klinik
F._
verschlechterte (
Urk.
2/7/44). Es rechtfertigt sich daher die Annahme, dass
ab Krankschreibung per 1
5.
Januar 2012
bis Mitte April 2013
(Austritt aus der Klink per 1
8.
April 201
3
, vgl.
Urk.
2/7/40)
eine
Arbeitsfähigkeit
in
einer leidensangepassten
Tätigkeit
von 7
0
%
, danach bis zum Zeitpunkt
der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Februar 2015 respektive bis zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
B._
Mitte Oktober 20
17
eine solche von 6
0
%
und seither eine solche von 50
%
besteht
.
5.
5.1
Mit
BGE 143 V 409 und
BGE 143 V 418 änderte das Bundesgericht se
ine bis
herige Praxis insofern
, als es er
kannte, dass die für somato
forme Schmerz
störungen ent
wickelte Rechts
prechung, wonach in einem struk
turierten Beweis
verfahren an
hand von Indikatoren die tatsächliche Arbeits- und Leistungs
fähig
keit der be
troffenen Person zu ermitteln ist, künftig auf sämtliche psychischen Erkrankun
gen Anwendung findet.
5.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
des
gericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E.
3.4-3.6 und E. 4.1;
Bundesgerichts
urteil
9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
5.3
Neben den durch den Rechtsanwender zu prüfenden allgemeinen beweisrechtli
chen Vorgaben (E. 4.2.1 u. 4.2.2) ergibt sich daher aus BGE 141 V 281 Folgendes: Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, kann zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfä
higkeit (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die
an
schliessende
juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versi
cherten Person noch zugemutet wer
den kann (BGE 140 V 193 E. 3.2
). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl.
BGE 141 V 281 E. 3.7.2
). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachver
ständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung
des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall
gemäss
der entsprechend formulierten Fragestell
ung (BGE 141 V 281 E. 5.2
). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingun
gen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
schliessen
las
sen
(BGE 143 V 418
E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechts
anwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281
E. 5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann an
zunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsme
dizinischen Vorgaben Rechnung getragen wur
de (BGE 141 V 281 E. 6).
Gelangt der Rechtsanwender nach dieser Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gut
achten erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizini
schen
Massstäbe
wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es beweiskräftig und die darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach
Massgabe
des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht stattfinden (BGE 141 V 281 E
. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub
, in: Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversiche
rungsrechtstag
ung 2016, S. 142
Ziff.
3.3.3).
5.4
5.4.1
Das Sozialversicherungsgericht prüft die
Rechtmässigkeit
der Verwaltungsverfü
gung nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zu deren Erlass ereignen (vgl. statt viel
er BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Relevant ist
somit
der Zeitraum
bis zum
Verfü
gungszeitpunkt vom 2
0.
Februar 201
5.
Die Prüfung der
Standardindikatoren
kann vorliegend
gestützt auf das Gerichtsgutachten vom 2
5.
Oktober 2017
erfol
gen
. Dieses
äussert
sich zwar
namentlich zur Situation im
Begutachtungszeit
punkt. Dies fällt jedoc
h
nicht
massgeblich
ins Gewicht,
da seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Februar 2015 nur eine leichte Verschlechte
rung eingetreten ist (vgl.
Urk.
21 S. 25).
5.4.2
Mit Bezug auf die Gesundheitsbeeinträchtigung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1) ist zunächst festzuhalten, dass gemäss Gerichtsgutachter eine ängstlich geprägte mittelgradige bis schwere Depression vorliegt (
Urk.
21 S. 24). Die MEDAS-Gutachter hatten noch
eine
nur
mittelgradige Depression diagnostiziert (
Urk.
2/7/65 S. 39,
Urk.
21 S. 23). Der Gerichtsgutachter schloss denn
auch auf eine leichte
Verschlechterung des affektiven Gesundheitszustands (
Urk.
21 S. 25). Die Angststörung beurteilte er als schwer und die chronische Schmerzstörung als mittelgradig (
Urk.
21 S. 20+22)
. Zur Agoraphobie mit Panikstörung bemerkte er, dass die Beschwerdeführerin ein ausgeprägte
s
Vermeidungsverhalten zeige und unter Ängsten in Menschenmengen leide (
Urk.
21 S. 20
). Die Folgen dieser Leiden sind gesamthaft zu würdigen (BGE 143 V 418 E. 8.1).
5.4.3
Was
Verlau
f und Ausgang von Therapien
als wichtige Schweregradindikatoren (BGE 143 V 409 E. 4.5.2)
anbelangt, ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
in regelmässiger
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung
steht
. Die Konsultationen erfolgen etwa alle zwei Woch
en (
Urk.
21 S. 13). Auch befand sich die Beschwerdeführerin
in stationärer Behandlung. Die an sich indizierten Anti
depressiva kann sie aus kardialen Gründen nicht einnehmen (
Urk.
21 S.
25
,
27
und
33
). Sie erhält deshalb Benzodiazepine (
Urk.
21 S. 25). Die bisher beanspruch
ten Behandlungen sprechen für einen hohen Leidensdruck (vgl.
Urk.
21 S. 27)
, was auch
im Hinblick auf den beweisrechtlich entscheidenden Aspekt der Kon
sistenz bedeutsam ist
(vgl. nachfolgend E. 5.4.6
; BGE 141 V 281 E. 4.4)
. Bisher standen kognitive Verhaltenstherapien im Vordergrund. Als
weitere Behand
lungsoption
empfiehlt der
Gerichtspsychiater eine hypno-
systemische und/oder eine körperorientierte Psychotherapie (
Urk.
21 S. 33).
5.4.4
Unter dem Indikator Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) ist eine Gesamtbe
trachtung der Wechselwirkung und sonstigen Bezüge zwischen der mittelgradi
gen bis schweren depressiven Episode, der Agoraphobie, der Angststörung und der Schmerzstörung erforderlich. In Präzisierung von BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 fallen Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich be
deutsame Komorbiditäten in Betracht, wenn ihn
en im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wi
rkung beizumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1). Den Komorbiditäten trug der Gerichtsgutachter bei der Formulierung des Zumutbar
keitsprofils Rech
nung. So hielt er die Ausübung von Führungsfunktionen
sowie
die Tätigkeit mit hoher Publikumsfrequenz nicht mehr und die noch möglichen Verweistätigkeiten nur noch in einem reduzierten Pensum für möglich.
5.4.5
Als ressourcenhemmende Faktoren
, die im Komplex Persönlichkeit (Persönlich
keitsdiagn
o
stik, persönliche Ressourcen; BGE 141 V 281 E. 4.3.2)
zu berücksich
tigen sind,
bestehen
die bereits erwähnten Diagnosen.
E
rschwerend
kommt hinzu
, dass auch der
Ehemann
der Beschwerdeführerin
an gesundheitlich
en Problemen leidet (
Urk.
21
S. 19).
Ihre soziale
n
Kon
takt
e beschränken sich mittlerweile auf die Familie und die professionellen Helfer (
Urk.
21 S. 19)
.
Als sie noch erwerbs
tätig war, bestand zudem eine Mehrfachbelastung als Hausfrau und Mutter (
Urk.
21 S. 19). Daneben weist die Beschwerdeführerin aber auch Ressourcen auf. Sie findet Rückhalt in ihrer Familie, ist intelligent, verfügt über eine Berufsaus
bildung und ist leistungsorientiert (
Urk.
21 S. 19).
5.4.6
Gegenüber dem Gerichtsgutachter erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe keine
Interessen mehr. Das einzige, w
as sie noch mache, seien Spaziergänge, zu denen sie ihr Mann zwinge. Früher habe sie viele Hobbies gehabt und sei kreativ tätig gewesen.
Nun sitze sie einfach zu
Hause, wo sie sich am sicherten fühle. Sie könne nicht allein aus dem Haus (
Urk.
21 S. 13). Dazu ist relativierend festzuhalten, dass der Gerichtsgutachter eine Tendenz zur Verdeutlichung feststellte (
Urk.
21 S. 26). Gleichzeitig
aber
verneinte
er bei der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4)
eine Diskrepanz zwischen der
subjektive
n Beschwerdeschilderung, der
psycho
metrische
n
Untersuchung
, de
n
Vorakten
und de
m
Verhalten der Beschwerdefüh
reri
n in der Untersuchungssituation (
Urk.
21 S. 27). Es finden sich in den Akten zumindest bezogen auf den Zeitpunkt der Begutachtung denn auch keine Hin
weise auf ungleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in
vergleich
baren Lebensbereichen, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Gerichtsgutachter für eine leidensangepasste Tätigkeit nicht eine vollständige Arbeitsu
nfähigkeit, sondern
je nach Zeitraum
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 30, 40 und 50
%
attestierte.
5.4.7
Insgesamt erscheint anhand der massgeblichen Indikatoren nachvollziehbar, dass bei der Beschwerdeführerin gewisse Ressourcen vorhanden sind, sie diese insbe
sonde
re aufgrund des mittelschweren bis schweren depressiven
Geschehens
indes
nicht voll ausschöpfen kann.
Aus juristischer Sicht ist deshalb gestützt auf die gutachterliche Einschätzung davon auszugehen, dass
ab Mitte April 2013 bis zum Zeitpunkt der angefochte
nen Verfügung vom 2
0.
Februar 2015
respektive bis Mitte Oktober 2017
(Begut
achtungszeitpunkt)
eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster
Tätigkeit von 60
%
bestand.
Ab Mitte Oktober 2017
ist
sodann
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgewiesen, wobei diese Reduktion im vorliegenden Verfahren keine Rolle spielt, da
nur
der Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 2
0.
Februar 2015 zu überprüfen ist (vgl. E. 5.4.1
hievor
).
Vor
Mitte April 2013 präsentierte sich der Gesundheitszustand anders.
Damals verfügte die Beschwerdeführerin noch über einen gut strukturierten
Tagesablauf, erledigte täglich (zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter) sämtliche im Haushalt anfallenden Arbeiten, pflegte soziale Kontakte auch ausserhalb der Fa
milie, ging fast täglich spazieren, las, hörte Musik, sah gerne Filme im TV und im Kino und unterstützte ihre Tochter b
ei der
Stellensuche (vgl.
Urk.
2/7/31 S. 8,
Urk.
2/7/65 S. 20 f., ferner
Urk.
9 E. 4.2.4 S. 13). Das Sozialversicherungsgericht verneinte im Urteil vom 3
1.
März 2016 - allerdings in Anwendung
nun überholter Rechtspraxis
- eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9). Eine genauere Überprüfung des damaligen Sachverhalts anhand der Indikatoren kann jedoch
unterbleiben, da gestützt auf das Gerichts
gutachten mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bis Mitte April 2013 aus
gewiesen ist, was einen Rentenanspruch, wie im Rahmen des Einkommensver
gleich
s
darzulegen sein wird (E. 6
), ausschliesst.
5.4.8
Die Beschwerdeführerin macht unter Bezugnahme auf das Gerichtsgutachten gel
tend, für die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit seien vorgängig berufliche Massnahmen, eine Arbeitstherapie und ein Training zur Ermöglichung der allei
nigen Bewältigung des Arbeitswegs notwendig (
Urk.
26). D
azu ist festzuhalten, dass im
Regelfall
davon
auszugehen ist,
dass eine medizinisch attestierte Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist
,
sodass daraus unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfä
higkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich vorge
nommen werden kann (Bundesgerichtsurteil
9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015
E. 4.2).
Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen So
zi
alversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120
V 368
E. 6
b
). I
m Gerichtsgutachten
werden
keine Gründe genannt,
die ent
sprechende Vorkehren der Beschwerdeführerin als unzumutbar erscheinen lassen würden.
Ein Anspruch auf vorgängige Durchführung von beruflichen
Massnah
men
oder einer Arbeitstherapie zur
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist daher zu verneinen. Was das
Training zur
Bewältigung des Arbeits
wegs
anbelangt, soll dieses
laut
Gerichtsgut
achter
dazu dienen, dass die Beschwerdeführerin alleine die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann
(
Urk.
21 S. 29). Die Beschwerde
führerin wohnt in
H._
. Es
darf
davon aus
gegangen werden
, dass sich im mittleren Umkreis
ihres Wohnortes
mögliche
Arbeitsgelegenheit
en
für sie finde
n
.
Auch dürfte
ihr ohne Weiteres zumutbar
sein
, einen entsprechenden Ar
beitsweg zu
Fuss
zurückzulegen. Die Benutzung von öffentlichen
Verkehrsmitteln und damit
das Risiko, in Menschenansammlung
en
zu geraten, kann so
weitge
hend
verm
ie
den
werden
.
Bei dieser Ausgangslage stellt sich
auch die Frage nach dem Abzug invaliditätsbedingter Gestehungskosten nicht (vgl. dazu Meyer/Reich
muth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014,
Art.
28a
N117 f.).
6.
6.1
Für den
Einkommensvergleich
sind die Verhältnisse im
Zeitpunkt
des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs
massgebend
, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 und E.
4.2; BGE 128 V 174;
Bundes
gerichts
urteile
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
Da sich die Beschwerdeführerin
am
7.
Juni 2012
bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug
anmeldete, kommt ein
Rentenanspruch frühestens per Dezember 2012
in Betracht
.
6.2
Zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, das die Beschwer
deführerin erzielen könnte
wenn sie nicht invalid geworden wäre
,
kann auf die Angaben im Arbeitgeberfragebogen abgestellt werden. Demnach hätte die Be
schwerdeführer
in
im Gesundheitsfall im Jahr 2012
Fr.
55'900.-- verdient (
Urk.
2/7/15/9).
6.3
Für die Festsetzung des Erwerbseinkommens, das die Beschwerdeführerin nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. I
nvalideneinkommen), sind
die Tabellen
l
öhne respektive
ist
die LSE 2012 heranzuziehen. Gemäss Tabelle TA1
beläuft sich der
Bruttolohn
für Frauen
beim Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten) auf der Basis des Totalwertes auf
Fr.
4'112.--. In Berücksichtigung der im Jahr 2012 be
triebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von
41,7 Stunden (
vgl. Bundesamt für Statistik
, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilunge
n, „Total“, Jahr 2012)
resultiert
ein
Betrag
von
Fr.
51‘
441.10
(
Fr.
4‘112.-- x 12 : 40 x 41.7). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ergibt
dies
Fr.
36‘008.80 (
Fr.
51‘441.10 : 100 x 70).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen.
Mit
Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise
leidensbe
dingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belas
tungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative
o
der quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, wel
che unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unter
scheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbe
werber nur bei Inkaufnahme einer
Lohneinbusse
reale Chancen
für eine Anstel
lung bestehen (Bundesgerichtsu
rteil 9C_708/2009 vom 1
9.
November 2009
E. 2.3.1). Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b
) - unter Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein
genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher
) Abzug vom Tabellenlohn (Bundesgerichtsurteil
9C_454/ 2011 vom 3
0.
Sept
ember 2011 E. 4.3.2; vgl. auch Bundesgerichtsu
rteil 8C_99/2013 vom
5.
April 2013 E. 4.1.3 in
fine
). Solches ist vorliegend nicht der Fall. Den qualitativen und quantitativen Einschränkungen trug der Gerichtsgut
achter bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereit
s hinreichend Rechnung. Dass die
Beschwerdeführerin darüber hinaus auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt in Hinblick auf die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre, ist nicht
ersichtlich. Von der
Gewährun
g eines Abzugs vom Tabellenlohn ist daher abzusehen.
6.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
36‘008.80
resultiert gemessen am
Vali
deneinkommen
von
Fr.
55‘900.-- ein Invaliditätsgrad von 36
%
.
Dies gilt, wie erwähnt, bis Mitte April 201
3.
Ab diesem Zeitpunkt
(bis Mitte Oktober 2017) be
trägt die Arbeitsfähigkeit 6
0
%
, das Invalideneinkommen mithin
Fr.
30‘864.65
(
Fr.
51‘
441.10 : 100 x 6
0
).
E
ine Hochrechnung der
Vergleichseinkommen auf das Jahr 2013 kann unterb
leiben, da sich dies bei beiden
gleichermassen
auswirken würde. Gemessen am
Valideneinkommen
ergibt sich somit ab Mitte April 2013 ein Invaliditätsgrad von 45
%
, sodass ab
1.
April 2013
der
Anspruch auf eine
Viertelsrente
ausgewiesen ist.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IV
G
sin
d
auf
Fr.
1‘0
00.-- festzu
setzen
und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht
(
GSVGer
)
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen
.
A
usgangsgemäss
ist die IV-Stelle daher zu verpflichten, der
Beschwerdeführer
in (für deren
Aufwendungen im Prozess IV.
2015.00360 sowie
im vorl
i
e
genden
; vgl. dazu
Urk.
2/1, 15, 26)
eine Pr
ozess
entschädigung von Fr. 2‘600
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen
.