Decision ID: 04669f15-4077-51c0-9e3c-dfc62211eeab
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1978
,
war seit 2002 für verschiedene Unternehmen als
Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung
tätig (
Urk.
11/31,
Urk.
11/64/14).
Am 22. Oktober 2008
meldete
sie
sich
unter Hinweis auf eine seit 5. März 2008 bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung am Handgelenk bei der
Sozialver
sicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug
(Mass
nahmen für die berufliche Eingliederung)
an (Urk. 11/1
-2
).
Nach durchgeführten
Abklärungen
wies die IV-Stelle das Begehren von
X._
um
berufliche Massnahmen
unter Hinweis darauf, dass seit dem
1.
Januar 2009 wieder eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in angestammter Tätigkeit bestehe,
mit Verfügung vom
8.
Juni 2009 ab (
Urk.
11/22). Diese Verfügung er
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 2
7.
Juli 2011
stürzte
X._
mit ihrem Motorrad
und prallte mit dem Kopf auf die Strasse (
Urk.
11/64/15)
.
Sie begab sich am selben Tag ins
Spital
Y._
, wo ein Status nach Motorradsturz mit
Schädelkon
tusion
mit persis
tie
renden Doppelbildern
sowie
Kontusion
en
Knie rechts, Schulter links und
gluteal
links
und
Dig
. I Hand rechts diagnostiziert wurde
n
(Urk.
11/33/2
0
).
Die zustän
dige Unfallversicherung, die AXA Ver
sicherung AG
(nachfolgen
d
:
AXA)
, erbrach
te Heilbe
handlung und Taggeld.
X._
meldete sich a
m 1
0.
Januar 2012
unter Hinweis
auf
seit dem 27.
Juli 2011 bestehende permanente Doppelbilder (Urk.
11/25/4)
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/25, Urk.
11/28)
.
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher (Urk.
11/
31
,
Urk.
11/41
) und medizi
ni
scher
(Urk.
11/32
,
Urk.
11/35
,
Urk.
11/37
,
Urk.
11/42
,
Urk.
11/50
,
Urk.
11/65
)
Hinsicht
und zog die Akten der AXA
(
Urk.
11/33
-34
,
Urk.
11/39
,
Urk.
11/47
, Urk. 11/68
) bei
.
Ferner gab sie
beim
Z._
,
A._
, das
internistische/ophthalmologische/neurologische/
psychiatrische
Gutachten vom 1
2.
Februar 2013
(Urk.
11/64) in Auftrag.
Mit Vorbescheid vom 1
0.
Mai 2013 stellte
sie
der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
11/73). Dagegen erhob
X._
am
5.
Juni 2013 Einwand (
Urk.
11/75).
Nach de
ss
en Prüfung verfügte die IV-Stelle am
2.
September 2013 wie vorbeschieden die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.
Hiergegen führte
X._
am
4.
Oktober 2013 Beschwerde und be
an
tragte, in Aufhebung der Verfügung vom
2.
September 2013 seien ihr die ge
setzlichen Versicherungsleistungen (Rente, berufliche Massnahmen) zuzu
spre
chen.
Eventualiter sei sie interdisziplinär zu begutachten. In verfahrens
rechtli
cher Hinsicht bean
tragte sie
die
Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung nach Art. 6
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei
heiten (
EMRK
)
sowie, dass sie vom Gericht befragt werde (Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdeführerin reichte mit Eingabe vom 1
7.
Oktober 2013 (
Urk.
6) das Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Neurologie FMH, vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
7) ein und beantragte, die Beschwerdegegnerin
sei
zur Übernahme
der
Kosten für diese
s
Gutachten
zu verpflichten
(
Urk.
6 S. 3).
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom
5.
November 2013 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
11/1-87).
Der Beschwerdeführerin wurde eine Kopie der Beschwerde
-
antwort zugestellt (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom
7.
März 2014 legte die Beschwerdeführerin die Auswertung der
Readalyzer
-
Messung der
C._
vom 1
4.
Oktober 2013 (Urk. 14/1-2) ins Recht und beantragte, die Kosten für diese Untersuchung
seien von der Beschwerdegegnerin
zu
übernehmen
(
Urk.
6 S. 3).
Die Beschwerde
führerin
erklärte
mit Eingabe vom 1
6.
Juli 2014
, sie
verzichte
auf die Durchführung einer
öffentlichen Verhandlung (Urk.
16).
Am 26. August 2014
fand eine
Instruktionsverhandlung
statt
(
Urk.
17,
Urk.
20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass
die
AXA
mit
Einspracheentscheid
vom 2
2
.
April
2013
ihre Verfügung vom 1
2.
Oktober 2012, mit welcher sie ihre Leistungen rückwirkend per 3
1.
August 2012 eingestellt hatte, bestätigte.
Die von der Beschwerde
führe
rin gegen diese
n
Einspracheentscheid
am 23
.
Mai
2013 erhobene Be
schwerde ist Gegenstand des Prozesses UV.2013.00134 und wurde mit Urteil heutigen Datums
ab
ge
wiesen
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
1.2
In der angefochte
nen Verfügung vom
2.
September 2013 führte die
Beschwer
degegnerin
im Wesentlichen
aus, gemäss ihren medizinischen Abklärungen
könne
der Beschwerdef
ü
hrerin
die angestammte Tätigkeit als
Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung
weiter
hin zugemutet werden. Aufgrund der Befunde und Diag
nosen habe bei ihr nie eine erhebliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit bestanden (
Urk.
2 S. 1). Die monokulare Diplopie an beiden Augen habe auch
durch
das
Z._
-
Gutachten
vom 1
2.
Februar 2013
AG nicht glaubhaft gemacht werden können. Aus
ophthalmologischer
Sicht
beständen
keine körperlichen Einschränkungen (
Urk.
2 S. 2). Eine Invalidität im Sinne des Gesetzes liege somit nicht vor (
Urk.
2 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort
bringt
sie
weiter
vor, hin
sichtlich der von den
Z._
-Gutachtern unter anderem diagnostizierten disso
ziativen
Empfin
dungsstörung
bestehe die Ver
mutung der Zumutbarkeit einer willent
lichen Leidensüberwindung (
Urk.
10 S.
1-2).
1.3
Die Beschwerde
führerin
stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt, dass weder auf das
Z._
-Gutachten
vom
1
2.
Februar 2013
noch auf
die
Beurteilung
des beratenden Arztes der Unfallversicherung,
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Neurologie FMH,
abgestellt werden
könne
(
Urk.
1 S.
5-7). Im
Z._
-Gutachten
vom 1
2.
Februar 2013
wer
de missachtet,
dass
es nicht darum gehe, ob objektivierbare Befunde vorliegen würden oder nicht. Sie sei von den
Z._
-Gutachtern bezüglich der Beschwerden als glaubwürdig taxiert wurde. Es sei nicht einsehbar, weshalb sie
aufgrund der sehr störenden Dop
pelbilder stets voll arbeitsfähig – auch in der
bildschirmlastigen
Tätigkeit als
Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung
– sein solle (
Urk.
1 S. 5).
Vom psy
chiatrischen
Z._
-Gutachter sei
anerkannt worden, es sei allgemein be
kannt, dass Beschwerden nach Schädelhirntrauma
ta
persistieren würden, ohne dass apparativ etwas nachweisbar sei. An anderer Stelle werde dann aber die Auf
fassung
von
Dr.
D._
übernommen, der davon ausgehe, dass Doppel
bilder ohne nachweisbare organische Pathologie nach wenigen Wochen wieder ver
schwinden sollten. Die von
Dr.
D._
und den
Z._
-Gutachtern heran
ge
zo
gene Erfahrungstatsache widerspreche diverse
n
Studien. Ausserdem könne aus der Tatsache, dass viele Leute eine Verletzung, die sich bildgebend nicht nach
weisen lasse, ohne Folgen verkraften würden, nicht auf den Einzelfall ge
schlossen werden
(
Urk.
1 S. 6).
Dr.
B._
komme zum Ergebnis, dass
durch weitere medizinische Behandlung eine wesentliche Verbesserung des Gesund
heitszustands zu erwarten sei
.
Eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes habe bereits d
urch Heileurythmie,
Kraniosakraltherapie
und Orthoptik erreicht werden können (
Urk.
6 S. 2).
Aufgrund der
Readalyzer
-M
essung vom 14.
Okto
ber 2013
ergebe sich erneut, dass sie beim Lesen und konzentrierten Arbeiten stark eingeschränkt sei (
Urk.
13 S. 3).
Sie habe Anspruch auf be
rufliche Mass
nahmen. Daher dürfe die Rentenprüfung gar noch nicht vorge
nommen werden (
Urk.
1 S. 7-8).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeits
markt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenver
si
cherung [
IVG
]
).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
–
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
–
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
3.1.1
Am
Z._
-Gutachten vom 12. Februar 2013
waren
E._
, Leiterin Geschäfts
stelle,
Dr.
med.
F._
, Medizinische Verantwortung
,
und
die
Dres
. med.
G._
, Facharzt für Neurologie FMH, Hauptgutachter,
H._
, Fach
arzt für Innere Medizin FMH, Medizinische Supervision,
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
J._
, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie FHM,
sowie
Dr. med.
K._
,
Oberärztin Augenklinik,
L._
,
b
eteiligt (
Urk.
11/
64/22,
Urk.
11/64/3
4
).
Gestützt auf die von der
Beschwerdegegnerin
zur Verfügung gestellten Akten und das psychiatrische Konsilium von
Dr.
M._
vom
9.
Oktober 2012 (
vgl.
Urk. 11/64/4-12), auf die persönliche Befragung und klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin im Fachgebiet Neurologie vom 19. Dezember 2012 so
wie auf die Unter
suchungen und Beurteilungen in den Fachgebieten Psychia
trie vom 7. De
zember 2012, Ophthalmologie vom 13. Dezember 2012 und Innere Medizin vom 19. Dezember 2012 (
vgl.
Urk. 11/64/
1) stellten die
Z._
-Gut
achter keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 11/64/
17).
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten sie: (1) Status nach Kopfanprall bei Sturz mit dem Motorrad am 27. Juli 2011, kein Hirntrauma, (2) monokulare Doppelbilder nach Angaben der Beschwerde
führe
rin, (3) Migräne ohne Aura, (4) gut kompensierte Ephorie sowie (5) disso
ziative Empfindungsstörung gemäss ICD-10: F44.6 (
Urk. 11/64/
17).
3.1.
2
Der versicherungsmedizinischen Beurteilung und Synthese der
Z._
-Gutachter kann entnommen werden, dass es beim Motorradunfall der Beschwerdeführerin vom 27. Juli 2011 unter anderem zu einem Kopfanprall gekommen sei. Es
habe
kein Bewusstseinsverlust und
es hätten
keine Gedächtnislücken bestanden. Eine milde traumatische Hirnverletzung (
commotio
cerebri) habe offensichtlich nicht
stattgefunden. Bei der MRI-Untersuchung des Schädels hätten sich keine An
haltspunkte für eine Schädigung des Hirnparenchyms finden lassen. Seit diesem Unfall klage die Beschwerdeführerin über monokulare Doppelbilder. Es handle sich dabei um rein subjektive Angaben, welche durch verschiedene augen
ärztli
che Unter
suchungen und auch durch die neurologisch-neuroradio
logische Abklärung nicht hätten objektiviert werden können (
Urk. 11/64/
17). Die mög
li
chen und äusserst seltenen Ursachen wie Linsen-Luxation, Netzhaut
ablösung und Netzhauttumor, seien durch die augenärztlichen Untersuchungen ausge
schlossen worden (
Urk. 11/64/
17-18). Die Doppelbilder liessen sich durch keine neuroanatomische Veränderung begründen. Sämtliche Hirnstammstrukturen seien intakt. Es be
stünden keine Hinweise für eine
internukleäre
Ophthal
mo
lo
gie, auch keine Myasthenie der Augenmuskeln. In den Lehrbüchern der Neuro
logie würden mono
kulare Doppelbilder einer dissoziativen Störung zu
geordnet. Bei der Unter
suchung sei dem neurologischen Gutachter auch eine „belle
indif
férence
“ aufgefallen mit einer Diskrepanz zwischen der
Beschwerde
schilderung
und fehlen
der körperlicher und psychischer Beeinträchtigung in der
Untersu
chungssituation
. Versicherungsmedizinisch entstehe dadurch keine Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 11/64/
18).
Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten keine krankheitsrelevanten psycho
pathologischen Befunde erhoben werden können. Fehlende Inkonsisten
zen sowie eine stetige Verbesserung der Beschwerden würden eher gegen eine psychische Fehlentwicklung respektive die Entstehung einer psychosomatischen oder
hist
rionischen
Entwicklung sprechen. Im klinischen Gespräch seien keine Beein
trächtigungen der kognitiv-
mnestischen
Leistungsfähigkeit ersichtlich worden (
Urk. 11/64/
18).
Bei der internistischen Untersuchung seien bei normalem internistischem Befund keine Diagnosen mit oder ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt wor
den (
Urk. 11/64/
18).
Die augenärztliche
Konsiliaruntersuchung
habe einen
orthoptisch
und ophthal
mologisch unauffälligen altersentsprechenden Befund gezeigt. Aus ophthal
mo
logischer Sicht sei keine Aussage über den Verlauf der Arbeitsunfähig
keit mög
lich gewesen (
Urk. 11/64/
18).
3.1.
3
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin führten die
Z._
-Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung aus, dass sich bei den Untersuchungen in allen Fachge
bieten keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ergeben hätten (
Urk. 11/64/
19).
Der Einschätzung des beratenden Neurologen der Unfallversicherung,
Dr.
D._
,
wonach nach allen medizinischen Erfahrungen sich die
cerebralen
Doppelbilder
im Laufe von wenigen Wochen wieder zum Normalzustand zu
rückbilden müssten, solange keine organische Pathologie nachgewiesen sei, sei beizustimmen (
Urk. 11/64/
18-19).
Dr.
D._
habe von einer überwiegend wahrscheinlich funktionellen Störung gesprochen. Bei der fachärztlichen Ab
klärung seien keine Hinweise auf das Vorliegen einer funktionellen oder
soma
toformen
Störung erhoben worden. Aus dem Fehlen nachweisbarer Veränderun
gen im bildgebenden Verfahren könne nicht im Umkehrschluss eine funktionel
le Störung diagnostiziert werden (
Urk. 11/64/
27).
Aus neurologischer und psychiatrischer Sicht habe nie eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Aus ophthalmologischer Sicht sei über den zeitlichen und
arbeits
technischen
Umfang keine Aussage möglich (
Urk. 11/64/
18-19
,
Urk.
11/64/34
).
3.
2
Die Neurologin Dr.
B._
diagnostizierte im Gutachten vom 27. September 2013 (1) einen Status nach Motorradunfall am 27. Juli 2011 mit mild
traumatic
brain
injury
, persistierender Diplopie und
cervikocephalen
Schmerzen, inter
mit
tierend in Migräne-artige Kopfschmerzen, (2) eine Migräne ohne Aura, aus
schliesslich
perimenstruell
(früher ohne
Kinestose
einhergehend) und (3)
Eso
phorie
, selten symptomatisch (Urk.
7
S. 1). Das beim Unfall vom 27. Juli 2011 erlittene Kopftrauma, der Bewusstseinsverlust, die unmittelbar nach dem Auf
prall einsetzenden Kopfschmerzen, die nachfolgenden, im Verlauf langsam
reg
redienten
kognitiven Beeinträchtigungen, die erhöhte Tagesmüdigkeit sowie der langanhaltende
Trümmel
, einhergehend mit Übelkeit (ohne Hinweis auf eine
vestibuläre
Funktionsstörung) würden für eine bei diesem Unfallereignis er
lit
tene milde traumatische Hirnverletzung sprechen. Hinzu komme eine seit dem Unfall persistierende Diplopie, beim pathologischen
Pupillo
- und
Okulo
motorik
befund
passend zu Residuen einer
Oculomotorius
- und bilateralen
Trochlearis
-Läsion beidseits.
Diplopien
nach Schädel-Hirntrauma seien bekannt und in der Regel Folge einseitiger und bilateraler
Trochlearisparesen
oder
Okulomotoriu
s
paresen
. Die persistierenden, einseitigen
cervicocephalen
Schmerzen sowie die in der Therapie beobachtete
Tonusasymmetrie
seien teil
weise mit einer aus
glei
chenden Kopfschiefh
altung zur Korrektur des Schiel
winkels zu erklären (Urk.
7
S. 2). Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als
Mitarbei
terin in der Finanzbuchhaltung
aktuell zu 50 % arbeitsunfähig (Urk.
7
S. 6).
4.
4.1
Am
Z._
-Gutachten vom 12. Februar 2013 (
Urk.
11
/
64
) wirkten insbesondere Ärzte der Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie und Psych
iatrie
mit, und es wurde in der Augenklinik des
L._
das ophthal
mo
logi
sche Konsilium vom 13. Dezember 2012 eingeholt
(
Urk.
11/64/33-34)
. Das
Z._
-Gutachten vom
12. Februar 2013 (
Urk. 11/64
) erw
eist sich demnach
für die Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
als umfassend
. Die
Z._
-Gutachter hatten Kenntnis der
Vorakten
(vgl.
Urk.
11/64/
4-12) und nahmen
dazu
, insbesondere zur Ein
schätzung des
die Unfallversicherung beratenden
Neurologen Dr.
D._
, Stellung (
Urk. 11/64/
18-19,
Urk. 11/64/
27). Sie untersuchten die Beschwerdeführerin persönlich am 7. und 19. Dezember 2012 (Urk.
11/64/1
). Am 13. Dezember 2012 fand die Untersuchung in der Augenklinik des
L._
statt (
Urk. 11/64
/33
). Die Beschwerdefüh
rerin ist von den
Z._
-Gutachtern zu ihren Beschwerden befragt worden (vgl. insbes.
Urk. 11/64/
12-14,
Urk. 11/64/
23-25,
Urk. 11/64/
29-30).
Die
Z._
-Gutachter weisen darauf hin, dass in den medizinischen Akten nach dem Motorradsturz vom 2
7.
Juli 2011 keine Folgeerscheinungen wie zum Bei
spiel eine milde traumatische Hirnverletzung erwähnt würden, und dass die MRI-Untersuchungen des Gehirns keine pathologischen Veränderungen, insbe
sondere keine posttraumatischen Pathologien ergeben hätten (
Urk. 11/64/
15). Bei der neurologischen Untersuchung hätten sich klinisch keine Ausfälle nach
weisen lassen (
Urk. 11/64/
15,
Urk. 11/64/
17). Bei der psychiatrischen Unter
su
chung wurden keine Beschwerden, welche die Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführer
in
einschränken würden, erhoben (
Urk. 11/64/
16,
Urk. 11/64/
26). Der internistische Befund war normal und es wurden keine internistischen Diag
no
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (
Urk. 11/64/
18,
Urk. 11/64/
30).
Hinsicht
lich der von der Beschwerdeführerin geklagten Doppelbilder hielt Dr.
K._
, Oberärztin Augenklinik
L._
, fest, dass die angegebenen Doppelbilder ophthalmologisch nicht hätten objektiviert werden können. Es sei ein
orthoptisch
und ophthalmologisch unauffälliger
altersent
sprechender
Befund erhoben worden, und aus ophthalmologischer Sicht bestün
den keine körperlichen Einschränkungen (Urk.
11/64/33
). Die Dop
pelbil
der konnten auch
vom Ophthalmologen Dr.
N._
(Urk. 11
/
34/3
), und
von
den Ärzten der Augenklink des
O._
[
Urk. 1
1
/
37/2
]
sowie durch eine neurologisch-neuroradiologische Abklärung (
Urk.
11/33/13,
Urk.
11/64/17)
nicht objektiviert werden.
Die Ärzte der Klinik für Neurologie des
O._
fanden
bei der neuropsychologischen Untersuchung vom 1
7.
November 2011
keine Hinweise für eine hirnorganische Störung des visuellen Systems (
Urk.
11/37/7).
Bezüglich der Aus
wirkungen der geklagten Doppelbilder auf die Arbeits
fähig
keit beziehungs
weise die Tätigkeiten der Beschwerdeführerin werden im oph
thalmologischen Konsilium der Augenklinik des
L._
vom 1
3.
Dezember 2012 die subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin wiederge
geben
(
Urk.
11/64/33
-34
). In diesem Zusammenhang ist auf die Aus
führungen des neuro
logischen
Z._
-Gutachters hinzuweisen, welcher eine Diskrepanz zwischen der Beschwerdeschilderung und fehlender körperlicher und psychi
scher Beein
träch
tigung in der Untersuchungssituation und eine Dis
krepanz zwischen ge
schilde
r
te
n
Funktionsbeeinträchtigungen und zu eruierenden Akti
vitäten des täglichen Lebens feststellte (
Urk.
11/64/14). Wie sich die ge
klagten Beschwerden im Alltag der Beschwerdeführerin effektiv aus
wirken,
kann
letzt
lich aber offen bleiben, weil mit den
Z._
-Gutachtern von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitar
beiterin in der Finanzbuchhaltung auszugehen ist (E. 4.3 nachstehend).
Die Beschwerdeführerin bringt vor, aufgrund der
Read
a
lyzer
-Messung ergebe sich, dass sie beim Lesen und konzentrierten Arbeiten stark eingeschränkt sei (
Urk.
13
S.
2-
3).
Gemäss dem von der Beschwerde
führerin eingereichten Beschrieb zur
Read
a
lyzer
-Messung (Urk.
14
/2) handelt es sich beim
Read
a
lyzer
um ein objektives Messverfahren, mit dessen Hilfe die visuellen Funktionen ge
nau analysiert, Schwerpunkte eines
Visualtrainings
gezielt festgelegt und der Trainingserfolg dokumentiert werden könne (
Urk. 14/2
S. 3). Des Weitern wird in diesem Beschrieb festgehalten, dass es durch die
Read
a
lyzer
-Messung etwa möglich geworden sei, bei einem schlecht lesenden Schüler erkennen zu kön
nen, welche visuellen Funktionen nicht richtig entwickelt worden seien, und geeignete Lösung anzubieten (
Urk. 14/2
S.
1).
Da
dieses Messverfahren
mithin
zur Feststellung von (korrigier
baren) Lese
störungen
und nicht der Erhebung von medizinischen Befunden
dient, vermögen die Ergebnisse der 10-minütigen
Read
a
lyzer
-Mes
sung beim Optiker
(
Urk.
14/1)
keine Zweifel an den Fest
stellun
gen der Oph
thalmologen des
L._
zu begründen, welche
– wie festgehalten –
einen altersents
prechenden Befund erhoben haben. Dies,
ob
wohl
die Beschwerdefüh
rerin bei der
Read
a
lyzer
-Messung vom 1
4.
Oktober 2013 gemäss der Auswertung der
C._
unter
durchschnittliche Resultate erzielte (
Urk.
14
/1).
Zu berücksichtigen ist
ferner
, dass die Beschwer
deführerin bei der neuro
psycho
logischen Untersuchung im
O._
vom 1
7.
November 2011 bei einer visuell ge
steuerten Aufgabe zur gerichteten und selektiven Aufmerksamkeit normgerechte Leistungen erbrachte (
Urk.
11/37/7).
Nach dem Gesagten erweist sich die Gesamtbeurteilung der
Z._
-Gutachter, wonach keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Finanzbuchhaltung
besteh
e
(Urk.
11/64/
19), als schlüssig und
überzeugend, weshalb darauf abzustellen ist.
4.2
Auf das Gutachten von Dr.
B._
vom 27. September 2013 (Urk.
7
) kann dem
gegenüber nicht abgestellt werden. Gemäss Dr.
B._
soll die Beschwerde
füh
rerin beim Unfall vom 27. Juli 2011 eine milde traumatische Hirnverletzung
erlitten haben (Urk.
7
S. 2
). Dr.
B._
geht hierbei davon aus, dass
es bei die
sem
Unfall zu einem Bewusstseinsverlust gekommen sei (Urk. 7
S. 2), was im Wider
spruch zum
echtzeitlichen Bericht des Spitals
Y._
(Urk.
11
/
33/22
)
steht.
Es kommt hinzu, dass es g
emäss der Beurteilung der
Z._
-Gutachter beim
Motor
radsturz
vom 27. Juli 2011 nicht zu einer milden traumatische
n
Hirnverletzung (
commotio
cerebri)
gekommen sei
(
Urk.
11/64/
17)
.
Ferner hält
Dr.
B._
dafür, dass ein pathologischer
Pupillo
- und
Okulomo
torikbefund
passend zu Residuen einer
Oculomotorius
- und bilateralen
Trochlearis
-Läsion bestehe (Urk.
7
S. 2).
In den übrigen ophthalmologischen Berichten wird eine
solche
Gesundheitsstörung allerdings nicht beschrieben
beziehungsweise diag
nostiziert
(insbes. Urk.
11/33/13 [
Dr.
N._
],
Urk.
11/37 [Augenklinik des
O._
]
, Urk.
11/64/33-34 [Augenklinik des
L._
])
.
4.3
Gemäss der Gesamtbeurteilung der
Z._
-Gutachter vom 12. Februar 2013 (Urk.
11/64
) besteht keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bis
herigen Tätigkeit als
Mitarbeiterin
in der Finanzbuchhaltung (
Urk. 11/64/
19).
Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung vom
2
.
September
2013
(
Urk.
2) als rechtens.
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sie Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (
Urk.
1 S. 8). Berufliche Massnahmen sind indes nicht Gegenstand der angefochtenen Rentenverfügung
vom 2.
September 2013 (
Urk.
2)
, weshalb
diese Frage im vorliegenden Verfahren nicht zu prüfen ist (vgl.
BGE 125 V 413 E. 1a mit weiteren Hinweisen)
.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Den Anträgen der Beschwerdeführerin auf Übernahme der Kosten für das Gutach
ten von Dr.
B._
vom 27. September 2013 (Urk.
7
) und der
Read
aly
zer-Messung
(Urk.
14
/1-2) durch die Beschwerdegegnerin (Urk.
6
S. 3, Urk.
13
S. 3) kann nicht gefolgt werden,
da dieses Gutachten und der Bericht zur
Readalyzer
-Messung
der
C._
vom 1
7.
Februar 2014
(Urk. 14/1-2)
nach dem Gesagten zur Beurteilung der Beschwerde nicht notwen
dig waren
(vgl. Art. 45 Abs. 1 Satz 2 ATSG; Urteil des Bun
des
gerichts U 143/04 vom 22. Dezember 2004 E. 6.1 mit Hinweisen).
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
800
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.