Decision ID: c653ae42-a2d0-57fc-9b82-88b6d017b8fa
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 12. Mai 2020 stellte die Eidgenössische Finanz-
marktaufsicht FINMA (nachfolgend: Vorinstanz) fest, dass die
X._ ag, A._ und B._ in unzulässiger Weise eine be-
willigungspflichtige Emissionshaustätigkeit nach aBEHG (zit. in E. 3.1;
heute: Wertpapierhaus nach dem Finanzinstitutsgesetz) ausgeübt und da-
mit aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer verletzt hatten. Die Gesell-
schaft wurde aufgelöst und unter Einsetzung einer Liquidatorin in Liquida-
tion versetzt. Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
A.b Mit Zwischenbericht vom 2. Oktober 2020 beantragte die Liquidatorin
der Vorinstanz unter Beilage der Liquidationseröffnungsbilanz per 12. Mai
2020 sowie des Inventars, über die X._ ag in Liquidation sei wegen
begründeter Besorgnis einer Überschuldung der Konkurs zu eröffnen und
die bisherige Liquidatorin als Konkursliquidatorin einzusetzen.
A.c Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 beantragten A._, ehemaliger
einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der X._ ag
in Liquidation, und B._, ehemaliges einzelzeichnungsberechtigtes
Verwaltungsratsmitglied, es sei dem Begehren auf Konkurseröffnung im
jetzigen Zeitpunkt nicht stattzugeben, die Liquidatorin aus wichtigen Grün-
den umgehend abzusetzen und stattdessen eine geeignete Liquidatorin zu
ernennen. Das Liquidationsverfahren sei zu sistieren bis einzelne strittige
Bilanzpositionen geklärt seien. Falls zu einem späteren Zeitpunkt dennoch
der Konkurs eröffnet werden müsse, sei die bisherige Liquidatorin nicht als
Konkursverwalterin einzusetzen. Die Liquidatorin äusserte sich mit Stel-
lungnahme vom 16. Oktober 2020 dazu.
A.d Mit Schreiben vom 14. Oktober 2020 gewährte die Vorinstanz der
X._ ag in Liquidation das rechtliche Gehör zum Zwischenbericht
der Liquidatorin vom 2. Oktober 2020. Mit Stellungnahme vom 26. Oktober
2020 äusserten sich A._ und B._, hielten an ihren Anträgen
vom 7. Oktober 2020 fest und stellten weitere Anträge zu einzelnen Bilanz-
positionen. Mit weiteren Verfahrensschritten, der Liquidation oder der Kon-
kurseröffnung sei zuzuwarten, bis das die Steuerforderung betreffende
Rechtsmittelverfahren abgeschlossen sei.
A.e Am 10. November 2020 fand eine Besprechung zwischen Vertretern
der Vorinstanz und der der X._ ag in Liquidation statt. Mit E-Mail
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vom gleichen Tag erklärte die Vorinstanz, dass ihrer Ansicht nach bei der
Gesellschaft ein Passivenüberschuss von Fr. 961'696.80 bestehe. Die
ehemaligen Organe hätten in Aussicht gestellt, diesen auszugleichen. Ein
bedingungsloser Aktiveneinschuss von 1 Mio. Fr. sei bis zum 25. Novem-
ber 2020 einzuzahlen. Sollte sich die Vermögenslage der Gesellschaft
nach der Einzahlung erneut verändern, so dass abermals die begründete
Besorgnis einer Überschuldung entstünde, bleibe die Konkurseröffnung
vorbehalten.
A.f Mit Schreiben vom 30. November 2020 erklärte die Vorinstanz, die Sis-
tierung eines Liquidationsverfahrens sei im Bankengesetz nicht vorgese-
hen. Sei eine Sanierung ausgeschlossen und eine Gesellschaft wie vorlie-
gend überschuldet, sei unverzüglich die Konkursliquidation anzuordnen.
Aufgrund der aktuellen Einschätzung der finanziellen Situation der
X._ ag in Liquidation werde deren Liquidation auf dem Weg des
Konkurses angeordnet. Die Vorinstanz räumte der Gesellschaft das recht-
liche Gehör zur Einsetzung der bisherigen Liquidatorin als Konkursliquida-
torin ein.
A.g Mit Stellungnahme vom 7. Dezember 2020 äusserten sich A._
und B._ zu einzelnen Verbindlichkeiten und erklärten erneut ihre
Bereitschaft, Fr. 500'000.– einzuschiessen, um den drohenden Konkurs
abzuwenden. Sie reichten Unterlagen ein, die ihrer Ansicht nach belegten,
dass die Gesellschaft der Gläubigerin Y._ Ltd nichts mehr schulde.
Sie ersuchten die Vorinstanz, den Entscheid betreffend die Steuerforde-
rung abzuwarten, bis über das weitere Vorgehen entschieden werde, da
davon die Liquidität der Gesellschaft abhänge.
A.h Mit Eingabe vom 9. Dezember 2020 reichten A._ und
B._ der Vorinstanz ergänzende Unterlagen zur Y._ Ltd ein.
A.i Die Liquidatorin äusserte sich mit Stellungnahme vom 18. Dezember
2020 zu den neu eingereichten Dokumenten und ihren in diesem Zusam-
menhang vorgenommenen Abklärungen. Mit E-Mail vom 12. Januar 2021
reichte die Liquidatorin der Vorinstanz Korrespondenz vom 11. Januar
2021 mit einer Gläubigerin der X._ ag in Liquidation nach.
B.
Mit Verfügung vom 8. Februar 2021 eröffnete die Vorinstanz über die
X._ ag in Liquidation den Konkurs und legte den Zeitpunkt der Kon-
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kurseröffnung auf den 9. Februar 2020 (recte: 2021), 8.00 Uhr fest (Dispo-
sitiv-Ziff. 1 und 2). Die Vorinstanz setzte gleichzeitig eine Konkursliquidato-
rin ein und berechtigte sie, angemessene Kostenvorschüsse einzuverlan-
gen (Dispositiv-Ziff. 3 und 7). Den bisherigen Organen der Gesellschaft
wurde die Vertretungsbefugnis entzogen (Dispositiv-Ziff. 4). Die
Vorinstanz veranlasste die Publikation der Konkurseröffnung auf ihrer In-
ternetseite und im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) am
(...) Februar 2021 und erliess gleichzeitig den Schuldenruf (Dispositiv-
Ziff. 5). Das zuständige Handelsregisteramt wurde angewiesen, die ent-
sprechenden Einträge im Handelsregister am (...) Februar 2012 (recte:
2021) vorzunehmen und die sich daraus ergebenden Änderungen im Han-
delsregister nachzuführen (Dispositiv-Ziff. 6). Die Vorinstanz verfügte die
sofortige Vollstreckbarkeit von Dispositiv-Ziff. 1-8 und entzog einer allfälli-
gen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Dispositiv-Ziff. 8). Schliess-
lich auferlegte die Vorinstanz die Verfahrenskosten für den Erlass der Ver-
fügung und die Überwachung der Konkursliquidatorin der X._ ag in
Liquidation und setzte die Kosten für die Verfügung auf Fr. 16'266.20 fest
(Dispositiv-Ziff. 9).
C.
C.a Mit Eingabe vom 16. Februar 2021 erhoben A._ und
B._ "namens und auftrags des Hauptaktionärs und der ehemaligen
Organe" der X._ ag in Liquidation Beschwerde gegen die Verfü-
gung der Vorinstanz vom 8. Februar 2021 (Verfahren B-690/2021). Sie be-
antragten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und kein Kon-
kurs auszusprechen, sondern die ordentliche Liquidation anzuordnen (1).
Es sei festzustellen, dass die Gesellschaft nicht überschuldet sei (2). So-
fern die Publikation des Konkurses am (...) Februar 2021 erfolge, sei das
zuständige Handelsregisteramt anzuweisen, die Konkurseröffnung zu lö-
schen (3), und die Vorinstanz anzuweisen, die Aufhebung des Konkurses
auf ihrer Webseite und im SHAB zu publizieren (4). Die eingesetzte Kon-
kursliquidatorin sei abzusetzen und durch eine unbefangene und für diese
Aufgabe geeignete zu ersetzen (5). Eventualiter sei die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (6). In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die
umgehende Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sowie die An-
ordnung verschiedener vorsorglicher Massnahmen. Über diese sei super-
provisorisch, eventualiter provisorisch zu entscheiden.
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C.b Mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2021 trat das Bundesverwal-
tungsgericht auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung und den Erlass vorsorglicher Massnahmen superprovisorisch we-
gen voraussichtlich fehlender Beschwerdelegitimation einstweilen nicht
ein. Mit Stellungnahme vom 3. März 2021 beantragte die Vorinstanz unter
Einreichung der Vorakten, die prozessualen Anträge seien abzuweisen und
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Das Bundesverwaltungsgericht
trat mit Urteil B-690/2021 vom 25. März 2021 mangels Beschwerdebefug-
nis auf die Beschwerde nicht ein.
D.
Mit Eingabe vom 11. März 2021 erhoben A._ und B._ – nun
im Namen der X._ ag in Liquidation (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rerin) – Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügung
vom 8. Februar 2021 mit folgenden Anträgen:
"1. An den Rechtsbegehren Ziff. 1-6 der Beschwerdeschrift vom 16. Februar
2021 wird im Grundsatz festgehalten, soweit sie nicht von den Ereignissen
überrollt wurden und nachfolgend ergänzt werden.
2. Es sei festzustellen, dass die ehemaligen Organe der Beschwerdeführerin
unter dem Titel der Geschäftsführung ohne Auftrag i.S.v. Art. 419 ff. OR zur
Beschwerde befugt sind."
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung und den Erlass verschiedener vorsorglicher
Massnahmen sowie Akteneinsicht wie folgt:
"1. Es sei entgegen Ziff. 8 der Verfügung der FINMA vom 8. Februar 2021 die
aufschiebende Wirkung der Beschwerde gemäss Art. 55 Abs. 3 VwVG umge-
hend wiederherzustellen und den Vollzug der Ziff. 1 und 6 der Verfügung auf-
zuschieben, bis das Beschwerdeverfahren rechtskräftig entschieden ist.
2. Es sei das Handelsregisteramt des Kantons C._ umgehend anzu-
weisen, die per (...) Februar 2021 erfolgte Publikation eines Konkurses der
X._ ag in Liq. rückwirkend auf den 9. Februar 2021 rückgängig zu ma-
chen, bis das Beschwerdeverfahren rechtskräftig entschieden ist.
3. Es sei die FINMA umgehend anzuweisen, die Publikation des Konkurses
der X._ ag in Liq. auf ihrer Internetseite umgehend zu löschen, bis das
Beschwerdeverfahren rechtskräftig entschieden ist.
4. Es sei das unter Verletzung des rechtlichen Gehörs erwähnte E-Mail der
Z._ vom 11. Januar 2021 vorläufig aus dem Recht zu weisen, bis den
Beschwerdeführern das rechtliche Gehör gewährt wurde und sie zum Inhalt
des E-Mails Stellung beziehen können.
5. Es sei die gemäss Dispositivziffer 3 der Verfügung vom 8. Februar 2021 als
Konkursliquidatorin eingesetzte K._ AG abzusetzen und durch eine un-
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befangene und für diese Aufgabe geeignete Liquidatorin und – falls eventuali-
ter am Konkurs festgehalten werden würde – als Konkursliquidatorin zu erset-
zen.
6. Es sei der Konkursliquidatorin (die eingesetzte oder eine allfällig neue) um-
gehend zu untersagen, weiter Handlungen vorzunehmen, die den Konkurs
präjudizieren.
7. Es sei die Konkursliquidatorin (die eingesetzte oder eine allfällig neue) um-
gehend anzuweisen, die ehemaligen Organe der Beschwerdeführerin
B._ und A._ für berechtigt zu erklären, die X._ ag in liq.
in diesem Verfahren zu vertreten bzw. zu bevollmächtigen.
8. Es sei die Konkursliquidatorin (die eingesetzte oder eine allfällig neue) um-
gehend anzuweisen, die Vollmacht an L._ gmbh umgehend wiederher-
zustellen, damit der Steuerbescheid i.S.d. X._ ag in liq. mit rechtzeiti-
gem Rekurs beim (Gericht) C._ angefochten werden kann.
9. Eventualiter sei für den Fall, dass die Vollmacht von der Liquidatorin nicht
erteilt wird, festzustellen, dass B._ und A._ aIs ehemaligen Or-
gane für die X._ ag in liq. in Geschäftsführung ohne Auftrag (gem.
Art. 419 ff. OR) oder als Prozessbeteiligte i.S.v. Art. 48 VwVG handeln und zur
Vertretung befugt sind.
10. Es sei Akteneinsicht in das Schreiben der Z._ vom 11. Januar 2021
zu gewähren."
E.
Mit Zwischenverfügung vom 15. März 2021 erkannte das Bundesverwal-
tungsgericht A._ und B._ die Berechtigung zu, als ehema-
lige Organe der Beschwerdeführerin im Namen der Gesellschaft Be-
schwerde gegen die angefochtene Verfügung zu führen. Das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und den Erlass vorsorgli-
cher Massnahmen wurde einstweilen abgewiesen, wobei Verwertungs-
handlungen einstweilen auf sichernde und werterhaltende Massnahmen
beschränkt wurden. Von der Beschwerdeführerin wurde ein Kostenvor-
schuss erhoben und der Vorinstanz Frist angesetzt, sich zum Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und den Erlass vorsorgli-
cher Massnahmen zu äussern.
F.
Mit Stellungnahme vom 27. April 2021 beantragte die Vorinstanz, die pro-
zessualen Anträge 1-6 aus der Beschwerdeschrift vom 16. Februar 2021
und deren Ergänzungen 1-10 aus der Beschwerdeschrift vom 11. März
2021 seien abzuweisen und die einstweilige Beschränkung der Verwer-
tungshandlungen auf sichernde und werterhaltende Massnahmen sei auf-
zuheben.
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G.
Mit Verfügung vom 3. Mai 2021 hiess das Bundesverwaltungsgericht den
Antrag der Beschwerdeführerin auf Akteneinsicht in die E-Mail der
Z._ AG vom 11. Januar 2021 gut. Eine Kopie der fraglichen E-Mail
samt Beilagen und der damit zusammenhängenden Korrespondenz ging
einschliesslich einer Kopie des Aktenverzeichnisses der erstinstanzlichen
Verfahrensakten an die Beschwerdeführerin.
H.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Mai 2021 wies das Bundesverwaltungsge-
richt das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung und Erlass vorsorglicher Massnahmen ab, soweit
diese nicht gegenstandslos geworden waren. Die mit Zwischenverfügung
vom 15. März 2021 angeordnete einstweilige Beschränkung der Verwer-
tungshandlungen auf sichernde und werterhaltende Massnahmen wurde
aufgehoben. Folgende Akten aus dem Verfahren B-690/2021 wurden in
das vorliegende Beschwerdeverfahren beigezogen: Beschwerdeschrift
vom 16. Februar 2021, Stellungnahme der Vorinstanz vom 3. März 2021
einschliesslich der damals eingereichten erstinstanzlichen Verfahrensak-
ten.
I.
Mit Vernehmlassung vom 1. Juni 2021 beantragte die Vorinstanz, die An-
träge 1 bis 6 aus der Beschwerdeschrift vom 16. Februar 2021 und deren
Wiederholung in Nr. 1 der Beschwerdeschrift vom 11. März 2021 seien ab-
zuweisen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes
vom 22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. e
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Die Beschwerdeführerin ist eine Aktiengesellschaft nach Art. 620 ff.
des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220) und anwaltlich
vertreten. Die Rechtsanwältin wurde am 14. Juli 2020 vom ehemaligen ein-
zelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratspräsidenten sowie von einem
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vormals einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratsmitglied der Gesell-
schaft mandatiert. Diesen wurde die Vertretungsbefugnis für die Beschwer-
deführerin anlässlich der Einsetzung der Untersuchungsbeauftragten am
13. August 2019 durch die Vorinstanz zwar entzogen und der Entzug mit
Verfügung vom 12. Mai 2020, mit welcher die Beschwerdeführerin aufge-
löst und in Liquidation versetzt wurde, bestätigt. Die sich aus der Organ-
stellung bzw. Organvertretung (Art. 55 des Schweizerischen Zivilgesetz-
buchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) ergebende Befugnis, mit
direkter Wirkung für die juristische Person Beschwerde zu führen, wird je-
doch praxisgemäss durch den Eintritt in die Liquidation, die Einsetzung ei-
nes Liquidators und die Konkurseröffnung nicht berührt (BGE 131 II 306
E. 1.2.1; Urteil des BGer 2C_136/2019 vom 14. Januar 2020 E. 1.2 m.H.).
Daher sind ehemals zeichnungsberechtigte Organe einer durch die Vor-
instanz in Liquidation oder Konkurs versetzten Gesellschaft trotz Entzugs
bzw. Dahinfallens ihrer Vertretungsbefugnis berechtigt, gegen den entspre-
chenden Unterstellungs- bzw. Liquidationsentscheid sowie gegen das
nachträgliche Konkurserkenntnis zwar nicht im eigenen Namen, jedoch in
jenem der Gesellschaft in aufsichtsrechtlicher Liquidation Beschwerde zu
führen (Urteil des BGer 2C_101/2011 vom 21. September 2011 E. 1.2.1).
1.3 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren
teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch
die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 des Ver-
waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]).
Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse daran, die Mo-
dalitäten der Durchführung der Liquidation (gemäss den anwendbaren ge-
sellschaftsrechtlichen Normen oder gemäss aufsichtsrechtlicher Spezial-
gesetzgebung) überprüfen zu lassen und ist daher zur Beschwerde legiti-
miert (Urteil des BGer 2C_858/2017 vom 15. März 2018 E. 1.3.2 in fine).
1.4 Die Beschwerdeführerin stellt nebst dem Antrag auf Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung und Anordnung der ordentlichen Liquidation ein
Feststellungsbegehren. Grundsätzlich sind Feststellungsentscheide ge-
genüber rechtsgestaltenden bzw. leistungsverpflichtenden Verfügungen
subsidiär (BGE 131 I 166 E. 1.4; Urteil des BGer 2C_963/2017 vom 25. Juli
2018 E. 1.2). Das fragliche Rechtsbegehren, wonach festzustellen sei,
dass die Beschwerdeführerin nicht überschuldet sei, hat keine selbstän-
dige Bedeutung, weil mit dem Gestaltungbegehren letztlich dasselbe er-
reicht werden kann, namentlich die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
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gung und damit die Aufhebung des Konkurserkenntnisses. Auf das Fest-
stellungsbegehren (Antrag 2 in der Beschwerdeschrift vom 16. Februar
2021) ist daher nicht einzutreten.
1.5 Die Beschwerdeführerin hat den Kostenvorschuss bezahlt (Art. 63
Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist im dar-
gelegten Umfang einzutreten.
2.
2.1 Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleistete und in
den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkreti-
sierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs dient einerseits der Sachaufklä-
rung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstellung des Ein-
zelnen eingreift (BGE 140 I 99 E. 3.4). Als Mitwirkungsrecht umfasst der
Anspruch alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen und auf
den Prozess der Entscheidfindung Einfluss nehmen kann (BGE 135 II 286
E. 5.1).
2.2 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.
Die Vorinstanz habe ohne Kenntnis der Beschwerdeführerin Beweise von
einer Dritten eingeholt (E-Mail Z._ AG vom 11. Januar 2021) und in
nicht nachvollziehbarer Weise auf dieser Grundlage über die Konkurseröff-
nung entschieden, obwohl die Beschwerdeführerin belegt habe, dass die
fragliche Verbindlichkeit nicht bestehe. Die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben, stütze sich die angebliche Überschuldung doch einzig auf
diese bisher unbekannte Verbindlichkeit. Der Beschwerdeführerin sei das
rechtliche Gehör zu den Ausführungen der Z._ AG nicht gewährt
und das Akteneinsichtsrecht sei verletzt worden, indem diese Korrespon-
denz nicht offengelegt worden sei. Im Übrigen seien die (erhöhten) Anfor-
derungen an die Begründungspflicht vorliegend nicht eingehalten worden.
2.3 Die Vorinstanz führt aus, sie habe der Beschwerdeführerin mehrmals
Gelegenheit zu Äusserung gegeben und diese habe sich wiederholt, ins-
besondere auch zur Bewertung der Geschäftsvorfälle Y._
Ltd/Z._ AG geäussert. Die unklare Urheberschaft der von der Be-
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schwerdeführerin im Dezember 2020 eingereichten Dokumente habe An-
lass gegeben, deren Echtheit durch die Liquidatorin abklären zu lassen.
Zudem habe eine Besprechung stattgefunden, an welcher die Beschwer-
deführerin ihre Sicht habe darlegen können. Darüber hinaus seien ihre
Stellungnahmen in der angefochtenen Verfügung berücksichtigt worden.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht vor.
2.4 Art. 29 BV garantiert die ordnungsgemässe Anwendung des jeweils an-
wendbaren Verfahrensrechts (Urteil des BGer 2C_918/2015 vom 20. Juli
2016 E. 3.2.2; BVGE 2018 IV/5 E. 4.3). Das Verfahren vor der FINMA rich-
tet sich nach den Bestimmungen des VwVG (Art. 53 FINMAG). Gemäss
Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest
und bedient sich nötigenfalls der genannten Beweismittel, wobei deren Auf-
zählung nicht abschliessend ist (Urteil des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni
2018 E. 8.4.2). Die Behörde hat im Rahmen des Zumutbaren den ent-
scheiderheblich erscheinenden Umständen nachzugehen (Urteil des
BVGer B-616/2012 vom 11. Juli 2012 E. 2.2.1). Entscheid- bzw. rechtser-
heblich sind alle Tatsachen, welche die tatbeständlichen Voraussetzungen
der anwendbaren Norm erfüllen (Urteil des BGer 2C_168/2019 vom
15. April 2019 E. 2.5).
2.5 Vorliegend bestand Anlass für die Vorinstanz bzw. die Liquidatorin, die
Umstände der fraglichen Geschäftsvorfälle näher abzuklären, zumal die
Beschwerdeführerin bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend ge-
macht und mehrmals ausgeführt hatte, dass diese Verbindlichkeit aus ihrer
Sicht gar nicht (mehr) bestehe bzw. dass sie der Y._ Ltd nichts mehr
schulde. Die Beschwerdeführerin hatte mit Eingaben vom 7. und 9. De-
zember 2020 der Vorinstanz Dokumente eingereicht, aus denen nach An-
sicht der Vorinstanz nicht klar erkennbar gewesen sei, ob die fragliche For-
derung tatsächlich (noch) Bestand hatte oder nicht. Der Umstand, ob und
in welcher Höhe eine Forderung der Y._ Ltd oder der
Z._ AG bestand bzw. besteht, ist für die Frage der Überschuldung
der Beschwerdeführerin und damit für die Beurteilung der Voraussetzun-
gen nach Art. 25 Abs. 1 des Bankengesetzes vom 8. November 1934
(BankG, SR 952.0) rechtserheblich.
2.6 Die Behörde hört die Parteien an, bevor sie verfügt (Art. 30 Abs. 1
VwVG). Entsprechend besteht ein Anspruch, vor Erlass der Verfügung
Stellung zu nehmen. Das rechtliche Gehör vermittelt einen Anspruch, der
dem Betroffenen in Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und das Beweisergebnis zusteht, hingegen keinen Anspruch
http://links.weblaw.ch/2C_918/2015
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Seite 11
auf vorgängige Anhörung zur Rechtsanwendung (vgl. BGE 132 II 485
E. 3.4; BGE 129 II 497 E. 2.2). Die Wirksamkeit des Anhörungsrechts ist
von weiteren Teilgehalten des rechtlichen Gehörs abhängig, insbesondere
vom Akteneinsichtsrecht (Art. 26-28 VwVG) und von genügenden Kennt-
nissen über den Verfahrensverlauf, indem die Parteien in geeigneter Weise
über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundlagen vorweg zu ori-
entieren sind (BGE 140 I 99 E. 3.4). Wie weit dieses Recht geht, lässt sich
nicht generell, sondern nur unter Würdigung der konkreten Umstände be-
urteilen; entscheidend ist, ob dem Betroffenen ermöglicht wurde, seinen
Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (BGE 144 I 11 E. 5.3).
2.7 Es ist unbestritten, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin vor Er-
lass der angefochtenen Verfügung nicht zu ihren bzw. den Abklärungen der
Liquidatorin hinsichtlich der fraglichen Verbindlichkeit angehört hat, obwohl
sie in der angefochtenen Verfügung u.a. auf diese Abklärungen abstellt.
Die Unterlagen, namentlich die E-Mail der Z._ AG vom 11. Januar
2021, wurden – soweit ersichtlich – lediglich zu den Akten genommen. Da-
mit hat die Vorinstanz das Äusserungsrecht verletzt. Eine nicht besonders
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise
als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich
vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie
auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist
darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von ei-
ner Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und so-
weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un-
nötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich-
gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-
teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2).
Indem das Bundesverwaltungsgericht das entsprechende Akteneinsichts-
gesuch der Beschwerdeführerin gutgeheissen und ihr die gesamte fragli-
che Korrespondenz zugestellt hat (vgl. Sachverhalt, Bst. G), sind die ge-
nannten Voraussetzungen erfüllt und da die Beschwerdeführerin Gelegen-
heit zur Äusserung vor Bundesverwaltungsgericht hatte, bleibt die diesbe-
zügliche Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz folgenlos.
2.8 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt die Verpflichtung der Be-
hörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Be-
gründung einer Verfügung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-
troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in
voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann
http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-497
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(BGE 141 III 28 E. 3.2.4). Die Verfügung muss kurz die wesentlichen Über-
legungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf
die sie ihren Entscheid stützt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Dabei ist es nicht
erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Viel-
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-
schränken (BGE 136 I 229 E. 5.2). Die verfassungsrechtlich geforderte Be-
gründungsdichte ist nicht einheitlich festgelegt. Deren Anforderungen sind
je nach Komplexität des Sachverhalts und/oder des der Behörde einge-
räumten Ermessensspielraums sowie der Eingriffsintensität des Ent-
scheids unterschiedlich (BGE 129 I 232 E. 3.3; BGE 125 II 369 E. 2c).
2.9 Die Begründung in der angefochtenen Verfügung für die Konkurseröff-
nung genügt den Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
an die Begründungspflicht. Die Vorinstanz führt aus, weshalb und in wel-
chem Umfang die Beschwerdeführerin überschuldet und daher der Kon-
kurs zu eröffnen sei. Diesbezüglich sind auch die sich aus dem Ermes-
sensspielraum der FINMA als Fachbehörde ergebenden erhöhten Anfor-
derungen an die Begründungspflicht (vgl. E. 3.2 in fine) erfüllt. Gleiches gilt
für die Einsetzung der ehemaligen Liquidatorin als Konkursliquidatorin so-
wie den von der Vorinstanz beurteilten Verfahrensantrag der Beschwerde-
führerin auf Sistierung des Liquidationsverfahrens. Eine Verletzung der Be-
gründungspflicht ist nicht ersichtlich.
3.
3.1 Geht eine Gesellschaft unbewilligt einer den Banken oder – wie vorlie-
gend – den bewilligten Effektenhändlern vorbehaltenen Tätigkeit nach,
kann die FINMA sie im Rahmen der allgemeinen Verfassungs- und Verwal-
tungsgrundsätze aufsichtsrechtlich liquidieren (BGE 139 II 279 E. 4.2;
BGE 136 II 43 E. 3.2 m.H.; Art. 37 Abs. 2 und 3 FINMAG vorliegend i.V.m.
Art. 36 aBörsengesetz vom 24. März 1995 [aBEHG, AS 2008 5207 ff.,
5244]). Die aufsichtsrechtliche Liquidation erfolgt grundsätzlich nach ge-
sellschaftsrechtlichen Regeln (vgl. Art. 739 ff. OR; BGE 131 II 306
E. 4.1.3). Erweist sich die Gesellschaft als überschuldet oder dauernd zah-
lungsunfähig, ist über den unbewilligt handelnden Finanzintermediär ana-
log den Art. 33 ff. BankG der Bankenkonkurs zu eröffnen und durchzufüh-
ren (für Effektenhändler: Art. 36a aBEHG; Urteil des BGer 2C_898/2010
vom 29. Juni 2011 E. 3.1). Das allgemeine Schuldbetreibungs- und Kon-
kursrecht kommt in diesem Fall bloss in entsprechend modifiziertem Um-
fang zur Anwendung (Urteil des BGer 2C_858/2017 vom 15. März 2018
B-1113/2021
Seite 13
E. 2.4). Die Sanierungsfähigkeit (Art. 28 ff. BankG) des unbewilligt tätigen
Finanzintermediärs braucht i.d.R. nicht mehr gesondert geprüft zu werden:
Mit der nachträglichen Verweigerung der Erteilung der erforderlichen Be-
willigung und der Anordnung der Liquidation ist eine Fortführung als bewil-
ligter bzw. unterstellter Betrieb ausgeschlossen (BGE 136 II 43 E. 3.2; Ur-
teil des BGer 2C_352/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 4.2).
3.2 Eine Überschuldung liegt vor, wenn die Zwischenbilanz ergibt, dass die
Forderungen der Gesellschaftsgläubiger weder zu Fortführungs- noch zu
Veräusserungswerten gedeckt sind (BGE 131 II 306 E. 4.3.1), d.h. wenn
die Aktiven nicht mehr das gesamte Fremdkapital decken, wobei im Rah-
men der Finanzmarktaufsicht der Nachweis einer formellen Überschuldung
nicht erforderlich ist. Das Vorliegen vernünftiger, nachvollziehbarer Um-
stände, die auf eine bestehende oder unmittelbar bevorstehende Über-
schuldung schliessen lassen, genügt hierfür (Urteile des BGer 2C_136/
2019 vom 14. Januar 2020 E. 3.5.1 und 2C_858/2017 vom 15. März 2018
E. 3.3 m.H.). Von ernsthaften Liquiditätsproblemen ist auszugehen, wenn
das unbewilligte Institut nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsver-
pflichtungen nachzukommen, bzw. die bestehende Liquidität die fällig ge-
wordenen oder in Kürze fällig werdenden Forderungen nicht mehr deckt
(Urteil des BGer 2C_858/2017 vom 15. März 2018 E. 3.3 m.H.). Das Bun-
desgericht erachtet es als zulässig, im Interesse der Gläubiger die Aktiven
und die Forderungen der potenziellen Gemeinschuldnerin vorsichtig zu be-
werten, doch müssen die entsprechenden Einschätzungen jeweils nach-
vollziehbar begründet werden (Urteil des BGer 2C_101/2011 vom 21. Sep-
tember 2011 E. 4.1.1). Wann der kritische Punkt zur begründeten Besorg-
nis einer Überschuldung oder ernsthafter Liquiditätsprobleme erreicht ist,
lässt sich nicht allgemein sagen, weshalb der FINMA als Fachbehörde
diesbezüglich ein nicht unerheblicher (technischer) Ermessensspielraum
zukommt. Dieser Ermessensspielraum geht jedoch mit erhöhten Anforde-
rungen an die Begründungspflicht einher: Die FINMA muss ihren Entscheid
im Einzelfall rechtsgenügend begründen (Art. 35 Abs. 1 VwVG), die blosse
abstrakte Vermutung einer Überschuldung genügt nicht (Urteil des BGer
2C_136/2019 vom 14. Januar 2020 E. 3.3).
4.
4.1 Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin verfüge über Aktiven
von Fr. 2'889'538.61, denen Passiven von Fr. 3'987'441.06 gegenüber-
stünden, woraus eine Unterdeckung von Fr. 1'097'902.45 resultiere. Das
B-1113/2021
Seite 14
Fremdkapital werde durch die Aktiven nicht mehr in vollem Umfang ge-
deckt. Es bestehe daher nicht nur die begründete Besorgnis einer Über-
schuldung, sondern selbige sei bereits eingetreten. Die Überschuldung sei
grösser als der im Entwurf vorliegende Rangrücktritt der Gläubigerin
D._ über Fr. 92'000.–, der daher bedingungsgemäss für den Kon-
kursfall keine Berücksichtigung finde. Bei dem in Aussicht gestellten Zu-
schuss von A._ über Fr. 500'000.– handle es sich lediglich um einen
unverbindlichen Hoffnungswert, der mangels Zahlungseingangs bzw.
rechtsverbindlicher Zusage nicht berücksichtigt werden könne. Demzu-
folge sei der Konkurs über die Beschwerdeführerin zu eröffnen.
4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die angefochtene Verfügung sei unver-
hältnismässig. Bei zutreffender Sachverhaltsermittlung sei sie nicht über-
schuldet. Im Gegenteil resultiere ein Aktivenüberschuss von mehr als
Fr. 100'000.–. Die Liquidationseröffnungsbilanz sei tatsachenwidrig und die
Bewertung der Passiven durch die Liquidatorin nicht korrekt. Folglich fehle
es an der begründeten Besorgnis einer Überschuldung. Diese werde kon-
struiert. Der Vollzug des Konkurses hätte vorliegend einen zusätzlichen
Strafcharakter, der nicht im Sinne des Kapitalmarkts sei. Auch nach dem
Schuldenruf und im Verlauf des Liquidationsverfahrens seien keine neuen
Forderungen hinzugekommen, die nicht bereits von der Untersuchungsbe-
auftragten festgestellt worden und in die Verfügung vom 12. Mai 2020 ein-
geflossen seien, in der lediglich die Liquidation angeordnet worden sei. Es
bestehe daher kein Grund, nun fast ein Jahr später den Konkurs auszu-
sprechen.
4.3 Die Vorinstanz führt vernehmlassungsweise aus, den Vorbringen der
Beschwerdeführerin sei nichts zu entnehmen, das am Vorliegen eines Kon-
kursgrundes, wie in der angefochtenen Verfügung dargestellt, etwas zu än-
dern vermöchte. Im Ergebnis trage die Beschwerdeführerin keinen ande-
ren Sachverhalt vor, den die Vorinstanz vermeintlich unberücksichtigt ge-
lassen oder unrichtig festgestellt habe. In der Verfügung sei von einer Über-
schuldung von Fr. 1'097'902.45 ausgegangen worden. Diese reduziere
sich in Berücksichtigung der Einspracheentscheide der kantonalen Steuer-
verwaltung nun auf Fr. 960'892.–. Selbst wenn die Verbindlichkeit aus den
Geschäftsvorfällen Y._ Ltd/Z._ AG unberücksichtigt bleibe,
sei die Beschwerdeführerin überschuldet. Im Übrigen stelle im Falle einer
Insolvenzerklärung, wie vorliegend mit dem Antrag der Liquidatorin vom
2. Oktober 2020 erfolgt, der Nachweis des Wegfalls einer einzelnen For-
derung kein Konkurshindernis dar. Stattdessen müsse der Nachweis er-
bracht werden, sämtliche Verbindlichkeiten bedienen zu können.
B-1113/2021
Seite 15
4.4
4.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Steuerverbindlichkeit betrage
nach dem Einspracheentscheid vom 11. Februar 2021 Fr. 500'710.– (in der
Liquidationseröffnungsbilanz noch mit Fr. 636'584.– bilanziert). Durch das
Ergreifen weiterer Rechtsmittel sei eine weitere Reduktion um Fr. 70'000.–
auf Fr. 430'000.– möglich. Sinngemäss macht sie geltend, die Prüfung ei-
nes Konkursgrundes könne nicht auf diese Position gestützt werden, da
das Steuerverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Zudem würde die
Gläubigerin durch die Konkurseröffnung geschädigt, weil die Forderung im
Bankenkonkurs nur in der 3. Klasse kolloziert werde.
4.4.2 Die Vorinstanz bestreitet die Reduktion der Steuerverbindlichkeit
nicht. Diese betrage per Saldo noch Fr. 499'573.75. Eine weitere Reduk-
tion sei aber unrealistisch. Im Übrigen verkenne die Beschwerdeführerin
das Wesen eines Konkurseröffnungsverfahrens. Dieses sei summarisch.
Wichtigster Grundsatz sei die Verfahrensbeschleunigung im Hinblick auf
ein rasches Eingreifen. Eine rasche Entscheidung sei wichtiger als die ab-
schliessende Untersuchung der materiellen Wahrheit. Ein streitiger Um-
stand sei nicht im strikten Sinn zu beweisen. Vielmehr gelte ein solcher als
erstellt, wenn dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sei. An-
dernfalls könne die Gemeinschuldnerin in spe die Rechtsdurchsetzung ein-
fach durch Bestreitung von Verbindlichkeiten behindern. Selbst wenn man
die Steuerverbindlichkeit nicht als erwiesen erachten wollte, sei die Ge-
meinschuldnerin aus buchhalterischer Sicht ohnehin gehalten, zumindest
eine Rückstellung in Höhe der ernsthaft geltend gemachten, ungewissen
Steuerverbindlichkeit zu verbuchen.
4.4.3 Die Vorinstanz durfte die Steuerverbindlichkeit (im zwischenzeitlich
reduzierten Umfang von Fr. 499'573.75) berücksichtigen. Streitige Verbind-
lichkeiten sind in der Liquidation sicherzustellen (Art. 744 Abs. 2 OR). Be-
dingte und bestrittene Gläubigerforderungen sind in der Liquidationseröff-
nungsbilanz zu passivieren (MASSIMO CALDERAN/RICCARDO GEISER, in:
Jeannette K. Wibmer [Hrsg.], Kommentar Aktienrecht, Zürich 2016,
Art. 742 N 6). Mittlerweile ist die Sache soweit die direkte Bundessteuer
betreffend vor dem kantonalen (Gericht) hängig. Der Ausgang des Verfah-
rens braucht aber für Beurteilung der Frage der Überschuldung der Be-
schwerdeführerin nicht abgewartet zu werden. Die Frage, in welcher
Klasse eine Forderung künftig kolloziert wird, ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin für die Überschuldungsprüfung unerheblich.
B-1113/2021
Seite 16
4.5
4.5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, aus den Geschäftsvorfällen
Y._ Ltd/Z._ AG existiere keine Verbindlichkeit. Die diesbe-
züglichen Feststellungen der Vorinstanz seien zivilrechtlich und damit ma-
teriell-rechtlich falsch, da eine inexistente Forderung nicht abgetreten wer-
den könne. Wenn die Z._ AG eine eigene Forderung geltend ma-
chen wolle, müsse sie diese belegen. Die Vorinstanz könne nicht einfach
eine Forderung umdeuten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass
sich die Y._ Ltd und die Z._ AG durch die Geltendmachung
einer nicht (mehr) existenten Forderung zum Nachteil der Beschwerdefüh-
rerin bereichern wollten.
4.5.2 Die Vorinstanz führt aus, es sei streitig, ob und in welcher Höhe aus
den komplexen Geschäftsvorfällen im Dreiecksverhältnis zwischen der Be-
schwerdeführerin, der Y._ Ltd und der Z._ AG Forderungen
und Verbindlichkeiten resultierten. Nach unterschiedlichen Vorbringen im
vorinstanzlichen Verfahren sei die Beschwerdeführerin nun der Ansicht, es
resultiere insgesamt keine Verbindlichkeit, da die Y._ Ltd erklärt
habe, per 30. November 2020 mit der Beschwerdeführerin auseinanderge-
setzt zu sein. Diese Erklärung bestätige aber nicht, dass generell keine
Forderungen und Verbindlichkeiten resultierten, sondern sie betreffe nur
das Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Y._ Ltd.
Das ursprüngliche Dreiecksverhältnis werde zu einem Zweiparteienver-
hältnis. Bei der Abklärung der Urheberschaft dieser Erklärung habe die
Y._ Ltd klargestellt, dass ihre Aussagen nicht das Verhältnis der Be-
schwerdeführerin zur Z._ AG betreffen würden. Seither mache die
Z._ AG eine Forderung gegenüber der Beschwerdeführerin gel-
tend. Im Ergebnis habe sich daher an der Bewertung dieser Geschäftsvor-
fälle und an der Vermögenssituation der Beschwerdeführerin nichts geän-
dert. Es werde weiterhin eine Verbindlichkeit von Fr. 493'000.– geltend ge-
macht. Für die Frage der Überschuldung sei nicht relevant, ob diese Ver-
bindlichkeit gegenüber der Y._ Ltd oder der Z._ AG be-
stehe, sondern einzig, ob eine solche bestehe bzw. ernsthaft geltend ge-
macht werde. Die Bezeichnung der Gläubigerin spiegle damit weniger eine
materiell abschliessende Zuordnung der Verbindlichkeit zu einer konkreten
Gläubigerin wieder, zumal die beiden Gesellschaften nach Angaben der
Beschwerdeführerin von denselben Eigentümern kontrolliert würden.
Selbst wenn man diese Verbindlichkeit nicht berücksichtigen wollte, sei die
Beschwerdeführerin überschuldet.
B-1113/2021
Seite 17
4.5.3 Es ist erstellt, dass die Y._ Ltd keine Forderung (mehr) gegen-
über der Beschwerdeführerin geltend macht. Dies haben die Abklärungen
der Beschwerdeführerin übereinstimmend mit denjenigen der Vorinstanz
bzw. der Liquidatorin ergeben. Es ist ebenfalls erstellt, dass nun die
Z._ AG eine Forderung von Fr. 493'000.– gegenüber der Be-
schwerdeführerin geltend macht. Diese Verpflichtung haben die Vorinstanz
und die Liquidatorin in der Überschuldungsprüfung berücksichtigt. Mit E-
Mail vom 11. Januar 2021 reichte die Z._ AG der Liquidatorin Un-
terlagen zu ihrer geltend gemachten Forderung ein. Darin legt die
Z._ AG dar, Zahlungen an die Y._ Ltd ausgerichtet zu haben
für den Erwerb von Anleihensobligationen (Bezeichnung), welche den Kun-
den der Beschwerdeführerin zustünden. Daraus ist zwar nicht ersichtlich,
ob die Z._ AG einen Forderungsübergang oder eine neue eigene
Forderung geltend macht. Aber jedenfalls steht fest, dass die
Z._ AG eine Forderung gegenüber der Beschwerdeführerin geltend
macht, weshalb es nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz diese
Forderung bei der Beurteilung der Überschuldung der Beschwerdeführerin
berücksichtigt hat. Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammen-
hang beantragte Zeugeneinvernahme des ehemaligen Untersuchungsbe-
auftragten ist in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen, weil daraus
keine entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, da
seine Abklärungen in diejenigen der Liquidatorin bereits eingeflossen sind.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
gegenüber der Z._ AG im Gegenzug eine Forderung von
Fr. 569'266.25 geltend macht, die letztere bestreitet, weshalb die Forde-
rung in Anwendung des Vorsichtsprinzips von der Liquidatorin mit Fr. 0.00
bewertet worden und auch von einer Verrechnung abgesehen worden ist.
4.6
4.6.1 Die Beschwerdeführerin rügt, obwohl A._ Fr. 500'000.– zuge-
sagt habe, sei dieser Betrag nicht in die Aktiven aufgenommen worden. Die
ehemaligen Organe der Beschwerdeführerin seien bereit, diesen Betrag
der Gesellschaft Zug um Zug gegen die Aufhebung des Konkurses zur Ver-
fügung zu stellen, um die ordentliche Liquidation durchführen zu können.
4.6.2 Die Vorinstanz führt aus, A._ habe mit nicht unterzeichnetem
Schreiben vom 29. September 2020 erklärt, Fr. 500'000.– zur Verfügung
zu stellen, um einen Konkurs abzuwenden. Als Gegenleistung verlange er
die Abtretung mehrerer Vermögenswerte (Wert: in der Buchhaltung mit
Fr. 1'445106.19 angeben, in der Liquidationseröffnungsbilanz mit
B-1113/2021
Seite 18
Fr. 22'000.– beziffert). Bis heute sei aber weder ein Zahlungseingang bei
der Beschwerdeführerin eingegangen noch habe diese einen rechtlich ver-
bindlichen Anspruch auf einen Vermögenszuwachs gegenüber A._
erhalten. Dieser sei lediglich gewillt, aber nicht verpflichtet, den Zuschuss
zu leisten, wie die Beschwerdeführerin selber einräume. Zudem stehe die
Bereitschaft unter der Bedingung, dass kein Konkurs eröffnet werde. Daher
verändere sich die Vermögenssituation im Rahmen der Überschuldungs-
prüfung nicht. Wäre der Zuschuss bereits geleistet, würde der Aktivposition
eine entsprechende Passivposition gegenüberstehen, weil der Zuschuss
zurückerstattet werden müsste. Ein Zuschuss könnte auch nur dann von
Relevanz sein, wenn die festgestellte Überschuldung geringer sei als der
Mittelzufluss, was ohnehin nicht der Fall sei.
4.6.3 Aus den Akten geht hervor, dass A._ am 29. September 2020
eine mit "Absichtserklärung" bezeichnete Bestätigung zu Handen der Li-
quidatorin verfasst hat. Darin bestätigt er, einen Betrag von Fr. 500'000.–
auf ein Sperrkonto einzubezahlen, um die Liquidation der Beschwerdefüh-
rerin zu ermöglichen und einen Konkurs abzuwenden. Weiter erklärt er,
dass der einbezahlte Betrag zurückerstattet werden müsse, sollte die Li-
quidation nicht durchgeführt werden können. Ausserdem macht er seine
Zahlung von einer schriftlichen Bestätigung der Liquidatorin abhängig. Für
die Zahlung soll die Gesellschaft sechs Positionen an ihn zedieren (drei
Forderungen und drei Aktienpakete). Die Absichtserklärung ist nicht unter-
zeichnet und die Liquidatorin hat keine entsprechende schriftliche Bestäti-
gung ausgestellt. Da weder eine Zahlung eingegangen noch ein Rechts-
anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistung des Betrags entstanden ist,
ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den in Aussicht gestellt Zu-
schuss für die Beurteilung der Überschuldung der Beschwerdeführerin
nicht berücksichtigt hat.
4.7
4.7.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe die Zu-
sage von D._, wonach sie bereit sei, auf einen Teil ihrer Forderung
zu verzichten, nicht berücksichtigt. Dadurch reduzierten sich die Passiven
um Fr. 92'000.– im Falle einer ordentlichen Liquidation.
4.7.2 Die Vorinstanz erklärt, der Vergleichsvertrag zwischen D._
und der Beschwerdeführerin sei bislang nicht rechtsverbindlich geschlos-
sen worden. Die Vermögenssituation der Beschwerdeführerin bleibe aber
auch in Berücksichtigung dieses Vergleichs unverändert. Für den Fall der
B-1113/2021
Seite 19
Konkurseröffnung entfalte der Vertrag keine Wirkung, da der Rangrücktritt
durch die Konkurseröffnung auflösend bedingt sei, und für den Fall der Li-
quidation bleibe die Verbindlichkeit gegenüber der Gläubigerin passivie-
rungspflichtig. Ein Rangrücktritt entfalte überdies nur dann seine Wirkun-
gen, wenn er in ausreichendem Umfang erklärt werde. Vorliegend werde
die bilanzielle Unterdeckung durch den Rangrücktritt nicht beseitigt. Die
Verbindlichkeit gegenüber D._ sei in der Liquidationseröffnungsbi-
lanz korrekterweise mit Fr. 272'000.– bewertet worden.
4.7.3 Aus den Akten geht hervor, dass D._ am 14. August 2020
eine Forderung von Fr. 272'000.– gestützt auf eine Zessionsvereinbarung
vom 5. April 2016 in der Liquidation der Beschwerdeführerin angemeldet
hat. Weiter ist ein Entwurf zu einem Vergleichsvertrag vom 6. Oktober 2020
zwischen D._ und der Beschwerdeführerin aktenkundig. Dieser be-
inhaltet eine bedingte Rangrücktrittserklärung im Umfang von
Fr. 92'000.–. Die Bedingung lautet, dass die Beschwerdeführerin nicht in
Konkurs fällt. Zudem ist vorgesehen, dass der Gläubigerin die verbleiben-
den Fr. 180'000.– innert 30 Tagen überwiesen würden, nachdem feststehe,
ob die Liquidatorin der Vorinstanz beantrage, die Beschwerdeführerin kon-
kursamtlich zu liquidieren oder die Liquidation nach den Vorschriften von
Art. 739 ff. OR durchzuführen. Ein Rangrücktritt besteht darin, dass der
rücktrittsbelastete Gläubiger verbindlich zu Gunsten aller anderen Gläubi-
ger erklärt, dass er im Fall der Insolvenz oder der Liquidation der Gesell-
schaft für bestimmte finanziellen Ansprüche erst befriedigt werden will,
wenn die Schulden gegenüber allen anderen Gesellschaftsgläubigern voll-
ständig erfüllt sind (Urteil des BGer 4C.47/2003 vom 2. Juli 2003 E. 2.2).
Der Rangrücktritt hat aber keinen Einfluss auf die Aktiven; er kann gege-
benenfalls Ausfälle anderer Gläubiger verhindern oder verringern. Die
Rangrücktrittserklärung beinhaltet jedoch keinen Forderungsverzicht (Ur-
teil des BGer 4A_277/2010 vom 2. September 2010 E. 2.3). Das Dokument
ist jedoch von keiner Partei unterzeichnet, weshalb dessen Inhalt für die
Frage der Überschuldung der Beschwerdeführerin ohnehin unerheblich ist.
Daher ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die angemeldete For-
derung in vollem Umfang unter den Passiven berücksichtigt hat.
4.8 Weitere Bilanzpositionen werden von der Beschwerdeführerin nicht be-
stritten oder zusätzlich zu den vorinstanzlichen Erhebungen geltend ge-
macht. Damit bestand im Zeitpunkt der Konkurseröffnung eine Unterde-
ckung von Fr. 1'097'902.45 und besteht nach wie vor in Berücksichtigung
der inzwischen reduzierten Steuerverbindlichkeit (vgl. E. 4.4.3) eine Unter-
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Seite 20
deckung im Umfang von Fr. 960'892.–, weshalb die Vorinstanz von der be-
gründeten Besorgnis einer Überschuldung ausgehen durfte und die Kon-
kurseröffnung sich als rechtmässig erweist.
4.9 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es bestünden abgesehen von
der kantonalen Steuerverwaltung keine Drittgläubiger. Auch deshalb sei
kein Konkurs zu eröffnen. Die Vorinstanz verweist diesbezüglich auf die
von der Liquidatorin erstellte "Übersicht Passiven" und führt aus, dass das
Finanzmarktrecht nebst Anlegern sämtliche Gläubiger schütze (Art. 4 FIN-
MAG). Die Bilanz der Beschwerdeführerin weise Passiven von rund
3.83 Mio. Fr. aus. Davon entfielen 0.499 Mio. Fr. auf die kantonale Steuer-
verwaltung (vgl. E. 4.4) und 1.61 Mio. Fr. auf B._ (Provisionsforde-
rungen aus Arbeitsverhältnis). Es verblieben Verbindlichkeiten von rund
1.7 Mio. Fr. gegenüber ca. 20 Gläubigern. Dazu ist festzuhalten, dass es
für die Überschuldungsprüfung der Beschwerdeführerin unerheblich ist,
wie viele Drittgläubiger bestehen bzw. Forderungen angemeldet haben.
4.10 Die Beschwerdeführerin rügt, die Konkurseröffnung sei unverhältnis-
mässig. Die Ziele der finanzmarktrechtlich induzierten Liquidation eines
ohne Bewilligung operierenden Marktteilnehmers (Entfernung von Finanz-
markt, Vermeidung Gläubigerschädigung) könnten mit der milderen Mass-
nahme der ordentlichen Liquidation erreicht werden. Dies gelte umso mehr,
als es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine Bank mit unzähligen
Drittgläubigern, sondern um eine Gesellschaft mit unbewilligter Tätigkeit
nach aBEHG handle. Es bestünden keine geschädigten Anleger im Sinne
des Finanzmarktrechts. Im Unterschied zu vielen Fällen unbewilligter Fi-
nanzmarkttätigkeit verfüge die Beschwerdeführerin über Vermögen, das li-
quidiert werden könne, um die einzige Gläubigerin aus der unbewilligten
Tätigkeit zu befriedigen. Die Vorinstanz führt aus, zwischen einer aufsichts-
rechtlichen Zwangsliquidation und einem Konkursverfahren bestehe kein
Stufenverhältnis. Die Eingriffsnormen basierten auf unterschiedlichen Tat-
bestandselementen (schwerer Verstoss gegen Finanzmarktrecht, unzu-
reichende finanzielle Verhältnisse), weshalb der eine Tatbestand nicht eine
strengere oder mildere Stufe des anderen sei. Erwiesen sich die finanziel-
len Verhältnisse, wie vorliegend, als unzureichend, sei der Konkurs zu er-
öffnen. Es könne dann nicht in einem Liquidationsverfahren verharrt wer-
den, das von der Maxime beherrscht sei, dass sämtliche Gläubiger voll-
ständig befriedigt würden. Wie bereits ausgeführt sieht das Gesetz als
Rechtsfolge einer bewilligungslos ausgeübten Emissionshaustätigkeit
nach aBEHG die Liquidation vor. Erweist sich die betreffende Gesellschaft
B-1113/2021
Seite 21
als überschuldet oder dauernd zahlungsunfähig, ist der Konkurs zu eröff-
nen (vgl. E. 3).
4.11 Soweit die Beschwerdeführerin sinngemäss vorbringt, es sei wider-
sprüchlich, weshalb nicht bereits mit Unterstellungverfügung vom 12. Mai
2020 der Konkurs eröffnet worden sei, zumal im Liquidationsverfahren
keine neuen Gläubiger hinzugekommen seien, ist darauf hinzuweisen,
dass diese inzwischen in Rechtskraft erwachsene Verfügung nicht Streit-
gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet, weshalb nicht
zu prüfen ist, ob nicht bereits damals der Konkurs über die Beschwerde-
führerin hätte eröffnet werden sollen.
4.12 Die Beschwerdeführerin bringt vor, durch den Konkurs würden unnö-
tig Vermögenswerte vernichtet. Die Vorinstanz hält fest, dass sich das Ver-
mögen der Beschwerdeführerin aus flüssigen Mitteln, Forderungen, einer
Eigentumswohnung und verschiedenen Finanzanlagen zusammensetze.
Es sei nicht erkennbar, warum in einer (OR-)Liquidation ein höherer Ver-
wertungserlös erzielt werden solle als im Konkurs. Die flüssigen Mittel und
die Forderungen würden durch deren Nominalwert bestimmt und seien dar-
über hinaus von der Bonität der Debitoren abhängig. Der Wert der Eigen-
tumswohnung verändere sich nicht in Abhängigkeit von der Liquidationsart.
Bei den Finanzanlagen handle es sich um Obligationen, Aktien und Darle-
hen. Obligationen und Darlehen würden durch den Nominalwert bestimmt
und seien überdies abhängig von der Bonität der Gegenpartei. Der Wert
der Aktien bestimme sich nach den erwarteten Geschäftsaussichten der
betreffenden Gesellschaft. Keiner dieser Faktoren sei von der Liquidations-
art abhängig. Nur wenn die Verwertung nicht lege artis vorgenommen
werde, bestehe die Gefahr von Verkäufen unter Wert. Dafür würden die
konkursrechtlichen Bestimmungen die Beteiligung der interessierten
Kreise vorsehen und eine behördliche sowie gerichtliche Überprüfung er-
möglichen (vgl. Art. 34 der Bankeninsolvenzverordnung-FINMA vom
30. August 2012 [BIV-FINMA, SR 952.05]). Diesen Ausführungen der Vor-
instanz ist nichts hinzuzufügen.
4.13 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die angefochtene
Verfügung sei willkürlich und daher aufzuheben, stütze sich die angebliche
Überschuldung doch einzig auf die (bisher unbekannte) Forderung der
Z._ AG. Nach ständiger Rechtsprechung liegt Willkür in der Rechts-
anwendung vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar
ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm
B-1113/2021
Seite 22
oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossen-
der Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht
hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung,
sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung eben-
falls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 140
III 167 E. 2.1 m.H.). Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Die vo-
rinstanzliche Rechtsanwendung ist nicht zu beanstanden.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe die Vorinstanz wiederholt auf
die fehlende Eignung der Liquidatorin und ihren "Interessenkonflikt, einen
Konkurs zu provozieren, den sie dann wieder risikofrei durchführen" könne,
hingewiesen. Die Vorinstanz sei aber untätig geblieben. Die Liquidatorin
habe keinerlei Anstrengungen unternommen, Forderungen einzutreiben,
Aktiven zu versilbern oder Kosten abzuwenden. Sie habe Mahnungen ig-
noriert und Betreibungen in Kauf genommen (z.B. bei der Mehrwertsteuer-
Rechnung, weshalb es zu einem Strafbescheid der Eidgenössischen Steu-
erverwaltung und zur Betreibung gekommen sei). Sodann habe sie dem
Steuerexperten das Mandat in Steuersachen entzogen, obwohl dieser
Steuerersparnisse erreicht habe. Damit habe man die Gelegenheit ver-
passt, den Steuerbescheid anzufechten und die Schuld weiter zu reduzie-
ren. Zudem werde B._ durch die Unfähigkeit der Liquidatorin ge-
schädigt, indem seine Lohnforderung nun als Darlehensforderung bilan-
ziert sei. Dies widerspreche dem Entscheid der kantonalen Steuerverwal-
tung vom 11. Februar 2021. Der Liquidatorin gehe es nur um eine schnelle
Liquidation und die Sicherung ihres Honorars, nicht um das Interesse der
Gesellschaft. Sie habe von Beginn weg ein feindliches Verhalten gegen-
über der Gesellschaft und ihren ehemaligen Organen gezeigt. Eine Koope-
ration sei unmöglich gewesen. Die Liquidatorin habe weder auf die sorgfäl-
tigen Ergebnisse des Untersuchungsberichts abgestellt noch das Ge-
schäftsmodell der Beschwerdeführerin verstanden. Die Vorinstanz habe
die Honorare ohne weiteres gebilligt. Die festgelegten Stundensätze seien
am oberen Limit und unverhältnismässig, wenn man bedenke, dass die
Liquidatorin einen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfülle und nicht einer pri-
vatwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehe. Sie sei abzusetzen und durch eine
unbefangene und für diese Aufgabe geeignete zu ersetzen.
5.2 Die Vorinstanz führt aus, es entbehre jeder Grundlage, dass die Liqui-
datorin eigene Honorarinteressen verfolge. Die Honoraransätze unter-
B-1113/2021
Seite 23
schieden sich nicht von denjenigen einer Konkursliquidatorin. Es bleibe un-
klar, warum die Liquidatorin ein Konkursverfahren "risikofrei" durchführen
könne. Die Konkursliquidatorin habe die Eigner und Gläubiger in ihre Hand-
lungen einzubinden, während eine (OR-)Liquidatorin weitgehend aus eige-
nen Ermessen entscheiden könne. Wenn schon, dann erscheine eine
(OR-)Liquidation für die Liquidatorin einfacher abzuwickeln. Die einge-
setzte Konkursliquidatorin verfüge über die notwendigen Kenntnisse und
die personellen Ressourcen. Interessenkonflikte seien keine ersichtlich.
Die bisherige Liquidatorin sei in der Lage, die Aktiven zu verwerten und die
Passiven festzustellen. Sie habe sich in die Sachverhaltsumstände einge-
arbeitet und sei mit der Sache vertraut. Es entspreche dem Gebot der Effi-
zienz, die erworbenen Kenntnisse über die finanzielle Situation und Gege-
benheiten nicht verloren gehen zu lassen, sondern für das Verfahren weiter
verfügbar zu halten. Eine Pflichtverletzung sei nicht ersichtlich, vielmehr
sei die Liquidatorin ihren Pflichten nachgekommen, indem sie den Antrag
auf Konkurseröffnung gestellt habe, als sie eine Überschuldung festgestellt
habe.
5.3 Die Vorinstanz hatte gestützt auf Art. 36 aBEHG in der Unterstellungs-
verfügung vom 12. Mai 2020 die Liquidatorin bezeichnet. Nun, im Banken-
konkurs, ernennt die FINMA einen oder mehrere Konkursliquidatoren.
Diese unterstehen der Aufsicht der FINMA und erstatten ihr auf Verlangen
Bericht (Art. 33 Abs. 2 BankG). Die Konkursliquidatoren sind Beauftragte
der FINMA (vgl. Art. 14 Abs. 4 FINMAG sowie Art. 12 BIV-FINMA; Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
[Finanzmarktaufsichtsgesetz; FINMAG] vom 1. Februar 2006, BBl 2006
2829 ff., 2870 f.). Zwischen ihnen und der FINMA besteht ein öffentlich-
rechtlicher bzw. verwaltungsrechtlicher Vertrag (Urteile des BVGer B-4284/
2020 und B-4285/2020 vom 8. März 2021 je E. 2.8). Setzt die FINMA einen
Konkursliquidator oder eine Konkursliquidatorin ein, so hat sie bei der Aus-
wahl darauf zu achten, dass dieser oder diese zeitlich und fachlich in der
Lage ist, den Auftrag sorgfältig, effizient und effektiv auszuüben, und kei-
nen Interessenkonflikten unterliegt, welche der Auftragserteilung entge-
genstehen (Art. 12 Abs. 2 BIV-FINMA). Die Konkursliquidatoren sind für die
Abwicklung des Konkursverfahrens verantwortlich. Ihre Tätigkeit besteht
insbesondere in der Sicherung und Verwertung der Aktiven sowie der Prü-
fung der Forderungen der Gläubiger. Sie nehmen notwendige Geschäfts-
führungsaufgaben wahr, vertreten die Konkursmasse vor Gericht und an-
deren Behörden und nehmen die Erhebung und Auszahlung der gesicher-
ten Einlagen vor (Art. 13 BIV-FINMA).
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5.4 Im Umstand, dass die Liquidatorin bei Feststellung einer Überschul-
dung ihrer Pflicht nachkommt und vorliegend die FINMA (und nicht den
Richter, da aufsichtsrechtliche Liquidation) benachrichtigt (vgl. Art. 743
Abs. 2 OR), ist weder eine mangelhafte Pflichterfüllung noch ein irgendwie
gearteter Interessenkonflikt zu erkennen. Die mit Unterstellungverfügung
vom 12. Mai 2020 eingesetzte Liquidatorin hat nach Rechtskraft der Verfü-
gung mit der Erstellung des Inventars und der Liquidationseröffnungsbilanz
per 12. Mai 2020 (vgl. Art. 742 Abs. 1 OR) – somit per Stichtag der Auflö-
sung – auf Grundlage des Untersuchungsberichts vom 17. Dezember 2019
aus dem Enforcementverfahren begonnen, Besprechungen mit den ehe-
maligen Organen abgehalten, den Schuldenruf durchgeführt (vgl. Art. 745
Abs. 2 OR) und die bekannten Gläubiger angeschrieben (vgl. Art. 742
Abs. 2 OR). Die Liquidationseröffnungsbilanz dient der Feststellung der im
Zeitpunkt der Auflösung effektiv vorhandenen Vermögenswerte der Gesell-
schaft. Nach Abschluss der Arbeiten, hat die Liquidatorin eine Überschul-
dung der Beschwerdeführerin festgestellt und daher der Vorinstanz am
2. Oktober 2020 die Konkurseröffnung beantragt (vgl. Art. 743 Abs. 2 OR).
Die Beschwerdeführerin bewertet den Umstand, dass die Liquidatorin nun
den Konkurs beantrage und durchführen wolle, weil dies für sie "risikofrei"
sei und sie dadurch ihr Honorar sichern wolle, als Interessenkonflikt. Diese
Ausführungen sind, wie die Vorinstanz ebenfalls festgehalten hat (vgl.
E. 5.2), unverständlich. Im Übrigen bewegen sich die Honoraransätze (Dis-
positiv-Ziff. 7 der angefochtenen Verfügung) im üblichen Rahmen.
5.5 Konkret wirft die Beschwerdeführerin der Liquidatorin vor, sie vernichte
Aktiven, versilbere keine Aktiven, treibe keine Forderungen ein und habe
Mahnungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung ignoriert, die zu Fol-
gekosten geführt hätten. Die Beanstandungen bezüglich Aktiven sind wi-
dersprüchlich. Die Beschwerdeführerin ist offenbar der Ansicht, die Liqui-
datorin generiere zu hohe Kosten und schreite gleichzeitig nicht zur Ver-
wertung. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Liquidatorin seit Beginn
ihres Mandats einen grossen Aufwand hatte, da die Beschwerdeführerin
ihre letzte Generalversammlung 2016 durchgeführt hatte, weshalb für die
Geschäftsjahre bis zum Zeitpunkt der Einstellung der Geschäftstätigkeit
keine genehmigten Jahresrechnungen mehr vorlagen. Auch wurden ab
2018 keine Steuererklärungen mehr eingereicht. Ferner wies die Buchhal-
tung verschiedene Mängel auf, weshalb diese mehrmals überarbeitet wer-
den musste. Auch das Aktionariat ist teilweise bis heute unklar. Die Liqui-
datorin hat Bestand und Einbringlichkeit der Aktiven geprüft und diese zu
Veräusserungswerten bewertet (vgl. Urteil des BGer 4C.139/2001 vom
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13. August 2001 E. 2a/aa). Sie hat mit den ehemaligen Organen verein-
bart, dass diese aus Kostengründen Abklärungen und Verhandlungen mit
Gläubigern und Schuldnern grösstenteils selber vornahmen. Die Liquida-
torin hat diese Tätigkeiten überwacht und nur im Bedarfsfall an sich gezo-
gen. Ferner sind Bemühungen zum Verkauf der Eigentumswohnung, die
im Anlagevermögen der Beschwerdeführerin bilanziert ist, aktenkundig.
Abklärungen zu den Forderungen wurden vorgenommen. Offene Verpflich-
tungen durfte die Liquidatorin – entgegen der Ansicht der Beschwerdefüh-
rerin – nicht erfüllen, sobald sie Kenntnis davon hatte, dass eine Überschul-
dung vorliegt (vgl. Art. 743 Abs. 1 OR). Dies dient der Vermeidung einer
allfälligen Gläubigerbevorzugung. Im Übrigen ist festzuhalten, dass der
fragliche Strafbescheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung von insge-
samt Fr. 610.–, welcher der Betreibung zugrunde liegt, wegen Nichteinrei-
chung der Abrechnung betreffend das 1. Quartal 2019 erfolgte und die Un-
tersuchungsbeauftragte von der Vorinstanz erst am 13. August 2019 ein-
gesetzt wurde. Die ehemaligen Organe haben diesen Umstand mithin sel-
ber zu vertreten. Ferner hatte die Liquidatorin einem Steuerexperten die
Vollmacht zur Vertretung in Steuerangelegenheiten der Beschwerdeführe-
rin erteilt. Nachdem dieser gegen die Veranlagungsentscheide der kanto-
nalen Steuerverwaltung betreffend 2015-2020 vereinbarungsgemäss Ein-
sprache erhoben hatte, die auch teilweise erfolgreich war, hat die Liquida-
torin dem Steuerexperten das Mandat entzogen, weil er einen Antrag in der
Einsprache (betreffend die Qualifikation einer Forderung von B._
gegenüber der Gesellschaft als Lohnforderung statt als Darlehen) entge-
gen ihrer Weisung nicht fallen gelassen hatte. Mittlerweile ist die Sache
soweit die direkte Bundessteuer betreffend vor dem kantonalen (Gericht)
hängig. Die übrigen Vorwürfe der Beschwerdeführerin an die Liquidatorin
erschöpfen sich in pauschalen Vorhaltungen, die keine Stütze in den Akten
finden. Ausstandsgründe bringt die Beschwerdeführerin keine vor.
5.6 Es besteht demnach kein Anlass, die angefochtene Verfügung in die-
sem Punkt aufzuheben und eine andere Konkursliquidatorin einzusetzen.
Es liegen keine Umstände vor, die objektiv betrachtet eine ordentliche
Durchführung der Konkursliquidation verhindern könnten. Gesellschafts-
und Aktionärsinteressen scheinen weder gefährdet noch verletzt.
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6.
Die angefochtene Verfügung ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Die
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist.
7.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 ff.
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kos-
ten sind ausgehend vom Streitwert (Art. 63 Abs. 4bis Bst. b VwVG i.V.m.
Art. 4 VGKE), wobei sich dieser vorliegend nicht konkret beziffern lässt,
und in Anwendung der gesetzlichen Bemessungsfaktoren (Art. 63 Abs. 4bis
VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE) auf Fr. 5'000.– festzusetzen. Es ist keine Par-
teientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1
VGKE).
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