Decision ID: 1c2029da-9d07-4c93-b3ea-7ad74565fe30
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der am 13. September 1997 geborene X._ (hiernach: Beschwerde-
führer) wurde vom Bundesamt für Zivildienst ZIVI, Regionalzentrum (...)
(hiernach: Vorinstanz) mit Verfügung vom 18. Juni 2020 zum Zivildienst zu-
gelassen (Akten der Vorinstanz [vi-act.] 1a; angefochtene Verfügung, S. 1
[Beschwerdebeilage 1; vi-act. 4a]). Die Gesamtdauer der ordentlichen
Zivildienstleistungen wurde auf 348 Diensttage festgelegt (vi-act. 1a).
Weiter stellte ihm die Vorinstanz mit Schreiben vom 22. Juni 2020 eine
Übersicht über seine Dienstpflicht für die Jahre 2020 bis 2032 zu, aus wel-
cher ersichtlich ist, wann welcher Einsatz (inkl. Angabe der Dienstdauer)
zu leisten ist (vi-act. 1b). Insbesondere war darin der spätestens im Jahr
2023 zu leistende lange Einsatz von 180 Tagen aufgeführt. Im Anschluss
an seinen im Jahr 2021 geleisteten 26-tägigen Zivildiensteinsatz erhielt der
Beschwerdeführer erneut eine Übersicht der von ihm zu leistenden Dienst-
tagen (vi-act. 1c), worin für das Jahr 2023 wiederum der lange Einsatz von
180 Diensttagen aufgeführt wurde. Im Übrigen absolviert der Beschwerde-
führer für das Jahr 2022 einen Zivildiensteinsatz von 33 Diensttagen (vgl.
rechtskräftiges Aufgebot vom 29. November 2021 [vi-act. 1e]; Vernehmlas-
sung, I/Ziff. 1, S. 2; Replik, S. 1).
A.a Mit Gesuch vom 7. Juli 2022 beantragte der Beschwerdeführer bei der
Vorinstanz die Verschiebung seiner Dienstpflicht betreffend das Jahr 2023
(langer Dienst) um ein Jahr (vi-act. 2a). Zur Begründung führte er an, vor
kurzem zum Verkaufsleiter befördert worden zu sein. Um dieser neuen Auf-
gabe gerecht zu werden, müsse er interne und externe Schulungen besu-
chen sowie möglichst viel Praxiserfahrungen sammeln. Die Absolvierung
eines langen Diensteinsatzes von 180 Tagen im Jahr 2023 sei mit dieser
neuen Aufgabe nicht vereinbar, weshalb er 2023 lieber einen kurzen Ein-
satz leisten möchte. Sein Gesuch unterlegte er mit einem Schreiben seiner
Arbeitgeberin (vi-act. 2b). Darin bestätigt diese die Beförderung des Be-
schwerdeführers und die von ihm skizzierten internen und externen Schu-
lungen. Die Arbeitgeberin führt weiter aus, der Beschwerdeführer sei auf-
grund seines unermüdlichen Einsatzes und seiner sehr zufriedenstellen-
den Arbeit befördert worden. Er habe nun die Chance erhalten, in seiner
Aufgabe ein komplett neues Team aufzubauen und zu führen, was nebst
Schulung auch Konstanz und viel Praxiserfahrung erfordere. Die Leistung
des 180-tägigen Einsatzes würde den Beschwerdeführer in seiner Karriere
"um Meilen zurückwerfen" und seine Leitungsposition gefährden.
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A.b Nach einer ersten Prüfung beanstandete die Vorinstanz mit Verfügung
vom 8. Juli 2022 das Gesuch um Dienstverschiebung mangels Vollständig-
keit. Der Beschwerdeführer wurde ersucht, sein Gesuch bis zum 22. Juli
2022 zu ergänzen und detaillierte Fragen zu beantworten (vi-act. 3a). Die
Vorinstanz wiederholte in dieser Verfügung auch den Hinweis an den Be-
schwerdeführer, wonach er den langen Einsatz innert drei Kalenderjahren
nach Zulassung zum Zivildienst zu leisten habe und er angesichts dessen,
seinen langen Einsatz spätestens im Juli 2023 anzutreten habe.
A.c Mit undatiertem Schreiben (Posteingang bei der Vorinstanz am 12. Juli
2022; vi-act. 3b) führte der Beschwerdeführer unter Beilage eines weiteren
Bestätigungsschreibens seiner Arbeitgeberin (vi-act. 3c) ergänzend aus,
dass ihm zwar nicht gleich die Kündigung drohe, er aber die ihm unerwartet
früh gebotene Karrieremöglichkeit der Leitungsfunktion wieder verlieren
würde, müsste er den langen Einsatz 2023 leisten. Auch rechne seine Ar-
beitgeberin als Folge seiner Abwesenheit mit deutlichen, und für sie nicht
tragbaren Umsatzeinbussen (vi-act. 3b, Ziff. 4). Schliesslich werde er auf-
grund seiner neuen Funktion im August 2023 mit einer externen Schulung
beginnen, was sich mit einem derart langen Diensteinsatz im Jahr 2023
nicht vereinbaren lasse (vi-act. 3b, Ziff. 1). In ihrem Schreiben vom 11. Juli
2022 (vi-act. 3c) bestätigte die Arbeitgeberin die vom Beschwerdeführer
gemachten Ausführungen und ergänzte, dass auch wenn sich für einen
kurzen Einsatz im Jahr 2023 eine Lösung finden lasse, sie nach grösseren
Umstrukturierungen im laufenden Jahr nun auf Stabilität und Konstanz an-
gewiesen sei, weshalb ein Diensteinsatz von 180 Tagen für die Arbeitge-
berin personell und finanziell nur schwer tragbar wäre.
B.
B.a Mit Verfügung vom 22. Juli 2022 wies die Vorinstanz das Gesuch um
Dienstverschiebung des Beschwerdeführers vollständig ab (angefochtene
Verfügung, S. 4 [Beschwerdebeilage 1 und vi-act. 4a]). Zur Begründung
führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer mache zwar die Dienstver-
schiebungsgründe gemäss Art. 46 Abs. 3 Bst. b, c und e ZDV geltend, doch
könne mangels entsprechender Belege nicht von einer solchen Notsitua-
tion ausgegangen werden. So falle zum einen der vorgebrachte Grund der
Weiterbildung im Jahr 2023 bereits aus dem Grunde dahin, dass sie noch
gar nicht fixiert sei. Weiter führe die Beförderung des Beschwerdeführers
zwar dazu, dass er mit neuen Aufgaben und einer erweiterten Verantwor-
tung betraut werde, doch aus den vorgelegten Schreiben des Beschwer-
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deführers und der Arbeitgeberin würde nicht hervorgehen, dass eine Un-
terbrechung der Einarbeitung bei ihm oder seiner Arbeitgeberin konkret zu
einer Notsituation im Sinne des Gesetzes führen würde. Hinzu komme
schliesslich, dass der Beschwerdeführer den langen Einsatz innerhalb der
auf die Zulassung folgenden drei Kalenderjahre – in casu bis Ende 2023 –
vollständig zu leisten habe.
B.b Nachdem die Verfügung dem Beschwerdeführer am 23. Juli 2022 in
sein Postfach im Kundensystem E-ZIVI elektronisch übermittelt wurde, lud
er diese am 9. August 2022 herunter (vi-act. 4b). Im Anschluss daran nahm
die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers telefonisch Kontakt mit der Vor-
instanz auf und teilte dieser ihr Unverständnis über die ablehnende Verfü-
gung mit (vi-act. 5a). Gestützt auf einen darauffolgenden Schriftenwechsel
mit dem Beschwerdeführer (vi-act. 5b und 5c), in welchem dieser von der
Vorinstanz mit Schreiben vom 15. August 2022 erneut auf seine Dienst-
pflicht im Jahr 2023 aufmerksam gemacht wurde (vi-act. 5d), lud die Vor-
instanz den Beschwerdeführer für den 28. September 2022 zu einem Be-
sprechungstermin ein, wobei sie ihn gleichzeitig auf die laufende Be-
schwerdefrist aufmerksam machte (vi-act. 5e).
C.
Mit Eingabe vom 20. August 2022 (Posteingang: 22. August 2022) erhob
der Beschwerdeführer Beschwerde gegen diese Verfügung ohne einen
formellen Antrag zu stellen. Er gibt an, per 18. Juni 2022 zum Verkaufsleiter
befördert worden zu sein. Solch eine Chance sei im Zeitpunkt seiner Zu-
lassung zum Zivildienst noch undenkbar gewesen. Seine neue Funktion
bringe es mit sich, dass er Schulungen besuchen und möglichst viel Erfah-
rungen im Berufsalltag sammeln müsse. Um zu verhindern, dass seine Ar-
beitgeberin einen finanziellen Schaden erleide, sei er auf eine unterbruchs-
freie Einarbeitung angewiesen. Jedenfalls stehe fest, dass er die Leitungs-
funktion wieder verliere, sollte er den langen Einsatz 2023 leisten müssen.
Er verweigere den Zivildienst aber nicht und sei daher bereit, ihn von nun
an in Stücken von je einem Monat zu leisten, oder andernfalls die Wehr-
pflichtersatzabgabe zu bezahlen.
D.
D.a Mit Schreiben vom 2. September 2022 teilte die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer mit, dass der mit ihm und seiner Arbeitgeberin vereinbarte
Besprechungstermin vom 28. September 2022 infolge der Beschwerdeer-
hebung hinfällig geworden sei (vi-act. 7).
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D.b Mit Vernehmlassung vom 16. September 2022 beantragte die Zentral-
stelle des Bundesamtes für Zivildienst (hiernach: Zentralstelle) die Abwei-
sung der Beschwerde. In Ergänzung zur Begründung in der angefochtenen
Verfügung führt sie aus, der Beschwerdeführer lege keine Belege vor, wel-
che zu seinen Gunsten ausgelegt werden können. Weiter weist sie auf den
Umstand hin, dass der Beschwerdeführer vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nicht nur um Verschiebung seines langen Einsatzes ersucht, sondern
auch beantrage, von nun an seiner Dienstpflicht mit Einsätzen von "je
einem Monat am Stück" nachkommen zu können, ansonsten er zur Bezah-
lung von Wehrpflichtabgaben bereit sei. Abgesehen davon, dass solch eine
Stückelung der Dienstpflicht vom Gesetzgeber nicht vorgesehen worden
sei, gehe dieses Rechtsbegehren über den vom Anfechtungsgegenstand
vorgegeben Streitgegenstand hinaus, da dies nicht Gegenstand der vor-
instanzlichen Verfügung gewesen sei.
E.
E.a Verbunden mit dem Hinweis, das vorliegende Beschwerdeverfahren
habe einzig die Behandlung seines Dienstverschiebungsgesuches bezüg-
lich des langen Einsatzes zum Gegenstand, wurde dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 20. September 2022 eine Frist zur freigestellten Stel-
lungnahme zur Vernehmlassung der Zentralstelle eingeräumt.
E.b Dieser Möglichkeit kam der Beschwerdeführer mit Replik vom 17. Ok-
tober 2022 nach. Darin bekräftigte der Beschwerdeführer seinen Antrag um
Gutheissung des Dienstverschiebungsgesuches und führte ergänzend
aus, dass sich die von ihm und seiner Arbeitgeberin vorgebrachte Befürch-
tung, seine Abwesenheit werde zu massiven Einbussen führen, sich ge-
rade aktuell bewahrheite. Er befinde sich zurzeit im Zivildienst und das
Team sei auf sich gestellt. Bereits nach einer Woche Abwesenheit seien
die Verkaufszahlen gesunken und im Team diverse Probleme aufgetaucht.
E.c Mit Duplik vom 25. Oktober 2022 bestätigte die Zentralstelle unter Hin-
weis, der Beschwerdeführer habe in seiner Replik nichts Neues vorge-
bracht, ihren Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen.
E.d In der Folge wurde der Schriftenwechsel im vorliegenden Beschwer-
deverfahren mit Verfügung vom 26. Oktober 2022 geschlossen.
F.
Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen
der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die Verfügung der Vorinstanz vom 22. Juli 2022 kann nach Art. 63
Abs. 1 des Zivildienstgesetzes vom 6. Oktober 1995 (ZDG; SR 824.0) im
Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesverwaltungs-
rechtspflege mit Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht ange-
fochten werden (Art. 5 Abs. 1 Bst. a und Art. 44 ff. des Verwaltungsverfah-
rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021] i.V.m.
Art. 31 ff. und Art. 37 ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni
2005 [VGG; SR 173.32]).
1.2 Als Adressat ist der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfü-
gung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerde legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Die Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 23. Juli
2022 in sein Postfach im Kundensystem E-ZIVI elektronisch übermittelt,
von wo er sie am 9. August 2022 herunterlud (vi-act. 4b). Damit hat der
Beschwerdeführer mit Beschwerdeanhebung vom 20. August 2022 die
dreissigtägige Eingabefrist (Art. 66 Bst. b ZDG) gewahrt. Ebenso sind die
Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift gewahrt (Art. 52
Abs. 1 VwVG). Schliesslich liegen die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen
vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzu-
treten.
1.3
1.3.1 Der Streitgegenstand eines Beschwerdeverfahrens wird durch das in
der Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit dieses angefochten wird
und durch den Gegenstand der angefochtenen Verfügung (Anfechtungs-
gegenstand) sowie durch die Parteibegehren bestimmt (Urteil des BVGer
B-6262/2015 vom 18. März 2016 E. 1.4 mit Hinweisen). Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens kann indes nur sein, was Gegenstand des vor-
instanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesauslegung hätte
sein sollen (Urteile des BVGer B-2430/2020 vom 15. Juli 2021 E. 5.2 mit
Hinweisen, B-2459/2020 vom 1. Oktober 2020 S. 6). Demnach bildet der
in der angefochtenen Verfügung umschriebene Anfechtungsgegenstand
nicht nur den Ausgangspunkt, sondern auch den Rahmen und die Begren-
zung des Streitgegenstandes des Verfahrens, weshalb über diejenigen
Punkte, welche von der Vorinstanz nicht verfügungsweise entschieden
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wurde und über welche sie nicht entscheiden musste, das Bundesverwal-
tungsgericht grundsätzlich nicht urteilen kann (siehe zum Streitgegen-
stand: BGE 136 II 457 E. 4.2 mit Hinweisen und Urteil des BVGer
B-5062/2020 vom 5. Januar 2021 E. 1.3; vgl. auch BGE 131 V 164 E. 2.1
mit Hinweisen; Urteil des BVGer B-6262/2015 vom 18. März 2016 E. 1.4).
1.3.2 Vorliegend hat die Vorinstanz mit Verfügung vom 22. Juli 2022 das
Dienstverschiebungsgesuch des Beschwerdeführers vom 7. Juli 2022 ab-
gewiesen. Im Beschwerdeverfahren ersucht der Beschwerdeführer aber
nebst der Gutheissung seines Dienstverschiebungsgesuches sinngemäss
auch, seiner Zivildienstpflicht von nun an fraktioniert, nämlich jeweils in
30 Tage dauernde Einsätze nachkommen zu können. Auch beantragt er im
Sinne eines Eventualbegehrens, seiner Dienstpflicht andernfalls durch
Zahlung der Wehrpflichtersatzabgabe nachkommen zu können. Wie die
Vorinstanz zu Recht bemerkt (Vernehmlassung, II/Ziff. 3 und 5), beantragt
der Beschwerdeführer damit mehr als Gegenstand des vorinstanzlichen
Verfahrens war. Im Einklang mit der Vorinstanz ist vorliegend festzustellen,
dass nur die angefochtene Verfügung vom 22. Juli 2022 im Streit liegen
kann, welche sich einzig zum Dienstverschiebungsgesuch des Beschwer-
deführers vom 7. Juli 2022 äussert. Darüber hinaus ist auf die Beschwerde
nicht einzutreten (vgl. auch E. 5 hiernach).
1.3.3 Dass dem Beschwerdeführer freisteht, zu einer allfälligen Fraktionie-
rung der zukünftigen Einsätze und eventualiter zur Leistung durch Wehr-
pflichtersatzzahlungen von der Vorinstanz eine anfechtbare Verfügung zu
verlangen, wurde ihm seitens des Bundesverwaltungsgerichts mit Verfü-
gung vom 20. September 2022 mitgeteilt.
2.
2.1 Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten (Art. 59 Abs. 1
Satz 1 BV). Militärdienstpflichtige, die den Militärdienst mit ihrem Gewissen
nicht vereinbaren können, leisten gemäss Art. 1 ZDG auf Gesuch hin einen
länger dauernden zivilen Ersatzdienst (Zivildienst), welcher grundsätzlich
1,5-mal so lange wie die Gesamtdauer der noch nicht geleisteten Ausbil-
dungsdienste nach der Militärgesetzgebung dauert (Art. 8 Abs. 1 Satz 1
ZDG). Die Zivildienstpflicht beginnt, sobald der Entscheid für die Zulassung
zum Zivildienst rechtskräftig geworden ist (Art. 10 ZDG) und endet mit der
Entlassung oder dem Ausschluss aus dem Zivildienst, wobei für die Ent-
lassung die Bestimmungen über die Dauer der Militärdienstpflicht sinnge-
mäss gelten (Art. 11 Abs. 1 und 2 ZDG).
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2.2 Der Zivildienst wird in einem oder mehreren Einsätzen geleistet (Art. 20
Satz 1 ZDG). Die zivildienstpflichtige Person hat dabei ihre Einsätze so zu
planen und zu leisten, dass sie die Gesamtheit der verfügten ordentlichen
Zivildienstleistungen vor der Entlassung aus der Zivildienstpflicht erbracht
hat (Art. 35 Abs. 1 der Verordnung über den zivilen Ersatzdienst vom
11. September 1996 [Zivildienstverordnung, ZDV; SR 824.01]). Leistet die
zivildienstpflichtige Person ihren Zivildienst in mehreren Einsätzen, so be-
trägt die Mindestdauer eines Einsatzes grundsätzlich 26 Tage (Art. 38
Abs. 1 ZDV). Hat die zivildienstpflichtige Person keine Rekrutenschule be-
standen, so hat sie einen langen Einsatz von mindestens 180 Tagen zu
leisten, wobei sie den langen Einsatz in zwei Teilen innerhalb von zwei
Kalenderjahren leisten kann (Art. 20 ZDG i.V.m. Art. 37 Abs. 1 und 3 ZDV;
BVGE 2014/49 E. 2.2; Urteil des BVGer B-6183/2017 vom 19. April 2018
E. 2). Indes hat sie den langen Einsatz in jedem Fall (d.h. auch wenn sie
ihn aufteilt) in einem einzigen Einsatzbetrieb und vollständig innerhalb der
gesetzlichen Frist zu leisten, d.h. spätestens bis zum Ende des dritten Ka-
lenderjahres, welches der rechtskräftigen Zulassung zum Zivildienst folgt
(Art. 37 Abs. 4 und Art. 39a Abs. 2 ZDV).
2.3 Die zivildienstpflichtige Person hat bei der Vorinstanz ein Dienstver-
schiebungsgesuch einzureichen, wenn eine gesetzliche Verpflichtung oder
ein Aufgebot nicht befolgt werden kann. Die Gesuche müssen eine Begrün-
dung und die nötigen Beweismittel sowie die Angabe des Zeitraums, in
welchem der fragliche Einsatz geleistet werden soll, enthalten (Art. 44
ZDV).
Die Gründe, welche eine Dienstverschiebung rechtfertigen oder aus-
schliessen, hat der Verordnungsgeber in Art. 46 ZDV umschrieben. Ab-
satz 3 der Bestimmung sieht vor, dass die Vorinstanz das Gesuch einer
zivildienstpflichtigen Person um Dienstverschiebung dann gutheissen
kann, wenn die zivildienstpflichtige Person:
"a. während des Einsatzes oder der diesem folgenden drei Monate eine
wichtige Prüfung ablegen muss;
b. eine schulische oder berufliche Ausbildung absolviert, deren Unterbre-
chung mit unzumutbaren Nachteilen verbunden ist;
c. andernfalls ihren Arbeitsplatz verlieren würde;
cbis ...
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Seite 9
d. vorübergehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, den
vorgesehenen Einsatz zu absolvieren; die Vollzugsstelle kann eine ver-
trauensärztliche Untersuchung anordnen;
e. glaubwürdig darlegt, dass die Ablehnung des Gesuchs für sie, ihre engs-
ten Angehörigen oder ihren Arbeitgeber eine ausserordentliche Härte
bedeuten würde."
Demgegenüber hat die Vorinstanz ein Gesuch einer zivildienstpflichtigen
Person um Dienstverschiebung insbesondere dann abzulehnen, wenn
keine Gründe im Sinne von Art. 46 Abs. 3 ZDV vorliegen (Art. 46 Abs. 4
Bst. a ZDV). Beim Entscheid über ein derartiges Gesuch steht der Vor-
instanz ein Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, der von der Rechts-
mittelinstanz grundsätzlich zu respektieren ist (Art. 46 Abs. 2 und 3 ZDV
i.V.m. Art. 24 ZDG; Urteil des BVGer B-628/2022 vom 8. März 2022
E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX
UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/ St. Gallen 2016,
Rz. 398 ff.).
3.
Vorab ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer als zivildienstpflichtige
Person nicht bessergestellt werden darf als eine militärdienstpflichtige Per-
son (Urteile des BVGer B-5180/2021 vom 23. März 2022 E. 3.1,
B-6183/2017 vom 19. April 2018 E. 3.3), welche die Rekrutenschule spä-
testens zwölf Monate nach ihrer Rekrutierung anzutreten haben (Art. 41
Abs. 3 und Art. 49 des Bundesgesetzes über die Armee und Militärverwal-
tung vom 3. Februar 1995 [Militärgesetz, MG; SR 510.10]; Art. 56 der Ver-
ordnung über die Militärdienstpflicht vom 22. November 2017 [VMDP;
SR 512.21]). Der Zivildienstpflichtige hingegen hat den langen Einsatz,
dem Gegenstück zur Rekrutenschule, in den ersten drei auf seine Zulas-
sung folgende Kalenderjahre zu absolvieren. Auch haben Militärdienst-
pflichtige ihre Rekrutenschule grundsätzlich ohne Unterbruch in der vollen
Dauer gemäss dem öffentlichen militärischen Aufgebot zu leisten. Nur in
begründeten Ausnahmefällen kann die Rekrutenschule einmal unterbro-
chen (fraktioniert) und somit in zwei Teilen absolviert werden, wobei hierzu
keinen Anspruch besteht (vgl. Fraktionierung des Dienstes, abrufbar unter:
https://www.vtg.admin.ch/de/armee.html > Mein Militärdienst > Allgemei-
nes zum Militärdienst > Dienstverschiebung; zuletzt abgerufen am 30. Sep-
tember 2022). Dagegen kann der Beschwerdeführer seinen Zivil-
diensteinsatz zum einen selbst organisieren und damit den für ihn güns-
tigsten Zeitpunkt auswählen (Art. 35 Abs. 1 ZDV; Urteil des BVGer
B-3825/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1 mit Hinweisen), und zum ande-
ren ist es ihm ohne weiteres erlaubt, den langen Einsatz ohne zusätzliche
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Begründung in zwei Teilen zu leisten (Art. 20 ZDG i.V.m. Art. 37 Abs. 3
ZDV; Urteile des BVGer B-6183/2017 vom 19. April 2018 E. 3.3,
B-4597/2017 vom 19. Dezember 2017 E. 6.4.9, B-5666/2014 vom 17. De-
zember 2014 S. 7 f.).
4.
Im Folgenden ist unter Berücksichtigung des der Vorinstanz zustehenden
Beurteilungs- und Ermessensspielraumes (vgl. E. 2.3 hiervor) zu prüfen,
ob das Dienstverschiebungsgesuch des Beschwerdeführers zu Recht ab-
gewiesen wurde.
4.1 Der Beschwerdeführer beantragt, seinen im Jahr 2023 zu leistenden
langen Einsatz um ein Jahr, nämlich auf das Jahr 2024 verschieben zu
können (vgl. vi-act. 2a). Zur Begründung führt er an, dass er im Juni 2022
überraschend zum Verkaufsleiter befördert wurde. Als Verkaufsleiter sei er
"für den kompletten Verkauf, die Zahlen, das Team und einen reibungslo-
sen administrativen Prozess" zuständig (Beschwerde, S. 1). Er habe daher
interne (zurzeit jeden Montag) und ab Sommer 2023 auch externe Schu-
lungen zu besuchen (Beschwerde, S. 1; vi-act. 2a; vi-act. 3b, Ziff. 1). Aus-
serdem komme dem Beschwerdeführer die Aufgabe zu, ein neues Team
aufzubauen und zu betreuen. Um vollkommen in der neuen Funktion auf-
gehen zu können, brauche er mindestens ein Jahr Schulung und sollte so
viel Praxiserfahrung wie möglich sammeln können (Beschwerde, S. 1). Die
wirtschaftlichen Umstände der letzten Jahre hätten seine Arbeitgeberin ge-
zwungen, ungeplante Umstrukturierungen vorzunehmen. Eine Folge da-
von sei die Beförderung des Beschwerdeführers. Die Arbeitgeberin sei nun
auf Kontinuität und seine Präsenz angewiesen. Sollte aber eine Leitungs-
person für ein halbes Jahr fehlen, so werde dies zu Umsatzeinbussen füh-
ren, welche für seine Arbeitgeberin nicht mehr tragbar wären (Beschwerde,
S. 1; Replik, S. 1; vi-act. 2a und 2b; vi-act. 3b, Ziff. 4; vi-act. 3c). Diese Ein-
schätzung wird im Übrigen von der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers
bestätigt (vi-act. 2b; vi-act. 3c).
Damit beruft sich der Beschwerdeführer in erster Linie auf den Dienstver-
schiebungsgrund von Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV, aber auch auf jene gemäss
Art. 46 Abs. 3 Bst. b und c ZDV.
4.2 Gemäss Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV (vgl. E. 2.3 hiervor), kann die Vor-
instanz ein Dienstverschiebungsgesuch genehmigen, wenn die zivildienst-
pflichtige Person glaubhaft macht, dass die Ablehnung des Gesuches für
sie oder ihren Arbeitgeber eine ausserordentliche Härte bedeuten würde.
B-3599/2022
Seite 11
4.2.1 Die ausserordentliche Härte für die Arbeitgeberin begründet der Be-
schwerdeführer bzw. diese selbst damit (vgl. E. 4.1 hiervor), dass sie in-
folge der angespannten wirtschaftlichen Lage der letzten Jahre habe Um-
strukturierungen vornehmen müssen, was personell und finanziell zu star-
ken Einbussen geführt habe. Entsprechend wichtig sei zum einen die
Pflege des bisherigen Kundenstammes und die Akquisition neuer Kunden
(vi-act. 2b und vi-act. 3c). Die Betreuung des Kundenstammes obliege al-
leine dem Verkaufsleiter, also dem Beschwerdeführer (Beschwerde, S. 1).
Daneben sei dieser als Teamleiter für den Aufbau und die Betreuung eines
nahezu komplett neuen Teams zuständig (Beschwerde, S. 1; Replik,
S. 1 f.; vi-act. 2b und vi-act. 3c). Erfolgreich könne ein solcher Einsatz nur
von geschultem Personal geleistet werden, weshalb es für jeden neuen
Verkaufsleiter wichtig sei, die Einarbeitungsphase ohne Unterbruch durch-
zulaufen (Beschwerde, S. 1; vi-act. 2b und vi-act. 3c). Die Arbeitgeberin sei
daher darauf angewiesen, dass der Beschwerdeführer in seiner neuen
Funktion möglichst schnell und vollumfänglich einsetzbar sei (vi-act. 2b
und vi-act. 3c). Die schweren Folgen der Abwesenheit des Beschwerde-
führers hätten sie denn auch bereits in dessen zweiwöchigen Ferien sowie
während seiner aktuellen zivildienstbedingten Abwesenheit gezeigt: Schon
nach einer Woche seien die Verkaufszahlen zurückgegangen und diverse
Probleme innerhalb des Teams aufgetaucht (Beschwerde, S. 1; Replik,
S. 1 f.). Es müsse mit dem Verlust bzw. der mangelnden Akquisition von
Kunden gerechnet werden, was gerade im Nachgang an die Wirtschafts-
krise der letzten Jahre für die Arbeitgeberin fatal sei (vi-act. 2b und
vi-act. 3c). Die Anwesenheit eines Verkaufsleiters, und daher des Be-
schwerdeführers, sei für das Unternehmen unabdingbar (Beschwerde,
S. 1; Replik, S. 1 f.; vi-act. 2b und vi-act. 3c). Eine Abwesenheit seiner Per-
son von mehr als einen Monat sei für seine Arbeitgeberin finanziell und
personell nicht tragbar (Beschwerde, S. 1; Replik, S. 1 mit Verweis auf
vi-act. 2b und vi-act. 3c).
4.2.2 Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, muss – damit ein Dienstver-
schiebungsgesuch aus beruflichen Gründen gutgeheissen werden kann –
die Ablehnung des Gesuches für den Arbeitgeber eine sog. ausserordent-
liche Härte bedeuten (Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV). Eine solche wird nach
ständiger Rechtsprechung einzig bejaht, wenn beim Zivildienstpflichtigen,
seinen engsten Angehörigen oder eben seinem Arbeitgeber eine echte
Notsituation vorliegt (Urteile des BVGer B-5180/2021 vom 23. März 2022
E. 5, B-3825/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1 und B-4890/2018 vom
17. Oktober 2018, je mit Hinweisen). Nicht als eine solche kann die zusätz-
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Seite 12
liche Belastung des Arbeitgebers durch die Abwesenheit der zivildienst-
pflichtigen Person, insbesondere die Notwendigkeit, seine interne Organi-
sation durch Personalanpassungen vorübergehend neu zu organisieren,
qualifiziert werden, da eine solche Situation bereits bei Urlaub, Krankheit
oder Militärdienst seiner Mitarbeiter eintritt (Urteil des BVGer B-5062/2020
vom 5. Januar 2021 E. 3.1). Es obliegt denn auch dem Arbeitgeber, sein
Unternehmen so zu organisieren, dass selbst eine längere Abwesenheit
eines Mitarbeiters mehrheitlich aufgefangen werden kann (Urteile des
BVGer B-2477/2021 vom 12. Juli 2021 E. 4.3.1, B-1391/2016 vom 11. Mai
2016 E. 3.3.5). Selbst wenn die Abwesenheiten der zivildienstpflichtigen
Person während ihren Einsatzzeiten dazu geeignet wären, dem Arbeitge-
ber berufliche Schwierigkeiten zu bereiten, so können diese Gründe nicht
die dem Betroffenen auferlegte Verpflichtung ausser Kraft setzen, alle
seine Pflichten zu erfüllen, die sich aus seiner Zulassung zum Zivildienst
ergeben. Darüber hinaus ist daran zu erinnern, dass es sich bei der Leis-
tung des Zivildienstes um eine gesetzlich festgelegte Pflicht handelt und
nicht um eine blosse Beschäftigung, die nach eigenen Wünschen ausgeübt
wird (Urteil des BVGer B-3825/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1 mit Hin-
weisen).
4.2.3 Der Beschwerdeführer und seiner Arbeitgeberin geben – ohne ent-
sprechende Belege wie zum Beispiel Organigramm oder Aufgabenbe-
schrieb – an, dass die Bereiche Verkauf, Kundenbetreuung und administ-
rative Leitung des Verkaufsteams in die alleinige Zuständigkeit des Be-
schwerdeführers fallen (Beschwerde, S. 1; vi-act. 2b und vi-act. 3c). Dass
gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Bereiche Verkauf und Kun-
denbetreuung vital für ein Verkaufsgeschäft sind, ist unbestritten. Auch ist
dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass sich eine beförderte Person in
ihrer neuen Rolle erst einfinden muss (Beschwerde, S. 1). Entsprechend
gehen die Akquisition und Kundenbetreuung (gerade schwieriger Kunden)
einem routinierten Mitarbeiter einfacher von der Hand als einen Novizen
(Beschwerde, S. 1). Die Arbeitgeberin ist also durchaus auf das Verkaufs-
talent, das erworbene Fachwissen und die bereits gezeigten guten Füh-
rungsqualitäten des Beschwerdeführers angewiesen. Unbestritten steht
der Beschwerdeführer, welcher seine neue Funktion erst vor kurzem an-
trat, vor einer – wie er selbst sagt – Herausforderung, in die es hereinzu-
wachsen gilt (Beschwerde, S. 1). Auch besteht kein Zweifel, dass eine Un-
terbrechung von 180 Tagen für den Beschwerdeführer und seine Arbeitge-
berin nicht nur eine gewisse Unannehmlichkeit, sondern womöglich auch
einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. Dass ein langer Zivil-
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Seite 13
diensteinsatz für den Beschwerdeführer und seine Arbeitgeberin subopti-
mal ist, wird denn auch von der Vorinstanz anerkannt (angefochtene Ver-
fügung, S. 3).
4.2.4 Dem ist aber im Einklang mit der Vorinstanz entgegen zu halten, dass
dies grundsätzlich bei allen Dienstpflichtigen der Fall ist, und insbesondere
auf all jene Dienstpflichtige zutrifft, die ihre Rekrutenschule bzw. den lan-
gen Einsatz im Zivildienst erst nach Beginn einer Ausbildung oder im be-
reits fortgeschrittenen Erwerbsleben absolvieren. Im Unterschied zum Mi-
litärdienstpflichtigen aber kann die zivildienstpflichtige Person ihren langen
Einsatz ohne zusätzliche Begründung innerhalb von zwei Kalenderjahren
in zwei Teile aufteilen (vgl. E. 3 hiervor). Gerade in einem Fall wie dem
vorliegenden besteht damit für eine zivildienstpflichtige Person die Mög-
lichkeit, die Folgen einer langen Mitarbeiterabwesenheit abzufedern. Die
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers gibt denn auch selber an, dass ein
grundsätzlich kürzerer Diensteinsatz für sie, wenn auch nicht ideal, so doch
tragbarer wäre (vi-act. 2b und vi-act. 3c). Dies zeigt sich im Übrigen auch
darin, dass der Beschwerdeführer seinen jährlichen Zivildiensteinsatz wäh-
rend dem Beschwerdeverfahren und damit zeitnah an die Beförderung
ohne Verschiebung wahrgenommen hat (vi-act. 1e; Replik, S. 1). Wenn
gleich die Möglichkeit der Dienstaufteilung vom Beschwerdeführer bis an-
hin nicht in Betracht gezogen wurde, so besteht bzw. bestand sie immer.
Der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass ihm die Leistungspflicht eines
langen Einsatzes nicht bekannt war. Von dieser Tatsache wurde er also
nicht überrascht. Indes hat er – unabhängig von seiner Beförderung – sei-
nen langen Einsatz nicht im Voraus geplant, sondern ihn im Ergebnis auf
das letzte mögliche Einsatzjahr aufgeschoben. Damit hat er sich selbst zu-
zuschreiben, dass er den langen Einsatz womöglich an einem Stück und
in einem für ihn ungünstigen, weil nicht vorgängig geplanten Zeitpunkt leis-
ten muss.
4.2.5 Doch selbst wenn der Beschwerdeführer seinen langen Dienst nicht
aufteilt, und spätestens am 3. Juli 2023 zum langen Dienst antritt, ist bei
seiner Arbeitgeberin trotz allfälliger Unannehmlichkeiten nicht von einer
Notsituation im Sinne des Gesetzes auszugehen. Aus dem Aufgabenbe-
schrieb des Beschwerdeführers (vgl. E. 4.2.3 hiervor) geht hervor, dass
ihm über die eigentliche Tätigkeit eines Verkäufers hinaus administrative
und Führungsaufgaben zufallen. Dabei handelt es sich nicht um Wissen,
welches derart spezifisch ist, dass ein Unternehmen hierfür nur mit grosser
Schwierigkeit eine Stellvertretung finden kann. Vorliegend steht dem Be-
schwerdeführer schon zum heutigen Zeitpunkt eine Stellvertretung zur
B-3599/2022
Seite 14
Seite (vgl. Antwort 6 der am 12. Juli 2022 bei der Vorinstanz eingegange-
nen Stellungnahme des Beschwerdeführers [vi-act. 3b]). Insofern hat die
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers eine gewisse Mehrbelastung, die in-
folge eines Zivildiensteinsatzes entsteht, hinzunehmen (Urteile des BVGer
B-2682/2022 vom 12. September 2022 S. 6, B-3315/2021 vom 6. August
2021 E. 3.5.3, B-3825/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1, B-4890/2018 vom
17. Oktober 2018, B-3426/2014 vom 11. September 2014). Dementspre-
chend hat sie sich bereits zum heutigen Zeitpunkt personell so aufgestellt,
dass sie die Abwesenheiten welche durch Urlaub, Krankheit oder Militär-
dienst ihrer Mitarbeiter eintreffen, auffangen kann (vgl. E. 4.2.2 hiervor).
Wenn gleich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Gesuchstellung
angab, die ihn stellvertretende Person könne zwar die nötigen Schritte für
ihn erledigen, nicht aber die Schulung und Begleitung des Verkaufsteams
wahrnehmen (vgl. vi-act. 3b), so ist ihm entgegen zu halten, dass gerade
weil es sich vorliegend nicht um eine plötzliche bzw. kurzfristige Abwesen-
heit handelt, ihm und seinem Team bis zu seinem spätesten Dienstbeginn
im Juli 2023 hinreichend Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung stehen. Zu
diesem Zeitpunkt wird der Beschwerdeführer seine neue Funktion bereits
seit einem Jahr wahrnehmen und damit die von ihm und seiner Arbeitge-
berin als nötig angegebene Einführungszeit (inkl. Besuch aller internen
Schulungen) abgeschlossen haben (Beschwerde, S. 1). Genauso wie ihm
damit die nötige Einführungszeit zur Verfügung steht, haben auch die Ar-
beitgeberin und die Stellvertretung bis dahin hinreichend Zeit um sich auf
die womöglich erweiterte Stellvertretung vorzubereiten (Urteile des BVGer
B-2477/2021 vom 12. Juli 2021 E. 4.3.2, B-1391/2016 vom 11. Mai 2016
E. 3.3.5). Gleiches gilt schliesslich für das vom Beschwerdeführer geleitete
Verkaufsteam: Dieses mag zwar neu zusammengestellt worden sein, wird
mit den vom Beschwerdeführer erwähnten Schwierigkeiten (vgl. E. 4.2.1
hiervor; Beschwerde, S. 1 f.; Replik, S. 1), welche in erster Linie auf die
Tatsache zurückführen sind, dass das Team heute erst seit wenigen Mo-
naten zusammenarbeitet, nach einem Jahr gemeinsamer Arbeit anders be-
gegnen können. Bis zum spätesten Dienstbeginn des Beschwerdeführers
2023 stehen der Arbeitgeberin, dem Beschwerdeführer und seiner Stellver-
tretung damit hinreichend Zeit zur Verfügung, um die dienstbedingte Abwe-
senheit des Beschwerdeführers aufzufangen.
4.2.6 Damit ergibt sich zusammenfassend, dass die aus der Sicht des Be-
schwerdeführers und der Arbeitgeberin durch den Zivildiensteinsatz ent-
stehenden Belastungen zwar durchaus ins Gewicht fallen, aber keinesfalls
unzumutbar sind im Sinne der Rechtsprechung. Ein Dienstverschiebungs-
grund im Sinne von Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV ist demzufolge zu verneinen.
B-3599/2022
Seite 15
4.3
4.3.1 Weiter weist der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde darauf hin,
dass – sollte er den langen Einsatz nicht verschieben können – ihm zwar
nicht die effektive Kündigung seiner Arbeitsstelle, wohl aber der Verlust sei-
ner neuerlangten Funktion drohe (Beschwerde, S. 1 f.; Replik, S. 2). Als
Beweis reichte er seinem Gesuch zwei Schreiben seiner Arbeitgeberin bei
(vi-act. 2b und vi-act. 3c). Darin führt die Personalleiterin unter anderem
aus, dass sich die Geschäftsleitung gezwungen sehe, dem Beschwerde-
führer die Beförderung wieder zu entziehen, sollte dieser zu einem Dienst-
einsatz von mehr als einen Monat verpflichtet werden (vi-act. 2b und vi-
act. 3c). Er würde diesfalls wieder in den Rang der Verkäufer treten (vi-
act. 2b und vi-act. 3c).
Zumindest sinngemäss macht der Beschwerdeführer damit den Dienstver-
schiebungsgrund von Art. 46 Abs. 3 Bst. c ZDV geltend.
4.3.2 Vorweg ist daran zu erinnern, dass eine Kündigung infolge des Leis-
tens von Zivildienst – je nach zeitlicher Konstellation – entweder miss-
bräuchlich erfolgt (Art. 336 Abs. 1 Bst. e OR) und die Pflicht zur Leistung
einer Entschädigung nach sich zieht (Art. 336a OR), oder zur Unzeit erfolgt
und folglich nichtig ist (Art. 336c Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 OR). Weiter ist
darauf hinzuweisen, dass die bloss abstrakte Befürchtung, der Arbeitgeber
werde die Arbeitsstelle wegen der bevorstehenden Dienstleistung aufkün-
digen, nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
keinen Anspruch auf Dienstverschiebung begründet (Urteile des BVGer
B-2477/2021 vom 12. Juli 2021 E. 4.2.2, B-3405/2020 vom 26. August
2020 E. 4.2.3, B-1391/2016 vom 11. Mai 2016 E. 3.2.2, B-2441/2014 vom
22. Juli 2014 E. 4.3, B-679/2014 vom 15. Mai 2014 S. 5, B-4419/2013 vom
7. Oktober 2013 E. 3).
4.3.3 Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Arbeitgeberin in ihren
Schreiben klar zum Ausdruck gibt, dass sie ihren Arbeitnehmer zurückstu-
fen wird, sollte er seiner Dienstpflicht nachkommen. Unabhängig davon, ob
eine drohende Rückstufung mit einer Kündigung gleichzusetzen ist oder
nicht, kann jedenfalls im vorliegenden Fall nicht von einer abstrakten Be-
fürchtung des Beschwerdeführers, ihm drohe eine negative Konsequenz,
ausgegangen werden (vgl. in diesem Sinne Urteil des BVGer vom
B-1391/2016 vom 11. Mai 2016 E. 3.2.3). In diesem Zusammenhang gilt
es aber festzustellen, dass diese Androhung der Arbeitgeberin in einem
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Seite 16
deutlichen Missverhältnis zu den ansonsten lobenden Aussagen der Per-
sonalleitung und deren Hinweise auf seine Unentbehrlichkeit steht
(vi-act. 2b und 3c). Auch hat sie den Beschwerdeführer – wie sie es selbst
sagt – gerade wegen seinem unermüdlichen Einsatz und seiner exzellen-
ten Arbeit zum Verkaufsleiter befördert (vi-act. 2b). Sein Wert aus Arbeit-
gebersicht ist damit offensichtlich. Es ist daher vorliegend davon auszuge-
hen, dass eine Rückstufungsandrohung vorliegt, welche schriftlich verbrieft
wurde, damit sich der Beschwerdeführer auf Art. 46 Abs. 3 Bst. c ZDV be-
rufen kann. Damit gilt es unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichts, und unabhängig davon, ob es sich bei einer
Rückstufung um eine Kündigung handelt oder nicht, festzuhalten, dass die
vorliegende Befürchtung des Beschwerdeführers keinen Anspruch auf eine
Dienstverschiebung von Art. 46 Abs. 3 Bst. c ZDV begründet (Urteil des
BVGer vom B-1391/2016 vom 11. Mai 2016 E. 3.2.3).
4.3.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, ihm werde mit der Ab-
lehnung seines Dienstverschiebungsgesuches die berufliche Zukunft ver-
baut, so ist auf das soeben in E. 4.3.3 Gesagte sowie auf die Ausführungen
in E. 3 zu verweisen. Weiter ist nicht anzunehmen, dass die Arbeitgeberin
nach den von ihr beschriebenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gerade
jenen Mitarbeiter, der ihr ganz offensichtlich bereits in den ersten Monaten
seiner neuen Funktion als Verkaufsleiter, Stabilität im Team und hohe Ver-
kaufszahlen bietet (vgl. E. 4.2.5 und E. 4.3.3 hiervor; vi-act. 2b und 3c; Be-
schwerde, S. 1; Replik, S. 1) aufgrund seiner gesetzlichen Dienstpflicht zu-
rückstuft. Sollte sie dies trotzdem tun, täte sie dies im Wissen um die ge-
setzlichen Vorgaben und hätte die entsprechende Folgen zu tragen (vgl.
E. 4.3.2 hiervor). Weiter mag die Einsatzplanung des Beschwerdeführers
durch die überraschende Beförderung durcheinandergebracht worden sein
(vgl. Beschwerde, S. 1; Replik, S. 1 f.), da er mit der neuen Funktion nicht
rechnete. Auch sind der Stolz und die Freude über diesen Karriereschritt
menschlich verständlich. All dies ändert aber an seiner Dienstpflicht und
deren gesetzlichen Rahmen nichts (vgl. E. 3 und E. 4.2.4 hiervor). Dem
Beschwerdeführer ist zugute zu halten, dass er nach seiner Beförderung
sofort reagiert und sein Dienstverschiebungsgesuch zeitnah gestellt hat.
Anders als von ihm möglicherweise wahrgenommen kann allerdings –
auch was ihn selbst betrifft – nicht von einer Notsituation ausgegangen
werden. Weder droht ihm konkret der Verlust seiner Stelle, noch bestehen
Anzeichen dafür, dass sein wirtschaftliches Weiterkommen verhindert wird.
B-3599/2022
Seite 17
4.4
4.4.1 Ebenso macht der Beschwerdeführer geltend, um seiner neuen Rolle
als Verkaufsleiter gerecht zu werden, seien er und seine Arbeitgeberin auf
seine möglichst rasche Einarbeitung angewiesen. Dazu gehöre auch, dass
er die mit der Beförderung einhergehenden Schulungen, welche zurzeit
noch intern, aber ab Sommer 2023 auch extern stattfinden werden besu-
chen könne (vi-act. 3b, Antwort 2), wobei die insbesondere die externe
Schulung "Basisseminar Verkaufsleiter" sich mit einem Diensteinsatz ab
Juli 2023 nicht vereinbaren liesse. Damit beruft er sich auch auf den Dienst-
verschiebungsgrund von Art. 46 Abs. 3 Bst. b ZDV, den unzumutbaren
Nachteil bei Unterbrechung einer Ausbildung.
4.4.2 In Bezug auf den Dienstverschiebungsgrund des unzumutbaren
Nachteils bei Unterbrechung einer Ausbildung im Sinne von Art. 46 Abs. 3
Bst. b ZDV (vgl. E. 2.3 hiervor) ist vorweg darauf hinzuweisen, dass eine
zivildienstpflichtige Person ihre beruflichen bzw. schulischen Aufgaben mit
der Dienstpflicht in Einklang zu bringen und die Erfüllung ihrer Zivildienst-
pflicht in die persönliche Lebens- und Karriereplanung einzubeziehen hat.
Angesichts der frühzeitig absehbaren zivildienstbedingten Abwesenheiten,
welche entsprechende Planungsmassnahmen ermöglichen, ist der Unter-
bruch einer Ausbildung nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-
gerichts grundsätzlich nachholbar und führt nicht zu einem unzumutbaren
Nachteil (Urteile des BVGer B-5180/2021 vom 23. März 2022 E. 3.1,
B-2477/2021 vom 12. Juli 2021 E. 4.4.1, B-4325/2020 vom 22. Oktober
2020 E. 3.2.1, B-3825/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1, B-2478/2020 vom
17. September 2020 E. 3.2, B-5038/2019 vom 7. November 2019 E. 3.6;
jeweils mit Hinweisen).
4.4.3 Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht, dass der Beschwerdefüh-
rer selber angibt, dass der Besuch der externen Schulung mit seiner Ar-
beitgeberin zwar angedacht und abgesprochen ist, jedoch konkret noch
nicht in die Wege geleitet worden ist (vgl. vi-act. 3b, Antwort 2), führt die
Leistung des langen Einsatzes weder zu einem Unterbruch, noch zur Ver-
hinderung des Besuchs einer Schulung. Damit kann offengelassen wer-
den, ob es sich bei der vom Beschwerdeführer angedachten externen
Schulung um eine berufliche Aus- oder Weiterbildung handelt, welche
überhaupt unter die von Art. 46 ZDV genannten Kriterien fällt (vgl. Ver-
nehmlassung, II/Ziff. 4.1). Weder belegt der Beschwerdeführer eine kon-
krete Anmeldung, noch gibt er an, dass diese externe Schulung nicht auch
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Seite 18
später begonnen werden kann. Ein unzumutbarer Nachteil im Sinne von
Art. 46 Abs. 3 Bst. b ZDV liegt demnach nicht vor.
5.
Ebenso ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer von der Vorinstanz
mit Verfügung vom 18. Juni 2020 zum Zivildienst zugelassen wurde (vi-
act. 1a; angefochtene Verfügung, S. 1), und in der Folge verpflichtet ist,
mangels Bestehen der Rekrutenschule innert der drei auf seine Zulassung
folgenden Kalenderjahre den langen Einsatz (mind. 180 Tagen) zu leisten
(Art. 37 ZDV i.V.m. Art. 39a Abs. 2 ZDV; Urteil des BVGer B-5180/2021
vom 23. März 2022 E. 5). Somit hat der Beschwerdeführer, der seiner jähr-
lichen Einsatzpflicht bis anhin ohne Unterbruch nachgekommen ist (vgl.
Einsatzabschluss 2021 [vi-act.1c] und Aufgebot Diensteinsatz 2022
[vi-act. 1e]; Replik, S. 1), diesen Einsatz spätestens am 3. Juli 2023 anzu-
treten (vgl. Vernehmlassung, II/Ziff. 3; vi-act. 5d). In Ergänzung zur Tat-
sache, dass vorliegend die Voraussetzungen für eine Dienstverschiebung
gemäss Art. 46 Abs. 3 ZDV nicht erfüllt sind, kann sein Gesuch um Ver-
schiebung des langen Einsatzes über diesen Zeitpunkt hinaus auch aus
diesem Grund nicht gutgeheissen werden (Urteile des BVGer B-5180/2021
vom 23. März 2022 E. 5 mit Hinweisen, B-2477/2021 vom 12. Juli 2021
E. 5).
Schliesslich ist, soweit das entsprechende Begehren des Beschwerdefüh-
rers bezüglich einer Fraktionierung seines langen Diensteinsatzes in je-
weils 30-tägigen Tranchen vom Streitgegenstand umfasst sein sollte
(vgl. E. 1.3.2 hiervor), darauf hinzuweisen, dass die gesetzliche Regelung
eine Aufspaltung des langen Einsatzes in zwei Teile innerhalb von zwei
Kalenderjahren vorsieht (Art. 37 ZDV; vgl. auch E. 2.2 und E. 3 hiervor),
nicht aber eine Stückelung in jährliche Einsätze von 30 Tagen. Die Auftei-
lung des langen Einsatzes in die vom Beschwerdeführer gewünschte Form
ist daher nicht zulässig (Urteile des BVGer B-3187/2016 vom 19. Juli 2016
S. 13, B-1391/2016 vom 11. Mai 2016 E. 3.3.6).
6.
Unter diesen Umständen und angesichts des ihr gemäss Art. 46 Abs. 3
ZDV zustehenden Ermessens ist demnach nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers, seinen langen Einsatz
erst ein Jahr nach Ablauf der dreijährigen Einsatzfrist zu leisten, abwies.
Daran vermag auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer durch das
bisherige Leisten all seiner Einsätze dargelegt hat (vgl. E. 5 hiervor), dass
er sich nicht um seine Dienstpflicht "drücken" möchte, nichts zu ändern.
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Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist, soweit darauf einzu-
treten ist, abzuweisen. Die Vorinstanz ist indes daran zu erinnern, dass sie
ihre Gesprächsbereitschaft mit dem Beschwerdeführer (vgl. Sachverhalts-
erwägung B.b) nicht bereits mit der Begründung beenden sollte, die zivil-
dienstpflichtige Person habe gegen ihre Verfügung ein Rechtsmittel erho-
ben (vgl. Sachverhaltserwägung D.a). Vielmehr ist eine Aufrechthaltung
der Gesprächsbereitschaft trotz anhängigem Beschwerdeverfahren
gerade mit Blick auf die in Art. 58 VwVG vorgesehene Möglichkeit der
Wiedererwägung einer Verfügung grundsätzlich wünschenswert.
7.
Gemäss Art. 65 Abs. 1 ZDG ist das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht kostenlos, sofern es sich nicht um eine mutwillige Beschwer-
deführung handelt. Dies ist vorliegend nicht der Fall und wird zurecht auch
nicht geltend gemacht. Damit sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Es
werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet (Art. 65 Abs. 1 Satz 2
ZDG).
8.
Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiter-
gezogen werden (Art. 83 Bst. i des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005
über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). Er ist
somit endgültig.
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