Decision ID: eceedf6c-e4cc-4af1-ad4a-739c0a2b248b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1971 geborene X._
meldete sich unter Hinweis auf
eine seit
8.
August 2015 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit am 18. Januar 2016 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an (Urk. 8/4).
Die IV-Stelle zog die Akten des Krankentaggeld
ver
sicherers bei (Urk. 8/
10
, 8/24
; Gutachten vom 30. Mai 2016, Urk. 8/24 S. 8-23
)
, führte ein Standortgespräch durch (Bericht vom 4. Februar 2016, Urk. 8/12)
,
tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische
Abklärungen
(Urk. 8/
18
, 8/21
, 8/28
, 8/42
, 8/53
, 8/69 S. 1 f.
)
und teilte der Ver
sicherten am 28. Juni 2016 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 8/26).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine
medizinische
Begutachtung der Ver
si
cherten in den Disziplinen
«
Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psy
chi
atrie
»
(Urk. 8/30
,
8/39
);
die
Z._
AG erstattete das Gutachten am 15. Februar 2017 (Urk. 8/47
; Beantwortung ergänzender Fragen vom 24. Juli 2017, Urk. 8/62
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid vom 11. August 2017
[
Urk. 9/67
]; Einwand vom 23. August 2017 [Urk. 8/70])
lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Oktober 2017 das Leistungsgesuch der Ver
sicherten ab (Urk. 8/82).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.2
Unter Hinweis auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
und unter Beilage eines Arztberichtes vom 24. September 2019 (Urk. 8/93)
meldete sich die Versicherte m
it Gesuch vom
26. September 2019
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk. 8/92
).
Die IV-Stelle tätigte abermals medizinische
und
beruflich-erwerbliche
Abklärungen (Urk. 8/103
, 8/104, 8/107
)
. Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 16. April 2020 [Urk. 8/112]; Einwand
vom
19. Mai 2020 [Urk. 8/120]
sowie
vom
26
.
Juni
2020 [Urk. 8/
124
]
)
lehnte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
17. Juli 2020 das Leistungsgesuch der Versicherten ab (Urk. 2 [= Urk. 8/127]).
2.
Gegen die Verfügung vom 17. Juli 2020 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 17. August 2020 Beschwerde und beantragte
die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung sowie die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1
, 3/3
4
).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2020 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. September 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Mit Eingabe vom
9. Oktober 2020 reichte die Beschwerdeführerin ein den in der Beschwerdeschrift dargestellten Sachverhalt korrigierendes Schreiben zu den Akten (Urk. 10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
muss
mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invali
di
tätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahms
weise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintre
tens
voraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
wal
tung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher be
gründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentenge
suchen befassen
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Renten
berechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE
141 V 9 E. 2.3;
130 V 64 E. 5.2
;
130 V
71 E. 2.2).
1.3
I
st die Verwaltung auf eine Neuanmel
dung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Be
schwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Eine
solche Änderung kann insbesondere in einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes mit entsprechend ver
min
derter Arbeitsfähigkeit oder, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand, in veränderten Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich liegen. Demgegenüber stellt die bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine relevante Änderung dar (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen, gemäss den ihr vorliegenden Unterlagen bestehe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten, da weder aus somatischer noch psychiatrischer Sicht ein wesent
lich neuer medizinischer Sachverhalt vorliege; vielmehr handle es sich vor
liegend um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustandes. Das Gutachten vom Februar 2017, wonach keine gesund
heit
liche Einschränkung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, habe nach wie vor Bestand. Im Rahmen der Neuanmeldung seien das Gesuch geprüft, Akten eingeholt sowie Abklärungen getroffen worden; auch nach Erhalt der mit Ein
wand vom Juni 2020 zu den Akten gereichten Unterlagen bestünden keine Hin
weise für
die Vornahme
weitere
r
Abklärungen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin argumentierte demgegenüber,
sie habe sich im Anschluss an die ablehnende Verfügung vom Oktober 2017 in stationäre Behandlung begeben und stehe seitdem in regelmässiger ambulanter psychiatrisch-psycho
thera
peutischer Behandlung. Dessen ungeachtet habe sich ihr Gesundheits
zustand nicht verbessert, sondern verschlechtert. Sie leide an einer somatoformen Schmerzstörung, welche im Rahmen der ersten Anmeldung bei der Invalidenver
sicherung nicht thematisiert worden sei und die sich insbesondere in jüngster Zeit verschlechtert habe. Auch wenn hinsichtlich der Diagnosestellung zwischen den Gutachtern und den Therapeuten de
r
A._
AG
Differenzen bestünden, sei dem Bericht der Therapeuten klar zu entnehmen, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe. Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) könne deshalb nicht ohne Weiteres auf eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes schliessen. Da die Veränderung des Gesundheitszu
standes folglich überwiegend
wahrscheinlich belegt sei, seien weitere medi
zi
nische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1).
3
.
3.1
Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch die Gegenüber
stellung des Sachverhaltes im Zeitpunkt der strittigen Verfügung mit demjenigen, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung bestanden hatte (BGE 130 V 71 E. 3.1). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchs
erheblichen Änderung bildet folglich die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleiches beruht (BGE 134 V 131 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E. 3.2).
Mit Verfügung vom
30. Oktober 2017
(
Urk. 8/82
) verneinte die IV-Stelle, nach materieller Prüfung des Sachverhaltes (vgl.
vorstehend E. 1.1
des Sachverhaltes
), den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung. Zu prüfen ist folglich, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung vom
30. Oktober 2017
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
17. Juli 2020
in rentenanspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat.
3.2
3.2.1
Die Verfügung vom 30. Oktober 2017 basierte im Wesentlichen auf dem von der IV-Stelle veranlassten Gutachten der
Z._
AG vom 15. Februar 2017 (Urk. 8/47) sowie den von den Gutachtern am 24. Juli 2017 beantworteten ergänzenden Fragen (Urk. 8/62). Die Gutachter
stellten keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/47 S. 22), als Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie die folgenden fest (Urk. 8/47 S. 22):
-
Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen und Zwangsritualen (ICD-10: F42.1)
-
Panikstörung (ICD-10: F41.0)
-
Leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
-
Schädlicher Gebrauch mit Benzodiazepinen (
Xanax
)
-
Mögliche Akzentuierung von Persönlichkeitszügen
-
Klimakterium
praecox
mit 38 Jahren (ICD-10: E28) mit/bei
-
anamnestisch familiär bedingt (Mutter)
-
behandelter postmenopausaler Osteoporose, bisher ohne Frakturen (ICD-10: M81.00)
-
Status
nach Entbindung (Sohn
, 1996)
-
Verdacht auf qualitative Minderernährung mit/bei
-
unregelmässiger Aufnah
me vorwiegend kalter Nahrung (Sandwiches, Joghurt)
-
Verdacht auf latente Gastritis
-
Nikotinkonsum (ICD-10: Z72.0)
-
Postmenopausale Osteoporose (ICD-10: M81.0) mit/bei
-
Menopause im Alter von 38 Jahren
-
Stabilisierung und Verbesserung
der
Knochendichte unter Therapie (7. November 2012, 12. Dezember 2014)
-
Muskuläre
Dekonditionierung
bei körperlicher Minderaktivität und Fehl
ernährung (ICD-10: M62.5) mit/bei
-
muskulärer Hypotrophie der unteren Extremitäten, Insuffizienz der paravertebralen Muskulatur
-
myotendinotischer
Verspannungen der
Glutealmuskulatur
am Becken
kamm sowie am Trochanter
majus
linksbetont, des
Musculus
piriformis
linksseitig, der Adduktoren linksbetont
-
Thorakale Skoliose (ICD-10: M41.14) mit/bei
-
Asymmetrie des Brustkorbes mit Vorwölbung des linken Rippenbogens
-
Symptomatische Senk- und Spreizfüsse (ICD-10: M51.4) mit/bei
-
leichtgradiger linksbetonter Fehlhaltung der Fersenachse, Insuffizienz der
Tibialismuskulatur
-
Myotendinotisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M42.2) mit/bei
-
myotendinotischer
Verspannung in den
Musculi
trapezii
beidseits, keine Hinweise der segmentalen Dysfunktion der Halswirbelsäule
3.2.2
In der versicherungsmedizinischen Konsensbeurteilung führten die Gutachter aus
, bei der Beschwerdeführerin lägen einerseits eine psychische Problematik aus dem Formenkreis der Angst-, der Zwangs- und der affektiven Störungen, andererseits körperliche Probleme im Bereich des Bewegungsapparates und des Magendarm
traktes vor.
In psychiatrischer Hinsicht leide sie
an Zwängen, deren Ausprägung als leicht- bis höchstens mittelgradig bezeichnet werden könne, zumal sie nur einen geringen Teil des Tages in Anspruch nähmen, trotz vorhandenem Drang nicht sofort ausgeführt werden müssten und sich, obwohl sie bereits seit Jahren bestünden, im Verlauf keine Verschlimmerung zeige. Der Leidensdruck scheine bei fehlender angemessener Beschäftigung deutlich grösser zu sein. Die Ängste gingen wahrscheinlich auf Erlebnisse in der Kindheit zurück, seien diffus, könnten nicht genau umschrieben werden und trä
t
en vor allem im Zusammen
hang mit der Zwangsproblematik auf respektive dienten wahrscheinlich als deren
Aus
löser im Sinne einer Bewältigungsstrategie. Die klar umschriebene Existenz
angst sei angesichts der finanziellen Lage nachvollziehbar und ohne Krankheits
wert
, eine Höhen- und Flugangst sei im Alltag offenbar kaum von Bedeutung. Die Beschwerdeführerin habe Strategien im Umgang mit den Zwängen ent
wickelt, es ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die anderen Probleme und Symptome dadurch in relevanter krankheitswerter Weise verschlimmert würden. Vielmehr legten sie die Vermutung nahe, dass sie durch eine regelmässige Erwerbstätigkeit erfolgreich bekämpft werden könnten. Es ergäben sich Hinweise auf eine ausge
prägte Selbstwertproblematik mit Selbstzweifeln, Hoffnungs
losig
keit und einer «Flucht-nach-vorne-Strategie». Phasenweise werde ein selbst
sicher wirkendes Auftreten beobachtet, was die Beschwerdeführerin einerseits zu beruf
lich hohen Leistungen angetrieben, andererseits zur Überforderung geführt haben könnte. Wenn auch krankheitsbedingt, aber therapeutisch behandelbar, so sei nicht aus
geschlossen, dass dieses Verhalten bewusst eingesetzt werden könne und einer W
illensanstrengung zugänglich sei
; die Schwankungen im Selbstbe
wusst
sein seien auch dem Hausarzt bekannt. Depressive Symptome seien allen
falls noch in leichtgradigem Ausmass vorhanden, eine Antriebsstörung könne nicht eruiert werden. Konzentration und Aufmerksamkeit seien unauffällig, Er
mü
dungs
erscheinungen seien während des ungefähr achtstündigen Aufenthaltes im Gut
achtenszentrum (mit Pausen) nicht festgestellt worden (Urk. 8/47 S. 15).
In rheumatologischer Hinsicht
sei eine Osteoporose vorbekannt, welche keine Beschwerden mache, jedoch mittelschwere Arbeiten verbiete.
Ausserdem werde eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
mit Rückbildung der Arm- und Bein
muskeln, vertebralen Verspannungen im Hals- und Beckenbereich – letzteres bedingt durch die angeborene Skoliose – sowie Muskelreizungen und Muskel
schmerzen im Becken- und Oberschenkelbereich diagnostiziert. Verursacht werde die
Dekonditionierung
durch einen langandauernden und ausgeprägten Bewe
gungsmangel. Die
Dekonditionierung
sei nicht krankheitsbedingt, sondern durch
eine
Lebensstiländerung mit angemessener körperlicher Betätigung physiothe
rapeutisch und medikamentös gut behandelbar. Es erstaune,
dass
die Beschwer
deführerin trotz starker Schmerzen und hohem Leidensdruck, wie während der Exploration beklagt, bisher kaum Schmerzmittel eingenommen oder andere anal
genetische Massnahmen, ausser Schonung, gesucht oder durchgeführt habe. Die
idiopathischen Senk-Spreizfüsse seien vor einigen Monaten symptomatisch geworden
, wobei den belastungsabhängigen Beschwerden mit hoher Wahrschein
lichkeit der passive Lebensstil zugrunde liege. Mittlerweile hätten sich die Beschwerden deutlich gebessert und seien mit den bereits erwähnten Massnah
men gut weiter behandelbar
(Urk. 8/47 S. 15 f.).
In allgemeininternistischer Hinsicht
hätten sich die Magendarmprobleme laut Angaben der Beschwerdeführerin deutlich gelindert und seien nicht mehr von Be
deutung. Es bestünden Hinweise auf eine Magenreizung, welche durch Nikotin
abstinenz, regelmässige und magenschonende Ernährung und allenfalls pro
to
nen
pumpenblockende Medikamente gut behandelbar sei. Eine geklagte allge
meine Kraftlosigkeit sei einerseits durch eine quantitative und wahrscheinlich auch qualitative Fehlernährung mit einem Body-Mass-Index im unteren Norm
bereich, andererseits durch den mental und physisch als sehr passiv beschrie
benen Lebensstil mitbedingt. Angesichts der einfachen Behandlungsmöglichkeit der Mangelernährung sei auf eine eingehendere Abklärung verzichtet worden. Es
habe
keine Essstörung diagnostiziert werden
können
(Urk. 8/47 S. 16).
3.2.3
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, es sei bei der Beschwerdeführerin prinzipiell von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit auszugehen, wobei die letzte Tätigkeit als kaufmännische Sachbearbeiterin aufgrund des vom Arbeitgeber mitgeteilten Profils als angepasst betrachtet werden könne.
Bei grosszügigem Entgegenkommen an die subjektive Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin und aufgrund der genannten Ein
schränkungen könne eine anfängliche Reduktion der Arbeitsfähigkeit eingeräumt werden. Anzumerken
sei
, dass es auch für psychisch und körperlich gesunde Per
sonen, welche über mehrere Monate hinweg arbeitslos gewesen seien, schwierig sein könne, den Mut zu einem Wiedereinstieg aufzubringen, was einer psy
chi
schen, manchmal auch einer körperlichen
Dekonditionierung
gleichkomme. Ein tägliches Durchschnittspensum von sechs Stunden Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführerin aus rein medizinischer Sicht möglich, innerhalb von maximal drei Monaten sollte eine Steigerung auf 100 % erfolgt sein.
Diese Einschätzung gelte auch dann, wenn sich die Beschwerdeführerin keiner der empfohlenen Behandlungen unterziehen sollte, sie seien ihr aber drin
gend nahezulegen (Urk. 8/47 S. 16).
Sehr leichte und leichte Tätigkeiten mit selten mittelschweren Arbeiten (
Tragen von Lasten
bis 12 kg ein- bis zweimal pro Monat) seien ihr zumutbar, rein mittel
schwere Tätigkeiten oder rückenbelastende Zwangshaltungen seien ebenso zu ver
meiden wie Akkord- oder Schichtarbeit. Zu achten sei auf eine regelmässige Arbeitszeit mit einer Stunde Mittagspause.
Initial sei ein engmaschiges beruf
liches Coaching zwecks Hilfe bei der Stellensuche, Leistung von Motivations
arbeit, Stärkung der Eigenverantwortung, zwecks Ermutigung und aufbauender Rückmeldung, Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, zur Grenzsetzung und Verbesserung der Kommunikation sowie zwecks Beseitigung von Missver
ständnissen zu empfehlen (Urk. 8/47 S. 17).
3.
2.4
Im Anschluss an die Stellungnahme des RAD vom 26. Juli 2017 (Urk. 8/66 S. 4
7), welcher auch den Austrittsberich
t des Universitätsspitals B._
, Klinik für Rheumatologie, vom 21. Dezember 2016 (Urk. 8/53) berücksichtigte, der darin aufgeführten – und im Gutachten nicht berücksichtigte
n
– Diagnose eines Status nach komplexer Kniebinnenverletzung rechts vom 3. Januar 2014
jedoch
keinen Einfluss auf die Tätigkeit als Sachbearbeiterin zumass, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom 30. Oktober 2017 (Urk. 8/82)
den Anspruch der Beschwerde
füh
rerin auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.3
3.3.1
Anlässlich der Neuanmeldung vom
26. September 2019
(
Urk. 8/92
)
reichte die Beschwerdeführerin den Bericht de
r
A._
AG vom 24. Septem
ber 2019 zu den Akt
en (Urk. 8/93). Dr. med. C._ und Dr. med. D._
stellten die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
:
-
Anhaltende
multilokuläre
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10: F61)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Hypnotika: schädlicher Gebrauch, zuletzt
Xanax
0.5 bis 0.75 mg/d zum Schlafen (ICD-10: F13.1)
-
Zwangsstörung (vorwiegend Zwangshandlungen; ICD-10: F42.1)
-
Nichtorganische Schlafstörung seit ungefähr 2006 (ICD-10: F51.9)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stell
t
en sie eine rezidi
vie
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0). Die Ärzte hielten fest,
aus psychiatrischer Sicht bestehe eine erstmals 2016 beschrie
bene somatoforme Schmerzstörung sowie eine seit ungefähr 2006 bestehende chro
nische Schlafstörung
, zudem lägen Ängstlichkeit, Selbstunsicherheit sowie eine langjährige Zwangsstörung vor
. D
ie kombinierte Persönlichkeitsstörung sei im Rahmen des Gutachtens nicht per se diagnostiziert worden, auch sei das Aus
mass der Angst-Belastung über eine Panikstörung hinaus sowie deren Auswir
kung auf die Belastbarkeit (wie sich im Verlauf seit 2016 rückblickend deutlich zeige) offenbar unterschätzt worden. Die 2016/2017 beschriebenen Panikattacken würden von der Beschwerdeführerin spezifisch im Kontext von potentiell stress
assoziierten Herausforderungen beschrieben, weshalb für den aktuellen Zeitraum keine Panikstörung diagnostiziert werde.
Nicht-psychiatrisch sei zudem auf soma
tische Erkrankungen hinzuweisen, darunter eine Osteoporose und eine seit 2016 beschriebene beidseitige Ansatz-
Tendinose
im Hüftbereich mit wiederholt auf
tretenden
muskuloskelettalen
Beschwerden sowie Schleimbeutel-Entzün
dungen an den Ellbogen (operativ saniert im Frühling 2019).
Anamnestisch liege
seit 2016, spätestens seit 2018, bis August 2019 eine vollständige Arbeitsun
fähig
keit im angestammten Tätigkeitsbereich vor. Seit Frühling 2019 laufe eine schritt
weise gesteigerte Belastungserprobung, Mitte August sei mit einer Bürotätigkeit im geschützten Rahmen mit einem Pensum von 50 % begonnen worden, was die Beschwerdeführerin an die Grenze ihre Belastbarkeit führe. Mittelfristig erscheine eine leichte Erweiterung
des Pensums
nicht ausgeschlossen, aktuell erscheine eine solche aber eher fraglich.
3.3.2
Die
IV-Stelle
holte in der Folge ergänzende
B
erichte ein
:
Dr.
D._
,
A._
AG,
führte im Bericht vom 19. Dezember 2019 (Urk. 8/103) ergänzend zum Bericht vom 24. September 2019 (vgl. vorstehend E. 3.3.1) aus,
anlässlich
der Bürotätigkeit im geschützten Rahmen sei die Beschwerdeführerin belastet und überfordert gewesen, offenbar sei sie bloss 35 % präsent gewesen und in einen Teufelskreis von Schmerzbelastung, Schmerzer
leben, grossen finanziellen Sorgen und Angst vor der Arbeitsunfähigkeit mit Panikattacken, Schuld- und Versagens
gefühlen und zunehmender
Deprimiertheit
mit Gedankenkreisen und Schlafstö
rungen gekommen. Im Falle einer psycho
sozialen und finanziellen Entlastung sei die Prognose deutlich besser, ohne Unter
stützung bestehe die substanzielle Gefahr einer Persistenz oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes.
3.3.3
Dr.
med. E._
, Facharzt für Chirurgie
, hielt in einem E-Mail zuhanden der IV-Stelle vom 31. Januar 2020 (Urk. 8/104) fest, die Beschwerdeführerin sei von ihm am 16. April 2019 aufgrund einer rezidivierenden
Epicondylitis
humeri
radialis
am Ellbogen operiert
und die Behandlung am 5. Juli 2019 abgeschlossen
worden. Der postoperative Verlauf sei unauffällig verlaufen, eine bleibende Arbeits
un
f
ähigkeit resultiere aufgrund dieser Diagnose nicht.
3.3.4
F._
,
Arbeitsagogin
Office, Stadt Zürich, Soziale Einrichtungen und Betriebe, hielt im Arbeitgeberfragebogen vom 12. Februar 2020 (Urk. 8/107) schliesslich fest, durch die permanenten Schmerzen sei die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin stark eingeschränkt, sie habe viele Absenzen (mit Arztzeug
nis); die Leistungsfähigkeit habe deshalb nicht gesteigert werden können.
Ergänzend führte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 9. Oktober 2020 (Urk. 10) aus, sie sei nicht in der Lage gewesen, das vereinbarte Arbeitspensum von 50 % zu leisten, das effektive Arbeitspensum habe maximal 30 % betragen.
4.
4.1
Im Folgenden ist durch Gegenüberstellung der medizinischen Unterlagen zu prü
fen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im
entscheidrele
vanten
Referenzzeitraum seit der Verfügung vom
30
. Oktober
2017
(Urk. 8/
82
) verändert hat.
Aufgrund des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abwei
chenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die
Befunde
, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell
verändert haben (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2017 vom 26. Oktober 2017
E. 4.2.2).
4.2
4.2.1
De
m
vorstehend unter E. 3.
2.1-3.2.3
aufgeführten
Gutachten der
Z._
AG vom
15. Februar 2017
stehen die unter E. 3.3
aufgeführten B
erichte gegenüber.
4.2.2
Mit Blick auf die somatischen Beschwerden
ist mit dem RAD (vgl. Urk. 8/111 S. 4) fest
zuhalten, dass seit der Verfügung vom 30. Oktober 2017 (Urk. 8/82) keine neuen Diagnosen hinzugekommen sind.
Dres
.
C._
und
D._
stellten
fachfremd
zwar
die
Diagnose
n
einer Osteoporose
, einer beidseitigen Ansatz-
Tendinose
im Hüft
bereich mit wiederholt auftretenden
muskuloskelettalen
Beschwerden sowie
von
Schleimbeutel-Entzündungen an den Ellbogen
(vgl. vorstehend E. 3.3.1). Die Osteoporose wurde
indes
bereits im Gutachten im Jahr 2017 diagnostiziert
und
eine Auswirkung
derselben
auf die Arbeitsfähigkeit verneint
, was auch für die
muskuloskelettalen
Beschwerden im Hüftbereich
gilt (vgl. vorstehend E. 3.2.
1 f.
sowie Urk. 8/47 S. 37
f.
).
Hinsichtlich der mittlerweile operativ sanierten Schleim
beutel-Entzündungen am Ellbogen
, welche im Zeitpunkt des Gutachtens ebenfalls bereits bekannt war
en
(vgl. Urk. 8/47 S. 35),
hielt Dr.
E._
fest, dass der postoperative Verlauf unauffällig verlaufen sei und keine bleibende Arbeits
unfähigkeit aufgrund dieser Diagnose bestehe (vgl. vorstehend E. 3.3.3).
Ent
spre
chend ist aus somatischer Sicht
von
k
eine
r
Verschlechterung des Gesund
heits
zu
standes
auszugehen
, wor
an auch der Bericht von F._
(vgl. vor
stehend E. 3.3.4) nichts
zu ändern vermag
, zumal daraus keine Diagnosen er
sichtlich sind
, sondern ohne nähere Begründung einzig festgehalten wurde, dass die Leistungs
fähig
keit der Beschwerdeführerin aufgrund der permanenten Schmerzen stark ein
ge
schränkt sei.
4.2.3
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden
ist zunächst festzuhalten, dass die von
Dres
.
C._
und
D._
diagnostizierte Zwangsstörung sowie der schädliche Gebrauch von
Xanax
(vgl. vorstehend E. 3.3.1) bereits im Gutachten aus dem Jahr 2017 diagnostiziert wurden, diesen Diagnosen jedoch keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zugemessen worden war (
vgl. vor
ste
hend E. 3.2.
1
).
Auch die nichtorganische Schlafstörung war im Zeitpunkt der letzten Verfügung bereits bekannt respektive wurde von den Gutachtern unter den objektiven Befunden aufgeführt
.
I
ndes hielten die
Gutachter in diesem Zusam
menhang fest, dass im Verlauf der mehrstündigen Exploration keine Ermüdungserscheinungen hätten festgestellt werden können
;
vielmehr sei
die Beschwer
deführerin am Ende der drei einzelnen Explorationen sogar psychisch deutlich aufgehellt und mental wach gewesen (vgl. Urk. 8/47 S. 18).
Dass sich hieran - abgesehen von einer Verringerung der Resilienz - Wesentliches verändert hätte, ergibt sich nicht aus dem Bericht der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/93
S.
2).
Mit der anhaltenden
multilokulären
somatoformen Schmerzstörung und der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und emotional-insta
bilen Anteilen (vgl. vorstehend E. 3.3.1) führten
Dres
.
C._
und
D._
im Ver
gleich zum Gutachten aus dem Jahr 2017 neue Diagnosen auf.
Was die kombi
nierte Persön
lichkeitsstörung betrifft, hielten die Gutachter im Jahr 2017
jedoch
bereits die Möglichkeit akzentuierter Persönlichkeitszüge fest (vgl. vorstehend E. 3.2.
1
), was eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ausschliesst, wie RAD-Arzt
Dr. med. G._
, Facharzt Psychiatrie und Psycho
thera
pie, zu Recht festhielt (vgl. Urk. 8/111 S. 4
; vgl. auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen, 10. Auflage, Bern 2015, S. 285
).
Hinsichtlich der
multilokulären
somatoforme
n
Schmerzstörung
führten
Dres
.
C._
und
D._
schliesslich
aus
, diese
bestehe bereits seit dem Jahr 201
6.
Im Gutachten aus dem Jahr 2017 diagnostizierten die Gutachter keine somato
forme Schmerzstörung
; eine solche wurde im Übrigen auch
nicht von Dr. med. H._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Beschwerde
führerin im Auftrag des Krankentaggeldversicherers im Mai 2016 psychiatrisch untersuchte (vgl. Urk. 8/24 S. 13)
,
diagnostiziert.
Die Gutachter der
Z._
AG diagnostizierten im Jahr 2017
jedoch eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
, eine thorakale Skoliose, symptomatische Senk- und Spreiz
füsse sowie ein
myotendinotisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (vgl. vor
stehend E. 3.2.1)
. Sie
führten aus, die
Beschwerdeführerin leide nach eigenen Angaben an starken Schmerzen
an den Füssen, im Beckenbereich, im Bereich der
Beinansätze dorsal mit Ausstrahlung nach vorne in beide Leisten
sowie im
Ber
eich
der Schulter
gürtel
- und
Gluteal
mus
kulatur
, nehme indes keine Schmerz
mittel
ein
und habe sich bislang keiner physiotherapeutischen Behandlung unter
zogen
; eine Fibromyalgie schlossen die Gutachter angesichts der hierfür feh
len
den ACR
-Kriterien
(American College
of
Rheumatology
)
aus
(vgl. Urk. 8/47 S. 35
, 38 f.
).
Sie hielten überdies fest, die Insuffizienz der paravertebralen Muskulatur, die hochthorakale linkskonvexe Skoliose der Wirbelsäule sowie die
myotendino
tischen
Verspannungen erklärten die Lokalisation der Schmerzen,
wenn auch nicht deren Ausmass,
auch liessen sich die Verspannungen in Form von leicht
gradigen
Ansatztendinopathien
der lateralen
glutealen
Sehnenplatte sowie der Spina
anterior
superior
beidseits im MRI des Beckens vom 22. November 2016 objektivieren (vgl. Urk. 8/47 S. 38 f.).
Angesichts dieser
Aus
führungen
ordneten die Gutachter die
bereits im Jahr 2017 bekannten
multi
lokulären
Schmerzen der Beschwerdeführerin im Rahmen der somatischen Be
schwerden ein und stellten die entsprechenden
Diagnosen
;
mit anderen Worten beurteilten sie denselben Sachverhalt anders als
Dres
.
C._
und
D._
, welche die
multilokulären
Schmer
zen im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung interpretierten.
Folglich
handelt es sich bei
der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung
um eine andere medizinische Einschätzung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes, nicht jedoch um eine Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes
, wovo
n auch RAD-Arzt Dr. G._
ausging (vgl. Urk. 8/111 S. 4 f.)
.
Auch die Behandler vermochten denn infolge erstmaliger Behandlungs
aufnahme im Herbst 2018 eine relevante Verschlechterung seit Herbst 2017 nicht zu bestätigen. Gegenteils untermauert ihr Hinweis, wonach anamnestisch seit 2016 (bis im August 2019) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden habe (Urk. 8/93
S.
2), den Schluss des RAD auf eine andere Beurteilung eines an sich
unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Es kommt hinzu, dass die behandelnden Ärzte von einer (langsamen) Besserung berichteten (
Urk.
8/93
S.
2) und
Dr.
D._
die Prognose im Falle einer psycho
sozialen und finanziellen Entlastung als deutlich besser einschätzte (
vgl.
E.
3.3.2). Auf eine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht beachtliche Verschlechte
rung des gesundheitlichen Zustandes ist auch angesichts dieser Gegebenheiten nicht zu schliessen.
4.3
Zusammenfassend
ist
nicht von einem anspruchserheblich veränderten soma
ti
schen oder psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Ver
fügung vom 30. Oktober 2017 auszugehen, weshalb kein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt
.
Angesichts dieser Sachlage
sind von zusätzlichen medizinischen Abklärungen keine neuen
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
entgegen
dem Antrag der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2)
darauf zu verzichten ist
(anti
zi
pierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90 E. 4b; 136 I 229 E. 5.3).
5.
Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle
einen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 2020 (Urk. 2) zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin
beantragte die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk. 1 S. 2).
Gemäss
§ 16 Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aus
sichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen.
Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist ausgewiesen, da sie von der öffent
lichen Sozialhilfe unterstützt wird (Urk. 3/3). Weil der Prozess zudem nicht als aussichtslos einzustufen ist, sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung erfüllt.
6.2
Die Verfahrenskosten sind auf Fr.
6
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Die Beschwerdeführerin
wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach
sie
zur Nachzahlung der
ihr
erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.