Decision ID: 684f1ca0-52fc-453c-9ef1-b094b3cad57f
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
war als Pflegehelferin tätig und
meldete sich am 2
8.
September 200
6
wegen nach
einem
Verkehrsunfall
vom
7.
April 2005 auf
getretenen Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum
Renten
bezug
an (
Urk.
7/121).
Die Ausgleichskasse
Z._
, IV-Stelle, zog die Akten
der
Winterthur Versicherungen
,
der obligatorischen Unfallversicherung der Versicherten,
bei (
Urk.
7/1
,
Urk.
7/130
)
.
Mit V
erfügung vom 1
4.
Mai 2007 hielt
die
Winterthur Versicherungen
(heute: AXA Winterthur)
fest, dass die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom
7.
April 2005 zurückzuführen seien
, weshalb
sie
die
Taggelder
sowie die Übernahme von
Heilungskosten per 3
1.
Oktober 2006
einstell
t
e
(
Urk.
7/166). Die IV
Stelle
Z._
traf weitere Abklärungen, insbesondere gab sie bei der
A._
ein polydisziplinäres (psychiatri
sch
es
, rheumatologisch
es
, allgemeininternistisch
es
) Gutachten in Auftrag, wel
ches am 2
9.
Oktober 2008 erstattet wurde (
Urk.
7/184).
Mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2009 sprach die IV-Stelle
Z._
der Versicherten per
1.
April 2006 eine halbe Invalidenrente zu, wobei
sie die
Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Pflegehilfe
auf 50
%
einschätzte
(
Urk.
7/195,
Urk.
7/202). Die von der Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Be
schwerde wurde mit Entscheid des Verwaltungsgerichts
Z._
vom 2
1.
Oktober 2009 abgewiesen, wobei das Verwaltungsgericht
eine
Arbeitsfähig
keit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
von 70
%
annahm
(
Urk.
7/213).
Am
2.
Dezember 2010
leitete die IV-Stelle
Z._
von Amtes wegen eine
Ren
tenrevision
ein (
Urk.
7/222
) und
bestätigte den bisherigen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
mit Mitteilung vom 1
8.
Mai 2011
(
Urk.
7/245).
1.2
Aufgrund
der
Wohnsitznahme
de
r Versicherten
im
Kanton Zürich
überwies die IV-Stelle
Z._
am 2
2.
August 2011
zuständigkeitshalber die Akten der
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
(
Urk.
7/249).
I
m Jahr 2013
leitete die IV-Stelle
von Amtes wegen eine Revision ein. Sie nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen vor (
Urk.
7/252,
Urk.
7/253,
Urk.
7/254,
Urk.
7/255), insbesondere gab sie bei der
Medas
B._
ein
polydis
ziplinäres
(allgemeininternistisch
es
, psychiatrisch
es
, rheumatologisch
es
) Gut
achten in Auftrag, welches am
9.
April 2014 erstattet wurde (
Urk.
7/269).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
April 2014 wurde der Versicherten die Einstellung der
halben
Invalidenrente in Aussicht gestellt, wobei von einer 80%igen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen wurde (
Urk.
7/275). Die Versicherte liess dagegen am 1
6.
Mai und 1
3.
Juni 2014 Einwand erheben und begründen
(
Urk.
7/278,
Urk.
7/284). Mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch die
Fortuna Rechtsschutz-
Versi
cherungs
-Gesellschaft AG
, am 2
2.
August 2014 Beschwerde erheben. Sie bean
tragte, es sei ihr weiterhin die bisherige halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache für weitere Abklärungen an die IV-Stelle zurückzu
weisen (
Urk.
1).
Dabei
liess
sie
einen Bericht ihrer Arbeitgeberin
C._
vom 2
1.
August 2014 einreichen (
Urk.
3). Die IV-Stelle schloss mit
Beschwerdeant
wort
vom 2
5.
September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 2
8.
Juli 2015 wurde die
berufliche
Vorsorg
e
einrichtung der Versicherten zum Prozess beigeladen (
Urk.
9), welche am 2
2.
September 2015 auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchserheb
lichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilde
t
die letzte rechtskräftige
Verfü
gung
, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfü
gung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Ok
tober 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss
Art.
31
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
nur dann im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1‘500.-- beträgt.
Art.
31 IVG findet nur auf Rentenrevisionsfälle Anwendung, in denen die betroffene Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich verwertet und dadurch – durch erneute Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erweiterung des bisherigen Arbeitspensums – ein entsprechendes Einkommen erwirtschaftet. Nicht heranzuziehen ist die Bestim
mung demgegenüber in Fällen, in welchen der Rentenbezügerin oder dem
Ren
tenbezüger
im Rahmen des Einkommensvergleichs lediglich ein hypothetisches, auf der Basis von Tabellenlöhnen ermitteltes (erhöhtes) Invalideneinkommen angerechnet wird (BGE 136 V 216 E. 5.6.1).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei ps
ychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der medizinischen
Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Expert
e oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Vorliegend wurde
,
nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen
(
Urk.
7/223,
Urk.
7/225,
Urk.
7/227,
Urk.
7/228,
Urk.
7/232,
Urk.
7/233
)
,
schon
im ersten Revisionsverfahren im Vorbescheid vom 1
1.
März 2011 eine Herab
setzung der halben Invalidenrente auf eine
Viertelsrente
in Aussicht gestellt (
Urk.
7/237). Nach einem dagegen erhobenen Einwand der Versicherten (
Urk.
7/238)
und weiteren Abklärungen (
Urk.
7/240,
Urk.
7/242,
Urk.
7/243)
bestätigte
die IV-Stelle
Z._
in der
Mitteilung vom 1
8.
Mai 2011
den
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (
Urk.
7/245)
.
Die Mitteilung vom 1
8.
Mai 2011 beruhte somit auf einer umfassenden
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
.
Es ist
daher
zu prüfen, ob sich zwischen dem 1
8.
Mai 2011 (
Urk.
7/245) und dem 2
4.
Juli 2014 (
Urk.
2)
revisionsrelevante Änderungen ergeben haben.
2.2
Das
C._
,
Arbeitgeber der Versicherten
,
hielt
am 2
1.
August 2014
zuhanden der Versicherten
fest
, dass
diese
seit dem
1.
Oktober 2010 für sie tätig sei und seit Arbeitsbeginn aufgrund ihrer komplexen g
esundheitlichen Probleme keine
den Erwartungen entspre
chende Leistung
habe
erbringen könne
n
. Da es der Versicherten
derzeit
nicht möglich sei, ihre Tätigkeit im Sinne eines
Arbeits
versuches
wieder aufzunehmen, sei beschlossen worden
,
die Stelle neu zu be
setzen
,
der Versicherten
jedoch
bis auf Weiteres keine Kündigung auszuspre
chen (
Urk.
3). Diese Mitteilung erging nach der Verfügung vom 2
4.
Juli 2014 und es lässt sich ihr nicht entnehmen, seit welchem Zeitpunkt die Versicherte ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen
konnte
.
Jedenfalls war die Versicherte gemäss ihren Angaben anlässlich der Begutachtung im Januar 2014 noch
immer
im Umfang eines 50%-Pensums arbeitstätig (
Urk.
7/269/15).
Zudem wurde in diesem Bericht festgehalten, dass die Versicherte
bereits zu
vor
nicht in der Lage
gewesen
sei, einer Tätigkeit als Pflegehilfe nachzugehen. Sie sei bei ihrer Tätigkeit bis zu ihrem vollständigen Ausfall in Form eines begleiteten Arbeitsversuchs, eines angepassten Schichtplans sowie eines Soziallohns unter
stützt worden, um ihr einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen (
Urk.
3).
In Bezug auf Soziallohn ist nach
der Rechtsprechung
vom Grundsatz auszuge
hen, dass der ausgerichtete Lohn normalerweise der geleisteten Arbeit entspricht (BGE 117 V 8 E. 2c/
aa
mit Hinweisen
)
.
Der Nachweis von Soziallohn
unterliegt
daher strengen Anforderungen. Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Beschei
nigungen über Soziallohn mit Vorsicht zu behandeln
und das
Vorliegen von Soziallohn muss klar bewiesen sein (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_745/2012 vom 1
8.
März 2013, E. 2.4 mit Hinweisen
).
Angesichts der Dauer des Arbeits
verhältnisses, welches im Jahr 2010 begann und im Jahr 2014 noch andauerte, scheint nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es sich wie
vom Arbeitgeber
geltend gemacht
,
während dieser gesamten Zeitspanne
um einen Arbeitsversuch handelt
e
.
Weiter erscheinen die Leistungen der Versicherten, welche
gemäss dem Arbeitgeber
in einigen Bereichen mit lediglich 5
%
, in anderen mit 20 oder 50
%
eingeschätzt wurden
(
Urk.
3)
, als mit Blick auf die medizinischen Gutach
ten
unverhältnismässig
stark eingeschränkt. Es wäre bei einer solch tiefen Leis
tungsfähigkeit nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitgeberin die Versicherte noch immer beschäftigt.
Zudem erwähnte die Arbeitgeberin im Bericht, dass sie die Stelle der Versicherten nach deren Ausfall neu besetzt habe (
Urk.
3), was ebenfalls dafür spricht, dass die Versicherte vor ihrem allfälligen Ausfall ver
wertbare Arbeitsleistungen erbrachte.
Da der Bezug eines Soziallohnes somit nicht nachgewiesen
ist
, sondern vielmehr fraglich erscheint, ist vom tatsächlich erzielten Lohn als Invalideneinkommen auszugehen.
2.3
Anlässlich des Revisionsverfahrens im Jahr 2011 ging die IV-Stelle
Z._
von einem
2010 erzielten und erzielbaren
jährlichen Bruttoi
nvalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
32‘613.-- aus (
Urk.
7/244/2). Aus den Auszügen aus dem Indi
viduellen Konto ergeben sich
für die Jahre 2011 und 2012
höhere
Jahresbrutto
einkommen
von
Fr.
35‘919.-- und
von
Fr.
34‘622.-- (
Urk.
7/253/2). Diese Jahres
einkommen übersteigen das
für das
Jahr 201
0
angenommene
Invaliden
einkommen
von
Fr.
32‘613.-- um mehr als 1‘500.-- pro Jahr, weshalb gemäss
Art.
31
Abs.
1 IVG ein
e
R
evision
grundsätzlich möglich wäre
.
2.
4
Somit
ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts
schätzungen zu ermitteln (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_848/2012 vom 1
4.
Februar
2013
,
E. 4)
und
eine gesamthaft neue
Be
stimmung
des
Invaliditäts
grads
durchzuführen,
wobei
sowohl die gesundheitlichen Beschwerden als auch deren Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
neu
zu prüfen
sind
.
3.
3.1
Im polydisziplinären (allgemeininternistisch
en
, psychiatrisch
en
, rheumatologi
sch
en
) Gutachten der
Medas
B._
vom
9.
April 2014 gingen die Gut
achter
zunächst auf die vorhandenen
Berichte
, insbesondere das Gutachten des
A._
vom 2
9.
Oktober 2008, ein (
Urk.
7/269/1-14). Die Versicherte wurde von den Gutachtern am 1
4.
u
nd 1
5.
Januar 2014 untersucht (
Urk.
7/269/1).
Sie
gab an, nach dem
Verkehrs
unfall im Jahr 2005 habe sie unter einem
Schleude
r
trauma
gelitten und wiederholte Arbeitsversuche seien gescheitert. 2010 habe sie wieder als Pflegehilfe zu arbeiten begonnen, wobei sie ein 80%iges Pensum noch innert Monatsfrist auf 60
%
und wenige Wochen später auf 50
%
habe reduzieren müssen. Aktuell arbeite sie
50
%
und wohne alleine in einer 2,5
Zimmerwohnung.
Seit
dem
Jahr 2008 gehe es ihr zunehmend schlechter. Sie leide unter mehr Schmerzen im Bereich der linken Schulter und der Ellbogen.
I
mmer
leide sie
irgendwo
unter
Schmerzen, auch Rückenschmerzen,
Kopf- und Ohrschmerzen sowie eine Verspannung der Nackenmuskulatur träten auf
.
Neu sei
en
ein Kr
i
bbeln in den Händen und ein Kältegefühl im linken Fuss
aufgetre
ten
. Auch psychisch habe sich
ihr
Zustand verschlechtert.
Die Lebensqualität se
i schlecht, sie habe Angst vor der
Zukunft und müsse starke Medikamente ein
nehmen, um arbeiten zu können. Sie werde stets von ihrer Lebensgeschichte (frühe Heirat gegen ihren Willen, belastende Ehe mit Gewalt, Immigration, Scheidung, berufliche Problematik) verfolgt. Seit ungefähr fünf
oder
sechs Jahren fänden alle zwei Wochen Konsultationen bei einer Psychiaterin statt
und sie
nehme regelmässig diverse Medikamente ein (
Urk.
7/269/14-18).
3.2
Die Gutachter der
Medas
B._
hielten in der zusammenfassenden Beur
teilung als Diagnosen mit wesentlicher
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Spondylitis
ankylosans
, eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei komplexer
posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS;
ICD-
10
F62.0) und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) fest. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, nannten sie ein chronisches
residuelles
linksseitiges
zervikothorakales
Schmerz
syndrom
myofaszialer
Prägung ohne adäquates organisches Korrelat am Bewe
gungs
apparat, eine
low
-dose-
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10 F11.25), eine
low
-dose-
Opio
i
dabhängigkeit
(ICD-10 F13.25), Übergewicht (BMI 27) und einen
Nikotinabusus
(10 Zigaretten täglich, 10 pack
years
).
Die Arbeitsfähigkeit
schätzten
sie
sowohl in der angestammten Tätigkeit als
Pflege
ge
hilf
in
als auch in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Ver
weistätigkeit
auf
50
%
ein
(
Urk.
7/269/21-22).
Während aus rein somatischer Sicht eine Arbeits
fähigkeit von 80
%
in behinderungsangepasster, körperlich leichter und wechsel
belastender Tätigkeit bestehe, sei die Arbeitsfähigkeit
näm
lich
bereits aus rein psychiatrischer Sicht für jegliche
berufliche
Tätigkeit auf 50
%
eingeschränkt.
Die Gutachter
hielten fest, diese Einschätzung gelte ab Zeitpunkt der jetzigen Rentenrevision.
Seit der versicherungsmedizinischen Beurteilung
durch das
A._
im Jahr 2008 habe sich der Gesundheitszustand gemäss psychiatrischer Einschätzung graduell verschlechtert, während er
aus
soma
tischer Sicht im Wesentlichen unverändert geblieben sei (
Urk.
7/269/23).
3.3
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, hielt im Gutachten
der
Medas
B._
vom 2
4.
Januar 2014 fest, die Versicherte habe anlässlich der Untersuchung durchwegs einen trauri
gen Eindruck
hinterlassen
, sei immer wieder in Tränen ausgebrochen und habe depressiv gewirkt. Ihre Körperhaltung sei auffällig
gewesen
, indem sie den Kopf meist nach links geneigt
gehalten habe
. Ab und zu
habe
sie sich
erhoben
und
d
en Körper durch
gestreckt
. Die Versicherte
habe
berichte
t
, wenn sie sich zusammenreisse, gelinge es ihr
während einer
gewissen Zeit
spanne
als normale Frau zu erscheinen
. S
ie habe Stimmungsschwankungen, wobei s
ie
auch sehr impulsiv und wütend sein könne. Als aktuelles Selbstbild
habe
sie an
gegeben
, ängstlich und traurig zu sein.
Wegen der
Schmerzen sei sie psychisch vermin
dert belastbar, unfreundlich, ungeduldig und nervig.
Immer
wieder
werde sie
gedanklich von der Vergangenheit eingeholt. Dies sei vor fünf Jahren nicht in diesem Ausmass der Fall gewesen - damals seien das Wohlergehen der Söhne und der tägliche Existenzkampf im Vordergrund gestanden. Bei der Arbeit pflege sie eine gute Beziehung zu ihrer Vorgesetzten. Von ihren Mitarbeitern fühle sie sich jedoch oft missverstanden und ausgegrenzt. Nach
der
Arbeit kehre sie jeweils erschöpft und todmüde in
ihre
Wohnung zurück.
3.4
Dr.
D._
hielt fest, bei der Versicherten sei ein tiefes Tagesaktivitätsniveau
explorierbar
, wobei kein durchgehendes depressives Rückzugsmuster bestehe und
sie
sich für das Tagesgeschehen interessiere
. Ihre
Beziehungs- und
Bezugs
fähigkeit
sei eingeschränkt. Sie pflege einzig zu ihren beiden Söhnen, zum Bru
der, zur Schwägerin
,
zu einer Freundin und zur behandelnden Psychiaterin eine vertrauensvolle Beziehung,
doch
gegenüber anderen Menschen
sei sie
misstrau
isch eingestellt. Bei der Versicherten fänden sich dissoziative Zeichen und sie habe erklärt, sie sei bemüht, gegen aussen eine Maske zu tragen, um ihr inneres psychisches Leiden zu verstecken.
Es fänden sich lebensgeschichtlich lang anhaltende
Distresssituationen
und posttraumatische Ereignisse, die pathog
nomonisch für die Genese von psychischen Erkrankungen und
Schmerzverar
beitungsstörungen
seien. Die Beziehung zur gewalttätigen Mutter sei schwer gestört. Die Versicherte sei
mit fünfzehn Jahren
zwangsverheiratet worden und habe unter sexuellen Übergriffen durch ihren Ehemann gelitten, welcher sie zudem auch materiell ausgebeutet habe. Während d
er Ehe
dauer
seien lang andauernde
Dis
tresssituationen
und psychisch traumatisierende Ereignisse
explorierbar
. D
abei sei zu berücksichtigen, dass die
psychische Vulnerabilität bei einer 15jährigen höher
sei
als bei erwachsenen Menschen.
Trotz der lang
andauernden
Distresssituation
und der psychischen Traumatisierungen
,
bedingt durch Kindheit und Jug
endzeit sowie die Eheerlebnisse,
sei es der Versicherten über lange Zeit
hinweg
gelungen
,
gegen aussen ein scheinbar normales Leben zu führen. Nach dem
Verkehrs
unfall im Jahr 2005 habe die Versicherte über Wochen unter den Folgen einer PTBS gelitten, was unter Berücksichtigung der Vorgeschichte nachvollziehbar sei, da die psychische Vulnerabilität der Versi
cherten im Unfallzeitpunkt erhöht gewesen sei. Im Jahr 2009 sei es zu einem Suizidversuch mit Tablettenintoxikation gekommen. Neben intrusiven Erinne
rungen aus der Ehezeit seien eine veränderte Affekt- und Impulsregulation, eine Somatisierung und eine veränderte Beziehungs- und Bezugsfähigkeit festzu
stellen.
Die guten persönlichen Ressourcen ermöglichten der Versicherten
,
den
noch
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es sei in Anbetracht der schweren psychischen Störung mit verminderter Stresstoleranz nachvollziehbar, dass die Versicherte mit
einer
Teilzeittätigkeit
bereits
bis an ihre Grenzen belastet sei. Das psychische Zustandsbild habe sich in den letzten fünf Jahren graduell ver
ändert.
Nach dem
Auszug der Kinder sei die Versicherte gedanklich vermehrt mit intrusiven Erinnerungen beschäftigt. Die intrusiven Erinnerungen induzier
ten einen intrapsychischen
Distress
, der sich sowohl auf der psychischen wie auch auf der somatischen Ebene manifestiere. Limitierend für die Arbeitsfähig
keit seien vor allem die Folgen der psychischen Komorbidität. Aufgrund der Persönlichkeitsänderung sei die Versicherte nur begrenzt in der Lage
,
Distress
eufunktional
zu verarbeiten, die psychische Belastbarkeit sei eingeschränkt
und
unte
r
Distress
nehme die Schmerzintensität zu, wodurch die Konzentrationsfä
higkeit beeinträchtigt werde. Die Emotionalität sei
äusserst
instabil und auf
grund der Persönlichkeitsänderung sei die Versicherte nur noch beschränkt in der Lage
,
gegen aussen als nette, freundliche und angepasste Person zu erschei
nen (
Urk.
7/269/39-53).
4.
4.1
Pract
. med.
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) hielt in der internen Stellungnahme vom 1
4.
April 2014 fest, auf das Gutachten der
Medas
B._
könne abgestellt wer
den. Es sei
daher
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (
Urk.
7/273/4-5). Am 3
0.
April 2014 wurde von der zuständigen Sachbearbeiterin der IV-Stelle nach einer Bespre
chung mit dem Rechtsdienst im Feststellungsblatt festgehalten, dass bei der Versicherten kein
e
PTBS und auch keine Persönlichkeitsänderung vorliege
.
Somit
bestehe nur eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung. Es
fehle an einer
psychische
n
Komorbidität und die sogenannten Foerster-Kriterien seien nicht erfüllt, weshalb die
somatoforme
Schmerzstörung überwindbar sei. Falls nun eine Persönlichkeitsänderung vorliege, so sei diese nicht erheblich genug für eine Komorbidität (
Urk.
7/273/6).
4.2
Der psychiatrische Gutachter des
A._
war
im Gutachten vom 2
9.
Oktober 2008 davon aus
gegangen
, dass die Versicherte aus psychischen Gründen zu 30
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Dabei ging er von den Diagnosen einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.0/32.1) und einer
an
haltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aus
(
Urk.
7/184/9
14).
Diese psychiatrischen Diagnosen sowie eine daraus resul
tierende Arbeits
unfähigkeit im Umfang von 30
%
waren
mit Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons
Z._
vom 2
1.
Oktober 2009 bestätigt
worden
, wobei auf die damalige Rechtsprechung zu
somatoformen
Schmerz
störungen
mit den soge
nannten Foerster-Kriterien
Bezug genommen
wurde
(
Urk.
7/213/21-24).
4.3
D
ie
Gutachten des
A._
und der
Medas
B._
bestätig
t
en
somit
beide
das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung. Während im Gutachten des
A._
zudem
von einer depressiven Störung ausgegangen wurde, wurde im Gut
achten der
Medas
B._
eine Persönlichkeitsänderung nach P
TB
S diagnostiziert.
Die im Gutachten der
Medas
B._
gestellte Diagnose einer
Persönlich
keitsänderung
nach P
TBS wurde
überzeugend begründet
.
Der
Gutachter
setzte
sich nachvollziehbar mit der
schwierigen Kindheit und
sehr früh eingegangenen
Ehe der Versicherten auseinander
. Gestützt darauf führte er schlüssig aus
, dass
aufgrund der erhöhten psychischen Vulnerabilität der Versicherten
nach dem
Verkehrs
unfall im Jahr 2005 eine PTBS
aufgetreten
sei, die sich anschliessend zu einer Persönlichkeits
änderung
entwickelt habe
. Da die Versicherte
mit
dem
ps
y
chiatrischen
A._
-Gutachter
nicht über
ihre Ehe
hatte
sprechen
woll
en
und k
önnen
(
Urk.
7/184/10-11)
, erscheint es zudem nachvollziehbar, dass
die
psy
chiatrische
Begutachtung
damals
erschwert war
.
Zwar wurde im Gutachten der
Medas
B._
keine depressive Störung diagnostiziert (
Urk.
7/269/21-29). Dies
geschah
jedoch
deshalb
, da die entspre
chende Symptomatik einer emotional instabilen Stimmungslage den Aus
wirkungen der Persönlichkeitsänderung zugeordnet worden war (
Urk.
7/269/52). Es geht
denn auch
aus dem Gutachten der
Medas
B._
hervor, dass die Versicherte während der über zweistündigen Untersu
chung durchaus depressive Symptome
gezeigt hat
, indem sie einen durchwegs depressiv
-
trau
rigen Eindruck
gemacht hat
, wobei sie oft in Tränen
ausgebro
chen
und
auf
gelöst
gewesen ist
,
eher leise
gesprochen hat
und den Blick die meiste Zeit auf den Boden
gerichtet hat
(
Urk.
7/269/46,
Urk.
7/269/48).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass
in versicherungsrechtlicher Hinsicht
nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend
ist
, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013, E. 4.1.4 mit weite
ren Hinweisen
).
4.4
Zusammen
gefasst
erscheint
es
überzeugend
, dass sich der psychische Zustand der Versicherten
,
wie im Gutachten der
Medas
B._
ausgeführt
,
in den letzten fünf Jahren
eher
graduell verschlechterte, da sie sich nicht mehr um ihre Söhne kümmern musste und sich deshalb gedanklich vermehrt mit intrusi
ven Erinnerungen beschäftigte
, welche sie zuvor offenbar zu verdrängen ver
mochte
. Folglich ist gemäss dem Gutachten der
Medas
B._
von einer 50%igen Arbeitsf
ähigkeit in der bisherigen oder jeglichen anderen
Tätigkeit auszugehen
.
5.
5.
1
Im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprechung gelangte das Verwal
tungsge
richt des Kantons
Z._
unter Prüfung der
damals
rechtspre
chungs
gemäss
geltenden sogenannten
Foerster-Kriterien zum Schluss, dass d
er
Ver
sicherte
n
lediglich ein
70%ige
s
Arbeits
pensum
in einer angepassten Tätig
keit
zumutbar sei
(
Urk.
7/213)
. Die Auswirkung
en
der
somatoforme
n
Schmerz
störung
auf die Arbeitsfähigkeit
wurde
n
also als nur zum Teil überwindbar beurteilt. Es ist nicht ersichtlich, dass sich daran
seither
etwas geändert
haben sollte
. Da
im Gutachten der
Medas
B._
in psychischer Hinsicht sogar eine Verschlechterung
ausgewiesen ist, wären die Foerster-Kriterien
daher
immer noch
als
insofern erfüllt
zu betrachten
, als dass die Arbeitsfähigkeit in versicherungsrechtlich relevanter Hinsicht
teilweise
eingeschränkt
ist
.
5.
2
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile)
jedoch inzwischen
ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswir
kungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforde
rungen niederschlagen muss.
Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller
Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist recht
lich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Stan
dardindikatoren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Ein
zel
fall zusammen.
Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden
Invaliditäts
grades
ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versi
cherte Person zu tragen (
BGE 141 V 281
E. 6).
5.
3
In
sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänder
ten Anforderungen ist
in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/o
der gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebe
nenfalls im Kontext mit
weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte d
er massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe
und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE
141 V 281
E. 8).
5.
4
Bei der Versicherten wurden eine Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.0) und eine
somatoforme
Schmerzstörung als
psychiatrische
Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Da eine
somatoforme
Schmerz
störung
als für die Arbeitsfähigkeit relevant erachtet wurde, ist auf die neuen
rechtsprechungsgemässen
Stan
dardindikatoren
einzugehen.
Die
im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiag
nostik, persönliche Res
sourcen
)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisc
h ausgewiesener
Lei
dens
druck
.
5.5
Die Gutachter
der
Medas
B._
gingen bei der Versicherten von einer
tiefgreifenden
psychischen Störung aus
(
Urk.
7/
269/51)
. Dies deckt sich mit
dem
Verhalten der Versicherten anlässlich der Untersuchung sowie der
Krankeng
schichte
, weshalb die diagnoserelevanten Befunde als ausgeprägt zu qualifi
zieren sind.
Zwar empfahlen die Gutachter gewisse therapeutische Mas
snahmen. Doch sie
hielten fest, dass auch unter einer empfohlenen ressourcen- und
kör
perorientierten
integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei
(
Urk.
7/269/21-22)
. Anzumerken ist, dass die Versicherte sich
bereits
in
regelmässiger
psychiatri
scher Behandlung befindet (eine Stunde all
e
zwei Wochen), Medikamente ein
nimmt und Physiotherapie absolviert
(
Urk.
7/269/18)
.
Als psychische Komorbi
dität wurde eine Persö
nlichkeitsänderung (ICD-10 F62.0)
diagnostiziert. Die Gutachter hielten fest, die Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit sei
vor allem Folge der psychischen Komorbidität. Wegen der Persönlichkeitsänderung sei die Versicherte nur begrenzt in der Lage,
Distress
eufunktional
zu verarbeiten, die psychische Belastbarkeit sei eingeschränkt und unter
Distress
nehme die
Schmerz
intensität
zu, wodurch die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt werde
(
Urk.
7/269/19-20)
.
Die persönlichen Ressourcen der Versicherten wurden als gut eingeschätzt und als Grund dafür angegeben, dass sie einer Teilzeittätigkeit nachgehe
n könne
(
Urk.
7/269/51)
.
Im Gutachten wurde weiter eine einge
schränkte Beziehungs- und Bezugsfähigkeit der Versicherten festgestellt. Dies wurde damit begründet, dass
nur mit wenigen
ihr nahestehenden
Personen
eine vertrauensvolle Beziehung
unterhalte
,
jedoch
gegenüber anderen Mensc
hen misstrauisch eingestellt sei
.
Ausserdem wurde auf
ein tiefes
Tagesaktivitätsni
veau
hingewiesen
(
Urk.
7/269/48)
. Dies zeigt, dass die Versicherte auch in ihrer Freizeit im Aktivitätsniveau eingeschränkt ist
und sich ihre psychischen Stö
rungen im Umgang mit ihren Mitmenschen auswirken
.
Das Scheitern von Arbeitsversuchen
mit höheren
Arbeitspensen
(vgl.
Urk.
7/269/15)
und die bisher nicht zu Erfolg führenden Behandlungen weisen
schliesslich
auf einen beste
henden
Leidensdruck
hin
.
5.6
Die Prüfung der Standardindikatoren ergibt somit, dass die Versicherte durch ihre
gesundheitlichen
Beschwerden
in ihrem Leben
massgeblich eingeschränkt ist. Allerdings bestehen sowohl zur Gestaltung der Freizeit
als auch
zur Pflege von sozialen Kontakten durchaus
verbleibende
Ressourcen, auch wenn sich diese
krankheits
bedingt als eingeschränkt erweisen. Dies
passt dazu
, dass die
Gutachter
der
Medas
B._
von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus
gingen, also
die Leistungsfähigkeit der Versicherten
auch im Arbeitsbereich
als zwar
reduziert
, aber durchaus
noch
bestehend, einschätzten
.
Insgesamt erweist es sich somit nach Prüfung der massgeblichen Standardindikatoren als über
wiegend wahrscheinlich, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
für ihre angestammte sowie andere Tätigkeiten
50
%
beträgt.
Die
massgeblichen Indi
katoren
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nach neuer Rechtsprechung lassen sich
dem Gutachten der
Medas
B._
vom
9.
April 2014
entnehmen
,
weshalb
keine weiteren Abklärungen erforderlich
sind
und
auf dieses Gutachten abzustellen
ist
.
6
.
Da die Versicherte im Umfang von 50
%
arbeitsfähig ist, nutzt
e
sie mit ihrem 50%igen Pensum als Hilfspflegerin ihre Arbeitsfähigkeit voll aus. Es ist somit
auf das
von ihr konkret erzielte Invalideneinkommen
abzustellen
. Dieses betrug
im Jahr
2012
Fr.
34‘622
.
--
(
Urk.
7/253/2)
.
Dieses Invalideneinkommen ist mit
dem
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
69‘420.49
im Jahr 2012
(
Urk.
7/272)
zu vergleichen. Es ergibt sich somit ein Minderverdienst in der Höhe von
Fr.
34‘748.49
und ein Invaliditätsgrad in der Höhe von
rund 50
%
.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die angefochtene Verfügung ist mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat, aufzuheben.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Weiter
hat
die durch die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG vertretene Versicherte Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese bemisst sich gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Zeitaufwand. Die Beschwerdegegnerin
ist zu verpflichten,
de
r
Beschwerdeführer
in
eine Entschädi
gung in der Höhe von
Fr.
1‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.