Decision ID: 40476e24-6665-41a5-bf4b-e3ebf558b296
Year: 2019
Language: de
Court: GR_KG
Chamber: GR_KG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
– dass mit der Beschwerde eine unrichtige Rechtsanwendung (Art. 320 lit. a ZPO) sowie die offensichtlich unrichtige, d.h. willkürliche Feststellung des Sachverhalts (Art. 320 lit. b ZPO) gerügt werden können,
– dass es dem Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht gelingt, einen derartigen Beschwerdegrund darzutun,
6 / 11
– dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde unter anderem damit begründet, dass im erstinstanzlichen Verfahren keine mündliche Verhandlung durchgeführt worden sei, obwohl eine solche schon deshalb geboten gewesen wäre, weil sich der Gesuchsteller seinen Anspruch faktisch selber habe bestätigen können und die Parteien in einer mündlichen Verhandlung gehalten gewesen wären, sich unter richterlicher Anleitung möglicherweise vergleichsweise anzunähern,
– dass gemäss Art. 256 Abs. 1 ZPO, auf welchen der Vorderrichter sowohl in seiner Aufforderung zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme vom 11. September 2018 als auch im angefochtenen Entscheid Bezug genommen hat, das Gericht auf eine mündliche Verhandlung verzichten kann, sofern das Gesetz nichts Anderes bestimmt,
– dass der Vorderrichter sodann im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 141 I 97 E. 5) festgehalten hat, dass Vollstreckungsverfahren, die einem gerichtlichen Verfahren nachfolgen, nicht in den Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK fallen, weshalb auch unter diesem Aspekt kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung besteht,
– dass es im Stadium der Vollstreckung eines gerichtlichen Entscheides schliesslich nicht mehr darum gehen kann, eine vergleichsweise Erledigung anzustreben, da der Anspruch selber bereits Gegenstand einer gerichtlichen Überprüfung war und dessen Bestand im vorangegangenen Verfahren rechtskräftig (oder zumindest in Form eines vollstreckbaren Erkenntnisses) festgestellt wurde,
– dass der Schuldner, wenn die Forderung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Entscheid im Sinne von Art. 80 Abs. 1 SchKG beruht, die Erteilung der Rechtsöffnung daher nur noch abwenden kann, wenn er durch Urkunden beweist, dass die Forderung seit Erlass des Entscheides getilgt oder gestundet worden ist, oder er die Verjährung anruft (Art. 81 Abs. 1 SchKG),
– dass Einwendungen, die darauf abzielen, die Begründetheit der im vollstreckbaren Entscheid ausgewiesenen Forderung infrage zu stellen, demgegenüber nicht mehr zulässig sind und über die (ursprüngliche) Begründetheit der in Betreibung gesetzten Forderung in diesem Verfahrensstadium nicht mehr entschieden wird,
7 / 11
– dass unter diesen Umständen dem Vorderrichter kein Verfahrensfehler vorzuwerfen ist, wenn er dem Antrag des Beschwerdeführers auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht stattgegeben hat, sondern er über die beantragte definitive Rechtsöffnung, wie zuvor angekündigt, auf Grund der Akten entschieden hat,
– dass dies umso mehr gilt, als der Beschwerdeführer auch im Beschwerdeverfahren nicht dargetan hat, weshalb er die im Rechtsöffnungsverfahren noch zulässigen Einwendungen nicht im Rahmen seiner schriftlichen Stellungnahme hätte einbringen können,
– dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde ferner damit begründet, dass der Gesuchsteller den Anspruch, der Gegenstand der Betreibung _ bilde, tatsächlich gar nicht besitze und jener mit dem Begehren um Rechtsöffnung versuche, "das anhängige Verfahren wegen Nichtbestehen einer Schuld ad absurdum zu führen, um zuvor noch einen Betrag für sich zu vereinnahmen, der gerade nicht in Betreibung zu setzen war",
– dass der Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen offenbar auf seinen Antrag auf Sistierung des Rechtsöffnungsverfahrens wegen der von ihm anhängig gemachten negativen Feststellungsklage Bezug nimmt und sinngemäss rügt, dass in der gegenständlichen Betreibung keine Rechtsöffnung hätte erteilt werden dürfen, solange über die besagte Klage nicht entschieden wurde,
– dass der Vorderrichter in Zusammenhang mit diesem Antrag erwogen hat, Gegenstand des hiesigen Rechtsöffnungsverfahrens seien die dem Gesuchsgegner in einem Strafverfahren auferlegten Kosten und damit eine öffentlich-rechtliche Forderung, weshalb dem Schuldner keine negative Feststellungsklage nach Massgabe der Zivilprozessordnung offenstehe,
– dass er deshalb zum Schluss kam, dass die besagte Klageanhebung der beantragten Rechtsöffnung nicht entgegenstehe und sich eine Sistierung des Verfahrens ebenso wenig rechtfertige,
– dass der Beschwerdeführer nicht auf diese Argumentation des Vorderrichters eingeht und lediglich seine eigene, vor erster Instanz vertretene Auffassung wiederholt, weshalb insoweit mangels ausreichender Begründung nicht auf die Beschwerde einzutreten ist,
8 / 11
– dass im Übrigen festzustellen bleibt, dass der Beschwerdeführer einen Nachweis für die tatsächlich erfolgte Anhebung einer negativen Feststellungsklage schuldig geblieben ist, hat er sich im vorinstanzlichen Verfahren doch damit begnügt, ein nicht unterschriebenes Exemplar seiner Klageschrift vom 20. August 2018 einzureichen, und hat  selbst nachdem die Gegenpartei vorgebracht hatte, keine Kenntnis von einer solchen Klage zu haben  weder eine Eingangsbestätigung des Vermittleramtes noch einen sonstigen Beleg, aus dem die Zustellung der Klageschrift an die Gegenpartei hervorginge, eingereicht,
– dass der Vorwurf, die Gegenpartei mache wissentlich unwahre Angaben, ebenso unbewiesen geblieben ist wie die Behauptung, es sei eine negative Feststellungsklage rechtshängig,
– dass schliesslich, selbst wenn die Zulässigkeit einer negativen Feststellungsklage gemäss Art. 88 ZPO, wie sie der Beschwerdeführer nach eigenem Bekunden erhoben haben will, ähnlich wie jene einer Klage gemäss Art. 85a SchKG mit Bezug auf gewisse spezifische Rügen (Fehlen resp. Nichtigkeit eines materiell rechtskräftigen Entscheides oder seither erfolgte Tilgung bzw. Stundung der Schuld) auch für öffentlich-rechtliche Forderungen zu bejahen wäre (vgl. dazu Daniel Staehelin, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, Art. 1-158 SchKG, 2. Auflage, Basel 2010, N 11c zu Art. 85a SchKG), die Rechtshängigkeit einer solchen Klage die Einleitung und Durchführung eines Rechtsöffnungsverfahren jedenfalls nicht ausschliessen würde,
– dass nämlich im Rechtsöffnungsverfahren einzig über das Vorliegen eines Vollstreckungstitels, der zur Fortsetzung des Betreibungsverfahrens berechtigt, und nicht über den materiell-rechtlichen Bestand der Forderung befunden wird, so dass von vornherein keine Klageidentität gegeben sein kann (vgl. BGE 136 III 583 E. 2.3),
– dass unter den gegebenen Umständen der Vorderrichter eine Sistierung des Rechtsöffnungsverfahrens somit zu Recht abgelehnt hat,
– dass sich der Beschwerdeführer in seinen weiteren Ausführungen sodann nicht mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzt, sondern er erneut die Rechtmässigkeit des Beschlagnahmebefehls in Frage stellt und in diesem Zusammenhang vorbringt, es gehe fehl, zu seinen Lasten auf ein
9 / 11
Strafverfahren abstellen zu wollen, in dem sich einzig und allein die Gegenpartei unrichtig respektive im besten Fall grob pflichtverletzend verhalten habe,
– dass der Beschwerdeführer dabei offensichtlich verkennt, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren nur der Rechtsöffnungsentscheid überprüft werden kann und damit einzig zu beurteilen ist, ob das Vorliegen eines Rechtsöffnungstitels im Sinne von Art. 80 SchKG für die in Betreibung gesetzte Forderung besteht und das Fehlen von Einwendungen gemäss Art. 81 Abs. 1 SchKG zu Recht bejaht wurde, während die Rechtmässigkeit des zu vollstreckenden Entscheids und des diesem zugrundeliegenden Strafverfahrens nicht mehr geprüft werden darf,
– dass sich daher nicht beanstanden lässt, wenn sich der Vorderrichter darauf beschränkte, das Vorliegen eines vollstreckbaren gerichtlichen Entscheides zu prüfen, und er dabei feststellte, dass der Gesuchsteller eine Verfügung ins Recht gelegt habe, wonach der Gesuchsgegner zur Zahlung von CHF 300.00 verpflichtet sei, der Gesuchsgegner diese Verfügung zwar angefochten habe, das Bundesgericht auf die Beschwerde indessen nicht eingetreten sei und aufgrund dieser Entscheide feststehe, dass der Gesuchsgegner am gesamten Verfahren beteiligt gewesen sei, weshalb eine Nichtigkeit des Rechtsöffnungstitels nicht auszumachen sei,
– dass der Vorderrichter die Verfügung des Kantonsgerichts O.1_ vom 22. Mai 2017 damit völlig zu Recht als definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG qualifizierte,
– dass der Vorderrichter ebenfalls zu Recht feststellte, dass der Beschwerdeführer weder die Einrede der Tilgung noch diejenige der Verjährung erhoben hat, sondern er einzig geltend machte, der Beschwerdegegner habe die Forderung von CHF 300.00 auf CHF 120.00 reduziert und ihm Ratenzahlungen bewilligt,
– dass der Vorderrichter diese Einwendung, mit der sinngemäss ein nachträglicher Teilerlass mit Stundung der Restforderung behauptet wird, sodann wiederum zu Recht als nicht ausgewiesen erachtete,
– dass nämlich die Urkunde, mit welcher der Beschwerdeführer sein Vorbringen zu belegen versuchte, die Akten-Nr. _ trägt, während die Verfügung des Kantonsgerichts O.1_ das Verfahren _ betrifft, was in der Beschwerde nicht in Abrede gestellt wird,
10 / 11
– dass es somit effektiv am erforderlichen Urkundenbeweis für eine Reduktion und Stundung der betriebenen Forderung fehlt und der Vorderrichter zu Recht die definitive Rechtsöffnung für dieselbe erteilt hat,
– dass unter diesen Umständen auch kein Grund besteht, den erstinstanzlichen Kostenentscheid zu ändern, beanstandet der Beschwerdeführer die Auferlegung der Prozesskosten doch ausschliesslich mit dem Argument, dass es dem Gesuchsteller möglich und zumutbar gewesen wäre, mit seinem Rechtsöffnungsbegehren den Ausgang des ergebnisoffen zu führenden Verfahrens wegen Nichtbestehens einer Schuld abzuwarten,
– dass die Höhe der Gerichtskosten und die Zusprechung einer Parteientschädigung dagegen ungerügt bleiben und darauf im Beschwerdeverfahren daher nicht einzugehen ist,
– dass die Überbindung der Prozesskosten an die unterliegende Partei im Übrigen der gesetzlichen Regelung (Art. 106 Abs. 1 ZPO) entspricht und der Umstand, dass für die Betreibungskosten mit Verweis auf Art. 68 Abs. 2 SchKG keine Rechtsöffnung erteilt wurde, praxisgemäss ohne Auswirkungen auf die Kostenfolge bleibt,
– dass sich der angefochtene Entscheid somit in allen Teilen als korrekt erweist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
– dass für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Gebühr von CHF 200.00 zulasten des Beschwerdeführers erhoben wird (Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebVSchKG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO),
– dass der Staatsanwaltschaft O.1_ mangels eines entsprechenden Antrages keine Parteientschädigung zuzusprechen ist,
– dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO in einzelrichterlicher Kompetenz ergehen kann, weil der Streitwert von CHF 5'000.00 nicht überschritten wird,
–
11 / 11

Considerations: