Decision ID: c1326006-5829-58df-b4a0-2f06d5a8e8a4
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. A1_ und A2_ sind Miteigentümer der Parzelle Nr. 001 im Gebiet C_, B_. Die
5‘625 m2 messende Parzelle ist mit dem Wohnhaus Assek. Nr. 002 und einem Schopf
überbaut, zu welchen über einen von Südwesten von der D_strasse abzweigenden
Flurweg zugefahren werden kann. A2_ ist im Weiteren Alleineigentümerin der
anstossenden und auf gleicher Höhe am Hang gelegenen unüberbauten Parzelle Nr. 003,
welche 5‘119 m2 misst. Die beiden Parzellen wurden im Jahr 2005 anlässlich der
Zonenplanrevision der Landwirtschaftszone zugewiesen, wobei eine dagegen gerichtete
Beschwerde von A1_ und A2_ letztinstanzlich mit Urteil vom 24. Oktober 2005 durch
das Verwaltungsgericht (heute Obergericht) von Appenzell Ausserrhoden abgewiesen
wurde. Für das Gebiet C_ existiert ein rechtskräftiger Quartierplan vom 19. März 1985,
welcher vorsieht, dass das Gebiet über die von der D_strasse abzweigende C_strasse
erschlossen wird, die bis zu den beiden zuoberst gelegenen Parzellen Nrn. 001 und 003
hinaufführen soll. In Art. 9 der geltenden Sonderbauvorschriften (SBV) wird bestimmt, dass
der bestehende Fussweg zur Parzelle Nr. 001 als Fusswegverbindung zu erhalten ist. Die
im Quartierplan festgelegte C_strasse wurde lediglich bis an den talseitigen Rand der in
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der Wohnzone W2a liegenden Parzelle Nr. 004 realisiert und endet ca. 30 m unterhalb der
Parzelle Nr. 001. Ebenfalls noch nicht erstellt ist das westliche Teilstück mit
Wendehammer, welches die in der Wohnzone W2a liegenden unüberbauten Parzellen Nrn.
005, 006, 007 und 008 erschliessen soll.
B. Um das Baugebiet vollständig zu erschliessen, verabschiedete der Gemeinderat B_ am
3. November 2015 den Baulinienplan C_ (act. 8/5 1) zuhanden der öffentlichen Auflage.
Der Baulinienplan soll den 33-jährigen Quartierplan C_ ersetzen und basiert zum einen
auf der bereits seit Jahren ausparzellierten, aber im westlichen Teil noch nicht fertig
erstellten C_strasse und zum anderen auf einem Erschliessungskonzept für die
Parzellen Nrn. 004 und 005. Im aufgelegten Baulinienplan wird mittels Strassenbaulinien
bei der bestehenden Strasse und den projektierten Erschliessungssträngen ein
Strassenkorridor festgelegt. Der Perimeter dieses Baulinienplans umfasst alle bestehenden
und künftigen Anstösser der C_strasse. Die Parzellen, die ausserhalb der Bauzone
liegen sowie die bereits erschlossenen und bebauten Parzellen an der D_strasse sind
anders als im geltenden Quartierplan C_ nicht mehr Bestandteil des Baulinienplans. Im
Perimeter des Baulinienplans ist jedoch nach wie vor der bestehende Fuss- und Fahrweg
zur Parzelle Nr. 001 eingetragen, welcher gemäss S. 9 des Planungsberichts (act. 8/5 2).
grundsätzlich zu erhalten ist, aber bei Bedarf im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens
an die Parzellierung und Bebauung angepasst werden kann
C. Mit Entscheid vom 30. November 2016 erliess der Gemeinderat B_ den Baulinienplan
C_ und hob den Quartierplan C_ auf. Gleichzeitig wies er eine dagegen gerichtete
Einsprache von A1_ und A2_, vertreten durch RA AA_, ab.
D. Dagegen liessen A1_ und A2_, vertreten durch RA AA_, mit Eingabe vom 19.
Dezember 2016 beim Departement Bau und Volkswirtschaft Rekurs erheben u.a. mit den
Anträgen, den Einspracheentscheid aufzuheben und den Baulinienplan C_ sowie die
Aufhebung des Quartierplans C_ nicht zu bewilligen.
E. Mit Entscheid vom 29. Mai 2017 wies das Departement Bau und Volkswirtschaft den
Rekurs ab. Gleichzeitig genehmigte es den Baulinienplan C_ und die Aufhebung des
Quartierplans C_.
F. Gegen diesen Rekursentscheid liessen A1_ und A2_, (im Folgenden:
Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA_, mit Eingabe vom 29. Juni 2017 beim
Obergericht Beschwerde mit den eingangs erwähnten Rechtsbegehren erheben.
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G. Mit Eingaben vom 16. August 2017 und 22. August 2018 liessen sich das Departement Bau
und Volkswirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) sowie der Gemeinderat B_ (im
Folgenden: Vorvorinstanz), vertreten durch RA BB_, mit den eingangs erwähnten
Rechtsbegehren zur Beschwerde vernehmen.
H. Mit Eingabe vom 6. November 2017 liessen die Beschwerdeführer unter Aufrechterhaltung
ihrer Anträge eine Replik einreichen, wozu sich die Vorinstanz und die Vorvorinstanz mit
Duplik vom 1. Dezember 2017 und 4. Dezember 2017 ebenfalls unter Aufrechterhaltung
der Anträge vernehmen liessen.
I. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2017 forderte die Gerichtsleitung die Vorvorinstanz auf,
die Akten zu den Strassenbauprojekten C_ einzureichen. Aufgrund von
Vergleichsgesprächen wurde das Beschwerdeverfahren in der Folge bis zum 15. Mai 2018
sistiert. Nachdem die Gespräche gescheitert waren, nahmen die Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 30. Mai 2018 zu den Baugesuchsakten Stellung. Dazu liess sich die
Vorvorinstanz mit Schreiben vom 10. Juli 2018 vernehmen.
J. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangten die Beschwerdeführer mit Schreiben vom
30. November 2018 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für die
in Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht
gegeben.
K. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
näher eingegangen.

Considerations:
Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen verwaltungsinterne
letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht
eingereicht. Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen
Rekursentscheids formell beschwert. Als Eigentümer der Parzellen Nrn. 001 und 003,
welche im Planungsgebiet des aufzuhebenden Quartierplans C_ liegen und aufgrund
des Umstands, dass der bestehende Fuss- und Fahrweg zur Parzelle Nr. 001 durch das
Planungsgebiet des neuen Baulinienplans C_ führt, sind sie in schutzwürdigen eigenen
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tatsächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur Beschwerde
legitimiert (Art. 59 i. V. m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Im planungsrechtlichen Rekursverfahren, wie es die Beschwerdeführer eingeleitet haben,
hat die Rekursbehörde kommunale Nutzungspläne grundsätzlich mit voller Kognition nicht
nur auf ihre Gesetzmässigkeit, sondern auch auf Zweckmässigkeit und Angemessenheit
hin zu überprüfen (Art. 49 Abs. 2 des Gesetzes über die Raumplanung und das Baurecht,
BauG, bGS 721.1). Soweit den Gemeinden bei der Festsetzung der Bau- und
Zonenordnung Planungsautonomie zusteht, insbesondere wenn es für die Beurteilung auf
die örtlichen Verhältnisse ankommt, hat sich die Rekursbehörde bei der
Ermessenskontrolle allerdings Zurückhaltung aufzuerlegen. Der Nachweis, dass das
Gemeinwesen sich für eine zweckmässige Lösung entschieden hat, muss genügen, auch
wenn sich weitere ebenso zweckmässige Lösungen denken liessen (PETER HÄNNI,
Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, S. 551). Ein Eingreifen
ist aber dann gerechtfertigt, wenn sich die kommunale Lösung aufgrund überkommunaler
Interessen als unzweckmässig erweist, diese den wegleitenden Zielen und Grundsätzen
der Raumplanung widerspricht oder wenn sie offensichtlich unangemessen ist (MARCO
DONATSCH, in: Alain Griffel, [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, §N. 77 zu Art. 20 VRG).
Demgegenüber ist das Obergericht gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG auf die Rechtskontrolle
einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens
beschränkt. Zudem kann die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts
gerügt werden. Eine Ermessenskontrolle ist dem Obergericht im Zusammenhang mit
raumplanerischen Akten dagegen verwehrt (Art. 56 Abs. 2 VRPG). Gestützt auf Art. 3 der
Raumplanungsverordnung (RPV, SR 700.1) nehmen die Behörden bei der Genehmigung
von Nutzungsplänen eine umfassende Interessenabwägung vor. Ob die Interessen
vollständig erfasst sind, ist eine Rechtsfrage. Die relative Gewichtung der potentiell
widerstreitenden Interessen ist jedoch weitgehend eine Ermessensfrage (Urteil des
Bundesgerichts 1C_230/2017 vom 24. Mai 2018 E. 5.1), womit die Kognition des
Obergerichts diesbezüglich auf die Überprüfung einer fehlerhaften Ermessensausübung
beschränkt ist.
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3.
3.1 Die Vorinstanz hält in Ziff. 3c des angefochtenen Entscheids fest, dass das Alter des
Quartierplans C_ dessen Überprüfung rechtfertige. Weil die Gemeinden nach Art. 57
BauG nur im Baugebiet erschliessungspflichtig seien, könne ein Sondernutzungsplan im
Sinne von Art. 37 Abs. 1 BauG nur die Erschliessung der Bauzone regeln. Da das Bauen
ausserhalb der Bauzone abschliessend durch das Bundesrecht geregelt werde, wäre ein
neuer Sondernutzungsplan, welcher die Erschliessung von Landwirtschaftsland vorsehe,
als bundesrechtswidrig zu qualifizieren. Da zudem bei der Zonenplanrevision 2005
ausdrücklich auf eine Beibehaltung der Quartierplanpflicht verzichtet worden sei, vermöge
das Interesse der Rekurrenten an der Beibehaltung des Quartierplanperimeters das
Interesse an einem Sondernutzungsplan, welcher im Einklang mit der ortsplanerischen
Grundordnung stehe, nicht zu überwiegen. Im Übrigen könnten sich die Rekurrenten nach
einem Zeitablauf von über 30 Jahren ohne entsprechende Überbauung ohnehin nicht mehr
auf die Beständigkeit des Quartierplans berufen (BGE 116 Ib 189). Deshalb erscheine die
Aufhebung des Quartierplans C_ durchaus als sachgerecht.
In Ziff. 3d kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass mangels Quartierplanpflicht nicht zu
beanstanden sei, dass die Vorvorinstanz den aufzuhebenden Quartierplan durch einen
Baulinienplan ersetze. Dem stehe auch der Umstand nicht entgegen, dass sich innerhalb
des Perimeters noch mehrere unüberbaute Parzellen befänden, zumal Art. 96 BauG
diesbezüglich auch bei grösseren Grundstücken ausdrücklich den Erlass eines
Baulinienplans genügen lasse. Auch der Gemeinderichtplan sehe keine bauliche
Entwicklung im Bereich der rekurrentischen Parzellen vor. Die bestehende Erschliessung
des Wohnhauses auf der Parzelle Nr. 001 werde durch den Erlass des Baulinienplans nicht
gefährdet, werde doch das geltende Fahrrecht bzw. der Fuss- und Fahrweg durch diesen
Planerlass nicht tangiert. Ausserdem bestehe ein Erschliessungsprojekt, welches die
bestehende Strasse zum Wohnhaus miteinbeziehe, womit auch den Bedenken der
Abteilung Raumentwicklung (ARE) Rechnung getragen werde. Der neue Baulinienplan
regle zumindest die Groberschliessung der unüberbauten Parzellen im Planungsgebiet. In
Verbindung mit dem Strassenbauprojekt entspreche der Plan den Anforderungen von Art.
38 Abs. 1 BauG. Soweit die Rekurrenten ein eigenes Erschliessungskonzept vorbringen
würden, welches statt 512 m2 lediglich 365 m2 Landfläche benötige, gelte es zu
wiederholen, das der ausserhalb der Bauzone liegende Bereich der skizzierten
Erschliessungsstrasse aus bundesrechtlichen Gründen nicht in den Perimeter des
Baulinienplans miteinbezogen werden könne und eine erneute Einzonung dieser Parzellen
gemäss Urteil des Obergerichts vom 24. Oktober 2005 nicht absehbar sei. Zudem betrage
die Differenz der Beanspruchung von Landfläche des Konzepts im Vergleich zum
Baulinienplan lediglich 157 m2, was angesichts der zu erschliessenden Baulandfläche von
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rund 8‘700 m2 keine Landverschwendung darstelle. Die Überprüfung der technischen
Anforderungen der geplanten Stichstrasse auf den Parzellen Nrn. 004 und 005 bleibe dem
Strassenprojektverfahren vorbehalten. Der Baulinienplan stehe auch dem Grundsatz des
verdichteten Bauens nicht entgegen. Da die Parzellen Nrn. 001 und 003 nicht in das
Einzugsgebiet des Baulinienplan einbezogen werden könnten, sei eine
Baulandverschwendung zu verneinen. Im Übrigen sei nicht zu beanstanden, dass die
Vorvorinstanz auch auf die Meinung der betroffenen Grundeigentümer abgestellt habe. Die
Vorinstanz würde zwar einem Quartier- oder Gestaltungsplan den Vorzug geben, wobei
durchaus andere Erschliessungsvarianten vorstellbar wären. Mangels Quartierplanpflicht im
Zonenplan erweise sich der Baulinienplan in Anbetracht des grossen kommunalen
Ermessensspielraums jedoch als vertretbar und damit im Sinne von Art. 49 Abs. 2 BauG
als genehmigungsfähig.
3.2 Beim Vergleich der Rekurs- und der Beschwerdeschrift fällt auf, dass sich die anwaltlich
vertretenen Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift nach einer eingehenden
Darstellung des Sachverhalts und der Prozessgeschichte weitgehend darauf beschränken,
ihre Rekursvorbringen in der Beschwerdeschrift wörtlich zu wiederholen, ohne sich mit den
Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen. An mehreren Stellen
begnügen sie sich, nebst der Zweckmässigkeit neu auch die Rechtmässigkeit des
Baulinienplans zu bestreiten, ohne diese neue Rüge zu substantiieren. Inwiefern das
angefochtene Urteil in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht fehlerhaft sein soll, ergibt sich
aus der Beschwerde nur in wenigen Punkten. Dies steht der Begründungspflicht von Art.
59 i. V. m. Art. 35 Abs. 2 VRPG entgegen, da aus der Beschwerdeschrift ersichtlich sein
muss, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird
(BGE 131 II 449 E. 1.3; BGE 131 II 470 E. 1.3). Es rechtfertigt sich daher, nicht nur vorab
sondern weitgehend auf die ausführliche und nachvollziehbare Begründung der Vor- und
Genehmigungsinstanz in Ziff. 3 des angefochtenen Entscheids zu verweisen, wo auch die
rechtlichen Grundlagen korrekt aufgeführt werden. Nachfolgend wird deshalb im
Wesentlichen nur die von den Beschwerdeführern konkret vorgebrachte und begründete
Kritik an den entscheidwesentlichen Erwägungen der Vorinstanz geprüft.
4.
4.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, Art. 96 Abs. 2 BauG bestimme, dass für Bauten
und Anlagen mit erheblichen Auswirkungen auf Nutzungs- und Erschliessungsordnung,
Umwelt oder Orts- und Landschaftsbild oder mit ausserordentlichen Gefahren für
Benützerinnen und Benützer und Nachbarschaft zur Baureife ein Quartierplan notwendig
sei. Der unbebaute Teil des C_s weise einen Umfang von knapp 7‘000 m2 Fläche auf. Zu
diesem unbebauten westlichen Hangteil komme noch die unbebaute Parzelle Nr. 004 mit
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einer Fläche von 3‘258 m2 hinzu. Die Überbauung dieser Parzellen solle mit Hochbauten
erfolgen, was unter anderem mit einem entsprechendem Mehr-Verkehrsaufkommen
einhergehe. Die Überbauung des noch unbebauten Baugebiets im Gebiet C_ habe damit
fraglos erhebliche Auswirkungen sowohl auf die Nutzungs- und Erschliessungsordnung, als
auch auf die Umwelt und das Orts- und Landschaftsbild. Folglich gehöre zur Baureife ein
Quartierplan. Art. 96 Abs. 2 BauG lasse den Gemeinden keinen Spielraum, zwischen
einem Quartierplan und einem Baulinienplan zu wählen. Deshalb sei der Baulinienplan
nicht vertretbar und nicht genehmigungsfähig.
4.2 Gemäss geltendem Zonenplan Nutzung besteht im Gebiet C_ keine Quartierplanpflicht,
womit von Gesetzes wegen keine vorgängige Überprüfung stattfinden muss, wie eine
optimale Bebauung erfolgen soll. Art. 96 Abs. 2 BauG bezieht sich auf konkrete
projektbezogene Bauvorhaben, welche wegen erheblicher Auswirkungen auf Nutzungs-
und Erschliessungsordnung, Umwelt oder Orts- und Landschaftsbild oder
ausserordentlicher Gefahren für Benützerinnen und Benützer und Nachbarschaft eines
Quartierplans bedürfen. Solche Vorhaben sind im vorliegenden Verfahren nicht
aktenkundig. Insbesondere ergeben sich auch aus den nachträglich eingeholten
Baugesuchsakten zu den geplanten Erschliessungssträngen keine Anhaltspunkte für
allfällige zonenwidrige Bauten, welche die Voraussetzungen von Art. 96 Abs. 2 BauG
erfüllen. Auf den Parzellen im Planungsgebiet des Baulinienplans können nur Bauten
realisiert werden, welche in der Zone W2a zonenkonform sind. Zonenwidrige Bauten wären
mangels anderslautender Sondernutzungsplanung auf Ausnahmebewilligungen
angewiesen, wogegen den Beschwerdeführern erneut sämtliche Rechtsmittel offenstehen
würden.
5.
5.1 Die Beschwerdeführer rügen weiter, dass die Gemeinde B_ ihrer Erschliessungspflicht
betreffend das Gebiet C_ in den letzten 30 Jahren nicht nachgekommen sei und die bis
zur Zonenplanrevision 2005 sich in der Bauzone befindlichen Grundstücke Nrn. 001 und
003 bis heute weder strassenmässig, noch werkleitungsmässig genügend erschlossen
seien. Dies, obwohl die Baubewilligung zur Erstellung des Wohnhauses Assek. Nr. 002
damals unter Berücksichtigung des Quartierplans C_ und unter der Voraussetzung der
Erstellung der C_strasse erteilt worden sei. Die Beschwerdeführer dürften daher
vertrauen, dass ihr Grundstück erschlossen werde. Die fehlende Erschliessung der
Grundstücke Nrn. 001 und 003 sei damit auf ein behördliches Verschulden und nicht auf
ein Verschulden der Beschwerdeführer zurückzuführen. Ein behördliches Verschulden liege
auch dahingehend vor, dass im Rahmen der Zonenplanrevision 2005 trotz der bekannten
Erschliessungsproblematik auf eine Beibehaltung der Quartierplanpflicht verzichtet worden
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sei. Deshalb könne der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie feststelle, dass ein neuer
Sondernutzungsplan, welcher die Erschliessung von Landwirtschaftsland vorsehe, als
bundesrechtswidrig zu qualifizieren sei. Vielmehr habe die Gemeinde B_ ihre seit mehr
als 30 Jahren bestehende Pflicht zur Erschliessung der Grundstücke Nr. 001 und 003
endlich zu erfüllen. Zudem sei festzuhalten, dass die Parzellen Nrn. 001 und 003 einzig und
allein deshalb ausgezont worden seien, weil die Gemeinde B_ während des 30-jährigen
Bestehens des Quartierplans C_ ihrer Pflicht zur Erschliessung der genannten Parzellen
nicht nachgekommen sei und es den Beschwerdeführern trotz konkreter Bauabsichten
verunmöglicht worden sei, ihre Grundstücke zonenkonform zu überbauen. Die
Vorinstanzen verletzten den Grundsatz von Treu und Glauben, welcher
verfassungsrechtlich in Art. 9 BV geregelt sei. Die Vorinstanz habe damit den Sachverhalt
falsch festgestellt und das Recht falsch angewandt, weshalb der angefochtene Entscheid
bereits aus diesem Grund aufzuheben sei.
5.2 Nach Art. 19 Abs. 2 RPG und Art. 57 Abs. 1 BauG betrifft die Erschliessungspflicht nur
Grundstücke in der Bauzone und sie schliesst namentlich Grundstücke in der
Landwirtschaftszone aus. Wie das Obergericht schon im Urteil II 04 33 vom 24. Oktober
2005 in E. 5.2 festgehalten hat, galt die Erschliessungspflicht auch zum Zeitpunkt der
Zuteilung der beiden Parzellen Nrn. 001 und 003 zu Landwirtschaftszone nur für RPG-
konforme Bauzonen. Da die Gemeinde grundsätzlich nicht verpflichtet ist, Liegenschaften
ausserhalb der Bauzonen zu erschliessen, verfügt sie bei der Behandlung entsprechender
Gesuche über ein relativ grosses Ermessen. Sie ist jedoch bei der Erschliessung von
Liegenschaften ausserhalb der Bauzonen an den Grundsatz der Rechtsgleichheit
gebunden (BGE 127 I 49 E. 3c), wobei im vorliegenden Fall keine rechtsungleiche
Behandlung im Vergleich mit anderen Grundeigentümern ausserhalb der Bauzone
ersichtlich ist. Das Obergericht hat ebenfalls bereits im Urteil II 04 33 in E. 6.1 festgehalten,
dass sich die Eigentümer nach einem Ablauf von über 10 Jahren nicht mehr auf die
Beständigkeit eines Quartierplans berufen können, wenn nicht gestützt darauf gebaut wird.
Den Beschwerdeführern musste deshalb bewusst sein, dass spätestens seit dem
Inkrafttreten des Zonenplans und der Aufhebung der Quartierplanpflicht im Jahr 2005
gestützt auf den Quartierplan kein Erschliessungsanspruch mehr für ihre Parzellen
bestand. Dies gilt umso mehr, als dass die Umbauarbeiten am ehemaligen Bauernhaus Nr.
002 noch gestützt auf die bestehende Flurstrasse und damit unabhängig von den
Festlegungen im Quartierplan bewilligt und realisiert wurden. Deshalb hat das Obergericht
in Ziff. 6.2 des Urteils II 04 33 festgehalten, dass die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz
fehlschlägt, weil der Quartierplan C_ vom Jahr 1985 für die vor seinem Inkrafttreten
bewilligten baulichen Dispositionen nicht kausal sein kann. Die Beschwerdeführer durften
deshalb und dürfen nicht mehr damit rechnen, dass ihre Liegenschaften über die im
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Quartierplan C_ festgelegte C_strasse erschlossen wird, zumal auch die
Quartierplanpflicht im Gebiet C_ im Zonenplan 2005 rechtskräftig aufgehoben wurde. Die
Beschwerdeführer bringen keine neuen Argumente vor, welche das Obergericht
veranlassen könnten, von den Feststellungen dieses Urteils abzuweichen, welches
unangefochten in Rechtskraft erwuchs. Damit erweist sich die Beschwerde auch
hinsichtlich des Vertrauensgrundsatzes und der Erschliessungspflicht als unbegründet.
6.
6.1 Die Beschwerdeführer beanstanden, dass die Vorinstanzen nicht berücksichtigt hätten,
dass die Parzellen Nrn. 001 und 003 in Zukunft wieder als Baugebiet eingezont werden
könnten, werde doch der Bedarf an Bauland künftig steigen und befänden sich die
genannten Liegenschaften am Siedlungsrand. Zudem seien sie aufgrund ihrer
topografischen Lage für die Landwirtschaft wenig attraktiv und hätten für eine
Wohnüberbauung eine vorzügliche Lage. Gemäss Baulinienplan C_ solle der
Zufahrtsweg zur Liegenschaft Nr. 001 teilweise aufgehoben werden, dies obwohl die
Beschwerdeführer über entsprechende Fahrrechte verfügten und der bestehende
Zufahrtsweg der einzige Zugang zur Liegenschaft Nr. 001 der Beschwerdeführer sei.
6.2 Die Beschwerdeführer verkennen, dass eine allfällige künftige Einzonung der beiden
Parzellen Nrn. 001 und 003 oder die Zuteilung des Gebiets in eine Zone mit
Quartierplanpflicht nicht Gegenstand dieses Verfahrens bilden kann. Für ein solches
Verfahren bedürfte es einer Änderung des Zonenplans, wofür erstinstanzlich die
Vorvorinstanz zuständig wäre (Art. 45 ff. BauG). Immerhin gilt es festzuhalten, dass eine
Einzonung der betreffenden Parzellen aufgrund der topografisch abgesetzten Lage
oberhalb des Siedlungsrands in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist. Zudem ist nicht
ersichtlich, dass der Erlass des strittigen Baulinienplans einer allfälligen künftigen
Einzonung zwingend entgegensteht. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass das
vorgesehene westliche Strassenstück im Gegensatz zu der von den Beschwerdeführern
bevorzugten Erschliessungsvariante bereits im gültigen kommunalen Verkehrsrichtplan
vorgegeben ist. Der Gemeinderichtplan ist zwar nur behördenverbindlich, doch ist er
insbesondere bei der Überarbeitung bestehender und der Erarbeitung neuer Schutz-,
Nutzungs- sowie Sondernutzungspläne zu beachten (Art. 17 Abs. 3 BauG). Eine
Erschliessungsplanung, die sich an den Richtplan hält, hat zumindest die Vermutung für
sich, einem sinnvollen Gesamtkonzept zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts
1A.197/2001 vom 18. April 2002 E. 4.4). Das öffentliche Interesse an der Erschliessung des
Baugebiets ist damit ausgewiesen, und der Verkehrsrichtplan enthält eine gesamtheitliche
(Grob)Verkehrsplanung für das ganze Plangebiet. Demgegenüber ist das Planungsgebiet
im kommunalen Richtplan Siedlung/Landschaft lediglich als Wohngebiet mit niedriger bis
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mittlerer Dichte ausgewiesen, womit in diesem Gebiet gegenwärtig keine bauliche
Verdichtung vorgesehen ist. Der Gemeinde kommt bei der Frage, wo verdichtet gebaut
werden soll, ein grosser Ermessenspielraum zu, wobei eine Verdichtung unter Umständen
durch eine Reduktion der übrigen Bauzonen zu kompensieren wäre. Das Obergericht
stellte diesbezüglich bereits im Urteil O4V 12 16 vom 29. Mai 2013, wo die Erhöhung der
Ausnützungsziffer in den Wohn- und Gewerbezonen in der Gemeinde B_ umstritten war,
in E. 2.2 fest, dass die Stagnation der Einwohnerzahl in der Gemeinde B_ nicht auf die
Notwendigkeit einer Nachverdichtung bestehender Wohnzonen hindeute. Eine Verdichtung
unter Erhöhung der Ausnützungsziffern führe nicht allein zu einer haushälterischen
Nutzung des Bodens, wenn nicht gleichzeitig die übrigen Wohn- und Mischzonen
geringerer Dichte verkleinert würden. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorvorinstanz dem Grundsatz der verdichteten Bauweise im vorliegenden Fall weniger
Gewicht zugemessen hat, zumal der Baulinienplan auch diesem Grundsatz nicht
offensichtlich entgegensteht.
Soweit die Beschwerdeführer eine teilweise Aufhebung des bestehenden Zugangs rügen,
ist darauf hinzuweisen, dass der bestehende Fuss- und Fahrweg zur Parzelle Nr. 001 im
Perimeter des Baulinienplans enthalten ist und dieser auch durch das Strassenbauprojekt
sichergestellt wird, woran auch der Umstand nichts ändert, dass dafür eine Kunstbaute
notwendig ist (act. 24/14 S. 4). Schlussendlich steht es den Beschwerdeführer frei, allfällige
technische Bedenken gegen das Strassenbauprojekt im Baubewilligungs- und
Einspracheverfahren vorzubringen, welches nach wie vor bei der Vorvorinstanz hängig ist.
7. Insgesamt ergibt sich damit, dass die Vorinstanzen die relevanten Interessen insgesamt
gebührend berücksichtigt und eine haltbare Abwägung vorgenommen haben. Der
Vorvorinstanz kann zudem keine fehlerhafte Rechtsanwendung vorgeworfen werden, wenn
sie das Erschliessungskonzept der Grundeigentümer der unüberbauten Parzellen Nrn. 004
und 005 in ihre Interessensabwägung miteinbezogen hat. Die Erschliessung des
Baugebiets entspricht einem gewichtigen öffentlichen Interesse wie auch dem Interesse der
einzelnen Grundeigentümer im Baugebiet. Es stand im Ermessen der Vorinstanz, auf einen
Quartierplan zu verzichten und einen Baulinienplan zu erlassen, welcher sich an den
geltenden Richtplan hält. Eine solche Entscheidung muss der Vorvorinstanz infolge ihrer
Sachnähe, Ortskenntnis und der Gemeindeautonomie zugebilligt werden. Die Vorinstanz
hat sich bei der Ermessenskontrolle damit zurecht auf die Frage beschränkt, ob von der
Vorvorinstanz eine zweckmässige Lösung getroffen wurde (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau-
und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, S. 239). Das Interesse der
Beschwerdeführer am Weiterbestand des 33-jährigen Quartierplans bzw. am Erlass eines
neuen Quartierplans, welcher ihre in der Landwirtschaft liegenden Parzellen miteinbezieht,
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kann das Interesse am Erlass des Baulininenplans bzw. an der beförderlichen
Erschliessung der unüberbauten Parzellen im Baugebiet nicht überwiegen. Im Ergebnis ist
der strittige Baulinienplan mit keinem ersichtlichen Rechtsmangel behaftet und die
Interessenabwägung der Vorinstanzen nicht als rechtsfehlerhaft zu qualifizieren. Die
Beschwerde ist damit abzuweisen.
8. Nach Art. 19 Abs. 3 i. V. m. Art. 59 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor Obergericht
gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf dessen
Rechtsmittel nicht eingetreten wird. In Anwendung von Art. 4a des Gesetzes über die
Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) wird die Entscheidgebühr auf Fr. 3‘000.--
festgesetzt, für welche die Beschwerdeführer solidarisch haften. Der Kostenvorschuss von
Fr. 2‘000.-- ist anzurechnen.
Weil nach Art. 59 i. V. m. Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG an Behörden keine
Parteientschädigung ausgerichtet wird, ist auf die Zusprechung einer Parteientschädigung
zugunsten der Vorvorinstanz zu verzichten.
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