Decision ID: 41bf54a2-5ba4-4b13-993b-fb9531eb42de
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer reichte am 25. Mai 2022 im Bundesasylzentrum in
Bern ein Asylgesuch ein. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der «Eu-
rodac»-Datenbank ergab, dass er am 29. April 2022 in Italien aufgegriffen
und am Folgetag daktyloskopisch erfasst worden war.
B.
Am 1. Juni 2022 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden um
Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 13 Abs. 1 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Dieses Ge-
such blieb innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist un-
beantwortet.
C.
Im Rahmen des Dublin-Gesprächs gewährte das SEM dem Beschwerde-
führer am 3. Juni 2022 im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung das
rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens, zu einer allfälligen Rückkehr dorthin sowie
zum medizinischen Sachverhalt.
D.
Am 13. Juni 2022 reichte die zugewiesene Rechtsvertretung Fotografien
des Passes des Beschwerdeführers, von seiner Identitätskarte und eines
Schreibens nach, das der Beschwerdeführer in Italien ausgehändigt erhal-
ten hatte.
E.
Mit Verfügung vom 2. August 2022 (eröffnet am 4. August 2022) trat die
Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte seine Überstel-
lung nach Italien und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der
Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte das SEM den Kan-
ton Bern mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte dem Beschwerdefüh-
rer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte
fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid keine auf-
schiebende Wirkung zukomme.
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F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 8. August 2022 (Datum des Poststempels)
an das Bundesverwaltungsgericht beantragt der Beschwerdeführer, die
Verfügung des SEM sei aufzuheben und sein Asylgesuch sei in der
Schweiz zu prüfen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er um Ertei-
lung der aufschiebenden Wirkung an die Beschwerde, Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses.
G.
Am 9. August 2022 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Über-
stellung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG, Art. 31 und 33
Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – und
so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist da-
her zur Einreichung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 105 AsylG und
Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.4 Zur Form der Beschwerde ist festzustellen, dass sie keine eigenhän-
dige Unterschrift des Beschwerdeführers enthält (Art. 52 Abs. 1 VwVG).
Der Namen des Beschwerdeführers wurde jedoch handschriftlich auf der
ersten Seite der Beschwerde sowie auf dem Briefumschlag, der zur Ver-
sendung derselbigen verwendet wurde, angebracht. Damit ist eine Zurech-
nung des Inhalts auf die beschwerdeführende Partei mit hinreichender Si-
cherheit möglich (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Bundesgesetz über das Verwal-
tungsverfahren, Kommentar, 2. Aufl. 2019, Art. 52 N. 13). Die Begründung
der Beschwerde wurde, zum Teil, nicht in einer Amtssprache des Bundes
abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung
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oder einer Übersetzung wurde angesichts der Klarheit des Willens des Be-
schwerdeführers und der in englischer Sprache eingereichten Begründung
aus prozessökonomischen Gründen verzichtet (vgl. Art. 52 Abs. 2 sowie
Art. 33a Abs. 3 VwVG). Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht
(Art. 108 Abs. 3 AsylG). Auf sie ist somit einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, ein Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf ein Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.H.).
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters oder einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-
führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu
behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung dieses Staates prüft das SEM die
Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prüfung zur
Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylge-
suchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mitgliedstaat
einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf das Asylge-
such nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung dieses
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Staates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylan-
trag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines sogenannten
Aufnahmeverfahrens («take charge») – wie vorliegend – sind die in Kapitel
III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten
Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7
Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeit-
punkt, in dem die betreffende Person erstmals einen Antrag in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah-
men eines Wiederaufnahmeverfahrens («take back») findet demgegen-
über grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.H.).
4.3 Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, die
Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat,
ist dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung
des Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet
gemäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzüber-
tritts.
5.
5.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-
rodac»-Datenbank ergab, dass er am 29. April 2022 in Italien aufgegriffen
und tags darauf daktyloskopisch erfasst worden war. Das SEM ersuchte
die italienischen Behörden deshalb am 1. Juni 2022 um Übernahme des
Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO. Diese liessen
das Ersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist
unbeantwortet, womit sie ihre Zuständigkeit implizit anerkannten (Art. 22
Abs. 7 Dublin-III-VO).
5.2 Nachfolgend ist im Licht von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu prüfen, ob
es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die
Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-
rechtecharta mit sich bringen würden und ob nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-
VO das Selbsteintrittsrecht auszuüben ist.
6.
6.1 Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
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vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-
von aus, dass das italienische Asylsystem – trotz punktueller Schwachstel-
len – keine systemischen Mängel im Sinn von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz
Dublin-III-VO aufweist (vgl. statt vieler Referenzurteile des BVGer
D-4235/2021 vom 19. April 2022 E. 10; F-6330/2020 vom 18. Oktober
2021 E. 9 und E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.3). An dieser
Rechtsprechung ist festzuhalten, zumal der Beschwerdeführer nichts Ge-
genteiliges vorbringt. Für eine Übernahme der italienischen Zuständigkeit
gestützt auf Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO besteht daher kein Anlass.
7.
Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat be-
schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er
nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung
zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte Selbstein-
trittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August
1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung
kann das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch dann be-
handeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig ist.
Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der
Selbsteintritt zwingend (BVGE 2015/9 E. 8.2.1).
8.
8.1 Der Beschwerdeführer macht in der Rechtsmitteleingabe geltend, er
wolle nicht zurück nach Afghanistan, da dort viele Opfer der afghanischen
Armee – in welcher er als Mitglied der Spezialkräfte gedient habe – leben
würden. Er sei deshalb nicht sicher in Italien und habe dort auch nicht um
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Asyl ersucht. Vielmehr sei ihm ein Daumenabdruck mit Gewalt abgenom-
men worden. Sämtliche seiner Dokumente würden sich sodann noch bei
der Vorinstanz befinden.
8.2 Der Beschwerdeführer wurde in Italien – wenn auch angeblich gegen
seinen Willen – daktyloskopisch erfasst. Klarzustellen gilt es an dieser
Stelle, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt,
den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45
E. 8.3). Die Abnahme der Fingerabdrücke von illegal einreisenden auslän-
dischen Personen und Asylsuchenden stützt sich auf die Eurodac-Verord-
nung und erweist sich als legitim. Dem Beschwerdeführer steht es nach
erfolgter Überstellung nach Italien offen, dort um Asyl nachzusuchen und
damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnahmestrukturen zu erhalten. Er
hat in diesem Zusammenhang kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-
getan, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen
und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln
der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine Gründe
für die Annahme zu entnehmen, das Land werde in seinem Fall den Grund-
satz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land
zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Die Vermutung,
Italien halte seine völkerrechtlichen Verpflichtungen ein, kann im Einzelfall
zwar widerlegt werden. Dies gelingt dem Beschwerdeführer mit seinen
pauschalen Äusserungen jedoch nicht. Zur eingereichten Ausreiseauffor-
derung ist sodann anzumerken, dass besagtes behördliches Vorgehen im
Kontext seiner Weigerung, sich in Italien als Asylsuchender registrieren zu
lassen, zu erblicken ist. Daraus vermag er nichts zu seinen Gunsten abzu-
leiten.
8.3 Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass Italien als Rechtsstaat mit einem
funktionierenden Justizsystem einzustufen ist. Folglich ist von der grund-
sätzlichen Schutzwilligkeit und Schutzfähigkeit dieses Staates auszuge-
hen. Konkrete Hinweise für das Gegenteil werden vom Beschwerdeführer
nicht vorgebracht. Vor diesem Hintergrund vermögen seine Ausführungen
zu sich in Italien aufhaltenden Personen aus Afghanistan, von denen eine
Gefahr für ihn ausgehe, keinen Selbsteintritt der Schweiz zu rechtfertigen
bzw. zu erzwingen. Bei Übergriffen durch Drittpersonen, aber auch bei ei-
ner ungerechten Behandlung durch eine Behörde, steht es dem Beschwer-
deführer offen, seinen Schutz rechtlich einzufordern.
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8.4 Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, so kann eine zwangs-
weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur
ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Der Beschwerdeführer
macht nicht geltend, dass er nicht reisefähig sei oder eine Überstellung
nach Italien ihn gesundheitlich gefährden würde. Sein Gesundheitszustand
ist gemäss eigenen Angaben unbeeinträchtigt und vermag dementspre-
chend eine Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht zu rechtferti-
gen.
8.5 Die vom Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfah-
rens eingereichten Unterlagen werden ihm spätestens nach Rechtskraft
der angefochtenen Verfügung ausgehändigt, wie sich aus deren Dispositiv
ergibt. Auch hieraus ergibt sich nichts zu seinen Gunsten.
8.6 Zusammenfassend liegt kein Grund für die Anwendung der Ermes-
sensklausel von Art. 17 Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 29a Abs. 3
AsylV 1 vor. Weder ist die Schweiz verpflichtet, auf das Asylgesuch einzu-
treten, noch liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt na-
helegen würden. Das SEM ist daher zu Recht auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht eingetreten. Da er nicht im Besitz einer gültigen Auf-
enthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach
Italien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet
(Art. 32 Bst. a AsylV 1).
9.
Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen. Mit dem Urteil in
der Sache wird das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ge-
genstandslos und der angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin.
10.
Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses ist abzuweisen. Die Begehren sind – wie sich aus den vorstehenden
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen. Die Voraussetzun-
gen von Art. 65 Abs. 1 VwVG sind deshalb nicht erfüllt. Die Verfahrenskos-
ten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und
auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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