Decision ID: b37e27ab-7693-5a8d-b5f7-4be181ac02f7
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend Beschwerdeführer oder Versicherter) wurde
(...) 1957 geboren und ist Schweizer Bürger mit Wohnsitz in Deutschland.
Er ist verwitwet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er legte von 1975
bis 2017 eine Versicherungszeit von insgesamt 33 Jahren zurück. Er ar-
beitete bis zu einem Unfall / Sturz am 25. April 2017 als Chauffeur im Voll-
pensum und meldete sich am 9. April 2018 bei der Invalidenversicherung
an. Er gab in der Anmeldung an, seine rechte Hüfte und rechte Schulter
seien kaputt (Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA [nach-
folgend act.] 7, 42).
A.b Die IV-Stelle C._ legte die Sache in der Folge drei Mal dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor, der aufgrund der Akten und ins-
besondere auch der SUVA-Akten eine Einschätzung abgab (act. 32). Die
RAD-Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation
Dr. B._ (vgl. BVGer act. 13, Beilage) nannte in ihrer dritten Stellung-
nahme vom 27. Januar 2020 (ohne Angabe ihres Facharzttitels) folgende
Diagnosen: (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) 1. Rotatorenman-
schettenmassenruptur der rechten Schulter nach Sturz am 25. April 2017;
beginnende glenohumerale Arthrose und AC Gelenkarthrose; mit positi-
vem Impingement- und Rotatorenmanschettenzeichen mit Kraftabschwä-
chung bei leichtgradiger Einschränkung der globalen Flexion; 2. Traumati-
sche Achillessehnenruptur links nach Sturz am 25. April 2017; Achillesseh-
nendebridement und FHL Transfer links am 11. September 2017; Entwick-
lung eines neuropathischen Schmerzsyndroms am linken Fuss bei axona-
ler Läsion des Nervus tibialis / Nervus plantaris medialis links; (ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit) 3. Arterielle Hypertonie; 4. Diabetes melli-
tus IIB; 5. Status nach Hüfttotalendoprothese links 2008 und Coxarthrose
rechts (act. 32, Seite 10, 11).
A.c Die IV-Stelle C._ stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom
28. Januar 2020 eine befristete ganze Invalidenrente für Oktober und No-
vember 2018 in Aussicht (act. 12, 14). Ein Einwand des Beschwerdefüh-
rers ist in den Akten nicht verzeichnet.
A.d Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend Vor-
instanz) gewährte dem Versicherten mit Verfügung vom 2. April 2020 eine
befristete ganze Invalidenrente für Oktober und November 2018. Sie führte
zur Begründung aus, er habe beim Unfall am 25. April 2017 Verletzungen
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der linken Achillessehne und der rechten Schulter erlitten. Die medizini-
schen Abklärungen hätten gezeigt, dass am linken Fuss dauerhafte Schä-
den zurückgeblieben seien. Dadurch sei die Bedienung des Brems- und
Gaspedals an Fahrzeugen erheblich eingeschränkt. Die angestammte Tä-
tigkeit als LKW-Chauffeur sei daher nicht mehr zumutbar. Durch die Verlet-
zung der Schulter würden weitere Einschränkungen hinzukommen, die das
Be- und Entladen des Lastwagens nicht mehr erlauben würden. In einer
angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des ergonomischen Profils
liege hingegen seit der Untersuchung durch den SUVA-Kreisarzt
Dr. D._ (Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates) am 29. August 2018 eine volle Arbeitsfähigkeit
vor. Das zumutbare ergonomische Profil sehe so aus: Arbeiten unterhalb
der Horizontalen oder auf Tischhöhe; keine ziehenden und stossenden
Arbeiten mit abgespreizten Armen; wechselbelastend mit überwiegendem
Sitzen, ohne starke Belastung des linken Fusses; kein extremer Kälte- und
Wärmeeinfluss auf die Füsse. Ab 1. Dezember 2018 resultiere aus der Ge-
genüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ein Invaliditätsgrad
von 15 % und damit kein Rentenanspruch mehr (act. 7, 9).
B.
B.a Der Versicherte erhob am 23. April 2020 Beschwerde. Er führte aus, er
habe einen neutralen Gutachter verlangt, doch sei auf diesen Antrag nicht
eingetreten worden. Er habe sein Leben lang gearbeitet und würde auch
heute noch gerne arbeiten, aber es gehe einfach nicht mehr. Er sei von
allen Institutionen im Regen stehengelassen worden und lebe nachweislich
unter dem Existenzminimum. Er ersuchte um unentgeltliche Prozessfüh-
rung und Verbeiständung durch einen Fachanwalt (BVGer act. 1).
B.b Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 2. Juli 2020 unter
Beilage einer ausführlichen Stellungnahme der IV-Stelle C._, die
Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu be-
stätigen (BVGer act. 6).
B.c Der Instruktionsrichter hiess mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2020
das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung gut
(BVGer act. 7). Mit Schreiben und Vollmacht vom 20. August 2020 wies
sich die Rechtsanwältin Alexandra Meichssner als Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers aus und ersuchte um Akteneinsicht (BVGer act. 9). Der
Instruktionsrichter hiess mit Verfügung vom 26. August 2020 das Gesuch
um Akteneinsicht gut (BVGer act. 10).
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B.d Der Beschwerdeführer beantragte mit Replik vom 16. September
2020, die angefochtene Verfügung sei in Gutheissung der Beschwerde auf-
zuheben. Es sei ihm über den 30. November 2018 hinaus eine ganze In-
validenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese
den medizinischen Sachverhalt gutachterlich abklärt und über die Leis-
tungspflicht und insbesondere betreffend Eingliederungsmassnahmen neu
entscheidet (BVGer act. 11).
B.e Die Vorinstanz beantragte mit Duplik vom 22. Oktober 2020 unter Bei-
lage einer Stellungnahme der IV-Stelle C._ erneut, die Beschwerde
sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu bestätigen (BVGer
act. 13). Die IV-Stelle C._ führte unter anderem aus, die Restar-
beitsfähigkeit sei trotz des fortgeschrittenen Alters durchaus noch verwert-
bar, zumal in einer angepassten, einfachen Tätigkeit nur ein minimaler Ein-
arbeitungsaufwand anfalle.
B.f Der Beschwerdeführer hielt mit Triplik vom 3. Dezember 2020 an den
gestellten Anträgen fest (BVGer act. 15).
B.g Die Vorinstanz beantragte mit Quadruplik vom 10. Februar 2021 unter
Beilage einer Stellungnahme der IV-Stelle C._ abermals, die Be-
schwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu bestäti-
gen (BVGer act. 19).
B.h Der Instruktionsrichter schloss mit Verfügung vom 24. Februar 2021
den Schriftenwechsel per 12. März 2021 ab (BVGer act. 20). Die Rechts-
anwältin Alexandra Meichssner reichte am 3. März 2021 eine Kostennote
über Fr. 5'975.70 ein (BVGer act. 21).
B.i Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten
Unterlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b
IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-
nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem ihm mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2020 die un-
entgeltliche Prozessführung (und Verbeiständung) bewilligt wurde, ist auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 60
ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; BVGer act. 7).
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.3 Nach ständiger Rechtsprechung beschränkt sich die Prüfung des So-
zialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass
der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. Urteil des
BGer 8C_489/2016 vom 29. November 2016 E. 5.2 m.H. auf BGE 132 V
215 E. 3.1.1; 130 V 138 E. 2.1; 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die jenen
Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand ei-
ner neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.4 Der Beschwerdeführer ist schweizerischer Staatsangehöriger mit
Wohnsitz in Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen
vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Ge-
meinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss
Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in
Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1)
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und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Ja-
nuar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010,
Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehun-
gen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das
Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch
im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach
schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer
9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).
2.5 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 2. April 2020 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
3.
Zum Anspruch auf eine schweizerische Invalidenrente und den Abklärun-
gen, die in diesem Zusammenhang vorzunehmen sind, ist Folgendes vor-
auszuschicken:
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-
tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte,
volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6
ATSG).
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3.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG
Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens
60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29
Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-
chung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühes-
tens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (zum Ver-
hältnis zwischen Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547
E. 3.2). Nachdem die IV-Anmeldung des Versicherten vom 9. April 2018
datiert, konnte sein Rentenanspruch frühestens am 1. Oktober 2018 ent-
stehen (act. 7, 9, 42).
3.3 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung
und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen
und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen
sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-
tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson
muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des
BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
3.4 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-
fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-
chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351
E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
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Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl.
BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Ver-
trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den
allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 vom 20. März
2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die
potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer-
den, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutach-
ten versicherungsinterner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivi-
tät und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-
jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125
V 351 E. 3b/ee).
3.5 Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der
IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie
Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-
che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl.
Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015
vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1; je mit
Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht
insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche
in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den
medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-
nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit
Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie
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haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-
dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-
nehmen ist. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V
58 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung in den tatsäch-
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer we-
sentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist
die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge-
bliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich. Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem
Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV, SR 831.201]). Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder
der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichti-
gen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(Art. 88a Abs. 2 IVV). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachver-
halts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach
dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand
(vgl. Urteil des BGer 9C_273/2014 vom 16. Juni 2014 E. 3.1.1 mit Hinweis).
Die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a IVV) sind bei
der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente
analog anwendbar (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des BGer
8C_269/2015 vom 18. August 2015 E. 3.2).
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4.
Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des Be-
schwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die Verfügung vom
2. April 2020. Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist der
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente.
5.
Der Beschwerdeführer führte in der Replik vom 16. September 2020 im
Wesentlichen aus (BVGer act. 11), keiner der vorliegenden Arztberichte er-
fülle die beweisrechtlichen Anforderungen. Zwar sei auch der SUVA-Kreis-
arzt Dr. D._ zum Schluss gekommen, dass ihm eine wechselbelas-
tende, vorwiegend sitzende Tätigkeit trotz der Fussverletzung voll zumut-
bar sei. Zur Schulterproblematik habe sich Dr. D._ aber nicht ge-
äussert, weil er sich auftragsgemäss auf die Folgen des Unfalls vom
25. April 2017 beschränkt habe. Weshalb die Vorinstanz für die Verbesse-
rung der Arbeitsfähigkeit auf den betreffenden Bericht vom 29. August 2018
abgestellt habe, sei nicht nachvollziehbar, denn Dr. D._ habe sein
Belastungsprofil von einem positiven Verlauf abhängig gemacht, wobei er
eine Kontrolle habe abwarten wollen. Die in der angefochtenen Verfügung
behauptete Verbesserung des Gesundheitszustands lasse sich nicht bele-
gen, weshalb ihm über den 30. November 2018 hinaus eine unbefristete
ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. Im Sinne eines Eventualantrags
sei das zumutbare medizinische Belastungsprofil allenfalls gutachterlich
abzuklären (Orthopädie und Neurologie). Die Vorinstanz habe das Invali-
deneinkommen sodann korrekterweise parallelisiert. Der leidensbedingte
Abzug sei mit 10 % jedoch zu tief ausgefallen. Selbst wenn das von der
Vorinstanz festgelegte Belastungsprofil angewendet werde, seien insbe-
sondere aufgrund der Schulterbeschwerden weitere Einschränkungen zu
beachten. Dadurch rechtfertige sich der volle leidensbedingte Abzug von
25 %. Indessen sei er zum Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme am
27. Januar 2020 schon 62 Jahre und 8 Monate alt gewesen. Eine Verwer-
tung der Restarbeitsfähigkeit sei ihm aufgrund der verbleibenden kurzen
Aktivitätsdauer bis zur Pensionierung weder zumutbar noch möglich. Die
vorgeschlagenen, überwiegend sitzenden Produktions- und Über-
wachungstätigkeiten seien ihm aufgrund der Schulterbeschwerden nicht
mehr zumutbar. Arbeitsplätze mit einem derart eingeschränkten Belas-
tungsprofil gebe es auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohnehin keine.
An dieser Auffassung hielt der Beschwerdeführer auch in der Triplik vom
3. Dezember 2020 fest. Er führte weiter aus, die Voraussetzungen für eine
reine Aktenbeurteilung seien nicht erfüllt. Zudem sei nach wie vor unklar,
C-2172/2020
Seite 11
über welche fachlichen Qualifikationen die RAD-(Fach-)Ärztin (für physika-
lische Medizin und Rehabilitation) Dr. B._ verfüge (BVGer act. 15;
vgl. BVGer act. 13, Beilage).
6.
Zu den Rügen des Beschwerdeführers ist Folgendes festzuhalten:
6.1 Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin (PRM) beschäf-
tigen sich dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag zufolge mit sämtlichen
Erkrankungen des Bewegungsapparats, z. B. Wirbelsäulen-, Muskel-,
Sehnen-, Knochen- und Gelenkerkrankungen. Anders als bei Fachärzten
für Orthopädie und Unfallchirurgie steht dabei die nicht-operative Behand-
lung im Vordergrund. Aufgrund von Zusatzkenntnissen aus anderen Berei-
chen der Medizin ist der Behandlungsansatz ganzheitlich ausgerichtet. Im
Fokus stehen die Verbesserung, der Erhalt und die Wiederherstellung von
Funktion, Bewegung und Aktivität sowie die Behandlung von Schmerzen.
Die Physikalische und Rehabilitative Medizin umfasst nach der Definition
aus der (deutschen) Weiterbildungsordnung für Fachärzte „die sekundäre
Prävention, die Erkennung, die fachbezogene Diagnostik, Behandlung und
Rehabilitation bei Krankheiten, Schädigungen und deren Folgen mit den
Methoden der physikalischen Therapie, der manuellen Therapie, der Na-
turheilverfahren und der Balneo- und Klimatherapie sowie die Gestaltung
des Rehabilitationsplanes“. Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative
Medizin erlangen während der Weiterbildung neben der Diagnostik und
nicht-operativen Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparats zu-
sätzlich Kenntnisse auf den Gebieten der Neurologie und der Inneren Me-
dizin. Um operative Therapiemöglichkeiten kennenzulernen, beinhaltet die
Weiterbildung auch chirurgische Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Weiter-
bildungszeit beträgt daher insgesamt fünf Jahre und umfasst neben drei
Jahren im Fachgebiet (PRM) zusätzlich ein Jahr in Innerer Medizin oder
Neurologie und ein Jahr in der Chirurgie.
6.2 Die vom Versicherten angezweifelte Qualifikation der RAD-Fachärztin
für physikalische Medizin und Rehabilitation Dr. B._ darf nach dem
Gesagten als erstellt gelten. Auch die weiteren formellen Rügen an ihren
Aktenberichten (fehlende Unterschrift, falsches Datum) sind unbehelflich.
Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Ausführungen der IV-Stelle
C._ im Beschwerdeverfahren zu verweisen (BVGer act. 6, 13, 19).
Ebenfalls unbehelflich ist das Vorbringen, die Vorinstanz habe die Begrün-
dungspflicht verletzt. Vorbescheid und Verfügung sind angemessen und
https://de.wikipedia.org/wiki/Facharzt https://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitspr%C3%A4vention https://de.wikipedia.org/wiki/Diagnostik https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinische_Rehabilitation https://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Therapie https://de.wikipedia.org/wiki/Manuelle_Therapie https://de.wikipedia.org/wiki/Naturheilverfahren https://de.wikipedia.org/wiki/Naturheilverfahren https://de.wikipedia.org/wiki/Balneotherapie https://de.wikipedia.org/wiki/Klimatherapie https://de.wikipedia.org/wiki/Innere_Medizin https://de.wikipedia.org/wiki/Chirurgie
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Seite 12
nachvollziehbar begründet (act. 7, 9, 14). Eine Aufhebung des Entscheids
aus formellen Gründen kommt damit nicht in Betracht.
6.3 Die RAD-Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation Dr.
B._ nahm am 20. August 2018, am 8. Juli 2019 und am 27. Januar
2020 ausführlich zum vorliegenden Fall Stellung. Dr. B._ stützte
sich bei ihrer Einschätzung ausschliesslich auf die Akten. Eine eigene Un-
tersuchung des Versicherten fand nicht statt. Die Arztberichte der behan-
delnden Ärzte sind in den Aktenberichten der RAD-Fachärztin jeweils mit
einer kurzen Zusammenfassung aufgeführt (act. 32). Sie dokumentieren
insgesamt einen lückenlosen Befund und einen feststehenden medizini-
schen Sachverhalt. Am 27. Januar 2020 kam Dr. B._ nach der Her-
leitung der Diagnosen (vgl. die Sachverhaltserwägung A.b) zum Schluss,
dass Arbeiten mit schweren und mittelschweren Belastungen und auch
leichten Belastungen über Kopfhöhe als Folge der Schulterpathologie nicht
mehr möglich seien. Ebenso ausgeschlossen seien ziehende und stos-
sende Arbeiten mit Lasten mit abduzierten Armen, wie sie beim Be- und
Entladen anfallen würden. Dauernde und überwiegend stehende und ge-
hende Belastungen über dreissig Minuten seien zu vermeiden. Aufgrund
der verminderten Sensibilität und Überempfindlichkeit des linken Fusses
seien auch Arbeiten mit Vibrationen, in Kälte und extremer Wärme als
Folge des neuropathischen Fusssyndroms zu vermeiden. Als LKW-Chauf-
feur bestehe seit dem Unfall vom 25. April 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von
100 %. In einer wechselbelastenden Tätigkeit unterhalb der Horizontalen
auf Tischhöhe, ohne ziehende und stossende Arbeiten mit abduzierten Ar-
men, mit überwiegendem Sitzen und ohne Kälte- und Wärmeeinfluss auf
die Füsse, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschrän-
kung von Seiten der Schulter- und Fussproblematik. Die Arbeitsunfähigkeit
von 100 % ab 25. April 2017 sei der verzögerten Behandlung der Schulter-
und Achillessehnenverletzung geschuldet. Ab 29. August 2018 sei eine an-
gepasste Tätigkeit auch mit den wegen der Neuropathie erfolgenden The-
rapien möglich gewesen. Die Befunde seien stationär (act. 32, Seite 10 f.).
6.4 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht
verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf Berichte versicherungs-
interner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fällen
sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne
zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vor-
zunehmen sind (vgl. Erwägung 3.5).
C-2172/2020
Seite 13
6.5 Im vorliegenden Fall bestehen keine stichhaltigen Anhaltspunkte dafür,
dass die RAD-Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation Dr.
B._ den in ihren Fachbereich fallenden medizinischen Sachverhalt
falsch aufgefasst und beurteilt hätte. Sie hat im Gegenteil am 20. August
2018, am 8. Juli 2019 und am 27. Januar 2020 jeweils ausführlich, nach-
vollziehbar und widerspruchsfrei Stellung genommen. Auch der Beschwer-
deführer benennt in seinen Eingaben keine konkreten Umstände, aufgrund
derer Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der fachärztlichen
Feststellungen angebracht wären. Die Aktenberichte von Dr. B._
erweisen sich als beweiswertig.
6.6 Die Tatsache, dass der SUVA-Kreisarzt Dr. D._ die Schulter-
problematik nicht berücksichtigte, weil er sich auftragsgemäss auf die
Folgen des Unfalls vom 25. April 2017 bzw. auf die Fussverletzung be-
schränkte, ist unerheblich, weil die Schulterproblematik in den Akten hin-
reichend dokumentiert ist. Auch diesbezüglich sind die Voraussetzungen
für eine versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung gegeben. Es ist ins-
besondere auf die Berichte der Universitätsklinik F._ vom 8. No-
vember 2017 und 24. November 2018 zu verweisen (act. 1, Seite 394 f.;
act. 1, Seite 162 f.). In Letzterem schilderte der Oberarzt Orthopädie Dr.
E._ den erhobenen Untersuchungsbefund. Er hielt zudem fest, der
Versicherte berichte von einem persistierenden Zustand an der rechten
Schulter. Es würden gelegentlich Schmerzen bestehen, wobei diese im All-
tag nicht sehr stark seien. Es bestehe eine Rotatorenmanschettenverlet-
zung mit Omarthrose. Der Beschwerdeführer habe im August 2017 gut auf
eine glenohumerale Infiltration angesprochen. Ihm sei nun eine erneute In-
filtration empfohlen worden. Der Versicherte wünsche damit aber noch zu-
zuwarten. Einem operativen Prozedere gegenüber (mit Implantation einer
inversen Prothese) sei er noch mehr abgeneigt. Die Beschwerden seien
nicht so stark, als dass er im Moment weitere therapeutische Massnahmen
wünsche (act. 1, Seite 162 f.). Die Ausführungen von Oberarzt Orthopädie
Dr. E._ sind mit der Würdigung der RAD-Fachärztin für physikali-
sche Medizin und Rehabilitation Dr. B._ vereinbar. Das von ihr
formulierte Zumutbarkeitsprofil für eine adaptierte Tätigkeit berücksichtigt
die Schulterpathologie und trägt daneben auch dem Status nach Hüfttotal-
endoprothese links 2008 sowie der Coxarthrose rechts Rechnung (vgl. act.
1, Seite 180 f.).
6.7 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist weiter nachvoll-
ziehbar, dass die Vorinstanz für die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
den Bericht / die Notiz von Dr. D._ vom 29. August 2018 abstellte.
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Seite 14
Der SUVA-Kreisarzt hielt an diesem Tag fest, dass eine sitzende Tätigkeit
trotz neuropathischen Schmerzen an der Fusssohle ab sofort wieder mög-
lich sei. Allerdings bestehe eine Einschränkung für Autofahrten und ste-
hende und gehende Tätigkeit, die länger als dreissig Minuten dauern wür-
den (act. 1, Seite 185). Dr. D._ stützte sich dabei namentlich auf
den Bericht der Universitätsklinik F._ vom 2. August 2018. Der
Oberarzt Orthopädie Dr. G._ führte darin aus, der Versicherte be-
richte über einen positiven Verlauf mit deutlich regredienten Schmerzen
über der Achillessehne. Auch die Missempfindungen an der medialseitigen
Fusssohle seien leicht zurückgegangen. Er habe sich spezielle Schuhe mit
einer weichen Sohle gekauft. Damit könne er deutlich besser gehen. Elf
Monate postoperativ zeige sich eine gute Entwicklung mit deutlich regre-
dienten Beschwerden über der Achillessehne. Die Beschwerden seien bei-
nahe komplett verschwunden. Neurologisch sei gemäss dem Neurologen
Dr. H._ von einer guten Prognose auszugehen (act. 1, Seite 193 f.).
Die Ausführungen von Oberarzt Orthopädie Dr. G._ sind mit der
Würdigung des SUVA-Kreisarztes vereinbar. Dass Dr. D._ am
29. August 2018 eine Kontrolle abwarten wollte, ist von untergeordneter
Bedeutung, zumal er seine Einschätzung in der Folge am 19. November
2019 bestätigte und ausführlich begründete (act. 1, Seite 74 ff.).
6.8 Dr. D._ führte in der Beurteilung vom 19. November 2019 nach
der ausführlichen Zusammenfassung des aktenmässigen Verlaufs und der
Diagnosestellung im Wesentlichen aus, in der Therapie der Achillesseh-
nenruptur sei verzögert eine operative Naht in offener Technik erfolgt. Im
Rahmen des operativen Eingriffs sei es zu der Läsion des Hautnervens
und im weiteren Verlauf zu einer neuropathischen Schmerzausprägung
sowie Gefühlsstörungen gekommen (vor allem im Bereich der Fusssohle).
Wegen der Neuropathie würden nach zirka dreissig Minuten Laufen belas-
tungsabhängige Schmerzen auftreten, die in den Vorfuss und bis in die
Hüfte elektrisierend ausstrahlen. Die Desensibilisierung in der Ergothera-
pie habe plantar zu einer Verbesserung der Symptomatik geführt. Ebenso
hätten weiche Spezialschuhe zur Verminderung der Beschwerdesympto-
matik beigetragen. Klinisch habe sich bei der letzten Untersuchung in der
Universitätsklinik F._ vom 20. September 2019 ein flüssiges, hink-
freies Gangbild gezeigt (vgl. act. 1, Seite 90 f.; vgl. auch act. 1, Seite 125
ff.). Der Zehenstand und der Fersenstand seien demonstrierbar und der
Single-Heel-Rise-Test positiv gewesen. Die Narben hätten sich reizlos und
intakt bei noch leichter Schwellung gezeigt (ohne Rötung und Überwär-
mung). Es habe nur ein minimaler Druckschmerz im Ansatz der Achilles-
sehne sowie eine Hypästhesie und Allodynie plantar medialbetont und am
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Seite 15
rechten Fussballen bestanden. Die Kraft für Dorsalextension und Plantar-
flexion habe beidseits M5 betragen. Insgesamt sei die Achillessehnen-
ruptur gut verheilt. Es bestehe eine normale Kraftentwicklung bei gutem
Bewegungsumfang des oberen Sprunggelenks ohne erhebliche Ein-
schränkung. In Anbetracht der Unfallfolgen sei es für die SUVA sinnvoll,
lebenslang eine Weichbettung bzw. eine Einlagenversorgung und speziel-
les Schuhwerk zu übernehmen. Für eine wechselbelastende, vorwiegend
sitzende Tätigkeit bestehe keine zeitliche Einschränkung (act. 1, Seite 68
ff.). Die nachvollziehbare Beurteilung von Dr. D._ vom 19. Novem-
ber 2019 erweist sich als beweiswertig.
6.9 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass sich der SUVA-Kreisarzt aufgrund der lückenlosen Ak-
tenlage ein zuverlässiges Bild von den feststehenden Beschwerden ma-
chen konnte, sodass auf den nachvollziehbaren Bericht / die Notiz vom
29. August 2018 abzustellen ist. Die in der angefochtenen Verfügung be-
hauptete Verbesserung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit ab
29. August 2018 ist mithin belegt und gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ab 1. De-
zember 2018 zu berücksichtigen. Anzumerken ist, dass Dr. D._ als
Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates die Qualifikation für die Beurteilung des vorliegenden Falles er-
füllt – genauso wie Dr. B._.
6.10 Eine weitere Abklärung, wie die eventualiter beantragte Rückweisung
der Sache an die Vorinstanz zur Durchführung einer bi- oder polydiszipli-
nären Begutachtung, erübrigt sich in Anbetracht der aktenkundigen, be-
weiskräftigen, medizinischen Unterlagen. Wenn die von Amtes wegen vor-
zunehmenden Abklärungen - wie im vorliegenden Fall - bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung zur Überzeugung führen, ein bestimmter Sachverhalt sei
als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und weitere Beweismass-
nahmen könnten an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern,
so ist in antizipierter Beweiswürdigung auf die Abnahme weiterer Beweise
zu verzichten (vgl. UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozial-
versicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 122 II 464 E.
4a, BGE 122 III 219 E. 3c, BGE 120 1b 224 E. 2b, BGE 119 V 335 E. 3c
mit Hinweisen).
6.11 Im Bereich der Invalidenversicherung gilt die Fiktion des ausgegliche-
nen Arbeitsmarkts. Dabei handelt es sich um einen theoretischen und abs-
trakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsanspruch der Invalidenversi-
cherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff
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Seite 16
umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Stel-
lenangebot und der Nachfrage. Andererseits bezeichnet er einen Arbeits-
markt, der von seiner Struktur einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten
offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Ein-
satzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre verbleibende Erwerbsfähigkeit zu
verwerten. Für die Bemessung der Invalidität ist nicht darauf abzustellen,
ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. BGE
110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 Seite 320 E. 3b und AHI 1998 S. 291 E. 2b).
6.12 An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaus-
sichten sind keine übermässigen Anforderungen zu stellen (vgl. dazu im
Einzelnen SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1). Nach der
nachvollziehbaren Einschätzung von Dr. B._ sieht das ergonomi-
sche Profil so aus (act. 32): Arbeiten unterhalb der Horizontalen oder auf
Tischhöhe; keine ziehenden und stossenden Arbeiten mit abgespreizten
Armen; wechselbelastend mit überwiegendem Sitzen, ohne starke Belas-
tung des linken Fusses; kein Kälte- und Wärmeeinfluss auf die Füsse. Trotz
der gesundheitlichen Probleme stehen dem Beschwerdeführer mithin kör-
perlich leichte Verweistätigkeiten offen, die keine beruflichen Qualifikatio-
nen voraussetzen (einfache und repetitive Tätigkeiten). Das Belastungs-
profil ist nicht derart eingeschränkt, dass es mit einer Erwerbstätigkeit
schlechterdings unvereinbar wäre. Unter Berücksichtigung der Fiktion
eines ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist davon auszugehen, dass der Ver-
sicherte seine Arbeitsfähigkeit vollschichtig verwerten kann, sodass ihm ein
hypothetisches Invalideneinkommen anzurechnen ist. Die IV-Stelle
C._ führte in diesem Zusammenhang zutreffend aus, die Arbeitsfä-
higkeit sei trotz des fortgeschrittenen Alters noch verwertbar, denn in einer
angepassten, einfachen Tätigkeit falle nur ein minimaler Einarbeitungsauf-
wand an (BVGer act. 13). Eine berufliche Betätigung in einem adaptierten
Rahmen ist insofern unabhängig von befähigenden Eingliederungsmass-
nahmen möglich. Es gilt der Grundsatz der Selbsteingliederung.
6.13 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen generell relativ hohe Hürden entwi-
ckelt hat (vgl. Urteil des BGer 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.4 mit
Hinweis auf Urteil des BGer 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009 E. 4.3). In
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Anbetracht einer verbleibenden Aktivitätsdauer von etwas mehr als zwei
Jahren (zum Zeitpunkt der finalen RAD-Stellungnahme vom 27. Januar
2020) ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
der Versicherte auf dem abstrakten, ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermit-
telbar und seine Leistungsfähigkeit erwerblich verwertbar ist (vgl. BVGer
act. 13). Zu berücksichtigen ist zudem, dass eine körperlich leichte Tätig-
keit vollschichtig ausgeübt werden kann. Auch dies spricht wie die lange
Berufserfahrung gegen die behauptete Unverwertbarkeit. Der konkrete Ar-
beitsmarkt, auf dem stellensuchende Personen ab einem gewissen Alter
erfahrungsgemäss oftmals benachteiligt sind, zumal wenn sie mit gesund-
heitlichen Einschränkungen zu kämpfen haben, ist im vorliegenden Kon-
text nicht relevant. Im Übrigen war der Beschwerdeführer gemäss den be-
weiskräftigen Stellungnahmen von Dr. D._ und Dr. B._ in
einer adaptierten Tätigkeit schon ab August 2018 wieder vollschichtig ar-
beitsfähig. Ausgehend von diesem Zeitpunkt wäre ihm eine Aktivitätsdauer
von dreieinhalb Jahren verblieben.
6.14 Die Vorinstanz gewährte dem Versicherten mit Verfügung vom 2. April
2020 eine befristete ganze Invalidenrente für Oktober und November 2018.
Die ganze Rente für diese beiden Monate ist unbestritten und nicht zu be-
anstanden. Ab 1. Dezember 2018 verneinte die Vorinstanz einen Renten-
anspruch aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszustands und der
Arbeitsfähigkeit ab 29. August 2018 (act. 7, 9; Art. 88a Abs. 1 IVV). Der
Einkommensvergleich ergab ab 1. Dezember 2018 eine Erwerbseinbusse
von 15 %. Da das effektive Einkommen als LKW-Chauffeur (Validenein-
kommen) im Vergleich zum betreffenden LSE-Tabellenlohn (Wirtschafts-
zweige 49 – 52: unter anderem Landverkehr und Lagerei, Kompetenz-
niveau 2) um 19 % tiefer war, nahm die IV-Stelle C._ eine Paralleli-
sierung vor, indem sie den Tabellenlohn für das Invalideneinkommen ent-
sprechend kürzte (schweizerische Lohnstrukturerhebung 2016, Total aller
Sektoren, Niveau 1 für einfache und repetitive Tätigkeiten, Männer). Zu-
sätzlich gewährte sie dem Versicherten aufgrund seinen fortgeschrittenen
Alters und des eingeschränkten ergonomischen Profils einen leidensbe-
dingten Abzug von 10 % (act. 12). Zum Einkommensvergleich ist lediglich
anzumerken, dass der minimale rentenbegründende Invaliditätsgrad von
40 % selbst dann verfehlt würde, wenn das Invalideneinkommen ausge-
hend vom Totalwert für den schlechter bezahlten Sektor Dienstleistungen
sowie unter Berücksichtigung des maximalen leidensbedingten Abzugs
von 25 % bestimmt würde. Damit besteht ab 1. Dezember 2018 kein An-
spruch auf eine Invalidenrente.
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6.15 Im Übrigen ist der Vollständigkeit halber zu ergänzen, dass eine Pa-
rallelisierung nur dann vorzunehmen ist, wenn der erzielte Verdienst deut-
lich unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt. Die Erheblich-
keitsschwelle liegt hierbei bei 5 %. Zudem ist nur in dem Umfang zu paral-
lelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung die Schwelle von 5 %
übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6; vgl. dazu auch MICHEL VALTERIO, Com-
mentaire de la loi fédérale sur l’assurance-invalidité [LAI], Genève/Zurich
2018, Art. 28a NN 41 - 43). Folglich kann das Invalideneinkommen korrek-
terweise nur um 14 % herabgesetzt werden. Eine volle Parallelisierung um
19 %, wie sie die IV-Stelle C._ zu Gunsten des Versicherten vor-
nahm, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht vorgesehen
(act. 12).
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde als unbe-
gründet erweist, weshalb sie abgewiesen wird. Die angefochtene Verfü-
gung vom 2. April 2020 ist nicht zu beanstanden.
8.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung.
8.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Instruktionsrichter hiess mit Zwi-
schenverfügung vom 15. Juli 2020 das Gesuch um unentgeltliche Prozess-
führung und Verbeiständung gut (BVGer act. 7). Dem unterliegenden Be-
schwerdeführer sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Vor-
instanz werden als Bundesbehörde unabhängig vom Verfahrensausgang
keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Im Ergebnis wer-
den keine Verfahrenskosten erhoben.
8.2 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat als amtlich bestellte
Anwältin (Art. 65 Abs. 2 VwVG) Anspruch auf eine Entschädigung aus der
Gerichtskasse. Die Bemessung richtet sich nach den für die Parteientschä-
digung geltenden Grundsätzen, wobei die Mehrwertsteuer auch dann ge-
schuldet ist, wenn die beschwerdeführende Partei ihren Wohnsitz im Aus-
land hat (vgl. BGE 141 IV 344 E. 4; vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Rechtsanwäl-
tin Alexandra Meichssner reichte am 3. März 2021 eine Kostennote über
Fr. 5'975.70 ein (BVGer act. 21). Der geltend gemachte Zeitaufwand von
22.58 Stunden erscheint indessen als zu hoch und ist zu kürzen, obschon
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einzuräumen ist, dass das Dossier umfangreich und wegen der eingescho-
benen SUVA-Akten unübersichtlich ist. Unter Berücksichtigung des gebo-
tenen und aktenkundigen Aufwands (namentlich für Replik und Triplik), der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Verfahrens sind nur
15 Stunden als notwendiger Zeitaufwand zu entschädigen (vgl. Urteil des
BGer 8C_426/2018 vom 10.8.2018 E. 5.3 m.H). Ausgehend vom üblichen
Stundensatz von Fr. 250.- (statt Fr. 260.-) und notwendigen Auslagen von
Fr. 104.90 sowie unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 7.7 % ist
der Rechtsanwältin Alexandra Meichssner zu Lasten des Bundesverwal-
tungsgerichts ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 4'151.75 zuzuspre-
chen. Gelangt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so
ist er verpflichtet, der Gerichtskasse Ersatz zu leisten (Art. 65 Abs. 4
VwVG).
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