Decision ID: 8be3ee20-a37e-40d7-aaa0-c358f7e37035
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die
1955 geborene
X._
war zuletzt vom
1
9.
Februar 1999 bis 3
1.
Mai
2014 bei der
Y._
AG sowie zusätzlich
vom
1.
Oktober 2009
bis 3
1.
Dezember
2014
bei der
Z._
GmbH jeweils in einem Teilzeitpensum als
Rei
nigungsmitarbeiterin angestellt (
Urk.
7/1/5-7
und
Urk.
7/25
).
Am
3
1.
Mai 2015
meldete sie sich unter Hinweis auf
Herz-, Magen-, Lungen- und Schulterbe
schwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche
Abklärungen
und
liess die Versicherte insbesondere
rheumato
logisch
begutachten (Expertise vom
9.
Mai 2016
;
Urk.
7/38
). Nach
durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/44
und
Urk.
7/45
) wies sie das
Leistungs
begeh
ren
mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2017
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1
6.
Februar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und
be
antragte, die Verfügung vom 2
0.
Januar 2017
sei aufzuheben und es sei
die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem sei ein Einkommensvergleich vorzu
nehmen und ihr seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Sache für weitere Abklärungen und eventuell für medizinische Untersuchun
gen an die Vorinstanz zurückzuweisen (S. 2). Am 17. März 2017
(Urk.
6
) bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
9) forderte das hiesige Gericht die Beschwerdeführerin
unter Hinweis auf das fragliche Rechtsschutzinteresse
auf, zu erklären, ob sie an der Beschwerde festhalte. Am 26. Juni 2017 (
Urk.
12) präzisierte
die Beschwerdeführerin
ihr Rechtsbegehren dahingehend, dass ihr die gesetzlichen Leistu
ngen in Form einer Rente auszur
ichten seien (S. 1).
Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 1
8.
Juli 2017 zur Kenntnis gebracht
(Urk.
13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
2
0.
Januar 2017
(Urk. 2) damit, dass
die Beschwerdeführerin in einer angepassten leichten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei. Es bestehe ein Invalidi
tätsgrad von 0
%
und
folglich
kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
weder Vorbescheid noch Verfügung seien nachvollziehbar begründet worden. Die Sache sei deshalb an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese einen begrün
deten Vorbescheid erlasse (S. 3 f.). Das
Valideneinkommen
sei anhand der
vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung
(LSE) Lohnsparte Reinigung berechnet worden, das Invalideneinkommen nach dem To
tal aller Branchen. Bei einem so getätigten Einkommensvergleich sei das
Vali
deneinkommen
um
Fr.
16'237.-- tiefer als das Invalideneinkommen, es werde also eine gesamte Branche gegenüber einer durchschnittlich Verdienenden in ei
ner Hilfstätigkeit um 23.3
%
diskriminiert.
Da in der Reinigungsbranche überwie
gend Frauen tätig seien, stelle dies eine d
er
Bundesverfassung und d
em
Gleich
stellungsgesetz widersprechende indirekte Diskriminierung weiblicher
Arbeitneh
menden
dar. Diese indirekte Diskriminierung sei mit einem geeigneten Einkom
mensvergleich - beispielsweise der Berechnung der beiden Einkommen von der gleichen Basis und unter Berücksichtigung der individuellen Einschränkungen - aufzuheben (S. 4 f.). Aus ihren Einschränkungen ergebe sich ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20
%
. Im Übrigen sei die belastungsabhängige Kurzat
migkeit von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht nicht weiter abgeklärt worden. Dies sei nachzuholen (S. 5).
In ihrer ergänzenden Begründung (
Urk.
12) hielt die Beschwerdeführerin fest, es sei nicht abgeklärt worden, ob sie in einer angepassten Tätigkeit allenfalls vorübergehend arbeitsunfähig gewesen sei.
Die Sache sei deshalb an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen
.
Für die Berechnung des Invalideneinkom
mens sei auf den Reinigungssektor der LSE abzustellen, da das statistische Inva
lideneinkommen gemäss Total aller Branchen für sie völlig utopisch sei. Im Gut
achten sei ein erhöhter Pausenbedarf ausgewiesen, weshalb ihr nur ein 80
%
-Pensum zumutbar
sei
. Zudem sei ein leidensbedingter Abzug von 25
%
zu ge
währen, womit die Eintrittsschwelle von 40
%
für eine Invalidenrente erreicht werde (S. 2).
3.
Nach dem Einholen eines rheumatologischen Gutachtens (E.
4
.7 hernach), gemäss welchem die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig
sei
, erliess die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid (
Urk.
7/44). Darin führte sie
- unter Verweis auf die relevanten gesetzlichen Grundlagen in der Bei
lage -
aus, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit nicht mehr, eine den Beschwerden angepasste leichte Tätigkeit
hingegen zu 100
%
zumutbar
sei
und berechnete den Invaliditätsgrad. Der Einwand der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/45) machte weder in erwerblicher noch in medizinischer
Hinsicht
weitere Abklärungen erforderlich, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die angefoch
tene Verfügung (
Urk.
2) inhaltlich weitgehend dem Vorbescheid entspricht.
Zwar sind Vorbescheid und Verfügung lediglich
knapp
begründet. Nachdem jedoch keiner der behandelnden Ärzte in einer angepassten Tätigkeit eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (vgl. dazu E. 4 hernach),
erübrigten sich Wei
terungen zur
von der Beschwerdegegnerin angenommene
n
100%ige
n
Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Ihr war es entsprechend möglich, die Ver
fügung detailliert und fundiert anzufechten
(
Urk.
1)
.
Eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs ist nicht auszumachen und könnte
im vorliegenden Beschwerdever
fahren
ohnehin
geheilt werden (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 9C_312/2014 vom 19. September 2014 E. 2.2.2 und 9C_606/2014 vom 9. Dezem
ber 2014 E. 2.3)
. Es
rechtfertigt sich
deshalb
aus prozessökonomischen Gründen, von einer Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Ge
hörsgewährung abzusehen.
4
.
4
.
1
Chefarzt Prof.
Dr.
med.
A._
und Assistenzärztin
B._
vom
C._
stellten nach der
Hospitalisation
vom 1
2.
bis 1
3.
November 2014 im Austrittsbericht vom 1
9.
November 2014 (
Urk.
7/19/29-32) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Angina bei nicht
stenosierender
Koronarsklerose
,
DD mikrovaskuläre Angina
pectoris
-
pathologische Stressechokardiographie
5.
November 2014
-
Koronarangiographie vom 1
2.
November 2014
nichtstenosierende
Koro
narsklerose mit eine
r
hämodynamisch
nicht relevanten Plaque im proxima
len RIVA
-
Hypertensive
Herzkrankheit
-
normale
biventrikuläre
systolische Funktion
-
diastolische Dysfunktion Grad 1
-
schwere Arbeitshypertonie
-
minime degenerative Aorten- und
Mitralklappeninsuffizienz
Dazu führten sie aus, in der Koronarangiographie hätten sich eine
nichtstenosie
rende
Koronarsklerose mit einer
hämodynamisch
nicht relevanten Plaque im pro
ximalen RIVA gezeigt. Die LV-Funktion sei normal gewesen. Die Kardiologen hätten die Weiterführung mit Aspirin und eine Ergänzung mit einem
Statin
emp
fohlen. Bei fehlender koronarer Herzkrankheit sei der Betablocker gestoppt wor
den. Differentialdiagnostisch könne es sich auch um eine mikrovaskuläre Angina
pectoris
handeln, welche
quoad
vitam
eine ausgezeichnete Prognose habe und eine rein empirische Therapie mit Nitrat, Calciumantagonisten oder
Ranolazine
verlange (S. 1 f.).
Weitere kardiale Abklärungen seien aktuell nicht nötig, allen
falls noch eine Gastroskopie respektive probatorisch PPI und/oder eine
pneumo
logische
Abklärung (S. 4).
4
.
2
Nach einer am 2
0.
Januar 2015 durchgeführten Gastroskopie und Koloskopie hielt
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin und FMH Gastroenterologie, in seinem gleichentags verfassten Bericht (
Urk.
7/19/47) folgende Diagnosen fest:
-
kleine reizlose axiale
Hiatushernie
-
aspektmässig
Gastritis
-
leichte
Kolondivertikulose
-
I-II
gradige
Hämorrhoiden
-
koronare Herzkrankheit unter Therapie
Dazu führte er aus, es zeige sich ein reizloser
oesophagogastrischer
Übergang ohne makroskopischen Hinweis auf
Barrettschleimhautumwandlung
. In dieser Si
tuation könne mit einem Säureblocker bedarfsweise weiterbehandelt werden. Bei
Helicobacternachweis
müsse in üblicher Weise
eradiziert
werden. Eine Kontroll
koloskopie im Sinne der Vorsorge werde in 10 Jahren empfohlen.
4
.
3
Dr.
med.
E._
, Leitender Arzt, und
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt, von der Pneumologie des
C._
stellten in ihrem Bericht vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
7/19/23-25) folgende Diagnosen (S. 1):
1.
Belastungsabhängige Kurzatmigkeit und thorakales Schmerzgefühl
-
im Rahmen Diagnose 2 und 3 sowie körperliche
Dekonditionierung
-
Adipositas WHO I, BMI 30 kg/m
2
-
kein Hinweis auf pulmonale Ätiologie
-
Zigarettenkonsum 20/d,
kum
. 20
py
2.
Angina bei nicht
stenosierender
Koronarsklerose
,
DD mikrovaskuläre Angina
pectoris
-
pathologische Stressechokardiographie
5.
November 2014
-
Koronarangiographie vom 1
2.
November 2014
nichtstenosierende
Koronarsklerose mit eine
r
hämodynamisch
nicht relevanten Plaque im pro
ximalen RIVA
3.
Hypertensive
Herzkrankheit
-
normale
biventrikuläre
systolische Funktion
-
diastolische Dysfunktion Grad 1
-
schwere Arbeitshypertonie
-
minime degenerative Aorten- und
Mitralklappeninsuffizienz
Dazu führten sie aus,
die Beschwerdeführerin sei ihnen zur
pneumologischen
Standortbestimmung bei belastungsabhängiger Kurzatmigkeit zugewiesen wor
den. Lungenfunktionell hätten sich no
r
male statische und dynamische Lungen
volumina ohne Zeichen für eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung gezeigt. Die CO-Diffusionskapazität sei mit 75
%
allenfalls leicht eingeschränkt. Eine Anämie,
Hyperferritinämie
oder manifeste Herzinsuffizienz
(NT-pro-BNP normal) liege nicht vor. Zur weiteren Differenzierung gege
nüber einer kardial bedingten K
u
r
zatmigkeit sei eine Spiroergometrie durchgeführt worden, bei wel
cher sich eine
mittelschwer eingesch
r
änkte maximale körperliche Leistungsfähig
keit gezeigt habe ohne Hinweise auf eine pulmonale oder kardiale Limitation. Als Abbruchkriterium habe sie Beinschwäche, Thorax- und Halsschmerzen sowie Kurzatmigkeit angegeben. Ursächlich für die eingeschränkte körperliche Leis
tungsfähigkeit sei von einer körperlichen
Dekonditionierung
, Adipositas und Poor
Effort
auszugehen. Eine herzinsuffizienzbedingte Einschränkung habe in der Spiroergometrie nicht nachgewiesen werden können, wobei die Beschwerdefüh
rerin jedoch
Thoraxschmerzen
als mögliches Korrelat der Angina
pectoris
ange
geben habe. Eine Arbeitshypertonie sei im Rahmen dieser Untersuchung nicht aufgetaucht. Letztlich hätten sich keine Hinweise auf eine pulmonal bedingte Ur
sache der Beschwerden ergeben. Mit Sicherheit liege eine körperliche
Dekondi
tionierung
vor. Zusätzlich bestehe gemäss kardiologischem Bericht eine mög
licherweise mikrovaskulär bedingte Angina
pectoris
sowie eine echokardiogra
phisch nachgewiesene
hypertensive
Herzkrankheit mit diastolischer Dysfunktion. Sie sei auf die Wichtigkeit eines Rauchstopps hingewiesen worden, aktuell
aber
nicht dazu zu motivieren (S. 2).
4
.
4
Dr.
med.
G._
, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hielt in seinem Bericht vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
7/19/14 f.) folgende Diagnosen fest
(S. 1)
:
-
Periarthropathia
humeroscapularis
vom
Supraspinatustyp
rechts
-
Ultraschall rechte Schulter 2
7.
Mai 2015: Verdacht auf Partialruptur Inter
vallregion
Supraspinatussehne
-
Fortgeschrittene AC-Arthrose beidseits
-
Arthro
MR Schulter rechts 1
2.
Juni 2015: Schwere AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand, kleine Partialläsionen an allen
Rotatorenmanschettensehnen
, keine
transmurale
Ruptur, Einriss in den
Bizepssehnenansatz
,
Tendinopa
thie
der langen
Bizepssehne
, keine Verfettung/Atrophie der
Rotatorenman
schettenmuskulatur
-
Infiltration AC-Gelenk und
subacromial
rechts 1
9.
Juni 2015, links 2
4.
Juni 2015
-
Periarthropathia
humeroscapularis
vom
Supraspinatustyp
links
-
Ultraschall 2
7.
Mai 2015:
Supraspinatustendinosen
links
-
Anamnetisch Status nach Schulter(
s
ub
?)
l
uxation
links 2x vor Jahren
-
Arthro
MR Schulter links: 1
2.
Juni 2015: Mittelschwere AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand, gelenkseitige Partialläsionen
Infraspinatussehne
, angren
zender Defekt a
m
Humeruskopf
, Verdacht auf Hill-Sachs-Defekt, kleine ge
lenkseitige Partialläsion
der
Supraspinatussehne
, keine Verfettung/Atrophie
der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
-
Chronisches
Zervikalsyndrom
-
Röntgen 2
7.
Mai 2015: degenerative Veränderungen HWS
-
myofasziale
Schmerzen
-
Myogelose
Ste
rn
ocleidomastoideus
links
-
Anamnestisch koronare,
hypertensive
und
valvuläre
Kardiopathie (ED 04/15
C._
, keine Hinweise auf pulmonale Ätiologie bei Belastungsdyspnoe)
Dazu führte er aus, es bestehe zweifelsohne eine eingeschränkte Belastbarkeit der Halswirbelsäule und im Bereich beider Schultern, weswegen die angestammte Ar
beitstätigkeit als Raumpflegerin nur sehr eingeschränkt durchführbar sei
. D
as
selbe gelte für gewisse körperlich schwerere Arbeiten im Haushalt wie zum Bei
spiel Überkopfarbeiten. Für eine adaptierte Tätigkeit mit reduzierten Nacken- und Schulterbelastungen sei
die Beschwerdeführerin
hingegen arbeitsfähig (S. 2).
4
.
5
Gemäss dem Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 2
8.
Juli 2015 (
Urk.
7/19/6-11) sei
– bei gestellten Diagnosen -
die Arbeitsfähigkeit als Reinigungsfachfrau dauerhaft nicht mehr gegeben. Um die Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepass
ten Tätigkeit schlüssig objektiv beurteilen zu können
,
sei seiner Meinung nach eine genaue Testung nötig.
An seiner Beurteilung hielt er mit Bericht vom
7.
Januar 2016 (
Urk.
7/32/6-10) fest (S. 2).
4
.
6
Oberärztin
Dr.
med.
I._
von der Klinik für Gefässchirurgie des KWS stellte in ihrem Bericht vom 1
2.
November 2015 (
Urk.
7/
32/
14 f.) folgende Diagnosen:
-
Status nach
Crossektomie
, Stripping der V.
saphena
magna und
Mi
niphlebektomie
beidseits am 2
8.
September 2015 mit/bei:
-
kompletter Stamm- und
Nebenastvarikosis
der V.
saphena
magna im Sta
dium Hach II rechts mit
-
insuffizienter V.
femoralis
communis
-
inkomplette Stamminsuffizienz der V.
saphena
magna links
-
Hypertensive
Herzkrankheit mit
-
normaler
biventrikulärer
systolischer Funktion
-
diastolischer Dysfunktion Grad I
Dazu führte sie aus,
sechs Wochen nach genanntem Eingriff hätten die Schmer
zen gemäss Schilderungen der Beschwerdeführerin deutlich nachgelassen. Kli
nisch zeigten sich reizlos verheilte Wundverhältnisse im Bereich der
Inguina
beidseits sowie der
Miniphlebektomiewunden
. Es zeige sich ca. 4 cm medial der
Inguina
eine deutliche Rötung und Schwellung sowie Induration im Sinne eines beginnenden Furunkels. Die Wunde selbst zeige keine Fluktuation oder Sekretion von Eiter. Aus diesem Grund und wegen der nur minimen Rötung werde auf eine antibiotische Therapie verzichtet. Aufgrund der ansonsten schön verheilten Wundverhältnisse nach
Crossektomie
und Stripping seien keine weiteren Kon
trollen in der Klinik für Gefässchirurgie vorgesehen.
4
.7
Chefarzt KD
Dr.
med.
J._
und
Stv
. Chefarzt
Dr.
med.
K._
von der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals
L._
stellten in ihrem G
utachten vom
9.
Mai 2016
(
Urk.
7/38/1-29
) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
(S.
24
):
-
Periarthropathia
humeroscapularis
vom
Supraspinatus
t
yp
rechts
-
Ultraschall rechte Schulter 2
7.
Mai
2015: Verdacht auf Partialruptur, Inter
vallregion
Supraspinatussehne
-
Fortgeschrittene AC-Gelenksarthrose beidseits
-
Arthro
-MR Schulter rechts 1
2.
Juni
2015: Schwere AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand, kleine Partialläsionen an allen
Rotatorenmanschettensehnen
, keine
transmurale
Ruptur, Einriss in den
Bizepssehnenansatz
,
Tendinopa
thie
der langen
Bizepssehne
, keine Verfettung/Atrophie der
Rotatorenman
schettenmuskulatur
-
Infiltration AC-Gelenk und
subacromial
rechts 1
9.
Juni
2015, links 2
4.
Juni
2015 und Oktober 2015
-
Periarthropathia
humeroscapularis
vom
Supraspin
atus
t
yp
links
-
Ultraschall 1
7.
Mai
2015:
Supraspinatus-Tendinosen
links
-
Anamnestisch
Status nach
Schulter(
sub
?)
luxation
links zweimal vor Jahren
-
Arthro
-MR Schulter links vom 1
2.
Juni
2015: Mittelschwere AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand, gelenksseitige Partialläsion
Infraspinatus
sehne
, angrenzender Defekt a
m
Humeruskopf
, Verdacht auf Hill-Sachs-De
fekt, kleine gelenkseitige Partialläsion
der
Supraspinatussehne
, keine Ver
fettung/Atrophie
der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
16 f.
):
-
Chronisches
Zervikalsyndrom
(zum Zeitpunkt der Untersuchung im Rahmen des Gutachtens praktisch symptomfrei)
-
Röntgen 2
7.
Mai
2015: Degenerative Veränderungen HWS
-
Myofasziale
Schmerzen
-
Myogelose
Sternocleidomastoideus
links
-
Anamnestisch koronare,
hypertensive
und
valvuläre
Kardiopathie (ED 04/2015
C._
, keine Hinweise auf pulmonale Ätiologie bei Belastungsdyspnoe)
Dazu führten sie aus,
aus aktueller rheumatologischer Sicht beständen nur leicht
eingeschränkte Funktionen des Bewegungsapparates, die Gehstrecke
sei
nicht vermindert. Eine Hockstellung
könne
vollständig eingenommen werden. Behin
dernd
sei
die rechtsseitig schmerzhafte Schulter, dies jedoch in einem Missver
hältnis zu objektiv
erhebbaren
klinischen und bildgebenden Befunden, welche als altersentsprechend gewertet werden könn
t
en. Die heutige klinisch-rheumatologi
sche Untersuchung
gebe
Hinweise auf eine sogenannte
Impingementsymptomatik
und leichte Bewegungseinschränkung im Bereich des dominanten rechten Schul
tergelenkes sowie leichte Beschwerden auch im Bereich des linken Schultergelen
kes. Die
Aktivitätseinschränkungen beträ
fen beispielsweise das Heben schwerer Gegenstände, Staubsaugen und
Überkopfarbeiten
im Haushalt. Wegen belas
tungsabhängiger Beschwerden
sei
quantitativ von einer geringen Einschränkung für repetitive Bewegungen auszuge
h
en (S. 18).
Zusammenfassend besteh
e
eine m
ä
ssig schmerzhafte
Periarthropathia
humeros
capularis
rechts vom
Supraspinatustyp
mit leicht degenerativen Veränderungen der
Rotatorenmanschette
bei Rechtshändigkeit und
eine
leichte Unregelmässig
keit anterio-inferior am
Glenoid
im Sinne einer beginnenden
Omarthrose
rechts. Linksseitig
bestehe ein
Zustand nach anamnestisch zweimaliger Luxation mit
strukturell
wenig Veränderungen. Diese Befunde dürf
t
en als altersentsprechend gewertet werden (S. 19).
Es best
änd
en leichte Einschränkungen der dominanten rechten oberen Extremität (
die
Bewegung des rechten Schultergelenks
sei
schmerzhaft eingeschränkt). Diese Einschränkung komm
e
im beruflichen Alltag als Rei
n
igungskraft zum Tragen. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit als Reinigungskraft
sei
deutlich eingeschränkt. Für eine angepasste Tätigkeit ohne mittelschweres bis schweres Heben
und Tragen und ohne
Überkopfarbeiten
sei
die
Beschwerdeführerin
voll einsatzfähig. Die an
gepasste Tätigkeit
entspreche
einer körperlich leichten Tätigkeit in wechselnder Körperposition, allenfalls mit vermehrten Pausen zur Einnahme von Entlastungs
haltungen und Erholung bei erhöhter Ermüdbarkeit. Eine
angepasste Tätigkeit beinhalte
das Verme
iden des Hebens schwerer Lasten, das Vermeiden von wie
derholtem
Bücken
und
von Arbeiten in Hockstellung sowie
das
Vermeiden mit
telschwerer bis schwerer manueller Tätigkeit
en
mit repetitivem Einsatz der Hand
gelenke. Zusammengefasst
beständen
aus aktueller rheumatologischer Sicht nur leichte Einschränkungen der Funktionen des Bewegungsapparates (S. 19 f.).
5
.
5
.1
Das
rheumatologische Gutachten der
Dres
.
J._
und
K._
vom
9.
Mai 2016
(E.
4
.
7
hievor
) beruht auf den erforderlichen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zu
sammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeu
gend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Sie gel
angten
z
um begründeten und nachvoll
ziehbaren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit
als Reinigungsmitarbeiter
i
n
nicht mehr, in einer den Beschwerden angepassten
körperlich leichten Tätigkeit in wechselnder Körperposition
ohne Heben und Tra
gen von
mittelschwere
n
bis schwere
n
Lasten und ohne
Überkopfarbeiten
oder
wiederholte
s
Bücken,
unter Vermeidung
von Arbeiten in Hockstellung
und
mit
telschwere
n
bis schwere
n
manuelle
n
Tätigkeit
en
mit repetitivem Einsatz der Handgelenke
sowie a
llenfalls mit vermehrten Pausen zur Einnahme von Entlas
tungshaltungen und Erholung bei erhöhter Ermüdbarkeit
voll arbeitsfähig
ist
.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4
hievor
).
5.2
Die Beschwerdeführerin brachte
vor,
aufgrund der gemäss Gutachter
allenfalls vermehrt
erforderlichen
Pausen zur Einnahme von Entlastungshaltungen und Er
holung bei erhöhter Ermüdbarkeit
in einer angepassten Tätigkeit lediglich zu 80
%
arbei
tsfähig zu sein (
Urk.
12 S. 2). Dazu ist festzuhalten, dass keiner der behandelnden Ärzte eine
längerfristige
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in ei
ner angepassten Tätigkeit
attestiert hat
. Vielmehr ging der Rheumatologe
Dr.
G._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
aus
(E. 4.4
hievor
)
, der behandelnde Hausarzt vermochte keine
diesbezügliche
Ein
schätzung abzugeben
(E. 4.5
hievor
)
und die weiteren behandelnden Ärzte äus
serten sich nicht zur Arbeitsfähigkeit.
Ob
aus
den Ausführungen
der Gutachter auf eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
geschlossen werden
k
önnte
, scheint fraglich, kann m
it Blick auf die nachfolgenden Ausfüh
rungen
(vgl. E. 6.4 hernach) aber
letztlich
offen bleiben
.
5
.
3
D
ie Beschwerdeführerin
machte
geltend, sie sei in einer angepassten Tätigkeit allenfalls vorübergehend
a
rbeitsunfähig gewesen,
doch finden
sich in den medi
zinischen Unterlagen keine diesbezüglichen Hinweise
. Vielmehr
attestierte der Rheumatologe
Dr.
G._
bereits in
seinem Bericht
v
om 2
6.
Juni 2015
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit (E.
4
.4
hievor
). Eine in
validenversicherungsrechtlich relevante längerfristige Arbeitsunfähigkeit auch in
einer angepassten Tätigkeit wurde von keinem der behandelnden Mediziner fest
gehalten. Eine Rückweisung der Sache zur diesbezüglich weiteren Abklärung ist damit nicht
angezeigt
. Dasselbe gilt für das Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihre Kurzatmigkeit sei nicht abgeklärt worden.
So
erfolgte
gemäss Bericht der
Pneumologie des
C._
vom 2
3.
April 2015
(E.
4
.3
hievor
) eine
pneumologische
Standortbestimmung
,
die Mediziner hielten jedoch k
eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit
fest
. Zudem wurde nach einer Koronarangiographie eine relevante koronare Herzkrankheit ausgeschlossen
(E.
4.2
hievor
).
Es bestand demnach für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, weitere diesbezügliche Abklärungen zu tä
tigen.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
(80-)
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Die Beschwerdeführerin machte dies
bezüglich geltend,
für die Berechnung des
Inv
alideneinkommens sei derselbe Ta
bellenlohn heranzuziehen wie für das
V
alideneinkommen
, zudem sei
bei der Be
rechnung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 25
%
zu gewähren
(
Urk.
12 S. 2)
.
6
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges
gemäss
BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt
(Art.
16 ATSG) als
ausserordentlich
zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_366
/2015 vom 22. September 2015 E.
4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E.
3.2.1).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau
4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Ob das Merkmal "Alter" einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 v
om 22. September 2015 E.
4.3.2 unter Hinweis auf 9C
_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E.
4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswir
ken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem
massgebenden
ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8
C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.4.3).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als in
validitätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017
vom 22.
November 2017 E.
3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.3).
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt betrifft das Kriterium der Dienstjahre, dessen Bedeutung im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungs
profil ist. Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsni
veau 4) kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 29.
Februar 2016 E
. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.3 unter Hinweis auf 8C_
351/2014 vom 14. August 2014 E.
5.2.4.2).
6
.3
Die Beschwerdeführerin ist - wie bereits dargelegt - in einer angepassten körper
lich leichten
wechselbelastenden
Tätigkeit ohne
Überkopfarbeiten
,
ohne
wieder
holte
s
Bücken
oder
Arbeiten in Hockstellung
zu 100
%
arbeitsfähig.
I
m
Sitzen,
Gehen, Stehen und Laufen ist sie
in einer leichten Tätigkeit
nicht eingeschränkt
. Dies rechtfertigt (höchstens) den von der Beschwerdegegnerin gewährten Lei
densabzug von 10
%
.
Weder aufgrund der Anzahl Dienstjahre
noch
de
s
Beschäf
tigungsgrad
s
ist hingegen beim vorliegend anwendbaren Kompetenzniveau 1 eine Erhöhung des Abzugs angezeigt.
Die mangelhaften Sprachkenntnisse sind bereits durch die Verwendung der Tabellenlöhne Kompetenzniveau 1 abgegolten
und a
uch
aufgrund der Aufenthaltskate
g
orie (Niederlassungsbewilligung
) ist kein höherer Abzug vorzu
neh
men (vgl. dazu Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_469/2016 vom 7.
September 2016 E. 4.3.3)
.
Selbst wenn der Abzug aufgrund des Alters der
Beschwerdeführerin
zu erhöhen wäre, würde
dies
kein maximaler Leidensabzug von 25
%
rechtfertigen.
6
.4
Selbst
bei
der von der
Beschwerdeführerin
verlangten
Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens nach demselben Tabellenlohn
(Lohnsparte Reini
gung),
der von
ihr
geltend gemachten Arbeitsfähigkeit von 80
%
und unter Be
rücksichtigung eines
(
vorliegend nicht
gerechtfertigten)
Leidens
abzugs von 20
%
resultiert
ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 36
%
(100
%
- [100
%
x 80
%
x 80
%
])
. Es kann deshalb
offen bleiben
, ob die
Beschwerdegegnerin
das Invalideneinkommen zu Recht nach dem Total aller Branchen
berechnet hatte
- was einen tieferen IV-Grad zur Folge hätte -
oder ob auch dieses nach der Lohn
sparte Reinigung hätte festgesetzt werden müssen
, wie dies die Beschwerdefüh
rerin vorbrachte
.
Ebenso
erübrigt es sich
damit
,
auf die
gemäss
Beschwerdefüh
rerin
indirekte Diskriminierung von weiblichen
Arbeitnehmenden
im Falle einer Anwendung unterschiedlicher Tabellenlöhne (
Urk.
1 S.
5) weiter einzugehen.
Die
Beschwerde
ist somit abzuweisen
.
7
.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.