Decision ID: 71ce0ce1-99f2-4097-973b-612daa8c75e1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970
,
meldete sich u
nter Hinweis auf
Knie
beschwerden
erstmals am 2
8.
Februar 2001 bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
6/2). Mit Verfügung vom 1
5.
Oktober 2001 (
Urk.
6/18) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten berufliche Massnahmen vom 1
8.
Februar 2002 bis Februar 2004 für eine Umschulung in Form einer Ganztageshandelsschule an der
Y._
in
Z._
zu. Im Anschluss daran erteilte sie mit Verfügung vom 1
6.
März 2004 (
Urk.
6/45) Kostengutsprache für eine Umschulung auf den kaufmännischen Bereich, und mit Verfügung vom 1
0.
August 2005 (
Urk.
6/54) hielt sie den erfolgreichen Abschluss der beruflichen Massnahmen fest.
1.2
Seit dem
1
5.
Juni 2011
bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber per 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
6/68/1-5
Ziff.
2.1,
Urk.
6/68/6) war der Versicherte
als Sachbearbeiter bei der Firma
A._
(
B._
AG) tätig
.
Unter Hinweis auf
eine
durch einen Konflikt am Arbeitsplatz ausge
löste
Depression
meldete sich
der Versicherte
am
2
7.
April 2013 erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/59
). Die
IV-Stelle
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte
ein psychiatrisches Guta
chten ein, das am
2
8.
Februar 2013
erstattet wurde (
Urk.
6/58/8-13
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/82
;
Urk.
6/84
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
März 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/87
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
1.
April 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3.
März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine Rente
zuzusprechen, eventuell sei
en ihm berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Mai 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 1
9.
September 2014
(
Urk.
11)
hielt der Beschwerdeführer an den gestellten Anträgen fest. Mit Eingabe vom
7.
Oktober 2014
(
Urk.
14)
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer Duplik.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
November 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Die Invalidenversicherung ist eine finale Versicherung, das heisst, es wird nicht nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens gefragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich immer
gesamt
heitlich
zu betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine soziokulturelle Überforderung verur
sacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbstständigtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer Belastungsfaktoren verneint werden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_830/2013 vom 2
9.
April 2014 E.
5.2.3;
BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281, 127 V 294 E. 5a S. 299; vgl. U
lrich Meyer
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Aufl., 2010, S. 24 und 27 mit Hinweisen).
1.3
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beur
tei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versicherungs
interner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehe
n
(BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im
Verwaltungs
verfahren
anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der -
anschliessend
refor
matorisch entscheidenden - Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die
Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat die Auffassung, dass g
emäss den medizinischen Abklärungen die Einschränkungen des Beschwerdeführers in der Arbeitsfähig
keit aufgrund von psychosozialen Gründen
bestünden
, die auf
i
nvaliditäts
fremde
Faktoren zurückzuführen seien. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei kein Gesundheitsschaden mit langfristiger Einschränkung der Arbeitsfähig
keit ausgewiesen
(
Urk.
2,
Urk.
5)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber
geltend, dass a
uf die Einschätzung des
regionalen ärztlichen Dienstes (
RAD
)
nicht abgestellt werden
könne
(
Urk.
1 S. 4 unten). Er leide an einer eigenständigen depressiven Erkrankung, die unab
hängig von psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren bestehe (
Urk.
11 S. 6 unten). Da zwischen der medizinischen Beurteilung durch den RAD
der Beschwerdegegnerin
sowie
durch die
anderen Ärzte eine grosse Diskrepanz bestehe, sei es nicht zulässig, wenn die Beschwerdegegnerin diesen Fall allein aufgrund der Einschätzung de
s
RAD-
Arztes
beurteile (
Urk.
11 S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der
A
nspruch des Beschwerdeführers
auf eine Rente
und in diesem Zusammenhang, ob der
anspruchs
relevante Sachverhalt genü
gend abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
Juni 2001 (
Urk.
6/11) chronische
femuropatelläre
Kniebeschwerden beidseits, vorwiegend links bei im MRI zur Darstellung kommenden Knorpelverschmälerungen
retropatellär
(
lit
. A).
Dr.
C._
führte aus, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als
Service
techniker
um etwa 30
%
eingeschränkt sei. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei er voll arbeitsfähig. Eine Umschulung, beispielsweise zum techni
schen Kaufmann, sei zu empfehlen (
Urk.
6/11/3).
3.2
Mit Bericht vom 2
0.
Januar 2013 (
Urk.
6/63/8-10) diagnostizierte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, welche den Be
schwerdeführer seit 1
4.
Dezember 2012 behandelte, eine schwere depressive Episode nach ICD-10: F32.
2.
Sie hielt fest, dass der Beschwerdeführer noch keine Stresstoleranz habe und dass sich die weiteren Symptome –
Reizüber
empfindlichkeit
, Freudlosigkeit und Schwitzen - bei Belastung sofort verstärk
ten (
Ziff.
1). In seiner Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter sei er seit dem
2.
November 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
4).
3.3
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in seinem Gutachten vom 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
6/58/8-13) als Diag
nose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome nach ICD
10: F32.2 (S. 4
Ziff.
3).
Dr.
E._
führte aus, dass der Beschwerdeführer im Untersuchungsgespräch sehr gewissenhaft, sehr genau und sehr umständlich erzählt habe. Es sei davon auszugehen, dass er die depressive Episode aufgrund seines
anankastischen
Persönlichkeitsstils entwickelt habe. Der Beschwerdeführer zeige einen stark ausgeprägten Perfektionismus, der wohl die Fertigstellung von Aufgaben in Stress-Situationen behindert habe, und eine übermässige Gewissenhaftigkeit und übertriebene Pedanterie auch in seinem Erzählen während des
Untersu
chungsgesprächs
. Es sei davon auszugehen, dass er vor dem Hintergrund dieser Persönlichkeit und im Rahmen des Konfliktes am Arbeitsplatz die depressive Episode entwickelt habe.
Der Beschwerdeführer zeige eine depressive Stimmung in einem deutlich unge
wöhnlichen Ausmass auch in der Untersuchungssituation. Er zeige einen Inte
resse- oder Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm gewesen seien, und auch jetzt noch eine gesteigerte Ermüdbarkeit, vor allem am Morgen, was sich auch während des Untersuchungsgesprächs in einer gewissen Ver
langsamung gezeigt habe. Der Beschwerdeführer weise einen Verlust des Selbst
vertrauens auf und mache sich Selbstvorwürfe. Das Denk- und
Konzentrations
vermögen
sei verlangsamt gewesen. Er leide an Schlafstörungen und
habe
in der Vergangenheit auch an Appetitverlust
gelitten
. Suizidideen lägen keine vor (S. 4
Ziff.
3).
Dr.
E._
hielt
weiter
fest, dass der Beschwerdeführer gegenwärtig zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Der Beschwerdeführer sei zu verlangsam
t und komme
nicht auf den Punkt;
er zeige auch eine gewisse Ermüdung. All dies, und auch die Konzentrationsstörungen, würden ihn beim Erledigen der Aufgaben behin
dern und die soziale Interaktion erheblich stören (S. 4 f.
Ziff.
4). Eine Hilfstätig
keit, beispielsweise in der Hilfsbuchhaltung, könne ab sofort zu 30
%
zugemutet
werden (S. 4
Ziff.
6.3). Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Juli 2013 zu 30
%
, ab
1.
August 2013 zu 50
%
, ab
1.
Oktober 2013 zu 75
%
und ab
1.
Dezember 2013 zu 100
%
arbeitsfähig sei. Die langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit lasse sich darauf zurückführen, dass sich der Beschwerde
führer aufgrund der
anankastischen
Persönlichkeitsstörung in Kombination mit der psychiatrischen Rest-Symptomatik an einem Arbeitsplatz bei zu schneller Steigerung der Arbeitsfähigkeit
sofort
überfordert fühlen würde, was zu einer erneuten, vollständigen Dekompensation führen würde (S. 5
Ziff.
4).
3.4
Dr.
D._
hielt in ihrem Bericht vom 1
1.
September 2013 (
Urk.
6/80/5-6) einen unveränderten Psychostatus des Beschwerdeführers fest. Nach grösseren Anstrengungen benötige er immer noch eine längere Erholungszeit und wirke dann mitgenommen (
Ziff.
2). Zu lange und zu intensive Kontakte ertrage er schlecht (
Ziff.
7). Es zeige sich, dass der Beschwerdeführer unter dem Druck der Stellensuche an den Anschlag komme, obwohl es sein Ziel sei, unbedingt wieder zu arbeiten. Über 50
%
zu arbeiten
,
sei derzeit nicht möglich (
Ziff.
8).
Dr.
D._
nannte mit Bericht vom
4.
November 2013 als Diagnose einen Status nach F32.2
, schwere
Depression, zurzeit unter Belastung leichte Depression (
Ziff.
1.1). Sie führte aus, dass es unter Antidepressiva zu einer starken Besse
rung gekommen sei, aber nach wie vor eine Stressintoleranz bestehe; die Stresstoleranz sei nicht gleich wie vor der Depression. Unter Stress komme es zu Schlafstörungen, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen. Die Prognose sei unsicher; die
anankastischen
Persönlichkeitszüge seien weiterhin ein Risiko für eine erneute depressive Dekompensation (
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer komme wöchentlich in eine kognitiv orientierte Gesprächstherapie und erhalte Antidepressiva (
Ziff.
1.5). In seiner Tätigkeit als Sachbearbeiter sei er seit dem
2.
November 2012 bis am 3
1.
Juli 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig, und ab dem
1.
August 2013 sei er bis auf weiteres zu 50
%
arbeitsfähig (
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
med.
F._
,
Facha
r
zt für
Psychiatrie und Psychotherapie, Neu
rologie RAD, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
6/81 S. 3) fest, dass der hier klar feststellbare reaktive Auslöser, wie auch der bishe
rige sehr positive Krankheitsverlauf, nicht darauf schliessen liessen, dass hier ein überdauerndes psychisches Leiden vorliege. Ein Gesundheitsschaden mit langfristiger Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege demnach nicht vor.
3.6
Mit Stellungnahme vom 1
5.
März 2014 (
Urk.
12/2) wies
Dr.
D._
darauf hin, dass die in ihren Berichten genannten Befunde deutlich auf eine
Überlastungs
situation
hinwiesen und Anzeichen einer erneuten depressiven
Dekompensie
rung
darstellten. Inzwischen gehe der Beschwerdeführer im Rahmen eines von der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) angebotenen Integrationsprogramms
wieder einer Beschäftigung im Umfang von 50
%
nach. Er sei begeistert von der Arbeit, berichte aber trotzdem, dass er an die Grenzen seiner Belastbarkeit komme und die restliche Zeit zur Erholung benötige. Auch bei den wöchentli
chen Sitzungen wirke der Beschwerdeführer wieder erschöpfter.
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.3) beruht auf einer persönli
chen, einstündigen Untersuchung des Beschwerdeführers und auf dem Bericht von
Dr.
D._
vom 2
0.
Januar 201
3.
Ob
Dr.
E._
die übrigen Akten zur Verfügung standen, ist dem Gutachten nicht zu entnehmen.
Dr.
E._
schildert
e
zwar in nachvollziehbarer Weise, dass der Beschwerdeführer ver
lang
samt sei, eine gewisse Ermüdung und Konzentrationsstörungen zeige, welche ihn beim Erledigen von Aufgaben behindern würden. Völlig offen bleibt jedoch, auf welcher Grundlage
Dr.
E._
in der Folge davon ausg
ing, dass die von ihm ab dem
1.
Juli 2013 im Zeitpunkt der Untersuchung attestierte Arbeits
fähigkeit von lediglich 30
%
sich in weniger als einem halben Jahr auf eine volle Arbeitsfähigkeit steigern lasse
n solle
. Diese Einschätzung liegt – insbeson
dere für ein psychiatrisches Gutachten
-
weit zurück, und es erscheint fraglich, ob sich die psychiatrisch begründete Arbeitsfähigkeit tatsächlich gemäss der gut
achterlichen Prognose entwickelt hat. In Anbetracht der Schilderungen von
Dr.
D._
, welche im März 2014 ausführte, dass der Beschwerdeführer im Rah
men des Integrationsprogramms bereits bei einem Beschäftigungsgrad von 50
%
an seine Grenzen stosse, bestehen daran jedenfalls erhebliche Zweifel.
In den Berichten von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.6) werden die beim Beschwerdeführer erhobenen Befunde detailliert beschrieben und die dar
aus resultierenden Einschränkungen leuchten grundsätzlich ein. Aufgrund des auftragsrechtlichen Vertrauensverhältnisses, welches
Dr.
D._
als behandelnde Psychiaterin zukommt, vermag ihre Einschätzung allein jedoch keine überzeu
gende Grundlage
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
zu bieten.
Was die Stellungnahme des RAD (vorstehend E.
3.5) angeht, so verzichtete Dr.
F._
auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers und hielt seine Ausführungen äusserst knapp. Insbesondere legte er nicht plausibel dar, weshalb aufgrund der beim Beschwerdeführer erhobenen Befunde ein
invali
denversicherungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden zu verneinen sei. Unter diesen Umständen bestehen Zweifel an der Schlüssigkeit der
versiche
rungsinternen
ärztlichen Abklärung, weshalb auch darauf nicht abgestellt wer
den kann (vgl. vorstehend E. 1.5).
4.2
Die Argumentation des RAD und der Beschwerdegegnerin, wonach unter ande
rem der klar reaktive Auslöser nicht darauf schliessen lasse, dass ein überdau
erndes psychisches Leiden vorliege, verfängt dabei nicht:
Zwar trifft zu, dass der von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
festgehaltene Konflikt am Arbeitsplatz ein Faktor psychosozialer Natur ist.
Dr.
E._
weist
jedoch
auch auf die
anankastischen
Persönlichkeitszüge als Mitursache für die Ent
wicklung der depressiven Episode hin und beschreibt eine Verlangsamung, eine Ermüdung, ein eingeschränktes Konzentrationsvermögen, einen Verlust des Selbstvertrauens, Schlafstörungen und eine depressive Verstimmung in einem deutlich ungewöhnlichen
Ausmass
. Auch
Dr.
D._
schildert verschiedene psy
chische Veränderungen und weist auf den Bedarf an wöchentlicher Gesprächs
therapie und Antidepressiva und auf die Gefahr einer erneuten depressiven Dekompensation hin.
O
b die diagnostizierte depressive Episode aufgrund dessen Krankheitswert aufweist und eine
massgebliche
Arbeitsunfähigkeit begründet, ist aber nicht durch die Verwaltung oder das Gericht zu beurteilen, sondern dazu ist nach der Rechtsprechung in aller Regel eine fachärztliche psychiatri
sche Beurteilung notwendig (
vorstehend E. 1.3;
vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_391/2009 vom 2
1.
Oktober 2009 E. 4.2
).
Mit dem Hinweis auf die psychosoziale Mitursache der psychisc
hen Erkrankung des Beschwerdeführers ist es daher nicht getan, denn der Entstehungsgrund des zu beu
rteilenden Gesundheitsschadens
ist invalidenversicherungsrechtlich nicht von Bedeutung, sondern
massgebend
ist allein, ob ein verselbstständigtes psy
chisches Leiden vorliegt (vorstehend E. 1.2). Vorliegend ist indessen nicht ersichtlich, welchen Schweregrad die depressive Erkrankung unabhängig von ihrem Entstehungsgrund aufweist, und ob es sich um ein verselbständigtes, von der psychosozialen Belastungssituation klar zu unterscheidendes Leiden handelt.
Damit lässt sich gestützt auf die vorhandenen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen, ob die diagnostizierte depressive Episode
Krank
heitswert
aufweist und eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit begründet.
5.
Da sich keine anderen psychiatrischen Einschätzungen in den Akten befinden, kann die Sache nicht
abschliessend
beurteilt werden, weshalb sie an die Vor
instanz zurückzuweisen ist. Diese hat sodann eine psychiatrische Expertise einzu
holen zur Frage, ob ein
massgeblicher
psychischer Gesundheitsschaden vor
liegt, und hernach über allfällige
Eingliederungsmassnahmen
und den Ren
ten
anspruch erneut zu entscheiden.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtsko
sten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
,
auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen
und ausgangsgemäss
der Besc
hwerdegegnerin aufzuerlegen
.
Der vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
Vorliegend rechtfertigt sich die
Zusprache
einer Prozessentschädigung von
Fr.
2’5
00.
-- (
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).