Decision ID: 8ccc904e-647a-41d9-b540-f4c7c6cd7de2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1992
in Südafrika
geborene
und 2005/2006 in die Schweiz eingereiste
X._
, meldete sich
nach zwei Lehrabbrüchen
(2012/
2014
)
unter Hin
weis auf eine Depression, Suchterkrankung durch Alkohol und Drogen
mit Datum vom
4.
Juli 2014 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
,
Urk.
7/23
). Nach beruflich-erwerblichen sowie medizinischen Abklärungen erteilte
ihm die IV
-Stelle
Kostengutsprache für eine Potentialabklärung
bei
Y._
, zzgl. eines Taggeldes (Mitteilung
en
vom 1
0.
April 2015,
Urk.
7/26 f.); mangels Eingliederungsfähigkeit wurden die beruflichen Massnahmen
anfangs Juni 2015 wieder
eingestellt (
Mitte
i
lung vom
4.
Juni 2015,
Urk.
7/29;
Verlaufsprotokoll,
Urk.
7/30
; Schlussbericht der P
otentialabklärung vom
8.
Juni 2015,
Urk.
7/31).
Mit Schreiben vom 2
2.
Juni
2015 forderte die IV
Stelle den Versicherten unter Hinweis auf die gesetzliche Schadenminderu
ngs
pflicht sowie Androhung der
Säumnisfolgen auf, sich zur Verbesserung seines Ge
sundheitszustandes – näher umschriebenen - Massnahmen zu unterziehen (
Urk.
7/33). Im Hinblick auf die Rentenprüfung tätigte die IV-Stelle erneut medi
zinische Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie das psych
iatrische
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
7.
Oktober 2017 (
Urk.
7/88
; mit ergänzender Stellungnahme vom 1
1.
April 2018,
Urk.
7/106
)
. Gestützt darauf sowie nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
7/91,
Urk.
7/94 ff.,
Urk.
7/103 f.)
wies die IV-Stelle das Leis
tungsbegehren des Versicherten
mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2018
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
Juni 2018 Beschwerde und be
antragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 3
1.
Mai 2018 aufzuheben und ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutach
ten anzuordnen oder die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Gewährung der un
entgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Septem
ber 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
2). Am 1
3.
Februar 2019
machte
der Beschwerdefü
hrer eine weitere Eingabe
(
Urk.
14
und
Urk.
15).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete i
nnert
der ihr angesetzten
Ver
nehmlassungsfrist
auf eine Stellungnahme (
Urk.
17).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
kei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2;
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Dieser Grundsatz gilt gemäss dem zur Publikation vorgesehenen
Urteil 9C_724/2018 vom 11. Juli 2019
auch für (
fachärztl
ich einwandfrei diagnosti
zierte) Abhängigkeitssyndrome
beziehungsweise Substanzkonsumstörungen
.
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens kann und muss insbesondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen wer
den. Diesem kommt nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeits
erkrankungen - wie auch bei anderen psychischen Störungen - oft eine Gemen
gelage aus krankheitswertiger Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliegt. Letztere sind selbstverständlich auch bei Abhängigkeitserkran
kungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen (vgl. bezüglich der Depressionen BGE 143 V 409 ff. E. 4.5.2). Eine krankheitswer
tige Störung muss umso ausgeprägter vorhanden sein, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Beschwerdebild mitprägen (E. 6.3).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418,
143 V 409, 141
V 281) hat das Bundesgericht
wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.8
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen
gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich im
mer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rah
men des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwor
tet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang an
dauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Be
weis
themen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamt
bild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu er
bringen,
was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin,
gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen bestehe keine länger andauernde, gesundheitliche
Gesundheitsschädigung
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Damit be
stehe auch kein Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer erhob verschiedentlich Einwände gegen das Gutachten von
Dr.
Z._
. Insbesondere bestünden diagnostische Mängel und sei die Beurtei
lung widersprüchlich und ohne Würdigung der Ressourcen und Defizite des Be
schwerdeführers
ergangen
. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt
im Moment
weder einsatz- noch arbeitsfähig sei (
Urk.
1).
Mit Eingabe vom 1
3.
Februar 2019 hielt
d
er
Beschwerdeführer
dafür, es sei ge
stützt auf die Beurteilung der
delegiert behandelnden Fachpsychologin
von einer 20-30%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
14,
Urk.
15).
3.
Im psychiatrischen Gutachten vom 1
7.
Oktober 2017
hielt
Dr.
Z._
folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/88/20):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung (
ICD-10:
F61.0) bei/mit
-
hyperkinetischer Störung (
ICD-10:
F90)
-
narzisstischen, emotional
expressive
n/
histrionischen und emotional
instabilen/
impulsiven Anteilen
-
(
un
-)
regel
mässigem Konsum von Taba
k, Alkohol und Cannabinoiden so
wie Gebrauch von LSD, Kokain, Amphetaminen (inkl.
Ekstasy
), psy
chotropen Pilzen u
nd 2C-B (Phenylethyl
amin)
-
depressiver Störung (gegenwärtig remittiert,
ICD-10:
F33.4)
Der Beschwerdeführer sei
nach eigenen Angaben
2005/2006 von
Südafrika in die Schweiz eingereist.
Der Vater stamme aus Sü
dafrika,
die Mutter aus Deutsch
land.
Die jüngere Schwester wohne noch bei den Eltern
.
Z
u seiner Herkunftsfamilie
pflege er einen
regelmässig
en
Kontakt.
Nach
der
Einreise in die Schweiz habe er
zunäch
st einen Deutschkurs absolviert, danach
die
1.
bis
3.
Sek
u
ndarschulklasse und ein
Jahr
Berufswahlschule besucht (2006 bis 2010). Die anschliessende Aus
bildung zum Polym
echaniker ha
be er nach ca.
1 1⁄2 Jahren (August
2010 bis An
fang 2012) abgebrochen. Er sei dann „einige" Monate
in Deutschland
temporär erwerbs
tätig gewesen. Nach seiner Rück
kehr habe er eine Ausbildung zum Me
tallbauer aufgenommen und
diese
nach zwei
Jahren
(August
2012
bis Juli
2014) abgebrochen.
Im Juli 2015 sei
er
Vat
er eines Sohnes geworden. Dieser lebe
bei der Kindsmutter, mit welcher
der Beschwerdeführer
rund 3 Monate
„zusammen" gewesen
sei. Mit ihr komme es
regelmäs
sig
zu
zwischenmenschliche
n
Konflikte
n
. Seit
1 1⁄2
Jahren hätten sie
das
gemeinsa
me
Sorgerecht
inne
.
Gegenwärtig führe er
keine Partnerschaft
; er
lebe allein in einer 31⁄2-Zimmer-W
ohnung zur Miete
.
Die letzte Partnerschaft
habe er im Januar
20
17 nach ca. 1
1⁄2
Jahren beendet. Die längste Bez
iehung zu einer Frau habe rund zwei
Jahre gedauert.
Die finanziellen Verhält
nisse seien knapp. Er werde vom Sozialdienst unterstützt. Schulden habe
er keine
(
Urk.
7/88/5 f.)
.
Im Zusammenhang mit der
Krankheitsentwicklung
berichtete
der Beschwerde
führer sodann
, während seiner Ausbildung zum Polymechaniker
habe er
unter „Mobbing" gelitten;
als Ausländer
sei er
beschimpft worden.
Auch sei es z
wischen ihm und dem Lehrmeister zu Konflikten gekommen.
Zudem
habe
der Beschwer
deführer
zu langsam gearbeitet,
zumal
er zu Perfektioni
smus neige. Dies sei auch der Grund
für den ersten Lehrabbruch gewesen
.
2014
sei es zum ersten
stationä
re
n
Alkoholentzug
gekommen
;
Alkohol trinke
er seit seinem 1
4.
Altersjahr.
De
r Konsum
sei
im Rahmen der Ausbil
dung zum Polymechaniker regelmässig gewor
den und habe
im Zuge des zweiten
Aus
bildungsversuchs stark zugenommen (bis zu 10 Liter
Bier pro Tag). Körperliche Fol
geschäden seien nicht bekannt.
Nach dem
stationären
Entzug habe er
erneut Alkohol getrunken. Seit
dem
letzten
Jahr trinke er
„weniger"; g
egenwärtig trinke er „ga
r keinen" Alkohol (zuletzt vor zwei
Monaten).
Sodann rauche er
täglich
zwei
Schachteln
Tabakzigaretten. Kokain habe er geschnupft und s
püre davon keine
Euphorisierung
;
er werde
davon „nur lieb"
,
würden Dritte sagen.
Cannabinoide rauche er seit seinem 1
6.
Altersjahr, regelmässig seit c
a. vier Jahren, aktuell täglich ein
en
Joint
.
„Früher" habe er wäh
rend rund einem Monat bis zu
l'OOO
Joints
pro Woche geraucht. Versuchsweise habe er
auch
LSD, Amphetamine (inkl.
Ekstasy
), 2C-B (Phe
nylethylamin) und zu
letzt im März
2017 psychotrope Pilze eingenommen.
E
ntsprechende Substanzen
habe
er
indes nie
gespritzt
.
Sodann sei er a
ufgrund
einer
hyperkinetischen Stö
rung (ADS/
ADHS)
bereits in Südafri
ka ambulant
psychologisch betreut worden; er
sei u
nkonzentriert und hyperaktiv ge
wesen,
habe oft den Unterricht gestört. Folge dessen sei
e
r während drei
Jahren in einer Son
derklasse unterrichtet w
or
den
. Er habe auch Ritalin (Methylphenidat) erhalten.
Alsdann
sei im
8.
Altersjahr
erstmals eine „klinische
Depression" diagnostiziert worden. V
on September 2013 bis Februar
2014
habe er
eine ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung
wahrgenommen
.
Nebs
t dem stationären Alkoholentzug
sei es in den
Jahren 2014-2019 zu insgesamt
fünf weiteren stationären/teils
t
ationären Klini
kaufenthalten gekommen.
Seit Juli
2015 nehme er
eine delegierte Psychotherapie
bei
einer
Fachpsychologin
wahr
. Es fänd
en
wöchentliche Gespräche statt. D
er Kontakt sei „su
per". Im Fokus der
Therapie stehe eine Veränderu
ng seiner Impul
sivität und Reiz
barkeit.
Er könne Langweile
schlecht
aushalten. Zudem nutze
er
eine ärztlich ver
ordnete Psychopharmakotherapie
(
Rit
alin/
Antabus
/
Sertralin
/Que
tia
pin
).
Im Vordergrund der gegenwärtigen Beschwer
den
stünden
Defizite durch das ADS wie beispielsweise
Schwierigkeiten beim Le
sen (wobei
dies
zu keiner schulischen Minderleistung geführt habe)
sowie
rezidi
vierende Depressi
onen (zul
etzt vor einem
Jahr). Er sei „immer s
chon" ein Einzel
gänger gewesen; zwar finde er
rasch Kontakt zu
Anderen
, verliere aber bald das Interesse an ihnen. Er
sei auch impuls
iv, unbeherrscht, „raste schnell
aus". Er schätze sich als emotional „eher nicht tief
gründig" ein. Seine Arbeitsmoti
vation sei sehr stark von zwi
schen
menschlic
hen Kontakten und der Arbeitsat
mosphäre abhängig (
Urk.
7/88/6 ff.).
Seinen Tagesverlauf beschrieb der Beschwerdeführer
als
dann wie folgt: U
m
7 Uhr
stehe er
auf, besorge seine persönliche Hygiene und frühstücke. Zwischen 8 Uhr und12 Uhr nehme er von Dienstag bis Freitag
[seit August 2016]
am Integrati
onsprogramm
[
des Sozialamtes
der Stadt
A._
bei der Firma
B._
AG «
O._
»,
Urk.
7/88/6,
vgl. auch
Urk.
14]
teil. Dann
esse er zu Mittag und rauche einen Joint.
Am Nachmittag
sehe er fern,
nutze das Intern
et, WhatsApp etc
. Er sei
auch
täglich „unterwegs", betreibe Kraftsport und gehe tan
zen. Seinen Haushalt besorge er selbständig. An den arbeitsfreien Tagen habe er wec
hselweise sei
n
en Sohn bei sich.
Ein
Mal
in der
Woche treffe er sich
mit Kol
legen, um „etwas
Eigenes aufzubauen". Er engagie
re sich als „Network
Marketer
"/ Einkaufsberater bei
P._
.ch, einem „
Cashback
"- Anbieter. Von der IV wünsche
er sich
zumindest eine Unterstützung bei
der beruf
lichen Reintegration. Lieber wäre es ihm indes
,
«
eine Ausbildung zu erhalten
»
.
Einen dritten Ausbildungsver
such könne er sich beispielsweise vorstellen als Elektroinstallateur oder Möbel
schreiner.
Er wolle seinem
Sohn „ein Vorbild" sein und „e
twas haben", auf
dem er aufbauen könne. Die Teiln
a
hme an der IV-finanzierten Potenzialabklärung
sei gescheitert, weil man ihm ungerechterweise vorgeworfen habe
zu kiffen. Er habe allerdings nur «rote Augen» gehabt und die Urinanalyse
sei negativ gewesen für Cannabinoide
(
Urk.
7/88/8
).
Im Rahmen der objektiven Befundung hielt
Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer sei
pünktlich und
s
elbständig mit dem Zug zur Begutachtung
angereist.
Er sei
gepflegt sowie von gross
er und schlanker Gestalt und nach eigenen Angaben
„schon i
mmer" von dieser Statur gewesen. Der Beschwerde
führer habe sportliche Kleidung und
verschiedentlich
Schmuck (inkl. Piercings i
m Ohr und in einer Augen
braue) getragen.
Sodann habe er
eine Tätowierung
am Hals, einen Dreitages
bart/schütteren Voll
bart und seine kurz geschnittenen Kopfhaare modisch frisiert. Der Allgem
einzustand sei gut.
Psychomotorik (inkl. Gestik sowie Mimik) und An
trieb seien
lebendig und flexibel. Im Bewusstsein
sei der Beschwerdeführer wach und zu allen Qualitäten orientiert; in der Inter
aktion nonchalant, narzisstisch (ich bezoge
n) und emotional expressiv (dra
matisierend, theatralisch). Sein Gesprächs
verhalten
sei
kooperativ, freundlich und zuge
wandt. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer logisch und kohärent; er habe
aktiv, spontan, sehr flüssig, sehr gut strukturiert und differenziert
berichtet
. Es bestünden
auch auf Nachfrage keine Hinweise auf inhalt
liche Denkstörungen (Wahn- und/
oder Zwangs-
p
häno
mene). Die Intelligenz sei gut
[
bei einem test
psychologischen IQ von 86
, vgl.
Urk.
7/88/16
].
Konzentration, Auffassung und Merkfähigkeit
seien
unauffällig. Daten
habe der Beschwerdeführer
zwar
ungenau genannt.
Darüber hin
aus
sei das Gedächtnis
jedoch
intakt
.
Hinweise auf Wahrnehmungs- und/
oder Ich-
Störun
gen hätten sich nicht finden lassen
. Im Affekt
sei der B
e
schwerdeführer ruhig und ausgeglichen und
dabei sehr gut moduliert.
Er habe a
b und zu
gelächelt,
ge
lacht und
situativ angemessen
gescherzt. Ein affektiver Rapport sei
gut zustande
ge
kommen
. Von Suizidalität
habe sich der Beschwerdeführer
distanziert
(
Urk.
7/88/13)
.
Die
„Komplexen Ich-
Funktionen"
bewertete
Dr.
Z._
wie folgt: Die Realitäts
prüfun
g/Urteilsbildung sei ungestört; der Beschwerdeführer
sei in der Lage
, die Aussenwelt in ihren Grundzügen zu erkennen und sich ein adäquates Bild der Realität zu verschaffen (Erk
enntnisfähigkeit). Zudem besitze
er
die Fähigkeit zu rationaler Beurteilung und
sei in der Lage
, sich über die
Trag
weite und die Opportunität
von in Frage stehenden
Handlungen ein vernünftiges Ur
teil zu bilden (Wertungsfähigkeit).
Weiter sei der Beschwerdeführer in der Lage,
aufgrund
ge
wonne
ner Einsichten und eigener Motive einen nach aussen wirksamen Willen zu
bilden und bei verschiedenen denkbaren Varianten eine Entscheidung
zu tref
fen (Willensbildungsfähigkei
t). Darüber hinaus
besitze
er
die
Kraft, gemäss ge
wonnener Eins
icht und eigenem Willen zu handeln (Willens
handlungsfähigkeit).
Die Intentionalität als die Fähigkeit des Bewusstseins, sich auf e
twas zu beziehen, sei ebenfalls un
eingeschränkt.
Demgegenüber seien
die Affektsteue
rung/
Impuls
kontrolle sowie Intentiona
lität/Antrieb insgesamt leicht einge
schränkt
.
Betreffend die
Selbstwert
regu
lation/
Reg
ressionsfähigkeit (inkl. Frustra
tionstoleranz),
Beziehungsfähig
keit/
Kontakt
gestaltung und Abwehr
orga
ni
sation
sei
eine
leichte bis mittelschwere
Beeinträchtigung anzunehmen
; der Beschwer
deführer sei
insbesondere
zur Selbstkritik
nur eingeschränkt in der Lage. Die Af
fektsteuerung als Fähigkeit, die eigenen Affekte wirkungsvoll zu beein
fl
ussen und zu kontrollieren, sei
leicht gestört. Eine Störung der Impulskontrolle im Sinne eines
Verhaltensablaufs, bei dem ein als
unangenehm erlebter Anspan
nungs
zu
stand durch ein bestimmtes impulsiv a
usgeübtes Verhalten auf
gelöst we
rd
e, lasse sich
zeitweise erkennen.
Ferner
seien die
Bezieh
ungs
fähigkeit und Kontaktgestal
tung
leicht bis mittelschwer gestört. D
ie Abwehr
organisation im Sinne einer
int
ra
psychische
n
Fähigkeit, mit Konflikt- und Beziehu
ngs
problemati
ken umzuge
hen, könne
als mittelsc
hwer gestört beurteilt werden.
Der Antrieb als die Summe inner
er dy
namischer, aktivierender Verhaltens
bedingungen, w
elche die Zielori
entierung, -ge
richtetheit und -bindung des Ver
haltens gewährleiste
ten, seien
zeit
weise leicht reduziert.
Zusammenfassend seien die
„komplexen Ich- Funktionen" des Beschwerdeführers
in
sowei
t vorhanden und ausgebildet
, dass
seine
Fähigkeit zur
willentlichen
Bewältigung allfälliger Defizite
intakt sei
. Hin
weise auf schwere dauerhafte pathologi
sche Persönlichkeits
strukturen
be
stün
den
jedenfalls
nicht (
Urk.
7/88/14 ff.)
.
Die Urinprobe habe
betreffend
Cannabis-,
Cotinin
- (Abbauprodukt von Tabak) und
Ethylglucuronid
- (Abbauprodukt von Ethanol)
positive
Werte ergeben.
Da der CDT-Wert
aber gleichzeitig
im Normalbereich
figuriere, sei nicht von einem regelmässigen und ausgeprägten
Alkoholkonsum innerhalb der letz
ten 14 Tage auszugehen
.
Betreffend
Amphetamine, Barbiturate, Cocain, Methadon, Opiate und Benzodiazepine
sei die Urinprobe negativ ausgefallen
.
Die Werte für
Sertralin
und Quetiapin seien unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenzen, was gegen die Ein
nahme dieser Medikamente spreche. Der Wert von Methy
l
phenidat
(Ritalin)
liege inn
erhalb des Referenzbereichs. Dies spreche
für die
Einnahme des Medikaments
(
Urk.
7/88/19 f.
).
Zusammenfassend
sei vorliegend
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD
10: F61.0)
mit narzisstischen, emotional expressiven/histrionischen und emotio
nal instabilen/impulsiven Anteilen
zu diagnostizieren
.
Zusätzlich lasse sich eine
hyperkinetische Störung (ICD-10: F90, ADS/ADHS) bestätigen.
Diese werde an
gemessen und erfolgreich behandelt. Die in den medizinischen
Vorakten
in un
terschiedlicher Ausprägung diagnostizierte depressive Störung sei inzwi
schen re
mit
tiert, entsprechende ICD-Kriter
i
e
n
seien
nicht mehr erfüllt.
Ein de
pressives Syndrom habe sich auch testpsychologisch gestützt auf die MADRAS (Mont
gomery ans
Asberg
Depression Rating
Scale
) nicht objektivieren lassen.
Insbe
sondere fehlten eine lang andauernde Antriebshemmung und Affektstarre. Viel
mehr seien allfällige
noch vorhandene
depressive Syndrome Ausdruck
einer
Überforderung
vor dem Hintergrund
spezifischer Persönlichkeitsmerkmale des Beschwerdeführers (z.B. narzisstisches Selbstverständnis, geringe Frustrationsto
leranz, Impulsivität).
Alsdann habe sich der multiple Substanzgebrauch g
estützt auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und die medizinischen La
borwerte aktuell auf einen unregelmässigen Konsum von Alkohol, Tabak
und Cannabinoiden reduziert. Der
langjährige, (
un
-)regelmässige Geb
rauch multipler
Substanzen sei
ebenfalls
Ausdruck der Persönlichkeitsstörung, mithin sekundär. Er habe sich parallel zu anderen Zeichen der Persönlichkeitsstörung (reduzierte Belastbarkeit/Verminderung der Copingstrategien/Defizite in Strategien bei Stress und Impulskontrolle, emotionale Instabilität/Impulsivität, geringe Frustrationsto
leranz, reduzierte Ausdauer/vermindertes Durchhaltevermögen, Unzuverlässig
keit und geringe Eigeninitiative) entwickelt
(
Urk.
7/88/15 f.,
Urk.
7/88/18,
Urk.
7/88/23 ff.).
Die mit
der Persönlichkeitsstörung
verbundenen objektivierbaren psychopatho
logischen Befunde seien
gegenwärtig nicht ausgeprägt
und
es
hätten sich keine Hinweise auf schwere, dauerhafte pathologische Persönlichkeitsstrukturen (kom
plexe Ich-Funktionen) ergeben. Im Rahmen des MMPI-2 (Minnesota
Multiphasic
Personality
Inventory
2) habe sich sodann eine extreme Zustimmungstendenz, eine
Aufmerksamkeitserheischung
sowie
Überbetonung von Krankheitssympto
men ergeben. Damit bestehe eine Aggravation. Zudem hätten sich Inkon
sistenzen ergeben zwischen den
subjektiven Angaben zur Medikamenteneinnahme resp.
zum
Alkoholkonsum
und den
medizinischen Laborwerten
und
es
bestünden
krankheitsfremde
Belastungsf
aktoren (Migration, junges Lebensalter, fehlender Berufsabschluss, Abstinenz vom Arbeitsmarkt,
alleinlebend
, finanzielle Sorgen)
.
Bei alle dem
sei dem
Beschwerdeführer
zufolge der leicht ausgeprägten
Persön
lichkeitsstörung seit Ende der Schulzeit
eine 30%ige
Arbeits
un
fähigkeit
zu attes
tieren
(
Urk.
7
/88/27 ff.).
4.
4.1
Dr.
Z._
tätigte eigene
Untersuchungen, berücksichtigte die geklagten Be
schwerden und lieferte in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
einleuchtende und nachvollziehbare Schlussfolgerungen.
Auch hat er
zu den Diagnosen in den
Vorakten
Stellung bezogen und
gegebenenfalls
davon
abweichende Einschät
zungen
plausibel begründet.
Damit genügt seine Expertise den an eine beweis
kräftige Unterlage gestellten Anforderungen (E. 2.3), weshalb zur
Entscheidfin
dung
grundsätzlich
darauf abgestellt werden kann.
Anhaltspunkte dafür, dass das Gutachten nicht verwertbar wär
e, sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
nicht zu erkennen.
Das
Vorbringen,
das psy
chiatrische Gutachten enthalte zahlreiche Wiederholungen und beschränke sich «netto» auf lediglich 13 Seiten (
Urk.
1 S. 10),
vermag
nicht zur Unverwe
rtbarkeit des Gutachtens zu füh
ren, k
ommt es für den Aussagegehalt doch grundsätzlich nicht auf die
Länge des Gutachtens
an, sondern ist in erster Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig erscheint
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2009, 9C_55/2009, E. 3.3 mit Hinweisen)
, was vor
liegend zutrifft.
Ebenso wenig kann
von der Dauer der Untersuchung auf die Zuverlässigkeit der ärztlichen Stellungnahme geschlossen werden
; d
er für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand hängt stets von der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
vom 15. März 2016,
8C_47/2016
,
E. 3.2.2).
Sodann
kommt der Expertin oder dem Experten bezüglich
der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3).
D
ie
in methodischer Hinsicht erhobene
n
Einwände
gehen
ins Leere (
Urk.
1 S. 12).
Auch mit
der
in diagnostischer Hinsicht erhobenen Kritik
vermag der Beschwer
deführer nicht durchzud
ringen. Die Störung aus dem Formenkreis der Persön
lich
keitsstörung
en
hat
Dr.
Z._
als kombinierte Persönlichkeitsstörung im Sinne von ICD-10: F61.0 klassifiziert und damit hinreichend präzisiert. Dass er
mangels Einfluss auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
auf eine Unterteilung in mögliche Untergruppen verzichtet
e
(
Urk.
7/88/25) ist
– entgegen dem Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
1 S. 10 f.) -
nicht zu beanstanden
.
Käme solchen Weiterungen doch rein do
gmatische Bedeutung zu und kann
die
Klassifikation von Persönlichkeits
störungen
gegenwärtig ohnehin
nicht über eine Beschreibung von Typen und Untertypen, die sich gegenseitig nicht vollständig ausschliessen und in einigen ihrer Mer
kmale überschneiden, hinaus
gehen
(vgl.
Internationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10, S. 275)
.
Kommt
hinzu, dass
psychiatrische Explorationen von der Natur der Sache her nicht er
messensfrei
erfolgen
, weshalb verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre
tationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 200
9 in Sachen A., 8C_694/2008, E
. 5.1).
Davon abgesehen ist
die
Frage nach der noch zumutbaren Arbeitsleistung
rechtsprechungsgemäss
nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung
(und nicht gestützt auf die Diagnose)
zu beurteilen
.
Vor
liegend
erging die gutachterliche Ei
nschätzung der Arbeitsfähigkeit
im Eink
lang mit den erhobenen Befunden.
Es ist weder einzusehen noch hat der Beschwerde
führer plausibilisiert, inwiefern eine abweichende diagnostische Würdigung
der Persönlichkeitsstörung
das Beurteilungsresultat zu ändern vermöchte.
Insbeson
dere
hat er
weder
zusätzliche noch
andere Befunde geltend gemacht.
Entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 11) ist auch kein Widerspruch auszumachen, wenn
Dr.
Z._
festhielt, Persönlichkeitsstörungen seien definitionsgemäss tief verwurzelte und anhaltende Verhaltensmuster
(vgl.
Urk.
7/88/24);
im Falle
des Beschwerdeführers
käme
es
dadurch
zu leichten
bis
kurzfristig
m
aximal mittel
schwe
ren Einschränkungen
(vgl.
Urk.
7/88/27)
.
Insbesondere
resultiert
bei psy
chischen Störungen
allein
aus der
k
lassifikatorischen
Einordnung
resp.
Diagnose - mit oder ohne diagnoseinhärenten Bezug zum Schweregrad - keine verlässliche Aussage über das
Ausmass
der mit dem Gesundheitsschaden korrelierenden funk
tionellen
Leistungseinbusse
(vgl. BGE 8C_130/2017
vom 3
0.
November
2017
E.
6).
Soweit der Beschwerdeführer moniert,
Dr.
Z._
habe eine diagnostische Beur
teilung des
Alkohol-, Cannabis- und übrigen Substanzgebrauch
s unterlassen, kann ihm nicht gefolgt werden.
Dr.
Z._
hat
diesbezüglich
einen «unregelmäs
sigen Konsum» dia
gnostiziert (vgl.
Urk.
7/88/20). Da
mit
ist auch gesagt
, dass
weder ein schädlicher
Gebrauch
(ICD-10: F1x.1, vgl. hierzu auch
Urk.
7/88/6, wonach keine körperlichen Folgeschäden bekannt seien) noch ein
Abhängigkeit
s
syndrom (ICD-10: F1x.2) vorliegt
.
Darüber hinaus
hielt
Dr.
Z._
explizit fest, gestützt auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und die medizini
schen Laborwerte habe sich der multiple Substanzgebrauch aktuell auf einen un
regelmässigen Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabinoiden reduziert
(
Urk.
7/88/24
)
.
Diese Einschätzung deckt sich
mit der
übrigen Akten
lage
(vgl.
etwa
der in den
medizinischen
Vorakten
bereits seit 2015 festgehaltene Status nach Alkoholabhängigkeit,
Urk.
7/49,
Urk.
7/62; vgl. ausserdem
den
Schlussbe
richt der
Y._
vom
8.
Juni 2015, wonach der Substanzmissbrauch
nicht mehr im Vordergrund stand
,
[
Urk.
7/21/2], und das Schreiben von
Dr.
C._
und
lic
. phil.
D._
vom 1
6.
März 2017, wonach der berichtete moderate Alkohol- sowie
Cannabiskonsum keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers habe [
Urk.
7/68/2])
.
Sodann hat
Dr.
Z._
fest
gehalten, der langjährige (
un
-)
regelmässige multiple Gebrauch von Substanzen sei Ausdruck der Persönlichkeitsstörung und in diesem Sinne sekundär; eine dauerhafte Abs
tinenz sei sowohl zumutbar als auch tatsächlich möglich.
Die seit
2014 wiederholt
durchgeführten spezifischen
Entzugstherapien
seien zumindest teilweise erfolg
reich gewesen
.
Dass
eine dauerhafte Abstinenz bisher
ausblieb
, begründete
Dr.
Z._
mit der fehlenden Motivation des Beschwerdeführers
(
Urk.
7/88/25
,
Urk.
7/88/34
).
Mangels Relevanz für das Beurteilungsergebnis kann
ferner
offenbleiben
, ob das depressive Störungsbild als eigenständige Erkrankung oder als Ausdruck der Per
sönlichkeitsstörung zu werten ist/war. Erhellt doch aus dem Gutachten hinrei
chend und nachvollziehbar begründet, dass die
hierfür
diagnoserelevanten Befunde
im Zeitpunkt der Begutachtung nicht (mehr) gegeben waren
(vgl.
Urk.
7/88/13
,
Urk.
7/88/24
,
Urk.
7/88/26
). Dazu passen
die vorhandene Tages
struktur und
das Aktivitätsniveau des Be
schwerdeführ
ers
sowie
seine eigenen Angaben, wonach er zuletzt vor einem Jahr eine depressive Ep
isode erlebt habe (
Urk.
7/88/8). Gegen die Annahme einer anhaltenden depressiven Symptomatik sprechen ferner
die
Nichteinnahme der
antidepressive
n
M
edikation
(vgl.
die Resultate der Urinprobe mit
Sertralin
-
und Quetiapin
-Werten
unterhalb der Nach
weisbarkeitsgrenze
,
Urk. Urk.
7/88/19,
Urk.
7/88/23)
sowie der Umstand, dass die aktuell wahrgenommene Psychotherapie primär auf eine Veränderung der Impul
sivität und Reizbarkeit abzielt
(
Urk.
7/88/7
)
.
Im Übrigen hielt
die
delegiert behan
delnde Fachpsychologin
bereits anfangs 2017 eine Remission der depressiven Störung fest
(vgl.
Bericht vom 1
6.
J
anuar 2017,
Urk.
7/62/1). Soweit
dieselbe
an
fangs 2018
wiederum eine mittelschwere depressive Episode
postulierte
,
kann
ihr
damit
mangels
jegliche
r Begründung nicht gefolgt werden
(
vgl. Bericht vom 2
2.
Februar 2018,
vgl.
Urk.
7/103).
Im Aufmerksamkeits-Belastungs-Test erzielte der Beschwerdeführer überdurch
schnittlich gute und stabile Resultate bei sehr geringem Fehleranteil (
Urk.
7/88/17).
Damit konkordant wurde
auch
im Schlussbericht der
Y._
vom
8.
Juni 2015 eine
überdurchschnittlich
schnelle und sorgfältige (aufmerksame und konzentrierte) Arbeitsweise festgehalten (
Urk.
7/
31
).
Dass
Dr.
Z._
vor die
sem Hintergrund festhielt, die hyperkinetische Störung sei adäquat
und erfolg
reich
therapiert
(
Urk.
7/88/24)
, ist schlüssig und
stimmt
auch
mit der Einschät
zung
der delegiert behandelnden Fachpsychologin überein
, wonach beim Beschwerdeführer unter der Medikation (Ritalin) keine Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen mehr feststellbar seien (vgl. Bericht vom 1
6.
Januar 2017 [Ein
gangsdatum],
Urk.
7/62/1).
Dass die Leistungsfähigkeit prinzipiell Tages
schwan
kungen unterliegt,
ist
grundsätzlich nicht krankheitswertig
. Inwie
fern letzteres im besonderen Ausmass auf die Ausprägung der
behandelten
hyper
kinetischen S
tö
rung zutreffen soll, ist nicht
einsichtig und hat der Beschwerde
führer
denn
auch nicht substantiiert.
Daran ändert auch die
Referenzierung
des Schlussberichts der
Y._
nichts
(
Urk.
1 S. 13)
. Ergibt sich daraus
doch
lediglich, dass das Arbeits
verhalten des Beschwerdeführers von der jeweiligen Tagesver
fassung abhing; an leistungsstarken Tagen sei dieser zuverlässig, flexibel und hochkonzentriert, an leistungsschwachen Tagen hingegen wenig initiativ und an
triebsarm gewesen (
Urk.
7/31/4)
, wobei der Verlust der Konzentration zu
mindest auch auf Druck und Stress im privaten Umfeld zurückgeführt wurde (vgl.
Urk.
7/30/10). Ferner nahm
Dr.
Z._
hinreichend zur Einschätzung der qualitativen und quantitativen Aus
wirkung der hyperkinetischen Störung auf die Arbeitsfähigkeit Stellung und führte aus, die Defizite könnten im Falle des Beschwerdeführers nicht von jenen der Persönlichkeitsstörung hinreichend abgegrenzt werden und seien nicht zu addieren. Diesbezüglich seien Tätigkeiten mit wenig Zeit- und Leistungsdruck, strukturierte Arbeitsabläufe, proaktive Betreuung, Routinearbeiten, wenig Kun
den- und Teamkontakt angepasst und ohne wesentliche (> 20
%
) Einschränkung zumutbar (
Urk.
7/88/42).
E
ntgegen der Vorstellung des B
eschwerdeführers
war Dr.
Z._
nicht
dazu an
gehalten,
zu erklären, weshalb die bisher angestrengten Eingliederungsmassnah
men scheiterten (
vgl.
Urk.
1 S. 12 und S. 16)
.
Berufsberatung ist Aufgabe der IV
Stelle und nicht des begutachtenden Arztes oder der Ärztin.
Es
ist grund
sätzlich die Verwaltung für
die
Evaluation
konkret geeigneter
Tätigkeiten zu
ständig, die dazu allenfalls Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung bei
zuziehen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V 28;
vgl. BGE 140 V 1
93 E. 3.2); die ärztli
chen Fachpersonen haben lediglich festzustellen, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen respektive geistigen Funktionen durch das Leiden einge
schränkt ist.
Immerhin hielt
Dr.
Z._
ausdrücklich fest, die objektivierbaren psychopathologischen Defizite vermöchten die Eingliede
rungs
schwierigkeiten für sich allein nicht zu erklären. Vielmehr seien krank
heits
fremde Ursachen zu erwä
gen (
Urk.
7/88/28
,
Urk.
7/88/38
).
Soweit endlich die Einschätzung
von
Dr.
Z._
von jener der behandeln
den Ärzte abweicht
(
Urk.
15)
, ist auf die
prinzipie
lle Verschiedenheit von
Behand
lungs
- und Begutachtungsauftrag
hinzuweisen, wonach es nicht Sache des be
han
deln
den Arztes sein kann, in umstrittenen
Fällen verbindlich zur Arbeits
unfähigkeit Ste
llung zu nehmen (Urteil des Bun
desgerichts vom 10. Mai
2011, 9C_152/2011).
Kommt hinzu, dass
sich
die delegiert behandelnde Fachpsycho
login
im Rahmen ihrer
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ausdrücklich
auf
die
Ein
schätzung der
Firm
a
B._
AG abstützte
(vgl.
Urk.
14,
Urk.
15).
Demgegenüber is
t die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten
und Arbeits
leistun
gen in erster Linie durch die Ärzte
und nicht durch die
Eingliede
rungs
fachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeits
leistung zu be
antworten (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis).
Mit seinen
übrigen Vorbringen, insbesondere
soweit er
rein
appellatorische
Kritik
am Gutachten
ausübt,
ist der Beschwerdeführer nicht zu hören.
4.2
Strittig und zu prüfen bleiben die Auswirkungen des
psychischen Lei
dens auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
, welche auch unter juristischen Gesicht
s
punkten zu beu
rteilen sind (vgl. E. 1.5
).
4.3
Aus dem Gutachten erhellt hinreichend, dass die Ausprägung der psychischen diagnoserelevanten Befunde nicht
allzu
stark ins Gewicht fällt. Im Bereich der komplexen Ich-Funktionen hielt
Dr.
Z._
durchwegs leichte resp. leichte bis mittelschwere Funktionsstörungen fest. Einzig die Abwehrorganisation taxierte er als mittelschwer eingeschränkt. Der Aspekt Realitätsprüfung/Urteilsbildung er
wies sich als ungestört (
Urk.
7/88/14).
Es stehen in zeitlich wechselndem Ausmass leichte bis maximal kurzfristig mittelschwere Einschrä
nkungen in den Bereichen Regeln,
Planung/Strukturierung von Aufgaben, Flexibili
tät/Umstellungs
fähig
keit, Ent
scheidungsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Gruppen
fähigkeit (ins
beson
dere Konfliktlösungskompetenz und familiäre/persönliche Be
ziehungen im Vor
der
grund (
Urk.
7/88/27).
Im Rahmen der MMPI-2- Testung habe sich der
Beschwerdeführer zwar widerspenstig bis feindselig, emotional ober
flächlich, vor
wurfsvoll, misstrauisch, rigide, ängstlich und unkonventionell ge
zeigt. Die Gül
tigkeit der Testergebnisse sei indes fraglich; es hätten sich – näher bezeichnete – Zeichen
einer Agg
ravation ergeben (
Urk.
7/88/18), die jedoch an
gesichts der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung nicht als ausgeprägt zu be
trachten sei.
Dazu passt, dass sich der Beschwerdeführer auch ausserhalb der Te
stungs
ver
fahren dramatisierend und theatralisch präsentierte (
Urk.
7/88/13). Im Übrigen zeigte er sich gepflegt, modisch, im Affekt ruhig und ausgeglichen, sehr gut modelliert, nonchalant, kooperativ, freundlich und zugewandt. Im Gespräch berichtete der Beschwerdeführer aktiv, spontan, sehr flüssig, sehr gut strukturiert und differenziert, ohne Hinweise auf irgendwie geartete Denk- oder Gedächtnis
störungen und bei (testpsychologisch) guter Intelligenz. Konzentration, Auffas
sung und Merkfähigkeit erwiesen sich als unauffällig (
Urk.
7/13).
Dr.
Z._
kam insgesamt zum begründeten Schluss, die objektivierbaren psychopathologischen Befunde
seien gegenwärtig nicht ausgeprägt.
Zu beachten bleibt, dass mit der hyperkinetischen Störung grundsätzlich eine Komorbidität vorliegt, auch wenn sich deren Defizite laut Gutachter nicht klar von den Einschränkungen durch die Persönlichkeitsstörung abgrenzen lassen (
Urk.
7/88/42).
Der Beschwerdeführer sei auch retrospektive (seit seiner Jugend) in zeitlich wechselndem Ausmass lediglich leicht bis maximal kurzfristig mittelschwer eingeschränkt gewesen. Zudem sei die Überwindung der festgestellten Defizite – so
Dr.
Z._
weiter - sowohl objektiv zumutbar als auch subjektiv realisierbar. Seit der erstmals dokumentierten De
kompensation in Form von Suchtverhalten mit depressivem Syndrom Ende 2013 sei eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten; das depressive Syndrom sei remittiert und das Suchtverhalten habe sich deutlich ver
bessert. Im Vordergrund des klinischen Bildes stehe noch eine (vor allem subjektiv erlebte) verminderte Belastbarkeit sowie erschwerte, berufliche und unstete part
nerschaftliche Integration, unter anderem aufgrund interaktioneller Defizite (mit
nachfolgenden depressiven Syndromen, Suchtverhalten). Eine soziale Ver
wahr
losung sei indes nicht vorhanden. Im Gegenteil sei der soziale Kontakt objektiv und subjektiv geordnet. Der Beschwerdeführer zeige soziales Interesse und pflege soziale Kontakte (Kollegen treffen, Tanzen gehen, regelmässige sport
liche Aktivitäten, sich als Einkaufsberater engagieren, Teilnahme am Integra
tions
pro
gramm). Er kümmere sich auch um seinen Sohn. Weiter sehe der Beschwerdefüh
rer die Möglichkeit, seine Beschwerden mit entsprechendem Auf
wand (inkl. Nut
zung von Psychopharmakotherapie) bewältigen zu können und benenne er selbst hinreichende persönliche Ressourcen (sehr gute Kommuni
kationsfähigkeiten, gut angepasste soziale Kompetenzen, selbständige Haushalts
führung,
Urk.
7/88/27 f.,
Urk.
7/88/35 f.). Dem bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer familiär ein
gebunden ist, einen geordneten Tagesablauf voll
zieht und sich nach eigenen An
gaben in beruflicher Hinsicht regelmässig bewirbt (
Urk.
7/88/6,
Urk.
7/88/8 f.). Betreffend den Sohn verfügt der Beschwerdeführer zusammen mit der Kindsmut
ter über das gemeinsame Sorgerecht (vgl.
Urk.
7/62,
Urk.
7/68,
Urk.
7/88/6). Das Vorliegen anderer psychischer Störungen hat Dr.
Z._
explizit ausgeschlossen (
Urk.
7/88/26).
Insgesamt ergibt sich daher, dass die vom Gutachter erhobenen, im Wesentlichen der Persönlichkeitsstörung geschuldeten Defizite nachvollzieh
bar eine Leistungsminderung im Umfang einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit zei
tigen. Diese gutachterliche Einschätzung hält den objektivierten Beurteilungs
grundlagen unter
Berücksichtigung der im Regelfall beachtlichen Standardindi
katoren
stand, weshalb darauf abzustellen ist.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser anhaltenden Leistungs
einbusse.
4.4
4.4.1
Unbestrittenermassen besteht diese Leistungseinschränkung seit Jugendzeit, ins
besondere kam es Ende 2013 erstmals zu einer Dekompensation in Form von (als sekundär beschriebenem) Suchterhalten mit depressivem Syndrom (
Urk.
7/88/27). Es ist davon auszugehen, dass die anamnestisch bereits im Kindesalter aufgetre
tenen Symptome massgeblich dazu beitrugen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelang, eine berufliche Lehre durchzuhalten und erfolgreich abzuschliessen, weshalb im Sinne von
Art.
26
Abs.
1 IVV von einer sogenannten Frühinvalidität auszugehen ist und das
Valideneinkommen
gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bemessen ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2014 vom 1
9.
Februar 2015 E. 3.2, 4.3 und 5.1).
4.4.2
Der Beschwerdeführer meldete sich im Juli 2014 zum Leistungsbezug an, weshalb der
frühest
mögliche Rentenbeginn auf Januar 2015 festzulegen ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beschwerdeführer, geboren am 1
2.
Dezember
1992, das 2
2.
Altersjahr vollendet, weshalb für das
Valideneinkommen
in Anwendung von
Art.
26
Abs.
1 IVV 80
%
des 2015 geltenden Medianwertes gemäss LSE heranzu
ziehen ist. Dies entspricht
Fr.
66'000.-- (
Fr.
82'500.-- x 0,8).
4.4.3
Für das Invalideneinkommen ist ebenfalls auf die LSE abzustellen. Gemäss LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor, betrug der Median für Män
ner im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkli
cher Art)
Fr.
5'312.-- monatlich. Angepasst an die im Jahre 2015 betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden die Woche sowie die Nominallohnentwicklung (Tabelle 39, Index Männer, 2014: 2220 Punkte, 2015: 2226 Punkte) ergibt sich ein jährliches Einkommen von
Fr.
66'632.7
2.
Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
ergibt sich ein anrechenbares Invalideneinkommen von
Fr.
46'642.90.
4.4.4
Dem
Valideneinkommen
von
Fr.
66'000.-- gegenübergestellt ergibt sich ein In
validitätsgrad von 29,33
%
. Selbst unter
– ohne Prüfung der Voraussetzungen – Berücksichtigung einer allenfalls zu erwartenden Lohnminderung von 10
%
in
folge des jugendlichen Alters sowie mangelnder beruflichen Erfahrung ergibt sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad ([
Fr.
66'000.-- -
Fr.
46'642.90 x 0,9] ./.
Fr.
66'000.--
x 100 = 36,4
%
).
5.
Zusammenfassend ist gestützt auf
das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass beim Beschwerdeführer
weder zum Zeit
punkt der Begutachtung noch retrospektive
ein
rentenbegründender
Gesundheits
schaden
vorlag
.
Entsprechend sind
von
den beantragten weitere
n medizinischen Abklärungen
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung
keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (BGE 124 V 90 E. 4b).
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und
ist
die Beschwerde abzuweisen.
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer wird von der Sozialhilfe unterstützt (
Urk.
3/3)
.
Da auch die übrigen
Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1
und 2 des Gesetzes über das Sozi
alversich
erungsgericht (
GSVGer
) erfüllt
sind,
ist sein Gesuch
vom 2
9.
Juni 2018
(
Urk.
1 S. 2)
gutzuheissen,
dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Prozessfüh
rung zu gewäh
ren und ihm in der Person von Rechtsanwä
lt
in
Noëlle
Cerletti
ein
e unentgeltliche
Rechtsvertreter
in zu bestellen. Der Beschwerdeführer
ist sodann auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er zur Nachzahlung der ihm erlas
senen Gerichtskosten so
wie der Auslagen für die unentgeltliche Rechts
vertretung verpflichtet ist, so
bald
er
dazu in der Lage ist.
6
.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführu
ng einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6
.3
In Anwendung des gerichtsübl
ichen Stundenansatzes von Fr. 22
0.--
(zuzü
glich 8 % Mehrwertsteuer) ist
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
ermessensweise (vgl.
Urk.
8)
mit Fr. 2
‘
0
00.--
(inklusive
Barauslagen und
Mehrwert
steuer)
aus der Ge
richtskasse zu entschädigen.