Decision ID: 292841dd-f989-42c8-a3ac-af1c4d7cb647
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfah-
ren des Bezirksgerichtes Uster vom 14. November 2016; Proz. FE150158
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Rechtsbegehren (act. 6/61 S. 2, act. 6/72 S. 2):
"1. Der Entscheid vom 10. Juni 2013 des Bezirksgerichtes Uster (Prozess Nr. EE 130026) sei in Ziffer 4.5 des Dispositives wie folgt abzuändern: Der Gesuchsteller habe der Gesuchsgegnerin ab dem 1. August 2016 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von insgesamt CHF 3'000.00, inklusive allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder- und Familienzulagen, zu bezahlen, nämlich CHF 1'000.00 für die Gesuchsgegnerin persönlich und CHF 2'000.00, inklusive allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder- und , für das Kind, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Uster vom 14. November 2016
(act. 6/76 [unbegründet], act. 6/81 = act. 3/1 = act. 7 [begründet]):
"1. Dispositivziffer 4.5. des Eheschutzurteils des Bezirksgerichts  vom 10. Juni 2013 (EE130026-I) wird mit Wirkung ab 1.  2016 für die Dauer des Scheidungsverfahrens wie folgt geändert:
"4.5. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von insgesamt Fr. 6'600.– zu bezahlen, nämlich Fr. 4'600.– für die  persönlich und Fr. 2'000.– (zuzüglich allfälliger - und/oder Ausbildungszulagen) für den Sohn C._, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines  Monats."
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt.
[3.-4 Mitteilung, Rechtsmittel]"
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Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (act. 2 S. 2):
"1. Es sei Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und das Gesuch vom 1. August 2016 um Abänderung der  Unterhaltsregelung gemäss Eheschutzurteil vom 10. Juni 2013 vollumfänglich abzuweisen.
1.1 Eventualiter, falls der Berufungsantrag Ziff. 1 nicht gutgeheissen wird, sei Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung aufzuheben, weiter seien die Dispositiv-Ziffern 4.5 und 4.6 des Eheschutzurteils vom 10. Juni 2013 (EE130026) aufzuheben und die Unterhaltsregelung ab 1. September 2016 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens wie folgt zu regeln:
'4.5
Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin für die Dauer des  rückwirkend ab 1. September 2016 einen monatlichen  von mindestens CHF 7'700.00, nämlich CHF 5'700.00 für die Klägerin persönlich und CHF 2'000.00 zzgl. allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder- bzw. Familienzulagen für das Kind C._, zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
4.6
Der Beklagte verpflichtet sich zusätzlich zu den Zahlungen gemäss Ziff. 4.5 bei Auszahlung eines ihm zukünftig, erstmals für das Jahr 2016 (Auszahlung im Jahr 2017) allfällig ausgerichteten Bonus aus dem Nettobetrag bis maximal CHF 200'000.00 folgende Zahlungen an die Klägerin zu leisten:
a) vorab aus dem Nettobonus den Betrag der aus folgender  resultiert:
12 x (CHF 8'430.00 abzüglich tatsächlich seit 1. September 2016 an die Klägerin monatlich bezahlter Unterhaltsbeitrag [exkl. ]), zahlbar innert 10 Tagen nach Auszahlung des Bonus;
b) sowie zusätzlich 60% des nach der Vorabzahlung gemäss lit. a) verbleibenden Nettobonusbetrages, zahlbar innert 10 Tagen nach Auszahlung des Bonus.
40% des Nettobonusbetrages nach Leistung der Vorabzahlung gemäss lit. a) verbleiben dem Beklagten.'
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST im  zulasten des Beklagten."
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Considerations:
Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1 Die Parteien stehen sich seit dem 24. Juni 2015 vor dem Einzelgericht des
Bezirksgerichts Uster (nachfolgend Vorinstanz) im Scheidungsverfahren gestützt
auf Art. 112 ZGB gegenüber (vgl. act. 6/1-2). Dem Scheidungsbegehren ging ein
Eheschutzprozess vor dem Einzelgericht im summarischen Verfahren des Be-
zirksgerichts Uster voraus. Das Einzelgericht legte mit Urteil vom 10. Juni 2013
gestützt auf eine gleichentags abgeschlossene Vereinbarung der Parteien nebst
anderem einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 8'000.00 (inkl. Kinder- und
Familienzulagen) fest, welchen der Gesuchsteller und Berufungsbeklagte (nach-
folgend Gesuchsteller) der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (nachfolgend
Gesuchstellerin) für die Dauer des Getrenntlebens bezahlte (davon Fr. 2'000.00
inkl. Kinder-/Familienzulage als Kinderunterhaltsbeitrag für den Sohn C._,
geb. tt.mm.2005, und Fr. 6'000.00 als persönlichen Ehegattenunterhaltsbeitrag).
Zudem wurde eine Beteiligung der Gesuchstellerin von 60% am Nettobonus des
Gesuchstellers bis zu einem maximal aufzuteilenden Betrag von Fr. 200'000.00
vorgesehen (vgl. act. 6/4/24).
1.2 Der Gesuchsteller stellte mit Eingabe vom 1. August 2016 vor der Vorin-
stanz das eingangs angeführte Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen /
Abänderung der Eheschutzmassnahmen (act. 6/61 S. 2). Die Vorinstanz führte
am 14. November 2016 die Verhandlung über die vorsorglichen Massnahmen
durch (Vi-Prot. S. 11 ff.) und erliess gleichentags die eingangs angeführte Verfü-
gung, mit welcher sie die Unterhaltsbeiträge auf monatlich total Fr. 6'600.00 redu-
zierte (davon Fr. 2'000.00 zuzüglich Familien- bzw. Ausbildungszulagen als Kin-
derunterhaltsbeitrag für C._ und Fr. 4'600.00 als persönlicher Ehegattenun-
terhaltsbeitrag, vgl. act. 6/76). Auf Begehren der Gesuchstellerin vom
22. November 2016 hin (act. 6/78) begründete die Vorinstanz die Verfügung vom
14. November 2016 (act. 6/81 = act. 3/1 = act. 7). Die begründete Ausfertigung
der Verfügung wurde der Gesuchstellerin am 27. Februar 2017 zugestellt
(act. 6/82).
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1.3 Mit Eingabe vom 9. März 2017 erhob die Gesuchstellerin Berufung gegen
die Verfügung vom 14. November 2016. Sie stellt die eingangs angeführten Beru-
fungsanträge (act. 2 S. 2 f.).
1.4 Der Vorsitzende setzte der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 17. März
2017 Frist an, um für die Kosten des Berufungsverfahrens einen Vorschuss von
Fr. 2'300.00 zu bezahlen (act. 4). Der Vorschuss wurde fristgerecht geleistet
(act. 8).
1.5 Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen
(act. 6/1-88). Es wurde davon abgesehen, dem Gesuchsteller Frist zur Beant-
wortung der Berufung anzusetzen. Der Wortlaut von Art. 312 Abs. 1 ZPO lässt
ein Absehen von der Berufungsantwort zwar grundsätzlich nur für offensichtlich
unzulässige oder offensichtlich unbegründete Berufungen zu – beides trifft vorlie-
gend nicht zu. Die Kammer verzichtet indes regelmässig auch dann darauf, eine
Berufungsantwort einzuholen, wenn sich die Berufung nach einer eingehenden
Prüfung der Sache als unbegründet erweist. Würde in dieser Situation lediglich
deshalb eine Berufungsantwort eingeholt, weil die Berufung nicht offensichtlich
unbegründet ist, so führte dies einzig zu höheren Prozesskosten zu Lasten der
Gesuchstellerin (vgl. OGer ZH LB160055 vom 20. Dezember 2016, E. 3.3; vgl.
auch BGer 5A_849/2015 vom 27. Juni 2016, E. 3). Das Verfahren ist somit
spruchreif. Dem Gesuchsteller sind indes noch die Doppel der Berufungsschrift
samt Beilagen (act. 2, act. 3/1-6) zuzustellen.
2. Vorbemerkungen
2.1 Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die
Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Gegenstand des vorliegenden Be-
rufungsverfahrens über vorsorgliche Massnahmen ist die Unterhaltspflicht des
Gesuchstellers. Damit liegt eine vermögensrechtliche Streitigkeit vor (vgl. BGer
5A_740/2009 vom 2. Februar 2010, E. 1).
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Der Rechtsmittelstreitwert von Fr. 10'000.00 (Art. 308 Abs. 2 ZPO) ist gegeben
(vgl. act. 4 S. 3 und hinten Ziff. 7.3). Auf die rechtzeitig schriftlich und begründet
eingereicht Berufung ist somit einzutreten.
2.2 Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhaltes gerügt werden (Art. 310 ZPO). Neue Tatsachen und
Beweismittel sind im Berufungsverfahren zuzulassen, wenn sie (a) ohne Verzug
vorgebracht werden und (b) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-
stanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO).
2.3 / 2.3.1 Bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen während des Schei-
dungsverfahrens sind die Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der
ehelichen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m.
Art. 271 ff. ZPO und Art. 172 ff. ZGB; DOLGE, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage 2016,
Art. 276 N 15). Das Gericht entscheidet im summarischen Verfahren, mit entspre-
chender Beweismittel- und Beweismassbeschränkung. Die tatsächlichen Verhält-
nisse sind nicht strikt zu beweisen, sondern lediglich glaubhaft zu machen. Vo-
rausgesetzt ist, dass für das Vorhandensein der betreffenden Tatsachen eine
grössere Wahrscheinlichkeit spricht als für das Gegenteil (FamKomm Schei-
dung/LEUENBERGER, 2. Auflage 2011, Anh ZPO, Art. 276 N 17; KUKO ZPO-
SCHMID, 2. Auflage 2014, Vor Art. 150-193 N 13). Was die Voraussetzung einer
Abänderung vorsorglicher Massnahmen bzw. von Eheschutzmassnahmen an-
geht, kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(vgl. act. 7 S. 5-9).
2.3.2 Die Gesuchstellerin weist mit Recht darauf hin, dass – soweit Kinderbe-
lange betroffen sind – der Offizial- und der Untersuchungsgrundsatz gelten
(Art. 296 ZPO; vgl. act. 2 S. 6). Allerdings ist der Kinderunterhaltsbeitrag von
Fr. 2'000.00 für C._ vorliegend höchstens am Rande ein Thema, da die Vor-
instanz insoweit nur das Verhältnis zur Kinderzulage (die neu zusätzlich zum Un-
terhaltsbeitrag zu bezahlen ist) anpasste (vgl. vorne Ziff. 1.1-2). Ohnehin ändern
die genannten Maximen nichts an der geschilderten summarischen Natur des
Verfahrens. Das Sammeln des Prozessstoffes ist in erster Linie Sache der Partei-
en, welche nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zur Mitwirkung verpflich-
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tet sind, da sie den Prozessstoff am besten kennen. Dies gilt verstärkt gegenüber
anwaltlich vertretenen Parteien (vgl. OGer ZH LY120054 vom 27. Mai 2013,
E. II./1.5 mit Hinweisen).
2.3.3 Bei der Festsetzung und Abänderung von Unterhaltsbeiträgen ist allgemein
zu beachten, dass das Gericht in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen ver-
wiesen ist (Art. 4 ZGB). Die Festsetzung des Unterhalts entzieht sich einer exak-
ten mathematischen Berechnung. Das liegt daran, dass schon die der Berech-
nung zugrunde gelegten Beträge ihrerseits gerundete oder geschätzte Teilbeträge
enthalten und die mathematisch genaue Berechnung auf der Basis von letztlich
ungenauen Zahlen kein genaues Ergebnis liefern kann (vgl. BGer 5A_310/2010
vom 19. November 2010, E. 2; vgl. auch MEIER-HAYOZ, Berner Kommentar,
N 71-73 zu Art. 4 ZGB; ZR 90/1991 Nr. 95). Das mit einem Abänderungsbegeh-
ren befasste Gericht hat nach Recht und Billigkeit zu entscheiden, ob die zur Be-
gründung vorgebrachte neue Sachlage (wenn sie sich wirklich als neu erweist) ei-
ne Neubeurteilung von Bestand oder Höhe der Unterhaltsverpflichtung rechtfertigt
und in welchem Ausmass eine allenfalls begründete Abänderung des Unterhalts-
beitrags zu erfolgen hat (vgl. OGer ZH LE150050 vom 29. Januar 2016, E. B./4.3
mit weiteren Hinweisen).
2.4 Der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör beinhaltet unter anderem
den Anspruch auf Begründung des gerichtlichen Entscheids. Das Gericht muss
sich mit den Argumenten der Parteien auseinandersetzen und zumindest kurz zu
allen wesentlichen Tat- und Rechtsfragen die Überlegungen zum Ausdruck brin-
gen, von denen es sich leiten liess und auf welche es seinen Entscheid stützt, so-
dass die betroffene Partei den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten
kann. Das Gericht muss aber nicht auf alle beliebigen Argumente der Parteien ein-
gehen (BK ZPO-KILLIAS, Art. 238 ZPO N 33 f.). Soweit die Gesuchstellerin rügt, die
Vorinstanz sei ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen, wird darauf nachfol-
gend bei der materiellen Behandlung der entsprechenden Anspruchsgrundlagen
eingegangen.
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3. Vorliegen eines Abänderungsgrundes
3.1 Die Vorinstanz bejahte in der angefochtenen Verfügung vom 14. November
2016 einen Abänderungsgrund aufgrund der geltend gemachten Reduktion des
Nettoeinkommens des Gesuchstellers. Die gestützt darauf vorgenommene Neu-
berechnung der Unterhaltsbeiträge führte zum eingangs erwähnten Resultat
(act. 7 S. 14 ff.; vgl. vorne Ziff. 1.2). Ob auch in der Verpflichtung der Gesuchstel-
lerin zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ein Abänderungsgrund zu sehen wäre
(die Gesuchstellerin erzielte gemäss den Berechnungsgrundlagen des Ehe-
schutzentscheids damals kein Einkommen, vgl. act. 6/4/24 S. 4), liess die Vor-
instanz offen (act. 7 S. 14-17).
3.2 Die Gesuchstellerin äussert sich berufungsweise nicht konkret zur Frage, ob
die (in geringerem Umfang auch von ihr anerkannte) Reduktion des Nettoein-
kommens des Gesuchstellers einen Abänderungsgrund darstelle oder nicht. Sie
macht insbesondere nicht mehr geltend, der Gesuchsteller habe keine wesentli-
che und dauernde Einkommensrektion glaubhaft gemacht (vgl. noch act. 6/74
S. 13). Was ihre eigene Leistungsfähigkeit angeht, stellt die Gesuchstellerin sich
gegen die Anrechnung eines Erwerbseinkommens und somit gegen einen darin
begründeten Abänderungsgrund (act. 2 S. 21 ff.).
Die Feststellung der Vorinstanz, wonach die Reduktion des Erwerbseinkommens
des Gesuchstellers einen Abänderungsgrund darstelle, hat somit als nicht bean-
standet zu gelten. Die Feststellung ist im Übrigen überzeugend (vgl. zum Ein-
kommen des Gesuchstellers die nachfolgenden Ausführungen unter Ziff. 4.1). Die
Frage, ob die Anrechnung eines Einkommens der Gesuchstellerin für sich alleine
einen Abänderungsgrund dargestellt hätte, muss somit auch im Berufungsverfah-
ren nicht geprüft werden.
3.3 Nach dem (Haupt-)Standpunkt der Gesuchstellerin hat die Vorinstanz dem
Gesuchsteller ein zu tiefes Einkommen und einen zu hohen Bedarf angerechnet.
Bei richtiger Berechnung sei es dem Gesuchsteller – so die Gesuchstellerin –
auch ab 1. September 2016 weiterhin möglich, den bisherigen Unterhaltsbeitrag
von Fr. 8'000.00 pro Monat an sie zu bezahlen (act. 2 S. 4 f.). Ein allfälliger Abän-
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derungsgrund (Einkommensreduktion im geringeren, von der Gesuchstellerin
nicht mehr bestrittenen Umfang) wird nach dem Standpunkt der Gesuchstellerin
somit durch die Anpassungen beim Bedarf des Gesuchstellers kompensiert. Im
Eventualpunkt, für den Fall einer Reduktion der Unterhaltsbeiträge aufgrund der
geringeren Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers, verlangt die Gesuchstellerin die
Anpassung der Regelung über die Aufteilung des vom Gesuchsteller bezogenen
Bonus (vgl. act. 2 S. 10). Darauf wird nachfolgend eingegangen.
4. Neuberechnung der Unterhaltsbeiträge
4.1 Einkommen des Gesuchstellers
4.1.1 Die Vorinstanz wies zunächst auf das Nettomonatseinkommen des Gesuch-
stellers von Fr. 14'950.00 (exkl. Bonus, inkl. Kinder-/Familienzulagen) hin, wel-
ches der Unterhaltsberechnung gemäss Eheschutzentscheid vom 10. Juni 2013
zugrunde gelegen sei (vgl. dazu act. 6/4/24 S. 4 unten). Der Gesuchsteller habe
glaubhaft gemacht, dass er ab dem 1. August 2016 nur noch ein Nettoeinkommen
von Fr. 12'176.30 (inkl. Kinderzulagen, exkl. Bonus und Spesenpauschale) erziele
(act. 7 S. 14-16).
Die Veränderung stand (das ist im Berufungsverfahren im Grundsatz unbestritten)
im Zusammenhang mit einer drohenden Kündigung. Nach seiner Angabe vor der
Vorinstanz war der Gesuchsteller früher bei der D._ tätig und wechselte im
Oktober 2014 intern zur Tochtergesellschaft E._. Der Gesuchsteller war dort
anfangs als Finanzchef tätig. Wenige Monate später wurde eine Übernahme bzw.
Fusion angekündigt. Der Gesuchsteller wurde in einen Sozialplan bzw. ein New-
placement Programm aufgenommen und musste im Verlauf des Jahres 2015 da-
mit rechnen, dass seine Anstellung mit Wirkung per Ende Juni 2016 gekündigt
würde. In der Folge bewarb sich der Gesuchsteller (neben anderen Bewerbun-
gen) intern auf eine andere Stelle. Mit Arbeitsvertrag vom 20. Januar 2016 wurde
der Gesuchsteller von der F._ AG per 1. Februar 2016 als Teamleiter Client
Services angestellt. Die damit verbundene Einkommensreduktion wurde unter
Beachtung des Sozialplanes per 1. August 2016 vorgesehen (vgl. zum Ganzen
act. 6/14 S. 6 f., act. 6/39 S. 2 f., act. 6/62/2 sowie Vi-Prot. S. 15-17).
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Nach Abzug der Kinderzulagen rundete die Vorinstanz das somit ab 1. August
2016 massgebliche Nettoeinkommen des Gesuchstellers auf Fr. 12'000.00 pro
Monat (act. 7 S. 18 f.).
4.1.2 Die Gesuchstellerin bestreitet die aufgezeigte Einkommensreduktion auf
Seiten des Gesuchstellers berufungsweise im Grundsatz nicht. Sie macht jedoch
geltend, dem Einkommen des Gesuchstellers seien entgegen dem angefochtenen
Entscheid bestimmte Beträge hinzuzurechnen (vgl. bereits vorne Ziff. 3.2). Darauf
wird nachfolgend eingegangen.
4.1.3 Spesenpauschale
4.1.3.1 Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller habe bereits zur Zeit des Ehe-
schutzentscheids eine Spesenpauschale erhalten, welche dem Einkommen nicht
hinzugerechnet worden sei. Nach dem aktuellen Arbeitsvertrag erhalte er eine
solche Pauschale von Fr. 750.00 pro Monat. Diese sei auch im Rahmen der vor-
sorglichen Massnahmen nicht als Einkommen zu berücksichtigen. Dem Gesuch-
steller seien dementsprechend aber auch keine Bedarfspositionen für die glaub-
haft gemachten Berufsauslagen (Arbeitsweg: Fr. 205.00; Mehrkosten für auswär-
tige Verpflegung: Fr. 325.00; chemische Reinigung: Fr. 200.00) anzurechnen
(act. 7 S. 14 f. und S. 18 f.).
4.1.3.2 Die Gesuchstellerin macht demgegenüber geltend, sie habe vor der Vor-
instanz behauptet, dass dem Gesuchsteller im Rahmen seiner neuen Tätigkeit
keine entsprechenden Ausgaben anfallen würden. Zwar könnten Arbeitswegkos-
ten von Fr. 205.00 und Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung von Fr. 325.00
pro Monat berücksichtigt werden. Letzter Betrag sei zwar nicht glaubhaft gemacht
worden, aber er entspreche immerhin dem Betreffnis, welches nach dem anwend-
baren Kreisschreiben maximal zugelassen sei. Im darüber hinausgehenden Um-
fang von Fr. 220.00 stelle die Spesenpauschale dagegen Einkommen dar. Die
vom Gesuchsteller behaupteten Kosten von Fr. 200.00 pro Monat für chemische
Reinigung seien nicht glaubhaft. Der Gesuchsteller sei aufgrund seines neuen Ar-
beitsvertrages in einer Backoffice-Funktion tätig und habe keinen Kundenkontakt.
Entgegen der Vorinstanz könne deshalb nicht ohne weiteres aufgrund der "Funk-
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tion" des Gesuchstellers darauf geschlossen werden, diese Ausgaben seien
glaubhaft. Der vom Gesuchsteller zum Nachweis dieser Kosten eingereichte Be-
leg für den Kauf einer "Migros-Zahlkarte" über Fr. 175.00 im November und De-
zember 2015 vermöge solche Ausgaben nicht glaubhaft zu machen, da daraus
nicht ersichtlich sei, was für eine Karte gekauft worden sei und wer sie wozu ver-
wendet habe. Ferner habe der Gesuchsteller, da er keinen Kundenkontakt mehr
habe, auch keine beruflichen Ausgaben für Taxifahrten zu bestreiten (vgl. act. 2
S. 11-14).
4.1.3.3 Nach dem Gesagten anerkennt die Gesuchstellerin, dass dem Gesuch-
steller effektive Spesen von Fr. 205.00 (Arbeitsweg) und Fr. 325.00 (Mehrkosten
auswärtiger Verpflegung) anfallen. Sie bestreitet dagegen weitere effektive Spe-
sen. Die Vorinstanz hat indessen zu Recht erwogen, dass Kosten für chemische
Reinigung in der Position des Gesuchstellers von Fr. 200.00 angemessen sind
(act. 7 S. 23). Auch wenn der Gesuchsteller heute eine etwas tiefere Stellung als
früher einnimmt (act. 2 S. 13), ist er – was im Grundsatz unbestritten ist – nach
wie vor in einer leitenden Position im Finanzsektor tätig. Dass die Vorinstanz vor
diesem Hintergrund davon ausging, dem Gesuchsteller fielen Ausgaben von
Fr. 200.00 pro Monat für chemische Reinigung an, ist vor dem Hintergrund des
notorischen "dress code" im Finanzsektor nicht zu beanstanden, auch wenn der
vom Gesuchsteller vorgelegte Beleg für eine Migros-Zahlkarte (act. 62/8) nicht fix
einer vom Gesuchsteller in Anspruch genommenen Dienstleistung für chemische
Reinigung zugeordnet werden kann. Dass solche Ausgaben in der genannten
Höhe anfallen, ist dessen ungeachtet glaubhaft.
Der Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang entgegen der Gesuchstellerin (act. 2
S. 13) auch keine Verletzung der Begründungspflicht zur Last zu legen (vgl. dazu
vorne Ziff. 2.4). Die Gesuchstellerin konnte dem angefochtenen Entscheid ent-
nehmen, dass die Vorinstanz ihrem Standpunkt zur Position chemische Reinigung
nicht folgte, und sie (die Gesuchstellerin) war insoweit auch in der Lage, den Ent-
scheid der Vorinstanz sachgerecht anzufechten.
4.1.3.4 Die verbleibende Abweichung von Fr. 20.00 monatlich (zwischen der Spe-
senpauschale von Fr. 750.00 und denn glaubhaft gemachten Spesen von
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Fr. 730.00) liegt im zulässigen Unschärfebereich, und im Übrigen ist davon aus-
zugehen, dass in diesem Umfang alltägliche Kleinauslagen anfallen, welche übli-
cherweise nicht detailliert nachgewiesen werden können. Dass die Vorinstanz da-
von ausging, der Spesenpauschale entsprächen effektive Spesenauslagen des
Gesuchstellers, ist insgesamt nicht zu beanstanden.
4.1.4 Anrechnung eines zusätzlichen freiwilligen PK-Sparbeitrags
4.1.4.1 Die Gesuchstellerin machte bereits vor der Vorinstanz geltend, der Ge-
suchsteller bezahle freiwillige Beiträge an seine Pensionskasse. Diese Beiträge
seien ihm als Einkommen anzurechnen (act. 6/74 S. 10). Die Vorinstanz verwies
dazu zum einen auf eine Lohnabrechnung des Gesuchstellers vom August 2016,
aus welcher sich ein BVG-Abzug von 11.74% ergebe, und zum anderen auf sei-
nen Lohnausweis aus dem Jahr 2013, gemäss welchem er bereits damals Beiträ-
ge von über 10% in die Pensionskasse einbezahlt habe. Insoweit liege daher, so
die Vorinstanz, keine massgebliche Veränderung vor (act. 7 S. 16).
4.1.4.2 Die Gesuchstellerin macht berufungsweise geltend, die Parteien hätten
sich im April 2013 getrennt, und der Eheschutzentscheid stamme vom Juni 2013.
Damit seien nicht die Verhältnisse des ganzen Jahres 2013 massgeblich gewe-
sen, sondern jene des Jahres 2012, und damals hätte sich aus dem Lohnausweis
des Gesuchstellers ein BVG-Abzug von 8.1521% ergeben. Die Differenz von rund
3.5% ergebe auf den aktuellen Bruttolohn des Gesuchstellers von Fr. 14'583.00
berechnet einen freiwilligen Sparbeitrag von Fr. 523.00 pro Monat, welcher dem
Einkommen hinzuzurechnen sei, zumal der Gesuchsteller jederzeit wieder auf
diesen Beitrag verzichten könne (act. 2 S. 15).
4.1.4.3 Der Gesuchsteller bestritt vor der Vorinstanz, dass er freiwillig zusätzliche
Sparbeiträge leiste (Vi-Prot. S. 24). Er hat mit der Vorlage der bereits erwähnten
Unterlagen sein reduziertes Einkommen grundsätzlich glaubhaft gemacht. Zutref-
fend ist, dass sich gemessen am ausgewiesenen Bruttoeinkommen des Gesuch-
stellers für das Jahr 2012 noch ein BVG-Abzug von 8.1% ergibt (act. 3/2), gegen-
über einem solchen von 10,1% im Jahr 2013 (act. 6/16/1). Nach der Praxis des
Obergerichts können freiwillige zusätzliche Pensionskassenbeiträge des Unter-
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haltsschuldners im Abänderungsverfahren dem Einkommen hinzugerechnet wer-
den, wenn es sich bei den höheren Abzügen um eine neue Tatsache gegenüber
dem abzuändernden Entscheid handelt. Eine entsprechende Reduktion des Net-
toeinkommens ist in diesem Fall im Abänderungsverfahren unbeachtlich. Die Pra-
xis stützt sich auf Ziffer III./2. des obergerichtlichen Kreisschreibens über Richtli-
nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom
16. September 2009 (vgl. OGer ZH LY150046 vom 22. Februar 2016, E. II./4.).
Ab welchem genauen Zeitpunkt (also ob vor oder nach dem Ergehen des Ehe-
schutzentscheids vom 10. Juni 2013) sich die BVG-Abzüge des Gesuchstellers
erhöhten, ist indessen ebenso wenig bekannt wie der Grund für die Erhöhung der
Abzüge. Aus den Unterlagen ergibt sich nur, dass es im Verlauf des Jahres 2013
zu einer Veränderung kam. Dass es sich bei den höheren Abzügen gegenüber
dem Eheschutzentscheid um eine neue Tatsache handeln würde, steht somit
nicht fest. Entgegen der Gesuchstellerin kann auch nicht mit Bestimmtheit gesagt
werden, im Eheschutzverfahren seien die Unterhaltsbeiträge (ausschliesslich) ge-
stützt auf die Verhältnisse im Jahr 2012 berechnet worden. Im Übrigen gibt es
keinen Grund für die Annahme, der Gesuchsteller habe die Abzüge erhöht, um
gestützt darauf eine Reduktion der am 10. Juni 2013 eheschutzgerichtlich festge-
setzten Unterhaltsbeiträge zu verlangen. Im Gegenteil bezahlte der Gesuchsteller
die Unterhaltsbeiträge gemäss Eheschutzentscheid soweit ersichtlich anstandslos
weiter, ohne sich auf eine entsprechende Reduktion des Einkommens zu berufen.
Er machte erst die (erheblichere) Reduktion gestützt auf den unfreiwilligen inter-
nen Stellenwechsel als Abänderungsgrund geltend. In dieser Konstellation ist
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz im vorliegenden summarischen Ver-
fahren vom urkundlich ausgewiesenen Nettoeinkommen ausging und keine Auf-
rechnung aufgrund (möglicherweise) freiwilliger zusätzlicher BVG-Sparbeiträge
vornahm.
4.1.5 Mit der Vorinstanz (vgl. vorne Ziff. 3.1) ist somit von einem monatlichen Net-
toeinkommen des Gesuchstellers (exkl. Kinderzulagen, exkl. Pauschalspesen)
von gerundet Fr. 12'000.00 auszugehen.
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4.2 Bedarf des Gesuchstellers
4.2.1 Die Vorinstanz ging bei der Neuberechnung der Unterhaltsbeiträge von den
folgenden (monatlichen) Bedarfszahlen des Gesuchstellers aus (act. 7 S. 24):
Grundbetrag Fr. 1'200.00
Wohnkosten hypothetisch (inkl. Nebenkosten) Fr. 3'500.00
Krankenkasse (KVG/VVG) Fr. 424.00
Gesundheitskosten Fr. 100.00
Kommunikationskosten Fr. 100.00
Billag Fr. 40.00
Hausrats-/Haftpflichtversicherung Fr. 30.00
Total Fr. 5'394.00
Total gerundet Fr. 5'400.00
4.2.2 Die Gesuchstellerin macht wie erwähnt geltend, die Vorinstanz sei von ei-
nem zu hohen Bedarf des Gesuchstellers ausgegangen. Im Einzelnen kritisiert sie
in der Zusammenstellung der Vorinstanz die Wohnkosten und die Gesundheits-
kosten des Gesuchstellers. Darauf wird nachfolgend eingegangen.
4.2.3 Wohnkosten des Gesuchstellers
4.2.3.1 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, die vom Gesuchsteller
geltend gemachten Wohnkosten (im Umfang von Fr. 3'865.00 monatlich zuzüglich
Fr. 80.00 für elektrischen Strom) könnten nicht vollumfänglich berücksichtigt wer-
den, da sie unter den gegebenen Umständen zu hoch seien. Dem Gesuchsteller
seien maximal Wohnkosten von Fr. 3'500.00 anzurechnen. Die im geltend ge-
machten Betrag enthaltenen Kosten von Fr. 150.00 für die Miete eines Autoab-
stellplatzes seien zu streichen, weil der Gesuchsteller mit öffentlichen Verkehrs-
mitteln zur Arbeit fahre. Auch Energiekosten seien gemäss dem bereits erwähn-
ten Kreisschreiben nicht zu berücksichtigen. Im Übrigen sei der Gesuchsteller,
wenn er seine Wohnkosten nicht reduzieren wolle, auf seinen Bonusanteil zu
verweisen. Allenfalls seien Mehrkosten durch Vermögensverzehr zu decken
(act. 7 S. 20 f.).
- 15 -
4.2.3.2 Die Gesuchstellerin macht berufungsweise geltend, die Reduktion der
Wohnkosten des Gesuchstellers auf Fr. 3'500.00 sei nicht genügend. 3.5 bis
4-Zimmer-Wohnungen könnten in Zumikon schon für Mietzinsen ab Fr. 2'000.00
pro Monat gefunden werden. Fr. 3'500.00 würden in Zumikon beinahe für die Mie-
te einer 6 1⁄2-Zimmer-Maisonette-Wohnung genügen. Die Gesuchstellerin unter-
mauert das mit verschiedenen Inseraten für Mietwohnungen in Zumikon (act. 3/3-
4). Zudem sei, so die Gesuchstellerin weiter, nicht ersichtlich, warum der Gesuch-
steller in einer teuren Gemeinde wie Zumikon wohnen müsse. Allerdings habe er
ihr gegenüber schon geäussert, dass er sich erst nach der Scheidung eine güns-
tigere Wohnung suchen würde, weil er andernfalls "nur ihr und C._ mehr be-
zahlen" müsse. Die Vorinstanz habe ihr Ermessen mit dem Entscheid, die Miet-
kosten des Gesuchstellers nur auf Fr. 3'500.00 zu reduzieren, krass falsch aus-
geübt. Das sei zu korrigieren, und es seien angemessene Kosten von maximal
Fr. 2'500.00 einzurechnen (act. 2 S. 17 f.).
4.2.3.3 Zutreffend ist, dass Mietkosten von Fr. 3'500.00 pro Monat für eine Ein-
zelperson sehr hoch sind. Das gilt auch unter Berücksichtigung eines Zimmers für
C._ während der Besuchszeiten. Allerdings ist die Wohnsituation des Ge-
suchstellers nicht isoliert zu betrachten, sondern es ist auf die Verhältnisse der
Parteien insgesamt einzugehen.
Die Gesuchstellerin wohnt mit C._ in einem freistehenden 6.5-Zimmer-Einfa-
milienhaus, für welches sie vor der Vorinstanz einen Mietzins inkl. Nebenkosten
von Fr. 5'080.00 geltend machte (act. 6/74 S. 21). Gemäss dem in den Akten lie-
genden Mietvertrag vom 12. August 2009 beträgt der Mietzins für das Einfamili-
enhaus (welches die Parteien bis zur Trennung gemeinsam bewohnten) netto
Fr. 5'000.00 monatlich (vgl. act. 6/24/1). Die Vorinstanz verwies die Gesuchstelle-
rin mit Blick auf die geltend gemachten Nebenkosten auf den Grundbetrag, da die
Heizkosten gemäss Anhang zum Mietvertrag von der Vermieterschaft getragen
würden. Weiter erwog die Vorinstanz, es sei angesichts der derzeitigen Verhält-
nisse fraglich, ob das Einfamilienhaus noch als angemessene Wohnsituation für
die Gesuchstellerin und C._ qualifiziert werden könne. Unter Berücksichti-
gung des Umstands, dass der Gesuchstellerin ab 1. Juni 2017 ein Erwerbsein-
- 16 -
kommen von Fr. 2'000.00 angerechnet werde, sei allerdings davon auszugehen,
dass die Situation etwas ausgeglichener würde. Daher sei im Rahmen des Mass-
nahmeverfahrens weiterhin mit Wohnkosten der Gesuchstellerin von Fr. 5'000.00
zu rechnen, welche im Umfang von Fr. 3'500.00 für sie persönlich und im Umfang
von Fr. 1'500.00 für den Sohn C._ berücksichtigt würden (act. 7 S. 33).
Nachfolgend wird noch zu zeigen sein, dass die Anrechnung eines Einkommens
der Gesuchstellerin ab 1. Juni 2017 nicht zu beanstanden ist und dass die hohen
Wohnkosten der Gesuchstellerin für ihre grosszügige Wohnsituation damit weiter-
hin – wenn auch knapp – tragbar erscheinen. Der Grundsatz der Gleichbehand-
lung der Ehegatten verlangt in dieser Situation, dass auch dem Gesuchsteller
grosszügige Wohnverhältnisse zugestanden werden. Der Entscheid der Vorin-
stanz, die Wohnkosten des Gesuchstellers (nur) auf Fr. 3'500.00 monatlich zu
begrenzen, ist vor diesem Hintergrund noch vertretbar.
4.2.4 Gesundheitskosten des Gesuchstellers
4.2.4.1 Die Vorinstanz erwog zu den vom Gesuchsteller im Betrag von Fr. 308.00
(zusätzlich zur Krankenkassenprämie) angeführten Gesundheitskosten, der Ge-
suchsteller habe zwar eine Franchise von Fr. 2'500.00 nachgewiesen, aber er ha-
be nicht aufgezeigt, inwiefern jährliche Kosten in der geltend gemachten Höhe ef-
fektiv anfielen. Daher seien lediglich Fr. 100.00 für Franchise/Selbstbehalt und
Zahnarzt/Dentalhygiene einzusetzen (act. 7 S. 21 f.).
4.2.4.2 Die Gesuchstellerin rügt, der Gesuchsteller habe keinerlei solche Kosten
substantiiert, geschweige denn glaubhaft gemacht. Im summarischen Verfahren
wäre die Konsequenz daraus richtigerweise gewesen, keinerlei Gesundheitskos-
ten zu berücksichtigen. Der Betrag von Fr. 100.00 sei daher zu streichen (act. 2
S. 18 f.).
4.2.4.3 Auch hier (wie bei den vorstehend diskutierten Wohnkosten) sind die Ver-
hältnisse des Gesuchstellers nicht isoliert zu betrachten, sondern ist eine Ge-
samtbetrachtung angebracht. Die Vorinstanz wies auf der Seite der Gesuchstelle-
rin auf die eingereichten Aufstellungen über die Vorjahre hin, wonach die Ge-
- 17 -
suchstellerin bei einer Franchise von Fr. 300.00 hohe Kosten für Arztbesuche und
Selbstbehalte gehabt habe. Die Gesuchstellerin habe aber nicht dargelegt, inwie-
fern solche Kosten auch in Zukunft anfallen würden. Insbesondere habe sie nicht
vorgebracht, dass gesundheitliche Probleme bestünden. Daher rechtfertige es
sich, weitere Gesundheitskosten der Gesuchstellerin für Franchise/Selbstbehalt,
Zahnarzt/Zahnhygiene von Fr. 100.00 pro Monat einzusetzen (act. 7 S. 34). Die
Vorinstanz berücksichtigte diesen Betrag im Bedarf der Gesuchstellerin somit
ausdrücklich pauschal und nicht gestützt auf effektive Nachweise für inskünftig
erwartete Kosten. Die Gesuchstellerin hat diesen Erwägungen berufungsweise
nichts entgegen gesetzt.
Der Ermessensentscheid der Vorinstanz, auf der Seite des Gesuchstellers den-
selben Betrag von Fr. 100.00 ebenfalls pauschal zu berücksichtigen, ist mit Blick
auf die Verhältnisse der Parteien nicht zu beanstanden, zumal bei der Gesuch-
stellerin angesichts der Franchise von Fr. 300.00 eher mit weniger zusätzlichen
Kosten zu rechnen ist als beim Gesuchsteller, dessen Franchise wie gesehen
Fr. 2'500.00 beträgt.
4.2.5 Dass die Vorinstanz für die Neuberechnung der Unterhaltsbeiträge von  Bedarf des Gesuchstellers von Fr. 5'400.00 ausging, ist somit nicht zu bean-
standen.
4.3 Einkommen der Gesuchstellerin
4.3.1 Seitens der Gesuchstellerin kam die Vorinstanz zum Schluss, der Sohn
C._ sei im ... 2016 11 Jahre alt geworden. Die Wiederaufnahme einer Er-
werbstätigkeit der Gesuchstellerin sei bereits im Eheschutzverfahren ein Thema
gewesen, was zu einem entsprechenden Vermerk im Eheschutzprotokoll geführt
habe. Der Gesuchstellerin sei eine Arbeitstätigkeit in einem 50%-Pensum zumut-
bar. Aufgrund ihrer hochqualifizierten Ausbildung und ihrer grossen beruflichen
Erfahrung (Betriebswirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen, Doktorarbeit,
CFA-Diplom; Tätigkeit als Teamleiterin in einem Private Banking Team der ... vor
der Geburt des Sohnes) sei trotz der Aufgabe einer Erwerbstätigkeit während
über 10 Jahren davon auszugehen, dass es der Gesuchstellerin möglich sei, wie-
- 18 -
der eine Stelle im Finanzsektor oder allenfalls im Buchhaltungs-, Treuhand- oder
Immobilienbereich zu finden, wenn auch bei einer zumutbaren Hierarchieeinbusse
aufgrund des langjährigen Unterbruchs. Die Gesuchstellerin habe mit ihren auf-
gezeigten Suchbemühungen nicht glaubhaft gemacht, dass es ihr unmöglich sei,
eine solche Stelle zu finden. Für ein Teilzeitpensum von 50% erscheine ein mo-
natliches Nettoeinkommen der Gesuchstellerin von Fr. 2'000.00 realistisch, wel-
ches ihr ab dem 1. Juni 2017 anzurechnen sei (act. 7 S. 25 ff., insb. S. 27 f. und
S. 31 f.).
4.3.2 Zumutbarkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
4.3.2.1 Die Gesuchstellerin stellt sich auf den Standpunkt, die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit sei ihr nicht zumutbar. Die Kriterien gemäss Art. 125 ZGB wür-
den mehrheitlich gegen die Zumutbarkeit sprechen. Sie sei im Zeitpunkt der
Trennung der Parteien (welche am 26. April 2013 erfolgt sei) bereits 50 Jahre alt
gewesen und sei 8 Jahre zuvor im Vertrauen auf die vereinbarte Rollenverteilung
vollständig aus dem Berufsleben ausgestiegen. Die Aufgabe ihrer Erwerbstätig-
keit nach der Geburt von C._ sei auf einen gemeinsamen Entscheid der Par-
teien zurückgegangen. Bereits bei der Trennung sei nach der Bundesgerichtspra-
xis über die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit klar gewesen, dass sie bis zu ih-
rem 58. Altersjahr (2021, wenn C._ 16 Jahre alt sein wird) nicht gezwungen
werden könnte, in einem Vollpensum zu arbeiten. Das Vertrauen der Gesuchstel-
lerin in die Unterstützung des Gesuchstellers sowie darin, dass sie nicht mit
52 Jahren (nach dem 10. Altersjahr von C._) wieder in den Arbeitsprozess
einsteigen müsse, und noch dazu "weit unter dem eigenen beruflichen Wert", sei
zu schützen. Hinzu komme, dass die Betreuung von C._ intensiver sei als in
anderen Fällen. C._ habe eine Lernschwäche und brauche in schulischer
Hinsicht grosse Unterstützung, dank welcher er sich sehr gut entwickle. Aus all
diesen Gründen sei ihr heute keine Erwerbstätigkeit zuzumuten (vgl. act. 2 S. 21-
26).
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, so die Gesuchstellerin weiter, sei die
Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit im Eheschutzverfahren kein Thema ge-
wesen. Der entsprechende Hinweis sei nicht Teil des formellen Eheschutzproto-
- 19 -
kolls, sondern es seien auf Begehren des damaligen Vertreters des Gesuchstel-
lers Äusserungen anlässlich der Vergleichsgespräche "in den informellen Notizen
zum Protokoll vermerkt" worden. Wer die Äusserungen gemacht habe, gehe aus
der Notiz nicht hervor. Im Übrigen wäre der Eheschutzrichter, wenn die Äusse-
rung von ihm stammen sollte, nicht befugt gewesen, sich zur Frage der Zumut-
barkeit einer Erwerbstätigkeit in einem späteren Scheidungsverfahren zu äussern
(act. 2 S. 23 f.).
4.3.2.2 Zutreffend ist, dass das Alter der Gesuchstellerin (50 Jahre im Trennungs-
zeitpunkt, 53 Jahre im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids) in der Tendenz
gegen die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit spricht. Ent-
scheidend sind indessen stets sämtliche konkreten Verhältnisse des Einzelfalls
(vgl. BGer 5A_21/2012 vom 3. Mai 2012, E. 3.3 a.E.).
Die Vorinstanz wies zutreffend auf die sehr gute Ausbildung der Gesuchstellerin
und auf ihre berufliche Erfahrung hin. Die Gesuchstellerin stellt diese denn auch
zu Recht nicht in Abrede. Hinzu kommt, dass die Dauer der ehelichen Rollenver-
teilung verhältnismässig kurz war, da die Gesuchstellerin ihre Erwerbstätigkeit
erst im Alter von 42 Jahren aufgab. Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin
(act. 2 S. 25) ist letzteres durchaus ein Argument, das für die Zumutbarkeit des
beruflichen Wiedereinstiegs spricht, insbesondere im Vergleich mit einer Partei,
welche ihre Erwerbstätigkeit bereits in jüngerem Alter aufgab und dem Arbeits-
markt deutlich länger fern blieb. Das Bundesgericht entschied am 4. Mai 2009
über einen Fall, welcher der vorliegenden Konstellation nicht unähnlich ist. Es be-
jahte dort die Zumutbarkeit der Aufnahme einer Teilzeittätigkeit bei einer im Tren-
nungszeitpunkt 47jährigen Ehefrau, die bis zum 42. Altersjahr erwerbstätig gewe-
sen war und sich weitergebildet hatte. Die Ehefrau hatte daher später, als sie
56 Jahre alt war, eine Teilzeittätigkeit aufzunehmen (vgl. BGer 5A_76/2009 vom
4. Mai 2009, E. 6). Auch wenn die Gesuchstellerin im Trennungszeitpunkt etwas
älter war, hat dieser Entscheid Parallelen mit der vorliegenden Konstellation, die
nicht ausgeblendet werden können.
Hinzu kommt, dass die Parteien während der Ehe einen gehobenen Lebensstan-
dard genossen, der sich heute aufgrund der trennungsbedingten Mehrkosten und
- 20 -
der veränderten Verhältnisse beim Gesuchsteller nicht ohne Schwierigkeiten auf-
recht erhalten lässt. Der "soziale Zuschnitt" der Ehe spricht in dieser Situation
nicht gegen die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit der Gesuchstellerin (vgl. zum
Ganzen HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage 2010,
Rz. 01.52 ff., Rz. 05.87 ff.).
Dass der beruflicher Wiedereinstieg der Gesuchstellerin bereits im Eheschutzver-
fahren zumindest diskutiert wurde, ergibt sich aus dem Protokoll zur Eheschutz-
verhandlung vom 10. Juni 2013 (act. 6/4, Prot. S. 3 f.). Wer die entsprechende
Aussage machte, lässt sich nicht eruieren. Die Frage ist indes nicht entscheidend.
ebenso wenig entscheidend wie die weitere Frage, ob die Parteien in einem
früheren Zeitpunkt einen Wiedereinstieg der Gesuchstellerin ins Berufsleben ver-
einbarten (was die Gesuchstellerin verneint, act. 2 S. 29). So oder so ist nicht er-
sichtlich und wird nicht geltend gemacht, dass die Gesuchstellerin nach der Tren-
nung noch ernsthaft von einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens ausging
bzw. eine solche erwartete. Sie musste daher, auch wenn der Gesuchsteller da-
mals mit Unterhaltsbeiträgen und Bonusbeteiligung ihren vollen Unterhalt zu de-
cken vermochte, damit rechnen, in Zukunft selber zumindest für einen Teil ihres
Unterhalts aufkommen zu müssen. Und sie hat das auch, wie ihre Ausführungen
zu Bewerbungen im Jahre 2014 letztlich zeigen (vgl. nachstehend Erw. 4.3.3.2).
Angesichts ihrer erwähnten Erwerbstätigkeit bis zum 42. Altersjahr lag dies auch
näher als bei jahrzehntelanger Aufgabe einer beruflichen Tätigkeit.
Der behauptete besondere Betreuungsaufwand für C._ spricht nicht ohne
weiteres gegen die Zumutbarkeit einer Teilzeiterwerbstätigkeit. Die Gesuchstelle-
rin verweist dazu auf ihre Schilderung im Hauptverfahren (act. 2 S. 24). Darin er-
wähnt sie eine "Lernschwäche" und eine "leichte Entwicklungsverzögerung" von
C._, aufgrund welcher die Gesuchstellerin "erheblich mit der Kinderbetreu-
ung belastet" sei. Dass die Gesuchstellerin sich als Mutter mit Erfolg für die Un-
terstützung von C._ einsetzt, ist nicht in Zweifel zu ziehen (vgl. zum Ganzen
act. 6/57 S. 77). Dass für den knapp 12jährigen C._ ein Betreuungsaufwand
anfällt, aufgrund dessen der Gesuchstellerin die Aufnahme einer Teilzeit-
Erwerbstätigkeit unzumutbar wäre, kann aus den relativ allgemein gehaltenen
- 21 -
Vorbringen aber nicht geschlossen werden, verbringt das Kind schulisch bedingt
einen ergeblichen Teil des Tages ausser Haus und ist nicht auf die persönliche
Anwesenheit der Gesuchstellerin angewiesen.
Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist der Gesuchstellerin aufgrund der aufge-
zeigten Umstände des Einzelfalls insgesamt zumutbar. Dass die Vorinstanz von
einem Pensum von 50% ausging, entspricht angesichts des Alters von C._
der Praxis und ist im Ergebnis nicht zu beanstanden.
4.3.2.3 Zur Art der zumutbaren Erwerbstätigkeit verwies die Vorinstanz wie er-
wähnt auf Bewerbungen im Finanzsektor oder allenfalls im Buchhaltungs-, Treu-
hand- oder Immobilienbereich, wenn auch bei einer zumutbaren Hierarchieein-
busse aufgrund des langjährigen Unterbruchs (act. 7 S. 28). Dem ist zuzustim-
men. Zumutbar erscheinen ferner die von der Gesuchstellerin mit Blick auf ihre
Bewerbungen erwähnten Stellen als Kundenberaterin oder als Assistentin im Be-
reich Buchhaltung (vgl. Vi-Prot. S. 21).
4.3.3 Tatsächliche Möglichkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
4.3.3.1 Bei der Beurteilung der tatsächlichen Möglichkeit der Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit sind die Suchbemühungen der Gesuchstellerin zu würdigen.
Die Gesuchstellerin machte gegenüber der Vorinstanz geltend, sie habe sich
seit 2014 erfolglos auf insgesamt 102 Stellen beworben (vgl. act. 6/74 S. 15 f.;
act. 6/ 59/32-33). Die Vorinstanz schätzte die Suchbemühungen der Gesuchstel-
lerin allerdings wie gesehen als ungenügend ein. Im Einzelnen erwog die Vor-
instanz, die Gesuchstellerin habe sich im Zeitraum Mai bis Dezember 2014 auf
32 Stellen schriftlich beworben. Auf den Monat umgerechnet, habe sie zwischen
zwei und fünf Bewerbungen versandt. Für den Zeitraum 2015 habe die Gesuch-
stellerin 39 schriftliche Bewerbungen nachgewiesen, pro Monat zwischen einer
und sieben, und für das erste Halbjahr 2016 27 schriftliche Bewerbungen, pro
Monat zwischen drei und fünf Bewerbungen. Die Suchbemühungen lägen damit
weit unter dem im Arbeitslosenversicherungsrecht massgeblichen Richtwert von
durchschnittlich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat. Zudem habe sich
die Gesuchstellerin im Jahr 2014 bei zwei Dritteln und im Jahr 2015 noch bei ei-
- 22 -
nem Drittel ihrer Bewerbungen auf Vollzeitstellen gemeldet, jeweils mit dem Hin-
weis, sie könne aufgrund der Betreuung ihres Sohnes nur zu 50% arbeitstätig
sein. Solche Bewerbungen hätten von vornherein keine Aussicht auf Erfolg (act. 7
S. 30 f.).
4.3.3.2 Die Gesuchstellerin macht geltend, sie habe entgegen der Vorinstanz ge-
nügende Suchbemühungen nachgewiesen. Zunächst habe sie bereits ab Mai
2014 bis Dezember 2014 Bewerbungen verschickt, obwohl C._ damals noch
unter 10 Jahre alt gewesen sei und sie bereits aus diesem Grund nicht zu Such-
bemühungen verpflichtet gewesen sei. Dasselbe sei bis Ende August 2015 der
Fall gewesen. Daher könne ihr nicht vorgeworfen werden, dass sie sich in dieser
Zeit auf Vollzeitstellen beworben habe. Wenn es unzulässig wäre, sich auf Voll-
zeitstellen mit dem Vermerk der Beschränkung auf Teilzeit zu bewerben, dann
müssten im Übrigen auch sog. "BIindbewerbungen", die heute bei Stellensuchen-
den üblich seien, verurteilt werden. Sodann verweist die Gesuchstellerin auf ihre
Angabe in der Befragung durch die Vorinstanz, wo sie geschildert habe, dass sie
bei Bewerbungen etwa in der Buchhaltung zu hören bekomme, sie habe keine Er-
fahrung. Ähnlich sei es bei Bewerbungen auf Assistenzstellen, wo es jeweils heis-
se, man suche jemanden, der im entsprechenden Bereich schon einmal eine As-
sistenz gemacht habe. Es sei, so die Gesuchstellerin weiter, lebensfremd anzu-
nehmen, sie könne sich als hochqualifizierte Arbeitnehmerin auf Stellen mit tiefe-
rem Lohnniveau erfolgreich bewerben. Bei entsprechenden Bewerbungen be-
komme sie regelmässig zu hören, dass sie überqualifiziert sei. Was sodann die
Quantität der Bewerbungen betrifft, bestreitet die Gesuchstellerin die Anwendbar-
keit der Vorgaben gemäss Arbeitslosenversicherungsrecht. Zudem beanstandet
sie, dass im Verhältnis zwischen ihr und dem Gesuchsteller mit völlig verschiede-
nen Ellen gemessen worden sei, da beim Gesuchsteller die aufgezeigten total
8-10 schriftlichen Bewerbungen für genügend erachtet worden seien. Es sei im
Übrigen widersprüchlich, von ihr 10-12 Bewerbungen pro Monat zu verlangen, ihr
dann aber zur Last zu legen, dass sie sich (mangels idealer Inserate) auch auf
Stellen bewerbe, die nicht ihrem Profil entsprächen. Weiter sei es falsch, wenn
der Gesuchsteller ihr vorwerfe, sie habe sich nicht "konkret" auf Stellen beworben.
- 23 -
Sie habe in ihren Bewerbungsschreiben sogar dieselben Wörter wie in den jewei-
ligen Inseraten verwendet (act. 2 S. 26 ff.).
Schliesslich habe sie, so die Gesuchstellerin weiter, ihre Suchbemühungen auch
nach Juli 2016 aufrecht erhalten. Sie belegt das mit einer Sammelbeilage weiterer
Bewerbungen, die erfolglos gewesen seien. Die Lage stelle sich gegenüber dem
letzten Jahr unverändert dar (act. 2 S. 30, act. 3/6)
4.3.3.3 Der Vorinstanz ist auch in diesem Zusammenhang entgegen der Gesuch-
stellerin (act. 2 S. 23) keine Verletzung der Begründungspflicht vorzuwerfen (zu
den Voraussetzungen vgl. vorne Ziff. 2.4). Aus dem angefochtenen Entscheid
lässt sich entnehmen, dass und weshalb die Vorinstanz davon ausging, die Erzie-
lung eines Erwerbseinkommens sei für die Gesuchstellerin möglich. Weiterungen
dazu erübrigen sich.
4.3.3.4 Zwar ist es richtig, dass die Vorgaben der Arbeitslosenversicherung nicht
ohne weiteres auf die scheidungsrechtlichen Anforderungen an die Suchbemü-
hungen angewendet werden können. Dass die Vorinstanz jene Vorgaben als
Richtwert heranzog, ist indessen nicht zu beanstanden. Es fällt auf, dass sich die
Gesuchstellerin weniger oft bewarb, als es im Arbeitslosenversicherungsrecht ver-
langt würde. Das gilt auch für die neu vorgelegten Bewerbungen: Nach act. 3/5-6
bewarb sich die Gesuchstellerin im Zeitraum August 2016 bis Februar 2017, d.h.
in einem halben Jahr, auf 22 Stellen, was einen monatlichen Durchschnitt von drei
bis vier Bewerbungen ergibt. Die Situation der nicht erwerbstätigen Gesuchstelle-
rin kann mit Blick auf die Anzahl Bewerbungen, die zu verlangen ist, nicht ohne
weiteres auf den Gesuchsteller übertragen werden, der bei bestehender Vollzeit-
Erwerbstätigkeit nach einer anderen Stelle suchen musste. Seine Bemühungen
zeitigten zudem Erfolg und er fand eine nahtlose Anschlusslösung, wenn auch zu
einem etwas tieferen Einkommen. Diese Stelle nicht anzunehmen und eine Ar-
beitslosigkeit zu riskieren, wäre nebenbei bemerkt nicht im Interesse der Parteien
gewesen, insbesondere auch nicht im Interesse der Gesuchstellerin.
Dass die Gesuchstellerin bei der Stellensuche auf Schwierigkeiten stösst, etwa
mit Blick auf eine Überqualifikation und auf ihre Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
- 24 -
seit der Geburt von C._, ist glaubhaft und nachvollziehbar. Auch wenn ihre
bisherigen Bemühungen erfolglos waren, kann vor dem Hintergrund ihrer sehr gu-
ten Ausbildung, ihrer jahrelangen Berufserfahrung und ihrer ausgezeichneten
Sprachkenntnisse (sie spricht nach eigener Angabe neben ihrer deutschen Mut-
tersprache sehr gut englisch, französisch und spanisch, vgl. act. 6/59/33) nicht
angenommen werden, die Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit sei ihr tatsäch-
lich unmöglich. Der angefochtene Entscheid ist daher auch insoweit nicht zu be-
anstanden, und es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Gesuch-
stellerin bei weiterer intensiver Suche eine Stelle finden kann.
Mit der Vorinstanz (act. 7 S. 31) ist danach inhaltlich nicht weiter auf die nachge-
wiesenen Bewerbungen einzugehen.
4.3.4 Übergangsfrist
Die Vorinstanz erwog, der Gesuchstellerin sei unter den konkreten Umständen,
u.a. aufgrund des Getrenntlebens der Parteien seit 3 1⁄2 Jahren, eine Übergangs-
frist bis 1. Juni 2017 für die Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit einzuräumen
(act. 7 S. 31 f.). Die Gesuchstellerin setzt diesen Erwägungen im Berufungsver-
fahren nichts entgegen, und die Übergangsfrist erscheint angemessen. Auch in-
soweit ist der angefochtene Entscheid somit nicht zu beanstanden.
4.3.5 Höhe des hypothetischen Einkommens
Die Vorinstanz erachtete bei einem Teilzeitpensum von 50% angesichts der zu-
mutbaren Hierarchieeinbusse ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'000.00
als realistisch (act. 7 S. 31). Die Berufungsklägerin erachtet diesen Betrag zwar
für "nicht nachvollziehbar" (act. 2 S. 30), aber sie bringt keine Behauptung vor,
welcher Betrag nach ihrer Auffassung angemessen wäre. Die Annahme der Vor-
instanz erscheint mit Blick auf die sehr gute Qualifikation der Gesuchstellerin ver-
tretbar. Sie berücksichtigt auch angemessen den Umstand, dass die Gesuchstel-
lerin aufgrund ihrer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ebenfalls ausserhalb ihres an-
gestammten Berufsfelds bzw. ihrer früheren Hierarchiestufe nach einer Anstellung
suchen soll.
- 25 -
4.3.6 Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin aus den aufgezeigten Gründen zu
Recht ab dem 1. Juni 2016 ein (hypothetisches) Einkommen von Fr. 2'000.00 net-
to pro Monat angerechnet. Der angefochtene Entscheid ist auch insoweit nicht zu
beanstanden.
4.4 Bedarf der Gesuchstellerin
4.4.1 Die Vorinstanz ging auf der Seite der Gesuchstellerin und von C._ bis
1. Juni 2017 von einem Bedarf von (gerundet) Fr. 8'430.00 aus. Ab dann berück-
sichtigte die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Anrechnung eines Erwerbs-
einkommens Berufsauslagen der Gesuchstellerin, was für die Zeit ab 1. Juni 2017
zu einem Bedarf von (gerundet) Fr. 8'730.00 führte (vgl. im Einzelnen act. 7
S. 36).
4.4.2 Die Gesuchstellerin bringt zur Berechnung ihres eigenen Bedarfs und des
Bedarfs von C._ gemäss dem angefochtenen Entscheid keine Beanstandun-
gen vor. Bei den soeben aufgezeigten Feststellungen der Vorinstanz hat es somit
sein Bewenden.
4.5 Neuberechnung der Unterhaltsbeiträge
4.5.1 Ausgehend vom monatlichen Nettoeinkommen des Gesuchstellers von
Fr. 12'000.00 und seinem Bedarf von Fr. 5'400.00 resultierte nach dem angefoch-
tenen Entscheid der Vorinstanz der eingangs erwähnte Gesamtunterhaltsbeitrag
von Fr. 6'600.00, von welchem die Vorinstanz Fr. 2'000.00 als Kinderunterhalts-
beitrag (im Betrag unverändert, neu aber zuzüglich Kinder-/Familienzulagen) und
Fr. 4'600.00 als Ehegattenunterhaltsbeitrag festlegte (act. 7 S. 37). Das führte im
Weiteren unter Berücksichtigung der ab August 2017 altersgemäss auf Fr. 250.00
erhöhten Kinderzulage auf der Seite der Gesuchstellerin und C._s zum fol-
genden Ergebnis (vor der Bonusverteilung; act. 7 S. 38):
Sept. 2016 bis Mai 2017 Juni + Juli 2017 ab August 2017
Gesamtbedarf GSin + Kind Fr. 8'430.00 Fr. 8'730.00 Fr. 8'730.00
Einkommen GSin Fr. 0.00 Fr. 2'000.00 Fr. 2'000.00
- 26 -
Kinderzulage Fr. 200.00 Fr. 200.00 Fr. 250.00
Unterhaltsbeitrag Fr. 6'600.00 Fr. 6'600.00 Fr. 6'600.00
Manko/Überschuss - Fr. 1'630.00 Fr. 70.00 Fr. 120.00
Von einer Aufteilung des bei der Gesuchstellerin ab Juli 2017 resultierenden
Überschusses sah die Vorinstanz ab (zugunsten der Gesuchstellerin, die somit
den mit dem ihr angerechneten Einkommen erzielbaren Überschuss behalten
kann).
4.5.2 An den aufgezeigten Bedarfs- und Einkommenszahlen der Parteien, von
welchen die Vorinstanz ausgegangen ist, ist nach den vorstehenden Ausführun-
gen festzuhalten. Die Gesuchstellerin erhebt hinsichtlich der Berechnungsweise
ausgehend von diesen Zahlen keine Rügen, und die Berechnung der Vorinstanz
ist nicht zu beanstanden. Daher ist auch am Ergebnis der Unterhaltsberechnung
festzuhalten. Das führt in diesem Umfang zur Abweisung der Berufung und zur
Bestätigung des angefochtenen Entscheids (Abänderung von Ziff. 4.5 des Ehe-
schutzurteils vom 10. Juni 2013).
4.5.3 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass das am 1. Januar
2017 in Kraft getretene neue Kindesunterhaltsrecht zu keinem anderen Ergebnis
führt. Zum einen betrifft das Abänderungsverfahren die Berechnung des Kindes-
unterhalts nicht, da der Kinderunterhaltsbeitrag für C._ unverändert bei
Fr. 2'000.00 bleibt (dass die Kinderzulagen neu darin nicht inbegriffen sind, son-
dern zusätzlich zu bezahlen sind, kann in diesem Zusammenhang vernachlässigt
werden). Die Berechnung des Kinderunterhaltsbeitrags ist daher im Berufungsver-
fahren kein Thema. Zum anderen hätte die Berechnung nach dem neuen Recht
im Ergebnis lediglich zur Folge, dass ein Teil des Ehegattenunterhalts neu als Be-
treuungsunterhalt (Art. 285 Abs. 2 ZGB) dem Kindesunterhalt hinzuzurechnen wä-
re. Am Betrag von Fr. 6'600.00 (zuzüglich Kinderzulagen), welchen die Vorinstanz
als Total von Kindes- und Ehegattenunterhaltsbeitrag festsetzte, würde das nichts
ändern (vgl. auch SPYCHER, Betreuungsunterhalt, in: FamPra 2017 S. 198 ff.,
S. 200, wonach das neue Recht im Verhältnis verheirateter Eltern lediglich zu ei-
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ner zeitweiligen Umverteilung im Verhältnis Kindes- und Ehegattenunterhalt führt,
aber nicht zu einer Mehrbelastung). Von diesbezüglichen Weiterungen ist daher
abzusehen.
5. Bonusaufteilung
5.1 Die Vorinstanz erwog weiter, beide Gesuchsteller hätten 2014 ein bewegli-
ches Vermögen von je über Fr. 1 Mio. versteuert. Die Gesuchstellerin würde zu-
dem aus dem Bonus 2016, welchen der Gesuchsteller auf Fr. 50'000.00 ge-
schätzt habe, nach der insoweit weiter geltenden Eheschutzvereinbarung eine
Beteiligung von 60% erhalten. Die Gesuchstellerin sei vor diesem Hintergrund in
der Lage, das zwischenzeitliche Manko aus ihrem Vermögen zu tragen (act. 7
S. 38 f.).
5.2 Die Gesuchstellerin macht geltend, die Vorinstanz hätte bei der Neuberech-
nung der Unterhaltsbeiträge Ziff. 4.5 des Eheschutzentscheids (über die Unter-
haltsbeiträge) nicht losgelöst von Ziff. 4.6 (über die Bonusverteilung) abändern
dürfen. Indem die Vorinstanz zwar die Unterhaltsbeiträge reduziert, die Bonusver-
teilung aber unverändert im Verhältnis 40% Gesuchsteller und 60% Gesuchstelle-
rin/C._ belassen habe, habe die Vorinstanz den Entscheid gerade nicht im
Sinne der damaligen Regelung an die veränderten Verhältnisse angepasst (wie
es nach den richtigen Ausführungen der Vorinstanz erforderlich wäre). Nach der
im Eheschutzverfahren getroffenen Regelung sei der monatliche Unterhaltsbei-
trag für die Deckung des Notbedarfs (ohne Steuern) gedacht gewesen und die
Bonusbeteiligung für die Bezahlung der Steuern und für die Deckung von Freibe-
tragspositionen. Die von der Vorinstanz getroffene Regelung begünstige den Ge-
suchsteller und benachteilige sie und C._. Der Gesuchsteller könne seinen
familienrechtlichen Notbedarf (exkl. Steuern) nach wie vor voll aus dem laufenden
Einkommen bestreiten und mit dem unveränderten Bonusanteil die Steuern und
grosszügig Freibetragspositionen decken. Sie dagegen sei zusammen mit
C._ mit einem monatlichen Manko von Fr. 1'630.00 konfrontiert, welches sie
bis zum Erhalt eines Bonusanteils aus Vermögen decken (bzw. vorschiessen)
müsse. Das widerspreche dem Grundsatz, dass beide Eheleute Anspruch auf
denselben Lebensstandard hätten (act. 2 S. 7-9).
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5.3 Kommt es zu einem vorübergehenden finanziellen Engpass, so ist ein Zu-
griff auf das Vermögen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sondern je nach den
konkreten Verhältnissen des Einzelfalls zumutbar. In die Beurteilung einzubezie-
hen sind insbesondere die Dauer des Engpasses, die Grösse des Vermögens
sowie die Überlegung, ob ein hoher Lebensstandard allenfalls eingeschränkt wer-
den kann (vgl. zum Ganzen: HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhalts-
rechts, 2. Auflage 2010, Rz. 01.76 f. und Rz. 03.142 ff.).
Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass beide Parteien zuletzt ein bewegli-
ches Vermögen von je über Fr. 1 Mio. versteuerten (act. 7 S. 38). Bei der Ge-
suchstellerin waren es gemäss der Steuererklärung 2014 rund Fr. 1.3 Mio., beim
Gesuchsteller rund Fr. 1.2 Mio. (vgl. act. 6/16/21 und act. 6/24/12). Die Gesuch-
stellerin macht berufungsweise nichts Abweichendes geltend. Zum erwarteten
Bonus gab der Gesuchsteller vor der Vorinstanz an, es sei ihm für das Jahr 2016
ein Bonus von maximal Fr. 50'000.00 in Aussicht gestellt worden. Er habe aller-
dings keinen Anspruch auf einen Bonus (Vi-Prot. S. 17 f.). Die Gesuchstellerin
macht in der Berufungsschrift zwar verschiedene Rechenbeispiele, wie es sich bei
höheren Boni verhalten würde (act. 2 S. 9), aber sie hält den Ausführungen des
Gesuchstellers zu seinem erwarteten Bonus nichts Konkretes entgegen. Wird von
einem Bonus von Fr. 50'000.00 ausgegangen, so ist anzunehmen, dass sich bei-
de Parteien im Vergleich zu früher einschränken müssen. Schliesslich hat die Ge-
suchstellerin lediglich während neun Monaten ein Manko zu decken, während sie
in der Zeit danach voraussichtlich einen (wenn auch relativ geringfügigen) Über-
schuss erzielen wird, den sie nach der angefochtenen Regelung (wie bereits er-
wähnt) behalten kann. Aus allen diesen Gründen erscheint es insgesamt doch
vertretbar, die Gesuchstellerin zur Deckung ihres Mankos vorübergehend (bis zur
Auszahlung des Bonusanteils) auf ihr Vermögen zu verweisen. Der angefochtene
Entscheid ist somit auch insofern nicht zu beanstanden, und der Eventualantrag
der Gesuchstellerin zur Bonusaufteilung ist abzuweisen.
6. Die Berufung der Gesuchstellerin ist aus den geschilderten Gründen vollum-
fänglich abzuweisen, und der angefochtene Abänderungsentscheid vom 14. No-
vember 2016 ist zu bestätigen.
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7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1 Es rechtfertigt sich, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Be-
rufungsverfahren bereits im vorliegenden Entscheid zu befinden und nicht bis zum
Endentscheid zuzuwarten (Art. 104 Abs. 3 ZPO).
7.2 Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Gesuchstel-
lerin aufzuerlegen (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO) und aus dem geleisteten Kostenvor-
schuss zu beziehen. Dem Gesuchsteller ist mangels erheblicher Aufwendungen
im vorliegenden Berufungsverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen.
7.3 Grundlage der Gebührenfestsetzung bilden der Streitwert bzw. das tatsäch-
liche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die Schwierigkeit des Falls
(§ 2 Abs. 1 GebV OG). Dem tragen die Tarife gemäss §§ 4 ff. GebV OG Rech-
nung.
Sind, wie vorliegend in einem Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen, im
Scheidungsprozess lediglich finanzielle Belange strittig, so berechnet sich die
mutmassliche Entscheidgebühr nach § 4 Abs. 1 bis 3, § 8 Abs. 1 sowie § 12
Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010
(GebV OG; vgl. bereits act. 4 S. 2 f.). Auf Basis der strittigen Reduktion der Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 1'200.00 pro Monat ab 1. September 2016 (vgl. act. 2 S. 6
oben) und ausgehend von einer angenommenen Dauer des Scheidungsverfah-
rens bis Ende 2018 beträgt der Streitwert ca. Fr. 33'600.00 (28 x Fr. 1'200.00).