Decision ID: 57273874-343b-5909-9df9-2c7433dca12a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1970, bezog seit dem 1. April 2013 eine Witwen
rente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV; vgl. Urk. 7/31 = Urk. 7/56/34-25), als sie sich am 20. August 2013 bei der Gemeinde Y._, Durch
führungs
stelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, zum Bezug von Zusatz
leistungen anmeldete (Urk. 7/32). Mit Schreiben vom 3. September 2015 (Urk. 7/52) informierte die Gemeinde Y._ die Versicherte, dass sie ab Okto
ber 2015 die Abwicklung und Auszahlung der Zusatzleistungen zur AHV/IV der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle), übergebe. Mit Verfügung vom 12. Juli 2016 (Urk. 7/59) verneinte die Durchführungsstelle einen Anspruch auf Zusatz
leistungen ab Mai 2013. Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 6. September 2016 (Urk. 7/80) wies die Durchführungsstellte mit Entscheid vom 24. Januar 2017 (Urk. 7/92 = Urk. 2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am 24. Februar 2017 Beschwerde gegen den Einsprache
entscheid vom 24. Januar 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihr und ihren drei Kindern Ergänzungsleistungen auszurichten (Urk. 1 S. 1). Die Durchführungsstelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwer
deführerin am 7. April 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Das Gericht führte am 18. Juni 2018 in Anwesenheit beider Parteien eine Instruktionsverhandlung durch (vgl. Urk. 9; Urk. 10; Prot. S. 3 f.), die ohne Ergebnis blieb.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter anderem
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichen Vermögen (lit. b) sowie
ein Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es bei Alleinstehenden Fr. 37'500.-- und bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen, Fr. 15'000.-- übersteigt (lit. c).
Zum
Vermögen
einer EL-beziehenden Person gehören die in ihrem Eigentum stehenden beweglichen Sachen sowie ihre persönlichen und dinglichen Rechte. Die Herkunft der einzelnen Vermögenswerte ist unerheblich (Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Rz 3443.01).
Dazu gehören etwa Sparguthaben jeder Art, inländische und ausländische Aktien, verrech
nungsfreie und verrechnungssteuerpflichtige Obligationen, Lotteriegewinne, angefallene Erbschaften, Rückkaufswerte von Lebensversicherungen und Leib
rentenversicherungen, ratenweise ausbezahltes Kapital, Edelmetalle, Kunstge
genstände, namhafte Barschaften, gewährte Darlehen, Auto(s), Genossenschafts-Anteil
scheine sowie Liegenschaften und Grundstücke (Carigiet/Koch, Ergänzungs
leistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 163).
1.3
Das anrechenbare Vermögen ist nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Vermögens im Wohnsitz
kanton zu bewerten (Art. 17 Abs. 1 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, ELV). Dienen Grundstü
cke dem Bezüger oder einer Person, die in der EL-Berechnung eingeschlossen ist, nicht zu eigenen Wohnzwecken, so sind diese zum
Verkehrswert
einzusetzen (Art. 17 Abs. 4 ELV). Der
Verkehrswert
einer Liegenschaft ist der Verkaufswert, den sie im normalen Geschäftsverkehr besitzt (BGE 120 V 10 E. 1).
Einkünfte, wie Mie
t- und Pachtzinsen (vgl.
WEL
Rz
3433.03), auf die verzichtet worden ist, sind als Einnahmen a
nzurechnen (Art. 11 Abs. 1 lit.
g ELG).
1.4
Grundsätzlich anrechenbar sind auch Liegenschaften eines Versicherten im Aus
land (Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2007 vom 22. November 2007 E. 6.2). Solche sind insofern als Vermögen anzurechnen, als deren Verkaufs
erlöse auch tatsächlich in die Schweiz ausgeführt werden könnten (Urteile des Bundesge
richts P 82/02 vom 26. Mai 2003 E. 2.2 f. und 9C_540/2009 vom 17. September 2009 E. 3; vgl. WEL Rz 3443.06).
1.5
Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzu
halten. Nach dem Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sach
verhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforder
lichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die Abklärungen des Ver
siche
rungsträgers bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhalts
be
zogener Beweiswürdi
gung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als über
wiegend wahr
scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweis
mass
nahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder des Untersuchungsgrundsatzes. Bleiben jedoch erhebli
che Zweifel an Vollständig
keit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tat
sachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse erwartet werden können (Urteil des Bundesge
richts 9C_152/2010 vom 24. August 2011 E. 4.5 mit Hinweisen).
Das
Untersuchungsprinzip
wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass den Betei
ligten gewisse Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsfeststellung auf
erlegt werden. Die Mitwirkungspflicht der Parteien im Bereich der Sozial
versiche
rungen ist ausdrücklich in Art. 28 Abs. 2 und Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelt. Im Bereich der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV kommt der Mit
wirkungs
pflicht der Parteien ein erhebliches Gewicht zu, da diese am besten über den massge
benden Sachverhalt, also über ihre wirtschaftlichen und per
sönlichen Ver
hält
nisse Bescheid wissen (vgl. Carigiet/Koch, a.a.O., S. 56).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen bean
spruchen, den Auskunft
s
- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so ka
nn der Versicherungsträger aufg
rund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Per
sonen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkfrist einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführerin gestützt auf die aus der persischen Sprache übersetzten Kaufverträge diverse Liegenschaften im
B._
gehören wür
den. So besitze sie einerseits ein Haus in
Z._
im Stadtteil
A._
mit einem Wert von schätzungsweise EUR 1'100'000.--, die Mieteinnahmen seien mit EUR 6'000.-- zu beziffern. Zudem gehöre ihr eine Wohnung in
Z._
mit einem Wert von EUR 360'000.--, die zu erzielenden Mieteinnahmen würden sich auf EUR 4'000.-- belaufen. Zudem sei die Beschwer
deführerin Besitzerin eines Grundstücks am Kaspischen Meer mit einem Wert von EUR 140'000.-- und eine
m
Mietertragswert von EUR 2'000.--. Diese Unterlagen würden auf den Angaben des Landeshauptamtes für Urkunden und Immobilien in
Z._
basieren. Da die Beschwerdeführerin keine Unterla
gen eingereicht habe, welche diese Angaben wiederlegen würden, sei darauf abzustützen. In der Folge müssten der Beschwerdeführerin diese Liegen
schaften und die daraus resultierenden Erträge als Vermögenswerte angerechnet werden sowie zusätzlich de
r
Wert ihres Fahrzeuges. Aufgrund der ange
rechneten Ver
mögenswerte bestehe kein Anspruch auf Zusatzleistungen (S. 1 unten f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) gel
tend, dass ihr verstorbener Ehemann im Jahr 2010 im Rahmen des Scheidungs
verfahrens behauptet habe, sie besitze Liegenschaften im
B._
. Die von ihm im Scheidungsverfahren eingereichten Dokumente seien jedoch Fälschungen gewe
sen. Der von ihm engagierte Übersetzer habe alles Mögliche bestätigt, das frei erfunden gewesen sei.
Im
Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen habe das Gericht festgestellt, dass mehrere Behauptungen des beklagten Ehemannes blanke Lügen gewesen seien (S. 2 unten f.).
Es sei ihr nicht möglich, den Nega
tivbeweis zu erbringen, dass sie keine Liegenschaften im B._ besitze.
In Bezug auf das Fahrzeug sei fe
stzuhalten, dass dieses rund zehn
Jahre alt
sei und auf
grund des seit nun sechs
Jahren konstanten Geldmangels schlecht gewartet sei und daher kaum mehr einen Wert darstelle (S. 4 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Zusatz
leistungen, insbesondere die Frage der Anrechnung von Liegenschaften im
B._ und deren Mieterträge
sowie die Anrechnung des Fahrzeuges.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 20. August 2013 bei der Gemeinde
Y._
zum Bezug von Zusatzleistungen an (Urk. 7/32). Dabei beantwortete sie die Frage, ob sie im Ausland Liegenschaften oder Grundstücke besessen habe oder besitze, nicht (Frage 34b). Mit Schreiben vom 17. Juni 2015 (Urk. 7/45/1-3) teilte die Gemeinde
Y._
der Beschwerdeführerin mit, sie hätten in der Zwi
schenzeit von der Sozialberatung
Y._
einige der erforderlichen Unterlagen erhalten und sie solle die noch fehlenden Unterlagen, unter anderem die Grund
buchauszüge mit Verkehrswertschätzung sämtlicher Liegen
schaf
ten/Woh
nun
gen/Grund
stücke im
B._
, bis spätestens am 15. Juli 2015 ein
reichen sowie die noch offenen Fragen schriftlich beantworten. Am 22. Juli 2015 forderte die Gemeinde
Y._
die Beschwerdeführerin erneut auf, die fehlenden Unterlagen sowie die Beantwortung der Fragen bis spätestens am 11. August 2015 einzu
reichen (Urk. 7/46). Die Beschwerdeführerin teilte der Gemeinde
Y._
mit undatierten, am 25. August 2015 bei ihr eingegangenen Schreiben (Urk. 7/48) unter anderem mit, dass sie über keine Grundbuchauszüge mit Verkehrs
schätzungen über Liegenschaften/Wohnungen/Grundstücke im
B._
verfüge. Mit Schreiben vom 3. September 2015 (Urk. 7/52) informierte die Gemeinde
Y._
die Beschwerdeführerin, dass sie ab Oktober 2015 die Abwicklung und Aus
zahlung der Zusatzleistungen der Beschwerdegegnerin übergebe.
Die Beschwerdegegnerin ersuchte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 27. Juni 2016 (Urk. 7/54 = Urk. 7/56/1) die noch fehlenden Unter
lagen
namentlich den Mietvertrag, die Steuererklärungen der Jahre 2013 bis 2015, den Entscheid der Pensionskasse über den Rentenanspruch, einen allfälligen Lohnausweis 2015, den Arbeitsvertrag und die Lohnabrechnungen 2016 - innert 30 Tagen einzureichen, um die Anmeldung zum Bezug von Zusatz
leistungen abschliessen zu können. Die Beschwerdeführerin reichte die noch fehlenden Unterlagen am 3. Juli 2016 ein (Urk. 7/56/2-36).
Mit Verfügung vom 12. Juli 2016 (Urk. 7/59) verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Zusatzleistungen ab Mai 201
3.
Die von der
Beschwerde
führerin
dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/8
0) wies die Beschwerdegegnerin
mit Entscheid vom 24. Januar 2017 (Urk. 2) ab.
3.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass
C._
, der Ehemann der Beschwerdeführerin, der in der Zwischenzeit am 16. März 2013 gestorben ist (vgl. Urk. 7/35/2 = Urk. 7/35/7; Urk. 7/35/10 = Urk. 7/41/3), im Rahmen des Scheidungsverfahrens
vor dem Bezirksgericht D._
mit Klageantwort vom 23. Mai 2011 (Urk. 7/10/1-24; vgl. Urk. 7/16) geltend machte, die Beschwerde
führerin habe seit Anfang 2006 Barbezüge mittels Kredit- oder Kontokarte im
Umfang von fast Fr. 1'500'000.-- sowie Banküberweisungen von
EUR 250'000.
- und USD 80'000.-- getätigt. Mit diesen Geldern habe sie im
B._
ein Vermögen geschaffen und unter anderem mindestens drei Liegenschaften an bester Lage erworben. Dabei handle es sich um ein Haus in
Z._
im Stadtteil
A._
mit einem Wert von schätzungsweise EUR 1'100'000.--. Eine Vermietung könnte EUR 6'000.-- pro Monat ergeben. Zudem gehöre der Beschwer
deführerin ein Appartement in
Z._
im Stadtteil
E._
mit einem Wert von rund EUR 360'000.-- und könnte für EUR 4'000.-- pro Monat vermietet werden. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin Besitzerin eines Grund
stücks am Kaspischen Meer mit einem Wert von EUR 140'000.--, das monatlich zu EUR 2'000.-- vermietet werden könnte (S. 12 f.).
Dabei stützte sich der Ehemann der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf die
aus der persischen Sprache übersetzten Telefonnotiz
mit
s
einem im
B._
beauftragten Anwalt vom 21. Dezember 2010
(Urk. 7/9/3-4), aus welche
r
her
vorgeht, dass ihn der Ehemann der Beschwerdeführerin beauftragt habe, die Liegenschaften der Beschwerdeführerin zu eruieren und deren aktuellen Werte sowie ihre realistisch möglichen Mieteinnahmen zu schätzen. Seine abge
schlossenen Recherchen beim Landeshauptamt für Urkunden und Immobilien in
Z._
hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin
diverse Liegenschaften besitze
.
Die vom Anwalt aufgeführten Werte der Liegenschaften sowie die damit erzielbaren Mieteinnahmen wurden vom Ehemann der Beschwerdeführerin in der Klageantwort übernommen. Zudem reichte der Ehemann der Beschwerde
führerin im Rahmen der Klageantwort weitere aus der persischen Sprache über
setzten Unterlagen ein, unter anderem ein undatierter, am 8. Oktober 2010 übersetzter Kaufvertrag zwischen der Käuferin F._ – dabei dürfte es sich wohl um die Beschwerdeführerin handeln – und dem Verkäufer G._ über ein nicht näher definiertes Grundstück zum Preis von Rial 150'000'000.-- (Urk. 7/2), was unter Berücksichtigung des aktuellen Wechsel
kurses etwa Fr. 3'504.-- entspricht (1 Fr. = Rial 42'813.80). Aus zwei undatier
ten, am 8. Oktober 2010 übersetzten Einzahlungsbelegen geht ferner hervor, dass dem Konto der Beschwerdeführerin Rial 15'000'000.-- sowie Rial 180’000'000.--, mithin rund Fr. 350.-- beziehungsweise Fr. 4'204.--, gutge
schrieben wurden (Urk. 7/4-5). Aus welchen Gründen die beiden Zahlungen getätigt wurden, ist jedoch nicht ersichtlich. Aus der aus der persischen Sprache übersetzten Bestätigung des Amtes für Registrierung von Urkunden und Immo
bilien vom 16. November 2010 geht zudem hervor, dass die Beschwerdeführerin ihren Recherchen zufolge Liegenschaften und Vermögen im B._ besitze, die diesbezüglichen Dokumente würden sobald wie möglich über den Anwalt des Ehemannes der Beschwerdeführerin zugeschickt (Urk. 7/8/1). Der eidesstattli
chen Erklärung von H._ vom 8. September 2010 ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin im B._ eine Wohnung und ein bis zwei Autos gekauft habe (Urk. 7/5/6-7). Schliesslich ist den aus der persischen Spra
che übersetzten Aussagen des vom Ehemann der Beschwerdeführerin im B._ beauftragten Anwaltes vom 13. und 15. Januar 2011 in einer Videoaufnahme zu entnehmen, dass in den Aufnahmen die Liegenschaften der Beschwerde
führerin im Stadtteil E._ sowie im Stadtteil I._ in Z._ zu sehen seien (Urk. 7/9/1-2).
Dem Urteil und der Verfügung des Bezirksgerichts D._ vom 19. Juli 2011 betreffend Ehescheidung (Urk. 7/23/3-24) ist zudem zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 17. März 2011 betreffend Begehren um superprovisorische Massnahmen sowie schriftliche Begründung der vorsorgli
chen Massnahmen eingeräumt habe, dass sie zwar im B._ über Vermögen ver
füge, so seien das Haus ihres Vaters und eine Wohnung ihrer Schwester auf ihren Namen eingetragen, diese seien jedoch entweder nicht verkäuflich oder würden materiell nicht ihr gehören. In der Eingabe vom 13. April 2011 habe die Beschwerdeführerin wiederholt, dass sie an den Liegenschaften in Z._ nur formell, nicht aber wirtschaftlich berechtigt sei und über keine weiteren Vermö
genswerte verfüge (S. 17 f. Ziff. 7.1.3). Dem Urteil des
Obergericht
s des Kantons Zürich vom 16. Dezember
2011 betreffend unentgeltliche Prozess
führung/unentgeltliche Rechtsvertretung (Urk. 7/19)
ist ferner zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht dargetan habe, dass sie trotz unbestrittener
massen in ihrem Alleineigentum stehenden Liegenschaften im B._ als mittellos zu betrachten sei (S. 11 Ziff. 2.6).
In den Verfügungen vom 7. November
2012
des
Bezirksgericht
s
D._
betreffend
Ehescheidung und
vorsorgliche Massnahmen (Urk. 7/26)
wurde schliesslich festgehalten, es könne offenbleiben, ob die Beschwerdeführerin, wie von ihrem Ehemann behauptet, ihren Lebensunterhalt aus Vermögen, welches sie während der Ehe in den B._ geschafft haben soll, bestreiten könnte (S. 30 Ziff. 6.3.1).
3.3
Der Aktennotiz der Gemeinde Y._ vom 18. Juli 2011 (Urk.
7/12
= Urk. 7/13
)
ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin zu den von ihrem Ehemann im Rahmen der Klageantwort eingereichten Beilagen geäussert hat. Die Beschwerdeführerin habe dargelegt, dass es ein Haus ihres Vaters gebe, das auf sie und ihre Geschwister überschrieben worden sei. Zudem habe ihre Schwester eine Wohnung aus steuerlichen Gründen auf ihren Namen gekauft. Das Grund
stück am kaspischen Meer sei ein Geschenk von ihrem Schwager gewesen, sie habe aber den Grundbucheintrag nie unterzeichnet. Ferner ist der Aktennotiz der Gemeinde Y._ vom 15. September 2011 (Urk. 7/21/3) zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mitgeteilt habe, keine Dokumente bezüglich den Liegenschaften im B._ zu haben. Die Beschwerdeführerin werde darauf ein Grundpfandrecht errichten.
Die Gemeinde Y._ ersuchte die Schweizerische Botschaft in Z._ mit Schreiben vom 15. November 2011 (Urk. 7/18/2-3) und vom 2. Dezember 2011 (Urk. 7/18/4-5) abzuklären, ob der Beschwerdeführerin drei Liegenschaften im B._, namentlich ein
Haus im Stadtteil
A._
, ein Appart
e
ment im Stadtteil
E._
sowie ein Grundstück am Kaspischen Meer, gehören beziehungsweise gehörten.
Schliesslich ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin von der Gemeinde Y._ seit März 2011 finanziell unterstützt wird (vgl. Urk. 7/21/1; Urk. 7/22/1; Urk. 7/42; Urk. 7/44; Urk. 7/51; Urk. 7/53 S. 1 oben).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Anrechnung der drei Liegen
schaften im
B._
sowie deren Mietertragswerte lediglich auf die Partei
behaup
tungen des mittlerweile verstorbenen Ehemannes der Beschwerde
führerin im hoch
strittigen
Scheidungsverfahren, namentlich auf die aus der persischen Sprache übersetzte Telefonnotiz mit einem vom Ehe
mann der Beschwerde
führerin im
B._
beauftragten Anwalt vom Dezember 2010, wonach seine Recher
chen beim Landeshauptamt für Urkunden und Immobilien in
Z._
ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin diverse Liegenschaften besitze (vorstehend E. 3.2). Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, dass, da die Beschwerdeführerin keine Unterlagen eingereicht habe, darauf abzu
stellen
sei (vorstehend E. 2.1). Auf welche Unterlagen sich der im
B._
beauftragte Anwalt für die Schätzung der Werte der drei Liegenschaften und deren möglichen Mietzinseinnahmen stützte, ist den Akten jedoch nicht zu ent
nehmen.
Bevor die Gemeinde
Y._
die Abwicklung und Auszahlung der Zusatz
leistungen ab Oktober 2015 an die Beschwerdegegnerin übergab, tätigte sie noch eigene Abklärungen bezüglich Liegenschaften der Beschwerdeführerin im
B._
. So forderte sie die Beschwerdeführerin im Juni und Juli 2015 auf, die Grundbuchauszüge mit Verkehrswertschätzung sämtlicher Liegen
schaf
ten/Wohnun
gen/Grundstücke im
B._
einzureichen, woraufhin ihr die Beschwerdeführerin im August 2015 mitteilte, sie verfüge nicht über solche Unterlagen (vorstehend E. 3.1). Zudem ersuchte die Gemeinde
Y._
die Schweizerische Botschaft in
Z._
im November und Dezember 2011 abzu
klären, ob der Beschwerdeführerin drei Liegenschaften im
B._
gehören beziehungsweise gehörten (vorstehend E. 3.3). Eine (schriftliche) Antwort der Schweizerischen Botschaft
ist
, soweit aus den Akten ersichtlich, jedoch nicht erfolgt.
Die Beschwerdegegnerin tätigte im Gegensatz zur Gemeinde
Y._
ab Oktober 2015 keine eigenen Abklärungen zur Ermittlung der strittigen Liegenschaften im
B._, obwohl die Aktenlage noch ungenügend war
. Sie ersuchte die Beschwerdeführerin lediglich im Juni 2016 die noch fehlenden Unterlagen ein
zureichen, wobei es sich bei den genannten fehlenden Unterlagen nicht um Unterlagen betreffend Liegenschaften im
B._
handelte (vorstehend
E. 3.1
).
4.2
Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, es sei ihr nicht möglich, den Negativ
beweis zu erbringen, keine Liegenschaften im B._ zu besitzen, ist Folgendes entgegengenzuhalten: Es obliegt der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Mit
wirkungspflicht (E. 1.5) durchaus, die Hintergründe und das Schicksal von auf sie im B._ aktuell oder in der Vergangenheit eingetragenem Vermögen zu dokumentieren und damit Transparenz zu schaffen. Dies auch dann, wenn sie wirtschaftlich nicht daran berechtigt sein sollte. Dabei handelt es sich keines
wegs um einen Negativbeweis. Wie dargelegt, vertrat die Beschwerdeführerin im Scheidungsverfahren den Standpunkt, formell wohl an Liegenschaften im B._ berechtigt zu sein, nicht aber materiell. Das Haus ihres Vaters und eine Wohnung ihrer Schwester seien auf sie eingetragen (E. 3.2). Während die Beschwerdeführerin im Scheidungsverfahren noch geltend machte, die Wohnung der Schwester sei aus steuerlichen Gründen auf sie eingetragen (Urk. 7/19 S. 11), brachte sie anlässlich der Instruktionsverhandlung vor hiesi
gem Gericht vor, die Wohnung der Schwester sei auf sie eingetragen worden, damit sie neben der deutschen auch die persische Staatsangehörigkeit behalten könne (Prot. S. 4). Die Wohnung sei jedoch vor zirka fünf Jahren durch ihren Bruder verkauft worden, ohne dass ihr ein Erlös zugeflossen wäre (Prot. S. 3). Die Liegenschaft am Kaspischen Meer habe ihrem vor einigen Monaten verstor
benen Vater gehört. Sie erwarte aus der Erbschaft lediglich Fr. 1'000.
bis Fr. 5'000.
(Prot. S. 3). Die Ungereimtheiten in den Angaben der Beschwerde
führerin und ihr mangelndes Engagement, im B._ Dokumente zu beschaffen, die ihren Standpunkt untermauern könnten, lassen an ihren Angaben zweifeln. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin sich den angeblichen Verkauf der Wohnung der Schwester vor zirka fünf Jahren von ihrem Bruder nicht dokumentieren liess, nachdem das auf sie eingetragene Vermögen im B._ sowohl im Scheidungsverfahren wie auch später betreffend den Anspruch auf Sozialhilfe und auf Zusatzleistungen von grosser Relevanz war. Der Beschwerdeführerin ist im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitver
fahrens eine angemessene Frist anzusetzen, das Versäumte nachzuholen und Hintergrund, Bestand und Schicksal von sämtlichem gegenwärtigen oder ehe
maligen Vermögen im B._, inklusive Beteiligungen an Erbengemeinschaften, zu dokumentieren. Im Unterlassungsfalle ist auf den unvollständig abgeklärten Sachverhalt abzustellen und davon auszugehen, dass kein Anspruch auf Zusatz
leistungen besteht.
4.3
Auf Ausführungen zum anzurechnenden Wert des Fahrzeuges der Beschwerde
führerin kann vorliegend verzichtet werden, da dieser Wert bei der heutigen Aktenlage angesichts der Höhe des Überschusses bei der Berechnung der Zusatz
leistungen nicht ins Gewicht fällt.
4.4
Anlässlich der Instruktionsverhandlung hat sich ergeben, dass das Lasten
bereinigungsverfahren nach der Zwangsversteigerung der ehemaligen ehelichen Liegenschaft in Y._, deren Miteigentümerin zu 1⁄2 die Beschwerdeführerin war (Urk. 7/88), abgeschlossen werden konnte und der Beschwerdeführerin nach Abzug der Schulden aus dem Versteigerungserlös Geld zugeflossen ist (Prot. S. 3). Auch die Abrechnungen hierzu sind seitens der Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin zu edieren, damit abgeklärt werden kann, inwieweit dieser ehemals blockierte Vermögenswert in die Zusatzleistungsberechnung ab Mai 2013 einzubeziehen ist.
4.
5
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin, obwohl noch Unklarheiten in Bezug auf die
strittigen
Liegenschaften im
B._
bestanden, auf
grund der Akten über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Zusatzleistun
gen entschieden hat, ohne jedoch ein entsprechendes Mahn- und Bedenkzeit
verfahren (vgl. vorstehend E. 1.5) durchzuführen. Die Beschwerde
gegnerin wäre gehalten gewesen, die Beschwerdeführerin vorher schriftlich zu mahnen und sie auf ihre Auskunfts- und Mitwirkungspflichten sowie auf die Rechtsfolgen hin
zuweisen. Dies wäre unabdingbare Voraussetzung für einen Entscheid aufgrund der Akten trotz nicht vollständig abgeklärtem Sachverhalt gewesen (vgl. hierzu
das Urteil
des Bundesgerichts 9C_553/2016 vom 17. November 2016).
Die Sache ist demnach an die Beschwerdegegnerin zur korrekten Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 43 Abs. 3 ATSG zurückzuwei
sen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb dievertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Ausgangsgemäss hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung. Diese ist in Beachtung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie in Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- vo
rliegend auf Fr. 2‘000.-- (inklusive
Barausla
gen und MWSt) festzusetzen .