Decision ID: dfdceccf-4085-4b96-8dba-b9eb933f9560
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, schloss im Juli 20
0
3 eine Lehre als Schreiner für Möbel und Innenausbau ab
(
Urk.
7/1/1). Hernach hatte er mehrere temporäre und feste Anstellungen inne (
Urk.
7/1/4
und 7/13
), bis er am 2
1.
Juni 2007 einen schweren Verkehrsunfall erlitt
(vgl.
Urk.
7/14/25 ff.)
und s
either quer
schnittsgelähmt ist
(z.B.
Urk.
7/21/7)
.
Im Oktober 2007
meldete
sich der Versicherte
zum Leistungsbezug
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), an (
Urk.
7/3
und 7/7
).
1.2
Diese
zog
insbesondere
die Akten d
er Suva
bei
(
Urk.
7/14
und 7/36
)
und
nahm Unterlagen der
Y._
zum medizinischen Sachverhalt
sowie
der dort erfolgten beruflichen Abklärung
zu den Akten
(
Urk.
7/17-22).
So
dann
koordi
nierte sie mit der Suva
die
Leistungen
im Zusammenhang mit einer
Umschulung
(
Urk.
7/26-27)
.
So
richtete d
ie Suva
während des Besuchs der Berufs
mittel
schule
weiter
Taggeldleistungen
und
eine
Hilflosenentschädigung
aus (
Urk.
7/58/7 f.
,
7/14/18
und 7/70
), während die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
1
9.
November 2008 eine unbefristete ganze I
nvalidenrente mit Wirkung ab 1.
Juni 2008 zusprach
(
Urk.
7/47
)
.
Später leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein und leistete nach Vorliegen neuer Arztberichte (
Urk.
7/59-60, 7/66 und 7/74) Kostengutsprache für das am 1
5.
September 2015
an
de
r Z._
begonnene
Studium zum Bachelor
Design/Industrial Design
(
Urk.
7/54-55
und
7/71)
.
Für diese Zeit s
prach
sie
dem Versicherten
zudem
ein Taggeld zu
(
Urk.
7/76)
und teilte das Erlöschen des
Rentenanspruchs
per Februar 2011
mit
(
Urk.
7/123).
Vor und nach dem
Studi
en
abschluss im
Juni
2012
(
Urk.
7/
129)
absolvierte der Versicherte jeweils ein
kurzes Praktikum
(
Urk.
7/150).
In der Folge
holte d
ie IV-Stelle abermals
einen aktuellen
Arztbericht
ein
(
Urk.
7/90/5)
und
unterstützte den
Versicherten
bei d
er Stellensuche
(
Urk.
7/103
,
7/1
40
, 7/143
,
7/146
,
7/153
und 7/164
).
Die
Arbeits
vermittlung wurde im Septem
ber 2013 abgeschlossen, nachdem
er
zwei b
efristete Tätigkeiten an der A._
(
A._
;
Urk.
7/142/1) und der
Z._
(
Urk.
7/142/2 f.) gefunden hatte (
Urk.
7/144).
A
m 1
4.
Februar 2014
konnte
der Versicherte schlie
s
slich
eine Festanstellung mit einem Arbeitspensum von 50
%
bei der
B._
antreten (
Urk.
7/152)
.
Hinzu kam i
m Sommer 2014 ein
V
ertrag mit dem Start
Up
Unternehmen
C._
(
Urk.
7/164/1-2).
Kurze Zeit
später trat
er die jetzige
Teilzeitstelle an der
A._
an
(
Urk.
7/201-202
; vgl. auch
Urk.
7/178/18
).
1.3
Nach Abschluss der Umschulung nahm die IV-Stelle
auch
eine Rentenrevision an die Hand.
Nach
Prüfung der Unterlagen durch den Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD;
Urk.
7/105/5)
kündigte
sie
dem Versicherten
mit Vorbescheid vom
7.
Januar 2013
zunächst
die Aufhebung
d
er
bisherigen ganzen
Rente bei einem
zumutbaren Arbeitspensum
in angepassten Tätigkeiten
von 50
%
an
(
Urk.
7/107).
Dagegen erhob
dieser
Einwand (
Urk.
7/124)
gefolgt von weiteren Eingaben
vom
2
6.
April 2013 (
Urk.
7/131)
und 10.
Februar 2014 (
Urk.
7/151)
. Inzwischen hatte
die Suva mit Verfügung vom 1
3.
März 2013 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 30
%
verfügt (
Urk.
7/122).
Mit Vorbescheid vom 1
6.
April 2014
stellte
die IV-Stelle dem Versicherten
neu
die
Herabsetzung auf eine halbe Invalidenrente in Aussicht
, indem sie seitens des I
nvalideneinkommens
auf einen tieferen Tabellenlohn abstellte
und
einen
leidensbedingten Abzug von 20
%
berücksichtigte
(
Urk.
7/157).
Der Versicherte erhob wiederum Einwand
(
Urk.
7/162)
. Nach einem
Klinika
ufenthalt des
selben
(
Urk.
7/167) teilte ihm die IV-Stelle
die Notwendigkeit einer
polydisziplinäre
n
Be
gut
achtung
mit (
Urk.
7/169)
. Daran hielt sie mit
Verfügung vom 2
4.
Novem
ber
2014 fest
(
Urk.
7/173).
Das Gutachten wurde am 3
0.
April
2015 vom Begut
achtungszentrum
D._
(BEGAZ)
erstattet
(
Urk.
7/178).
Die IV-Stelle holte
nochmals e
inen Auszug aus dem individuellen Konto
(
Urk.
7/181) sowie Stellungnahme
n
ihres
Rechtsdienstes (
Urk.
7/182)
und des RAD
(
Urk.
77/183/6 f.)
ein, bevor sie dem Vers
icherten mit Vorbescheid vom 7.
Dezember 2015
wie
der
die Einstellung der Rente ankündigte
. Dabei
stützte sie sich
auf
eine
Arbeitsfähigkeit
von 70
%
in angepassten Tätigkeiten
, einen neuen
Tabellenlohn
und einen
Leidensa
bzug
von
10
%
(
Urk.
7/184).
U
nter Beilage eines Arztberichts (
Urk.
7/189) und
eines Fachartikels (
Urk.
7/190)
erhob der Versicherte Einwand (
Urk.
7/192)
.
Hierzu
nahmen die Gutachter
des BEGAZ
am
1
8.
April 2016 Stellung (
Urk.
7/196), wozu sich der Versicherte
am
3
0.
Mai 20
16
schriftlich
äusserte (
Urk.
7/202).
Schliesslich hob die IV-Stelle die Rente mit Ver
fügung vom 2
4.
Juni 2016 auf das Ende des Monats,
d
er deren Zustellung folgte, auf und entzog einer allfälligen Beschwerde
hiergegen
die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid
erhob der Versicherte am 2
9.
August 2016 Beschwerde
mit dem Antrag, ihm ab August 2016 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Even
tualiter sei
ein neurologisches
Gerichtsg
utachten bei einer auf die Beurteilung von Paraplegie spezialisierten
S
telle einzuholen (
Urk.
1
S. 2 und 13
).
In der Be
schwerdeantwort vom 2
6.
September 2016 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6). Die mit Verfügung vom
4.
November 2016 zum Pro
zess beigeladene Pensionskasse des Versicherten, die Helvetia Versicherungen,
BVG (
Urk.
8), verzichtete mit Schreiben vom 1
6.
November
2016 auf eine Stellungnahme (
Urk.
9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Bei einem
Inva
-
liditätsgrad
von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus
wirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver
ändert haben (BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
BGE
141 V 9
E. 2.3
).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
sodann
aufgrund eines Einkommens
vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invali
den
einkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
men
s
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind
Verwaltung
und Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
un
fähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Schliesslich hat d
as Sozialversicherungsgericht
den Sachverhalt
von
A
mtes w
egen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig da
von, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuver
lässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini
sche These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kennt
nis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in
einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nac
h
vollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsi
cherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschwe
ren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich auf das polydisziplinäre Gutachten des BEGAZ und
erwog in der angefochten
en Verfügung
, ohne Gesundheitsschaden hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2015 in der bisherigen Tätigkeit als Schreiner ein Einkommen von
Fr.
80'705.40 erzielen könne
n
. In der umge
schul
ten Tätigkeit
als Industriedesigner
bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 70
%
,
di
e er nicht voll ausschöpfe. Deshalb sei für das Invalideneinkommen nicht auf den effektiven Verdienst, sondern den Tabellenlohn gemäss Lohnstruktur
erhe
bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BSF) für das Jahr 2012, Tabelle TA1,
Ziff.
73-75, Kompetenzniveau 3 für Männer abzustellen. Unter Berücksichti
gung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
, da der Beschwerdeführer auf einen Rollstuhl angewiesen sei, ergebe sich ein Betrag von
49'795.5
5.
Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 38
%
.
2.2
Der Beschwerdeführer beanstandete, die Beschwerdegegnerin
habe
das Invali
den
einkommen
und
den leidensbedingten Abzug
laufend
neu beurteilt (
Urk.
1
Ziff.
11-13). Sodann sei wie vom RAD bzw.
in den ersten
Vorbescheiden ange
nommen
, vom behandelnden Spezialisten attestiert
und bei der Eingliederung als Ziel definiert, von einem zumutbaren Arbeitspensum von
50
% auszugehen.
Das höhere Arbeitspensum gemäss Gutachten überzeuge nicht. So habe der begut
achtende Neurologe
die Formulierung «sollte möglich sein» ver
wendet, öffentlich zugänglichen Quellen zufolge keine Erfahrung
mit
Lähmungser
schei
nungen und einzig de
m
zeitliche
n
(Mehr-)
Aufwand für die Blasenentleerung und Dekubitusprophylaxe
Rechnung getragen
. Dabei seien die Gutachter fälsch
licherweise von ei
ner täglichen Arbeitszeit von 7
statt 8,4 Stunden ausge
gangen
. Neben der Einschränkung von
zumindest 34
%
sei
daher
zu beachten, dass Rollstuhlfahrer für sämtliche Alltagsverrichtungen mehr Kraft- u
nd Zeit
aufwand benötigen würden. Dies betreffe nicht nur die
Haushaltsführung
und
Freizeit
, sondern auch den
Arbeitsweg
,
viele Handgriffe
im Büro
usw
. Die Praxis gehe
daher v
on einer Arbeitsfähigkeit von 40 bis 60
%
aus
. Auch
in der Recht
sprechung des Bundesgerichts
würden sich
schwergewichtig Fälle mit einer
solchen
von 50
%
finden (
Urk.
1
Ziff.
14-19).
Des Weiteren
steige
der Lohn in den frühen Berufsjahren
gerichtsnotorisch
über
proportional, weshalb im Haftpflichtrecht zwischen
dem
27
.
und 35
.
Alters
jahr
mit einer Zunahme von 2 bis 3
%
pro Jahr
gerechnet werde.
Hinzu komme, dass er trotz
der
Unfallfolgen die
Berufsmatura
und eine
Fachhochschule erfolgreich abgeschlossen habe, weshalb anzunehmen sei, dass er inzwischen eine Kaderfunktion erreicht hätte. Dementsprechend sei gestützt auf die LSE 2012, Tabelle T1_
skill_level,
Ziff.
41-43, Kompe
tenzniveau 3 für Männer für das
Jahr 2015
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
91'973.--
anzunehmen
. Selbst ge
stützt auf
den durchschnittlichen Tabellenlohn der drei
naheliegen
d
sten
Tätig
keiten
als Schreiner
im Sektor 2
(
Ziff.
16-18, 41-43 und 31-33)
resultiere
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
88'484.
--
(
Urk.
1
Ziff.
20-26).
Die
B
asis von
Fr.
79'040.
60 bzw. korrekt Fr.
79'429.
--
für ein Vollzeitpensum in angepassten Tätigkeit
en
werde
akzeptiert, so dass für das zumutbare
5
0%-Pen
sum ein Betrag von
Fr.
39'597.
--
resultiere, soweit
ein leidensbedingter Ab
zug
von 20
%
anerkannt werde
. Ursprünglich sei
en
25
%
gewährt worden, wobei sich
seither
am Gesundheitsschade
n oder beruflichen Umfeld
nichts geändert habe.
Der Abzug rechtfertige sich aufgrund des Teilzeitpensums, der erschwerten Han
d
habung von grösseren Plänen/Modellen, der Beanspruchung eines roll
stuhl
gängigen Arbeitsplatzes und
der
eingeschränkten Mobilität (Kundenbe
suche, Füh
rungen, Präsentationen, Weiterbildungen etc.)
. Auch die verminderte Akzeptanz behinderter Mitarbeiter bei der Kundschaft oder
unterstell
t
en Mitarbeitern
spiele bei der Einstellung eine Rolle. Das somit massgeblich Invalidenein
kommen von
Fr.
31'772.-- entspreche ziemlich genau seinem effektiven
Brutto
j
ahresverdienst von
Fr.
32'500.-- (
Urk.
1
Ziff.
27-37).
3.
Aus den Erwägungen der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1
9.
November 2008 geht hervor, dass bei der Festsetzung der ganzen Invalidenrente von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
a
usgegangen wurde (
Urk.
7/47/3).
Zwischen den Parteien ist
deshalb zu Recht
unstrittig, dass
der
Abschluss der Umschulung
zum Industriedesigner sowie die anschliessende Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt einen Revisionsgrund dar
stellen.
Folglich
sind alle
tatsächlichen und rechtlichen
Aspekte des Rentenan
spruchs neu zu beurteilen. Frühere Einschätzungen sind unverbindlich.
4.
4.1
Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts
respektive
der Arbeits
fähig
keit in der umgeschulten Tätigkeit als Industriedesigner stellte die
Beschwerde
gegnerin
vollumfänglich auf das
BEGAZ-
G
utachten vom 3
0.
April 2015
ab. Diesem
ist einleitend zu entnehmen, dass
„
einzige und federführende Proble
matik
”
die neurologische Situation sei, weshalb mit dem Einverständnis des Beschwerdeführers auf eine internistische und belastende zusätzliche Untersu
chung beim Internisten verzichtet werde (
Urk.
7/178/20).
4
.2
Mit Blick auf die Begutachtung durch
lic
. phil
.
E._
, Neuropsychologe und Psychotherapeut, w
u
rd
e
in der interdisziplinären Zusammenfassung festge
halten, dass der Beschwerdeführer aus neuropsychol
o
gischer Sicht in seiner Arbeit als Produkt-/Industriedesigner nicht beeinträchtigt bzw. voll leistungsfähig sei (
Urk.
7/178/40). Wie aus der Zusammenfassung des entsprechenden Teilgutachtens ersichtlich ist, wurden umfangreiche neuropsychologische Tests durchgeführt
.
l
ic
. phil.
E._
kam dabei zum Schluss, dass
sich
der Beschwer
deführer in allen geprüften Funktionsbereichen als entweder zumindest normal oder aber als überdurchsc
h
nit
t
lich bis weit über
durchschnittlich l
eistungsfähig ausgewiesen habe.
In Ü
bereinstimmung mit der Aktenlage, mit seiner eigenen Einsch
ätzung
sowie des allgemeinen klinischen
Eindrucks hätten keine neuro
psy
chologischen Funktionsstörungen festgestellt werden können (
Urk.
7/178/28)
.
4
.3
Zur neurologischen Evaluation von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie,
wurde
in der interdisziplinären Zusammenfassung
des BEGAZ-Gutachtens
vor
a
b
auf die Berichte des
Paraplegikerzentrums
der
Y._
hingewiesen. Am 3
1.
August 2009 sei eine 100%-
ige
Arbeitsunfähigkeit im früheren Beruf als Möbelschreiner angenommen und erwähnt worden, dass eine Umschulung auf Industrie- und Produktdesigner stattfinde. Eine definitive Beurteilung der Arbeits
fähigkeit könne erst nach Abschluss der Ausbildung abgegeben werden. Medizinisch-theoretisch gehe man davon aus, dass eine Mindestarbeitsfähigkeit von 50
%
bestehen werde. In den Berichten vom 1
5.
Oktober 2009 und
5.
Juli 2012 sei eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als zumutbar erachtet worden.
Alsdann
schilderte
Dr.
F._
die Situation des Beschwerdeführers im Begut
ach
tungszeitpunkt. Dieser habe zurzeit eine 70%-
ige
Anstellung an der
A._
, wo er mit Studen
ten
in seinem Beruf als Industriedesigner arbeite. Er arbeite dort 50 %, d.h. meistens 21 Stunden pro Woche, wobei er meistens drei Tage am Stück arbeite.
Die Arbeit erfolge im Rollstuhl. Um Druckstellen
zu
vermei
den
,
müsse sich der Beschwerdeführer alle Viertel
-
bis halbe Stunde
n
bewegen und entlasten.
Ebenfalls habe er einen vermehrten Zeitaufwand bei der Benut
zung der öffentlichen Verkehrsmittel und Führung seines Haushaltes.
Daraus schlussfolgerte
Dr.
F._
, aus neurologischer Sicht bestehe weiterhin eine 100%-
ige
Arbeitsfähigkeit [recte: Arbeitsunfähigkeit] als Möbelschreiner. Als Industriedesigner sollte eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
möglich sein.
Diesfalls
sollte genügend Zeit für die vom Beschwerdeführer geschilderte halb- bis viertelstündliche Entlastung des Gesässes zu
r
Vermeidung von Druckstellen vorhanden sein (
Urk.
7/178/36 f.).
4
.4
Ergänzend ist
d
er Stellungnahme
von
Dr.
F._
vom 1
8.
April 2
016 zu ent
nehmen, dass unter der Annahme, dass während der Arbeitszeit täglich dreimal die Blase entleert werde, wozu jeweils eine halbe Stunde benötigt werde, sich ein Zeitaufwand von
1
Std.
30 Min.
pro Tag bzw. 7 Std.
30 Min.
pro Woche
ergebe. Zur Dekubitusprophylaxe werde während der Arbeitszeit halbstündlich das Gesäss entlastet. Unter der Annahme, dass pro Arbeitstag 14 x 5 Min. ent
lastet werde, komme er auf 1 Std. 10 Min. pro Tag bzw. 5 Std. 50 Min. pro
Woche. Insgesamt würden pro Arbeitswoche somit hochgerechnet für die Blasen
entleerung und Dekubitusprophylaxe 1
3
Std. 20 Min. benötigt. Bei diesen Annahmen würden die offiziellen Arbeitsp
ausen nicht berücksichtigt. Bei der Defäka
tion,
di
e zwei- bis dreimal wöchentlichen durchgeführt werde und bis zu drei Stunden dauere, gehe er davon aus, dass diese zu Hause erfolge. Bei voller Anstellung betrage die wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden, so dass als Industriedesigner eine Arbeitsfähigkeit zu 70
%
möglich sein sollte und sei (
Urk.
7/196/2 f.).
5.
5.1
Keiner weiteren Ausführungen bedarf die gutachtliche Feststellung, dass allein die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht bedeutsam ist bzw.
aus internistischer und neuropsychologischer Sicht keine
diesbezüglichen
Einschränkung
en bestehen. Dies wird weder von den Parteien in Frage gestellt, noch ergeben sich aus den Akten Anhaltspunkte für eine gegenteilige Beurtei
lung
(z.B.
Urk.
7/66/2)
. Sodann ist klarzustellen, dass angesichts der Erläute
rungen von
Dr.
F._
die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten von 70
%
aus neurologischer Sicht in dem Sinne zu verstehen ist, dass der Beschwerdeführer bei einer Präsen
zzeit von 42 Std. pro Woche 13 Std. 20 Min. für die Blasenentleerung und
die halbstündliche
Dekubitusprophylaxe
in der verblei
ben
den Arbeitszeit (8 Std. 24 Min abzüglich 1 Std. 30 Min.)
benötigt – mithin also zu 68
%
leistungsfähig ist.
Dies wurde vom Beschwerdeführer inso
fern in Abrede gestellt, als er einen erhöhten Zeitbedarf im Alltag allgemein wie auch für
gewisse Verrichtungen
im Büro
geltend machte.
5.2
Zum Beweis reichte
der Beschwerdeführer
im Verwaltungsverfahren
einen
B
e
richt der
Y._
vom 1
8.
Januar 2016
,
verfasst vom leitenden Ober
arzt für Paraplegie,
Dr.
med.
G._
, ein. Dieser hielt fest, dass bei einer Rückenmarksverletzung mit kompletter Paraplegie und neurogener Störung der Blasen-, Darm- und Sexualfunktion medizinisch-theoretisch grundsätzlich mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
zu rechnen sei. Eine wesentliche Rolle spielen würden die vermehrten Zeitaufwendungen im Alltag
etwa
bei der Fortbewe
gung, Körperpflege, der Blasen- und Darmentleerung sowie Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes wie Physiotherapie/Kraf
t
training und unter anderem regelmässige (stündliche) Entlastung
des Gesässes
zur Vermeidung
von Druck
schädigungen der Haut. Diese Aufzählung sei nicht abschliessend. Die Spanne
von 40 bis 60
%
eig
ne
sich zur individuellen Beurteilung. Angesichts dieser Kriterien sei die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers schon früher auf 50
%
festgelegt worden, was auch aktuell und für die weitere Zukunft gelte (
Urk.
7/189).
Weshalb
seines Erachtens
beim Beschwerdeführer
konkret
eine Arbeitsfähigkeit von 50 und nicht
40 oder 60
%
gegeben sein soll, erläutert
e
Dr.
G._
somit
nicht
.
Anzumerken
ist
ferner
, dass er im Herbst 2009 erklärt hatte, eine defini
tive Beurteilung sei erst nach Abschluss der Ausbildung möglich, medizin
i
sch-theoretisch gehe man jedoch davon aus,
es werde
eine «Mindestarbeitsfähigkeit» von 50
%
bestehen
(
Urk.
7/59/6).
Ein Belastungsprofil wollte er
damals
nicht definieren (
Urk.
7/66).
Später
bezeichnete er unter Bezugnahme auf
bereits im Voraus bekannte Fakten (an den Rollstuhl gebunden
, Thrombose der
Arteria
radialis
links
,
Patienten mit vergleichbaren Behinderungen
)
eine Arbeitsfähig
keit von 50
%
als zumutbar (
Urk.
7/90).
Dies deutet neben der Erfahrungstatsache, da
s
s behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), darauf hin, dass eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50
%
eine wohlwollende Einschätzung darstellt. Im Übrigen wurde im Gutachten nicht nur wie von
Dr.
G._
veranschlagt eine stündliche, sondern halbstündliche Entlastung des Gesässes berücksichtigt.
Im vom
Beschwerdeführer
zusätzlich eingereichten
medizinischen Fachartikel
werden in allgemeiner Art und Weise d
ie Hauptp
robleme von Querschnittgelähmten in den Bereichen
Haut, Blase/Darm und Bewegungsapparat
dargelegt
(
Urk.
7/190)
, welche aktenkund
ig
auch beim Beschwerdeführer auftreten (z.B.
Urk.
7/36/14 f.
und 7/167/1-2
). Der Artikel befasst sich indes einzig mit den gesund
heitlichen Aspekten bzw. Risiken und
nicht mit der Bedeutung derselben in der
Bewältigung des Alltags oder gar den erwerblichen Auswirkungen des Leidens.
5.3
Aus den übrigen Akten ergeben sich nur wenige Anhaltspunkte zur Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten. Zu nennen ist zu
nächst die ursprüngliche E
inschätzung
des
Paraplegikerzentrums
der
Y._
im Bericht
vom 2
2.
November 200
7.
Darin wurde
– in Überein
stimmu
ng mit
der gutachtlichen Einschätzung
–
festgehalten, dass
nach geeigneten Um
schulungsmassnahmen und an einem dafür ausgelegten Arbeitsplatz langfristig
wahrscheinlich eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 100 % erreicht werde
(
Urk.
7/
21/
7
)
.
Weiter ist den Akten zu entnehmen,
dass
der Beschwerdeführer in
nert
einem Jahr die
Berufsmatura
nachholte und
es sich beim vo
n
ihm
im üblichen Zeit
rahmen von drei Jahren, nämlich September 2009 bis Juni 2012, absolvierten Studium Bachelor oft Arts für Produkt- und Industriedesgin um ein Vollzeit
studium
handelt
e
(
Urk.
7/36/43 f., 7/54
und 7/96; vgl.
ferner:
https://
www.
Z._
.ch/
ba
-design-
industrial
-design
).
Der Beschwerdeführer absolvierte die
Umschulung also in derselben Zeit, wie dies eine gesunde Person getan hätte
, wobei er allerdings bis zu einem nicht bekannten Zeitpunkt von seiner Lebens
partnerin im Haushalt unterstützt worden sein dürfte (
Urk.
7/22/2).
Ferner bei den Akten
liegt
d
ie Rentenverfügung der Suva vom 1
3.
März 201
3
.
Demnach
berücksichtigte
die Unfallversicherung
beim Invalideneinkommen
zw
ar nur
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepassten Tätigkeiten
. Indes sah sie keine Veranlassung für die zusätzliche Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
, wobei letztlich ein höheres Invalideneinkommen als in der angefochtenen Verfügung angenommen wurde
(
Urk.
7/122/2).
Ob diese
r Entscheid
in Rechtskraft erwuchs, ist nicht bekannt.
5.4
Schliesslich ist auf die Angaben des Beschwerdeführers in der Begutachtung hinzuweisen.
Er gab
an, für alles mehr Zeit zu benötigen. So könne er höchstens einen Viertel de
r
SBB-Produkte bzw. generell nicht alle Produkte des öffent
lichen Verkehrs nutzen. Er benötige auch sehr viel mehr Zeit für die Körperpflege. Wichtig sei die Dekubitusprophylaxe und die Miktion dauere doppelt so lange wie normal, die Defäk
a
tion etwa ein bis zwei Stunden (
Urk.
7/178/20).
Er müsse sich viermal am Tag selbst katheterisieren, die Defäkation erfolge ein bis zweimal pro Woche (
Urk.
7/178/29).
An sich könne er im Haushalt alles erledigen, was sitzend zu erreichen und durchzuführen sei. Was aber über 1,70 m liege, da müsse er passen. Wegen seiner Paraplegie sei der Haushalt in vielen Belangen zeitaufwändiger, bei einigen Arbeiten, etwa beim Wäschemachen, sei er aber auch gleich schnell wie Nichtbehinderte. Dank seiner Putzhilfe, einer Kollegin, könne er sich – nebst Haushalt und seiner Anstellung von 50
%
bei der
A._
– an zwei oder drei Abenden pro Woche mit Kollegen treffen, mit diesen eine Bar oder ein Konzert besuchen, ins Kino gehen oder auch zusammen kochen
(
Urk.
7/178/22)
.
Für
die
A._
erledige er diverse Gestaltungsaufgaben, fertige Graphiken an oder stelle Präsentationsvideos her. Bezüglich Arbeitsrhythmus/-zeit müsse er sehr flexibel sein. In der Regel arbeite er tageweise immer wieder auch acht Stunden am Stück, in der Woche etwa insgesamt 20 Stunden
(bei einem 70%-Pensum, vgl.
Urk.
7/178/30)
. Mental sei er nicht verlangsamt, habe keine Probleme mit der Konzentration und mentalen Ausdauer, lerne Neues ohne Probleme und finde sich auch «on
the
job
» ohne Probleme in für ihn neue Aufgaben ein. Ab und an habe er Probleme, sich Namen und Gesichter von Zufallsbeg
eg
nungen zu merken. Ansonsten sei sein prospektives
und
retrospektives Gedächtnis stabil. Insgesamt sei er kognitiv/mental «besser drauf» als in seiner Tätigkeit als Möbelschreiner. Auch fühle er sich in seiner heutigen Arbeit zufriedener, sei selbstvertrauender und psychisch stabiler als früher (
Urk.
7/178/22).
In physio
therapeutischer Behandlung sei er nicht (
Urk.
7/178/29).
Er arbeite nicht 70
%
, weil Druckstellen auftreten würden, wenn er zu lange
im Rollstuhl sitze;
er
müsse
alle Viertel- bis halbe Stunde entlasten. Zudem sei es bei einer Voll
-
zeit
stelle
in dieser Branche üblich, je nach Auftrag und Termin mit entsprechendem Zeitdruck mehr als 100
%
zu arbeiten. Dies könne er nicht (
Urk.
7/178/30).
5.5
Zusammenfassend
ist
also
festzustellen
, dass
der
Gutachter
Dr.
F._
den
wäh
rend der Arbeitszeit anfallende
n
zeitliche
n
(
Mehr
-)A
ufwand für die Blasenent
leerung und Dekubitusprophylaxe angesichts der Angaben des Beschwerdeführers (doppelt so lange Dauer der Miktion wie normal) und von
Dr.
G._
(stündliche Gesässentlastung) grosszügig berechnet
e
.
Die rein hypothetisch in diesem Beruf bestehende Möglichkeit, allenfalls einmal mit einem grösseren Plan oder Modell arbeiten zu müssen, ist daher nicht noch gesondert zu berück
sichtigen. Die gutachtliche Arbeitsfähigkeitseinschätzung steht zudem im Ein
klang mit derjenigen der zuerst behandelnden Ärzte, während die Einschätzung von
Dr.
G._
zu wohlwollend bzw. zu wenig spezifisch ist.
Im Übrigen
recht
fertigt es sich bezüglich des Arbeitsweges
grundsätzlich
nicht,
in der Inva
lidenversicherung
einen anderen Massstab als in der Arbeitslosenversicherung (
Art.
16
Abs.
2
lit
. f des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIG) anzulegen.
Auch wird
Ver
sicherten in der Regel zugemutet, schweizweit eine Arbeitsstelle zu suchen
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E.
4.2.1, bestätigt mit Urteil 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.3
), wobei beim Beschwerdeführer angesichts der Notwendigkeit einer rollstuhlgängigen Wohnung sicher gewisse Einschränkungen bestehen.
Aktuell beträgt
sein
Arbeits
weg
mit öffentlichen Verkehrsmitteln
von der
H._
- an die
I._
in Zürich
wohl
rund
eine halbe Stunde
. A
llfällige
durch das Leiden
verursachte,
zeitliche
Verzögerungen
(insbesondere
das Abwarten eine
s rollstuh
l
gängigen Trams
)
führen daher nicht
zu
Wegzeit
en
, die anderen Versicherten nicht auch ohne weiteres
zugemutet würde
n
.
Die
neurologische Beurteilung im BEGAZ-Gutachten erfüllt somit die Beweisan
forderungen des Bundesgerichts vollumfänglich. Insbesondere wurde
diese
in
Kenntnis der
spärlich begründeten Vorberichte
abgegeben
, benennt die mass
-
geb
lichen gesundheitlich bedingten Einschränkungen in der umgeschulten Tätig
keit und quantifiziert schlüssig die verbliebene Leistungsfähigkeit. Dafür spricht auch, dass
der Beschwerdeführer nun bereits seit einiger Zeit und für verschie
dene Arbeitgeber
im Bereich Design tätig war und dennoch keine zusätzlichen,
tatsächlich vorhandenen Einschränkungen bei der
Arbeit vorzubringen ver
mochte
.
5.6
Soweit es die
geltend gemachte
Wechselwirkung
(vgl. dazu BGE 134 V 9: maxi
mal 15
%
)
zwischen dem Mehraufwand im Haushalt
und
dem Erwerbsleben betrifft, ist anzumerken, dass
diese
b
eim unstrittig
en
Status «vollerwerbstätig»
keine Berücksichtigung
bei der Invaliditätsbemessung
finde
t
.
Mit anderen Wor
ten spielt es keine Rolle, ob eine vollerwerbstätige versicherte Person allein
stehend ist oder nebenbei noch den Haushalt für eine vierköpfige Familie führt.
Wie sich auch aus den in BGE 141 V 15
zu
Art.
28a IVG
angestrengten Über
legungen letztlich ableiten lässt,
sind
Erwerbstätigk
eit und Aufgabenbereich, worunter die Besorgung des Haushalts fällt, komplementär und können
insge
samt nur einen Wert von 100
%
ergeben
. Der
Schaden, der
dem als
voller
werbstätig zu qualifizierenden
Beschwerdeführer
durch den Mehraufwand im Haushalt
entsteht,
ist in diesem Sinne nicht
versichert
, d.h.
vermag
k
einen Rentenanspruch zu begründen
.
Im Übrigen räumt
e
der Beschwerdeführer
selbst ein,
nicht bei allen Haushalts
tätigkeiten einen Mehraufwand zu haben (z.B. W
äsche
machen)
.
Dies
dürfte
auch auf
die Erledigung der meisten administrativen Angelegenheiten
und
Ein
käufen
zutreffen,
di
e heute weitestgehend online erledigt werden könne
n
.
Der zeitliche Mehraufwand
bei
Arbeiten in der Küche
dürfte
primär
von deren Einrichtung abhängen
.
Es bleiben die vom Beschwerdeführer
hervorgehobenen
Schwierigkeiten bei P
utz- und
A
ufräumarbeiten
. Allerdings
wenden voll erwerbs
tätige
,
alleinlebende
(gesunde)
Männer hierfür
im Durchschnitt
nur rund zwei Stunden
pro Woche
auf (vgl. dazu die von der
schweiz
erischen Arbeits
kräfteerhebung [SAKE]
des Bundesamtes für Statistik
[BFS]
ermittelten Werte
für das Jahr 2016 in Tabelle T03.06.02.04, abrufbar unter
www.bfs.admin.ch
).
Darüber hi
naus
kann der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben trotz des
täglich erhöhten
Zeitaufwandes –
etwa für die Körperpflege
–
ganztags
arbeiten.
Ein
zusätzlicher Aufwand,
der
beim erfreulicherweise sehr gut an seine gesund
heitliche Situation adaptierten Beschwerdeführer
eine Reduktion des
zeitlichen
Arbeitspensums um zwei oder mehr
Tage pro Woche
erfordern würde, ist
daher weder substantiiert behauptet noch offensichtlich
–
zumal
infolge der
Schaden
minderungspflicht
auch primär die frei verfügbare Zeit und nicht das Arbeits
pensum zu kürzen
wäre
.
6.
6
.1
Nach der Rechtsprechung ist bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
alsdann
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung ent
sprich
t, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein
(BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Da die Invaliditätsbemessung
der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit
dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl.
Art.
8
Abs.
1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass kon
krete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträch
tigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tat
sächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein. Im Revisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruf
lich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Inva
lidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt allenfalls (weitere) Rück
schlüsse auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheitsschadens bis zum Revisionszeitpunkt gekommen
wäre
. Allerdings darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätig
keitsgebiet erreicht (
Urteile des Bundesgerichts 8C_502/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E. 3.1.2 und 8C_864/2011 vom
1.
Februar 2012 E. 5.2.1 jeweils mit Hin
weisen
).
6.2
6.2.1
Die Beschwerdegegnerin
knüpfte
für die Berechnung des
Valideneinkommens
am
zuletzt vor dem Unfall
mit
der Firma
J._
vereinbarten
Stundenlohn von
Fr.
34.-- a
n
.
Konkret
berechnete sie ein
Bruttojahresein
-
kommen
von
Fr.
75'281.-- für das Jahr 2007 respektive
– unter Berücksich
tigung der Nominallohnentwicklung –
von Fr. 80'705.40 für das Jahr 2015
(insbesondere
Urk.
2 und 7/29).
6.2.2
Im
Sozialversicherungsrecht ist
zwar
nicht entscheidend, ob die Invaliditäts
bemessung mit Stunden-, Monats
-
oder Jahreswerten durchgeführt wird. Bei allen drei Vorgehensweisen ist jedoch dem Anspruch auf Ferien oder Ferien- und Feiertagesentschädigung Rechnung zu tragen. Sind im Lohn Ferien- und Feiertagesentschädigungen enthalten, müssen die entsprechenden Zeiten für Ferien und Feiertage von der (gesamtarbeitsvertraglich) vereinbarten Jahresar
beitszeit abgezogen werden, um das massgebende Erwerbseinkommen ermitteln zu können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_749/2
013 vom
6.
März 2014 E.
3.3.2).
6.2.3
Nachdem im Stundenlohn von
Fr.
34.-- sowohl eine Feiertags
entschädigung von 3.6
%
(entsprechend 9 Feiertagen)
als auch eine Ferienentschädigung
von 9.22
%
(entsprechend 22 Ferientagen)
enthalten waren (
Urk.
7/14/46),
ergibt sich ein massgebliches Jahressoll von 1'955 Stunden für ein Vollzeitpensum
(=
[
365
Tage
– 104 Samstage/Sonntage – 31 Feier-/Ferientage
]
x
8.5 betrieb
s
übliche Arbeitsstunden pro Tag
,
Urk.
7/14/60
).
Der Bruttojahresverdienst für das Jahr 2007 beträgt daher
Fr.
66'470
.--. Für das Jahr 2015 resultiert
unter Berück
sichtigung
der N
ominallohnen
twicklung gemäss Tabelle T1.39
Nominal
lohn
index 1993-2010 (Basis 1939 = 100, im Internet abrufbar),
Total für Männer
für die Jahre 2008 bis 2015
(2008: 2.2
%
, 2009: 2.1
%
, 2010: 0.7%, 2011:1
%
, 2012: 0.8
%
, 2013: 0.8
%
, 2014: 0.7 %, 2015: 0.3
%
)
ein Betrag von
Fr.
72'394.--.
Dies entspricht
den
n
auch
dem gestützt
auf die LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level,
Ziff.
41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 2 für Männer ermittelten Lohn
von
Fr.
73'311.--
.
Der
standardisierte Monatslohn (Vollzeit
äquivalent basierend auf 4 1/3 Woch
en à 40 Arbeitsstunden) von Fr.
5’885
.–
-
ist
nämlich
auf die
im
Jahr
2015
betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit von 41.
4
Stunden (BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, abruf
bar im Internet)
hochzurechnen und wiederum
an die Nominallohnent
wicklung
anzupassen
(=
12 x
5885
:
40 x 41.
4
x 1.0
03
; vgl. ferner den
fast
identischen Tabellenlohn
Ziff.
3
1-33 Herstellung von Möbeln
).
6.3
6.3.1
Im Übrigen fällt in der Erwerbsbiographie des Beschwerdeführers
vorderhand
auf, dass er
nach Abschluss der Schreiner-Lehre im Sommer 2003
mit
erst
23 Jahren
(
Urk.
7/1/1) bis zum Unfall im Sommer 2007 wiederholt den Arbeitgeber wechselte
bzw.
temporär arbeitete (
Urk.
7/13)
und
bereits mit einer Umschulung in
eine gestalterische
Tätigkeit
liebäugelte (
Urk.
7/36/38)
. Dabei handelt es sich beim Stundenlohn von Fr. 34.
-- auch nicht mehr um
einen Einstiegslohn, sondern den mit drei Jahren Berufserfahrung er
zielten, nach den vorstehenden Ausführungen zum LSE-Tabellenlohn üblichen
Lohn (vgl.
Urk.
7/1/4).
Die Erwerbsbiographie
deutete somit nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit auf eine Karriere hin
, welche
heute
das Abstellen auf einen Tabellenlohn im Kompetenzniveau 3 rechtfertigen würde
.
6.3.2
Die Tatsache, d
ass
der Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt erst wenige Jahre Berufserfahrung hatte
und
später an einer Fachhochschule einen Bachelor absol
vierte,
bietet ebenso wenig genügend konkrete Anhaltspunkte für eine
Validenkarriere
. So hielt das Bundesgericht in seinem Entscheid 9C_770/2015 vom 2
4.
März 2015 E. 4.4.2 lediglich dafür, bei einem
invalid gewordenen Berufs
einsteiger
mit Lehrabschluss
im Rahmen
d
er Rentenrevision auf den Tabellenlohn im Kompetenzniveau 2 abzustellen und nicht bloss den in der allerersten Festanstellung tatsächlich erzielten Verdienst an die Nominal
lohn
entwicklung anzupassen. Eine eigentliche Beförderung diskutierte es indes nicht.
Weiterbildungen
in
der Tätigkeit als Schreiner waren
seitens des Beschwerde
führers
sodann
keine geplant oder
absehbar bzw. das Interesse an dieser Tätig
keit bereits nicht mehr allzu gross.
Allein d
as Vorhandensein
von Fähig
keiten
begründet
noch keine hinreichende Wahrscheinlichkeit für einen beruf
lichen Aufstieg, soweit sich nicht die Absicht manifestiert hat, dieses Potenzial auch auszuschöpfen.
Damit bleibt es bei einem maximalen
Valideneinkommen
von
Fr.
73'311.--.
6.4
6.4.1
Hinsichtlich des
Invalideneinkommen
s
kann der Stellungnahme des
internen
Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
November 2015 ergänzend zu den Ausführungen in E. 2.1 folgende Berechnung entnommen werden: 6'211 (standardisierter Monatslohn) x 12 (Monate
)
:
40 x 41.5 (betriebsübliche Arbeits
zeit) x 1.008 x 1.007 x 1.007 (Nominallohnentwicklung)
=
Fr.
79'040.60 für ein Vollzeitpensum
(
Urk.
7/182/2).
6.4.2
Zu konstatieren
ist, dass der
standardisierte Monatslohn gemäss
LSE 2012, Tabelle TA1,
Ziff.
73-75 sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und techni
sche
Tätigkeiten, für Männer im Kompetenzniveau 2
Fr.
6'342.-- und im Kom
petenzniveau 3 nur
Fr.
6'221.-- beträgt. In der LSE 2014 findet sich
in der
Tabelle TA1_tirage_skill_level
für das Kompetenzniveau 2
noch
ein Betrag von
Fr.
5'744.--, der Lohn im Kompetenzniveau 2 konnte mangels ausreichender Daten
gar
nicht eruiert werden
[
unsicher
Fr.
6’810]
.
Dasselbe gilt übrigens
f
ür das Anforderungsniveau 4 für Männer gemäss
Ziff.
74 der Tabelle T1 der LSE 2010
[unsicher
Fr.
4’952]
.
Der Lohn
im Anforderungsniveau 3 betrug
in der LSE 2010
Fr.
6
’
016.--.
Es ist daher zu vermuten, dass die
statistischen Daten in diesem Bereich
nur bedingt
repräsentativ sind
.
Die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2015 betrug in diesem Bereich 41.6 Stunden pro Woche, die Nominal
lohnentwicklung für Männer im Sektor 3 im Jahr 2013 0.8
%
, im Jahr 2014 0.7
%
und im Jahr 2015 0.3%
(vgl. oberwähnte Tabellen)
. Ausgehend von diesen
Berechnungs
faktoren
stehen
gestützt auf die LSE 2012 und 2014
Tabel
lenlöhne
zwischen
Fr.
71'900.20 und Fr. 80'580.85
für ein Vollzeitpensum
im Jahr 2015 zur Auswahl
.
Stellt man
, wie dies
in vergleichbaren Situation üblich ist (z.B.
bei
Selbständigerwerbenden
)
, auf das Mittel der 4
zuverlässigen
Werte der letzten drei Statistiken
ab
, womit
vorliegend auch
der unzuverlässige Mini- und Maximalwert
automatisch
eliminiert würde
n
, e
rgäbe sich ein standardi
sierter Monatslohn von
Fr.
6'080.75 bzw. ein Bruttojahreslohn von Fr. 75'
705
.
35 (= 6
08
0
.75 x
12 :
40 x 41.5).
6.4.3
Zur Verifizierung
des Invalideneinkommens
bietet es sich an, wie vom Be
schwerdeführer ini
t
iiert, eine weitere Statistik des
BFS
zu konsultieren. Gemäss der Statistik «S
tandardisiertes Bruttoerwerbsei
nkommen der Hochschulabsol
vent/
innen fünf Jahre und ein Jahr nach Studienabschluss
», Tabelle TA3Z62-12, Standardisiertes Bruttoerwerbseinkommen der FH- und PH-Absolvent/innen nach Examensstufe, Fachbereich (real, in Franken pro Jahr), Stand fünf Jahre nach Studienabschluss
, Abschlussjahr 2010
betrug der Medianlohn für männ
liche
Absolventen
eines Bachelorstudiums in Design an
einer Fachhochschule
Fr.
70’000.--. Ein Jahr nach
Studi
en
abschluss betrug es noch Fr.
59'500.
--
. Letzteres lässt sich g
ut mit dem von der
K._
für den gesundheitlich beein
trächtigten Beschwerdeführer
als
r
ealistisch
veranschlagten, leicht tieferen
Einstiegseinkommen
(
vgl.
Urk.
7/143/5
:
Fr.
26'000.- bis 27'000.- für 50
%
) sowie
dem bisher effektiv von diesem erzielten Einkommen
(vgl.
Urk.
7/201, 7/152/1, 7/142/1) vereinbaren.
Der auffallend hohe Lohn während der
befris
teten Anstellung in der
Z._
betraf einerseits eine Unterrichtstätigkeit und beruhte andererseits auf persönlichen Beziehungen
(vgl.
Urk.
7/150/7).
W
eitere
Lohnsteigerung
en
im Laufe des Erwerbslebens, entsprechend den LSE-Tabellen
-
löhnen
,
sind daher durchaus plausibel.
6.
5
6.5.1
Praxisgemäss kann von dem anhand der LSE-Tabellenlöhne ermittelten Inva
lideneinkommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug
vorgenommen werden. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 142 V 178 E.
1.3, 124 V 321 E. 3b/
aa
) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Ohne für jedes zur Anwendung gelangende
Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merk
male
auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen (BGE 126 V 75 E.
5b/
bb
). Der Abzug darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc, Urteile des Bundesgerichts 8C_253/2017 vom 2
9.
Juni 2017 E.
4.3.2 und 8C_114/2017 vom 1
1.
Juli 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits bei der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.1, 8C_536/2014 vom 2
0.
Januar 2015 E. 4.3 je mit Hinweisen). Dabei rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_536/2014 vom 2
0.
Januar 2015 E. 4.3 und 9C_728/2009 vom 2
1.
September 2010 E. 4.3.2, in: SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90 mit Hinweisen). Bestehen jedoch über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen oder ist die funk
tionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2015 vom 1
6.
Juni 2015 E. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_552/2017 vom 1
8.
Januar 2017 ).
6.5.2
Dem
zusätzlichen Pausenbedarf
des Beschwerdeführers
i
m
Kontext
mit den gesundheitlich bedingten Massnahmen während der Arbeitszeit
wurde
bereits mit einer reduzierten Leistungsfähigkeit Rechnung getragen. Der von der Be
schwerdegegnerin gewährte Abzug von 10
%
rechtfertigt sich dennoch
. So
ist der Beschwerdeführer einerseits in seiner Mobilität eingeschränkt, andererseits wirkt sich die Teilleistungsfähigkeit im Bereich Design überwiegend wahr
schein
lich stärker als
beispielsweise
in einer
einfachen
Bürotätigkeit aus. Kon
kret
ist
der Beschwerdeführer insbesondere
auf einen rollstuhlgängigen Arbeitsplatz angewiesen und benötigt mehr Zeit für allfällige Auswärtstermine
.
Dabei
legte er mehrfach plausibel dar
, dass in seinem Bereich oft an Projekten
gearbeitet wird,
so dass je nach Arbeit-
/
Auftraggeber
nicht nur
Auswärts
termine
, sondern auch
ein gewisser Zeitdruck nachvollziehbar sind (z.B.
Urk.
7/178/45
; vgl. ferner Urk. 7/152/1 Ziff. 3
).
Ferner
besteht grundsätzlich ein
erhöhtes
Risiko für gesundheitsbedingte Absenzen am Arbeitsplatz
(vgl. auch
Urk.
7/190)
. Beim Beschwerdefüh
rer traten solche, soweit aus den Akten ersichtlich,
bis anhin glücklicherweise
jedoch
kaum auf.
Soweit es die Akzeptanz bei Kunden und
Mitarbeitern betrifft, ist der Beschwerdeführer davon nicht offensichtlich mehr oder weniger als andere Invalide betroffen. Da dieser Um
stand in der Gerichtspraxis beim leidensbedingten Abzug
nie Erwähnung findet, rechtfertigt sich vorliegend nichts Anderes (vgl. ferner E. 6.4 zu den vergleich
baren Löhnen im Kompetenzniveau 2 und 3 im vorliegenden Fall). Positiv
ins Gewicht fällt
die Vorbildung des Beschwerdeführers als Schreiner,
die
z.B. im
Bereich
Möbeldesign als Vorteil zu werten ist.
Es kommt hinzu, dass
der Beschwerdeführer
noch relativ jung ist
. De
m
sich abzeichnende
n
erschwerten
Einstieg in den Beruf, welcher
ausser
mit der Gesundheit
auch mit d
em Tätig
keitsfeld
zusammenhängen dürfte
,
ist daher
mit Blick auf die verbl
eibende Dauer des Erwerbslebens keine Bedeutung beizumessen.
6.5.3
Insgesamt erscheint der Vorwurf des Beschwerdeführers, die Ermessenausübung der Beschwerdegegnerin
in den Vorbescheiden
sei mit Bezug auf den leidens
-
bedingten Abzug willkürlich,
nachvollziehbar
.
Nichtsdestotrotz erscheint d
er
letztlich gewährte Abzug von 10
%
angemessen, zumal
das effektive
Einstiegs
gehalt nicht wesentlich tiefer als das anderer Absolventen
ist
und die ausge
bliebene Lohnsteigerung
vorab auf die
weiterhin unstete Erwerbsbiographie
zurückzuführen ist.
7.
Zusammenfassend ist
also
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 73'311.
--
aus
-
zugehen und das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der gutachtlich festgestellten 70%-Leistungsfähigkeit und eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
auf
Fr.
4
7
'
694.40
(=
75'705.40
[im günstigsten Fall]
x 0.7 x 0.9)
festzu
setzen
.
Es resultiert
derzeit
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von rund 35
%
. Die im angefochtenen Entscheid verfügte Einstellung der bisherigen Rente ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Die Kosten sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.