Decision ID: 55b94e0b-06d3-48b5-82da-29ba7c9809ed
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, meldete sich am 27. Oktober 2008
unter Hin
weis auf
ein unfallbedingt verletztes rechtes Sprunggelenk bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit Verfügung vom
25. November 2009
einen Leistung
sanspruch
(Urk.
12/31
).
1.2
Der Versicherte meldete sich am 15. September 2012 erneut bei der Invaliden
-
versi
cherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/40).
Nach
Abklärung der
me
-
dizinischen
und erwerblichen Situation,
Beizug
der Akten der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) sowie
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
12/86
;
Urk.
12/89
)
verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom
10. Juni 2015
bei einem Invaliditätsgrad von 16
%
einen Rentenanspruch
(Urk.
12/93
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte
erhob am
13. Juli 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
10. Juni 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm spä
testens ab September 2012 mindestens eine halbe Rente auszurichten
(
Urk.
1
S. 2
Ziff.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
15. September 2015
(
Urk.
11
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
30. September 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbarkeit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das
Neuanmel
dungsverfahren
nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prü
fung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzu
stellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichtein
tretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summari
schen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 6. Juni 2015 (
Urk.
12/92 S. 2 unten)
, davon aus, dass sich die degenerativ vorbestehenden Gesundheitsschäden nach dem Umfall vom 13. März 2012 nicht verschlechtert hätten und somit weiterhin von einer vollen Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (
Urk.
2 S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde (
Urk.
1)
im Wesentli
chen
auf den Standpunkt,
dass der Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei, weil nebst den von der SUVA anerkannten unfallbedingten Beschwerden weitere nicht unfallbedingte Beschwerden vorliegen würden, welche Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit hätten. Durch das Gericht sei
deshalb ein polydisziplinäres Gutachten in Auf
trag zu geben, um den Sachverhalt umfassend abzuklären (S. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob beim Beschwerdeführer seit Erlass der rentenablehnenden Verfügung vom 25. November 2009 (
Urk.
12/31) eine anspruchsbegründende Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
3.
3.1
Der rentenablehnenden Verfügung vom 25. November 2009 (
Urk.
12/31) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde:
3.2
Am 9. Dezember 2008 berichteten d
ie Ärzte der
Y._
(
Urk.
12/19), wo der Beschwerdeführer vom 28.
Oktober
bis
2.
Dezember 2008 in stationärer Behandlung gewesen war, und nannten
als Diagnosen therapie
resistente diffuse Beschwerden des oberen rechten Sprunggelenks, aktuell keine Hinweise auf CRPS
,
sowie eine leichte bis mittelgradige depressive Episode
bei ausgeprägten psychosozialen und familiären Problemen (S. 1)
. Infolge psychisch bedingter Limitierung seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Ab
klärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht erklären (S. 2
oben
).
Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Die berufliche Tätigkeit als Bau
arbeiter sowie jede andere berufliche Tätigkeit sei aus unfallkausaler Sicht hin
sichtlich des rechten oberen Sprunggelenks ganztags zumutbar. Aufgrund der psychisch be
dingten Einschränkung werde ein
erleichterter Einstieg mit der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit 50%igem Pensum empfohlen. Bei weiterhin positivem Heilungsverlauf und bei Abklingen des psychiatrischen Beschwerdebildes sei eine Steigerung auf ein volles Pensum innert 3 Monaten anzustreben (S. 2 Mitte).
3.3
Im
orthopädisch psychiatrischen
Gutachten
des
Z._
vom
28. August 2009 (
Urk.
12/27) nannten die Ärzte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine längere depressive Reaktion bei sozialer Belastungssituation (ICD-10 F43.21).
Aus psychiatrischer Sicht betrage d
ie Arbeitsfähigkeit
wegen erhöhter Affektlabilität und der Auf
wendung einer höheren Energiespannung
sowohl in der bisherigen als auch in einer
angepassten Tätigkeit 90
%
(S. 16 unten)
.
Der Unfallschaden
a
m rechten Sprunggelenk vom
2.
August 2007 gelte rückblickend als Bagatelltrauma mit einem nachvollziehbaren Verlauf von 4-6 Wochen bis zum Eintritt einer
Resti
tutio
ad
integrum
. Es seien weder unfallabhängige noch unfallunabhängige or
thopädisch-pathologische Befunde auszumachen. Die vom Beschwerdeführer in den Bereich des rechten Sprunggelenkes projizierten Beschwerden würden einer nachvollziehbaren orthopädisch-
traumatologischen
morphologischen Patholo
gie entbehren (S. 19 oben)
.
3.4
Gestützt auf dieses Gutachten verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 25. November 2009 (
Urk.
12/31) einen Leistungsanspruch des Beschwer
deführers.
4.
4.1
Im Rahmen der vorliegenden Rentenrevision holte die Beschwerdegegnerin die folgenden medizinischen Berichte ein:
4.2
Im Austrittsbericht der
Y._
vom
2.
Juli 2012 (
Urk.
12/53/27-34 = 12/60/330-333)
, wo der Beschwerdeführer vom 16. Mai bis 27. Juni 2012
ein weiteres Mal
in stationärer Behandlung gewesen war,
berichteten die Ärzte, dass
die Resultate der physischen Leistungstest für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit
i
nfolge Selbstlimitierung und Inkonsistenz
nicht verwertbar
seien
. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht er
klären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizi
nisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Ein
schränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begrün
den. Eine psychische Störung mit Krankheitswert, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte, liege nicht vor. Die Tätigkeit als Bo
denleger sei nicht mehr zumutbar. Eine mindestens leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei hingegen zumutbar (S. 2).
Zusammenfassend habe sich ein normaler Befund ergeben. Ein am 13. Juni 2012 durchgeführtes MRT des
Neurokraniums
habe sich altersentsprechend ge
zeigt, ohne Anhalt für fassbare posttraumatische makro-, oder
mikromorpholo
gische
zerebrale Residuen. Im Rahmen der ambulanten Untersuchung in der Fusssprechstunde der
A._
sei die bildgebende Diagnostik bespro
chen worden. Im MRI rechts und links h
ätt
en sich wenig spezifische Befunde gezeigt, einen
intakten Bandapparat und keine Ruptur der Achillessehne. Die Bildgebung begründe keinen klaren Anhalt für das diffuse Schmerzsyndrom
(S. 2 unten f.).
Aus psychiatrischer Sicht attestierten
die Ärzte eine Anpassungsstörung in Form eines leichten depressiven Zustandes (ICD-10 F43.21)
und führten dazu aus,
dass der
Beschwerdeführer in den Therapien
allgemein
über eine geringe Com
pliance verfügt
habe
;
therapeutisch habe sich ein erschwerter Zugang beobach
ten lassen. Der Beschwerdeführer habe kaum die Bereitschaft signalisiert
,
prob
lembezogen zu arbeiten und die Belastungen im
Rehaprogramm
sukzessive zu steigern.
Die Umsetzung aktiver
Copingstrategien
zur Schmerzbewältigung sei dem Beschwerdeführer sehr schwer gefallen, im klinischen Alltag habe sich ein ausgeprägtes Schonverhalten bei deutlicher Schmerzlimitierung beobachten lassen.
Der Beschwerdeführer sei
sehr schmerzfokussiert und habe den
Abbau der Schmerzmedikation abgelehnt
.
T
rotz umfassender diagnostischer Abklärung habe er sich nicht ernst genommen gefühlt,
sei
im Verhalten rasch
kränkbar
gewesen
und
habe
leicht aufbrausend reagiert (S.
3
Mitte
).
Zudem würden p
sychosoziale Belastungen
in einem bereits
unfallvorbestehen
den
konfliktreichen Verhältnis zum Arbeitgeber bestehen. Die überwiegend passive Schmerzbewältigung mit stark ausgeprägtem Schonverhalten trage zu einer Verzögerung des psychischen Heilungsverlaufs bei (S. 3 oben).
Zusam
menfassend habe sich eine fragliche Leistungsbereitschaft mit deutlicher Fixa
tion auf die Schmerzsymptomatik gezeigt
(S. 3 unten)
.
Die Ärzte hielten ab
schliessend fest, dass v
on einer Einschränkung der beruflichen Fähigkeiten nicht auszugehen
und
eine vollschichtige Tätigkeit grundsätzlich möglich
sei
(S. 4 oben).
Im
Rahmen der neuropsychologischen
Abklärung
(
Urk.
12/60/307-312)
hätten sich Einschränkungen in den Bereichen Aufmerksamkeits- und
Exekutivfunk
tionen
, der Merkfähigkeit und der
visuo
-konstruktiven Fähigkeiten gezeigt. Während des Aufenthaltes habe keine eigentliche depressive Störung von Krankheitswert vorgelegen.
Die im Verlauf der Untersuchung durchgef
ührten Symptomvalidierungstests
verw
ie
sen auf eine wahrscheinliche
Aggravations
tendenz
des Beschwerdeführers. Das im Rahmen der neuropsychologischen Un
tersuchung ermittelte kognitive Testprofil besitze somit nur geringe Aussage
kraft und der Schweregrad der neuropsychologischen Störung sei unter diesen Umständen entsprechend schwierig einzuschätzen, aber auf jeden Fall geringer, als es das Testprofil darlege (S. 5 Mitte).
Die Funktionsfähigkeit sei aufgrund der wahrscheinlichen Aggravation der Beschwerden aus neuropsychologischer Sicht kaum zuverlässig einzuschätzen
(S. 5 Mitte)
.
Beim Beschwerdeführer habe ge
mäss MRT-Befund vom 13. Juni 2012
der
B._
keine struk
turelle Hirnverletzung vorgelegen, welche eine deutliche kognitive Minderleis
tung begründen könnte
.
In kognitiver Hinsicht dürfte daher die Ausübung der früheren beruflichen Tätigkeit grundsätzlich wieder möglich sein (S. 5
unten
).
4.
3
Dr.
med. C._
, Facharzt für Radiologie, MRI-Zentrum Spital
D._
,
hielt im Bericht vom
2.
Oktober 2012 (
Urk.
12/53/10-11) fest,
dass keine rele
vanten degenerativen Veränderungen der
Brustwirbelsäule
bestünd
en
. Im Ver
gleich zum MRI der Lendenwirbelsäule
vom 29. Juni 2010 sei es insgesamt zu keiner wesentlichen Befundänderung gekommen (S. 2).
4.
4
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 30. März 2013 (
Urk.
12/56) als
psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, sch
were Episode (
ICD-10
F32.2;
Ziff.
1.1)
. Der Beschwerdeführer klage glaubwürdig über Schwindel. Im Vorder
grund des psychischen Zustandsbildes
stünden Symptome
, welche seit dem Unfall persistier
t
en.
Aufgrund des Schwindels könne der Beschwerdeführer nicht mehr auf der Baustelle arbeiten,
bezüglich Arbeitsintegration
seien mit der SUVA
Gespräche
i
m
Gang
(
Ziff.
1.7)
.
4.
5
Dem Bericht der
Ärzte der
F._
,
Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
,
vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
12/61/4-5) lässt sich entnehmen, dass
trotz erweiterter apparativer Untersuchung des Gleichge
wichtsorgans kein objektivierbares Korrelat zum Schwank- und Drehschwindel gefunden
wurde
.
4.
6
Dr.
med. G._
,
Fachärztin
für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie (ORL), SUVA,
führte in der
ärztliche
n
Beurteilung vom 15. Mai 2014 (
Urk.
12/67/88-91)
aus, dass sich
a
us
otologischer
Sicht ein definitiver und unveränderter Sta
tus (seit letzter Beurteilung vom 13. Februar 2013;
Urk.
12/67/182-185) nach Felsenbeinfraktur links mit Ertaubung links und permanentem Tinnitus links als Folge eines Treppensturzereignisses
bestätige
.
Aus den zwischenzeitlich einge
gangen Berichten
und a
ufgrund einer ausgedehnten
vestibulären
Testbatterie an der ORL-Klinik des
F._
bestätige sich ein funktionstüchti
ges Gleichgewichtsorgan beidseits. Dabei lasse sich insbesondere am linksseitig ertaubten Gehör keine Pathologie betreffend d
ie
Gleichgewichtsfunktion links feststellen (S. 1). Bezüglich der vom B
eschwerdeführer
beklagten
Sekunden
schwindelattacken
seien keine objektivierbaren Befunde feststellbar (S. 2).
Aus
otologischer
Sicht habe der
Beschwerdeführer
infolge seiner Ertaubung links ein vermindertes Richtungsgehör und eine erschwerte räumlich-akustische Orientierung, welche auch mittels einer Hörgeräteversorgung nicht optimiert werden könne. Daher seien gehör- und absturzgefährdende Arbeitsplätze unge
eignet (S. 3 unten f.). Dabei würden Tätigkeiten ohne grosse Gewichtsbelastung
für Rücken- und Schulterbereich, sowie alle sitzenden und stehenden Tätigkei
ten ohne Arbeiten über Kopfhöhe, in Frage kommen (S. 4).
4.
7
Dr.
med. H._
,
Fach
arzt
für Orthopädische Chirurgie und Traum
atolo
gie des Bewegungsapparates führte im Bericht der
k
reisärztliche
n
Untersuchung vom 1. Juli 2014 (
Urk.
12/67/56-67)
aus,
die ausgedehnten Ab
klärungen
der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
nach Treppensturz mit leichter traumatischer Hirnverletzung hätten keine unfallkausalen strukturellen Schädigungen ergeben, es seien aber auf multiplen Segmenten degenerative Veränderungen festgestellt worden
.
D
iese seien vorbestehend, anamnestisch hätten lumbale Probleme mit Ausstrahlung ins linke Bein bereits ohne
Unfall
kausalität
seit mindestens 2010 bestanden. Bei der stationären Rehabilitation in
Y._
(16. Mai bis 27. Juni 2012) seien Selbstlimitierung und Inkonsistenzen bei
den
physischen Leistungstest festgestellt worden, eine psychische Störung mit Krankheitswert sei negiert worden. Der diagnostizierte unklare,
kurzdau
ernde
Schwindel könne laut Bericht des
F._
vom 8. Okto
ber 2013 diagnostisch nicht eingeordnet werden.
Aus
orthopädisch-traumatolo
gische
r
Sicht sei
festzuhalten, dass es unfallkausal zu keinen strukturellen (Rü
cken-)Schädigungen gekommen sei und die vorbestehenden degenerativen Ver
änderungen bei den bildgebenden Abklärungen unverändert gewesen seien. Die durchgeführte rein passive Physiotherapie erfülle seit langer Zeit die WZW-Kri
terien (
W
irksam
keit
,
Z
weckmässig
keit
und
W
irtschaftlich
keit
) nicht mehr (S. 10). Die Taubheit links, der Schwindel sowie die psychische Komponente seien in der vorliegenden Beurteilung nicht berücksichtigt und müssten (teilweise er
neut) fachärztlich beurteilt werden. Aus rein orthopädisch-
traumatologischer
Sicht sei keine unfallkausale Einschränkung zu erkennen und dem
Zumutbar
keitsprofil
der ORL-Fachärzte
sei
zuzustimmen (S. 11).
4.
8
Die Ärzte
des
F._
,
Klinik für Rheumatologie
,
hielten im
Bericht
vom 20. November 2014 (12/81 = 12/82/6-8)
fest,
dass
die Befunde un
verändert
seien
(S. 2 Mitte). Im Vordergrund würden vorwiegend psychosoziale und psychiatrische Aspekte stehen, insbesondere die Einstellung der
Unfallgel
der
stelle den Beschwerdeführer vor viele Fragen. Zur Festlegung der Arbeitsfä
higkeit sei eine Evaluation der Leistungsfähigkeit im Rahmen eines Gutachtens nötig, nebst den
muskuloskelletalen
Aspekten, welche die A
rbeitsunfähigkeit
beeinflussen könnten, scheinen auch psychiatrische Komponenten im Raum zu stehen (S. 2 unten).
4.
9
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.6)
nannte in einem
undatierte
n
Bericht (
letzte Kontrolle am 1
2.
Dezember 2014
;
Urk.
12/77/1-4)
als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet (
ICD-10 F33.9;
Ziff.
1.2). Bis jetzt sei keine Besserung des psychischen Zustandsbildes erfolgt. Der Beschwerdeführer leide an depressiven Symptomen, sei sehr unzufrieden und werde von der SUVA nicht mehr bezahlt. Die Ehefrau habe sich von ihm getrennt, da sie sein aggressives Verhalten,
die
Gewalt,
den
Verlust der
Impuls
kontrolle
und seine Stimmungsinstabilität nicht mehr habe dulden können. Sie könne in der Wohnung bleiben, der Beschwerdeführer habe diese
gemäss Ge
richtsentscheid
verlassen müssen. Der Beschwerdeführer könne sich mit seinem Schicksal nicht abfinden. Er sehe keine Zukunft mehr, eine Arbeit könne er nicht mehr finden, müsse aus der Wohnung ausziehen und wisse nicht wohin (
Ziff.
1.3). Laut Angaben des Beschwerdeführers könne er wegen Schwindel kei
ner Tätigkeit mehr nachgehen (
Ziff.
2.1). Es komme monatlich zu
r
Behandlung (
Ziff.
3.1). Die Prognose sei offen (
Ziff.
3.3). Die Verbesserung der Arbeitsfähig
keit durch medizinische Massnahmen sei vor allem von den somatischen Be
schwerden abhängig (
Ziff.
4.1).
4.
1
0
M
ed.
pract
.
I._
,
Facharzt
für Arbeitsmedizin, RAD,
nannte
in sei
nen
Stellungnahme
n
vom
11
. Februar und 19. März 2015 (
Urk.
12/85/7-9)
be
zugnehmend auf die vorhandenen ärztlichen Beurteilungen das folgende
Be
lastungs
profil
:
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, keine
gehörgefährdende
n
Arbeitsplätze und
Berücksichtigung des verminderten Richtungshörens
sowie
der erschwerten räumlich-akustischen Orientierung. Keine Tätigkeiten mit
Ab
sturzgefahr
, kein Steigen auf Leitern/Gerüste, keine Überkopfarbeiten, keine Tä
tigkeiten mit Kopfrückneigung
(S. 8 unten)
.
Die Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit betrage 100
%
. In einer
angepasste
n
Tätigkeit sei von keiner wesentlichen Einschränkung der A
rbei
ts
fähigkeit
auszugehen
(S 9 unten)
.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers im relevanten Zeitraum (vgl. E. 2.3) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat.
Zwischen den Parteien ist dabei unbestritten, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Bodenleger inzwischen vollständig arbeitsunfähig ist.
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass
keine
anspruchsbegrün
dende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
Soweit der Beschwerdeführer
einwendet
, dass die SUVA von degenerativen Veränderungen ausgehe, welche erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
hätten
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
2)
,
ist ihm entgegen zu halten
, dass die ausgedehnten Abklä
rungen nach
dem
Treppensturz keine unfallkausalen strukturellen Schädigun
gen ergeben haben und die
bildgebend
festgestellten degenerativen Verände
rungen vorbestehend
und unverändert
waren (vorstehend E. 4.7).
Gleiches geht aus dem Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Oktober 2012 (vorstehend E. 4.3)
her
vor,
welcher
im Bereich der
Brustwirbelsäule bildgebend
keine relevanten dege
nerativen Veränderungen und im Bereich der
Lendenwirbelsäule im Vergleich zu 2010
insgesamt keine wesentliche Befundänderung
feststellte
.
So geht a
uch
d
as
F._
v
on unveränderten Befunden aus (vorstehend E. 4.8).
In somatischer Hinsicht
macht
der Beschwerdeführer
weiter geltend
ein, dass auch die
A._
ausdrücklich bestätige, dass sowohl das
lumbospon
dylogene
Schmerzsyndrom als auch die chronischen Schmerzen im Bereich des oberen Sprunggelenks Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4).
Aus
dem
genannten
Bericht
der Ärzte
der
A._
vom
20. Februar 2013 (vgl.
Urk.
12/52), welche sich bei
der
Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit letztlich auf den Austrittsbericht der
Y._
bez
ogen
(S. 4
Ziff.
1.6-7),
kann der Beschwerdeführer jedoch
nichts zu seinen Gunsten ablei
ten.
Den Berichten
der Ärzte
der
Y._
(vorstehend E. 4.2)
kann eindeutig entnommen werden
, dass die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit infolge Selbstlimitierung und Inkonsistenz
-
wie schon beim stationären Aufenthalt im Jahr 2008 (vorstehend E. 3.2)
-
nicht verwertbar
waren
. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht erklären.
Sodann hielten die Ärzte u
nter Berück
sichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im
Behandlungspro
gramm
e
ine mindestens leichte bis mittelschwere Tätigkeit für zumutbar.
Dies
bezüglich ist zudem darauf hinzuweisen, dass
s
u
bjektive
Schmerzangaben
im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung mit Blick auf die sich stellenden Beweisschwierigkeiten durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein müssen
(Urteil des
Bundesgericht
8C_972/2012 vom
31. Oktober 2013 E
.
5.4)
.
Im Rahmen der bei
den stationären Aufenthalte in der
Y._
in den Jahren 2008 und 2012 liess sich d
as Ausmass der
der Schmerzen
im Rahmen der Untersuchung nicht eindeutig erklären und objektivieren.
Weiter ist festzuhalten, dass
sich
hinsichtlich des vom Beschwerdeführer beklag
ten
Schwank- und Drehschwindels
trotz umfangreicher
fachärztliche
r
Abklärungen
kein objektivierbares Korrelat
finden liess
, sondern ein funktion
s
tüchtiges Gleichgewichtsorgan
festgestellt wurde
(vorstehend E. 4.5-6)
.
5.3
Sodann
wurden die vorhandenen Einschränkungen
infolge der Ertaubung
und des Tinnitus
durch
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.6)
sowie den RAD
(vorstehend E.
4.10)
im Belastungsprofil
entsprechend
berücksichtigt
;
darüber hinausge
hende
quantitative Einschränkungen sind
in somatischer Hinsicht
keine
ausge
wiesen
.
5.
4
In psychiatrischer Hinsicht ist
ebenfalls von keiner
V
erschlechterung aus
zuge
hen
.
Im
Rahmen de
r stationären psychiatrischen Behandlung
im Jahr 2012
ver
neinten die Ärzte eine
eigentliche depressive Störung von Krankheitswert
und attestierten eine Anpassungsstörung in Form eines leichten depressiven Zustan
des
.
Im klinischen Alltag
zeigte der Beschwerdeführer
ein ausgeprägtes
Schon
verhalten
bei deutlicher Schmerzlimitierung.
Er verfügte dabei über eine geringe Compliance und signalisierte kaum die Bereitschaft problembezogen zu arbeiten (vorstehend E. 4.2)
.
Grundsätzlich ist eine
Anpassungsstörung im G
renzbereich dessen zu situieren
, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des IVG und potentiell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl.
Urteil des Bundesge
richts
9C_636/2007 vom 28. Juli 2008, E. 3.3.2). Im Übrigen geht aus
verschie
denen
Berichten, insbesondere aus denjenigen der behandelnden Psychiaterin, deutlich hervor
(vorstehend E.
3.2, E.
4.2, E. 4.8-9)
, dass psychosoziale Aspekte eine wichtige Rolle einnehmen (finanzielle Schwierigkeiten, Trennung von der Ehefrau und damit einhergehend der Auszug aus der Wohnung, Verlust der Ar
beitsstelle und in diesem Zusammenhang Wut auf den ehemaligen Arbeitgeber, sich nicht ernst genommen
Fühlen
usw.).
Gegen eine invalidisierende Wirkung des depressiven Zustandes spricht
weiter
, dass
die
behandelnde Psychiaterin eine Tätigkeit aufgrund des Schwindels nicht mehr
für
möglich
hielt
und eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen vor allem von den somatischen Beschwerden
abhängig machte
.
Sie bez
og
sich
bei ihren Schlussfolgerungen offenbar
vor allem auf die
Angaben des Beschwerdeführers
(vorstehend E. 4.9)
, eine
allfällige Verschlechterung des Gesundheitszustandes muss
hingegen
durch objektivierbare Befunde belegt werden und kann sich nicht
nur
auf subjektive Angaben abstützen.
Die ausgeprägte psychosoziale
Belastungss
ituation, die festgestellte
Selbstlimi
-
tie
rung
und Aggravation
in der neuropsychologischen Abklärung
so
wie
die nur monatlich stattfindenden Termine bei der
behandelnden
Psychiate
rin sprechen insgesamt gegen einen ausgeprägten Leidensdruck und schliesslich gegen die Annahme einer invalidisierenden Wirkung des depressiven
Zustands
bildes
. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Psychiaterin eine de
pressive Störung diagnosti
zierte, denn für
die Eignung eines
Gesundheitsscha
dens
, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzuschränken, sind nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend.
5.5
Zusammenfassend ist
damit der medizinische Sachverhalt als dahingehend er
stellt zu betrachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in
psychiatrischer Hinsicht
seit der rentenablehnenden Verfügung vom 25. No
vember 2009 (
Urk.
12/31)
nicht in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat.
Aus somatischer Sicht hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum
dagegen
insofern verändert, dass er
seit dem Unfall am 13. März 2012
i
n
seiner angestammten Tätigkeit als Boden
leger nicht mehr arbeitsfähig ist. Hingegen ist er in einer mindestens leichten bis mittelschweren Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig.
5.6
Daraus folgt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im rele
vanten Zeitraum nicht in einer anspruchsbegründenden Weise verändert hat.
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und insbesondere die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt.
Es
ist
nicht ersichtlich, inwie
fern die vom Beschwerdeführer geforderte Anordnung eines Gutachtens
sowie
von den Ärzten des
F._
vorgeschlagene Evaluation der Leistungsfähigkeit - insbesondere
angesichts der
fragliche
n
Leistungsbereit
schaft
des Beschwerdeführers
(vorstehend E. 3.2, E. 4.2)
-
neue, für die Beurtei
lung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte.
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkun
gen vorgenommene Einkommensvergleich ist nicht zu beanstanden und wird
des Weiteren
vom Beschwerdeführer
auch nicht gerügt.
Die angefochtene Ver
fügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung
(
Urk.
1 S. 2 Mitte).
6.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Bedürftig im Sinne von Art. 64 BGG ist eine Per
son, wenn sie ohne
Beein
-
trächti
gung
des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Mass
gebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (§ 28
lit
. a
GSVGer
i.V.m
. Art. 119 ZPO) einge
reicht wird (BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Verände
rungen – auch in demjenigen der
Entscheidfindung
(BGE 108 V 265 E. 4). Bei der
Beur
-
teilung der Bedürftigkeit ist das Einkommen beider Ehegatten zu
be
rücksichti
-
gen
(BGE 115
Ia
193 E. 3a, 108
Ia
9 E. 3).
6.3
Aus dem Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
8
S. 4
) sowie den damit eingereichten Akten
(
Urk.
9/6
) ist ersichtlich, dass der Be
schwerdeführer
von seiner Frau getrennt
,
aber nach wie vor
zusammen
im glei
chen Haushalt
,
lebt. Aufgrund des im Zeitpunkt des Gesuches geltenden
Kreis
schreibens
der Verwaltungskommission des Obergerichtes des Kantons Zürich an die Bezirksgerichte und die Betreibungsämter über Richtlinien für die Be
rechnung des betreibungsrechtlichen Notbedarfs wird für
eine alleinstehende Person in Haushaltgemeinschaft mit erwachsenen Personen als minimaler monatli
cher Grundbedarf ein
B
etrag von
Fr.
1‘100.-- und für ein Kind bis Ab
schluss der Erstausbildung ein solcher von
Fr.
600.-- festgesetzt. Zusätzlich werden zur Berechnung des erweiterten Existenzminimums für Einzelpersonen praxisgemäss ein Betrag von
Fr.
300.-- als Freibetr
ag
berücksichtigt.
6.4
Das Einkommen des Beschwerdeführers
setzt sich zusammen aus den Leistun
gen der Arbeitslosenkasse sowie einer Rente der SUVA und
beläuft sich
je
nach Anzahl der kontrollierten Tage der Arbeitslosenkasse
auf mindestens
Fr.
3‘984.--
(
Fr.
3‘100.-- +
Fr.
884.--).
Der
Beschwerdeführer macht mehr als die Hälfte des Mietzinses geltend
(
Urk.
8 S. 5
Ziff.
5)
und wohnt trotz Trennungsvereinbarung nach wie vor in der eheli
chen Wohnung
. Die richtigerweise zu berücksichtigen Wohnkosten betragen daher
Fr.
608.-- (
Fr.
1‘
215 / 2
Personen
).
Der mit
Fr.
343.70 geltend gemachte Prämienaufwand für die Krankenkasse (
Urk.
8 S. 5
Ziff.
6) kann ebenfalls nicht im vollen Umfang, sondern nur zu einem Betrag von
Fr.
316.90 angerechnet werden, da rechtsprechungsgemäss der Prämienaufwand über die obligatorische Versicherung
hinaus
nicht berücksichtigt werden darf (BGE 134 III 323 E. 3).
Sodann ist festzuhalten,
dass die Tilgung gewöhnlicher Schulden
(vgl.
Urk.
8
S 2
Ziff.
1)
bei der Bedarfsberechnung nach ständiger Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen ist. Die unentgeltliche Prozessführung darf nicht dazu dienen, auf Kosten des Gemeinwesens Gläubiger zu befriedigen, die nicht oder nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen (Urteil des Bundesgerichts U 234/01 vom 14. Februar 2002 E. 4b/
aa
).
Sodann gelten die Kosten für Telefon und TV
(vgl.
Urk.
8 S. 5
Ziff.
6)
als im Grundbetrag enthalten und bleiben daher unberück
sichtigt. Bei den
Prämien für die Hausrat- und Haftpflichtversicherungen
ist es fraglich, ob diese ebenfalls als im Grundbetrag enthalten anzusehen sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_815/2008 vom 20. Februar 2008 E. 3.2.2), da sie anhand der vorliegenden Akten jedoch nicht
weiter substantiiert und
ausge
wiesenen sind, bleiben auch diese unberücksichtigt.
Ebenfalls nicht belegt
und unberücksichtigt bleiben
die
vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Ausla
gen für Heizung (
Urk.
8 S. 5
Ziff.
6) sowie
voraussichtlichen
Auslagen
für Arzt, Zahnarzt, Geburt respektive Wohnungswechsel
(
Urk.
8 S. 6
Ziff.
12)
.
6.5
Nach dem Gesagten errechnet sich d
er Notbedarf
basierend auf dem zitierten Kreisschreiben sowie den Angaben des Beschwerdeführers wie
folgt
:
Grundbetrag alleinstehend mit Haushaltgemeinschaft
Fr.
1‘100.--
Kind
bis Abschluss Erstausbildung
Fr.
600.--
Miete
Fr.
608.--
Krankenkasse
Fr.
316.90
Ratenzahlung zur Begleichung Steuerausstand
Fr.
504
.--
Total
Fr.
3
‘
128
.90
Unter Berücksichtigung des einer alleinstehenden Person nach der Praxis des hiesigen Gerichts über den betreibungsrechtlichen Notbedarf hinaus zur Be
streitung eines normalen, bescheidenen Unterhalts zuzubilligenden Überschus
ses von monatlich
Fr.
300.-- verbleiben damit
Fr.
5
55
.10
zur Bestreitung der Kosten für die Rechtsvertretung.
Bei diesem Ergebnis
kann indes offen bleiben
,
ob die
ohne rechtliche Verpflichtung erbrachte
n
Unterhalts- und
Unterstüt
zungsbeiträge
an die Mutter sowie an die Schwiegermutter
(
Urk.
8 S. 6
Ziff.
10,
Urk.
9/10)
moralisch geschuldet
und angemessen und demnach entsprechend anzurechnen wären
. Die Unterstützungsbeiträge an die Schwiegermutter lassen sich vor dem Hintergrund der Ehetrennung
sicher
nicht mehr begründen. Selbst unter Berücksichtigung der Beiträge an die eigene Mutter von
Fr.
250.-- (
Fr.
500.-- / 2;
Urk.
8 S. 6
Ziff.
10)
verbleiben Mittel zur Prozessführung auf ei
gene Rechnung, zumal die entsprechenden Kosten während eines b
efristeten Zeitraumes anfallen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.