Decision ID: 51337fe5-c93c-4959-8528-d109666199b4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
war seit 1993 mit einem Pensum von 100 % als
Magaziner
bei der
Y._
angestellt (Urk. 13/10
und Urk. 13/2
). Am 23. April 2009 erlitt er infolge eines Sturzes eine Fraktur an der linken Schulter
(Urk. 13/
9/12-13)
und meldete sich am 14. Januar 2010 unter Hinweis auf eine Schulterarthroskopie sowie Verdacht auf eine
Algodystrophie
an der linken Schulter und am linken Arm bei der Invalidenversicherung z
um Leistungsbezug an (Urk. 13/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 13/8, Urk. 13/13, Urk.
13/15, Urk. 13/19 und Urk. 13/24), klärte die erwerblichen sowie medizinischen Verhältnisse ab
,
veranlasste in der Zeit vom Oktober 2012 bis Januar 2013
sowie
vom Juni bis Juli 2013 eine Observation des Versicherten
durch die
Z._
(Ermittlungsberichte vom 4. März und 1. Oktober 2013; Urk. 13/66-67)
und anschliessend
eine
poly
disziplinäre Begut
achtung durch die Medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS)
A._
(Exper
tise vom 6. August 2014; Urk. 13/93/2-69). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 13/95) wies die IV-Stelle unter Hinweis, dass
es an einer
ein
jährige
n
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %
fehle
, das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 17. März 2015 (Urk. 2) ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 17. März 2015 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 30. April 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm spätestens ab dem 22. April 2010 mindestens eine halbe Rente auszu
richten, eventu
ell
sei ein psychiatrisches und orthopädisches Obergutachten ein
zuholen. In formeller Hinsicht stellte der Beschwerdeführer das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2). Mit
Beschwerdeant
wort
vom 15. Juni 2015 (Urk. 1
2
) ersuchte die Beschwerdegegnerin
um Abwei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 18. Juni 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 15). Am 26. August 2015
(Urk. 16)
reichte der Beschwerdeführer den Austrittsbericht
der
Z._
(
Z._
) vom 8. Juni 2015 (Urk. 17) ein, was der Beschwerdegegnerin am 27. August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18). Mit Eingabe vom 29. September 2015 (Urk. 19) legte der Beschwerdeführer das
Arbeitsunfähig
keitszeugnis
der
Z._
vom 9. September 2015 (Urk. 20) auf.
3.
Die Unfallversicherung erbrachte
vorerst
die gesetzlichen Leistungen
,
stellte diese mit Verfügung vom 11. Februar 2011 (Urk. 13/19/1-3) per Ende Februar 2011 ein und lehnte einen Anspruch auf eine Invalidenrente sowie eine
Inte
gritätsentschädigung
ab. Mit
Einspracheentscheid
vom 26. Juli 2011 bestätig
t
e die Unfallversicherung ihren leistungsabweisenden Entscheid, wogegen der Beschwerde
führer Beschwerde erhob, welche das hiesige Gericht mit Urteil vom 8. März 2013 (Prozess UV.2011.00219
, Urk. 21
) abwies.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung
(Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer nach seinem Unfall vom 23. April 2009 bis auf die stationären und teilstationären Behandlungsphasen in seiner Tätigkeit als
Magaziner
nie über 30 % arbeitsunfähig gewesen sei. Somit sei die Grund
voraussetzung der einjährigen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % nicht gegeben
.
In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zudem voll
umfänglich arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin wies
weiter
darauf hin, dass
es sich
bei der im Rahmen der Schmerzsymptomatik nach dem Unfall und der psychosozialen Belastungsfaktoren
entwickelten depressiven Erkrankung um kein schwerwiegendes psychiatrisches Leiden handle, welches sich ein
schränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, auf das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS
A._
, in welchem eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde, sei nicht abzustellen. Vielmehr sei gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
% auszugehen, eventuell sei ein neues Gutachten einzuholen. Des Weiteren habe sich
sein
Gesundheitszustand seit Erstattung des Gutachtens wesentlich verschlechtert, so dass
schon deshalb
die Einholung eines psychiatrischen Ergänzungsgutachtens vonnöten sei (S. 7
13). Schliesslich leide
er
an einer für ihn unüberwindbaren somatoformen Schmerzstörung, weshalb er zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sei (S. 14-16).
3.
3.1
In ihrem Bericht vom
28. März 2012 stellten die Ärzte der Psychiatrischen Uni
versitätsklinik
B._
(
B._
) folgende Diagnosen (Urk. 13/36
S.
1 f.
Ziff.
1.1
):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.2) seit zirka 2009
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45
.0
) seit zirka 2009
Verdacht auf Intelligenzminderung, Erfassung des Intelligenzniveaus aktuell nicht möglich (ICD-10 F79.0), vermutlich langjährig
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Vordiagnose: posttraumatische Belastungsstörung
(PTSD)
, gegenwärtig keine aktive PTSD-Symptomatik
Die Ärzte hielten fest,
der
Beschwerdeführer berichte von
Beeinträchtigungserle
ben
und Verfolgungsideen, ein systematischer Wahn sei hingegen nicht auszu
machen.
Er
gebe Halluzinationen im Sinne von Stimmgeräuschen ohne direkten Inhalt (
Akoasmen
)
an, weitere Halluzinationen oder Ich-Störungen seien indes
sen nicht
eruierbar
. Ein affektiver Rapport lasse sich nur bedingt herstellen und der Beschwerdeführer erscheine im Affekt ratlos. Er
klage
über
Gefühllosigkeit, eine leichte
n
Affektarmut,
Deprimiertheit
, Hoff
n
ungslosigkeit,
ungerichtete
Ängste und
Ängste
vor fremden Menschen, Dysphorie
,
Gereiztheit
und innere
Unruhe. Die Ärzte berichteten weiter von einer deutlichen Reduktion des Antriebs, einem sozialen Rückzug, latenter Aggressivität und einem latenten Sterbewunsch bei glaubhafter Distanzierung von akuter Eigen- und
Fremdge
fährdung
. Das Rehabilitationspotential
des Beschwerdeführers erscheine deut
lich eingeschränkt, wobei er über wenig
e
funktionale Bewältigungsstrategien verfüge, was eher zu einer Verfestigung der Symptome führe und die
Krank
heitsau
s
wei
t
ung
begünstige. Es bestehe
sodann
ein Verdacht auf eine
Intelli
genzminderung
, welche bis anhin allerdings nicht weiter habe eruiert werden können
(S.
4
)
.
Die Ärzte
gingen von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
aus
.
Es bestehe eine deutlich reduzierte Belastbarkeit und
Problem
ver
arbeitungsfähigkeit
,
eine
massive Einsch
ränkung der Anpassungsfähigkeit
, eine rasche Dekompensation im Rahmen von Stressmomenten
sowie
Störungen der Aufmerksamkeit, Konzentration
und
der Auffassung (der Beschwerdeführer könne sich drei Wörter auch über einen kurzen Zeitraum nicht merken und die Vornamen seiner Kinder und
der
Ehefrau nicht nennen).
Unter dem Titel
behin
derungsangepasste
Tätigkeit hielten
die
Ärzte fest, dass
eine solche aktuell nicht beurteilt werden könne, dass aber allenfalls von einer Teilarbeitsfähigkeit von maximal 50 % im geschützten Rahmen auszugehen sei (S. 5).
3.
2
In dem vom Kranken
taggeld
versicherer eingeholten psychiatrischen Gutachten
der
P._
vom 25. April 2012 (Urk. 13/39)
wurden
folgende Diagnosen
genannt
(S. 10)
:
paranoide Schizophrenie (
ICD-10 F20.0
)
rezidivierende
depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode
(
ICD
10 F33.1
)
Die Ärzte führten aus,
e
s bestünden ausgeprägte Störungen der Ich-Iden
t
ität und Ic
h-Realität, akustische und optische Halluzinationen und ein ausgeprägtes paranoides Wahnerleben mit unbegründeten Ängsten und dem Gefühl, ange
griffen zu werden. Während der gesamten Untersuchung hätten sich ausge
prägte Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit sowie des Kurz- und Langzeitgedächtnisses gezeigt, wobei
d
er
Beschwerdeführer
viele Fragen nicht oder nur unklar habe beantworten können.
Gestützt auf die biographischen Angaben und geringe sprachliche Differenziertheit liege eher eine niedrige Intelligenz vor.
Bei deutlich reduzierter affektiver Schwingungsfähigkeit
hätten
sich eine subdepressiv
e
bis depressive Stimmungslage sowie ausgeprägte, nicht realitätsbezogene Ängste gezeigt (S. 9
10).
Die Ärzte wiesen sodann darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen im Bereich des linken Arms differentialdiagnostisch im Rahmen der psychiatrischen Erkrankung zu interpretieren seien
(S. 14)
.
Unter dem Titel Arbeitsunfähigkeit hielten die Ärzte fest, der Beschwerdeführer sei sowohl in seiner angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, wobei die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zumin
dest für zwei weitere Jahre nicht wahrscheinlich sei (S. 15 f.)
.
3.
3
Die behandel
nde Psychiaterin Dr. med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psycho
thera
pie, ging in
ihrem Bericht vom 29. September 2013
(Urk. 13/59/1-5)
von
folgende
r
Diagnose
mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
aus (S. 1 Ziff. 1.1)
:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F33.2), Beginn zirka 2004/2005
Die Ärztin hielt fest, dass seit ihrem letzten Bericht a
m 9. Januar 2012 (vgl. Urk. 13/31
) bis ungefähr Juli/August 2013 praktisch keine Veränderung einge
treten sei. Danach habe sich der Zustand mit vermehrten heftigen Ängsten ver
schlechtert, so dass auf Initiative der Tagesklinik der
B._
eine
Hospitalisation
in der Klinik
D._
in
E._
organisiert worden sei.
Der Beschwerdeführer sei psychisch schwerfällig, wobei ein stark verminderter Antrieb bestehe und Auf
fassung und Konzentration manifest reduziert sei
en
.
Im Gespräch verstehe er vieles erst nach Wiederholung
respektive
Erklärung und könne die verordneten Medikamente auch bei Vorliegen einer Medikamententabelle nicht einnehmen
, sondern
benötige dazu einfachste Instruktionen. Die St
immungslage sei über
dies stark depressiv
.
Die Ärztin attestierte
in der angestammten Tätigkeit
eine 100%ige Arbeits
unfähig
keit sei
t
dem 21. Mai 2011 (Beginn der Behandlung
). Aufgrund der Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten (Konzentration, Auffassung,
Denk
fähig
keit und Gedächtnis) und
der Antriebshemmung sowie des vermin
derten
Energie
niveaus
sei das Arbeiten langsam und fehlerhaft und es bestehe eine verminderte Anpassungsfähigkeit (S. 1-2).
3.
4
Im Wahrnehmungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 29. Januar 2014
(Urk. 13/75)
über
die Besprechung
mit dem Beschwerdeführer vo
m gleichen Tag
wurde ausgeführt,
letzterer
habe
zu Beginn des Gesprächs verw
irrt gewirkt. Viele Fragen habe
er
nicht verstanden und angegeben, sich an nichts zu erinnern. Er habe wiederholt darauf
hingewiesen
, dass er Angst habe, da sich die Wände bewegten und er alles, was er berühre, als Schlange wahrnehme. Bei verschiedenen Fragen habe der Sohn des Beschwerdeführers
übersetzen und
die Fragen erklären
müssen.
Die Antwort in Türkisch sei dann vom Sohn auf Deutsch übersetzt worden.
Der Beschwerdeführer habe sehr abwesend und zuweilen weinerlich gewirkt und nicht
direkt auf die Fragen geantwortet. Eine starke und klar wahrnehmbare Änderung habe das Verhalten
des Beschwerde
führers
dann erhalten, als man ihm die
Ermittlungsberichte
der
Z._
(Urk. 13/66-67)
eröffnet habe. Die diesbezüglich gestellten Fragen habe
er
auf Anhieb verstanden und darauf ausführlich und in gutem Deutsch geantwortet. Er habe sehr präsent und fokussiert gewirkt
,
sich an verschiedene Aktivitäten ausser Haus erinnern können
und das Observationsmaterial gleich sichten wollen
.
3.
5
In dem von der Beschwe
rdegegnerin in Auftrag gegebenen
Gutachten
der MEDAS
A._
vom 6. August 2014 (Urk. 13
/93
/2-
69
) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 57 f.):
m
it Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit:
Impingement
Schulter links bei Bizeps- und
Subscapularistendopathi
e
, dis
kreter
subacrom
i
aler
Osteophyt
und leich
t
e AC-Gelenksarthrose
Status nach
arthroskopischer
Tuberculoplastik
,
Tenodese
der langen
Bizeps
sehne
11.9.2009
Status nach sekundär dislozierter
Tuberculum
majus
-Fraktur links
nach
Sturz
23.4.2009
diskrete
Rhizarthrose
rechts mit Sekundärarthrose interkarpal MCII
ulnar
sei
tig
bei Status nach MC-I-Basistrümme
r
fraktur rechts offen reponiert mit
Spick
draht
versorgt 1988
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige d
epressive Episode (ICD-10 F
33.0/F33.1)
o
hne wesentliche Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Epicondylopat
h
ie
humeroradialis
et
ulnaris
links
Quadrizeps
- und
Patellasehnenansatz
t
endopathie
links
i
nitiale
Gonararthrose
beidseits ohne Funktionsdefizit
Hüftfunktionsstörung rechts bei muskulärer
Dysbalance
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
Vitamin D3-Mangel
Adipositas Grad II (ICD-10 E66)
a
rterielle Hypertonie (ICD-10
I10
)
Hypertriglyzeridämie
(ICD-10 E78)
Diabetus
mellitus, aktuell HbA1c 7,6 % (ICD-10 E11)
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol,
Abhängigkeitssyn
drom
, gegenwärtiger Substanzgebrauch (ICD-10 F10.24)
a
kzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionisch
unreifen, emotional insta
bilen und passivaggressiven Anteilen (ICD-10 Z73.1)
Die Gutachter wiesen darauf hin, dass die Kooperation des Beschwerdeführers bei den einzelnen Untersuchungen schlecht gewesen und der Eindruck entstan
den sei, er
habe seine Aussagen bewusstseinsnah modifiziert. Der Lebenslauf und die Krankheitsgeschichte
hätten
deshalb nur
aufgrund der
Akten und allenfalls teilweise unterstützt durch die aktuellen Angaben
eruriert
werden können (S. 58).
D
er Beschwerdeführer habe während der Exploration scheinbar überwiegend einen Dolmetscher benötigt, wobei er
indessen
gut in der Lage gewesen sei, seine optischen Halluzinationen auf Deutsch mitzuteilen
(S. 60)
.
Weiter wurde ausgeführt
, dass sich der Beschwerdeführer aus allgemein-inter
nistischer Sicht in einem stabilen Zustand befinde.
I
m Zusammenhang mit den
Schulterbeschwerden links
bestehe
eine
mässige Funktionseinschränkung
. Dem
gegenüber seien die links betonten
Kniebeschwerden
ohne Funktionsdefizite respektive
die Unterarmstreck- und Beugemuskulatur am linken
ulnaren
und radialen
Epicondylus
als leichtgradige funktionelle Gesundheitsstörung einzu
schätzen. Die Funktionseinschränkungen des rechten Hüftgelenkes bei
Innen
rotation
wiesen auf eine muskuläre
S
törung hin. Die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule
(LWS)
seien durch die degenerativen Veränderungen im
lu
m
bosakralen
Abschnitt erklärbar, wobei keine Hinweise auf eine
Radikulopa
thie
bestünden. Ebenso
wenig lägen im
Bereich der
Halswirbelsäule
(HWS)
wesentliche degenerative Veränderungen vor, welche zusätzliche
projektionsbe
dingte
Sch
ulterschmerzen auslösen könnten
(S. 61).
Unter psychiatrischen Gesichtspunkten
wiesen die Gutachter darauf hin, dass die vom Beschwerdeführer mitgeteilten Phänomene (namentlich das Bewegen von Wänden und Bildern an den Wänden, Hören von Stimmen), die sich vor
dergründig als scheinbare Halluzinationen und Wahnphänomene darstellten, von der restlichen Symptomatik
als losgelöst
erschienen
und sich nicht sinnvoll in ein aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbares diagnostisches Zustandsbild einordnen
liessen
.
Am ehesten erscheine es plausib
el
, dass sich die depressive Symptomatik einerseits im Rahmen der Schmerzsymptomatik nach dem Unfall und andererseits als Folge
von
soziale
n
Probleme
n
, insbesondere hohen Schul
den und weitere
n
psychosoziale
n
Belastungen, entwickelt habe.
Die Begründung im Vorgutachten vom April 2012 (vgl. Urk. 13/
39, vgl. E. 3.2
) für das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie könn
e
anhand der aktuell erhobenen psy
chiatrischen Befunde eindeutig nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse der
aktuellen
psychiatrischen
Exploration
seien
in der Einschätzung der im Rahmen der Begutachtung
in Auftrag gegebenen
neuropsycholo
gischen Untersuchung (vgl. Urk.
13/93/70-78)
bestätigt worden
. In den entsprechenden
Symptomvali
dierungsverfahren
hätten sich
quantitativ und qualitativ hoch auffällige Befunde gezeigt, welche im Rahmen
d
er in den Akten präsentierten Erkrankung im orthopädischen und/oder psychiatrischen Bereich nicht erklärbar seien.
Die Gutachter
wiesen darauf hin
, der Beschwerdeführer habe die Mitarbeit bei der aktuellen psychiatrischen Untersuchung überwiegend verweigert, weshalb neben dem Hauptsymptom – der physiologisch nicht mehr zu erklärenden und ausgeweiteten Schmerzsymptomatik – weitere psychische Störungen nicht wirklich sicher
hätten
eruiert werden könnten. Die Angaben des Beschwerde
füh
rers hätten unklar, diskrepant, wenig plausibel und teils widersprüchlich gewirkt und sein Verhalten sei ausgeprägt manipulativ, dramatisierend und sehr wechselhaft erschienen, was durch eine psychische Störung nicht zu erklären sei.
Zeitweilig habe der Beschwerdeführer eine sehr gute Mitarbeit gezeigt und sei
sehr konzentriert und fast engagiert
gewesen
in der Darstellung der aus seiner Sicht wichtigen Details, welche die Schwere seiner Krankheit unterstrei
chen
würden
.
Es hätten sich weit über Verdeutlichungstendenzen hinausge
hende starke Tendenzen von Aggravation gefunden. Bei schwankendem
Leidens
druck
hätten seine Angaben, mit denen er aus subjektiver Sicht schwer
wiegende psychische Einschränkungen habe verdeutlichen wollen, wenig plau
sibel und nicht nachvollziehbar
gewirkt
. Bei der durch physiologische Prozesse nicht zu erklärenden Schmerzsymptomatik sowie auch den weiteren unspezif
i
schen somatoformen Beschwerden
sei eine anhaltende somatoforme
Schmerz
störung
zu diagnostizieren, wobei die qualifizierenden Kriterien nach Fo
erster
in Bezug auf die Schmerzstörung allenfalls zu einem geringen Teil vorlägen.
E
ine chronische psychiatrische Begleiterkrankung mit mehrjährigem Verlauf bei unveränderter und progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission liege anhand des aktuellen Untersuchungsbefundes sicherlich nicht vor. Es könne jedoch anhand der Aktenlage davon ausgegangen werden, dass eine leichte bis mittelgradige depressive Symptomatik wohl in den letzten Jahren vorgelegen habe. Eine adäquate antidepressive Medikation sei v
erordnet wor
den, inwieweit deren regelmässige Einnahme aber stattgefunden habe,
könne
anhand der lückenhaften Angaben des Beschwerdeführers nicht sicher festge
stellt werden. Die aktuell bestimmten Medikamentenspiegel hätten teilweise unter dem therapeutischen Bereich gelegen, was zumindest eine Unregelmässig
keit in der Einnahme belegen könne
. Weitere psychische Störungen
mit
versi
cherungsmedizinischer
Relevanz
, insbesondere eine Erkrankung aus dem schizo
phrenen Formenkreis,
seien nicht festgestellt worden
(
S. 38 f.,
S. 62 f.
und S. 67
).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wiesen die Gut
achter darauf hin, dass der Beschwerdeführer
aufgrund
der
Impingementsymp
tomatik
der linken Schulter bei vorhandenem Sehnenreizzustand für Tätigkeiten über Kopf sowie schweres Heben und Tragen von Lasten über 15 kg einschränkt sei. Tätigkeiten mit repetitivem Greifen und mit ständigem Griff mit dem rech
ten Daumen und Zeigefinger seien nicht leidensadaptiert. Zudem seien mit der Hand ausgeführte Stauch- und Stossbelastungen zu vermeiden. Aufgrund der vorliegenden Restbeschwerden im Zusammenhang mit der linken Schulter und der leichtgradigen pos
ttraumatischen Arthrose MC I/II
,
Rhizarthrose
der rechen Hand sei aus orthopädischer Sicht von einer geringfügigen Leistungsminderung von 20 %
in der angestammten Tätigkeit
auszugehen. Unter rein psychiatri
schen Gesichtspunkten
bestehe
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
eine Arbeits
unfähigkeit von höchstens 30 %. Polydisziplinär
ergebe sich
deshalb eine Arbeitsfähigkeit von 70 % unter Beachtung der erwähnten qualitativen Ein
schränkungen.
Während in
den
stationäre
n
/
teilstationäre
n
Behandlungsphasen definitionsgemäss eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden
habe
,
habe
in den
ambulanten Behandlungsphasen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nie eine Arbeits
un
fähigkeit von mehr als 30 %
vorgelegen
.
I
n einer angepassten Tätigkeit
gingen
die Gutachter in psychiatrischer Hinsicht
ebenfalls von
eine
r
30
%ige
n
Arbeits
un
fähigkeit
aus
. Unter orthopädisch-chirurgischen Gesichts
punkten
attestierten sie eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit
, wobei als voll adaptierte Tätigkeiten leicht
e
bis mittelschwere Arbeiten ohne ständigen Armeinsatz links
,
ohne Tätigkeiten über Kopf
,
ohne schweres Heben und Tragen
und
ohne
fein
motorisch
repetitive
Tätigkeiten
mit der rechten Hand mit ständigem Greifen des Daumen-Zeigefingers
zu qualifizieren seien
. Als adaptierte Tätigkeiten
gälten
einfach
e
und angelernte Tätigkeiten, die keine speziell erhöhten Anfor
derungen an die Konzentrationsfähigkeit oder die Ausdauer stell
t
en, wobei auch die angestammte Tätigkeit als adaptiert einzustufen sei (S. 63 f.).
Die Gutachter hielten schliesslich fest, der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers habe sich grundsätzlich verbessert, wobei nie wirklich ein schwer
wiegendes psychiatrisches Leiden vorgelegen habe. Aus aktueller psychiatri
scher Sicht sei retrospektiv davon auszugehen, dass seit 2010 ein in etwa gleichbleibender psychischer Zustand mit gewissen kurzzeitigen Schwankungen, die jeweils zu kurzen stationären Aufenthalten geführt hätten, vorgelegen habe. Aus
orthopädischer Sicht habe sich die Situation
betreffend die
Schulterer
krankung
in geringfügigem Mass verbessert (S. 66).
3.
6
In ihrem Austrittsbericht vom 22. Januar 2015 (Urk. 13/110/1-3) über den sta
tionären Aufenthalt des Beschwerdeführers in der
Z._
vom
7.
bis 30. Oktober 2014 nannte
n
Dr. med.
F._
, Oberarzt, und med.
pract
.
G._
, Assistenzarzt, folgende Diagnosen
(S. 1)
:
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes)
benigne essentielle Hypertonie
Adipositas
Tuberculoplastik
und
Tenodese
der langen
Bi
z
epssehne
und PASTA
Repair
nach Fraktur 2009
Die Ärzte führten aus
, die Konzentration und das Gedächtnis
des Beschwerde
führers
erschienen mindestens mittelgradig beeinträchtigt, wobei eine genaue Überprüfung nicht möglich gewesen sei. In den explorativen Gesprächen habe
er sich
im formalen Denken stark auf den abgewiesenen IV-Antrag eingeengt und vom Behandlungsteam mehrfach eine erneute Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit gefordert. Neben stark ausgeprägten psychotischen Symptomen (insbe
sondere
ak
ustische und optische Halluzinationen, Ich-Erlebnisstörungen, wahn
hafte Ideen) habe der Beschwerdeführer auch eine depressive Symptomatik, Schlaf
störungen,
einen
Selbstverletzungsdrang, intermittierende suizidal
e Gedanken, Zwangsgedanken, eine starke psychische Anspannung sowie körper
liche Symptome wie Schmerzen in der Schulter, Übelkeit und grippale Symp
tome erwähnt. Die Ärzte wiesen darauf hin, dass die nur intermittierend vor
handenen und häufig wechselnden Symptome i
n
starke
m
Widerspruch zum Verhalten des Beschwerdeführers im stationären Alltag gestanden seien. Während er sich im Kontakt mit Mitpatienten adäquat und gut integriert habe, habe er gegenüber dem Behandlungsteam stets einen grossen Leidensdruck angegeben. Es sei
sodann
mehrfach zu selbstverletzendem Verhalten gekommen
und in
den Gesprächen habe
er
wenig Introspektionsfähigkeit gezeigt und sei stark auf eine medikamentöse Therapie fixiert gewesen.
Die Ärzte wiesen
weiter
darauf hin, dass die Vielzahl der gezeigten psychiatri
schen und somatischen Symptome die Stellung einer eindeutigen Diagnose erheblich
erschwert habe. Trotz Angabe
mehrerer
psy
ch
otischer Symptome könne aufgrund de
ren
intermittierenden und wechselhaften Charakters eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis weitgehend ausgeschlossen wer
den.
Gestützt auf den
chronischen Verlauf der starken Fluktuation der Symp
tome, auch körperlicher Art, sei die Diagnose einer Somatisierungsstörung gestellt worden. Zudem zeige der Beschwerdeführer eine ängstlich depressive Symptomatik. Differentialdiagnostisch sollte überdies eine
histrionische
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F60.4) erwogen werden (S. 2).
3.7
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 8. Juni 2015 (Urk. 17) über die
erneute
Hospi
ta
lisation
des B
e
schwerdeführers vom 24. März bis 23. April 2015 und führten dabei folgende Diagnosen auf (S. 1):
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F41.2)
S
omatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
m
etabolisches Syndrom
nicht primär insulinabhängiger Diabet
e
s mellitus (Typ-2-Diabetes)
benigne essentielle Hypertonie
Adipositas
Hypercholesterolemie
Tuberculoplastik
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und PAST
A
Repair
nach Fraktur 2009
Die Ärzte
hielten fest
, die Konzentration und das Gedächtnis des Beschwerde
führers seien stark beeinträchtigt gewesen. Im formalen Denken sei er verlang
samt, umständlich, häufig vorbeiredend und schwer zu strukturieren gewesen.
Er
habe
über
Verfolgungsideen sowie
akustische
und optische
Halluzinationen (
mehrere kommentierende/beschimpfende Stimmen,
sich bewegende
Bilder an der Wand, schwarz-weisse Bilder
beim
Augenschliessen
) berichtet, welche er als
„
ängstlich”
erlebe
. Ausgeprägte Wahngebilde und Ich-Erlebnisstörungen seien demgegenüber
verneint worden. Im Affekt sei der Beschwerdeführer deutlich gedrückt gewesen und habe teilweise verzweifelt und hoffnungslos geweint. Die Ärzte wiesen darauf hin, der Beschwerdeführer habe eine Vielzahl psychiatri
scher Symptome ange
geben, wobei neben stark ausgeprägten psychotischen Symptomen
eine depressive Symptomatik dominierte.
Gegenüber dem
Behand
lungsteam
habe er überdies stets von einem grossen Leidensdruck und
Überfor
derungsgefühlen
berichtet. Die Ärzte wiesen schliesslich darauf hin, dass eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis trotz der Angabe mehrerer psy
chotischer Symptome aufgrund deren
intermittierenden und wechselhaften Charakters habe ausgeschlossen werden können, wobei diese Einschätzung auch
seitens der
behandelnde
n
Psychiaterin Dr.
C._
geteilt werde.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten der MEDAS
A._
(vgl. E. 3.5) für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers umfassend ist und auf den erforderlichen Untersuchungen beruh
t
. Besagtes Gutachten wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben
(Urk. 13/93/2-69 S. 2-
28
)
und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen der Gutachter in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann.
Die Gutachter schälten
insbesondere
die Inkonsistenzen zwischen den geschil
derten Beschwerden
und den objektiven Befunden
respektive
dem
teilweise
gezeigten
Verhalten des Beschwerdeführers
heraus
(Urk. 13/93/2-69 S.
38, S. 52
, S. 62 f. und
S. 66 f.)
und würdigten diese in einleuchtender Weise.
Die Gutachterin Dr. med.
H._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, legte schlüssig dar, dass die Beschwerden an der linken Schulter sowie der rechten Hand aus ortho
pädischer Sicht eine geringfügige Leistungsminderung zur Folge haben und der Beschwerdeführer in einer voll adaptierten wechselbelasteten leichten bis mit
telschweren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, die übrigen Beschwerden im Bereich des linken Knies, des rechten Hüftgelenks, der LWS und HWS die Arbeitsfähigkeit hingegen nicht beeinträchtigen (S. 53 f. und S. 64 f.). In psy
chiatrischer Hinsicht beschrieb Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einleuchtend, dass keine Befunde für eine paranoide Schizo
phrenie vorliegen, sich beim Beschwerdeführer aber eine leichte bis mittelgra
dige depressive Symptomatik, eine anhaltende somatoforme
Schmerz
störung
, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom sowie akzentuierte
Persönlichkeits
züge
entwickelt haben. Dabei
zeitigt einzig
die depressive Störung Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit,
weshalb letztere
aus psychiatrischer sowie polydisziplinärer Sicht auf 70 % veranschlagt wurde (S. 42 f., S. 45
f.
, S. 62 f. und S. 64). Das Gutachten erfüllt demnach die
praxisge
mässen
Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzu
stellen ist.
4.2
4.2.1
Die gutachterliche Beurteilung der organischen Beschwerden
steht im Einklang mit
de
m
Bericht des Kreisarztes Dr. med.
J._
, Facharzt FM
H
für orthopädi
sche Chirurgie, vom 24. Juni
2010 (Urk. 13/15/27-32), welcher keine Hinweise auf eine erhebliche Einschränkung der Beweglichkeit der linken Schulter fest
stel
lte
, sowie
mit der Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
K._
vom 7. April 2010 (Urk. 13/13/16-19
S. 2 f.
)
, welche
von einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in einer leichten bi
s mittelschweren Tätigkeit
ausging
en
(Urk. 13/15/27-
32 S.
2
f.
).
Zum gleichen Schluss
gelangte
Dr. med.
L._
, Leitender Arzt Traumatologie
des Stadtspitals
M._
,
in
seinem
Bericht vom 13. De
zember 2010
(Urk. 13/18/6-7)
,
sowie Dr. med.
N._
, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, und Prof. Dr. med.
O._
, Facharzt für Neu
rologie FMH von der
P._
,
in ihrem vo
n der
Kranken
tag
geld
versicherung
des Beschwerdeführers
in Auftrag gegebenen Gutachten vom 18. Juni 2011 (Urk. 3/5 S. 10 f.),
welche ebenfalls von einer vollen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging
en
. Im Übrigen blieb die gut
achterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in organischer Sicht seitens des Beschwerdeführers unbestritten.
4.2.2
Die Einschätzung der Gutachter der MEDAS
A._
, wonach beim Beschwer
deführer keine paranoide Schizo
phrenie vorliegt (vgl. E. 3.5), wurde
durch die
Ärzte der
Z._
bestätigt.
Besagte Ärzte schlossen i
n ihren Berichten vom
7. November 2013,
22. Januar und 8. Juni 2015
unter Hinweis auf die
Angabe einer Vielzahl psychotischer Symptome
durch den Beschwerdeführer
eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis ausdrücklich aus (Urk. 13/110/1-3 S. 2 und Urk. 17 S. 3
, vgl. E. 3.6-7
)
. Ebenso wenig
ging
die behandelnde Psychiaterin Dr.
C._
in ihre
n
Bericht
en
vom
9.
Januar 2012 und
29. September 2013
von
einer schizophrenen Störung aus
(
Urk. 13/31 S. 1 Ziff. 1.1 und
Urk. 13/59/1-5 S. 1 Ziff. 1.1)
.
Dazu im Widerspruch stehen die vom Kranken
taggeld
versicherer eingeholten Gutachten der
P._
vom
18. Juni 2011 und 25. April 2012, in welchem
die Diagnose einer schizophrenen Psychose respektive paranoiden Schizophrenie gestellt wurden (Urk. 13/39 S.
6 und S.
10)
.
Besagte Diagnose
wurde
indessen
später
durch die Gutachter der MEDAS
A._
in
einleuchtender
Weise
ausgeschlossen, wel
che
-
im Vergleich zu den
Ärzten der
P._
-
aufgrund
der
Ermittlungsberichte der
Z._
(Urk. 13/66-67)
ü
b
er
vertiefte Informationen über die alltäglichen
Aktivitäten
des Beschwerdeführers
verfügten
.
4.3
4.3.1
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditäts
bemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetz
mässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungs
weise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Über
windbarkeitsvermutung
. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei mate
rieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhal
tender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präpon
deranz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulier
ten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psy
chosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Gemäss dem obgenannten Entscheid des Bundesgerichts führt die auf die Begriff
lichkeit des medizinischen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung im Weiteren nur dann zur Feststellung einer invalidenversicherungsrechtlich erheblichen
Gesundheitsbe
einträchtigung
, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der - in der Praxis zu wenig beachteten - Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält.
Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären
Krank
heitsgew
inns
(dazu BGE 140 V 193 E. 3.3
) ergeben sich namentlich, wenn:
E
ine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeig
ten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben wer
den, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behand
lung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Ein
schränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (
BGE 131 V 49
E. 1.2). Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn die
klassifikatorischen
Merkmale einer somatoformen
Schmerzstö
rung
gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten
Gesund
heitsschädigung
(
BGE 127 V 294
E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkun
gen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen
, Urteil des Bundesgerichts 8C_438/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 6
).
4.3.2
Die
Gutachter der MEDAS
A._
legten im Gutachten vom 6. August 2014 (Urk. 13/93/2-69)
dar, dass die Angaben des Beschwerdeführers in der psychi
atrischen Untersuchung unklar, diskrepant, wenig plausibel und teils wider
sprüchlich gewirkt hätten. Sein Verhalten sei ausgeprägt manipulativ, dramati
sierend und sehr wechselhaft gewesen, was durch eine psychische Störung nicht zu erklären sei.
Zeitweise habe er sehr genaue Angaben machen können (zum Beispiel über die von ihm einzunehmende
n
Medikamente) und habe dann sehr präsent und situativ adäquat gewirkt, während er in anderen Momenten vorge
geben habe, Daten und Ereignisse vergessen
respektive
gerade in diesem Moment optische Halluzinationen zu haben.
Es hätten sich
weit über
Verdeutli
chungstendenzen
hinausgehende starke Tendenzen von Aggravation gefunden (
S. 3
8 f.
, S. 46
und
S.
66
, vgl. auch E. 3.5).
Die Ärzte des
Z._
führten
in ihre
n
Bericht
en
vom 23. Februar 2011
und 7. November 2013
aus
, der Beschwerde
führer habe teilweise theatralisch gewirkt
und
habe über Schmerzen im ganzen Körper geklagt
,
und wiesen zudem auf Aggravationstendenzen hin
(Urk. 13/21/6-9 S.
2 f. und Urk. 3/15 S. 3)
.
In
ihren Berichten vom 22. Januar und 8. Juni 2015
hielt
en sie
überdies
fest
, der Beschwerdeführer habe
von
eine
r
Vielzahl von häufig wechselnden Symptomen
berichtet
,
deren Dauer und Häufigkeit er jedoch nicht habe benennen können und
welche mit seinem Ver
halten im stationären Alltag stark kontrastiert hätten.
Gegenüber dem
Behand
lungsteam
sei er stets mit einem grossen Leidensdruck aufgetreten,
habe
sich
indessen
im Verhältnis zu
den Mitpatienten gut angepasst
(Urk. 13/110/1-3
S. 2
und Urk. 17
, vgl. auch E. 3.6
-7
)
.
Im Übrigen
wiesen
die Ärzte der Rehaklinik
K._
in den Berichten vom
18. März und 7
. April
2010
(
Urk. 13/
13
/16-23 S. 2
und S. 4
und
Urk. 13/
13
/
29-33 S. 3 und S. 5)
, der
SUVA-
Kreisarzt am 24. Juni 2010 (Urk. 13/15/27-32 S. 5 f.), die Ärzte der
Q._
Klinik am
9.
und 24. September 2010 (Urk. 13/19/69-70
und Urk. 13/19/75-77 S. 2
)
und
die Ärzte der
B._
am 7. Oktober 2011 (Urk. 13/28/10-14 S. 4)
auf die Diskre
panz zwischen den demonstrierten physischen Einschränkungen
respektive
angegebenen
Schmerzen und den objektivierbaren pathologischen Befunden hin.
Im
Wahrnehmungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 29. Januar 2014
sei
sodann auf das widersprüchliche Verhalten des Beschwerdeführers hinge
wiesen
worden
, wonach er im ersten Teil des Gesprächs betreffend Standortbe
stimmung
abwesend gewirkt
,
Fragen nicht verstanden habe und teilweise auf eine Übersetzung angewiesen gewesen sei, während er im zwei
t
en Teil betref
fend die Observation
sehr präsent
gewesen sei, die Fragen auf Anhieb verstan
den und in gutem Deutsch geantwortet habe
(Urk. 13/75
S. 2
)
.
4.3.3
Nach dem Gesagten bestehen aufgrund der Akten klare Hinweise
auf eine erhebli
che Diskrepanz zwischen den
ge
klagten
Schmerzen
und d
en erhobenen objektiven Befunden
sowie auf demonstrativ vorgetragene Klagen
. Im Übrigen besteht beim Beschwerdeführer keine soziale Isolation, begibt er sich doch gemäss eigenen Angaben täglich
ausser Haus, um
am Vormittag und Nach
mittag
im
Migros Restaurant in
R._
Kaffee zu trinken und Kollegen zu treffen
sowie mehrere Stunden
spazieren
zu gehen. Zudem geh
t
er
in Vereine
(Karten spielen, Fussballmannschaft),
mit seinem Sohn zu Kollegen
und mit seiner Frau einkaufen
(Urk. 13/41 S.
5
, Urk. 13/74 S. 5
und Urk. 13/93/2-69 S. 29 und S. 36
; vgl. auch Urk. 13/67/1-4 S. 2-3
).
Vor diesem Hintergrund
erübrigt sich die Durchführung eines
strukturierten Beweisverfahrens nach den massgeblichen Standardindikatoren
und haben die Gutachter der MEDAS
A._
der somatoformen Schmerzstörung zu Recht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beigemessen.
4.
4
4.4.1
Die Ausführungen betreffend Aggravation gelten
analog
auch im Zusammen
hang mit der beim Beschwerdeführe
r
diagnostizierten depressiven
Störung.
Abgesehen davon
wurde die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode der Gutachter
der
MEDAS
A._
(
Urk.
13/93/2-69 S. 57 f.)
durch die
Ärzte der
B._
(Urk.
13/36
und
Urk.
3/4
S. 1 Ziff. 1.1
) und der
P._
(Urk. 13/39 S. 10) geteilt.
Angesichts
der vom
Beschwerdeführer
beschriebe
n
en
Aktivitäten
(Kaffeetrinken im Restaurant, Treffen von Kollegen,
Erledigung von Einkäufen
, Besuch von Vereinen)
erscheint die von der behandelnden Psychiaterin Dr.
C._
diagnostizierte
schwere
depressive
Episode (Urk. 3/14)
wenig nachvollziehbar
, zumal sie sich mit den ausgewiesenen Ressourcen nicht auseinandersetzte
.
In diesem Zusammenhang ist
zudem
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Was die
von der
Z._
im Bericht vom 8. Juni 2015
genannte
Diagnose einer schweren depressiven Epi
sode
betrifft, erfolgte diese unter Hinweis darauf,
dass die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
auf Empfehlung von Dr.
C._
erfolgt
sei
,
wonach
sich der Zustand des Beschwerdeführers zunehmend verschlechtert habe
(Urk. 17 S. 1)
.
Nähere
Ausführungen darüber, inwiefern und mit welchen Auswirkungen sich der psychische Zustand verschlecht
ert haben soll, fehlen indessen. Die im Bericht aufgeführte
n
Sympto
me
(namentlich Angstzustände, Halluzinationen, Verfolgungsideen und diffuse somatische
Symptome) entsprechen
überdies
den bereits in der Vergangenheit vom Beschwerdeführer beschriebenen Symptom
a
tik
(vgl. E. 3.1-2 und E.
3.5-6).
Bei dieser Ausgangslage ist der auch von den MEDAS-Ärzten diagnostizierten depressiven Störung keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuzumessen, dies auch aus folgenden Gründen.
4.4.2
Es gilt zu beachten, dass ein Gutachten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurtei
lung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht -
obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art, eingetreten ist. Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, kön
nen sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1-2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinwei
sen).
N
ach der Rechtsprechung
stellen leichte bis mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheid
bare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsscha
dens
dar, die es der betroffenen Person verunmöglichte, eine angepasste Tätig
keit auszuüben. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bun
desgerichts 8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen). Auch wenn eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin
auszuschliessen
ist, bedingt deren Annahme jedoch, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wir
kung des Gesundheitsschadens anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4.4 mit Hinweisen).
4.4.3
Die Therapiefrequenz wurde von der behandelnden Psychiaterin mit „abgesehen von Ferienausfällen, alle 2-3 Wochen“ angegeben (
Urk.
13/59/2). In diesem Bericht vom 2
9.
September 2013 erwähnte sie indes, den Beschwerdeführer zuletzt am
2.
August 2013 gesehen zu haben (
Ziff.
1.2), mithin knapp zwei Monate zuvor. Das eine wie das andere Therapieintervall genügt den
bundesge
richtlichen
Anforderungen nicht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1
). In stationäre Behandlung begab sich der Beschwerde
führer erst nach Erhalt des ersten Vorbescheids vom 3.
September 2014 (
Urk.
13/95), mithin am
7.
Oktober 2014 (
Urk.
13/110) für etwas über drei Wochen und hernach am 2
4.
März 2015 für einen Monat (Urk.
17).
Der
Medi
kamentenspiegel
zeigte zudem eine wenigstens unregelmässige Medikation (E.
3.5).
Die MEDAS-Ärzte empfahlen sodann weitere therapeutische Mass
nahme
n
, welche bislang nicht durchgeführt worden waren (kognitives
verhal
tens
thera
peutisches
Vorgehen [d
as
allerdings mit Blick auf die
somatoforme Stö
rung], Beachtung der persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten
,
Urk.
13/93/46)
.
Bei dieser Sachlage kann der depressiven Störung
invalidenversicherungs
recht
lich
keine Relevanz zugemessen werden, weshalb die Annahme einer entspre
chenden Arbeitsunfähigkeit ausser Betracht fällt.
4.
5
Was den vom Beschwerdeführer erhobene
n
Einwand betrifft, auf das psychiatri
sche Teilgutachten der MEDAS
A._
dürfe nicht abgestellt werden (Urk. 1 S. 7-13), ist Folg
endes zu bemerken: Der Umstand, dass der psychiatrische
Teil
gutachter
bezüglich des Umfangs der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu einem anderen Schluss gekommen ist als andere Ärzte (S.
10
f.
), führt
selbstre
dend
nicht
zur Unverwertbarkeit des Teilgutachtens. Der Gutachter Dr.
I._
hat seine Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise dargelegt und setzte sich mit den – teils – abweichenden Einschätzungen der anderen Ärzte aus
einander (Urk. 13/93/2-69 S. 38-48, insbesondere S. 40
f.
Ziff.
5.4.2 und S. 46 Ziff. 5.10
, vgl. auch E. 4.1
).
Der Hinweis, wonach die Berichte der
B._
und von Dr.
C._
sowie die Gutachten der
P._
zeigen
sollen
, dass keine Aggravation vorliege
(Urk.
1 S.
11), überzeugt nicht:
Einerseits datier
e
n d
ie erwähnten Berichte respektive Gutachten
(S. 8-10)
teilweise
aus der Zeit
vor den Observationsberichten
vom 4. März und 1. Oktober 2013 und andererseits steht nicht fest, ob
die Verfasser der
nach März respektive Oktober 2013
erstellten
Berichte
von den Ermittlungsergebnissen Kenntnis hatten, dies im Gegensatz zu den Gutachtern der MEDAS
A._
(Urk. 13/93/2-69 S.
24 und S.
48).
Was den Einwand angeht,
Dr.
I._
sei aufgrund der schlechten Kooperation des Beschwerdeführers nicht in der Lage gewesen, eine genaue Diagnose zu stellen
, weshalb ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen sei (Urk. 1 S. 11-13),
gilt Folgendes:
Dr.
I._
legte einleuchtend dar, dass das widersprüchliche
V
erhalten des Beschwerdeführers
– welches sich auch im Standortgespräch mit der Beschwerdegegnerin am 29. Januar 2014 (Urk. 13/75)
z
eigte -
keine psychiatrisch zu e
rklärende Krankheitssymptomatik darstellt, sondern der Aggravation zuzuordnen
ist
(Urk. 13/93/2-69 S.
66
, vgl. auch E. 4.3.3
)
. Im Übrigen
unterliegt der
Beschwerdeführer eine
r
Mitwirkungspflicht in ärztlichen Untersuchungen (Art. 43 Abs. 2 ATSG)
.
Vor diesem Hintergrund kann entgegen der Auffassung
des Beschwerdeführers
auf das Teilgutachten von Dr.
I._
abgestellt werden und ist auf die Einholung eines neuen Gut
achtens zu verzichten, sind doch davon keine weiteren Erkenntnisse zu erwar
ten (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Was die vom Beschwerdeführer behauptete Verschlechterung
seines
psychischen Zustands
seit Februar 2015
betrifft (Urk. 1 S. 13-14)
, so ist diese
nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen (vgl. E.
4.
4
am Ende)
.
Schliesslich vermag der Beschwerdeführer a
us dem Arbeitsunfähigkeitszeugnis der
Z._
vom 9. September 2015 (Urk. 20) nichts für s
ich abzuleiten. Dieses
wurde
erst nach Erlass der in Frage stehenden Verfügung (Urk. 2)
verfasst
und
erschöpft
sich zudem
im blossen Hinweis
auf den stationären Aufenthalt sowie
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkei
für die Dauer der
Hospitalisation
.
4.
6
Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu
10
0 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.
2
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kommensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
2
.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.
3
5.
3
.1
Gemäss dem Fragebogen der
Y._
(Urk. 13/10/1-4) betrug der AHV-pflichtige Lohn des Beschwerdeführers im Jahre 2009 Fr. 62‘088.--,
welchen er auch im Jahr 2010 erzielt hätte
.
5.
3
.2
Die Tabellenlöhne
der LSE
weisen für einfache und repetitive Tätigkeiten für Männer im Jahr 2010 einen Wert von Fr. 4‘901
.--
aus
(LSE Tabelle TA1 Total aller Wirtschaftszweige Ziff. 1-93, Anforderungsniveau 4, Männer)
, was ange
passt an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
im massgebenden Jahr (Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S. 88 Tabelle B9.2)
Fr.
61‘312.-- ergibt.
Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich bei den vorliegenden Verhält
nissen nicht. Insbesondere
führt
die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhi
n körperlich schwere Arbeit
– sofern die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers überhaupt als solche zu qualifizieren
war
(vgl. Urk. 13/10/1-7 S. 6) -
zu verrichten,
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothe
tischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst
(Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4).
5.
3
.3
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 62‘
088
.-- und eine
m
Invalidenein
kommen
von
Fr.
61‘312.--
resultiert
eine Lohneinbusse von Fr. 776.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 1
%
. Wollte man mit den MEDAS
Gutachtern von einer - invalidenversicherungsrechtlich nicht ausgewiesenen - Arbeitsunfä
higkeit von 30
%
ausgehen, wäre von einem Invalideneinkommen
von
Fr. 42‘918.-- (70 % von
Fr. 61‘312.--
)
auszugehen und
resultiert
e
eine
Lohnein
busse
von Fr. 19‘
1
7
0
.--
(Fr. 62‘
088
.-- minus Fr. 42‘918.
)
und damit ein
Invali
ditätsgrad
von gerundet 31 % (BGE 130 V 212). Dam
it besteht kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung
(vgl. E. 1.3)
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
g
ung der unentgeltlichen Prozess
führung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig
und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht
als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6.
2
Die Argumentation des Beschwerdeführers erschöpft sich im Wesentlichen darin, dass nicht auf das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS
A._
abzustellen sei
,
weil der Gutachter
bezüglich
Arbeitsfähigkeit zu einem anderen Schluss gekommen
sei
als andere Ärzte und
aufgrund der schlechten Koopera
tion des Beschwerdeführers nicht in der Lage gewesen sei, eine genaue Diagnose zu stellen
, und zudem nach Erstattung des Gutachtens eine wesentliche Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ei
ngetreten
sei. Vor dem Hintergrund
,
dass eine
von anderen Ärzten abweichende
gutachterliche Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit
rechtsprechungsgemäss nicht
zur Unverwertbarkeit
des
Gutachtens führt (vgl. E. 4.
5
), d
ie schlechte Kooperation
des Beschwerde
führers
auf der
aktenkundige
n
Aggrava
tion
fusst
und die behauptete gesund
heitliche Verschlechterung nicht ausgewiesen ist
(vgl. E.
4.
4
)
, waren die Gewinn
aussichten der Beschwerde beträchtlich geringer als die Verlustgefahren.
Dies namentlich auch deshalb, weil der Beschwerdeführer seine dokumentierten Ressourcen nicht kommentierte, welche
gerade Grundlage der massgebenden ärztlichen Einschätzung
waren
.
Die Beschwerde ist deshalb als aussichtslos zu bezeichnen und das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsver
tretung
vom 30. April 2015 (Urk. 1 S. 2)
folglich abzuweisen.
6.
3
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.