Decision ID: 9d47968c-05fa-47b4-9a13-d5698b6f954a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend Anweisung an den Schuldner
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 12. Februar 2018 (EF170007-F)
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Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 12. Februar 2018:
1. Die A._ GmbH, ...strasse ..., D._, wird mit sofortiger Wirkung bis zu einer allfälligen anders lautenden gerichtlichen Verfügung unter  der Doppelzahlung im Unterlassungsfalle angewiesen, vom jeweiligen monatlichen Lohnguthaben des Gesuchsgegners den Betrag von CHF 750.– direkt an die Gesuchstellerin bzw. auf deren Bankkonto bei der Bank D._ (IBAN: CH...;Konto-Nr. ...), lautend auf B._, ...strasse ..., E._, zu überweisen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 1'800.–. 3. Die Kosten werden dem Gesuchsgegner auferlegt. 4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-
schädigung von CHF 1'944.– (inkl. 8% MwSt.) zu bezahlen. 5. [Schriftliche Mitteilung] 6. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]
Berufungsantrag (sinngemäss):
Das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das Gesuch um  der Arbeitgeberin des Gesuchsgegners sei abzuweisen.

Considerations:
Erwägungen:
1. a) Mit Eheschutz-Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 7. Novem-
ber 2016 wurde das Getrenntleben der Berufungsbeklagten geregelt, wobei (u.a.)
der Gesuchsgegner zur Zahlung von Kinderunterhaltsbeiträgen von Fr. 750.-- pro
Monat an die Gesuchstellerin verpflichtet wurde (Urk. 5/69 i.V.m. Urk. 4/14).
b) Am 20. Dezember 2017 stellte die Gesuchstellerin beim Bezirksgericht
Horgen (Vorinstanz) das Gesuch, die Berufungsklägerin als Arbeitgeberin des
Gesuchsgegners anzuweisen, von dessen Lohn Fr. 750.-- pro Monat an sie zu
überweisen (Urk. 1). Nach Durchführung eines einfachen Schriftenwechsels er-
liess die Vorinstanz mit Urteil vom 12. Februar 2018 die ersuchte Anweisung
(Urk. 18 = Urk. 30; Entscheiddispositiv eingangs wiedergegeben).
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c) Hiergegen hat die Berufungsklägerin am 23. Februar 2018 fristgerecht
(Urk. 21) Berufung erhoben und sinngemäss den eingangs aufgeführten Beru-
fungsantrag gestellt (Urk. 29).
d) Ebenfalls am 23. Februar 2018 hat auch der Gesuchsgegner Berufung
gegen das Urteil vom 12. Februar 2018 erhoben. Jenes Berufungsverfahren wird
unter der Geschäfts-Nr. LD180001-O geführt.
e) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Berufung
sogleich als unbegründet bzw. unzulässig erweist, kann auf die Einholung von Be-
rufungsantworten verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
2. a) Die Berufungsklägerin hat in ihrer Berufung keine klaren Anträge
gestellt (obwohl in der Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Urteils klar da-
rauf hingewiesen wurde: "sind die Anträge zu stellen"; Urk. 30 S. 11). Da sie in
der Berufungsbegründung geltend macht, es gebe keinen Grund für Zahlungen in
Höhe von Fr. 750.-- an die Gesuchstellerin bzw. für weitere Abzüge vom Lohn des
Gesuchsgegners, ist davon auszugehen, dass sie die Anweisung (vollumfänglich)
anfechten will.
b) Die Berufungsklägerin hat mit der Berufung Unterlagen zu ihren eige-
nen finanziellen Verhältnissen eingereicht (Steuererklärungen etc.; Urk. 32/1-6).
Sie hat diese jedoch als vertraulich bezeichnet (Urk. 29 S. 1) und verlangt, dass
sie keinesfalls der Gesuchstellerin weitergegeben werden dürften (Urk. 29 S. 2).
Dies stellt inhaltlich einen Antrag auf Anordnung von Schutzmassnahmen im Sin-
ne von Art. 156 ZPO dar. Derselbe wird jedoch in keiner Weise begründet; die Be-
rufungsklägerin legt nicht dar, inwiefern durch eine Weitergabe ihre schutzwürdi-
gen Interessen und welche betroffen sein könnten (Urk. 29). Mangels Begründung
ist daher der Antrag auf Anordnung von Schutzmassnahmen abzuweisen.
Bei Abweisung eines Antrags auf Anordnung von Schutzmassnahmen ist
der betroffenen Partei grundsätzlich Gelegenheit zu geben, die entsprechenden
Beweismittel nicht in den Prozess einzubringen. Da im vorliegenden Berufungs-
verfahren die finanziellen Verhältnisse der Berufungsklägerin nicht von Belang
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sind und damit auch die eingereichten Unterlagen keinen Einfluss auf den Aus-
gang des Berufungsverfahrens haben können, ist ohne weiteres davon auszuge-
hen, dass die Berufungsklägerin diese nicht in den Prozess einbringen will. Die
eingereichten Urkunden (Urk. 32/1-6) sind daher der Berufungsklägerin zu retour-
nieren.
3. a) Die Berufungsklägerin ist nicht Partei des vorinstanzlichen Ver-
fahrens (wie sie in ihrer Berufung korrekt darlegt). Als Dritte ist sie daher zur Er-
hebung einer Berufung (nur) dann legitimiert, d.h. berechtigt, wenn durch den an-
gefochtenen Entscheid ihre eigenen Rechte verletzt werden (ZK ZPO-Reetz, Vor-
bem. zu Art. 308-318, N 35; BSK ZPO-Spühler, vor Art. 308-334, N 10; Blickens-
torfer, DIKE-Komm.-ZPO, vor Art. 308-334, N 94).
b) Die Berufungsklägerin macht in ihrer Berufung zusammengefasst gel-
tend, sie habe nichts mit dem Scheidungsfall der Berufungsbeklagten zu tun und
sei somit aus diesen Streitigkeiten herauszuhalten. Im Zuge der Eheschliessung
der Berufungsbeklagten im Jahr 2012 sei vorgängig Gütertrennung vereinbart
worden. Seit dem Jahr 2014 hätten an den Gesuchsgegner aus gesundheitlichen
Gründen lediglich Löhne zwischen Fr. 500.-- bis Fr. 2'000.-- monatlich ausbezahlt
werden können, womit es keinen Grund gebe für Zahlungen von Fr. 750.-- an die
Gesuchstellerin bzw. für Abzüge vom Lohn des Gesuchsgegners (Urk. 29).
c) Mit diesen Berufungsvorbringen vermag die Berufungsklägerin nicht
darzutun, dass sie in ihren Rechten verletzt wäre. Ob die Berufungsklägerin vom
Lohn des Gesuchsgegners den angewiesenen Betrag von Fr. 750.-- wie bisher an
diesen oder nunmehr zufolge der Anweisung an die Gesuchstellerin bezahlt,
macht für sie als juristische Person keinen relevanten Unterschied. Sie muss in-
folge der Anweisung insgesamt nicht mehr bezahlen und der Mehraufwand für die
zusätzliche Überweisung fällt nicht ins Gewicht; jedenfalls macht sie in dieser
Hinsicht keine bedeutsamen Nachteile geltend. Dass der Nettolohn des Gesuchs-
gegners bei der Berufungsklägerin aktuell weniger als Fr. 750.-- betrage und sie
daher der Anweisung gar keine Folge leisten könne, wird in der Berufung nicht
geltend gemacht. Damit ist eine Verletzung der Rechte der Berufungsklägerin
weder geltend gemacht noch sonst ersichtlich.
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d) Nach dem Gesagten ist die Berufungsklägerin nicht zur Erhebung einer
Berufung legitimiert. Demgemäss ist die Berufung abzuweisen (BSK ZPO-Spüh-
ler, vor Art. 308-334, N 10) und das angefochtene Urteil zu bestätigen (Art. 318
Abs. 1 lit. a ZPO).
4. a) Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 6
Abs. 2 lit. b i.V.m. § 12 GebV OG auf Fr. 600.-- festzusetzen.
b) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss
der Berufungsklägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
c) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen, der Berufungsklägerin zufolge ihres Unterliegens, den Berufungsbe-
klagten mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO).