Decision ID: 9d92b07c-0960-4082-bfbc-26167ddb76a7
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1977, ist slowakischer Staatsangehöriger, wohnhaft in
C._ und seit dem Jahre 2016 bei der D._ AG angestellt. Seit
diesem Zeitpunkt verfügt er über einen Anspruch auf Familienzulagen für
seine Tochter E._, Jahrgang 2001.
2. Mit Scheidungsurteil vom 17. März 2017 wurde die Ehe zwischen A._
und B._ vom Bezirksgericht F._ in der Slowakei geschieden. Die
Obhut für die gemeinsame Tochter E._ wurde der Mutter B._
übertragen. A._ wurde verpflichtet, einen monatlichen Unterhalt für
E._ von EUR 300.00 zu leisten (Urteils-Dispositiv Ziff. IV.).
3. Mit Schreiben vom 24. September 2018 ersuchte B._ bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (SVA) um
Auszahlung der Kinderzulagen ab dem 1. August 2018 auf das Konto ihrer
Tochter. Seit April 2016 habe A._ keine Familienzulagen mehr an sie
entrichtet, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr mit ihr und
der gemeinsamen Tochter zusammengelebt habe. Mit den ausgerichteten
Familienzulagen habe er nichts an den Unterhalt seiner Tochter
beigetragen.
4. Die SVA forderte daraufhin A._ am 24. Oktober 2018 auf, zu
bestätigen, dass die Familienzulagen von Mai 2016 bis Dezember 2017
an die Kindsmutter weitergeleitet wurden. A._ reichte daraufhin am
28. Oktober 2018 diverse Bankbelege ein, aus denen ersichtlich ist, dass
regelmässig Zahlungen an B._ geleistet wurden. Er hielt fest, dass er
gemäss Scheidungsurteil verpflichtet sei, Unterhalt in der Höhe von EUR
300.00 inkl. Kinderzulagen für seine Tochter zu leisten. Dieser
Verpflichtung käme er nach. Sein damaliger Rechtsvertreter präzisierte
am 15. November 2018, dass A._ gemäss Scheidungsurteil
verpflichtet worden sei, einen Unterhalt von EUR 300.00 bis zur
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Volljährigkeit zu leisten. Grundlage dieses Entscheids sei der ausbezahlte
Nettolohn inkl. Familienzulagen gewesen. Der Barbedarf der Tochter
betrage EUR 400.00, wovon A._ 3/4 zu tragen habe. Die
Familienzulagen seien daher als Teil des Unterhalts von EUR 300.00 an
B._ überwiesen worden. Eine zweckfremde Verwendung der
Familienzulagen finde nicht statt.
5. Nach diversen Korrespondenzen mit den Rechtsvertreten von B._
und dem Erhalt einer beglaubigten Übersetzung des Scheidungsurteils
teilte die SVA B._ mit Schreiben vom 14. August 2019 mit, dass die
Kinderzulagen zukünftig direkt an die Kindsmutter ausgerichtet werden
würden, sofern ein Ausbildungsnachweis eigereicht werde, der bestätige,
dass E._ ab dem 1. August 2018 eine Ausbildung absolviere.
6. Am 9. Oktober 2019 erliess die SVA eine entsprechende Verfügung und
hielt fest, dass die Kinderzulagen für den Zeitraum vom 1. August 2018 bis
21. Dezember 2018 direkt an B._ ausbezahlt werden würden.
7. Dagegen erhob A._ am 4. November 2019 Einsprache und
beantragte die Auszahlung der Familienzulagen an sich selbst.
Begründend brachte er vor, dass bei der Festlegung des
Unterhaltsbeitrages in der Slowakei einerseits die Bedürfnisse des Kindes
und andererseits die Leistungsfähigkeit des Verpflichteten überprüft
worden seien. Das Gericht sei zum Schluss gekommen, dass der Bedarf
der Tochter EUR 400.00 betrage. A._ sei verpflichtet worden, 3/4
dieser Kosten zu tragen. Die Kinderzulagen seien beim Einkommen des
Vaters berücksichtigt worden.
8. Mit Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 wies die SVA die Einsprache
von A._ ab. Sie erwog, dass A._ gemäss Scheidungsurteil zur
Zahlung von Unterhaltsbeiträgen von EUR 300.00 verpflichtet worden sei.
Aus dem Urteil gehe aber nicht hervor, dass die Familienzulagen darin
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enthalten seien. Es greife daher die Regelung von Art. 8 FamZG, wonach
die Familienzulagen zusätzlich zu den Unterhaltsbeiträgen zu entrichten
seien. Zudem erachtete sie die Voraussetzungen für eine Drittauszahlung
als erfüllt.
9. A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gelangte am 10. Juni 2020 mit
Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er machte
im Wesentlichen geltend, dass die Familienzulagen bei der
Unterhaltsberechnung einkommensseitig bei ihm berücksichtigt worden
seien. Die Familienzulagen seien daher nicht zusätzlich geschuldet,
sondern Bestandteil des gerichtlich festgelegten Unterhalts von
EUR 300.00.
10. Mit Eingabe vom 18. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer eine
eidesstattliche Erklärung der Gerichtsschreiberin des Bezirksgerichts
F._ ein, in der bestätigt werde, dass im Scheidungsurteil vom 17.
März 2017 vom Einkommen inklusive Kinderzulagen ausgegangen
worden sei, diese also nicht zusätzlich zu bezahlen seien.
11. Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2020 hielt die SVA (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) an ihrem Einspracheentscheid fest. Aus dem
Scheidungsurteil ergebe sich nicht, dass im Unterhaltsbeitrag von EUR
300.00 die Familienzulagen mitenthalten seien. Die Familienzulagen seien
zudem offensichtlich nicht für die Bedürfnisse der Tochter eingesetzt
worden, da der Beschwerdeführer jeweils nur den zivilrechtlichen
Unterhalt überwiesen habe, nicht aber die zusätzlich zu entrichtenden
Familienzulagen. Die dem Beschwerdeführer zustehenden
Familienzulagen seien deshalb zukünftig der Kindsmutter auszuzahlen.
12. Mit Schreiben vom 15. Juni 2021 lud die Instruktionsrichterin B._ zur
Teilnahme am Verfahren ein und gewährte ihr eine Frist zur Einreichung
einer Stellungnahme bis am 28. Juni 2021. Am 22. Juni 2021 (Poststempel
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23. Juni 2021) informierten die ehemaligen Rechtsvertreter von B._
das Verwaltungsgericht, dass sie B._ nicht mehr vertreten würden.
13. Mit einem an B._ adressierten Schreiben vom 12. Juli 2021
orientierte die Instruktionsrichterin B._ über die Beiladung zum
Verfahren und räumte ihr eine Frist ein zur Bezeichnung einer
zustellungsbevollmächtigten Person in der Schweiz bis am 23. August
2021. Das Schreiben wurde am 15. Juli 2021 von B._ (nachfolgend
Beigeladene) abgeholt und gilt damit als am selben Tag zugestellt. Innert
Frist ging keine Stellungnahme der Beigeladenen ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin
vom 14. Mai 2020, mit dem sie die Einsprache des Beschwerdeführers
gegen die Verfügung vom 9. Oktober 2019 abwies und an der
Drittauszahlung der Familienzulagen an die Beigeladene festhielt.
Gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die Familienzulagen und
Finanzhilfen an Familienorganisationen (Familienzulagengesetz [FamZG];
SR 836.2; in der ab 1. Januar 2021 geltenden Fassung) entscheidet das
Versicherungsgericht des Kantons, dessen Familienzulagenordnung
anwendbar ist, über Entscheide der Familienausgleichskassen.
1.2. Vorliegend hat die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ihren Sitz im
Kanton Graubünden und untersteht damit der Familienzulagenordnung
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des Kantons Graubünden. Diese bestimmt in Art. 22 Abs. 1 des Gesetzes
über die Familienzulagen (KFZG; BR 548.100), dass gegen
Einspracheentscheide von Familienausgleichskassen innerhalb von 30
Tagen seit Mitteilung Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden erhoben werden kann. Das angerufene Gericht ist damit
örtlich und sachlich zuständig.
1.3. Nach Art. 1 Abs. 1 FamZG sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) auf die Familienzulagen anwendbar, soweit das vorliegende
Gesetz nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Als
Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung oder Änderung auf, weshalb er zur
Beschwerdeerhebung legitimiert ist (vgl. Art. 59 ATSG).
1.4. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht am 10. Juni 2020 eingereichte
Beschwerde (vgl. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.
2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz,
wenn der Streitwert CHF 5'000.00 nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) vorgeschrieben ist.
Vorliegend beantragte die Beigeladene die Drittauszahlung für den
Zeitraum vom 1. August 2018 bis 21. Dezember 2018. Der Streitwert
beträgt damit CHF 1'147.15 (CHF 244.00 + CHF 244.00 + CHF 244.00 +
CHF 244.00 + CHF 171.15). Da der Streitwert somit unter CHF 5'000.00
liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden werden
muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.
3.1. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den
Antrag der Beigeladenen auf Drittauszahlung der Familienzulagen zu
Recht gutgeheissen hat.
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3.2.1. Gemäss Art. 8 FamZG müssen Personen, die auf Grund eines
Gerichtsurteils oder einer Vereinbarung zur Zahlung von
Unterhaltsbeiträgen für Kinder verpflichtet sind, die Familienzulagen
zusätzlich zu den Unterhaltsbeiträgen entrichten. Dies ergibt sich auch aus
Art. 285a Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210),
wonach Familienzulagen, die dem unterhaltspflichtigen Elternteil
ausgerichtet werden, zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen sind. Art.
8 FamZG muss aber in erster Linie im Lichte des schweizerischen
Kindesunterhaltsrechts gesehen werden und darf nicht für sich isoliert
betrachtet werden. Entgegen dem Wortlaut von Art. 8 FamZG und Art.
285a Abs. 1 ZGB sehen diese Bestimmungen gemäss herrschender Lehre
keine materielle Kumulation von Familienzulagen und Unterhaltsbeiträgen
vor. Sie stellen vielmehr eine Anweisung an das Gericht dar, den
Gesamtunterhaltsbeitrag als Unterhaltsbeitrag zuzüglich Familienzulage
auszuweisen (FANKHAUSER/KÄMPF, Ausgewählte Probleme beim
Zusammenspiel von Kindesunterhalt und Sozialversicherungsleistungen,
in: RIEMER-KAFKA, Sozialversicherungsrecht: seine Verknüpfung mit dem
ZGB, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 131). Rechtsprechung und Lehre gehen
daher davon aus, dass die Familienzulagen materiell angerechnet werden,
formell aber der Grundsatz der Kumulation gelte. Rechnerisch bedeutet
dies, dass die Familienzulagen vorweg vom Barbedarf des Kindes
abgezogen werden müssen (BGE 137 III 59 E.4.2.3, 128 III 305 E.4b;
FOUNTOULAKIS, in: GEISER/FOUNTOULAKIS, BSK ZGB I, Art. 1-456, 6. Aufl.,
Basel 2018, Art. 285a Rz. 6; SCHWEIGHAUSER, in:
SCHWENZER/FANKHAUSER, FamKomm., Scheidung, Band I: ZGB, 3. Aufl.,
Bern 2017, Art. 285a Rz. 7; FANKHAUSER/KÄMPF, a.a.O., S. 132; KRAPF, Die
Koordination von Unterhalts- und Sozialversicherungsleistungen für
Kinder, Diss., Zürich/Basel/Genf 2004, Rz. 396; Botschaft Kindesunterhalt,
BBl 2014, 529 ff., 578 f.). Der unterhaltspflichtige Elternteil hat nämlich
insgesamt – vorbehältlich der Erweiterung des Bedarfs bei guten
wirtschaftlichen Verhältnissen – nicht mehr als den tatsächlichen Bedarf
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des Kindes zu decken (vgl. Art. 285 Abs. 1 ZGB; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 5A_634/2014 vom 3. September 2015 E.4.4;
SCHWEIGHAUSER, a.a.O., Art. 285a Rz. 7; REICHMUTH, Familienzulagen bei
Scheidung und weiteren Konstellationen, in: AJP 2012, 746 ff., 749,
Fn. 26; Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014, 529 ff., 578).
3.2.2. Nach Art. 9 Abs. 1 FamZG kann eine Person oder ihr gesetzlicher Vertreter
verlangen, dass ihr die Familienzulagen in Abweichung von Art. 20 Abs. 1
ATSG auch ohne Fürsorgeabhängigkeit ausgerichtet werden, wenn die
Familienzulagen nicht für die Bedürfnisse einer Person verwendet werden,
für die sie bestimmt sind. Art. 9 Abs. 1 FamZG stellt damit sicher, dass die
Familienzulagen der Person zukommen, die dafür besorgt ist, dass sie für
den Unterhalt bzw. die Bedürfnisse derjenigen Person verwendet werden,
für die sie bestimmt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2017 vom
20. Dezember 2017 E.5.3.2.2).
3.3.1. Die Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und der Beigeladenen wurde
mit dem rechtskräftigen slowakischen Scheidungsurteil vom 17. März
2017 geschieden. Das Dispositiv dieses Urteils liegt in zwei
Übersetzungsversionen in den Akten (Beschwerdegegnerische Beilagen
[Bg-act.] 46 und 59). Diese beiden Versionen unterscheiden sich inhaltlich
allerdings nicht. In besagtem Scheidungsurteil wurde der
Beschwerdeführer verpflichtet, monatlich einen Unterhalt von EUR 300.00
für seine Tochter an die Beigeladene zu leisten (Urteils-Dispositiv Ziff. IV.).
Aus dem Urteil geht allerdings nicht explizit hervor, ob die Familienzulagen
in diesem Betrag bereits enthalten oder zusätzlich zu leisten sind.
3.3.2. Das slowakische Gericht berücksichtigte bei der Unterhaltsberechnung die
begründeten Bedürfnisse der Berechtigten sowie die Fähigkeiten,
Möglichkeiten und Vermögensverhältnisse des Verpflichteten (vgl. Bg-act.
59, E.30). Der Kollisionsvertreter, der im Scheidungsverfahren die
Interessen der Tochter vertrat (Bg-act. 59, Ingress), schlug einen
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Unterhaltsbeitrag des Beschwerdeführers an seine Tochter von
EUR 300.00 vor. Dagegen erhob die Beigeladene keine Einwände (vgl.
Bg-act. 59, E.35). Das Gericht errechnete gestützt auf die Angaben der
Beigeladenen einen Bedarf der Tochter von EUR 400.00 und hielt fest,
dass ihr dadurch ermöglicht werde, am Lebensniveau der Eltern
teilzuhaben. Es berücksichtigte dabei diverse Kosten (Ernährung,
Hygiene, Kleidung, Reisekosten, Schulkosten, Nachhilfeunterricht sowie
schulische und ausserschulische Aktivitäten), deren Standard dem
Lebensniveau der Eltern entsprechen. Trotz höherer
Lebenshaltungskosten in der Schweiz, auferlegte es den grössten Teil des
Unterhalts (3/4) dem Beschwerdeführer. Dabei stützte es sich auf die vom
Beschwerdeführer eingereichten Lohnabrechnungen (vgl.
Beschwerdeführerische Beilagen [Bf-act]. 3 und 4), aus denen auch die
Auszahlung der Familienzulagen hervorgehen. Die Lohnabzüge des
Beschwerdeführers aufgrund von Zwangsvollstreckungsverfahren sowie
das Existenzminimum in der Schweiz wurden beim Lohn des
Beschwerdeführers nicht in Abzug gebracht. Das Gericht hielt aber fest,
dass der Beschwerdeführer zweifellos zur Leistung eines Unterhalts in der
Höhe von EUR 300.00 in der Lage sei, da die von ihm vorgeschlagenen
EUR 250.00 zur Deckung sämtlicher berechtigter Kosten der
minderjährigen Tochter nicht ausreichend wären und er zusätzliche
EUR 50.00 leisten könne, da dieser Betrag bezüglich seines Einkommens
keine grundsätzliche Differenz darstelle. Einzig auf eine von der
Beigeladenen beantragte Verpflichtung des Beschwerdeführers zur
Leistung eines regelmässigen Betrags zur Bildung von Ersparnissen
wurde aufgrund der erheblich höheren Lebenshaltungskosten in der
Schweiz und den Vermögensverhältnissen des Beschwerdeführers
verzichtet (vgl. zum Ganzen Bg-act. 59, E.37).
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3.3.3 Der Beschwerdeführer leistet monatlich einen Unterhaltsbeitrag von
EUR 300.00, der zusammen mit dem der Beigeladenen auferlegten
Beitrag von EUR 100.00 den Bedarf der Tochter von EUR 400.00 deckt.
Kämen die Familienzulagen kumulativ zu den EUR 300.00 hinzu (wie dies
von der Beigeladenen geltend gemacht wird), würde daraus ein
monatlicher Betrag von rund EUR 500.00 für die Tochter resultieren;
mithin also mehr als die von der Beigeladenen im Scheidungsverfahren
ursprünglich beantragten EUR 450.00 (vgl. Bg-act. 59, E.4). Auch würde
der Gesamtbetrag von rund EUR 500.00 den vom Scheidungsgericht
errechneten Bedarf der Tochter von EUR 400.00 übersteigen (vgl. Bg-act.
59, E.37). Somit besteht kein Raum für eine materielle Kumulation der
Unterhaltsbeiträge und der Familienzulagen. Vielmehr kommt der
Beschwerdeführer durch die Leistung von EUR 300.00 seiner
Unterhaltspflicht sowie seiner in Art. 8 FamZG statuierten Verpflichtung
zur Verwendung der Familienzulagen für die Bedürfnisse der Person, für
die sie bestimmt sind, nach. Eine Drittauszahlung der Familienzulagen an
die Beigeladene hat somit nicht zu erfolgen.
4. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den Antrag
der Beigeladenen auf Drittauszahlung der Familienzulagen vom 1. August
2018 bis 21. Dezember 2018 in der Höhe von CHF 1'147.15 zu Unrecht
gutgeheissen hat. Der Beschwerdeführer kommt seiner Unterhaltspflicht
respektive Weiterleitungspflicht der Familienzulagen nach, indem er
monatlich EUR 300.00 gemäss rechtskräftigem Scheidungsurteil vom
17. März 2017 der Beigeladenen überweist, womit kein Anspruch auf eine
Drittauszahlung besteht. Der Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 ist
entsprechend aufzuheben, was zur Gutheissung der Beschwerde vom
10. Juni 2020 führt.
5. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG (Fassung, die bis 31. Dezember 2020 in Kraft
stand) i.V.m. Art. 83 ATSG (Übergangsbestimmung zur Änderung vom
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21. Juni 2019) ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor dem
kantonalen Versicherungsgericht – ausser bei mutwilliger oder
leichtsinniger Prozessführung – kostenlos, so dass keine Kosten
aufzuerlegen sind.
6. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
reichte keine Kostennote ein, womit in Anwendung von Art. 2 Abs. 1 der
Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen
und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) die
Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist. Da lediglich ein
einfacher Schriftenwechsel durchgeführt wurde, ist diese pauschal auf
CHF 1'200.00 (inkl. Barauslagen und MWST) festzulegen. In diesem
Umfang hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu
entschädigen.