Decision ID: c2fbb126-657f-53d7-a25c-fd717f2305d8
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die am (...) 1965 geborene, in ihrer Heimat Deutschland wohnhafte
A._ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) absol-
vierte nach Abschluss der mittleren Reife eine Ausbildung zur Hotelkauf-
frau. Sie arbeitete von 1989 bis 1993 im Hotelfach, war vom 1. Dezember
1989 bis 30. November 1990 in der Schweiz erwerbstätig und leistete da-
bei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-
versicherung (AHV/IV). Im Anschluss war sie von 1994 bis 2000 in ihrer
Heimat als Sekretärin tätig und danach vollzeitlich als Assistentin des Vor-
sitzenden der Geschäftsführung bei der B._ GmbH (im Folgenden:
Arbeitgeberin) beschäftigt. Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis am
30. Juni 2012 auf. Der letzte Arbeitstag war am 20. September 2010 (Akten
[im Folgenden: IV-act.] der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgen-
den: IVSTA oder Vorinstanz] 5, S. 9; 11, S. 6; 16, 26, S. 14; 36; 42).
B.
Am 29. September 2014 meldete sich die Versicherte beim deutschen Ver-
sicherungsträger aufgrund psychischer Beschwerden zum Bezug einer In-
validenrente an. Das entsprechende Formular E 204 DE wurde am 17. Ja-
nuar 2017 an die Schweizerische Ausgleichskasse (SAK) zur weiteren Be-
arbeitung übermittelt und ging am 7. Februar 2017 ein (IV-act. 4 f.). Nach
Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse (IV-act. 6 – 13,
16, 26 – 33, 36 – 44) erliess die IVSTA einen Vorbescheid, in welchem sie
feststellte, dass keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
während eines Jahres vorliege. Trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung sei
eine dem Gesundheitszustand angepasste gewinnbringende Tätigkeit
noch immer in rentenausschliessender Weise zumutbar. Es liege keine ei-
nen Rentenanspruch begründende Invalidität vor. Der Beschwerdeführerin
wurde die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht gestellt (IV-
act. 45). Nachdem die Versicherte ihren Einwand unter Beilage eines me-
dizinischen Berichts eingereicht und Dr. med. Dr. C._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie des medizinischen Dienstes der IVSTA,
am 25. November 2017 zum neu eingereichten Arztbericht Stellung ge-
nommen hatte (IV-act. 46 – 49, 51), erliess die Vorinstanz am 30. Novem-
ber 2017 eine dem Vorbescheid im Ergebnis entsprechende Verfügung (IV-
act. 52).
C.
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C.a Gegen die Verfügung vom 30. November 2017 erhob die Versicherte
am 15. Dezember 2017 (act. 1) unter Beilage medizinischer Berichte Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht, beantragte sinngemäss die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und bat um erneute Überprüfung
ihres Antrags auf eine Invalidenrente. Sie machte insbesondere geltend,
seit September 2013 wegen Depressionen durchgehend arbeitsunfähig zu
sein.
C.b Am 5. Januar 2018 beantragte die Versicherte telefonisch die Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung; das entsprechende schriftliche
Gesuch vom 11. Januar 2018 ging am 15. Januar 2018 ein (act. 2 f.). Da-
raufhin wurde die Versicherte mit prozessleitender Verfügung vom 16. Ja-
nuar 2018 unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Aktenentscheid) aufgefor-
dert, innert Frist das der Verfügung beigelegte Formular "Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege" ausgefüllt und mit den nötigen Beweismitteln
versehen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen (act. 4). In der
Folge zog die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 9. März 2018 (act. 11)
ihren diesbezüglichen Antrag zurück, woraufhin sie vom Bundesverwal-
tungsgericht mit Zwischenverfügung vom 16. März 2018 aufgefordert
wurde, einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- in der Höhe der mutmassli-
chen Verfahrenskosten zu leisten. Dieser Betrag wurde am 25. April 2018
zu Gunsten der Gerichtskasse überwiesen (act. 12 f.).
C.c In ihrer Vernehmlassung vom 25. Februar 2018 (act. 10) beantragte
die Vorinstanz gestützt auf eine Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes
vom 2. Februar 2018 die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der
angefochtenen Verfügung.
C.d Mit Eingabe vom 25. April 2018 (act. 15) reichte die Versicherte, er-
gänzend zu den bereits vorgelegten Unterlagen, das Schreiben "Chrono-
logie der Haupt-Belastungen" zu den Akten. Am 25. Mai 2018 (act. 17) bat
sie schliesslich replikweise unter Beilage weiterer Unterlagen erneut um
Prüfung ihres Rentenanspruchs.
C.e Mit Duplik vom 6. Juni 2018 (act. 19) führte die Vorinstanz aus, dass
sich mangels neuer relevanter Aspekte keine Veranlassung zu einer geän-
derten Betrachtungsweise gebe und hielt an den in der Vernehmlassung
vom 15. Februar 2018 getroffenen Feststellungen und den darin gestellten
Anträgen fest.
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Seite 4
C.f Mit Eingaben vom 4. Oktober sowie am 7. Juni 2019 reichte die Versi-
cherte unaufgefordert weitere Unterlagen zu den Akten (act. 22, 24).
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde zu-
ständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR
831.20]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen
Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb sie zur Erhebung
der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59
ATSG [SR 830.1]). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleis-
tet wurde, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60
ATSG).
2.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht ein-
schliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und
wohnt in Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom
21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681, in Kraft getreten am 1. Juni 2002)
und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der
sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA zur Anwendung. Der An-
spruch auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung richtet
sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht
(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4).
C-7249/2017
Seite 5
3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 30. November 2017 in Kraft standen; weiter aber auch
Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,
die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprü-
che von Belang sind.
3.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 30. November 2017) eingetretenen Sachver-
halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit
zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu-
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).
4.
Streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine schweizerische Invalidenrente im Rahmen ei-
ner Erstanmeldung.
4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und
beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer
Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(AHV/IV) geleistet hat. Der Anspruch auf eine ganze Rente besteht, wenn
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertels-
rente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente
(Art. 28 Abs. 2 IVG). Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG). Laut Art. 29 Abs. 4 IVG wer-
den jedoch Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % ent-
sprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhn-
lichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rechtspre-
chung eine besondere Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V
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Seite 6
264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002
für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab ei-
nem Invaliditätsgrad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie –
wie die Beschwerdeführerin – in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz ha-
ben.
4.2 Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung setzt
voraus, dass bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei (vollen)
Jahren Beiträge geleistet worden sind.
4.3
4.3.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-
tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-
chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-
len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam-
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 E. 3a; Urteil BGer
9C_433/2017 vom 13. März 2018 E. 2.1). Eine begutachtende medizini-
sche Fachperson muss ausserdem über die notwendigen fachlichen Qua-
lifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November
2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Be-
zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil BGer I 268/2005 vom 26.
Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).
4.3.2 Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann
für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur
abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-
rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG I 694/05 vom
15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Ein-
zelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen,
C-7249/2017
Seite 7
spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Wür-
digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen
Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf
die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die
Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Dis-
ziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zu-
mindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG
I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 vom 8.
September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I
362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165
E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE
135 V 254]).
4.3.3 Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person durch
den RAD untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die
Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs
nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fäl-
len stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen
ab. Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die
Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen
Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbe-
fund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhande-
ner Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können. Das Ab-
sehen von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen
RAD-Bericht in Frage zu stellen (Urteile des Bundesgerichts 8C_641/2011
vom 22. Dezember 2011, 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und
I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen; RKUV 2006
U 578 S. 175 E. 3.4 und 1988 U 56 S. 371). Die IV-Stelle kann auf die
Stellungnahmen des medizinischen Dienstes nur abstellen, wenn diese
den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Be-
richt genügen und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl.
Urteil des BGer 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.3 mit Hinweis
auf das Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die Tatsa-
che allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Ver-
sicherungsträger steht, lässt indes nicht schon auf mangelnde Objektivität
und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-
jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hin-
weisen).
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Seite 8
4.3.4 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomati-
sches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen
leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Be-
rücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits
und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prü-
fung und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis
gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das
Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-
schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-
tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-
täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-
tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-
text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-
tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-
tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-
handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-
druck (E. 4.4.2).
5.
5.1 Die Vorinstanz hat das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin man-
gels Vorliegen einer rentenbegründenden Invalidität abgewiesen. Ver-
nehmlassungsweise wurde dazu zusammengefasst ausgeführt, dass so-
wohl von der behandelnden Psychiaterin ab September 2013 eine mittel-
gradige, zeitweilig auch schwere depressive Episode als auch anlässlich
eines Kuraufenthaltes im März 2011 eine mittelgradige depressive Episode
diagnostiziert worden sei. Demgegenüber seien zwei psychiatrische Gut-
achter anlässlich der am 20. November 2014 sowie am 29. Juni 2015
durchgeführten Begutachtungen zur übereinstimmenden Beurteilung ge-
langt, dass bei der Versicherten nur eine Dysthymie und eine Anpassungs-
störung nach dem Tod der Eltern 2013 zu diagnostizieren sei. Ihre Arbeits-
fähigkeit sei in einer der früheren als Assistentin einer Geschäftsleitung
entsprechenden Tätigkeit im Umfang von 6 Stunden und mehr pro Tag bzw.
vollschichtig gegeben. Der beurteilende Facharzt des ärztlichen Dienstes
habe die beiden psychiatrischen Gutachten für überzeugend befunden und
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Seite 9
sich deren Beurteilung angeschlossen. Hingegen habe er die Berichte der
behandelnden Psychiaterin aufgrund einer nicht nachvollziehbaren Be-
gründung als nicht plausibel erachtet. Eine Dysthymie begründe grund-
sätzlich keinen Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes. Da einzig die
Auswirkungen einer Dysthymie zu beurteilen gewesen seien, habe von ei-
nem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden können. Die Be-
schwerdeführerin hingegen ist der Auffassung, sie sei seit September 2013
aufgrund eines mittelgradigen bis schweren depressiven Leidens zu 100 %
arbeitsunfähig.
5.2 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Mindestbeitrags-
dauer von drei Jahren erfüllt hat (E. 4.2). Falls die Mindestbeitragsdauer
mit schweizerischen Versicherungszeiten nicht erfüllt ist, müssen bei
Schweizern und Angehörigen von EU/EFTA-Staaten Beitragszeiten mitbe-
rücksichtigt werden, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt worden sind
(ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum IVG, 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 36, Rz. 4). Die Beschwerdeführerin hat
von Dezember 1989 bis Ende November 1990, also während 12 Monaten,
Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet (IV-act. 16, 42). Aus der
Bescheinigung des Versicherungsverlaufs in Deutschland ergibt sich eine
Gesamtversicherungszeit für die Begründung des Anspruchs auf alle Ren-
tenarten von 297 Monaten (IV-act. 23). Somit hat die Beschwerdeführerin
die erforderliche Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG erfüllt.
Zu überprüfen bleibt die Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung
und in diesem Zusammenhang, ob die Vorinstanz den Sachverhalt richtig
und vollständig abgeklärt und das Rentengesuch der Beschwerdeführerin
zu Recht abgewiesen hat.
5.3 Im Rahmen des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 30. No-
vember 2017 stützte sich die Vorinstanz in erster Linie auf die Stellungnah-
men von Dr. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des
medizinischen Dienstes der IVSTA vom 14. September und 25. November
2017 (IV-act. 44, 51) sowie auf die fachärztlichen Gutachten von
Dr. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. De-
zember 2014 und Dr. med. E._, Fachärztin für Neurologie/Psychi-
atrie, vom 29. Juni 2015 (IV-act. 10, 12). Die entsprechenden Berichte so-
wie weitere medizinische Dokumente und Unterlagen sind, soweit erforder-
lich, nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben und einer Würdigung
zu unterziehen.
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Seite 10
5.3.1 Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung lagen der Vorinstanz fol-
gende Berichte vor:
5.3.1.1 Im ärztlichen Entlassungsbericht der Klinik F._ in (...) (IV-
act. 11), welcher anlässlich des stationären Aufenthalts vom 10. Februar
bis 24. März 2011 zuhanden der Deutschen Rentenversicherung erstellt
und von Dr. G._, Oberarzt, dem Dipl.-Psychologen Dr. med.
H._ sowie der Ärztin Dr. med. I._ unterzeichnet worden war,
wurden folgende Diagnosen genannt:
– rezidivierende, depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige  ICD-10 F33.1 gesicherte Diagnose, Behandlungsergebnis 1 (gebessert)
– sonstige näher bezeichnete Muskelkrankheiten: Schulterregion (Klavikula, Skapula, Akromioklavikular-, Schulter-, ) ICD-10 M62.81 gesicherte Diagnose,  2 (unverändert).
5.3.1.2 Dipl.-Psych. und praktische Ärztin Q._ gab in ihrer Beschei-
nigung vom 6. September 2013 (IV-act. 9; act.1, Beilage 8) an, die Versi-
cherte sei im Zeitraum vom April bis August 2013 aufgrund einer psychi-
schen Dekompensation handlungsunfähig gewesen und habe sich nicht
um Behördengänge kümmern können.
5.3.1.3 Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, erwähnte in ihrem Bericht vom 19. November 2013 (IV-act. 7) die Di-
agnose mittelgradige depressive Episode (F32.1). Im handschriftlich ver-
fassten, ärztlichen Befundbericht zum Rehabilitationsantrag der Renten-
versicherung (IV-act. 6) vom 7. Juli 2014 wiederholte sie die Diagnose und
erachtete die Durchführung einer stationären Rehabilitation für erforderlich.
In ihrer ärztlichen Bescheinigung zur Vorlage bei der Rentenversicherung
(IV-act. 8) vom 8. September 2014 gab sie an, mit ambulanten Massnah-
men sei eine wirklich durchgreifende Besserung und Stabilisierung des
Krankheitsbildes und damit der längerfristige Erhalt der Arbeitsfähigkeit
nicht erreichbar. Eine vorzeitige stationäre Rehabilitationsmassnahme in
einer psychosomatischen Klinik mit einem multimodalen Konzept sei aus
fachärztlicher Sicht daher dringend erforderlich. Im anlässlich des Be-
schwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 16. März 2015 (IV-act. 1,
Beilage 7) nannte sie schliesslich die Diagnose ausgeprägte mittelgradige
bis schwere depressive Episode (F32.1-2), welche sie in ihrem fachärztli-
chen Attest vom 10. Mai 2017 (IV-act. 29; act. 1, Beilage 6) wiederholte. Im
Bericht vom 27. November 2017 (act. 1, Beilage 4), welcher ebenfalls im
C-7249/2017
Seite 11
Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht wurde, stellte sie eine mit-
telgradige depressive Episode (F 32.1) fest.
5.3.1.4 Im ärztlichen Gutachten für die gesetzliche Rentenversicherung auf
dem Gebiet / Teilgebiet der Psychiatrie (IV-act. 10) vom 6. Dezember 2014,
welches anlässlich der am 10. November 2014 erfolgten Untersuchung er-
stellt worden war, nannte Dr. D._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, die Diagnosen Dysthymia (F34.1) und Anpassungsstö-
rung (F43.2) nach Tod beider Eltern im Jahr 2013 bei anankastischer Per-
sönlichkeitsakzentuierung (Z78).
5.3.1.5 Dr. med. E._, Fachärztin für Neurologie / Psychiatrie, er-
wähnte in ihrem fachärztlichen Gutachten vom 29. Juni 2015 (IV-act. 12)
ebenfalls neben einer "fortbestehende Anpassungsstörung nach dem Tod
beider Eltern 2013 bei sensitiver Persönlichkeit F43.2" eine Dysthymie
(F34.1).
5.3.1.6 Dr. med. K._, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumato-
logie, nannte im Formularbericht vom 24. November 2015 (IV-act. 13) fol-
gende Diagnosen: Muskuläre Dysbalance; HWS-Syndrom (Indikations-
schlüssel: WS2a) und Funktionsstörungen / Schmerzen durch Gelenkfunk-
tionsstörung, Gelenkblockierung (auch ISG oder Kopfgelenke) ICD-10
Code M62.99. Im handschriftlich verfassten ärztlichen Befundbericht zum
Rentenantrag (IV-act. 37) vom 31. Mai 2017 nannte sie in der Spalte 4 "Di-
agnosen in der Reihenfolge ihrer medizinischen Bedeutung" Folgendes:
1. HWS-Syndrom (M50.3 G)
2. Chronischer Schmerz mit psy. und som. Faktoren R52.1 G
3. Craniomandibuläre Dysfunktion K07.6 G
4. Anpassungsstörung.
Ebenfalls liegt ein Schmerzfragebogen vom 1. Juni 2017 (IV-act. 38) von
Dr. med. K._ in den Akten, in welchem u.a. angegeben wurde, dass
die Patientin Dauerschmerzen mit Schmerzattacken habe.
5.3.1.7 Dr. med. L._, Fachärztin für Allgemeinmedizin, diagnosti-
zierte im handschriftlich verfassten, ärztlichen Befundbericht zum Renten-
antrag vom 30. Mai 2017 (IV-act. 39) eine mittelgradige depressive Epi-
sode, teilweise schwer (F32.1 G).
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Seite 12
5.3.1.8 Nachdem die anlässlich des Anmeldeverfahrens eingereichten
ärztlichen Berichte Dr. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie des medizinischen Dienstes der IVSTA, unterbreitet worden wa-
ren, äusserte er sich in seiner Stellungnahme vom 14. September 2017
(IV-act. 44) dahingehend, dass die beiden ausführlichen psychiatrischen
Gutachten vom 6. Dezember 2014 und 29. Juni 2015 zu denselben Diag-
nosen und Beurteilungen kämen. Es bestehe durchaus ein Leidensdruck,
doch seien die Befunde keineswegs so schwer, als dass sie willentlich nicht
überwunden werden könnten. Die Dysthymie sei äusserst lästig, sie lasse
alles schwer und mühsam erscheinen. Eine Arbeit sei aber deswegen nicht
unmöglich. Dass die behandelnde Psychiaterin das anders sehe, sei nicht
ungewöhnlich. Ihre Berichte seien aber so dürftig, dass sie weder nachvoll-
ziehbar noch plausibel seien.
5.3.1.9 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens reichte die Versicherte das
fachärztliche Attest zur Vorlage bei der Rentenversicherung wegen Wider-
spruch von Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie vom 23. Oktober 2017 (IV-act. 49; act. 1, Beilage 5) zu den Akten, in
welchem angegeben wurde, diagnostisch handle es sich ursprünglich um
eine ausgeprägte mittelgradige bis schwere depressive Episode (F32.1-2);
mittlerweile habe sich das Zustandsbild vom Schweregrad zwar gebessert,
es bestehe jedoch nach wie vor eine deutliche Symptomatik, die sich nur
langsam zurückbilde.
5.3.1.10 Nachdem die anlässlich des Vorbescheidverfahrens eingereich-
ten Einwände der Beschwerdeführerin vom 16. und 27. Oktober 2017 (IV-
act. 46, 48) sowie das ärztliche Attest von Dr. med. J._ vom 23. Ok-
tober 2017 Dr. C._ vorgelegt worden war, führte dieser am 25. No-
vember 2017 (IV-act. 51) aus, die behandelnde Psychiaterin wiederhole
ihre bereits bekannte Ansicht; sie bringe keine neuen Erkenntnisse. Es
gebe keinen Anlass, von der Stellungnahme vom 14. September 2017 ab-
zuweichen.
5.3.2 Im Weiteren wurden die folgenden, nach Verfügungserlass ausge-
stellten Berichte, mit der Beschwerde zu den Akten gereicht:
5.3.2.1 In der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 11. Dezember 2017
(act. 1, Beilage 3) nannte Dr. med. J._ abermals den ICD-10 Code
F32.1 G. Im unaufgefordert eingereichten ärztlichen Befundbericht vom
18. September 2018 (act. 22, Beilage 4) nannte sie erneut die Diagnose
mittelgradige depressive Episode (F32.1).
C-7249/2017
Seite 13
5.3.2.2 Dipl. Psych. M._, bei welcher sich die Versicherte seit Mai
2016 in verhaltenstherapeutischer Behandlung befindet, hielt in ihrem Be-
fundbericht vom 14. Dezember 2017 (act. 1, Beilage 2) eine rezidivierende
depressive Störung mit mittelgradiger depressiver Symptomatik und die
Entwicklung einer anhaltenden Depression fest. Mit der Replik wurde zu-
dem ihr Bericht "Ergänzung zum Befundbericht" vom 22. Mai 2018 zu den
Akten gereicht, in welchem auf ein psychiatrisches Gutachten von
Dr. N._ Bezug genommen und ausgeführt wurde, die Versicherte
sei nicht in der Lage, eine berufliche Tätigkeit auszuüben (act. 17, Beilage
1). Im unaufgefordert eingereichten Befundbericht vom 1. Oktober 2018
(act. 22, Beilage 3) verwies sie auf die am 11. September 2018 durchge-
führte testpsychologische Untersuchung (Test SCL-90-R zur Messung der
Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome) und stellte
zusammengefasst fest, dass weiterhin eine anhaltende depressive Erkran-
kung, welche die Kriterien für eine mittelgradig depressive Episode erfülle,
vorliege.
5.3.2.3 Dr. C._ nahm am 2. Februar 2018 (act. 10, Beilage 1) zu
den beschwerdeweise eingereichten medizinischen Unterlagen Stellung
und hielt zusammengefasst fest, die Arztberichte der behandelnden Psy-
chiaterin reichten nicht an die Qualität der genannten zwei Gutachten
heran. Der Bericht vom 16. März 2015 (vgl. E. 5.3.1.3) sei identisch mit
jenem vom 23. Oktober 2017 (vgl. E. 5.3.1.9), welcher bereits in der Ant-
wort auf die Anhörung gewürdigt worden sei (vgl. E. 5.3.1.10). Im Bericht
vom 27. November 2017 (vgl. E. 5.3.1.3) würden alle Argumente wieder-
holt; diese seien bereits bekannt und gewürdigt worden. Zumeist würden
die Klagen der Versicherten rezitiert; es fänden sich nur wenige Befunde.
Vorliegend sei weder in psychiatrischer noch in somatischer Hinsicht eine
relevante Komorbidität zur Dysthymie festgestellt worden. Somit seien ein-
zig die Auswirkungen der Dysthymie zu beurteilen, welche definitionsge-
mäss von der Schwere und den Auswirkungen her keiner auch bloss leich-
ten Depression entspreche und rechtsprechungsgemäss keinen invalidi-
sierenden Gesundheitsschaden darstelle. Deshalb könne von einem struk-
turierten Beweisverfahren abgesehen werden.
5.3.2.4 Im Weiteren lagen der Replik zwei auf den 1. September 2014 und
7. April 2017 ausgestellte Schreiben der (...) Versicherung bei, aus wel-
chen hervorgeht, dass die Leistungen wegen Berufsunfähigkeit aufgrund
des Vorliegens einer Anpassungsstörung sowie einer mittelgradigen de-
pressiven Episode anerkannt worden seien (act. 17, Beilage 2).
C-7249/2017
Seite 14
5.3.2.5 Mit Schreiben vom 4. Oktober 2018 (act. 22) reichte die Versicherte
unaufgefordert weitere Unterlagen ein. Im Bericht vom 21. April 2018 von
Dr. med. O._, Fachärztin für Neurologie (act. 22, Beilage 5) wurde
die Diagnosen "chronisches Schmerzsyndrom bei chronischen Burn-Out-
Syndrom bei rezidivierenden, mittelschweren depressiven Episoden und
oromandibuläre Dysfunktion" genannt. In den Kurzattesten vom 5. März
und 26. September 2018 (act. 22, Beilage 6) listete Dr. med. P._,
Fachärztin für Innere Medizin folgende Diagnosen auf: chronisches
Schmerzsyndrom, Spannungskopfschmerzen und Depression.
5.4 Wie vorangehend ausgeführt, beurteilt das Bundesverwaltungsgericht
den Sachverhalt bis und mit Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
30. November 2017 (siehe vorne E. 3.3). Nach diesem Zeitpunkt ergan-
gene Arztberichte können deshalb – sofern sie keine Rückschlüsse auf den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erlasses
der angefochtenen Verfügung erlauben – im vorliegenden Verfahren nicht
berücksichtigt werden. Die unter E. 5.3.1.1 bis E. 5.3.1.9 aufgeführten Arzt-
berichte sind vor Erlass der angefochtenen Verfügung erstellt worden und
somit Beurteilungsgegenstand. Hingegen sind die in E. 5.3.2.1 f. und
E. 5.3.2.4 f. genannten Berichte nach Erlass der angefochtenen Verfügung
erstellt worden. Jedoch lassen sich aus ihnen Rückschlüsse auf den Ge-
sundheitszustand der Beschwerdeführerin vor Erlass der angefochtenen
Verfügung sowie den weiteren Verlauf ziehen, weshalb sie in die Beurtei-
lung des vorliegenden Sachverhaltes einzubeziehen sind.
5.5 Vorliegend führte Dr. C._ des medizinischen Dienstes der IV-
STA für die Beurteilung des Leistungsanspruchs keine eigene ärztliche Un-
tersuchung durch, sondern zog die medizinischen Atteste der deutschen
Ärzte heran und wertete diese aus. Seine Stellungnahmen vom 14. Sep-
tember, 25. November 2017 und 2. Februar 2018 (IV-act. 44, 51; act. 10,
Beilage 1) sind somit reine Aktenberichte. Ihnen kann nicht jegliche Aus-
sen- oder Beweiswirkung abgesprochen werden, denn sie sind entscheid-
relevante Aktenstücke (Urteil I 143/07 des BGer vom 14. September 2007
E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil I 694/05 des EVG vom 15. Dezember
2006 E. 5). Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 4.4.3 hiervor), kann darauf
nur unter der Bedingung abgestellt werden, dass die Stellungnahmen den
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht
genügen und zudem die beigezogenen Ärzte im Prinzip über die im Einzel-
fall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Beste-
hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
C-7249/2017
Seite 15
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen, vgl.
auch Urteil des BGer 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2).
5.5.1 Dr. C._ beurteilte die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund der vorhandenen Akten des Dossiers. Dabei bezog er sich in sei-
ner ersten Stellungnahme vom 14. September 2017 (IV-act. 44) lediglich
auf die Gutachten von Dr. D._ vom 6. Dezember 2014 und Dr. med.
E._ vom 29. Juni 2015 (IV-act. 10, 12; vgl. auch E. 5.3.1.4 f.), wel-
che er für ausführlich hielt. Er machte Bemerkungen zu der von den Gut-
achterinnen diagnostizierten Dysthymie, aufgrund welcher er eine Arbeit
für nicht unmöglich erachtete und erwähnte, dass die gegenteilige Ansicht
der behandelnden Psychiaterin nicht ungewöhnlich sei. Deren Berichte be-
fand er für so dürftig, dass sie nicht nachvollziehbar oder plausibel seien.
Dabei nannte er weder den Namen der Psychiaterin, noch auf welche ihrer
Arztberichte er Bezug genommen hatte, zudem äusserte er sich nicht zur
von Dr. med. J._ diagnostizierten Depression. Die übrigen in den
Akten liegenden medizinischen Unterlagen, wie der Entlassungsbericht der
Klinik F._ 1 und die Arztberichte der Dres. med. K._ und
L._ (IV-act. 11, 13, 37 – 39; E. 5.3.1.1, 5.3.1.6 f.) sowie die darin
gestellten psychiatrischen und auch somatischen Diagnosen blieben un-
beachtet. Nach Einsicht in das fachärztliche Attest vom 23. Oktober 2017
von Dr. med. J._ (IV-act. 49, act. 1, Beilage 5), welches anlässlich
des Vorbescheidverfahrens eingereicht worden war, führte Dr. C._
am 25. November 2017 lediglich aus, es würden die bereits bekannten und
beurteilten Ansichten wiederholt und keine neuen Erkenntnisse gebracht
(IV-act. 51). Nachdem ihm im Rahmen des Beschwerdeverfahrens neue
medizinische Berichte von Dr. med. J._ (act. 1, Beilage 3, 4, 5, 7)
und der Befundbericht von Dipl. Psych. M._ (act. 1, Beilage 2) un-
terbreitet worden waren, gab er am 2. Februar 2018 an, die Berichte der
behandelnden Psychiaterin würden nicht an die Qualität der zwei Gutach-
ten heranreichen, zumeist die Klagen der Versicherten rezitieren und nur
wenige Befunde beinhalten. Er sah keine Veranlassung, von seinen Stel-
lungnahmen abzuweichen. Weitere Ausführungen wurden nicht gemacht
(act. 10, Beilage 1).
5.5.2 Aus den Akten geht ergibt sich in Bezug auf die psychischen Be-
schwerdebilder Folgendes:
5.5.2.1 Bereits im Jahr 2011 ist die Versicherte während sechs Wochen
stationär in der psychosomatischen Abteilung der Klinik F._ in (...)
C-7249/2017
Seite 16
aufgrund einer rezidivierende, depressive Störung (mittelgradige Episode)
behandelt worden. Im entsprechenden Entlassungsbericht wurde unter an-
derem festgehalten, dass sie an einem starken Erschöpfungszustand, ver-
bunden mit einer Abnahme der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, de-
pressiven Verstimmungen, welche mit innerer Unruhe, Lustlosigkeit, sozi-
alem Rückzug und Freudlosigkeit verbunden seien, gelitten hat (IV-act. 11,
S. 6). Im psychischen Befund wurde erwähnt, dass die Stimmung aufgrund
der abnehmenden Leistungsfähigkeit zum depressiven Pol verschoben
sei. Die Psychomotorik wurde als eher unruhig bei deutlich spürbarer inne-
rer Anspannung und erschwertem Antrieb geschildert (IV-act. 11, S. 7). Es
konnte keine ausreichende Stabilisierung des psychophysischen Gesamt-
zustandes erreicht werden. Die Versicherte wurde seit dem 20. September
2010 als durchgehend arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 11, S. 10). Dr. med.
J._, welche die Versicherte seit September 2013 behandelt, diag-
nostizierte ebenfalls wiederholt eine mittelgradige depressive Episode;
zum Teil wurde diese auch als schwer angegeben (IV-act. 6 – 8, 29; act. 1,
Beilagen 4, 6 f.). Im ausführlichen Bericht vom 19. November 2013 diag-
nostizierte sie unter Angabe des ICD-10 Codes (F32.1) eine mittelgradige
depressive Episode und hielt im psychischen Befund fest, dass sich ein
ausgeprägtes depressives Erschöpfungssyndrom mit affektiver Labilität
gezeigt habe. Bei der Verlaufskontrolle vier Wochen später sei eine Ver-
besserung eingetreten (IV-act. 7). Im handschriftlich ausgefüllten, zum Teil
nicht leserlichen Formularbericht vom 7. Juli 2014 erachtete Dr. med.
J._ eine stationäre Massnahme als dringend erforderlich (IV-act. 6).
Am 8. September 2014 betonte sie erneut, dass mit ambulanten Massnah-
men keine Verbesserung des Krankheitsbildes erreicht werden könne und
wies auf die Notwendigkeit einer Rehabilitationsmassnahme in einer psy-
chosomatischen Klinik mit einem multimodalen Konzept hin (IV-act. 8).
Zum weiteren Verlauf äusserte sich Dr. med. J._ am 16. März 2015
(act. 1, Beilage 7) dahingehend, dass sich das Zustandsbild vom Schwe-
regrad gebessert habe. Jedoch bestehe zu diesem Zeitpunkt eine deutli-
che Symptomatik, die sich nur langsam zurückbilde. Dr. med. J._
stellte eine starke Erschöpfung, Grübelneigung mit Gedankenkreisen und
negativen Inhalten, Verlust an Lebensfreude, Niedergeschlagenheit und
Überforderung fest. Zudem zeige sich darüber hinaus eine innere Unruhe
und Unfähigkeit zur Entspannung. Ausserdem erwähnte Dr. med.
J._ Ängste und Rückzug bei grösserem Stress und leichter Irritier-
barkeit bei alltäglichen Belastungen. Sie nannte die Diagnose ausgeprägte
mittelgradige bis schwere depressive Episode (F32.1-2). Am 10. Mai 2017
bestätigte sie die Diagnose und erachtete die Versicherte seit Ausbruch der
depressiven Erkrankung zu 100 % arbeitsunfähig. Aus ihrer Sicht konnte
C-7249/2017
Seite 17
durch die bisherigen therapeutischen Massnahmen (Pharmakotherapie,
Psychotherapie, regelmässige fachärztliche Verlaufskontrollen und stüt-
zende Gespräche) keine ausreichende Besserung erzielt werden, sodass
die Voraussetzungen für die Gewährung einer Invalidenrente vorlagen (IV-
act. 29, act. 1, Beilage 6). Dr. med. L._ diagnostizierte in ihrem
handschriftlich verfassten, ärztlichen Befundbericht vom 30. Mai 2017 (IV-
act. 39) ebenfalls eine mittelgradige, teilweise schwere depressive Episode
und erwähnte neben einem anhaltend schweren Erschöpfungsgefühl auch
eine schlechte Schwingungsfähigkeit. Allerdings ist ihr Bericht sehr kurz
gehalten und zum Teil unleserlich. Zudem stellt sich die Frage, inwiefern
sie als Fachärztin für Allgemeinmedizin den psychischen Gesundheitszu-
stand der Versicherten zu beurteilen vermochte. In ihren nachfolgenden
Berichten hielt Dr. med. J._ an den bereits gemachten Ausführun-
gen und Diagnosen fest. Aus ihrer Sicht hat sich seit Beginn der Behand-
lung keine wesentliche Änderung des Befundes ergeben. Phasenweise
konnte sie jedoch eine diskrete Besserung in Teilbereichen feststellen, wel-
che jedoch unter Belastung nicht anhalte (act. 1, Beilage 3, 4). Insgesamt
ist der Krankheitsverlauf in den Berichten von Dr. med. J._ klar dar-
gelegt und die Aussagen sind schlüssig. Ihre handschriftlichen Berichte
sind jedoch sehr knapp gehalten und zum Teil unleserlich, hingegen bein-
halten die Berichte vom 19. November 2013, 8. September 2014 und
27. November 2017 (IV-act. 7, 8; act. 1, Beilage 4) neben der Diagnose,
unter Angabe des ICD-10 Codes und dem psychischen Befund ergänzend
Ausführungen zur psychiatrischen Vorgeschichte, eine kurze Familien- und
biographische Anamnese sowie die Angaben der Versicherten betreffend
ihre Leiden. Die Aussage von Dr. C._, welcher die Berichte von
Dr. med. J._ als dürftig und aus diesem Grund als nicht plausibel
qualifiziert hat, kann vorliegend nicht nachvollzogen werden. Dipl. Psych.
M._ diagnostizierte in ihrem Befundbericht vom 14. Dezember
2017 (act. 1, Beilage 2) ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung
mit mittelgradiger depressiver Symptomatik und die Entwicklung einer an-
haltenden Depression. Sie erwähnte im Befund u.a. eine starke Erschöp-
fung, schnelle Ermüdbarkeit, Verminderung des Antriebs, hohe allgemeine
Anspannung und Durchschlafstörungen. Ausserdem gab sie an, die Versi-
cherte leide unter einer depressiven Verstimmtheit, Niedergeschlagenheit
bis Verzweiflung, Einsamkeit und Entwurzelung. Hinzu kämen Zukunfts-
ängste, Panikattacken, Gedankenkreisen und Rückzug in die Wohnung.
Die von Dipl. Psych. M._ gemachten Aussagen sowie die gestellten
Diagnosen gehen konform mit den Feststellungen von Dr. med. J._
und sind nachvollziehbar. Gemäss ihren Arztberichten sowie dem Entlas-
C-7249/2017
Seite 18
sungsbericht der Klinik F._ 1 hat die Versicherte an einer rezidivie-
renden, mindestens mittelgradigen depressiven Störung gelitten, welche
bereits 2011 einer stationären Behandlung bedurfte.
5.5.2.2 Hingegen diagnostizierte Dr. D._ in ihrem Gutachten vom
6. Dezember 2014 eine Dysthymie und eine Anpassungsstörung nach Tod
beider Eltern im Jahr 2013 bei einer anankastischer Persönlichkeitsakzen-
tuierung. Im psychischen Befund konnte sie einen gewissen sozialen Rück-
zug eruieren, jedoch keine Hinweise für das Vorliegen von Auffassungs-,
Merkfähigkeits- oder Gedächtnisstörungen ausmachen. Sie stellte –
ebenso wie Dr. med. J._ und Dipl. Psych. M._ – Ängste, ins-
besondere Zukunftsängste fest; jedoch lagen zum Untersuchungszeitpunkt
weder Panikattacken noch Hinweise auf eine reine Angststörung vor. Aus
Sicht von Dr. D._ imponierte die Versicherte affektiv leicht depres-
siv (IV-act. 10, S. 13 f.). In der Epikrise nahm sie zu den von der Versicher-
ten geklagten Leiden (starke körperliche und seelische Erschöpfung, nied-
rige Belastbarkeit, der Angst vor den Menschen) Stellung und führte aus,
in der Untersuchung stellte sich in der Gesamtheit ein im Abklingen befind-
licher Prozess der Umorientierung nach schweren, Verlust mit noch vor-
handener leichter depressiver Symptomatik und gewisser Erschöpfung,
eine noch erkennbare Trauer und eine anankastische Persönlichkeitsak-
zentuierung dar. Das Gutachten beinhaltet eine Familien-, Eigen- sowie
eine biographische Anamnese und Ausführungen zur aktuellen sozialen Si-
tuation. Im Weiteren fasste Dr. D._ die Krankheitsgeschichte aus-
führlich zusammen und machte Angaben zu den klinischen und neurologi-
schen Befunden (IV-act. 10, S. 2 – 12). Hingegen diskutierte sie die in den
Akten liegenden Arztberichte nicht. Unklar ist demzufolge, ob sich Dr.
D._ mit den Vorakten einlässlich auseinandergesetzt hat. Ihr Gut-
achten ist in dieser Hinsicht unvollständig. Dr. med. E._ diagnosti-
zierte in ihrem Gutachten vom 29. Juni 2015 (IV-act. 12) ebenfalls eine
Dysthymie und eine fortbestehende Anpassungsstörung nach dem Tod der
Eltern im Jahr 2013, nannte jedoch eine sensitive Persönlichkeit. Im psy-
chopathologischen Befund gab sie an, das formale Denken sei geordnet,
die Ich-Grenzen geschlossen, die Versicherte sei nicht psychotisch und
vom Affekt her nicht zum depressiven Pol verschoben. Sie sei etwas nie-
dergedrückt und hoffnungsarm; der Antrieb sei objektiv gesehen jedoch un-
auffällig. Es liege ein deutlicher Leidensdruck vor, aber es bestehe kein
Anhalt für eine bewusstseinsnahe Aggravation oder Simulation (IV-act. 12,
S. 7 f.). In der speziellen Anamnese erwähnte sie unter anderem, die Ver-
sicherte habe weder Hobbies noch Kontakt zur Aussenwelt; ihr Tagesab-
lauf sei monoton (IV-act. 12, S. 5). Ihr Gutachten enthält im Weiteren die
C-7249/2017
Seite 19
Angaben der Versicherten, eine Anamnese, Ausführungen zu den sozialen
Verhältnissen, den Beschwerden, zur Medikation und zu Therapien. Je-
doch hat sie in der Epikrise lediglich zur Expertise von Dr. D._ Stel-
lung genommen, obwohl sie angegeben hat, dass ihr auch der Arztbrief der
Klinik F._ vom 23. März 2011, die ärztliche Bescheinigung zur Vor-
lage bei der Rentenversicherung von Dr. med. J._ und noch andere
Unterlagen vorgelegen hätten (IV-act. 12, S. 2). Dabei bestätigte sie die
Diagnosen von Dr. D._ und diskutierte das Vorliegen der anankas-
tischen und sensitiven Persönlichkeit, unterliess es jedoch, zu den übrigen
medizinischen Berichten Stellung zu nehmen. Insbesondere setzte sie sich
nicht mit der seit 2011 gestellten Diagnose Depression und deren Verlauf
auseinander (IV-act. 12, S. 8). Insofern ist auch ihr Gutachten unvollstän-
dig.
5.5.2.3 Dr. C._ stützte sich in seiner Beurteilung vor allem auf die
Gutachten der Dres. D._ und E._. Er verneinte in seiner
Stellungnahme vom 2. Februar 2018 (act. 10, Beilage 1) das Vorliegen ei-
ner Depression mit der Begründung, dass die behandelnde Ärztin im Ge-
gensatz zur Psychologin keine Konzentrationsstörungen festgestellt habe,
was aussergewöhnlich bei einer mittelgradigen Depression sei. Jedoch
führte Dr. med. J._ in ihrem ärztlichen Befundbericht zum Renten-
antrag (IV-act. 41) vom 31. Mai 2017 sowie im Bericht vom 27. November
2017 (act. 1, Beilage 4) Konzentrationsstörungen auf; Dipl. Psych.
M._ spezifizierte im Befundbericht vom 14. Dezember 2017 (act. 1,
Beilage 2), dass die Konzentrationsfähigkeit im Allgemeinen leicht, bei hö-
herer Komplexität und Dauer der Anforderungen deutlich herabgesetzt sei.
Die Angaben sind nicht widersprüchlich zu den Feststellungen der Gutach-
terinnen D._ und E._, welche zum Untersuchungszeitpunkt
eine diskret geminderte resp. ausreichende Konzentrationsfähigkeit ge-
schildert haben. Hingegen ist die Aussage von Dr. C._ unvereinbar
mit den in den Akten liegenden Arztberichten, sodass darauf nicht abge-
stützt werden kann.
5.5.2.4 Zusammengefasst lässt sich aufgrund der Akten der psychische
Gesundheitszustand nicht eindeutig zuordnen. Diesbezüglich ist der medi-
zinische Sachverhalt nicht klar erstellt.
5.5.3 Im Weiteren machte die Versicherte in ihren Rechtsschriften geltend,
sie leide an körperlichen Symptomen wie Schmerzen im Nacken, Herzbe-
schwerden und Krämpfen im ganzen Körper (insb. act. 17, Beilagen 4).
C-7249/2017
Seite 20
Dies geht auch, wie nachfolgend aufgezeigt wird, aus den medizinischen
Unterlagen hervor:
5.5.3.1 So wird im ärztlichen Entlassungsbericht der Klinik F._ vom
28. März 2011 (IV-act. 11) neben den psychiatrischen Diagnosen unter
Nennung des ICD-10 Codes M62.81 die gesicherte Diagnose "sonstige nä-
her bezeichnete Muskelkrankheiten: Schulterregion (Klavikula, Skapula,
Akromioklavikular-, Schulter-, Sternoklavikulargelenk)" genannt. Im körper-
lichen Befund wurde ausgeführt, dass die Nackenmuskulatur verspannt,
die übrige Muskulatur hingegen normoton und normotroph sei. Das Herz
und die Lunge waren perkutorisch und auskultatorisch unauffällig (IV-
act. 11, S. 7). Dr. med. J._ gab in ihren Berichten vom 19. Novem-
ber 2013 und 31. Mai 2017 an, dass diverse körperliche Befindlichkeiten
vorlägen; im Untersuchungsbefund vom 7. Juli 2014 waren die Atemwege,
das Herz, der Kreislauf, die Bauchorgane und der Bewegungsapparat je-
doch ohne pathologischen Befund (IV-act. 6, 7, 41). Anlässlich der Begut-
achtung am 20. November 2014 durch Dr. D._ gab die Versicherte
an, bei inneren Themen verkrampfe sich ihr Körper. Nach dem Tod der El-
tern 2013 sei sie in einen extremen Zustand geraten; es hätten sich Herz-
probleme eingestellt. Jetzt habe sie immer wieder Herzprobleme, wenn das
Thema Trauer aufkomme (IV-act. 10, S. 10). Ebenso hielt Dr. med.
E._ in ihrer Expertise vom 29. Juni 2015 zu den Angaben der Ver-
sicherten fest, dass sie körperlich reagiere, völlig verkrampft sei, Herz-
schmerzen, Herz-Rhythmus-Störungen und Panikattacken habe; es "ziehe
sich alles zusammen". Zudem leide sie unter Ängsten, sei verunsichert und
erlebe Spannungsprozesse im Körper. Manchmal verkrampfe sich ihre
ganze rechte Seite. Man habe auch festgestellt, dass ihr Atlas verschoben
sei (IV-act. 12, S. 5). Dr. med. K._ diagnostizierte am 24. Novem-
ber 2015 neben einer muskulären Dysbalance auch ein HWS-Syndrom so-
wie Funktionsstörungen / Schmerzen durch Gelenkfunktionsstörung, Ge-
lenkblockierung (auch ISG oder Kopfgelenke) und nannte den ICD-10
Code M62.99 (Muskelkrankheit, nicht näher bezeichnet: Nicht näher be-
zeichnete Lokalisation, vgl. https://www.icd-code.de/suche/icd/code/M62.-
.html?sp=SM62.99, aufgerufen am 11. September 2019). Gemäss dem
Schmerzfragebogen vom 1. Juni 2017 (IV-act. 38) litt die Versicherte an
Dauerschmerzen mit Schmerzattacken. Am 31. Mai 2017 stellte Dr. med.
K._ zudem die gesicherte Diagnose "chronischer Schmerz mit psy.
und som. Faktoren R52.1" und nannte zudem Verkrampfungen der Mus-
kulatur, Spannungsgefühle im Kopf, einen sauren Geschmack im Mund,
Druck auf das Herz und sozialen Rückzug (IV-act. 37). Im nach Verfü-
gungserlass ausgestellten Befundbericht vom 14. Dezember 2017 hielt
C-7249/2017
Seite 21
Dipl. Psych. M._ von der Versicherten geäusserte Somatisierungen
mit schmerzhaften Verspannungen im Schulter- Nacken- und Kopfbereich,
sowie unspezifischen Befindlichkeitsstörungen, wie wechselnde Schmerz-
und Druckempfindungen fest (act. 1, Beilage 2). Im Bericht der Neurologin
Dr. med. O._ vom 21. April 2018 wird schliesslich die Diagnose
"Chronisches Schmerzsyndrom bei chronischen Burn-Out-Syndrom bei re-
zid. mittelschweren depressiven Episoden und Oromandibuläre Dysfunk-
tion" genannt und im neurologischen Untersuchungsbefund deutliche My-
ogelosen und ein Hartspann der tiefen Nackenmuskulatur sowie im Mus-
culus masseter rechtsseitig festgehalten. Dr. med. O._ sah keine
neurogene Ursache der oben beschriebenen Beschwerden und ging von
einem Zusammenhang mit der psychischen Grunderkrankung aus.
5.5.3.2 Die körperlichen Beschwerden werden von den Ärzten unter-
schiedlich gewürdigt. Während Dr. med. K._ und die Ärzte der Klinik
F._ ein HWS-Syndrom mit Verspannungen der Nackenmuskulatur
als gesichert diagnostizierten, lag gemäss den Dres. med. J._ und
O._ sowie der Dipl. Psych. M._ die Ursache für die Leiden
eher im psychosomatischen Bereich. Schliesslich waren die körperlichen
Untersuchungsergebnisse, wie beispielsweise die des Herz-Kreislaufsys-
tems und der Atemwege – bis auf die Verspannungen – unauffällig. Die
Gutachterin Dr. D._ hingegen erwähnte wohl die von der Versicher-
ten während der Begutachtung gemachten Angaben zu ihren körperlichen
Beschwerden, nahm jedoch weder eine Würdigung der körperlichen Symp-
tomatik vor, noch äusserte sie sich zu den in den Vorakten liegenden Arzt-
berichten, wie bspw. dem Bericht von Dr. med. K._. Dr. med.
E._ unterliess es ebenfalls, sich mit den körperlichen Beschwerden
auseinanderzusetzen und diese den entsprechenden Diagnosen zuzuord-
nen. Eine Aktendiskussion fehlt auch in ihrem Gutachten. Festzuhalten ist
ausserdem, dass Hinweise auf eine psychosomatische resp. somatoforme
Schmerzstörung vorliegen. Die von Dr. med. K._ gestellte Diagnose
"chronischer Schmerz mit psy. und som. Faktoren" sowie das im Bericht
von Dr. O._ diagnostizierte chronische Schmerzsyndrom wurde je-
doch nicht weiter abgeklärt. Dr. C._ stützte sich vollumfänglich auf
die in den Gutachten der Dres. med. D._ und E._ genannte
Diagnose Dysthymie und erachtete deshalb eine Abklärung nach den Stan-
dardindikatoren für nicht erforderlich. Mit den übrigen Arztberichten setzte
er sich nicht einlässlich auseinander; die diagnostizierte Schmerzstörung
sowie die somatischen / psychosomatischen Beschwerdebilder diskutierte
er nicht. Ebenso wenig hielt er es für notwendig, weitere Abklärungen zu
veranlassen, obwohl gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei
C-7249/2017
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einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ein strukturiertes Be-
weisverfahren nach den definierten Indikatoren vorzunehmen ist (BGE 141
V 281). Für die Anwendung der Rechtsprechung von BGE 141 V 281 und
zuvor ergangener Grundsatzurteile ist unbeachtlich, ob es sich um eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) oder um eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) handelt (Urteil 8C_820/2016 vom 27. September 2017 E.
5.4 m. w. H.). Demzufolge bedürfen die psychosomatischen Beschwerde-
bilder der Versicherten einer umfassenden Abklärung nach dem struktu-
rierten Beweisverfahren. Ebenfalls ist es gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung bei Versicherten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen
physischer und psychischer Art unabdingbar, physische und psychische
Beeinträchtigungen nicht isoliert, sondern interdisziplinär beurteilen zu las-
sen (vgl. Urteil des BGer 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2,
mit weiteren Hinweisen). Vorliegend kann aufgrund der Akten nicht eindeu-
tig festgestellt werden, ob eine psychosomatische Erkrankung resp. eine
somatoforme Schmerzstörung vorliegt, welche nach dem strukturierten Be-
weisverfahren zu beurteilen ist. Diesbezüglich sind keine Abklärungen er-
folgt. Zudem sind die psychiatrischen und somatischen Beschwerden nicht
interdisziplinär untersucht worden, weshalb die Aktenlage als unvollständig
erachtet wird.
5.5.3.3 Insgesamt weisen die Berichte von Dr. C._ grobe Mängel
auf. Sie stützen sich zum einen auf eine unvollständige Aktenlage, zum
anderen ist weder eine interdisziplinäre Untersuchung der somatischen
und psychischen Leiden noch eine Abklärung betreffend das Vorliegen und
die Auswirkungen einer chronischen Schmerzstörung erfolgt. Im Weiteren
fehlt eine einlässliche Auseinandersetzung mit den gesamten Akten sowie
eine Zusammenfassung des medizinischen Verlaufs. Die Berichte sind zu-
dem widersprüchlich und können nicht nachvollzogen werden. Sie genü-
gen den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen
Bericht nicht. Die Voraussetzungen für eine blosse Aktenbeurteilung durch
den medizinischen Dienst der IVSTA waren nicht gegeben.
5.6
5.6.1 Unter den gegebenen Umständen ist festzuhalten, dass eine zuver-
lässige Einschätzung, in welchem Mass die Beschwerdeführerin Ein-
schränkungen unterliegt, aufgrund der bestehenden Aktenlage und ohne
deren persönliche Untersuchung nicht rechtsgenüglich beurteilt werden
kann. Der rechtserhebliche Sachverhalt in medizinischer Hinsicht resp. die
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Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist durch die Vorinstanz
nicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt wurden (Art. 43 ff. ATSG so-
wie Art. 12 und Art. 49 lit. b VwVG), sodass die Verfügung vom 30. Novem-
ber 2017 aufzuheben ist.
5.6.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die
IVSTA auch im Lichte der Rechtsprechung nach BGE 137 V 210 aus-
nahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführungen
des Bundesgerichts, wonach eine weitgehende Verlagerung der Experten-
tätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht
wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung litte
empfindlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, so das Bundes-
gericht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass
ihre Arbeit in jedem verfügungsweise abgeschlossenen Sozialversiche-
rungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung un-
terliege. Im Rahmen der de lege lata gegebenen Organisation dränge es
sich vielmehr auf, das drohende Defizit dort durch gerichtliche Expertisen
auszugleichen, wo die Gerichte bei der Würdigung des Administrativgut-
achtens im Kontext der gesamten Aktenlage zum Schluss kommen, wei-
tere Abklärungen seien notwendig (BGE 137 V 210 ff., E. 4.2).
5.6.3 Hier liegt indessen nicht ein vom Bundesverwaltungsgericht zu wür-
digendes Administrativgutachten im Recht. Vielmehr war die Zulässigkeit
eines Aktenberichts durch den medizinischen Dienst der IVSTA zu beurtei-
len. Wie sich vorstehend gezeigt hat, konnte dieser jedoch nicht auf für die
streitigen Belange beweistaugliche Unterlagen im Sinn der Rechtspre-
chung zurückgreifen. Eine Aktenbeurteilung war unter diesen Umständen
offensichtlich unzulässig, was zwangsläufig zur weiteren Sachverhaltsab-
klärungen hätte führen müssen. Würde eine derart mangelhafte Sachver-
haltsabklärung durch Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerde-
verfahren korrigiert, bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung
der den Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den
rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43
Abs. 1 ATSG) abzuklären (sodass gestützt darauf die Verfügung über die
in Frage stehende Leistung ergehen kann), auf das Gericht. In Fällen mit
Auslandsbezug ist die Gefahr der Verlagerung der Expertentätigkeit von
der administrativen auf die gerichtliche Ebene umso grösser, als dass die
Aktenbeurteilung durch den RAD (oder den medizinischen Dienst der Vor-
instanz) gestützt auf ausländische Arztberichte, die oftmals weder eine er-
forderliche interdisziplinäre Gesamtbeurteilung enthalten noch in Kenntnis
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der Vorakten und der spezifischen versicherungsmedizinischen Anforde-
rungen der Invalidenversicherung verfasst werden, häufig vorkommen.
Weiter ist zu beachten, dass für Fälle mit Auslandsbezug eine spezialisierte
IV-Stelle eingerichtet worden ist. Daher und infolgedessen, dass vorliegend
aufgrund der Aktenlage keine genügende Beurteilung des Gesundheitszu-
stands der Beschwerdeführerin erfolgen konnte, ist die Angelegenheit zu
weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Rückwei-
sung wird mit der Weisung verbunden, eine interdisziplinäre, psychiatri-
sche sowie internistische Begutachtung der Beschwerdeführerin in der
Schweiz durchzuführen. Ob neben den genannten Fachdisziplinen auch
noch weitere Spezialisten beigezogen werden, ist dem pflichtgemässen Er-
messen der Gutachter zu überlassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist,
aufgrund der konkreten Fragestellung über die erforderlichen Untersu-
chungen zu befinden (vgl. dazu Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Ok-
tober 2008 E. 6.3.1). Wird im Zusammenhang mit der Untersuchung eine
psychosomatische / somatoforme Erkrankung festgestellt, so ist – wie
grundsätzlich bei allen psychischen Erkrankungen – ein strukturiertes Be-
weisverfahren nach den in BGE 141 V 281 definierten Indikatoren vorzu-
nehmen, welches auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Be-
rücksichtigung der Wechselwirkungen der verschiedenen Störungen ba-
siert (BGE 143 V 418 E. 6 ff.; 141 V 281 E. 3.6 ff.). Im Rahmen der inter-
disziplinären Begutachtung werden die Gutachter insbesondere auch im
Hinblick auf das Zusammenwirken der verschiedenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen eine Gesamtbeurteilung vorzunehmen haben. Die be-
auftragten Sachverständigen sind letztverantwortlich einerseits für die
fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Ent-
scheidungsgrundlage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklä-
rung (BGE 139 V 349 E. 3.2 f.).
5.7 Im Weiteren ist vorliegend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
hinzuweisen, wonach für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz
keine Bindung an die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger,
Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn be-
steht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989
S. 320 E. 2). Demnach kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstand,
dass sie von der (...) Versicherung Leistungen wegen Berufsunfähigkeit
(vgl. act. 17, Beilage 2) zugesprochen erhalten hat, nichts zu ihren Guns-
ten ableiten.
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6.
Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung
vom 30. November 2017 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der Erwä-
gungen (E. 5.6.3) an die Vorinstanz zur Durchführung weiterer Abklärun-
gen und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung zurückzuweisen
sind.
7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine
Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-
tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall der Beschwerde-
führerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.- ist nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils
zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten
aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG).
7.2 Der nicht anwaltlich vertretenen, obsiegenden Beschwerdeführerin
sind keine unverhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihr
keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG
i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]).
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