Decision ID: 83e6f0e0-4cd5-50b7-a487-d2f61ddedd3b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der tamilische Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Anga-
ben gemäss am 27. November 2015 auf dem Luftweg und gelangte über
verschiedene Länder am 26. Januar 2016 in die Schweiz, wo er am nächs-
ten Tag am B._ ein Asylgesuch stellte und am 28. Januar 2016 die
Befragung zur Person (BzP) erfolgte. Am 3. Februar 2016 wurde ihm ge-
stützt auf Art. 21 AsylG (SR 142.31) die Einreise in die Schweiz zur Prüfung
seines Asylgesuches bewilligt. Am 31. Mai 2018 erfolgte die Anhörung des
Beschwerdeführers zu den Asylgründen, am 28. Juni 2018 wurde er ergän-
zend angehört.
Hierbei brachte er zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen
vor, er sei in C._ (Distrikt D._, Nordprovinz) mit seinen Eltern
und Geschwistern aufgewachsen. Im Jahr 2005 habe er die elfte Klasse
beziehungsweise das B-Level abgeschlossen. Aufgrund des Kriegs hätten
sie im Jahr 2006 fliehen müssen und seien nach E._ gekommen.
Am 10. Februar 2007 sei er gegen seinen Willen von den LTTE (Liberation
Tigers of Tamil Eelam) rekrutiert worden. Zuerst habe er ein 45 Tage dau-
erndes Training absolvieren müssen, später sei er bei den LTTE im Trai-
ningscamp für das Essen für Neurekrutierte zuständig gewesen und habe
in einem Lager mit Gütern wie ein Lagerist gearbeitet.
Im Januar 2009, als die sri-lankische Armee (SLA) immer näher gerückt
sei, sei es ihm gelungen zu fliehen. Er habe in F._, G._,
seine Familie wiedergefunden. Einige Tage später habe er zusammen mit
seiner Familie versucht, in das von der SLA kontrollierte Gebiet zu gelan-
gen. Auf der Flucht sei seine Mutter verletzt worden, weshalb sie in einem
Spital in D._ Hilfe gesucht hätten. Dort sei er unter Schlägen und
Tritten zu einer möglichen LTTE-Zugehörigkeit befragt worden. Zunächst
sei er, wie andere Personen auch, in das Flüchtlingscamp H._ ge-
bracht worden, ehe er ins I._ transferiert worden sei, wo er vom
Roten Kreuz registriert worden sei. Bis zur Entlassung am 4. September
2010 sei er insgesamt in vier Rehabilitationszentren inhaftiert gewesen, wo
er mehrere Male befragt und auch geschlagen worden sei. Obwohl er ei-
gentlich eineinhalb Jahre bei den LTTE gewesen sei, habe er jeweils an-
gegeben, lediglich drei Monate bei den LTTE gewesen zu sein.
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Nach seiner Entlassung habe er die Auflage bekommen, dass er sein Dorf
nicht mehr verlassen dürfe. Auch sei ihm eine wöchentliche Unterschriften-
pflicht im Armeecamp auferlegt worden sowie die Pflicht, an einigen Mee-
tings von Soldaten und vom CID (Criminal lnvestigation Department) im
Armeecamp in J._, C._, teilzunehmen. Dort sei ihm und wei-
teren rehabilitierten Personen gedroht worden, dass sie Aktivitäten für die
Bewegung zu unterlassen hätten, sie würden weiterhin beobachtet. Er
habe bis zum Jahr 2012 Unterschrift leisten müssen. Nach seiner Entlas-
sung aus dem Rehabilitierungszentrum sei ihm erlaubt worden, an einer
speziellen Schule in K._ Nachhilfeunterricht für die A-Level-Prüfung
zu besuchen, die er schliesslich im August 2011 erfolgreich absolviert
habe. Danach sei er bis Januar 2015 als Tuk-Tuk-Fahrer tätig gewesen. In
der Zeit zwischen 2012 und 2014 habe er selten ins Armeecamp gehen
müssen. Er sei lediglich manchmal auf der Strasse angehalten und gefragt
worden, ob es irgendwelche Probleme gebe.
Im Mai 2014 sei er von drei Personen erneut zu einer Befragung ins Ar-
meecamp vorgeladen worden. Dort sei ihm gesagt worden, sie hätten er-
fahren, dass er länger als drei Monate bei den LTTE gewesen sei und somit
unwahre Angaben gemacht habe. Er sei geschlagen worden, dennoch
habe er nicht zugegeben, längere Zeit bei der Bewegung gewesen zu sein.
Er sei im Jahre 2014 noch zwei weitere Male zur Befragung mitgenommen
worden und habe den Vorwurf jedes Mal bestritten. Beim letzten Mal seien
die Schläge derart stark gewesen, dass er eigentlich hätte medizinisch be-
handelt werden sollen. Dies sei ihm verwehrt worden.
Im Dezember 2014 habe er mit seinem Tuk-Tuk einen Priester vom Tempel
nach Hause fahren wollen. Für den Hin- und Rückweg habe er sich regist-
rieren müssen. Auf dem Rückweg habe er in einem Waldstück kurz ange-
halten, da er habe urinieren wollen. Es seien plötzlich Soldaten gekommen,
die ihre Gewehre auf ihn gerichtet, ihn ausgezogen und einer Leibesvisita-
tion unterzogen und seine Dokumente kontrolliert hätten. Er habe seine
Wohnadresse nennen und den Tuk-Tuk-Stand angeben müssen, dann
habe er gehen können. Er habe sich danach einige Tage nicht an den Tuk-
Tuk-Stand getraut. Später habe er seinen Freunden von dem Vorfall er-
zählt, die davon einigen Soldaten, die sich jeweils beim Tuk-Tuk-Stand auf-
gehalten hätten, weitererzählt hätten. Die Soldaten hätten den Vorfall wei-
tergeleitet, woraufhin er zum Armeecamp vorgeladen worden sei. Der Ar-
meeverantwortliche habe ihn gefragt, welche Soldaten es gewesen seien,
die ihn im Wald hätten erschiessen wollen. Er habe die Soldaten identifi-
ziert und sei vom Armeeverantwortlichen gebeten worden, keine Anzeige
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gegen die Soldaten zu erstatten. Es sei ihm versprochen worden, in Zu-
kunft keine Probleme erwarten zu müssen.
Aufgrund dieses Vorfalles von Dezember 2014 und der ständigen Befra-
gungen und weil er noch ein viertes Mal vorgeladen worden sei, habe er
beschlossen, sich, statt der Vorladung nachzukommen, im Wald zu verste-
cken. Ab Anfang des Jahres 2015 habe er sich im Wald bei L._,
etwa zwanzig, dreissig Kilometer vom Wohnort entfernt, bis November
2015 aufgehalten. Sein Cousin väterlicherseits (M._) habe ihn im
Wald mit Lebensmitteln versorgt. Nach ungefähr sechs Monaten habe er
es nicht mehr ausgehalten und seinen Vater gebeten, etwas zu unterneh-
men, da er so nicht mehr weiterleben könne. Sein Vater habe ihm daraufhin
versprochen, die Ausreise zu organisieren, was noch einige Monate ge-
dauert habe. Ab und zu habe er sein Versteck verlassen und sei nach
Hause gegangen. Als er das erste Mal aus dem Wald gekommen sei, sei
er auf einen Polizisten gestossen, der ihn nach seinem bisherigen Aufent-
halt gefragt und ihm gesagt habe, dass er zur Befragung gesucht werde.
Eine befreundete Person habe während dieses Gesprächs am Tuk-Tuk-
Stand ein Foto von der Begegnung aufgenommen. Er sei nach dem Ge-
spräch dann wieder in den Wald zurückgegangen.
Ende November 2015 sei er nach Colombo gegangen und habe dort sei-
nen Schlepper getroffen. Er sei zum Flughafen begleitet worden. Dort habe
er auf Anweisung des Schleppers einen bestimmten Schalter benutzt. Am
27. November 2015 sei er schliesslich mit seinem eigenen Reisepass und
einem Visum nach N._ geflogen. Von O._ aus sei er auf
dem Flugweg am 26. Januar 2015 mit einem vom Schlepper beschafften
Reisepass nach P._ gelangt. Nach seiner Ausreise hätten ClD-An-
gehörige in Zivilbekleidung etwa zwei bis viermal seine Eltern nach ihm
gefragt und die Eltern bedroht, zuletzt im Januar 2017. Seine langjährige
Freundin habe ebenfalls einige anonyme Anrufe erhalten. Einmal habe sie
einen davon entgegengenommen. Die Person am Telefon habe sich nach
ihm erkundigt.
Der Beschwerdeführer reichte folgende Dokumente bei der Vorinstanz ein:
Geburtsurkunde (beglaubigte Kopie), Kopie der Familienkarte, "Detention
Attestation" des ICRC (International Committee of the Red Cross, 5. Okto-
ber 2010), Entlassungsschreiben der Armee (4. September 2010), Schrei-
ben der Eltern bezüglich fehlender Unterstützung (3. Mai 2011), Brief der
Eltern an Schweizer Behörden (31. Januar 2016), Schreiben eines Parla-
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mentsabgeordneten (15. Februar 2016), Schreiben bezüglich Rehabilita-
tion (2. September 2010), Schreiben eines Friedensrichters (20. Februar
2016), Entlassungs- beziehungsweise Familienzusammenführungsschrei-
ben (15. September 2010), temporäre ID-Karte des Flüchtlingscamps (Juni
2009), Karte des ICRC, Zulassungskarte zur A-Level-Prüfung, Foto (Origi-
nal), Zeitungsartikel zu Festnahmen von zuvor rehabilitierten Personen,
Karte der IOM (International Organization for Migration) und des ICRS (In-
formation Counseling and Referral Service, 31. August 2010).
B.
Mit Verfügung vom 16. April 2020 – eröffnet am 20. April 2020 – stellte das
SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus
der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an.
C.
Mit Beschwerde vom 4. Mai 2020 beantragte der Beschwerdeführer durch
seinen Rechtsvertreter, der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben,
seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder Unzumutbarkeit
des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge davon die vorläufige
Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. Der Beschwerde lagen verschie-
dene Medienberichte als Beweismittel bei.
D.
Mit Schreiben vom 22. Mai 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der Beschwerde.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das
bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung
des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
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Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung
eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Der Beschwerdeführer rügt, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch
die Vorinstanz in verschiedener Hinsicht verletzt worden. Zudem sei der
rechtserhebliche Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt wor-
den. Diese formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls ge-
eignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 136 I 184 E. 2.2.1).
http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-286 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35 http://links.weblaw.ch/BGE-136-I-87
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Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-
haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-
verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind;
unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen
Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013,
Rz. 1043).
4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, das SEM habe den Sachverhalt un-
vollständig, unrichtig und willkürlich festgestellt. Das SEM habe zwar kor-
rekterweise etliche Elemente der Glaubhaftigkeit in den Vorbringen zur
Zwangsrekrutierung und LTTE-Tätigkeit während der Kriegszeit sowie zur
Inhaftierung während der Nachkriegszeit ausgemacht, aber eine nicht vor-
handene Diskrepanz zu den fälschlicherweise als unglaubhaft erachteten
Vorbringen zur Lebensspanne nach Mai 2014 festgestellt. Es gehe bereits
fehl, die Fluchtgründe separat in zwei Phasen zu teilen und zu bewerten,
es handle sich bei den Aussagen vielmehr um ein einheitliches Ganzes. Im
Gegensatz zur Auffassung des SEM seien die Vorbringen auch nach Mai
2014 als glaubhaft zu erachten, insbesondere wegen ihrer Detailreiche.
Die vermeintlichen Ungereimtheiten der Vorbringen für die Zeit ab Mai
2014 stellten keine Widersprüche dar, vielmehr handle es sich um Präzi-
sierungen früherer Aussagen (in Bezug auf sein Versteck im Wald, die dor-
tige Aufenthaltsdauer und die Begegnung mit dem Polizisten). Auch die
Zweifel des SEM an den Umständen der Veröffentlichung der Facebook-
Bilder schlage fehl. Insgesamt erwiesen sich die Argumente des SEM als
haltlos, die Glaubhaftigkeit sei gegeben. Schliesslich fehle es in der Verfü-
gung auch an der Überprüfung der exilpolitischen Fluchtgründe. Der Be-
schwerdeführer nehme seit seiner Ankunft in der Schweiz an exilpoliti-
schen Aktivitäten teil. Ein diesbezügliches Bestätigungsschreiben werde
nachgereicht.
4.3 Die in der Beschwerde kritisierten Punkte (vgl. Beschwerde, S. 6-14)
betreffen nicht die Erstellung des Sachverhalts, zumal das SEM die Bedro-
hungslage umfassend abgehandelt hat, sondern beziehen sich auf die
rechtliche Würdigung der Sache, welche die materielle Entscheidung über
die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Was die erst auf Beschwerdeebene
geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten betrifft, so konnte sich das
SEM mangels Erwähnung derselben in den Befragungen nicht auseinan-
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dersetzen. Es hätte dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwir-
kungspflicht gemäss Art. 8 AsylG oblegen, seine angebliche exilpolitische
Tätigkeit in den Befragungen vorzubringen und überdies im Beschwerde-
verfahren entsprechende Beweismittel einzureichen.
Auch mit dem Vorwurf, der Sachverhalt sei unvollständig abgeklärt worden,
da das SEM die allgemeine veränderte politische Sachlage seit November
2019 und die damit einhergehende erhöhte Verfolgungsgefahr nicht gewür-
digt und sich auf nicht mehr aktuelle Länderanalysen und Informationen
gestützt habe (vgl. Beschwerde, S. 18-20), vermengt der Beschwerdefüh-
rer die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen
Würdigung. In der Beschwerde wird im Übrigen keine individuelle Gefähr-
dung des Beschwerdeführers aufgrund der Änderung der aktuellen Sicher-
heitslage vorgebracht.
Die formellen Rügen gehen somit fehl.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
6.1 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, dass sich in den Asyl-
gründen zwar durchaus Glaubhaftigkeitselemente finden liessen, insbe-
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sondere in den Aussagen, die sich auf die Zeit bis zur Entlassung des Be-
schwerdeführers aus der Rehabilitation bezögen, dass das Aussagever-
halten aber zwischen den geltend gemachten Lebensspannen stark diver-
giere. Es sei ein wesentlicher Bruch in den Vorbringen in Bezug auf die Zeit
vor und nach Mai 2014 auszumachen. Die Vorbringen aus der jüngeren
Zeit würden eher schematisch, allgemein gehalten, substanzarm und dis-
tanziert geschildert. Auch sei bei den eingereichten Beweismitteln eine Dis-
krepanz zwischen denen auszumachen, die sich auf die Zeit der Inhaftie-
rung im Jahr 2010 und die Entlassung bezögen, und denen, die sich auf
die jüngeren Ereignisse bezögen. Letztere seien, da sie Gefälligkeits-
schreiben darstellten oder nicht mit der individuellen Situation des Be-
schwerdeführers in Verbindung stünden, zum Beweis ungeeignet. Auch
habe der Beschwerdeführer bei wesentlichen Punkten unlogische und wi-
dersprüchliche Angaben gemacht, beispielsweise den Aufenthalt beim
Cousin beziehungsweise im Wald betreffend, wobei auch die Aufenthalts-
dauer im Wald unklar sei. Auch die Erklärungen zu den Umständen der
aufgenommenen Fotographie, auf welcher der Beschwerdeführer mit ei-
nem Polizisten zu sehen sei, seien widersprüchlich. Unglaubhaft sei auch
der Aufenthalt im Wald, wobei die während des Aufenthaltes im Wald getä-
tigten Facebook-Einträge die Zweifel an den Vorbringen noch erhärteten.
Die Erklärung, wonach die Freundin des Beschwerdeführers diese vor
2015 aufgenommenen Fotos auf der Internetplattform veröffentlicht habe,
als der Beschwerdeführer von Mitarbeitern des CID gesucht worden sei,
sei abwegig. Der in der ergänzenden Anhörung geschilderte Vorfall von
Dezember 2014, wonach der Beschwerdeführer von Soldaten mit einer
Waffe bedroht worden sei und der Armeeverantwortliche ihn später gebe-
ten habe, keine Anzeige zu erstatten, sei als abgeschlossene Verfolgungs-
situation einzuordnen und überdies als nachgeschoben und wenig glaub-
haft zu bewerten.
Die glaubhaften Vorbringen, die sich auf die Zeit zwischen der Zwangsrek-
rutierung und der Entlassung aus der Rehabilitation beziehen würden,
seien als nicht asylrelevant zu werten, da der Beschwerdeführer ein soge-
nanntes Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe und die Überwa-
chungsmassnahmen gegenüber den "de-radikalisierten" Personen und die
damit verbundenen Beeinträchtigungen in der Regel kein asylrelevantes
Ausmass erreichten. Im Fall des Beschwerdeführers seien die nach der
Entlassung aus der Rehabilitationshaft geschilderten Verfolgungsmass-
nahmen als unglaubhaft zu erachten. Es könne somit davon ausgegangen
werden, dass eventuelle, im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofak-
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toren kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden aus-
zulösen vermochten. Auch lägen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor,
dass sich dies seit der Ausreise aus Sri Lanka geändert habe.
Auch die im November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge diese
Einschätzung nicht umzustossen, habe der Beschwerdeführer doch weder
diese beziehungsweise deren Folgen als Gefährdungselement vorge-
bracht noch seien den Akten Hinweise auf eine Verschärfung der persönli-
chen Situation aufgrund der Ereignisse zu entnehmen. Des Weiteren sei
der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich.
6.2 In der Beschwerde wird dagegen im Wesentlichen vorgebracht, der Be-
schwerdeführer sei bei seiner Rückkehr massiv gefährdet, da er den Si-
cherheitskräften bekannt sei und der Verdacht auf verheimlichte, weit in-
tensivere Verbindungen zu den LTTE bestünde und er ins Ausland geflo-
hen sei, wobei nach ihm gefahndet worden sei. Zu Unrecht habe das SEM
die Ereignisse im Jahr 2014 als unglaubhaft qualifiziert. Aufgrund seines
Profils sei er als Tamile der neuen Regierung ein Dorn im Auge. Angesichts
seiner bewiesenen LTTE-Verbindungen sei er bei einer Rückkehr gefähr-
det. Auch habe es das SEM versäumt, die allgemein veränderte Lage in
Sri Lanka seit November 2019 bei der Beurteilung der Flüchtlingseigen-
schaft zu würdigen, obwohl sich angesichts der neuen Lage das Risiko für
Personen wie den Beschwerdeführer verstärkt habe.
In der Beschwerde wird zudem erstmals vorgebracht, der Beschwerdefüh-
rer habe sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt.
7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-
haftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt
und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen).
7.2 Dem SEM ist darin beizupflichten, dass die Aussagen des Beschwer-
deführers in Bezug auf die Zeit des Bürgerkriegs und der Haft in den Re-
habilitationscamps eine andere Aussagequalität aufweisen als diejenigen,
die sich auf die Zeit ab Mai 2014 beziehen. Angesichts der detailgeprägten
Aussagen mit etlichen Realkennzeichen ist durchaus davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer im Heimatland von den LTTE rekrutiert, inhaf-
tiert und später rehabilitiert worden war. Er berichtete ausführlich von der
Bombardierung, der Rekrutierung durch die LTTE, der Inhaftierung und der
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Zeit in den Flüchtlingslagern (vgl. act. A25, S. 8, F51). In den Schilderungen
präzisierte er, wann er welche Examensprüfungen abgelegt hatte, unter
welchen Umständen er seine Familie nach der Flucht von den LTTE wieder
getroffen hatte und wer aus seiner Familie mit ihm inhaftiert gewesen war
(vgl. act. A25, S. 8, 9, F51, F56). Auch berichtete er von verschiedenen
Orten seiner Internierungshaft (vgl. act. A25, S. 10, F64) und den Umstän-
den der Entlassung sowie seinen Emotionen hierbei (vgl. act. A25, S. 10,
11, F67-F72). Mit den eingereichten Beweismitteln zur Inhaftierung in den
Rehabilitationszentren und der Entlassung aus der Haft kann er diese zu-
dem belegen (vgl. Beweismittel act. A14, Beweismittel 3, 4, 8, 10, 11, 12,
13 und 16, "Detention Attestation" des ICRC, Entlassungsschreiben der Ar-
mee, Schreiben bezüglich Rehabilitation, Entlassungs- beziehungsweise
Familienzusammenführungsschreiben, temporäre ID-Karte des Flücht-
lingscamps, Karte des ICRC, Zulassungskarte zur A/Level-Prüfung, Karte
der IOM und des ICRS).
7.3
7.3.1 Demgegenüber erwog das SEM in der angefochtenen Verfügung zu
Recht, dass sich in den bei den Befragungen gemachten Aussagen des
Beschwerdeführers zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten finden,
insbesondere die ausreiserelevanten Ereignisse der letzten beiden Jahre
vor der Ausreise betreffend.
7.3.2 So sind seine Schilderungen des letzten Jahres in Sri Lanka sehr
komprimiert und wenig detailreich (vgl. act. A25, S. 8, 9, F51, S. 12, 13,
F85; act. A27, S. 5, F24-F27), was, entgegen der Auffassung in der Be-
schwerde, nicht allein darauf zurückgeführt werden kann, dass die Phase
der Kriegszeit länger angedauert habe. Schliesslich ist der Beschwerde-
führer ergänzend angehört worden, um die Ausführungen zu den ausreise-
relevanten Ereignissen vertiefen zu können. Die Beweismittel, die zum Be-
leg der nach der Entlassung aus der Rehabilitationshaft entstandenen Ver-
folgungssituation eingereicht worden sind, sind von wenig Beweiswert, da
von Gefälligkeitsschreiben ausgegangen werden muss. So gab der Be-
schwerdeführer hinsichtlich des Schreibens des Parlamentsabgeordneten
(vgl. act. A14, Beweismittel 7) zu Protokoll, die Familie habe dem Parla-
mentsabgeordneten geholfen, indem sie bei den Wahlen Plakate geklebt
habe. Daher habe dieser das Schreiben auf Wunsch seines Vaters verfasst
(vgl. act. A25, S. 5, F28, F29). Der Parlamentsabgeordnete habe die Infor-
mationen über ihn hauptsächlich von seinem Vater gehabt (vgl. act. A25,
S. 6, F30). Erstaunlicherweise ist in diesem Schreiben aber auch erwähnt,
der Beschwerdeführer sei ein ehemaliges LTTE-Kadermitglied, was nicht
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mit den Aussagen des Beschwerdeführers übereinstimmt (vgl. act. A27, S.
10, F60). Auch die Briefe der Eltern an den Dorfvorsteher und an die
Schweizer Behörden müssen als Gefälligkeitsschreiben gewertet werden
(vgl. act. A14, Beweismittel 5, 6). Die eingereichten Zeitungsartikel (vgl.
act. A14, Beweismittel 15) und der vom Beschwerdeführer in der Anhörung
erwähnte USB-Stick mit einem Video eines ehemaligen Gefängnisinsas-
sen (vgl. act. A25, S. 5, F19-22) beziehen sich nicht konkret auf den Be-
schwerdeführer, sondern auf andere Personen beziehungsweise auf die
allgemeine Lage (vgl. act. A25, S. 4, F12, F13).
7.3.3 In den Aussagen des Beschwerdeführers finden sich verschiedene
Widersprüche und Ungereimtheiten, die auch durch die Argumente in der
Beschwerde nicht aufgelöst werden können. So widerspricht sich der Be-
schwerdeführer in Bezug darauf, wo er sich seit Januar/Februar 2015 ver-
steckt habe. Gemäss den Aussagen bei der BzP habe er sich in seinem
Heimatdorf bei seinem Cousin im Quartier L._ versteckt (vgl. act.
A9, S. 6). Gemäss den Aussagen an der Anhörung habe er sich im Wald in
L._ versteckt gehabt und sein Cousin habe ihm Essen gebracht
(vgl. act. A25, S. 9, F51, S. 14, F103; act. A27, S. 4, F19). Entgegen der
Meinung in der Beschwerde handelt es sich nicht um eine präzisierende
Aussage zum Ort, weil beide Male von L._ und dem Cousin die
Rede gewesen sei (vgl. Beschwerde, S. 9), sondern es handelt sich hierbei
um unterschiedliche Aufenthaltsorte.
7.3.4 Zu Recht hat das SEM auch die Angaben zur Aufenthaltsdauer im
Wald als unklar bezeichnet. Der Beschwerdeführer sagte auf der einen
Seite aus, ihm seien die Lebensmittel in den Wald gebracht worden und er
habe sich das Essen dann selber zubereitet, auf diese Weise habe er
sechs Monate im Wald verbringen können (vgl. act. A25, S. 9, F51), er habe
sechs Monate versteckt gelebt (vgl. act. A25, S. 6, F38). Auf der anderen
Seite sagte er später in der gleichen Anhörung aus, er habe sich vom ers-
ten bis elften Monat 2015 im Wald aufgehalten (vgl. act. A25, S. 13, F91).
Er habe es aber nach sechs Monaten im Wald nicht mehr ausgehalten und
seinem Vater gesagt, dass er nicht mehr könne (vgl. act. A25, S. 13, F91).
In der zweiten Anhörung spricht er auch von zehn bis elf Monaten, die er
insgesamt im Wald verbracht habe (vgl. act. A27, S. 6, F33). Mit den sechs
Monaten habe er nur die Zeit gemeint, die er dort habe aushalten können.
Danach habe ihn sein Vater aufgefordert, sich noch einen Monat zu gedul-
den, wobei es noch ein paar Monate länger gedauert habe (vgl. act. A27,
S. 6, F34). Nach sechs Monaten im Wald habe er sterben wollen (vgl. act.
A27, S. 12, F71). Diese Ausführungen vermögen aber nicht zu erklären,
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weshalb der Beschwerdeführer auf die entsprechende Frage nicht gleich
die gesamte Aufenthaltsdauer im Wald angegeben hat.
7.3.5 Auch in Bezug auf die Häufigkeit der Besuche des CID bei seinen
Eltern macht er eine nicht logisch erscheinende Einteilung der Häufigkeit
der Besuche. So hat er davon gesprochen, die CID-Leute seien nach sei-
ner Ausreise noch vier, fünf Mal bei ihm zu Hause erschienen (vgl. act. A25,
S. 6, F36), kurz darauf heisst es zwei, drei Mal (vgl. act. A25, S. 6, F39). Er
erklärt das wenig überzeugend damit, dass bei zwei, drei Malen auch sein
Vater zu Hause gewesen sei, bei zwei weiteren Malen sei seine Mutter hin-
gegen alleine zu Hause gewesen (vgl. act. A25, S. 7, F42).
7.3.6 Nicht verständlich ist zudem, dass er den Vorfall von Dezember 2014,
als er einen Priester in seinem Tuk-Tuk mitgenommen habe und ihn Sol-
daten einer Leibesvisitation unterzogen und bedroht hätten, nicht in der
BzP und ersten Anhörung erwähnt (vgl. act. A9, S. 10-12; A25, S. 8, F51).
Erst in der zweiten Anhörung (vgl. act. A27, S. 2, F4) erzählt er von diesem
Vorfall, warum erst dann, kann er nicht erklären (vgl. act. A27, S. 3, F9),
was insofern erstaunt, als dies ein wesentlicher Grund für seine Flucht in
den Wald gewesen sei (vgl. act. A27, S. 2, F5).
7.3.7 Auch das Zusammentreffen mit dem Polizisten und die hierbei auf-
genommene Fotographie werfen Fragen auf. In der ersten Anhörung sagte
der Beschwerdeführer, das Foto sei aufgenommen worden, als er einmal
aus dem Wald gekommen sei, hierbei habe er den Polizisten getroffen und
das Foto sei aufgenommen worden. Der Polizist habe gewollt, dass er am
nächsten Tag ins Camp käme (vgl. act. A25, S. 9, F51). In der zweiten An-
hörung sagte er hingegen, der Polizist habe ihn gefragt, wo er bisher ge-
wesen sei und mitgeteilt, er werde zur Befragung gesucht (vgl. act. A27,
S. 6, F31). Auf den Widerspruch angesprochen, antwortete er, dies habe
der Polizist nicht gesagt. Er habe ihn nur gefragt, ob er sich in Zukunft wei-
terhin zu Hause aufhalte, wenn er zur Befragung bestellt würde (vgl. act.
A27, S. 6, F35). Es fragt sich auch, wieso der Freund ein Foto von ihm und
dem Polizisten gemacht haben soll, zumal der Beschwerdeführer vom CID
in der Zeit gesucht worden sei (vgl. act. A25, S14, F96-F101).
7.3.8 Auch wenn der Beschwerdeführer, wie das SEM in seiner Verfügung
ausführt (vgl. Verfügung, S. 8), einzelne Angaben macht, die Anlass geben
könnten, einen Aufenthalt im Wald zu glauben, wie beispielsweise Prob-
leme mit den Wildtieren und der Wasserqualität, wobei die Erinnerungen
daran den Beschwerdeführer anscheinend beschäftigen (vgl. act. A27,
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S. 12, F71), erscheinen die Angaben zum konkret geschilderten Aufenthalt
doch insgesamt unglaubhaft. Wie das SEM zu Recht bemerkt, fragt es sich,
warum sich der Beschwerdeführer nicht gleich bei seinem Cousin statt im
Wald versteckt hat, zumal der Wald kontrolliert worden sei und er einmal
nur knapp habe entkommen können (vgl. act. A27, S. 5, F25). Auch muss
es riskant gewesen sein, beim Kochen mit Feuer entdeckt zu werden (vgl.
act. A27, S. 5, F22). Was dem behaupteten Aufenthalt im Wald des Weite-
ren entgegensteht, sind die auf dem Facebook-Profil des Beschwerdefüh-
rers veröffentlichten Fotos, auf die er in der ergänzenden Anhörung ange-
sprochen wird (vgl. act. A27, S. 10, F61). Es handelt sich bei den von der
(...)polizei P._ eingereichten Fotos vom Facebook-Profil beispiels-
weise um solche von Februar, Mai, Juni und Juli 2015, auf denen der Be-
schwerdeführer zu sehen ist (vgl. act. A27, S. 16-18). Darauf angespro-
chen, dass er in der Zeit angeblich im Wald gewesen sei, was den Fotos
nicht entnommen werden könne, behauptet er, seine Freundin, die Zugang
zu seinem Facebook-Profil habe, habe alte Fotos von ihm veröffentlicht
(vgl. act. A27, S. 10, F61 ff.). So sei das im Juni 2015 veröffentlichte Foto
2011 oder 2012 gemacht worden (vgl. act. A27, S. 11, F66). Es ist indes
unlogisch, dass die Freundin zu der Zeit, als der Beschwerdeführer von
Mitarbeitern des CID gesucht worden sei, Fotos von ihm im Internet veröf-
fentlicht hat.
7.3.9 Schliesslich lässt auch die legale Ausreise aus dem Heimatland mit
dem eigenen Reisepass, den der Beschwerdeführer später dem Schlepper
übergeben habe, sowie der eigenen Identitätskarte und einem Visum eine
Gefährdung wenig wahrscheinlich erscheinen (vgl. act. A9, S. 7, 9). Auch
fragt es sich, wieso sich der Beschwerdeführer 2014 einen Reisepass hat
ausstellen lassen (vgl. act. A27, S. 9, F51) und wie das Ausstellungsjahr
2014 mit der ab Mai 2014 angeblich einsetzenden Bedrohungslage durch
ständige Vorladungen im Armeecamp zusammenpasst.
7.3.10 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer keine asylrechtlich
relevanten, im Zeitpunkt der Ausreise aktuell bestehenden, Verfolgungs-
gründe glaubhaft machen können.
7.4 Nachdem nicht von einer aktuellen Vorverfolgung des Beschwerdefüh-
rers auszugehen ist, bleibt zu prüfen, ob er bei einer Rückkehr in seinen
Heimatstaat dennoch – aufgrund von Nachfluchtgründen – ernsthafte
Nachteile im Sinn von Art. 3 AsylG zu befürchten hat.
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7.4.1 Der Beschwerdeführer bringt auf Beschwerdeebene erstmals vor, er
sei seit seinem Aufenthalt in der Schweiz exilpolitisch aktiv und nehme als
Mitglied des Swiss Tamil Coordination Comitee (STCC) aktiv an Anlässen,
Demonstrationen und der Organisation des Vereins teil.
Diese – nicht belegten – Aktivitäten können indessen nicht zur Annahme
führen, dass ihm die sri-lankischen Behörden einen überzeugten Aktivis-
mus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus zu-
schreiben würden. Angesichts des gut aufgestellten Nachrichtendienstes
Sri Lankas ist davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden blosse
"Mitläufer" von Massenveranstaltungen als solche identifizieren können
und diese in Sri Lanka mithin nicht als Gefahr wahrgenommen werden.
Dem Beschwerdeführer kann ein solcher überzeugter Aktivismus mit dem
Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus nicht zugeschrie-
ben werden und es ist nicht davon auszugehen, dass er aufgrund seiner
angeblichen Aktivitäten in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten
wäre.
7.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-
fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Be-
urteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in
Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko-
faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder
vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der "Stop List" und die
Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als
stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid
dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung
einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Feh-
len ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, gut
sichtbare Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen
Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden,
die diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene
Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nach-
teile im Sinn von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lanki-
schen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder aufle-
ben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick
auf die dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer
gefährdet, deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop
D-2612/2020
Seite 16
List" vermerkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung be-
ziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tat-
sächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entspre-
chendes gelte für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland re-
gimekritisch betätigt hätten (vgl. a.a.O. E. 8).
Die vom SEM durchgeführte Prüfung der Risikofaktoren und der daraus
gezogene Schluss, dass der Beschwerdeführer in Kombination mit der er-
folgreich durchlaufenen Rehabilitation bei einer Rückkehr nach Sri Lanka
keinen Massnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein dürfte, sind
grundsätzlich nicht zu beanstanden. Es ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer von den LTTE zwangsrekrutiert wurde und in einer Trai-
ningsbasis zur Verteilung von Essen eingeteilt war, wobei er später ein Re-
habilitationsprogramm durchlaufen hat. Nach der Entlassung aus der Re-
habilitation wurde ihm im Jahr 2014 ein Reisepass ausgestellt, womit er
anscheinend von sämtlichen Reiserestriktionen befreit wurde. Die von ihm
für den Zeitraum von der Entlassung bis zur Ausreise geltend gemachten
Verfolgungsmassnahmen sind gemäss den obigen Ausführungen als un-
glaubhaft zu beurteilen. Mit Blick auf die den Beschwerdeführer betreffen-
den Risikofaktoren ist nach dem Gesagten nicht davon auszugehen, dass
sein Name zum Zeitpunkt der Ausreise aus Sri Lanka in der am Flughafen
in Colombo abrufbaren "Stop-List" vermerkt gewesen wäre.
Auch zum heutigen Zeitpunkt dürfte nicht von einem solchen Vermerk aus-
zugehen sein. Des Weiteren dürfte die in der Beschwerde erwähnte An-
kunft am Flughafen in Colombo kaum dazu führen, dass der Beschwerde-
führer bei einer Einreise nach Sri Lanka eine über die als rehabilitiertes
LTTE-Mitglied zu erwartenden Kontrollen und Befragungen hinausge-
hende Behandlung zu erwarten hätte (vgl. Referenzurteil E-1866/2015
E. 8.5.5; BVGE 2017 VI/6 E. 4.3.3). Sein exilpolitisches Engagement ist,
wenn überhaupt vorhanden, als lediglich niedrigschwellig, zu beurteilen
(siehe oben). Auch kann den Befragungsprotokollen und der Beschwerde
(vgl. Beschwerde, S. 18 ff.) kein persönlicher Bezug zur Präsidentschafts-
wahl von November 2019 mit der Folge einer etwaigen Verschärfung der
Gefährdungssituation für den Beschwerdeführer entnommen werden.
Es ist insgesamt nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle
einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund risikobegründender Faktoren
ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden.
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015 http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/6
D-2612/2020
Seite 17
7.5 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was
geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest
glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-
lehnt.
8.
8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2
9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
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Seite 18
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
9.2.2 Das SEM wies in seiner angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
9.2.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts lassen
weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Men-
schenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungsvollzug als unzulässig
erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f. [als Refe-
renzurteil publiziert]). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschen-
rechte (EGMR) hat – wie vom SEM zutreffend erwähnt – wiederholt fest-
gestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Ta-
milen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoein-
schätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des
EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff.
37). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, der
Beschwerdeführer hätte bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten, die über einen
sogenannten "Backgroundcheck" (Befragung und Überprüfung von Tätig-
keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden oder dass er dadurch per-
sönlich gefährdet wäre. Nach neuesten Erkenntnissen des Bundesverwal-
tungsgerichts lässt auch der Vorfall rund um die Mitarbeiterin der Schwei-
zerischen Botschaft in Sri Lanka im vorliegenden Fall keine andere Ein-
schätzung zu, da kein konkreter Grund zur Annahme besteht, die allgemei-
nen politischen Entwicklungen in Sri Lanka könnten sich zum heutigen Zeit-
punkt auf den Beschwerdeführer auswirken. Der Vollzug der Wegweisung
ist zulässig.
D-2612/2020
Seite 19
9.3
9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.3.2 Das SEM hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bejaht.
Seine Schlussfolgerungen sind im Ergebnis nicht zu beanstanden. Der be-
waffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist
im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg
noch eine Situation allgemeiner Gewalt. An dieser Einschätzung vermögen
auch die am Ostersonntag 2019 erfolgten Anschläge auf Kirchen und Lu-
xushotels nichts zu ändern. Auch unter Berücksichtigung des Vorfalls im
Zusammenhang mit der Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft und
der aktuellen politischen Situation rund um Präsident Gotabaya Rajapaksa,
dessen Auflösung des Parlaments sowie den Neuwahlen vom 5. August
2020, sieht das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung, den Weg-
weisungsvollzug sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie als
generell unzumutbar einzustufen.
9.3.3 Gemäss Rechtsprechung ist der Vollzug von Wegweisungen in die
Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu-
mutbarkeitskriterien – insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären
oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Ein-
kommens- und Wohnsituation – bejaht werden kann (vgl. Referenzurteile
des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13 und D-3619/2016 vom
16. Oktober 2017 E. 9.5).
Der junge und bis auf gelegentliche Kopfschmerzen gesunde Beschwer-
deführer (vgl. act. A27, S. 12) lebte bis vor seiner Ausreise mit seinen Eltern
und einem Bruder zusammen in einem Haushalt, wobei zudem auch sämt-
liche Geschwister und seine Freundin im Heimatdorf C._, Distrikt
D._ (Nordprovinz), wohnen (vgl. act. A9, S. 8). Ein Vollzug in dieses
Gebiet ist grundsätzlich zumutbar. Der Beschwerdeführer steht in Kontakt
zu seiner Familie (vgl. act. A25, S. 6, F31, F39). Neben seinen Eltern und
Geschwistern wohnen auch noch weitere nahe Verwandte in Sri Lanka
(vgl. act. A9, S. 8). Damit verfügt er in seiner Heimat über ein Beziehungs-
netz, auf dessen Unterstützung er nach einer Rückkehr – sofern notwendig
– bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und im Zuge der Reintegration
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Seite 20
zurückgreifen kann. Seinen Angaben gemäss konnte seine Familie mit
dem ans Haus angegliederten eigenen Lebensmittelgeschäft des Vaters,
den eigenen Reisfeldern sowie der dem Vater ausbezahlten Rente finanzi-
ell auskommen (vgl. act. A25, S. 7, F43-F49), so dass er nicht befürchten
muss, in eine existenzielle Notlage zu geraten, zumal er notfalls sicherlich
auf die Unterstützung seiner Familie wird zurückgreifen können.
Der Beschwerdeführer hat sodann seinen A-Level-Abschluss gemacht und
Arbeitserfahrung als Tuk-Tuk-Fahrer gesammelt (vgl. act. A9, S. 6). Es ist
daher insgesamt davon auszugehen, dass ihn seine Familie bei der Wie-
dereingliederung wird unterstützen können und er sich eine neue Existenz
wird aufbauen können.
9.3.4 Der Vollzug der Wegweisung ist sowohl in genereller als auch in in-
dividueller Hinsicht nicht als unzumutbar einzuschätzen.
9.4 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung
des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist
(Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1-
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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