Decision ID: 30ec2f64-e653-4700-9262-3ed6ffd6416a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 26. Oktober 2009 wegen einer Schwerhörigkeit bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug eines Hilfsmittels an (IV-act. 1). Nachdem der
Umfang der Kostengutsprache im Verwaltungsverfahren umstritten geblieben war
(siehe Verfügung vom 18. Februar 2010, IV-act. 17, und Beschwerde vom 22. März
2010, IV-act. 22-2 ff.), verpflichtete das Versicherungsgericht die IV-Stelle mit
Entscheid vom 16. April 2012, IV 2010/129, dem Versicherten die Kosten einer
binauralen Hörgeräteversorgung mit zwei Hörgeräten gemäss Indikationsstufe 4 sowie
diejenige für den Ohreneinsatz/IO-Schale rechts zu bezahlen (IV-act. 36).
A.a.
Am 7. Dezember 2012 gelangte der Versicherte mit einer Rechnung für die Kosten
eines neuen Ohreinsatzes rechts (Otoplastik, IV-act. 42) im Betrag von Fr. 151.20
erneut an die IV-Stelle und brachte vor, der bestehende Ohreinsatz passe nicht mehr.
Es entstünden dadurch ein Hörverlust und Druckstellen. Er sei als Polizist beruflich auf
eine einwandfreie Kommunikation und das Hilfsmittel angewiesen (IV-act. 41). Am
20. August 2013 ersuchte er die IV-Stelle um Erstattung der Kosten für einen
Telefonverstärker CLA 40 im Betrag von Fr. 92.--, auf welchen er beruflich angewiesen
sei (IV-act. 43). Die IV-Stelle lehnte dieses Gesuch mit Schreiben vom 30. August 2013
ab mit der Begründung, dass solche Anschaffungskosten nur vergütet würden, sofern
sie Fr. 400.-- übersteigen (IV-act. 44).
A.b.
Ein weiteres Gesuch um die Übernahme von Kosten einer neuen
Hörgeräteversorgung reichte der Versicherte am 25. September 2015 ein (IV-act. 45).
Die IV-Stelle hiess dieses gut und erteilte eine pauschale Kostengutsprache für eine
A.c.
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beidseitige Hörgeräteversorgung im Betrag von Fr. 1'650.-- (Mitteilung vom
19. Oktober 2015, IV-act. 50). Am 4. November 2015 teilte der Versicherte der IV-Stelle
mit, aus beruflichen Gründen (ehemaliger Polizist, aktuell im Sicherheitsdienst tätig) sei
er auf ein gutes Hörvermögen angewiesen, weshalb er um eine Härtefallprüfung
ersuche (IV-act. 51). Gestützt auf die Ergebnisse einer von Dr. med. B._, Facharzt für
Oto-Rhino-Laryngologie, durchgeführten Härtefallabklärung (Bericht vom 18. Februar
2016, IV-act. 65) erteilte die IV-Stelle eine Gutsprache für eine «Mehrkosten-
Hörgeräteversorgung» im Betrag von Fr. 6'400.-- (Mitteilung vom 24. Februar 2016, IV-
act. 66).
Am 23. Juli 2019 reichte der Versicherte eine Anmeldung für eine Berufliche
Integration/Rente ein und führte darin aus, er leide u.a. an psychischen Problemen,
Herzbeschwerden, Rückenschmerzen, Asthma und einer Hörverminderung (IV-act. 67).
Der behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeinmedizin, berichtete am
19. August 2019, der Versicherte sei vom 29. April bis 30. September 2019 zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben. Anschliessend sei eine Wiederaufnahme der Arbeit zu
30 bis 40 % geplant. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei dem Versicherten ab ca.
Ende September 2019 mit einem Pensum von maximal 30 bis 50 % zumutbar. Das
Hauptproblem sei die klinisch manifeste Depression mit somatischem Syndrom (IV-
act. 86). Am 9. September 2019 berichtete der behandelnde med. pract. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der Versicherte leide an einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im
Sicherheitsdienst sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Bezogen auf eine
leidensangepasste Tätigkeit verfüge der Versicherte maximal über eine 20%ige
Arbeitsfähigkeit. Vorerst finde eine Akutbehandlung der starken psychischen und
somatischen Krankheitsfaktoren statt (IV-act. 90).
A.d.
Die IV-Stelle wies das Gesuch um berufliche Massnahmen in der Mitteilung vom
21. Januar 2020 ab, da sich der Versicherte aktuell lediglich im beschränkten Umfang
arbeitsfähig fühle und eine neue Anstellung im Rahmen von 20 % suche (IV-act. 96).
A.e.
Am 5. Mai 2020 berichtete Dr. C._, die depressive Symptomatik habe sich seit
letztem Sommer unter psychiatrischer Behandlung verbessert. Unter aktueller Therapie
bestünden keine kardialen Beschwerden. Das Hauptproblem seien aktuell die
A.f.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 4/19
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Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparats, die bei Belastungen relativ rasch
wieder auftreten würden. Der Versicherte sei inzwischen arbeitslos, sodass er sich
körperlich nicht habe schwer belasten müssen. Ideal für den Versicherten sei eine
leichtere Tätigkeit in einem 20 bis 40%igen Pensum (IV-act. 102). Med. pract. D._
gab im Verlaufsbericht vom 28. Mai 2020 an, seit dem 9. September 2019 habe sich
ein wechselndes Zustandsbild beim Versicherten gezeigt mit schweren bis schwersten
depressiven Einbrüchen während der Winterzeit. Er diagnostizierte eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.1) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
ängstlich vermeidenden und perfektionistisch-histrionischen sowie ausgeprägt
zwanghaften Zügen (ICD-10: F61). Für den anstehenden Arbeitsversuch bescheinigte
Dr. D._ dem Versicherten eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 106). Dr. med. E._,
Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, führte im Bericht vom 25. Mai 2020 aus, zurzeit
seien beim Versicherten, der an einer beidseitigen, hochgradigen, symmetrischen
Innenohrschwerhörigkeit mit einem Hörverlust von 60 % leide, keine Behandlungen
geplant. Dieser sei nicht mehr in der Lage, die frühere Tätigkeit als Polizist oder
Sicherheitsbeamter auszuüben. Für eine leidensangepasste Tätigkeit verfüge der
Versicherte über eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 108).
Die am 1. Juni 2020 vom Versicherten in der Bundesverwaltung aufgenommene
Tätigkeit als Testassistent im Kommando Ausbildung im Rekrutierungszentrum F._
wurde während der Probezeit auf den 31. August 2020 von der Arbeitgeberin
gekündigt, da er die Anstellungsvoraussetzungen nicht erfülle (Verfügung des
Kommandos Ausbildung vom 11. August 2020, IV-act. 119; zur Begründung siehe die
Anzeige einer Verfügung vom 29. Juli 2020, IV-act. 115, und zum Arbeitszeugnis vom
9. September 2020, IV-act. 129).
A.g.
Der RAD-Arzt med. pract. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten für angezeigt (Stellungnahme
vom 9. Juli 2020, IV-act. 123). Am 28. Januar 2021 erstatteten die Sachverständigen
der SMAB AG St. Gallen ein sich auf im November und Dezember 2020 durchgeführte
Untersuchungen stützendes polydisziplinäres (psychiatrisches, orthopädisches,
pneumologisches, oto-rhino-laryngologisches, internistisches und
gastroenterologisches) Gutachten. Darin stellten sie folgende Diagnosen, denen sie
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen: eine leicht- bis mittelgradige
A.h.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 5/19
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depressive Episode (ICD-10: F32.0/F32.1) und ein Reizdarmsyndrom vom
Obstipationstyp. Die SMAB-Sachverständigen vertraten die Ansicht, dass die zuletzt
nachts ausgeübte Tätigkeit im Sicherheitsdienst dem Versicherten nicht mehr
zugemutet werden könne. Den Beginn der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit setzten sie gestützt auf die Vorakten auf den 29. April 2019.
Bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten sie dem Versicherten eine
70%ige Arbeitsfähigkeit (8,5 Stunden täglich, Leistungsminderung 30 %). Den Beginn
der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten schätzten
sie ebenfalls auf den 29. April 2019. Die Arbeitsfähigkeit habe damals und bis
spätestens am 28. Mai 2020 lediglich 50 % betragen. Danach habe sich die
Arbeitsfähigkeit schrittweise auf den aktuellen Wert von 70 % verbessert. Zudem habe
eine passagere Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 24. bis 28. Mai 2019 im Rahmen der
akuten kardialen Intervention bestanden. Innerhalb der nachfolgenden 6 Wochen habe
die Arbeitsfähigkeit (aus kardiologischer Sicht) auf 100 % gesteigert werden können
(IV-act. 140, insbesondere IV-act. 140-11 ff.; zu den vom Versicherten schriftlich
erstellten, den SMAB-Sachverständigen übergebenen gesundheitlichen Angaben siehe
IV-act. 140-125 ff.). Der RAD-Arzt G._ hielt das SMAB-Gutachten aus
versicherungsmedizinischer Sicht für überzeugend (Stellungnahme vom 9. Februar
2021, IV-act. 141).
Mit Vorbescheid vom 10. Februar 2021 brachte die IV-Stelle dem Versicherten zur
Kenntnis, dass sie einen 30%igen Invaliditätsgrad ermittelt habe und sein
Rentengesuch abweisen werde (IV-act. 144). Dagegen erhob der Versicherte am
17. März 2021 Einwand (IV-act. 148), den er am 16. April 2021 u.a. mit Verweis auf
verschiedene Unterlagen (etwa auf die Stellungnahme von med. pract. D._ vom
31. März 2021, IV-act. 152-36 f., die Stellungnahme eines früheren Arbeitgebers vom
26. März 2021, IV-act. 152-43 f., und auf den Bericht der ihn seit dem Jahr 2011 bei
der Hörgeräteversorgung betreuenden H._ AG vom 29. März 2021, IV-act. 152-34 f.)
ergänzend begründete (IV-act. 152; zur von Dr. C._ am 21. März 2021 verfassten
kritischen Stellungnahme zum Gutachten vom 28. Januar 2021 siehe IV-act. 150). In
Anbetracht der damit vom Versicherten vorgebrachten umfassenden Kritik hielt der
RAD-Arzt G._ es für notwendig, dass sich die SMAB-Sachverständigen hierzu
äussern (Stellungnahme vom 3. Mai 2021, IV-act. 153; zu den konkreten Rückfragen
A.i.
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B.
siehe das Schreiben der IV-Stelle vom 6. Mai 2021, IV-act. 154). Am 2. Juni 2021
reichte der Versicherte eine kritische Einschätzung von Dr. E._ zur gutachterlichen
Beurteilung aus oto-rhino-laryngologischer Sicht vom 29. Mai 2021 ein (IV-act. 155 f.).
Am 3. Juni 2021 beantworteten die SMAB-Sachverständigen die Rückfragen der IV-
Stelle vom 6. Mai 2021. Sie gelangten zur Auffassung, dass die einwandweise
vorgebrachte Kritik unzutreffend sei und sich daraus fachübergreifend keine
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 158). Diese Antwort
hielt der RAD-Arzt G._ für schlüssig begründet. Allerdings sah er zusätzlich eine
Einschätzung der oto-rhino-laryngologischen SMAB-Gutachterin zum Schreiben von
Dr. E._ vom 29. Mai 2021 für erforderlich an (Stellungnahme vom 15. Juni 2021, IV-
act. 159), die am 25. Juni 2021 erfolgte. Darin setzte sich diese mit der Einschätzung
von Dr. E._ auseinander und legte dar, weshalb sie an der von ihr bescheinigten
100%igen Arbeitsfähigkeit festhalte (IV-act. 161). Der RAD-Arzt G._ folgerte daraus,
dass weiterhin vollumfänglich auf das polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG
abgestellt werden könne (Stellungnahme vom 28. Juli 2021, IV-act. 162).
Am 28. Juli 2021 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-
act. 163).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 28. Juli 2021 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 14. September 2021. Der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
S. Meier Rhein, beantragt darin deren Aufhebung und die Zusprache einer
Invalidenrente ab 1. Februar 2020. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen
vor, dass die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des Valideneinkommens zu
Unrecht seinen Verdienst als Polizeibeamter ausser Acht gelassen habe. Denn er habe
diesen Beruf krankheitsbedingt aufgeben müssen. Wäre er gesund geblieben, so wäre
er immer noch als Polizeibeamter tätig. Werde dem Valideneinkommen der
Durchschnitt der von ihm in den Jahren 2011 bis 2013 erzielten Jahresverdienste als
Polizeibeamter zugrunde gelegt, resultiere ein Invaliditätsgrad von 50 % (act. G 1). In
der Beschwerdeergänzung vom 8. Oktober 2021 ersucht er, das SMAB-Gutachten sei
B.a.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/19
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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
infolge fehlenden Beweiswerts aus den Akten zu entfernen bzw. es sei nochmals eine
psychiatrische Begutachtung von einer unabhängigen Fachperson durchzuführen.
Unter Verweis auf seine Ausführungen im Verwaltungsverfahren und den Arztbericht
von med. pract. D._ vom 29. September 2021 (act. G 4.1) erachtet er den
Beweiswert des SMAB-Gutachtens als erschüttert (act. G 4). Am 11. Oktober 2021
heisst die Beschwerdegegnerin das Gesuch des Beschwerdeführers vom
20. September 2021 für ein neues Hilfsmittel (IV-act. 169 f.) gut und spricht ihm eine
binaurale Hörgerätepauschale zu (IV-act. 177; zum danach erfolgten Antrag um eine
Härtefallprüfung vom 22. Oktober 2021 siehe IV-act. 180).
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Januar
2022 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt im Wesentlichen die Standpunkte,
dass die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der SMAB-Sachverständigen beweiskräftig sei
und kein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf bestehe. Bezüglich der Bestimmung
des Valideneinkommens sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine
Arbeitsstelle bei der Polizei nicht wegen gesundheitlicher, sondern vor allem wegen
fachlicher Defizite sowie des eher schwierigen persönlichen Umgangs verloren habe.
Daher könne zur Ermittlung des Valideneinkommens nicht auf die Tätigkeit als Polizist
abgestellt werden (act. G 10; siehe auch die von der Beschwerdegegnerin bezüglich
Aus- und Weiterbildung bei der Polizei des Kantons I._ eingeholte telefonische
Auskunft vom 4. Januar 2022, vor dem Aktenverzeichnis abgelegte, nicht nummerierte
IV-Akte).
B.b.
In der Replik vom 25. April 2022 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest und reicht u.a. Protokolle der Mitarbeitergespräche der Jahre 2011
bis 2013 sowie einen Verlaufsbericht von med. pract. D._ vom 19. März 2022 ein
(act. G 16 und act. G 16.1 ff.).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 19. Mai 2022 unverändert an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 18).
B.d.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
Am 1. Januar 2022 trat das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging vor dem
1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und
des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1) sind
daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sowie des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in der bis
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2), in der sie nachfolgend auch referenziert
werden.
1.1.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
1.3.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2022&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=weiv+ivg&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-210%3Ade&number_of_ranks=0#page210
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könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG i.V.m.
Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG).
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a). Bei psychischen oder psychosomatischen Krankheitsbildern
steht zudem das Beweisproblem im Vordergrund, da sich die Beurteilung dieser
Gesundheitsschäden und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeiten – mangels
zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik – zwangsläufig zunächst auf die Angaben
der versicherten Person und deren Leidenspräsentation stützen und es an einer
eigentlichen davon unabhängigen, direkten Objektivierbarkeit fehlt. Deshalb ist die
umfassende Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der Leidensschilderung sowie
-präsentation für die möglichst objektive bzw. medizinisch-wirklichkeitsgetreue
Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler
Bedeutung (siehe etwa BGE 141 V 281). Um eine möglichst objektive, von der
Selbsteinschätzung der versicherten Person unabhängige, der tatsächlichen
Funktionsfähigkeit entsprechende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Sinn von Art. 7
Abs. 1 und 2 ATSG zu gewährleisten (vgl. hierzu bzw. zur Massgeblichkeit des
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens etwa das Urteil des Bundesgerichts vom
11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.2), haben die medizinischen Fachpersonen nebst den
Erkenntnissen der eigenen Untersuchung deshalb nach Möglichkeit bei ihrer Expertise
sämtliche Lebensaspekte zu würdigen, bei denen Beeinträchtigungen und Ressourcen
einer versicherten Person in Erscheinung treten. Dabei sich zeigende Umstände wie
1.5.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/19
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etwa Inkonsistenzen, die auf krankheitsfremde Faktoren deuten oder ernsthafte Zweifel
am objektiven Umfang der geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen,
sind zu benennen. Geltend gemachte Beeinträchtigungen, die auf solchen
krankheitsfremden bzw. nicht krankheitswertigen Faktoren beruhen oder zweifelhaft
erscheinen, sind bei der Beurteilung des Gesundheitsschadens sowie der
Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Denn massgebend für die Ermittlung der
Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität sind nur gesundheitliche Beeinträchtigungen, deren
Vorhandensein aus objektiver Sicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Aus diesen Gründen sehen die
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP, 3. vollständig überarbeitete
und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) denn auch vor, dass eine Stellungnahme zur
Authentizität von Beschwerden, von präsentierten Symptomen und von
Leistungseinschränkungen obligatorischer Bestandteil eines
versicherungspsychiatrischen Gutachtens zu sein hat. Das beinhaltet eine
Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und präsentierten
Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar Widersprüche
bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der erhobenen
Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. Diesbezüglich
sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem Anamneseverlauf relevant
(Qualitätsleitlinien, S. 29). Eine besondere Bedeutung bei der Exploration kommt der
detaillierten Beschreibung eines üblichen Tagesablaufs durch die versicherte Person
zu, da sich hieraus häufig Hinweise auf Interessen, Aktivitäten, Alltagsgewohnheiten
und damit Potential und Ressourcen, jedoch auch Diskrepanzen zu anderen Angaben
oder zum Verhalten in der Untersuchung ergeben (Qualitätsleitlinien, S. 16; siehe zum
Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juni 2020, IV 2018/124,
E. 3.1).
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.6.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/19
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2.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif erstellt
ist. Der Beschwerdeführer hält die der angefochtenen Verfügung in medizinischer
Hinsicht zugrundeliegende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der SMAB-Sachverständigen
aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig.
Gegen die psychiatrisch-gutachterliche Beurteilung verweist der Beschwerdeführer
hauptsächlich auf die davon abweichende Einschätzung von med. pract. D._ vom
29. September 2021 (act. G 4.1) und vom 19. März 2022 (act. G 16.5; act. G 4 und act.
G 16, S. 9).
2.1.
Vorweg gilt es zu beachten, dass ein den Beweisanforderungen grundsätzlich
genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) – wie das vorliegende
SMAB-Gutachten (siehe hierzu nachstehende E. 2.4) – nicht in Frage gestellt werden
kann und nicht Anlass zu weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die
behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren
und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 26. Mai 2021, 8C_204/2021, E. 4.1.5 mit Hinweis). Ferner kann
eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei
erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen Fachperson daher praktisch
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern sie
lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 31. März 2022, 9C_59/2022,
E. 4.1 mit Hinweis).
2.1.1.
Die beiden Berichte von med. pract. D._ vom 29. September 2021 (act. G 4.1)
und vom 19. März 2022 (act. G 16.5) – wie auch seine übrigen Berichte – enthalten
keine erkennbare objektive Konsistenz- und Ressourcenprüfung. Sie scheinen sich
hauptsächlich auf die im Rahmen der therapeutischen Bemühungen wahrgenommene
Selbsteinschätzung und Leidenspräsentation des Beschwerdeführers abzustützen.
Daran vermag auch sein Hinweis auf nicht näher beschriebene Ergebnisse der von ihm
durchgeführten standardisierten Tests (act. G 4.1, S. 1) nichts zu ändern, beruhen doch
diese regelmässig auf den Selbstangaben und der Leidenspräsentation der zu
explorierenden Personen. Dass die Leidensangaben und Leidenspräsentation des
2.1.2.
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Beschwerdeführers vorbehaltlos von med. pract. D._ übernommen werden, zeigt
sich etwa daran, dass er davon ausgeht, der Beschwerdeführer lebe «extrem
abgeschottet» (act. G 4.1, S. 2). Demgegenüber ergibt sich aus den Akten, dass der
Beschwerdeführer die öffentlichen Verkehrsmittel benützt (IV-act. 140-38) und
Beziehungen zur ausser Haus wohnenden Tochter und zu einem Kollegen pflegt (IV-
act. 140-38 oben). Die Beziehung mit der Ehegattin ist gut und stabil (IV-act. 140-35
unten). In damit zu vereinbarender und überzeugender Weise stellte der psychiatrische
Gutachter ein gutes psychosoziales Funktionsniveau fest (IV-act. 140-41), wie es im
Übrigen von med. pract. D._ im Bericht vom 9. September 2019 ebenfalls noch
beschrieben worden war (IV-act. 90-6 oben: «Intakte familiäre und soziale Situation»),
und das höchstens rein pandemiebedingt vorübergehend beschränkt wurde. Die
zahlreichen Reisewege zu den gutachterlichen Untersuchungen oder zu den
medizinischen Behandlungen scheinen dem Beschwerdeführer denn auch problemlos
möglich gewesen zu sein. Zudem liess med. pract. D._ auch die sich im Alltag
zeigenden Ressourcen des Beschwerdeführers ausser Acht (teilweise Mittagessen
kochen und Haushalt erledigen, Entspannungsübungen, Bewegungsübungen, Training
auf dem Hometrainer, «sehr viel Administratives zu tun», Internetrecherchen; IV-
act. 140-38 und IV-act. 140-39; siehe auch die Ausführungen des Beschwerdeführers
zum aktuellen Aktivitätsniveau vom 22. Dezember 2020, IV-act. 152-4 Mitte), obschon
er ebenfalls davon ausging, dass der Beschwerdeführer bezüglich Haushaltsaufgaben
nicht an «grösseren Einschränkungen» leidet (IV-act. 90-7). Ferner bestehen bezüglich
der Selbstpflege keine Auffälligkeiten (siehe zur guten äusseren Erscheinung IV-
act. 140-39 oben) und med. pract. D._ verneinte Zweifel an der Fahreignung des
Beschwerdeführers (IV-act. 90-6). Des Weiteren liess med. pract. D._ auch «multiple
somatische Diagnosen mit erheblichen Einschränkungen» in seine Einschätzung
einfliessen (siehe und act. G 16.5, S. 1 unten), ohne dass er hierfür über eine
fachärztliche Qualifikation verfügt. Demgegenüber erging die Beurteilung der SMAB-
Sachverständigen im Rahmen eines polydisziplinären Konsens und ist damit für eine
ganzheitliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit überzeugender. Schliesslich erscheint
fraglich, ob der Bericht von med. pract. D._ vom 19. März 2022 überhaupt noch den
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. Juli 2021 massgebenden
Sachverhalt (siehe hierzu BGE 138 V 535 f. E. 2.2) betrifft, nachdem er von einer
weiteren Chronifizierung und Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgeht (act.
G 16.5).
Von Bedeutung ist sodann, dass sich der psychiatrische SMAB-Gutachter
sowohl im Gutachten (IV-act. 140-41 und 140-43) als auch in der Stellungnahme vom
2.1.3.
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3. Juni 2021 (IV-act. 158-1 f.) mit der Einschätzung von med. pract. D._
auseinandersetzte und schlüssig darlegte, weshalb er diese nicht teilt und sich daraus
auch keine objektiv relevanten Gesichtspunkte ergeben, die zu einer Neubeurteilung
bzw. anderen Bewertung der Diagnosen und Arbeitsfähigkeit Anlass geben.
Gegen die somatische Beurteilung der SMAB-Sachverständigen führt der
Beschwerdeführer das Schreiben der H._ AG vom 29. März 2021 (IV-act. 152-34 f.)
und den Bericht von Dr. med. J._, Facharzt für Rheumatologie, vom 23. Februar 2022
(act. G 16.4) ins Feld (act. G 16, S. 9).
2.2.
Das Schreiben der H._ AG vom 29. März 2021 (IV-act. 152-34) wurde nicht von
einer medizinischen Fachperson erstellt und darin äussert sich der Hörgeräte-Akustiker
weder zum Gesundheitszustand noch enthält es eine Arbeitsfähigkeitsschätzung.
Deshalb und weil ihm keine für die medizinische Einschätzung objektiv relevanten
Gesichtspunkte entnommen werden können, welche die oto-rhino-laryngologische
SMAB-Gutachterin ausser Acht gelassen hätte, ist dessen Inhalt nicht geeignet, die
gutachterliche Beurteilung in Zweifel zu ziehen. Zudem hat sich die oto-rhino-
laryngologische SMAB-Gutachterin in den Stellungnahmen vom 3. Juni 2021 (IV-
act. 158-4 f.) und vom 25. Juni 2021 (IV-act. 161) vertieft sowohl mit dem Schreiben
vom 29. März 2021 als auch der Einschätzung von Dr. E._ vom 29. Mai 2021 (IV-
act. 156) auseinandergesetzt. Darauf wird verwiesen, zumal der Beschwerdeführer
daran keine substanziierte Kritik vorbrachte.
2.2.1.
Aus dem von Dr. J._ am 23. Februar 2022 erstellten Bericht vermag der
Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Einerseits liegen ihm (teilweise bildgebende) Untersuchungen vom 8. Dezember 2021
zugrunde, die knapp 5 Monate nach dem für die gerichtliche Beurteilung
massgebenden Sachverhalt bis zur angefochtenen Verfügung vom 28. Juli 2021 (siehe
hierzu BGE 138 V 535 f. E. 2.2) durchgeführt wurden. Des Weiteren enthält er weder
eine Arbeitsfähigkeitsschätzung noch eine Auseinandersetzung mit dem SMAB-
Gutachten. Der Beschwerdeführer legt ausserdem nicht substanziiert dar, inwiefern
sich aus den Ausführungen von Dr. J._ Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung
begründen lassen. Vielmehr schloss dieser hauptsächlich auf ein diffuses
Schmerzsyndrom. Die Schmerzausdehnung sowie das subjektiv geschilderte
Schmerzausmass seien mit den objektivierbaren pathologischen klinischen und
radiologischen Befunden nicht hinreichend erklärbar (act. G 16, S. 4). Diese Sichtweise
deckt sich mit derjenigen des orthopädischen SMAB-Gutachters, der ebenfalls im
2.2.2.
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Wesentlichen syndromale Leiden und lediglich gering- bis mässiggradige
pathologische Befunde feststellte (IV-act. 140-60 und IV-act. 158-6).
Was die vom Beschwerdeführer bereits im Einwandverfahren vorgebrachte übrige
Kritik an der gutachterlichen Beurteilung anbelangt (IV-act. 152), so haben sich die
SMAB-Sachverständigen damit ausführlich auseinandergesetzt und überzeugend
dargelegt, dass daraus insbesondere keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
objektiv relevanten Gesichtspunkte hervorgehen, die ausser Acht gelassen worden
wären (siehe die Stellungnahmen vom 3. Juni 2021, IV-act. 158, und vom 25. Juni
2021, IV-act. 161). Insbesondere zeigte der internistische Gutachter plausibel auf, dass
etwa die – vom Beschwerdeführer zu Recht bemängelte (IV-act. 152-2) – unrichtig
angegebene Dauer der internistischen Untersuchung auf einem rein redaktionellen
Versehen beruht (IV-act. 158-3; gleiches gilt für das offensichtliche Versehen des
pneumologischen Gutachters bezüglich des Beizugs «eines Dolmetschers in der
portugiesischen Sprache», IV-act. 140-71). Der rechtskundig vertretene
Beschwerdeführer brachte im Beschwerdeverfahren an den ergänzenden
gutachterlichen Stellungnahmen denn auch keine (substanziierte) Kritik vor. Er legt
ausserdem weder konkret dar noch ist ersichtlich, dass bei der internistischen
Untersuchung oder den übrigen gutachterlichen Untersuchungen objektiv relevante
Aspekte vernachlässigt worden wären. Bezüglich der abweichenden Einschätzung von
Dr. C._ vom 21. März 2021 (IV-act. 152-33) gilt nichts anderes, geht sie doch
ebenfalls in einer bloss abweichenden Würdigung der von den SMAB-
Sachverständigen erhobenen Befundlage auf. Anzufügen bleibt, dass ihm hinsichtlich
des Wirbelsäulenleidens und des psychischen Gesundheitszustands die hierfür
erforderliche fachärztliche Qualifikation fehlt. Zudem scheint sich seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung hauptsächlich an der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers zu orientieren und es fehlt ihr an einer objektiven Konsistenz- und
Ressourcenprüfung. Ergänzend kann auf die schlüssigen Bemerkungen des RAD-
Arztes G._ verwiesen werden (Stellungnahmen vom 9. Februar 2021, IV-act. 141,
vom 3. Mai 2021, IV-act. 153, vom 15. Juni 2021, IV-act. 159, und vom 28. Juli 2021,
IV-act. 162).
2.3.
Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt zudem ins Gewicht, dass
sie auf umfassenden polydisziplinären Untersuchungen beruht, die Vorakten sowie die
Leidensangaben des Beschwerdeführers von den SMAB-Sachverständigen
berücksichtigt wurden, diese eine überzeugende Konsistenz- und Ressourcenprüfung
vornahmen und die von ihnen auf die Arbeitsfähigkeit gezogenen Schlüsse einleuchten.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist folglich davon auszugehen, dass der
2.4.
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3.
Zu prüfen bleibt die zwischen den Parteien umstrittene Höhe des Valideneinkommens
(Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG).
Beschwerdeführer wegen des psychischen Gesundheitsschadens bezogen auf die
bisherige Tätigkeit seit 29. April 2019 zu 100 % arbeitsunfähig ist. Der Beginn dieser
Arbeitsunfähigkeit deckt sich mit den echtzeitlich bescheinigten
Arbeitsunfähigkeitsattesten (siehe hierzu fremd-act. 1-4 f.) und den Angaben des
Beschwerdeführers (IV-act. 67-6). Für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten die
SMAB-Sachverständigen dem Beschwerdeführer ab 29. April 2019 bis spätestens
Ende Mai 2020 eine 50%ige und nach einer «schrittweisen» Verbesserung ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung in der SMAB AG (November/Dezember 2020, IV-
act. 140-3) eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 140-13 und IV-act. 140-46). Es
erscheint sachgerecht, die gutachterlich bescheinigte schrittweise Verbesserung
sowohl in zeitlicher als auch in quantitativer Hinsicht zu mitteln, was dazu führt, dass
ab etwa Mitte/Ende August 2020 von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen ist.
Die Beschwerdegegnerin ging im Rahmen des von ihr vorgenommenen
Einkommensvergleichs davon aus, dass das Erwerbseinkommen, das der
Beschwerdeführer erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre, dem LSE-
Medianlohn für Hilfsarbeiter entspreche (IV-act. 163-2). Dieser Auffassung ist nicht zu
folgen. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht anerkennt, ist der Beschwerdeführer als
beruflich qualifizierter Arbeitnehmer zu betrachten (zur Bejahung der beruflichen
Qualifikation durch die Beschwerdegegnerin siehe IV-act. 94-5 Mitte). So verfügt er
über mehrere ihn beruflich qualifizierende Ausbildungen (KV-Lehre, Polizeiaspirant und
Sozialversicherungsfachmann, act. G 10, III. Rz 2; IV-act. 67-5). Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer seine beruflichen Qualifikationen jahrzehntelang mit einem deutlich
über dem LSE-Hilfsarbeitermedianlohn liegenden Einkommen zu verwerten vermochte
(siehe insbesondere die von 1992 bis 2014 im individuellen Konto erfassten
Einkommen, IV-act. 74-1 f.). Sodann ist weder ersichtlich noch von der
Beschwerdegegnerin überzeugend geltend gemacht worden, dass der
Beschwerdeführer nach seinem unfreiwilligen Arbeitsplatzverlust bei der Polizei in
K._, dem eine längere Phase wiederholter Arbeitslosigkeit folgte (IV-act. 74-1), aus
freien Stücken auf einen Lohn, der seinen beruflichen Qualifikationen entsprach,
verzichtet hätte. Diese Sichtweise wird dadurch bekräftigt, dass der Beschwerdeführer
frei von invalidenversicherungsrechtlichen Überlegungen und plausibel ausführte, die
zunächst absolvierte KV-Lehre habe er «nur absolviert, weil er zunächst keine
3.1.
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Ausbildungsstelle bei der Polizei gefunden habe». Sein Traumberuf sei immer schon
Polizist gewesen (IV-act. 140-35 f.; siehe auch die Ausführungen in IV-act. 140-74 oben
und die Bemerkung, dass er die Kündigung bis heute «nicht verdaut» habe), wobei er
darin zunächst noch zu reüssieren vermochte und im Jahr 2011 zum Gefreiten
befördert worden war (act. G 16.1). Angesichts der Kündigung der Arbeitgeberin sowie
der gesundheitlichen Probleme (siehe hierzu nachstehende E. 3.2) dürften die Chancen
für eine neuerliche Anstellung im Polizeidienst nur noch sehr gering gewesen sein. Der
Wechsel zu einer polizeidienstnahen Teilzeittätigkeit wie etwa im Sicherheitsdienst (vgl.
hierzu IV-act. 140-74 oben) war deshalb wohl – jedenfalls zumindest teilweise –
krankheitsbedingten Zwängen geschuldet und kann deshalb auch nicht als
aussagekräftiger Validenwerdegang betrachtet werden. Dies gilt umso mehr, als sich
der Beschwerdeführer über die konkret zu erbringende Leistung und deren Entlöhnung
der ab 1. Oktober 2018 begonnenen Tätigkeit bei einem privaten Sicherheitsdienst im
Irrtum befand (Situationsabklärung vom 18. Juni 2019, fremd-act. 1-22).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 10, III. Rz 2 ff., und act.
G 18) ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass sich seine verschiedenen
gesundheitlichen Leiden bereits auf seinen Arbeitsplatz als Polizist bei der Gemeinde
K._ in qualitativer Hinsicht negativ ausgewirkt hatten. Schon im Bericht vom
2. November 2009 beschrieb Dr. E._ Beeinträchtigungen in der
Kommunikationsfähigkeit (IV-act. 6-2; zu der damit zu vereinbarenden, glaubhaften
Darstellung des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 22. März 2010 siehe IV-
act. 22-3, III. Rz 1), die bei der damaligen Arbeitgeberin (Regionalpolizei K._) offenbar
zu (ersten) Kündigungsabsichten führten (ELAR-Notiz vom 20. November 2009, IV-
act. 10). Im weiteren Verlauf der Anstellung zeigten sich trotz der zwischenzeitlich
erfolgten Hörgeräteversorgung krankheitsbedingte Einschränkungen der für die
Polizeitätigkeit bedeutsamen Kommunikationsfähigkeit (Schreiben des
Beschwerdeführers vom 20. August 2013, IV-act. 43). Dr. E._ hielt im Bericht vom
25. Mai 2020 in damit zu vereinbarender Weise fest, die beidseitige Schwerhörigkeit
habe immer wieder zu Problemen am Arbeitsplatz geführt. Es seien wiederholt
Verstärker oder andere elektronische Hilfsmittel erforderlich gewesen, um die Leute gut
zu verstehen und auch Telefonate zu führen (IV-act. 108-5). Aus dem Bericht der H._
AG vom 29. März 2021 geht ausserdem nachvollziehbar hervor, dass der Polizeidienst
regelmässig bei einer akustisch schwierigen Umgebung zu verrichten gewesen sei (IV-
act. 152-34). Die Schilderungen des Beschwerdeführers bei der Begutachtung,
aufgrund der Kommunikationsprobleme habe er negative Reaktionen von Kollegen
erhalten, die ihm auch psychisch zugesetzt hätten (IV-act. 140-36 f. und IV-
act. 152-1 f.; zum von ihm angegebenen Zusammenhang zwischen Hör- und
3.2.
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Arbeitsplatzverlust siehe IV-act. 140-83 Mitte), erscheinen glaubwürdig und finden ihre
Bestätigung im Bericht der Regionalpolizei K._ vom 8. April 2014 (act. G 1.3, woraus
sich zudem auch noch unfallbedingte Beeinträchtigungen ergeben; siehe auch das
Protokoll des Gemeinderats K._ vom 5. Mai 2014, act. G 1.4), zumal sie auch vom
ehemaligen Vorgesetzten der Mitte Jahr 2015 (1. Mai bis 31. Juli 2015) vom
Beschwerdeführer ausgeübten Tätigkeit in einem Betreibungsamt eindrücklich
bestätigt wurden (IV-act. 152-43). Insgesamt ist deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass krankheitsbedingte Symptome die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zumindest qualitativ am damaligen
Arbeitsplatz als Polizist negativ beeinflussten und damit jedenfalls als Teilursache für
die Kündigung der Arbeitgeberin zu betrachten sind, zumal wohl bereits damals bei
Beibehaltung des Arbeitsplatzes aufgrund der Hörprobleme eine psychische
Dekompensation gedroht haben dürfte. Im SMAB-Gutachten wird zudem darauf
hingewiesen, dass eine nächtliche Arbeitszeit – wie sie der Polizeidienst beinhaltete
(act. G 1.3) – für den Beschwerdeführer wegen der Gefahr einer psychischen
Dekompensation nicht mehr geeignet sei (IV-act. 140-12 oben).
Im Licht dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen
weiterhin im Polizeidienst einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre. Es erscheint mit
dem Beschwerdeführer (siehe act. G 1, II. Rz 9) sachgerecht, zur Ermittlung des
Valideneinkommens auf die Verdienstverhältnisse beim Polizeidienst K._ und zwar
wegen der Schwankungen auf das während eines ganzen Kalenderjahres erzielte
Durchschnittseinkommen der Jahre 2010 bis 2013 abzustellen. Angepasst an die bis
zum Jahr des Rentenbeginns (2020) eingetretene Nominallohnentwicklung ergeben
sich folgende Beträge: für 2010 Fr. 96'360.-- ([Fr. 90'196.-- / 2151] x 2298), 2011
Fr. 99'757.-- ([Fr. 94'244.-- / 2171] x 2298), 2012 Fr. 105'553.-- ([Fr. 100'500.-- / 2188]
x 2298) und 2013 Fr. 96'749.-- ([Fr. 92'791.-- / 2204] x 2298), woraus ein
durchschnittliches Einkommen von Fr. 99'605.-- ([Fr. 96'360.-- + Fr. 99'757.--
+ Fr. 105'553.-- + Fr 96'749.--] / 4) hervorgeht. Für diese Höhe des Valideneinkommens
spricht ferner, dass der Beschwerdeführer die von ihm im April 1995 zusätzlich
abgeschlossene Ausbildung zum Sozialversicherungsfachmann (IV-act. 67-5) bei
vergleichbaren Lohnverhältnissen über Jahre zu verwerten vermochte (siehe die im
individuellen Konto für die Jahre 1999 bis 2006 eingetragenen Jahreslöhne, welche die
bis zum Rentenbeginn erfolgte Nominallohnentwicklung nicht berücksichtigen, IV-
act. 74).
3.3.
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4.
Demgegenüber ist zwischen den Parteien zu Recht unbestritten, dass der
Berechnung des Invalideneinkommens der LSE-Medianlohn für Hilfsarbeiter zugrunde
zu legen ist. Dieser beträgt für das Jahr 2020 Fr. 68'906.-- (Anhang 2:
Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2022). Bei einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr. 34'453.-- (Fr. 68'906.-- x 0,5) bzw. ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
66 % ([Fr. 99'605.-- - Fr. 34'453.--] / Fr. 99'605.--), der zu einem Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente führt. Sowohl bei einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit als auch bei einer
70%igen Restarbeitsfähigkeit ergibt sich jeweils ein Invaliditätsgrad, der einen
Anspruch auf eine halbe Rente begründet ([Fr. 99'605.-- - {Fr. 68'906.--
x 0,6}] / Fr. 99'605.-- = abgerundet 58 %; [Fr. 99'605.-- - {Fr. 68'906.--
x 0,7}] / Fr. 99'605.-- = aufgerundet 52 %). Anzufügen bleibt, dass die
Beschwerdegegnerin keinen Grund für einen Tabellenlohnabzug für gegeben hielt, was
vom Beschwerdeführer nicht (substanziiert) bestritten wurde und nicht zu beanstanden
ist.
3.4.
Gestützt auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (siehe vorstehende
E. 2.4) ist davon auszugehen, dass das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG am
1. April 2020 erfüllt war. Unter Berücksichtigung der zeitlich und quantitativ gemittelten
Arbeitsfähigkeit (60%ige Arbeitsfähigkeit) ab etwa Mitte/Ende August 2020 und der bei
erstmaliger abgestufter Rentenzusprache analog anwendbaren dreimonatigen Frist von
Art. 88a Abs. 1 IVV (siehe hierzu das Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2011,
9C_933/2010, E. 2.2) ist der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ab 1. Dezember 2020
auf eine halbe Rente zu reduzieren.
3.5.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 28. Juli 2021
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2020 bis 30. November
2020 eine Dreiviertelsrente und ab 1. Dezember 2020 eine halbe Rente zuzusprechen.
Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistungen im Sinn der Erwägungen ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Ausgangsgemäss ist sie der unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend zeitliche «Überklagung» das Urteil
4.2.
bis
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