Decision ID: 5c9c7d04-8316-4c05-91c6-5da658561190
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
, angelernter Maler und
zweifacher
Vater (
Kinder
geboren 1987
und
1989), reiste im Jahr 1985 in die Schweiz ein
und war
während rund 18 Jahren als angestellter Maler für die
Y._
AG (heute:
Z._
AG) tätig, bevor er sich anfangs 2003 mit einem eigenen Geschäft selbständig machte
(
zunächst
Einzelunternehmen
A._
, sodann
B._
GmbH
[
Urk.
8]
)
,
bis
seine Firma
im Juli
2011
in Konkurs fiel
(
Urk.
6/1,
Urk. 6/21, Urk.
6/28). Wegen Kreuz- und Rücken
schmerzen, welche Mitte 2003 auftraten und sich nach einem Auffahrunfall am 1
3.
April 2004 noch verstärkten,
meldete sich
der Versicherte
am 1
8.
März 2005
(Eingangsdatum)
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/1). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV
-
Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 6/
8
) bei und holte einen Bericht der Arbeitgeberin ein (Urk. 6/
21
). Sodann wurden Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/
10,
Urk.
6/11
,
Urk.
6/25
)
,
ein Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
(
Urk.
6/41)
und die Unterlagen der
Unfall- und
Kranken
taggeldversicherung
(
Urk.
6/18-19, 6/32-33)
eingeholt
.
B
erufliche Massnahmen
wurden
geprüft und ein entsprechender Leistungsanspruch
verneint (
Urk.
6/37)
. Gestützt auf die
medizinischen
Unterlagen
verneinte die IV-Stelle einen Renten
anspruch (
Verfügung vom 10.
April 2006,
Urk.
6/43;
Einspracheentscheid
vom 22. August 2006
, Urk.
6/5
1
).
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 2
1.
September 2006 (Urk.
6/53/3-7; Beschwerdeantwort vom
2.
November 2006
,
Urk.
6/54) wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 18. Dezember 2007 (
Pro
zessnummer
IV.2006.00803)
abgewiesen (
Urk.
6/55).
Dieses Urteil
er
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Nachdem die IV-Stelle bereits am
1
2.
Oktober 2010
das Nichteintreten auf ein erneutes Gesuch des Versicherten auf Ausrichtung von Leistungen der Invali
denversicherung verfügt hatte
(
Urk.
6/61)
, trat sie – nachdem der Versicherte am 1
5.
November 2012 einen Leitersturz erlitten hatte – auch auf das neuerliche Gesuch von
X._
vom
2.
Mai 2013 (
Urk.
6/62; Eingangsdatum)
mit Verfügung vom 1
6.
Oktober 2013
nicht ein (
Urk.
6/76).
1.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, wandte sich namens und im Auftrag von
X._
mit Eingabe vom 2. Mai 2014 an die IV-Stelle und
stellte sinngemäss ein Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente
(
Urk.
6/78, vgl. auch
Urk.
6/80).
Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein,
zog die Akten des Unfallversicherers
bei
(
Urk.
6/97) und liess bei
der
D._
ein
polydisziplinäres Gutach
ten erstellen (Gutachten vom
1
2.
Januar 2015, Urk.
6/101
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
10.
Februar 2015
,
Urk.
6/104
;
Einwand vom
6.
März 2015
,
Urk.
6/108
) ver
neinte die IV-Stelle g
estützt auf das polydisziplinäre Gutachten
mit Verfügung vom 2
3.
April 2015
einen Leistungsanspruch
(
Urk.
6/117
[=
Urk.
2]).
2.
Gegen diese Verfügung legte
der
Versicherte mit Eingabe vom
2
2.
Mai 2015
Beschwerde ein und
stellte folgende Anträge:
„Es sei festzustellen, dass der Besch
werdeführer zu mindestens 50 %
arbeits
unfähig ist
,
und es sei ihm eine Rente zuzusprechen; es sei
eine
neue Einkommensberechnung durchzufüh
ren; es sei ein Ober-Gutachten
bei einem neutralen Experten
einzuholen; unter Kosten- und
Entschädi
gungs
folgen
(inkl. 8 % MwSt
.
) zulasten der
Beschwerde
g
e
g
nerin
.“
Mit Beschwerdeantwort vom
26
.
Juni
2015 beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
), was de
m
Beschwerdeführer am
3
0.
Juni
2015 mitgeteilt wurde (Urk.
7
).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV hat das Bundesge
richt in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Per
son mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche
Tatsa
chenänderung
glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute
Leistungsbe
gehren
ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
1.1.2
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbarkeit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das
Neuanmel
dungsverfahren
nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prü
fung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzu
stellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichtein
tretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summari
schen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis
vorbe
hältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen)
bei einer weiteren Neuan
meldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
1.
2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
IVG
).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 seine ständige Rechtsprechung bestä
tigt, wonach psychische Störungen nur als invalidisierend gelten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl.
statt vieler: Urteil des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15.
Dezember 2015 E. 5)
.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gege
be
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2
.
2.1
Die IV-Stelle erwog im angefochtenen Entscheid,
gemäss dem
D._
-
Gutachten seien keine Veränderungen des somatischen Gesundheitszustands seit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
8.
Dezember 2007 festzustellen.
Des Weiteren erfülle e
ine leichte depressive Episode nicht die Voraussetzungen für eine invalidisierende gesundheitliche Einschränkung. Der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit weiterhin zu 100 % arbeitsfähig.
Der
Invali
ditätsgrad
von 23 %, welchen das Sozialversicherungsgericht
im Urteil vom 1
8.
Dezember 2007
errechnet habe, gelte nach wie vor (
Urk.
2).
2.2
D
e
r
Beschwerdeführer
brachte in
seiner
Beschwerde dagegen vor,
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
gehe in seinem psy
chiatrischen Gutachten
vom
4.
Augu
st 2014
zu H
ä
nden des
Krankentaggeld
versicherers
von einer zur
Chronifizierung
tendierenden, i
m Verlauf fluk
tuierenden, gegenwärtig mittelschwer ausgeprägten depressiven Episode vor dem Hintergrund einer
chronifizierten
Schmerzstörung aus
. Er attestiere
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
C._
gehe in seinem Bericht
vom 2. Mai 2014
von
einer double
depression
mit etwas leichteren chroni
s
chen und deut
lich schwereren rezidivierenden Anteilen, derzeit mittelschwer bis schwer (ICD
10 F39)
,
sowie ein
em
Angstleiden mit sozialen Anteilen
und
ein
em
beginnen
de
n
Paniksyndrom (ICD-10 F40.11)
aus
.
De
r Beschwerdeführer habe eine Art Spitalphobie
; e
r habe sich deshalb trotz Aufforderung durch seine behandeln
den Psychiater bisher nicht in stationäre Behandlung begeben.
Auf das psychi
atrische Gutachten des
D._
dürfe mangels Nachvollziehbarkeit nicht abge
stellt werden.
Der
orthopädische
Gutachter der
D._
habe
die degenerativen Aufbrauchbefunde der HWS und LWS entsprechend der aktuellen Bildgebung aus den Jahren 2012 und 2014 aus Gründen des Zeitverlaufs noch nicht berücksichtig
en können
.
Bis zum Leitersturz im November 2012 habe in seiner angestammten Tätigkeit als Maler noch eine Restarbeitsf
ä
higkeit von 50
% bestanden.
Heute bestehe in der angestammten Tätigkeit als Maler eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Beim Einkommensvergleich sei
aufgrund der multiplen Einschränkungen
ein Leidensabzug von 25 % vorzunehmen
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Im Zeitpunkt des
Einsprach
eentscheides
vom
22. August 2006
(
Urk. 6/51
)
präsen
tierte sich die medizinische Aktenlage
– wie bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom
18. Dezember 2007 (Prozessnummer IV.2006.00803
,
Urk.
6/55) zusammengefasst –
im Wesentlichen wie folgt:
3.
1
.1
„
Der Beschwerdeführer befand sich seit dem 1
1.
September 2003, also bereits vor dem Unfall vom 1
3.
April 2004, bei
Dr.
F._
,
[Facharzt FMH für
Physika
lische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen
]
(Klinik
G._
) in Behandlung. Dessen Bericht vom 1
7.
Mai 2004 (Urk.
7/19/1-3) lässt sich folgende Diagnose entnehmen:
p
ersistierendes,
lumboradi
c
uläres
Reizsyndrom L5,
geringgradig
auch L4 rechts bei paramedianer bis
foraminal
rechtsseitiger Diskushernie L4/5 mit konsekutiv leichter Dorsalverlagerung der rechten Nervenwurzel L5 und möglicher
intraforaminaler
Kompromittierung
der Nervenwurzel L4
a
kutes,
cervikovertebrales
, teilweise
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei St. n.
kraniocervikalem
Beschleunig
ungstraum bei Autounfall am 12.
oder 13.04.2004
In seiner Beurteilung führte
Dr.
F._
aus, die klinischen Befunde (akutes
lumbo
radi
c
uläres
Reizsyndrom L5) seien durch das MRI vom 1
3.
September 2003 bestätigt worden. Als Maler sei der Beschwerdeführer damit als arbeits
unfähig einzustufen. Da dieser sowohl eine
epidurale
Steroidinfiltration als auch eine
Hospitalisation
vehement aus persönlichen Gründen abgelehnt habe, sei eine ambulante Therapie gewählt worden, was bei fehlenden neurologischen Ausfällen vertretbar gewesen sei. Damit habe soweit eine Schmerzreduktion erreicht werden können, dass der Beschwerdeführer ab 1.
März 2004 wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, wobei er vor allem schwerere Malerarbeiten nicht habe ausführen können. Seit dem Unfall vom April 2004 sei er offenbar wieder vollständig arbeitsunfähig. Durch die klinischen Befunde sei denn auch ein ausgeprägtes,
myofasziales
,
cervikovertebrales
und
cervikocephales
Schmerzsyndrom belegt.
3.
1
.2
Der Bericht von
Dr.
H._
[Facharzt FMH für Neurologie]
vom 1
3.
Mai 2004 (
Urk.
7/19/5-7) bestätigt ein posttraumatisches
cervikocephales
Schmerzsyn
drom
bei Status nach Beschleunigungstrauma der HWS. Es bestehe eine Zwangs-Streckhaltung der HWS mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit und verdickter sowie
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur. Es fänden sich keine neurologischen Ausfälle, und aufgrund der normale Ergebnisse zeitigen
den Zusatzuntersuchungen habe vermutlich keine Verletzung am Nervensystem stattgefunden.
Dr.
H._
empfahl zunächst Schonung sowie warme Bäder mit gleichzeitiger leichter Aktivierung und physiotherapeutisch Entspannungs- und Haltungsübungen.
3.
1
.3
Im Bericht vom 5./
6.
April 2005 (
Urk.
7/11) an die Beschwerdegegnerin bestä
tigte
Dr.
F._
, gestützt auf seine letzte Untersuchung am 2
9.
Oktober 2004, im Wesentlichen die im Bericht vom 1
7.
Mai 2004 (vgl. vorstehend E
. 3.
1
.1
) gestellte Diagnose, wobei er das
cervikovertebrale
Schmerzsyndrom nun nicht
mehr als akut bezeichnete und das Reizsyndrom L5 rechts offenbar nunmehr belastungsabhängig verstärkt auftrat. Weiter führte
Dr.
F._
aus, bis zum Autounfall im April 2004 hätten wohl immer wieder Fortschritte erzielt werden können, doch sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50 % nie mög
lich gewesen. Nach dem Autounfall im April 2004 hätten deutlich mehr Schmerzen bestanden, ohne dass neurologische Ausfälle objektiviert werden konnten. Die Behandlung sei weiterhin ambulant erfolgt. Er habe bei der letzten Konsultation am 2
9.
Oktober 2004 auf eine stationäre Behandlung gedrängt, um die Befunde besser einordnen zu können. Danach habe sich der Beschwerde
führer nicht mehr bei ihm gemeldet. Aus seiner Sicht sei die Arbeitsfähigkeit als Maler wegen der nachgewiesenen Diskushernie eingeschränkt. Eine 50%ige Arbeitsleistung, insbesondere beim Vorhandensein von Hilfskräften, sei indes
sen medizinisch-theoretisch möglich. Für eine objektive Beurteilung sei wohl eine multidisziplinäre Abklärung notwendig. Aus der beigefügten medizinischen Beurteilung d
er Arbeitsbelastbarkeit vom 31.
März 2005 (
Urk.
7/11/6-7) geht hervor, dass der Beschwerdeführer in allen physischen Funktionen zumindest in einem mittleren Umfang und in den psychischen Funktionen uneingeschränkt belastbar ist. Dementsprechend erachtete
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer die bisherige Berufstätigkeit halbtags (d.h. 50 %) und eine behinderungsangepasste Tätigkeit ganztags als zumutbar.
3.
1
.4
Zuhanden der Allianz untersuchte
Dr.
med.
I._
,
Facharzt
FMH für Neuro
chirurgie, Klinik
G._
, den Beschwerdeführer. Im
Bericht vom 23.
Mai 2005 (Urk.
7/18/5-6) beschrieb er diesen als schmerzgeplagten, expressiven Patienten mit massiv blockierter Halswirbelsäule (HWS) in allen Richtungen, bewegungseingeschränkt aufgrund der Schmerzen, insbesondere in der Rotation und Extension. Kraft und Sensibilität in Armen und Beinen seien normal. Ebenso zeige die Computertomographie (CT) der HWS einen
altersentsprechen
den
Normalbefund. Zur
bessern
diskoligamentären
Beurteilung veranlasste er die Durchführung eines MRI.
3.
1
.5
Am 1
3.
Juni 2005 nahm
Dr.
I._
zu den Fr
agen der Allianz Stellung (Urk.
7/18/1-2). Gestützt auf das kurz zuvor durchgeführte MRI der HWS diagnostizierte er eine
mässig
gradige
Segmentdegeneration C5/6 ohne Instabi
lität, ohne Diskushernie, ohne Stenose und ohne Deformität. Objektiv bestehe eine verminderte HWS-Beweglichkeit in allen Richtungen, sonst gebe es keine pathologischen Befunde. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
I._
aus, eine körperlich wenig belastende Tätigkeit sollte auf jeden Fall möglich sein. Es bestünden weder neurologisch noch radiologisch objektivierbare ein
schränkende Befunde.
3.
1
.
6
Schliesslich
nahm auch
Dr.
J._
[Innere Medizin FMH]
zuhanden der Beschwerdegegnerin am 1
7.
Juni 2005 (
Urk.
7/25) eine
Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung
vor. Er attestierte dem Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit einen zumutbaren Arbeitsumfang von 10 Stunden pro Woche, entsprechend einer 75%igen Arbeitsunfähigkeit. Zu einer möglichen
behinderungsange
passten
Tätigkeit nahm er nicht Stellung. Seine Diagnose enthält unverändert die im Jahr 2003 manifest gewordene Diskushernie, obwohl diese
gemäss
der neuesten MRI-Untersuchung in der Klinik
G._
nicht mehr vorhanden ist. Dies erklärt wohl auch die gegenüber derjenigen von Dr.
F._
(vgl.
Urk.
7/11/6) markant geringer eingeschätzte Belastbarkeit (Urk.
7/25/3). Auf
fallend ist zudem, dass
Dr.
J._
auch Einschränkungen in den psychi
schen Funktionen attestierte.
“
3.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
Dem polydisziplinären Gutachten vom 1
2.
Januar 2015
(
Urk.
6/101)
können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf
ähigkeit entnommen wer
den (Urk.
6/101/20):
1.
c
ervicospondylogenes
und
cervicovertebrales
Schmerzsyndrom m
i
t/bei
anamnestisch
bisegmentalen
D
i
skushernien C5/6 und C6/7
i
m aktuellen Verlaufs-MRT der HWS vom 27.11.2014 beschriebene
Dis
kushernie
C5/6 mit rechtsbetonter
foraminaler
Einengung durch Spondylose,
D
i
scopath
i
e
und
Spondylarthrose
sowie leichte
Protrusio
disc
i
, C6/7
ohne Wurzelirritation
2.
l
umbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mi
t/
bei
anamnestisch in ca. 2003/2004 dokumentierte Diskushernie L4/5
im aktuellen Verlaufs-MRT der LWS vom 27.11.2014 bestätigte
D
i
s
kushernie
L4/5 sowie
Spondylarthrosen
L3/4, L4/5, L5/S1,
Nerven
wurzelkompress
i
on
L4 recht
s
rumpfmuskulärem Globaldefizit
3.
r
ezidivierende depressive Störungen (F33.0)
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit genannt (
Urk.
6/101/20):
4
.
Restless
-
Legs
-Syndrom
5
.
Kopfweh vom Spannungstyp
6
.
Status nach HWS-D
i
storsion anlässlich Heckaufprall 13.04.2004, keine Fol
gen
7
.
a
namnestisch Status nach Arbeitsunfall mit Leitersturz 11/2012 mit u.a. distaler
i
ntraarticulär
reichender Radiusfraktur rechts, konservativ behandelt, keine Folgen
8
.
Nikotinabusus
9
.
Psor
i
as
i
s
10
.
g
eneral
i
sierte Angststörung (
ICD-10
F41.1)
11
.
s
omatoforme Schmerzstörung (
ICD-10
F45.41)
Zur Synthese aus allen untersuchten Fachgebieten führten die Gutachter aus, d
ie Leidensgeschichte
des Beschwerdeführers beginne
gemäss Aktenlag
e
mit einer HWS-Distorsion im Zusammenhang mit einem Autounfall am 1
3.
April
200
4.
Eine unfallnahe neurologische Abklärung
habe
keine Ausfälle feststellen
können
, man
habe
die Diagnose
n
eines
cervicocephalen
Schmerzsyndroms und (unfallfremd) ein
es
lumboradi
c
uläre
n
Reizsyndrom
s
L5 rechts bei paramedianer Diskushernie
gestellt
. Die Beschwerden
hätten
im weiteren Verlauf vorwiegend in der Nackenregion
persistiert.
CT-Abklärungen
hätten
dafür keine Erklärung liefern
können
. Wegen eines merkwürdigen unerklärlichen Phänomens bei den Untersuchungen (Würgereiz bei
Reklination
der HWS oder leichter Kompression der l
ateralen Halspartien beidseits)
seien
eingehende Abklärungen im Gehirn und im Trachea
-B
ereich
ohne Ergebnis
durchgeführt
worden
. Im MRI
Gehirn
hätten
sich einige unspezifische Signalstörungen im Hirnparenchym
gefunden. D
ie Radio
l
ogen
hätten
dann jeweils die Frage nach vaskulären Störungen oder allenfalls entzündlichen Reaktionen im Gehirn
gestellt
. Für beides erg
ä
ben sich weder anamnestisch noch klinisch irgendwelche Hinweise. Das vom
Beschwer
deführer
demonstrierte Beschwerdebild mit dem Würgereiz bei Manipulationen am Hals gehör
e
zu einer nicht organischen Pathologie, es f
ä
nden sich normale Weichteilver
h
ältnisse
i
m Halsbereich. Ein Sturz von der Leiter
im Jahr
2012 mit einer
m
ilden
t
raumatischen Hirnverletzung
sei
folgenlos aus
geheilt
. Auf der neurologischen Ebene besteh
e
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
,
weder in der angestammten noch in einer Verweistätigkeit. Der Orthopäde
habe
als Ursache der tief
-
lumbalen Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung in das rechte Bein einerseits ein rumpfmuskuläres Globaldefizit, andererseits radiologisch nachgewiesene mehrsegmenta
l
e
Spondylarthrosen
L3-S1
und eine
l
eichte
Dis
kusprotrusion
/
subligamentäre
Herniierung
L4/5 mit
foraminaler
Einengung
, allerdings ohne Nachweis einer
lumba
l
en
Radi
c
ulopathie
gefunden
. Die s
tati
sche Belastbarkeit der LWS sei
nachvollziehbar eingeschränkt. Die Arbeitsfähig
keit als Maler
sei
aus orthopädischer Sicht deshalb aufgehoben, in einer Ver
weistätigkeit besteh
e
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%. Die internistischen Diagnosen
würden keine
Arbeitsunfähigkeit
rechtfertigen
. Eine Psoriasis
sei
seit längerer Zeit sehr wenig aktiv, die Behandlung mit
Methotrexat
schein
e
gut zu wirken. Das
Restless
-
Legs
-Syndrom müsse vom Hausarzt noch näher abgeklärt und behandelt werden, auch hier erg
ebe
sich kein Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit. Der Psychiater
habe
eine generalisierte Angstproblematik
gefunden
. Depressive Episoden s
eien
laut Vorbefunden immer wieder aufgetreten
. I
m Ver
gleich zum aktuellen Untersuchungsbefund im Rahmen dieses Gutachtens erg
ebe
sich jetzt das Bild einer allenfalls milden depressiven Störung. Eine schwere psychiatrische Komorbidität lieg
e
nicht vor, es
seien
bisher auch keine stationären akutpsychiatrischen Interventionen notwendig
gewesen
. Die Foers
ter-Kriterien s
eien
nicht erfüllt. Der
Beschwerdeführer
fühl
e
sich durch die ambulante psychiatrische Behandlung ausreichend stabilisiert und streb
e
zurzeit keine Therapieintensivierung an. Da die gegenwärtige depressive Störung mild
sei
, aber anamnestisch zumindest leichte bis mittelschwere depressive Episoden best
ü
nden,
sei
die Arbeitsfähigkeit um 30
% auf 70
% reduziert
(
Urk.
6/101/21)
.
Zusammenfassend
hielten die Gutachter
im
polydisziplinären Konsens fest
, dass eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit durch die psychische Verfassung und die ortho
pädische Ebene bestimmt w
e
rd
e
. Aus psychiatrischer Sicht lieg
e
eine Arbeitsfä
higkeit von 70
% sowohl in der angestammten Tätigkeit als Maler als auch in einer Verweistätigkeit vor. Der Orthopäde leg
e
dar, dass aufgrund der
musku
loske
l
ettalen
Belastung eine Arbeit als Maler keinen Sinn mache und deshalb die Arbeitsfähigkeit auf dieser Ebene mit 0
% festzulegen sei. In einer Ver
weistätigkeit
sei
allerdings eine Arbeitsfähigkeit von 80
% durchaus realistisch. Neurol
ogisch und internistisch bestehe
sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit von 100
%. Im
polydiszipli
nären
Konsens
sei
die Arbeitsfähigkeit als Maler aufgehoben, in einer Ver
weistätigkeit betr
a
g
e
sie 70
%
(
Urk.
6/101/22)
.
Zum Belastungs- und Ressourcenprofil im polydisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, aus der Sicht des Orthopäden seien leichte, an die HWS- und die LWS-Befunde adaptierte Tätigkeiten zumutbar; somit wechselbelastende Tätig
keiten mit einem Gewichtslimit von 10kg. Tätigkeiten
in
-
die HWS und LWS belastenden
-
Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd und längerfristige Zwangshaltungen für die HWS sowie repe
titive Bewegungsanforderungen auch an die LWS seien zu meiden. Die Tätigkeit als Maler scheide deswegen aus. Auf die rezidivierenden depressiven Störungen sei Rücksicht zu nehmen. Verweistätigkeiten, welche mit dem hier beschriebe
nen Profil korrelieren würden, seien zu 70 % zumutbar (Urk. 6/101/22).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
seit
dem
negativen
Entscheid vom 2
2.
August 2006 (
Urk.
6/51)
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in psychischer respektive in somatischer Hinsicht eingetreten ist und – bei Bejahung eines
Revisionsgrunds –
ob die
Auswirkungen de
r
gesundheitlichen Leiden auf die
Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers nunmehr rentenbegründend sind
.
Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den - hier dem medizinischen Gutachten zu entnehmenden - Tatsa
chen.
4.2
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
vermag das
polydisziplinäre
Gutach
ten vom
12. Januar 2015
(Urk.
6
/
101
) die an eine beweiskräftige ärztli
che Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (
E. 1.
5
).
So tätigte
n
d
ie
Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigte
n
die geklagten Beschwerden und begründete
n
ihre
Einschätzung in nachvoll
ziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
Sie
legte
n
die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar
und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Das Gutachten ist hinsichtlich der Befunderhebung detailliert und für die Beantwortung der sich stellenden Fragen umfassend. Dem polydisziplinären Gutachten
kommt somit volle Beweiskraft zu.
Auf die Schlussfolgerung des psychiatrischen Gut
achters, wonach beim Beschwerdeführer aus psychiatrischen Gründen sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit eine 30%ige Arbeitsunfä
higkeit bestehe (
Urk.
6/101/23,
Urk.
6/101/59), kann indessen aus den nachfol
genden Gründen nicht abgestellt werden.
4.3
4.
3
.1
Vorauszuschicken ist, dass nach der Rechtsprechung die Aufgaben von
Rechts
an
wender
und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt ver
teilt sind: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu
chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der Arztperson hinge
gen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die
Arzt
person
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich Konstellationen e
rgeben, bei welchen von der im medizi
nischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichtes 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3.2
Im
D._
-Gutachten wurde
n
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit rezidivierende depressive Störung
en
(ICD-10 F33.0) genannt.
Gegen
wärtig sei die depressive Störung mild, anamnestisch hätten aber zumin
dest leichte
bis mittelschwere depressive Episoden bestanden
(Urk.
6/101/20 f.).
Es ist darauf hinzuweisen, dass n
ach der Rechtsprechung
leicht- bis mittelgra
dige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episoden regel
mässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression
en
im Sinne eines verselbständigten
Gesund
heitsscha
dens
betrachtet
werden
, die es der betroffenen Person verunmöglich
en
, die Fol
gen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden (Urteil des Bundesge
richts 8C_104/20
14 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2 sowie Urteil 9C_1040/2010 vom
6.
Juni 2011 E. 3.2
).
N
ach der Rechtsprechung des Bundes
gerichtes
fallen
leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krank
heiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen thera
peutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rma
tiven Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objekti
vierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztli
cher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären)
Behandlungs
möglichkeiten
in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wur
den (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
4.
3
.3
Die Pharmakologie erwies sich gemäss den Feststellungen
des psychiatrischen
Gutachter
s
als niedrigdosiert (vgl. Urk.
6
/
101/52 ff.
)
,
wobei nach Angaben des
Beschwerdeführer
s
, er
mit
abends 25mg
Valdoxan
und morgens 20mg
Paroxetin
behandelt
werde. Zudem nehme er
Ponstan
gegen die Kopfschmerzen sowie täglich ein bis zwei Tabletten Orfen
(wohl richtig: Olfen)
ein
. Die Medikation werde immer wieder verändert (Urk.
6
/
101
/
54
).
D
er Beschwerdeführer
gehe seit einem Verkehrsunfall von Familienmitgliedern vor
Jahren
nicht oder weniger regelmässig
zum Psychiater
, a
ktuell zwei Mal im Monat
(
Urk.
6/1
0
1/54).
Eine stationäre akut-psychiatrische Behandlung sei bis
her noch nich
t für notwendig erachtet worden, ebenso wenig eine Augmenta
tion mit Lithium oder eine Elektrokonvulsionsbehandlung oder eine Verhal
tenstherapie, um die Ängste zu lindern.
Dem Gutachten ist sodann zu ent
nehmen, d
ie laufende Behandlung sei primär nicht geschei
tert,
der Beschwer
deführer
fühle
sich durch die ambulante psychiatrische Behandlung ausrei
chend stabilisiert und
strebe
zurzeit keine Therapieintensivierung an
(Urk.
6/101/59).
Wenn in der Folge bei im Wesentlichen unverändert niederschwelligen thera
peutischen Behandlungsbemühungen keine weitere Besserung eintrat, lässt dies nicht schon auf eine Therapieresistenz der besagten psychischen Leiden schliessen.
Sodann lässt die ungenügende Inanspruchnahme von Therapien nicht auf einen ausgeprägten psychischen Leidensdruck schliessen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4)
.
4.
3
.4
Vor diesem Hintergrund vermag weder
d
as Gutachten von
Dr.
E._
vom 4.
August 2014
zu
h
anden des Krankentaggeldversicherers
(
Urk.
6/101/67-83)
noch der Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Mai 2014
zu überzeugen. Sie sind nicht
geeignet,
an der Beweiskraft des
D._
-Gutachtens
etwas
zu ändern
.
Beide Berichte wurden durch die
D._
-Gutacht
er berücksichtigt und gewürdigt (Urk.
6/101/13,
Urk.
6/101/16).
So postuliert
Dr.
E._
in seinem Gutachten
vom
4.
August 2014
aufgrund der
Diagnosen einer mittelgradig depressiven Episode (ICD-10 F33.11) im Rahmen einer rezidivierend depressiven Störung sowie eine
r
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
a
us psychiatrischer Sicht
eine
100%ige Arbeitsunfä
higkeit für jedwede Arbeitstätigkeit unter den Be
dingungen der freien Wirt
schaft
.
Der Verlauf sei mehrjährig
chronifizierend
, mit schleichender Progredi
enz
,
d
ie Behandlungen seien – obwohl adäquat – bislan
g
erfolglos gewesen, dies auch trotz fehlender Hinweise auf eine
Malcompliance
(Urk.
6/101/80 f.).
Dr.
C._
nannte in seinem Bericht vom
2.
Mai 2014 die Diagnosen einer Depression: „Double Depression“ mit etwas leichteren chronischen und deutlich schwereren rezidivierenden Anteilen, derzeit mittelschwer bis schwer (ICD-10 F39), ein Angstleiden mit sozialen Anteilen, beginnendes Paniksyndrom (ICD
10 F40.11) sowie eine vegetative
Dysbalance
, vor allem Schwindel und Kopf
schmerzen, die nicht nur durch die HW
S
-Läsion bedingt
seien
(laut
Neurologen:
Postcommotionelles
Syndr
om, ICD-10 F45.1;
Urk.
6/78/4 f.). Der Beschwerde
führer sei aus psychiatrischen Gründen nicht arbeitsfähig, es bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
6/78/6)
.
Sowohl
Dr.
E._
als auch
Dr.
C._
unterliess
en
es,
ihre
Diagnosen mit obj
ek
tiven Befunden herzuleiten; stattdessen verwendeten sie psychometrische Untersuchungsinstrumente (HAMD, MADRS, Beck-Depressions-Inventar)
.
Die Diagnosestellungen sind mithin nicht nachvollziehbar.
Zudem
ist
nicht glaub
haft
,
dass die Depression therapieresistent sein soll,
nachdem noch nie eine sta
tionäre oder effektiv
hochfrequentige
Therapie stattgefunden hat.
4.
3
.5
Die Gutachter stellten fest, dass im Vordergrund der psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers eine generalisierte Angststörung und eine somatoforme Schmerzstörung stehen.
Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann auch nach der Praxisänderung durch BGE 141 V 281 nur dann relevant sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten
Gesundheitsbeein
trächtigung
ist (BGE 130 V 396).
Die Gutachter des
D._
legten unter Hinweis auf die nicht erfüllten Foerster-Kriterien überzeuge
nd
dar, dass
der
somatofor
me
n
Schmerzstörung des Beschwerdeführers keine
Relevanz für
die Arbeitsfä
higkeit
beizumessen
sei
. An d
ies
er Einschätzung ändert sich selbst dann nichts, wenn die jüngste bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden berücksichtigt wird (zur Anwendung dieser Rechtsprechung auf laufende Verfahren vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
4.
4
In orthopädischer Hinsicht setzt
e
sich der Gutachter mi
t den angeblich neuen
Disc
opathien
eingehend auseinander und sah diese
für die Arbeitstätigkeit als Maler
als leistungsmindernd an.
Diese würden die Belastungsinsuffizienzen der HWS und LWS begründen.
Zum Vergleichszeitpunkt
im Jahr 2007
wurde der Beschwerdeführer denn
auch
in der angestammten Tätigkeit als noch zu 50 % arbeitsfähig eingeschätzt.
In der aktuellen orthopädischen Einschätzung
gingen die
D._
-Gutachter von
der
Unzumutbarkeit
einer
Tätigkeit als Maler aus und massen dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine Leistungsfä
higkeit von 80 % zu. Zwar gingen die Gutachter bei der Stellungnahme zu den Zusatzfragen von der Ausheilung der Folgen der milden traumatischen
Hirn
verletzung
und der Radiusfraktur rechts 2012 aus
und hielten fest,
dass sich die somatischen Befunde im Wesentlichen nicht verändert h
ä
tten.
Während der Leitersturz im November 2012 nur eine kurzzeitige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte, besteht die wesentliche Veränderung vorliegend darin,
dass im Vergleich zum Jahr 2006
wegen der orthopädischen Probleme der HWS
und LWS
in der angestammten
Tät
igkeit
keine Arbeitsfähigkeit
mehr besteht
und
selbst in einer Verweistätigkeit
–
wegen auch in angepassten Tätigkeiten nicht gänzlich ver
meidbaren
cerviko-lumbovertebralen
Beschwerden –
eine Leistungseinbusse von 20 % vorliegt
(Urk.
6/101/41 f.
, Urk.
6/101/43
).
4.
5
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich die tatsächli
chen Verhältnisse seit der letzten massgeblichen Beurteilung des Gesundheits
zustands im Jahr 2006 verändert haben. Zwar liegen beim
Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht keine Diagnosen vor, welchen
invalidenversicherungs
rechtliche
Relevanz beizumessen ist, jedoch ist in orthopädischer Hinsicht von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands auszugehen. Dem Beschwer
deführer ist die Ausübung der angestammten Tätigkeit nicht mehr zumutbar
. Angepasst ist bei einem vollen Pensum mit einer Minderung der Leistungsfä
higkeit von 20 %
–
unter Berücksichtigung des obgenannten Belastungsprofils
–
eine Tätigkeit
zu
80 %
zumutbar
.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der auf angepasste Tätigkei
ten eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
li
ditätsgrad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.1.3
Bei selbständig Erwerbenden wird dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkom
men abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrschein
lichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
5.1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E
. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.2
Da
die selbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers nicht einträglich war
und
sein zuletzt als GmbH konstituiertes Malerunternehmen
, bei welchem er seit 2010 als Angestellter tätig war,
aus wirtschaftlichen Gründen Konkurs
ging,
ist
nicht
davon auszugehen, dass er auch heute noch als
Selbständigerwerbender
bzw.
in eigener Firma
tätig wäre
(vgl.
Handelsregisterauszug
der
B._
GmbH,
Urk.
8)
.
Sodann
war der Beschwerdeführer vor dem erlittenen Leitersturz im November 2012 während zwei Jahren im Auftrag einer
Temporärarbeitsver
mittlung
als
(unselbständiger)
Maler tätig
(
Urk.
6/28,
Urk.
6/101/37)
. Für die
Bestimmung des
Valideneinkommens
ist deshalb
mangels anderweitiger nach
vollziehbarer Angaben zu den Einkommensver
hältnissen (vgl.
Urk.
6/28,
Urk.
6/8/3,
Urk.
6/41)
-
auf das Einkommen als Maler in unselbständiger Stel
lung
bei der
Z.
_
AG
abzustellen.
Im Jahr 2005 hätte er
gemäss
den Angaben der damaligen Arbeitgeberin ein Einkommen von Fr. 5‘000.-- erzielt (
Urk.
6/21/2).
Das
Vali
dene
inkommen
ist für das Jahr 2014
zu berechnen, da de
r Rentenanspruch frü
hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des
Leistungs
anspruchs
entsteht (
Art.
29
Abs.
1 IVG) und sich der Beschwerdeführer im
Mai
2014
zum Leistungsbezug angemeldet hat
te (Urk. 6/78)
.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr
201
4
(
Index
stand
1‘992
[20
05
] auf 2
‘220
[201
4
], vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der
Kon
sumentenpreise
und der Reallöhne, 1976-2015
) ergibt sich bei einem
Arbeits
pensum
von 100 % ein Jahresein
kommen (
Valideneinkommen
) von Fr.
72
‘
440
.
--
(Fr.
5
‘
000
.-- x
1
3
:
1‘992
x
2‘220
).
5.3
Für d
ie Bemessung des Invalideneinkommens ist – da der Beschwerdeführer nach de
m Leite
r
sturz im November 201
2
nicht mehr gear
beitet hat – auf die LSE-Tabellen abzustellen. Es ist von einem monatlichen Einkommen von männlichen Hilfskräften von Fr. 4‘901.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1,
Wirt
schaftsabteilungen
Total,
Anfor
de
rungsniveau
4) auszugehen. Unter Berück
sichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 201
4
von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bun
des
amt für Statistik BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsab
tei
lung
en
, in Stunden pro Woche,
TOTAL
)
sowie der
Nominallohn
entwicklung
bis ins Jahr
201
4
(Indexstand
2
‘
151
[20
10
] auf 2
‘220
[201
4
], vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015
) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80 % ein Jahreseinkommen (
Invali
deneinkommen
) von Fr.
5
0
‘
6
23
.-- (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41.7 x 12 :
2
‘
151
x 2
‘220
x 0.8).
Der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Per
son krankheitsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, rechtfertigt keinen über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinausgehenden Abzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8 mit Hinweis auf 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2, E. 3.3).
Ein leidensbedingter Abzug rechtfertigt sich somit nur im Umfang der somatischen Leistungseinschränkung,
welche bei vollzeitlich zumutbarer Erwerbstätigkeit allfällig lohnmindernde
n
Auswirkungen der gesundheitlichen Beschwerden genügend Rechnung trägt (vgl.
Urk.
6/101/42).
Anzumerken ist, dass selbst bei Vornahme des von der Beschwerdegegnerin in
Ausübung ihres Ermessens zugestandenen Abzugs von 5 % ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad resultieren würde. Zu einem höheren
lei
densbe
dingten
Abzug als 5 % bestünde jede
n
falls kein Anlass.
5.4
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
72
‘
440
.--
dem
Invalideneinkom
men
ge
mäss
LSE von Fr.
48
‘
091
.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
24
‘
349
.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
34
% (zur Run
dung: BGE
130 V 121 E. 3.2) entspricht.
5.5
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung, mit welcher ein
Leistungs
an
spruch
verneint wurde
, nicht zu beanstanden. Die Be
schwer
de ist daher abzu
weisen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.