Decision ID: 82d78681-deb2-46d0-8754-415bdde8860b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, meldete sich am
2.
Oktober 2008
unter Hinweis auf
somatische und psychische B
eschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
1.
Februar 2012 ab November 2009 bis Juli 2010 eine Dreiviertels- und ab August 2010 eine ganze Rente
zu
(Urk. 11/69-72;
Urk.
11/73-76).
Mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2013
teilte
die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
11/97).
1.2
In der Folge liess die
IV-Stelle
die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
psychiatrisch untersuchen
(Urk.
11/113
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/122
;
Urk.
11/132
)
hob die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
2
2.
April 2016
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
11/187
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
4.
Mai 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
2.
April 2016
(
Urk.
2) und
beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
Juni 2016
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin reichte am 1
7.
August 2016 einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
12).
Mit Gerichtsverfügung vom
2
2.
August 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
14
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Die Rech
tsprechung, wonach das Gericht „
nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versicherungsin
terner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen.
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
re
levante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
in psychiatrischer Hinsicht kein
invalidenversicherungsrechtlich
rele
vanter Gesundheitsschaden mehr bestehe (S. 2). Weiter sollten die somatischen Probleme aufgrund der
erfolgten operativen Eingriffe
gebessert sein (S. 3 oben). So sei auch gestützt auf die RAD-Untersuchung vom Juni 2014 eine Verbesse
rung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin sei sozial aktiv gewesen und es sei auch nur noch eine leichte Symptomatik der depressi
ven Episode diagnostiziert worden. Gestützt darauf bestehe kein Anspruch mehr auf eine Rente (S. 3 oben).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, den Berichten
der Ärzte
des
Y._
könne entnommen werd
en, dass sie auf dem
ersten
Arbeitsmarkt keine ausreichende Arbeitsfähigkeit erlangen könne. Diese Einschätzung decke sich mit derjenigen des Aufbautrainings bei der
Z._
(S. 4
Ziff.
3). Weiter habe die Beschwerdegegnerin nach der letzten Operation nicht abgewartet, wie sich der Gesundheitszustand entwickle. Die letzte Operation habe zu einer Harninkontinenz geführt und es sei für den Juni 2016 eine weitere Operation geplant. Der Gesundheitszustand könne daher noch nicht als stabil bezeichnet werden (S. 5 oben). Vorliegend bestehe aber auch eine Diskrepanz der medizinischen Einschätzung des RAD zur beruflichen Abklärung (S. 5
Ziff.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom
1.
Februar 2012
(
Urk.
11/69;
Urk.
11/73) verändert haben.
In diesem Zusammenhang stellt sich insbesondere die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
abschliessende
Beurteilung zulässt.
3.
Der
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
1.
Februar 2012 lag im Wesentlichen
das
bidisziplinäre
Gutachten der
A._
vom 2
2.
Juni 2011 (
Urk.
11/46) zugrunde.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine r
ezidivierende depres
sive Störung, gegenwärti
g mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1)
,
eine l
eichte, inter
mittierende Stuhlinkontinenz mit/
bei
Status nach
Stapler transanaler
Rek
tumresektion
bei Outlet-
Obstruction
bei Intussuszeption und
anteriorer
Rekto
zele
am 2
0.
September
2005
, Status nach
Stapler transanaler
Rektum
resektion
bei Rezidiv-
Rektumprol
aps
am
6.
März
2006
sowie Status nach
Rektumresek
tion
nach
Altmeier
, hinterer und vorderer Beckenbodenp
l
astik am 2
7.
Juni 2006 (S. 33).
Dazu hielten sie fest, d
ie Arbeitsfähigkeit sowohl im angestammten Beruf wie auch in einer allfälligen Verweistätigkeit
werde
zum gegenwärtigen Zeitpunkt hauptsächlich durch die psychiatrische Diagnose der rezidivierenden depressi
ven Störung, aktuell mittelgradig ausgeprägt, bestimmt. Bei immer noch nicht erreichter Remission der Depression
betrage
die Arbeitsf
ähigkeit zum gegen
wärtigen Zeit
punkt 30
%
, bedingt durch die erheblich herabgesetzte emotio
nale Belastbarkeit durch psycho
motorische Defizite sowie durch formale Denkstö
rungen. Wie sich auch während der
vier
Wiedereingliederungsversuche im Jahre 2009 gezeigt
habe
,
sei
die
Beschwerdeführerin
aktuell nicht in der Lage, mehr als 30
%
zu arbeiten. Bei einer geforderten höheren Arbeitstätigkeit
komme
es rasch zu einer Dekompensation mit vollstä
ndigem Verlust der Arbeitsfähig
keit
(S. 34
Ziff.
2).
Auch für jegliche Verweistätigkeit
best
e
he
zum jetzig
en Zeitpunkt eine höchstens 30%
ige Arbeitsfähigkeit, dies wiederum aus psychiatrischen Gründen. Sollte sich diese Arbeitsfähigkeit verbessern, so
sei
bei einer
Ver
weistätigkeit
,
wie im internistischen Gutachtensteil bereits dargelegt
worden sei
, darauf zu achten, dass es sich wenn möglich um eine leichte körperliche Tätig
keit
handle
, bei der die
Beschwerdeführerin
nicht in häufigen Kontakt mit anderen Personen
komme
, dies wegen der Stuhlinkontinenz
(S. 34
Ziff.
3).
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
1.
Februar 2012 (
Urk.
11/69;
Urk.
11/73)
finden sich in den Akten im Wesentlichen die folgen
den Berichte:
4.2
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Untersuchungsbericht vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
11/113) als Diagnosen eine chronisch rezidivierende depressive Störung derzeit remit
tiert in eine leichtgradige Störung, Persönlichkeitszüge von obsessiv-kompulsi
ven und abhängigen Zügen, eine
Alexithymie
sowie an
amnestisch eine
Bulimia
nervosa
. Als wesentliche krankheitsbedingte funktionelle Einschränkungen nannte er eine Antriebsminderung, eine schnelle Erschöpfbarkeit sowie hohe Anforderungen an sich selbst. Ab Untersuchungsdatum bestehe eine Arbeits
fä
higkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit von 30
%
(S. 5
Ziff.
10).
4.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
11/127) als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) sowie einen Verdacht auf eine atypische
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.3).
Ende 2013/2014 habe er die Beschwerdeführerin als noch leicht depres
siv beurteilt. Diese Verbesserung sei aber nicht nachhaltig beziehungsweise von langer Dauer gewesen.
Die Beschwerdeführerin sei aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig, habe durch die angekün
digte Kündigung der
Rente jeglichen Halt verloren und sehe keine Zukunft mehr. Er halte diesen Zustand für verbesserungsfähig, unter der Bedin
gung, dass die
Beschwerdegegnerin
mit der Beschwerdeführerin eine realistische und erfolgsversprechende Planung von beruflichen
Wiedereingliederungs
mass
nahmen
an die Hand nehme und ihr so Sicherheit und Perspektive ver
mittle (S.
2 unten).
4.4
Die Ärzte des
Y._
berichteten am 1
0.
Dezember 2015 (
Urk.
11/174) von einer stationären Behandlung seit dem 2
8.
Oktober 2015 (
Ziff.
1.3) und nannten als psychiatrische Diagnosen (
Ziff.
1.1) eine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome seit mindestens 2006 (ICD-10 F33.2), differentialdiagnostisch eine Double Depression seit Adoleszenz, eine sonstige Persönlichkeitsstörung (nach Traumatisierung in der Kindheit) vermutlich seit Adoleszenz (ICD-10 F60.8) sowie einen Verdacht auf eine atypische
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.3).
Die Beschwerdeführerin habe sich bei Eintritt schwer depressiv gezeigt, mit
Energie
verlust
, teilweise psychovegetativer Agitation, mit jedoch insgesamt reduziertem Antrieb, stark überfordert mit der aktuellen Situation, sehr hoffnungslos bezüg
lich der Zukunftsperspektive, Schlafstörungen,
Konzentrationseinbussen
,
Insuf
fizienzerleben
und Suizidgedanken (
Ziff.
1.4 S. 3 oben). Aufgrund der langjäh
rig bestehenden depressiven Symptomatik, der schwierigen Vorgeschichte, der bestehenden Persönlichkeitsstörung sei davon auszugehen, dass die Prognose insgesamt ungünstig sei. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt keine ausreichende Arbeitsfähigkeit wieder erlan
gen könne. Eine Beschäftigung im geschützten Rahmen und eingeschränktem Pensum wäre denkbar (
Ziff.
1.4 S. 3 Mitte). Zum aktuellen Zeitpunkt sei eine stationär psychiatrische Behandlung bis zirka Ende Dezember geplant. Nach Austritt sei im Januar 2016 eine Darmoperation vorgesehen (
Ziff.
1.5).
4.5
Im Austrittsbericht vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
11/179) führten die Ärzte des
Y._
aus,
die Beschwerdeführerin sei
bei bekannter rezidivie
render depressiver Störung in
die
stationäre Behandlung ein
getreten
. Es
habe
sich ein schwer ausgeprägtes depressives Zustandsbild mit einer zunehmenden Überforderung, starker Niedergeschla
genheit, Lust- und Freudlosig
keit, Antriebsminderung, reduziertem Selbstwert, Hoffnung
slosigkeit, innerer Unruhe, Sui
zidalität, Konzentrationseinbussen und Schlafstörungen
gezeigt. Die Messung des BDI (Beck-
Depressions-
lnventar
) bei Eintritt
habe
einen Wert von 33
ergeben.
Als wesentlichen Auslöser
habe die Beschwerdeführerin
den IV-Rentenbescheid
genannt
.
Die Beschwerdeführerin
berichte
auch von finanziellen Sorgen und zunehmenden Schwierigkeiten ihre administrativen Belange regeln zu können. Zusätzlich sei sie durch eine bestehende Stuhlinkontinenz und redu
zierten Kontakte und die damit einhergehende Einsamkeit beeinträchtigt. Dane
ben besteh
e
laut Zu
weisungsschreiben eine atypische Bulimie
.
Im Rahme
n der psychotherapeutischen Ein
zelgespräche
sei
eine SKID-
II
Testung durchgeführt
worden
. Es
hätten
aus dem Screening und der klin
i
schen Symptomatik Anhalts
punkte für eine selbstunsichere und emotional-instabile Persönlichkeit
bestan
den
, was sich
im
SKID-
II
-
lnterview
nicht
habe
bestätigen
lassen.
Aufgrund der Vorgeschichte mit verschiedenen traumatisierenden Erfahrungen
sei davon aus
zugehen
, dass eine Persönlichkeitsproblematik mit eingeschränkte
m
Reaktions
muster
auf emotionaler, gedanklicher und Verhaltensebene vorlieg
e (S. 4 Mitte)
.
Die Beschwerdeführerin habe
sich innerhalb kurzer Zeit auf der Station ein
ge
lebt. Sie
habe
sich von Beginn an auf das Therapieprogramm einlassen
kön
nen
und erste Fortschritte erzielen. Hauptthemen in der Psychotherapie
seien
die Aktivierung sowie
die Veränderung ihres Interak
tionsstils
gewesen
, der als mit
verantwortlich für ihre geringen sozialen Kontakte und ihre dadurch ver
stärkten Einsamkeitsgefühle angesehen
worden sei.
Hierfür
seien
Interventionen aus dem CBASP Programm zur Behandlung chronischer Depression (
Cognitive
Behavio
ra
l
Analysis System
of
Psychotherapie) verwendet
worden
. Nach dem Erarbeiten ihrer Prägungen in der Kindheit
sei
anhand durchgeführter
Situati
onsanalysen
ihre Bewertungen und ihr Verhalten hinterfragt und neue
Lösungs
ansätze
erar
beitet
worden (S. 5 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe
in einem psychisch stabilen Zustand entlassen werden
können
. Die depressive Symptomatik
habe sich gebessert gezeigt. Die zu Beginn geäusserten Suizidgedanken seien in den Hintergrund getreten.
Sie habe ruhiger werden und in der Distanzierung von zuhause neue Kräfte sammeln können. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor unsicher bezüglich des IV-Bescheids, was eine starke Anspannung auslöse. Die Beschwerdeführerin werde weiterhin bei
Dr.
E._
eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen (S. 6).
4.6
Die Ärzte des
F._
berichteten am 2
8.
Januar 2016 (
Urk.
3/3) von einer stationären Behandlung vom 1
3.
bis 2
6.
Januar 2016 sowie einer am 1
4.
Januar 2016 durchgeführten Operation und führten folgende Diagnosen auf:
r
ezidiv Rektum-Vollwandprolaps
k
omplexe Stuhlentleerungsstörung mit Kombination eines
obstruk
ti
ven Defäkationssyndrom (ODS)
und einer Stuhlinkontinenz (
Wexner
Score 20)
Status nach
Rektumresektion
nach
Altmeier
,
hintere und vordere Beckenboden
plastik am 2
7.
Juni
2006
Status nach Stapler transanal
Rektumresektion
(STARR) bei Outlet
Obstruction
bei
Intussusception
und
anteriorer
Rektozele
am 2
0.
September
2005
Status nach
Stapler transanal
Rektumresektion
(STARR)
bei Rezidiv-
Rektumprolaps
am
6.
März
2006
Status nach
2 x Pfannenstiel-Laparotomie, Hysterektomie und
Adnexektomie
links 1989 sowie mehrmaliger
Adhäsiolyse
mit
Rela
parotomie
1998
Status nach
Gummibandligatur von Hämorrhoiden Grad II
I Oktober
2004
Der
peri
- und postoperative Verlauf
habe sich
komplikationslos
gestaltet
.
Der intraoperativ eingelegte Dauerkatheter
sei
am 1
6.
Januar
2016 entfernt
worden
mit regelhafter anschliessender Spontanmiktion und
sonographischem
Aus
schluss von Restharnbildung. Eine postoperativ aufgetretene
Hypokaliämie
sei
substituiert
worden
. Die Beschwerdeführerin habe in gutem Allgemeinzustand sowie trockenen und reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (S. 2).
4.7
Med.
pract
.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in der Stellungnahme vom 1
8.
März 2016 (
Urk.
11/
188/3-5) zum Bericht des behandelnden Psychiaters aus, mit Blick auf die Schweregrad-Kriterien des ICD liege sicher nicht der Schweregrad einer schweren Depression vor. Selbst die Kriterien einer mittelgradigen Depression seien nicht erfüllt (S. 3 Mitte). Zum Bericht
der Ärzte
des
Y._
führte er aus, man schildere Belastungen in der Kindheit, ohne dass aktuelle und biographische Kriterien für eine P
ersönlichkeitsstörung genannt wü
rden (S. 3).
Die erörterte
Dysthymie
sei
nicht invalidisierend. Es
sei
gut nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin
durch die Rentenkürzung schmerzhaft betroffen
sei
, diese Belastung
bleibe
jedoch IV-fremd
(S. 4 oben)
.
Der Befund
enthalte
objektive Beobachtungen und subjektive Angaben.
Der BDI gebe
eine Selbsteinschätzung wider.
Eine Arbeits
fähigkeit nur halbtags im geschützten Rahmen
sei
so nicht nachvollziehbar
(S. 4 oben)
.
Im Verlauf
des stationären Aufenthaltes
schilder
e
man,
die Beschwerde
führerin habe
sich innerhalb kurzer Zeit auf der Station eingelebt. Sie
habe
sich von Beginn an auf das Therapieprogramm einlassen
und erste
Fortschritte erzielen
können
. Diese schnelle Besserung
lasse
an der Diagnose einer schweren Depression zweifeln und weis
e
eher auf eine hohe Bedeutung von Umweltfak
toren
hin (S. 4 Mitte)
.
Der
Schlussbericht des
Aufbautrainings
vom 1
6.
September 2015
schilder
e
ein
drücklich und nachvollziehbar
die
Beeinträchtigung durch eine
Stuhlinkonti
nenz
. Ebenso
finde sich aber auch eine Anmerkung „
Hinzu komme
Frustration
über die Situation
. Sie sei gezwungen, ihre Freizeit so zu gestalten, dass sie arbeiten könne“.
Diese belastende Frustration
sei
gut verstehbar, aber nicht IV-relevant
(S. 4 unten).
Die Darmproblematik mit Inkontinenz/Geruchsbelästigung
sei
sicher eine Beein
trächtigung in der Pflege, allerdings sollte dieser Schaden nun operativ gebes
sert/behoben sein
(S. 4 unten)
.
Im kritischen Rückblick finde sich kein IV-relevanter Gesundheitsschaden.
4.
8
Die Ärzte des
F._
führten nach einer entsprechenden
koloproktologischen
Sprechstunde im Schreiben vom
2.
Mai 2016 (
Urk.
3/4) aus, dass die Annahme von der Beschwerdegegnerin, wonach „die somatischen Probleme nun aufgrund des operativen Eingriffs gebessert sein sollten“, leider nicht
zutreffe
.
Aufgrund
der
Operation (
laparoskopische
anteriore
Mesh-Sakro
kolporektopexie
, dorsale
Nahtrektopexie
am 1
4.
Januar
2016)
sei
nie eine voll
ständige
Symptomregredienz
zu erwarten
gewesen
, dies
sei
nur in wenigen Fällen der Fall.
Das Beschwerdebild der
Beschwerdeführerin habe
sich jetzt geändert, im Ganzen aber noch nicht gebessert.
Die
Behandlung
sei
noch nicht abgeschlossen, eine nächste Operation
sei
auf den 1
6.
Juni
2016
geplant
und die
Beschwerdeführerin werde
auch danach laufend weiter evaluier
t
und behan
delt.
4.
9
Am 2
2.
Juni 2016 berichteten die Ärzte des
F._
über die
Hospitalisation
vom 1
6.
bis 1
7.
Juni 2016 (
Urk.
13)
mit
zur
SNM-Teststimula
tion
bei schwerer Stuh
l
inkontinenz
und nannten dabei folgende Diagnosen:
p
assive Stuhlinkontinenz (
Wexner
-Score 20) mit/bei
diagnostische Laparoskopie,
Adhäsiolyse
,
laparoskopische
anteriore
Mesh-
Sakro-KoIpo-Rektopexie
und distale
Rektopexie
(Naht) bei kombinierter Entleerungsstörung und Stuhlinkontinenz am 1
4.
Januar
2016
Rektumresektion
nach
Al
t
meier
, hintere und vordere
Beckenboden
plas
tik
am 2
7.
Juni
2006
STARR bei Rezidiv
Rektumprolaps
am
6.
März
2006
STARR bei Out
let
Obstruction
bei Intussuszept
ion und
anteriorer
Rekto
zele
am 2
0.
September
2005
Gummibandligatur
von Hämorrhoiden Grad II
I Oktober
200
4
2-fach Pfannenstiel-Laparotomie mit Hysterektomie,
Adnexektomie
links 1989 sowie mehrmalige
Adhäsiolyse
mit Re-Laparotomie 1998
Urininkontinenz sei
t
diagnostischer Laparoskopie,
Adhäsiolyse
,
laparoskopische
anteriore
Mesh
-
Sakro-Kolpo-Rektopexie
und distale
Rektopexie
(Naht) bei kombinierter Entleerungsstörung und Stuhlinkontinenz am 1
4.
Januar
2016
Die Beschwerdeführerin sei
3 Monate nach der letzten Operation vollständig
stuhlinkontinent
. Im Vergleich zu präoperativ
trete
jetzt eine unbemerkte pas
sive Stuhlinkontinenz auf. Die Stuhlqualität
sei
seit einer Therapie mit
Constella
jetzt weich, die Stuhl
-
Exprimierung
geling
e
eher im ganzen Stück. Es persistier
e
jedoch weiterhin das Gefühl der fraktionierten und teils
frustranen
Stuh
l
ent
leerung. Gelegentlich
sei
auch ein manuelles Ausräumen notwendig. Zusam
menfassend
seien die
Beschwerden nicht besser, jedoch anders als präoperativ
(S. 2)
.
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund psychischer und somatischer Beschwerden seit Jahren
in ärztlicher Behandlung steht und entsprechend seit
November 2009 eine Dreiviertels- und seit
August 2010 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
bezieht
(Urk. 11/69-72;
Urk.
11/73-76).
5.2
In somatischer Hinsicht vertrat d
ie Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
April 2016
(
Urk.
2) die Ansicht, dass die somatischen Prob
leme nun aufgrund des operativen Eingriffs gebe
ssert sein sollten (S. 3 oben).
Die letzte umfassende A
bklärung
der somatischen Beschwerden fand vorliegend im
A._
-Gutachten vom 2
2.
Juni 2011 (vorstehend E. 3). Die Gutachter diag
nostizierten
damals
eine leichte, intermittierende Stuhlinkontinenz und gingen dabei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf aus, wobei mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten aufgrund der dreimaligen
Rektumoperation
ungeeignet seien. Insgesamt scheine eine Tätigkeit mit regem Menschenkontakt eher ungünstig, dies wegen der möglichen
Inkontinenzepiso
den
, welche die Beschwerdeführerin auch wegen der Geruchsbelästigung ver
unsichern würden (vgl. dazu
Urk.
11/46/21).
Aus den Akten ergibt sich weiter, dass sich der diesbezügliche G
esundheitszu
stand der Beschwerdeführerin in dem Sinne verschlechtert
hat
, dass im
Januar 2016
-
und somit noch vor Verfügungserlass
-
sowie im Juni 2016 zwei
weitere operative Eingriff
e
notwendig wurde
n
(vgl.
vorstehend E. 4.6
, E. 4.8
-
9
).
Bereits aus dem Bericht vom 2
8.
Januar 2016 (vorstehend E. 4.6) ging hervor, dass nun von einer
k
omplexe
n
Stuhlentleerungsstörung mit Kombination eines
obstrukti
ven Defäkationssyndrom (ODS)
und einer Stuhlinkontinenz (
Wexner
Score 20)
auszugehen sei. Im Vergleich zur gutachterlichen Abklärung im Jahr 2011 (vorstehend E. 3) ergibt sich somit nur schon daraus ein
e
Verschlechterung des somatischen
Zustandsbildes
, welches weiter abklärungsbedürftig gewesen wäre
. Weitere Abklärungen fand die Beschwerdegegnerin indes nicht als notwendig, sondern begnügte sich mit der Vorlage des entsprechenden Berichts an
den
RAD-Psychiater
, welcher
–
fach
fremd
- davon ausging, dass die
Darmproblema
tik
mit Inkon
ti
nenz/Ge
ruchs
belästigung sicherlich eine Beeinträchtigung in der Pflege darstelle, dieser Schaden allerdings nun operativ
gebessert/behoben sein sollte (vgl. vorstehend E. 4.7
).
Aus den Akten des weiteren Verlaufs ergibt sich sodann,
dass die vom RAD-Psychiater prognostizierte somatische Verbesserung nicht eintrat
, sondern sich die somatischen Beschwerden weiter verschlechterte
n
. So hielten die Ärzte des
F._
bereits mit Schreiben vom
2.
Mai 2016 (vorstehend E. 4.
8
) fest, dass
sich das Beschwerdebild zwar geändert habe, im Ganzen aber noch nicht gebessert sei. Im Austrittsbericht vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
13) hielten die Ärzte des
F._
schliesslich fest, dass die Beschwerde
führerin 3 Monate nach der letzten Operation im Januar 2016 vollständig
stuhlinkontinent
sei. Im Vergleich zu präoperativ trete jetzt eine unbemerkte passive Stuhlinkontinenz auf, welche gelegentlich auch ein manuelles Ausräu
men notwendig
mache
.
Zudem wurde neu e
ine Urininkontinenz
- ebenfalls
seit der entsprechenden Operation
- diagnostiziert
.
Wie sich diese neuen Befunde auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin auswirken, ist medizinisch ungeklärt.
5.3
Gestützt auf die angeführten ärztlichen Berichte und die Stellungnahme des RAD lässt sich der
somatische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und insbesondere
die
Arbeitsfähi
gkeit
daher
nur ungenügend beurteilen, wobei es insbesondere
an einer
ärztliche
n
Beurteilung der Auswirkungen des
Gesund
heitsschadens
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
mangelt
.
Eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) und Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin erweist sich daher schon aus
diese
n
Gründen als angezeigt.
5.4
Weiter
erlaubt auch
der medizinische Sachverhalt
hinsichtlich einer
anspruchser
heblichen
Veränderung des
psychischen
Gesundheitszustandes
kein schlüssiges Bild.
Inwieweit
sich das
depressive Zustandsbilds
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
im Vergleich mit demjenigen
im Zeitpunkt der
ren
tenzusprechenden
Verfügung vom
1.
Februar 2012
wirklich
verbessert haben soll,
ergibt sich aus den vorliegenden Akten nicht
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
.
Insbesondere ist die von der Beschwerdegegnerin vertretene Ansicht, wonach eine Verbesserung aufgrund des RAD-Untersuchungsberichtes vom Juli 2014 (vorstehend E. 4.2) ausgewiesen sei
(vgl.
Urk.
2 S. 3 oben)
, nicht überzeugend.
Obwohl med.
pract
.
D._
,
RAD
,
in seinem Bericht nur noch eine
rezidi
vierende depressive Störung
leichten Grades diagnostizierte, ging er im Ver
gleich zur Beurteilung
im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung
vom
1.
Februar 2012 weiterhin von einer gleichgebliebenen Arbeitsfähigkeit
in der Höhe von 30
%
aus.
Angesichts der
Tatsache, dass zwischen der Erstattung des RAD-Untersuchungsberichtes und der angefochtenen Verfügung knapp zwei Jahre liegen, in denen die Beschwerdeführerin zudem in zweimonatiger statio
närer psychiatrischer Behandlung war,
lässt sich gestützt auf die im Untersu
chungsbericht einzig in diagnostischer Sicht festgehaltene
Schweregradverän
derung
- bei gleich gebliebener Einschätzung der Arbeitsfähigkeit - sicherlich keine Verbesserung
begründen
.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrer Beurteilung eines verbesserten depressiven Zustandes zudem auf zwei vor der Untersuchung durch den RAD erstellten Berichte des behandelnden Psychiaters vom November 2013 (
Urk.
11/103) und Januar 2014 (
Urk.
11/104). Auch hier übernahm die Beschwerdegegnerin
-
unbesehen der ärztlichen
Folgeabschät
zung
und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
-
einzig die Diagnose zur Begrün
dung der Verbesserung.
Med.
pract
.
G._
(vorstehend E. 4.7)
,
welcher die
Beschwerdeführer
in
nicht persönlich untersucht
e, setzte sich mit der Begründung, es liege kein
invalidi
sierender Gesundheitsschaden vor, über die Beur
teilung sämtlicher Ärzte hinweg. Indes lässt sich
auch
seiner Stellungnahme kein Vergleich
des Gesund
heitszustandes im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung vom
1.
Februar 2012 mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung entnehmen, weshalb seine Einschätzung nur schon deshalb nicht
schlüssig ist
. Seine Beurteilung erschöpft sich letztlich vorwiegend in der Kritik an den
vorliegenden
Berichten der behandelnden Ärzte
, was ohne die Erhebung eigener oder
das Abstützen
auf andere erhobene Befunde nicht ausreicht, um einen verbesserten psychischen Gesundheitszustand auszuweisen.
Angesichts der vorliegend wegen der Depression seit mehreren Jahren durchge
führten psychiatrischen Behandlung
,
der mehrfachen stationären Aufenthalte
, der mehrfach gescheiterten Wiedereingliederungsversuche
, sowie der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
Depression
seit November 2009 eine Dreiviertels- und seit August 2010 eine ganze Invalidenrente bezieht, erscheint die Aussage in der angefochtenen Verfügung, wonach eine leichte depressive Episode mittels adäquater Behandlung gut behandelbar sei und rasch abklingen sollte als weltfremd.
5.5
Insgesamt ergibt sich aus den vorliegenden Akten kein schlüssiges Bild über den
somatischen wie auch psychischen
Gesundheitszustand und das berufliche Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin. Angesichts der Polymorbidität fehlt es an einer umfassenden Abklärung und Beurteilung der aktuellen Beschwerden und Arbeitsfähigkeit. Insbesondere mangelt es vorliegend
auch
an einer
nach
vollziehbaren und umfassenden
Auseinandersetzung, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
im Jahr 20
12
verändert haben soll.
Es fehlt damit an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur
Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin und damit an de
r Grundlage für einen Ent
scheid.
Die angefochtene Verfügung vom
2
2.
April 2016
ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des
Bun
desgesetz
es
über die Invalidenversicherung
, IVG)
und auf Fr. 800.-- anzusetzen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3),
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Die teil
weise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die beim
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
2
20
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
3
‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.