Decision ID: f9f96ae5-2f0c-4e70-8d85-1b51ae1614a4
Year: 2019
Language: de
Court: GR_KG
Chamber: GR_KG_006
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
I. Sachverhalt
A. Mit Verfügung vom 3. März 2019 wurde X._, geboren am _ 1973, durch den SOS-Arzt A._, Institut für Notfallmedizin O.3_, am 3. März 2019 gestützt auf Art. 429 ZGB in der Psychiatrischen Klinik B._, O.1_, fürsorgerisch untergebracht. Als Gründe für die Einweisung wurden angegeben: "Pat. mit akut psychotischem Zustandsbild. Pat. ist wohl im Ambulatorium C._ angebunden. Dort ist sie am Montag wohl vorstellig gewesen. Seitdem zunehmend psychotisch entgleist. Von einem Hotel wurde sie herausgeworfen. Sie lebt seit 5 Tagen in ihrem Auto auf der Strasse. Polizei wurde wegen Verwirrtheit hinzugezogen. Pat. wach. Zerfahren im Gedankengang. Psychomotorisch unruhig. Zeitweise distanzlos, bedrohlich. Ein adäquates Gespräch ist nicht möglich. FU erfolgt zum Selbstschutz des Patienten."
B. Hiergegen erhob X._ mit Eingabe 11. März 2019 (Datum Poststempel) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, in welcher sie die Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung verlangte.
C. Mit Schreiben vom 12. März 2019 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik B._ unter Fristansetzung bis zum 14. März 2019 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand von X._, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, ob die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung weiterhin gegeben seien, und forderte gleichzeitig die Einweisungsverfügung sowie die wesentlichen Klinikakten an.
D. Am 14. März 2019 reichte die Klinik B._ den angeforderten Bericht ein. Im Bericht wird aufgeführt, dass X._ in einem stark psychotischen Zustand, gereizt, unkooperativ und stark aggressiven Zustand in die Klinik B._ eingewiesen worden sei. Aufgrund ihres Verhaltens sei sie medikamentös behandelt worden, wodurch sich ihr Gesundheitszustand verbesserte. Dennoch sei eine weniger einschneidende Massnahme als die Unterbringung auf der geschlossenen Abteilung nicht ausreichend. Durch einen vorzeitigen Austritt bestünde zudem eine potentielle Fremd- und Selbstgefährdung.
E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. März 2019 wurde Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung von X._ betraut. Der Gutachter wurde ersucht, bis am 20. März darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der
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Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Im Gutachten sei des Weiteren die Frage zu beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei die Expertin auch darüber Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfüge.
F. Im Gutachten von Dr. med. D._, datiert vom 18. März 2019, stellt der Gutachter fest, dass X._ an einer bipolaren affektiven Störung aufgrund einer anamnestisch bekannten komplexen posttraumatischen Belastungsstörung leide und auf eine akutpsychiatrische Behandlung angewiesen sei. Es bestehe eine Selbst- und Fremdgefährdung. Eine ambulante Behandlungsmethode sei vorzubereiten, stelle jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine Behandlungsalternative dar.
G. Am 22. März 2019 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._ in Begleitung einer Mitarbeiterin der Klinik B._ persönlich teilnahm. Bezüglich der richterlichen Befragung wird auf das separat angefertigte Protokoll vom 22. März 2019 verwiesen. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde dem Beschwerdeführer sowie der ärztlichen Leitung der Psychiatrischen Klinik B._ noch gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.
H. Auf die Aussagen von X._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) anlässlich der richterlichen Befragung sowie die weiteren Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und 4 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]) und dementsprechend zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
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1.2. Vorliegend handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend richtet sich die Beschwerde gegen die am 3. März 2019 verfügte fürsorgerische Unterbringung. Die Beschwerdefrist wurde mit der Eingabe vom 11. März 2019 (Datum Poststempel: 11. März 2019) somit gewahrt (vgl. act. 01). Da keine Begründungspflicht besteht und aus besagter Eingabe mit hinreichender Klarheit geschlossen werden kann, dass die Beschwerdeführerin mit der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik B._ nicht einverstanden ist und deren sofortige Aufhebung beantragt, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.
2.1. Art. 439 Abs. 3 ZGB sieht für die gerichtliche Überprüfung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz vor (Art. 450a ff. ZGB). Von besonderer Bedeutung ist dabei Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsentscheids behandelt. Vom Verweis nicht erfasst wird dagegen Art. 450 ZGB, weil die Vorinstanzen, die Legitimation und die Form der Beschwerde in Art. 439 ZGB selbständig und abschliessend geregelt sind (vgl. dazu Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 38 zu Art. 439 ZGB). Weil es sich hier um einen besonders sensiblen Bereich mit schweren Eingriffen in die persönliche Freiheit der betroffenen Person handelt, sind ergänzende (teilweise abweichende) Bestimmungen unentbehrlich (vgl. Daniel Steck, in: Büchler, Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, N 1 zu Art. 450e). Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich - wenn auch teilweise in abgeschwächter Form - nach dem
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Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz jeweils keine Behörde, sondern entweder ein Arzt oder eine Einrichtung ist, hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Aufrechterhaltung der Massnahme (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 39 und 41 zu Art. 439 ZGB).
2.2. Gemäss Art. 450e Abs. 3 ZGB, welcher aufgrund von Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss anwendbar ist, muss bei psychischen Störungen für den Entscheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein Gutachten eingeholt werden. Dieses muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss (BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 18. März 2019 von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin am 16. März 2019 persönlich untersucht hat, wurde dieser Vorschrift Genüge getan.
2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Christof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 22. März 2019 wurde diese Vorgabe umgesetzt.
3. Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und  auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene Person persönlich zu untersuchen und anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Die
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Beschwerdeführerin wurde durch den SOS-Arzt A._, welcher die fürsorgerische Unterbringung angeordnet hat, in O.3_ aufgefunden, womit das Recht des Kantons O.3_ zur Anwendung gelangt. Gemäss dem Ärzteverzeichnis der FMH ist A._ zwar nicht Mitglied der FMH, verfügt jedoch über einen Facharzttitel in Psychiatrie und Psychotherapie, womit er gemäss § 27 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht [EG KESR; LS 232.3] zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung legitimiert ist. Gemäss Einweisungsverfügung hat er die Beschwerdeführerin am 3. März 2019 untersucht (act. 01.1). Die genannte Verfügung enthält zudem die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben.
4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Betreuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016, E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die
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Unterbringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB).
4.1.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwendig macht. Gemäss Kurzgutachten von Dr. med. D._ wurde bei der Beschwerdeführerin eine "bipolare affektive Störung (gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen F31.2) auf dem Hintergrund einer anamnetisch bekannten komplexen posttraumatischen Belastungsstörung" diagnostiziert, womit es sich um eine Geisteskrankheit im juristischen Sinne handelt (act. 03). Damit ist bei der Beschwerdeführerin ein gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforderlicher Schwächezustand gegeben.
4.1.2. Sodann gilt es, auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit näher einzugehen. Dieser besagt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum bisherigen Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen, welche der sog. Drehtürpsychiatrie entgegen wirken sollte (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7063). Bei richtiger Auslegung galt indessen bereits unter altem Recht, dass eine Entlassung zu unterbleiben hatte, solange die Voraussetzungen für eine Einweisung gegeben waren. Insofern hat sich die Rechtslage nicht verändert. Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige
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Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen können darf als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Worten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB, und Olivier Guillod, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm, Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).
4.1.3. Der Kurzbericht der Klinik B._ vom 14. März 2019 (act. 03) hält zusammenfassend fest, dass die Beschwerdeführerin in einem stark psychotischen Zustand in die Klinik B._ eingetreten sei, sich gereizt, unkooperativ und stark fremdaggressiv verhalten habe. Zudem habe sie zwei Mitarbeiterinnen tätlich angegriffen. Dies habe dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin fixiert, mediziert, und isoliert werden musste. Zwar habe sich ihr Zustand verbessert, dennoch sei sie nach wie vor logorrhöisch, distanzlos, gereizt, affektlabil, sich selbst überschätzend und noch nicht absprachefähig. Eine weniger einschneidende Massnahme als die Unterbringung auf der geschlossenen Abteilung sei aufgrund ihrer potentiellen Selbst- und Fremdgefährdung nicht ausreichend (act. 03).
Gemäss psychiatrischem Gutachten vom 18. März 2019 (act. 06) wurde die Beschwerdeführerin in den letzten drei Jahren zweimal in L.1_ und einmal in der Schweiz aufgrund einer bipolaren affektiven Störung psychiatrisch untergebracht. Grund für die Anordnung der am 3. März 2019 erfolgten fürsorgerischen Unterbringung war, dass die Beschwerdeführerin während fünf Tagen in ihrem Auto in O.3_ auf der Strasse lebte, da sie aufgrund psychischer Auffälligkeiten aus dem Hotel E._ in O.2_"hinausgeworfen" worden sei. Dr. med. D._ hielt in seinem Gutachten zusammenfassend fest, dass die Beschwerdeführerin an einer "manischen Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung auf dem Hintergrund einer anamnetisch bekannten komplexen posttraumatischen Belastungsstörung" leide und deswegen auf eine stationäre Behandlung in der Akutpsychiatrie angewiesen sei. Aufgrund der aktuell bestehenden Fremd- und Selbstgefährdung sei eine Behandlung in der Akutpsychiatrie unerlässlich. Eine ambulante
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Behandlung sei vorzubereiten, stelle jedoch zur Zeit keine alternative Behandlungsmöglichkeit dar. Werde sich ihr Zustand stabilisieren und könne eine Fremd- und Selbstgefährdung ausgeschlossen werden, so sei eine Behandlung durch ihre Psychiaterin Dr. med. F._, ausreichend (act. 06).
An der Hauptverhandlung vom 22. März 2019 vor dem Kantonsgericht von Graubünden betonte die Beschwerdeführerin, dass es ihr wichtig sei, klarzustellen, dass sie nicht an einer bipolaren affektiven Störung leide, sondern aufgrund des vom 4. bis 16. Lebensjahr stattgefunden sexuellen Missbrauchs an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Sie habe in O.3_ nur deshalb im Auto gelebt, weil sie aus dem Hotel E._ in O.3_ geworfen worden sei, weil sie sich mit anderen Hotelgästen unterhalten habe. Daraufhin sei sie vom Hotel E._ "geblacklistet" worden, sodass sie nirgends in O.3_ in ein anderes Hotel hätte einchecken können. Ihre Freundin habe sich Sorgen gemacht, weil sie im Auto gelebt habe und dass sie sich wieder in einer manischen Phase befinde, weshalb sie den SOS-Arzt verständigt habe. Die Beschwerdeführerin gibt an, dass sie zum Zeitpunkt des Erscheinens des  stark agitiert gewesen sei und sich ängstlich gefühlt habe, weil sie sich alleine im Auto mitten in einem Ausgangsviertel mit ihrem Computer – wo all ihre Ideen abgespeichert seien – befunden habe. Auf die Frage, ob sie sich gewalttätig gegenüber den Angestellten der Klinik B._ verhalten habe, antwortete sie, dass dies ein Missverständnis gewesen sei. Sie befinde sich in der Aufarbeitung ihres Traumas und würde sich lediglich wehren, wenn ihr jemand zu nahe komme. Des Weiteren führte die Beschwerdeführerin glaubhaft aus, dass sie bereits von der Klinik aus via Skype verschiedene Bewerbungsgespräche durchgeführt habe, um nach ihrem Klinikaufenthalt wieder erfolgreich einem Beruf nachzugehen. Sie habe nämlich ein gutes Netzwerk und habe bereits viele Kaderpositionen inne gehabt. Sie würde aber dennoch gerne bis Ende der Woche (Anfang April) in der Klinik bleiben, um so weiterhin Stabilität zu erhalten und danach entlassen zu werden. So könne sie sich einen erfolgreichen Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglichen. Sie werde nach dem Klinikaufenthalt wieder zurück in ihre Wohnung nach Davos kehren, wo auch ihre Eltern leben. Sie wolle zudem auch weiterhin ambulant psychiatrisch behandelt werden und mit den Ärzten kooperieren.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB gegenwärtig nicht mehr erfüllt sind. Die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Unterbringung ist in diesem Fall nicht mit dem Prinzip der Verhältnismässigkeit vereinbar, da eine fürsorgerische Unterbringung nur als ultima ratio angeordnet werden darf. Es gibt jedoch eine
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mildere und geeignetere Lösung, nämlich dass die Beschwerdeführerin durch eine ambulante Betreuung und regelmässige Therapiesitzungen durch ihre Psychiaterin Dr. med. Katharina Freimüller begleitet wird. Auch wenn aufgrund der Akten ein behandlungsbedürftiger Schwächezustand besteht, vermag die derzeitige gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin, welche nach Meinung des Gerichts soweit als stabil bezeichnet werden kann, keine konkrete Selbst- oder Fremdgefährdung ersehen. Einen derart einschneidenden Freiheitsentzug wie die stationäre Unterbringung ist somit nicht zu rechtfertigen. Damit ist die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben und die Beschwerdeführerin aus der Klinik zu entlassen. Die vorliegende Beschwerde ist folglich gutzuheissen und die fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. Die ärztliche Leitung der Klinik B._ wird angewiesen, im Rahmen des Austrittsgesprächs gemäss Art. 436 ZGB auf den Abschluss einer Vereinbarung über eine geeignete ambulante Nachbetreuung hinzuwirken. Das Gericht nimmt zudem davon Vormerk, dass die Beschwerdeführerin noch freiwillig bis Ende nächster Woche (Anfang April) in der Klinik B._ bleiben möchte.
5. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutzrechtlichen Beschwerdeverfahren verweist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Prozesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO der unterliegenden Partei auferlegt. Die Beschwerdeführerin hat mit ihrem Antrag auf Entlassung aus der Psychiatrischen Klinik B._ obsiegt. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'250.00 (CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'750.00 Gutachterkosten) zu Lasten des Kantons Graubünden. Ausseramtliche Entschädigungen sind keine zu sprechen.
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Considerations: