Decision ID: da718253-bdba-4e9d-b524-7f4719cc86ef
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984,
war seit Juli 2010 bei der
Y._
,
Z._
, als
Vorführinstruktor
Maschinen & Geräte angestellt und dadurch bei der Suva gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert.
Am
8.
September 2018 verletzte er sich während eines Fussballspiels am linken Knie (
Urk.
6
/1
, 6/7
)
. Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
6/
2). Am 2
7.
November 2018 stellte die
A._
ein Gesuch um Kostengutsprache für einen am 14. Dezember 2018 geplanten operativen Eingriff (
Urk.
6/3), worauf die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 2
8.
November 2018 mitteilte, dass sie erst nach weiteren Abklärungen zu den Versicherungsleistungen endgültig Stellung nehmen könne (
Urk.
6/4).
I
n der Folge
holte die Suva
bei den behandelnden Ärzten medizinische Unterlagen ein, darunter insbesondere auch den Austrittsbericht
der
B._
vom 1
7.
Dezember 2018, in welcher der Versicherte zwecks Operation vom 1
4.
bis
16.
Dezember 2018 hospitalisiert gewesen war (
Urk.
6/9, 6/11/2 f. und 6/12 f.).
Nach einem
Telefonat mit dem Versicherten vo
m
6.
Februar 2019 (
Urk.
6/19) legte
die Suva
die Akten dem Kreisarzt
Dr.
med. C._
, Facharzt für Radiologie, zur Beurteilung vor (Ste
llungnahme vom 2
7.
Februar 2019;
Urk.
6/21).
Mit Schreiben vom
7.
März 2019
teilte sie
alsdann
dem Versicherten mit, dass der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom
8.
September 2018 eingestellt hätte, gemäss medizinischer Beurteilung spätestens am 1
4.
Dezember 2018 erreicht worden sei. Der Fall werde daher per 1
3.
Dezember 2018
abgeschlossen und die Versicherungsleistungen würden auf diesen Zeitpu
nkt eingestellt (
Urk.
6/30).
Nach Eingang eines Berichtes von
Prof.
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 2
7.
März 2019 (
Urk.
6/35)
, welcher den operativen Eingriff durchgeführt hatte,
sowie dem Ersuchen des Versicherten um Erlass einer
ei
nsprachefähigen
Verfügung (Urk.
6/37)
,
holte die Suva zunächst erneut eine kreisärztliche Beurteilung ein (Stellungnahme von
med. pract.
E._
, Fachärztin für Chirurgie, vo
m
6.
Mai 2019;
Urk.
6/46).
Am
7.
Mai 2019 verfügte sie sodann im Sinne ihres Schreibens vom
7.
März 2019 (
Urk.
6/47), wogegen
der Versicherte am
7.
Juni 2019 Einsprache erhob (
Urk.
6/50)
.
Mit Schreiben vom 1
6.
Oktober 2019 eröffnete ihm die Suva die Möglichkeit,
zum einen
zu zwischenzeitlich eingegangenen medizinischen
Unterlagen (
Urk.
6/53 ff.)
und zum anderen zur Einschätzung
Stellung zu nehmen
, wonach das Ereignis vom
8.
September 2018 entgegen der bisherigen Annahmen keine
n
Unfall im rechtlichen Sinne darstelle (
Urk.
6/57)
.
Nachdem sich der
Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
November 2019
zur Sache
geäussert hatte (
Urk.
6/58), wies die Suva seine Einsprache m
it Entscheid vom 2
2.
November 2019 ab (
Urk.
2 =
Urk.
6/59).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
3.
Dezember 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er auch nach dem 1
3.
Dezember 201
8
weiterhin Anspruch auf Versicherungsleistungen der Suva habe (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Januar 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Vor
fall hat sich am
8.
September 2018
ereignet, weshalb die
ab dem
1.
Januar 2017 gültigen Normen
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die
entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
be
gründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der ver
sicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. November 2019 zusammengefasst aus, dass ein Schlag mit dem Bein ins Leere
im Rahmen eines Fussballspiels
gemäss bundesgerichtlicher Praxis kein Unfallereignis darstelle.
Selbst wenn
wie im vorliegenden Fall
das Terrain holprig gewesen sei, liege kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor, weshalb der Unfallbegriff nicht erfüllt sei.
Des Weiteren sei der Unfallversicherer berechtigt, auch bei einer bereits anerkannten Leistungspflicht die Leistungen mit Wirkung für die Zukunft einzustellen, wenn ein Leistungsanspruch bei korrekter
Betrachtungsweise gar nicht vorliege. Ein Verhalten gegen Treu und Glauben sei darin nicht zu erkennen.
Dem Beschwerdeführer sei ausserdem mit Schreiben vom 2
8.
November 2018 ausdrücklich mitgeteilt worden, dass zu den Versicherungs
leistungen noch nicht endgültig Stellung genommen werden könne. Der
A._
respektive der
B._
sei darüber hinaus auch keine Kostengutsprache erteilt worden. Insgesamt bestehe kein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen der Suva
(
Urk.
2 S. 3 f.).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 23. Dezember 2019 im Wesentlichen geltend,
bei Sportunfällen sei ein Unfall anzunehmen, wenn die sportliche Üb
ung anders verlaufe als geplant, was in Bezug auf das Ereignis vom
8.
September 2018 zutreffe
.
So habe er
damals
zum Schuss ausgeholt, als der Ball
wider Erwarten
in ein Loch gerollt sei.
Beim Durchziehen des Schusses ohne Widerstand habe er ein Knacksen im Knie verspürt und
habe danach
das Spiel sofort beenden müssen
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
16).
Darüber hinaus verstosse das Verhalten der Beschwerdegegnerin gegen Treu und Glauben, indem sie nun plötzlich und rückwirkend der Meinung sei, dass es sich beim Ereignis vom
8.
September 2018 um keinen Unfall gehandelt haben soll.
Obwohl
sie
von der Operation Kenntnis
gehabt habe
,
habe sie ihn
nie
darüber orientiert
, dass diese ohne ihre Einwilligung respektive Kostengutsprache durchgeführt werde.
Mit der ablehnenden Haltung sei er erstmals mit Brief vom
7.
März 2019 konfrontiert worden. Auch seitens der Klinik beziehungsweise des Operateurs sei er vor dem Eingriff nicht darüber informiert worden, dass noch keine Kostengutsprache erteilt worden sei.
Er hätte die nicht dringliche Operation allerdings ohne Kostengutsprache der Unfallversicherung nie auf privater Basis durchführen lassen, zumal seine Arbeitgeberin einen Zusatz für eine private Unfallversicherung abgeschlossen habe und er selbst bei der Krankenkasse nur allgemein versichert sei (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
6 ff. und S. 6 Ziff.
17).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
4.
Januar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin daran fest, dass der Unfallbegriff nicht erfüllt sei.
Des Weiteren bedeute die Einstellung der Leistungen ex
nunc
et pro
futuro
nicht, dass
erst
ab dem Zeitpunkt der betreffenden Mitteilung die Leistungen eingestellt werden dürften, sondern dass bisher zu Unrecht ausgerichtete Leistungen nicht zurückgefordert w
ü
rden. Im Übrigen sei keine Grundlage ersichtlich, die den Beschwerdeführer nach Treu und Glauben zur Annahme berechtigt hätte, dass sie
(
die Beschwerdegegnerin
)
für die geplante Operation und nachfolgende Behandlungen Leistungen erbringen würde. Namentlich könne auch aus bisherigen Kostenvergütungen allein nicht auf eine künftige Leistungspflicht geschlossen werden (
Urk.
5 S. 2 f.).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob das Schadensereignis vom
8.
September 2018 einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG darstellt. Die Beschwerdegegnerin stellte dies mit der Begründung in Abrede, es fehle an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor (vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
5 S. 2).
3.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Aus
schlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelt
einwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Aus
wirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge
wöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
3.3
Zum
H
ergang
des Ereignisses vom
8.
September 2018
ist der Unfallmeldung vom 2
0.
September 2018 zu entnehmen,
dass sich der Vorfall während eines Fussball
spiels zugetragen habe. Der Platz sei sehr löchrig gewesen. Als er (der Beschwerde
führer) zum Schuss ausgeholt und habe schiessen wollen, sei der Ball in ein Loch gerollt. Da er beim Schuss ohne Widerstand durchgezogen habe, habe er ein Knacksen im Knie verspürt und sich sofort auswechseln lassen (
Urk.
6/1 S.
2).
Diesen Geschehensablauf bestätigte der Beschwerdeführer im Wesentlichen am 6. Februar 2019 im Rahmen eines Telefongesprächs mit einer Angestellten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/19 S. 1).
Es ist somit erstellt, dass der Beschwerdeführer beim Fussballspiel im Zuge einer geplanten Schussabgabe mit dem linken Bein ins Leere schlug. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2 S. 3) hat sich das Bundesgericht in einem vergleichbaren Fall (
RKUV 1990 Nr. U 112 S. 373 ff.) nicht abschliessend dazu geäussert, ob damit ein ungewöhnlicher äusserer Faktor und dement
sprechend ein Unfall im Rechtssinne gegeben war. Vielmehr wurde die Frage offengelassen, da eine Leistungspflicht gestützt auf
a
Art
.
9
Abs.
2 lit. g UVV bejaht wurde.
Ausgehend von den Schilderungen des
Beschwerdeführer
s
ist die im Rahmen des Fussballspiels
vo
m 8. September 2018 erlittene Schädigung
am
linken Knie
allerdings
weder mit einem Zusammenstoss noch mit einem Sturz in Verbindung zu bringen. Ebenso wenig finden sich Anhaltspunkte für ein Aus
gleiten, ein Stolpern oder ein reflexartiges Abfangen eines Sturzes.
Zudem kam es zu keiner Einwirkung eines Gegenspielers, beispielsweise in Form ei
nes Schlags oder einer Grätsche
.
Hinweise für eine unkoordinierte Bewegung in dem Sinne, dass der Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges oder Sinnfälliges gestört worden wäre, liegen folglich nicht vor
(vgl. Urteile des Bundesgerichts U
611/06 vom 12. März 2007 E. 4.2 mit Hinweisen
,
U 505/
05 vom 19. September 2006 E. 3.2
und U 165/03 vom 30. Dezember 2003 E. 2.2.2 mit Hinweis
)
.
Der Beschwerdegegnerin ist vor diesem Hintergrund beizupflichten, dass das für die Bejahung eines Unfalls im Rechtssinne erforderliche Merkmal eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors nicht erfüllt ist.
An dieser Beurteilung vermag
im Übrigen auch
der Hinweis des Beschwerdeführers auf das Urteil des Bundes
gerichts U 322/02 vom
7.
Oktober 2002 nichts zu ändern (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
16).
Zwar mag die sportliche Übung im konkreten Fall
nicht ideal verlaufen sein
, indem
er
den Ball entgegen seiner Absicht
verfehlte
.
Die Art der Ausführung bewegt sich allerdings
in der gewöhnlichen Bandbreite der Bewegungsmuster des Fussballspiels
, weshalb
nicht auf ein Unfallereignis zu schliessen ist.
4.
4.1
In einem nächsten Schritt ist
obwohl von beiden Parteien nicht thematisiert
zu
prüfen
, ob der Beschwerdeführer eine Körperschädigung im Sinne von
Art.
6 Abs. 2 UVG erlitten hat.
4.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
4.3
4.3.1
Im Rahmen der am 2
5.
S
eptember 2018 durchgeführten MRT
-Untersuchung
zeigte
n
sich unverändert zu einer Voruntersuchung vom 1
5.
Februar 2018 (vgl.
diesbezüglich
Urk.
6/46 S. 1
; der Beschwerdeführer war am
3.
Februar 2018 bei
eine
m Hallenfussballturnier auf das linke Knie gefallen
) ein komplexer Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus und eine partielle Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Neu hinzugetreten
waren
zum einen ein Knorpeldefekt, voll
schichtig mit angrenzender
Delamination
am medialen
Femurkondylus
in der Grösse von acht mal elf Millimetern, und zum anderen ein lokaler Knorpeldefekt an der medialen
Trochlea
mit einem Durchmesser von sieben Mill
imetern (Urk.
6/7).
4.3.2
Der Kreisarzt
Dr.
C._
hielt in seiner Stellungnahme vom 2
7.
Februar 2019 fest, dass
der operative Eingriff vom 1
4.
Dezember 2018 nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom
8.
September 2018 zurückgeführt werden könne.
Im MRT vom 1
5.
Februar 2018 sei als einzige mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
(
vom
3.
Februar 2018
)
zurückzuführende Veränderung eine Kontusion des
dorsomedialen
Anteiles de
s
Condylus
medialis
femoris
aufgetreten. Im MRT vom 2
5.
September 2018 sei diese nicht mehr nachweisbar gewesen, ebenso wenig wie Residuen. Die komplexe Läsion des Meniskus
medialis
sei bereits am 1
5.
Februar 2018 erkennbar und aufgrund der Eigenschaften als degenerativ einzustufen gewesen.
Selbiges gelte für den Knorpelschaden in der
Trochlea
femoris
. Der Knorpeldefekt, der sich im MRT vom 2
5.
September 2018 neu am
Condylus
medialis
femoris
ge
zeig
t hab
e, sei ebenfalls degenerativ bedingt und sei bereits am 1
5.
Februar 2018 an entsprechender Stelle als fokale Signalalteration des Knorpels e
rkennbar gewesen (
Urk.
6/21
).
4.3.3
Prof.
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 2
7.
März 2019 fest, dass
die Knorpelschädigung als frisch einzuschätzen sei. Die Meniskusläsion stelle eine bereits vorbestehende Gesundheitsschädigung dar, welche durch das Unfall
ereignis massgeblich richtungsweisend verändert worden sei. Die Knorpel
schädigung im Bereich der
Trochlea
habe eine eher untergeordnete Bedeutung (
Urk.
6/35).
4.3.4
Med. pract.
E._
bestätigte in ihrer kreisärztlichen Beurteilung vom
6.
Mai 2019 die Auffassung von
Dr.
C._
, wonach die im MRT vom 1
5.
Februar 2018 erkannte Kontusion
des
dorsomedialen
Anteils des
C
ondylus
medialis
femoris
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit vollständig verheilt sei. Die komplexe Läsion des Meniskus
medialis
sei bereits am 1
5.
Februar 2018 erkennbar gewesen und sei aufgrund der Eigenschaften als degenerativ einzustufen. Degenerative Meniskusrisse entstünden durch chronische oder wiederholte Einwirkungen normaler Kräfte im Verlauf des Lebens durch die Beanspruchung bei aktiven und
passiven Bewegungen. Der im MRT
vom 1
5.
Februar 2018 beschriebene Meniskus
schaden zeige einen horizontalen Einriss, welcher typischerweise durch das Ausdünnen bei Überbeanspruchung entstehe.
Der Knorpelschaden in der
Trochlea
femoris
sei ebenfalls bereits damals vorhanden gewesen und als degenerativ einzustufen. Er sei exakt in der Belastungszone aufgetreten und als Begleiterkrankung des degenerativen Meniskusschadens
und kaum als unfall
kausal
zu werten.
Der Knorpeldefekt, der sich im MRT vom 2
5.
September 2018 neu am
C
ondylus
medialis
femoris
zeige, sei ebenfalls degenerativ bedingt und sei bereits am 1
5.
Februar 2018 an entsprechender Stelle als fokale Signal
alteration des Knorpels erkennbar gewesen. Insgesamt handle es sich um ein Fortschreiten der degenerativen Erkrankung. Es seien mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine unfallbedingten Schäden mehr vorhanden, weshalb die Operation vom 1
4.
Dezember 2018 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom
8.
September 2018 zurückgeführt werden könne (
Urk.
6/46 S. 2 f.).
4.3.5
Mit Bericht vom 2
7.
September 2019 wies Prof.
Dr.
D._
darauf hin, dass es sich beim Knorpelschaden am medialen
Femurkondylus
angesichts dessen Grösse und der
Delamination
um eine unfallbedingte Knorpelschädigung handle.
Auch die Tatsache, dass eine Teilschädigung des
trochleären
Knorpels vor
bestanden habe, würde nicht automatisch dazu führen, dass die grossflächige
Delamination
am medialen
Femurkondylus
ebenfalls als vorbestehend einzu
stufen sei. Beim Beschwerdeführer seien zum Zeitpunkt des Unfalls vom 8. September 2018 sicherlich Vorschäden auch im Bereich des Meniskus vorhanden gewesen. Durch das Trauma sei im Sinne der zusätzlichen gross
flächigen
Knorpelschädigung allerdings eine signifikante Änderung des Krank
heits
verlaufs eingetreten, weshalb der eingetretene Knorpelschaden als unfall
kausal zu qualifizieren sei (
Urk.
6/53).
4.4
Der n
ach dem Schadensereignis vom
8.
September 2018
mittels MRT
erkannte
komplexe Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus stellt grundsätzlich eine Listendiagnose dar (
Art.
6
Abs.
2 lit. c UVG).
Dieser
Riss
konnte allerdings bereits im Zuge der Voruntersuchung vom 1
5.
Februar 2018 nachgewiesen werden.
Davon abgesehen
verhält es sich
gemäss der übereinstimmenden Beurteilung der Kreisärzte Dr.
C._
und med. pract.
E._
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
so, dass der Meniskusriss
auf
eine
Degeneration zurückzu
führen
und nicht unfallbedingt ist.
So spreche der horizontale Einriss typischer
weise für ein Ausdünnen infolge Überbeanspruchung
(
Urk.
6/46 S. 2)
.
Dies wurde vom Operateur Prof. Dr.
D._
nicht
substantiiert
in Frage gestellt. Auch
er schloss in seinen Berichten darauf, dass die Meniskusläsion eine vorbestehende Gesundheitsschädigung darstelle beziehungsweise, dass sicherlich Vorschäden im Bereich des Meniskus bestanden hätten (
Urk.
6/35, 6/53).
Bei dieser Sachlage besteht
daher
kein Anlass, die überzeugende kreisärztliche
Einschätzung
in Zweifel zu ziehen. Der vorliegende Meniskusriss bildet zusammengefasst somit zwar eine Listenverletzung,
es
ist
aber
in Anbetracht der fachärztlichen Beur
teilungen
davon auszugehen, dass er
vorwiegend auf Abnützung zurückzu
führen
ist
. Entsprechend entfällt die Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin in diesem Kontext (vgl. vorstehende E. 4.2).
In Bezug auf die im MRT vom 2
5.
September 2018 neu festgestellten Knorpel
defekte am medialen
Femurkondylus
und
an der medialen
Trochlea
k
ann offen
gelassen werden, ob es sich dabei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
um degenerative Schädigungen handelt oder ob
sie
auf das Ereignis vom 8.
Sep
tember 2018 zurückzuführen sind.
Gemäss
höchstrichterlicher
Praxis umfasst
Art.
6
Abs.
2 lit. c UVG
nur eigentliche Meniskusrisse und nicht jegliche Knorpel
schäden im Kniegelenk (Urteil des Bundgerichts 8C_8
65/2013 vom 13.
März 2014 E. 4.2).
Hinsichtlich der Knorpeldefekte liegt folglich keine Listendiagnose vor, weshalb eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auch in diesem Zusammen
hang
zu verneinen ist
.
Der Vollständigkeit halber
bleibt
schliesslich
anzumerken, dass die im Rahmen der MRT-Untersuchung vom 25. September 2018 festgestellte partielle Ruptur des vorderen Kreuzbandes intraoperativ nicht bestätigt werden konnte (vgl.
Urk.
6/13). Demzufolge liegt auch keine Bandläsion im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 lit. g UVG vor.
5.
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer keinen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG erlitten hat. Eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung gestützt auf
Art.
6
Abs.
2 UVG entfällt ebenso.
Die Beschwerde
gegnerin durfte
folglich ihre vorübergehenden Leistungen ohne Berufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund mit dem Argument, dass bei richtiger Betrachtung kein versichertes Ereignis vorliege, «ex
nunc
et pro
futuro
» einstellen (BGE 130 V 380 E. 2.3.1).
Entgegen der Auffassung des Beschwerde
führers (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
12) war auch die rückwirkende Einstellung zulässig,
da die Beschwerdegegnerin vorliegend keine Leistungen zurückfordern will (vgl.
nicht publizierte E. 3 von BGE 146 V 51).
Eine über den 1
3.
Dezember 2018 hinausgehende Leistungspflicht lässt sich schliesslich auch nicht gestützt auf den
in
Art.
9 der Bundesverfassung verankerten
Grundsatz von Treu und Glauben begründen.
Eine solche Pflicht
kann einerseits nicht allein aus bisherigen Kostenvergütungen der Beschwerde
gegnerin abgeleitet werden (Urteil des Bundesgerichts
8C_50/2018 vom 2
0.
Juli 2018 E.
3.2.2 mit Hinweis). Andererseits
wurde von Seite
n der Beschwerde
gegnerin
insbesondere im Zusammenhang mit dem am 1
4.
Dezember 2018 in der
B._
erfolgten operativen Eingriff keine konkrete Leistung im Sinne einer Kostengutsprache zugesichert.
Nach Eingang des Gesuches um Kosten
gutsprache vom 2
7.
November 2018 (
Urk.
6/3) war der Beschwerdeführer viel
mehr
darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass zu den Versicherungs
leistungen noch nicht abschliessend Stellung genommen werden könne und weitere Abklärungen notwendig seien (
Urk.
6/4).
Die Beschwerde
gegnerin hat im Übrigen nicht zu verantworten, dass der Beschwerdeführer gemäss seiner Darstellung (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
7 und S. 6
Ziff.
17)
vor dem Eingriff
vom Operateur nicht darüber aufgeklärt worden war, dass keine Kostengut
sprache des Unfallversicherers vorliege.
6
.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen rückwirkend per 1
3.
Dezember 2018 eingestellt hat. Dementsprechend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom
2
2.
November 2019 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.