Decision ID: 337bdc20-5d19-56c0-9c3f-16ba1fb1b055
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, ist bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 11. August 2016 verdrehte er sich am 2. sowie 5. August 2016 beim Spitzen das linke Knie (vgl. Urk. 2 S. 2
lit
. A). Mit Verfügung vom
7.
April 2017 schloss die Suva den Fall per 1
5.
April 2017 ab und stellte die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) auf diesen Zeitpunkt hin ein (vgl. Urk. 2 S. 2
lit
. C). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 11. Mai 2017 ohne nähere Begründung Einsprache und liess sich in der Folge von seiner Rechtsschutzversicherung vertreten. Diese teilte mit Schreiben vom 20. Oktober 2017 mit, dass sie den Versicherten nicht mehr vertrete (vgl. Urk. 2 S. 2 f.
lit
. D). Nachdem die erhobene Einsprache innert angesetzter Frist nicht begründet wurde (vgl. Urk. 2 S. 2 f.
lit
. D und E), trat die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2017
androhungsgemäss
auf die Einsprache nicht ein (Urk. 2 S. 4).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Ana Moncada, Brugg, Beschwerde und
bean
-
tragte
, der Entscheid sei aufzuheben und das Leistungsbegehren sei neu zu beurteilen. In formeller Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der
unentgelt
-
lichen
Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 1).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungs
weise der
Einspracheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das
Ge
-
richt
, ungeachtet der Vorbringen der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und
darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht
zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a
).
Auf
diese kann somit nicht eingetreten werden (BGE 132 V 74 E. 1.1 mit Hinweis).
2.
2.1
Mit
angefochtene
m
Einspracheentscheid
vom 1. Dezember 2017
trat die Beschwerdegegnerin auf die Einsprache gegen die ursprüngliche Verfügung vom 7. April 2017 nicht ein,
wobei
sie ausführte
, die Einsprache vom 11. Mai 2017 sei ohne nähere Begründung erhoben worden und es sei in der Folge trotz mehrfacher Fristansetzung keine
solche
nachgereicht worden (vgl. Urk. 2 S. 2 f.
lit
. D und E).
Diese Darstellung wurde von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nicht bestritten (vgl. Urk. 1). Zur Begründung der Beschwerde führte sie aus, der Beschwerdeführer sei am 2
0.
Januar 2017 am Knie operiert worden und leide seither unter den beklagten Beschwerden. Es werde nachdrücklich auf die aus
-
gestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse hingewiesen, in welchen eine Arbeits
-
unfähigkeit wegen Unfalls bis am 31. Januar 2018 bestätigt würden (S. 1). Das Knie des Beschwerdeführers könne aufgrund des Alters gewisse Abnutzungser
scheinungen aufweisen, der Unfall vom 2. August 2016 sei jedoch die Ursache
für die andauernden Beschwerden, welche zur Arbeitsunfähigkeit geführt hä
tten. Ohne diesen Unfall hätte der Beschwerdeführer wie die letzten zwanzig Jahre weiterarbeiten können (S. 2).
2.2
Soweit in der Beschwerde materielle Anträge gestellt beziehungsweise Ausfüh
rungen gemacht wurden, zielt das Begehren damit auf eine ausserhalb des An
fechtungsgegenstandes liegende Frage ab, weshalb diesbezüglich auf die
Be
-
schwerde
nicht einzutreten ist.
3.
Was sodann die Frage des Nichteintretens betrifft, erfolgte die Einsprache ge
mäss der unbestritten gebliebenen Sachverhaltsdarstellung ohne Begründung, worauf die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mehrfach Frist ansetzte, um eine Begründung nachzureichen. Im Rahmen der letzten Fristansetzung drohte sie sodann den Erlass eines
Nichteintretensentscheides
an (vgl. Urk. 2 S. 2 f.
lit
. D und E).
Gemäss Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSV) müssen Einsprachen ein Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten. Genügt die Einsprache diesen Anforderungen nicht, so setzt der Versicherer eine angemessene Frist zur Behebung der Mängel und verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Einsprache nicht eingetreten wird (Art. 10 Abs. 5 ATSV). Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist damit nicht zu beanstanden.
Insgesamt erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet und ist gemäss § 19 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsrecht (
GSVGer
)
ohne Anhörung der Gegenpartei
sofort
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist
.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
beantragte
mit seiner Beschwerde vom 12. Januar 2018 in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung so
wie die Bestellung von Rechtsanwältin Ana Moncada als unentgeltliche Rechts
vertreterin (Urk. 1 S. 1 Ziff. 3).
4.2
Gemäss Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist das Verfahren vor kantonalen Versicherungs
gerichten in Unfallversicherungssachen kostenlos, Mutwilligkeit oder Leicht
sinnig
keit vorbehalten. Auf das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung kann daher zufolge Gegenstandslosigkeit nicht eingetreten werden.
4.3
Einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offen
sichtlich aussichtslos erscheint, wird auf Gesuch eine unentgeltliche Rechtsver
tretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 1 und 2
GSVGer
).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
vorkehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der
bundesge
richt
-
lichen
Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaus
-
sichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustge
fahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Nachdem im angefochtenen Entscheid ein Nichteintreten infolge fehlender Begründung
angeordnet
wurde, die Beschwerde jedoch in materieller Hinsicht begründet wurde, ist diese als aussichtslos zu betrachten. Demnach ist das Ge
such des Beschwerdeführers um Bestellung von Rechtsanwältin Ana Moncada als unentgeltliche Rechtsvertreterin abzuweisen.