Decision ID: 9d735629-2181-4f8f-a504-9fef248ba4ad
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war seit
1. Juni 2016
in einem
P
ensum
von 42
%
als Küchenangestellte bei der
Y._
tätig und
damit bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar)
obligatorisch unfall
versichert, als sie
am 1. März 2018 einen Auffahrunfall erlitt
(
vgl. Unfallmeldung vom 26. März 2018,
Urk. 11/UM
1
)
.
Die Mob
iliar
erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen, welche sie m
it Verfügung vom 28.
Januar 2019 (Urk. 11/60-61)
per 2
. September 2018 ein
stellte
.
Die
von der Versicherten dagegen
erhobenen Einsprachen (Urk. 11/64-65, Urk. 11/68-70,
Urk.
11/98-101)
wies die
Mobiliar mit
Einspracheentscheid
vom 1. Mai 2019
ab (Urk. 11/102-113 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1. Mai 2019
(Urk. 2)
erhob die Versicherte am 3. Juni 2019 Beschwerde
und beantragte, dieser sei insoweit aufzuheben, als dass darin die Übernahme von Heilbehandlungs- und Therapiekosten über den 30.
(
richtig
: 1.
)
September
2018 hinaus
abgelehnt werde. Eventuell sei der
ent
scheidrelevante
medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abzuklären (Urk. 1 S.
2 Mitte).
Am 18. Juni 2019
(Urk. 6)
reichte die Beschwerdeführerin einen neuen Arztbericht (U
rk. 7) ein.
Die Mobiliar
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2019 (Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 8. Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Am 14. August 2019 (Urk. 15) reichte die Beschwerdegegnerin aufforderungsgemäss
(vgl. Urk. 13) die von ihr in Aussicht gestellte Stellungnahme ihres beratenden Arztes zu dem von der Beschwer
de
führerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztbericht ein (Urk. 16).
Innert angesetzter Frist
liess sich
die Beschwerdeführerin
dazu nicht vernehmen
(vgl. Urk. 1
7
-19).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu
sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur glei
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störung
en ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträch
tigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, De
pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheit
liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Un
fall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inte
rnen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im angefochtenen
Entscheid (Urk
. 2)
davon aus
, es
mangle an einer organischen Läsion, anhand der sich eine unfallbedingte Schädi
gung
mit anhaltenden Beschwerden begründen liesse. Darüber hinaus habe auch kein eigentliches buntes Beschwerdebild bestanden. Mehr als vorübergehende Beschwerden, mit deren
Abklingen
wenn nicht scho
n anfangs
Juni so jedenfalls spätestens anfangs September 2018 wieder der Zustand bestand
en habe
, wie er auch ohne das Ereignis zu erwarten gewesen wäre, liessen sich mangels eines
radikulären
Syndroms und organisch nachweisbarer frischer Schäden nicht be
gründen (S. 11
lit
. d). Im Übrigen wäre
– aus näher dargelegten Gründen
–
klarer
weise auch die Adäquanz weiterer somatischer wie auch allfälliger psychischer Beschwerden zu verneinen (S. 11 f.
lit
. i
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (Urk. 1) demgegenüber geltend,
d
ie behandelnde Rheumatologin habe schlüssig dargelegt, weshalb keine degenerative, sondern eine traumatische Ursache für die gefundenen Verände
rungen an der Halswirbelsäule
angenommen werden müsse. Gemäss ihrer Ein
schätzung sei von einer durch den Unfall verursachten richtungsweisenden Ver
schlechterung eines allenfalls bereits leicht degenerativ veränderten Vorzustands auszugehen (S. 4 f. Ziff. 10). Zudem sei sie
(die Beschwerdeführerin)
nach Ein
schätzung ihres behandelnden Arztes bislang inadäquat behandelt worden, da fälschlicherweise vom Vorliegen einer
Diskushernienproblematik
ausgegangen worden sei. Das Unfallereignis habe jedoch ein Problem mit den Ligamenten her
vorgerufen, was den derzeit noch beste
henden Therapiebedarf begründe (
S. 5 Ziff.
11). Es lägen damit mehrere Berichte behandelnder Ärzte vor, welche die
physiologisch nachweisbaren Veränderungen auf das Unfallereignis zurück
führten
(S. 5 Ziff. 12).
Eventuell habe die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen in die Wege zu leiten, denn der Beweiswert der vertrauensärztlic
hen Beurteilung, auf welche sie
sich stützte, sei – aus näher dargelegten Gründen – deutlich herabgesetzt (S. 6 Ziff. 14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aus dem Unfallereignis vom 1. März 2018 über den 1. September 2018 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat und damit insbesondere, wie es sich mit der Kausalität der über diesen Zeitpunkt hinaus
geklagten Beschwerden verhält.
3.
3.1
Gemäss
Angaben im unfallanalytischen
G
utachten vom
16.
Januar
2019 (Urk.
11
/5/30-41) fuhr die Beschwerdeführerin
am Morgen des
1. März 2018
bei Schneefall auf dem Normalstreifen
der Autobahn. Als sie
ihr Fahrzeug vor der
Ausfahrt,
an der sie abzufahren g
e
dachte, stark abbremste,
fuhr ein folgendes Fahrzeug mit der vorderen rechten Front linksseitig auf das Heck
ihres
Fahrzeugs auf
(S. 2 unten, S. 3 unten
, S. 9 unten
).
Die
durch den
(primären)
Heckanstoss
bewirkte Geschwindigkeitsänderung (
Delta
-v) lag
zwischen
13.4 und 19.4 km/h
.
Aufgrund der weiteren Schäden an den Fahrzeugen vermutete der Gutachter einen weiteren (nicht rekonstruierbaren) Anprall (
Sekundäranstoss
), dessen Inten
sität er als
deutlich
geringer bezeichnete als die für den
Primäranstoss
berechnete, wobei er eine allfällige „out
of
position
“ der Beschwerdeführerin nicht
aus
schliessen
konnte (S. 1
, S. 9
).
3.2
Die Erstuntersuchung erfolgte am Unfalltag auf der Notfallstation des
Z._
.
Die dort
durchgeführte Computertom
ographie
(CT
) des
Neurok
raniums
ergab keine intrakranielle Blutung und keinen Nachweis
von
Frakturen
(Urk. 11/2/M3).
I
n der
durchgeführten
Bildgebung der Brustwirbel
säule (BWS)
waren
ebenfalls
keine
Fraktur
en nachzuweisen
(Urk.
11/2/M4).
I
m
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikal
em Beschleu
ni
gungstrauma (Urk. 11/2/M2)
führten die Ärzte des
Z._
a
m 3. April 2018
aus, die Beschwerdeführerin
habe
unter anderem
angegeben,
sie habe den Kopf an der Kopfstütze angeschl
agen. Sie sei auf die Kollision gefasst gewesen (Ziff. 2b). S
ofort nach dem Unfall
habe sie
Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkei
t verspürt
und sie
habe Erbrechen müssen
. Nackenschmerze
n
, Hör-, Seh- und Schlaf
stö
rungen habe
die Beschwerdeführerin
verneint
(Ziff. 4).
Vor dem Unfall hätten
behandlungsbedürftige
Rückenbeschwerden bestanden (Ziff. 5).
B
eim Ausführen aktiver Bewegungen der Halswirbelsäule (HWS)
habe die Beschwerdeführerin keine Schmerzen verspürt
.
Im Bereich
des
Brustwirbelkörpers (
BWK
)
7 sei
para
vertebral
ein Druckschmerz zu erheben gewesen (Ziff. 6). Als vorläufige
(Ver
dachts-)
Diagnose
(Ziff. 7)
nannten die Ärzte
eine HWS-Distorsion
Grad 0
gemäss
der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation
(keine Nackenbeschwerden, keine somatischen Befunde)
und attestierten der Beschwerdeführerin eine volle Arbeits
unfähigkeit vom 1. bis 2. März 2018 (Ziff. 9) beziehungsweise bis 5. März 2018 (Urk. 11/2/AU1).
3.3
Dr. med.
A._
, praktische Ärztin
,
führte
in
ihrem
Bericht vom
17. April 2018 (Urk. 11/2/M1)
aus, die Beschwerdeführerin habe nach dem Unfall Schwindel verspürt und zweimal erbrechen müssen (Ziff. 3). A
ls Befund
nannte
sie eine
Druckdolenz
im Berei
ch von BWK
7 paravertebral sowie eine
Druck
dolen
z
im Bereich der Kalotte links
temporo
-okzipital (Ziff. 4).
Die Therapie be
stehe in Physiotherapie und Schmerztherapie (Ziff. 7). Die Beschwerdeführerin sei seit 1. März 2018 arbeitsunfähig, wie lange sei offen (Ziff. 8).
3.4
Am 30. Juni 2018 (Urk. 11/2/M5) berichtete Dr.
A._
,
die Beschwerde
füh
rerin habe gleich nach dem Unfall kaum an Schmerzen gelitten. Erst im weiteren Verlauf hätten sich als Folge des Unfalls
ausgeprägte Muskelverspannungen
ent
wickelt, welche im Sinne von Schmerzen und einer Bewegungseinschränkung
starke Beschwerden verursachten
. I
nsgesamt zeige sich ein langsam bessernder Zustand. Es bestünden aber weiterhin muskuläre Verspannungen thorakal links, welche starke Schmerzen verursachten und sich bei Belastu
ng deutlich verschlim
merte
n (Ziff. 4). Ab 1. Juli 2018
bestehe für die bisher ausgeübte Tätigkeit wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 6, Ziff. 8).
3.5
Am 11. August
2018
berichtete D
r. med.
B._
,
in der Praxis von Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3)
tätige
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
(Urk. 11/2/M6).
Als Diagnose nannte
sie ein leichtes Schädel-Hirnt
rauma und eine Prellung der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
am 1. März 2018 mit Schock
reak
tion und Flashbacks.
Zum Befund führte sie aus, initial sei die gesamte Wirbel
säule berührungsempfindlich und
dolent
gewesen. An der HWS sei nur eine geringe
endgradige
Bewegungseinschränkung mit weichem Stopp zu erheben gewesen. An der BWS
sowie
am Rippenthorax
über allen unteren Rippen bis etwa C4
habe linksbetont eine
Dolenz
bestanden
. Nach wenigen Tagen sei
en
eine starke lokale
Druc
kdolenz
etwa
im Bereich
von
BWK 8
und
eine leichte
Druckdolenz
von BWK 7 bis Halswirbelkörper (
HWK
)
7
sowie
am
Nacken starke muskuläre Verspannung
en zu erheben gewesen (Ziff. 1)
. Der Verlauf sei initial zäh gewesen mit persistierenden starken Schmerzen und Schlafstörungen. Ab Juli sei dann
eine klare Besserung der Beschwerden zu verzeichnen gewesen (Ziff. 2). Am 2.
Juli
2018 habe die (ärztliche) Behandlung abgeschlossen werden können (Ziff.
7).
3.6
Am 28. November 2018 berichtete Dr.
B._
(Urk. 11/2/M7), der Heilverlauf sei gut, die
Beschwerden
seien
jedoch noch nicht vollständig ausgeheilt (Ziff. 3). Als Befund zu erheben sei eine verspannte, schmerzhafte Nacken- und Rücken
mus
kulatur (Ziff. 1). Eine
regelmässige
ärztliche Behandlung sei nicht mehr nötig, zur Erhaltung der Schmerzfreiheit sei jedoch weiterhin eine
regelmässige
physio
thera
peutische Behandlung indiziert
(Ziff. 8).
3.7
Der beratende Arzt der Bes
chwerdegegnerin, Dr. med. C._
, Facharzt für Chirurgie, nannte in seiner Stellungnahme vom
5. Dezember 20
18
(
Urk. 11/2/
M8)
als Diagnose
einen Status nach Heckauffahrkollision ohne strukturellen Schaden der HWS und der
BWS
(Ziff. 1).
Er
führte aus, der Status quo ante sei spätestens sechs Monate nach der Kollision beziehungsweise per 31. August 2
018 erreicht gewesen (Ziff. 4).
3.8
Am 12. Dezember 2018
(
Urk.
11/
2/
M9/1)
berichtete Dr.
B._
(vorstehend E. 3.5)
,
leider bestehe auch mehr als sechs Monate nach dem Ereignis vom 1. März 2018 noch kein Status quo. Die Beschwerdeführerin leide weiterhin an schmerzhaften Muskelverspannungen, welche sich nach Belastungen verschlimmerten und zu
dem zu Schlafstörungen führten.
Erfreulicherweise sei
sie
trotz der genannten Beschwerden seit dem 2. Juli 2018 wieder lückenlos erwerbstätig.
Um dies zu erhalten, sei zwingend
notwendig
, dass
sie
weiterhin regelmässig Physiotherapie durchführe und punktuelle medizinische Konsultationen wahrnehme.
3.9
Am 3. Januar 2019 erstattete
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.8) ein Aktengutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
11/
2/
M10)
.
Zur Frage der Kausalität der geklagten gesundheitlichen Störungen führte er aus, bei der Erstbehandlung
im Vordergrund gestanden hätten nicht
- wie normalerweise zu erwar
ten
zervikale Beschwerden,
sondern paravertebrale Beschwerden auf
der
Höhe
von
BWK 7.
Bei der Überprüfung der HWS-Beweglichkeit
(anlässlich der Erstbehandlung)
habe die Beschwerdeführerin keine Schmerzen angegeben, es habe lediglich eine leichte Rotationseinschränkung bestanden. Der angegebene Schwindel und das Erbrechen lägen
sodann
im Rahmen einer normalen phy
siologischen/vegetativen Reaktion auf das Ereignis. Die Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung k
ö
nne nicht gestellt werden, da weder
hierfür erforderliche
Bewusstseinstörungen
noch eine retro- oder
anterograde
Amnesie vorg
elegen hätten
(S. 7 Ziff. 3)
.
Im Vordergrund hätten während über neun Monaten muskulär bedingte Rücken
beschwerden gestanden. Diese könnten nur
für wenige
Wochen
als unfallbedingt erachtet
werden. Eventuelle durch die Kollision verursachte Mikrohämatome resorbierten innerhalb weniger Tage/
Wochen vollständig. Mit einer inaktivitäts
bedingten Schonhaltung hätten sich theoretisch muskuläre
Dysbalancen
ent
wickelt haben können. Diese seien physiotherapeutisch behandelt prinzipiell reversibel. Spätestens nach drei Monaten müsse von einem Status quo ante aus
gegangen werde
n
, dies
auch entsprechend
der Literatur (S. 7 f. Ziff. 3). Weiter
bestehende Beschwerden seien ab dem 2. September 2018 nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 1. März 2018 zurückzuführen (S.
8 Ziff.
4). Die Behandlungsmassnahmen
würden ausschliesslich mit
«musku
läre
n
Verspannungsschmerzen»
begründet. F
ür diese bestehe
jedoch
kein unfall
bedingtes anatomisches Substrat. Behandelt würden Beschwerden, die nicht mehr ausreichend mit dem Unfall begründbar seien (S. 8 Ziff. 5).
3.10
Am 25. Januar 2019 (Urk. 11/2/M
11)
berichtete Dr. med. D._
, Fachärztin
Allgemeine Innere Medizin und
für Rheumatologie,
anlässlich
ihrer Erstuntersuchung der Beschwerdeführerin
am 15. Januar 2019 hätten sich einerseits zervikale aber auch thorakale Beschwerden gefunden. In den neu erstellten Röntgenbildern
seien
im Bereich der BWS weiterhin keine Fraktur und keine degenerativen Veränderungen
ersichtlich gewesen. Im Bereich der HWS
fänden
sich aber eine ausgeprägte
Osteochondrose
mit Knickbildung und begin
nen
den
Retrospon
d
ylophyten
auf Höhe C4/5. Da im
Z._
leider keine Bildgebung der HWS angefertigt worden sei, könne nicht beurteilt werd
en, ob diese unfall
kausal seien,
oder ob sie schon vorbestanden hätten. Normalerweise träten aber degenerative Veränderungen in den Segmenten C5 bis C7 auf, sodass ihrer Mei
nung nach doch mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer richtungswei
sen
den Veränderung ausgegangen werden müsse, zumal bis vor d
em Unfall nie Schmer
zen im Berei
ch der HWS und der BWS bestanden hätten, und in den unte
ren HWS-Segmenten, wo normalerweise Abnützungserscheinungen vorhanden seien, gute Verhältnisse bestünden.
3.1
1
Die am 1. Februar 2019
im
E._
durchgeführte Magnetresona
n
ztomographie (MRI) der HWS inklusive
kraniozervikalem
und
zervikothorakalem
Übergang (Urk. 11/2/M12) ergab gemäss Beurteilung des Radiologen
Folgendes:
-
Streck- beziehungsweise leichte
Kyphosefehlstellung
der HWS
-
mä
ssiggradige
Osteochondrose
C4/5 mit
geringgradigen
ödematösen End
plattenveränderungen (
Modic
I) sowie zirkuläre
r
Protrusion
der Band
scheibe mit Impression des Duralsacks beziehungsw
eise leichter Impres
sion der ve
ntralen
Myelonkontur
ohne Nachweis einer Myelopathie
-
mässiggradige
Foraminalstenose
C4/5 links mit möglicher
foraminaler
Affektion der C5-
Nervenwurzel links ohne Nachwei
s ei
ner Nerven
wurzelkompression
-
mässiggradige
Sp
ondylar
t
hrose
C4/5 beidseits
-
leichtgrad
ige
Sp
o
ndylarth
ro
sen
C3/4 beidsei
ts, C5/6 bei
d
s
eits und C6/7
beids
e
i
t
s
-
kein Nachweis einer Fraktur an
der Vorderka
nte von HWK 6.
3
.12
In ihrem
Schreiben an den Vertrauensarzt
der Beschwerdegegnerin
vom 12.
Februar 2019 (Urk. 11/2/M13)
bekräftigte
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.10)
ihre
Auffassung, wonach die in den neusten Bildgebungen der HWS objektivierten Veränderungen unfallkausal seien.
3.13
PD Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Wirbel
säulenchirurgie, führte i
n seinem Bericht an Dr.
D._
vom
28. März 2019
(
Urk.
11/
2/
M14
)
aus
,
er habe der Beschwerdeführerin einen Therapieschein
für eine
relordosierende
Stabilisationsg
y
mnasti
k
mitgegeben
. Die
plur
ietagere
Diskopathi
e
der HWS sei zweifellos mehrjährig in Entwicklung, sodass diese nicht unfallk
ausal sei beziehungsweise nicht durch das Er
eig
nis
im Frühjahr 2018 erklärt werden
könne
.
3.14
Dr.
med.
G._
,
H._
, berichtete am 4. Juni 2019 über am 7. Mai und 4. Juni 2019 erfolgte Konsultationen
(Urk. 7)
und nannte folgende Diagnose
n
(S. 1):
-
c
erviko-thorako
- und
lumbovertebrales
Syndrom mit
spondylogener
Aus
strahlung links zervikal bei Hypermobilitätssyndrom mit segmentalen Dysfunktionen intervertebral und
costovertebral
-
Wirbelsäulenfehlstatik (abgeflachte BWS-Kyphose) mit Haltungsin
suffi
zienz thorakal und abdominal
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma anlässlich Autounfall vom 1. März 2018
.
Dr.
G._
führte aus, die zervikale Symptomatik habe nach dem HWS-Distorsionstrauma anlässlich des Autounfalls vom 1. März 2018 begonnen und sei seither nie vollständig abgeklungen. Dabei seien die segmentalen Dysfunk
tionen als Ursache der Beschwerden wahrscheinlich nie korrekt diagnostiziert worden, sondern es sei nur auf die Morphologie im MRI abgestellt worden, die für die Beschwerden jedoch nicht relevant sei. Die beschriebenen
Diskus
protru
sionen
seien als Zeichen der zugrundeliegenden Hypermobilität zu interpretieren. Die unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung eines pathologischen Vor
zu
stands (Hypermobilitätssyndrom, Haltungsinsuffizienz) dürfte unter den vorge
schlagenen Therapien (manuelle Mobilisation der ganzen Wirbelsäule, Infiltra
tionen, Instruktion von Kräftigungsübungen)
spätestens in vier Monaten, mithin Ende August 2019, abgeschlossen sein (S. 2 Mitte).
3.15
Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin,
führte
in seiner
Stellungnahme
vom 8. August 2019
(Urk. 16) aus
,
i
n der Folge des Ereignisses vom 1. März 2018 hätten an der gesamten Wirbelsäule zu keinem
Zeitpunkt struk
turell-
traumatische Läsionen
nachgewiesen werden können
und es hätten sich auch weder eine
radikuläre
Schmerzsymptomatik noch neurologische Defi
zite belegen lassen
(S. 2 unten).
In Kenntnis der vielen verschiedenen Ursachen einer Hypermobilität erscheine eine unfallbedingte Auslösung einer solchen so
dann höchstens möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich. Dr.
G._
habe auch eine
Haltungsinsuffizienz der BWS und der LWS festgestellt, was gegen eine lokale Hypermobilität spreche und eher eine generalisierte Hyper
mobilität impliziere, die alle Bereiche des Bewegungsapparates der Beschwerde
führerin betreffe. Eine unfallbedingte Verursachung trete somi
t in den Hinter
grund (S. 3 Mitte
)
.
Hinsichtlich segmentaler zervikaler Dysfunktionen seien in der medizinischen Literatur viele verschiedene Ursachen bekannt
. In Frage käme vor allem die bandscheibenbedingte Erkrankung der zervikalen Segmente
. Den Aus
sagen von Dr.
G._
mangle es an einer kritischen Auseinandersetzung über die mögliche Auslösung der segmentalen Dysfunktionen im Sinne konkurrie
render Erkrankungen (S. 3 unten).
In Bezug auf die
Diskopathie
könne bei voll
ständigem Fehlen einer zeitnahen
radikulären
Symptomatik beziehungsweise neu
rologischer Defizite auch keine vorübergehende Verschlimmerung ange
nommen werden (S.
4 oben).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass
die am Unfalltag durchgeführten
Bildgeb
ungen
(CT des
Neurokraniums
, Röntgenuntersuchung der BWS)
keine trau
matischen Befunde ergaben
(vorstehend
3.2). Die behandelnde Dr.
A._
berichtete im April
2018 (vorstehend E. 3.3)
von
einer
Druckdolenz
im Bereich von BWK 7 sowie
einer
Druckdolenz
im Bereich der Kalotte links
temporo
-ok
zi
pital
,
und im Juni 2018 (vorstehend E. 3.4) von
(erst im Verlauf
) aufgetretenen ausgeprägten Muskelverspannungen.
I
m August 2018
berichtete Dr.
B._
(vor
stehend E. 3.5)
überdies, dass nach wenigen Tagen (auch) eine ausgeprägte
Druckdolenz
etwa im Bereich von BWK 8 bestanden habe und bestätigte starke muskuläre Verspannungen am Nacken. Ab Juli 2018
beschrieb
sie jedoch eine klare Besserung der Beschwerden und hielt fest, dass die ärztliche Behandlung habe abgeschlossen werden können.
Im
November 2018
(vorstehend E. 3.6) be
richtete sie
abermals
von einem guten Heilverlauf, wobei noch eine verspannte, schmerzhafte Nacken- und Rückenmuskulatur zu erheben gewesen sei. Eine regel
mässige Beh
andlung erachtete s
i
e
(weiterhin) als nicht mehr notwendig.
Dementsprechend hatte Dr.
A._
der Beschwerdeführerin bereits im Juni 2018 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
für die bisher ausgeübte Tätigkeit
ab 1.
Juli 2018 attestiert (vorstehend E. 3.4).
In Kenntnis dieser Aktenlage
ging der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
C._
,
in seiner Stellungnahme vom
Dezember 2018
(vorstehend E. 3.7)
von einem
spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis
erreichten Status quo ante aus. Er
verneinte
das
Vorliegen (unfallbedingter) struktureller Schäden an der HWS und der BWS, was im Einklang mit der Rechtsprechung steht, wonach von
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1), und dass klinische Befunde wie Ver
härtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit nicht auf ein klar fassbares unfall
bedingtes organisches Korrelat der geklagten Beschwerden
schliessen
lassen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_46/2010 vom 2
6.
April 2010 E. 4.3).
Diese Einschätzung bestätigte
Dr.
C._
in seinem Aktengutachten vom Januar 2019 (vorstehend E. 3.9), welches er erstattete, nachdem Dr.
B._
im Dezember 2018 von
anhaltenden schmerzhaften Muskelverspannungen berichtet
und
das Errei
chen eines Staus quo verneint hatte (vorstehend E. 3.8).
In seinem Akten
gut
achten legte Dr.
C._
nachvollziehbar dar,
dass eventuelle, durch die Kollision verursachte Mikrohämatome innerhalb weniger Tage/Wochen vollständig resor
bierten und allfällige durch eine Schonhaltung hervorgerufene muskuläre
Dysba
lancen
physiotherapeutisch behandelt prinzipiell reversibel seien. Unter Bezug
nahme auf die Literatur
erachtet
e er den Status quo ante nunmehr gar bereits als drei Monate na
ch d
em Unfallereignis erreicht und
bezeichnete
er die behandelten Beschwerden nachvollziehbar als nicht mehr ausreichend mit dem Unfall be
gründbar.
4.2
Die von Dr.
D._
im Januar 2019 veranlasste Bildgebung der BWS ergab
wiederum
keine Fraktur und auch keine degenerativen Veränderungen. Mittels Röntgenuntersuchung der HWS wurde indes eine ausgeprägte
Osteo
chond
rose
mit Knickbildung und
beginnenden
Retrospondylophyten
auf Höhe C4/5 objektiviert (vorsteh
e
nd E. 3.10). Die MRI-Untersuchung der HWS vom Februar 2019
(vorstehend. E. 3.11)
ergab
im Wesentlichen
eine Fehlstellung der
HWS
, eine
mässiggradige
Osteochondrose
C4/5 mit einer Bandscheiben
proble
matik sowie unterschiedlich ausgeprägte
Foraminal
- beziehungsweise
Spondyl
arthrosen
C3 bis C7
.
Die Beschwerdeführerin machte geltend, die objektivierten Veränderungen an der HWS seien traumatischer Natur beziehungsweise es handle sich
gemäss
Beur
teilung durch Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.10, E. 3.12)
um eine rich
tungsweisende Verschlechterung
eines allenfalls bereits leichten
degenera
tiven Vorzustands (
vorstehend E. 2.2).
Dem
entgegenzuhalten
ist vorab
die
Beurteilung
des
Wirbelsäulenchirurgen PD Dr.
F._
, welcher in seinem Bericht vom März 2019 (vorstehend E. 3.13) die
plurietagere
Diskopathie
der HWS als zweifellos mehr
jährig
in Entwicklung bezeichnete und e
ine Unfal
lkausalität verneinte.
Gemäss
der nachvollziehbaren Beurteilung durch Dr.
I._
(vorstehend E. 3.15) ist dies
bezüglich bei vollständigem Fehlen einer zeitnahen
radikulären
Symptomatik be
ziehungsweise neurologischer Defizite auch nicht von einer vorübergehenden Ver
schlimmerung auszugehen.
Abgesehen davon
erschöpft sich die von
der be
handelnden Rheumatologin und Internist
in Dr.
D._
zur Begr
ün
dung der Unfallkausalität hau
p
t
sächlich angeführte Beschwerdefreiheit im Bereich der HWS und der BWS bis zum Unfallereignis in der beweisrechtlich nicht zulässigen
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist
.
Diese vermag zum
Nachweis eines natürlichen Kausalzusammen
hangs
nicht zu genügen
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
I
m MRI vom Februar 2019
waren sodann
(
auch
)
Abnützungserscheinungen in Form von – wenn auch nur leichtgradigen –
Spondylarthrosen
C5/6 beidseits und C6/7 beidseits zu objektivieren, w
eshalb
die Begrü
ndung von Dr.
D._
, gute Verhältnisse in den unteren HWS-Segmenten sprächen mit grosser Wahrschei
n
lichkeit für eine richtungsweisende Veränderung, ebenfalls
nicht überzeugt.
Bei der Würdigung der Berichte von Dr.
D._
gilt es
schliesslich
nicht zuletzt der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
behandelnde Arztper
sonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Gemäss
der
Beurteilung durch
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.14) sei ein Hypermobilitätssyndrom mit
segmentale
n
Dysfun
k
ti
onen
die Ursache für die Beschwerden der Beschwerdeführerin. Er
vertrat die Auffassung
, dass d
er Unfall zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines pathologischen Vorz
ust
ands in Form eines Hypermobilitätssyndroms und einer Haltungsinsuffizient geführt
habe.
Ausser
der sich in der Argumentation nach der Formel
«
post
hoc ergo
propter
hoc»
erschöpfenden Aussage, wonach die zervikale Symptomatik nach dem HWS-
Distorsionst
rauma begonnen habe und seither nie verschwunden sei, findet sich im Bericht von Dr.
G._
keine Begründung für die von ihm postulierte Unfallkausalität.
Dass und inwiefern es bezüglich der Hypermobilität und ins
besondere auch der Haltungsinsuffizienz
aufgrund des Unfallereignisses zu einer Verschlimmerung gekommen sein soll, ist nicht ersichtlich, zumal betreffend die
Diskusprotrusionen
, die gemäss Dr.
G._
als Zeichen der Hypermobilität zu sehen seien, klinisch zu keinem
Zeitpunkt eine Symptomatik zu erheben war. Insbesondere wurde auch seitens Dr.
G._
das Bestehen peripherer
radiku
lärer
Ausfallsbefunde verneint (Urk. 7 S. 1 unten).
Im Übrigen wies Dr.
I._
in seiner Stellungnahme vom August 2019 (vorstehend E. 3.15) darauf hin, dass als Ursachen segmentaler zervikaler Dysfunktionen
auch viele auf ein Krankh
e
i
ts
ge
schehen zurückzuführende Ursachen, vor allem die bandscheibenbedingte Erkran
kung der zer
vikalen Segmente, in Frage kämen, mit welchen sich Dr.
G._
nicht auseinandergesetzt habe
.
4.4
Vor dem Hintergrund dieser Aktenlage
steht fest, dass das Vorliegen natürlich kausaler organischer Unfallfolgen nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen
ist.
Von weiteren Abklärungen sind keine massgebenden neuen Erke
nntnisse zu erwarten, weshalb
von
der in der Beschwerde eventualiter beantragten Rückweisung
abzusehen ist.
4.5
Zu
prüfen
bleibt
, ob in Bezug auf den Unfall vom
1. März 2018
von einem
erlittenen
Schleudertrauma der
HWS
auszugehen ist. Dies erfordert nebst der entsprechenden medizinischen Diagnose das Vorliegen eines für solche Verletz
ungen typischen Beschwerdebildes
(vgl. vorstehend E. 1.2)
.
Gemäss
Rechtspre
chung des Bundesgerichts
müssen sich Nackenbeschwerden innert einer Latenz
zeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall manifestieren, damit der natürliche Kausalzusammenhang mit dem Un
fallereignis bejaht werden kann (Urteil des Bundesgerichts U 418/06 und U 420/06 vom 29. März 2007 E. 5.4.1), wobei es genügt,
wenn die versicherte Person an Nackenschme
rzen leidet, und weitere
praxisgemässe
Beschwerde
n erst mit der Zeit hinzukommen
(Urteil des
Bundesgerichts U 336/06 vom 30.
Juli 2007 E. 5.1).
Anlässlich der Erstuntersuchung im
Z._
verneinte die Beschwerdeführerin Nackenbeschwerden.
Dementsprechend nannten die Ärzte als (Verdachts-) Diag
nose auch lediglich eine HWS-Distorsion Grad 0
(vorstehend E. 3.2)
. Die behan
delnde Ärztin Dr.
A._
erwähnte sodann weder in ihrem Bericht vom 17.
April 2018 (vorstehend E.
3.3) noch in ihrem Bericht vom 30.
Juni
2018 (vorstehend E. 3.4) Nackenbeschwerden.
Dass sich bei der Beschwerdeführerin innert der geforderten Latenzzeit von höchstens 72 Stunden Nackenbeschwerden manifestiert hätten, ist durch die echtzeitlichen medizinischen Akten damit nicht belegt und bereits deshalb ist fraglich, ob vom Vorliegen eines Schleudertraumas
der HWS
auszugehen ist. Insbesondere fehlt es aber auch an einem für diese Verletzung typischen bunten Beschwerdebild. Wie bereits Dr.
A._
im Juni 2018
(vorstehend E.
3.4)
,
be
schrieb
auch Dr.
B._
in ihrem Bericht vom
Dezember 2018 (vorstehend E.
3.8) einzig schmerzhafte muskulär
e
Verspan
nungen. Dr.
D._
berichtete im Januar 2019
(vorstehend E
.
3.10) lediglich von zervikalen und thorakalen Beschwerden und auch den Berichten von PD Dr.
F._
(vorstehend E. 3.13) und Dr.
G._
(vorstehend E. 3.14) sind keine
Befunde
zu entnehmen, die auf das Vorliegen
des typischen Beschwerde
bilds
hindeuten würden
. Dr.
G._
führte
in der Anamnese vielmehr einzig eine Nackenverspannung mit teils Kopfschmerzen okzipital und Ausstrahlung teils in den linken Arm an (Urk. 7 S. 1 unten).
Damit handelt es sich bei der anlässlich des Unfalls vom 1. März 2018 zuge
zogenen Verletzung nicht u
m ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule.
4.6
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen dem Auffahrunfall vom 1. März 2018 und den von der Beschwerdeführerin noch geklagten Beschwerden spätes
tens anfangs September 2018 als nicht mehr gegeben erachtete und ihre Leis
tungspflicht ab dem 2. September 2018 verneinte.
Damit e
rübrigen sich Erwä
gungen zur adäquaten Kausalität. Die Beschwerde ist abzuweisen.