Decision ID: ecb599dd-b4b1-4418-ac3d-3e8b786cc98c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1958 geborene
n
X._
wird nach einem am 10. September 1999 erlitte
nen
Verkehrsunfall seit dem 1.
Januar
2003 von der
damals
zuständige
n
Unfall
versicherung Zürich Versicherungsgesellschaft AG
für die vormals ausgeübte 40%ige unselbständige Erwerbstätigkeit als Verkäuferin eine ganze UVG-Rente
ausgerichtet (Urk.
8/
196
).
Seit dem 5. April 2013 war die Versicherte in einem 50 %-Pensum als Senio
ren
betreuerin bei der
Y._
,
Z._
, ange
stellt
und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom
3.
April 2017
liess sie der
Suva
mitteilen, dass sie am
30. März 2017
von einem einbiegenden Personen
wagen gerammt worden sei und sich dabei eine Prellung der linken Schulter
zu
ge
zogen
habe (Urk.
8/1
).
Die
am
31. März 2017
konsultierte
n
erstbehandelnde
n Ärzte der Chirurgischen Klinik des
A._
stellte
n
die
vorläufige
n
Diag
nose
n von unter anderem einer Kontusion des
Hemithorax
links, einer
Hals
wirbelsäulen(
HWS
)
-Distorsion Grad II und einer
Kontusion des
Dig
. I der linken Hand
(Bericht vom
3. April 2017
; Urk.
8/15
).
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld;
Urk.
8/13
).
Mit Verfügung vom
30. August 2018
schloss
sie den Fall per 1.
Septem
ber 2018
ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Ver
sicherungsleistungen verneinte sie mit der Begründung,
die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar, die deshalb zu prüfende Adäquanz sei zu
verneinen
(Urk.
8/236
).
Die von
der Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom
21. September
2018
(Urk.
8/244
) wies die
Suva am 16. April 2019 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
28. Mai 2019
Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es sei
die Vorinstanz zu verpflichten, ihr auch für die Zeit ab 1. September 2018 sämtliche nach UVG versicherten Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilbehandlungs
kosten sowie eine Rente und Integritätsentschädigung, zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zu
rückzuweisen.
Am 30. Juli 2019
beantragte die
Suva
, die Beschwerde sei abzu
weisen (Urk.
7
)
. Mit Replik vom 13. November 2019
(Urk.
14
)
und Duplik vom 17. Dezember 2019 (Urk. 17) hielten die Parteien an ih
ren Anträgen fest.
Die Duplik der Beschwerdegegnerin wurde
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
20. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht
(Urk.
19
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hatte
das Leistungs
begehren der Versicherten mit Verfügung vom
18. Juli 2018
abgewiesen (Urk.
8/217
)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum abgewiesen (Prozess Nr.
IV.2018.00714
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. Septembe
r 2015 beziehungsweise am 9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
se
tzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
30. März 2017
ereignet, weshalb die ab dem 1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
geh
enden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
che
n Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erh
offte Besserung ins Gewicht
fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
son
dere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber
2014 E. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur
säch
licher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit, dass
Röntgenbilder der HWS, der linken Schulter und des Thorax vom 31. März 2017 keine
ossäre
Läsion gezeigt hätten. Ein MRI der HWS vom 22. März 2018 habe degenerative Veränderungen aber keine traumatische Läsion ergeben.
Ge
mäss Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Radiologie,
lägen weder an der
HWS noch an der linken Schulter organische Unfallfolgen im Sinne struktureller Veränderungen vor, der Status quo sine sei spätestens am 15. Mai 2017 erreicht
worden
. Aus somatischer Sicht sei die Anna
hme eines Status quo sine am 1.
September 2018 deshalb nicht zu beanstanden (S. 4-5). Zwischen dem vorlie
gend als leicht zu qualifizierenden Unfall und den psychischen Störungen bestehe kei
n adäquater Kausalzusammenhang (S. 5-6). Die Versicherungsleistungen seien damit zu Recht per 1. September 2018 eingestellt worden (S. 6).
In ihrer
Beschwerdeantwort (Ur
k.
7
) hielt sie ergänzend fest,
sie habe im hängigen Beschwerdeverfahren
bei
med.
pract
.
C._
, Facharzt
für Chirurgie, Unfallchi
rur
gie und
Viszeralchirurgie
,
eine vertrauensärztliche Beurteilung einholen lassen. Aus dieser ergebe sich, dass bezüglich der linken Schulter von einem mannig
fachen Vorzustand auszugehen sei
. Beim Unfall vom 30. März 2017 sei die Be
schwerdeführerin keiner erheblichen auf die linke Schulter einwirkenden schädi
genden Gewalt ausgesetzt gewesen. Bezüglich der HWS sei ein Vorzustand in Form eines erheblichen, bandscheibenbedingten Verschleissleidens mit fortge
schritte
nen
Osteochondrosen
und Spondylosen sowie ein Status nach HWS-Distorsion dokumentiert
. Durch das Unfallereignis sei es
- aus weiteren näher dargelegten Gründen -
lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Schulterbeschwerden links
und der HWS
gekommen
, wobei der Status quo sine
vel
ante mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens sechs Monate nach dem Ereignis eingetreten sei. Die Leistungsterminierung per 1. September 2018
sei damit nicht zu beanstanden. Soweit die Beschwerdeführerin die im Zusam
me
n
hang mit der Beurteilung der Aktenlage vom Kreisarzt abgegebenen argumen
tativen Kehrtwendungen beanstande, erkläre sich dies vor dem Hintergrund der aus medizinischer Hinsicht nicht überzeugenden Ausführungen
von Dr.
med.
D._
, Facharzt Chirurgie FMH,
im Operationsbericht vom 16.
Juni 2017
(S.
10-
14).
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Urk.
17
) führte sie aus,
eine rich
tungs
gebende Verschlimmerung der bei der
Beschwerdeführerin
bestehenden Vorzu
stände sei nicht nachgewiesen. Die Foto- und Videoprints der Operation vom 16.
Juni 2017
seien im vorliegenden Beschwerdeverfahren beschafft und vom
Vertrauensarzt
med.
pract
.
C._
eingesehen
worden (S. 3).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
anhand der Akten könne nicht nachvollzogen werden, aus welchem Grund der
selbe Kreisarzt der
Beschwerdegegnerin
, nachdem er bereits am 27. Juli 2017 aufgrund des nachträglich bei dieser eingegangenen Operationsberichts vom 16. Juni 2017 seine Beurteilung vom 20. Juni 2017 revidiert und den Knorpel
scha
den doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 30. März
2017 zurückgeführt habe, seine Beurteilung erneut
ändere
, zumal er am 16. Juli 2018 offensichtlich selber noch von die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit einschränkenden «Suva-bedingten Unfallfolgen»
ausgegangen sei. Dr.
B._
widerspreche sich offensichtlich ohne Grund selber,
obschon die unter
schiedlichen Beurteilungen auf identischer Aktenlage beruhen würden. An seinen Berichten beständen
damit
erhebliche Zweifel, weshalb
auf sie
nicht abgestellt werden könne. Sie habe deshalb auch über den 31. August 2018
hinaus
Anspruch auf Leistungen nach UVG, allenfalls sei die Sache zwecks weiteren medizinischen Abklärungen insbesondere die linke Schulter betreffend an die
Beschwerde
geg
nerin
zurückzuweisen
(S. 7-
8).
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Urk.
14
) ergänzte sie,
weshalb der
Bericht von Dr.
D._
einer medizinischen Überprüfung nicht standhalten
solle, werde von der
Beschwerdegegnerin
nicht erklärt
. Vielmehr sei der Opera
tionsbericht
objektiv, in Kenntnis der
Bursektomie
vor 10 Jahren von einem aus
gewiesenen Fachmann erstellt und
- aus näher dargelegten Gründen - schlüssig und nachvollziehbar.
Aufgrund des Operationsberichts beständen auch
an der Zuverlässigkeit der chirurgischen Beurteilung von
med.
pract
.
C._
Zweifel. Letzterer habe die Beschwerdeführerin auch nicht selbst unte
rsucht;
die Foto
dokumentation, auf welche er
sich berufe
, sei zudem nicht aktenkundig. Auch auf
dessen
Beurteilung könne
deshalb
nicht abgestellt werden
(S. 3
-5
).
In Bezug auf die linke Schulter sei es zudem zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen.
Der Beweis für das Erreichen eines Status quo sine
vel
ante sei der Beschwerdegegnerin nicht gelungen, stelle sie doch auf die nicht beweiskräftigen Berichte
von Dr
.
B._
und
med.
pract
.
C._
ab
(S. 5-
6).
3.
3.1
Oberarzt Chirurgie
E._
und Assistenzärztin Chirurgie
F._
von
der Chirurgischen Klinik des
A._
führten im Notfallbericht vom 3. April 2017 (Urk. 8/15) zur Behandlung vom 31. März 2017 folgende Diagnosen auf:
-
Kontusion
Hemithorax
links vom 30. März 2017
-
HWS-Distorsion Grad II vom 30. März 2017
-
Kontusion
Dig
. I Hand links vom 30. März 2017
-
Nitrit-neg. Harnwegsinfekt
Dazu führten sie aus, die
Beschwerdeführerin
sei am Vortag bei niedriger Ge
schwindigkeit mit einem anderen Auto kollidiert. Es bestehe ein Status nach HWS-Distorsion vor 18 Jahren. Es sei zu keinem Kopfanprall gekommen, die Air
bags seien nicht ausgelöst worden und es beständen keine
Commotiozeichen
. Die HWS sei frei beweglich, es beständen keine Prellmarken und keine
ossären
Druck
dolenzen
. Die Bewegung der Schulter links sei schmerzhaft vor allem in der Ab
duktion über 60
Grad
, es beständen keine Prellmarke und keine
ossären
Druck
dolenzen
. An
der
linken
Hand beständen eine
Druckdolenz
im Bereich Metacar
pale I, MCP-Gelenk
Dig
. I und proximale Phalanx
Dig
. I, jedoch keine Prellmarke, kein Hämatom und keine Schwellung. Weder dem Röntgen der HWS noch
des Thorax,
der linken Schulter
oder
der linken Hand seien Hinweise für frische
os
s
äre
Läsionen zu entnehmen (S. 1).
3.2
PD Dr. med.
G._
vom
H._
beurteilte die MR
Ar
t
hrographie
der Schulter links vom 15. Mai 2017 wie folgt (Urk. 8/41):
lang
streckige
Knorpeldelamination
anterior
am
Humeruskopf
, regelrechter Status nach
Acromioplastik
mit entsprechenden Metallartefakte
n
, intakte
Rotatorenman
schette
,
Tendopathie
der
Bizepssehne
sowie verdickter
Bicepssehnen
pulley
/
Kapsel,
Differentialdiagnose beginnende
Capsulitis
adhäsiva
.
3.
3
Am 16. Juni 2017 wurde die
Beschwerdeführerin
an der linken Schulter operiert
(Schulterarthroskopie, Gelenkkörperentfernung und Tenotomie Schulter links)
. Dr.
D._
hielt im Operationsbericht vom 16.
Juni
2017 (Urk. 8/52) die Ope
rationsdiagnosen eines ausgedehnten Knorpelausbruchs der linken Schulter sowie einen Status nach Dekompression links vor 10 Jahren fest.
Letzteres habe keine Beschwerden verursacht. Nun sei es zu einem Sturz gekommen und seit diesem Zei
t
punkt beständen
blockadeartige Beschwerden. Im MRI bestehe der Verdacht auf eine
Subscapularispartialruptur
mit luxierter LBS (Sehne des langen
Biceps
kopfes
). Bei der Schulterarthroskopie habe
sich ein
antero
-inferiores Knorpel
fragment gezeigt, welches vermutlich bei diesem Unfall ausgebrochen sei und im Gelenk eingeklemmt
liege. Es werde eine LBS-Tenotomie durchgeführt, das grosse Fragment entfernt und die Ausbruchzone angefrischt.
3
.
4
Kreisarzt Dr.
B._
erachtete die Operation
vom 16. Juni 2017 als
überwiegend wahrscheinlich nicht kausal zum Unfall vom 30. März 2017. Am ehesten handle es sich um eine Folge des Unfalles von 2007. Es lägen nämlich nur klar dege
nerativ bedingte Veränderungen vor (Bericht vom 21. Juni 2017, Urk. 8/47).
3
.5
Am 27. Juli 2017 ergänzte Kreisarzt Dr.
B._
, aufgrund des nachträglich bei der
Beschwerdegegnerin
eingegangenen Operationsberichtes könne man den Knorpelschaden doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 30. März 2017 zurückführen. Die Operation könne somit von der
Beschwerde
geg
nerin
übernommen werden (Urk. 8/59).
3.6
Gemäss Sprechstundenbericht von Dr.
D._
vom 13.
September
2017 (Urk.
8/90)
gehe
es der
Beschwerdeführerin
subjektiv sehr gut. Sie habe eine quasi völlig freie Beweglichkeit in allen Ebenen. Auch die Schmerzen seien nicht mehr relevant ausser etwas dorsal bei gewissen Bewegungen. Auch bei B
e
l
a
stung
gebe sie noch Schmerzen an. Insgesamt sei es eine fantastische Situation, die Infi
ltration habe ihre volle Wirkung entfaltet.
Flexion und Elevation bei 180
Grad
, Aussenrotation nahezu seitengl
e
ich, Innenrotation noch etwas einge
s
chränkt.
Die Arbeitsfähig
keit sei zunächst auf 50 % für zwei
Wochen, dann auf 75 % für weitere zwei Wochen und dann auf 100 % zu steigern.
3.
7
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 7. Januar 2018 (Urk. 8/134) folgende Diagnosen:
-
ausgedehnter Knorpelausbruch Schulter links
-
Status nach Schulterarthroskopie, Gelenkkörperentfernung und Tenotomie Schulter links am 16. Juni 2017
-
b
eginnende
Omarthrose
links
-
Status nach Schulterkontusion links bei Autounfall am 30. März 2017
-
Status nach Dekompression links vor 10 Jahren
-
a
rterielle Hypertonie
-
Hypothyreose
-
rezidivierende
epigastrische
Beschwerden
Dazu führte er aus, die Belastbarkeit der linken Schulter und des linken Armes sei noch eingeschränkt, das Heben von Lasten sei noch sehr eingeschränkt, es be
ständen Schmerzen beim Heben und beim Arbeiten über Kopf. Im Alltag be
ständen Beschwerden beim Wischen sowie
ein
Schmerz in Linksseitenlage nachts. Eine
Wiederaufnahme der pflegerischen Tätigkeit
, die mit Heben verbunden sei
, sei der
Beschwerdeführerin
derzeit noch nicht möglich, bezüglich ihrer Anstel
lung als Seniorenbetreuerin sei sie weiterhin arbeitsunfähig. Die somatischen Beschwerden und die Arbeitsunfähigkeit würden für sie eine hohe
,
auch psychi
sche Belastung darstellen, sodass eine psychiatrische Behandlung habe eingeleitet werden müssen.
3.
8
Dr. med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Bericht vom 31. Januar 2017 (Urk. 8/140) die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Verzweiflung, Zukunftsängsten und Anspannung nach einem Autounfall mit somatischen Folgen.
Ziel der Therapie sei es, neue Lebens- und Zukunfts
per
spektiven zu entwickeln. Dies sei jedoch schwierig, solange die Versicherungs
fragen nicht geklärt und die finanzielle Situation weiterhin unklar sei. Eine weitere psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung mit Gesprächen alle zwei Wochen werde als indiziert erachtet.
3.
9
Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Konsiliar
psychiater
der
Beschwerdegegnerin
,
führte in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 8. Februar 2018 (Urk. 8/142) aus, insgesamt sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit nicht primär durch eine psychiatrische Störung eingeschränkt werde, sondern in erster Linie durch somatisch bedingte Beschwerden und Beein
trächtigungen. Die von der behandelnden Psychiaterin attestierte Anpassungs
störung führe in aller Regel nicht zu einer anhaltenden erheblichen Beein
trächtigung der beruflichen Zumutbarkeit. Zugleich sei zurzeit nicht definitiv aus
zu
schliessen, dass hier eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psy
chischen Faktoren vorliege, welche aufgrund von Wechselwirkungen zwi
schen
körperlichen und psychischen Aspekten durchaus geeignet
sei
, zu einer im Ko
n
text der Beschwerdegegnerin zu berücksichtigenden Arbeitsunfähigkeit zu führen
. Es sei deshalb zu empfehlen, den Verlauf während den nächsten sechs Monaten abzuwarten (S. 4).
3.
10
Dem MRI der HWS vom 22. März 2018 (Urk. 8/163) entnahm Dr. med.
L._
, Leitende Ärztin Radiologie des
M._
, erhebliche
Osteochon
drosen
vor allem in den drei untersten HWS-Segmenten.
Hierdurch komme
e
s zu
foraminalen
Stenosen mit Beeinträchtigung der C4-Wurzel rechts, der C5-Wurzel links und der C6-Wurzel rechts.
3.11
Dr. med.
N._
, Neurologie FMH, stellte in seinem
Bericht vom 7. Juni 2018 (Urk.
8/192) die Diagnose eines Status nach Auto
unfall mit Seit
[en]
kollision
am 30. März 2017 o
hne
Hinweise auf unfallbedingte Schädigungen des zentralen oder
peripheren Nervensystems (S. 1). Die
Beschwerdeführerin
habe sich beim Unfall nebst einer Prellung der linken
Thoraxhälfte
ein Abknicktrauma der HWS zugezogen. Es beständen keine Hinweise darauf, dass bei diesem Unfall das Gehirn, das
Halsmark
oder die zervikalen Nervenwurzeln Schaden genommen hätten. Aktuell liege wohl ein vorwiegend
myofaszialer
Nacken-, Schulter- und
Thoraxwandmuskulatur
(
schmerz
)
links vor, vermutlich würden die Schmerzen durch degenerative Veränderungen an der HWS und im Schultergelenk links unterhalten. Eine
Interkostalneuralgie
könne gegenwärtig nicht diagnostiziert werden. Auch ein Herpes Zoster sei als Schmerzursache nicht anzunehmen
(S. 2)
.
3.1
2
Dr.
B._
führte in seiner Beurteilun
g
vom 11. Juni 2018 (Urk. 8/198) aus,
die von Dr.
N._
gestellte Diagnose spreche klar gegen eine überwiegend wahr
scheinliche Kausalitätsbeziehung zwischen dem Unfall und den Beschwerden der HWS
(S. 3).
3.1
3
Am 16. Juli 2018 (Urk. 8/209) ergänzte Dr.
B._
, bezüglich der linken Schulter könne von einem unfallbedingten Endzustand ausgegangen werden. Die ange
stammte Tätigkeit in der Seniorenbetreuung könne von der
Beschwerdeführerin
aufgrund der unfallbedingten Beschwerden an der linken Schulter nicht mehr uneingeschränkt ausgeübt werden. Zumutbar seien ihr ganztags
leichte
Tätig
keiten, bei denen keine Schläge oder Vibrationen auf die
linke
Schulter über
tragen würden und keine repetitiven Bewegungen mit der linken Schulter not
wendig seien. Arbeiten über Schulterhöhe seien zu vermeiden. Die Masse der mit der linken oberen Extremität zu hebenden/tragenden Lasten könne bis 7 kg be
tragen, sofern diese auch
stammnah
gehoben/getragen werden könnten. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet. Bei der Arthroskopie sei eine mässige
Omarthrose
vorgefunden worden und die Beweglichkeit in der linken Schulter sei frei und wie auf der nicht
unfallgeschädigten
Gegenseite. Die
Omarthrose
könne nicht unfallkausal sein, da sie nicht in der kurzen Zeitspanne zwischen Unfall und Operation aufgetreten sein könne. Unfallbedingt liege damit weder eine Arthrose noch eine Funktionseinschränkung vor, Schmerzen in der Schulter könnten bei der Schätzung des Integritätsschadens nicht berücksichtigt werden.
Sollte sich im Verlauf eine schwerere
Omarthrose
entwickeln, sei eine erneute Schätzung des Integritätsschadens vorzunehmen, wobei zu beachten sei, dass die bereits vorhandene mässige
Omarthrose
von der unfallbedingten Arthro
se abzuziehen sei.
3.1
4
Am 13. August 2018 führte Kreisarzt Dr.
B._
aus (Urk. 8/225/2), die Be
schwer
deführerin sei an der linken Schulter schon vor dem Unfall beeinträchtigt gewesen. Es habe ein postoperativer Zustand (Status nach
subakromialer
Dekom
pression)
vorgelegen. Zudem zeige sich eine
Tendopathie
des Caput
longum
mus
culi
bicipitis
brachi
i
und ein ausgedehnter Knorpeldefekt am Caput
humeri
. Dieser sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht makrotraumatisch bedingt, da die Ränder sehr inhomogen und unscharf seien. Zudem sei die Ausdehnung sehr gross. Es seien dies Befunde, die klar gegen ein einzelnes Makrotrauma als Ursache sprächen. Da sich MR-tomografisch keine einzelne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführende Läsion habe nach
weisen lassen, sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
sich beim Un
fall eine leichte Kontusion zugezogen habe. Der Unfall habe zu keinen struk
turellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt. Man könne damit rechnen,
dass eine leichte Schulterkontusion bei einer normalen Person nach spätestens einer Woche keine Beschwerden mehr bereite. Bei der
Beschwerdeführerin
könne man
,
um sicher zu gehen
,
davon ausgehen, dass
die Beschwerden
spätestens zwei Wochen nach dem Unfallereignis nicht mehr auf die leichte Kontusion, die sie sich eventuell beim Unfall zugezogen haben könnte, zurückzuführen gewesen seien.
3.1
5
Am 22. August 2018 (Urk. 8/233) ergänzte Dr.
B._
, da im MR-
Arthrogramm
vom 15. Mai 2017 keine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführende Läsion habe nachgewiesen werden können, sei ab diesem Datum der Status quo sine mit Sicherheit erreicht. Wahrscheinlich sei er
aber bereits einige Zeit vorher -
etwa
zwei
Wochen nach dem Unfall
-
erreicht gewesen.
3.1
6
Med.
pract
.
C._
hielt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 18. Juli 2019 (Urk. 9) fest,
beim
Unfall vom 30.
März
2017 ha
be
die
Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine leichte seitliche Prellung der linken Schul
ter und eine HWS-Distorsion Grad I-II erlitten, möglicherweise auch eine leichte Prellung der linken Hand
(S. 20)
.
Das Unfallereignis
treffe
an der linken Schulter einen erheblichen, zum Teil degenerativ bedingten, zum Teil traumatisch bedingten Vorzustand. Durch das
Unfallereignis vom
30.
März
2017 sei
dieser Vorzustand mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit vorübergehend verschlimmert
worden
mit Schmerzen und einer schmerzhaft eingeschränkten Funktion der
Schulter. Am
31.
Mai
2017
habe
Dr.
D._
eine freie Funktion der linken Schulter
dokumentiert
. Zu diesem Zeitpunkt
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Zustand, wie er auch ohne den Unfall eingetreten wäre, erreicht
gewesen
. Strukturelle Schäden der linken Schulter, die mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom
30. März
2017 zurückzuführen wären,
seien
nicht objektiviert. Eine richtung
s
gebende
Verschlimmerung des Vorzustandes der linken Schulter
sei
somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zufolge des Unfalls vom
30.
März
2017 einge
treten (S. 20).
Das Unfallereignis vom
30. März
2017
treffe
einen Vorzustand an der HWS. Dieser besteh
e
in bereits erheblich fortgeschrittenen degenerativen Verände
rungen, die vor allem die unteren Segmente der HWS betr
äf
en und die bereits zu Einengungen mehrerer
Neuroforamen
geführt
hätten
sowie
einen
Status nach HWS-Distorsion im Rahmen eines Unfalls vom 10.
September
1999. Dieser Vor
zustand
sei
durch das Ereignis vom 30.
März
2017 nicht r
ichtung
s
gebend ver
schlimmert wor
den, denn strukturelle Schäden
seien
zufolge des Ereignisses nicht objektiviert. Eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes
sei
wahr
scheinlich, denn es
sei
bekannt, dass bei vorgeschädigter Halswirbelsäule häufiger Beschwerden
einträten
. Der Zustand, wie er auch ohne den Unfall vom
30. März
2017 eingetreten wäre,
sei
jedoch spätestens am 13.
September
2017, dem Tag der Konsultation
bei
Dr.
D._
, erreicht
gewesen
(S. 20)
.
Bezüglich der linken Schulter
sei
von f
olgendem Vorzustand auszugehen
(S. 20)
:
-
b
ereits im Jahr 2007 schmerzhafte Funktionseinschränkung bei
Periarthrosis
humero-scapularis
(PHS), einer
Insertionstendinopathie
und
Myogelosen
-
e
ine Fraktur des
Tuberkulum
majus
und eine nicht näher definierte Verletzung der
Supraspinatussehne
(die am
Tuberkulum
majus
ansetz
e
) sowie eine Spren
gung des Schultereckgel
enks als Folge eines Unfalls vom
Januar 2007
-
e
ine schmerzhafte Schultersteife, die sich zufolge des Unfalls vom Januar 2007 entwickelt
habe
-
ein Status nach
subacromialer
Dekompression, was für das Vorliegen einer
Impingement
-Symptomatik
spreche
-
ein Status nach
Bursektomie
der Bursa
subacromialis
bei entzündlichen Verän
derungen
; e
ine Bursitis
subacromialis
(entzündliche Veränderung der Bursa)
entspreche einem chronischen Reizzustand
Nach
dem Unfallereignis vom
30. März
2017
seien
am 31.
März
2017 eine leichte Prellung und eine schmerzhafte Funktionseinschränkung der linken Schulter, eine leichte Distorsion der HWS Grad I-II der Klassifikation der QTF und eine leichte Prellung der linken Hand
dokumentiert
. Im Verlauf
seien
eine
Omarthrose
, eine
Knorpeldelamination
am Oberarmkopf links, eine arteri
el
le Hypertonie, eine Hypothyreose, eine
Cervicobrachialgie
, eine
Cephalgie
, eine
Lumbodorsalgie
,
Intercostalneuralgie
und eine Arthritis
humeroscapularis
, ein chronisches
cervi
cales
Schmerzsyndrom mit
myofascialen
,
spondylogenen
und
radikulären
Antei
len sowie ein chronisches
S
ulcus
ulnaris
-Syndrom genannt
worden
(S. 21).
Die leichte Prellung der linken Schulter, die eine vorübergehende
schmerzhafte Funktionseinschrän
kung zur Folge
gehabt
habe
und die leichte Distorsion der HWS
seien
mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folge des Ereig
nisses vom 30.
März
2017. Die anderen Diagnosen
seien
nicht mit dem Mass der überwiegenden W
ahrscheinlichkeit unfallkausal.
Mit überwiegender Wahrschein
lich
keit
habe
das Ereignis vom 30.
März
2017 zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung des Vorzustandes an der linken Schulter und der HWS geführt. Eine richtung
s
gebende Verschlimmerung
sei
nicht mit dem Mass der überwie
genden Wahrscheinlichkeit eingetreten
.
Der Zustand, wie er auch ohne den Unfall vom 30.
März
2017 eingetreten wäre,
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens
sechs
Monate nach
dem Ereignis eingetreten (S.
21).
Von weiteren medizinischen Therapien oder Behandlungen
sei
in Bezug auf die Folgen des Unfalls vom 30.
März
2017 keine erhebliche Steigerung de
r Arbeits
fähigkeit zu erwarten
. E
ine Integritätsentschädigung
sei
nicht geschuldet. Es
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung des Vorzustandes gekommen
(S. 22).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte ihre Leistungspflicht gestützt auf die Kreis
arztberichte von Dr.
B._
(E. 3.4-3.5 und E. 3.12-3.15
hievor
)
beziehungsweise die
chirurgische Beurteilung
von m
ed.
pract
.
C._
(E. 3.16
hievor
).
Die chirurgische Beurteilung von med.
pract
.
C._
ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fall
relevanten
Vorakten
erstellt
(Urk. 9 S. 3-11)
.
Med.
pract
.
C._
lagen die voll
ständigen
Unterlagen vor, so auch die intraoperative Video- und Fotodoku
men
tation der Schulteroperation vom 16. Juni 2017 (vgl. Urk. 9 S. 11).
Med.
pract
.
C._
legte die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und beurteilte die medizinische Situation überzeugend. So zeigte er in seiner Beurteilung auf, dass die Beschwerdeführerin insbesondere an der linken Schulter einen erhebli
chen traumatisch und degenerativ bedingten Vorzustand
aufweist
.
Diesbezüglich
hielt er eine sich nach einem im Januar 2007 erlittenen Unfall
(Sturz aufs Eis mit
Tuberculum
-
majus
-Fraktur links und anschliessender Operation der linken Schulter, Urk. 9 S.
3 und S. 13)
entwickelte schmerzhafte Schultersteife fest sowie deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer vorbestehenden
Impingement
-Symp
tomatik, ebenso einen
chronischen Reizzustand infolge einer Bursitis
subacro
mialis
. Er wies darauf hin, dass
die Beschwerdeführerin
anlässlich des Unfalls vom 30. März 2017 keine strukturellen Schäden erlitten hat
(S. 13-15)
.
So
hielten
die
am Folgetag aufgesuchten
erstbehandelnden Ärzte des
A._
weder eine Prell
marke noch
ossäre
Druckdolenzen
fest, auch eine knöcherne Verletzung konnte radiologisch nicht dokumentiert werden.
Med.
pract
.
C._
wies darauf hin, dass bei einem relevanten Anprall auf die linke Schulter im Rahmen des Unfall
er
eig
nisse
s
innert kürzester Zeit zumindest lokale Druckschmerzen, Prellmarken, Blut
er
güsse und eine Weichteilschwellung zu erwarten wären und die Bewegung in der linken Schulter sofort oder zumindest nach Minuten und nicht erst nach Stunden schmerzhaft eingeschränkt gewesen wäre
(S. 12)
.
Der Vorzustand wurde durch das Unfallereignis
zwar
vorübergehend
verschlimmert, d
er Zustand, wie er auch ohne
den Unfall eingetreten wäre,
wurde
jedoch spätestens Ende September 2017 erreicht
. So berichtete auch Dr.
D._
am 13. September 2017 von einer quasi völlig freien Beweglichkeit der Schulter in allen Ebenen
(vorstehend E. 3.6)
.
Med.
pract
.
C._
begründete
ausführlich
, weshalb das von Dr.
D._
ge
sehene
antero
-inferior lokalisierte Knorpelfragment nicht seit dem Unfall vom 30.
März
2017 im Gelenkspalt eingeklemmt sein kann
(S. 16)
. Denn um eine aus
gedehnte traumatische Knorpelverletzung durch direkte Gewalteinwirkung zu be
wirken, wird eine schädigende Gewalt gefordert, die einem Sturz aus 4 Metern Höhe entspricht.
Eine solche Gewalt würde erheblich
e
andere Verletzungen bewir
ken, als di
e leichte Prellung, die sich die Beschwerdeführerin beim Unfall zuge
zoge
n hat. Die schädigende Gewalt müsste zudem von vorne auf die Schulter einwirken, wohingegen die leichte Kollision vorliegend von der Seite her erfolgt ist. Der Unfallhergang entspricht auch nicht den zu einer traumatischen Schulter
luxation oder -
subluxation
führenden Mechanismen, auch sind keine dafür typi
schen Begleitverletzungen objektiviert. Die
Knorpeldelamination
am Oberarm
kopf erachtete er damit nachvollziehbar als nicht durch den Unfall vom 30. März 2017 verursacht (Urk. 9 S. 17-18).
Weiter begründete med.
pract
.
C._
nachvoll
ziehbar, dass die im fachradiologischen Bericht von PD Dr.
G._
beschriebene stark narbige Verdickung des
Biceps-Pulleys
nicht zu erwarten wäre, wenn das
Pulley
beim Unfall vom 30. März 2017 zerrissen wäre. Ohnehin sind vorliegend weder ein Unfallmechanismus beschrieben, welcher zu einer Schädigung des
Biceps-Pulleys
führen könnte, noch sind die typischen Begleitverletzungen einer traumatischen
Pulleyverletzung
objektiviert. Die Vernarbung des
Bicepspulley
sind gemäss med.
pract
.
C._
durch die vorangegangene Schulteroperation, die
Frozen
shoulder
und möglicherweise auch durch ein internes
Impingement
gut zu erklären.
Die Veränderungen des
Biceps-Pulley
sind mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine Folge des Unfalls vom 30. März 2017 (S. 18-19).
Med.
pract
.
C._
beschrieb ebenso einen Vorzustand an der HWS
mit insbe
sondere vorbestehenden erheblichen degenerativen Veränderungen
.
Er zeigte auf, dass die in der MR-Tomographie vom 22. März 2018 festgehaltenen erheblichen
Osteochondrosen
und ausgeprägten
Spondylophyten
Ausdruck eines Bandschei
ben
leidens sind und über viele Jahre entstehen. Beim Unfallereignis bestanden sie damit bereits.
Auch diese
r Vorzustand
wurde durch das Unfallereignis nicht richtung
s
gebend verschlimmert,
denn strukturelle Schäden
sind gemäss med.
pract
.
C._
zufolge des Ereignisses
keine
objektiviert
, Beschwerden traten erst 7 Stunden nach dem Unfall erstmals auf
(S. 12-13)
.
Nach der verhältnismässig leichten Kollision fuhr die
Beschwerdeführerin
denn auch mit dem Unfallauto weiter, arbeitete am Abend während 2.5 Stunden als Heimpflegerin und suchte erst am Folgetag einen Arzt auf.
Auch in Bezug auf die Beschwerden an der HWS erachtete
med.
pract
.
C._
den Zustand, wie er auch ohne den Unfall eingetreten wäre
,
spätestens Ende September 2017
als
erreicht
. Diesbezüglich wies er darauf hin, dass Beschwerden seitens einer HWS-Distorsion von Grad I oder II nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung spätestens nach 6 Monaten abgeheilt sind
(S. 19)
.
Dr.
D._
dokumentierte denn auch am 13. September 2017 keine Beschwerden seitens der HWS mehr.
Die
ausführliche
chirurgische Beurteilung
von m
ed.
pract
.
C._
ist schlüssig, nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei.
4.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, Dr.
D._
sei ein ausgewiesener und in jeder Hinsicht integ
r
er Fachmann in seinem Gebiet der Schulterchirurgie und auf seine Einschätzung könne deshalb grundsätzlich abgestellt werden (Urk.
14 S.
3). Die fachlichen Kompetenzen von Dr.
D._
wurden von der
Beschwer
degegnerin
nicht in Frage gestellt. Sie ändern
aber
nichts daran, dass aus seinem Operationsbericht (E. 3.
3
hievor
) nicht auf eine Unfallkausalität der geklagten Schulterbeschwerden geschlossen werden kann. Eine solche wurde von Dr.
D._
im Übrigen auch nur vermutet und nicht weiter begründet. Auch wird aus seinem Bericht nicht klar, mit welchem Unfall er den Abbruch des
antero
-inferioren Knorpelfragments in Verbindung bringt. So erwähnte er einen Sturz, seit welchem die
Beschwerdeführerin
an
blockadeartige
n
Beschwerden
leide. Ein Sturz ist jedoch letztmals im Jahre 2007 dokumentiert, beim vorliegend massgebenden Unfall kam es
demgegenüber
zu einer leichten Seitenkollision.
Med.
pract
.
C._
legte ausführlich und nachvollziehbar dar, weshalb die
Knorpeldelamination
am Oberarmkopf nicht durch den Unfall vom 30. März 2017
verursacht sein konnte. Es liegt keine medizinische Einschätzung vor, aufgrund welcher an seinen Schlüssen zu zweifeln wäre.
Dass die
Beschwerdegegnerin
und Kreisarzt Dr.
B._
zunächst davon ausgingen, dass die von Dr.
D._
durchgeführte Schulteroperation aufgrund des Unfalls vom 30. März 2017 erfor
derlich wurde, ändert daran nichts.
Auch wird
die chirurgische Beurteilung von med.
pract
.
C._
nicht durch den Umstand in Zweifel gezogen, dass er die
Beschwerdeführerin
nicht
persönlich
untersuchte.
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist auch ein medizini
scher Aktenbericht beweistauglich, wenn die Akten wie vorliegend ein vollstän
diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, diese Daten unbestritten sind und der Untersuchungsbefund lückenlos vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_198/2011 vom 9. August 2011 E. 2.2 mit Hin
wei
sen).
Die
Beschwerdeführerin
hat sich bei
der Kollision
keine bildgebend ausge
wie
sene
n
Schäden zugezogen. Welche zusätzliche
n
Erkenntnisse
med.
pract
.
C._
aus einer persönlichen Unters
uchung hätte
gewinnen können, legte
die
Be
schwerdeführer
in
nicht dar
und ist nicht ersichtlich
. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich
med.
pract
.
C._
für die Erstellung e
ines Aktengut
ach
tens entschied
.
Med.
pract
.
C._
legte zudem nachvollziehbar dar, dass es an
lässlich des Unfalls vom 30. März 2017 zu keiner richtungsgebenden Verschlim
me
rung der vorbestehenden Schulter- un
d HWS-Beschwerden gekommen ist und dass der Status quo sine
vel
ante mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätes
tens Ende September 2017 erreicht war. Dass Dr.
B._
zunächst von weiterhin bestehenden unfallkausalen Schulterbeschwerden ausging, ändert daran nichts, wird doch vorliegend für die Beurteilung der Leistungspflicht der
Beschwerde
geg
nerin
nicht auf seine Berichte abgestellt.
Die Einwände der Beschwerde
führerin vermögen nach dem Gesagten keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von med.
pract
.
C._
aufkommen zu lassen. Gestützt auf seine überzeugende Beurteilung ist damit in Bezug auf die orga
nischen Beschwerden von einem
Status quo sine
vel
ante spätestens per 30.
Septem
ber 2017
auszugehen. Die fehlende
Unfalladäquanz
der psychischen Beschwerden wurde von der
Beschwerdeführerin
zu Recht nicht in Frage gestellt. Die auf den 31. August 2018 verfügte Leistungseinstellung ist demnach nicht zu beanstanden
und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Bei Erlass des
Einspracheentscheides
stützte sich die
Beschwerdegegnerin
auf die Berichte ihres Kreisarztes Dr.
B._
. Wie die
Beschwerdeführerin
zu Recht und
ausführlich darlegte (Urk. 1 S.
5-8
, ebenso bereits im
Einspracheverfahren
, vgl. Urk. 8/244
), widersprechen
sich
diese teilweise - so etwa in Bezug auf das angeb
liche Erreichen eines Status quo sine
vel
ante per
15. Mai 2017
mit dennoch weiterhin bestehenden unfallbedingten Schulterbeschwerden - so dass Zweifel an ihnen bestehen und auf sie nicht abgestellt werden kann.
Offenbar sah dies auch die
Beschwerdegegnerin
so
, hätte sie doch ansonsten nicht
nach Erlass des
Ein
spracheentscheides
die intraoperativen Fotodokumentationen beschafft (vgl. Urk.
7 S.
10)
und
nach der Beschwerdeerhebung
eine umfassende Aktenbeurtei
lung
bei med.
pract
.
C._
in Auftrag gegeben.
Inwieweit
dabei
die argumenta
tiven Kehrtwendungen von Dr.
B._
vor dem Hintergrund des Operations
be
richts von Dr.
D._
zu erklären sind
– wie dies die Beschwerdegegnerin darlegte (Urk. 7 S.
14 Ziff. 48) -
,
kann
offen bleiben
. Denn es
wurde erst aus der Beurteilung von med.
pract
.
C._
für den medizinischen Laien verständlich, das
s die Schulteroperation vom 16.
Juni 2017 nicht aufgrund des Unfalls vom 30. März 2017 erforderlich wurde.
Indem die Beschwerdegegnerin diese c
hirurgische Beurteilung
veranlasste,
nahm
sie
in Anbetracht
der Aktenlage
im Beschwerdeverfahren
mehr als
eine
recht
sprechungsgemäss
grundsätzlich zulässige
,
bloss
punktuelle Abklärung
mit dem Ziel einer
Sachverhaltsvervollständigung
vor
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_49/2017 vom 28. Februar 2017 E. 3.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_284/2014 vom 16. Dezember 2014 E. 5.2.3
):
I
m Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheent
scheides
fehlte es
gänzlich an einer beweiskr
äftigen ärztlichen Einschätzung
, weshalb d
ie
Einholung der
Aktenb
eurteilung eine umfassende und notwendige
Abklärungsmassnahme
dar
stellte
, welche grundsätzlich
bereits
im Verwaltungs
verfahren
hätte
stattfinden
müssen.
Würden demgegenüber
die
entscheidwesent
liche
n
Akten
regelmässig
erst im Beschwerdeverfahren produziert
und dadurch
notwendige
Abklärungsmassnahmen
ins Gerichtsverfahren verlagert, so würde das
Einspracheverfahren
ausgehöhlt
.
Aufgrund des Vorgehens der Beschwerdegegnerin
sah sich die
Beschwerde
füh
rerin
gezwungen, eine Beschwerde zu erheben.
Es rechtfertigt sich deshalb, ihr trotz ihres Unterliegens
ausnahmsweise
eine Prozessentschädigung zuzusprechen
(vgl. dazu auch § 28
lit
. a
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
, in Verbindung mit Art. 107
lit
. b und f der
Schweizerische
n Zivilpro
zessordnung,
ZPO)
.
Die Prozessentschädigung ist
in Anwendung von Art. 61
lit
. g des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
in Verbindung mit § 34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache,
der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Baraus
lagen
auf Fr.
2
'
8
00.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
.