Decision ID: 35e6ba90-fae4-4d71-856c-cc243990aae2
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.- B (geb. 29. März 2005), D (geb. 1. September 2007) und E (geb. 23. August 2012)
sind die gemeinsamen Kinder von X (Mutter) und A (Vater). Im August 2015 trat B ins
Sonderschulinternat Kinder Dörfli in Lütisburg ein. Die Eltern sind verheiratet und leben
seit November 2016 getrennt.
B.- Am 24. Oktober 2016 reichte F, welche die Familie seit November 2013 begleitet
hatte, eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
(KESB) Y ein. Die Eltern würden Erschöpfungs- und Überforderungstendenzen
aufweisen, weshalb die Kinder in ihrer Entwicklung gefährdet seien (vi-act. 4). Im
Rahmen vorsorglicher Massnahmen errichtete die KESB Y mit Verfügung vom 2.
Dezember 2016 für B, D und E eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1
ZGB sowie eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen in den Bereichen Schule/
Ausbildung, medizinische Betreuung/Beratung und persönlicher Verkehr nach Art. 308
Abs. 2 ZGB. Sie ernannte G zur Beiständin. Dagegen erhob X mit Eingabe ihrer
Rechtsvertreterin vom 15. Dezember 2016 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Am 27. Januar 2017
reichte A beim Kreisgericht ein Eheschutzbegehren ein. Anlässlich der
Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht schlossen X und A eine Vereinbarung
betreffend Obhut, Kontaktrecht und Kinderunterhalt ab, welche mit Entscheid vom 12.
Juni 2017 vom Familienrichter des Kreisgerichts genehmigt wurde. Gleichzeitig wurde
die Weiterführung der mit Verfügung der KESB Y vom 2. Dezember 2016 errichteten
Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB angeordnet (nicht aber
diejenige gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB) sowie die Beiständin mit weiteren Aufgaben
betreut. Sie wurde zusätzlich beauftragt, die sozialpädagogische Familienbegleitung für
die Dauer von vorerst acht Monaten zu organisieren, der sozialpädagogischen
Familienbegleitung als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen und mittels Teilnahme
an den Standortgesprächen die Umsetzung, Zielerreichung und die weitere
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Notwendigkeit der Begleitung zu überprüfen und bei Bedarf Antrag auf Verlängerung
der sozialpädagogischen Familienbegleitung zu stellen. Damit wurde das
Beschwerdeverfahren vor der VRK gegenstandlos, weshalb es mit Verfügung vom 16.
Juni 2017 als erledigt abgeschrieben wurde.
C.- Mit Gefährdungsmeldung vom 21. Juni 2017 gelangte H vom
Schulpsychologischen Dienst des Kantons St. Gallen (SPD) an die KESB Y und teilte
mit, dass X vorhabe, B aus dem Sonderschulinternat Kinder Dörfli zu nehmen und in
eine Privatschule zu schicken, was das Wohl und die Entwicklung von B gefährden
würde. Die KESB Y tätigte daraufhin diverse Abklärungen. Die Verfahrensleiterin
ordnete mit Verfügung vom 15. August 2017 für B, D und E eine Kindesvertretung
gemäss Art. 314a ZGB an; als Kindesvertreter wurde Rechtsanwalt Christoph Bläsi,
St. Gallen, eingesetzt. Nachdem die Abklärungen ergeben hatten, dass B im
Sonderschulinternat Kinder Dörfli gut aufgehoben war und sich die Eltern mit einem
Verbleib im Internat einverstanden erklärt hatten, verzichtete die KESB Y am 19.
Dezember 2017 auf die Errichtung weiterer Kindesschutzmassnahmen.
D.- Mit Verfügung vom 30. Januar 2018 erteilte die KESB Y X und A die Weisung, die
sozialpädagogische Familienbegleitung für die Dauer von weiteren acht Monaten in
Anspruch zu nehmen. Am 27. Februar 2018 entliess die KESB Y die Beiständin G aus
ihrem Amt und ernannte per 13. Februar 2018 J zum neuen Beistand. Nachdem die
Eltern im Frühjahr 2018 ins Auge gefasst hatten, B in der Oberstufenschule Tipiti, Wil,
beschulen zu lassen, traf die KESB Y weitere Abklärungen, insbesondere hinsichtlich
des Aufenthalts und der Beschulung von B. Am 29. Juni 2018 gewährte sie den
Beteiligten das rechtliche Gehör zu den vorgesehenen Massnahmen. Es wurde
beabsichtigt, den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen, B im Kinder
Dörfli in Lütisburg zu platzieren, die Beistandschaft für B zu erweitern und die
sozialpädagogische Familienbegleitung bis August 2019 zu verlängern. Am 30. Juni
2018 trat B notfallmässig in die Clienia Littenheid AG ein. Nach einer Krisenintervention
trat sie für eine stationäre Abklärung auf die offen geführte Therapiestation für Kinder
über. Die Clienia Littenheid AG hielt im Bericht vom 10. Oktober 2018 fest, dass B aus
fachärztlicher kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht ein strukturiertes
sozialpädagogisch-psychiatrisches Umfeld benötige und empfahl eine Platzierung in
einer geeigneten Institution. Nachdem die KESB Y den Beteiligten zu den
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vorgesehenen Massnahmen das rechtliche Gehör gewährt hatte, entzog sie den Eltern
mit Verfügung vom 27. November 2018 vorsorglich das Aufenthaltsbestimmungsrecht,
platzierte B vorübergehend im Kinder Dörfli in Lütisburg und regelte den persönlichen
Verkehr zwischen den Eltern und B.
Mit Verfügung vom 15. Januar 2019 entzog die KESB Y den Eltern das
Aufenthaltsbestimmungsrecht, platzierte B im Heim Oberfeld in Marbach (Ziff. 1),
regelte den persönlichen Verkehr zwischen B und dem Vater (Ziff. 2) sowie zwischen B
und der Mutter (Ziff. 3), erteilte den Eltern die Weisung, die sozialpädagogische
Familienbegleitung bis August 2019 in Anspruch zu nehmen (Ziff. 4), umschrieb den
Auftrag der Familienbegleitung (Ziff. 5), erteilte der Familienbegleitung zusätzliche
Aufgaben (Ziff. 6), beauftragte das Sozialamt der Gemeinde K mit der Regelung der
Kosten der Kindesschutzmassnahmen (Ziff. 7), passte den Aufgabenbereich des
Beistandes an (Ziff. 8), schränkte die elterliche Sorge der Mutter in den Bereichen
Gesundheit und Schule ein (Ziff. 9), entzog einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung (Ziff. 10), setzte eine Gebühr von Fr. 2'000.– fest und auferlegte
die amtlichen Kosten von Fr. 9'460.50 (Gebühr Fr. 2'000.– und Kosten der
Kindsvertretung von Fr. 7'460.50) je zur Hälfte den Eltern, wobei auf die Erhebung der
Kosten zufolge unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen verzichtet wurde (Ziff. 11).
E.- Gegen die Verfügung der KESB Y vom 15. Januar 2019 erhob X mit Eingabe ihrer
Rechtsvertreterin vom 15. Februar 2019 Beschwerde bei der VRK. Sie beantragte, es
seien die Ziff. 1 (Entzug Aufenthaltsbestimmungsrechts, Platzierung von B), Ziff. 8 lit. b,
e und f (Erweiterung der Aufgaben der Beistandsperson) sowie Ziff. 9 (Einschränkung
der elterlichen Sorge) des angefochtenen Entscheids aufzuheben, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Gleichzeitig ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Mit Schreiben vom 19. Februar 2019 teilte
der Verfahrensleiter mit, dass die unentgeltliche Rechtspflege (inkl. unentgeltliche
Rechtsverbeiständung) gewährt werde. Die KESB Y liess sich am 4. März 2019
vernehmen; sie trug auf Abweisung der Beschwerde an. Am 12. März 2019 nahm A mit
Eingabe seines Rechtsvertreters zur Beschwerde Stellung und beantragte ebenfalls die
Abweisung der Beschwerde.
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F.- Mit Verfügung vom 22. Februar 2019 ernannte die KESB Y C per 1. März 2019 zum
neuen Beistand. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies der Präsident der VRK mit
Entscheid vom 8. August 2019 ab.
G.- Am 23. Mai 2019 wurde B von der Gerichtsleitung angehört. Sie erzählte im
Wesentlichen, dass sie es im Heim Oberfeld gut habe. In der Schule und auf der
Wohngruppe laufe es gut, mit den Leiterinnen im Heim verstehe sie sich gut, und sie
habe neue Freunde gefunden. Am liebsten würde sie sich aufteilen, wobei die eine
Hälfte dann zuhause und die andere im Heim wäre (act. 13).
H.- Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 30. Oktober 2019 stellte A ein Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Die
Rechtsvertreterin von X stellte mit Eingabe vom 1. November 2019 den Antrag, es sei
Ignaz Heim, Behördenmitglied der KESB Kanton Uri, als Sachverständiger anzuhören
bzw. zu befragen. Mit Schreiben vom 4. November 2019 wies der Verfahrensleiter
diesen Beweisantrag einstweilen ab. Gleichentags reichte die Schwester von X dem
Gericht ein Video über B ein.
I.- Am 5. November 2019 fand die mündliche Verhandlung statt, an welcher die Eltern
mit ihren Rechtsvertretern, zwei Behördenmitglieder der KESB Y sowie der Beistand
teilnahmen (vgl. Verhandlungsprotokoll). Vor Gericht stellte die Rechtsvertreterin von X
zwei Verfahrensanträge: Es sei Ignaz Heim, Behördenmitglied der KESB Kanton Uri, als
Sachverständiger anzuhören bzw. zu befragen, und es sei ein Gutachten einer
Fachperson in Trauma-Pädagogik und Psychologie zur Frage der Fremdplatzierung
von B einzuholen.
Auf die mündlichen und schriftlichen Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird,

Considerations:
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die
Beschwerde vom 15. Februar 2019 wurde rechtzeitig eingereicht und erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 450 und 450b ZGB, Art.
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27 des Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht [sGS 912.5;
abgekürzt: EG-KES] sowie Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[sGS 951.1; abgekürzt: VRP]). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.- In formeller Hinsicht ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. Die Vor
instanz war zum Erlass sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 307 Abs. 1, Art.
315 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 1 ZGB). Die angefochtene Verfügung erging in der
vorgeschriebenen Besetzung von drei Behördenmitgliedern (Art. 440 Abs. 2 ZGB und
Art. 16 EG-KES). Die Eltern und B wurden vor Erlass der Massnahmen angehört. Die
Verfügung ist sodann hinreichend begründet.
3.- Angefochten ist zunächst Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 15. Januar
2019, mit welcher den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht über B gestützt auf
Art. 310 Abs. 1 ZGB per 1. Februar 2019 entzogen und B im Heim Oberfeld in Marbach
platziert wurde. Eine Rückkehr oder Umplatzierung von B wurde von der Zustimmung
der Vorinstanz abhängig gemacht.
a) Die Vorinstanz macht geltend, dass sich die Eltern hinsichtlich der Beschulung und
des Aufenthalts von B uneinig seien. Während die Mutter eine Beschulung in der
Oberstufenschule Tipiti in Wil und eine Rückkehr von B nach Hause wünsche,
befürworte der Vater eine Beschulung und Platzierung im Sonderschulheim Oberfeld in
Marbach. Aufgrund der Uneinigkeit der Eltern befinde sich B in einem Loyalitätskonflikt,
welcher sich kindswohlgefährdend auswirke. Die Eltern seien nicht in der Lage, selber
Abhilfe zu schaffen, weshalb eine geeignete Massnahme zum Schutz des Kindes
anzuordnen sei. Dass die Oberstufenschule Tipiti in Wil den besonderen schulischen
Bedürfnissen von B gerecht werden könnte, sei nicht auszuschliessen. B habe aber
nicht nur in schulischer Hinsicht, sondern auch im Bereich der persönlichen Fürsorge
und der Erziehung besondere Bedürfnisse. Es sei aufgrund der Akten der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen davon auszugehen, dass die Mutter
die Grundbedürfnisse und die spezifischen Bedürfnisse von B insbesondere in den
Bereichen emotionale Zuwendung und Bildung mit ihren Kompetenzen nicht erfüllen
könne und sie in ihren elterlichen Kompetenzen, einem Teilaspekt der
Erziehungsfähigkeit, massiv beeinträchtig sei. Unter anderem würden die Fähigkeit, die
Bedürfnisse und Signale von B zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren, die
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Fähigkeit, als Bindungsperson für das Kind zu fungieren sowie die Fähigkeit,
Kontinuität in der Erziehung, Beziehung und Umfeld herzustellen, beeinträchtigt sein.
Die Mutter im Bereich der Erziehung zu befähigen, scheine nicht möglich zu sein. Es sei
bereits die dritte Familienbegleiterin tätig und auch diese berichte von nur geringen
Fortschritten und ungenügender Zielerreichung der Mutter. Dass die Mutter die
besonderen Bedürfnisse von B abdecken könne, sei nicht realistisch. Der Vater
engagiere sich bereits im Rahmen seiner Möglichkeiten. Eine weitergehende Betreuung
sei aufgrund seiner Erwerbstätigkeit nicht möglich. Eine Beschulung von B in der
Oberstufenschule Tipiti in Wil und eine Betreuung durch die Eltern widerspreche den
Empfehlungen sämtlicher involvierter Fachpersonen und würde zu einer massiven
Kindswohlgefährdung führen. Bereits die Schulbehörde K habe eine interne
Sonderbeschulung von B gefordert. Um dies sicherzustellen sei aufgrund der
Uneinigkeit der Eltern hinsichtlich Beschulung und Aufenthalt von B die Anordnung von
entsprechenden Kindesschutzmassnahmen notwendig. In diesem Fall sei die mildeste
Massnahme ein Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern. Im
Sonderschulheim Oberfeld in Marbach habe für B ein geeigneter Platz gefunden
werden können. Das Heim verfüge über ein Internat und eine Intensivwohngruppe. In
diesem Umfeld könne den besonderen Bedürfnissen von B entsprochen werden.
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe die
Leistungen der Oberstufenschule Tipiti in Wil nicht geprüft. Sie habe damit gegen das
Prinzip des geringsten Eingriffes verstossen. Der Entzug des
Aufenthaltsbestimmungsrechts schiesse über das Ziel hinaus. Die Vorinstanz zeige der
Beschwerdeführerin nicht auf, welche Lücken im vorgeschlagenen Betreuungskonzept
bestehen würden, und gebe ihr damit nicht die Möglichkeit, diese zu füllen. Es werde
nicht aufgezeigt, was die Beschwerdeführerin für die Rückführung von B erfüllen
müsse. Ohne Prüfung der Oberstufenschule Tipiti in Wil könne nicht angeordnet
werden, dass B das zwei Zugstunden entfernte Sonderschulheim Oberfeld in Marbach
besuchen müsse. Wenn B täglich Unterstützung bei den Hausaufgaben und beim
Lernen im Rahmen einer Stunde brauche, könne diese Leistung auch von der
Oberstufenschule Tipiti in Wil erbracht werden. Hierbei sei zu erwähnen, dass die
Familienbegleiterin, welche die Familie kenne, die Schule Tipiti vorgeschlagen habe.
Die familiären Unterstützungsangebote, insbesondere diejenigen der Grosseltern, seien
von der Vorinstanz stets ignoriert und ohne Begründung abgewiesen worden. Es sei
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darauf hinzuweisen, dass es die Beschwerdeführerin und ihr Bruder gewesen seien,
welche B in die Clienia Littenheid AG gebracht hätten, wo diese die nötige
Unterstützung erhalten habe. Die KESB Y sei nicht in der Lage gewesen, Massnahmen
zum Wohl von B zu treffen, weil sie den entsprechenden Bedarf nicht gesehen habe.
Die Familienbegleiterin habe festgestellt, dass die Eltern gut absprachefähig seien. Dies
stelle eine wesentliche Voraussetzung dar, dass B wieder zuhause wohnen könne. Die
Clienia Littenheid AG habe empfohlen, B kurz- bis mittelfristig in einer geeigneten
Institution ausserhalb des familiären Umfelds zu platzieren. Angesichts dieser Fristen
müsse die Vorinstanz bereits jetzt Abklärungen über die Oberstufenschule Tipiti in Wil
treffen, um rechtzeitig die entsprechenden Weichen stellen zu können. Der Beistand
habe wahrheitswidrig behauptet, es sei kein Platz mehr in den von den Eltern
favorisierten Institutionen frei. Es liege die Vermutung nahe, man habe B möglichst weit
weg von der Familie platzieren wollen. Insgesamt seien die Voraussetzungen für einen
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nicht erfüllt. Das Wohl von B sei nicht
gefährdet, wenn sie im Haushalt der Eltern wäre. Die Gefährdungsmeldung sei damals
im Zeitpunkt erfolgt, als die Eltern in Trennung waren. Heute würden die Eltern
Alltagssituationen gut regeln können. Die Platzierung von B im Heim gegen den Willen
der Mutter stelle eine Kindswohlgefährdung dar. Die Vorinstanz habe das Prinzip der
Verhältnismässigkeit verletzt, da es mildere Massnahmen gebe, um die Gefährdung
abzuwenden. Die Eltern seien zusammen mit der Familie der Beschwerdeführerin in der
Lage, das Wohl der Kinder zu wahren. Der Loyalitätskonflikt, in dem sich B befinde,
werde massgeblich durch die Vorinstanz erzeugt, indem diese die Eltern
gegeneinander ausspiele. Weniger einschneidende Massnahmen seien nicht geprüft
worden, insbesondere nicht die Möglichkeit des Wohnens bei den Grosseltern. B
wehre sich nur nicht mehr gegen den Aufenthalt im Heim, da sie sich ansonsten in
einen Loyalitätskonflikt begeben und den Verlust des Schutzes der Bezugspersonen
riskieren würde.
Der Vater schloss sich der Meinung der Vorinstanz an und erklärte sich mit dem Entzug
des Aufenthaltsbestimmungsrecht und der Platzierung von B im Heim Oberfeld in
Marbach einverstanden.
b) Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und
treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen
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(Art. 301 Abs. 1 ZGB). Die elterliche Sorge schliesst das Recht ein, über den
Aufenthaltsort, die Pflege und die Erziehung des Kindes zu bestimmen (Art. 301a Abs.
1 ZGB). Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für
Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Kann der
Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die
Kindesschutzbehörde es den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, diesen
wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Als
unbestimmter Rechtsbegriff entzieht sich das Kindeswohl einer abschliessenden
Definition. Der Kernbereich wird in Art. 302 Abs. 1 ZGB mit der Förderung der
körperlichen, geistigen und sittlichen Entwicklung umschrieben. Dazu zählen unter
anderem das Aufwachsen in einer harmonischen Beziehung, die Erziehung zu
Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit sowie das Bedürfnis des Kindes
nach Stabilität und Kontinuität (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, 6. Aufl. 2018, Art. 301 N
4 f.). Als Kindeswohl ist die für die Persönlichkeit eines Kindes oder Jugendlichen
günstige Relation zwischen seinen Bedürfnissen und seinen Lebensbedingungen zu
verstehen. Als günstig wird verstanden, wenn die Lebensbedingungen die Befriedigung
der Bedürfnisse insoweit ermöglichen, dass die sozialen und altersmässigen
Durchschnittserwartungen an körperliche, sittliche und geistige Entwicklung erfüllt
werden (Seifert/Krexa/Kühnel/Bareiss, Leitfaden zur Erstellung psychologisch-
psychiatrischer Gutachten bei Fragen zum Kindeswohl, FamPra.ch 01/2015, S. 122).
Wer die Obhut bzw. die elterliche Sorge hat, muss erziehungsfähig sein. Dabei geht es
vor allem um das wache Gespür für die Bedürfnisse des Kindes. Dem Kind abträglich
ist sowohl ein Hang zur Verwahrlosung als auch zur Überbehütung. Aber auch ein
zwischen Schonung und Überforderung schwankendes Verhalten ist ungünstig sowie
eine völlige Unberechenbarkeit, die das Kind zwingt, seinen Erzieher jeden Tag neu
kennenlernen zu müssen (FamKomm Scheidung/Vetterli, 3. Aufl. 2017, Art. 176 ZGB
N 5).
Für die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts gestützt auf Art. 310 Abs. 1
ZGB muss eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, der nicht anders begegnet werden
kann, als dass den Eltern das Kind wegzunehmen und in angemessener Weise
unterzubringen ist. Die Wegnahme ist nur zulässig, wenn das Kind in seiner
körperlichen, geistigen und sittlichen Entwicklung nicht anders geschützt werden kann,
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was das Subsidiaritätsprinzip deutlich zum Ausdruck bringt und den Vorrang
ambulanter, die Familiengemeinschaft respektierender vor stationären Massnahmen
unterstreicht. Der Obhutsentzug setzt aber nicht voraus, dass ambulante Massnahmen
versucht wurden, aber erfolglos blieben, sondern nur, dass aufgrund der Umstände
nicht damit gerechnet werden kann, es lasse sich die Gefährdung mit solchen
abwenden. Ebenso wenig ist entscheidend, ob das Kind bereits Schaden genommen
hat; ausreichend ist, dass der Schaden ohne Aufhebung des
Aufenthaltsbestimmungsrechts einzutreten droht. Unbeachtlich ist, ob die Eltern ein
Verschulden trifft. So fällt nicht nur die fehlende Eignung zu Pflege und Erziehung aus
Nachlässigkeit in Betracht, sondern auch aus sachlichen oder medizinischen Gründen
(BSK ZGB I-Breitschmid, 6. Aufl. 2018, Art. 310 N 3 ff.).
Die Wegnahme des Kindes bewirkt für sich allein nicht die Lösung der Probleme,
sondern bildet lediglich die Voraussetzung, dass dem Kind in anderem Umfeld bessere
Bedingungen geboten werden können. Die KESB hat zu bestimmen, wo das Kind
untergebracht wird. In Betracht kommen Familienpflege, eine betreute Wohngruppe
oder Heimpflege. Die Eignung des Pflegeplatzes ist Voraussetzung für die Zulässigkeit
der Anordnung. Kriterien bilden Kontinuität, aber auch die besondere Eignung einer
bestimmten Institution. Es besteht kein Angehörigenvorrang. Im Idealfall – wo die
Ursachen behebbar sind – ist die Massnahme auf Wiedereinsetzung der Eltern in ihre
Befugnisse gerichtet. Parallel zur Fremdunterbringung sollen die Eltern in geeigneter
Weise auf die Wiederaufnahme des Kindes vorbereitet werden, gegebenenfalls
verbunden mit Beratung, fürsorgerischer Intervention oder Veranlassung von
geeigneten therapeutischen Massnahmen (Breitschmid, a.a.O., Art. 310 N 7 ff.).
c) aa) Bei B handelt es sich um ein vierzehnjähriges Mädchen, das schulische
Schwierigkeiten hat. Bereits im Bericht des SPD vom 20. August 2015 ist festgehalten,
dass B die schulischen Lerninhalte nicht abspeichern könne, da sie sowohl über den
visuellen Kanal als auch über den auditiven Kanal eine beschränkte Merkfähigkeit
besitze. Dies habe zur Folge, dass sie weit von den Klassenzielen der vierten Klasse
entfernt sei. Ihre Fertigkeiten seien ungefähr bei der ersten bis zweiten Klasse
einzuordnen. Sie sei darauf angewiesen, dass ihr der Schulstoff ihren Möglichkeiten
entsprechend aufbereitet werde. Hinsichtlich Anforderungsniveau, Menge und Tempo
sei sie auf eine Individualisierung angewiesen, was in der Regelschule nicht
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gewährleistet werden könne. Es sei eine Sonderbeschulung indiziert. Gleichzeitig
wurde festgestellt, dass B auch ausserhalb der Schule enge Begleitung durch
Erwachsene benötige, damit sie die anstehenden Entwicklungsschritte bewältigen
könne. Dieser anspruchsvollen Aufgabe würden die Eltern aus verschiedenen Gründen
nicht gerecht werden. Es sei deshalb eine interne Beschulung angezeigt (vi-act. 102). B
trat in der Folge im Einverständnis der Eltern im August 2015 ins Sonderschulinternat
Kinder Dörfli in Lütisburg ein. Auch im Kinderdörfli wurde festgestellt, dass sie auf eine
individuelle Betreuung auch ausserhalb des Schulzimmers angewiesen sei. Sie
benötige nebst einem klar strukturierten Unterricht individuelle Förderung im
sonderpädagogischen Rahmen (vi-act. 68). Im Alltag benötige sie enge Begleitung, um
ihren Pflichten nachkommen zu können (vi-act. 219a).
Am 30. Juni 2018 trat B aufgrund von Suizidalität für rund fünf Monate in die Clienia
Littenheid AG ein. Im Austrittsbericht vom 20. Dezember 2018 wurden die Diagnosen
einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (F90.0 gemäss ICD-10),
mittelgradigen depressiven Episode (F32.1), Störung des Sozialverhaltens mit
oppositionellem, aufsässigem Verhalten (F91.3), Enuresis nocturna (nächtliches
Einnässen, F98.0) und nichtorganischen Enkopresis (Einkoten, F98.1) gestellt. In der
Klinik besuchte sie die Klinikschule in einer Kleingruppe. Je nach Fach bearbeitete sie
Lernstoff der vierten bis sechsten Klasse. Im Bericht ist ausgeführt, dass sie die Schule
grundsätzlich gerne besucht und einen gewissen Ehrgeiz gezeigt habe. Erklärungen
habe sie aber nur schwer annehmen können. Sie sei schnell wütend geworden und
habe sich über die Lehrperson und sich selber geärgert. Zu Beginn sei sie in solchen
Situationen auch körperlich in eine grosse Anspannung geraten. Im Verlauf habe sie es
besser ausgehalten, wenn sie auf Fehler angesprochen worden sei. Als
Anschlusslösung empfahl die Klinik eine Platzierung von B in einem strukturierten
sozialpädagogisch-psychiatrischem Umfeld. Die Eltern seien zwar sehr interessiert und
engagiert. Sie würden dem vorbelasteten Mädchen bei bestehender Symptomatik trotz
aller Bemühungen aber nicht genügend Halt und die notwendige Unterstützung bei der
Bewältigung der anstehenden Entwicklungsaufgaben bieten können. Bei den
Belastungserprobungen an den Wochenenden sei aufgefallen, dass die
Beschwerdeführerin oft unpünktlich gewesen sei und mehrmals vergessen habe, B die
Medikamente zu geben. Zudem habe sie Schwierigkeiten bei der Umsetzung des
Trinkplans gehabt. Die testdiagnostischen Fragebögen habe sie nicht ausgefüllt. Das
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familiäre System sei zwar als engagiert und in der Lösungsfindung bemüht
wahrgenommen worden. Gleichzeitig sei das Engagement der Familie der
Beschwerdeführerin und die emotionale Involvierung aber oftmals so ausgeprägt
gewesen, dass es zu teilweise grenzüberschreitendem und dysfunktionalem Verhalten
gekommen sei. Die Familienangehörigen hätten dies in ihren Bemühungen und in ihrer
Not kaum wahrgenommen. Bei B habe dies zu einem Loyalitätskonflikt geführt; sie
fühle sich in ihren Bedürfnissen übersehen und habe darunter ausgeprägt traurig
gewirkt. Dies habe sie in ihrer Entwicklung gehindert. Wegen der seit Jahren trotz
zahlreicher Bemühungen und Interventionen wiederkehrenden komplexen Problematik,
der damit zusammenhängenden Entwicklungsgefährdung sowie der phasenweisen
Überforderung des familiären Systems sei eine Platzierung in ein strukturiertes
sozialpädagogisch-psychiatrisches Umfeld nötig. Damit könne einem chronifizierenden
und invalidisierenden Verlauf der Erkrankung vorgebeugt und B in der Bewältigung der
nächsten Entwicklungsschritte unterstützt werden (vi-act. 434).
Die Beschwerdeführerin erhält eine IV-Rente. Vor Gericht konnte sie allerdings nicht
ausführen, weshalb sie diese erhält. Gemäss IV-Gutachten vom August 2007 liegt bei
der Beschwerdeführerin seit Geburt eine behandlungsbedürftige geistige
Minderbegabung vor, die eine erschwerte Einschulung und Berufsfindung nach sich
zog. Im Gutachten werden die Diagnosen einer Verhaltens- und emotionalen Störung
aufgrund eines psychoorganischen Syndroms, einer kombinierten Störung des
Sozialverhaltens und der Emotionen und einer sozialen Überempfindlichkeit gestellt
sowie der Verdacht auf eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstruktur geäussert
(vi-act. 101). Da die Beschwerdeführerin mit der Erziehung der Kinder überfordert ist,
wird sie seit mehreren Jahren von einer Familienbegleiterin unterstützt. Diese hielt im
Bericht vom 6. November 2017 fest, dass die Beschwerdeführerin zwar die
existenziellen Bedürfnisse der Kinder angemessen erfüllen könne; sie sorge für eine
Unterkunft, Essen, saubere Kleidung, Körperhygiene, Schlaf, Schutz und Sicherheit.
Die psychischen Grundbedürfnisse, wie insbesondere Anerkennung und Erfolg oder
Selbstwertgefühl, vermöge sie jedoch schlecht abzudecken. Es koste sie viel Kraft, die
Familie zu führen und den eigenen Selbstwert aufrecht zu erhalten und psychisch stabil
zu bleiben. Oftmals gebe es Machtkämpfe zwischen ihr und den Kindern. Die
Hierarchie zwischen ihr und den Kindern sei immer wieder unklar und müsse neu
geklärt werden. Sie schlage gegenüber den Kindern meist einen Befehlston an, der zu
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einer spannungsgeladenen, gereizten und aggressiven Atmosphäre führe (vi-act. 175).
Im Verlaufsbericht vom 9. Januar 2019 führte die Familienbegleiterin aus, dass die
Beschwerdeführerin im zweiten Halbjahr 2018 oft nervös und ungeduldig gewesen sei.
Ihre Zielerreichung liege im ungenügenden Bereich. Oft fehle es ihr an Wertschätzung
den Kindern gegenüber. Sie werte die Kinder zuweilen ab und mache ihnen gegenüber
Bemerkungen, welche die Kinder in ihrer Beziehung zur Mutter verunsichern würden.
Die emotionale Befindlichkeit der Beschwerdeführerin sei instabil und ihre Belastbarkeit
eingeschränkt. Den Kindern Halt, Ruhe und Orientierung zu geben, wenn sie selbst
derart gestresst und unruhig sei, sei nicht ausreichend möglich (vi-act. 443). Am 16.
August 2019 berichtete die Familienbegleiterin dem Gericht, dass an den von der
Vorinstanz formulierten Zielen habe gearbeitet und Verbesserungen erzielt werden
können. Der Alltag der Kinder verlaufe grundsätzlich strukturiert. Die
Beschwerdeführerin könne spontan reagieren und sei sehr bemüht. Planen und
organisieren sei allerdings eine Schwäche von ihr. Sie könne mit Unterstützung eine
bestehende Struktur und einen Ablauf übernehmen. In Eigenregie etwas organisieren
und koordinieren sei für sie jedoch eine Überforderung (act. 12). Am 4. Juni 2018
berichtete der Beistand der Vorinstanz, dass die Eltern nicht über die erforderlichen
Ressourcen verfügen würden, um den individuellen Bedarf an Aufmerksamkeit,
Betreuung und Hilfestellung von B decken zu können (vi-act. 232). Auch die
Psychologin der KJPD hielt am 14. Juni 2018 gegenüber der Vorinstanz fest, dass die
Beschwerdeführerin B kein förderliches ausserschulisches Umfeld bieten könne (vi-
act. 266).
bb) Der Verlauf, die Akten und die Ausführungen der Beteiligten zeigen einerseits, dass
B nicht nur in schulischer Hinsicht, sondern auch ausserhalb der Schule spezielle
Bedürfnisse hat und deshalb besonderer Betreuung bedarf. Andererseits bestehen bei
der Beschwerdeführerin gewisse Defizite, aufgrund derer sämtliche involvierten
Fachpersonen der Ansicht sind, dass sie den speziellen Bedürfnissen von B nicht
gerecht werden kann. Die Fachpersonen der Clienia Littenheid AG gehen gar davon
aus, dass es bei einer Rückkehr von B ins familiäre System kurz-, sicher aber
mittelfristig zu einer erneuten psychischen Dekompensation von B kommen werde (vi-
act. 434). Damit liegt ohne Weiteres eine Kindeswohlgefährdung vor.
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Während der Vater mit einer Platzierung von B in einem Heim mit interner Schule
einverstanden ist, wehrt sich die Beschwerdeführerin dagegen. Sie möchte B in die
Oberstufenschule Tipiti in Wil schicken. Hierbei handelt es sich um eine Tagesschule
und B würde nach der Schule jeweils täglich nach Hause zur Beschwerdeführerin
zurückkehren. B ist jedoch weiterhin auf Schutz und Sicherheit, Kontinuität in der
Alltagsbewältigung und verlässliche Zuwendung angewiesen. Da der
Beschwerdeführerin die Einsicht in die Problematik fehlt und bei ihr bis anhin keine
positive Veränderung festgestellt werden konnte, kann sie B dies derzeit nicht bieten.
Unter diesen Umständen musste die Vorinstanz den Eltern das
Aufenthaltsbestimmungsrecht entziehen. Eine mildere Mass-nahme ist nicht ersichtlich.
Die Beschwerdeführerin wird bereits seit mehreren Jahren von einer
sozialpädagogischen Familienbegleitung unterstützt. Gemäss der Familienbegleiterin
konnten bei der Beschwerdeführerin dennoch wenig Fortschritte im Umgang mit den
Kindern erzielt werden. Eine Familienbegleitung alleine reiche nicht aus, die
Problemlage in der Familie zu lösen (vi-act. 443). Ein Wohnen von B bei den Eltern der
Beschwerdeführerin fällt auch ausser Betracht, nachdem diese B im Februar 2019
unter Druck gesetzt hatten, einen Brief aufzusetzen, der gemäss Aussagen von B nicht
ihrem Willen entsprach (vgl. vi-act. 530 und 533), B anlässlich der Anhörung vom 23.
Mai 2019 sagte, dass sie sich mit den Grosseltern nur mittelmässig verstehe (act. 13)
und sie während des Aufenthalts in der Clienia Littenheid AG eine
Belastungserprobung bei den Grosseltern unter heftiger emotionaler Reaktion
verweigert hatte (vi-act. 434). Dass die Vor-instanz das Leistungsangebot der Tipiti
Schule nicht genauer abklärte, kann ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden. Es stand
fest, dass eine Rückkehr von B in den Haushalt der Beschwerdeführerin ihre weitere
Entwicklung gefährden würde. Eine Beschulung in einer Tagesschule kam deshalb von
Vornherein nicht in Frage.
Der Beschwerdeführerin wurde – entgegen ihrer Ansicht – aufgezeigt, was sich
verändern muss, damit B wieder bei ihr zuhause wohnen kann. Im Bericht der Clienia
Littenheid AG vom 20. Dezember 2018 ist festgehalten, dass im langfristigen Verlauf
bei einer Stabilisierung der familiären Situation (Verbesserung der dysfunktionalen
Kommunikationsmuster, Kooperation und Konsensfindung, Differenzierung der
Kompetenzen, Rechte und Pflichten der Eltern und Angehörigen, gegenseitige
Wahrung der persönlichen Grenzen, Einhalten von Strukturen und Regeln, Annahme
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und Umsetzung von professionellen Unterstützungsangeboten, Einhalten von
Abmachungen beziehungsweise Absprachen, Validierung und Akzeptanz von
Wünschen und Bedürfnissen von B, Abgrenzung zu Bedürfnissen und Wünschen der
Familienangehörigen) eine Tagesschule und ein Wohnen im familiären Setting ins Auge
gefasst werden könne (vi-act. 434). Diese Ziele fanden in die angefochtene Verfügung
Eingang und die Familienbegleitung wurde beauftragt, daran zu arbeiten.
cc) Damit ergibt sich, dass der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrecht geeignet und
erforderlich ist, der Gefährdung des Kindeswohls entgegen zu wirken. Die Frage, ob
auch dem Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen war, kann
offengelassen werden, da er mit dem Entzug ausdrücklich einverstanden ist und sich
nicht dagegen wehrt. Der Wunsch der Beschwerdeführerin nach einer Rückkehr von B
in ihren Haushalt ist zwar verständlich, liegt im heutigen Zeitpunkt aber nicht im Wohl
von B. Bei einer Rückkehr wäre ihr Wohl gefährdet.
d) Es bleibt zu prüfen, ob die Unterbringung von B im Sonderschulheim Oberfeld in
Marbach geeignet ist. Das Sonderschulheim Oberfeld ist eine Lern- und
Arbeitsgemeinschaft. Es bietet 50 Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts im
Alter von sechs bis achtzehn Jahren individuelle Förderung. Die Zielgruppe umfasst
verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit schulischen Lernbehinderungen
verschiedenen Ursprungs, mit Wahrnehmungs-, Sprach- und Bewegungsstörungen
(z.B. ADHS), mit psychischen Auffälligkeiten oder mit geistigen Behinderungen im
Grenzbereich. Ausserhalb des Schulunterrichts ist sozialpädagogisches Personal für
die Förderung der Kinder zuständig (vgl. www.heim-oberfeld.ch). Mit diesem Angebot
kann den besonderen Bedürfnissen von B begegnet werden. Gemäss ihren eigenen
Angaben gefällt es ihr im Heim. Sie gehe gerne in die Schule, auf der Wohngruppe
laufe es gut, sie verstehe sich mit den Leiterinnen gut und habe neue Freunde
gefunden (vgl. act. 13). Auch der Vater und der Beistand berichteten anlässlich der
mündlichen Verhandlung, dass sie den Eindruck hätten, dass es B im Heim gut gefalle.
B konnte im Heim bereits Fortschritte machen. Sowohl ihre schulischen Leistungen als
auch die Problematik mit dem Einnässen und –koten verbesserten sich, und ein Teil
der Medikamente konnte abgesetzt werden. Die Unterbringung von B im
Sonderschulheim Oberfeld erweist sich damit als geeignet.
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Dass die Beschwerdeführerin angibt, B äussere bei ihr immer wieder den Wunsch,
nach Hause gehen zu können, vermag daran nichts zu ändern. Dies zeigt, dass sich B
in einem Loyalitätskonflikt befindet. Der Vater führte vor Gericht aus, dass B ihm
gegenüber diesen Wunsch nicht äussere. Anlässlich der Anhörung vom 23. Mai 2019
sagte B, dass sie sich gerne aufteilen würde, wobei der eine Teil im Heim und der
andere zuhause wäre. Sie wünsche sich, im Heim und zuhause zu sein (act. 13). Mit
dieser Aussage brachte B ihren Loyalitätskonflikt sehr deutlich zum Ausdruck. Im
Februar 2019 begann B bei einem Telefonat mit der Beschwerdeführerin zu weinen und
wünschte danach, dass die Telefongespräche mit der Beschwerdeführerin und der
Grossmutter vom Heim begleitet würden. Die Beschwerdeführerin hatte auf B
eingeredet, sie solle sich die Schule Tipiti anschauen (vi-act. 488). Im Heim erzählt B,
dass es ihr dort gefalle, und dass es aber eine Person gebe, der sie dies nicht erzählen
dürfe, da diese sonst sauer werde (vi-act. 499). B scheint von der Beschwerdeführerin
und deren Familie beeinflusst und instrumentalisiert zu werden (z.B. Brief, den sie auf
Druck der Grosseltern schreiben musste, vi-act. 530 und 533; Video der Gotte über B,
act. 28). Es ist deshalb zu vermuten, dass es sich bei dem von B der
Beschwerdeführerin gegenüber geäusserten Wunsch, nach Hause zu können, um
einen induzierten Kindeswillen handelt. Davon ging auch der Kindesvertreter von B im
vorinstanzlichen Verfahren aus (vi-act. 264).
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Eltern zu Recht das
Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und B im Heim Oberfeld, Marbach, platziert
hat. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
4.- Im Weiteren wird beantragt, Ziffer 8 lit. b, e und f der vorinstanzlichen Verfügung
vom 15. Januar 2019, mit welcher die Aufgabenbereiche des Beistandes angepasst
wurden, sei aufzuheben. Der Beistand wurde in Ziffer 8 unter anderem beauftragt, die
Entwicklung des Kindes, insbesondere die Unterbringung, Betreuung, Erziehung und
Ausbildung zu überwachen und B wenn nötig zu vertreten (lit. b), für die Gesundheit
des Kindes sowohl in psychischer als auch physischer Hinsicht besorgt zu sein,
notwendigenfalls die entsprechenden Konsultationen und Therapien in die Wege zu
leiten (lit. e) sowie die Fremdplatzierung zu begleiten und allen Beteiligten als
Ansprechperson zur Verfügung zu stehen sowie darauf hinzuwirken, dass das Heim
Oberfeld und die Eltern zum Wohl von B zusammenarbeiten (lit. f).
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a) Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass es zur Begleitung der
Platzierung von B notwendig sei, den Aufgabenbereich der Beistandsperson
anzupassen. Die erweiterten Kompetenzen sollen die Zusammenarbeit zwischen den
Eltern und dem Heim verbessern. Die Erweiterung hinsichtlich der Gesundheit von B
soll dem Umstand, dass im Familiensystem grosse Sorgen hinsichtlich der
psychischen Verfassung von B vorherrschen würden, Rechnung tragen. Der Beistand
soll mit den involvierten Fachpersonen im Austausch stehen und wenn nötig
unterstützende Massnahmen für B aufgleisen können. Die Beschwerdeführerin hält
dem entgegen, dass die Erweiterung der Aufgaben des Beistandes weder nötig noch
angebracht sei. Zudem sei der aktuelle Beistand für seine Funktion als Beistand nicht
qualifiziert.
b) Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für
Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Erfordern es
die Verhältnisse, so ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, der
die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB).
Dem Beistand können gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB besondere Befugnisse übertragen
werden. Die Anordnungen können alle denkbaren Gefährdungen des Kindeswohls
betreffen und der Beistand ist zu allen geeigneten Vorkehren befugt. Im Rahmen eines
spezifischen Auftrags stehen dem Beistand alle zur Durchsetzung gebotenen Behelfe
zur Verfügung, und es konkurrieren seine Befugnisse mit jenen der Inhaber der
elterlichen Sorge (Breitschmid, a.a.O., Art. 308 N 6 f.).
c) Nachdem bei B eine Kindeswohlgefährdung vorliegt und der Entzug des
Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Fremdplatzierung zu bestätigen sind, erweist
sich auch die Erweiterung des Auftrags des Beistands im Rahmen wie von der
Vorinstanz angeordnet als sinnvoll und ist nicht zu beanstanden. Konkrete Gründe,
welche gegen die Erweiterung des Auftrags des Beistands sprechen, macht die
Rechtsvertreterin nicht geltend. Das Argument, der Beistand sei für sein Amt nicht
qualifiziert, ist in diesem Verfahren unbehelflich und wurde bereits mit Entscheid vom
8. August 2019 abgehandelt (Verfahren V-2019/47, wo es um den Wechsel des
Beistands ging). Die Beschwerde ist in diesem Punkt ebenfalls abzuweisen.
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5.- Sodann ist die Ziffer 9 der vorinstanzlichen Verfügung vom 15. Januar 2019
angefochten, mit welcher die elterliche Sorge der Mutter in den Bereichen Gesundheit
und Schule gestützt auf Art. 308 Abs. 3 ZGB eingeschränkt wurde.
a) Die Zuweisung von besonderen Aufgaben an den Beistand belässt den
sorgeberechtigten Eltern ihre volle Vertretungsmacht, was allerdings zu einer parallelen
Zuständigkeit des Beistands führt. Sind die Eltern wenig kooperativ und besteht die
Gefahr, dass sie die Anordnungen des Beistands unterlaufen, kann die elterliche Sorge
gemäss Art. 308 Abs. 3 ZGB beschränkt werden. Es handelt sich hierbei um eine
punktuelle Beschränkung der elterlichen Sorge, ohne dass sie ganz entzogen wird
(Cantieni/Blum, in: Fountoulakis/Affolter/Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.],
Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, N
15.78 f.; Breitschmid, a.a.O., Art. 308 N 20).
b) Die Vorinstanz macht geltend, die Beschwerdeführerin verhalte sich unkooperativ.
Sie habe im Juli 2018 die Entbindung der Clienia Littenheid AG von der Schweigepflicht
gegenüber der KESB und dem Beistand verweigert. Im November 2018 habe sie die
Entbindung der Clienia Littenheid AG von der Schweigepflicht gegenüber dem
Sonderschulheim Oberfeld zurückgezogen, um den Informationsfluss an die neue
Schule zu verhindern. Die Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdeführerin und der
Schule im Kinder Dörfli habe sich sehr schwierig gestaltet, was B in einen
Loyalitätskonflikt gebracht habe. Zum Schutz von B sei es daher notwendig, die
elterliche Sorge der Beschwerdeführerin in den Bereichen Schule und Gesundheit zu
beschränken. Die Beschwerdeführerin hält die Einschränkung der elterlichen Sorge für
nicht angebracht.
c) Aufgrund des von der Vorinstanz umschriebenen unkooperativen Verhaltens der
Beschwerdeführerin liegen konkrete Anzeichen vor, dass diese die Handlungen des
Beistands im Bereich Schule und Gesundheit durchkreuzen könnte, weshalb eine
Beschränkung der elterlichen Sorge in diesen Punkten nicht zu beanstanden ist. Die
Frage, ob es nötig war, auch die elterliche Sorge des Vaters in den Bereichen Schule
und Gesundheit einzuschränken, kann offengelassen werden, da er damit ausdrücklich
einverstanden ist und sich nicht dagegen wehrt. Die Beschwerde ist entsprechend
auch in diesem Punkt abzuweisen.
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6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrecht,
die Platzierung von B im Heim Oberfeld, die Erweiterung der Aufgabenbereiche des
Beistands und die Beschränkung der elterlichen Sorge in den Bereichen Gesundheit
und Schule zu bestätigen sind und die Beschwerde abzuweisen ist. An diesem
Ergebnis würde weder eine Befragung von Ignaz Heim, Behördenmitglied KESB
Kanton Uri, noch ein Gutachten einer Fachperson in Trauma-Pädagogik und
Psychologie etwas ändern, weshalb diese Beweisanträge der Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin abzuweisen sind. Eine Befragung von Ignaz Heim käme einem
Parteigutachten gleich, und mit dem Austrittsbericht der Clienia Littenheid AG vom 20.
Dezember 2018 liegt bereits ein gutachterlicher Bericht in den Akten, der sich klar für
eine Fremdplatzierung von B ausspricht. Der Bericht ist schlüssig, nachvollziehbar und
widerspruchsfrei, und wird im Übrigen von der Rechtsvertreterin nicht angefochten,
weshalb darauf abgestellt werden konnte. Der Bericht ist von einer klinischen
Psychologin, einer therapeutischen Leiterin und dem Chefarzt, welcher Facharzt für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ist, verfasst. Zusammen mit den
Berichten der Familienbegleiterin und der Fachpersonen aus dem Kinderdörfli und dem
Heim Oberfeld liegen damit sowohl ärztliche und entwicklungspsychologische, als
auch pädagogische Fachmeinungen im Recht. Die vorinstanzliche Verfügung erging
von zwei Behördenmitgliedern aus dem Bereich Recht und von einem
Behördenmitglied aus dem Bereich soziale Arbeit. Ein Mangel an Interdisziplinarität –
wie es die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin geltend macht – liegt damit nicht
vor.
7.- Einer Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu (Art.
450c ZGB). Damit die Umsetzung der Kindesschutzmassnahmen nicht durch ein
allfälliges Rechtsmittelverfahren vor dem Kantonsgericht gefährdet wird, ist einer
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
8.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES und Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener
Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Es gilt der Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und
Unterliegens. Eine Kostenverteilung nach Ermessen, wie sie insbesondere in
Kinderbelangen häufig angeordnet wird, bietet sich vorliegend nicht an, denn die
Beschwerdeführerin ist mit ihren Begehren vollumfänglich unterlegen, und der Vater
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erklärte sich mit der vorinstanzlichen Verfügung vollumfänglich einverstanden. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist auf die Erhebung der amtlichen Kosten vorläufig zu
verzichten. Die Beschwerdeführerin wird darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung
verpflichtet wird, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP und Art. 123 Abs.
1 der Zivilprozessordnung, SR 272, abgekürzt: ZPO).
b) Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte eine Gesamtkostennote für
dieses Verfahren und das parallel laufende Verfahren V-2019/28 ein (act. 33). Darin
macht sie, ausgehend von einem Aufwand von 25.35 Stunden, ein Honorar von
Fr. 6'337.50 geltend, zuzüglich Barauslagen, Fahrkosten und Mehrwertsteuer. Das
Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertretung in Familien- und Strafsachen sowie der
amtlichen Verteidigung wird grundsätzlich als Pauschale bemessen (Art. 10 Abs. 1 der
Honorarordnung, sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Vor der VRK beträgt dieses zwischen
Fr. 1'500.– und Fr. 15'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird
das Honorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Der Aufwand der
Rechtsvertreterin von 25.35 Stunden erscheint unter Berücksichtigung der
Verfahrensdauer, des Aktenumfangs und der Schwierigkeit der beiden Fälle als
tarifkonform. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass das mittlere Honorar Fr. 250.– je
Stunde beträgt (Art. 24 Abs. 1 HonO) und das Honorar bei unentgeltlicher
Prozessführung oder amtlicher Verteidigung um einen Fünftel herabgesetzt wird (Art.
31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, abgekürzt: AnwG). Es ist deshalb mit
einem Ansatz von Fr. 200.– je Stunde zu rechnen. Dies ergibt ein Honorar von Fr.
5'070.– für beide Verfahren. Hinzuzuzählen sind Barauslagen von Fr. 202.80 (4 % von
Fr. 5'070; Art. 28 HonO), Fahrauslagen von Fr. 94.10 und die Mehrwertsteuer von
Fr. 413.25 (7.7 % von Fr. 5'366.90; Art. 29 HonO). Die Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beträgt damit insgesamt Fr.
5'780.15. Sie ist für das vorliegende Verfahren mit Fr. 3'853.45 zu entschädigen; die
restliche Entschädigung erfolgt im Verfahren V-2019/28. Verbessern sich die
wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin, ist sie zur Nachzahlung
bis
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verpflichtet (Art. 99 Abs. 2 VRP und Art. 123 Abs. 1 ZPO). Die unentgeltliche
Rechtsvertreterin darf von ihrer Mandantin kein zusätzliches Honorar fordern (Art. 11
HonO).
c) Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Vater Anspruch auf eine
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP), soweit sie aufgrund der
Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP).
Im Beschwerdeverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der
Rechtsvertreter des Vaters reichte eine Gesamtkostennote für dieses und das parallel
laufende Verfahren V-2019/28 ein. Er macht darin, ausgehend von einem Aufwand von
20.92 Stunden, ein Honorar von Fr. 5'229.– geltend, zuzüglich Barauslagen, Fahrkosten
und Mehrwertsteuer. Da der Vater mit den vorinstanzlichen Verfügungen einverstanden
war, konnte sich der Rechtsvertreter darauf beschränken, die vorinstanzlichen
Verfügungen zu befürworten. Das geltend gemachte Honorar scheint deshalb als leicht
übersetzt. Der Aufwand für die Vorbereitung der Verhandlung von 16 Stunden ist zu
hoch veranschlagt und um 6 Stunden zu kürzen. Ein Honorar von Fr. 3'500.– für beide
Verfahren erscheint als angemessen; das entspricht einem Aufwand von 14 Stunden zu
je Fr. 250.– (vgl. Art. 24 Abs. 1 HonO). Zum Honorar hinzuzurechnen sind die geltend
gemachten Barauslagen von insgesamt Fr. 19.50, Fahrauslagen von Fr. 46.90 und die
Mehrwertsteuer von Fr. 274.60 (7.7 % von Fr. 3'566.40; Art. 29 HonO). Die
Entschädigung für den Rechtsvertreter des Vaters beträgt damit insgesamt Fr. 3'841.–.
Er ist für das vorliegende Verfahren mit Fr. 2'560.65 zu entschädigen; die restliche
Entschädigung erfolgt im Verfahren V-2019/28. Dem Verfahrensausgang entsprechend
ist die Beschwerdeführerin entschädigungspflichtig (Art. 99 Abs. 2 VRP und Art. 122
Abs. 1 lit. d ZPO). Das Gesuch des Vaters um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung ist angesichts des Verfahrensausgangs gegenstandslos.