Decision ID: 81ab0e9b-caf6-4a0a-ae68-fa01419a2775
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
war seit dem 1
6.
August 2009 als Kindergarten
lehrperson
beim
Y._
angestellt (
Urk.
9/A11)
und damit bei der AXA Versicherungen AG gegen Unfälle versichert.
A
m 2
4.
März 2017
erlitt sie
einen Zeckenbiss am
linken
Handgelenk (
Urk.
10/M6
).
Bei der
Dia
gnose einer
Frühsommer-
Meningoenzephalitis
(
Urk.
10/M8)
erbrachte
die AXA
die gesetzlichen Leis
tungen.
Ein
per Januar 2018
geplanter
Arbeitsversuch musste aufgrund der persistierenden Schwindelbeschwerden wieder abgebrochen werden (
Urk.
9/A67
und
Urk.
9/A79 S. 3
).
Die AXA veranlass
t
e
in der Folge
eine
polyd
isziplinäre Begutachtung im Zentrum Z._ (Z._
,
Expertise vom 1
9.
August 2019,
Urk.
10/M51)
.
Gestützt auf das Gutachten und die beantworteten Rückfragen (
Urk.
10/M
52 und M54) reduzierte sie mit Verfügung vom 1
2.
November 2019 (
Urk.
9/A163) die Taggeld-Leistungen
per 16. September 2019
auf 50
%
. Die dagegen erhobene Einsprache vom 12. Dezember 2019 (
Urk.
9/A166) wies die AXA
mit
Entscheid
vom 16.
Oktober 2020 ab (
Urk.
9/A194).
Mit Mitteilung vom 1
2.
August 2020 (
Urk.
9/A185)
war
die Versicherte unter Zu
stellung des
Fragenkatalogs
über die
beabsichtigte
Durchführung
einer
Verlaufs
be
gutachtung beim
Z._
informiert
worden
. Die Versicherte erklärte sich mit der Verlaufsbegutachtung beim
Z._
n
icht einverstanden
(Urk. 9/A186 und A191). In der Folge
ordnete
die AXA mit prozessleitender Zwischenverfügung vom 2
0.
November 2020 (
Urk.
2)
eine
Verlaufsbegutachtung durch das
Z._
an
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
8.
Januar 2021 (
Urk.
1) Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Durch
führung eines Einigungsverfahrens an die Versicherung zurückzuweisen (S
.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
April 2021 (
Urk.
8) schloss die Beschwerde
geg
nerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 3. Juni 2021 (
Urk.
12) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest und reichte eine Stel
lungnahme von
Dr.
A._
, Facharzt für Neurologie FMH, (Urk.
13) zu den Akten
,
was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
8.
Juni 2021 (
Urk.
14)
unter Fris
t
ansetzung zur Stellungnahme
zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 2
8.
Juni 2021
(
Urk.
16) verwies die AXA auf ihren Sistierungsantrag im Prozess Nr. UV.2020
.00259 betreffend Reduktion der Taggelder und ersuchte um Neuan
setzung einer Frist zur Erstattung der Duplik
im vorliegenden Verfahren
nach jenem Entscheid.
Eine Zustellung an die Gegenpartei erfolgt - da es sich lediglich um ein Fristerstreckungsgesuch handelt - mit diesem E
n
tscheid.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind auf die Unfallversicherung anwendbar, soweit das
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1
UVG
).
1.2
Zwischenverfügungen können gemäss Art. 55 Abs. 1 des ATSG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) bei Bejahung eines nicht
wieder gutzumachenden
Nachteils (Art. 46 Abs. 1
lit
. a
VwVG
) unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen Rügen recht
li
cher und tatsächlicher Natur angefochten werden.
Bei der Beurteilung des Merk
mals des nicht
wieder gutzumachenden
Nachteils im Kontext der Gutach
ten
an
ordnung ist gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7) die
Eintre
tens
voraussetzung
des nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstin
stanz
liche Beschwerdeverfahren zu bejahen, zumal die nicht sachgerechte Begut
achtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen Nachteil bewirken wird.
Diese zur Invalidenversicherung ergangene Rechtsprechung findet, soweit sie vorliegend zitiert wurde, auch im Bereich der Unfallversicherung Anwendung (BGE 138 V 318 E. 6.1 und 6.2).
1.
3
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können materielle Einwendungen bei
spielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht not
wendig, weil sie – mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sach
verhalt – bloss einer Zweitmeinung entspreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hinweisen; noch anders: BGE 136 V 156). Sodann können personenbezogene
Ausstands
gründe
gerügt werden.
Im Verwaltungsverfahren müssen Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten treffen oder vorzubereiten haben, darunter auch Sachverständige, in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse haben oder aus andere
n
Gründen in der Sache befangen sein könnten (Art. 10
VwVG
und Art. 36 Abs. 1 ATSG sowie statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2014 vom 18. Dezember 2015 E. 6.2 mit zahlreichen Hinweisen).
Gemäss Art. 44 ATSG kann die versicherte Person einen Gutachter aus triftigen
Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen. Zum einen werden von den trif
tigen Gründen die eigentlichen gesetzlichen
Ausstandsgründe
(vgl. Art. 10
VwVG
und Art. 36 Abs. 1 ATSG) erfasst; zum andern zählen auch weitere Aspekte - etwa
die fehlende Sachkenntnis - zu den triftigen Gründen (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015,
Rz
38 zu Art. 44; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 20. Novem
ber 2020 fest,
die Beschwerdeführerin
habe
keine (konkreten) Ablehnungs- und
Ausstandsgründe
geltend gemacht. Es gehe nicht darum
,
sich eine Gutachterstelle zu wünschen, sondern darum
,
sich beim Vorliegen gewichtiger Einwände auf eine Gutachterstelle zu einigen, mit welcher beide Parteien leben könn
t
en. Die Einwände, welche gegen das
Z._
vorgebracht worden seien, würden jeglicher Grundlage entbehren. Der Umstand, dass sich ein Sachverständiger schon einmal mit einer Person befasst hat, schliesse dessen späteren
Beizug
als Gutachter nicht zur Vornherein aus und eine unzulässige Vorbefassung liege auch nicht vor. Der durch die Beschwerdeführerin vorgeschlagene Arzt, habe eine volle Arbeitsun
fähigkeit bescheinigt, dies aber nur mit «nach Angaben der behandelnden Ärzte sei die Versicherte als 100
%
berufsunfähig einzustufen» begründet und habe sich nicht mit anderslautenden Meinungen auseinandergesetzt.
In ihrer
Beschwerdeantwort (Urk. 8)
führte die Beschwerdegegnerin aus, b
ei den Vorbringen der Beschwerdeführerin handle es sich nicht um Ausführungen zu allfälligen triftigen Gründen, sondern lediglich um Kritik am Gutachten vom 19. August 201
9.
Abgesehen davon, dass man inhaltlich anderer Meinung sei, gelinge es der Beschwerdeführerin nicht, triftige Gründe gegen die Gutachter des
Z._
vorzubringen.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Beschwerdegegnerin habe ihre Gehörs- und Partizipationsrechte verletzt, indem
sie am
Z._
als Begutachtungsstelle festgehalten habe (S. 5). Aus näher darge
legten Gründen sei das Gutachten vom 1
9.
August 2019 inhaltlich mangelhaft (S.
6 ff.).
Der federführende Gutachter,
Dr.
B._
, habe sich bei der Beantwortung von Ergänzungsfragen geweigert im Detail darauf einzugehen, was darauf schliessen lasse, dass die Gutachter entweder ungenau vorgegangen seien oder sich von anderen Motiven hätten leiten lassen (S. 7).
Der neurologische Gutachter,
Dr.
C._
, habe in seinem Teilgutachten auf Literatur verwiesen, ohne jedoch die genauen Stellen zu erwähnen.
Die exakte Quellenangabe stelle ein absolutes Grunderfordernis dar (S. 8).
Aus näher dargelegten Gründen seien die Ergän
zungs
fragen zum Gutachten nicht ausreichend begründet worden
und das dabei gezeigte Verhalten der Gutachter spreche nicht für eine sachbezogene, neutrale Haltung
(S. 9 f.).
Wenn das Verlaufsgutachten beim selben Gutachter in Auftrag
gegeben werde, bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Gutachter seiner neuen Expertise die Schlussfolgerungen des ersten Gutachtens zugrunde lege. Wenn dieses jedoch als nicht beweiswertig qualifiziert werde, sei auch das Verlaufsgutachten nicht beweiswertig. Um diesem Risiko vorzubeugen sei es an
gezeigt
,
das Verlaufsgutachten nicht beim selben Gutachter in Auftrag zu geben (S. 11).
Unter Beilage einer
Stellungnahme von
Dr.
A._
(
Urk.
13),
brachte
die Be
schwerdeführerin am
3.
Juni 2021 (
Urk.
12) erneut
vor
,
dass
das Gutachten vom 1
9.
August 2019 mangelhaft sei. Auch wiederholte sie darin, dass die Haltung von
Dr.
B._
bei der Beantwortung der Ergänzungsfragen den Vorwurf der Be
fangenheit untermauere (S. 2).
Aus näher dargelegten Gründen seien die von
Dr.
C._
im neurologischen Teilgutachten getroffenen Schlussfolgerungen falsch
, was ebenfalls auf eine Befangenheit schliessen lasse (S. 3 f.).
3.
3
.
1
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerde
füh
rerin am 1
2.
August 2020 (
Urk.
9/A185) über eine
geplante
neurologische Ver
laufsbegutachtung informierte, den
Namen des in Aussicht genommenen Gut
ach
ters des
Z._
und dessen
fachärztliche Spezialisierung (Neurologie) bekannt gab, ihr den Fragenkatalog zustellte und ihr die Möglichkeit einräumte, Zusatz
fragen zu stellen. Die Beschwerdeführerin beantragte mit Schreiben vom 2
4.
Augus
t 2020 (
Urk.
9/A186)
,
die Verlaufsbegutachtung an einem anderen Institut durchführen zu lassen. Die Beschwerdegegnerin hielt
hierauf
mit Schreiben vom 1
6.
Septem
ber 2020 (
Urk.
9/A188) am
Z._
als Begutachtungsstelle fest. Die Beschwerde
führerin erklärte sich am 2
8.
September 2020 (
Urk.
9/A191) nicht einverstanden,
worauf die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Novem
ber 2020 (
Urk.
2)
die
Verlaufsbegutachtung durch Dr.
C._
vom
Z._
anordnete
.
Nach Gesagtem hat die Beschwerdegegnerin das Verfahren
betreffend die
Ein
ho
lung des neurologischen Verlaufsgutachtens
grundsätzlich
vollständig und korrekt durchgeführt. Sie war
mithin
berechtigt, mit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2020 (Urk. 2) über die Begutachtung beziehungsweise die Ein
ho
lung eines Verlaufsgutachtens beim
Z._
zu verfügen.
Die
Beschwerdegegnerin
gewährte der Beschwerdeführerin vor Erlass der angefochtenen Zwischenver
fü
gung über die Anordnung der neurologischen Verlaufsbegutachtung die Gehörs- und Partizipationsrechte gemäss BGE 138 V 318 E. 6.1.4 in Verbindung mit BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7-
9.
Eine von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Verletzung der Gehörs- und Partizipationsrechte (
Urk.
1 S. 5)
liegt damit nicht vor
.
3.2
Die Beschwerdeführerin
stellt
e
sich auf den Standpunkt, dass auf
das
erste
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne.
Sie
rügt
e
sodann
in formeller Hinsicht, dass das
Z._
nicht mit der Verlaufsbegutachtung
hätte beauftragt werden dürfen,
v
ielmehr hätte die Gutachtensstelle in gegenseitiger Absprache bestimmt werden müssen (Urk. 1 S.
5 und S. 12
)
.
Diesbezüglich ist anzumerken, dass eine Partei nicht zu einer ein
vernehmlichen Gutachtenseinholung verpflichtet werden kann und kein Rechts
an
spruch auf
konsensuale
Bestimmung der Gutachterstelle besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_512/2013 vom 13. Januar 2014 E. 3.5).
U
nter diesem
Gesichtspunkt
ist somit nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin das
Z._
mit der neurolo
gi
schen
Verlaufsbegutachtung beauftragt hat.
3.3
3.3.1
Gemäss der Garantie des verfassungsmässigen Richters (Art. 30 Abs. 1 der Bun
desverfassung, BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen
rechte und Grundfreiheiten, EMRK) hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbe
fan
genen Ge
richt ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Lie
gen bei objek
tiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vor, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen ver
mögen, so ist die Garantie verletzt (BGE 127 I 196 E. 2b mit Hinweisen). Für Sachver
ständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungs
gründe, wie sie für den Richter vorgesehen sind (BGE 120 V 357 E. 3a). Da sie nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar nicht nach Art. 30 Abs. 1 BV, sondern nach Art. 29 Abs. 1 BV. Hinsichtlich der Unpartei
lichkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend überein
stimmender Gehalt zu (BGE 127 I 196 E. 2b). Bei der Befangenheit handelt es sich um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nach
gewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangen
heit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu
begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und de
r Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Emp
finden einer Partei abge
stellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztgutach
ten im Sozialver
sicherungsrecht zukommt, ist an die Unpar
teilichkeit des Gut
achters ein stren
ger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1).
3.3.2
Zu unterscheiden ist zwischen Einwendungen formeller und Einwendungen mate
rieller Natur. Zu den Einwendungen formeller Natur zählen die gesetzlichen
Ausstandsgründe
(vgl. Art. 10
VwVG
und Art. 36 Abs. 1 ATSG), weil sie geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Sachverständigen zu erwecken.
Dazu gehören beispielsweise ein persönliches Interesse an der zu beurteilenden Sache, aber auch die enge ver
wandtschaftliche oder freundschaftliche Verbundenheit mit einer Partei oder andere Gründe von ähnlichem Gewicht. Demgegenüber kann
in materieller Hinsicht, wie ber
eits erwähnt (vorstehende E. 1.2
),
geltend
gemacht werden, die in Aussicht g
e
nommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie
bloss einer Zweitmeinung ent
spreche.
Einwendungen materieller Natur können sich auch gegen die Person des Gutachters richten. Insbesondere kön
nen diese die
gutachterliche Fachkompetenz des Gutachte
rs beschlagen (BGE 137 V 210 E.
3.4.2.7).
3.3.3
Bei den Einwendungen hinsichtlich der gutachterlichen Fachkompetenz muss es sich indes um personenbezogene Einwendungen, wie die fachliche Ausbildung oder die berufliche Erfahrung des Gutachters, handeln. Eine mangelnde gutach
terliche Fachkompetenz kann indes nicht mit einer mangelnden Qualität bezie
hungsweise einer fehlenden Schlüssigkeit eines im gleichen Verfahren von die
sem Gutachter bereits zu einem früheren Zeitpunkt erstatteten Gutachtens begründet werden. Solche Einwendungen beschlagen vielmehr Fragen, welche zur Beweis
würdigung gehören. Es besteht jedoch kein Anlass, die Beweiswürdi
gung bereits auf den Zeitpunkt der Überprüfung eines Zwischenentscheids betreffend die An
ord
nung einer Begutachtung vorzuverlegen. Aus diesem Grunde können solche Einwendungen erst im Rahmen der Beweiswürdigung und mithin bei Erlass der Verfügung über den Leistungsanspruch beziehungsweise im nach
folgenden Rechtsmittelverfahren behandelt werden (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 und
BGE 132 V 93 E. 6.5).
3.3.4
Die Beschwerdeführerin macht keine formellen Einwendungen im Sinne der ge
setz
lichen
Ausstandsgründe
gegen eine Teilnahme von Dr.
C._
an der streitigen Verlaufsbegutachtung geltend. Sie erhebt vielmehr materielle Einwendungen
gegen
dessen
Teilnahme. Insbesondere macht sie geltend, dass diese
r
im ursprüng
lichen Gutachten des
Z._
davon ausgegangen sei
,
dass keine schwere Enze
phalitis vorgelegen habe und dass das Ausmass der festgestellten Restbefunde ungewöhnlich sei
, was
ihrer Ansicht nach
nicht nachvollziehbar sei. Auch sei eine Auseinandersetzung mit abweichenden Meinung nur betreffend Kausalität der Migräne erfolgt, was
offen lasse
, ob
Dr.
C._
gegenteilige Meinungen in
seine Beurteilung miteinbezogen habe (
Urk.
1 S. 8 f.).
Es müsse davon ausge
gangen werden, dass er seinen Schlussfolgerungen die Vermutung zugrunde ge
legt habe, dass nur der schwere Krankheitsverlauf erhebliche Restsymptome zur Folge habe. Dafür finde sich jedoch keine empirische Grundlage. Die initialen Befunde seien zudem gravierender gewesen als von
Dr.
C._
angenommen und
er habe diese aktenwidrig zusammengefasst. Auch die Beinparese sei unzurei
chend
gewürdigt worden und die festgestellte Gangunsicherheit sei fälschlicherweise einer frühgeburtlichen
Cerebralparese
zugeordnet worden (U
rk.
12 S. 2 f
f
.).
3.3
.5
Die Beschwerdeführerin begründet ihre Rügen der fehlenden Fachkompetenz von
Dr.
C._
ausschliesslich mit einer mangelhaften ursprünglichen Begutach
tung
.
Diese Rügen beschlagen indes die Beweiswürdigung, welche nicht Gegenstand des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens darstellt, und erweisen sich daher als verfrüht.
Ein Grund für die Anordnung der Verlaufsbegutachtung an eine
r
anderen
Insti
tution
ist bezüglich dieses Themenkomplexes nicht gegeben.
3.3.6
Hinsichtlich der
geltend gemachten
Befangenheit von
Dr.
C._
ist anzumerken, dass es
zwar
zutrifft,
dass Dr.
C._
mit der Sache vorbefasst ist, da er bei der ersten Begutachtung mitgewirkt hat. Vorbefassung begründet jedoch nicht zwin
gend den Anschein der Befangenheit. Nach der Rechtsprechung kann ein Sach
ver
ständiger nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil er die Explorandin schon früher einmal begutachtet hat. Eine unzulässige Vorbefassung liegt auch dann nicht vor, wenn er zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt. Anderes gilt, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und
die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, etwa wenn
der Sachverständige seinen Bericht nicht neutral und sachlich abfasste (BGE 132 V 93 E. 7.7.2 mit Hinweisen). Dies trifft vorliegend indessen nicht zu.
Sodann wird die Begutachtung durch eine vorbefasste Institution vom Bundesgericht als unproblematisch angesehen (BGE 147 V 79 E. 7.4.5).
Der Umstand
, dass Dr.
C._
die Beschwerdeführerin bereits früher begutachtet
hat, schliesst insbesondere eine spätere erneute Verlaufskontrolle nicht aus. Ganz
im Gegenteil erscheint es sinnvoll, den bereits mit der Versicherten befassten Mediziner zur Entwicklung des Beschwerdebildes un
d der Arbeitsfähig
keit zu befragen. Eine von anderen mit de
r
V
ersicherten befassten Ärzten ab
weichende Beurteilung vermag die Objektivität n
icht in Frage zu stellen. Es ge
hört
vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial ausein
anderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben.
Dr.
C._
wird
sich im Rahmen des Verlaufsgutachtens, wie mit den übrigen medizinischen Akten
, auch mit der Stellungnahme von
Dr.
A._
auseinandersetzen zu haben.
Auf welche Einschätzung letztlich ab
zustellen sein wird
, ist eine im Verwal
tungs- und
allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.7.2 mit Hinweisen).
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung hat Dr.
C._
nic
ht die Schlüssigkeit seiner früheren Expertise zu überprüfen oder objektiv zu kon
trollieren (Urk. 1 S. 8 f.
und
Urk.
12 S. 1 ff.
), da er den klar umr
issenen Auftrag hat, bei der Er
stellung eines Verlaufsgutachtens mitzuwirken
und damit Bezug auf die gesundheitliche Entwicklung zu nehmen
.
Das Ergebnis der Verlaufsbe
gut
achtung erscheint daher als offen und nicht vorbestimmt, so dass gegen seine Bestellung als Gutachter nichts einzuwenden ist (vgl. die Urteile des
Bundes
gerichts 9C_441 vom 18. Juni 2014 E. 2.2, 9C_273/2009 vom 14. Septem
ber 2009 E. 3.4 und 8C_89/2007 vom 20. August 2008 E. 6.2, je mit Hinweisen).
Eine Frage der Beweiswürdigung ist es, welche Schlüsse zu ziehen sein werden, wenn der Gutachter auf seine bisherige Einschätzung Bezug nimmt und darauf aufbaut.
Mit dem
Vorbringen, der federführende Gutachter,
Dr.
B._
, habe sich bei der Beantwortung der Ergänzungsfragen geweigert
,
Auskunft zu geben, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Einerseits ist
Dr.
C._
und nicht
Dr.
B._
der vorgesehene neurologische Gutachter im
vorgesehenen
Ver
laufsgutachten, womit etwaige
Ausstandsgründe
gegen
Dr.
B._
nicht auf
Dr.
C._
übertragen werden können. Andererseits ist anzumerken, dass die Be
ant
wortung der Fragen
durch
Dr.
B._
zwar
tatsächlich knapp ausfiel, von einer
generellen
Verweigerung jedoch keine Rede sein kann
, zumal die Fragen
auch
relativ offen formuliert waren (vgl.
Urk.
9
/A161 und
Urk.
10/M54)
und diese nach Au
f
fassung des Gutachters bereits hinlänglich beantwortet waren
.
Dass er zu Händen der Beschwerdegegnerin keine Kopien von zitierter medizinischer Fachli
teratur anfertigen wollte, ist grundsä
tz
lich nicht zu beanstanden.
Medizinische Angaben haben durch Fachärzte zu erfolgen und eine allfällige Auseinander
setzung seitens der Beschwerd
eführerin wäre nicht gewichtig.
3.4
Nach Gesagtem ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 20. November 2020
Dr.
C._
vom
Z._
mit der Erstattung einer neurologischen Verlaufsbegutachtung der Beschwerdeführerin beauftragte, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.