Decision ID: 2c16fc8a-ce74-4703-b4e7-1fb68763b62d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, arbeitete vollzeitig als Reinigungs
angestellter bei der
A._
AG (
Urk.
5/15), welche Stelle ihm per 2
8.
Feb
ruar 2011 gekündigt wurde.
Wegen Rückenschmerzen und deswegen bestehender Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2010 endig
te das Arbeitsverhältnis am 31.
August 2011
(
Urk.
5/15/9-10)
. Neben der Tätigkeit für die
A._
AG arbeitete der Versicherte
in einem Nebenverdienst
für die
B._
AG (
Urk.
5/18/2). Auch für diese Tätigkeit bestand
ab
Dezember 2010 eine krank
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
5/18/
2-
3).
Am
5.
Juni 2011 meldete der Versicherte sich für die berufliche Integration und für eine Rente an (
Urk.
5/7). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
holte verschiedene Arztberichte sowie die Unterlagen der zuständigen Krankentaggeldversicherung ein (
Urk.
5/16,
5/21-23
, 5/29, 5/32, 5/34, 5/36
). Sodann prüfte sie die Durchführung von ber
uflichen Massnahmen
, welche Prü
fung sie mit Mitteilung vom 3
0.
November 2011 vorläufig abschloss
(
Urk.
5/28, 5/31
).
Vom
9.
Mai bis 2
9.
Juni 2012 erfolgte eine ambulante arbeitsbezogene Rehabilitation in der Rheumaklinik, Physiotherapie und Ergotherapie
,
des Uni
versitätsspitals
C._
, in deren Verlauf am 2
9.
Juni 2012 eine akute CPPD-Arthritis des Kniegelenks rechts auftrat
(
Urk.
5/42/4).
Nach Erlass des Vorbescheids vom 2
2.
August 2012 (
Urk.
5/46), mit welchem
die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab
1.
Dezember 2011
befristet
bis 30.
September 2012 vorgesehen war, liess der
Versicherte
Einwand
(
Urk.
5/51-52) erheben und
den Bericht von Dr.
D._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
vom 2
2.
Oktober 2012 einreichen.
Dr.
D._
berichtete von einer aktivierten Gonarthrose rechts, welche zusammen mit den Rückenschmerzen zu einer Arbeitsunfähigkeit führe (
Urk.
5/59
/1-3
, 5/60
).
Die IV-Stelle veranlasste daraufhin weitere Abklärungen
(vgl.
Urk.
5/62, 5/63, 5/67,
5/70, 5/82, 5/86).
Am 1
5.
April 2013 wurde rechtsseitig eine Knie
totalprothese implantiert (Urk.
5/70/3).
Im Dezember 2013 unterzog sich der Versicherte einem
stationären Alkoholentzug im Zentrum
E._
(
Zentrum
E._
;
Urk.
5/123). Am 8.
August 2014 zog sich der Versicherte eine
linksseitige,
komplexe, distale Radiusfraktur zu (
Urk.
5/122).
Mit Mitteilung vom
6.
Oktober 2014
(
Urk.
5/95)
kündigte die IV-Stelle die Durch
führung einer polydisziplinären Begutachtung an, welche
ursprünglich für den 3
0.
März 2015 vorgesehen war (vgl.
Urk.
5/120) und welche wegen der am
6.
Feb
ruar 2015 erfolgten operativen Entfernung
eines
Adenokarzinoms
des oberen Rektums
verschoben wurde
(
Urk.
5/121).
Das
Gutachten
des
Zentrum
s
F._
wurde letztlich am
2
4.
Februar
2016 erstattet (
Untersuchungen vom November 2015;
Urk.
5/143).
Nach
Erlass eines neuen Vorbescheids am
1.
Juni 2016
(
Urk.
5/149) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügungen vom 2
8.
Oktober 2016
für die Zeit vom
1.
August 2013 bis 3
1.
Januar 2014
und vom
1.
Dezember 2014 bis 29
.
Feb
ruar 2016
je befristet
eine ganze Invalid
enrente zu (
Urk.
2
/1-2
, 5/156).
2.
Gegen die Verfügung
betreffend den Rentenanspruch ab Dezember 2014
richtet sich die Beschwerde
des Versicherten vom 30. November 2016 mit dem Rechts
begehren, die Verfügung
sei
aufzuheben und
es sei ihm
eine Rente über den 2
9.
Februar 2016
hinaus
im Umfang von 100 % zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit der
IV-Stelle
zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
Subeventualiter
sei die Verfügung aufzuheben und
die IV-Stelle
anzuweisen, Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2017 (
Urk.
4)
schloss die
IV-Stelle
auf Abweisung
, soweit auf die Beschwerde einzutreten sei
. In der Replik
vom
5.
April 2017
liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Einreichung
einer Duplik (
Urk.
13). Am 28.
Februar 2018 liess der Vers
icherte sodann den Bericht des
Zentrums
G._
vom
8.
September 2
017 einreichen (
Urk.
15 und 16), w
ozu sich die Beschwerdegegnerin am 13. März 2018 vernehmen liess (
Urk.
18)
.
Die
Eingabe
vom 1
3.
März 2018
wurde
dem Versicherten zur Kenntnis gegeben (
Urk.
19).
Mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2018 forderte das Sozialversicherungsgericht den Versicherten auf, den Bericht der Universitätsklinik
H._
betreffend die vierwöchige
Hospitalisation
vom November/Dezember 2015 ein
zureichen
,
oder andernfalls die Ärzte der
H._
von der ärztlichen Schw
eigepflicht zu entbinden (
Urk.
20). Der Versicherte liess am 2
5.
September 2018 den Bericht der
H._
vom 1
7.
Dezember 2015 einreichen (
Urk.
23 und 24). Dazu äusserte sich die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 1
7.
Oktober 2018 (
Urk.
26), welche
Eingabe
dem Versicherten zur Kenntnis zugestellt wurde (vgl.
Urk.
27).
Der Ver
sicherte liess
sich
daraufhin
mit
Schreiben vom
7.
November 2018
er
neut
ver
nehmen
(
Urk.
28).
Auf
die Vorbringen
in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
1.
2
Rechtsprechungsgemäss bewirkt eine Adipositas grundsätzlich keine zu Renten
leistungen berechtigende Invalidität, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsab
nahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit bzw. der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (
Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2017 vom 1
2.
Dezember 2017 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
1.
3
A
lkoholismus
und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung
ebenfalls
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder
aber
wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht
massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdi
gung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ein
schränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbe
dingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2
mit Hinweis auf I
169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten
Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belas
tungs
f
aktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander
erseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018
E. 7.4).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
War der Versicherte als Gesunder in einem insgesamt überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsgrad erwerbstätig – und hat er auch ein entsprechend höheres Ein
kommen erzielt, das beim
Valideneinkommen
berücksichtigt wird -, so ist ihm, wenn keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert wird, auch weiterhin ein gleiches überdurchschnittliches Pensum, allenfalls in einer angepassten Tätigkeit zumutbar (Urteil des Bundesgerichts 9C_883/2007 vom 1
8.
Februar 2018 E. 2.4; vgl. auch Urteile vom 8C_138/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E. 5.3 und 8C_671/2010 vom 2
5.
Februar 2011 E. 5.4).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413
E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerde
gegnerin
ging in den Verfügungen vom 2
8.
Oktober 2016 insbe
sondere davon aus, gemäss dem Gutachten des
F._
seien dem Versicherten
seit
November 2015
unter Berücksichtigung aller Leiden körperlich leichte Tätigkei
ten in Wechselbelastung zumutbar. Ohne Behinde
rung könnte der Versicherte Fr.
67'210.- verdienen. Bei Verwertung seiner v
ollen
Arbeitsfähigkeit (131
%
) und unter Berücksichtigung eines Abzuges von 15
%
könnte er
trotz gesundheit
licher Beeinträchtigung
Fr. 74'183.- verdienen. Der Invaliditätsgrad betrage 0
%
. Die ganze Invalidenrente sei daher per Ende Februar 2016
aufzuheben
(
Urk.
2/2). In der Beschwerdeantwort
vom 3
0.
Januar 2017
führte sie aus, i
n keinem Arzt
bericht werde ein Cancer-
related
Fatiguesyndrom
diagnostiziert und es ergäben sich aus den Unterlagen keine Hinweise auf Konzentrationsstörungen oder Ermü
dungserscheinungen (
Urk.
4).
Aus dem Bericht der
H._
vom 17. Dezember 2015
ergebe sich entgegen den Angaben des Beschwerdeführers kein depressives Geschehen
,
und der Bericht äussere sich auch nicht zur Arbeitsfähigkeit (
Urk.
26).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerde und den weiteren Eingaben im Wesentlichen geltend machen, aufgrund der Arztberichte müsse von schwersten Knieschmerzen ausgegangen werden, w
elche
zusätzlich durc
h die Adipositas ver
stärkt würden
. Gleichzeitig komme ein
Krebsleiden dazu, das zu einem Cancer-
r
elated
Fatiguesyndro
m
führe. Darüber hinaus kämpfe
er mit schweren Rücken
beschwerden (
Urk.
1 S. 9). Im
F._
sei kein Onkologe bei der Begutachtung zugegen gewesen, weshalb die Prognose, ob der Versicherte eine adaptierte Tätigkeit aufnehmen könnte, nicht gestellt werden könne (
Urk.
1 S. 9 f., S. 11). Wegen der hohen Medikation infolge der Schmerzen sei die Konzentrations
fähigkeit eingeschränkt, was die Gutachter unberücksichtigt gelassen hätten (
Urk.
1 S. 9). Sodann sei nicht klar, inwieweit sich ein Mensch eingliedern lasse, der nur noch körperlich leichte Tätigkeiten und auch solche nur mit zahlreichen weiteren Einschränkungen ausüben könne. Nicht zu überzeugen vermöge sodann die im Gutachten des
F._
vorgenommene Unterscheidung zwischen «schweren» und «leichten» Reinigungstätigkeiten. Auch die
Chondropathie
und die CPPD-Arthritis hätten keine Erwähnung gefunden. Der Versicherte sei in keinen Ver
weisungstätigkeiten mehr
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 11 ff.
). Die Gutachter seien sodann weder auf die Depression noch auf die damit allenfalls in Zusammenhang stehende Alkoholabhängigkeit eingegangen. Die beiden Diagnosen stünden wohl einerseits mit den langjährigen Schmerzen in Verbindung, andererseits jedoch auch mit dem diagnostizierten Krebsleiden, welches den bereits angeschlagenen und zu Depressionen
neigenden
Beschwerdeführer aus der Bahn geworfen habe. In diesem Sinne sei die Krebserkrankung jedoch nie im Gutachten berücksichtigt worden (
Urk.
10 S. 3). Das
F._
hätte weitere Abklärungen
bezüglich einer mög
lichen Alkoholkrankheit,
namentlich eine Blutuntersuchung oder
Ä
hnliches vor
nehmen oder die Angehörigen befragen müssen. Die (psychiatrische) Begutach
tung sei oberflächlich durchgeführt worden (
Urk.
10 S. 4).
Aufgrund des Berichts der
H._
vom 1
7.
Dezember 2015 sei von einem Alkoholabhängigkeitssyndrom und von einer wegen der Depression und des dissimulierten Alkoholkonsums gegebenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
23).
Auch ansonsten sei das Gutachten mangelhaft; verschiedene Diagnosen fehlten (
Urk.
10 S. 4 f.).
Die Befundaufnahme im Gutachten sei mangelhaft und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei widersprüchlich; dies ergebe sich aus dem Bericht des Zentrums
G._
vom 8. September 2017 (
Urk.
15).
Bei der Einholung des Gutachtens seien sodann die Verfahrensrechte verletzt worden; ihm hätte die Möglichkeit eingeräumt werden müssen, nach der Gutach
tenserstellung
umgehend
mit Ergänzungsfragen an die Gutachterstelle zu gelan
gen (
Urk.
1 S. 15, 10 S. 5).
Auch der Invaliditätsgrad sei unrichtig bemessen worden (
Urk.
1 S. 12 f. und Urk. 10 S. 7 f.; vgl. auch nachfolgend: E. 6.2).
Zu Unrecht seien sodann keine Eingliederungsmassnahmen zugesprochen
w
or
den
(
Urk.
1 S. 14)
.
2.3
Strittig ist einzig der Rentenanspruch ab dem 1. März 2016;
die in der Zeit davor erfolgte
Renten
zusprechung und -aufhebung
beider blieb
unbestritten
(
Urk.
1
S. 2)
und ist nach der Aktenlage auch nicht zu beanstanden
.
Nicht
strittig ist
ebenfalls
, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nach der
Anfang 2015 mit der Diagnose eines
Rektumkarzinoms
(vgl.
Urk.
5/121/1) eingetretenen Ver
schlechterung
erneut verändert hatte, was eine
Revision der Rente per November 2015
beziehungsweise eine Rentenaufhebung per
2
9.
Februar
2016
grundsätzlich zulässt
.
Bezüglich des Rentenanspruchs ab
1.
März 2016 i
n
s
besondere strittig
ist
, ob das rechtliche Gehör verletzt worden ist. Strittig
ist sodann
auch
, ob für die Bestim
mung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachte
n des
F._
abgestellt werden kann
,
sowie
der Einkommensvergleich
.
3.
3.1
Dr.
I._
, Arzt für Allgemeine Medizin, gab im Bericht vom 2
7.
Juni 2011 an, der Versicherte leide seit Dezember 2000 an einem
lumboradikulären
Reizsyndrom bei engem Spinalkanal und
Diskusprotrusionen
. Sodann bestehe eine arterielle Hypertonie
(
Urk.
5/16
/2-4; vgl. auch
Urk.
5/21,
5/23
, 5/29
).
Vom 2
5.
August bis
7.
September 2011 befand sich der Versicherte zur statio
nären Rehabilitation in der Reha
k
lini
k
J._
. Bei
m
Austritt sei der Versicherte zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Bei der Arbeitstätigkeit
sollten langandauernde einseitige Körperhaltungen, das Heben von schweren Lasten, häufiges Bücken sowie langes Sitzen vermieden werden (Bericht der
Ärzte der
Reha
k
lini
k
J._
vom 13. September 2011,
Urk.
5/32/8
; vgl. aber auch
Urk.
5/32/3-4, 5/34
).
In der Rheumaklinik und im Institut für Physikalische Medizin des Universitäts
spitals
C._
wurden im Dezember 2011 und
im
Januar 2012 ein
Arbeitsassess
ment
und
Untersuchungen durchgeführt. In ihrem Bericht vom 6. März 2012 diagnostizierten die Ärzte ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
und
eine arterielle Hypertonie
. Das arbeitsbezogen relevante Problem bestehe in einer ver
minderten Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule. Zudem hätten Zeichen einer verminderten Beinkraft sowie einer allgemeinen
Dekonditionierung
festge
stellt werden können (
Urk.
5/36/2). Aktuell bestünden
noch
konstante lumbale Schmerzen und wechselnd auftretende Schmerzen
gluteal
. Die klinisch erhobenen Befunde seien mit den degenerativen Veränderungen lumbal vereinbar;
es
fänden sich aber keine klaren Zeichen für eine symptomatische Spinalkanalstenose. Ebenfalls hätten sich
geringgradige
Anzeichen für eine beginnende Schmerzver
arbeitungsstörung gezeigt (
Urk.
5/36/2).
Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit.
Mit Hilfe von gezielten Rehabilitationsmass
nahmen könne die Leistungsfähigkeit mittel- bis längerfristig bis zum Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gesteigert werden.
Der Versicherte sei mit dieser Beurteilung nicht einverstanden. Er gehe davon aus, dass mit den derzeitigen Beschwerden keinerlei Arbeit möglich sei (
Urk.
5/36/3
; vgl. auch
Urk.
5/36/8
).
3.2
Vom
9.
Mai bis 2
9.
Juni 2012
erfolgte
im Universitätsspital
C._
, Rheumakli
nik, Physiotherapie und Ergotherapie, eine ambulante
arbeitsbezogene Rehabili
tation
. Kurz vor Ende der Rehabilitation sei eine akute CPPD-Arthritis am rechten Knie aufgetreten, möglicherweise ausgelöst durch die vermehrte Gelenksbelas
tung im Rahmen der Rehabilitation (
Urk.
5/42/2). Die Arbeitsfähigkeit als Raum
pfleger betrage wegen der aktuell noch leicht reduzierten Belastungstoleranz des rechten Knies 85
%
. Für eine andere mittelschwere Arbeit bestehe eine Arbeits
fähigkeit von 100 %. Der zeitliche Umfang betrage 8 Stunden pro Tag
.
Man emp
fehle
einen schrittweisen Wiedereinstieg
(
Urk.
5/42/2
; vgl. auch d
ie Stellung
nahme von Dr.
K._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom
R
egionalen Ä
rztlichen Dienst der IV-Stelle [RAD] vom 1
8.
August 2012,
Urk.
5/44/6-7
).
Nach den Angaben von
Dr.
I._
vom 2
5.
August 2012 litt
der Versicherte
in jenem Zeitpunkt
an rezidivierenden Schwellungen und Schmerzen im Knie r
echts. Die Abklärung mittels Computertomographie
(CT)
vom
6.
August 2012 habe eine posttraumatische Arthrose und
eine
Meniskopathie
ergeben (
Urk.
5/52).
Dr.
D._
führte im Bericht vom 2
2.
Oktober 2012 aus, der Versicherte leide unter einer aktivierten Gonarthrose rechts bei erheblichen degenerativen Veränderun
gen, insbesondere
femoropatellär
, bei rezidivierender CPPD-Arthritis, bei Patella
bipart
it
a
und bei möglichem
osteochondralem
Defekt. Sodann bestehe ein
lum
bospondylogenes
Syndrom mit
lumboradikulärer
Komponente L4 beidseits, eine arterielle Hypertonie, ein Schlafapnoesyndrom sowie eine Adipositas (
Urk.
5/59/1). Aktuell sei der Versicherte für schwere bis mittelschwere Tätigkei
ten nicht arbeitsfähig. Auch die Möglichkeiten einer leichten, angepassten Tätig
keit seien wegen der Rückenschmerzen, welche eine sitzende Tätigkeit erschwer
ten, und wegen des Knieproblems, weswegen er nicht lange stehen könne, beschränkt (
circa 50%ige Arbeitsunfähigkeit,
Urk.
5/59/3
; vgl. auch die Angaben der Ärzte des Spitals
L._
vom 1
0.
September 2012, wo der Versicherte vom 2
3.
August bis 1
0.
September 2012 hospitalisiert
gewesen
war,
Urk.
5/63
/13
).
Dr.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, führte im Bericht vom
6.
Februar 2013 aus, insgesamt habe sich der Gesund
heitszustand des Versicherten verschlechtert. Das rechte Knie verursache invali
disierende Schmerzen und müsse bald operiert werden
(
Urk.
5/63/5).
Am 1
5.
April 2013 erfolgte die Implantation einer
Knieprothese rechts (Urk. 5/70
; vgl. auch
Urk.
5/86).
Dr.
D._
dia
gnostizierte im Bericht vom 25.
August 2013 einen Zustand nach Knietotalprothese rechts mit rezidivierender CPPD-Arthritis auch postoperativ. Daneben wirke sich auch das
lumbospondylogene
Syndrom auf die Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
5/70/1). Als Bauarbeiter oder Angestellter eines Reinigungsinstituts werde
d
er
Versicherte
kaum noch arbeiten können (
Urk.
5/70/4-5). In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine verminderte Rücken
belastbarkeit. Sodann bestünden auch Einschränkungen aufgrund des rechten Kniegelenks bei
Pseudogichtexazerbationen
postoperativ. Zudem bestehe die übliche Flexion
s
-Einschränkung. Sofern die intermittierenden Knieschwellungen verschwänden, könnte der Versicherte eine leichte, angepasste Tätigkeit, welche alternierend im Stehen od
er Sitzen ausgeübt werden könne
, ohne das Tragen und Heben von Lasten über 10 kg sowie ohne Aktivitäten auf den Knien oder
über dem Kopf
,
ausüben. Das zumutbare Pensum würde 50
%
betragen (
Urk.
5/70/4-5).
3.3
Die Ärzte
des Zentrums
E._
führten im Bericht vom
3
1.
Januar 2014
aus, der Versicherte sei mit 3,7 Promille Alkohol im Blut ins Kantonsspital
L._
ein
geliefert worden. Nach dem
dortigen Entzug sei er
im Zentrum
E._
vom
6.
b
is 20.
Dezember 2013 hospitalisiert gewesen. Sie diagnostizierten ein Alko
holabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent in beschützender Umgebung (ICD-10 F 10.21)
,
sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F 32.0). Es handle sich um einen Versicherten mit
einer langjährigen Alkoholabhängigkeit, am ehes
ten ohne Krankheitseinsicht (
Urk.
5/123/
1-
2).
3.4
Am
8.
Mai 2014 gab
Dr.
M._
an,
neu bestehe der Verdacht auf eine aktivierte Gonarthrose links
medialbetont
. Bezüglich des rechten Kniegelenks sei die Situation stabil. Die
Kristallarthropathie
sei aktuell ruhig
(
Urk.
7/82/5
-6
).
3.5
Am
8.
August 2014 zog sich der Versicherte eine komplexe, distale, mehrfrag
mentäre Radiusfraktur zu (
Urk.
5/122/1).
Am
6.
Februar 2015 wurde der Versicherte wegen eines
Adenokarzinoms
operiert (
Urk.
5/121). Postoperativ sei
abdominal
ein Wundinfekt aufgetreten (
Urk.
5/129/1-2). Gemäss den Angaben von
Dr.
N._
, leitende Ärztin Onkologie/Hämatologie, des Spitals
L._
vom
8.
Mai 2015 war der Ver
sicherte seit mindestens Beginn der
Hospitalisation
im Februar 2015 bis aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne sicherlich nach der Abhei
lung der Wunden gesteigert werden (
Urk.
5/130/2).
3.6
3.6.1
Im November 2015 wurde der Versicherte im
F._
internistisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht. In ihrer Gesamtbeurteilung gingen die Ärzte davon aus, dass der Status nach Knietotalprothese rechts bei
femoropatellar
-betonter Gon
arthrose und
Chondrokalzinose
vom 1
5.
April 2013 sowie die diskrete Gonarth
rose links bei Status nach medialer
Kondylennekrose
2009 sich auf die Arbeits
fähigkeit auswirk
ten
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien etwa das
lumbospondylogene
Syndrom, der Status nach Osteosynthese des linken Hand
gelenks vom
9.
September 2014, die Adip
ositas bei einem BMI von 37,
6, die arterielle Hypertonie, das obstruktive Schlafapnoesyndrom, das
mässiggradig
differenzierte
Adenokarzinom
des oberen
Rectums
, die einfach strukturierte Persönlichkeit sowie der Status nach kurzem Alkoholüberkonsum 2013 (
Urk.
5/143/40-41).
Dr.
O._
, Arzt für Allgemeine Innere Medizin
, führte aus, im Vordergrund stehe eine ausgeprägte Adipositas. Hauptsächlich deswegen habe sich während der Untersuchung eine ausgeprägte Dyspnoe beim Ausziehen der Kleider gezeigt. Daneben bestehe eine arterie
lle Hypertonie, ein obstruktives Schlafapnoe
-Syn
drom sowie das am
6.
Februar 2015 diagnostizierte
Adenokarzinom
des oberen Rektums
(
Urk.
5/143/19-20). Sofern von onkologischer Seite weiterhin
Rezidiv
freiheit
vorliege
, bestehe aus rein
internistischer Sicht in einer körperlich leichten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten ergebe sich
wegen der Adipositas, der Dyspnoe und der aktuell schlecht eingestellten Hypertonie (
Urk.
5/143/21). Nach der Normalisierung des Blutdrucks beziehungsweise nach adäquater Behandlung bestünden keine Gründe für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/143/42).
Der untersuchende Orthopäde
Dr.
P._
führte aus,
das
CT vom 14. Januar 2011
habe einen
anlagebedingt etwas enge
n
Spinalkanal
gezeigt
, zudem eine rechtsbetonte
Protrusion
L 3/4 mit möglicher Stenose des
Recessus
lateralis
rechts. Ansonsten bestehe im Bereich der
Lendenwirbelsäule
keine
rele
vante degenerative Veränderung
. Bei der klinischen Untersuchung sei die Len
denwirbelsäule endphasig etwas eingeschränkt
beweglich
gewesen, dies jedoch bei erheblicher Adipositas. Insgesamt sei die
Lendenwirbelsäule
jedoch noch erstaunlich gut beweglich. Auch im spontanen Verhalten hätten sich keine Ein
schränkungen gezeigt. Hinweise für eine relevante
radikuläre
Reizung fehlten in der heutigen kursorischen Überprüfung. Zusammengefasst müsse von einem chronischen
lumbospondylogenen
Syndrom ausgegangen werden. Aufgrund die
ser Diagnose seien ständig mittelschwere und schwere Tätigkeiten sowie das Ach
senskelett strapazierende Tätigkeiten und solche in Zwangshaltung der Wirbel
säule sicherlich nicht mehr sinnvoll. Leichte und intermittierend mittelschwere Tätigkeiten ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule sollten jedoch vollumfänglich zumutbar sein
, dies in Übereinstimmung mit der Beurteilung vom Juli 2011
(
Urk.
5/143/29).
Im linken Kniegelenk bestehe eine höchstens diskrete mediale und
femoropatelläre
Gonarthrose und klinisch ein
femoro-patelläres
Krepitieren
. Ansonsten bestünden keine Befunde, namentlich kein relevanter Erguss und keine relevante Bewegungseinschränkung bei stabilem Bandapparat und
keine klar
zuord
bare
Druckdolenz
(
Urk.
5/143/29). Rechts zeige sich eine schöne post
operative Situation (
Urk.
5/143/29). Von Seiten
der Kniegelenke seien ständig stehende und gehende Tätigkeiten sowie ständig kauernde und kniende Arbeiten sicherlich nicht mehr sinnvoll. Leichte und intermittierend mittelschwere Arbei
ten seien jedoch vollumfänglich zumutbar (
Urk.
5/143/30).
Diese Einschätzung gelte spätestens sechs Monate nach
der
Knietotalprothese rechts vom 1
5.
April 2013 (
Urk.
5/143/30).
Diese Tätigkeiten sollten auch von Seiten der distalen Radiusfraktur vollumfänglich zumutbar sein (
Urk.
5/143/30; vgl. auch
Urk.
5/143/42).
In der Gesamtbeurteilung wurde
zudem
festgehalten, dass das
Ausmass und die Intensität der vom Versicherten beklagten Beschwerden sowie die von ihm for
mulierte Einschränkung
nicht mit den somatischen Befunden alleine erklärt wer
den
könn
t
e
n
(
Urk.
5/143/42).
3.6.2
Gemäss den Angaben von Psychiater
Dr.
Q._
konnte
i
n der psychiat
rischen Untersuchung keine
Erkrankung festgestellt werden
.
Der Versicherte sei nicht von sich aus auf das
Adenokarzinom
zu sprechen gekommen. Er zeige keine psychische Auffälligkeit im Sinne einer dysfunktionalen Verarbeitung. Es habe sich keine Angststörung und auch keine depressive Fehlentwicklung eingestellt. Sodann bestünden keine Hinweise auf eine somatoforme Schmerzstörung. Weder berichte er über andauernde quälende Schmerzen noch benenne er psychosoziale Konflikte.
Auch psychopathologisch sei der Versicherte vollkommen unauffällig ausser einer einfachen Strukturierung in der Persönlichkeit. Dies
e
sei jedoch nicht pathologisch und habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Sodann lägen keine gesicherten Hinweise vor, dass der Versicherte an einem chronischen Alko
holabhängigkeitssyndrom leide. Es habe sich denn auch keine alkoholbedingte Störung eingestellt
,
wie eine Wesensveränderung oder eine Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Der Versicherte zeige überhaupt keine Hinweise auf einen
chronifizierten
Alkoholabusus. Er sei glaubhaft seit dem Jahr 2014 abs
tinent (
Urk.
5/143/37). Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte
in jeder
dem Körperleiden angepassten Tätigkeit
voll arbeitsfähig (
Urk.
5/143/37, 5/143/43).
Neben
den somatischen Gründen dürfte
auch die einfache
Persönlichkeitsstruk
turierung
erschwerend dazu beitragen, dass der Versicherte Mühe habe
,
mit sei
nen somatischen Beeinträchtigungen
umzugehen
(
Urk.
5/143/37).
3.6.3
Gesamthaft betrachtet sei der Versicherte i
n der früher ausgeübten Tätigkeit in der Reinigung als arbeitsunfähig zu beurteilen, da ständig stehende und gehende T
ätigkeiten nicht sinnvoll seien (
Urk.
5/143/43).
In adaptierten Tätigkeiten, kör
perlich leichter Natur, wechselbelastend, stehend/gehend und sitzend ohne dau
ernde Einnahme von Zwangshaltungen, ohne Besteigen von Gerüsten und Lei
tern, ohne dauernde Arbeiten auf den Knien sei der Versicherte voll arbeitsfähig (
Urk.
5/143/44).
3.7
Nach den Angaben der Ärzte der
H._
war
der Versicherte vom 1
9.
November bis 1
4.
Dezember 2015 hospitalisiert. Die Ärzte diagnostizierten
unter anderem
psy
chische und Verhaltensstörungen durch Alkohol,
ein
Entzugssyndrom mit Delir (ICD-10 F 10.4)
und ein
Abhän
gigkeitssyndrom (ICD-10 F 10.2) sowie
eine Adi
positas
durch übermässige Kalorienzufuhr (ICD-10 E 66.01). Der Eintritt des Ver
sicherten sei per fürsorgerische Unterbringung auf Zuweisung des Spitals
L._
erfolgt. Im Rahmen der Behandlung habe der Versicherte angegeben, er habe seit 2012 kein Einkommen mehr. Er habe keine familiären Probleme bis auf die Tatsache, dass seine Frau das Geld verdienen müsse
,
und sie ausserdem von der Tochter finanz
iell unterstützt würden
(
Urk.
24 S. 2). Auch die Tochter gab an, dass d
er Vater vor allem trinke
, seit
er nicht mehr arbeite. Die Alkohol
abhängigkeit sei eine Familienkrankheit (
Urk.
24 S. 2).
Gemäss dem vom Beschwerdeführer im Verfahren eingereichten Bericht des Zentrums
G._
vom
6.
Februar 2016 (richtig: 2017) besteht eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depres
sive Episode (ICD-10 F 33.1) sowie eine Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F 10.20). Seit längerer Zeit und bis Dezember 2015 habe ein übermässiger Alkoholkonsum bestanden (
Urk.
11 S. 2).
Im
Bericht des Zentrums
G._
vom
8.
September 2017
wurde festgehalten, der psychiatrische
Gutachter des
F._
habe
zu Unrecht keine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert. Da der
Gutachter
diese Grundproblematik nicht erkannt und der Versicherte nur fünf Tage nach der
F._
-Begutachtung mit 3,5 Promille in das
Spital
L._
habe eingeliefert werden müssen, sei das Gutachten in seinen Grundlagen falsch (
Urk.
16 S. 2). Der Versicherte sei aufgrund der Depr
ession sowie des
teilweise bis
aktuell
massiven Alkoholkonsums auch für angepasste Tätigkeiten
zu
100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
16 S. 4).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
macht
eine Verletzung des Gehörsanspruchs
geltend
(vgl. E. 2.2), was vorab zu prüfen ist.
Namentlich
lässt
er
geltend machen
,
dadurch,
dass ihm das
Gutachten
des
F._
nach dessen Erstellung
nicht rechtzeitig zugestellt und ihm daher nicht die Mög
lichkeit eingeräumt worden
sei
, nach Abschluss des Gutachtens mit Ergänzungs
fragen an die Gutachter zu gelangen
, sei das rechtliche Gehör verletzt worden
(
Urk.
1 S. 14 f.).
4.2
4.2.1
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu wer
den und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Ent
scheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
4
.2.2
Gemäss
Art.
57a Abs. 1
IVG
teilt die IV-Stelle der versicherten
Person den vor
gesehenen Endent
scheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit (Satz 1). Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Artikel 42
Satz 2
A
TSG
. Die Parteien können innerha
lb einer Frist von 30 Tagen Ein
wände zum Vorbescheid vorbringen (
Art.
73
ter
Abs. 1 IVV). Der Sinn und Zweck des
Vorbescheidverfahrens
besteht da
rin, eine unkomplizierte Diskus
sion des Sachverhalts zu ermöglichen un
d dadurch die Akzeptanz des Ent
scheids bei den Versicherten zu verbessern (BGE 134 V 106 E. 2.7). Das
Vor
bescheidverfahren
geht über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch auf rechtliches Gehör (
Art.
29 Abs. 2 BV) hinaus, indem es Gelegenheit gibt, sich nicht nur
zur Sache, sondern auch zum vor
gesehenen Endentscheid zu äussern (Urteil des Bundesge
richts
9C_617/2009 vom 1
5.
Januar 2010
E. 2.1).
Ob die IV-Stelle, wenn sie auf Einwand der versicherten Person gegen den Vor
bescheid hin weitere Abklärungen vor
nimmt, nochmals ein
Vorbescheid
verfahren
durchzuführen hat, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, unter anderem von der inhaltlichen Bedeut
ung der Sachverhaltsvervollstän
digung (Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2014 vom
9.
Dezember 2014, E. 2.1).
4.3
Die Beschwerdegegnerin erliess
am 2
2.
August 2012
einen ersten Vorbescheid (
Urk.
5/45). Aufgrund der erhobenen Einwendungen und der Geltendmachung einer zusätzlichen gesundheitlichen Beeinträchtigung vorerst am rechten Knie (vgl.
Urk.
5/60) wurde der Behandlungsverlauf abgewartet und schliesslich im Oktober 2014 eine polydisziplinäre Begutach
tung an die Hand genommen (Urk.
5/95), wobei dem Beschwerdeführer
auch Gelegenheit gegeben wurde
,
Ergänzungsfragen zu stellen.
Der Termin für die Begutachtung wurde krankheits
bedingt - letztlich auf November 2015 - verschoben (vgl.
Urk.
5/120).
Das Gut
achten des
F._
datiert vom 2
4.
Februar 2016 (
Urk.
5/143). Auf entsprechende Nachfrage des Rechtsvertreters
vom 1
0.
Mai 2016 hin
wurde ihm das Gutachten
zugestellt (vgl.
Urk.
5/145). Vom
1.
Juni 2016 datiert sodann der neue Vorbe
scheid (
Urk.
5/150).
4.4
Werden im
Vorbescheidverfahren
ergänzende Abklärungen veranlasst, so kann die IV-Stelle das rechtliche Gehör grundsätzlich vorgängig des Erlasses der Leis
tungsverfügung oder im Rahmen eines erneuten
Vorbescheidv
erfahrens
gewäh
ren (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 9
C_606/2014 vom 9. Dezember 2014
E. 2.1 und 2.3
und 9C_3
12/2014 vom 19. September 2014
E. 2.2.2). Dem ist die IV-Stelle nachgekommen. Weitergehende Ansprüche - etwa auf umgehende Benach
richtigung
über den Eingang des angeforderten Beweismittels
-
bestehen nicht. Es ist denn auch nicht ersichtlich, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht hätte möglich sein sollen, im Rahmen des
Vorbescheidv
erfahrens
zu beantragen, es sei
mit Ergänzungsfragen an
das
F._
zu gelangen. Von einer Verletzung des recht
lichen Gehörs ist nicht auszugehen
.
5.
5.1
Zu prüfen ist, ob für die Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
ab November 2015
auf das Gutachten des
F._
vom 2
4.
Februar 2016 abgestellt werden kann.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinan
der setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abge
geben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
5.2
5.2
.1
Das Gutachten des
F._
vom 2
4.
Februar 2016 ist grundsätzlich umfassend. Es basiert auf den
Vorakten
und den
notwendige
n fachärztlichen Untersuchungen. Die Ärzte berücksichtigen die Angaben des Beschwerdeführers und setzen sich mit diesen und seinem Verhalten auseinander.
Die Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge leuchtet ein.
5
.2
.2
Die im
Verlauf aufgetretenen und
insbesondere
anlässlich der Untersuchung
fest
gestellten
somatischen
Beschwerden
und Befunde
wurden erfasst und in die Diagnose aufgenommen
und bei der Bemessung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit berücksichtigt
.
Dies gilt auch für die Diagnose der Adipositas b
ei einem Bodymassindex
von 37,6 (vgl.
Urk.
5/143/
19-20, 5/143/25, 5/143/29, 5/143/40
; vgl.
Urk.
10 S. 5).
Insbesondere
das
Rückenleiden
und
das
beidseitige Knieleiden
wurden im Gut
achten erfasst
(
Urk.
5/143/40).
Hinweise für die vom Versicherten
beschwerde
weise
geltend gemachte konstante Nervenreizung auf der Höhe L
4/
5 bestehen
gemäss
F._
-
Gutachten
nicht (vgl.
Urk.
1 S. 11
, 10 S. 5
).
Dies deckt sich mit den ärztlichen Beurteilungen im Verlauf (vgl.
Urk.
5/36/2, 5/42, 5/59/1-3, 5/70/5, 5/82/7).
Der
Orthopäde des
F._
hielt
denn
insoweit
auch
fest, weder aus den Akten noch im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen hätten sich Hin
-
weise
auf
eine relevante
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
ergeben
(
Urk.
5/143/29)
.
Die
im Verlauf
am rechten Knie
aufgetretene Pseudogicht beziehungsweise
CPPD-Arthritis
oder
Chondrokalzinose-Arthropathie
fand
zumindest
in die Diagnose
stellung des
Gutachten
s Eingang
(vgl.
Urk.
5/143/28
, 5/143/
40
).
Di
e Pseudogicht
war
auch
noch
nach
dem
Einsetzen der Knietotalprothese
aufgetreten;
im Mai 2014 war
sie
nach
den Angaben von Dr.
M._
ruhig
,
und es bestand bezüglich der Knieprothese
rechts
ein insgesamt recht erfreulicher Verlauf
(vgl.
Urk.
5/82/
6-
7). Dass
unter der Medikation mit
Colchicin
im weiteren Verlauf
wei
tere
und
andauernde
Schübe aufg
etreten seien, wurde beschwerdeweise nicht gel
tend gemacht
(vgl.
Urk.
5/121
/1
)
. Die weitere medikamentöse Behandlung mit
Colchicin
ist dem Beschwerdeführer gemäss dem
F._
-Gutachten sodann zumut
bar (
Urk.
5/143/45).
Auch im Bericht der
H._
vom 17.
Dezember 2015 wurde festgehalten, die geltend gemachten Gelenkschmerzen hätten sich unter der Medikation mit
Colchicin
gebessert
(
Urk.
24 S. 4). Dass damit im
F._
-Gutachten andauernde und für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevante Gele
nk
beschwerden unberücksichtigt
blieben, ist nicht anzunehmen.
Das
Adenokarzinom
des Rektums
war allein operativ
und nicht zusätzlich medi
kamentös oder
mittels
S
trahlen
behandelt worden
(vgl.
Urk.
5/121/2
)
. Diese
Behandlung
war im Zeitpunkt der Beurteilung im
F._
abgeschlossen und eine notwendige Fortsetzung der Behandlung wurde auch im Beschwerdeverfahren nicht geltend gemacht. Unter diesen
Umständen war es nicht notwendig, einen Onkologen oder eine Onkologin für die Gutachtenserstellung beizuziehen. Viel
mehr ist ohne Weiteres anzunehmen, dass auch der Internist des
F._
ausreichend qualifiziert für die Beurteilung der daraus sich allenfalls ergebenden Einschrän
kungen ist. Die
Annahme einer
zumutbaren Arbeitsfähigkeit
von 100
% aus internistischer Sicht
wurde
denn auch
unter dem Vorbehalt
getroffen
, dass
von Seiten des onkologischen Leidens weiterhi
n
Rezidivfreiheit
bestehe (Urk.
5/143/21).
Im Rahmen der im
F._
durchgeführten Untersuchungen
gab der Beschwerdeführer
sodann
nicht an,
unter Müdigkeit
oder
Erschöpfung zu leiden
, noch hinterliess der Versicherte bei den Untersuchern einen müden oder erschöpften Eindruck
(vgl.
Urk.
5/143/17-18, 5/143/25-26, 5/143/33-34,
5/
143/34-35).
Damit bestanden
und bestehen
keine Hinweise für das be
schwer
deweise geltend gemachte C
ancer-
related
Fatigues
yndrom
(vgl.
Urk.
1 S. 9)
.
5.2.3
Der Beschwerdeführer liess
g
eltend machen,
die
im Gutachten vorgenommene
Unterscheidung in Diagnosen mit und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit sei nicht sachgemäss und sei rechtlicher Natur und nicht von den Gutachter
personen vorzunehmen. Aus dem Zusammenspiel von Diagnosen könne sich sehr wohl ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben (
Urk.
10 S. 4
f.
).
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist es nachgerade Aufgabe des Arztes
,
den Gesundheitszustand festzustellen und zu beurteilen
,
in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Art.
28a
Rz
222, S. 385). Dabei ist es durchaus möglich
– insoweit ist dem Beschwerdeführer beizupflichten
-
, dass sich
erst
aus dem Zusammen
treffen
von verschiedenen Leiden
eine (höhere oder weitergehende) Arbeitsun
fähigkeit e
rgibt. Um die wechselseitigen Auswirkungen verschiedener Leiden zu beurteilen, sind – wie es vorliegend erfolgt ist – polydisziplinäre Gutachten ein
zuholen.
Im
F._
-Gutachten
wurde im Rahmen der Diagnosestellung einzig das beidseitige Knieleiden als mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
(vgl.
Urk.
5/143/40).
Bei der Festlegung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit wurden jedoch
im Ergebnis
auch weitere Leiden
berücksichtigt:
Die beschriebenen
Tätig
keiten körperlich leic
hter Natur (vgl.
Urk.
5/143/44)
sind dem Versicherten
nach ärztlicher Beurteilung
namentlich
auch unter Berücksichtigung der Adipositas, der schlecht eingestellten Hypertonie (vgl.
Urk.
5/143/21), des chronischen
lum
bospondylogenen
Syndroms (vgl.
Urk.
5/143/29)
sowie der Folgen der distalen Radiusfraktur (vgl.
Urk.
5/143/30)
vollumfänglich zumutbar.
Die
vollzeitige
Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten gilt somit auch dann, wenn keine Gewichtsabnahme erfolgt (vgl.
Urk.
5/143/46). Deshalb
braucht nicht geprüft zu werden, ob die Adipositas für sich überhaupt eine Invalidität
bewirken würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 3.2).
Zusammenfassend ist dem Versicherten nach
der überzeugenden gutachterlichen Beurteilung in
Anbetracht aller somatisc
he
n
Leiden
eine leidensangepasste leichte Tätigkeit
ab dem Zeitpunkt der
Untersuchung
en
im
F._
im November 2015
voll
zeitig
zumutbar.
5.2.4
Im
F._
-Gutachten wurde einerseits ausgeführt, von Seiten der Kniegelenke sei eine ständig stehende und gehende Tätigkeit nicht sinnvoll, was
auf
Reinigungs
tätigkeiten zutreffe. Anderseits wurde festgehalten, für leichtere Reinigungsarbei
ten wie Büroreinigungen habe ab Oktober 2015 eine Arbeitsfähigkeit bestanden (
Urk.
5/143/
43-
44).
Der Beschwerdeführer erkennt in diesen Ausführungen zu Recht einen gewissen Widerspruch. Auch bei leichten Reinigungstätigkeiten - wie bei der Büroreinigung - ist grundsätzlich von einer ausschliesslich stehenden und gehenden Tätigkeit auszugehen. Dieser Widerspruch führt jedoch nicht dazu, dass das Gutachten in seiner Gesamtheit in Frage zu stellen ist. Die massgebliche Zumutbarkeitsbeurteilung
(
Urk.
5/143/44)
beschreibt eine Tätigkeit, die
abwech
selnd
s
tehend
/
gehend und sitzend
aus
geübt wird
,
und die
den Einschränkungen des Beschwerdeführers Rechnung
trägt
(
Urk.
5/143/44).
Sodann wird geltend gemacht,
im Gutachten
würden
gewisse Einzelheiten – wie beispielsweise das Jahr des Eheschlusses
oder die Anzahl der Geschwister
(vgl. Urk.
15 und
16 S. 2) – nic
ht richtig wiedergegeben
.
Ob die Gutachter die Angaben des Beschwerdeführers nicht korrekt wiedergegeben haben oder ob der Beschwer
deführer allenfalls selbst widersprüchliche Angaben machte, lässt sich nicht fest
stellen. Jedenfalls handelt es sich bei den vom Beschwerdeführer vorgebrachten fehlerhaften Angaben lediglich um solche, die für die Beurteilung des Gesund
heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit nicht relevant sind. Festzuhalten ist sodann auch, dass der Versicherte in der Anmeldung für die Beruflic
he Integra
tion und Rente vom 5.
Juni 2011 (
Urk.
5/7) sein eigenes Geburtsjahr mit 1952 anstelle 1958 bezeichnet hatte, womit nicht auszuschliessen ist, dass gewisse «Fehler» auch wegen unpräziser Angaben des Versicherten ins Gutachten Eingang fanden (vgl.
Urk.
5/7/1). Selbst wenn den Gutachtern jedoch solche Fehler unter
laufen sein sollten, kann daraus keineswegs auf eine fehlerhafte medizinische Beurteilung geschlossen werden.
5.3
5.3.1
Der psychiatrische Gutachter im Besonderen
befragte den Versicherten zu
s
einen Einschränkungen und erhob
d
ie psychopathologischen Befunde. Er sprach den Versicherte
n
auf den Alkoholüberkonsum
wie auch auf das
Adenokarzinom
an
; auf beide Themen
war der Versicherte nicht von sich aus zu sprechen gekommen (vgl.
Urk.
5/143/33-34)
.
S
owohl gegenüber dem Internisten (vgl.
Urk.
5/143/16)
wie auch
gegenüber
dem Psychiater
(vgl.
Urk.
57
/143/33)
gab der
Versicherte an, er habe seit dem Klini
kaufenthalt
im
Jahr
2013 nicht mehr übermässig Alkohol getrunken.
Aufgrund dessen und des Umstands, dass k
eine alkoholbedingte Störung
feststellbar war
– wie etwa eine Wesensveränderung oder eine Einschränkung der kognitiven Leis
tungsfähigkeit –
schloss der
psychiatrische
Gutachter, es lägen keine gesicherten Hinweise auf ein chronisches Alkoholabhängigkeitssyndrom vor (
Urk.
5/143/7).
Von einer oberflächlichen Untersuchung kann bei dieser Vorgehens
weise nicht ausgegangen werden.
Auch ansonsten bestehen keine Hinweise, dass der psychi
atrische Gutachter nicht korrekt vorgegangen wäre.
5.3.2
Aufgrund des neu vorliegenden Berichts der
H._
vom 1
7.
Dezember 2015 (
Urk.
24) ist
jedoch
nicht auszuschliessen, dass ein chronisches Alkoholabhän
gigkeitssyndrom bestand
und besteht
(vgl.
Urk.
24 S. 1 f.
; vgl. aber auch
Urk.
11 S. 2
und demgegenüber
Urk.
16 S. 4
).
Alkoholabhängigkeitssyndrome sind inva
lidenversicherungsrechtlich relevant, wenn sie Folge einer somatischen oder psy
chischen Grunderkrankung sind (vgl. E. 1.1.3).
Selbst
wenn
man ein
Alkoholabhä
ngigkeitssyndrom annimmt
, so
fehlen aus
reichende Hinweise dafür
, dass die
ses Abhängigkeitssyndrom
Folge der
soma
tischen Grunderkrankungen – etwa der
Schmerzen und der Krebserkrankung
– ist
. Dagegen spricht n
amentlich der zeitliche Verlauf. Bereits 2013 wurde
vom Bestehen einer langjährigen Alkoholabhängigkeit ausgegangen (vgl.
Urk.
5/123/2). D
ie beiden
Vorkommnisse
mit Alkoholexzessen
und stationärem Entzug
standen nicht im Zusammenhang mit den aufgetretenen Schmerzen
oder der Krebserkrankung
, sondern mit den aufgrund der Arbeitsunfähigkeit und
der
Arbeitslosigkeit eingetretenen finanz
iellen Schwierigkeiten
. 2013
sei dem Beschwerdeführer seine prekäre finanzielle Lage
bewusst geworden
, was zu Sui
zidgedanken geführt habe; sodann habe
die Aussteuerung aus der Arbeitslosen
versicherung bevor
gestanden
(vgl.
Urk.
5/123/
2-
3)
.
Gemäss dem Bericht de
r
H._
vom 17.
Dezember 2015 steht der Alkoholüberkonsum sowohl aus Sicht des Ver
sicherten als auch aus Sicht seiner Tochter im Zusammenhang mit der Arbeits
losigkeit
und
den
deswegen bestehenden finanziellen Schwierigkeiten
(
Urk.
24)
. Der Beschwerdeführer namentlich
gab
an, er habe keine familiären Probleme bis auf die Tatsache
,
von seiner Frau und seiner Tochter finanziell abhängig zu sein. Seine Stimmung sei eher schlecht
,
seit er kein eigenes Einkommen mehr habe (
Urk.
24 S. 2-3)
. Dem Umstand, d
ass der Beschwerdeführer gegenüber den Ärzten des Zentrums
G._
na
ch Verfügungserlass angab, die
Beschwerden
(wohl gemeint:
die
psychischen Beschwerden und
die
Alkoholprob
leme
)
hingen mit den zunehmenden Schmerzen zusammen, kommt
angesichts des Verlaufs und den
früheren Angaben
kein
entscheidendes
Gewicht zu (vgl.
Urk.
11 S. 2).
5.3.3
Sodann
lag zumindest bis zum Verfügungszeitpunkt
keine
relevante psychische
Grunderkrankung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vor
.
Das Alkoholab
hängigkeitssyndrom
kann
damit auch nicht Folge ei
ner psychischen Grunder
krankung sein.
Während der Ende 2013 aufgetretenen Krise, die
letztlich
zum Aufenthalt
im Zentrum
E._
vom 6.
bis 2
0.
Dezember 2013 führte, fand keine längere psy
chiatrische Behandlung statt
; von einem länger dauernden Geschehen ist nicht auszugehen
(vgl.
Urk.
5/91, 5/92, 5/123/2). W
eder der Psychiater
des
F._
noch die Ärzte der
H._
im Rahmen des knapp einmonatigen Aufen
thalts vom 19. November bis 14.
Dezember 2015
(vgl.
Urk.
24)
stellten
sodann
ein
psychi
sches
Leiden wie etwa ein depressives Geschehen
fest
.
Aufgrund der übereinstim
menden Einschätzungen bestehen
auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der psy
chopathologische Befund von
Dr.
Q._
deutlich positiv überzeichnet worden wäre, wie dies die Ärzte des Zentrums
G._
im Bericht vom
8.
September 2017 ausführten (vgl.
Urk.
16 S. 4).
Die Beurteilung
en
der Ärzte des
Zentrums
G._
vom 6.
Februar 2016 (richtig: 2017)
und
8.
September 2017
, welche eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 33.1)
,
diagnostizierten, basier
en sodann
auf Untersuchungen nach dem Verfügungszeitpunkt
. Sie
v
ermö
gen
die zwei unabhängig voneinander erstellten Beurteilungen des
F._
und der Ärzte der
H._
nicht in Frage zu stellen
.
Angesichts dessen, dass
zumindest bis zum Verfügungszeitpunkt
nach überzeu
gender gutachterlicher Beurteilung kein
(erhebliches)
psychisches Leiden
bestand
, welches sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt,
ist eine
Indikatorenprüfung
obso
let.
5.4
Zusammenfassend ist gestützt auf das
F._
-Gutachten
vom 2
4.
Februar 2016
von der
ab November 2015 gegebenen
vollständigen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Arbeiten auszugehen.
Nach der Rechtsprechung wäre damit davon auszugehen – den Gutachtern war das höhere Arbeitspensum vor Eintritt der Invalidität
grundsätzlich
bekannt (
Urk.
5/143/12-14)
,
dass der Versicherte die leidensangepasste Tätigkeit mit dem vor Eintritt der gesundheitsbedingten Einschränkungen höheren Pensum ausüben kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_883/2007 vom 1
8.
Februar 2008 E. 2.4). Ob dies
tatsächlich
zutrifft, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen offenbleiben.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte beim
Valideneinkommen
beide Einkom
men, die der Versicherte bis Anfang Dezember 2010 erzielt hatte
,
und passte diese der L
ohnentwicklung bis ins Jahr 2015
an (
vgl.
Urk.
5/146).
Der Lohn, der bei der
B._
AG erzielt worden sei, sei tiefer als der Durchschnittswert gemäss
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE)
. Dies sei darauf zurückzuführen, dass diese Tätigkeit in einem Teilzeitpensum ausgeübt worden sei. Eine Parallelisierung sei deshalb nicht nötig (
Urk.
5/146/2).
Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer weiterhin ein Pensum von 131 % einer Vollbeschäftigung leisten könnte. Ausgehend von den Löhnen gemäss LSE und bei Annahme eines Pensums von 131
%
nahm sie einen Abzug von 15
%
vor und trug dabei den gegebenen leidensbedingten Einschränkungen und dem fortge
schrittenen Alter Rechnung (
Urk.
5/146/5).
6.2
Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, sein Einkommen aus der Haupttä
tigkeit habe nicht genügt
,
um seine Familie zu ernähren. Deshalb habe er zusätz
lich eine Nebentätigkeit aufgenommen. Er sei Opfer eines unterdurchschnittlichen Einkommens. Nun bei der Bemessung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellen heranzuziehen und davon 131
%
zu nehmen, komme einer doppelten Benachtei
ligung des Geringverdieners gleich. Die Beschwerdegegnerin gehe von realitäts
widrigen Annahmen aus (
Urk.
1 S. 12). Bei der Auswahl der LSE-Tabelle sei sodann den zahlreichen Einschränkun
gen, der geringen Schulbildung und
dem niedrigen Intelligenzquotienten
nicht Rechnung getragen worden. Mehr als ein
en
Verdienst von
Fr.
3'000.- werde er kaum erreichen können. Eine Nebentätigkeit zu erzielen werde er
nicht mehr im Stande sein. Es sei sodann ein leidensbedingter Abzug von 25
%
vorzunehmen (
Urk.
1 S. 13).
7.
7.1
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bun
desgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die ver
sicherte Person
beispielsweise
infolge fehlender Berufsausbildung und mangel
hafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenüblichen LSE-Tabellen
lohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätz
lich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxis
gemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
7.2
Gemäss dem IK-Auszug
(
Urk.
5/17)
erzielte der Beschwerdeführer bei der Tätig
keit für die
A._
AG
2010
ein Einkommen von
Fr.
51'588.- (
grundsätz
lich 13 x Fr. 3
'900.-;
Urk.
5/
15/22-33). Bei der Tätigkeit für die
B._
AG
verdiente er im Jahr 2010
Fr.
21.70 pro Stunde
(
Urk.
5/18/2). Beim ausgeüb
ten
Pensum von 13,5 Stunden pro
Woche ergibt dies einen
Jahreslohn von Fr.
13'768.65 (
Fr.
21.70 x 13,5 x 47 Wochen [bei Ferienanspruch von fünf Wochen]
; gemäss IK-Auszug
Fr.
12'997.-
,
Urk.
5/17
; vgl. auch
Urk.
5/18/15-26
).
Das Pensum von 13,5 Stunden pro Woche entspricht
bei einer 42 Stundenwoche 32,14
% und bei einer Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden
im Jahr 2010 (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Internet abrufbar], Total: 2010 = 41
,
6 Stunden)
32,45
%.
Nach den Angaben der LSE 2010 Tabell
e TA1 Ziffer 96 S. 27 verdienten
Männer bei «Sonstigen persönlichen Dienstleistungen» im Anforderungsniveau 4 Fr. 4'256.-. Umgerechnet auf die betriebsübliche
Arbeitszeit von
41,6 Stunden
resultiert
e
ein
Jahreseinkommen von
Fr.
53'114.88 (
Fr.
4'256.- / 40 x 41,6 x 12).
Bei einem
P
ensum von 32
,
45
%
ist
somit
grundsätzlich mit einem Einkommen von
Fr.
17'235.77 (
Fr.
53'114.88 x 0,
3245) zu rechnen.
Bei
einem
P
ensum von insgesamt 132,45
%
ist gemäss LSE 2010 grundsätzlich mit einem Einkommen von
Fr.
70'350.65
(
Fr.
53'114.
88 x 1,3245) zu rechnen.
Das vom Beschwerdeführer effektiv erzielte Einkommen
bei der
A._
AG von
Fr.
51'588.- liegt
2,87
%
unter dem Dur
chschnittsein
kommen gemäss LSE von
Fr.
53'114
.88 und überschreitet damit die
Erheblichkeits
grenze
von 5
%
n
icht. Das Einkommen bei der
B._
AG von
Fr.
13'768.65 unterschrei
tet das Durchschnittseinkommen gemäss LSE
von
Fr.
17'235.77
deutlich, nämlich um
20,1 %.
Das gesamte
in beiden Tätigkeiten erzielte
Einkommen von
Fr. 65'356
.65 (
Fr.
51'588.-
zuzüglich Fr.
13'768.65) liegt somit 7
,1
%
unter d
em
Durchschnittseinkommen
bei 132,45
%iger Tätigkeit von Fr.
70'350.6
5.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass
der Umstand, dass der
bei der
B._
AG
erzielte Lohn
deutlich unter dem Durchschnittsverdienst
lag, auf
die Teilzeitarbeit zurückzuführen sei (
Urk.
5/146/2).
Ob dieser Annahme zu folgen ist, kann offenbleiben
.
Dem Umstand des tieferen Lohnniveaus bei Teilzeitarbeit
hätte die Beschwerdegegnerin
entweder im Rahmen der Parallelisierung oder beim leidensbedingten
Abzug Rechnung tragen müssen, wenn sie weiterhin von der Ausübung eines 130%igen Pensums ausging.
Nimmt man zugunsten des Beschwerdeführers eine
Einkommensparall
el
isierung
vor, so ist das
Valideneinkommen
von
ges
amthaft Fr. 65'356.65 um 2,
1
%
zu erhöhen, woraus sich ein zu berücksichtigendes
Valideneinkommen
von Fr. 66'7
29
.
14
ergibt. Dieses Einkommen ist der bis in Jahr 2015 eingetretenen
Einkommensentwicklung
anzupassen. Für das Jahr 2015 ist entsprechend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
69'064
.
65
auszugehen (Bundesamt für Statis
tik,
Schweizerischer Lohnindex nach Branche, 2010 = 100 [im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer,
Tabelle T 1.1.10,
Total:
2015 = 103.5).
7
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sind die Löhne aus der vom BFS herausgegebenen LSE 2014 beizuziehen. Dabei ist vom Lohn auszugehen, den Männer bei der Ausübung von einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art durchschnittlich erzielten, nämlich
Fr.
5'312.- monatlich (LSE 2014 Tabelle TA1
[im Internet abrufbar]
). Angepasst an die durchschnittliche wöchent
liche Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2015 (vgl. BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Inter
net abrufbar], Total: 2015 = 41,
7 Stunden) und die seit dem Jahr 2014 eingetretene Nominallohnentwicklung (vgl. BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche, a.a.O., 2014 = 103.2, 2015 = 103.5) resultiert
ein Einkommen von
Fr.
66'646.2
9.
7.4
Der Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt der Zumutbarkeitsbeur
teilung 58 Jahre alt, womit eine Aktivitätsdauer von sieben Jahren verblieb. Zudem ist davon auszugehen, dass
auch für nur rudimentär
deutsch
sprechende
und schlecht ausgebildete Versicherte
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten offenstehen (Urteil des Bundesgerichts I 609/02 vom 6. Juni 2003 E. 3.2 und I 493/98 vom
1.
März 2000 E. 4c).
Angesichts
des verbliebenen zumutbaren Pensums von jedenfalls 100
%
ist von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Angesichts des Umstands, dass der Versicherte nur mehr leichte Tätigkeiten aus
üben kann und die Tätigkeiten nur geringe Anforderungen an die körperlich
e Belastbarkeit stellen dürfen und
angesichts des Alters des Versicherten rech
t
fer
tigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn. Wie hoch dieser letztlich zu veranschlagen ist, kann offenbleiben.
Denn selbst
bei Vornahme
des maximal zulässigen Abzug
s von 25 % resultiert
kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad.
Nach Vornahme eines Abzugs von 25
%
ergibt sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
4
9'984.71
(75
%
von
Fr.
66'646.29
). Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
69'0
64
.
65
resultiert
e
in Invaliditätsgrad von 27,6
%
. Dieser liegt un
t
er dem
rentenbegründenden Invaliditätsgrad vo
n 40
%
.
Die per 2
9.
Februar 2016 erfolgte Rentenaufhebung war damit rechtens.
Die Rentenaufhebung setzt
e
nicht voraus, dass vorgängig Eingliederungsmassnahmen d
urchgeführt wu
rden.
8.
Der Anspruch auf
aktuell durchzuführende
Eingliederungsmassnahmen ist nicht Gegenstand der angefochtenen Rentenverfügungen
,
und auf das entsprechende Begehren des Beschwerdeführers ist mangels Anfechtungsgegenstands nicht ein
zutreten
(
vgl.
BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Festzuhalten ist insoweit, dass der Beschwerdeführer sich durch seinen Rechts
vertreter am 28.
November 2016 (vgl.
Urk.
5/180) f
ür Eingliederungsmassnahmen hat anmelden lassen, womit die IV-Stelle die Durchführung entsprech
ender Massnahmen grundsätzlich zu prüfen
und gegebenenfalls Massnahmen zuzusprechen hat
.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist
.
9
.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.