Decision ID: e982efda-b6d5-5865-b2bc-c0a6f31f59ac
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, geboren 1980, ist Staatsangehöriger von Bosnien
und Herzegowina. Am 9. Juni 1994 reiste er mit seinen Eltern und Ge-
schwistern in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches am
27. Juni 1994 gutgeheissen wurde (Akten des Amts für Migration und In-
tegration des Kantons Aargau [kant.-pag.] 5 - 12). Seit dem 20. August
1999 war der Beschwerdeführer im Besitz einer Niederlassungsbewilli-
gung.
Mit Verfügung des damaligen Bundesamts für Flüchtlinge (heute: SEM)
vom 10. Juli 2001 wurde dem Beschwerdeführer und seinen Familienmit-
gliedern die Flüchtlingseigenschaft aberkannt und das Asyl widerrufen, weil
sie sich freiwillig wieder unter den Schutz ihres Heimatstaates gestellt hat-
ten (kant.-pag. 74 - 76). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Ur-
teil der damaligen Asylrekurskommission (heute: Bundesverwaltungsge-
richt [BVGer]) vom 14. Juli 2003 abgewiesen (kant.-pag. 101 - 109).
B.
Der Beschwerdeführer trat während seines Aufenthalts in der Schweiz wie-
derholt strafrechtlich in Erscheinung:
- 4. Februar 1999: Verurteilung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von
30 Tagen und einer Busse von Fr. 200.- wegen einfacher Körperverlet-
zung und Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (kant.-
pag. 60);
- 6. Dezember 2000: Verurteilung zu einer unbedingten Gefängnisstrafe
von sieben Tagen wegen mehrfacher Entwendung eines Motorfahr-
zeugs zum Gebrauch (kant.-pag. 64 - 66);
- 22. August 2001: Verurteilung zu einer unbedingten Gefängnisstrafe
von 30 Tagen und einer Busse von Fr. 500.- wegen Raufhandels und
einfacher Körperverletzung, wobei der bedingt ausgesprochene Vollzug
der am 4. Februar 1999 verhängten Gefängnisstrafe widerrufen wurde
(kant.-pag. 79 - 80); die schuldhaft nicht bezahlte Rest-Busse von
Fr. 300.- wurde am 25. März 2002 in 10 Tage Haft umgewandelt (kant.-
pag. 83);
- 11. November 2003: Verurteilung zu einer unbedingten Gefängnisstrafe
von zwei Monaten wegen mehrfachen Betrugs (kant.-pag. 132 - 141);
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- 14. Januar 2004: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 200.- wegen Sach-
beschädigung (kant.-pag. 481);
Mit Verfügung vom 21. Januar 2004 wurde der Beschwerdeführer vom Mi-
grationsamt des Kantons Aargau formell verwarnt, wobei er darauf hinge-
wiesen wurde, dass eine weitere wesentliche Bestrafung, ein Nichterfüllen
von finanziellen Verpflichtungen oder eine erhebliche Abhängigkeit von der
öffentlichen Fürsorge den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zur
Folge haben könne (kant.-pag. 149 - 152).
Vom 8. August 2005 bis zum 25. September 2005 befand sich der Be-
schwerdeführer zum Strafvollzug im Bezirksgefängnis Zofingen (kant.-pag.
156).
Am 14. April 2007 heiratete der Beschwerdeführer in Bosnien und Herze-
gowina eine Landsfrau, welche in der Folge am 16. Juli 2008 in die
Schweiz einreiste und eine Aufenthaltsbewilligung erhielt (kant.-pag. 236 -
238; zentrales Migrationssystem ZEMIS Nr. 7043323.1).
Mit Urteil des Gerichtspräsidiums Aarau vom 24. Oktober 2007 wurde der
Beschwerdeführer wegen mehrfachen versuchten Diebstahls, Diebstahls,
mehrfacher Sachbeschädigung sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs zu
einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 100.- verurteilt (kant.-pag.
239 - 241).
Am 19. Mai 2008 verwarnte das Migrationsamt des Kantons Aargau den
Beschwerdeführer erneut, wobei ihm der Widerruf der Niederlassungsbe-
willigung in Aussicht gestellt wurde, falls eine weitere wesentliche Bestra-
fung gegen ihn ausgesprochen werde oder sein Verhalten anderweitig zu
Klagen Anlass geben sollte (kant.-pag. 272 - 276).
Es folgten weitere Verurteilungen:
- 29. Januar 2010: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 200.- wegen Wi-
derhandlung gegen Umweltschutzvorschriften (kant.-pag. 426 - 427);
- 10. Juni 2010: Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Ta-
gessätzen zu je Fr. 90.- und einer Busse von Fr. 400.- wegen Hehlerei
kant.-pag. 429 - 431);
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- 13. Dezember 2012: Verurteilung zu einer Busse von Fr. 200.- wegen
mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und Kon-
kursverfahren (kant.-pag. 453 - 454).
Mit Urteil vom 15. Oktober 2013 verurteilte das Kriminalgericht des Kan-
tons Luzern den Beschwerdeführer wegen Betrugs und mehrfacher Urkun-
denfälschung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, davon sechs Mo-
nate unbedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren (kant.-
pag. 455 - 468).
C.
Am 14. November 2014 widerrief das Migrationsamt des Kantons Aargau
die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und wies ihn aus
der Schweiz weg (kant.-pag. 526 - 535). Die Rechtsmittel blieben erfolglos
und die Wegweisung wurde mit Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni
2016 letztinstanzlich bestätigt (vgl. BGer 2C_31/2016; kant.-pag. 676 -
685, 624 - 651 und 593 - 607).
D.
Das Migrationsamt des Kantons Aargau teilte dem Beschwerdeführer am
7. Juli 2016 mit, dass er die Schweiz bis spätestens am 22. August 2016
zu verlassen habe (kant.-pag. 687). Ein Gesuch um Erstreckung der Aus-
reisefrist wurde abgewiesen (kant.-pag. 726).
E.
Mit Verfügung vom 10. August 2016 verhängte die Vorinstanz gegenüber
dem Beschwerdeführer ein ab dem 22. August 2016 gültiges Einreisever-
bot für die Dauer von sieben Jahren. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschrei-
bung dieser Massnahme im Schengener Informationssystem (SIS II) an
und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei
während seines Aufenthalts in der Schweiz wiederholt über längere Zeit
strafrechtlich in Erscheinung getreten. Selbst eine aus Sicht des Massnah-
mevollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Straf- und
Massnahmevollzug schliesse eine Rückfallgefahr und eine fremdenpolizei-
liche Entfernungsmassnahme nicht aus. Ihrer Ansicht nach bestehe aktuell
weiterhin ein konkretes und hohes Rückfallrisiko, bei welchem Rechtsgüter
auf dem Spiel stünden und das Risiko einer erneuten Delinquenz umso
weniger in Kauf genommen werden dürfe. Aufgrund des bisherigen Verhal-
tens, der an den Tag gelegten wiederholten kriminellen Energie und der
wiederholten Verstösse gegen Rechtsgüter sei eine Fernhaltemassnahme
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von sieben Jahren zur Vermeidung künftiger Delikte angezeigt (Art. 67
Abs. 3 AuG [SR 142.20]). Auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme
im Rahmen des am 7. Juli 2016 gewährten rechtlichen Gehörs erweise
sich die vorliegende Fernhaltemassnahme als verhältnismässig und ge-
rechtfertigt (SEM-act. 6 pag. 59 - 61).
F.
Am 9. September 2016 gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesver-
waltungsgericht und liess durch seinen Rechtsvertreter beantragen, das
am 10. August 2016 verfügte Einreiseverbot sei aufzuheben. Eventualiter
sei das Einreiseverbot auf eine Dauer von einem Jahr zu befristen und die
Ausschreibung im SIS II zu löschen. Subeventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Beschwerdeführer
liess die Eingabe damit begründen, die Vorinstanz habe mit ihrer Verfügung
den Grundsatz des Anspruchs auf rechtliches Gehör verletzt. Sie habe sich
nicht mit seinen Argumenten auseinandergesetzt sondern sich standard-
mässiger Festhaltungen bedient und in einfacher Sachverhaltswiederho-
lung geübt sowie mit Textblöcken operiert. Dies sei mit Blick auf den An-
spruch des rechtlichen Gehörs unhaltbar, ziehe die Vorinstanz doch aus
dieser Einschätzung den Schluss des konkreten und hohen Rückfallrisikos.
Er bestreite nicht, dass er in der Vergangenheit fehlerhaftes Verhalten an
den Tag gelegt habe, für welches er bestraft worden sei und aus welchem
er Lehren gezogen habe. So habe er sich in den letzten Jahren nichts mehr
zu Schulden kommen lassen. Es gehe von ihm keinerlei Gefahr mehr für
die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. Im Gegenteil, er habe in den
letzten Jahren bspw. viel dazu beigetragen, dass junge Mitmenschen ihre
Ausbildung bei einem Betrieb erfolgreich abschliessen können und habe
sich an die Regeln in der Schweiz gehalten. Das Amt für Justizvollzug habe
festgehalten, dass er sich bewährt habe.
Von ihm gehe keine aktuelle schwerwiegende Gefahr aus. Die Delikte, für
welche er in den letzten zehn Jahren bestraft worden sei, seien nicht aus
den Bereichen Leib und Leben, körperliche und sexuelle Integrität und Ge-
sundheit, sondern reine Vermögensdelikte gewesen.
Er verliere durch das Einreiseverbot den vollständigen Kontakt zu seiner
Familie. Durch den kompletten Wegfall sämtlicher Einnahmequellen werde
es ihm faktisch verunmöglicht, seine Familie in der Schweiz zu besuchen.
Des Weiteren verliere er die Möglichkeit, bei seinem Arbeitgeber die Arbeit
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wieder aufnehmen zu können. Ferner sei es seiner Familie und insbeson-
dere seiner Ehefrau nicht zumutbar, mit ihm in die alte Heimat auszureisen
(BVGer-act. 1).
G.
Die Vorinstanz verweigerte am 3. Oktober 2016 die Zustimmung zur Ver-
längerung einer Aufenthaltsbewilligung in Abweichung von den Zulas-
sungsvoraussetzungen in Bezug auf die Ehefrau des Beschwerdeführers
und wies sie aus der Schweiz weg.
H.
In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2016 führte die Vorinstanz er-
gänzend aus, ihrer Ansicht nach sei aus der Begründung des Einreisever-
bots klar ersichtlich, dass und aus welchen Gründen eine schwerwiegende
Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67
Abs. 3 AuG angenommen werde, was sich auch in der ausführlichen Be-
schwerdeschrift niederschlage. Ob diese Gründe zutreffen und ob sie auf
hinreichender Abklärung beruhen, sei nach der Rechsprechung des Bun-
desgerichts aber nicht eine Frage der Begründungspflicht bzw. des rechtli-
chen Gehörs, sondern der sachverhaltlichen und rechtlichen Überprüfung.
Besuche bei seiner Ehefrau und Verwandten seien nicht schlechthin unter-
sagt, sondern könnten aufgrund von Art. 67 Abs. 5 AuG bewilligt werden.
Das SEM habe jedoch mit Verfügung vom 3. Oktober 2016 die Zustimmung
zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Ehefrau des Beschwerde-
führers verweigert und sie aus der Schweiz weggewiesen. Soweit der Be-
schwerdeführer im Zusammenhang mit seiner Legalprognose auch sein
Wohlverhalten unter Hinweis auf den Bericht vom 10. August 2016 des Am-
tes für Justizvollzug des Kantons Aargau betone, sei festzuhalten, dass
das Strafrecht und das Ausländerrecht unterschiedliche Ziele verfolgten
und nach höchstrichterlicher Rechtsprechung unabhängig voneinander an-
zuwenden sei. Der Straf- und Massnahmenvollzug habe nebst der Sicher-
heitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung. Für
die Fremdenpolizeibehörden stehe demgegenüber das Interesse der öf-
fentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich für die Le-
galprognose ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden
strengerer Beurteilungsmassstab ergebe. Auch eine aus Sicht des Mass-
nahmenvollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im
Strafvollzug schliesse eine Rückfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche
Fernhaltemassnahme nicht aus. Die erst kurze Zeit der Bewährung in Frei-
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heit im Ausland (die Ausreise aus der Schweiz sei Ende August 2016 er-
folgt) vermöge ihrer Ansicht nach die wiederholte und äusserst schwere
Deliktstätigkeit nicht aufzuwiegen (BVGer-act. 5).
I.
Mit Eingabe vom 6. Januar 2017 liess der Beschwerdeführer nach mehrfa-
cher Fristerstreckung auf die Einreichung einer Replik verzichten (BVGer-
act. 11).
J.
Am 10. Oktober 2017 wies das BVGer die Beschwerde der Ehefrau des
Beschwerdeführers gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 3. Oktober
2016 ab (BVGer F-6800/2016).
K.
Der weitere Akteninhalt – einschliesslich der beigezogenen kantonalen Ak-
ten – wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen Berücksichtigung
finden.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinne von Art. 67 AuG
zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesver-
waltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
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von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht
von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-
dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus
anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen.
Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-
scheids (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Vorab ist auf die Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, die Vor-
instanz habe mit ihrer Verfügung den Grundsatz des Anspruchs auf recht-
liches Gehörs verletzt. Sie habe sich nicht mit seinen Argumenten ausei-
nandergesetzt, sondern standartmässiger Festhaltungen bedient und sich
in einfacher Sachverhaltswiederholung geübt sowie mit Textblöcken ope-
riert. Dies sei mit Blick auf den Anspruch des rechtlichen Gehörs unhaltbar,
ziehe die Vorinstanz doch aus dieser Einschätzung den Schluss des kon-
kreten und hohen Rückfallrisikos.
3.2 Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst
eine Reihe persönlichkeitsbezogener Mitwirkungsrechte der Partei eines
Gerichts- oder Verwaltungsverfahrens. Im Zentrum steht das Recht, vor
dem Erlass einer belastenden Verfügung angehört zu werden (Art. 30
VwVG). Die Behörde hat die Partei jedoch nicht nur anzuhören, sondern
sie hat das Geäusserte sorgfältig zu prüfen, zu würdigen und bei der Ent-
scheidfindung zu berücksichtigen (Prüfungs- und Berücksichtigungspflicht;
vgl. Art. 32 VwVG). In einer engen Verbindung dazu steht die Pflicht der
Behörde, ihren Entscheid zu begründen (Art. 35 VwVG). Die Begründungs-
pflicht dient der rationalen und transparenten Entscheidfindung und soll die
Partei in die Lage versetzen, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Das
setzt voraus, dass die Behörde die Überlegungen nennt, von denen sie
sich beim Entscheid leiten liess. Dabei ist sie nicht gehalten, zu jedem Ar-
gument der Partei explizit Stellung zu nehmen. Es genügt, wenn aus der
Gesamtheit der Begründung implizit hervorgeht, weshalb das Vorge-
brachte als unrichtig oder unwesentlich übergangen wird (vgl. BGE 137 II
266 E. 3.2 m.H.; BVGE 2012/24 E. 3.2).
3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers legte die Vorinstanz
verständlich dar, weshalb der Beschwerdeführer aus ausländerrechtlicher
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Sicht als schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung betrachtet werden muss. Es geht detailliert daraus hervor, aus wel-
chen Gründen sie ein siebenjähriges Einreiseverbot erliess, verwies sie
doch explizit auf die vom Beschwerdeführer begangenen Delikte und Ver-
warnungen und begründete die schwerwiegende Gefährdung der öffentli-
chen Sicherheit und Ordnung, indem sie auf die grosse kriminelle Energie
und die wiederholten Verstösse gegen Rechtsgüter (u.a. Leib und Leben)
verwies. Auf Vernehmlassungsstufe nahm die Vorinstanz des Weiteren er-
gänzend ausführlich zum Rückfallrisiko Stellung. Zu berücksichtigen ist da-
bei, dass das Einreiseverbot zu den quantitativ häufigsten Anordnungen
der schweizerischen Verwaltungspraxis zählt und das SEM als erstinstanz-
liche Behörde speditiv zu entscheiden hat. An die Begründungsdichte dür-
fen deshalb keine überspannten Anforderungen gestellt werden (vgl. Urteil
des BVGer F-4156/2016 vom 8. Dezember 2017 E. 3.4 m.H.). Es war dem
Beschwerdeführer denn auch möglich, sachgerecht und vollständig gegen
die vorinstanzliche Verfügung zu argumentieren. Eine Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör liegt somit nicht vor.
4.
4.1 Landesrechtliche Grundlage der angefochtenen Verfügung vom
10. August 2016 ist Art. 67 AuG, der in den Absätzen 1 und 2 eine Reihe
von Tatbeständen aufführt, die ein Einreiseverbot nach sich ziehen können.
Gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG kann das SEM gegen ausländische Per-
sonen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden, ein Einreisever-
bot verfügen. Dieses wird – so Art. 67 Abs. 3 erster Satz AuG – für die
Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt, kann aber für eine längere Dauer
angeordnet werden, wenn von der ausländischen Person eine schwerwie-
gende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht (Art. 67
Abs. 3 zweiter Satz AuG; ferner BVGE 2014/20 E. 5). Schliesslich kann die
verfügende Behörde ausnahmsweise aus humanitären oder anderen wich-
tigen Gründen von der Verhängung eines Einreiseverbots absehen oder
ein Einreiseverbot endgültig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5
AuG).
4.2 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten,
sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-
fentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend:
Botschaft], BBl 2002 3709, S. 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den Oberbegriff für die
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Gesamtheit aller polizeilicher Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die
Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Ein-
zelner (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3809). In diesem Sinne liegt ein Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem dann vor,
wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnungen missachtet
werden (vgl. Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]).
Demgegenüber müssen bei Annahme einer Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der
Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahr-
scheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung führen wird (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Bestand ein solches Verhalten in
der Vergangenheit, so wird die Gefahr entsprechender künftiger Störungen
von Gesetzes wegen vermutet (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3760 sowie Urteil
des BVGer F-91/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 3.2 in fine m.H.).
4.3 Wird gegen eine Person, welche nicht die Staatsangehörigkeit eines
Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Europäischen Freihan-
delsassoziation besitzt, eine Fernhaltemassnahme verhängt, so wird sie
nach Massgabe der Bedeutung des Falles im Schengener Informations-
system (SIS II) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und
Art. 24 der SIS-II-Verordnung vom 20. Dezember 2006 sowie Art. 20 - 22
der Verordnung über den nationalen Teil des Schengener Informationssys-
tems (N-SIS) und das SIRENE-Büro (N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013
[SR 362.0]).
5.
Mit Urteil vom 15. Oktober 2013 verurteilte das Kriminalgericht des Kan-
tons Luzern den Beschwerdeführer wegen Betrugs und mehrfacher Urkun-
denfälschung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, davon sechs Mo-
nate unbedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren. Hinzu
kommen frühere strafrechtliche Verurteilungen wegen einfacher Körperver-
letzung, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Entwen-
dung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, Raufhandels, mehrfachen Be-
trugs, versuchten Diebstahls, Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung,
mehrfachen Hausfriedensbruchs, Widerhandlung gegen Umweltschutz-
vorschriften, Hehlerei und mehrfachen Ungehorsams des Schuldners im
Betreibungs- und Konkursverfahren. Damit hat der Beschwerdeführer ge-
gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen bzw. polizeiliche
Schutzgüter gefährdet und somit einen Fernhaltegrund im Sinne von
Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG gesetzt.
F-5570/2016
Seite 11
6.
6.1 Das angefochtene Einreiseverbot gilt für eine Dauer von sieben Jah-
ren. In einem nächsten Schritt ist deshalb zu prüfen, ob die Voraussetzun-
gen gemäss Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG erfüllt sind.
6.2 Die Annahme einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicher-
heit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG setzt mehr
voraus als eine blosse Störung oder einfache Gefährdung polizeilicher
Schutzgüter. Verlangt wird eine qualifizierte Gefährdungslage, worüber
nach Massgabe aller Umstände des Einzelfalles zu befinden ist. Auf eine
solche schwerwiegende Gefahr ist nicht ohne Weiteres zu schliessen. Sie
kann sich aus der Hochwertigkeit des deliktisch bedrohten Rechtsguts (z.B.
Leib und Leben, körperliche und sexuelle Integrität und Gesundheit) oder
aus der Zugehörigkeit des drohenden Delikts zur besonders schweren Kri-
minalität mit grenzüberschreitender Dimension ergeben. Zu den letzteren
Kriminalbereichen zählen namentlich der Terrorismus, der Menschen- und
der Drogenhandel sowie die organisierte Kriminalität. Eine entsprechend
qualifizierte Gefährdung kann sich überdies aus einer zunehmend schwe-
ren Delinquenz bei Wiederholungstätern mit ungünstiger Legalprognose
ergeben. Die zu befürchtenden Delikte müssen einzeln oder in ihrer Ge-
samtheit das Potential haben, um eine aktuelle und schwerwiegende Ge-
fahr zu begründen (vgl. BGE 139 II 121 E. 6.3; BVGE 2013/4 E. 7.2.4).
6.3 Der Beschwerdeführer hat – entgegen seinen Vorbringen – strafbare
Handlungen gegen Leib und Leben (Körperverletzung, Raufhandel) be-
gangen. Eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung durch diese
Delikte kann nach dem soeben Gesagten schon allein angesichts der
Hochwertigkeit der involvierten Rechtsgüter als Grundlage für die An-
nahme einer schwerwiegenden Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter
Satz AuG dienen (BGE 139 II 121 E. 6.3 in fine).
6.4 In der in das Urteil des Kriminalgerichts des Kantons Luzern vom
15. Oktober 2013 integrierten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wurde
ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die Tathandlungen vor Ablauf der
von der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat am 10. Juni 2010 angeordneten
Probezeit von zwei Jahren vorgenommen. In Anbetracht seines bisherigen
Verhaltens könne dem Beschwerdeführer für die Zukunft grundsätzlich
keine gute Prognose gestellt werden. In Berücksichtigung sämtlicher Tat-
und Täterkomponenten resultiere ein nicht unerhebliches Verschulden
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Seite 12
(kant.-pag. 461). Das Kriminalgericht hat den Urteilsvorschlag der Staats-
anwaltschaft, zu dem die Parteien ihre Zustimmung erklärten, zum Urteil
erhoben (vgl. kant.-pag. 457 Ziff. 5). Wie in E. 4 ausgeführt, ist der Be-
schwerdeführer bereits vor dieser Verurteilung wiederholt (insgesamt zehn
Mal) strafrechtlich in Erscheinung getreten, wobei er verschiedenste
Rechtsgüter verletzt oder gefährdet hat. Zwischen 1999 und 2010 wurde
er insgesamt zu Freiheitsstrafen von rund vier Monaten, Geldstrafen von
210 Tagessätzen und verschiedenen Bussen in der Höhe von Fr. 1'500.-
verurteilt. Weder die verhängten Strafen noch die angesetzten Probezeiten
haben ihn zu einer Änderung seines Verhaltens bewegen können. Auch die
in den Jahren 2004 und 2008 ausgesprochenen ausländerrechtlichen Ver-
warnungen, die ihm den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung in Aus-
sicht stellten, liessen ihn unbeeindruckt und hielten ihn nicht davon ab, wei-
tere Straftaten zu begehen. Er delinquierte sogar noch schwerer, wurde
doch mit der letzten Verurteilung das bis anhin höchste Strafmass von 18
Monaten Freiheitsstrafe gegen den Beschwerdeführer verhängt. Ferner
geht auch das Bundesgericht aufgrund der wiederholten Straffälligkeit des
Beschwerdeführers davon aus, dass dieser nicht fähig und willens ist, sich
an die geltende Rechtsordnung zu halten (vgl. kant.-pag. 679 E. 3.2 in
fine).
Zu berücksichtigen ist diesbezüglich, dass Straf- und Ausländerrecht un-
terschiedliche Ziele verfolgen, andere Interessen schützen und unabhän-
gig voneinander anzuwenden sind. Während der Straf- und Massnahmen-
vollzug neben der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. thera-
peutische Zielsetzung hat, steht für die Migrationsbehörden der Schutz der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung vor (weiteren) Straftaten im Vorder-
grund. Hieraus ergibt sich ein im Vergleich mit den Straf- und Vollzugsbe-
hörden strengerer Beurteilungsmassstab (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 oder
Urteil des BGer 2C_516/2014 vom 24. März 2015 E. 4.3.2 je m.H.).
6.5 Das ausländerrechtliche schwere Verschulden ergibt sich vorliegend
aus den strafbare Handlungen gegen Leib und Leben und dem Umstand,
dass der Beschwerdeführer zunehmend schwerer delinquiert hat und sich
auch von seinen familiären Bindungen nicht von der Begehung weiterer
Delikte hat abbringen lassen. Vor diesem Hintergrund ist die vom Be-
schwerdeführer ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung als schwerwiegend im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AuG zu
bezeichnen.
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Seite 13
6.6 Bei der Frage, wie es sich zum heutigen Zeitpunkt mit der Gefahr der
künftigen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verhält, kommt
es im Wesentlichen auf das Rückfallrisiko an. Vorausgesetzt wird, dass die
Wahrscheinlichkeit der Realisierung hinreichend gross ist. Sie muss signi-
fikant höher sein als diejenige, die der Annahme einer rechtlich relevanten
Gefahr im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG zugrunde liegt (vgl. etwa
Urteil des BVGer F-7593/2015 vom 24. November 2017 E. 5.3 m.H.).
6.7 Der Beschwerdeführer liess in seiner Rechtsmitteleingabe vom 9. Sep-
tember 2016 geltend machen, er bestreite nicht, dass er in der Vergangen-
heit fehlerhaftes Verhalten an den Tag gelegt habe, für welches er bestraft
worden sei und aus welchem er Lehren gezogen habe. So habe er sich in
den letzten Jahren nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil,
er habe sich von sämtlichen Freunden getrennt, die einen schlechten Ein-
fluss auf ihn gehabt hätten. Er habe sich vollständig auf seine Ehe und die
Arbeit konzentriert sowie Schulden abbezahlt. Seit dem 1. Juni 2013 ar-
beite er bei der B._ in C._ in einem 100 % Pensum und
führe dort zur höchsten Zufriedenheit seines Arbeitgebers Malerarbeiten
aus. Zudem sei er als Hauswart für drei Liegenschaften in Niederlenz zu-
ständig. Seine Bewährungshilfe stelle ihm ein durchwegs positives Zeugnis
aus. Die Auflage der Bewährungshilfe sei denn auch aufgehoben worden.
Das Amt für Justizvollzug gehe mit der Aufhebung der Bewährungshilfe so-
mit ebenfalls davon aus, dass von ihm nichts mehr zu befürchten sei und
er sich bewährt habe und bewähren werde (vgl. BVGer act. 1 Beilage 6).
6.8 Gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts
kommt dem Wohlverhalten einer Person im Straf- oder Massnahmenvoll-
zug als Basis für die Beurteilung der Rückfallgefahr keine signifikante Aus-
sagekraft zu. Von vorrangiger Bedeutung erscheint stattdessen, wie lange
sich eine straffällig gewordene Person nach ihrer Entlassung aus der Haft
in Freiheit bewährt (vgl. BVGE 2014/20 E. 5.4 m.H.). Dem Wohlverhalten
während einer laufenden Probezeit ist zudem nur untergeordnete Bedeu-
tung beizumessen (Urteil des BGer 2C_191/2014 vom 27. Februar 2014
E. 3.3.2). Der Beschwerdeführer trat am 28. März 2014 den Strafvollzug im
Bezirksgefängnis Bremgarten an (Halbgefangenschaft), aus welcher er am
27. September 2014 entlassen wurde (kant.-act. 482). Die vierjährige Pro-
bezeit ist am 14. Oktober 2017 abgelaufen, womit sich die seither verstri-
chene Zeit als zu kurz erweist, als dies an der derzeitigen Risikoeinschät-
zung etwas zu ändern vermag. Aufgrund dessen kann eine schwerwie-
gende Gefahr bis auf Weiteres nicht als gebannt betrachtet werden.
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6.9 Als Zwischenergebnis ist somit festzustellen, dass zum heutigen Zeit-
punkt der qualifizierte Fernhaltegrund einer schwerwiegenden Gefahr für
die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 3 zweiter
Satz AuG vorliegt und ein Einreiseverbot für die Dauer von über fünf Jahren
verfügt werden kann.
7.
7.1 Den Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen ist und wie
es zeitlich auszugestalten ist, legt Art. 67 Abs. 2 AuG in das pflichtgemässe
Ermessen der Behörde. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz
der Verhältnismässigkeit zu, der eine wertende Abwägung zwischen den
berührten privaten und öffentlichen Interessen verlangt. Ausgangspunkt
der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten
Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die
persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96
AuG; ferner statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 555 ff.).
7.2 Der Beschwerdeführer liess sich weder durch migrationsrechtliche Ver-
warnungen noch durch die zahlreichen gegen ihn ausgesprochenen Stra-
fen und deren Vollzug beeindrucken. Im Gegenteil, der Beschwerdeführer
hat diverse weitere Straftaten begangen (vgl. E. 5), weshalb von ihm eine
schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus-
geht (vgl. E. 6), und nach wie vor ein grosses öffentliches Fernhalteinte-
resse gegeben ist. Das Hauptaugenmerk der Fernhaltemassnahme liegt in
ihrer spezialpräventiven Zielsetzung. Das Einreiseverbot soll weiteren
Straftaten des Beschwerdeführers in der Schweiz und im Schengen-Raum
entgegenwirken und ihn überdies dazu anhalten, bei einer allfälligen künf-
tigen Wiedereinreise zu Besuchszwecken nach Ablauf der Dauer des Ein-
reiseverbots keine weiteren Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung zu begehen. Als gewichtig zu erachten ist auch das generalprä-
ventiv motivierte Interesse, die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch
eine konsequente Massnahmenpraxis zu schützen (vgl. BVGE 2014/20
E. 8.2 m.H.).
7.3 Den vorstehenden öffentlichen Interessen stellt der Beschwerdeführer
seine privaten Interessen entgegen. Dabei macht er geltend, er verliere
durch das Einreiseverbot den vollständigen Kontakt zu seiner Familie wes-
halb Art. 8 EMRK verletzt sei. Durch den kompletten Wegfall sämtlicher
Einnahmequellen werde es ihm faktisch verunmöglicht, seine Familie in
der Schweiz zu besuchen. Weiter verliere er die Möglichkeit, bei seinem
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Arbeitgeber die Arbeit wieder aufnehmen zu können. Ferner sei es seiner
Familie und insbesondere seiner Ehefrau nicht zumutbar, mit ihm in die alte
Heimat auszureisen.
7.4 Einleitend ist an dieser Stelle hervorzuheben, dass die Ehefrau des Be-
schwerdeführers mittlerweile aus der Schweiz weggewiesen wurde (vgl.
Bst. G und J). Die Frage, ob die über die Verweigerung des Aufenthalts-
rechts hinausgehende, durch das Einreiseverbot zusätzlich bewirkte Er-
schwernis vor Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV standhält, erübrigt
sich somit. Des Weiteren können allfällige Einschränkungen des Privat-
und Familienlebens vorliegend aufgrund sachlicher und funktioneller Un-
zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht Verfahrensgegenstand
sein, soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Anwesenheitsrechts in
der Schweiz zurückzuführen sind. Der Beschwerdeführer musste die
Schweiz nach dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung verlassen (vgl.
zum Ganzen auch BVGE 2013/4 E. 7.4.1 und 7.4.2).
7.5 Dem Beschwerdeführer sind während der Geltungsdauer der Mass-
nahme Besuchsaufenthalte bei ihm nahe stehenden Personen nicht
schlichtweg untersagt. Es steht ihm die Möglichkeit offen, aus wichtigen
Gründen mittels begründeten Gesuchs die zeitweilige Suspension der an-
geordneten Fernhaltemassnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Die
Suspension wird praxisgemäss nur für eine kurze und klar begrenzte Zeit
gewährt und sie darf das Einreiseverbot nicht aushöhlen (vgl. BVGE
2013/4 E. 7.4.3 m.H.; sowie zur Praxis des SEM den Bericht in Erfüllung
des Postulates 12.3002 der SPK-SR vom 22. Mai 2013, Ziff. 2.2.1 und Ur-
teil des BVGer F-7593/2015 vom 24. November 2017 E. 6.6 m.H.). Bei fi-
nanziellem Unvermögen des Beschwerdeführers könnten ihn die Familien-
angehörigen in seinem Heimatland besuchen. Überdies kann er via diverse
Kommunikationsmittel (z.B. mit Skype) mit seiner Familie in Kontakt blei-
ben.
7.6 Ein Einreiseverbot kann bei einer schwerwiegenden Gefahr für fünf bis
fünfzehn Jahre ausgesprochen werden (vgl. BVGE 2014/20 E. 7). Eine
wertende Gewichtung der gegenläufigen öffentlichen und privaten Interes-
sen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis, dass das Einreise-
verbot von sieben Jahren in Anbetracht der die Fernhaltemassnahme aus-
lösenden Gründe (Delinquenz in einem sensitiven Bereich; zahlreiche Ver-
urteilungen, Probezeit eben erst abgelaufen, Wiederholungsgefahr) zu be-
stätigen ist.
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8.
Die Ausschreibung im SIS II erfolgt insbesondere angesichts von abgeur-
teilten oder zu befürchtenden Straftaten gewisser Schwere (Art. 24 Ziff. 2
Bst. a SIS-II-Verordnung, siehe auch E. 3.4 hiervor), eine Voraussetzung,
welche im Falle des Beschwerdeführers erfüllt ist. Die Ausschreibung im
SIS II ist somit rechtens.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-
her abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom
21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).
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