Decision ID: 4e64260a-bda3-563e-8b4a-047d5cccd1e1
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ betreibt seit Dezember 2019 den X._ in B._. Die Einzelfirma bezweckt den An-
und Verkauf von Waren des First- und Secondhandhandels für und von Kunden
(www. ... .ch); sie ist nicht im Handelsregister eingetragen. Mit Gesuch vom 21. Januar
2021 beantragte A._ eine finanzielle Härtefallunterstützung im Zusammenhang mit der
Covid-19-Epidemie in der Höhe von CHF 10'000. Mit Schreiben vom 10. März 2021
teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit dem Gesuchsteller mit, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung nicht erfüllt seien. Mit Eingabe vom
11. März 2021 verlangte dieser eine beschwerdefähige Verfügung. Mit Verfügung vom
1. Juni 2021 wies das Volkswirtschaftsdepartement das Gesuch um wirtschaftliche
Unterstützung in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie ab. Zur Begründung
wurde ausgeführt, dass die Firma von A._ die Voraussetzung des Mindestumsatzes
von CHF 50'000 nicht erfülle. Die Gebühr für die Verfügung wurde auf CHF 250
festgesetzt (act. 2).
B.
Mit Schreiben vom 4. Juni 2021 erhob A._ (Beschwerdeführer) Beschwerde gegen die
ablehnende Verfügung des Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) mit dem Antrag,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine Härtefallunterstützung in
der Höhe von CHF 10'000 zu gewähren. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
wurde vorläufig verzichtet. Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2021 beantragte die
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Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Dazu nahm der Beschwerdeführer am
6. Juli 2021 (Datum Poststempel) Stellung. Für die Bearbeitung der Beschwerde
wurden von der Vorinstanz zusätzliche Akten eingefordert und dem Beschwerdeführer
zur Kenntnis gebracht.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der
Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 15. Mai 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 17. Mai 2021 formal wie inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
bis
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Der
Beschwerdeführer kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist demnach auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer
Behörde beim entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege VRP, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
2.1.
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (SR 951.262, Covid-19-Härtefallverordnung) hält den
Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von der Bundesversammlung
bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und Verlusten beteiligt, die einem
2.2.
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3.
Der Beschwerdeführer bringt vor, die angefochtene Verfügung gehe davon aus, dass er
um eine Entschädigung in der Höhe von CHF 70'000 ersucht habe. Tatsächlich seien
es aber nur CHF 10'000 gewesen. Da er seine selbständige Geschäftstätigkeit erst im
Dezember 2019 aufgenommen und den Umsatz des Monats Dezember 2019 auf den
Januar 2020 übertragen habe, lägen für 2018 und 2019 keine Geschäftszahlen vor.
Aufgrund des ersten Lockdown vom 17. März bis 11. Mai 2020 mit den
Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für Unternehmen entstehen, sofern die
kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen dieser Verordnung bezüglich der
Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der Ausgestaltung der Massnahmen
erfüllt. Die Federführung liegt beim Kanton. Er definiert die Härtefallmassnahmen. Dabei
liegt der Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden,
in dessen alleiniger Zuständigkeit (Erläuterungen der Eidgenössischen
Finanzverwaltung vom 31. März 2021 zur Covid-19-Härtefallverordnung, S. 2,
nachfolgend: Erläuterungen EFV). Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes über die
wirtschaftliche Unterstützung von Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-
Epidemie (sGS 571.3, kantonales Covid-Gesetz) kann der Kanton Unternehmen unter
gewissen Voraussetzungen Härtefallmassnahmen, darunter auch nicht rückzahlbare
Beiträge, gewähren. Als Kann-Vorschrift räumt diese Bestimmung einen gewissen
Ermessensspielraum ein und zwar im Hinblick auf die Entscheidung, ob überhaupt eine
Rechtsfolge angeordnet werden soll (sog. Entschliessungsermessen). Die
Unternehmen können keinen Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen (Art. 5 Abs. 3
des kantonalen Covid-Gesetzes).
Die Härtefallmassnahmen sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für
Härtefallmassnahmen im Kanton St. Gallen bereitstellt, und jene des Kantons, die
maximal 95 Millionen Franken betragen (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes). Das
zur Verfügung stehende Gesamtvolumen wie auch die Kann-Vorschrift schränken die
Rechtsansprüche auf die nicht rückzahlbaren Beiträge ein oder schliessen solche aus.
Sie zwingen die Behörden zu Ermessensentscheiden. Als leitendes Prinzip soll dabei
die Gleichbehandlung gelten (vgl. BVGer A-2600/2020 vom 16. Februar 2021 E. 4.2 zu
Begleitmassnahmen im Sportbereich zur Abfederung der Folgen der Covid-19-
Epidemie). Es handelt sich daher bei den nicht rückzahlbaren Beiträgen nach dem
kantonalen Covid-Gesetz um Ermessenssubventionen, auf die kein Rechtsanspruch
besteht (vgl. BVGer B-1773/2012 vom 18. Dezember 2014 E. 2.3 mit Hinweis).
Entsprechend hat das Verwaltungsgericht daher sein Ermessen nicht anstelle
desjenigen der Vorinstanz zu setzen, sondern deren Entscheid mit einer gewissen
Zurückhaltung zu prüfen.
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Zutrittsbeschränkungen zur Ladenfläche und der Empfehlung des Bundes, zuhause zu
bleiben, habe er eine erhebliche Umsatzeinbusse erlitten. Es sei davon auszugehen,
dass er im Jahr 2020 einen deutlich höheren Umsatz hätte erwirtschaften können und
der erforderliche Umsatz von CHF 50'000 erreicht worden wäre. Auch der zweite
Lockdown im Jahr 2021 habe zu Umsatzeinbussen geführt.
4.
4.1.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Unternehmen unterstützen, die vor dem 1. Oktober
2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben und am
1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten und die aufgrund der Natur ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind und
einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette der
Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Nach Art. 3 Abs. 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung gilt als durchschnittlicher Jahresumsatz nach Abs. 1 lit. b
(Voraussetzung des Mindestumsatzes von CHF 50'000 in den Jahren 2018 und 2019)
für ein Unternehmen, das zwischen 31. Dezember 2017 und 29. Februar 2020
gegründet wurde entweder der durchschnittliche Umsatz, der von der Gründung bis
zum 29. Februar 2020 erzielt wurde, berechnet auf zwölf Monate (Ziff. 1), oder der
durchschnittliche Umsatz, der von der Gründung bis 31. Dezember 2020 erzielt wurde,
berechnet auf zwölf Monate (Ziff. 2).
4.1.1.
bis
Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der Härtefallmassnahmen auf
Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss Covid-19-Gesetz und
Covid-19-Härtefallverordnung ein Gesetz über die wirtschaftliche Unterstützung von
Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie (sGS 571.3, kantonales
Covid-Gesetz) erlassen. Die gestützt auf Art. 75 der Verfassung des Kantons St. Gallen
4.1.2.
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(sGS 111.1, KV) als Dringlichkeitsrecht erlassene Verordnung war im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung am 1. Juni 2021 nicht mehr in Vollzug. Die Verordnung fiel
mit Inkrafttreten des kantonalen Covid-Gesetzes am 18. Februar 2021 dahin. Gemäss
Art. 17 jenes Gesetzes wird auf hängige Gesuche für Härtefallmassnahmen das neue
Gesetz und nicht die Verordnung angewendet. Nach Art. 3 des kantonalen Covid-
Gesetzes kann Unternehmen eine Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die
Vorgaben nach dem zweiten Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung (Art. 2 bis 6)
erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens 75 Prozent in einer Branche nach Art. 4
dieses Erlasses erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen
haben, eine operative Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben und per 15. März 2020
Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens 100 Stellenprozent in der Schweiz aufweisen
(lit. c), keinen Anspruch auf branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des Bundes
oder des Kantons St. Gallen in den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher Verkehr oder
Medien haben (lit. d), per 31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren (lit. e), über
einen Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass die
Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann
(lit. f) und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für
steuerrechtliche Forderungen befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung
abgeschlossen oder für das noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit.
g). Härtefallmassnahmen werden auf Gesuch hin gewährt (Art. 11 Abs. 1 des
kantonalen Covid-Gesetzes).
In Bezug auf die erforderliche Umsatzhöhe hat der Kanton St. Gallen keine zusätzliche
Regelung getroffen. Mit der Umsatzuntergrenze in der Höhe von CHF 50'000 sollen
Eigentümer von Kleinstunternehmen, die ihren Lebensunterhalt bereits vor dem
Ausbruch von Covid-19 höchstens teilweise aus Unternehmensgewinnen bestreiten
konnten, von Härtefallhilfen ausgeschlossen werden. Als Referenz gilt dabei der
durchschnittliche Umsatz der Jahre 2018 und 2019 – also Umsatzzahlen, wie sie vor
dem Ausbruch von Covid-19 erzielt worden sind. In Art. 3 Abs. 2 der Covid-
Härtefallverordnung wird geregelt, wie der Umsatz von Unternehmen zu berechnen ist,
die nach dem 31. Dezember 2017 gegründet worden sind und damit keine zwei vollen
Umsatzjahre vor Covid-19 aufweisen. Für Unternehmen, die zwischen dem
31. Dezember 2017 und dem 29. Februar 2020 gegründet wurden (d.h. bevor in der
Schweiz gesundheitspolitisch bedingte wirtschaftliche Einschränkungen beschlossen
wurden), gilt als durchschnittlicher Umsatz entweder der von der Gründung bis zum
29. Februar 2020 erzielte durchschnittliche Umsatz, berechnet auf 12 Monate, oder der
von der Gründung bis zum 31. Dezember 2020 erzielte durchschnittliche Umsatz,
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berechnet auf 12 Monate. Dabei wird jener Umsatz berücksichtigt, der für das
Unternehmen zu einer höheren Unterstützung führt. Diese Regelung stellt sicher, dass
Unternehmen, die bereits 2018 oder 2019 gegründet wurden, aber erst ab 2020 höhere
Umsätze erwirtschaftet haben, nicht schlechter gestellt werden als Unternehmen, die
nach dem 29. Februar 2020 gegründet worden sind und im Sommer 2020 Umsätze
erwirtschaftet haben. Für Unternehmen, die zwischen dem 1. März 2020 und dem
30. September 2020 gegründet wurden, gilt der von der Gründung bis zum
31. Dezember 2020 erzielte durchschnittliche Umsatz berechnet auf 12 Monate
(Erläuterungen EFV, S. 5 f.).
Der Beschwerdeführer eröffnete sein Geschäft im Dezember 2019 und damit vor dem
29. Februar 2020. Für die Berechnung des massgebenden Umsatzes sieht die
Covid-19-Härtefallverordnung zwei Varianten vor. Es zählt entweder der von der
Gründung bis Ende Februar 2020 oder der bis Ende 2020 erzielte Umsatz, jeweils auf
ein Jahr umgerechnet. Den Umsatz des ersten Geschäftsmonats Dezember 2019
erfasste der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im Januar 2020. Die
Einnahmen vom Zeitpunkt der Gründung bis am 29. Februar 2020 betrugen
CHF 3'317.30 (act. 7/1.3), umgerechnet auf zwölf Monate somit CHF 18'703.20. Der
Umsatz des gesamten Jahres 2020 belief sich auf CHF 32'731.60 bei Ausgaben von
CHF 45'035.05, was zu einem Verlust von CHF 12'303.45 führte (act. 7/1.3). Somit
erreicht der Umsatz weder nach der einen gesetzlich vorgesehenen Variante (Zeitraum
noch vor den covid-bedingten Einschränkungen) noch nach der anderen Möglichkeit
die erforderliche Mindesthöhe von CHF 50'000. Der Mindestumsatz von CHF 50'000
wurde vom Gesetzgeber ausdrücklich auch für Jungunternehmen festgelegt und damit
im Wissen darum, dass die Umsätze in der Anfangsphase meist noch nicht so hoch
ausfallen. Mit der Möglichkeit der Berechnung des massgebenden Umsatzes anhand
einer Periode vor März 2020 wurde sodann sichergestellt, dass die Einschränkungen
(Ladenschliessungen, Zugangsbeschränkungen, etc.) noch nicht zu entsprechenden
Umsatzeinbussen geführt hatten. Aus den Angaben des Beschwerdeführers ist sodann
nicht zwingend zu schliessen, dass sich die Massnahmen bei ihm durchwegs negativ
auf den Umsatz auswirkten, erzielte er doch im April 2020, also während des ersten
Lockdown, mit rund CHF 7'000 die zweithöchsten Einnahmen des Jahres bei den
gleichzeitig geringsten Ausgaben von CHF 714.40 (act. 7/1.3).
4.2.
Zusammenfassend ist die Voraussetzungen der Erzielung eines
Jahresmindestumsatzes von CHF 50'000 beim Beschwerdeführer nicht erreicht. Die
4.3.
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5.
Vorinstanz hat daher zurecht verfügt, dass er keinen Anspruch auf finanzielle
Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie hat. In der Sache ist die
Beschwerde demzufolge abzuweisen.
Der Beschwerdeführer beantragt, die Gebühr von CHF 250 für die angefochtene
Verfügung sei zu erlassen. Die Verfügung sei fehlerhaft. Darin stehe, dass er um eine
Härtefallunterstützung in der Höhe von CHF 70'000 anstatt korrekt CHF 10'000 ersucht
habe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Entscheid auf einer falschen
Grundlage getroffen worden sei.
5.1.
Grundsätzlich ist gestützt auf Art. 94 Abs. 1 VRP für jede Amtshandlung zum eigenen
Vorteil die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten. Der Rahmen für eine Verfügung oder
einen Entscheid in einem Verwaltungsverfahren, sofern keine andere Gebühr festgelegt
ist, beträgt CHF 150 bis 2'300 (Nr. 20.12 des Gebührentarifs für die Kantons- und
Gemeindeverwaltung, sGS 821.5, GebT). Für den Fall eines negativen Bescheids
wurde in Art. 12 Abs. 2 lit. b des kantonalen Covid-Gesetzes zugunsten der
Gesuchsteller die vorgängige kostenlose Mitteilung per einfachem Brief vorgesehen.
Erst bei ausdrücklichem Verlangen nach Erlass einer anfechtbaren Verfügung soll eine
Gebühr erhoben werden.
5.2.
Die Vorinstanz teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 10. März 2021 mit,
dass sein Gesuch die Voraussetzung des Mindestumsatzes von CHF 50'000 nicht
erfülle. Gleichzeitig wies sie ihn darauf hin, dass eine anfechtbare Verfügung
kostenpflichtig sein werde (act. 7/4). Dieser Brief stellte die in Art. 12 Abs. 2 lit. b des
kantonalen Covid-Gesetzes vorgesehene kostenlose Mitteilung per einfachem Brief
dar. Der Beschwerdeführer verlangte daraufhin ausdrücklich eine kostenpflichtige
anfechtbare Verfügung (act. 7/5.1). Mit E-Mail vom 14. Mai 2021 teilte der zuständige
Sachbearbeiter dem Beschwerdeführer nochmals mit, dass der Umsatz, berechnet
nach den Vorgaben von Bund und Kanton, die Mindesthöhe nicht erreiche, das Gesuch
abzulehnen und eine anfechtbare Verfügung mit Kosten von CHF 250 verbunden sei
(act. 7/5.3). Indem der Beschwerdeführer abermals eine anfechtbare Verfügung
verlangte, ist die Gebühr denn auch ohne weiteres geschuldet. Dass die Vorinstanz in
der Verfügung die Höhe der beantragten Härtefallunterstützung mit CHF 70'000 statt
CHF 10'000 falsch angab, vermag daran nichts zu ändern. Dieser "Fehler" hatte keinen
5.3.
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6.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von amtlichen
Kosten wird jedoch in der Regel gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine
Rechtsfrage in einem Verfahren erstmals entscheiden wird (R. von Rappard-Hirt, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 97 VRP). Dem Verfahrensausgang
entsprechend wären die amtlichen Kosten – angemessen ist vorliegend eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12) – dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Da vor der
Beschwerdeerhebung noch keine Entscheide des Verwaltungsgerichts im
Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen für Unternehmen aufgrund der Covid-19-
Gesetzgebung ergangen und publiziert worden sind, rechtfertigt es sich, auf die
Erhebung der Kosten zu verzichten.
Der Vorinstanz steht kein Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018
E. 7 mit Hinweis auf R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.).