Decision ID: 48c70f8f-cfed-5382-a57f-b14c9935dc9c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, war vom 1. Januar 2012 bis
zur Kün
digung am 30. November 2014 (Urk. 11/228)
bei
Y._
AG
als
Hilfsbauarbeiter
angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversiche
rungsanstalt (Suva) versichert, als er sich am
9. Januar 2013
bei
einem Sturz von einem Vordach Fraktur
en
am linken Fussgelenk zuzog (
Schadenmeldung vom 17. Januar 2013,
Urk. 11/1
; vgl. auch Austrittsbericht Spital
Z._
AG vom 23. Januar 2013, Urk. 11/10
).
Nachdem der Versicherte ab 10. Juni 2013 im Rahmen eines Arbeitsversuches wieder zu 50 % auf dem Bau gearbeitet hat
te
(Urk. 11/48 S. 1 «Ausgangslage»), rutschte er a
m 28. Juni 2013 auf einer Baustelle aus und verdrehte sich das linke Fussgelenk (Urk. 11/41 S. 2 oben).
Es folgte ein langwieriger Verlauf mit diversen Operationen am linken Fuss (vgl. kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 28. Mai 2019, Urk. 11/724).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva
mit Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 11/786)
die bis dahin erbrachten Leistungen per
30. September 2019
ein und
sprach dem Versicherten
ab 1. Oktober 2019
eine Rente
basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % zu und verwies betreffend Integritätsent
schädigung auf die Verfügung vom 3. März 2017
(
vgl. Urk. 11/447
).
Die vom
Versicherten am
3. Oktober 2019 erhobene Einsprache (Urk. 11/801
) wies die Suva am
20. Mai 2020
ab (Urk.
11/879
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 18. Juni 2020 Beschwerde gegen den
Einspra
cheent
scheid
vom 20. Mai 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei abzuändern, indem ihm ausgehend von einem höheren Validen- und einem tieferen theoretischen Invalideneinkommen eine höhere als 15%ige Invalidenrente der Unfallversi
che
rung auszurichten sei (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2020 (Urk. 10) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
20. August 2020
wur
den antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Rechts
pflege
bewil
ligt und dem Beschwerdeführer
die Be
schwerdeantwort zugestellt (Urk. 12).
Mit Eingabe vom 3. September
2020 (Urk. 14
) legte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre Honorarnote ins Recht (Urk. 15). Mit Schreiben vom 16. November 2020 (Urk. 16) informierte der
Beschwerdeführer das Gericht, dass ihm mit Verfügung vom 16. Oktober 2020
von
der IV-Stelle des Kantons
C._
ab 1. Februar 2014
bis 30. April 2017 und
erneut ab 1. August 2019
eine ganze Rente zugesprochen worden sei (Urk. 17/1-2).
Mit
Verfügung vom 22. Februar 2021 (Urk. 18) wurden der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers,
der
Y._
AG, Fragen zu Reisezeitzuschlägen und Überzeitentschädigungen gestellt, welche diese mit Eingabe vom 10. März 2021 beantwortete (Urk. 23). Der Beschwerdeführer nahm dazu mit Schreiben vom 11. Mai
2021 Stellung (Urk. 28) und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 29/1-6). Dies wurde der Beschwerdegegnerin, welche sich
zu den Angaben der Arbeitgeberin
nicht
hatte
vernehmen
lassen
, am 12. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 30).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich
- wie vorliegend -
vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
1.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
sind die rechtlichen Erwägungen zum Fallabschluss (Urk. 2 S. 7 f. Ziff. 3.1), zum Invaliditätsgrad und dessen Bemessung (Art. 18 Abs. 1 UVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) zutreffend wiedergegeben (Urk.
2 S.
4
ff. Ziff.
1.1 f.). Darauf kann verwiesen werden.
1.3
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallver
siche
rer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzu
nehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Über
nahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnü
gen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) da
von aus,
dem Beschwerdeführer sei seine bisherige Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter nicht mehr zumutbar. Eine - nach dem umschriebenen Anforderungsprofil (vgl. Urk. 2 S. 10 Ziff. 4.1) - angepasste Tätigkeit sei ihm ganztags unter Berück
sichtigung einer
Rendementminderung
von 20 % zumutbar.
Gestützt auf
die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018
und
den Medianwert aller Wirtschaftszweige für Männer, welche im Kompetenzniveau 1 beschäftigt seien, ergebe sich bei einer Minderung von 20 % ein Invalideneinkommen von Fr. 54'485.--
(S. 10 f. Ziff. 4.2).
Ohne den Unfall hätte der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter mutmasslich einen Lohn von Fr. 63'778.-- (Fr. 4'906.-- x 13) erzielt. Dieser könne nicht als unterdurchschnittlich angesehen werden, da er den
Mindestlohn gemäss Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhaupt
ge
werbe (LMV 2019-2022) für Bauhilfsarbeiter für das Jahr 2019 von Fr. 4'628.-- (Zone ROT, Lohnklasse C) nicht unterschreite. Somit sei vom genannten
Validen
einkommen
auszugehen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 15 % (S. 11 unten).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, es sei von einem höheren
V
alideneinkommen
auszugehen. Die IV-Stelle
C._
habe in ihrem Vorbescheid vom 10. Juni 2020 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von Fr. 64'188.-- ermittelt (S. 4 Ziff. II.1.b). Zudem habe der Beschwerdeführer vor dem Unfall eine eindrückliche Lohnentwicklung erreicht. Aus dem IK-Auszug gehe hervor, dass er im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 64'984.-- erzielt habe. Dementsprechend sei jedenfalls von einem höheren als
dem
von der Beschwer
degegnerin herangezogenen
Valideneinkommen
auszugehen (
lit
. c f.).
Zudem sei auch die für die Bemessung des Invalideneinkommens von der Beschwerde
geg
nerin zugrunde gelegte Statistik nicht passend. Es sei - entsprechend dem Vor
gehen der IV-Stelle - von einem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 60'501.-- auszugehen (S. 5 Ziff. 2a) und eine Parallelisierung vorzunehmen (Ziff. 2c). Sodann sei ein leidensbedingter Abzug von 25 % zu berücksichtigen (S. 6 f.
lit
. d ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem Invaliditätsgrad von 15 % ausgegangen ist.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer machte eine
Anlehre
als
Zimmermann
(vgl. Urk. 11/145
S. 1;
siehe auch Bericht zum Standortgespräch vom 17. Oktober 2016, Urk
. 11/389 S. 1 «Berufliches»).
Insgesamt war
er vor dem Unfall rund 10 Jahre auf dem Bau tätig, davon von 2006 bis 2011 bei der
A._
AG (Bericht zur Besprechung vom 26. März 2013, Urk. 11/18 «Arbeitgeber und Tätigkeiten»; vgl. auch IK-Aus
zug, Urk. 3/4).
Seit dem 1. Januar 2012 bis zum Unfall vom Januar 2013 war
er
bei der
Y._
AG als Hilfsbauarbeiter einem gelernten Bauarbeiter zur Hand ge
gangen und ist - nach Angaben der Personalverantwortlichen - für körperlich schwere Arbeiten wie beispielsweise schaufeln, pickeln, schalen, Eisen legen, betonieren und
gerüsten
etc. zuständig gewesen. Alle Arbeiten seien stehend und gehend verrichtet worden und meistens sei er in unebenem Gelände unterwegs gewesen (Situationsanalyse
vom 10. Juli 2013, Urk. 11/41 S. 2)
.
Dass diese Tätig
keit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar ist, ist unbestritten (vgl. Urk. 2 S. 10 Ziff. 4.1).
Nach Angaben des Arbeitgebers erzielte der Beschwerdeführer
im Jahr 2012
einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'782.--
(x 13 zuzüglich prämienpflichtige Reise
zeitzulagen)
.
Insgesam
t ergibt sich daraus ein Ver
dienst
im Jahr vor dem Unfall
von Fr. 65'978.20 (
Lohnbuchauszug, Urk. 11/105 S. 3;
vgl. auch Urk. 11/129; sowie
Telefonnotiz vom 28. Januar 2014, Urk. 11/108
).
In
den
Jahr
en
2014
bis 2018
hätte er
nach Angaben der
Y._
AG ei
nen mutmasslichen Monatslohn von
Fr. 4'826.-- (x 13) erzielt (Angaben vo
m 21. Januar 2015, Urk. 11/227
, vom 20. Februar 2017, Urk. 11/445 S. 1, sowie vom 29. März 2019, Urk. 11/698
; siehe auch Telefonnotiz vom 4. Februar 2016, Urk. 11/318
).
Im Jahr 2019 hätte sein mutmasslicher Monatsverdienst
bei der
Y._
AG
Fr. 4'906.-- (x 13) betragen (Urk. 11/698).
3.2
Die Beschwerdegegnerin zog in ihrer Berechnung den mutmasslichen Monatslohn des Jahres 2019 heran und berechnete ein
Valideneinkommen
von Fr. 63'778.-- (Fr. 4'906.-- x 13; vorstehend E. 2.1).
Dabei handelt es sich jedoch um ein tieferes Einkommen als im Jahr vor dem Unfall
, was der Beschwerdeführer beanstandet (vgl. E. 2.2)
.
Im Jahr vor dem Unfall erzielte
er Fr. 65'978.20.
In
diesem Verdienst
war
insbesondere
auch
Vergütung
für
Reisezeit
enthalten
, welche gemäss Art. 54 Abs. 1 des Landesmantelvertrages für das schweizerische Bauhauptgewerbe (
GAV LMV;
www.gav-service.ch
; aufgerufen am 27
.
Mai
2021)
zum Grundlohn hinzu zu entschädigen ist, soweit sie 30 Minuten am Tag übersteigt.
Gemäss Auskunft der Arbeitgeberin vom 10. März 2021 hätte der Beschwerdeführer in den Jahren 2018 und 2019 auf drei Baustellen eingesetzt werden können, zu welchen von seiner Sammelstelle (
B._
) aus zirka 15 Minuten Anfahrtsweg bestanden hätten (Urk. 23 S. 1 Ziff. 1.2). Folglich wäre keine
relevante
Re
isezeitentschädigung angefallen
.
Sodann hätte
der Beschwerdeführer des
Weiteren
auch nicht mit
einer Überzeitentschädigung rechnen können: Überzeit ist gemäss Arbeitgeberin mehr
heitlich auf einer Hochgebirgsbaustelle angefallen, auf welcher der Beschwer
deführer jedenfalls nicht zum Einsatz gekommen wäre. Im Grundsatz werde die Überzeit ohnehin kompensiert und nur, wenn dies nicht möglich sei, erfolge eine Auszahlung (Urk. 23 S. 2 Ziff. 2.2 f.).
Der Umstand, dass
im Januar 2008
eine Überstundenauszahlung von Fr. 37.35 ausgewiesen ist
(vgl. Urk. 28 S. 1 unten sowie Urk. 29/3)
, ist für das vorliegend zu ermittelnde
Valideneinkommen
nicht relevant. Einerseits ist dies mehr als 11
Jahre vor dem Rentenbeginn erfolgt
(vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2010 vom 6. August 2010 E. 5)
. Ander
er
seits bei der früheren Firma
A._
AG
, weshalb darauf nicht abzustellen ist.
Hinweise dafür, dass die Angaben de
r Arbeitgeberin nicht zutreffen
und es regelmässig und in relevantem Umfang zur Entschädigung von Überzeit gekom
men war,
bestehen nicht.
Da gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin klar ausgewiesen wurde, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2019 - im Gegensatz zum Jahr 2013 - nicht mehr auf einer Baustelle zum Einsatz gekommen wäre,
welche ihm zusätzlich zum Lohn
eine
relevante
Reisezeitentschädigung eingebracht hätte,
und auch nicht von Leis
tungen für Überzeit auszugehen ist,
kann kein höherer Verdienst berück
sichtigt werden.
Weiter wurde weder vom Beschwerdeführer begründet, inwiefern und weshalb eine von ihm behauptete positive Einkommensentwicklung zu erwarten gewesen wäre, noch ergeben sich aus den Akten Anhaltspunkte, welche diese Behauptung stützen.
Das von der Beschwerdegegnerin herangezogene
Valideneinkommen
von Fr. 63'778.-- ist dementsprechend nicht zu beanstanden.
4.
4.1
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin die
Tabelle T1_tirage_skill_level
der
LSE 2018 heran und errechnete
gestützt auf den Totalwert der im Kompetenzniveau 1 tätigen Männer (Fr. 5'417.--) bei einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden
(Betriebsübliche Ar
beits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen
, Bundesamt für Statistik, Tabelle T03.02.03.0
1.04.
01
)
und angepasst an die Nominallohnentwicklung einen Ver
dienst von Fr. 68'106.-- (Fr. 5'417.-- x 12 : 40 x 41.7
x 1.005
).
Unter Berück
sichtigung einer
Rendementminderung
von 20 % kam die Beschwerdegegnerin auf ein Invalideneinkommen von Fr. 54'485.-- für das Jahr 2019 (Urk. 2 S. 11 oben).
4.2
Dem Beschwerdeführer ist - was unbestritten ist - eine angepasste Tätigkeit
nach folgendem
Profil zumutbar (Urk. 2 S. 10 E. 4.1
; vgl. auch Urk. 11/724 S. 13 und 11/873 S. 4 f.
):
«Dem Versicherten sei eine wechselbelastende, vorzugsweise und überwiegend sitzende Tätigkeit ohne langandauernde Geh- und Stehphasen zumutbar. Kein Besteigen von Leitern und Gerüsten, nicht länger andauerndes oder wiederholtes Begehen von Treppen, insbesondere nicht beim Tragen von Gewichten. Kein Tragen von Gewichten über 10 bis 15 kg. Kein Laufen, keine Tätigkeiten auf unebenem Gelände. Keine Einnahme von Zwangshaltungen, sprich kein Kauern, Kriechen, Hocken. Schläge und Vibrationen auf die untere Extremität sollten vermieden werden. Längere Strecken seien dem Versicherten nicht zumutbar, maximal 50 bis 100 Meter, dies mehrfach während eines Arbeitstages. Aufgrund der Schwellneigung, einer gewissen Verlangsamung beim Positionswechsel und auch im Sinne der Kompensation sich aufbauender Beschwerden ergebe sich eine
gewisse Leistungsminderung, dies auch unter Berücksichtigung vermehrter Pausen
. Medizinisch-theoretisch sei wahrscheinlich
diese in ihrer Gesamtheit auf ein
Fünftel eines Arbeitstages zu
schätzen.
»
4.3
Der Beschwerdeführer hat lediglich eine
Anlehre
als Zimmermann gemacht. Aufgrund des beschriebenen
Anforderungs
profils an eine angepasste Tätigkeit ist daher von einer zumutbaren einfachen Hilfstätigkeit auszugehen. Der von der IV-Stelle
C._
herangezogene LSE-Wert für Männer im Kompetenzniveau 1
, welcher der Beschwerdeführer
auch für die Invaliditätsbemessung im UV-Verfahren ein
bezogen haben wollte (vgl. E. 2.2),
ist nicht zu berücksichtigen, weil diese
r den LSE
aus dem Jahr 201
4
(Urk. 17/2 S. 1 f.)
entnommen
wurde
. Grundsätzlich sind jedoch die im
Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Dementsprechend ist das von der Beschwerdegegnerin verwendete Monatseinkommen von Fr. 5'417.--
respektive das auf ein Jahr hochgerechnete Invalideneinkommen
von Fr.
68'10
6.--
(Fr. 5'417.-- x
12 :
40 x 41.7 + 0.5 %
= Fr. 86'105.50
) respektive bei einer Einschränkung von 20 % von Fr. 54'
48
5
.
—(ohne Rundungen: Fr. 54'484.40)
nicht zu beanstanden.
Ein Abzug vom
Tabellenlohn ist
nicht angezeigt.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumut
baren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbe
dingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Zudem wirkt sich
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers weder der Umstand, dass er keine Schutzschuhe tragen kann,
noch jener betreffend Medikamenteneinnahme lohnmindern
d
aus
(vgl. Urk. 1 S. 6
f.
lit
. e und f).
Der geltend gemachte erhöhte Medikamentengebrauch ist zu
dem nicht unfallbedingt (Urk. 11/863 S. 7).
Da die Beschwerdegegnerin unbe
strittenermassen (vgl. Urk. 1 S. 7
lit
. g) für
die
psychische
n
Beeinträchtigungen nicht leistun
gspflichtig ist, können diese von v
ornherein auch im Rahmen eines leidensbedingten Abzuges nicht berücksichtigt werden, würde doch somit gerade eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründet.
4.4
Der Beschwerdeführer
brachte
sodann
vor
,
es sei eine Parallelisierung vorzu
nehmen (Urk. 1 S. 5 f.
lit
. b f.).
Dies setzt eine relevante Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
von mindestens 5 % im Vergleich mit branchenüblichen Durchschnittslöhnen voraus (
vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2
). Der Umstand, dass das
gestützt auf die Tabellenlöhne ermittelte Invalideneinkommen höher ist als
das
Valideneinkommen
,
lässt die Annahme einer Unterdu
rchschnittlichkeit nicht zu, da beim Invalideneinkommen
sämtliche Hilfstätigkeiten in allen Sektoren be
rücksichtigt w
u
rden
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann das Einkommen ungelernter Bauarbeiter, welches dem Mindestverdienst gemäss dem GAV-LMV entspricht, nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert werden, auch wenn es erheblich unter dem in der LSE ausgewiesenen Durchschnittslohn im Bauhauptgewerbe liegt. Dies wurde im Wesentlichen damit begründet, dass der Mindestverdienst gemäss GAV-LMV das branchenübliche Einkommen präziser abbilde als der entspre
chende LSE-Lohn (Urteil des Bundesgerichts
8C_310/2020 vom 23.
Juli
2020 E.
3.2,
8C_759/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.2.2 je mit Hinweisen).
Der vom Beschwerdeführer bei der
Y._
AG im Jahr 2019 hypo
thetisch
erzielte
Lohn von Fr. 4'906.-- übersteigt den gemäss GAV-LMV im Jahr 2019 geltenden Basis
lohn für Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse
, welcher Fr.
4'557.--
beträgt
(vgl.
GAV-LMV Art. 41 Abs. 2 Zone Blau, Lohnklasse C; siehe auch Anhang 9 LMV
betreffend Basislöhne).
Auch
im Vergleich mit den
Löhnen von
Bauarbeiter
n
mit Fachkenntnissen (Lohnklasse B)
liegt
keine massgebliche Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
vor. Der
hypothetisch erziel
bare
Lohn von Fr. 4'906.-- liegt nämlich
nur
3 % unter dem entsprechenden Basislohn 2019 der Lohnklasse B von Fr. 5'058.-- (Zone Blau)
.
Da keine
relevante
Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
ausge
wiesen ist
, sind die Vergleichseinkommen nicht zu parallelisieren.
5.
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 63'778.-- und einem Invalideneinkommen von Fr.
54'48
5
.--
ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 9'
29
3
.--, wa
s einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 15 % entspricht. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
De
r
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
d
es Beschwerdeführers, Rechtsanwä
lt
in Stephanie Schwarz
, steht bei diesem Verfahrensgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Die Parteikosten werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). In Anwendung dieser Kriterien sowie unter Berück
sichtigung der Honorarnote vom
3.
September
2020
(Urk.
15
)
-
und nachdem Rechtsanwältin Schwarz keine ergänzende Honorarnote eingereicht hat - ist die Entschädigung ermessensweise festzulegen. Rechtsanwältin Stephanie Schwarz ist -
unter Berücksichtigung
auch
des nach dem 3. September 2020
angefallenen
Aufwandes - mit Fr. 2'233.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Baraus
lagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.