Decision ID: 3097c1ed-018f-445d-aa10-ddac4ec8004d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1958, war bis Ende Oktober 2009 temporär als Dipl. Pflegefachfrau angestellt (Urk. 11/14 S. 1 Ziff. 1 und 2.1).
Unter Hinweis auf belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen im linken Handgelenk seit einem Unfall im Mai 2009 meldete sich die Versicherte am 20. Juni 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/5
Ziff. 6.2-6.3). Mit Verfügung vom 18. März 2011 (Urk. 11/35) verneinte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.2
Die Versicherte war in der Folge vom 15. Dezember 2014 bis 20. Mai 2015 temporär als Pflegefachfrau im Y._ angestellt (Urk. 11/48/1-2 Ziff. 1, 2.1, 2.2 und 2.7). Am 26. Mai 2015 verunfallte sie mit dem Fahrrad (Urk. 11/47/152 Ziff. 4-6). Am 27. Januar 2016 meldete sie sich erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 11/39).
Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein, tätigte erwerbliche (Urk. 11/44, Urk. 11/48-49) und medizinische (Urk. 11/51, Urk. 11/53, Urk. 11/56) Abklä
rung
en und zog Akten des Unfallversicherers (Urk. 11/47) bei. Nach durchge
führtem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/60-70) verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 15. Juni 2016 (Urk. 11/71 = Urk. 2) erneut einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
Mit Verfügung vom 16. Juni 2016 (Urk. 11/73) sprach die Suva der Versicherten für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 26. Mai 2015 ab dem 1. Juni 2016 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % zu.
2.
Die Versicherte erhob am 15. August 2016 Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 15. Juni 2016 (Urk. 2) und beantragte, es seien die gesetzlichen Leis
tungen zu erbringen und es sei ihr insbesondere eine Invalidenrente zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Die Versicherte hielt mit Eingabe vom 20. Septem
ber 2016 an ihrem Rechtsbegehren fest. Eventualiter beantragte sie neu die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur weiteren Sachverhalts
ab
klärung (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1 Mitte). Zudem reichte sie einen Arztbericht (Urk. 8) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2016 (Urk. 10
) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Die Beschwerdeführerin ersuchte am 23. November 2016 um Ansetzung einer Frist
, damit sie sich zur Beschwerdeantwort vernehmen lassen könne (Urk. 13).
Mit Gerichtsverfügung vom 5. Dezember 2016 wurde das Gesuch um Anord
nung
eines zweiten Schriftenwechsels abgewiesen (Urk. 14 Dispositiv Ziff. 1).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verän
de
rung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent
sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleic
h gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden k
önnen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat den Standpunkt, nach den medizinischen Ab
klä
rungen bestehe in der angestammten Tätigkeit in der Pflege seit dem 17. Dezember 2015 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit dem 1. Januar 2016 sogar eine volle Arbeitsfähigkeit
(Urk. 2 S. 1 unten). Eine diagnostizierte mittelgradige depressive Episode begrün
de aus IV-rechtlicher Sicht keine langdauernde Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe daher kein Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 2 S. 2; Urk. 10).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, obwohl von ärztlicher Seite davon ausge
gangen worden sei, dass sie ihre Belastbarkeit werde steigern könne, habe sich diese Prognose leider nicht eingestellt. Im Mai 2016 habe sich ihr psychischer Gesundheitszustand zusehends verschlechtert. Am 5. September 2016 habe sie sich in stationäre Behandlung begeben (Urk. 7 S. 4 Ziff. 6). Sie sei auch in einer optimal angepassten Tätigkeit weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 7 S. 5 Ziff. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin neu einen Rentenanspruch hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 20. Juni 2010 erstmals bei der Invali
den
versicherung an (Urk. 11/5). Aufgrund belastungsabhängiger Beschwerden im linken Handgelenk war sie in der angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau vorübergehend in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Dr. med. Z._, Fachärztin für Chirurgie und für Handchirurgie, Leitende Ärztin, A._, bestätigte im Bericht vom 4. November 2010 (Urk. 11/24/1-7), dass für die angestammte Tätigkeit vom 13. August bis 6. November 2009 eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % und vom 7. November bis 23. Dezember 2009 eine solche von 50 % bestanden habe. Vom 24. Dezember 2009 bis 28. Februar 2010 habe erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden (Ziff. 1.6-1.7). Wei
tere Arbeitsunfähigkeiten wurden nicht attestiert (vgl. Urk. 11/26, Urk. 11/29, Urk. 11/31).
3.2
Mit Verfügung vom 18. März 2011 (Urk. 11/35) verneinte die Beschwerde
geg
nerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen, da kein dauer
hafter IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (S. 1).
4.
4.1
Am 25. Mai 2015 stürzte die Beschwerdeführerin mit dem Fahrrad und verletzte sich am rechten Kniegelenk (Urk. 11/47/152 Ziff. 2, 4-6 und 9, Urk. 11/47/31). Am 27. Januar 2016 meldete sie sich unter Hinweis auf die Folgen des Unfalles erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 11/39 Ziff. 6.1).
4.2
Die Beschwerdeführerin wurde am 17. Dezember 2015 durch die Suva-Kreis
ärz
t
in Dr. med. B._, Fachärztin für Chirurgie, untersucht. Dr. B._
nannte im Bericht vom 17. Dezember 2015 (Urk. 11/47/35-42) als Diagnosen (S.
6
Mitte):
-
belastungsabhängige Restbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes bei Status nach medialer Meniskusrefixation und Teilmeniskektomie lateral am 24. Juni 2015 bei Status nach Kniegelenksdistorsion im Rahmen eines Sturzes mit dem Fahrrad
-
schmerzbedingte Bewegungseinschränkung im Bereich der linken Schulter
-
psychisch vulnerabel
Die Ärztin führte weiter aus, die Beschwerdeführerin sei am 26. Mai 2015 mit dem Fahrrad gestürzt, wobei sie sich am rechten Kniegelenk verletzt habe. Die Erstbehandlung sei im C._ erfolgt. Ein MRI des rechten Kniege
lenkes vom 3. Juni 2015 zeige einen radiären horizontalen Einriss im lateralen Meniskus sowie medial mit einer Zerrung des lateralen Kollateralbandes und des
vorderen Kreuzbandes sowie einen grossen Kniegelenkserguss. Am 24. Juni 201
5 sei eine Kniegelenksarthroskopie mit Meniskusrefixation medial und Teilmenis
kek
tomie lateral erfolgt. Gemäss den vorliegenden Unterlagen seien der Eingriff und die postoperative Wundheilung unauffällig verlaufen.
Bei persistierenden Beschwerden sei am 3. September 2015 ein Verlaufs-MRI d
es rechten Kniegelenkes erstellt worden. Darin zeige sich ein eingerissener lateraler Meniskus mit Periostödem und mässigem Erguss. Bei einer Konsultation im
September 2015 seien zum ersten Mal Schulterschmerzen links angegeben worden
, welche auf die lange Entlastung und das Gehen mit Unterarm
geh
stüt
zen zurückgeführt worden seien. Nach einem daraufhin veranlassten Arthro-MRI des linken Schultergelenkes vom 29. Oktober 2015 habe eine strukturelle traumatische Läsion ausgeschlossen werden können. Es zeige sich eine Ten
dionpathie der Supraspinatussehne mit degenerativ verändertem AC-Gelenk und leichtem Impingement (S. 6 f.). Die Beschwerdeführerin habe sich bei der heutigen klinischen Untersuchung in einem guten Allgemein- und Ernäh
rungs
zustand, psychisch aber sehr vulnerabel präsentiert (S. 7 oben).
Aufgrund der klinischen Untersuchung sei die rein unfallkausale Arbeits
fähig
keit in der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau bis zu 20 % eingeschränkt. Vor allem für kniende, kauernde Tätigkeiten und beim Treppensteigen sei eine Einschränkung möglich. Bezüglich des linken Schultergelenkes seien sicherlich Arbeiten oberhalb der Horizontalen eingeschränkt sowie solche, die das körper
ferne Heben von Gewichten beinhalten würden. In einer optimal leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit (mit einem Anteil von bis zu 30 % sitzender Tätigkeit), welche nur manchmal Treppensteigen und Gehen auf une
be
nem Gelände und selten kniende und kauernde Tätigkeiten beinhalte, bestehe eine ganztätige Arbeitsfähigkeit. (S. 7 unten).
4.3
Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, und Dr. med. E._, Fach
arzt für Chirurgie, nannten im Bericht vom 18. März 2016 (Urk. 11/51) als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Meniskusriss rechts medial vom 26. Mai 2015 mit einem Meniskusriss lateral und einer Hämarthrose sowie einen Sturz auf die linke Schulter am 26. Mai 2015 mit einer Tendinopathie der Supraspinatussehne (Ziff. 1.1).
Die D._ und Dr. E._ attestierten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Krankenschwester seit dem 24. Juni 2016 (richtig wohl: 2015) bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Ziff. 1.6). Weiter gaben sie zur Arbeits
fähig
keit an, die Beschwerdeführerin könne nur kurzzeitig Knien und in der tiefen Hocke Kauern sowie auf unebenem Untergrund gehen. Auch Überkopf
arbeiten seien ihr noch nicht möglich. In einem reinen Pflegeumfeld könne sie die Arbeit als Krankenschwester daher nicht ausüben. Aktuell sei indes eine ganztägige Beschäftigung auch im Bereich der Pflege möglich. Erforderlich sei jedoch ein optimaler Arbeitsplatz, welcher nur kurzzeitig kniende oder kauernde Tätigkeiten und kurzzeitiges Gehen auf unebenem Gelände beinhalte. Möglichst zu unterlassen seien Überkopfarbeiten und das Heben schwerer Lasten. Dies entspreche einer Einschränkung von 20 %. Unter Umständen sei ein administra
tiver Arbeitsplatz sinnvoll (Ziff. 1.7).
4.4
Die Beschwerdeführerin war vom 3. März bis 21. Mai 2015 erstmals und ab 2. Februar 2016 wieder bei Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulanter psychiatrischer Behandlung (Urk. 11/56 S. 2 Ziff. 1.2).
Dr. F._ führte in einem undatierten Bericht (Urk. 11/56) zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin habe an sich seit einigen Jahren Ermüdungser
schei
nungen im Sinne von Motivationsschwankungen bemerkt. Sie wolle zuneh
mend
weniger mit Patienten zu tun haben. Sie beschreibe eine Kraftlosigkeit, Nieder
gestimmtheit und Gereiztheit (S. 3 Ziff. 1.4 oben). Die Patientin sei seit meh
reren Jahren intermittierend arbeitslos. Die Selbst-Verunsicherung gepaart mit Konzentrationsstörungen und einer Vergesslichkeit habe in der Pflege einige Schwierigkeiten mit sich gebracht und auch zu Kündigungen geführt. Erst später habe sie berichtet, dass oft auch ein aggressives Verhalten gegenüber
Mit
arbeitenden und Patienten zu Kündigungen geführt habe (S. 3 Ziff. 1.4 Mitte
). Als sich die Beschwerdeführerin wieder bei Dr. F._ gemeldet habe, sei ihr empfohlen worden, die antidepressive Medikation fortzusetzen respektive die Dosis zu erhöhen, was die Patientin zuletzt auch getan habe. Daraufhin sei es zu einer leichten Besserung des depressiven Syndroms gekommen. Die Besserung sei jedoch ungenügend gewesen, so dass Dr. F._ dringend zu einer statio
nä
ren Behandlung geraten habe.
Es bestehe ein Verdacht auf dissoziative Gedächtnisschwierigkeiten. Die Be
schwer
deführerin sei inhaltlich eingeengt auf die Arbeit und habe auch Zu
kunfts
ängste, vor allem vor erneuten Kündigungen (S. 3 Ziff. 1.4 unten). Gegen
über einer medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung sei sie anfänglich äusserst ambivalent gewesen (S. 4 Ziff. 1.4).
Dr. F._ nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode bei emotionaler Instabilität und einem Verdacht auf dissoziative Gedächtnisstörungen. Die Beschwerdeführerin sei anamnestisch seit zirka drei Jahren vermindert belastbar (Ziff. 1.1). Vom 3. März bis 21. Mai 2015 habe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % bestanden. Die Patientin habe damals eine Krankschrei
bung abgelehnt. Ab dem 23. März 2016 sei es zu einer Besserung des de
pressiven Zustandsbildes gekommen. Geschätzt sei zeitlich ein Pensum von 50 % zumutbar (Ziff. 1.6). Die bisherige Tätigkeit sei zu Beginn zu 50 % zumut
bar mit anschliessender Steigerung des Pensums gemäss der Belastbarkeit der Beschwerdeführerin (Ziff. 1.7).
4.5
Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), äusserte sich in der Stellungnahme vom 20. April 2016 (Urk. 11/58 S. 4 f.) zu den medizinischen Akten. Er führte aus, hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau seien Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationen auf die linke Schulter sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten mit einem ständigen Vorhalten der Arme und dabei insbesondere repe
titive Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Tätigkeiten, die das Heben, Tragen und Transportieren von Lasten sowie Treppensteigen und das Steigen auf Leitern und Gerüsten beinhalten würden, sollten vermieden werden. Ebenso solle eine kniende Körperhaltung sowie eine überwiegende Geh- und Stehbelastung ver
mieden werden. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestehe seit dem 11. Januar 2016 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % (S. 4 unten).
4.6
Die Beschwerdeführerin reichte dem Gericht sodann einen Bericht von Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin, I._, vom 9. September 2016 (Urk. 8) ein.
Gemäss dem Austrittsbericht sei die Beschwerdeführerin vom 5. bis 9. Septem
ber 2016 in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Zentrum für Soziale Psychiatrie, I._, hospitalisiert gewesen (S. 1). Der Eintritt ins J._ sei auf Anraten eines Betreuers erfolgt wegen einer Zunahme der depressiven Symptomatik vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation. Die Patientin habe berichtet, dass sie sich um ihren Sohn sorge, der krank und aktuell auf den Philippinen, wo er lebe, im Spital sei. Sie habe vor drei Tagen das Medikament Citalopram (40mg) abge
setzt, weil sie dieses müde gemacht habe. Sie sei seit längerem arbeitslos und lebe von der Sozialhilfe. Das Geld sei knapp. Dr. H._ stellte die Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode mit Verdacht auf eine rezidi
vie
rende depressive Störung (S. 1). Die Patientin sei in gebessertem Zustand aus
getreten (S. 2).
5.
5.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige
de
pressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesener
massen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung De
pressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zwei
ter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge
getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss über
wiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss,
dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
o
nären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhal
tig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
5.2
Die Beschwerdeführerin klagte nach einem Sturz mit dem Fahrrad vom 28. Mai 2015 über Restbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes. Im Verlauf gab sie zudem auch Schmerzen an der linken Schulter an (E. 4.2). Von psy
chia
trischer Seite wurde eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert (E. 4.4 hiervor).
5.3
Die kreisärztliche Untersuchung durch Dr.
B._
vom 17. Dezember 2015 ergab
, dass ab diesem Zeitpunkt für die angestammte Tätigkeit als Pflege
fach
frau noch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestand. Für eine optimal ange
passte Tätig
keit ist gemäss Dr. B._ gar von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (E. 4.2 hiervor). Dr. D._ und Dr. E._ bestätigten im Bericht vom 18. März 2016, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit im Umfang von 20 % eingeschränkt ist, wobei gewisse Arbeiten wie Über
kopf
arbeiten und das Heben von schweren Lasten möglichst vermieden werden sollten (E. 4.3). Aus dem Bericht von Dr. D._ und Dr. E._ lässt sich schliessen, dass der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit gemäss dem von Dr. B._, Dr. D._ und Dr. E._ beschriebenen Belastungsprofil vollum
fäng
lich zugemutet werden kann. Mit den Berichten von Dr. B._ und Dr. D._ und Dr. E._ liegt damit von somatischer Seite eine ausreichende und übereinstimmende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor, auf die abgestellt werden kann.
Zum Bericht von Dr. F._ ist zu sagen, dass sich die von ihr diagnostizierte mittelgradige depressive Episode nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts regelmässig nicht invalidisierend auswirkt (E. 5.1 hiervor). Voraussetzung für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bei einer mittel
gra
digen depressiven Störung ist, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt
worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014, E. 4.2).
Die Beschwerdeführerin war ein erstes Mal von März bis Mai 2015 kurzzeitig bei Dr. F._ in psychiatrische Behandlung. Im Februar 2016 begab sie sich erneut bei Dr. F._ in Behandlung. Nach dem Bericht der Psychiaterin führte die aktuell begonnene medikamentöse und therapeutische Behandlung bereits zu einer Besserung der depressiven Symptomatik. Daraus ergibt sich, dass bis
lang keine konsequente Depressionstherapie stattgefunden hat, und dass die thera
peutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. Die Psychiaterin ging denn auch trotz der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode für die angestammte Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % zu Beginn aus, welche weiter gesteigert werden könne (E. 4.4 hiervor). Dr. F._ stellte im Übrigen nur einen Verdacht auf eine dissoziative Gedächtnisstörung. Da es sich hierbei um eine Verdachtsdiagnose handelt, fehlt es auch insofern am Nachweis eines invalidisierenden Gesundheitsschadens.
Die Beschwerdeführerin war sodann vom 5. bis 9. September 2016 in der I._ in stationärer Behandlung (E. 4.6 hiervor). Für diese Zeit bestand zwar kurz
zeitig eine Arbeitsunfähigkeit, es fehlt jedoch an einer längerfristigen Arbeits
un
fähigkeit, was eine Invalidität in Anbetracht der guten Behandelbarkeit der diagnostizierten depressiven Störung wiederum ausschliesst.
Die vorliegenden medizinischen Akten erweisen sich sodann als ausreichend. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich daher.
5.4
Der medizinische Sachverhalt ist somit als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau zu 20 % arbeitsunfähig ist. Gleichzeitig besteht in einer optimal behinderungs
angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit und
einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % in der angestammten Tätigkeit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ein rentenausschliessendes Erwerbs
ein
kommen erzielen kann. Die Durchführung eines Einkommensvergleiches (vgl
.
vorstehend E. 1.5) erübrigt sich daher.
Die 1958 geborene Beschwerdeführerin war zum Zeitpunkt der medizinischen Abklärungen, namentlich der Untersuchung durch Kreisärztin Dr. B._ im Dezember 2015, 57 Jahre alt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl.
beispielsweise das Urteil 9C_734/2013 vom 13. März 2014) kann ihr die Wieder
auf
nahme der zuletzt ausgeübten oder einer angepassten Tätigkeit in Anbe
tracht der verbleibenden Erwerbsdauer zugemutet werden (vgl. demgegenüber das Urteil des Bundesgerichts 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016, E. 5.1, das eine bereits 62 Jahre alte Versicherte betraf).
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch in der an
gefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2016 zu Recht verneint. Der ange
foch
tene Entscheid erweist sich demzufolge als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr. 700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.