Decision ID: 717d5856-c4d8-4058-b625-5efeda02654d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, arbeitete seit dem 1.
März 2013
als
Gipser
für die
Y._
GmbH. Diese kündigte das Arbeits
verhältnis
aus wirtschaftlichen Gründen
per
28. Februar
2014 (vgl. Arbeitgeberbescheinigung, Urk. 5/
23
Ziff. 1-3 und Ziff. 10).
Am
6. Februar 201
4 meldete sich der Versicherte beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Stellenvermittlung im Ausmass von 100 % an (Urk. 5/
22
) und beantragte ab dem 1.
März
2014 Arbeitslosenentschädigung (Urk. 5/
21 Ziff.
2).
Aufgrund einer Meldung des
nunmehr zuständigen
RAV vom 1
2
. M
ai
2015 (vgl.
Urk. 5/2;
Urk. 5/5) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (
AWA) den Versicherten mit Verfü
gung vom
18. Mai
2015 (Urk. 5/
9
) wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen für
30
Tage vorübergehend in der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen vom Versicherten am
1. Juni
2015 erhobene Einsprache (Urk.
5/
10
)
wies das AWA mit Entscheid vom
11. Juni 2015
ab (Urk.
5/11 = Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 11. Juni 2015 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 23. Juni 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
, dieser sei aufzuheben. Das AWA ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2015 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 4). Dies wurde dem Versicherten am 15. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 6).
Der Einzelrichter

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art.
17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosen
versi
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zu
ständi
gen Arbeit
samtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbe
sonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen
Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können. Gemäss Art.
30 Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versicherte Person i
n der Anspruchsberechtigung ein
zustellen, wenn sie sich
per
sönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht.
Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 1
der Verordnung
über die
obligatorische Arbeitslosenversi
cherung und die Insolvenzentschädigung
(
AVIV
)
muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV). Die Arbeitsbemühungen werden nach Art.
26 Abs. 2 Satz 2 AVIV nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht.
Die Einstellung erfolgt, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste.
Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(
vgl.
BGE 139 V 164 E.
3.2).
1.3
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE
139 V 524 E. 2.1.4, und
124 V 225 E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern vielmehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1
). Die
Ar
beits
bemühungen
müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachgewiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht für die Dauer von 30 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
2.2
Der Beschwerdegegner führte im
Einspracheentscheid
(Urk. 2) zur Begründung aus, dass
nachträglich eingereichte Stellenbemühungen grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt werden könnten (S. 2 Ziff. 4). Der
am 6. Mai 2015
und somit definitiv zu spät
der Schweizerischen Post übergebene
Nachweis
könne
nicht mehr berücksichtigt
werden
. Aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht liege
kein entschuldbarer Grund für dessen verspätete Einreichung vor
.
Erschwerend wirke der Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits wegen fehlender beziehungsweise zu spät eingereichter Arbeitsbemühungen in den Kontrollperioden Juni, Oktober sowie November 2014 vorübergehend in der Anspruchsberechtigung habe eingestellt werden müssen (S. 3 Mitte
).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass
er die administrati
ven Belange betreffend die
Bewerbung
en zusammen mit seiner Frau erledige. Diese arbeite und kümmere sich um die beiden 4- und 5jährigen Kinder. Im Alltag müssten sie sich um Vieles kümmern. So sei es passiert, dass sie das Formular zu spät eingereicht hätten. Er entschuldige sich und verspreche, die Unterlagen in Zukunft pünktlich abzugeben (S. 1). Des Weiteren verwies er auf seine angespannte finanzielle Lage (S. 2).
3.
3.1
Auf dem Formular „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ wird darauf hingewiesen, dass die versicherte Person der zuständigen Amtsstelle für jede Kontrollperiode (Kalendermonat) bis spätestens am 5. Tag des Folgemonats schriftliche Angaben über ihre Ar
beitsbemühungen einreichen muss
(vgl. beispielsweise Urk. 5/7)
.
Auch d
er Vereinbarung über persönliche Arbeitsbemühungen zwischen dem Beschwerdeführer und dem zuständigen RAV vom 11. Juli 2014 (Urk. 5/6) ist
zu
entnehmen, dass
d
er
Beschwerdeführer
monatlich
zehn bis zwölf
Arbeitsbemühungen
nachweisen muss
, wobei der Nachweis jeweils bis am 5.
des
Folgemonats zu erfolgen hat
.
3.2
Gemäss Verfügung des Beschwerdegegners vom 4. August 2014 (Urk. 5/18) wies der Beschwerdeführer – auch innert angesetzter Nachfrist – für den Monat Juni 2014 keine Arbeitsbemühungen nach, was mit 7 Einstelltagen sanktioniert wurde.
Der Nachweis für die Bewerbungen vom Juni 2014 wurde schliesslich am 22. August 2014 erbracht (vgl. Beratungsprotokoll, Urk. 5/16
S. 3).
Mit Verfügung vom 15. Dezember 2014 (Urk. 5/19) stellte der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer für 13 Tage in der Anspruchsberechtigung ein, nachdem dieser die Arbeitsbemühungen für Oktober 2014 erst am 9. Dezember 2014 eingereicht hatte.
Ebenfalls am 15. Dezember 2014 (Urk. 5/20) verfügte der Beschwerdegegner 25 Einstelltage, da
der Beschwerdeführer die Arbeitsbemühungen für November 2014 erst am 9. Dezember 2014 und somit verspätet eingereicht hatte.
3.3
Es
ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die
vorliegend zu beurteilenden
Arbeitsbemühungen für den Monat April 2015 erst am
6. Mai 2015 der Schweizerischen Post übergeben
(vgl. Urk. 5/7)
und somit
zu spät eingereicht hat.
V
erspätet aufgelegte Arbeitsbemühungen
sind indessen,
wie ausgeführt (vorstehend E. 1.2), grundsätzlich nicht mehr zu beachten.
Ein entschuldbarer Grund
für die verspätete Einreichung
ist nicht ersichtlich.
Weder die Arbeitstätigkeit seiner Ehefrau
, welche ihn bei den Bewerbungen unterstützt,
noch
der
intensive
Familienalltag vermögen
sein Verhalten zu entschuldigen. Auch aus den angespannten finanziellen Verhältnissen vermag er nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Nach dem Gesagten musste
der
Beschwerdeführer
wissen
, dass er den Nachweis für seine Bewerbungen jeweils bis zum 5. des Folgemonats
einzureichen hat,
zumal
er bereits drei Mal wegen verspätet eingereichte
r
Arbeitsbemühungen sanktioniert worden war (vgl. E.
3.2).
3.
4
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer den Nachweis der
zwölf
Arbeitsbemühungen für den Monat
April 2015
gegenüber der Arbeitslosenversicherung erst
am 7. Mai 2015
und damit verspätet erbrachte. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgte
som
it zu Recht.
4.
4.1
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (Art.
30 Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs.
3 AVIV).
4.2
Der Beschwerdegegner hielt in der Verfügung vom 18. Mai 2015 (Urk. 5/9) fest, dass der Beschwerdeführer wegen erneut zu spät eingereichter Stellensuche für die Dauer von 37 Tagen in der Anspruchsberechtigung einzustellen
sei
. Da die zu spät eingereichten Arbeitsbemühungen jedoch als qualitativ und quantitativ einwandfrei erachtet werden könnten und der Beschwerdeführer seit längerer Zeit einen Zwischenverdienst erziele, sei eine Reduktion auf 30 Einstelltage gerechtfertigt (S. 3).
4.3
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von
30
Tagen liegt im ober
st
en Bereich des
mittelschwer
en Verschuldens, was den objektiven und subjektiven Umständen des F
alles angemessen Rechnung trägt. So fällt insbesondere ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer bereits in den Kontrollperioden Juni, Oktober sowie November 2014 wegen zu spät eingereichte
r
Arbeitsbemühungen
in der Anspruchsberechtigung eingestellt
worden war.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 11. Jun
i 2015
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.