Decision ID: 3c0b0710-6bdd-4567-9f31-41af521e8790
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
meldete sich unter Hinweis auf eine Diskushernie L5/S1 mit Ausstrahlung ins linke Bein am 27. Februar 2009
(Eingangsdatum)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 10/3).
D
ie IV-Stelle
tätigte daraufhin
berufliche
und
medizinische Abklärungen
und legte
das Dossier ihrem regionalen ärztli
chen Dienst
(RAD)
zur Beurteilung vor
(RAD-Stellungnahme Dr. med.
Y._
, Praktischer Arzt, vo
m 7. April 2009 [Urk. 10/24/3]).
Mit Verfügung vom 11. Juni 2009
wies sie das Leistungsbegehren des Versicherten ab
(Invalidi
täts
grad: 2 %, Urk. 10/28).
Nachdem der Versicherte im Zuge seiner Neuanmeldung vom
4. April 2011
(Ein
gangsdatum;
Urk. 10/31) –
auch
nach entsprechender Fristansetzung
(Urk. 10/34)
–
keine Beweismittel
bezüglich der Verschlechterung seines Gesundheitszu
stan
des
eingereicht hatte, trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Juli 2011 auf sein
Leis
tungsbegehren
nicht
ein (Urk. 10/38).
Am 28. Februar 2018
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte unter Hin
weis auf bestehende Zwänge erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 10/44). Die IV-Stelle holte
daraufhin
einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (Urk. 10/
47)
,
Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 10/48/7-8
, Urk. 10/49, Urk. 10/51
) sowie eine Stellungnahme des RAD ein (
Stellungnahme Dr. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 31. Oktober 2018 [
Urk. 10/
88/4-5]
). Mit Mitteilung vom 15. November 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche
eine medizinische Untersuchung im Bereich der
Psychia
trie inklusive Neuropsychologie als notwendig erachte (Urk. 10/54).
Dipl.
Psych.
A._
und Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten daraufhin ein neuropsychologisches und ein psychia
trisches Gutachten
(
Urk. 10/59,
Urk. 10/60/1-27)
mitsamt
einer
Konsensbeur
tei
lung (Urk. 10/60/28-41).
Mit Schreiben vom 13. März 2019 forderte die IV-Stelle
den Versicherten
–
unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht
–
zur Absol
vie
rung
einer Cannabis-
und
Benzodiazepinabstinenz
auf (Urk. 10/61).
Mit Schreiben vom 20. März 2019 informierte der
Versich
erte die IV-Stelle
darüber, dass er die auferlegte Massnahme bei Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
absolviere (Urk. 10/63
),
der
daraufhin einen
Behandlungsplan einreichte
(Urk. 10/65) und die IV-Stelle über die Ergebnisse d
er Drogenscreenings und Blutspiegelkontrollen
informierte
(Urk. 10/69, Urk. 10/
72
).
Nachdem Dr.
C._
in seinem Bericht vom 9
. September 2019
über
eine stabile Entwöhnung des Versicherten
orientiert
hatte (Urk. 10/
72
), beauftrage die IV-
Stelle Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, sowie
l
ic
. phil.
E._
mit der psychiatrischen und
der
neu
ro
psychologischen Begutachtung des
Versicherten (Urk. 10/77). Der neuro
psycho
lo
gische Untersuchungsbericht wurde am 7. Mai (Urk. 10/87) und das psy
chia
tri
sch
e Gutachten am 8. Mai
2020 erstattet (Urk. 10/86).
Nachdem die IV-Stelle das Dossier ihrem RAD zur Stellungnahme vorgelegt hatte (Stellungnahme Dr.
Z._
vom 27. Mai 2020 [Urk. 10/88/9-12]), stellte sie dem Versicherten mit Vorbe
sc
heid
vom 11. Juni
2020 die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 10/89). Dagegen erhob der Versicherte am 9.
Juli 2020 Einwand (Urk. 10
/98), woraufhin die IV-Stelle
sein
Leistungsbegehren m
it Verfügung vom 16. Septem
ber 2020
ab
wies (Urk. 2 = U
rk. 10/104).
2.
Am 9. Oktober 2020 erhob
X._
Beschwerde und beantragte, es sei ihm mit Wirkung ab dem 1. Mai 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben.
Subeven
tualiter
beantrag
t
e der
Beschwerdeführer
,
die Sache
sei
an die IV-Stelle zu
rückzuweisen, damit
diese weitere medizinische Abklärungen
vornehme und her
nach über den Rentenanspruch neu entscheide.
Sein beschwerdeweise ge
stelltes Gesuch
um Bewilligung der unentgeltli
chen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) zog
der
Beschwerdeführer
m
it Eingabe vom 28. Oktober 2020 zurück (Urk. 8). Mit Be
schwerdeantwort vom 10. November 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9),
worüber der
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 11. November 2020
in Kenntnis gesetzt
wurde (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
li
di
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me
di
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.2.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine
Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Bew
eisverfahrens (BGE 143 V 409 E.
4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/20
17 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblich
en Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erl
e
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben,
warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin führte zur Beg
ründung ihres Entscheides aus,
gestützt auf die medizinischen Abklärungen von Dipl. Psych.
A._
, Dr.
B._
, Dr.
D._
und
lic
. phil.
E._
könne zusammen
fassend
festgehalten werden, dass
d
ie neu gestellte Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung aus ver
schiedenen Gründen nicht plausibel
sei
.
Zudem
hätten verschiedene Hinweise
dafür
bestanden, dass die Angaben
des Beschwerdeführers
nicht zuverlässig ge
wesen seien.
So habe er
zum Beispiel angegeben, sich etwa
hundert Mal
pro Tag die Hände
zu
wasche
n
und keine Handcreme
zu
benutze
n
. Bei der Unter
suchung seien
seine
Hände jedoch völlig unauffällig und weder rissig noch rau gewesen.
Die angegebenen Beschwerden seien weder medizinisch begründbar noch nach
voll
ziehbar. Es würden somit keine langandauernden gesundheitlichen Ein
schrän
kungen
im Sinne des Gesetzes
bestehen.
Da keine zuverlässigen Diagnosen gestellt werden könnten, seien auch weitere Abklärun
gen nicht zielführend (Urk. 2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
machte geltend
,
der medizinische Sachverhalt sei nicht genügend
abgeklärt worden.
I
m Gutachten von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020
–
worauf der
angefochtene Entscheid basiere –
fehle
eine Aussage darüber, ob und in welchem Ausmass der
Beschwerdeführer
in de
r bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Es sei zu erwarten, dass eine gerichtliche Be
gutachtung Klarheit über das Vorhandensein und das Ausmass der gesundheit
lichen Einschränkungen des
Beschwerdeführer
s bringe, weshalb hinsichtlich der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht von Beweislosigkeit ausgegangen werden könne. Auch die Herleitung der (unklaren) Schlussfolgerungen von Dr.
D._
überzeuge nicht.
Da
kein neurologisches Problem
bestehe
,
sei
mit dem neuropsy
chologischen Gutachten ein Gesundheitsschaden abgeklärt worden, welcher un
be
strittenermassen nicht vorhanden sei.
Insbesondere könne d
as neuropsycho
lo
gische Gutachten nichts über die Gründe einer inkonsistenten Leistung aussagen.
Dr.
D._
habe keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater und der geschiedenen Ehefrau des
Beschwerdeführer
s genommen und auch seine eigenen Beobachtungen
hinsichtlich de
s
Verhalten
s
des
Beschwerdeführer
s anlässlich der Exploration
ausser Acht gelassen.
Dass
d
er
Beschwerdeführer
die neuropsycholo
gischen Tests nicht erwartungsgemäss habe erledigen können, liege nicht an
der
fehlenden Mitwirkung, sondern an seinem Krankheitsbild. Diese Möglichkeit habe Dr.
D._
nicht einmal in Betracht gezogen.
Darüber hinaus leide er
an
nach wie vor akuten erheblichen R
ückenbeschwerden, welche
ebenfalls abgeklärt werden
müssten
. Die Rückenbeschwerden und die Zwangsstörungen könnten je für sich, aber auch im Zusammenwirken
,
die Ausübung einer Erwerbstätigkeit verunmög
lichen. Die Arbeitsfähigkeit müsse deshalb interdisziplinär
abgeklärt werden
(Urk. 1 S. 5 ff.)
.
2.3
Zu klären ist, ob die
Beschwerdegegnerin
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu Recht verneint hat und, ob ihr
diesbezüglicher
Entscheid auf einem hinreichend abgeklärten Sachverhalt beruht.
3.
3.
1
Lic
. phil.
E._
hielt in seinem neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 7. Mai 2020 fest,
z
usammenfassend würden nicht authentische neuropsycho
lo
gische Funktionsstörungen bestehen. Möglicherweise bestehende kognitive Defi
zite könnten unter diesen Umständen differentialdiagnostisch nicht objektiviert
werden. In der neuropsychologischen Untersuchung habe sich infolge der Zwangs
symptomatik eine etwas komplizierte und umständliche Mitarbeit gezeigt. In der Beobachtung des Testverhaltens und in der Analyse der Befunde auf Gültigkeit
und Konsistenz hätten sich Hinweise auf geringe Leistungsmotivation oder Aggra
vation gezeigt
. Auch in den durchgeführten Symptomvalidierungstests hätten sich auffällige Resultate gezeigt. Es könne nicht von durchwegs validen Testbe
funden ausgegangen werden.
Die Leistungen, die der
Beschwerdeführer
in der neuropsychologischen Untersuchung gezeigt habe, seien vor dem Hintergrund
seiner
Vorgeschichte aus neuropsychologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Auf
grund der schulischen Karriere sei von einer mindestens durchschnittlichen Intel
ligenz auszugehen, aktuell zeige der
Beschwerdeführer
ein intellektuelles Funk
tionsniveau im unteren Erwartungsbereich (Gesamt-IQ: 75). Mit dem vorlie
gen
den
intellektuellen/kognitiven Leistungsprofil wäre eine Beschulung auf
Gymna
si
umsniveau
nicht möglich gewesen. Zudem habe der
Beschwerdeführer
in diversen neuropsychologischen Bereichen – entgegen seinen geschilderten Alltagserfah
rungen – Minderleistungen gezeigt, welche im gezeigten Mass ohne eine erheb
liche zugrundeliegende hirnorganische Problematik nicht einzuordnen seien. Bei der Analyse von
F
orced
-Choice-Testverfahren im Vergleich mit der Treffer
wahr
scheinlichkeit würden sich in den vorliegenden Befunden bei 50 % dieser durch
geführten Testverfahren Resultate
finden, welche im Unter-Zufall
-Bereich liegen würden.
S
omit
fänden sich
bei diesen Testverfahren
Hinweise auf Antwortver
zer
rung
. Derart verminderte Reaktionszeiten, wie sie der
Beschwerdeführer
ge
zeigt habe, seien auch bei schweren hirnorganischen Störungen nicht zu er
war
ten, könnten jedoch bei Personen mit suboptimalem Leis
tungsverhalten häufig beo
bachtet
werden.
Das Ausmass der gezeigten Minderleistungen sei deutlich ausge
prägter als im J
anuar 201
9.
Aufgrund der auffälligen Befunde und Inkon
si
stenz
en
sowohl in der Beschwerdevalidierung wie auch bei diversen neuro
psy
chologi
schen
Testverfahren seien weder Aussagen zu objektivierbaren neuro
psy
chologischen Befunden oder deren S
chweregrad oder ihr
en konkreten Erschei
nungsformen möglich. Vor diesem Hintergrund sei auch bezüglich der Arbeits
fähigkeit aus neuropsychologischer Sicht keine Stellungnahme möglich (Urk. 10/87
/
8
-11).
3.2
Dr.
D._
hielt
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 8
. Mai 2020
fest,
i
n Anlehnung an die internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) lasse sich festhalten, dass sich im Rahmen der Untersuchung keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer symptomatischen psy
chischen Störung, einer Störung durch psychotrope Substanzen, eine
r
Schizo
phrenie
oder
einer
schizotypen
oder wahnhaften Störung gefunden hätten. Die Argumente, welche von Dr.
B._
in seinem Gutachten vom 1. März 2019 zur diagnostizierten paranoiden Schizophrenie angeführt worden seien, schienen für das Vorliegen
einer solchen
nicht ausreichend zu sein. Bei der aktuellen Unter
suchung hätten keine Hinweise für das V
orliegen produktiv-psychotischer Symp
tome
oder
von formalen oder inhaltlichen Denkstörungen gefunden werden können.
Die vom
Beschwerdeführer
geäusserten Vorstellungen in Bezug auf Ge
fahren, Schmutz, Verschmutzung und Ansteckungsgefahr seien nicht eindeutig wahnhaft. Man könne auch nicht sagen, dass der
Beschwerdeführer
seine eigenen Gedanken nicht mehr als krankhaft erleben würde und auch von einem Wahn
gebäude sei nicht auszugehen.
M
angels eindeutiger Hinweise
sei insgesamt
nicht vom Vorliegen einer S
chizophrenie auszugehen
.
Der Behandler
gehe vom Vorlie
gen einer ausgeprägten Zwangsstörung aus. Zwangshandlungen/Rituale würden dabei im Vordergrund stehen. Zwangshandlungen seien vom
Beschwerdeführer
während der Untersuchung wiederum sehr ausführlich (und teilweise weitschwei
fig) beschrieben worden. Auch im Schreiben seiner Ex-Frau,
das er zur psychia
trischen Untersuchung mitgebracht habe, werde ausführlich über Zwangshand
lungen/Zwangsrituale berichtet. Nun seien aber einige Widersprüche aufgefallen. So mache der Befund stutzig, dass die Hände des
Beschwerdeführer
s völlig unauf
fällig gewesen seien, weder rissig, noch rau,
obwohl
er angegeben habe, nonstop seine Hände zu waschen («etwa hundert Mal am Tag») und nie Handcreme zu verwenden. Auch
gegenüber dem
Vorgutachter habe
der
Beschwerdeführer
über
eine ausgeprägte Zwangsstörung berichtet
und eine solche
demonstriert
, wobei der Vorgutachter davon ausgegangen sei, dass das beschriebene und demon
strierte Verhalten nicht zur Diagnose einer Zwangsstörung passe. Auch im Vor
gutachten würden sich gewisse Hinweise auf Inkonsistenzen und Diskrepanzen in Bezug auf die demonstrierten und berichteten Zwänge finden. Diese Befunde seien darum besonders wichtig, weil
der Konsistenzprüfung
im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung besonderes Gewicht beigemessen werden müsse, da man sich bei der psychiatrischen Diagnostik/Begutachtung wesentlich auf sub
jektive Angaben der Exploranden abstützen müsse. Es gebe wenige Möglich
keiten, objektive Daten zu erheben. Im Rahmen der neuropsychologischen Ab
klärung bestehe die Möglichkeit der Symptomvalidierung. Aus der im Rahmen
der aktuellen Begutachtung durchgeführten neuropsychologischen Abklärung erge
be sich ein hochauffälliges Verhalten des
Beschwerdeführer
s. Insgesamt
sei
Herr
E._
in seinem neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 7. Mai 2020
nicht von authentischen neuropsychologischen Funktionsstörungen aus
ge
gangen
.
B
ei validen Testbefunden
wäre
die Fahrtauglichkeit
des
Beschwerde
füh
rer
s
klar nicht gegeben. Im Widerspruch dazu sei der
Beschwerdeführer
aber mit dem Auto der Ex-Frau von Zürich nach
G._
gefahren
.
Bei all den beste
henden Hinweisen auf Diskrepanzen, Widersprüche, eingeschränkte Abklärungsmoti
va
tion bis hin zur gezielten Manipulation könne keine zuverlässige psychiatrische Diagnose gestellt werden
,
und es könnten darum auch keine Einschränkungen konsistent begründet werden. In Bezug auf die vom
Beschwerdeführer
demon
strierte und auch fremdanamnestisch beschriebene Zwangssymptomatik könne
man in dieser Situation nur sagen, dass er vielleicht an einer Zwangsstörung leide
,
vielleicht auch nicht, sicherlich seien Einschränku
ngen jedoch nicht so aus
ge
prägt
wie anlässlich der Untersuchung demonstriert
. Ansonsten würden sich keine Hin
weise für das Vorliegen einer neurotischen, Belastungs- oder somato
formen Stö
rung finden.
Auffällig sei die Tatsache, dass eine gravierende Zwangs
störung beschrieben werde, die seit vielen Jahren bestehe und laut den anam
nestischen
Angaben und weiteren
Berichte
n
sehr einschränkend sei, aber dennoch nie eine teilstationäre oder stationäre Behandlung erfolgt sei (Urk. 10/86/68). In den jüngsten Berichten gehe der Behandler auch von einer Persönlichkeitsstörung aus. Dies sei aber aus verschiedenen Gründen nicht plausibel. Einmal sei darauf hinzuweisen, dass auch der Behandler diese Diagnose früher nicht gestellt habe und diese auch im psychiatrischen Vorgutachten nicht gestellt worden sei. Man müsse auch sagen, dass auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ein kon
sistentes Verhalten des
Beschwerdeführer
s bei der Abklärung voraussetzen würde (Urk. 10/86/
60-
64).
Eine
durch einen
Therapeuten
begleitete Exposition wäre das Kernelement der kognitiven Verhaltenstherapie bei ausgeprägten Störungen/aus
geprägten Einschränkungen. Grundsätzlich müsste eine Zwangsstörung durch eine solche Therapie gut beeinflussbar sein, allenfalls wäre auch ein stationäres oder teilstationäres Setting zu Beginn notwendig. Dies gelte aber nur unter der Voraussetzung, dass der
Beschwerdeführer
tatsächlich
an einer Zwangserkran
kung leide. Da der
Beschwerdeführer
bei der Abklärung nicht mitgewirkt habe, könne nicht eindeuti
g dazu Stellung bezogen werden
.
Aus demselben Grund sei es auch nicht möglich
,
zuverlässige Angaben zur Arbeitsfähigkei
t zu machen (Urk.
10/86/67
-70).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte das Vorliegen einer invaliditätsrelevanten gesundheitlichen Beeinträchtigung und somit
implizit
auch eine massgebliche
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes seit Erlass der Verfügung vom 11. Juni
2009 (
Zeitpunkt der
letzte
n
materielle
n
Prüfung des Rentenanspruchs:
BGE 130
V
71 E. 3.2.3,
Urk. 10/28)
bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids (zeitliche Grenze
der gerichtliche
n Überprüfungsbefugnis: BGE 130
V
445 E. 1.2
, Urk. 2
). In medizinischer Sicht stützte sie si
ch hierbei insbesondere auf das psy
chiatrische Gutachten von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020
sowie
auf
den
in diesem
Rahmen
erstellten
neuropsychologischen
Untersuchungsbericht
von
lic
. phil.
E._
vom 7. Mai 2020
(E. 2.1, E. 3
).
4.2
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020 entspricht den von
der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen an den Beweiswert eines ärzt
lichen Berichts. So beruht es auf umfassenden Untersuchungen (Urk. 10/
86/56-59
)
, berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 10/
86/42-45
) und setzt sich ins
besondere
mit dem Verhalten des Beschwerdeführers
und den Beurteilu
ngen in den
Vorakten
(Urk. 10/86/7-38)
ausführlich auseinander (Urk. 10/
86/56-58, Urk. 10/86/60-65
).
Das Gutachten von Dr.
D._
l
euchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge ein
(Urk. 10/86/65-69)
, wobei auch
die Ergeb
nisse der neuropsychologische
n Abklärungen von
lic
. phil.
E._
Berücksich
ti
gung fanden
(Urk. 10/86/63-
64, Urk. 10/86/68)
.
Das
psychiatrische
Gutachten
von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020
erfüllt damit die formalen Anforderungen an ei
n beweiskräftiges medizinisches
Gutachten
(E. 1.5).
4.3
4.3.1
Der
Beschwerdeführer
erachtet das Gutachten
von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020 nicht als beweiskräftig.
So
bringt
er
vor,
das betreffende
Gutachten
äussere sich nicht zur Arbeitsfähigkeit
(E. 2.2).
Zutreffend ist, dass sich Dr.
D._
aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung des
Beschwerdeführer
s
ausser Stande sah, zu
verlässige Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu
machen (E. 3.2)
.
Dieser Schluss
basiert einerseits auf einer eingehenden Auseinandersetzung
mit den
sich
aufgrund
der psychiatrischen
Exploration sowie der Anamnese ergebenden Inkonsistenzen und bestätigt sich
andererseits
auch mit Blick auf die
Ergebnisse der
neuropsy
cho
logischen Abklärungen von
lic
. phil.
E._
. Dass Dr.
D._
bezüglich Beurteilung der Konsistenz
auch der Tatsache Rechnung trug, dass der
Beschwerdeführer
keine Auffälligkeiten an den Händen aufwies, obwohl er angegeben hatte, diese
nonstop («
etwa hundert Mal am Tag
»)
zu waschen
(E. 3.2)
, erweist si
ch dabei als nachvollziehbar. Dies
auch vor dem Hintergrund, dass bereits
Dr.
B._
in seinem Gutachten vom 1. März 2019
auf
dieselbe
Inkonsistenz
hingewiesen hatte
und dafürhielt, die gesamte Symptomatik
sei nicht die einer typischen Z
wangs
erkrankung
(Urk. 10/
60/14).
Aus dem Gutachten von Dr.
D._
ergibt
sich
, dass der diesbezügliche vom
Beschwerdeführer
geschilderte Zwang ausführlich explo
riert wurde (Urk. 10/86/54-55 Ziff. 3.2.14), weshalb
keine Rede davon sein kann, dass Dr.
D._
diesb
ezüglich zu wenig nachgefragt hätte
(
vgl.
Urk. 1 S. 6
Rn
24)
.
Der
Schluss auf erhebliche Inkonsistenzen
und eine fehlende Mitwirkung
des
Beschwerdeführer
s
bestätigt sich auch mit Blick auf den von
Dr.
D._
erhobenen Psychostatus, welcher sich –
bis auf leichte Merkfähigkeitsstörungen und eine diskrete Einschränkung der affektiven Modulationsfähigkeit
–
objektiv
unauf
fällig präsentierte
(Urk. 10/86/
56
-58)
, was im
W
iderspruch zur
vom
Beschwer
deführer
geschilderten und auch fremdanamnestisch beschriebenen
ausgeprägten
Zwan
gssymptomatik steht (
E
. 3.2
hievor
).
Was die
von
lic
. phil.
E._
am 7. Mai 2020 durchgeführten neuropsycho
logi
schen Abklärungen betrifft, wendet d
er
Beschwerdeführer
ein,
es würde sich dabei
um ein völlig untaugliches Mittel zur Überprüfung der Konsistenz handeln, welches den Ausschluss einer Beeinträchtigung nicht zu begründen vermöge
. Da unbestrittenermassen kein neurologisches Leiden vorliege, habe
lic
. phil.
E._
einen Gesundheitsschaden abgeklärt, der unbestrittenermassen nicht vorhanden sei
(Urk. 1 S. 6 f.
Rn
25-28). Entscheidend ist indessen, dass die vom
Beschwer
deführer
in den einzelnen Testverfahren gezeigten Leistungen und namentlich auch die stark verminderten Reaktionszeiten aus neuropsychologischer Sicht nicht zu erklären und auch nicht mit den anamnestischen Informationen
sowie
den geschilderten Alltagsschwierigkeiten zu vereinbaren waren (Urk. 10/87/9
-10
,
vgl.
Urteil des
Bundesgerichts 8C_508/2014
vom 4. November 2014 E. 3.7
).
Dass der
Beschwerdeführer
mit dem Fahrzeug seiner Ex-Frau von Zürich nach
G._
an die neuropsychologische Untersuchung reiste (Urk. 10/87/9) werteten sowohl
lic
. phil.
E._
als auch Dr.
D._
nachvollziehbar als weiteres Indiz gegen die Authentizität der demonstrierten Einschränkungen (Urk. 10/87/10, E. 3.2
hievor
)
.
Auch Dr.
B._
hielt in seinem psychiatrischen
Gutachten
vom 1. März 2019
fest,
bei der Gesamtwertung der Arbeitsunfähigkeit
seien erhebliche Inkonsi
sten
zen
zu berücksichtigen
, welche
eine solche
erschweren
würden
.
Dass
die von Dr.
B._
dennoch abgegebene Einschätzung
eine
r
vollumfänglichen Arbeits
un
fähigkeit
mit erheblicher Unsicherheit behaftet ist, ergibt sich
ferner
daraus
,
dass er diesbezüglich erhebliche Zweifel
offenlegte
und
ausführte, die Befund
wahr
scheinlichkeit sei geringer als bei einer üblichen Befundung
(Urk. 10/60/35-36).
Dr.
D._
setzte sich in seinem Gutachten vom 8. Mai 2020
eingehend
mit dem Gutachten von Dr.
B._
auseinander und begründete
nachvollziehbar
,
weshalb
nicht mit hinreichender Sicherheit
auf
den Bestand einer Psycho
pa
thologie mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit
geschlossen
werden
könne
.
Dr.
D._
setzte sich
auch mit den Berichten
des behandelnden Psychiaters,
Dr.
C._
, auseinander
und
legte
in schlüssiger Weise
dar
, weshalb
sich
insbesondere
die Diagnosen einer Zwangsstörung
und
einer Persönlich
keits
störung nicht rechtfertig
t
en
(Urk. 10/86/60-64)
.
Die seinerseits
attestierte
Arbeits
unfähigkeit begründete
Dr.
C._
ausschliesslich
mit den vom
Be
schwerdeführer
geschilderten Zwangsritualen
, ohne die betreffenden Angaben
bezüglich
ihre
r
Konsistenz zu
hinterfragen
(Urk. 10/49/4-5
, Urk. 10/51
)
, wobei anzumerken ist, dass der Beschwerdeführer in delegierter Therapie bei Frau Dr.
rer
. nat.
F._
war (Urk. 59/5 Ziff. 3.2, 60/9 Ziff. 3.1), Dr.
C._
nur für die Medikation und Berichterstattung zuständig war
.
Bei
seiner Beurtei
lung
der Arbeitsfähigkeit scheint er sich
massgeblich
auf die subjektive Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführer
s
gestützt zu haben
, worauf es
f
ür die Frage,
ob und inwiefern
es dem
Beschwerdeführer
gemäss einer
objek
tivierte
n
Betrachtungsweise
zuzumuten ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
,
indessen
nicht
ankommen
kann
(vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG, BGE 141 V 281 E. 3.7.1 mit Hinweisen).
Hinreichende Anhaltspunkte, um die gutachterliche Be
ur
teilung in Frage zu stellen, lassen sich a
uch den
von Dr.
C._
zum Behandlungsplan
verfassten
Berichten
nicht entnehmen
(Entwöhnungsbehand
lung;
Urk. 10/65, Urk. 10/69, Urk. 10/72, Urk. 10/74)
.
I
m
Zusammenhang
mit der Würdigung der Berichte von Dr.
C._
darf
sodann
auch der Er
fah
rungstatsache Rechnung getragen werden, wonach behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
im Zweifelsfall eher zu
G
unsten ihrer Patienten aussagen (
s
tatt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Da
Dr.
D._
diverse
Vorberichte von Dr.
C._
sowie
eine
ausführliche
schriftliche Stel
lungnahme der Ex-Frau des
Beschwerdeführer
s vorlagen
(Urk. 10/86/10-18, Urk. 10/86/30-36, Urk. 10
/86/
36-38
, Urk. 10/86/75-79
)
,
waren von einer Rück
sprach
e
mit diesen Personen
– entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführer
s (Urk. 1 S. 7 f.
Rn
30-32, S. 8
Rn
34, S. 10
Rn
45) –
sodann
keine weiteren rele
v
anten Erkenntnisse zu erwarten.
4.3.2
Nach dem Gesagten vermögen weder die Einwände des
Beschwerdeführer
s noch die weiteren Arztberichte das psychiatrische Gutachten von Dr.
D._
sowie die neuropsychologischen Abklärungen von
lic
. phil.
E._
in Frage zu
stellen
.
In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s kann s
omit
a
uf
die
betreffende
n
Berichte
abgestellt werden.
4.4
In somatischer Hinsicht wird b
eschwerdeweise vorgebracht, es würde
ein
e
Dis
kushernie bestehen
, welche
den
Beschwerdeführer
in seiner Arbeitsfähigkeit erheb
lich beeinträchtige
und nicht hinreichend abgeklärt worden sei
(Urk. 1 S. 10 f
.
Rn
47-51).
Gegen das Vorliegen von relevanten somatischen Einschrän
kung spricht, dass sich in der Neuanmeldung des
Beschwerdeführer
s vom 28. Febru
ar 2018 kein Hinweis auf eine orthopädische Beeinträchtigung findet
(Urk. 10/44/6
Ziff. 6.1
) und er
sich
zu diesem Zeitpunkt – und soweit
doku
men
ti
ert
auch danach – nicht
in
orthopädisch
er
Behandlung befand
. Sowohl die Be
hand
lung bei
Dr.
C._
als auch diejenige bei
seiner Hausärztin fan
d
en
wegen
der psychischen Symptomatik statt (Urk. 10/44/7 Ziff. 6.3
). Die Haus
ärztin des
Beschwerdeführer
s, Dr. med.
H._
, Fachärztin FMH für Allge
meine Innere Medizin, verwies in ihrem Bericht vom 26. März 2018 zwar auf eine Exa
zerbation der bereits seit dem Jahr 2007 bestehenden Rücken-Symptomatik (
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links bei Diskushernie L5/S1 links mit Irri
tation der Nervenwurzel S1 links). Sie nannte indessen keine objektiven Befunde, welche eine über die – bereits im Rahmen der erstmaligen Leistungsablehnung berücksichtigte
(vgl. Urk. 10/28)
–
Unzumutbarkeit
der Verrichtung von schweren Tätigkeiten hinausgehende funktionelle Einschränkung nachvollzieh
en
liesse
n
(Urk. 10/48/7-8). Dr.
B._
hielt
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 1.
März 2019
fest, der
Beschwerdeführer
habe auf Nachfrage hin keine
soma
tischen Probleme angegeben. Die zu Beginn der Untersuchung eingenommene Schonhaltung sei innerhalb der Untersuchung aufgegeben worden und es würden sich keine Hinweise auf Bewegungseinschränkungen oder Schonhaltungen fin
den (Urk. 10/60/11). Anlässlich der psychiatrischen Exploration bei Dr.
D._
führte der
Beschwerdeführer
aus, dass es hinsichtlich der Diskushernie momentan gehen würde, ausser wenn er auf dem Bauch schlafe. Wenn er dann am nächsten Tag aufstehe, spüre er etwas (Urk. 10/86/47).
Vor diesem
Hintergrund sind keine Hinweise
dafür auszumachen, dass bei
m Beschwerdeführer
seit Juni 2009
in somatischer Hinsicht eine
wesentliche
Veränderung in den tatsächlichen Verhält
nissen
eingetreten ist (vgl. E. 1.4
).
4.5
I
n Anbetracht der Tatsache, dass auch
das bew
eiskräftige (vgl. E. 4.2-4.3, E. 1.5) psychiatrische Gutachten von Dr.
D._
vom 8. Mai 2020
eine invalidenversiche
rungsrechtlich relevante Einschränkung
der Leistungsfähigkeit nicht zu belegen vermochte
und keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein
e Verschlechterung des Gesundheitszustandes in somatischer Hinsicht
bestehen
, sind
von weiteren medi
zinischen
Abklärungen
keine we
iteren Erkenntnisse zu erwarten
(
vgl. BGE 124
V 90 E. 4b, 122 V 157
).
Die von den Gutachtern einhellig berichtete Aggravation
und die gezeigten Inkonsistenzen führen zum Ergebnis, dass ein erhebliches kran
k
heitsmässiges Geschehen nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden konnte
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_659/2017 vom 20. Septembe
r 2018
4.4
mit weiteren Hinweisen
).
Da der Beschwerdeführer
aus dem Vorliegen einer
Pathologie einen Rentenanspruch gegenüber der IV-Stelle ableitet, hat er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_529/201
2 vom 18. Dezember 2012 E. 5.4,
vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
5.
Die angefochtene Verfügung vom 16. September 2020 (Urk. 2) erweist sich dem
nach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichtskoste
n in der Höhe von Fr. 1’0
00.-- dem
u
nterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.