Decision ID: 30fab05e-3c05-4757-847e-33da04fee5e3
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1933,
reichte am 30. Mai 2014 (Datum Poststempel; Urk. 10/31 und 10/32) bei der Stadt
Dübendorf, Sozialver
sicherungen (im Folgenden: Durchführungsstelle)
,
ein Gesuch
um
Zusprechung von
Ergänzungsleistungen
zu ihrer Altersrente
der AHV
ein.
Sie bezeichnete ihren Sohn
Y._
als Vertreter (Urk. 10/B).
Die Durchführungsstelle sandte das Gesuch mit Schreiben vom 3. Juni 2014
an den
Vertreter der Versicherten
zurück mit der Aufforderung,
bis spätestens am 3. September 2014
auch die Seiten 10 bis 12 des Anmeldeformulars auszufüllen und die erforderlichen Unterlagen einzureichen (Urk. 10/34).
Am 19. August 2014 traf das vollständig ausgefüllte Gesuch mit Unterlagen ein (vgl. Urk. 10/F S. 1
und 10/35
). Die Durchführungsstelle for
derte
mit Schreiben vom
20. August 2014
noch fehlende
Unterlagen an
und lud zu einem Gespräch am 1.
September 2014 ein
(Urk. 10/36). Dieses fand
in Anwesenheit der Gesuch
stellerin und ihres Vertreters
statt
(vgl. Urk. 10/F S. 1).
Bei dieser Gelegenheit reichten
die beiden zusätzliche
Dokumente
ein (Urk. 10/38)
und
erwähnten erstmals
, dass
X._
ihrem Sohn
Y._
ein verzinsliches Darlehen gewährt ha
be
(vg
l.
Urk. 10/F S.
1
f.
).
Mit Schreib
en vom 4.
Dezember 2014
forderte die Durchführungsstelle
weitere Belege
an,
unte
r anderem Belastungsanzeigen des
Bank
kontos
von
Y._
oder Gutschriftenanzeigen auf dem Konto von
X._
über zurückbez
ahlte Darleh
e
nsbeträge (Urk.
10/39). Am 22.
Dezember 2014 wurden
diverse
Unterlagen eingereicht (vgl. Urk.
10/40
).
Die Durchführungsstelle
verneinte mit Verfügung vom 9.
Januar 2015 einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen
, da die anrechenbaren Einnahmen die anerkannten Ausgabe
n
im Jahr
um Fr. 2‘747.-- überstiegen (Urk. 10/42)
.
Dage
gen wurde am 9. Februar 2015 Einsprache erhoben (Urk. 10/43).
Mit
Ein
spracheentscheid
vom 29. Mai 2015 wies die Durchführungsstelle die Einspra
che ab (Urk. 2 = 10/44).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 29. Mai 2015 liess
X._
, vertreten durch ihren Sohn
Y._
, mit Eingabe vom 26. Juni 2015 (Urk. 1) Beschwerde erheben
mit dem sinngemässen Antrag, es seien ihr Ergänzungsleistungen zuzusprechen
.
Die Durchführungsstelle schloss am 14. August 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Davon wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom 25. August 2015 Kenntnis gegeben (Urk. 11).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften
und die im
Beschwerde
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (vgl. Urk. 3)
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die Voraussetzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen,
Ergänzungs
leistungen
zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG).
Der Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung besteht ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern sämtliche gesetz
lichen Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 12 Abs. 1 ELG). Die jährliche
Ergän
zungsleistung
entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben
(Art. 10 ELG)
die anrechenbaren Einnahmen
(Art. 11 ELG)
übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten an
rechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung; ELV). Bei der Bemessung der jährlichen Ergänzungsleistung sind die laufenden Renten, Pensionen und anderen wiederkehrenden Leistungen
(Art. 11 Abs. 1
lit
.
d ELG) anzurechnen (art. 23 Abs. 3 ELV).
1.2
Als Einnahmen angerechnet werden unter anderem Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG) und
bei Altersrentne
rinnen und Altersrentnern
ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei allein
stehenden Personen 37‘500 Franken übersteigt (Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Durchführungsstelle zu Recht ein
e
mit
5 % verzinsbare Darlehensforderung
von Fr. 40‘000.--
gegenüber
Y._
bei der Berechnung der anrechenbaren Einnahmen berücksichtigt und einen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen
verneint hat (vgl. Urk. 1 und 2).
3.
3.1
Zur Diskussion steht ein Ergänzungsleistungsanspruch für das Jahr 2014. Es ist daher entscheidend, wie sich die Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin am 1. Januar 2014 präsentierten und welche anrechenbaren Einnahmen sie im Jahr 2013 hatte.
3.2
Es ist insoweit unbestritten und mit den eingereichten Unterlagen belegt, dass die Beschwerdeführerin ihrem Sohn
Y._
ein zu 5 % verzinsli
ches Darlehen gewährt hatte, das sich am 31. Dezember 2010
auf Fr.
50‘000.
--
belief
(Urk. 10/15 S. 7; vgl. auch Urk.
1 und
10/43 S. 2
)
.
3.
3
Im Bereich der Ergänzungsleistungen trägt die
Leistungsansprecherin
die Beweis
last für das (ganze oder teilweise) Fehlen von Einkommen und
Vermö
gen
, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt
(BGE 121 V 204 E. 6a
und 6b
).
Die Beschwerdeführerin hat deshalb auch den Beweis für ihre Behauptung zu erbringen, dass sich die Darlehensschuld ihres Sohnes
Y._
aufgrund geleisteter Rückzahlungen verminde
rte
, so dass sie
am 31. Dezember 2011 Fr. 40‘000.--,
am 31. Dezember 2012
Fr.
30‘000.-- und
am 31. Dezember
2013 bzw.
am 1. Januar
2014 lediglich noch Fr. 15‘000.
--
betrug
(vgl. Urk. 10/43)
.
3.
4
Betreffend das Jahr 2011 wurden keine Rückzahlungsbelege
oder sonstige Unter
lagen
eingereicht.
Aus den eingereichten
Bankunterlagen
geht
einzig
her
vor, dass
Y._
am 19.
Oktober 2012 eine Überweisung
von Fr. 12‘000.-- auf das Bankkonto der Beschwerdeführerin bei der
Z._
tätigte
(Urk. 10/27 S. 11)
. Dieser Betrag soll sich gemäss der Darstellung der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes
Y._
aus Fr. 2‘000.-- für Zinsen (von 5 % auf Fr. 40‘000.--) und Fr. 10‘000.-- für Schuldentilgung zusammengesetzt haben (Urk.
2 S. 2 und
10/
43 S. 2)
. Demgegenüber gab
Y._
im
Rahmen des am 5. November 2012 gegen die Beschwerdeführerin eingeleiteten Nachsteuer- und Bussenverfahrens
(Urk. 10/15)
gegenüber dem Steueramt
eine Zinszahlung von Fr. 1‘500.-- im Jahr 2012
an
(Urk. 10/16).
Dieser Widerspruch erweckt gewisse Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Aussage
n
.
Es erscheint
unter diesem Umständen
zumin
dest als fraglich, ob die Darlehensforderung Ende 2012 lediglich noch
Fr. 30‘000.-- betrug. Dies kann jedoch – wie zu zeigen sein wird – offen blei
ben.
Für die im Weiteren vorgetragene Behauptung, im Verlauf des Jahres 2013 seien über das Jahr verteilt Rückzahlungen von insgesamt Fr. 15‘000.--
in bar
geleistet worden
(Urk. 10/43 S. 1)
,
wurden keine Belege in Form von Quittungen eingereicht. Die Darstellung, wonach die einzelnen Rückzahlungen für die
Kos
tenbeteiligungen
an Spitalaufenthalt, Reha, Augenoperation, neue Brille,
Zahn
arztkosten
sowie für einen neuen Fernseher und ein Telefon verwendet worden seien
(Urk. 10/43 S. 2)
, erscheint zudem wenig plausibel. In diesem Zusammen
hang ist zu bemerken, dass
die von der Krankenversicherung nicht gedeckten Krankheits- und Unfallkosten im Jahr 2013 lediglich Fr. 2‘616.20 betrugen, wobei der Detailabrechnung ausdrücklich Optikerkosten etc. zu entnehmen sind (vgl. Urk. 10/30).
Unter d
iesen Umständen würden rund Fr.
13‘000.-- auf die An
schaffung eines neuen Fernsehgerätes
und eines neuen Telefons entfallen.
Insbesondere erscheint das Zutreffen
der geltend gemachten Rückzahlungen
im Jahr 2013
aufgrund der
vorhandenen Unterlagen nicht als überwiegend wahr
scheinlich.
Aus
der Steuererklärung der Beschwerdeführerin betreffend das Jahr 2013 (
vgl.
Urk. 10/30)
lassen sich
keine Rückschlüsse ziehen, da die
Darlehens
forderung
, wie bereits
in den Steuererklärungen zuvor
(vgl. Urk.
10/15 und
10/29)
,
nicht ordnungsgemäss deklariert, sondern
verschwiegen
wurde
.
Mit dem eingereichten Detail-Postenauszug
des Kontos der Beschwerdeführerin
bei der
Z._
lässt sich ebenfalls nicht untermauern, dass die Beschwerdefüh
rerin im Jahr 2013 namhafte Barbeträge
erhielt
(vgl. Urk. 10/28).
Vielmehr geht daraus hervor
, dass
ihr
am 31.
Dezember 2013
von
A._
Fr. 1‘500.--
mit dem Betreff „Zins Darlehen 2013“
überwiesen
wurden
(Urk.
10/28 S. 1
; vgl. auch die Transaktionsdetails des Kontos von
A._
bei der
B._
,
Urk. 10/17 S. 7
).
I
m Schuldenverzeichnis von
Y._
betreffend das Jahr 2010
wird
A._
als
dessen
Ehefrau aufgeführt (vgl. Urk. 10/15 S. 7). Ein Zins von Fr. 1‘500.-- entspräche bei einem Zinssatz von 5 % denn auch einer (unveränder
ten) Darlehensforderung von Fr.
30‘000.--.
Mit den im Verlauf des Jahres 2014 ausgestellten Bestätigungen von
Y._
,
dass
er Darlehen der Beschwerdeführerin von Fr. 10‘000.-- bzw. 5‘000.-- verwalte (Urk. 10/19-21), lassen sich
ohnehin
keine Erkenntnisse für den hier interessierenden Zeitraum gewinnen.
Die (erst) am 25. Juli 2014 ver
fasste Bestätigung der Beschwerdeführerin an das Kantonale Steueramt, dass
Y._
das Darlehen von Fr. 30‘000.--
im Jahr
2013 im Umfang von Fr.
15‘
000.
--
zurückbezahlt und am 3. Januar 2014 mit Fr. 1‘500.
--
(5 %) verzinst habe, ist bereit
s in sich widersprüchlich (Urk.
10/17 S. 5)
, so dass keinesfalls darauf abgestellt werden kann
.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu beweisen vermag
, dass die
Darlehensforderung gegenüber ihrem Sohn
Y._
– infolge von Rückzahlungen im Verlauf des Jahres 2013 von ins
gesamt Fr. 15‘000.-- –
am 1. Januar 2014 weniger als Fr. 30‘000.-- betrug.
3.5
In
rechtlicher Hinsicht
ist
nicht zu beanstanden, dass die Durchführungsstelle den Darlehenszins im Jahr 2013
zu den
Einkünfte
n
aus beweglichem Vermögen im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG
gezählt
hat (vgl.
die Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL]
, Stand 1.
Januar 2014,
Rz
. 3431.01
und Urs Müller, die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage 2015
, Art. 11
Rz
.
304 mit Hinweisen).
Selbst wenn die Darstellung zutreffen sollte
, dass
die Darlehensforderung am 31. Dezember 2012
bloss noch Fr. 30‘000.
--
b
etragen habe
, so wäre lediglich der von der Durchführungsstelle
ermittelte Betrag von
Fr.
2‘000.--
auf Fr.
1‘500.-- (
5 % auf Fr.
30‘000.
-- anstatt auf Fr. 40‘000.--
; vgl. auch Urk. 10/28 S. 1
)
zu korrigieren.
Es war zudem
kor
rekt, dass
die Durchführungsstelle die am 1. Januar 2014 bestehende
Darle
hensforderung
gegenüber
Y._
bei der Ermittlung des Rein
vermögens der Beschwerdeführerin berücksichtigt hat. Der Betrag von Fr. 40‘000.--
wäre
jedoch
– unter der Annahme, dass die Darlehensforderung am 31. Dezember 2012 bloss noch
Fr. 30‘000.
-- betrug – um Fr. 10‘000.--
zu reduzieren. Das die Freigrenze übersteigende Vermögen b
etrüge somit bloss Fr.
34‘676.-- anstatt der von der Durchführungsstelle
veranschlagten Fr.
44‘676.--. Davon
wäre
1/10, d.h. Fr. 3‘467.-- anstatt Fr. 4‘467.--, als anre
chenbare Einnahmen im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG zu berücksichtigen.
Im Übrigen wurden die Ermittlung und die Berechnung der anrechenbaren Ein
nahmen und Ausgaben
(Urk. 10/42 S. 3 f.)
zu Recht nicht in Frage gestellt
(
Urk. 1 und 10/43;
vgl. Urk. 10/1 ff.)
. Es
würde
folglich nach wie vor ein
Einnahmen
überschuss
(von
mindestens
Fr. 1‘247.--)
resultieren
. Dement
-
sprechend erweist es sich im Ergebnis als korrekt, dass die Durchführungsstelle der Beschwerde
führerin keine Ergänzungsleistungen zugesprochen hat. Dies führt zur Abwei
sung der Beschwerde.