Decision ID: ec2e84e5-2924-5013-8291-695091071a8b
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ (Beschwerdeführer), ein sri-lankischer Staatsangehöriger tami-
lischer Ethnie, ersuchte am 30. November 2015 in der Schweiz um Asyl.
B.
Das Staatssekretariat für Migration (SEM, Vorinstanz) befragte ihn am
3. Dezember 2015 summarisch (Protokoll in SEM-Akte A6) und hörte ihn
am 8. Dezember 2016 ausführlich zu seinen Asylgründen an (Protokoll in
SEM-Akte A15).
C.
Mit Verfügung vom 30. Januar 2018 stellte die Vorinstanz fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein
Asylgesuch ab. Zudem wies sie ihn aus der Schweiz weg, setzte ihm Frist
zur Ausreise an und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug
der Wegweisung.
D.
Am 5. März 2018 reichte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde ein. Er beantragt, die Verfügung vom 30. Januar 2018
sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm
Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit
und/oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und
die vorläufige Aufnahme anzuordnen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlichen
Rechtsbeistand. Zudem stellte er den Antrag, das Protokoll der summari-
schen Befragung vom 3. Dezember 2015 sei aus den Akten zu weisen und
es sei eine angemessene Nachfrist für die Unterbreitung zusätzlicher Be-
weismittel anzusetzen.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2018 hiess das Bundesverwaltungs-
gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Ge-
richt hiess auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung gut und
bestellte den im Rubrum aufgeführten Rechtsvertreter als amtlichen
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Seite 3
Rechtsbeistand. Den Antrag auf Ansetzung einer Nachfrist für die Unter-
breitung zusätzlicher Beweismittel wies das Gericht ab.
F.
Am 6. Juni 2018 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein. Am
10. Juli 2018 replizierte der Beschwerdeführer und reichte gleichzeitig zu-
sätzliche Beweismittel ein.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig
(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das
AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS
2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG
[in der Fassung vom 1. Januar 2018], Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
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werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Soweit das Ausländerrecht anzuwenden
ist, kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 AIG
[SR 142.20] i.V.m. Art. 49 VwVG).
3.
Streitig und zu prüfen ist die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-
rers und gegebenenfalls die Asylgewährung. Falls kein Asyl zu gewähren
ist, sind im Weiteren die Wegweisung und der Wegweisungsvollzug zu prü-
fen.
4.
4.1 Vorab ist die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, die Vorinstanz
habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die ange-
fochtene Verfügung in verschiedener Hinsicht nicht genügend begründet
habe.
4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26–33 und 35 VwVG
konkretisierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst das Recht, mit
eigenen Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten
und zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen
zu können. Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sach-
aufklärung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-
kungsrecht der Parteien dar. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs bein-
haltet die Pflicht der Behörden, die Vorbringen des vom Entscheid in seiner
Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der
Entscheidfindung zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Daraus folgt
die grundsätzliche Pflicht der Behörden, sich mit den wesentlichen Vorbrin-
gen des Rechtssuchenden zu befassen und Entscheide zu begründen
(Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung eines Entscheides muss so abge-
fasst sein, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. In diesem
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
denen sich die Behörde leiten liess und auf die sie ihren Entscheid stützt
(BGE 136 V 351 E. 4.2 m.w.H.).
4.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe in verschie-
dener Hinsicht ihre Begründungspflicht verletzt. So habe sie nicht genü-
gend begründet, inwiefern die Identität des Beschwerdeführers nicht fest-
gestellt werden könne; weshalb die Angaben des Beschwerdeführers zu
seiner Reiseroute nicht glaubhaft seien; weshalb der Beschwerdeführer wi-
dersprüchliche Angaben bezüglich seiner Mitarbeiter bei der B._
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gemacht habe; wieso sie die Glaubhaftigkeit seines Vorbringens, er sei auf-
grund seiner Tätigkeit für die B._ gefährdet, verneinte; und wieso
die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs gegeben sei.
4.4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Vorinstanz sich in
der angefochtenen Verfügung zu allen vom Beschwerdeführer genannten
Punkten in hinreichendem Umfang genäussert hat. Die diesbezüglichen
Ausführungen des Beschwerdeführers laufen denn auch eher auf eine in-
haltliche Kritik an der Entscheidung der Vorinstanz hinaus als auf Rügen
bezüglich der Begründungsdichte. Die entsprechenden Ausführungen des
Beschwerdeführers sind deshalb, soweit entscheidrelevant, im Rahmen
der materiellen Prüfung zu berücksichtigen.
5.
5.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1A des Abkom-
mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30), wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer
Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten
muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt
zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen
Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f.; 2008/4 E. 5.2, jeweils
m.w.H.). Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf Verfolgungsmotive sind
über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung ihrer Begrifflichkeit hinaus
so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer oder innerer Merk-
male, die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit des Opfers ver-
bunden sind, erfolgt ist beziehungsweise droht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.3).
Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die An-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-
troffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichen-
den Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2; 2008/4 E. 5.2).
Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation
im Zeitpunkt des Entscheides, wobei erlittene Verfolgung oder im Zeitpunkt
der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfolgung auf andau-
ernde Gefährdung hinweisen kann. Veränderungen der Situation zwischen
Ausreise und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsu-
chenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2; 2010/9
E. 5.2; 2007/31 E. 5.3 f., jeweils m.w.H.).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft
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Seite 6
gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 AsylG). Glaubhaftmachung bedeutet
im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt
Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-
stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-
richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für
wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Demgegenüber reicht es
für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar
möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und
überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die
Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen,
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-
len. Vorbringen sind grundsätzlich dann glaubhaft, wenn sie genügend
substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in
vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich
sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder
der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-
suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere
dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann,
wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im
Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet
nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-
wirkung verweigert (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5
E. 2.2, jeweils m.w.H.).
6.
6.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe nach seinem Schulabschluss
im Jahr 2000 ab 2001 im Norden Sri Lankas als (...) gearbeitet. Ab August
2004 habe er bei der B._ damit begonnen, (...). Zuerst sei er für die
Organisation im Norden Sri Lankas, in C._, tätig gewesen. Bei den
Parlamentswahlen 2004 habe er Wahlkampf für die Tamil National Alliance
(TNA) betrieben. 2005 und 2007 sei er zweimal befördert worden und habe
dann als (...) und später als (...) für B._ gearbeitet. Ab 2007 habe
er mit seiner Frau in D._ gewohnt. Im August 2007 sei in C._
eine andere für die B._ tätige Person auf dem Weg zur Arbeit er-
schossen worden. 2008 sei er einmal von der Armee geschlagen worden.
Bei diesem Vorfall sei er nach der Arbeit unterwegs gewesen, als in seiner
Nähe eine Mine explodiert sei. Die Armee habe ihn mitgenommen, da er
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gerade in der Nähe gewesen sei. Weil er die Uniform der B._ ge-
tragen habe, hätten sie ihn als (...) erkannt. Sie hätten ihn gefragt, ob er
der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) (...) geben würde, was er ver-
neint habe. Nachdem sie ihn befragt und geschlagen hätten, hätten sie ihn
nach ungefähr drei Stunden wieder freigelassen. Nach dem Ende des Krie-
ges habe er ab (...) 2009 im (...) für die B._ gearbeitet. Hier hätten
sie in ihrer Freizeit auch vom Krieg betroffenen Tamilen geholfen, neue Un-
terkünfte zu erstellen. Ab 2009 habe die B._ auch ehemalige LTTE-
Mitglieder beschäftigt, die aus den Rehabilitationslagern entlassen worden
seien. Im (...) 2013 habe die B._ ihre Arbeit in Sri Lanka beendet
und in der Folge sei er als (...) und (...) im Raum C._ tätig gewesen.
Der Beschwerdeführer führt weiter aus, im August 2013 habe er zwei ehe-
maligen Mitarbeitern der B._, deren Vorgesetzter er gewesen sei,
zur Flucht nach Indien verholfen. Die beiden seien nach dem Krieg in Re-
habilitationslagern gewesen. Danach hätten sie für die B._ gearbei-
tet. Die sri-lankischen Sicherheitskräfte seien den Mitarbeitern der
B._ gegenüber immer skeptisch gewesen, da sie sich mit (...) aus-
gekannt hätten. Die beiden Mitarbeiter hätten sich seit ihrer Entlassung aus
dem Rehabilitationslager regelmässig zur Unterschrift bei den Sicherheits-
kräften melden müssen. Nach dem (...) 2013 seien sie dabei regelmässig
befragt und geschlagen worden, weshalb sie hätten fliehen müssen. Er
kenne viele Leute in der Umgebung von E._ und habe den beiden
mit Hilfe von (...) zur Flucht verholfen. Im September 2013 habe er zum
zweiten Mal Wahlkampf für die TNA betrieben. Zudem habe er am 15. No-
vember 2013 an einer Demonstration in C._ teilgenommen, als der
damalige britische Premierminister zu Besuch gekommen sei. Die De-
monstranten seien von den Sicherheitskräften zurückgedrängt worden. Er
habe dabei den Namen des Kommandanten gerufen, der 1996 für die Ent-
führung seines Bruders durch die Armee verantwortlich gewesen sei. Der
Bruder sei seither verschwunden, obwohl sie ihn nach dem Krieg gesucht
hätten. Er habe bereits früher an solchen Demonstrationen teilgenommen.
Bezüglich des verschwundenen Bruders hätten er und seine Familie auch
eine Beschwerde bei der Human Rights Commission of Sri Lanka gemacht
und sich bei verschiedenen weiteren Organisationen gemeldet. Mitte No-
vember 2013 und am 1. Dezember 2013 habe die Armee zweimal bei sei-
ner Frau und den Schwiegereltern in D._ nach ihm gefragt. Sie hät-
ten seinem Schwiegervater gesagt, sie wollten mit ihm über (...) reden. Da
habe er Angst bekommen. Er wisse nicht genau, weshalb er gesucht wor-
den sei, er sei beide Male nicht zuhause gewesen. Wahrscheinlich aber
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seien sie wegen seiner Tätigkeit als (...) an ihm interessiert gewesen. Zu-
dem habe er Angst davor, dass er wegen seiner Fluchthilfe gesucht werde.
Er sei nie für die LTTE tätig gewesen, er habe ihnen lediglich manchmal zu
Essen gegeben. Am 16. Dezember 2013 sei er aus Sri Lanka ausgereist.
6.2 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Be-
schwerdeführer sei seiner Pflicht, sämtliche Ausweispapiere einzureichen,
nicht nachgekommen, weshalb erste Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner
Vorbringen aufkämen. Seine Aussagen in der summarischen Befragung
und in der Anhörung bezüglich der beiden Männer, denen er zur Flucht
verholfen habe, würden voneinander abweichen. Hinzu kämen unglaub-
hafte Elemente seiner diesbezüglichen Erzählung, so dass davon auszu-
gehen sei, dass es sich dabei um ein frei konstruiertes Sachverhaltsele-
ment handle. Der Tod eines Mitarbeiters der B._ 2007 und das Ver-
schwinden seines Bruders 1996 könnten sodann nicht als kausal für seine
Ausreise aus Sri Lanka angesehen werden. Es sei ihm auch nicht gelun-
gen, ausführlich und überzeugend darzulegen, in was für einem Zusam-
menhang seine Arbeit bei der B._ mit den dadurch entstandenen
Problemen stehe. Er habe nicht substantiiert darlegen können, wer wie
nach ihm gesucht habe und auch die Teilnahme an einer Demonstration
habe er nicht substantiiert darlegen können. Seine Vorbringen seien des-
halb nicht glaubhaft. Die kurzzeitige Festhaltung 2008 könne nicht als kau-
sal für die fünf Jahre später erfolgte Ausreise aus Sri Lanka angesehen
werden. Seine Unterstützung der TNA 2004 und 2013 sei zudem zu wenig
intensiv gewesen, um asylrelevant zu sein. Und schliesslich habe er 2013
Sri Lanka mit seinem eigenen Pass verlassen können.
7.
7.1 Es ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer heute bei einer Rückkehr
nach Sri Lanka einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr ausgesetzt
wäre.
7.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Referenzurteil E-1866/2015
vom 15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden
nach Sri Lanka vor und stellte fest, dass aus der Schweiz zurückkehrende
tamilische Asylsuchende nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr
von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien (Referenzurteil E-1866/201
E. 8.3). Das Gericht orientiert sich deshalb bei der Beurteilung des Risikos
von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung
und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Stark risikobe-
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Seite 9
gründend sind dabei die folgenden Faktoren: tatsächliche oder vermeintli-
che, aktuelle oder vergangene Verbindungen zur LTTE; die Teilnahme an
exilpolitischen regimekritischen Handlungen; sowie das Vorliegen früherer
Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-
menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zur LTTE
(Referenzurteil E-1866/201 E. 8.4.1–8.4.3). Schwach risikobegründende
Faktoren sind zudem bei Personen auszumachen, die ohne die erforderli-
chen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, zwangsweise zu-
rückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Mi-
gration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren. Schliesslich stellen auch gut
sichtbare Narben einen schwach risikobegründenden Faktor dar (Refe-
renzurteil E-1866/201 E. 8.4.4 und 8.4.5). Es ist im Einzelfall abzuwägen,
ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine flüchtlingsrechtlich
relevante Gefährdung der betreffenden Person darstellen. Dabei ist zu be-
achten, dass insbesondere jene Rückkehrerinnen und Rückkehrer eine be-
gründete Furcht vor einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung haben,
denen von den sri-lankischen Behörden ein Bestreben unterstellt wird, den
tamilischen Separatismus wiederaufleben lassen zu wollen (Referenzurteil
E-1866/201 E. 8.5.1).
7.3
7.3.1 In Bezug auf die zur Feststellung des Sachverhaltes dienenden Be-
weismittel verlangt der Beschwerdeführer, dass das Protokoll seiner sum-
marischen Befragung durch die Vorinstanz vom 3. Dezember 2015 aus
dem Recht gewiesen wird. Die Befragung sei nicht rechtmässig durchge-
führt worden, da die Befragerin aggressiv gewesen und der Beschwerde-
führer durch ihr Verhalten stark eingeschüchtert worden sei und deshalb
nicht offen habe reden können.
7.3.2 Tatsächlich ist festzuhalten, dass dem Protokoll der summarischen
Befragung des Beschwerdeführers vom 3. Dezember 2015 (in SEM-Akte
A6) zu entnehmen ist, dass die Befragerin der Vorinstanz teilweise unan-
gemessen auf Aussagen des Beschwerdeführers reagierte. Insbesondere
bezüglich dessen Angaben zu seinem Aufenthalt in F._ zeigen ein
Teil ihrer Aussagen klar, dass sie dem Beschwerdeführer nicht glaubt und
dies auch explizit sagt. So finden sich in Ziff. 5.02 des Protokolls unter an-
derem die folgenden Aussagen: «Und so beschreiben sie 2 Jahre
G._!?», «Das ist nicht, was ich hören wollte.», «Ich bin noch nicht
schlauer als vorher.» und «Sie beschreiben nicht gerade 2 Jahre Leben in
G._. Da kann ich Ihnen weit mehr berichten über diese Stadt!».
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Seite 10
Diese Aussagen der Befragerin der Vorinstanz in der Befragung einer asyl-
suchenden Person sind aufgrund der darin offensichtlich werdenden Ge-
ringschätzung gegenüber dem Beschwerdeführer und seinen Aussagen
nicht akzeptabel. Hinzu kommt, dass die Befragerin auch die anschlies-
sende Befragung zu den Gesuchsgründen des Beschwerdeführers in einer
Art und Weise führte, die eine objektive Sachverhaltsermittlung faktisch
verunmöglicht (ab Ziff. 7 des Protokolls). So fordert sie den Beschwerde-
führer nach seinen ersten Aussagen zu seinen Fluchtgründen auf, von sich
aus alles zu berichten. Dann unterbricht sie den Beschwerdeführer nach
zwei Sätzen und fordert ihn auf, er solle chronologisch berichten, das sei
«nun sehr wirr». Als der Beschwerdeführer verunsichert antwortet, sagt sie:
«Bitte interpretieren Sie nichts. Sie waren aufgefordert, frei und offen zu
berichten. Ich bin da und warte und Sie berichten nichts mehr.» Nach wei-
teren zwei Sätzen des Beschwerdeführers unterbricht die Befragerin ihn
wieder: «Wir sind bei den Asylgründen. Bitte berichten Sie, warum Sie
Sri Lanka verlassen haben. Und das von sich aus.» Wiederum nach zwei
Sätzen: «Ich muss sie unterbrechen. Machen Sie nun ganz neue Gründe
geltend? Ich dachte, dass Sie ausführen, was Sie vorher in Bruchteilen be-
richtet haben.» Diese aggressiv vorgetragenen und teilweise widersprüch-
lichen Anweisungen der Befragerin sind geeignet, den Beschwerdeführer
nachhaltig zu verunsichern. Es ist entsprechend nachvollziehbar, dass die
Äusserungen der Befragerin den Beschwerdeführer davon abhielten, sich
ihr gegenüber offen und umfassend zu äussern.
Es erscheint damit insgesamt offensichtlich, dass die Befragerin der Vor-
instanz mit ihrem Verhalten in der summarischen Befragung des Be-
schwerdeführers eine korrekte Feststellung des Sachverhaltes und somit
eine korrekte Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages (Art. 12 und 49 Bst. b
VwVG) verunmöglichte. Ein Grund, das Protokoll der summarischen Be-
fragung aus dem Recht zu weisen, stellt dies jedoch nicht dar. Hingegen
sind diese Umstände im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berück-
sichtigen (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes über den
Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]), was vorliegend dazu führt, dass auf
die Aussagen des Beschwerdeführers in der summarischen Befragung
nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers abgestellt werden darf.
7.3.3 Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde lässt jedoch das Proto-
koll der Anhörung vom 8. September 2016 (in SEM-Akte A15) nicht darauf
schliessen, dass sich der Beschwerdeführer auch in der Anhörung nicht
offen und umfassend hätte äussern können. Da die Anhörung damit korrekt
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Seite 11
durchgeführt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Be-
schwerdeführer trotz der fehlerhaften summarischen Befragung insgesamt
genügend und angemessen äussern konnte. Eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs macht der Beschwerdeführer diesbezüglich damit zurecht
nicht geltend. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist der Sachver-
halt zudem genügend abgeklärt und lässt sich entsprechend rechtsgenü-
gend erstellen.
7.4
7.4.1 Bezüglich der Frage, inwiefern der Beschwerdeführer seine Vorbrin-
gen glaubhaft machen konnte, ist vorab zweierlei festzustellen:
7.4.2 Erstens ist festzuhalten, dass entgegen der Ansicht der Vorinstanz
weder der Umstand, dass der Beschwerdeführer keinen Reisepass ein-
reichte – worin die Vorinstanz eine Mitwirkungspflichtverletzung sah, ob-
wohl er seine Identitätskarte einreichte –, noch seine Aussagen zu den Rei-
seumständen von Sri Lanka in die Schweiz – die nach Ansicht der Vo-
rinstanz als vage zu werten sind – grundsätzlich gegen die Glaubhaftigkeit
der flüchtlingsrechtlich relevanten Vorbringen des Beschwerdeführers
sprechen, da beides mit diesen Vorbringen in keinem wesentlichen Zusam-
menhang steht.
7.4.3 Zweitens ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschwerdeführers
entgegen den Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-
gung grundsätzlich glaubhaft sind. Insbesondere ist das Vorbringen des
Beschwerdeführers glaubhaft, er habe in Sri Lanka während neun Jahren
bei der B._ als (...) gearbeitet und sei dabei zweimal befördert wor-
den. Seine diesbezüglichen Aussagen sind ausführlich, detailliert und ohne
Widersprüche (SEM-Akte A15 F16 ff., F73 und F82 ff.). Zudem reicht er
diesbezüglich verschiedene Beweismittel ein (zwei Bestätigungen für die
Ausbildung als (...) im Original und mehrere Fotos, auf denen er im Zu-
sammenhang mit seiner Arbeit zu sehen ist). In diesem Zusammenhang
erscheint auch der von ihm geschilderte Vorfall im Jahr 2008, bei dem er
nach einer Minenexplosion von sri-lankischen Sicherheitskräften verhaftet,
befragt und geschlagen wurde – sowie insbesondere zu einer Arbeit für die
B._ befragt wurde – glaubhaft (SEM-Akte A15 F59 ff.). Ebenso
glaubhaft erscheint, dass die B._ ab 2009 auch Personen beschäf-
tigte, die vor dem Ende des Krieges Verbindungen zur LTTE unterhielt oder
solcher Verbindungen verdächtigt wurden, (...).
E-1394/2018
Seite 12
7.5
7.5.1 Der Beschwerdeführer macht erstens geltend, er sei bei einer Rück-
kehr nach Sri Lanka gefährdet, weil er während neun Jahren als Mitarbeiter
der B._ (...) habe.
Bezüglich dieses Vorbringens ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
als Tamile aufgrund seiner Arbeit als (...) für eine ausländische Hilfsorga-
nisation, die auch ehemalige LTTE-Mitglieder beschäftigte, in Sri Lanka of-
fensichtlich einer gewissen Gefahr ausgesetzt war, von den sri-lankischen
Sicherheitskräften der Unterstützung der LTTE verdächtigt zu werden. In
diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass verschiedene grundsätzlich
glaubhafte Berichte über Mitarbeiter von B._ und anderen, ähnli-
chen Organisationen vorliegen, die während des Krieges durch sri-lanki-
sche Sicherheitskräfte verletzt oder getötet wurden (vgl. Public Interest Ad-
vocacy Centre, Tides of violence: mapping the Sri Lanka conflict from 1983
to 2009, 2. Aufl. Mai 2019, [...], <https://piac.asn.au/wp-content/up-
loads/2019/05/TIDES-OF-VIOLENCE-FINAL-3-PIAC.pdf> und Law & So-
ciety Trust, Under Fire: Persons in Humanitarian Service, 7. März 2008,
[...], <http://www.disappearances.org/reports/srilanka/report012006-
122007.pdf>, beide abgerufen am 30.07.2020). Insbesondere nennt der
Beschwerdeführer den Namen des Mitarbeiters der B._, der im Jahr
2007 getötet worden sei (SEM-Akte A15 F3, vgl. auch F69 ff.). Tatsächlich
wurde gemäss mehreren Berichten am (...) 2007 ein Mitarbeiter der
B._ mit diesem Namen von der sri-lankischen Armee respektive
von mit dieser zusammenarbeitenden Paramilitärs in C._ erschos-
sen (vgl. Public Interest Advocacy Centre, Tides of violence, a.a.O., [...],
und Law & Society Trust, Under Fire, a.a.O., [...]). Dass tamilische Perso-
nen, mit Wissen über (...) – im Fall des Beschwerdeführers über (...) – von
den sri-lankischen Sicherheitskräften der Zusammenarbeit mit der LTTE
verdächtigt wurden, zeigt auch der vom Beschwerdeführer geschilderte
Vorfall aus dem Jahr 2008 (SEM-Akte A15 F59 ff.).
Gleichzeitig ist jedoch auch festzuhalten, dass seit dem Ende des Krieges
in Sri Lanka 2009 keine konkreten Berichte über spezifische Verfolgungs-
handlungen gegenüber (ehemaligen) Mitarbeitern von B._ oder
ähnlicher Organisationen mehr vorliegen. Der Beschwerdeführer führt
zwar – grundsätzlich nachvollziehbar – aus, dass die Gefahr für ehemalige
Mitarbeiter der B._ zugenommen habe, nachdem die Organisation
ihre Arbeit in Sri Lanka 2013 beendet habe, da die Sicherheitskräfte bis zu
diesem Zeitpunkt tendenziell vor Übergriffen auf Mitarbeiter der Organisa-
tion zurückgeschreckt seien, aus Angst davor, diese könnten publik werden
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Seite 13
(SEM-Akte A15 F91 f.). So seien 2013 beispielsweise zwei ehemalige Mit-
arbeiter der B._ mitgenommen, befragt und wieder freigelassen
worden (SEM-Akte A15 F141 f.). Er selber sei im November und Dezember
2013 zweimal von Angehörigen der Armee zuhause gesucht worden, als
er nicht zuhause gewesen sei (SEM-Akte A15 F54 und F110 ff.). Demge-
genüber ist aber festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auch nach dem
zweiten Besuch der Armee am 1. Dezember 2013 weitere zwei Wochen
zuhause verbrachte (zumindest in der Nacht) und auch weiterhin als (...)
tätig war (SEM-Akte A15 F126 ff.), was nicht darauf schliessen lässt, dass
er zu diesem Zeitpunkt von einer relevanten Gefahr ausging. Auch dass
die Sicherheitskräfte seit seiner Ausreise lediglich einmal, 2016, bei seiner
weiterhin in Sri Lanka wohnenden Frau nach ihm gefragt hätten (SEM-Akte
A15 F144), deutet nicht auf eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungs-
gefahr hin, zumal dieses Ereignis bereits vier Jahre zurückliegt.
Insgesamt erscheint die Gefahr damit eher gering, dass der Beschwerde-
führer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka heute aufgrund seiner ehemali-
gen Tätigkeit für die B._ ins Visier der sri-lankischen Sicherheits-
kräfte geraten würde, sies zumal er diese Arbeit vor sieben Jahren been-
dete, sich seither in keiner Weise für die LTTE oder die tamilische Bewe-
gung im Allgemeinen einsetzte und Sri Lanka 2013 problemlos mit seinem
eigenen Pass verlassen konnte.
7.5.2 Zweitens macht der Beschwerdeführer geltend, er sei bei einer Rück-
kehr gefährdet, da er zwei ehemaligen Mitarbeitern der B._ zur
Flucht nach Indien verholfen habe. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
keine Hinweise dafür vorliegen, dass die sri-lankischen Sicherheitskräfte
über diese Fluchthilfe des Beschwerdeführers Bescheid wüssten oder ihn
diesbezüglich verdächtigten. Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, die
Leute von E._, dem Ort, an dem er die beiden Personen mit den
(...) bekannt gemacht habe, wüssten davon. Daraus ergibt sich aber nicht
ohne Weiteres ein Gefährdungsmoment, zumal der Beschwerdeführer le-
diglich geltend macht, er habe die beiden Flüchtlinge mit (...) bekannt ge-
macht, die sich bereit erklärt hätten, sie nach Indien zu bringen (SEM-Akte
A15 F97 und F108 f.). Er macht jedoch nicht geltend, er sei darüber hinaus
an der Planung oder der Ausführung der Flucht oder an weiteren Flucht-
versuchen beteiligt gewesen. Damit handelt es sich höchstens um eine
einmalige, relativ untergeordnete Hilfestellung, mit der er sich nicht stark
exponierte. Der Beschwerdeführer führt denn auch selber aus, der Haupt-
grund für seine Flucht liege in seiner Angst aufgrund seiner Tätigkeit als
E-1394/2018
Seite 14
(...) (SEM-Akte A15 F54 und 153). Und auch die beiden angeblichen Be-
suche von der Armee bei ihm zuhause im November und Dezember 2013
bringt er nicht direkt mit seiner Fluchthilfe in Zusammenhang. Entspre-
chend ist nicht davon auszugehen, dass diese einmalige Fluchthilfe des
Beschwerdeführers sein Risiko bei einer Rückkehr nach Sri Lanka heute
wesentlich erhöhen würde.
7.5.3 Auch aufgrund seiner Wahlkampfunterstützung für die tamilische
Partei TNA 2004 und 2013 ist nicht mit einer erhöhten Gefährdung des Be-
schwerdeführers auszugehen. Bei der TNA handelt es sich um eine etab-
lierte Partei, die sich nicht (mehr) für einen unabhängigen tamilischen Staat
einsetzt (vgl. Urteil des BVGer E-2234/2016 vom 23. November 2018
E. 4.2.2). Zudem war der Beschwerdeführer nicht selber Kandidat und er
macht nicht geltend, sich in irgendeiner Weise exponiert oder deswegen
Schwierigkeiten bekommen zu haben.
7.6 Insgesamt ist deshalb nicht davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka heute einer flüchtlingsrechtlich
relevanten Verfolgung ausgesetzt wäre. Seine Tätigkeit als (...) von 2004
bis 2013 stellt zwar ein gewisses Risiko dar, dieses erscheint nach dem
Ende des Krieges und aufgrund der seither verstrichenen Zeit aber eher
klein. Der Bruder des Beschwerdeführers verschwand bereits vor 24 Jah-
ren und der Beschwerdeführer macht nicht geltend, deswegen je Probleme
gehabt zu haben. Der Beschwerdeführer war nie Mitglied der LTTE, unter-
stützte diese lediglich in einem sehr untergeordneten Mass und auch seine
Geschwister hatten keine Verbindungen zur LTTE. Zudem stand der Be-
schwerdeführer nach dem Ende des Krieges 2009 nie unter dem Verdacht,
sich für die Wiederbelebung des tamilischen Widerstands einzusetzen.
Schliesslich lassen weder seine einmalige Teilnahme an einer Demonstra-
tion im November 2013 noch seine Wahlkampfunterstützung für die TNA
auf eine besondere Gefährdung zu schliessen.
7.7 An dieser Einschätzung ändert auch der Ausgang der Präsident-
schaftswahlen in Sri Lanka im November 2019 und der darauf folgende
Regierungswechsel nichts. Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Raja-
paksa zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt. Gotabaya Rajapaksa
war unter seinem älteren Bruder Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis
2015 Präsident war, Verteidigungsminister und wurde in diesem Zusam-
menhang zahlreicher Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten
sowie Aktivistinnen und Aktivisten angeklagt. Zudem wird er von Beobach-
E-1394/2018
Seite 15
tern für Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Zusam-
menhang mit dem Ende des Bürgerkrieges 2009 verantwortlich gemacht
(vgl. HANNAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian, Gotabaya Rajapaksa elec-
ted president of Sri Lanka, 17. November 2020, <https://www.theguar-
dian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-
premadas-count-continues> und Human Rights Watch: World Report 2020
– Sri Lanka, 14.1.2020, <https://www.hrw.org/world-report/2020/country-
chapters/sri-lanka>, beide abgerufen am 30.07.2020). Kurz nach der Wahl
ernannte der neue Präsident seinen Bruder Mahinda zum Premierminister
und berief auch einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regie-
rung. Die drei Brüder kontrollieren in der neuen Regierung zahlreiche Mi-
nisterien und Departemente (vgl. HANNAH ELLIS-PETERSEN, The Guardian,
Sri Lanka’s president Rajapaksa cements family power as brothers join ca-
binet, 22. November 2019, <https://www.theguar-
dian.com/world/2019/nov/22/sri-lankas-president-rajapaksa-cements-fa-
mily-power-as-brothers-join-cabinet>, abgerufen am 30.07.2020). Be-
obachter sowie ethnische und religiöse Minderheiten befürchten aufgrund
dieser Macht der Familie Rajapaksa verstärkte Repression und die ver-
mehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten,
Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen
Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel
weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019, <https://www.fluechtlings-
hilfe.ch/publikationen/im-fokus/sri-lanka-regierungswechsel-weckt-a-
engste-bei-minderheiten>, abgerufen am 30.07.2020).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst und beobachtet die Entwicklungen laufend. Zwar ist beim derzei-
tigen Kenntnisstand eine Akzentuierung der Gefährdungslage für Perso-
nen mit gewissen Risikofaktoren möglich (vgl. z.B. Human Rights Watch,
Sri Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020,
<https://www.hrw.org/news/2020/02/16/sri-lanka-families-disappeared-
threatened>, abgerufen am 30.07.2020). Vorliegend besteht jedoch kein
persönlicher Bezug des Beschwerdeführers zur Präsidentschaftswahl vom
16. November 2019 respektive zu deren Folgen. Dafür, dass seit dem
Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen oder Rückkehrer
tamilischer Ethnie aus der Schweiz generell einer Verfolgungsgefahr aus-
gesetzt wären, gibt es aber auch heute keine Anzeichen. Deshalb ändern
diese Umstände nichts an der Risikoeinschätzung bezüglich des Be-
schwerdeführers.
E-1394/2018
Seite 16
7.8 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, die Abweisung sei-
nes Asylgesuchs stelle eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots dar,
da die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft von zwei anderen ehemaligen
Mitarbeitern der B._ anerkannt habe. Eine Verletzung des Rechts-
gleichheitsgebots liegt jedoch nicht vor, da die glaubhaft gemachten Risi-
kofaktoren in jedem Einzelfall individuell zu prüfen sind und die Frage, ob
sich daraus eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung ergibt, in jedem
Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände zu beantworten ist (vgl. Refe-
renzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5). Die beiden in
der Schweiz als Flüchtlinge anerkannten ehemaligen Mitarbeiter der
B._, auf die der Beschwerdeführer in der Beschwerde verweist,
weisen denn auch spezifische Risikofaktoren auf, die beim Beschwerde-
führer nicht vorliegen.
7.9 Insgesamt ist damit festzustellen, dass der Beschwerdeführer bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka keiner flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung
ausgesetzt ist. Er erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft nicht und die Vor-
instanz hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
8.
Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie darauf nicht ein, so
verfügt sie in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; sie berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie.
Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet
(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, jeweils m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
9.2 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der
Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind al-
ternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg-
weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in
der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu
regeln (BVGE 2009/51 E. 5.4).
E-1394/2018
Seite 17
9.3 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft: Sie sind zu beweisen, wenn
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu ma-
chen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.4
9.4.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen.
9.4.2 Erstens darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr
läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (flüchtlings-
rechtliches Refoulementverbot; Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 Abs. 1 AsylG).
Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrechtlich
relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet das
flüchtlingsrechtliche Refoulementverbot vorliegend keine Anwendung.
9.4.3 Zweitens darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden (menschenrechtli-
ches Refoulementverbot; Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 EMRK und Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK,
SR 0.105]). Gemäss Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) und des UN-Anti-Folterausschusses liegt eine
Verletzung des menschenrechtlichen Refoulementverbots vor, wenn die
Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") dafür nachweisen
oder glaubhaft machen können, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung
Folter oder unmenschliche Behandlung droht (vgl. Urteil des EGMR Saadi
gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
m.w.H.).
Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-
sungsvollzug aktuell nicht als unzulässig erscheinen. So hat der EGMR
wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, aus Eu-
ropa zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine EMRK-widrige Be-
handlung. Der EGMR betont vielmehr, es müssten im Rahmen der Beur-
teilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung
E-1394/2018
Seite 18
habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Inte-
resse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die in E. 7.2
genannten Risikofaktoren abgedeckt sind – in Betracht gezogen werden.
Dabei sei dem Umstand Rechnung zu tragen, dass diese einzelnen As-
pekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real
risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen
könnten (vgl. dazu Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli
2016 E. 12.2, mit Verweisen auf die Rechtsprechung des EGMR).
Da der Beschwerdeführer wie ausgeführt gestützt auf die genannten Risi-
kofaktoren nicht glaubhaft machen konnte, dass er befürchten muss, bei
einer Rückkehr nach Sri Lanka die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Be-
hörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu zie-
hen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass ihm eine menschen-
rechtswidrige Behandlung in Sri Lanka droht.
9.4.4 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch in-
dividuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers las-
sen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzu-
lässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung
zulässig.
9.5
9.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.5.2 Die allgemeine Menschenrechtssituation und die sicherheitspoliti-
sche Lage in Sri Lanka lassen den Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz
zumutbar erscheinen, wenn das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskri-
terien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen
Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und
Wohnsituation) bejaht werden kann (Referenzurteil des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2).
Der Beschwerdeführer stammt aus dem Distrikt C._ in der Nordpro-
vinz, wo er geboren ist und vor seiner Ausreise gelebt hat. Er verfügt dort
mit seiner Ehefrau, den Schwiegereltern, seiner Mutter, einem Bruder und
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Seite 19
drei Schwestern über ein tragfähiges verwandtschaftliches und wohl auch
soziales Beziehungsnetz. Es kann damit davon ausgegangen werden,
dass er bei einer Rückkehr über eine gesicherte Wohnsituation verfügen
wird. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer eine vergleichsweise gute
Schulbildung erhalten (12 Jahre, Abschluss mit Advanced Level). Er hat
zudem einen Computerkurs absolviert sowie als (...), (...), (...) und (...)
gearbeitet. Relevante gesundheitliche Beschwerden macht er keine gel-
tend. Es sind deshalb in den individuellen Umständen des Beschwerdefüh-
rers keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass er bei einer Rückkehr nach
Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten würde.
9.5.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
9.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
11.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei auf-
zuerlegen. Da dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung ge-
währt worden ist, sind keine Kosten zu erheben (Art. 65 Abs. 1 VwVG).
11.2 Dem vom Gericht bestellten unentgeltlichen Rechtsbeistand des Be-
schwerdeführers ist eine Entschädigung zu Lasten des Gerichts auszurich-
ten (Art. 65 Abs. 5 VwVG und Art. 12 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 8 ff VGKE). Der Rechtsbeistand
reichte am 23. April 2014 eine Kostennote in der Höhe von Fr. 3'796.70
(16.71 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 220.– und Auslagen von
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Fr. 120.50) ein. Dies erscheint angemessen. Das amtliche Honorar ist des-
halb auf Fr. 4'089.05 (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9
Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen.
(Dispositiv nächste Seite)
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