Decision ID: 8211d64a-30a3-4e9b-bf7b-bc2510995e24
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
war vom 1. Oktober 2009
bis
zum 31. Dezember 2014
bei
der
Y._
als Berater
im Bereich operatives Bank
geschäft
tätig
, wobei der letzte Arbeitstag am 22. Februar 2014 war
(Urk.
7/18/1-5
)
.
Unter Hinweis auf
eine Depression meldete sich
der Versicherte
am 16. Oktober 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbli
che Situation ab und
zog Akten des
Krankentag
geldversicherers
bei (Urk. 7/13
, Urk. 7/21)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/19-20
) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
15. Juni 2015
einen
Leistungsanspruch
(Urk.
7/30
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am
13. August 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung
vom
15. Juni 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
IV-Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen und eventuell Ren
ten
leis
tungen,
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
17. September 2015
(Urk.
6
)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
13. Okto
be
r 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
träch
ti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss.
Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein ent
spre
chendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Um
stände (AHI
1997 S.
43 E.
5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel
auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345,
Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom
8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352
E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E.
4.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherun
gsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz
den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt
eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
beim Beschwerdeführer sei kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Gesundheitsschaden ausgewiesen, weshalb er keinen Anspruch auf IV-Leistun
ge
n habe.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, ergänzende medizinische Infor
ma
tionen zum Gesundheitszustand einzuholen. Sie habe damit ihre
Untersu
chungs
pflicht
verletzt (S. 4 Ziff. 7). Die Beschwerdegegnerin habe die eingehol
ten Be
richte nicht einmal dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt, sondern
„freihändig“ im Leistungsdienst eine Würdigung der medizinischen Be
richte vor
genommen, was nicht angehe (Ziff. 9).
Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, er leide an einem schweren de
pressiven Syndrom sowie an einer Persönlichkeitsstörung; damit sei ein invali
di
sierender Gesundheitsschaden ausgewiesen (
S. 5
Ziff. 12 f
.
). Die
Beschwer
de
gegnerin
habe vorliegend einz
ig eine Rentenprüfung vorgenommen und Ein
gliederungsmassnahmen nicht in Betracht gezogen. Da ein Gesundheitsschaden
vorliege und eine Erwerbseinbusse von 20 % deutlich überschritten sei, hätte die
Beschwerdegegnerin jedoch berufliche Eingliederungsmassnahmen gewäh
ren müssen
(S. 6 Ziff. 14 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschaden
zu Recht verneinte.
3.
3.1
Vom 20. April bis 3. Juli 2014 war der Beschwerdeführer in der Privatklinik
Z._
in stationärer Behandlung (
Bericht vom 23. September 2014,
Urk.
7/13/12-13
). Es wurden folgende Diagnosen gestellt (ad.
3
):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit, einer Mobbingsituation mit anschliessender Kündigung der Arbeitsstelle (ICD-10 F56)
akzentuierte Persönlichkeitszüge vorwiegend ahnungsvoll-sensibel (ICD-10 Z73.1)
Sowohl für die Dauer der Hospitalisierung als auch bei Klinikaustritt sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (ad.5).
3.2
Seit Februar 2014 ist der Beschwe
rdeführer wöchentlich bei
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
in Behandlung (Bericht vom 10. Januar 2015, Urk. 7/17/5-7; vgl. auch Bericht vom 27. Oktober 2014, Urk.
7/13/9-10
).
Dr.
A._
stell
te dieselben Diagnosen, wie sie auch im Bericht der Privatklinik
Z._
genannt wurden, und hielt zusätzlich die Diagnose
Marfan
-Syndrom fest (Ziff. 1.1).
Beim Beschwerdeführer habe eine seit 2012 zu
nehmende depressive Entwicklung in einer im April 2014 akuten Kri
sensi
tua
tion gegipfelt mit anschliessender Hospitalisierung. Seit dem
Klinikaus
tritt
sei es kaum zu einer affektiven Stabilisierung gekommen. Er habe rezidi
vierende de
pressive Krisen und eine ausgeprägte Identitätsproblematik mit aus
geprägter
Selbs
t
wertproblematik
(Ziff. 1.4).
Seit Behandlungsbeginn sei der Be
schwerde
führer wegen verminderter Belastbarkeit und Ausdauer, allgemein stark ver
min
dertem Funktionsniveau und
verminderter
Leistungsfähigkeit, ra
scher Erschöp
fung sowie verminderter Konzentrations- und
Aufmerksam
keitsspanne
zu 100 %
arbeitsunfähig (Ziff. 1.6 f.).
Im längerfristigen Verlauf könne mit einer Ver
besse
rung der Affektivität und einer Identitätsstärkun
g ge
rechnet werden (Ziff. 1.4).
3.
3
Der Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seiner Erstbeurteilung vom 14. Januar 2015 fest, aufgrund der Art und des Ausmasses des Störungsbildes
sei eine krankheitswertige Störung im versicherungsmedizinischen Sinne
gege
ben
un
d dem Beschwerdeführer sei eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attes
tie
ren. Die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin sei kongruent zu der sei
nigen (Urk.
7/21/2
).
In seinem Kurzbericht vom 17. April 2015 hielt er ein klinisch-objektiv schwe
res depressives Syndrom fest. Der Beschwerdeführer sei störungsbedingt keinem Arbeitgeber zumutbar (Urk. 7/28/3).
3.4
Mit Bericht vom 2.
April 2015 führte
Dr.
A._
aus, das affektive Zustandsbild habe sich zwischenzeitlich leicht verbessert. Aufgrund der persönlichen Verun
sicherung und des allgemein eingeschränkten Funktions- und Belastungsni
ve
aus sei eine berufliche Wiedereingliederung jedoch ohne Unterstützung sei
tens der Beschwerdegegnerin nicht mögl
ich.
Dr.
A._
beschrieb
erstmals eine kom
bi
ni
erte Persönlichkeitsstörung
(Urk. 7/24/1)
.
3.5
Im Verlaufsbericht vom 10. Juni 2015 (Urk. 3/4) berichtete
Dr.
A._
über eine
Rückbildung der depressiven Symptomatik sowie eine Verbesserung des An
triebs
und über ein verbessertes Erkennen von dysfunktionalen Verhaltensmus
tern. Eine
allgemein verminderte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sowie rasche Er
schöp
fung würden weiterhin persistieren. Ebenfalls leide der Be
schwerdeführer weiterhin an ausgeprägten Schwierigkeiten mit der
Selbstwahr
nehm
ung
sowie innerer Unruhe.
Dr.
A._
diagnostizierte eine
Persönlich
keitsstörung
(ICD-10
F60.8) und eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig remittiert (ICD-10
F33.4). Als Therapie würden
unter anderem
nebst psy
chiatrisch-psycho
thera
peu
tischer Gesprächstherapie eine stundenweise Beschäf
tigung bei einer
Garten
baufirma
zum Aufbau von Ausdauer und Belastbarkeit stattfinden.
Dr.
A._
attestierte
weiterhin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hielt am 13. Januar 2015 fest, aus den Unterlagen gehe hervor, dass die hier vorliegende Diagnose aus rein IV-rechtlicher Sicht keine
länger andauernde Arbeitsunfähigkeit hervorrufe. Zudem seien die
mobbing
ähn
lichen
Situationen am Arbeitsplatz ein IV-fremder Faktor. Es würden somit keine
Anhaltspunkte für einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Ge
sund
heits
schaden
vorliegen (Feststellungsblatt vom 25. März 2015, Urk. 7/22/3 oben). Es sei davon auszugehen, dass sich die Beschwerden durch regelmässige psychia
tri
sche Therapien wesentlich verbessern lassen würden (
Feststellungs
blatt
vom 15. Juni 2015, Urk. 7/29/2 oben).
4.2
Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es grund
sätzlich einer fachärztlichen Diagnose, die sich lege
artis
auf die Vorgaben eines
anerkannten Klassifikationssystems abstützt (BGE 130 V 396 E. 6, Urteil des Bun
desgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010 E. 3.2.3). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung
-
und im Streitfall das Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforde
rungen (BGE 125 V 351 E.
3a) genügenden medizinischen Tatsachenfeststellun
gen hin
wegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolge
rungen zur
(Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversiche
rungsrecht
lichen
Relevanz und Tragweite zu eigen machen.
4.3
D
ie
nichtärztliche Einschätzung
der Beschwerdegegnerin
(vorstehend E. 4.1)
setzt
e
sich über die Beurteilung dreier Fachärzte hinweg
:
So
diagnostizierten zwei
Psychiaterinnen - die behandelnde Psychiaterin sowie eine Fachärztin der Priva
t
klinik
Z._
- unter anderem eine rezidivierende depressive Störung und erachteten den Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig (vorstehend E. 3.1 f.).
Dr.
B._
erachtete eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ebenfalls als a
usge
wiesen (vorstehend E. 3.3).
Zwar
gelten selbst mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
. Die Behandelbarkeit ei
ne
s psychischen Leidens sagt jedoch, für sich allein betrachtet, nichts
Ab
schliess
en
des
über dessen invalidisierenden Charakter aus (Urteil des Bundesge
richts
9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
Somit
gilt zu berück
sichtigen, dass sich
ausnahmsweise
auch
mittelschwere psychische Stö
rungen
aus dem depressiven Formenkreis
invalidisierend auswirken können. Um sol
che
n Ausnahmefällen gerecht zu werden, erscheint es als besonders notwen
dig, das medizinische Dossier dem RAD vorzulegen, bevor eine rechtliche Ein
ordnung erfolgt.
Die Behandelbarkeit der depressiven Problematik belegte hier allerdings anschaulich der
kurz vor Verfügungserlass und
im Gerichtsverfahren
einge
reichte Bericht von
Dr.
A._
(Urk. 3/4; vorstehend E. 3.5), worin sie über eine gegenwärtig remittierte rezidivierende depressive Störung berichtete.
Trotzdem
wären weitere medizinische Abklärungen angezeigt gewesen,
da
Dr.
A._
in ihrem Schreiben vom 2. April 2015
sowie im Bericht vom 10. Juni 2015
neu
eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung diagnostizierte
und weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte
(vorstehend E. 3.4 f.)
.
4.4
Da
die vorlieg
ende psychische Problematik
auch nach den (
frühere
n)
Problem
en
am Arbeitsplatz
(mobbingähnliche Situation) anh
ielt
, kann gerade nicht darauf
geschlossen werden, die gesundheitlichen Einschränkungen seien einzig auf psy
chosoziale und damit invaliditätsfremde Umstände
zurückzuführen
(vorste
hend E. 4.1).
Dr.
A._
hielt zwar eine zwischenzeitliche Verbesserung der de
pressi
ven Problematik fest, nannte als neue Diagnose jedoch gleichzeitig eine
Per
sönlichkeitsstörung
und attestierte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
.
Nähere Ausführungen zur Persönlichkeitsstörung fehlen jedoch
.
Weiter hielt
Dr.
A._
trotz Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
fest, es seien
berufliche Massnahmen angezeigt, um den Beschwerdeführer wieder ins Erwerb
s
leben zu integrieren
,
und berichtete auch darüber, dass der Beschwerde
führer zwecks „Aufbau“ stundenweise bei einer Gartenbaufirma tätig sei (vor
stehend
E. 3.5)
.
Anhand dieser Gegebenheiten und insbesondere der im Raum stehenden
Diagnose der Persönlichkeitsstörung bestehen erhebliche Zweifel an der Schluss
f
olgerung der Beschwerdegegnerin, es
lieg
e kein invalidisieren
der
Gesundheits
schaden
vor
.
Zur Beurteilung
der
invalidenversicherungs
rechtlichen
Ansprüche bedarf es
jedoch weitere
r
medizinische
r
Abklärungen.
4.5
Gesamthaft kann gestützt auf die vorliegenden medizinischen Berichte
ein inva
lidisierender Gesundheitsschaden
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden,
weshalb der Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht
gefolgt werden kann.
Die Beschwerdegegnerin hat bei
Dr.
A._
einen
Verlaufs
bericht
einzuholen und gegebenenfalls weitere medizinische Abkläru
n
gen in die Wege zu leiten und danach
das
Leistungsg
esuch
umfassend z
u prü
fen.
Die
Be
schwerdegegnerin
ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass sie
- bei Vorliegen
einer (drohenden; vgl. vorstehend E. 1.3) Invalidität -
nach dem Grundsatz „Ein
gliederung vor Rente“ zunächst zu prüfen hat, ob Eingliede
rungsmassnahmen zu gewähren sind.
Die Beschwerde ist dementsprechend in diesem Sinne gutzuheissen, als die
an
gefochtene Verfügung vom 15. Juni 2015 aufzuheben und die
Sache zur weite
ren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
In Anwendung
obiger
Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegen
d
auf Fr.
2‘100.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und
ausgangs
gemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.