Decision ID: 3cf1ab2f-4392-4f42-a3f2-ca762cfe6bf3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene
X._
,
ohne
berufliche Ausbildung
, verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern, war ab
1. April 1996
mit einem Beschäf
tigungsgrad von 70 %
im
Hausdienst des
Spitals Y._
ange
stellt,
als sie
am
28. April 2010
auf
einem Fussgängerstreifen von einem Perso
nenwagen angefahren
und verletzt
wurde
(Urk. 12/1).
D
ie AXA Versicherungen AG
als
für das Ereignis
zuständiger Unfallversicherer
kam für die Heilbehand
lung auf und
erbrachte
Taggeld
er
.
Gestützt auf das von ihr eingeholte
interdis
ziplinäre
Gutachten
der Gutachterstelle
Z._
vom 8. August 2011 (Urk. 13/M48
a
)
verfügte sie am
10. Januar 2012 (Urk. 12/187)
die Leistungsein
stellung per 31. August 2011
, welche sie
auf Einsprache der Versicherten vom 9. Februar 2012 (Urk. 12/201) hin mit Entscheid vom 13. November 2012 (Urk. 2)
bestätigte
.
2.
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsan
wältin Andrea
I._
Kistler,
am 13. Dezember 2012
Beschwerde mit dem folgenden Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
„
1.
Der Einspracheentscheid der AXA Versicherungen AG als obligatorische Unfallversicherung vom 13. November 2012 sei aufzuheben.
2.
Es sei die psychotherapeutische/psychiatrische, physiotherapeutische und somatische Heilbehandlung fortzusetzen und der Beschwerdeführerin UV Leistungen (Behandlungskosten und Taggelder) weiterhin zu gewähren.
3.
Es seien weitere medizinische Abklärungen in folgenden Bereichen vorzu
nehmen:
psychiatrisches Gutachten,
zahnmedizinisches Gutachten und
betreffend somatischer Beschwerden:
–
Läsion des Nervus peronaeus rechts
–
paramediane thorakale Diskushernie 3/4 beziehungsweise 2/3
–
Schilddrüsenunterfunktion,
zzgl. Fortsetzung der UV Leistungen (Behandlungskosten und Taggelder)
4.
Eventualiter sei der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente ab wann rech
tens auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 100 % und eine ent
sprechende Integritätsentschädigung zuzusprechen.
5.
Unter Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin."
Die
AXA Versicherungen AG
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 30. April 2013 (Urk. 11) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 3. Mai 2013 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Mit Urteil heutigen Datums wies das hiesige Gericht die Beschwerde gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 22. Februar 2013 (Urk. 12/236) betreffend Verneinung eines Anspruches auf Leistungen
der Invalidenversicherung
ab (Prozess IV.2013.00282).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt
(Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigung
en, die den Folgen eines
Unfalles
ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des
Unfalles
voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des
Unfalles
zu mindestens 10
%
invalid
(
Art. 8 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG])
, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfäl
lige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da
hin (Art. 19
Abs.
1 UVG). Sodann hat die versicherte Person nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhang
e
s sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhang
e
s nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit ander
e
n Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetre
tene gesundheitliche Störung entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädig
enden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist ei
ne Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden
hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhang
e
s genügt für die Begründung eines Leis
tungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
sich aus dem natürlichen Kausal
zusammenhang ergebenden Haftung des Unfallve
rsicherers spielt im Bereich or
ganisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle,
da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2; 127 V 102 E. 5b/bb). Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfall
kausal, aber nicht organisch objektiv ausgewiesen, so ist die Adäquanz beson
ders zu prüfen. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszu
gehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzu
beziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Hat die versicherte Person beim Unfall eine
Verletzung erlitten, wel
che die Anwendung der so genannten Schl
eudertrauma-Rechtsprechung recht
fertigt, so sind hierbei die
in
BGE 117 V 359 E. 6a
begrün
deten und in
BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtspre
chung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa; so genannte Psycho-Praxis), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1; zum Ganzen vgl. BGE 138 V 248 E. 4; vgl. auch BGE 140 V 356 E. 3.2).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist die Einstellung der Leistungen der obligatorischen Unfallve
rsicherung per 31. August 2011.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich auf den Standpunkt,
gemäss dem
von ihr eingeholten
Z._
-Gutachten
vom 8. August 2011
stünden die
über Ende
August 2011
geklagten
Beschwerden
nicht mehr in einem natürlichen Kausal
zusammenhan
g zum Unfall
ereignis
vom 28. April 201
0.
Davon ausgenommen seien die Schmerzen im Bereich der Eintrittspforte am Ligamentum patellae, welche sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten und für die sie im Zusammenha
ng mit der Entfernung des Tibiamarkn
agels weiterhin die gesetzli
chen Leistungen erbracht habe
. Damit erübrige sich die Prüfung der Adäquanz
(Urk. 2 S. 9 ff., Urk. 11).
2.2
D
em hielt die Beschwerde
führer
in entgegen, Ende August 2011 sei der medi
zinische Endzustand noch nicht erreicht gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe diesbezüglich zu Unrecht auf die nicht nachvollziehbaren und widersprüchli
chen gutachterlichen Feststellungen abgestellt und keine weiteren
differential
diagnostischen
Abklärungen getätigt (
Urk. 1
S. 8 ff.).
D
as
Z._
-
Gutachten
sei
in einzelnen Disziplinen unvollständig und lasse zudem entscheidrelevante me
dizinische Abklärungen im Bereich der Zahnmedizin, Psychiatrie, Neurologie und Endokrinologie vermissen (S. 12 ff.). Falls das Gericht einen medizinischen Endzustand bejahe und weitere Abklärungen nicht a
ls erforderlich erachte, so sei
ihr auf der Basis der medizinischen Erhebungen der behandelnden psychiat
rischen und neurologischen Fachpersonen eine Invalidenrente und eine Inte
g
ritätsentschädigung zuzusprechen, da die psychischen und somatischen Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall stünden (S. 21 ff.).
3.
3.1
Die medizinische A
ktenlage seit dem Unfall
ereignis
vom
28.
April 2010 präsen
tiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.
2
Die vom 28. April bis 10. Mai 2010
erst
behandelnden Ärzte des
Spitals A._
hielten i
m Austrittsbericht vom 10. Mai 2010 (Urk. 13/M8)
fest
,
die via Rettungsdienst zugewiesene Patientin sei am 28. April 2010 als Fussgängerin von einem Personenwagen angefahren worden, zu Boden gestürzt und mit dem Kopf links aufgeprallt. Bewusstlosigkeit, Amnesie, Nausea oder Erbrechen seien nicht aufgetreten.
Nebst
multiplen Kontusionen habe
sie
eine dislozierte distale Zweietagen-Unterschenkel-Fraktur rechts mit oberflächlicher Schürfwunde prä
tibial distal rechts und eine dislozierte Clavicula-Fraktur im mittleren Drittel links erlitten, deren operative Versorgung noch am Unfalltag respektive am 30. April 2010 erfolgt sei (vgl.
dazu
Urk. 13/M6-M7). Der postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen. Überdies sei bei Spitaleintritt mittels CT-Untersu
chung eine nicht dislozierte temporobasale Schädelbasis-Fraktur links (Jochbo
gen-, Sphenoid- und laterale Orbitawand-Fraktur je links) festgestellt worden
, welche
im
Verlaufs-CT vom 30. April 2010 unauffällig geblieben
sei
und keine weiteren Kontrollen
erfordere
.
A
m 10. Mai 2010
sei die Beschwerdeführerin
an Gehstöcken mobil mit erlaubter Teilbelastung von 15 Kilogramm während sechs bis acht Wochen in die Rehabilitation entlassen worden. Bis voraussichtlich Juli 2010 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 13/M5 Ziff. 8).
3.3
In der Folge
hielt sich
die Beschwerdeführerin vom 10. Mai bis 7. Juni 2010 in der
Klinik B._
auf
, wo sie
gemäss
Aus
trittsbericht vom 9. Juni 2010 (
Urk. 13/M10) verschiedene Therapien absolvierte und den Umgang mit Gehstö
cken
erlernte. Bei Austritt sei sie „Klinik mobil“
gewesen, wobei das Treppen
steigen nur im Beisein einer fokussierenden Person gelungen sei. Von Seiten der Schädelbasis-Fraktur hätten sich keine Komplikationen ergeben.
3.4
Daraufhin
erfolgten regelmässige
K
ontrollen im
Spital A._
(Urk. 13/M11, Urk. 13/M16),
de
ss
en Ärzte
am 6. Oktober 2010
im Rahmen eines ambulant durchgeführten Eingriffs
das Osteosynthesematerial
(Titannagel)
im Bereich der vollständig konsolidierten
Cla
viculafraktur entfernt
en
und eine sofortige Voll
belas
tung erlaubt
en
(Urk. 13/M18).
3.
5
M
ed. pract.
C._
, Neurologie
FMH
,
welcher die Beschwerdeführerin am 20. August und 10. September 2010
im Zentrum
G._
untersucht und zwecks Ausschluss einer Contusio cerebri die im Wesentlichen unauffällig gebliebene MR-Untersuchung des Schädels vom 26. August 2010 (Urk. 13/M19) veranlasst hatte,
berichtete a
m
18. Oktober 2010 (Urk. 13/M20)
,
laut
eigenen Angaben
sei die Patientin nach dem Unfall vom 28. April 2010 nicht bewusst
los,
aber
für kurze Zeit teilweise desorientiert gewesen
;
unmittelbar nach dem Ereignis
hätten sich
starke linksseitige Kopfschmerzen
entwickelt und später seien weitere
Beschwerden hinzugekomm
en. Dies gebe, so der
Neurologe
,
An
lass
zu folgender Diagnosestellung
:
Commotio cerebri am 28. April 2010 im Rahmen eines
Unfalles
mit Joch
bogenfraktur links, Sphenoidfraktur links und lateraler Orbitawand
fraktur links
Posttraumatische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
Posttraumatischer Lagerungsschwindel, ausgehend vom rechten pos
te
rioren Bogengang
Posttraumatisches vegetatives Syndrom mit erheblichen Blutdruck
schwankungen und orthostatischer Dysregulation
Arterielle Hypertonie
Med. pract.
C._
erklärte, er habe die Beschwerdeführerin angeleitet, wie
sie
bei fehlender Wirksamkeit des aktuellen, von ihr abgebrochenen Epley-Repositionsmanövers und persistierendem Lagerungsschwindel in Eigenregie einen erneuten Repositionsversuch
unternehmen könne.
Zudem
habe er Medi
kamente zur Behandlung der Kopfschmerzproblematik rezeptiert.
3.
6
Im Rahmen der Konsultation im
Spital A._
vom 22. November 2010 (
Bericht vom 21. Dezember 2010
[
Urk. 13/M24
]
) gab die Beschwerde
führerin an, dass sie an der linken Schulter kaum noch Schmerzen habe und das Gehen ebenfalls nicht schlecht gelinge respektive stetige Verbesserungen zeige, sodass si
e zuhause auf die Gehstöcke ver
zichte. Der zuständige Oberarzt trug ihr auf, unter Fortführung der manualthe
rapeutischen Massnahmen (Physio
therapie, Gehtraining, selbständige Durchführung von Übungen im Wasser) die Gehhilfen raschmöglichst wegzulassen und dann einen Arbeitsversuch zu unternehmen, wobei allenfalls voraussichtlich vorübergehend eine mehrheitlich sitzende Tätigkeit gefunden werden müsse.
3
.7
Auf Empfehlung
ihres beratenden Arztes
Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurolo
gie,
welcher
in seiner Stellungnahme vom
24. November 2010
(Urk. 13/M21 S. 2)
den somatischen Verlauf als regelrecht bezeichnet und
die
von med. pract.
C._
beschriebenen Beschwerden teilweise im Rahmen einer depressi
ven Verstimmung und einer vorbestehenden Neurasthenie interpretiert
hatte
,
veranlasste die Beschwerdegegnerin eine
konsiliarische
Untersuchung durch
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Neurologie
.
I
m Bericht vom 5. Januar 2011 (Urk. 13/M26)
betreffend die Untersuchung vom 15. Dezember 2010
stellte
die Konsiliarärztin
nebst einer Hypertonie und
einer
Adipositas (BMI 30.5 kg/m2)
die folgenden Diagnosen (S. 7
oben
):
Status nach Schädel
h
irntrauma
mit Schädelbasisf
raktur temporo-basal links, Jochbogen
f
raktur links, Sphenoidfraktur links und lateraler Orbi
tawandfraktur lin
k
s (28. April 2010)
Status nach Unterschenkelfraktur rechts (28. Ap
ril 2010)
Status nach Claviculafraktur links (28. April 2010)
In ihrer Beurteilung (S. 7 f.) führte Dr.
E._
aus, anlässlich ihrer Unter
su
chung sei der
neurologische Status in Bezug auf die Hirnnerven normal
gewesen
und auch im
Bereich des übrigen Körpers
habe sie
keine neurologi
schen Ausfälle
festgestellt
. Anhand des durchgeführten Medikamentenstatus lasse
sich
eine regelmässige Medikamenteneinnahme
nicht belegen
.
Es dürfe gefolgert werden, dass die Befunde am Hirn- und Gesichtsschädel (Jochbogen) gut verheilt seien, keine Nervenläsionen im
Bereich der Frakturen bestünden und
der Kerns
pintomogramm-Befund normal sei.
Folgen einer Schädel
-H
irn
verletzung seien nicht nachweisbar. In Bezug auf die Clavicula links sei das Resultat sehr zufriedenstellend und vor allem auch hinsichtlich des
rechten
Unterschenkels sei der Verlauf zeitgerecht. Sie habe die Beschwerdeführerin ermuntert, sich ohne Stöcke fortzubewegen, damit eine Arbeitsaufnahme – ab 1. Februar 2011 zu 50 % und
spätestens
ab 1. März 2011 zu 100 % – erfolgen könne. Unfallbedingt empfehle sie als Prozedere eine Fortführung der Gang
schulung bis zum Erreichen des medizinischen Endzustand
e
s per
Ende Februar 201
1.
Soweit
aktuell
feststellbar sei eine Integritätsentschädigung nicht ausge
wiesen (S. 9 Ziff. 4-6).
3.
8
Am 26. Januar 2011 berichtete
der zuständige Oberarzt des
Spitals A._
(Urk. 13/M32)
bezüglich des rechten Unterschenkels von einem positiven klini
schen und bildgebenden Befund
, weshalb unbedingt das Gehen ohne jegliche Gehhilfen erforderlich sei.
Bei aus
chirurgischer Sicht
insgesamt zufriedenstel
lend verlaufener
Behandlung
empfehle er nun eine Reintegration in den Arbeitsalltag, wobei ab 1. Februar 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine überwiegend sitzende
Tätigkeit bestehe (vgl. auch Urk. 13/M29). Überdies bitte er um hausärztliche Evaluation der Notwendigkeit einer psychologischen Betreuung oder allenfalls einer psychiatrischen Einschätzung, da die Beschwer
de
führerin gemäss Angaben ihrer Tochter eine entsprechende Symptomatik auf
weise und er
sie
anlässlich der jüngsten Verlaufskontrolle vom 24. Januar 2011 sehr weinerlich erlebt habe.
3.
9
Dr.
D._
verfasste am 23. März 2011 (Urk. 13/M35 S. 3) eine ausführliche Stellungnahme zuhanden der Beschwerdegegnerin.
Darin
bekräftigte
er unter Ver
weis auf die
konsiliarische
Einschätzung von Dr.
E._
(vgl. E. 3.
7
hiervor), neurologisch sehe er keine persistierenden Unfallfolgen mehr. Im Vor
dergrund stünden die psychiatrischen Symptome.
3.
10
Der die Beschwerdeführerin ab
dem
4. Februar 2011 behandelnde Dr. med.
F._
, im FMH
-Index als Facharzt für Psychiatrie und
Psychiatrie eingetragen, jedoch im Medizinalberuferegister (www.medregom.admin.ch, besucht am
5
. Mai
2015) nicht als solcher verzeichnet, diagnostizierte
im Bericht vom 28. März 2010 (
richtig
: 2011;
Urk. 13/M37) eine schwere posttraumatische Störung mit spezieller Betonung depressiver Symptome. Er erklärte, sowohl betreffend die seelische Traumatisierung als auch den immer noch nicht gebes
serten körperli
chen Zustand könne keine gute Prognose gestellt werden. Nach seinem Dafür
halten werde die Beschwerdeführerin wohl kaum wieder arbeitsfä
hig werden.
3.
11
Nach Wiedervorstellung der Beschwerdeführerin im
Zentrum
G._
erfolgten verschiedene diagnostische Abklärungen, zunächst
am
18. Februar 2011
eine MR-Untersuchung
des Kopfes
un
d der Halswirbelsäule (HWS)
.
Laut
Beurteilung
der zuständigen
Radiologi
n
vom Folgetag (Urk. 13/M43/10-11)
zeigten sich
dabei
geringgradige degenerative Veränderungen der zervikalen Wirbelsäule und eine mediane Diskushernie Th3/Th4 mit leichter Myelon
impression ohne Zeichen einer Kompressionsmyelopathie, wogegen die Bildge
bung des Schädels unauffällig blieb und insbesondere keine cerebralen Trauma
folgen
zur Darstellung brachte
.
Sodann fand am 4. März 2011 eine
Elektroneuromyographie
(ENMG)
statt, wo
bei die erhobenen
Befunde
gemäss
B
ericht vom 7. März 2011 (Urk. 13/M43/3-4) für eine
Läsion des Nervus peronaeus rechts, vorwiegend des Nervus peronaeus superficialis,
sprachen.
Ebenfalls am 4. März 2011
führte
Dipl.-Psych.
H._
, Psychologin FSP,
eine neuropsychologische
Untersuchung
durch
. Laut Bericht vom 9. März 2011 (Urk. 13/M43/7-9) liess das erhobene
Profil mit einerseits unauffälligen Leistun
gen und andererseits schweren bis massiven Beeinträchtigungen keine Differen
zierung zu. Die Defizite seien am
ehesten multifaktoriell bedingt bei Status nach Commotio cerebri, psychiatrischer Erkrankung (depressive Symptome) und zeit
weiser suboptimaler Leistungsbereitschaft im Rahmen der Untersuchung
ssitua
tion. Aus neuropsychologischer Sicht stehe aktuell die
psychotherapeuti
sche/psychiatrische Behandlung der Beschwerdeführerin
im Vordergrund.
Daraufhin
erklärte
Dr. med.
I._
, Fachärztin für Neurologie,
im Bericht
des Zentrums
G._
vom 30. März 2011 (Urk. 13/
M
43
/1-2
), es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ein leichtes Schädel-Hirntrauma (Commotio cerebri) erlitten habe. Dieses
vermöge jedoch die seither anhaltenden Kopfschmerzen vom Spannungstyp und die neuropsychologischen Defizite nur teilweise zu erklären. Nebst dem
postcommotionelle
n
Syndrom
dürften nach
Ausschluss einer symptomatischen Ursache psychosoziale Belastungsfaktoren, Veränderungen im Therapieregime und eine noch ungenügend behandelte Depression respektive affektive Faktoren eine Rolle spielen. Als Ursache der Miss
empfindung am rechten Fussrücken habe eine Läsion des Nervus peronaeus rechts unklarer Ätiologie (traumatisch, iatrogen) objektiviert werden können.
Die Neurologin
empfahl insbesondere eine intensive Therapie der Schmerzen und der Depression
und hielt dafür
, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der unbehandelten Depression und der neuropsychologischen Defizite vorerst nicht arbeitsfähig sei.
3.12
Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie und be
ratender Arzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 13. April 2011 (Urk. 13/M39) zur Ein
schätzung von Dr.
F._
(vgl. E. 3.10 hiervor)
Stellung
.
Er
erachtete diese hin
sichtlich Diagnosestellung und Therapie als nicht nachvollziehbar und befand,
die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden sei fraglich
respektive
eher unwahrscheinlich.
3.
1
3
Anlässlich der Verlaufskontrolle im
Spital A._
vom 23. Mai 2011
(Bericht vom 25. Mai 2011 [Urk. 13/M44])
war
laut Einschätzung des zuständigen Ober
arztes
von Seiten des rechten Unterschenkels ein Jahr postoperativ rein klinisch ein
gutes Ergebnis zu verzeichnen.
Die
Metallentfernung könne
in einem halben Jahr erfolgen
und d
er Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess sei dringend anzu
streben.
3.
1
4
Die
Sachverständigen
der
Gutachterstelle Z._
, namentlich Dr. med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie, Prof. Dr. med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr. med.
N._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stell
ten
im
von der Beschwerdegegnerin eingeholten
interdisziplinären
Gutach
ten vom 8. August 2011
die folgenden Diagnosen (Urk. 13/M48
a
S. 53 f.):
Status nach Schädeltrauma am 28. April 2010 mit temporo-basaler Schädelfraktur links mit Jochbeinfraktur links
,
Sphenoidfraktur, lateraler Orbitawandfraktur
mögliche, jedoch nicht überwiege
nd wahrscheinliche leichte Com
m
o
tio cerebri
Kopfschmerz vom Spannungstyp (differentialdiagnostisch im Rahmen der psychosozialen Belastungen beziehungsweise durch Medikamen
tenübergebrauch)
unklarer Schwindel (differentialdiagnostisch phobischer Schwank
schwindel beziehungsweise im Rahmen der psychovegetativen Dys
balance beziehungsweise orthostatisch mitbeeinflusst)
keine Hinweise auf
posttraumatischen
Lagerungsschwindel initial und im Verlauf nach Oktober 2010 beziehungsweise bei aktuellen Unter
suchungen
Status nach distaler, dislozierter 2-Etagen-Fraktur des rechten Unter
schen
kels
Status nach operativer Frakturbehandlung mittels Tibiamarknagel (Fraktur in korrekter Stellung konsolidiert; Osteosynthesematerial in situ)
auch am rechten Bein persistierende, mit objektiven Befunden nicht gänzlich erklärbare (differentialdiagnostisch durch Marknagelung verursachte) subjektiv invalidisierende Schmerzen mit Beinentlastung an einem Amerikanerstock
Status nach Schultertrauma links mit Claviculaschaft-Fraktur im mitt
le
ren Drittel
Status nach Marknagelosteosynthese der Claviculafraktur
Status nach Marknagelentfernung bei geheilter Fraktur in guter Stel
lung
weiterhin bestehende, durch klinische Befunde nicht zu erklärende Funktionseinschränkung der linken Schulter mit Einschränkung der Beweglichkeit und Kraft infolge der Schulterschmerzen, erklärbar durch Selbstlimitierung und maladaptives Verhalten
depressive Episode gegenwärtig leicht, im Verlauf schwankend zwischen leicht bis mittelschwer
Schmerzverarbeitungsstörung
I
n somatischer Hinsicht
gelangten die
Fachärzte der
Gutachterstelle Z._
zum Schluss
,
die
geklagten Beschwerden
seien
objektiv nicht
erklärbar. Davon ausgenommen seien die Beschwerden
im Bereich der Eintrittspforte am Ligamentum patellae
, welche
durch
den
im Rahmen der
Osteosynthese der Unterschenkelfraktur
ein
gebrachten Tibia-Marknagel
erklärt werden könnten
. Einzig diese residuellen Beschwerden stünden
in einem Kausalzusammenhang
zum
Unfall
vom 28. April 201
0.
Sie würden jedoch die Arbeitsfähigkeit nicht einschränken und
voraus
sichtlich nach der
bevorstehenden
Entfernung des Tibia-Marknagels zurückge
hen
. Andere Beschwerden seien durch die objektiven Befunde nicht erklärbar
(S. 49 unten,
S. 55
Ziff. 3.2 und S. 57 Ziff. 6.1).
Die
psychische Störung könne nicht auf den Unfall zurückgeführt werden und stehe im Verhältnis zum gesamten Beschwerdebild seit etwa Oktober 2010 im Vordergrund (S. 71 f. Ziff. 6.4, 6.5 und Ziff. 7, S. 73 Ziff. 7.4, S. 76 Ziff. 1.3).
Eine weitere Heilbe
handlung sei unfallbedingt nicht erforderlich (S. 64
Ziff. 8.2 und S. 74 Ziff. 8.2)
.
Weder
ein
Integritätsschaden
noch eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
sei ausgewie
sen (S. 66 Ziff. 9.1
,
S. 75
Ziff. 9
.1
und S. 77 Ziff. 2 und 3
).
3.
1
5
A
m 26. September 2011
(Urk. 13/M53)
führte
Dr.
I._
unter Ver
weis auf d
ie von ihr aufgelegte Li
teratur aus
,
dass
im Falle der Beschwerdeführerin
die Diag
nosekriterien für ein leichtes Schädel-Hirntrauma (Commotio cerebri) erfüllt seien, auch wenn die Anamnese bezüglich Bewusstlosigkeit und Erbrechen ne
gativ ausfalle.
Ausserdem
seien im Rahmen des
Z._
-Gutachte
ns
die von Dipl.-Psych.
H._
erhobenen neuropsychologischen Defizite und die
in der ENMG festgestellte
Pero
naeus-Läsion rechts (vgl. E. 3.11
hiervor) nicht berück
sichtigt
worden
.
3.
16
Auf Veranlassung der Hausärztin wurde am
27. Oktober 2011 mit der Indika
tion „Seit 5 Tagen Schwindel, Präsynkope, Parästhesien frontal und Tinnitus. Ausschluss einer Raumforderung, vertebro-bas
iläre Insuffizienz?“ eine MR-Un
tersuchung des Hirnparenchyms, der HWS und der oberen Brustwirbelsäule (BWS) durchgeführt. Diese blieb bis auf eine
paramediane linksseitige Dis
kus
hernie Th2/Th3 mit lokaler Myelonimpression als Nebe
nbefund unauffällig, ins
besondere auch von Seiten der intrakraniellen Gefässe (Bericht vom 28. Oktober 2011 [Urk. 13/M56]).
3.1
7
Am 7. Dezember 2011 (Urk. 13/M55) erging eine ergänzende Stellungnahme der
Sachverständigen
der
Gutachterstelle Z._
, nachdem
die Beschwerdeführerin deren Expertise am 7. und 25. Oktober 2011 (Urk. 12/162, Urk. 12/167) in verschiedener Hin
sicht kritisiert hatte.
3.
1
8
Am 14. Februar 2012 wurde das Osteosynthesematerial im Bereich des rechten Unterschenkels (Tibiamarknagel) i
m Rahmen eines stationären Aufenthalt
e
s im
Spital A._
entfernt
(Operationsbericht vom
selben Datum
[Urk. 13/M60])
. Nach einem komplikationslosen intra- und postoperativen Verlauf wurde die Beschwerdeführerin
drei Tage später
bei erlaubter Vollbelastung entlassen (
Austrittsbericht vom 17. Februar 2012 [
Urk. 13/M61
]
).
3.
1
9
Am 30. April 2012 (Urk. 13/M65) berichtete
Dr. med. dent.
O._
über die zahnärztliche Behandlung der Beschwerdeführerin, welche am 13. August 2010 erstmals
in seiner Praxis
vorstellig geworden sei
,
weil
die Prothese seit einem
(nicht näher
um
schriebenen)
Unfall
nicht mehr gepasst habe
.
Dabei
nahm
der
behandelnde
Zahnarzt
im Einzelnen zur Unfallkausalität
Stellung
, wobei er diese grösstenteils verneinte und vereinzelt eine Verursachung durch einen Unfall
als
möglich respektive wahrscheinlich erachtete.
3.
20
Der beratende Zahnarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. dent.
P._
, führte in seiner Stellungnahme vom
2. August 2012 (Urk. 13/
M
69)
zur
Kausalitätsfrage
zusammengefasst
aus, dass der Verlust der Unterkieferzähne, die Insuffizienz der Unterkieferprothese und die Sanierung des Oberkiefers weder wahrschein
lich noch möglicherweise in einem kausalen Zusammenhang
zum
Ereignis vom 28. April 2010 stünden.
3
.
2
1
Der die Beschwerdeführerin ab
Sommer
2012 schmerzmedizinisch behandelnde Dr. med.
Q._
, Facharzt für Chirurgie, Leitender Arzt Schmerz- und Kom
plementärmedizin Spital
R._
, stellte im Bericht vom 12. September 2012 (Urk.
13
/
M70
)
die
folgende
n
Diagnosen:
Chronifiziertes Schmerzsyndrom Bein rechts und Schulter links bei Sta
tus nach Polytrauma am 28. April 2010 mit
Unterschenkel-Zwei-Etagen-Fraktur rechts mit Osteosynthese und Ent
fernung des Osteosynthesematerials (OSME)
Claviculafraktur links mit Osteosynthese und OSME
Schädelbasisfraktur
Nacken-Kopfschmerzen im Sinne eines Spannungskopfschmerzes
Posttraumatische Belastungsstörung
Er
ging davon aus, dass
persistierende organische Defizite beziehungsweise pathologische anatomische Ursachen wahrscheinlich nur untergeordnet an der Schmerzerhaltung beteiligt seien.
3.22
Dr.
D._
konstatierte in seiner Aktenbeurteilung vom 31. Oktober 2012 (Urk. 13/M71), er habe
den Ausführungen der Ärzte der
Gutachterstelle Z._
(vgl. E. 3.14 hiervor)
nichts beizufügen.
S
ämtliche Beschwerden seien durch eine Schmerz
verarbeitungsstörung mit Symptomausweitung bei depre
ssiver Verstimmung zu erklären. Aus dem Bericht von Dr.
I._
vom 30. März 2011 (vgl. E. 3.11 hiervor) ergäben sich keine zusätzlichen Erkenntnisse
. D
ie
von der Neurologin
postulierte Läsion des Nervus peronaeus superficialis sei
anhand der ENMG vom 4. März 2011 nicht belegt
. O
hnehin sei nicht erklärt worden, weshalb dieser in den Weichteilen verlaufende Nerv überhaupt geschädigt sein sollte
. D
ie Unfall
kausalität
sei
zu verneinen. Zudem
würden
sich bei einer solchen Nervenschä
digung lediglich Sensibilitätsstörungen im Bereich des Fussrückens
zeigen
, wel
che die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
als Reinigungskraft
in keiner Weise einschränkten (S. 6).
Im Weiteren führte
der beratende Neurologe der Beschwerdegegnerin
aus, d
ie Diskushernien auf Höhe Th2/Th3 beziehungsweise Th3/Th4 seien gering ausgeprägt und im Rahmen degenerativer Veränderungen zu erklären.
Eine Unfallkausalität sei nicht überwiegend wahrscheinlich, da es direkt nach dem Unfall
ereignis
vom 28. April 2010 nicht zu entsprechenden Symptomen gekommen sei
(S. 7).
3.23
Nach weiteren Abklärungen im Zentrum
G._
führte
Dr.
I._
im Bericht vom 13. Februar 20
13 (
Urk. 13/M75) unter anderem aus, dass sich die Peronaeus-Läsion im Verlauf leider nicht gebessert habe. Im Gegenteil zeige sich in der
ENMG
vom 5. Dezember 2012 (vgl. Urk. 13/M74) im Vergleich zur
Voru
ntersuchu
ng vom 4. März 2011 (vgl. E. 3.11
hiervor) motorisch und sensi
bel eine Verschlechterung, wobei eine erneute perioperative Läsion anlässlich der Entfernung des Osteosynthesematerials vom 14. Februar 2
010 eine mögliche Erklärung sei (S. 2 oben). Als klinischen Befund nannte sie eine persistierende
Hypästhesie im Innervationsgebiet des Nervus peronaeus superficialis rechts (S. 3 unten).
4.
4.
1
Uneins sind sich die Parteien zunächst
in der Frage
, ob die
thorakalen
Dis
kusher
nien, die Zahn
schädigungen
und die Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) unfallbedingt
sind
respektive ob die Beschwerdegegnerin diesbe
züglich die erforderlichen Abklärungen getroffen hat
.
4.2
Nach
der
im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2 S. 12 f. Ziff. 2.3.3.5) zutreffend dargelegten Rechtsprechung
des Bundesgerichts
entspricht es einer m
edizini
schen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts
, dass prak
tisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderun
gen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfaller
eignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Band
scheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radiku
läres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auf
treten (Urteil
des Bundesgerichts
8C_765/2
014 vom
9.
Februar 2015 E. 6.1
mit Hin
weisen
; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage 2012, S. 55 f.
).
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass
vorliegend
die Voraussetzun
gen für die Annahme einer un
fallbedingten Diskushernie
nicht erfüllt sind. Die
fraglichen Bandscheibenvorfälle
Th3/Th4 und Th2/Th3
können schon deshalb nicht als unfallkausal betrachtet werden, weil
in den medizinischen Akten
unmittelbar nach dem Unfall
vom 28. April 2010
keine entsprechenden Symptome dokumentiert sind
und Anhaltspunkte für eine traumatische Schädi
gung der Wirbelsäule fehlen
(vgl. auch E. 3.22 hiervor)
.
Etwas anderes
wurde
auch
von der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S.
12 oben)
nicht
bekundet
. Ohne Auseinander
setzung mit der dargelegten Rechtsprechung verwies sie auf die Bildgebungen vom 19. (richtig: 18.) Februar und 27. Oktober 201
1 (vgl. E. 3.
11
und
E. 3.16
hiervor), welche
neuneinhalb
beziehungsweise 18
Monate nach dem Unfall zur Abklärung insbesondere der Kopf- und Nackenschmerzen respektive der Schwindelbeschwerden angefertigt wurden und
als Nebenbefund die ärztlicher
seits nicht als unfallkausal bezeichneten Diskushernien zur Darstellung brach
ten.
Damit fällt
das
Ereignis vom 28. April 2010
als deren Ursache
ausser Betracht
,
ohne dass geprüft werden müsste
, ob
das Unfallgeschehen theoretisch
geeignet und von genügender Schwere gewesen wäre, eine Diskushernie aus
zulösen.
4.3
Hinsichtlich der
Zahnbeschwerden steht gestützt auf die Einschätzungen der involvierten Zahnärzte Dres.
O._
(vgl.
E. 3.19
hiervor) und
P._
(
vgl. E. 3.20
hiervor) zuverlässig fest, dass diese nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit wenigstens teilweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 28. April 2010 ste
hen. Die Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 12 f.)
übersieht
, dass die blosse Möglich
keit einer Unfallursächlichkeit für die Begründung eines Leistungsan
spruches gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht genügt (vgl. E. 1.
3
hiervor). Dem Postulat, dass es beim Unfall vom 28. April 2010
auch
zu Zahnschädigun
gen gekommen sein soll, steht überdies entgegen, dass die Beschwerdeführerin
sol
che
erst am 15. Dezember 2010 anlässlich der neurologischen Konsiliarun
tersu
chung durch Dr.
E._
(Urk. 13/M26 S. 6) und
später
am 12. Mai 2011
gegenüber dem
Z._
-Gutachter
Dr.
M._
(
Urk. 13/M48a
S. 25 f.)
erwähnt hat.
Das von Dr.
O._
zuhanden der Beschwerdegegnerin ausge
füllte
For
mular „
Zahnschäden
gemäss UVG
: Befunde/Kostenvoranschlag
“
(Urk. 13/M68 S. 1 f.)
datiert sodann vom 20. Juli 201
2.
Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Zah
nbehandlung nachträglich über
die Unfallversicherung abzuwickeln versucht wurde, zumal nicht ersichtlich ist, weshalb
mit dem Ein
holen einer Kostengutsprache der Beschwerdegegnerin fast zwei Jahre seit Behandlungsbe
ginn zugewartet wurde
.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Be
schwerdegegnerin (Urk. 2 S. 12 Ziff. 2.3.3.4)
ihre Leistungspflicht für die
Zahn
beschwerden verneinte.
Sodann
wies
die Beschwerdegegnerin
in diesem Zusammenhang
zutreffend darauf hin, dass
der Beschwerdeführerin bei der Einholung eines bloss ver
wal
tungsinternen Berichts kein Gehörs- und Mitwirkungsrecht im Sinne von Art. 44 ATSG zusteht (vgl. auch Urk. 11 S. 19 Ziff. 31). Folglich erweist sich
die beschwerdeweise erneuerte
Kritik
zum
V
orgehen der Beschwerde
gegnerin
(Urk. 1 S. 13) als unbehelflich. Auch die
übrigen Vorbringen rechtfertigen keine andere Betrachtungsweise. Insbe
sondere ist von
weiteren
zahnmedizinischen
Abklärun
gen abzusehen, da sie keinen entscheidrelevanten n
euen Aufschluss erwarten lassen. Soweit sich die Beschwerdeführerin davon Rückschlüsse auf die geklag
ten Kopfschmerzen ver
spricht, entbehrt diese Mutmassung jeglicher medizini
schen Grundlage.
4.4
Dass
die
–
unbestrittenermassen
(Urk. 1 S. 15 unten) jedenfalls seit Anfang des Jahres 2011
(
vgl. Bericht des
Spitals A._
vom 2
6.
Januar 2011 [
Urk. 13/M32 S. 1 unten
], vgl. auch Bericht von Dr.
I._
vom 30. März 2011 [
Urk. 13/M43
S. 1 unten
])
substituierte
– Unterfunktion der Schilddrüse
in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem
Unfall
ereignis
vom 28. April 2010 stehen soll, ist nicht ersichtlich
und wurde auch von der Beschwerdeführerin
nicht
vorgebracht
.
Soweit sie abgeklärt haben möchte, ob die nicht unfallbe
dingte Hypothyreose für weitere Beschwerden (Ermüdbarkeit, Reizbarkeit, Depression, usw.) verantwortlich zeichnet
(Urk. 1 S. 15 Mitte und S. 16 oben)
, ver
kennt sie, dass diese Frage
, wie aus den nachfolgenden Erwägungen folgt,
nicht
von entscheidender Bedeutung
ist
.
Im Übrigen
ist es mi
t der
Beschwerde
gegne
rin (Urk.
2
S. 13 Ziff. 2.3.3.6) nicht
Aufgabe der Unfall
versicherung
, Ursa
chen von Krankheiten und deren Auswirkungen abzuklären.
4.5
Als Zwischenfazit ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin mangels eines
natürlichen Kausalzusammenhange
s zum Unfallereignis
vom 28. April 2010
weder für die Zahnbeschwerden noch für allfällige durch die Diskusher
nien respektive die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ausgelöste Beschwerden leistungspflichtig ist.
Diesbezügliche
medizinische Weiterungen
ver
sprechen
keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse in
Bezug auf die Kausa
litätsfrage
, weshalb in antizipierter Beweiswür
digung (BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E.
1d) davon abzusehen ist.
5.
5.1
Soweit
mit der Beschwerde Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen über
den 31. August 2011
hinaus verlangt werden und
vorgetragen
wird,
damals sei der Endzustand noch nicht erreicht gewesen (Urk. 1 S. 8 ff.)
, wirft dies die Frage auf, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin
abgeschlossen hat (vgl. BGE 134 V 109 E.
3.2).
5.2
Nach Art. 19 Abs. 1 UVG und der dazu ergangenen Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall – unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsent
schädigung –
abzuschliessen
, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversiche
rung abgeschlossen sind (BGE
134 V 109 E.
4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes in diesem Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wieder
herstellung der
unfallbedingt beeinträchtigten
Arbeitsfähigkeit, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE
134 V 109 E. 4.3).
5.3
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen im Zeitpunkt des Fallabschlusses unbestrittenermassen nicht zur Diskussion.
Entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführerin
ist
sodann
anhand
der
medizinischen
Akten
nicht
erstellt
, dass Ende August 2011 eine Fortsetzung der
ärztlichen Behand
lung noch eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes
im Sinne der
dargelegten
Rechtsprechung
versprach
. Insbesondere ergibt sich
ein
solcher
Anhalt
auch nicht aus den
beschwerdeweise
(Urk. 1 S. 8 f.)
angerufenen Arztbe
richten
, welche mehrheitlich
– namentlich die
Berichte von Dr. med.
S._
, Allgemeinmedizin, vom 18. September 2010 (Urk. 12/71b) und des Zentrums
G._
vom März 2011 (
vgl. E. 3.11
hiervor)
–
nicht die Zeit des Fallab
schlusses beschlagen
. Dieser bedingt
nach dem Gesagten
nicht, dass eine ärztli
che Behandlung
nicht länger erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E. 4.2.2).
D
ie
von Dr.
I._
postulierte
leichtgra
dige
Läsion des Nervus peronaeus
rechts
zeitigt
gemäss
den Feststellungen
der Neurologin
(
vgl. E. 3.
11 und E. 3.23
hiervor
) lediglich eine Missempfindung am rechten
Fussrücken
,
was
– wie von Dr.
D._
(vgl. E. 3.22 hiervor) nachvoll
ziehbar festgehalten –
nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führt
. Soweit die Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 11) etwas anderes behauptet
und insbesondere
einen Einfluss
der Nervenläsion
auf die
Stand- und Gehsicherheit
und damit
auf
ihre
Arbeitsfähigkeit
als Hausdienstan
gestellte
postuliert
,
vermag sie sich auf keinen Arztbericht
zu berufen, welche
r
ihre
Annahme
stützen würde.
Insofern kann offenbleiben, ob eine solche
unfallbedingte
Nervenschädigung überhaupt mit dem
massgebenden
Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl. E. 1.3
hiervor) nachgewiesen ist
(vgl.
E. 3.22 hiervor
)
.
Was sodann den
unter anderem von Dr. med.
T._
, FMH Physikalische Medi
zin und Rehabilita
tion, FMH Rheumatologie, gezeichneten
Bericht
des
Spitals U._
vom 19. Juli 2011
betreffend die dort
im Rahmen des
Z._
-Gutachtens
durchgeführte EFL
(Urk. 13/M48b
) betrifft, stellt die
darin
befürwortete Intensi
vierung des Kraft- und Ausdauertrainings
(S. 5)
mangels der dadurch bewirkten namhaften gesundheitlichen Verbesserung
keine ärztli
che Behandlung dar, welche einem Fallabschluss mit Adäquanzprüfung entge
genstand. Zude
m wurde der Beschwerdeführerin –
nachdem
im Rahmen der EFL
eine erhebliche Symp
tomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz fest
gestellt
worden
waren –
im besagten Bericht
trotz der verminderten Belastbar
keit des rechten Beins für endgradig belastete Kniepositionen (S. 4 oben)
aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (S. 4 f.).
Dass sich der Gesundheitszustand durch eine psychiatrische/psychotherapeutische Behand
lung namhaft bessern liess, geht aus den Akten nicht hervor. Im Gegenteil
stellte Dr.
F._
(vgl. E. 3.10
hiervor)
bereits Ende März 2011
eine negative Prognose in Bezug auf die Wiedererlan
gung der Arbeitsfähigkeit.
Dementspre
chend ist der von der Beschwerdegegne
rin auf den 31. August 2011
terminierte
Fallabschluss und damit verbunden die Einstellung der Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen nicht zu beanstanden.
Entgegen de
r
Auffassung
der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 10)
sind auch dies
bezüglich keine weiteren
medi
zinischen
Abklärungen erforderlich.
6.
6.1
Strittig und zu
prüfe
n bleibt, ob die Beschwerdegegnerin
aus dem
Ereignis
vom 28. April
2010 über Ende August
2011 hinaus weitere Leistungen –
namentlich eine
Invalidenr
ente und/oder eine Integritätse
ntschädigung –
zu erbringen hat
.
6.2
6.2.1
Dabei
stellt sich
vorab
die
Frage
, ob
im Zeitpunkt des
Fallabschluss
es
per
31. August
2011 noch organisch objektiv ausgewiesene Folgen des
Unfalles
vom
28. April 2010
vorlagen, welche die persistierenden Besc
hwerden zu er
klären vermöchten.
6.2.2
Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen – als Differenzierungsmerkmal
für das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung
(vgl. E. 1.4.2 hiervor)
– erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich
auf breiter Basis
anerkannt sind (BGE
138 V 248 E.
5.1). Dies gilt auch für neu
ropsychologische Defizite (
erwähntes
Urteil des Bundesgerichts
8C_765/2014 vom 9. Februar 2015 E.
5.1).
6.2.3
Gestützt auf die dargelegte medizinische
Akten
lage
steht
verlässlich
fest, dass
die am 28. und 30. April 2010 osteosynthetisch versorgten Frakturen
im Bereich
von Unterschenkel und Clavicula
spätestens
Ende August 2011
längst in ana
tomischer Stellung volls
tändig verheilt waren
.
Sodann
finden sich keine Hin
weise
,
wonach
die im Rahmen der Erstbehandlung im
Spital A._
mittels CT festgestell
te
n,
jedoch
nicht behandlungs
- und kontroll
bedürftige
n
Ver
letzung
en
der knö
chernen Strukturen des Schädels
nicht folgenlos abgeheilt wäre
n
.
E
ine unfall
bedingte organisch objektiv ausgewiesene Hirnschädigung
konnte in den bild
gebenden
Untersuchungen des
Kopfes
vom 26. August 2010, 18. Fe
bruar und 27. Ok
tober 2011 (
Urk. 13/M19
,
Urk. 13/M43/10-11, Urk. 13/M56)
ausge
schlossen werden
.
Soweit die Ärzte teilweise von einer Commotio cerebri
(Ge
hirnerschütterung)
respektive einem leichten Schädel-Hirntrauma
ausgingen
(vgl. dazu
auch
nachfolgende
E.
6.3.2
)
, handelt es sich dabei um eine klinische
Diagnose ohne organisch hinreichenden Nachweis
einer
strukturelle
n
Läsion
im dargelegten Sinne
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_849
/2011 vom 29. Mai 2012 E. 4.2; vgl. auch Bundesgerichtsurteile
8C_101/2007 vom 17. August 2007 E. 5.1 und 8C_487/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.3).
Ebenfalls nichts zu
gunsten der Beschwerdeführerin
abzugewinnen ist d
er
fraglichen
Nervenläsion, da eine Missempfindung am rechten Fussrücken
(vgl. E. 5.3 hiervor)
weder zu einer re
levanten Einschränkung der Arbeitsfähig
keit führt noch eine erhebliche Schädi
gung der Integrität darstellt.
Dass
Ende August 2011
überwiegend wahrschein
lich
anderweitig organisch objektiv aus
gewiesene Unfallfolgen vorgelegen hät
ten,
ist aufgrund der Akten nicht anzu
nehmen
und wurde von der Beschwer
deführerin auch nicht geltend gemacht
.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Schmerzen, Druckdolen
zen, klinisch feststellbare Bewegungs
einschränkungen, Muskulaturverhärtungen und Verspannungen für
sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen vermögen (vgl.
etwa
Urteil
e des Bundes
gerichts
U 9/05 vom 3. August 2005 E. 4, U
354/06 vom 4.
Juli 2
007 E. 7.2, U 328/06 vom 25.
Juli 2007 E. 5.2
und
8C_369/2007 vom 6.
Mai 2008 E. 3). Die objektive medizinische Sachlage ist somit klar erstellt und gibt keinen Anlass zu weiteren Abklärungen.
6.3
6.3.1
Fehlt es nach dem Gesagten an einer organisch objektiv
ausgewiesenen Folge des Unfall
ereignisses
vom 28. April 2010,
hat
eine besondere Adäquanzprüfung
stattzufinden
(vgl. E.
1.
4
.2 hiervor
).
6.3.2
Vorliegend fehlt es
am Nachweis
einer die Schleudertrauma-Praxis
gemäss
BGE 134 V 109
(vgl. E. 1.4.2 hiervor
)
rechtfertigendenden Verletzung, da die Beschwerdeführerin beim Unfall unstreitig
weder ein
Schleudertrauma
noch
eine
äquivalente
Verletzung der HWS erlitten hat
. Ausser Frage steht sodann, dass ein
allfälliges Schädel-Hirntrauma höchstens den Schweregrad einer Com
motio cerebri, nicht aber den Grenzbereich einer Contusio cerebri erreichte
(vgl. Urk. 1 S. 19 ff.)
.
Dies genügt
zumindest nach der jüngeren Rechtsprechung nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (Urteil des Bundesgerichts 8C_258/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 4.3.2; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O.
, S. 60 oben).
Zudem wäre dafür
praxisgemäss
erforderlich
,
dass
si
ch innert der Latenzzeit von 24 bis 72
Stunden zumindest HWS- oder Nackenbe
schwerden
–
oder bei einem allenfalls hier zur Diskussi
on stehenden Schädel-Hirntrauma
auch Kopfschmerzen
–
manifestier
t
en
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_1021/2009 vom 3.
November 2010 E. 5.2)
.
Ob dies auf die Beschwerdefüh
rerin zutrifft, erscheint als fraglich
, sind doch
in den unfallnahen
B
erichten
des
Spitals A._
und d
er
Klinik B._
(vgl. E. 3.2 und E. 3.3
hiervor)
keine
entsprechenden
Beschwerden dokumentiert
.
Solche
wurden von der
Beschwerdeführerin
erst
Ende Mai 2010 anlässlich des Erstgesprächs
(
Urk. 12/9 unten)
mit de
r
von ihr
später
abgelehnten
Case Manage
rin
(vgl. Schlussbe
richt vom 28. Oktober 2010 [Urk. 12/37])
und hernach
ab
August 2010 gegen
über den Ärzten des
Zentrums
G._
(v
gl. E. 3.5
hiervor)
erwähnt.
Hinzu kommt, dass nach Lage der Akten
und der Beurteilung der
Z._
Gut
achter (vgl. E. 3.14 hiervor)
eine ausgeprägte
psychische
Proble
matik
schon bald in den Vorder
grund getreten ist, was ebenfalls eine Adä
quanz
prüfung
unter dem Gesichts
punkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall
ge
mäss BGE
115 V 133
gebietet (vgl. BGE 123 V 98 E.
2a,
Urteil des Bun
desgerichts 8C_124/2014 vom 14. November 2014 E.
7.1)
.
Selbst wenn jedoch die Kriterien nach der für die Beschwerdef
ührerin
vorteil
hafteren Schleudertrauma-Praxis (
BGE
134 V 109
E. 10.3)
herangezogen wer
den, so führt dies
–
wie im Folgenden zu zeigen ist
–
zur Verneinung der Adä
quanz.
6.
4
Die Unfallschwere ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (
erwähntes
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_765/2014 vom 9.
Februar 2015 E. 10 mit Hinweis).
Das Ereignis vom 28. April 2010, bei welchem die Beschwerdeführerin als Passan
tin auf einem Fussgängers
treifen von einem Renault Twingo erfasst und zu Boden geworfen
wurde (Rapport der Stadtpolizei Zürich vom
1. Juni 2010, Urk. 12/167/B4 S. 4 f.), ist praxisgemäss als mittelschwerer Unfall
im engeren Sinn
e einzustufen (vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_258/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 4.4.1).
Etwas anderes wurde beschwerdeweise (Urk. 1 S. 22 oben) nicht
behauptet
.
6
.
5
6.
5
.1
Bei dieser Unfallschwere kann die Adäquanz
praxisgemäss
nur bejaht werden, wenn von den folgenden sieben Kriterien mindestens drei in einfacher Form erfüllt sind oder eines in besonders ausgeprägter Weise vorliegt (vgl.
BGE 134 V 109 E.
10.3 und Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2014 vom 15. Januar 2015 E. 4.2):
besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere A
rt der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, be
lastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf
und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
6.
5
.2
W
ährend sich die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf den gemäss
Z._
-Gutachten
(vgl. E. 3.
14
hiervor)
fehlenden
natürlichen Kausalzusammenhang
auch vernehmlassungsweise nicht zur Adäquanzfrage äusserte (Urk. 11 S. 24 unten),
erachtete
die
Beschwerdeführer
in
(Urk. 1 S. 22
unten
)
sechs der sieben Adäquanzkriterien
als
erfüllt.
6.
5
.3
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des
Unfalles
vorliegen, ist objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls der versicherten Person zu beurtei
len.
Z
u beachten
ist
auch
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (
in BGE 137 V 199
nicht publizierte E. 3.5.1 des Bundesgerichtsu
rteils 8C_100/2011 vom 1. Juni 2011
).
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die
Kasuistik des Bundesgerichts
(
vgl.
Praxisübersicht im
Urteil 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6.1.1 und 6.1.2) kann das Krite
rium vorliegend nicht als erfüllt betrachtet werden.
Dies gilt umso mehr, als die Be
schwerdeführerin gegenüber der Polizei eine Erinnerungslücke angab (Rapport vom 1. Juni 2010 [Urk. 12/
167/B4 S. 7
]
), womit dem Kriterium nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden kann, wie wenn eine ungetrübte Erinnerung an den Unfall und die damit verbundenen Begleitumstände gegeben wäre (er
wähntes Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2014 vom 9. Februar 2015 E. 11.1).
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 22 unten)
ihre
beim Un
fallereignis ebenfalls anwesende
Enkeltochter „in allerhöchster Gefahr“
gesehen haben will
, vermag daran nichts zu ändern,
blieb doch
diese
unversehrt
(vgl.
Z._
-Gutachten S. 29 unten
; Polizeirapport
Urk.
12/167/B4 S. 3
).
Eine die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis rechtfertigende Diagnose ge
nügt für sich alleine nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder be
sonderen Art der erlittenen Verletzungen
. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der hierfür typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwer
debild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E.
10.2.2). Solche Umstände
liegen
hier in Anbetracht
der zwar erlittenen
–
aber im Vergleich zum Sachverhalt gemäss
Bundesgerichtsu
rteil 8C_484/2007 vom 3.
September 2008 E. 6.3.1 unproblematischen und komplikationslos abheilenden Frakturen
–
nicht
vor
(vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_135/2012 vom 19.
September 2012 E. 6.2.2), weshalb das Kriterium zu verneinen ist.
Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, die versicherte Person belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss (BGE
134 V 109 E.
10.2.3) ist ob
jektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der versicherten Person zu beurteilen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_970/2008 vom 30.
April 2009 E. 5.4)
.
Es ist vorliegend ebenfalls nicht erfüllt. Während die Schädelbasisfraktur keiner spezifischen Behandlung bedurfte, waren von Seiten der Frakturen an Unterschenkel und Clavicula vier operative Eingriffe erforderlich, wovon zwei der Entfernung des Osteosynthesematerials dienten. Darüber hinaus
bestanden die durchgeführten Massnahmen im Wesentlichen in medikamentösen und manualtherapeutischen Vorkehren,
was keine spezifische ärztliche Behandlung im Sinne dieses Kriteriums darstellt (Urteile 8C_724/2008 vom 18. Dezember 2007 E. 4.2.2 und 8C_970/2008 vom 30. April 2009 E. 5.4). Sodann sind
Abklä
rungsmassnahmen und
ärztliche
Verlaufskontrollen
im Rahmen dieses Kriteri
ums nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E. 9.3.3 und 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3).
Dass mit der
ab Februar 2011
wöchentlich stattfindenden Gesprächstherapie
bei Dr.
F._
(
Urk. 13/M37 S. 2 unten
)
eine besondere Belastung verbunden gewesen wäre, ist nicht
ersichtlich
und wurde
auch
nicht geltend gemacht.
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, liegt hier unstreitig nicht vor.
Beim Kriterium des
schwierige
n
Heilungsverlauf
s
oder erhebliche
r
Komplikatio
nen
bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben
, wobei zu dessen Bejahung die Einnahme vieler Medikamente und die Durchfüh
rung verschiedener Therapien nicht genügen. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (Urteil
des Bundesgerichts
8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6)
. Sol
che sind nicht
a
uszumachen. Die beschwerdeweise geltend gemachte er
hebliche Schmerzverarbeitungsstörung ist nicht bei diesem Kriterium, sondern bei jenem der erheblichen Beschwerden
(vgl. unten)
zu berücksichtigen.
Für die Bejahung des Kriteriums
der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen
muss ein Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mit
wirkung baldmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern
(BGE 134 V 10
9 E.
10.2.7). Ein solcher
ist vorliegend nicht
ersichtlich.
Obwohl ihr ab Februar 2011 eine Arbeitsfähigke
it attestiert wurde (vgl. E. 3.7 und E. 3.8
hiervor),
unternahm die Beschwerdeführerin
weder
einen Arbeitsversuch
an einem für sie
in der Wäschezentrale des
Spitals Y._
bereitgestellten Schonarbeitsplatz
(Urk. 12/72,
Urk.
12/74,
Urk.
12/78), noch ergriff sie andere Bemühungen zur
auch vom zuständigen Oberarzt des
Spitals A._
wiederholt
befürworteten
(vgl. E. 3.8 und E. 3.13 hiervor)
beruflichen
Reintegration. Sodann erscheint auch ihr persönlicher Einsatz im Rahmen von
Therapiemassnahmen als fraglich,
da sie die
aus medizinischer Sicht
indizierte Wassertherapie nicht
an die Hand nahm
(vgl. Urk. 13/M32 S. 1 unten), obwohl sie sich
entgegen den Feststellun
gen der Ärzte
nicht in der Lage sah, die Gehhilfen wegzulassen.
Entsprechend kann das Kriterium nicht bejaht werden.
Das
Kriterium der erheblichen Beschwerden
beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Per
son durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE
134 V 109 E.
10.2.4
).
Es
liegt sicher
nicht in ausgeprägter Weise
vor, was denn auch nicht behauptet wurde
.
Damit kann offenbleiben, ob
es
in der einfachen Form erfüllt
ist
. Denn auch bejahendenfalls würde dies nicht genügen, um die Adäquanz bejahen zu kön
nen.
6.6
Infolgedessen
kommt dem
Unfalle
reignis vom
28. April 2010
keine
rechtserheb
liche Bedeutung für die
nach
Ende August 2011
geklagten
Beschwerden
zu, womit eine
darüber hinausgehende
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfällt. Damit erübrigen sich Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl.
BGE 135 V 465 E.
5.1) und der
unter diesem Aspekt geäusserten
Kritik der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 14 ff.).
7
.
Die Terminierung
der
Versicherungsleistungen
per 31. August 2011
gemäss Ein
spracheentscheid der
Beschwerdegegnerin vom 13. November 2012 (Urk. 2)
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.