Decision ID: 1a20e5fc-c347-5bd9-a8c9-2a7f312307e5
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Am 10. Januar 2012 wurde dem Beschwerdeführer B._ Asyl ge-
mäss Art. 51 Abs. 1 AsylG gewährt.
B.
Am 22. November 2013 wurde der Beschwerdeführerin A._ Asyl
gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG gewährt.
C.
Am 22. Oktober 2019 kam der Sohn der Beschwerdeführenden,
C._, zur Welt.
D.
Am 13. Januar 2020 ersuchten die Beschwerdeführenden A._ und
B._ um Einbezug ihres Sohnes C._ in ihre Flüchtlingseigen-
schaft.
E.
Mit Verfügung vom 4. Februar 2020 wies das SEM das Gesuch ab.
F.
Die Beschwerdeführenden erhoben gegen diese Verfügung mit Eingabe
vom 13. Februar 2020 beim SEM Beschwerde. Als Beweismittel reichten
sie ihre Aufenthaltsausweise, einen Mietvertrag sowie einen Auszug aus
dem Geburtsregister ein.
G.
Das SEM leitete die Beschwerde am 18. Februar 2020 zuständigkeitshal-
ber an das Bundesverwaltungsgericht weiter (Eingang am 19. Februar
2020).
H.
Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2020 forderte die Instruktionsrich-
terin die Beschwerdeführenden auf, innert Frist einen Kostenvorschuss zu
leisten.
I.
Die Beschwerdeführenden leisteten den Kostenvorschuss fristgerecht.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-
schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und
ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl,
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wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen. In der Schweiz ge-
borene Kinder von Flüchtlingen werden gemäss Art. 51 Abs. 3 AsylG auch
als Flüchtlinge anerkannt, sofern keine besonderen Umstände dagegen-
sprechen. Dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewäh-
rung entgegenstehende „besondere Umstände" sind beispielsweise anzu-
nehmen, wenn die die Flüchtlingseigenschaft innehabende Person ihrer-
seits den Status lediglich derivativ erworben hat (vgl. zum Ganzen Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts D-2110/2013 vom 31. Mai 2013 E. 2; Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts D-6263/2011 vom 16. Januar 2013
E. 4 jeweils m. w. H. auf die Rechtsprechung der vormaligen Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [ARK], welche vom Bundesverwaltungsge-
richt weitergeführt wird).
4.2 Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass die Voraussetzun-
gen für einen Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 51 Abs. 3
AsylG nicht erfüllt seien. Gemäss dieser Bestimmung würden in der
Schweiz geborene Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhielten Asyl,
wenn keine besonderen Umstände dagegensprächen. Voraussetzung für
den Einbezug sei insbesondere, dass mindestens ein Elternteil die origi-
näre Flüchtlingseigenschaft besitzt. Bei Flüchtlingen, welche bereits auf-
grund eines Einbezuges als solche anerkannt worden seien, finde grund-
sätzlich keine automatische weitere Übertragung der Flüchtlingseigen-
schaft statt. Da weder die Beschwerdeführerin noch der Beschwerdeführer
über die originäre Flüchtlingseigenschaft verfügen würden, seien die Vo-
raussetzungen für einen Einbezug ihres Sohnes in ihre Flüchtlingseigen-
schaft nicht gegeben.
4.3 In ihrer Beschwerde machten die Beschwerdeführenden geltend, dass
es in Eritrea keinen Schutz für sie gebe und auch ihr Sohn dort gefährdet
wäre. Sie hätten sich in der Schweiz gut integriert. Zudem baten sie darum
sie zu informieren, was sie tun müssten, damit sie die originäre Flüchtlings-
eigenschaft erhielten.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin wurde am 22. November 2013 gemäss Art. 51
Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Mutter D._ (N ...)
einbezogen. Der Beschwerdeführer wurde am 10. Januar 2012 gemäss
Art. 51 Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft seiner Tante E._
(N ...) einbezogen. Somit verfügen beide Elternteile des minderjährigen
Beschwerdeführers über die derivative (formelle) Flüchtlingseigenschaft.
Wie bereits ausgeführt, kann gemäss geltender Praxis die derivative
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Flüchtlingseigenschaft aber nur dann weiterübertragen werden, wenn
Flüchtlinge ihrerseits auch – in ihrer eigenen Person aufgrund der eigenen
Sachverhaltsvorbringen – die materielle Flüchtlingseigenschaft erfüllen.
Die Beschwerdeführenden machten vorliegend aber in ihrer Eingabe an
das SEM keine eigenen Asylgründe geltend.
5.2 Es bleibt den Beschwerdeführenden jedoch unbenommen, bei der Vo-
rinstanz eigene Gesuche um Gewährung von Asyl im Sinne von Art. 3
AsylG zu stellen.
5.3 Diese Erwägungen zufolge hat das SEM das Gesuch der Beschwerde-
führenden um Einbezug ihres Sohnes in ihre Flüchtlingseigenschaft ge-
mäss Art. 51. Abs. 3 AsylG zu Recht ablehnt. Die angefochtene Verfügung
ist daher zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.
6.
Der Aufenthalt von C._ in der Schweiz ist durch das kantonale Mig-
rationsamt zu regeln.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten den Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvor-
schuss ist für die Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
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