Decision ID: bb8f8a77-03a9-5c50-a6d1-7d5310f7758a
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger der Türkei kurdischer Ethnie, welcher aus der Provinz X._ stammt – gelangte am 6. Juli 2009 mit einem schriftlichen Asylgesuch an die schweizerische Botschaft in Ankara, worauf er am 10. August 2009 in den Räumen der Botschaft persönlich zu seinen Gesuchsgründen angehört wurde.
Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer zur Hauptsache geltend, er könne in der Türkei nicht mehr leben, da er hier mittlerweile in drei politische Strafverfahren verwickelt sei. Er sei Kurde, Mitglied der Partei für eine demokratische Gesellschaft (DTP) und des Menschenrechtsvereins (IHD), und früher habe er auch im  für freie Bürger gearbeitet. Aufgrund seiner oppositionellen  sei er in den letzten Jahren mehrfach von der Polizei  und auch zweimal für mehrere Monate im Typ-F Gefängnis von X._ inhaftiert worden. Nachdem er in zwei Verfahren  zu über 9 Jahren Haft verurteilt worden sei, rechne er auch im dritten Verfahren mit einer Verurteilung zu einer Haftstrafe von über 6 Jahren. Während der gegen ihn gerichteten Verfahren sei er im  Druck und Gewalt ausgesetzt gewesen. Nun fürchte er , für Jahre ins Gefängnis zu kommen, weshalb er die Türkei  müsse. Zwar treffe es zu, dass er sich im Moment noch  auf der Strasse bewegen könne. Er könne aber aus Angst nicht mehr schlafen, denn er fürchte, dass er unvermittelt von der Polizei wieder mitgenommen werde. Betreffend die laufenden Verfahren führte er in seiner Eingabe – welche von der Botschaft übersetzt wurde –  anlässlich der persönlichen Anhörung das Folgende aus: Zum  Verfahren gegen ihn sei es gekommen, nachdem er im ... 2006 – zusammen mit ... Personen und im Vorfeld einer geplanten  – im Parteibüro der DTP in X._ verhaftet worden sei. Nach vier Tagen Polizeigewahrsam und Untersuchungshaft sei er für drei Monate in geschlossene Haft im Typ-F Gefängnis von X._ gekommen und man habe ihn wegen „Widerstand gegen Staatsbeamte, Körperverletzung und Propaganda für eine “ angeklagt. Mit Urteil vom ... 2008 sei er zwar in den zwei  Anklagepunkten freigesprochen worden, wegen „Propaganda“  man ihn jedoch zu zehn Monaten Haft verurteilt. Am ... 2007 sei er ein zweites Mal verhaftet worden, nun unter dem Vorwurf der „ von Straftaten im Namen einer Terrororganisation“. Aufgrund ei -
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ner anonymen Anzeige sei ihm vorgehalten worden, er habe  in ein Internet-Café geworfen. Er sei diesbezüglich von der Staatsanwaltschaft befragt, nach einem Tag in Gewahrsam aber  entlassen worden. Am ... 2008 sei es zu seiner dritten Verhaftung gekommen. Er sei an jenem Tag in der Frühe von Polizisten zuhause festgenommen worden, diesmal unter dem Vorwurf der Verletzung von fünf Polizisten, des Besitzes von Sprengstoff und der Mitgliedschaft und der Propaganda für die Organisation. Zu dieser Verhaftung sei es aus Rache von Seiten der Polizei gekommen, da sein Freund B._ – statt für die Polizei als Spitzel tätig zu werden und auch den Beschwerdeführer als Spitzel anzuwerben – beim IHD eine  gegen die Polizei deponiert habe. Als Folge der Anzeige beim IHD seien B._ und er von der Polizei beschuldigt worden, eine  organisiert zu haben, bei welcher Jugendliche  geworfen hätten. Er sei zwar nur kurz in Polizeigewahrsam gewesen, die erhobenen Anschuldigungen hätten aber zum zweiten Gerichtsverfahren gegen ihn geführt, in dessen Folge er mit Urteil vom ... 2009 wegen „Begehung von Straftaten im Namen der Organisation, ohne ihr als Mitglied anzugehören“ zu 71⁄2 Jahren Haft und erneut  „Propaganda“ zu einer Zusatzstrafe von nochmals 11⁄2 Jahren Haft verurteilt worden sei. Zum dritten Gerichtsverfahren gegen ihn sei es schliesslich gekommen, nachdem offenbar während neun Monaten sein Telefon abgehört worden sei. Er sei am ... 2008 abermals  und vier Tage später ein zweites Mal in geschlossene Haft im Typ-F Gefängnis von X._ gekommen, diesmal für vier Monate. Unter Verweis auf eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft in X._ vom ... 2008 machte er diesbezüglich geltend, in dem dritten  werde er aufgrund der abgehörten Telefonate der „Mitgliedschaft bei der Organisation (PKK)“ beschuldigt. Er sei jedoch in keine der ihm vorgeworfenen Handlungen verwickelt gewesen, er stehe nun aber bei der Polizei als Terrorist auf der Liste, weil er mit seinem Jugendfreund C._ telefoniert habe, dessen Vater in die Schweiz geflohen sei. In diesem Verfahren, welches mittlerweile vor dem ... Gericht für schwere Straftaten in X._ geführt werde,  der letzte Verhandlungstermin am ... 2009 stattgefunden. Das  werde sich mutmasslich noch etwas hinziehen, er erwarte aber eine Verurteilung zu 61⁄4 Jahren Haft wegen „Mitgliedschaft“. Die zwei bereits gegen ihn ausgefällten Entscheide habe er an den  weitergezogen, welcher aber regelmässig innert etwa 11⁄2- die angefochtenen Urteile bestätige, und er befürchte, dass er als Folge davon demnächst für Jahre ins Gefängnis komme. Daneben
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führte der Beschwerdeführer an, dass aufgrund der gegen ihn  Verfahren auch seine Angehörigen unter Druck geraten seien. So seien nicht nur er, sondern auch sein Vater und seine Mutter verhaftet worden, und es sei bei seiner Familie immer wieder zu  von Seiten der Abteilung für Terrorbekämpfung gekommen. Dies unter dem Vorwurf, er und seine Familie seien Mitglieder der Or - ganisation (PKK) und würden für diese Propaganda betreiben, was aber nicht zutreffe. Mittlerweile werde er jedoch von den  mit fast jeder illegalen Aktion im Quartier in Verbindung  und deswegen behelligt.
Bereits in seiner Jugend vor ca. 10 Jahren sei er in Strafverfahren  gewesen, dabei habe es sich jedoch nicht um politische  gehandelt. So sei er als Minderjähriger zu einer auf  ausgesetzten (Jugend-)Strafe von 11⁄2 Jahren wegen eines  im Jahre 2002 verurteilt worden. Mit dieser Sache, ein Diebstahl respektive Einbruchdiebstahl, habe er eigentlich gar nichts zu tun , jedoch habe er nach Misshandlungen ein diesbezügliches  unterschrieben. In ein zweites Verfahren sei er verwickelt , weil ihm ein Freund beim Hantieren mit einer Waffe in den Fuss geschossen habe. In diesem Verfahren sei er jedoch das Opfer . Mit der gleichen Waffe sei jedoch auch ein Mord begangen wor - den, weshalb er auch in dieses Verfahren involviert worden sei.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer vorab ein Urteil des ... Gerichts für schwere Straftaten in X._ vom ... 2008, ein Urteil des ... Gerichts für schwere Straftaten in X._ vom ... 2009 und eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom ... 2008 zu den Akten. Zudem legte er ein Aussageprotokoll zum Ermittlungsverfahren vom ... 2007 vor, wie auch die von ihm erwähnte Anzeige von B._ beim Menschenrechtsverein vom ... 2008. Anlässlich der Anhörung auf der Botschaft legte er ferner seinen Nüfus vor, wobei er auf Nachfrage hin angab, er habe keinen Pass, er könne sich aber pro - blemlos einen ausstellen lassen. Im Nachgang zur Anhörung reichte er einen aktuellen Strafregisterauszug sowie zwei ihn betreffende  vom ... 2004 und vom ... 2004 sowie einen  in Sachen Strafreduktion vom ... 2005 nach.
B. Am 17. August 2009 übermittelte die schweizerische Vertretung in  dem BFM das schriftliche Gesuch des Beschwerdeführers, das
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Anhörungsprotokoll und die vom Beschwerdeführer vorgelegten . Dabei waren von der Botschaft betreffend die vorgelegten Gerichtsdokumente auszugsweise Übersetzungen angefertigt worden.
C. Das BFM unterzog drei der vom Beschwerdeführer vorgelegten  – das Urteil des ... Gerichts für schwere Straftaten in X._ vom ... 2008, das Urteil des ... Gerichts für schwere  in X._ vom ... 2009 sowie die Anklageschrift der  an das Gericht für schwere Straftaten in X._ vom ... 2008 – einer amtsinternen Dokumentenprüfung, wobei laut dem BFM eine oder zwei Auffälligkeiten, aber keine objektiven  festgestellt wurden. Betreffend den vorgelegten  hielt der mit der Prüfung befasste BFM-Mitarbeiter fest, dass darin nur das Geburtsjahr des Beschwerdeführers angegeben sei, das  jedoch exakter angegeben sein müsste, weshalb sich  an der Aussagekraft des Dokuments ergäben.
D. Am 20. Oktober 2009 unterbreitete das BFM die Akten dem Dienst für Analyse und Prävention (DAP), welcher am 22. Oktober 2009 dem BFM mitteilte, der Beschwerdeführer sei nicht nachteilig verzeichnet. Einige seiner Aussagen liessen aber auf eine Verwicklung in gewalt  Aktionen schliessen (u.a. sei von einer Mordklage die Rede) und insgesamt sei er bei seinen Aussagen ungenau geblieben oder habe nicht konkret Auskunft geben wollen. Die Erteilung einer  werde aufgrund der momentanen Aktenlage als problematisch erachtet und es werde deshalb vorgeschlagen, durch die  Vertretung noch weitere Abklärungen zu veranlassen.
E. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2009 – dem Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Vertretung in Ankara am 16.  2009 eröffnet – verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab. Auf die  wird in den nachfolgenden Erwägungen .
F. Mit Eingabe in türkischer Sprache – eingelangt bei der  Botschaft in Ankara am 9. Dezember 2009 – erhob der Be-
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schwerdeführer gegen die Ablehnung seines Asylantrages , wobei er namentlich um eine nochmalige Prüfung der Sache im Lichte seiner detaillierten Begründung und um Annahme seines  ersuchte. Auf die Beschwerdebegründung wird in den  Erwägungen eingegangen.
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2009 übermittelte die  Botschaft in Ankara die Eingabe des Beschwerdeführers an das zuständige Bundesverwaltungsgericht, wo sie zwei Tage später eintraf und in der Folge aus prozessökonomischen Gründen von Amtes  in eine Amtssprache übersetzt wurde.
G. Am 22. März 2010 liess der Beschwerdeführer der schweizerischen Botschaft in Ankara die Kopie eines Verhandlungsprotokolles vom ... 2010 zukommen, welches am 31. März 2010 von der Botschaft ans BFM übermittelt wurde (vgl. dazu im Einzelnen die Akten).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei entscheidet das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32); Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die  von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert und er hat seine Beschwerde fristgerecht bei einer schweizerischen  im Ausland eingereicht (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
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ren [VwVG, SR 172.021] und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 21 Abs. 1 VwVG). Nachdem seine Eingabe aus prozessökonomischen Gründen von Amtes wegen übersetzt wurde, kann auf eine  zwecks Verbesserung verzichtet werden, mithin sich die  im Übrigen als formgerecht erweist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.
2.
2.1 Nach der Bestimmung von Art. 3 AsylG werden als Flüchtling  anerkannt, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie  wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als  Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen.
2.2 Die Flüchtlingseigenschaft ist nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Glaubhaft gemacht ist die , wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere , die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder  auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 7 AsylG).
2.3 Das Asylgesuch ist bei einer schweizerischen Vertretung, bei der Einreise an einem geöffneten Grenzübergang oder an einer  zu stellen (Art. 19 Abs. 1 AsylG). Wird ein Asylgesuch im Ausland gestellt, so überweist die schweizerische Vertretung das Asyl - gesuch mit einem Bericht dem Bundesamt (Art. 20 Abs. 1 AsylG).
2.4 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch  dann ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine  glaubhaft machen kann (Art. 3 und 7 AsylG), aber auch dann, wenn der asylsuchenden Person die Aufnahme in einem Drittstaat  werden kann (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Ist dagegen eine  Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem
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Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft gemacht worden, oder kann der asylsuchenden Person der Verbleib am Aufenthaltsort für die  der Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet werden, ist die Einreise in die Schweiz zu bewilligen, sei dies im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, sei dies zur näheren Abklärung des Sachverhalts (vgl. Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG).
2.5 Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Einreisebewilligung sind grundsätzlich restriktiv umschrieben, wobei den Asylbehörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen  im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die  zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der  durch einen anderen Staat, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung einer  ist dabei die Frage nach der Schutzbedürftigkeit der  Person, mithin die Beantwortung der Fragen, ob eine  im Sinne von Art. 3 AsylG nicht auszuschliessen ist und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet werden kann, beziehungsweise ob der betroffenen Person – ohne nähere Prüfung einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten ist, sich in einem anderen Staat um  zu bemühen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130 f. und Nr. 21 E. 2 S. 136 f., 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.).
3.
3.1 Im angefochtenen Entscheid gelangte das BFM zum Schluss, dem Beschwerdeführer sei die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen und sein Asylgesuch abzulehnen, da er nicht schutzbedürftig sei,  seiner Straftaten zudem ein Fernhalteinteresse der Schweiz  und er schliesslich über die Möglichkeit verfüge, wenn nötig auch in einem anderen Land als der Schweiz Schutz zu finden.
3.1.1 In seinen diesbezüglichen Erwägungen hielt das BFM einleitend dafür, dass ein Gesuchsteller nicht schutzbedürftig sei, wenn die  ihn gerichteten staatlichen Massnahmen rechtsstaatlich legitim sind oder er gestützt auf Art. 1 F lit. B des Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention;
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[SR 0.142.30]) aus der Flüchtlingseigenschaft ausgeschlossen ist. Das BFM hielt dem Beschwerdeführer in der Folge unter Verweis auf die Strafurteile vom ... 2008 und ... 2009 entgegen, aus den Akten gehe hervor, dass er an mindestens zwei Kundgebungen teilgenommen , bei welchen es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen sei. Dabei seien mindestens neun Sicherheitsbeamte verletzt und  Slogans skandiert worden, welche von ihrem Inhalt her bereits ein Hinweis auf eine aktive Unterstützung der PKK seien. Aus der  vom ... 2008 ergebe sich sodann, dass er sowohl brieflich als auch durch eine E-Mail bei den Sicherheitsbehörden als einer der verantwortlichen Organisatoren für gewaltsame Aktionen in seinem Wohnviertel denunziert worden sei. In der Folge habe eine  im Rahmen polizeilicher Untersuchungsmassnahmen explizite Aussagen des Beschwerdeführers erbracht, und zudem sei festgestellt worden, dass er telefonisch einen Waffenverkauf vermittelt habe.  dessen sei die Anklagebehörde zum Schluss gelangt, dass er Teil eines regen Netzwerkes sei, er aktiv in die Veranstaltung illegaler und gewaltsamer Aktionen in seinem Viertel involviert sei und er  persönliche Beziehungen zu Angehörigen des Bergkaders der PKK unterhalte. Aufgrund der Akten sei somit zu schliessen, dass der Beschwerdeführer im Umfeld der PKK tätig sei und demnach eine bis in die jüngste Zeit immer wieder zu Mitteln der Gewalt greifende  unterstützt habe. Bei den ihm zur Last gelegten Aktionen handle es sich um Straftaten, welche auch in der Schweiz verfolgt  und mit hohen Freiheitsstrafen geahndet werden könnten. Somit seien die durch die türkischen Behörden gegen ihn erhobenen  als im Kern rechtsstaatlich legitim zu erachten. Mit seinem  habe er zudem eine hohe Gewaltbereitschaft offenbart.
3.1.2 In seinen weiteren Erwägungen hielt das BFM dafür, aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers bestehe ferner der Verdacht, dass er in ein Strafverfahren wegen eines Tötungsdelikts involviert sei. Entlastende Unterlagen habe er in diesem Zusammenhang nicht . Zudem habe auch der Dienst für Analyse und Prävention (DAP) in seiner Stellungnahme vom 22. Oktober 2009 Bedenken  und eine Einreise des Beschwerdeführers für problematisch erachtet. Vor diesem Hintergrund hielt das BFM dem  entgegen, es liege schliesslich nicht im Interesse des Schweiz,  Personen aus dem Umfeld der PKK eine  zu erteilen.
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3.1.3 Betreffend die Frage der Schutzgewährung durch einen anderen Staat als die Schweiz hielt das BFM fest, dass dem Beschwerdeführer – welcher sich seinen Angaben zufolge problemlos einen Reisepass beschaffen könne – als Alternative zur Schweiz nach Kenntnis des Amts Kroatien zur Verfügung stehe, wo er als türkischer  visumfrei einreisen und ein rechtsstaatlich korrektes  durchlaufen könne. Eine Eingliederung in Kroatien sei zudem auch zumutbar, auch wenn sie sich allenfalls schwieriger gestalten könnte als in der Schweiz. Jedoch seien Kroatien und die Schweiz im Hinblick auf seine türkische Herkunft bezüglich Kulturnähe in etwa . Angesichts der Aktenlage vermöge schliesslich auch der Umstand, dass zwei entfernte Verwandte des Beschwerdeführers in der Schweiz leben, an dieser Einschätzung nichts Wesentliches zu .
3.2 In seiner Eingabe hielt der Beschwerdeführer der Vorinstanz , sein Asylgesuch sei abgelehnt worden, weil das BFM zu  zur Ansicht gelangt sei, er sei ein Befürworter von Gewalt. Diese Einschätzung des BFM entspreche nicht den Tatsachen, sondern er sei in den gegen ihn angestrengten Verfahren – entgegen dem wahren Sachverhalt – von Seiten der Staatsmacht so dargestellt worden.
3.2.1 In diesem Zusammenhang wies er vorab darauf hin, dass es sich beim ersten politischen Verfahren gegen ihn um ein  gegen ... Personen gehandelt habe, zu welchem es im Vorfeld zu einer Presseerklärung der DTP gekommen sei. Er selbst sei in die - sem Verfahren vom Vorwurf des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Körperverletzung freigesprochen und einzig wegen  verurteilt worden. Es sei undenkbar, dass alle ... Personen in  Handlungen verwickelt gewesen seien. Vielmehr seien die Menschen, darunter auch Vertreter von Menschenrechtsvereinen,  zusammengekommen, um eine Presseerklärung anzuhören. Sie seien jedoch alle unter Einsatz von Gewalt festgenommen worden,  sie nur ihre demokratischen Rechte hätten wahrnehmen wollen, und dafür auch noch bestraft worden. Daran anschliessend führte der Beschwerdeführer an, gegen ihn seien zwar noch weitere Verfahren eingeleitet worden, diese seien jedoch alle ohne Substanz gewesen. Er sei einzig wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation und Propaganda verurteilt worden, jedoch nie wegen Gewalt. Zwar  man ihn des Sprengstoffbesitzes und der Körperverletzung , dieses Verfahren habe jedoch mit einem Freispruch geendet.
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Dies zeige, dass die Ansicht, er neige zur Gewalt, nicht der Wahrheit entspreche.
3.2.2 In seinen weiteren Ausführungen hielt der Beschwerdeführer der Vorinstanz entgegen, das BFM gehe zu Unrecht davon aus, dass sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen den Tatsachen  würden respektive dass er tatsächlich alle Straftaten  habe. Indes seien die Anklageschriften gegen ihn durch Richtung gebende Einflussnahme der Polizei und der Justizbehörden zustande gekommen. Mithin gebe es keine Beweise, dass er die ihm vorgehal  Parolen gerufen habe, und auch die durch die Telefonabhörung  Aussagen seien im Rahmen einer Auslegung durch eine  Interpretation entstanden. Selbst seine Tätigkeiten in legalen  sei dabei anders interpretiert worden. Schliesslich treffe es nicht zu, dass er für die PKK tätig sei. Er sei lediglich ein Mensch, welcher sich für gesellschaftlichen Fragen interessiere, insbesondere im  auf die Lösung des Kurdenproblems, und welcher im  Sinne an Presseveranstaltungen und Aktionen teilnehme. Er sei Mitglied der DTP und des Vereins für Menschenrechte (IHD), jedoch seien in der Türkei selbst Personen, welche diesen Organisationen , Repressalien ausgesetzt.
4. Vorab ist zu prüfen, ob das BFM zu Recht von einer legitimen  des Beschwerdeführers ausging.
4.1 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer derzeit – wegen eines tatsächlichen oder aber bloss vermeintlichen  zugunsten der kurdischen Sache – in mehrere Strafverfahren politischen Charakters verwickelt ist. Auch die Vorinstanz ist von  Sachverhalt ausgegangen. Sie führt diesbezüglich jedoch aus, bei der entsprechenden Strafverfolgung handle es sich um legitimes  Handeln, habe doch der Beschwerdeführer an Demonstrationen mit gewalttätigem Ausgang teilgenommen, anlässlich deren  Parolen gerufen worden seien, und auch aufgrund der  am Telefon habe sich seine Gewaltbereitschaft gezeigt.  Argumentation kann jedoch in keiner Weise gefolgt werden.
4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im  mit den gegen ihn laufenden Verfahren während mehreren Monaten festgehalten und in der Haft gedemütigt und misshandelt
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worden ist. Aufgrund der politischen Situation ist weiter davon , dass der Beschwerdeführer auch in der gerichtlichen  mit einem Politmalus zu rechnen hat. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, muss der Beschwerdeführer aber im Falle des Vollzugs  Haft mit weiteren Nachteilen in Form von Misshandlungen , und für die Zukunft ist sodann überwiegend wahrscheinlich, dass er von den Sicherheitskräften weiterhin verdächtigt wird und gegen ihn weitere Strafverfahren angestrebt würden. Bereits aufgrund dieser Ausführungen ist der Hinweis der Vorinstanz auf die rechtsstaatliche Legitimität der erlittenen und in Zukunft zu befürchtenden Nachteile kaum nachvollziehbar.
4.3 Weiter impliziert die Vorinstanz in ihren Erwägungen, der  habe sich Handlungen zu schulden kommen lassen, die den Tatbestand der Asylunwürdigkeit im Sinne von Art. 53 AsylG erfüllten beziehungsweise gar zum Ausschluss von der  im Sinne von Art. 1 F Bst. b FK führen würden. Auch diese Sichtweise kann jedoch jedenfalls aufgrund der bestehenden  nicht geteilt werden. In diesem Zusammenhang ist darauf , dass der Beschwerdeführer selbst von den türkischen  bisher offenbar nicht mit konkreten Gewaltakten in Verbindung gebracht worden ist, die bisherigen Verurteilungen beziehen sich auf Propagandatätigkeit und allenfalls auf Mitgliedschaft bei der PKK. Die PKK ist aufgrund ihres Wirkens als politische Partei und des zeit - weisen Auftretens als Bürgerkriegspartei in der schweizerischen Rechtsprechung nicht als terroristische Organisation qualifiziert worden (vgl. dazu u.a. EMARK 2002 Nr. 9), weshalb allein die Mit - gliedschaft oder die Unterstützung nicht als asylunwürdige Handlung beurteilt werden kann. Vielmehr ist der individuelle Tatbeitrag zu konkreten Straftaten zu beurteilen. Es kann deshalb nicht angehen, dass die schweizerischen Asylbehörden allein deshalb, weil der  an einer Demonstration teilgenommen hat, anlässlich der es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen ist und an der PKK-freundliche Parolen gerufen wurden, von der  des Beschwerdeführers und dessen Asylunwürdigkeit ausgeht. Es ist vielmehr der diesbezüglich erfolgte Freispruch durch die türkischen Gerichte entsprechend zu gewichten. Das BFM verweist weiter auf die Verwicklung in ein Tötungsdelikt. Aus den Akten geht jedoch die Rolle des damals 15-jährigen Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang recht deutlich hervor. So hat er damals offenbar allein versucht, seinen Freund zu schützen, nachdem er von diesem
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versehentlich durch eine Waffe verletzt worden war und wurde einzig wegen falscher Aussage belangt. Mit dem Mord, der offenbar mit der gleichen Waffe verübt worden war, wurde der Beschwerdeführer jedoch nicht in direkten Zusammenhang gebracht (vgl. Urteile des ... Landgerichts in X._ aus dem Jahre 2004; A8; Beweismittel 9 und 10). Schliesslich lässt sich auch aus den Telefonaussagen nicht ableiten, der Beschwerdeführer sei als PKK-Mitglied in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen, müssten doch konkrete Hinweise für einen entsprechenden Tatbeitrag vorliegen. Solche liegen jedoch nicht vor, auch wenn der Beschwerdeführer in seinen Kommentaren seine Sympathien für die PKK nicht verheimlicht.
4.4 Insgesamt kann diesen Erwägungen gemäss nicht von legitimer Strafverfolgung durch die türkischen Behörden gesprochen werden. Aufgrund der vorliegenden Akten ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von den türkischen Sicherheitskräften für seine politische Haltung und für rechtsstaatlich legitime politische Aktivitäten verfolgt worden ist und weitere Verfolgungshandlungen nicht  sind. Aufgrund dieser Überlegungen ist die Furcht des  vor Verfolgungsmassnahmen durch die türkischen Sicherheitskräfte, mithin auch angesichts der bereits erlebten  aufgrund der heutigen Aktenlage objektiv nachvollziehbar und somit als begründet im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zu erachten. Da die befürchteten Nachteile von den türkischen Sicherheitskräften ausgehen, welche auf dem Territorium der Türkei die Staatsmacht repräsentieren, ist im vorliegenden Fall auch nicht vom Bestehen einer sicheren innerstaatlichen Fluchtalternative auszugehen.
5.
5.1 Nachdem aufgrund der bisherigen Ausführungen und der  Aktenlage eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG nicht ausgeschlossen werden kann, ist das Asylgesuch des  – da er sein Gesuch im Ausland gestellt hat und er sich nach wie vor in seiner Heimat befindet – ferner im Licht von Art. 52 Abs. 2 AsylG zu prüfen. Das BFM geht davon aus, dem Beschwerdeführer sei es zuzumuten, in Kroatien, wo er visumfrei einreisen könne, ein Asylgesuch zu stellen.
5.1.1 Der Beschwerdeführer hat zwar zur Schweiz nur entfernte . Dies allein ist jedoch letztlich nicht ausschlaggebend, da
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die Argumentation eines allgemeinen Nachgangs der Schweiz gegenüber anderen Staaten faktisch zur Aufhebung der Möglichkeit eines Auslandsgesuches führen würde (vgl. EMARK 2005 Nr. 19). Angesichts dieser Praxis geht der Hinweis der Vorinstanz, der  könne auch in Kroatien um Asyl nachsuchen, fehl, da der Beschwerdeführer zu keinem anderen Staat als der Schweiz, auch nicht zu Kroatien, eine nähere Beziehung hat. Die Vorinstanz führt in diesem Zusammenhang selber aus, eine Eingliederung dort könne sich schwieriger gestalten als in der Schweiz.
Der Beschwerdeführer hat entfernte Verwandte in der Schweiz und folglich ist nachvollziehbar, dass er gerade in der Schweiz um Asyl nachsuchte. Zugleich ist es dem Beschwerdeführer in Anbetracht des fehlenden engen Bezugs zu anderen Staaten nicht zuzumuten, sich im Hinblick auf eine mögliche Schutzgewährung an einen anderen Staat zu wenden. Des Weiteren ist angesichts der in der Schweiz lebenden Verwandten auch von günstigen Voraussetzungen bezüglich der  Eingliederungsmöglichkeiten des Beschwerdeführers auszugehen.
5.1.2 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass dem  auch nicht zugemutet werden kann, sich um Aufnahme in einem Drittstaat zu bemühen.
5.2 Diesen Erwägungen gemäss ist die Beschwerde, soweit die  begehrt wird, gutzuheissen und die angefochtene Verfügung des BFM vom 30. Oktober 2009 ist aufzuheben. Soweit die Asylgewährung betreffend ist das Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das BFM wird angewiesen, dem  die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und nach dessen Einreise das ordentliche Asylverfahren fortzuführen.
6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind keine  aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
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6.2 Nachdem kein Anlass zur Annahme besteht, dem  seien Vertretungskosten entstanden, ist schliesslich keine Parteientschädigung auszurichten (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG).
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