Decision ID: 8c8185e3-fd0d-429b-9038-ef84dbcd29e3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 196
1
geborene
X._
arbeitete zuletzt von 199
0
bis 200
1
als
Personal
leiter
bei der
Y._
(
Urk.
5
/
3 und
Urk.
5
/
7
). Am
3
0.
Oktober 2001
(Eingangsdatum) meldete
er sich
unter Hinweis auf ein seit September 1998 be
stehendes
Chronic
Fatigue Syndrom
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/
3
).
Zur Abklärung der me
dizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
5/
2), holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
5/7) sowie
Berichte de
s
beha
ndelnden A
rzte
s
ein (
Urk.
5
/
8
-11
)
.
Mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2002 wurde dem Versicherten
ab 1. Oktober 2000 eine Viertel
rente, ab
1. Dezember 2000 eine halbe Rente und ab 1. Mai 2001 eine ganze Rente zu
gesprochen (
Urk.
5/19-21).
Im Rahmen der im September 2009 durchgeführten
dritten
amtlichen Revision (
Urk.
5/39)
liess
die IV-Stelle
den Versicherten
durch d
as
Zentrum
Z._
orthopädisch-psy
chiatrisch
begutachten (
Expertise
vom
1
0.
März 2010
, Urk.
5
/
50
).
Mit Mitteilung vom 27.
Juli 2010 wurde der Versicherte informiert, dass er
neu mit einem In
validitätsgrad von 74
%
weiterhin auf eine ganze Rente
Anspruch habe
(
Urk.
5/59).
Aufgrund der nächsten amtlichen Revision im Jahr 2016 (Urk. 5/75) holte die IV-Stelle
weitere
Arztberichte ein (Urk. 5/77 und Urk. 80)
.
Zusätzlich wurde der Versicherte a
m 7. April 2016
von
A._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
von
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
Regionalen Me
dizinischen Dienst
(RAD) untersucht
(Untersuchungsbericht
e
vom
2
3.
Mai 2016, Urk. 5/93 und 5/94
).
Danach
veranlasste die IV-Stelle am 2
8.
Juni 2016 die Über
prüfung der Fahrtauglichkeit des Versicherten durch das Strassenverkehrsamt (Urk. 5/95) und erhielt
im Anschluss
eine Kopie des
v
erkehrsmedizinischen Gut
achtens vom 2.
November 2016 der
O._
(Urk. 5/102).
Die IV-Stelle erteilte sodann am 25. Oktober 2017 eine Kostengutsprache für eine Potenzialab
klärung vom 15. Januar bis am 9. Februar 2018, wobei der bisherige Rentenan
spruch weiter bestehen blieb (Urk. 5/118-120). Die Eingliederungsberatung wurde mit Mitteilung vom 23. März 2018 abgeschlossen
, weil sich der Versicherte sub
jektiv nicht mehr dazu in der Lage
fühlte
(
Urk.
5/129). Mit Vorbescheid vom
19. April 2018
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der
Mitteilung vom 2
7.
Juli 2010 in Aussicht (Urk. 7/132
), wogegen er am
22. Mai und 15. Juni 2018 Einwände erhob
(Urk.
5/138 und Urk. 5/140).
Mit Verfügung vom
17. Juli 2018
hob die IV-Stelle wiedererwägungsweise die bisherige
ganze
Invalidenrente
per 3
1.
August 2018
auf (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
der Versicherte am 1
3.
September 2018 B
es
chwerde und bean
tragte, es sei ihm unter Aufhebung der Verfügung vom
17. Juli 2018 weiterhin
eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen
.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Be
schwerdeantwort vom
1
8.
Oktober 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4
)
, was dem Beschwerdeführer m
it Verfügung vom
30. Oktober 2018
zu
r
Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
6
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweis).
1.2
Bei Vorliegen der Voraussetzungen gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG für ein wieder
erwägungsweises Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige Verfügung (oder einen formell rechtskräftigen
Einspracheentscheid
) gilt es grundsätzlich, mit Wir
kung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen (Art. 85 Abs. 2, Art. 88
bis
Abs. 2
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
). Dabei ist – wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invalidi
tätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung (oder des
Einspracheentscheides
) zu ermit
teln (BGE 144 I 103 E. 4.4.1 mit Hinweisen, 141 V 9 E. 2.3).
Eine substituierte Begründung, wie sie das Gericht gestützt auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen in seinem Entscheid vornehmen kann (BGE 125 V 368 E. 3b mit Hinweis), ist in jedem möglichen Verhältnis unter den in Betracht fallenden
Rückkommenstiteln
(Revision nach
SchlBest
., materielle Re
vision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG, prozessuale Revision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG und Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG) zulässig (Urteile des Bundesge
richts 9C_800/2016 vom
9.
Mai 2017 E. 2 und 8C_634/2017 vom 2
0.
Februar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.
4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der all
gemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Ok
tober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung vom
17. Juli 2017
die wiedererwägu
ngsweise Aufhebung der Mitteilung
vom
27. Juli 2010
damit, dass
diese
auf ungenügenden Abklärungen im Sinne einer Verletzung des Untersu
chungsgrundsatzes nach
Art.
43
Abs.
1 AT
SG beruht habe, da das
Z._
-Gutachten vom 10. März 2010
unvollständig und widersprüchlich
gewesen sei
. Es stütze sich in weiten Teilen auf subjektive Angaben des Beschwerdeführers.
Auffallender
w
eise
fänden sich darin keine Angaben zur Ermüdbarkeit während der Untersuchung, obwohl ein chronisches Erschöpfungssyndrom diagnostiziert worden sei. Auch weise der Tagesablauf nicht auf eine schwere Störung hin. Des
halb hätte
die IV-Stelle nicht darauf abstellen dürfen
. Somit
sei die Rentenbestä
tigung vom 2
7.
Juli 2010
zweifellos
unrichtig
. Nach dem Untersuchungsbericht
des RAD vom 2
3.
Mai 2016 sei aus orthopädischer Sicht höchstens eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%
zu begründen
. Aus psychiatrischer Sicht werde lediglich eine Dysthymie
ausgewiesen
, weshalb keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Diese medizinische Einschätzung stimme auch mit den Ergebnissen der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom
8.
September 2016 überein. Folglich
sei
die Mitteilung vom 27. Juli 2010 wiedererwägungs
we
i
se aufzuheben und die Invalidenrente einzustellen. Der Beschwerdeführer habe Eingliederungsmassnahmen abgelehnt, da er sich subjektiv nicht in der Lage
dazu
gefühlt habe
(
Urk.
2).
2.2.
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend, die Mittei
lung sei nicht zweifelslos unrichtig gewesen, da
die IV-Stelle auf das
Z._
-Gutachten habe abstellen können.
Dieses
sei weder widersprüchlich noch unvoll
ständig gewesen. Das Gutachten sei damals auch vom RAD geprüft und nach Einholung einer Ergänzung zur Arbeitsfähigkeit für die Beurteilung des Gesund
heitsschadens des Beschwerdeführers als geeignet bezeichnet worden
.
Des Wei
teren liefere die verkehrsmedizinische Begutachtung des Beschwerdeführers keine verwendbaren
Erkenntnisse. Diese sei lediglich im Hinblick auf die Fahrtauglich
keit des Beschwerdeführers erfolgt (
Urk.
1).
3.
3.1
D
er
rentenbestätigenden
Mitteilung vom 2
7.
Juli 2010 (
Urk.
5/58
) lag
en der Be
richt
von
Dr.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 1
3.
Oktober 2009 (
Urk.
5/41)
, der Bericht von
Dr.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
, vom
4.
November 20019
sowie
das
bidisziplinäre
Z._
-Gutach
t
en vom
1
0.
März 2010
zugrunde
(
Urk.
5
/
5
0).
3.2
Dr.
C._
nannte in seinem Bericht
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein seit 1998 bestehendes
Chronic
-Fatigue-Syndrom (ICD-10: F48.0)
sowie
eine
r
ezidivierende
mittel bis schwergradige
depressive Störung
(ICD-10: F33.2)
.
Der Beschwerdeführer befinde sich bei
E._
, Psy
chotherapeutin FSP, in delegierter Psychotherapie. Es bestehe ein chronifizierter Zustand mit hochgradiger Apathie, depressiver Antriebshemmung, hochgradiger
körperlicher, psychischer
und
geistiger Belastungsintoleranz
,
hochgradiger Er
schöpfbarkeit, schwerer chronischer Schlafstörung, Konzentrations- und Ge
dächtnisstörungen sowie chronischer innerer Anspannung. Der Verlauf sei intra
psychisch therapeutisch nicht mehr beeinflussbar und es bestehe eine anhaltend schwere soziale Isolation. Der Beschwerdeführer könne pro Tag maximal zwei Stunden leichteste Aktivitäten ausüben. Ansonsten müsse er ruhen. Es fände eine Gesprächspsychotherapie in grösseren Abständen statt. Zurzeit nehme der Be
schwerdeführer keine Medikamente
ein
.
Die Arbeitsfähigkeit betrage 0%
(Urk. 5/41/
1-
3).
3.3
Im Bericht von
Dr.
D._
wurde ein
Chronic
-Fatigue-Syndrom
sowie eine ge
mischte Angst- und depressive Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
erhoben
.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie PHS li mit
sub
akromealem
Impingement
, Tendovaginitis
seit Januar 2005
auf. Der Zustand sei bezüglich Ged
ächtnis- und Konzentrationsschw
i
e
rigk
eiten
sowie
Kopf- und Ge
lenkschmerzen
unverändert geblieben
.
Es
liege
eine r
asche Ermüdbarkeit und
eine
nur langsame Erholung
vor
.
Zudem bestünden
Schlafprobleme mit Einschlaf- und Durchschlafstörung
en
sowie
eine
tag
eszeitliche
Müdigkeit ohne Schlafvermögen.
Es sei keine Verbesserung in Sicht trotz eines seit einigen Jahren stabilen
Gesundheitszustand
s
. In seiner bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer voll arbeitsunfähig
, während er in angepassten Tätigkeit
eine Stunde pro Tag arbeiten
könne
(Urk. 5/42/
7
-10).
3.
4
Im
Z._
-Gutachten wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk. 5/50/23)
:
-
Mässige
Osteochondrose
mit
Diskusprotrusionen
C5-7 ohne neurale Kom
pression
-
Rezidivierende depressive Störung mit leichten bis mittelgradigen und schwer depressiven Episoden, bestehend seit etwa 1
998
(
ICD-Nr. F33.0, F33.10, F33.2
)
-
Neurasthenie (chronisches Erschöpfung
ssyndrom), bestehend seit 1998 (
ICD-Nr. F48.0
)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbl
ie
ben
:
-
Acromioclaviculargelenksarthorse
rechts und links
-
Leichte
femoro-patelläre
Inkong
r
uenz und reduziertes
femoro-tibiales
Alignement links
-
Ellbogenschmerzen rechts und links
-
Hüftschmerzen rechts und links
-
Knieschmerzen rechts
-
Leichte laterale OSG-Bandinstabilität links
-
Senkfüsse beidseits
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten, dass die Nacken
schmerzen
nur teilweise auf die im
Magnetic
Resonance
Imaging (
MRI
)
nachge
wiesene
Osteochondrose
mit
Diskusprotrusion
C5-7 ohne neurale Kompression zurückgeführt
werden könnt
e
n
. Insbesondere kontrastiere das Ausmass der Be
schwerden und speziell die massiven abnormen Untersuchungsbefunde der
Hals
wirbelsäule (
HWS
)
mit den relativ geringen degenerativen Veränderungen im MRI. Die medialen und lateralen Schmerzen im Ellbogen rechts und links
könnten bei unauffälligem klinische
n
und radiologische
n
Befund nicht plausibilisiert wer
den. Auch die Schmerzen in der Hüfte lateral rechts und links könnten bei nor
malem radiologischem Befund nicht objektiviert werden. Zudem
sei
auch der Un
tersuchungsbefund des rechten Kniegelenks unauffällig, obwohl Schmerzen me
dial und lateral angegeben
würden
. Links sei radiologisch eine leichte
femoro-patelläre
Inkongurenz
sowie ein reduziertes
femoro-tibiales
Alignement sichtbar,
was
die Beschwerden teilweise er
klären könne
. Im psychischen Zustand lasse sich seit etwa 1998 eine rezidivierende depressive Störung mit leichten bis mittelgra
digen und schwer
en
depressiven Episoden
sowie
neurasthenischen Beschwerden erheben
. Trotz langjähriger psychiatrischer und psychotherapeutischer
Behand
lung
habe sich das psychische Zustandsbild bis dato nicht wesentlich gebessert.
Zusätzlich
e
medikamentöse antidepressive Behandlungen
hätten
wenig
Erfolg
gebracht
. Des Weiteren seien SSRI
,
wie
von
Dr.
F._
am 30.
November 2001 beschrieben
,
nicht vertragen worden. Seit einem Jahr nehme der Beschwer
deführer
keine Antidepressiva
ein. Die
depressiven
Episoden würden über meh
rere Wochen
dauern
und dazwischen bestehe
während
zwei
bis
drei
Wochen eine bessere psychische Verfassung, jedoch durchgehend mit
bedrückter
Stimmungs
lage. Hinzu kämen soziale Rückzugstendenzen. Der Beschwerdeführer habe seit fünf Jahren nur noch wenige Kontakte. Die emotionale
Belastbarkeit
, die
geistige
Flexibilität, die
Interessen
, die Motivation, der
Antrieb
, die
Konzentrationsfähig
keit
, die
Aufmerksamkeit
und die
D
a
u
erbelastbarkeit erschienen beeinträchtigt und es sei eine Störung der Schmerzverarbeitung und Schmerzbewältigung an
zunehmen.
Je nach Intensität der depressiven Störung verfüge der Beschwerde
führer nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und diese
seien
durch eine zumutbare Willensanstrengung nur eingeschränkt zu überwinden. Bei Vorliegen einer leichten depressiven Episode sei keine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und -bewältigung anzuneh
men
. Der
Beschwerdeführer verfüge dann ausreichend über die notwendigen Res
sourcen für den Umgang mit den Schmerzen
und d
iese seien durch eine zumut
bare Willensanstrengung ausreichend überwindbar
(Urk. 5/50/22).
Die Arbeitsfähigkeit wurde anlässlich der orthopädisch-psychiatrischen Beurtei
lung bei voller Stundenpräsenz in bisheriger Tätigkeit als Personalleiter seit 2001 auf 0% festgelegt, da aufgrund der
rezidivierenden
depressiven Störung mit leich
ten
b
is mittelgradigen un
d
s
chwer
en
depressiven Episoden mit neurasthenischen Beschwerden die emotional
e
Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die
Interessen
, die
Motivation
, der Antrieb, die
Konzentrationsfähigkeit
, die Aufmerksamkeit und die Da
u
erbel
astbark
e
i
t
erheblich
beeinträ
ch
tigt seien
. Körperlich leichte Tä
tigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass die regelmässig inklinierte und
reklinierte
sowie rotierte Kopfhaltung eingenommen
werde
und Gegenstände über 5
kg ge
hoben oder getragen werden müssten und die nicht mit häufigem Laufen auf Treppen und Leitern verbunden seien
,
könnten gesamthaft bei voller Stunden
präsenz seit mindestens der letzten Rentenrevision 2006 zu 50% zugemutet wer
den. Zudem dürf
t
en die
Arbeiten
keine
erhöhte emotionale Belastung,
keine
Stressbelastung,
keine
erforderliche geistige Flexibilität,
keine
erhöhte Verant
wortung,
keine
erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit,
kein
en
vermehrten Kundenkontakt und
keine
überdurchschnittliche Dauer
-
belastung
auf
weisen
(Urk. 5/50/23)
.
Im Einzelnen
führte der
p
sychiatrische Teilgutach
t
er aus, dass sich der Beschwerdeführer seit Jahren in psychiatrischer und psychothera
peutischer Behandlung befinde und eine antidepressive Medikation entweder schlecht vertragen worden sei oder nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe. Deshalb nehme
der Beschwerdeführer
seit etwa einem Jahr keine Antidepressiva ein.
Durch die Fortsetzung einer regelmässigen psychiatrischen und psychothe
rapeutischen Behandlung mit konsequenter antidepressiver Medikation soll
t
e innerhalb von zwei
Jahren eine Besserung und Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes mit Leistungssteigerung zu erwarten sein
(Urk. 5/50/19).
4.
4.1
Im Rahmen des amtlich eingeleiteten Revisionsverfahren im September 2015 (
Urk.
5/75) wurden folgende medizinische Abklärungen vorgenommen:
4.2
Im Bericht der
Hausärztin
Dr.
G._
, Fachärzt
i
n für Allgemeine Innere Medizin,
vom
11. November 2015 wurde
als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
seit 1998 bestehendes
C
hronic
-Fatigue-Syndrom (ICD-10: F48.0)
und eine rezidivierende mittel
-
bis schwergradig
e
depressive Störung
(ICD-10: F33.2)
fest
gehalten
.
Es liege ein unveränderter Befund vor
.
Der Verlauf
bezüglich CFS
sei stabil. Bezüglich Depressionen bestehe eine
aktuell leichte Ver
schlechterung. Der Beschwerdeführer sei in regelmässiger psychologische
r
Be
handlung bei Frau
E._
. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 199
9.
Eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit sei aus ihrer Sicht nicht möglich, auch nicht in einer an
ge
passten Tätigkeit
(Urk. 5/77/5-7)
.
4.3
Dr.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Frau
E._
erhoben
in ihrem Bericht
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
mittel- bis schwergradige
r
ez
idivierende depressive Störung
(ICD-10: F33.2)
, ein
Chronic
-Fatigue-Syndrom (ICD-10: F48.0)
sowie
d
iverse somatische Be
schwerden
.
Es bestünden unveränderte Befunde, teils aggraviert. Der Beschwer
deführer weise ein chronifizierter Zustand mit hochgradiger Apathie, deprimierter Antriebshemmung, sehr geringer Belastungstoleranz bei hochgradiger physischer Erschöpfbarkeit, chronischen Schlafstörungen, geringer Konzentrationsspanne sowie sozialer Isolation auf. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 199
9.
Es sei keine Veränderung mehr zumutbar. Alle zwei bis drei Wochen befinde sich der Be
schwerdeführer in einer Gesprächstherapie zur Stabilisierung. Aus ihrer Sicht sei der Beschwerdeführer für jegliche Art von leistungsorientierter Tätigkeit voll
ar
beitsunfähig. Es existiere kein zumutbares Arbeitsprofil
(Urk. 5/79/
1-
3).
4.4
A._
führte in seinem Untersuchungsbericht auf psychiatrischem Fachgebiet vom 2
3.
Mai 2016
aus, dass sich der Beschwerdeführer subjektiv über
zeugt von seinen langjährigen Einschränkungen, insbesondere von seiner schnel
len Ermüdbarkeit und Unkonzentriertheit
,
zeige. Objektiv könnten diese subjek
tiven Beschwerden nicht festgestellt werden. Er habe die einstündige Anreise und die zweieinhalbstündige Untersuchung ohne objektiv erkennbare Ermüdungszei
chen bewältigt. Zu beobachten seien eine gewisse Freudlosigkeit und eine redu
zierte affektive Schwingungsfähigkeit gewesen. Während der Untersuchung sei ein
ungestörter Antrieb festgestellt worden. So habe der Beschwerdeführer in einer vorbereiteten Rede beispielsweise an die nötige Unabhängigkeit der Unter
sucher appellieren und seine unerfreuliche Lage auf dem Arbeitsmarkt darstellen können. Diesem beobachteten erhaltenen Antrieb stehe seine glaubhafte Angabe gegenüber, dass er früher einen höheren Antrieb (Lesen, Ferien, Töff, Reisen, Be
suche) gehabt habe. Mit Blick auf gewisse Freudlosigkeit und diese Antr
ie
bsab
nahme könne eine
Dysthemie
(ICD-10:
F34.1
) diagnostiziert werden. Der Schwe
regrad einer leichten depressiven Störung könne nicht erreicht werden. Somit bestehe keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nach ICD-10 (
Urk.
5/93/4-5).
4.
5
Im
Untersuchungsbericht
von
B._
auf orthopädischem Fachge
biet
vom 2
3.
Mai 2016 wurde als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der HWS bei bekannten
Osteochondrosen
gestellt.
Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
verblieben
generalisierte Schmerzen ohne nachweisbares organisches Korrelat. Auch
die Untersuchung zeige keine Hinweise auf schwerwiegende Pathologien des Bewegungsapparates. Es könne aus orthopädischer Sicht an der Einschätzung von
Dr.
I._
, welcher eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20% für die angestammte Tätigkeit attestiert
habe
, festgehalten werden.
Daher bestehe in der
bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Personalleiter eine 80%
-
ige
Arbeitsfähigkeit seit März 2010 (
Urk.
5/94/7-8).
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die mit der angefochtenen Verfügung vom
17.
Juli 2018
(Urk. 2) erfolgte wiedererwägungsweise Aufhebung der
Mitteilung vom 27.
Juli 2010
(Urk.
5/
59
) rechtens
ist. Ohne Weiteres ist dabei mit Blick auf den Charakter der mit
der Bestätigung der
zugesprochenen Invalidenrente als perio
dische Dauerleistung die Voraussetzung der erheblichen Bedeut
ung der Berichti
gung zu bejahen.
Zu prüfen bleibt, ob die
Mitteilung vom 17. Juli 2018
zweifellos unrichtig und daher der erfolgten Wiedererwägung zugänglich war.
5.2
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass der Entscheid unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – möglich. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszuspre
chung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. An
ders
verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller An
spruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzungen der Arbeitsunfähig
keit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessens
züge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (ein
schliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechts
kräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2010 vom 1. Juli 2010, E. 3 mit Hinweisen).
5.3
Die
Bestätigung der ganzen Rente erfolgte
aus psychiatrischen Gründen gestützt auf das
bidisziplinäre
Z._
-Gutachten
vom 10. März 2010 (
Urk.
5/50).
Dieses beruht
auf umfassenden fachärztlichen orthopädischen und psychiatrischen Un
tersuchungen und
wurde
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst (Urk. 5/50/2 und Urk.5/9-11). Die vorhandenen Arztberichte wurden gewürdigt (Urk. 5/50/20 und Urk. 5/50/24). Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben und die geklagten Beschwerden berück
sichtigt (vgl. E. 1.3).
Der psychiatrische Teilgutachter
stützte sich für die Beurtei
lung des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit auf
die ihm vorliegenden medizinischen Akten, wobei er durchaus gewisse Restressourcen erkannte, weshalb er
dem Be
schwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit auch eine 50%
-
ige
Arbeitsfähigkeit attestierte (U
rk.
5/50/
17-
19
).
Selbst Dr.
J._
,
Facharzt
für
Psy
chiatrie und Psychotherapie,
sowie
Dr.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
RAD
erachtete
n
das Gutachten
,
nach der Stellungnahme des
Z._
zur Zusatzfrage
(Urk. 5/56)
,
als überzeugend
(Urk. 5/5
7/5
)
.
Folglich
wurde auf das Gutachten abgestellt und die Rente auf
grund der darin ausgewiesenen Verbesserung des Gesundheitszustands neu be
rechnet
(
Urk.
5
/
57/5)
. Der neue Invaliditätsgrad betrug 74
%
, weshalb der Be
schwerdeführer immer noch Anspruch auf eine ganze Rente hatte (
Urk.
5/54 und Urk.
5
/
57/6
).
5.
4
In
Würdigung der gesamten medizinischen Aktenlage
zeigen sich entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
unter Berücksichtigung der damaligen Sach- und Rechtslage
keine überzeugenden Zweifel an der Vertretbarkeit der fachärzt
lichen Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
, zumal sich der Beschwerdeführer
auch
seit Beginn seiner Erkrankung in einer
konsequente
n
Psycho
therapie
befand und immer noch befindet.
Des Weiteren stützt sich das psychiatrische Gutachten sicherlich auf subjektive Angaben des Beschwerdefüh
rers, was bei psychischen Erkrankungen in einem gewissen Umfang unumgäng
lich ist. Insbesondere wurde aber auch die bisherige Anamnese herbeigezogen, um die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung zu erheben. Auch be
ziehen sich die Konzentrationsschwäche und ein vermindertes Aufmerksamkeits
vermögen im Abschnitt «Defizite» nicht darauf, wie sich der psychische Status des Beschwerdeführers bei der Begutachtung präsentierte, sondern allgemein auf das anfangs ausgeprägte
Chronic
-
Fatique
-Syndrom (ICD F48.0), welches ihm von den behandelnden Ärzten diagnostiziert wurde (
Urk.
5/50/17). Hinzu kommt, dass bei einer bestätigten Arbeitsunfähigkeit von 50-Prozent ein strukturierter Ta
gesablauf im vorliegenden Umfang durchaus noch gegeben sein kann (
Urk.
5/50/15), wenn die Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet wird. Der Beschwer
degegnerin ist beizupflichten, dass das Gutachten gewisse Schwachpunkte auf
weist, indem unter anderem kein aktueller
Schweregrad der depressiven Störung angegeben wird oder keine Angaben zur Ermüdbarkeit zu finden sind. Allerdings wiegen diese insgesamt nicht so schwer, dass die damalige Annahme einer 50%-
igen
Arbeitsfähigkeit als schlechterdings unvertretbar erachtet werden könnte. Demnach kann die Mitteilung vom 2
7.
Juli 2010 nicht als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne bezeichnet werden.
6.
6.1
In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die angefochtene Verfügung mit der Begründung der Revision zu schützen ist
.
Im orthopädischen
RAD-
Untersuchungsbericht wurde eine unveränderte Arbeitsfähigkeit von 20% in an
gestammter Tätigkeit festgehalten (E. 4.
3
) und es wurde explizit erwähnt, dass
sich
im Vergleich zu den von Dr.
I._
im Rahmen des Gutachtens erhobe
nen Befunden im Februar 2010 keine wesentlichen Änderungen
ergeben hätten
(
Urk.
5/94/8).
Während i
m
psychiatrischen
RAD-
Untersuchungsbericht
einerseits
nicht einmal eine leichte
rezidivierende
depressive
Störung
und keine
Neurasthe
nie
diagnostiziert
wurden und somit eine volle Arbeitsfähigkeit
festgestellt wurde
(E. 4.4)
,
h
ielt der
RAD-Psychiater
andererseits
fest, dass
der aktuelle Befund weit
gehend mit dem
Befund im Gutachten 2010
auf
Seite 11
übereinstimme
,
weshalb von
einem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen
sei
. Auch sei die Leis
tungsfähigkeit gleich
geblieben
(Urk. 5/93/6)
.
6.2
In den RAD-Untersuchungsberichten
, welche zuverlässig und schlüssig erschei
nen
(E. 1.4)
,
wurde mithin überaus deutlich f
estgehalten, dass sich
der Gesund
he
itszustand und die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers seit der letzten Begutachtung
im Jahr 2010
nicht verändert
haben
. Darüber hinaus sind auch die geklagten Beschwerden unverändert
geblieben
.
Da
eine
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
keine Anpas
sung im Sinne von
Art.
17
ATSG zu rechtfertigen vermag (
E.
1.
2
), lässt sich die 2010 ergangene
Mitteilung
nicht unter diesem Titel abändern.
Daran
vermag auch das ve
rkehrsmedizinische Gutachten nicht
s
z
u ändern
.
Es trägt
nicht zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes bei,
d
a
es keine Äusserung
zur Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
enthält.
7.
D
ies führt zusammengefasst zum Schluss, dass die
Mitteilung vom 2
7.
Juli 2010
nicht zweifellos unrichtig gewesen ist und deshalb nicht in Wiedererwägung ge
zogen werden kann, sowie, dass auch die Voraussetzungen einer revisionsweisen Anpassung nicht
gegeben sind.
D
emnach ist die angefochtene Verfügung in Gut
heissung der gegen sie erhobenen Beschwerde mit der Feststellung aufzuheben, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat.
8
.
8
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Par
teientschädigung zu
(
§
34
Abs.
1
GSVGer
in Verbindung mit
Art.
61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Somit
er
weist sich eine Parteientschädigung von
Fr.
1'800.
-- (inkl. Barauslage und Mehr
wertsteuer) als angemessen.