Decision ID: 37e93ba8-f827-5371-a6a8-361d71f61ebd
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 20. September 2020 in der Schweiz um
Asyl nachsuchte und sich dabei als unbegleiteter Minderjähriger ausgab,
der am (...) 2002 geboren sei (elektronische Akten des SEM [...] / N [...]
[SEM-act.] 1),
dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Erstbefragung als unbeglei-
teter Minderjähriger vom 7. Oktober 2020 zu Protokoll gab, er habe im Jahr
2015 ein Asylgesuch in Schweden gestellt (SEM-act. 16),
dass er bei seiner dortigen Registrierung am (...) 2015 entsprechend der
damaligen Auskunft seiner Mutter gesagt habe, er sei 13 Jahre alt, worauf
ihm als Geburtsdatum der (...) 2002 zugewiesen worden sei,
dass dieses von den schwedischen Behörden festgelegte Geburtsdatum
jedoch nicht stimme, denn nach späterer Auskunft seiner Mutter sei er ein
Jahr jünger und damit ein Jahr später zur Welt gekommen,
dass er im Jahr 2018 von den schwedischen Behörden aufgrund einer Al-
tersabklärung vier Jahre älter gemacht worden sei und daraufhin sehr
schnell einen negativen Asyl-Entscheid erhalten habe,
dass er im Jahr 2018 erneut mit seiner Mutter gesprochen habe, um zu-
handen der schwedischen Behörden eine Tazkara (afghanische Identitäts-
karte) erhältlich zu machen und sie ihm nicht habe helfen können, jedoch
bestätigt habe, er sei 15 Jahre alt,
dass er sein Alter nicht beweisen könne, er lediglich sein Geburtsjahr 2003
kenne – den Tag und Monat seiner Geburt habe er von seiner Mutter nicht
erfahren – und wisse, dass er heute 17 Jahre alt sei,
dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer im Rahmen der Erstbefragung
eröffnete, sie gehe von seiner Volljährigkeit zum Zeitpunkt der Einreichung
seines Asylgesuchs in der Schweiz aus, weshalb sein Geburtsdatum auf
den (...) 2002 gesetzt und er im weiteren Verfahren als Volljähriger behan-
delt werde,
dass der Beschwerdeführer beteuerte, er habe die Wahrheit gesagt, und
seine Bereitschaft bekundete, sich einer von seiner Rechtsvertretung bei
gleicher Gelegenheit beantragten Altersabklärung zu unterziehen,
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dass dem Beschwerdeführer abschliessend die Verordnung (EU)
Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni
2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-
gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen
oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-
nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) erläutert und ihm
das rechtliche Gehör zu einem möglichen Nichteintreten auf das Asylge-
such und einer Wegweisung nach Schweden gewährt wurde,
dass der Beschwerdeführer einwendete, nicht nach Schweden weggewie-
sen werden zu wollen, da sein Asylgesuch dort abgewiesen worden sei und
ihm die Ausschaffung nach Afghanistan drohe,
dass die schwedischen Behörden am 27. Oktober 2020 einem Wiederauf-
nahmegesuch der Schweiz gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO
die Zustimmung erteilten (SEM-act. 27),
dass sie ergänzend ausführten, der Beschwerdeführer habe bei der Einrei-
chung des Asylgesuchs ausgesagt, er sei 13 Jahre alt, sein Geburtsdatum
jedoch nicht gekannt, weshalb der (...) 2002 als Geburtsdatum registriert
worden sei,
dass am 13. September 2017 neu der (...) 1998 als Geburtsdatum erfasst
worden sei, weil eine Altersabklärung ergeben habe, dass der Beschwer-
deführer wahrscheinlich erwachsen sei,
dass das SEM auf die Einholung des beantragten Altersgutachtens ver-
zichtete, am 4. Februar 2021 in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung
aus der Schweiz nach Schweden anordnete (SEM-act. 29),
dass der Beschwerdeführer dagegen am 11. November 2020 Rechtsmittel
einlegte und um Asyl, eventualiter um vorläufige Aufnahme ersuchte (SEM-
act. 38),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil F-5625/2020 vom 18. No-
vember 2020 die Beschwerde als offensichtlich begründet guthiess, soweit
es darauf eintrat, die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur
Durchführung eines Altersgutachtens und zum neuen Entscheid an die
Vorinstanz zurückwies (SEM-act. 37),
dass das Bundesverwaltungsgericht erwog, die Beweislage – die eigenen
Aussagen des Beschwerdeführers, das Fehlen von Ausweispapieren und
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die schwedische Altersabklärung, die den schweizerischen Behörden nicht
vorliege – sei nicht so eindeutig, dass die Vorinstanz ohne Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes auf die Einholung eines eigenen Altersgutach-
tens verzichten durfte,
dass in der Folge bei der Vorinstanz die schwedische Altersabklärung ein-
ging, datiert vom 31. Juli 2017, aus welcher hervorgeht, dass der Be-
schwerdeführer mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% 18 Jahre oder älter
sei (SEM-act. 41),
dass der Beschwerdeführer am 23. und 28. Dezember 2020 zum schwedi-
schen Altersgutachten Stellung nehmen konnte (SEM-act. 45, 47),
dass am 13. Januar 2021 das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals
St. Gallen ein von der Vorinstanz in Auftrag gegebenes Altersgutachten
verfasste, demgemäss das Mindestalter des Beschwerdeführers zum Zeit-
punkt der Untersuchung (08.01.2021) 21 Jahre betrage, das angegebene
Geburtsdatum ([...] 2002) mit einem chronologischen Lebensalter von 19
Jahren daher nicht zutreffen könne (SEM-act. 51),
dass der Beschwerdeführer am 25. Januar 2021 Stellung zum eingeholten
Altersgutachten nahm (SEM-act. 57) und am 1. Februar 2021 eine Ersatz-
Tazkara im Original zu den Akten reichte, aus der als Geburtsdatum der
(...) 2003 hervorgeht (SEM-act. 59, 63),
dass das SEM mit Verfügung vom 4. Februar 2021 in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers
erneut nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach Schweden
anordnete (SEM-act. 60),
dass der Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am 15. Feb-
ruar 2021 Rechtsmittel einlegte und deren Aufhebung sowie die Rückwei-
sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragte (Akten
des BVGer [Rek-act.] 1),
dass der Beschwerdeführer ferner um Erteilung der aufschiebenden Wir-
kung sowie um superprovisorische Aussetzung des Vollzugs bis zum Ent-
scheid über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung ersuchte,
dass der Beschwerdeführer schliesslich um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG (Kostenbefreiung)
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,
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dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
16. Februar 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),
dass mit superprovisorischer Massnahme vom 16. Februar 2021 der Voll-
zug der Überstellung des Beschwerdeführers einstweilen ausgesetzt
wurde (Rek-act. 2),

Considerations:
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass aus der angefochtenen Verfügung im hinreichenden Mass hervor-
geht, von welchen Motiven sich die Vorinstanz bei ihrem Entscheid leiten
liess, die formelle Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht daher vor-
weg zurückzuweisen ist,
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dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass als staatsvertragliche Grundlage für die Zuständigkeit eines anderen
Staates die Dublin-III-VO zur Anwendung gelangt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens nach Art. 21 und 22
Dublin-III-VO (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO)
genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-
chie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwen-
den sind, und dabei von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen
ist, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat
gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass dagegen im Rahmen eines sogenannten Wiederaufnahmeverfahrens
nach Art. 23, 24 und 25 Dublin-III-VO (engl.: take back) grundsätzlich keine
(erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet, der zuständige
Mitgliedstaat vielmehr gestützt auf Art. 18 Bst. b bis d beziehungsweise
Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu bestimmen ist (vgl. EuGH [Grosse Kammer]
vom 2. April 2019, H. und R., C-582/17 und C-583/17, EU:C:2019:280,
Rn. 61, 67, 80, 84; BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),
dass im Falle von unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre Anknüp-
fungspunkte zu einem anderen Mitgliedstaat gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-
III-VO stets derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, in dem der Minderjährige
seinen (aktuellen) Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, solche
Minderjährigen mithin vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen sind
(vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin III-Verordnung, Wien 2014, Kap. 15 f. zu
Art. 8),
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dass die asylsuchende Person die Beweislast für die von ihr behauptete
Minderjährigkeit trägt (vgl. Urteil des BVGer F-5097/2018 vom 4. Dezem-
ber 2018 E 6.1 m.H.),
dass die asylsuchende Person dementsprechend als volljährig zu gelten
hat, wenn nach einem regelkonform durchgeführten Beweisverfahren das
für die Annahme der Minderjährigkeit notwendige Beweismass der Glaub-
haftmachung nicht erreicht ist (vgl. Urteil des BVGer C-563/2011 vom
10. September 2014 E. 4.2 m.H.),
dass der Beschwerdeführer geltend macht, er sei ohne familiären Anhang
in einem anderen Mitgliedstaat und zum Zeitpunkt der Einreichung seines
Asylgesuchs minderjährig gewesen, was nach dem Gesagten die Zustän-
digkeit der Schweiz zur Behandlung seines Asylgesuchs zur Folge hätte,
sollten die Vorbringen zutreffen,
und als potentielle Beweismittel für das Lebensalter des Beschwerdefüh-
rers seine eigenen Aussagen, die von ihm eingereichte Ersatz-Tazkara so-
wie die schwedische Altersabklärung und das von der Vorinstanz einge-
holte Altersgutachten zur Verfügung stehen,
dass sowohl gemäss der schwedischen Altersabklärung als auch dem
schweizerischen Altersgutachten der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt sei-
nes Asylgesuchs in der Schweiz deutlich älter als 18 Jahre alt war, er je-
doch beiden Beweismitteln jeden Beweiswert abspricht,
dass das schweizerische Altersgutachten aufgrund von unscharfen Auf-
nahmen und mangels Weisheitszahnanlagen, entgegen dem Leitentscheid
des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. August 2018 (BVGE 2018 VI/3),
nur auf eine Schlüsselbein- respektive Skelettanalyse abstütze und damit
nicht auf eine zahnärztliche Untersuchung,
dass die medizinische Untersuchung in Schweden sich sodann auf die
Zähne und die Oberschenkel beschränkt habe, während nach der bundes-
verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung einzig die Schlüsselbein- res-
pektive Skelettaltersanalyse sowie die zahnärztliche Untersuchung rele-
vant seien,
dass auf die Beweiskraft der schwedischen Altersabklärung vorliegend
nicht eingegangen werden muss,
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dass nämlich das schweizerische Altersgutachten durchaus ein Indiz für
die Volljährigkeit des Beschwerdeführers darstellt, wenn auch mangels ei-
ner zahnärztlichen Untersuchung möglicherweise ein nur sehr schwaches
(BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2, entspricht der unter dem vierten Spiegelstrich
aufgeführten Konstellation),
dass sodann einer Tazkara zum vorherein nur ein geringer Beweiswert zu-
kommt, weil sie nicht fälschungssicher ist und das Alter von den Behörden
bei der Ausstellung nicht kontrolliert wird (BVGE 2013/30 E. 4.2.2),
dass bereits das Ausstelldatum der vom Beschwerdeführer eingereichten
Ersatz-Tazkara, der 16. Februar 2017, mit seinen Vorbringen zu den bis in
das Jahr 2018 unternommenen, jedoch gescheiterten Bemühungen um
den Erhalt eines solchen Dokuments nicht zu vereinbaren ist,
dass der Beschwerdeführer noch anlässlich seiner Erstbefragung vom
7. Oktober 2020 nicht nur nicht wusste, ob für ihn jemals eine Tazkara be-
antragt worden war, sondern auch behauptete, nach Auskunft einer Mutter
habe ein solches Dokument nicht existiert,
dass bei dieser Sachlage die kaum zwei Monate später in Aussicht ge-
stellte und am 2. Februar 2021 eingereichte, gemäss Eintrag bereits vier
Jahre zuvor ausgestellte Ersatz-Tazkara nicht nur kein Indiz für die Minder-
jährigkeit des Beschwerdeführers ist, sondern im Gegenteil seine persön-
liche Glaubwürdigkeit in Frage stellt,
dass sodann die Aussagen des Beschwerdeführers zum Alter vage sind
und stereotyp in gleicher Weise von vielen Personen aus seiner Heimatre-
gion vorgebracht werden, die tatsachenwidrig behaupten, sie seien min-
derjährig (er kenne sein Alter nicht, das Alter sei in Afghanistan ohne Be-
deutung, dafür kenne seine Mutter sein Alter umso genauer),
dass zudem gemäss eigener Darstellung das ursprüngliche, von den
schwedischen Behörden zugewiesene Geburtsdatum, das ihn um ein Jahr
älter mache, als er tatsächlich sei, auf dem von ihm bei der Registrierung
angegebenen Alter von 13 Jahren beruht, das er zuvor von seiner Mutter,
die wisse, wie alt er sei, erfahren haben will,
dass die schwedischen Behörden in ihrer Zustimmungserklärung vom
27. August 2020 unabhängig davon bestätigten, der Beschwerdeführer
habe bei seiner Registrierung erklärt, er sei 13 Jahre alt,
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dass der Beschwerdeführer sodann nicht in der Lage ist, nachvollziehbar
zu erklären, warum er bei der Einreichung des Asylgesuchs in der Schweiz
den (...) 2002, das ursprüngliche, von den schwedischen Behörden zuge-
wiesene und später um vier Jahre auf den (...) 1998 korrigierte Geburtsda-
tum genannt hat,
dass es sicherlich nicht damit begründet werden kann, wie es der Be-
schwerdeführer bei der Erstbefragung versuchte, sein schwedischer An-
walt habe ihm geraten, Schweden zu verlassen, und gesagt, es wäre nicht
gut für sein Asyldossier in einem anderen europäischen Land, wenn er
nicht die Wahrheit sage, weil die dortigen Behörden Zugriff auf seine Fin-
gerabdrücke und seine Angaben hätten,
dass ferner von einem nach eigener Darstellung 17-Jährigen, der die vor-
angegangenen fünf Jahre in Schweden gelebt und die Schule besucht hat,
durchaus erwartet werden kann, auch ohne Dolmetscher und Rechtsver-
tretung auf einem in seiner Sprache abgefassten Personalienblatt sein Ge-
burtsdatum korrekt einzutragen, der entsprechende in der Beschwerde er-
hobene Einwand daher offensichtlich an der Sache vorbeigeht,
dass es dem Beschwerdeführer unter den gegebenen Umständen nicht
gelungen ist, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen und weitere Un-
tersuchungsmassnahmen keinen Erkenntnisgewinn versprechen, weshalb
entsprechend der Beweislastverteilung von seiner Volljährigkeit zum Zeit-
punkt der Einreichung des Asylgesuchs auszugehen ist,
dass somit die gewöhnlichen, für volljährige Personen geltenden Regeln
zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats zur Anwendung gelangen,
dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in Schweden ein Asyl-
gesuch eingereicht hat und die schwedischen Behörden gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO einem Wiederaufnahmegesuch der Vor-
instanz zugstimmt haben,
das sich daraus die grundsätzliche Zuständigkeit Schwedens zur Durch-
führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ergibt,
dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-
nahmebedingungen in Schweden wiesen systemische Schwachstellen im
Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. etwa statt
vieler Urteil des BVGer F-5549/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 5.3),
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dass daher eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die genannte
Bestimmung nicht angezeigt ist,
dass sodann jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-
VO beschliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen
Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgeleg-
ten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub-
lin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es
ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären
Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass
ein anderer Staat dafür zuständig ist,
dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer
Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich
zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm
des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil
des BVGer F-3457/2019 vom 11. Juli 2019 E. 4.4; je m.H.),
dass Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar verpflich-
ten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dub-
lin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch er-
sichtlich sind, wobei an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-
III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prü-
fenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten
ist und in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Schweden
angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen ist,
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dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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