Decision ID: 385cbf18-ec5b-4506-9e5b-b971018f8b4f
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer – ein afghani-
scher Staatsangehöriger paschtunischer Ethnie mit letztem Wohnsitz im
Distrikt B._ (Provinz Kabul) – seinen Heimatstaat ungefähr einen
Monat vor der Machtübernahme der Taliban und suchte am 1. Mai 2022 in
der Schweiz um Asyl nach. Beim Eintritt in das Bundesasylzentrum (BAZ)
C._ gab er auf dem Personalienblatt an, er sei am (...) 2006 gebo-
ren.
B.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac)
vom 3. Mai 2022 ergab, dass er am (...) 2022 in Slowenien ein Asylgesuch
gestellt hatte.
C.
Am 9. Mai 2022 stellte die Vorinstanz ein Informationsersuchen an die slo-
wenischen Behörden betreffend das in Slowenien registrierte Alter des Be-
schwerdeführers und allfällige vorgenommene Altersabklärungen.
D.
Am 13. Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie einer Tazkara
beim SEM ein.
E.
Anlässlich der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende
(EB UMA) vom 31. Mai 2022 erklärte der Beschwerdeführer, er wisse nicht,
wann er geboren sei. Seine Mutter habe ihm gesagt, er sei am selben Tag
auf die Welt gekommen, an dem ein angesehener afghanischer Komman-
dant im Kampf gefallen sei. Er habe im Distrikt B._ (Provinz Kabul)
die Schule besucht und die fünfte Klasse abgeschlossen. Nach seinem
Schulaustritt habe er seiner Mutter in der Landwirtschaft geholfen.
Anlässlich der EB UMA unterrichtete das SEM den Beschwerdeführer dar-
über, dass aufgrund von Zweifeln an seinem geltend gemachten Alter eine
forensische Altersdiagnostik zur Abklärung seines Lebensalters am Institut
für Rechtsmedizin des Kantonsspitals D._ durchgeführt werde.
D-4233/2022
Seite 3
F.
Im Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals
D._ vom 15. Juni 2022 wurde festgehalten, nach den erhobenen
Befunden ergebe sich für den Beschwerdeführer ein durchschnittliches Al-
ter von 16 bis 22 Jahren und ein Mindestalter zum Zeitpunkt der Untersu-
chung von 17 Jahren. Das angegebene Alter von 16 Jahren und 5 Monaten
könne somit gemäss der aktuellen Studienlage nicht zutreffen.
G.
Mit Antwort auf das Informationsersuchen vom 16. Juni 2022 teilten die slo-
wenischen Behörden dem SEM mit, das in Slowenien registrierte Geburts-
datum des Beschwerdeführers laute auf den (...) 2002.
H.
Mit Schreiben vom 23. Juni 2022 teilte das SEM dem Beschwerdeführer
mit, er habe seine geltend gemachte Minderjährigkeit und sein Alter nicht
glaubhaft machen können, weshalb er unter Gesamtwürdigung der Um-
stände für das weitere Verfahren als volljährig erachtet werde. Gleichzeitig
gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zur Feststellung seiner Voll-
jährigkeit, zur beabsichtigten Änderung des ihn betreffenden Eintrags im
Zentralen Migrationsregister (ZEMIS), zur Umquartierung in die Strukturen
für Erwachsene und zur Möglichkeit einer Überstellung nach Slowenien.
I.
In seiner Stellungnahme vom 29. Juni 2022 hielt der Beschwerdeführer an
seinem geltend gemachten Alter und seiner Minderjährigkeit fest. Betref-
fend eine Umquartierung führte er an, er wolle weiterhin die Schule besu-
chen, was ihm aufgrund seines Alters zustehe. Ferner könne er nicht nach
Slowenien zurück, er sei dort geschlagen und schlecht behandelt worden.
Ausserdem habe er mit seinem Cousin, der auch hier sei, nur in der
Schweiz einen Angehörigen.
J.
Am 1. Juli 2022 ersuchte die Vorinstanz die slowenischen Behörden um
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers.
K.
Am 11. Juli 2022 stimmten die slowenischen Behörden dem Gesuch um
Wiederaufnahme zu.
D-4233/2022
Seite 4
L.
Mit Verfügung vom 13. September 2022 – eröffnet am 15. September
2022 – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG
(SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug nach Slowenien
an. Gleichzeitig verfügte es in separater Dispositivziffer, das Geburtsdatum
des Beschwerdeführers laute auf den (...) 2004. Schliesslich stellte es fest,
einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.
M.
Mit Eingabe vom 22. September 2022 erhob der Beschwerdeführer beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, das SEM sei an-
zuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (...) 2006 zu ändern, auf
sein Asylgesuch sei einzutreten und ein nationales Asylverfahren sei
durchzuführen; eventualiter sei die Sache zur vollständigen und richtigen
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur rechtsgenügen-
den Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin-
sicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen, im Sinne einer superprovisorischen Massnahme seien die Vollzugs-
behörden anzuweisen, von einer Überstellung nach Slowenien bis zum
Entscheid über die aufschiebende Wirkung abzusehen, und es sei ihm die
unentgeltliche Prozessführung samt Verzicht auf Erhebung eines Kosten-
vorschusses zu gewähren.
N.
Mit Verfügung vom 23. September 2022 setze die Instruktionsrichterin den
Vollzug der Überstellung nach Slowenien per sofort einstweilen aus. Glei-
chentags lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten
in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
O.
Mit Zwischenverfügung vom 28. September 2022 verfügte die Instruktions-
richterin, das vorliegende Asylbeschwerdeverfahren betreffend den Nicht-
eintretensentscheid nach Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG sei getrennt vom Be-
schwerdeverfahren zur Datenbereinigung im ZEMIS (neues Verfahren
D-4317/2022) zu führen, wobei letzteres bis zum Abschluss des vorliegen-
den Verfahrens zu sistieren sei. Gleichzeitig erkannte sie der Beschwerde
die aufschiebende Wirkung zu.
D-4233/2022
Seite 5

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das
SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so
auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das
AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und [...] AsylG;
Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
2.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
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Seite 6
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Führt diese
Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung
des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mit-
gliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf
das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
3.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet
eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe
der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b
Dublin-III-VO).
3.4 Im Rahmen eines – wie vorliegend – sogenannten Wiederaufnahme-
verfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) Zustän-
digkeitsprüfung nach Kapitel III der Dublin-III-VO statt (vgl. zum Gan-
zen BVGE 2019 VI/7 E. 4 bis 6; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). Die
zuständigen Behörden sind in den in Art. 23 Abs. 1 und in Art. 24 Abs. 1
der Dublin-III-VO genannten Fällen nicht verpflichtet, vor der Vorlage eines
Gesuchs um Wiederaufnahme in einem anderen Mitgliedstaat auf der
Grundlage der in dieser Verordnung festgelegten Zuständigkeitskriterien
zu bestimmen, ob dieser letztgenannte Mitgliedstaat für die Prüfung des
Antrags zuständig ist (vgl. BVGE 2019 VI/7 E. 4 bis 6 m.H. auf das Urteil
des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] vom 2. April 2019, Grosse Kam-
mer, verbundene Rechtssachen C-582/17 und C-583/17 H. und R./Nieder-
lande, veröffentlicht in der digitalen Sammlung [Allgemeine Sammlung] un-
ter <http:curia.europa.eu).
http://links.weblaw.ch/BVGE-2019%20VI/7 http://links.weblaw.ch/BVGE-2019%20VI/7
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Seite 7
3.5 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 12. April 2022 in
Slowenien ein Asylgesuch gestellt hat; die slowenischen Behörden haben
dem vom SEM gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gestellten
Gesuch vom 1. Juli 2022 um Wiederaufnahme am 11. Juli 2022 stattgege-
ben. Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Sloweniens zur Durchfüh-
rung eines Asylverfahrens gegeben.
3.6 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-
knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4
Dublin-III-VO jedoch der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf
internationalen Schutz gestellt hat. Als minderjährig gilt ein Drittstaatsan-
gehöriger unter 18 Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV1, SR 142.311]). Unbeglei-
tete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen
(vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, K16 f. zu Art. 8). Vor-
liegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers
eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Sloweniens vor-
rangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer
F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4; F-5625/2020 vom 18. November
2020; F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 E. 5.2).
3.7 Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob es sich beim Beschwerdeführer
um eine minderjährige Person im Sinne von Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO und
Art. 1a Bst. d AsylV1 handelt. Dabei ist auf die Beweisregel von Art. 7 AsylG
abzustützen, wonach die Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht
werden muss (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3).
4.
4.1 Zur Begründung seiner Verfügung vom 13. September 2022 führte das
SEM an, es würden verschiedene Ungereimtheiten bezüglich des geltend
gemachten Geburtsdatums des Beschwerdeführers bestehen. Es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb er anlässlich der EB UMA kein Geburtsdatum
habe nennen können, obwohl er ein konkretes Geburtsdatum auf dem Per-
sonalienblatt angegeben habe. Zudem gehe aus dem Personalienblatt her-
vor, dass er dieses nicht selbstständig ausgefüllt habe. Es wäre jedoch zu
erwarten gewesen, dass er auf diesen Umstand anlässlich der Befragung
aufmerksam gemacht hätte. Ferner habe er vorgebracht, er sei am Todes-
tag eines grossen Kommandanten geboren; dessen Geburtsdatum sei auf
einem Bild im Terminal von B._ abgebildet gewesen. Es mute selt-
sam an, dass auf dem angeblichen Bild ein Geburtsdatum nach gregoria-
nischem Kalender angegeben sei.
D-4233/2022
Seite 8
Auch habe er anlässlich der Befragung angegeben, über keine Tazkara
und auch keine Kopie derselben zu verfügen. Dennoch habe er am 13. Juni
2022 die Kopie einer Tazkara zu den Akten gereicht. Dieses widersprüch-
liche Vorgehen sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei die Kopie unleserlich,
weshalb ihr kein Beweiswert zukommen könne.
Sodann seien seine Angaben betreffend seine Schulbildung widersprüch-
lich ausgefallen. Zuerst habe er angegeben, im Jahr 1391 (gemäss grego-
rianischem Kalender 2012/2013) eingeschult worden zu sein, die Schule
bis zum Jahr 1397 (gemäss gregorianischem Kalender 2018/2019) be-
sucht zu haben und insgesamt sieben Jahre zur Schule gegangen zu sein.
An anderer Stelle habe er erklärt, er habe die fünfte Klasse abgeschlossen,
das sechste Schuljahr jedoch nicht besucht, wonach er nur fünf Jahre zur
Schule gegangen wäre. Des Weiteren habe er dargelegt, mit ungefähr
zwölf oder zwölfeinhalb Jahren aus der Schule ausgetreten zu sein und
anschliessend etwa zwei Jahre in der Landwirtschaft gearbeitet zu haben.
Dementsprechend wäre der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise
vierzehn oder vierzehneinhalb Jahre alt gewesen. Dies stehe im Wider-
spruch zu seiner Angabe an anderer Stelle, er sei bei der Ausreise bereits
fünfzehneinhalb Jahre alt gewesen.
Darüber hinaus sei sein Geburtsdatum in Slowenien auf den (...) 2002 re-
gistriert, wonach er bereits 20 Jahre alt wäre. Seine diesbezügliche Be-
gründung, in Slowenien habe ein Junge auf der Polizeistation diese Anga-
ben gemacht, was sich bei der Ausstellung des Dokuments nicht mehr
habe korrigieren lassen, überzeuge nicht.
Ferner sei es ihm auch nicht gelungen, die genannten Widersprüche im
Rahmen der Gehörsgewährung anlässlich der EB UMA zu erklären, zumal
er dabei bloss angegeben habe, seine Mutter habe ihm damals gesagt, er
sei fünfzehn oder fünfzehneinhalb Jahre alt.
Im Übrigen würden die Vorbringen des Beschwerdeführers anlässlich der
Stellungnahme zur Gehörsgewährung vom 29. Juni 2022 diese Einschät-
zung nicht umzustossen vermögen.
Betreffend das Gutachten im Rahmen der forensischen Altersdiagnostik
sei darauf zu verweisen, dass nur die Schlüsselbein- respektive Skelettal-
tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung zum Beweis der Minder-
respektive Volljährigkeit einer Person geeignet seien. Anlässlich des
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Seite 9
Handröntgens sei ein noch nicht abgeschlossenes Skelettwachstum fest-
gestellt worden, weshalb auf eine Skelettaltersanalyse verzichtet worden
sei. Das Gutachten stütze sich in der Folge nur auf die Handknochenal-
tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung. Aus den Befunden er-
gebe sich ein durchschnittliches Lebensalter von 16 bis 22 Jahren bei ei-
nem Mindestalter – in Zusammenschau aller Untersuchungsbefunde – von
17 Jahren. Demnach könne das von ihm angegebene Alter von 16 Jahren
und (...) Monaten nicht zutreffen. Da die Befunde der zahnärztlichen Un-
tersuchung als alleiniges Kriterium kein Indiz für die Minderjährigkeit einer
untersuchten Person darstellen würden, könne das Gutachten nicht als In-
diz für seine geltend gemachte Minderjährigkeit verwendet werden.
Unter Berücksichtigung seiner widersprüchlichen Angaben sei es dem Be-
schwerdeführer somit nicht gelungen, seine angebliche Minderjährigkeit
– trotz einiger korrekter Angaben – glaubhaft zu machen, weshalb er als
volljährig gelte. Da die grundsätzliche Zuständigkeit Sloweniens gegeben
sei, keine weiteren Zuständigkeitstatbestände der Dublin-III-Verordnung
erfüllt seien und auch keine Gründe zur Anwendung der Souveränitätsklau-
sel nach Art. 29a Abs. 3 AsylV1 vorlägen, sei auf das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht einzutreten.
4.2 Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde
geltend, er habe bereits in seiner Stellungnahme zur Gehörsgewährung
darauf verwiesen, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass die Vorinstanz
von seiner Volljährigkeit ausgehe, weil er sein exaktes Geburtsdatum nicht
kenne.
Die eingereichte Tazkara-Kopie sei diejenige seiner Mutter. Aus dem Feh-
len von eigenen Identitätspapieren dürfe indes nicht auf eine Verletzung
der Mitwirkungspflicht geschlossen werden. Auch dürfe daraus nicht gefol-
gert werden, dass seine Minderjährigkeit nicht glaubhaft sei.
Sodann spreche das SEM dem Gutachten der forensischen Altersdiagnos-
tik unzutreffend jeden Beweiswert ab. Auf eine Skelettaltersanalyse sei nur
deshalb verzichtet worden, weil sich seine Minderjährigkeit bereits aus der
Handknochenaltersanalyse ergeben habe. Nach dem Gutachten entspre-
che die nicht vollständig verknöcherte Hand einem Mindestalter von 15.6
Jahren. Die zahnärztliche Untersuchung lasse auf ein durchschnittliches
Alter von 22 Jahren und auf ein Mindestalter von 17 Jahren schliessen.
Entgegen der Einschätzung des SEM seien die gutachterlichen Befunde
D-4233/2022
Seite 10
daher geeignet, seine Minderjährigkeit zu belegen. Zwar habe er angege-
ben, 16 Jahre alt zu sein, doch sei er auch gemäss den Ergebnissen des
Gutachtens zur forensischen Altersdiagnostik jedenfalls minderjährig.
5.
5.1 Bei der Beurteilung der Frage, ob das angegebene Alter einer asylsu-
chenden Person glaubhaft erscheint, ist im Rahmen einer Gesamtwürdi-
gung eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, welche für oder gegen die
Richtigkeit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Dabei
gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2009/54 E. 4.1;
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion [EMARK] 2004 Nr. 30 5.3.4 m.w.H.). Die gesuchstellende Person hat
die geltend gemachte Minderjährigkeit dabei zumindest glaubhaft zu ma-
chen, sie trägt die Beweislast (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 5.2).
5.1.1 Für die Beurteilung des Alters einer asylsuchenden Person fallen in
erster Linie von dieser Person selbst abgegebene oder von den Behörden
auf andere Weise erlangte und für echt befundene Identitätspapiere in Be-
tracht, das heisst Urkunden im Sinne von Art. 12 Bst. a VwVG; ihnen
kommt – ihre Echtheit vorausgesetzt – ein hoher Beweiswert zu. Reicht die
asylsuchende Person keine Identitätspapiere ein, welche die Behauptung,
minderjährig zu sein, stützen könnten, darf jedoch allein daraus noch nicht
der Schluss gezogen werden, dieser Person sei es nicht gelungen, ihre
Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, sondern es sind zuvor die angege-
benen Gründe für dieses Versäumnis auf deren Plausibilität zu prüfen
(vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1 m.w.H.).
5.1.2 Liegen keine schlüssigen Identitätsdokumente vor, fallen mit Blick auf
die Altersfeststellung als Beweismittel sodann wissenschaftliche Abklä-
rungsergebnisse in Betracht (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1). Gemäss der
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen medizinische Al-
tersabklärungen – je nach Ergebnis – unterschiedlich zu gewichtende Indi-
zien für das Vorliegen der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person
dar. Von den vier für die forensische Altersdiagnostik verwendeten Metho-
den sind nur die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die
zahnärztliche Untersuchung zum Beweis der Minder- respektive Volljährig-
keit einer Person geeignet. Gestützt auf die Handknochenaltersanalyse
und die ärztliche körperliche Untersuchung lassen sich demgegenüber
keine zuverlässigen Angaben zur Frage machen, ob eine Person das
18. Altersjahr bereits überschritten hat. Die Handknochenaltersanalyse
wird aber dennoch regelmässig durchgeführt, um zu ermitteln, ob eine
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Seite 11
Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder eine zahnärztliche Un-
tersuchung überhaupt nötig sind. Sofern sich nämlich bereits aus der
Handknochenaltersanalyse eine erhebliche Wahrscheinlichkeit eines min-
derjährigen Alters ergibt, weil die Handknochen noch nicht verknöchert
sind, kann auf die mit einer weitaus höheren Strahlenbelastung verbunde-
nen Untersuchungen der Zähne und des Schlüsselbeins verzichtet werden
(BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1; vgl. dazu auch Schweizerische Gesellschaft für
Rechtsmedizin [SGRM], Arbeitsgruppe Qualitätsmanagement in der Fo-
rensischen Medizin, Forensische Altersdiagnostik, Methodendokument
Version 02, Stand Juni 2022, Ziff. 7, Röntgenuntersuchung der Hand,
https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-
06-2022.pdf, abgerufen am 03.10.2022, im Weiteren SGRM, Forensische
Altersdiagnostik, 2022).
5.2 Das Gericht stellt zunächst fest, dass der Beschwerdeführer keine
Identitätspapiere abgegeben hat, welche seine geltend gemachte Minder-
jährigkeit glaubhaft erscheinen lassen könnten. Auch die Einreichung einer
unleserlichen Kopie der angeblichen Tazkara seiner Mutter ist offensicht-
lich nicht geeignet, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Allein da-
raus darf jedoch nicht auf die Unglaubhaftigkeit seiner geltend gemachten
Minderjährigkeit geschlossen werden, zumal im vorliegenden Länderkon-
text fehlendes Wissen betreffend das eigene Alter nicht unüblich ist.
Betreffend die Befunde der forensischen Altersdiagnostik erinnert das Bun-
desverwaltungsgericht die Vorinstanz daran, dass die Methode der Hand-
knochenaltersdiagnostik zwar nicht geeignet ist, zuverlässige Angaben
darüber zu machen, ob die betreffende Person volljährig ist, jedoch dar-
über, ob eine untersuchte Person minderjährig ist: Ergibt sich bereits aus
der Handkonchenaltersanalyse die erhebliche Wahrscheinlichkeit eines
minderjährigen Alters, kann auf weitergehende Untersuchungen verzichtet
werden (vgl. BVGE 2018VI/3 E. 4.3.1). Gemäss dem rechtsmedizinischen
Gutachten entspricht die nicht abgeschlossene Verknöcherung der Hand
(Wachstumsfugen von Elle und Speiche unvollständig knöchern durch-
baut) nach Thiemann, Nitz und Schmeling (2006) einem durchschnittlichen
skelettalen Alter von 17 Jahren (16.8 ± 1.1), nach Greulich und Pyle (1950)
ist dieser Befund einem mittleren skelettalen Alter von 18 Jahren zuzuord-
nen; gemäss den aktuellen Ergebnissen von Tisè aus dem Jahr 2011 ent-
spricht dies einem Mindestalter von 15.6 Jahren. Somit stellt die Handkno-
chenaltersanalyse, welche zum Ergebnis kam, dass die Handknochen
noch nicht vollständig verknöchert sind, im vorliegenden Fall ein Indiz für
die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers dar. Aufgrund der Befunde der
https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf https://sgrm.ch/inhalte/Forensische-Medizin/AG_QM_-FAD_MD_V02_08-06-2022.pdf
D-4233/2022
Seite 12
Handknochenaltersanalyse wurde in der Diagnostik in Übereinstimmung
mit den Leitlinien der Arbeitsgruppe Forensische Altersdiagnostik (AGFAD)
auf die Durchführung einer computertomographischen Untersuchung der
Schlüsselbeine verzichtet. Auch die Schweizerische Gesellschaft für
Rechtsmedizin hält in ihrem Methodendokument fest, dass sich bei nicht
abgeschlossener Handskelettentwicklung weitere altersdiagnostische Un-
tersuchungen am Skelett erübrigen (vgl. SGRM, Forensische Altersdiag-
nostik, 2022, S. 10). Die zahnärztliche Untersuchung lässt nach Olze
(2003, 2004) auf ein Durchschnittsalter von 22 Jahren (22.5 ± 1.9, 22.6 ±
1.9, 22.7 ± 1.9, 22.7 ± 1.9) schliessen; das Mineralisationsstadium H der
Weisheitszähne entspricht nach Knell et al. (2009) und Olze et al. (2004)
bei einer männlichen europäischen Population einem Mindestalter von 17
Jahren.
5.3 Gemäss den AGFAD-Leitlinien ist im Asylverfahren das Mindestalter-
prinzip anzuwenden, da Berechnungen von Mittelwerten angesichts der
aktuellen Datenlage die Anforderungen an den geforderten Beweismass-
stab nicht erfüllen können, wobei bei Anwendung mehrerer Säulen das
höchste Mindestalter anzugeben ist (vgl. SGRM, Forensische Altersdiag-
nostik, 2022, S. 4 ff.). Aufgrund des festgestellten Mindestalters von 17
Jahren stellt die zahnärztliche Untersuchung somit zusätzlich zur Hand-
knochenaltersanalyse ein weiteres Indiz für die Minderjährigkeit des Be-
schwerdeführers dar.
5.4
5.4.1 Zwar ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sich der Beschwerdefüh-
rer in Bezug auf seine Altersangaben einige Ungereimtheiten vorwerfen
lassen muss. So ist es etwa zutreffend, dass seine Angaben zur Dauer des
Schulbesuchs und zum angeblichen Alter zum Zeitpunkt der Ausreise um
ungefähr ein bis zwei Jahre divergieren (vgl. SEM-eAkte [...]-16/14 [nach-
folgend 16/14] Ziff. 1.06; 1.17.04; 1.17.05). Demgegenüber stimmen seine
Angaben, er sei im Jahr seiner Einschulung (1391, nach gregorianischem
Kalender 2012/2013) etwa sechs Jahre alt gewesen, mit seinem geltend
gemachten Alter überein (vgl. 16/14 Ziff. 1.06). Dasselbe gilt für das Vor-
bringen, seine Mutter habe ihm vor acht Jahren mitgeteilt – als er acht
Jahre alt gewesen sei –, dass er am Todestag eines angesehenen Kom-
mandanten auf die Welt gekommen sei (vgl. 16/14 Ziff. 1.06). Aus Sicht des
Gerichts halten sich in diesem Punkt – den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers zu seinem Alter – die Übereinstimmungen und die Ungereimtheiten in
etwa die Waage. Weder kann aus ihnen auf die Unglaubhaftigkeit seiner
Altersangaben geschlossen werden, noch erscheinen diese in Hinblick auf
D-4233/2022
Seite 13
wichtige Lebensstationen (Schulbesuch, Ausreisezeitpunkt) völlig schlüs-
sig.
5.4.2 Weiter stellt das Gericht fest, dass es offenkundig ist, dass der Be-
schwerdeführer sein Personalienblatt nicht selbstständig ausgefüllt hat
(vgl. SEM-eAkte [...]-1/2). Entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung
spricht dies aber nicht gegen die Glaubhaftigkeit seines vorgebrachten Al-
ters, da es fraglich erscheint, ob es sich dabei tatsächlich um von ihm selbst
angegebene Daten handelt. Auch das Argument des SEM, es wäre zu er-
warten gewesen, dass er auf diesen Umstand anlässlich der Befragung
aufmerksam gemacht hätte, überzeugt das Gericht nicht, zumal nicht er-
sichtlich ist, inwiefern ein solcher Einwand für oder gegen seine Minderjäh-
rigkeit sprechen sollte.
5.4.3 Ferner überzeugt auch der Einwand des SEM, der Beschwerdeführer
habe vor den slowenischen Behörden den (...) 2002 als sein Geburtsda-
tum angegeben, nicht. Seine diesbezügliche Erklärung, ein Junge habe
dies aufgrund der eigenen fehlenden Sprachkenntnisse angegeben,
spricht zwar nicht für die Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Minder-
jährigkeit, vermag indes die Indizien für seine Minderjährigkeit – die Be-
funde der forensischen Altersdiagnostik und seine relativ stimmigen Aus-
sagen betreffend sein Alter – nicht umzustossen, zumal er auch in der
Schweiz beim Eintritt in das BAZ das Personalienblatt offenkundig nicht
selbstständig ausgefüllt hat.
5.4.4 Auch geht aus dem Protokoll der EB UMA nicht hervor – wie vom
SEM dargelegt –, dass der Todestag auf dem Bild des gefallenen Kriegs-
helden im Terminal von B._ ein gregorianisches Datum angegeben
wäre. Der Beschwerdeführer äusserst sich hierzu zwar nur vage (16/14
Ziff. 1.06: «Wie kommt es, dass Sie das europäische Datum notiert haben
und nicht das afghanische?» «Dort stand das Datum drauf, auf dem Foto.
Die Taliban haben auch auf das Foto geschossen.»), dies allein vermag
aber die Elemente, die für seine Minderjährigkeit sprechen, nicht als insge-
samt unglaubhaft erscheinen zu lassen.
5.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die In-
dizien, welche für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sprechen,
insgesamt überwiegen. Das Gericht kommt daher in gesamthafter Würdi-
gung und entgegen der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-
deführer gelungen ist, seine Minderjährigkeit zumindest glaubhaft im Sinn
von Art. 7 AsylG zu machen.
D-4233/2022
Seite 14
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist von der Minderjährigkeit des Beschwerde-
führers auszugehen, mit der Folge, dass die Schweiz für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO
zuständig ist. Die Beschwerde ist infolgedessen gutzuheissen, die ange-
fochtene Verfügung betreffend die Dispositivziffern 1–5 aufzuheben und
die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers
einzutreten. Die Dispositivziffer 6 bildet Gegenstand des Beschwerdever-
fahrens D-4317/2022; Ziffer 7 des Dispositivs ist gegenstandslos gewor-
den.
6.2 Angesichts dieses Verfahrensausgangs erübrigt sich die weitere Aus-
einandersetzung mit den formellen Rügen sowie den Beschwerdevorbrin-
gen betreffend die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs aus der Schweiz.
7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung aus-
zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche
Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen
vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl.
auch Art. 111ater AsylG).
(Dispositiv nächste Seite)
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