Decision ID: 29ffb006-4da0-56bf-9c0b-cd4ddc7b76e6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1973
geborene
X._
war
seit
Juni
2007
Gesellschafter und
Geschäfts
führer
mit Einzel
zeichnungsbefugnis
der
Y._
Transport GmbH
und
bei der
Suva
gegen die
Folgen von Unfällen ver
sichert.
Am 2
4.
Februar 2014
kam
er als
Lenker eines Sattelmotorfahrzeuges von der Fahrbahn ab; durch die darauffolgende Linkskorrektur geriet er auf die Gegen
fahrbahn und kollidierte frontal
mit einem anderen Lastwagen
(
Unfall
mel
dung vom 2
8.
Februar 2014,
Urk.
9/1
; Polizeirapport der
Kantonspolizei
Z._
,
Urk.
9/44
)
.
Daraufhin wurde der Versicherte
mit dem Ret
tungsdienst notfall
mässig
ins Spital
A._
verbracht, wo
er
bis am 2
5.
Februar 2014 zur Überwachung stationär
weilte
und
die erstbehandelnden Ärzte
bei
radiologischem Fraktur- und Blutungsausschluss
eine Commotio Cerebri, multiple
(oberflächliche)
Schürfwun
den an den Händen beidseits und eine Rissquetschwunde
(RQW)
occipital
links diagnostizierten
(
Urk.
9/94
,
Urk.
9/16
).
Zudem
attestierten sie dem
Versicherten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
9/17
). Die
Suva
anerkannte den Schaden
fall und erbrachte die gesetzlichen Vers
icherungsleistungen (
Urk.
9/5
).
Betreffend die (fraglich unfallbedingte
;
vgl.
Röntgenaufnahmen vom 2
4.
Februar 2014 und
1
2.
März 2014,
Urk.
9/14
, Urk.
9/33; MR-
Arthrographi
e
vom 1
6.
April 2014,
Urk.
9/32
; Konsiliarbericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirur
gie, spez. Handchirurgie, vom 2
4.
Mai 20
14, worin dieser Residuen eine
r
Fraktur
im Kindesalter
festhielt,
Urk.
9/35/4
) Beschwerdehaftigkeit am linken Handge
lenk wurde der Versicherte im Juni 2014 erfolgreich operiert
(vgl. Operations
bericht vom 2
4.
Juni 2014,
Urk.
9/47
/2
)
; von handchirurgischer Seite bestand seit anfangs 2015 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl. Bericht
von
Dr.
B._
vom 1
7.
Januar 2015,
Urk.
9/84;
v
g
l
. auch Aussendienstbericht vom 1
9.
Mai 2015, wonach der Beschwerdeführer diesbezüglich keine Schmerzen mehr beklagte,
Urk.
9/122/2;
vgl. au
sserdem
kreisärztlicher Untersuchungs
be
richt vom 1
8.
August 2016,
Urk.
9/170/8).
Betreffend die initial beklagten Hüft
beschwerden
rechts
war der Versicherte in Abwesenheit eines
pathologischen Be
fund
es
bereits Ende August 2014
wieder
beschwerdefrei (vgl. Aussendienstbe
richt
e
vom 2
8.
August 2014
und 1
9.
Mai 2015
,
Urk.
9/52
/2
,
Urk.
9/122
/2;
MRI vom
4.
März 2014,
Urk.
9/34
).
Sodann
be
klagte
er seit Juni 2014
progrediente
Schmerzen
im rechten Knie
.
Aufgrund
der
im
September 2014
dort festgestellte
n
leichtgradige
n
Meniskusläsion
(
Urk.
9/71 ff.)
wurde der Versicherte zweifach am rechten Knie operiert
(
Arthroskopische
Teilmeniskektomie
medial und lateral,
vgl.
Operationsbericht
e vom
8.
Dezember 2014 und 2
2.
Juni 2015,
Urk.
9/88
,
Urk.
9/136); d
ie Schmerzen persistierten weiterhin (
vgl.
Urk.
9/139/3).
Auch
wiederholt
e
Infiltrationen
(Neuraltherapie)
brachten
keine anhaltende Besserung (vgl.
Konsiliarbericht vom
1.
September 2015,
Urk.
9/150
/3f.
; Abschlussbericht
vom 2
0.
Mai 2016,
Urk.
9/206
)
.
Im
Januar 2016
führte
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für Chirurgie, eine kreisärztliche Untersuchung durch (Untersuchungs
bericht vo
m 1
8.
August 2016,
Urk.
9/170);
im
April 2016
nahm er
eine
medizi
nische Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
sowie
des Integritätsschadens
vor (
Urk.
9/191).
Weitere
Behandlungsversuche im Zusammenhang mit der persistie
renden Knieproblematik
(Softcheck-
Genu
-Schiene, lokale Stosswellentherapie)
wurden zufolge
Beschwerdeex
azerbation
en
vorzeitig abgebrochen
(
Urk.
9/216
,
Urk.
9/234
,
Urk.
9/260
)
.
Mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2017 stellte die Suva die bisher erbrachten Versicherungsleistungen per 3
1.
März 2017 ein (
Urk.
9/274). Ausserdem sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 1
3.
Februar 201
7 ab dem
1.
April 2017 eine UV-Invalidenr
ente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 12
%
zu. Zeitgleich verneinte sie einen Anspruch des Versicherten auf eine Inte
gritätsentschädigung (
Urk.
9/284).
Dagegen erhob der Versicherte
am 1
0.
März 2017 Einsprache, wobei er in
medizinischer Hinsicht
insbesondere
unfallbedingte Hüft
- und Rückenschmerzen
geltend machte
(
Urk.
9/295). Am 4.
August 2017 nahm
Dr.
C._
dazu Stellung (
Urk.
9/325). Gestützt darauf wies die Suva die Einsprache des Versicherten
mit
Einspracheentscheid
vom 1
0.
April 2018 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Mai
2018 Bes
chwerde und beantragte, es sei die Sache
in Aufhebung de
s angefochtenen Entscheids vom 1
0.
April 2018 an die Vorinstanz zurückzuweisen
,
damit diese ein ökonomisches Gutachten (zwecks Abklärung des Validen- und Invalideneinkommens) veranlasse und die Leis
tungs
fähigkeit des Beschwerdeführers mittels
eines neutralen
Gutachten
s
(
Evalu
a
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit,
EFL) feststelle
. Eventualiter sei
en die beantragten Gutachten durch das Gericht einzuholen. Bis zum Vorliegen dieser Unterlagen seien weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen
, namentlich Taggelder,
auszurichten. Es sei eine Integritätsentschädigung von mindestens 35
%
auszurichten. Eventualiter sei der Integritätsschaden mittels
eines neutralen
Gutachten
s
festzustellen. Mittels
eines
neut
ralen
Gutachten
s
seien
auch
die Brückensymptome abzuklären und deren Kausalität festzustellen. Nach Vorliegen der beantrag
t
en Unterlagen sei dem
Beschwerdeführer jeweil
s
die Mö
glichkeit einzuräumen, da
zu Stellung zu nehmen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantw
ort vom 2
7.
August
2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde
, soweit darauf einzutreten sei (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am
6.
September
2018 zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies mit Verfügung vom 27. August 2018 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die von ihm am 27. September 2018 beim hiesigen Gericht eingereichte Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (vgl. Prozess Nr. IV.2018.00835).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 24. Februar 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Ver
sicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausser
dem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungs
ge
setzes,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie
infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVGDer
Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind.
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, mögli
cherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E.
2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur aus
lö
sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner
zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.7
Der
Leistungsanspruch
ist
unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Ge
schehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteile des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 26. September 2008 E. 4.1, 8C_947/2009 vom 18. März
2010 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Für spätere Gesundheitsstörungen kommt
die Unfallversicherung
nur auf, wenn eindeutige Brückensymptome gege
ben sind. An den Wahrscheinlichkeitsbeweis sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auf
treten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
1.8
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 f. E. 3b/
ee
mit Hinweis).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
erwog die Beschwerdegegnerin,
betref
f
end die
persistierenden Kniebeschwerden
sei
von weiteren medizinischen Behand
lungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten.
Sodann seien die
ein
spracheweise
geltend gemachten Rücken- und Hüftbeschwerden nicht überwie
gend wahrscheinlich unfallkausal. D
ie angestammte Tätigkeit sei dem
Beschwer
de
führer nicht mehr
zuzumuten
. Demgegenüber bestehe in
einer – näher um
schriebenen – Verweistätigkeit
eine
10
0
%
ige A
rbeitsfähig
keit
.
Gestützt auf den IK-Auszug und
die Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch heraus
gegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE)
resultiere aus dem Ein
kom
mens
vergleich
sowie
unter B
erücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
ein Invaliditätsgrad von 12
%
.
Eine
positive Geschäftsentwicklung bzw. Vergrösserung des Unternehme
n
s
wäre
sowohl beim Validen- als
auch beim Invaliden
eink
ommen zu berücksichtigen, weshalb
dieser Faktor unberücksichtigt bleiben
könne
.
Schliesslich sei die
Erheblichkeitsschwelle
für eine Integritätsein
busse mangels einer zumindest mittelschweren Instabilität im rechten Knie
vor
liegend nicht erreicht
(
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein,
anlässlich des
schweren Verkehrs
un
falls am 2
4.
Februar 2014 habe er insbesondere am rechten Knie und an der linken Hand
Verletzungen
erlitten.
Aufgrund der persistierenden Schmerzen sei die Beweglichkeit des rechten Knies massiv eingeschränkt.
Durch die hieraus be
dingte Schonhaltung seien unfallkausale Brückensymptome in Form von Hüft- und Rückenbeschwerden dazugeko
mmen.
Gegenteiliges sei gutachterlich festzu
stellen.
Im Zusammenhang mit der Ermittlung des Validen- und Invalidenein
kommens habe die Beschwerdegegnerin die nötigen Abklärungen unterlassen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müsse das
Valideneinkommen
die Einkommenssituation von
selbständig Erwerbenden möglichst konkret abbilden.
Eine Abklärungspflicht ergebe sich auch aus dem Untersuchungsgrundsatz.
Ins
besondere
habe die Beschwerdegegnerin
die voraussichtliche Einkommensent
wicklung
des erst kürzlich gegründeten Unternehmens
au
sser Acht gelassen
. D
as Unternehmen
sei
auch nach dem Unfall w
eiterhin erfolgreich gewachsen. Die
florierende
Unternehmensentwicklung wirke sich unterschiedlich
auf die Ver
gleichse
inkommen aus, weshalb
dieser Faktor nicht ausser Acht gelassen werden
dürfe
.
Sodann
habe der
Beschwerdeführer die Struktur seines Unternehmens sein
em Gesu
ndheitszustand anpassen müssen;
gesundheitlich bedingt
könne er sich
nur noch um die Kundenbetreuung, Akquirierung von Aufträgen, Buch
hal
tung etc. kümmern. Diesbezüglich verfüge
er
aber
über keine Ausbildung.
Damit
seien die Voraussetzungen für das ausserordentliche Bemessungsverfahren erfüllt
.
Dass
die Beschwerdegegnerin
das Invalideneinkommen
anhand der LSE
ermittelt habe, sei
deshalb
falsch
. Selbst bei der Annahme, die Selbständigkeit sei
geschei
tert und daher
aufgegeben worden,
sei davon auszugehen,
der Beschwerdeführer
würde
in s
einen früheren Job zurückkehren. Da
s sei
vorliegend di
e Anstellung als Lastwagenchauffeur
bei der
D._
. Damit müsste
– soweit
der falschen allge
meinen Berechnungsmethode gefolgt werde -
zur Ermittlung des Invalidenein
kommens auf den
gemäss IK-Eintrag im Jahre 2006
in dieser Tätigkeit erzielten Lohn abgestellt werden
.
Vorliegend ergebe sich jedoch, dass das Unternehmen des Beschwerdeführers auch nach dem Unfall weiterhin floriere.
Es sei denn auch zu beachten, dass der Beschwerdeführer wohl an keinem anderen Ort eine besser angepasste Tätigkeit finden werde, als in seinem eigenen Unternehmen.
Hier
könne er
seine Restarbeitsfähigkeit optimal verwerten
.
Ob
der Beschwerdeführer in seinem Unternehmen einer angepassten Tätigkeit nachgehe, sei mittels
neutra
lem Gutachten abzuklären.
Insbesondere
hätte
bei der – bestrittenen – Annahme der Beschwerdegegnerin,
wonach
der Beschwerdeführer sein Unternehmen
hätte
aufgeben müsse
n
, vorab zwingend ein arbeitsplatzbezogenes Gutachten durchge
führt werden müssen.
Jedenfalls sei mit Blick auf die massiven gesundheitlichen Einschränkungen nicht ersichtlich, welche – andere als die jetzige – Tätigkeit in Frage komme.
Letzeres
sei mittels EFL festzustellen
. Hieraus würde sich ergeben,
dass der Beschwerdeführer auch
als Hilfsarbeiter
massiv
eingeschränkt sei
und
sich
ein 25
%iger Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertige
. Schliesslich
seien die Vor
aussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht ausreichend geprüft und damit unzutreffend verneint worden.
Die Beweglichkeit des rechten Knies sei
schmerzbedingt
massiv eingeschränkt. Ein normales Gehen sei nicht mehr mög
lich. Dies äussere sich in ein
em deutlichen Schonhinken, was
wiederum zu einer ausgewiesenen Fehlbelastung der Hüftgelenke und Wirbelsäule
führe
. Vor diesem Hintergrund sei eine Integritätsentschädigung von 35
%
mehr als gerecht
fertigt.
Eventualiter sei darüber ein neutrales medizinisches Gutachten einzuholen
(
Urk.
1)
.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort
stellte sich
die Beschwerdegegnerin
auf den Stand
punkt
,
die
Aufbauphase des
2007 gegründeten
Transportunternehmens sei im Zeitpunkt des Unfalls
(2014)
längst abgeschlossen gewesen.
Bei
der Ermittlung des
Valideneinkommens
sei der gesamte
Zeitraum berücksichtigt worden - jedoch
kulanterweise
unter Ausschluss des ersten und
des
schlechtesten Geschäftsjahres (2007 und 2013). Dass der Auslastungsfaktor der vorhandenen Lastwagen gesun
ken und zur Kompensation zusätzliche Chauffeure hä
tten eingestellt werden müssen
, habe nichts mit dem Unfallereignis zu tun
, zumal der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls erst einen Chauffeur beschäftigt und drei Lastwagen ge
habt habe
.
Darüber hinaus lasse sich nicht
eruieren, o
b
er
auch ohne Unfall
noch weitere Lastwagen gekauft und zusätzlich
e Chauffeure eingestellt hätte
.
Es
se
i
auch
offen, ob
d
er
Beschwerdeführer
in drei Jahren wieder nur einen Chauf
feur oder 20 Chauffeure beschäftige. Im Übri
g
e
n sei nicht einsichtig, inwiefern die Geschäftsentwicklung ohne Gesundheitsschaden ökonomisch besser verlau
fen wäre. Insbesondere sei von 2007 bis 2013 praktisch keine Entwicklung im Sinne einer Vergrösserung eingetreten und habe eine Betriebsvergrösserung nicht zwangsläufig ein besseres Betriebsergebnis zur Folge
. Auch sei zu berücksich
tigen, dass der Beschwerdeführer die administrativen Tätigkeiten bei Ausdeh
nung des Betriebes mit oder ohne Unfall hätte auswärts vergeben oder selber erlernen müssen.
Folglich
seien diese Faktoren für die Beurteilung des Invalidi
tätsgrades irrelevant. Da die Tätigkeit
des Beschwerdeführers
im Betrieb
der
Y._
Transport GmbH
nicht als den Unfallfolgen angepasst zu bezeichnen sei, sei die Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der LSE korrekt
(
Urk.
8)
.
3.
3.1
Unter den Parteien besteht Einigkeit darüber, dass der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1
UVG
erreicht und eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes durch medizinische Massnahmen im Zeitpunkt der Ren
ten
prüfung
(2017)
nicht mehr zu erwarten ist (vgl. Urk. 9/206
,
Urk.
9/234,
Urk.
9/260/3
f.
,
Urk.
9/273/4
).
Entsprechend ist es nicht zu beanstanden, wenn
die Beschwerdegegnerin
die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen einstellte.
3.2
Zu prüfen bleibt somit zum einen die Höhe
der dem Beschwerdeführer zuge
sprochenen Invalidenrente, zum anderen, ob eine Integritätsentschädigung zu Recht verweigert wurde.
4.
1.%2
Im Austrittbericht des Spitals
A._
vom 2
5.
Februar 2014 diagnostizierten die erst
behandelnden Ärzte bei radiologischem Fraktur- und Blutungsausschluss (
vgl.
Urk.
9/16
)
,
(1)
eine Commotio Cerebri, (2) multiple Schürfwunden an den Händen beidseits und (3) eine Rissquetschwunde
occipital
links.
Die bildgebenden Untersuchungen der Hände inkl. Handgelenke beidseits erwiesen sich als unauf
fällig, insbesondere ohne Hinweise auf frische
ossäre
Läsionen (vgl.
Urk.
9/14
,
Urk.
9/33
)
.
Bei
komplikationslosem
Verlauf konnte der Beschwerdeführer am 2
5.
Februar 2014 aus dem Spital entlassen werden
(
Urk.
9/94
).
2.%2
Das
im
Stadtspital
E._
am
4.
März 2014 durchgeführte MRI
de
s rechten Hüftgelenks
ergab folgende Befunde
:
-
Intakte
ossäre
Strukturen am knöchernen Beckenring
,
-
k
ein Knochenmarksödem
,
-
k
ein patho
logischer Befund an beiden Hüft
gelenken
,
-
p
roximaler Fem
u
r
beidseits intakt
,
-
k
ein Hüftgelenkserguss
,
-
u
nauffällige
periartikuläre
Weichteile
,
-
k
ein pathologischer Befund an den miterfassten Beckenorganen
Der
beurteilende Radiologe
hielt
fest,
es
bestehe
kein pathologischer Befund am Becken und an den
beiden Hüftgelenken (
Urk.
9/34).
Per Ende August 2014
war der Beschwerdeführer
bezüglich der initial beklagten Hüftbeschwerden rechts nach eigenen Angaben
beschwerd
efrei (
Urk.
9/52/2,
Urk.
9/122/2
).
3.%2
Aufgrund der
am 2
4.
September 2014
in der
F._
Klinik
festgestellten
leichtgradige
n
Läsion des lateralen Meniskus dorsal
(vgl.
Urk.
9/71/2) wurde der
Beschwerdeführer im Dezember 2014 und Juni 2015
im Seespital
G._
am rechten Knie operiert (
Arthroskopische
Teilmeniskektomie
medial und lateral, vgl. Operationsberichte vom
8.
Dezember 2014 und 2
2.
Juni 2015,
Urk.
9/88,
Urk.
9/136); die Sch
merzen persistierten weiterhin
.
Auch die
im
August und
September 2015 durchgeführten
Kniei
nfiltrationen
brachten
keine anhaltende Besserung
(vgl. Konsiliarberichte von
Dr.
H._
, Facharzt FMH für orthopä
dische Chirurgie und Sportmedizin, vom 2
2.
Juli 2015 und
1.
September 2015
,
Urk.
9/139/3,
Urk.
9/150
/3
f.).
4.4
Anfangs
2016 nahm
Dr.
C._
eine kreisärztliche Untersuchung vor. Im
Unter
suchungsbericht
vom 2
0.
Januar
2016
stellte er
folgende Hauptdiagnosen (
Urk.
9/170/8):
-
Status nach LWK-Unfall am 2
4.
Februar
2014
mit
-
Commotio cerebri, multiplen Schürfwunden an den Händen und RQW
occipital
links, dorsaler
Triquetrumausriss
mit ECU-Arrosion und TFCC-Läsion links
-
Debridement
des
Triquetrumausrisses
und partieller
Ulnastyloidek
tomie
und TFCC
-
Refixation
linke
s Handgelenk am 24.
Juni 2014
-
Kniebinnenläsion rechts mit Meniskusriss mediales
Hinte
rhorn
und laterales Vorderhorn,
Teil- bis subtotale Ruptur VKB und eingerissene eink
lemmende
Plica
mediopatellaris
mit
-
Arthroskopie,
Teilmeniskektomie
medial und lateral rechtes Knie
gelenk und
Plicektomie
am 0
8.
Dezember
2014 und erneute
r Arthroskopie am 1
6.
Juni
2015 mit
Teilmeniskektomie
des late
ralen Vorderhorns des rechten Knies und Bestätigung einer voll
ständigen VKB-Ruptur, welches a
uf dem HKB narbig adhärent ist
Als Nebendiagnose hielt er eine
Tendinopathie
der
Peroneus
longus
-Sehne mit Verdacht auf Partialläsion rechts
fest (
Urk.
9/170/8
;
vgl. MRI vom
4.
Mai 2015,
Urk.
9/132
).
Subjektiv persistier
t
en Schmerzen und ein Gefühl der verminderten Kraft im rechten Kniegelenk
sowie eine
Instabilität bei unkontrollierten Drehbewegungen.
Bezüglich des
linke
n
Handgelenk
s
sei der Beschwerdeführer
vollkommen be
schwer
defrei
(
Urk.
9/170/8)
.
Objektiv
zeige
sich
ein reizloses
,
ergussfreies rechtes Kniegelenk
mit fraglich klinischen Aussenmeniskuszeichen bei
leicht eingeschränkter Knie- und Sprung
gelenksbeweglichkeit rechts gegenüber links.
Die aktive Flexion/Exten
sion betrage rechts 120-0-0°,
links 135-0-0°.
Eine
Kreuzbandläsion
sei
arthroskopisch
bestätigt
worden.
Ob die persistierenden Beschwerden durch die leichte Instabili
tät unterhalten werde
n
, könne nicht sicher ausgeschlossen werden. Betreffend
den fraglichen
Endzustand
resp. die
Arbeitsfähigkeit
sei
das Ergebnis der appa
rativen Diagnostik der Uniklinik
I._
abzuwarten.
Die im MRI festgestellte
Tend
inopathie
der
Peroneus
longus
-Sehne
sei
nicht überwiegend wahrscheinlich
unfallkausal
,
zumal
die zeitnahen Berichte keinerlei Anhalt für eine Verletzung in diesem Bereich
ergäben. G
egen eine
Unfallkausalität spreche
auch
die zeitliche Latenz bis zum Auftreten der Be
schwerden. Schliesslich handle es sich hierbei aus
morphologischer Sicht um Veränderungen, welche
auch
rein degenerative
r Genese
sein könnten
. Eine Unfallkausalität
sei
somit
lediglich möglich
,
nicht
a
ber
über
wieg
end wahrscheinlich
.
Mit Bezug auf das linke
Handg
elenk
sei der Beschwerde
führer
vollständig beschwerdefrei.
Entsprechend
ergäben
sich diesbezüglich keine weitere
n Therapieempfehlungen (
Urk.
9/170/7
f.)
.
4.5
Das am 1
5.
März 2016 in der Uniklin
i
k
I._
durchgeführte MRI des Knies rechts
erwies sich bis auf
eine etwas prominente laterale
Patellafacette
als unauffällig
.
Die
beurteilenden Fachärzte
hielten fest,
die
persistierenden
lateralen Knieschmerzen
seien
damit nicht zu erklären; e
inerseits sei
die kleine radiäre Läsion des medialen
Meniskushin
terhorns
asymptomatisch. Bei fehlender Knor
pel
schädigung resp. fehlendem Knochenmarködem an der Patella sei
andererseits
nicht anzunehmen, dass die prominente laterale
Patellafacette
für die
Beschwer
den verantwortlich sei. Klinisch imponiere
der Schmerz sehr oberflächlich, wes
halb die Indikation einer Neuraltherapie zu prüfen sei
(
Bericht vom 1
7.
März 2016,
Urk.
9/190).
4.6
Au
f
Vorlage dieses Berichtes (E. 4.5
) kam
Dr.
C._
am 1
9.
April 2016
zum Schluss
,
von der diskutierten Neuraltherapie sei
eine
nam
hafte
Verbesserung nicht
mit
überwiegend
er W
ahrscheinlich
keit zu erwarten
.
Der
Beschwerdeführer sei hinsichtlich einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit sitzendem Anteil von 50
%
, ohne häufiges Begehen von Treppen
,
ohne häufiges Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Arbeiten in Zwangspositionen, namentlich Knien oder im
Hocksitz
, ohne langes Gehen oder Stehen am Stück zu 100
%
arbeitsfähig. Da mit Bezug auf das rechte Knie keine zumindest mittelschwere Instabilität vorliege, sei die
Erheblichkeitsschwelle
für eine Integritätsentschädigung nicht gegeben
(
Urk.
9/191).
4.7
Die im
April/Mai 2016
in der Uniklinik
I._
durchgeführten Knieinfiltrationen brach
t
en keine anhaltende Besserung
.
Weitere
Behandlungsversuch
e
mittels
Softcheck-
Genu
-Schiene
und
lokaler Stoss
w
ellentherapie
wurde
n
zufolge
Be
schwer
deexazerbation
en
vorzeitig abgebrochen (
Berichte vom 2
0.
Mai
20
16, 3
0.
Juni
2016, 2
3.
August 2016 und
5.
Dezember 2016,
Urk.
9/206,
Urk.
9/216,
Urk.
9/234,
Urk.
9/260).
4.8
Am
2
0.
Januar 2017
hielt
Dr.
C._
fest, es seien inzwischen weder neue Befunde erhoben worden noch habe sich das klinische
Bild ver
ändert. Die
seit
der letzten Stellungnahme im Ap
ril
2016 erfolglos durchgeführten Behandlungsversuche
würden bestätigen, dass der Gesundheitszustand durch weitere medizini
sche Mass
nahmen nicht namhaft
ge
bessert werden könne.
Auch betreffend die
Arbeits
fähigkeitsbeurteilung sowie Einschätzung der Integritätseinbusse
würden sich
keine Anpassungen oder
Änderungen
ergeben
(
Urk.
9/273).
4.9
Bei Klagen über lumbale sowie über Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte wurde seitens des behandelnden Orthopäden der Uniklinik
I._
anfangs 2017 ein Bursitis
trochanterica
und
tractus
iliotibialis
Syndrom rechts mit/bei
Abduk
to
reninsuffizienz
diagnostiziert. Objektive Befunde sind dem Sprechstunden
be
richt vom 2
4.
Januar 2017 diesbezüglich nicht zu entnehmen
(
Urk.
9/290).
Zum Ausschluss einer Wirbelsäulenpathologie folgten bildgebende Untersuchungen
an
der BWS und LWS.
Dabei
zeigte sich
im Wesentlichen
eine deutliche Degene
ration im Bewegungssegment LWK 4/5 und 5 SWK 1 (vgl. MRI vo
m
4.
April 2017,
Urk.
9/309).
Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht wurde eine Lumbago mit
pseu
doradikulärer
Ausstrahlung in den rechten Oberschenkel lateral, der Verdacht auf eine ISG-
Arthropathie
und ausserdem festgehalten, die bildgebenden Befunde vermöchten die
Hüftabduktoreninsuffizienz
nicht hinreichend zu erklären. Inwie
fern der Beschwerdeführer aufgrund der beklagten Hüft- und Rückenbeschwerden in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, vermochte
n die Ärzte
der Uniklinik
I._
nicht zu beurteilen
(vgl
. Sp
r
echstundenbericht vom
5.
April
2017,
Urk.
9/308)
.
N
euro
logische
und neuro
physiologische
Abklärungen erbrachten keine neuen Aspekte (
vgl.
Kon
s
i
l
i
arbericht
e
vom
9.
und
1
5.
Mai 2017,
Urk.
9/313
,
Urk.
9/324
)
.
Aus
chiropraktischer
Sicht wurde bei segmentaler Dysfunktion und
myofascialen
Befunde
n
ein
lumbospon
d
ylogenes
Schmerzsyndrom
festgehalten
und
eine
diskale
Ursache
erwogen
(
vgl.
Sprechstundenbericht vom 1
8.
Mai 2017
,
Urk.
9/318
).
Die daraufhin eingeleiteten Behandlungsversuche mittels Impulsthe
rapie und muskulär
detonisierenden
Massnahmen wurde
n
mangels Erfolg wenig später eingestellt
(vgl. Abschlussbericht vom 1
7.
Juli 2017,
Urk.
9/323).
4.10
Auf erneute Vorlage
hielt
Dr.
C._
am
4.
August 2017 fest,
die beklagten Hüft-und
Rückenbeschwerden seien nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die im März/April 2017 durchge
führten MRI-
Untersuchungen des Beckens, der Hüf
ten
und
der
LWS
hätten
keine pathologische Befunde
oder unfallbedingte
n
struktu
relle
n
Läsionen ergeben. An der LWS seien lediglich degenerative Veränderungen zur Darstellung gekommen
(
Urk.
9/325).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
10. April 2018
(
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-chirurgi
schen Beurteilungen von D
r.
C._
, welcher dieser aufgrund seiner eigenen Unter
suchung vom 1
8.
Januar 2016 sowie in Kenntnis
und Auseinandersetzung mit der übrigen mediz
i
nischen Aktenlage
abgab.
5
.2
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilungen von Dr.
C._
sprechen, sind nicht ersichtlich.
Betreffend d
ie
(fraglich unfallbedingte;
Urk.
9/14, Urk. 9/32f.,
Urk.
9/35/4) Beschwerdehaftigkeit am linken Handgelenk wurde der Beschwerdeführer im Juni 2014 erfolgreich operiert (vgl. Operations
bericht vom 2
4.
Juni 2014,
Urk.
9/47/2); von handchirurgischer Seite bestand seit anfangs 2015 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/84,
Urk.
9/122/2,
Urk.
9/170/8).
Mit Bezug auf die Hüfte ergaben sich unmittelbar nach
dem
Unfall keine Auffälligkeiten
, der
klinis
che Untersuch des Beckens war
bland
(vgl. Aus
trittsbericht des Spitals
A._
vom 2
5.
Februar 2014,
Urk.
9/94).
Sodann
zeigte
das
a
m
4.
März 2014
veranlasste Hüft-MRI
weder am Becken noch an den Hüft
ge
lenken beidseits einen pat
hologischen Befund (
Urk.
9/3
4).
Mithin ist
bildgebend erstellt, dass
der
Unfall vom 24. Februar 2014
keine st
rukturellen Läsionen oder
sonst
wie
gearteten traumatischen
Veränderungen
an den Hüften
zeitigte
.
Soweit der Beschwerdeführer
nach dem Unfall dennoch
Beschwerden
an der rechten Hüfte
beklagte
,
so
war er
diesbezüglich
jedenfalls p
er Ende August 2014
wieder beschwerdefrei
(
Urk.
9/52,
Urk.
9/122).
Zu Recht behauptet der Beschwerdeführer nicht, er habe sich anlässlich des Unfalls vom 2
4.
Februar 2014 Verletzungen an der Wi
rbelsäule zugezogen. Soweit er
diesbezüglich «Brückensymptome» geltend macht (vgl.
Urk.
1
Ziff.
6 und
Ziff.
25 f.),
lassen die u
nter E. 4.9
zitierten Arzt
berichte j
egliche Hinweise für eine – wie
auch
immer geartete
- Unfallkausalität vermissen.
Im Gegenteil
zeigten sich in diesem Bereich
vornehmlich degenerative Veränderungen
(
MRI der LWS und BWS vom
4.
April 2017,
Urk.
9/309)
.
Dass diese auf eine
unfallbedingte
Fehlhaltung resp. ein
unfallbedingtes Schonhinken zurückgeführt werden könnten
, ist den Arztberichten nicht zu entnehmen.
Ent
sprechend kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden,
wenn
er vorbringt, die beklagten Hüft- und Rückenschmerzen seien
ausgewiesenermassen
auf eine Fehlbelastung des rechten Knies zurückzuführen; entbehrt diese
Darstellung
doch
jegliche
r
Grundlage.
Vielmehr überzeugt die Beurteilung von Dr.
C._
, wonach eine Kausalität beim Fehlen strukturell traumatischer Läsionen, jedoch beim Vorhandensein erheblicher degenerativer Veränderungen,
nicht überwi
e
gend wahr
scheinlich
ist
(Urk. 9/325
) und
es
liegen
keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere Abklärungen
zu weiteren
Erkenntnisse
n führten
(antizipierte Beweis
würdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
Mithin
tragen die Parteien
im Sozialversicherungsrecht insoweit eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt R
echte ableiten wollte (BGE 115
V 133 E. 8a)
. Dies gilt unter Hinweis auf das unter E.
1.7
Gesagte sowohl im Grundfall als au
ch bei Rückfällen und Spätfolgen.
Mit anderen Worten
begründen
die geltend gemachten Hüft- und Rücken
be
schwerden auch unter dem Titel
«Brückensymptome»
keine Leistungspflich
t der Beschwerdegegnerin
.
5.3
Dr.
C._
hielt weiter fest
, hinsichtlich einer körperlich leichten bis mittel
schweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit sitzendem Anteil von 50
%
, ohne häufiges Begehen von Treppen
,
ohne häufiges Besteigen von Leitern und Ge
rüsten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Arbeiten in Zwangs
positionen, namentlich Knien oder im
Hocksitz
, ohne langes Gehen oder Stehen am Stück bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Damit hat er
den
(
unbestritten gebliebenen
)
Restbeschwerden im rechten Knie adäquat Rechnung getragen.
In
wie
fern der Beschwerdeführer
vor dem Hintergrund
der
2016/2017
gescheiterten Behandlungsversuche über das kreisärztlich festgestellte Ausmass
hinaus
in seiner Arbeitsfähigkeit einges
chränkt sein soll (vgl.
Urk.
1
Ziff.
9), hat er nicht dargetan und ist auch nicht
ersichtlich
. Dass die geltend gemachten Hüft- und Rückenbeschwerden mangels ausgewiesener Unfallkausalität im Rahmen der Arbeits
fähigkeitsbeurteilung nicht
zu
berücksichti
gen waren
, versteht sich von selbst.
Darüber hinaus
brachte
der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit nichts
Stichhaltiges
vor
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
28)
.
5.4
Zusammenfassend ist gestützt auf die überzeugende Beurteilung von
Dr.
C._
erstellt, dass
der Beschwerdeführer jedenfalls seit dem
1.
April 2017 in einer – näher umschrieben
en
Verweistätigkeit – zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass
an die Konkretisierung von Arbeitsge
le
gen
heiten und Verdienstaussichten praxisgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen
sind
(BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hin
weis; vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer ist
mit einem Stammanteil von
Fr.
37'000.-- an der mit einem Stammkapital von
Fr.
38'000.-- ausgestatteten
Y._
Transport GmbH be
tei
ligt und als einziger Geschäftsführer mit Einzelzeichnungsberechtigung einge
setzt (vgl. Handelsregister des Kantons Zug)
. Es ist deshalb davon auszugehen, dass er einen massgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft hat, weshalb die Inva
liditätsbemessung f
aktisch analog den
Selbständige
rwerbenden
durchzuführen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_898/2010 vom 13. April 2011, E. 5.3 sowie 8C_346/2012 vom 24. August 2012, E. 4.3 und 4.6).
6.2
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
ein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG hat auch bei
Selbständiger
wer
benden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mit
einander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betäti
gungs
vergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerb
lichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten er
werb
lichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausser
ord
entlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar,
braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1).
Diese Rechtsprechung ist nicht dahin zu verstehen, dass die ausserordentliche Bemessungsmethode bei
Selbständigerwerbenden
regelmässig an die Stelle des Einkommensvergleichs tritt.
Dieser Methodenwechsel drängt sich aber dann auf, wenn ein vor allem landwirtschaftlich oder handwerklich tätiger Versicherter
durch den Gesundheitsschaden gezwungen wird, seine bisherige körperlich schwere
Haupttätigkeit aufzugeben und die Struktur seines eigenen Kleinst
be
triebes durch die Anstellung von Mitarbeitenden den geänderten Verhältnissen
anzupassen. In einer solchen Konstellation kann der Einkommensvergleich häufig nicht oder nicht sachgerecht durchgeführt werden,
insbesondere
weil Erfah
rung
en mit dem neu strukturierten Betrieb fehlen. Auf solche Konstellationen ist gerade die ausserordentliche Bemessungsmethode zugeschnitten, welche es er
laubt, die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens unter den geän
derten betrieblichen Verhältnissen zu erfassen. Anwendbar ist das ausserord
entliche Bemessungsverfahren auch dann, wenn invaliditätsfremde Faktoren –
wie Strukturänderungen in dem von der versicherten Person betriebenen Gewer
be,
zusätzliche Abschreibungen infolge eines Umbaus – das Geschäftsergebnis beeinflusst haben und deshalb nicht ohne weiteres von der Einkommenseinbusse auf den Invaliditätsgrad geschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_812/2015 vom 7. Juli 2016 E. 4 mit Hinweisen).
Die
Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit
kann allerdings dann
als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeits
fähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Be
rücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
6.3
Die Voraussetzungen, unter denen das ausserordentliche Bemessungsverfahren zur Anwendung gelangt,
sind
im vorliegend zu beurteilenden Fall nicht gegeben. Aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur unbestri
ttenermassen nicht mehr möglich
. Gegenüber der Abklärungsperson der Invalidenversicherung gab er
am 1
8.
Juli
2017
an, vor Eintritt des Gesundheitsschadens hätten diese Tätigkeiten 70 %
seines
Pensums beansprucht (
vgl. Akten aus dem parallel geführten Beschwerde
ver
fah
ren IV.2018.00835
Urk.
6/58/
2 f., vgl. auch
Urk.
1 S. 6 f.).
Soweit die Umstruk
turierung resp. Betriebsvergrösserung eine Einkommenseinbusse zur Folge
haben sollte
,
wäre es dem heute 46
-jährigen Beschwerdeführer durchaus zu
zumuten
, seinen Betrieb aufzugeben. Entsprechend ist das ausserordentliche Bemessungs
ver
fahren
vorliegend
nicht anwendbar.
6.4
Für die Ermittlung d
es
Valideneinkommens
ist
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte
. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung u
nd der realen Einkommensentwick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da er
fahrungsgemäss die bisherige Tä
tigkeit
ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre. Ausnahmen von die
sem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE
135 V 58 E. 3.1; 134 V 322; Urteil des Bundesgerichts 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 4.6.1).
Das
Valideneinkommen
von
Selbständigerwerbenden
kann angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungs
recht
lich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen zumeist aufgrund der Einträge im Indivi
duellen Konto bestimmt werden. Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchsc
hnittsverdienst abzustellen (Ur
teil des Bundesgerichts 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 4.6.2 mit Hinweisen).
Aus dem IK-Auszug e
rgibt sich, dass der Beschwerdeführer
vor dem Unfall 2014
folgende Einkommen
als
U
nselbständigerwerbender
im Dienste der
Y._
GmbH
abgerechnet hat
te
:
Fr.
76'049.-- im Jahr 2008,
Fr.
57’648.
--
in den
Jahr
en
2009
,
2010 und 2011, Fr.
69'648.-- im Jahr 2012
und F
r. 57’648.-- im Jahr 2013
(Urk. 9/211
).
Angesichts dieser
Schwankungen
hätte es sich gerecht
fertigt
,
auf den
Durchsc
hnittsverdienst abzustellen
.
Soweit die
Beschwerdegeg
nerin
-
zu Gunsten des Beschwerdeführers
– bei der Ermittlung des
Validenein
kommens
auf den
an die Nominallohnentwicklung
bis in
s
massgebliche Jahr 2017 (vgl. 1.3)
angepassten
Mittelwert
zwischen dem
tiefsten und höch
sten Jahres
lohn
(
Fr.
57'648.-- [
Minimum] +
Fr.
76'049.--
[Maximum]/
2)
abgestellt
und ein
Valideneinkommen
von
Fr.
69'141.--
eruiert
hat, ergibt sich daraus kein An
lass zur gerichtlichen Korrektur.
Wa
s der Beschwerdeführer gegen die
auf den IK-Einträgen basierende Berech
n
ung des
Valideneinkommens
vor
ge
bracht
hat
(
vgl.
Urk.
1 S.
Ziff.
15 ff.),
vermag
nicht zu überzeugen. Insbesondere
kann mit Blick auf das Gründungsjahr
2007
nicht
die Rede
davon
sein, die
Y._
GmbH habe sich
im Zeitpunkt der Rentenprüfung noch
in der
Aufbauphase
befunden
.
Daran ändert auch der
in diesem
Kontext
zitierte
Bundesgerichtsentscheid 9C_868/2013 vom 2
4.
März 2014
nichts. Handelte es sich doch d
ort um einen Versicherten, d
er bereits wenige Monate nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit einen Unfall erlitt.
Dass der Personalaufwand
unfallbedingt höher aus
gefallen sei
(
Urk.
1
Ziff.
14;
vgl.
auch
Akten aus dem parallel geführten IV-Verfahren,
Urk.
6/58
/4
)
,
ist nicht stichhaltig
.
Insbesondere
wäre
der
Saläraufwand
für einen Mitarbeiter, welcher den Beschwerdeführer bei der Ausführung der ihm aufgrund seiner gesundheit
lichen Beeinträchtigung nicht mehr zumutbaren Fahrdienste ersetzen sollte,
tiefer
anzusetzen
, als für die mit Blick auf die Wertschöpfung ungleich wertvollere Tätigkeit im Bereich der Geschäftsführung, Auftragsakquisition und Administra
tion
, in welcher der Beschwerdeführer nicht eingeschränkt ist
.
Gegenüber der Abklärungsperson der IV-Stelle führte
d
er
Beschwerdeführer
zudem aus, auch ohne den Unfall hätte er den Lastwagenbestand weiter ausgebaut und sich ver
mehrt der Geschäftsführung zugewandt. Mithin hat
er
bereits vor dem Unfall angefangen, die Struktur seines Kleinstbetriebes durch die Anstellung von Mitar
bei
tenden und den Erwerb zusätzlicher Lastwagen auszubauen (vgl. Akten aus dem parallel geführten Beschwerdeverfahren IV.2018.00835
Urk.
6/58/2 f., vgl. auch
Urk.
1 S. 6 f.).
Kommt hinzu, dass
sich
der
Beschwerdeführer auch ohne den Unfall im Bereich der Geschäftsführung neue Kompetenzen
hätte
aneignen müssen.
Es stellt deshalb ein Entgegenkommen dar, dass die Invalidenver
siche
rung
ihm
Deutsch- und Buchhaltungskurse
finanzierte
(vgl. Akten des parallel geführten Beschwerdeverfahrens IV.2018.00835,
Urk.
6/24,
Urk.
6/31,
Urk.
6/35
).
Vor diesem Hintergrund
bestehen keine s
tichhaltigen Anhaltspunkte
, dass
die Geschäftsentwicklung ohne Gesundheitsschaden ökonomisch besser verlaufen wäre (vgl.
Urk.
1
Ziff.
17).
Entsprechend
lässt sich
auch das
vom Beschwerde
füh
rer im Gesundheits
fall hypothetisch angenommene Jahrese
inkommen
2016 von Fr.
96'000.-- zzgl. eines Bonus von
Fr.
8'000-- (vgl.
Urk.
9/208
, vgl. auch
Urk.
1
Ziff.
23
)
nicht nachvollziehen
.
Im Gegenteil
erweist es
sich
mit Blick auf die Einkommensentwicklung seit der Firmengründung
bis zum Unfall
als deutlich übersetzt
(vgl.
Urk.
9/211/2f.)
.
Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer seinen Betrieb seit der Gründung 2007 sowohl personell als auch bezüglich des Lastwa
genparks fortlaufend vergrösserte.
Doch inwiefern letzteres mit einer
positive
n
Geschäftsentwicklung (vgl.
Urk.
1
Ziff.
15,
Ziff.
17 f.)
– im Sinne eines höheren Betriebsgewinns -
gleichzusetzen wäre, hat der Beschwerdeführer weder
plausi
bilisiert
noch liesse sich dergleic
hen anhand der vorhandenen Daten
lage fest
stellen
. Dies gilt sowohl für den Zeitraum vor als auch für den Zeitraum nach dem Unfall (
vgl. IK-Auszug,
Urk.
9/211/2ff.;
vgl.
auch die
Erfolgsrechnungen der
Jahre 2014-2016
aus dem parallel geführten Beschwerdeverf
ahren
IV.2018
.00835,
Urk.
6/51,
Urk.
6
/53,
Urk.
6/55
) und
sind theoretisch vorhandene
Entwicklungs
potentiale
nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eingetreten wären
.
Solches ist vorliegend nicht der Fall.
D
amit
ist
auch gesagt
, dass für das beantragte ökonomische Gutachten (vgl.
Urk.
1 S. 2) weder Anlass noch Notwendigkeit besteht.
6.5
Seit dem
1.
April 2017 war der Beschwerdeführer in einer – näher umschriebenen Verweistätigkeit – zu 100
%
arbeitsfähig
.
Damit
ist
das Invalideneinkommen
zusammen mit der Beschwerdegegnerin
nach Massgabe eines Salärs
zu bemessen
,
welches mit einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem Anstellungs
ver
hältnis auf dem ausgeglichenen Arbeitsma
rkt hät
te erzielt werden können
.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers
, es sei
für das Invalideneinkommen auf das
bei der
D._
als Lastwagenchauffeur im Jahre 2006 erzielte Einkommen abzu
stellen (
Urk.
1
Ziff.
22),
erweist sich als
offensichtlich
unbehelflich
.
Ist doch
ausgewiesen
und unter den Parteien unbestritten
, dass
der
Beschwerdeführer
als Lastwagenchauffeur
zu 100
%
arbeitsunfähig ist
.
Mit Blick
auf die fehlende Berufsausbildung sowie
das medizinische Belastungsprofil
ist
vielmehr
auf den Tabellenwert für einfache Hilfsarbeiten (LSE 2014, Tabelle
TAl
, TOTAL, Kom
pe
tenzniveau l, Männer
) von monatlich
Fr. 5’312
.-- abzustellen.
Unter Berücksichti
gung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen [NOGA 2008], in Stunden p
ro Woche, 2004-2017, A-S 01-96),
der Nomi
nallohnentwick
lung bis ins Jahr 201
7 (Indexstand 2220
[201
4] auf 2249 [2017]; vgl. Bundes
amt für Statistik, Schweizerischer Lohnind
ex, Landesindex der Kon
sumenten
preise, T
39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2017, Nominallöhne Männer
)
sowie eines leidensbe
ding
ten Abzugs von 10
%
resultiert ein I
nva
lide
neinkommen von rund Fr. 60’589
.-- für ein Pensum von
10
0 % (Fr. 5’312: 40 x 41.7 x 12: 2220 x 2249
x 0.9
].
Da sich aus dem medizinischen Belastungsprofil
keine qualitativ und/oder quantitativ schwerwiegenden Einschränkungen ergeben
und auch sonst keine abzugsfähigen Merkmale ersichtlich sind
,
rechtfertigt
sich
k
ein
(behinde
rungs
beding
t oder anderweitig begründet
)
höherer als der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 10
%
.
Im Übrigen lässt d
er
beschwerdeweise beantragte Abzug von 25
%
(
Urk.
1
Ziff.
24)
eine stichhaltige Begründung vermissen
und
darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine ab
wei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen
resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
8'552.--
(
Fr.
69'141.--
- Fr. 60’589
.--),
was einen Invaliditätsgrad von
12,36
%, gerundet
12
%, ergibt.
7.
7.1
Schliesslich beantragte der Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung
ent
-sprechend
einer Integritätseinbusse von 35 % (Urk. 1 Ziff. 26).
7.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erheb
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
7.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschlies
senden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen An
spruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
7.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7.5
Vorliegend
hielt
Dr.
C._
fest
, die Unfallresiduen im rechten Knie würden die
Erheblichkeitsschwelle
für die
Zusprache
einer Integritätsentschädigung noch nicht erreichen, zumal keine zumindest mittelschwere Instabilitä
t bestehe
(
Urk.
9/191/1). Dabei
stützte er sich augenscheinlich auf die Suva Tabelle 6 – Integritätsschaden bei Gelenkinstabilitäten
, wonach
ab einer zumindest mittel
gra
digen Instabilität der Kreuz- und/oder Seitenbänder resp. schweren habituel
len Patella-Luxation ein Ansp
ruch auf eine Integritätsentsch
ä
d
igung be
steht.
Unter Hinweis auf die kreisärztlichen Untersuchungsbefunde war vorliegend weder
das eine
noch
das andere
der Fall
(vgl.
Urk.
9/170/7).
Auch
aus der Suva-
Tabelle 2 - Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremi
täten
-
liesse sich vorliegend
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
ableiten;
das rechte Kniegelenk
war
nicht
versteift
und
die
festgestellte Be
we
gungseinschränkung (aktive Flexion/Extension rechts bei 120-0-0°
, vgl.
Urk.
9/170/7
)
figurierte unterhalb der
Erh
eblichkeitsschwelle
.
Im Übrigen steht
die
kr
eisärztliche Einschätzung des Integritätsschadens
im Einklang
mit der Skala des Anhangs 3 zur UVV, welche für das vorliegende Beschwerdebild keine Inte
gritätsentschädigung vorsieht.
Mithin ergibt sich kein Anlass zur gerichtlichen Korrektur
.
Insbesondere eröffnet die Einordnung von Nichtlisten- und kombi
nier
ten Fällen dem Arzt einen grossen Ermessensspielraum, in welchen die Verwal
tung bzw. das Sozialversicherungsgericht nicht ohne Not bzw. nur dann eingrei
fen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf die Liste im Anhang 3 zur UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden Ungleich
heiten führen würde. Dies ist nach dem Gesagten vorliegend nicht der Fall.
Dass die geltend gemachten Hüft- und Rückenbeschwerden
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
25)
mangels Unfallkausalität
bei
der Einschätzung des Integritätsschadens nicht zu berücksichtigen w
aren, versteht sich von selbst
.
8
.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
10. April
2018
in alle
n
Teilen
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.