Decision ID: 80c81bc8-a66f-478e-b1d0-21a42741f977
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1968 geborene
X._
meldete sich am
5.
September 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/10). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto bei (
Urk.
8/13) und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/14 und
Urk.
8/16). Zusätzlich liess sie den Versicherten von den Ärzten der
Institut Y._
begutachten (Expertise
vom
9.
September 2013 [
Urk.
8/28/2-35]). Mit Vorbescheid vom 3
1.
Oktober 2013
stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/32).
Daran hielt sie – auf Einwand von
X._
hin (
Urk.
8/
42) – mit Verfügung vom 2
7.
März 2014 fest (Urk. 8/48 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine In
validenrente auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S.
2 f.). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Juni 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Juni 2014 wurde dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung gewährt und ihm in der Person von Rechtsanwalt Dominique
Chopard
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Ver
fahren bestellt. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9). Mit Replik vom 2
5.
August 2014 hielt der Beschwerdeführer an seine
n
Anträgen fest (
Urk.
11), wo
gegen die Beschwerdegegnerin am 1
5.
September 2014
auf die Einreichung einer Duplik verzichtete (
Urk.
14).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S.
24 f.).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Mit dem Abzug
vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rech
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufent
haltskategorie
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E.
5.2).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist
zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum
zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spek
trum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten
Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die
Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei aus
ge
glichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Be
griff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genü
gend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung damit, aus medizi
nischer Sicht sei dem Beschwerdeführer die Ausübung einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit mit einem Pensum von 80
%
zumutbar.
Unter Berücksichti
gung eines Parallelisierungs- (17.3
%
) und eines Leidensabzugs (20
%
) betrage das Invalideneinkommen
Fr.
33‘222.1
0.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
48‘795.75 ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 32 %, weshalb kein Renten
anspruch bestehe (
Urk.
2). In ihrer Beschwerde
antwort berichtigte sie
den
Ein
kommensvergleich
:
Da das
Valideneinkommen
gestützt auf die
Lohnstrukturer
hebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) bestimmt worden sei, sei keine Pa
ral
lelisierung vorzunehmen. Der
bislang gewährte
leidensbedingte Abzug
sei zu
dem zu hoch ausgefallen
,
es könne einzig ein solcher von 5
%
gewährt werden. Da ohne Parallelisierung und mit einem Leidensabzug von 5
%
anstatt 20
%
ein tieferer Invaliditätsgrad resultiere, könne auf eine Neuberechnung desselben verzichtet werden (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, vor dem Hintergrund, dass sowohl der neurologische als auch der rheumatologische
Y._
-Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
in einer adaptierten Tätigkeit fest
gestellt hätten, sei die Festlegung der Gesamtarbeitsfähigkeit auf 80
%
nicht schlüssig.
In der Expertise
finde sich
ausserdem
keine Erklärung für die unter
schiedliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
durch die Gutachter und Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Neurologie. Letzterer habe eine vollständige Arbeits
unfähig
keit ab 10. Mai 2005 attestiert, weshalb die Erzielung eines
Invaliden
einkom
mens
ohnehin nicht zumutbar sei. Selbst wenn auf die Beurteilung der
Y._
-
Gut
achter abgestellt würde, sei ein Invaliditätsgrad von 40 % ausgewiesen. Denn die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht davon aus, dass er im
Gesund
heitsfall
einer Erwerbstätigkeit in der Gastronomie nachgehen würde. Validen- und
Inva
lideneinkommen
seien daher beide gemäss LSE mit Fr. 62‘768.50 fest
zulegen. Unter Berücksichtigung des reduzierten Arbeitspensums von 80
%
und eines
lei
densbedingten
Abzugs von 25
%
resultiere eine Erwerbseinbusse von
Fr.
25‘107.40,
die Anspruch auf eine
Viertelsrente
gebe (
Urk.
1 S.
5 ff.). In der
Replik führte der Beschwerdeführer ergänzend aus, gestützt auf das von den
Y._
-
Gutachtern for
mulierte Arbeitsplatzprofil sei
weiterhin von einem
Lei
dens
abzug
von 25
%
auszugehen. Der neu von der Beschwerdegegnerin einge
nom
me
ne Stand
punkt, wonach ein solcher von 5
%
angemessen sei, sei unbe
grün
det (
Urk.
11
S. 2 f.).
3.
3.1
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 1
2.
bis am 2
2.
November 2007 statio
när behandelt hatten, stellten die Ärzte des
Spitals A._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, in ihrem Bericht vom
3.
Dezember 2007 (
Urk.
8/16/25-28) folgende Diagnosen (S. 1):
Chronisches lumbal- und
thorakalbetontes
Panvertebralsyndrom
und
lum
boradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts bei kleiner
breitbasiger
nach kaudal gerichteter Diskushernie median rechtsbetont L4/5 mit Tangie
rung der Nervenwurzel L5 rechts und kleine Diskushernie median
rechtsbetont ohne Nervenwurzelkompression Th11/12 (MRI 13. Novem
ber
2007)
Verdacht auf Facettenüberbelastung bei Hohlrundrücken
lumbosakrale
Übergangsanomalie mit
Sa
k
ralisation
von LWK5
Haltungsinsuffizienz
leichte degenerative Veränderungen
myofasziale
Beschwerden bei Fibromyalgie-Tendenz
Adipositas (BMI 34 kg/m
2
)
Status nach
Eradik
a
tion
Helicobacter
pylori
1993 bei Ulcus
duodeni
Sie berichteten, gemäss psychologischem
Konsil
, welches
im Rahmen einer inter
disziplinären Schmerzabklärung vereinbart worden sei, bestehe eine
dys
funk
tio
nelle
Schmerzverarbeitung. Aus psychologischer Sicht seien aber keine weiteren Abklärungen oder Therapien empfohlen worden. Der Schmerzzustand sei trotz durchgeführter intensiver Physiotherapie sowie Anpassung der
Schmerzmedi
kation
unverändert geblieben, sodass der Beschwerdeführer in gu
tem Allgemein-
und anhaltendem Schmerzzustand voll mobil nach Hause habe entlassen werden
können. Medizinisch-theoretisch sei der Beschwerdeführer aus rheumatologi
scher
Sicht für eine geeignete Tätigkeit mit leichter bis mittel
schwerer Belastung inklusive der zuletzt ausgeübten Arbeit zu 100
%
arbeitsfä
hig (S. 2).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, behandelte den Beschwer
deführer aufgrund von
rechtsseitigen Vorfussschmerzen. In seinem Bericht vom 2
1.
Dezember 2011 (
Urk.
8/16
/10
)
ging er davon
aus,
dass es sich da
bei um eine
radikul
äre
Sensibilitätsstörung handle
und nicht um ein distales Problem im Sinne eines
Mortonneuroms
. Er veranlasste eine
Einlagenversor
gung
zur Entlastung des Vorfusses mit
retrocapitaler
Abstützung.
3.3
Vom 2
8.
August 2009 bis am
4.
März 2010 unterzog sich der Beschwerdeführer einer ambulanten Behandlung in der Klinik
C._
.
Dr.
med.
D._
, Oberärztin Neurologie, nannte
in ihrem Bericht vom 19.
September 2012
(
Urk.
8/14)
nachstehende
Diagnosen (S. 1):
Chronisches
Lumbo
vertebralsyndrom
mit
pseudoradikulärer
/
radikulärer
Aus
strahlung rechts
Status nach Sakralblock unter
Bildverstärker
vom 1
6.
Oktober 2009 ohne Wirkung
MRI-BWS/LWS März 2009: mittelgrosse
dorsale Diskushernie Th12/L1,
kleine flache dorsale
Bandscheibenprotrusion
L4/L5 und L5/S1, keine sichere Neurokompression
Lumbo
-sakrale Übergangsanomalie mit
Sakralisation
von LWK5
Klinisch keine sichere
Radikulopathie
Intermittierende
kostovertebrale
Dysfunktion mit
myofaszialen
Be
schwer
den rechts Th7 bis Th10
Differentialdiagnose:
Interkostalneuralgie
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin, stellte
in sei
nem Bericht vom 2. Januar 2013 (
Urk.
8/16/1-4)
folgende
Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
Chronisches lumbal und thorakal betontes
Panvertebralsyndrom
bei
Verdacht auf thorakale und lumbale
radikuläre
Ausstrahlungen rechts bei
mittelgrosser dorsaler Diskushernie Th12/L1
kleiner dorsaler
Bandscheibenprotrusion
L4/L5 und L5/S1
ohne sichere
Neurokompression (MRI BWS/LWS 2009)
Lumbosakrale
Übergangsanomalie (
Sakralisation
von LWK5)
Verdacht auf
spondylogene
Überbelastung bei Hohlrundrücken (Sta
tus nach Morbus Scheuermann)
Haltungsinsuffizienz bei muskulärer
Dekonditionierung
Chronisches
Zervikobrachialsyndrom
rechts
Adipositas
Dem Status nach Ulcus
duodeni
(1993) bei
Helicobacter
pylori
-Infektion (erfolg
reich
eradiziert
) und dem leichten Schlafapnoe-Syndrom (bisher nicht
therapie
bedürftig
, Erstdiagnose 2012) mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1). Er führte aus, der Beschwerdeführer sei wegen des Rückenleidens seit circa
1.
Dezember 2004 zu 50
%
und seit circa 1
0.
Mai 2005 zu 100
%
arbeits
unfähig (S. 2).
3.5
Dr.
Z._
berichtete am
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/26) über die am 2
6.
April, 2
4.
Mai
und 11. Juni 2013 stattgefundenen
Konsultationen
und die Ergebnisse der im April
und Mai 2013 durchgeführten Computertomographien des Schädels sowie der Lenden- und Brustwirbelsäule.
Er hielt fest, beim Beschwerdeführer bestehe ein c
hronisches
Lumbo
-
und
Thorakolumbovertebralsyndrom
recht
s
mit bisher therapieresistenten Schmerzen
hemicingulär
recht
s beziehungsweis
e
im Bereich
des oberen rechten
Abdominalquadranten
.
Die b
isherige
n
Untersuchungen
hät
ten
eine Diskushernie Th1
2/L1
gezeigt. Mittels
High-Resolution-CT
sei nun er
sicht
lich
, dass diese Diskushernie zu fast 90
%
ver
kalkt sei. Es bestehe
eine leichte Rechts
betonung.
Ob diese Hernie allein für die rechtsseitigen
hemicin
gulären
Schmerzen verantwortlich
sei, könne nicht
mit letzter Sicherheit
gesagt werden
.
Er habe
am 1
2.
Juni
2013 Physiotherapie verschrieben.
Ferner leide
der Be
schwer
deführer unter einem
Lumbovertebralsyndrom
mit
Lumboischialgie
S1
rechts und Ü
bergangsstörungen
thorako
lumbal
und
lumbosakral
. Es besteh
e
eine
massive
Kette
n
tendomyose
auf der rechten Seite zwischen Schädel und Schulter
blatt
beziehungsweise
mittlere
r Brustwirbelsäule
mit Reproduktion der Schmer
zen durch Dehnung der betreffenden Muskelgruppen.
Zudem sei ein
zervik
o-faciales
Syndrom rechts mit neurovegetativen Erscheinungen
erkenn
bar
. Verantwortlich
sei
wahrscheinlich ein ausgeprägtes
musculo-skelettales
Syn
drom mit
Kettentendomyose
. Wegen des Rückenleide
n
s
sei der Beschwerde
füh
rer bereits seit circa
Dezember 2004 zu 50
%
und seit
1
0.
Mai
2005 zu 100
%
arbeitsunfähig
.
3.
6
Gestützt auf die Ergebnisse der
internistischen, rheumatologischen, orthopädi
schen,
neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 8. und
9.
Juli 2013 stellte
n
die Ärzte de
s
Instituts Y._
in ihrem Gutachten vom 9.
September 2013 (
Urk.
8/28/2-35) nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 30):
Chronisches sensibles
lumboradikulär
es
Schmerz- und Ausfallsyndrom S1 rechts (ICD-10 M54.4)
r
adiomorphologisch
lumbosakrale
Übergangsstörung mit
Lum
balisa
tion
von S1 beziehungsweise
6 Lendenwirbel. Stummelripp
e Th1
2.
Rudimentäre Bandscheibe
L6/S
1.
Verkalkte mediane und nach rechts
intraforaminal
gerichtete Diskushernie L5/6 und
mediolaterale
periphere verkalkte Diskushernie L4/5 nach rechts
intraforaminal
,
normale Bandscheibe L3/
4.
Hypertrophes
dysontogenetisch
veränder
tes
Intervertebralgelenk
L5/6 mit Segmentation des
Prozessus
artiku
laris
superior
L6, Einengung des rechten
Foramens
L5/
6.
Thorakolumbale
Kyphosierung
und verstärkte lumbale Lordose.
Wirbelsäulenfehlform/-
fehlhaltung
(
thorakolumbale
Hyperkyphose)
muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdominellen und
rü
ckenstabilisierenden
Muskulatur
Chronisches
thorakokostales
bis differentialdiagnostisch
thora
koradi
ku
lä
res
Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M53.8)
radiomorphologisch
Osteochondrose
Th12/L1 und mediane zu 90
%
ver
kalkte Diskushernie mit Eindellung des
Myelons
und Einengung des Spinalkanals sagittal bis auf 10 mm,
thorako
l
umbale
Übergangs
störung
mit Stummelrippen L1 beidseits symmetrisch bei bekannter
lumbosakraler
Übergangsstörung.
Osteochondrose
mit Verkalkung
der unteren Deckplatte von Th11
muskuläre
Dysbalance
mit aktuell weitgehend schmerzfreien
Myoge
losen
der Subokzipital-,
Trapezius
- und
interskapulären
Muskelgrup
pen
im Rahmen von muskulären
Dysbalancen
im Nackenschultergürtel
Klinisch und bildgebend Verdacht auf
Mortonneurom
interdigital
Digitus
I
II und IV rechts (ICD-10
G57.
6)
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen (S. 31):
Verdacht auf episodisches Span
nungstyp-Kopfweh (ICD-10 G44.2)
Intermittierendes
zervikozephales
Schmerzsyndrom rechtsbetont (ICD-10 M53.0)
Verdacht auf leichtes, bisher nicht therapiebedürftiges
Sc
hlafapnoesyn
drom
(ICD-10 G47.3)
E
rstdiagnose
November 2011
Adipositas
(ICD-10 E66)
BM
I 31 kg/m
2
grenzwertige
Hyperurikämie
(ICD-
10
E79.0)
Status nach Ulkus
duodeni
1993 bei
Helicobacter
pylori
Infektion (ICD-10 K21.9)
Dauerbehandlung mit PPI
In der internistischen Untersuchung – so
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für All
gemeine Innere Medizin und Rheumatologie – habe
sich
ein leicht ausladen
des Abdomen und eine weiche Bauchdecke mit normalen Darmgeräuschen ge
zeigt. Die kardiopulmonale Auskultation sei unauffällig gewesen. An den obe
ren und unteren Extremitäten sei eine gute periphere Durchblutung erkennbar gewesen. Aus internistischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit begründen (S. 9).
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem psychiatrischen Fachgutachten aus, von psychischer Seite her bestünden soziale und finanzielle Probleme. Der Beschwerdeführer berichte zwar über be
lastende, nicht aber über krankheitswertige seelische Symptome. Zusammen
fassend könne keine Morbidität diagnostiziert werden. Insbesondere würden keine
Hinweise für eine
Somatisierungsstörung
, Persönlichkeitsstörung oder affek
tive Erkrankung vorliegen. Dementsprechend sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt (S. 13).
Dem neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neu
rologie, kann entnommen werden,
dass bei der klinischen Untersuchung die aktive Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule etwas eingeschränkt
und
d
ie
para
vertebrale
Muskulatur
nicht wesentlich verspannt
war
. Die Muskeleigenreflexe an den Beinen seien symmetrisch auslösbar gewesen ausser einem beidseits feh
lenden
Tib
ialis
-
posterior
-Reflex, was auch
explizit für den
Achillessehnenre
flex
gelte. Motorische Ausfälle würden fehlen. Auch die
Trophik
sei intakt mit auf der dominanten Seite etwas grösseren Umfängen. Die Sensibilität gebe der Be
schwerdeführer am later
alen
Fussrand
als vermindert an (S.
17).
Zusammen
ge
fasst –
so der Gutachter weiter – liege
ein chronisches
Lumbovertebral
-Syn
drom mit einer
radikulären
Reiz- und sensiblen Ausfallssymptomatik der Wur
zel S1 rechts bei Disku
s
hernie vor. Das Computertomographie (CT)
-Bild erkläre
prin
zi
piell eine
Radiku
lopathie
. M
an
würde aber
deshalb
nicht unbedingt einen
kon
stant vorhandenen Schmerz im rechten Bein erwarten. Bezüg
lich der
Schmerz
aus
strahlung
sei
auch eine
pseu
doradikuläre
Komponente möglich. Eine solche allein erkläre
aber n
icht den klinischen Befund (
segmental gut zu
orden
bare
Sensibilitätsstörun
g). Aufg
rund der
Umfangmessungen könne
davon aus
ge
gang
en werden, dass das rechte B
ein
– im Vergleich mit der
Prüfungssitua
tion
–
nicht immer so geschont werde
. Die Beschwerden im B
ereich der
Brust
wirbel
säule
seien
im Rahmen eines
Thorakov
ertebral
-
Syndroms zu interpretie
ren. Eine
neurologische Mitbeteiligung sei
nicht objektivierbar. Die Ausstrah
lung in
den ventralen
Thoraxbereich
sei
daher
als „
pseudoradikulär
" zu werten
. Das
CT
der Brustwirbelsäule zeige
eine stark verkalkte Diskushernie
, ziemlich median ge
legen,
auf Höhe Th12/L1 mit Einengung des Spin
alkanals. Dieser Be
fund erkläre
eine Ausstrahlung in den unteren Rippenbereich
nicht. I
nwieweit er für die
tho
ra
kovertebral
e
Symptomatik verantwortlich sei
, m
üsse
offen blei
ben. Obwohl der Spinalkanal durch diesen Befund
deutlich eingeengt werde, würden
sich weder anamnestisch noch klinisch Hin
weise für
das Vorliegen einer Myelopathie
erg
e
b
en
.
Dr.
H._
berichtete darüber hinaus, d
ie l
okalen Schmerzen am rechten Fuss
seien
nicht
radikulärer
Natur, sondern Folge ein
er
Metatarsalgie
Morton
Dig
itus
III/IV
. Der
Beschwerdeführer beschreibe
auch in
termittierend vorhan
dene Kopfschmerzen,
die ausschliesslich
auf der rechten Seite
zu lokalisieren seien
. Bei Fehlen v
egetativer Begleitzeichen und/
oder einer Überempfindlichkeit auf äussere Reize k
önne
eine Migräne
nicht
diagnostiziert
werden. Phäno
meno
logisch handle
es sich am ehesten um episodisches
Span
nungstyp-Kopfweh
. Auch das CT des Schädels habe
k
eine
intrakranielle Patholo
gie ergeben.
Aus
neurologischer Sicht seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten, worunter auch die zuletzt ausgeübte als Kellner gehöre,
bleibend
nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte Tätigkeiten ohne das Heben
und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm, ohne Zwangshaltungen und mit
der Möglichkeit eines Positionswechsels
bestehe
eine
Einschränkung der
Arbeits
fä
higkeit
von 20 %
(S. 18).
Dr.
F._
schilderte im rheumatologischen
Fachgutachten
,
es würden
keine
Hinweise für
eine
Aggravation des Beschwerdebildes
best
ehen
.
Beim Beschwer
deführer
zeig
e
sich
eine Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
sowie eine all
gemeine muskuläre
Dekonditionierung
. Die segme
ntale lumbale Untersuchung habe
eine deutlich
schmerzbedingte Einschränkung der
Lateroflexion
beidseits und
der
Reklination
ergeben
, wobei im lumbalen Quadrantentest eine
Schmer
z
ausstrahlung
bis in den lateralen F
uss
rechts
, jedoch nicht nach links
habe provoziert werden können. Im neurologischen Status
habe
sich eine
Sensibili
täts
störung
durchaus passend zum
Dermatom
S
1 rechts
gefunden
, sodass rein klinisch-rheumatologisch von einer chronischen
radikulären
Reizung S
1 rechts ausgegangen werden könne
. Die thorakale Bewegungsfähigkeit
sei
vor allem hinsichtlich der maximalen Rotation deutlich eingeschränkt
gewesen
mit stark schmerzhafter Ausstrahlung in den
ventrol
ateralen
Rippenbogen. Es bestünden
diesbezüglich radiomorphologische Veränderungen im
thorakolumbalen
Über
gang mit einer verkalkten Diskushernie Th12/L1, wobei
schwierig zu beurteilen
sei
, ob diese lokale
n
pathologische
n
Veränderungen massgeblich an der radiä
ren
Schmerzausstrahlung in den
ventrolateralen
Rippenbogen beteil
igt seien
.
Der Ex
perte führte weiter aus, die
in den Akten beschriebenen
Verspannungs
zu
stän
de
,
vor allem im
Nackenschultergürtel
,
hätten
sich höchstwahrscheinlich dank der
ambulanten Physiotherapie wesentlich gebessert. Insbesondere
würden sich keine
relevante
n
Myogelosen
im Nackenschultergürtelbereich
mehr finden lassen
. Die peripheren Gelenke der oberen Extremitäten
seien völlig unauffällig. A
n den unteren Extremitäten
habe
sich ein deutlicher Kompressionsschmerz der
Vor
fuss
gelenke
, differentialdiagnostisch durchaus passend zu de
m
im MRT vom 2
6.
Mai
2013 festgestellten möglichen
Morton
neurom
interdigital auf Höhe III
und IV am rechten F
uss, gezeigt
. Insgesamt
seien
die vom
Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
vollumfänglich nachvo
llziehbar gewesen
.
Zusammen
fassend führte
Dr.
F._
aus, aus rheumatologischer Sicht seien dem Beschwer
deführer aufgrund der klar objektivierbaren
pathoanatomischen
Veränderungen am Bewegungsapparat körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte, wechselbelastende Arbeiten bestehe eine maximale 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, wobei die Arbeitszeit über den Tag verteilt werden sollte, um regelmässige Pausen zu gewähren (S. 23 f.).
Im orthopädischen
Teilgutachten
beschreibt
Dr.
I._
, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie, dass d
ie
Angaben des Beschwerdeführers
während
der
Anam
neseerhebung
und
der klinischen Untersuchung
auffallend ausweichend, verhal
ten und widersprüchlich
erfolgt seien.
Auch die Erhebung der
Medika
menten
anamnese
habe
sich schleppend
gestaltet und die Alltagsgestaltung sei
nur schwer nachvollziehbar
gewesen
. Während die Hüft- und Kniegelenke in Rücken
lage kaum
hätten
untersucht werden können,
sei die Vornahme
dersel
ben Manöver in sitzender Position mit hängenden Beinen völlig problemlos
möglich gewesen. Beim so vorgenommenen
Lasè
gue
habe der Beschwerdeführer zwar Oberschenkel
beschwerden rechts
beklagt
,
sei aber in
auffallender Weise spontan längere Zeit in der Endstellung
verharrt
. Eine völlig diffuse
Druckdo
lenz
zirku
lärer Ausp
rägung an Unterschenkel und Fuss könne
anatomisch
nicht
zugeord
n
e
t werden. Während der Beschwerdeführer
bei der Anamneseerhebung den Ober
kör
per unablässig mit den A
rmen an Tisch und Stuhl abgestützt habe
,
habe
eine derartige Entlastung beim Sitzen mit hängenden Beinen vollständig
gefehlt
. Auf radiologischer Ebene
werde
ein Morton-Neurom
Dig
itus
III
/IV rechts b
eschrie
ben. Zusammenfassend
könne – so
Dr.
I._
–
festgestellt wer
den, dass sich die vom
Beschwerdeführer
beklagten, völlig diffusen
Fussbe
schwerden
durch die
kli
nischen, radiologischen u
nd
infiltrativen
Befunde nicht vollständig begrün
den
l
ie
ssen. Grundsätzlich könne eine Morton-Neuralgie nicht ausgeschlossen werden,
doch sei
die völlig diffuse, wechselhafte Schild
erung und das fehlende
Ansprechen auf lokale Infiltrationen mit einem somatisch fassbaren Leiden kaum
vereinbar. Die deutlichen Inkonsistenzen, die
Beschwer
dezunahme
unter konser
vativer Therapie sowie die fehlende Besserung trotz langdauernder körperlicher Schonung und Arbeitskarenz könn
t
en als klarer Hinweis für eine massive nicht-or
ganische Beschwerdekomponente
gesehen werden.
Es erstaune
überdies, dass der
Beschwerdeführer berichte
, seit Tagen praktisch keine Analgetika zu sich genommen zu haben
und diese heute auch nicht mit sich führe
, obwohl die voraussehbare Belastung mit dem Anreiseweg und der bevo
rstehenden kör
per
lichen Untersu
chung als überdurchsc
hnittlich hoch zu betrachten sei. D
er
Lei
densdruck
könne
insgesamt auch angesichts dieser Schilderungen
nicht
nach
voll
zogen werden.
Aus orthopädischer Sicht lasse sich
deshalb
keine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 28 f.).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Spezialärzte zusammen
fas
send aus, aus interdisziplinärer Sicht bestehe für körperlich schwere bis mittel
schwer Tätigkeiten, worunter auch die früher ausgeübten Ar
beiten im
Gast
gewerbe
fallen würden, eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden
Arbeit
bestehe hingegen eine 80%ige
Arbeitsfähig
keit
, die vollschichtig umsetzbar sei (S. 33
).
3.7
Am 1
9.
März 2014 wurde beim Beschwerdeführer im
Spital J._
eine Morton Neurom-Resektion interdigital III/V rechts vorgenommen. Bis zur ab
ge
schlossenen Wundheilung wurde dem Beschwerdeführer das Tragen einer
The
ra
piesandale
und eines Verbandes aufgegeben. Die Mobilisation war mit
Voll
belastung
erlaubt (
Urk.
3/3 S. 1).
4.
4.1
Aus den medizinischen Berichten geht übereinstimmend hervor, dass der Be
schwerdeführer seit den 90er Jahren unter Rückenbeschwerden leidet und in letzter Zeit zusätzlich Vorfussschmerzen auftraten. Aufgrund der – insbesondere im
Y._
-Gutachten – erhobenen Befunde ist nachvollziehbar, dass dem Be
schwerdeführer
die Ausübung körperlich schwer
er
und mittelschwerer Tätigkei
ten nicht mehr zumutbar ist.
4.2
Gestützt auf das Gutachten des
Instituts Y._
vom
9.
September 2013 ging die
Beschwer
de
gegnerin
davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit seit November 2007 zu 80
%
möglich sei (
Urk.
7 S.
1).
Die Expertise des
Instituts Y._
äussert sich umfassend zu den vorhandenen ge
sund
heitlichen Beeinträchtigungen
und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit. Sie basiert auf einer eingehenden allgemeininternistischen, neurolo
gi
schen, rheumatologischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung, be
rück
sichtigt die vom Exploranden geklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der
Vorakten
(zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a und 122 V 157 E. 1c).
Zum Einwand, der neurolo
gische und der rheumatologische
Y._
-Gutachter hätten die im Vergleich zu
Dr.
Z._
unterschiedlich ausgefallene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht in genügender Weise erklärt (
Urk.
1 S. 5), ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
H._
gestützt auf
die
erhobenen
Befunde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit – wie von
Dr.
Z._
atte
stiert – nicht ableiten konnte. Seine Annahme, wonach es sich bei der Ein
schätzung von
Dr.
Z._
mehr um eine „Gesamtbeurteilung“ handle, ist als Erklärungsversuch
dafür
zu werten (Urk. 8/28/2-35 S. 19). Auch wenn allenfalls
Dr.
F._
die letzte Seite des Berichts von
Dr.
Z._
vom 2
4.
Juni /
1.
Juli 2013
mit der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit übersehen ha
ben sollte
(vgl.
Urk.
8/28/2-35 S. 25),
würde
dies allein die Verwertbarkeit des
Y._
-Gutachtens nicht
beschlagen
.
Ausserdem überzeugt die Einschätzung von
Dr.
Z._
– wie nachfolgend auszuführen ist (vgl. E. 4.3) – ohnehin aus verschiedenen Gründen nicht
und es ergeben sich aus dem betreffenden Bericht keine Anhaltspunkte,
dass der
Y._
-Sachverständige eine
n
bestimmten Aspekt des Gesundheitszu
stands
nicht oder nicht ausreichend gewürdigt hätte.
4.3
Betreffend die psychische Symptomatik hielten die
Medas
-Gutachter
fest, die psy
chiatrische Evaluation habe keine eigenständige psychiatrische Morbidität
ergeben. Die psychiatrische Vorgeschichte sei unauffällig gewesen. Es würden keine Hinweise für eine
Somatisierungsstörung
, Persönlichkeitsstörung oder affektive Erkrankung vorliegen (
Urk.
8/28/2-35 S. 32).
Diese Einschätzung wird auch nicht durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, aufgesucht hat und ihm
Temesta
expidet
verordnet wurde, in Frage gestellt
, zumal für das Vor
liegen einer erheblichen psychischen Beeinträchtigung auch die Ausführun
gen von
Dr.
Z._
im Bericht vom 1
0.
April 2014 über
die seit September 2013 erfolgten Konsultationen (
Urk.
3/3)
keine Anhaltspunkte
geben
.
Was das Leistungsvermögen in physischer Hinsicht anbelangt, legten die Gut
achter einleuchtend dar, dass der Beschwerdeführer aufgrund klar objektivier
ba
rer
pathoanatomischer
Veränderungen am Bewegungsapparat nur noch in der Lage
ist
, einer körperlich leichten
, wechselbelastenden Tätigkeit zu 80
%
nach
zugehen
(
Urk.
8/28/2-35 S. 32 f.). Diese einleuchtende Einschätzung wird
vom
Arztbericht
von
Dr.
Z._
vom 2
4.
Juni respektive
1.
Juli 2013 (Urk.
8/26 und
Urk.
8/28/40-44),
der einzig betreffend den zeitlich zumutbaren Umfang der Arbeitstätigkeit im Widerspruch zur Einschätzung der
Y._
-Gutachter steht,
legt er doch die medizinische Situation – wie bereits die Ärzte des
Spitals L._
, Rheumaklinik, in ihrem Bericht vom 18. Februar 2013 (
Urk.
8/28/36-37) – ohne relevante Diskrepanz dazu dar,
ni
cht in Frage gestellt.
So erläutert
Dr.
Z._
nicht, aufgrund welcher
funktioneller
Einschränkungen der Beschwer
deführer gar nicht mehr arbeitsfähig sei
. Stattdessen
verweist
er lediglich
in
pauschal
er Weise auf das Rückenleiden des Versicherten. Vor dem Hintergrund, dass
seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung –
wie auch der ergänzende
Hinweis auf
die Sozialhilfeabhängigkeit
des Beschwerdeführers
– beinahe wört
lich mit der des
Hausarztes
Dr.
E._
(vgl. dessen Bericht vom 2. Januar 2013 [
Urk.
8/16/1-4
S.
3
]
) übereinstimmt, ist zudem
fraglich, ob er
damit
über
haupt seine eigene Ein
schätzung wie
dergegeben hat
, zumal der
Beschwerde
führer erst sei
t
April 2013 (vgl. Urk.
8/28/40-44 S. 1)
in seiner
Behandlung steht
. Diesbezüglich erscheint
auch
die
genau
auf den 1
0.
Mai 2005 terminierte vollständige Arbeitsunfähig
keit nicht nachvollziehbar
, wobei
Dr.
Z._
auch
hiezu
keine Begründung ab
gibt
.
In diesem Zusammenhang ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass sich die von Dr.
E._
abgegebene Beurteilu
ng der Ar
beitsfähigkeit einzig
auf die bis
herige berufliche Tätigkeit bezieht
und
sich
die
ser
zur
Arbeitsfähigkeit in
einer behinderungsangepassten Arbeit
nicht geäus
sert hat
(
Urk.
8/16/1-4 S.
2
f.)
.
Dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Be
richt von Dr.
Z._
vom 1
0.
Apri
l 2014 (
Urk.
3/3) können keine neuen
Sach
verhaltselemente
entnommen werden, die Anlass zu einer abweichenden Beur
teilung geben würden.
Insbesondere
wer
den
darin
weder erhobene Befunde ge
schildert noch eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen.
Vielmehr wird gestützt auf die subjektiven
Be
schwerdeschilderungen
des Beschwerde
führers
die Schmerzmedikation ange
passt.
Auch aufgrund der am 1
9.
März 2014 durchgeführten Morton Neurom-Resek
tion
(
Urk.
3/3 S. 3)
ist von keiner längerdauernden
, die Arbeitsfähigkeit weiter einschränkenden
Gesundheitsstö
rung
auszugehen. So durfte der Beschwerde
führer, der
nach dem Eingriff
eine Therapiesandale und einen Verband
tragen musste
, seinen Fuss nach der Opera
tion wieder voll belasten
. A
nlässlich der
Kon
sultation vom 9. April 2014 be
richtete er
sodann
nebst den verständ
li
cher
weise noch vorhandenen Schmerzen über keine weiteren Beeinträchtigungen.
Das vom
Y._
-Rheumatologen formu
lierte Zumutbarkeitsp
rofil berücksichtigte
zudem
bereits, dass das längere be
rufsbedingte Zurücklegen von Gehstrecken
dem
Beschwerdeführer
nicht mög
lich ist (
Urk.
8/28/2-35 S. 24).
Zu bemerken ist ausserdem, dass der operative Eingriff aufgrund einer bereits von den
Y._
-Gut
achtern geäusserten
Verdachts
diagnose
erfolgte und insofern – abgesehen von einer vorübergehenden
Schmerzexazerbation
–
eher zu einer Verbesserung als zu
einer Verschlimme
rung der Symptomatik geführt haben dürfte. Gegenteiliges wird denn auch we
der in der Beschwerde vom 1
5.
Mai 2014 noch in der Replik vom 2
5.
August 2014 vorgebracht.
4.4
Das V
orbringen des Beschwerdeführers, aufgrund der in den neurologischen und rheumatologischen Einzelgutachten jeweils festgelegte
n
Arbeitsunfähigkeit von 20
%
sei eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 80
%
nicht schlüssig (
Urk.
1 S. 5), geht fehl. So ist oft zu beobachten, dass Anforderungen an zumutbare Tätig
keiten, die sich aus einer bestimmten gesundheitlichen Einschränkung ergeben,
gleichzeitig weiteren Beeinträchtigungen gerecht werden. Dementsprechend können
auch Teilarbeitsfähigkeiten bezüglich verschiedener, unabhängig von
ein
ander bestehender Gesundheitsschädigungen nicht einfach addiert werden. Der
Zweck interdisziplinärer Gutachten besteht gerade darin, alle relevanten
Gesund
heitsschädigungen
zu erfassen und die daraus je
weils abgeleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit in einem Gesamtergebnis auszudrücken (Urteil des Bundes
gerichts 9C_531/2007 vom
3.
Juni 2008 E. 2.2.6). Es besteht kein Grund anzu
nehmen, dass diese Aufgabe hier nicht gehö
rig erfüllt
worden ist
. Namentlich ergänzen sich die 20%ige
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit aus neurolo
gischer Sicht sowie die bestehende
,
aus rheumato
logischen Gründen bedingte
80%ige
Arbeitsfähigkeit
auch
insoweit, als dass der Beschwer
deführer die glei
chen Zeitabschnitte für das Einlegen von Pausen und das Wahrnehmen eines verlangsamten Arbeitstempos nutzen kann. Hinzu kommt, dass bei
leidensan
ge
passten
Tätigkeiten auftretende Erschwernisse der erwähn
ten Art im Rahmen der
Bemessung des Invalideneinkommens berücksichtig werden, indem dort eine Kürzung von statistisch ermittelten Lohnansätzen stattfindet (Urteil des Bundes
gerichts I 514/06 vom 2
5.
Mai 2007 E. 2.1).
4.5
Nach dem Gesagten ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer Verweistätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
2).
5.
5.1
Zur E
rmittlung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf den statistischen Tabellenlohn für
einfache und repetitive Arbeiten im
Gastge
werbe
/Gastronomie ab. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens zog sie den statistischen Tabellenlohn für
nicht nach Branchen differenzierte
Hilfsar
beitertätigkeiten
heran. Nachdem sie ursprünglich einen leidensbedingten Ab
zug von 20
%
gewährt hatte (
Urk.
2), korrigierte sie diesen im Rahmen der Be
schwerdeantwort auf 5
%
(
Urk.
7). Der Beschwerdeführer hingegen verlangt, dass das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf dem Jahreslohn für Hilfstätigkeiten basiere und ein Leidensabzug von 25
%
zu berücksichtigen sei (
Urk.
1 S. 6
und
Urk.
11
)
.
5.2
Wie es sich damit verhält, braucht indes nicht weiter geprüft zu werden.
Selbst wenn dem Validen- und dem Invalideneinkommen – wie vom Beschwerdefüh
rer vorgebracht – der
monatliche Bruttolohn für Hilfstätigkeiten an Arbeitsplät
zen des niedrigsten Anforderungsniveaus
zugrunde gelegt würde
, würde nach
Durchführung eines Prozentvergleichs einzig bei Berücksichtigung des
Maxi
mal
abzugs
von 25
%
ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 % resul
tieren
. Die Gewährung
eines Abzugs in dieser Höhe drängt sich aber vorliegend unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalls
n
icht auf.
An
gesichts des von den
Y._
-Gutachtern formulierte
n
Zumutbarkeitsprofil
s ist
zwar nach
vollziehbar, dass der Beschwerdeführer auf dem Arbeitsmarkt in Konkur
renz mit einem Mitbewerber ohne physische
Beschwerden
benachteiligt ist
.
Die
erhobe
nen Einschränkungen rechtfertigen
aber – insbesondere vor dem Hinter
grund, dass
selbst
einem funktionell Einarmigen nicht zwingend ein Abzug von 25
%
zu gewähren ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 vom 1
7.
Septem
ber 2008 E. 3.3)
–
trotzdem
keinen Leidensabzug in der Maximal
höhe von 25
%
.
Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 20 % ist jedenfalls nicht als unangemessen im Sinne der der Rechtsprechung zu bezeichnen (BGE 137 V 71 E. 5.1), weshalb es damit sein Bewenden hat.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalte
n
, dass die angefochtene Verfügung im Ergeb
nis nicht zu beanstanden ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Be
schwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert na
c
h dem Verfahrensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf
Fr.
8
00.-- anzu
setzen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Der mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Juni 2014 bestellte unentgeltliche Rechts
vertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dominique
Chopard
, macht mit seiner Honorarnote vom 1
0.
August 2015 (
Urk.
16
) einen Aufwand von 6
,07
Stun
den und sowie Auslagen von
Fr.
91.--
geltend, wofür ihm eine Ent
sch
ädigung in der Höhe von
Fr.
1‘409.40
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse zuzusprechen ist.