Decision ID: 29d5d032-4cc0-5399-afcd-85d69c8eda63
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer, ein (...) geborener afghanischer Staatsangehöri-
ger, ersuchte am 25. Juli 2020 in der Schweiz um Asyl. Am 6. November
2020 beantragte die Rechtsvertreterin bei der Vorinstanz seine Zuweisung
an den Kanton Zürich, weil sein Cousin dort lebe, welcher den stark trau-
matisierten Beschwerdeführer unterstütze (Akten der Vorinstanz [SEM-
act.] 1 und 34).
B.
Am 23. November 2020 lehnte die Vorinstanz das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers ab und wies ihn aus der Schweiz weg, schob den Vollzug
der Wegweisung jedoch infolge Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufi-
gen Aufnahme auf. Gleichzeitig beauftragte sie den Kanton Basel-Stadt mit
deren Umsetzung (SEM-act. 45). Gegen die Ablehnung des Asylgesuchs
erhob der Beschwerdeführer am 24. Dezember 2020 Beschwerde beim
Bundesverwaltungsgericht.
C.
Mit Formularverfügung vom 24. November 2020 wies die Vorinstanz den
Beschwerdeführer dem Kanton Basel-Stadt zu; dies mit einem einleitenden
Hinweis auf die anzuwendenden Rechtsgrundlagen und mit der blossen
Feststellung, dass aufgrund von Abklärungen im Bundesasylzentrum keine
spezifischen schützenswerten Interessen des Schutzbedürftigen ersicht-
lich seien, die für eine Zuweisung in einen bestimmten Kanton sprechen
würden. In formeller Hinsicht entzog die Vorinstanz einer allfälligen Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung und wies darauf hin, dass die Verfü-
gung nur mit der Begründung angefochten werden könne, sie verletze den
Grundsatz der Einheit der Familie (SEM-act. 46).
D.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 4. Dezember 2020 gelangte der Beschwer-
deführer dagegen an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die
Aufhebung der Verfügung. Die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn dem Kanton
Zürich zuzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur vollständigen Feststel-
lung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei ihm
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und insbesondere von der
Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Er rügte unter anderem
eine Verletzung der Begründungspflicht durch die Vorinstanz, da nicht zu
erkennen sei, ob und inwieweit sie sich mit seinem Anliegen auf Zuteilung
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in den Aufenthaltskanton seines Cousins (Zürich) auseinandergesetzt
habe (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1).
E.
Mit Eingaben vom 7. Dezember 2021 und vom 11. Dezember 2020 reichte
der Beschwerdeführer zwei ärztliche Berichte zu den Akten (BVGer-act. 2
und 3).
F.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Dezember 2020 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von
Art. 65 Abs. 1 VwVG gut (BVGer-act. 4).
G.
Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens hob die Vorinstanz die ange-
fochtene Verfügung auf und ersetzte sie am 18. Januar 2021 durch eine
neue, gleichermassen belastende Verfügung. Darin legte sie die Gründe
für die Abweisung der beantragten Kantonszuteilung in den Kanton Zürich
dar. Die neue Verfügung war wiederum mit einer Rechtsmittelbelehrung
versehen (BVGer-act. 5).
H.
Der Beschwerdeführer nahm dazu mit Eingabe vom 27. Januar 2021 Stel-
lung. Im Sinne einer Replik hielt er an seiner Beschwerde vom 4. Dezem-
ber 2020 fest und erhob gleichzeitig Beschwerde gegen die neue Kantons-
zuweisungsverfügung vom 18. Januar 2021 (BVGer-act. 6).
I.
Am 21. Juli 2021 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht
zu den Akten (BVGer-act. 8). Die Vorinstanz liess sich dazu innert Frist
nicht mehr vernehmen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt auf Beschwerde hin selbstän-
dig anfechtbare Zwischenverfügungen des SEM betreffend Kantonszuwei-
sung und Kantonswechsel (Art. 27 Abs. 3 i.V.m. Art. 107 Abs. 1 AsylG
[SR 142.31]; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ff. VGG; Art. 46 VwVG).
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1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das AsylG oder das VGG nichts anderes bestimmen
(Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG; Art. 6 AsylG).
1.3 Am 18. Januar 2021 kam die Vorinstanz im Rahmen des Vernehmlas-
sungsverfahrens auf die angefochtene Verfügung zurück und ersetzte
diese durch eine begründete, jedoch gleichermassen belastende Verfü-
gung. Dabei stützte sie sich in der Sache auf Art. 58 VwVG. Weil und soweit
die Vorinstanz mit Erlass der neuen Verfügung den gestellten Rechtsbe-
gehren nicht entsprach, bleibt das gegen den ersten Zuweisungsentscheid
vom 24. November 2020 angestrengte Rechtsmittelverfahren rechtshän-
gig; die Verfügung vom 18. Januar 2021 gilt durch die bereits erhobene
Beschwerde gegen die ursprüngliche Verfügung als mit angefochten. Ent-
sprechend hat das Bundesverwaltungsgericht die Eingabe vom 27. Januar
2021 als Replik zuhanden dieses Rechtsmittelverfahrens entgegengenom-
men (Art. 58 Abs. 3 Satz 1 VwVG; ANDREA PFLEIDERER, in: Praxiskommen-
tar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 58 N. 46 m.w.H.).
1.4 Entscheide über die Zuweisung der asylsuchenden Person an einen
Kanton oder über einen Kantonswechsel können gemäss Art. 27 Abs. 3
AsylG – Art. 27 Abs. 3 AsylG geht als spezielle Bestimmung der allgemei-
nen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vor (Art. 106 Abs. 2 AsylG) – nur mit
der Begründung angefochten werden, sie verletzten den Grundsatz der
Einheit der Familie. Formelle Rügen sind insoweit zulässig, als sie im Zu-
sammenhang mit der Frage des Grundsatzes der Einheit der Familie ste-
hen (BVGE 2008/47 E. 1.2 und E. 1.3.2).
1.5 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerechte Beschwerde
ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.6 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden
Rechtsmaterie endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
2.
Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe eine Verletzung
seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, indem die Vorinstanz den Zuwei-
sungsentscheid mittels Formularverfügung und ohne Auseinandersetzung
mit seinem Antrag auf Zuweisung in den Aufenthaltskanton seines Cousins
erlassen habe und somit ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen
sei.
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2.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter
anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, alle form- und fristge-
recht eingebrachten Vorbringen einer Partei, die zur Sache gehören und
zu deren Klärung beitragen können, zu prüfen, zu würdigen und bei der
Entscheidfindung zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG; BGE 144 I 11
E. 5.3; 143 III 65 E. 3.2; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG,
2. Aufl. 2016, Art. 32 N. 7 ff.). In einer engen Verbindung zur Prüfungs- und
Berücksichtigungspflicht steht die Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu
begründen (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung muss so abgefasst
sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht an-
fechten kann. Die Behörde hat daher kurz die wesentlichen Überlegungen
zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid
abstützt (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2; 136 I 184 E. 2.2.1; 133 III 439 E. 3.3).
Hat die asylsuchende Person um Zuteilung in einen bestimmten Kanton
ersucht oder ergeben sich aus den Akten Umstände, die für eine bestimmte
Zuweisung sprechen würden, muss sich die Vorinstanz damit konkret aus-
einandersetzen. Eine blosse Formularverfügung ohne Begründung genügt
in einem solchen Fall den Anforderungen an die Begründungspflicht nicht
(vgl. BVGE 2009/54 E. 2.3; 2008/47 E. 3.3.3; Urteile des BVGer
F-4921/2020 vom 3. Februar 2021 E. 3.2; F- 2081/2020 vom 11. Septem-
ber 2020 E. 4; F-4798/2019 vom 10. Oktober 2019 E. 3.3).
2.2 Der Beschwerdeführer hatte im Rahmen des vorinstanzlichen Verfah-
rens explizit schriftlich darum ersucht, dem Kanton Zürich zugewiesen zu
werden. Indem die Vorinstanz gleichwohl mittels einer mit Standardbegrün-
dung versehenen Formularverfügung über die Zuweisung des Beschwer-
deführers an den Kanton Basel-Stadt entschied, hat sie ihre Begründungs-
pflicht verletzt.
2.3 Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person
die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die
sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Un-
ter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des
Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz
abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der
Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2).
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2.4 Wie bereits erwähnt, ersetzte die Vorinstanz die angefochtene Verfü-
gung vom 24. November 2020 innert Vernehmlassungsfrist durch eine
neue Verfügung (s. E. 1.3) und räumte dabei ein, ihrer Begründungspflicht
im ursprünglichen Zuweisungsentscheid nicht hinreichend nachgekommen
zu sein. Die erneute Ablehnung des Zuweisungsantrags an den Kanton
Zürich begründete sie damit, dass ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen
dem Beschwerdeführer und seinem Cousin zu verneinen sei, weshalb ihr
Verhältnis nicht unter den Schutz der Einheit der Familie falle. Zwar werde
nicht bezweifelt, dass der Cousin den Beschwerdeführer im Alltag unter-
stützen könne, es bestünden aber weder besondere Betreuungs- noch
Pflegebedürfnisse, welche nur durch diesen wahrgenommen werden könn-
ten. Eine psychiatrische Betreuung im Kanton Basel-Stadt sei aufgrund der
eingereichten Unterlagen offenbar sichergestellt. Die Unterstützung durch
den Cousin sei im Übrigen auch bei unterschiedlichen Wohnkantonen
möglich.
2.5 Angesichts dieser nachträglichen Ergänzung der Begründung, aus wel-
cher eine konkrete Auseinandersetzung der Vorinstanz mit dem Antrag des
Beschwerdeführers auf Zuteilung in den Kanton Zürich hervorgeht, der
vom Beschwerdeführer dazu eingereichten Stellungnahme vom 27. Januar
2021 und unter Berücksichtigung der hinsichtlich der Frage der Einheit der
Familie vollen Kognition des Bundesverwaltungsgerichts ist der festge-
stellte Verfahrensmangel als geheilt zu betrachten (vgl. BVGE 2008/47
E. 3).
3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG weist das SEM die Asylsuchenden den
Kantonen zu und trägt dabei den schützenswerten Interessen der Kantone
und der Asylsuchenden Rechnung. Die Verteilung erfolgt nach einem
Schlüssel gemäss Art. 21 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV 1, SR 142.311), wobei das SEM bei der Verteilung bereits in der
Schweiz lebende Familienangehörige, die Staatsangehörigkeit der Asylsu-
chenden und besonders betreuungsintensive Fälle berücksichtigt (Art. 22
Abs. 1 AsylV 1).
3.2 Der Begriff der «Einheit der Familie» gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG wird
im Asylgesetz einheitlich verwendet und entspricht dem Schutzbereich von
Art. 8 EMRK (BVGE 2008/47 E. 4.1). Er umfasst demnach mithin die Kern-
familie, d.h. Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner, in dauern-
der eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebende Personen sowie deren
minderjährige Kinder (vgl. Art. 1a Bst. e AsylV 1). Über diesen engen Kern
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hinausgehende Beziehungen zwischen nahen Verwandten – wie vorlie-
gend zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Cousin – fallen dem-
gegenüber nur dann unter den Schutz der Einheit der Familie, wenn zwi-
schen diesen Personen nebst einer nahen, echten und tatsächlich geleb-
ten Beziehung auch ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis besteht (BGE
144 II 2 E. 6.1; BVGE 2008/47 E. 4.1.1; bspw. auch Urteile des BVGer
F-2155/2018 vom 22. Mai 2018 S. 4; F-7945/2016 vom 19. April 2017
E. 4.2). Dieses kann sich namentlich aus besonderen Betreuungs- oder
Pflegebedürfnissen wie bei körperlichen oder geistigen Behinderungen
und schwerwiegenden Krankheiten ergeben (vgl. BGE 120 Ib 257 E. 1e).
Das besondere Abhängigkeitsverhältnis muss gewachsen sein und im
Zeitpunkt der Geltendmachung des Anspruchs bereits vorliegen. Die Be-
ziehung fällt mit anderen Worten nur unter den Schutz von Art. 8 Abs. 1
EMRK, wenn sie aufgrund der bestehenden Abhängigkeit besonders eng
ist (Urteil des BGer 2C_867/2016 vom 30. März 2017 E. 2.2).
4.
Der Beschwerdeführer und sein Cousin bilden keine Kernfamilie, so dass
im Folgenden zu prüfen ist, ob zwischen ihnen ein Abhängigkeitsverhältnis
im Sinne der zitierten Rechtsprechung vorliegt.
4.1 Der Beschwerdeführer macht unter Verweis auf verschiedene ärztliche
Berichte geltend, er sei gesundheitlich stark angeschlagen; er leide an ei-
ner posttraumatischen Belastungsstörung sowie unter multiplen körperli-
chen Beschwerden. Wenn er mit seinem Cousin, mithin seinem einzigen
Verwandten in der Schweiz, zusammen sein könne, gehe es ihm besser.
Er bedürfe nicht der Unterstützung einer beliebigen Person, sondern der-
jenigen seines Cousins, welcher ähnlich traumatische Erlebnisse erlitten
habe und sich seit seiner Ankunft in der Schweiz intensiv um ihn geküm-
mert habe. Replikweise ergänzte der Beschwerdeführer zudem, er wohne
seit drei bis vier Wochen permanent bei seinem Cousin, was aufgrund des
zurzeit online durchgeführten Deutschkurses möglich sei. Es gehe ihm psy-
chisch sehr schlecht und er sei auf eine engmaschige Betreuung durch
eine vertraute Person angewiesen.
4.2 Gemäss dem Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) ist der
Cousin des Beschwerdeführers bereits Ende 2015 in die Schweiz einge-
reist. Der Beschwerdeführer hält sich seit dem 25. Juli 2020 in der Schweiz
auf. Damit konnten sie seit rund fünf Jahren keinen über die üblichen Kom-
munikationsmittel (Telefon, WhatsApp, E-Mail-Verkehr etc.) hinausgehen-
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den persönlichen Kontakt zueinander pflegen. Aufgrund dieser mehrjähri-
gen Trennung kann nicht von einer vorbestehenden, nahen und tatsächlich
gelebten Beziehung im Sinne der zitierten Rechtsprechung (s. E. 3.2) ge-
sprochen werden.
4.3 Vor diesem Hintergrund führen die geltend gemachten gesundheitli-
chen Umstände zu keinem anderen Ergebnis. Zwar wird in den zu den Ak-
ten gereichten Arztberichten festgehalten, eine Unterbringung des Be-
schwerdeführers in der Nähe seines Cousins sei aus medizinischer Sicht
zu befürworten. Gemäss dem jüngsten dieser ärztlichen Berichte vom
7. Juli 2021 der Z._ (BVGer-act. 8) wurde beim Beschwerdeführer
eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie eine mittelgradige
depressive Episode diagnostiziert. Die Symptome würden die Bewältigung
von Alltagsanforderungen erschweren und zu einem Vermeidungsverhal-
ten führen, welches mit sozialem Rückzug einhergehe. Die Beziehung zu
seinem in O._ lebenden Cousin sei in diesem Zusammenhang eine
äusserst wichtige Ressource, welche ihm Struktur und Sicherheit biete und
bei der Bewältigung der Symptome der PTBS und des Alltags eine zentrale
Rolle spiele. Aktuell sei der Beschwerdeführer in einer Asyl-Siedlung ge-
meldet, wo er durch Sozialarbeitende unterstützt werde. Es wird auch nicht
verkannt, dass durch eine räumliche Nähe des Beschwerdeführers zu sei-
nem Cousin wirkungsvolle Unterstützung leichter organisierbar und diese
dem Erfolg der psychotherapeutischen Behandlung des Beschwerdefüh-
rers zuträglich wäre (vgl. in diesem Sinne das ärztliche Zeugnis von Dr.
med. L._ vom 4. Dezember 2020 [BVGer-act. 2] sowie der ärztliche
Bericht der W._ vom 8. Dezember 2020 [BVGer-act. 3]). Dies ver-
mag jedoch noch kein Abhängigkeitsverhältnis im vorliegend entscheiden-
den Sinne zu begründen. Insbesondere ergeben sich aus den geltend ge-
machten gesundheitlichen Beschwerden keine besonderen Betreuungs-
oder Pflegebedürfnisse im Sinne der zitierten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung (s. E. 3.2). Der krankheitsbedingten Unterstützungsbedürftig-
keit des Beschwerdeführers und seinen Betreuungsbedürfnissen kann von
den entsprechenden Institutionen im Zuweisungskanton Basel-Stadt (bzw.
den bereits eingesetzten medizinischen Fachpersonen) hinreichend Rech-
nung getragen werden. Nichts anderes gilt in Bezug auf seine körperlichen
Beeinträchtigungen (Schmerzen im Rücken und im linken Bein infolge ei-
nes Bombenanschlags in seiner Heimat). Hilfestellungen beim Zurechtfin-
den im fremden Kontext und in Alltagssituationen können auch durch mo-
derne Kommunikationsmittel gewährleistet werden und dem Beschwerde-
führer und seinem Cousin steht es offen, sich – wie bereits bis anhin –
regelmässig gegenseitig zu besuchen. Die geografische Distanz zwischen
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Zürich und Basel bewegt sich diesbezüglich in einem vertretbaren Rah-
men.
4.4 Zusammenfassend besteht kein im Rahmen von Art. 27 Abs. 3 letzter
Satz AslyG beachtliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Be-
schwerdeführer und seinem Cousin. Dessen Zuweisung an den Kanton
Basel-Stadt verletzt daher den Grundsatz der Einheit der Familie nicht.
5.
Die angefochtene Verfügung erweist sich – nach Heilung des Verfahrens-
mangels – im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwerde
ist deshalb abzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch mit Zwischen-
verfügung vom 15. Dezember 2020 die unentgeltliche Prozessführung
nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, ist er von der Bezahlung der
Verfahrenskosten befreit.
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