Decision ID: 7cab8e1d-ad65-4387-bb4d-0df2e3b22cda
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1970 geborene
X._
meldete sich am 1
0.
Oktober 1996 (Urk. 8/2) unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung mit körperlichen Folge
schäden aufgrund einer Gewalttraumatisierung seit 1994 bei der
Sozial
ver
sicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Diese tätigte berufliche sowie medizinische Ab
klärungen
.
In der Folge sprach
s
ie der Ver
sicherten mit Verfügung
en vom 15
.
Oktober
1996
(
Urk. 8/27/1-4, Urk. 8/23/3-4
)
mit Wirkung ab 1. Juni 1996 gestützt auf einen
In
validitäts
grad
von 100 % eine ganze Rente zu, welche per
1.
Mai 1997 bei einem
In
validitäts
grad
von 50 % auf eine halbe Rente
herab
gesetzt
wurde.
1.2
Im Rahmen des
durch
Antrag der
Versicherte
n
im Jahr 1999
eingeleiteten
Revisi
ons
ver
fahren
s
teilte
die IV-Stelle
am 2
2.
September 1999 (Urk. 8/35/1-3
)
mit
, dass ab
1.
März 1999 Anspruch auf eine ganze Rente der In
validen
ver
sicherung
bestehe
.
1.3
Im Rahmen
amtliche
r
Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle in den
Jahr
en
200
1
und 2003 die laufende ganze Rente
(Urk. 8/40
, Urk. 8/52
)
bei einem
Inva
liditätsgrad
von 100
%
.
Mit Verfügung vom
1.
März 2005 (Urk. 8/60) ver
neinte sie ferner Kostengutsprache für berufliche Massnahmen.
1.4
Im Rahmen des
im Jahr 2007 (Urk. 8/65)
eingeleiteten amtlichen
Re
visions
verfahren
s
tätigte die IV-Stelle
erneut
berufliche und medizinische Ab
klärungen und
ver
an
lasste zudem
eine psy
chiatrische Abklärung durch Dr.
med.
Y._
(Urk. 8/80, vgl. Gutachten vom 1
7.
März 2009
, Urk. 8/82).
Am 28. April 2009 (Urk. 8/
87
)
aufer
legte sie der Versicherten zudem eine
Schaden
minderungs
pflicht
, indem
sie die Versicherte
unter
Hinweis auf ihre
Mit
wirkungspflicht
sowie
auf die
Folgen bei Missachtung gemäss Art. 21 Abs. 4 des Bundes
gesetzes über den
Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
siche
rungs
rechts
(ATSG)
auf
forderte
,
sich
eine
r
regelmässige
n
fachpsychologischen Behandlung
zu
unterziehen
.
Mit Mit
teilung vom 2
8.
April 2008 (Urk. 8/88) bestätigte sie zudem den An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem
Invaliditäts
grad
von
nur
mehr
70
%
.
Am 3
1.
August 2009 (Urk. 8/93) teilte die Verwaltung der Ver
sicherten mit, dass sie Kostengutsprache für ein Auf
bau
training bei der Institu
tion
Z._
in
A._
vom
7.
September bis 4.
Dezember 2009 im Be
trag von
Fr.
200.--
pro Tag
leiste
.
Mit Ver
fügung vom
6.
Oktober 2009 (
Urk. 8/99) wurde die Teilnahme an der
Integrations
mass
nahme
Aufbau
training in der Institution
Z._
als
ab
geschlossen
bezeichnet
mit der Be
grün
dung, dass eine Weiter
führung der Integrationsmassnahme zurzeit aus
ge
sund
heitlichen Grün
den nicht
zumut
bar sei; eine Steigerung der Leistung habe nicht fest
ge
stellt werden können.
1.5
Im Rahmen eines im Jahr 2010 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens
tätigte die IV-Stelle
wiederum
Abklärungen
in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und
verfügte am 2
4.
Februar 2011 (Urk. 8/199-120) nach durchgeführ
tem
Vorbe
scheid
ver
fahren
(Urk. 8/117)
bei einem Invaliditätsgrad von
50 % die Herab
setzung der laufenden ganzen auf eine halbe Rente auf den zweiten Monat nach Zustel
lung der Verfügung.
1.6
Am 1
8.
Mai 2012 (Urk. 8/122) machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend. Mit Vorbescheid vom 3
1.
August 2012 (Urk. 8/127) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Einstellung der Renten
zahlung in Aussicht, weil sie den Revisionsfragebogen auch auf mehrmalige Auf
forderung hin nicht zugestellt habe.
Nachdem d
ie IV-St
elle die Ver
sicherte b
efragt (Urk. 8/132) und weitere
Abklärungen in medizinischer Hin
sicht (Urk. 8/134)
getätigt hatte, teilte sie der Versicherten am
3.
Januar 2012 (Urk. 8/141) mit, dass eine psy
chi
atrische Abklärung notwendig sei und die Unter
suchung durch med.
pract
.
B._
durchgeführt werde
.
An dem
mit med.
pract
.
B._
vereinbarten
Unter
suchungs
termin
erschien die Versicherte nicht (Urk. 8/143-144). Am 22. März 2013 (Urk. 8/146) forderte die IV-Stelle die Ver
sicherte unter Hinweis auf ihre
Mit
wirkungspflicht
sowie
auf die
Folgen bei Miss
achtung gemäss
auf
Art.
43 ATSG letztmalig auf, ihr die Bereit
schafts
er
klärung ausgefüllt und unter
zeichnet bis spätestens a
m 1
9.
April 2013 zuzu
sen
den und sich umgehend mit med.
pract
.
B._
in Verbindung zu setzen, um einen neuen Termin für die Be
gutachtung zu vereinbaren.
Dieses Schreiben wurde von der Versicherten
zunächst
nicht ab
ge
holt (Urk. 8
/146).
Schliesslich be
stätigte die Versicherte am 2
2.
März 2013 (Urk
. 8/149)
, dass sie sich der angeordneten
ärzt
lichen Begutachtung
bei med.
pract
.
B._
unterziehen wer
de.
Mit Eingabe vom 2
3.
Mai 2013 (Urk. 8/153)
erklärte
die Versicherte
,
es
sei
von einer Begutachtung durch med.
pract
.
B._
abzusehen und eine
Ver
laufs
kontrolle
bei PD
Dr.
med.
Y._
in Auftrag zu geben.
Am 1
5.
Juli 2013 (Urk. 8/161) hielt die IV-Stelle an der Begutachtung durch med.
pra
ct
.
B._
fest, weil die Versicherte nach Mitteilung vom
3.
Januar 2013
in
nert der
ange
setzten
Frist von 10 Tagen ab Zu
stel
lung der Mitteilung keine Einwendungen gegen die Art der Begutachtung, die vorgesehe
ne
Fachdisziplin oder die be
gutachtende Person erhoben habe.
Am 1
5. Juli
201
3
(Urk.
8/162
-163
)
liess die IV-Stelle der Versicherten die Termin
aufgebote von med.
pract
.
B._
für die Begutachtung zuk
ommen. Nach Eingabe
der Versicherten
vom 1
7.
Juli 2013 (Urk. 8/164) erliess die IV-Stelle
am 2
5.
Juli 2013 (Urk. 2) eine
Zwischen
ver
fügung
, in welcher sie an der Abklärung durch med.
pract
.
B._
fest
hielt
. Der Zeit
punkt der Abklärung werde mit der Versicherten direkt vereinbart.
2.
Gegen die Zwischenverfügung vom 2
5.
Juli 2013 (Urk. 2) erhob die Versi
cherte am 1
1.
September 2013 (Urk. 1)
unter Beilage eines Arztberichtes von
Dr.
med.
C._
(Urk. 3)
Beschwerde und beantragte, es sei die Zwischenverfügung
aufzuheben und eine Begutachtu
n
g
bei PD
Dr.
Y._
anzu
ordnen. Eventualiter sei die Streitsache an die
Be
schwerde
gegnerin
unter An
weisung, das Verfahren
konsensual
durchzuführen, zurück
zu
weisen. In
ver
fahrens
rechtlicher
Hinsicht
beantragte
sie
die Durchführung
eines zweiten
Schriften
wechsels
sowie
die
Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege und
Rechts
verbei
ständung
durch Rechtsanwalt Sebastian Lorentz, Zürich.
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2013
(Urk. 8)
beantragte die IV-Stelle Ab
weisung der Beschwerde
.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
Januar 2014 (Urk. 15) wurde der Beschwerdeführerin
das Doppel der Beschwerdeantwort zu
ge
stellt und
mitgeteilt, dass da die
Beschwer
de
gegnerin
in ihrer
Be
schwerde
ant
wort
– soweit ersichtlich – keine neuen Ge
sichts
punkte ge
nannt habe, sich die Anordnung eines förmlichen zweiten
Schriften
wechsels
erübrige, es der Be
schwer
de
führerin jedoch frei stehe, nach Mass
gabe der
bun
des
gerichtlichen
Recht
sprechung zum Anspruch auf rechtli
ches Gehör zu den Vorbringen der
Beschwe
rde
gegnerin
Stellung zu nehmen
.
Ferner wurde dem Gesuch der Be
schwerde
führerin um Bewilligung
der unentgeltlichen Prozessführung sowie
der Be
stel
lung einer unent
gelt
lichen
Rechts
ver
tretung
entsprochen und Rechts
an
walt Sebastian
Lorentz, Zürich, als unent
gelt
l
icher Rechtsvertreter bestellt.
3
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei der Anordnung eines Gutachtens handelt es sich um eine
Zwischenverfü
gung
(Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsver
fahren
[
VwVG
] in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1
ATSG
). Solche
Verfügungen
können unter anderem dann angefochten werden, wenn sie einen nicht wieder gutzumachen
den Nachteil bewirken können (Art. 46 Abs. 1
lit
. a
VwVG
). Für
die Beurteilung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des IV-rechtlichen
Ab
klärungsverfahrens
mit seinen spezifischen Gegebenheiten ist nach der höchst
richterlichen Rechtsprechung zu berücksichtigen, dass das Sach
verständi
gen
gut
achten im Rechtsmittelverfahren nur beschränkt überprüfbar ist, da der
Rechts
anwender
mangels ausreichender Fachkenntnisse kaum in der Lage ist, in formal
korrekt abgefassten Gutachten objektivfachliche Mängel zu erken
nen. Zugleich steht die faktisch vorentscheidende Bedeutung der medizinischen Gut
achten für
den Leistungsentscheid in einem Spannungsverhältnis zur grossen Streubreite der
Möglichkeiten, einen Fall medizinisch zu beurteilen, und zur entsprechend ge
ringen Vorbestimmtheit der Ergebnisse. Dies
en Umständen ist nach der jünger
en bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit verfahrensrechtli
chen Garantien zu begegnen; die Mitwirkungsrechte müssen im
Beschwerde
ver
fahren
durchsetzbar sein. Ist dies durch Anfechtung des Endentscheids nicht mehr möglich, kann ein nicht wieder gutzumachender Nachteil entstehen, der den Rechtsweg an eine Beschwerdeinstanz eröffnet. Da systemimmanent kein Anspruch auf Einholung
eines Gerichtsgutachtens besteht, ist das
Administra
tiv
gutachten
häufig zugleich
die wichtigste medizinische
Entscheidungsgrund
lage
im Beschwerdeverfahren. In
solchen Fällen kommen die bei der
Beweisein
holung
durch ein Gericht vorge
sehenen Garantien zugunsten der privaten Partei im gesamten Verfahren nicht zum Tragen. Um dieses Manko wirksam auszu
glei
chen, müssen die gewähr
leisteten Mitwirkungsrechte vor Eintritt präjudi
zie
render Effekte durchsetzbar sein. Mit Blick auf das naturgemäss begrenzte
Über
prüfungsvermögen
der
rechts
anwendenden
Behörden genügt es daher nicht, die Mitwirkungsrechte erst nach
träglich bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Beschwerdever
fahren
einzuräumen. Für die Annahme eines drohenden unumkehrbaren Nach
teils spricht schliesslich auch, dass die mit me
dizinischen Untersuchungen ver
bundenen Belastungen zuweilen einen er
hebli
chen Eingriff in die physische und psychische Integrität bedeuten. Aus diesen Gründen hat das Bundesgericht die
An
fechtbarkeitsvoraussetzung
des nicht wieder gutzu
machenden Nachteils für
das erstinstanzliche
Beschwerde
verfahren
in IV-Ange
legenheiten bejaht, zumal die nicht sachgerechte Begut
achtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur
tatsächlichen Nachteil bewirkt (BGE 138 V 271 E. 1.2 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 137 V 210).
1.2
In BGE 137 V 210 äusserte sich das Bundesgericht eingehend zur Einholung von
Administrativgutachten bei medizinischen Abklärungsstellen namentlich unter
dem Aspekt der Stärkung der Mitwirkungsrechte und der
Verfahrensfair
ness
. Als
Folge der in diesem Entscheid aufgestellten Forderungen setzte der Bundesrat
den neuen Artikel 72
bis
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) auf
den 1. März 2012 in Kraft. Demnach haben polydisziplinäre me
dizinische Gut
achten, das heisst medizinische Gutachten, an denen drei und mehr
Fach
diszi
p
li
nen
beteiligt sind, ausschliesslich bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Ver
einbarung ge
trof
f
en hat (Abs. 1). Die Vergabe dieser Aufträge erfolgt nach dem Zufalls
prin
zip
(Abs. 2).
1.3
In BGE 139 V 349 (Urteil 9C_207/2012 vom
3.
Juli 2013) E. 5.4 hat das Bun
des
gericht entschieden, dass
die Anforderungen an die medizinische Begutachtung, wie sie in BGE 137 V 210 für polydisziplinäre MEDAS-Begut
achtungen um
schrieben worden sind, grundsätzlich
sinngemäss
auf mono- und
bidis
zipli
näre
Ex
pertisen anwendbar seien. Das gelte sowohl für die justi
ziablen Ga
ran
tien (Partizipationsrechte, Verfügungspflichten und Rechtsschutz) als auch für die
appellativen
Teilgehalte von BGE 137 V 21
0.
Eine Ausnahme für Begut
ach
tung
en mit weniger als drei Fachdisziplinen sei hinsichtlich des Zufallsprin
zips, das
dem Einigungsgedanken vorgehe, hinzunehmen. Der Gel
tungsbereich von Art. 72
bis
IVV (nur polydisziplinäre Begutachtungen) könne sich auf sachli
che
Gründe stützen. Mit Blick auf den weiten
Gestaltungsspiel
raum
, den der Bun
des
rat bei der Setzung unselbständigen Verordnungsrechts
geniesse
, er
scheine die auf den 1. März 2012 in Kraft gesetzte Regelung als
rechtmässig
(Beschluss der Vereinigung der I. und II. sozialrechtlichen Abtei
lung vom 24. Juni 2013). Umso wichtiger sei die Beachtung der
Verfahrensga
rantien
bei mono- und
bidiszipli
nä
ren
Expertisen, welche nicht als Vehikel zur Umgehung des zufallsbasierten MEDAS-Zuweisungssystems missbraucht wer
den dürften. Dieses sei das
Rege
l
in
stru
ment
zur medizinischen
Sachverhaltsab
klärung
im nichtstreitigen Verfah
ren
der Invalidenversicherung für komplexe Fälle. Weiche die IV-Stelle davon ab, indem sie von einer MEDAS eine bi- oder gar
bloss
mo
nodisziplinäre
Exper
tise einholen wolle, so habe sie in einem solchen Ausnah
mefall zwingend einen Einigungsversuch einzuleiten. Scheitere dieser, sei dar
über zu verfügen.
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihr Festhalten an einer Abklärung durch med.
pract
.
B._
damit
,
dass
kein schützenswerter
Ausstands- oder
Ab
leh
nungs
grund
gegen die begutachtende Person vorliege, welcher den An
schein der Befangenheit oder der Voreingenommenheit zu begründen ver
möge.
Es sei auch nicht grundsätzlich unzulässig, im Revisionsverfahren einen anderen Gut
achter oder eine andere Gutachterstelle beizuziehen als bei der
Renten
zu
spre
chung
oder einer früheren Revision. Weil ein Gutachten nur beweistauglich sei, wenn darin aus neutraler Sicht die rechtsrelevanten Tatsachen dargelegt würden (Urteil 9C_391/2010 vom 1
9.
Juli 2010 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE 127 V 294
E. 5.1)
,
spreche nichts dagegen, einen neuen Experten mit der
Ver
laufs
be
gut
achtung
zu beauftragen, selbst wenn der ursprüngliche Gutachter weiterhin ver
fügbar wäre. Ferner wies die Beschwerdegegnerin die Be
schwerde
führerin unter Hinweis auf ihre
Mit
wirkungspflicht
sowie
die
Folgen bei Miss
achtung gemäss
Art.
43
Abs.
3 in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
4 ATSG hin.
In der Vernehmlassung
(Urk. 7)
führte die
Beschwerdegegnerin
ergänzend
aus, es sei nach
voll
ziehbar, dass es für die Beschwerdeführerin unangenehm sei, den Sach
verhalt immer wieder zu erzählen. Die Begutachtung durch PD
Dr.
Y._
habe jedoch vor mehr als viereinhalb Jahren stattgefunden. Es sei daher davon aus
zugehen, dass auch dieser den Kr
ankheitsverlauf nicht mehr voll präsent habe und die Beschwerdeführerin
auch ihm
die Ereignisse wieder erzählen müsse. Die Begutachtung durch med.
pract
.
B._
sei nicht als unzumutbar zu beurteilen.
2.
2
Die Beschwerdeführer
in
machte in ihrer Beschwerde (Urk. 1) im Wesentlichen geltend,
eine Begutachtung durch med.
pract
.
B._
sei zum jetzigen Zeitpunkt auf
grund ihrer Instabilität und der grossen Gefahr einer
Retraumatisierung
un
zu
mutbar.
Im Weiteren sei zu beachten, dass
sich
jegliche staatliche Handlung, am Prinzip der Verhältnismässigkeit zu orientieren
habe. Von den hier zur Dis
kus
sion stehenden Massnahmen
einer Begutachtung bei med.
pract
.
B._
und einer Begutachtung bei PD
Dr.
Y._
erscheine klarerweise die Be
gutachtung bei PD
Dr.
Y._
die mildere zu sein. Darüber hinaus sei aufgrund der
bundes
ge
richtlichen
Rechtsprechung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2.) diese Mass
nahme auch sinn
voller
, da aufgrund seiner Vorkenntnisse ein bes
serer
Ein
blick in den
Krank
heitsverlauf
gewährleistet sei. Auch erscheine wegen der drohenden Ge
fahr einer gesundheitlichen Verschlechterung
(
Re
traumatisierung
) eine weitere Begutachtung bei med.
pract
.
B._
unzumutbar. Somit führe eine
Interes
sen
abwägung
klarerweise zum Ergebnis, dass im Rahmen der
Verhältnis
mässig
keitsprüfung
einer Begutachtung bei PD
Dr.
Y._
der Vorzug zu geben sei. Im Übrigen sei seitens der Beschwerdegegnerin keiner
lei Begründung vorge
bracht worden, die auch nur ansatzweise ein Interes
se an der Begutachtung bei med.
pract
.
B._
erkennen liesse.
Im Sinne einer
Eventual
be
gründung
wurde
unter Hinweis auf das Urteil 9C
_207/2012 vom
3.
Juli 2013 (=
BGE 139 V 349) gel
tend
gemacht
,
die Beschwerdegegnerin
hätte eine konsensorientiere G
utachter
bestellung vornehmen müssen.
3.
Beim Entscheid vom 2
5.
Juli 2013 (Urk. 2), mit wel
cher die Beschwerdegegnerin an der Begutachtung des Beschwerdeführers durch med.
pract
.
B._
festhielt, handelt es sich um eine
Zwischenverfü
gung
. Gerügt werden die Modalitäten der Gutachtensvergabe. Die
Eintretensvoraussetzung
des nicht wieder gut zu mach
en
den Nachteils ist demnach praxisgemäss zu bejahen (vgl. E. 1
hievor
; BGE
137 V 210 E. 3.4.2.4 und 3.4.2.7 in Bezug auf polydisziplinäre Gutachten).
4
.
4.1
Streitig ist die
Zumutbarkeit
einer Begutachtung durch med.
pract
.
B._
, wo
bei die Not
wendigkeit einer monodisziplinären Abklärung an sich nicht in Frage steht
.
4.2
Laut der zitierten Rechtsprechung
(E. 1.3
hievor
) sind die Begutachtungsstellen bei mono- oder
bidisziplinären
Expertisen nicht nach dem Zufallsprinzip zu be
stimmen. Indes ist es unabdingbar, einen Einigungsversuch zu unternehmen. Dass
das Bundesgericht ledig
lich auf MEDAS-Stellen Bezug genommen hat, ist dabei nicht von Bedeutung, würde es doch den IV-Stellen ansonsten frei stehen, sich ihren Pflichten durch die Wahl einer sonstigen Begutachtungsstelle zu ent
zie
hen (so Urteil
e
des hiesigen Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00256 vom 2
1.
August 2013 E. 5.3
und IV.2013.00773 vom 3
0.
Oktober 203 E. 5.1
).
4.3
Ausweislich der Akten
fand
ein Einigungsversuch – wie er im
rund drei Wochen vor Erlass der Zwischenverfügung ergangen
en
Grundsatzurteil als zwingend be
zeichnet wurde – nicht statt. Obwohl die Be
schwerde
führ
erin nach erfolgter Mitteilung vo
m
3.
Januar 2012 (Urk.
8/141) echtzeitlich gegen die Anordnung einer psychiatrischen Begutachtung durch med.
pract
.
B._
zunächst keine Ein
wendungen gegen die Art der Begutachtung, die vor
ge
sehene
Fach
dis
zip
lin
sowie die begutachtende Person gelten
d
gemacht hatte
,
nahm
sie
den ver
ein
barten Begutachtungstermin vom 2
1.
März 2013
nicht
wahr
(Urk. 8/144).
Am
2
3.
Mai 2013 (Urk. 8/153)
machte sie dann erstmals
materielle personen
be
zogene Ein
wen
dungen
g
eltend. Insbesondere führte sie aus,
bei
med.
pract
.
B._
sei in letzter Zeit mehr
fach auf
gefallen, dass ihre Gutachten nicht dem
An
forderungs
profil
der
Quali
täts
richt
linien
entsprächen. Zum anderen
machte sie geltend, dass sie
nach dem schw
er traumatisierenden
Er
lebnis im Juni
1994
nicht immer wieder
die
retraumatisierende
Er
fahrung machen
möchte
, einem neuen Gutachter den gleichen Sach
verhalt nochmals zu be
richten.
Deshalb
sei
ein
e
Verlaufskontrolle
bei PD
Dr.
Y._
in Auftrag zu geben und von der Be
gutachtung durch med.
pract
.
B._
abzusehen
. Trotz Ein
wendungen der Be
schwerde
führerin und
dem
Antrag auf
eine
Begutachtung durch PD
Dr.
Y._
hielt d
ie Beschwerdegegnerin i
n der ange
fochtenen
Zwischen
verfügung
ohne Wei
terungen
an der Abklärung durch
Dr.
B._
fest.
Im Beschwerdeverfahren
liess
die Beschwerdeführerin sinngemäss das Fehlen ernst
hafter Einigungsbemühungen geltend
machen
, indem sie den Even
tual
an
trag auf eine
konsensorientierte
G
utachterbestellung
stellte.
Auf eine
Eini
gungs
ver
hand
lung
kann aber vor
liegend – wie nach
fol
gend aufzuzeigen
ist
– ver
zichtet werden.
5.
5
.1
Laut
Art.
43
Abs.
1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurtei
lung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Art.
43
Abs.
2 ATSG).
Die üblichen Untersuchungen sind ohne kon
kret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar im Sinne von
Art.
43
Abs.
2 ATSG zu erachten (SVR 2007 IV Nr. 48 S. 156, I 988/06 E. 4.2).
5
.2
5.2.1
Aus den Akten ergibt sich,
dass
PD
Dr.
Y._
auf Veranlassung der
Be
schwer
de
gegnerin
im Rahmen eines amtlichen
Re
visions
verfahrens
gestützt auf die Untersuchung vom 20.
Februar 2009
ein
psychiatrisches
Gutachten vom 17.
März 2009
(
Urk. 8/82)
erstattet
hatt
e
, auf welches die Beschwerdegegnerin
in medizinischer Hinsicht
abstellt
e
.
RAD-Ärztin
med.
pract
.
D._
, Fachärztin für In
nere Medizin FMH
,
erachtete
das fachpsychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 17. März
2009 als beweistauglich (vgl. dazu
die
Stellungnahme vom 2
6.
März 2009,
Urk. 8/85 S. 4)
.
Demnach sind
keine Anhaltspunkte ersicht
lich, die Zweifel an PD
Dr.
Y._
s Fachkompetenz zu begründen vermöchten.
Die
wiederholte Begutachtung derselben Person durch die gleiche
Gutachter
stelle
oder denselben Sachverständigen allein
begründet denn
k
einen An
schein der Befangenheit, sofern keine konkreten Umstände vorliegen, die den An
schein der Befangenheit und die Gefahr einer
Voreingenommenheit
der be
gutachten
den Person
objektiv zu begründen vermöchten
(Urteil
des Bun
des
gerichts 9C_295/2013 vom 2
0.
Juni 2013
E. 4.1
mit Hinweisen)
. Solche Um
stände sind weder ersichtlich noch werden sie vo
n der Beschwerdegegnerin geltend ge
macht.
Die Tatsache, dass
PD
Dr.
Y._
die Beschwerdeführerin
be
reits früher begutachtet hat
te
,
schliesst
eine spätere erneute Verlaufskontrolle nicht aus. Ganz im Gegenteil erscheint es
sogar
sinnvoll, den bereits mit
einer v
er
sicherten
Person
befassten Mediziner zur Entwicklung des Beschwerdebildes und der Ar
beitsfähigkeit zu befragen
(
vgl.
BGE 13
2
V 93 E. 7.2.2 mit Hinweisen)
.
Überdies sind d
ie
gegen eine Be
gutachtung bei med.
pract
.
B._
vor
gebrach
ten Argumente
nachvollziehbar
,
zumal
ein ständiges Wiedererzählen
einer
Zwangssituation
zu einer gesundheitlichen Ver
schlechterung führen kann
,
was
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom
2.
September 2013
(Urk. 3)
denn auch bestätigte
,
indem sie aus
führte,
dass
der Beschwerdeführerin
eine
Be
gutachtung bei med.
pract
.
B._
aufgrund
d
er
grossen
Ge
fahr
einer
R
e
trauma
tisierung
nicht zuge
mutet werden kön
ne
beziehungsweise
eine
Ver
schlechterung des Gesund
heitszustandes zu erwarten sei.
5
.2.2
W
ie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführte
,
wird demgegenüber
seitens der Beschwerdegegnerin keiner Begründung vorgebracht, die ein Interesse an der Begutachtung bei med.
pract
.
B._
erk
ennen
l
ie
ss
e
, erwächst ihr doch durch die
anbegehrte
Begutachtung durch PD
Dr.
Y._
kein Nachteil. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdegegnerin an der Begutachtung durch med.
pract
.
B._
festhält.
Nachdem
die Beschwerdeführerin konkret entgegenstehende Umstände gegen eine Begutachtung bei med.
pract
.
B._
geltend
gemacht hat
, die nachvoll
ziehbar sind, ist
- auch mit Blick auf den im Verwaltungsrecht geltenden Grundsatz der
Verhältnis
mässigkeit
-
von d
er ausnahmsweisen Unzumutbarkeit einer Be
gutachtung
bei med.
pract
.
B._
auszugehen (vgl.
E. 5.1
hievor
)
und
antrags
gemäss
ein
psy
chiatrisches
Verlaufsgutachten bei PD
Dr.
Y._
in Auf
trag zu geben. Entgegen der Auffassung der
Beschwerde
gegnerin
(vgl. Urk. 7) ist mit
Dr.
C._
(Urk.
3)
davon aus
zu
gehen,
dass die
Anam
nese
anläss
lich einer solchen Verlaufsbegutachtung
nicht noch
mals
(vollends neu)
erhoben werden muss,
weil
si
ch
diese
bereits
aus dem
Gutachten vom 17. März 2009
ergibt
.
6
.
In
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Zwischenverfügung vom 2
5.
Juli 2013 n
ach dem
Ausgeführten
aufzuheben und die Sache an die
Be
schwerde
gegnerin
zurückzuweisen, damit sie ein psychiatrisches
Verlaufs
gut
achten
bei PD
Dr.
Y._
anordne
.
7
.
7
.
1
Im vorliegenden Verfahren geht es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen, weshalb das Verfahren kostenlos ist (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung).
7
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Nach § 34 Abs. 3 des
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich fest
zusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in
Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnöti
gen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7
.3
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als voll
ständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine
Prozess
entschädigung
hat.
7
.4
Mit Honorarnote vom 1
1.
März 2014 (Urk. 18) machte Rechtsanwalt Sebastian Lorentz, Zürich, Aufwendungen von insgesamt 9.35 Stunden sowie
Bara
uslagen von
Fr.
70.-- geltend und errechnete bei einem Stundensatz von
Fr.
250.-- ein Total von
Fr.
2‘600.
10
(
inklusive
MWSt
)
.
Unter Berücksichtigung
des geltend gemachten Zeitaufwandes von 9.35 Stun
den, des gerichtsüblichen
Stundenansatzes von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) und
der
Barauslagen in der Höhe von
Fr.
56.10 (Barauslagen pauschal 3
%
von
Fr.
1‘870.-- [9.35 x 200], zuzüglich
MWSt
)
ist ih
m
eine Entschädigung
von
Fr.
2‘
080
.20 (inklusive
MWSt
)
auszurichten.
Damit erweist sich das
bereits bewilligte
Gesuch der Beschwerdeführerin um
unent
geltliche
Rechts
verbeiständung
als gegenstandslos.