Decision ID: b587bb07-dae4-4968-be7d-b9d30f6d01e0
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war von 2007 bis 2014 für die
Y._
AG sowie für einige
Privat
haushalte
in der Hauswartung und Reinigung tätig (Urk. 7/1 S. 4 Ziff. 5.4, Urk. 7/4)
.
Unter Hinweis auf rechtsseitige Schulterschmer
zen mit Ausstrahlung in den Arm und die Hand meldete sie sich am 8. Mai 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Groupe
Mutuel Versicherungen GMA AG (
Groupe
Mutuel) als Unfallversicherung bei
(Urk.
7/7
) und holte bei
m
Zent
r
um
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
4. Mai 2017
erstattet wurde (Urk.
7/37
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/
40
-41;
Urk.
7/46;
Urk.
7/
55
;
Urk.
7/61
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6. April 2018
einen Rentenanspruch (Urk.
7/69
=
Urk. 2
).
2.
Die Versicherte erhob am
3. Mai 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
6. April 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
en weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
31. Mai 2018
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
21. Juni 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art. 8 ZGB
) hat die versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität. An diesem Nachweis kann es unter mehreren Aspekten mangeln: Die Einschränkung ist nicht gesundheitlich, sondern sozial/soziokulturell bedingt (1); die gesundheit
liche Einschränkung ist nicht evident, wiegt nicht schwer, sodass sie überwindbar und der versicherten Person die Verrichtung einer adaptierten Tätigkeit dennoch zumutbar ist (2); die Einschränkung ist medizinisch angeh- oder gar heilbar (3); die Einschränkung ist nur vorübergehender Natur, sei es, weil sie von selbst oder nach einer medizinischen Behandlung abklingt (4). Die entsprechenden Elemente (gesundheitlicher Charakter, Evidenz und Erheblichkeit, Unheilbarkeit und Dauerhaftigkeit der Beeinträchtigung) sind stets nachzuweisen, damit ein Anspruch auf eine Dauerleistung der Invalidenversicherung geltend gemacht werden kann (BGE 139 V 547 E. 8.1 und E. 9.4, BGE 140 V 290 E. 3.3.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen - insbesondere auf das
Z._
-Gutachten vom 4. Mai 2017
(Urk. 7/37)
und die Stellungnahme der
Z._
-Gutachter vom
2. November 2017 (Urk.
7/58)
- davon aus, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Es bestehe somit keine gesundheitliche Ein
schränkung im Sinne des Gesetzes (S. 1
f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Beurteilungen durch das
Z._
seien unverwertbar: An diesen
hätten Fachärzte der Neurologie, der Orthopädie/Traumatologie, der Inneren Medizin sowie der Psychiatrie mitgewirkt, zur Beurteilung der von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnose
Komplexes
R
egionales Schmerzsyndrom (
CRP
S
)
sei jedoch die Begutachtung eines Facharztes für Rheumatologie und Radiologie unabding
bar (S. 3 f. Ziff. 6).
Sie
sei seit der Schulteroperation vom 3. Juli 2013 arbeitsun
fähig, was aus diversen Arztberichten hervorgehe (S. 4 Ziff. 8). Die Feststellung der neurologischen Teilgutachterin, wonach kein Morbus Sudeck vorliege, stehe im Widerspruch zu den Beurteilungen sämtlicher behandelnder Ärzte (S. 4 f. Ziff.
9+
10).
Das Gutachten sei sodann hinsichtlich der Beweglich- und Unter
suchbarkeit der Extremitäten widersprüchlich (S. 5 Ziff. 11+12). Schliesslich werde sie zu Unrecht und voreingenommen des Vortäusche
ns nicht vorhandener Symptome
bezichtigt. Ihre leidende Haltung sei eine kulturelle Ausdrucksform (S. 6 Ziff. 16). Aufgrund des Morbus
Sudeck
und der
intraforaminalen
Diskusher
nie
zwischen dem 6. u
nd 7. Halswirbel (
C6-C7
)
mit Radikulopathie und chro
nischen Schmerzen sei sie massiv eingeschränkt, die Funktion des rechten Armes sei vollständig aufgehoben. Aufgrund dessen sei sie in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 6 f. Ziff. 17). Werde nicht hiervon ausgegangen, so seien im Sinne des Eventualantrages weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und ein Gutachten von Gutachtern sämtlicher für die Beurteilung des CRPS relevanten Fachrichtungen erstellen zu lassen (S. 7 Ziff. 18).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und insbe
sondere die Frage, ob zu dessen Beurteilung auf die Beurteilu
ng durch die
Z._
-Gutachterin
und Gutachter abgestellt werden kann.
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals
A._
führ
ten im Bericht vom 9. März 2012 (Urk. 7/6/1-2) aus, die
Beschwerdeführerin sei gemäss ihren Angaben
am Vortag über eine Treppe (3 Stufen) gestürzt und sei dabei mit dem rechten Fuss nach aussen umgeknickt (S. 1 oben).
3.
2
Die Ärzte der Chirurgischen Klinik des
Stadtspitals
B._
stellten im Bericht vom 6. September 2013 (Urk. 7/7/18) folgende Diagnosen:
-
k
omplette Ruptur des Supraspinatus (SSP), Platte 2, instabile lange Bizepssehne, extrinsisches
Impingement
bei
Acromiosporn
und sympto
matischer AC-Gelenksarthrose Schulter rechts
-
d
iagnostische Schulterarthroskopie rechts mit arthroskopischer Rekon
struktion des SSP (
3-reihig,
tension-banding
, LHB-
Tenodese
,
Tuber
kuloplastik
,
Acromioplastik
und AC-Gelenksresektion am 3. Juli 2013
-
Ruhigstellung mittels Abduktionskissen 30
Grad für 6 Wochen
-
ad physiotherapeutischer Mobilisation
Im Anschluss an die Operation vom 3. Juli 2013 sei eine Belastung über
6 Wochen nicht möglich gewesen, die Patientin sei bei sämtlichen Tätigkeiten im Haushalt stark eingeschränkt gewesen
. Sie sei vom 2. Juli bis mindestens zum 8. September 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig (gewesen).
3.3
Im Bericht vom 21. Oktober 2013 (Urk. 7/7/16) diagnostizierten die Ärzte des
B._
einen Verdacht auf
ein
CRPS (Ziff. 1). Die rechte Schulter könne nicht aus
reichend bewegt werden. Aktuell sei ein Arbeiten nur auf Gürtelhöhe gegeben (Ziff. 2). Aktuell laufe die weitere Diagnostik bezüglich eines CRPS. Solange keine genaue Aussage über diese Diagnose getroffen werden könne, sei eine Prognose
betreffend Wiederaufnahme der Arbeit
nicht möglich (Ziff. 5).
3.4
Im Bericht vom 11. Dezember 2013
(Urk. 7/7/13)
stellten die Ärzte des
B._
folgende
, hier verkürzt wiedergegebene
Diagnosen
(S. 1)
:
-
persistierende immobilisierende und invalidisierende Schmerzen im Bereich der rechten oberen Extremität (Differentialdiagnose
Frozen
Shoulder
, CRPS)
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts (...)
Die Patientin berichte immer noch über starke Schmerzen. Die ganze rechte Ext
remität sei aktuell mit einer praktisch fehlenden Funktion (S. 1 Mitte).
3.5
Im Bericht vom 11. Februar 2014 (Urk. 7/7/11) stellten die Ärzt
innen
der Abtei
lung Rheumatologie der Universitätsklinik
C._
folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1):
-
p
ersistierende Schmerzen der rechten oberen Extremität
-
Differentialdiagnose (DD)
frozen
shoulder
, DD Status nach CRPS
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts mit arthroskopischer Rekon
struktion des SSP am 3. Juli 2013
-
Vitamin-D-Mangel
-
Substitution seit Januar 2014
Die Patientin habe eine schwere Körperwahrnehmungsstörung
, insbesondere betreffend den rechten Arm
. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, dass sie sich weiter möglichst intensiv mit dem Arm beschäftige. Ein Teil davon sei die physiotherapeutische Betreuung, da die Patientin Supervision benötige (S. 1 Ziff. 3).
3.6
Die Ärzte der Abteilung Orthopädie der Universitätsklinik
C._
stellten
im Bericht vom 17. Februar 2014 (Urk. 7/10/6-9)
bei unveränderter Diagnosestellung
fest
, die Patientin sei
vom 6. bis am 25. Januar 2014 in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen.
S
ie
klage
über persistierend starke Schmerzen im Bereich der Streckseite des gesamten rechten Armes von der Schulter ausgehend bis in die Finger 2-4 ausstrahlend. Der Schmerz sei dauernd vorhanden in einer Intensität
von
5/10
auf der visuellen Analogskala (VAS)
. Der Arm fühle sich sehr schwer an, die Hand sei ständig geschwollen (S. 1 unten). Die Hospitalisation sei im Rahmen einer multimodalen rheumatologischen Komplexbehandlung erfolgt. Eine Schulter
untersuchung sei wegen der Schmerzen nicht toleriert worden. In der Bildgebung der rechten Schulter mittels Sonographie und
Arthro
-Magnetresonanztomogra
phie (MRI) hätten sich postoperative Veränderungen im zu erwartenden Ausmass gezeigt. Das MRI sowie die konventionellen Röntgenaufnahmen der Halswirbel
säule (HWS) hätten weder relevante degenerative Veränderungen noch Hinweise auf eine Neurokompression gezeigt (S. 3 Mitte). Die Patientin sei in ein intensives physio- und ergotherapeutisches Behandlungsprogramm eingebunden worden. Vorrangiges Ziel sei eine Verbesserung der Körperwahrnehmung gewesen, wobei nur sehr diskrete Fortschritte hätten erreicht werden können.
Während des gesamten Aufenthalts sei eine anhaltend schwere Wahrnehmungsstörung aufge
fallen. Der beigezogene psychiatrische
Konsilarius
werte die Symptomausweitung auf den gesamten rechten Arm als Ausdruck einer psychophysischen Überforde
rung des Bewältigungsvermögens (S. 3 f.).
3.7
Dr.
D._
, Chefarzt Traumatologie des
B._
, führte im Bericht vom 5. März 2014 (Urk. 7/7/9-10
= Urk. 7/10/10-11
) bei unveränderter Diagno
se
stellung
aus,
all die im Rahmen der Hospitalisation in der Universitätsklinik
C._
erfolgten
Unter
suchungen zeigten keine relevante interventionsbedürf
tige Pathologie (S. 1 Mitte). In der Schulter rechts finde sich eine mässige Schwel
lung der gesamten rechten oberen Extremität mit diffuser
Druckdolenz
bis in die Hand. Aufgrund der Schmerzen sei eine konklusive Untersuchung der Schulter praktisch nicht möglich. Die Beweglichkeit im Bereich des Handgelenkes sowie der Finger sei stark eingeschränkt. Auch die aktive Ellbogenbeweglichkeit sei eingeschränkt. Eine Abduktion im Bereich der Schulter sowie d
ie
Flexion im Schulterbereich und Rotationsbewegungen seien praktisch nicht möglich (S. 2 oben). Aktuell werde keine vernünftige chirurgische Interventionsmöglichkeit gesehen, um den Zustand zu verbessern. Es blieben wohl einzig die eingeschla
genen therapeutischen Massnahmen (medikamentös sowie auch physio- und ergotherapeutisch) konsequent weiterzuführen (S. 2 Mitte). Die rechte obere Ext
remität sei für die Patientin aktuell praktisch ohne Funktion, so dass sie weder Hausar
beiten noch die Arbeit als Haus
wartin vernünftig durchführen könne (S. 2 unten).
3.8
Die Ärzte der
Abteilung Rheumatologie der
Uni
versitäts
klinik
C._
führten im Bericht vom 13. März 2014 (Urk. 7/7/6) aus, die Patientin habe postoperativ ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom entwickelt, welches im Verlauf zu einer Symp
tomausweitung auf den gesamten rechten Arm mit schwer eingeschränkter Funktionalität geführt habe (Ziff. 3).
3.9
Im Antwortschreiben an die
Groupe
Mutuel vom 26. März 2014 (Urk. 7/7/5) füh
rte
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.7
) aus, aktuell sei nur die linke obere Extre
mität für Arbeiten zu gebrauchen, auch kleinere Arbeiten seien mit der rechten oberen Extremität nicht möglich. Eine abschliessende Prognose betreffend Wiederaufnahme der Arbeit könne nicht gestellt werden, eine 100%ige Wieder
eingliederung sei jedoch höchst unwahrscheinlich.
3.10
Die Ärzte des Instituts für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin des
B._
führten am 19. Juni 2015 ein MRI der HWS durch. Im gleichentags verfassten Bericht (Urk. 7/37/69) führten sie aus, es liege eine
intraforaminale
Diskushernie im Segment
des Halswirbelkanals (
HWK
)
6/7 rechts
mit Obliteration des
Neuro
foramens
und Kompress
ion der Nervenwurzel C7 rechts und
eine abgeflachte Lor
dose der HWS mit mehrsegmentaler leichtgradiger
Chondrose
ohne
Osteochond
rose
vor.
3.11
Dr.
E._
, Fachärztin für Allgemeine
I
nnere Medizin,
führte
im Bericht vom 20. Juli 2015 (Urk. 7/10/1-5)
aus, sie behandle die Beschwerde
führerin seit dem 17. November 1998 (Ziff. 1.2). Sie nannte
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1)
:
-
z
ervikoradikuläres
Schmerzsyndrom C7 re
chts
bei obliterierender Diskushernie
HWK 6/C7
seit mindestens April 2015
-
persistierende Schmerzen der rechten oberen Extremität bei Status nach Schulterarthroskopie rechts mit arthroskopischer Rekonstruktion des SSP am 3. Juli 2013
-
Status nach CRPS und
frozen
shoulder
. Erste Schmerzen seit zirka 2008, starke Zunahme nach einem Treppensturz am 8. März 2012
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie:
-
Hypothyreose seit 2007
-
ausgeprägtes postmenopausales Syndrom seit 2014
Am 28. September 2012 habe die Beschwerdeführerin erstmals berichtet, sie habe seit zirka 5 Jahren Schulterschmerzen, vor allem nachts.
Später habe sie korri
giert, dies habe
zugenommen nach einem Sturzereignis vom 8. März 2012, wo sie sich den Knöchel vertreten habe. Im Anschluss an die Operation vom 3. J
u
li 2013 habe die Beschwerdeführerin nicht nur starke Schmerzen der rechten Hand, sondern auch eine Schwellung und eine Überhitzung
derselben bemerkt. Dies sei ihr,
Dr.
E._
, am 11. Oktober 2013 ebenfalls aufgefallen, es sei also als Komplikation eine «Sudeck»-Krankheit, das CRPS, eingetreten. Als zweite Kom
plikation habe sich eine «
frozen
shoulder
» entwickelt, eine Schultersteife durch die starr werdende Schultergelenkskapsel. Es habe sehr viel Überzeugungsarbeit gebraucht, um die Beschwerdeführerin für die nötigen Therapien zu motivieren, schliesslich habe sie aber Fortschritte sehen und wieder ein gewisses Arbeitspen
sum in einem privaten Haushalt aufnehmen können. Gleichwohl habe sie die starken Schmerzmittel (Opioide) nie ganz weglassen können. Am 10.
April 2015 habe sie berichtet, dass im Anschluss an eine vermehrte Beanspruchung infolge Treppenhausreinigung die Schulter wieder so stark schmerze wie früher, auch würden die Finger taub. Ein MRI der Halswirbelsäule habe
eine klare Quetschung der Armnerven durch einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule gezeigt. Grundsätzlich könnte eine gute Erholung eintreten, falls sich eine wirksame Behandlung der Nerveneinklemmung finden lasse. Eine Unsicherheit bestehe betreffend die psychische Situation, die Beschwerdeführerin habe durch die Prob
leme im rechten Arm so viele Rückschläge einstecken müssen, dass sie fast verzweifle (Ziff. 1.4).
Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit dem 3. Juli 2015 (richtig wohl: 2013).
3.12
Dr.
F._
, Fachärztin für Neurochirurgie
, führte im Bericht vom 23. Oktober 2015 (Urk. 7/12) aus, die Patientin habe sicher eine grosse muskuläre Schwäche als Folge einer Schulteroperation und eine
progres
sive
Aggravierung
der
Schmerzen im Dermatom C7 rechts mit elektrisierender Schmerzkomponente (S. 1 Ziff. 1.4)
3.13
Im Bericht vom 19. April 2016 (Urk. 7/20) führte Dr.
F._
aus, im Vergleich zum auswärtigen MRI vom 19. Juni 2015 seien die unklaren Strukturen im
Foramen
C6/C7 rechts nicht mehr zu sehen. Es könnte sich auch nur um eine Vene handeln (S. 1 Mitte). Sie denke nicht, dass die Arbeitsfähigkeit durch medi
zinische Massnahmen verbessert werden könne. Die Motivation der Patientin beurteile sie auf 5 von 10 Punkten (S. 2 Mitte).
3.14
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.
11
) führte im B
ericht zuhanden der Beschwerde
gegnerin vom 13. Juni 2016 (Urk. 7/23/1-4) aus, die Patientin habe ihr in den letzten Jahren immer wieder einen sehr depressiven, hoffnungslosen Eindruck gemacht. Dies sei durch die wiederkehrenden Komplikationen nachvollziehbar, die die Patientin dadurch erfahre, das
s sie die Kontrolle über den Arm
immer wieder verliere. Obschon sie sie als motiviert einschätze, könne die Umsetzung der Therapie hierdurch erschwert sein (Ziff. 4.4).
3.15
Dr.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
führte im B
ericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 23. Juni 2016
(Urk. 7/24) aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem 15. Dezember 2015 (Ziff. 1.2). Als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (Ziff. 1.1):
-
schwere CRPS Arm/Hand rechts
-
C-Radikulopathie rechts
Es hätten sich CRPS Zeichen an der rechten Hand gefunden (Ödem, Temperatur
differenz
, A
trophie). Die Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit betrage 100
%
(Ziff. 1.6). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht mög
lich (Ziff. 1.7).
3.16
Im Verlaufsbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 22. November 2016 (Urk. 7/29) hielt Dr.
G._
unter Ziff. 2.1 fe
st: «Kann nicht mehr arbeiten!»
Die Motivation beurteile sie auf 5 von 10 Punkten (Ziff. 4.3). Als Faktoren
, welche die Krankheit aufrecht
erhalten, nannte sie finanzielle Schwierigkeiten und Depression (Ziff. 4.4).
3.17
Dr.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 17. Dezember 2016 (Urk. 7/39 S. 7) aus, nachdem offensichtlich auch psycho
soziale Faktoren vorlägen, welche zumindest theoretisch eine nicht unerhebliche funktionelle Überlagerung der zweifellos vorhandenen somatischen Gesundheits
schäden bewirken könnten, und auch die apodiktische Angabe einer dauerhaft vollständigen Arbeitsunfähigkeit anhand der Aktenlage nicht wirklich überzeu
gen könne, bedürfe es einer polydisziplinären Begutachtung.
4.
4.1
Am 4. Mai 2017 erstatteten Dr.
I._
, Fachärztin für Neurologie, Dr.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Dr.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
L._
,
Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin,
Z._
,
ihr polydisziplinäres Gutachten (Ur
k. 7/37
).
4.2
Im neurologischen Teilgutachten stellte Dr.
I._
keine Diagnosen (S. 24 Ziff. 4).
Aufgrund der anamnestischen Angaben lasse sich die angegebene Schmerzausstrahlung keiner peripheren Nervenstörung,
Radikulopathie
oder
Plexusläsion
zuordnen. Die weiterführende neurologische Untersuchung habe ebenfalls keine objektivierbaren Zeichen einer peripheren Nervenstörung erge
ben. Es fänden sich keine Unterschiede der
Trophik
zwischen rechtem und linkem Arm, es zeigten sich keine Atrophien, keine sicheren Sensibilitätsausfälle, keine Reflexdifferenzen und insbesondere ergäben sich keine Hinweise auf eine Verän
derung der Schweisssekretion. Die geklagten Schmerzen und die von der Ver
sicherten durchgeführte Bewegungslosigkeit des rechten Armes und der rechten Hand liessen sich nicht objektivieren. Es liege kein neurologisches Krankheitsbild vor und insbesondere ergäben sich keine Hinweise für einen Morbus Sudeck. Die Arbeitsfähigkeit sei auf neurologischem Gebiet nicht eingeschränkt (S. 24 Ziff. 5).
4.3
Im orthopädisch-traumatologischen Teilgutachten
stellte Dr.
J._
keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er ein chronisches
zervikovertebrales
Syndrom mit demonstrierter Funktionseinschränkung (S. 33 Ziff. 4).
Die Halswirbelsäulenbeweglichkeit werde nahezu aufgehoben dargestellt. Dieser Befund sei mit den beobachteten Bewegungen während der gesamten Exploration nicht konsistent; die Versicherte habe hierbei den Kopf zu beiden Seiten, zum Ehemann und zu der Dolmetscherin, zu mindestens 45 ° rotieren können. Die Konturen der Hand- und Fingergelenke seien seitengleich erhalten, die rechte Handinnenfläche sei diskret schwitzig, die Hand sei durch einen angezogenen
Kompressionsstrumpf und eine warme Tasche deutlich erwärmt worden. Die
Hohlhandbeschwielung
sei seitengleich gering. Der Faustschluss, die Langfinger
streckung könne aktiv nicht demonstriert werden; passiv könne eine vollständige Streckung der Finger und ein Faustschluss erzielt werden (S. 31). Die passiv geführte Bewegungsuntersuchung lasse für Brust- und Lendenwirbelsäule keine Funktionsmessung zu. Hingegen sei die Versicherte in der Lage, im
Langsitz
ent
spannt zu sitzen; der Fingerspitzen-Zehenspitzen-Abstand links betrage 8
cm
(S. 32 oben).
Radiologisch stünden leichtgradige Veränderungen in krassem Wider
spruch zu den aufgehobenen demonstrierten Funktionen (S. 33 Mitte).
In der Untersuchung hätten sich das rechte Schultergelenk, das rechte Ellenbo
gengelenk, die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule weder aktiv noch passiv untersuchen lassen. Die entsprechenden Funktionen würden als aufgehoben dar
gestellt.
Weitere bildtechnische Diagnostik habe seitens der Schulter kein Korrelat für die Funktionseinschränkung aufzeigen können. Im Bereich der Halswirbel
säule werde
radiologischerseits
eine Kompression der Nervenwurzel C6/C7 rechts beschrieben. Dies erkläre jedoch die aufgehobene Funktion
der Halswirbelsäule
nicht. Ebenso sei die aufgehobene Darstellung der Brust- und Lendenwirbelsäule nicht nachvollziehbar. Auch sie wiesen kein strukturelles Korrelat auf
, welches diese Funktionseinschränkung erklären könne
.
Daher könne aus orthopädischer Sicht seitens der rechten Schulter, des Ellenbogens, der Hand- und Fingergelenke und auch der Brust- und Lendenwirbelsäule keine Diagnose erhoben werden (S. 34 oben). Die Versicherte sei in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne wesentliche Einschränkung durchzuführen. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit seien aus orthopä
discher Sicht nicht eingeschränkt (S. 34 Mitte).
4.4
Im internistischen Teilgutachten stellte
Dr
.
L._
keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Relevanz auf die Arbeits
fähigkeit nannte er (S. 41 Ziff. 4):
-
Hypothyreose (substituiert)
-
Adipositas BMI 35.5 kg/m
2
-
V
erdacht auf nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
Die Arbeitsfähigkeit sei in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit aus inter
nistischen Gründen nicht eingeschränkt (S. 42 Mitte).
4.5
Im psychiatrischen Teilgutachten stellte Dr.
K._
keine Diagnosen (S. 50 Ziff. 4).
Bei der Versicherten sei eine eher diffuse psychiatrische Symptomatik beschrie
ben, die auch von ihr präsentiert worden sei, allerdings keinem bekannten psy
chiatrischen
Störungsbild zugeordnet werden könne. Ihre Angaben wirkten inkonsistent, ihr Auftreten wirke aufgesetzt, eine konkrete Symptomatik habe sie auch auf Nachfrage nicht benennen können. Auch aus diesem Grund sei die Durchführung eines Beschwerdevalidierungsverfahrens geboten gewesen, das ein höchst auffälliges Ergebnis gezeigt habe. Auch die Medikation scheine nur partiell eingenommen zu werden (S. 50 Ziff. 5). Die Auffälligkeiten im Beschwerde
validierungsverfahren deuteten auf das gezielte Vortäuschen einer nicht vorhan
denen Symptomatik hin. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt (S. 52 Mitte). Offenbar sei bisher nicht daran gedacht worden, dass die Beschwerde
symptomatik aggraviert beziehungsweise simul
i
ert sein könnte (S. 52 unten).
4.6
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung (
S. 9 ff.
) stellten die Gut
achter dieselben Diagnosen wie in den Teilgutachten (S. 9 Mitte). Es bestehe mithin eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Anamnese und den erhobenen Befunden. Radiologisch stünden leichtgradige radiologische Veränderungen im krassen Widerspruch zu den aufgehoben demonstrierten Funktionen. In allen untersuch
ten Fachgebieten könne keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussende gesundheitliche Störungen gefunden werden. Es fänden sich keine klinisch strukturellen Korre
late, welche die Funktionseinschränkungen erklären würden.
Die Angaben der Versicherten wirkten inkonsistent, ihr Auftreten wirke aufgesetzt. Die Auffällig
keiten im durchgeführten Beschwerdevalidierungsverfahren deuteten auf das gezielte Vortäuschen einer nich
t vorhandenen Symptomatik hin
(S. 11 oben). Retrospektiv sei
die Arbeitsfähigkeit
durchaus nach Rekonstruktion der Supraspi
natussehne im Juli 2013 für drei bis vier Monate aufgehoben
(gewesen)
. Anschliessend sei eine sukzessive Aufnahme der Arbeitsfähigkeit die Regel. Polydisziplinär ergäben sich keine Diagnosen, die eine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten (S. 12 oben).
Anlässlich der Diskussion von Ausschlussgründen wie Aggravation führten die Gutachter aus, nebst den Auffälligkeiten im Beschwerdevalidierungsverfahren scheine auch die Medikation nur partiell eingenommen zu werden. Es lägen inkonsistente somatische Befunde vor. Einerseits
seien
nur wenige eingeschränkte HWS-Funktion
en
währen
d
der Exploration beobachtet
worden
, während bei gezielter Funktionsuntersuchung der HWS eine aufg
ehobene Funktion demons
triert wo
rde
n sei
. Andererseits begründeten die strukturellen radiologischen Veränderungen nicht das Ausmass der demonstrierten Funktionseinschränkun
gen. Es fänden sich auch keine objektiven Zeichen (Atrophien), welche das berichtete Nicht-Einsetzen des rechten Armes begründeten (S. 13 Ziff. 4).
Betreffend Behandlung und Eingliederung lägen insoweit Hinweise für fehlende Kooperation vor, als dass die Medikamentenspiegel zeigten, dass die Medika
mente nicht regelmässig eingenommen würden. Physiotherapeutische Massnah
men fänden seit 5 Monaten nicht mehr statt (S. 15 Ziff. 2).
Sowohl in der angestammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätig
keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 11 unten f.).
5.
5.1
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.15
)
führte
in ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2017 (Urk. 7/41 = Urk. 7/49) zum Vorbescheid vom 15. Mai 2017 (Urk. 7/40 = Urk. 7/44 = Urk. 7/52)
aus
, die Beschwerdeführerin leide an einer schweren CRPS des rechten Armes, beg
leitet auch von einer schweren z
ervikalen Radikulopathie. Das Schmerzsyndrom und das psychische Leiden seien signifikant. Sie leide auch an
einer
Depression und schweren chronischen Kopfschmerzen. Sie könne nicht mehr arbeiten, sie sei zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine IV
(-Rente)
sei für die Beschwerdeführerin hochindiziert.
5.2
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.11
) führte in ihrer Stellungnahme vom 1. Sep
tember 2017
(Urk. 7/53)
zum polydisziplinären Gutachten aus, die entscheidende Disziplin, die sich mit CRPS beschäftige, sei
die Rheumatologie.
S
pezialisierte Rheumatologen
seien
hier nicht beigezogen worden. Es scheine nicht verstanden worden zu sein, dass die Beschwerdeführerin eine schwere Verlaufsform eines CRPS des ganzen Armes erlitten habe und nicht eine reine Störung an der Schul
ter (S. 1 oben). Es würden keine spezifischen Anamnesen oder Untersuchungen hinsichtlich des CRPS erwähnt. Insbesondere habe der Orthopäde keine Bildge
bung der Hand oder des Arms angeordnet, um beispielsweise zu überprüfen, ob ein Demineralisation des Knochens vorhanden sei, was bei einem ausgeprägten Stadium des CRPS zu erwarten sei. In ihrer Sprechstunde hätten sich deutlich
e
Beschwerden in der rechten Hand gefunden. Diese Stelle sei im G
utachten einfach nicht beachtet
worden, sei aber in der hausärztlichen Betreuung das erste Signal überhaupt für das Anbahnen des schweren CRPS g
e
wesen.
Auch beschreibe der Gutachter eine Diskrepanz zwischen seinen Befunden an der Wirbelsäule und der beklagten Bewegungseinschränkung, was mechanistisch gedacht korrekt sei, doch schone sich
die Beschwerdeführerin
aus Angst vor Schmerzen und nicht, weil die Halswirbelsäule wirklich steif sei (S. 1 Mitte).
Der neurologische Teilgut
achter habe eine normale Schweisssekretion erwähnt. Die
abnormale Schweisssekretion sei ein typisches Symptom
in eine
r akuten
CRPS-Phase, das in ihrer Sprechstunde am
6. September 2013 auch stark vorhanden gewesen sei. In diesem Spätstadium sei es eben nicht mehr so klar zu beobachten (S. 1 f.).
Dem psychiatrischen Teilgutachter sei eine deutlich leidende Haltung aufgefallen, die übertrieben scheine. Das sei durchaus auch das Bild, das sie, Dr.
E._
, über die Jahre sehe. Sie habe dies nicht als eine mutwillige Aggravation verstan
den, sondern als die Möglichkeit der Beschwerdeführerin, sich und ihre Situation durchaus im Rahmen ihrer kulturellen Ausdrucksform verständlich zu machen. Fraglich sei auch, mit welchen Medikamenten sie ihre Begutachtung angetreten habe. Beispielsweise mache das
Lioresal
sehr müde, die Patienten könnten wie «verladen» wirken, das gleiche gelte für die Opiate (S. 2 oben). Es bestehe ein Restzustand bei einem CRPS des rechten Arms und eine depressive Störung, mög
licherweise zusätzlich eine Schmerzverarbeitungsstörung. Hingegen habe sich der zusätzlich aufgetretene Nerven-Reizzustand durch eine Diskushernie in der Hals
wirbelsäule
unterdessen wieder zurückgebildet, diesbezüglich sei dem neurolo
gischen Teilgutachter zuzustimmen (S. 2 unten).
5.3
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.15
) führte in ihrer Stellungnahme vom 5. September 2017
(Urk. 7/54)
zum polydisziplinären Gutachten aus,
ein
CRPS könne sich verschieden präsentieren, je nach «Level» der Krankheit. Auch die trophischen Veränderungen, die Atrophie und die weiteren Zeichen der Krankheit könnten sehr verschieden sein und von Patienten zu Patienten variieren. Charakteristisch sei allerdings der chronische Schmerz mit einer Ausstrahlung, die keinem Dermatom entspreche. Typisch seien die Parästhesien, das Ameisengefühl und das Taubheitsgefühl, die nicht objektivierbar seien, aber die Lebensqualität deutlich verschlechterten. Diese Schmerzen seien bei der Beschwerdeführerin so signifi
kant, dass sie eine Parese des rechten Arms entwickelt habe. Es gebe sehr wohl eine Temperaturdifferenz von 2 Grad zwischen dem kälteren rechten und dem linken Arm
und eine Reflexdifferenz beim Trizeps (rechts schwächer als links). Die Funktionseinschränkungen seien absolut eine Charakteristik von CRPS (S. 1 Ziff. 1). CRPS könne man eben nicht neurologisch zuordnen. Es sei ein zentraler Schmerz, der sich von einer ursprünglich peripheren Läsion entwickle und die genauen pathophysiologischen Mechanismen seien unbekannt. Fehlende Zuord
nung sei daher kein Argument (S. 2 Ziff. 3). Schweissausfälle und
Trophikände
rungen
seien oft zu beobachten und danach (wieder) weniger ausgeprägt gewesen (S. 2 Ziff. 4). Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
arbeitsunfähig, wobei keine Möglichkeit einer angepassten Tätigkeit gesehen werde. Eine psychiatrische Störung liege nicht vor, aber auch nicht ein Vortäuschen (S. 2 Ziff. 5).
5.
4
RAD-A
rzt Dr.
H._
(vorstehend E. 3.17
) führte in seiner Stellungnahme vom 27.
September 2017
(Urk. 7/67 S. 2 f.) aus, für die Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit bei Beschwerden des Stütz-, Halte- und Bewegungsapparates seien bei Begutachtungen ausschliesslich die Funktion der einzelnen Wirbelsäu
lenabschnitte und der
Extremitätengelenke
entscheiden
d
, nicht aber – entgegen der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 7/55 S. 4 Ziff. 10) - deren radiologischer Befund, welcher lediglich als ein Mosaikstein neben anderen das Bild einer Diag
nose ergebe (S. 3 Ziff. 3).
5.5
Die
Z._
-Gutachter nahmen am 2. November 2017 (Urk. 7/58) Stellung zu den Stellungnahmen von Dr.
E._
(vorstehend E. 5.2) und Dr.
G._
(vorste
hend E. 5.3). Es sei
mit Dr.
E._
richtig, dass die eigentliche Ursache des Morbus Sudeck nicht bekannt sei. Die Krankheitszeichen seien hingegen eindeu
tig
durch neurologische Pathologien
bedingt. Als Beispiel sei das CRPS II heran
zuziehen, da es zusätzlich nervale Ausfälle beschreibe. Ein CRPS werde in der Regel vom Neurologen beurteilt. Selbst in einem Spätstadium des CRPS seien - wenn auch in verminderter Form – trophische Veränderungen zu erwarten und diese liessen sich bei der Untersuchung auch finden. Aktuell zeige die Versicherte (aber) keine trophischen Störungen, auch nicht in minimalster Form (S. 1 unten).
Grundsätzlich sei die Aussage
von Dr.
G._
korrekt, dass sich ein CRPS klinisch verschieden darstellen könne. Trophische Veränderungen könnten variieren, auch die Atrophien, auch das sei richtig. Jedoch lägen bei der Ver
sicherten keine Atrophien oder trophischen Veränderungen vor, auch nicht in Minimalausprägung. Allein aus der Tatsache, dass ein chronischer Schmerz vorliege, der sich
nicht radikulär zuordnen lasse
, folge nicht konsekutiv, dass ein Morbus Sudeck vorliegen müsse (S. 2 Mitte). Die Aussage, die Schmerzen seien so signifikant, dass sie eine Parese des rechten Armes entwickelt habe, sei neuro
logisch nicht haltbar. Schmerzen führten nicht zu Paresen, allenfalls könnten sie Inaktivitätsatrophien auslösen, welche jedoch bei der Versicherten zum Unter
suchungszeitpunkt sicher nicht vorgelegen
hätten
. Eine Parese liege dann vor, wenn die Kraftgrade der einzelnen Muskeln vermindert sei. Dies liege bei der Versicherten ebenfalls nicht vor (S. 2 unten).
Die Budapest
K
riterien seien nicht erfüllt, ein CRPS liege somit nicht vor. Eine Abschwächung des
Trizepssehnen
reflexes
(TSR) isoliert ohne begleitende Paresen, ohne passende
dermatonale
Schmerzausstrahlungen und ohne passende Gefühlsminderung besitze keinen Krankheitswert (S. 3 Ziff. 2). Die Aussage, ein CRPS könne man nicht neurolo
gisch zuordnen, sei falsch. Ein CRPS II sei durch neurologische Ausfälle gekenn
zeichnet. Die genannte ursprüngliche periphere Läsion sei im Übrigen nicht nach
vollziehbar (S. 3 Ziff. 3).
Schweissausfälle müssten
unabhängig von ihrem Aus
mass und ihrer Ausprägung klinisch nachweisbar sein. Dies sei bei der Beschwer
deführerin nicht der Fall (S. 3 Ziff. 4).
Die mit dem
Einwand
vorgebrachte
Aussage
der Beschwerdeführerin, zur Prüfung eines Rückgangs der Knochensubstanz im Vergleich hätte eine bildgebende Untersuchung beider Hände und Arme durch den Orthopäden angeordnet werden müssen (Urk. 7/55 S. 4 Ziff. 10),
bezeichneten
die
Z._
-Gutachter
als
nicht zutreffend, da zunächst das klinische Erscheinungsbild der rechten oberen Extre
mität nicht einem Morbus Sudeck zugeordnet werden könne. Zudem sei eine Röntgendiagnostik der rechten oberen Extremität inklusive Schultergelenk und rechter Hand erfolgt. In der Röntgendarstellung der rechten Hand habe keine für den Morbus Sudeck pathognomonische fleckförmige Entkalkung nachgewiesen werden können, so dass das Krankheitsbild nicht habe objektiviert werden können. Aus diesem Grund fehle der Forderung einer Vergleichsaufnahme mit der Gegenseite unter besonderer Berücksichtigung der Strahlenexposition die fachliche Grundlage (S. 4 Ziff. 10).
Die fachlichen Ausführungen der genannten Schreiben enthielten keine neuen medizinischen Aspekte, die zu einer Änderung des Gutachtens vom 4. Mai 2017 führen könnten (S. 4 unten).
5.
6
Dr.
M._
,
Chefarzt
der Abteilung Rheumatologie der Uni
ver
sitätsklinik
C._
,
führte
im Sprechstundenbericht vom 23. Januar 2018 (Urk. 7/64/8-9) aus, die Zuweisung sei mit der Frage nach einem vorliegenden CRPS an der rechten oberen Extremität erfolgt. Aktuell ergäben sich keine Hin
weise auf ein florides CRPS. Nicht passend sei die persistierende Schwellungsnei
gung, welche charakteristischerweise in den ersten 6
Monaten abnehme. Die beschriebenen vegetativen Veränderungen würden auf eine mögliche sympa
thisch unterhaltene Schmerzkomponente zurückgeführt (S. 2 Mitte).
Im Begleitschreiben vom 8. Februar 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/64) führte Dr.
M._
aus, er habe die Patientin einmalig in seiner Sprechstunde am 23. Januar 2018 beurteil
t
und könne die gestellten Fragen ent
sprechend nicht konklusiv beurteilen.
5.
7
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.15
) führte in ihrer Stellungnahme vom 30. März
2018 (Urk. 7/66) aus, Dr.
M._
sage, dass er den Zustand nicht konklusiv beurteilen könne und dass keine floride CRPS bestehe, nicht
aber,
dass keine CRPS bestehe. Ausserdem gebe es einen Widerspruch, indem er vegetative Veränderungen erwähne, die er auf eine sympathisch unterhaltene Schmerzkom
ponente zurückführe. Medizinisch gesehen handle es sich um eine Reflex
Sympathetic
Dystrophy
(RSD), die einer Form der CRPS entspreche (S. 1 f.)
.
RSD und CRPS seien nicht gut verstandene Krankheitsbilder und es gebe eine extrem grosse Variabilität bezüglich klinische Zeichen (S. 3 Mitte).
6.
6.1
Das
Z._
-Gutachten vom
4. Mai 2017 (Urk. 7/37) ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwe
rden, wurde in Kenntnis der
Vor
akten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und seine Schlussfolgerungen sind begründet.
Es vermag somit den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. vorstehend E. 1.4) zu genügen, weshalb grundsätz
lich darauf abgestellt werden kann.
In der Stellungnahme vom 2. November 2017 führten die
Z._
-Gutachter sodann in differenzierter Weise gut nachvollziehbar aus, weshalb die inzwischen eingegangen ärztlichen Stell
ungnahmen der behan
delnden Ärztinnen
Dr.
E._
und Dr.
G._
zu keiner Änderung des Gutachtens führen können (vorstehend E. 5.5).
6.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich auf den Standpunkt, das Gutachten sei nicht verwertbar, weil zur Beurteilung der von den behandelnd
en Ärzten gestellten Diagnose C
R
P
S die Begutachtung
durch
eine
n
Facharzt für Rheumatologie und Radiologie unabdingbar sei
, und verwies dabei auf einen rheumatologischen Fachartikel
(vorstehend E. 2.2). Dabei
verkennt sie, dass i
nvalidenversicherungs
rechtlich nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend sind, sondern die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E.3.2.1 S. 281
mit Hinweis auf BGE 127 V 294).
Weiter obliegt es den Gutachterinnen und Gutachtern, die notwendigen Fachrichtungen beizu
ziehen.
Es
ist
naheliegend
, dass
die behandelnden Ärztinnen
eine Aggravation oder gar Simulation der Beschwerden seitens der Beschwerdeführe
rin
grundsätzlich
vernein
t
en
und von voller Arbeitsunfähigkeit ausgingen
.
Dem RAD-Arzt Dr.
H._
(vorstehend E. 3.
17
)
ist
jedoch
darin zuzustimmen, dass
es apodiktisch erscheint, wenn
Dr.
G._
im Juni 2016 schreibt: «Kann nicht mehr arbeiten!» (vorstehend E. 3.
16
). Dies wirkt nicht neutral
und kaum beweiskräftig
, ebenso wenig wie ihre Beurteilung vom Juni 2017: «Frau
X._
kann nicht mehr arbeiten. Sie ist 100
%
arbeitsunfähig. Eine IV ist für diese Patientin
hochindi
ziert
» (Urk. 7/41).
Hier hat das Gericht
-
bei Berichten von behandelnden Ärzten
-
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc
S. 353 mit weiteren Hinweisen), sprich deren Gesundheitsbeeinträchtigung tendenziell eher gravierender und deren Arbeitsfähigkeit tendenziell eher tiefer einschätzen als dies objektiv gerechtfertigt wäre.
Umso bemerkenswerter ist
es nach dem Gesagten
, dass
die Hausärztin
Dr.
E._
im Juli 2015 berichtet hatte, es habe sehr viel Überzeugungsarbeit gebraucht, um die Beschwerdeführerin für die nötigen Therapien zu motivier
en (vorstehend E 3.10), was stimmig ist
mit der Aussage von Dr.
F._
,
wonach
sie die Motivation auf 5 von 10 Punkte
beurteile
(vorstehend E. 3.
12
).
Mindestens e
benso
bemerkenswert
ist
die Bestätigung durch Dr.
E._
, dass die Beschwerdeführerin eine deutlich leidende Haltung zeige, die übertrie
ben scheine (vorstehend E. 5.2).
Dies mit
Dr.
E._
und
der Beschwerdeführerin
(vorstehend E.
2.2)
verharmlosend als kulturelle Ausdrucksform
an
sehen zu wollen, wird der Bedeutung dieses Verhaltens in einer polydisziplinären Begut
achtung zur Abklärung von substanziellen finanziellen Ansprüchen gegenüber einer Sozialversicherung nicht gerecht.
6.3
Im Gutachten wurden die
erheblichen
Inkonsistenzen denn auch ausführlich und gut nachvollziehbar dargelegt
(vorstehend E. 4.5+6)
. So war es nicht nur das Auftreten der Beschwerdeführerin, welches aufgesetzt wirkte, sondern das Beschwerdevalidierungsverfahren ergab auch effektiv höchst auffällige Werte. Zudem wurde nur bei gezielter Untersuchung der Halswirbelsäule eine aufgeho
bene Funktion demonstriert, während diese im Übrigen nur wenig eingeschränkt war.
Weiter wurde die Medikation nur partiell eingenommen und es fanden bereits seit 5 Monaten keine physiotherapeutischen Massnahmen mehr statt, was auf einen
e
her geringen
Leidensdruck schliessen lässt.
Klinisch strukturelle Korrelate, welche die geklagten Funktionseinschränkungen erklären würden, fan
den sich nicht. Zur Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin täusche ihre Beschwerden vor, hatten die Gutachter somit
triftige
objektive Gründe.
Diese wurden im Nachgang zum Gutachten weder von den behandelnden Ärztinnen noch von der Beschwerdeführerin auf- oder angegriffen, was
ihnen
zusätzlich
es
Gewicht
verleiht
.
Dies zieht nach sich, dass auch hinsichtlich der divergierenden ärztlichen Fest
stellungen
betreffend die
möglichen CRPS-Symptome
der Veränderungen
der
Trophik
und
der Schweisssekretion nicht den behandelnden Ärzt
inn
en, sondern den Gutachtern zu folgen ist, welche in der Stellungnahme vom 2. November 2017 mit Nachdruck festhielten, solche
Symptome
hätten sich in der klinischen Untersuchung nicht gezeigt (vorstehend E. 5.5).
Es konnte auch das klinische Erscheinungsbild der rechten oberen Extremität nicht einem Morbus Sudeck zugeordnet und in der
Röntgendarstellung der rechten Hand keine fleckförmige Entkalkung nachgewiesen werden. Nachdem auch
der Rheumatologe
Dr.
M._
kein
e Hinweise auf ein
florides CRPS
gefunden, jedoch mögliche sympathisch unterhaltene Schmerzkomponenten erwähnt hatte, passte Dr.
G._
ihre Beurteilung an und vertrat den Standpunkt, es liege ein RSD vor (vorstehend E. 5.7). Dies wirkt nachgeschoben und vermag die Beweiskraft des Gutachtens weiterhin nicht zu erschüttern.
Gleiches gilt für die Darstellung der Beschwerdeführerin, es schränke sie eine
intraforaminale
Diskushernie C6-C7 mit Radikulopathie und chronischen Schmerzen in der Arbeitsfähigkeit ein (vorste
hend E. 2.2), nachdem selbst Dr.
E._
anerkannt hatte, dass sich diese mittler
weile wieder zurückgebildet hab
e (vorstehend E. 5.2).
Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerdeführerin im Even
tualstandpunkt bean
tragten weiteren medizinischen Abklärungen neue, für die Beur
teilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse liefern könnten. Auf weitere Abklärungen ist daher im Sinne der
antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
6.4
Auf das voll beweiswertige
Z._
-Gutachten ist nach dem Gesagten abzustellen, womit von voller Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in einer ange
passten Tätigkeit auszugehen ist.
Es liegt somit bei der Beschwerdeführerin kein
e
Gesundheitsbeeinträchtigung vor, welche
zu einer
Beschränkung
der Arbeitsfähigkeit führen würde.
Bei voller Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit besteht ohne weiteres kein Rentenanspruch; dieser Grundsatz gilt für alle versicherten Personen (
Urteil
8C_786/2013 vo
m 1
4.
Januar 20
14 E. 4.2).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
l
iegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.