Decision ID: b0175d3d-3462-4f1a-b38c-110aaa1723e6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war vom 1. Mai 2001 bis 30. April 2014 als Mitarbeiter Post bei der
Y._
AG tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 4. April 2014 war und ihm aufgrund seiner Gesundheit per Ende April 2014 gekündigt wurde (Urk. 6/12). Unter Hinweis auf eine posttraumatische Gonarth
rose rechts und ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
meldete sich der Versi
cherte am 2. September 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog die Akten der Suva (Urk.
6
/14/1-114) bei und teilte dem Versicherten am 10. Februar 2015 mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht möglich seien (Urk. 6/20). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/26) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Oktober 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 6/35).
Eine dagegen vom Versicherten am 26. November 2015 erhobene Beschwerde (Urk. 6/36/1-7) wies das Sozialversiche
rungsgericht mit Urteil vom 27. Februar 2017 rechtskräftig ab (
Prozess-Nr. IV.2015.01224,
Urk. 6/40).
1.2
Am 14. August 2020 meldete sich der Versicherte mit dem Hinweis auf eine Operation am linken Knie und einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. April 2020 und nach Aufforderung seiner Krankenversicherung (vgl. Urk. 6/47; Urk. 6/51) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 6/48). Nach ergänzender Sachverhaltsabklärung (vgl. Urk.
6/51
-71) sowie Einholung eines von der Krankentaggeldversicherung veranlasste
n
rheumatologischen Gutachtens (Urk. 6/72) und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/80-81; Urk. 6/83 und Urk. 6/87) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 6/89 = Urk. 2) erneut einen
Leistungs
anspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 23. November
2021 Beschwerde
und beantragte, die
se sei aufzuheben
,
und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm – allenfalls nach Durchführung rechtskonformer Abklärungen – die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzu
sprechen, insbesondere eine Rente und eventuell Eingliederungsmassnahmen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vo
m 20. Januar 202
2
(Urk. 5)
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, wovon
dem Beschwerdeführer
am
25. Januar
202
2 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 7
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts I 659/04 vom 9. Februar 2005 E. 1.1).
1.5
Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich
erheblich
ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsäch
lichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_520/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 3.3, je mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2) fest, dass dem Beschwerdeführer seit dem 23. Dezember 2020 eine angepasste Tätigkeit zu einem Pensum von 100 % zumutbar sei. Die Tätigkeit sollte körperlich leicht, wechselbelastend und dabei überwiegend sitzend sein. Zudem sollte sie ohne häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Unter
grund, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornübergebeugter Haltung sein. Da der Beschwerdeführer in der Schweiz keine Ausbildung absolviert habe, gelte er als Hilfsarbeiter. In diesem Bereich bestünden genügend Möglichkeiten offen, eine angepasste Tätigkeit auszuüben (S. 1).
Die Umstellungsfähigkeit sei gegeben.
Bei der Stellensuche bestünden keine invaliditätsbedingten Einschrän
kungen
,
und es verblieben ihm seit dem Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit noch fünf Jahre bis zur Pensionierung. Diese Zeit sei ausreichend, um mit Unter
stützung des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
(RAV)
eine neue Stelle zu finden
. Es bestehe weder ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen noch auf eine Invalidenrente
(S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiergegen
vor (Urk. 1), der Gesundheitszustand habe sich verändert, die veränderte Befundlage sei aber nicht gemäss Art. 17 ATSG abgeklärt worden, weshalb der Untersuchungsgrundsatz verletzt sei. Es seien Gesundheitsschäden zu beurteilen, die verschiedene Fachdisziplinen betr
ä
fen
. Eine fachlich qualifizierte Abklärung sei unterlassen worden, ebenso die Abklärung zur Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit und die Eingliederungsfrage. Schliesslich feh
le auch ein Einkommensvergleich (S. 5 ff.).
Dies sei bereits mit
Einwandergänzung
vom 1
5.
Juli 2021 gerügt worden, wozu sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung indes nicht geäus
sert habe. Damit liege eine Verletzung der Begründungspflicht vor (S. 4).
3.
3.1
Vorerst ist zu prüfen, ob im Verwaltungsverfahren dem Anspruch des Beschwer
deführers auf rechtliches Gehör
im Sinne der Begründungspflicht
nachgekommen wurde.
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG), das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung (
BV
)
fliessende Begründungspflicht gebietet nicht, dass sich das kantonale Gericht beziehungs
weise der Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht respek
tive der Versicherungsträger hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, je mit Hinweisen).
3.3
Mit dem Beschwerdeführer ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdegegnerin
in ihrer Verfügung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2)
lediglich rudimentär mit
dem Vorbringen
des Beschwerdeführers
gemäss seiner
Einwandergänzung
vom 15. Juli 2021 (Urk. 6/87)
auseinandergesetzt und ihre wesentlichen Überlegungen genannt
hat
.
Ein Anspruch
auf rechtliches Gehör
bedeutet indes nicht
, dass
die Beschwerdegegnerin
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten
werden kann (BGE 140 II 262 E.
6.2).
Dies ist vorliegend gegeben, weshalb sich diesbe
züglich eine Rückweisung nicht aufdrängt. Eine solche wurde zudem auch nicht beantragt
.
4
.
Da ein Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
letztmals bei Erlass der einen Rentenanspruch verneinenden Verfügung vom
23. Oktober 2015 (Urk. 6/35)
rechtskräftig materiell geprüft wurde, gilt es im Folgenden zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand de
s
Besch
werdeführers
im Vergleichszeitraum seit Erlass der Verfügung vom
23. Oktober 2015
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
28. Oktober 2021 (Urk.
2) in einer hinsichtlich des Rentenanspruchs erheb
lichen Weise verändert hat.
5
.
5
.1
Bei Erlass der Verfügung vom
23. Oktober 2015
(Urk. 6/35)
stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
5
.2
Dem Bericht der Ärzte des Spitals
Z._
vom 4. Juli 2014 (Urk. 6/11/15-16), wo sich der Beschwerdeführer wegen des Schlafapnoe-Syndroms behandeln liess, lassen sich die folgenden Diagnosen entnehmen (S. 1):
-
schweres, rückenlageabhängiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
invalidisierende Gonarthrosen und Rückenbeschwerden
-
allergische
Rhinopathie
5
.3
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, nannte in seinem Bericht vom 19. September 2014 (Urk. 6/7) als Diagnose ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(LVS) mit
mehretagiger
Fazet
tengelenksarthrose
und lumbaler Instabilität sowie eine posttraumatische Gelenksarthrose rechts (links leichte Gonarthrose) und eine Adipositas (Ziff. 1.1). Anamnestisch hielt er fest, der Beschwerdeführer habe chronisch wiederkehrende Beschwerden am Bewegungsapparat, wechselnde Blockaden im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) und der Rippengelenke sowie
Gonarthrosenbeschwerden
rechtsbetont. Nach einer vorderen Kreuzbandoperation sei im Jahr 2000 eine laterale
Teilmeniskektomie
erfolgt. Grundsätzlich bestehe eine gute Prognose, eine Knieprothese werde zur gegebenen Zeit fällig werden (Ziff. 1.4). Eine Arbeitsunfähigkeit sei keine zu attestieren (Ziff. 1.6).
5
.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 23.
September 2014 (Urk.
6/1
0
/5-6) über den Gesundheitszustand des Beschwer
deführers. Er nannte als Diagnose eine unfallbedingte posttraumatische Gonarth
rose rechts sowie anamnestisch e
in
Lumbovertebralsyndrom
(Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführer habe sich in den 80iger Jahren eine wesentliche Knieverletzung rechts mit einer vorderen Kreuzbandoperation in den Jahren 1982 und 1986 zugezogen, später sei eine laterale
Teilmeniskektomie
im Jahr 2000 erfolgt. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er seine Arbeit am Flughafen aufgegeben habe, da er einerseits zu viel Schmerzen im Kniegelenk gehabt habe, andererseits der Arbeitgeber ihm keine leichtere Arbei
t habe offerieren können (Ziff.
1.4). Mit dieser Kniearthrose sei der Beschwerdeführer für schwere körperliche Arbeiten nicht einsatzfähig. Wechselbelastende Tätigkeiten seien möglich, auch zum Teil mit leichteren Hebebelastungen. Chauffeur-Tätigkeiten wie sie der Beschwerde
führer jetzt durchführe, seien wahrscheinlich machbar. Sollte dies nicht erreicht werden, empfehle er die Knieprothesenoperation. Die Einschränkungen würden sich durch medizinische Massnahmen vermindern lassen. Er sei der festen Über
zeugung, dass der Beschwerdeführer in leichten bis auch mittelschweren Arbeiten einsatzfähig bleibe, möglicherweise mit einer entsprechend grossen Knieope
ration. Leichtere Arbeiten seien auch jetzt zu 100
% zumutbar. Eine Arbeitsu
n
fähigkeit bestehe nicht (Ziff.
1.6-1.8).
5
.5
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 9. Oktober 2014 (Urk. 6/11/1-4) der Beschwerdegegnerin. Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
posttraumatische Gonarthrose rechts bei
-
Status nach vorderer Kreuzbandruptur und Insertion 1982/1984
-
Status nach vorderer Kreuzbandplastik 1986
-
Status nach lateraler
Teilmeniskektomie
2000
-
leichte mediale Gonarthrose links
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei
-
mehretagiger
Fazettengelenksarthrose
-
lumbaler Instabilität
-
Adipositas
-
schweres rückenlageabhängiges, obstruktives Schlafapnoesyndrom (unter Auto-CPAP-Therapie seit 27. Juni 2014)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine arte
rielle Hypertonie, eine allergische
Rhinopathie
(Sensibilisierung gegen Hasel, Birken, Erlen, Gräser, Pollen und Katzenhaaren), einen Status nach benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel des
posterioren
Bogenganges sowie eine unklare subjektive Sensibilitätsstörung (Ziff. 1.1).
Dr.
C._
hielt fest, beim Beschwerdeführer bestünden seit vielen Jahren progrediente Gelenksschmerzen. Es bestehe eine bekannte posttraumatische Gonarthrose von mittlerer bis schwerer Ausprägung. Mühe bereite vor allem das Treppensteigen. Daneben beschreibe der Beschwerdeführer chronische, lumbale Rückenschmerzen, welche sich in den letzten Monat verstärkt hätten (Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Gesundheitsbeschwerden seine Arbeit auf Ende April 2014 aufgegeben, weil er den internen Postzustelldienst mit langen Gehstrecken nicht mehr habe erfüllen können, wobei aus medizinischer Sicht eine wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne lange Gehstrecke und ohne Treppensteigen durchaus zugemutet werden könne (Ziff. 1.6-1.8).
5
.6
In ihrem Bericht vom 12. November 2014 über die am 10. November 2014 erfolgte Untersuchung (Urk. 6/14/6-12) führte Suva-Kreisärztin Dr. med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie, aus, die dokumentierten belastungs
abhängigen Restbeschwerden bei posttraumatischer Gonarthrose rechts bei Status nach vorderer Kreuzbandplastik und
Teilmeniskektomie
seien unfallkausal. Betreffend die vom Beschwerdeführer weiter angegebenen Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, Wirbelsäule, lägen keine Unterlagen vor, jedoch seien die Beschwerden aufgrund des festgestellten Hohlkreuzes und der Adiposi
tas als multifaktoriell zu bewerten. Ihre Untersuchung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren wechselbelastendenden Tätigkeit mit einem sitzenden Anteil von bis zu 50 %, nur manchmal Treppen
steigen, ohne Gehen auf unebenem
Gelände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten beziehungsweise kniende
n oder kauernden Tätigkeiten, ganztags arbeitsfähig sei (S. 6 f.).
5
.7
Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
to
logie, R
egionaler Ärztlicher Dienst (R
AD
)
, erachtete in seiner Stellungnahme vom 17. April 2015 (Urk. 6/2
5
/4) bei bekannter Diagnose die zuletzt ausgeübte Tätig
keit hauptsächlich wegen der posttraumatischen Gonarthrose rechts bei fehlender realer Arbeitsunfähigkeitsattestierung nur medizintheoretisch seit April 2014 nicht
mehr möglich beziehungsweise unzumutbar. Eine angepasste Tätigkeit jedoch
wäre auch retrospektiv uneingeschränkt möglich, sofern folgendes Belas
tungsprofil beachtet werde: Körperlich leichte bis selten mittelschwere,
wechsel
belastende Tätigkeiten ohne längere Gehstrecken oder Treppensteige
n, ohne Knien, Kauern und Bücken.
5
.8
RAD-Arzt Dr.
E._
führte am 25. September 2015 (Urk. 6/34/2) ergänzend aus, das vom Beschwerdeführer erwähnte Schlafapnoe-Syndrom werde zwar im Bericht des Hausarztes Dr.
C._
vom 9. Oktober 2014 (vgl. vorstehend E. 4.5) unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet, jedoch sei im Bericht des Hausarztes mit keinem Wort davon die Rede, dass dieses Schlafapnoe-Syndrom im vorliegenden Fall die Arbeits
fähigkeit einschränke. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde vielmehr
mit belastungsabhängigen Knieschmerzen bei progredienter Gonarthrose rechts begründet, wobei der Haus
arzt den Beschwerdeführer theoretisch für leichte bis mittelschwere Arbeiten als arbeitsfähig erachte, weshalb ab sofort eine vollständige Arbeitsfähigkeit vorliege. An seiner vorgängigen Stellungnahme vom 17.
April 2015 (vgl. vorste
hend E. 5
.7) sei deshalb festzuhalten.
6
.
Das hiesige Gericht ging in dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil in Sachen der Parteien vom
27. Februar 2017
(Prozess-Nr. IV.2015.01224,
Urk. 6/
40
) davon aus, dass
der Beschwerdeführer seit Jahren an einer posttraumatischen Gonarth
rose rechts und einem chronischen
Lumbovertebralsyndrom
leide und ab Juni 2014 ein schweres, rückenlageabhängiges, obstruktives Schlafapnoesyndrom
diagnostiziert worden sei.
Gestützt auf die medizinischen Akten und die Einschät
zung des RAD sei der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Zu vermeiden seien indes längere Gehstrecken oder Treppensteigen, Knien, Kauern und Bücken (vgl. E. 4).
Davon ist auch vorliegend auszugehen.
7
.
7
.1
Zu prüfen ist, ob sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Vergleichszeitraum vom
23. Oktober 2015
bis
28. Oktober 2021
erheblich verän
dert hat
(vgl. vorstehend E. 1.5
; E.
4
)
. Diesbezüglich stellte sich der massgebende medizinische Sachverhalt folgendermassen dar:
7
.2
Am
10. März 2017 unterzog sich der Beschwerdeführer in der
Klinik F._
einer Knieoperation, in welcher ihm bei
gestellter
Diagnose
einer
posttrauma
tische
n
Pangonarthrose
rechts eine Knietotalprothese eingesetzt wurde (vgl. Ope
rationsbericht vom 10. März 2017, Urk. 6/58/13-14).
Dem Austrittsbericht vom 29. März 2017 (Urk. 6/58/15-17) zufolge, wurde er
bei intra- und postoperativ komplikationslosem Verlauf am 16. März 2017 in die
Klinik F._
in G._
zur Rehabili
t
ation (Physiotherapie in Form von Trocken- und Wassergym
nastik zur Kräftigung der knienahen Muskulatur und Mobilisation des Knie
gelenkes) verlegt (S. 2).
7
.3
Dr. med.
H._
, stellvertretender
Oberarzt Orthopädie,
Klinik F._
, nannte in seinem postoperativen Verlaufsbericht vom 19. April 2017 (Urk. 6/58/18-19) als Diagnose einen Status nach Knietotalprothese rechts sowie als Nebendiagnosen einen Status nach tiefer Beinvenenthrombose rechts mit Lungenembolie
im
Dezember 2015 und ein
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom (S. 1 oben).
Er führte aus, im Rahmen der heutigen postoperativen Kontrolle zeige sich eine klinisch wie bildgebend zufriedenstellende Situation. Aufgrund der persistierenden Schmerzen im Bereich des gesamten Rückens, betont tief lumbal, seien die Kollegen der Rheumatologie zur weiteren Diagnostik und Therapie hinzuzuziehen. Bereits im Februar 2017 habe von den Kollegen der Wirbelsäulenchirurgie eine entsprechende Abklärung stattgefunden, jedoch
sei
keine wirbelsäulenbedingte Ursache der Beschwerden gefunden worden (S. 2).
7
.4
Anlässlich der zweiten postoperativen Kontrolle in der
Klinik F._
vom 19. Juni 2017 (Urk. 6/58/24-25) zeigte sich
hinsichtlich des rechten Knies
eine
weitestgehend
zufriedenstellende Situation bei unverändertem ausgeprägtem muskulären Defizit (S. 1 unten).
Die bekannt
e Diagnose (vgl. vorstehend E. 7
.3) wurde um eine
Varusgonarthrose
links ergänzt (S. 1 oben).
7
.5
Aufgrund d
ieser (neu)
diagnostizierten
Varusgonarthrose
wurde das linke Knie des Beschwerdeführers am 24. Juni 2020 in der
Klinik F._
mit ein
er implantierten Persona Knie-Totalprothese
links versorgt (vgl. Operationsbericht vom 24. Juni 2020, Urk. 6/58/26-27).
7
.6
Die in der
Klinik F._
am 13. August 2020 durchgeführte postoperative Kontrolle ergab einen bis anhin regelhaften Verlauf. Gemäss Dr.
H._
sei auch weiterhin eine intensive Physiotherapie erforderlich. Ein Attest für eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit werde für weitere sechs Wochen abgegeben (Sprech
stundenbericht vom 13. August 2020, Urk. 6/58/31-32, S. 2).
7
.7
RAD-Ärztin Dr. med.
I._
gelangte in ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 30. September 2020 (Urk. 6/79/3) zum Ergebnis, dass durch die durchgeführte Knieoperation eine Veränderung des Gesundheitszustandes einge
treten sei. Aufgrund der vorliegenden Beschwerden bestehe seit April 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Ob diese (bei aktuell instabilem Gesundheits
zustand) zu einer dauerhaften Veränderung der Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit führe, könne frühestens in sechs Monaten beurteilt werden.
7
.8
Dem Bericht von Dr.
H._
von der
Klinik F._
zuhanden des Vertrauens
arztes der
Taggeldversicherung
vom 1. Oktober 2020 (Urk. 6/70/2) zufolge
,
zeige sich noch ein massives muskuläres Defizit, welches adäquat mittels einer medizi
nischen Trainingstherapie auf zu trainieren sei. Es bestehe weiterhin eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit.
7
.9
Dr. med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin, berichtete am 25. Januar 2021 über den Gesundheitszustand des seit August 2019 bei ihm in Behandlung stehenden Beschwerdeführers
(Urk. 6/65). Er diagnostizierte mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Knietotalprothese rechts und links, chronische Lumbalgien und eine Adipositas (Ziff. 2.5) und führte aus, der Beschwerdeführer leide an chronischen Rücken- und belastungsabhän
gigen Knieschmerzen (Ziff. 2.2). Im angestammten Beruf im Sicherheitsdienst
, welcher per Ende November 2020 gekündigt sei, sei
keine Arbeitsfähigkeit mehr denkbar (Ziff. 1.3
,
Ziff. 2.7
, Ziff. 3.2)
.
Der Beschwerdeführer
habe Knieschmerzen beim Gehen länger als eine Stunde und lumbale Schmerzen beim Sitzen länger als zwei Stunden (Ziff. 3.4). Eine Eingliederung scheine nicht möglich, da Alter, Übergewicht und orthopädische Probleme dagegensprächen (Ziff. 4.
3-
4). Haus
haltsarbeiten seien möglich, da diese kurzzeitig und wechselbelastend seien (Ziff. 4.5).
7
.10
Am 28. Januar 2021 erstattete Dr. med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
für
Rheumatologie, im Auftrag
der
Kranken
taggeldversicherung
ein
rheumatologisches Gutachten (Urk. 6/72/1-17). Gestützt auf die ihr zur Verfügung gestellten Akten (S. 4-9) und ihrer am 23. Dezember 2020 durchgeführten Exploration
stellte
sie die
folgende
D
iagnose
mit A
uswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 15 Ziff. 2):
-
persistierende Knieschmerzen links
-
Status nach Knie Totalprothese vom 2
4.
Juni 2020 bei Gonarthrose
-
v
erzögerter Rehabilitationsverlauf
Als Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
K._
einen Status nach Knietotalprothese rechts vom März 2017 bei sekundärer Gonarthrose,
lumbosakrale
Schmerzen, eine Grosszehengrundgelenksarthrose sowie einen Knick-Senk-Spreizfuss rechtsbetont (S. 15 Ziff. 3).
Dr.
K._
führte aus, bei stärkerer Belastung wie langem Laufen träten gemäss Beschwerdeführer vermehrt Knieschmerzen auf. In diesem Zusammen
hang sei eine Vulnerabilität für lumbale und
lumbosakrale
Schmerzen durch Überlastung der kleinen Facettengelenke denkbar. In der Untersuchung habe der Beschwerdeführer allerdings nicht gehinkt
,
und eine Symptomatik am Rücken sei nicht ersichtlich (S. 15 Ziff. 4). Die Wiederaufnahme der gewohnten Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (S. 15 VIII Ziff. 1). In einer primär
sitzenden
Tätigkeit mit Möglichkeit der Wechselbelastung sei der Beschwerdeführer ohne Leistungsein
schränkung in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig, wobei es unabhängig vom linken Knie sinnvoll sei, die Belastbarkeit durch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) zu ermitteln (S. 16 VIII Ziff. 2; IX Ziff. 1 und 2). Eine Fortsetzung der Rehabilitation für weitere drei Monate sei angezeigt, danach könn
t
e mit einem langsamen Belastungsaufbau Tätigkeiten in einem Arbeitspensum von 50 % ausgeübt werden, wobei eine Gewichtsabnahme angestrebt werden sollte. Bei Wiederauftreten von Gelenkschmerzen und Schwel
lungen werde eine rheumatologische Zuweisung empfohlen. Hinsichtlich der Füsse sollte die Wadenmuskulatur und idealerweise auch die Oberschenkel
muskulatur gekräftigt und gedehnt werden. Empfehlenswert seien ausserdem Schuheinlagen (S. 1
6
X).
7
.11
Mit Bericht vom 2. Februar 2021 (Urk. 6/66/7-8)
führte Dr.
H._
von der
Klinik F._
zusammenfassend aus, die letzte Konsultation in ihrer Sprech
stunde sei im September 2020 erfolgt
,
und es sei eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bis zum 9. November 2020 attestiert worden bei guter Prognose bezüg
lich Rückkehr der Arbeitstätigkeit (S. 1).
7
.12
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 5.
7
)
führte in seiner Aktenbeurteilung vom 6. April 20
21 (Urk. 6/79/5-7) bei bekannten
Diagnosen aus, bei dem mittlerweile 60-jähr
igen Beschwerdeführer sei der Gesundheitszustand stabil
,
und die fachärzt
lich-orthopädische
n
Behandlung
en
seien abgeschlossen. Für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit im Sicherheitsdienst
bei der L._
bestehe aus versiche
rungsmedizinisch-orthopädischer Sicht aufgrund der ausschliesslich im Stehen und Gehen zu verrichtende
n
Tätigkeit seit dem 27. April 2020 durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für eine angepasste Tätigkeit
hingegen gebe es zwei Aussagen. Einerseits diejenige des Hausarztes, welcher wegen Rücken
schmerzen maximal zwei Stunden pro Tag
in
sitzender Tätigkeit für möglich erachte
(vgl. vorstehend E. 7.9)
, andererseits diejenige im vertrauensärztlichen Gutachten, in welchem für eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglich
keit zur Wechselbelastung eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte, vollständige Arbeitsfähigkeit für zumutbar erachtet werde
(vgl. vorstehend E. 7.
10)
.
Aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht sei in diesem Fall die gutachterliche Beurteilung ohne weiteres nachvollziehbar, da sich die Aussage bezüglich der für zumutbar erachteten Tätigkeiten eben nicht auf eine ausschliesslich stehend/gehend oder sitzend zu verrichtende Tätigkeit beziehe, sondern
auf
eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit zur Wechsel
belastung, sodass
da
mit auch der aus einem früheren Arztbericht (Dr.
A._
aus dem Jahr 2014
; vgl. vorstehend E. 5.3
) bekannten lumbalen Facettengelenksarth
rose ausreichend Rechnung getragen werde. Die vom Hausarzt postulierte maxi
mal
e
Arbeitsfähigkeit wäre aus orthopädischer Sicht nur dann plausibel, wenn keine Möglichkeit zum Wechsel der Körperposition
bestünde
. Daher sei für eine adäquat angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend und dabei über
wiegend sitzend) ohne häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Grund, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in
vornübergebeugter Haltung, retrospektiv ab dem 23. Dezember 2020
eine vollständige Arbeits- und Leistungs
fähig
keit gegeben
.
7
.13
Mit Stellungnahme vom 4. August 2021 (Urk. 6/88/2-3)
bestätigte
Dr.
E._
, dass alle bekannten medizinischen Befunde berücksichtigt worden seien
,
und seitens des RAD bekanntlich ausschliesslich der medizinische Sachverhalt aus versiche
rungsmedizinischer Sicht beurteilt werde.
8
.
8
.1
Der zeitliche Referenzpunkt für die Revision/Neuanmeldung bildet die Verfügung vom
23. Oktober 2015 (Urk. 6/35
), mit welcher ein
Rentena
nspruch de
s Beschwerdeführers
verneint wurde. Damit ist zu prüfen, ob sich seit
23. Oktober 2015
bis zur - rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Über
prüfungsbefug
nis bildenden (BGE 130 V 446 E.
1.2 mit Hinweisen) - Verfügung vom
28. Oktober 2021 (Urk.
2) der massgebliche medizinische und/oder erwerb
liche Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl.
vorstehend E. 1.5; E. 4
).
8
.2
Im Urteil vom 27.
Februar 2017 (
Urk.
6/40)
wurde festgestellt
, dass der Beschwer
deführer seit Jahren an einer posttraumatischen Gonarthrose rechts und einem chronischen
Lumbovertebralsyndrom
leide und ab Juni 2014 ein schweres, rückenlageabhängiges, obstruktives Schlafapnoesyndrom diagnostiziert worden sei.
Das Gericht würdigte die
medizinischen Akten und die Einschätzung des RAD
und kam zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer in einer behinderungsange
passten körperlich leichten, wech
selbelastenden Tätigkeit mit
näher umschrie
benem
Belastungsprofil zu 100
% arbeitsfähig
ist
(vgl. vorsteh
end E. 6
).
8
.3
Eine seither veränderte
Befundlage
und damit einen Revisionsgrund gemäss Art. 17 ATSG
legen die neu aufgelegten Berich
te der behandelnden Ärzte
hinsichtlich der Knieproblematik
(Kniegelenkssanierung)
unbestrittenermassen
dar.
Die IV-Neuanmeldung erfolgte denn auch unter Hinweis auf die Prothesen
operation am linken Knie.
Diesbezüglich vermag das Gutachten von Dr.
K._
vom 28. J
anuar 2021 (vgl. vorstehend E. 7
.10) zu überzeugen.
Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (
Urk. 6/72 S. 9-17
), berücksich
tigt die geklagten Beschwerden (
S. 11)
und ist in Kenntnis der relevanten Vorak
ten abgegeben worden (
S. 4-9)
. Die Gutachter
in hat
detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Daher erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforde
rungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen
(vgl. vorstehend E. 1.6)
.
Demgemäss
kann davon ausgegangen werden, dass für eine angepasste, primär im Sitzen zu verrichtende Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselbelastung eine vollständige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung besteht. Diese Feststellung stimmt auch mit der Einschätzung
von Dr.
H._
von
d
er
Klinik F._
überein, welcher
v
on einer guten Prognose sprach
bezüglich der Rückkehr der Arbeitsfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 7.11)
. RAD-Arzt Dr.
E._
ging
in seiner Aktenbeurteilung vom 6. April 2021
(vgl. vorstehend E. 7.12)
aufgrund der ausschliesslich im Stehen und Gehen zu verrichtende
n
Tätigkeit von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Sicherheits
dienst aus, was denn auch als nachvollziehbar erscheint, auch im Hinblick auf die Beurteilung, die der ersten leistungsabweisenden Verfügung
vom Oktober 2015
zugrunde lag. Betreffend die ausschlaggebende Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ging auch er von der gutachterlichen Einschätzung
von Dr.
K._
aus, umschrieb aber das zumutbare Belastungsprofil strenger.
So
berücksichtigte er zusätzlich und nachvollziehbar die geltend gemachten Rückenbeschwerden und erachtete ab
dem
23. Dezember 2020 eine adäquat angepasste Tätigkeit, das heisst
eine
körperlich leicht
e
, wechselbelastend
e
und überwiegend sitzend
e Tätigkeit
, ohne häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Grund, ohne häufiges Bücken oder längeres Stehen in vornüberge
beugter Haltung, im Umfang von 100 % als möglich (vgl. vorstehend E.
7
.12).
8.4
Das angeführte
lumbospondylogene
Syndrom, welches bereits in der Beurteilung bei der letzten leistungsabweisenden Verfügung vom Oktober 2015 Beachtung fand
(vgl. auch
vorstehend E. 5
und E. 6
)
, war
Dr.
H._
von
der
Klinik F._
bekannt.
Anhand der Anamnese zog er
möglicherweise eine
Claudicatio
spinalis
Symptomatik in Betracht
(Urk. 6/58
/11-12
S. 2)
. I
n seinem
Bericht vom 19. April 2017
erwähnte er indes, dass
keine wirbelsäulenbedingte Ursache der Beschwer
den im Bereich des gesamten Rückens, betont lumbal, gefunden
worden sei
(vgl. vorstehend E.
7
.3)
.
Dies deckt sich auch mit der Exploration
durch die
Gutachterin Dr.
K._
vom Januar 2021, welche keine Symptomatik am Rücken erhe
ben konnte (vgl. vorstehend E. 7
.10). Dennoch hielt sie die
lumbosakralen
Schmerzen als eine Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest.
Auch
RAD-Arzt Dr.
E._
erachtete die Diagnose als erstellt und berücksichtigte die geltend gemachten Rückenschmerzen in seinem Belastungsp
rofil (vgl. vorstehend E.
7
.12), auf welches abzus
tellen ist (vgl. vorstehend E. 8.3
).
Dabei wies er auf die abweichende Beurteilung durch den Hausarzt Dr.
J._
hin und begründete seine
abweichende
Einschätzung nachvollziehbar. Im Übrigen ist nicht einleuchtend, weshalb dem Beschwerdeführer laut Dr.
J._
nur mehr lediglich eine Stunde gehen und zwei Stunden sitzen zumutbar sein sollten. Auch nahm
der Hausarzt
keine Stellung zu einer wechselbelastenden Tätigkeit, fand aber, dass
dem Beschwerdeführer
eine Haushalttätigkeit zumutbar wäre, da diese wechselbelastend und kurzzeitig sei (vgl. vorstehend E. 7.9). Dementsprechend
sowie gestützt auf d
ie Erfahrungstatsache, wonach behan
delnde Ärzte (seien dies Hausärzte oder spezialärztlich behandelnde
Medizinal
personen
) im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei
felsfall mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteile
des Bundes
gerichts 8C_420/2018 vom 13. März 2019 E. 6.5; 8C_609/2017 vom 27. März 2018 E.
4.3.3; je mit Hinweisen),
vermag d
ie
diesbezügliche
Beurteilung durch den Hausarzt
nicht zu überzeugen.
8.5
Die übrigen – vom Beschwerdeführer geklagten – Beschwerden wie
die Folgen der Thrombose-Lungenembolie, Migräne sowie Müdigkeit und Schmerzen (Urk. 1 S. 7 unten)
stellen
keine Veränderung dar.
Aktenkundig ist, dass der Beschwer
deführer in seinem Schreiben vom 8. September 2020 (Urk. 6/57) von Kraftlosig
keit und Schmerzen in den Beinen und Knien, teils sogar bis in die Hüfte, von Müdigkeit sowie von psychischer Belastung und dadu
rch starker Migräne berich
tete; im
Jahr 2015 sodann von Schwindelanfällen und Thrombose-Lungenem
bolie (S. 1). Zwar geht aus den aufgelegten Berichten
der
Klinik F._
hervor, dass die Ärzte den Hausarzt um Abklärung der seitens des Beschwerde
führers geltend gemachten Schwindelepisoden baten (Urk. 6/58/5; Urk. 6/58/24-25). Ob eine solche indes erfolgte, ist aktenkundig nicht erwähnt. Hausarzt Dr.
J._
erwähnte in seinem Bericht vom Januar 2021 nichts dergleichen, mithin keine Schwindelakttacken, Migräne oder psychisch
e
n
Prob
leme (vgl. vorstehend E. 7
.9). Auch ist in sämtlichen anderen Berichten
keine Rede davon. Auch gegenüber der rheumatologischen Gutachterin Dr.
K._
erwähnte der Beschwerdeführer keine solche
n
Probleme, sondern Knie- und Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Hüftregion sowie manchmal Schmerzen im rechten Knöchel und im rechten Grosszehengrundgelenk (Urk. 6/72 S. 11).
Daraus und aufgrund fehlender Anhaltspunkte in den medizi
nischen Akten besteht kein weiterer Abklärungsbedarf. Ausserdem verortete
selbst
Dr.
J._
die Venenthrombose und Lungenembolie unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeit
sfähigkeit (
Urk.
6/65
Ziff.
2.6
).
8
.6
Zum Einwand der fehlenden Durchführung einer
EFL
ist festzuhalten, dass bei zuverlässiger ärztlicher Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine Notwendigkeit besteht, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_711/2016 vom 1
5.
Dezember 2016 E.
3.5
).
Ein EFL-Testverfahren ist allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen, und deshalb eine konkrete leistungs
orientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen. Es ist indessen nicht bereits dann erforderlich, wenn lediglich ärzt
liche Einschätzungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung voneinander abweichen. Eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit genügt als Grundlage für die Bemessung der Invalidität; liegt eine solche vor, darf auf eine Begutachtung durch eine berufliche Abk
lärungsstelle (BEFAS; vgl. Art.
5
9 Abs.
3 IVG) verzichtet werden (Urteil des Bundesgerichts
9C_768/2011
vom 8. Februar 2012 E. 2.4).
Im vorliegenden Verfahren hat
RAD-Arzt Dr.
E._
konkret mit seinem Belas
tungsprofil auch den Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers Beachtung gesche
nkt
(vgl. vorstehend E. 7.12; E. 8.4
). Damit zeigt sich, dass aus medizini
scher Sicht eine zuverlässige Einschätzung der Leistungsfähigkeit vorliegt
und die übrigen Diagnosen beziehungswiese Beschwerden keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit haben (vgl. vorstehend E. 8.5)
.
Auch fand Gutachterin
Dr.
K._
eine EFL zwar sinnvoll,
aber nicht unbedingt notwendig (vgl. vorstehend E. 7.10).
Von daher kann von der beantragten Durchführung einer EFL-Testung abgesehen werden.
8
.7
Nach dem Gesagten ist von einer Verschlechterung des somatischen
Gesundheits
zustandes
seit der Verfügung vom
23. Oktober 2017 (Urk. 6/35) auszugehen, wobei in angepasster Tätigkeit (weiterhin) eine vollständige Arbeitsfähigkeit
(mit Belastungsprofil
, vgl. vorstehend E. 7.12
)
resultiert.
9
.
9
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
eingeschränkte
Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
Die Beschwerdegegnerin
hat auf die Vornahme eines Einkommensvergleichs
und
eingehende
Prüfung von Eingliede
rungsmassnahmen
verzichtet mit der Begründung, der Beschwerdeführer verfüge über keine berufliche Ausbildung und sei daher als Hilfsarbeiter zu qualifizieren. Auch sei er in der Stellensuche nicht eingeschränkt, womit das RAV zuständig sei (Urk. 6/79/7).
Ebenfalls best
ehe eine
Umstellungsfähigkeit (Urk. 6/88/3).
9
.2
9
.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
9.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
9
.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
9
.3
Der Beschwerdeführer war zuletzt als Sicherheitsagent bei der
M._ AG bei der L._
vom 1. Juli 2019 bis 30. November 2020 angestellt gewesen (Urk. 6/73). Es ist anzunehmen, dass er im Gesundheitsfall weiterhin bei diesem Arbeitgeber tätig gewesen wäre, da er sich gegenüber der rheumatologischen Gutachterin
Dr.
K._
dahingehend geäussert hat, dass er diese Arbeit sehr gemocht und geplant gehabt habe, bis zum 63. Lebens
jahr arbeiten zu können (Urk. 6/72 S. 10 unten).
Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin hätte er in der ursprünglichen Tätigkeit
im ausgeübten 70%-Pensum
monatlich Fr. 3'218.15 verdient (Urk. 6/73 Ziff. 5.2), mithin Fr. 38'617.80 pro J
ahr, respektive bei einem Pensum
von 100 % Fr. 55'168.--.
9
.4
Das Invalideneinkommen ist anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen.
Wie bereits erläutert, ist dem Beschwerdeführer
eine
100
%ige Tätigkeit in
einem angepassten
Bereich zumutbar, weshalb vorliegend im Rahmen der
Ermittlung des
Invalideneinkommens
die LSE-Tabellenlöhne (LSE, TA1_tirage_skill_level, einfache Tätigkeiten im privaten Sektor [Kompetenzniveau 1]) heranzuziehen sind
, zumal der Beschwerdef
ührer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihm an sich zumutbare neue Er
werbstätigkeit aufgenommen hat. Nach LSE 2
018 TA1_tirage_skill_lvel ist bei Kompetenzniveau eins für den Bereich Dienstleis
tungen (Ziff. 45-96) für Männer von einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von Fr. 5'063.
--
auszugehen
, was zugunsten des Beschwerdeführers ausfällt, da im Regelfall die Zeile total privater Sektor angewendet wird
(Urteil des Bundesgerichts
8C_458/2017
vom 6. August 2018 E. 6.2.3)
,
bei welchem ein Monatseinkommen von Fr. 5'41
7
.-- resultiert
.
Bei einer zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 100 % und einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche resultiert damit ein Invalideneinkommen von rund Fr. 63'338
.--
(Fr. 5'063.
--
x 12 :40 x 41.7).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr
2020 (
vgl. Bundesamt für Statistik, T 39, Lohnentwicklung Männer: 201
8
Index 22
60
; 2020 Index 2298
)
ergibt dies ein
hypothetisches
Invalidenein
kommen von
rund Fr. 64'4
03
.--.
Die vom Beschwerdeführer geäusserte Kritik hinsichtlich der herangezogenen Tabellenlöhne (vgl.
Urk. 1 S. 16;
Urk. 6/87 S. 13) ist
unbehelflich
, da das Bundes
gericht eine Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung zur Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand der Tabellenlöhne der LSE nicht für angezeigt hält (Urteil des Bundesgerichts 8C_256/2021 vom 9. März 2022).
9
.5
Hinsichtlich des geltend gemachten Leidensabzugs
(vgl. Urk. 6/87 S. 13 f.)
ist darauf hinzuweisen, dass der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug darstellt, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/
2020 vom 2
9.
Oktober 2020 E.
3.3.3.2 mit Hinweisen). Die mangelnde Berufsbildung des Beschwerdeführers wurde bereits bei der Wahl des Kompetenzniveaus 1 berück
sichtigt. Auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt werden Hilfs
arbeiten sodann altersunabhäng
ig nachgefragt (BGE 146 V 16 E.
7.2.1 mit Hinweisen). Der Beschäftigungsgrad
von 100
% rechtfertigt bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätz
lichen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.2 mit Hinweisen). Dasselbe gilt auch für einen allfälligen Berufswechsel.
9
.6
Bei der
Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von Fr.
55'168.--
mit dem
hypothetischen
Invalideneinkommen
von Fr.
64'4
03
.--
resultiert keine Erwerbs
einbusse und damit kein Invaliditätsgrad.
Weder bei Annahme ein
e
s 13.
Monats
lohnes beim
Valideneinkommen
(Fr. 55'168.-- + Fr.
4'597.--[Monatslohn im 70%-Pensum von Fr.
3'218.15
hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum]
würde ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad
resultieren
,
noch vermag die
zusätzliche
Gewährung des maximal zulässigen leidensbedingten Abzugs von 25 % einen Rentenanspruch zu begründen (Invaliditätsgrad von gerundet
1
3
%).
S
elbst unter Heranziehung des anlässlich der ersten IV-Anmeldung
errechneten
Valideneinkommen
s
bei der
Y._
AG (vgl. Urk. 6/12) von Fr. 74'006.75 im Jahr 2015 (Urk. 6/
24
und Urk. 6/25) und dieses
nominallohn
angepasst
bis ins
Jahr
2020 (
vgl.
Bundesamt für Statist
ik, T
39, Lohnentwicklung
Männer:
2015 Index 2226; 2020 Index 2298), was ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 76'400.
--
ergäbe
, würde nach Vornahme der
Invaliditätsbemessung ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 16 % resultieren, welcher auch bei Gewährung des maximal zulässigen
leidensbedingten Abzugs von 25
% keinen Rentenanspruch zu begründen ver
mö
cht
e
(Invaliditätsgrad vo
n gerundet 37
%).
Daraus folgt, dass seit der als Vergleichsbasis herangezogenen Verfügung vom 23. Oktober 2015 (Urk. 6/35) keine im Sinne von Art. 17 ATSG für den Anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetr
eten ist (vgl. vorstehend E. 1.5
).
10
.
10
.1
Weiter ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu prüfen.
Gemäss den
gegenüber der Gutachterin
Dr.
K._
geäusserten
Angaben des
Besc
hwerdeführers habe er eine Lehre als Schreiner
im Land N._
abge
schlossen. Ab 1977 habe er in der Schweiz bei einer Küchen- und Büromöbelfirma angefangen zu arbeiten. Später sei er dann in den Kanton Aargau gezügelt und habe dort für eine Aluminimumfirma und weitere Firmen gearbeitet, indes nicht mehr als Schreiner (Urk. 6/72 S. 10 unten).
Gemäss der Beschwerdegegne
rin gelte der Beschwerdeführer
als Hilfsarbeiter, da er in der Schweiz keine Ausbildung absolviert habe. In diesem Bereich stünden genug Möglichkeiten offen, eine angepasste Tätigkeit auszuüben. Durch die Tätigkeit als Sicherheitsbeamter im Jahr 2019 sowie aufgrund des Umstandes, wonach er diversen Tätigkeiten nach
gegangen sei, zeige er auch mit 60 Jahren eine Umstellungsfähigkeit (
Urk. 2 S. 1 f.; Urk. 6/79/7;
Urk. 6/88/3
).
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen,
er sei heute mehr als 60 Jahre alt, weshalb sich bereits deshalb die Frage der Verwertbarkeit stelle, da auch für gesunde Arbeitslose in diesem Alter ein erhebliches Risiko bestehe. Selbst wenn das vom RAD-Arzt postulierte Belastungsprofil zutreffen würde, so wäre dies derart eingeschränkt, dass sich daraus keine Verwertbarkeit mehr ableiten liesse. Zumindest die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seine Folgen spr
ä
che
n
gegen eine Verwertbarkeit, ebenso sei nicht ersichtlich, wie, wann und wo er eine allfällige Restarbeitsfähigkeit
zumutbarer Weise
verwerten könnte (Urk. 1 S. 10 ff.).
10
.2
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen,
sondern ist durch die Umstände des Einzelfalls
bedingt. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten
Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1
; Urteile
des Bundesgerichts
8C_678/2016 vom 1.
März 2017 E. 2.1 und 8C_910/2015 vom 19.
Mai 2016 E.
4.2.2, in: SVR 2016 IV Nr. 58 S.
190).
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeg
lichene Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E.
3.1) praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegen
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorneherein als ausgeschlo
ssen erscheint (SVR 2021 IV Nr. 26 S.
80,
Urteil des Bundesgerichts
8C_416/2020
vom 2. Dezember 2020 E.
4). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Rester
werbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenre
nte begründet (BGE 138 V 457 E.
3.1; SVR 2019 IV Nr.
7 S.
21,
Urteil des Bundesgerichts
8C_892/2017
vom 23. August 2018 E.
3.2).
10
.3
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit ab
zustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3), mithin vorliegend
(spätestens)
auf den Verfügungserlass vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2).
Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer etwas über 60 Jahre alt; bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters verblieb ihm somit eine Aktivitätsdauer von noch fast fünf Jahren.
Diese reicht grundsätzlich aus, um eine neue einfache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_69
3/2019 vom 18. Dezember 2019 E.
4.1.1).
Seine diversen Stellenwechsel
(vgl. Auszug aus dem individuellen Konto, Urk. 6/69)
zeugen von der Fähigkeit
,
sich rasch an neue Umgebungen und Aufgaben anpassen zu können.
Weshalb dem Beschwerdeführer vor dem Hinter
grund des ärztlich ermittelten Belastungsprofils (vgl. vorstehend E.
7.12; E. 8.
7
) keine leichten Arbeiten
wie zum Beispiel
Montage-, Verpackungs-, Prüf-, Sort
ier- oder Überwachungsarbeiten
zumutbar sein
sollen, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht substantiiert dargelegt.
Ausgehend vom ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der auch Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote umfasst, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeit
gebers rechnen können (vgl.
SVR 2021 IV Nr.
26
S.
80,
Urteil des Bundesgerichts 8C_416/2020
vom 2. Dezember 2020
E.
4 mit Hinweisen), ist vorliegend nicht auf die Notwendigkeit eines überdurchschnittlichen Entgegenkommens des Arbeit
gebers zu schliessen. Gerade Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausge
glichenen Stellenmarkt altersunabhäng
ig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
bis April 2014 und hernach ab dem Jahr 2019 in einem 70%-Pensum erwerbstätig war.
Eine rechtlich relevante berufliche Desintegration liegt somit nicht vor.
Unter den gegebenen Umständen
und unter Berücksichtigung der Recht
sprechung, welche für die Unverwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürd
en aufgestellt hat (SVR 2016 IV Nr. 58 S.
190,
Urteile des Bundesgerichts
8C_910/2015
vom 19. Mai 2016
E.
4.3.4;
Urteil
9C_755/2020 vom 8. März 2021 E.
5.4.
3.
mit Hinweis
),
ist die Auffassung der Beschwerde
gegnerin nicht zu beanstanden, welche von einer Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit ausge
gangen ist, auch wenn sie diese vorliegend nicht detailliert abge
klärt hat.
11
.
Gerügt wird des W
eiteren
fehlende E
ingliederungsmassnahmen (Urk. 1 S. 14).
Anspruch auf berufliche Ein
gliederungsmassnahmen nach Art.
8 f. IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1
lit
.
a und b IVG). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art wie Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
mittlung und Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3
lit
.
b IVG). Sie sind von Gesetzes wegen nicht an einen bestimmten Invaliditäts
grad gebunden. Der Anspruch auf eine bestimmte Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung setzt voraus, dass sie sich zur Erreichung des von ihr bezweckten Eingliederungsziels eignet.
A
uf dem Arbeitsmarkt
bestehen
genügend Verweistätigkeiten
(vgl. vorstehend E. 10.3)
,
deren Konkretisierung die Beschwerdegegnerin zwar unterlassen hat. Da
keine invaliditätsrelevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erstellt ist und eine Eingliederungsfähigkeit aus medizinischer Sicht auch nicht bezweifelt wird
(vgl. vorstehend E.
7-8
), ist aber davon auszugeh
en, dass solche vorhanden sind, was auch aus dem
Einspracheentscheid
der Suva vom 23. April 2018 (Urk. 6/46) hervorgeht, wonach
dem Beschwerdeführer
bei ähnlichem Belastungsprofil gestützt auf die DAP (Dokumentation von Arbeitsplätzen)-Blätter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbare Arbeitsplätze offen stehen (E. 5). Der Umstand
, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2019 eine neue Stelle angetreten hat, zeigt, dass er sich auch ohne Hilfe der Invalidenversicherung wiedereingliedern kann beziehungsweise könnte. Hinzu kommt, dass das
RAV Stellensuchende unterstützt und allenfalls
arbeitsm
arktliche
Massnahmen zuspricht. Folglich besteht kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmass
nahmen im vorgenannten Sinn.
1
2
.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf Leistungen der Invalidenversicherung mit der angefochtenen Verfü
gung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2) zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
1
3
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vo
m Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.