Decision ID: dd949807-89ee-459e-a80f-25313483f36a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1961, war seit dem
1.
Juni 1998 beim
Y._
als Sachbearbeiter Ermittlungen angestellt und damit bei der AXA
Versicherungen AG
(AXA) versichert (
Urk.
8/1), als
er
sich am 2
5.
Janu
a
r 2012 bei einer Turnübung eine
Verletzung im Bereich seines linken Unterschen
kels
zuzog (
Urk.
8/M3/1)
.
Nach
getätigten
Abklärungen
teilte die AXA dem Versicherten mit Schreiben
vom
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/2) mit, dass es sich beim Ereignis vom
2
5.
J
anuar
2012
nicht um ein Unfallereignis gehandelt habe, weshalb eine Leistungspflicht zu verneinen sei. Dagegen erhob der Versicherte am 1
1.
(
Urk.
8/3) und am 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
8/4) Einwendungen, worauf die AXA mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/5) feststellte, dass es sich beim
Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 we
der um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körperschädigung gehandelt
habe
,
und eine Leistungspflicht
verneinte
. Die vom Versicherten am 1
3.
Juli 2012
(
Urk.
8/6) dagegen erhobene und am 2
3.
Juli 2012 (
Urk.
8/10) ergänzte Ein
spra
che
wies die AXA am 1
5.
Januar 2013 (
Urk.
8/13 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am
4.
Februar 2013
Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
scheid
vom
1
5.
Januar 2013
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es seien ihm für das Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 Versiche
rungsleistungen zu
zu
sprechen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
April 201
3
(
Urk.
7
) beantragte die
AXA
die Ab
weisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1
5.
April 2013
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen
Verwal
tungsrechtspflege
ist das Rechtsverhältnis, welches
im Rah
men
des durch die Verfügung bestimmten
Anfechtungsgegen
standes
den auf
gr
und der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen
Verfügungsgegen
stand
bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Ver
fügung ins
gesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Be
schwer
de nur auf einzelne der durch die Verfügung be
stimmten Rechtsverhält
nisse, gehören die nicht beanstan
deten Rechts
verhältnisse zwar wohl zum
An
fech
tungs
-, nicht aber zum Streitgegenstand.
1.2
Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/5) verneinte die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 2
5.
Januar 2012, weil es sich bei diesem Ereignis weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche
Körperschädigung gehandelt habe.
Der Beschwerdeführer brachte mit Einspra
ch
e vom 2
3.
Juli 2012 (
Urk.
8/10)
hiegegen
vor, dass er sich anlässlich des Er
eig
nisses vom 2
5.
Januar 2012 eine Muskelzerrung zugezogen, und dass es sich bei
diesem Ereignis um eine unfallähnliche Körperschädigung gehandelt habe. Streit
gegenstand des
Einspracheverfahrens
war daher der
Anspruch
des Be
schwerde
führers
auf Versicherungsleistungen
für die Folgen des Ereignisses vom 2
5.
Janu
ar 2012 unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung.
1.3
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
5.
Januar 2013 (
Urk.
2) davon aus, dass bei einer Latenzzeit von 3.5 Monaten bis zur ersten ärztlichen Dokumentation eine Listenverletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) nicht gesichert sei,
dass selbst wenn wider Erwarten vom Vorliegen einer Listenverletzung aus
gegangen werden müsste, ein sinnfälliges Ereignis nicht vorgelegen habe, wes
halb es sich beim Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 nicht um eine unfallähnliche Körperschädigung gehandelt habe (S. 4).
1.4
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass er sich anlässlich des Ereignis
ses vom 2
5.
Januar 2012 eine Muskelzerrung und damit eine Listenverletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV zugezogen habe, welche ihrerseits eine
Ve
nen
thrombose
verursacht habe, und dass es sich beim Ereignis vom 2
5.
Januar 201
2 um eine Turnübung mit einem gesteigerten Gefährdungspotential und damit um ein sinnfälliges Ereignis gehandelt habe, weshalb eine
Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin unter dem Titel einer unfallähnlichen
Körper
schädigung
zu bejahen sei (S.
7).
1.5
Nach Gesagtem sind sich die Parteien
im vorliegenden Verfahren wie auch be
reits im
Einspracheverfahren
einig, dass das Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 ni
cht als Unfall zu qualifizieren
ist
, weshalb einzig die Leistungspflicht der
Beschwer
degegnerin
für das Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 unter dem Titel der
unfall
ähn
lichen
Körperschädigung streitig ist.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleich
gestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
ze
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
2.2
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen genügt es für die Begründung der
Leistungspflicht, wenn mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit sämtliche Merk
male
des Unfallbegriffs erfüllt sind.
Für das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körper
schädigung
ist tatbestandsmässig ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv
feststellbarer, sinnfälliger, eben unfallähnlicher Vorfall erforderlich. Wo ein sol
ches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch
nur als Auslöser eines in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a-h UVV aufgezähl
ten
Gesund
heitsschadens
, ist eine eindeutig krankheits- oder degenerativ be
dingte
Gesund
heits
schädigung
gegeben (Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2009 vom 12. No
vem
ber 2009 E. 6.1). Besondere Bedeutung kommt hierbei der Vo
raussetzung des
äusseren Ereignisses zu, das heisst eines ausserhalb des Körpers liegenden, ob
jek
tiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466
E. 2.2).
2.3
Der Auslösungsfaktor kann dabei alltäglich und diskret sein. Es muss sich in
dessen um ein plötzliches Ereignis handeln, wie eine heftige Bewegung oder das plötzliche Aufstehen aus der Hocke.
Beim Begriffsmerkmal der Plötzlichkeit im Rahmen der
unfallähnli
chen
Körperschädigungen kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der schädigenden Einwirkung an, sondern auf deren Einmaligkeit.
Keine unfallähnliche Körperschädigung liegt demgemäss vor, wenn eine Verlet
zung
im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV
ausschliesslich auf wiederholte, im täglichen Leben laufend auftretende Mikrotraumata zurückzuführen ist, wel
che eine allmähliche Abnützung bewirken und schliesslich zu einem
behand
lungs
bedürftigen
Gesundheitsschaden führen (Urteil 8C_65/2009 vom 31. Juli 2009
E.
2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Im Rahmen der beruflichen Tätig
keit gel
ten gewohnte, tägliche Vorgänge und übliche Abläufe als alltägliche Ver
rich
tungen, sofern es ihnen an einer gesteigerten Gefahrenlage mangelt (Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 3.4.2).
2.4
Kein unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit dem (erstmaligen) Auftreten der für eine der in Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV enthaltenen Gesundheitsschäden typischen Schmerzen gleichgesetzt wird. Auch nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädi
genden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu be
schreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren, auf den menschlichen Körper schädigend ein
wirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gestei
gertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum ein
schiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gestei
gerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Be
tätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Auf
stehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen einen einschiessenden Schmerz erlei
det,
welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV her
ausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen
Körperschädi
gung
berufen (Urteil des Bundesgerichts U 184/06 vom 2
7.
September 2006 E. 2)
.
2.5
Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu
körpereigenen Traumen führen können, wie das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Ein
flüsse
unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 129 V 466 E. 2.2 und 4.2). Erforderlich und hinreichend für die Bejahung eines äusseren Faktors ist,
dass diesem ein gesteigertes Schädigungspotenzial zukommt, sei es zufolge ei
ne
r allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Un
kon
trollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führen
den Fak
tors (BGE 129 V 466 E. 4.3).
2.6
Nach der Rechtsprechung wurden insbesondere die folgenden Vorfälle als aus
ser
halb des Körpers liegende, objektiv feststellbare, sinnfällige und
unfall
ähnli
che
Er
eignisse qualifiziert: Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer körper
eigenen Bewegung bestehen, wie dem plötzlichen Aufstehen aus der Ho
cke (BGE
116 V 145 E.
2c mit Hinweisen) oder einem Fehlschlag beim Fuss
ballspiel (RKUV
1990 Nr. U 112 S. 375 E. 3), im Aufheben oder Abstellen von Gewichten von 40
bis 50 kg (BGE 116 V 145 E. 4), im Umlagern eines Heizkör
pers von über 5 m Länge und einem Gewicht von über 100 kg von einem Wa
gen auf einen
Ar
beits
bock
(vgl. BGE 129 V 466 E. 4.3), im Bruch eines Rücken
wirbels zufolge Kon
trak
tionen bei einem epileptischen Anfall (SVR 1998 UV Nr. 22 S. 81), im Ver
schie
ben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken Fuss, Ausführung einer ruck
ar
tigen Bewegung und Verdrehung des rechten Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267), in einem Sprung von einer
Verpa
ckungskiste
(RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332),
im Bemühen, balgende Hunde zu trennen, wo
rauf die versicherte Person auf unebenem Gelände ausrutschte und sich das Knie verdrehte (Urteil des Bun
desgerichts U 127/00 vom 27. Juni 2001), im Stolpern, einer unkoordinierten
Aus
weichbewegung
des Beines und daraufhin erfolgtem Anschlagen des linken
Knies an einem
Anhänger
wagen
(Urteil des Bundesgerichts U 158/00 vom 27. Juni
2001), im
Misstritt
beim Volleyballspiel mit einschiessendem Zwick im
linken Knie (Urteil des Bundesgerichts U 92/00 vom 27. Juni 2001), in einem Sprung
aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahngepäckwagen (Urteil des Bun
desgerichts U 266/00 vom 21. September 2001), im Erleiden einer Zerrung der Adduktorenmuskeln im Rahmen eines Fussballtrainings (Urteil des Bundes
gerichts U 20/00
vom 10. Dezember 2001), in einem brüsken Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit ein
schiessenden Schmerzen im Knie (Ur
teil des Bundesgerichts U 5/02 vom 21. Oktober 2002), in einem heftigen und unbeherrschten Schlagen mit der Ferse gegen den Boden im Rahmen eines Wut
anfalles (BGE 139 V 327), und in einem unerwarteten, reflexartigen Abstützen mit der rechten Schulter um den Sturz im Tram anlässlich eines Notstopps ab
zu
fangen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2012 vom
8.
Januar 2013 E. 5.3).
2.7
Hingegen wurde nach der Rechtsprechung der äussere schädigende Faktor bei
folgenden Vorfällen verneint: Bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu kon
ti
nuierlicher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (Urteil de
s Bundesgerichts U 198/00 vom 30. August 2001), bei wiederholten An
stren
gungen wie bei Arbeiten mit Hammer oder Bohrer, beim Auftreten von Schmer
zen
„nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Gehen" (Urteil des Bun
desgerichts U 458/00 vom 24. Oktober 2001), beim Abladen eines 20 Kilogramm schweren Plastiksacks von der Ladebrücke mit ausgestrecktem Arm, beim Aus
packen von Waren aus einem Karton in gebückter Stellung, beim wie
derholten Entladen eines
Palettes
, beim Abdrehen des Oberkörpers nach hinten und Anhe
ben eines Armes im Sitzen, beim Einsteigen in die Badewanne und Anheben des Beines, beim Gehen, beim Wegwerfen eines Pfirsichsteines in ei
nen Abfalleimer,
beim Aufstehen aus dem Bett, beim Weggehen mit Abdrehen nach dem Ver
schliessen einer Haustüre (BGE 129 V 466 E. 4.3).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte mit
Bericht vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
8/M1/2) eine posttraumatische tiefe
Ve
nen
throm
bose
im Bereich des rechten Unterschenkels und erwähnte, dass
sich
der Be
schwerdeführer gemäss seinen Angaben Ende Januar 2012 bei einem Training eine
(Muskel-)
Zerrung im Bereich des rech
t
en
(r
i
c
h
t
ig
: linken; vgl. Urk.
8/11)
Un
terschenkels
zugezogen
habe.
3.2
Mit Bericht vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
8/M3/1) führte
Dr.
Z._
aus, dass er zum
Zeitpunkt der Stellung der Diagnose einer Muskelzerrung am
4.
Mai 2012 die Dia
g
nose nur auf Grund der Anamnese beziehungsweise der Angaben des Be
schwerdeführers habe stellen können. Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er nach beziehungsweise bei einer Rempelei plötzlich einen Schmerz im Un
terschenkel verspürt habe.
Infolgedessen sei eine
Schwellung des Unter
schen
kels
aufgetreten
. Auf Grund der Schilderungen des Beschwerdeführers und des kl
i
nischen Bildes sei davon aus
zugehen
, dass
sich
der Beschwerdeführer ein
Zer
rungstrauma
zugezogen habe, welches anschliessend eine
Thrombose
(mit-)
ver
ursacht
habe.
3.3
Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom 2
2.
Januar 2013
vermag vorliegend zu über
zeugen. Denn
Dr.
Z._
begründete
seine Schlussfolgerung, wonach auf Grund des
klinischen Bildes und der Ereignisschilderungen des
Beschwerdefüh
res
davon aus
zugehen sei, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereig
nisses vom
2
5.
Januar 2012 im Bereich seines linken Unterschenkels eine Mus
kelzerrung zu
gezogen und infolgedessen an einer dadurch (mit-)verursachten tiefen
Bein
ve
nen
thrombose
im Bereich seines linken Unterschenkels gelitten habe
, in nach
vol
l
ziehbarer Weise
. Diesbezüglich gilt es
zudem
die medizinische Erfahrungs
tat
sache zu beachten, dass
tiefe Beinvenenthrombosen nicht nur nach
schweren
Verletzungen und insbesondere
nach Polytraumen und längeren Operationen (vgl.
Pschyre
mbel, Klinisches Wörterbuch, 25
9.
A
ufl., Berlin/New York 2002, S. 1656
; W. H. Geerts et al., A
Prospective
Study
of
Venous
Throm
boembolism
after Major Trauma, in: The New England Journal
of
Medicine
1994/331 S.
1601-1606
)
,
sondern
selbst
bei
relativ leichten Verletzungen wie
(partiellen)
Muskelfaserrissen
, Muskelzerrungen
, Bänder
zerrungen
und
Gelenks
verren
kungen
(K. J. van
Stralen
et. al., Minor
Injuries
as
a
Risk
Factor
vor
Venous
Thromosis
,
in: Archives
of
Internal
Medicine
, Hrsg.: American Medical
Association
, 1008/168 S.
21-26)
gehäuft auftreten
.
Auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
Z._
kann vorliegend daher abgestellt werden.
3.4
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom 2
2.
Januar 2013 ist vorliegend daher davon auszugehen, dass
sich
der Beschwerdeführer an
lässlich des Ereignisses vom 2
5.
Januar 2012 im Bereich seines linken Unter
schenkels eine Muskelzerrung zuzog. Bei einer Muskelzerrung handelt es sich um eine der
in
Art. 9 Abs. 2 UVV aufgezählten
Verletzungen. Zu prüfen sind im Folgenden
daher
die übrigen für eine
unfallähnliche
Körperschädigung
voraus
gesetzten Kriterien
.
4.
4
.1
Der erstbehandelnde Arzt des Beschwerdeführers
Dr.
Z._
führte
im Statusblatt zur Untersuchung vom
4.
Mai 2012 folgende Schilderung des Ereignisses vom
2
5.
Januar 2012 durch den Beschwerdeführer auf
(
Urk.
8/M3/2): Nach/bei Rem
p
e
lei plötzlich Schmerz
- dieser (gegenwärtig) abnehmen
d
bei (weiterbestehen
der) Schwellung.
4
.2
In der vom Beschwerdeführer mitunterzeichneten (vgl.
Urk.
8/7)
Bagatellunfall
meldung
der
Y._
vom
9.
Mai 2012 ist folgender
Ereignisher
gang
enthalten
(Urk.
8/1
):
„
In der Freizeit. Bei einer
Uebung
musste ich den Partner wegstossen, dabei erlitt ich in der Wade plötzlich einen Muskelriss/Zerrung. Da die starke Schwellung bis heute nicht nachliess, musste ich nun einen Arzt aufsuchen
.“
4
.3
In
seinem Bericht vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
8/M1/2) führte
Dr.
Z._
den folgenden Ereignishergang auf (
Urk.
8/M1/2
):
„
Herr
X._
berichtet mir während eines Status
A
nfang
M
ai 2012, dass er Ende Januar 2012 bei einem Training eine Zerrung im rechten Unterschenkel erlitt. In der Folge sei es dann zu einer Anschwellung gekommen, welche bis zum jetzigen Zeitpunkt bestehen blieb
.“
4
.4
In seinem Mail an die Beschwerdegegnerin vom 1
1.
Juni 2012 schilderte der Beschwerdeführer das Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 folgendermassen
(Urk.
8/3
):
„
Vor dem Ereignis hatte ich überhaupt keine Probleme mit meinen Beinen, Nachdem ich in der Sporthalle durch die ungewohnte starke körperliche An
strengung im linken Unterschenkel einen Muskelfaserriss erlitten habe, habe ich die Verletzung lange Zeit selber versorgt
.“
4
.5
Am 1
2.
Juni 2012 ergänzte der Beschwerdeführer seine Ereignisschilderung vom 1
1.
Juni 2012
folgendermassen (Urk.
8/4
):
„
Da mein Partner bei der Kraftübung stärker war als ich, gelang es mir nicht, diesen erfolgreich zu stoppen und wegzustossen. Ich rutschte zurück, stolperte schlussendlich auf dem linken Bein rückwärts und prallte noch gegen die Wand der Turnhalle
.“
4
.6
In der Beschwerdeschrift vom
4.
Februar
2013 schilderte der Beschwerdeführer den Ereignishergang folgendermassen (
Urk.
1 S. 3):
„
Anlässlich einer Turnübung vom 2
5.
Januar 2012 in der Turnhalle Sonnenberg in
A._
erlitt der Beschwerdeführer einen Muskelfaserriss in linken Unter
schenkel. Die Turnübung bestand darin, dass sich zwei Turnpartner gegenüber
stehen und sich gegenseitig an den Schultern fassen, wobei der eine Partner versucht, den anderen rückwärts zu schieben, der andere dagegenzuhalten. Der Muskelfaserriss ereignete sich, als der Beschwerdeführer bei der beschriebenen Turnübung nicht mehr in der Lage war, seine Position zu halten, rückwärts gestossen wurde und plötzlich einen Schmerz in der linken Wade verspürte. Gleichzeitig stolperte er rückwärts und prallte gegen die Turnhallenwand
.“
5
.
5
.1
Den obenerwähnten Ereignisschilderungen ist zu entnehmen, dass der Be
schwer
deführer am 2
5.
Januar 2012 mit seinem Turnpartner
eine Turnübung ausführte, bei welcher sich die beiden Turnpartner gegenüberstanden, sich
ge
genseitig an
den Schultern fass
ten und versuchten
,
den jeweils anderen
Turn
partner
rück
wärt
s zu schieben. Als es dem Beschwerdeführer mit seiner Muskel
kraft nicht mehr
möglich war
, gegen seinen Turnpartner anzustemmen, ver
spürte er einen plötz
lichen Schmerz im linken Unterschenkel und stolperte gleichzeitig rückwärts
und
prallte
an die Wand
.
5.2
Der Beschwerdegegnerin
ist daher
nicht zu folgen, wenn sie im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
5.
Januar 2013 (
Urk.
2 S. 2) aktenwidrig feststellte, der Beschwerdeführer
habe
am 1
2.
Juni 2012 angegeben,
dass
er anlässlich des streitigen Ereignisses „gestürzt“
sei
.
5.3
Nach Gesagtem handelte es sich b
ei der
vom Beschwerdeführer am
2
5.
Januar
2012
ausgeübten
Turnübung um ein sportliches Geschehen, bei welchem
die beiden
Teilnehmende
n
mit verschränkten O
berkörpern
und
mit grosser Muskel
kraft
je
einen
heftigen
Druck auf den Körper des Gegenübers
ausüb
t
en. Insofern handelt
e
es sich bei dieser Turnübung
daher
um ein mit dem Ringsport ver
gleich
bares Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotential
–
insbe
sondere für Muskelzerrungen -
zukommt.
5.4
Beim streitigen Ereignis vom 2
5.
Januar 2012 handelt es sich daher um ein ob
jektiv feststellbares,
plötzliches und
sinnfälliges Ereignis anlässlich der Aus
übung einer erhöht risikogeneigten Sportart. Da feststeht, dass die Verletzung im
Sinne einer Muskelzerrung im Bereich des linken Unterschenkels darauf zu
rück
zuführen ist,
dass
sich das gesteigerte Gefährdungspotential realisiert
hat,
bedarf
es
zur Bejahung einer Leistungspflicht gestützt auf
Art.
9
Abs.
2 UVV keiner weiteren besonderen Umstände (vgl. das eine Schussabgabe beim Fuss
ballspiel
betreffende Urteil des Bundesgerichts 8C_403/2013 vom 2
1.
August 2013 E. 4 mit
Hinweisen).
6.
Demzufolge
ist die Beschwerde gutzuheissen mit der Feststellung, dass der Be
schwerdeführer
unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung
An
spruc
h
auf Versicherungsleistungen für die Folgen des Ereignisses vom 2
5.
Januar 2012
hat.