Decision ID: ae6d5de8-7327-4aa4-8b83-3a77a9ab5704
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
habe die SUVA den massgeblichen Sachverhalt unzureichend abgeklärt.
Im Übrigen erweise sich der zur Bestimmung des rentenbegründenden
Invaliditätsgrads durchgeführte Einkommensvergleich insofern als
fehlerhaft, als die SUVA auf eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen verzichtet habe. Im vorliegenden Fall habe der
Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt ein um 20.8 % unter dem
schweizerischen Durchschnitt liegendes Einkommen erzielt, weshalb die
Vergleichseinkommen zu parallelisieren seien. Schliesslich sei zu
beachten, dass der Kreisarzt in seiner Abschlussbeurteilung vom
28. August 2013 festgehalten habe, der Beschwerdeführer müsse seinen
Arbeitsplatz ohne grössere Gehstrecken erreichen können. Dies schränke
den Beschwerdeführer über den ihm zuerkannten Leidensabzug von
20 % hinaus ein, weshalb höchstens von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen sei. Demzufolge sei der
Beschwerdeführer in der Lage, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein
Invalideneinkommen von Fr. 42'341.-- zu erzielen. Werde dieses
Einkommen dem Valideneinkommen von Fr. 68'382.-- gegenübergestellt,
so resultiere ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 38 %.
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6. Die SUVA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer
Beschwerdeantwort vom 5. März 2015 die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
aus, dem Beschwerdeführer sei verfügungsweise ab dem 1. Juli 2014
eine Rente zugesprochen worden. In der Einsprache vom 15. Dezember
2014 habe es der Beschwerdeführer unterlassen, einen früheren
Rentenbeginn zu fordern. Deshalb habe die Beschwerdegegnerin diese
Thematik im Einspracheentscheid, der an die Stelle der ursprünglichen
Verfügung getreten sei, nicht aufgegriffen, mithin sei die Verfügung vom
13. November 2014 in dieser Beziehung in Rechtskraft erwachsen. Diese
Frage könne daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht mehr
überprüft werden. Auf die Beschwerde vom 11. Februar 2015 sei folglich
insofern nicht einzutreten. Bezüglich der geltend gemachten
Unfallkausalität zwischen den lumbalen Beschwerden und dem Unfall
vom 7. April 2011 sei sodann zu bemerken, dass Dr. med. B._ einen
solchen Zusammenhang in der Beurteilung vom 19. Dezember 2012 mit
überzeugender Begründung verneint habe. Zudem habe der
Beschwerdeführer diese Frage im Einspracheverfahren nicht
aufgeworfen, weshalb er sie nicht zum Gegenstand des sich hieran
anschliessenden Beschwerdeverfahrens machen könne. Schliesslich sei
die vom Beschwerdeführer geforderte Parallelisierung nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht erforderlich, wenn das
Valideneinkommen – wie vorliegend – dem in einem
Gesamtarbeitsvertrag vereinbarten Lohn entspreche. Die
Beschwerdegegnerin habe somit zu Recht auf eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen verzichtet.
7. In der Replik vom 20. März 2015 setzte sich der Beschwerdeführer mit
dieser Argumentation auseinander und änderte seine Anträge
dahingehend ab, als er nur mehr eine Rentenzusprache mit Wirkung ab
dem 1. Juli 2014 forderte. Ob die lumbalen Beschwerden auf das
interessierende Unfallereignis zurückzuführen seien oder nicht, sei
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Gegenstand des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens gewesen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei auf die
Beschwerde diesbezüglich daher einzutreten. Dabei sei unbestritten, dass
der Unfall vom 7. April 2011 selbst die Diskushernie nicht verursacht
habe. Der Beschwerdeführer könne jedoch seit dem fraglichen
Unfallereignis seinen linken Fuss nicht mehr belasten und müsse an
Stöcken gehen. Dies habe zu einer Fehlbelastung und Fehlhaltung
geführt. Weiter sei aufgrund des Alters des Beschwerdeführers im
Unfallzeitpunkt auszuschliessen, dass dieser damals bereits an
degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule gelitten habe und es auch
ohne das Unfallereignis schon Ende November 2012 zu einer
Diskushernie gekommen wäre. Da es für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich sei, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen Störung sei, habe die
Beschwerdegegnerin zu prüfen, ob die durch die Verwendung der
Krücken erfolgte Fehlhaltung das Auftreten der Diskushernie begünstigt
habe; diese mit anderen Worten zumindest zu einer Aktivierung derselben
geführt habe. Mit dieser Frage habe sich nur Dr. med. B._ in seiner
Beurteilung vom 19. Dezember 2012 befasst. Dessen Ausführungen
vermöchten jedoch nicht zu überzeugen, weshalb zusätzliche
medizinische Abklärungen erforderlich und von der Beschwerdegegnerin
zu veranlassen seien.
8. Die Beschwerdegegnerin wies diese Argumentation in der Duplik vom
1. April 2015 unter Erneuerung ihrer Anträge zurück. Am 8. April 2015
reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre Honorarnote
ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
- 7 -

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 13. Januar 2015. Gegen solche Entscheide
kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in welchem die
versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der
Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt in
Y._, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG
i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts
für die Beurteilung des vorliegenden Streitfalls zu bejahen.
b) Der Beschwerdeführer ist als Versicherter materieller Adressat des
angefochtenen Einspracheentscheids und hat ein aktuelles sowie
praktisches Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung. Im
vorinstanzlichen Einspracheverfahren hatte er beantragt, ihm sei eine
Invalidenrente von mindestens 40 % auszurichten. Eventualiter sei ein
versicherungsexternes medizinisches Gutachten über seine
Arbeitsfähigkeit einzuholen und der Invaliditätsgrad sei anschliessend
festzulegen (vgl. Einsprache vom 15. Dezember 2014 S. 2 [SUVA-act.
284]). Über diese Anträge ist der Beschwerdeführer in der
Beschwerdeschrift vom 11. Februar 2015 insoweit hinausgegangen, als
er darin die Zusprache einer Rente mit Wirkung ab dem 16. Juni 2014
forderte. In der Replik vom 20. März 2015 ist er hinsichtlich des Beginns
des Rentenanspruchs allerdings auf seine Rechtsbegehren
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zurückgekommen, indem er das Gericht ersucht hat, den
Einspracheentscheid vom 13. Januar 2015 aufzuheben und die Akten an
die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines versicherungsexternen
Gutachtens über die Arbeitsfähigkeit und zur anschliessenden
Neufestsetzung des Invaliditätsgrads sowie die Zusprache der Rente ab
dem 1. Juli 2014 zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 38 % mit Wirkung ab dem
1. Juli 2014 eine Invalidenrente zuzusprechen. Diese Anträge bewegen
sich im Rahmen der im vorinstanzlichen Verfahren gestellten
Rechtsbegehren, welche die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid zur Gänze abgewiesen hat. Damit ist die formelle
Beschwer des Beschwerdeführers bezüglich der in der Replik vom
20. März 2015 gestellten Rechtsbegehren zu bejahen. Der
Beschwerdeführer ist demnach berechtigt, den angefochtenen
Einspracheentscheid in diesem Umfang anzufechten.
c) Soweit die Beschwerdegegnerin dem entgegenhält, der
Beschwerdeführer habe im Einspracheverfahren nicht geltend gemacht,
die im November 2012 aufgetretenen Rückenbeschwerden seien durch
den Unfall vom 7. April 2011 mitverursacht wurden, weshalb diese Frage
nicht Gegenstand des sich hieran anschliessenden
Beschwerdeverfahrens sein könne, kann ihr nicht gefolgt werden. Der
Beschwerdegegnerin ist zwar darin beizupflichten, dass das Erfordernis
der formellen Beschwer dazu führt, dass der Streitgegenstand des
Beschwerdeverfahrens bereits durch das vorinstanzlichen
Einspracheverfahren bestimmt wird (vgl. statt vieler
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2013,
Rz. 940; MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: WALDMANN / WEISSENBERGER
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, Zürich / Basel / Genf 2009, Art. 48 N. 22). Was
Gegenstand des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens war bzw. nach
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richtiger Gesetzesauslegung hätte sein müssen, ergibt sich aber primär
aus den in der Einsprache gestellten Rechtsbegehren und nicht aus
deren Begründung (BGE 133 II 30 E.2.4; KÖLZ / HÄNER / BERTSCHI, a.a.O.,
Rz. 689). Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen Verfahren – wie
vorangehend bereits festgehalten – die Zusprache einer Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 40 % beantragt und die Beschwerdegegnerin
eventualiter ersucht, ein versicherungsexternes Gutachten einzuholen
(vgl. dazu ausführlich E.1b hievor). Um über diese Anträge entscheiden
zu können, musste die Beschwerdegegnerin zunächst den unfallkausalen
Gesundheitsschaden bestimmen (vgl. dazu E.2 hernach). Im Rahmen
dieser Prüfung führte sie im angefochtenen Einspracheentscheid vom
13. Januar 2015 im Hinblick auf die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Rückenbeschwerden auf S. 5 unter Erwägung 3 aus, vorab
sei festzuhalten, dass die Rückenbeschwerden laut kreisärztlicher
Beurteilung vom 19. Dezember 2012 nicht unfallkausal seien, weshalb sie
bei der Bestimmung des Invaliditätsgrads ausser Acht zu bleiben hätten
(SUVA-act. 294). Obgleich der Beschwerdeführer diese Frage in der
Einsprache vom 15. Dezember 2014 nicht explizit angesprochen hatte
(vgl. aber immerhin Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit auf S. 3 der Einsprache vom 15. Dezember
2014 [SUVA-act. 284]), hat die Beschwerdegegnerin sich hiermit richti-
gerweise von sich aus befasst. Die Richtigkeit der diesbezüglichen
Beurteilung kann daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren überprüft
werden, zumal sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift vom
11. Februar 2015 mit dieser Frage ausführlich auseinandergesetzt hat.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist die
Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers hinsichtlich der in der
Replik vom 20. März 2015 gestellten Rechtsbegehren folglich
uneingeschränkt zu bejahen und das Begehren der Beschwerdegegnerin,
auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten, als sie sich auf die
Rückenbeschwerden bezieht, demnach abzuweisen.
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d) Dass die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, steht ausser
Frage und bedarf keiner weiteren Ausführungen (vgl. zur Frist
insbesondere: Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG). Auf die
vorliegende Beschwerde ist demzufolge im Umfang der mit Replik vom
20. März 2015 gestellten Rechtsbegehren einzutreten.
e) Ergänzend bleibt festzuhalten, dass die in der Beschwerdeschrift vom
11. Februar 2015 gestellten Beweisanträge, die Schweizerische
Ausgleichskasse, Genf, sei anzuweisen, die den Beschwerdeführer
betreffenden Taggeldberechnungen einzureichen sowie die
Taggeldabrechnungen der Beschwerdegegnerin betreffend den Unfall
vom 7. Februar 2011 einzuholen, abzuweisen sind (vgl. S. 7). Mit diesen
Beweisanträgen wollte der Beschwerdeführer nachweisen, nicht
durchgängig bis zum 30. Juni 2014 Taggelder erhalten zu haben, weshalb
die Beschwerdegegnerin verpflichtet sei, ihm die angefochtene Rente
bereits ab dem 16. Juni 2014 auszurichten. Diesen Antrag hat der
Beschwerdeführer in der Replik vom 20. März 2015 fallengelassen und
damit darauf verzichtet, den Zeitpunkt der Rentenzusprache gerichtlich
überprüfen zu lassen. Seine diesbezüglichen Beweisanträge beziehen
sich somit nicht (mehr) auf rechtserhebliche Tatsachen. Sie sind daher
ohne weiteres abzuweisen.
2. a) Die Gewährung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung
setzt das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines Nichtberufsunfalls oder
einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Hat sich ein solches
Ereignis verwirklicht, so hat der Versicherte Anspruch auf kurzfristige
Versicherungsleistungen in Form von zweckmässiger Behandlung der
Unfallfolgen (Art. 10 UVG) und Taggeldern, welche den durch die
gesundheitliche Beeinträchtigung erlittenen Erwerbsausfall ausgleichen
sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der Versicherte infolge des Unfalls zu
mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so kann er eine Invalidenrente
beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der Fortsetzung der
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ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung seines
Gesundheitszustands mehr zu erwarten ist und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (Art. 19 UVG). Diese Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
jedoch voraus, dass zwischen dem Unfallereignis (Art. 4 ATSG, Art. 7 und
Art. 8 UVG) und der zur Invalidität führenden gesundheitlichen
Schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(Art. 6 Abs. 1 UVG).
b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht als zur gleichen
Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser
Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen Störung ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der
Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch
die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non";
BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1). Besteht zwischen einem Unfall
und einem Gesundheitsschaden ein solcher natürlicher
Kausalzusammenhang, so begründet dies freilich nur eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn das Unfallereignis überdies
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen; der Eintritt dieses Erfolgs mithin durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint. Mit diesem Begriff des adäquaten
Kausalzusammenhangs soll eine vernünftige Begrenzung, der aus der
natürlichen Kausalkette zur Verfügung stehenden Tatsachen und damit
der Haftung erreicht werden. Im Bereich der organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen spielt die Adäquanz indessen praktisch keine
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Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität
deckt (BGE 134 V 109 E.2.1, 129 V 177 E.3.2; RUMO-JUNGO/HOLZER,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2012, Art. 6 S. 57).
c) Dem Beschwerdeführer fuhr am 7. April 2011 ein Bagger über den linken
Fuss. Als natürliche und adäquate Folge dieses Berufsunfalls (Art. 4
ATSG i.V.m. Art. 7 UVG) leidet der Beschwerdeführer an einer stark
verminderten Belastbarkeit des linken Fusses als Folge eines
chronifizierten neuropathischen Schmerzsyndroms des Nervus plantaris
lateralis. Dieser Sachverhalt ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wird
von den Verfahrensparteien zu Recht nicht in Frage gestellt (vgl.
Abschlussbeurteilung von Dr. med. C._ vom 28. August 2013
[SUVA-act. 207]). Der Beschwerdeführer wirft der Beschwerdegegnerin
indessen vor, den massgeblichen Sachverhalt insoweit unzureichend
abgeklärt zu haben, als sie allein aufgrund der Beurteilung von Dr. med.
B._ den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Berufsunfall vom 7. April 2011 und den im November 2012 aufgetretenen
Rückenbeschwerden verneint habe. Diesbezüglich sei ein
versicherungsexternes Gutachten einzuholen.
3. a) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG hat der zuständige
Sozialversicherungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes
wegen abzuklären, so dass gestützt darauf über die begehrte
Versicherungsleistung entschieden werden kann (Art. 49 ATSG; Art. 61
lit. c ATSG [für das Beschwerdeverfahren]). Diese sogenannte
Untersuchungspflicht hält an, bis über die für die Beurteilung des
streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichend Klarheit
besteht (BGE 136 V 376 E.4.1.1). Dafür hat der zuständige
Sozialversicherungsträger allerdings nicht sämtliche angebotenen oder
beantragten Beweismittel abzunehmen. Denn im Verzicht auf die
Abnahme weiterer Beweise liegt dann keine Verletzung des Anspruchs
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auf rechtliches Gehör, wenn der zuständige Sozialversicherungsträger bei
umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener
Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E.4.1) zur Überzeugung gelangt, ein
bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich (BGE
126 V 353 E.5b; 125 V 193 E.2) zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr
ändern (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90
E.4b). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder
Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist
solange weiter zu ermitteln, als von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen
noch neue Erkenntnisse bezüglich des rechtserheblichen Sachverhalts zu
erwarten sind (SVR 2010 AlV Nr. 2 S. 3 E.2.2). Die Untersuchungspflicht
weist damit enge Bezüge zum – auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe
geltenden – Grundsatz der freien Beweiswürdigung auf (Art. 61 lit. c
ATSG [für das Beschwerdeverfahren]). Danach haben die urteilenden
Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung der streitigen Versicherungsleistungen gestatten.
b) Nach den insoweit übereinstimmenden Parteiaussagen steht im
vorliegenden Fall fest, dass der Beschwerdeführer erstmals im November
2012 unter Rückenbeschwerden litt, die ärztlich behandelt werden
mussten. Am 30. November 2012 begab er sich deshalb zunächst zu
seinem Hausarzt, Dr. med. D._, FMH Innere Medizin. Als dessen
Behandlung nicht zur erhofften Besserung führte, trat er am 3. Dezember
2012 in das Regionalspital Y._ ein. Dort veranlassten die
behandelnden Ärzte eine MRI-Untersuchung der Wirbelsäule. Dabei
wurden eine mediane Diskushernie auf Höhe L5/S1 ohne
Wurzelkompression mit leichter Osteochondrose der Bandscheibe sowie
eine Protrusion der Bandscheibe L4/L5 ohne sichere Diskushernie mit
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- 14 -
leichter Osteochondrose sichtbar, welche die Rückenbeschwerden
verursachten (vgl. Arztbericht vom 14. Dezember 2012 von Dr. med.
E._, Assistenzärztin Medizin [SUVA-act. 150 S. 2]).
c) Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle
Diskushernien aufgrund degenerativer Veränderungen der Bandscheibe
entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise als Ursache in
Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie nur
dann betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer
Schwere und geeignet ist, eine Schädigung der Bandscheibe
herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres Syndrom) unverzüglich nach dem Unfallereignis und mit
sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. Ist die Diskushernie bei
degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber
verursacht worden, so hat die Unfallversicherung
rechtsprechungsgemäss nur Leistungen für das unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_346/2008 vom 11. November
2008 E.3.2, 8C_244/2008 vom 13. Oktober 2008, 8C_637/2007 vom
11. August 2008 E.2.2, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 354/04 vom 11. April 2005 E.2.2; ARMESTO, in: STEIGER-SACKMANN /
MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 18.47
ff.; RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 56). Diese bundesgerichtliche
Rechtsprechung entfaltet allerdings keine Wirkung bei Unfällen, bei denen
die Wirbelsäule nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Tritt in einem
solchen Fall im Nachgang an ein Unfallereignis eine Diskushernie auf, so
kann zwar von vornherein ausgeschlossen werden, dass diese direkt
durch das Unfallereignis verursacht wurde. Jedoch können unfallbedingte
Fuss- und Beinverletzungen, Beinlängenverkürzungen zu andauernden
Fehlbelastungen führen, die nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung als indirekte Unfallfolgen später unfallkausale
Rückenbeschwerden hervorrufen können. Ob solche unfallkausale
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Rückenbeschwerden vorliegen, muss im Einzelfall medizinisch abgeklärt
werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014
E.4.3.3, 8C_456/2009 vom 28. Juli 2009 E.5.2, U 522/06 vom 12. Oktober
2007 E.5.1, U 246/06 vom 5. Januar 2007 E. 4.3).
d) Mit Blick auf diese Rechtsprechung behauptet der Beschwerdeführer
folgerichtig nicht, die im Dezember 2012 diagnostizierten degenerativen
Veränderungen an der Wirbelsäule seien unmittelbar durch den Unfall
vom 7. April 2011 verursacht worden. Er macht jedoch geltend, aufgrund
der Aktenlage könne nicht ausgeschlossen werden, dass die fraglichen
degenerativen Veränderungen durch Fehlbelastungen der unteren
Extremitäten und den fortwährenden Gebrauch von Gehstöcken
zumindest mitverursacht worden seien (vgl. Beschwerdeschrift vom
11. Februar 2015 S. 7). Um diese Frage prüfen zu können, wandte sich
die Beschwerdegegnerin am 18. Dezember 2012 an den Kreisarzt,
Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und
Unfallchirurgie, gewandt (SUVA-act. 151). Dieser gelangte in der
Beurteilung vom 19. Dezember 2012 zum Schluss, die im November
2012 aufgetretenen Rückenbeschwerden seien nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 7. April 2011 zurückzuführen
(SUVA-act. 152). Der Beweiswert dieser ärztlichen Beurteilung hängt
rechtsprechungsgemäss davon ab, ob sie für die strittigen Belange
umfassend ist, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtet und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen vermag.
Ausschlaggebend für den Beweiswert der kreisärztlichen Beurteilung vom
19. Dezember 2012 ist somit weder deren Herkunft noch Bezeichnung
(BGE 134 V 231 E.5.1; 125 V 351 E.3b). Dennoch hat es das
Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen.
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Danach haben Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte – wie die
vorliegend in Frage stehende – vollen Beweiswert, wenn sie die die
vorgenannten Anforderungen erfüllen und keine konkreten Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 124 V 353 E.3b/bb). Dabei lässt die
Tatsache allein, dass der beauftragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, nicht schon auf mangelnde Objektivität
und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr konkreter Umstände,
welche das Misstrauen in die Beurteilung objektiv als begründet
erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
ärztlichen Beurteilungen im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist
allerdings ein strenger Massstab an die Unabhängigkeit anzulegen
(BGE 125 V 351 E.3b; MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren der
Invalidenversicherung, Bern 2010, N. 1726 ff.). Von diesen Grundsätzen
ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob die kreisärztliche Beurteilung
vom 19. Dezember 2012 voll beweiskräftig ist.
e) Darin hielt Dr. med. B._ im Wesentlichen fest, beim Versicherten
seien am 30. November 2012 lumbale Rückenbeschwerden aufgetreten.
Deshalb sei er am 3. Dezember 2012 hospitalisiert worden. Das MRI vom
7. Dezember 2012 habe eine mediane Diskushernie L5/S1 ohne
Wurzelkompression mit leichter Osteochondrose der Bandscheibe und
eine mediane Protrusion der Bandscheibe L4/L5 ohne sichere
Diskushernie mit leichter Osteochondrose gezeigt. Die hierdurch
bedingten Rückenbeschwerden stünden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 7. April 2011. In der medizinischen Wissenschaft
komme es immer wieder zu Diskussionen, ob Rückenbeschwerden durch
eine Teilentlastung eines der unteren Extremitäten mit Gehen an Stöcken
ausgelöst werden könnten. Entsprechende Untersuchungen seien bereits
durchgeführt worden. Bis anhin hätte hier indes nie ein gesicherter
Zusammenhang hergestellt werden können. Die degenerativen
Veränderungen und die Diskushernien seien deshalb nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf diese Fehlbelastung
- 17 -
zurückzuführen. Die Behandlung der Rückenbeschwerden sei damit nicht
die Folge des Unfalls vom 7. April 2011 (SUVA-act. 152 S. 2).
f) Diese Beurteilung von Dr. med. B._ beruht allein auf medizinischen
Erfahrungswerten, die weder mit entsprechenden Hinweisen auf die zu
diesem Thema durchgeführten Untersuchungen noch anderweitigen
Literaturangaben untermauert sind. Ohne solche Angaben vermögen sie
vor dem Hintergrund der gefestigten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung, wonach unfallbedingte Fussverletzungen zu
andauernden Fehlbelastungen führen können, die als indirekte Unfallfolge
Rückenbeschwerden verursachen können (vgl. E.3c hievor), nicht zu
überzeugen. Daran ändert die Tatsache nichts, dass an der Wirbelsäule
des Beschwerdeführers röntgenologisch degenerative Veränderungen in
Form einer Diskushernie sowie leichter Osteochondrose ausgewiesen
sind. In diesem Zusammenhang gilt es nämlich zu beachten, dass der
Unfall vom 7. April 2011 nicht die alleinige oder unmittelbare Ursache der
fraglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sein muss. Es genügt
vielmehr, dass der fragliche Unfall zusammen mit anderen Bedingungen
die festgestellten degenerativen Veränderungen am Rücken verursacht
hat; das in Frage stehende Unfallereignis mithin nicht weggedacht werden
kann, ohne dass auch die Rückenbeschwerden entfielen (BGE 121 V 177
E.3.1, 121 V 326 E.2a; Urteile des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom
16. Januar 2014 E.4.3.4, 8C_301/2007 vom 15. Januar 2008 E.5.1.1). In
diesem Sinne dürften die Ausführungen der behandelnden Ärzte des
Regionalspitals Y._ zu verstehen sein, die im Arztbericht vom
14. Dezember 2012 festhielten, die Rückenbeschwerden des
Versicherten seien durch eine Diskushernie und eine Fehlbelastung im
Rahmen eines Quetschtraumas des linken Fusses bedingt (SUVA-
act. 150 S. 2). Diese Beurteilung, welche dem medizinischen Laien
durchaus einleuchtet, begründet Zweifel an der Richtigkeit der
Einschätzung von Dr. med. B._, zumal sich Dr. med. B._ mit
dieser fachärztlichen Einschätzung in seiner Beurteilung vom
- 18 -
19. Dezember 2012 nicht auseinandergesetzt hat. Unter diesen
Umständen erweist sich die Beurteilung vom 19. Dezember 2012 nicht als
voll beweiskräftig. Andere medizinischen Beurteilungen, die sich mit der
Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den
unfallbedingten Fussbeschwerden und den im November 2012
aufgetretenen Rückenbeschwerden befassen, liegen nicht vor. Die
vorliegenden ärztlichen Unterlagen erlauben es daher nicht, über diese
Frage ohne zusätzliche medizinische Abklärungen zu befinden.
g) Auf ergänzende Beweisvorkehren kann im vorliegenden
Beschwerdeverfahren freilich in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet
werden, wenn die im November 2012 aufgetretenen Rückenbeschwerden
zumindest insoweit abgeklungen waren, dass sie die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers und damit dessen rentenbegründenden
Invaliditätsgrad im vorliegend interessierenden Zeitraum seit der
Rentenasprache bis zum Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens nicht
mehr beeinträchtigt haben (vgl. Art. 6, 7, 8 und 16 ATSG).
aa) Die für diesen Zeitraum vorliegenden ärztlichen Berichte äussern sich nur
vereinzelt und am Rande zu den interessierenden Rückenbeschwerden.
So führten Dr. med. F._, Oberarzt, und Dr. med. G._,
Assistenzärztin, im Bericht des Universitätsspitals Zürich, Rheumaklinik,
vom 15. Mai 2013 unter anderem einen Status nach radikulärem
Reizsyndrom, Beine beidseits 12/2012, als in der Vergangenheit beim
Beschwerdeführer diagnostizierte Krankheiten an. Dazu hielten sie
ergänzend fest, der Patient sei diesbezüglich aktuell (05/2013)
beschwerdefrei (SUVA-act. 188 S. 1). In ähnlicher Weise äusserte sich
der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. D._, im Arztbericht
vom 20. Juni 2013 (SUVA-act. 195). Darin werden die Ende November
2012 aufgetretenen Rückenbeschwerden unter der persönlichen
Anamnese angeführt und ergänzend darauf hingewiesen, dass der
Versicherte vom 17. bis zum 29. Dezember 2012 zur Behandlung des
lumbospondylogenen Syndroms und des CRPS am linken Fuss in der
- 19 -
Klinik Valens gewesen sei (SUVA-act. 195 S. 1). Bei der Schilderung der
aktuellen Beschwerden wird sodann festgehalten, der Patient leide nach
wie vor an Schmerzen, Hyp- und Dysästhesien sowie an einer alterierten
Trophik; de facto an einem Funktionsverlust des linken Beins (SUVA-
act. 195 S. 2). Rückenbeschwerden werden nicht erwähnt, weshalb
anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt
nicht an solchen Beschwerden gelitten hat. Diese Einschätzung steht im
Einklang mit dem Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 21. Juni 2013, in
dem ebenfalls nur die Rede von Fussbeschwerden ist (SUVA-act. 196
S. 2). Dasselbe gilt für den Arztbericht von Dr. med. H._, Klinik für
Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Leitender Arzt eines
Universitätsspitals, vom 20. August 2013, der den Beschwerdeführer am
27. Februar 2013 am linken Fuss operierte und dessen damalige
Beschwerden zusammenfassend wiedergab, ohne Rückenbeschwerden
zu erwähnen (SUVA-act. 205). Schliesslich führte Dr. med. C._ die
Rückenbeschwerden in der Abschlussbeurteilung vom 28. August 2013
zwar unter dem aktenmässigen Verlauf auf. Diesbezüglich hielt er jedoch
fest, diese seien nach der Beurteilung von Dr. med. B._ nicht
unfallkausal. Deshalb dürfte Dr. med. C._ davon abgesehen haben,
diese bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu
berücksichtigen (SUVA-act. 207). Mit dieser Beurteilung stimmt überein,
dass in der gleichentags verfassten Aktennotiz festgehalten wird, der
Beschwerdeführer berichte zusätzlich zu den Fussbeschwerden noch
über Rückenbeschwerden (SUVA-act. 208 S. 7), ohne Art und Umfang
der fraglichen Beschwerden zu beschreiben. Als aufschlussreicher
erweist sich in dieser Beziehung der Bericht der BEFAS vom 20. Juni
2014 über den 29-tägigen Aufenthalt des Beschwerdeführers im Centro
professionale e soziale Gerra Piano. Darin werden die
Rückenbeschwerden in Form eines lumbospondylogenes Syndrom mit
Diskushernie L5/S1 ohne Wurzelkompression sowie einer muskulären
und statistischen Fehlbelastungen als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit angeführt (SUVA-act. 255 S. 4). Ausserdem geht aus
- 20 -
dem BEFAS-Bericht vom 20. Juni 2014 nicht hervor, dass der
Beschwerdeführer während des 29-tägigen Aufenthalts im Centro
professionale e soziale Gerra Piano über Rückenbeschwerden klagte
(SUVA-act. 255 S. 4-9). In den medizinischen Akten finden sich somit
keine Hinweise darauf, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
im interessierenden Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis zum Abschluss des
vorinstanzlichen Einspracheverfahrens am 13. Januar 2015 durch
Rückenbeschwerden beeinträchtigt war.
bb) Dieser Eindruck wird dadurch bestätigt, dass der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer die Rückenbeschwerden im Verfahren betreffend die
Festlegung der Integritätsentschädigung nie als eigenständige Unfallfolge,
die zu den Beschwerden am linken Fuss hinzutritt, erwähnt hat (vgl.
Verfahren S 14 136). Ebenso wenig machte er solche Beschwerden im
vorinstanzlichen Einspracheverfahren geltend. In der Einsprache vom
15. Dezember 2014 wird hinsichtlich des massgeblichen
Gesundheitszustands einzig festgehalten, der Beschwerdeführer leide
heute unter einem irreparablen chronifizierten neuropathischen
Schmerzsyndrom des Nervus plantaris lateralis links bei Status nach
CRPS am linken Fuss. Für die Fortbewegung sei er deshalb auf zwei
Gehstöcke angewiesen (SUVA-act. 284 S. 2). Dem zuhanden der IV-
Stelle erstellten BEFAS-Bericht vom 20. Juni 2014 könne entnommen
werden, dass hinsichtlich der beruflichen Neuorientierung zu
berücksichtigen sei, dass der Beschwerdeführer über eine im Vergleich
zur übrigen Bevölkerung unterdurchschnittliche Fähigkeit in Bezug auf
logisches, numerisches, verbales und räumliches Denken verfüge. (...) Er
werde für eine leichte handwerkliche Arbeit als arbeitsfähig betrachtet.
Insbesondere sei eine Arbeit als Verkäufer von Ersatzteilen für Autos in
Betracht zu ziehen. (...) Zwar gingen die Betreuer im Centro
professionale e soziale Gerra Piano davon aus, dass der Versicherte eine
ganztägige Tätigkeit ausüben könne. Aus dem Beobachtungsbericht gehe
jedoch hervor, dass er alle zwei bis drei Stunden eine Pause benötigt
- 21 -
habe und nicht länger als zwei Stunden in sitzender / aufrechter Position
habe verharren können. Schliesslich sei er für die Fortbewegung seit dem
Unfallereignis immer auf Gehstöcke angewiesen gewesen. Der als sehr
interessiert beschriebene Versicherte betrachte sich selbst als zu 60-80 %
arbeitsfähig (SUVA-act. 284 S. 3). Diese zusammenfassend
wiedergegebenen Ausführungen in der Einsprache 15. Dezember 2014
zeigen, dass der Beschwerdeführer den BEFAS-Bericht vom 20. Juni
2014 sorgfältig studiert und mit seiner zum damaligen Zeitpunkt bereits
seit knapp zwei Jahren mit dem Fall beauftragten Rechtsanwältin
analysiert hat (Mandatsaufnahme am 17. Januar 2013 [SUVA-act. 163]).
Er wusste somit auch, dass die Rückenbeschwerden darin als Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angeführt werden. Indem er
diese Feststellung hingenommen hat, ohne deren Richtigkeit in Frage zu
stellen, hat er zum Ausdruck gebracht, mit dieser Einschätzung
grundsätzlich einverstanden zu sein; mithin seine Arbeitsfähigkeit zum
damaligen Zeitpunkt nicht als durch Rückenbeschwerden beeinträchtigt
anzusehen.
cc) In den Akten deutet folglich nichts darauf hin, dass der Beschwerdeführer
im interessierenden Zeitraum von der Rentenzusprache bis zum
Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens an Rückenbeschwerden
gelitten hat, die seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt haben. Sollten solche
Beschwerden zu einem späteren Zeitpunkt aufgetreten sein, können sie
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht beurteilt werden, da
diesem der Sachverhalt zugrunde zu legen ist, der sich bis zum
Abschluss des vorinstanzlichen Einspracheverfahrens verwirklicht hat
(BGE 129 V 1 E.1.2). Unter diesen Umständen kann dahingestellt
bleiben, ob die in der Vergangenheit aufgetretenen und nach dem
13. Januar 2015 möglicherweise wiederaufgeflammten
Rückenbeschwerden als indirekte Folge des Unfalls vom 7. April 2011 zu
gelten haben, die eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu
begründen vermögen. Jedenfalls im massgeblichen Zeitraum vom 1. Juli
- 22 -
2014 bis zum 13. Januar 2015 haben diese die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht beeinträchtigt. Bei der Bemessung des
rentenbegründenden Invaliditätsgrads ist die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid demzufolge zu Recht nur von
unfallbedingten Verletzungen am linken Fuss ausgegangen.
4. a) Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die rentenbegründende
Invalidität im Einspracheentscheid vom 13. Januar 2015 korrekt
bemessen und dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2014 eine Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 10 % und einem versicherten
Jahresverdienst von Fr. 40'602.-- zugesprochen hat. Dabei wird von
keiner Verfahrenspartei in Abrede gestellt und ist im Übrigen aufgrund der
Akten ausgewiesen, dass sich die Beschwerden des Beschwerdeführers
am linken Fuss durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nicht
mehr namhaft verbessern lassen (vgl. Abschlussbeurteilung von Dr. med.
C._ vom 28. August 2013 [SUVA-act. 207]) und die
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung mit Verfügung
vom 17. Juli 2014 abgeschlossen wurden (SUVA-act. 257)
b) Bei dieser Ausgangslage kann der Beschwerdeführer gemäss Art. 18
Abs. 1 UVG eine Invalidenrente beanspruchen, wenn er infolge des
Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1 ATSG beschreibt die
Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird
wiederum als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt bezeichnet (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der
Bemessung des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art.
16 ATSG anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
- 23 -
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für den Einkommensvergleich sind
die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind (BGE 129 V 222 E.4).
Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die Invalidenrente bei Vollinvalidität
80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität wird sie
entsprechend gekürzt.
c) Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aufgrund der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung von Dr. med. C._
vom 28. August 2013 festgelegt. Danach leidet der Beschwerdeführer als
Unfallrestfolgen an einem Status nach Quetschtrauma am Vorfuss links
mit Logensyndrom (7. April 2011), einem Status nach Dekompression und
Logenspaltung (7. April 2011), einem Status nach Vollhauttransplantation
(13. April 2011), einem Status nach CRPS Fuss links, einem Status nach
Liposuktion abdominal zur Stammzellengewinnung, Neurolyse Nervus
plantaris laterlalis links, Unterspritzung mit Stammzellen bei
neuropathischem Schmerzsyndrom des Nervus plantaris lateralis links
(27. Februar 2013), die zu einer stark verminderten Belastbarkeit des
linken Fusses bei chronisch neuropathischem Schmerzsyndrom des
Nervus plantaris lateralis links geführt haben (SUVA-act. 207 S. 6).
Aufgrund dieser Unfallfolgen sei dem Versicherten die frühere Tätigkeit
als Bau-Hilfsarbeiter nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei ihm aber
ganztags eine sitzende Tätigkeit, sofern er den Arbeitsplatz ohne
grössere Gehstrecken erreichen könne (SUVA-act. 207 S. 6).
d) Die vorangehend auszugsweise wiedergegebene Abschlussbeurteilung
von Dr. med. C._ erfüllt die Kriterien, die rechtsprechungsgemäss an
- 24 -
eine beweiskräftige medizinische Beurteilung gestellt werden (vgl. E.3c
hievor). So erfolgte diese nach Kenntnisnahme und unter
Berücksichtigung der massgeblichen medizinischen Akten sowie einer
eingehenden persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers.
Ausserdem hat sich Dr. med. C._ darin mit den vom
Beschwerdeführer beklagten Beschwerden auseinandergesetzt und in
sich schlüssig begründet, weshalb er den Beschwerdeführer in einer
leidensadaptierten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsfähig erachtet. Soweit
der Beschwerdeführer dieser Beurteilung entgegenhält, die von Dr. med.
C._ als möglich erachtete sitzende Tätigkeit werde durch die
lumbalen Beschwerden eingeschränkt, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer laut Aktenklage im für das Beschwerdeverfahren
massgeblichen Zeitraum nicht an seine Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigenden Rückenbeschwerden gelitten hat (vgl. E.3g hievor).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers war sein funktionelles
Leistungsvermögen im interessierenden Zeitpunkt somit ausschliesslich
durch die Beschwerden am linken Fuss beeinträchtigt. Dagegen weist der
Beschwerdeführer zu Recht darauf hin, dass er nach dem BEFAS-
Beobachtungsbericht alle zwei bis drei Stunden eine Pause benötigt habe
und nicht länger als zwei Stunden in sitzender / aufrechter Position habe
verharren können (SUVA-act. 255 S. 13). Diese Ausführungen werden
hinsichtlich der Präsenz des Beschwerdeführers dahingehend ergänzt,
als dass dieser während der Arbeitszeit anwesend gewesen sei. Während
des Tages habe er jedoch eine Pause von zwei Stunden machen
müssen, um den Fuss zu entlasten und der Schwellung
entgegenzuwirken. Er sei von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr sowie von 14.00
Uhr bis 17.00 Uhr anwesend gewesen (SUVA-act. 255 S. 13). Hiermit
wird jedoch nur geschildert, wie sich der Beschwerdeführer während des
29-tägigen BEFAS-Aufenthalts verhalten hat. Daraus kann nicht
unbesehen auf das effektive Leistungsvermögen des Beschwerdeführers
gefolgert werden. Wären die Verantwortlichen im Centro professionale e
soziale Gerra Piano davon ausgegangen, das gezeigte
- 25 -
Leistungsvermögen entspreche der effektiven medizinisch-theoretischen
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers, so hätten sie ihre anfängliche
Beurteilung, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, unter Hinweis auf die gemachten
Beobachtungen entsprechend korrigiert. Im BEFAS-Bericht 20. Juni 2014
wird zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit indessen festgehalten,
der Beschwerdeführer erachte sich in einer leidensadaptierten Tätigkeit
zu 60-80 % als arbeitsfähig. Diese Selbsteinschätzung stehe jedoch im
Widerspruch zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit. Danach sei
dem Beschwerdeführer eine leichte Tätigkeit, vorwiegend sitzend
ausgeübt, zu 100 % zumutbar (SUVA-act. 255 S. 8 und 6). In den Akten
finden sich somit keine Indizien, welche die Zuverlässigkeit der
Abschlussbeurteilung von Dr. med. C._ vom 28. August 2013 in
Frage stellen. Der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung vom 28. August
2013 ist demnach hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
voller Beweiswert zuzumessen. Von weiteren medizinischen
Abklärungen, insbesondere der beantragten Einholung eines
versicherungsexternen Gutachtens, sind keine neuen rechtserheblichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter
Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 124 V 90
E.4b). Damit gilt als erstellt, dass der Beschwerdeführer trotz seiner
unfallbedingten Beschwerden am linken Fuss in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
e) Diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit setzt dem
Beschwerdeführer nicht so enge Grenzen, dass für deren Verwertung von
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt ausgegangen werden muss. Die Beschwerdegegnerin hat
im angefochtenen Einspracheentscheid folglich zu Recht angenommen,
dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten könne und das von ihm mit
einer leidensadaptierten Tätigkeit erzielbare Invalideneinkommen unter
- 26 -
Zugrundelegung der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012,
Tabelle TA1, Anforderungsniveau 1, Männer, ermittelt. Bei einer
Arbeitszeit von 40 Wochenstunden ermittelte sie auf diese Weise ein
Jahreseinkommen von Fr. 62'520.--, was unter Aufrechnung auf die
durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und in
Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis 2014 ein
Invalideneinkommen von Fr. 65'177.-- ergab. Der diesem Einkommen
zugrundeliegende Tabellenlohn wird bei gesunden Arbeitnehmern
erhoben. Der Beschwerdeführer, der wegen seiner durch den Unfall vom
7. April 2011 erlittenen Verletzungen nur mehr leichte Tätigkeiten
verrichten kann, die vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden, dürfte diesen
Lohn nicht erreichen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2, BGE 126
V 75). Aus diesem Grund hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer einen Tabellenlohnabzug von 20 % zugestanden und
ist damit von einem Invalideneinkommen von Fr. 52'926.-- ausgegangen
(vgl. Einspracheentscheid vom 9. Januar 2015 S. 8 f. [SUVA-act. 294]).
Diese Berechnung ist korrekt und gibt zu keinen Beanstandungen Anlass.
f) Dies wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Er ist jedoch
der Auffassung, im vorliegenden Fall habe er im Unfallzeitpunkt ein um
20.8 % unter dem schweizerischen Durchschnitt liegendes Einkommen
erzielt. Die Beschwerdegegnerin wäre deshalb gehalten gewesen, das
Valideneinkommen zu parallelisieren. Das Valideneinkommen entspricht
dem Lohn, den der Versicherte ohne den Unfall (hier vom 7. April 2011)
unter Berücksichtigung seiner Validenkarriere im massgeblichen
Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielt hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 297 E.5.1,
134 V 322 E.4.1, 129 V 222 E.4.3.1; RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O.,
- 27 -
Art. 18 S. 127 ff.). Bezog ein Versicherter aus invaliditätsfremden
Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung,
mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten
wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen,
ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung Rechnung zu tragen,
sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich aus freien
Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte
(BGE 141 V 1 E.5.3, 135 V 297 E.5.1, 134 V 322 E.4.1). Nur dadurch ist
der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte
zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber
bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig Berücksichtigung finden.
Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss durch eine
Heraufsetzung des Valideneinkommens oder eine Herabsetzung des
Invalideneinkommens erfolgen (BGE 134 V 322 E.4.1). Als relevant
erachtet die Rechtsprechung ein Abweichen vom Tabellenwert im
Umfang von 5 % (BGE 136 V 297 E.6.1.2; Urteil des Bundesgerichts
9C_476/2009 vom 7. Dezember 2009 E.3.2, KIESER, ATSG-Kommentar,
3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 16 N. 41).
g) In Bezug auf das massgebliche Valideneinkommen steht vorliegend in
tatsächlicher Hinsicht fest, dass die I._ AG dem Beschwerdeführer
im Unfallzeitpunkt den aufgrund des Landesmandelvertrags für das
schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) geschuldeten Mindestlohn
bezahlte (vgl. Arbeitsvertrag vom 4. April 2011 [SUVA-act. 217 S. 4]). Im
Jahr 2014 stand einem Bauarbeiter ohne Fachkenntnisse im Kanton
Graubünden (ohne Kreise Brusio, Poschiavo, Bergell mit Gemeinde
Maloja) laut den seit dem 1. Februar 2014 geltenden Änderungen des
GAV-LMV ein Minimallohn von Fr. 25.45 pro Stunde zu (vgl.
www.admin.ch > Themen > Arbeit > Arbeitsrecht >
Gesamtarbeitsverträge > LMV für das Bauhauptgewerbe, besucht am
15. Dezember 2015). Die Beschwerdegegnerin hat dem
Beschwerdeführer einen darüber hinausgehenden Mindestlohn von
- 28 -
Fr. 27.96 (Stundenlohn: Fr. 25.60 + Fr. 2.36 [Gratifikation]) zugestanden
und auf dessen Grundlage ein mutmassliches Einkommen von
Fr. 59'052.-- errechnet (Fr. 25.60 + Fr. 2.36 Gratifikation x 2112 Stunden).
Ob ein solcher Lohn, der über dem GAV-Mindestlohn liegt, als
unterdurchschnittlich angesehen werden kann, hat das Bundesgericht bis
anhin nicht entschieden (Urteil des Bundesgerichts 9C_476/2009 vom
7. Dezember 2009 E.4.1). Mehrfach bejaht hat es hingegen die
Zulässigkeit der Ermittlung des Valideneinkommens anhand eines
Gesamtarbeitsvertrags (Urteile des Bundesgerichts 8C_472/2014 vom
18. November 2014 E.5.1, 8C_71/2014 vom 12. Juni 2014 E.4.2,
8C_90/2010 vom 23. Juli 2010 E.6.2.1.2). In diesen Fällen galt der GAV-
Mindestlohn als branchenübliches Entgelt. GAV-Mindestlöhne garantieren
pekuniäre Standards. In Berufen mit Mindestlöhnen ist eine
Parallelisierung deshalb grundsätzlich nur bis zu dessen Höhe zulässig,
zumal es nicht Sache der Sozialversicherungsträger sein kann, in korrekt
ausgehandelte, vertragliche Löhne einzugreifen (a.A. MEYER / REICHMUTH,
a.a.O., Art. 28a N. 124). Der in einem Gesamtvertrag festgelegte Lohn
entspricht somit im Allgemeinen dem branchenüblichen Lohn, womit sich
eine Parallelisierung der für die Bemessung des rentenbegründenden
Invaliditätsgrads herangezogenen Vergleichseinkommen nicht als
erforderlich erweist. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, von einer
Parallelisierung abzusehen, ist demnach nicht zu beanstanden.
h) Aus der Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 52'926.--
und dem Valideneinkommen von Fr. 59'052.-- ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer infolge des Berufsunfalls vom 7. April 2011 im Jahr
2014 eine Erwerbseinbusse von Fr. 6'126.-- erlitten hat. Demzufolge
beträgt der rentenbegründende Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der Rentenzusprache 10 % (10.37 % = Fr. 6'126.-- :
Fr. 59'052.-- x 100, BGE 130 V 121 E.3). Die Höhe des versicherten
Jahreslohnes des Beschwerdeführers im Betrag von Fr. 40'602.-- ist
unbestritten geblieben und aufgrund der Akten ausgewiesen. Folglich hat
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine Rente bei
- 29 -
einem Invaliditätsgrad von 10 % und einem versicherten Jahresverdienst
von Fr. 40'602.-- zugesprochen. Der angefochtene Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zu dessen Bestätigung und zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
i) Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerde vom 11. Februar 2015 und
in der Replik vom 20. März 2015 indessen behauptet, an erheblichen
Rückenbeschwerden zu leiden, die seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Hiermit hat er geltend gemacht, dass sich seine gesundheitliche
Verfassung seit dem Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens erheblich
verschlechtert haben könnte, mithin ein Rückfall bzw. eine Spätfolge
eingetreten sein könnte. Ob sich ein solcher revisionsrechtlicher
Tatbestand nach Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens tatsächlich
verwirklicht hat, wird die Beschwerdegegnerin im Nachgang an dieses
Beschwerdeverfahren zu prüfen haben. Dabei wird sie zunächst abklären
müssen, ob die Vorbringen des Beschwerdeführers ausreichend
substantiiert sind, um eine solche Verschlechterung glaubhaft zu
machten. Trifft dies zu, so wird sie in einem weiteren Schritt zu
untersuchen haben, ob die vom Beschwerdeführer beklagten
Rückenbeschwerden als indirekte Folge des Unfalls vom 7. April 2011
anzusehen sind und dessen Arbeitsfähigkeit in einem Ausmass
beeinträchtigen, welche zu einer Erhöhung des rentenbegründenden
Invaliditätsgrads von 10 % führt (Art. 11 UVV; RUMO-JUNGO, a.a.O., Art. 6
S. 78 f.). Zu diesem Zweck werden der Beschwerdegegnerin die Akten
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zugestellt, sobald des
vorliegende Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.
5. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren werden in Anwendung von
Art. 61 lit. a ATSG keine Verfahrenskosten erhoben. Als unterliegende
Partei kann der Beschwerdeführer, dessen Beschwerde sowohl im Haupt-
als auch im Eventualantrag abgewiesen wurde, keine aussergerichtliche
Parteientschädigung beanspruchen (Art. 61 lit. g ATSG). Die
- 30 -
Beschwerdegegnerin, die in ihrer Eigenschaft als zuständige
Sozialversicherungsträgerin obsiegt hat, kann ebenfalls keine
Parteientschädigung beanspruchen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).