Decision ID: eac88d5a-9655-59eb-a993-0b4fd4fcca4c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden – syrische Staatsangehörige kurdischer
Ethnie – reisten gemeinsam mit ihren drei Kindern am 1. Februar 2017 in
die Schweiz ein. Gleichentags stellten sie ein Asylgesuch. Am 14. Februar
2017 wurden sie vom Staatssekretariat für Migration (SEM) zu ihrer Per-
son, ihrem Reiseweg sowie summarisch zu ihren Asylgründen befragt (Be-
fragung zur Person [BzP]). Am 12. und 13. Juni 2018 fanden ausführliche
Anhörungen zu den Asylgründen statt.
A.b Im Rahmen der BzP begründete der Beschwerdeführer seine Ausreise
im Wesentlichen mit der allgemein schlechten Sicherheitslage in seinem
Heimatstaat. In der Anhörung führte er hingegen aus, er sei im Jahre 1989
zusammen mit vielen weiteren Schülern von der Schule verwiesen worden,
weil es zu einem Streit zwischen Kurden und Arabern gekommen sei. Im
Zusammenhang mit den Unruhen zwischen Kurden und Arabern in
F._ im Jahr 2004 habe er an einem Leichenzug teilgenommen. Da-
bei sei der Leichenzug attackiert worden; er habe eine Streifschussverlet-
zung an seiner Hand erlitten. Sein Bruder habe ihn deshalb zur Behand-
lung der Schussverletzung in ein Spital gebracht. Wenige Stunden später
sei er zu Hause festgenommen und daraufhin während mehr als zwei Mo-
naten in Haft genommen worden. Dabei sei er immer wieder misshandelt
worden. Die syrischen Behörden hätten ihm Bilder von Demonstranten vor-
gelegt und behauptet, dass er darauf zu sehen sei. Bevor er freigelassen
worden sei, habe er sich schriftlich dazu verpflichten müssen, nie wieder
an einer Demonstration gegen das Regime teilzunehmen. Dies habe ihn
jedoch nicht daran gehindert, auch weiterhin zu demonstrieren. So habe er
im Jahre 2005 mit rund fünfzig anderen Personen an einer Kundgebung
für den ermordeten G._ teilgenommen. Zwar seien alle Teilnehmer
für kurze Zeit festgenommen worden, aber ihre Namen seien dabei nicht
registriert worden. Am (...) 2011 habe er an einer Kundgebung für
H._ teilgenommen. Auch sonst habe er an regimekritischen De-
monstrationen partizipiert. Im Vorfeld der Demonstrationen habe er Plakate
gestaltet und diese dann anderen Demonstranten weitergegeben. Zweimal
hätten die Behörden ihr Zuhause durchsucht. Anfang (...) 2012 sei er so-
dann von seinem Kollegen I._ gewarnt worden, dass die Behörden
womöglich beabsichtigten, ihn festzunehmen. Danach sei er bei seiner
Tante in J._ untergetaucht. Während dieser Zeit hätten seine Eltern
eine an ihn adressierte Gerichtsvorladung erhalten. Aus Furcht, getötet zu
werden, sei er mit seiner Familie im (...) 2012 in den Nordirak geflohen. In
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der Folge hätten sie sich längere Zeit in einem Flüchtlingslager im Nordirak
aufgehalten. Als sich der Islamische Staat und andere bewaffnete Gruppen
dem Camp bedrohlich genähert hätten, seien sie in die Türkei ausgereist,
von wo aus sie über Griechenland im Rahmen eines Relocation-Pro-
gramms in die Schweiz gelangt seien.
A.c Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch in der BzP – wie
ihr Ehegatte – mit der allgemein schwierigen Situation in F._ und
den bürgerkriegsähnlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen
Arabern und Kurden. Im Rahmen der einlässlichen Anhörung verwies sie
hingegen auf die Verfolgung ihres Ehegatten und die zwei behördlichen
Hausdurchsuchungen, von denen sie eine persönlich miterlebt habe.
A.d Zur Stützung ihrer Asylvorbringen gaben die Beschwerdeführenden
neben ihren Identitätskarten und dem Familienbüchlein unter anderem ira-
kische Aufenthaltsbewilligungen und eine Flüchtlingsbestätigung des
Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) zu den Akten. Der Beschwerde-
führer reichte der Vorinstanz zudem Fotos von einer Kundgebung in Syrien,
drei Fotos eines verletzten Kollegen, das Militärbüchlein, einen syrischen
Behindertenausweis (ausgestellt am [...] 2009) und eine ihn betreffende
"Fristerstreckungsverfügung" des Strafgerichts K._ vom (...) 2012
zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 30. August 2019 verneinte das SEM die Flüchtlingsei-
genschaft der Beschwerdeführenden, lehnte ihre Asylgesuche ab und ord-
nete die Wegweisung an. Wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs ordnete es jedoch die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführen-
den in der Schweiz an.
C.
Mit Eingabe vom 1. Oktober 2019 fochten die Beschwerdeführenden die
Verfügung des SEM vom 30. August 2019 beim Bundesverwaltungsgericht
an. Sie beantragten materiell, den Entscheid des SEM aufzuheben und
ihnen Asyl zu gewähren; eventualiter sei ihre Flüchtlingseigenschaft anzu-
erkennen und ihre vorläufige Aufnahme als Flüchtlinge anzuordnen. Pro-
zessual ersuchten sie darum, ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 9. Oktober 2019 wies die Instruktionsrichterin
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das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab und
forderte die Beschwerdeführenden auf, einen Kostenvorschuss einzuzah-
len. Der eingeforderte Kostenvorschuss wurde innert angesetzter Frist be-
glichen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
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3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung
eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem
Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse,
Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-
gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von
Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-
eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-
dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständi-
ger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E.6.5.1).
5.
5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass die
Vorbringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaub-
haftmachung gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen. Zur Begründung hielt es
im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe die angeblichen Prob-
leme mit den syrischen Behörden anlässlich der BzP mit keinem Wort er-
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wähnt. Vielmehr habe er angegeben, sich deshalb zur Ausreise entschlos-
sen zu haben, weil es im Jahr 2012 grosse Probleme zwischen Arabern
und Kurden gegeben habe, die zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen ge-
führt hätten und er deshalb Angst gehabt habe, getötet zu werden. Die Ak-
tenlage deute folglich darauf hin, dass er die angeblichen Vorkommnisse
und Erlebnisse in der Anhörung nachgeschoben habe, um dadurch seinem
Asylgesuch mehr Gewicht zu verleihen. Diese Einschätzung gelte umso
mehr, als er in der BzP auf die Frage hin, ob allgemeine Gründe ihn zur
Ausreise gezwungen hätten, oder ob er spezifisch angegriffen worden sei,
einzig die allgemeine Lage als Ausreisegrund genannt habe. Zuvor habe
er bestätigt, alle Asylgründe genannt zu haben. Auf weitere Nachfragen hin
habe er zudem erklärt, nie irgendwelche Probleme mit Sicherheitsbehör-
den oder Privaten gehabt zu haben und auch nie verhaftet, angeklagt oder
verurteilt worden zu sein. Diese Angaben stünden somit zu den Aussagen
in der ausführlichen Anhörung in direktem Widerspruch. Auf Vorhalt hin
habe er zwar entgegnet, schon in der BzP von einer Verhaftung berichtet
zu haben; diese Entgegnung widerspreche jedoch den Akten. Festzustel-
len sei schliesslich, dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung ein recht
umfangreiches politisches Engagement geltend gemacht habe, während
er bei der BzP lediglich Aktivitäten im Nordirak erwähnt habe. Diese Un-
stimmigkeit verstärke den Eindruck, dass er sich in der Anhörung auf fiktive
Asylgründe berufen habe.
Ähnliches gelte im Falle der Beschwerdeführerin. In der BzP habe sie er-
klärt, wegen der allgemeinen Lage ausgereist zu sein. Auch auf explizite
Nachfrage hin habe sie bestätigt, allgemeine Gründe – und kein spezifi-
scher Angriff – hätten sie zur Ausreise gezwungen. Zudem habe sie in der
BzP erklärt, nie irgendwelche Probleme mit Sicherheitsbehörden oder Pri-
vaten gehabt zu haben. Erst in der Anhörung habe sie davon berichtet,
dass die Sicherheitsbehörden zwei Mal in ihr Zuhause eingedrungen seien
und eine Durchsuchung vorgenommen hätten. Die Aktenlage deute des-
halb auch in ihrem Fall darauf hin, dass sie die angeblichen Vorkommnisse
in der Anhörung nachgeschoben habe, um dadurch ihrem Asylgesuch
mehr Gewicht zu verleihen. Dieser Eindruck werde dadurch bestätigt, dass
ihre Vorbringen zum Ablauf der angeblichen Razzia und zur Aufenthalts-
dauer bei der Tante ihres Mannes widersprüchlich ausgefallen seien.
Die eingereichten Beweismittel vermöchten ebenfalls keinen asylrelevan-
ten Sachverhalt glaubhaft zu machen.
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5.2 In ihrer Beschwerdeeingabe wiederholten die Beschwerdeführenden
im Wesentlichen den Sachverhalt sowie ihre Asylvorbringen und hielten
den in der Verfügung aufgeführten Erwägungen nichts Substanziiertes ent-
gegen. Zudem trugen sie vor, dass der Beschwerdeführer in Syrien Mitglied
einer verbotenen Partei gewesen sei und in Abwesenheit zu einer langen
Haftstrafe verurteilt worden sei und bis heute gesucht werde. Auf die kon-
kreten Ausführungen wird, soweit relevant, in den nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.
6.
6.1 Nach eingehender Prüfung der Akten teilt das Bundesverwaltungsge-
richt die Einschätzung der Vorinstanz. Was die Beschwerdeführenden in
ihrer Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vorbringen, ist nicht ge-
eignet, die vorinstanzliche Würdigung in Frage zu stellen.
6.2 Die Beschwerdeführenden machen zu Unrecht geltend, ihre Aussagen
während der BzP könnten ihnen nicht vorgehalten werden. Ihre Behaup-
tung, während der BzP sei es zu Ungereimtheiten gekommen und sie seien
immer wieder unterbrochen worden (vgl. Beschwerde, Art. 2), findet in den
Akten keine Stütze. Wären die Beschwerdeführenden wirklich der Auffas-
sung gewesen, bei der BzP keine fairen Bedingungen vorgefunden zu ha-
ben, hätten sie dies sofort vorbringen müssen. Eine entsprechende Rüge
ist jedoch nicht aktenkundig und wurde in Bezug auf die BzP auch nicht in
der Anhörung vorgebracht. Unbegründet ist auch die in der Beschwerde
geübte Kritik an der Qualität der Übersetzung. Der Beschwerdeführer gab
in der BzP zu Beginn und gegen Ende der BzP zu Protokoll, die dolmet-
schende Person "gut" zu verstehen und dass ihm das Protokoll in einer für
ihn verständlichen Sprache übersetzt worden sei (vgl. SEM-act. A4, S. 2,
S. 11). Dasselbe gilt für die Beschwerdeführerin (vgl. SEM-act. A5, S. 2,
S. 11). Die Beschwerdeführenden machten in ihren BzP sodann klare und
unmissverständliche Aussagen, die einer nachträglichen Umdeutung nicht
zugänglich sind. Namentlich gaben sie zu Protokoll, dass sie ihr Land nicht
wegen gezielten Angriffen auf ihre Person, sondern wegen der allgemeinen
Lage hätten verlassen müssen. Die explizite Frage, ob sie jemals Probleme
mit den Behörden oder mit Privatpersonen gehabt hätten, verneinten sie
(vgl. SEM-act. A4, F7.01 und F7.02; A5, F7.01 und F7.02). Auf diese un-
zweideutigen und unabhängig voneinander getätigten Aussagen müssen
sich die Beschwerdeführenden im vorliegenden Beschwerdeverfahren be-
haften lassen. Vor diesem Hintergrund – und auch weil die Beschwerde-
führenden nicht plausibel erklären können, warum sie die Fluchtvorbringen
nicht schon in der BzP zumindest im Ansatz erwähnt haben (vgl. SEM-act.
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A13, F66) – ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz aus den erheb-
lichen Abweichungen zwischen den Ausführungen der Beschwerdeführen-
den in den BzP und den ausführlichen Anhörungen auf die Unglaubhaf-
tigkeit der Fluchtvorbringen geschlossen hat. Hinzu kommt, dass nun auf
Beschwerdeebene der Sachverhalt erneut anders dargestellt wird. So etwa
das Vorbringen, dass der Beschwerdeführer in Syrien an Aktivitäten von
unbewilligten Nichtregierungsorganisationen gegen die syrische Regie-
rung teilgenommen habe beziehungsweise dort Mitglied einer verbotenen
Partei gewesen sei, er an verschiedenen Aktivitäten gegen die syrische
Regierung teilgenommen habe und in Abwesenheit zu einer langen Haft-
strafe verurteilt worden sei und bis heute gesucht werde (vgl. Beschwerde
Art. 2 und 3). Die wechselnden Vorbringen lassen darauf schliessen, dass
die Beschwerdeführenden ihre Fluchtgründe so zu konstruieren versu-
chen, dass sie in rechtlicher Hinsicht als Flüchtlinge zu qualifizieren wären.
Auszugehen ist somit davon, dass sie – wie an der BzP geäussert – auf-
grund der allgemeinen Situation in Syrien geflohen sind und bis zu ihrer
Ausreise keine Probleme mit den syrischen Behörden hatten.
6.3 Die Zweifel am Wahrheitsgehalt der Verfolgungsvorbringen der Be-
schwerdeführenden werden dadurch verstärkt, als der Beschwerdeführer
im Heimatstaat verschiedentlich – und ohne jede Behelligung – behördli-
che Dokumente anfertigen lassen konnte (Behindertenausweis, Führer-
schein). Es erscheint wenig wahrscheinlich, dass dies ohne Weiteres ge-
lungen wäre, wenn es sich bei ihm um einen behördenbekannten Regime-
kritiker gehandelt hätte. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang
nicht zuletzt, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zu seiner an-
geblichen Festnahme im Jahr 2004 unsubstanziiert ausgefallen sind (vgl.
SEM-act. A13, F52-54). Sodann erinnerte er sich erst auf explizite Nach-
frage hin, dass (auch) seine Frau und sein ältester Sohn bei der Verhaftung
anwesend gewesen sein sollen (vgl. SEM-act. A13, F56), obwohl er zuvor
mehrmals nach den anwesenden Personen gefragt worden war (vgl. SEM-
act. A13, F53-54). Nicht plausibel ist auch, dass er sich nicht mehr an das
Datum seiner Freilassung aus dem Gefängnis erinnert (vgl. SEM-act. A13,
F64-65 [Beschwerdeführer muss nachrechnen]). Erstaunlich ist insofern
schliesslich auch, dass die Beschwerdeführerin von der Verhaftung ihres
Ehemannes im Jahr 2004 weder an der BzP noch an der ausführlichen
Anhörung berichtete.
6.4 Auch die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführenden lassen nicht
den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer von den syrischen Behörden
jemals als Regimekritiker identifiziert worden wäre. Der Beschwerdeführer
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zeigt denn auch nicht auf, welchen Anlass die Behörden gerade im (...)
2012 gehabt hätten, um nach ihm zu fahnden und seine Räumlichkeiten zu
durchsuchen. Zu Zweifeln Anlass geben in diesem Zusammenhang auch
die wenig plausiblen Schilderungen zu den Umständen seines Abtau-
chens. Namentlich ist nicht nachvollziehbar, warum er seine Frau nicht
über die angeblich drohende Verfolgung ins Bild setzen konnte (vgl. SEM-
act. A14, F 36). Auf weitere Widersprüche in den Ausführungen der Be-
schwerdeführerin hat bereits die Vorinstanz hingewiesen. Zur Vermeidung
von Wiederholungen kann insoweit auf deren zutreffende Ausführungen
verwiesen werden (vgl. vorinstanzliche Verfügung S. 6).
6.5 Auch die von den Beschwerdeführenden im Verfahren eingereichten
Beweismittel sind nicht geeignet, zu einer anderen Einschätzung zu gelan-
gen, da sie keine Verfolgungshandlungen den Beschwerdeführenden ge-
genüber dokumentieren. In Bezug auf die anlässlich der Anhörung einge-
reichte Gerichtsvorladung vom (...) 2012 ist festzustellen, dass derartige
Dokumente im syrischen Kontext eine relativ hohe Fälschbarkeit aufweisen
und leicht käuflich erwerbbar sind. Sofern derartige Dokumente keine of-
fensichtlichen Fälschungsmerkmale aufweisen, ist deren Beweiswert zwar
nicht von vornherein abzusprechen. Die Würdigung der Beweismittel muss
jedoch im Gesamtkontext erfolgen. Nachdem sich vorliegend die Flucht-
vorbringen der Beschwerdeführenden als unglaubhaft erwiesen haben und
der Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht plausibel erklärt, warum die
Gerichtsvorladung direkt seinen Eltern zugestellt worden sein soll, muss
dem Beweismittel eine relevante Beweistauglichkeit abgesprochen wer-
den.
6.6 Festzuhalten ist schliesslich, dass sich die Beschwerdeführenden weit-
gehend darauf beschränken, die allgemeine Situation in Syrien zu erläu-
tern. Ohne eine Verbindung zu ihren konkreten Erlebnissen herzustellen,
schildern sie, welche Behandlung Oppositionelle von der syrischen Füh-
rung zu gewärtigen haben. Dass die Beschwerdeführenden von der syri-
schen Regierung als oppositionell eingestuft werden könnten, ist jedoch –
wie oben dargelegt – nicht anzunehmen. Auch sind keinerlei Belege akten-
kundig, die auf ein exilpolitisches Engagement hindeuten würden.
6.7 Damit ergibt sich zusammengefasst, dass das SEM die Verfolgungs-
vorbringen der Beschwerdeführenden zu Recht als unglaubhaft erachtet
hat. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach
Syrien keiner Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG ausgesetzt wä-
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ren. Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass die ille-
gale Ausreise ebenso wie die Zugehörigkeit zur kurdischen Ethnie für sich
allein keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung im Falle einer Rück-
kehr nach Syrien zu begründen vermögen.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdeführenden
nicht gelungen ist, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumin-
dest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihre Asylgesuche daher zu
Recht abgelehnt.
8.
8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf
Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.2 Präzisierend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwä-
gungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführenden seien zum heu-
tigen Zeitpunkt in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Eine solche Gefähr-
dungslage ist jedoch auf die in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation
zurückzuführen. Das SEM hat dieser generellen Gefährdung Rechnung
getragen und die Beschwerdeführenden, wie bereits erwähnt, gestützt auf
Art. 83 Abs. 1 und 4 AIG wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
vorläufig aufgenommen.
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-
renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
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SR 173.320.2]). Der in dieser Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Be-
zahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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