Decision ID: b977fd1b-05d8-487b-9596-372e75d4849f
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:
1.
A. reichte am 6. Juni 2022 (Posteingang 8. Juni 2022) bei der kantonalen
Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau Strafanzeige gegen B., Leiter
Rechtsdienst der Kantonspolizei, wegen Arbeitsverweigerung, Irreführung
der Justiz, Unterschlagung von Beweismitteln, Verletzung der Polizei-
pflicht, Unterlassung notwendiger unterstützender Massnahmen und Kom-
plizenschaft im korrupten und kriminellen juristischen Netzwerk ein. A. warf
B. (wie auch mit separaten Strafanzeigen E. und F.) vor, die Mordan-
schläge vom 2. Dezember 2014 und vom September 2021 zum Nachteil
seiner eigenen Person organisiert und koordiniert zu haben. Nebst der
Strafanzeige reichte A. mit dem gleichen Schreiben Aufsichtsanzeige beim
Regierungsrat des Kantons Aargau ein.
Die kantonale Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau leitete die Strafan-
zeige am 8. Juni 2022 an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau
weiter.
Am 29. Juni 2022 reichte A. bei der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
und beim Bundesamt für Polizei Fedpol eine Ergänzung u.a. zu seiner
Strafanzeige gegen B. ein. Die Ergänzung steht im Zusammenhang mit den
Strafanzeigen von A. gegen E., F. und G., welche durch die Staatsanwalt-
schaft Muri-Bremgarten am 6. bzw. 7. Juli 2022 mit Nichtanhandnahmever-
fügungen erledigt wurden. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten reichte
diese Ergänzung am 4. Juli 2022 an die Oberstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Aargau weiter.
H. teilte mit Schreiben vom 5. Juli 2022 mit, dass das aufsichtsrechtliche
Verfahren gegen B. bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Strafverfah-
rens sistiert worden sei und bat um Orientierung über den Abschluss des
erstinstanzlichen Strafverfahrens.
2.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau erliess am 8. August 2022
gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO eine Nichtanhandnahmeverfügung
im Verfahren gegen B. wegen Amtsmissbrauchs.
3.
3.1.
Gegen die ihm am 18. August 2022 zugestellten Nichtanhandnahmeverfü-
gung erhob A. mit Eingabe vom 19. August 2022 (Posteingang 23. Au-
gust 2022) bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts
des Kantons Aargau Beschwerde und beantragte sinngemäss, die Nicht-
anhandnahmeverfügung sei aufzuheben und die Oberstaatsanwaltschaft
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des Kantons Aargau sei anzuweisen, eine Strafuntersuchung gegen den
Beschuldigten zu eröffnen.
3.2.
Mit Eingabe vom 25. August 2022 forderte der Beschwerdeführer das
Obergericht auf, ihm sofort die "Rechnung Kostenvorschuss" zukommen
zu lassen.
3.3.
Am 12. September 2022 erstattete der Beschwerdeführer die vom Verfah-
rensleiter der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des
Kantons Aargau mit Verfügung vom 5. September 2022 eingeforderte Si-
cherheitsleistung von Fr. 500.00.
3.4.
Mit Eingabe vom 9. September 2022 machte der Beschwerdeführer bei der
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau
eine Interessenkollision von Oberrichter Egloff hinsichtlich des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens geltend.
3.5.
Es wurden keine Stellungnahmen eingeholt.

Considerations:
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss
Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit
Beschwerde anfechtbar. Nachdem vorliegend keine Beschwerdeaus-
schlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO bestehen, sind die Beschwerden zuläs-
sig.
Der Beschwerdeführer ist als Partei (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO) zur Ergrei-
fung der Beschwerde gegen die vorliegende Nichtanhandnahmeverfügung
legitimiert (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 StPO).
Über den Beschwerdeführer wurde am 2. Juni 2021 eine Vertretungsbei-
standschaft mit Vermögensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB
errichtet. Gleichzeitig wurde ihm für gewisse Handlungen die Handlungsfä-
higkeit entzogen, für Beschwerdeverfahren gegen Personen ohne familiä-
ren Bezug allerdings nicht. Demnach ist vorliegend von der Prozessfähig-
keit des Beschwerdeführers nach Art. 106 Abs. 1 StPO auszugehen.
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 385 Abs. 1
i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO) ist somit einzutreten.
- 4 -
2.
2.1.
Der Beschwerdeführer erklärte in seiner Eingabe vom 9. September 2022,
der Verfahrensleiter, Oberrichter Egloff, müsse wegen Interessenkollision
ersetzt werden. Gegen ihn habe er eine Strafanzeige eingereicht. Oberrich-
ter Egloff sei Beschuldigter und könne nun nicht als Richter agieren. Damit
macht er den Ausstandsgrund von Art. 56 lit. f StPO geltend.
2.2.
Die Bestimmung von Art. 56 lit. f StPO erfasst i.S. einer Auffangklausel die
Befangenheit aus anderen als den in lit. a–e explizit aufgeführten Gründen.
Entscheidendes Kriterium ist, ob bei problematischen Konstellationen der
Ausgang des Verfahrens bei objektiver Betrachtungsweise noch als offen
erscheint. Die Auslegung der Bestimmung kann sich auf die zur verfas-
sungsmässigen Garantie auf ein unparteiisches Gericht ergangene um-
fangreiche bundesgerichtliche Rechtsprechung stützen. Misstrauen in die
Unbefangenheit der in der Strafbehörde tätigen Person scheint danach u.a.
bei besonderen Beziehungen zu einer Partei begründet. Eine das sozial
übliche Mass übersteigende Beziehungsnähe zwischen der in einer Straf-
behörde tätigen Person und einer Partei kann den objektiven Anschein der
Befangenheit begründen. Das Gesetz selbst nennt in diesem Zusammen-
hang ausdrücklich Freundschaft oder Feindschaft. Ebenfalls hierher gehö-
ren faktische Abhängigkeitsverhältnisse etwa einer Gerichtsperson zum
Beschuldigten. Freundschaft oder Feindschaft müssen auf Seiten der in der
Strafbehörde tätigen Person vorhanden sein. Ob die Partei derartige Ge-
fühle hegt, ist ohne Bedeutung. Die Partei kann aber nicht aus eigenem
Verhalten einen Ausstandsgrund bei der in einer Strafbehörde tätigen Per-
son ableiten. So vermag die Einreichung einer Strafanzeige gegen den ab-
gelehnten Richter für sich allein keinen Anschein der Befangenheit zu be-
gründen (MARKUS BOOG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 39 ff. zu Art. 56 StPO).
2.3.
Allein der Umstand, dass gegen Oberrichter Egloff eine Strafanzeige erho-
ben wurde, vermag – ohne dass Genaueres über diese Strafanzeige ak-
tenkundig wäre – dessen Ausstand nicht zu rechtfertigen. Es bestünde die
Gefahr des Rechtsmissbrauchs und der Möglichkeit, dass der Beschwer-
deführer mit einem derartigen Vorgehen in verfassungswidriger Weise und
aus sachfremden Gründen seinen Richter gewissermassen auswählen
könnte bzw. die regelhafte Zuständigkeitsordnung für die Gerichte illuso-
risch und über Ausstandsgesuche ausgehöhlt würde. Im vorliegenden Fall
ergeben sich keine Anzeichen dafür, dass der abgelehnte Oberrichter
Egloff wegen der erhobenen Strafanzeige nicht mehr als unvoreingenom-
men betrachtet werden könnte. Damit erweist sich das Ausstandsgesuch
gegen Oberrichter Egloff als offensichtlich unbegründet und ist demzufolge
- 5 -
abzuweisen, welcher Entscheid von der Beschwerdekammer in Strafsa-
chen des Obergerichts des Kantons Aargau auch unter Mitwirkung des vom
Ausstandsgesuch betroffenen Mitglieds gefällt werden kann (Urteile des
Bundesgerichts 6B_1297/2016 vom 6. Dezember 2016 E. 5 und
1C_357/2016 vom 13. Januar 2017 E. 2.4, je mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau führte zur Begründung
der Nichtanhandnahmeverfügung im Wesentlichen aus, dass der Beschul-
digte mit dem Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wegen mehrfa-
cher Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfa-
cher Beschimpfung und weiterer Delikte in keiner Art und Weise involviert
gewesen sei und keine Entscheide gegen den Beschwerdeführer getroffen
habe. Die Verfahrensleitung sei bei der Staatsanwaltschaft und später beim
Gerichtspräsidium gelegen. Da der Beschuldigte im Strafverfahren gegen
den Beschwerdeführer gar nie in einer entscheidenden Funktion tätig ge-
worden sei, könne ein tatbestandsmässiges Verhalten des Amtsmiss-
brauchs nicht erkannt werden. Abgesehen davon, dass der Beschwerde-
führer nicht substantiiert darlege, in welcher Form und mit welchen Hand-
lungen der Beschuldigte sein Amt missbraucht haben soll, könne nicht er-
kannt werden, inwiefern sich der Beschuldigte einen Vorteil hätte verschaf-
fen sollen. Ebenfalls könne nicht erkannt werden, inwiefern der Beschul-
digte dem Beschwerdeführer wissentlich und willentlich einen Nachteil
hätte zufügen sollen. Der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs sei offen-
sichtlich nicht erfüllt. Des Weiteren führte die Oberstaatsanwaltschaft des
Kantons Aargau aus, dass der Beschwerdeführer am 2. Dezember 2014
als Fussgänger an einem Verkehrsunfall mit einem Personenwagen betei-
ligt gewesen sei, wobei sich der Beschwerdeführer folgenschwere Verlet-
zungen zugezogen habe. Der Lenker des Personenwagens sei als Unfall-
verursacher rechtskräftig verurteilt worden. Der Beschwerdeführer ver-
möge nicht aufzuzeigen, inwiefern der Beschuldigte für diesen angeblichen
Mordanschlag oder für den weiteren angeblichen Mordanschlag vom Sep-
tember 2022 verantwortlich sein soll. Es fehle an einem hinreichenden Tat-
verdacht, dass der Beschuldigte mit den durch den Beschwerdeführer be-
schriebenen Vorfällen auch nur im Geringsten in Verbindung stehen
könnte. Schliesslich habe der Beschwerdeführer den Beschuldigten in der
ergänzenden Strafanzeige vom 29. Juni 2022 beschuldigt, er habe dazu
beigetragen, dass ihm die ihm zustehende Dividende der J. nicht ausbe-
zahlt worden sei. Der Beschwerdeführer substantiiere und begründe seinen
pauschal erhobenen Vorwurf indessen nicht. Es werde nicht klar, inwiefern
der Beschuldigte als Beamter irgendwie auf die Nichtauszahlung einer Di-
vidende hätte Einfluss nehmen können. Es fehle an einem Anfangsver-
dacht für eine strafbare Handlung.
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3.2.
Mit Beschwerde brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass
diverse Formfehler begangen worden seien (Zustellung der Nichtanhand-
nahmeverfügung an die falsche Adresse bzw. das falsche Gefängnis, wo-
bei das Gefängnis Zofingen eine Komplizenrolle spiele, die Unterschriften
von Staatsanwalt K. betreffend die Verfügungen OSTA.2022.243 und
OSTA.2022.244 stimmten nicht überein, die Briefe der Oberstaatsanwalt-
schaft hätten keinen Poststempel und keine Briefmarke). Inhaltlich machte
der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, der Unfall vom 2. Dezem-
ber 2014 sei ein Mordversuch gewesen. Der Beschuldigte sei seine Kon-
taktperson bei der Kantonspolizei Aargau. Er informiere ihn betreffend ma-
terielle Enteignung, Gesetzesverletzung sowie den Mordanschlag. Der Be-
schuldigte helfe ihm nicht, was ein Amtsmissbrauch darstelle.
4.
4.1.
Die Staatsanwaltschaft eröffnet insbesondere dann eine Untersuchung,
wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Straf-
anzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-
dacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Ein hinreichender Tatverdacht
setzt voraus, dass die erforderlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung
konkreter Natur sind. Konkret ist der Tatverdacht dann, wenn eine gewisse
Wahrscheinlichkeit für eine strafrechtliche Verurteilung des Beschuldigten
spricht. Die Gesamtheit der tatsächlichen Hinweise muss die plausible
Prognose zulassen, dass der Beschuldigte mit einiger Wahrscheinlichkeit
verurteilt werden wird. Diese Prognose geht über die allgemeine theoreti-
sche Möglichkeit hinaus. Ein blosser Anfangsverdacht, d.h. eine geringe
Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung aufgrund vager tatsächlicher An-
haltspunkte (z.B. ungenaue Schilderungen eines Anzeigeerstatters), ge-
nügt nicht (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, in: Kommentar zur
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 25 f. zu
Art. 309 StPO).
Sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass
die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeu-
tig nicht erfüllt sind, verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme
(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Die Situation muss sich für den Staatsanwalt
folglich so präsentieren, dass gar nie ein Verdacht hätte angenommen wer-
den dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet wurde. Bei
missbräuchlichen und von vornherein aussichtslosen Strafanzeigen hat
ebenfalls eine Nichtanhandnahme zu erfolgen (LANDSHUT/BOSSHARD,
a.a.O., N. 4 zu Art. 310 StPO). Es muss mit anderen Worten sicher sein,
dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt, was etwa der Fall
ist bei rein zivilrechtlichen Streitigkeiten. Eine Nichtanhandnahme darf nur
in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Im Zweifelsfall
ist folglich eine Untersuchung zu eröffnen. Ergibt sich nach durchgeführter
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Untersuchung, dass kein Straftatbestand erfüllt ist, stellt die Staatsanwalt-
schaft das Strafverfahren gestützt auf Art. 319 StPO ein (BGE 137 IV 285
E. 2.3).
4.2.
4.2.1.
Den Tatbestand des Amtsmissbrauchs erfüllen Mitglieder einer Behörde
oder Beamte, die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem an-
dern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern ei-
nen Nachteil zuzufügen (Art. 312 StGB).
4.2.2.
Was die angeblichen Formfehler anbelangt, ist festzustellen, dass die dies-
bezüglich geschilderten Handlungen oder Unterlassungen nicht beim Be-
schuldigten anzusiedeln sind, so dass von vornherein auch mit den dies-
bezüglichen Darlegungen in der Beschwerde nicht auf einen durch den Be-
schuldigten begangenen Amtsmissbrauch geschlossen werden kann.
4.2.3.
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau hat sich in der angefoch-
tenen Nichtanhandnahmeverfügung einerseits mit dem Unfall des Be-
schwerdeführers vom 2. Dezember 2014 und dem rechtkräftigen Urteil be-
züglich des Unfallverursachers wegen fahrlässiger Körperverletzung und
Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie andererseits mit
dem gegen den Beschwerdeführer ergangenen Urteil im Verfahren wegen
mehrfacher Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte
und mehrfacher Beschimpfung vom 5. Mai 2022 befasst. Sie hat darin auf-
gezeigt, dass der Beschuldigte weder mit dem Unfall des Beschwerdefüh-
rers in Verbindung stehe noch in das Strafverfahren gegen ihn involviert
gewesen sei. Der Beschwerdeführer setzt sich damit nicht im Ansatz aus-
einander. Aus dem sich in den Akten SBK.2022.244 und SBK.2022.245
(separate Verfahren) befindenden psychiatrischen Kurzgutachten von
Dr. med. L. vom 28. Januar 2022 geht allerdings hervor, dass der Be-
schwerdeführer an einer schweren organischen anhaltenden wahnhaften
Störung gemäss ICD-10 F06.2, an einer organischen anhaltenden Persön-
lichkeitsstörung gemäss ICD-10 F07.0 sowie einer leichten organisch be-
dingten kognitiven Störung gemäss ICD-10 F06.7 leidet. Gemäss Gutach-
ter ist beim Beschwerdeführer eine Mordtheorie bzw. ein sog. Wahnsystem
entstanden und es sind weitere falsche Bezichtigungen des Beschwerde-
führers zu erwarten. Die Anschuldigung gegen den Beschuldigten wegen
Amtsmissbrauchs ist im Zusammenhang mit der Mordtheorie zu sehen. Der
Beschwerdeführer geht aufgrund seines Gesundheitszustands von einem
Mordversuch aus und sieht im Nichthandeln des Beschuldigten einen
Amtsmissbrauch. Auch mit der Beschwerde inkl. den Beilagen ist ein Er-
messensmissbrauch durch den Beschuldigten als Behördenmitglied indes-
sen nicht dargetan. Es ist weder ersichtlich, inwiefern der Beschuldigte die
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ihm zustehende Entscheidungsmacht im oben dargelegten Sinne miss-
bräuchlich eingesetzt haben soll – es fehlt jegliche substantiierte Darle-
gung, in welcher Form und mit welchen (Nicht-)Handlungen der Beschul-
digte sein Amt missbraucht haben soll –, noch erkennbar, weshalb er dem
Beschwerdeführer einen unrechtmässigen Nachteil hätte zufügen wollen.
Damit mangelt es bereits am subjektiven Tatbestand von Art. 312 StGB,
welcher nebst dem Vorsatz, die Amtsgewalt missbrauchen zu wollen, die
Absicht bzw. Eventualabsicht des Täters, sich oder einem andern einen
unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil
zuzufügen, voraussetzt. Nach dem Gesagten bestehen keinerlei Hinweise,
dass der Beschuldigte vorsätzlich seine Amtsgewalt missbraucht hat, um
sich oder einer anderen Person einen Vorteil zu verschafften oder dem Be-
schwerdeführer einen Nachteil zuzufügen. Den Tatbestand des Amtsmiss-
brauchs gemäss Art. 312 StGB hat er deshalb offensichtlich nicht erfüllt. Es
liegt ein sachverhaltsmässig und rechtlich klarer Fall vor, weshalb die ge-
stützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO erlassene Nichtanhandnahmeverfü-
gung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 8. Juli 2022
nicht zu beanstanden ist.
4.3.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich demnach als offensichtlich unbe-
gründet, weshalb sie – in Anwendung von Art. 390 Abs. 2 StPO ohne Ein-
holung von Stellungnahmen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aar-
gau und des Beschuldigten – abzuweisen ist.
5.
5.1.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese sind mit der
von ihm geleisteten Sicherheit von Fr. 500.00 zu verrechnen. Es ist ihm
keine Entschädigung auszurichten.
5.2.
Dem Beschuldigten ist im Beschwerdeverfahren kein Aufwand entstanden,
weshalb ihm ebenfalls keine Entschädigungen zuzusprechen ist.