Decision ID: 6a32654f-bd3f-5e21-9889-f4c5b1a14c34
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend Versicherter oder Beschwerdeführer), geboren
am (...) 1962, spanischer Staatsangehöriger, verheiratet und Vater von vier
Kindern (geb. 1986, 1988 und 1994), arbeitete zwischen 1981 und 1986
während 47 Monaten in der Schweiz und leistete in dieser Zeit Beiträge an
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(Vorakten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [IV-act.] 5 S. 10; 10). Am
5. Mai 2009 stellte er seine letzte Tätigkeit als Chauffeur von Warentrans-
porten wegen einer schweren chronischen obstruktiven Lungenerkrankung
(COPD) ein (IV-act. 2 S. 2; 30).
B.
Am 25. Mai 2010 stellte der Versicherte beim spanischen Versicherungs-
träger (H._) ein Gesuch um Ausrichtung einer schweizerischen In-
validenrente (IV-act. 1 f.); dieses Gesuch traf am 10. Juni 2010 bei der
Schweizerischen Ausgleichskasse ein. Nach Abklärung der wirtschaftli-
chen und medizinischen Verhältnisse und Stellungnahme von Dr.
B._ des medizinischen Dienstes der IV-Stelle für Versicherte im
Ausland (nachfolgend IVSTA oder Vorinstanz) vom 14. Februar 2011 stellte
die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 28. Februar
2011 die Gewährung einer ganzen Rente ab 1. November 2010 in Aussicht
(IV-act. 34 f.). Nachdem der Versicherte hierauf nicht reagierte, erliess die
Vorinstanz am 6. Juni 2011 einen gleichlautenden Entscheid (IV-act. 43 S.
2).
C.
Am 7. November 2012 eröffnete die IVSTA ein Revisionsverfahren und for-
derte den spanischen Versicherungsträger auf, eine aktuelle medizinische
Beurteilung einzureichen. Nach Eingang des Arztberichtes E213 vom 11.
Januar 2013 und weiterer Akten der behandelnden Ärzte führte Dr.
C._ des medizinischen Dienstes der IVSTA am 14. Juni 2013 aus,
die schwere COPD im Stadium Gold IV habe sich erwartungsgemäss nicht
verbessert; nach wie vor werde eine Lungentransplantation geprüft. Betref-
fend Arbeitsfähigkeit bestehe derselbe Grad wie bereits zuvor (IV-act. 60).
Die IVSTA bestätigte daraufhin mit Mitteilung vom 21. Juni 2013 an den
Versicherten dessen weiteren Anspruch auf eine ganze Rente (IV-act. 61).
D.
Am 24. Mai 2017 eröffnete die IVSTA ein weiteres Revisionsverfahren (IV-
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act. 66). Im Rahmen der darauffolgenden medizinischen und wirtschaftli-
chen Abklärungen teilte der spanische Versicherungsträger nach Erstellen
eines Arztberichts E213 mit, der Versicherte habe am 28. Dezember 2015
eine bilaterale Lungentransplantation durchlaufen und sei in angepasster
Tätigkeit wieder arbeitsfähig (IV-act. 81; 85). Mit Stellungnahmen vom 16.
Dezember 2017, 19. März 2018 und 23. Juni 2018 bestätigte Dr.
D._ vom medizinischen Dienst der Vorinstanz die erfolgreiche
Durchführung der Lungentransplantation und einen problemlosen postope-
rativen Verlauf. Unter Berücksichtigung der lebenslangen Immunsuppres-
sion sei dem Versicherten sechs Monate nach erfolgter Operation (d.h. ab
29. Juni 2016) eine angepasste Tätigkeit zu 80% zuzumuten. Auch die
Selbsteingliederung sei aus medizinischer Sicht zumutbar und möglich (IV-
act. 88; 100; 103). Auf den Vorbescheid vom 19. Juli 2018 hin reichte der
Versicherte einen Arztbericht vom 9. August 2018, der eine Arbeitsunfähig-
keit in bisheriger Tätigkeit als Chauffeur verneinte, zu den Akten (IV-act.
107). Mit weiterer Stellungnahme vom 6. Oktober 2018 bestätigte Dr.
D._ ihre bisherige Beurteilung, wonach dem Versicherten die Wie-
deraufnahme einer leichten, leidensadaptierten Tätigkeit zumutbar sei (IV-
act. 110). Die IVSTA bestätigte daraufhin mit in Französisch verfasster Ver-
fügung vom 10. Oktober 2018 (eröffnet am 19.10.2018; Beschwerdeakten
[B-act.] 4) die Aufhebung der bisher gewährten Rente per 1. Dezember
2018 (IV-act. 112).
E.
E.a Mit Eingabe in Spanisch vom 12. November 2018 (Datum Postauf-
gabe: 13.11.2018) erhob A._ Beschwerde gegen diese Verfügung
und beantragte die Entgegennahme der Beschwerde, die Aufhebung des
Revisionsentscheides, die Weitergewährung der bisherigen Rente und die
Nachzahlung der Rente seit Suspension der Auszahlung. Er stütze sich
dazu auf einen Bericht des Universitätsspitals E._ in (...). Die
Transplantation habe sicherlich eine Verbesserung mit sich gebracht, er
habe jedoch seine Arbeitsfähigkeit nicht zurückgewonnen (B-act. 1). Als
Beweismittel reichte er einen Arztbericht vom 5. November 2018 seines
behandelnden Pneumologen ein [B-act.] 1 Beilage 3).
E.b In ihrer Vernehmlassung vom 7. Januar 2019 stellte die Vorinstanz den
Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und
die Bestätigung der angefochtenen Verfügung. Sie verwies dabei auf die
ergänzende Stellungnahme von Dr. D._ des medizinischen Diens-
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tes, wonach das Arztzeugnis vom 5. November 2018 nicht zu einer geän-
derten Beurteilung führe. Es liege eine Verbesserung des Gesundheitszu-
standes vor (B-act. 4).
E.c Mit Replik vom 15. Februar 2019 ersuchte der Beschwerdeführer um
Wechsel der Verfahrenssprache ins Deutsche und betonte, er sei wegen
seiner Lungenerkrankung nicht arbeitsfähig (B-act. 9). Er nahm gleichen-
tags mit weiterer Eingabe Stellung zur Verfahrenssprache Deutsch (B-act.
15).
E.d Am 20. Februar 2019 leistete der Beschwerdeführer den vom Gericht
erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 800.– (B-act. 5-8).
E.e Unter Bezugnahme auf seine Replik stellte der Beschwerdeführer dem
Gericht am 6. März 2019 einen Arztbericht vom 25. Februar 2019 zu (B-
act. 13).
E.f Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2019 entschied die zuständige
Instruktionsrichterin, dass das Beschwerdeverfahren in Deutsch fortge-
setzt werde und überwies die Sache an einen Instruktionsrichter deutscher
Muttersprache (B-act. 14).
E.g Am 3. Mai 2019 reichte die Vorinstanz aufforderungsgemäss ihre Dup-
lik ein, wies daraufhin, dass der neu eingereichte Arztbericht vom 25. Feb-
ruar 2019 wortwörtlich den Arztbericht vom 5. November 2018 übernehme,
und hielt an ihren Feststellungen und Anträgen gemäss Vernehmlassung
fest (B-act. 18).
E.h Am 17. Mai 2019 brachte der neu zuständige Instruktionsrichter die
Duplik dem Beschwerdeführer zur Kenntnis und schloss den Schriften-
wechsel ab (B-act. 19).
E.i Mit Schreiben vom 11. Juni 2019 an das Bundesverwaltungsgericht
wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass er vor einem Monat sehr krank
gewesen sei und es ihm nur dank dem Eingreifen seiner Spezialisten wie-
der bessergehe; er verstehe nicht, weshalb er als arbeitsfähig beurteilt
werde, und sei bereit, sich in der Schweiz fachärztlich untersuchen zu las-
sen (B-act. 21).
F.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird
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Seite 5
– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.
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Seite 6

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt
das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland
gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG
liegt nicht vor.
1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt.
Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-
dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.
1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Er ist daher zur
Beschwerde legitimiert.
Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und der
Kostenvorschuss am 20. Februar 2019 fristgerecht geleistet wurde, ist auf
die Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG, Art. 52 und 63 Abs. 4 VwVG).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Spanien und hat dort
seinen Wohnsitz. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21.
Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft
zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II
des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getre-
tenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr.
987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar
2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr.
465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen an den Verordnungen
Nr. 883/2004 und Nr. 987/2009 zu beachten (siehe AS 2015 343, AS 2015
345, AS 2015 353). Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität
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beurteilt sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordi-
nierungsvorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E.
2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).
3.
3.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeit-
punkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 10. Okto-
ber 2018) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die
Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeit-
punkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata temporis;
vgl. BGE 130 V 445). Nach Verfügungserlass verfasste ärztliche Berichte
können berücksichtigt werden, wenn sie (rückwirkend) Bezug auf den –
bereits im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vorliegen-
den – gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers nehmen, somit
mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und al-
lenfalls geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
zu beeinflussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b).
3.2 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist in Anbe-
tracht dessen, dass die IVSTA die Rentenrevision im Mai 2017 eingeleitet
und mit angefochtener Verfügung die bisher gewährte Rente per 1. Dezem-
ber 2018 aufgehoben hat, auf die seit dem 1. Januar 2012 gültigen Fas-
sungen gemäss dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV-Revision abzu-
stellen (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der
Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]).
3.3 Die Revision einer gesprochenen Rente kann auf Begehren des Ren-
tenempfängers oder von Amtes wegen erfolgen (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Eine Anpassung des Invaliditätsgrades im Revisionsverfahren setzt eine
erhebliche und anhaltende Änderung der tatsächlichen Verhältnisse vo-
raus.
Zeitlicher Ausgangspunkt dieser Beurteilung ist der Sachverhalt im Zeit-
punkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Ver-
fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-
rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung
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in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht
(BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Ferner muss die Veränderung der Verhältnisse
erheblich, das heisst hinsichtlich des resultierenden Invaliditätsgrad geeig-
net sein, Auswirkungen auf die Rente zu zeitigen. Diese Änderung kann
den Gesundheitszustand, erwerbliche Auswirkungen oder auch die an-
wendbare Methode betreffen (BGE 130 V 343 E. 3.5). Unter revisionsrecht-
licher Perspektive ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts allerdings unerheb-
lich (BGE 112 V 371 E. 2b m.w.H.; Sozialversicherungsrecht – Rechtspre-
chung [SVR] 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Ebenfalls unbeachtlich bleiben
nicht genügend fassbare oder lediglich vorübergehende Sachverhaltsän-
derungen (U. KIESER, Die Erheblichkeit der Invaliditätsgradänderung als
Rentenanpassungsvoraussetzung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG, in: Schaff-
hauser/Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 159).
4.
4.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange-
messenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
4.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Ver-
waltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Über-
zeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich
zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-
stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer
Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz
450; vgl. auch BGE 122 V 162 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).
Diese Praxis wurde vom Bundesgericht immer wieder bestätigt (vgl. z.B.
das Urteil des BGer 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010 E. 4.2.2).
4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
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Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizi-
nische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äus-
sern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen
Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. Im Vordergrund stehen dabei
vor allem jene Funktionen, welche für die nach der Lebenserfahrung im
Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person we-
sentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in
geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tra-
gen kann). Die Frage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund
der medizinischen Angaben und unter Berücksichtigung der übrigen Fähig-
keiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber nicht
von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. von der
Berufsberatung zu beantworten (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV Nr. 10, E.
4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).
4.4
4.4.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-
tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-
chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-
len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson
muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des
BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.4.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-
fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-
chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351
E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten
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Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl.
BGE 137 V 210 E. 2.2.2; BGE 135 V 465 E. 4.4; BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Ver-
trauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den
allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 vom 20. März
2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die
potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer-
den, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutach-
ten versicherungsinterner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivi-
tät und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-
jektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125
V 351 E. 3b/ee).
4.4.3 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht
nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf Berichte versiche-
rungsinterner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In solchen Fäl-
len sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem
Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 157 E.
1d). Die Stellungnahmen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) und
des medizinischen Dienstes der IVSTA sind als versicherungsinterne Be-
richte zu würdigen (vgl. betreffend RAD: Urteile des BGer 9C_159/2016
vom 2. November 2016 E. 2.2 f. und 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014
E. 4). Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der
IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie
Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
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Seite 11
feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztli-
che Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl.
Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015
vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit
Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht
insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche
in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-
dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-
nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit
Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie
haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-
dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-
nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen
Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-
ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende
Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-
gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E.
3.3).
5.
Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsgericht
zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Vorliegen einer wesentlichen
Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers geschlos-
sen hat, nachdem er am 28. Dezember 2015 einer beidseitigen Lungen-
transplantation unterzogen worden ist.
5.1 Zur Prüfung, ob eine wesentliche Verbesserung eingetreten ist, ist die
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers im Juni 2013 mit derje-
nigen zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu vergleichen. Die bis-
her gewährte Rente wurde zwar nur mit blosser Mitteilung vom 21. Juni
2013 bestätigt. Im Rahmen der Rentenrevision wurden jedoch – wie im
Rahmen des Verfahrens, das zur Rentengewährung am 6. Juni 2011 ge-
führt hatte – fachärztliche Berichte der Spitäler F._ und E._
in (...) im relevanten Zeitraum und ein Ausführlicher Ärztlicher Bericht
E 213 des H._, dem eine persönliche Begutachtung des Beschwer-
deführers zugrunde lag, eingefordert und schliesslich eine eingehende
Prüfung durch den medizinischen Dienst der Vorinstanz vorgenommen.
C-6827/2018
Seite 12
Dieser schloss am 14. Juni 2013, es liege eine seit 2009 unveränderte Si-
tuation mit einhergehender vollständiger Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tä-
tigkeit vor (IV-act. 60). Darauf und auf die nachfolgende medizinische Be-
schreibung im Rahmen der damaligen Entscheidfindung ist abzustellen (s.
E. 3.3).
5.2 Der Bestätigung der ganzen Rente mit Mitteilung vom 21. Juni 2013
lagen unter anderem folgende Berichte zugrunde: Der Ausführliche Ärztli-
che Bericht E 213 von Dr. G._ vom 11. Januar 2013 im Auftrag des
H._ hält fest, dass eine COPD-Erkrankung mit Dyspnoe bei (be-
reits) geringer Anstrengung vorliege; der Patient sei für eine Lungentrans-
plantation vorgesehen. Die Ärztin hielt schwere funktionelle Einschränkun-
gen fest und erachtete den Exploranden als vollständig arbeitsunfähig seit
2009, auch in angepasster Tätigkeit (IV-act. 50). In seinem Arztbericht vom
22. Januar 2013 diagnostizierte Dr. I._, Pneumologe des Spitals
F._, eine sehr schwere COPD mit Schweregrad Gold IV (Lungen-
funktion weicht um mehr als 70 Prozent vom Sollwert ab, Patienten sind
chronisch mit Sauerstoff unterversorgt, leiden unter schwerer Atemnot bei
Alltagstätigkeiten und teilweise sogar im Ruhezustand), aktuell rezidivie-
rend. In seinem Arztbericht vom 1. März 2013 berichtete Dr. J._,
Internist des Spitals F._, der Patient werde aktuell behandelt wegen
einer dekompensierten COPD Gold IV. Letztmals sei dieser am 13. Februar
2013 in der Inneren Medizin behandelt worden wegen einer kapnischen
(übermässige Bildung von CO2) respiratorischen Insuffizienz. Am 12. März
2013 bestätigte das Ärzteteam der Invalidenkommission des Sozialdepar-
tementes in (...) das Vorliegen eines Lungenemphysems (irreversible
Überblähung der Lungenbläschen). In seiner Stellungnahme vom 14. Juni
2013 (IV-act. 60) hielt Dr. C._ des medizinischen Dienstes der IV-
STA fest, dass eine schwere chronisch obstruktive Bronchopneumopathie
(COPD), Stadium Gold IV, vorliege, die sich erwartungsgemäss nicht ver-
bessert habe. Nach wie vor werde eine Lungentransplantation geprüft. Es
liege derselbe Grad einer Arbeitsunfähigkeit vor (80% in jeglicher Tätigkeit
seit 25. April 2009).
5.3 Der Beurteilung im Verfügungszeitpunkt (10.10.2018) lagen folgende
Berichte und medizinischen Beurteilungen zugrunde: Dem Entlassungsbe-
richt von Dr. K._, Thoraxchirurgie, Universitätsspital E._,
(...), vom 20. Januar 2016 (IV-act. 91; 97) ist zu entnehmen, dass sich der
Beschwerdeführer zur Durchführung einer beidseitigen Lungentransplan-
tation vom 27. Dezember 2015 bis zum 20. Januar 2016 in stationärer Be-
handlung befunden und eine Spenderlunge erhalten hat. Anamnestisch
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Seite 13
hielt der Arzt fest, der Patient sei am 27. Dezember 2015 notfallmässig zur
Realisierung der bipulmonären Transplantation eingetreten. Der Patient sei
Ex-Raucher seit eineinhalb Jahren (vorher 70 Pack/Jahr) und habe keine
anderen toxischen Gewohnheiten angegeben. Medizinisch liege vor: ein
Bluthochdruck in medikamentöser Behandlung, Osteoporose, eine trauma-
tische Fraktur des Femurs rechts und der Tibia links, ein COPD Typ Em-
physem des Schweregrades Gold IV / BODE 8. Der Patient sei vor Jahren
zweimal notfallmässig eingewiesen worden, während er noch geraucht
habe. Es liege eine Beeinträchtigung der Klasse III (Dyspnoe nach 50m)
vor. Im Jahre 2010 sei er bereits für eine Transplantation vorgesehen wor-
den, diese sei aber wegen der Präsenz von Lungenknoten subpleural nicht
erfolgt. Später hätten sich diese aufgelöst, aber beim Patienten habe sich
keine funktionelle Besserung eingestellt, weshalb schliesslich die Behand-
lung beschlossen worden sei. Der Patient erhalte eine Sauerstofftherapie
zuhause seit Juni 2013, von zwei Litern ruhend und drei Litern bei Anstren-
gung. Zur postoperativen Entwicklung hielt der Arzt fest, dass der Patient
auf der Station (vom 6.-20.1.2016) hämodynamisch stabil, eupneisch und
afebril sei, Sitzen und Gehen könne und eine respiratorische Physiothera-
pie erhalte. Die Zusatzuntersuchungen seien ohne Zwischenfälle erfolgt.
Die Lungendrainagen seien links am 12. Januar 2016 und rechts am 14.
Januar 2016 entfernt worden, mit anschliessender radiologischer Kontrolle
ohne Besonderheiten. Aufgrund der korrekten Entwicklung werde der Pa-
tient nach Hause entlassen (IV-act. 91; 97). Gemäss Ausführlichem Ärztli-
chem Bericht (E213) von Dr. L._ vom 9. November 2017 konnte die
Lungentransplantation erfolgreich durchgeführt werden und verlief die
postoperative Entwicklung positiv. Gemäss dieser Ärztin bestehe nur noch
eine Dyspnoe bei grossen Anstrengungen (vormals bei geringen/gerings-
ten Anstrengungen). In ihrer Beurteilung hielt sie fest, die Situation habe
sich verbessert, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bzw. angepasste Tä-
tigkeiten könnten wieder uneingeschränkt ausgeführt werden. Als funktio-
nelle Einschränkungen seien zu beachten: Feuchtigkeit, Kälte, Hitze,
Staub/Gas/Dämpfe, kein häufiges Heben und Tragen von Objekten (IV-act.
81; 85). In ihrer Stellungnahme vom 19. März 2018 hielt Dr. D._ des
medizinischen Dienstes der IVSTA nach Erhalt ergänzender Arztberichte
fest, es liege eine rentenrelevante Verbesserung des Gesundheitszustan-
des nach erfolgreicher Lungentransplantation am 28. Dezember 2015 mit
Normalisierung der Lungenfunktion (gegenüber einer vormals schwer ein-
geschränkten Lungenfunktion) vor. Der postoperative Verlauf sei problem-
los gewesen. Es seien keine Auffälligkeiten im Kontrollbericht des Pneumo-
logen am 17. April 2016 ersichtlich, die Spirometrie vom 18. Dezember
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2017 zeige eine normale Lungenfunktion, das Laborblatt vom 21. Dezem-
ber 2017 sei ohne relevante Auffälligkeiten, der Arztbericht E213 vom 9.
November 2017 bestätige die relevante Verbesserung des Gesundheitszu-
standes im Vergleich zur Voruntersuchung; der klinische Status des nor-
malgewichtigen Versicherten vom 9. November 2017 sei ohne Auffälligkei-
ten. Sechs Monate nach erfolgreicher Transplantation d.h. ab dem 29. Juni
2016 sei dem Versicherten deshalb eine körperlich leichte Verweistätigkeit
zuzumuten; die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit in einer solchen
Tätigkeit liege bei maximal 20%. Aufgrund der Organtransplantation sei
eine lebenslange immunsuppressive Behandlung notwendig. Daher sollten
dem Versicherten keine Arbeiten in staubbelasteter Umgebung und keine
Nachtarbeit zugemutet werden. Als funktionelle Einschränkungen nannte
sie: Rumpfrotation, Überkopfarbeit, hockend/kniend, Heben von Gewich-
ten bis max. 10 kg, Vermeiden verschiedener Einflüsse wie Staub, Hitze,
Feuchtigkeit, Schlechtwetter, Nachtarbeit (IV-act. 100). Mit weiterer Stel-
lungnahme vom 23. Juni 2018 hielt sie ergänzend fest, die Selbsteinglie-
derung des Versicherten sei bei diesem erst 56-jährigen Mann aus medizi-
nischer Sicht zumutbar und möglich (IV-act. 103).
5.4 Mit der Vorinstanz ist zu schliessen, dass gegenüber dem Zeitpunkt der
rückwirkenden Rentengewährung im Juni 2011 (Rente ab 1. November
2010) mit der Durchführung einer erfolgreich verlaufenen Lungentrans-
plantation im Dezember 2015 eine deutlich veränderte Situation vorliegt.
Der medizinische Dienst der IVSTA hat zutreffend darauf hingewiesen,
dass zum einen die (zuvor pathologischen) Lungenwerte nach der Trans-
plantation eine praktisch normale Lungenfunktion zeigen und die Ärztin des
spanischen Versicherungsträgers in ihrem E213 den Beschwerdeführer
neu als uneingeschränkt arbeitsfähig in einer angepassten Verweistätigkeit
beurteilt hat. Nachvollziehbar hat Dr. D._ zudem aufgezeigt, dass
abgesehen von der Immunsuppression, die einen intensiven Schutz des
Beschwerdeführers vor Infektionsrisiken bedingt, ihn jedoch nicht von der
Ausübung einer angepassten Tätigkeit ausschliesst, den ab 2016 einge-
reichten Arztberichten keine Hinweise auf Rezidive oder sonstige Ver-
schlechterungen der Lungensituation zu entnehmen sind.
5.5
5.5.1 Der Beschwerdeführer reichte sowohl im Vorbescheidverfahren als
auch Beschwerdeverfahren zusätzliche Berichte der behandelnden Ärzte
ein, die aufzeigen sollen, dass er trotz Lungentransplantation weiterhin ar-
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beitsunfähig sei. Zum einen verwies der Beschwerdeführer auf den Arztbe-
richt von Dr. M._, (...), vom 9. August 2018, die in ihrer Beurteilung
ausführte, beim Patienten sei am 28. Dezember 2015 eine beidseitige Lun-
gentransplantation mit guter Entwicklung, aber in intensiver Immunsupp-
ressionsbehandlung, durchgeführt worden. Die Lungenleistung sei verbes-
sert im Vergleich zur Situation vor der Transplantation, aber mit Einschrän-
kungen, die eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit verunmöglich-
ten (IV-act. 107). Hierzu ist in Übereinstimmung mit der Würdigung von Dr.
D._ vom 6. Oktober 2018 (IV-act. 110) festzuhalten, dass sich die
Aussagen der Ärztin in (...) ausschliesslich auf die Arbeitsfähigkeit in bis-
heriger Tätigkeit beziehen und damit die Schlüsse des medizinischen
Dienstes bestätigen, wonach die Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit
80% seit 25. April 2009 und in angepasster Tätigkeit 20% seit 29. Juni
2016, d.h. sechs Monate nach Lungentransplantation, betrage (IV-act. 34;
60; 100; 110).
5.5.2 Hingegen kann den Schlüssen derselben Ärztin in ihrer letzten Stel-
lungnahme vom 16. Dezember 2018 nicht gefolgt werden: Zum Arztbericht
von Dr. I._ vom 5. November 2018 führte sie aus, er enthalte eine
Diagnoseliste, aber keine aktuellen Befunde und/oder Resultate. Die Ar-
beitsunfähigkeitsschätzung des Arztes stütze sich nicht auf objektive Be-
funde, klinische Befunde oder belegte Funktionsstörungen und sei nicht
nachvollziehbar begründet. Das Zeugnis verschweige die Befunde gera-
dezu wie zum Beispiel, dass die sehr erfolgreiche Lungentransplantation
zu einer Normalisierung der Lungenfunktion gegenüber der vormals
schwer eingeschränkten Lungenfunktion geführt habe. Eine Normalisie-
rung der Lungenfunktion sei medizinisch klar und begründbar mit Verbes-
serung der körperlichen Leistungsfähigkeit verbunden. Es gebe keine rele-
vanten Nebendiagnosen, die die Aufnahme einer leidensadaptierten Tätig-
keit gestützt auf objektive Funktionsstörungen verunmöglichten. Sie ver-
weise auf ihre detaillierten Begründungen zu den Arztberichten vom 6. Ok-
tober 2018, 19. März 2018 und 16. Dezember 2017, die unverändert blie-
ben (B-act. 4 Beweismittel Nr. 1).
5.5.3 Zwar hält Dr. D._ zutreffend fest, dass der genannte Bericht,
der notabene wortgleich wie der dreieinhalb Monate später ausgestellte
Bericht desselben Arztes vom 25. Februar 2019 formuliert ist, keine kon-
kreten neuen Befunde nennt, auf die sich die darin genannte Beurteilung
abstützt. In Erinnerung zu rufen ist zudem, dass Berichte der behandeln-
den Ärzte aufgrund ihrer Nähe und Vertrauensstellung zum Patienten in
der Regel reduzierte Beweiskraft aufweisen (vgl. E. 4.4.2). Jedoch hat der
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Seite 16
behandelnde Pneumologe, Dr. I._, im Verwaltungsverfahren bisher
sachlich abgefasste und auf die Behandlungssituation bezogene Berichte
ausgestellt (s. Berichte vom 3. Juli 2009, 17. November 2009, 2. März
2010, 4. Juni 2010 und 22. Januar 2013 [IV-act. 21; 19; 17; 16; 57]) und
vorliegend nicht ersichtlich mutwillig oder aufgrund seiner Vertrauensstel-
lung einen beschönigenden Arztbericht verfasst. Dem Bericht kann im Ein-
zelnen und über die bereits aktenkundigen Tatsachen hinaus, wonach ein
Zustand nach bipulmonärer Lungentransplantation mit folgender lebens-
langer Immunsuppression vorliege, zusätzlich entnommen werden, dass
ein aktuelles Röntgen des Thorax einen deutlichen Pleuraerguss links
(übermässige Flüssigkeitsansammlung in der Pleura), Lungengewebe mit
bibasaler Kondensation im Zusammenhang mit dem Erguss und im LSI ein
kleines Areal mit Überinfektion gezeigt habe. Eine Kontrolle beim Pneumo-
logen im Spital von F._ am 9. Oktober 2018 habe ergeben, dass
eine schwere physische Einschränkung für die täglichen Aktivitäten (Anzie-
hen, Duschen, Gehen etc.) sowie Atemnot und Müdigkeit vorliege. Ge-
nannt wird eine Dyspnoe CF 3-4mMrc (Stufen des Modified British Medical
Research Council; Stufe 3: bei Gehstrecke um 100m; 4: beim An- und Aus-
ziehen), die eine häusliche Sauerstofftherapie und Vernebelung erfordere.
Aus diesem Grund erachte er den Patienten als arbeitsunfähig in jeglicher
Tätigkeit.
5.5.4 Die Vorakten enthalten verschiedene ärztliche Beurteilungen, die seit
Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Universitätsspital E._
am 20. Januar 2016 keine Verschlechterung oder Exazerbation bzw. eine
deutliche verbesserte Lungenfunktion aufzeigen:
 Arztbericht von Dr. N._, Hausärztin, (...), vom 20. Juli 2017
[IV-act. 70]. Die Hausärztin verweist auf eine aktuelle Behandlung
in der Pneumologie im Spital F._ und im Universitätsspital
E._ in (...), ohne Weiterungen.
 Arztbericht von Dr. O._, Pneumologie, Universitätsspital
E._, (...), vom 11. August 2017 (IV-act. 84): Er zitiert nahezu
der Normalfunktion entsprechende Werte gemäss "letzter Spiro-
metrie" von FVC: 3770 (Normalwert bei 1.70m Grösse: 4200) und
FEV1: 3380 (Normalwert bei 1.70cm Grösse: 3490). Vgl. zu den
hier zitierten Normalwerten: ALI MK, MOUNTAIN CF, MILLER JJ,
JOHNSTON DA, SHULLENBERGER CC (1975): Regional pulmonary
function before and after pneumonectomy using Xenon – 133, Ta-
belle XXII: Referenzwerte der Vitalkapazität und des forcierten ex-
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spiratorischen Einsekundenvolumens, S. 162; in: https://link.sprin-
ger.com/content/pdf/bbm%3A978-3-662-12854-1%2F1.pdf; abge-
rufen am 30. Januar 2020).
 Ausführlicher Ärztlicher Bericht E213 von Dr. L._ vom 9. No-
vember 2017 [IV-act. 81; 85]. Der Beschwerdeführer beklage Dys-
pnoe bei grosser Anstrengung ("Alega disnea de grandes esfuerzos
en la acutalidad"), sei in periodischen Kontrollen in der Pneumolo-
gie. In der Befundung führte die Ärztin die obgenannten Werte auf:
FVC von 3770CC und FEV1 von 3380CC. Als Diagnose hielt sie
fest: COPD Gold IV mit Lungenemphysem, die 2015 mit einer Lun-
gentransplantation behandelt worden sei, mit guter posteriorer Ent-
wicklung. Aktuell liege eine Dyspnoe bei grosser Anstrengung vor.
Der Patient könne leichten bis mittelschweren (angepassten) Tätig-
keiten, unter Beachtung funktioneller Einschränkungen, vollzeitlich
nachgehen.
 18. Dezember 2017: Spirometrie unter Belastung (IV-act. 92; 98)
mit folgenden Lungenwerten: FVC 3.78 von (Soll) 4.31 (87.7%),
FEV1 3.25 von (Soll) 3.39 (96%), FEV1/FVC 86.14 von (Soll) 78.73
(109.4%).
5.5.5 Nach dem 18. Dezember 2017 sind mit Ausnahme der beiden oben
erwähnten Berichte vom 9. August 2018 (der sich nicht zur Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit äussert) und vom 5. November 2018 bzw. wort-
gleich vom 25. Februar 2019 (der neu problematische Befunde der Lunge
[Pleuraerguss] und physische Einschränkungen [Einschränkungen bei täg-
lichen Aktivitäten, Müdigkeit, Dyspnoe auch bei leichten Belastungen, Not-
wendigkeit der häuslichen Sauerstofftherapie] erwähnt), keine weiteren
Berichte aktenkundig. Der Bericht vom 5. November 2018 kann prima vista
nicht ohne jeglichen Beweiswert beurteilt werden, zumal der ihn ausstel-
lende Arzt bisher als sachlich zu erachtende Berichte eingereicht hat und
im Bericht vom 5. November 2018 Hinweise auf konkrete Einschränkungen
genannt werden. In letzterem Bericht ist zudem erwähnt, dass der Be-
schwerdeführer am 9. Oktober 2018 in der Pneumologie im Spital
F._ in Behandlung gewesen sei; der entsprechende Arztbericht ist
jedoch nicht aktenkundig.
6.
6.1 In Würdigung dieser Aktenlage (E. 5.5) bleiben trotz nachvollziehbarer
Beurteilung durch den medizinischen Dienst der IVSTA Zweifel bestehen,
https://link.springer.com/content/pdf/bbm%3A978-3-662-12854-1%2F1.pdf https://link.springer.com/content/pdf/bbm%3A978-3-662-12854-1%2F1.pdf
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ob sich hinsichtlich der Lungenerkrankung seit der positiven Entwicklung
bis Ende Dezember 2017 im Jahre 2018 Komplikationen ergeben haben,
die in der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 nicht Eingang
haben finden können. Aufgrund der oben aufgezeigten Befunde und ärztli-
chen Einschätzungen kann das Gericht nicht mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
bestätigen, dass der Beschwerdeführer seit Juni 2016 eine angepasste Tä-
tigkeit zu 80% ausüben kann. Die Sache ist deshalb zu ergänzenden Ab-
klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.2 Die ergänzenden Abklärungen umfassen die Nachforderung fachärztli-
cher Berichte (Pneumologie, inkl. Spirometrie und Laborwerte) beim Be-
schwerdeführer und beim H._ seit 2018, danach die Veranlassung
einer Begutachtung im Fachbereich Pneumologie in der Schweiz. Ob al-
lenfalls weitere Spezialisten zu involvieren sind, wird in das pflichtgemässe
Ermessen der Vorinstanz bzw. der Gutachter gestellt. Die beauftragten
Sachverständigen sind letztverantwortlich einerseits für die fachliche Güte
und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrund-
lage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung (BGE 139 V
349 E. 3.2 f.). Dabei wird zu beachten sein, dass sich das Gutachten –
entsprechend der Ausgangslage, dass eine Revision vorliegt – ausrei-
chend auf das Beweisthema des Vorliegens einer erheblichen Ände-
rung(en) des Sachverhalts beziehen muss; entsprechend hat eine Gegen-
überstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands zu erfolgen.
Gestützt auf dieser Grundlage hat die Vorinstanz einen neuen Revisions-
entscheid zu treffen.
6.3 Die Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss welcher eine Rückweisung
an die IV-Stelle im Falle einer notwendigen Erhebung einer bisher vollstän-
dig ungeklärten Frage – wie vorliegend die erstmalige gutachterliche Ab-
klärung der Lungensituation – möglich ist. Ebenso steht es dem Bundes-
verwaltungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klar-
stellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1; 137 V 210 E. 4.4.1.4). Während den
Abklärungen hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Weiteraus-
zahlung der per 1. Dezember 2018 eingestellten Invalidenrente, zumal
nicht erkennbar wird, dass die Verwaltung vorliegend in missbräuchlicher
Weise einen möglichst frühen Revisionszeitpunkt gewählt hätte (vgl. dazu
Urteile des BGer 9C_519/2013 vom 26. Februar 2014 E. 4 m.w.H. und
8C_451/2010 vom 11. November 2010 E. 2 und 4.3).
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6.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der – vom Beschwerdeführer
nicht gerügte – Einkommensvergleich nicht zu überprüfen. Hinzuweisen ist
darauf, dass die übrigen aktenkundigen Beschwerden – worauf der medi-
zinische Dienst der IVSTA zutreffend und in Abweichung der Beurteilung
des Beschwerdeführers ("Es bestehen andere funktionale Einschränkun-
gen des osteo-artikulären Apparates wie Osteoporose und andere medika-
mentös behandelte Dysfunktionen wie Bluthochdruck und Diabetes melli-
tus" [B-act. 1 Beilage 1]) hinweist – der Ausübung einer angepassten Tä-
tigkeit nicht entgegenstehen: Dr. D._ listete in ihrer Stellungnahme
vom 19. März 2018 folgende (Neben-) Diagnosen als ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit: Status nach Nikotinabusus ca. 70 Pack/Jahr, arte-
rielle Hypertension medikamentös behandelt, Osteoporose, Status nach
traumatischer Fraktur Femur rechts 2008, Diabetes Mellitus Typ 2, Hyper-
lipidämie, Status nach Tuberkulose in der Kindheit. Diese Beurteilung er-
scheint in Berücksichtigung der spanischen Arztberichte überzeugend. Er-
gänzt werden kann, dass trotz Hinweis im Arztbericht vom 5. November
2018 auf Abklärungen beim Kardiologen (B-act. 1 Beilage 3) die Akten bis-
her keine Hinweise dafür enthalten, dass eine für die Arbeitsfähigkeit rele-
vante Einschränkung in kardiologischer Hinsicht vorliegen würde (s. Arzt-
berichte vom 21. Januar 2010 [IV-act. 18] und 21. Januar 2016 [IV-act.
91/97]).
7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine
Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-
tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerde-
führer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer ist
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechtskraft
des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden eben-
falls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
7.2 Dem obsiegenden, nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind
keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Par-
teientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundes-
behörde hat die Vorinstanz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
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Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]).