Decision ID: af5ef5f6-4603-4647-98e9-426b8fdd00dc
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
und
Y._
, geboren 1940 und 1951, meldeten sich am
3.
Mai 2006
erstmals
bei der Stadt
Z._
, Zusatzleistungen zur AHV/IV (nach
folgend Durchführungsstelle), zum Bezug von Zusatzleistungen an (
Urk.
7/1).
Mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2006 verneinte die Durchführungsstelle einen Anspruch der Versicherten auf Zusatzleistungen infolge eines
Einnahme
überschusses
(
Urk.
7/2).
Nachdem sich die Versicherten am 2
9.
August 2008 erneut zum Bezug von Zusatzleistungen angemeldet hatten (
Urk.
7/3), sprach die Durchführungsstelle den Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
September 2009
monatliche Zusatz
leistungen von
Fr.
2‘450.
--
ab
September 2008 sowie monatliche Zusatz
leistungen von
Fr.
614.-- ab
Januar
2009 zu (
Urk.
7/5).
Mit Verfügung vom 2
3.
September 2009 wurde der Anspruch rückwirkend per September 2008 aufgrund eines Berechnungsfehlers korrigiert und
ein Betrag
von
Fr.
7‘360.-- zurückgefordert (
Urk.
7/
6)
.
Mit Verfügung vom 2
9.
Oktober 2009 wurden die Zusatzleistungen infolge eines Einnahmeüberschusses per Dezember 2009 eingestellt (
Urk.
7/7
-8
).
Nachdem sich die Versicherten am
6.
März 2011 erneut zum Bezug von Zusatz
leistungen angemeldet hatten (
Urk.
7/9), verneinte die Durchführungsstelle mit Verfügung vom
3.
Mai
2011 einen Anspruch der Versicherten infolge eines Einnahmeüberschusses (
Urk.
7/10).
Nachdem sich die Versicherten am 2
2.
August 2011 erneut zum Bezug von Zusatzleistungen angemeldet hatten (
Urk.
7/11), sprach die Durchführungsstelle den Versicherten mit Verfügung vom 2
9.
November 2011 monatliche Zusatz
leistungen von
Fr.
718.-- ab August 2011 sowie monatliche Zusatzleistungen von
Fr.
748.-- ab Januar 2012 zu (
Urk.
7/12).
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2012 (
Urk.
7/13) wurde der monatliche Anspruch per Januar 2013 auf
Fr.
766.-- festgelegt.
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 201
3
(
Urk.
7/14) wurde der monatliche Anspruch per Januar 2014 auf
Fr.
784.-- festgelegt.
Im Januar 2015 leitete die Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung der Zusatzleistungen ein (
Urk.
7/39).
Mit Verfügung
en
vom
3.
März 2015 (
Urk.
7/40
-41
) wurden die Zusatzleistungen rückwirkend per Januar 2012 neu berechnet und
Fr.
820.-- zu viel ausbezahlte
Zusatzleistungen zurückgefordert.
Infolge eines Einnahmeüberschusses wurden die Zusatzleistungen sodann per Februar 2015 eingestellt
.
1.2
Dagegen erhob
en die
Versicherte
n am 6
.
März
201
5 Einsprache (
Urk.
7
/
42 S.3
)
und führten aus, dass die Ehefrau ab
1.
April 2015 keiner Erwerbstätigkeit nachgehen und sich auch auf der Ausgabenseite eine markante Änderung beim Mietzins ergeben werde, weshalb
um erneute Prüfung des Anspruchs auf Zusatzleistungen ersucht werde.
Mit Entscheid vom 2
9.
Mai 2015 (
Urk.
7/42 =
Urk.
2) wies die
Durchführungs
stelle
die
Einsprache der Versicherten ab, soweit sie darauf eingetreten ist.
2.
Gegen diesen Entscheid vom 29. Mai 2015 (
Urk.
2) erhoben die Versicherten am 3. Juni 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragten
sinngemäss dessen Aufhe
bung. Die Erwerbsaufgabe der Ehefrau habe zur Folge, dass ab dem
1.
April 2015 kein Erwerbseinkommen mehr zur Verfügung stehe. Es sei der Sachverhalt ab dem
1.
April 2015 zu berücksichtigen. Ausserdem werde der Mietzins im Jahre 2016 angepasst. Der neue Mietvertrag liege zum Zeitpunkt der Einsprache noch nicht vor (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
10
.
September
201
5
(
Urk.
6
) beantragte die
Beschwerdegeg
nerin
die Abweisung der Beschwerde, was de
n Beschwerde
führenden
am 1
4
.
September 2015
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8
).
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be-schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch
auf Ergänzungsleistungen
zur Deckung ihres Existenzbedarfs
, wenn sie
die Vo
r
aussetzungen
nach den Art. 4-6 ELG
erfüllen.
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG), und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1
lit
. b ELG). Die jährliche
Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.3
Als Einnahmen anzurechnen sind nebst den Erwerbseinkünften in Geld oder Na
tu
ralien
(Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG)
Einkünfte aus beweglichem oder unbe
weg
lichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG), Renten und Pensionen sowie an
dere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich Renten der AHV und IV
(Art. 11 Abs. 1
lit
. d ELG
), ein Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinste
henden Personen Fr. 37'500.- übersteigt (Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG) und gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG auch die Einkünfte und Vermö
genswerte, auf die die ansprechende Person verzichtet hat (vgl. auch
Rz
3411.01 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die
Er
gänzungsleistungen
zur AHV und IV
, gültig ab 1. April 2011, stand 1. Januar 2015
; WEL).
Als anerkannte Ausgaben gelten bei Personen, die zu Hause wohnen, ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf (Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG), der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten (Art. 10 Abs. 1
lit
.
b ELG) sowie die zu entrichtenden Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes (Art. 10 Abs. 3
lit
. c ELG) und ein jährlicher Pauschalbetrag für die ob
ligatorische Krankenpflegeversicherung (Art. 10 Abs. 3
lit
. c und d ELG).
2.
2.1
Die Durchführungsstelle ging
für den Zeitraum ab Februar 2015
von anrechen
baren Einnahmen in der Höhe von insgesamt Fr.
52
‘
337
.-
- aus. Diese setzen sich aus den
AHV-Rente
n
de
r
Be
schwerdeführer von
total
Fr.
38
‘
556
.--, den Pensionskassenleistungen in der Höhe von Fr. 1
2
‘
106
.-- sowie aus
dem anrechen
baren Erwerbseinkommen der Ehefrau
von
Fr.
1‘672
.-- zu
sammen.
Die anerkannten Ausgaben bezifferte die
Beschwer
de
gegnerin
mit
Fr.
51
‘
507
.-- nämlich Fr.
28‘935
.-- allge
meiner Lebensbedarf, Fr.
9
‘
840
.-- Pauschale für obli
gatorische Krankenversicherung
und
Fr.
12‘732
.-- Mietzins und Nebenkosten.
Demnach resultierte ein Über
schuss von Fr.
830
.--
ab
Februar
201
5
(
Urk.
7
/
40
S.
5 f.
).
2.2
Dem halten die Beschwerdeführe
nden
entgegen, dass die Ehefrau ab April 2015 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten werde und zudem der Miet
zins im Jahre 2016 infolge Renovation angepasst werde. Es seien ihnen deshalb wieder Zusatzleistungen auszurichten (
Urk.
1).
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
stän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit
bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den
beschwer
deweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergang
en ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3.2
Das System der Zusatzleistungen richtet sich nach den anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG) und den anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) und deckt grundsätzlich daraus resultierende Fehlbeträge ab - sei es unter dem Titel Ergänzungsleistungen, kantonale Beihilfen oder Gemeindezuschüsse.
Zu beachten und entscheidend ist, dass sich aufgrund des Systems der
Ergänzungs
leistungen
der massgebliche, als Ergänzungsleistung auszurichtende Betrag nicht nach den individuellen persönlichen Bedürfnissen der ansprechen
den Person richtet, sondern eben im Rahmen der Art. 10 und 11 ELG gesetzlich fest
gelegt ist und von den
Durch
führungs
stellen
grundsätzlich gleich festgesetzt wird.
3.3
Art. 11
Abs.
1
lit
. d ELG sieht ausdrücklich vor, dass Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen als Einnahmen angerechnet werden (vgl. auch vorstehend E. 1.3).
Die Ehefrau erreichte am
9.
Januar 2015 das ordentliche Rentenalter, infol
ge
dessen ihr die AHV-Rente ab
Februar 2015 ausbezahlt w
ird
.
Die
Beschwerde
gegnerin
hat die Rente der
AHV
somit zu Recht als Einkommen
, zusätzlich zum effektiv erwirtschafteten Erwerbseinkommen
ange
rechnet,
denn für das Ausser
achtlassen dieser Einnahme
n
lässt das ELG keinen Raum.
Wie die
Beschwerde
gegnerin
richtig ausführte, betrifft die Einstellungsverfügung vom
3.
März 2015 den Zeitraum
ab
Februar 201
5.
Die von den Beschwerdeführenden erwähnte Kündigung und somit der Wegfall des Erwerbseinkommens kann erst ab dem Zeitpunkt des effektiven Sachverhalts berücksichtigt werden, mithin ab dem
1.
April 201
5.
Die Beschwerdegegnerin hat
dies
denn auch getan und den Wegfall des Erwerbseinkommens in der Verfügung vom 1
4.
April 2015 berück
sichtigt (vgl.
Urk.
7/43).
Soweit die Beschwerdeführenden somit die Nichtberücksichtigung der Kündi
gung monieren,
ist die Beschwerde
demnach
abzuweisen, sofern darauf einzu
treten ist.
3.4
Der Betrag für die
Wohn
kosten
, welcher in der Berechnung der Zusatzleistun
gen mit Fr.
12
'
732
.-- berücksichtigt wurde (Urk.
7/4
0
S.
5
), ent
spricht dem eff
ektiven Mietzins der Wohnung der
Beschwerdeführe
nden
gemäss
Mittei
lungsformular
für Miet- und andere Vertragsänderungen vom
25
.
September
201
3
(vgl. Urk.
7
/
19
).
Bei der Regelung gemäss Art. 10 Abs. 1
lit
. b Ziff.
2
ELG, wonach für den Miet
zins einer Wohnung für
Ehepaare
ein jährlicher Höchstbetrag von Fr.
15
‘
0
00.-- vorgesehen ist, von dem unabhängig von den tatsächlichen
Wohn
kosten
ei
ner versicherten Person nicht abgewichen werden darf, ging der Gesetzgeber vom Grundsatz der ange
messenen
Existenz
sicherung
aus (
Cari
giet
/Koch,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich Basel Genf 2009, S. 136).
Der
Verwaltung verbleibt bei der Festsetzung dieses Betrages im Rahmen der bun
desrechtlichen
Ergänzungs
leistung
unab
hängig von den tat
sächlichen finan
ziellen Verhältnissen der versicherten Per
son kein Spielraum nach oben. Sind die effektiven Wohnkosten hingegen tiefer als der gesetzlich festgelegte Höchst
beitrag, sind diese bei der Berechnung einzusetzen. Auch dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist nicht zu beanstanden.
Eine Anrechnung von mutmass
lich zu erwartenden Ausgaben ist nicht zugelassen. Sollte sich der Mietzins in der Zukunft tatsächlich nach oben verändern, sind die Beschwerdeführenden darauf hinzuweisen, dass sie – sobald sie Kenntnis
vom Zeitpunkt und
von der tatsächlichen Höhe des Mietzinses haben – dies der Beschwerdegegnerin melden können und diese sodann eine neue Berechnung vornehmen wird.
Aufgrund dieser Ausführungen ist die Beschwerde
auch in Bezug auf die bean
tragte Berücksichtigung eines künftigen Mietzinses
abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist.
3.5
Hinsichtlich der Anrechnung der Prämienverbilligung als Einnahmen ist der Beschwerdegegnerin ebenfalls bei
zupflichten, denn eine Nichtanrechnung der Prämienverbilligung käme einer doppelten Verbilligung und letztlich einem finanziellen Vorteil der versicherten Person gleich.
4
.
Die Beschwerdegegnerin hat sich nach dem Gesagten an die
gesetzlichen
Vor
ga
ben gehalten und in deren Rahmen den individuellen Verhältnissen de
r Beschwer
deführenden
Rechnung getragen
.
Eine wei
terge
hende Berücksichti
gung de
s
vo
n
den
Beschwerdeführe
nden
geltend gemachten indivi
duellen Bedarfs ist dagegen von Gesetzes wegen nicht möglich.
Zusammenfassend ist die Ermittlung des Einnahmenü
berschusses ab Februar 2015
zu bestätigen. Damit
muss es beim Entscheid, wonach ab Februar 2015 kein
Anspruch auf
Zusatzleistungen besteht,
sein Bewenden haben.
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerde abzuwei
sen, sofern darauf einzutreten ist.