Decision ID: e15ef283-42ed-4ab1-9c3f-271c349d8283
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X._
meldete sich – nach erfolgter
invali
denversicherungsrechtlicher
Früherfassung (
Urk.
8/2-3) – am
4.
September 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/16).
Zur Klärung der er
werblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
8/22) und holte einen Arbeitgeberbericht
(
Urk.
8/26) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 8/
24 und
Urk.
8/28
).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2014 stellte die IV-Stelle die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/33). Nachdem der Versi
cherte – vertre
ten durch den Rechtsdienst
Inclusion
Handicap – dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/35 und
Urk.
8/42), liess ihn die Verwaltung am 1
4.
August 2014
(
Urk.
8/50)
von med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch un
tersuchen (
Urk.
8/52). Mit Verfügung vom 2
0.
August 2014 hielt die IV-Stelle – nun insbesondere
gestützt auf den RAD-Untersuch
ungsbericht
– an ihrer im Vorbescheid ange
kündigte
n
Leistungsablehnung fest
(
Urk.
8/55 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
September 2014 Be
schwer
de und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei durch das hiesige Gericht nach Einholung eines medizinischen Gutachtens erneut über den Rentenanspruch zu entscheiden
(
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwerde
antwort
vom 29. Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der
Be
schwerde
(
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom
5.
November 2014 wurde dem Beschwerdeführer unter Hinweis darauf, dass nach einer ersten summarischen Prüfung der Akten die Abweisung des Leistungsbegehrens mit der
bundesge
richtlichen
Recht
spre
chung in Einklang stehe, Gelegenheit gegeben
, sich dazu zu äussern (
Urk.
9). Am
8.
Dezember 2014 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein (
Urk.
11).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Un
ter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014
vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha
ben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenablehnung – unter Hinweis auf die Ergebnisse der Untersuchung durch den RAD-Arzt – im Wesentlichen damit, dass spätestens ab Untersuchungsdatum beim Beschwerdeführer noch eine leichte depressive Episode vorliege, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit zeitige. Die vom behandelnden Arzt diagnostizierte mittelgradige depressive Episode stelle keinen invalidenversicherungsrelevanten Gesundheitsschaden dar, da aus versicherungsmedizinischer Sicht bei einer depressiven Episode das Kri
te
rium der Dauerhaftigkeit fehle (Urk. 2 S. 2).
Im Gerichtsverfahren ergänzte die Beschwerdegegnerin, der RAD-Arzt habe eine wesentliche Besserung der depressiven Symptomatik festgehalten. In Bezug auf
die seit 2004 bestehende Angststörung wies sie darauf hin, dass diese über Jahre
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit geblieben sei. Der Beschwerdeführer verfüge über positive Ressourcen und die psychosozialen Belastungsfaktoren spielten keine untergeordnete Rolle (Urk. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber zur Hauptsache auf den Stand
punkt, eine depressive Episode mittleren Grades, die länger als das Wartejahr andauere, könne einen invalidisierenden Gesundheitsschaden darstellen. Dies gelte umso mehr, als die seit einem Jahr andauernde, regelmässig durchgeführte psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlung zu keiner Ver
besserung der Situation geführt habe. Daraus folge, dass das Argument, wonach eine mittelgradige d
epressive Episode aufgrund ihrer
Therapierbarkeit nicht in
validisierend sei, vorliegend nicht verfange (Urk. 1 S.
6).
In seiner Stellung
nahme vom
8.
Dezember 2014 gab der Beschwerdeführer an, eine Depression sei
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich dann invalidi
sie
rend, wenn si
e
einerseits einen gewissen Schweregrad und andererse
its eine gewisse Dauer erreiche
.
Um von einer invalidisierenden Wirkung ausgehen zu können, müsse es gemäss den rechtlichen Grundlagen und den
fachmedizini
schen
Definitionen grundsätzlich genügen, wenn eine depressive Episode einen mittelgradigen Schweregrad erreiche – unabhängig
davon, ob diese erstmals (ICD-
10 F32) oder im Rahmen einer rezidivierenden Störung (ICD-10 F33) schon zum wiederholten Mal auftrete
–
und während mindestens eines Jahres anhalte (
Urk.
11 S. 2 und S. 5).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 7. November 2011 von einem depressiven Zustand und von Suizidideen
.
Er erachtete eine antidepressive Behandlung für erforderlich
(Urk. 8/6).
3.2
Dem Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Inner
e Medizin, vom 2
6.
Oktober 2013 (
Urk.
8/24/1-4)
können
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
folgende Diagnosen entnommen werden (S. 1):
ICD-10 F41.4
Dis
kopathie
Als ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
beurteilte er nachstehende Diagnosen
(S. 1):
Status nach
Borreliose
Pilonidalsinus
Schlafapnoe
Analprolaps
Er attestierte für die zuletzt ausgeübte Arbeit vom
6.
September bis am 31. Oktober 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Weitere
Arbeitsunfähig
keits
zeiten
seien durch den Psychiater zu bestimmen
(S. 2)
.
D
ie Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei
hingegen
vollzeitig möglich
(
S. 3 f.)
.
3.3
Der seit 6.
September 2013 behandelnde
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte am
4.
Dezember 2013 mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mit
telgradige depressive Episode mit so
ma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11). De
m
schädlic
hen Gebrauch von Alkohol und dem
Schlafapnoesyndrom mit
nächtlicher
CPAP-Maskenbeatmung
mass er keinen
Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
bei
. Er be
richtete von einer erheblichen depressiven Symptomatik mit Energielosigkeit, Lethargie, Perspektivenlosigkeit sowie Libido- und Potenzschwäche. Bei alltägli
chen Belastungen sei der Be
schwerdeführer rasch überfordert. Es bestehe keine akute Suizidalität bei (anam
nestisch) Status nach massiven Suizidimpulsen. In der zuletzt ausgeübten
Arbeit
als Applikationsentwickler bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
seit 6. Septem
ber 2013 bis auf w
eiteres.
Mit der Wieder
aufnahme der beruflichen Tätigkeit könne gerechnet werden, wobei erprobt werden müsse, ab welchem Zeit
punkt dies möglich sei (
Urk.
8/28).
3.4
Der nämliche Arzt diagnostizierte am 1
9.
März 2014 eine mittelgradige depres
s
ive Episode (ICD-10 F32.11). Der psychische Gesundheitsschaden hänge nicht von den
psychosozialen Belastungsfaktoren –
in Form der
Arbeitslosigkeit und des
Stellenverlust
s
im Jahr 2012 –
a
b
. Seit Behandlungsbeginn am 6.
September 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt (
Urk.
8/45).
3.5
Gestützt auf die Ergebnisse seiner psychiatrischen Untersuchung konnte med.
pract
.
Y._
in se
inem Bericht vom 1
4.
August 2014
(
Urk.
8/52) keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen stellen. Der leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0)
, dem Zustand nach Prostataoperation und dem leichten Schlafapnoesyndrom mit CPAP-Beatmung
mass er keinen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit bei (S. 4). Er hielt fest, der Beschwerdeführer sei freundlich und bereitwillig im Kontakt
sowie voll orientiert
gewesen
. Sein Gedankengang sei flüssig und zusammenhängend gewesen. Er habe seinen Werdegang und seinen
Abschied beim
C._
flüssig, eigen
ständig und etwas umständlich dargestellt. Es bes
tehe
kein
Anhalt für Sinnes
täuschungen, Ichstörungen sowie
inhaltliche Denkstörungen. Affektiv sei er ver
ringert schwingungsfähig, berichte aber mit Tränen vom Tod der Mutter.
Bei
seinen Äusserungen zur
beruflichen S
ituation
habe
er
vorwurfsvoll gewirkt
. Er habe eine geringe Mimik und eine unauffällige Gestik.
Über die gesamte 105-minütige Untersuchung sei er aufmerksam und konzentriert gewesen. Seine biografischen Daten seien durchgängig ungenau gewesen. An berufliche Episo
den habe er aber genaue Erinnerungen gehabt. Er
sei glaubhaft nicht suiz
idal ge
wesen
(S. 3 f.)
. Der RAD-Arzt gab weiter an, der von
Dr.
B._
beschriebene
erhebliche depressive Befund sei nun wesentlich schwächer ausgeprägt. In sei
nem
knappen Bericht vom 1
9.
Mai 2014
habe
der betreffende Psychiater
be
richtet
,
es bestehe
ein Gesundheitsschaden im Sinne einer Depression. Er
habe
– ohne weitere Begründung –
auch bei fehlender Existenz von
psychosozialen
Belas
tungs
faktoren
eine theoretische Remission
verneint
. Dr.
B._
lasse bei
seiner
Ein
schätzung offen, ob die Depression ohne die Belastungsfaktoren noch so gra
vie
rend ausgeprägt
wäre
, dass sie einen dauernden Einfluss auf die Ar
beits
fähig
keit hätte. Möglich sei daher das Fortbestehen einer leichten Depres
sion
ohne Arbeitsunfähigkeit.
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte
med.
pract
.
Y._
aus, spätestens ab Untersuchungszeitpunkt bestehe in der angestammten Tätig
keit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 5).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ist zu schliessen, dass
beim Beschwerdeführer
die psychischen Beschwerden
im Vordergrund
stehen und die somatische Proble
matik keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
nach sich zieht
(siehe auch
Urk.
8/47)
, was auch der Beschwerdeführer nicht in Abrede stellte
.
4.2
Der auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung beruhende, die
fallre
le
vanten
Vorakten
(darunter Berichte des behandelnden Psychiaters Dr.
B._
)
sowie die geklagten Beschwerden berücksichtigende RAD-Bericht von med.
pract
.
Y._
vom 1
4.
August 2014 entspricht den rechtsprechungsgemässen Anforde
rungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4
hievor
). Der RAD-Arzt gelangte zur begründeten Schlussfolgerung, dass spätes
tens ab Untersuchungszeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bestehe.
Daran ändert nichts
(vgl.
Urk.
1 S. 4 f.)
, dass sich der RAD-Arzt nicht zum vom Hausarzt
Dr.
A._
– der über keinen Facharzttitel in Psy
chiatrie verfügt – angeführten Diagnose-Code ICD-10 F41.4
(bestehend seit circa
2004)
äussert
e
, zumal
ein solcher
in der entsprechenden Klassifikation
ohnehin
nicht bekannt ist.
In einem von med.
pra
c
t
.
Y._
mit
Dr.
A._
geführten Telefonat gab Letz
terer sodann an, er habe den Beschwerdeführer im Dezember 2012 für belastet in Form einer psychosozialen Problematik, aber nicht für arbeitsunfähig befun
den. Seiner Meinung nach solle der Versicherte „endlich wieder rangehen“, weil es ihm inzwischen wieder besser gehe (
Urk.
8/31 S.
3). Dem RAD-Arzt
war zu
dem bekannt, dass der Beschwerdeführer seit 2
8.
März
2012 freigestellt war und vom Arbeitgeber Lohnzahlungen erhielt (
Urk.
8/52 S. 1
und S. 3).
In diesem Zusammenhang ist zu ergänzen
(vgl.
Urk.
1 S. 4)
, dass
es nach der Rechtsprechung dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt ist, einzig oder im Wesentlichen
gestützt
auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu
entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 9C
_286/2014 vom
8.
August 2014 E.
3.3).
4.3
Der im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens
eingereichte
Bericht von Dr.
B._
vom
1
9.
September 2014
(
Urk.
3) vermag keine
Zweifel an der Beweiskraft des RAD-
Untersuchungsberichts zu begründen.
Diesem
können die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndro
m (ICD-10 F32.11), ein
Schlafapnoe-Syndrom mit täglicher CPAP-Therapie, eine Harnröhrenstenose und eine arterielle Hypertonie entnommen werden.
Dr.
B._
berichtete über eine erhebliche depressive Symptomatik mit Energielosigkeit, Lethargie,
Per
spektivenlosigkeit
u
nd Libido- sowie Potenzschwäche
. Bei alltäglichen Belas
tung
en sei
d
er
Beschwerdeführer
rasch überfordert. Es bestünden rezidivie
rende, teils massive Suizidimpulse. Der Versicherte wirke ungepflegt. Er habe keine
Tagesstruktur und es sei zu einem sozialen Rückzug gekommen. Trotz in
tensiver antidepressiver Medikation und dem Einsatz von Stimulantien habe das
chro
ni
fizierte
Beschwerdebild nicht nachhaltig verbessert werden können.
Zum RAD-Bericht führte der behandelnde Psychiater aus, es werde
in den Befunden eine
verminderte affektive Schwingungsfähigkeit und eine verminderte Mimik beschrie
ben. Im Alltag
– so die weiteren Ausführungen von med.
pract
.
Y._
– sei der Beschwerdeführer
auf das Leben mit dem Partner konzentriert (sozialer Rückzug). Der Tagesablauf
werde
ohne strukturierte Abläufe beschrieben. Die trotz intensiver antidepressiver Medikation erheblichen depressiven Befunde, die sich seit der
Berichterstattung im Dezember 2013
nur unwesentlich verändert h
ätten
,
seien
im Bericht systematisch bagatellisiert
worden
. Die Kränkung durch die Freistellung 2012, welche in der a
ktuellen Therapie kaum Thema sei
, w
erde
im Bericht als
invalidenversicherungsrechtlich
fremd
er Belastungsfaktor darge
stellt. Insgesamt wirke
der Bericht voreingenommen und mit der Absicht ver
fasst, den ablehnenden Vorbescheid zu untermaue
rn (
Urk.
3).
Hinsichtlich der divergierenden medizinischen Ansichten ist zu bemerken, dass die
psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei e
rfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtende
n Psychiater daher praktisch im
me
r einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psy
chiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern
der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Diver
genz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be
handelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten
. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv fest
stellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 19. August 2008 E. 4.1). Solche Gesichtspunkte bringt der behandelnde Psychiater in sei
nem Bericht vom 1
9.
September 2014 (
Urk.
3) indes nicht vor. Er weist vielmehr daraufhin, dass sich die Befunde seit der Berichterstattung im Dezember 2013 – die dem RAD-Arzt bekannt waren (
Urk.
8/52 S. 1 und S. 5) – nur unwesentlich verändert hätten.
Im Übrigen
ist zu berücksichtigen, dass Berichte
von behandelnden Ärzten
nach der Rechtsprechung aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dies er
scheint hier umso angezeigter, als sich Dr.
B._
nicht auf eine medizinische Stellungnahme beschränkte, sondern darüber hinaus dem RAD-Arzt Vorein
ge
nommenheit vorwarf (Urk. 3 S. 2). Dieser Vorhalt, für den nach Lage der Akten
keine Anhaltspunkte bestehen, lässt auf eine - aus Sicht des wohl engen
Behand
lungsverhältnisses
zwar verständliche - Nähe zum Beschwerdeführer schliessen, die jedoch eine zurückhaltende Würdigung von Dr.
B._
Berichten recht
fertigt.
4.4
Was die Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 8. Dezem
ber 2014 (
Urk.
11) betrifft, ist ihm insoweit zuzustimmen, dass eine invalidisierende Wirkung einer leichten respektive mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen
ist
. Deren Annahme bedingt jedoch, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisie
rende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (
vgl. etwa
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_303/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 4.4 mit weiteren Hinwei
sen und
9C_369/2014 vom 1
9.
November 2014
)
. Es sind daher die Umstände des konkreten Falls zu berücksichtigen
. Vorliegend kann von einer Ausschöp
fung der therapeutis
chen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten nicht gesprochen werden.
Dr.
Z._
legte bereits Ende 2011 eine antidepressive Be
handlung nahe (E.
3.1
hievor
), ohne dass der Beschwerdeführer eine solche auf
genommen hätte. Die Behandlung beim Psychiater Dr. med.
D._
bestand vom 4.
Dezember
2012 bis am 2.
Mai
2013 aus lediglich sieben
Therapie
sitz
ungen
(Urk. 8/31 S. 3). Die verschriebenen Medikamente nahm der Beschwer
deführer nicht ein (vgl. Urk. 8/12 S.
2). Die Therapie bei Dr.
B._
, die er - trotz der entsprechenden Empfehlung seitens von Dr.
A._
bereits im Sommer 2013 (Urk. 8/12 S.
3) - erst am 6. September
2013 (Urk. 8/28 S.
1) begonnen hat, dauerte bis Verfügungserlass nicht einmal ein Jahr. Dem Bericht vom 4. Dezember 2013 von Dr.
B._
ist zu entnehmen, dass dieser den Beschwer
deführer letztmals am 18. November 2013, mithin mehr als 14 Tage zuvor gesehen hat (Urk. 8/28/1; vgl. dazu auch Angabe des Beschwerdeführers anläss
lich der Eingliederungsberatung, Urk. 8/23/2 oben). Diese Behandlungsfrequenz deutet nicht auf einen allzu grossen Leidendruck hin. Überdies erklärte der Beschwerdeführer dem RAD-Arzt, dass er zwischenzeitlich seine Zahlungen um
gehend erledige (Urk. 8/52 S. 5 oben), während er anlässlich des Gesprächs vom 17. Juli 2013 wie auch der Eingliederungsberatung vom 9. Oktober 2013 noch
von ungeöffnet herumliegenden Couverts berichtet hatte (Urk.
8/12 S.
3, Urk. 8/23
S. 2).
Daraus erhellt, dass die - fraglich hinreichend konsequente Behandlung
–
immer
hin zu einer Besserung führte. Es kann daher nicht gesagt werden, das Leiden könne therapeutisch nicht angegangen werden
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E. 5.3.4)
, weshalb ihm keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden kann.
4.5
Ferner bleibt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer zu seinem Tagesablauf befragt angab (
Urk.
8/52 S. 2), er werde gewöhnlich um 03.00 Uhr
wach, schlafe dann aber wieder weiter bis
0
6
.00
,
0
7
.00
oder
0
8
.00 Uhr
. Er stehe
dann auf und
frühstücke. Anschliessend putze er. Bei schönem Wetter gehe er baden oder „
sünnele
". Schlechtes Wetter schlage sofort auf seine Stimmung. Zuhau
se spiele er ab und zu
Harmonium
und
Concertina
, was er sich selber beigebracht habe. Entw
eder koche er oder
sein Partner
oder man
koche gemeinsam ein Mittag
essen. Dieses
finde meist um 15.00 Uhr statt
.
Teilweise nehme er auch ein Pick
nick ein. Dann löse er
Su
dokus. Abends gehe er einkaufen. Im
E._
und in der
F._
gebe es dann Verschiedenes
zum halben Preis. Abends esse
er nur Klei
nigkeiten
wie Cornflakes mit Milch. Später schaue er ab und zu ein Video, werde aber früh müde und gehe um 21
.00 Uhr
zu Bett. Wegen der Schlafapnoe schlafe er mit
einer
Maske.
Auch mit Blick auf das vom Beschwerdeführer geschilderte
aktive
Freizeit
ver
halten
und d
i
e
hiefür
aufgewendeten Ressourcen ist nicht davon auszugehen, dass die diagnostizierte Depression – unabhängig davon, ob sie als leicht oder mittel
schwer gefasst wird – eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich ziehen würde.
4.6
Nach dem Gesagten
ist erstellt, dass kein
invalidisierender
Gesundheitsschaden
mit
Krankheitswert vorliegt.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist. Dies führ
t
zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Kosten des Verfahrens
sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).