Decision ID: 8e19b0a0-d800-48ca-bc50-6088fc7a89da
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war zuletzt bis Februar 2016 bei der
Y._
AG als Raumpflegerin in einem Pensum von 31
%
tätig (
Urk.
6/15)
.
Unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden
meldete sich
die Versicherte
am 1
1.
April 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/7). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
6/28-43) mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2017 einen Rentenan
spruch der Versicherten (
Urk.
6/44 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
7.
November 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fügung vom
3
0.
Oktober 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S.
1
Ziff.
1)
und es sei ihr
eine Invalidenrente
zuzusprechen (S.
1
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Dezember 2017
(
Urk.
5
)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 1
1.
Janua
r 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Mit Eingabe vom 2
8.
Juni 2018 (
Urk.
8) erkundigte sich die Beschwerdeführerin nach dem Stand des Verfahrens
, was mit Schreiben vom
2.
Juli 2018 (
Urk.
9) beantwortet wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglic
hkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser
Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist
am 3
0.
Oktober 2017
und somit vor dem In
krafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nach
fol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Recht
spre
chung Bezug genommen.
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspreche
nd der Behinderung in beiden Be
reichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 31. Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl. Art. 27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017, in Kraft seit 1. Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teil
erwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(
BGE
131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenb
ereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit in einem Pensum von 3
1
%
arbeitstätig wäre und die restlichen 6
9
%
in den Haushaltsbereich entfallen würden. Die Abklärung habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin im Haushalts
bereich zu 18
%
eingeschränkt sei
, womit ein Invaliditätsgrad von 12.42
%
resul
tiere (S. 2 unten
). Im Erwerbsbereich bestehe gemäss der medizinischen Einschät
zung keine langandauernde gesundheitliche Einschränkung
(S. 2 oben)
.
Die Be
schwer
deführerin sei auch in der bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
sinngemäss
au
f den Stand
punkt (
Urk.
1), auf den Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
könne nicht abgestellt werden. Sie sei nicht arbeitsfähig (S. 2). Auch der Abklärungsbericht sei nicht zu verwerten, da die Personen des Aussendienstes der Beschwerdegegnerin keine Ärzte seien (S. 2).
2.3
Strittig ist der Grad der Arbeitsfähigkeit und ob gegebenenfalls ein Rentenan
spruch besteht.
Nachfolgend werden deshalb diejenigen Arztberichte wiederge
geben, denen Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen sind.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
0.
Juni 2016 (
Urk.
6/16/1-5) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
und
zervikovertebrales
Syndrom
bei
Fehlform
und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule
-
rezidivierende depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
spezifische isolierte Phobie
Er führte aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit April 2014 (S. 1
Ziff.
1.2).
Wegen Brustschmerzen sei ein kardiologisches Konsilium vorgesehen (S.
2
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin
sei als Hotelangestellte seit dem 2
6.
November 2015 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2
Ziff.
1.6) aufgrund der chro
nischen Rückenschmerzen und der Beinschmerzen (S. 2
Ziff.
1.7). Wechselbe
las
tende Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin
ab sofort
zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar (S. 4).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, berichtete am 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
6/19) und nannte folgende
, nachfol
gend verkürzt wiedergegebene
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (
LVS
)
Er führte aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Juni 2006 (S. 1
Ziff.
1.2)
. In der angestammten Tätigkeit
sei
s
ie vom
1.
bis 2
9.
Februar 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Danach bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S.
2
Ziff.
1.6).
Es bestünden degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS
; S. 2
Ziff.
1.7). In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe per sofort eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 3
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
A._
berichtete erneut am 2
4.
Oktober 2016 (
Urk.
6/23/1-6) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.2):
-
chronisches
lumbospondylogenes
und
zervikovertebrales
Syndrom bei Skoliose der Wirbelsäule, hochgradige Spinalkanalstenose L3/4,
Forami
nalstenose
L2/3 links mehr als rechts, L3/4 links und L4/5 beidseits
Er führte aus, die psychische Situation scheine sich beruhigt zu haben. Nach wie vor störe der Tinnitus. Die vermehrte
Sputumproduktion
mit Blutbeimengung sei nicht mehr vorhanden. Der rechte Fuss schmerze nicht mehr (S. 1
Ziff.
1.3). Die Beschwerdeführerin
klage
über tägliche starke Rückenschmerzen, nehme bis zu vier
Dafalgan
und ein
Arcoxia
pro Tag. Eine Arbeit als Zimmermädchen oder
Putzfrau sei nicht möglich. Eine körperlich leichte Arbeit scheine aufgrund der Ausbildung, der Deutschkenntnisse und des Alters nicht ohne weiteres zu finden
zu
sein (S. 1
Ziff.
2).
3.4
Die zuständige
Abklärerin
führte am 1
4.
Februar 2017 bei der Beschwerde
füh
rerin
zu Hause eine Haushaltabklärung durch, qualifizierte sie als zu
31
% erwerbs
tätig und zu
69
% im Haushalt tätig und ermittelte eine Ein
schrän
kung im Haus
haltbereich von 18 % (Urk. 6/26).
3.5
Die Ärzte der Universitätsklinik
B._
berichteten am 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
6/37) und nannten folgende Diagnose (S. 1):
-
Spinalkanalstenose L3/4 mit/bei
-
rechtskonvexer lumbaler Skoliose
Sie führten aus, es bestehe ein
hinkfreies
, jedoch kleinschrittiges Gangbild. Der Fersen- und Zehenspitzenstand seien kurz demonstrierbar. Es bestehe eine Hypo
sensibilität im
Dermatom
L4 beidseits. Es erfolge primär eine Infiltration. Je nach Ansprechen müsse das weitere Prozedere festgelegt werden, von dem auch die Prognose abhänge (S. 2 oben). Eine Arbeitsunfähigkeit sei durch sie nicht ausge
stellt worden (S. 2 Mitte).
4.
4.1
Unbestritten und
gemäss
vorliegender Akt
enlage ausgewiesen ist, dass die
Be
schwerdeführerin an einem chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom leidet.
Uneinigkeit besteht hingegen bei der Beurteilung der Auswirkungen dieser Diag
nose auf die Arbei
tsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
.
D
ie Beschwerdegegnerin stellte diesbezüglich
insbesondere
auf den Bericht
von
Dr.
Z._
vom 2
7.
Juni 201
6
ab und ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
aus
(vorstehend E. 3.2)
.
Demgegenüber
machte die Beschwerdeführerin geltend, sie sei nicht arbeitsfähig.
4.2
Der Bericht
von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
erweist sich für die streitigen Belange als umfassend, beantwortet er doch die Frage nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit präzise, beruht auf den notwendigen Unters
uchungen, berück
sichtigt die von
der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mi
t diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin
auseinander. Der Bericht wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind nachvoll
zieh
bar
.
Er erfüllt die
praxisgemässen
Kri
terien (vgl. vorstehend E. 1.5
), weshalb
für
die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden
kann
.
So führte
Dr.
Z._
aus, es bestünden degenerative Veränderungen der LWS und entsprechend eine schmerz
hafte Bewegungseinschränkung, die Prognose sei jedoch bei gewisser Schonung gut. Für wechselbelastender Tätigkeiten mit gelegentlichem Bücken und gelegent
licher Rotation im Sitzen/Stehen sowie mit Heben und Tragen von Lasten bis 10
kg
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
4.3
Die Einschätzung von
Dr.
A._
, welcher der
Beschwerdeführer
in
seit
dem 2
6.
November 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten sowie eine Arbeitsfähigkeit von zwei bis drei Stunden pro Tag in einer wechselbelastenden Tätigkeit attestierte, vermag nicht zu überzeugen. So
beruht seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wonach eine angepasste Tätigkeit aufgrund der Ausbildung, der Deutschkenntnisse und des Alters nicht zu finden sei, auf invaliditätsfremden
Faktoren, welche
invalidenversicherungsrechtlich
jedoch nicht zu berücksich
ti
gen sind. Sodann is
t
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Haus
ärztinnen und Haus
ärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapie
kräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (
BGE
135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die gestützt auf d
ie diagn
ostische Einschätzung gemachten Angaben zu den
Ein
schränkungen
der
Arbeitsfähigkeit
sind nicht nachvollziehbar und werden denn auch nicht gestützt auf die erhobenen Befunde begründet.
4.4
Zusammenfassend kann somit auf den Bericht
von
Dr.
Z._
abgestellt werden, welche
r
zum Schluss kam, dass
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
keine Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit besteht. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten. Weitere Abklärungen sind somit nicht notwendig.
5.
5.1
Ausschlaggebend für die Feststellung der Behinderung im anerkannten Aufga
benbereich ist nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit, sondern wie sich
der Gesundheitszustand in der nichterwerblichen Betätigung konkret aus
wirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der versicherten Person erhoben wird.
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle entsprechend den Rand
ziffern 3087 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung (KSIH in der seit 1. Januar 2015 geltenden Fassung) ein
ge
holte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende
Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versi
cherten dar.
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Per
son zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht
aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil
des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hin
wei
sen
).
5.2
Am
1
4.
Februar 2017
fand eine Abklärung vor Ort statt, worüber am 1
7
.
Februar
201
7
berichtet wurde (Haushaltsabklärungsbericht, Urk.
6
/
26
). Die Abklärungs
per
son führte aus, dass die Besch
werdeführerin mit ihrem Ehemann in der Nähe des Sohnes
wohne.
Die Beschwerdeführerin sei oft zweimal pro Tag beim Sohn und seiner Familie. Sie reise auch einmal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Tochter und deren Familie. Die Familie stehe in engem Kontakt. Der Ehemann sei krank. Vor einem Jahr habe er einen Herzinfarkt erlitten. Zudem
habe er verschiedene Operationen hinter sich und lieg
e
oft schlafend im Bett (S. 3
Ziff.
2.3.1).
Die Beschwerdeführerin würde nach eigenen Angaben bei guter Gesundheit weiter
hin
unverändert im Erwerb arbeiten (S. 3
Ziff.
2.5).
In der Folge qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu
31
% Erwerbstätige und zu
69
% im Haushalt Tätige
und führte diesbezüglich aus, die Beschwerdeführerin sei
während Jahren teilzeitig im Erwerb tätig gewesen. Für die Berechnung des durc
h
schnittlichen Erwerbspensums könne vom gleichmässig verteilten Ein
kommen de
r letzten Jahre und von den Angaben aus dem Arbeitsgeberbericht ausgegangen werden (S. 3
Ziff.
2.6
und
Ziff.
2.6.1
).
Die Abklärungsperson ermittelte sodann eine Einschränkung im Haushalt von
18
%, was bei einem
69
%igen Anteil im Haushaltsbereich einen Teilinva
lidi
täts
grad von
12.42 % ergab (S. 5 ff., vgl. auch
Urk.
2 S. 2 unten
).
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den Haushaltsabklärungsbericht vom
Februar 2017
von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu
31
% Er
werbs
tätige und zu
69
% im Haushalt Tätige aus
.
5.
3
Die Abklärungsperson stützte sich für die Qualifikation der Beschwerdeführerin
auf das bisher ausgeübte Arbeitspensum. Dem Arbeitgeberfragebogen der
Y._
AG vom 2
0.
Juni 2016 (
Urk.
6/15)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit Eintritt im
Januar 2015
zirka 13
Stunden pro Woche gearbeitet hat, wobei di
e betriebsübliche Arbeitszeit 42
Stunden pro Woche betrug (S. 2 Ziff. 2.9).
13
Stunden ent
sprechen daher einem Pensum von 31
% (
13
/
4
2
x 100). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson - und ihr folgend die Beschwerdegegnerin - von einem
31%-Pensum ausgegangen ist
und die Beschwerdeführerin als zu
31
%
Erwerbs
tätige qualifizierte.
5.4
N
achfolgend ist die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich zu prüfen.
Der Haushaltsabklärungsbericht (vorstehend
E. 5.1) wurde von einer qualifi
zier
ten Abklärungsperson bei der Beschwerdeführerin zu Hause sowie unter Berück
sichtigung der medizinischen Diagnosen und der Angaben der Beschwer
de
führerin erstellt. Der Abklärungsbericht ist sodann plausibel, begründet und an
ge
messen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben. Damit erfüllt der Abklä
rungsbericht die praxisgemässen Kriterien a
n einen beweiskräftigen Bericht
, wes
halb darauf abgestellt werden kann.
Das Gericht greift sodann in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklä
rungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
Vor
lie
gend sind keine besonderen Umstände gegeben, welche den Abklärungsbe
richt als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen.
Es bestehen keine
An
halts
punkte für eine unsachliche oder tendenziöse Abklärung, die die Objek
ti
vität des Berichts in Frage stellen würden.
Die von der Abklärungsperson ermittelte Einschränkung von
18
% im Haushalts
bereich ist schlüssig und nachvollziehbar begründet. Dabei berücksichtigte die Abklärungsperson
insbesondere auch
, dass
der Ehemann der Beschwerdeführerin
gesundheitlich
eingeschränkt und ihm demnach keine
vermehrte Mithilfe im Haus
haltsbereich zumutbar
sei.
Inwiefern die Beschwerdeführerin im Haushalts
bereich zu
mehr als 18
% eingeschränkt ist
, konnte si
e nicht substantiiert dar
legen.
Der diesbezügliche Einwand erweist sich somit als unbegründet.
5.5
Zusammenfassend bestehen somit keine Anhaltspunkte für Fehleinschätzungen der Abklärungsperson, welche eine gerichtliche Ermessenskorrektur der vor Ort erhobenen gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen rechtfertigen. Somit
steht fest, dass im Haushalt eine Einschränkung von
18
% besteht, was bei
einem Anteil im Haushalt von
69
% einem Teilinvaliditätsgrad von
12.
4
2
% entspricht (vor
stehend E.
1
.
3
).
Zumal der Beschwerdeführerin eine erwerbliche
und auch die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
zu 100
%
zumutbar ist (vorstehend E. 4.4), resultiert im Erwerbsbereich keine Einschränkung (Invaliditätsgrad 0
%
).
Dementsprechend würde auch bei Anwendung der neuen Berechnungsmethode (vgl. vorstehend E. 1.2) kein Renten
anspruch entstehen.
Die angefochtene Verfügung vom
3
0.
Oktober 2017
(
Urk.
2)
, mit welcher bei einem
Invalidi
tätsgrad von
12.42
% ein Anspruch auf eine
R
ente
verneint
wurde
,
erweist sich somit
als kor
rekt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
6
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwer
de
führer
in
aufzuerle
gen.