Decision ID: ac389db2-7883-4891-9043-ff9be5183e0a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976 war im Jahr 2008 in einem 50%-Pensum als Dentalassistentin für die
Y._
tätig und in dieser Eigen
schaft bei der Unfallversicherung Stadt Zürich gegen Berufs- und
Nichtberufs
unfälle
versichert. Am 2
3.
Juni 2008 kollidierte sie mit ihrem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit mit einem Fussgänger (Unfallmeldung vom 2
6.
Juni 2008,
Urk.
10/7/G1). Die Versicherte wurde mit der Sanität in die Chirurgie des
Z._
gebracht, von wo aus sie zur Weiterbetreuung auf die
Notfallsta
tion
des
A._
verlegt wurde (Bericht
Dr.
med. B._
, Assistenzärztin
Z._
vom
7.
Juli 2008,
Urk.
10/7/M1). Die behandelnden Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
notierten in ihrem Bericht vom 3
0.
Juni 2008 (
Urk.
10/7/M2) 1) eine Ellenbogenluxationsfraktur links, 2) eine Jochbogenfraktur mit Okklusionsstörung aufgrund dislozierter Frakturanteile rechts und 3) eine Rissqu
etschwunde
infraorbital
rechts.
Die Unfallversicherung Stadt Zürich
als zuständige Unfallversicherung
trat
auf den
Schaden ein und erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
(
Urk.
10/7/T1-T30).
Nach weiteren medizinischen und erwerblichen Abklärungen
sprach
die Unfall
versicherung Stadt Zürich
der Versicherten
mit Verfügung vom
1
8.
März 2014
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 35
%
eine Invalidenrente
ab dem
1.
Oktober 2013
sowie gestützt auf einen Integritätsschaden von 10
%
eine Integritätsentschädigung in Höhe von
Fr.
12‘600.--
zu
und stellte die
Kosten
übernahme
für Heilbehandlungen ein. Gleichzeitig verrechnete sie zu
viel bezahlte Taggelder in Höhe von
Fr.
3‘567.90 mit der Integritätsentschädigung (
Urk.
10/7/G47).
Die Helsana Versicherungen AG erhob als zuständiger Krankenversicherer Ein
spra
che gegen die Einstellung der Heilbehandlungsleistungen (
Urk.
10/7/G54;
ergänzende
Einsprachebegründung
vom
1.
April 2014,
Urk.
10/7/G56). Die Ver
sicherte erhob am 1
4.
April 2014 Einspr
ache (
Urk.
10/7/G58).
Von
Mai bis Dezember 2014
absolvierte die Versicherte
eine von der
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, ermöglichte Ausbildung zur Dolmetsche
rin (
Urk.
10/8/63;
Urk.
10/8/78), welche sie erfolg
reich abschloss. Mit Mitteilung vom 1
2.
März 2015 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens
nach dem Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung
(IVG)
in Aussicht (
Urk.
10/8/83),
woraufhin die Unfallversicherung Stadt Zürich der Versicherten mit Schreiben vom 2
9.
April 2
015 eine
reformatio
in
peius
in Bezug auf ihren Rentenanspruch
nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
in Aussicht stellte
(
Urk.
10/7/G73c).
Mit
Verfügung vom
6.
Mai 2015
verneinte
die IV-Stelle
einen Anspruch
auf eine Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
(IVG
;
Urk.
10/8/95),
wogegen die Versicherte am hiesigen Gericht Beschwerde erhob, welche mit Urteil heutigen Datums abgewiesen wurde (Verfahrens-Nr. IV.2015.00635).
Die Versicherte zog
nach der Androhung
eine
r
reformatio
in
peius
ihre Einspra
che bezüglich der
Höhe der
Invalidenrente
nach UVG
zurück
, woraufhin
die Unfa
llversicherung der Stadt Zürich
die Einsprache diesbezüglich als gegen
standslos ab
schrieb
(
Schreiben vom 1
9.
Mai 2015
,
Urk.
10/7/G
80
;
Einsprache
entscheid
vom 2
5.
Juni 2015,
Urk.
10/7/G78; vgl. auch
Schreiben vom
9.
Juni 2015,
Urk.
10/7
/
G75).
Am 1
8.
Mai 2015 setzte die Unfallversicherung Stadt Zürich die Versicherte darüber in Kenntnis, dass sie sie erneut medizinisch abklären lassen möchte (
Urk.
10/7/G73f).
Mit
den
Einspracheentscheid
en
vom 1
7.
Juni 2015 wies
die Unfallversicherung Stadt Zürich
die Einsprache
der Versicherten (
Urk.
2)
bezüg
lich Heilbehandlung
sleistungen nach
Art.
21 UVG
und der
Höhe der
Integritäts
entschädigung
als auch jene des zuständigen Krankenversicherers
betreffend Heilbehandlungsleistungen
ab (
Urk.
10/7/G76).
1.2
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
2) erhob die Versi
cherte am
1
7.
August 2015 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 1
7.
Juni 2015, sowie die Zusprechung
einer
Integri
tätsentschädigung
von mindestens 15
%
und die
Ü
bernahme der
Kosten für die
künftigen unfallbedingten medizinischen Massnahmen, welche der Erhaltung des Gesundheitszustandes dienen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
September 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/T1-T30;
Urk.
8/I1-I28;
Urk.
8/M1-M78;
Urk.
8/G1-G90), was der Beschwerdeführerin am
2.
Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr.
UV.2015.00144
angelegt.
2.
2.1
In der Folge hielt die Beschwerdegegnerin an einer erneuten Begutachtung der Beschwerdeführerin fest
, was
seitens der Beschwerdeführerin
allerdings abge
lehnt wurde (vgl.
Urk.
10/7/G84-G91).
In der
Verfügung vom
2
3.
September 2015
konstatierte
die Beschwerdegegnerin, dass sowohl ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 als auch
im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
sowie
ein
ren
tenausschliessender
Invali
ditätsgrad von unter 10
%
vorläg
e
n
. Die Beschwer
deführerin habe somit per
8.
Mai 2015 keinen Anspruch auf eine
UVG-
Invali
denrente mehr, da die Beschwerdegegnerin an diesem Tag von der Verfügung der IV-Stelle Kenntnis erhalten habe (
Urk.
10/7/
G96). Nach Einsprache
der Beschwerdeführerin
vom 3
0.
September 2015 (
Urk.
10/7/G97) hielt die
Beschwer
degegnerin
mit
Einspracheentscheid
vom
2.
Dezember 2015 an d
er Verfügung fest (
Urk.
10/2
).
2.2
Auch hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 1
4.
Januar 2016 Beschwerde und beantragte
,
es sei der
Einspracheentscheid
vom
2.
Dezember 2015 aufzuhe
ben und es sei ihr
auch nach dem
8.
Mai 2015
die mit Verfügung vom 1
8.
März 2014 zugesprochene 35%ige UVG-Invalidenrente auszurichten (
Urk.
10/1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
3.
Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10/6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
10/7/G1-G104;
Urk.
10/7/M1-M80;
Urk.
10/7/T1-T31;
Urk.
10/8/1-98), was der Be
schwer
de
führerin am 1
1.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10/9).
Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr. UV.2016.00012 angelegt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Da den beiden Beschwerden im Wesentlichen derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt
,
das gleiche Rechtsgebiet betroffen ist
und die Parteien identisch sind
, ist der Prozess
UV.2016.00012
mit dem vorliegenden Prozess UV.
2015.
00144 zu
vereinigen
und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen. Das Verfahren
UV.2016.00012
ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk.
10/0-10
geführt.
2.
2.1
D
ie Beschw
erdegegnerin
führte im
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Juni 2015 als auch in der Beschwerdeantwort vom 1
6.
September 2015
im Wesentlichen aus
, dass
die Beweglichkeit des Ellbogens
der Beschwerdeführerin von
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
in seinem Gutachten vom
5.
September 2013
mit 100/45/0° beschrieben werde. Dies entspreche
einer Integritätsentschädigung
von ca. 10
%
,
gemäss dem
im UVG erwähnten Prozentsatz bei einer Beweglich
keit von Flexion/Extension von 90/30/0°, da sich jene Beweglichkeit mit dem Bewegungsausmass der Beschw
erdeführerin vergleichen lasse (
Urk.
2
S.
3 ff.
;
Urk.
7 S. 3 f.
). Des Weiteren sei unbestritten, dass die Beschwerdeführerin den medizinischen Endzustand im Sinne von
Art.
19 UVG erreicht habe. Gestützt auf die medizinischen Unterlagen von
Dr.
C._
,
Dr.
med. D._
, Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und
Handchirur
gie
,
und des Berichtes
der
behandelnde
n
Neurologin,
Dr.
med. E._
,
vom 1
8.
April 2014 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Weiterführung der schmerzpsychologischen Therapie dauernd und zwecks Erhaltung der Arbeitsfähigkeit unbedingt indiziert sei. Dien
t
en die verordneten Therapien vielmehr lediglich
der
Stabilisierung des Zustandes, so seien die Voraussetzungen zur
weiteren Übernahme der Heilbehandlungskosten nicht gegeben (
Urk.
2 S. 5 ff.
;
Urk.
7 S. 4
).
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen in ihrer Beschwerde vom 1
7.
August 2015 vor, dass
sich die Beweglichkeit des Ellbogens seit der
polydisziplinären Begutachtung unter Oberaufsicht von
Dr.
D._
bis zur Begutachtung durch
Dr.
C._
verschlechtert hätte, so dass nicht nachvollziehbar
sei
, weshalb
Dr.
C._
die Integritätsentschädigung von 15 auf 10
%
reduziert
habe (
Urk.
1 S. 10 f.). Des Weiteren werde in den Gutachten als auch durch die behandelnden Ärzte wiederholt festgehalten, dass die Weiterführung der Therapien empfohlen werde, da ansonsten die Erwerbsfähigkeit von 75
%
nicht aufrecht erhalten werden könne. Entsprechend seien die künftigen Heilungskosten weiterhin zu übernehmen (
Urk.
1 S. 12 ff.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
konstatierte
im
Einspracheentscheid
vom
2.
Dezember 2015 sowie
in
der Beschwerdeantwort vom
3.
Februar 2016
, dass
die Beschwer
deführerin
gestützt auf die Ausführungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeiten könne. Diese Evaluation beruhe auf der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Umschulung als Dolmetsche
rin seit April 2015 erfolgreich abgeschlossen habe, womit von einer Wiederein
gliederung in die Arbeitswelt auszugehen sei, woraus sich eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ergebe, welche geeignet sei, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Von der erfolgreich abgeschlossenen Umschu
lung habe die Beschwerdegegnerin erst nach Erlass der Verfügung vom 1
8.
März 201
4
erfahren, womit ein Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG vorliege. Sollte eine Revision nach
Art.
17 ATSG nicht möglich sein, so liege ein
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 A
TSG vor
, da zum Zeitpunkt der
Renten
verfügung
am 1
8.
März 201
4
nachweislich nicht bekannt gewesen sei, dass die
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit als vollumfänglich arbeitsfä
hig eingestuft worden sei. Dies sei der Beschwerdegegnerin erst am
8.
Mai 2015 mitgeteilt worden. Damals sei auch nicht
eruierbar
gewesen, welche Erwerbs
möglichkeiten sich der Beschwerdeführerin nach abgeschlossener Umschulung bieten würden (
Urk.
10/2).
Des Weiteren sei von einem verbesserten Gesund
heitszustand auszugehen, welcher bereits von
Dr.
C._
festgestellt worden und erst recht nach der Beurteilung des RAD anzunehmen sei. Offensichtlich sei die gesundheitliche Verbesserung auch als erheblich zu betrachten, da sie eine volle Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit mit sich bringe (
Urk.
10/2 und
Urk.
10/6).
Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Beschwer
deschrift vom 1
4.
Januar 2016
hingegen aus,
dass keine Bindungswirkung zwischen der Unfall- und der Inva
lidenversicherung bestehe. E
s liege weder ein Revisionsgrund nach
Art.
17 noch
nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG vor.
D
er Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
habe sich
nicht verändert, so habe auch die Beschwerdegegnerin im Einsprache-Entscheid vom 1
7.
Juni 2015 noch anerkannt, dass der medizinische Endzu
stand vorliege.
Die Beschwerdegegnerin habe beim Erlass des
Einspracheent
scheides
vom 1
7.
Juni 2015 um die IV
Verfügung gewusst. Wäre eine Verbe
s
serung eingetreten, so wie es die Beschwerdegegnerin g
eltend mache
, so hätten die Heilungskosten nicht per 1
8.
März 201
5
terminiert werden dürfen. Des Weiteren
könne sie als Dolmetscherin nicht mehr verdienen, als das bei der Rentenberechnung berücksicht
igte Invalideneinkommen und die
Beschwerde
gegnerin
habe bereits vor dem Erlass der Verfügung vom 1
8.
März 2014 gewusst, dass sie umgeschult werde. Auch neue Beweismittel lägen keine vor (
Urk.
10/1).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.1
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
notierten in ihrem Bericht über die
Hospitalisation
vom 2
3.
bis 3
0.
Juni 2008
(
Urk.
10/7/M2) 1) eine
Ellenbo
genluxationsfraktur
links, 2) eine Jochbogenfraktur mit Okklusionsstörung auf
grund dislozierter Frakturanteile rechts und 3) eine Rissquetschwunde
infra
orbital
rechts. Sie hätten am 2
5.
Juni 2008 eine Osteosynthese des
Radiusköpf
chens
durchgeführt
, währenddessen
die Kollegen der Klinik für
Wied
erher
stellungschirurgie
des
A._
gleichzeitig
die Jochbogenfraktur versorgt
hätten
. Die Wundverhältnisse zeigten sich stets reizlos und die Beschwerdeführerin werde in gutem Allgemeinzustand in die ambulante Weiterbehandlung ent
lassen.
3.2
Der Heilungsverlauf der
von
den Ärzten
der Klinik für
Wiederherstellungs
chi
rur
gie
des
A._
v
ersorgte
n
Tripodfraktur
rechts stellte sich in der Folge kompli
ka
tionslos dar (Bericht der Klinik für
Wiederherstellungs
chirurgie
vom
8.
August 2008,
Urk.
10/7/M6).
3.3
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie notierten in ihrem Bericht vom
6.
Okto
ber 2008 über die klinische Verlaufskontrolle, dass die Beschwerde
führerin weiterhin über eine deutliche Bewegungseinschränkung klage, welche unter Physiotherapie langsam abnehme. Die Pro- und
Supination
habe sich seit der letzten Kontrolle verbessert und sie sei relativ beschwerdefrei. Ab dem 1
9.
Oktober 2008 sei sie vollumfänglich arbeitsfähig (
Urk.
10/7/M8). In ihrem Verlaufsbericht vom
1.
Dezember 2008 notierten sie, dass die Beschwerdeführe
rin weiterhin über eine deutliche Bewegungseinschränkung klage, welche sich trotz intensiver Physiotherapie kaum verbessert habe. Sie habe bei
endgradigen
Bewegungen Schmerzen und arbeite seit dem 2
0.
Oktober 2008 wieder voll. Sie wünsche eine Weiterbehandlung durch die Kollegen der
F._
(
Urk.
10/7/M10).
3.4
Aufgrund der auch noch ein Jahr nach dem Unfall bestehenden ausgeprägten Ellbogensteife mit vor allem belastungsabhängigen Schmerzen und unter
kon
servativer Therapie fehlende
r
Verbesserung der Beweglichkeit wurde die Beschwer
deführerin in der Abteilung Orthopädie der
F._
am 1
5.
Mai 2009 operiert
.
D
ie behandelnden Ärzte attestierten
im Anschluss
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis zum 3
0.
Juni 2009 (
Urk.
10/7/M14).
3.5
In der Folge persistierte die Bewegungseinschränkung am linken Ellbogen, so dass die Beschwerdeführerin vom 1
2.
bis 2
1.
Oktober 2009
erneut
stationär in der Orthopädie der
F._
behandelt wurde, wobei eine Mobilisation des linken Ellbogens in Kurznarkose und IFK erfolgte (
Urk.
10/7/M20). Die behandelnden Ärzte konstatierten, dass
in der Narkosemobilisation eine Flexion von 130-10-0° habe erzielt werden können. Anschliessend sei die intensive Physio
therapie fortgesetzt worden und am 1
9.
Oktober 2009 sei erneut ein IFK erfolgt. Die Beweglichkeit habe auf 125-10-0° gehalten werden können.
3.6
3.6.1
Am
4.
Februar 2010 wurde die Beschwerdeführerin von der Vertrauensärztin der Pensionskasse Stadt Zürich,
Dr.
med. G._
, FMH Phys. Medi
zin/Rehabilitation, untersucht.
Dr.
G._
notierte, die Beschwerdeführerin berichte hauptsächlich über Schmerzen im Bereich der
Fossa
olecrani
, welche bei forcierter Flexion als auch Extension aufträten. Bei länger dauernder Belastung, wie z.B. an Arbeitstagen, komme es zusätzlich zu Schmerzen im Bereiche des Unterarmes und der Kleinfingerseite der linken Hand. Bei Tätig
keiten am PC komme es zu Beschwerden trotz Einnahme von Medikamenten bis mindestens am nächsten Morgen. Klare Schmerzauslöser könnten nicht genannt werden, je länger belastet werde, dest
o eher nähmen die Schmerzen zu (
Urk.
10/7/M23).
Die Narbe sei reizlos, es bestehe keine
Druckdolenz
in der
Fossa
olecrani
und eine Schwellung oder Überwärmung sei nicht
palpierbar
. Die aktive Beweglich
keit Flexion/Extension betrage 115/25/0°, in Extension bestehe ein hartes
End
gefühl
. Die Pro- und
Supination
seien seitengleich mit
endgradiger
Schmerzre
produktion
in
Supination
. Die Neurologie se
i unauff
ällig (
Urk.
10/7/M23).
3.
6.2
In der Folge persistierten sowohl die Beschwerden als auch die
Bewegungsein
schrä
nkung
(vgl.
Urk.
10/7/M25;
Urk.
10/7/M27;
Urk.
10/7/M32), so dass die Beschwerdeführerin
eine Zweitmeinung in der Klinik Hirslanden einholte (
Urk.
10/7/M29;
Urk.
10/7/M30).
3.
7
Da die Beschwerdeführerin über ziehende Beschwerden im Bereich des
Osteo
syn
these
materials
periorbital
rechts sowie
rezidivierende Kopfschmerzen
klagte, wurde a
m 1
6.
Juni 2010 das
Osteosynthesematerial
periorbital
rechts an der Klinik für Wiederherstellungschirurgie des
A._
entfernt. Gleichzeitig wurde eine
Mastopexie
mit
autologer
Augmentation
nach Graf und
Biggs
vorgenom
men
. Die Ärzte konstatierten, die Operation und der postoperative Verlauf seien pro
blemlos verlaufen (
Urk.
10/7/M33).
3.8
L
ic
.
phil
H._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP,
behan
delte die Beschwerdeführerin psychotherapeutisch
,
um
die
Copingstrategien
zur Schmerzbew
ältigung und -distanzierung sowie den Schlaf zu verbessern und die
Angstsymptomatik als Folge des
„
Autounfalls
“
zu reduzieren
(Psychothera
pie Bericht vom
3.
September 2010,
Urk.
10/7/M35).
Lic
.
phil.
H._
kon
statierte, dass die Beschwerdeführerin gut auf die multimodale
Schmerzpsy
chotherapie
und die systemische Psychotherapie anspreche, motiviert sei und wesentliche Fortschritte mache. Sie beantrage die Weiterführung der Therapie im bisherigen Rahmen.
3.9
Die Beschwerdeführerin
holte sich aufgrund des weiterbestehenden
Leidens
drucks
(vgl.
Urk.
10/7/M36)
eine Drittmeinung in der
I._
ein
(Bericht vom 3
0.
September 2010,
Urk.
10/7/38).
Am
9.
November 2010 wurde sie erneut vertrauensärztlich von
Dr.
G._
untersucht, welche festhielt, dass sich der Verlauf seit ihrer Erstbeurteilung vom
4.
Februar 2010 nicht günstig entwickelt habe. Es bestünden nach wie vor starke Schmerzen im gesamten Ellbogen und Ellbogensteifigkeit. Die aktive Flexion/Extension betrage 110/50/0°, die Pro- und
Supination
80/0/70°. Die Beschwerdeführerin verspüre einen Endphasenschmerz in alle
Bewegungsrich
tungen
, es liege eine
Druckdolenz
über der
Bizepssehne
und den
Supinatoren
und Muskelinsertionen radial und
ulnar
vor. Die Narbenverhältnisse seien reiz
los und es bestehe kein Gelenkserguss.
Dr.
G._
konstatierte, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund einer Erwerbsinvalidität
zu 50-100% berentet werden sollte (
Urk.
10/7/M42).
3.10
3.10.1
Die Beschwerdegegnerin liess die Beschwerdeführerin in der Folge neurologisch, psychiatrisch, kiefer- und gesichtschirurgisch sowie orthopädisch
begutachten.
Aus neurologischer (
Gutachten von
Dr.
J._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 2
8.
September 2011,
Urk.
10/7/
M
57/2),
psychiatrischer (
Gutachten von Dr.
med. K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 5.
September 2011,
Urk.
10/7/M53/27) und kiefer- und gesichtschirurgischer Sicht (
Gutachten von
Dr. Dr.
L._
, Oberarzt am
M._
, vom 21. Juli 2011,
Urk.
10/7/M52/4) konstatierten die jeweiligen Gutachter, dass keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege.
3.10.2
Aus kiefer- und gesichtschirurgischer Sicht sei weder eine weitere ärztliche Behandlung erforderlich noch habe die Beschwerdegegnerin eine dauernde und erhebliche Schädigung der Integrität erlitten (
Urk.
10/7/M52/4). Aus psy
chiatrischer Sich
t
sei
en
von einer konsequenten psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung Verbesserungen zu erwarten, auch dürfte sich eine Behandlung prophylaktisch positiv auswirken. Gerade in Bezug auf die Ent
wicklung einer Depression sei von e
inem Risiko auszugehen. Psychiatrisch liege kein Integritätsschaden vor (
Urk.
10/7/M53/28). Aus neurologischer Sicht müsse die Beschwerdeführerin von ihrer Neurologin behandelt werden, die ihr ein schmerzlinderndes Antidepressivum verschreibe. Diese Therapie habe in Kombi
nation mit den orthopädischen Massnahmen zu einer deutlichen Verbesserung geführt und man könne auf das progressive Verschwinden der Beschwerden hoffen. Aus neurologischer Sicht bestehe kein Verlust ihrer körperlichen Unversehrtheit (
Urk.
10/7/M57/3).
3.10.3
In orthopädischer Hinsicht hielt
Dr.
D._
fest, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr als Zahnarzthelferin arbeite, aber ihre Tätigkeit am Empfang der zahnärztlichen Klinik ausübe. Die Art der körperlichen Tätigkeit sei somit sehr verschieden von der einer Zahnarzthelferin. Bei der Tätigkeit
in
der zahnärztli
chen Klinik erscheine ihm eine Arbeitsunf
ähigkeit von 50
%
realistisch, w
ie sie bereits seit vielen Monaten Anwendung finde. Eine angepasste Tätigkeit bestünde in einer vorwiegend einhändigen Tätigkeit, die mit der rechten Hand ausgeübt würde. Selbst im Falle einer solchen Tätigkeit wäre die Arbeitsfähig
keit wahrscheinlich nicht vollständig aufgrund eines
selbst im Ruhezustand bestehenden Residualschmerzes
. Die Arbeitsunfähigkeit wäre dann etwa 20
%
(
Urk.
10/7/M58/9).
In Bezug auf eine künftige Behandlung notierte
Dr.
D._
, d
er
aktuelle Zustand sei
insgesamt gesehen
nicht zufriedenstellend. Es sei
deshalb legitim, sich die Frage e
iner Nachoperation zu stellen. Seiner Meinung nach stehe
zumindest ein Teil der Schmerzen und des Mobilitätsverlusts mit einem
posterioren
Konflikt in Verbindung, wobei es sich wahrschein
lich um ein Vernarbungsphänomen
, bei dem d
ie
Fossa
olecrani
verwachsen sei, oder
um einen Vernarbungsz
ustand an den
Trizepsfasern
handle
. Er
glaube, es sollte der chirurgische Weg
mit Freilegung des hinteren Bereichs (
Compartiment
posterieur
)
in Betracht gezogen we
r
den.
Dies könnte entweder auf dem Wege der Arthroskopie oder durch
Arthro
tomie
und
posterioren
transtrizipitalen
Ansatz erfolgen.
Eine solche Inter
ven
tion biete
vernünftige Chancen auf eine Verbesserung des
Schmerzzu
standes
und eine Verbesserung der Mobilität, wobei d
ie Risiken nicht sehr gross seien
. Es
sei
jedoch schwierig abzuschätzen, ob
die Erfolgschancen über 50
%
lägen. Dagegen rate er
jedoch vom Einsetzen einer Radiusköpfchen-Prothese ab. Die Risiken sch
ienen
ihm
weitaus gr
ößer als die möglichen Vorteile
. Wenn die Mobilität beim Strecken schliesslich während de
r Operation verbessert werden kö
nn
e
, müsste die Stabilität
Varus
/
Valgus
untersucht und gegebenenfalls in derselben Operation eine Stabilisierung vorgenommen werden. Wenn kein chirurgischer Eingriff vorgenommen würde,
müsste die Beschwerdeführerin zur Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit
für eine noch unbegrenzte Dauer Schmerzmittel nehmen und gelegentlich einige
Physiotherapie-
Sitzungen
in Anspruch nehmen. Ausserdem mü
ss
te
sie voraussichtlich weiterhin eine Bandage am linken Ellbogen tragen
(
Urk.
10/7/M58/10)
.
Die Beeinträchtigung der Unversehrtheit
der Beschwerdeführerin ergebe
sich vor
wiegend aus der mangelnden Mobili
tät. Die Beugung/Streckung betrage
125-45-0°. Die Tabelle Nr. l des Unf
allversicherungsgesetzes (LAA) sehe
bei einer Mobilität von 135-90-0° eine Einschränkung der Unversehrtheit von 10% vor. Der bei 90
%
blockierte Ellbogen entspräche 20
%
. W
enn man diese Werte
intrapoliere, kö
nn
e
die Beeinträchtigung auf 12,5
%
bis 15% quantifiziert wer
den. Angesichts der Schmerzhaftigkeit der
Beeinträchtigung
halte
er
einen Pro
zentsatz
von 15
%
für korrekt (
Urk.
10/7/M58/11).
3.11
Am 2
5.
Juli 2012 wurde am
Kantonsspital N._
eine offene
Arthrolyse
ante
ri
or
und
posterior
sowie eine Ins
p
e
ktion des
Nervus
ulnaris
Ellbogen links durchgeführt, wozu die Beschwerdeführerin vom 2
4.
bis zum 3
1.
Juli 2012 hospitalisiert war (
Urk.
10/7/M61). Die behandelnden Ärzte notierten in ihrem Bericht über die erste ambulante Nachkontrolle vom
9.
August 2012, dass die Beschwerdeführerin über einen unauffälligen Verlauf berichte. Sie würde regel
mässig
Phsysiotherapie
an der
F._
durchführen. Im Vergleich zu präoperativ habe sie vor allem eine Verbesserung der Streckung des Ellbogens bemerkt, habe jedoch weiter Mühe mit der Flexion, welche auf ca. 80° limitiert sei. Sie nehme noch regel
mässig
Dafalgan
und
Osycontin
(
Urk.
10/7/M62).
3.12
Die behandelnde Neurologin,
Dr.
med.
E._
, hielt in ihrem Bericht vom 2
9.
September 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin
seit Juni 2010 wegen chronischen Schmerzen bei St. n. Oberarmfraktur in
ihrer
fachärztlichen Betreuung
stehe
. Im März 2012
sei
die antidepressive Behandlung verändert
worden
, im Mai
sei es zu
zunehmenden krampfartigen Schmerzen in der Schulter und im oberen Rücken
gekommen
, welche sich mit
Midocalm
und Magnesium
diasporal
schnell
gebessert hätte
n. Neurologisch
sei
zu diesem Zeit
punkt ein sensibles
Quadrantensyndrom
links vorhanden
gewesen
. Angesichts des damals bevorstehenden Operationstermins
sei
eine Wiederaufna
hme der
Fluoxetintherapie
nicht durchgeführt
worden
.
Sie habe die Beschwerdeführerin erst wieder am 2
7.
September
20
12
gesehen
, nachdem sie eine Kontrolle im Juni
20
12 abgesagt h
ätte
, da die Symptomatik sich kurzfristig wesentlich verbessert
gehabt hätte
. Seit der Operation
lägen
nun vermehrt Schlafstörungen
vor
, sodass der Haus
arzt die
Fluoxetintherapie
vor zwei
Wochen wieder eingeleitet ha
be
,
was
zu einer langsamen Besse
rung der Symptomatik geführt habe. Die Schmerzen bestünden
zur Zeit
immer noch in einem krampfartigen brennenden Gefühl im linken Arm. Weitere Kontrollen und
Medikamentanpassungen
s
eien
vorgesehen. Die ps
ychotherapeutische Behandlung we
rd
e
im Oktober erneut aufgenommen.
Die
Beschwerdeführerin besuche zudem eine Physiotherapie, sei
sehr motivier
t
,
in der Behandlung mitzumachen und habe
ihre Arbeit, allerdings un
ter starken Schmerzen, am 2
6.
September
20
12 erneut wieder aufgenommen.
Die Arbeitsfähigkeit
betrage
zur Zeit
20
%, also
zwei halbe Tage
pro
Woche. Somit sei eine Verschlechteru
ng des Gesundheitszustandes seit mindestens Mai 2012 bis min
d
estens heute zu dokumentieren (
Urk.
10/7/M68/3).
3.13
Dr.
med.
O._
, FMH für Allgemeinmedizin, führte in ihrem Bericht vom
3.
April 2013 aus, dass sie seit A
ug
u
st 2012 die Hausärztin
der Beschwerdeführerin sei
. In dieser Zeit
sei
eine überaus motivierte
Beschwerde
führerin
auf
gefallen
, die trotz erheblichen Schmerzen und deutlicher
Bewe
gungseinschränkung
des linken Armes motiviert
sei
,
zu arbeiten und den anstrengenden Alltag als Hausfrau und Mutter zu bewältigen. Die letzte Kon
trolle
habe
am 2
5.
Januar
2013 statt
gefunden
. Ende Januar 2013
sei
die
Beschwerdeführerin
mit
Cymbalta
60mg (1-0-0) und Co
-
Dafalgan
(in Reserve) behandelt
worden. Zurzeit
liege
ein Streckdefizit von 45 Grad und
ein
Beuge
defizit
von 30 Grad vor. Die
Beschwerdeführerin erreiche
das Gesicht mit der
linken Hand nicht, dadurch drohe eine Ü
berlastung des linken Handgelenkes. Jegliche Tätigkeiten, die die linke Hand respektive den linken Arm beanspruch
t
en, führ
t
en zu vermehrten Schmerzen, respektive s
eien
meist unmöglich. Ins
besondere Tastaturschreiben oder längere Tex
te handschriftlich zu verfassen
sei
unmögli
ch. Bezüglich Beweglichkeit sei
die Prognose
ihres Erachtens
ungünstig,
sie
rechne nicht mit einer deutlichen Verbesserung der Beweglichkeit im linken Ellbogengelenk. Jedoch sollte noch ein Spielraum in der Schmerztherapie vor
handen sein, was insbesondere für die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von Bedeutung
sei.
Es
sei
vorläufig weiterhin mit einer Arbeitsunfähigkeit von 90
%
zu rechnen. Erst wenn die
Beschwerdeführerin
eine andere Stelle, die keine Schreibarbeiten umfass
e, gefunden habe, kö
nn
e
mit einer Erweiterung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Ideal wäre eine Arbeit, bei der
sie
mehrheit
lich am Telefon beansprucht wäre
(
Urk.
10/7/M67)
.
3.14
Dr.
E._
konstatierte in ihrem Bericht vom 1
9.
April 2013, dass die Beschwerdeführerin aktuell
Physio- und Ergotherapie
absolviere
. Die psycho
therapeutische Betreuung
bei Frau
lic
. phil.
H._
sei
beendet.
Der
Arbeits
versuch
sei
gescheite
rt. Der Beschwerdeführerin sei es nicht möglich, zwei
halbe Tage pro Woche in ihrer jetzigen Stelle zu arbeiten, da dies sofort zu unerträ
gli
cher Schmerzverstärkung führe
. Eine Umschulungsmöglichkeit,
z.B. als Dol
metscherin, we
rd
e gesucht. Per Anwalt laufe
ein Rekurs wegen de
s
IV
Entscheid
s
.
Die Prognose sei an
ihrem jetzigen Arbeitsplatz wahrscheinlich sehr schlecht. Für eine den Besc
hwerden angepasste Tätigkeit sei
ihres
Erach
tens mindestens ei
ne Teilzeitstelle anzuvisieren (
Urk.
10/7/M68).
3.15
Die Ärzte des
Kantonsspitals N._
notierten in ihrem
Bericht über die Nach
kontrolle vom
2.
Jul
i 2013, dass der Befund Flexion/
Extension
unverän
dert
90/40/0° bei freier Pro- und
Supination
betrage. Das Röntgen
des Ellbogen
links
ap
und seitlich vom
2.
Juli 2013 sei unverän
dert zur Voraufnahme vom Januar
bei Status nach Radiusköpfchen-Resektion und
ulnahumeral
symmetri
schem Gelenkspalt. Ein Jahr nach der letzten
Arthrolyse
habe sich die Sympto
matik
nicht verbessert, eher vielleicht sogar etwas verschlechtert, nachdem die Symptomausweitung nach proximal und distal stattgefunden habe. Dies sei aber mit Physiotherapie zum Teil zu kontrollieren. Für den Bereich des Ellbogens könne keine weitere Massnahme angeboten werden, um die Schmerz- und Bewegungssituation relevant zu verbessern. Sie würden die Behandlung im Moment abschliessen. Anscheinend sei ein neues Gutachten geplant (
Urk.
10/7/M69).
3.16
3.16.1
Dr.
C._
notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutach
ten vom
5.
September 2013 folgende Diagnosen (
Urk.
10/7/M71/7):
Schmerzhafte Bewegungseinschränkung des linken Ellbogens mit mögli
cher
postero
-late
raler Rotationsinstabilität mit
/
bei
Trauma vom 23.06.2008 mit
postero
-lateraler Ellbogenluxation mit mehrfragmentärer Radiusköpfchen Trümmerfraktur und minimaler
Processus
coronoideus
Spitzenläsion
k
omplexe Mittelgesichtsfraktur rechts
Schulterkontusion rechts
Status nach
Ellbogen-Reposition geschlossen vom 23.06.2008 (
Z._
)
Status nach
Osteosynthese des Radiusköpfchens links m
it zwei
Schrau
ben 1.5mm und 2.4mm T-Platte am 25.06.2008 (
Dr.
P._
, Unfallchirurgie
A._
)
Status nach
OSME, Radiusköpfchenresektion und
Arthrolyse
mit
Kapsulektomie
anterior
und
posterior
Ellbogen links am 15.05.2009 (PD
Dr.
Q._
,
F._
)
Status nach
stationärer Bewegungstherapie mit Mobilisation des linken Ellbogens in Kurznarkose am 15.10.2009 im IFK (PD
Dr.
Q._
,
F._
)
Status nach
offener
anteriorer
und
posteriorer
Arthrolyse
sowie Inspek
tion des
N.
ulnaris
Ellbogen links am 25.07.2012 (PD
Dr.
Q._
,
Kantonsspital N._
)
Status nach
Osteosynthese der Mittelgesichtsfraktur am 25.06.2008 mit nachfolgender OSME und aktueller Beschwerdefreiheit
Status nach
Schulterkontusion rechts mit weitgehender
Beschwerde
frei
heit
Die persistierenden Beschwerden der
Beschwerdeführerin
bestünden
alle auf
grund der Ellbogenverletzung links mit aktuell zusätzlic
hen Beschwerden im Sinne einer Ü
berlastung der Schulter und des H
andgelenks links. Zwischen
durch bestehe
auch
eine
Ü
berlastung im Berei
ch der rechten oberen Extremität
(belastungsabhängige Schulterschmerzen
würden seit kurzem angegeben [
Urk.
10/7/M71/7
]
).
Dr.
C._
erwähnt ausserdem, die Beschwerdeführerin sei Rechtshänderin (
Urk.
10/7/M71/5).
3.16.2
Zusammenfassend sei
zu erwähnen, dass
Funktionen ohne längere Belastu
ng des linken Armes möglich seien
. Eine Aufgabe ohne Schreibarbei
ten am Computer wie z
.B. Telefonbedienung oder Arbeiten beim Empfang sollten durchaus möglich sein. Auch die aktuell angestrebte berufliche Zukunft als Dolmetscherin für serbokroatisch, bosnisch und deutsch wäre eine gute Lösung.
M
it dem linken Arm
könnten
momentan keine Lasten gehoben oder getragen werden, Werkzeuge
könnten
nicht bedient werden
, Arbeiten über Kopfhöhe seien
nicht denkbar. Sitzen und
Stehen für eine längere Zeit sei
grundsätzlich
möglich. Auch die Fortbewegung sei
grundsätzlich nicht behindert. Das Bestei
gen einer Leiter
sei
sicher nicht für längere Zeit möglich. Arbeiten in Nässe, Kälte und Hitze
seien
eingeschränkt. Beidhändigkeit sei
links eingeschränkt.
Eine
Hör- oder Sehbehinderung
bestehe nicht
. Betreffend die psychische Funk
tion
sei
durch die Medikamenteneinnahme gemäss der
Beschwerdeführerin
subjektiv das Konzentrations- und Auffassungsvermögen bei aktuell vor allem gestörter Nachtruhe eingeschränkt. Die Anpassun
gsfähigkeit wäre
grundsätzlic
h gegeben, die Belastbarkeit sei
in der aktuellen Situation mit den vorwiegend bestehenden Schmerzen sicher eingesch
ränkt. Unfallfremde Faktoren bestünden aus s
einer Sicht nicht
(
Urk.
10/7/M71/8)
.
Als Dentalassistentin sei
sie sic
her
zu
100
%
arbeitsunfähig. Sie habe
bereits
als
Telefonistin resp
ektive
am
Empfang gearbeitet, Schreibarbeiten könn
t
en nicht durchgeführt werden, sodass die
Beschwerdeführerin
hier sicher auch nahezu 100
% arbeitsun
fähig sei
.
E
s wäre höchstens eine Tätigkeit ohne
Computerar
beiten
denkbar, wobei
sie
kommunikative oder te
lefonische Arbeiten erledigen kö
nn
e
. Allerdings besteh
e
an ihrem Arbeitsplatz keine Möglichkeit
.
D
er Beruf als Dolmetscherin wäre sicher eine gute Lösung
(
Urk.
10/7/M71/9).
3.16.3
In Bezug auf die ä
rztliche Behandlung führte
Dr.
C._
aus, dass b
ezüglich der
Beweglichkeit des El
lbogens
aktuell kaum eine wesentliche Verbesserung der Flexi
on/Extension zu erwarten
sei
. Es sei
zu hoffen, dass im
Verlauf die Schmerzen abnähmen, dies kö
nn
e
hier prognostisch noch nicht vorausgesagt werden. Wären die S
chmerzen deutlich abnehmend, wäre
die Arbeitsfähigkeit neu zu evaluieren. Aufgrund des eingeschränkten Range
of
Motion (funk
tioneller Bewegungsbogen des Ellbogens für die Flexion und Extension einge
schränkt) wäre die volle Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Aktuell
sei
sicher die Schmerztherapie, Physiotherapie und die psychotherapeutische Begleitung der
Beschwerdeführerin
die beste Option. Eine weitere operative Intervention
,
zum Beispiel Implantation einer Ellbogen-Prothese
,
sei
wahrscheinlich in dieser posttraumatischen Situation eher ungünstig.
Ob die Beschwerdeführerin zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dauernd der medizinischen Behandlung und
Pflege bedürfe, sei
stark vom Verlauf der Schmerzen abhängig.
Er könne dies
zum aktuellen Zeitpunkt
nicht beurteilen (
Urk.
10/7/M71/9).
3.16.4
Es besteh
e
ein Integritätsschaden bei Bewegungseinschränkung des linken Ellbo
gens. Bei einer aktuellen Beweglichkeit Flexion/Exten
sion von 100/45/0° müsse
eine Funktionsstörung mit einer Integritätsentschädigung von ca. 10
% beziffert werden, entsprechend dem im UVG erwähnten Prozentsatz bei einer Beweglichkeit von Flexion/Extension 90/30/0°.
Diese Beweglichkeit sei mit dem Bewegungsausmass der Beschwerdeführerin vergleichbar. Eine geistige
Integri
tätsbeeinträchtigung
bestehe nicht (
Urk.
10/7/M71/9 f.).
3.17
Nach Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
C._
in seiner Stellung
nahme vom
4.
November 2013 ergänzend aus,
dass eine Arbeit als Dolmetsche
rin mit möglichst wenig Schreibarbeit und wenig gleichbleibender Belastung des Ellbogens eine gute Lösung wäre
. Eine Angabe in
Prozent
sei
in solchen Situationen immer schwierig, da die subjektiven Schmerzen prozentual schlecht objektiviert werden könn
t
en. In einer angepassten Tätigkeit als Dolmetscheri
n sollte höchstens noch eine Arbeitsunfähigkeit
von 25
%
bestehen bleiben. Diese Prozentangabe
sei
aber weder radiologisch objektivierbar noch durch entspre
chende Literatur belegt, so
dass dies nur eine ungefähre Angabe
sei
(
Urk.
10/7/M72).
3.18
Dr.
E._
konstatierte in ihrem Arztbericht vom 3
0.
November 2013 zuhan
den der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/7/M73), dass
die letzte Operation im Juli 2012
leider zu einer Verschlechter
u
ng geführt
habe
. Die Bewegungs-
ein
schränkung
und die Schmerzen h
ätten
eher zugenommen. Die Behandlung des orthopädischen Professors
Dr.
med.
R._
sei
abgeschlossen, da alle orthopädi
s
chen Massnahmen ausgeschöpft seien
. Nach wie vor
sei die Beschwerdeführe
rin
durch sehr starke, zum Tei
l
neuropathische Schmerzen im linken Arm gequält.
Die letzte Konsultation bei ihr habe am 1
6.
Oktober 2013 stattgefun
den.
Die Arbeitsfähigkeit
in ihrer jetzigen Tätigkeit sei
weiterhin zu 100
% ein
geschränkt.
Zurzeit nehme sie
Cymbalta
90mg morgens und
Trittico
50mg abends
.
Die Stim
mung
sei
zum Teil gereizt,
der
Schlaf einigermassen
gut. Die depressive Stimmung sei
momentan etwas im Hintergrund. Die P
sychotherapie bei Frau
lic
.
phil
.
H._
l
aufe
weiter. Andere antineuropathische Medika
mente vom Kreis
Gabapentin
,
Pregabelin
habe sie
nicht vertragen und s
eien
deshalb nicht wirksam.
Die Beschwerdeführerin störe
sich selber an ihrer fehlenden Leistung
s
fähigkeit und empfinde ihre Situation
als sehr ent
würdi
gend. Sie neige eher zur Ü
beranpassung und S
elbstüberschätzung und definiere
sich sehr durch Leistung. Eine Bess
erung der Schmerzsymptomatik sei
momen
tan nicht zu
erwa
rten. Falls es gelinge,
Arbeit für sie zu finden, welche körper
lich weniger belastend
sei
und den Gebrauch des linken Armes
nicht benötige
, wie zum Beispiel Dolmetscher/
Kulturvermittlerin, wäre längerfristig
trotzdem
mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
zu rechnen. Eine mehrjährige psy
chotherapeutische B
ehandlung we
rd
e
wahrscheinlich nötig
sein
,
um sowohl die Wiedereing
l
iederung zu ermöglichen als auch den Hintergrund d
er
Schmerz
chronifizierung
zu erf
assen und aufzuarbeiten (
Urk.
10/7/M73).
3.19
Dr.
med. S._
, Innere Medizin FMH, notierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom
5.
April 2014, dass die Beschwer
deführerin
unter p
ermanenten Schmerzen im Bereich
des linken Ellbogens
leide
, welche bewegungs- und
belastungsabhä
n
gig verstärkt seien
. Daneben
bestünden vor allem
belastungsbedingte Schmerzausstrahlungen in den Schulter-und Fingerbereich links.
Klinisch sei die Beweglichkeit des linken
Ellbogens auf ca
.
60 Grad eingeschränkt, dies mit hartem Anschlag sowohl in Flexion als auch in Extension.
Die
Pro-
und
Supination
sei
uneingeschränkt.
Aktuell bestehe
eine Schmerztherapie bei
Fr.
H._
,
Analgetica
werde
nur bei
Bedarf
eingenom
men
. Die Prognose sei stationär, das heisse, es sei
mit keiner Verbesserung der Situation zu rechnen
(
Urk.
10/7/M74)
.
3.20
Mit Schreiben vom 1
8.
April 2014 hielt
Dr.
E._
fest, die Beschwerde
führerin leide
an einem chronischen Schmerzsyndrom bei Status nach
Ellbogen
fraktur
. Dies
e Schmerzen seien
schon läng
st chronisch geworden und es sei
zu einer eigentlich Schmerzkrankheit gekommen. Eine
Weiterführung der
sch
merz
psychologischen
Therapie sei
unbedingt indiziert
(
Urk.
10/7/M75)
.
4.
4.1
4.1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
4.
1.
2
Die Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung richtet sich – vom vor
liegend nicht erfüllten Spezialfall von Art. 22 UVG abgesehen – nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. Art 1 Abs. 1 UVG).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheb
lich
keit der Sachverhaltsänderung gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5 % ändert (BGE 140 V 85 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
4.1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.)
4.2
Die letzte materielle Prüfung des Rentenans
pruchs mit rechtskonformer
Sach
ver
haltsabklärung
, Beweiswürdigung und Durc
hführung eines
Einkom
mens
vergleichs
erfolgte mit
bezüglich
Rentenzusprache
in Rechtskraft erwach
sener Verfügung vom 1
8.
März 2014
(
Urk.
10/7/G47, vgl.
Urk.
10/7/G78
).
Rele
vanter Vergleich
s
zeitpunkt ist
somit diese Verfügung (E.
4.1.2
).
Die Beschwerdeführerin absolvierte vom
9.
Mai bis 2
0.
Dezember 2014
eine
von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
finanzierte Aus
bildung zur Übersetzerin (
Urk.
10/8/73;
Urk.
10/8/78). Mit erfolgreichem Abschluss beider Kursmodule im Dezember 2014 verfügt die Beschwerdeführe
rin über eine neue Ausbildung, welche ihr die Tätigkeit als Dolmetscherin e
rlaubt. Das neue Tätigkeitsfeld
verschafft der Beschwerdeführerin
gute
Mög
lichkeiten, ein Einkommen zu erzielen. Die aufgrund der absolvierten Ausbil
dung
geänderten erwerblichen Auswirkungen
ihrer
Ge
sundheitsbeeinträchti
gung
stellen
einen
Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG dar.
Die Beschwerdeführerin führte diesbezüglich aus, dass sie mit der Tätigkeit als Dolmetscherin kein höheres Invalideneinkommen als das bereits in der Verfü
gung berücksichtigte von
Fr.
50‘118.05 erzielen könne. Entsprechend liege kein Revisionsgrund vor.
Dem ist entgegenzuhalten, dass
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen
, Anlass zur Rentenrevision gibt - eine zusätzliche berufliche Ausbildung
im Rahmen einer Umschulung durch die Invalidenversicherung
fällt
zweifelsfrei
darunter
.
I
n einem zweiten Schritt
ist zu prüfen
, ob diese Veränderung tatsächlich Einfluss
auf den Invaliditätsgrad
hat
bzw. erheblich ist
.
Diese Frage
lässt sich
vorliegend
allerdings - wie folgend gezeigt wird
(E. 4.3)
- aufgrund der
Aktenlage nicht abschliessend beurteilen.
Da bereits ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
1
7 ATSG
vorliegt, kann im Übrigen offenbleiben, o
b allenfalls
(auch)
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 ATSG vorliegt
.
Abgesehen davon bleibt darauf hinzuweisen, dass nach
Art.
19
Abs.
1 UVG der Rentenanspruch erst entsteht, wenn allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Die Rentenverfügung vom 1
8.
März 2014 erfolgte demnach zu früh und es wäre eine
Rentenzusprache
per
1.
Oktober 2013 - weil auch nicht als Übergangsrente im Sinne von
Art.
30 UVV konzipiert - als zweifellos unrichtig zu qualifizieren.
4.3
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig ist. Zu prüfen bleibt, in welchem Umfang sie als
Dolmetscherin arbeitsfähig ist, wozu die aktuellen medizinischen Berichte her
anzuziehen sind.
4.3
.1
Das orthopädische Gutachten von
Dr.
C._
vom
5.
September 2013 erfüllt
grundsätzlich
sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
4.1.3
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig.
Es berücksich
tigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander.
Zu prüfen bleibt, ob das Gutachten für die unfallversicherungsrechtlichen Fragestellungen hinreichend Aufschluss gibt.
Dr.
C._
führte
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit als Dolmetscherin
aus, dass
dieser Beruf
eine gute Lösung sei (E. 3.16.2). In dem von der
Beschwerdegegne
rin
eingeholten ergänzenden Schreiben von
Dr.
C._
vom
4.
November 2013 hielt er fest, dass eine Arbeit als Dolmetscherin mit möglichst wenig Schreibar
beit und wenig gleichbleibender Belastung des Ellbogens eine gute Lösung wäre. Eine Angabe
der Arbeitsfähigkeit
in
Prozent s
ei schwierig,
die Beschwer
deführerin
sollte aber höchstens noch zu 25
%
arbeitsunfähig sein (E. 3.17).
Gestützt auf den Bericht kann die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Dolmetscherin nicht abschliessend beurteilt werden
- es kann lediglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin als Dolmetscherin nicht mehr als zu 25
%
einge
schränkt ist
.
Eine abschliessende Beurteilung ist gerade auch unter Berücksichtigung des auf
grund der vorliegenden Akten unklar bleibenden
Anforderungs
profil
s
(wieviel Schreibarbeiten sind notwendig, muss sie in Zwangspositionen verharren etc.)
als Dolmetscherin
nicht möglich.
D
ies hat allerdings - gestützt auf die Beurtei
lung von
Dr.
C._
- direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da Schreibar
beit sowie gleichbleibende Belastungen des Ellbogens einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen dürften (vgl. E. 3.17).
Entsprechend kann die Arbeitsfähigkeit al
s Dolmetscherin gestützt auf das Gut
achten sowie das ergänzende Schreiben
von
Dr.
C._
-
entgegen den Aus
führungen der Parteien
- unfallversicherungsrechtlich nicht hinreichend
genau
eingeschätzt werden.
4.3
.2
Weitere aktuelle Arztberichte, welche eine abschliessende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit als Dolmetscherin zulassen würden, sind nicht vorhanden:
Dr.
E._
hielt in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit
lediglich fest, dass mit einer S
teigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei, sofern es gelinge, Arbeit für sie zu finden, welche körperlich weniger belastend sei und
bei wel
cher
der linke Arm nicht benötigt werde, wie zum Beispiel Dolmetsche
rin/Kulturvermittlerin (E. 3.18
; vgl. auch E. 3.20).
Eine genauere Angabe unter
liess
Dr.
E._
hingegen.
Dr.
S._
äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (E.
3.19).
4.3.
3
Da die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Dolmetscherin gestützt auf die medizinische Aktenlage
nicht abschliessend beurteilt werden kann, ist d
er
Einspracheentscheid
bezüglich Rentenrevision vom
2.
Dezember 2015 aufzuhe
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die medizinische Aktenlage
im Sinne der Erwägungen
vervollständigt
und gestützt darauf
einen rechtskonformen Einkommensvergleich vornimmt.
5.
5.1
Gestützt auf
Art.
21 UVG werden nach der Festsetzung der Rente
Kosten
ver
gütun
gen
(
Art.
10–13 UVG) gewährt, wenn der Versicherte
an einer Berufskrankheit leidet;
unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentli
cher Beeinträchtigung bewahrt werden kann;
zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behand
lung und Pflege bedarf;
erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vor
kehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann.
Der Versicherer kann die Wiederaufnahme einer ärztlichen Behandlung anord
nen. Bei Rückfällen und Spätfolgen sowie bei der vom Versicherer angeordne
ten Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung hat der Rentenbezüger auch Anspruch auf die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10
‒
13 UVG). Erleidet er w
ä
hrend dieser Zeit eine Verdiensteinbusse, so erhält er ein Taggeld, das nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielten Verdienst bemes
sen wird.
5.2
Strittig (
Urk.
1 S. 12;
Urk.
2) und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdeführerin künf
tig zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf.
Dr.
C._
hielt diesbezüglich fest, dass er zum aktuellen Zeitpunkt nicht beurtei
len könne, ob die Beschwerdeführerin zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit dauernd der medizinischen Behandlung und
Pflege bedürfe, dies sei stark
ab
hängig vom Verlauf der Schmerzen
(E. 3.16.3).
Dr.
S._
konstatierte, dass aktuell eine Schmerztherapie bestehe und
Analgetica
bei Bedarf eingesetzt werde. Die Prognose sei stationär, das heisse, es sei mit keiner Verbesserung zu rechnen (E.
3.19).
Dr.
E._
führte mit Schreiben vom 1
8.
April 2014 aus, dass eine Weiterführung der schmerzpsychologischen Therapie unbedingt indiziert sei (E.
3.20, vgl. auch E. 3.18).
Aus den Berichten von
Dr.
S._
und
Dr.
E._
ist lediglich erstellt, dass aktuell eine Behandlung erfolge, bzw. diese aus ärztlicher Sicht weitergeführt werden sollte. Ob dies tatsächlich auch zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit
notwendig ist,
lässt sich
gestützt auf diese Berichte
allerdings
nicht
abschliessend beurteilen
.
So führte auch
Dr.
C._
aus, dass er
diesbe
züglich - zumindest zum damaligen Zeitpunkt -
keine abschliessende Beurtei
lung abgeben könne.
Zusammengefasst kann g
erade auch unter Berücksichtigung eines fehlenden
Anforderungs
profils für die Tätigkeit als Dolmetscherin
nicht
mit dem gefor
derten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
beurteilt werden,
ob die Beschwerdeführerin künftig zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähig
keit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf. D
er
Einsprache
entscheid
vom 1
7.
Juni 2015
ist entsprechend
diesbezüglich aufzuheben und die Sache
ist
zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
6.1.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauer
nde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Inte
grität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer
Kapital
leistung
gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versi
cherten
Jahres
verdienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
6.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Inte
g
ritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige
Gebrauchsunfä
higkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weniger als
5
%
des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
6.1.3
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3
zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E.
1c, 116 V 156 E. 3a).
6.2
6.2.1
Dr.
C._
führte aus, dass bei
einer aktuellen Beweglichkeit Flexion/Exten
sion von 100/45/0°
eine Funktionsstörung mit einer Integritätsentschädigung von ca.
10
% beziffert werden
müsse
, entsprechend dem Prozentsatz bei einer Beweg
lichkeit von Flexion/Extension 90/30/0°.
Diese Beweglichkeit sei mit dem Bewegungsausmass der Beschwerdeführerin vergleichbar (E. 3.16.4).
Dies ist aufgrund der Aktenlage plausibel und nachvollziehbar, so dass eine
Integritäts
entschäd
igung
von 10
%
angemessen ist (vgl. Tabelle 1 der SUVA,
Integritäts
schaden
bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten)
.
6.2.
2
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die Ausführungen von
Dr.
C._
seien nicht plausibel, da
Dr.
D._
noch eine bessere Beweglichkeit des linken Ellbogens festhielt und zum Schluss kam, dass eine Integritätsentschädigung von 15
%
angemessen sei (
Urk.
1 S. 11).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
D._
festhielt, dass d
ie Beeinträchtigung auf 12,5
%
bis 15
%
quantifiziert werden
könne, er allerdings a
ngesichts der Schmerzhaftigkeit der
Beeinträchti
gung
einen Prozentsatz
von 15
%
für korrekt
halte
(E. 3.10.3).
Das Gutachten von
Dr.
D._
ist aus dem Jahr 201
1.
Seitdem befand sich die Beschwerdeführerin insbesondere auch in einer Schmerztherapie (vgl
. E. 3.14; E.
3.16.3; E. 3.18)
. Entsprechend vermag das Gutachten von
Dr.
D._
-
gerade
auch unter Berücksichtigung der
nur kleinen Abweichung von 2.5
%
bzw. 5
%
-
das neuere Gutachten von
Dr.
C._
nicht zu entkräften.
Die Beschwerde vom 1
7.
August 2015 (
Urk.
1) ist
entsprechend
bezüglich des Antrags auf eine höhere Integritätsentschädigung abzuweisen.
7.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges
Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Da die Beschwerdeführerin vorliegend nur teilweise obsiegt, ist ihr eine reduzierte Prozessentschädigung zuzusprechen.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 2‘9
00.-- (inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.