Decision ID: b8d25f87-bfdd-4ff5-b613-8486e18f2c69
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene X._
war zuletzt vom
1. Juni
1997 bis
30.
April 2013 in einem 60 - 80
%
-Pensum als Aushilfe Restaurant/Kantine bei der
Y._
AG sowie von 2005 bis Juni 2012 in einem 10
%
Pensum als Büror
einigungskraft bei der Z._
AG tätig.
Am
5. November 2012
meldete sie sich unter Hinweis auf
eine
retraktile
Kapsulitis
an der rechten Schulter
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/
7 und
Urk.
6/
20). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und wies das Ren
tenbegehren mit Verfü
gung vom 3. September 2014 (
Urk.
6/
40) ab.
1.2
Am 9. April 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine
retraktile
Kapsulitis
an der rechten und linken Schulter erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
42). Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische Abklä
rungen und liess die Versicherte durch
Dr. med. A._
, Facharzt für Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie FMH des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD),
orthopädisch-
rheumatologisch untersuchen (Bericht vom 1. Juni 2015;
Urk.
6/
47) u
nd bei der B._
AG
bidisziplinär
(rheumatologisch-psychiatrisch) begutachten (Expertise vom 7. Oktober und 3. November 2016;
Urk.
6/
68 und
Urk.
6/
70). Mit Verfü
gung vom 27. April 2017 (
Urk.
6/
88) sprach sie der Versicherten eine vom 1.
Oktober 2015 bis 31. Dezember 2016 befristete ganze Rente der Invalidenversicherung
zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde vom 29. Mai
2017 (
Urk.
6/
95/3-17) hiess das hiesige Gericht in dem Sinne gut, dass es die Sache mit Urteil vom
2
4.
Juli 2017
(Prozess-Nr.
IV.2017.00620
) an die IV-Stelle zurückwies, damit diese über den Leistungsanspruch der Versicherten neu verfüge (
Urk.
6/
98). Die IV-Stelle sprach ihr daraufhin mit Verfügung vom 7. Februar 2019 (
Urk. 6/118
) erneut eine vom 1. Oktober 2015
bis 31. Dezember 2016 befristete ganze Rente der Invalidenver
sicherung zu.
In
Gutheissung der dagegen am 1
1.
März 2019 erhobenen Beschwerde (
Urk.
6/
124/3-15
) hob das hiesige Gericht die angefochtene Verfü
gung mit der Feststellung
auf
, dass die
Versicherte
ab 1. Oktober 2015 und
einst
weilen weiter
hin Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat
(Urteil vom 13. August 2
019, Prozess-Nr.
IV.2019.00188
;
Urk.
6/126
).
D
as Bundesgericht wies d
ie von der IV-Stelle dagegen am 2
6.
September 2019 erhobene Beschwerde (
Urk.
6/
128
)
mit Urteil 8C_648/2019 vom
4.
Juni 2020 (
Urk.
6/132/1-9) ab.
1.3
Die IV-Stelle sprach der Versicherten in der Folge
mit Mitteilung vom 12. November 2020
vom 1
0.
November 2020 bis 1
0.
April 2021
Beratung und
Begleitung in
Form von Arbeitsvermittlung Plus zu (
zwei
Monate Assessment
sowie drei
Monate Suche Arbeitsversuch,
Urk.
6/159
).
Nachdem eine Arbeitsstelle nicht hatte gefunden werden können, erklärte die IV-Stelle a
m 1
2.
M
ai 2021
,
die Eingliederungsmassnahmen abzuschliessen (
Urk.
6/171)
. N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/179 und
Urk.
6/182)
verfügte die IV-Stelle am 9. September 2021 den Abbruch der Eingliederungsmassnahmen und die Einstel
lung der
Rentenleistungen
auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
1.
Oktober 2021 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen
,
ihr weiterhin die bisherige ganze Invalidenrente auszurichten. Zudem sei die Angelegenheit zwecks Fortführung der beruflichen Eingliederungs
massnahmen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 10. November 2021 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 1
1.
November 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Anspruch auf Arbeitsvermittlung grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt, sondern besteht bis zur erfolgreichen Eingliederung. Indessen wird
er
nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips begrenzt. Der Verhältnismässigkeitsgrundsatz ist in Form des angemessenen Mitteleinsatzes wegleitend für die Frage, wie lange der Anspruch auf Arbeitsvermittlung dauert: grundsätzlich so lange, wie
die
v
ersicherte
Person
nicht platziert und eingegliedert ist. Die Arbeitsvermittlung ist
aber
nur solange zu erbringen, als der dafür notwendige Aufwand nicht unver
hältnismässig ist. Unverhältnismässig erscheint die Arbeitsvermittlung, wenn von weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr erwartet werden darf, obwohl vorher eine intensive Betreuung stattgefunden hat, was jeweils im Einzelfall entschieden werden muss. Die Verhältnismässigkeit einer Fortführung der Arbeitsvermittlung beurteilt sich nicht anhand der Erledigung von vorgängig festgelegten abstrakten Vorgaben; es besteht Anspruch auf das situativ Notwendige (Urteil des Bundes
gerichts 8C_19/2011 vom
9.
Juni 2011 E. 2.2).
In
der Regel wird die Arbeitsvermittlung für die Dauer von sechs Monaten erbracht und kann um eine angemessene Dauer verlängert werden, wenn die versicherte Person aufgrund der Umstände im Einzelfall besondere Schwierigkei
ten hat, eine Stelle zu finden (
Rz
. 5009 des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE]
, gültig ab
1.
Januar 2014, Stand
1.
Januar 2020
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
rentenaufhebende Verfü
gung vom
9.
September 2021
(Urk. 2) damit, dass
die
Beschwerdeführerin
spätes
tens seit September 2016 in ihrer angestammten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig sei. Die zugesprochene ganze Rente sei im Rahmen der Wiedereingliederung auch nach Dezember 2016 weiter ausgerichtet worden. Ihr sei Beratung und Begleitung in Form von Arbeitsvermittlung Plus zugesprochen worden.
Dabei seien Bewerbungsunterlagen erstellt worden, die
Beschwerdeführerin
habe Word und Internet näher kennenlernen können und es seien zahlreiche Bewerbungen eingereicht worden. Zu einem Arbeitsversuch sei es bedauerlicherweise nicht gekommen.
Trotz allseitigen Bemühungen sei es
auch
nicht gelungen, eine Arbeitsstelle für die
Beschwerdeführerin
zu finden. Aufgrund der Bemühungen der externen Fachstelle sei es ihr nun jedoch möglich, sich selbständig zu bewer
ben. Weiterführende Massnahmen seien nicht mehr verhältnismässig
. Dass die Stellensuche infolge der COVID19-Pandemie erschwert sei, könne als invalidi
tätsfremder Faktor nicht berücksichtigt werden. Die Rente sei deshalb auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats einzustellen
(S. 2
-4
)
.
Im Laufe des Verfahrens hielt sie ergänzend fest (
Urk.
5),
d
ie Dauer der Arbeits
vermittlung betrage meistens sechs Monate und gelte als angemessen. Auch aus zeitlicher Sicht sei die
Beschwerdeführerin
damit ausreichend unterstützt worden.
Die beruflichen Massnahmen seien zu Recht abgeschlossen worden
,
weshalb kein Anspruch auf
eine Invalidenrente
mehr bestehe.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Einstellung der beruflichen Eingliederungsmassnahmen sei nicht aufgrund von fehlender subjektiver Eingliederungsbereitschaft, sondern aufgrund des ausbleibenden Erfolges erfolgt. Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung sei in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt seien, sondern bestehe bis zur erfolgreichen Eingliederung. Er werde indessen nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips begrenzt. Vorliegend seien keine Hinweise ersichtlich, wonach eine Fortführung der Arbeitsvermittlung angesichts der Umstände als unverhältnismässig zu qualifizieren sei. Dass es zu keinem Arbeitsversuch gekommen sei, liege nicht daran, dass ein Erfolg per se nicht zu erwarten gewesen wäre. Vielmehr seien potenzielle Arbeitgeber infolge der Arbeitssituation mit dem
Coronavirus
einer Einstellung grundsätzlich kritisch gegenübergestanden. In dem Zeitraum, in welchem sie unterstützt worden sei
(10. November 20
20
bis 1
0.
April 202
1
)
, seien infolge des
Lockdowns
gerade diejenigen Betriebe, bei welchen sie allenfalls Anstellungsmöglichkeiten gehabt hätte, geschlossen gewesen. Es könne damit keinesfalls gesagt werden, dass eine
Weiterführung von beruflichen Massnahmen klar aussichtslos wäre
(S. 6-7). Es gelte zu beachten, dass sie seit September 2014 aus dem Erwerbsleben ausge
schieden und mittlerweile 60 Jahre alt sei und einen Invaliditätsgrad von mindestens 30
%
aufweise. Es könne deshalb nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass sie die ihr zumutbare Restarbeits
fähigkeit nun selbständig verwerten könne,
nur
weil ihr geholfen worden sei, das Bewerbungsdossier zu erneuern. Vielmehr sei sie auf ein konkretes Arbeitstraining und/oder einen Arbeitsversuch angewiesen.
Sie habe damit weiterhin Anspruch auf berufliche Eingliederungs
massnahmen und eine Renteneinstell
ung rechtfertige sich nicht (S.
8-9).
3.
3.1
Vorliegend ist spätestens seit der Begutachtung im September 2016 eine 70%ige Arbeits
fähigkeit in der angestammten und im 70 %-Pensum ausgeübten Tätigkeit ausgewiesen (vgl. etwa
Urk.
6/126/15).
Zudem erachtet
en die Gutachter des B._
AG die Beschwerdeführerin auch für eine anderweitige, leichte bis
knapp mit
telschwere Tätigkeit
ohne hoch
repetitive Aussen- und Innenrotationsbewe
gungen in den Schultergelenken, ohne Arbeitstätigkeiten auf oder über Schulterhöhe mit vermehrten Pausen von 2 Stunden über einen 8-Stunden-Tag verteilt (zusätzlich zu einer Pause pro
Halb
tag
am Morgen und Nachmittag und einer Mittagspause von mindestens 30 Minuten) als arbeitsfähig (
Urk.
6/70/14).
3.2
In Bestätigung des Urteils vom 13. August 2019 des hiesigen Gerichts (Prozess-Nr. IV.2019.00188;
Urk.
6/126) verpflichtete das Bundesgericht die
Beschwerde
gegnerin
mit Urteil 8C_648/2019 vom
4.
Juni 2020 (
Urk.
6/132/1-9) zur Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen vor der Rentenaufhebung. Die
Beschwerdegegnerin
schloss daraufhin am 1
2.
November 2020 mit der
Beschwer
deführerin
eine Zielvereinbarung ab (
Urk.
6/162), welche die drei Ziele «Aktuali
sierung Bewerbungsdossier», «Im Rahmen des Assessment > Suchfelder für die Stellensuche definieren, Kundin lernt sich im Internet selbständig zu bewerben» und «Finden eines Arbeitsversuchs» aufführte.
3.3
3.3.1
Die
Beschwerdeführerin
war ab 1997 als
Aushilfe Restaurant/Kantine
und als Büroreinigungskraft tätig (
Urk.
6/7/4). Mit der
C._
AG legte sie
folgende Bereiche
für
die Suche nach
eine
r
geeignete
n
Arbeitsstelle
fest:
Verpackungsindustrie, Schokoladefabrik (Bestücken), Postsortierung, Spitäler (Waschservice, leichte Haushaltsarbeiten),
Gastrobetrieb
im Gesundheitswesen, kalte Küche (
Urk.
6/175/7)
. Sie
bewarb sich insbesondere in Alters- und Pflege
heimen um Stellen in der Hauswirtschaft, Reinigung und Küche beziehungsweise
im Service (
Urk.
6/173). A
m 1
9.
November 2020
kam es
zu einem Probearbeitstag in einer Wäscherei (
Urk.
6/175/8-9)
. E
in
Platz für einen
Arbeitsversuch konnte
hingegen während der für fünf Monate gewährten «
Arbeitsvermittlung Plus
» nicht gefunden werden, weshalb die
Beschwerdegegnerin
die Eingliederungs
massnahmen am 1
2.
Mai 2021 abschloss (
Urk.
6/171)
.
Zwischen den Parteien ist umstritten, ob
von weiteren
B
emühungen
der
Beschwerdegegnerin
keinerlei
Erfolg mehr erwartet werden durfte
beziehungsweise
ob weiterführende Mass
nahmen nicht mehr verhältnismässig waren,
und ob die
Beschwerdegegnerin
die Arbeitsvermittlung deshalb zu Recht einstellte.
3.3.2
Diesbezüglich ist zu
beachten, dass während
rund
vier
von fünf Monaten
und insbesondere während der Zeit vom 1
0.
Januar bis 10. April 2021 (
Urk.
6/169),
während welchen die
C._
AG die
Beschwerdeführerin
bei der Suche nach einem
Durchführungsort für einen
Arbeitsversuch unterstützte
,
die Gastro
nomie aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
von massiven Einschränkungen betroffen war (Schliessung Gastronomiebetriebe vom 22. Dezember 2020 bis 1
8.
April 2021
, vgl. Medienmitteilungen des Bundesamtes für Gesundheit vom 1
8.
Dezember 2020 und vom 1
4.
April 2021,
www.bag.admin.ch
-> Medienmitteilungen, besucht am 1
9.
Mai 2022
)
.
Für e
in
en
Grossteil der für die
Beschwerdeführerin
in Frage kommenden Tätigkeiten
standen entsprechend
nahezu
keine Stellen zur V
erfügung. Aufgrund der Umstände konnte aber auch
bei den anderen potenziellen Arbeitgebern
nicht davon ausgegangen werden, dass sie
ein Interesse daran hatten, einer betr
iebs
fremde
n
, gesundheitlich eingeschränkte
n
und
letztmals im Juni 2012 erwerbs
tätigen
Person
einen Arbeitsversuch zu ermöglichen
.
So
bestätigte
denn auch
die zuständige Fachperson der
C._
AG in ihrem Abschlussbericht vom 1
0.
Mai 2021
, dass aufgrund der gegenwärtigen Situation viele Unternehmen, welche in Frage gekommen wären, nicht gewillt seien, eine «Fremdperson» in das Unternehmen aufzunehmen. Alters- und Pflegeheime sowie die Gastronomie, bei welchen die
Beschwerdeführerin
eine Möglichkeit hätte, seien aufgrund von Schliessungen der Betriebe nicht möglich gewesen
(U
rk.
6/167).
Soweit die
Beschwerdegegnerin
die vorliegend massiv erschwerten Bedingungen, einen Arbeitsversuch zu finden, als invaliditätsfremden Faktor unberücksichtigt lassen will, kann ihr nicht gefolgt werden. Erklärtes Ziel der Arbeitsvermittlung
war das Absolvieren eines Arbeitsversuchs. Im Hinblick auf dieses Ziel sind die konkreten Verhältnisse zu beurteilen und es kann nicht ohne Weiteres und ungeachtet der zum damaligen Zeitpunkt doch aussergewöhnlich
schwierigen
Umstände auf
einen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt werden.
Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände kann aber gerade nicht davon ausgegangen werden, dass
von weiteren Bemühungen seitens der
Beschwerdegegnerin
keinerlei Erfolg mehr erwartet werden darf, vielmehr ist ein solcher nach Aufhebung aller Massnahmen gera
de im Gastgewerbe mit notorischem Personalmangel durchaus denkbar.
Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Intensität der Betreuung, ändert doch auch diese nichts daran, dass vom 1
0.
Januar bis 1
0.
April 2021 aufgrund der Umstände faktisch nahezu keine Möglichkeit bestand, einen
geeigneten Platz für einen
Arbeitsversuch zu
finden
.
Entsprechend ist es auch nicht erforderlich, die Unterstützung aktiver und umfassender zu gestalten, sondern nur, diese zu verlängern.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Arbeits
vermittlung - w
ie bereits dargelegt - in der Regel für die Dauer von sechs Monaten erbracht wird und um eine angemessene Dauer verlängert werden kann, wenn die versicherte Person aufgrund der Umstände im Einzelfall besondere Schwierigkeiten hat, eine Stelle zu finden. Solche Umstände lagen vorliegend offensichtlich vor, weshalb nicht verständlich ist, dass die Beschwerdegegnerin nur während einer Dauer von fünf Monaten Eingliederungsmassnahmen gewährte und keine Verlängerung in Betracht
zog.
3.3.3
Um die Erfolgsaussichten der Eingliederung zu verbessern, ist die Palette der von der zuständigen Fachperson der
C._
AG anvisierten Berufsfelder
jedoch
auszudehnen auf die gesamte Gastronomie und Hotellerie, ist doch nicht einzusehen, weshalb die
Beschwerdeführerin
nur in Küchen von Alters- und Pflegeheimen arbeiten können soll. Die Einschränkung mag zum Zeitpunkt der
Betreuung durch die
C._
AG
gerechtfertigt gewesen sein, da die öffentlich zugänglichen Restaurationsbetriebe
von den Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
besonders betroffen
waren
. Zum heutigen Zeit
punkt ist dies
allerdings
nicht mehr der Fall.
Die
Beschwerdeführerin
war zudem während 15 Jahren für die
Y._
AG
und damit ausserhalb von Alters- und Pflegeheimen
tätig
. Es besteh
t
somit
weiterhin in der gesamten Gastronomie
- und
Hotellerie
branche
Aussicht auf eine erfolgreiche Stellensuche, zumal der Personalmangel längst nicht nur Alters- und Pflegeheime betrifft.
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
schliessen
auch die Sprachprob
leme der
Beschwerde
führe
rin
den
Anspruch auf Arbeitsvermittlung nicht aus, nachdem ein solcher aufgrund gesundhe
itlicher Probleme besteht (vgl.
dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_1
6/2008 vom 2. September 2008 E.
2) und
sie ihre
verhältnismässig geringen Deutschkenntnisse vor ihrer Erkrankung nicht daran gehindert haben, während viele
r
Jahre
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Jedenfalls ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin
nicht aufgrund ihrer Sprach
schwierigkeiten
, sondern aufgrund der
dargelegten
Umstände Absagen auf ihre Bewerbungen erhielt.
3.4
Eine
Weiterführung der
Arbeitsvermittlung erscheint
nach dem Gesagten nicht u
nverhältnismäs
sig.
Die
Beschwerdeführerin
ist jedoch darauf hinzuweisen, dass sie nicht mehr mit einer langanhaltenden Unterstützung rechnen kann, sondern die Eingliederungsmassnahmen nur noch
um eine angemessene Dauer
zu verlän
gern sind.
Die Beschwerdeführerin ist
weiter
darauf hinzuweisen, dass
ihr subjektiver
Eingliederungswille
in Frage gestellt
werden könnte
, sollte sie
ihr zumutbare
Arbeitsversuch
e
(zum entsprechenden Belastungsprofil mit vor allem Einschränkungen bei schulterbelastenden Arbeiten, vgl. E. 3.1)
durch ihr Verhal
ten vereiteln
(vgl.
Urk.
6/70/13,
Urk.
6/167/2 und
Urk.
6/175/9)
.
3.5
Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin damit unter Weiterführung der beruflichen Massnahmen einstweilen weiterhin einen Anspruch auf die laufende ganze Rente, weshalb die angefochtene Verfügung vom
9.
September 2021 (Urk. 2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben ist.
4
.
4
.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4
.2
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Ge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihr eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘
7
00.-- (inkl
. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.