Decision ID: 7ec8eab4-3b34-43c1-ac08-847e004ea915
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1957 geborene A._ meldete sich am 20. September/17. Oktober 2005 zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (Umschulung und Rente) an. Dabei
gab sie an, sie leide seit frühester Kindheit an psychisch-seelischen Problemen (im
Zusammenhang mit anderen Menschen). Sie fühle sich durch Menschen im näheren
Umfeld bedroht, sei absolut teamunfähig und habe Platzangst und Schwellenängste.
Sie habe den Beruf einer Zahnarztassistentin erlernt. In den Jahren 1976 und 1977 sei
sie verheiratet gewesen. Sie sei Mutter eines 1989 [und eines 1982] geborenen Kindes.
Von 1999 bis 2002 habe sie ein Naturärztestudium absolviert. Seit Juli 2004 sei sie
arbeitslos, seit August 2004 bedingt arbeitsunfähig (IV-act. 1). In einem beigelegten
Bericht vom 10. August 2005 an das Sozialamt hatte B._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, erklärt, die Beschwerdeführerin habe sich anfangs
Monat zur neuen Beurteilung ihrer Einsatzfähigkeit für die Projekte der Stiftung X._
bei ihm gemeldet. Wie am 14. September 2004 festgehalten scheine ihm ihre
Arbeitsfähigkeit im allgemein üblichen Beschäftigungsrahmen aus psychischen
Gründen massiv eingeschränkt zu sein. Nach Ablauf eines weiteren Jahres der
Erwerbslosigkeit wolle er eine IV-Anmeldung anregen.
A.b Am 21. November 2005 (Eingangsdatum) liess die Versicherte mitteilen, ihr letztes
Arbeitsverhältnis (Spitex) sei im Juli 2004 im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst
worden.
A.c Im IV-Arztbericht berichtete B._ am 5. Dezember 2005, bei der Versicherten liege
eine Persönlichkeitsstörung ängstlich-schizoider Ausprägung vor. Sie sei in
traumatisierenden familiären Verhältnissen aufgewachsen. 1974 sei sie in eine
psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Auf ihrem Beruf habe sie nur ein Jahr
gearbeitet. Danach habe sie bis zu ihrer Fürsorgeabhängigkeit 1991 mit Unterbrüchen
als Disponentin/Telefonistin, als Betriebsassistentin in einem Spielsalon und als
Tankstellenaufsicht gearbeitet. Sie habe die Abschlussprüfung der Ausbildung zur
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Naturheilärztin (im mündlichen Teil) nicht bestanden und die kantonale Approbation
nicht erhalten. Im Jahr 2004 habe sie während acht Monaten bei einer privaten
Spitexunternehmung in der Einzelbetreuung zweier Pflegebedürftiger gearbeitet
(Maximalpensum einschliesslich Wegzeit 50 %). Die Beschäftigung sei beendet
worden, weil nicht mehr genügend Interessenten für diese Dienstleistung vorhanden
gewesen seien. Psychopathologisch sei von einer ängstlichen, reizbaren Affektivität zu
reden, geprägt von Schuldgefühlen, Insuffizienzideen und innerer Unruhe. Ihre
Psychomotorik sei als motorisch unruhig, tendenziell manieriert-bizarr zu bezeichnen.
Festzustellen seien der soziale Rückzug und die subjektive, nicht in Frage gestellte
Gewissheit, dass zwischenmenschliche Kontakte von Schwierigkeiten begleitet seien.
Die Versicherte empfinde ihren Zustand weniger als Krankheit denn als Schicksal;
bisher habe deshalb auch keine Behandlung stattgefunden. Sie habe ihn seit 2004
lediglich zur Erstellung von ärztlichen Zeugnissen aufgesucht, welche das Sozialamt
verlangt habe. Dieses erwarte nun, dass sie sich mindestens in der Stiftung X._ um
einen Einsatz bemühe, was ihr völlig unmöglich erscheine. Vom Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) sei sie nach nur zwei Monaten als nicht vermittelbar
bei der IV angemeldet worden. Die gesundheitliche Störung wirke sich auf die bisherige
Tätigkeit (in der Spitexinstitution) insofern aus, als die Belastbarkeit und die
Zumutbarkeit deutlich eingeschränkt seien. Eine Einzelbetreuung Spitexbedürftiger sei
maximal an ca. vier Stunden pro Tag (bei eingeschränkter Kontaktfähigkeit) zumutbar.
Andere Tätigkeiten seien der Versicherten theoretisch zumutbar, und zwar Arbeiten in
geschütztem Rahmen (d.h. ohne Leistungsdruck und vor allem nicht in einem Umfeld,
welches ihr Misstrauen und ihre Insuffizienzgefühle fördere) primär wahrscheinlich an
maximal vier Stunden pro Tag (IV-act. 23).
A.d Am 8. Februar 2006 hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der
Invalidenversicherung (Dr. med. C._) dafür, nach dem Bericht von B._ sei ein
Gesundheitsschaden ausgewiesen, der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit
mindestens 1991 zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geführt habe. Unklar
bleibe, ob die Arbeitsfähigkeit von 50 % auf dem freien Arbeitsmarkt verwertbar sei.
Zur Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei die Qualifikation nötig.
Gegebenenfalls sei eine Abklärung an Ort und Stelle durchzuführen, danach seien
wahrscheinlich weitere medizinische Abklärungen nötig (IV-act. 25).
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A.e Am 5. Mai 2006 füllte die Versicherte als Grundlage für eine geplante
Haushaltabklärung einen Fragebogen zu ihrer Tätigkeit aus. Am 13. Juni 2006 wurde
die Abklärung im Haushalt durchgeführt. Dabei gab die Versicherte gemäss dem
Bericht an, sie würde im Gesundheitsfall zu 70 % erwerbstätig sein. Es wurde eine
Einschränkung um 6.24 % ermittelt, da die Versicherte bei der Betreuung der vielen
Haustiere ihrer Rückenbeschwerden wegen auf die Hilfe ihrer Töchter angewiesen sei.
Dass sie die Wohnungspflege wegen des Rückens nur in Etappen erledige, führte nicht
zur Berücksichtigung einer prozentualen Einschränkung. Die Versicherte vermerkte, im
Haushalt fühle sie sich sicher und könne auch weitgehend alles selber erledigen. Die
Probleme, die sich zuweilen auch psychosomatisch auswirkten, kämen aber, sobald
sie das Haus verlassen müsse und sich in Gesellschaft begebe (IV-act. 30).
A.f Auf Vorschlag des RAD (Dr. med. D._) veranlasste die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine psychiatrische
Begutachtung. Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
diagnostizierte bei der Versicherten gemäss seinem Gutachten vom 28. März 2007 eine
schizoide Persönlichkeitsstörung. Während der Begutachtung habe sie wenig
affektiven Rapport gezeigt, sei emotional kaum spürbar gewesen und habe ihm
gegenüber misstrauisch gewirkt. Es zeige sich bei ihr seit der Jugend ein sehr
eigensinniges, unflexibles Verhalten mit deutlicher Tendenz zu sozialem Rückzug und
mit Schwierigkeiten, sich unterzuordnen. Die demonstrative Darstellung ihrer
Eigensinnigkeit sei nicht typisch für eine schwere, sondern eher für eine mittelschwere
Störung. Die Versicherte sei in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Sie habe grosse
Schwierigkeiten, sich in Beziehungen und Strukturen einzufügen, einzubringen und zu
kommunizieren. Sie sei wenig initiativ und gleichgültig, ihre Belastbarkeit sei
beschränkt. Sie benötige ein Umfeld, das mit ihrer Störung umgehen könne und es
akzeptiere. Ihre bisherige Tätigkeit sei ihr während ca. vier Stunden pro Tag zumutbar,
eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe dabei nicht. Die Arbeitsunfähigkeit von
50 % bestehe seit ca. Januar 2006. Auch andere Tätigkeiten seien der Versicherten im
selben Ausmass zumutbar, nämlich alle solchen, die selbständig ausgeübt werden
könnten. Die Interessen der Versicherten lägen interessanterweise vor allem in der
Fürsorge Menschen und Tieren gegenüber. Aufgrund ihrer bisherigen beruflichen
Erfahrungen, ihrer Fähigkeiten und ihres Lebensalters sei ihr eine Arbeitsleistung in der
freien Wirtschaft zumutbar. Im Haushalt bestehe bekanntlich keine Einschränkung.
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"Wiedereingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit" seien nicht
durchführbar. Medizinische Massnahmen (etwa zur Verbesserung der sozialen
Kompetenz) wären sinnvoll, doch sei die Versicherte dazu zurzeit kaum motiviert und
wäre davon keine Heilung der Störung zu erwarten (IV-act. 36).
A.g Eine Woche nach der Begutachtung hatte die Versicherte der IV-Stelle telefonisch
mitgeteilt, sie sei mit dem Ablauf der psychiatrischen Abklärung nicht zufrieden. Sie
habe sich nicht aussprechen und ihre Situation nicht schildern können und habe das
Gefühl, abgefertigt worden zu sein. Die Abklärung habe lediglich 40 Minuten gedauert
(IV-act. 35).
A.h Nach einer Stellungnahme des RAD stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
der Versicherten mit zwei Vorbescheiden vom 1. Juni 2007 die Abweisung des
Leistungsbegehrens um Zusprechung von beruflichen Massnahmen und einer Rente in
Aussicht, da sie sich nicht in der Lage fühle, einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit in
der freien Wirtschaft nachzugehen und ein Invaliditätsgrad von 21.9 % nach
gemischter Methode vorliege (IV-act. 41 ff.).
A.i Die Versicherte beantragte in ihrem am 13. Juni 2007 zu Protokoll erklärten Einwand
die Ausrichtung einer Rente. Sie sei mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von
50 % nicht einverstanden. Sie fühle sich nicht in der Lage, eine ausserhäusliche
Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und Heimarbeitsstellen seien rar. Seit 20 Jahren lebe
sie völlig isoliert und meide die Mitmenschen. Sie leide, sobald sie sich in die
Öffentlichkeit begeben müsse, an Herzklopfen, Kaltschweiss und
Konzentrationsstörungen. Ausserdem bestünden Rückenschmerzen, ein Reizdarm und
eine Schrumpfniere. Hausarzt sei Dr. med. F._, dessen Nachfolger Dr. med. G._ sei
(IV-act. 45).
A.j Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle holte daraufhin am 13. Juni 2007 einen
Arztbericht von Dr. G._, Facharzt für Innere Medizin FMH, ein. Der Arzt berichtete am
14. September 2007, in den Akten von Dr. F._ seien keine Angaben vorhanden. Die
Versicherte stehe bei ihm selber nicht in Behandlung, doch habe er sie am 18. Juli
2007 untersucht. Es liege als Hauptdiagnose eine Angststörung vor. Ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit seien eine leichte rechtskonvexe Torsionsskoliose und
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lumbosacrale Hyperlordose, eine initiale Osteochondrose L3/4, L4/5 und L5/S1, eine
leichte Spondylose L3/4 und L4/5, eine geringe Spondylarthrose L4/5 und L5/S1; eine
rezidivierende "HWI"; eine Doppel-Niere links mit normal aussehender cranialer und
geschrumpfter caudaler Anlage. Aus internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit. Hingegen sei eine psychiatrische Beurteilung zu empfehlen (IV-act.
53).
A.k Der RAD (Dr. C._) erklärte am 8. Oktober 2007, mit dem Arztbericht von Dr. G._
werde kein neuer Gesichtspunkt beschrieben, der eine Verschlechterung begründen
könnte (IV-act. 57).
A.l Mit Verfügung vom 9. Oktober 2007 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen das Rentengesuch der Versicherten bei einem nach der
gemischten Methode errechneten Invaliditätsgrad von 21.9 % ab. Es sei medizinisch
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgewiesen, womit sich bei einem Valideneinkommen
von Fr. 33'625.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 24'018.-- im erwerblichen
Bereich eine Einschränkung von 28.6 % und gewichtet mit 0.7 ein Teilinvaliditätsgrad
von 20 % ergebe. Im Haushalt machten die Einschränkung 6.2 % und der
Teilinvaliditätsgrad 1.9 % aus (IV-act. 59). Ebenfalls am 9. Oktober 2007 verneinte die
IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen, da sie sich trotz
einer Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht in der Lage fühle, einer ausserhäuslichen Tätigkeit
in der freien Wirtschaft nachzugehen. Daher könne keine Erfolg versprechende
Unterstützung bei der Stellensuche angeboten werden (IV-act. 58).
B.
Gegen die Rentenverfügung vom 9. Oktober 2007 richtet sich die von Rechtsanwalt
lic. iur. Rainer Niedermann für die Betroffene am 8. November 2007 erhobene
Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und es der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2004 eine
ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auszurichten;
eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Überdies sei der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Das Gutachten
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von Dr. E._ sei lückenhaft, nicht schlüssig und widersprüchlich. So sei die berufliche
Anamnese, der im Hinblick auf die Methodenwahl bei der Invaliditätsbemessung eine
tragende Rolle zukomme, unvollständig und biete daher eine ungenügende Grundlage
für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit. Dass die Beschwerdeführerin bis zur Geburt
des zweiten Kindes immer zu 100 % gearbeitet habe, sei unbeachtet geblieben.
Verschwiegen werde, dass mehrere Arbeitsversuche (nicht zuletzt im geschützten
Rahmen der Stiftung X._) wegen den festgestellten gesundheitlichen Beschwerden
gescheitert seien. Die Auffassungen von Dr. E._ und von B._ zur Belastbarkeit und
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt stünden sich
diametral gegenüber, doch setze sich der Gutachter mit den ernsthaften Einwänden
nicht auseinander. Nach gutachterlicher Auffassung sollte die Arbeitsleistung der
Beschwerdeführerin in Anbetracht ihrer bisherigen beruflichen Erfahrung, der
Fähigkeiten und des Lebensalters in der freien Wirtschaft verwertbar sein. Es mute aber
merkwürdig an, einerseits eine tief gehende schizoide Persönlichkeitsstörung seit der
Jugend zu attestieren, die eine Integration ins Gesellschafts- und Arbeitsleben sehr
stark beeinträchtige, und sich anderseits von einem genügend grossen Druck durch die
Behörden einen Wiedereintritt in die Arbeitswelt zu versprechen. Die gescheiterten
Arbeitsversuche bestätigten, dass der Druck nichts genützt habe bzw. sogar
kontraproduktiv gewesen sei. Das Scheitern an der mündlichen Prüfung nach der
Ausbildung zur Naturheilärztin sei bei der Störung geradezu programmiert gewesen.
Wenn der Gutachter aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin als
Pflegebetreuerin bei einer privaten Spitex gearbeitet habe, schliesse, es sei ihr eine
Arbeitsleistung von 50 % in der freien Wirtschaft zumutbar, sei das alles andere als
schlüssig, habe sie doch während der vollen Arbeitszeit von 100 % lediglich 20 %
tatsächlich gearbeitet. Die Berichte von B._ seien grundsätzlich gleichrangig wie das
Gutachten, sei er doch nicht der behandelnde Arzt. Seine Begründung sei schlüssig.
Das Gutachten setze den Beginn der Arbeitsunfähigkeit in Abweichung von B._ und
vom RAD auf Januar 2006 fest. Die Begründung hierfür sei widersprüchlich, sei doch
nicht erklärt, weshalb die seit der Jugend bestehende Störung (das tiefgreifende, wenig
veränderbare Verhaltensmuster) mit der angeblichen Öffnung der Familiensituation zur
Arbeitsunfähigkeit geführt haben solle. Abzustellen sei auf die schlüssigen Angaben
von B._, wonach die Beschwerdeführerin seit 1991 in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei und ihr eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem freien
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Arbeitsmarkt nicht mehr zumutbar sei. Die im Haushaltabklärungsbericht
wiedergegebenen Angaben der Beschwerdeführerin beruhten auf einem
Missverständnis. Die Beschwerdeführerin habe offensichtlich verstanden, die Frage
habe gelautet, wie sie ihre Arbeit aktuell, d.h. mit den festgestellten Beschwerden,
aufteilen würde. Dass sie sich nur eine Erwerbstätigkeit von 70 % vorstellen könne und
die restliche Zeit für sich brauche, sei angesichts ihrer Störung und des damit
verbundenen Rückzugs erklärbar. Das hypothetische Denken sei der
Beschwerdeführerin völlig fern gewesen, da sie die psychischen Beschwerden seit der
Jugend bzw. seit 1991 habe. Es sei nicht ersichtlich, in welchem Kontext die Angaben
gemacht worden seien und ob etwa der geplante Wiedereintritt ins Berufsleben als
Naturärztin zur Sprache gekommen sei. Aufgrund der Erwerbsbiografie sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung gegenwärtig zu 100 % erwerbstätig wäre. Bis
zu Beginn der Persönlichkeitsstörung im Jahr 1991 habe sie immer zu 100 %
gearbeitet. Sie habe sich, als die Kinder 15 und 8 Jahre alt gewesen seien (somit 1997),
eine Stelle im Umfang von 60 % gesucht und sich beim RAV gemeldet. Mit der
Erlangung der kantonalen Approbation als Naturärztin wäre nicht nur ein höherer
Verdienst, sondern auch bald (spätestens zum Zeitpunkt der Haushaltabklärung) ein
Vollzeitpensum beabsichtigt gewesen. Anzuwenden sei der Einkommensvergleich. Da
die Arbeitsfähigkeit nicht mehr auf dem freien Arbeitsmarkt realisierbar sei, betrage der
Invaliditätsgrad 100 %. Selbst wenn – was bestritten werde – von der Zumutbarkeit
einer Tätigkeit von 50 % auf dem Arbeitsmarkt auszugehen wäre, wäre bei der
Festsetzung des hypothetischen Valideneinkommens nicht auf den statistischen Wert
für Hilfsarbeit, sondern aufgrund des beruflichen Hintergrunds der Beschwerdeführerin
auf den Tabellenwert für Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen im Betrag von
Fr. 72'180.-- (2004) abzustellen. Da keine präzisen Angaben über die Einschränkungen
und eine allfällige leidensadaptierte Tätigkeit vorhanden seien, könnten beim
Invalideneinkommen die statistischen Werte nicht herangezogen werden. Tue man das
trotzdem, so ergebe sich ein Einkommen von höchstens Fr. 22'392.-- und davon sei
ein Abzug von mindestens 20 % zuzugestehen, weil die Beschwerdeführerin wegen
der Schwierigkeit, sich in eine Arbeitsorganisation einzufügen, ihres Alters und der über
zehnjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und der Fürsorgeabhängigkeit mit
Lohnnachteilen rechnen müsse. Der Invaliditätsgrad betrage bei diesen Annahmen
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75 %. Ab Oktober 2004 bestehe daher Anspruch auf eine ganze Rente. In dem
beigelegten Arztzeugnis vom 19. September 2007 zuhanden des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin hatte B._ erklärt, die Beschwerdeführerin sei als Zahnarztgehilfin
und als Altenpflegerin voll arbeitsunfähig. Aus der aktuell vorhandenen
Leistungsfähigkeit und dem subjektiven Wunsch nach Arbeitsfähigkeit könne nicht eine
realistische Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt abgeleitet werden. Unklar sei,
ob die Beschwerdeführerin einem Arbeitgeber zumutbar sei und ob sie den
Anforderungen entsprechen könne. Die Annahme von 70 oder auch nur 50 %
Erwerbsfähigkeit entspringe eher einem Wunschdenken als realen Fakten. Die
quantitative Einschränkung sei nicht unbestritten, nach seiner Auffassung aber so
gravierend, dass die Verweigerung von IV-Leistungen ihm merkwürdig erscheine.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 3. Januar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin berufe sich zu Unrecht auf die
gescheiterten Arbeitsversuche, denn die Arbeitsfähigkeit werde nicht dadurch
bestimmt. Sie sei nicht bis Februar 1989 voll erwerbstätig gewesen, sondern habe
1988 (nebst einem Einkommen von Fr. 7'547.--) und 1989 Arbeitslosenentschädigung
bezogen. Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei aber unerheblich, in welchem
Ausmass die Beschwerdeführerin früher gearbeitet habe, weshalb Dr. E._ sich damit
nicht habe auseinandersetzen müssen. B._ habe der Beschwerdeführerin nicht seit
1991 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen
Gründen für einen mehr als 15 Jahre zurückliegenden Zeitraum zu bestimmen, sei nicht
möglich. Die Aussagen des Gutachtens seien schlüssig. Da keine erheblichen psycho-
pathologischen Befunde vorlägen, sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft überhaupt nicht mehr arbeitsfähig sein
sollte. Nach überzeugender Schilderung vergrössere der mit der Ablösung ihrer Tochter
verbundene Verlust die Problematik der Persönlichkeitsstörung. B._ dagegen
übersehe, dass erwartet werde, dass eine versicherte Person mit aller Willenskraft
gegen die psychischen Beschwerden ankämpfe, und der Massstab also streng sei.
Indem sie von 1999 bis 2003 eine Ausbildung zur Naturärztin absolviert habe, habe die
Beschwerdeführerin gezeigt, dass sie über Ressourcen verfüge, die für die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit nötig seien. Dass sie bei der mündlichen Prüfung zweimal
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gescheitert sei, lasse nicht auf eine volle Arbeitsunfähigkeit schliessen. Die klinischen
Ergebnisse differierten im Übrigen nicht stark. Unterschiedlich sei nur die Beurteilung
der zumutbaren Belastbarkeit. Weil Dr. E._ die Beschwerdeführerin gründlich
untersucht und die Anamnese ausführlich berücksichtigt habe und weil die Begründung
für die Arbeitsfähigkeitsschätzung einleuchte, sei auf das Gutachten abzustellen. In
Frage kämen praktisch sämtliche Hilfstätigkeiten. Die Beschwerdeführerin habe
angegeben, sie würde ohne Behinderung zu 70 % arbeiten, weil sie noch etwas Zeit für
sich haben wolle. Hierauf sei abzustellen. Da keine eindeutigen Gegenindizien
bestünden, könne von dieser Aussage der ersten Stunde nicht abgewichen werden.
Obwohl die jüngere Tochter im Jahr 2000 bereits elfjährig gewesen sei, habe die
Beschwerdeführerin damals gemäss IK nicht gearbeitet, ebenso wenig in den Jahren
2001 bis 2003 (ausser November und Dezember 2003). Im Jahr 2004 habe sie ein
Einkommen von lediglich Fr. 4'944.-- aufgewiesen. Die Beschwerdeführerin habe
demnach keine Arbeit im Ausmass ihrer damals praktisch noch vollen Arbeitsfähigkeit
nachgefragt. Schon allein deswegen sei nicht plausibel, dass sie voll erwerbstätig wäre.
Den Anteil auf 70 % festzusetzen, sei schon wohlwollend. Das Valideneinkommen sei
abstrakt, d.h. nach den Tabellenlöhnen, und zwar des Niveaus 4, auf Fr. 34'010.-- bei
70 % festzulegen. Auf dem geltend gemachten Beruf der Zahnarztassistentin habe sie
seit 1979 nicht mehr gearbeitet und einen Abschluss als Naturärztin besitze sie nicht.
Auch das Invalideneinkommen sei nach den Tabellen zu berechnen. Hilfstätigkeiten
seien ideal, weil sie nach kurzem bereits autonom erledigt werden könnten und sich
der Koordinationsbedarf mit anderen Personen in Grenzen halte. Ein sogenannter
Leidensabzug komme nur in Betracht, wenn eine Person nur noch leichte
Hilfstätigkeiten ausüben könne. Auch ein Teilzeitabzug sei nicht geschuldet. Das
Invalideneinkommen betrage somit Fr. 24'292.-- und der Invaliditätsgrad 29 %, bei
einem Anteil von 70 % gewichtet ein Teilinvaliditätsgrad von 20 %. Zusammen mit dem
Haushaltteil liege der Gesamtinvaliditätsgrad bei 22 %.
D.
Am 7. Januar 2008 hat die Gerichtsleitung das Gesuch der Beschwerdeführerin um
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten; Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) bewilligt.
E.
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Mit Replik vom 28. März 2008 lässt die Beschwerdeführerin daran festhalten, dass der
Gutachter die konkrete beruflich-erwerbliche Situation der Beschwerdeführerin hätte
mitberücksichtigen müssen, um die Arbeitsfähigkeit verlässlich zu beurteilen. Von 1978
bis 1989 habe sie stets zu 100 % gearbeitet. Das wäre für das Gutachten sehr wohl
von grosser Bedeutung gewesen. Der Gutachter hätte ausserdem zwingend zur
Auffassung des RAD (Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
seit 1991) Stellung nehmen müssen. Die Beschwerdegegnerin halte wegen nicht
Vorhandenseins von erheblichen psycho-pathologischen Befunden für nicht
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin in der freien Wirtschaft überhaupt nicht
mehr arbeitsfähig sein solle, während sich diese medizinische Beurteilung aber im
Gutachten nirgends finde. Die zentrale Frage der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
von 50 % in der freien Wirtschaft bleibe vom Gutachten unbeantwortet. Der
Widerspruch in den Beurteilungen bezüglich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit werde
im Gutachten nicht einmal angesprochen. Wenn die Beschwerdegegnerin die
absolvierte Ausbildung als Beweis für die Willenskraft der Beschwerdeführer betrachte,
überzeuge dies nicht, da sie ja mit dem Gutachter von einem Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit im Januar 2006 ausgehe. Die Ausbildung sei nebenberuflich erfolgt;
die Beschwerdeführerin sei damals arbeitslos gewesen. Ob sie zur Erwerbstätigkeit
fähig gewesen wäre, sei fraglich. Die Begutachtung sei mit rund 40 Minuten Dauer zu
knapp ausgefallen, was sich auch in den Mängeln des Gutachtens manifestiere. Die
Berichte von B._ seien klar vorzuziehen, da sie auf mehreren Beurteilungen aus
einem längeren Zeitraum beruhten. Dass der Arzt parteiisch sei, sei zurückzuweisen. Er
habe die Beschwerdeführerin nie behandelt. Bei der Wiedergabe der Angaben der
Beschwerdeführerin im Abklärungsbericht handle es sich um das Protokoll des
Ergebnisses eines längeren Gesprächs, in welchem die entscheidende Frage nicht
beantwortet worden sei. Die Beschwerdeführerin halte die zahlreichen Tiere wegen
ihrer Krankheit. Wäre sie gesund, hätte sie diese nicht und könnte zu 100 %
ausserhäuslich tätig sein. Das sei früher so der Fall gewesen. Das zeige, dass die
Beschwerdeführerin die Frage ausgehend von einem falschen Referenzpunkt
beantwortet habe. Die Beschwerdegegnerin habe bezüglich der Berufsausbildungen
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Es würden die Belege eingereicht. Beim
Valideneinkommen sei somit von einem Tabellenlohn auszugehen, der Berufs- und
Fachkenntnisse voraussetzte. Dass die Beschwerdeführerin noch körperlich schwere
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Arbeiten ausüben könne, wie die Beschwerdegegnerin annehme, sei zu bezweifeln.
Dass sie somatisch nicht eingeschränkt sei, finde in den Akten keine Stütze. Dr. G._
habe lumbale Schmerzen und eine Doppel- bzw. Schrumpfniere links diagnostiziert.
Gemäss dem Haushaltabklärungsbericht liessen die Einschränkungen infolge der
Rückenbeschwerden nur noch leichte Tätigkeiten zu. B._ hatte in der Stellungnahme
vom 27. Februar 2008 unter anderem dargelegt, dass er - trotz Skepsis betreffend die
Umsetzbarkeit - der Beschwerdeführerin im Dezember 2005 eine theoretische, täglich
maximal vierstündige Arbeitsfähigkeit bescheinigt habe, habe nur zu einer Abklärung im
Januar 2007, aber nicht zu praktischen Wiedereingliederungsmassnahmen geführt. Der
widersprüchliche Verlauf der IV-Abklärungen sei Ausdruck der Krankheit der
Beschwerdeführerin.
F.
Am 4. April 2008 hat die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet.
G.
Am 21. April 2008 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Honorarnote
(über einen Betrag von Fr. 5'795.20) eingereicht.
H.
Im Instruktionsverfahren ersuchte die Gerichtsleitung das RAV am 6. Februar 2009 um
Auskunft, weshalb bei der Beschwerdeführerin nach der Aktenlage zwei Monate nach
der Anmeldung die Vermittlungsfähigkeit verneint worden sei. Daraufhin berichtete das
Amt für Arbeit des Kantons St. Gallen am 18. Februar 2009, die Akten der
Personalberatung im RAV seien - da seit der Abmeldung der Beschwerdeführerin von
der Arbeitsvermittlung am 20. Januar 2005 bereits mehr als die hierfür üblichen drei
Jahre verstrichen seien - vernichtet worden. Die Abmeldung sei gemäss einer
anderweitig noch vorhandenen Aktennotiz ohne formelle Überprüfung der
Vermittlungsfähigkeit erfolgt. Nach Angaben der Arbeitslosenkasse sei im Jahr 2003
bereits eine Anmeldung erfolgt, aber mangels Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen
keine Rahmenfrist eröffnet worden. Am 20. Februar 2009 ergänzte das Amt für Arbeit,
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gemäss den Akten der Arbeitslosenkasse sei die Leistungsablehnung erfolgt, weil die
Mindestbeitragszeit nicht erfüllt gewesen sei. In den aus der Zeit vom 7. April bis
26. August 2003 stammenden Akten gebe es keine Unterlagen zur gesundheitlichen
Verfassung der Beschwerdeführerin. Weder auf den Formularen "Angaben der
versicherten Person" noch im Antragsformular sei eine gesundheitliche Einschränkung
thematisiert worden. Das Sozialamt berichtete der Gerichtsleitung auf Anfrage am
20. Februar 2009, über den Einsatz der Beschwerdeführerin bei der Stiftung X._
seien nur wenige Notizen vorhanden. Nicht festgehalten sei darin, wie lange der Einsatz
gedauert habe und was der Grund für den Abbruch der Tätigkeit gewesen sei. Am
10. November 2003 habe die Beschwerdeführerin einen (beigelegten) Vertragsentwurf
für eine Arbeit beim H._-Team vorgezeigt, worauf die Sachbearbeiterin ihr geraten
habe, die Arbeit anzunehmen. Ihre Arbeit dort sei beendet worden, nachdem der von
ihr betreute Patient gestürzt sei und deswegen ins Pflegeheim habe eintreten müssen.
Sie sei zwar bei der Spitex angemeldet geblieben, doch seien ihr keine Patienten mehr
zugeteilt worden. Daraufhin habe sie sich wieder beim RAV gemeldet. Am 20. Januar
2005 sei dem Sozialamt mitgeteilt worden, eine Vermittlung über das RAV mache
keinen Sinn. Es sei vereinbart worden, dass die Beschwerdeführerin die
Arbeitsbemühungsnachweise dem Sozialamt melde. Aufgrund der vielen Absagen des
RAV, der Aussagen der Beschwerdeführerin und des (beigelegten) psychiatrischen
Gutachtens sei die Mitarbeiterin des Sozialamtes zum Schluss gelangt, die
Beschwerdeführerin sei arbeitsunfähig und müsse eine Invalidenrente beziehen. In dem
beigelegten ärztlichen Zeugnis vom 14. September 2004 hatte B._ erklärt, aus
psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sei es nicht indiziert, die
Beschwerdeführerin in einen Beschäftigungsrahmen zu vermitteln, der sie infolge der
Ansprüche an Selbstsicherheit, Kommunikation und Anpassungsfähigkeit überfordere.
Sie habe ihre Leistungen als Einzelkämpferin erbracht. Eine Teilzeit-Beschäftigung in
angepasstem Rahmen (nicht im Gruppenverband) sei anzustreben.

Considerations:
Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 9. Oktober 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
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1.2 Angefochten worden ist die Rentenverfügung, nicht dagegen die Verfügung
betreffend Eingliederungsmassnahmen. Die Beschwerdeführerin lässt einzig
Rentenleistungen beantragen. Strittig ist daher der Rentenanspruch. Ergäbe sich
allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe
Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Versicherte Personen
mit vollendetem 20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die vor der Beeinträchtigung ihrer
körperlichen oder geistigen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als
invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
betätigen (vgl. auch Art. 28 Abs. 2 IVG; spezifische Methode, namentlich für im
Haushalt tätige versicherte Personen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie
bis
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daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig, so wird die
Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind
die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im andern Aufgabenbereich
festzulegen und es ist der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 IVV; gemischte Methode).
3.
3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als
Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung einer andern Methode führt
-, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte,
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Abgestellt wird nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Beurteilung des Status - einzig - auf den
Beweis der hypothetischen Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00), ohne die
Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten (vgl. aber Art. 5 Abs. 1 IVG und
Art. 8 Abs. 3 ATSG; hierzu Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in
Beruf und Haushalt in der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: René
Schaffhauser/Franz Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003,
S. 343 f.). Massgeblich sind die gesamten (persönlichen, familiären, sozialen und
erwerblichen) Umstände (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S R.
vom 24. Juli 2006, I 116/06). Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im
Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre Vorstellungen und Pläne
zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 20. Juni 2003, I 635/02). Von
Bedeutung sind vor allem auch die Sicherstellung der Kinderbetreuung und die
Verdienstverhältnisse (I 715/00). Die konkrete Situation und die Vorbringen der
Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen
(I 116/06). Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer
ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit
eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit)
eingetreten ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche
Hypothese nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist anderseits meist
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bereits durch die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung bei der
Beschwerdeführerin nach der gemischten Methode mit einer Aufteilung in 70 %
Erwerbs- und 30 % Haushaltarbeit vorgenommen und erachtet diese Aufteilung als
wohlwollend. Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, sie sei als Vollerwerbstätige zu
betrachten. Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die Aussagen der
Beschwerdeführerin, wie sie im Abklärungsbericht festgehalten worden sind. Dort
heisst es unter dem Titel "Beginn und Ausmass der Beschwerden": "Ihre beiden
Töchter seien jetzt erwachsen. Sie würde heute aber nicht zu 100 % arbeiten. Sie
würde zu einem Pensum von 70 % arbeiten. Sie wolle noch etwas Zeit für sich haben."
Unter der Frage hingegen, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt
würde, wurde festgehalten: Die Beschwerdeführerin "ist auf sich alleine gestellt. Ohne
Gesundheitsschaden wäre sie heute zu 70 % ausserhäuslich erwerbstätig". Dem
Kontext nach zu schliessen wurden an der ersten Stelle Aussagen der
Beschwerdeführerin wiedergegeben, welche sie nicht auf entsprechende spezifische
Frage hin gemacht hat. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass die Angaben
spontan und ohne Einfluss versicherungsrechtlicher Überlegungen gemacht wurden,
was für deren Beweiswert spricht. Anderseits ist aber nicht klar, welche Vorstellungen
der Beschwerdeführerin die Angaben bestimmten. Die Beschwerdeführerin hat nach
der Formulierung einen hypothetischen Sachverhalt beschrieben. Dass sie sich dabei
aber eine Lebenssituation ohne ihre - seit Langem bestehenden - psychischen
Schwierigkeiten vorstellen und von diesen seit jeher erlebten Gegebenheiten
abstrahieren konnte, erscheint mehr als fraglich. Vielmehr muss angenommen werden,
dass ihr eine realistische Einschätzung der (erwerblichen) Lebensumstände ohne
gesundheitliche Störung nicht möglich war. Die Abklärungsbeauftragte wendet ein, die
Beschwerdeführerin habe die Frage richtig verstanden und zudem logisch und
verstandesmässig klar begründet, weshalb sie im Gesundheitsfall nicht zu 100 %
erwerbstätig wäre, nämlich weil eine Erwerbstätigkeit diesen Ausmasses neben der
Versorgung ihrer so vielen Haustiere gar keinen Platz hätte. Indessen ist die Haltung
vieler Haustiere als ein Umstand zu betrachten, der zur tatsächlichen Lebenssituation
der Beschwerdeführerin als gesundheitlich Beeinträchtigte gehört, in welcher sie
nämlich die verfügbare Zeit aus der fehlenden ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit für
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den mit der Tierpflege verbundenen Aufwand einsetzte. Ihre Argumentation zeigt somit,
dass sie sich von ihren tatsächlich gewachsenen Lebensverhältnissen nicht in der
erforderlichen Weise lösen und die gesundheitlichen Einschränkungen nicht
ausblenden konnte. Für eine weitreichende Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall spricht
vorliegend anderseits, dass die Beschwerdeführerin geschieden und finanziell auf ein
Einkommen angewiesen ist. Ihre Töchter waren bei Verfügungserlass beide volljährig
und nicht mehr auf Betreuung angewiesen. Es ist daher kein Grund ersichtlich, welcher
eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit, wie sie in solchen Verhältnissen wohl üblich wäre,
verhindern würde. Es rechtfertigt sich somit, die Invalidität der Beschwerdeführerin
nach der Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen.
4.
4.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
4.2 Der Gutachter diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine mittelschwere
schizoide Persönlichkeitsstörung, B._ (am 5. Dezember 2005) eine
Persönlichkeitsstörung ängstlich-schizoider Ausprägung. Beide medizinischen
Fachpersonen beschreiben bei ihr auch übereinstimmend eine eingeschränkte
Kontaktfähigkeit (bzw. Schwierigkeiten, sich in Beziehungen und Strukturen
einzubringen oder sich unterzuordnen), einen sozialen Rückzug, ein misstrauisches,
manieriertes Verhalten und eine eingeschränkte Belastbarkeit. Beide Fachärzte der
Psychiatrie attestieren der Beschwerdeführerin denn auch eine erheblich
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter benennt sie mit 50 % (oder ca. vier
Stunden pro Tag, für die bisherige und andere Tätigkeiten). B._ erklärte am
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5. Dezember 2005, die Einzelbetreuung Spitexbedürftiger sei der Beschwerdeführerin
bei eingeschränkter Kontaktfähigkeit an maximal ca. vier Stunden täglich zumutbar,
andere Tätigkeiten wahrscheinlich ebenfalls, und zwar primär im gleichen Ausmass.
4.3 Übereinstimmung herrscht angesichts der einheitlich beschriebenen Befunde auch
in Bezug auf die Beschreibung einer angepassten Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin
benötigt gemäss dem Gutachter ein Umfeld, das mit ihrer Störung umgehen kann und
sie akzeptiere. Angepasst sei demnach eine Tätigkeit, die sie selbständig ausüben
könne (d.h. wo die Schwierigkeit zu Kommunikation, Unterordnung und Anpassung
weniger zum Tragen kommt). B._ erklärt, es müsse sich um Arbeiten handeln ohne
Leistungsdruck und in einem Umfeld, welches nicht das Misstrauen und die
Insuffizienzgefühle fördere. B._ verwendet für ein solches Umfeld nun aber den
Begriff des geschützten Rahmens. Am 14. September 2004 hatte der Arzt angegeben,
die Beschwerdeführerin sollte nicht in einen Beschäftigungsrahmen vermittelt werden,
der zu einer Überforderung betreffend Selbstsicherheit, Kommunikation und
Anpassungsfähigkeit führe. Eine Teilzeit-Beschäftigung in angepasstem Rahmen (nicht
im Gruppenverband) sei anzustreben.
4.4 Aus diesen Angaben des Gutachters und von B._ bis zum 5. Dezember 2005
lässt sich schliessen, dass grundsätzlich von einer bei 50 % liegenden Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen ist. Es muss insgesamt nicht davon ausgegangen werden, dass eine
angepasste Tätigkeit allein in einem geschützten Rahmen im technischen Sinne, wie
ihn nur eine geschützte Werkstätte - im Unterschied zum freien (ausgeglichenen)
Arbeitsmarkt - bietet, möglich ist.
4.5 Am 19. September 2007 erklärte B._ neu, die Beschwerdeführerin sei als
Betagtenpflegerin voll arbeitsunfähig. Was die Arbeitsfähigkeit generell betrifft, bringt er
vor, aus der aktuellen Leistung und dem Wunsch nach Arbeitsfähigkeit lasse sich keine
realistische Arbeitsfähigkeit auf dem freien Markt ableiten. Die Zumutbarkeit und
Leistungsfähigkeit seien unklar. 70 % oder 50 % Erwerbsfähigkeit sei völlig
hypothetisch. Die Einschränkung sei so gravierend, dass eine Verweigerung von IV-
Leistungen merkwürdig sei. B._ hat damit bezüglich der bisherigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin eine höhere (volle) Arbeitsunfähigkeit angegeben. Bezüglich einer
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angepassten Tätigkeit galten seine grösseren Zweifel wohl weniger der Arbeitsfähigkeit
als deren Umsetzbarkeit, wie sich auch aus dem Schreiben vom 27. Februar 2008
ergibt, hätte er doch sonst auch nicht Wiedereingliederungsmassnahmen vermisst. Der
Arzt hat denn auch keine Veränderung des Sachverhalts beschrieben. Von einer
Verschlechterung muss nach der Aktenlage nicht ausgegangen werden.
4.6 Diese jüngeren Ausführungen von B._ sind nicht geeignet, von der
überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung auf 50 % abzuweichen. Auf das Gutachten
kann vorliegend abgestellt werden. Es basiert auf einer Exploration mit
testpsychologischer Untersuchung, der Erhebung fremdanamnestischer Angaben
sowie einer Kenntnisnahme von den Akten und vom Austrittsbericht der Klinik
Münsterlingen von 1974. Wenn die Beschwerdeführerin einwendet, es sei für die
psychiatrische Begutachtung lediglich eine Zeit von 40 Minuten aufgewendet worden,
was ungenügend sei, ist darauf hinzuweisen, dass der erforderliche Zeitaufwand hierfür
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 13. Juni 2006, I 58/06 E. 2.2) in weiten Grenzen
schwankt und ein genereller Zeitrahmen sich nicht verbindlich angeben lässt. Der für
eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand ist von der
Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie abhängig (Urteil des
Bundesgerichts i/S L. vom 14. November 2007, I 1094/06 E. 3.1.1). Eine
Untersuchungsdauer von 40 Minuten erscheint vorliegend nicht von vornherein als
ungenügend, kann doch angenommen werden, dass sich die Symptomatik vom
Spezialisten verhältnismässig rasch einordnen liess. Die Rüge der Beschwerdeführerin,
sie habe sich nicht aussprechen und ihre Situation nicht schildern können, könnte, wie
der RAD einleuchtend darlegt, auch eine indirekte Bestätigung der schizoiden
Persönlichkeitsstörung (misstrauische Wertung der Umwelt) darstellen. Es lässt sich
jedenfalls festhalten, dass die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Gutachten
nachvollziehbar dargelegt worden sind, und die Beobachtungen von B._ und des
Sozialamtes, wie der Gutachter festhielt, ähnlich zu seinen Befunden waren.
Zusammenfassend kann von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
angepassten Tätigkeit von 50 % ausgegangen werden. Ihre Exzentrizität mag ihr
zusätzliche Vermittlungsschwierigkeiten bereiten, doch besteht kein Anhaltspunkt
dafür, dass ihr Verhalten oder Auftreten für einen potentiellen Arbeitgeber unzumutbar
sein könnte. Es kann nach der medizinischen Sachlage von der Beschwerdeführerin
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erwartet werden, dass sie sich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % auch selber zutrauen
und die subjektive Gewissheit, im zwischenmenschlichen Kontakt stets auf
Schwierigkeiten zu stossen, aufgeben kann.
4.7 Als Datum des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit benennt der Gutachter die Zeit etwa
um Januar 2006. Der RAD hielt einen früheren Eintritt für wahrscheinlich. Diese
Auffassung lässt sich indessen nicht ausreichend mit einer ersichtlichen Veränderung
begründen und nicht auf eine entsprechende Beurteilung von B._ abstützen. Es ist
aber darauf hinzuweisen, dass B._ die Feststellung, dass der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsleistung im Gruppenverband nicht zumutbar sei, ihr eine Teilzeit-
Beschäftigung in angepasstem Rahmen aber zugemutet werden könne, bereits in
seinem Zeugnis vom 14. September 2004 gemacht hatte. Deshalb ist der Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit in leichter Abweichung vom gutachterlich benannten Zeitpunkt
bereits auf September 2004 zu setzten. Diese Annahme wird ausserdem durch die
Angaben im Anmeldeformular gestützt. Anderseits ist nach den medizinischen Akten
davon auszugehen, dass die Störung als solche bereits seit der Jugend besteht.
5.
5.1 Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die
Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V
222), vorliegend somit auf das Jahr 2005. Nach der Rechtsprechung ist für die
Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt
auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen
würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall
weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste
Verdienst (BGE 134 V 325 E. 4.1).
5.2 Obwohl die Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin seit ihrer Jugend -
allerdings ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - besteht, hat sie 1977 die
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Abschlussprüfung des Basiskurses der Zahnärzte-Gesellschaft mit Erfolg
(Durchschnittsnote 5.0) bestanden. Sie konnte damit (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S W. vom 16. August 2006, I 717/05, mit
Hinweisen) zureichende berufliche Kenntnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV
erwerben. In der Folge hat sie verschiedene Stellen innegehabt, war arbeitslos und
auch als Nichterwerbstätige erfasst. Die Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall lassen
sich vorliegend nur auf der Grundlage statistischer Daten bestimmen. Es rechtfertigt
sich, dabei auf das Einkommen von Frauen mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im
privaten Sektor gemäss der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
LSE 2006 des Bundesamtes für Statistik abzustellen, da Art. 26 IVV nicht zur
Anwendung gelangen kann und die Beschwerdeführerin ihren Beruf nach Angaben von
B._ nur ein Jahr lang ausgeübt hatte - was als invaliditätsunabhängig betrachtet
werden kann - und nach all den Jahren realistischerweise nicht mehr ausüben könnte.
Die spätere Ausbildung zur Naturärztin anderseits wurde nicht vollständig bestanden.
Im Jahr 2004 machte das durchschnittliche Einkommen (statistisches Mittel,
Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) Fr. 46'716.-- (12mal Fr. 3'893.--) aus, aufgewertet (um
0.1 %) auf das Jahr 2005 Fr. 47'183.-- und korrigiert um die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit von damals 41.6 Stunden pro Woche (vgl. T2.5.2; statt
40 Stunden, wie sie der Tabellengruppe A generell zugrunde liegt) bei 100 %
Beschäftigung Fr. 49'070.-- bzw. Fr. 49'120.-- (gemäss Anhang 2 der Textausgabe IV,
Gesetze und Verordnungen). Als Valideneinkommen der Beschwerdeführerin ist
demnach ein Betrag von Fr. 49'120.-- zu betrachten.
5.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da
kein tatsächlich erzieltes, zumutbares Erwerbseinkommen gegeben ist, hat auch die
Festlegung des Invalideneinkommens mit Hilfe der Tabellenlöhne zu erfolgen.
5.4 Strittig ist allerdings, ob sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
zumutbarerweise umsetzen lasse. Dabei kommt es nach der Rechtsprechung nicht
darauf an, ob die Beschwerdeführerin unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
tatsächlich vermittelt werden kann oder nicht. Es kommt einzig darauf an, ob und in
welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte,
wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen (AHI
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1998 S. 291 E. 3b). Es wird von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage ausgegangen
(vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480
E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit
und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Der als
ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt beinhaltet von seiner Struktur her sowohl
bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S O. vom 22. November 2006, U 303/06).
Allerdings dürfen keine realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort
nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie
der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (solche Verhältnisse hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht etwa im Entscheid i/S G. vom 19. Februar 2001, I 65/00,
vorgefunden; vgl. zum Ganzen den Entscheid des Bundesgerichts i/S K. vom 6. Mai
2008, 8C_319/2007; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b).
5.5 Die gesundheitlichen Rahmenbedingungen für eine medizinisch zumutbare Arbeit
der Beschwerdeführerin ergeben sich insbesondere daraus, dass sie selbständig, ohne
Leistungsdruck und in einem Umfeld soll erbracht werden können, in welchem ihre
Störung akzeptiert wird. Schwierigkeiten bestehen hinsichtlich der Fähigkeit zur
Kommunikation, zur Unterordnung und zur Anpassung. Diese Voraussetzungen sind
nicht so einengend, dass die Annahme ausreichend vieler Einsatzmöglichkeiten der
Beschwerdeführerin auf dem fiktiven Arbeitsmarkt als realitätsfremd betrachtet werden
müsste. Dass die Tätigkeit bei der Stiftung X._ eingestellt wurde, lässt nicht auf
etwas anderes schliessen, ist doch nicht bekannt geworden, aus welchen Gründen
dies der Fall war.
5.6 Unter diesen Umständen kann auch das Invalideneinkommen aufgrund der
Tabellenlöhne bestimmt werden. Ausgangspunkt bildet wiederum der Betrag von
Fr. 49'120.--.
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5.7 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller
jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen
(vgl. BGE 126 V 75). Da die Beschwerdeführerin auch an einem angepassten
Arbeitsplatz auf die Rücksichtnahme des Arbeitgebers angewiesen ist und sie im
Vergleich zu den Tabellenlöhnen, welche von gesundheitlich nicht beeinträchtigten
Angestellten erhoben werden, mit einer gewissen Lohneinbusse wird rechnen müssen,
erscheint ein Abzug von 10 % vom statistischen Durchschnittseinkommen am Platz.
Von dem verbleibenden Jahreseinkommen von Fr. 44'208.-- wird die
Beschwerdeführerin infolge ihrer auf 50 % reduzierten Arbeitsfähigkeit
zumutbarerweise die Hälfte, also einen Betrag von Fr. 22'104.--, als ihr
Invalideneinkommen erzielen können. Der Invaliditätsgrad beträgt somit 55 %.
5.8 Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt,
in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b).
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn sie an mindestens
dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV). Die
medizinische Arbeitsunfähigkeit ist bei der Beschwerdeführerin nach dem oben
Dargelegten im September 2004 eingetreten und seither im oben erwähnten Sinn
ununterbrochen geblieben. Der Anspruch auf eine halbe Rente ist damit im September
2005 entstanden.
6.
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Dass keine beruflichen Massnahmen von der Beschwerdeführerin verlangt wurden,
lässt sich vorliegend nicht beanstanden, wäre von solchen Vorkehren doch keine
rentensenkende Wirkung zu erwarten gewesen. Im gerichtlichen Verfahren sind keine
entsprechenden Massnahmen beantragt worden.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 9. Oktober 2007 teilweise gutzuheissen und es ist der
Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen ab 1. September 2005 eine halbe Rente
zuzusprechen.
7.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Nach
Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdeführerin war dazu
veranlasst, die Verfügung vom 9. Oktober 2007 als rechtswidrig beanstanden und ihre
Aufhebung beantragen zu lassen. Insofern ist sie mit ihrem Antrag vollumfänglich
durchgedrungen. Hierauf ist - in Analogie zur Rechtsprechung zur Verlegung von
Parteientschädigungen (hierzu etwa der Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S G. vom 9. Mai 2008, IV 2008/3) - abzustellen. Angesichts des in
diesem Sinne vollen Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten gesamthaft aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen.
7.3 Obwohl die Beschwerdeführerin eine ganze Rente beantragen liess, ist ihr auch
eine volle Parteientschädigung zuzusprechen, denn dieses "Überklagen" hat den
Vertretungsaufwand nicht beeinflusst (vgl. hierzu der Entscheid des Bundesgerichts i/S
A. vom 25. Januar 2008, 9C_466/2007 E. 5 m.H.). Es besteht denn auch kein Anlass, in
Analogie zum zivilprozessualen Klageverfahren zur Bestimmung der
Parteientschädigung auf das Ausmass des Obsiegens der Beschwerde führenden
versicherten Person abzustellen (nicht veröffentlichter Entscheid des
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S D. vom 15. Dezember 2008, IV
2008/200). Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und
Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.--
ausgerichtet. Hier ist ein leicht überdurchschnittlicher Ansatz gerechtfertigt, wobei
allerdings die Entschädigung des eingereichten Arztzeugnisses mangels
Entscheidrelevanz nicht in Frage kommt. Insgesamt rechtfertigt sich, die
Entschädigung auf pauschal Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird
damit obsolet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG