Decision ID: e8e5e618-ddd0-44be-9d1e-552651d2580d
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A. Im Jahr 2014 reiste die Beschwerdeführerin zwecks Familienzusam-
menführung mit ihrem Ehemann in die Schweiz ein und erhielt hierzulande
eine Aufenthaltsbewilligung. Am (...) Oktober 2019 widerrief das Migrati-
onsamt des Kantons B._ die Aufenthaltsbewilligung der Beschwer-
deführerin, was mit Urteil (...) vom (...) April 2021 durch das Bundesgericht
bestätigt wurde. Am (...) Februar 2022 verliess die Beschwerdeführerin ge-
mäss eigenen Angaben die Schweiz.
B. Am (...) August 2022 reiste die Beschwerdeführerin erneut in die
Schweiz ein und ersuchte gleichentags um Asyl. In der Folge fand am
30. August 2022 die Personalienaufnahme und am 23. November 2022 die
Anhörung zu den Asylgründen statt.
Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen vor, sie sei kosovarische Staatsangehörige und stamme aus
C._. Sie habe früher in der Schweiz gelebt, ihre Kinder lebten nach
wie vor hier und sie habe in ihrem Heimatland keine Unterkunft, weshalb
sie sich entschlossen habe, erneut in die Schweiz zu kommen, wobei sie
auch nicht nachvollziehen könne, weshalb sie aus der Schweiz ausgewie-
sen worden sei. Zudem habe sie Angst im Kosovo zu leben, da ihr Mann
dort hohe Schulden bei Drittpersonen habe. Sie fürchte deshalb, die Gläu-
biger ihres Mannes könnten ihr oder ihrer Familie etwas antun. Aus diesem
Grund sei sie nach ihrer Ausreise aus der Schweiz im Februar 2022 auch
nur für ein bis zwei Tage in den Kosovo zurückgekehrt und habe sich die
restliche Zeit in Albanien aufgehalten. Vor acht oder neun Monaten hätten
die Gläubiger ihres Ehemannes dessen Schwiegereltern aufgesucht und
diesen gesagt, ihr Sohn schulde ihnen Geld und seine Familie sei gefähr-
det. In der Folge hätten sie den Fall bei der Polizei gemeldet, die ihnen
mitgeteilt habe, es handle sich um grosse Geldbeträge und gefährliche
Personen, weshalb sie das Problem nicht lösen und nicht rund um die Uhr
Schutz bieten könnten.
Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin im
vorinstanzlichen Verfahren ein Schreiben der lokalen Polizeistelle vom
(...) Mai 2022 sowie ein Schreiben der Fachstelle für Opferhilfeberatung
und Kindesschutz OKey vom 24. Februar 2022 ein.
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C.
Der mit Vollmacht vom 11. August 2022 mandatierte Rechtsvertreter ver-
zichtete auf eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf des SEM.
D.
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2022 – am Folgetag eröffnet – stellte das
SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,
lehnte ihr Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ord-
nete den Vollzug an, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug
der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen Akten gemäss Akten-
verzeichnis aus.
E.
Mit Eingabe vom 12. Dezember 2022 erhob die Beschwerdeführerin gegen
diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-
tragt die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der
Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-
gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist – unter Vorbehalt von E. 4 – einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG
und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden
(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um
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eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet.
4.
Auf den Antrag die aufschiebende Wirkung betreffend ist nicht einzutreten,
da diese der Beschwerde nicht entzogen wurde (vgl. Art. 55 VwVG).
5.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-
lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land,
in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-
gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-
schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-
dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.
6.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die
Flüchtlingseigenschaft nicht stand. Der Kosovo sei vom Bundesrat am
25. Juni 2003 als sogenannter sicherer Drittstaat («Safe Country») be-
zeichnet worden, womit die gesetzliche Regelvermutung gelte, dass eine
asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nicht-
staatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Es sei der Beschwerdeführerin
nicht gelungen, diese Regelvermutung umzustossen, zumal das zu den
Akten gereichte Schreiben der lokalen Polizeistelle zeige, dass die Inan-
spruchnahme eines innerstaatlichen Schutzsystems objektiv zugänglich
und individuell zumutbar gewesen sei. Es könne demnach von ihr verlangt
werden, sich in Zukunft bei Bedarf erneut an die Polizei oder höhere staat-
liche Instanzen zu wenden. Im Übrigen sei es der Beschwerdeführerin
auch nicht gelungen, stichhaltig zu erklären, weshalb die mutmasslichen
Feinde langfristig ein Verfolgungsinteresse an ihrer Person hätten.
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6.2
Die Beschwerdeführerin stellt dem entgegen, ihre Vorbringen seien glaub-
haft. Sie habe bereits vor Erlass der vorinstanzlichen Verfügung Beweis-
mittel erhalten, die ihre Vorbringen bestätigen würden. Zudem erwarte sie
weitere «neue Elemente» aus dem Kosovo, die dem Gericht in der Folge
zugestellt würden. Aufgrund einer «offenen Rechnung» sei sie im Visier der
Gläubiger ihres Mannes, wobei es sich um regelrechte Machenschaften
handle.
7.
7.1 Die Republik Kosovo gilt als verfolgungssicherer Staat («Safe
Country») gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG. Bei diesen Staaten gilt
grundsätzlich die Regelvermutung, dass asylrelevante staatliche Verfol-
gung nicht stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewähr-
leistet sei. Die Vorinstanz hat sodann zu Recht festgestellt, dass der koso-
varische Staat bezüglich der geltend gemachten Bedrohung durch Drittper-
sonen – sofern glaubhaft – schutzwillig und schutzfähig ist (vgl. dazu statt
vieler Urteile des BVGer E-4435/2021 vom 12. Oktober 2021 E. 6.1
m.w.H.). Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, zu einer
anderen Beurteilung zu führen, zumal sie mehrheitlich – und gleichzeitig
äusserst knapp – die im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten
Asylgründe wiederholen, ohne sich mit den zutreffenden Erwägungen in
der angefochtenen Verfügung auseinanderzusetzen. Zur Vermeidung von
Wiederholungen kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. In Ergän-
zung der vorinstanzlichen Feststellungen wird im Übrigen darauf hingewie-
sen, dass es der Beschwerdeführerin freisteht, zusätzlich zur selbstständi-
gen Inanspruchnahme der kosovarischen Behörden im Kosovo einen An-
walt mit der Wahrung ihrer Interessen zu beauftragen. Auch der vage Hin-
weis auf ein angeblich hängiges Verfahren (SEM-Akte [...]) führt zu keiner
anderen Beurteilung der Sachlage.
Sodann vermag auch der in der Beschwerdeschrift enthaltene pauschale
Verweis auf angeblich demnächst eintreffende Beweismittel an dieser Ein-
schätzung nichts zu ändern, zumal in keiner Weise konkretisiert wird, um
welche Dokumente es sich handelt und in welchem Zeitrahmen mit diesen
zu rechnen wäre. Bezüglich des bereits im vorinstanzlichen Verfahren ein-
gereichten Schreibens der lokalen kosovarischen Polizeistelle vom
4. Mai 2022 kann ebenfalls auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwie-
sen werden. Die übrigen mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel
– es handelt sich im Wesentlichen um die vorinstanzlichen Akten, persön-
liche Dokumente der Beschwerdeführerin sowie Akten in Bezug auf einen
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Einreiseantrag aus dem Jahr 2008 – sind offensichtlich nicht geeignet, am
Gesagten etwas zu ändern.
7.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der
Beschwerdeführerin zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.
8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich
ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24
E. 10.2 m.w.H.).
9.2
9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
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9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-
schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückschiebung der Beschwerdeführerin in
den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-
sig.
Sodann ergeben sich weder aus ihren Aussagen noch aus den Akten An-
haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin für den Fall einer Wegwei-
sung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihr unter Hinweis auf die vorangehenden Er-
wägungen (vgl. E. 7 hiervor) nicht gelungen. Auch die allgemeine Men-
schenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Betreffend allfällige
weitere Bedrohungen seitens der Gläubiger ihres Ehemannes kann sich
die Beschwerdeführerin an die Behörden wenden und/oder allenfalls eine
innerstaatliche Wohnsitzalternative suchen. Der Vollzug der Wegweisung
erweist sich sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen als zulässig.
9.3
9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
9.3.2 Die Vorinstanz hat die Republik Kosovo in der angefochtenen Verfü-
gung zutreffend als sicheren Herkunftsstaat bezeichnet, in den eine Rück-
kehr in der Regel zumutbar ist. In den Akten finden sich sodann keine Hin-
weise auf Umstände, die geeignet wären, diese Regelvermutung umzu-
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stossen. Zwar lebt ein Grossteil der Familie der Beschwerdeführerin mitt-
lerweile in der Schweiz, jedoch verfügt sie in C._ im Kosovo über
einen Bruder (SEM-Akte [...]). Auch ihre Schwiegereltern leben im Kosovo
und stehen in Kontakt mit ihr (SEM-Akte [...]). Die Beschwerdeführerin, die
eine Ausbildung als Coiffeuse absolviert sowie einige Arbeitserfahrung als
Reinigungskraft und Mitarbeiterin einer Tankstelle gesammelt hat, kann nö-
tigenfalls wie in der Vergangenheit auf die (finanzielle) Unterstützung ihrer
Familie in der Schweiz zählen (SEM-Akte [...]). Ihr mehrmonatiger Aufent-
halt in Albanien im Anschluss an die Ausweisung aus der Schweiz zeigt
ebenfalls, dass die Beschwerdeführerin – mit der Unterstützung ihrer Fa-
milie aus dem Ausland – für sich selbst sorgen kann. Es steht ihrer Familie
zudem jederzeit offen, sie im Kosovo zu besuchen, wie das bereits in der
Vergangenheit während ihres Aufenthalts in Albanien der Fall gewesen war
(SEM-Akte [...]). Es ist demnach zu erwarten, dass sich die Beschwerde-
führerin im Heimatstaat wieder zu integrieren vermag. In Bezug auf die gel-
tend gemachten gesundheitlichen Probleme, namentlich eine «Depressi-
onsphase», aufgrund derer sie seit vier Jahren in ärztlicher Behandlung sei
und Medikamente einnehme (SEM-Akte [...]), ist festzustellen, dass diese
Beschwerden ohne weiteres auch im Kosovo behandelt werden können.
9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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11.
11.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorste-
henden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu
gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen
nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist.
11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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