Decision ID: fedca01c-44c3-554c-8f04-13c2b7574ca2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 12. April 2012 unter Hinweis auf Rheuma und Arthrose bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die
medizinische und erwerbliche Situation ab und holte bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
ein interdisziplinäres Gutachten ein, welches am 19. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 6/81). Mit Verfügung
vom 10. Februar 2015
verneinte sie
einen Rentenanspruch (Urk. 6/112).
1.2
Am 3. Juli 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf psychische Be
schwerden, chronische Schmerzen, Gelenkschmerzen, Kniebeschwerden und Mi
grä
n
e erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/117). Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2017 stellte die IV-Stelle in Aussicht, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk. 6/121). Nachdem der Versicherte hiergegen am 23. August 2017 Einwand erhoben hatte (Urk. 6/124), holte die IV-Stelle beim
Z
entr
um
Z._
ein polydisziplinäres
Gutachten ein, welches am 9
.
Februar
2018 erstattet
wurde (Urk. 6/143
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/149
; Urk.
6/155; Urk. 6/163
)
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
24. Januar 2019
eine
n
Anspruch auf eine Rente oder auf berufliche Massnahmen (Urk. 6/173
= Urk. 2).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
25. Februar 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
24. Januar 2019
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze Rente auszurichten, eventuell seien Eingliederungsmassnahmen zu treffen, subeventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung
an die IV-Stelle
zurückzu
weisen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
28. März 2019
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Verfügung vom 29. März 2019 wurde dem Beschwerdeführer
betreffend sein
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung
(vgl. Urk. 1 S. 2)
Frist zur Substantiierung und Dokumentation seiner finanziellen Situation ange
setzt (Urk. 7). Nachdem er mit Verfügung vom 18. April 2019 (Urk. 12) aufgefor
dert worden war, sich betreffend Kostenübernahme durch eine Rechtsschutzver
sicherung zu erklären, teilte er innert
zwei
mal (Urk. 14;
Urk. 16)
erstreckter Frist
am
28. August 2019 mit, die Rechtschutzversicherung könne höchstens für all
fällige Weiterungen Kostengutsprache erteilen (Urk. 17).
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom
9. September 2019
wurden die unentgeltliche Pro
zess
führung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Be
schwerdeantwort zugestellt (Urk.
19
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sic
h im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, die
Z._
-Gutachter hätten keine wesentliche Veränderung des Gesund
heitszustands seit der abweisenden Verfügung
vom 1
0.
Februar 2015
festgestellt
. Rückblickend bestehe einzig eine andersartige Beurteilung der seinerzeitigen Situation, von der sich die heutige nicht wesentlich unterscheide (S. 1 unten). Rückblickend bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychia
tri
scher Sicht von 20
%
seit 2012 sowie eine Einschränkung von 100
%
seit 2015 aufgrund körperlicher
Beschwerden. In einer angepassten
Tätigkeit
bestehe hin
gegen eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(S. 2 oben). Ein Einkommensvergleich, der sich zur Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens auf die LSE
stütze, ergebe einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 23
%
(S. 2 Mit
te
)
.
Zwar
weise das
Z._
-Gutachten teilweise leichte Mängel auf, doch habe der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
abweichend dazu eine ausführliche Stellung
nahme unter Berücksichtigung aller Akten gemacht.
Berufliche Massnahmen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht angezeigt.
Dass der Beschwerdeführer sich auf den Standpunkt stelle, er sei – wie ein Arbeitsversuch gezeigt habe - arbeitsunfähig, und eine Rente fordere, stehe im Widerspruch mit einer Arbeitsvermittlung. Wenn die Motivation vorhanden sei und sich der Be
schwerdeführer arbeitsfähig fühle, könne eine Arbeitsvermittlung geprüft werden (S. 2
unten
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), es sei eine wesentliche Veränderung eingetreten. So sei klar ersichtlich, dass mit
einem
z
ervikozephalen
Schmerzsyndrom, einem
lumbovertebralen
Schmerz
syn
drom und einer bestätigten posttraumatischen Belastungsstörung weitere Diag
nosen dazu gekommen seien (S. 4
Mitte
).
Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aus dem Jahre 2012 sei dabei nochmals bestätigt worden. Im Bereich der Lenden
wirbelsäule (LWS) bestehe eine degenerative Veränderung, welche durch die Arthrose sicherlich nicht begünstig
t
werde. Die Arthrose werde die Gesamt
situa
tion weiter verschlechtern (S. 4 unten). Neu käme auch vermehrt Migräne hinzu (S. 5 oben).
Die Arbeitsversuche als Materialfahrer in einem Pensum von 30
%
seien zudem gescheitert. Es könne also nicht davon ausgegangen werden, dass er eine behin
derungsangepasste Tätigkeit zu 80
%
ausüben könne. Vielmehr bestätige der Arbeitsversuch, dass er zu mindestens 70
%
arbeitsunfähig sei und folglich An
spruch auf eine ganze Rente habe. Trotz Scheitern der bisherigen Arbeitsversuche bestehe grundsätzlich die Bereitschaft, sich im Rahmen des Möglichen ins Erwerbsleben zu integrieren. Insofern könne grundsätzlich ein weiterer Eingliede
rungsversuch unternommen werden. Hierauf habe er Anspruch, wenn seinem Begehren um eine Rente nicht stattgegeben werde (S. 5 Mitte).
Den Subeventualantrag auf weitere Abklärungen begründete der Beschwerde
führer mit einer Stellungnahme des Zentrums
A._
, gemäss welcher das
Z._
-Gutachten in der Diagnosestellung falsch sowie in der Beschwerdeaufnahme fahrlässig unvollständig sei und die
Auswirkungen der Be
schwerden auf die Arbeitsfähigkeit nicht nachvollzogen werden könnten (S. 5 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Abweisung des ersten Leistungsgesuchs im Februar 2015 wesentlich ver
ändert hat und ob nunmehr ein Rentenanspruch oder ein Anspruch auf
Einglie
derungsmassnahmen
besteht.
3.
3.1
Der Verfügung vom 10. Februar 2015 (Urk. 6/112) lagen in erster Linie folgende Berichte zugrunde:
3.2
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 3. Mai 2012 (Urk. 6/13) folgen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
lumbovertebrales
Syndrom (LVS) mit pseudoradikulärer Ausstrahlung, beidseitig
-
Morbus
Aaquin
Er behandle den Beschwerdeführer seit dem 15. Februar 2012 (S. 1 Ziff. 1.2). Das LVS bestehe seit Jahren. In den letzten Monaten habe es eine Zunahme der Be
schwerden gegeben, es bestünden belastun
gsabhängige Rückenschmerzen
mit Ausstrahlung in beide Beine (S. 2 Ziff. 1.4).
3.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Zentrum
A._
,
nannte im Bericht vom 25. Mai
2012 (Urk. 6/21/5-7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 oben):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
Der Patient
klag
e, seit plötzlich einschiessenden Schmerzen und Blockaden
am 16. Februar 2012
,
über
Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS), ausstrah
lend in beide Beine
,
und
über
Schmerzen in beiden Knien. Es bestünden eine deutlich erhöhte Nervosität, Aggressionen, Schlafstörungen (Durchschlaf 3 Stunden), Appetitverminderung (6 kg), Lust- und I
nteresselosigkeit, Müdigkeit, Rü
ckzug, Antriebslosigkeit, Gedankenkreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Konzentrations
stö
rungen und Vergesslichkeit. Darüber hinaus gebe es eine Kriegserfahrung im 20. Lebensjahr des Patienten, Flash-backs, Vermeidungsverhalten v
on Intru
sio
nen (Tagesschau führe
zu Flash-backs),
Hyperarousal
(Herzrasen, Schwitzen, Zittern). Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit dem 16. Februar 2012 (S. 1 Mitte).
3.4
Die Ärzte der Rheumapoliklinik des Universitätsspitals
D._
nannten im Bericht vom 14. Juni 2012 (Urk. 6/21/9-11) folgende, hier verkürzt wiedergege
benen Diagnosen (S. 1):
-
rechtsbetontes
lumbospondylogenes
Syndrom,
Erstmanifestation
2007
-
Periarthropathia
genu
beidseitig, rechtsbetont,
Erstmanifestation
zirka 2009
-
depressive Verstimmung
-
Verdacht auf Migräne
Es bestehe ein
lumbospondylogenes
Syndrom, wobei aktuell e
ine bilaterale
rechtsbetonte
Sakroiliakalgelenk
(SIG)
-Dysfunktion
im Vordergrund stehe bei einer
Hyperlordosierung
der Lendenwirbelsäule (LWS), einem
Sacrum
acutum
sowie muskulärer Dysbalance der vorderen und hinteren Oberschenkel
musku
la
tur. Dabei begünstige die berufsbedingte grosse körperliche Belastung als Maurer die Persistenz der aktuellen Beschwerden. Hinweise für eine lumbosakrale Neuro
kompression hätten sich weder in den klinischen noch in den radiologischen Untersuchungen ergeben. Des Weit
eren bestehe eine beidseitige
Pe
ria
r
thropathia
gen
u
bei beginnender
medialbetonter
Gonarthrose und ungenügender muskulärer
Patellaführung
(S. 2 unten).
3.5
Die Ärzte des
A._
(vorstehend E. 3.3)
nannten
im Bericht vom 25. Januar 2013
zur interdisziplinären Schmerzbehandlung
(Urk. 6/32
= Urk. 6/43/1-6
)
folgende, hier verkürzt wiedergegebenen Diagnosen (S. 1):
-
Knieschmerzen beidseitig
-
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
mittelgradige depressive Episode (F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
A
us wirbelsäulenchirurgischer Sicht bestehe vor allem eine verminderte Belast
barkeit des Achsenorganes. Nicht geeignet sei der Patient für Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten, für
wirbelsäulebelastende
Tätigkeiten in Zwangshaltungen, für lang andauerndes reines Stehen insbesondere in
vorn
übergeneigter
Körperhaltung, für Tätigkeiten mit repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden Stereotypen
sowie
für
Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich. Zumutbar erschienen körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten. In einer solchen angepassten Tätigkeit sei der Patient aus somatischer Sicht zu 30
%
arbeitsfähig (S. 5 unten). Aus psychiatrischer Sicht bestehe aber eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(S. 6 Mitte).
3.6
Med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, RAD, berichtete am 8. Mai 2013 (Urk. 6/37) über die orthopädische Untersuchung vom 18. April 2012 (richtig: 2013). Diag
nosen nannte sie weder solche mit noch solche ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 7 Ziff. 8). Im Wesentlichen könne der Befund, wie er im Bericht des
D._
vom 14. Juni 2012 (vorstehend E. 3.4) dokumentiert sei, nachvollzogen werden.
Es hätten erneut keine wesentliche Bewegungseinschränkung der Wirbel
säule oder Hinweise auf Nervenwurzelreizungen bestanden. Die vom Beschwer
deführer als regelmässige
Medikation angegebenen Schmerzmittel und Antide
pres
siva hätten sodann nicht nachgewiesen werden können (S. 7 Ziff. 9). In seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter und für jegliche andere Tätigkeit auf dem
freien Arbeitsmarkt bestehe aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 8 Ziff. 10).
3.7
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, be
richtete am 14. Mai 2013 (Urk. 6/39) über die psychiatrische Untersuchung vom 18. April 201
3.
Er nannte folgende psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 9, S. 7 Ziff. 11):
-
posttraumatische Belastungsstörung (F32.1)
-
mittelgradige depressive Episode (F32.1)
In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Zu dis
kutieren sei ein vorsichtiger Aufbau der Arbeitsfähigkeit nach Massgabe durch den Behandler. Die angepasste Tätigkeit sollte eine einfache strukturierte Tätig
keit ohne permanenten Zeit- und Termindruck sein, wenig soziale Kontakte und keine besonderen Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen beinhalten, mit wohlwollendem Arbeitgeber und ebensolcher Atmosphäre (S. 6 Ziff. 10, S. 7 Ziff. 11).
In der RAD-Stellungnahme vom 3. Mai 2013 (Urk. 6/88 S. 3 f.) hatte Dr.
F._
ausgeführt, in der interdisziplinären Diskussion mit Dr.
E._
(vorstehend E. 3.6) hätten sich gewisse Diskrepanzen gezeigt. So sei der Versicherte in deren Untersuchung nicht als depressiv aufgefallen und die labormässig nachgewiesene medikamentöse
Malcompliance
könne ein weiterer Hinweis für möglicherweise doch vorhandene Simulation/Aggravation sein. Aufgrund der erschwerten spra
chlichen Verständigung sei die versicherungsmedizinische Beurteilbarkeit limi
tiert (S. 4 oben).
3.
8
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
A._
(vor
stehend E. 3.3)
,
führte
im Bericht
vom 10. Juni 2013 (Urk. 6/43
/7-10
) aus, der Patient habe sich vom 29. August bis am 25. Oktober 2012 für 8 Wochen in tagesklinische Betreuung begeben und werde weiterhin
ambulant
betreut (S. 1 oben). Insgesamt habe sich der Zustand durch die tagesklinische Behandlung mittelmässig verbessert. Prognostisch
günstig sei die hohe Motivation des Patien
ten, ungünstig die deutliche Chronifizierung des Zustandes (S. 3 Ziff. 6). Der Patient sei in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 7).
Im Bericht vom 25. Juli 2013 (Urk. 6/51/5-8) führte
n
die Ärzte des
A._
sodann aus, die Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit
betrage 80
%
(S. 3 Ziff. 1.6).
3.
9
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte im Bericht vom 2. September 2013 (Urk. 6/54
= Urk. 6/52+53
) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 5. November 2012 (Ziff. 1.2). Als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) nannte er eine komplexe posttrau
ma
tische Belastungsstörung im Sinne einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (Kriegsereignisse in Kroatien) mit anhaltender Depressi
vität, Somatisierung, Impulsivität und dissoziativen Phänomenen (F62/F32.
1/
F43.1/F45.4).
Die Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfs
arbeiter betrage 100
%
(Ziff. 1.6). Eine Umschulung sei die einzige Alternative,
um die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wiederzuerlangen (Ziff
. 1.7).
3.10
Am 19. Juni 2014 erstatten Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med.
I._
, Facharzt für Neurologie, Dr. med.
J._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
und Dr. med.
K._
, Fachärztin für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Medizinische Abklä
rungs
s
telle
(MEDAS)
Y._
, ihr interdisziplinäres Gutachten (Urk. 6/81).
Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 18-25) nannte Dr.
H._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Persönlichkeitsakzentuierung, psychosoziale Be
lastungen, Z73.1 (S. 24 unten). Es ergäben sich keine Hinweise für das Vorliegen einer
posttraumatischen Belastungsstörung
. Dagegen spreche die lange Latenzzeit der Entwicklung der berichteten Beschwerden und die Tatsache, dass der Versi
cherte seinen Militärdienst freiwillig um 6 Jahre verlängert habe. Er selbst gebe an, damals zu keinem Zeitpunkt unter den Ereignissen während seiner Militär- und Polizeizeit gelitten zu haben. Die berichteten Beschwerden seien erst auf
getreten, nachdem er von seinen serbischen Kollegen gehänselt und teilweise auch wegen seiner Vergangenheit missachtet worden sei. Es bestehe eine Persön
lichkeitsakzentuierung mit narzisstischen, jedoch auch vermeidenden Tendenzen und ein autoritäres Verhalten sowie eine emotionale Instabilität, welche sich in Konfliktsituationen präsentiere. Auch eine depressive Symptomatik oder eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung liessen sich nicht feststellen. Erkennbar sei jedoch, dass er sich durch die Probleme am letzten Arbeitsplatz, speziell wegen der Kränkung durch seine Kollegen, noch heute belastet fühle
. Mit einer Erkran
kung und der Arbeitsunfähigkeit, die möglicherweise ursprünglich einen organi
schen Hintergrund gehabt habe, habe er sich dieser unliebsamen Begegnung ent
ziehen können. Durch eine intensive ärztliche Behandlung sei das Krankheits
ge
fühl weiter verstärkt und verfestigt worden (S. 23 Mitte). Die vom Versicherten berichtete Gereiztheit und Aggressivität werde durch seine allgemeine Unzufrie
den
heit, den beruflich-sozialen Abstieg und die ehelichen, familiären Probleme weiter genährt.
Insgesamt ergebe sie eine besonders ungünstige psychosoziale Kon
stellation. Versicherungsmedizinisch seien die berichteten subjektiven unspe
zi
fischen Defizite, welche vorwiegend auf psychosozialen Faktoren beruhten, nicht relevant. Der Versicherte sei aus rein psychiatrischer Sicht in der Lage, sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit vollum
fänglich zu arbeiten. Die Arbeitsfähigkeit liege bei 100
%
(S. 24 oben; vgl. auch S. 25 oben)
.
Im orthopädischen Teilgutachten (S. 30-35) nannte Dr.
K._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (S. 34 unten):
-
rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei Fehlstatik, Haltungs
insuf
fizienz und muskulären Dysbalancen. Radiologisch zeigten sich begin
nende degenerative Veränderungen an den Facettengelenken und eine Dehydrierung
der unteren zwei Bandscheiben lumbal. Kein nervenwurzel
bezogenes neurologisches Defizit. Beidseits verkürzte
Ischiokruralmus
ku
latur
ohne Dehnungsschmerzen
-
anamnestisch rezidivierende Beschwerden der Kniegelenke ohne klini
sches Korrelat
-
Ausschluss einer rheumatischen Erkrankung im Unispital
D._
in der Abteilung für Rheumatologie
-
Dekonditionierung
-
beginnende stammbetonte Adipositas mit negativen funktionellen Aspek
ten für die Beschwerden lumbal
Der Versicherte könne durchschnittlich mittelschwere und gelegentlich auch schwere Tätigkeiten im vollen Umfang verrichten (S. 34 Mitte). Die Arbeits
fähig
keit in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter betrage 100
%
(S. 35 oben).
Weder im allgemein-internistischen (S. 35-37) noch im neurologischen (S. 38-43)
Teilgutachten wurden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
.
Auch in der interdisziplinären Beurteilung (S. 25-27
)
kamen die Gutachter zum Schluss, dass in keinem Fachgebiet namhafte Befunde objektiv nachgewiesen worden seien, um die vom Versicherten beschrieben
e
Arbeitsunfähigkeit plausibel zu begründen (S. 27 Mitte).
3.11
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.9
) führte in seiner Stellungnahme vom 11. Septem
ber 2014 (Urk. 6/99
= Urk. 6/100 = Urk. 6/104
) aus, die Symptome einer
post
traumatischen Belastungsstörung
seien durchaus vorhanden. B
etreffend die
im Gutachten (vorstehend E. 3.10
) angeführte lange Latenzzeit
werde davon ausge
gangen, dass die besagte Störung seit Jahren existiert habe und nicht diagnos
tiziert
beziehungsweise korrekt behandelt worden sei. Des Weiteren sei die «Mili
tärkarriere» des Versicherten gemäss dessen Angaben nur unter hoch dosierten Tranquilizern möglich gewesen (S. 2
lit
. a).
4.
4.1
Dr. med.
L._
, Fachärztin für Radiologie, berichtete am 26. März 2015 (Urk. 6/144/13) über das gleichentags durchgeführte MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) und des Iliosakralgelenks (ISG). Sie hielt fest, es
bestün
den
eine progrediente erosive
Osteochondrose
zwischen dem vierte
n und fünften Lendenwirbel
(LWK 4/5), eine vorbestehende
Osteochondrose
zwische
n dem fünf
ten Lendenwirbel
u
nd dem Kreuzbein
(LWK 5/SWK 1) sowie
Diskuspro
tru
sionen
auf beiden Höhen ohne Hinweis auf Wurzelaffektionen oder Spinalka
nal
stenose. Die übrigen Struktur
en seien regelrecht.
4.2
Dr. med.
M._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 13. Dezember
2016 (Urk. 6/123/8-9) zur gleichentags durchgeführten Operation aus, der Patient habe eine mittels Magnetresonanztomographie (MRI) abgeklärte beidseitige zerfetzte mediale
Meniskushinterhornläsion
mit absolut passender Klinik. Die Operation habe eine Kniegelenks-Arthroskopie beidseits und eine
Teilmeniskektomie
des medialen
Hinterhorns
beidseits umfasst (S. 1 oben).
4.3
Die Ärzte des Sanatoriums
N._
nannten im Austrittsbericht vom 29. Juni 2017 (Urk. 6/123/
3-4
)
nach der zweiten stationären Behandlung des Beschwerde
führers vom 1
7.
Mai bis 1
4.
Juni 2017
folgende psychiatrischen Diagnosen (S. 1 oben):
-
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F62.0)
-
mittelgradige depressive Episode (F32.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
Der erste Aufenthalt habe vom 3
0.
März bis zum 11.
April
2017 gedauert (Urk.
6/123/3 unten).
Der Patient sei
freiwillig im Rahmen einer posttrauma
tischen Belastungsstörung
zur weiteren Abklärung und Anpassung der Psycho
pharmakotherapie eingetreten. Bei Eintritt habe sich ein stark misstrauischer, unruhiger, depressiver und affektstarrer Patient mit starken Insuffizienzgefühlen gezeigt. Zusätzlich habe er über Intrusionen bezüglich seiner traumatischen Erleb
nisse als Polizist in Kroatien sowie über Ein- und Durchschlafstörungen be
richtet.
Nach einer teilweisen Verbesserung sei er dann für einen Ausland
auf
ent
halt vorläufig ausgetreten (
Austrittsbericht vom 2
0.
April 2017,
Urk.
6/123/5-6,
S. 1 unten).
Im Austrittsbericht vom 29. Juni 2017 (Urk. 6/123/3-4) wurde festgehalten,
a
n
lässlich des CAPS-Interviews habe er sehr offen über seine Kriegserlebnisse be
richtet und alle Kriterien deutlich erfüllt. Zudem habe auch seine Ehefrau in einem Telefongespräch eine deutliche Wesensveränderung beim Patienten nach Ende des Jugoslawien-Krieges bestätigt (S. 1 f.). Die posttraumatische Belastungsstö
rung wirke sich deutlich auf die Alltagsgestaltung und auf die Arbeitsfähigkeit aus (S. 2 unten).
4.
4
Dr.
G._
nannte
in seinem Bericht vom 29. Juni 2017 (Urk. 6/123/7)
die
sel
ben Diagnosen wie im Bericht vom 2. Se
ptember 2013 (vorstehend E. 3.9
). D
er Patient befinde sich seit dem 5. November 2012 in engmaschiger
wöchent
licher bis vierzehntägiger
ambulanter Therapie mit Psychopharmaka-Optimie
rung. Es sei aktuell und nach wie vor von einer Arbeitsu
nfähigkeit von 100
%
auszugehen.
4.5
Dr.
L._
(vorstehend E. 4.1) berichtete am 28. August 2017 (Urk. 6/144/12) über das gleichentags durchgeführte MRI der LWS und des ISG. Sie hielt fest, es bestünden eine progredient
e erosive
Osteochondrose
L4-S1
und konstante leicht
gradige
Foraminalstenosen
L5/S1 links und L4/5 rechts mit möglicher Tangierung der Wurzel L5 links und L4 rechts. Im Liegen gebe es keine Wurzelkompressionen und keine Spinalkanalstenose.
4.6
Am 9. Februar 2018 erstatteten Dr. med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med.
P._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin,
Dr. med.
Q._
, Facharzt für Neurologie, so
wi
e Dr. med.
R._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
to
logie des Bewegungsapparates,
Z._
, ihr polydisziplinäres Gutachten (Urk. 6
/143
).
Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 23-35) nannte Dr.
O._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30 Ziff. 4) eine unklare psychische Störung (F99).
Der Versicherte habe von psychischen Beschwerden, Erlebnissen und Phänomenen berichtet, die nicht unter einem spezifischen Syn
drom oder gar einer konkreten Diagnose subsumiert werden könnten. Die diag
no
s
tischen Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung
seien nicht erfüllt. Zwar beschreibe er Gedanken an den früheren Jugoslawien-Krieg, an dem er auch aktiv beteiligt gewesen sei. Es handle sich aber nicht um Intrusionen im engeren Sinne, da es sich nicht um tatsächlich erlebte traumatische Erlebnisse handle. Entsprechende Albträume würden ebenfalls nicht angegeben. Eine er
höhte Schreckhaftigkeit oder sonstige Zeichen für ein
Hyperarousal
seien nicht zu eruieren, allenfalls eine erhöhte Reizbarkeit. Auch sei keine emotionale Taub
heit feststellbar. Zu typischen
Flashbacks mit subjektivem Wiedererleben von belastenden Situationen aus dem Krieg komme es nicht. Seinen Militärdienst habe er gemäss früherem Gutachten freiwillig um sechs Jahre verlängert, ausserdem berichte er, dass es ihm besser gegangen sei, als er letztes Jahr in Kroatien seine früheren Kameraden getroffen habe (kein Vermeidungsverhalten). Er sei auch weiterhin an politischen Themen interessiert.
Dennoch besässen seine belastenden Gedanken Krankhei
tswert, da er unter ihnen leide
.
Das Gleiche gelte für seine paranoid gefärbten Ängste, die ebenfalls keine spezifische diagnostische Zuordnung erlaubten. Im Übrigen seien die Kriterien für eine Depression nicht erfüllt. Zwar seien die Gedanken des Versicherten etwas eingeengt, es komme zu Ängsten und Sorgen in Bezug auf die Zukunft und es bestehe ein gewisser sozialer Rückzug. Dennoch sprächen der Gesamteindruck,
die noch vorhandenen Interessen sowie seine Bereitschaft für eine berufliche Mas
s
nahme und gar für ein Pensum von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit gegen das Vorliegen einer Depression.
Zusammenfassend müsse den glaubhaft anmu
tenden Beschwerden des Versicherten auf psychischer Ebene durchaus Rechnung getragen werden. Sie besässen eindeutig Krankheitswert, liessen sich aber nicht unter einem spezifischen Syndrom subsumieren. Die wiederholte Be
schäftigung mit den früheren belastenden Themen und seine auch an einem Arbeitsplatz latent vorhandenen paranoid gefärbten Gedanken und Ängste führten durchaus zu einer Abnahme der psychomentalen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, die aber allenfalls auf 20
%
taxiert werde. Auf psychia
trischem Gebiet liege somit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
vor (S. 30 f. Ziff. 5).
Diese Arbeitsfähigkeit gelte in der letzten Tätigkeit als Maurer und in einer Verweistätigkeit. Dabei handle es sich um das mögliche Rendement und nicht um die zeitlich zumutbare Leistung (S. 33 unten).
Die Einschätzung im MEDAS-Gutachten aus de
m Jahre 2014 (vorstehend E. 3.10
), dass keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit vorliege, könne nicht bestätigt werden. Bei der dort genannten Persönlichkeitsakzentuierung und den psychosozialen Belastungen handle es sich nicht um psychiatrische Erkrankun
gen im engeren Sinne. Darin seien aber auch die seinerzeit vorgetragenen Beein
trächtigungen
(grösstenteils wie aktuell vorliegend) untergebracht worden. Für die Frage der Arbeitsfähigkeit spielten diese differenzialdiagnostischen Überle
gungen aber keine direkte Rolle (S. 34 oben). Die bereits im Jahre 2012 zugrunde gelegten psychiatrischen Diagnosen hätten im MEDAS-Gutachten 2014 nicht bestätigt werden können. Das Sanatorium
N._
(vorstehend E. 4.2) sei im letzten Jahr erneut von mehr oder minder ähnlichen Diagnosen ausgegangen. Insgesamt gebe es keine
Hinweise dafür, dass sich die psychische Situation seit dem letzten Gutachten im Jahr 2014 verändert hätte. Die Arbeitsfähigkeit habe sich seit der letzten Begutachtung im Jahre 2014 in der mehr oder minder gleichen Grössenordnung wie aktuell (80
%
) bewegt (S. 34 Mitte).
Im orthopädischen Teilgutachten (S. 36-45) nannte Dr.
R._
keine Diagnosen mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 43 Ziff. 4):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom/rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei mässigen degenerativen Veränderungen
-
Gonalgien
beidseits nach arthroskopischer Teilmeniskusentfernung rechts und links am 13. Dezember 2016
-
Knick-Senk-Spreizfüsse
-
mittelgradige
Hallux
-valgus-Achsabweichung des linken und rechten Fusses
Der Versicherte habe in seinem Beschwerdevortrag Schmerzen der Hals- und Len
denwirbelsäule sowi
e beider Kniegelenke angegeben, wobei erstere im Vorder
grund stünden.
In der Untersuchung hätten sich sowohl die Hals- als auch die Lendenwirbelsäule ohne signifikante Bewegungseinschränkungen gefunden. Es gebe keine neurologischen Auffälligkeiten, keine muskulären Dysbalancen. Die aktuelle MRI-Untersuchung der LWS und der ISG vom 28. August 2017 erbringe keine wesentlichen Befundänderungen im Vergleich mit den vorliegenden MRI-Untersuchungen, beispielsweise vom 26. März 201
5.
Die Veränderungen der Len
den
wirbelsäule seien als eher mässiggradig zusammenzufassen
.
Die Kniegelenke
seien beidseits klinisch ohne Auffälligkeiten, die intraoperativen Befunde der beidseitigen Kniegelenksarthroskopie vom 13. Dezember 2016 könnten die vom Versicherten angegebenen Beschwerden der Kniegelenke nicht erklären. Insbe
sondere hätten sich im Rahmen der arthroskopischen Operation keine nennens
werten, dem Alter vorausschreitenden
degenerativen Veränderungen, sprich Knorpelschäden, gefunden. Die Beschwerden
seien demonstrativ und insgesamt inkonsistent angegeben worden, bezüglich der Wirbelsäule an unterschiedlichen Lokalisationen, und
hätten weder durch die klinische Untersuchung noch durch
die stattgehabten bildgebenden Untersuchungsverfahren objektiviert werden können
. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder in einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage 100
%
(S. 43 f. Ziff. 5).
Im neurologischen (S. 46-51) und im internistischen (S. 52-59)
Teilgutachten
wurden keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 50 Ziff. 4; S.
5
7 Ziff. 4).
Als Quintessenz aus den Fachgebieten stellten die Gutachter fest, dass lediglich die psychiatrische Diagnose für die Frage der Arbeitsfähigkeit relevant sei. Diese betrage 80
%
(S. 12). Es habe keine Veränderung des Gesundheitszustands im Vergleich zur Begutachtung 2014 stattgefunden. Es handle sich vielmehr um einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, der anders beurteilt werde. Denn bei der retrospektiven Analyse der seinerzeitigen Informationen und Befunde müsse festgestellt werden, dass diese nicht ausreichend gewürdigt und daher als für die Arbeitsfähigkeit nicht relevant eingeschätzt worden seien. Dabei gehe es nicht um eine andersart
ige diagnostische Einschätzung,
die durchaus auch jetzt fachlich kont
rovers diskutiert werden könnte
, sondern um die Bedeutung der Beeinträchtigung des Versicherten und seiner Symptome für die Leistungsfähigkeit im Arbeitsleben (S. 21).
4.
7
Dr. med.
S._
, Facharzt für Neurologie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
20. Februar 2018 (Urk. 6/148 S. 3-4) aus, das
Z._
-Gutachten (vorstehend E.
4.6) erfülle die formalen Qualitätskriterien, sei meist nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen meist plausibel. Seitens RAD gebe es folgende abweichende Einschätzungen: Es sei in psychischer Hinsicht die Differential
diagnose einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F62.0) zu stellen. Hinsichtlich seiner bisherigen Tätigkeit als Maurer bestehe eine reduzierte psy
chomentale Belastbarkeit und Flexibilität sowie eine reduzierte Belastbarkeit von Knie und Wirbelsäule. Das Belastungsprofil umfasse leichte bis mittelschwere Tätig
keiten, ohne Arbeiten auf den Knien und in Zwangshaltungen. Die Arbeits
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Maurer betrage somit aus somatischer Sicht 100
%
, da es eine schwere Tätigkeit sei. In angepasster Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit seit Januar 2018 80
%
aus psychischen Gründen und 100
%
rein somatisch (S. 3).
Die Einschätzungen der
Z._
-Gutachter teile er somit nur teilweise. In soma
tischer Hinsicht fänden sich seit 2015 durch MRI dokumentierte degenerative Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule, mit leicht aktivierter
Osteochon
drose
, zudem sei
es
bei beiden Knien zur
Teilmeniskektomie
gekommen. Der Beschwerdeführer
klage
über Schmerzen in diesem Bereich. Somit seien schwere körperliche Tätigkeiten zu vermeiden, da diese zu Schmerzverstärkung führen könnten
.
Angepasste Tätigkeiten seien vollumfänglich möglich. Betrachte man rückblickend die psychischen Veränderungen, so sei von einer leichten Persön
lichkeitsänderung nach Kriegstraumatisierung auszugehen. Es fänden sich para
noide (misstrauische und feindliche) Gedanken gegenüber Mitmenschen, es habe ein sozialer Rückzug (bei gleichzeitig schlechter Integration in der Schweiz) stattgefunden und es werde über ein häufig gereiztes Verhalten berichtet. Somit
seien 3 Symptomgruppen nach ICD-10 erfüllt. Trotz Therapie hätten sich diese Veränderungen nur wenig gebessert, da sie jedoch nur in leichter Ausprägung vorlägen, sei zum einen die diagnostische Einschätzung schwierig und zum ande
ren der Einfluss auf das funktionelle Leistungsprofil nur leicht ausgeprägt. Den
noch sei ein Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit rückblick
end und im Verlauf seit 2012 zu attestieren. Der Beschwerdeführer sei bei der beruflichen Integration zu unterstützen (S.
4
).
4.8
Die Ärzte des
A._
(vorstehend E. 3.3) führten im Bericht vom 12. März 2018 (Urk. 6/154) aus,
i
m Jahr 2016 habe ein Arbeit
sversuch in einem Pensum von 30
% als Materialfahrer und Anbringer von Abdeckmaterial stattgefunden. Nach der dreimonatigen Probezeit habe es aber wegen der Absenzen (Rücken- und Knieprobleme) keine Vertragsverlängerung gegeben (S. 4 Mitte). Der Patient
sei seit 2012 aufgrund
von
chronischen LWS-Schmerzen und Ausstrahlung in beide Beine, Knieschmerzen und HWS-Beschwerden 100
%
arbeitsunfähig. Die bishe
rigen Behandlungen hätten zu keiner wesentlichen Besserung der Beschwerden geführt
.
Des Weiteren
weise
der Patient
posttraumatische Belastungssymptome und eine Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung seit dem Krieg in Kroatien auf. Diese Symptome hätten bereits vor der depressiven Störung ab 2012 bestanden und seien als Folge der Extrembelastung zu verstehen (S. 9 oben
).
Auf
grund der Rückenbeschwerden sei er aus somatischer Sicht in der angestammten Tätigkeit permanent 100
%
arbeitsunfähig. Zumutbar erschienen körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten. In einer derart angepassten Tätigkeit sei der Patient aus somatischer Sicht 50
%
arbeitsfähig (S. 9 Mitte). Aufgrund der psychischen Beeinträchtigungen sei er jedoch auch für angepasste Tätigkeiten 100
%
arbeitsunfähig (S. 9 unten).
4.9
In der Stellungnahme vom 9. August 2018 (Urk. 6/162)
zum
Z._
-Gutachten führten die Ärzte des
A._
aus, die Beschwerdeaufnahmen des psychiatrischen Gutachters seien durchgängig oberflächlich erfolgt. Aus der Symptomaufnahme lasse sich keine vernünftige Diagnose ableiten, die falsche Diagnose F.99 sei die Folge (S. 2 unten). Eine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liege nicht vor, seien doch nicht mehr die Diagnosen, sondern die Auswirkungen der Beschwer
den auf die Fähigkeiten und Ressourcen des Patienten wesentlich. Da die Be
schwerdeaufnahme aber praktisch fehle, seien deren Auswirkungen auch nicht beurteilbar (S. 2 unten).
5.
5.1
In somatischer Hinsicht erblickte Dr.
S._
seitens des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) in den degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbel
säule und in der Tatsache, dass es bei beiden Knien zu einer
Teilmeniskektomie
kam, eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes seit 2015 (vorstehend E. 4.7).
Diese
Einschätzung vermag jedoch nicht zu überzeugen, zumal sich Be
schwerden in der Lendenwirbelsäule und in den Knien bereits aus den Berichten aus dem Jahr 2012 ergeben (
lumbovertebrales
Syndrom,
Periarthropathia
genu
beidseits;
vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.4-3.5).
Ebenso gehen die von
Dr.
S._
genannten Beschwerden aus dem MEDAS-Gutachten von 2014 hervor, auch wenn
sie nicht zu den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gezählt wurden. So wurden
unter anderem
rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei radiologisch ausgewiesenen beginnenden
degenerativen Veränderungen an den Facettengelenken und eine Dehydrierung der unteren zwei Bandscheiben lumbal sowie rezidivierende Beschwerden der Kniegelenke diagnostiziert
(vgl. vorstehend E. 3.10).
Im Gegensatz zu
Dr.
S._
ist
Z._
-Gutachter
Dr.
R._
sodann
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Sein orthopädisches Teilgutachten (vorstehend E. 4.6)
ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die ge
klagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen in der Exper
tise sind begründet. Es ist somit beweiskräftig (vgl. vorstehend E. 1.7), weshalb darauf abgestellt werden kann.
Dr.
R._
nahm explizit Bezug auf die erfolgten MRI-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule und des Iliosakralgelenks in den Jahren 2015 und 2017 und verneinte eine wesentliche Befundänderung.
Dass er auf die im MRI von 2017 festgestellte
Osteochondrose
nicht explizit Bezug nahm, fällt nicht ins Gewicht, nachdem auch Dr.
S._
diese nur als «leicht aktiviert
»
bezeichnet hatte
und bereits im Gutachten von 2014 beginnende degenerative
Veränderungen lumbal erwähnt worden waren (E.
3.10)
. Schlüssig legte Dr.
R._
sodann
dar, inwiefern die
– ohnehin
nicht im Vordergrund stehenden
-
Kniebeschwerden
nicht objektivierbar seien
.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in somatischer Hinsicht findet auch in den Berichten des
A._
keine Grundlage. Im Bericht vom März 2018 (vorstehend E. 4.8) wurde lediglich festgehalten, die bisherigen Behandlungen hätten zu keiner wesentlichen Besserung der Beschwerden geführt.
Indes bezif
ferten die Ärzte des
A._
die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten wechsel
belastenden Tätigkeit im Jahr 2013 aus somatischer Sicht noch mit 30
%
(vor
stehend E. 3.5), im Jahr 2018
hingegen mit 50
%
, was an sich sogar
auf
eine Verbesserung in somatischer Hinsicht
schliessen liesse
. Gegen eine Verschlech
terung spricht sodann
die Aussage, der Beschwerdeführer sei
(gemeint wohl: in der angestammten Tätigkeit)
bereits seit 2012 aufgrund von
Beschwerden in der Lendenwirbelsäule, der Halswirbelsäule und Knieschmerzen
zu
100
%
arbeitsun
fähig
.
Dass bereits im Jahr 2012 signifikante Rückenbeschwerden
sowie Kniebe
schwerden
bestanden, belegen auch die Berichte von Dr.
B._
vom Mai 2012 (vorstehend E. 3.2) und der Bericht der Ärzte der Rheumapoliklinik des
D._
vom Juni 2012 (vorstehend E. 3.4).
Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands in somatischer Hinsicht kann somit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt werden.
5.2
In psychischer Hinsicht standen sich
bereits
bei Erlass der renten
abweisenden
Verfügung vom Februar 2015
stark divergierende Beurteilungen des psychia
tri
schen MEDAS-Teilgutachter
s
einerseits und der behandelnden Ärzte
sowie des untersuchenden Arztes des RAD
andererseits gegenüber. Ersterer stellte keine
psychiatrischen
Diagnosen und hielt fest, die subjektiven unspezifischen Defizite beruhten vorwiegend auf psychosozia
len Faktoren (vorstehend E. 3.10
).
Demge
genüber diagnostizierten letztere übereinstimmend eine posttraumatische Belas
tungsstörung und eine mittelgradige depressive Episode,
wobei auch eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung und eine andauernde Persönlichkeitsände
rung nach Extrembelastung genannt wurden (vorstehen
d E. 3.3, E. 3.5, E. 3.7, E. 3.8, E. 3.9
).
Ähnlich präsentierte sich die Ausgangslage im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung vom Januar 201
9.
Während der psychiatrische MEDAS-Gutachter eine
unklare psychische Störung diagnostizierte (vorstehend E. 4.6), gingen die behan
delnden Ärzte
mehr oder weniger
unverä
ndert vom Bestehen
einer posttrau
matischen Belastungsstörung, einer andauernden Persönlichkeitsveränderung nach
Extrembelastung und einer mittelgradigen depressiven Episode aus (vorstehend E. 4.3, E. 4.4, E. 4.8). Zumindest im Sinne einer Differentialdiagnose schloss sich auch Dr.
S._
(RAD)
der Diagnose einer Persönlichkeitsänderung nach Extrem
b
elastung an (vorstehend E. 4.7), ohne den Beschwerdeführer jedoch selber unter
sucht zu haben.
Diagnostisch ist
demgemäss eine bereits seit 2015 bestehende Diskrepanz zw
ischen den Einschätzungen der
jeweiligen
MEDAS-Gutachter und
denjenigen
der behan
delnden Ärzte festzustellen.
Während letztere
dabei
relativ konstant von gleich
bleibenden Diagnosen ausgingen, waren sich die MEDAS-Gutachter
2015 und 2018 in ihren hiervon abweichenden diagnostischen Einschätzungen
nicht einig.
Entscheidend ist jedoch, dass alle aktuellen Beurteilungen
übereinstimmend
da
von ausgehen, dass sich der Gesundheitszustand seit 2015 nicht wesentlich ver
ändert hat. So sprach der psychiatrische
Z._
-Teilgutachter den psychischen Beschwerden im Gegensatz zum Vorgutachter zwar Krankheitswert zu und atte
stierte eine Abnahme der psychomentalen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit
um 20
%
.
Es gebe aber keine Hinweise dafür, dass sich die psychische Situation se
it dem Vorgutachten verändert habe. Schon damals habe sich die Arbeits
fähig
keit richtigerweise ungefähr in derselben Grössenordnung bewegt.
Folge
richtig stellten die
Z._
-Gutachter fest, es handle sich um einen
im
Wesent
lichen unveränderten Gesundheitszustand, der
nun
anders beurteilt werde.
Betreffend die andauernde Persönlichkeitsänderung na
ch Extrembelastung hielten
die Ärzte
des Sanatoriums
N._
fest, die Ehefrau des Beschwerdeführers habe eine deutliche Wesensveränderung bei diesem bereits nach Ende des Jugos
la
wien-Kriegs bestätigt (vorstehend E. 4.3).
Dass die posttraumatischen Belastungs
symptome und eine Persönlichkeitsveränderung seit dem Krieg in Kroatien bereits vor der depressiven Störung, welche seinerseits ab 2012 zum Ausdruck gekom
men sei, bestanden hätten, berichteten auch die Ärzte des
A._
im März 2018 (vorstehend E. 4.
8).
Dr.
G._
hatte seinerseits
schon
im September 2
014
fest
gehalten, die posttraumatische Belastungsstörung
existiere bereits
seit Jahren (vor
stehend E. 3.11
).
Dr.
S._
sprach davon, e
in
psychischer
Gesundheits
schaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei rückblickend und im Verlauf seit 2012 zu attestieren
(vorstehend E. 4.7). Die Beschwerdegegnerin interpretierte diese Aussage von Dr.
S._
wohl zu Recht so, dass gemäss
diesem
bereits seit 2012 eine Einschränkung von 20
%
aus psychiatrischer Sicht bestehe (
vorstehend E. 2.1;
Urk. 6/148 S. 5 unten). Hätte Dr.
S._
ausdrücken wollen, dass eine relevante Veränderung des Gesundheitszustands
erst
nach 2015 erfolgte, so hätte er dies
sehr wahrscheinlich
auch explizit so geäussert
, nachdem
ja gerade
diese Frag
e
mit
im Raum stand.
Es liegt folglich
weder ein ärztlicher Bericht vor, der eine
Veränderung des psy
chischen Zustandsbildes
seit 2015 dokumentieren
würde, noch gibt es sonstige Hinweise hierauf.
Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands kann im Ergebnis auch in psychischer Hinsicht nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt werden.
5.3
In Bezug auf die
vo
m
Beschwerdeführer beantragte Rückweisung zur Durch
führung weiterer Abklärungen
(vgl.
Urk.
1) bleibt festzuhalten, dass - angesichts der bisherigen umfassenden medizinischen Aktenlage - nicht davon auszugehen ist, dass
weitere Abklärungen
neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falles entscheidende Erkenntnisse liefern könnten. Auf weitere Abklärungen ist
dem
nach
im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
4
Nachdem weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes vorliegt, fehlt es an einem Revisions
grund (vgl. vorstehend E. 1.4
).
Demnach besteht weiterhin kein Anspruch auf eine Rente
, was zur Abweisung der Beschwerde in diesem Punkt führt.
Der Beschwerdeführer beantragte eventualiter die berufliche Eingliederungs
mass
nahme der Arbeitsvermittlung (vorstehend E. 2.2). Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) sprach sich über berufliche Eingliederungsmassnahmen aus, womit diese Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden und nachstehend zu prüfen sind.
6.
6.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Art. 8 Abs. 3 IVG in medizi
nischen Massnahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
6.2
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 Satz 1 ATSG).
Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeig
neten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese
Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Vorausgesetzt ist die Eingliederungs
fähigkeit des Versicherten, das heisst
seine objektive Möglichkeit und subjektive Bereitschaft, von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_594/2016 vom 18. November 2016, E. 3.2)
.
6.3
Im
Z._
-Gutachten wurde festgehalten, Eingliederungsmassnahmen
im engeren Sinne seien nicht unternommen worden. Der
Beschwerdeführer
gebe an, im Jahr 2016 in einem Pensum von 30
%
eine Probetätigkeit mit leichten Aufgaben ver
richtet zu haben. Es sei aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar, warum diese Tätigkeit nicht weitergeführt worden sei. Sämtliche Eingliederungsmassnahmen seien zumutbar (Urk. 6/143 S. 18 Mitte Ziff. 3). Dr.
S._
, RAD, empfahl
ent
sprechend
, den Beschwerdeführer bei der beruflichen Integration zu unterstützen (vorstehend E. 4.7).
Betreffend die Arbeitsmotivation
sandte der Beschwerdeführer widersprüchliche
Signale aus. Gegenüber den
Z._
-Gutachtern führte er einerseits aus, er
sei
für beru
fliche Massnahmen seitens der Beschwerdegegnerin
offen. Andererseits gab er an, er sei körperlich nicht in der Lage, in einer angepassten Tätigkeit ein Pen
sum von 100
%
zu erfüllen (Urk. 6/143 S. 27 Ziff. 2.5). Mit der Beschwerde
geg
nerin (vgl.
vorstehend E. 2.1) besteht
ein Widerspruch zu einer Arbeitsvermitt
lung
auch
darin, dass der Beschwerdeführer sich auf den Standpunkt stellt, er sei – wie ein Arbeitsversuch gezeigt habe – arbeits
unfähig, und
er in erster Linie eine ganze
Rente
beantragt (vgl.
Urk.
1)
. Der
erwähnte
Arbeitsversuch und die Um
stände seiner Beendigung sind im Übrigen nicht näher dokumentiert und sonstige aktive Bemühungen, eine neue Stelle zu finden, sind nicht ersichtlich.
Auch wenn
eine Unterstützung des Beschwerdeführers bei der beruflichen Inte
gration
vorliegend mit Dr.
S._
angebracht wäre
, scheint d
ie subjektive Bereit
schaft, von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden
,
nicht aus
reichend vorhanden
gewesen
zu sein.
Entsprechend
war im Verfügungszeitpunkt im Januar 2019
ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung nicht ausgewiesen (vgl.
vorstehend E. 6.2).
6.4
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, wenn die Motivation vorhanden sei und sich der Beschwerdeführer arbeitsfähig fühle, könne eine Arbeitsvermittlung geprüft werden. De
r
Beschwerdeführer ist
somit darauf hinzuweisen, dass er
sich betreffend
berufliche Eingliederungs
massnahmen
erneut an die Beschwerdegegnerin wenden
kann
, sobald er bereit
dazu
ist, die Stellensuche tatkräftig anzugehen.
6.5
Nachdem derzeit
weder ein Rentenanspruch (vorstehend E. 5.
4
) noch ein
An
spruch auf
berufliche Eingliederungsmassnahmen
ausgewiesen ist, ist die Be
schwerde vollumfänglich abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr. 800.-- anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der
unentgeltliche
n Prozess
führung s
ind die Gerichtskosten einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.2
Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wurde mit Verfügung vom 9. Septem
ber 2019 (Urk. 19) die Möglichkeit eingeräumt, dem Gericht eine detaillierte Zusammenstellung über den Zeitaufwand und die angefallenen Barauslagen ein
zureichen.
Er
hat diese Möglichkeit nicht wahrgenommen, weshalb seine Ent
schädigung wie angekündigt nach Ermessen festzusetzen ist.
Sie bemisst sich
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVGer
). Beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die E
ntschädigung auf Fr. 2’0
00.-- (inklusive Bar
aus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.