Decision ID: 06544d32-d531-43e8-abd8-c31bc769f850
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1964
in der Schweiz
geborene
italienische Staatsangehörige
X._
, meldete sich am 16. November 2010
unter Hinweis auf seit Juni 200
2 bestehende psychische Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Eingliederungsmassnahmen/Rente) an (Urk. 8/6
und Urk. 8/7
). Im Zeitpunkt der IV-Anmeldung war er zu 50 % beim
Y._
beschäftigt zudem wurde er durch die Sozialhilfe unterstützt. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte beim Arbeitgeber Auskünfte (Urk. 8/13) und Arztberichte (Urk. 8/14/1-8 und Urk. 8/15) ein. Zudem
veranlasste sie
beim
Z._
(MEDAS
Z._
) des
A._
, ein
interdisziplinäres Gutachten, das am 20.
Oktober 2011 erstattet wurde
(Urk. 8/23/1-23). Auf Empfehlung der Gutachter
sowie
des
Regio
nalen Ärztlichen Dienstes
der IV-Stelle
(RAD; Feststellungsblatt vom 24. September 2012
Urk.
8
/58 S. 5 f.
)
hin
wurden
in der Folge
berufliche
Massnahmen in Angriff
genommen
. Nach Vorabklärungen (Urk. 8/27-30 und Urk. 8/33) bewilligte
die IV-Stelle
dem
Versicherten die Kostenübernahme für ein
e
berufliche Abklärung
bei
der Stiftung
B._
vom 6. Februar 2012 bis 29. April 2012
(Urk. 8/31), welche allerdings vorzeitig
per 31. März 2012 beendet wurde
(Ur
k. 8/51-53
).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle die
Rentenprüfung (Urk. 8/52
).
Sie
holte weitere Arztberichte (Urk. 8/55 und Urk. 8/56) und Stellungnahmen
des RAD
(
Urk. 8/58
S. 6 ff.
)
ein
. Mit Vorbescheid vom 24. September 2012 stellte
sie
dem Versicherten eine halbe Invalidenrente in Aussicht (Urk. 8/60). Auf
dessen
Einwand hin (Urk. 8/72)
nahm
die IV-Stelle
Anpassungen beim
Einkommensvergleich
vor
(Urk. 8/74) und
verfügte am 24. Mai 2013 einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
ab 1. April 2012 bei einem Invaliditätsgrad von 61 %
(Urk. 2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 24. Mai 2013 (Urk. 2) liess der Versicherte am 20.
Juni 2013 durch
den
von ihm mandatierte
n Rechtsdienst der
Patronato
INCA Beschwerde erheben (Urk. 1) und folgendes Rechtsbegehren stellen:
„
1.
In Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2013 sei dem Beschwerdeführer ab April 2012 ein
e
ganze Invalidenrente auszurichten.
2.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
3.
Dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.
“
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. August 2013, die Beschwerde sei abzuweisen (Beschwerdeantwort, Urk. 7). Mit Verfügung vom 29. August 2013 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Mit Schreiben vom 13.
September
2013
teilte der Rechtsdienst der
Patronato
INCA die Mandatsniederlegung mit (Urk. 10)
. Am 24. Oktober 2013 ging beim Gericht die Vollmacht der Rechtsberatung für italienische Migrantinnen und Migranten zur
Wahrung der Interessen
des Beschwerdeführers im vorliegenden Verfahren ein (Urk. 12 und Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in ihrer Rentenverfügung von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer optimal angepassten Tätigkeit aus
und errechnet einen Invaliditätsgrad von 61 %, woraus ein Anspruch auf eine Dreiviertelrente resultiert
e
(Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung
vom 26. August 2013 ver
wies sie auf das
Gutachten der MEDAS
Z._
vom 20. Oktober 2011 sowie die Stellungnahmen
ihres
RAD
(Urk. 7)
.
2.2
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
wandte in der Beschwerde ein
, dass der
von der IV-Stelle angeordnete
Arbeitsversuch im Februar und März 2012
vorzeitig habe abgebrochen we
rden müssen, da
der Beschwerdeführer
offensichtlich nicht in der Lage gewesen sei, die täglichen Präsenzzeiten
ordnungsgemäss einzuhalten. Im Abschlussbericht zur beruflichen Massnahme
sei
unmissverständlich festgehalten
worden
, dass
der Beschwerdeführer
zum damaligen Zeitpunkt als nicht in die Arbeitswelt integrierbar
habe
betrachtet werden
müssen
. Diese Beurteilung decke sich teilweise mit derjenigen des behandelnden Arztes Dr. med.
C._
, wonach die Arbeitsfähigkeit höchstens 50 % betrage und auch dies nur in einem geschützten Rahmen.
Schliesslich müsse die Frage gestellt werden, ob der Beschwerdeführer angesichts der erheblichen sowohl seitens der behandelnden Ärzte wie auch der unabhängigen Gutachter und der Durchführungsstelle der beruflichen Massnahmen
festgestellten
Einschränkungen für einen möglichen Arbeitsplatz einem Arbeitgeber auf dem freien Arbeitsmarkt überhaupt zumutbar sei. Der Beschwerdeführer gehe davon aus, dass ihm keine Arbeitstätigkeit zumutbar sei und er deshalb ab April 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (Urk. 1).
3.
3.1
Dr. med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bei dem der Beschwerdeführer sei
t
dem 22. März 2006 in Behandlung stand,
stell
t
e
im Bericht vom 21. Februar 2011
(Urk. 8/14/
1-8) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
–
eine seit 2002 bestehende Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen inklusive Sozialphobie (ICD-10 F43.23) nach Verlust von Job, Arbeit und Wohnung
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren, rigiden und
dysthymen
Anteilen (ICD-10 F61.1)
eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7, Differenzialdiagnose ADS, HOPS)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Status nach Burn-out zirka im Jahr 2001.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als EDV-Sachbearbeiter ohne Ausbildung attestierte Dr.
C._
dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
seit dem Jahr 2003
. Er wies auf Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, mangelnde Stress- und Frustrationstoleranz, Beziehungsstörungen mit Vorgesetzten, einen „krankhaften Perfektionismus“ mit Zwanghaftigkeit, Leistungszwang und Fehlerhaftigkeit, auf eine Umtriebigkeit, Umständlichkeit,
Rivalisierung
mit Autoritäten sowie Erschöpfung
hin
(S. 2)
.
Dr.
C._
berichtete
laut Schilderung des Beschwerdeführers
sei
er
von 1998 bis 2003 beim
D._
als Sachbearbeiter
im Vergütungsverkehr beschäftig
t
gewesen. In dieser Zeit sei es zu einer Persönlichkeitsveränderung gekommen. Er habe
damals
die Anstellung
, eine 4-jährige Lebensbeziehung und die gemeinsame Wohnung verloren. Bis ins Jahr 2004 sei er ein paar kurzen Beschäftigungen nachgegangen. Er habe drei Monate in einem Callcenter sowie als Pizzakurier und Kioskaushilfe gearbeitet. Im 2004 habe er sich beim RAV gemeldet. Monate später habe er versucht, sich als Nachtclubbetreiber selbständig zu machen. Er sei aber immer wieder hintergangen worden. Seit Juli 2005 sei der Beschwerdeführer Sozialhilfebezüger. Er habe in Hotels und in einem Wohnheim der
E._
gewohnt
, bis er im Jahr 2008 wieder eine eigene Einzimmerwohnung gefunden habe. Über das Sozialzentrum habe er an verschiedenen Arbeitsprogrammen teilgenommen, zuletzt über
F._
im Trammuseum einen Tag in der Woche, wo es aber nach wenigen Monaten zu Kalamitäten gekommen sei. Seit September 2010 sei er wieder
in einem
Teilz
eit
pensum
als Pizzakurier beschäftigt.
Die
anhaltenden Erschöpfungserscheinungen
hätten sich aber
trotz Psychotherapie und medikamentöser Einstellung bis heut
e
nie wirklich zurückgebildet (Urk. 8/14 S.
5 f.).
Laut Dr.
C._
müsse aufgrund der bereits mehrjährigen Anpassungsstörung bei strukturellen Persönlichkeitsmerkmalen
sowie
möglicherweise hirnorganisch
bedingten
kognitiven Beeinträchtigungen
und
nach vierjähriger Behandlungszeit mit einer bleibenden Beeinträchtigung der Affektivität mit rezidivierenden Depressionen und anhaltender Leistungsstörung infolge von kognitiven Einbussen,
Depersonalisierungserleben
, narzisstischer Irritation,
einer
Beziehungsstörung, mangelnder Frustrationstoleranz und fehlender Belastbarkeit gerechnet werden. In einem behinderungsangepassten Rahmen mit optimalen Arbeitsbedingungen könne
eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
angenommen
werden. Unter Umständen würden sich Eingliederungsmassnahmen zur Evaluierung einer passenden Beschäftigung und der tatsächlichen emotionalen und kognitiven Belastbarkeit empfehlen (S. 8).
3.2
Der Hausarzt Dr. G._
, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 6. März 2011 (Urk. 8/15). Er diagnostizierte einen Verdacht auf Psychose und Schizophrenie sowie eine Schulterkontusion links im August 2010.
Dr.
G._
berichtete, der Beschwerdeführer sei seit mindestens 2002 psychisch auffällig. Es bestehe eine Verwahrlosungstendenz. Aus
somatischer Sicht bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit der linken Schulter: Arbeiten mit Belastung des linken Arms über Schulterhöhe sollten vermieden werden. Andere körperlichen Einschränkungen bestünden nicht. Es bestehe der dringende Verdacht auf eine chronische Psychose. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit müsse aus fachärztlicher psychiatrischer Sicht erfolgen. Der Beschwerdeführer stehe bei Dr.
C._
in psychiatrischer Behandlung. Der Beschwerdeführer arbeite laut eigenen Angaben teilzeitlich als Pizzakurier mit dem Mofa. Es stelle sich in diesem Zusammenhang auch die Frage der Fahrtauglichkeit aus psychiatrischer Sicht.
3.3
Im Gutachten der
MEDA
S
Z._
vom 20. Oktober 2011
(Urk.
8/23/1-19
)
betreffend die
Fachrichtungen Psychiatrie, Rheumatologie und Neuropsychologie
stellten die verantwortlich zeichnenden Ärzte die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 13)
:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit mittelgradiger Episode (im Sinne
einer Depression,
anaklitischer
Typus, ICD-10 F33.1)
Neigung zur Somatisierung (ICD-10 F45)
Persönlichkeitsprofil mit
narzistischen
und abhängigen Zügen, mögliche emotionale Instabilität und schwierige
Impulskontrolle (ICD-10 F61.0)
Die Fachärzte stellen
zudem
die folgenden Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach Burn-out im Jahr 2002
Status nach Schulterkontusion rechts im Januar
(richtig vgl. S. 16: Jahre)
2010
Status nach Tonsillektomie 1968
Status nach Hodenoperation in der Kindheit 1965
Status nach Hepatitis in der Kindheit
In der psychiatrischen Beurteilung berichteten die Gutachter von einem gut zugänglichen kooper
ativen Versicherten, der initial
abwehrend imponiert habe. Die Grundstimmung sei negativ. Im Gespräch seien die kognitiven Fähigkeit
en
nicht eingeschränkt. Während des Gesprächs seien auch keine Konzentrations-, Aufmerksamkeits-, oder Gedächtnisstörungen aufgefallen. Der Versicherte habe manchmal
déja
-
vu
-Phänomene. Er habe seine sozialen Beziehungen eingeschränkt, könne sie aber teilweise aufrechterhalten. Er unterhalte Kontakte zur Prostitutionswelt. Der Beschwerdeführer habe vage
paranoiden Zügen und eine
Neigung zu Projektionen; die Assoziationen seien etwas locker. Die Lebensorganisation des Beschwerdeführers sei auf eine regressive Art und Weise eingeschränkt.
Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit
zu
30 % eingeschränkt (S. 15).
Laut den Gutachtern habe die neuropsychologische
Testung einige grenzwertige oder knapp unter der Norm liegende Befunde, insbesondere des sofortigen Verständnisses, der kognitiven Einschätzungen, der Geschwindigkeit und der anhaltenden Aufmerksamkeit
gezeigt
. Das Profil
entspreche
eine
r
leicht
e
n
bis mittelgradige
n
kognitive
n
Einschränkung, vereinbar mit dem psychischen B
ild
, das der Beschwerdeführer präsentiere (S. 16).
Aus rheumatologischer Sicht ist der Beschwerdeführer laut den Gutachtern zu 100 % arbeitsfähig (S. 16).
Die Gutachter kamen zum Schluss, medizinisch-theoretisch sei der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als EDV-Mitarbeiter zu 50 % arbeitsunfähig (S. 1
6). Zur Begründung verwiesen sie auf die psychiatrische Pathologie, die neuropsychologische
Testung und
den
Rohrschachtest. Die in der neuro
psycho
logischen Testung gezeigten Befunde limitierten auf kognitiver Basis die Fähigkeiten des Beschwerdeführers als EDV-Mitarbeiter.
Aus psychiatrischer Sicht leide
der Versicherte an einer depressiven Störung; es bestehe aus dieser Sicht seit dem Jahr 2003 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in seinem Beruf als EDV-Mitarbeiter. Die Arbeitsfähigkeit sei limitiert, weil der Beschwerdeführer Schwierigkeiten im sozialen Bereich habe; es komme immer wieder zu Streitereien mit Vorgesetzten. Der Beschwerdeführer brauche ein Umfeld, in dem er seine eigenen Schemas entwickeln und diesen nachgehen könne
(S. 17).
G
emäss der gegenwärtigen psychiatrischen Beurteilung sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in jeder Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt. Anamnestisch bestehe aus psychiatrischer Sicht seit dem Jahr 2003 eine andauernde Reduktion der Arbeitsfähigkeit, die im Verlauf der Zeit Schwankungen unterworfen gewesen sei. Im Durchschnitt könne eine Reduktion von 30 % erkannt werden (Übersetzung
des Psychiatrischen
T
eilgutachtens Urk. 8/23/19-
27
,
S. 26
). Die Gutachter führten weiter aus,
der Beschwerdeführer brauche einen Arbeitsplatz, der seine kognitiven Einschränkungen berücksichtige.
Aus psychiatrischer Sicht seien
zudem
seine sozialen Fähigkeiten dergestalt eingeschränkt, dass er auch dort eine Begleitung brauche. In diesem Sinne seien Wiedereingliederungs
massnahmen zwingend. Während der
Wiedereingliederungsmassnahmen müsse der behandelnde Psychiater, der den Versicherten seit dem Jahr 2006 regelmässig betreue
,
mit einbezogen werden. Die Prognose sei ungewiss. Es könne aber sein, dass der Beschwerdeführer mit adäquaten Wiedereingliederungsmassnahmen in einem unterstützenden Arbeitsumfeld, das seine Defizite kenne, eine positive Entwicklung durchleben könne (S. 17).
3.4
Im Verlaufsbericht
vom
1. Juli 2012 (Urk. 8/55) hielt der Hausarzt Dr.
G._
fest, seit November 2011 hätten zwei Konsultationen stattgefunden. Der Gesundheitszustand habe sich nicht verändert.
Es würden keine k
örperlich
e
n
Beschwerden
vor
liegen
. Die Einschränkungen seien psychisch
er Natur
. Dr.
G._
empfahl, auf die Beurteilung von Dr.
C._
abz
ustellen und fügt
e
an,
eventuell
wäre der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Er brauch
e
ein stützendes und verständnisvolles Umfeld.
3.5
Der behandelnde Psychiater Dr.
C._
stellte in seinem Verlaufsbericht vom 31. Juli 2012
(Urk. 8/56)
die nachfolgenden Diagnosen:
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) seit der Kindheit
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit nazistischen, abhängigen, impulsiven und
dysthymen
Zügen
(ICD-10 F61.1) seit der Adolesz
enz
leichte bis mittelgradige kognitive Störung (Differenzialdiagnose hirnorganisch, persönlichkeitsbedingt) seit der Geburt beziehungsweise zirka 2001
S
t
atus nach Burn-out und Anpassungsstörung nach Verlust des Jobs, der Wohnung und der Freundin
In seiner bisherigen Tätigkeit als EDV-Sachbearbeiter attestierte Dr.
C._
dem Beschwerdeführer einen Arbeitsunfähigkeit von 80 % - 100 % seit dem Jahr 2003.
Er
verwies
auf die im Bericht vom 21. Februar 2011 genannten Einschränkungen und ergänzte diese mit Hinweis
en
auf
eine mittelschwere kognitive Störung, persönl
ichkeitsbedingte
Verhaltensauf
fälligkeiten, Stimmungsschwankungen, ein
en zwanghaften
Perfektionismus
, einen
selbstgemachten
Leistungsdruck
sowie
eine leichte Erschöpfbarkeit mit eingeschränktem Durchhaltewillen, erhebliche
n
Leistungseinschränkungen, eine
r
verminderte
n
Belastbarkeit
und Frustrationstoleranz sowie
beeinträchtigte
r
Selbsteinschätzung
. In einem geschützten Rahmen zur Strukturierung des Tagesablaufs
ging Dr.
C._
von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % aus
, sofern der Beschwerdeführer dazu zu gewinnen sei
.
Dr.
C._
berichtete weiter, eine telefonische Rücksprache mit Frau
H._
von
B._
habe seine
bisherigen
Befunde und Vermutungen bestätigt, wonach beim Beschwerdeführer nicht
unerhebliche kognitive Defizite,
rigide und wenig anpassungsfä
hige Verhaltensauffälligkeiten sowie
strukturelle und verwahrlosende Defizite
bestünden
. Auch scheine es dem Beschwerdeführer an ausreichender Selbstsorge (regelmässige Ernährung, ausreichende Körperpflege, strukturierter Tagesablauf) zu fehlen.
Wie bereits im Bericht vom 21. Februar 2011 beschrieben, sei der Beschwerdeführer im Arbeitszentrum durch egozentrische, eigensinnige und externalisierende Züge ausgefallen, die seine Anpassungsfähigkeit erheblich beeinträchtigten und eine Arbeitswiedereingliederung in Frage stellten.
Dr.
C._
berichtete ferner, der Beschwerdeführer sei meist gezeichnet von Erschöpfung, zeige sich wenig ausgeglichen und neige zu Eigensinn und rigidem Verhalten. Im affektiven Rapport sei er bei den Gesprächen meist freundlich und angepasst, hintergründig würden sich leicht grandiose,
misstrauische und teilweise querulatorische Züge zeigen. In seinem alltäglichen Umfeld scheine er wenig kompromissbereit zu sein, wobei er zu Groll, Ressentiment und Beziehungsabbruch neige. Er sei bewusstse
insklar und allseits orientiert. Der Beschwerdeführer zeige
in den Gesprächen Konzentrations-, Aufmerksamkeits-, sowie Gedächtnisstörungen
, was eine Psychotherapie in den letzten Jahren erschwert habe. Bei einem Hang zur
Intellektualisierung
zeigten sich auch Konfliktbereitschaft mit Externalisierung von Schuld und Verantwortung. Besonders in den Wintermonaten habe sich regelmässig ein depressiv-
dysphorisches
Zustandsbild eingeschlichen mit Neigung zur Kritik und Entwertung von Sachbearbeitern und Amtsstellen. Unter emotionalem Druck seien auch heute noch paranoide Verarbeitungsmechanismen zu beobachten. Wahnhaftigkeit, Ich-Störung oder Suizidalität bestehe keine
(S.
5
f.)
.
Dr.
C._
hielt
zudem
fest, sowohl die Zusatzuntersuchung bei der MEDAS in
A._
, als auch das Arbeitstraining bei der
B._
hätten seine im
Bericht
vom 21. Februar 2011 gestellten Vermutungen bestärkt. Beim Beschwerdeführer bestehe eine kombinierte Störung von mittelschweren kognitiven Defiziten, strukturell auffälligen Persönlichkeitsmerkmalen und rezidivierenden Depressionen. Aus seiner psychiatrischen Sicht bestehe wenig Aussicht auf eine therapeutische oder medikamentöse Beeinflussung der kognitiven Defizite und der strukturellen Persönlichkeitsmerkmale mit
narzistischen
, abhängigen und impulsiven Zügen, weshalb auch in den nächsten Jahren mit einer regulären Arbeitsfähigkeit nicht gerechnet werden könne. Allenfalls sei es dem Beschwerdeführer möglich, über eine Dauer von wenigen Monaten einen Gelegenheitsjob anzunehmen, der ihn an die Grenze seiner emotionalen und motorischen Belastbarkeit bringen könne (während seiner letzten mehrmonatigen Anstellung als Pizzakurier mit dem Motorrad sei er dreimal im Strassenverkehr gestürzt).
Zusammenfassend schloss Dr.
C._
aufgrund
der zusätzlichen Untersuchungsergebnisse
der MEDAS
A._
und der Arbeitsabklärung bei
B._
erachte er den Beschwerdeführer aus heutiger Sicht zu 80-100% arbeitsunfähig.
Selbst im günstigstem Fall, das heisse in betreuten Wohnverhältnissen und nach mehrjähriger Bewährung
in
einer geschützten Arbeitsbeschäftigung im Teilpensum sei aus heutiger psychiatrischer Sicht zu bezweifeln, dass die
narzistischen
Ansprüche und der Wunsch nach Unabhängigkeit des Patienten eine Teilarbeitsfähigkeit erlauben
würden
.
4.
Im Bericht
der
B._
vom 12. April 2012 über die Abklärung der Chancen einer beruflichen Eingliederung im kaufmännischen Bereich
vom 6. Februar bis 31. März 2012 (Urk. 8/51)
führten die zuständigen Fachpersonen aus, der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers sei starken Schwankungen unterworfen gewesen. Er habe grosse Mühe bekundet, die vereinbarte Arbeitszeit von vier Stunden pro Tag einzuhalten. Zu Beginn der Massnahme sei der Eindruck entstanden, dass die Tagesstruktur und das soziale Umfeld dem Beschwerdeführer gut getan hätten. Allerdings habe er während der gesamten Abklärungszeit grosse Mühe bekundet, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Seine Verspätungen hätten zwischen fünf und neunzig Minuten geschwankt
–
einmal habe er den ganzen Vormittag verschlafen. Die äussere Erscheinung des Beschwerdeführers habe sehr vernachlässigt gewirkt, nicht zuletzt in Ermangelung der Morgentoilette, wenn er verschlafen habe.
Die
Abklärungspersonen führten weiter aus, bei der Arbeit habe der Beschwerdeführer unter Konzentrationsproblemen gelitten. Bereits nach kurzer Zeit habe er Ermüdungserscheinungen gespürt. Bei Schwierigkeiten am PC sei er schnell sehr unruhig geworden und habe aggressiv reagiert, wenn er angesprochen worden sei. In Gesprächen habe der Beschwerdeführer keinen Augenkontakt halten können, häufig seinen Kopf hin und her bewegt oder mit seinen Händen agiert. Es habe sich während der Abklärungszeit zudem gezeigt, dass die äussert engen finanziellen Verhältnisse und die für ihn sehr ungünstige Wohnsituation den Beschwerdeführer stark belastet hätten. Entweder sei er mit den für seine Finanzen zuständigen Behörden in Verhandlung gewesen oder er habe sich Geld ausleihen müssen, um telefonieren oder zum Coiffeur gehen zu können. Die Voraussetzungen für eine berufliche Massnahme seien demzufolge sehr ungünstig gewesen und der Beschwerdeführer sei während der gesamten Abklärungszeit nicht in der Lage gewesen, sich den bestehenden Rahmenbedingungen anzupassen. So habe er auch nur wenig Kontakt zu anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefunden, da er sehr stark mit seinen eigenen Themen beschäftigt gewesen sei. Nach der Vorbereitung auf das Gespräch mit der IV-Berufsberatung Mitte März 2012 sei der Beschwerdeführer dem Gespräch wie auch der Arbeit an den darauffolgenden Tagen unentschuldigt fern geblieben. In Absprache mit der IV-Stelle sei die Massnahme auf Ende März vorzeitig abgebrochen worden (S. 3 f.).
Die
B._
-Eingliederungsb
erater berichteten sodann, zu Beginn der Massnahme sei der Beschwerdeführer interessiert gewesen an einem Wiedereinstieg in den kaufmännischen Bereich. Im Verlaufe der Standortbestimmung
–
und mit zunehmender Realisierung seiner fachlichen Defizite – habe seine Motivation
spürbar nachgelassen (S. 7). Zurzeit sei eine Stabilisierung der gesundheitlichen und persönlichen Situation angezeigt. Eine grundlegend verbesserte Wohnsituation, regelmässige und gesunde Ernährung und ein
e
Überwachung der Finanzen erachteten
die Fachleute
als ersten Schritt und wichtige Voraussetzungen für jegliche weitere berufliche Massnahme zur Vorbereitung auf eine Reintegration in den Arbeitsmarkt. Eine Integrationsmassnahme sei zu einem späteren Zeitpunkt durchaus vorstellbar (S. 4).
Zum jetzigen Zeitpunkt erachteten die Eingliederungsberater
eine Integration in die freie Wirtschaft nicht als realisierbar. Bedingt durch die psychische Instabilität sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, einer regelmässigen Arbeitstätigkeit nachzugehen.
Aufgrund
eines fehlenden kaufmännischen Abschlusses und der langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
erachteten die Fachleute von
B._
eine Integration in den kaufmännischen Bereich zudem
als äusserst schwierig
. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Beschwerdeführer mit den aktuellen PC-Programmen nicht vertraut sei und ihm die kaufmännische Routine fehle
(S. 7).
5.
5.1
Aus den medizinischen Unterlagen
geht hervor
, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich unter einer psychischen Beeinträchtigung leidet. Der Hausarzt und die MEDAS-Gutachter
stimmen darin überein
, dass keine körperlichen Beschwerden
bestehen
, welche die Arbeitsfähigkeit
massgeblich
einschränken
.
Was die Beweiswertigkeit des MEDAS-Gutachtens
vom 20.
Oktober
2011
(Urk. 8/23/1-19)
–
namentlich auch die relevante
psychiatrische Beurt
e
ilung
(
vgl. das Teilgutachten
Urk. 8/23/19-27)
–
betrifft, kann festgehalten werden, dass es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
unter Einschluss von
Labortests, einer neuropsy
chologischen Testung sowie eines Rorschach-Test
s
(S.
12)
und eingehender Anamnese (S. 4 f.)
beruht, auch die gekla
gten Beschwerden berücksichtigt und
in Kenntnis der
Vorakten
sowie der Ergebnisse eines eigens veranlassten MIR des Schädels (Urk. 8/23 S. 4)
abgegeben worden i
st. Die
Darlegung der
medizinischen
Zusammenhänge und
die
Beurteilu
ng der ps
ychiatrischen Situation leuchten
ein
und
die
Schlussfolgerungen
sind
begründet
(vgl. E. 1.5)
.
Das Gutachten der MEDAS
Z._
erfüllt damit grundsätzlich die Anforderungen an ein
e voll beweiswertige
medizinische Expertise
trotz übersetzungsbedingter sprachlicher
Mängel
insbesondere
i
m psychiatrischen Teilgutachten
.
Die Beweiswertigkeit wird auch
durch den
Hinweis
des RAD-Arztes
Dr.
I._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
wonach
die Diagnose der Neigung zur Somatisierung nicht ohne Weiteres
nachvollziehbar sei (Urk. 8/58 S. 5)
, nicht in Frage gestellt, da diese Diagnose bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keine entscheidende Rolle spielt
.
5.2
Entsprechend
kam der RAD-Arzt Dr.
I._
in
seiner
differenzierten Auseinandersetzung
mit dem MEDAS-Gutachter
am 18. November 2011 zum Schluss, dass
gesamthaft
darauf
abgestellt
werden könne (Urk. 8/58 S. 5) und auch der
behandelnde Psychiater Dr.
C._
, dem
die Expertise
auf ausdrücklichen Wunsch des psychiatrischen Gutachters hin zugestellt worden war, hatte
dieser
in seiner Stellungnahme vom 31. Juli 2012 (Urk. 8/55) nichts entgegenzuhalten. Vielmehr sah er seine Vermutungen durch die Untersuchungsergebnisse des psychiatrischen Gutachters bestärkt (Urk. 8/56 S.
5).
Er erachtete den Beschwerdeführer allerdings aufgrund
der im MEDAS-Gutachten festgehaltenen Ergebnisse
sowie der
gescheiterten
Arbeitsabklärung bei der
B._
aus aktueller Sicht zu 80 % bis 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/56 S.
5)
.
und
einzig
in
einem geschützten
Rahmen zur Strukturierung des Tagesablaufs – soweit der Beschwer
deführer dazu zu gewinnen sei und
auch nur
zu maximal 50
%
–
arbeitsfähig (S. 3).
5.3
Zu diskutieren ist
, ob
das
Ergebnis der Arbeitsabklärung
die Beweiswertigkeit des MEDAS-Gutachtens
massgeblich in Frage stellt
. Zu prüfen ist insbesondere,
ob
die IV-Stelle
diese neuen Erkenntnis
se
den Gutachtern
zwingend
zur
Stellungnahme hätte
vorlegen
müssen (vgl.
etwa
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 3.3.2
und 9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 2.3
)
oder
ob
weiterhin auf die Einschätzung im Gutachten abgestellt werden
konnte
.
Hierzu ist vorab zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin die Ergebnisse der Arbeitsabklärung nicht
ausser Acht gelassen hat
, sondern
–
wie vom RAD-Arzt Dr.
I._
bereits
in seiner Stellungnahme vom 18. November 2011 empfohlen (Urk. 8/58 S. 5)
–
,
als Anlass nahm,
erneut Rücksprache mit dem RAD zu nehmen. Nach Eingang
der beiden Verlaufsberichte
, die
einen unveränderten Gesundheitszustand bescheinigen,
wies der
RAD-
Arzt Dr.
J._
, Facharzt für Neurologie FMH sowie für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in seiner Stellungnahme vom 28. August 2012 darauf hin, dass im Verlaufsbericht von Dr.
C._
vom 31. Juli 2012 und im Abklärungsbericht der
B._
vom 12. April 2012 bei der attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit motivationale und IV-fremde Faktoren vermutet würden, weshalb
diesen
Einschätzung
en
nicht gefolgt werden könne. Nach
seinem
Dafürhalten
sei
mit dem MEDAS-Gutachten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgewiesen
(Urk.
8/
58 S. 8)
. Diese Begründung
ist fundiert
, scheiterte die
berufliche Massnahme laut Abklärungsbericht
doch
nicht nur an den
Verhaltensauffälligkeiten
des
Beschwerdeführers sondern
auch
massgeblich an den schwierigen Rahmenbedingungen, wie
den
äusser
s
t engen finanziellen Verhältnisse
n
des Beschwerdeführers, die
ihn erheblich absorbierten
,
sowie
de
n
Defizite
n
in Bezug auf Arbeiten im kaufmännischen Bereich.
Zu einem späteren Zeitpunkt
schlossen die Fachleute v
on
B._
eine erfolgreiche Inte
grationsmassnahme
im nichtkaufmännischen Bereich
nicht aus.
Zutreffend ist
zudem
, dass es
auch
im Bericht von
Dr.
C._
Hinweise auf eine motivationale Komponente
gibt
. Dies
gilt
insbesondere
für die
Schlussfolgerung
, wonach
auch
der
Wunsch nach Unabhängigkeit
eine Teilarbeitsfähigkeit
selbst
unter idealsten Bedingungen als zweifelhaft erscheinen lasse
.
Gegen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft spricht
zudem
, dass der Beschwerdeführer vom 1. August 2010 bis Ende November 2011
und somit während über einem Jahr
auf Stundenb
asis
– laut Arbeitgeberbericht
im Umfang von
30
Stunden pro Woche –
als Pizzakurier tätig war
, ohne dass
die
Arbeitgeber
in
Einschränkungen wahr nahm (Urk. 8/13).
Daran ändert nichts, dass
der Kurierdienst mit dem Motorrad
sich offenbar
schliesslich
nicht
als eine
an die Einschränkungen des Beschwerdeführers
angepasst
e Tätigkeit
erwies
(vgl. die Hinweise in den Arztberichten auf Unfälle und mangelnde Fahrtauglichkeit).
Von einer
zwischenzeitlichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gingen die behandelnden Ärzte nicht aus.
Der langjährige Hausarzt empfahl in seinen Berichten zwar auf die Beurteilung des Psychiaters abzustellen, fügte allerdings hinzu, eventuell wäre der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig.
5.4
Trotz gescheiterter beruflicher Abklärung
im kaufmännischen Bereich
kann nach dem Gesagten weiterhin auf das Gutachten der MEDAS
Z._
vom 20.
Oktober 2011 abgestellt werden.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich auch nach Ansicht der behandelnden Ärzte seither nicht verändert.
Es ist somit erstellt, dass der Beschwerde
führer in einer angepassten
Tätigkeit
(unterstützendes Umfeld, wohlwollende Vorgesetzte,
ein
Arbeitsplatz, der sowohl auf die kognitiven, wie auch die sozialen Einschränkungen Rücksicht
nimmt
,
vgl. auch
Urk. 8/58 S. 5)
zu 70 % arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Beim Einkommensvergleich ging die IV-Stelle
zur Ermittlung des
Valideneinkommen
vom in den
drei letzten
Jahren
vor Eintritt des Gesundheitsschadens (
2000
bi
s 2002
)
durchschnittlich bei der
K._
AG und
in
einem Nebenverdienst erzielten Einkommen aus
(vgl. IK-Auszug vom 9. Januar 2012
, Urk. 8/30)
. Angepasst an die Nominallohnentwicklung errechnete
sie
ein unbestritten gebliebe
nes
Valideneinkommen
von Fr. 96‘
912.55
(Urk. 8/57)
.
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Nicht
sachgerecht
erscheint es, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
auf
die LSE-Löhne für
kaufmännisch-administrative
Arbeiten abzustellen, da der Beschwerdeführer über keine entsprechende Ausbildung verfügt, seit 2003
nicht mehr in
diesem Arbeitsbereich
tätig war
und
sowohl
die gesundheitsbedingten
kognitiven Einschränkungen als auch der gescheiterte Abklärungsversuch
nicht vorab kaufmännische Tätigkeiten als angepasst erscheinen lassen. Heranzuziehen ist damit der im Total aller Tätigkeiten massgebende Medianlohn im Anforderungsniveau einfache und repetitive Tätigkeiten
im Betrag
von Fr.
4‘901.-- (LSE 2010, Tabelle TA1 S. 26). Angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von
41.7 Stunden im Jahr 2012 und die Lohnentwicklung
seit 2010
(Die Volkswirtschaft 9-2014, aktuelle Wirtschaftsdaten, B9.2 S. 84 und B10.2 S. 85) ergibt sich ein
Inv
alideneinkommen von Fr. 62‘420.-- (Fr. 4‘901.-- x 12 / 40 x
41.7 x 1.01 x
1.008) beziehungsweise Fr. 43‘
694.-- in einem 70%-Pensum. Unter Einschluss des unbestritten gebliebenen leidensbedingten Abzugs von 15 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 37‘139.90
und damit
ein Invaliditätsgrad von 62
% und ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
Dies führt zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2013 und zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von
Leistungen der Invalidenversicherung geht ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- festzusetzen.
Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.