Decision ID: 3fb032bc-0e01-5e9a-9767-56d6e64b1fd7
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974,
Hausfrau und Mutter
von drei Kindern (Jahr
gänge 1994, 2000, 2001)
,
meldete sich am 19.
Dezember 2012 aufgrund von
Rückenschmerzen,
einer
Aufmerksamkeitsdefizit
-/Hyperaktivitätsstörung
(ADHS)
und einer
Borderline
-Persönlichkeitsstörung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 9/7 Ziff. 3.1, Ziff. 5.3, Ziff. 6.2, Ziff. 11).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 9/12) und einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 9/11) ein. Mit Vorbescheid vom 12. April 2013 (Urk. 9/15) stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Dagegen erhob die Versicherte am 23. April 2013 (Urk. 9/16) und am 3. Juni 2013 (Urk. 9/23)
Einwände
. Am 19. August 2013 erging die Verfügung, mit welcher der Versicherten einen Rentenanspruch verneint wurde (Urk. 9/25 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. August 2013 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 11. September 2013 Beschwerde und beantragte, es sei ihr nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 % eine volle (richtig: ganze) Rente auszurichten; eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Ferner reichte sie weitere medizinische Berichte (Urk. 3/8, Urk. 3/10-15) ein.
Mit Beschwerdeantwort vom
14. November 2013 beantragte die IV-Stelle eine teil
weise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Urk. 7), worauf die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. November 2013 (Urk. 10) aufgefordert wurde, zum Antrag der
Beschwerde
gegnerin
Stellung zu nehmen und insbesondere zu erklären, ob sie sich diesem anschliessen könne. Mit Eingabe vom
25. November 2013 (Urk. 12)
erklärte sich
die Beschwerdeführerin
mit
der Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegeg
ne
rin
einverstanden
und reichte eine Honorarnote gleichen Datums (Urk. 13) ein.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversicherungs
prozess
sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
43
Abs.
1 und
Art.
61
lit
. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungs
rechts
; ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese
Unter
suchungspflicht
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des strei
tigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Der
Unter
suchungsgrundsatz
weist enge Bezüge zum - auf Verwaltungs- und
Ge
richts
stufe
geltenden - Grundsatz der freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorg
fältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E.
4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; 125 V 193 E. 2 S. 195, je mit Hinweisen) zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an die
sem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Ge
hör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 124 V 90 E.
4b S. 94). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtig
keit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermit
teln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentli
che Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_1021/2009 vom
3.
November 2010 E. 4.2, 8C_101/2010 vom
3.
Mai 2010 E.
4.1 und 9C_167/2009 vom 2
8.
Mai 2009 E. 3.1).
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
geh
ren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerde
führerin
stellte den Eventual
antrag auf Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen (Urk. 1 S. 2). Diesem Antrag schloss sich die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2013 (Urk. 7) an. Sie begründete dies unter anderem damit, dass der medizinische Sachverhalt zu wenig abgeklärt
worden sei
. Nebst
den psychischen Beeinträch
tigungen
seien
auch Rückenbeschwerden vorgebracht worden, welche bei der Be
urteilung bisher ke
ine Berücksichtigung gefunden hätten
(S. 1 unten). Ge
stützt auf die Stellungnahme von med.
pract
.
Y._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 6. November 2013 (Urk. 8) sei zur Klärung des medizinischen Sachverhalts
daher
eine
bidisziplinäre
(orthopädisch
e
/psy
chiat
risch
e) Begu
tachtung beim RAD durchzuführen (Urk. 7 S. 2).
Mit der Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen erklärte sich die Be
schwerdeführerin einverstanden (Urk. 12).
2.2
Nachdem übereinstimmende Anträge der Parteien vorliegen und diese mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 19. August 2013 aufzuhe
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der notwendigen Abklärungen und zum neuen Entscheid zurückzuweisen ist.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) u
nd auf Fr.
400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass de
s Obsiegens bemessen (§ 34 Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien ist
der
Beschwerdeführer
in
bei einem
praxi
sge
mässen
Stundenansatz von Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) und mit Blick auf die K
ostennote vom
25. November 2013 (Urk. 13
) eine
Proze
ssentschädi
gung
von Fr. 1‘715.05
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.
Damit wird das vo
n der
Beschwerdeführer
in
gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessf
ührung und
Verbeiständung
(Urk. 1 S.
2
) gegenstandslos.