Decision ID: 507d5f96-0fa2-4538-b081-6c629d319cd4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1969 geborene X._ meldete sich am 10. Oktober 2008 unter Hinweis auf ein psychisches Leiden bei der Eidgenössischen Invaliden
ver
si
che
rung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Rente) an (Urk. 14/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die er
werb
li
chen Verhältnisse ab (Urk. 14/5, Urk. 14/14, Urk. 14/16-17, Urk. 14/19-20
, Urk. 14/37), zog aktuelle medizinische Berichte bei (Urk. 14/7, Urk. 14/9,
Urk. 14/12) und holte das versicherungspsychiatrische Gutachten vom 27. Mai
2010 von med. pract. Y._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
, ein
(Urk.
14/40). N
ach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk. 14
/
46 ff.)
, in des
sen Rahmen sie weitere aktuelle Berichte zu den Akten
nahm (Urk. 14/57, Urk. 14/66-67, Urk. 14/72, Urk. 14/74),
sprach die IV-St
elle der Versicherten mit Verfügung vom 24. November 2011 gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitsangaben im psychiatrischen Gutachten von med. pract.
Y._
vom 27. Mai 2010 (Urk. 14/40) mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2008 eine ganze Rente und mit Wirkung ab dem 1. September 2010 eine Viertels
rente zu (Urk. 14/87-100). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 10. Januar 2012 Beschwerde (Urk. 14/104/3-10). Diese wurde vom Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2012.00028 vom 22. August 2013 in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 24. November 2011 aufgeho
ben
und die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 14/125/1-16).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils vom 22. August 2013 nahm die IV-Stelle wei
tere medizinische Berichte zu den Akten (Urk. 14/129, Urk. 14/131, Urk. 14/152
). Zudem holte sie das polydisziplinäre Gutachten der Z._ AG ein (Urk. 14/156) und dessen Ergänzung vom 4. September 2014 (Urk. 14/160) ein. Ferner liess sie einen Auszug aus dem individuellen Konto der Ver
si
cher
ten erstellen (IK-Auszug, Urk. 14/158). Mit Vorbescheid vom 3. November 2014 stellte sie der Versicherten die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. April 2009 sowie die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. August 2010 in Aussicht (Urk. 14/169).
Gleichzeitig
machte sie die
Versicherte
auf die
Schadenminderungspflicht
aufmerksam
. Sie wies die Versicherte darauf hin, dass gemäss ihren Abklärungen
ihr Gesundheitszustand
mit
der Weiterfüh
rung der
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
(Frequenz min
des
tens alle ein bis zwei Wochen) und einer Optimierung der psychopharma
kologischen Behandlung mit Nachweis suffizient eingestellter Plasmaspiegel nach Massgabe der Behandler (hinsichtlich Präparatewahl und Dosierung)
er
heb
lich verbessert werden könne.
Zudem sei eine mindestens sechsmona
tige Medizinische Trainingstherapie (MTT) durchzuführen.
Sie
sei
daher ge
hal
ten,
bis am 25. November 2014 mitzuteilen, bei welchem Arzt oder welcher Ärztin beziehungsweise bei welchem Therapeuten oder Fitness-Center sie die erwähnten Massnahmen durchführen werde
(Urk.
14/166
).
Am 14. November 2014 erhielt die Versicherte eine Kostengutsprache für die leihweise Abgabe von Arthritis-Gehstützen (Urk. 14/171). Im weiteren Verlauf meldete sich die Versicherte unter Beilage von Arztberichten (Urk. 14/176) zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an (Urk. 14/179). Am 8. Dezember 2014 wandte die
Versicherte ein, der Vorbescheid vom 3. November 2014 sei unbrauchbar, und
sie erwarte eine Begründung, welche substantiierte Einwendungen erlaube (Urk. 14/191). Daraufhin erliess die IV-Stelle am 6. Januar 2015 einen den Vorbescheid vom 3. November 2014 ersetzenden Vorbescheid, mit welchem sie wiederum die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. April 2009
sowie die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. August 2010 in Aussicht stellte
(Urk. 14/196). Am 14. Januar 2015 reichte die Versicherte den Bericht des B._, Wohn- und Werkstätte, vom Dezember 2014 ein (Urk. 14/197), und am 18. März 2015 verzichtete sie auf die Erhebung eines Einwands (Urk. 14/210). Am 11. März 2015 verneinte die IV-Stelle den Anspruch der
Versicherten auf Kostengutsprache für diverse Küchenhilfsmittel (Urk. 14
/208). In Bezug auf eine allfällige Hilflosigkeit erfolgten weitere Abklärungen (Urk. 14/211-213), welche im Vorbescheid vom 26. März 2015 mündeten, wo
mit die Verneinung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung in Aus
sicht gestellt wurde (Urk. 14/215). Mit Verfügung vom 6. Juli 2015 ver
neinte die IV-Stelle sodann den Anspruch der Versicherten auf eine Hilflo
sen
entschädigung (Urk. 14/227). Am 8. Juli 2015 erteilte sie Kostengut
sprac
he für einen Duschhocker (Urk. 14/228). Im weiteren Verlauf liess sie die Ver
sicherte am 26. Februar 2016 den Fragebogen betreffend Rentenrevision aus
füllen (Urk. 14/239), woraufhin diese am 3. Mai 2016 das Einholen eines weiteren Arztberichts, am 4. Mai 2016 hingegen den Erlass der Verfügung beantragte (Urk. 14/246-247). Mit Verfügungen vom 13. Mai 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2008 eine ganze Inva
lidenrente sowie mit Wirkung ab 1. August 2010 eine Viertelsrente der Inva
lidenversicherung zu. Zugleich forderte sie die für den August 2010 ausge
richtete ganze Rente zurück, wobei sie den Betrag mit der ausstehenden Vier
tels
rente für denselben Zeitraum verrechnete (Urk. 14/249-251, Urk. 14/258 zur Begründung vgl. auch Urk. 14/241). Anschliessend nahm sie einen aktu
ellen IK-Auszug und weitere Arztberichte zu den Akten (Urk. 14/263-264).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. Mai 2016 betreffend Zusprechung der befriste
ten ganzen Rente (Urk. 2/1 = Urk. 14/249) erhob die Versicherte am 20. Juni 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als ihr ab dem 1. August 2010 keine ganze Invalidenrente zuge
sprochen worden sei und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung insoweit aufzuheben, als ihr ab dem 1. August 2010 keine ganze Invalidenrente zugesprochen worden sei, und die Invalidenrente ab dem 1. August 2010 sei nach Vornahme weiterer Abklärungen, insbesondere nach Einholung eines aktuellen polydisziplinären
Gutachtens zu ihrem physischen sowie psychiatrisch-psychologischen Gesun
d
heitszustand sowie nach einer Berufsabklärung bei der zuständigen BEFAS-Stelle erneut und korrekt festzustellen. Es sei ihr Gelegenheit zu geben, sich zu den Gutachtervorschlägen zu äussern beziehungsweise eigene Vorschläge zu unterbreiten, und sich zum Fragenkatalog an den/die Gutachter äussern sowie allfäl
lige Ergänzungsfragen stellen zu können
. Bei der Invaliditätsbe
messung sei ein Leidensabzug von 20 bis 25 % zu berücksichtigen. In pro
zessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 24. Juni 2016 (Urk. 5) reichte sie den Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste C._ vom 22. Juni 2016 ein (Urk. 6/2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. September 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 13). Mit gerichtlicher Verfügung vom 10. Oktober 2016 wurde der Be
schwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsan
walt Thomas Häusermann, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Zugleich wurde ihr die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 15).
Die Beschwerdeführerin äusserte sich am 28. November 2016 erneut zur Sache
(Urk. 19), wobei sie einen neu eingeholten Verlaufsbericht einreichte (Urk.
20). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. Januar 2017 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 23), was der Beschwerdeführerin am 17. Januar 2017 mit
geteilt wurde (Urk. 24). Mit Beschluss vom 1. März 2017 wies das hiesige Gericht die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 31. März 2009 auf eine mögliche reformatio in peius hin (Urk. 25). Die Be
schwer
deführerin hielt daraufhin an ihrer Beschwerde fest (Urk. 28).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erliess am 13. Mai 2016 betreffend den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin zwei Verfügungen. Mit der einen regelte sie den Rentenanspruch ab dem 1. Oktober 2008 bis zum 31. Juli 2010 (ganze Rente; Urk. 2/1 = Urk. 14/249). Mit der anderen Verfügung regelte sie den Rentenanspruch ab dem 1. August 2010 (Viertelsrente; Urk. 2/2 = Urk. 14/258). In der Beschwerde explizit erwähnt wurde lediglich diejenige Verfügung betreffend Anspruch auf eine ganze Rente. Das Rechtsbegehren richtet sich indessen in erster Linie gegen die andere Verfügung betreffend Viertelsrente, mit welcher die Beschwerdeführerin nicht einverstanden ist. Diese Verfügung ist somit ebenfalls angefochten.
1.2
1.2.1
Die Beschwerdeführerin rügte vorab in formeller Hinsicht die Verletzung der Begründungspflicht gemäss Art. 49 Abs. 3
des
Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
sowie des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid
genossenschaft (BV) und machte geltend, es liege eine Rechtsverweigerung vor und es sei ihr unmöglich, rechtsgenügende Einwendungen vorzutragen (Urk. 1 S. 17-19).
1.2.2
Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent
scheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizu
bringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit
zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachver
haltes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden Einspracheentscheide begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Per
son ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Ent
scheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; viel
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
1.2.3
Aus der angefochtenen Verfügung ist klar ersichtlich, dass auf das Z._-
Gut
achten vom 11. August 2014 abgestellt wurde (Urk. 2 S. 2 des Begrün
dungs
teils). Einwände wurden keine gemacht, zu welchen Stellung zu nehmen
gewesen wäre in der Begründung, sondern es wurde auf das Erheben eines Einwands gegen den Vorbescheid verzichtet
(Schreiben vom 18. März 2015, Urk. 14/210). Die Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit des Z._-Gutach
tens hatte die IV-Stelle bereits vor Erlass des Vorbescheids durch ihren
Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD)
überprüfen lassen (Urk. 14/165/6-8) und die Beschwerdeführerin hatte Kenntnis hiervon, da ihr die Akten zugestellt worden waren (Urk. 14/188). Insgesamt wurden damit die wesentlichen Gesichts
punkte, von denen sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid leiten liess, dargelegt. Somit erweist sich die Verfügung als genügend begründet und der Anspruch auf rechtliches Gehör als gewahrt.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleiben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folge
n der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015
,
E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundes
ge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5,
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015
,
E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15, E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016
,
E. 4.1).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweis
wertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
ein
an
dersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung
der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlu
ss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte
oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gege
benenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gutachten der Z._ vom 11. August 2014 auf den Standpunkt, dass ab 23. Oktober 2007 vorerst gar keine, ab Mai 2010 hingegen wieder eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bestanden habe, weswegen die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2008 (Zeitpunkt der Anmeldung) bis
Ende Juli 2010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. August 2010 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung habe (Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort hielt sie fest, aus der angefochtenen Verfügung ergebe sich offensichtlich, dass sich diese auf das eingeholte Z._-Gutach
ten stütze. Da die Beschwerdeführerin bis heute nicht ausführe, welche Fra
gen sie den Gutachtern hätte stellen wollen, und gar explizit auf das Erheben
eines Einwands gegen den Vorbescheid verzichtet habe, liege klarerweise keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor (Urk. 13).
3.2
Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung des Prinzips der Waffengleich
heit, mithin Art. 29 und Art. 30 BV sowie Art. 6 der
Europäischen Men
schenrechtskonvention (
EMRK
)
, und die Verletzung des Willkürverbots. Dies begründete sie damit, dass auf das MEDAS-Gutachten abgestellt worden sei und die MEDAS von der IV-Stelle abhängig seien. Zudem habe sich die IV-Stelle in ihrer Verfügung nicht mit den abweichenden ärztlichen Beurtei
lung
en auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 17 und S. 19-21). Weiter brachte die Be
schwerdeführerin vor, die angefochtene Verfügung basiere auf einem falschen, jedenfalls unzureichend geklärten Sachverhalt, und zweifelte die Unab
hängigkeit sowie die Kompetenz von med. pract. Y._ an (Urk. 1 S. 19-23). Dem Gutachten der Z._ komme im Vergleich zu den Angaben der seit mehreren Jahren betreuenden Dr. med. D._, Fach
ärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, nahezu keine Bedeutung zu (Urk. 1
S. 25). Die Ergänzungsfragen an die Z._ seien hinter ihrem Rücken gestellt worden, wodurch ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei (Urk. 1 S. 25). Die Z._-Gutachter hätten ihre Beschwerden bagatellisiert, verharmlost und nicht ernst genommen (Urk. 1 S. 25-26). Ferner sei das Gut
achten nicht mehr aktuell (Urk. 1 S. 26). Des Weiteren sei nicht klar, wie die Experten auf eine Arbeitsfähigkeit von 60 % gekommen seien und warum sie
entgegen der Aktenlage nur von einer leichten bis mittelschweren depressi
ven
Episode ausgegangen seien (Urk. 1 S. 26). Die Beschwerdeführerin brachte zudem vor, selbst bei einer Restarbeitsfähigkeit von 60 % könne sie faktisch nur ein jährliches Einkommen von Fr. 45‘000.-- erzielen, was einem Leidens
abzug von 25 % entspreche (Urk. 1 S. 28).
In der Eingabe vom 28. November 2016 brachte sie vor, mit einem Verweis auf das Gutachten habe die IV-Stelle ihrer Begründungspflicht nicht genüge getan. Zudem habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert, wie dem Bericht von Dr. med. E._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
, zu entnehmen sei. Sie lebe bereits seit mehreren Jahren in einer betreuten Wohneinrichtung und benötige Hilfe für die Tagesstrukturierung und die Verrichtung der alltäglichen Tätigkeiten. Dafür sprächen auch die von den Gutachtern erwähnten unterschiedlichen Angaben zu ihrer Medika
tion. Sie sei vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 19 S. 1-3). Die 60%ige Rest
arbeitsfähigkeit sei nicht schlüssig begründet und im neuropsychologischen Teil des Gutachtens sei keine abschliessende Beurteilung möglich gewesen, was weitere Abklärungen durch einen fachlich versierten Gutachter erfordert hätte (Urk. 19 S. 3). Auch die Einteilung in Diagnosen mit und solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht begründet worden. Ferner habe
lediglich ein kurzes Gespräch und keine umfassende Abklärung stattge
fun
den (
Urk. 19 S. 4). Den erwähnten Anhaltspunkten für ein ADHS-Syndrom im
Erwachsenenalter beziehungsweise ein Asperger-Syndrom und für eine anha
l
tende somatoforme Schmerzstörung sei nicht nachgegangen worden, wes
halb
die Arbeitsfähigkeit auch unter diesem Gesichtspunkt nicht habe beurteilt werden können (Urk. 19 S. 4-5). Die rückwirkende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit sei eine reine Mutmassung und absolut unbrauchbar. Sie reiche keineswegs aus für eine Rentenherabsetzung. Weiter beanstandete sie, dass die Gutachter nicht zu den Foerster-Kriterien Stellung genommen hätten. Die Frage nach der Zumutbarkeit medizinischer Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei ebenfalls nur rudimentär und nicht sachdienlich beantwortet worden, obwohl Dr. E._ zum Schluss gekommen sei, die Therapien würden nur dazu führen, dass keine Verschlechterung eintrete (Urk. 19 S. 5-6). Am neurologischen Teilgutachten bemängelte sie, dass trotz
heftiger Beschwerden und jahrelangem Verlauf und trotz dem Vorliegen ein
er Trigeminusneuralgie eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angenommen worden sei (Urk. 19 S. 6-7). Der internistische Gutachter habe die Beschwer
de
führerin nur kurz und kursorisch, demnach nicht umfassend untersucht und die festgestellte Arbeitsfähigkeit nicht erläutert. Anhand der Ergebnisse
der neuropsychologischen Begutachtung sei offensichtlich, dass die Be
schwer
deführerin keiner Erwerbstätigkeit nachgehen könne (Urk. 19 S. 7-8). Die Be
schwerdegegnerin habe denn auch nicht angegeben, welche konkrete Tätig
keit überhaupt möglich sei (Urk. 19 S. 8).
4.
4.1
Im Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2012.00028 vom 22. August 201
3 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin sich zum Zeitpunkt der Begut
achtung durch med. pract. Y._ vom 30. November und 8. Dezember 2009 stationär in der Privatklinik F._ aufgehalten hatte. Das Ausmass der behandelten depressiven Erkrankung hatte med. pract. Y._ als wechs
elnd und im Rahmen der versorgenden Kliniksituation als leicht eingestuft. Laut den Angaben der behandelnden Dr. D._ war der Zustand der Beschwerdeführerin nach den Klinikaufenthalten jeweils sehr schlecht, weshalb die Validität des Gutachtens von med. pract. Y._ im Zeitpunkt
des Verfügungserlasses vom 24. November 2011 in Frage gestellt wurde. Ferner
lagen med. pract. Y._ keine Berichte über die stationären Klinik
aufenthalte der Beschwerdeführerin vor, sodass das Gericht zur Auffassung gelangte, mangels Kenntnis möglicherweise relevanter Vorakten beruhe ihr Gutachten auf unvollständigen Grundlagen. Hinzu kam, dass unklar war, ob die von med. pract. Y._ angegebene Arbeitsfähigkeit von 60 % als effek
tive Arbeitsfähigkeit gemeint war oder ob es sich dabei um eine prognos
ti
sche Einschätzung zum künftigen Verlauf handelte. Ferner bestätigte Dr.
D._
noch vor Erlass der damals angefochtenen Verfügung die zuvor bereits im Sinne einer Differentialdiagnose aktenkundige Diagnose
eines schwer behandelbaren bipolaren Störungsbildes mit einem Rapid Cycling
. Das hiesige Gericht beanstandete, dass der entsprechende Bericht von Dr. D._ weder med. pract. Y._ noch dem RAD vorgelegt worden war. Ein weiterer Grund für die Rückweisung war zudem, dass die
Gut
achterin den Verdacht auf eine Neuralgie mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit geäussert hatte, welcher neurologischer oder allgemeinmedi
zini
sche
r Abklärungen bedurft hätte (Urk. 14/125/11-14).
4.2
Im Austrittsbericht der Klinik G._ vom 22. Februar 2013 wurde die Diag
nose einer bipolaren Störung mit schnellem Phasenwechsel (rapid cycler; ICD-10: F31.81) bestätigt (Urk. 14/120/1). Dem Bericht der Klinik G._ vom 13. Januar 2014 sind nebst dieser Diagnose die Diagnosen einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73.0) zu entnehmen (Urk. 14/129/2). Die Ärzte der Klinik G._ gaben an, die Beschwerdefüh
rerin habe sich vom 24. Mai bis am 28. August 2013 stationär bei ihnen aufgehalten (Urk. 14/129/2). Ihre Konzentration und Aufmerksamkeit seien stark eingeschränkt gewesen. Im formalen Denken sei sie eingeengt gewesen auf ihre gesundheitliche und soziale Situation. Im Affekt sei sie deprimiert,
zeitweise hoffnungslos gewesen, habe Gefühle von Minderwertigkeit und Hilf
losigkeit gezeigt, sei affektlabil gewesen mit rasch wechselnden Stimm
ungen zwischen deprimiert und hypomanisch. Sie habe ein impulsives Verhalten aufgewiesen sowie eine mangelnde Emotionsregulationsfähigkeit. Sie sei an
triebsarm gewesen, habe an einer Ein- und Durchschlafstörung gelitten und sei müde gewesen. Nach ihrer Entlassung sei sie ins Wohnheim O._ eingetreten (Urk. 14/129/2-3).
4.3
Dem Bericht der P._ vom 12. Dezember 2008, der erst im Januar 2014 zu den Akten genommen wurde (vgl. Urk. 14/130), ist zu ent
nehmen, die Beschwerdeführerin sei vom 3. bis zum 17. November 2008 in der
Klinik stationär behandelt worden und habe psychopathologisch ein facet
ten
reiches Bild gezeigt. Sie sei in einem grenzüberschreitenden familiären Milieu aufgewachsen und die starke Anteilnahme an den Suizidversuchen ihres Bruders habe zusätzlich Symptome einer posttraumatischen Belastungs
störung ausgelöst. Durch die unerwartete Begegnung mit dem Bruder in der Klinik seien die Symptome getriggert worden und die Beschwerdeführerin habe sich aufgrund dessen für einen Austritt aus der Klinik entschieden.
Unter der Belastung seien auch dissoziative Zustände zu beobachten gewesen
, was nicht der Symptomatik einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung entsprochen habe. Daneben hätten sich deutlich histronische und emotional instabile Persönlichkeitszüge gezeigt (Urk. 14/131/1, Urk. 14/131/4).
4.4
Im Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin durch Ärzte der Z._ psychia
trisch, neurologisch, internistisch, rheumatologisch und neuropsychologisch untersucht (Gutachten vom 11. August 2014, Urk. 14/156). In ihrer Gesamt
be
ur
teilung gelangten sie zum Schluss, dass mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine bipolar-affektive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelschwere
depressive Episode (ICD-10: F31.8/31.3), vorliege (Urk. 14/156/14). Keine Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit massen sie namentlich der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (fibromyalgiformes Schmerzsyndrom; ICD-10:
F45.4), dem Verdacht auf eine mild ausgeprägte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyper
aktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0) sowie
den atypischen Trigeminusbeschwerden links, differentialdiagnostisch funk
tio
nell, zu (Urk. 14/156/15). In der bisherigen Tätigkeit sowie in einer ande
ren Tätigkeit durchschnittlicher geistiger Art mit durchschnittlichen Verantwort
ungs
bereichen sowie durchschnittlichen körperlichen Belastungsfaktoren, ohne
besonderen Zeitdruck und ohne psychische Belastungsfaktoren wie beson
dere Anforderungen an Team- und Konfliktfähigkeit, bestehe eine Arbeits
fähigkeit von sechs Stunden pro Tag mit einer Verminderung der Leistungs
fähigkeit um 10 bis 15 Prozent, sodass sich eine Arbeitsfähigkeit in der Grössen
ordnung von 60 % ergebe (Urk. 14/156/15-16).
4.5
Die Wohn- und Werkstätte B._ berichtete im Dezember 2014, die Beschwerdeführerin sei am 28. August 2013 eingetreten und es sei nicht vor
stellbar, dass sie einer geregelten Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeits
markt nachgehen könnte (Urk. 14/197/2-3).
4.6
Dem Bericht des H._ vom 22. Dezember 2015
ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei nun bezüglich der Schmerzen an
Händen und Füssen deutlich beschwerdeärmer und es träten keine Sehnen
scheidenentzündungen mehr auf (Urk. 14/264/6).
4.7
Dr. E._ und Dr. med. univ. I._, J._ AG, Psychiatriezentrum K._, berichteten am 22. Juni 2016, die Beschwer
de
führerin befinde sich seit dem 15. Dezember 2014 bei Dr. I._ in Be
handlung. Sie leide an einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig schwer
e Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.5), an einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie an einem ADHS (ICD-10: F90.9). Sie führten aus, die Beschwerdeführerin leide an starken Stimmungsschwankungen und phasen
weise seien starke Krisen mit Suizidgedanken aufgetreten (Urk. 6/2 S. 1).
Im am 28. November 2016 eingereichten Bericht führte Dr. E._ aus, es lägen eine Merkfähigkeitsstörung sowie eine eingeschränkte Konzentration vor und die Aufmerksamkeit sei leicht beeinträchtigt. Es bestünden vermehrt akustische und optische Halluzinationen, namentlich Stimmenhören, ansons
ten aber keine Hinweise auf Wahngeschehen oder Ichstörungen. Der Antrieb
sei deutlich reduziert und zur Aufrechterhaltung der Tagesstruktur sei externe
Hilfe nötig (Urk. 20 S. 1). Eine berufliche Tätigkeit sei so nicht vorstellbar (Urk. 20 S. 2). Im Beiblatt zum Arztbericht vom 31. Mai 2016 gab sie an, die Beschwerdeführerin habe bei der regelmässigen psychiatrisch-psychothera
peu
tischen Behandlung eine gute Compliance und Motivation gezeigt. Die Therapie habe die Arbeitsfähigkeit nicht verbessern, jedoch den Status über lange Zeiträume erhalten können. Bei der aktuellen Verschlechterung handle es sich um eine normale Schwankung bei chronischer Erkrankung. Während der Behandlungsphase durch sie habe durchgängig eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden (Urk. 20 S. 5).
5.
5.1
Das Z._-Gutachten
, auf welches die IV-Stelle abstellte,
basiert auf fach
ärztlichen Untersuchungen sowie auf den anlässlich dieser Unter
suchungen erhobenen Befunden, auf den Vorakten, den Angaben der Beschwerdefüh
rerin sowie der erhobenen Anamnese (Urk. 14/156).
Ferner beantwortet es - zusammen mit der Ergänzung vom 4. September 2014
(Urk. 14/
160) - d
ie ge
stellten
Fra
ge
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Vorausset
zungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 2.3).
Soweit die Beschwerdeführerin auf eine Befangenheit infolge wirtschaftlicher Abhängigkeit der Z._ als gewinnorientierte AG von den Aufträgen der Inva
lidenversicherung schliessen will (Urk. 1 S. 19 f.), kann ohne weitere
Aus
führungen auf die aktuelle Rechtsprechung verwiesen werden. Danach kann die Einwendung, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Inva
li
de
n
versicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS, nicht gehört werden (BGE 137 V 210).
5.2
Dass aus allgemeininternistischer Sicht keine Invalidität angenommen wurde, ist nachvollziehbar, da sich die Adipositas, die Pollinosis sowie die behan
delte Hypertonie und die behandelte Hypothyreose nicht auf die Arbeits
fähigkeit auswirken. Dass ein Einfluss der anamnestisch erwähnten Operation bei Phäochromozytom der linken Nebenniere und der langen Hospitalisation
ohne Mutterbeziehung wegen Frühgeburt auf die internistischen Probleme aus
geschlossen wurde (Urk. 14/156/48-49), ist plausibel, zumal gegenteilige ärzt
liche Beurteilungen fehlen. Über weitere internistische Beeinträchti
gung
en klagte die Beschwerdeführerin nicht (Urk. 14/156/44) und hatte auch selber angegeben, bezüglich der Entfernung einer Nebenniere keine Probleme mehr zu haben (Urk. 14/156/38).
5.3
Dass das generalisierte Weichteilschmerzsyndrom aus rheumatologischer Sicht
lediglich eine schmerz- respektive inaktivitätsbedingte Einschränkung der allgemeinen Leistungsfähigkeit von maximal 15 Prozent zur Folge hat und diese mittels einer zumutbaren medizinischen Trainingstherapie behebbar ist, ist angesichts der fehlenden objektivierbaren Befunde respektive ohne defi
nier
bare Gesundheitsstörung des Bewegungsapparates nachvollziehbar. So liegt
weder eine inflammatorische Grunderkrankung noch eine Polydege
ne
ration der peripheren Gelenke vor. Der Gutachter fand die peripheren Ge
lenke ohne alltagsrelevante Funktions- respektive Bewegungseinschränkung vor und es zeigte sich in der rheumatologischen Untersuchung keine Asym
metrie des Muskelreliefs (Urk. 14/156/54-55).
5.4
Die neurologische Gutachterin erläuterte überzeugend, dass nicht mit letzter Sicherheit eine Trigeminusneuralgie diagnostiziert werden könne, da es äussert selten sei, dass sowohl der Ast II als auch der Ast III betroffen sei, da
bei einer klassischen Trigeminusneuralgie nicht die ganze linke Kopfhälfte mit
einer Grenze genau in der Mittellinie wie auch der Körper betroffen seien und da auch das völlige Nichtansprechen auf Neurontin atypisch sei. Vor diesem Hintergrund schloss sie in nachvollziehbarer Weise auf atypische Be
schwerden, welche auch den Trigeminusbereich umfassen und bei welchen eine funktionelle Komponente eine grosse Rolle spielt. Bei zudem normalem neurologischem Status mit weder Reflexdifferenzen noch trophischen Stö
rung
en ist ihre Auffassung plausibel, wonach die Arbeitsfähigkeit aus neuro
logischer Sicht nicht eingeschränkt ist. Ferner gab sie an, eine Arbeitstätig
keit würde die Beschwerden auf keinen Fall verschlimmern (Urk. 14/156/40-41)
, was plausibel ist bei laut den Angaben der Beschwerdeführerin bereits vom Morgen bis am Abend vorhandenem Schmerz (Urk. 14/156/37).
5.5
Dass die neuropsychologische Gutachterin die Testresultate ihrer Untersu
chung
en für nicht verwertbar hielt, ist nachvollziehbar angesichts der auf
fälligen Werte in der Beschwerdevalidierung, welche auf eine nicht aus
rei
chende Anstrengungsbereitschaft beziehungsweise -fähigkeit hinwiesen, sowie
angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin die Untersuchung wegen starker Schmerzen in der linken Gesichtshälfte und Müdigkeit abbrach
(Urk. 14/156/14, Urk. 14/156/60, Urk. 14/156/62). Aus nur eingeschränkt aus
sagekräftigen Testresultaten kann nicht auf eine vollständige Erwerbsun
fähigkeit auch aus objektiver Sicht geschlossen werden, wie die Beschwer
de
führerin dies möchte (Urk. 19 S. 7-8).
Hinzu kommt, dass d
ie
anlässlich der neuropsychologischen Begutachtung
beobachteten
Defizite
nicht unbedingt auf ein neuropsychologisches Problem hinweisen, sondern
dass
es sich dabei
ebenso gut
um die
im psychiatrischen
Fachgebiet
berücksichtigten
Ein
schrän
kungen
handeln kann
.
Sodann lagen die Gründe für die Unver
wert
bar
keit der Ergebnisse in der Person der Beschwerdeführerin und nicht in
jener der Gutachterin, weshalb dem Einwand der Beschwerde
füh
rerin, wo
nach
weitere Abklärungen durch einen fachversierten Gutachter erforderlich gewe
sen wären (Urk. 19 S. 3), nicht zu folgen ist.
5.6
5.6.1
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde einzig der bipolar-affektiven Stö
rung, gegenwärtig leichte bis mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F31.8/F31.3), Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (Urk. 14/156/31). Die Beschwerdeführerin beanstandete bezüglich dieser Diagnose, dass entge
gen der Aktenlage nur von einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode ausgegangen wurde (Urk. 1 S. 26). Der psychiatrische Gutachter begründete seine Diagnostik schlüssig und detailliert (Urk. 14/160/1-2 Ziff. 2)
und sie überzeugt vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde mit einer eine
gewisse Zeit lang aufrecht erhaltbarer Aufmerksamkeit, ohne gedankliche Gefangenheit in depressiven Gefühlen, in Ängsten oder im Schmerzerleben, mit ausreichend erhaltener Merkfähigkeit, erhaltenem Kurzzeit- und Lang
zeit
gedächtnis (Urk. 14/156/29), bei strukturierten und zielgerichteten Willens
kräften, leicht reduzierter Antriebslage, eher lebhafter Psychomotorik, leicht eingeengter emotional-affektiver Schwingungsfähigkeit, ernster Affektlage, mit teilweiser, aber nicht durchgehender Depressivität sowie ohne vollstän
digen Verlust von Interessen und Freude (Urk. 14/156/30).
5.6.2
Bezüglich des geltend gemachten ADHS im Erwachsenenalter führte der psy
chiatrische Gutachter in überzeugender Weise aus, die Beschwerdeführerin habe zwar über einzelne entsprechende Symptome geklagt, die Angaben zu Symptomen in der Adoleszenz seien hingegen nicht so überzeugend, dass eindeutig ein ADHS vorliege. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Symptome in der Kindheit würden eine nur gering ausgeprägte, allenfalls moderate ADHS-Symptomatik während der Kindheit vermuten lassen
(Urk. 14/156/32). Dass dem allfälligen milde ausgeprägten ADHS im Er
wachs
enenalter (ICD-10: F90.0) kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen wurde (Urk. 14/156/31), ist bei dieser Ausgangslage und dem erreichten hohen Bildungsabschluss (Urk. 14/156/27-28) einleuchtend.
Hinzu kommt, dass selbst die behandelnde Dr. D._ dem
Aufmerksamkeitsde
fizit
syndrom keine
Bedeutung für die Arbeitsfähig
keit zu
mass
(
Urk. 14
/7/3).
Nähere Abklärungen dazu erübrigten sich daher entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 19 S. 4 f.).
5.6.3
Strittig ist weiter, ob die gutachterlich diagnostizierte anhaltende somato
forme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4, vgl. Urk. 14/156/31) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Die Z._-Gutachter verneinten dies noch unter Zuhilfe
nahme der Foerster-Kriterien (Urk. 14/156/18 und Urk. 14/160/3).
Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtspre
chung mit BGE 141 V 281 geändert und das bisherige Regel-/
Ausnahmemodell durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dard
indikatoren.
U
nter Berücksichtigung leis
tungs
hindernder äu
sserer Belastungs
fak
toren einerseits und Kompensat
ions
potentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden (
BGE
141
V 281
E. 3.6). Betont
wurde
, dass die Aufgabe der Überwindbarkeitsver
mutung an den Regeln betref
fend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer o
bjektivierten Beurteilungsgrund
lage. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwi
nd
bar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbstein
schätzungen und -limitierungen, wie sie ge
richtsnotorisch ärzt
li
cher
se
its sehr oft unterstützt wer
den
–, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesund
heitsbeeinträchtigung anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begut
ach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfah
rens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezi
fischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein ab
schliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundes
recht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in initio). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht.
Die Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Bezüglich des Komplexes „Gesundheitsschädigung“ ist festzuhalten,
dass die gutachterlichen Befunde
als eher leicht einzustufen sind. So ist die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin hauptsächlich durch psychische Beschwer
den reduziert (Urk. 14/156/15) und auch diese psychischen Beeinträchti
gung
en sind nur moderat ausgeprägt (Urk. 14/156/33). Die eingehende Explora
tion und die psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführerin zeigten das Bild einer leicht depressiv herabgestimmten Beschwerdeführerin mit deut
lich vermehrt nach innen gerichteter Selbstwahrnehmung. Darüber hin
aus wirkte die Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin allerdings auc
h leicht histronisch geprägt und verdeutlichende Elemente im psychomoto
rischen Ausdruck waren unübersehbar. Dazu passte laut dem psychiatrischen Gutachter auch die in der neuropsychologischen Diagnostik auffallende Symptomvalidierung, welche mangelnde Anstrengungsbereitschaft signali
sierte und die neuropsychologischen Testergebnisse nicht valide interpretier
bar machte. Die Beschwerdeführerin zeigte sich in der Beschwerde
schil
de
rung bei ihm ausgeprägt defizitorientiert, beschwerdefokussiert und subjek
tiv überzeugt, sie leide an einem schweren ADHS und an einer schweren psy
chischen Dekompensation mit depressiver Symptomatik. Auf der Befund
ebene waren jedoch die psychischen Beeinträchtigungen nur moderat aus
ge
prägt und die subjektive Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin stimmte nicht mit der Befundlage überein (Urk. 14/156/32). Die Beschwerdeführerin zeigte keine ausreichende Motivation zu einer Rückkehr in eine regelmässige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und erlebte sich subjektiv als vollständig invalidisiert (Urk. 14/156/30). Die
gemäss Tests sch
lechte Medika
menten-Compliance lässt ferner auf das Fehlen einer adäquaten ärztlichen
Behandlung schliessen, welche eine diesbezügliche Kontrolle umfassen würde
.
Schwerwiegende psychische Komorbiditäten sind nicht erkennbar und wurden
im Z._-Gutachten verneint (Urk. 14/160/3).
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass anlässlich der psychia
trischen Begutachtung keine Persönlichkeitsstörung festgestellt werden konnt
e
(Urk. 14/156/33). Gewisse persönliche Ressourcen der Beschwerdeführerin sind
darin zu erkennen, dass sie im geschützten Rahmen in einem gewissen Um
fang arbeiten kann, mit ihrem Hund spazieren geht und spielt oder für ihn einen Spaziergang organisiert, Bücher liest und fern sieht (Urk.
14/156/24
und Urk. 14/211/1). Betreffend den sozialen Kontext ist anzumerken, dass sie im B._ ein paar Freunde und gute Freundinnen gefunden hat
(Urk. 14/156/24). Ein gewisses soziales Netzwerk ist folglich vorhanden, jedoch
in einem geringeren Umfang als früher
(
Urk.
14/156/24)
.
Zur Kategorie „Konsistenz“ ist zu bemerken, dass sich die Beschwerde
füh
rerin nicht mehr als arbeitsfähig einschätzt, was sich anhand der medizi
ni
schen Befunde aber nicht bestätigen liess. Es verblieb eine deutliche Diffe
renz zwischen den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, welche teilweise Inkonsistenzen aufwiesen, und den psychiatrischen Befunden (Urk. 14/156/32). Die Ergebnisse der testpsychologischen Untersuchung be
stä
tigten ebenso wie die nachgewiesene Malcompliance die Neigung der Beschwerdeführerin zur Aggravation als Ausdruck der subjektiven Beschwer
deakzentuierung (Urk. 14/160/3).
Die Beschwerdeführerin gab sich leidensak
zen
tuiert sowie defizitorientiert und setzte im psychomotorischen Ausdruck verdeutlichende Elemente ein (Urk. 14/156/12, Urk. 14/156/32). Sodann wirk
ten die von der Beschwerdeführerin demonstrierten Lücken im Zeitraster mit Schwierigkeiten, Sachverhalte zuzuordnen, im Kontext anderer, sehr detail
lierter Erinnerungen auf den Gutachter nicht plausibel (Urk. 14/156/29). Mittels Laboranalyse konnten die angegebenen Analgetika im Medikamen
tenspiegel nicht nachgewiesen werden, Duloxetin war überdosiert und die übrigen Psychopharmaka waren nicht nachweisbar. Der psychiatrische Gut
achter schloss daraus auf eine zweifelhafte Compliance (Urk. 14/156/31-32), was nachvollziehbar ist. Bei der mangelhaften Medikamenteneinnahme ist denn auch kein hoher Leidensdruck ausgewiesen.
Unter Berücksichtigung der hier relevanten Indikatoren erscheint es als nach
vollziehbar, dass die Z._-Gutachter der somatoformen Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumassen.
5.6.4
Insgesamt wurde die Restarbeitsfähigkeit von 60 % sowohl in der bisherigen als auch in einer Verweistätigkeit nach dem Gesagten im psychiatrischen Teil
gutachten ausreichend begründet,
zumal es sich bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit in der Regel um eine Schätzung handelt, die naturgemäss auch einen Ermessensspielraum umfasst
(Urteil des Bundesgerichts
8C_740/2014 vom 1
1. Februar
2015
, E. 3.4.2 mit Hinweis). Die a
bweichende Beurteilung der behandelnden Ärzte lässt sich mit dem Vorliegen psycho
sozialer Belastungsfaktoren (Langzeit-Arbeitslosigkeit, finanzielle Sorgen, feh
lende Partnerschaft) erklären, welche dazu beitragen, dass die Beschwer
deführerin sich subjektiv vollständig invalidisiert erlebt (Urk. 14/160/2
Ziff. 4). Eine Einschränkung infolge der ausgeprägten Krankheitsüber
zeu
gu
ng ergab sich denn auch bereits aus einem früheren Bericht (Urk. 14/9/5). Ferner ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.7
Die interdisziplinäre
Z._
-Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den einzelnen Teilgutachten und ist daher e
benfalls schlüssig und nach
voll
ziehbar.
Zusammenfassend wurde nichts vorgetragen, was das polydiszi
plinäre Gutachten der
Z._
als nicht schlüssig er
scheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten für den Zeitpunkt der Be
gut
achtung sämtliche von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Juli 2014 darauf abgestellt hat.
5.8
Im Bericht vom 22. Juni 2016 wurde von der J._ AG über eine aktuell eingetretene Verschlechterung berichtet (Urk. 6/2). Im massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 13. Mai 2016 (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b) dauerte diese Verschlechterung - falls sie bereits eingetreten war - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits min
destens drei Monate an. Ferner handelte es sich bei dieser
Verschlechterung
laut Dr. E._
um eine normale Schwank
ung bei chronischer Erkrankung
(
Urk.
20 S. 5).
Hinzu kommt, dass der Bericht vom 22. Juni 2016 (Urk. 6/2)
keine objektiven Befunde nennt, sondern soweit ersichtlich die Angaben und Schilderungen der Beschwerdeführerin widergibt. Folglich ist keine wesent
liche Veränderung der Arbeitsfähigkeit nach der Z._-Begutachtung ausge
wiesen.
5.9
Weiter stellt sich die Frage, ab wann die gutachterlich festgelegte Arbeits
fähigkeit von 60 % ausgewiesen ist. Die Gutachter gingen unter Verweis auf
das Gutachten von med. pract.
Y._
davon aus, diese bestehe seit Mai 2010
(Urk. 14/
156/17 und
Urk. 14/
156/33). Dabei setzten sie sich allerdings nicht mit der damaligen Kritik des hiesigen Gerichts am Gutachten von med. pract. Y._ auseinander. Namentlich nahmen sie nicht Stellung dazu, weshalb die Beurteilung von med. pract. Y._ auch ausserhalb der versorgenden Klinik
situation und trotz des Berichtes von Dr. D._ über die anschliessende Verschlechterung
(vgl. Urk. 14/72/3)
gelte. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin sich nach der Begutachtung durch med. pract. Y._ zweimal erneut für mehrere Monate in stationäre Behandlung be
geben musste
(Urk. 14/
120,
Urk. 14/
129), was nicht auf eine dauerhafte Ver
besserung hinweist, und bei fehlender retrospektiver eigener Begründung im Z._-Gutachten
(vgl. Urk. 14/156/16-17 und Urk. 14/156/33-34)
ist eine Verbesserung erst im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Z._ im Juli 2014 ausgewiesen. Von weiteren Abklärungen bezüglich dieser nun Jahre
zu
rückliegenden Zeit wären bei der gegebenen Sachlage keine neuen Er
kennt
nisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d).
Die (spätestens) im Juli 2014 eingetretene Verbesserung ist nach dreimonatigem Andauern und damit ab Oktober 2014 zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 1 IVV). Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
5.10
Zuvor bestand seit dem 23. Oktober 2007 eine volle Erwerbsunfähigkeit (Urk. 14/165/8, Urk. 14/156/17).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente um
fasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhe
bung oder Herab
setzung. Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfü
gungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006
,
E.
2.3 mit Hin
wei
sen
).
Gleiches
gilt, wenn rückwirkend eine abgestufte Invalidenrente zu
ge
sprochen wird.
In Nachachtung
von BGE 138 V 475
ist bei einer Anmel
dung
zum Leistungs
bezug
nach dem 30. Juni 2008 die Karenzzeit von Art. 29 Abs. 1
IVG
zu berücksichtigen
(bestätigt beispielsweise in den Urteilen des Bundesgerichts 9C_942/2015 vom 18. Februar 2016, E. 3.3.1; 9C_254/2013 vom 30. Oktober 2013, E. 1.1)
.
Die Beschwerde
führerin
meldete sich am
10. Oktober
2008 (
Urk. 14/1
)
, bei der IV-Stelle einge
gangen am 14. Oktober 2008, bei der Inva
lidenversicherung an.
Demnach konnte ihr Rentenanspruch erst am 1. April 2009 entstehen beziehungsweise wurde ihr für den
Zeitraum vom 1.
Oktober 2008 bis zum 31. März
2009 zu Unrecht eine Rente
der Inva
lidenversicherung ausge
richtet
, was zu korrigieren ist
.
6.
Nach dem Gesagten bestand vom 1. April 2009 (E. 5.10 vorstehend) bis Ende September 2014 (E. 5.9 vorstehend) bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit An
spruch auf eine ganze Invalidenrente. Hernach ist - entsprechend dem
Z._
-
Gutachten - die 60%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer anderen angepassten Tätigkeit zu berücksichtigen. Da die zu
letzt ausgeübte oder eine lohnmässig vergleichbare
Tätigkeit
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts
8C_364/2015 vom 1
8. Dezember
2015
, E. 3.2) auch wei
ter
hin, wenn auch in reduziertem Umfang, zumutbar ist, ist der Invaliditäts
grad mittels eines Prozentvergleichs zu bestimmen. Mit anderen Worten entspricht die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dem Invaliditätsgrad. Beim (echten) Prozentvergleich fällt ein leidensbedingter Abzug ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_109/2013 vom 9. April 2013, E. 4.2 mit Hinwei
sen). Vorliegend betragen die Arbeitsunfähigkeit und damit auch der Invalidi
tätsgrad 40 %, weswegen die Beschwerdeführerin ab Oktober 2014 noch Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist somit der Entscheid der IV-
Stelle vom 13. Mai 2016 insoweit abzuändern, als die Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2008 bis am 31. März 2009 keinen Rentenanspruch, vom 1. April
2009 bis am 30. September 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Oktober 2014 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invaliden
ver
siche
rung hat.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verwei
gerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessen
s
weise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das in nachfolgender Erwägung zum Überklagten Ausgeführte gilt auch bezüglich Kostenauflage.
7
.2.
Mangels eines Einflusses des Überklagens auf den Prozessaufwand steht der Beschwerdeführerin eine ungekürzte Partei
entschä
di
gung zu (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013
, E. 3 mit weiteren Hin
weisen
).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
machte mit Honorarnote
n
vom 11.
Januar 2017
(Urk.
22) sowie vom 25. April 2017
(Urk.
29)
einen
Gesamt
aufwand von
34 Stunden und 40 Minuten (30 Stunden plus 4 Stunden und 40 Minuten)
mit einem Stundenansatz von Fr. 220.-- sowie Barauslagen von
pauschal 3 %
geltend. Dieser Aufwand erscheint angesichts dessen, dass das vorliegende Verfahren von der Untersuchungsmaxime geprägt ist
, als
un
an
ge
messen
hoch
. Vorliegend können
eine
Stunde Aufwand für Instruktion,
fünf
Stunden für
s
Studium sämtlicher (auch selber beigebrachter) Akten
stücke, fünf
Stunden für das Abfassen der Beschwerdeschrift
, eine Stunde für das Erstellen der (nicht angeordneten) Replik, zwei Stunden für sämtliche weiteren Korrespondenzen und für Diverses, eine halbe Stunde für den Nach
weis der Bedürftigkeit der Sozialhilfe beziehenden Beschwerdeführerin, eine Stunde für den Aufwand im Zusammenhang mit der angedrohten reformatio in peius sowie eine Stunde für das Studium dieses Gerichtsentscheides
als ge
rechtfertigt betrachtet werden.
Dies ergibt gesamthaft 16,5 Stunden.
Bei einem gerichtsüblichen An
satz von Fr. 220.-- pro Stunde ergibt dies zuzüg
lich einer Auslagenpauschale von 3 % und der Mehrwertsteuer von 8 % eine Entschädigung von Fr.
4‘029
.
30. Demnach hat
die Beschwerdegegnerin
dem
unentgeltlichen
Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
15)
eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
4‘029
.
30
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu be
zahlen
.