Decision ID: 84eb0747-210a-40af-8795-0888c291ab11
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985,
leidet an
einem
Morbus
Perthes
. Als F
olge des Leidens kam es an der l
inken Hüfte zu einer
Femurkopfdeformation
. Im Oktober 200
0 erfolgte eine
erste
operative Intervention
(chirurgische
Hüftlu
xation
;
Urk.
8/1,
Urk.
8/5,
Urk.
8/7)
.
Weitere
operative
Eingriff
e
an der linken Hüfte
erfolgte
n im
November 2006 (
intertrochantere
Valgisationsosteotomie
; vgl.
Urk.
8/121/7),
im November 2007 (Implan
tation einer Hüft-Totalprothese
; vgl.
Urk.
8/128/7 ff.) und im Dezember 2008 (Metallentfernung am Trochanter und
Traktusrevision
;
vgl.
Urk.
8/1477 ff.
).
Nebst dem Morbus
Perthes
und des
sen Folgen
leidet
die Versicherte an einer
thorakolumbalen
Skoliose
(vgl.
Urk.
8
/1,
Urk.
8/
7).
Die V
ersicherte meldete sich am 30. Juni 2002 erstmals und am 2
2.
Dezember 2003 ein weiteres Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Sie ersuchte beide Mal um die Durchführung beruflicher Massnahmen (Urk. 8/2,
Urk.
8/32).
Gestützt auf die
vorgenommenen
Abklärun
gen (vgl. Urk.
8/31,
Urk.
8/43
)
respektive
angesichts
des Verlaufs der einzelnen Ausbildungsschritte
(vgl.
Urk.
8/47
,
Urk.
8/55-56,
Urk.
8/67, Urk.
8/86,
Urk.
8/94,
Urk.
8/102)
erteilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung
en
vom 2. März
und 15. September 2004 sowie 15. April und 25. Juli 2005
Kostengutsprache für
verschiedene Massnahmen im Rahmen
der evaluierten
erstmalige
n
berufliche Ausbildung
zur
Kosmetikerin
(Urk. 8/48
,
Urk.
8/69,
Urk.
8/79,
Urk.
8/90
).
Im
Rahmen der Ausbildung trat die V
ersicherte am 1. Juli 2005
zudem
eine Praktikumsstelle bei der
Y._
AG in
Z._
an (vgl.
Urk.
8/91). Nach Beendigung der
praktischen
Ausbildung
trat sie im Praktikumsbetrieb
eine Festanstellung an (vgl.
Urk.
8/102/2).
Am 28.
Dezember 2005 schloss die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahme ab (Urk. 8/103).
1.2
Am 18. September 2007 meldete sich die Versicherte
erneut und
wiederum im Zusammenhang mit
dem erwähnten Leiden
zum Leistungsbezug an. Sie bean
tragte nunmehr die Zusprechung einer Invalidenrente (Urk. 8/109). Telefonisch teilte die Versicherte der IV-Stelle am 8. Oktober 2007 mit,
an ihrer Stelle könne sie lediglich noch eine Arbeitsleistung von 20
%
erbringen. Für den
Erwerb
sausfall
erhalte sie
Krankentaggelder
(Urk. 8/114).
Die IV-Stelle kl
ärte die erwerblichen (
Urk.
8/115-118,
Urk.
8/123
) und die gesundheitlichen Verhält
nisse ab (Urk.
8/121,
Urk.
8/126,
Urk.
8/12
8,
Urk.
8/130,
Urk.
8/138, Urk.
8/147,
Urk.
8/151,
Urk.
8/155-156,
Urk.
8/160,
Urk.
8/182,
Urk.
8/187
). Zum Gesu
nd
heit
szusta
nd holte sie insbesondere das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 7. De
zember 2009
einschliesslich der Ergänzung hierzu vom
30. September 2010
ein
(Urk.
8/165,
Urk.
8/179
).
Nach Erlass des Vorbescheides vom 18.
Februar 2010 (vgl.
Urk.
8/168)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit zwei Verfügungen vom 19. September 2011 ab 1. August 2007 bis 31. März 2010 eine ganze und ab 1. April 2010 eine halbe Rente zu (Urk. 2/1-2).
2.
Gegen die Verfügungen vom 19. September 2011
erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 5. Oktober 2011 Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügungen seien insofern aufzuheben, als damit ab 1. April 2010 eine halbe Rente zugesprochen worden sei. Stattdessen sei ihr auch ab 1. April 2010 eine ganze Rente zuzu
sprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
11. November 2011 die Abweisung
der Beschwerde (Urk. 7). Am 16.
November 2011 wurde der Beschwerdeführerin entsprechend ihrem Antrag die unentgeltli
che Prozessführung bewilligt und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 9). Am 30. November 2011 nahm die Beschwerdeführerin zur
Beschwerde
antwort
Stellung (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Januar 2012 auf weitere Stellungnahmen (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
im Zusammenhang mit der Zusprechung einer Invalidenrente
massgebli
chen Gesetzesbestimmungen hat die Beschwerdegegnerin in der Begründung zu den angefochtenen Verfügungen vom 19. September 2011 zutreffend
erwähnt
(Urk. 2/2, Verfügungsteil 2). Darauf wird verwiesen.
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was
vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres Entscheides aus, es seien verschiedene medizinische Abklärungen vorgenommen worden. Insbesondere
liege
von
Dr.
A._
ein Gutachten und eine ergänzende Stellungnahme vor. Auf die Darlegungen von
Dr.
A._
könne abgestellt werden.
Die Beurteilung von
Dr.
B._
, worauf die Beschwerdeführerin verweise, vermöge
dem
gegen
über nicht zu überzeugen. S
eit
August 2006
, dem Beginn der einjährigen War
tezeit, sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt. Ohne Eintritt des Gesundheitsschadens hätte sie weiterhin ihren Beruf als Kosmetikerin ausgeübt und damit ein jährliches Einkommen in der Höhe von Fr. 40‘312.80 erzielen können. Nach Ablauf der Wartezeit sei ihr zunächst keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar gewesen. Ab Januar 2010 habe sich der gesundheitliche Zustand jedoch gebessert. Von da an sei ihr die Ausübung einer angepassten Tätigkeit, wozu auch die Tätigkeit als Kosmetikerin zähle, im Um
fang
von 50 % zumutbar gewesen. Das Inv
alideneinkommen betrage demge
mäss Fr. 20‘156.40 respektive der Invaliditätsgrad 50 %.
Ab August 2007 habe die Beschwerdeführerin daher Anspruch auf eine ganze und ab April 2010 An
spruch auf eine halbe Rente (Urk. 2/2, Verfügungsteil 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
macht geltend, die Expertise von
Dr.
A._
sei mit erheb
lichen Mängeln behaftet. Inwieweit das Grundgutachten und die ergän
zende Stellungnahme ein schlüssiges Bild ergäben, sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht ersichtlich. Für die Erstellung des
Grundgutach
tens
sei
Dr.
A._
gar nicht vollständig dokumentiert gewesen. Nach Vorle
gung dieser Akten habe die Gutachterin in der ergänzenden Stellungnahme Fehler e
i
ngeräumt.
Inwieweit die ergänzende Stellungnahme Klarheit geschaffen habe, sei nicht ersichtlich. Bei der nachträglichen Begründung handele es sich offensichtlich bloss um eine Rechtfertigung. Dr.
A._
habe
weder
detailliert
noch
begründet
zur möglichen Arbeitsplatzgestaltu
ng Stellung genommen, weder im G
rundgutachten noch in der ergänzenden Stellu
ngnahme, sondern nur festgehalten, die bisherige Tätigkeit
sei
mittels Anpassungen
am Arbeits
platz
im Ausmass von 50 % zumutbar.
Wie
dies möglich
sei
respektive woher
Dr.
A._
dieses Fachwissen
berufsberaterischer
Art
habe, sei nicht ersichtlich
, zum
al fest
stehe, dass sie
(die Beschwerdeführerin)
die Tätigkeit als Kosmetikerin krankheitsbedingt habe aufgeben müssen.
Nicht genügend beachtet worden seien auch die
weiteren
Auswirkungen der Schmerzen. Aufgrund der sehr ein
geschränkten Gehfähigkeit hätte
Dr.
A._
auf die Problematik des
Arbeitswe
ges
eingehen müssen. Überlegungen dieser Art fehlten aber.
Beim
Einkommens
vergleich
müsse von einem höheren
Valideneinkommen
von Fr. 44‘200.-- aus
gegangen werden. Die Gründe hierfür seien im
Vorbescheidverfahren
dargelegt worden, die Beschwerdegegnerin sei beim Verfügungserlass
allerdings
nicht weiter
darauf
eingegangen (Urk. 1 S. 4
ff.
Ziff.
5
ff
.
).
3.
Die Frage, welcher Gesundheitsschaden sich auf die erwerbliche Leistungsfähig
keit auswirkt, ist
hinreichend abgeklärt
. Zum einen
und in erster Linie
sind dies die Folgen des Hüftleidens links (Morbus
Perthes
), das verschiedene chirurgische Eingriffe nötig machte, ohne dass die geklagten persistierenden
Schmerzbe
schwerden
dadurch besserten. Des Weiteren leidet die Beschwerdeführerin an einer
Thorakolumbalskoliose
, die Rückenschmerzen zur Folge hat.
Die entsprechenden
Befunde und
Diagnosen erwähnten zutreffend
Dr.
A._
(Ur
k. 8/165/12),
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie (
Urk.
8/160/6), Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für o
rtho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Urk.
8/156/6
,
Urk.
8/187/1)
,
und die Ärzte der
Klinik D._
, insbesondere PD
Dr.
med.
E._
, Stellvertretender Chefarzt
, und
Dr.
med.
F._
, Oberarzt (
Urk.
8/121/7,
Urk.
8/128,
Urk.
8/138/1, Urk.
8/151/1,
Urk.
8/182/1).
Strittig und zu prüfen ist die Frage, wie sich der erwähnte Gesundheitsschaden auf die Erwerbsfähigkeit auswirkt. Von Bedeutung sind die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung ab April 2010.
4.
4.1
Zur Restarbeitsfähigkeit äusserte sich die Gutachterin
Dr.
A._
. Sie
führte im
Gutachten vom 7.
Dezember 2009 aus
,
d
ie Beschwerdeführerin selber erachte sich als nicht mehr arbeitsfähig. Sie könne sich
insbesondere
nicht mehr vor
stellen, als Kosmetikerin zu arbeiten.
Bei der Untersuchung
habe
sie über stets vorhandene und belastungsabhängig zunehmende
Beschwerden geklagt.
Sie
habe angegeben, bereits nach 15 Minuten verspüre sie beim Sitzen einen Druck in der Hüfte. Schmerzfreies Gehen sei nicht möglich. Sie sei auch wetterfühlig.
Bei der klinischen Untersuchung habe sich bis auf ein angedeutetes
Tren
-
delenbur
ghinken
und d
i
e damit verbundene Atrophie der
Oberschenkel
muskulatur
eine ordentliche Beweglichkeit der H
üfte links gezeigt. Entgegen der Vermutung
der Beschwerdeführerin, das Hüftgelenk sei fehlerhaft implantiert worden, zeige die Röntgenaufnahme von 2009 eine korrekte Lage der Prothese, gleichzeitig
sei
aber eine überschiessende Knochenbildung am Trochanter Major
sichtbar
. Die CT-Untersuchung habe
überdies
eine Retrotorsion gezeigt.
Gemäss den Ärzten der
Klinik D._
sei die Knochenneubildung am
Tro
chantermassiv
für die geklagten Beschwerden verantwortlich und es sei eine nochmalige operative Revision mit Abtragung der Knochenanteile vorgeschla
gen worden.
In Anbetracht der
vielen
bereits
durchgemachten Operationen lehne die Beschwerdeführerin den Eingriff aber ab.
Trotz der bestehenden Beschwerden sei
Kosmetikerin ein geeigneter Beruf. Die Arbeitsfähigkeit betrage 50 %. Diese Arbeitsfähigkeit habe ab Januar 2010, das heisst ein Jahr nach der letzten Operation bestanden. Bei der Realisierung der attestierten Arbeitsfähigkeit müsse auf eine zwischen Sit
zen und Stehen
wech
selnde Arbeitshaltung geachtet werden.
Das inzwischen chronische
Schmerz
-
syndrom
müsse mittels einer
spezifische
n
Schmerzbehandlung
ange
gangen werden
(Urk. 8/165/
3 und
12 ff.).
In der ergänzenden Stellungnahme vom 30. September 2010
blieb
Dr.
A._
unter expliziter Berücksichtigung der durch die CT-Untersuchung bestätigten Retroflexion des Schenkelhalses bei ihrer Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit von 50 % ab Januar 2010. Die Tätigkeit als Kosmetikerin sei leicht und mit einer geeigneten Anpassung am Arbeitsplatz (Verwendung eines geeigneten Hockers respektive einer geeigneten Liege für die Kunden) lasse sich insbeson
dere die ungünstige
vorgeneigte Arbeitshaltung
vermeiden (Urk. 8/179/3 ff.).
4.2
Dr.
C._
führte im Bericht vom 28. Se
ptember 2009 aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit
März 2009 (Urk.
8/160/6). Die Beschwerdeführerin
habe
starke Schmerzen im linken Oberschenkel, in der Leiste und im Gesäss
beschrie
ben
. Schmerzen bestünden beim Gehen, beim Sitzen und auch nac
hts.
In der Untersuchung sei d
ie Hüftflexion auf 90
Grad beschränkt
gewesen
und es
sei
ein deutlicher Endphasenschmerz
aufgetreten
. Die Hüftabduktoren seien links etwas geschwächt und der Oberschenkel lateral sei im Narbenbereich deutlich druckschmerzhaft
gewesen
. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei ent
sprechend der Skoliose
ebenfalls
eingeschränkt
gewesen
.
Mit der erwogenen neuerlichen Revisionsoperation lasse sich eine Verbesserung kaum erreichen.
Im Vordergrund stehe die Schmerzbehandlung, insbesondere
seien Strategien zur
Schmerzbewältigung zu evaluieren
. Der Beruf als Kosmeti
kerin sei insofern ungünstig, als es sich um eine häufig sitzende und
vornüber
geneigte
Tätigkeit handle. In dieser Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Für ei
ne besser angepasste Tätigkeit
ohne häufiges und vorgeneigtes Sitzen,
ohne vorwiegendes
Stehen oder
Gehen, ohne Kauern und Knien, ohne Heben und Tragen von Gewichten und ohne Be
steigen von Treppen und Leitern
sei
ab März 2009, dem Zeitpunkt
der
Untersuchung,
von einer Arbeitsunfähig
keit von 50 % auszugehen
. Voraussetzung sei eine Behandlung zur
Schmerzbe
wältigung
(Urk. 8/160/5-8).
4.3
Pro
f.
B._
führte in seinem nicht datierten Bericht,
um dessen
Erstattung die Beschwerdegegnerin den Arzt am 30. Juni 2011
ersucht
hatte (vgl.
Urk.
8/186), aus, seit der letzten Konsultation im August 2009 sei keine wesentliche Verän
derung der Beschwerdesymptomatik festzustellen
gewesen
. Die Beschwerdefüh
rerin habe
wiederum
über Schmerzen im Bereich der Leiste links und auf der Höhe
des Trochanter
geklagt
, teilweise mit Ausstrahlungen in den Oberschenkel bis zum Knie, jedoch ohne
Parästhesien
und ohne subjektive Kraftminderung.
Die Hoffnung, dass die Entfernung der
Cerclage
im November 2008
zu einer Verbesserung führe
n werde
, habe sich nicht bestätigt.
Problematisch sei
weiter
hin die Tendenz zur Subluxation in der linken Hüfte, so dass bei Beugung und leichter Innenrotation Schmerzen ausgelöst würden. Sowohl beim Sitzen als auch bei längerem Stehen leide die Beschwerdeführerin unter Schmerzen, so dass die gelernte Arbeit als Kosmetikerin trotz regelmässiger Einnahme von Schmerzmitteln nicht meh
r
geeignet sei
. Gehen könne die Beschwerdeführerin während
5 bis 10 Minuten.
Das Sitzen sei auf etwa eine Stunde beschränkt, wo
bei die Beschwerdeführerin nicht vorgeneigt sitzen könne. Die Nachtruhe sei unregelmässig gestört. Vor allem beim seitlichen Liegen träten Schmerzen auf.
Neben Belastungsschmerzen
bestehe
auch
eine
vom Wetter abhängige Schmerzhaftigkeit.
Zusammengefasst bestehe
eine beschr
änkte Belastbarkeit der linken unteren Extremität, sowohl für stehende als auch für sitzende Positionen. Da bereits nach kurzen Aktivitäten Schmerzen aufträten, könnten Arbeiten nicht stetig und konzentriert ausgeübt werden. Momentan sei eine Arbeitsfähigkeit auf
grund der chronischen Medikation nicht vorstellbar.
Zudem sei d
ie Prognose ungünstig. Bei nachgewiesener Retroversion des Prothesenschaftes sei der Be
schwerdeführerin ein Wechsel der Prothese vorgeschlagen worden. Diese fürchte sich
aber
verständlicherweise vor einem weiteren Eingriff. Der Knochenstock sei dünn, weswegen ein Wechsel der Prothese nicht ohne Risiko sei. Gelinge ein Wechsel mit korrekter Einstellung der Prothese, könnte damit eine verminderte Schmerzhaftigkeit und eine verbesserte Stabilität erreicht werden. Ob allerdings die Arbeitsfähigkeit entscheidend verbessert werden könne, sei angesichts der langjährigen Vorgeschichte schwer vorauszusagen (Urk. 8/187/2 ff.
Ziff.
1.4 ff.).
5.
5.1
Prof.
B._
und die
Dres
.
A._
und
C._
stellten übereinstimmend fest, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in erster Linie durch die
Schmerzen im Z
usammenhang mit dem Hüftleiden beeinträchtigt ist.
Diese schilderte
auch
die Beschwerdeführerin bei allen Ärzten übereinstimmend
so. Sie leidet unter
täglich
vorhandene
n
und bei Belastung zunehmende
n
Schmer
zen, insbesondere nach längerem Sitze
n oder Gehen. Die Schmerzen variieren auch je nach Wetter und es treten auch
Nachtschmerzen
auf
, insbesondere bei seitlichem Liegen.
Alle Ärzte
vermerkten, dass derzeit
eine
weitere
orthopädische Behandlung
nicht mehr angezeigt sei
, sondern der Behandlungsfokus auf die
Behandlung
der Schmerzen
ausgerichtet werden müsse
. Des Weiteren
äusserten sie sich
in Bezug auf eine
weitere operative
Revision des linken Hüftgelenks im Zusam
menhang mit
einer
Retrotorsion
respektive Retroversion
und einer
Knoche
n
neubildung
am
Trochantermassiv
, wobei sie die Aussichten auf eine Verbesse
rung des Zustandes
durch eine weitere chirurgische
Intervention als wenig er
folgversprechend einstuften.
Hinsich
tlich der erwähnten massgeblichen Befunde, insbesondere
der
objektiv vorhandenen Schmerzbeschwerden, besteht auch
Übereinstimmung mit den Ausführungen in den verschiedenen Berichten der Ärzte der
Klinik D._
,
die
die verschiedenen operativen Eingriffe
durchführten (vgl. Urk.
8/128,
Urk.
8/138,
Urk.
8/151,
Urk.
8/182).
5.2
Unterschiedliche Beurteilungen bestehen hinsichtlich der Art und des zumutba
ren Umfangs in einer angepassten Tätigkeit. Während
Dr.
A._
die bisherige Tätigkeit als Kosmetikerin mit
entsprechenden
Anpassungen am Arbeitsplatz als
geeignet
und im Umfang von 50 % für
a
usübbar
einstufte
,
ging
Dr.
C._
davon aus, als Kosmetikerin bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %. Für eine besser angepasste Tätigkeit
attestierte
er hingegen ebenfalls
eine Arbeitsfähig
keit von 50 %
. Als ungünstig in B
ezug auf die angestammte Tätigkeit erachtete er in erster Linie das lange und häufig vorgeneigte Sitzen. Als besser angepasst
stufte
er eine Tätigkeit ohne häufiges und ohne vorgeneigtes
Sitzen sowie
ohne vorwiegendes Stehen oder Gehen
ein
.
Im Ergebnis liegt eine mit
Dr.
A._
vergleichbare Beurteilung vor, erachtete diese doch die angestammte Tätigkeit nur unter Berücksichtigung von techni
schen Anpassungen am Arbeitsplatz zur Vermeidung von langem und vorge
neigtem Sitzen im Rahmen eines Pensums von 50 % als zumutbar.
Mithin ging auch sie davon aus, angepasst sei eine Tätigkeit ohne längeres Sitzen und ohne vorgeneigte Arbeitspositionen.
In B
ezug auf eine
geeignete
Tätigkeit erachten somit
Dr.
A._
und Dr.
C._
einen Arbeitseinsatz von 50 % als reali
sierbar.
Beide erwähnten
überdies
, wichtig im Zusammenhang mit der Umset
zung der Restarbeitsfähigkeit sei eine zweckmässige Schmerzbehandlung. Eine solche ist der Beschwerdeführerin zumutbar. Gegenteilige Anhaltspunkte liegen nicht vor.
Zum zeitlichen Aspekt führte
Dr.
C._
aus, die attestierte
Restarbeitsfähig
keit
sei ab
März 2009 realisierbar gewesen.
Dr.
A._
kam zum Schluss, dies sei ab Januar 2010 der Fall gewesen. Die Beschwerdegegnerin stellte auf den letztgenannten Zeitpunkt ab, was nicht zu beanstanden ist.
5.3
Eine erheblich abweichende Auffassung
betreffend Restarbeitsfähigkeit
äusserte
Prof.
B._
. Er ist der Auffassung, die Beschwerdeführerin könne nicht mehr arbeiten
.
Zwar
begründete er die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
,
wie die Kollegen
A._
und
C._
,
mit der schmerzbedingt eingeschränkten Be
lastbarkeit der linken unteren Extremität für stehende
und
sitzende Positionen, und stellte fest, beschwerdebedingt könne die Beschwerdeführerin nicht stetig und konzentriert arbeiten.
Indessen hob er vor allem hervor
, im Moment sei aufgrund der Medikation
eine Arbeitsfähigkeit nicht vorstellbar. Diese Beurtei
lung erläuterte er nicht näher.
Die Beschwerdeführerin selber schilderte stets, sie sei wegen der Schmerzen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Von einer medikamentenbedingten Ein
schränkung erwähnte sie hingegen nichts.
Dr.
C._
, in Kenntnis der Medikation der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
8/160/7
Ziff.
1.5),
kam zum Schluss
,
das Konzentrations- und
Auffassungsvermögen,
die
Anpassungsfähig
keit und
die
Belastbarkeit
seien
erhalten (Urk. 8/160/5).
Die nicht näher begrün
dete Feststellung von Prof.
B._
, es bestehe medikamentenbedingt keine ver
wertbare Restarbeitsfähigkeit
mehr
, findet in den Akten somit keine Stütze.
5.4
Bezugnehmend auf die
grundsätzlichen
Einwände betreffend
Dr.
A._
ist fest
-
zu
stellen, dass
die Beschwerdeführerin nicht
näher bezeichnete,
in
welche der medizinischen
Vorakten
die Gutachterin keine Einsicht nehmen konnte. Diejenigen
,
die ihr
vorerst tatsächlich
nicht vorlagen
,
sind aktenkundig. Diese wurden ihr
aber
nachträglich zur Einsicht zugestellt und
Dr.
A._
nahm dazu Stellung und äusserte sich in der ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme vom 30. September 2010 zur attestierten Restarbeitsfähigkeit unter Berücksich
tigung der zusätzlichen Informationen, wobei sie bei ihrer Beurteilung der
Rest
arbeitsfähigkeit
blieb (
Urk.
8/179).
Zum j
üngste
n
Bericht
von Prof.
B._
konnte
sie sich
nicht mehr
äussern
, denn diesen holte die Beschwerdegegnerin erst nach
der
ergänzenden Stellungnahme der Expertin ein (vgl.
Urk.
8/
186 f.).
Bei den von der Beschwerdeführerin
über
dies
erwähnten, durch
Dr.
A._
einge
räumten Fehlern handelt es sich
um
redaktionelle Versehen
und nicht um eine feh
lerhafte Beurteilung
(vgl. Urk.
8/179/3).
5.5
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat
Dr.
A._
die Auswirkungen der Schmerzen auf die Leistungsfähigkeit und die Problematik des Arbeitswegs nicht genügend beachtet (Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
7.3 f
.
und
S. 9
). Die
Schmerzprob
lematik
ist
die
massgebliche
Ursache
für die selbst in einer optimal angepassten Tätigkeit deutlich eingeschränkt v
erwertbare Restarbeitsfähigkeit. Dies brachten
Dr.
A._
und ebenfalls Dr.
C._
deutlich zum Ausdruck.
Dass die Beschwerdeführerin sich selber
auch
in einer angepassten Tätigkeit für nicht mehr arbeitsfähig hält, ändert daran nichts. Die subjektive Einschätzung hat hinter die medizinisch-theoretische Einschätzung der Ärzte zu treten.
Nicht nur die Gutachterin
Dr.
A._
, auch der behandelnde Orthopäde
Dr.
C._
kamen
begründet zu
m
Schluss, in einer Verweistätigkeit bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 50 %.
Inwiefern es der Beschwerdeführerin angesichts des gegebe
nen Leistungsprofils schlechterdings nicht möglich sein sollte, einen Arbeitsweg zu bewältigen, begründete sie nicht näher.
Das Leiden der Beschwerdeführerin hat nicht zur Folge, dass sie das Haus nicht mehr verlassen und sich
auswärts
selber nicht mehr fortbewegen kann. Die Beschwerdeführerin
ist mithin
nicht hilflos.
5.6
Die Beschwerdeführerin
bemängelte schliesslich
,
Dr.
A._
habe
ohne berufs
-
spe
zifische Abklärungen
festgehalten, die bisherige Tätigkeit
sei
mittels Anpassungen des Arbeitsplatze
s im Ausmass von 50 % zumutbar (vgl.
Urk.
1
S. 7 f.
Ziff.
7.4 ff.). Es ist tatsächlich offen, von welchem Tätig
keitsprofil die
Gut
achterin in B
ezug auf den Beruf ei
ner Kosmetikerin im Allgemeinen und
konk
ret
bezogen
auf die letzte Stelle der Beschwerdeführerin ausging
. Welche
der vorgeschlagenen Anpassungen aus betrieblicher Sicht tatsächlich umsetzbar
wären, ist
damit
unklar
. Entscheidend ist
indessen nicht dies
,
sondern
dass
in Bezug auf eine
körper
lich nicht belastende Tätigkeit, die
wechselnd stehend und sitzend ausgeübt werden kann, und
die keine vorgeneigte Arbeitshaltung erfor
dert, eine beschränkte Arbeitsfähigkeit besteht
. Dies ergibt sich
schlüssig
sowohl aus den Ausführungen von
Dr.
A._
als auch aus denjenigen von
Dr.
C._
.
5.7
Zusammenfassend steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin trotz der ausgewiesenen schmerzbedingten
Minderbelast
barkeit
im Zusammenhang mit dem linksseitigen Hüftleiden
aus medizinisch-theoretischer Sicht
zumutbarerweise
in der Lage ist,
in
einer optimal angepass
ten Tätigkeit ein
Pensum von 50 % zu leisten.
Da eine weitere operative Behandlung an der linken Hüfte aus ärztlicher Sicht nur möglicherweise zu ei
ner Verbesserung des Zustandes führen würde, ist es der Beschwerdeführerin nicht zumutbar, sich zwecks Steigerung der erwerblichen Leistungsfähigkeit
ei
ner entsprechenden Behandlung zu unterziehen. Auszugehen ist vom
status
quo.
6.
6.1
Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades
ab Januar 2010
hat die
Beschwerdegegne
rin
nach Massgabe von Art. 28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 16
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
einen
Ei
nkommensver
gleich
durchgeführt.
Da entsprechend ihrer Auffassung die bishe
rige Tätigkeit als Kosmetikerin leidensangepasst
ist, beschränkte sie sich auf einen
Prozent
vergleich
(zum Prozentvergleich vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Das
Validen
einkommen
gemäss angefochtener Verfügung beträgt
Fr.
40‘312.80
und das Invalideneinkommen 50 % davon
(Urk. 2/2, Verfügungsteil 2 S. 2).
Vor Erlass des Vorbescheides
hatte
die Beschwerdegegnerin im Feststellungsblatt für den Beschluss vom 18. Februar 2010
noch
ein
etwas tieferes
Vali
deneinkommen
von
Fr.
39‘600.-- ermittelt
(Urk.
8/166/4).
6.2
Bereits
im
Vorbescheidverfahren
hatte die Beschwerdeführerin gerügt
, worauf sie in der Beschwerdeschrift wiederum verw
ies (vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5),
an der letzten Stelle
habe sie
ein Einkommen von
Fr.
3‘300.-- pro Monat erzielt. Zu
sammen mit dem 13. Monatslohn
ergebe dies ein Jahreseinkommen von
Fr.
42‘900.--. Gemäss den Abklärungen der Berufsberaterin der IV-Stelle vom März 2004
hätte sie sogar mit einem
Einkommen von
Fr.
3‘400.--
pro Monat
rechnen können. Zusammen mit dem 13. Monatslohn ergebe sich so
sogar
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
44‘200.-- (Urk. 8/175/6
Ziff.
6).
Die Beschwerdegegnerin wi
dersprach diesen Ausführungen nicht, weder im seiner
zeitigen Vorbescheid- noch im jetzigen Beschwerdeverfahren.
Der er
wähnte Monatslohn von
Fr.
3‘400.-- ist
allerdings
nicht Ergebnis einer
gezielten
Abklärung
, sondern es handelt sich um eine von der Berufsberatung der IV-Stelle im März 2004 getroffene Schätzung, mit was für einem Einkommen die Beschwerdeführerin künftig als Kosmetikerin ungefähr rechnen könne
(vgl.
Urk.
8/47/3). Tatsächlich verdiente sie ab 2006 als vollangestellte Kosmetikerin
Fr.
3‘300.-- pro Monat (Urk. 8/110/1).
Hätte es der Gesundheits
-
zustand erlaubt, hätte sie diese Stelle
aller Voraussicht nach
beibehalten, was unbestritten
ist.
Die als Eingliederungsmassnahme durchgeführte Ausbildung zur Kosmetikerin schloss die Beschwerdeführerin im praktischen Bereich ab und sie absolvierte verschiedene weiterführende praktische Lehrgänge (vgl.
Urk.
8/110/2-6). Den theoretischen Teil der Prüfung schloss sie hingegen nicht ab (vgl.
Urk.
8/100,
Urk.
8/102/2). Sie verfügt somit über keine abgeschlossene Berufsausbildung, weswegen sich
voraussichtlich
auch das künftige Einkommen der Beschwerde
führerin auf der
bekannten
Basis bewegt hätte.
Eine andere Lohnentwicklung,
oder auch
eine allfällige selbständige Erwerbstätigkeit als Kosmetikerin mit ei
nem
höheren Einkommen, bewegt sich lediglich im Rahmen des Möglichen.
Mit
der erforderlichen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit
steht dies aber nicht fest
.
Konkret errechnet sich das
Valideneinkommen
wie folgt:
Da die Beschwerde
-
führe
rin
, was unbestritten ist,
ab August 2007 Anspruch a
uf eine Rente hat,
ist der 2006 erzielte Monatslohn von
Fr.
3‘300.-- der
Lohnentwick
lung
bis zu diesem Zeitpunkt
anzupassen (zum massgebenden Zeitpunkt für den Einkommensv
ergleich vgl.
BGE 129 V 222).
Unter Berücksichtigung der
Lohn
entwicklung
bei Frauen zwischen 2006 und 200
7 ergibt sich ein massgebender Monatsl
ohn von
Fr.
3‘351.-- (
Fr.
3‘300.
-- :
2‘417 x 2‘454; vgl. Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-20
12
, abrufbar im Internet). Dass ein 13. Monatslohn zu berücksichtigen ist, stellte die
Be
schwerdegegnerin
nicht in Frage. Das
Valideneinkommen
beträgt somit
Fr.
43‘563.--
(
Fr.
3‘351.-- x 13)
.
6.3
Im Januar 2008 berichtete die Arbeitgeberin unter anderem, das Arbeitsverhält
nis daure trotz
d
er krankheitsbedingten Abwesenheit der Beschwerdeführerin
noch
fort (vgl.
Urk.
8/123).
Erneut angefragt berichtete die Arbeitgeberin vor
Erlass der angefochtenen Verfügung nur, sie habe in der Vergangenheit bereits Angaben gemacht (vgl.
Urk.
8/185). Ob somit das Arbeitsverhältnis
auch
beim Erlass der Verfügung noch fortbestand und die Beschwerdeführerin dort jeder
zeit ihre Arbeit wieder hätte aufnehmen können, was Voraussetzung für den von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Prozentvergleich ist, ist offen.
O
ffen ist
überdies
, ob die Tätigkeit als Kosmetikerin effektiv leidensangepasst ist, denn es fehlen Abklärungen darüber, in welchem Umfang Anpassungen
technisch möglich wären
und wie sich diese in den betrieblichen Ablauf integ
rieren
liessen
.
Das Invalideneinkommen ist somit hypothetisch zu ermitteln
. Ab
zustellen ist auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundes
amtes für Stati
stik (vgl. BGE 126 V 75
E. 3b/
aa
und
bb
, 129 V 472 E. 4.2.1 und 4.3.2).
Da die Beschwerdeführerin bei fehlendem Berufsabschluss in der angestammten Tätigkeit als Kosmetikerin überwiegend wahrscheinlich weiterhin als Angestellte
ohne besondere Berufsqualifikationen
tätig gewesen wäre, stehen ihr auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(zu diesem Begriff vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 28. April 2010, E. 3.3 f., und
8C_673/2012
vom 16. Mai 2013, E. 4.3)
s
ämtliche Tätigkeiten auf
demselben
Anforderungsniveau offen, die ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung angepasst sind, darunter insbeson
dere
auch
Tätigkeiten, für die keine spezifische Berufsausbildung vorausgesetzt ist.
2006 erzielten
vollzeitlich arbeitende
Frauen in Tätigkeiten auf einfachem
Anfor
derungsniveau
im Durchschnitt
Fr.
4‘019.-- pro Monat
(vgl.
LSE 2006, Tabelle A1, Total)
. Dieser
Dur
chschnitt
slo
hn basiert auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Unter Berücksichtigung de
r Lohnentwicklung bis 2007 (Fr. 4‘019.-- : 2‘417 x 2‘454 =
Fr.
4‘081.--; vgl. Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012, abrufbar im Internet) und nach Anpassung an die 2007 betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (4‘081.-- : 40 x 41,7; vgl. die Volkswirtschaft 4-2014 S. 90 Tabelle B 9.2) be
trägt das Monatseinkommen
Fr.
4‘254.--. Vorliegend massgebend ist entspre
chend der Arbeitsfähigkeit von 50 % die Hälfte
davon
. Das
Invali
deneinkom
men
beträgt mithin Fr.
2‘127.-- pro Monat respektive Fr.
25‘524.-- pro Jahr.
6.4
Da die Beschwerdeführerin auch in einer optimal angepassten Tätigkeit nicht nur zeitlich beschränkt einsetzbar ist, sondern
auch
zu berücksichtigen ist, dass sie ständig unter zum Teil erheblichen Schmerzen leidet
, was ihre Arbeitsleis
tungen zweifellos ungünstig beeinflusst,
muss damit gerechnet werden, dass sie im Vergleich zu einer gesunden teilzeitlich arbeitenden Person
einen
deutlich tiefer
en
Lohn erhalten
wird. Daher ist im Sinne der Rechtsprechung vom
Invali
deneinkommen
ein sogenannter leidensbedingter Abzug vorzunehmen
(zum
lei
densbedingten
Abzug vgl.
BGE 126 V 75)
. Aufgrund der ausgewiesenen, stets vorhandenen und erheblichen Schmerzproblematik rechtfertigt sich der maxi
mal zulässige
Abzug
v
o
n 25 %.
Das Invalideneinkommen reduziert sich somit auf
Fr.
19‘
143.--.
6.
5
Die Differenz zwischen dem
Valideneinkommen
von Fr. 43‘563.-- und dem
Invali
deneinkommen
von
Fr.
19‘143.-- beträgt Fr. 24‘420.--. Dies entspricht ei
nem Invaliditätsgrad von 56 %.
Der Invaliditätsgrad von 56 % gibt Anspruch auf eine halbe Rente.
Ab Januar 2010 hat sich der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin verbessert, weswegen unter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ab April 2010 Anspruch auf eine halbe Rente besteht.
Damit steht fest, dass der Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist.
Von einer Anerkennung des Anspruchs auf eine ganze Rente ab 1. April 2011
durch
die Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
10 S. 2)
kann
nicht ausgegangen wer
den. An der entsprechenden Stelle in der Beschwerdeantwort (vgl.
Urk.
7 S. 1
Ziff.
1) unterlief der Beschwerdegegnerin ein offensichtlicher Schreibfehler.
Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Sinne der un
günstigen Prognose von Prof.
B._
(vgl.
Urk.
8/187/2
Ziff.
1.4) seit Erlass der angefochtenen Verfügung erheblich verschlechtert haben, so steht es
ihr
offen, ein Revisionsgesuch zu stellen.
Da sich nach dem Gesagten der Entscheid der Beschwerdegegnerin auch betref
fend den
umstrittenen
Anspruch auf eine halbe Rente ab
1.
April 2010 als kor
rekt erweist, ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung
(vgl.
Urk.
9)
aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Nach Einsicht in die Honorarnote vom
6.
Juni 2013
(Urk. 18)
ist
Fürsprecher Herbert Schober, Zürich, für
seine Bemühungen als
unentgeltlicher Rechtsbei
stand
in vorliegendem Verfahren unter Berücksichtigung eines praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.-- mit
Fr.
3‘248.20
aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen (Auslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen).