Decision ID: b74bb602-48c9-4920-b432-618d8beab47d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
war
ab 1. März 2016 zu einem Pensum von zunächst 20 % und ab 1. Januar 2017 von 10 % als Key Account Mana
ger für die
Y._
tätig (Urk. 7/172-173, Urk. 7/180-181). Für diese Gesellschaft
fungierte
er auch als Verwaltungsrat (Urk. 7/137).
Daneben war er
vom 1. August 2016 bis zur
Entlassung
per 31. Januar 2017 bei
der
Z._
zunächst als Verkaufsleiter zu einem Pensum von 40 % und ab 1. September 2016 als Geschäftsführer
(CEO)
zu einem Pensum von 60 % ange
stellt (
Urk. 3/4,
Urk. 7/151, Urk. 7/157 f.).
Ausserdem hatte
der Versicherte
bis 1. September 2015 einen Verwaltungs
rats
mandat für die
A._
und bis 12. Februar 2016 ein
weitere
s
für die
B._
inne
(Urk. 7/135-136 und Urk. 7/143).
Zudem
amtet er seit 28. Oktober 2015 als Verwaltungsratspräsident der
C._
und seit
14. Juli
2016 als geschäftsführender Gesellschafter der
D._
(Urk. 7/1
40
, Urk. 7/141-142).
1.2
Nach dem Verlust der
Anstellung
bei
der
Z._
meldete sich
X._
am 26. Januar 2017
beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermit
t
lungs
zentrum zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 7/199-200) und stellte bei der
Syna
Arbeitslosenkasse
Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Februar 2017 (Urk. 7/31-
34). Mit Verfügung vom 15. März 2017 verneinte die Kasse die Anspruchsberechtigung des Versicherten unter Hinweis auf seine arbeitgeberähnliche Stellung
bei
der
Y._
sowie bei
der
D._
und
der
C._
(Urk. 7/122-126 S. 3).
Die
Einsprache
des Versicherten
vom 21. März 2017
wies
die Kasse am 6. Juli 2017
ab
(Urk. 2).
2.
G
egen
den
Einspracheentscheid
erhob
X._
am 21. August 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung von Arbeitslosen
ent
schädigung ab 1. Februar 2017 (Urk. 1 S. 4). Mit Beschwerdeantwort vom 26. September 2017 schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2017 orientiert wurde (Urk. 9).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Perso
nen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Ent
schei
dungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können,
sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschä
digung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit ent
sprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grund
sätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
).
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Ent
scheid
ungsgremium angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Ein
fluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erforderlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a).
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mit
arbeitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stel
lung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reak
tivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein solches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des
Art.
31
Abs.
3 lit. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der Missbrauchs
verhütung dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder mass
geblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem aus
ge
wiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitge
ber
ähnliche Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 2
5.
Januar 2006 und C 92/02 vom 14. April 2003; vgl. Barbara Kupfer Bucher,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundes
gesetz
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi
gung
, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 15 ff. mit Hinweisen zur Recht
sprechung).
1.2
Das rechtsmissbräuchliche Vorgehen liegt nach der dargelegten höchstrich
ter
lichen Auffassung in der zweckwidrigen Verwendung des Rechts
institutes der Kündigung. Wenn mit der Kündigung nicht die endgültige Auf
lösung des Arbeits
verhältnisses bezweckt wird, sondern sie in erster Linie zum Zweck
der
vorübergehenden
Geltendmachung von Arbeitslosenentschädi
gung ausge
sprochen wird und von Anfang an eine Wiedereinstellung bei ver
än
derter Ge
schäftslage vorgesehen ist, so liegt eine rechtsmissbräuchliche Um
gehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vor. Mit dem Mittel der Kündigung soll hier auf einem Umweg das erreicht werden, was diese Bestimmung aus
schlies
sen will, nämlich dass Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung für einen vorüber
geh
enden Arbeitsausfall in ihrem Betrieb Leistungen der Ar
beitslosen
versicherung beziehen können.
1.
3
Nach
Art.
9
Abs.
1 AVIG gelten - soweit das Gesetz nichts anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämt
liche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (
Art.
9
Abs.
2 AVIG), und die Rah
menfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (
Art.
9
Abs.
3 AVIG)
.
Eine der gesetzl
ichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
1.
4
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nachweises effektiver Lohn
zah
lung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden. Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautendes Post- oder Bankkonto. Bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaus
sagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden
Arbeitgeberbescheinigungen, vom Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin unte
r
zeichnete Lohnabrechnungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E.
1.2 mit Hinweisen).
1.
5
Bei einer versicherten Person, die vor der An
meldung zum Bezug von Arbeits
lo
senentschädigung eine arbeitgeberähnliche
Stellung innehatte, muss die Ar
beits
losenkasse hinsichtlich des Lohnflusses weitergehende Abklärun
gen treffen (AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariates für Wirtschaft [
Seco
], ab 1. Juli 2017 gültige, unveränderte Fassung,
Rz
. B146).
Lassen sich in Fällen, die weitergehende Abklärungen bedingen, Bank- oder Post
belege beibringen, ist damit der Lohnfluss und die Ausübung einer bei
trags
pflich
tigen Beschäftigung in der Regel nachgewiesen (AVIG-Praxis ALE,
Rz
. B147).
Wurde der Lohn bar bezogen, können das bei der Steuerverwaltung mit Lohn
aus
weis deklarierte Einkommen, Lohnquittungen oder durch ein Treuhand
büro
geführte Geschäftsbücher jeweils in Verbindung mit einem entsprechenden indi
viduellen Kontoauszug der AHV als Nachweis für den Lohnbezug akzeptiert werden. Widersprechen die genannten Beweismittel dem individuellen Konto
auszug der AHV, so ist für die Bestimmung des versicherten Verdienstes vom geringeren Betrag auszugehen. Es ist denkbar, d
ass die versicherte Person,
wel
che den Lohn bar bezogen hat, durch eine Kombination von anderen Beweis
mitteln den Lohnfluss nachzuweisen vermag. D
er Lohnfluss lässt sich zum Bei
spiel allein durch eine Lohnabrechnung, eine Lohnquittung, einen Arbeits
ver
trag, eine Kündigungsbestätigung oder eine Lohnforderungseingabe im Kon
kurs nicht nachweisen. Solche Dokumente stellen lediglich Parteibehauptungen dar, über deren Wahrheitsgehalt niemand ausser der versicherten Person selbst An
gaben machen kann. Ergeben sich aufgrund der eingereichten Belege keine klaren Rückschlüsse auf die in der fraglichen Zeit effektiv ausbezahlten Löhne, liegt Beweislosigkeit zulasten der versicherten Person vor, womit ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge fehlender Beitragszeit verneint werden muss. Dem Nachweis des tatsächlich realisierten Lohnes kommt nicht nur bei der Bestimmung der Beitragszeit, sondern auch bei der Festsetzung der Höhe des versicherten Verdienstes entscheidende Bedeutung zu. Ohne genaue Anga
ben über den Lohnfluss ist es nicht möglich, die Höhe des versicherten Ver
dienstes zu bestimmen (AVIG-Praxis ALE,
Rz
. 148).
2.
Die Beschwerdegegnerin verneint die Anspruchsberechtigung des Beschwerde
führers
nunmehr
auch
mit der Begründung,
dass
eine Beitragszeit von min
destens 12 Monaten nicht nachgewiesen sei. Im Wesentlichen stellt sie sich auf
dem Standpunkt, dass
der Beschwerdeführer bis 1. Mai 2017 als Verwaltungsrat der
Y._
im Handelsregister eingetragen
gewesen
und für seine Tätigkeit bei dieser Ge
sellsc
h
a
ft kein Lohnfluss belegt sei.
Auch für die Tätigkeit bei der
Z._
sei kein Lohnfluss erstellt
. Eine Tätigkeit für die
A._
sei nicht angegeben worden. Möglicherweise habe der Beschwerde
führer lediglich ein Verwaltungsratshonorar erhalten
(
Urk. 2
S. 3 f.)
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend,
am 19. April 2017
aus dem
Verwaltungsrat der
Y._
ausgetreten zu sein
, womit er
seine arbeit
geberähnliche Stellung endgültig aufgegeben
habe
. Zudem habe er die
Bei
-
trags
zeit
erfüllt
(Urk. 1 S. 3)
3.
3.1
Zunächst ist festzuhalten, dass
gemäss
BGE 123 V 237
e
ine rechtsmiss
bräuch
liche Umgehung von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG voraus
setzt
, dass die versicherte Person vor ihrer Entlassung bei einer Gesellschaft angestellt war und im Rah
men dieser Gesellschaft eine arbeitgeberähnliche Stellung besass und weiterhin besetzt.
Dass der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung bei der
Z._
per 31. Januar 2017
dort
weiterhin
eine arbeitgeberähnliche Stellung
inne
gehabt
h
ätte
, machte die
Beschwerdegegnerin
nicht geltend (vgl. Urk. 2, Urk. 7/122-126
).
Für eine solche Annahme
geben
die Akten auch keine Anhaltspunkte
, zumal die vom Beschwerdeführer
in diesem Betrieb
ausgeübte Funktion als Geschäfts
führer mit Kollektivunterschrift zu zweien mit Tagebucheintrag vom 10. Januar 2017
i
m Handelsregister gelöscht wurde (Urk. 7/138-139)
.
Mit Bezug auf die
B._
und die
A._
hatte der Beschwerde
führer
seine Organstellung
mit der Löschung der beiden
H
andelsregistereinträge
als Verwaltungsrat am 1. September 2015 beziehungsweise am 12. Februar 2016
, mithin vor der hier fraglichen Anmeldung zum Leistungsbezug
verloren (Urk. 7/135/136, Urk. 7/143)
.
Wie es sich mit den im Urteil des hiesigen Gerichts vom 10. November 2016 (Pro
zess AL.2016.00122) thematisierten Kapitalbeteiligungen in Bezug auf die arbeitgeberähnliche Stellung verhält (Urk. 3/1 E.
3.3), kann offen bleiben, wie
die nachfolgenden Erwägungen (Ziff. 4) zeigen. Das gilt auch für die im Han
de
ls
register eingetragenen Organstellungen bei der
C._
und der
D._
.
3.
2
Mit der Löschung
seines H
andelsregistereintrages als Ver
waltungsrat
der
Y._
(
Urk. 7/39) wurde der vom Beschwerdeführer an der Verwaltungs
ratssitzung vom 19. April
2017 erklärte Austritt aus dem Verwaltungsrat
(Urk. 7/52
)
dem
Publikum kundgetan
, womit er seine
formelle
Organstellung innerhalb der Gesellschaft verlor
.
Allerdings erübrigen sich Weiterungen auch
hiezu
, wie sich aus der nachfol
genden E.
4 ergibt. Vor dem Tagebucheintrag am 1. Mai 2017 (respektive allen
falls vor Erklärung seines Austritts am 19. April 2017) besteht für eine Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung jedenfalls kein Raum, weshalb - bei Ergehen des angefochtenen
Einspracheentscheids
am 6. Juli 2017 - zu prüfen ist, ob ab
1. Mai
2017 (re
spektive in der Zeit bis zum 6.
Juli 2017) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht.
4
.
4.1
Z
u prüfen ist so
mit
, ob der Beschwerdeführer in der vom
1.
Mai
2015
bis zum
30. April
2017
laufenden Rahmenfrist f
ür die Beitragszeit während min
destens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat und damit die Beitragszeit erfüllt hat.
In formeller Hinsicht ist dazu vorab zu bemerken, dass rechtsprechungsgemäss das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, d.h. ausserhalb des durch die Ver
fügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausge
dehnt werden kann, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng
zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann
, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 503, 122 V 36 E. 2a mit Hinweisen).
In der dem angefochtenen Einspracheentscheid zu Grunde liegenden Verfügung vom 15. März 2017 setzte sich die Beschwerdegegnerin nur mit der arbeitge
ber
ähnlichen Stellung des Beschwerdeführers auseinander (Urk. 7/122
126). Im
Ein
spracheverfahren
tätigte sie darüber hinaus Abklärungen unter anderem in Bezug auf den Lohnfluss und verlangte vom Beschwerdeführer diesbezüglich Bank- und Postkontoauszüge (Urk. 3/10; vgl. auch Auszug aus dem Indi
vidu
ellen Konto des Beschwerdeführers, Urk. 7/45
46). In der Folge verneinte sie im Einspracheentscheid den Nachweis der Beitragszeit von mindestens zwölf Mona
ten unter Hinweis auf den nicht erstellten Lohnfluss (Urk.
2 S.
7). Der Beschwerdeführer äusserte sich beschwerdeweise bezüglich der Beitragszeit, ohne die neue
Entscheidbegründung
zu rügen (Urk. 1 S. 3).
Sowohl die
arbeitgeberähnliche Stellung
wie auch d
ie Beitragszeit und in diesem Zusammenhang der Lohnfluss
sind Voraussetzungen des Taggeldan
spruches in der Arbeitslosenversicherung; in dieser Hinsicht ist ohne weiteres von einer Tatbestandsgesamtheit auszugehen. Eine Ausdehnung d
es Verfahrens
auf die Frage der Beitragszeit
ist deshalb grundsätzlich zulässig (vgl. auch BGE
130 V 143 E.
4.2). Aus verfahrensökonomischen Gründen ist demnach in di
esem Verfahren auch über die Frage der erfüllten Beitragszeit zu entscheiden (vgl. dazu auch Urteil des Eidgenössisches Versicherungsgerichts C 148/05 vom 29. September 2005 E. 1.2).
4.2
In der Zeit vom 1. Mai 2015 bis zum 30. April 2017
war der Beschwerdeführer
bis Ende Juli 2015
bei der
B._
als Geschäftsführer angestellt
. Vom
1. August 2016 bis 31. Januar 2017 war er als Geschäftsführer für die
Z._
und daneben ab
1. März 2016 als Key Account Manager bei der
Y._
tätig
.
Angesichts der arbeitgeberähnlichen Stellung des Beschwerde
führers bei diesen Gesellschaften wird für die Anerkennung von Beitragszeiten von der
Rechtsprechung gefordert, dass
tatsächlich
Lohnzahlungen
an den B
e
schwerdeführer geflossen sind.
Dabei
sind die bei den Akten liegenden Unter
lagen einer besonders kritischen Würdigung zu unterziehen.
Kann
ein Lohnfluss
nicht rechtsgenügend bewiesen werden, hat der Beschwerdeführer, der aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will, die Folgen de
r Beweis
losigkeit zu tragen (E.
1.
5
hievor
).
4.
3
4.3
.1
Zum Nachweis
eines Lohnbezugs während der Anstellung bei der
B._
legte der Be
schwerdeführer
folgende Dokumente ins Recht:
Gemäss der
vom einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratspräsident
en
E._
unterschriebenen
Arbeitge
berbescheinigung
der
B._
vom 7. März 2016
betrug
der AHV-pflichtige
Verdienst
des Beschwerde
führers
vom 1. Januar bis 31. Juli 2015 Fr. 140‘251.60
(Urk.
7
/
147-148
).
Dieser Betrag entspricht dem deklarierten Lohn gemäss dem Auszug aus dem indi
vi
duellen Konto vom 13. April 2017 (Urk. 7/46-49).
Dem von
F._
für die
B._
ausgefüllten
,
allerdings
nicht unterzeichneten
,
Lohnausweis
2015
lässt sich ein Nettolohn von Fr. 144‘609.25 entnehmen (Urk. 7/56).
Dies entspricht den Angaben
des Beschwerdeführers
gegenüber den Steuerbehörden (vgl.
die
Steuererklärung 2015 [Urk. 7/
101-104]
sowie
die
Berechnungsmitteilung des Kantonalen Steueramtes vom 21. März 2015
[Urk. 7/98-99]).
Weiter
legte
der Beschwerdeführer nicht unterzeichnete Lohnabrechnungen, unter anderem für die Monate
Mai
bis Juli 2015
auf, die Auszahlungen
im Gesamtbetrag von Fr. 139‘047.70
ausweisen
(Urk. 7/190-19
2
).
4
.3
.2
Rechtsprechungsgemäss
eignen sich sämtliche vom Beschwerdeführer unter
zeichnete
n
Dokumente
für sich alleine
nicht zum rechtsgenügenden Nachweis
eines Lohnflusses (vgl. dazu vorstehend E. 1.4-5).
Als Beweismittel eignen
sich dagegen
die von Drittpersonen ausgestellten
und unterzeichneten
Dokumente, insbesondere die Arbeitgeberbescheinigung vom 7. März 2016 (Urk. 7/147-148)
,
der
Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
3. April 2017 (Urk. 7/46-49)
,
der
Lohnausweis 2015 (Urk. 7/56)
und d
i
e Lohnabrechnungen (Urk. 7/190-195)
.
Au
f
grund diese
r
verschie
denen
inhaltlich weitgehend kongruenten Indizien
kann angenommen werden
, dass der Beschwerdeführer während seiner Anstellung bei der
B._
ab Beginn der Rahmenfrist für die Beitragszeit am
1.
Mai
2015 bis zum 31. Juli 2017
eine beitragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat
,
nämlich vom 1. Januar bis 31. Juli 2015, wovon drei Monate (Mai bis Juli) in die Rahmenfrist
für die Beitragszeit fallen
.
Eine längere Beitragszeit und insbesondere eine Lohnzahlung für den Monat August 2015 (angeblicher Austrittstermin; vgl. Urk. 1 S. 3) ist dagegen
in keiner
W
eise
erstellt.
Der vom Beschwerdeführer ins Recht gelegte Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom
3. Juli 2017 (Urk. 3/14) äussert sich weder zum Austrittstermin noch zu einer Lohnzahlung für den Monat August 2017.
4.4
4.4
.1
Zum Nachweis eines Lohnbezugs während der Anstellung bei der
Z._
legte der Beschwerdeführer folgende Dokumente ins Recht:
Gemäss der
vom Geschäftsleitungsmitglied
G._
unterzeichneten
Arbeit
ge
berbescheinigung der
Z._
vom
28. Januar 2017
betrug der AHV-
pflichtige Verdienst des Beschwerdeführers vom 1.
August
bis 31.
Dezember 2016
Fr.
42‘000.
und für den Monat Januar 2017
Fr. 9‘000.
(Urk. 7/
178-179)
.
Die gleichen
Beträ
g
e
weisen der
von einem weiteren Geschäftsleitungsmitglied der
Z._
,
H._
, unterzeichnete
Lohnausweis 2016
(Urk. 7/53)
,
die
nicht unterzeichneten
Lohnabrechnungen für die Monate August 2016 bis
Janu
ar 2017 (Urk. 7/144, Urk. 7/152-156) und
die Arbeitsverträge
vom 16. August
2016
(Urk.
3/4) sowie
vom 5. September 2016
aus
(
Urk. 7/157 f.).
Laut Auszug aus dem individuellen Konto wurde sodann für die Monate August bis Dezember 2016 ein Einkommen von Fr. 42‘000.
deklariert (Urk. 7/46-49).
4.4
.2
Die vom Beschwerdeführer vorgelegten
Dokumente wurden von verschie
denen Personen namens der
Z._
ausgestellt
und
stimmen inhaltlich
unter
einander sowie mit dem der Ausgleichskasse deklarierten Lohn
überein, weshalb sie sich zum Beleg einer beitragspflichtigen Beschäftigung für die Zeit vom 1. August 2016 bis 31. Januar 2017 und damit von weiteren sechs Monaten Beitragszeit
eigne
n.
4.5
4.5
.1
Zum Nachweis eines Lohnbezugs während der Anstellung bei der
Y._
legte der Beschwerdeführer folgende Dokumente ins Recht:
Laut Arbeitsvertrag vom 13. Juli
2016 wurde ein Monatslohn von Fr. 3’000.
vereinbart (Urk. 7/172-173), der per 1. Januar 2017 entsprechen
d
der
Pensumreduktion
auf Fr. 1‘500.
herabgesetzt wurde (Urk. 7/180-181).
Ge
mäss der Arbeitgeberbescheinigung der
Y._
vom
31. Januar
2017 betrug der AHV-pflichtige Verdienst des Beschwerdeführers vom
1. März 2016 bis
31. Dezember 2016 Fr. 42‘000.
(Urk. 7/
149
-150
).
Im nicht unterzeichneten Lohnausweis 2016 wurden ein Lohn von Fr. 40‘000.
und ein Bonus von Fr. 2‘000.
angegeben (Urk. 7/65).
Die
bei den Akten liegenden
, nicht unter
zeichneten
Lohnabrechnungen weisen für die Monate Juni bis November 2016 Löhne in Höhe von brutto Fr. 18‘000.
und einen im Dezember 2016 ausbe
zahlten Bonus von Fr. 2‘000.
aus
(Urk. 7/160-165)
.
Sodann
weist eine am 28. Februar 2017 namens der
Y._
unterzeichnete Zwischen
ver
dienstbescheinigung einen Lohnbezug im Februar 201
7
aus
.
Bei den weiteren
vom Beschwerdeführer eingereichten Zwischenverdienstbescheinigungen handelt
es sich jeweils um Kopien dieses ersten Dokuments. Dabei wurde
das Wort Februar
eigenhändig
durchgestrichen
und
darunter „März + folgende Monate“ beziehungsweise „April 2017“ eingetragen (
Urk. 7/42-43,
Urk. 7/109-110). Schliesslich liegen bei den Akten nicht unterzeichnete Lohnabrechnungen für die Monate
Februar bis April 2017 (Urk. 7/44, Urk. 7/111, Urk. 7/129) und Juni bis Juli 2017 (
Urk. 7/17
, Urk. 7/35).
Gemäss den Vorsorgeausweisen der
I._
wurde ab 1. März 2016 ein Jahreslohn von Fr. 36‘000.
und ab 1. Januar 2017 ein solche
r
von Fr. 18‘000.
gemeldet (Urk. 7/54-55).
Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 13. April 2017 wurde dagegen kein Einkommen deklariert (Urk. 7/46-49)
, was für das Jahr 2017 klar ist, weil die Einkommen erst im Folgejahr eingetragen werden
.
Aber für das Jahr 2016 fehlt ein Eintrag.
4.5
.2
Die ausgebliebene Deklaration eines Einkommens gegenüber der Ausgleichs
kasse weckt Zweifel an einem tatsächlichen Lohnbezug
. Darüber hinaus ent
spricht der in der Arbeitgeberbescheinigung
vom 31. Januar 2017
angegebene
AHV-pflichtige Verdienst des Beschwerdeführers
für die Zeit
vom 1. März 2016 bis 31. Dezember 2016
von
Fr. 42‘000.
(Urk. 7/149-150)
, beziehungsweise
von Fr. 40‘000.
zuzüglich eines Bonus
Fr. 2‘000.
(nicht unterzeichneter
Lohnaus
weis 2016; Urk. 7/65) weder dem vertraglich vereinbarten Monatslohn v
on Fr. 3’000.
(Arbeitsvertrag
vom 13. Juli 2016
;
Urk. 7/172-173)
noch dem
der
I._
gemeldeten Jahreslohn
ab 1. März 2016 (Urk. 7/54
).
Unter diesen Umständen vermögen auch die bei den Akten liegenden (unvoll
stän
digen)
Lohnabrechnungen für das Jahr 2016
(Urk. 7/160-165)
keine
Klarheit zu schaffen.
Es liegen somit verschiedene, sich widersprechende Indizien
vor
,
die
nicht geeignet sind, einen Lohnbezug im Jahr 2016 zu untermauern.
Mit Bezug auf das Jahr 2017 könnte
aufgrund der
Zwischenver
dienstbe
scheini
gung
vom
28. Februar 2017
allenfalls
für den Monat Februar
ein Lohnbezug ausgewiesen sein (Urk. 7/127-128).
Eine längere Beitragszeit und insbesondere eine Lohnzahlung für die Zeit ab März 2017
sind
dagegen in keiner Weise erstellt. Bei den vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Zwischenverdienst
bescheinigungen (Urk. 7/42-43, Urk. 7/109-110) handelt es sich nicht um Origi
naldokumente, sondern um nachträglich abgeänderte Versionen der ursprüng
lichen Zwischenverdienstbescheinigung für den Monat Februar 2017 (Urk. 7/127-128).
Aus dem Vergleich der Handschriften ist deutlich, dass diese nachträglichen Änderungen nicht vom Unterzeichner
vorgebracht wurden, wes
halb sie sich zum Beweis eines tatsächlich erzielten Lohnes nicht eignen.
Daran
vermögen weder die nicht unterzeichneten Lohnabrechnungen (Urk. 7/17, Urk. 7/35
, Urk. 7/44, Urk. 7/111)
noch der Vorsorgeausweis für das Jahr 2017 etwas
zu ändern
(Urk. 7/55)
.
4.6
Zusammenfassend
kann eine Beitragszeit von
höchstens 10 Monate
n
als erstellt
betrachtet werden.
Belege über
weitergehende
Zahlungen auf ein auf den Namen des
Beschwerdeführers
lautendes Post- oder Bankkonto
liegen keine vor. Zwar forderte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 5. April 2017 den Be
schwerdeführer auf, entsprechende Belege vorzulegen (Urk. 7/115)
.
Dieser wei
gerte sich jedoch
entgegen seiner Mitwirkungspflicht gemäss Art. 28 ATSG
, die einzelnen Kontoauszüge zuzustellen (Urk. 7/57), weshalb
er nun die Folgen der daraus entstandenen Beweislosigkeit zu tragen hat
(Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 250/03
v
om 28. Juli 2004 E. 2.1)
.
4.7
Anzufügen bleibt, dass
g
emäss
Rechtsprechung die Beitragszeit für jenen Teil der Zeit erfüllt sein
muss, für den ein Arbeitsausfall
geltend gemacht wird
. Die Beitragszeit ist also nur erfüllt, wenn eine beitragspflichtige Teilzeitbe
schäfti
gung ausgeübt wird, welche sich auf den geltend gemachten Arbeitsausfall bezieht (
Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2011 vom 4.
Juli 2012 E.
3.2 mit Hin
weis auf
BGE 121 V 336
E. 4
)
.
Wollte man davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich bei der
Y._
gearbeitet und auch einen Lohn erhalten hat, so kann Bei
tragszeit - da er die Stelle nach wie vor innehat - lediglich in jenem Umfang generiert werden, in welchem er der Stelle verlustig ging. War er ab 1. März 2016 im Umfang von 20 % beschäftigt und ab 1. Januar 2017 noch zu 10 %, so fiel eine Beitragszeit
von zehn Monaten an, wobei die Periode ab 1. August 2016 aufgrund der Anstellung bei der
Z._
schon berücksichtigt
wurde, eine doppelte Anrechnung während der identischen Periode findet selbst
redend nicht statt.
Auf diese Weise wäre die Periode März bis Juli 2016 anzurechnen, was zu fünf weiteren Beitragsmonaten und einem Total von 15 Monaten führen würde. Indessen beträgt der Arbeitsausfall in Bezug auf die Anstellung bei der
Y._
lediglich 10 %, was einem halben Tag pro Woche entspricht und für die
Zusprache
von Arbeitslosenentschädigung nicht ausreicht. Denn nach Art. 5 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung (AVIV) ist der Arbeitsausfall von teilweise Arbeitslosen an
rechenbar, wenn er innerhalb von zwei Wochen mindestens zwei volle Arbeits
tage ausmacht. Die ist vorliegend nicht der Fall, weshalb auch bei dieser Annahme kein Anrecht auf Arbeitslosenentschädigung besteht.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.