Decision ID: a29e3e71-0c8b-5f95-a398-355a489816bb
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980 und gelernte Schrift- und Reklamegestalterin, meldete sich am 2
7.
August 2011 unter Hinweis auf eine Halsverletzung und eine Depressionserkrankung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an (
Urk.
6/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte der Versicherten Massnahmen zur Arbeitsvermittlung, die sie ohne Erfolg mit Mitteilung vom 12. September 2012 abschloss (vgl. das Verlaufsprotokoll zur Eingliederungsberatung, Urk. 6/39). Auf eine
Renten
prüfung
wurde – so der Hinweis in der Mitteilung – verzichtet, da die Versi
cherte nach Angabe ihres Arztes zwischenzeitlich wieder zu 100 % arbeits
fähig sei (
Urk.
6/38).
1.2
Am 2
7.
Februar 2014 meldete sich
X._
erneut zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an unter Hinweis auf eine bipolare affektive Störung seit März 2005 sowie Spalthände und -füsse seit Geburt (
Urk.
6/48). Zudem hatte sie sich bei einem Sturz am 2
0.
Dezember 2013 einen knöchernen Seitenbandausriss am linken Ringfinger zugezogen (Urk. 6/57/48 und
Urk.
6/57/16). Die IV-Stelle holte einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
6/56), eine
Arbeitge
berauskunft
(
Urk.
6/58) und Arztberichte (
Urk.
6/68,
Urk.
6/72 und
Urk.
6/74) ein und zog die Akten der Suva bei (
Urk.
6/57,
Urk.
6/62,
Urk.
6/63 und
Urk.
6/76). Sie nahm erneut ein Arbeitsvermittlungsverfahren auf, das sie mit Mitteilung vom 2
1.
Oktober 2015 beendete (
Urk.
6/90; vgl. das
Verlaufs
proto
koll
zur Eingliederungsberatung,
Urk.
6/91).
Die IV-Stelle holte in der Folge
wiederum
einen aktuellen IK-Auszug
(
Urk.
6/93, vgl. auch
Urk.
6/132) und weitere Arztberichte (
Urk.
6/101,
Urk.
6/103
und Urk. 6/112) sowie die aktuellen Suva-Akten (
Urk.
6/102) ein. Am 2
6.
Mai 2016 liess die Versicherte ihren Rechtsvertreter ersuchen, das
Rentenabklä
rungsverfahren
einstweilen zu sistieren und das
Eingliederungs
verfahren
wieder aufzunehmen, da sie eine Ausbildung zur
Kommuni
ka
tions
planerin
mit eidgenössischem Fachausweis (FA) absolvieren möchte (
Urk.
6/107; vgl. auch Urk. 6/114 und
Urk.
6/128). Am 1
7.
August 2016 fand bei der IV-Stelle ein Standortgespräch statt (
Urk.
6/133). Mit Vorbescheid vom 1
9.
August 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Begehrens um Kostengutsprache für
diese
Umschulung in Aussicht
(
Urk.
6/134). Dagegen liess die Versicherte am 1
9.
September 2016 (
Urk.
6/135
) und 2
1.
Oktober 2016 (
Urk.
6/142) Einwand erheben. Am 1
6.
Oktober 2016
liess sie einen Bericht des behandelnden Psychiaters vom
2.
September 2016 (
Urk.
6/144) nach
reichen. Mit Verfügung vom 1
4.
November 2016 wies die IV-Stelle das Ge
such um Kostengutsprache für eine Umschulung zur
Kom
mu
nikationsplane
rin
wie angekündigt ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
1) Beschwerde erheben und im Hauptantrag beantragen, die Verfügung vom 1
4.
November 2016 (
Urk.
2) sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ihr die Umschulung in Form der Weiterbildung zur Kommunikationsplanerin FA zu gewähren. Zudem sei die Beschwerdegegnerin im Rahmen der vorsorgli
chen Massnahmen anzuweisen, die Kosten für die Ausbildung zur
Kommuni
kationsplanerin
FA gutzusprechen, damit die Beschwerdeführerin nicht den Anmeldetermin für den ersten Teil der Ausbildung im Juni 2017 verpasse: Jedenfalls sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die Kosten für diesen ersten Teil gutzusprechen (S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlas
sung vom 30. Januar 2017 (
Urk.
5) auf Abweisung der Beschwerde, wovon die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1.
Februar 2017 (
Urk.
7) in Kenntnis gesetzt wurde. Mit Eingabe vom 1
5.
Februar 2017 (
Urk.
9) reichte die IV-Stelle das in den aufgelegten Akten fehlende Feststellungsblatt (
Urk.
10) nach.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Laut den Angaben der Beschwerdeführerin und der
Schule
belaufen sich die Kosten für den Lehrgang zur Kommunikationsplanerin
FA
auf Euro 2‘790.-
- und
Fr.
7‘200.--. Hinzu kommt eine Prüfungsgebühr im Betrag von
Fr.
1‘950.--
(
Urk.
6/128/1 und
Urk.
1
Ziff.
6). Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- somit nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die
einzel
rich
ter
liche
Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozial
versiche
rungsgericht
)
.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
te
n oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen er
füllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Fest
legung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Er
werbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
be
ruf
liche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapital
hilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.4
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wen
dig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbs
tätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV) Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benö
tigen.
1.5
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewe
senen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „an
nähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jewei
ligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die ver
sicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bis
her ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b
mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S.
439 E. 3).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive
Einglie
derungsfähigkeit
voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179
unten f. E. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der
sozialberuf
lichen
Rehabilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der ver
sicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S.
367 E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
1.6
Zu ergänzen ist, dass ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nur be
steht, wenn und soweit diese zur Eingliederung ins Erwerbsleben unmittelbar erforderlich sind (BGE 124 V 110 E.
2a mit Hinweisen). Die subjektiven Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen der versicherten Person sind bei der primär nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilenden Frage, ob eine
not
wendige und geeignete Eingliederungsmassnahme beruflicher Art gege
b
en ist, zwar mit zu berücksichtigen und bilden Teil der in
Art.
8
Abs.
1 IVG verankerten Geeignetheit, doch können diese allein keinen
Umschulungs
anspruch
begründen. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer Tätigkeit
kommt es somit nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der in Frage stehenden Erwerbstätigkeit durch die Versicherte an, ansonsten verlöre der Begriff der Zumutbarkeit jeglichen objektiven Gehalt (Urteil des Bundes
gerichts I 849/02 vom 1
3.
Juli 2004 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der Abweisung des Gesuchs um Kostengutsprache für Umschulung in der Verfügung vom 1
4.
November 2016 (
Urk.
2) aus, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Ausbildung zur Kommunikationsplanerin für die Beschwerdeführerin nicht geeignet sei. Kommunikationsplanerin sei ein stressiger Beruf, der eine hohe
Leistungsbe
reitschaft
und Belastbarkeit erfordere. Eine ruhige und regelmässige Tätigkeit (z.B. im kaufmännischen Bereich) könne die Erwerbsfähigkeit der Beschwer
deführer voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessern. Zudem habe die Beschwerdeführerin bereits Weiterbildungen in diesem Bereich vorzu
weisen (Handelsdiplom, Kurse im Rechnungswesen etc.), welche die Notwen
digkeit der Umschulung zur Kommunikationsplanerin in Frage stellten.
Es sei verständlich, dass die Beschwerdeführerin in der Werbebranche be
kannt sei. Sie sei laut dem im
Einwandverfahren
eingereichten Bericht des behandelnden Psychiaters, Prof.
Dr.
med.
Y._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, zudem gesellig, habe eine gewinnende Art, suche gerne Kontakt und kommuniziere gerne mit anderen Menschen. Dies wären alles Eigenschaften, die ihr im gewünschten Beruf als Kommunikationsplanerin zugute
kämen. Die Tätigkeit als Kommunikationsplanerin entspreche aber nicht dem zumutbaren Belastungsprofil. Dieser Beruf sei stressig und mit hoher Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit verknüpft.
Prof.
Dr.
Y._
habe im Bericht vom
3.
Februar 2016 festgestellt, dass ein Wiedereinstieg im KV-Bereich möglich wäre. Der Wiedereinstieg sollte schrittweise erfolgen. Wichtig seien auch eine ruhige Stelle und die Ein
bettung in einem verständnisvollen Team. Die Beschwerdeführerin habe eine re
duzierte Frustrationstoleranz sowie eine erhöhte interpersonelle Sensibilität und Impulsivität. Zudem seien ihre kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt (vor allem die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen).
Dass Prof.
Dr.
Y._
in seinem Bericht vom
2.
September 2016
nun
der Meinung sei, man solle die Beschwerdeführerin bei der Umschulung zur Kommunikationsplanerin unterstützen, sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei
festzustellen, dass sich der behandelnde Psychiater vollumfänglich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stütze
. Objektive Befunde oder Gründe
würden keine genannt.
Zusammengefasst sei die Notwendigkeit einer Umschulung zur
Kommuni
kationsplanerin
weiterhin nicht gegeben.
Wie bereits im persönlichen Gespräch im August 2016 mitgeteilt, könnte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin bei der Integration in eine angepasste Tätig
keit dennoch behilflich sein. Es würden deshalb weitere Eingliederungs
massnahmen geprüft.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess demgegenüber im Wesentlichen geltend machen, sie sei von Invalidität bedroht und finde schon seit langem keine län
gerfristige Anstellung mehr – weder in der Marketing- und Werbebranche noch im kaufmännischen Bereich. Sie habe deshalb Anspruch auf Eingliede
rungsmassnahmen. Sie sei motiviert wieder zu arbeiten und sich eine Quali
fikation anzueignen, die ihr den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen würde. Es handle sich dabei um eine durchaus sinnvolle, kosten
günstige und anerkannte Weiterbildung zur Kommunikationsplanerin. Auch der behandelnde Psychiater unterstütze das Vorhaben. Die Umschulung sei somit sowohl geeignet als auch notwendig, um ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Da die IV-Stelle ihr diese Um
schulung verweigere, auf die sie Anspruch habe, verletzte die Verwaltung
Art.
8
Abs.
1 und
Art.
17 IVG (
Urk.
1
Ziff.
55).
Eine Anstellung im kaufmännischen Bereich sei demgegenüber nicht rea
li
täts
bezogen, habe sich die Beschwerdeführerin doch im Rahmen der Ar
beits
vermittlung schon oft erfolglos auf Stellen im kaufmännischen Bereich beworben, da sie in diesem Bereich über wenig praktische Erfahrung verfüge und der Abschluss des Handelsdiploms nun schon 15 Jahre zurückliege – ein Abschluss, der ausserdem auf dem Arbeitsmarkt keinen nennenswerten Stellenwert mehr habe (
Ziff.
56).
Hinzu komme, dass die IV-Stelle die Neigungen und Fähigkeiten der Be
schwer
deführerin völlig ausser Acht lasse, wenn s
ie
ihr die
Kostengutspra
che
verweigere und sie einfach auf Eingliederungsmassnahmen im kaufmän
ni
schen Bereich verweise. Mit diesem Vorgehen verletze die Verwaltung ausse
r
dem
Art.
27 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV) respektive
Art.
8 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (
EMRK) und
Art.
13
Abs.
1
lit
. a der IAO-Konvention Nr. 128, zumal angesichts der geringen Kosten der
Zusatzausbildung die Haltung der IV als überspitzt formalistisch erscheine und unverhältnismässig sei (
Ziff.
53 und 54).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
nachfo
l
gend
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Umschu
lung zur Kommunikationsplanerin FA.
3.
3.1
Nach der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 2014 berich
tete Prof.
Dr.
Y._
, bei dem die Versicherte seit Oktober 2011 in Be
handlung ist, der IV-Stelle am 3
0.
April 2014 (
Urk. 6/68/1-7) und
stellte die folgenden psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit:
–
Bipolare affektive Störung,
unvollständige
Remission,
mit noch andauernder Ten
denz zu hypomanischen und subdepressiven bis depressiven Ausschlägen (ICD-10 F31.8), bestehend seit Jahren sowie
Leichte, testpsychologisch bestätigte kognitive Beeinträchtigung unklarer Genese (im Rahmen der affektiven Störung? Folge des letzten Suizidversuchs mit Blut
verlust und komatösem Zustand im Juni 2011?; ICD-10 F06.07).
Prof.
Dr.
Y._
nannte zudem die Diagnose angeborene Spalthand beid
seits, die keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Als Folge sei jedoch die Kraft in den Händen reduziert.
Er gab an, dass die Beschwerde
führerin – auch in ihrer Selbstwahrnehmung – voll arbeitsfähig sei. Sie werde
ab dem
2.
Mai 2014 ein zweimonatiges pflegerisches Eignungspraktikum am
Z._
absolvieren, das sie selber organisiert habe. Ihr Ziel sei
es
, eine dreijährige Ausbildung zur Pflege HF in
A._
zu ab
solvieren. Ob die verifizierten kognitiven Einbussen und immer
noch
wieder auftretenden Stimmungsschwankungen eine verminderte Leistungs
fähigkeit zur Folge hätten, müsse sich im praktischen Einsatz zeigen. Mit einer erfolg
reichen Optimierung der medikamentösen Therapie sollten die
Stimmungs
schwankungen
reduziert beziehungsweise eliminiert werden. Den Einsatz im bisherigen Beruf könne sich die Beschwerdeführerin selbst nicht mehr gut vorstellen; einerseits bestehe eine Kluft zwischen der angesichts ihres Alters zu erwartenden Erfahrungen und Leistungen (infolge wiederholt
krankheits
bedingter
Stellenverluste), andererseits wolle die Beschwerdefüh
rerin einen Neuanfang wagen. Zurzeit wäre empfehlenswert, mit
nicht
medi
zinischen
Massnahmen
zu
zuwarten. Die Beschwerdeführerin versuche, das
Pflegeeig
nungspraktikum
zu absolvieren und allenfalls die Ausbildung zur Pflege HF zu beginnen. Je nach Gelingen beziehungsweise bei einem Miss
lingen wäre dann das weitere Vorgehen und eine eventuelle Unterstützung durch die IV-
Stelle zu erwägen beziehungsweise indiziert und auch für die Beschwerde
führerin selber dann vermutlich akzeptabel.
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt Innere Medizin FMH, Hausarzt der Beschwerde
führerin seit dem Jahr 2005, berichtete der IV-Stelle am 1
2.
Mai
2014 (
Urk.
6/72/1-3). Er nannte die Diagnosen bipolare Störung, Status nach
Schnitt
verletzung
am Hals in suizidaler Absicht mit persistierender Heiser
keit, knöcherner Seitenbandausriss
Dig
IV links sowie Spalthände und -füsse beidseits. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei aktuell recht gut stabilisiert. In der bisherigen Tätigkeit sei sie durch die Spalthände ein
geschränkt, welche das Arbeiten mit den Händen schwieriger machten. In psychischer Hinsicht sei sie durch ihre Krankheit eingeschränkt. Sie sei nicht so schnell und konzentriert und auch rasch erschöpft. Wünschenswert wäre eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit ohne Überforderung.
3.3
Am 1
8.
Juni
2014 wandte sich Prof.
Dr.
Y._
an die IV-Stelle (Urk. 6
/74). Er gab an, die Beschwerdeführerin habe das ursprünglich für zwei Monate
geplante Pflegepraktikum am
2.
Mai
2014 angetreten. Anläss
lich eines
Stand
ortgesprächs
am 2
8.
Mai 2014 sei ihr mitgeteilt worden, dass man sie für den Pflegeberuf ungeeignet erachte, da sie den Beruf aufgrund der Erfahrung als Patientin wähle und ihre Motivation somit falsch sei. Da
rauf habe die Beschwerdeführerin die Praktikumsstelle sofort verlassen. Sie habe sich dann zu einem Eignungstest am
C._
, Pflege HF, in
A._
angemeldet, diesen Test jedoch, wie sie kürzlich erfahren habe, nicht bestanden.
Die Beschwerdeführerin versuche zwar weiterhin, etwas zu finden (so habe sie sich kürzlich an den früheren Arbeitgeber gew
a
ndt), doch sei sie ratlos und durch die vielen
"
rezenten
"
Misserfolge zusätzlich demoralisiert. All die Misserfolge seien zumindest teilweise durch die psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin mitbedingt. Eine Unterstützung seitens der IV sei nun angezeigt und notwendig, am ehesten in Form eines stufenweisen
Aufbau
programms
, bei dem auch die Möglichkeiten und Fähigkeiten beziehungs
weise Einschränkungen der Beschwerdeführerin praktisch erfasst und bewer
tet würden.
3.4
Med. prakt.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie, vom regionalen ärztli
chen Dienst der IV-Stelle (RAD) gab am 1
1.
November 2014 an, es bestehe
aus psychiatrischer Sicht kein Grund für eine Umschulung, da Prof.
Dr.
Y._
die Beschwerdeführerin für voll arbeitsfähig halte (
Urk.
10 S. 4 f.). Im Regelfall führe eine bipolare affektive Störung zwar zu wieder
kehrenden manischen
oder
depressiven Episoden, aber im Intervall nicht zu blei
benden
Einschränkungen. So gebe auch Prof.
Dr.
Y._
an, dass bei der Beschwer
de
führerin im Intervall seit dem Jahr 2011 keine derartigen Episo
den mehr aufgetreten seien. Zur
Rezidivprophylaxe
seien ein möglichst re
gelmässiges Leben und insbesondere keine Schicht- oder Nachtarbeit erfor
derlich. Be
treffend die Spalthände fänden sich in den Berichten keine Schil
derungen von auffälligen Einschränkungen.
3.5
Am 2
1.
Oktober 2015 ersuchte die Versicherte um Abmeldung von der am 1
0.
Dezember 2014 in Angriff genommenen Arbeitsvermittlung infolge Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes mit Klinikeintritt (
Urk.
6/91 S. 2).
Am
4.
Januar 2016 berichteten die in der
E._
tätigen Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt, sowie die Psychologin
G._
(
Urk.
6/101)
über
eine
n
Klinikaufenthalt vom 2
4.
September bis 2
6.
Oktober 201
5.
Sie nannten die psychiatrischen Diag
nosen bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (seit mehreren Jahren). Ziel des Aufenthalts sei eine Krisenintervention und das Aufgleisen von Anschlussbehandlungen sowie die
sozialarbeiterische
Unterstützung gewesen. Die Beschwerdeführerin sei mit stabilerem psychischem Zustand
,
jedoch zu 100
%
arbeitsunfähig entlassen worden. Die Berichterstatter attestierten in der Tätigkeit als KV-Angestellte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 15. November 2015 und wiesen auf kognitive Einschränkungen sowie reduzierte Belastbarkeit, Ausdauer und soziale Kompetenz im Rahmen der Grunderkrankung hin. Die Arbeitsfähigkeit bis heute und auf längere Sicht sei für
sie
(
die Berichtenden
)
nicht abschätzbar. Aufgrund von mehreren gescheiterten Arbeits- bezie
hungs
weise Wiedereingliederungsversuchen in den letzten Jahren und auf
grund der Dauer und Schwere der psychischen Erkrankung würden sie prog
nostisch einer Erlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit kritisch entgegen sehen. Für weitere Informationen empfahlen sie Kontaktaufnahme mit dem Behand
ler Prof.
Dr.
Y._
.
3.6
Am
3.
Februar 2016 erging ein weiterer Bericht von Prof.
Dr.
Y._
(Urk. 6/103/1-6). Er nannte darin die folgenden psychiatrischen Diagnosen
:
–
Bipolare affektive Störung, unter Medikation in weitgehender Remission, beste
hend seit Jahren (ICD-10 F31.8) sowie momentan „aufgepfropft“ depressive
An
passungsstörung
aufgrund einer belastenden sozialen Lebenssituation (ICD-10 F43.21)
Mittelstarke, testpsychologisch erneut bestätigte kognitive Beeinträchtigung unkla
rer Genese (im Rahmen der affektiven Störung? Folge des letzten
Suizid
versuchs
mit Blutverlust und komatösem Zustand im Juni 2011?; ICD-10 F06.07)
Syndrom, bestehend aus reduzierter Frustrationstoleranz, erhöhter interpersonel
ler Sensibilität und Impulsivität, vermutlich persönlichkeitsbedingt
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die angeborene Spalthand beid
seits.
Prof.
Dr.
Y._
gab an, gegenwärtig werde eine integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit stützenden Elementen (wöchentlicher Einsatz einer psychiatrischen Spitex) und intensiver Psychopharmakotherapie durchgeführt. Psychiatrische individuelle Konsultationen fänden in der Frequenz von zirka zwei- bis dreimal im Monat statt.
Die Beschwerdeführerin sei – von kurzen Arbeitseinsätzen abgesehen – seit einigen Jahren arbeitslos und es sei ihr nicht gelungen, eine Daueranstellung zu finden. Ein beruflicher Wiedereinstieg in vollem Ausmass sei schwer vor
stellbar. Ihre momentane Arbeitsfähigkeit dürfte bis auf weiteres etwa 50 % betragen. Es beständen eine reduzierte Frustrationstoleranz, eine erhöhte interpersonelle Sensibilität und Impulsivität, mittelstark beeinträchtigte kog
ni
tive Fähigkeiten (vor allem Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen) und eine momentan depressive Stimmungslage aufgrund der belastenden sozialen Lebenssituation. Diese Einschränkungen erschwerten die Arbeits
suche. Die kognitiven Einschränkungen dürften die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin (z.B. Genauigkeit) beeinträchtigen.
Die Beschwerdeführerin habe als Werbetechnikerin zuletzt – abgesehen von einem kurzen Einsatz mit Kündigung bereits in der Probezeit – vor 15 Jahren gearbeitet. Angesichts dessen, dass sie den Anschluss verloren habe und angesichts der Hektik in der Werbebranche sei die Arbeitstätigkeit auf dem ur
sprünglichen Beruf kaum vorstellbare. Erschwerend sei auch die einge
schränkte Beweglichkeit des linken Ringfingers infolge eines Knochenbruchs.
Dr.
Y._
plädierte für eine schrittweise Einsatzsteigerung mit zirka 50%igem Beginn bei eingeschränktem Konzentrations- und Auffassungsver
mögen sowie eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit. Even
tuell wäre ein Wiedereinstieg im KV-Bereich möglich; dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin seinerzeit ein Handelsdiplom erworben habe. Der Wiedereinstieg sollte schrittweise erfolgen, wichtig
sei
auch eine ruhige Stelle und eine Einbettung in einem verständnisvollen Team.
3.7
Die im
H._
, tätigen
lic
. phil.
I._
, Neu
ro
psycho
login, und
Dr.
med.
J._
gaben im Bericht vom 1
8.
Dezember 2015 (Urk. 6/103/7-11) an, es habe sich im Rahmen der aktuellen neuropsy
cho
logischen Untersuchung vom
6.
Dezember 2015 im Vergleich zur
Erst
mes
sung
im Juni 2013 eine
Verschlechterung gezeigt. Testpsychologisch er
gebe sich ein mittelstark beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil, das sich auch deutlich auf den Alltag auswirke. Die Verschlechterung zeige sich vor allem im Bereich der Aufmerksamkeit und der verbalen Gedächtnisleistung. Bei exekutiven Teilfunktionen würden ebenfalls wiederholt Auffälligkeiten er
mittelt, die jedoch die gleichen Ausprägungen aufweisen würden wie bei der Erstmessung. Es sei eine Perseverations-, Konfabulations- und
Intrusi
ons
ten
denz
ermittelt worden. Unauffällig seien die Leistungen in der visuell-räum
lichen Wahrnehmung und bei den sprachlichen Fertigkeiten. Es zeigten sich jedoch leichte Wortfindungsschwierigkeiten im Gespräch.
Die ermittelte kognitive Beeinträchtigung könne aus neuropsychologischer Sicht ätiologisch auf die bestehende psychiatrische Grunderkrankung zu
rück
geführt werden. Die bei der aktuellen Untersuchung erhobene Ver
schlech
terung könne einerseits mit der vor kurzem stattgefundenen psychi
schen Dekompensation und andererseits mit einer kognitiven
Dekonditio
nierung
über längere Zeit erklärt werden. Es werde dringend ein regelmässi
ges
Hirn
leistungtraining
im Rahmen einer Ergotherapie empfohlen. Sobald sich eine Stabilisierung der kognitiven Leistungsfähigkeit abzeichne, sei auch eine berufliche Reintegration wieder anzudenken.
3.8
Am 3
0.
Juni 2016 nahm der RAD-Arzt med. prakt.
D._
Stellung zur medizi
nischen Aktenlage (
Urk.
10 S. 8 f.). Er gab an, eine dauerhafte Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit hätten das mittelstark beeinträchtigte kognitive
Leistungsprofil (Aufmerksamkeit und verbale Gedächtnisleistung) und der Zu
stand nach Larynxverletzung im Jahr 201
1.
Ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilte er die Diagnosen bipolare affektive Störung, derzeit remittiert (ICD-10 F31.8), psychosoziale Belastungen (Sozialamt, Woh
nungswechsel, ...), akzentuierte Persönlichkeitszüge (erhöhte interperso
nelle Sensibilität und Impulsivität), die angeborenen Spalthände und der Zu
stand nach PIP-Fraktur IV links. Mit Bezug auf die bisherige (richtig: zuletzt ausgeübte) Tätigkeit als Promoterin wirkten sich ein vermindertes
Arbeits
tempo
, eine reduzierte Fehlerkontrolle sowie die heisere Stimme ein
schrän
kend aus. In diesem Zusammenhang verwies er
auf
die Angabe im Bericht
aus dem
Z._
, Abteilung Phoniatrie, vom 28. November 2011 (
Urk.
6/23), wonach kein stimmintensiver Beruf ausgeübt werden sollte. Das Belastungsprofil erfordere eher ruhige und regelmässige Arbeiten ohne Nacht- oder Wechselschicht. In den bisherigen Tätigkeiten und in angepass
ten Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit. Das neuropsychologische Testergebnis sei wohl auf die bipolare Störung
zurückzuführen, könnte aber auch durch
Dekonditionierung
oder die letzte
psychische Dekompensation hervorgerufen worden sein. Daher sei eine Bes
se
rung eventuell möglich.
3.9
Prof.
Dr.
Y._
stellte am
2.
September 2016 ein ärztliches Zeugnis für die Beschwerdeführerin aus (
Urk.
6/144). Er gab an, die Beschwerdeführerin fühle sich durch den Vorbescheid vom 1
9.
August 2016, mit dem ihr
Leis
tungsbegehren
um Finanzierung einer Umschulung zur
Kommunikations
planerin
abgewiesen worden sei, sehr frustriert und in ihren Möglichkeiten un
terschätzt. Sie meine, sie sei sehr wohl imstande auch stressige Arbeit zu be
wältigen. Eine einfache, wenig anspruchsvolle Büroarbeit – und auf
eine
sol
che laufe es angesichts ihrer Ausbildung (1 Jahr Handelsdiplom aus dem Jahr 2000/01 mit einem Tag Unterricht in der Woche) heraus – stelle für sie keine Herausforderung dar und würde ihr keine Arbeitsbefriedigung ver
schaffen. Auch wenn sie ein Belastungstraining im kaufmännischen Bereich absolviert habe, bleibe sie dennoch
handicapiert
: Ihre damalige Ausbildung sei im Ver
gleich zur allfälligen Konkurrenz mit eidgenössischen
Fähig
keits
ausweis
sehr mangelhaft, seit dem letzten Einsatz in diesem Bereich bestehe eine grosse Pause von 15 Jahren, ausserdem werde sie durch die IV-Beteili
gung stigma
tisiert – unter solchen Bedingungen sei es unrealistisch, eine Stelle
zu finden. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, eine neue Ausbildung würde ihr hingegen eine solide Basis für einen Neuanfang verschaffen. Die
Werbebran
che
sei ihr bekannt und anlässlich ihrer verschiedenen bisherigen Einsätze habe sie einen guten Einblick in das entsprechende Tätigkeitgebiet erhalten. Mit nachvollziehbar guten Gründen argumentiere die Beschwerde
führerin, dass sie mit der gewünschten Ausbildung auf dem freien Arbeits
markt un
vergleichbar bessere Chancen hätte als im kaufmännischen Bereich.
Die Beschwerdeführerin habe sich eigeninitiativ, sehr zielorientiert und gründ
lich über den Beruf der Kommunikationsplanerin informiert, mehrere Schule
n kontaktiert und eine Aufnahmezusage für den nächsten Lehrgang erhalten. Sie sei gesellig, habe eine gewinnende Art, suche gerne Kontakt und kom
mu
niziere gerne mit anderen Menschen, Eigenschaften, die ihr im gewünsch
ten Beruf zugutekämen. Die Beschwerdeführerin sei längerfristig hoch motiviert und es beständen für ihn kein Zweifel, dass es sowohl im In
teresse der Beschwerdeführerin wie auch im allgemeinen Interesse liege, die
ser Moti
vation Rechnung zu tragen und die Beschwerdeführerin in ihrem Vorhaben zu unterstützen.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin leidet nach Lage der medizinischen Akten an einer bipolaren affektiven Störung, die derzeit remittiert ist, und an mittelstarken kognitiven Beeinträchtigungen. Sie hat angeborene Spalthände
und -füsse
, wobei nach Lage der bisherigen Abklärungen nicht ganz klar ist, inwieweit
die Spalthände
die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit
li
mitieren
(vgl. etwa die Angaben des Hausarztes, E. 3.2). Eine erhebliche Einschrän
kung scheint diesbezüglich bei der Beschwerdeführerin, die den Beruf als Schrift- und Reklamegestalterin erlernen konnte,
aber
nicht vorzuliegen. Es bestehen darüber hinaus
geringgradige
Restbeschwerden nach einer Fraktur im PIP-Gelenk IV links mit operativer Revision (vgl. Urk.
10 S. 7). Des Wei
teren sind die stimmlichen Kapazitäten der Beschwerdeführerin nach einer
Larynxverletzung eingeschränkt. Der behandelnde Psychiater Prof.
Dr.
Y._
gab zudem eine erhöhe interpersonelle Sensibilität und Impulsivität an.
Prof.
Dr.
Y._
sprach sich im Bericht vom
3.
Februar 2016 für eine schritt
weise Einsatzsteigerung aus mit zirka 50%igem Beginn bei einge
schränktem Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie eingeschränk
ter Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit. Eventuell wäre ein Wiedereinstieg im KV-Bereich möglich; dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin seiner
zeit ein Handelsdiplom erworben habe. Wichtig seien eine ruhige Stelle und eine Einbettung in einem verständnisvollen Team. Die bisherige Tätigkeit als Werbetechniker erachtete er unter anderem wegen der Hektik in der
Werbe
branche
als kaum vorstellbar. Der RAD-Psychiater med. prakt.
D._
formu
lierte aufgrund dieser Angaben ein Belastungsprofil mit ruhigen und regel
mässigen Arbeiten ohne Nacht- oder Wechselschicht. Er wies zudem auf den Umstand hin, dass stimmintensive Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin nicht geeignet seien.
4.2
Der Umschulungsanspruch setzt vor allem voraus, dass die in Aussicht ge
nom
mene Massnahme eingliederungswirksam ist, was bedeutet, dass sie zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beiträgt beziehungsweise vor weiterer Be
einträchtigung eines noch vorhandenen Teils der Erwerbsfähigkeit schützt (vgl.
Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung, 3. Auflage, Zürich 2014,
Rz
49
zu Art. 17). Dabei muss d
ie Ausbil
dung der Behinderung angepasst
sein
und den Fähigkeiten der versicherten Person
entsprechen (Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen
beruf
licher Art [KSBE], gültig ab
1.
Januar 2014, Stand
1.
Januar 2016,
Ziff.
4010)
.
Der Entscheid der IV-Stelle, wonach die Kosten für eine Umschulung zur
Kom
munikationsplanerin
von der Invalidenversicherung nicht übernommen
werden, ist im Lichte dieser Grundsätze nicht zu beanstanden. Eine
Kommu
ni
kationsplanerin
beschäftigt sich vor allem mit der Organisation, der Pla
nung, der Koordination und der planerischen und fachlichen Abwicklung von Werbeaufträgen (
Urk.
1
Ziff.
13; vgl. auch der Beschrieb des
Berufspro
fils
auf
dem von den Kantonen in Auftrag gegebenen Informationsportal www.berufs
beratung.ch
). Die Ausbildung vermittelt nach Angabe der
Ausbil
dungsstelle
kommunikationsspezifische Kompetenzen, die in
Kommunikati
ons
- und Werbe
agenturen, Mediaagenturen und auf
Auf
t
raggeberseite
ver
langt würden (
Urk.
6/128/1).
Der behandelnde Psychiater Prof.
Dr.
Y._
und der RAD-Arzt gingen darin überein, dass die an einer bipolaren Störung und mittelgradigen kog
ni
tiven Einschränkungen leidende Beschwerdeführerin einer ruhigen regel
mässigen Tätigkeit bedarf. Der Psychiater Prof.
Dr.
Y._
wies ausdrück
lich darauf hin, dass eine Tätigkeit in der Werbewirtschaft aufgrund der Hektik kaum vorstellbar sei. Die Tätigkeit als Kommunikationsplanerin wird dem von Prof.
Dr.
Y._
und vom RAD-Arzt formulierten
Belastungs
profil
nicht gerecht und ist deshalb als Umschulungsmassnahme ungeeignet. Bei dieser Sachlage ist auch mit dem Hinweis auf verfassungsmässige und
kon
ventionsrechtliche
Vorgaben mit Bezug auf die Berufsfreiheit und eine selbstbestimmte Lebensgestaltung nichts gewonnen (vgl. 1
Ziff.
23 ff.). Indem die IV-Stelle beachtete, dass die angestrebte Ausbildung mit dem
Belastungs
profil
nicht übereinstimmt, tat sie dies gerade in Übereinstimmung mit dem von der Beschwerdeführerin hervorgehobenen Erfordernis, wonach auf die Eignung und Fähigkeiten der Versicherten Rücksicht zu nehmen ist.
4.3
Im als Ärztliches Zeugnis betitelten Schreiben vom
2.
September 2016
(vgl. E.
3.9)
brachte Prof.
Dr.
Y._
nachvollziehbar zum Ausdruck, dass sich die Beschwerdeführerin bei den Abklärungen über die ins Auge gefasste Aus
bildung zur Kommunikationsplanerin sehr engagiert hat und es begrüs
sens
wert ist, die motivierte Versicherte in ihren Vorhaben zu unterstützen. An
gaben, die etwas am zumutbaren Belastungsprofil zu ändern vermöchten, machte er indes keine.
4.4
Die Beschwerdeführerin begründet den geltend gemachten Anspruch auf Um
schulung zur Kommunikationsplanerin in der Hauptsache mit den bereits
vorhandenen Kenntnissen in der Werbebranche, ihren persönlichen Neigun
gen und dem Wunsch, sich neu zu orientieren und so auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Eine einfache, wenig anspruchsvolle Büro
arbeit würde ihr demgegenüber keine Arbeitsbefriedigung verschaffen (vgl. E.
2.2 und E. 3.10). Dass
sich
die
Beschwerdeführerin für ihren Berufswunsch stark begeistert und
darin eine
Chance sieht, ihrem Leben eine neue positive Ausrichtung zu geben, ist gut nachvollziehbar und macht den
Ausbildungs
wunsch
verständlich. Dies
ändert aber nichts
daran, dass diese Ausbildung nach Lage der medizinischen Akten für die Beschwerdeführerin nicht geeig
net erscheint, weshalb eine
Kostenübernahme im Rahmen einer
Umschu
lungs
massnahme
nach
Art.
17 IVG
ausser Betracht fällt
.
5.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde, es sei die Beschwerdegegnerin im Rahmen vorsorglicher Mass
nahmen nach
Art.
56 des Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) anzuweisen, die Kosten für die Ausbildung zur
Kommunikations
planerin
FA gutzusprechen, damit sie den Anmeldetermin für den ersten Teil der Ausbildung im Juni 2017 nicht verpasse: Jedenfalls sei die
Beschwer
degeg
nerin
anzuweisen, die Kosten für diesen ersten Teil gutzusprechen (
Urk.
1 S. 2 und
Ziff.
20 S. 8). Zur Begründung der Dringlichkeit liess sie in der
-
mit
1
3.
Dezember 2016 datierten
-
Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
4.
November 2016 ausführen, dass sie nur „bis in den Januar 2017“ Zeit habe, um sich rechtzeitig anzumelden (
Urk.
1
Ziff.
15).
Nachdem die mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2016 eingeholte
Beschwerde
antwort
(
Urk.
5) und IV-Akten erst am 3
1.
Januar 2017 und somit
nach
Ab
lauf der von der Beschwerdeführerin genannten Anmeldefrist beim Gericht ein
gingen, erweist sich der Antrag auf vorsorgliche Massnahmen – der im Übri
gen wie ein Hauptbegehren und nicht wie eine vorläufige, einstweilige
Mass
nahme formuliert ist – infolge dahingefallenem
Rechts
schutz
interesse
als gegen
stands
los.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 500.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).