Decision ID: 0bee2009-87f1-49f3-bb47-348fe1d2a485
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981
,
a
rbeitete von
Mä
rz 2006 bis
2015 bei der
Y._
AG
und war
dadurch bei der Helvetia Schweizerische Versicherungsge
sellschaft AG
(nachfolgend: Helvetia)
obligatorisch gegen die
Folgen von Un
fäl
len versichert (vgl.
Urk.
2 S. 2
).
Am 1
8.
Januar 2021 wurde die Versicherte wegen einer chronischen
anterioren
Kniegelenksinstabilität und symptomatischen medialen Meniskusläsion des lin
ken Knies in der Universitätsklinik
Z._
operiert (
arthroskopisch
-assistierte vordere Kreuzband
-
[
VKB
-
]
Rekonstruktion,
Débridement
Lappenriss
Hinterhorn
bis Pars
intermedia
medialer Meniskus sowie mediale Meniskusnaht
Hinterhorn
bis Pars
intermedia
;
Urk.
7/34).
Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 2
7.
Januar 2021 wurde der Helvetia mitgeteilt, dass sich die Versicherte am 1
3.
Juli 2013 bei einem Fussball-
Grümpelturnier
in
A._
am linken Knie verletzt habe (
Urk.
7/2)
.
Die Helvetia nahm mediz
inische
Abklärungen vor. Am 1
9.
und 26.
Februar 2021 führte eine
Case-Managerin
der Helvetia
Besprechungen mit der Versicherten durch (
Urk.
7/40).
Mit Verfügung vom 2
5.
März 2021 hielt die Helvetia fest,
dass der Ereigniszeitpunkt und –
hergang
unklar seien und ein Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung nicht mit dem notwendigen Beweismass nachgewiesen sei.
Eine
Leistungspflicht
der Helvetia sei zu verneinen
(
Urk.
7/45).
Dagegen erhob die Versicher
t
e am
1
2.
April 2021 Einsprache (Urk.
7/48)
. Am
6.
Mai 2021 gab
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
beratender Arzt der Helvetia,
eine Stellungnahme ab (
Urk.
7/52).
Mit Entscheid vom
6.
September 2021 wies die
H
el
vetia
die Einsprache vom 1
2.
April 2021
ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
1.
Oktober 2021 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es seien die Verfügung und der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin
aufzuheben;
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin sämtliche
vergangenen und künftigen, aus dem Unfall vom 1
3.
Juli 2013 herrührenden Kosten
zu ersetzen; insbesondere die Kosten der Operation und des
Krankenhausaufent
haltes
vom Januar 2021;
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2.
November 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6)
, was der
Beschwerdeführerin am 9.
No
vember 2021 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
und der
Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis
fand
gemäss Darstellung der Beschwerdeführe
rin am 1
3.
Juli 2013
statt
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
1.
2
Gemäss Art. 6 Abs. 1
UVG werden
– soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
– die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
-
krankheiten gewährt.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusamme
nhang besteht (BGE 129 V 181 E.
3.1-2 mit Hinweisen).
1.3
Der versicherte Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber oder dem Versicherer den Unfall, der eine ärztliche Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, unverzüglich zu melden
(
Art.
45
Abs.
1 Satz 1 UVG).
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvoll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht we
nigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die
blosse Möglichkeit genügt nicht
–, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
1.4
1.4.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.4.2
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; den
n der äussere Faktor –
Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1
; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E.
4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.5
1.5.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Fol
gen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirku
ng den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.5.2
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den
eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt nament
lich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben un
fallähnlicher – Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädi
gende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädi
gungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_696/2013 vom 14.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 1
39 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E.
4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass sich gemäss Darstellung der B
es
c
hwerdeführerin
am 1
3.
Juli 2013 – das heisse knapp acht Jahre vor der Unfallmeldung – ein versichertes Ereignis zugetragen haben solle.
Sowohl
bezüglich des
Ereignishergang
s als auch des
–
datum
s
wür
den unterschiedliche Angaben vorliegen. Dass
sich die von der Beschwerdefüh
rerin angegebenen Zeugen
noch
an
den genau
en Ereignishergang erinnern könn
ten
, sei nicht zu erwarten
.
A
uf deren
Befragung könne
daher in antizipierter Bew
eiswürdigung verzichtet werden.
Die
Beschwerdeführerin habe
in der
Ein
sprache aus
geführt
,
dass
sie das Ereignis
vom 1
3.
Juli 2013
dem HR-Service der
Y._
AG
wenige Tage
später
gemeldet habe.
Dies erscheine möglich, sei aber
nicht überwiegend wahrsc
heinlich erstellt und entspreche
nicht dem üblichen Vor
ge
hen bei der
Y._
AG
.
Die
Mitarbeiter
der
Y._
AG
würden die
Unfallmel
dungen
selbst erfassen und direkt
der Beschwerdegegnerin übermitteln.
Dieses Vorgehen
sei der Beschwerdeführerin
offenbar
bekannt
gewesen
,
da sie
im Jahr 2008 einen Unfall gemeldet
habe
(Schadennummer
:
«...»
).
Das
Vorbringen
der Beschwerdeführerin, dass die
Y._
AG
die entsprechende Korrespondenz zu edie
ren
hätte,
verspreche
keinen Erfolg
. Einerseits habe die
Y._
AG
der Beschwerde
gegnerin
am 1
8.
Januar 2021 mitgeteilt, dass keine Möglichkeit bestehe,
die
Unfallmeldungen aus dem Jahr 2
013 zu prüfen. Andererseits hätte
eine sich mög
licherweise im Personaldo
ssier befindliche Unfallmeldung
aufgrund des Austritts
der Beschwerdeführerin
aus der
Y._
AG
wohl vernichtet werden müssen.
Das behauptete Ereignis vom 1
3.
Juli 2013 sei
damit
nicht mit dem notwendigen Beweismass nachgewiesen.
Bei der
Knieverletzung links
handle es sich
zwar
um
eine
typische trau
matische Kombinationsverletzung.
Der Einwand der Beschwer
deführerin
,
sie habe vor dem
1
3.
Juli 2013 am linken Knie keine Beschwerde
n verspürt
,
genüge
für die Begründung der Leistungspflicht eines Unfallversiche
rers
indes nicht.
Die
Begründung entspreche
der unzulässigen Beweisregel «
po
st
hoc ergo
propter
hoc», welche besage
, dass die Beschwerden durc
h das Ereignis verursacht worden seien
,
weil sie nac
h diesem
aufgetreten seien
. Da die Diagnose und die Behandlung der komplexen Knieverletzung über ein Jahr nach dem gel
tend gemachten E
reignis erfolgt
seien
, lasse
sich kein überw
iegend wahrschein
licher natürlicher Kausal
zusammenhang nachweisen
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
sie sich anlässlich eines
Fussball-
G
rümpelturniers
im Jul
i 2013
am linken Knie
verletzt habe
. Damals sei sie als A
ngestellte
der
Y._
AG bei der Beschwerdegegnerin
unfall
versichert gewesen. Die Rekonstruktion des genauen Unfallhergangs sei nach über acht Jahren schwierig. Dies sei allerdings irrelevant.
Ebenfalls nicht relevant sei das exakte Unfalldatum.
Die Beeinträchtigung ihres linken Knies könne nach den medizinischen Unterlagen
einzig auf ein Unfallereignis im Sinne von
Art.
4 ATSG zurückgeführt werden, welches sich ereignet habe, als sie bei der Beschwer
degegnerin versichert gewesen sei.
Kurz
nach dem
Ereignis vom 13.
Juli 2013
habe die Beschwerdeführerin
den Unfall
der Beschwerdegegnerin
via Human Resources (HR)
Abteilung
der
Y._
AG
gemeldet, womit sie ihrer
M
itwirkungs
obliegenheit
nachgekommen
sei
.
Der
Eingang der Meldung
sei vom HR bestätigt worden.
Die Beschwerdegegnerin oder die
Y._
AG seien verpflichtet, die ent
sprechende Korrespondenz zu edieren.
Die Beschwerdeführerin
habe
nach dem Unfallereignis vom 1
3.
Juli 2013 lediglich
moderate Schmerzen gehabt und
einstweilen
keine ärztliche Behandlung
benötigt.
Sie sei
nicht
arbeitsunfähig
gewesen
.
Da sie sich lange Zeit nicht in der Alltagsgestaltung eingesch
ränkt gefühlt habe, aufgrund ihrer
familiären Situation (Geburt der Kinder in den Jah
ren 2014, 2017 u
nd 2020), eines Studiums und einer
beruflichen Neupositionie
rung habe sie mit einem operativen Eingriff zuge
wartet. Das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis
vom 1
3.
Juli 2013
und den operativ behandelten Kniebeschwerden links sei zu bejahen
(
Urk.
1).
3.
3.1
Prof.
Dr.
med.
C._
von der Klinik
D._
hielt im Bericht vom 1.
Dezember 2014 zuhanden von
Dr.
med.
E._
, FMH Chirurgie, fest, dass im MR Knie links vom 2
9.
November 2014 ein komplexer Riss im medialen Meniskus mit horizontalen und vertikalen Risskomponenten und eine alte
VKB-R
uptur
festgestellt worden seien
. Ein dislozierter Meniskusriss liege nicht vor (
Urk.
7/8).
3.2
PD
Dr.
med.
F._
,
Leiter Kniechirurgie
der Universitätsklinik
Z._
, stellte im Bericht vom 1
4.
Dezember 2017 folgende Diagnose (
Urk.
7/37):
v
ordere Knie-Instabilität bei alter VKB-Ruptur Knie links mit/bei
-
Status nach Distorsionstrauma 2011 mit medialer Meniskusläsion
-
eingeschlagenem
Meniskus Lappenriss medial Knie links
Dr.
F._
erklärte,
dass die Situation aktuell kompensiert sei. Da die Beschwerdeführerin noch am Stillen sei, wäre eine
Operation eher ungünstig. Der
Lappenriss
sei nicht
nähbar
, weshalb
man
hier
nicht unter Zeitdruck
stehe
(Urk.
7/37).
3.3
Im
Bericht vom 2
6.
November 2020
hielt
Dr.
F._
fest,
dass
im
März 2018 versucht worden
sei
, die VKB-Ruptur mit Meniskusschaden konservativ zu behandeln. Die Beschwerdeführerin sei schwanger gewesen.
Sie
habe in
all
dieser Zeit eine Unsicherheit bemerkt. Ein operatives Vorgehen habe
jedoch
nicht in die T
agesplanung gepasst. Durch die
Unsicherheit sei die Beschwerdeführerin
nun aber relevant gestört
(
Urk.
7/33).
3.4
Dr.
med.
G._
, Oberarzt Orthopädie
der Universitätsklinik
Z._
,
gab im Operationsbericht vom 1
8.
Januar 2021 an, dass die Beschwer
deführerin im Jahr 2013 ein Distorsionstrauma mit medialer Meniskusläsion und VKB-Rupt
ur erlitten habe. Der Unfall habe sich
am 1
3.
Juli 2013
(Fussballturnier)
ereignet
(
Urk.
7/34).
3.5
Dr.
E._
erklärte
im Bericht vo
m 2
1.
Januar 2021, dass
die Beschwerdeführerin vom 2
5.
November bis zum
2.
Dezember 2014 in seiner chirurgischen B
ehand
lung gestanden habe
.
Sie habe
angegeben,
beim Treppenab
steigen das linke
Knie verdreht zu haben
.
Danach sei eine Gelenkblockade aufgetreten
. Das MRI des linken Kniegelenks habe eine ältere VKB-Ruptur und einen
Innenmeniskus
hinterhornriss
gezeigt
(
Urk.
7/1).
3.6
Im ärztlichen Zeugnis vom
4.
Februar 2021
hielt
Dr.
E._
fest, dass die Beschwerdeführerin
im Rahmen der B
ehandlung vom
November/Dezember 2014 angegeben habe, sich zwei bis drei Jahre zuvor
bei einem
Grümpelturnier
das linke Knie verdreht zu haben. Das genaue Unfalldatum sei nicht erinnerlich. Jetzt seien med
iale Knieschmerzen aufgetreten
(
Urk.
7/22).
3.7
Dr.
B._
erklärte im E-Mail vom
6.
Mai 2021
, dass es sich
bei der Meniskus
läsion mit Kr
euzbandruptur, welche im MRI vom
Dezember 2014 gesichert wor
den sei, um eine typische traumatische Kombinationsverletzung handle. Der Ereignismechanismus sei geeignet. Die Zeitangabe sei jedoch schwierig, da im Dezember 2014 bereits eine alte Verletzung vorgelegen habe. Es habe keine zeit
nahe Arztkonsultation stattgefunden, obwohl eine
schwere Knieverletzung vor
gelegen habe
. Eine Zuordnung zu einem einzelnen Ereignis
im Jahr 2013
sei deshalb schwierig. Ein Funktionsverlust habe nicht bestanden. Da keine zeitnahe Anmeldung und Arztkonsultation stattgefunden hätten, sei ein Zustand der Beweislosigkeit gegeben (
Urk.
7/52).
3.8
Dr.
E._
gab i
m Rahmen des Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom
3.
August 2021 an, dass sich die Beschwerdeführerin
gemäss Eintrag in der
Kran
kengeschichte
bei einem
Grümpelturnier
vor ein bis zwei Jahren – den genauen Zeitpunkt wisse sie nicht – das Knie verletzt habe. Aufgrund eines Ereignisses mit einer Treppe sei die Beschwerdeführerin nie bei ihm in Behandlung gewesen
. Beim Wiedergeben der Anamnese im Bericht vom 2
1.
Januar 2021 sei ihm wohl ein Fehler unterlaufen
(
Urk.
7/62).
3.9
Dr.
med.
H._
, Assistenzarzt O
rthopädie
der Universitätsklinik
Z._
, erklärte im Bericht vom 2
0.
September 2021, dass die
im
Januar 2021 operativ versorgte traumatisch bedingte
anteriore
K
nie
instabilität und sympto
matische mediale Meniskusläsion auf ein Distorsionstrauma am 1
3.
Juli 2013 während eines Fussballspiels zurückzuführen sei. Aus medizinischer Sicht handle es sich um eindeutige Unfallfolgen (
Urk.
7/67).
4.
4.1
Fest steht, dass
die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin ein Unfallerei
g
nis vom 3
0.
Juni 2008 meldete (damals war sie mit dem linken Fuss auf
etwas Spitziges
gestanden und hatte sich eine
Blutvergiftung
zugezogen
; Schadennum
mer:
«...»
;
Urk.
7/4
). Der
vorliegend
geltend gemachte Unfall vom 1
3.
Juli 2013
, auf welchen
mit
Bagatellunfall-Meldun
g vom 27.
Januar 2021 Bezug genommen wurde
(
Urk.
7/2)
,
war bei der Beschwerdegegnerin jedoc
h nicht registriert (
Urk.
7/5
/1
). Zudem verfügt
auch die
Y._
AG
über kein
e
entsprechende Unfallmeldung (vgl. E-Mail der
Y._
AG v
om 1
8.
Januar 2021,
Urk.
7/11
/1
). Die
Beschwerdegegnerin
wies dabei zutreffend darauf hin
, dass eine allfällige sich im Personaldossier befindliche Unfallmeldung aufgrund des Austritts der Beschwer
deführerin
aus der
Y._
AG im Jahr 2015 – aus Datenschutzgründen
–
zwischen
zeitlich
vernichtet worden wäre
(
vgl.
Streiff
/v
on
Kaenel
/Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, N
13 zu
Art.
328b).
Dass
die Beschwerdeführerin
zeitnah nach dem behaupteten Unfallereignis vom 1
3.
Juli 2013
beim HR der
Y._
AG eine Meldung erstattet habe
-
wozu sie gemäss Art.
45
Abs.
1 Satz 1 UVG verpflichtet gewesen wäre
-
muss daher als
unbewiesen gelten.
4.2
Was den Zeitpunkt des geltend gemachten Unfallereignisses
betrifft, sprach Dr.
F._
im Bericht vom 1
4.
Dezember 2017 von einem Distorsionstrauma
im Jahr 2011 (vgl. E. 3.2
).
Dr.
E._
gab
im
ärztliche
n
Zeugnis vom
4.
Februar 2021
zunächst
an, dass sich
die
Beschwerdeführerin die Knieverletzung zwei bis drei Jahre vor der Behandlung im November/Dezember 2014 zugezogen habe (vgl. E
. 3.6
). D
anach erklärte er anlässlich des
Telefongespräch
s
vom
3.
August 2021, dass es ein bis zwei Jahre zuvor gewesen sei (vgl. E
. 3.8
).
Ein
Unfallereignis
vom
1
3.
Juli 2013
wurde
sodann
erstmals im Bericht von
Dr.
G._
von der Universitätsklinik
Z._
vom 1
8.
Januar 2021 erwähnt
(vgl. E. 3.4
).
Hinsichtlich des Unfallhergangs erklärte die
Beschwerdeführerin am
1
9.
bzw.
26.
Februar 2021
gegenüber der
Case-Managerin
der Beschwerdegegnerin, dass sie und ein gegnerischer Spieler zur gleichen Zeit aus verschiedenen Richtungen auf den Ball
gehauen
hätten. Die Beschwerdeführerin habe mit dem rechten Fuss gekickt. Durch den Zusammenprall
habe sie die Balance verloren, sei gestürzt und
das linke Knie sei nach aussen weggeknickt
(
Urk.
7/40/1
)
. In der Einsprache
vom 1
2.
April 2021
g
ab die Beschwerdeführerin
demgegenüber an
, dass es zu einem Zusammenprall zwischen ihr und einem
Spieler der gleichen Mannschaft (
I._
)
gekommen sei. Beide hätten gleichzeitig auf einen her
annahenden Ball gekickt. Die
Beschwerdeführerin habe dabei -
mit einiger Sicherheit aufgrund einer
Touchierung
durch den
Mitspieler -
das Gleichgewicht verloren. Daraufhin sei sie seitlich abgeknickt
(
Urk.
7/48/2-3).
4.3
Wie aufgrund der dargelegten Akten erhellt,
ist unklar, ob sich
der behauptete Vorfall
im Jahr 2011
, 2012
oder am 1
3.
Juli 2013 ereignet hat. Zudem liegen zum
geltend gemachten
U
nfallhergang
zwei
unt
erschiedliche
Schilderungen
der Beschwerdeführerin vor, welche mehr als acht Jahre später erfolgt sind.
Eine zeit
nahe ärztliche Behan
dlung fand nicht statt und den
medizinischen Akten sind betreffend das
geltend gemachte
Ereignis keine
näheren
Angaben zu entnehmen
.
Vor diesem Hintergrund sind d
ie einzelnen Umstände des Unfallgeschehens
-
hierzu gehört auch das exakte
Ereignisdatum
, welches für die Deckungsfrage, den Beginn der Leistungen und die Leistungskoordination relevant ist
-
nicht glaub
haft
gemacht
.
Insbesondere kann
auch
nicht als erstellt gelten, dass
i
m Rah
men des Ereignisses, das
zur am 1
8.
Januar 2021
operativ versorgten Knieverlet
zung
links
führte, ein
konkreter
ungewöhnlicher äu
sserer Faktor oder zumindest ein
objekti
v feststellbarer, sinnfälliger - unfallähnlicher -
Faktor auf den Körper der Beschwerdeführerin einwirkte
.
Das Vorliegen eines Unfalls oder einer
unfall
ähn
lichen Körperschädigung
, welche
(
r
)
für die Knieverletzung links kausal ist,
ist damit nicht nachgewiesen.
Allein aufgrund des Vorliegens einer traumatischen Verletzung kann nicht auf ein bestimmtes Unfallereignis geschlossen werden.
Von der
Befragung der von der Beschwerdeführerin angegebenen Zeugen
(Urk.
7/48/2-3
)
s
ind
ferner
keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten
.
Denn es kann
nicht
davon ausgegangen
werden
,
dass diese
nach
mehr als acht Jahren
noch zuverlässige Angaben
zum
geltend gemachten
Ereignis
machen können
(
antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.