Decision ID: 39bbe636-3679-4941-abc4-778adb2afddd
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1
Der 1953 geborene
X._
meldete sich
erstmals am 1
6.
Juni 2006 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung für eine Berufsberatung an (Urk. 6/1 und Urk. 6/7). Bezüglich seines Rentenanspruchs erfolgte zuletzt am 28. Februar 2014 eine Rückweisung durch das hiesige Gericht an die
Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zur Abklärung der medizini
schen Sachlage
(Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2
012.00999 vom 28. Februar 2014,
Urk. 6/166).
1.2
Am
4.
November 2013 ging
bei der
IV-Stelle
der Kostenvoranschlag
der
Y._
für ein
Paar orthopädische Seriens
chuhe samt deren Verordnung durch
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt
für
Chirurgie,
ein
. Darin
ersuchte
die
Y._
um eine Kostengutspra
che zu Gunsten des Versicherten
(Urk. 6/146-147).
Die IV-Stelle holte
einen Bedarfsab
klärungsb
ericht
der
Schwei
zeri
schen Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte und Be
tagte
(
SAHB
) vom
9.
Januar 2014 (Urk. 6/154)
,
den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
1.
Januar 2014 (Urk. 6/160)
sowie die Stellungnahme ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
, med.
pract
.
A._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom 1
3.
Februar 2014 (Urk. 6/163/2)
ein
. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheid vom
3.
März 2014, Urk. 6/165
)
verneinte sie
mit Verfügung vom
2
9.
April
2014
d
en Anspruch de
s
Versicherten auf
Kosten
gutsprache
für ortho
pädische Serienschuhe
(Urk. 6/169 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am
8.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte sinngemäss
eine
Kostengutsprache für seine orthopädischen Serien
schuhe
(Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
Juni 2014
beantragte die IV
Stelle
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Dies wurde dem Beschwerde
führer am 11. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7) und hatte dessen Ein
gabe vom 17. Juli 2014 zur Folge (Urk.
8). Die IV-Stelle verzichtete am 2
9.
Juli 2014 auf eine
Stellungnahme
dazu (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer am 3
0.
Juli 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Gegenstand des Verfahrens ist die Kostengutsprache für ein Paar orthopä
dische Serienschuhe. Dem Kostenvoranschlag dafür vom 3
1.
Oktober 2013 ist ein
Betrag von Fr. 2‘365.09 zu entnehmen (Urk. 6/147).
Da der Streitwert Fr. 20’000.
somit nicht
übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterli
che Zu
stän
digkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht;
GSVGer
).
2.
2.1
Gemäss
Art.
21
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwe
cke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste hat der Bundesrat in
Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
an das Eidgenössische Departement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise auf
geführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1).
2.2
Ziffer 4 HVI-Anhang führt unter dem Titel „Schuhwerk und orthopädische
Schuh
einlagen“ folgende Hilfsmittel auf:
4.01
Orthopädische Massschuhe und orthopädische Serienschuhe einschliess
lich Fertigungskosten, sofern eine Versorgung gemäss de
n
Ziffern 4.02-4.04 nicht möglich ist. Die Kostenbeteiligung der versicherten Person beträgt ab dem vollendeten 12. Altersjahr 120 Franken.
4.02
Orthopädische Änderungen und Schuhzurichtungen an Konfektions
schu
hen oder orthopädischen Spezialschuhen.
4.03
Orthopädische Spezialschuhe
:
Die Kostenbeteiligung der versicherten Person beträgt ab dem vollen
de
ten 12. Altersjahr 120 Franken.
4.04
Invaliditätsbedingter Mehrverbrauch von Konfektionsschuhen
4.05*
Orthopädische Schuheinlagen, sofern sie eine notwendige Ergänzung einer medizinischen Eingliederungsmassnahme darstellen.
Dabei
besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung
(
Art. 21
Abs.
3 IVG,
Art.
2
Abs.
4 HVI,
Urteil
des Bundesgerichts
8C_34/2011 vom 1
3.
September
2011
, E. 3.2)
.
2.
3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erle
digen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versi
cherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abge
klärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin lehnte eine Kostenübernahme für orthopädische Serien
schuhe mit der Begründung ab, solche Schuhe einschliesslich der Ferti
gungskosten würden vergütet, wenn die Versorgung mit
orthopädisch geänder
ten Konfektionsschuhen, Spezialschuhen oder Schuhen ver
schiedener Grössen nicht möglich sei. Gemäss
ihren Abklärungen sei aus medizinischer Sicht eine Versorgung mit orthopädisch geänderten Konfektionsschuhen ausreichend, weshalb die Kostenübernahme für orthopädische Serienschuhe nicht möglich sei. Der Beschwerdeführer könne eine neue Offerte für orthopädisch geänderte Konfektionsschuhe einreichen
(Urk. 2 S. 1).
3.2
Der Beschwerdeführer
wandte
dagegen
ein, er habe vom Orthopäden Dr.
Z._
eine Verordnung für orthopädische Serienschuhe erhalten, weil er an den Füssen, den Beinen und am Rücken Schmerzen habe. Zudem sei er hochgradiger Diabetiker und habe im rechten Bein eine starke Neuropathie. Einlagen in Kon
fektionsschuhen habe er bereits ausprobiert, dies habe aber zu keiner Linderung oder Verbesserung des Gesundheitszustands geführt.
Mit den orthopädischen Serienschuhen
der
Y._
verspüre er hingegen eine leichte Linderung.
Des Weiteren brachte er vor, d
er orthopädische Techniker, der ihn unangekündigt aufgesucht habe, komme nicht aus dem speziellen Fachgebiet OSM Orthopädieschuhmachermeister, weshalb er die Schuhe nicht beurteilen könne
(Urk.
1).
Die SAHB dürfe die orthopädischen Arbeiten/Anfertigungen nicht beurteilen
und
vom
RAD
sei er
nicht untersucht
worden
(Urk.
8).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Kostenübernahme für die orthopä
dischen Serienschuhe gemäss Kostenvoranschlag vom 3
1.
Oktober 2013 im Betrag von
Fr.
2‘365.09
(Urk. 6/1
47
)
zu Recht abgelehnt hat.
4.
4.1
Dr.
Z._
verordnete
dem Beschwerdeführer
orthopädische
Serien
schuhe
.
Dabei nannte er als Diagnosen Knick-, Senk- und Spreizfüsse beidseits, eine
Achillodynie
rechtsbetont beidseits, sowie eine
Fasci
i
tis
plantaris
rechtsbetont
(Urk.
6/146
)
. In s
einem Bericht vom
2
1.
Januar 2014 führte er weitere Diagno
sen auf (Urk. 6/160/2). Als Befunde an den Füssen erhob er Knick-, Senk- und Spreizfüsse beidseits, eine
Druckdolenz
im Bereich des
kalkanearen
Ansatzes der Achillessehne medial, dorsal und lateral rechtsbetont beidseits sowie eine diffuse
Druckdolenz
rechtsbetont im Bereich der
Plantar
a
poneurose
beidseits (Urk. 6/
160/3). Auf dem Beiblatt
gab er an,
orthopädische Serien
schuhe (Halb
fabrikat, das vom Orthopä
die-Schuhmacher fertiggestellt werde)
seien angezeigt
(Urk. 6/160/4
). Es bestehe eine pathologisch veränderte Gangart
in Form von einem Schonhinken rechts
, die zu einem Mehrverbrauch von gewöhnlichen Serienschuhen führe
(Urk. 6/160/5
).
4.2
Zur Frage der Einfach
h
eit und Zweckmässigkeit
des im Kostenvoranschlag aufge
führten Hilfsmittels (Urk. 6/155/1) holte die IV-Stelle den Bericht des SAHB vom
9.
Januar 2014 ein. Der SAHB-Hilfsmittelberater hielt gestützt auf seinen Besuch beim Beschwerdeführer fest, eine leichte Knick-Senkfussstellung liege augenscheinlich vor. Eine
Achillodynie
liege weder auf der linken noch auf der
rechten Seite vor. Auch wiesen seines Erachtens keine Symptome auf eine
Fasc
i
itis
plantaris
hin. Mit normalen konfektionierten Schuhen könne der Beschwerdeführer etwa 100 Meter weit gehen. Diese Distanz könne auch mit den gelieferten orthopädischen Schuhen nicht verbessert werden. Vom Volumen her seien die Füsse im Normbereich
. Hinsichtlich Seitenstabilität weise der her
gestellte Schuh keinerlei Effekte auf den Knöchelbereich aus. Die integrierten Schuhsolen könnten aus fachtechnischer Sicht nicht als Einlage beziehungs
w
e
i
se Bettung bezeichnet werden
. Das positive Gefühl des Beschwerdeführers führte die SAHB-Hilfsmittelberatung darauf zurück, dass er durch die Verwen
dung eines knöchelübergreifenden Schuhs nicht mehr mit der Schuhspitze hän
gen
bleibe. Zudem ergebe sich durch die Versteifung der Sohlen eine bessere Abrolldynamik. Der integrierte Pufferabsatz wirke stossdämpfend, was in Anbetracht der Rückenproblematik von Vorteil sei. Sie gelangte zum Schluss, der Beschwerdeführer sei mit einem konfektionierten knöchel
übergrei
fenden Schuh, welcher eine Sohlenversteifung und einen Pufferabsatz aufweise, ebenso gut versorgt. Demnach sei die Offerte der
Y._
nicht ko
rr
ekt und könne nicht als wirtschaftlich sinnvoll angesehen werden. Zu übernehmen seien höchstens die Kosten für eine Anpassung von Konfektionsschuhen, welche sich auf
Fr.
339.10 belaufen würden. Da das Hilfsmittel
der
Y._
den Kriterien der IV-Stelle nicht gerecht werde, sei der Differenzbetrag vom Lieferanten zu tragen (Urk. 6/154
).
4.3
RAD-Ärztin m
ed.
pract
.
A._
führte in
ihrer
Stellungnahme vom
13.
Februar 2014 aus, die von
Dr.
Z._
angegebene diffuse
Druckdolenz
der
Plantaraponeurose
sei nicht typisch für eine
Plantarfasciitis
.
Eine
Achillodynie
gehe fast immer mit einer Schwellung der Sehne einher, wobei eine solche vor
liegend nicht beobachtet worden sei.
Selbst wenn man von den von Dr.
Z._
gestellten Diagnosen ausgehe, ergebe sich daraus aus medizi
ni
scher Sicht keine Notwendigkeit einer Schuhverordnung. Eine Einlagen
versor
gung im Konfektionsschuh sei ausreichend und zweckmässig. Unter Berück
sichtigung des Berichts der SAHB, gemäss welchem eine leichte Knick-Senk
fuss-Stellung ohne Symptome einer
Plantarfasciitis
oder
Achillodynie
vorliege, sei
es
gar fraglich, ob überhaupt eine Einlagenverordnung indiziert sei. Die Ver
besserung der Abrolldynamik des Fusses durch Sohlenversteifung und Puffer
absatz sei nachvollziehbar. Dies könne jedoch beides auch an einen Kon
fektionsschuh als Zurichtung angefertigt werden und begründe keine Versor
gung mit einem orthopädischen Schuh. Gesamthaft seien Sohlenversteifung und Pufferabsatz
indiziert, die Notwendigkeit einer Einlagenversorgung indes nicht ausgewiesen (Urk. 6/163/2).
5.
5.1
Dr.
Z._
führte zur Begründung der Notwendigkeit von orthopädischen Serienschuhen einzig die von ihm gestellten Diagnosen an (Urk. 6/146, Urk. 6/160/4).
Med.
pract
.
A._
wies darauf hin, dass sich aus den genannten Diagnosen aus medizinischer Sicht keine Notwendigkeit einer Schuhverordnung ergebe (Urk. 6/163/2).
Allein
aufgrund der genannten Diagno
sen kann somit nicht
davon ausgegangen
werden, dass orthopädische Serien
schuhe indiziert wären.
Zum besseren Gefühl des Beschwerdeführers mit den orthopädischen Serien
schu
hen hielt der SAHB-Berater gestützt auf seine Beobachtungen fest,
dies
es
resultiere vermutlich aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer mit dem knöchelübergreifenden Schuh trotz seiner linksbetonten Fallfuss
problema
tik nicht mehr mit der Schuhspitze hängen bleibe. Zudem ergebe sich durch die Versteifung der Sohlen eine bessere Abrolldynamik und der integrierte Puffer
absatz wirke stossdämpfend
, was in Anbetracht
d
er Rücken
problematik von Vorteil sei
(Urk. 6/154/2).
Der SAHB-Berater legte mit
diesen
Ausführungen in nachvollziehbarer Weise dar, welche Eigenheiten des Schuhs welche positive
n
Effekte zur Folge
haben
.
Dass diese Eigenheiten (knöchel
übergreifend, Sohlen
versteifung und Pufferabsatz)
auch durch orthopädische Änderungen oder Zurichtungen an Konfektionsschuhen
erreicht werden können
, bestätigten sowohl er als auch med.
pract
.
A._
(Urk. 6/154/2, Urk. 6/163/2).
5.2
Zur Untermauerung seines Einwandes, die SAHB könne die Schuhanfertigung nicht objektiv einschätzen, da es sich beim
SAHB-
Berater um einen orthopädi
schen Techniker und nicht um einen Orthopädieschuhmachermeister OSM handle
(Urk. 1)
, legte
d
er
Beschwerdeführer
ein
en Auszug aus dem OSM Tarif bei. Diesem ist
zu entnehmen
, dass orthopädische Serienschuhe nur durch
eid
genössisch diplomierte
OrthopädieschuhmachermeisterInnen
OSM angepasst werden dürfen (Urk. 3/2). Diese Bestimmung hat indes nicht zur Folge, dass der Berater der SAHB im Bereich von orthopädischen Serienschuhen keine objektive Beurteilung abgeben könnte. Vielmehr gehören fachtechnische Beurteilungen zu den von der SAHB angebotenen Dienstleistungen (vgl.
www.sahb.ch
, Dienst
leistungen, Fachtechnische Beurteilung; besucht am
4.
August 2015).
Weshalb das SAHB keine Beurteilung vornehmen
beziehungsweise der IV-Stelle keine Empfehlung abgeben dürfen soll (vgl. Urk. 8), ist nicht einsichtig. Im
Kreis
schreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invaliden
ver
sicherung (KHMI)
ist
sogar
explizit vorgesehen, dass die
SAHB
die IV-Stelle
bei der fach
technischen Beurtei
lung von Hilfsmittelversorgungen
unterstützt (
Rz
. 3009
KHMI, Stand per
1.
Januar 2014
).
Ferner wird die Neutralität der Stellung
nahmen dieser Fachstelle von der Rechtsprechung anerkannt (Urteil des Bun
des
gerichts I 105/05 vom 2
9.
Juni 2005, E. 3
mit Hinweisen
).
Dass die RAD-Ärztin den Beschwerdeführer nicht selber untersucht hat (vgl. den Einwand in Urk. 8), ist ebenfalls nicht entscheidend, zumal med.
pract
.
A._
die Berichte von
Dr.
Z._
und der SAHB zur Verfügung
hatte und berücksichtigte. Ferner kam
sie unabhängig von den exakten medizinischen Diagnosen zum Sc
hluss
,
dass
die Zurichtung an Konfektionsschuhen ausrei
chend sei (Urk. 6/163/2).
5.3
Zusammenfassend ergibt sich,
dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ortho
pädische Änderungen und Schuhzurichtungen an Konfektionsschuhen im Sinne von Ziffer 4.02 des
Anhang
s
zur
HVI
genügt hätten
. Infolge dieser Ver
sorgungsmöglichkeit besteht kein Anspruch auf orthopädische Serienschuhe im Sinne von Ziffer 4.01 des Anhangs zur HVI.
Hinzu kommt, dass
der Anspruch auf orthopädische Serienschuhe auch mit Blick auf
Wirtschaftlichkeit
und Zweckmässigkeit (vgl. vorstehende E. 2.2) zu verneinen wäre, zumal die von der SAHB vorgeschlagene Lösung mit
Fr.
339.10 (Urk. 6/154/3) bei ungefähr glei
cher Eignung nur einen Bruchteil von der eingereichten Offerte der
Y._
(Urk. 6/147) kosten würde. Nach dem Gesagten
hat
die Beschwerdegegnerin eine Kosten
gut
sprache für orthopädische Serienschuhe zu Recht abge
lehnt
.
6.
Hat eine versicherte Person Anspruch auf ein Hilfsmittel, das auf der Liste des Bundesrates steht, so kann sie
gemäss
Art.
21
bis
Abs.
1 IVG auch
ein anderes Mittel wählen, das dieselben Funktionen erfüllt.
Die Versicherung übernimmt die Kosten für das gewählte Hilfsmittel, jedoch höchstens bis zu dem Betrag, den sie für das Hilfsmittel aus der Liste aufgewendet hätte
(
Abs.
2)
.
Ebenfalls unter die Austauschbefugnis fällt der Fall, dass die versicherte Person sich für eine teurere
Hilfsmittellösung gemäss Hilfsmittelliste entscheidet, jedoch
nur
Anspruch auf die
günstigere
hat (vgl. S. Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011,
Rz
489).
Die Austausch
befugnis kommt insbesondere zum Tragen, wenn zwei unter
schiedliche, aber von der Funktion her austauschbare Leistun
gen in Frage
stehen. Vorausgesetzt wird mithin neben einem substitutionsfähi
gen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch auch die funktionelle Gleichartig
keit der Hilfs
mittel (BGE 127 V 121 E. 2b, 120 V 280 E. 4; AHI 2000 S. 73 E. 2a und 1999 S.
176 f. E. 5). Schliesslich ist noch zu beachten, dass für die Beja
hung der Austauschbefugnis massgeblich ist, dass das von der versicherten Person angeschaffte Hilfsmittel nicht nur unter den Voraussetzungen der unmittelbaren Gegenwart, sondern auch unter den Voraussetzungen, mit denen auf weitere Sicht gerechnet werden muss, die Funktion des ihr rechtens zustehenden Hilfsmittels erfüllt (BGE 111 V 209 E.
2c).
Sofern der Beschwerdeführer auf ein in der Liste genanntes Hilfsmittel wie bei
spielsweise auf orthopädische Änderungen und Schuhzurichtungen an Konfek
tionsschuhen gemäss Ziffer 4.02
des Anhangs zur HVI
Anspruch hat,
was die IV
Stelle in der angefochtenen Verfügung angetönt hat
(Urk.
2 S. 1),
kommt e
ine Austauschbefugnis im vorliegenden Fall grundsätzlich in Frage
. Die IV-Stelle
hat es
jedoch
versäumt zu prüfen
, ob der Beschwerdeführer unter diesem Titel Anspruch auf
eine
(teilweise) Kostengutsprache hat.
Dies hat sie nachzuholen
und nach
den ergänzenden Abklärungen
bezüglich
des Bestehens
eines Anspruchs auf ein Listenhilfsmittel, der
Substitutionsfähigkeit
und
der funktionellen
Gleichartig
keit
sowohl in der Gegenwart als
auch in der Zukunft
über den Leistungsan
spruch in Bezug auf die Kosten von
Fr.
2‘365.09
für die
orthopädischen Serien
schuhe
erneut zu ent
scheiden.
Dementsprechend ist die Beschwerde
in dem Sinne gutzuheissen,
dass
die angefochtene Verfügung vom 29. April 2014
aufzuheben
und die Sache
zur ergänzenden Abklärung und zur Prüfung der Kostenbeteili
gung gestützt auf die Austauschbefugnis
an die IV
Stelle zurückzuweisen ist.
7
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
3
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.