Decision ID: d2831415-c085-46d7-ab7e-067f8c61611d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
ist 1973 im Staatsgebiet des heutigen Bosnien und Herzegowina
geboren
(
Urk.
7/24/3). Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Elektriker (
Urk.
7/24/5). Von 1997 bis 2008 hatte
er
seinen Wohnsitz in den
USA
(
Urk.
7/24/3)
,
deren Staatsangehörigkeit er im Jahr 2008 erlangte (
Urk.
7/24/
2,
Urk.
7/25/5). Im selben Jahr reiste er in die Schwei
z ein (
Urk.
7/9/1,
Urk.
7/24/3), wo er
in der Folge
zunächst als Hilfsarbeiter auf dem Bau und ab 2013 als Reini
gungs
mit
arbeiter arbeitete (
Urk.
7/40,
Urk.
7/101/23).
Am
9
.
Juni
20
16
mel
dete sich
X._
unter Hinweis auf eine seit dem 29. Dezember 2015 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen starken Knieschmerzen und starken Rücken
schmerzen bei
Sakroiliitis
und Arthrose (Urk. 7/4/1) bei der Sozial
versiche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung an (Urk.
7/4, Akten
verzeichnis zu
Urk.
7/
1-158
).
Nach dem Früherfassungsgespräch vom 2
9.
Juni 2016
erachtete
die IV-Stelle eine Anmeldung zum Leistungsbezug
als
angezeigt (
Urk.
7/9
/
1). Daraufhin reichte
der Versicherte am 1
9.
Juli 2016 eine IV-Anmeldung ein (
Urk.
7/24,
Urk.
7/27). Hernach tätigte die IV-Stelle Abklärungen in medizinischer (
Urk.
7/30
-31
,
Urk.
7/36
-38,
Urk.
7/42-43,
Urk.
7/45,
Urk.
7/47
-48,
Urk.
7/49/1,
Urk.
7/50/6-7,
Urk.
7/53-54
,
Urk.
7/57,
Urk.
7/61,
Urk.
7/66,
Urk.
7/71
,
Urk.
7/81-82
,
Urk.
7/88
)
und
beruflich-erwerblicher (
Urk.
7/40
) Hinsicht.
Alsdann teilte
s
ie dem Versicher
ten a
m 1
6.
Mai 2019 mit, dass eine polydisziplinäre medizinische Unter
suchung (Allgemeine/Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie) notwendig sei (
Urk.
7/92). Die Untersuchungen fanden am 1
2.
und 2
1.
August 2019 in der Y._
GmbH statt (
Urk.
7/101/5). Das Y._
-Gutachten
wurde am
1
6.
September 2019
erstattet
(
Urk.
7/101).
Gestützt auf dieses Gutachten
(vgl.
Urk.
7/104/12)
und nach Durch
führung eines Einkommens
ver
gleichs (
Urk.
7/103)
kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten
m
it Vor
bescheid v
om 9
.
Ap
r
il
202
0
die Ausrichtung einer halben Invalidenrente mit Wirkung ab
1.
Januar 2017 an (Urk. 7
/1
06
). Dagegen
liess der
Ver
sicher
te am 20
.
Ap
r
il 2020 Einwand
erheben
(Urk. 7
/
107
, mit
Einwand
begründung
vom
7.
Mai 2020,
Urk.
7/117
). Nach Prüfung des Einwandes (vgl. Urk.
7
/
125
)
verfügte die
IV-Stelle
am
7
.
Dezember 2020
wie vorbes
chieden
die Ausrichtung einer halben Invaliden
rente mit Wir
kung ab
1.
Januar 2017
(Urk.
7/137
).
Weil diese
Verfügung nicht an den Rechts
vertreter des Versicherten adressiert war, wurde sie von der IV-Stelle mit Ver
fügung vom 3
0.
Dezember 2020 wieder
erwägungs
weise aufgehoben (
Urk.
7/147). In der Folge sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
2
2.
Februar 2021 erneut mit Wirkung ab
1.
Januar 2017 eine halbe Invali
denrente zu (
Urk.
2).
2.
2.1
Dagegen erhob X._
am 24. März 2021 Beschwerde (Urk. 1). Er beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei die Verfügung vom 2
2.
Februar 2021 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer für die Zeit ab
1.
Januar 2017 eine höhere Rente als die verfügte halbe Rente, mindestens aber eine
Dreiviertelsrente
auszurichten;
2.
Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten
der
Beschwerdegegnerin.
»
In verfahrensrecht
licher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
führung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvert
reters in der Person von Rechts
anwalt Tomas Kempf, Uster (Urk. 1 S. 2).
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Juni 2021 Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6)
. Zur Begründung verwies sie auf die IV-Akten (Urk. 7/1-158).
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom 2
1.
Juni 2021 wurde dem Beschwerdeführer in Bewil
ligung seines Gesuchs vom 24. März 2021 die unentgeltliche Prozess
füh
rung gewährt und es
wurde
ihm Rechtsanwalt Tomas Kempf, Uster, als unent
geltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (
Urk.
8).
2.4
Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 2
8.
Januar 20
22 (
Urk.
11)
den Operations
be
richt von PD
Dr.
med. Z._
, Oberarzt Orthopädie,
Klinik A._
, vom 1
2.
Januar 2022 (
Urk.
12/1) sowie den Austrittsbericht der
Klinik A._
vom 1
6.
Januar 2022 (
Urk.
12/2) einreichen. Rechtsanwalt Kempf reichte mit derselben Eingabe seine Honorarnote (
Urk.
13) ein.
2.5
Am
9.
Februar 2022 wurde der Beschwerdegegnerin eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 2
8.
Januar 2022 samt
den damit
eingereichten
Arzt
b
erichten (
Urk.
12/1-2) zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab dem
1.
Januar 2017 Anspruch auf eine höhere als eine halbe Invalidenrente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Februar 2021 führte die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen aus, ihre medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2015 in seiner Arbeitsfähigkeit erheb
lich eingeschränkt sei. Auch nach Ablauf des Wartejahres, per Dezember 2016, bestehe in der bisherigen Tätigkeit weiterhin eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit. Der Beschwerdeführer sei vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträch
tigung als Reinigungsmitarbeiter im Vollzeitpensum tätig gewesen. Gemäss lohnstatis
ti
sche
n
Angaben sei in einer solchen Tätigkeit ein Jahreseinkommen von
Fr.
62'435.95 möglich. Dem Beschwerdeführer seien Tätigkeiten mit nur sehr leichten Belastungen und Rückenbelastungen, ohne langes Stehen und Gehen und mit Möglichkeiten zu Wechselpositionen zu 50
%
zumutbar. Dabei könnte er laut statistischen Angaben einen Jahresverdienst von
Fr.
30'772.10 erzielen. Bei
m
Einkom
mensvergleich resultiere e
in Invaliditätsgrad von 51
%
. Der Beschwerde
führer habe daher ab
1.
Januar 2017
(sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom
19. Juli 2016 und
mit Leistungsausrichtung ab Beginn des Monates de
r
Anspruchsentstehung
)
Anspruch auf eine halbe Rente (
Urk.
2, Ver
fügungsteil 2, S. 1).
1.3
Dem hält der Beschwerdeführer zunächst entgegen, dass er angesichts seiner mas
siven gesundheitlichen Einschränkungen mit der gutachterlichen Ein
schätzung, wonach er in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig sein solle, nicht einverstanden sei.
Der rheumatologische Y._
-Gutachter habe fest
ge
halten, dass mit Sicherheit eine stark eingeschränkte Belastbarkeit des linken Kniegelenks/linken Beines sowie der Wirbelsäule mit auch stark einge
schränkter allgemein-körperlicher Belastbarkeit bestehe. Zudem habe er ausge
führt, dass aufgrund des mindestens partiell entzündlichen Beschwerdecharakters auch die allgemeine Belastbarkeit im Beruf und Alltag pauschal vermindert sei. Die
Y._-
Gutachter würden nicht erklären, wie jemand unter den vorgenannten Um
stän
den zu 50 % erwerbsfähig sein soll. Entsprechend allgemein sei denn auch ihr Zumutbarkeitsprofil formuliert (
Urk.
1 S. 6). Des Weiteren sei festzustellen, dass das
Y._-
Gutachten vom 1
6.
S
eptember 2019 inzwischen auch überholt sei (
Urk.
1 S. 6). Zum einen
habe
seine Hausärztin,
Dr.
med. B._
, Fach
ärztin für Allgemeinmedizin, mit den Ärzten der
Klinik A._
wegen einer weiteren Operation seines linken Knies Kontakt
aufgenommen (Urk. 1 S. 7)
.
Die
Implantation vom 14. Mai 2018 habe offen
sichtlich nicht das gewünschte Resul
tat erbracht, andernfalls die Revisions-OP vom 11. Januar 2022 nicht von Nöten gewes
en wäre (Urk. 11 S. 1
).
Zum anderen werde im Bericht von
Dr.
med.
C._
, In
nere Medizin und Rheuma
tologie,
vom 2
0.
März 2021 ein MRI vom November 2020 erwähnt. Bei dieser MRI-Untersuchung hätten sich neue Befunde gezeigt. Diese seien von den
Y._-
Gutachtern nicht berück
sichtigt worden. Welche Aus
wirkungen diese Befunde auf seine Arbeitsfähigkeit hätten, sei im Bericht von
Dr.
C._
allerdings nicht erwähnt worden. Diesbezüglich seien weitere Ab
klä
rungen vor
zunehmen. Hierfür sei die Sache allenfalls an die Beschwerde
geg
nerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 7)
.
Das
Y._-
Gutachte
n
vom 16. September 2019
stehe
ferner
im Wider
spruch zur Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin. RAD-Arzt
Dr.
med. D._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, habe in seiner Stellung
nahme vom 2
0.
Februar
2019 erklärt, dass
in der Zeitperiode von Dezember 2015 bis Februar 2019 für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
bestanden habe. Nur schon aus diesem Grund habe er zu
mindest bis Mai 2019 (Februar 2019 + 3 Monate) Anspruch auf eine ganze Rente. Laut demselben RAD-Arzt habe sodann für die Zeiten der statio
nären Behand
lungen und die anschlies
senden
Rehabiliationsphasen
inter
mit
tierend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(Urk. 1 S. 10-11)
. In den er
wähnten Zeit
räumen habe er Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 10).
Und selbst wenn auf das Zumutbarkeitsprofil der
Y._-
Gutachter abgestellt werden könnte, sei fest
zustellen, dass
sich
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt keine Tätigkeit mit einem derartig eng umschriebe
nen Zumutbarkeitsprofil finden lasse
(
Urk.
1
S. 7-8). Das Invalideneinkommen betrage damit zwangsläufig
Fr.
0.-- und der Invaliditäts
grad entsprechend 100
%
(
Urk.
1 S. 9)
. Damit habe er Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenver
sicherung.
Schliesslich könne - selbst wenn von einem zumutbaren Arbeits
pensum von 50
%
ausgegangen würde - der von der
Beschwerdegegnerin
vor
ge
nommene Einkommens
vergleich nicht nachvoll
zogen werden. Es sei nicht zu
läs
sig, beim
Valideneinkommen
LSE TA1 Ziffer 45-96, beim Invaliden
einkom
men hingegen LSE TA1 Ziffer 5-96 anzuwenden. Als
dann sei zu bemän
geln, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug
vom Tabellenlohn
gewährt habe. Nicht nur würde sich vorliegend aufgrund der reduzierten Belast
barkeit des
linken Beins und der eingeschränkten Belastbarkeit des Achsen
skeletts
ein leidens
bedingter Abzug rechtfertigen.
Der Umstand, dass er lediglich noch in einem Teilzeitpensum arbeiten könne, sei ebenso zu berück
sichtigen.
Es komme hinzu, dass er
über die Niederlas
sungsbewilligung C
verfüge
und im Ver
gleich zu einem Schweizer Bürger in einem Teilzeitpensum auch in einer unquali
fizierten Hilfsarbeiter
tätig
keit eine Lohn
ein
busse hinnehmen
müsse
(
Urk.
1 S. 9). Aus den genannten Grün
den rechtfertige sich ein
Abzug vom Tabellenlohn von min
destens 15
%
, wenn nicht gar 25
%
. Wenn beim Einkommensvergleich beim
Vali
deneinkommen
auf den korrekten Tabellenlohn abgestellt und beim Invaliden
einkommen ein Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
vorgenommen werde, resultiere ein Invaliditätsgrad von 61.13
%
. Damit habe er mindestens Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1 S. 19).
2.
2.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind - vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen - grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvor
schriften anwend
bar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert wer
den.
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.4
2.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
theti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
2.4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art. 28a). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
2.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
2.4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf
dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2
.
5
2
.
5
.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.5.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein
ge
holten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
6
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherun
gsgericht die Gesetz
mässigkeit der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einsprache
entscheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Ver
waltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver
ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
verfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streit
gegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung beziehungsweise des
Einspracheentscheides
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Nach Durchsicht der von
der
Beschwerde
gegnerin im Zuge ihrer Abklärungen
eingeholten Arztberichten aus den Jahren 2016 bis 2018
führte
RAD-Arzt
Dr.
D._
in seiner versicherungs
medi
zinischen Beurteilung vom 2
0.
Februar 2019
aus
, dass beim Beschwerde
füh
rer ein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit be
stehe. Von Dezember 2015 bis August 2018 habe eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit für jedwede Tätigkeit vorgelegen
(
Urk.
7/104/8)
.
In den Berichten der
Klinik A._
vom 3
0.
Mai, 2
6.
Juni und
8.
August 2018 sei festgehalten worden, dass am 1
4.
Mai 2018
am linken
Knie
eine Total-
Endoprothese
(TP)
implan
tiert worden sei. Am 26. Juni 2018 habe ein guter Verlauf bestanden. Die Schmerzen und die Schwellung seien deutlich
regredient
und der Beschwerde
führer zufrieden gewesen. Im August 2018 seien im Bericht der
Klinik A._
leichte Restbeschwerden mit noch deutlichem Erguss beschrieben worden (Urk. 7/104/7-8)
.
Der aktuelle Zustand könne aus den vor
liegenden Berichten nicht rekonstruiert werden. Er empfehle deshalb je einen Bericht des behan
delnden Rheumatologen
Dr.
C._
, der behandelnden Ärzte der
Klinik A._
, Orthopädie Untere Extremitäten,
sowie der behandelnden
Psychiaterin,
Dr.
med. (HR) E._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie FHM
, einzuholen (
Urk.
7/104/8).
3.2
Die Psychiaterin
Dr.
E._
hielt in ihrem Bericht vom
6.
März 2019 fest, dass
beim Beschwerdeführer - vor dem Hintergrund der Anamnese sowie auch der von ihr erhobenen Befunde - eine leichte depressive Störung vorliege (
Urk.
7/81/2).
Sie
führte
dazu
einerseits
aus
, dass
der Beschwerdeführer in seiner zu
letzt ausge
übten Tätigkeit in der Reinigung aus psychiatrischer Sicht arbeits
fähig sei (
Urk.
7/81/3
).
Anderseits notierte sie in ihrem Bericht, dass der Beschwerde
führer seine bisherige Arbeit im Reinigungsdienst aus psychia
trischer Sicht zu 60
%
erfüllen könne, dies sei nur aus körperlicher Sicht un
denk
bar (
Urk.
7/81/4).
3.3
Dr.
med.
F._
, Oberärztin, Fusschirurgie,
Klinik A._
, führte am 1
5.
März 2019 aus, dass beim Beschwerdeführer ein
Fasciitis
plantaris
beidseits
,
wahr
scheinlich ausgelöst durch die Grunderkrankung eines Morbus Bechterew
, bestehe. Aktuell werde
er von Wirbelsäulenspezialisten weiter abgeklärt. Die Kol
legen würden laut Beschwerdeführer die Ursache für die Fussbeschwerden im Bereich des Morbus Bechterew sehen. In der Fusschirurgie der
Klinik A._
seien keine weiteren Kontrollen geplant.
Sie hätten auch keine Arbeits
un
fähig
keitsbescheinigungen ausgestellt (Urk. 7/82/4).
3.4
Der Rheumatologe
Dr.
C._
stellte in seinem B
ericht vom 1
6.
April 2019 die folgenden Hauptdiagnosen (
Urk.
7/90/1-2):
-
Rückenschmerzen (
Panvertebralsyndrom
)
-
Osteoporose
-
Status nach Kniearthroskopie mit lateraler
Osteophytenabtragung
Knie links am 1
1.
Dezember 2017
-
Fasciitis
plantaris
mit zusätzlich Verdacht auf Irritation des
N.
abductor
digiti
quinti
minim bei deutlich ausgeprägtem Plattfuss
Hier
zu führte
Dr.
C._
aus, dass zusammenfassend von Beschwerden von
aetiologisch
entzündlicher und mechanischer Genese mit im Verlauf
Schmerz
chronifizierung
bei jedoch manifesten pathologischen strukturellen Befunden auszugehen sei. Die gemäss seinen Angaben vom Beschwerdeführer zuletzt aus
geübte Tätigkeit auf dem Bau sei
diesem
mit Sicherheit auf Dauer nicht mehr zumutbar. Auch eine angepasste Tätigkeit ko
mme kaum in Frage respektive nicht höher als in einem Arbeitspensum von 30
%
(
Urk.
7/90/2).
3.5
Nach Eingang
der vorgenannten
drei Arztberichte führte RAD-Arzt
Dr.
D._
in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom
8.
Mai 2019 aus, dass die
Belastungs- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers durch eine Spondyl
arthritis mit
panvertrebalem
Schmerzsyndrom und
Plantar
fasciitis
sowie kompli
zierter Knie-TP links nachvollziehbar erheblich einge
schränkt sei. Aus psychia
t
rischer Sicht
seien
keine schweren psychopatholo
gischen Symptome und eine leichte depressive Störung festgestellt
worden
. Gleichwohl werde eine Arbeits
un
fähigkeit von 40
%
attestiert (
Urk.
7/104/10). Die MRI-Untersuchungen vom September 2018 und März 2019
hätten sodann
keine entzünd
lichen Aktivitäten
ausgewiesen
. Aktuelle klinische Befunde aus rheumatologischer Sicht seien nicht angegeben worden.
Die funktionellen Einschränkungen und die vorhandenen Ressourcen könnten aus den
(ihm vorliegenden)
Berichten nicht abgeleitet werden. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in
einer
leidensadaptierte
n
Tätig
keit werde nicht be
gründet. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne aus ver
sicherungs
medizi
nischer
Sicht
nicht nachvollzogen werden. Zur Plausibilisierung wer
de eine MEDAS-Begutachtung der Fachrichtungen Rheumatologie, Psychi
a
trie und Allgemeine Innere Medizin empfohlen. Sie soll
te
somatische und psy
chi
sche Funktions
einsch
ränkungen feststellen, vorhandene Ressourcen ermitteln und allfällige Inkonsis
tenzen aufzeigen. Im interdisziplinären Konsens soll
te
der Verlauf der Arbeits
fähig
keit rekonstruiert werden (
Urk.
7/104/10).
3.6
3.6.1
Am
Y._-
Gutachten vom 16. September 2019 (Urk. 7/101)
wa
ren die
Dres
. med. G._
, FMH Allgemeine Innere Me
dizin, Fallführung, H._
, FMH Psy
chia
trie und Psychotherapie
, sowie I._
, FMH Rheumatologie, beteiligt (Urk. 7/101/12). Die Gutachter stellten die fol
genden Diagnosen mit Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/
101/
8
-
9):
-
Lumbalbetontes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.8)
-
Spondylarthritis mit radiomorphologisch postentzündlichen und teil
weise aktiventzündlichen Veränderungen der gesamten Wirbelsäule und der
Iliosakralgelenke
(ISG) beidseits
-
Vollständige Therapieresistenz auf NSAID sowie zwei TNF-Antagonisten (
Etanercept
und
Adalimumab
)
-
Osteoporose (T-Score an
Lendenwirbelsäule [
LWS
]
11/2018 -3.4) mit
Sakrum
-Insuffizienz
faktor 2018
-
Chronifizierte
Schmerzproblematik mit klinischen Hinweisen auf Schmerzverarbeitungsstörung
-
Persistierende belastungsabhängige Schmerzproblematik und rezidivie
render Reizzustand linkes Kniegelenk (ICD-10: M17.0)
-
Status nach isoliertem retropatellarem Ersatz bei retropatellarem Knor
pelulkus August 2016
-
Status nach sekundärem
Trochlea
-Ersatz mit Wechsel der
Patellakom
ponente
März 2017
-
Status nach Kniearthroskopie mit
Osteophytenabtragung
Dezember 2017 mit Nachweis einer
femorotibialen
Chondromalazie
Grad III medial und lateral
-
Implantation einer Knietotalprothese und Wechsel der
Polyäthylen
komponente
an der Patella bei Gonarthrose mit/bei schwerem Patella-Maltra
cking,
Lateralisation
und
Tilt
.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (
Urk. 7/101/
9
):
-
Leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
-
Chronische Schmerzstörung mit
somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-
10: F45.41)
-
Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10: E11.9)
-
Aktuell gut eingestellt bei einem HbA1c-Wert von 5,9
%
(< 6,3
%
)
-
Adipositas, BMI 36 kg/m2 (ICD-10: E66.0)
-
Hyperlipidämie
(ICD-10: E78.0)
-
Anamnestisch obstruktives Schlafapnoesyndrom (ICD-10: G47.3)
-
Unter nächtlicher CPAP-Maskenbeatmung
3.6.2
Dazu ist der
interdisziplinären medizinischen
Beurteilung der Gutachter zu ent
nehmen, dass
aus rheumatologischer Sicht das lumbalbetonte panvertebrale Schmerzsyndrom und die Einschränkung im Bereich des linken Kniegelenks die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflussen würden. Aufgrund der objektivierbaren Befunde bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Für körperlich nur sehr leichte adaptierte Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50
%
, idealerweise mit einem Pensum von zweimal 2 Stunden pro Tag. Aus allgemeininternistischer Sicht habe keine weitere somatische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit gestellt werden können
.
Die psychiatrischen Diagnosen einer leichten depres
siven
Episode und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren würden die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht rele
vant einschränkten. Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht eine
(voll
ständige)
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50
%
in körperlich nur sehr leichten adap
tierten Tätig
keiten festgestellt werden
(Urk. 7/
101
/
9
).
Die aktuelle Arbeitsfähig
keit bezie
hungsweise Arbeitsunfähigkeit könne seit Januar 2016 bestätigt werden (
Urk.
7/101/47).
Der rheumatologische Gutachter
Dr.
I._
hielt
dies
bezüg
lich
fest, dass
,
soweit retrospektiv beurteilbar, die Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit seit anfangs 2016
vorliege. Einschränkend müsse betont werden, dass jeweils wäh
rend den
perioperativen
Phasen der Knieoperationen links auch für
eine geeignete Tätigkeit eine unterschiedlich lange vollständige Arbeits
un
fähig
keit bestanden habe (
Urk.
7/101/44).
3.7
Nach Vorlage des
Y._-
Gutachtens
vom 16. September 2019 (Urk. 7/101) hielt RAD-Arzt
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom 3
0.
September 2019 fest, dass dieses Gutachten den Gesundheitszustand nachvollziehbar beschreibe. Die Aus
wir
kung der somatischen Beschwerden auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des B
eschwerdeführers sei plausibel. Die angestammte Tätigkeit sei ihm seit dem 2
9.
Dezember 2015 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Für die Zeiten der stationären Behandlungen und die anschliessenden
Rehabiliationsphasen
habe intermittierend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
7/104/12).
3.8
Gemäss der Zusammenfassung von
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 2
0.
März 2021
wurde bei der Kon
sultation
auf der U
ro
logie
,
Spital J._
, vom 2
2.
September 2020 die Diag
nose
Hypogonadismus
gestellt (Urk. 3/3 S. 1). Es wurde mithin eine fehlende oder ver
minderte endokrine Aktivität der Geschlechtsdrüsen festgestellt (vgl. Pschyrem
bel Klinisches Wörterbuch, 25
9.
Auflage, Berlin/New York, 2002, S. 756)
.
3.9
Alsdann wurde
laut
der Zusammenfassung von
Dr.
C._
in derselben Stellung
nahme nach
einer
MRI
-
Untersuchung
im
November 2020 die folgende Beurteilung abgegeben
(
Urk.
3/3 S. 3)
: «Ein einzelnes, auf Entzündung verdächtiges Knochen
marks
ö
dem besteh
t
aktuell im linken kranialen ISG. Insgesamt ansonsten kein Befundwandel des ISG beidseits ohne Nachweis zunehmender Verfettungs
stö
run
gen oder Gelenkspalterosionen. Es bestehen mul
t
isegmentale Degenera
tionen der LWS, aktuell ohne Hinweise auf entzündliche Manifestation. Die leichte
n
Verän
de
rungen des SC-Gelenks beidseits und die leichten Veränderungen der Symphysis
pubis
sind
jeweils suspekt auf mechanisch-degenerative
Veränderungen.»
3.10
Dr.
C._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
0.
März 2021 die folgenden Hauptdiagnosen an (
Urk.
3/3 S. 2
-3
):
-
Rückenschmerzen (
Panvertebralsyndrom
)
-
Osteoporose
-
Status nach Kniearthroskopie mit lateraler
Osteophytenabtragung
Knie links am 11. Dezember 2017
mit erheblichen Restbeschwerden; schmerz
haftes Kniegelenk mit rezidivierend massiver Ergussbildung
-
Fasciitis
plantaris
mit zusätzlich Verdacht auf Irritation des N.
abductor
digiti
quinti
minim bei deutlich ausgeprägtem Plattfuss
E
r führte sodann aus, dass beim Beschwerde
führer zusammenfassend Beschwerden von
aetiologisch
entzündlicher und mecha
nischer Genese beständen, mit im Ver
lauf
Schmerzchronifizierung
bei jedoch manifesten pathologischen strukturel
len Befunden. Angesichts der progredienten Rückenbeschwerden mit unter anderem auch entzündlichem Charakter sei eine nochmalige Immunmodulation mit
Humira
® erfolgt, woraufhin der Beschwerde
führer nun doch eine Besserung der Schmerzen angebe, ohne dass er schmerzfrei sei. Bezüglich der «mechanischen» Rückenproblematik sei im März 2019 eine Vor
stellung bei Prof.
Dr.
med. K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, speziell Wirbelsäulen
chirurgie, erfolgt.
Dieser habe jedoch von einer operativen Intervention abgesehen und die Spinal
kanalstenose durch die
epidurale
Lipomatose nicht als symptomatisch beurteilt. Er (
Dr.
C._
) werde vorderhand die Immunmodulation mit
Humira
® weiterführen (
Urk.
3/3 S. 3).
3.11
Dem Operationsbericht von PD
Dr.
Z._
vom 1
1.
Januar 2022 ist zur Indika
tion der von ihm durchgeführten Revision Knie-TP links mit Stabilitätstestung und
In
layererhöhung
auf 18 mm zu entnehmen, dass beim Beschwerdeführer im Jahr 2018 eine
Knietotalendoprothese
implantiert worden sei. Bei anhaltenden Beschwerden sei zum Ausschluss eines Infektes eine Punktion durchgeführt wor
den. Hier habe sich kein bakterielles Wachstum und keine erhöhte Zellzahl gezeigt. Zusätzlich sei ein SPECT-CT durchgeführt worde
n, welches eine Stress
reaktion im Bereich des Retropatellarersatzes, Differentialdiagnostisch (DD:) eine Lockerung des Retropatellarersatzes gezeigt habe. Bei ausgeprägter medial-lateraler (ML) Instabi
lität sei die Indikation zur Revision
der Knie-TP mit Vorgehen nach Befund, gege
benenfalls Wechsel des Retropatellarersatzes und
Inlayererhöhung
gestellt worden
(
Urk.
12/1)
.
3.12
Im Austrittsbericht der
Klinik A._
vom 1
6.
Januar 2022 zur
Hospitalisation
vom 1
1.
bis 1
6.
Januar 2022 wurde unter anderem festgehalten, das
s
die post
ope
ra
tive Röntgenkontrolle ein regelrechtes Operationsergebnis gezeigt habe. Die Schmerzsituation sei mittels adäquater Analgesie gut kompensiert gewesen. Die Mobilisation sei mit Hilfe der Physiotherapie erfolgreich gelungen.
Der Übe
rtritt in die L._
(vgl. Urk. 12/2 S. 1) habe wegen eines positiven
Covid
-PCR-Tests abgesagt werden müssen. Der Beschwerdeführer sei in gutem Allge
mein
zustand und mit reizlosen, trockenen Wundverhältnissen entlassen worden (Urk. 12/2 S. 2)
4.
4.1
Das
Y._-
Gutachten vom 16. September 2019 (Urk. 7/101)
beruht auf der erforder
lichen fachärztlichen Unt
er
suchung (Urk. 7/
101/5
) und wurde in Kenntnis der und Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben (
Urk. 7/101/6-8,
Urk.
7/101/14-20, Urk. 7/101/25, Urk. 7/101/33,
Urk. 7/101/40-41,
Urk. 7/101/44
).
Die Gutachter haben
detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mi
t diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers
au
seinandergesetzt (vgl.
Urk. 7/101/22-24, Urk. 7/101/28-32,
Urk. 7/10
1/
38-40
).
Ihre
Beurteilung ist schlüssig.
Das
Y._-
Gutachten vom 16. September 2019
(Urk. 7/101)
erfüllt dem
nach die rechtsprechungs
ge
mäs
sen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungs
grundlagen (vgl. E.
2
.
5
.1
).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer erhebt diverse Einwendungen gegen dieses Gutachten
(E.
1.1).
Soweit
er vorbringt, die Feststellungen des rheumatologische
n
Gutachter
s
Dr.
I._
seien bei der Gesamtbeurteilung unberücksichtigt geblie
ben und
die
Ein
schätzung der Gutachter zu seiner Arbeitsfähigkeit erklärungs
bedürftig (E.
1.1), s
o kann ihm nicht gefolgt werden. Nachdem die
Y._-
Gutachter auf dem all
gemein
internistischen und dem psychiatrischen Fachgebiet keine Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt haben (
Urk.
7/101/24, Urk.
7/101/32)
,
begründet sich die von den Gutachtern festgestellte Arbeitsun
fähigkeit einzig mit den rheumatologischen Diagnosen
respektive deren Auswir
kungen auf das Leistungsvermögen
(
Urk.
7/101/41
ff.
) und die Gesamtbeurtei
lung der
Y._-
Gutachter ist schlüssig.
Die davon abweichende, eigene, subjektive Wahrnehmung des Beschwerdeführers begründet keinen Zweifel am
Y._-
Gutachten
vom 16. September 2019 (Urteil des Bundes
gerichts
9C_15
6
/2020
vom
9.
Juli 2020 E. 5.1).
Auch
aus
de
n
MRI-Befunde
n
vom November 2020 hat der Beschwerdeführer seine eigenen Schluss
folgerungen gezogen
.
Dr.
I._
hat die in den
IV-
Akten
vorhan
denen Befunde der bildgebenden Untersuchungen (MRI-Untersuchung der LWS und ISG in der Radiologie
der Universitätsklinik M._
vom 3
1.
Mai 2017,
Urk.
7/57/15-16)
und die von
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
6.
April 2019 wiedergegebene Befunde der MRI-Untersuchungen vom September 2018 und März 2019,
Urk.
7/90/1
)
berücksichtigt
(
Urk.
7/101/
40-41
).
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er
Dr.
C._
im November 2020 wegen Lähmungserscheinungen auf
gesucht habe. Dem MRI-Befund vom Novem
ber 2020 könne unter anderem ent
nommen werden, dass ein neu abgrenzbares
Knochenmarködem am
antero
superioren
ISG links auf Seiten des Os
sacrum
mit prominenter Ausdehnung, leichter multiseg
mentaler
Bandscheibenprotrusion
der HWS C2-C7 festgestellt worden sei (
Urk.
1 S.
7).
Hierzu ist festzuhalten, dass der behandelnde Rheumatologe
Dr.
C._
in seiner
an den Rechtsvertreter gerichte
ten
Stellungnahme vom 2
0.
März 2021
(vgl. E. 3.9 und 3.1
0
)
unter «Verlauf»
zwar von progredienten Rückenschmerzen gesprochen hat (
Urk.
3/3 S.
3). Die Vorbrin
gen des Beschwerde
führers finden
in
der Stellungnahme seines behandelnden Arztes aber keine Stütze, wurde darin doch festgehalten, dass mi
t
der Verabrei
chung von
Humira
® zur Behandlung dieser progredienten Rückenschmerzen bereits im Juni 2019 begonnen wurde
(
Urk.
3/3 S.
2
)
.
D
ie Befunde der MRI-Untersuchung 2020
veranlassten
Dr.
C._
nicht dazu, diese Therapie anzu
passen.
Und eine zusätzliche Arbeitsun
fähigkeit ist von ihm ebenfalls nicht attes
tiert worden.
Des W
eiteren führte der Beschwer
de
führer die Befunde der MRI-Untersuchung der rechten Schulter vom November 2020 an (
Anzeichen für eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
. Ver
dacht auf
Tendionopathie
,
DD: Partial
ruptur der
Supraspinatussehne
).
Für sich allein sprechen d
iese Befunde für den hier zu beurteilenden Sachverhalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Februar 2021 (
Urk.
2, E. 2.6 vor
stehend)
noch nicht für eine
weitergehende
Arbeitsunfähigkeit
,
sind
ärztlicherseits
doch weder dadurch
notwendig gewordene Behandlungen
noch
(klinische)
Untersuchungsb
efunde
und dadurch
hervorge
rufene funk
tionelle
Leistungseinbusse
n
dokumentiert.
Nach der Praxis
vermögen neue
bildgebend nachgewiesene (pathologische) Befunde
, ohne dass neue klini
sche Befunde eine relevante Verschlechterung gegenüber der gutachtlichen Situa
tion zeigen, für sich allein keine Zweifel am Gutachten zu wecken (Urteil des Bundesgerichts
9C_646/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.2).
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich am 1
1.
Januar 2022 erneut am Knie operieren liess (Urk.
12/1)
,
begründet ebenfalls keine Zweifel am
Y._-
Gutachten vom 16. Septem
ber 201
9.
Dass
die
Implantation
der TP
vom 14. Mai 2018
(respektive die bisheri
gen Knieoperationen)
nicht das gewünschte Resultat erbracht
habe
n
(Urk. 11 S.
1)
,
hat auch der rheumatologische Gutachter festgestellt (vgl. Urk. 7/101/43)
und bei seiner Beurteilung berücksichtigt
.
E
ntgegen der An
sicht des Beschwerde
führers
erweist sich
somit das
Y._-
Gutach
ten vom
16. Septem
ber 2019
aufgrund der Befunde der MRI-Unter
suchun
gen vom November 2020 (vgl.
Urk.
3/3 S. 2-3)
und der
am
1
1.
Januar 2022
durchgeführten
Knieo
peration
(
Urk.
12/1)
nicht als
über
holt.
4.2.2
Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer
vor,
der
RAD habe
- in Abwei
chung
Y._-
Gutachten
vom 16. September 2019 (Urk. 7/101) -
in seiner Stellung
nahme vom 20. September 2019 erklärt, dass in der Zeitperiode von Dezember 2015 bis Februar 2019 für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % bestanden habe
(Urk. 1 S. 10)
.
Diesbezüglich kann im Feststellungsblatt für den
Beschluss der Beschwerdegegnerin nachgelesen werden, dass
RAD-Arzt
Dr.
D._
in
seine
r
Beurteilung
vom 20. Februar 2019
zum Verlauf der Arbeitsfähig
keit zunächst auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
abstellte
und
so
zum Schluss
gelangte
, dass vom Dezem
ber 2015 bis August 2018 -
und
nicht wie vom Beschwerdeführer festgehalten
bis Februar 2019
(E. 1.3)
- eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jedwede Tätigkeit bestan
den
habe (E.
3.1)
. Nach
dem Zu
gang weitere
r
Berichte
war er dann aber der Meinung
, dass
der Verlauf der Arbeits
fähig
keit
durch die Gutachterstelle
rekons
truiert werden
solle
(E.
3.5)
.
Alsdann hat sich
RAD-Arzt Dr.
D._
in
seiner Stellungnahme vom 30. September 2019
der Beurteilung der
Y._-
Gutachter
angeschlossen (E. 3.7).
D
ie RAD-Beur
teilung weicht bei genauer Betrachtungsweise mithin nicht vom
Y._-
Gutachten
vom 16. Sep
tember 2019 (Urk. 7/101) ab.
Mit diesem Vorbringen dringt der Beschwerde
führer
somit
ebenfalls nicht durch
.
Vom Beschwerdeführer wurde sodann hervorgehoben, dass laut
RAD-Arzt Dr.
D._
f
ür die Zeiten der stationären Behandlungen und die anschliessenden Rehabili
t
ationsphasen intermittierend eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bestanden
habe
(
E. 1.3,
E. 3.7).
Hierzu ist folgendes festzuhalten:
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwen
den (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Ren
tenbeginns mit dem
jenigen im -
nach Massgabe des analog anwendbaren Art.
88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden -
Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2
IVV
ist e
ine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit od
er der Fähigkeit, sich im Auf
ga
benbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Er
höhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs zu berück
sich
tigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Arti
kel 29
bis
IVV
ist sinngemäss anwendbar.
Offensichtlich mit Blick auf diese Bestim
mung
bringt d
er Beschwerdeführer vor, dass
die
Reha
bili
t
ationsphasen auf jeden Fall mehr als 3 Monate bestanden
hätten
, weshalb während dieser Zeitperioden Anspruch auf eine ganze Rente bestehe (
Urk.
1 S.
11).
Dieses Vorbringen des Beschwerdeführers findet in den Akten
aber
keine Stütze. So wäre
ih
m nach der Kniearthroskopie mit lateraler
Osteophytenabtra
gung
Knie links vom 11. Dezem
ber 2017 (U
rk. 7/71/30) gemäss Dr. med. N._
,
stellvertretender Ober
arzt Orthopä
die, und Dr. med. O._
, Assistenzarzt Orthopädie,
Klinik A._
, grundsätzlich die Voll
belastung des Knies erlaubt gewesen (Urk. 7/71/29). Nach dieser Operation ist eine
100%ige
Erwerbsunfähigkeit von über drei Monaten somit nicht ausgewiesen.
Bezüglich der Rekonvaleszenz nach der Knie
operation vom 1
4.
Mai 2018 kann nichts Anderes gesagt werden.
Nach der Implantation der Knietotalprothese vom 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
7/71/24-25)
berich
tete der Beschwerdeführer am 8. August 2018
in der
Klinik A._
über einen mehr oder weniger guten Verlauf mit nur noch leichten Rest
beschwer
den im Sinne einer Schwellung, diese zeige sich jedoch
regredient
(Urk. 7/71/20).
Auch die übrigen medizinischen Akten enthal
ten keine Angaben, aufgrund derer die
sem Vorbringen des Beschwerdeführers gefolgt werden könnte.
Nach dem Gesagten vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers keinen Zweifel am Beweiswert des vom
Y._-
Gutachten
vom 16. September 2019
zu begründen
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die von den
Y._-
Gutachtern festgestellte
50%ige
Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführer
s
in einer leidensangepassten Tätigkeit
(E. 3.6.2)
in erwerb
licher Hin
sicht auswirkt.
Nachdem das Wartejahr im Dezember 2016 abge
laufen ist, der Beschwerdeführer sich aber erst 19. Juli 2016
zum Leistungsbezug
angemeldet hat (Urk. 7/24, Urk. 7/27)
,
hat er
gemäss Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG
frühestens ab dem 1. Januar 2017
A
nspruch auf eine Invalidenrente, weshalb der Einkommens
vergleich auf diese
n
Zeitpunkt
zu erfolgen hat (vgl. E. 2.4.1).
5.2
Wie festgehalten (E. 2.4.2) wird bezüglich des
V
alideneinkommens
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mens
ent
wicklung a
ngepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre.
Die Beschwerdegegnerin hat zwar einen Auszug aus dem Individuellen Konto
(
IK)
des Beschwerdeführers vom 19.
Januar 2017 (Urk. 7/40)
zu den Akten genommen
,
bei
der Arbeitgeberin
, bei welcher der Beschwerdeführer bei Eintritt des Gesundheitsschadens beschäftig
t war, aber keinen
Arbeit
geber
be
richt einge
holt. Wie dem IK-
Auszug vom 1
9.
Januar 2017 zu entnehmen ist, hat der Beschwerde
führer bei
dieser Arbeitgeberin, der P._
GmbH, einzig in den Jahren 2014 und 2015 Lohn bezogen (
Urk.
7/40
, vgl. auch Urk. 7/140
).
Sodann
führte der Beschwerde
führer
b
eim Früherfassungsgespräch vom 2
9.
Juni 2016 unter
Hin
weis auf ver
schiedene Vorkommnisse im Zusammenhang mit diesem Arbeitsverhältnis aus, dass er sich kaum vorstellen könne, an den Arbeitsplatz zurückzukehren (
Urk.
7/9/2-3). Jedenfalls wäre der Beschwerdeführer über den
1.
Januar 2017 hinaus ni
cht mehr lange bei der der P._
GmbH beschäftigt gewesen, weil über diese Gesellschaft am 1
3.
März 2018 der Konkurs eröffnet wurde (Internetauszug - Handelsregister des Kantons Zürich).
Es rechtfertigt sich somit,
bei der Ermittlung
des
Valideneinkommens
auf lohnstatistische Angaben abzu
stellen
, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wurde
.
Hierbei ist
die im Verfügungszeitpunkt
(2
2.
Februar 2021,
Urk.
2)
aktuel
lste veröffentlichte Tabel
len der LSE
-
mithin
die LSE 201
6
-
zu
verwenden
(E.
2.4.
1 und
2.4.3
;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_78/2015
vom 1
0.
Juli 2015 E. 4
)
.
Weil der Beschwerde
führer
seit 2013 als Reini
gungs
mit
arbeiter arbeitete (Urk. 7/40, Urk. 7/101/23), ist der Tabellenlohn
LSE 201
6
TA1_triage_skill_level
Ziff.
45-96 (Sektor 3
Dienst
leistungen)/
Kompetenz
niveau
1/Männer in der Höhe von Fr.
4’967
.--
pro Monat
heranzuziehen.
Aufgerechnet auf die durchschnittliche Wochen
arbeitszeit von 41,7 Stun
den (vgl. die Tabelle «Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen» des BFS)
und berei
nigt
um
die
Nominal
lohnentwicklung (201
6
:
104.
2
,
201
7
:
104.7
vgl. die Tabel
le «T1
.1
.
10
Nominal
lo
hn
index
, Männer,
2011-2018
» des BFS) führt dies zu einem hypothe
tischen
Vali
deneinkommen
20
17
von Fr.
62'435.33
.
5.3
5.3.1
B
ezüglich
des Invalideneinkommens
bringt der Beschwerdeführer zunächst vor,
dass auf dem ausgeg
lichenen Arbeitsmarkt keine Tätigkeit mit dem von den
Y._-
Gutachtern eng umschriebenen Zumutbarkeitsprofil finden lasse (E. 1.3). Nach der bundes
gericht
lichen Rechtsprechung
ist
für die Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 und
Art.
16 ATSG) massgeblich
,
der als theoretische Grösse durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist und einen Fächer verschie
denster Tätigkeiten aufweist. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes. Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzu
nehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorneherein als ausgeschlossen erscheint
(Urteil des Bundesgerichts
8C_202/2021
vom 1
7.
Dezember 2021
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Dies trifft auf das von den
Y._-
Gutachtern formulierte Zumutbarkeitsprofil (körperlich nur sehr
leichte Belas
tungen, nur sehr leichte Rückenbelastungen, kein langes Stehen oder Gehen, Möglichkeit zu Wechselpositionen, Notwendigkeit von vermehrten Ruhe- und Erholungspausen [
günstigerweise
Aufteilung des täglichen Pensums von 4-5 Stun
den auf zweimal 2-2.5 Stunden],
Urk.
7/101/10) nicht zu. Es ist nicht ersicht
lich, weshalb solche vorwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeiten auf dem Arbeits
markt nicht angeboten werden soll
t
en.
5.3.2
Das hypothetische Invalideneinkommen ist unbestrittenermassen ebenfalls gestützt auf lohnstati
sti
sche Angaben zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin stellte mit Einkommensvergleich vom
9.
April 2020 bezüglich des Invalidenein
kommens auf de
n
Tabellenlohn LSE 2014 TA1
Ziff.
5-96 (total) ab (
Urk.
7/103).
Der Beschwer
deführer stellt sich auf den Standpunkt, dass es nicht zu
lässig sei, beim
Validen
einkommen
LSE (2014) TA1 Ziffer 45-96, beim Invaliden
einkom
men hingegen LSE (2014) TA1 Ziffer 5-96 anzuwenden (E.
1.3). Weil dem Beschwer
deführer aber die bisherige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter gemäss der über
zeugenden Beurteilung der
Y._-
Gutachter nicht mehr
zumutbar ist (E.
3.6.2), recht
fertigt sich vorliegend der
Beizug
des Tabellenlohns
TA1_triage_skill_level
Ziff.
5-96 (total), welcher
als Totalwert die Löhne
von dem Beschwerdeführer
noch zumutbaren T
ätigkeit
en
umfasst. Zwar ist dieser Tabellenlohn - sowohl gemäss LSE 2014 als auch gemäss LSE 201
6
-
höher als der Tabellenlohn
TA1_triage_skill_level
Ziff.
45-96 (Sektor 3 Dienst
leistun
gen)
, dies fällt vorlie
gend aber nicht ins Gewicht, weil hier
- wie nachfolgend darzulegen ist -
ein Abzug vom Tabellenlohn
angezeigt ist
.
5.3.3
Der Beschwerdeführer benennt verschiedene Gründe, die nach seiner Ansicht einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen (E. 1.3).
Der zu gewährende Abzug ist nicht schematisch, sondern unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles vorzunehmen (E. 2.4.4 vorstehend, Urteil des
Bundesgerichts
I 902/06 vom
8.
November 2007 E. 3.3.2).
Der Beschwerdeführer dringt mit seinem
ersten
Vorbringen, wonach aufgrund der reduzierten Belastbarkeit des linken Beins und der eingeschränkten Belastbarkeit des Achsen
skeletts ein leidens
bedingter Abzug angezeigt sei (E. 1.3), nicht durch.
Nach
d
er Recht
sprechung können gesund
heit
liche Einschränkungen, die
- wie im vorliegenden Fall (E.
3.6.2)
-
bereits bei der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils ent
halten sind, nicht zu
sätz
lich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen (
E.
2.4.4 vorstehend
).
Allerdings
sind
gemäss
den
Y._-
Gutachtern zusätz
lich
vermehrte Ruhe- und Erholungspausen nötig, was ein
en
Abzug
vom Tabel
lenlohn
rechtfertigt (
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_663/2019 vom
3.
März 2020 E. 6.2
und
9C_475/2019 vom 1
5.
November 2019 E. 5.2.2
).
Zu beachten ist
ferner
, dass der Beschwerdeführer
laut
der gutach
terlichen Beurteilung auch in einer Verweisungstätigkeit nur noch in einem 50%-Pensum arbeiten kann (E. 3.6.2
).
Mit Urteil 9C_288/2021 vom 3
0.
November 2021 erwog das
Bundesgericht
, dass g
rundsätzlich ein Abzug vom Tabellenlohn vorzu
nehmen
sei
, wenn ein Ver
si
cherter seine Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig ein
setzen
könne
, weil Teil
zeit
arbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichs
weise weniger gut
entlöhnt
werde
als eine Vollzeittätigkeit
. Der Ent
scheid darüber habe
sich stets nach dem konkreten Beschäftigungs
grad und den jeweils aktuellen Werten zu richten (
E.
5.2 jenes Urteils unter Hinweise auf BGE 142 V 178 E. 2.5.1 sowie die Urteile des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 2.1.1 und 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E
. 3
.2
).
Laut
Tabelle T18 (Monatlicher Bruttolohn [Zentral
wert] nach Beschäftigungs
grad, be
ruflicher Stellung und Geschlecht) des BFS für das Jahr 201
6
bestand
bei
Män
nern ohne Kader
funktion
zwischen dem
Median
schnitts
lohn
bei einem Teil
zeit
pen
sum von
50
-74
%
proportional bezogen auf ein 100
%
-Pensum (
Fr.
5‘8
75
.--
) und
dem
Median
lohn bei einem
Vollzeit
pensum (
Fr.
6‘1
30
.--
)
eine
Diffe
renz
von
Fr.
2
55
.-- beziehungsweise
4
%
.
Nach der bundesgerichtlichen Recht
spre
chung wäre die Verweigerung eines Abzugs vom Tabellenlohn bei einer Lohnein
busse in dieser Grössenordnung
zwar
nicht bundesrechtswidrig (Urteil des Bundes
gerichts
8C_805/2016
vom 2
2.
März 2017 E. 3.2)
. Vorliegend rechtfertigt es sich aber, die statistisch aus
ge
wiesene Lohn
differenz in die G
esamtbeurteilung einzubeziehen. Des Weiteren ist der Beschwer
deführer der Meinung, dass
e
r
als Ausländer mit der
Niederlas
sungsbewilligung C im Ver
gleich zu einem Schweizer Bürger in einem Teilzeitpensum auch in einer unquali
fizierten Hilfsarbeiter
tätig
keit eine Lohn
ein
busse hinnehmen
müsse
(
E.
1.3
).
Auch dies
erscheint zwar
aufgrund der lohnstatischen Erhebungen des BFS nicht abwegig.
In der
Tabelle T
A12
(Monat
licher Brutto
lohn [Zentralwert
und
Quartilbereich
]
, Schweizer/innen und Aus
länder/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht
) des BFS für das Jahr 201
6
wurde für Schweizer Männer ohne Kaderfunktion ein Medianlohn im Betrag von
Fr.
6'24
6
.-- festgehalten. Der Medianlohn für
niedergelassene
Ausländer in derselben Kate
gorie wurde mit
Fr.
5'775
.--
angegeben
. Die
Diffe
renz
beträgt
von
Fr.
471
.-- be
ziehungs
weise
7.
5
%
.
Nach bundesgerichtlicher Praxis rechtfertigt diese Lohndifferenz jedoch keinen Abzug vom Tabellenlohn. Dies wird damit begründet, «dass Männer mit Niederlassungsbewilligung C ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schweizer verdienen» (LSE Tabelle TA12), «aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene Durchschnittseinkommen» (Zentralwert [Median] gemäss LSE Tabelle TA1; Urteil des Bundesgerichts 9C_702/2020, 9C_703/2020 vom
1.
Feb
ruar 2021 E. 6.3.2 mit Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_777/2015
vom 1
2.
Mai 2016 E. 5.3 mit Hinweisen).
Gründe
für einen Abzug vom Tabellen
lohn unter einem anderen T
itel sind nicht ersichtlich.
In einer Gesamtschau ist der Abzug vom Tabellenlohn somit mit 1
0
%
zu bemes
sen.
5.3.
4
Das hypothetische Invalideneinkommen des Beschwerdeführers berechnet sich somit wie folgt:
Der Tabellenlohn
201
6
TA1_triage_skill_level
Ziff.
5-96 (
total
)/
Kompetenzniveau 1/Männer in der Höhe von Fr.
5'
340
.--
pro Monat
ist
auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stun
den (vgl. die Tabelle «Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen» des BFS)
a
uf
zurech
ne
n
und
an die
vom BFS bereits veröffentlichen Daten zur
Nominal
lohn
entwick
lung/
Männer
(
2016: 104.
1
, 2017
: 104.6
vgl. die Tabel
le «
T1.1.10
Nominal
lo
hn
index, Männer,
2011-2018
» des BFS
, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_193/2013 E. 3.2
)
anzu
passen. Dies führt in einem Zwischenschritt zu einem
hypothetischen Inva
li
den
einkommen
20
17
in der Höhe
von
Fr.
67'124.26
für ein
100%-Pensum bezie
hungsweise von
Fr.
33'562.13
im dem Beschwerdeführer zu
mut
baren 50%-Pensum. Wird sodann der Abzug von 1
0
%
(
E.
5.3.2) vorgenommen, resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen
2017
im Betrag von
Fr.
30'205.92
.
5.4
Der Vergleich von
Valideneinkommen
(
Fr.
62'435.33) und Invalideneinkommen (Fr. 30'205.92) ergibt sich eine Einkommensdifferenz von 32'229.42, was einem Invali
ditätsgrad von gerundet 52 % entspricht.
6.
Demnach hat der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2017 Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente
. Im Ergebnis erweist sich die ange
foch
tene Verfügung
vom 22. Februar 2021 (Urk. 2)
somit als richtig.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Dispositiv-Ziffer 1 der
Ver
fü
gung
vom 21. Juni 2021
,
Urk. 8
) einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
7
.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Tomas Kempf
, machte
mit Honorarnote vom 2
8.
Januar 2022 (
Urk.
13) ein Honorar im Betrag von Fr. 3
‘0
25
.
95
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
geltend
, was
unter
Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§
34 Abs.
3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
)
angemessen ist.
7
.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.