Decision ID: bcb81040-714b-42ad-97b0-c7ad96f479e8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
, diplomierte Verkäuferin und Mutter zweier
erwachsener Kinder (geboren 1983 und 1986), war von Februar 2003 bis September 2011 vollzeitlich bei der
Y._
AG als Mitarb
ei
terin Abteilung Kleberei
angestellt
(
Urk. 6/11) und meldete sich am 7. Oktober 2011 unter Hinweis auf eine Depression, Rückenbeschwerden, einen Tennis
ellenbogen, hohen Blutdruck und Asthma bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 6/2). Am 22. November 2012 verneinte die Sozialversi
che
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Leistungsanspruch der Versi
cherten, da letztere sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 6/35).
Am 28. März 2014 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/38)
. Mit Verfügung vom 29. September 2015 (Urk. 6/81) wies die IV-Stelle das Leistungs
begehren
ab, da kein invalidisierender Gesundheitsschaden
mit einer über längere Zeit andauernde
n
Erwerbsunfähigkeit
vorliege. Die dagegen
von der Versicherten
erhobene Beschwerde (Urk. 6/85/3-8) wies das Sozialvers
icherungsgericht am 31. Mai 2017
ab, da
eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung einer Invalidität führen könnte, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei
(Urk. 6/90).
Am 17. November 2020 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die bereits seit 2011 bestehende Beschwerden
respektive eine Verstärkung der psychischen Erkrankungen
erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 6/93). Die IV-Stelle nahm medizinische Abklärungen vor und stellte der Versicherten am 15. Juli 2021 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/103), wogegen letztere am 29. Juli 2021 Einwand (Urk. 6/109) erhob. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 (Urk. 2) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 15. November 2021 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 28. Oktober 2021 und die Ausrichtung einer Invalidenrente. Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2022 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 15. Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Am
25. Februar
2022 (Urk. 8) reichte die Beschwerdeführerin
zusätzliche Arztberichte (Urk. 9/2-4) ein.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten
Bestimmungen
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungs
weise
des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3
Bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung finden die Grundsätze zur Rentenrevision analog Anwendung (Art. 17 Abs. 1
ATSG; Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV;
BGE 133 V 108 E. 5.2,
130 V 71,
117 V 198 E. 3a).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt
oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar.
Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere
Beurteilungen besteht (BGE 141 V
9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet bei der Neuanmeldung die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht. Demgemäss sind die Verhältnisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denjenigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Anspruchsverneinung zu verglei
chen (BGE 130 V 64 E. 2, 130 V 71 E. 3, 133 V 108 E. 5.2 und E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass aufgrund der eingeholten medizinischen Unterlagen keine wesentliche Verände
rung
ausgewiesen
sei. Es sei der Beschwerdeführerin weiterhin möglich, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen und ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen, weshalb keine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränke (S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1),
die Beschwerde
gegnerin habe ihren Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente abgewiesen, obwohl sie (die Beschwerdeführerin) nicht erwerbsfähig sei. Gemäss der Einschät
zung der behandelnden Ärzte sei sie nicht arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin habe nicht sämtliche medizinischen Unterlagen und die darin aufgeführten Diag
nosen berücksichtigt. Im Weiteren habe sich ihr psychischer Zustand zwischen
zeitlich verschlechtert und sie lasse sich aufgrund ihrer sprachlichen Barrieren
in ihrer Heimat alle zwei Monate
von einem Facharzt behandeln.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob seit
Erlass
der Verfügung vom 29. September 2015 (Urk. 6/81), womit ein Anspruch auf eine Invalidenrente abgewiesen wurde, eine er
hebliche Veränderung des Gesund
heitszustands der Beschwerdeführerin einge
treten ist und ihr infolgedessen ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung zusteht. Die
Eintretensfrage
bildet nicht Streitgegenstand, da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom
17. November 2020 (Urk. 6/93)
unbestritten materiell
eingetreten ist
(Urk. 6/
110/
3)
.
3.
3.1
Die rentenabweisende Verfügung vom 29. September 2015 (Urk. 6/81) beruhte im Wesentlichen auf dem von der Beschwerdegegnerin veranlassten Gutachten
von
Dr.
med.
Z._
, FMH Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, und
Dr.
med.
A._
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
29. September 2014
(Urk.
6/47/1-20,
Urk. 6/47/28
-44
)
sowie auf deren ergänzende
n
Aus
führungen vom 30. Mai 2015 (Urk. 6/68) und 1. Juni 2015 (Urk. 6/69/1-3)
.
3.2
3.2.
1
Dr. Z._
notierte in seinem Gutachten vom 29. September 2014 (Urk.
6
/47/1-20
) folgende (interdisziplinäre) Diagnosen (S. 8):
-
mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
-
ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
depressive Episode, seit Frühjahr 2014 leichtgradige Episode und fami
liäre Schwierigkeiten, gebessert gemäss psychosomatisch-psychiatri
scher Begutachtung von Dr.
A._
-
chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
primäres Fibromyalgie-Syndrom
-
nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität für ausschliesslich taktile Reize im Bereich der Aussenseite des ganzen linken Beines und Fusses bei allseits normalem Lage- und Vibrationssinn
-
betont im Bereich der unteren im Vergleich zur oberen Körperhälfte
-
betont im Bereich der linken im Vergleich zur rechten Körperhälfte
-
Panalgie
-
diffuse Druckschmerzangabe
-
Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
-
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb und Bauch, Druck im Brustkorb, Kopfschmerzen, Kältegefühl und Einschlafen des linken Beines,
ungerichtete
Steh- und Gehunsicher
heit
-
lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
-
Details siehe I.B) Persönliche Anamnese
-
07/11 Facettengelenksinfiltration von LWK5/SWK1
-
04.10.12 Facettengelenksinfiltration von LWK5/SWK1 beidseits und
periradikuläre
Infiltration der Wurzel L5 links und des ISG-Gelenkes links
-
28.02.13
transpedikuläre
Spondylodese
LWK5/SWK1 beidseits mit
CosmicMIA
-
Adipositas mit Body-Mass-Index
von 34.
9 kg/m2
-
gestörte
Gluconeogenese
-
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
-
siehe auch Angaben zu I.B) Persönliche Anamnese
-
arterielle Hypertonie, bekannt seit 1993
-
Kopfschmerzen und Migräne seit 1993
-
chronische venöse Insuffizienz der Beine
-
rezidivierendes Asthma bronchiale
Dr. Z._
führte aus, dass die von der Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwer
den seit Jahren auf auch nicht somatisch und seit spätestens 2010 auf vordergründig nicht mehr somatisch abstützbare Beschwerden hinwiesen. Während der klinischen Untersuchung habe sie eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik entwickelt, im Rahmen derer zwei der fünf
Waddell
-Zeichen, als Hinweise auf nicht organisch-abstützbare Beschwerden, demon
striert worden seien. Die Beschwerdeführerin habe diffuse Druckschmerzen sowie sämtliche Bewegungen der Gelenke als schmerzhaft geschildert. Diese Mimik und Gestik könne er vor
dergründig nicht mit einem bekannten somatisch-pathologischen Krank
heitsbild begründen (S. 9).
Der Gutachter hielt weiter fest, er könne die von der Beschwerdeführerin geklagte nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität ausschliesslich für taktile Reize im Bereich der Aussenseite des ganzen linken Beines und Fusses nicht auf ein bekanntes somatisch-rheumatologisches Krankheitsbild abstützen.
Die Beschwer
de
führerin habe ferner diffuse Druckschmerzen geschildert, welche
er vorder
grün
dig nicht auf ein bekanntes somatisch-pathologisches Krankheitsbild abstützen könne. Möglich sei, dass sich seit 2009/2010 ein
primäres Fibromyal
gie-Syndrom entwickelt habe, wobei primäre Formen dieses
Syndroms – im Gegen
satz zu sekundären Formen – zumeist nicht somatisch abstützbar seien und er keine Hinweise auf ein sekundäres Syn
drom gefunden habe (S. 9 f.).
Im Weiteren führte
Dr. Z._
aus, er könne an den oberen Extremitäten, abge
stützt auf objektivierbare Befunde, keine relevanten somatisch-patholo
gi
schen
Befunde und keine Hinweise auf eine funktionelle Einschränkung objek
ti
vieren (S. 11). Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Schmer
zen im Bereich der Wirbel
säule würden sodann auf vordergründig nicht somatisch
abstützbare Beschwerden hinweisen. Die Palpation der paravertebralen Weich
teile sei von der Beschwerde
führerin als schmerzhaft beschrieben worden,
ohne dass er einen korrelierenden Weichteilbefund habe objektivieren können
.
Anamnestisch und klinisch bestün
den keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom, einen symp
tomatisch engen Spinalkanal, einen Nervendehnungsschmerz oder auf eine Irrita
tion/Kompression des Gefäss-Nervenbündels. Im
Austrittsbericht vom 7. März 2013 (vgl. Urk.
6
/47/23-24) sei erwähnt worden, dass die Operation wegen thera
pierefraktärer Schmerzen geplant worden sei, wobei damals keine Hinweise auf ein
radikuläres
Aus
fall
syndrom genannt worden seien. Dies bedeute, dass bei unspezifischen Rückenbeschwerden, die vordergründig nicht somatisch abstütz
bar gewesen seien, und ohne Hinweis auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyn
drom eine Operation durchgeführt worden sei. Die radiologisch-pathologischen Befunde der ganzen Wirbelsäule dokumentierten zwar altersent
sprechende zervikal
leichtgradige degenerative Veränderungen, gingen aber nicht mit einer Bew
e
gungseinschränkung einher. Hinsichtlich de
r Brustwirbel- und Lenden
wirbel
säule
(
BWS und
LWS)
zeige sich je eine leichtgradige Skoliose, welche indessen derart diskret ausprägt seien, dass sie klinisch nicht objektivier
bar seien (S. 12 f.). Betref
fend die unteren Extremitäten wies
Dr. Z._
darauf hin, dass die Beweg
lichkeit der Hüftgelenke beidseits frei sei und die Kniegelenke unauffällig seien, wobei er insbesondere die Diagnose einer Gonarthrose nicht bestätigen könne (S. 13).
Der Gutachter hielt ferner fest, dass er allgemeininternistisch – abgesehen von der Adipositas – keinen relevanten somatisch-pathologischen Befund objek
tivie
ren könne. Gewichtsreduzierende Massnahmen seien aus medizini
scher Sicht indiziert und in der Umsetzung auch zumutbar (S. 13 f.).
Bezüglich der von der Beschwerdeführerin angegebenen multiplen Beschwer
den seit 2009/2010 (Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb und Bauch, Druck im Brustkorb, Kopfschmerzen, Kältegefühl und Einschlafen des linken Beines und
ungerichtete
Steh- und Gehunsicherheiten) könne er
keine korrelie
renden somatisch-pathologischen Befunde objektivieren, w
eshalb er an funktio
nelle Beschwerden denke (S. 14).
Dr. Z._
hielt weiter fest, dass die Arbeitsfähigkeit aus rein somatisch-rheumato
logischer Sicht zu keinem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt ge
wesen sei. Im Zusammenhang mit der am 28. Februar 2013 durchgeführten Rückenoperation resultiere eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, bei grosszügiger Auslegung, von maximal zwei bis drei Monaten. Für Haus
haltsarbeiten mit einem leicht bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeits
profil könne ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formu
liert werden (S. 14-17
,
S. 18; vgl. auch Urk.
6
/47/26-27 S. 1).
Der Gutachter wies schliesslich darauf hin, dass die Prognose aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht als gut zu beurteilen sei. Ungünstig sei hingegen die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin nach langan
haltender beruf
licher Arbeitsabstinenz wieder beruflich tätig werde. Diesbe
züg
lich seien, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, die krank
heitsfremden Faktoren wie die länger anhaltende berufliche Arbeitsab
stinenz, die begrenzten Deutschkennt
nisse, die limitierte Berufsbildung,
das
Alter der Beschwerdeführerin, die ungüns
tige Arbeitsmarktsituation und die möglicherweise limitierte Motivation massge
bend ursächlich (Urk.
6
/47/1-20, S. 18
,
S. 19).
3.2.2
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten vom 29. September 2014 (Urk.
6
/47/28-44) folgende Diagnosen auf (S. 9):
-
mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
-
ohne anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
depressive Episode, seit Frühjahr 2014 leichtgradige Episode (ICD-10 F32.0)
-
familiäre Schwierigkeiten, gebessert (ICD-10 Z63)
Der Gutachter führte aus, dass es der Beschwerdeführerin bis 2010 allgemein gut gegangen sei, auch psychisch, wobei sie Mühe gehabt habe, den Tod ihrer Mutter (August 2009) zu verarbeiten. Sie sei in eine starke Trauer geraten und von dritter Seite seien akzentuierte Persönlichkeitszüge fest
ge
stellt worden. Dies möge zutref
fen, allerdings sei die Mutter nun gestorben und in Bezug auf andere Personen zeige die Beschwerdeführerin kein Ab
häng
igkeitsverhältnis. Eine Per
sön
lichkeitsstörung lasse sich nicht diagnos
tizieren. Im Jahr 2009 respektive 2010 sei es zu mehreren Lebensproblemen
(Kündigung, starke Schmerzen, heftige Ehe
probleme) gekommen. Es sei anzu
nehmen, dass aufgrund dieser Schwierigkei
ten zuerst eine depressive Reak
tion entstanden sei. Da sich diese nach zwei Jahren nicht zurückgebildet habe, müsse ab Sommer 2012 von einer depressiven Episode ausgegangen
werden. Dabei sei es auch zu mittelgradigen depressiven Episoden gekom
m
en, was während der
Hospitalisation
en
der Fall gewesen sei. Dazwischen bezieh
ungsweise seit der zweiten
Hospitalisation
sei die depressive Episode nur leichtgradig ausgeprägt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe eine regel
mässige Tagesstruktur, fahre Auto, sei in der Lage, drei- bis viermal pro Jahr Ferien im Heimatland
H._
zu verbringen, und habe die sozialen Kontakte auch nicht abgebrochen. Der aktuelle Befund (10. September 2014) sei nicht auffällig. Die Beschwerdeführerin sei etwas „gedrückt“ und traurig, nicht aber deutlich ver
stimmt. Sie zeige keine unbegründeten Ängste, es bestünden allerdings hypo
chondrische Befürchtungen, welche zum psychosomatischen Krankheitsbild gehörten. Die Beschwerdeführerin lasse sich psychiatrisch behandeln, was genü
gend sei, ihre medikamentöse Compliance sei indessen nicht vollumfänglich aus
reichend (S. 10).
Bezüglich psychische Komorbidität hielt Dr.
A._
fest, dass es gemäss der ICD-10 bei den chronischen Schmerzstörungen in der Regel zu Ver
stimmungen und Ängsten komme und diese Problematik also bereits in der Diagnose der anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung enthalten sei und
nicht als eigen
ständige psychische Komorbidität aufgefasst werden könne. Di
e Schmerzkrankheit sei zirka 2010 entstanden, zuerst mit Rücken
schmer
zen, später seien andere schmerzende Körperteile dazugekommen. Gemäss den Angaben der Beschwerde
führerin stellten die Schmerzen ihr Hauptproblem dar. Da sie am 10. September 2014 auf die Schmerzen fixiert sei, hypo
chon
drische Befürchtungen hege und eine Schmerzausdehnung zeige, könne eine anhaltende Schmerzstörung diagnos
tiziert werden. Die Schmerzen bildeten zudem den Hauptfokus des Interesses der Beschwerdeführerin. Es bestünden sodann ungünstige krankheitsfremde Faktoren wie eine längere Phase von Arbeitsuntätigkeit und eine mässige sprachliche Integration (S. 11).
Dr.
A._
wies weiter darauf hin, es bestehe keine anhaltende schwere psy
chische Komorbidität, abgesehen von den beiden
Hospitalisationen
, wäh
rend denen eine mittelgradige psychische Komorbidität bestanden habe.
Dr. Z._
habe sodann keine rheumatologischen Befunde festgestellt, welche die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einschränkten. Im Weiteren sei
die soziale Integration erhalten geblieben und die prämorbide Persönlich
keits
struktur nicht auffällig. Die
Schmerzproblematik sei progredient und
chro
ni
fiziert
. Damit treffe eines der Kri
terien, damit eine somatoforme Schmerz
störung zu einer langdauernden Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führe, zu, dies jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Zu dieser Beurteilung führe
insbesondere die Tatsache, dass keine schwere und anhaltende psychische Komor
bidität bestehe. Sodann sei die Prognose nicht ungünstig (S. 11-12).
Der Gutachter bemerkte sodann, dass keine körperlichen, geistigen oder psychi
schen Beeinträchtigungen bestünden, da die Beschwerdeführerin die Schmerzen in der Regel überwinden könne, weil keine relevante psychische Komorbidität vorliege. Entsprechend existierten keine Beeinträchtigungen betreffend ihre bis
herige Tätigkeit. Die Funktionen seien teilweise eingestellt und die Belastbarkeit herabgesetzt, wobei vor allem ungünstige krank
heits
fremde Faktoren als Ursache vorlägen (S. 12). Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei in vollem Ausmass zumutbar. Eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von über 20 % habe erstmals im Dezember 2011 bestanden. Bis März 2012 sei es bei einer zirka 30%igen Einschränkung geblieben. Von April 2012 bis Februar 2014 sei keine relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vorhanden gewesen. Während der zweiten
Hospi
talisation
sei eine vorübergehende Einschränkung von ungefähr 30 % ent
standen (S. 13). Die Arbeitsfähigkeit sei bis Februar 2014 auf hohem Niveau geblieben, habe sich aber dann vorübergehend auf 70 % reduziert, um dann ab zirka März 2014 wieder uneingeschränkt zu sein (S. 15). Seither bestehe keine Einschränkung mehr. Dr.
A._
wies weiter darauf hin, dass eine genügende medikamen
töse Compliance dazu führen würde, dass keine Rückfälle mehr ein
treten würden (S. 13). Die Beschwerdeführerin könne ähnliche Arbeiten wie früher ausüben, wobei sie zu Beginn aber Erholungsmöglichkeiten erhalten sollte. Hoher Stress, Verletzungsgefahr und Ähnliches seien zu Beginn zu ver
meiden. Die Beschwerdeführerin könne Hilfsarbeiten ausüben (S. 15).
3.2.3
In ihrer interdisziplinären Beurteilung vom 29. September 2014 (Urk.
6
/47/26-27
) wiesen die Gutachter darauf hin, dass in interdisziplinärer Hinsicht zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden könne (S. 2).
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) präsentierte sich die medizi
nische Sachlage wie folgt:
4.2
Im
Bericht vom 20. Januar 2020 (Urk. 6/101/13-15) führte
n
Prof.
Dr.
med
.
B._
, Klinikdirektor
Stv
.,
Dr.
med.
C._
, Oberärztin,
Dr.
med.
D._
, Assistenzärztin
,
und
Dr.
med.
E._
, Assistenzärztin,
Klinik für Pneumologie am
Universitäts
spital
F._
, folgende Diagnosen
auf
(S. 1):
-
habituelles Schnarchen
-
ESS 5/24 Punkten
-
respiratorische Polygraphie 03
/2
020: AHI 3/h, ODI 4/h, ¢SpO2 91 %
-
Adipositas WHO Grad II
-
BMI 25.
3 kg/m2
(richtig wohl: BMI 35.3 kg/m
2
)
-
allergisches Asthma bronchiale
perennialis
, ED 2016
-
Beschwerden ehemals ganzjährig bei Belastung, beim Putzen der Katzen
toilette und saisonal
aggraviert
im März bis April
-
Atopiescreening
: Birke, Esche, Ambrosia, Prick Eigenstaub positiv, Prick häusliche Allergene negativ
-
spezifische
lgE
nachweisbar gegen Haussta
u
bmilben, Schimmelpilz Mix, Katze, Birke
-
nasale Provokation Hausstaubmilben, Katze negativ
-
aktuell: nach GINA-Guidelines kontrolliert, Inhalationstherapie selbständig gestoppt
-
Rhinokonjunktiviti
s
allergica
-
Beschwerden im März bis April und beim Putzen der Katzentoilette
Die Arztpersonen führten aus, dass sich das Asthma bronchiale gemäss GINA-Guidelines auf Stufe 1 befinde und sich funktionell keine obstruktive Ventilati
onsstörung
zeige
.
Bezüglich
einer obstruktiven Schlafapnoe hielten sie fest, dass keine Hinweise auf eine alveoläre Hypoventilation bestünden und ausser Schnar
chen keine
s
chlafmedizinisch relevanten Symptome vorlägen. Die respiratorische Polygraphie zeige in der audiovisuellen Aufzeichnung ein lautes Schnarchen, ein
e
obstruktive Schlafapnoe liege indes nicht vor (S. 3).
4.
3
Dr.
G._
nannte
in ihrem vom
H._
ins Deutsche übersetzten Fach
arztbericht vom
27. August 2020 folgende Diagnosen (Urk. 6/99
/1
):
-
ICD-10 F33.1
[rezidiv
i
erende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode]
-
ICD-10 F.41.0 [Panikstörung (
episodisch paroxysmale Angst
)
]
Seit zwei Wochen nach der Anreise nach
H._
habe die Beschwerdeführerin paroxysmale Angstattacken, verbunden mit vegetativen Symptomen. Zwischen den Attacken bestehe eine
antizipatorische
Angst. Die Ärztin berichtete unter anderem von
Insomnia
,
einer
Verschlechterung der Laune und
von einem
merk
lichen Rückfall des depressiven Syndroms.
4.
4
Dr.
I._
, Oberarzt
Chiropraktische
Medizin,
und
cand
.
chiro
. med.
J._
, Unterassistenzärztin,
Universitätsklinik
K._
,
führten
am 4. Ja
nuar 2021 fo
lgende Diagnosen
an
(Urk. 6/102
/24-25 S. 1):
-
chronische
Lumboisc
hialgie
, Differenzialdiagnose
(DD)
L5-Radikulopathie links und ISG-
Dysfunktion links mit/bei:
-
MRI LWS 09/202
0
: L4/5
rezessale
Einengung mit möglicher leichter Kom
pression der Nervenwurzel L5 beidseits
-
s
egmentale Dysfunktion L4/5 linksbetont sowie
myotendinot
ische
Verän
de
rungen in den Mm.
q
uadratus
lumborum
links und
glut
a
e
us
medius
links
-
Status nach
Spondylodese
L5/S1 vom 28. Februar 2013
-
Bursitis
trochanterica
links
-
Status nach Infiltration 11/2020 mit gutem Ansprechen
-
Hallux
valgus
links
Die Fachpersonen führten aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 30. Novem
ber 2020 in
chiropraktischer
Behandlung stehe und seither die Therapie mittels
chiropraktischer
Manipulation, Flexions-Distraktionsmobilisation und
myofaszi
aler
Massnahmen, inklusive Dry
Needling
, erfolgt sei.
Die Beschwerdeführerin habe
aufgrund der
durchgeführten Massnahmen
bislang von einer 60%igen Beschwerdelinderung profitieren können. Aktuell persistierten noch Restbe
schwerden, insbesondere bei längerem Sitzen (mehr als eine Stunde).
4.
5
In seinem Bericht vom 11. Januar 2021 (Urk.
6/101/7-10) stellte
Dr.
med.
L._
, Oberarzt i.V., Adipositas Zentrum
am
Universitätsspital F._
, folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
Status nach
lap
. proximale
m
Roux-Y-
Gastric
-Bypass am 25. Mai 2020
bei Adipositas WHO Grad II
-
2016: BMI 36.4 kg/m2
-
2
3.
September 2019: Gewicht 92 kg (etwa stabil), BMI 34.6
kg/m2
-
2
7.
Januar 202
0.
Gewi
cht mit Kleidern und Schuhen 98
kg
(+ 6 kg seit 09/2019)
, BMI 36.9 kg/m2
-
1
6.
September 2020: Dysphagie
, Gewicht 79 kg (- 20 kg seit
Bariatrie
)
-
Gastroskopie 6. Oktober 2020:
Anastomosenulkus
, aktuell klinische Besse
rung
-
aktuell 11.
Januar 2021: gutes Resultat sechs Monate nach
Bariatrie
, Gewicht 73 kg (-
26 kg seit
Bariatrie
), BMI 27.3 kg/m2
-
Verdacht auf klinisch en
dokrin inaktives Hypophysen Mik
roadenom (maximal 8 mm), ED zirka 2017
-
DD
: Rathke-Zyste weniger wahrscheinlich
-
September 2019: anamnes
tisch
blande
Perimetrie
bei Dr.
M._
-
MRI-Hypophyse 12. Dezember 2018:
s
charf begrenzte Läsion der
Aden
o
hypophyse
8.5 x 5 x 8 mm
-
15. September 2019:
k
eine Hinweise auf
Hypop
h
ysenvorderlappeninsuffi
zienz
oder Hormonexzess
(
Prolactin
, GH)
-
03/2020: anamnestisch selten intermittierende, nicht störende
Galactorrhoe
bei
biochemisch normwertige
m
Prolactin
und normale
r
Hypophysenvor
derlappenfunktion
.
Hypophysen-MRI: 6. März 2020: im Vergleich zur MRI vom 1
2.
Dezember 2018 diskrete Grössenprogredienz der
intrase
llären
Läsion rechts (maximal +
1 mm)
-
Weichteilplus im Fundus der Gallenblase, ED 01/2020
-
am ehesten
Gallenblasenpolyp
-
eventuell mit
Bariatrie
kombi
nierte
Cholezystektomie
geplant
-
Gastroösophagealer
Reflux anamnestisch seit mindestens 2016
-
Gastroskopie am 1
9.
Ju
li 2018: leichte
antrumbetonte
G
astritis, keine axiale
Hiatushernie
, histologisch kein H.
pylori
-
Gastroskopie vom 30. Janu
ar 2020: leichte chronische
Typ
C
Antrumgas
tritis
, histologisch kein H.
pylori
-
sonographisch
leichte Lebersteatose, ED 01/2020
-
am ehesten
NAFLD
-
Status nach im Kolon histologisch nachgewiesener Entzündung 2012
(am ehes
ten durch NSAR)
, normale Koloskopie 07/2018
-
aktuell klinisch beschwerdefrei
-
keine erneute Koloskopie nötig gemäss aktenkonsiliarischer Beurteilung vom 30. Januar 2020
-
aktenanamnestisch Diabetes mellitus Typ 2, ED 01/2018
-
am ehesten
nur Prädiabetes, uns liegt
kein HbA1c >
6.5 %
oder eine
Nüch
ternplasmaglukose
>
7 mmol/L vor
-
cvrf
: Adiposita
s, arterielle Hypertonie (LDL-C
3.1 mmol/L
-
23. September 2019: Hba1c 6.1%
-
30. Januar 2020: Hb
A1c 6.1 %
Nüchternplasmaglukose
6.5mmol/L
-
allergisches Asthma bronchiale
perennialis
, ED 2016
-
Beschwerden ehemals ganzjährig bei Belastung, beim Putzen der Katzen
toilette und saisonal
aggraviert
im März bis April
-
Atopiescreening
: Birke, Esche, Ambrosia, Prick Eigenstaub positiv, Prick häusliche Allergene negativ
-
spezifische
lgE
nachweisbar gegen Hausstabmilben, Schimmelpilz Mix, Katze, Birke
-
nasale Provokation Hausstaubmilben, Katze negativ
-
aktuell: nach GINA-Guidelines kontrolliert, Inhalationstherapie selbständig gestoppt
-
rezidivierende depressive Störung und gemischte Angststörung, ED 2010
-
2010, 2012, 2013: zirka ein bis drei Monate stationär psychiatrisch betreut
-
seither regelmässige psychiatrische und medikamentöse Behandlung
-
habituelles Schnarchen
-
ESS 5/24 Punkten
-
respiratorische Polygraphie
03/2020: AHI 3/h, ODI 4/h, ¢SpO
2 91 %
-
arterielle Hypertonie, ED anamnestisch im 2
7.
Lebensjahr
-
am ehesten
essentiell bedingt, unauffällige Untersuchungen 2007-2008
-
Echo 01/2016: unauffälliger Befund
-
chronische Rückenschmerzen bei
Status nach
Spondylodese
L5/S1 2
013
-
anamnestisch präoperativ viele
Glucocorticoidinfiltrationen
-
aktuell immer wieder Schmerzen und Physiotherapie
-
atypische
Thoraxschmerzen
, Anstrengungsdyspnoe (NYHA II-III,
mMRC
2-3) unklarer Ätiologie
-
kardiologische Abklärung i
nklusive TTE, Ergo, Herz-MRI
2016
-
Verdacht auf Gonarthrose
beidseitig
Seitdem
am 6. Oktober 2020 in der Gastroskopie ein
Anast
homosenulkus
gesehen worden sei und
die Beschwerdeführerin
Omeprazol
80 mg pro Tag einnehme,
seien
die Sc
hluckprobleme verschwunden
. Die Transaminasen (isoliert ALT) seien noch leicht erhöht
und trotz
Gewichtsreduktion bestehe noch immer ein Prädia
betes. Be
ides werde vorerst beobachtet, wobei die
nächste Verlaufskontrolle zur Jahreskontrolle am 28. Mai 2021 statt
finde
(S. 3 f.).
4.6
Dr.
med
.
N._
, Konservativer
Oberarzt Wirbelsäule,
Klinik K._
, nannte am 19. Januar 2021 folgende
Diagnosen (Urk. 6/102/26-27 S. 1
):
-
Lumbofemoralgien
links mit/bei
-
Status nach
Spondylodese
L5/S1 vom 28. Februar 2013
-
ISG-
Arthropathie
links
-
Bursitis
trochanterica
links
-
Hallux
valgus
links
-
Hühnerauge linker Ferse plantar
-
a
symptomatischer
Hallux
valgus
links
-
Plantarfaszii
tis
links
Der Arzt
führt
e
aus,
dass betreffend den linken Trochanter und das linke
Iliosakralgelenk
eine deutliche Beschwerdelinderung eingetreten sei, weshalb die Weiterführung der
chiropraktischen
Behandlung zu empfehlen sei. Bezüglich der Hühneraugen an der linken Ferse erfolge eine Überweisung an den Dermatologen (S. 2).
4.7
Am 16. Februar 2021 stellten Prof.
Dr.
med.
O._
, Leitender Arzt,
und
Dr.
med. univ.
P._
, Assistenzarzt,
Klinik für Gastroenterologie und Hepato
logie am
Universitätsspital F._
, folgende Di
agnosen (Urk. 6/102/28-29 S. 2
):
-
h
yperechogenes Leberparenchym, vereinbar mit Steatose
-
Fibroscan
normwertig, CAP rückläufig
-
Verdacht auf kleinen Gallenblasenpolyp im Fundus
-
stabil im Jahresverlauf
-
Pankreaslipomatose
-
k
leine Nebenmilz im Milzhilus (7 x
8 mm)
Der Arzt führte aus, dass die
sonografischen
Befunde im Wesentlichen unverän
dert seien. Die GPT sei weiterhin leicht erhöht, wobei ein H
ep. B/C-Screening sowie ein AIH-
Screening negativ ausgefallen seien, bis auf isoliert erhöhe ANA. Eine AIH sei somit unwahrscheinlich. Eine erneute
sonografische
Kontrolle erfolge in einem Jahr.
4.8
Der Hausarzt
Dr.
med.
Q._
, FMH Innere Medizin und FMH Rheumatologie,
nannte
in seinem Bericht vom 15. April 2021 (Urk. 6/102/1-6) folgende Diagno
sen mit Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 3 Ziff. 2.5):
-
chronische mittelschwere Depression (ICD-10 F33.1/F.41.0)
-
chronische
Lumboischialgie
mit
radikulärer
Ausstrahlung S1 links
bei Status nach
Spondylodese
2013
-
statische Fussbeschwerden bei Spreizfuss
-
Gonarthrose links
-
Adipositas bei
Status nach
Magenbypass
-
arterielle Hypertonie
-
Dysphagie bei Status nach Magenbypass
Dr.
Q._
führte aus, dass die bisherige Tätigkeit als Fabrikmitarbeiterin für
die Wirbelsäule sehr belastend sei und nannte als Funktionseinschränkungen eine verminderte Belastbarkeit der
LWS
sowie psychische Beschwerden (S. 4 Ziff. 3.3 f.). Seit 2010 bestehe
bis auf weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.3), wobei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei und sie in einer angepassten Tätigkeit
während
ein bis zwei Stunden pro Tag arbeiten könne (S. 5 Ziff. 4.1 f.).
4.9
Die behandelnde Psychiaterin Dr. med.
R._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie,
stellte
am 18. April 2021 folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/101/1-6 S. 3 Ziff. 2.4 f.):
-
rezidivierende depressive
Störung seit 2010, gegenwärtig
schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F
33.2)
Dr.
R._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit Beginn der Behand
lung am 19. Dezember 2017 zu 100 % arbeitsunfähig sei (S. 2 Ziff. 1.1, Ziff. 1.3).
Letztere
lebe mit ihrem Ehemann eine schwierige Beziehung mit Streit, Vorwürfen sowie Beleidigungen und fühle sich in der Ehe unglücklich, könne aber nichts
daran ändern, da sie vom
Ehegatten finanziell abhängig sei. Während der Behand
lung seit der Rentenabweisung seien zahlreiche medikamentöse Umstel
lungen durchgeführt worden, wobei keine Besserung des psychischen Zustands eingetreten sei.
Antriebs- und
Kraftlosigkeit, Erschöpfung, Verzweiflung, Unsi
cherheit, Misstrauen, verminderte Aufmerksamkeit/Konzentration, reduzierte Auf
nah
mefähigkeit, Vergesslichkeit, bedrückte Stimmungslage, ausgeprägte Schlaf
losigkeit, grosse innere Unruhe und psychomotorische Angespanntheit prägten den Alltag der Beschwerdeführerin seit Jahren
. Sie leide zudem an ver
schiedenen körperlichen Beschwerden (S. 2 f. Ziff. 2.1 f.
). Die Beschwerdeführerin sei sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (S. 5 Ziff. 4.1 f.).
4.10
In ihrem Bericht vom 8. Oktober 2021 (Urk. 9/2 S. 1-3)
führten
Dr.
med
.
S._
, Oberarzt
ZfP
und Facharzt Neurologie, PD
Dr.
med.
T._
, Leitender Arzt Paraplegie und Facharzt für Neurologie
,
und
Dr.
med.
U._
,
Assisten
z
arzt
,
Klinik
K._
, folgende Diagnosen
auf
(S. 1):
-
chronische
Lumboischialgie
bei L5-Radikulopathie links mit/bei:
-
elektrophysiologische
r
Untersuchung vom 6. Oktober 2021: regelrechte ENG und SEPs des
Nervus
tibialis
beidseitig. Zeichen von chronischer
Denervation
in der EMG
des M.
e
xtensor
digitorum
longus
und M.
gastro
cnemius
-
MRI LWS 09/2020: L4/5
rezessale
Einengung mit möglicher leichter Kom
pression der Nervenwurzel L5 beidseits
-
segmentaler Dysfunktion L4/5 l
inksbetont sowie
myotendino
ti
schen
Ver
änderungen in den Mm.
q
uadratus
lumborum
links und
gluteus
medius
links
-
Status nach
Spondylodese
L5/S1 vom 28. Februar 2013
-
Bursitis
trochanterica
links
-
Status nach Infiltration 11/2020 mit gutem Ansprechen
-
Hallux
valgus
links
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin
berichte
über chronische Schmer
zen im linken Lendenbereich seit 200
9.
Die Schmerzqualität sei unterschiedlich, teilweise als s
chmerzhafte Parästhesien beschr
i
e
ben, welche belastungsabhängig seien (vor allem bei langem Laufen, Stehen oder Sitzen). Eine Linderung der Schmerzen werde teilweise durch die stattgehabten Nervenwurzelblocks L5 links (zirka 20%ige Linderung) erreicht (S. 1). Im Vordergrund stünden Schmerzen, welche einem neuropathischen Charakter glichen, wobei
mit der
Behandlung mit
Lyrica
begonnen werde
(S. 2).
4.11
Dr.
med.
V._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
W._
, Assistenzarzt,
Klinik für Urologie am
Universitätsspital F._
, stellten in ihrem Bericht vom 10. Januar 2022 (Urk. 9/4)
zusätzlich zu den
im
Universitätsspital F._
-Bericht vom 11. Januar 2021
genannten
(vgl. E. 4.5) folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
mehrere kleine
Angiomyolipome
der rechten Niere, ED 5. Januar 2022
-
MRI Nieren vom 5. Januar 2022: a
nalog zur CT-Voruntersuchung vom 4. Oktober 2021 mehrere kleine
Angiomyolipome
der rechten Niere. Ansons
ten Nieren und ableitende Harnwege regelrecht. Beschriebenes Weich
teilplus im Gallenblasenfundus nicht abgrenzbar. Kein Korrelat für die rechtsseitigen Flankenschmerzen.
-
CT-Abdomen 10/2021: d
ie vier
fettisodensen
Raumforderungen in der rechten Niere sind passend zu
Angiomyolipomen
, DD Lipome. Keine
Uroli
thiasis
. Im Seiten
v
ergleich zeige sich das rechte NBKS leicht dilatie
rt und das Fettgewebe um das NB
KS
is
t
obliteriert
. Bei auch unscharfer Darstellung der gesamten
Berandung
des NBKS
sei
am ehesten von einem entzünd
lichen Prozess, DD chronische Pyelitis, auszugehen. Eine
umschriebene und dringend
malig
nomsuspekte
Raumforderung sei nicht ersichtlich.
-
unklare rechtsseitige Flankenschmerzen
-
keine Besserung durch empirische
Bactrim
-Gabe 11/2021 und Prednison-Therapie 12/2021
-
keine urologische Ursache
eruierbar
-
Labor 12/2021:
bland
-
Urinkultur 01/2022: kein relevantes Keimwachstum
Die Ärzte führten aus, dass beim gutartigen Befund keine weitere Therapie indi
ziert sei und die Beschwerdeführerin lediglich für jährliche
sonographische
Ver
laufskontrollen aufgeboten werde. Im Weiteren lasse sich keine urologische Ursa
che für die rechtsseitigen Flankenschmerzen objektivieren (S. 3).
5.
5.1
Im Vergleich zu den seit der
renten
abweisenden Verfügung vom
29. September 2015
(Urk.
6/81
) eingegangenen Berichten ist keine
revisionsrechtlich
wesent
liche Veränderung der gesundheitlichen Situation ausgewiesen und es stehen nach wie vor die seit
2009/2010
bei der Beschwerdeführerin
bestehende
depres
sive Störung
sowie
die
seit dem gle
ichen Zeitpunkt persistierenden Beschwerden
im Bereich der Wirbelsäule
respektive des
Iliosakralgelenk
s
im
Vordergrund.
5.2
5.2.1
In den Berichten der Ärzte
der Universitätsklinik
K._
finden sich keine Angaben über eine
massgebliche
Veränderung der
somatischen
Situation
sei
t September 2015 (Urk. 6/91/3-4,
Urk. 6/102/24-27, Urk. 9/2). Die Ärzte wiesen viel
mehr auf die seit mehreren Jahren bestehenden Beschwerden
im tiefen LWS-Bereich linksbetont,
im
linken ISG-Bereich und
im
linken
Trochanterbereich
mit Ausstrahlung in den linken Oberschenkel dorsal
respektive
auf entsprechende
chronische Schmerzen seit 2009 hin
; die Beschwerdeführerin berichtete
ebenfalls
über chronische Schmerzen im linken Bein seit 2009
(Urk. 6/91/3-4 S. 1 f., Urk. 9/2 S. 1 f.)
.
Die Arztpersonen gingen von
eine
r
chronische
n
Lumboischialgie
beziehungsweise im Sinne einer Differenzialdiagnose
von
eine
r
L5-Radikulo
pathie links und ISG-D
ysfunktion links
aus
,
wobei
sie
unter Hinweis auf ein MRI der LWS vom September 2020
eine
L4/5
rezessale
Einengung mit möglicher leich
ter Kompression der Nervenwurzel L5 beidseits
erwähnt
en
(Urk. 9/102/24-25 S. 1). Auch wenn im Gutachten von
Dr. Z._
vom 29. September 2014 Hinweise auf ein
radikuläres
Reizsyndrom verneint wurden (Urk. 6/47/1-20 S. 12), kann aus dem Umstand
allein
, dass sich im
genannten
MRI Anhaltspunkte für eine mögliche Kompression der Nervenwurzel
L
5 beidseits zeigten, nicht auf eine
relevante
Verschlechterung
des Gesundheitszustands
geschlossen werden. Die in Frage stehende mögliche Kompression
wurde als leicht
beurteilt
und die von der Beschwerdeführerin geklagten B
eschwerden konnten mittels
chiropraktischer
Mani
pulation, Flexions-Distraktionsmobilisation und
myofaszialen
Massnahmen um 60 % gelindert werden – so dass lediglich noch Restbeschwerden insbeson
dere bei längerem Sitzen (über eine Stunde)
und Stehen
bestanden (Urk. 9/102/24-25 S. 1, Urk. 9/102/26-27 S. 1 f.) – respektive mittels Nervenwur
zelblocks L5 um 20 % (Urk. 9/2 S. 1).
Bezüglich der Bursitis
trochanterica
links berichteten die Ärzte
sodann
von einem guten Ansprechen auf die im November 2020 durchgeführte Infiltration (Urk. 8/102/24-25 S. 1, Urk. 9/2 S. 1)
.
Auf eine relevante Verschlechterung der Schmerzproblematik im Bereich der linken unte
ren Körperseite im Vergleich zum Zustand, welchen die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung im September 2014
schilderte
, lässt diese Aktenlage nicht schliessen. Dannzumal berichtete die Beschwerdeführerin über permanente Schmerzen, welche
seit Oktober 2010
auf einer visuellen Analog-Skala im Bereich von sieben bis zehn fluktuiert und gar zu
Bewusstlosigkeiten
geführt hätten (
Urk.
6/47/2).
Der Hausarzt D
r.
Q._
erwähnte in seinen
Bericht
en
vom
13. November 2019 (Urk. 6/102/12)
,
1. September
2020 (Urk. 6/91/10)
und 16. Oktober 2020
(Urk.
6/19/9
eine Zunahme des
lumbospondylogenen
Syndroms respektive eine Verschlechterung der degenerativen Veränderungen im Bereich des Bewegungs
apparates
beziehungsweise der Wirbelsäule/Gelenke
sowie der Depression, sprach
sich aber nicht darüber aus, inwiefern eine e
ffektive Veränderung des Gesund
heitszustands stattgefunden hat
. Er setzte sich insbesondere
auch nicht mit den Fakten, wie sie sich aus den für die Renten
aufhebung massgebenden medizini
schen
Vorakten
ergaben,
fundiert auseinander, was die Rechtsprechung für die Beweistauglichkeit einer medizinischen Unterlage im Revisionsverfahren voraus
setzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 4.2
3).
Was die vom Hausarzt postulierte Verschlechterung der depressiven Störung angeht, ist zu berücksichtigen, dass er über keinen Facharzttitel in Psychiatrie verfügt.
Im Übrigen ging
er
unverändert
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit 2010 (Urk. 6/102/1-6 S. 2 Ziff. 1.3)
und entsprechend ebenfalls von keiner revisionsrechtlich wesentlichen Änderung aus
.
Was den Bericht der Klinik für Pneumologie am
Universitätsspital F._
vom 20. Januar 2020 (Urk. 6/101/13-15) betrifft, so ist nicht ersichtlich, dass das
–
bereits im Gutach
ten von
Dr. Z._
t
hematisierte
(Urk. 6/47/1-20 S.
3
) – Asthma bronchiale nachtei
lige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat, nachdem der entsprechende Facharzt in funktioneller Hinsicht eine obstruktive Ventilati
onsstörung verneinte.
Gleichermassen
wurde das Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe ausgeschlossen (S. 3).
Ebenso wenig kann aus dem Bericht des Adipositas
Zentrums am
Universitätsspital F._
vom 11. Januar 2021 (Urk. 6/101/7-10) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. Im B
ericht ist
von einem guten Resultat seit der Einsetzung
d
es Magenbypasses am 25. Mai 2020
– inklu
sive Gewichtsreduktion von 26 kg
–
die Rede
(S. 1)
, wobei
sich
insbesondere auch die Schluckstörungen (
Disphagie
) unter entsprechender Medi
kamenteneinnahme eingestellt hätten
(S. 3).
Beim im Bericht erwähnten
Hypophysenadenom
handelt es sich um ein inaktives Mikroadenom ohne Hinweise auf eine
Hypophysenvor
derlappeninsuffizienz
oder einen Hormonexzess (S. 1).
Gleiches gilt bezüglich der Berichte der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie sowie der Klinik für Urologie am
Universitätsspital F._
vom 16. Februar 2021
(Urk. 6/102/28-29)
und 10. Januar 2022
(
Urk. 9/4), wonach sich eine stabile Lebersteatose
,
der Verdacht auf
einen Gallen
blasenpolypen
im Fundus sowie ein gutartiger Nierenbefund ohne Notwendigkeit einer therapeutischen Behandlung zeigten.
Mit Bericht vom 1
4.
April 2021 sprach sich
Dr.
med.
L._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin sowie Endokrinologie-Diabetologie, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie am
Universitätsspital F._
,
sodann explizit gegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
endokrinologischer
Sicht und
für
eine gute Prognose aus (
Urk.
6/100/5).
Dass und inwiefern sich aus gesundheitlicher Sicht eine
anspruchsrelevante
Ver
änderung beziehungs
weise Verschlechterung des
somatischen
G
esundheitszu
stands ergeben haben
soll, geht schliesslich auch aus
den Eingaben der Beschwer
deführerin vom 15. November 2021 und 25. Februar 2022 (
Urk. 1,
Urk. 8)
nicht hervor.
5.2.2
Im Weiteren ist auch hinsichtlich
des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
keine Veränderung ausgewiesen.
Weder Dr.
G._
noch Dr.
R._
thematisierten
eine
Verschlechterung
de
r
gesundheitlichen Situation
seit September 201
5.
Dr.
R._
hielt
am 1
8.
April 2021
lediglich
fest, dass es trotz medikamentöser Umstellung zu keiner Besserung des psychi
schen Zustandsbilds gekommen sei
und dass sich gemäss Angaben der Beschwer
deführerin nach den drei stationären Aufenthalten (2010, 2012 und 2013) nichts an ihrem Zustand verändert habe
(Urk. 6/101/1-6 S. 2 Ziff. 2.1).
Anlässlich der Konsultation vom 1
1.
Januar 2021 im Adipositas Zentrum des
Universitätsspital
s
F._
erklärte die Beschwerdeführerin
dagegen
gar
, dass es ihr
seit
der Steigerung von
Brintellix
im Dezember 2020 von
10 auf 20 mg psychisch gut gehe. Die Steige
rung sei erfolgt, weil es ihr häufig im Winter
– mithin vorübergehend
(vgl. dazu auch:
Urk.
6/47/33)
–
nicht so gut gehe (
Urk.
6/101/8). B
ereits anlässlich der Konsultation vom 1
6.
September 2020 wurde die Psyche anamnestisch als
gut bezeich
net
(
Urk.
6/102/14)
.
Im Übrigen ist
darauf hinzu
weisen, dass
die Beschwerdeführerin in den Jahren 2018 bis 2020 bloss fünf respektive vier Behandlungen pro Jahr bei Dr.
R._
(Urk. 6/101/1-6 S. 2 Ziff. 1.2)
wahr
genommen
und
nur
alle zwei Monate
Dr.
G._
besucht
hatt
e (Urk. 1), was gegen einen hohen Leidensdruck der Beschwerdeführerin beziehungsweise eine wie von Dr.
R._
diagnostizierte schwere depressive Episode spricht
.
Dass die
von
Dr.
R._
erhobenen Befunde sodann ganz wesentlich auf den teilweise unverlässlichen Angaben der Beschwerdeführerin beruh
t
en, zeigt sich darin, dass die an
geführte, angeblich seit Jahren bestehende
ausgeprägte Schlaf
losigkeit (
Urk.
6/101/3
)
im Widerspruch zu den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Behandlung in der Klinik für Pneumologie des
Universitätsspital
s
F._
vom 2
0.
Januar 2020
steht, wonach sie
pro Nacht zwar dreimal wegen N
ykturie aufwache,
jedoch
an keinen Einschlafstörungen leide und regelmässige
Ruhezeiten
von neun Stunden aufweise (
Urk.
6/101/13).
Gegen eine dauerhafte Verschlechterung des psy
chischen Gesundheitszustandes im Vergleich zu Sep
tember 2015 spricht
auch
die Reduktion der psychopharmakologischen Behandlung auf
Brintellix
(
Urk.
6/101/3)
. Of
fensichtlich wurde
n
sowohl das no
ch im September 2014 ver
abreichte
Neuroleptikum
Seroquel
200 mg (
vgl.
Urk.
6/47/33) als auch das im Bericht von
Dr.
G._
vom 2
7.
August 2020 angeführte Antidepressivum
Remeron
sowie das Benzodiazepin
Klonazepam
(
Urk.
6/99/1) nicht (mehr) als indi
ziert erachtet
. Sodann ist
den RAD-Ärzten zu folgen (Stellungnahme vom
7.
Mai 2021,
Urk.
6/110/5), wenn
sie sich dafür aussprechen, dass die von
Dr.
R._
angeführten
Befunde
(
Urk.
6/101/3)
nicht die
erforderlichen Krite
rien
für eine schwere depressive Episode gemäss der
internationale
n
Klassi
fika
tion
psychischer Störungen (ICD-10) erfüllen, verlangt doch die Diagnose gemäss ICD-F33.2
unter anderem
,
dass mindestens acht der für ein
e
leichte und mittel
gradige Episode typischen Symptome und zumindest einige davon beson
ders ausgeprägt vorliegen müssen (
Dilling
/
Mombour
/ S
chmidt
[Hrsg.],
Internati
onale
Klassifikation psychischer St
örungen, ICD-10 Kapitel V [F], 1
0.
Aufl. 2015, S. 169
f.).
Die
Beschwerdeführerin
beschränkte sich schliesslich
in ihren Eingaben vom 15. November 2021 und 25. Februar 2022 (Urk. 1, Urk. 8) lediglich auf den pau
schalen Hinweis, dass sich ihr psychischer Zustand in der Zwischenzeit ver
schlechtert habe. Sie legte indes nicht dar, inwiefern und seit wann sich die bereits bei Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 29. September 2015
(Urk. 6/81)
bestehende Depressions-Symptomatik effektiv verschlechtert hat.
5.3
Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten
eine anspruchsrelevante gesund
heitliche Verschlechterung
im hier massgebenden Beur
teilungszeitraum nicht er
stellt und von weiteren Abklärungen ist in antizi
pierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3) kein anderes Ergebnis zu erwarten
. Es ist nach wie vor davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
die Ausübung ihrer angestammten Tätigkeit
im Umfang von 100 %
zumutbar ist. Die Beschwerdeführerin ist
in diesem Zusam
menhang
darauf hinzuweisen, dass bei diesem Ergebnis nicht
die von
ihr geklag
ten Beschwerden
und die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen
in Frage gestellt werden
. Im
vorliegenden Neuanmeldeverfahren
steht indes
die Frage nach einer allfälligen Veränderung des Gesundheitszustands seit der Ver
fügung vom 29. September 2015 im V
ordergrund, weshalb
insbesondere Arztbe
richte, welche vor diesem Zeitpunkt verfasst worden sind
(vgl. Urk. 3/6-14, Urk. 3/16-2
0, Urk. 6/91
/1-2, Urk. 6/91/11-12
,
Urk. 6/91/18, Urk. 6/99/3-5
, Urk. 6/101/19-24, Urk. 6/102/18-19, Urk. 6/106/18-23)
,
im hiesigen Verfahren nicht relevant sind.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.