Decision ID: 9ed79969-6a65-4822-a3ba-1dee25225d5f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der 1957 geborenen
X._
- bei Hauptdiagnose einer anhaltenden
soma
toformen
Schmerzstörung (
Urk.
10/13/8 und
Urk.
10/17/2) - mit Verfügung vom
2
8.
Januar 1997 (
Urk.
10/18) ab
1.
April 1994 eine ganze Rente der Invaliden
versicherung zu. Diese wurde anlässlich zweier Revisionsverfahren bestätigt, zuletzt mit Mitteilung vom
4.
Juni 2003 (
Urk.
10/27/1-2 und
Urk.
10/47).
1.2
1.2.1
Die IV-Stelle erteilte der Versicherten sodann Kostengutsprache für eine Umschulung (vom im Ausland erlernten Beruf der
Coiffeuse
,
Urk.
10/1
Ziff.
5.2) in den kaufmännischen Bereich im Sinne des Besuches einer Handelsschule (
vom
1
4.
November 2005 bis 1
0.
Februar 2006 sowie vom 2
7.
Februar 2006 bis 1
4.
Juli 2006,
Urk.
10/72 und
Urk.
10/83). Der angestrebte Erwerb des
Büro
fachdiploms
VSH (
Urk.
10/82) scheiterte indes (
Urk.
10/88 und
Urk.
10/92/2). In der Folge
wurde
vom
2.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2006 eine berufliche Abklä
rung an einem Arbeitsplatz
durchgeführt
(
Urk.
10/89) sowie die Einarbeitung in den kaufmännischen Bereich samt schulischer Unterstützung beim selben Ar
beitgeber vom
1.
Januar bis 3
1.
Dezember 2007 (
Urk.
10/107 und
Urk.
10/155). Mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2008 (
Urk.
10/217) stellte die IV-Stelle den er
folgreichen Abschluss der beruflichen
Massnahmen
fest und lehnte eine Verlän
gerung ab, namentlich für die Dauer der während der laufenden
Massnahme
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (wegen einer
Fussoperation
,
Urk.
10/196) unter dem Hinweis, dass die Ausbildungsziele im Wesentlichen erreicht worden seien. Betreffend Rente wurde ein separater Entscheid nach erfolgten weiteren Abklä
rungen in Aussicht gestellt.
1.2.2
Am 1
0.
Mai 2007 (
Urk. 10
/129) hatte die Versicherte die Vergütung von Taxikosten für Fahrten vom Wohn- an den Umschulungsort beantragt unter Auflage eines Zeugnisses von
Dr.
med.
Y._
, Innere Medizin FMH, vom
8.
Mai 2007 (
Urk. 10
/128), welcher unter Hinweis auf Gelenkbeschwerden eine solche Lösung empfahl. Die IV-Stelle lehnte dieses Begehren mit Verfügung vom 1
2.
September 2007 (
Urk.
10/156) ab. Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
10/176)
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
0.
Januar
2010 (
Urk.
10/277) in dem Sinne gut, als es die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung und zum Neuentscheid an die IV-Stelle zurückwies
(Prozess-Nr. IV.2007.01297)
.
Pendente
lite
hatte die IV-Stelle mit Mitteilung vom
1.
November 2007 (
Urk.
10/184) die Kosten für den Taxitransport in der Höhe von
Fr.
250.-- pro
Tag vom 2
9.
Oktober bis
9.
November
2007 übernommen. Mit Verfügungen vom
1
3.
November 2007 und 2
6.
März 2008 (
Urk.
10/191 und
Urk.
10/221) übernahm
die IV-Stelle sodann die Mehrkosten für invaliditätsbedingte Änderungen am neuen Auto der Versicherten.
1.3
Zur Klärung der medizinischen Verhältnisse nach Abschluss der beruflichen
Massnahmen
holte die IV-Stelle das Gutachten der
Z._
vom
2.
September 2008 (
Urk.
10/226) ein. Mit Vorbescheid vom 3
0.
September 2009 (
Urk.
10/255) stellte sie – ausgehend von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit - die
rückwirkende
Einstellung der Rente ab 1
2.
August 2008 (Zeitpunkt der Gesundheitsverbesserung [Datum der Untersuchung im
Z._
,
Urk.
10/226 S. 1]) in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte am 2
0.
Oktober und 1
1.
November 2009 Einwand (
Urk.
10/263 und
Urk.
10/265, vgl. auch
Urk.
10/260) und schloss auf eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit; weiter verwies sie auf einen im Februar 2009 erlittenen schweren Autounfall und eine seither bestehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit.
Die Versicherte hatte am 1
9.
Februar 2009 einen Auffahrunfall erlitten, wobei sie eingeklemmt war und von der Feuerwehr geborgen werden musste. Dabei zog sie sich eine Commotio cerebri, multiple Kontusionen sowie eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zu (
Urk.
10/276/140 und
Urk.
10/366/295). Zuvor war sie
am
7.
Januar 2009 bei einer Auseinandersetzung von ihrem Sohn
weggestossen
worden und mit dem Hinterkopf, Nacken und Rücken gegen die Türe geprallt und umgefallen. Dabei zog sie sich multiple Kontusionen sowie eine
Processus
Spinosus
Spitzenfraktur des Brustwirbelkörpers (BWK) 12 zu (
Urk.
10a/1/801 und
Urk.
10a/1/788). Die Versicherte stürzte sodann am
7.
September 2009 infolge eine Ohnmachtsanfalls, wobei sie sich eine
Supra
spinatussehnenruptur
rechts sowie eine Partialruptur des
Musculus
gluteus
medius
rechts mit begleitender Bursitis
trochanterica
zuzog (
Urk.
10/367/317
und
Urk.
10/367/281). Am 3
1.
März 2010 stürzte sie erneut wegen einer Synkope
und zog sich eine nicht dislozierte Fraktur des Os
Sacrum
zu (
Urk.
10a/1/75 und
Urk.
10a/12/6).
1.4
Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
10/359) sprach die IV-Stelle der Versi
cherten - unter Hinweis auf die mittlerweile getroffenen weiteren Abklärungen
gemäss
Urteil des hiesigen Gerichtes vom 2
0.
Januar 2010 - die Taxi-Kosten vom
8.
Mai bis 2
5.
September 2007 zu. Am
2.
Juli 2012 (
Urk.
10/361) stellte die Versicherte entsprechend Rechnung und forderte einen Betrag von
Fr.
30‘000.-- für 100 Taxifahren (jeweils hin und zurück) à
Fr.
300.--. Die IV-Stelle forderte
die Versicherte am
6.
August 2012 (
Urk.
10/362) auf, Kopien der
Originalrech
nungen
des Taxiunternehmers einzureichen. Am 1
4.
August 2012 (
Urk.
10/363) teilte
die Versicherte
telefonisch mit, dass sie die Rechnungen nicht mehr habe; jemand anderes habe für sie den Umzug gemacht und alles entsorgt. Sie könne sich auch nicht mehr daran erinnern, welches Taxiunternehmen sie während den fünf Monaten von
A._
nach
B._
gefahren habe.
Mit Verfügungen vom 1
9.
Juni und 1
6.
Juli 2013 (
Urk.
10a/14 und
Urk.
10a/21) übernahm die IV-Stelle sodann die Kosten für invaliditätsbedingte Änderungen am neuen Auto der Versicherten.
1.5
Die IV-Stelle veranlasste
schliesslich
die erneute Begutachtung der Versicherten (Expertise der
C._
vom
2.
Juni 2014,
Urk.
10a/61). Mit Verfügung vom 2
1.
November 2014 (
Urk.
2) wies sie - nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10a/74) - das Begehren um Ausrichtung von Transportkosten für das Jahr 2007 ab. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10a/63) verfügte sie am 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
16/2), dass die Rentenleistungen nach Abschluss der Umschulung am 3
1.
Dezember 2007 eingestellt bleiben.
2.
Am 1
2.
Januar 2015 erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Rita Arnold Haas, Beschwerde gegen die Verfügung betreffend Transportkosten vom 2
1.
November 2014 und beantragte die Bezahlung von Taxikosten für die Periode
vom
8.
Mai bis 2
5.
September 2007 im Betrag von
Fr.
23‘343.--, eventualiter die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung. In prozessualer Hinsicht stellte sie das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung sowie
Rechts
vertretung
(
Urk.
1 S.
2). Dieser Prozess wurde unter der Verfahrensnummer IV.2015.00030 angelegt. Die IV-Stelle ersuchte am 1
8.
Februar 2015 (
Urk.
9) um Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 2
3.
März 2015 (
Urk.
15) zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 3
0.
März 2015 erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Werner Kupferschmid, Beschwerde gegen die rentenaufhebende Verfügung vom 2
5.
Februar 2015 und beantragte die Weiterausrichtung der ganzen Invaliden
rente (
Urk.
16/1 S.
2). Dieser Prozess wurde unter der Verfahrensnummer IV.2015.00384 angelegt. Die IV-Stelle schloss am 1
2.
Mai 2015 (
Urk.
16/7) auf Beschwerdeabweisung.
Mit Verfügung vom 2
6.
Mai
2015 (
Urk.
17) wurde der Prozess Nr. IV.2015
.00384 mit dem Prozess Nr. IV.2015.00030 vereinigt und als dadurch erledigt abge
schrieben. Sodann wurde der
Beschwerdeführerin
das Doppel der
Beschwerde
antwort
vom 1
2.
Mai 2015 sowie Rechtsanwältin Rita Haas die neu aufgelegten
Akten der IV-Stelle zugestellt. Am 2
0.
Juli 2015 (
Urk.
19)
äusserte
sich Rechts
anwalt Werner Kupferschmid erneut.
Mit Verfügung vom 1
6.
Juni 2016 (
Urk.
20) wurde der Beschwerdeführerin Frist anges
et
zt, um Belege für die geltend gemachten Taxi-Auslagen aufzulegen. Auf Ersuchen von Rechtsanwältin Rita Arnold Haas vom
4.
Juli 2016 (
Urk.
23) um vorgängigen Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
24) unter Hinweis auf die (bei fehlender Auflage der Belege) im Raum stehende Aussichtslosigkeit der Beschwerde ein Entscheid vertagt und erneut Frist zur
Einreichung der Dokumente anges
etzt. Diese gingen in der Folge nicht ein.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Die rentenbestätigenden Mitteilungen 2
7.
April 1999 (
Urk.
10/
27/1-2) und jene vom
4.
Juni 2003 (
Urk.
10/47) basierten jeweils nicht auf eingehenden medizi
nischen Abklärungen. Im Rahmen des ersten Revisionsverfahrens wurden wohl einige Formularberichte (
Urk.
10/20-22,
Urk.
10/24) sowie Auskünfte bei der Klinik
D._
(wo die
Fussoperation
im Jahr 1997 durchgeführt worden war,
Urk.
10/26), indes keine neuen Einschätzungen des für die Berentung relevanten psychischen Gesundheitszustandes eingeholt. Anlässlich der in Mai 2003 (
Urk.
10/42) eingeleiteten zweiten Revision wurde wiederum kein Bericht eines Psychiaters eingeholt (
Urk.
10/44). Diese Revisionsentscheide können demnach nicht als Vergleichszeitpunkt einer Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse dienen (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts
9C_52/2016 vom 2
3.
März 2016 E. 3.2
). Relevanter Vergleichszeitpunkt ist deshalb die ursprüngliche
Rentenzusprache
am 2
8.
Januar 1997 (
Urk.
10/
18
). Zu prüfen ist, ob sich seither bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung betreffend Rente
naufhebung
am 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
16/2) beziehungsweise bis zur Aufhebung der Renten
zahlungen per 3
1.
Dezember 2007 eine
massgebliche
Veränderung der gesund
heitlichen und/oder erwerblichen Verhältnisse mit Auswirkung auf den Renten
anspruch ergeben hat.
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
(ganze Rente mit Wirkung ab
1.
April 1994, Verfügung vom 2
8.
Januar 1997 [
Urk.
10/18]) basierte im Wesentlichen auf den folgenden Gutachten:
3.2
Die Ärzte des
E._
, Neurologische Klinik und Poliklinik, verwiesen in ihrer Expertise vom 1
9.
Februar 1996 (
Urk.
10/10) auf seit der Einreise in die Schweiz (vor neun Jahren) bestehende diffuse, arm-betonte Schmerzen an Kopf, Rumpf und Extremitäten. Wegen initialem Schwerpunkt im Bereich der rechten Hand
sei 1989 ein Carpaltunnel-Syndrom vermutet und bei leicht pathologischer
Medianus
-Neurographie operiert worden. Diese Operation habe jedoch keine Veränderung gebracht. Mit weiterer Ausbreitung und Generalisierung der Schmerzen sei 1995 die Diagnose eines generalisierten weichteilrheumatischen Syndroms (Fibromyalgie), eines chronischen, rechtsbetonten
zervikobrachialen
Syndromes
bei deutlichen degenerativen Veränderungen der mittleren HWS gestellt worden. In der Untersuchung hätten sich in Übereinstimmung mit einer Voruntersuchung bei einem Kollegen keine neurologischen Ausfälle gezeigt. Damit könnten sie sich der erwähnten Vorbeurteilung vollumfänglich
anschliessen
. Daneben bestünden sicher eine depressive Verstim
mung und Spannungskopfschmerzen. Zusammengefasst entsprächen die von der
Beschwerdeführerin
beklagten Beschwerden keinem neurologischen Krankheits
bild (S. 5 f.). Die gelernte
Coiffeuse
sei seit 1989 nicht mehr in einem Arbeits
verhältnis tätig gewesen und aktuell mit Hilfe ihres Ehemannes knapp fähig, ihre Haushaltsarbeiten zu verrichten (S. 6).
3.3
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
verwies
in seinem Gutachten vom
1.
Juli 1996 (
Urk.
10/13) in anamnestischer Hinsicht
auf
die Jugendzeit der
Beschwerdeführerin
in einer bürgerlichen Grossfamilie im
G._
, ihre Heirat mit einem gewalttätigen Offizier, die Geburt zweier Söhne, die Scheidung samt Rückkehr zu ihren Eltern sowie die Übersie
d
lung in die Schweiz, die erneute Heirat und Geburt einer Tochter im Jahr 1990 (S. 2 und S.
5). Er schilderte sodann die Klagen der
Beschwerdeführerin
im Sinne chroni
scher Schmerzen der Arme und Hände, Rücken- sowie Kopfschmerzen, psychi
sche Niedergeschlagen- und Hoffnungslosigkeit. Angefangen habe alles währe
nd einer Anstellung in einem Altersheim mit Schwellungen der Finger und
in der Folge
Ausbreitung
der Schmerzen
(S. 3). Der Gutachter führte weiter aus, es bestehe ein labiles psychisches Gleichgewicht, das mittels Kontrolle aufrechtzu
erhalten versucht werde. Im kulturellen Milieu ihrer Herkunft sei sie sich dieser Kontrolle und ihrer eigenen Kontrollmöglichkeiten sehr sicher gewesen und
habe
diese gezielt und bewusst einzusetzen vermocht (S.
4). Die
Beschwerde
führerin
komme sich vor wie eine Porzellanschüssel, die auf den Boden ge
worfen werde. In diesem Bild gebe es einen Aggressor: der die Schüssel zu Boden werfe, aber den sie nicht benennen könne. Sie sei die zerstörte Schüssel, zerbrochen, in Scherben. In diesem Bild drücke sich ihre Situation aus einem Ap
parat und Menschen gegenüber
, die sie diffus, ungenau, unbewusst als Aggressoren erlebe, ohne über die Mittel zu verfügen, sich dagegen auflehnen, ja sie nicht einmal verstehen zu können (S. 6).
Gemäss
Dr.
F._
leidet die
Beschwerdeführerin
an multiplen
Schmerz
syndromen
, die sich in somatischer Hinsicht nicht einordnen lassen. Er hielt
weiter fest, die
Beschwerdeführerin
leide (neben und infolge und als Ursache dieser Schmerzen) unter depressiven Symptomen und Schlafstörungen. Depres
sive Symptome seien immer eine Folge eines gestörten Selbstbezugs und
Selbst
wertbezugs
. Unter den Bedingungen ihrer Herkunftsfamilie sei ihr die Kontrolle gelungen, in der Schweiz hätten ihre Kontroll- und Abwehrmechanismen versagt; in diesem Moment sei an die Stelle der Kontrolle des (vermeintlichen) Aggressors die Identifikation mit diesem getreten und sie habe sich zur Unter
werfung gezwungen gefühlt (S. 7).
Der Gutachter diagnostizierte eine schwere anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
in Verbindung mit einer anhaltenden affektiven Störung:
Dysthymie
(S.
8)
und attestierte für die Tätigkeit als
Coiffeuse
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit; sie sei in ihrer Arbeitsfähigkeit weitgehend behindert und unfähig, einer regelmässigen Tätigkeit ausser Haus nachzugehen (S. 9).
4.
4.1
Im Rahmen des nun strittigen Revisionsverfahrens ergingen unter
anderem fol
gende medizinische
Einschätzungen.
4.2
4.2.1
Die
Z._
-Ärzte stellten in ihrem Gutachten vom
2.
September 2008 (
Urk.
10/226) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23):
1.
Chronisches panvertebrales Schmer
z
syndrom ohne
radikuläre
Ausfälle
-
freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
2.
Chronische Fussschmerzen links mehr als rechts
-
Status nach
Lapidus
-Operation beidseits bei
Hallux
valgus
beidseits am 2
0.
Januar 1997
-
Status nach Re-
Arthrodese
Strahl I/II mit
Spongiosaplastik
aus dem rech
ten Be
c
kenkamm und z
u
klappender Osteotomie
Metatarsale
I am
7.
Juli 1997
-
Status nach Entfernung des
Osteosynthesematerials
,
Arthrodese
Cuneiforme
mediale/
intermedius
,
intermedius
/laterale, TMT (
Tarso-Meta
tarsale
) II/III und Chevron-Osteotomie links am 2
5.
September 2007
-
fehlender
ossärer
Durchbau
an TMT II, TMT III und zwischen den
Ossa
cuneiformia
links
-
vollständiger
ossärer
Durchbau
rechts
3.
Mässige Gonarthrose und ventrale Instabilität Knie rechts
4.
Chronische diffuse Schulterschmerzen rechts mehr als links
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung sowie eine
Obesitas
(S. 24).
4.2.2
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aus orthopädischer Sicht wirkten sich das chronische panvertebrale Schmerzsyndrom, die chronischen,
linksbe
tonten
Fussschmerzen, die mässige Gonarthrose sowie chronischen diffusen Schultersch
m
erzen auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
aus. Körper
lich vorwi
e
gend mittelschwere und schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie Tätigkeiten, welche wiederholte Arbeiten über
Kopfhöhe erforderten oder vor allem stehend und gehend ausgeübt w
ü
rden, se
ien der
Beschwerdeführerin
nicht zumutbar. Für körperlich leichte und wechselbe
lastende Tätigkeiten, welche während ca. der Hälfte der Arbeitszeit im Sitzen ausgeübt werden könnten, bestünden keine Einschränkungen. Für eine derart adaptierte Tätigkeit bestehe eine vollumfängliche Arbeits- und Leistungsfähig
keit (S. 25).
4.2.3
In psychiatrischer (wie auch
internmedizinischer
oder anderweitiger somati
scher) Hinsicht verneinten die Ärzte eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bei Fehlen von entsprechenden Befunden oder Diagnosen (S. 25). Im psychiat
rischen Teilgutachten vermerkte
Dr.
med.
H._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, die psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren (zwei Scheidungen mit teilweise Gewalterfahrungen in der Ehe, Gefängnisaufenthalt im
G._
, Wohnhaus mit
Hypothek
belastet, Inanspruchnahme finanzieller Hilfe von den Eltern, Schulden) drückten sich auch in körperlichen Schmerzen aus. Diagnostisch handle es sich um eine anhaltende
somatoforme
Scherzstörung. Dadurch komme es zur psychischen Überlagerung der somatisch nicht hinrei
chend objektivierbaren Schmerzen. Die
Beschwerdeführerin
habe nach den Ak
ten im Rahmen beruflicher Massnahmen in einem 50
%
-Pensum als Büroange
stellte in der Praxis
I._
gearbeitet, wobei sie 2006 die Bürofachdiplom-Prüfung nicht bestanden habe. Ab Januar 2008 habe sie eine feste Anstellung erhalten, die ihr infolge Erkrankung ihres Chefs gekündigt worden sei mit Lohnfortzahlung bis August 200
8.
Daneben erhalte sie Alimente von ihrem Ex-Mann. Im Haushalt verrichte sie nur wenige Arbeiten selber wegen Schmerzen. Sie erhalte Hilfe von ihrer Tochter. Auch eine Kollegin helfe mit und eine Nachbarin gehe jeweils mit dem Hund spazieren. Es sei ihr aber auch möglich, kleinere Einkäufe selbständig zu verrichten. Sie fahre auch selber mit dem Auto, beispielsweise heute alleine zur Untersuchung nach
J._
. Sie habe einen Freund, mit dem sie sich jeweils treffe. In der Nacht könne sie manchmal nicht gut schlafen und habe
deswegen
ein Medikament erhalten. In den gerade verbrachten Ferien in der Heimat habe sie es problemlos abgesetzt, weil sie dort
gut schlafen könne. Gegen Schmerzen erhalte sie auch ein Opioid-Analgetikum (S. 12 f.).
Die
Beschwerdeführerin
habe die Absicht, sich wieder eine Arbeit zu suchen
,
und hoffe auf eine Anstellung im Bürobereich. Sie sehe sich aber nicht mehr als wie bisher in einem 50
%
-Pensum arbeitsfähig. Sie begründe dies hauptsächlich mit ihren Schmerzen. Sie sei nicht in psychiatrisch-psychotherapeutischer Be
handlung, gegenwärtig erhalte sie keine antidepressive Medikation. Nach ihren Angaben sei sie in der Zeit nach der Trennung von ihrem zweiten Ehemann in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung bei
Dr.
med.
K._
, FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie, gewesen. Damals habe sie auf eine antidepressive
Medikation nach ihren Angaben mit starken sedativen Nebenwirkungen reagi
ert. Sie leide manchmal unter traurigen Verstimmungen. Depressive Symptome seien derzeit aber nicht genügend ausgeprägt für die zusätzliche Diagnose einer
depressiven Störung. Auch eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht
diagnostiziert werden, da die typischen Merkmale wie das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen ebenso wie die emotionale Stumpfheit fehlten. Ausser einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Aufgrund der aus
geprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung sei die Prognose ungünstig (S. 13).
Dr.
H._
befand die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht als nicht einge
schränkt und ergänzte, es bestünden keine Hinweise auf eine manifeste affektive Störung, es lägen auch keine Hinweise auf unbewusste Konflikte vor, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht gegeben. Daher könne es der
Be
schwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, ihrer häuslichen oder einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags nachzugehen. Die
Beschwerdeführerin
leide in ihrem Alltag nicht unter deutli
chen psychopathologischen Symptomen. Bei der aktuellen Untersuchung hätten ebenfalls keine psychopathologischen Symptome festgestellt werden können, welche die Diagnose einer zusätzlichen psychischen Störung begründen würden. Sie habe verschiedene operative Eingriffe hinter sich, die Schmerzen hätten sich trotz Behandlung nicht gebessert und sich ausgeweitet. Dadurch sei sie psy
chisch enttäuscht. Es bestünden lebensgeschichtliche Enttäuschungen und Traumatisierungen, die möglicherweise reaktiviert worden seien. Lediglich eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung ohne deutliche psychische Komorbi
dität begründe aber keine Arbeitsunfähigkeit aus Krankheitsgründen (S. 13 f.).
Zur früheren Einschätzung durch
Dr.
F._
bemerkte der
Z._
-Experte,
bei der aktuellen Untersuchung seien die depressiven Symptome nicht genügen
d
ausgeprägt gewesen für die Diagnose einer solchen Störung. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass
die Beschwerdeführerin
früher unter depressiven Sympto
men gelitten habe (damalige Diagnose:
Dysthymie
). Er führte weiter aus, die aufgeführte Arbeitsunfähigkeit für ausserhäusliche Erwerbstätigkeiten könne aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Die
Beschwerdeführerin
verrichte durchaus einfache Tätigkeiten im Haushalt, so besorge sie auch klei
nere Einkäufe, fahre selber mit dem Auto, Flugreisen seien möglich, sie erhalte Hilfe im Haushalt von einer Kollegin und habe auch Kontakte zu einer Nach
barin, die mit ihrem Hund spazieren gehe. Zu ihrem Freund habe sie eine gute Beziehung. Ein schwerer sozialer Rückzug liege ebenso wenig vor wie ein emo
tionaler Rückzug. Intentionalität und Antrieb seien nicht vermindert. Sie lese gerne
,
Ferienreisen in die Heimat unternehme sie ohne grössere Schwierigkei
ten, Selbstwertregulation und Regressionsfähigkeit seien erhalten. Ebenso sei die Abwehrorganisation nicht gestört. Konzentrationsstörungen lägen nicht vor. Die gelegentlichen nächtlichen Schlafschwierigkeiten seien auch durch die Schmerzen bedingt. Sie zeige keine auffälligen Persönlichkeitszüge. Es bestehe zwar ein mehrjähriger Verlauf mit einer
Chronifizierungstendenz
, sie erhalte aber keine antidepressive Medikation und sei nicht in psychiatrisch-psychothe
rapeutischer Behandlung. Durch eine adäquate Medikation könnten die nächtli
chen Schlafschwierigkeiten gebessert und eine gewisse Schmerzdistanzierung erreicht werden. Daher könne es ihr aus psychiatrischer Sicht zugemutet wer
den, in einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganz
tags zu arbeiten (S. 14 f.).
4.3
Der seit 1
1.
September 2009 behandelnde
Chiropraktor
Dr.
L._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
6.
Februar 2010 (
Urk.
16/3/3) einen Zustand nach HWS-Distorsionstrauma vom 1
9.
Februar 2009, eine
Supraspinatussehnenruptur
(
Arthro
-MRI vom 1
7.
November 2009), eine Partialruptur
des
Musculus
gluteus
medius
rechts mit begleitender Bursitis
trochanterica
(MRI vom
6.
Januar 2010) sowie ein
Lumbovertebralsyndrom
bei aktivierter
Osteochondrose
und
Spondyl
arthrose
der LWS. Er beschrieb eine komplexe Problemat
ik mit mehrfach trau
matischer ph
y
s
ischer und psychischer Schädigung, begleitet von postoperativen, degenerativen und rheumatischen Beschwerden sowie einer schwierigen psy
chosozialen Situation. Aktuell bestehe in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit, welche längeres Sitzen und Büroarbeit beinhalte, keine Arbeitsfähigkeit.
4.4
Dr.
med.
M._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Psychotherapeutin
N._
berichteten am 1
3.
April 2010 (
Urk.
16/3/4) über die seit
5.
November 20
09 dauernde psychotherapeutische Behandlung und verwiesen auf die Vorbehandlung im
O._
von Mai bis Oktober 2009 (mit stationär bedingten Unterbrüchen) und die nach drei Tagen
abgebrochene
Therapie in der
P._
im November 2009 sowie die stationären
Aufenthalte
in der
Q._
(Mai bis Juni 2009) und in der
R._
(Juni bis Juli 2009). Sie diagnostizierten ein mittelgradig depressives Syndrom im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung seit dem Autounfall vom 1
9.
Februar 2009, Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (Wohnortwechsel, finanzielle Probleme, keine beruflichen Perspektiven, Autonomieverlust) sowie eine Aktivierung eines chronischen Schmerzsyndroms (Differenzialdiagnose: anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung).
Die Therapeutinnen schilderten geklagtes Wiedererleben des Unfallgeschehens (Flashbacks und Albträume), Vermeidungsverhalten (Stress beim Autofahren),
teilweise Unfähigkeit, sich an wichtige Aspekte des Unfallereignisses erinnern zu
können, anhaltende Symptome einer erhöhten psychischen Sensitivität und Erre
gung, innere Anspannung und Unruhe, Schlafstörungen, Angstzustände,
Konzen
trations
- und Gedächtnisstörungen, anhaltende Kopfschmerzen. Laut ihren Aus
führungen habe sich das Leben der Beschwerdeführerin als aktive Frau seit dem Unfallgeschehen
stark
verändert. Sie habe das Gefühl, keine Perspektive mehr zu haben, fühle sich
hoffnungslos
, deprimi
ert und als grosse Belastung fü
r ihr soziales Umfeld. Die unklaren Amnesien und Zustände der Bewusstlosigkeit verunsicherten sie stark, so dass sie sich kaum traue, alleine zu sein. Starke Kopfschmerzen und verschiedene schmerzbedingte körperliche
Beeinträchti
gungen
behinderten sie. Trotz verschiedenen Therapien sei für sie keine Ver
besserung des Leidens zu erkennen.
Die Therapeutinnen attestierten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin bei einem Rechtsanwalt im Rahmen der IV-begleiteten Umschulung und Hinweis auf die seit August 2008 bestehende Arbeitslosigkeit. Aufgrund der bestehenden Problematik sei eine langfristige Arbeitsunfähigkeit bei deutlich verminderter Belastbarkeit gegeben.
4.
5
4.
5
.1
Die Gutachter der
C._
stellten in ihrem Gutachten vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
10a/61) folgende Diagnosen mit Relevanz für die angestammte Tätigkeit (angelernte Tätigkeit als Buchhalterin ohne Abschluss, S. 27):
1.
Chronisches
zervikospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
,
Brachialgie
links
-
Fehlhaltung der Wirbelsäule
-
degenerative Veränderungen (
Osteochondrose
und
Spond
yl
arthrose
der HW
S und der LWS [Lendenwirbelsäule])
-
muskuläre
Dysbalance
-
keine Hinweise auf
radikuläre
Symptomatik noch auf primär-entzündliche Affektion der Wirbelsäule
2.
Chronischer Schulterreizzustand links
-
Status nach Kontusion bei Sturz im Sommer 2013
-
Partialruptur der
Supraspinatussehne
(MRI Befund vom 2
0.
November 2013)
3.
Dekompensierter
Senk-/Spreizfuss links
-
Status nach zweimaligem operativem Eingriff wegen
Hallux
valgus
und postoperativer
Pseudarthrose
-
Fehlender
ossärer
Durchbau
an TMT II und TMT III sowie zwischen den
Ossa
cuneiformia
links
-
Arthrose zwischen Os
naviculare
und
Ossa
cuneiformia
links
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach Commotio cerebri am 1
9.
Februar 2009 ohne Folgen, eine HWS-Distorsion QTF
(Quebec Task Force)
Grad 1, einen Status nach Carpaltunnelsyndrom-
Ope
ration
rechts, anamnestisch ein Carpaltunnelsyndrom links, anamnestisch ange
gebene
rezidivierende
Bewusstseinsstörungen ohne Hinweis für
iktale
Genese, eine
Impingement
-Symptomatik an der rechten Schulter, einen Status nach
transmuraler
Supraspinatussehnenruptur
rechts, einen Status nach mehrmaligen operativen Eingriffen am rechten
Vorfuss
wegen
Hallux
valgus
und postopera
tiver
Pseudarthrose
, ein weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom am Schulter
gürtel unklarer Genese sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung (
histrionische
, narzisstische Züge) ohne Krankheitsrelevanz.
4.
5
.2
Aus den einzelnen Fachbereichen schilderten die Experten in internistischer Hinsicht keine eigenständige Erkrankung.
Aus neurologischer Sicht wurde die dargestellte Schmerzsymptomatik als nicht
plausibel objektivierbar qualifiziert unter dem Hinweis, dass keine über das rheu
matologische Fachgebiet hinausgehende zusätzliche Beeinträchtigung habe fest
gestellt werden können.
Aus rheumatologischer Optik attestierten die Spezialisten eine schmerzbedingte Leistungseinschränkung von 30
%
(vermehrter Pausenbedarf) unter Hinweis auf die deutliche allgemeine
Dekonditionierung
und angesichts der unklaren repe
tierten Stürze mit wiederholt aktivierten Schmerzzuständen zervikal und im Schulterbereich.
In psychiatrischer Hinsicht wurde festgestellt, dass anlässlich der Untersuchung weder eine affektive Störung, ein kognitives Defizit, eine psychotische Störung noch eine
somatoforme
Schmer
z
störung vorlägen. Auch retrospektiv ergäben sich dafür keine sicheren Anhaltspunkte. Im Vordergrund stehe eine narzissti
sche Persönlichkeit, welche auch
histrionische
Anteile enthalte. Eine
versiche
rungsmedizinische
Relevanz lasse sich daraus jedoch weder gegenwärtig noch retrospektiv ableiten. Die
Beschwerdeführerin
habe bislang nur sporadisch eine
medikamentöse psychopharmakologische Behandlung erhalten, eine analgetische
Therapie werde gegenwärtig nicht durchgeführt (Medikamentenspiegel), auch wenn die
Beschwerdeführerin
dies bei der Untersuchung beteuere.
Zusammenfassend attestierten die Gutachter (einzig) aus rheumatologischer und damit interdisziplinärer Sicht eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 25 f.).
4.
5
.3
Im psychiatrischen Teilgutachten verwies
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie FMH,
auf
von der
Beschwerdeführerin
beklagte
trauma
ähnliche
Zustände seit dem Unfall im Jahr 2009, sie habe tags und nachts Albträume. Sodann habe die SUVA ihre Zahlungen im Sommer 2013 eingestellt, gegenwärtig lebe sie noch von etwa
Fr.
4‘000.-- (Unterhalt sowie
Ausbildungs
zulage
für die Tochter vom geschiedenen Ehemann). Sie habe sodann sehr hohe Schulden von
Fr.
1.1 Mio. Selbst bei Verkauf des momentan vermieteten Hauses (Mietzinsausstände) verblieben Schulden. Wegen der bestehenden Beschwerden
(Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schmerzen im linken Arm, der linken Schulter
, Kreuzschmerzen, Schmerzen in beiden Füssen, Albträume, Angstzu
stände, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche)
könne sie nicht mehr arbeiten
(S. 18)
.
Dr.
S._
verneinte das Vorliegen plausibler Darstellungen, welche die typischen
Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) belegte
n
(unter
anderem andauerndes
Gefühl von
Betäubtsein
und emotionaler Stumpfheit). Auch Angst und Depressionen erkannte er (gegenwärtig) nicht bei bestens ge
launter und entspannt sowie selbstüberzeugt wirkender Beschwerdeführerin, welche
erkennbarerweise
ein selbstbestimmtes Leben führe. Von einem emotio
nalen oder sozialen Rückzug, einer Gefühlsabstumpfung oder einem
Vermei
dungsverhalten
in sozialen Kontakten könne nicht die Rede sein.
Eine psychiat
rische Behandlung (samt Medikation) sei zu keinem Zeitpunkt konsequent
durchgeführt worden, auch einer
Traumatherapie
habe sie sich nicht
unterzogen
. Das Verhalten in der Untersuchungssituation gebe auch keine Hinweise auf das Vorliegen einer sonstigen relevanten psychiatrischen Erkrankung, speziell einer depressiven Störung. Auch die Einschränkung im Alltagsleben könne aus psy
chiatrischen Gründen nicht nachvollzogen werden. Zur Schmerzsymptomatik sei anzumerken, dass bei der Beschwerdeführerin kaum Entlastungsbewegungen in der Untersuchungssituation hätten beobachtet werden können. Auch zu den als regelmässig eingenommen angegebenen Schmerzmedikamenten seien keine messbaren Wirkspiegel im Serum nachweisbar gewesen. Auch die berichteten
Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme hätten nicht reproduziert werden
können. Erst nach dreieinhalb Stunden Untersuchungsdauer habe die
Beschwerdegegnerin angegeben, etwas müde zu sein. Der Gutachter konstatierte
, er habe sich aus psychiatrischen Gründen von keinen in der Aktenlage ge
schilderten Symptomen überzeugen können, diese hätten in Anbetracht der aktuellen Untersuchung meist nicht plausibel gewirkt und vorrangig auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruht (S. 19 f.).
Dr.
S._
bescheinigte der Beschwerdeführerin zusammenfassend gute persönli
che Ressourcen, welche im Hinblick auf
das
Mini-ICF unter den Bedingu
ngen einer einfachen Tätigkeit
keine bedeutsamen Störungen der Emotionen, der Funktionen der psychischen Energie und des Antr
i
ebes bewirkten. Die allenfalls leichten Defizite der Durchhaltefähigkeit könnten durch entsprechende
Förder
faktoren
mit Übungseffekt überwunden werden, dies sei der Beschwerdeführerin auch zumutbar. Der Erfolg sei jedoch abhängig von motivationalen Faktoren
(Problemlösebereitschaft, interpersonelle Gegebenheiten, Barrieren, ideale Ar
beitsbedingungen, soziale Unterstützung, mangelnde Resilienz gegenüber alltäg
lichen Belastungen oder Spannungen). Er empfahl eine einfache, gut struktu
rierte, möglichst ohne
Akkordarbeit
, ohne grössere
physikalischen
Belastungen auszuübende Tätigkeit, welche auch unter günstigen sozialen
Voraussetzungen
erfolgen könne (S. 23).
4.
6
Dr.
med.
T._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin,
welche die Beschwer
deführerin seit April 2009 hausärztlich betreut,
nahm am
3.
November 2014 (
Urk.
10a/76) Stellung zum
C._
-Gutachten.
Sie führte aus, die Beschwerde
führerin habe im Jahr 2009 ein mittelschweres bis schweres depressives
Zu
stan
dsbild
gezeigt, welches im Mai 2009 zur
Hospitalisation
in der
Q._
geführt habe. Dort sei eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt und ab November eine Therapie
begonnen, indes nach drei Tagen wieder abgebrochen worden zugunsten einer ambulanten Psychotherapie bei
Psychologin
N._
. In den Jahren 2009 und 2010 sei die psychische Verfassung lange schwer beeinträchtigt gewesen.
Im Gutachten hätte die wiederholten unklaren Sturzereignisse mit zum Teil erheblichen Verletzungsfolgen kaum Erwähnung gefunden. Sie -
Dr.
T._
- gehe mit dem Gutachter
einig
, dass eine narzisstisch-
histrionische
Persönlich
keitsproblematik
bestehe, schätze diese aber als ein
e
Persönlichkeitsstö
r
ung mit Krankheitswert ein. Eine schwer gekränkte narzisstische Persönlichkeit sei be
sonders schwer psychotherapeutisch zu behandeln, welche Problematik durch
einen psychoanalytisch-psychotherapeutisch versierten Sachverständigen erörtert
werden müsste. Es sei verkürzt, die verschiedenen therapeutischen Bemühungen einfach als inkompetent darzustellen
Unter Hinweis auf ein schlecht zugängliches Schmerzsyndrom des Bewegungs
apparates und die (wohl dissoziativen) Sturzerei
g
nisse samt Verletzungen (mul
tiple Kontusionen mit entsprechenden
Schmerzexazerbationen
) habe gar nie eine einigermassen stabile Situation entstehen können, bei der eine
Arbeitsauf
nahme
als realistisch hätte ins Auge gefasst werden können.
5.
5.1
Liegt
ein
Revisionsgrund vor
(vgl. dazu E. 1.1)
, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3).
5.2
Die
Beschwerdegegnerin
gewährte der
Beschwerdeführerin
nach der Berentung im Jahr 1997 (Vergleichszeitpunkt) berufliche Massnahmen und stellte den er
folgreichen Abschluss am 1
2.
Februar 2008 (
Urk.
10/217) fest. Die
Beschwerde
führerin
hatte zwar das angestrebte Bürofachdiplom VSH nicht erworben, indes eine Einarbeitung in den kaufmännischen Bereich samt schulischer Unterstüt
zung genossen (
Urk.
10/107 und
Urk.
10/155).
Damit ist ein Revisionsgrund ohne weiteres ausgewiesen
(BGE 122 V 77 E. 2a)
, ist es doch zu einer erheblichen Veränderung der erwerblichen Verhältnisse gekommen mitsamt Dokumentation der effektiven Arbeitsfähigkeit während
d
er
Dauer der berufli
chen Massnahmen und der hernach aufgenommenen Bürotäti
g
keit (vgl. Urk. 10/226/8).
5.3
5.3.1
In medizinischer Hinsicht ist vorwegzuschicken, dass die Gutachten der
Z._
(E.
4.2) und der
C._
(E.
4.5) den
praxisgemässen
Anforderungen an den
Be
weiswert
einer Exp
ertise vollumfänglich entsprechen
. So sind die beiden Gutach
ten für die streitigen Belange umfassend, beantworten sie doch die Frage nach
den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin. Sie beruhen sodann
je
auf umfassenden Untersuchung
en
und berücksichtigen die geklagten Beschwerden sowie das Verhalten der Beschwer
deführerin während der Abklärung. Die Gutachter schilderten die anamnesti
schen Angaben der Beschwerdeführerin und setzten sich detailliert damit aus
einander. Die Expertisen wurden sodann in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben und sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. In diesem Sinne erscheinen die gutachterlichen Schlussfolgerungen als begründet.
5.3.2
In Bezug auf das
Z._
-Gutachten vom
2.
September 2008 (E. 4.2) ist zu bemer
ken, dass die geschilderten Einschränkungen aus organischer Sicht nachvoll
ziehbar dargelegt wurden. Bei den unbestritten gebliebenen (diskreten) Diag
nosen (panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Ausfälle, chronische
Fussschmerzen
,
mässige
Gonarthrose sowie Schulterschmerzen) erscheint es als ausgewiesen, dass die
Beschwerdeführerin
nurmehr
körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten ausüben kann (E. 4.2.2).
In psychiatrischer Hinsicht verneinten die Gutachter das Vorliegen von Hin
weisen auf eine manifeste affektive Störung wie auch auf deutliche psycho
pathologische Symptome (E. 4.2.3). Der anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
, welche Grund für die ursprüngliche
Rentenzusprache
war,
massen
sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
mehr
bei.
5.3.3
Auch die
C._
-Gutachter begründeten ihre Einschätzung einlässlich. So er
wähnten sie ebenfalls die (diskreten) organischen Diagnosen (
zerviko
- und
lum
bospondylogenes
Schmerzsyndrom, chronischer Schulterreizzustand links,
de
kompensierter
Senk-/
Spreizfuss
) und schlossen daraus in nachvollziehbarer Weise
auf eine um 30
%
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (E. 4.5.2). Angesichts des Umstandes, dass die
Beschwerdeführerin
seit der Begutachtung im
Z._
einen Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion erlitten hatte, mehrfach gestürzt war und eine Schulterpathologie festgestellt wurde, erscheint es als nachvollziehbar, wenn die
C._
-Ärzte die Teilarbeitsfähigkeit mit einem vermehrten
Pausenbe
darf
aufgrund der schmerzbedingten Leistungseinschränkung begründeten und ein auf die Beschwerden Rücksicht nehmendes Stellenprofil festlegten (leichte bis kurzfristig mittelschwere Arbeiten in Wechselbelastung der Wirbelsäule
unter Meiden von monotoner Arbeitshaltung, ohne häufige Überkopfarbeit, ohne
grössere
Kraftanwendung, ohne längeres Stehen und Gehen;
Urk.
10a/61/46). In diesem Sinne begründeten sie auch die Verschlechterung seit der
Z._
-Begut
achtung (
Urk.
10a/61/47), was überzeugt.
In psychiatrischer Hinsicht verneinte der Fachgutachter
Dr.
S._
eine relevante Pathologie und begründete dies einlässlich unter Hinweis auf die anam
nestischen Angaben sowie seine eigenen, diskreten Untersuchungsbefunde (E.
4.5.3). Der Persönlichkeitsakzentuierung wurde keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (E. 4.5.1), was angesichts der geschilderten Ver
haltensweisen der
Beschwerdeführerin
überzeugt.
5.3.4
Das implizite Attest einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit von Hausärztin
Dr.
T._
vom
3.
November
2014 (E.
4.6) vermag den Beweiswert der
C._
-
Expertise nicht in Zweifel zu ziehen. Ihr hauptsächliches Vorbringen, bei der
Beschwerdeführerin
bestehe nicht bloss eine Persönlichkeitsakzentuierung son
dern eine Persönlichkeitsstörung (narzisstisch-
histrionisch
), unterlegte sie nicht mit konkreten Untersuchungsbefunden und setzte sich auch nicht mit den vom Gutachter erwähnten (intakten) Verhaltensweisen und Ressourcen auseinander. Sodann ist
Dr.
T._
nicht Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und deshalb weniger kompetent in Bezug auf diese Fragestellung. Die Hausärztin verwies sodann auf das Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates, deren versicherungsrechtliche Relevanz nachfolgend (E.
7
) zu prüfen sein wird.
6.
6.1
6.1.1
Zu prüfen bleiben
weiter
die Verhältnisse zwischen den zwei Begutachtungen 2008 und 201
4.
In organischer Hinsicht ergibt sich dazu Folgendes:
6.1.2
Nach den im Jahr 2009 erlittenen Unfällen berichtete SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
U._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, am 1
1.
Dezember
2009 (
Urk.
10a/1/108-113) über seine Untersuchung vom selben Tag. Er führte aus, es stünden drei Ereignisse zur Beurteilung an. Initial habe sich die
Beschwerde
führerin
am
7.
Januar 2009 im Sinne einer
Processus
Spinosus
Spitzenfraktur BWK12 verletzt. Im Februar 2009 sei indes mittels CT-
Traumaspirale
ein Aus
schluss traumatischer Läsionen beschrieben worden. Am 1
9.
Februar 2009 sei es im Rahmen eines Auffahrunfalles zu einer Distorsion der HWS gekommen. Strukturelle Verletzungen hätten nicht nachgewiesen werden können und ein im Rahmen des unmittelbar anschliessenden stationären Aufenthaltes im
E._
durch den leitenden Arzt durchgeführtes fachneurologische
s
Konsil
habe keine
Defizite feststellen lassen. Offenbar sei es (am 7.) September 2009 im Rahmen einer Synkope zu einem Sturz auf die rechte Körperseite gekommen, eine in der Folge durchgeführte Kernspintomographie habe den Nachweis einer
Supraspinatussehnenläsion
ergeben (vgl.
Radiologiebericht
der
V._
vom 1
8.
November 2009,
Urk.
10a/1/119).
6.1.3
Am
3.
Februar 2010 (
Urk.
10/304/236-241) berichtete
Dr.
med.
W._
, Facharzt Neurologie FMH,
AA._
,
BB._
, zu Händen der SUVA und führte aus, seitens des am 1
9.
Februar 2009 erlittenen HWS-Beschleunigungstraumas seien keine direkten neurologischen Folgen festzustellen. In wie weit eine Aktivierung des vorbeschriebenen chronischen Schmerzsyndroms bestehe, müsse offen gelassen werden. Die linksseitig angegebenen
hernihypästhetischen
Beschwerden seien im Rahmen des Schmerzsyndroms zu sehen und entsprächen keinem zentralen oder peripheren neurogenen Versorgungsgebiet; eine Überlagerung durch das Carpaltunnelsyndrom möge bestehen. Aktuell be
stünden aus neurologischer Sicht keine Hinweise für ein epileptisches Geschehen
(in Bezug auf die wiederholten Synkopen).
Aus rein neurologischer Sicht bestehe derzeit keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit im bisherigen Beruf in der Buchhaltung. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des Schmerzsyndroms sowie der psychischen Proble
matik sei anzunehmen (S. 5).
6.1.4
Am 3
0.
März 2010 (
Urk.
10/304/159-160) erfolgte eine Aktenbeurteilung durch SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
U._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie. Er führte aus, in der Synopsis sei festzustellen, dass aus orthopädisch/
traumatologischem
Fachgebiet eine Pathologie im Bereich des rechten Schultergelenkes mit
Supra
spinatussehnenruptur
, AC-
Arthropathie
und
Tendinopathie
der langen
Bizeps
sehne
zu diagnostizieren sei, welche mit Wahrscheinlichkeit auf das Geschehen im September 2009 zurückgehe. Hier sei zunächst der weitere
Behandlungs
verlauf
abzuwarten. Bezüglich der Auffälligkeit des
Processus
spinosus
12 seien inzwischen 14 Monate nach potentiell auslösendem Ereignis keine wesentlichen Unfallfolgen mehr anzunehmen (S. 2).
6.1.5
Nach einem Sturz am 3
1.
März 2010 wurde die
Beschwerdeführerin
im Spital
CC._
behandelt. Die verantwortliche Ärztin führte zur Beschreibung der Becken-CT-Aufnahmen vom 2
4.
Mai 2011 (
Urk.
10/328/49) – durchgeführt zur Abklärung der Konsolidierung der damals erlittenen Beckenfraktur – aus, im
Bereich der im MR diagnostizierten Frakturen des Os
sacrums
auf Höhe SW5/
SW4
sei
residuell
nur eine kleine Einkerbung an der ventralen Kontur SW5 erkennbar. Die Frakturlinien seien im CT aktuell nicht erkennbar. Es bestünden keine sekundäre Dislokation und keinerlei Hinweis für eine Pseudoarthrose.
6.1.6
Am 1
1.
April 2011 (
Urk.
10a/1/36-56) berichtete
SUVA-Versicherungsmedizine
rin
Dr.
med.
DD._
, Fachärztin für Neurologie FMH, über ihre Untersuchung vom 1
6.
März 2011 und hielt fest, für die Schulterschmerzen rechts sei bereits im Jahr 2004 als Ursache eine Ruptur der
Supraspinatussehne
nachgewiesen worden (vgl. hierzu Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Innere Medizin FMH, vom 2
4.
Juli 2004,
Urk.
10/53/5). Die behandelnden Kollegen von der
V._
hätten die Läsion auf den Sturz vom
7.
September 2009 zurückgeführt, da die
Beschwerdeführerin
angegeben habe, sich nicht daran erinnern zu können, vor dem Sturz bereits Schulterprobleme gehabt zu haben. Dies stehe in deutlicher Diskrepanz zu den vorliegenden Unterlagen (S. 19 f.).
6.1.7
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
EE._
, Facharzt für Chirurgie FMH, berichtete am 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
10a/22/58-64) über seine Abschlussuntersuchung vom selben Tag und verwies vorweg auf die anlässlich der drei Unfälle zugezogenen
Verletzungen (BWK12-Processus
spinosus
-Spitzenfraktur, Commotio cerebri, multiple
Kontusionen, HWS-Distorsion, aktivierte Arthrose der Wirbelsäule, Schulter, Hüfte und Knie). Dazu hielt er fest, bei den drei Unfällen seien keine wesentlichen Verletzungen entstanden. Bei der aktuellen Untersuchung zeige sich eine schwer leidende
Beschwerdeführerin
mit nicht nachvollziehbaren Be
schwerden im Bereich der Wirbelsäule und der unteren Extremitäten. Aufgrund der genannten Traumata erkannte
Dr.
EE._
keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Buchhalterin (S. 6).
6.2
Der geschilderte Ablauf zeigt, dass die bei den verschiedenen Unfällen zuge
zogenen Verletzungen zu keinen bleibenden Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit (von mindestens einem Jahr,
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
in Verbindung mit
Art.
29
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
e
contrario
) führten. Die
Processus
Spino
sus
Spitzenfraktur BWK12 heilte zeitgerecht ab
und
zeigte
auf den entspre
chenden Bilden nach
14 Monaten keine wesentlichen Auffälligkeiten mehr (E.
5.1.4). Anlässlich der erlittenen HWS-Distorsion konnten keine strukturellen Verletzungen nachgewiesen werden und auch neurologisch zeigten sich keine Auffälligkeiten (E.
5.1.2). Ob sich die
Beschwerdeführerin
die geschilderte Schulterverletzung anlässlich des Unfalls vom
7.
September 2009 zugezogen hat, ist fraglich. Wohl wurde im entsprechenden
Radiologiebericht
eine
Supra
spinatussehnenläsion
beschrieben, doch bestand eine solche bereits im Jahr 2004 (E. 5.1.2 und E. 5.1.6). Entsprechende Einschränkungen wurde von den
Z._
-Ärzten jedenfalls berücksichtigt, was zur Beschreibung eines einge
schränkten Stellenprofils führte. Die Hüftverletzung heilte sodann e
benfalls zeitgerecht ab, war
doch auf den CT-Bildern 14 Monate nach dem Sturz nur noch eine kleine Einkerbung
sichtbar
, die Frakturlinien waren nicht mehr er
kennbar, es bestand keine Dislokation und auch das Vorliegen einer
Pseu
darthrose
wurde verneint.
6.3
6.3.1
In psychiatrischer Hinsicht ist vorauszuschicken, dass die
Z._
-Ärzte eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung diagnostizierten und zudem auf verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren verwiesen (E. 4.2.3). Die zwischenzeitlich behandelnden Ärzte diagnostizierten ein mittelgradig depressives Syndrom im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (E. 4.4 und
Urk.
10/292/11).
6.3.2
C._
-Gutachter
Dr.
S._
verneinte im Jahr 2014 das Vorliegen einer post
traumatischen Belastungsstörung und begründete dies einlässlich. Zur gestellten Diagnose ist grundsätzlich festzuhalten, dass eine solche
anerkannt wird, wenn sie als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis
oder eine Situation
aussergewöhnlicher
Bedrohung oder katastrophenartigen
Au
smasses
entsteht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verur
sachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder der Um
stand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein. Diese Störung soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von
aussergewöhnlicher
Schwere auf
getreten ist. Eine „wahrscheinliche“ Diagnose kann auch dann gestellt werden, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als sechs Monate beträgt, vorausgesetzt, die klinischen Merkmale sind typisch, und es kann keine andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung oder de
pressive Episode) gestellt werden (ICD-10 F43.1; Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Kli
nisch-diagnostische Leitlinien, 9. Auflage, Bern 2014, S. 207 f.).
Beim fraglichen Auffahrunfall vom 1
9.
Februar 20
09
fuhr die
Beschwerdefüh
rerin
auf der Autobahn und musste wegen sich verdichtendem Verkehr ab
bremsen. Ein nachfolgender Lenker, welcher die Spur wechseln wollte und eine Lücke suchte, übersah dies und prallte auf das Fahrzeug der
Beschwerdeführerin
(
Urk.
10/276/121). Sie musste durch die Feuerwehr aus ihrem Auto geborgen werden und wurde per
Rega
ins Spital geflogen (
Urk.
10/276/125). Die Ärzte trafen bei Eintritt auf eine voll orientierte
Beschwerdeführerin
, stellten keine Verletzungen der Haut, Hämatome, Prellmarken oder Schürfungen fest und schlossen mittels CT-
Traumaspirale
und Schädel CT traumatische Läsionen aus.
Die klinisch neurologische Überwachung verlief ereignislos und unter entspre
chender Analgesie konnte die
Beschwerdeführerin
zunehmend mobilisiert wer
den. Am 2
5.
Februar 2009 konnte sie in deutlich gebesserten Allgemeinzustand entlassen werden (
E._
-Bericht vom 2
5.
Februar 2009,
Urk.
10/276/140-141).
Angesichts dieser echtzeitlichen Schilderungen erscheint es mehr als fraglich, ob der Unfall überhaupt geeignet war, eine posttraumatische Belastungsstörung hervorzurufen. Bei objektiver Betrachtung handelte es sich um einen Unfall mittleren Schweregrades, bei welchem sich die
Beschwerdeführerin
keine rele
vanten Verletzungen zuzog. Einzig kritischer Aspekt war, dass sie von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden musste. Es bestehen indes keine Hinweise dafür, dass sie eingeklemmt war. Vielmehr dürfte sich durch den Auf
prall die Türe verbogen haben, weshalb sie sich nicht mehr öffnen liess. Die Ärzte führten denn auch nicht aus, aus welchen Gründen der Unfall ein kata
strophenartiges Ausmass angenommen haben sollte, welches
in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
6.3.3
Wie dem auch sei, ist jedenfalls keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit auf
grund der durch den Unfall verursachten psychischen Belastung ausgewiesen. Die nachbehandelnden Ärzte der Psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis
FF._
diagnostizierten (von Relevanz) alsbald
nurmehr
ein mittelgradig
depressives Syndrom im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung sei
t
dem Autounfall. Die weitere Diagnose „Anpassungsprobleme bei Veränderungen
der Lebensumstände“ ist eine Z-Diagnose, welche
rechtsprechungsgemäss
nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens f
ä
ll
t
(Urteil des Bundesgerichts 9C_780/2014 vom 2. Juni
2015 E.
4.1.1 mit Hinweisen). Die Relevanz der sodann diagnostizierte
n
Aktivierung eines chronischen
Schmerz
syndroms
(DD: anhaltend
somatoforme
Schmerzstörung) ist nachfolgend (E.
7
) zu prüfen. Die Ärzte gingen angesichts der Befunde von einer langfristigen Arbeitsfähigkeit aus, wenn auch bei deutlich verminderter Belastbarkeit (Bericht vom 1
1.
Mai 2010,
Urk.
10a/1/72-74 S. 1 und S. 3).
6.3.4
Zum im Raum stehenden mittelgradigen depressiven Geschehen ist festzuhalten,
dass laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung leichte bis höchstens mittelschwere
Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014
vom 23. März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 29. April 2013 E. 4.3.2; 9C_917
/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2). Daran hat
auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundesgerichts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist allerdings nicht schlechthin
auszuschliessen
; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht
bloss
um die Begleiter
scheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psy
chogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile des Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E.
3.2 und 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent aus
weist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidi
sierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundesge
richts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E.
4.1). Dabei stellt das Bundesge
richt sowohl an die
Langjährigkeit
(verneint im vorgenannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als anderthalb Jahren) als auch an die Intensität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
Bei den vorliegenden Verhältnissen ist augenfällig, dass das (vorübergehende) depressive Geschehen im Rahmen der Schmerzstörung zu sehen ist, verwiesen doch
sämtliche psychiatrischen Fachärzte
auf eine Schmerzproblematik (bzw. ein
Fibromyalgiesyndrom
). Damit ist bereits am eigenständigen Charakter der Diagnose zu zweifeln. Sodann ergibt sich der vorübergehende Charakter des depressiven Geschehens vorliegend bereits aus dem Umstand, dass dieses im Rahmen der
C._
-Begutachtung vollständig verschwunden war. Die
Therapie
bemühungen
erfolgten zwar wöchentlich sowie teilweise auch stationär (
Urk.
3/4 und
Urk.
10/367/10-12), doch wurde trotz jahrelang erfolgloser The
rapie kein anderer Ansatz gewählt und zuletzt – wegen subjektiv fehlender Erleichterung - gar die Medikation abgesetzt. Sodann drehten sich die haupt
sächlichen Schwierigkeiten um die Abhängigkeit von ihrer Tochter (23-jährig) mit
Verlassensängsten
, finanzielle Fragen sowie das Thema der Anerkennung ihres Leidens (S. 2).
Damit aber stehen im Wesentlichen psychosoziale Belastungsfaktoren im Vor
dergrund. Hierzu ist zu bemerken, dass je stärker psychosoziale und soziokul
turelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter eine fachärzt
lich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein muss.
Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be
stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Vorliegend gehen die psychosozialen Symptome in der diagnostizierten depres
siven Problematik im Wesentlichen auf. Die Schwierigkeiten der
Beschwerde
führerin
drehen sich um die familiäre und finanzielle Situation sowie darum, in ihrem Leiden anerkannt zu werden und dieses als Unfallfolge zu sehen. Im Zusammenspiel mit der aktenkundigen
somatoformen
Komponente kann damit (für die Zeit zwischen den zwei Gutachten) nicht von einer langdauernden Arbeitsunfähigkeit aus psychopathologischen Gründen ausgegangen werden.
6.4
Zusammenfassend steht fest, dass die ab 2009
erlittenen
Unfälle nicht zu einer längerdauernden Arbeitsunfähigkeit f
ührten und die zwischenzeitlich
eingetre
tene psychische Problematik ebenfalls von vorübergehendem beziehungsweise versicherungsrechtlich irrelevantem Charakter war.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt
schliesslich
die versicherungsrechtliche Relevanz der diagnos
tizierten
somatoformen
Schmerzstörung. Die
Z._
-Ärzte verneinten eine Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter Hinweis auf die (damals geltende ein
schlägige) Rechtsprechung (E.
4.2.3).
Auch die behandelnden Therapeutinnen
Dr.
GG._
und Psychotherapeutin
N._
gingen - differenzialdiagnostisch - vom Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung aus (E. 4.4). Die
C._
-Ärzte dagegen verneinten dies (E. 4.5.2), der psychiatrische Facharzt erkannte aber gleichwohl immerhin eine Schmerzsymptomatik (E. 4.5.3).
7.2
7.2.1
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Versi
cherungsvollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Rege
l
fall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien
Schwe
regrad
und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Be
griff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindika
toren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Aner
kennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
7.2.2
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene
Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen
Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof
.
Dr.
Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfestst
ellung bei
somatoformen
und ver
wandten Störungen];
BGE 141 V 281
E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen
Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werde
n können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, ver
schaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
7.3
7.3.1
Die
diagnosenrelevanten
Befunde erscheinen vorliegend nicht als besonders ausgeprägt. So vermerkte der Fachgutachter des
Z._
einen massgeblichen Zu
sammenhang der geklagten Schmerzen mit psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren und wies auf die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin hin, welch
e sich nicht als vollumfänglich
arbeitsunfähig beurteilte.
Die Gutach
ter gingen von einer
uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit (in körperlich ange
passter Tätigkeit) aus.
Auch die
C._
-Ärzte schilderten die diagnoserelevanten Befunde als nur diskret
vorliegend und verwiesen ebenfalls zur Hauptsache auf psychosoziale Belastungen. Die Einnahme von Schmerzmedikamenten war in der Blutuntersuchung nicht nachweisbar und die Beschwerdeführerin musste bei der Untersuchung kaum Entlastungsbewegungen machen (E. 4.5.3).
Auch die von der Beschwerdeführerin geschilderten Tagesabläufe lassen nicht auf ausgeprägte Befunde schliessen.
Gegenüber den
Z._
-Ärzten gab sie an, im Haushalt Hilfe zu benötigen, dies
e
aber auch zu bekommen (durch die Tochter
und eine Freundin). Einkäufe erledige sie indes selber (zu
s
ammen mit der Toch
ter
), so
dann lese sie
gerne (
Urk.
10/226/10).
Anlässlich der
C._
-Begutach
tung schilderte sie
sodann wohl
, den Tag hauptsächlich in der Wohnung zu ver
bringen, doch lässt sich dem Tagesablauf insgesamt nichts wesentlich Ein
schränkendes entnehmen. So kocht sie (für die Tochter), bekommt Besuch (von Freundinnen der Tochter) und geht diese auch ausser Haus besuchen. Sodann unternimmt sie Spaziergänge mit dem Hund und macht Besorgungen (mit der Tochter,
Urk.
10
a
/61/14).
Insgesamt liegen die relevanten Befunde nicht in besonders ausgeprägter Form vor.
7.3.2
Weiter ergibt
sich, dass die Beschwerdeführerin
nach Abschluss der beruflichen Massnahmen nicht in schmerztherapeutischer/psychiatrischer Behandlung war. Eine solche nahm sie erst im Mai 2009 auf (
O._
).
Es folgten zwei kürzere stationäre Behandlungen (wegen Zuspitzung der depressiven Symptomatik sowie zur psychosomatischen Rehabilitation).
Nach dem Abbruch einer
traumaspezifischen
Hospitalisation
nach drei Tagen begab sie sich ab
5.
November 2009 in Behandlung bei Psychotherapeutin
N._
(
Urk.
16/3/4)
.
Eine konsequente medikamentöse Behandlung fand indes nicht statt, auch eine
Traumatherapie
wurde nicht durchgeführt (
Urk.
10a/61/19).
Damit ist zu konstatieren, dass die Beschwerdeführerin wohl therapeutische Bemühungen getätigt hat
,
d
iese
jedoch
nicht von massgebendem Erfolg gekrönt waren.
Dabei
zeichnen sich die Therapien nicht durch die nötige Konsequenz aus, gibt es doch noch weitergehende Therapieoptionen (medikamentöser Art sowie fachspezifische
Hospitalisation
).
7.3.3
Bei der Beurteilung der Komorbidität ist neu eine Gesamtbetrachtung der Wech
selwirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen beglei
tenden krankheitswertigen Störungen vorzunehmen. Neben der
Schmerzstörung
leidet die Beschwerdeführerin an
diversen organischen Erkrankungen (Rücken-, Schulter-,
Fussbeschwerden
). Die organisch objektivierbare Pathologie ist indes nicht
massgeblich
ausgeprägt und die Beschwerdeführerin deswegen noch in hohem Masse (70
%
) arbeitsfähig, wobei sich die Einschränkung lediglich durch einen vermehrten Pausenbedarf begründet (E. 4.5.2). Damit liegt eine Komorbi
dität vor, indes nicht in ausgeprägter Weise.
7.3.4
Was den Komplex „Persönlichkeit“ betrifft, scheint die Beschwerdeführerin
durchaus
über persönliche Ressourcen zu verfügen, welche ein Angehen der
Krankheitsfolgen begünstigen könnten.
Vorwegzuschicken ist, dass die Be
schwerdeführerin (im Rahmen der beruflichen
Massnahmen
) die Handelsschule besuchte und sich in den kaufmännischen Bereich einarbeitete.
Damit verfügt
sie
über berufliche Fähigkeiten. In psychischer Hinsicht zeigen sich in anam
nestischer Hinsicht Schwierigkeiten durch die traumatische Ehe mit einem ge
walttätigen Ehemann (E. 3.3). Die Beschwerdeführerin hat indes eine gute Be
ziehung zu ihrer Tochter, mit welcher sie sich häufig trifft, für sie kocht und welche sie im Haushalt unterstützt. Die Beschwerdeführerin versorgt sodann ihren Hund und geht mit diesem spazieren. Insgesamt verfügt sie demnach über einige persönliche Ressourcen.
Dies stellten auch die
C._
-Ärzte anlässlich ihrer Untersuchung fest und wiesen darauf hin, dass
diesbzüglich
nur leichte Defizite bestehen (Durchhaltefähigkeit, motivationale Faktoren,
Urk.
10a/61/28).
7.3.5
Bezüglich des sozialen Kontexts ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin
zusammen mit ihrer erwachsenen Tochter in einer Eigentumswohnung lebt. Diese unterstützt sie im Haushalt. Die Beschwerdeführerin ist sodan
n nicht iso
liert, hat sie doch
Freunde
und bekommt auch hin und wieder Besuch
(
Urk.
10a/61/11
,
Urk.
16/3/4 S. 3
und
Urk.
10/328/118)
.
Damit besteht ein un
auffälliger sozialer Kontext.
7.3.6
Hinsichtlich der
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist anzumerken, dass die Tätigkeiten wie sie de
n geschilderten Tagesabläufen
entnommen werden können (
Urk.
10/226/10
,
Urk.
10a/61/14
und 32,
Urk.
10/328/118
), auf ein weitgehend uneingeschränk
tes Aktivitätsniveau hinweisen.
So geht die Beschwerdeführerin mit ihrem Hund spazieren, zusammen mit der Tochter einkaufen, absolviert Therapien, pflegt ihre Terrasse (
gärtnerliche
Tätigkeiten)
und
kocht für die Tochter. Auch wenn jüngst ein gewisser Rückzug geltend gemacht wurde, erscheint das
Aktivitätsni
veau
(situationsangepasst) als nicht erheblich eingeschränkt.
7.3.7
Bezüglich des Leidensdrucks ist anzumerken, dass
die
Z._
-Gutachter kein erhebliches Leiden feststellten und auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit schlossen (E. 4.2.2). Die
C._
-Gutachter ersahen einen höheren Leidensdruck und gingen von einer um 30
%
eingeschränkten Arbeits
fähigkeit aus
; dies begründeten sie mit einer allgemeinen
Dekonditionierung
sowie Schmerzuständen zervikal und im Schulterbereich bei repetierten Stürzen (E.
4.5.2). Die Ärzte hielten allerdings fest, dass der effektive Leidensdruck schwierig einzustufen sei. So sei es kaum nachvollziehbar, weshalb sich die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage fühle, selbst leichteste
Haushalt
arbeit
für sich und ihre Tochter zu verrichten, dies trotz Einnahme von hoch
dosierten Schmerzmitteln (bei allerd
ings fehlendem Wirksubstanzspie
gel,
Urk.
10a/61/26).
Z
u berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang
sodann
auch die
Inanpruch
nahme
von therapeutischen Optionen, was ein
en
massgebende
n
Indikator für den tatsächlichen
Leidensdruck
darstellt (BGE 141 V 281 E. 4.4.2). Dabei fällt
auf, dass die therapeutischen Bemühungen als g
ering bezeichnet werden müssen
.
So erfolgt
e
erstmals im Jahr 2009 eine stationäre
psychiatrische
Hospitalisation
(
Urk.
10/292/15)
, eine
Traumatherapie
brach
die Beschwerdeführerin
nach drei Tagen ab
(
Urk.
10/286/3)
und eine Schmerztherapie ist nicht aktenkundig. Auch die übrige psychiatrische Therapie erfolgte nicht mit vollster Konsequenz (E.
6.3.4).
7
.
4
Zusammenfassend
führen
die einschlägigen
Standardindikatoren
bei der Be
schwerdef
ührerin nicht zur Annahme
, dass sie wegen des Schmerzgeschehens nicht mehr arbeitsfähig wäre. Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin in invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht nicht über die von den
C._
-Gut
achtern attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit hinaus arbeitsunfähig ist.
8.
Die Beschwerdegegnerin nahm zur Errechnung des Invaliditätsgrades faktisch einen Prozentvergleich vor, was nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdefüh
rerin
war nach der Ausbildung
- ausser an der Stelle, bei welcher sie die Um
schulung absolviert hatte und welche sie wegen Erkrankung des Chefs verlor -
nie in der Tätigkeit als Buchhalterin tätig, weshalb sich das Validen- und das
Invalideneinommen
entsprechen und der Invaliditätsgrad der Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit entspricht (sofern man für das
Valideneinkommen
zu Gunsten der Beschwerdeführerin auch das nach der Umschulung durch die
Be
schwerdegegnerin
zu erwartende Einkommen einsetzen will). Für einen Abzug vom Tabellenlohn besteht keine Veranlassung, ist die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin (höherer Pausenbedarf aufgrund der
musku
loskelettalen
Beschwerden) bereits im attestierten Arbeitsunfähigkeitsgrad ent
halten und bestehen keine weiteren massgeblichen Einschränkungen in einem Büroberuf.
Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von 30
%
, bei welchem Ergebnis die Be
schwerdeführerin kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung mehr hat
(
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
Die diesbezügliche Beschwerde ist demnach abzuwei
sen.
9
.
9.1
In Bezug auf die weiter im Streite stehenden Taxikosten für Fahrten zum
Um
schulungs
-Arbeitsplatz vom
8.
Mai bis 2
5.
September 2007, für welche die
Be
schwerdegegnerin
mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2012 Kostengutsprache erteilt hatte (Verfügung vom 1
5.
Juni 2012,
Urk.
10/359), stellte die Beschwerdeführe
rin im Verlauf unterschiedliche Forderungen. So bezifferte sie die Auslagen am
2.
Juli 2012 mit
Fr.
30‘000.-- (100 Taxifahrten jeweils hin und zurück à
Fr.
300.--). Im vorliegenden Prozess beantragte sie die
Zusprache
von
Fr.
23‘343.--, wobei sie von Taxifahr
t
en an 80 Tagen (à
Fr.
300.--) ausging und davon den bereits entrichteten Betrag von
Fr.
657.-- abzog (
Urk.
1 S. 6 f.).
9.2
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin Kostengutsprache erteilt hat und für die angefallenen Taxikosten aufkommen muss. Auch wenn der
Sozialversi
cherungsprozess
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist,
darf von einer
beschwerdeführenden
Partei
- im Rahmen der Mitwirkungspflicht -
verlangt werden, dass sie
Belege für die von ihr gerügten
Punkte
beibringt (Urteil des Bundesgerichts 8C_668/2012 vom 2
6.
Februar 2013 E. 6.2). Nachdem der Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
24) Frist zur Einrei
chung von Belegen für die geltend gemachten Taxi-Auslagen angesetzt worden war,
liess
sie sich nicht vernehmen und bezeichnete auch keine von ihr nicht
beibringbaren
Beweismittel.
9.3
Damit ist aufgrund der vorliegenden Akten zu entscheiden.
Die Beschwerdefüh
rerin bracht
e
im vorliegenden Prozess vor, im gesamten Zeitraum vom
8.
Mai bis 2
7.
September 2007 (soweit arbeitsfähig) das Taxi benutzt zu haben (
Urk.
1 S.
5). Im Verwaltungsverfahren hatte sie auf
Aufforderung
der
Beschwerdegeg
nerin
zur Einreichung von Belegen
hin ausgeführt,
die Rechnungen nicht mehr
zu
habe
n
; jemand anderes habe für sie den Umzug gemacht und alles entsorgt
(
Urk.
10/363)
.
Den Akten ist indes zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nicht an jedem Tag das Taxi benutzt hat.
Ihr Arbeitgeber bestätigte am 2
1.
Juli
2007
(
Urk.
10/146 S. 8), dass sie sich nötigenfalls zur Arbeit schleppe, was nicht auf eine Benützung des Taxis schliessen lässt. In diesem Sinne
teilte
die Beschwer
deführerin
der Beschwerdegegnerin am
9.
August 2007 telefonisch mit, sie be
wältige den Arbeitsweg mit dem Auto, teilweise werde sie vom Sohn gefahren. An einzelnen Tagen habe sie wegen der Knie- und Fussbeschwerden das Taxi nehmen müssen. Grundsätzlich sei sie aber auch mit den öffentlichen Ver
kehrsmitteln gefahren
(
Urk.
10/153/2). Am 1
1.
Dezember 2007 teilte sie mit, diesbezüglich offene Rechnungen von
(lediglich)
Fr.
3‘000.-- zu haben (
Urk.
10/210/8).
Auf den (von der Beschwerdeführerin ausgefüllten) Formularen „Rechnung für Reisekosten“ vermerkte sie für die massgebende Periode lediglich „Abo“-Kosten in der Höhe von
Fr.
219.-- pro Monat, von Taxifahrten war keine Rede (
Urk.
10/216/2-3). Dass dies den Grund im Umstand hatte, dass sie (einstweilen) von einer Kostenübernahme nur für die Auslagen bei Benützung des öffentli
chen Verkehrs ausging (
Urk.
1 S. 4 f.)
,
ist zweifelhaft. Angesichts der eindeuti
gen telefonischen Auskunft erscheint es auch als widersprü
ch
lich, wenn sie
nun
beschwerdeweise geltend macht, der Sohn sei auf
g
run
d
seiner Schichtarbeit gar nicht in der Lage gewesen, sie zu fahren (
Urk.
1 S. 5).
9.4
Fest steht, dass sich die Kostengutsprache nur auf effektiv angefallene Auslagen bezieht und keine separate Entschädigung für die Beschwerdeführerin bei Be
nutzung des eigenen Fahrzeugs oder der öffentlichen Verkehrsmittel zum Zweck hat. Bei der dargelegten Aktenlage kann die Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darlegen, dass sie an jedem der geltend ge
machten Tage das Taxi benutzt hat. Im Gegenteil steht für keinen einzigen Tag fest, dass dies der Fall war. Die Beschwerdegegnerin ist wohl kostenpflichtig für die angefallenen Taxikosten, wie hoch diese sind, ist indes nicht zu eruieren. Eine Entschädigung kann deshalb nicht zugesprochen werden, weshalb die ent
sprechende Beschwerde abzuweisen ist.
10.
10.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Vora
us
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die
Rechtsvor
kehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten
(ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Be
gehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass
gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
10.2
Die Argumentation der Beschwerdeführerin
(in Bezug auf die Taxikosten)
er
schöpfte sich darin vorzubringen, an jedem Tag der beruflichen Massnahmen
(soweit nicht krankheitsbedingt verhindert) das Taxi benutzt zu haben. Eine Auseinandersetzung mit den anderslautenden Akten erfolgte nicht. Belege brachte sie keine bei, auch nicht nachdem ihr im
vorliegenden
Verfahren Frist hierzu angesetzt und sie darauf hingewiesen worden war, dass die Beschwerde bei der aktuellen Aktenlage als aussichtslos erscheine. Objektiv gesehen waren die
Gewinnaussichten der Beschwerde
damit beträchtlich geringer als die
Ver
lustgefahren.
Die
Beschwerde ist
des
halb als
aussichtslos
zu bezeichnen und das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung vo
n Rechtsan
wältin Rita Arnold Haas vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
1 S. 2)
folglich abzuweisen.
10
.3
Die
Kosten
des
Verfahrens
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
1‘000
.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang
des
Verfahrens
de
r
un
terliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.