Decision ID: 36de721f-ad72-4c24-8eaa-265bfc3ba4e6
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
war seit 199
4 bei der Y._
AG
und ab
Januar 2020
zusätzlich
bei der Z._
AG
angestellt und damit bei der Suva versichert, als er am 1. Dezember 2020 auf der Treppe ausrutschte und sich dabei
am Oberkörper verletzte
(Urk. 8/1-2
; vgl. nachstehend E. 3
).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom 27. April 2021
rückwirkend
per 11. April 2021 ein (Urk. 8/51). Die vom Versicherten am 11. Mai 2021 erhobene Einsprache (Urk. 8/52), ergänzt am 28. Mai 2021 (Urk. 8/58), wies die Suva am 5. Juli 2021 ab (Urk. 8/61 = Urk. 2).
2.
2.1
Der Versicherte erhob
am
6. September 2021 Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 5. Juli 2021 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien die Unfallversicherungsleistungen (Heilungskosten und Taggelder) weiterhin zu erbringen, eventuell sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklä
rungen zurückzuweisen (
Urk. 1
S. 2 Ziff. 1 und 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2021 (Urk. 7) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Replik vom 24. November 2021 (Urk. 12)
und
Duplik vom 15. Dezember 2021 (Urk. 16) hielten die Parteien an ihren Begehren fest.
2.3
Zwecks Klärung und Ergänzung des medizinischen Sachverhalts
wurde
n
mit Gerichtsverfügung vom 11. Januar 2022 (Urk. 18)
bei
m Beschwerdeführer weitere Unterlagen (Urk. 21/1-2) eingeholt, zu welchen die Beschwerdegegnerin mit Ein
gabe vom 4. März 2022 (Urk. 24) Stellung nahm. Dies
e
wurde dem Beschwerde
führer am 9. März 2022 (Urk. 25) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Renten
beginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
UVG
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
–
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.6
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung
(UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss
BGE 146 V 51
ergibt sich a
us der in Art. 6 Abs.
2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis
–
nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen)
–
auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversiche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilen
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die
Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen
–
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
–
nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich we
itere Abklärungen erübrigen (E.
8.6
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 E. 2.3
).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.
8
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, gestützt auf die B
eurteilung ihres V
ersicherungsarztes bestünden nach Abheilung anderweitiger Verletzungen und nach dem Zeitpunkt der Einstellung der Versi
cherungsleistungen keine Unfallfolgen mehr. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schulterbeschwerden links seien mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nicht Folgen des Unfalles vom 1. Dezember 2020 (S. 4 f.).
2.2
Demgegenüber
machte
der Beschwerdeführer
geltend (Urk. 1), die natürliche Unfallkausalität der Schulterverletzung, welche am 26. April
2021
(richtig: 4. Mai
2021
; vgl.
Urk.
8/58/10
)
zu einer Schulterarthroskopie und
Rotatorenmanschet
tenrekonstruktion
geführt habe, sei gestützt auf seine
Hergangsschilderung
und der bildgebend festgestellten Schädigung ausgewiesen (S. 5).
3.
3.1
Dr. med. A._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, berichtete am
18. Januar 2021 (Urk. 8/18)
über die Erstbehandlung des Beschwer
deführers vom 1. Dezember 2020 und nannte als Diagnosen einen Status nach Treppensturz mit Rippenkontusion, Differentialdiagnose
(DD)
: Rippenfraktur und Lendenwirbelsäulen (LWS)-Kontusion
(Ziff.
5).
Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf
W
eiteres, wobei die Behandlung in voraussichtlich 3
4 Wochen
abgeschlossen werden
könne (Ziff. 8 f.).
3.2
Im Rahmen eines Telefoninterviews zwecks Klärung eines Reha-Bedarfs vom 2. Februar 2021 (Urk. 8/21) führte der Beschwerdeführer zum Unfallhergang aus, er sei auf einer Metalltreppe ausgerutscht und zirka fünf Meter hinuntergefallen. Es gehe ihm schon viel besser. Er habe drei Rippen gebrochen (S. 1 oben).
3.3
Im ärztlichen Zwischenbericht vom 8. Fe
bruar 2021 (Urk. 8/25)
diagnostizierte Dr.
A._
einen Status nach Treppensturz mit Rippenkontusion (DD: Rippen
fraktur)
sowie
eine LWS- und Schulterkontusion links (Ziff. 1).
Zum Verlauf hielt er fest, es handle sich um eine protrahierte Erholung mit weiterhin schmerzhaften Rippen, zunehmenden Schulterschmerzen links und Verdacht auf
frozen
shoul
der
(Ziff. 2).
Als weiteres Vorgehen nannte er eine bildgebende Untersuchung (MRI) der linken Schulter (
Ziff.
3).
3.4
Zwecks Klärung einer möglichen
Rotatorenmanschettenruptur
wurde am 8. Februar 2021 eine Magnetresonanz (MR)-
Arthrograph
ie
der linken Schulter des Beschwerdeführers
im medizinisch radiologischen
Institut durchgeführt. Dabei wurde eine Ablösung des ventralen und mittleren Drittels der
Supraspinatussehne
an der Fussplatte über eine Breite von 17 mm und eine
r
R
etraktion von 16 mm bildgebend erhoben, zusätzlich eine interstitielle Rissbildung im Sehnenstumpf mit einer Länge von 18 mm. Ferner wurde eine deutliche Flüssigkeit in der Bursa
subdeltoidea
/
subacromialis
, eine leichte
Schultereckgelenksarthrose
(
AC-Gelenks
arthrose
)
mit leichten Kapsel-Ödemen sowie ein Knorpelschaden unter der regelrecht verlaufenden, intraartikulären langen
Bizepssehne
bei ansonsten nur leichten Knorpelschäden ohne
subchondrale
Ödeme im Schultergelenk festgestellt (Urk. 8/30).
3.5
Dr.
A._
ergänzte in seinem Zwischenbericht vom 1. März 2021 (Urk. 8/29) seine bekannte Diagnose (vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3) um eine Schulterdistor
sion-/
kontusion
links mit
Rotatorenmanschettenruptur
(
S. 1
Ziff. 1).
3.6
Am 19. März 2021 wurde der Beschwerdeführer in der Universitätsklinik
B._
von Dr. med.
C._
, Oberarzt Orthopädie, untersucht. Mit Sprech
stundenbericht vom 19. März 2021 (Urk. 8/32) diagnostizierte er eine
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
Schulter links sowie einen Status nach Treppensturz mit Schulterdistorsion links am 1. Dezember 2020 (S. 1 oben). Er führte aus, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Schilderungen am 1. Dezember 2020 eine Treppe hinuntergestü
rzt sei,
sich mit dem Arm am Geländer
habe
festhalten wollen und sich dabei eine Distorsion der linken Schulter zugezogen habe. Seither bestünden dort Schmerzen (S 1 Mitte). Beim Beschwerdeführer zeige sich im extern durchgeführten MRI sowie in der klinischen Untersuchung eine sympto
matische
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
. Grundsätzlich sei die Indika
tion bei körperlich aktivem Patienten und Symptomatik für eine Schulterarthro
skopie mit
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
und
Bize
p
stenotomie
gegeben (S. 2 oben).
3.7
Die Suva legte die medizinischen Akten ihrem
Kreis
arzt,
Dr. med. D._
, Facharzt Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor. Dieser nahm zu den Fragen am 31. März 2021 Stellung (Urk. 8/33). Er ging davon aus, dass gestützt auf den bildgebenden Befund vom 8. Februar 2021 die Gesund
heit des Beschwerdeführers bei der vom aktuellen Unfallereignis betroffenen Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall vom 1. Dezember 2020 in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei (S. 3 ad 1). Das Unfallereignis habe nicht zu strukturellen Läsionen geführt, da Dr.
A._
nur Prellungen am rechten Thorax und der LWS attestiert und keine Frakturen objektiviert habe (S. 3 ad 3). Der Status quo sine nach Prellungen sei nach sechs Wochen erreicht (S. 3 ad 4).
3.8
Mit Schreiben vom 13. April 2021 (Urk. 8/45) an die Beschwerdegegnerin äusserte Dr.
A._
sein Unverständnis über die Beurteilung des
Kreis
arztes. Er präzisierte, dass der Beschwerdeführer wegen eines Schulterleidens nie in Behandlung gewesen sei, sodass die Beschwerden erst nach dem Unfallereignis aufgetreten seien und
sie
daher auch aufgrund des Unfallmech
a
nismus mit grosser Wahrscheinlichkeit als unfallkausal angesehen werden müssten.
3.9
Dr.
D._
nahm am 26. April 2021 (Urk. 8/47) erneut Stellung. Er hielt an seiner Beurteilung fest, wonach der bildgebend erhobene Befund der Schulter vorbestehend und nicht unfallkausal sei (S. 4 Ziff. 1). Ebenso wiederholte er seine Auffassung, dass gemäss Dr.
A._
das
Unfallereignis zwar zu
Prell
ungen am rechten Thorax, am rechten (richtig: linken)
Schultergelenk und der LWS geführt habe, indes seien von Dr.
A._
im Verlauf keine strukturellen Läsionen, welche überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien, objektiviert worden, womit der Status quo sine nach Prellungen nach sechs Wochen erreicht worden sei (S. 4 Ziff. 3).
3.10
Am 4. Mai 2021 wurde in der Universitätsklinik
B._
bei
der
Diagnose
einer
traumatische
n
transmurale
n
Suprasp
inatussehnenrupt
u
r
Schulter lin
ks,
Bizeps
tendinopathie
und AC-
Gelenksarthropathie
nach Status nach T
r
eppensturz mit Schulterdistorsion links vom 1. Dezember 2020 die Schulter des Beschwerdefüh
rers
operativ
saniert (Schulterarthroskopie
,
Rotator
e
nmanschetten
-Rekonstruk
tion,
Bizepstenotomie
,
subacromiale
Bursektomie
,
Débridement
intra- und
ex
t
ra
artikulär
und AC-Gelenksresektion; vgl. Operationsbericht, Urk. 8/58 S. 10-11).
Im Austrittsbericht vom 7. Mai 2021 (Urk. 8/58 S. 12-13) diagnostizierten die Ärzte der Universitätsklinik
B._
zusätzlich zur bekannten Diagnose einen Status nach Unterschenkelthrombose links 2019 und berichteten von einem komplikationslosen intra- und postoperativen Verlauf (S. 12).
3.11
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einsprache
entscheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver
fügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Jedoch sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitge
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurtei
lung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung beziehungsweise des
Einspracheentscheides
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
Dies ist vorliegend für den Bericht von Dr.
C._
vom 28. Juli 2021
(Urk. 3) erfüllt, weshalb er zu berücksichtigen ist. Darin hielt
Dr.
C._
fest, d
er Beschwerdeführer sei erstmalig am 19. März 2021 in der Schultersprechstunde gewesen. Er habe von einem Treppensturz mit Schulterdistorsion links vom 1. Dezember 2020 berichtet und dabei auch Bilder gezeigt, wobei deutliche Hämatome auch im Schulterbereich sichtbar seien. Im durchgeführten MRI zeige sich eine
Supraspinatussehnenruptur
transmural
. Der Beschwerdeführer habe vorgängig keine Schulterbeschwerden gehabt und erst seit dem Unfall zeigten sich diese Beschwerden mit deutlich abgeschwächter Kraft.
Für ihn als Arzt bestehe eine eindeutige Unfallkausalität auch aufgrund des geschilderten Unfall
mechanismus, wobei sich der Beschwerdeführer mit dem Arm am Geländer fest
gehalten habe und es dabei zu einem Reissen im Bereich der Schulter mit dem ganzen Körpergewicht gegen die Schulter gekommen sei.
4.
4.1
Unbestritten ist, dass das Ereignis vom 1. Dezember 2020 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG darstellt. Die Beschwerdegegnerin anerkannte in diesem Kontext denn auch grundsätzlich ihre Leistungspflicht
für die Beschwerden am Oberkör
per
(vgl. Urk. 2
S. 4 Ziff. 2
)
. Strittig und zu prüfen ist jedoch
die Kausalität der Schulterbeschwerden links und in diesem Zusammenhang,
ob die Beschwerde
gegnerin ihre Leistungen zu Recht per 11. April 2021
eingestellt hat.
4.2
Zur Frage der vorliegend strittigen Unfallkausalität der Schulterbeschwerden erfolgte
n zwei
ärztliche
Aktenb
eurteilung
en
durch
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3
.7
und E.
3.9
)
. Dieser legte dar, weshalb
aus seiner Sicht
hinsichtlich der
Prellungen des Thorax und der LWS
der Status quo sine überwiegend wahr
scheinlich bereits nach sechs Monaten erreicht war
.
Hinsichtlich Unfallkausalität der über den 11. April 2021
hinaus
geklagten Schulterbeschwerden begründete Dr.
D._
gestützt auf den bildgebenden Befund vom 8. Februar 2021 (vgl. vorstehend E. 3.4)
eine solch fehlende mit einer
vorbestehenden Beeinträchtigung (vgl. vorstehend E. 3.9).
Gestützt auf das MRI-Bild
vom 8. Februar 2021 der linken Schulter wurde die Frage, ob die Verletzungen in der linken Schulter degenerativ bedingt oder durch das Ereignis vom 1. Dezember 2020 versursacht seien, kontrovers beurteilt. Weder
begründete
Dr.
D._
in seinen Beurteilungen
, weshalb der Schaden am
betroffene
n
Schultergelenk vorbestehend sei
,
noch machte er Ausführungen, ob das Unfallereignis geeignet gewesen sei, eine
Supraspinatussehne
zu
rupturieren
(vgl. vorstehend E. 3.7 und E. 3.9)
. Aus dem
bildgebenden Befund
geht nicht
hervor, ob der Treppensturz für die
Supraspinatussehnenruptur
hierfür das auslösende Ereignis war
.
Klassische Hinweise auf in relevantem Ausmass vor
beste
hende Degenerationen wie eine fortgeschrittene Muskelatrophie oder eine Verfet
tung der
Rotatorenmanschettenruptur
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_167/2021 vom 16.
Dezember 2021 E.
4.1
,
8C_724/2013 vom 31.
März 2014 E
.
4.1
) fehlen indes vorliegend beziehungsweise sind hinsichtlich Verfett
ung nur leicht ausgeprägt (Urk.
8/30).
Auch die bis dahin
erhobene Schilderung zum Unfallhergang erweist sich als wenig aussagekräftig.
Der Beschwerdeführer
hat die Unfallmeldung
en
(Urk. 8/1-2), auf welche sich die Beschwerdegegnerin unter anderem stützte
(Urk. 2 S. 4 f.)
,
nicht selbst ausgefüllt und
hatte bei der telefoni
s
chen Befragung zum Reha-Bedarf
und
somit
nicht direkt zum Unfallereignis angegeben, dass er auf einer Metalltreppe ausgerutscht und zirka 5 Meter hinun
tergestürzt sei (vgl. vorstehend E.
3.2
).
Dass er in dieser
Befragung
vom 2. Februar 2021
nur die Rippen
erwähnt
e
, ist
nicht in Abrede zu stellen.
S
eine Aussage
erfolgte aber im zeitlichen Kontext noch vor dem bildgebend bestätigten Befund der Sehnenruptur vom 8. Februar 202
1.
Da oftmals der genaue Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden kann, wird dem Kriterium des Unfallmechanis
mus bei der Beurteilung der Unfallkausalität rechtsprechungsgemäss keine über
geordnete Bedeutung mehr beigemessen (Urteil des Bundesgerichts 8C
_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E.
4.1 mit Hinweisen).
Demzufolge
stellt diese Aussage nur ein Indiz unter mehreren dar
.
Hinzuweisen bleibt
jedoch
darauf
, dass in den Krankengeschichten (KG)-Eintragungen (Urk. 13 = Urk. 21/1) hinsichtlich Unfall
hergang
zeitnah
hervorgeht, dass der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2020 auf einer Treppe gestolpert sei und
sich
beim Herabrutschen mit dem linken Arm am Geländer festhalten habe (S. 1 oben). Diesbezüglich zweifelte die Beschwerde
gegnerin
zwar
deren Echtzeitlichkeit
im Sinne einer späteren Ergänzung
an (Urk. 16 S. 2). Dass Dr.
A._
sich die Mühe machte, auch noch die genauen Tests/Befunde zu erwähnen,
dürfte wohl
eher gegen eine nachträgliche Eintra
gung
sprechen
.
Einzig aus dem Umstand, dass die Eintragungen handschriftlich verfasst wurden, kann die Beschwerdegegnerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, könn
t
en doch auch elektronisch verfasste Einträge nachträglich geändert werden.
Darüber hinaus ist festzuhalten, dass
sich im Rahmen des gerichtlichen
Beizugs
der KG-Eintragungen zeigte, dass
Dr.
D._
gar nicht über die vollständigen Akten
zur Beurteilung der Kausalität
verfügte. Dies stellt seine Beurteilung
doch
erheblich in Frage.
Ebenso ist nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegne
rin die KG-Einträge ihrem Kreisarzt im Rahmen ihrer Stellungnahme nicht noch einmal vorlegte.
4.
3
Des Weiteren ging Dr.
C._
gestützt auf den geschilderten Unfallmecha
nismus mit Festhalten am Geländer vom Vorhandensein einer traumatischen Ruptur der
Supraspinatussehne
aus (vgl. vorstehend E. 3.6, E. 3.11). Ebenso wurde in
der
KG
-Eintragung
von Dr.
A._
(
Urk. 13 = Urk.
21/1)
vom
1.
Dezember 2020
, somit am Unfalltag,
eine schmerzhafte
Schulterelevation links und ein
«
J
obe
pos.»
erwähnt
(S. 1 oben)
, was einen
Supraspinatus
-T
est darstellt (S. 1 oben).
Dieser
Test
wurde
gemäss Eintrag vom
7. Dezember 2020 wiederholt
(S. 1 Mitte).
Ein solcher Test
dürfte
wohl nicht ohne Grund durchgeführt
werden
.
F
erner wurde
auch
am 23
.
Dezember 2020
–
und damit
immer noch
zeitnah zum Unfallereignis vom 1. Dezember 202
0
–
von einer
leichte
n
Zunahme der Schul
ter
schmerzen link
s berichtet (S. 1 unten)
.
Auch im Februar 2021 berichtete
Dr.
A._
über
zunehmende
Schulterschmerzen links und
äusserte einen
Verdacht auf
frozen
shoulder
(vgl. vorstehend E. 3.3)
.
Demgegenüber
eignen sich d
as
eingereichte Foto der Universitätsklinik
B._
(Urk. 21/2) nicht, um eine
rechtsgenügliche
Unfallkausalitätsbeurteilung
hin
sicht
lich der Schulterbeschwerden vorzunehmen
.
4.4
Zusammenfassend ist nicht beurteilbar, ob die Auffassung von Dr.
D._
oder jene der behandelnden Ärzte, namentlich von Dr.
C._
zutrifft, weshalb
Zweifel an der Richtigkeit der Akteneinschätzung(en)
von Dr.
D._
bestehen. Die Zweifel an der Beurteilung durch Dr.
D._
haben, selbst
bei geringer Aus
prägung,
bei einem beratenden Arzt zur Folge, dass nicht auf dessen Beurteilung a
bgestellt werden kann (vgl.
vorstehend
E. 1.
8
).
4.5
Auch
reichen die Beurteilungen
von Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3, E. 3.5
, E. 3.8)
für sich alleine nicht aus, um unbesehen darauf abstellen zu können,
obwohl
aus seinen internen KG-Eintragungen
eine mögliche Schulter
verletzung bereits im Dezember 2020 hervorgeht (Urk. 13).
Zudem ist im Hinblick auf seine späteren Überlegungen auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapie
kräften, diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, was sich insbesondere darin zeigt, dass Dr.
A._
im Schreiben vom 13. April 2021 gegenüber der Beschwer
degegnerin Partei
ergriff
(vgl. vorstehend E. 3.8). Gleiches hat auch für Dr.
C._
zu gelten, welcher den Beschwerdeführer
am 4. Mai 2021 (vgl. vorstehend E. 3.10) operierte und im Zuge des Beschwerdeverfahrens am 28. Juli 2021 Stellung bezog (vgl. vorstehend E. 3.11).
Zudem ist d
ie Beweisregel «
post
hoc ergo
propter
hoc
»
, nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist
–
wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält
(vgl. Urk. 7 S. 4 oben)
–
beweisrechtlich nich
t zulässig (vgl. BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
sowie Bundesger
ichtsurteile 8C_772/2019 vom 4.
August 2020 E.
4.2.2, 8C_403/2012 vom 19. Juni 2012 E.
3.3 mit
Hinweisen
). Es genügt vor
liegend jedoch nicht, wenn sich die Beschwerdegegnerin auf diesen Umstand beruft.
Wenngleich dies der näheren Abklärung bedarf,
kann aufgrund der
Akten eine Kausalität zwischen dem Unfallereignis und der Beeinträchtigung der linken Schulter des Beschwerdeführers
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus
geschlossen werden
.
Wie vorstehend in E. 4.
4
dargelegt, bestehen Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes
Dr.
D._
.
Bisher hat noch keine versiche
rungsexterne Begutachtung stattgefunden. Es ist nun an der Beschwerdegegnerin, eine versicherungsexterne
medizinische
Begutachtung zu veranlassen, damit die Frage nach der
Kausalität der Schulterverletzung und
einer
allfälligen
diesbezüg
lichen
Leistungspflicht für das Ereignis vom
1
. Dezember
2020 geklärt werden kann.
4.6
Im Lichte der obigen Ausführungen
bestehen hinreichende Zweife
l an der als rein verwaltungsintern zu wertenden medizinischen Beurteilung des Versicherungs
arztes der Beschwerdegegnerin, wonach die Schulterbeschwerden links nicht über
wiegend wahrscheinlich unfallkausal gewesen seien, weshalb
der
Ein
spracheentscheid
vom 5. Juli 2021 (Urk. 2)
au
fzuheben und die Beschwerde
im Eventualantrag
gutzuheissen
ist
.
Die Beschwerdegegnerin wird
nach
Beizug
einer externen fachärztlichen Abklärung über die Leistungspflicht
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
1. Dezember 2020
erneut zu entscheiden haben.
5
.
5
.1
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61
lit
.
f
bis
ATSG).
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung hat.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weit
ere Bemessungskriterien nennt §
7 der Verordnung über die
Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist die dem Beschwerdeführer zustehende Prozessentsc
hädigung
beim praxisgemässen Ansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ermessensweise auf Fr.
2’600.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.