Decision ID: 5562d5c3-2811-4009-af9e-0757e0a4c269
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
hat das Handelsdiplom abgeschlossen und war im Rahmen verschiedener Arbeitsverhältnisse als
kaufmännische Angestellte
arbeitstätig,
letztmals im Jahr 2002
in der
Y._
in Zürich (
Urk. 1 S. 3,
Urk. 6/9)
.
Am 9. April 2002 gebar sie einen Sohn und war seither
nicht mehr erwerbs
tätig (Urk. 6/15/3, Urk. 6/30/7+14).
A
m 6. August 2015
meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf eine schwere Depression bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/6
).
Nachdem die IV-Stelle von der Hausärztin sowie dem behandelnden Psychiater der Versicherten jeweils einen medizinischen Bericht eingeholt hatte (Urk. 6/16, Urk. 6/18/6-8), teilte sie ihr mit Mitteilung vom 1. Oktober 2015 mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und ihr Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 6/19). Am 29. April 2016 beauftrage die IV-St
elle
das
Z._
mit der polydiszip
linären Begutachtung der Versicherten (Urk. 6/23).
Das Gutachten in den Berei
chen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Rheumatologie wurde am 11. August 2016 erstattet (Urk. 6/30).
Mit Vorbescheid vom 29. August 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 6/35). Gleichzeitig informierte sie die Versicherte unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht darüber, dass
sie die Durchführung einer leitlinien
gerechten Behandlung als Voraussetzung für allfällige zukünftige Leistungs
an
sprüche erachte (Urk. 6/34).
Am 15. September 2016 erhob die Versicherte Ein
wand (Urk. 6/36) und begründete diesen
– unter Beilage einer Stellungnahme des behandelnden Psychiaters (Urk. 6/41/1-4)
–
mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 (Urk. 6/42).
Mit Mitteilung vom 30. Januar 2018 setzte die IV-Stelle die Ver
si
cherte darüber in Kenntnis, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine
bidisziplinäre
Begutachtung als notwendig erachte (Urk. 6/44). Das Gutachten in den Disziplinen Rheumat
ologie und Psychiatrie wurde von der
A._
am 11. Juni 2018 erstattet (Urk. 6/54).
Mit Stellungnahme vom 6. Juli 2018 (Urk. 6/56) äusserten sich die Gutachter zu den Ergänzungsfragen der IV-Stelle
(Urk. 6/55). Nachdem die IV
Stelle weitere Unterlagen eingeholt
hatte (Urk. 6/59-63)
,
forderte sie die Ver
si
cherte am 22. November 2018 dazu auf,
zur Abklärung der gesundheitlichen Ein
schränkung
eine stationäre Entzugsbehandlung bezüglich Cannabis und Ben
zo
diazepinen von mi
n
destens 6 Wochen durchzuführen
(Urk. 6/66).
Mit Stellung
nahme vom
25. Januar 2019
sprach sich die Versicherte gegen die
auferlegte
Mitwirkungspflicht
aus
und beantragte – unter Beilage eines
weiteren
Berichts des behandelnden Psychiaters (Urk. 6/73) – die
Zusprache
einer Rente der Inva
lidenversicherung (Urk. 6/74).
Mit Schreiben vom 27. März 2019 forderte die IV-Stelle die Versicherte erneut zur Durchführung einer
stationären
Entzugsbehand
lung bezüglich Cannabis und Benzodiazepinen auf (Urk. 6/75)
,
womit
sich diese mit Eingabe vom 13. Mai 2019 nicht einverstanden erklärte (Urk. 6/81)
.
Nach erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 3. Juni 2019 [Urk. 6/83]) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 16. August 2019 (Urk. 6/84 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 16. September 2019 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung vom 16. August 2019 sei aufzuheben und
es seien
ihr die gesetzlichen Leistungen
,
insbesondere eine gan
ze Rente ab dem 1. Februar 2016
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin
die Anset
zung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung oder die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2). Mit Verfügung vom 19. September 2019 erachtete das Sozialversicherungsgericht die Gewäh
rung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung nicht als erforderlich (Urk. 4). Mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Am
24. Oktober 2019 wurde ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet (Urk. 7), woraufhin die
Beschwerdeführerin
mit Replik vom 9. Januar 2020 an ihren bisherigen Anträgen festhielt (Urk. 10). Mit Eingabe vom 12. Februar 2020 verzichtete die
Beschwerdegegnerin
auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 12), was der
Beschwerdeführerin
am 13. Februar 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Mit BGE 145 V 215 änderte das Bundesgericht
seine bisherige Rechtsprechung zu den Suchterkrankungen. Bis dahin wurde einem Suchtgeschehen an sich die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen, das heisst ein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden wurde verneint, wo in der Begut
achtung im Wesentlichen nur Befunde erhoben werden konnten, welche in der Sucht ihre hinreichende Erklärung fanden (primäre Suchterkrankung). Sucht
erkrankungen wurden erst dann im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkten, in deren Folge ein körper
licher oder geistiger, die Erwe
rbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesundheits
schaden eingetreten war, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens waren, dem Krankheitswert zuk
am (sekundäre Suchterkrankung).
Gemäss
geänderter Rechtsprechung kommt
inskünftig auch eine primäre Abhängigkeit von psychotropen Substanzen als invalidisierend
er Gesundheitsschaden in Frage. Dessen Auswirkungen
sind
nach dem
strukturier
ten Beweisverfahren
gem
äss
BGE 141 V 281 zu beurteilen
(BGE 145 V 215 ins
besondere E
. 4.1, E. 5.3 und E. 6 f. sowie
Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
1.2.2
Die bisherige Rechtsprechung zu den primären Suchterkrankungen bejahte grundsätzlich die
Möglichkeit der Anordnung einer
Entzugsbehandlung
unter dem Titel der Abklärungsmassnahme, wo es darum ging, die erwerblichen Aus
wirkungen einer – invaliditätsfremden – primären Abhängigkeit von denjenigen eines invalidisierenden G
esundheitsschadens abzugrenzen.
Bei invalidenver
si
cherungsrechtlich beachtlicher sekundärer Abhängigkeit kam eine solche Mass
nahme hin
gegen bloss unter dem Titel der
Schadenminderungspflicht
in Frage. Nach geänderter Rechtsprechung sind auch primäre Abhängigkeiten von psycho
tropen Substanzen als potentiell invalidisierende Gesundheitsschäden abzu
klären. Wie bislang bei den sekund
ären Suchtgeschehen ist demnach
auch bei primären Abhängigkei
tssyndromen die Anordnung einer
Entzugsbehandlung
im Vorfeld einer B
egutachtung unter dem Titel der
Mitwirkungspflicht
im Abklä
rungsverfahren ni
cht mehr
statthaft, würde damit doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb
als
auszuscheiden vor
weggenommen. Wie es sich damit verhält, ist indes nach dem Gesagten im Abklärungsverfahren erst zu untersuchen. Demgegenüber darf eine
Entzugsbe
handlung
a
ls Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten Fall zumutbar – selbstredend (unverändert) jederzeit zur Schadenminderung angeordnet werden. Eine Verletzung von Schadenminderungspflichten berechtigt die Verwaltung
indes nicht zum Nichteintreten auf das Leistungsersuchen, sondern allenfalls zur Kürzung o
der Verweigerung von Leistungen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. November 2019 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).
1.2.3
Die neue Rechtsprechung zu den Suchterkrankungen ist im Grundsatz sofort anwendbar und gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung hängigen Fälle (Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 vom 7. No
vember 2019 E. 4.1 mit Hinweis).
Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Art. 21 Abs. 4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung
oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder
widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb
das
ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Behandlungs- oder Einglie
de
rungsmassnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar. Die Regelungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentscheid aufgrund der Akten) und Art. 7b Abs. 1 IVG (Kürzung oder Ver
weigerung der Leistung) sind grundsätzlich nebeneinander anwendbar. Die Sank
tion bei verletzter Schadenminderungs- oder
Mitwirkungspflicht
hat sich an das Verhältnismässigkeitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Ver
schuldens der versicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E. 3 mit Hinweis
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
läs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des angefochtenen Entscheids im Wesentlichen aus, das im Rahmen des
Einwandverfahrens
eingeholte
zweite Gutachten sei aufgrund der nicht kontrollierten Cannabis- sowie
Benzodiazepin
spiegel
nicht verwertbar. Es sei das Ziel, dass eine objektive Begutachtung durch
geführt werden könne, welche nicht durch Suchtmittel verfälscht sei. Die
Beschwerdeführerin
sei bereits im Schreiben vom 27. März 2019 auf die Folgen aufmerksam gemacht worden, welche eintr
ä
ten, falls sie sich weigere, die Ent
zugsbehandlung wahrzunehmen. Da sie sich trotzdem
geweigert habe
, die Behand
lung durchzuführen, könne der Sachverhalt nicht korrekt abgeklärt werden. Es würden zwei widersprechend
e
Gutachten
mit
unterschiedlichen Befunden und Einschränkungen
vorliegen
. Es wäre
der
Beschwerdeführerin
wei
terhin zumutbar,
die geforderte Entzugsbehandlung wahrzunehmen
, damit eine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs durchgeführt werden könne.
Weil aus den vorliegenden Akten die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beziffert werden könne, gehe diese Beweis
losigkeit zu Lasten der
Beschwerdeführerin
und bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.2
Dahingegen vertritt die
Beschwerdeführerin
den Standpunkt, sie sei aus psychi
schen Gründen gänzlich nicht arbeitsfähig, weshalb ihr ein Anspruch auf eine ganze Rente
zustehe
. Aufgrund der mittlerweile geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien allfällige sich durch eine Suchterkrankung ergebende funk
tionelle Einbussen im Rahmen der
Indikatorenprüfung
zu berücksichtigen. Eine
solche hätten die Gutachter der
A._
in ihrer Expertise vom 11. Juni 2018 durch
geführt und sie seien zum nachvollziehbaren Schluss gekommen, dass seit 2005 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Der psychiatrische Gutachter selbst würde der Eignung einer stationären Fachbehandlung zur Steigerung der
Leistungsfähigkeit
skeptisch gegenüberstehen.
Aufgrund der Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
ohne wesentlichen Erfolg seit Jahren in psychiatrisch-psy
chotherapeutischer sowie psychopharmakologischer Behandlung stehe
,
sei zum einen auf die Schwere der Erkrankung und zum anderen
auf
einen grossen Leidensdruck zu schliessen. Das aktuelle Gutachten erfülle die rechtlichen Anfor
derungen an ein taugliches Beweismittel, was auch der
regionale ärztliche Dienst (RAD)
in seiner Stellungnahme vom 13. Juli 2018 so bestätigt habe.
Dieser habe sodann ebenfalls in Übereinstimmung mit dem Gutachten festgehalten, es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen.
A
uf das Gutachten
könne demnach
abge
stellt und
seit 2005
von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden
. Aufgrund der Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2015 bestehe ab dem 1. Februar 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
(Urk. 1 S. 4 ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort entgegnete die
Beschwerdegegnerin
,
die
neue bun
desgerichtliche
Rechtsprechung ändere nichts daran, dass eine Erwerbsunfähig
keit gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG erst nach zumutbarer Behandlung entstehen könne.
Diese Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit nach zumutbarer Behandlung könne in
casu
nicht beurteilt werden. Dafür wäre eben gerade eine Begutachtung notwendig, bei der die
Beschwerdeführerin
nicht unter Einfluss von Cannabis
und Benzodiazepinen stehe
. Aus den beiden Gutachten und den RAD-Stellungnahmen gehe klar hervor, dass ein Cannabis-Entzug und eine Anpassung der Medikation im Rahmen eines stationären Aufenthaltes zumutbare Massnahmen/Behandlungen seien. Da sich die
Beschwerdeführerin
weigere, diese zumutbare Massnahme durchzuführen, gehe die Beweislosigkeit zu ihren Lasten (Urk. 5).
2.4
Replicando
ergänzte die
Beschwerdeführerin
, gemäss Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2019 E. 4.2.2 vom 7. November 2019 sei wie bei den sekundären Sucht
geschehen neu auch bei primären Abhängigkeitssyndromen die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem Titel der Mitwir
kungspflicht im Abklärungsverfahren nicht statthaft. Indem die
Beschwerde
gegnerin
die
Beschwerdeführerin
wiederholt aufgefordert habe, sich in eine stationäre Entzugsbehandlung zu begeben, habe sie ihr
unzulässigerweise
eine Mit
wir
kungspflicht im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG auferlegt.
Nur schon aus diesem Grund
wäre
es unrechtmässig, wenn sie die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hätte. Dies gelte umso mehr, als dass die Gutachter die
Beschwerdeführerin
vorbehaltlos für gänzlich arbeitsunfähig hielten und sich in ihrer Expertise kein einziger Hinweis darauf finde, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des Substanzkonsums nicht möglich wäre. Damit sei in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht von e
iner Beweis
losigkeit auszugehen
(Urk. 10).
2.5
Umstritten
und zu klären
ist, ob die
Beschwerdegegnerin
gestützt
auf
die Tat
sache, dass die
Beschwerdeführerin
der wiederholten Aufforderung zur Absolvie
rung einer stationären Entzugsbehandlung nicht nachgekommen ist, einen Ren
tenanspruch zu Recht verneint hat.
3.
Das Gutachten der
A._
vom 11. Juni 2018 basiert auf rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchungen (Urk. 6/54). Die Gutachter stellten
darin
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/54/6):
-
Anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
-
Rezidivierende depressive Störung
, gegenwärtig mittelschwere bis
schwere depressive Episode (ICD-10 F33.1)
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/54/6):
-
Cannabisabhängigkeit (ICD-10 F12.2)
-
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10 F13.2)
-
Muskuläre Haltungsinsuffizienz im Rahmen einer allgemeinen
Dekondi
tio
nie
rung
-
Chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit deutlicher Ein
schränkung der Beweglichkeit (Inklination respektive
Reklination
), mit/bei fortgeschrittener
Osteochondrose
L5/S1 sowie
Spondylarthrosen
L4/5 und L5/S1 (Röntgenaufnahmen vom 28. Juni 2016)
Im Zuge der psychiatrischen Ex
ploration
sei
eine Neigung zu
sensitiv-paranoi
schen Beziehungsse
tzungen wiederholt überdeutlich
geworden
.
Der
Beschwerde
führerin
sei eine Realitätsprüfung nicht ausreichend möglich und die Sympto
matik sei durch die Entwicklung eines Wahnsystems gekennzeichnet, wobei eindeutige schizophrene Symptome wie Kontrollwahn, Affektverflachung nicht vor
liegen und auch eine
halluzinatorische
Symptomatik nicht bestehen würde. Vor diesem Hintergrund werde die in der Vergangenheit gestellte Diagnose einer anhaltenden wahnhaften Störung (ICD-10 F22.0) bestätigt. Differentialdiagnos
tisch sei eine paranoide Persönlichkeitsstörung zu diskutieren, da die
Beschwer
-
de
führerin
dazu neige, neutrale oder freundliche Handlungen Dritter als feindlich oder verächtlich wahrzunehmen. Auch wirke
sie
vermehrt
kränkbar
, zeitweilig misstrauisch und bestehe offenkundig beharrlich auf ihren eigenen Vorstellun
gen, was wiederum in wiederholte Konflikte münde. Diese Symptoma
tik sei
in der Biographie
weit zurückzuverfolgen
. Da
aber im Zuge der hier erfolgten Exploration recht eindeutig die wahnhafte Fehlverarbeitung von Foto
grafien
sowie
Nachsetzungen eines Bruders einer Schulfreundin den psychopatholo
gischen Befund und über Strecken auch das inhaltliche und formale Denken der
Beschwerdeführerin
prägten, werde der Diagnose einer anhaltenden wahn
haften Störung der Vorzug gegeben (Urk. 6/54/5).
Weit in die Psychobiographie zurückzuverfolgen sei zudem eine Neigung zu depressiven Episoden. Der psychopathologische Befund ergebe zwei zuverlässige Kernsymptome einer depressiven Störung und nahezu alle akzessorischen Symp
tome, weshalb von einer mittelschweren bis schweren Depression auszugehen sei. Was die Suchtproblematik der Beschwerdeführerin anbelange, schildere diese einen regelmässigen, täglichen Cannabiskonsum seit der Jugend von gegenwärtig etwa zwei Joints. Ein Zusammenhang der wahnhaft psychotischen Symptomatik mit dem Cannabiskonsum sei gemäss der wissenschaftlichen Literatur denkbar (
Urk.
6/54/9).
Die psychologischen Störungen würden zu schweren Defiziten in den komplexen Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Antrieb, Intentionalität und Interaktionskompetenz führen. Es bestünden Affektregulationsstörungen. Auf der Persönlichkeitsebene wirke die
Beschwerdeführerin
weit in die Psychobiographie zurückliegend sensitiv-paranoisch. Die
Beschwerdeführerin
neige
dazu neutrale oder auch positive Handlungen Dritter ihr gegenüber als negativ oder gegen sie
gerichtet wahrzunehmen (Urk. 6/54/
5f.
).
Es würden keine ausreichenden Ressour
cen in den psychischen Grundfunktionen des Erlebens, Handelns, Gestaltens und Wollens vorliegen, um einer regelmässigen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Die
Beschwerdeführerin
verfüge vor dem Hinter
grund der vorliegenden Gesundheitsstörungen über nur sehr geringe Ressourcen in der Konflikt- und Teamfähigkeit.
D
ie psychische Störung
sei seit 2005
doku
mentiert und
seither
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/54/7).
Der psychiatrische Gutachter führte aus, m
it Blick auf den bisherigen Verlauf und
die
ausbl
eibende Besserung empfehle sich,
eine stationäre Fachbehandlung zu erwägen, auch wenn gerade anhaltende wahnhafte Störungen nicht selten lebenslang fortbestehen würden. Vorliegend werde es aber vor allem auch darauf ankommen, eine Distanzierung von dem Wahnerleben zu erreichen, so dass die
Beschwerdeführerin
nicht mehr bei nur geringen äusseren Anlässen mit der Wahnsymptomatik
dekompensiere
. Des Weiteren empfehle sich eine absolute Cannabisabstinenz, da ein Zusammenhang von Cannabiskonsum und psycho
tischen Störungen nicht auszuschliessen sei (Urk. 6/54/28).
Eine Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, gegebenenfalls eine Ergänzung der psychopharmakologischen Therapie, darüberhinausgehend auch eine Intensivierung im Rahmen einer teilstationären oder stationären psychiat
rischen Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
relevant verbessern. Mit einer Behandlungsdauer von zwei Jahren sei aber mit Blick auf die Tiefe der Störung und im Lichte der weit in die Biographie zurückreichenden Belastungsfaktoren zu rechnen. Schützende und strukturgebende Rahmenbedin
gungen wären zudem sinnvoll, bevor ein Übergang in den allgemeinen Arbeits
markt denkbar sei. Eine Neuevaluation
nicht vor Ablauf von zwei Jahren werde daher vorgeschlagen (Urk. 6/54/31).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die
Auferlegung der stationären
Entzugs
behandlung bezüglich Cannabis und Benzodiazepinen
damit, dass
nicht beurteilt werden könne, ob ein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege, beziehungs
weise ob die Einschränkung
der
Erwerbsfähigkeit bleibend sei oder zumindest längere Zeit andauere. Insbesondere sei unklar, ob allfällige Einschränkungen auf den Cannabiskonsum, die Medikamenteneinnahme oder einen psychischen Gesund
heitsschaden zurückzuführen sei
en
(Urk. 6/66
, Urk. 6/75
).
I
n der ange
fochtenen Verfügung
wurde ausgeführt
,
der Sachverhalt könne
nur durch
eine objektive Begutachtung, welche nicht durch Suchtmittel verfälscht sei,
korrekt
abgeklärt werden
(Urk. 2).
Damit
handelt
es sich bei der von der
Beschwerde
gegnerin
angeordneten Entzugsbehandlung um eine Abklärungsmassnahme zur Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen.
Eine
solche
aber ist im Lichte
der
geänderten Rechtsprechung zu den Suchterkran
kungen nicht
statthaft
(E. 1.2
.2
).
Des Weiteren
ist zu berücksichtigen, dass auch bei Abhängigkeitssyndromen – nicht anders al
s bei den meisten Erkrankungen –
kein direkter Zusammenhang zwischen Diagnose und
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
beziehungsweis
e Invalidität besteht. Vielmehr stehen
die Auswirkungen des beste
henden Gesundheitsschadens auf die funktionelle Le
istungsfähigkeit
der ver
sicherten Person im Vordergrund
(BGE 145 V 215 E. 6.1)
.
Nach dem Gesagten durfte die
Beschwerdegegnerin
einzig
gestützt auf den Umstand, dass sich die
Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen keiner Entzugs
behandlung unterzog
en hat
, das Vorliegen eines
invaliditätsrelevanten Gesund
heitsschadens und damit eines
Leistungsanspruchs
nicht verneinen (
vgl.
Urk. 6/82/7).
4.2
D
er Skepsis der
Beschwerdegegnerin
zum Trotz
lässt das
Gutachten
der
A._
vom 16. Juni 2018
eine schlüssige Beurteilung
des Gesundheitszustand
e
s der Beschwerdeführerin
im Lichte der nach BGE 141 V 281 m
assgeblichen Indika
toren zu
und
genügt
den Anforderungen an eine bew
eistaugliche
Entscheid
g
rundlage
(E. 1.4). So
nahmen die Gutachter die Exploration in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
vor (Urk. 6/54/10-17, Urk. 6/54/35-38),
tätigten
s
orgfäl
tige, umfassende Abklärungen
(Urk. 6/
54/17-25, Urk. 6/54/38-41)
, berück
sichtigten die geklagten Beschwerden
(Urk. 6/54/17-18, Urk. 6/54/38)
und begründeten
ihre Einschätzung
in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 6/54/25
32, Urk. 6/54/42-46)
. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begründeten ihre Schluss
folgerungen
nachvollziehbar
(Urk. 6/54/5-8).
Dabei befassten sie sich insbeson
dere auch mit
dem Gutachten
de
r
Z._
vom 11. August 2016 und begründete
n
die
davon abweichende psychiatrische Einschätzung in
nachvollziehbarer Weise
unter anderem damit, dass
jenen
Gutachtern relevante
Vo
rakten
nicht vorgelegen hä
tten
(Urk. 6/54/8).
RAD-Arzt Dr.
med. B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
erachtet
e
das Gutachten
der
A._
denn auch grundsätzlich als ver
wertbar und teilte insbesondere die
Einschätzung, wonach ein seit langem die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden u
nd seit 2005 eine voll
umfängliche
Arbeitsunfähigkeit für j
egliche Tätigkeiten im ersten
Arbeitsmarkt bestehe (Urk. 6/82/4-5).
Diese Einschätzung
wird auch vom behandelnden Psy
chiater
geteilt (Urk. 6/41/3
, Urk. 6/73
)
– seine Kritik am Gutachten
umfasst
haupt
säch
lich
diagnostische Überlegungen, ging
Dr. med. C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
doch vom Vorliegen einer seit vielen Jahren
chronifizierten
schweren depressiven Störung neben der wahn
haften Störung aus
(Urk. 6/73).
Soweit sich die
Beschwerdegegnerin
auf de
n
Standpunkt stellt,
die nicht kontrol
lierten Cannabis- sowie
Benzodiazepinspiegel
würden
die Unverwertbarkeit des Gutachtens nach sich ziehen (E. 2.1)
,
liess sie sich von der nicht mehr relevanten
Unterscheidung
zwischen
primäre
m
und sekundäre
m
Suchtleiden
leiten
(E. 1.2, vgl. E. 4.1).
D
ie Gutachter
waren
gestützt auf den eingeholten
Laborbefund
über eine
Überdosierung von Psychopharmaka sowie ein positives Resultat der Testung auf Cannabis
informiert
(Urk. 6/54/25, Urk. 6/54/48)
. Sie massen diesem Aspekt im Hinblick auf ihre Beurteilung jedoch keine massgebliche Bedeutung zu und stuften die Angaben der
Beschwerdeführerin
auch in Anbetracht der
Vorakten
als konsistent ein (Urk. 6/54/7, Urk. 6/54/22). Infolgedessen kann der
Beschwerde
gegnerin
auch dahingehend nicht gefolgt werden, dass die von der
Beschwerde
führerin
anlässlich der Exploration getätigten Angaben infolge starke
n
Einfluss
es
von Suchtmitteln nicht zuverlässig und
un
vollständig sein könnten
(Urk. 5 S. 2
Rn
4)
.
Das Gutachten
der
A._
ist somit insgesamt voll beweistauglich.
4.3
Im Hinblick auf die attestierten psychischen Leiden ist nunmehr zu prüfen, ob die
Gutachter
der
A._
, namentlich Dr.
med. D._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
sich im Rahmen ihrer Beurteilungen an die normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der re
chtserheblichen Indikatoren
auf eine
rechtlich Bedeutsame
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_260/2017
vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.4). Es ist somit fest
zustellen, ob die Arztpersonen ih
re Arbeitsunfähigkeitsschätzung
unter Beach
tung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und
nachvoll
ziehbar begründet haben
(BGE 145 V 361 E. 4.3).
4.4
4.4.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418,
143 V 409, 141
V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4)
.
4.
4.2
In Bezug auf den
funktionellen
Schweregrad steht i
m Vordergrund, dass die Gut
achter in nachvollziehbarer und
– insbesondere auch angesichts des ausführ
lichen Psychostatus (Urk. 6/54/23-25) –
überzeugender Weise zum Schluss gelangten,
die psychologischen Störungen würden zu schweren Defiziten in den komplexen Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Antrieb, Inten
tionalität
sowie
Interaktionskompetenz und auch zu Affektregulationsstörungen führen.
Die
Beschwerdeführerin
verfüge über sehr geringe Ressourcen in der Konflikt- und Teamfähigkeit.
Weiter
würden keine ausreichenden Ressourcen in den psychischen Grundfunktionen des Erlebens, Handelns, Gestaltens und Wollens vorliegen, um einer regelmässigen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen
(E. 3).
Die gutachterliche Einschätzung lässt damit auf eine erhebliche Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde schliessen.
Hinsichtlich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg» ist
darauf hinzuweisen, dass sich die
Beschwerdeführerin
in allwöchentlicher psychothera
peutischer Behandlung bei
Dr.
C._
befindet (Urk. 6/54/22). Dr.
C._
ergänzte diesbezüglich, dass er die
Beschwerdeführerin
seit 1993 behandle und er in dieser langen Zeit schon viele verschiedene antidepressive und
nota
bene
auch antipsychotische Medikamente verordnet habe. Es habe sich nie auch nur ein vorübergehender Erfolg eingestellt. Das Wahnsystem der
Beschwerdeführerin
habe, wie dies auch der psychiatrische Gutachter schreibe, den höheren Realitätsgehalt als die äussere Wirklichkeit und sei weder psychotherapeutisch noch psycho-pharmakologisch therapierbar. Die
Beschwerdeführerin
habe denn auch jedes Mal, wenn er sie kritisch auf die Wahngedanken angesprochen habe, die Therapie für eine gewisse Zeit abgebrochen (Urk. 6/73/3-4).
Im Einklang dazu wurde im psychiatrischen Gutachten festgehalten,
auch wenn es sich
mit Blick auf den bisherigen Verlauf und die ausbleibende Verbesserung empfehle
,
eine stationäre Fachbehandlung zu erwägen,
würden
gerade anhaltende wahnhafte
Störungen nicht selten lebens
lang fortbestehen (Urk. 6/54/28).
Demnach
lässt sich
den Akten trotz kontinuier
licher und intensiver psychotherapeutisch
er sowie psychopharmakologischer
Behandlung kein
Behandlungs- oder Eingliederungserfolg entnehmen.
Bei den Komplexen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ergibt sich Folgendes:
Im psychiatrischen Gutachten wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin wirke auf der Persönlichkeitsebene weit in die Psychobiographie zur
ückliegend sensi
tiv-paranoisch
.
Sie
neige
dazu
, neutrale oder freundliche Handlungen Dritter als feindlich oder verächtlich wahrzunehmen. Auch wirke sie vermehrt
kränkbar
, zeitweilig misstrauisch und bestehe offenkundig beharrlich auf ihren eigenen Vorstellungen, was wiederum in wiederholte Konflikte münde (
E. 3
).
Der
psychi
atrische Gutachter machte
zwar kein
en vollständigen
Interesseverlust
,
aber
ein
en in nicht unerheblichem Masse erkennbaren
soz
ialen
Rückzug aus allen Lebens
bereichen
aus
(Urk. 6/54/24). Dies
lässt sich auch
mit dem von der
Beschwerde
führerin
geschilderten Tagesablauf
vereinbaren
sowie damit, dass sie alleine in einem Haus wohnt, keine feste Partnerschaft pflegt, ihren Sohn lediglich alle zwei Wochen sieht
,
sich aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weitgehend zurück
gezogen hat
und auch
das Verhältnis zu den Nachbarn
als distanziert
beschreibt
(Urk. 6/54/20
-21
, vgl. auch
Urk. 6/73/3 und
Urk. 6/30/
29-
30
).
D
amit
besteht bei der
Beschwerdeführerin
neben
limitierenden Persönlichkeitsmerkmalen ein
sozi
ale
r
Rückzug
, ohne dass in diesen Bereichen sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren zu erkennen wären.
4.4.3
Im Zusammenhang mit der Kategorie «Konsistenz» ist zu bemerken, dass
bei der
Beschwerdeführerin
keine aktive Tagesgestaltung besteht. Sie verfügt über keine Hobbys (Urk. 6/54/21, Urk. 6/54/40). Ein wenig Freude empfindet sie an ihrem Garten, aber leider sei sie aufgrund von Gelenkschmerzen zu kraftlos, um die Gartenarbeit angemessen zu verrichten. Vieles bleibe liegen und die Nachbarn schauten bereits recht verächtlich auf sie. Eigentlich würde sie bei der Haushal
tung und im Garten Hilfe benötigen. Sie versorge ihren kleinen Haushalt zwar selber, erledige auch Einkäufe und Besorgungen. Selbstkritisch müsse sie aber anmerken, dass ihr Haushalt schlimm
aussehe
, oft fehle ihr die Energie zum Auf
räumen.
Nach dem morgendlichen Aufstehen zwischen 8.00 und 10.00 Uhr ver
sorge sie ihre beiden Katzen, lese etwas in der Zeitung und schalte das Radio ein. Sie schaue aus dem Fenster, hänge ihren Gedanken nach.
Sie bereite sich ein kleines Mittagessen vor, esse aber nicht regelmässig zu Mittag, da sie unter Inap
petenz leide. Unternehmungen oder gar Veranstaltungsbesuche kämen nicht vor. Meist bleibe sie daheim, öffentliche Verkehrsmittel benütze sie nur selten, sie erlebe Bahnfahrten als unangenehm, insbesondere
Menschenansammlungen auf
Bahnhö
fen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln erlebe sie als angstauslösend und belastend (Urk. 6/54/21).
In Einklang dazu hielt der behandelnde Psychiater fest, die
Beschwerdeführerin
verfüge seit vielen Jahren in der Realität über gar keine Aktivitäten und Interessen mehr. Sie verlasse das Haus nur für die nötigen Ein
käufe und zur ärztlichen Konsultation (Urk. 6/73/3).
Damit ist
bei der
Beschwer
deführerin
von einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in Beruf und Aufgabenbereich und den sonsti
gen Lebensbereichen auszugehen.
Zum Aspekt des Leidensdruckes ergibt sich, dass
sich die
Beschwerdeführerin
bei Dr.
C._
in hochfrequenter psychotherapeutischer Behandlung befindet und die
Psychopharmaka-Therapie bereits mehrfach erfolglos angepasst
wurde
(Urk. 6/73/3, vgl. Urk. 6/54). Die Tatsache, dass sie einer stationären oder teilsta
tionären Behandlung jeweils ableh
nend gegenüberstand (
Urk. 6/54/28
)
,
ist dabei nicht als Ausdruck eines geringen Leidensdrucks
zu deuten
, sondern
ihrer Persönlichkeitsstruktur beziehungsweise
dem
bestehenden
Krankheitsbild
zuzu
schreiben
(Urk. 6/41/3, Urk. 6/73/3
, vgl. auch Urk. 6/82/5 [Präzisierung RAD 2. Absatz]
)
.
4.4.4
In Anbetracht der
ausgeprägten Gesundheitsschädigung
, der
hohen Therapie
frequenz
ohne erkennbaren
Behandlungserfolg, den limitierenden Persönlich
keitsmerkmalen sowie dem sozialen Rückzug
und
dem tiefen Aktivitätsniveau lässt sich
die gutachterliche Einschätzung einer
vollumfänglichen
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen
auch mit Blick auf die Stan
dard
indikatoren nachvollziehen.
4.4.5
Nach dem Gesagten
ist unter Berücksichtigung der
massgeblichen Kriterien des struktu
rierten Beweisverfahrens gemäss
BGE
141 V 281 eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ve
rneinen.
5.
5.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend
ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit
der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen wer
den (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5.2
Die
Beschwerdegegnerin
stufte die
Beschwerdeführerin
als zu 100 % erwerbstätig ein (Urk. 6/33
/4, Urk. 6/82/8
). Seit der Geburt ihres
Sohnes
am 9. April 2002 ist die
Beschwerdeführerin
keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen (
Urk. 6/30/7,
Urk. 6/54/20, Urk. 6/54/38).
Zuletzt
war sie
ab
September 1997 in der
Y._
angestellt
und
verrichtete dort zuerst ein 100%- und hernach ein 80
%-Pensum
(
Urk. 6/30/22-23
). Dem Auszug aus dem individuellen Konto lässt sich sodann für die Jahre 1998 bis 2000 ein
relativ
konstantes Jahres
einkommen
(zwischen
Fr. 60'320.--
und
Fr. 62'676.--
)
entnehmen (Urk. 6/9). Dass sie im Jahr 2001 ein geringeres Jahreseinkommen erzielt
e
(Fr. 46'215.--; Urk. 6/9), ist auf eine
seit dem 1. Juli 2001 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 60 % und auf eine
Pensumsreduktion
zurückzuführen
(Urk. 6/6/3).
Gestützt auf die Akten ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin
ihre zuletzt verrichtete Erwerbstätigkeit vor Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit
über mehrere Jahre
in eine
m Vollzeitpensum verrichtet hat, was als starkes Indiz dafür zu werten ist, dass die
Beschwerdeführerin
ohne Ein
tritt des Gesundheitsschadens stets noch vollzeitlich erwerbstätig wäre (Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 29. Januar 2016 E. 3.2). Dafür
, dass die
Beschwerdeführerin
im hypothetischen Gesundheitsfall in einem Vollzeitpensum erwerbstätig wäre,
spricht auch
, dass ihr Sohn
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
bereits
17-jährig
war
.
Infolgedessen
ist
die von der
Beschwerdegegnerin
vorgenommene Qualifikation der
Beschwerdeführerin
als vollzeitlich Erwerbstätige nicht zu beanstanden.
5.
3
Dementsprechend
hat
die
Beschwerdeführerin
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % – und
in Beachtung
der sechsmonatigen Karenzf
rist (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) –
ab dem
1. Februar 2016
Anspruch auf
eine ganze Rente der Invalidenver
sicherung.
6.
6.1
Auch
wenn die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutach
tung unter dem Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren nicht mehr statthaft ist
(E. 4.1)
, darf eine
solche, sofern sie im konkreten Fall zumutbar ist,
jedoch als Behandlungsmassnahme
zur Schadenminderung angeordnet werden. Eine Verletzung von Schadenminderungspflichten berechtigt die Verwaltung zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (E. 1.2.2).
6.2
In der Konsensbeurteilung des
A._
-Gutachtens vom 11. Juni 2018 wurde aus
geführt, es könne keine Empfehlung für eine medizinische Massnahme und Therapien mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abgegeben werden. Eine fortgesetzte Fachbeurteilung, Anpassen der Medikation und Cannabisabstinenz sei selbstverständlich notwendig (Urk. 6/54/7).
Im psychiatrischen Teilgutachten hielt Dr.
D._
fest, mit Blick auf den bisherigen Verlauf und die ausbleibende Besserung empfehle sich, eine stationäre Fachbehandlung zu erwägen, auch wenn gerade anhaltende wahnhafte Störungen nicht selten lebenslang fortbestehen würden.
Vorliegend werde es aber vor allem auch darauf ankommen, eine Dis
tanzierung von dem Wahnerleben zu erreichen, so dass die Beschwerdeführerin nicht mehr bei nur geringen äusseren Anlässen mit der Wahnsymptomatik
dekompensiere
. Des
Weiteren empfehle sich eine absolute Cannabisabstinenz, da ein Zusammenhang von Cannabiskonsum und psychotischen Störungen n
icht auszuschliessen sei (Urk. 6
/54/28
, Urk. 6/54/31
).
Auf Ergänzungsfrage der
Beschwer
de
gegnerin
hin
(Urk. 6/55) führten die Gutachter aus, es sei bei der
Beschwerdeführerin
in jedem Fall eine fortgesetzte Fachbehandlung notwendig. Die Medikation sollte gegebenenfalls angepasst werden, insbesondere mit Blick auf die auffälligen Medikamentenspiegel. Da der Konsum von Cannabis einen negativen Einfluss auf wahnhafte Störungen haben könne und auch zu vermehr
ter Müdigkeit, Gleichgültigkeit und nachlassenden Interessen führe, sei selbstver
ständlich zu fordern, den Konsum von Cannabis möglichst zu sistieren. Eine Abstinenz von Cannabis sei auch zumutbar. Über diese Selbstverständlichkeiten hinaus könnten keine weiteren Empfehlungen abgegeben werden (Urk. 6/56).
In
Würdigung
der gutachterlichen Ausführungen
schloss RAD-Arzt Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 13. Juli 2018 darauf, dass di
e vom psychiatrischen Gutachter
vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet seien, eine wesentliche
Änderung
des Gesundheits
schadens herbeizuführen. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von
einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitsschadens auszugehen (Urk. 6/82/5). Dieser Einschätzung schloss sich sodann auch Dr.
C._
in seinem Bericht vom 23. Januar 2019 an (Urk. 6/73), nachdem er bereits in s
einen
Vorbe
richten
keine medizinischen Massnahmen
als
zur Erhöhung
der Erwerbsfähigkeit geeignet erachtet hatte (Urk. 6/18/8, Urk. 6/41/3-4).
6.3
Angesichts der
medizinische
n
Aktenlage erweist es sich
zwar
als möglich, dass sich eine Abstinenz von Cannabis positiv auf das psychische Leiden auswirken würde.
Auch rechtfertigen sich an der Zumutbarkeit eines Cannabisentzugs keine grundsätzlichen Zweifel.
Damit ist jedoch
nicht dargetan, dass eine Entzugsbe
handlung mit
einer gewissen Wahrscheinlichkeit
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_155/2019 vom 24. Juni 2019 E. 2.2.2)
zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit be
itragen
würde
.
Der Entzug von den Benzodia
zepinen (täglicher Konsum von bis zu 6 mg
Temesta
, vgl. Urk. 6/54/22) wurde sodann weder im Gutachten der
A._
noch von Dr.
C._
ernsthaft in Betracht gezogen respektive thematisiert und beinhaltet selbst gemäss Beurteilung des RAD-Arztes Dr.
B._
ein erhebliches Komplikationsrisiko (Urk. 6/82/5). Ob ein diesbezüglicher Entzug zumutbar und innert sechs Wochen realisierbar wäre, lässt sich den Akten nicht abschliessend entnehmen.
Die Einschätzung von Dr.
D._
, wonach mit Blick auf die Tiefe der Störung und im Lichte der weit in die Biographie zurückreichenden Belastungsfaktoren mit einer Behandlungs
dauer von zwei Jahren zu rechnen sei (Urk. 6/54/31), spricht sodann gegen eine aufgrund einer Entzugsbehandlung wahrscheinlich erreichbare Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
mit einer sechswöchigen Entzugsbehandlung
.
Die Auferlegung der Schadenminderungspflicht diente, wie oben dargelegt (E. 4.1), denn auch offensichtlich dazu, definitiv zu klären, ob bei der Beschwerdeführerin eine primäre Abhängigkeit von psychotropen Substanzen vorliegt, respektive ob unter Ausschluss der Suchtproblematik eine Arbeitsfähigkeit gegeben wäre, was im Lichte der neuen Rechtsprechung gerade nicht mehr angeht (E. 1.2.2).
Da die Frage der Zumutbarkeit einer Entwöhnungstherapie zumindest von den Benzodiazepinen nicht abschliessend geklärt ist und aufgrund der momentanen Aktenlage auch nicht mit der genügenden Wahrscheinlichkeit davon ausge
gangen werden kann, dass die unter dem Titel Schadenminderungspflicht aufer
legte Entzugsbehandlung von Benzodiazepinen und Cannabis von sechs Wochen
zu einer wesentlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung beigetragen hätte, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht an der von der Beschwerdeführerin auferlegten Schadenminderungspflicht fest
gehalten werden, respektive rechtfertigt sich gestützt auf dieselbe in diesem Ver
fahren keine Kürzung der Leistungen. Vor der neuerlichen Auferlegung einer Schadenminderungspflicht ist daher abzuklären, ob und welche Massnahmen der Beschwerdeführerin zumutbar und geeignet sind, die Leistungsfähigkeit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit tatsächlich zu steigern.
7.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 16. August 2019 auf
zuheben. Die
Beschwerdegegnerin
hat der
Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab dem 1. Februar 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten.
8
.
8
.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist in Anwendung von § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ermessensweise auf Fr. 2‘000.
--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen und der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ist abweichend von Art. 61
lit
.
a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.