Decision ID: 38d72d58-ee6e-5c66-97a7-b7b44c0e54c2
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Dezember 2017 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum Käser und
eine Weiterbildung an einer Molkereischule absolviert. Die Klinik für Allgemeine Innere
Medizin des Kantonsspitals St. Gallen hatte in einem Austrittsbericht vom 10.
November 2017 betreffend eine stationäre Behandlung vom 22. Oktober 2017 bis zum
31. Oktober 2017 festgehalten (IV-act. 8–3 ff.), der Versicherte sei aufgrund einer
Ketoazidose bei einem neu diagnostizierten Diabetes mellitus notfallmässig
zugewiesen worden. Er sei zuvor aufgrund einer seit Wochen bestehenden Polydipsie,
Pollakisurie, Gewichtsabnahme und Leistungsminderung vorstellig geworden. Hinweise
auf eine Polyneuropathie hätten im Verlauf der Behandlung nicht festgestellt werden
können. Diagnostisch lägen eine Ketoazidose bei Erstdiagnose eines Diabetes mellitus
Typ II, eine passagere Elektrolytentgleisung im Rahmen der vorgenannten Diagnose,
eine leichte PTH-unabhängige Hypercalcämie, eine persistierende Hyperventilation
unklarer Genese, eine hyporegenerative, normochrome, normozytäre Anämie, eine
unklare Raumforderung im Lebersegment V, ein 9mm grosser Gallenblasenpolyp, eine
chronische Niereninsuffizienz sowie ein suspekter Naevus am Rücken vor; zudem
bestehe der Verdacht auf eine Pneumonie. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B._
berichtete am 25. Januar 2018 (IV-act. 8–7 f.), der Versicherte sei aufgrund seines
Diabetes und der notwendigen intensiven Insulintherapie nicht mehr in der Lage, die
schwere Tätigkeit als Käser zu verrichten. Körperlich leichtere Tätigkeiten und
Büroarbeiten seien dagegen ganztags zumutbar. Der Arbeitgeber des Versicherten gab
in einem Bericht vom 22. Februar 2018 an, der Versicherte würde ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung als Käser einen Monatslohn von 6’000 Franken erhalten
(IV-act. 10).
A.a.
Der Versicherte teilte einer Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle im
Rahmen eines „Assessmentgesprächs“ mit (IV-act. 13), in gesundheitlicher Hinsicht
gehe es ihm mittlerweile soweit wieder gut. Die Arbeit als Käser könne er aber
A.b.
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unmöglich wieder aufnehmen. Er leide häufig unter Müdigkeit. Bis vor kurzem habe er
viermal pro Tag den Blutzuckerspiegel messen und sich nötigenfalls Insulin spritzen
müssen. Jetzt habe er auf eine Langzeitbehandlung umstellen können. Er müsse stark
auf seine Ernährung achten und unter anderem strikt im Vierstundenrhythmus essen.
Wenn er unterzuckert sei, leide er an Problemen mit den Augen und an Schwindel. Er
könne sich nicht vorstellen, dass ein Arbeitgeber ihn noch anstellen würde. Er wüsste
auch nicht, was er arbeiten sollte. Aufgrund seiner früheren, körperlich schweren
Tätigkeit verspüre er in sämtlichen Gliedern Schmerzen. Mit einer Mitteilung vom 29.
Mai 2018 wies die IV-Stelle das Begehren des Versicherten um berufliche
Eingliederungsmassnahmen mit der Begründung ab, der Versicherte fühle sich nach
eigenen Angaben für jede Art von Tätigkeit arbeitsunfähig, weshalb die Durchführung
von beruflichen Massnahmen nicht angezeigt sei (IV-act. 16).
Im Oktober 2018 berichtete Dr. B._ (IV-act. 21), der Versicherte leide im Rahmen
des Diabetes mellitus an einer peripheren Polyneuropathie, deren
Behandlungsausgang noch ungewiss sei. Die stark eingeschränkten Funktionen im
Bereich der Hände und der Füsse stellten die Greif- und die Standsicherheit in Frage.
Am 23. Januar 2019 untersuchte Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) den Versicherten persönlich. Sie hielt in ihrem Untersuchungsbericht vom
28. Januar 2019 fest (IV-act. 36), der Versicherte habe über Schmerzen in den
Ellbogen, in den Kniegelenken, in den Hüftgelenken und in der Lendenwirbelsäule
berichtet, die er auf die jahrelange schwere Arbeit unter ungünstigen Bedingungen
(Kälte und Nässe im Käsekeller) zurückgeführt habe. Während längerer Zeit habe er
unter einem unangenehmen Ziehen und Einschlafen in den Zehen bis über das Knie
gelitten. Nachdem der Hausarzt Dr. B._ ihm Pregabalin verordnet habe, sei das
besser geworden. Das unangenehme Kribbeln und Ziehen trete nur noch gelegentlich
auf. Er spüre seine Füsse normal. In den Fingern habe er keinerlei Missempfindungen
oder Taubheitsgefühle. Bei der klinischen RAD-Untersuchung sei aufgefallen, dass sich
der Versicherte schwerfällig aus dem Stuhl erhoben habe. Der Gang habe ein
angedeutetes Trendelenburg-Zeichen gezeigt. Der Achillessehnenreflex habe nicht
sicher ausgelöst werden können. Das Vibrationsempfinden der Grosszehen sei – links
mehr als rechts – vermindert gewesen. Diagnostisch liege eine Ketoazidose bei einem
Diabetes mellitus Typ II mit einer fraglichen peripheren Polyneuropathie vor. Der
A.c.
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Diabetes sei offensichtlich gut eingestellt; die Werte seien relativ stabil. Aus
diabetologischer Sicht bestünden weder quantitative noch qualitative Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Käser. Der Versicherte habe
aber glaubhaft über belastungsabhängige Beschwerden von Seiten des Stützapparates
berichtet, die durch klinische Befunde und anamnestische Angaben plausibilisiert,
bislang jedoch nicht bildgebend abgeklärt worden seien. Der Versicherte sei eher
indolent und wenig klagsam. Einschränkungen in der angestammten Tätigkeit dürften
am ehesten von Seiten des Stützapparates bestehen. Eine gewisse Unsicherheit
bestehe bezüglich der Angabe des Versicherten über eine teilweise, etwa eine halbe
Stunde postprandial auftretende Müdigkeit, die ihn zu kurzen Pausen zwinge.
Wahrscheinlich bestehe neben den somatischen Einschränkungen eine
Überforderungssituation durch eine zunehmende Technisierung, mit der der
Versicherte nicht zurechtkomme. Der Arbeitsfähigkeitsgrad bezüglich der
angestammten Tätigkeit hänge vom Ausmass der noch zu objektivierenden
Beschwerden im Stützapparat ab. In einer adaptierten Tätigkeit bestünden keine
Funktionseinschränkungen. In einem Telefonat vom 25. Januar 2019 habe Dr. B._
gegenüber der RAD-Ärztin Dr. C._ bestätigt (IV-act. 34), dass der Diabetes keine
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bedinge, da die Neuropathie nur sehr gering
ausgeprägt sei. Er werde eine orthopädische Abklärung in die Wege leiten. Am 12.
Februar 2019 berichtete die Orthopädin Dr. med. D._ (IV-act. 37), bei der klinischen
Untersuchung seien ein Schultertiefstand rechts, eine Verhärtung der cervico-
brachialen Muskulatur, eine geringfügige Einschränkung der Ellbogenbeweglichkeit
rechts, ein leichter Beckenschiefstand bei einer Beinlängendifferenz von einem
Zentimeter rechts, ein positives Trendelenburgzeichen, eine geringfügige
Einschränkung der Hüftbeweglichkeit links sowie ein positives Schubladen- und
Lachmannzeichen im rechten Knie aufgefallen. Der Röntgenbefund bezüglich des
rechten Knies sei weitestgehend unauffällig gewesen. Das Röntgenbild des rechten
Ellbogengelenks habe eine deutliche Verschmälerung des Gelenkspaltes im seitlichen
Bild nach dorsal mit einer osteophytären Ausziehung an der Trochlea gezeigt. Zudem
seien multiple Ossifikationen ventralseits im Bereich des humero-ulnaren Gelenkspaltes
aufgefallen. Diagnostisch lägen ein Streckdefizit des Ellbogengelenks rechts bei einer
degenerativen Veränderung im Bereich der Trochlea und humero-ulnar, eine muskuläre
Instabilität bei einem positiven Trendelenburgzeichen sowie eine Beinlängendifferenz
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von einem Zentimeter rechts vor; zudem bestehe der Verdacht auf eine ventrale
Instabilität des Kniegelenks rechts bei einem Status nach einem Knietrauma mit einer
Patellafraktur vor Jahren. Die körperlich schwere und einseitig belastende Tätigkeit als
Käser sei dem 60 Jahre alten Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine
wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei dem Versicherten zu 50
Prozent zumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. C._ notierte am 21. Februar 2019 (IV-act. 38),
die Befundschilderung im Bericht von Dr. D._ decke sich mit dem bei der RAD-
Abklärung festgestellten objektiven Befund. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
D._ sei jedoch aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar; sie dürfte
vom laufenden Rentenverfahren und vom Behandlungsauftrag beeinflusst sein. Für
adaptierte Tätigkeiten könne nur eine durch einen vermehrten Pausenbedarf infolge der
Schmerzen bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 Prozent attestiert
werden.
Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte (IV-act. 40), der Versicherte habe
gemäss dem Arbeitgeberbericht vom Februar 2018 zuletzt einen Lohn von 59’915
Franken erzielt. Dieser Betrag sei als Valideneinkommen zu berücksichtigen. Der
statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne habe sich auf 67’290 Franken belaufen.
Der Versicherte habe also unfreiwillig einen Minderverdienst erzielt, weshalb die
Vergleichseinkommen (unter Berücksichtigung des „Selbstbehaltes“ von fünf Prozent
gemäss der bundesgerichtlichen Auffassung) zu „parallelisieren“ seien. Unter
Berücksichtigung eines Arbeitsfähigkeitsgrades von 80 Prozent resultiere insgesamt ein
Invaliditätsgrad von 16 Prozent. Mit einem Vorbescheid vom 22. Februar 2019 teilte die
IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens
mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 41). Dagegen
wandte der Versicherte am 20. März 2019 ein (IV-act. 42), er sei mit dem vorgesehenen
Entscheid nicht einverstanden. Im Oktober 2017 habe er fünf Tage auf der
Intensivstation behandelt werden müssen. Es sei äusserst fragwürdig, dass Menschen,
die ihn noch nie gesehen hätten, über sein Schicksal verfügen könnten. Er habe 42
Jahre lang Monat für Monat pflichtbewusst seine Beiträge für den Notfall einbezahlt. In
seinem erlernten Beruf sei er nicht nur eingeschränkt, sondern vollständig
arbeitsunfähig. Er habe seiner Lebtage noch nie ein Einkommen von fast 60’000
Franken erzielt. Das sei reine Theorie, weit entfernt von der Praxis. Er würde gerne
A.d.
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B.
einmal direkt mit den Verantwortlichen sprechen und nicht mit Sachbearbeiterinnen.
Mit einer Verfügung vom 11. April 2019 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab (IV-act. 43). Bezugnehmend auf die Einwände des Versicherten hielt sie
fest, sie habe den medizinischen Sachverhalt umfassend abgeklärt. Für die Ermittlung
des Valideneinkommens habe sie den zuletzt erzielten Stundenlohn auf einen
Jahreslohn bei einem Vollpensum hochgerechnet. Die einbezahlten Beiträge
garantierten keine Rentenleistungen. Der Anspruch auf eine Rente bedinge die
Erfüllung der spezifischen Anspruchsvoraussetzungen, namentlich das Vorliegen eines
rentenbegründenden Invaliditätsgrades.
Am 24. Mai 2019 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. April 2019 (act. G 1). Er beantragte eine
gerichtliche Überprüfung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung führte er aus,
im RAD-Untersuchungsbericht vom 23. Januar 2019 stehe klar, dass er seine
angestammte Tätigkeit als Käser nicht mehr ausüben könne und dass er in einer
leidensadaptierten Tätigkeit nur zu 50 Prozent arbeitsfähig sei. In der Verfügung heisse
es nun aber plötzlich, dass er als Käser zu 50 Prozent arbeitsfähig und für andere
Tätigkeiten sogar zu 80 Prozent arbeitsfähig sei. Das stimme nicht.
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 13. August
2019 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, die
RAD-Ärztin Dr. C._ habe den Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht
und eine überzeugend begründete Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, auf die
abzustellen sei. Der medizinische Sachverhalt stehe mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, weshalb keine weiteren medizinischen
Abklärungen in die Wege zu leiten seien.
B.b.
Der Beschwerdeführer machte am 5. September 2019 geltend (act. G 7), die von
der RAD-Ärztin empfohlene rheumatologische Abklärung sei nicht durchgeführt
worden, obwohl auch die Orthopädin Dr. D._ die Vermutung geäussert habe, dass
ein rheumatologisches Geschehen vorliegen könnte. Der Sachverhalt sei folglich noch
nicht ausreichend abgeklärt worden. Eine Befangenheit von Dr. D._ liege nicht vor,
B.c.
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Considerations:
Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung
auf deren Rechtmässigkeit. Folglich muss der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens
jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen. Dieser hat sich auf
die Frage nach einem allfälligen Rentenanspruch beschränkt; das Verfahren betreffend
allfällige berufliche Massnahmen war bereits am 29. Mai 2018 abgeschlossen worden.
2.
da diese den Beschwerdeführer nicht behandelt, sondern nur – auf Veranlassung des
RAD hin – einmalig untersucht habe.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8 f.).B.d.
Invalidität ist gemäss dem Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Der Art. 7 Abs. 1 ATSG
definiert eine Erwerbsunfähigkeit als den durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung
verursachten und nach der zumutbaren Behandlung und Eingliederung verbleibenden
ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen
und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Die invalidenversicherungsrechtlich relevante
Invalidität ergibt sich also nicht direkt aus der Gesundheitsbeeinträchtigung.
Massgebend ist vielmehr der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven)
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt (wobei allerdings nur der durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte Verlust der Erwerbsmöglichkeiten relevant
ist). Der Invaliditätsbegriff wird im ATSG also nicht medizinisch, sondern ökonomisch
definiert. Diesem ökonomischen Invaliditätsbegriff entsprechend sieht der Art. 16 ATSG
die Bemessung der Invalidität anhand eines Einkommensvergleichs vor: Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei einer (fiktiv) ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (sog. zumutbarerweise erzielbares Invalideneinkommen), in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könne, wenn sie gesund geblieben wäre
(sog. Valideneinkommen). Die beiden Vergleichseinkommen – Invalideneinkommen
und Valideneinkommen – sind allerdings nur Messgrössen, die zur Bestimmung des
Invaliditätsgrades respektive zur Bemessung des Verlustes der Erwerbsmöglichkeiten
2.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/13
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notwendig sind. Die eigentliche Frage lautet, welchen Teil ihrer Erwerbsmöglichkeiten
die versicherte Person aufgrund ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung verloren hat. Weil
sich aber weder die Erwerbsmöglichkeiten vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch jene nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung quantifizieren lassen, müssen Messwerte herangezogen
werden, die eine Berechnung des Invaliditätsgrades erlauben. Diese Messwerte sind
die erzielbaren Erwerbseinkommen bei einer optimalen Ausschöpfung der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Der massgebende ökonomische Invaliditätsbegriff erfordert also das folgende
Vorgehen zur Bestimmung des Invaliditätsgrades: In einem ersten Schritt ist zu
ermitteln, welche Erwerbsmöglichkeiten der versicherten Person auf dem (fiktiven)
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
zur Verfügung gestanden hätten (sog. „Validenkarriere“) und welche
Erwerbsmöglichkeiten die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung, nach der medizinischen Behandlung und nach der
Durchführung der Eingliederungsmassnahmen auf dem (fiktiven) allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch hat (sog. „Invalidenkarriere“). In einem zweiten
Schritt ist zu bestimmen, welches Erwerbseinkommen die versicherte Person bei der
ihr zumutbaren Ausnutzung ihrer Validen- und Invalidenkarriere auf dem (fiktiven)
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt jeweils erzielen könnte. Damit werden
das Valideneinkommen als Messgrösse für die Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven)
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
und das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen als Messgrösse für die trotz
der Gesundheitsbeeinträchtigung verbleibenden Erwerbsmöglichkeiten auf dem
(fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestimmt. In einem dritten
Schritt sind die Erwerbseinbusse (Differenz zwischen den Vergleichseinkommen) und
der Invaliditätsgrad (Verhältnis der Erwerbseinbusse zum Valideneinkommen) zu
berechnen. Der Begriff der „Zumutbarkeit“ ist dabei rein ökonomisch zu verstehen, weil
ja auch der Invaliditätsgrad rein ökonomisch bestimmt werden muss. Das bedeutet,
dass die Frage nach der subjektiv empfundenen, „emotionalen“ Zumutbarkeit einer
bestimmten Validen- oder Invalidenkarriere keine Rolle spielen darf, weil es ansonsten
zu einer ökonomisch nicht erklärbaren Verzerrung bei der Invaliditätsgradberechnung
käme. Dadurch wird eine versicherte Person natürlich nicht daran gehindert, sich
effektiv zwar ökonomisch suboptimal, aber „emotional“ nachvollziehbar zu verhalten
(z.B. eine ursprünglich erlernte und während vielen Jahren ausgeübte Tätigkeit nicht
aufzugeben, obwohl das dabei erzielte Einkommen tiefer als ein durchschnittlicher
Hilfsarbeiterlohn ist), nur ist es in einem solchen Fall nicht die Aufgabe der
Invalidenversicherung, den daraus resultierenden finanziellen Nachteil mit einer
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Invalidenrente zu entschädigen. Die Invalidenversicherung wird nur jenen Teil des
finanziellen Nachteils ersetzen, der die Folge eines krankheits- oder unfallbedingten
Verlustes an Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt ist. Für die Bemessung dieses Teils des finanziellen Nachteils ist es
unabdingbar, dass sowohl bei der Bestimmung der Validenkarriere und dann bei der
Bemessung des Valideneinkommens als auch bei der Bestimmung der
Invalidenkarriere und dann bei der Bemessung des Invalideneinkommens dieselben
(rein ökonomischen) Bemessungsgrundsätze zur Anwendung kommen.
Der Beschwerdeführer hat eine Berufsausbildung zum Käser und die
Molkereischule absolviert und in der Folge als Käser gearbeitet. Der Lohn, den er als
ausgebildeter Käser erhalten hat, ist tiefer als der statistische Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne gewesen, wie die Berechnung des Invaliditätsgrades durch die
Beschwerdegegnerin zeigt (IV-act. 40) und wie der Beschwerdeführer indirekt bestätigt
hat, indem er geltend gemacht hat, dass er in seinem ganzen Erwerbsleben noch nie
einen Jahreslohn von 60’000 Franken erhalten habe (IV-act. 42). Gemäss den
Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2018 (aktuellste Werte)
hat sich der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2018 nämlich auf
67’767 Franken belaufen (Tabelle A1; unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden). Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer trotz seiner beruflichen Ausbildung und trotz seiner langjährigen
Berufserfahrung effektiv ein unter dem gesamtschweizerischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne liegendes Einkommen erzielt hat, dürfte (auch) darauf zurückzuführen
sein, dass er in einer Landesgegend tätig gewesen ist, in der erfahrungsgemäss
generell tiefere Löhne als im Schweizer Durchschnitt ausgerichtet werden.
Gerichtsnotorisch liegen die Löhne in der Grossregion Ostschweiz nämlich rund zehn
Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt, wobei allerdings davon ausgegangen
werden muss, dass es zwischen den Ostschweizer Löhnen in städtischen Gebieten
und jenen in ländlichen Gegenden respektive in Bergregionen nochmals ein deutliches
Gefälle gibt. Da es nach der bundesgerichtlichen Auffassung (vgl. etwa das Urteil
8C_648/2009 vom 24. März 2010, E. 5.1, mit Hinweisen) aus
Gleichbehandlungsgründen unzulässig ist, bei der Bemessung des
Invalideneinkommens regionalen Unterschieden Rechnung zu tragen, muss auch für
das Valideneinkommen auf gesamtschweizerische Werte abgestellt werden, da
ansonsten das Validen- und das Invalideneinkommen nicht miteinander vergleichbar
wären, weil sie auf unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen beruhen würden. Nach
der bundesgerichtlichen Auffassung (vgl. etwa das Urteil 8C_744/2011 vom 25. April
2012, E. 5.2, mit Hinweisen) muss deshalb auch bei der Ermittlung des
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/13
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Valideneinkommens auf den gesamtschweizerischen Durchschnitt abgestellt werden.
Für die Bestimmung des Valideneinkommens des Beschwerdeführers kann deshalb
nicht massgebend sein, was er als Käser [...] verdient hat. Vielmehr muss darauf
abgestellt werden, was er mit seiner Aus- und Weiterbildung und seiner
Berufserfahrung im gesamtschweizerischen Durchschnitt hätte verdienen können.
Dieser Frage ist die Beschwerdegegnerin nicht nachgegangen, weshalb die Akten
keine Angaben dazu enthalten. Weil sich der konkrete mögliche Lohn nicht der
einschlägigen Statistik entnehmen lässt, muss er speziell für den Beschwerdeführer
ermittelt werden, was entsprechendes berufsberaterisches Fachwissen voraussetzt. Da
das Versicherungsgericht nicht über das notwendige berufsberaterische Fachwissen
verfügt und da es nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein kann, ein
Versäumnis der Beschwerdegegnerin bei ihrer ureigensten Aufgabe – der
Sachverhaltsabklärung – zu beheben, ist die Sache in Aufhebung der in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangenen Verfügung zur Fortsetzung des
Verwaltungsverfahrens respektive der Sachverhaltsabklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird ihre Berufsberatung mit der
Ermittlung des Valideneinkommens beauftragen, das der Beschwerdeführer bei einer
(fiktiv) vollständig erhaltenen Gesundheit mit seiner Ausbildung und seiner
Berufserfahrung im massgebenden Zeitraum auf dem gesamtschweizerischen
allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte erzielen können.
Auch wenn die vorliegenden Akten keine eindeutige Antwort auf die Frage
enthalten, ob dem Beschwerdeführer die erlernte Tätigkeit als Käser aus
gesundheitlichen Gründen überhaupt noch zumutbar ist, steht doch immerhin mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass für diese
Tätigkeit eine massive Einschränkung von wenigstens 50 Prozent besteht, womit auf
der Hand liegt, dass die weitere Ausübung der erlernten Tätigkeit als Käser in der
bisherigen Form nicht als zumutbare Invalidenkarriere in Frage kommen kann. Da der
(fiktive) allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt eine Vielzahl – einen „breiten
Fächer“ – von verschiedenartigen Arbeitsstellen umfasst, haben dem
Beschwerdeführer auf diesem (fiktiven) Arbeitsmarkt zahlreiche Stellen offen
gestanden, die weniger belastend respektive seiner Gesundheitsbeeinträchtigung
besser als die bisherige Art der Ausübung des erlernten Berufs entsprochen haben.
Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt
leidensadaptierte Tätigkeiten bereithält, in denen der Beschwerdeführer seiner
beruflichen Fähigkeiten verwerten könnte (etwa eine Beratertätigkeit in der
Milchverwertungsbranche). Diese Frage wird die Beschwerdegegnerin durch ihre
Berufsberatung beantworten lassen. Sollte es keine adaptierte Tätigkeit im Rahmen der
2.3.
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Berufsausbildung und –erfahrung des Beschwerdeführers geben, käme nur eine ideal
leidensadaptierte Hilfsarbeit in Frage. Die zumutbare Invalidenkarriere bestünde also in
der Ausübung einer ideal leidensadaptierten Berufstätigkeit, falls es eine solche geben
sollte, andernfalls in einer ideal leidensadaptierten Hilfsarbeit. Wenn die weitere
Abklärung durch die Berufsberatung der Beschwerdegegnerin allerdings ergeben
sollte, dass das auf dem gesamtschweizerischen allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt für Berufsleute mit derselben Ausbildung und Berufserfahrung wie der
Beschwerdeführer im Durchschnitt erzielbare Einkommen erheblich höher sein sollte
als das Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter, und wenn es auf diesem
Arbeitsmarkt keine ideal leidensadaptierte Stelle für den Beschwerdeführer geben
sollte, wäre nach dem Grundsatz der „Eingliederung vor Rente“ (der nichts anderes als
die rentenspezifische Ausprägung der sozialversicherungsrechtlichen allgemeinen
Schadenminderungspflicht ist; vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020,
Vorbemerkungen N 86 ff., mit Hinweisen) unter Beizug der Berufsberatung eine
Umschulung zu prüfen und gegebenenfalls auch durchzuführen, obwohl eine
qualifizierte Umschulung aufgrund des aktuellen Alters des Beschwerdeführers (62
Jahre) wohl unverhältnismässig wäre, weil nach dem Abschluss der Umschulung keine
relevante Erwerbsphase mehr möglich wäre. Nach der Auffassung des Bundesgerichts
(vgl. das Urteil vom 28. Februar 2020, 8C_792/2019 E. 4.1) ist nämlich auch bei der
Anwendung des Grundsatzes der „Eingliederung vor Rente“ der Sachverhalt zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung massgebend. Damals ist der
Beschwerdeführer erst 60-jährig gewesen, so dass eine ein- bis zweijährige
Umschulung noch verhältnismässig gewesen wäre.
Bleibt die Frage zu beantworten, in welchem Umfang der Beschwerdeführer einer
solchen ideal leidensadaptierten Arbeit nachgehen könnte. Dabei spielen zwei
verschiedene Arten von Gesundheitsbeeinträchtigungen eine massgebende Rolle,
nämlich einerseits die Folgen des Diabetes mellitus und andererseits die verschiedenen
Beschwerden am Bewegungs- und Stützapparat. Die Auswirkungen des Diabetes
mellitus und seiner Folgen auf die Arbeitsfähigkeit sind gemäss den vorliegenden Akten
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu
vernachlässigen: Sowohl die behandelnden Ärzte als auch die RAD-Ärztin Dr. C._
haben nach eingehenden Untersuchungen des Beschwerdeführers keine
Diabetesfolgen feststellen können, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für
eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit einschränken würden. Bezüglich der
Auswirkungen der Beschwerden am Bewegungs- und Stützapparat auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit
erweist sich die Aktenlage auf den ersten Blick als widersprüchlich: Während die RAD-
2.4.
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3.
Zusammenfassend ist die Sache zur Ermittlung des Valideneinkommens und –
allenfalls nach einer vorgängigen Umschulung des Beschwerdeführers - des
Ärztin Dr. C._ ein Pensum von 80 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten als
zumutbar erachtet hat, hat die Orthopädin Dr. D._ eine Einschränkung von 50
Prozent selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Diese Diskrepanz lässt
sich nicht mit besseren oder neuen Erkenntnissen von Dr. D._ erklären, denn der in
ihrem Bericht geschilderte objektive klinische Befund ist weitestgehend identisch mit
jenem im Bericht von Dr. C._ gewesen. Zwar hat Dr. D._ die einzelnen
Einschränkungen und Beschwerden detaillierter als Dr. C._ beschrieben, aber auch
diese detaillierte Befundschilderung enthält keine Hinweise auf Beeinträchtigungen, die
eine gewichtige Minderung der Arbeitsfähigkeit für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit
begründen könnten. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ in Bezug auf ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten ist deshalb nicht nachvollziehbar, wie die RAD-Ärztin Dr.
C._ aufgezeigt hat. Darauf kann folglich nicht abgestellt werden. Der
Beschwerdeführer hat zwar grundsätzlich zu Recht darauf hingewiesen, dass eine
rheumatologische Abklärung allenfalls in diagnostischer Hinsicht einen wesentlichen
Erkenntnisgewinn hätte verschaffen können, aber das ist für die vorliegend zu
beantwortende Frage nach dem Invaliditätsgrad nicht massgebend. Der
Arbeitsfähigkeitsgrad (und damit auch der Invaliditätsgrad) ergibt sich nämlich nicht
aus der Diagnose, sondern aus dem objektiven klinischen Befund, der von den Dres.
D._ und C._ eingehend erhoben worden ist. Bezüglich der massgebenden
klinischen Einschränkungen hat von einer ergänzenden rheumatologischen Abklärung
kein wesentlicher Erkenntnisgewinn erwartet werden können. Folglich hat der RAD-
Ärztin Dr. C._ nach der eigenen Untersuchung des Beschwerdeführers und nach der
ergänzenden orthopädischen Abklärung durch Dr. D._ ein umfassend erhobener
medizinischer Sachverhalt vorgelegen, der es ihr erlaubt hat, eine fundierte
Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Im Gegensatz zu Dr. D._ hat Dr. C._ ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung strikt anhand des objektiven klinischen Befundes
abgegeben und sie hat diese Schätzung überzeugend begründet, indem sie darauf
hingewiesen hat, dass sich die vermehrten Schmerzen im Bewegungsapparat in einem
erhöhten Pausenbedarf niederschlagen würden, während sich die
Bewegungseinschränkungen in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit nicht auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkten. Gestützt auf den überzeugend begründeten
Untersuchungsbericht von Dr. C._ steht deshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerdeführer ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent zumutbar gewesen sind.
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zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung gilt
rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden
Partei. Die Gerichtskosten, die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes
praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzen sind, sind folglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet.