Decision ID: 8acbe604-0c14-493c-909e-f2dda1410608
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1961
, war
zuletzt seit Oktober 2011 bei der Allianz
Suisse tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 18. Februar 2014 war (Urk. 7/25/1-4).
Unter Hinweis auf
psychische B
eschwerden
sowie eine schwere koronare 3-Ge
fässerkrankung
meldete sich der
Versicherte am 1. Oktober 2014
bei der Inva
lidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2
). Die Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten der
Kollektiv-Krankenversicherung
bei (Urk.
7/8, Urk. 7/14, Urk. 7/23
) und holte bei
Ärzten der Versicherungsmedizin des Uni
ver
sitätsspitals Y._ Z._
ein
bi
disziplinäres Gutachten ein, das am
31. Dezem
ber 2015 erstattet wurde (Urk. 7/42
).
Nach durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/65
; Urk.
7/73
) sprach die
IV-Stelle mit Verfügung vom 28. September 2016 dem Versicherten vom 1. April
2015 bis 31. Dezember 2015
bei einem Invaliditätsgrad von
100
% eine
ganze Rente und
ab
1. Januar 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 53 % eine halbe Rente
zu (Urk.
7/87-88, Begründungsteil Urk. 7/83
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
26. Oktober 2016
Beschwerde gegen die Verfüg
ung vom 28. September 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
über den 31. Dezember 2015 hinaus eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere Abklärungen durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
24. November 2016
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 6. Dezember 2016 (Urk. 9) reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht nach (Urk. 10/2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stel
lungnahme dazu (Urk. 12), was
dem Beschwerdeführer
am
20. März 2017
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
13
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
lagen (Art. 28 und Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben
(Urk. 2 Begründungsteil S. 1). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergän
zungen
, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruc
hs
beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange
dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 Begrün
dungsteil) davon aus, gestützt auf das Z._-Gutachten sei dem Beschwer
de
führer seit Oktober 2015 zuzumuten, seine bisherige Tätigkeit als Versiche
rungsberater im Umfang von 50 % einer Vollzeitstelle auszuüben (S. 1 f.). Im Bericht des behandelnden Psychiaters werde kein neuer medizinischer Sachver
halt genannt, der eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wegen des psychischen Ge
sundheitszustandes begründen würde. Es sei daher analog dem Gutachten von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen (S. 2 unten).
Im Jahr vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung (2013) sei es ihm möglich gewesen, ein Jahreseinkommen von Fr. 104‘687.-- zu erzielen, was unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2015 ein Valideneinkommen von Fr. 106‘157.75 ergebe. Für das Invalideneinkommen sei gestützt auf die Tabellen der Lohnstrukturerhebung für nicht akademische betriebswirtschaftliche und kaufmännische Fachkräfte für das Jahr 2015 von Fr. 99‘855.55 beziehungsweise bezogen auf ein 50%-Pensum von Fr. 49‘927.77 auszugehen. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht zu gewähren. Aus der Gegen
überstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiere ein Invaliditäts
grad von 53 % (S. 2 oben).
Bezüglich Invalideneinkommen seien die Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit
durch die kardiologischen Befunde begründet. Die psychiatrischen Befunde w
ürden keine höhere Einschränkung begründen und würden deshalb nicht berücksichtigt (S. 3 Mitte).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin ohne weitergehende Stellungnahme mit Beschwerdeantwort fest (Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Feststellung der Beschwerdegegnerin, die psychiatrischen Befunde würden zu
keiner höheren Einschränkung führen und seien daher nicht zu berücksichtigen, würden nicht der medizinischen Abklärung entsprechen. So seien im Z._-Gutachten zwei psychiatrische Diagnosen gestellt worden und es sei von einem starken Indiz für beschränkte Ressourcen im Umgang mit der somatischen Erkrankung auszugehen (S. 4 Ziff. 8). Die stark limitierende Symptomatik werde nicht nur durch körperliche Anstrengung, sondern auch durch psychische Belastung (Stress) ausgelöst. Es sei schlicht nicht nachvollziehbar, dass der psy
chiatrische Gutachter ihn „in seiner bisherigen Arbeitstätigkeit als Berater einer Versicherung“ als 50 % arbeitsfähig angesehen hätte, hätte er gewusst, dass es sich um eine eigentliche Akkordarbeit handelt, welche nur mit einer hohen Belast
barkeit zu bewältigen sei (S. 5 Ziff. 9).
Ohnehin seien die Gutachter von einer falschen Ausgangslage ausgegangen betreffend Tätigkeitsprofil der bisherigen angestammten Tätigkeit: Es handle sich nicht um eine „sitzende (Büro-) Tätigkeit“, sondern um eine Aussen
dienst
tätigkeit mit eigentlicher Akkordarbeit, welche eine sehr hohe Belastbarkeit, Flexibilität und Zuverlässigkeit, sowie die Bereitschaft erfordere, jederzeit in Aktion zu treten und auch Termine ausserhalb der Bürozeiten am Wunschort des Kunden in Kauf zu nehmen (Ziff. 10).
Sodann bemängelte der Beschwerdeführer das von der Beschwerdegegnerin her
an
gezogene Validen- und Invalideneinkommen und beantragte die Zusprache einer ganzen Rente (S. 6 f. Ziff. 12 f.).
2.3
Es ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer bis zur Begutachtung beim Z._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Urk. 7/42 S. 7). Basierend darauf wurde ihm vom 1. April bis 31. Dezember 2015 eine befristete ganze Rente zugesprochen. Dies steht im Einklang mit der Rechts- und Aktenlage (Urk. 7/42; Art. 28 und Art. 29 IVG) und ist daher nicht weiter zu prüfen.
Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Rente ab 1. Januar 2016 zu Recht auf eine halbe Rente herabsetzte.
3.
3.1
Im am 31. Dezember 2015 erstatteten Gutachten der Ärzte des Z._ (Urk. 7/42) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 4 Ziff. 3):
-
depressive Episode, inkomplett remittiert (ICD-10 F32.4)
-
Kardiophobie (ICD-10 F40.X) bei anankastischem Persönlichkeitsstil (ICD-10 Z73.1)
-
symptomatische operierte/dilatierte koronare 3-Gefäss-Erkrankung (NYHA II-III)
Die Gutachter führten aus, der Beschwerdeführer habe über einen stark ein
ge
schränkten Allgemeinzustand geklagt. Er sei kaum belastbar und könne nur ein Stockwerk die Treppe emporsteigen, dann müsse er eine Pause machen. Nach einer Gehstrecke von zirka 50 Minuten käme es zu brennenden und stechenden thorakalen Beschwerden. Diese Symptome habe er aber auch bei psychischem Stress (S. 6 oben).
Bei der kardiologischen Untersuchung habe sich trotz nicht erfüllter Ausbelas
tungskriterien formal eine schwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit auf dem Fahrradergometer mit formal schwer eingeschränkter maximaler Sauerstoffauf
nahme gezeigt. Somit sei primär von einer kardialen Limitation auszugehen. Eine leichtgradige Diffusionsstörung in der Lungenfunktion sei am ehesten durch die schlechte Compliance zu erklären. Aufgrund der erhobenen Befunde müsse aus kardiologischer Sicht die Arbeitsfähigkeit um 50 % eingeschränkt werden. Der Beschwerdeführer sei in einer sitzenden Tätigkeit ohne körperliche Belastung aktuell zu 50 % arbeitsfähig.
Es liege sodann sowohl aus kardiologischer Sicht wie auch bestätigt aus psychiatrischer Sicht trotz vorhandener kardialer Befunde eine zusätzliche psychische Überlagerung vor. Diese könne diagnostisch als Kardiophobie bei anankastischem Persönlichkeitsstil und im Rahmen der inkomplett remittierten depressiven Episode interpretiert werden (S. 6 Mitte).
Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine depressive Episode festgestellt worden, die sich nach den kardial bedingten Leistungseinschränkungen und nach
folgendem beruflichem Knick und einer erheblichen narzisstischen Krän
kung entwickelt habe. Diese depressive Episode sei in den Vorakten als reaktiv beschrieben worden. Unter der psychiatrischen Behandlung und Medikation sei die genannte depressive Episode zum Zeitpunkt der Untersuchung als inkom
plett remittiert anzusehen.
Beim Beschwerdeführer müsse sodann eine Kardiophobie bei anankastischen und narzisstischen Persönlichkeitszügen gesehen werden, dies bei hohen ethi
schen und moralischen Ansprüchen und starkem Ordnungssinn. Er habe beruf
lich geplant, sich nach der Weiterentwicklung zum Abteilungsleiter noch weiter nach oben zu entwickeln, was aufgrund der koronaren Herzkrankheit nicht mehr möglich gewesen sei. Obwohl sich in den letzten kardiologischen Unter
suchungen gute Ergebnisse nach Revaskularisation gezeigt hätten, habe der Be
schwerdeführer unter selbst geringen physischen und psychischen Belas
tungen auftretende thorakale Beschwerden, was am ehesten als ausgeprägte Kardio
pho
bie zu interpretieren sei. Eine Aggravation sei nicht festgestellt worden, sondern er habe eher ein Merkmal einer gestörten Krankheitsverarbeitung. Durch die starke gedankliche Einengung und starke Hyperarousal ergebe sich eine erhöhte Fehlerrate und eine stark verminderte emotionale Belastbarkeit sowie eine mittelgradig ausgeprägte Störung im Sozialverhalten, weswegen aus psychia
tri
scher Sicht die Arbeitsfähigkeit aktuell zu 50 % eingeschränkt sei (S. 6 unten).
Zusammenfassend sei aus gesamtgutachterlicher Sicht von einer Arbeitsfähig
keit von 50 % auszugehen. Dies gelte auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Berater in einer Versicherung, da davon auszugehen sei, dass er haupt
sächlich sitzende Tätigkeiten auszuführen habe. In der Funktion als Abtei
lungs
leiter könne er derzeit nicht fungieren bei stark verminderter emotionaler Belastbarkeit und der im psychiatrischen Fachgutachten genannten mittelgradig ausgeprägten Störung im Sozialverhalten (S. 7 oben). Für körperlich mittel
schwere und schwere Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer aktuell nicht arbeits
fähig (S. 7 Mitte).
Zum massgebenden Zeitpunkt führten die Gutachter aus, er habe vor der Begut
achtung zwei Mal kardiochirurgisch versorgt werden müssen und sei in diesem Rahmen nachvollziehbar 100 % arbeitsunfähig gewesen. Mittlerweile habe sich eine Besserung ergeben, weswegen die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit mit dem Datum des Gutachtens zu sehen sei (S. 7 Mitte).
Zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei eine leitliniengerechte Psychotherapie zu empfehlen, welche bisher nicht durchgeführt worden sei (S. 7 unten).
3.2
Von November 2014 bis Anfang April 2016 war der Beschwerdeführer bei lic. phil. et theol. A._, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, delegierte Psychotherapie bei Dr. med. B._, Facharzt für Kardiologie sowie Allge
meine Innere Medizin, in Behandlung (undatierter Bericht, letzte Kontrolle vom 1. April 2016, Ziff. 1.2, Urk. 7/67; vgl. auch Zwischenbericht vom 12. Mai 2015, Urk. 7/26). Er stellte folgende psychiatrische Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige reaktive persistierende depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) im Rahmen einer Anpassungsthematik (seit Erstdiagnose im Mai 2015 unverändert)
-
Persönlichkeit mit anankastischen Zügen und geprägt durch Migrations
problematik
Zum psychiatrischen Befund wurde Folgendes festgehalten (Ziff. 1.4): „Bewusst
seinsklar, allseits orientiert, Auffassung intakt, aber Merkfähigkeit und Konzen
tration mittelgradig eingeschränkt, Gedächtnis nur leicht. Keine formalen Denk
störungen, ausser leicht verlangsamt und grübelnd. Keine Anhaltspunkte für Befürchtungen (ausser gelegentlich panikartige Ängste bei Herzenge-Gefühlen), keine Zwänge und Wahninhalte, keine Hinweise für Sinnestäuschungen und Ich-Störungen. Hingegen Störung der Vitalgefühle vorhanden, ebenso Gefühle von Deprimiertheit, Hoffnungslosigkeit und Insuffizienz. Verminderter Antrieb
vorhanden, gelegentlich aber auch psychomotorische Unruhe sichtbar. Bezüg
lich
circadianer Besonderheiten: Morgentief feststellbar, sozialer Rückzug wird bejaht
.“
Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte lic. phil. A._ nicht. Er verwies diesbezüglich auf die kardiologische Einschätzung (Ziff. 1.6).
3.3
Seit dem 30. März 2016 ist der Beschwerdeführer wöchentlich bei Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behand
lung (Schreiben vom 22. November 2016, Urk. 10/2; vgl. auch Schreiben vom 19. April 2016, Urk. 7/68). Psychiatrisch sei neben der im Z._-Gutachten
beschriebenen depressiven Symptomatik auch von einer leichteren anankas
tisch-
zwanghaften Persönlichkeitsstörung auszugehen. Diese sei bis zur Herzkrank
heit durch die hohen Leistungen des Beschwerdeführers kompensiert worden, jedoch durch eben diese Herzerkrankung nun manifest geworden (Urk. 10/2 S. 1 Mitte). Weiter führte Dr. D._ aus, dass der Beschwerdeführer aus psychiatri
scher Sicht zu 100 % arbeitsunfähig sei. In der bisherigen Tätigkeit sei für einen solchen Herzpatienten der Stresslevel einfach zu hoch. Hinsichtlich angepasster Tätigkeit hielt Dr. D._ fest, dass der Beschwerdeführer Probleme damit habe, auf einem tieferen Lebensrhythmus zu funktionieren (S. 2 Ziff. 2).
4.
4.1
Das Z._
-Gutachten
(vorstehend E. 3.1)
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchu
ngen und berücksichtigt die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und trägt der kon
kreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen K
riterien (vgl. vorstehend
E. 1.5) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden
kann.
4.2
Diagnostisch stimmen sämtliche Arztberichte mit dem Z._-Gutachten weit
gehend überein. Aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers ist in medi
zinischer Hinsicht einzig strittig, ob dessen bisherige Tätigkeit mit dem aus Gutachtersicht noch zumutbaren Tätigkeitsprofil vereinbar ist. Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer bis zur Begutachtung im Oktober 2015 (Unter
suchungstermin Kardiologie, vgl. Urk. 7/42/3) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Aufgrund der erfolgten kardiochirurgischen Interventionen und der damit verbundenen Besserung legten die Z._-Gutachter sodann nach
vollziehbar dar, dass spätestens ab dem Begutachtenszeitpunkt von einer Ver
besserung auszugehen und ab dann eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähig
keit von 50 % ausgewiesen ist.
Der Beschwerdeführer kritisierte, das Z._-Gutachten zeige auf, dass er aus rein körperlichen Gründen zu 50 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, jedoch gingen die daneben bestehenden psychiatrischen Diagnosen nicht ein
fach in der aus somatischer Sicht zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 1 S. 5 Ziff. 9). Die Gutachter seien betreffend Tätigkeitsprofil seiner bisherigen Tätig
keit von einer falschen Ausgangslage ausgegangen, da es sich dabei nicht um eine sitzende Bürotätigkeit gehandelt habe, sondern um eine Aussen
dienst
tätig
keit mit eigentlicher Akkordarbeit (vorstehend E. 2.2).
4.3
Der behandelnde Psychiater Dr. D._ führte aus, aufgrund des Stresslevels sei die bisherige Tätigkeit für den Beschwerdeführer nicht geeignet, weshalb er ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte. Aufgrund der anankastischen Per
sön
lichkeitsproblematik habe der Beschwerdeführer sodann Probleme, auf einem
tieferen Lebensrhythmus zu funktionieren. Er beurteilte die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit jedoch nicht näher (vorstehend E. 3.3).
Die Z._-Gutachter erachteten den Beschwerdeführer sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht als zu 50 % arbeitsunfähig, wobei die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht kumulativ zu jener aus soma
tischer Sicht hinzuzurechnen ist. Die Gutachter hielten explizit fest, dass der Beschwerdeführer in der Funktion als Abteilungsleiter nicht fungieren könne - dies insbesondere aus psychiatrischer Sicht (vorstehend E. 3.1).
Der Beschwerdeführer war bis 31. Dezember 2013 als Verkaufsleiter angestellt. Ab Januar 2014 wechselte er intern die Funktion und war danach als Ver
sicherungsberater für Unternehmen tätig (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 21. April 2015, Urk. 7/25/2 Ziff. 2.7). Der Arbeitgeber umschrieb die letzte Tätig
keit des Beschwerdeführers wie folgt: Oft gehend und stehend, manchmal sitzend, wobei er oft Auto fahren müsse. Er müsse oft Büroarbeiten durchführen aber auch komplexe Analysen und Vorsorgegutachten sowie Beratungen unter anderem bei Firmen. Die Tätigkeit sei mit einer „ausgedehnten Verfügbarkeit für Kunden“ verbunden (Urk. 7/25/5). Im Anforderungsprofil für Kundenberater ist sodann aufgeführt, es sei die Bereitschaft erforderlich, jederzeit in Aktion zu treten und Termine ausserhalb der Bürozeiten sowie am Wunschort des Kunden in Kauf zu nehmen. Die Tätigkeit erfordere unter anderem Flexibilität und eine sehr hohe Belastbarkeit (Urk. 7/69/5).
Die Z._-Gutachter erachteten den Beschwerdeführer in der letzten Tätigkeit als Versicherungsberater ebenfalls als zu 50 % arbeitsfähig, da davon auszugehen sei, dass er hauptsächlich sitzende Tätigkeiten auszuführen habe (vorstehend E. 3.1). Dies ist aufgrund des angegebenen Profils des Arbeitgebers nicht ganz zutreffend. Zudem ist nicht davon auszugehen, dass es sich um eine reine Bürotätigkeit gehandelt hat, war der Beschwerdeführer doch nebst den Büro
arbeiten gemäss Arbeitgeber oft unterwegs für die Kundenberatung, was zudem eine hohe Verfügbarkeit und Flexibilität bedingt und eine gewisse Belastbarkeit erfordert. Aufgrund der Ausführungen des psychiatrischen Gutachters, dass sich wegen der starken gedanklichen Einengung und der starken Hyperarousal eine erhöhte Fehlerrate und eine stark verminderte emotionale Belastbarkeit ergibt sowie eine mittelgradig ausgeprägte Störung im Sozialverhalten vorhanden ist, und bei seiner letzten Tätigkeit nicht einfach von einer „sitzenden Bürotätig
keit“ auszugehen ist, erscheint seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht dem im Gutachten enthaltenen Zumutbarkeitsprofil zu entsprechen. Dem zumutbaren
Tätig
keitsprofil einer „sitzenden Bürotätigkeit“ würde demnach eher beispiels
weise
eine Tätigkeit im Innendienst einer Versicherung entsprechen, welche
nicht das „jederzeit in Aktion-Treten“ erfordert und nicht den Druck der Kunde
n
akquirierung enthält, was gerade bei den Einschränkungen des Beschwerde
führers mit höherem Stress verbunden ist.
4.4
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer seine
bis
herige Tätigkeit als Verkaufsleiter sowie als Versicherungsberater mit Aussen
diensttätigkeit nicht mehr zumutbar ist, er jedoch in einer angepassten sitze
n
den (Büro-)Tätigkeit beispielsweise im Innendienst einer Versicherung seit Oktober 2015 zu 50 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkung.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbs
ein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
ent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
er
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturer
heb
ungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75
E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
vi
sio
nen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Inva
lideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2; BGE
128 V 174
;
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1 und 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3
).
Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit der angefochtenen Verfügung erst
mals ab 1. April 2015 eine (abgestufte) Rente zugesprochen, weshalb die Verhältnisse des Jahres 2015 massgebend sind.
5.5
5.5.1
Die Beschwerdegegnerin zog als Valideneinkommen den gemäss Arbeitgeber
fragebogen (vgl. Urk. 7/25/3 Ziff. 2.12) im Jahr 2013 erzielten Verdienst als Verkaufsleiter von Fr. 104‘687.-- heran (vorstehend E. 2.1). Dieses Einkommen entspricht jenem im IK-Auszug (vgl. Urk. 7/79/4).
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, als Valideneinkommen sei von einem Verdienst in der Höhe von Fr. 170‘000.-- auszugehen. Dies sei die Mitte der Verdienstspanne von Fr. 140‘000.-- bis Fr. 200‘000.--, welche ein Verkaufsleiter unter Berücksichtigung der Spesen und Provisionen nach Angaben der Arbeitgeberin erzielen könnte (Urk. 1 S. 6 Ziff. 11 f.).
5.5.2
Aufgrund diverser Arztberichte ist ersichtlich, dass die gesundheitlichen Prob
leme des Beschwerdeführers zirka im Oktober 2013 begannen und er sich wegen einer Beschwerdezunahme schliesslich im Februar 2014 in ärztliche Behandlung begab (Bericht vom 18. Februar 2014 der kardiologischen Praxisgemeinschaft Dr. med. E._ und Dr. med. F._, beide Fachärzte für Kardio
logie, Urk. 7/8/58; vgl. auch Schreiben vom 14. Oktober 2016 von Dr. E._, Urk. 3/10). Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass für das massge
bende Valideneinkommen entsprechend der Ansicht beider Parteien jedenfalls der Verdienst als Verkaufsleiter - in dieser Tätigkeit war der Beschwerdeführer bis zum 31. Dezember 2013 angestellt - heranzuziehen ist.
5.5.3
Gemäss Angaben des Arbeitgebers hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2015
einen Verdienst von Fr. 140‘000.-- inklusive Spesen erzielen können (Urk. 7/
25/3 Ziff. 2.11).
Im Lohnausweis für das Jahr 2013 sind ein Lohn von Fr. 100‘862.-- und unregel
mässige Leistungen von Fr. 9‘059.-- aufgeführt, was einen AHV-bei
trags
pflichtigen Bruttolohn von Fr. 109‘921.-- ergibt. Daneben wurde dem Be
schwerdeführer zusätzlich eine Spesenpauschale von Fr. 32‘928.-- ausgerichtet (Urk. 7/25/13).
5.5.4
Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 IVV gelten als Erwerbseinkommen im Sinne von Artikel 16 ATSG mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von denen Bei
träge gemäss dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenen
versi
che
rung (AHVG) erhoben würden.
Beitragspflichtig ist der massgebende Lohn, wozu jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbe
stimmte Zeit geleistete Arbeit zählt. Der massgebende Lohn umfasst unter anderem auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen und Provisionen (Art. 5 Abs. 1 f. AHVG).
Spesenentschädigungen für
Unkosten
gemäss Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV)
haben
bei der Bestimmung des
Valideneinkommen
s unberücksichtigt zu bleiben (Urteile des Bundesgerichts 9C_584/2015 vom 15. April 2016 E. 6.1 und I 923/05 vom 30. Mai 2006 E. 2.1).
Wie sowohl aus den Angaben des Arbeitgebers (Urk. 7/25/3 Ziff. 2.12, vgl. auch detaillierte Auflistung Urk. 7/25/9), dem Lohnausweis für das Jahr 2013 (Urk. 7/25/13) wie auch aus dem IK-Auszug (Urk.
7/79/4) hervorgeht, wurden
auf die ausgerichtete Spesenpauschale keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlt
, weshalb diese Unkosten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVV darstellen und dem
ent
sprechend nicht zum für das Valideneinkommen massgebenden Verdienst hinzuzurechnen sind (vgl. dazu auch die Regelung zur Spesenpauschale im Arbeitsvertrag, Urk. 7/71/6 Ziff. 16).
5.5.5
Der Beschwerdeführer behauptete, er hätte im Jahr 2015 einen Jahresverdienst von Fr. 170‘000.-- erzielt, wobei er sich dazu auf die eingeholte Auskunft der Arbeitgeberin gestützt hat. Das Vergütungssystem sei so ausgelegt, dass sich das Gehalt über drei bis fünf Jahre deutlich steigere (Urk. 1 S. 6 Ziff. 11 f.).
Dem kann nicht gefolgt werden. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Lohnsteigerung kann aufgrund der in den vergangenen Jahren erzielten Einkommen nicht als überwiegend wahrscheinlich qualifiziert werden: Aus dem IK-Auszug geht hervor, dass sich das Einkommen in den Jahren 2009 bis 2013 stets zwischen rund Fr. 91‘000.-- und Fr. 105‘000.-- bewegte (vgl. Urk. 7/79 S. 4). Eine Lohnsteigerung um rund Fr. 65‘000.-- kann nicht mit dem notwen
digen Beweis
grad belegt werden. Dies umso mehr als die Arbeitgeberin im Arbeitgeber
fra
gebogen angab, der Beschwerdeführer hätte im Jahr 2015 zirka Fr. 140‘000.-- verdient, wobei darin auch die Spesenpauschale eingerechnet sei (Urk. 7/25/3 Ziff. 2.11). Im Jahr 2012 wurde ihm eine Spesenpauschale von Fr. 26‘160.-- (Urk. 7/25/14) und im Jahr 2013 eine solche von - wie bereits festgehalten - Fr. 32‘928.-- aus
gerichtet. Werden folglich von den Fr. 140‘000.-- rund Fr. 30‘000.-- als Pau
schal
spesen abgezogen, liegt der massgebende Verdienst wieder im Bereich des im Jahr 2013 erzielten Verdienstes.
5.5.6
Im Übrigen bewegen sich die von Oktober bis Dezember 2013 erzielten Ein
künfte - welche aufgrund der ausgerichteten Provisionen monatlich variierten - im Rahmen der Verdienste des Vorjahres fürs letzte Quartal (vgl. Urk. 7/25/3 Ziff. 2.12). Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass sich die nach Angaben des Beschwerdeführers bereits zu dieser Zeit spürbare gesundheitliche Proble
matik (vgl. dazu vorstehend E. 5.5.2) in der Erwerbstätigkeit niedergeschlagen hatte.
5.5.7
Zusammenfassend ist mit der Beschwerdegegnerin von einem Validenein
kommen im Jahr 2013 von Fr. 104‘687.-- auszugehen, welches unter Berück
sichtigung der Nominallohnerhöhung für Männer (vgl.
www.bfs.admin.ch
, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer 64-66 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) von 1.3 % (2014) und 0.3 % (2015) ein für das Jahr 2015 massgebendes Valideneinkommen von rund Fr. 106‘366.-- (Fr. 104‘687.-- x 1.013 x 1.003) ergibt.
5.6
5.6.1
Gestützt auf die Tabellenlöhne bezifferte die Beschwerdegegnerin das Invaliden
einkommen für ein 50%-Pensum auf rund Fr. 49‘928.-- für eine leidensan
gepasste, körperlich sehr leichte und überwiegend sitzend auszuführende Tätig
keit. Dabei stützte sie sich auf die Tabelle T17 Ziffer 33 der LSE 2012, welche die Lohnangaben für nicht akademische betriebswirtschaftliche und kaufmänni
sche Fachkräfte enthält (vorstehend E. 2.1).
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor, dieses Einkommen sei zu hoch ange
setzt. Ein langjähriger erfahrener Mitarbeiter könne nach Angaben der ehe
maligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers Fr. 90‘000.-- verdienen. Es sei daher davon auszugehen, dass in einer - für den Beschwerdeführer gesundheits
bedingt notwendigen - stressreduzierten belastungsarmen Innendiensttätigkeit in einem 50%-Pensum maximal Fr. 35‘000.-- bis Fr. 40‘000.-- zu verdienen seien (Urk. 1 S. 7 Ziff. 13).
5.6.2
Der Beschwerdeführer hat einen Fachhochschulabschluss in Betriebswirtschaft und eine Weiterbildung als Versicherungsvermittler (vgl. Urk. 7/2/4 Ziff. 5.3). Die Argumentation des Beschwerdeführers greift zu kurz, indem er lediglich eine Bürotätigkeit im Innendienst einer Versicherung in Betracht zieht. Zudem ist der Beschwerdeführer nicht mehr bei der ehemaligen Arbeitgeberin ange
stellt, weshalb auf deren Angaben zum möglicherweise erzielbaren Invaliden
ein
kommen ohnehin nicht abzustellen ist.
Die Beschwerdegegnerin ging richtigerweise von sämtlichen in Betracht fallen
den Arbeitsmöglichkeiten aus. Es ist daher vor dem Hintergrund der Ausbildung
des Beschwerdeführers und des ihm zumutbaren Tätigkeitsprofils nicht zu be
an
standen, dass sie den Tabellenlohn für nicht akademische betriebswirt
schaft
liche und kaufmännische Fachkräfte heranzog. Da die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen anzuwenden sind (vgl. vor
steh
end E. 5.3), ist die Tabelle T17 des Jahres 2014 heranzuziehen (
www.bfs.admin.ch
, Tabelle T17 monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen). Ausgehend vom Total
wert - von welchem die Beschwerdegegnerin zu Gunsten des Beschwerdeführers ausging, anstatt den deutlich höheren Lohn für über 50-jährige Männer zu nehmen - von monatlich Fr. 7‘897.-- entspricht dies bei einer betriebsüblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Tabelle T03.02 2004-2016, betrieb
s
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziffer 45-96 Sektor III, 2014) und einer Nominallohnentwicklung im Jahr 2015 von 0.2 % (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer 45-96 Sektor 3 Dienstleistungen) bei einem 50%-Pensum einem Invalideneinkommen im Jahr 2015 von rund Fr. 49‘495.-- (Fr. 7‘897.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.002 x 0.5). Da keine Hinweise darauf vorliegen, dass nur bei Inkaufnahme einer über die bereits berück
sichtigten Einschränkungen hinausgehende Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1), ist kein zusätzlicher leidensbedingter Abzug zu ge
währen.
5.7
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 106‘366.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 49‘495.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 56‘871.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 54 % (aufgerundet von 53.5 %).
Damit erweist sich die Verfügung vom 28. September 2016 im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.