Decision ID: 80cfb494-b6c6-4ebb-93d6-ff5cb80c4f04
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956
,
war
zuerst als angestellter und
hernach
als selb
ständig erwerbender
Plattenleger
erwerbs
tätig
(vgl.
Urk.
7
/
2, 7/3/4 und 7/6
).
Ab dem
1
2.
Jun
i 2003
wurde ihm
vorwiegend
aus
psychischen Gründen eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl.
Urk.
7/7/5
und 7/14
), worauf er
Tag
geldzahlungen
der Krankenversicherung
erhielt
(vgl. Urk. 7/3/5 und 7/35/6)
.
1.2
Am
1
3.
Mai 2004
meldete sich
der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wegen einer Depression, Kniebeschwerden und Asthma
zum Leistungsbezug
an (vgl. Urk.
7
/
3
).
Die IV-Stelle klärte darauf die erwerblichen (vgl.
Urk.
7/2,
7/5 und
7/6) und medizinischen (
Urk.
7/7
, 7/13 und
7/14) Verhältnisse ab.
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2004 verneinte sie einen Rentenanspruch (Urk. 7/18), wogegen der Versicherte Einsprache
erhob
(
Urk.
7/19 und 7/26). Die IV-Stelle hiess diese gut (vgl.
Urk.
7/30) und gab bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/31), das am 8.
Juni 2005 erstattet wurde (Urk. 7/35)
.
Hernach sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten mit
Verfügung vom
2
0.
Oktober 2005
, ausgeh
end von
einem Invaliditätsgrad von 100
%
(
vgl.
Urk.
7
/
38 und 7/39
), ab dem 1.
Juni
20
04
eine ganze Invalidenrente zu (Urk.
7/
48
).
Im Dezember 2006 leitete
die IV-Stelle
von Amtes wegen
eine Überprüfung des Rentenanspruches ein,
anlässlich welcher
der Versicherte erklärte, sein Gesundheitszustand sei unverändert (
Urk.
7/
54
).
Nachdem die
IV
Stelle
einen aktuellen IK-Auszug (Urk.
7/55) und Arztberichte (
Urk.
7/56 und 7/57)
bei
gezogen hatte, teilte sie dem Versicherten mit
Schreiben vom 26.
Januar 2007
mit,
dass sie keine rentenrelevanten Änderungen festgestellt und er weiterhin Anspruch auf die bisherige
ganze Invalidenrente habe (Urk.
7/59).
1.3
Die
IV-Stelle
leitete
eine
weitere
Rentenüberprüfung ein
, indem sie
dem Versi
cherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente zu
sandte
, den
er
am
2
2.
Februar 2011
ausgefüllt retournierte (
Urk.
7
/
66
). Die IV-Stelle zog darauf einen IK-Auszug bei (
Urk.
7
/
67
) und tätigte medizinische Abklärungen (
Urk.
7
/
68 und 7/69
).
Am 1
2.
April 2011 gab sie bei der Medizinischen
Abklä
rungsstelle
Z._
ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/70), das
am 5.
Juni 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/77).
Die IV-Stelle
übernahm dar
a
uf
die Kosten für ein
Belastbar
keitstraining
bei der
A._
vom
26. August bis zum 2
2.
November
2013 (Urk.
7
/
82
).
Diese erstattete am 21.
November 2013 ihren Schlussbericht (
Urk.
7/87). Am 2
8.
November 2013 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten schriftlich
de
n
Abschluss der
Integrationsmassnahmen
mit
(
Urk.
7/89). Nach dem Eingang weiterer medizinischer Unterlagen (vgl.
Urk.
7/93 und 7/95) stellte
sie ihm
mit
Vorbescheid vom
1
4.
März 2014 die
wiederwägungsweise
Aufhebung der Verfügung
vom
2
0.
Oktober
20
05
und
die Aufhebung der Inva
lidenrente
in Aussicht
(
Urk.
7/101
). Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben (
vgl.
Urk.
7
/
103 und 7/106
). Am 2
4.
September 2014 erliess die IV
Stelle eine Verfügung mit dem angekündigten Inhalt (
Urk.
2 = 7/
109
). Einer Beschwerde gegen diese Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2 S. 3).
2.
Dagegen
liess der Versicherte mit Eingabe vom 2
4.
Oktober 2014 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin die bisherige ganze Invalidenrente auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
B
eschwerdegegnerin. Eventualiter sei im Beweisverfahren eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen
(Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle
schloss
am
2
8.
November
2014
auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6
). Davon hat die
Gegenpartei mit Schreiben vom
1.
Dezember
20
14
Kenntnis erhalten (
Urk.
8
).
Mit Verfügung vom 2
2.
September 2015 wurde die Swiss Life AG zum Prozess beigeladen (
Urk.
9).
Diese teilte dem Gericht mit Zuschrift vom 2
9.
September 2015 mit, dass sich ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers gegen die BVG-Sammelstiftung Swiss Life richten würde, deren Geschäftsführerin sie sei und welche auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
10). Das Rubrum wurde darauf entsprechend geändert.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
134 V 131 E. 3 mit Hinweisen
).
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
verfü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwal
tung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurtei
l
ung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung in Betracht, im Gutachten von
Dr.
Y._
vom
8.
Juni 2005 sei die Diagnose einer mittelgra
digen bis schweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) gestellt und eine volle Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit attestiert worden.
Eine
Auseinandersetzung mit den psychosozialen Faktoren
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
habe nicht
stattgefunden.
Die Ein
schätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit sei somit nicht rechtskonform erfolgt und der Untersuchungsgrundsatz sei verletzt. Die rentenzusprechende Verfügung vom 2
0.
Oktober 2005 sei deshalb zweifellos unrichtig. Aus dem Gutachten des
Z._
vom
5.
Juni 2012 gehe sodann hervor, dass dem Versi
cherten sowohl die angestammte wie auch jede andere Erwerbstätigkeit ohne Einschränkung zumutbar sei
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer lässt
demgegenüber im Wesentlichen
den Standpunkt vertreten
, dass das Gutachten des
Z._
vom
5
.
Juni 2012 unhaltbar sei und nicht darauf abgestellt werden könne
. Überdies sei zu beachten, dass sich
sein
psychische
r
Zustand nach der Begutachtung verschlechtert habe
(
Urk.
1).
3.
3.1
In
medizinischer Hinsicht basierte
die rentenzusprechende Verfügung vom
20. Oktober 2005
auf dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
vom 8.
Juni 2005 (Urk.
7/35
; vgl. das Feststellungsblatt für den B
eschluss vom 4.
Juli 2005, Urk.
7/38
).
Dieser
hatte
eine m
ittelgradige bis sch
w
ere depressive Episode mit somat
ischem Syndrom (ICD-10: F32.11)
diagnostiziert
, weswegen
d
er
Beschwerdeführer
seit Juni 2003
für sämtliche Tätigkeiten arbeitsunfähig sei
(Urk.
7/35/6
und 7/35/7
)
.
3.2
Im Rahmen des ersten
Revisionsverfahren
s
, das mit der schriftlichen Mitteilung vom 2
6.
Januar 2007 abgeschlossen wurde (vgl.
Urk.
7/59),
war
ein
Verlaufsbe
richt
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
eingeholt
worden
. Darin wurde
festgehalten
, dass der Beschwerdeführer seit 18 Jahren an einer Depression, seit sechs Jahren an einem
Lu
m
bovertebralsyndrom
und an chro
nischer
a
s
thmoider
Bronchitits
bei Sta
u
bexposition leide, was seine Arbeitsfä
higkeit beeinträchtige.
Als
Plattenleger
sei er
zu 100
%
arbeitsunfähig, wie bis
her vorwiegend aus psychischen Gründen (
Urk.
7/57/3). Theoretisch wäre er in einer leichten Beschäftigung für einen halben Tag einsetzbar. Er sei aber bei
nahe nicht vermittelbar,
weil
die Antriebslosigkeit und die Depression stark und kaum beeinflussbar seien. Für weitere Details
möge
man sich an die behan
d
elnde Psychiaterin wenden (Urk.
7/57/1).
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
in ihrem Bericht vom
1
5.
Januar 2007
aus
, dass sie den Beschwerde
führer seit dem 1
9.
Januar 2005 behandle
. Sie diagnostizierte eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.) und eine Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10: F
40.00), weswegen
er
seit
Behandlungsbeginn
für alle Arbeitstätigkeiten
zu
100%
a
rbeitsunfähig sei
(
Urk.
7/56/3).
3.3
Anlässlich des aktuellen Revisionsverfahrens
wurde erneut ein Verlaufsbericht von
Dr.
B._
eingeholt,
wonach
keine somatischen Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorl
ä
gen (
Urk.
7/68).
Dr.
C._
bestätigte
am 18. März 2011
die bereits gestellten
psychiatri
schen
Diagnosen und diagnostizierte neu eine rezidivierende depressive Stö
rung,
zur Zeit
leichte bis mittlere Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01
respektive F33.11),
welche seit 2010 bestehe (Urk.
7/69/1). Die Arbeits
unfähigkeit betrage unverändert 100
%
und sei auf eine Verminderung der Konzentration, des psychischen und physischen Energieniveaus und der Denk
fähigkeit zurückzuführen. Die Prognose sei ungünstig, da zur Angststörung phasenweise leicht- bis mittelgradige depressive Zustände hinzugekommen seien. Die Verschlechterung des Zustandes der behinderten Tochter nähre aus
serdem das ängstliche Gedankenkreisen des Patienten
(
Urk.
7/69/2)
.
Das
orthopädisch-psychiatrische
Gutachten
des
Z._
vom
5.
Juni 2012 (Urk.
7/77)
enthält folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/77/24):
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
-
Differentialdiagnose: Di
ssoziative Störung, gemischt (=
Konversionsstörung)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode.
Der ebenfalls diagnostizierten
geringgradigen
obstr
u
kutiven
Pneumopathie
bei fortgesetztem
Nikotinabusus
, dem Colon
irritabile
vom Obstipationstyp, den leichten belastungsabhängigen Knieschmerzen rechts bei Status nach medialer partieller
Meniscusresektion
(2003) und leichten degenerativen Veränderungen im Kniegelenk rechts medial
sowie
den belastungsabhängigen Rückenschmer
zen, ohne relevante radiologische Veränderungen und Befunde
,
wurde kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (
Urk.
7/77/24).
Ferner wurde vermerkt, dass sich seit 2003 im Grunde keine wesentlichen Verän
derungen des medizinischen Befundes ergeben hätten. Ebenso könne ange
fügt werden, dass soziale Faktoren sicher mit eine Rolle spielten (Urk. 7/77/26).
Zur kritischen Würdigung
der
vorhandene
n
Arztberichte wurde festgehalten, aus dem Gutachten von
Dr.
Y._
aus dem Jahr 2005 gehe hervor, dass der Beschwerdeführer von Antriebslosigkeit, Interessensverlust, Schlafstörungen,
Grüb
elzwängen
, verminderter Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit, vermindertem Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen, Freudlosigkeit,
Libidoverlust
und Perspektivlosigkeit berichtet habe. Die behandelnde Psychiaterin habe den Versicherten als zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt, weil er unter einer Agora
phobie und unter starken andauernden körperlichen und seelischen Anspan
nungen mit einer Beeinträchtigung des Konzentrations- und Durchhaltevermö
gens sowie der Belastbarkeit gelitten habe. Dazu sei lediglich anzumerken, dass der Beschwerdeführer aktuell
über
keine
agoraphobischen Symptome klag
e. Allerdings sei eine psychische Anspannung in Form einer Nervosität vorhanden.
Er klage aber auch nicht mehr über Konzentrationsstörungen. In diesem Zusammenhang sei noch einmal zu unterstreichen, dass sich aktuell ein anderes Bild biete, als dasjenige, das in den Akten beschrieben worden sei. Aktuell stehe die psychosomatische Problematik deutlich im Vordergrund, eine leichte depressive Begleitsymptomatik bestehe nach wie vor. Deutlich würden aber auch erhebliche soziale Probleme mit Belastungen durch ein krankes Kind, aber auch Schwierigkeiten bei der beruflichen Reintegration im Sinne mangelnder schulischer und beruflicher Qualifikationen (
Urk.
7/77/27 f.).
Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Y._
müsse man heute davon ausgehen, dass es sich um eine physisch ablaufende depressive Symptomatik handle, die eindeutig psychosomatisch dominiert werde und ebenfalls zusätzlich verquickt sei mit psychosozialen Faktoren. Man könne sich hier lediglich auf die Angaben des Versicherten und der behandelnden Psychiaterin abstützen und komme zum Schluss, dass es sich um Phasen von wechselnden depressiven Zustandsbildern mit einer Dauer von circ
a drei bis sechs Monaten gehandelt habe
, die dann wieder von besseren Zeiten abgelöst worden seien. Offenbar habe man den Beschwerdeführer in einer solchen Phase untersucht. Damit könne kein genaues Datum einer Änderung des Gesundheitszustandes festgehalten werden (
Urk.
7/77/28 f.).
In einem weiteren Bericht vom
8.
März 2014
hielt
Dr.
C._
neu auch
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittlere Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 33.11)
als Diagnose
fest. Wegen der Vermin
derung der Konzentration, des psychischen und physischen Energieniveaus und
der Denkfähigkeit sei
der Beschwerdeführer
zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 7/95).
4.
4.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom 20. Oktober 2005 wurde bereits im Rahmen einer von Amtes wegen durchgeführten Revision überprüft. Diese wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom 26. Januar 2007 abgeschlossen, gemäss welcher keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse fest
gestellt und dem Beschwerdeführer weiterhin die bisherige Invalidenrente aus
gerichtet wurden (Urk. 7/59; vgl.
Art.
74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invali
denversicherung; IVV). Eine solche Mitteilung ist in Bezug auf den
Vergleichs
zeitpunkt
einer rechtskräftigen Verfügung gleichgestellt (vgl. das Urteil 9C_882/2010 vom 2
5.
Januar 2011 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Sie gilt
somit
als
zeitlicher Ausgangspunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung
, wenn sie auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli
chen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung) beruht
(BGE 133 V 108 E. 5.4)
. Dies trifft vorliegend zu (vgl.
Urk.
7/55 bis 7/58
).
Es wurde zu Recht
nicht geltend gemacht, dass
aufgrund des
Gutachten
s
des
Z._
vom
5.
Juni 2012 (Urk. 7/77) von einer Verbesserung des Gesundheitszu
stands
ausgegangen werden müsse
,
zumal
im
W
esentlichen
seit 2003
unverän
derte Befunde erhoben
worden waren
(
Urk. 7/77/26; vgl. auch das
Feststel
lungsblatt
für den Beschluss vom 1
3.
März 2014,
Urk.
7/96/3
).
Ebenso wenig ist sonst eine revisionsrechtlich zu beachtende Änderung ersichtlich.
Eine Aufhe
bung oder Herabsetzung der Invalidenrente gestützt auf
Art.
17 ATSG
fällt somit ausser Betracht.
4.2
Es bleibt zu prüfen,
ob die Voraussetzungen für
eine wiedererwägungsweise Rentenaufhebung
gegeben sind
.
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraus
setzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher
An
spruchsvoraussetzungen
(Invaliditätsbemessung,
Arbeitsunfähigkeits
schätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungs
zusprechung
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrich
tigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (
vgl. anstatt vieler das Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2015 vom 10. Juni 2015 E. 2 mit zahlreichen Hin
weisen
).
Weder wurde etwas vorgebracht noch ist etwas ersichtlich, weswegen die schriftli
che Mitteilung vom 26. Januar 2007 als offensichtlich unrichtig zu qua
lifizieren wäre.
Die Beschwerdegegnerin beruft sich einzig auf die
zweifelhafte Unrichtigkeit der rentenzusprechenden Verfügung vom 20. Oktober 2005, wel
che auf
dem Gutachten von
Dr.
Y._
und damit nicht auf
einer
rechtskon
formen
Sachverhaltsabklärung basiere
(vgl.
Urk.
2)
.
Das fragliche Gutachten vom
8.
Juni 2005
beruht
auf der fachärztlichen psychi
atrischen Untersuchung vom 1
9.
Mai 2005 und wurde in Kenntnis der medizi
nischen
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/35/2). Aus den betreffenden Unterlagen geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer seit 1984 immer wieder
wegen depressi
ver Störungen
in psychiatrische Behandlung
be
geben hatte
(vgl. Urk.
7/7/5, 7/7/6
, 7/13
und 7/14/2).
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie,
behandelte
den Beschwerdeführer ab 2002
(Urk.
7/14/2). I
n seinem Bericht vom
3.
August 2004
erwähnte er unter anderem, dass der Beschwerdeführer seit drei Jahren ohne finanzielle Probleme eine selbständige Erwerbstätigkeit aus
übe. D
as zweite Kind, die 1997 geborene Tochter (
Urk.
7/3/2),
sei
wegen
einer
Entwicklungsstörung (Herzerkrankung und gestörte Gangentwicklung) in einer Sonderschule untergebracht (
Urk.
7/14/2)
.
Dr.
D._
diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reakti
o
n bei einfach strukturierter Persönlichkeit, differentialdia
g
nostisch eine rezidivierende depressive Störung mit
Somatisierungstendenz
(
Urk.
7/14/1).
Ätiopathogenetisch
stehe eine
inner
psychische
Überforderung durch psychosoziale Belastungsfaktoren bei behin
der
tem Kind, migrationstypischen Problemen, kö
r
per
l
ich harter Arbeit, Selb
ständigkeit und einfacher Persönlichkeitsstruktur im Vordergrund. Unter Aussch
l
uss invaliditätsfremder Faktoren sei von einer 50- bis 60%igen Arbeits
un
fähigkeit auszugehen (Urk.
7/14/3).
Die
weiteren vorhandenen medizinischen Berichte
enthielten demgegenüber
keine Hinweise auf psychosoziale
oder soziokulturelle
Belastungsfaktoren (vgl.
Urk.
7/7 und 7/13)
.
Dr.
Y._
erhob
am 1
9.
Mai 2005
anamnestisch, dass der Beschwerdeführer über einen Migrationshintergrund verfügt
und dass die 1997 geborene Tochter behindert ist, weder schreiben noch lesen kann, und sich in einer Sonderschule befindet (
Urk.
7/35/2).
Zum Psychostatus
des Beschwerdeführers
vermerkte er unter anderem, dass
dieser
in der Begegnung sehr antriebsarm und verlangsamt wirke. Auffällig seien ein blasses Hautkolorit, eine
rarifizierte
Mimik und Gestik, der Explorand starre immer wieder ins Leere, die rechte Hand imponiere durch einen Fingertremor. Auffassung, Konzentration und Merkfähigkeit seien leicht eingeschränkt. Im formalen Denken wirke
er
verlangsamt und eingeengt, inhaltlich seien keine Denkstörungen nachweisbar. Im affektiven Bereich wirke er sehr affektarm, ohne Glanz und Ausstrahlung, wenig schwingungsfähig, zum Teil wie verstei
nert, rat- und hoffnungslos, spü
rbar sei
en
eine erhebliche Selbstwertproblematik
,
Schuldgefühle,
Insuffizienzgefühle, Wertlosigkeit und
eine
ausgeprägte depressive Gr
undsymptomatik, ängstlich-angesp
annt impo
nierend. I
m
Antrieb wirke er deutlich reduziert, in der Psyc
h
omotorik hingegen unruhig und gespannt
(
Urk.
7/35/5)
.
Es
imponierten eine ausgeprägte depressive Symptomatik mit Antriebslosigkeit, Interessensverlust, Schlafstörungen,
Grü
bel
zwang
, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit,
ein
vermindertes
Selbst
wertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle, Freudlosigkeit, Perspek
tivlo
sigkeit und
Libidoverlust
.
Dr.
Y._
diagnostizierte
darauf
eine mittel
gradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), weswegen der Beschwerdeführer seit Juni 2003 für sämtliche Tätigkei
ten arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/35/6).
Unter den geschilderten Umständen ist
Dr.
Y._
nicht vorzuwerfen, er
habe
im Wesentlichen nur Befunde erhoben, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen. Vielmehr hat er –
wie zum Teil auch
Dr.
D._
– fach
ärztlich ein medizinisches Substrat schlüssig festgestellt, das die Arbeitsfähig
keit beeinträchtigt. Psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren traten im Fall des Beschwerdeführers, wie er sich damals aufgrund der Aktenlage und den Angaben anlässlich der Begutachtung präsentierte, nicht in den Vordergrund. Insofern
drängten sich trotz der gestellten Zusatzfrage (vgl. Urk. 7/32) keine entsprechenden gutachterlichen Erörterungen
mit eingehender Diskussion der Auswirkungen der (nicht bzw. wenig ausgeprägt vorhandenen) psychosozialen und soziokulturellen Faktoren
auf die Arbeitsfähigkeit
auf.
Jedenfalls erscheint es nicht als offensichtlich unrichtig, dass die Beschwerdegegnerin damals auf das Gutachten von
Dr.
Y._
abgestellt und dem Beschwerdeführer
,
ausge
hend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
für sämtliche Tätig
keiten, eine ganze Invalide
nrente zugesprochen hat.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder die schriftliche Mitteilung vom 2
6.
Januar 2007 noch die Verfügung vom
20. Oktober 2005
offensichtlich unrichtig
waren
.
Unter diesen Umständen braucht die vom Bundesgericht bisher offen gelassene Frage,
ob eine
Mitteilung
im Sinne von
Art.
74
ter
lit
. f IVV
wegen zweifelloser Unrichtigkeit in Wiedererwägung gezogen
werden kann
, oder ob lediglich ein Zurückkommen auf die ursprüngliche Rentenverfügung zulässig ist
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_647/2011 vom
4.
Januar 2012 E. 4.2 und
9C_503/2012 vom 1
2.
November 2012 E. 4.1)
, nicht beantwor
tet zu werden
.
Ebenso
ist nicht weiter zu klären
ob bei einer Wiedererwägung der schriftlichen Mitteilung vom 2
6.
Januar 2007 der Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung vom 2
0.
Oktober 2005 in allen Teilen neu zu beurteilen wäre, ohne dass zunächst geprüft werden müsste, ob auch bezüglich der ursprünglichen Verfügung vom 2
0.
Oktober 2005 ein
Rückkommenstitel
gegeben
ist
(vgl. BGE
140 V 514 E. 5.2).
Mangels einer offensichtlichen Unrichtigkeit sind die Voraussetzungen für die
wiedererwä
gungsweise
Rentenaufhebung
ohnehin nicht erfüllt.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhäng
ig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf Fr. 6
00.--
fest
zusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
5
.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf
den Ersatz der
Partei
kosten
(§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§ 34 Abs.
3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädi
gung
von Fr.
1
‘
9
00.-- (inklusive
Bar
auslagen
und 8 % Mehrwertsteuer) als an
gemessen.