Decision ID: 3abe8f90-6da8-40e8-8985-8a0a6cc56945
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1956 geborene
X._
erlitt am 27. März 2010 in einem von ihrem Ehe
mann gelenkten Personenfahrzeug einen Auffahrunfall, als dieser hinter einer Fahrzeuglenkerin, die nach links abbiegen wollte, anhielt, worauf der nachfol
gende Personenwagen (PW) mit dem Heck ihres Fahrzeugs kollidierte. Darauf
hin wurde das Auto der Versicherten in den davor stehenden PW geschoben (
Urk.
10/18
/13
9
). Sie zog sich dabei eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS; Québ
e
c Task Force-Klassifikation Grad II) zu (Urk. 10/18/167).
In der Folge er
brachte die
zuständige Unfallversicher
ung
Taggelder und kam für die
Heilbe
handlung auf.
1.2
Am 15. September 2010 meldete sich die Versicherte
bei der Sozialversiche
-
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
10/1). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle
nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
10/17) die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
10/18, 10/34 und 10/39) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
10/16) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 10/19-20).
Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2011 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbe
gehrens (berufliche Massnahmen und Rente) in Aussicht (
Urk.
10/27). Nachdem
X._
dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
10/28),
holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (
Urk.
10/40-41) und
liess die Versicherte im
D
ezember 2011 von den Ärzten des
Begutachtungsinstitut
es Y._
poly
disziplinär untersuchen (
vgl.
Expertise
vom 31. Januar 2012 [Urk. 10/51/2-24]).
Die Dres. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
A._
, Facharzt FMH für Neurologie, nahmen am 2. März (
Urk.
10/66) und 11. April 2012 (
Urk.
10/67) Stellung zu
m
Gutachten
des Institutes Y._
. Zu den in den Stel
lungnahmen aufgeworfenen
Punkten äusserten sich die MEDAS
-
Gutachte
r
am
26. Juni 2012 (
Urk.
10/72), worauf
die Dres.
Z._
und
A._
mit
Berich
ten vom 2
2.
August (
Urk.
10/81/1) und 27.
September 2012 (
Urk.
10/81/5-6)
er
neut Einwände geltend machten
.
Mit Verfügung vom 16. November 2012 hielt die IV-Stelle –
insbesondere gestützt auf die
Expertise
des Institutes Y._
– an ihrer im Vor
bescheid angekündigten Leistungsablehnung fest (
Urk.
10/87 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. Januar 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr
ab
1. März 2011
eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit
in Rechtskraft erwachsener
Ge
richtsverfügung vom 30. März 2013 wurde das Gesuch um Gewährung der un
entgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung abgewiesen (
Urk.
13). In der Folge verzichtete die Beschwerdeführerin auf ergänzende Ausführungen (Mitteilung vom 7. Mai 2012 [
Urk.
15]), was der Beschwerdeführerin
am
14. Mai 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
16).
3.
Die Unfallversicherung stellte ihre bislang ausgerichteten Leistungen per 31. Mai 2012 ein. Die dagegen am 8. Mai 2013 erhobene Beschwerde wurde mit heutigem Urteil des hiesigen Gerichts abgewiesen (Prozess-Nr. UV.2013.00120).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
28
. Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung – unter Hinweis auf das
Gutachten des Institutes Y._
vom 31. Januar 2012 (Urk. 10/51/2-24) – damit,
aus medizinischer Sicht sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer körperlich leichten, behinderungsangepassten Arbeit uneingeschränkt zumutbar.
An dieser
Beurteilung
würden die neu aufgelegten Berichte der Dres.
Z._
und
A._
nich
ts ändern.
Mit
einer
adaptierten
Täti
gkeit könnte die Versicherte
ein Invalideneinkommen von Fr. 53‘787.85 erzielen. Bei der Ermittlung des Vali
deneinkommens rechtfertige es sich, auf den 2007 beim langjährigen Arbeitge
ber erzielten Lohn gemäss IK-Auszug abzustellen.
Denn die Beschwerdeführerin
sei vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2010 arbeitslos gewesen und habe zuvor nur während zwei Monaten eine Arbeitsstelle in einem Labor inne gehabt.
Bei einem – an die Nominallohnentwicklung angepassten – Validenein
kommen von Fr. 57‘965.85 resultiere ein Invaliditätsgrad von 7
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme einer bis Ende Oktober 2010 erreichten uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit stehe im Wi
derspruch zu den echtzeitlichen ärztlichen Feststellungen. Auch die
Gutachter des Institutes Y._
würden nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ab Ende Oktober 2010 bestätigen.
Ausserdem stelle die über Jahrzehnte ausgeübte Arbeit als Industrie-Laborantin eine kör
perlich mittelschwere Tätigkeit dar,
für
die
die
Experten des
Institutes Y._
keine zumut
bare Arbeitsfähigkeit mehr attestieren würden. Gestützt auf die Abklärungen und Beurteilungen der Dres.
Z._
und
A._
sei erstellt, dass sie in ihrer jetzt ausgeübten Arbeit als Hauswartin mit einem Pensum von 50
%
optimal eingegliedert und ihr eine Tätigkeit mit einem Vollpensum nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
1 S. 10 ff.).
3.
3.1
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag durch
Dr.
med.
B._
, Assistenzarzt Chirurgie am Spital
C._
, statt. Er diagnostizierte eine HWS-Distorsion (QTF-Klassifikation Grad II
;
Urk.
10/167
). Die
gleichentags erstellte
Computer
tomographie
(CT)
des Schädels und der HWS
zeigte nebst einem altersentspre
chenden Neuroc
ra
nium leichte degenerative Veränderungen der HWS ohne Nachweis einer Fraktur (
Urk.
10/39/52).
3
.2
Nachdem er die Beschwerdeführerin am 30. März, 7. und 21. April 2010 unter
sucht hatte, führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, am
4. Mai 2010 aus, die Versicherte klage über eine Dysästhesie der Finger links, Kopfschmerzen und Schlafstörungen mit Tagesmüdigkeit. Sie gebe auch Schmerzen im Bereich der HWS und des Rückens an. In der klinischen Untersu
chung habe er keine neurologischen Ausfälle objektivieren können
. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit
(Urk.
10
/18
/166
).
3
.3
Dr.
med.
E._
,
Allgemeine Medizin
, diagnostizierte am 5. Juni 2010 eine HWS-Distorsion,
eine Zephalea,
ein cervicobrachiales Syndrom und eine post
traumatische Belastungssymptomatik. Die Beschwerdeführerin leide seit dem Unfallereignis unter Kopf-, Nacken
-
und linksseitigen Armschmerzen. Zwi
schenzeitlich seien zusätzlich Augen- und Oh
rbeschwerden aufgetreten (
Urk.
10
/1
8/157
).
3
.4
Das im Spital
F._
erstellte MRI der Halswirbelsäule vom 16. Juni 2010 zeigte nebst einer Fehlhaltung der HWS eine deutliche Diskopathie mit Unkarthrosen auf den Etagen der Halswirb
elkörper (HWK) 5/6 und HWK 6/7 und beidseitiger Komprimierung der
linksseitige
n
C6- und
C7-Wurzel
n
. Es be
stehe
– so
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Radiologie –
eine wenig ausge
prägte Kompression auf der Etage HWK 3/4 mit linksseitiger Komprimierung der C4-Wurzel. Eine ähnliche Kompression sei auch bei der Wurzel C5 rechts
seitig ersichtlich. Myelopathiezeichen seien keine beobachtbar (Bericht vom
17. Juni 2010
[
Urk.
10/18/129
]
).
3
.5
Gestützt auf das ambulante Assessment vom 1
2.
Juli 2010 stellte
n
die Ärzte der Rehaklinik
H._
am 20. Juli 2010 (
Urk.
10/9/2-8
) folgende Diagnosen (S. 1):
HWS-Distorsion QTF II
Cervicovertebrales Syndrom
Anpassungsstörung mit einer leichten depressiven Reaktion und Angst (ICD-10 F43.1)
Sie berichteten, während des ärztlichen Anamnesegesprächs habe die Beschwer
deführerin einen psychisch stark alterierten Eindruck gemacht. Bei gewissen Schilderungen habe sie unvermittelt zu weinen angefangen. Es sei zudem eine erhebliche Symptomausweitung beobachtbar gewesen. Diese könnte Folge einer psychischen Störung mit Krankheitswert sein. Sie gingen davon aus, dass eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbar
keit bei guter Kooperation und Leistungsbereitschaft mit einer optimalen Thera
pie zu erreichen sei. Die Erfolgschancen seien aber aufgrund der erwähnten Schwierigkeiten eher fraglich. Sie empfahlen deshalb nebst einer stationären Rehabilitation eine psychosomatische Evaluation bei der ebenfalls an der Rehaklinik
H._
tätigen
Dr.
med.
I._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (S. 2 f.).
3
.6
Das psychosomatische Konsilium vom 21. Juli 2010 ergab eine Anpassungsstö
rung mit leichter depressiver Reaktion und Angst gemischt (ICD-10 F43.22)
ohne
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Bericht
Dr.
I._
vom 27. Juli 2010 [
Urk.
10/18/114-116
]).
3
.7
Die an der Klinik
J._
,
Zentrum für Neurologie
, tätigen Ärzte
nannten am 27. Juli 2010 (
Urk.
10/18/95-97
) folgende Diagnose (S. 1):
Chronisches cervicocephales und –brachiales Schmerzsyndrom
links
mit/bei
Status nach HWS-Distorsion nach Auffahrunfall am 27. März 2010
d
epressiver Entwicklung und möglicher Symptomausweitung (Tinni
tus, Sehstörung)
Sie führten aus, elektrophysiologisch würden sich keine Hinweise auf eine Affek
tion der unteren cervicalen Wurzeln linksseitig, eine Plexusaffektion oder ein Karpaltunnelsyndrom links finden lassen. Wie beim Ehemann der Be
schwerdeführerin scheine die Symptomatik trotz ambulanter Therapie progre
dient und sich ausweiten
d
, weshalb sie eine gemeinsame Neurorehabilitation der Eheleute empfehlen würden (S. 3).
Die Diagnose bestätigten sie anlässlich ihrer Untersuchung vom 25. August 2010 im gleichentags verfassten Bericht (
Urk.
10/18/103-104).
3
.8
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Ohren-Nasen-Halskrankheiten, äusserte am 6. August 2010 den Verdacht auf cervicogene Ohrsymptome bei multiplen Diskopathien cervical. Er führte aus, bei deutlich subjektivem Leidensdruck und röntgenologisch multipel sichtbare
n
Läsionen im Bereich der HWS beurteile er die beklagten Ohrenbeschwerden bei unauffälligen Verhältnissen als cervicogen
.
Eine mögliche Contusio labyrinthi könne er nicht sicher ausschliessen (Ur
k.
10/19/17).
3.9
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Ophthalmologie, diagnostizierte am 18. August 2010 eine dekompensierte Hyperopie mit Konvergenzschwäche nach HWS-Distorsionstrauma. Er berichtete, die intermittierenden Sehstörungen seien auf die dekompensierte Hyperopie und Presbyopie zurückzuführen. In dieser Situation sei das Tragen einer Gleitsichtbrille indiziert (
Urk.
10/19/18-19).
3
.10
Nach dem stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Rehaklinik
H._
vom 29. September bis 28. Oktober 2010 stellten die Ärzte im Aus
trittsbericht
vom 3. November 2010 (
Urk.
10/18/4-10
) folgende Diagnosen (S. 1)
Unfall vom 27. März 2010: Heckkollision als Beifahrerin
HWS-Distorsion QTF II
Röntgen und CT Schädel / HWS: keine pathologischen Befunde
16. Juni 2010 MRI HWS: Fehlhaltung der HWS. Deutliche Diskopa
thie mit Unkarthrosen auf Etage C5/6/7 mit Kompression der C6- und C7-Wurzel beidseits. Wenig ausgep
rägte Kompression der Wurzeln C
3/4 (betont C4 links und C5 re
chts). Keine Myelopathie
zeichen
Cervicovertebrales Syndrom
Anpassungsstörung mit einer leichten depressiven
Reaktion und Angst (ICD-10 F43.1
)
Sie führten aus, gesamthaft betrachtet seien die aktuell beklagten Beschwerden aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde in diesem Umfang nur un
genügend zu erklären. Die vorliegenden degenerativen Veränderungen an der HWS könnten allenfalls gewisse Restbeschwerden erklären. Das gesamte Be
schwerdebild werde durch eine erhebliche Symptomausweitung überlagert be
ziehungsweise akzentuiert. Die festgestellte Symptomausweitung könne durch die diagnostizierte Anpassungsstörung mitbedingt sein.
Die Versicherte habe während der Rehabilitation einen nicht adäquaten Umgang mit Schmerzen ge
zeigt. Sie sei nur eingeschränkt bereit gewesen, ein gewisses Mass an Schmer
zen zu tolerieren und sich bis an die beobachtbare funktionelle Leistungsgrenze belasten zu lassen.
Es sei zu hoffen, dass es mit Hilfe der vorgeschlagenen psy
chosomatischen Behandlung bald gelinge, die Beschwerdeführerin an ein nor
males Alltagsleben heranzuführen
. Physiotherapeutische Massnahmen seien nicht indiziert, da weder eine physiotherapeutische Schmerzbehandlung noch die medikamentöse Analgesie die Beschwerden der Versicherten positiv beein
fluss
t hätten
(S.
3). Im Vorfeld der stationären Rehabilitation habe zudem kli
nisch und elektrophysiologisch eine Läsion des zentralen oder peripheren Ner
vensystems aus
geschlossen werden können
.
Eine körperlich mittelschwere Tä
tigkeit – was auch die Arbeit als Labormitarbeiterin umschliesse – sei vollzeit
lich zumutbar. Eine psychische Störung, die eine arbeitsrelevante Leistungsmin
derung begründen könne, liege hingegen nicht vor (S. 2).
3.1
1
Dr.
E._
stellte am 28. November 2010 nachstehende Diagnosen (Urk. 10/19/1-4 S. 1):
HWS-Distorsion QTF II / Heckkollision als Beifahrerin
Fehlhaltung der HWS, deutliche Diskopathie mit Unkarthrose auf Etage C5/6
/7
mit Kompression der C6- und C7-Wurzel beidseits
wenig ausgeprägte Kompression der Wurzel C3/4
-betont, C4 links, C5
rechts
Cervicovertebrales Syndrom
Anpassungsstörung
Leichte depressive Reaktion und Angst (ICD-10 F43.1)
Schlafstörung, schmerzbedingt
Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen
Verdacht auf Contusio labyrinthi
Verdacht auf cervicogene Ohrsymptome
Für die bisherige Tätigkeit als Laborantin attestierte sie eine seit 27. März 2010 bes
t
ehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.12
Die a
n der
Klinik J._
, Zentrum für Neurologie,
tätigen Ärzte
bestätigten
am 2. Dezember 2010 die in den
Berichten vom 27. Juli und 25.
August 2010 genannte Diagnose.
Sie führten aus, ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei von ihnen
nicht ausgestellt worden (Urk.
10/20/1-2).
3
.1
3
Nachdem die Ärzte der Rehaklinik
H._
die Einleitung einer psychiatrischen Beh
andlung empfohlen hatten (
Urk.
10
/
18/4-10 S.
3
), berichtete
Dr.
Z._
, Oberärztin der
M._ AG in N._,
am 3. März 2011 von keiner grossen Veränderung des psychischen Zustandbilds. Im Vordergrund stehe di
e depressive Symptomatik (
Urk.
10
/
34/2
).
3.1
4
Die Ärzte der
Klinik J._
,
Zentrum für
obere Extremitäten,
nannten am 25. März 2011 (
Urk.
10/
51/25-26
) nachstehende Diagnosen:
Aktivierte AC-Gelenksarthrose rechts mit
subacromialem Impingement
Bursitis subacromialis
Tendinopathie der Supraspinatussehne
Verdacht auf lange Bizepssehnentendinopathie
Als Nebendiagnosen erwähnten sie ein chronisches myofasziales Cervicalsyn
drom bei Status nach HWS-Distorsion bei Auffahrunfall vom 27. März 2010 und eine Anpassungsstörung mit einer leichten depressiven Reaktion und Angst.
3
.15
Dr.
med.
O._
, Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte am 8. April 2011 ein posttraumatisches cervicocephales Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleunigungstrauma der HWS am 27. März 2010. Als relevante Befunde er
hob er eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der HWS mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur. Bei normalen neurologischen Befunden seien Verletzungen am Nervensystem nicht anzuneh
men. Das Beschwerdebild sei daher ausschlie
sslich weichteilbedingt. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sei frühestens ab 1. Februar 2011 zu realisieren (
Urk.
10/39/24-26
).
3
.1
6
Die Ärzte der
Klinik J._
, Zentrum für Neurologie,
diagnostizierten am 15. April 2011 ein chronisches myofasziales Cervicalsyndrom bei normalem neurologischem Untersuchungsbefund und Status nach HWS-Distorsion nach Auffah
runfall am 27. März 2010.
Angesichts
der Schmerzhaftigkeit, der Bewe
gungseinschränkung und des psychischen Zustandsbildes attestierten sie eine etwa 50%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10
/
39/20-21
).
3
.1
7
Med. pract.
P._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der
Unfallversicherung
, bestätigte am 5. Mai 2011 die Diagnose einer Anpassungsstörung. Er führte aus, der Unfall habe sich zu einem Zeitpunkt ereignet, in welchem die Beschwerdeführerin zwar psychisch stabil
gewesen sei
, ihre bis anhin vertrauten Ressourcen
hätten
mög
licherweise jedoch kaum zum Wiedergewinn eines Ausgleichs beitragen k
önnen
. Des Weiteren
sei
ein regressives Verhalten
beobachtbar
, das die Selbstlimitie
rung, Symptomausweitung, fehlende Selbstmotivation und Verknüpfung mit dem Schicksal beziehungsweise der Behandlung des Ehemannes erklären lasse
. Das aktuelle psychische Zustandsbild der Beschwerdeführerin führe
– im Ver
gleich zur aktuell stattfinden Therapie –
zur Indikation einer intensiveren psy
chiatrisch-p
sychotherapeutischen Behandlung. Im Sinne einer wohlwollenden und behutsamen Ressourcenaktivierung sei bis zur Gestaltung einer Arbeitstä
tigkeit in der freien Wirtschaft die Anbindung der Versicherten
an ein
Arbeits
training oder gegebenenfalls
an einen
geschützten Arbeitsplatz respektive
ein tagesklinisches P
rogramm zu empfehlen (
Urk.
10/39/14-18 S. 4 f.
).
3.1
8
Dr.
E._
berichtete am 16. Mai 2011 (
Urk.
10/39/2-3), die Beschwerdeführe
rin bemühe sich, eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 50 % zu finden.
3.19
Dr.
Z._
stellte am 23. Mai 2011 (
Urk.
10/40/2-5) folgende Diagnosen (S. 1):
Angst und depressive Reaktion gemischt
,
aufgetreten als Folge der Belas
tungssituation nach einem Unfall (ICD-10 F43.22)
Aktivierte AC-Gelenksarthrose rechts mit subarachnoidalem Impinge
ment, Bursitis subacromialis
Tendinopathie der Supraspinatussehne
Verdacht auf lange Bizepssehnen
t
endinopathie
Chronisches myofasziales Cervicalsyndrom bei Status nach HWS-Distor
sion bei Auffahrunfall vom 27. März 2010
In der bisherigen Tätigkeit bescheinigte sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Als Beispiel für eine behinderungsangepasste Arbeit nannte sie die Tätigkeit als Hauswartin mit einem Pensum von 50
%
(S. 2).
3
.20
Gestützt auf die Ergebn
isse der am 20. Dezember 2011 im
Institut Y._
durchgeführten internistischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchungen (Expertise vom 31
.
Januar
2011 [
Urk.
10/51/2-24
]
) stellten die Gutachter folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21):
Chronisches cervicocephales und
-
brachiales Schmerzsyndrom ohne radi
kuläre Symptomatik (ICD-10 M53.0/M53.1)
mässiggradige degenerative Veränderungen der unteren Halswirbel
säule, akzentuiert in den Segmenten HWK 5/6 und HWK 6/7, MR-to
mographisch mit Kompromittierung der Nervenwurzel C6 links und C7 rechts mehr wie links, bislang jedoch ohne klinisches oder elektro
physiologisches Korrelat (ICD-10 M50.2)
leichtgradiges subakromiales Impingement, AC-Gelenksarthrose und Verdacht auf Tendinopathie der langen Bizepssehne Schulter rechts, klinisch und bildgebend ohne Hinweise auf eine relevante Läsion der Rotatorenmanschette (ICD-10 M75.4 / M75.2 / M19.11)
teilweise nicht ganz adäquat wirkendes Schmerzverhalten und Symp
tomausweitung
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie nachfolgende Diagno
sen (S. 21):
Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Übergewicht mit BMI von 27 kg/m
2
(ICD-10 E66.9)
Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)
Die internistische Untersuchung habe – so
Dr.
med.
Q._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin – das Bild einer 55-jährigen, übergewichtigen Versi
cherten in unauffälligem Allgemeinzustand ergeben (S. 9 f.).
Aus internistischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 22).
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
med.
R._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, kann entnommen werden, dass die Beschwer
deführerin seit dem Unfallereignis einen leichten sozialen Rückzug zeig
t
e. Gele
gentlich beklage sie einen „Lebensverleider“, distanziere sich aber von Sui
zidgedanken und Suizidimpulsen. Bei der klinischen Untersuchung sei die Stimmung herabgesetzt und leicht depressiv gewesen. Die Versicherte sei seit August 2008 arbeitslos, es bestünden zunehmend wirtschaftliche Schwierigkei
ten und bis Mitte 2011 habe sie k
eine Arbeitsstelle gefunden. Sie
leide
s
eit dem Unfall
zudem
unter körperlichen Beschwerden. Dies habe zur depressiven Ent
wicklung beigetragen; die depressive Störung sei leichtgradig ausgeprägt. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, sich weitgehend
selbständig
um den Haus
halt zu kümmern.
Seit Sommer 2011 arbeite sie zudem zu 50
%
als Hauswartin.
Es sei ihr im August 2011 auch möglich gewesen, nach dem Tod ihres Bruders nach Serbien zu fahren. Nebst einer leichten depressiven Episode könnten daher keine weiteren psychiatrischen Diagnosen gestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 12 f.).
Dr.
med.
S._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, berichtete in sei
nem orthopädischen Fachgutachten, Zeh
e
n-, Fersen- und Rückwärtsgang seien unauffällig möglich
gewesen
. Die Beschwerdeführerin
könne
auch während mehrerer Schritte im Kauergang gehen, was als Zeichen einer noch gut erhalte
nen Belastbarkeit der unteren Körperhälfte angesehen werden dürfe. Bei der Untersuchung des Rumpfes zeige sich eine gewisse Selbstlimitation, indem sich der initial gemessene Finger-Boden-Abstand von 21 cm später im Langsitz auf etwa 0 cm relativiere. Die Bewegungen der Explorandin würden auch in den übrigen Ebenen sehr zögerlich wirken,
obwohl anamnestisch über keine Ein
schränkungen im thorakolumbalen Bereich berichtet w
ürden
.
Die ausgiebige Palpation des Rückens habe keine Hinweise auf strukturelle Alterationen bei eher schwach entwickelter paravertebraler Muskulatur ergeben. Bei der Prüfung der Kopfbeweglichkeit zeige sich eine sehr ausgeprägte Selbstlimitation. So habe die Beschwerdeführerin nach Aufforderung die Rotation in beide Richtun
gen auf ein Minimum reduziert, bei gleichzeitiger Ablenkung seien hingegen vollkommen freie Drehbewegungen des Kopfes ohne Schmerzäusserungen mög
lich gewesen. Auch die ausgiebige Palpation der Nackenmuskulatur gelinge im Liegen – wiederum bei gleichzeitiger Ablenkung – ohne Hinweise auf irgend
welche Verhärtungen (S. 17).
Der Gutachter führte weiter aus,
an den oberen Extremitäten seien die Bewegun
gen beider Arme im Überkopfbereich bei der fokussierten Untersu
chung verlangsamt, was etwas mit den Spontanbewegungen beim An- und Ausziehen kontrastiere. Bei der klinischen Untersuchung würden sich Hinweise auf ein leichtgradiges subakromiales Impingement der rechten Schulter und al
lenfalls eine leichtgradige Tendinopathie der langen Bizepssehne ergeben. Die Beschwerdeführerin vermöge jedoch nie vollständig zu entspannen, weshalb die Beurteilbarkeit etwas eingeschränkt sei. In Anbetracht der wiederholt sichtbaren Spontanbewegungen handle es sich jedoch nicht um eine ausgeprägte Sympto
matik und es würden sich klinisch auch kein
e Hinweise auf eine funktionell
re
levante Läsion der Rotatorenmanschette ergeben.
Die peripheren Gelenke seien frei und bei guter Kraftentfaltung ohne erkennbare Schmerzäusserungen be
weglich (S. 17 f.)
E
ine kursorische neurologische Untersuchung
habe
– so
Dr.
S._
weiter –
keine Hinweise für
das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems
ergeben
. Insbesondere könne eine spinale Kompressionsproble
matik und die Läsion eines grösseren peripheren Nervs klinisch weitgehend ausgeschlossen werden. Eine MR-Tomographie der HWS zeige deutlich dege
nerative Veränderungen vor allem im unteren Abschnitt. Bildgebend entstehe der Eindruck einer Neurokompression der Nervenwurzeln C6 links und C7 rechts mehr wie links. Klinische Korrelate würden sich – in Übereinstimmung mit früheren fachärztlich-neurologischen Abklärungen – dafür aber keine fin
den lassen (S. 18).
Dr.
S._
führte zusammenfassend aus, die von der Beschwerdeführerin angege
ben
en
Beschwerden hätten sich anlässlich der klinischen Untersuchung nur sehr eingeschränkt objektivieren lassen. Auffallend sei eine deutliche Selbstlimitation, die sich insbesondere bei Bewegungen des Kopfes manifestiere. Durch die objektivierbaren strukturellen Alterationen an der HWS und in deut
lich geringerem Ausmass an der rechten Schulter sei zwar plausibel, dass eine etwas verminderte Belastbarkeit vorliege.
Für eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit ohne repetitive Bewegungen der Arme oberhalb der Hori
zontalen
mit
einer Hebe- und Traglimite von
zehn
Kilogramm bestehe eine zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 18).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Spezialärzte zusammenfas
send aus, körperlich mittelschwere und schwere Arbeiten seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte, adaptierte Tä
tigkeiten – worunter
voraussichtlich
auch die bisher ausgeübte Arbeit im Labor falle – bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 22).
3
.21
Im Anschluss an die Begutachtung im
Institut Y._
führte
Dr.
Z._
aus, im Vorder
grund des Zustandsbildes stehe eine depressive Symptomatik,
die zugenommen habe. Aktuell entspreche sie in der Intensität einer mittelgradigen Depression (ICD-10 F32.1). In Anbetracht der Schmerzhaftigkeit, der Bewegungseinschrän
kungen und insbesondere des psychischen Zustandsbildes bestehe eine Ein
schränkung in der Leistungsfähigkeit von 50
%
(Bericht vom 2. März 2012 [
Urk.
10/66]).
3
.22
Dr.
A._
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 11. April 2012 (Urk.
10/67
) einen Status nach HWS-Distorsion am 27. März 2010 mit Symptomenkomplex, vor allem Cervicocephalea und Cervicobrachialgien, und klinischer und radiolo
gischer starker Einschränkung der Beweglichkeit der HWS ohne neurologische Ausfälle. Die von ihm durchgeführte
Funktions-
CT-Untersuchung zeige rotato
rische Fehlstellungen, vor allem von C2, sowie erhebliche Segmentstörungen C1/2 und C3/4 bei ausgeprägter H
ypermobilität nach rechts (S. 11 f.
). Anlässlich seiner Untersuchung habe er – im Gegensatz zu den
Gutachtern des Institutes Y._
– keine Selbstlimitierung feststellen können (S. 10). In den früheren CT-Untersuchungen (
in der Neutralposition) – so
Dr.
A._
weiter – seien die rotatorischen Fehl
stellungen nicht vorhanden gewesen, weshalb sie sich im Verlauf der Chroni
fi
zierung entwickelt haben müss
t
en (S. 10). Die von ihm erhobenen Befunde würden eine verminderte Belastbarkeit, die bei Überschreitung zwangsläufig zu Exazerbationen führe, belegen (S. 11). Neurologische Ausfallerscheinungen würden keine bestehen. Hingegen könnten bei Belastungen und aufgrund der degenerativen Veränderungen der HWS mit Einengung der Foramina Reizer
scheinungen im Verlauf der Nerven, vor allem von C6, auftreten. I
n therapeuti
scher Hinsicht soll
e zur Stabilisierung der Situation und zur Verhinderung einer Verschlechterung die Myotonolyse im Vordergrund stehen. Im Anschluss daran könne ein langsamer Muskelaufbau mittels fachkundig begleiteter medizinischer Trainingstherapie durchgeführt werden
. Die Ausübung der angestammten Tätig
keit als Laborantin sei nicht mehr zumutbar
(S. 12).
3
.2
3
In ihrer Stellungnahme vom 26. Juni 2012
(
Urk.
10/72)
berichteten die Ex
perten
des Institutes Y._
, entgegen den Angaben der behandelnden Psychiaterin hätten bei der psychiatrischen Untersuchung keine Konzentrationsstörungen festgestellt wer
den können. Die Stimmung sei herabgesetzt und leichtgradig depressiv gewe
sen. Ein Lebensverleider oder Suizidgedanken seien verneint worden. Die Be
schwerdeführerin habe erwähnt, dass sie mit Unterbrüchen insgesamt sieben bis acht Stunden schlafe, weshalb von einer ausgeprägten Schlafstörung nicht ge
sprochen werden könne. Sie arbeite zu 50
%
als
Hauswartin, kümmere sich um ihren Haushalt und sei ihrem Mann, der einen Hirnschlag erlitten habe, behilf
lich. Die Beziehungen zu ihrem Ehemann und den beiden Söhnen schildere sie als gut. Der leichte soziale Rückzug wie auch die leichten depressiven Verstim
mungen würden die Diagnose einer leichten depressiven Störung begründen. Die von der
behandelnden
Psychiaterin geschilderte Antriebslosigkeit habe bei der klinischen Untersuchung nicht bestätigt werden können
. Ihre
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
umfasse
zudem auch somatische Einschränkungen
(S. 3).
In Bezug auf die Beurteilung von
Dr.
A._
führten die Gutachter aus, sämtli
che in
ihrer
Expertise
dokumentierten
Befunde seien bei der Untersuchung exakt in dieser Weise erhoben und später nach bestem Wissen u
nd Gewissen festgehalten worden. Dass bei Personen ohne fassbare übermässige strukturelle Alterationen an der HWS oder de
n
Kopfgelenken die Kopfbeweglichkeit zumeist innerhalb der Norm liege, erscheine einigermassen logisch und es sei in den meisten Fällen nur eine Frage der Geduld, um dies im Rahmen einer körperli
chen Untersuchung objektiv feststellen zu können. Es überzeuge wenig, wenn die erstmals im Funktions-CT von
Dr.
A._
festgestellten Rotationsasym
metrien in Neu
t
ralposition mit dem
chronischen Verlauf begründet wü
rden,
seien
diese doch im CT vom 29. März und im MRI vom 16. Juni 2010 nicht sichtbar
gewesen
. Eine konkrete Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit gebe
Dr.
A._
nur in Bezug auf die früher ausgeübte Tätigkeit als Labormitarbeite
rin ab (S. 4).
3
.2
4
Dr.
Z._
schilderte am 2
2.
August 2012 ein unverändertes Zustandsbild. Die Beschwerdeführerin leide weiterhin unter einer depressiven Symptomatik und sei zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
10/81/1).
3
.25
Das von
Dr.
A._
am 11. September 2012 erstellte LWS-CT ergab einen Nach
weis für eine intraforaminale Protrusion L4/5 links und L5/S1 rechts. Wurzelrei
zungen, vor allem L4 links, seien zudem anzunehmen. Im Neurostatus sei – wahrscheinlich schmerzbedingt – eine leichte Schwäche der Dorsalflexion des linken Fusses und des Hüftbeugers, jedoch ohne weitere radikuläre Zeichen, er
sichtlich (
Urk.
10/81/3-4).
3
.26
Der nämliche Arzt nahm am 27. September 2012 ein weiteres Mal Stellung zum
Gutachten des Institutes Y._
.
Er hielt an seiner Einschätzung, wonach sich die rotatorischen Fehlstellungen im HWS-Bereich im Verlaufe der Chronifizierung
mit diversen segmentalen muskulären Dysbalancen
entwickelt hätten, fest. Es sei
auch
das erste Mal
gewesen
, dass eine dynamische Untersuchung der HWS in Rotation durchgeführt worden sei
(
Urk.
10/81/5-6)
.
4
.
4
.1
Das auf
einlässlichen internistischen, orthopädischen und psychiatrischen
Untersu
chungen
beruhende, die Vorakten sowie die geklagten
Beschwerden berücksichtigende
Gutachten des Institutes Y._
entspricht den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6 hievor). Nach einleuchtender Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge gelangten die Experten zur begründeten Schlussfolgerung, dass
aus gesamtheitlicher Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit be
stehe.
Auch die von
Dr.
P._
am 5. Mai 2011 (
Urk.
10/39/14-18) abgege
bene Beurteilung lässt keinen anderen Schluss zu. Zwar empfahl der ge
nannte Arzt die Anbindung der Beschwerdeführerin an ein Arbeitstraining, ge
gebenenfalls einen geschützten Arbeitsplatz oder ein tagesklinisches Programm; gleichzeitig brachte er indes zum Ausdruck, dass eine berufliche Wiedereinglie
derung nach einer Anpassungsphase durchaus möglich ist. Die von ihm vorge
schlagene wohlwollende und behutsame Ressourcenaktivierung kann daher nur so verstanden werden, dass er auf die bei der Beschwerdeführerin offenbar ein
getretene Dekonditionierung Rücksicht nimmt und ihr eine gewisse Anpas
sungszeit zur Umsetzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ein
räumt. Dabei handelt es sich um einen invaliditätsfremden Faktor, welcher bei der Anspruchsbeurteilung nicht zu beachten ist. Eine fehlende Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit leuchtet im Übrigen auch vor dem Hinter
grund, dass Anpassungsstörungen (vgl.
Urk.
10/18/4-10 S. 1 und
Urk.
10/39/
14-18 S. 4) nach der Rechtsprechung nicht per se invalidisierend sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_4/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 2.2) ein. In Überein
-
stimmung damit attestierten
Dr.
I._
und die Ärzte der Rehaklinik
H._
aus psychischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/6 S. 3 und
Urk.
10/18/4-10 S. 2).
4
.2
Die im Nachgang zum MEDAS-Gutachten eingereichten Berichte vermögen keine Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens zu begründen. Dies gilt zu
nächst für die Stellungnahmen der behandelnden Psychiaterin
(
Urk.
10/66 und
Urk.
10/81/1)
.
Denn hinsichtlich der
– von den Gutachtern als leicht (Urk. 10/51/2-24 S. 21) und von
Dr.
Z._
als mittelschwer (
Urk.
10/66) qualifizierten – depressiven Episode ist festzuhalten, dass selbst mittelgradige depressive Episoden praxisgemäss regelmässig als keine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne ei
nes verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet werden, die es der be
troffenen Person verunmöglichten, die Folgen der bestehenden Schmerzproble
matik zu überwinden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom
13. April 2012 E. 3.2 mit Hinweis).
Es erübrigen sich daher weitere Ausführungen betreffend den tatsächlichen Schweregrad der fraglichen Störung.
Im Übrigen wird das Beschwerdebild von – grundsätzlich invaliditäts
-
fremden und daher auszuklammernden – psychosozialen Belastungsfaktoren geprägt.
Gegen eine erhebliche psychische Störung spricht ausserdem der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin lediglich einmal pro Monat einer Gesprächstherapie bei ih
rer Psychiaterin unterzieht (
Urk.
10/51/2-24 S. 10).
Soweit
Dr.
Z._
die von ihr attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit auch mit der Schmerzhaftigkeit und der B
ewegungseinschränkung begründet
, ist
zudem
festzuhalten, dass
sie über keinen Facharzttitel in
einer organischen Disziplin
verfügt.
Zum gleichen Ergebnis k
am
en die Ärzte der Rehaklinik
H._
gestützt auf die
anlässlich des
stationären Aufenthalt
s
der Beschwerdeführerin vom 29. Septem
ber bis 28. Oktober 2010
erhobenen
Be
funde
(vollständige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab Ende Oktober 2010, Urk. 10/18/
4-10 S. 2). Diese Einschätzung wird durch die
Gutachter des Institutes Y._
bestä
tigt (
Urk.
10/51/2-24 S. 22), was sich auch darin zeigt, dass ihrer Expertise keine zwischenzeitlich eingetretene gesundheitliche Verschlechterung entnom
men werden kann. Was die von den behandelnden Ärzten abgegebenen Beur
teilungen der Arbeitsfähigkeit betrifft, ist anzumerken, dass diese sich entweder nur auf die angestammte Tätigkeit beziehen oder nicht durch – ihre Fachrich
tung umfassende – Befunde einleuchtend untermauert wurden (vgl. hiezu auch E. 4.3 hernach).
In Bezug auf die
divergierenden medizinischen Beurteilungen ist überdies anzu
merken, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene me
dizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1 mit Hinweis). Daher und unter Beach
tung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu neh
men, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelan
gen. Anders verhält es sich nur, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststell
bare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der (psychiatrischen) Be
gutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 19. August 2008 E. 4.1 mit
Hinweis und 9C_24/2008 vom 27.
Mai 2008 E. 2.3.2 mit weite
ren Hinweisen). Solche Gesichtspunkte sind den medizinischen Unterlagen nicht zu entnehmen.
4
.3
Auch die Berichte von
Dr.
A._
tun der Beweiskraft der Beurteilung der MEDAS-Ärzte keinen Abbruch. Am
11. April und 27. September 2012 (Urk.
10/67 und
Urk.
10/81/5-6)
verwies er
insbesondere auf die rotatorischen Fehlstellungen und die verminderte Belastbarkeit der HWS.
Die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Laborantin hielt er
nicht mehr für möglich, was nur scheinbar im Widerspruch zur Einschätzung des
Institutes Y._
steht. So
gab der
orthopä
dische Gutachter zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
keine Beurtei
lung ab
und formulierte ein allgemein gehaltenes Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
10/51/2-24 S. 18). In der Konsensbeurteilung trafen die am Gutachten be
teiligten Ärzte in Bezug auf
die körperlichen Belastungen als Labormitarbeiterin
einzig eine Annahme
und erachteten diese Tätigkeit nur unter der Vorausset
zung einer geringen Belastung als zumutbar
(
Urk.
10/51/2-24 S. 22).
Dr.
A._
wiederum äusserte sich zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit gar nicht.
Nicht nachvollziehbar ist zudem,
wieso
die
Beschwerdeführerin
die
Tätigkeit als Hauswartin
–
die
gemäss
ihren Angaben
im Vergleich zur ange
stammten Arbeit
deutlich belastender ist
(
Urk.
10/51/2-24 S.
14) – zu 50 % aus
üben kann
, f
ür die Arbeit als Laborantin
hingegen
k
eine
Arbeitsfähigkeit mehr bestehen soll.
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass Schmerzen an sich noch keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bedingen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 29. August 2007 E. 3.3 mit Hinweisen)
und keine medizinischen Gründe
– so auch nicht die von den
behandelnden
Ärzten angegebene Bewegungseinschränkung der HWS (vgl. Urk. 10/39/20-21 S. 2, 10/39/24—26 S. 3, 10/66 und 10/6
7 S. 12) – ersichtlich sind, welche
die Erfüllung eines Vollzeitpensums in einer behinderungsange
passten Tätigkei
t unzumutbar erscheinen liessen, zumal neurologische Ausfälle von den involvierten Ärzten negiert werden.
Ausserdem liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwi
schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten besteht, in
tensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt und keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genom
men wird (BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl.
Urk.
10/51/2-24 S. 9 f. und S. 20 f.).
4
.4
Was die neu im Sommer 2012 aufgetretenen Beschwerden an der Lendenwirbel
säule (
LWS;
Urk.
10/81/3-4 S. 1) betrifft, ist
angesichts der
von Dr.
A._
erho
benen Befunde – die durchgeführte LWS-CT-Untersuchung habe den Nachweis intraforaminaler Protrusionen L4/5 links und L5/S1 rechts ergeben, wobei Wur
zelreizungen, vor allem L
4 links, anzunehmen seien (
S. 2) – und mangels einer ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit seitens
Dr.
A._
– so auch nicht für die körperlich fordernde Arbeit als Hauswartin – davon auszugehen, dass diesen keine einschränkende Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tä
tigkeit zukommt.
4
.5
Anzufügen bleibt, dass für die Beurteilung des Rentenanspruchs nicht das subjek
tive Empfinden, sondern die objektiv bestehende Leistungsfähigkeit massgebend ist. Aus diesem Grund ist es insofer
n nicht bedeutsam, dass sich die
Beschwerdeführer
in
selbst nur zu 50
%
arbeitsfähig erachtet
.
4
.6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt ist.
5
.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich blieb beschwerdeweise unbestritten und ist
insoweit nicht zu beanstanden, als dass die Verwaltung bei der Ermittlung des Valideneinkommens
der im Zeitpunkt des Unfalls arbeitslosen Beschwerdeführerin
auf das
im IK-Auszug
für das
Jahr 2007
(
Urk.
10/17)
ausgewiesene
Einkommen abstellte
.
Angesichts des nicht ge
sundheitsbedingten Verlusts dieser Stelle (wie auch der letzten, lediglich zwei
einhalb Monate innegehabten
[
Urk.
10/16 S. 1
]
), würde sich das Abstellen auf Tabellenlöhne aufdrängen (bei fehlender Ausbildung in der Schweiz [
Urk.
10/1
Ziff.
5.2 und
Ziff.
5.4] auf den Wert für einfache und repetitive Tätigkeiten). Dies wäre für die Beschwerdeführerin indes nachteiliger.
Da gemäss bundesge
richtlicher Rechtsprechung für die Ermittlung des Valideneinkommens entschei
dend ist, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Ren
tenbeginns tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ist das Valideneinkommen an die Nominallohnentwicklung
für das Jahr 2011 (vgl. Art.
28
Abs.
1 und
Art.
29
Abs.
1 IVG) anzupassen.
Dies ergibt ein Valideneinkommen von
Fr.
57‘381.40 (
2‘604 x
Fr.
54‘076.-- / 2‘454;
vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unter
rubrik „Löhne, Erwerbseinkommen“ publizierte Lohnentwicklung
). Hinsichtlich
des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den LSE-Tabellenlohn für mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor beschäftigte Frauen ab. Im für den Einkommensvergleich massgebenden Jahr 2011 resultiert ein Invaliden
einkommen von
Fr.
53‘367.10
(
41.7 x
Fr.
4‘225.-- / 40 x 2‘604 / 2‘579 x 12; vgl. Die Volkswirtschaft 7/8-2014, S. 92 Tabelle B 9.2 und S. 93 Tabelle B 10.3).
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
53‘367.10 resultiert im Vergleich zum Valideneinkommen von
Fr.
57‘381.40 eine Erwerbs
einbusse von
Fr.
4‘014.30, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 7
%
entspricht. Da selbst bei einem
leidensbedingten
Abzug von 25
%
k
ein
rentenbegründe
nder Invaliditätsgrad resultieren würde
, braucht nicht ab
schliessend geklärt zu werden, ob und in welcher Höhe ein allfälliger Abzug vom Invalidene
inkommen zu berücksichtigen wäre
.
6
.
Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).