Decision ID: 3957edb1-b582-4b80-8239-5fe653db0f4c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 197
3
,
Mutter von
drei Kindern (Jahrgänge
1994
,
1995
,
2007
)
, war seit dem 20. März 201
0 in einem Pensum von 60 % als Flugzeug
r
ei
nigerin
bei der Y._
angestellt (Urk.
1
4
/8 Ziff. 2.1, Ziff. 2.7 und Ziff.
2.9
)
,
als sie sich am
12. Juni 2012
, indem
sie mit ihrem Fahrzeug im
Gubrist
tunnel
in eine Frontalkollision verwickelt wurde, bei welcher zwei Personen im entgegenkommenden Fahrzeug ums Leben kamen, Frakturen an den Lenden
wir
be
l
körper
n
(LWK) 1 bis 3 links, eine
Thoraxkontusion
, eine Distorsion der Hals
wirbelsäule (HWS) sowie Kniekontusionen
zuzog
. Weiter entwickelte die Versi
cherte eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS;
Urk. 1
4
/12/22-54,
Urk.
1
4
/12/81-89
, Urk. 1
4
/12/102
, Urk. 14/15
). Die Suva als obligatorischer
Unfall
versicherer anerkannte ihre gesetzliche Leistungspflicht.
Gestützt auf
das
von ihr eingeholte
polydisziplinäre
Gutachte
n der MEDAS
Z._
vom 20. November 2018 (Urk.
1
4
/87/2-53, Urk. 1
4
/87/54-83
) sowie
die ergänzenden Stellungnahmen der Gutachter vom 4. und vom 10. Juli 2019 (Urk.
1
4
/90/34-35
, Urk.
1
4
/90/37-46
) stellte die Suva
ihre
Leistungen
per 30.
November 2019
(Urk. 1
4
/
89/3-5
)
ein und sprach der Versicherten mit Verfü
gung vom 8. Januar 2020 (Urk.
1
4
/92/2-7
) ab 1. Dezember 2019 eine Invaliden
rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 43 % und eine Integritäts
ent
schä
digung von 25 % entsprechend Fr. 31'500.-- zu.
Hieran hielt sie mit
Einspra
c
he
entscheid
vom 21. August 2020
(Urk.
1
4
/119/2-15
)
fest
. Die dagegen erhob
ene Beschwerde wies das hiesige Gericht
im Verfahren UV.20
20
.00
217
mit
heutigem
Urteil
ab.
1.2
Zwischenzeitlich
hatte
sich d
ie
Versicherte am
2
5
.
Oktober
20
12
auch bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug angemeldet
(Urk.
1
4
/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Sit
uation ab und zog die Akten der Suva bei.
Mit Mit
teilungen vom
22. September
2014
und 24. Februar 2015
gewährte die IV-Stelle der Versicherten berufliche
Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 14/26, Urk. 14/39
),
welche im August 2015
abgeschlossen
wurden, da
sich die Versicherte nicht in der Lage sah, bei entsprechenden Massnahmen mitzuwirken (Urk. 14/60).
Sodann veranlasste die IV-Stelle
eine
Haushalt
s
abklärung, über welche
am
10
.
Januar und am 23. März 2017 Bericht erstattet wurde (Urk. 1
4
/
80
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
1
4
/101; Urk.
1
4
/104, Urk.
1
4
/108
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom
26.
November
20
20 ab 1. Juni 2013 eine ganze und ab 1. Februar 2019 eine
Viertelsrente
zu
(Urk. 2).
2.
Die Ver
sicherte erhob am 12. Januar 2021
Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. November 2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei dahingehend abzuändern, als dass ihr auch ab dem 1. Februar 2019 eine ganze Rente zuzusprechen sei. Eventuell sei das Verfahren zu sistieren, und sie sei unabhängig und neutral durch eine geeignete Fachperson psychiatrisch/psychologisch zu begutachten. In pro
zessualer Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechts
pflege und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Am 18. Februar 2021 (Urk. 8) reichte
die Beschwerdeführerin
einen weiteren medizinischen Bericht (U
rk.
9) ei
n und am 22. Februar 2021 (Urk. 10) Unterlagen zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit (Urk. 11 und
Urk.
12/1-19).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2021 (Urk. 13) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
1.
respektive
4.
März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 1
5, Urk. 16/1-2
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
cho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die
Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
ren
herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
schei
dende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psycho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens be
einflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
ga
ben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
6
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die In
validität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 31. Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur
Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146
; vgl. Art. 27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV]
in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Ände
rung
der IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbs
bereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.
7
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Be
schäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
wor
den wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.
8
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG entspricht der Ei
n
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen B
eruf oder Aufga
ben
bereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2
). Bei der Bemessung der Invalidität
von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erhe
b
licher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen
Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unab
hän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Per
son wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen
Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht me
hr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Ange
hörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbs
ein
busse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung übli
cherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Fami
lien
angehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemein
schaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminde
rungs
pflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich
die der Rechtsprechung zugrunde
liegenden, in Art. 159 Abs. 2 und 3
des Schweiz
erischen Zivilgesetzbuchs (ZGB)
zwischen den Ehegatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grund
sätz
lich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE
133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.
9
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt
für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haus
haltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der ver
sicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann
, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regel
mässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
1.
1
0
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (Urk. 2) die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Juni 2013 und
einer
Viertelsrente
ab 1. Februar 2019
damit, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund eines schweren Autounfalles seit
dem 12. Juni 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Die Abklä
run
gen hätten ergeben, dass bei
ihr
von einer Qualifikation als zu 80 % Erwerbs
tätige und zu 20 % im Haushalt Tätige auszugehen sei, wobei von einer Ein
schränkung im Haushaltsbereich von 27 % auszugehen sei. Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 20. November 2018 sei
der Beschwerdeführerin
eine an die psy
chischen Be
schwerden angepasste Tätigkeit
in einem
Pensum von
50 %
zumut
bar, wobei aus somatischer Sicht keine Einschränkungen mehr vorlägen.
Der zunächst beste
hende Anspruch auf eine ganze Rente werde unter Berücksichti
gung der Verbes
se
rung der Arbe
itsfähigkeit nach drei Monaten
entsprechend dem Ergebnis des durchgeführten Einkommensvergleiches anhand der gemischten Methode ab 1.
Februar 2019 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt. Die von der Beschwerde
füh
rerin gegen den Haushaltabklärungsbericht vorgebrachten Einwände ver
mö
ch
t
en nicht zu überzeugen
,
und ihre Anmerkungen zum medizinischen Sachverhalt und dem MEDAS-Gutachten seien nicht fundiert (
Begründung
S. 1 ff.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend,
das
s
die
Haushaltsabklärung
un
genügend
gewesen und auf ihre Verhinderungen nicht eingegangen
worden
sei
(S. 4
Rz
.
1). Auch nach dem 1
. Februar 2019 lägen
höhere Beeinträchtigungen ihres Gesundheitszustandes vor, und die medizini
schen Feststellungen mit der Reduktion per 1. Februar 2019 von einer ganzen auf eine
Viertelsrente
sei
en
nicht nachvollziehbar (S. 4
Rz
.
2.1). Sie sei bis dato als Hausfrau und Mutter auch zu 100 % im Haushaltsbereich eingeschränkt gewesen, was bei einem Tätigkeitsanteil von 20 % zu einem entsprechenden Teilinvalidi
tätsgrad von 20 % führe
(S. 4 Ziff. 2.2)
.
Auch sei sie aufgrund der psychischen Unfallfolgen nicht in der Lage
, einer halbtägigen
ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen (S. 5
Rz
.
2.3).
So sei Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unter anderem von einer
erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen
,
und am 6. Febru
ar 2018 sei med.
pract
.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der Ein
schätzung der behandelnden Psychologin gefolgt, wonach lediglich eine Tätigkeit im Umfang von 20 % bis 30 %
möglich sei (S. 5
Rz
.
2.4-5). Auf das Gutachten der MEDAS
Z._
vom 20. November 2018 könne nicht abgestellt wer
den. Das erwähnte andauernde Bestehen erheblicher psychosozialer (familiä
rer) Belastungsfaktoren werde bestritten. So sei der Schwiegervater nie ein kon
kretes Thema in diesem Sachzusammenhang gewesen und mittlerweile längst verstor
ben. Vielmehr sei die gesamte Familie und Verwandtschaft in dieser schweren
Zeit seit dem Ereignis eine sehr wertvolle psychische Stütze gewesen (S. 5
Rz
.
2.6
-7
).
Sie sei zum andauernden Bezug einer ganzen Rente berechtigt (S. 6
Rz
.
2.9).
2.3
Strittig ist
, ob die
Beschwerdeführerin
ab 1. Februar 2019 Anspruch auf
eine
höhere als die zugesprochene
Viertelsi
nvalidenrente
hat
.
Was den Anspruch
der
vom 1. Juni 2013 bis 31. Januar 2019 zugesprochene
n
ganze
n
Rente anbelangt, besteht, wie sich aus dem Folgenden ergibt, kein Anlass, denselben in Frage zu stellen.
3.
3.
1
Im
Urteil des hiesigen
Gerichts
im
Verfahren
Nr. UV.2
020.
00217 vom
heutigen Tag
wurde
festgehalten, dass das
Gutachten
der MEDAS
Z._
vom 20.
November 2018
(
Urk. 14/87/2-53
)
die Kriterien an die Beweiswertigkeit einer
medizinischen
Expertise (vorstehend E.
1.10) erfülle, weshalb darauf abgestellt werden könne
, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise best
ünden
(BGE 137
V 210 E. 1.3.4;
E. 4.
2
im Urteil UV.2020.00217
)
.
3.
2
Für schlüssig und nachvollziehbar erachtet
e das
hiesige
Gericht
in seinem Ent
scheid
in psychiatrischer Hinsicht die Einschätzung der fallführenden
MEDAS-
Gutachterin Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie. Sie diagnostizierte eine anhaltende depressive Episode leichten Ausmasses
gemäss ICD-10 F32.0, Differenzialdiagnose (DD)
rezidivierende depressive Stö
rung leichte
n Ausmasses gemäss ICD-10 F33.0,
aufgrund des Verlaufes eine durchgemachte
posttraumatische Belastungsstörung
(
PTBS
)
,
wobei die Kriterien nicht mehr erfüllt würden
,
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(
ICD-10 F45.41;
Urk. 1
4
/87/2-53 S. 48 f. Ziff. 1
lit
. a) und leitete hieraus ab, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, etwa einer
halbtägigen ausserhäuslichen Tätigkeit nach
zu
gehen (Urk.
1
4
/87/2-53 S.
50 Ziff.
7).
3.
3
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass sich das Vorbringen der Beschwerdeführerin,
wonach
nie
eine
andauernde
psychosoziale familiäre Belastungssituation bestanden habe und ihre Familie vielmehr eine wertvolle psychische Stütze gewesen sei (vor
stehend E. 2.
2
)
, wie nachfolgend unter E.
3.
3.2
dargelegt wird, als aktenwidrig erweist.
Die von ihr im vorliegenden Verfahren
gegen das Gutachten von Dr.
C._
und ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgebrachten Kritikpunkte
(vorstehend E. 2.2)
sind
identisch mit jenen, welche im
Verfahren
UV.2020.00217
dagegen
vorgebracht wurden (vgl. E. 2.2
im zitierten Urteil
).
Hierzu erkannte das Gericht in seinem
Urteil vom
heutigen Tag
im Verfahren
Nr. UV.2020.00217
Folgendes (Urk. 17
E.
4.4-
5
):
3.
3.2
In psychischer Hinsicht unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin infolge des Unfalles vom 12. Juni 2012 eine PTBS erlitten hat, welche im Verlauf insbe
sondere unter der psychotherapeutischen Behandlung von Dr. phil.
D._
,
Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin, Fachpsychologin für Psychothe
rapie FSP
,
allmählich in ihrer Symptomatik remittiert ist.
Wie aus den Berichten und Ausführungen der behandelnden Psychologin Dr. phil.
D._
hervorgeht, spielte der Schwiegervater, welcher die Beschwerde
führerin über Jahre hinweg unter Druck setzte und massiv bedrohte, eine ge
wichtige Rolle hinsichtlich der Ausprägung und Aufrechterhaltung des psychi
schen Leidens. So berichtete Dr. phil.
D._
bereits in ihrem Bericht vom 10. September 2013, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrem sozialen Umfeld akut lebensbedroht fühle und sich im Verlauf gezeigt habe, dass die Verarbeitung dieser Bedrohung eine psychotraumatische Relevanz habe sowie einen grossen Einfluss auf den somatischen Heilungsprozess. Es sei veranlasst worden, dass die
Beschwerdeführerin mit ihrer Familie in eine eigene Wohnung ziehen würde (
Urk.
14/21/6-10
S. 2 unten
).
Auch im Rahmen der anlässlich des Aufent
halts in der Rehaklinik E._
Ende 2013 erfolgten psychologischen Abklärung wurde festgehalten, dass die PTBS im letzten Jahr durch die Psychotherapie weitgehend habe reduziert werden können, jedoch aufgrund einer schwierigen familiären Situation bei der Patientin grosse Ängste aufgrund der Bedrohung durch den Schwiegervater bestünden, was sich wahrscheinlich erschwerend auf die Schmerzverarbeitung auswirke (
Urk.
1
4
/
84
/
260-26
2
S.
1).
Sodann berichtete auch Dr.
A._
nach psychia
tri
scher Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 26. Mai 2014 von den massiven Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin mit ihrem Schwiegervater, welche sich jedoch zum Zeitpunkt seiner Begutachtung nach Auszug der Beschwerdeführerin mit ihrer Familie in eine eigene Wohnung etwas beruhigt hätten
(Urk.
14/22
S.
27
f.).
Dem
Verlaufsbericht vom 15. Februar 2017 von Dr. phil.
D._
lässt sich jedoch entnehmen, dass der negative Einfluss des Schwiegervaters trotz des Woh
nungswechsels persistierte. So führte die Psychologin aus, aufgrund schwieriger interfamiliärer Vorkommnisse während der Sommerferien sei es wieder zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen, welche psychische Über
lastung im Verlauf habe stabilisiert werden können
(Urk.
14/81/90-93
S. 1
). In ihrem Bericht vom 2. Oktober 2017 (
Urk. 1
4
/84/877-882 S. 5 unten
)
wies Dr.
phil.
D._
darauf hin, dass die reellen Bedrohungen für das Leben der Beschwerdeführerin durch den Schwiegervater nach wie vor vorhanden seien. Unter anderem werde auch die Zunahme der Schmerzen dadurch beeinflusst. Zuletzt wies dann med.
pract
.
B._
in seiner Beurteilung vom 6. Februar 2018 auf den Einfluss des langjährigen Familienkonfliktes auf die chronifizierte Schmerz
störung hin
(
Urk. 1
4
/84/894-899 S. 5 Mitte
)
.
3.3.3
Dr.
C._
begründete in ihrem Gutachten die von ihr gestellten Dia
gnosen in nachvollziehbarer Weise anhand der von ihr erhobenen Befunde, und
die Aktenlage ergibt keine Anhaltspunkte darauf, dass die Diagnostik nicht korrekt
erfolgt wäre. Insbesondere einhergehend mit den Ausführungen von med.
pract
.
B._
vom 6. Februar 2018 (
Urk. 1
4
/84/894-899 S. 5 Mitte
) sah Dr.
C._
die Kriterien einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psy
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41) nachvollziehbar als erfüllt an (Urk.
1
4
/
87
/
2-53
S. 37 Mitte). Ausführlich äusserte sich Dr.
C._
zu den Fähig
keiten, Ressourcen und Belastungen der Beschwerdeführerin und legte in diesem Rahmen dar, dass die einzelnen Parameter auch durch die familiäre Konfliktsituation be
einflusst seien, wobei sich diese Feststellung in Anbetracht der weitgehend kon
stant in den Akten beschriebenen
familiären Belastungssituation (vorstehend E.
3.
3.2
) als nachvollziehbar und schlüssig erweist.
Soweit Dr.
C._
die Beschwerdeführerin in einer beruflichen Tätig
keit als mittelschwer eingeschränkt ansah in der Flexibilität und Umstel
lungs
fähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sowie in der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Selbstbehauptungsfähigkeit, beinhaltet diese Ein
schätzung auch die Einschränkungen durch den chronischen Rollenkonflikt
und die Bedrohungssituation durch den Schwiegervater (Urk.
1
4
/
87/
2-53
S.
46
ff.
Ziff.
7.5)
. Unter Ausklammerung dieser Aspekte schloss Dr.
C._
dann allein aufgrund der psychisch bedingten Unfallfolgen darauf, dass es der
Beschwerdeführerin möglich sein sollte, einer halbtägigen ausserhäuslichen Tätig
keit nachzugehen (vgl. Urk.
1
4
/
87/
2-53 S. 50 Ziff. 7
), was sich als nach
vollziehbar
erweist. Diese Beurteilung von Dr.
C._
ist angesichts der genann
te
n Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel.
Soweit sich die Beschwerdeführerin zur Entkräftung der Einschätzung durch Dr.
C._
auf die Beurteilungen durch Dr.
A._
vom 11. Juni 2014
(Urk. 1
4
/
22
) und von med.
pract
.
B._
vom 6. Februar 2018 (
Urk. 1
4
/84/894-899
)
beruft (vorstehend E. 2.2), erweisen sich diese aus den nachfolgend dargelegten Gründen hierzu als nicht geeignet.
Was die konsiliarische Beurteilung von Dr.
A._
vom 11. Juni 2014 (Urk. 1
4
/
22
)
anbelangt, ist zu beachten, dass diese gut vier Jahre vor der Einschätzung durch Dr.
C._
erging und es seither unter der steten Psychotherapie durch Dr. phil.
D._
zu einer weiteren Verbesserung gekommen ist, wie sie dies
zuletzt in ihrem Bericht vom 2. Oktober 2017 bestätigte (
Urk. 1
4
/84/877-882 S. 5
unten
).
Dem Gutachten von Dr.
A._
vom 11. Juni 2014 lassen sich sodann keine Anhaltspunkte entnehmen, welche die gut vier Jahre später erfolgte Beur
teilung durch Dr.
C._
in Frage stellen würden
, zumal seine Ein
schätzung des damaligen Gesundheitszustandes durch Dr.
C._
nicht
in Frage gestellt und von der Beschwerdegegnerin bis zur Begutachtung eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anerkannt wurde
.
Auch aus der Beurteilung durch med.
pract
.
B._
vom 6.
Februar
2018
(
Urk.
1
4
/84/894-899
)
kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ab
leiten.
So
erging diese Beurteilung ohne persönliche Untersuchung der Beschwer
deführerin allein gestützt auf die Aktenlage bis Oktober 2017
(Urk. 1
4
/84/894-899)
.
3.
4
In
somatischer Hinsicht
nannte der rheumatologische Gutachter der MEDAS
Z._
, Dr. med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie, als Diagnosen aus rheu
matologischer Sicht ein rezidivierendes mehrheitlich
myotendinotisches
cervi
kales
Schmerzsy
n
drom, leichtgradige degenerative HWS-Veränderungen (
Osteochon
drose
C4/5), einen Zustand nach HWS-Distorsion am 12. Juni 2012 (Verkehrs
unfall mit PW, Frontalkollision), einen Zustand nach Frakturen der Processus
transversi
L1-L3 am 12. Juni 2012 sowie ein persistierendes linksseitiges Sc
hmerz
syndrom, somatisch nicht erklärbar,
eine
Diskusprotrusion
L5/S1 und
eine
Vari
kosis
an beiden Beinen bei Status nach Varizenstripping im Februar 201
5
und im Februar 2016 links (Urk. 1
4
/87/2-53 S.
50
Ziff. 1
lit
. b).
Dr.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Be
wegungsapparates
, nannte als chiru
r
gisch-orthopädische Diagnosen
eine be
gin
nen
de mediale Gonarthrose beidseits, aktuell klinisch nicht verifizierbar und bildgebend nicht nachgewiesen (Urk. 14/87/2-53 S. 49 Ziff. 1
lit
. c). Die Gutachter führten aus, es bestünden
radiologisch feststellbare degenerative Veränderungen C4/5 und L5/S1.
Die nach dem Unfall vom 12. Juni 2012 bildgebend festgestellten Frakturen beziehungsweise Fissuren der Querfortsätze L1-L3 seien abgeheilt
(Urk. 1
4
/87/2-53 S.
50
Ziff. 2
).
In seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 12.
November
2018 (Urk.
14/87
/59-
72
) hielt
Dr.
F._
zusammenfassend fest, dass ein Beschwerdebild mit Rücken-/Beinschmerzen links und Schmerzen im Schultergürtelbereich be
stehe, für das sich auch bei aufwändigen bildgebenden Abklärungen kein soma
tisches Korrelat habe finden lassen, welches die beklagte Symptomatik erklären könnte. Klinisch finde man lediglich
Weichteildruckdolenzen
. Der Zustand nach dokumentierter Fraktur der Querfortsätze L1-L3 am 12. Juni 2012 mit minimaler Dislokation könne dieses ausgedehnte Schmerzsyndrom nicht erklären (Urk.
1
4
/87/59-72 S. 12 Mitte).
Aus unfallkausaler Sicht konnte Dr.
F._
mangels objektiv nachweisbare
r
somatische
r
Unfallfolgen keine Arbeitsunfähigkeit atte
stie
ren (Urk. 1
4
/87/59-72 S. 13 Ziff. 9).
Auch
Dr.
G._
konnte in seinem orthopädisch-traumatologischen
Teil
g
ut
achten vom 13. November 2018 (Urk. 1
4
/87/74-83) lediglich ein unklares Beschwerdebild im Sinne von unklaren Schmerzen am Achsenskelett ohne fass
bare neurologische Ausfälle sowie eine Rezidiv-
Varikosis
nach Varizen-Operation an beiden Beinen diagnostizieren (Urk. 1
4
/87/74-83 S. 7 Ziff. 6.1-2).
A
us ortho
pädisch-traumatologischer Sicht
konnte Dr.
G._
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (Urk. 1
4
/87/74-83 S. 7 f. Ziff. 7.4)
.
Der Austritt
s
bericht der Universitätsklinik
H._
vom 7.
März
2019 (Urk.
1
4
/90/86-90) sowie die Berichte über die bildgebenden Abklärungen (Urk.
1
4
/90/78-83) wurden Dr.
G._
vorgelegt, welcher in seiner Stel
lung
nahme vom 4. Juli 2019 (
Urk.
1
4
/90/34-35) an seiner Einschätzung festhielt. Dabei führte er nachvollziehbar aus, dass sich insbesondere die i
n seinem
ortho
pädisch-traumatologischen Gutachten berücksichtigten Befunde der
Lenden
wirbel
säule (
LWS
)
gestützt auf ein MRI vom 4.
September 2018 (vgl. Urk. 1
4
/87/79) nicht von den von der
Universitätsk
linik
H._
veranlassten bildgebenden Untersuchungsbefunden, welche zwar einen Nervenwurzelkontakt S1, aber keine abgrenzbare Neurokompression erkennen liessen (Urk. 1
4
/90/81
), unterscheiden würden.
Was die von der Beschwerdeführerin anlässlich ihres Aufenthaltes in der Uni
versitätsklinik
H._
vom 18. Februar bis 6. März 2019 beklagten Knie
schmerzen anbelangt,
führten
die Ärzte
aus
, dass
diese auf eine symptomatische Gonarthrose beidseits zurückzuführen seien, wobei
sich keine Zeichen
einer
Akti
vierung zeigten
(Urk. 1
4
/90/86-90 S. 4 Mitte). Diesbezüglich hielt Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 4.
Juli
2019 fest, dass auf dem Ortho
radiogramm vom 29.
November
2018 keine Gonarthrosen sichtbar seien (U
rk.
1
4
/90/34-35 S. 2 Ziff. 3).
3
.
5
Ergänzend
lieg
t
im vorliegenden IV-Verfahren
folgende medizinisc
he
Stellung
nahme vor:
3.
6
Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
und Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führten in ihrer Stellungnahme
da
tierend
vom 23. und 30. August sowie vom 10. September 2019 (Urk. 1
4
/98/14-16)
aus,
dass das Gutachten der MEDAS
Z._
vom 20. November 2018 beweiswertig sei.
Damit bestünden folgende Diagnosen mit dauerhafter Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
anhaltende depressive Episode leichten Ausmasses (ICD-10 F32.0)
-
Differenzialdiagnose (DD) rezidivierende depressive Störung leichten Ausmasses (ICD-10 F33.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
rezidivierendes, mehrheitlich
myotendinotisches
cervikales Schmerz
syndrom
Als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die RAD-Ärzte eine leichtgradige degenerative HWS-Veränderung (
Osteochondrose
C4/5), einen Status nach HWS-Distorsion am 12. Juni 2012 (Verkehrsunfall mit
PW, Frontalkollision), einen Status nach Frakturen der Processus
transversi
L1-L
3 links am 12. Juni 2012, eine
Diskusprotrusion
L5/S1, eine
Varikosis
an beiden Beinen bei Status nach Varizenstripping im Februar 2015 rechts und im Februar 2016 links sowie eine beginnende mediale Gonarthrose beidseits, aktuell klinisch nicht verifizierbar und bildgebend nicht nachgewiesen.
Die RAD-Ärzte führten aus, dass somatisch keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit bestehe. Aufgrund der psychischen Unfallfolgen sollte die Beschwerde
führerin in
der Lage sein, einer etwa halbtägigen ausserhäuslichen Tätigkeit nach
gehen zu können. Es müsse sich um Tätigkeiten mit wenig Umstellungs- und Anpassungsbedarf, mit klaren Strukturen, mit geringem Termindruck und zeitli
cher Flexibilität, mit wenig Publikumsverkehr in einem kleinen Team mit wohl
wollendem Umfeld handeln. Dies
e Einschätzung
gelte ab dem 20. November 2018.
Gut sechs Jahre nach dem Unfallereignis und nach sechsjähriger psychia
trisch- beziehungsweise psychologisch-psychotherapeutischer Behandlung sei eine erhebliche Verbesserung unwahrscheinlich. Zudem bestehe die Belastungs
situation fort.
3.
7
Aufgrund des
bereits im
Verfahren
UV.2020.00217
Gesagten
sowie
mit Blick auf die Stellungnahme der RAD-Ärzte Dr.
I._
und Dr.
J._
vom 23. und 30. August sowie vom 10. September 2019
(vorstehend E. 3.
6
)
besteht auch im Zeit
punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung der Invalidenversicherung vom
26. November 2020
(Urk. 2)
k
ein Anlass,
für die Zeit ab der gutachterlichen Beur
teilung
nicht weiterhin vom im
Gutachten der
MEDAS
Z._
vom
20.
November 2018
festgelegten Zumutbarkeitsprofil entsprechend einer halbtä
gi
gen Tätigkeit
aufgrund des psychischen Leidens
auszugehen, zumal hierbei durch Dr. med.
C._
auch eine erforderliche Abgrenzung des effek
ti
ven psychischen Gesundheitsschadens zu den psychosozialen Belastungsfak
toren (vorstehend E. 1.
3
) erfolgt ist.
Nachdem sich
bereits
dem Gutachten hin
reichend schlüssige Angaben zu den normativen Vorgaben (Standardindikatoren) gemäss BGE 141 V 281 entnehmen lassen (Urk. 14/
87/2-53 S.
45 ff.
, 14
/
90
/3
7
ff.),
die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Ressourcenprüfung im Ergebnis zum selben Schluss kam (Urk. 14/96/1-3)
und die medizinisch-psychiatrisch atte
stierte Arbeitsunfähigkeit in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als be
gründet erscheint, besteht sodann kein Anlass, die gutachterliche Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
ab dem Zeitpunkt der Beurteilung
nicht zu übernehmen (BGE 145 V 361 E. 4.2.2).
In somatischer Hinsicht hielt RAD-Arzt Dr.
I._
in seiner Stellungnahme
dafür
, da
s
s keine somatischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
. Zumindest kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass kein
somatischer Gesundheitsschaden vorliegt, welcher
über die bereits aufgrund der psychischen Beschwerden festgelegte Arbeitsunfähigkeit
von 50 % Auswirkun
gen zeitigt.
Daran ändert
auch die von der Beschwerdeführerin eingereichte Auflistung verschiedener bereits bekannter Diagnosen
und durchgeführte
r
bild
ge
bende
r
Abklärungen
durch den Hausarzt Dr. med.
K._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, in seinem Bericht vom 2. Februar 2021 (Urk.
9) nichts.
Die von Dr.
K._
bereits in seinem
Bericht
vom
13. März 2017
(Urk.
14/82/77-78
)
aufgeführte pathologische
Hypermobilität konnte Dr.
F._
nach seiner Unter
suchung nicht bestätigen (Urk. 1
4
/87/59-72 S. 11 unten).
Was die Arbeitsfähigkeit ab Beginn des Wartejahres
am 12. Juni 2012
(
E. 1.4
) bis zur gutachterlichen Beurteilung im November 2018 anbelangt, legte die Be
schwer
degegnerin ihrem Entscheid die Annahme einer gänzlichen Arbeitsun
fähigkeit zugrunde
(Urk. 2 S. 2). Angesichts der gescheiterten Eingliederungs
bemühungen und der sich erst im Verlauf des J
ahres 2017 langsam bessernden
posttraumatischen Symptomatik (vgl. Urk. 14/22
/1-33
, 14/84/877-882)
ist dies im Lichte der medizinischen Aktenlage im Er
gebnis nicht zu beanstanden und aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf ein strukturiertes Beweisverfahren
hierzu
zu verzichten (BGE 143 V 418 E. 7.1).
4.
4.1
Hinsichtlich des Haushaltabklärungsberichtes
unbestritten geblieben ist die von der Abklärungsperson
ab Januar 2013
festgestellte Qualifikation der Beschwerde
führerin
als zu 80 % Erwerbstätige und zu 20 % im Haushalt Tätige
(Urk. 1
4
/80 Ziff. 2.6). Jedoch machte
die Beschwerdeführerin
geltend, dass sie entgegen de
n
Feststellungen der Abklärungsperson, wonach sie im Haushaltsbereich insgesamt zu 27 % eingeschränkt sei (Urk. 1
4
/80 Ziff. 6.8), tatsächlich zu 100 % einge
schränkt sei (vorstehend E. 2.2
).
4
.
2
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar.
Wie ausgeführt (
vorstehend E. 1.9)
ist für die Feststellung der Behinderung
im anerkannten Aufgabenbereich
nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsfähig
keit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesundheitszustand in der nichter
werblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung
vor
Ort und Stelle im Haushalt der v
ersicherten Person erhoben wird
.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist
auf die unter E. 1.9 dar
gelegten Kriterien
zurückzugreifen. Sind die
se
erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift diesfalls in das Ermessen der Abklä
rungs
person nur ein, wenn
klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Wider
sprüchlichkeiten) vorliegen.
Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
4
.3
Die zuständige Abklärungsperson führte am
21. Dezember 2016
die Haushalt
abklärung
an
Ort und Stelle durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der vo
n der Beschwerdeführerin
geklagten Leiden und Behinderungen sowie der Fami
lien- und der Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtli
chen Lage eine Einschränkung der Beschwerdeführerin
im Haushaltsbereich von
27
% festgestellt
(Urk. 14/80 Ziff. 6.8)
.
Der von der Abklärungsperson verfasste Bericht vom
10. Januar und 23. März 2017
(
Urk. 1
4
/80)
befasst sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren prozentualer Gewichtung
. Er
umschreibt die zu verrichtenden Tätig
keiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Be
reichen
(Urk. 14/80 Ziff. 6)
.
Be
rücksichtigt wurde
weiter
, dass im gleichen Haus
halt der
Ehema
nn
der Beschwerdeführerin, zwei erwachsene Kinder, geboren 1994
und 1995, sowie
der schulpflichtige
Sohn der Beschwerdeführerin, geboren 2007, leben. Damit leben neben der Beschwerdeführerin drei erwachsene Perso
nen im gleichen Haushalt, deren
Mitwirkungspflicht
(vorstehend E.
1.8
) zu berück
sich
tigen ist. Das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Argument, dass
diese erwerbstätig seien und nur teilweise und sporadisch im Haushalt helfen könnten (Urk.
1 S.
4
Rz
.
1)
,
ändert daran nichts.
Zudem ist die Beschwerdeführerin im Rah
men der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht gehalten,
wie dies die Abklärungsperson zu Recht festhielt (Urk. 1
4
/80 Ziff. 6),
sich die Arbeiten ihrem Befinden entsprechend einzuteilen
(vorstehend E. 1.
8
).
Der Abklärungsbericht ist schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind vorliegend keine besonderen Umstände gegeben, w
elche den Abklärungs
bericht als
mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten Anforderungen, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
4.
4
Aufgrund des Gesagten
ist demnach
von einer Einschränkung
der Beschwerde
führerin
von
2
7 % im Haushaltsbereich
auszugehen
.
5.
5.1
Aufgrund
des erforderlichen Ablauf
s
des Wartejahres nach dem Unfallereignis im Juni 2012 und
des
Zeitpunkt
s
der
Anmeldung
der Beschwerdeführerin
zum Leis
tungsbezu
g bei der Invalidenversicherung
am
25.
Oktober 2012
(Urk. 1
4
/2)
ergibt
sich ein früh
e
stmöglicher Rentenbeginn per 1. Juni 2013 (
vorstehend E. 1.4, Art.
29
Abs. 1
und 3
IVG
).
5.
2
Hinsichtlich der Qualifikation ist gestützt auf den
beweiswertigen
Haushaltab
klärungsbericht vom
10. Januar und 23. März 2017
(
vorstehend E
. 4
)
davon aus
zugeh
en, dass die Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt des hypothetischen Renten
beginns per 1.
Juni 2013 als
zu 80 % Erwerbstätige und zu 20 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist
(
Urk.
14/80
Ziff.
2.6)
.
5
.
3
Entsprechend ist der In
validitätsgrad in Anwendung der gemischten Methode
im Sinne von Art. 28a Abs
. 3 IVG zu bemessen (vorstehend
E. 1.
6
-
7
). Ausgehend
von der vorgenommenen Qualifikation ist
nachfolgend
zu prüfen, ob die Beschwer
degegnerin den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin korrekt bemessen hat.
Wie bereits erwähnt
(vorstehend E.
1.
7
), wurde per
1. Januar
20
18 eine neue Berechnungsmethode
bei Teilerwerbstä
tigen in der IVV statuiert. Die rentenzu
sprechende Verfügung vom 26. November 2020
(Urk. 2)
ist
nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauer
leistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entspre
chend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis am 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
5.
4
Wie oben festgestellt, ist in der Zeit vom
frühest
möglichen
Rentenbeginn im
Juni
201
3
bis
November
2018
von
eine
r
100%i
gen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (vorstehend E.
3
.7
). Damit liegt
bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit in
jeder Tätig
keit im Zeitraum vom Juni 2013
bis
November 2018
eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 100 % vor; ein Einkommensvergleich ist
nicht notwendig
, zumal sich
b
ei einem Erwerbsanteil von 80 % und einer 100%igen Einschränkung im Bereich Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 80 %
ergibt, welcher per se einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vermittelt (vorstehend E. 1.
4
)
.
Entspre
chend
kann vorliegend
auch
offenbleiben, wie es sich mit den effektiven Ein
schränkungen im Haushalt
der Beschwerdeführerin
vor de
r
am 21. Dezember 2016 erfol
gten Haushaltsabklärung verhält,
zumal ohnehin ein Anspruch auf eine ganze Rente resultiert, dies auch bei der ab
1. Januar 2018 gelt
enden Berechnung nach der neuen Methode.
5.
5
Ab November 2018
hat sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin verbessert,
und
es ist
in einer leidensadaptierten Tätigkeit
von
eine
r
Ar
beitsfähigkeit von 50 % auszugehen
(vorstehend E.
3
).
5.
6
Die ehemalige Arbeitgeberin der B
eschwerdeführerin
teilte in ihrem Schreiben an die Suva vom 25. Juni 2019 (Urk.
1
4
/
90/
47-49 S. 1
) mit, dass die Beschwerde
führerin
im Gesundheitsfall
mit einem Vollzeitpensum im Jahr 2019 ein Ein
kommen von
Fr. 48
'
399
.--
(12 x Fr. 3'683.-- + Fr. 3'723.-- [13. Monatslohn] + Fr. 480.
--
[Funktionszulage])
erzielen würde
.
5.
7
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Die Beschwerdegegnerin bemass das Invalideneinkommen ausgehend vom stand
ardisierten monatlichen Einkommen für weibliche Hilfskräfte gemäss LSE 201
6 (Urk. 2
S. 2, 14/97/2). Gemäss der im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bereits veröffentlichten LSE 2018 betrug derselbe Fr 4'371.--
(LSE 2018 TA1_tira
ge_
skill_level, Kompetenzniveau 1)
. Unter Berücksichtigung der durchschnitt
lichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten, Normal
arbeits
stun
den) sowie der bis 2019 eingetretenen Nominallohnentwicklung von 1 % (vgl. Nominallohnindex Frauen 2016-2019, T1.2.15, Total) und des gemäss Zumut
barkeitsprofil im Gutachten der MEDAS
Z._
vom 20. November 2018 noch möglichen Arbeitspensums von 50 % (vorstehend E. 4.6) ergibt sich per 2019 ein Jahreseinkommen von Fr. 27’614.-- (Fr. 4'371.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 0.5). Ein leidensbedingter Abzug hiervon wurde von der Beschwerde
führerin zu Recht nicht geltend gemacht, bietet doch weder ihr Alter noch die
Notwendigkeit einer Teilzeittätigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_712
/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.2 unter Bezugnahme auf LSE 2008 und 2010 und 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 unter Bezugnahme auf LSE 2012 und 2014
; vgl. Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Bundesamt für Statistik, 2018, T18
) oder das allfällige
Angewiesen
sein
auf einen rücksichtsvollen Arbeitgeber (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen) einen Abzugsgrund.
5.
8
In Anwendu
ng der neuen Berechnungsmethode (vorstehend E. 1.
7
) ist vom Lohn auszugehen, welchen die Beschwerdeführerin mit einem Pensum von 100
% erzielen würde, demnach von
Fr. 48
'
399
.--
(vorstehend E. 5.
6
)
. Ausgehend von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr. 48
'
399
.--
resultiert bei einem hypothetischen Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr. 27’614.--
(vorstehend E.
5.
7
)
eine Einkommenseinbusse von
Fr. 20'785.--, was einem Invaliditätsgrad von 43 %
beziehungsweise einem Teilinvaliditätsgrad von 34.4
%
entspricht
(80
x 0.43)
.
Nach Addition mit dem Teilinvaliditätsgrad im Haushaltsbereich von 5.4 %
(20 x
0.27)
bel
äuft
sich der Gesamtinvaliditätsgrad auf
gerundet
40 %
(zu den Run
du
ngs
regeln: BGE 130 V 121 E. 3.3
)
, was unter Berüc
ksichtigung von Art. 88a Abs. 2
IVV ab
1.
Februar 2019 einen
Ansp
ruch
auf eine
Viertelsrente
ergibt.
5.
9
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ab 1.
Juni
201
3
Anspruch au
f eine ganze Invalidenrente und ab
1.
Februar
2019 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
Die angefochtene
Verfügung
(Urk. 2) erweis
t
sich demnach als
rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.
1
Was das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2) anbelangt, entsprechen die im vor
liegenden Verfahren eingereichten Unterlagen und Angaben jenen, welche im
V
er
fahren UV.2020.00217 von der Beschwerdeführerin eingereicht wurden (Urk. 11 und Urk. 12/1-19; Urk. 21 und Urk.
22/1-19
im Verfahren Nr. UV.2020.00217
)
. Die Formulare zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 11 und Urk. 21 im Verfahren UV. 2020.00217) wurden auch am gleichen Tag unterzeichnet.
6.2
Nach Prüfung des Gesuches um unentgeltliche Rechtsvertretung im
Verfahren
UV.2020.00217
erkannte das Gericht
im Urteil vom
heutigen Tag
, dass unabhän
gig von
den unrichtigen beziehungsweise unvollständig deklarierten Vermögens- und Einkommensverhältnissen bereits die Gegenüberstellung der Einnahmen mit den Ausgaben
bei einem
Üb
erschuss von über Fr. 3'000.-- keine Bedürftigkeit
ergebe
(E. 8.
2 und 8.
4
).
Damit ist auch
im vorliegenden Verfahren
keine Bedürftigkeit ausgewiesen.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
füh
rung und Rechtsvertretung ist demnach
unter Verweis auf
die
Erwägung
en
8.2 und 8.4 im Urteil UV.2020.00217 vom
heutigen Tag
mangels Bedürftigkeit abzu
weisen.
6.
3
Ausgangsgemäss gehe
n die Verfahrenskosten von Fr. 9
00.-- zulasten der unter
liegenden Beschwerdeführerin (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).