Decision ID: 8808dac4-13be-48a0-a3a4-f7f6a042caac
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
absolvierte von 1992 bis 1996 eine Lehre als Audio-Video-Elektroniker beim
Y._
und ar
bei
tete ab Oktober 1997 an gleicher Stelle als Tonoperateur (Urk.
9
/1). Unter Hinweis auf im Sommer 1994 erlittene Zeckenbisse meldete das
Y._
den Versicherten am 16. Januar 1998 dem Unfallversicherer (Urk. 9/20
S.
57). Am 23. Februar 1999 erfolgte die Anmeldung zum
Leistungs
bezug
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (Urk.
9
/1). In der Folge tätigte die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, beruflich-erwerbliche (Urk.
9
/7) sowie medizinische (Urk.
9
/4,
9
/6,
9
/18) Abklärungen, zog die Unfallversicherungsakten bei (Urk.
9
/20) und klärte berufliche Einglie
de
rungs
massnahmen ab (Urk.
9
/11). Mit Verfügung vom 4. Juli 2001 sprach sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab Oktober 1998 zu (Urk.
9
/29).
1.2
Die 2003 durchgeführte amtliche Rentenrevision (Urk. 9/35)
beendete
die IV-Stelle
am 23. Januar 2003 mit der Mitteilung, mangels Änderung des
Invalidi
tätsgrades
bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Urk.
9
/37)
.
1.3
Im Rahmen des 2007 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens (Urk.
9
/40) zog die IV-Stelle
einen
Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
9
/41
) sowie einen Bericht des behandelnden Arztes,
Dr. med.
Z._
,
Facharzt FMH für
Innere Medizin,
bei
(Urk.
9
/42) und liess den Versicherten bei der
A._
polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 30. September 2008, Urk.
9
/48).
Am 1
2.
März
2009 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit, sie übernehme die Kosten für eine dreimonatige berufliche Abklä
rung (Urk. 9/59),
welche vom 27. April 2009 bis zum vorzeitigen Austritt am 26. Juni 2009 stattfand (Bericht vom 29. Juni 2009, Urk.
9
/67).
Am 26. O
ktober 2009
wurden die beruflichen Massnahmen abgeschlossen
(Urk.
9
/70). Nach Ein
holung
eines
Verlauf
s
berichts
des behandelnden Arztes
(Urk.
9
/71) und durch
geführtem Vorbescheidverfahren setzte die IV-S
telle die ganze Rente mit Ver
fü
gung vom 5. Juli 2010 auf eine halbe Rente herab (Urk.
9/83-84
).
Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht, die mit Urteil vom 1
0.
August 2011 abgewiesen wurde (Urk. 9/88). Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom
1
6.
Oktober 2012 insoweit gut, als die angefochtene Verfügung sowie das Urteil vom 1
0.
August 2011 aufgehoben
wurden
und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese weitere Abklärungen vornehme (Urk. 9/93). In der Folge teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie erachte eine polydisziplinäre Begutachtung als notwendig
(Urk. 9/100). Nachdem der Versicherte
mitgeteilt hatte, er lehne die ihm bekannt gegebenen Gutachter ab (Urk. 9/114), erliess die IV-Stelle am
4.
Juli
2013 eine Zwischenverfügung (Urk. 9/115).
Die d
agegen
vom
Versiche
r
te
n
beim hiesigen Sozialversicherungsgericht
erhobene
Beschwerde
wurde
mit Urteil vom 1
4.
November 2013 abgewiesen (Urk. 9/123). In der Folge veran
lasste die IV-Stelle die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beim
B._
, welches am 2
2.
August 2014 erstattet wurde
(Urk. 9/128).
Mit Stellungnahmen vom 6. Oktober 2014 und 2
5.
November 2014 wurde das Gutachten ergänzt (Urk. 9/135 und 137).
Am
3.
September 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie gewähre ihm Beratung und Be
gleitung bei der Arbeitsvermittlung (Urk. 9/150). Am
6.
Juli
2016 wurde die
Eingliederungsberatung abgeschlossen (Urk. 9/155). Nach durchgeführtem Vorbe
scheid
verfahren
, in dessen Rahmen ein Bericht des behandelnden Arztes ein
gereicht (Urk. 9/163)
und eine weitere Stellungnahme der Gutachterstelle einge
holt wurde (Urk. 9/169)
, stellte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 3. Januar 2017
die dem Versicherten bis dahin ausgerichtete Rente auf das Ende des der Zu
stellung folgenden Monats ein (Urk. 2 [= 9/175]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde beim hiesigen
Sozialver
sicherungs
gericht
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sa
che an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese ein neues Gutachten, insbe
son
dere auch im Fachbereich
Infektiologie
, einhole (Urk. 1). Der Beschwerde wurde unter anderem eine Stellungnahme des behandelnden Arztes vom 19. Januar 2017 beigelegt (Urk. 3/3).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
März 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung
der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 6. April
2017 angezeigt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die beigebrachten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen nachfolgender Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbe
stimm
ungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Inva
liden
versicherung (
IVG
;
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätio
lo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Vor
aussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Be
stimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Be
schwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage be
ruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Dem
nach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wen
n die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der
Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im S
inne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der
Schluss
bestimmung
vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Ra
hmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den
Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil
des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinwei
sen
).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzu
spre
chung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der
Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
")
Gesund
heits
schädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beige
tragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anfor
de
rungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeit
punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen
kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
un
fähig
keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnos
tizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden
(
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Viel
mehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur be
stimmte
Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, de
n Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November
2015 E. 2
.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand ver
schiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch
einen strukturierten normativen
Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beur
teilt
, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vorhan
denen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinwei
sen)
. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ aus
drücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bil
der
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungs
recht
licher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen (Regel-
Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bis
lang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches
Müdig
keitssyndrom
] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und unfalladäquate HWS-Verletzungen [
Schleuder
trauma
] ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil
des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hyper
somnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom
25. Febru
ar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem
Schmer
z
syndrom
: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1). Gemäss BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung de
s strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gege
ben
en
falls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Das Bundesgericht erwog in seinem Urteil
9C_737/2011
vom 1
6.
Oktober 2012 in Sachen der Parteien, wenn eine medizinische Einschätzung der Leistungs
fähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung
stehe
, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalte
n
des Versicherten effektiv realisiert
worden sei und gemäss Ein
schätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar sei, vermöge dies ernsthafte
Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen. Das Einholen einer klären
den medizinischen Stellungnahme sei in diesen Fällen grundsätzlich unab
ding
bar. Die
A._
-Gutachter hätten zwar übereinstimmend eine Verbesserung des
Ge
sundheitszustandes festgestellt, indessen
sei die Arbeitsfähigkeit bei der beru
f
lichen Abklärung sehr viel tiefer geschätzt worden. Das kantonale Gericht habe sich mit der Diskrepanz dieser Einschätzungen befasst und sei zur Auffassung
gelangt
, dass Zweifel an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit des Beschwe
rd
e
führers angezeigt seien. Allein die diskreten Hinweise auf einen mangelnden subjektiven Eingliederungswillen würden die deutlich unterschiedlichen Ein
schät
z
ungen der Arbeitsfähigkeit
aber
nicht erklären. Zwar komme den medi
zinischen Abklärungen gegenüber den Abklärungen der Fachleute ein grösseres Gewicht zu. Die deutlich unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bedürfe jedoch einer medizinischen Klärung. Daher sei der rechtserhebliche Sach
verhalt durch Einholung einer ergänzenden
ärztlichen Stellungnahme, welche sich zu dieser Diskrepanz äussere, zu ergänzen (
Urk. 9/93 S. 5-6
).
2.2
In Nachachtung der Erwägungen im Rückweisungsurteil des Bundesgerichts ver
anlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische Abklärung bei der Begutachtungsstelle
B._
, welche ihr Gutachten am 22. August
2014 er
stattete (Urk. 9/128).
2.3
Mit seiner Eingabe vom
6.
Februar 2017 machte der Beschwerdeführer geltend,
die IV-Stelle habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie den Gutachtern Rü
ck
fragen gestellt hätte, ohne ihm die Möglichkeit zu gewähren, zu den Ant
worten Stellung zu nehmen (Urk. 1 S. 16). Bevor auf das
B._
-Gutachten ein
gegang
en wird, ist vorab aufgrund ihrer formellen Natur auf die Rüge der
Gehörs
ver
letzung
einzugehen (vgl. BGE 118
Ia
18 E. 1a).
3.
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf
rechtliches
Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu
äussern
.
Am 1
5.
Juli 2016
erliess
die IV-Stelle
einen
Vorbescheid (Urk. 9/155). Zu diesem nahm der Beschwerdeführer
unter Beilage eines Berichts des behandelnden Arztes
ausführlich Stellung (Urk.
9/163-164). Damit wurde sein Recht auf recht
liches Gehör hinreichend gewahrt. Zwar holte die IV-Stelle daraufhin eine Stellungnahme der Gutachter zum Bericht
des
Dr.
Z._
ein (Urk. 9/169). In dieser wurde jedoch mehrheitlich auf das Gutachten verwiesen, welches dem Beschwerdeführer bereits bekannt war. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin diesen Bericht dem Beschwerdeführer nicht zur Ste
llung
nahme unterbreitete.
Hinzu kommt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
eine nicht
be
sonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten kann, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor
einer Beschwerdeinstanz zu
äussern
, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts
lage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betrof
fe
nen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V E. 5.1). Eine Rückweisung an die IV-Stelle zur
Fortsetzung des
Vorbescheidverfahrens würde im vorliegenden Fall einen formalistischen Leerlauf bedeuten und lediglich dazu führen, dass das Verfahren unnötig verlängert würde, was nicht im Sinne des Beschwerdeführers sein kann. Selbst unter Annahme einer Gehörsverletzung wäre daher eine Rückweisung der Sache nicht gerechtfertigt.
4.
4.1
4.1.1
Im
B._
-Gutachten vom
2
2.
August 2014 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 9/128 S. 43)
-
Zustand nach durchgemachter
Lyme
-Borreliose Grad II 1994
-
kein Nachweis einer Neuroborreliose
-
weder anamnestisch noch gemäss Röntgendossier noch gemäss aktueller Untersuchung Zeichen einer
Lyme
-Arthritis
-
Post-Borreliose-Syndrom
-
ausgeprägte
Dekonditionierung
-
Fibromyalgie-Syndrom (DD: primär, sekundär bei Status nach
Lyme
-Borreliose, im Rahmen einer Schmerzfehlverarbeitung)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde folgende ge
nannt (Urk. 9/128 S. 43):
-
beginnender
Hallux
valgus
links
4.1.2
Im neurologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand klage über Schmerzen im unteren Rückenbereich, im Nacken und in zahlreichen Gelenken, so in den Hand-, Ellbogen-, Schulter-, Hüft-, Knie
-
und Fussgelenken.
Die Schmer
zen würden wandern. Unter Belastung würden sie stärker. Phasenweise gehe es dem Exploranden viel besser. Infolge der Schmerzen sei er mental oft vermindert belastbar. In Abhängigkeit zu den Schmerzen leide er unter
Kon
zen
trationsstörungen
. Er sei rasch erschöpfbar und habe keine Energie. Zudem habe
er Einschlafstörungen, schwitze vermehrt und habe einen raschen Puls (Urk. 9/128
S. 15).
Der Explorand bekunde trotz behutsam durchgeführter Untersuchung deutliche Schmerzen. Die Muskulatur sei
dekonditioniert
. Im Bereich der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Muskulatur fänden sich diffus ausgedehnte
Druckdo
lenzen
, am deutlichsten im Bereich der Schultergürtelmuskulatur. Der Ein-Bein-Stand sei unsicher, mit Schmerzbekundung (Urk. 9/128 S. 19).
Für eine durchgemachte Neuroborreliose fänden sich weder anamnestisch noch in der aktuellen Untersuchung Anhaltspunkte. Das Beschwerdebild entspreche einem
fibromyalgi
e
formen
Zustandsbild. Aus neurologischer Sicht liege keine objektivierbare Befundpathologie vor (Urk. 9/128 S. 24).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, aus neurologischer Sicht könne
mangels erforderlicher Objektivierbarkeit einer Funktionsstörung streng ge
nommen
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Überein
stimmend mit dem
A._
-Gutachten vom 3
0.
September 2008 sei
demnach
ein schrittweiser beruflicher Wiedereinstieg mit Zielsetzung einer mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit als zumutbar zu bezeichnen. Die von den Fachleuten der beruflichen Eingliederung bescheinigte Arbeitsunfähigkeit könne nicht mit organisch objektivierbaren Befunden begründet werden. Zu gewärtigen sei dies
bezüglich sicherlich die ausgeprägte
Dekonditionierung
(Urk. 9/128 S. 24-25).
4.1.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand klage über Schmerzen in verschiedenen Gelenken.
Tageweise gehe es recht gut. Er erkenne kein Muster der Schmerzentwicklung. Wegen der Schmerzen sei er schnell erschöpfbar, habe Mühe mit längerem Stehen und müsse sich ausruhen können. Dies ermüde ihn geistig, weshalb er unter Konzentrationsstörungen leide. Wenn er sich anstrenge, schwitze er schnell und sein Puls steige rasch an. Auf Be
rührungen reagiere er empfindlich. Manchmal habe er
Wortfindungs
stö
rung
en
.
Zeitweise sei er depressiv verstimmt, jedoch nicht so, dass er nicht damit um
gehen könnte. Sozial ziehe er sich eher etwas zurück (Urk. 9/128 S. 26-27).
Der Explorand wirke äusserlich ordentlich und unauffällig. Ins Untersu
chungs
zimmer bewege er sich eher langsam. Er sei bewusstseinsklar und allseits orien
tiert. Eine Störung der kognitiven Funktionen liege nicht vor. Der Gedan
ken
gang sei formal unauffällig. Er wirke etwas auf seine Beschwerden fixiert. Hin
weise auf Zwänge, Wahn und psychotische Phänomene seien nicht vorhan
den. Er wirke nicht verstimmt, der Affekt sei
euthym
(Urk. 9/128 S. 30).
Der Explorand habe nach einer
Lyme
-Borreliose eine diffuse Symptomatik ent
wickelt, die sich konstant mit im Vordergrund stehenden Körperschmerzen mani
festiere. Hinweise auf eine somatoforme
Genese lägen nicht vor. Wie bereits im Vorgutachten festgehalten, läge keine psychiatrische Störung vor (Urk. 9/128 S.
31-32).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten jede Tätigkeit in vollem Umfang möglich (Urk. 9/128 S. 32).
4.1.4
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde festgehalten,
d
er Explorand klage über Schmerzen an den Gelenken. Eigentliche Schwellungen, Rötungen oder
Überwärmungen
lägen nicht vor. Auch die Muskeln würden schmerzen und er leide unter vegetativen Symptomen wie Schwitzen. Er sei rasch erschöpft und leide unter Müdigkeit (Urk. 9/128 S. 33-34).
Am Schultergürtel bestünden ausgeprägte
Druckdolenzen
bis hin zu
Berüh
rungs
schmerzen
. Die Lateralflexion der Lendenwirbelsäule sei beidseits um 1/3 eingeschränkt mit endständiger Schmerzangabe. Die
Reklination
sei bei
Gegen
innervation
um gut 2/3 eingeschränkt. Die Brustwirbelsäule sei ebenfalls in der Beweglichkeit eingeschränkt.
Bei langsamer Bewegung seien die Gelenke frei beweglich (Urk. 9/128 S. 37).
Beim Exploranden liege ein Fibromyalgie-Syndrom vor, wobei offen bleibe, ob es sich um ein primäres oder sekundäres Geschehen handle. Eine zusätzliche lumbale Pathologie werde aufgrund der klinischen Untersuchungsbefunde nicht vermutet. Hinweise auf morphologische Schäden bestünden nicht (Urk. 9/128 S. 40).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aufgrund des
chronifizierten
Schmerz
syndroms
seien dem Versicherten körperliche Schwerarbeiten nicht mehr zu
mut
bar. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten könne aus rheumatologischer Sicht indes keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden.
Im Bericht der
Abklä
rungsstelle
bezüglich beruflicher Eingliederung sei erwähnt worden, dass das
Arbeitstempo und die Belastbarkeit ungenügend seien. Diese Einschränkungen
könnten aus rheumatologischer Sicht nicht begründet werden (Urk. 9/128 S. 4
1).
4.1.5
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde ausgeführt, dem Versicherten seien körperlich schwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Leichte und mittelschwere Tätigkeiten könne er jedoch zu 100
%
verrichten. Die Einschränkungen, die in der Arbeitsabklärung beschrieben würden, seien aufgrund der aktuellen klini
schen Befunde nicht nachvollziehbar (Urk. 9/128 S. 47).
4.2
4.2.1
Das
B._
-Gutachten vom 2
2.
August 2014 vermag zu überzeugen. Es basiert
auf
umfassenden und allseitigen Untersuchungen (Urk. 9/128 S. 59-61, S. 71-73
, S.
84), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 9/128 S.
49-52, S. 128, S.
80-
83) und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden (Urk. 9/128 S. 54-59). Die Gutachter haben die medizinischen Zusammenhänge einleuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Zudem nahmen sie ausführlich zur Diskrepanz zwischen der Einschätzung der Fach
leute der beruflichen Eingliederung und der medizinischen Beurteilung Stellung und hielten übereinstimmend fest, die im Arbeitsabklärungsbericht geschil
der
ten Einschränkungen seien medizinisch nicht erklärbar.
4.2.2
Der Beschwerdeführer macht geltend, das Gutachten sei fachlich mangelhaft, nicht nachvollziehbar und in sich widersprüchlich. Aus der Stellungnahme des
Dr.
Z._
vom 19. Januar 2017 gehe hervor, dass die Gutachter falsche Diagno
sen gestellt hätten (Urk. 1).
In seiner Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2017 legt
e
Dr.
Z._
mit Verweisen auf diverse Literaturstellen dar, weshalb seiner Ansicht nach
vom neurologischen Gutachter zu Unrecht kein
Postlyme
-Syndrom diagnostiziert wurde. Zudem
wies
er darauf hin, dass im Gegensatz dazu im rheumatologischen Gutachten von
einem
Postlyme
-Syndrom ausgegangen werde, was widersprüchlich sei (Urk
. 3/3).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neu
rologie, in seinem Teilgutachten lediglich ausführte, dass beim Beschwerde
füh
rer das Vorliegen einer Neuroborreliose ausgeschlossen werden könne. Hinsicht
lich des
fibromyalgi
e
formen
Zustandsbildes verwies er auf das r
heumatologi
sch
e Teilg
utachten und bemerkte, dass bezüglich der klinischen Relevanz des Post-Borreliose-Syndroms die Meinungen in Fachkreisen geteilt seien. Unabhängig davon liege aus neurologischer Sicht keine objektivierbare Befundpathologie vor (Urk. 9/128 S. 24).
Als Neurologe kam
Dr.
C._
im Rahmen des
Gut
achtensauftrags
die Aufgabe zu, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus Sicht seiner Fachrichtung zu beurteilen. Dies unabhängig davon, ob vom behandelnden Arzt
ein neurologisches Leiden attestiert wurde.
Dieser Aufgabe kam er kompetent nach und legte schlüssig dar, dass beim Beschwerdeführer keine objektivierbaren neurologischen Einschränkungen bestünden.
Diese Ein
schät
z
ung deckt sich im Übrigen mit derjenigen des neurologischen Gutachtens im Vorgutachten aus dem Jahr 2008
(Urk. 9/48 S. 8).
Dass der rheumatologische Gutachter
offen liess, ob es sich beim Fibromyalgie-Syndrom um ein primäres oder sekundäres Krankheitsgeschehen handle, steht nicht im Widerspruch zur Beurteilung des Neurologen. Dieser hatte ja diesbezüglich
ausdrücklich
auf die Einschätzung des Rheumatologen verwiesen und lediglich das Vorliegen einer Neuroborreliose mit Sicherheit ausgeschlossen.
Auch im Umstand, dass dem Be
schwerdeführer für schwere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit und für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, liegt kein Widerspruch. Da der Beschwerdeführer unter Gelenkschmerzen leidet, er
scheint es folgerichtig, ihm keine Tätigkeiten zuzumuten, die eine übermässige Belastung
der Gelenke beinhalten
würde
.
Entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers
ist das Gutachten daher weder widersprüchlich noch
weist
es
fach
liche Mängel auf.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es
hätten neuropsychologische Ab
klärungen durchgeführt und ein
Infektiologe
beigezogen werden müssen. Weil dies unterlassen worden sei, sei das Gutachten unvollständig und nicht beweis
kräftig
(
Urk.
1).
Gemäss ständiger Rechtsprechung kommt den Gutachtern – was die Wahl der Untersuchungsmethoden betrifft – ein weiter Ermessensspielraum zu. Das bein
haltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärungen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der
Beizug
weiterer Experten not
wendig ist oder nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2014 vom 30. Januar 2015 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer gab gegenüber den Gutachtern an, er leide schmerzbedingt unter Konzentrationsstörungen und einer verminderten menta
len Belastbarkeit. Eine Neuroborreliose sowie objektivierbare neurologische Ein
schränkungen waren nicht
eruierbar
. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersicht
lich, inwiefern eine neuropsychologische Abklärung weitere Erkenntnisse
hätte bringen könn
e
n
.
Nicht schlüssig erscheint auch,
weshalb
ein
infektiologisches
Gutachten
notwendig sein sollte, da beim
Beschwerdeführer keine Infektion m
ehr
vor
liegt
(Urk. 9/163 S.
3).
Wie der Beschwerdeführer selber ausführt (Urk. 1 S.
24),
ist in vorliegendem Verfahren nicht von Relevanz, ob zwischen den all
fälligen Zeckenbissen und den gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerde
führers eine Kausalität besteht. Es ist einzig die F
rage zu beantworten, ob es sich
um ein invalidisierendes Leiden handelt. Daher erübrigt sich eine
infek
tio
logische
Stellungnahme dazu, ob zwischen den Beschwerden und den
Erreger
infektionen
ein Zusammenhang besteht.
Im Übrigen war
en
bereits im
A._
-Gut
achten vom
3
0.
September 2008 weder eine neuropsychologische Beurteilung noch
eine
infektiologische
Untersuchung durchgeführt worden, was vom Bun
des
gericht in seinem Urteil vom 1
6.
Oktober 2012 nicht
bemängelt
wurde (Urk. 9/93).
Auch unter diesem Titel ist das
B._
-Gutachten vom 2
2.
August 2014 daher nicht zu beanstanden.
4.3
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor,
sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert,
weshalb kein Revisionsgrund vorliege (Urk. 1 S. 25).
Bereits im Urteil vom 1
0.
August 2011 legte das hiesige
Sozialversiche
rungs
gericht
ausführlich dar,
wie
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten materie
llen Beurteilung verbesserte
(Urk. 9/88 E. 3.3.2). Da die Gutachter in ihrer ergänzenden Stellungnahme zum aktuellen Gutachten vom 2
2.
August 2014 übereinstimmend festhielten, seit der Begutachtung im Jahr 2008 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verändert (Urk. 9/137 S. 3), kann auf die damaligen Ausführungen verwiesen werden.
Selbst wenn indes davon ausgegangen würde, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache nicht verändert hätte,
wäre vor
liegend eine Überprüfung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers zu
lässig
.
Aus den früheren Arztberichten ergibt sich, dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndro
ma
len
Beschwerdebildes erfolgte. Im Bericht vom 25. März 1999 beschrieb
Dr.
Z._
einen Status nach
Lyme
-Borreliose II des Bewegungsapparates mit
f
i
bromyalgieformen
Beschwerden und Konzentrationsstörungen (Urk. 9/6). Die behandelnden Ärzte der Rheuma- und Rehabilitationsklinik
D._
stellten im Bericht
vom 3. August 1998 die Diagnose
eines generalisierten,
weichteilrheu
matischen
und panvertebralen Schmerzsyndroms mit ausgeprägter vegetativer Begleitsymptomatik (Urk. 9/6 S. 7-10). Am 18. Mai 2000 hielt
Dr.
Z._
gegen
über dem Unfallversicherer fest, im Vordergrund stünden beim Beschwerde
füh
rer weiterhin und in
unveränderten Ausmass die
fibromyalgieformen
Sc
hmerzen vor allem an den oberen und unteren Extremitäten, die sehr von der Belastung abhängig seien und den Beschwerdeführer bei Tätigkeiten mit den Armen/Hän
den, aber auch beim Stehen einschränkten (Urk. 9/20 S. 3). Gestützt auf diese Arztberichte wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
4.
Juli 2001 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (Urk. 9/29). Da bereits damals kein hinrei
chendes organisches Korrelat für die Symptome gefunden wurde, steht fest, dass vorliegend
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision zur Anwendung gelangt, womit eine freie Überprüfung des Rentenanspruchs, unabhängig von einer all
fällig eingetretenen gesundheitlichen Veränderung, möglich ist.
5.
5.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht von der Rechtsprechung, wonach die somatoforme Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen
vermu
tungsweise
mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
solcher
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet: An die Stelle des bis
herigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und
ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Sta
nd
ardindikatoren
. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Gutachten genüge de
n Anforderungen an diese Rechtsprechung nicht (Urk. 1). Gemäss höchst
richter
licher Rechtsprechung verlieren indes b
ereits vor der Rechtsprechungsänderung eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung zu entscheiden, ob auf die vorhandene
Beweis
grundlage
abgestellt werden kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist deshalb die Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
anhand der vom Bundes
gericht genannten Indikatoren zu prüfen.
5.2
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen.
Zwar wurde im Gutachten auf ein
chronifiziertes
Krankheits
ge
scheh
en
hingewiesen (Urk. 9/128 S. 40). Gleichzeitig wurde jedoch festgehalten, dass trotz ausgeprägter
Dekonditionierung
weder ein
regelmässiges
Heimpro
gramm
noch ein muskuläres Aufbautraining absolviert werde (Urk. 9/128 S. 36).
Angebote zur beruflichen W
ie
dereingliederung nahm der Beschwerdeführer bereits in der Vergangenheit nicht wahr (Urk. 9/67 S. 2) und verwies darauf, dass ihm dies auch gemäss Einschätzung seines behandelnden Arztes nicht zu
mutbar sei. Obwohl i
hm
im
B._
-
Gutachten
eine Arbeitsfähigkeit bescheinigt
wurde, war er nicht bereit, an
Eingliederungsmassnahmen
teilzunehmen, die ei
ne
mehr als 30%ige Anwesenheit
erfordert hätten (Urk. 9/155). Im Gutachten wurde
darauf hingewiesen, dass berufliche
Massnahmen
aufgrund der
Krank
heits
überzeugung
des Beschwerdeführers nicht umsetzbar seien (Urk. 9/128 S. 48). Zu berücksichtigen ist ferner, dass weder
psychiatrische noch somatische
Be
gleiterkrankungen
festgestellt
werden konnten
(Urk.
9/128 S. 43
).
5.3
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass weder eine auffällige Persönlichkeitsstruktur noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde (Urk. 9/
128 S. 30-31
). Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ kann auf durchaus vorhandene Ressourcen de
s
Beschwerdeführer
s
geschlossen werden.
So lebt
er
in einer
Partnerschaft
,
pflegt Kontakte zu seinen Eltern und Kollegen (Urk. 9/128 S. 28-29)
. Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsi
stenz ist
schliesslich
zu erwähnen, dass
er viele verschiedene Interessen hat und diversen Freizeitaktivitäten nachgeht. So repariert er elektronische Geräte für sich und seine Freunde, beschäftigt sich mit photographischer
Bild
bearbeitung
, interessiert sich für Musik und hat auf seinem Computer ein kleines Tonstudio eingerichtet. Mit diesem stellte er für seinen Bruder bereits drei
CD’s
zusammen. Zudem informiert er sich über technische und künstle
rische Bereiche (Urk. 9/128 S. 28).
5.4
Unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtlichen
Standard
indi
katoren
sind erhebliche funktionelle Auswirkungen der Fibromyalgie nicht schlüssig mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Aufgrund der Chronifizierung der Beschwerden ist jedoch eine gewisse Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit zu bejahen, weshalb mit de
n
B._
-Gutachte
r
n von einer
mindestens
80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen ist.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege
n
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Die IV-Stelle stützte sich zur Berechnung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
ge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), wobei sie vom angegebenen Lohn als Elektroniker ausging (Urk. 9/158). Da der Beschwerdeführer über eine abge
schlossene Lehre als Audio-Video-Elektroniker verfügt, jedoch in diesem Be
reich nur sehr kurz angestellt war (
Urk.
9/7), erscheint es gerechtfertigt, zur Bestimmung des Valideneinkommens auf die L
SE abzustellen. Bei Eintritt des Gesundheitsschadens war
d
er Beschwerdeführer lediglich mit einem Beschäfti
gungsgrad von 50 % tätig (
Urk.
9/20 S. 57), wobei aus den Unterlagen her
vorgeht, dass er Teilzeit arbeitete, weil er genügend Zeit für seine Freizeit
beschäftigungen haben wollte (Urk. 9/48 S. 10). Es erscheint daher fraglich, ob es gerechtfertigt ist, beim Valideneinkommen von einem Lohn eines
Voll
zeit
erwerbstätigen
auszugehen. Diese Frage kann offen gelassen werden, da auch unter Annahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall kein An
spruch auf eine Invalidenrente resultiert, wie nachstehende Erwägungen zeigen.
Ausgehend von einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 5‘838
.--
(LSE 2012, T17,
Ziff.
74)
und einem Beschäftigungsgrad von 100 %
ergibt
sich
unter Berück
sichtigung
der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, A-S)
sowie angepasst an die Entwicklung der Nominal
löhne für männliche Arbeitskräfte von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘239 Punkte im Jahr 2016
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit
und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men
und
Arbeits
ko
sten
“ publizierten
Lohnentwick
lungsdaten
)
ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 74‘736.-- (
Fr.
5‘838.-- / 40 x 41,7 x 12 / 2‘188 x 2‘239).
Damit ist dem
Ein
kommensvergleich
ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Das Abstellen auf die
Lohnstatistik
erfolgt bloss
subsidiär, das heisst
diese darf nur dann beigezogen werden
, wenn eine Ermittlung des
Invaliden
einkommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des
Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen
. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem all
gemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichs
einkommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, ist auf
den Lohn für
praktische Tätigkeiten
(Zentralwert), Kompetenzniveau
2
, abzustellen und somit
von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 5‘633.
--
auszu
ge
hen (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, TOTAL,
Kompe
tenzniveau
2
).
Auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominal
löhne für
männli
che
Arbeitskräfte von 2‘
188
Punk
ten im Jahr 2012 auf
2‘239
Punkte im Jahr
2016
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin
.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men
und Arbeitskosten“ publizierten
Lohn
entwick
lungsdaten
)
ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
8
0 %, welcher de
m
Besch
werdeführer
zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
57‘689
.-- (Fr.
5‘633
.-- / 40 x 41,7 x 12 / 2‘
188
x 2‘
239
x 0,
8
).
Bei
Gewährung eines
grosszügig
bemessenen
behinderungsbedingten Abzugs von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 51‘920.-- (Fr. 57‘689.-- x 0,9).
6.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
51‘920.-- resultiert im Vergleich zum Validenein
kommen von
Fr.
74‘736
.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 22‘816.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 31 % entspricht.
6.5
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom
3.
Januar 2017
im Resultat
nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
9
00.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
vom Beschwerdeführer
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).