Decision ID: 656a3245-48e8-4fca-87c8-260598ec9ccb
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
Der 1984 geborene Beschwerdeführer war als Polymechaniker angestellt
und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er gemäss Bagatellunfall-Meldung am 13. No-
vember 2019 bei Haushaltsarbeiten stolperte und sich am rechten Fussge-
lenk eine Prellung zuzog. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leis-
tungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis und richtete die gesetzli-
chen Leistungen in Form von Taggeldern und Heilbehandlungen aus. Nach
medizinischen Abklärungen und dem Einholen kreisärztlicher Stellungnah-
men stellte sie die Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 14. Dezem-
ber 2021 per 30. November 2021 ein, weil die noch geklagten Beschwer-
den, soweit der Unfall natürlich kausal dafür sei, organisch nicht objektivier-
bar seien und jedenfalls in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum
Unfall stünden. Die dagegen erhobene Einsprache wies die Beschwerde-
gegnerin mit Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 ab.
2.
2.1.
Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 erhob der Beschwerde-
führer mit Eingabe vom 9. Juni 2022 fristgerecht Beschwerde, reichte wei-
tere medizinische Berichte zu den Akten und stellte folgende Rechtsbegeh-
ren:
"1. Der Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 sei aufzuheben.
2. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei abzuklären und im Nachgang sei nochmals über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Unfallversi- cherungsleistungen zu entscheiden.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde- gegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 20. Juli 2022 beantragte die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde; gleichzeitig reichte sie eine kreisärztli-
che Beurteilung von Dr. med. B., Fachärztin für Chirurgie, vom 13. Juli
2022 ein.
2.3.
Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 25. August 2022 an seinen be-
schwerdeweise gestellten Anträgen fest.
- 3 -

Considerations:
Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen
Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 13. November 2019 zu
Recht mit Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 per 30. November 2021
eingestellt hat (Vernehmlassungsbeilage [VB] 145).
2.
2.1.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(BGE 129 V 177 E. 3 S. 181). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Ein-
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden
Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiese-
ner Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitge-
hend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2 S. 111 f.;
127 V 102 E. 5b/bb S. 103; Urteil des Bundesgerichts 8C_375/2010 vom
4. August 2010 E. 3.1).
Sind die geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, aber nicht orga-
nisch objektiv ausgewiesen, so ist die Adäquanz hingegen besonders zu
prüfen. Hierfür ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und
es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen.
Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche die
Anwendung der sog. Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so
sind hierbei die mit BGE 117 V 359 eingeführten und durch BGE 134 V 109
präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht an-
wendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psychi-
sche Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden
(sog. Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), anzuwenden (vgl. BGE 138 V 248
E. 4 S. 250 f. mit Hinweisen). Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Un-
fall werden die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte
geprüft (BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140; sogenannte Psycho-Praxis).
2.2.
Die Adäquanzprüfung zwischen dem Unfallereignis und den geklagten ge-
sundheitlichen Beschwerden hat im Zeitpunkt des Fallabschlusses zu er-
folgen. Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen
nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden
kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorüberge-
henden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine In-
validenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen
- 4 -
(vgl. BGE 134 V 109 E. 3 ff. S. 112 ff.; 133 V 64 E. 6.6.2; RKUV 2006 U 571
S. 82). Unter namhafter Besserung ist die zu erwartende Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt,
zu verstehen. Dabei muss die zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen,
während unbedeutende Verbesserungen nicht genügen. Bei Anwendung
der Psycho-Praxis stellen behandlungsbedürftige psychische Gesundheits-
schäden kein Hindernis für den Fallabschluss dar (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 4.1).
3.
3.1.
In ihrem Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022 stützte sich die Beschwer-
degegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die kreisärztli-
chen Aktenbeurteilungen von Dr. med. B. vom 29. März 2021, vom 1. Ok-
tober 2021 sowie vom 5. November 2021.
3.1.1.
Dr. med. B. stellte in Ihrer Beurteilung vom 29. März 2021 die folgende Di-
agnose (VB 92 S. 3):
"Chronische Schmerzen Unterschenkel rechts bei Z. n. Kontusion mit prä- tibialem Hämatom vom 13.11.2019 - Hämatom Inzision am 19.11.2019"
Sie hielt zusammenfassend fest, dass aus unfallkausaler Sicht keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden könne.
Dem Beschwerdeführer könne die angestammte Tätigkeit als Polymecha-
niker nicht mehr zugemutet werden. Für eine mittelschwere, wechselbelas-
tende Tätigkeit sei ab sofort aus unfallkausaler Sicht eine volle Arbeitsfä-
higkeit gegeben (VB 92 S. 3).
3.1.2.
In der ergänzenden Beurteilung vom 1. Oktober 2021 hielt Dr. med. B. fest,
dass es unter Berücksichtigung der seit der letzten Beurteilung eingegan-
genen Berichte der Spezialisten (Neurologie und Orthopädie) der C., die
für die weiterhin bestehenden Schmerzen keine Erklärung gefunden hät-
ten, dabei bleibe, dass aus unfallkausaler Sicht keine namhafte Besserung
des Gesundheitszustands mehr erwartet werden könne. Aus unfallkausaler
Sicht könne dem Versicherten die Tätigkeit als Polymechaniker wieder zu-
gemutet werden (VB 115).
3.1.3.
Am 5. November 2021 führte Dr. med. B. aus, dass nach ihrer Beurteilung
vom März 2021 weitere Abklärungen getätigt worden seien, die bestätigt
hätten, dass keine objektivierbaren strukturellen Folgen vorliegen würden,
die die Restbeschwerden erklären könnten, sodass die Zumutbarkeit nicht
mehr eingeschränkt werden müsse und somit dem Beschwerdeführer die
- 5 -
angestammte Tätigkeit zugemutet werden könne. Subjektive Schmerzen
ohne objektives Korrelat würden keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in angestammter Tätigkeit bedingen (VB 120 S. 1).
3.2.
3.2.1.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
3.2.2.
Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-
dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im
Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-
nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c
S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.
und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).
3.2.3.
Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im
Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen
Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-
besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-
licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-
nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-
verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen
ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts
8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember
2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
4.
4.1.
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegne-
rin habe in unzulässiger Weise auf die kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr. med. B. abgestellt (vgl. Beschwerde S. 5 ff.; Replik).
4.2.
Die Aktenbeurteilungen von Dr. med. B. (vgl. E. 3.1. hiervor) sind in sich
schlüssig und plausibel begründet. Die Akten beruhen auf verschiedenen
- 6 -
persönlichen Untersuchungen sowie Bildgebungen und ergeben ein voll-
ständiges Bild (vgl. E. 3.2.3. hiervor). Dr. med. B. kam in Kenntnis der
Vorakten sowie der angegebenen Beschwerden in ihrer Aktenbeurteilung
vom 5. November 2021 nachvollziehbar begründet zum Schluss, dass
keine objektivierbaren strukturellen Folgen vorliegen würden, die die Rest-
beschwerden des Beschwerdeführers erklären könnten. Daher ist auch
nicht zu beanstanden (vgl. Beschwerde S. 5), dass Dr. med. B. von ihrer
im März 2021 abgegebenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit abwich und gestützt auf weitere Abklärungen schlüssig
begründet ausführte, dass subjektive Schmerzen ohne objektives Korrelat
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit aus
unfallversicherungsrechtlicher Sicht bedingen würden (VB 120 S. 1).
Die Einschätzung von Dr. med. B. stimmt sodann mit den weiteren Akten
überein. Am 7. Oktober 2020 erfolgte eine Konsultation in der neuromus-
kulären Sprechstunde, D., bei Verdacht auf ein Narbenneurom. In seiner
Beurteilung hielt Oberarzt E., Facharzt für Neurologie, D., fest, dass die
chronifizierten Schmerzen mit strenger belastungsabhängiger Schwellung,
lokaler Druckdolenz, drückender Schmerzqualität und Schmerzfreiheit in
Ruhe (z.B. während den Ferien) sowie der unauffälligen Elektrophysiologie
gegen eine neuropathische Schmerzursache im Sinne eines Neuroms
sprechen würden. Korrelierend hätten sich auch keine Hinweise im MRI
gefunden (VB 48 S. 1 f.). Auch in der Nervensonographie des Nervus pe-
roneus rechts ergaben sich gemäss PD Dr. med. F., Facharzt für Neurolo-
gie, D., keine Auffälligkeiten aus neurosonographischer Sicht, welche die
Beschwerden erklären würden (VB 49 S. 1). Dies bestätigte sich ebenso
im Nervenultraschall vom 20. Mai 2021 bei Dr. med. univ. G., Facharzt für
Neurologie, C., der angab, keine Hinweise auf ein Neurom gefunden zu
haben (VB 100 S. 2). Im Austrittsbericht der H. vom 5. März 2021 wurde
sodann festgehalten, dass sich das Ausmass der demonstrierten physi-
schen Einschränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden
nur ungenügend erklären lasse (VB 89 S. 5). Daraufhin erfolgten zur wei-
teren Klärung der Beschwerdeursache verschiedene Konsultationen in der
C.: In der Erstkonsultation am 13. April 2021 hielt Dr. med. I. fest, dass er
eine ossäre Ursache, welche chirurgisch zu adressieren wäre, weitgehend
ausschliessen könne. Die Beschreibung der Symptome passe eher zu ei-
nem neurologischen Problem (VB 97). In der Folge fand am 29. April 2021
die erste Konsultation in der Neurologie statt. Dr. med. J., Fachärztin für
Neurologie, führte aus, dass sich die grossen bemarkten Beinnerven elekt-
rophysiologisch beidseits normwertig ableiten liessen (VB 99 S. 2). Im
Sprechstundenbericht zur Konsultation vom 20. Mai 2021 hielt
Dr. med. univ. G. fest, dass nervensonographisch eine normale Darstel-
lung des Nervus peroneus superficialis rechts distal ab seinem Durchtritt
durch den Muskel bis zur Malleolarlinie vorliege und insbesondere keine
Hinweise auf ein Neurom gegeben seien. Zumal es im Anschluss an die
sonographisch gut gelungene Blockade des Nervus peroneus superficialis
- 7 -
zu keiner Taubheit im typischen Versorgungsgebiet gekommen sei, emp-
fahl er die Wiederholung in zwei Wochen (VB 100 S. 2). An der Telefon-
konsultation vom 18. Juni 2021 habe der Beschwerdeführer berichtet, dass
anlässlich des am 3. Juni 2021 durchgeführten Nervenultraschalls (VB 101
S. 1) im Anschluss an die Blockade des Nervus peroneus superficialis
rechts das distale Versorgungsgebiet der Nerven zwar komplett einge-
schlafen sei, er aber auch weniger Kraft und deswegen auch beim Gehen
Schwierigkeiten gehabt habe. Es sei nur eine geringe Komponente der
Schmerzen, nämlich jene am distalen Unterschenkel, geringer gewesen.
Dafür seien die Hauptschmerzen im Bereich des "Sprunggelenkes" deutlich
ausgeprägter gewesen. Das Ergebnis spreche dafür, dass der distale Ner-
vus peroneus superficialis im Schmerzprozess eine eher untergeordnete
Rolle spiele. Dr. med. univ. G. empfahl deshalb eine fusschirurgische Be-
urteilung zur Klärung der Frage, inwieweit eine Sprunggelenkspathologie
vorliege (VB 104 S. 1). Im MRI vom 12. August 2021 wurde ein kleiner
Knorpelschaden im oberen Sprunggelenk an der anterioren Tibia-kante di-
agnostiziert, jedoch hielten Assistenzarzt K. und Dr. med. L., Facharzt für
Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, C., in ihrem Bericht zur Sprechstunde in der Fusschirurgie
vom 12. August 2021 fest, dass bildgebend eine strukturelle Verletzung des
oberen Sprunggelenks oder der periartikulären Sehnen und Bandstruktu-
ren ausgeschlossen werden könne. Entsprechend würde sich aus fusschi-
rurgischer Sicht keine Indikation für eine orthopädisch-chirurgische Be-
handlung ergeben (VB 107 S. 2).
Bei damit durchwegs bestätigten fehlenden objektivierbaren strukturellen
Befunden der Restbeschwerden des Beschwerdeführers vermag auch die
Bemerkung von Assistenzarzt K. und Dr. med. L., wonach bezüglich der
anhaltenden Irritation und Schmerzproblematik bei ätiologisch nicht ab-
schliessend geklärter Schmerzproblematik am distalen Unterschenkel ein
gewisser Leidensdruck gegeben sei, weshalb eine berufliche Umorientie-
rung empfohlen werde (VB 107 S. 2), die Beurteilung von Kreisärztin
Dr. med. B. entgegen dem Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 6 f.)
nicht in Frage zu stellen.
4.3.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der Regionale Ärztliche Dienst
(RAD) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) vertrete zudem
ebenfalls die Ansicht, dass ihm die angestammte Tätigkeit nicht mehr zu-
mutbar sei und er auf eine leidensangepasste Tätigkeit angewiesen sei
(vgl. Beschwerde S. 7), ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung als
finale Versicherung – anders als die Unfallversicherung – auch für Gesund-
heitsschäden einzustehen hat, die nicht auf einen Unfall zurückzuführen
sind (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_19/2021 vom
27. April 2021 E. 6 mit Hinweisen). Zudem entfaltet die Invaliditätsschät-
- 8 -
zung der Invalidenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer und um-
gekehrt keine Bindungswirkung (vgl. BGE 133 V 549 E. 6 S. 553 ff.). Der
Beschwerdeführer vermag damit aus der von der Invalidenversicherung
vertretenen Ansicht bezüglich der Zumutbarkeit der angestammten Tätig-
keit (VB 155) für den vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten abzulei-
ten.
4.4.
Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen des Be-
schwerdeführers noch den medizinischen Akten Hinweise, welche auch nur
geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der kreisärztlichen
Aktenbeurteilungen von Dr. med. B. vom 29. März 2021, vom 1. Oktober
2021 sowie vom 5. November 2021 erwecken könnten (vgl. E. 3.1. hiervor).
Die besagten Aktenbeurteilungen erfüllen demnach die Anforderungen der
Rechtsprechung an beweiskräftige medizinische Stellungnahmen
(vgl. E. 3.2.1. hiervor). Der medizinische Sachverhalt erscheint vor diesem
Hintergrund hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen (vgl.
Beschwerde S. 6 f.; Replik) in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten
ist, da von diesen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 127
V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4). Dem-
nach ist davon auszugehen, dass der Unfall vom 13. November 2019 mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109
E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) keine objekti-
vierbaren strukturellen Schädigungen zeitigte. Für allfällige in einem natür-
lichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 13. November 2019 ste-
hende organisch nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden wäre – wie
die Beschwerdegegnerin nach Lage der Akten zu Recht darlegte und der
Beschwerdeführer nicht bestreitet – das Ereignis vom 13. November 2019
jedenfalls nicht adäquat kausal (VB 145 S. 10 f.).
Mangels unfallkausaler Beschwerden über den 30. November 2021 hin-
aus, kann damit entgegen dem Beschwerdeführer nicht davon ausgegan-
gen werden, dass er aufgrund solcher am 3. und 29. Dezember 2021 ge-
stürzt sei (vgl. Beschwerde S. 6; Replik S. 2). Die Beschwerdegegnerin
nahm daher diese Ereignisse korrekterweise als neue Schadenereignisse
auf (vgl. Vernehmlassung S. 2 f.). Indem sie auf die MRI-Resultate vom
10. und 11. März 2022 und den Bericht der M. vom 28. April 2022, die die
Folgen der Stürze im Dezember 2021 betreffen und welche auch gemäss
der Beurteilung der Kreisärztin Dr. med. B. vom 13. Juli 2022 nicht im Zu-
sammenhang mit dem Unfallereignis vom 13. November 2019 stehen wür-
den, nicht weiter einging, verletzte sie sodann auch nicht ihre Untersu-
chungspflicht (vgl. Replik S. 1).
Zusammenfassend ist die mit Einspracheentscheid vom 6. Mai 2022
(VB 145) per 30. November 2021 erfolgte Leistungseinstellung durch die
Beschwerdegegnerin folglich nicht zu beanstanden.
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5.
5.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG).
5.3.
Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-
zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch
auf Parteientschädigung zu.