Decision ID: 5b939656-7780-49b0-83c0-a12f6dc1f819
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Februar/7. März 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei von Beruf [...] und sei seit September 1997 als [...]
tätig. Seit einem Autounfall am _ März 2009 bestünden diverse gesundheitliche
Beeinträchtigungen in Form von latent vorhandenen Kopfschmerzen, häufig
auftretendem Schwindel, blockierenden Nackenschmerzen, Augenschmerzen und
Übelkeit (IV-act. 1 und 3).
A.b Gemäss dem polizeilichen Bericht war der Versicherte beim Unfall auf der
Autobahn mit gegenüber 120 km/h nur wenig verringerter Geschwindigkeit in ein vor
ihm verunfalltes Auto gestossen (vgl. IV-act. 68-12). Nach Angaben des Kantonsspitals
L._ vom 17. März 2009 (UV-Akten) war er beim Unfall angegurtet gewesen, doch
habe der Airbag nicht ausgelöst. Der Versicherte sei nicht bewusstlos gewesen und
habe ein HWS-Schleudertrauma mit dislozierter basisnaher Dornfortsatz-Fraktur HWK6
und eine nicht dislozierte Sternum-Korpusfraktur erlitten. Der Gesichtsschädel sei
unauffällig gewesen. Der Versicherte habe am _ März 2009 [Unfalltag plus 2] ohne
auffällige Neurologie in den oberen Extremitäten aus der Hospitalisation entlassen
werden können. - Dr. med. B._, FMH für Allgemeinmedizin, hatte am 25. März 2009
berichtet, der Verlauf sei günstig, am 23. April 2009 dann, es sei nur eine zögerliche
Besserung eingetreten. Es bestünden eine stark verspannte Muskulatur im
Nackenbereich und konsekutiv Kopfweh und eine Konzentrationsstörung, selten
Schwindel. Mitte April 2009 waren cervico-cephale Schmerzen, Schwindel und
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praktisch dauernde Kopfschmerzen aufgetreten. Eine neurologische Untersuchung
ergab gemäss einem Bericht von Dr. med. C._, Neurologie FMH, vom 5. Juni 2009
(UV-Akten), dass eine progrediente rechtsbetonte Cervico-Brachialgie bei unter
anderem Verdacht auf Kopftrauma, muskulärem cervico-brachialem
Überlastungssyndrom und Verdacht auf Commotio spinalis bestehe. Für
neuropsychologische oder psychiatrische Behandlungen bestehe zurzeit keine
Indikation. Eine neuropsychologische Untersuchung in der Klinik D._ zeigte gemäss
dem Bericht vom 15. Juli 2009 in der Folge ein insgesamt hohes kognitives
Leistungspotential, das zurzeit nicht vollständig umgesetzt werden könne.
Hauptsächlich die attentionalen Fähigkeiten und die kognitive Flexibilität seien klar
unter dem sonstigen Niveau. Es sei davon auszugehen, dass die Defizite nicht
hirnorganischen Ursprungs seien, sondern im Zusammenhang mit der physischen
Problematik stünden. Der Versicherte sei in einem Erschöpfungszustand mit
verminderter Stressresistenz. Es sei wichtig, dass der Arbeitswiedereinstieg
schrittweise geplant werde und möglichst ohne Druck des Arbeitgebers stattfinde. Am
6. Mai 2010 hatte Dr. B._ angegeben, der Versicherte leide nur bei vermehrter
Belastung an Nackenverspannung, seit einer Therapie praktisch täglich an Schwindel,
Übelkeit, Kopfdruck und Augenschmerzen. Unter einem Wechsel der Therapie sei nur
eine langsame Besserung erreicht worden. Vom 20. Juli 2009 bis zum 6. Dezember
2009 sei der Versicherte zu 80 %, anschliessend bis zum 21. März 2010 zu 70 % und
bis zum 5. April 2010 nochmals zu 100 % arbeitsunfähig gewesen; seither sei er wieder
zu 70 % arbeitsfähig. Es sollte möglichst wenig Bildschirmarbeit vorkommen.
A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt in einem
Gesprächsprotokoll vom 21. April 2011 (IV-act. 15) fest, Dr. med. E._, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin FMH [Dr. B._s Praxisstellvertretung], habe als Diagnosen
unter anderem einen St. n. SHT [Schädel-Hirn-Trauma] Grad I mit Teilausfall des
Gleichgewichtsorgans links, posturaler Instabilität und wechselnden muskulären
Beschwerden angegeben. Nach ihren Angaben habe es sich klar gezeigt, dass sich vor
allem die Bildschirmtätigkeit auf die Augenschmerzen nachteilig auswirke und sie die
Arbeitsfähigkeit mindere. Eine volle Arbeitsfähigkeit zu erreichen, sei bei reduzierter
Bildschirmarbeit potentiell wahrscheinlich möglich. Der Versicherte sei wieder
(teilweise) eingegliedert. Im beigelegten Bericht vom 14. März 2011 an das Case
Management der F._ (IV-act. 16) hatte die Ärztin unter anderem angegeben, die
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Augenschmerzen träten vor allem beim Fixieren auf. Häufig bestünden auch
Schwindelbeschwerden; der Kopfschmerz sei latent dauernd vorhanden, sei aber
unterschiedlich ausgeprägt. Bei starken Belastungen träten gehäuft Nackenschmerzen
auf. Es komme auch zu Übelkeit. Dr. B._ präzisierte und ergänzte die protokollierten
telefonischen Angaben am 28. April 2011 (IV-act. 18) dahingehend, dass der
Versicherte ab 1. April 2011 zu 60 % in der angestammten Tätigkeit mit
vorherrschender Bildschirmarbeit tätig gewesen sei, wegen einer Zunahme der
Beschwerden ab 1. Mai 2011 noch zu 50 %. Seit dem 4. Dezember 2010 nun arbeite er
zu 50 % in einer Tätigkeit mit wenig Bildschirmarbeit. Mit einer verminderten
diesbezüglichen Tätigkeit könnte sehr wahrscheinlich eine (weit) höhere
Arbeitsfähigkeit erreicht werden.
A.d In ihrer Arbeitgeberbescheinigung vom 26. April 2011 (IV-act. 17) gab F._ an, der
Versicherte sei vom September 1997 bis 10. März 2009 als [...] tätig gewesen. Sein
Lohn seit Januar 2011 betrage pro Jahr Fr. 124'572.--. Der Arbeitsversuch (vom 20. Juli
2009 bis 21. März 2010) am bisherigen Arbeitsplatz sei gescheitert, ein späterer
Versuch vom 6. April 2010 bis 30. Juni 2010 ebenfalls. Vom 11. Oktober 2010 bis 31.
März 2011 habe ein weiterer Arbeitsversuch im G._ mit 60 % Tätigkeit stattgefunden,
während welchem der Versicherte einen [...]kurs besucht habe. Die Arbeit verlange
unter anderem neben analytischen Fähigkeiten geistige Leistungen in den Bereichen
[...]strategie, [...]taktik und [...]technik.
A.e Im Ergebnisprotokoll nach Assessmentgespräch wurde am 2. September 2011 (IV-
act. 23) festgehalten, die Leistung des Versicherten mache gemäss einer
Arbeitsplatzabklärung vom 24. August 2011 bei einer Präsenz von 50 % zwischen 35
und 40 % aus. - Bei der Arbeitsplatzabklärung waren nebst dem Versicherten und der
IV-Eingliederungsberaterin fünf Personen, darunter (nebst etwa [...]) Dr. med. H._,
Facharzt für Neurologie [...], Kliniken I._, anwesend gewesen.
A.f In einem Bericht vom 3. November 2011 zuhanden der Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle (IV-act. 35-1 bis 15) benannte Dr. H._ als Hauptdiagnosen eine diffuse
axonale Hirnverletzung, ein HWS-Beschleunigungstrauma, ein hirnorganisches
Psychosyndrom mit neurokognitiven Einschränkungen in den Bereichen Konzentration,
Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen sowie einen traumatischen Ausfall im linken
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Vestibularorgan (Utriculus und Sacculus). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien eine blande Hemiparese rechts und eine Hemihypästhesie/-algesie rechts. Der
Versicherte werde seit dem 28. September 2010 ambulant behandelt. Körperliche
Einschränkungen bestünden für das Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und für
mittelschwere bis schwere und schwere körperliche Tätigkeiten. Dauerhaft am
Bildschirm zu arbeiten, sei während maximal einer Stunde möglich; es bestehe eine
Asthenopie. Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit habe in den letzten
Monaten zwischen 50 und 60 % geschwankt. Zurzeit werde versucht, das
Leistungsbild zu stabilisieren. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, und zwar in
einem zeitlichen Rahmen von etwa 50 % bei einer inhaltlichen Leistungsfähigkeit von
etwa 40 %. Eine berufliche Reintegration des Versicherten sei wahrscheinlich möglich,
doch sei noch unklar, in welchem Umfang. Eine Verbesserung könnte durch
Bereitstellen eines Einzelbüros und durch die Möglichkeit, die von der Arbeitgeberin
geforderte Dokumentation seiner Tätigkeit (Arbeitsprotokolle, Gesprächsnotizen; zum
Nachweis der tatsächlich geleisteten Arbeit) zu diktieren, erreicht werden. - Dr. H._
legte eine psychosomatische Stellungnahme eines Psychiaters derselben Stelle
(Kliniken I._) vom 11. Oktober 2010 (IV-act. 35-66 bis 73) und mehrere eigene
Berichte an F._ bei, so eine neurologische Standortbestimmung vom 6. Dezember
2010 (IV-act. 35-16 bis 40), ein neuropsychologisches Zusatzgutachten vom 2.
November 2010 (IV-act. 35-41 bis 64) und ein Schreiben vom 7. März 2011 (IV-act.
35-74 ff.). In Letzterem hatte der Arzt wegen der deutlichen visuellen
Belastbarkeitsminderung des Versicherten nach längerer Bildschirmarbeit eine
augenärztliche Abklärung im Hinblick auf eine allfällige Asthenopie empfohlen. In der
neurologischen Standortbestimmung war aus der psychosomatischen Stellungnahme
(vom 11. Oktober 2010) wiedergegeben worden, es falle auf, dass weder eine
augenärztliche noch eine HNO-Untersuchung stattgefunden habe. - In der
neurologischen Standortbestimmung (vom 6. Dezember 2010) war festgehalten
worden, die Sehstörung sei im Sinn einer Asthenopie zu erklären und wäre als Folge
einer traumatischen Störung des Auges erklärbar. Zur beruflichen Reintegration sei
erforderlich, die Anforderungen an das tatsächlich vorhandene Leistungsvermögen
anzupassen. - Wie den UV-Akten zu entnehmen ist, hatte am 8. November 2010 in der
HNO-Klinik am [...]krankenhaus J._ eine funktionsdiagnostische Untersuchung
stattgefunden. Im Bericht vom 10. November 2010 waren ein Zustand nach
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Verkehrsunfall mit HWS-Weichteildistorsion sowie multiplen knöchernen Verletzungen
aufgrund stumpfer Thoraxkontusion, eine Wirbelsäulenfraktur mit SHT I. Grades und
aktuell eine whiplash-associated disorder (WAD) diagnostiziert worden. Bei der
genannten Untersuchung hätten sich ein Teilausfall des Gleichgewichtsorgans links
(Utrikulusausfall, Sacculusausfall) als Folge des SHTs und eine posturale Instabilität
infolge der beginnenden Chronifizierung der HWS-Weichteildistorsion gezeigt. Die
Klinik für Neurologie an jenem [...]krankenhaus hatte am 2. Dezember 2010 bei der
Diagnose bekanntgegeben, es lägen ein leichtes SHT und leichte kognitive Defizite
(exekutive Funktionen und kognitives Tempo) sowie ein HWS-Beschleunigungstrauma
und eine aktuell noch nachweisbare zervikokraniale Funktionsstörung vor. Es hatte eine
neuropsychologische Verlaufsuntersuchung stattgefunden. Dort seien eine Störung der
Stirnhirnfunktion und der mentalen Umstellfähigkeit/ Perseveration gefunden worden.
Es seien unabhängig von der Schwindeltherapie eine ambulante neuropsychologische
Therapie und eine Vojtatherapie zu empfehlen.
A.g Die Augenklinik am Universitätsspital Zürich gab mit Bericht vom 18. Oktober 2011
(IV-act. 37) bekannt, die ophthalmologischen Befunde reichten für eine
Arbeitsunfähigkeit nicht aus, sie seien im Gesamtkontext vom Hausarzt zu beurteilen.
Voraussichtlich bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit des Versicherten
(Reduktion der täglichen Stundenzahl, eventuell mit vermehrten Pausen), doch sei das
nicht Gegenstand der ophthalmologischen Untersuchung gewesen und bedürfe einer
Evaluation anhand eines Versuchs. Eventuell würden sich die Einschränkungen mit
spezieller Brille und Monitor vermindern lassen. Die Konzentrationsfähigkeit sei
eingeschränkt. - Schon am 14. Juli 2011 hatte die Augenklinik (der Unfallversicherung
gegenüber) erklärt, es seien auf beiden Augen keine Anzeichen für ophthalmologische
oder neuroophthalmologische Pathologien gefunden worden; ein diesbezügliches
Problem war klar verneint worden.
A.h In einem Triage-Protokoll nach Grundsatzentscheid vom 15. Februar 2012 (IV-act.
43) wurde festgehalten, Anpassungen des Arbeitsplatzes seien nicht möglich. Die
Leistung des Versicherten werde von der Arbeitgeberin bei unterschiedlicher Präsenz
und Leistungsschwankungen mit knapp 50 % beurteilt. Der Arbeitsvertrag werde ab
dem 1. Juni 2012 auf ein Pensum von 50 % angepasst. Um die zumutbare
Arbeitsfähigkeit zu klären, sei ein medizinisches Gutachten durch den UVG-Versicherer
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in Auftrag zu geben. Es bestünden aktuell weder ophthalmologisch noch neurologisch
objektivierbare Befunde, die eine Arbeitsunfähigkeit begründen würden. Abzuwarten
bleibe, ob nach dem Gutachten eine psychiatrische Beeinträchtigung bestehe.
A.i Wie dem Schreiben vom 16. März 2012 (IV-act. 48) zu entnehmen ist, erkundigte
sich die Unfallversicherung [...] bei ihrem beratenden Arzt nach der Bewertung einer
biomechanischen Beurteilung durch die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) vom
20. Dezember 2011 und einer allgemeinen medizinischen Stellungnahme. Im
Sachverhalt schilderte sie unter anderem, dass der Versicherte wegen der verklemmten
Fahrertür nur mit Hilfe aus dem Unfallfahrzeug habe aussteigen können und es
zunächst geschienen habe, er sei nicht wesentlich verletzt. Er habe sich sofort um die
verletzten Personen gekümmert. Wegen sternalen und cervicalen Schmerzen und
eingeschränkter Atmung sei er doch mit der Ambulanz ins Spital gebracht worden.
Nach etwa sechs Wochen sei ein anderes Beschwerdebild aufgetreten. Seither sei es
zu keiner grundlegenden Verbesserung mehr gekommen. Die biomechanische
Beurteilung habe die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung mit rund 24 bis 28
km/h (ohne nennenswerte Rotation; bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von 51 bis 59
km/h) bewertet. Die Technische Unfallanalyse vom 26. November 2011 sei der Frage
nicht nachgegangen, ob das Airbag-System durch ein allfälliges Nichttragen der Gurte
hätte blockiert worden sein können. Der beratende Arzt befürwortete aus
verschiedenen Gründen eine multidisziplinäre Begutachtung. - Am 31. Mai 2012 (bei
den UV-Akten) gab die Unfallversicherung das Gutachten bei der Klinik K._ in
Auftrag.
A.j Der RAD sah am 8. Mai 2012 (IV-act. 50) diverse Zusatzfragen vor.
A.k Es wurden verschiedene UV-Teilgutachten erstattet. Im orthopädischen Gutachten
vom 8. März 2013 (IV-act. 59-62 ff.) wurden die bekannten Schädigungen vom
Unfalltag als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet.
Unfallunabhängig bestünden noch ein St. nach Sehnenverletzung Kniegelenk rechts
1990, nach Bandverletzung Handgelenk links 2002, nach Sehnenluxation Sprunggelenk
links 2003 und nach Meniskusresektion Kniegelenk links 2007. Spätestens sechs
Monate nach dem Unfall sei aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht eine
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wie für alle anderen
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Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht worden. Es bestünden keine
Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit. - Im otoneurologischen
Gutachten vom 12. April 2013 (IV-act. 59-77 ff.) wurde ein St. n. kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma (mit den bekannten Frakturen) diagnostiziert. Bezogen auf die
Gleichgewichtsfunktion bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als [...]. Es
habe sich kein Hinweis auf eine periphervestibuläre oder zentralvestibuläre Fehlfunktion
in der Alltagssituation ergeben. Der Befund einer schlechteren Leistung bei einfacheren
Testbedingungen im Rahmen der dynamischen Posturographie und ausgezeichneter
Leistungen bei den schwierigeren Testbedingungen könne Ausdruck eines nicht
organisch bedingten, funktionellen Unsicherheitsgefühls sein. - Im psychiatrischen
Gutachten vom 15. Mai 2013 (IV-act. 59-35 ff.) wurde berichtet, es bestünden als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung auf
dem Boden einer narzisstisch-zwanghaften Persönlichkeitsstruktur und iatrogen
mitverursacht die Überzeugung, an einer körperlichen Erkrankung zu leiden. Die
zumutbare wöchentliche Arbeitszeit sei mit 50 % anzugeben. Eine leistungsmässige
Einbusse sollte nicht bestehen. Die aktuelle Tätigkeit scheine ideal adaptiert zu sein. In
einer anderen Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit nicht höher. Die Einschränkungen bei
der Bildschirmarbeit seien aus psychiatrischer Sicht begründbar. Die psychiatrischen
Einschränkungen bestünden seit dem Abklingen der organisch begründbaren
Einschränkungen. Die psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten seien in keiner Weise
ausgeschöpft. Von einer integrativen, psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung einschliesslich Pharmakotherapie sei durchaus eine Verbesserung des
Beschwerdekomplexes zu erreichen. - Im neurologischen Gutachten vom 10. Juni
2013 (IV-act. 59-2 ff.) wurden als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit bezeichnet eine wahrscheinliche Migräne mit visueller Aura
(Flimmerskotom), ein Kopfschmerz vom Spannungstyp, eine unspezifische, minimale
neuropsychologische Störung mit diskreten kognitiven Einbussen im Bereich des
verbalen Lernens sowie ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma (HWS-Distorsion)
am 11.03.2009, eine basisnahe Dornfortsatzfraktur HWK6 und eine nicht dislozierte
Sternumfraktur. Für den Zeitraum ab sechs Monaten nach dem Unfall seien dem
Versicherten aus neurologischer Sicht sämtliche Tätigkeiten und Belastungen
vollumfänglich zumutbar, das gelte auch für Bildschirmarbeit. Zur Verringerung der
subjektiven Beeinträchtigung wäre eine Intensivierung der fachärztlich-neurologischen
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Kopfschmerzbehandlung zu befürworten. - Im neuropsychologischen Bericht vom 6.
März 2013 (IV-act. 59-55 ff.) war erklärt worden, es habe sich ein überwiegend
unauffälliges kognitives Leistungsprofil gezeigt. Einzig die verbalen Lernleistungen
seien quantitativ knapp unterdurchschnittlich ausgefallen. Die kognitiven Defizite und
weiteren Beschwerden seien vorwiegend auf eine Somatisierungsstörung
zurückzuführen; erwähnenswert seien ferner die schwierigen Bedingungen am
Arbeitsplatz, da der Arbeitgeber eine erneute Begutachtung gefordert habe. Die beiden
Symptomvalidierungstests hätten keine Hinweise auf eine reduzierte
Leistungsbereitschaft ergeben, was angesichts der sehr leistungsorientierten
Arbeitsweise des Versicherten auch nicht zu erwarten gewesen sei. Es hätten auch
keine Inkonsistenzen vorgelegen. Dem Versicherten sei verschiedentlich mitgeteilt
worden, er habe ein Schädelhirntrauma erlitten, und es sei ihm ein kognitives Training
empfohlen worden, was bei Patienten mit erlittener leichter traumatischer
Hirnverletzung oder HWS-Distorsion nicht indiziert und sogar kontraproduktiv sei, weil
damit die Überzeugung verstärkt werde, dass mit dem Kopf etwas nicht in Ordnung
sei. Es seien daher möglicherweise auch iatrogene Faktoren mitzuberücksichtigen. Die
beruflichen Leistungen sollten praktisch unvermindert vollbracht werden können.
A.l Der RAD hielt am 22. Juli 2013 (IV-act. 60-3 ff.) dafür, eine Arbeitsfähigkeit des
Versicherten sei ab März 2009 sechs Monate lang (bis September 2009) nicht mehr
vorhanden gewesen, ab Oktober 2009 liege aufgrund der Somatisierungsstörung eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor.
A.m Auf Anfrage vom 9. September 2013 (IV-act. 61) betreffend das Jahreseinkommen
des Versicherten teilte die Arbeitgeberin am 20. September 2013 (IV-act. 62) mit, das
angegebene Jahreseinkommen 2011 entspreche dem 12mal ausgerichteten
Monatslohn von Fr. 10'381.--, enthalte aber keine [...]. Im Jahreseinkommen 2009 von
Fr. 138'980.-- seien nebst dem Jahreslohn von Fr. 123'372.-- [...] von Fr. 11'000.-- und
[...] von Fr. 4'600.-- eingeschlossen gewesen.
A.n Die Unfallversicherung stellte ihre Leistungen mit Verfügung vom 16. September
2013 auf den 31. August 2013 ein. Zwischen den aktuellen Beschwerden und dem
Unfall bestehe kein adäquater Kausalzusammenhang.
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A.o Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen
hielt am 25. November 2013 (IV-act. 72) dafür, weder bestünden beim Versicherten
eine erhebliche psychische Komorbidität noch die weiteren relevanten Kriterien in
hinreichend ausgeprägter Form, um dem syndromalen psychischen Leiden
ausnahmsweise invalidisierende Wirkung beizumessen. - Mit Vorbescheid vom 5.
Dezember 2013 (IV-act. 74 f.) bzw. vom 12. Dezember 2013 (korrigierte Version, IV-act.
76 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung
des Leistungsgesuchs in Aussicht.
A.p Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 27. Januar 2014 (IV-act. 79) ein,
diesem sei wenigstens eine halbe Rente zuzusprechen.
A.q Der RAD erklärte am 4. Juli 2014 (IV-act. 80), im psychiatrischen Gutachten sei es
zu einem offensichtlichen Versehen in der vierten Codierungsstelle gekommen, das
aber angesichts des eindeutig geschilderten Sachverhalts für die inhaltliche Bewertung
unerheblich sei. Wie der Rechtsvertreter des Versicherten zu Recht festhalte, sei nicht
die Diagnose, sondern seien die tatsächlichen Auswirkungen auf die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit entscheidend.
A.r Mit Verfügung vom 17. Juli 2014 (IV-act. 81) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch ab. Die attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 50 % vermöge aus rechtlicher Sicht keine Rentenleistungen
auszulösen.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Volker Pribnow für
den Betroffenen am 15. September 2014 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem
Beschwerdeführer nach weiteren Abklärungen zum Valideneinkommen eine Rente der
Invalidenversicherung auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von wenigstens 50 %
zuzusprechen, eventualiter die Sache zur Abklärung betreffend das Valideneinkommen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die ärztliche Fehlbehandlung von
unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und eine narzisstisch-zwanghafte
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Persönlichkeitsstruktur hätten in unglücklichem Zusammenspiel beim
Beschwerdeführer dazu geführt, dass sich die somatischen Unfallfolgen in einem
dauerhaften starken Schmerzempfinden verfestigt hätten, das bis anhin anhalte. Die
gesundheitliche Störung sei invalidisierend. Die Klinik K._ habe ihm bis 30.
September 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit und seither eine solche von 50 %
attestiert. Es liege eine somatoforme Schmerzstörung vor, doch sei nicht die Diagnose
entscheidend, sondern die tatsächliche Auswirkung auf die Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit. Keiner der Aspekte, unter denen der Nachweis einer Invalidität nach
BGE 139 V 547 E. 8.1 scheitern könnte, sei gegeben: Die Einschränkung sei nicht
sozial oder soziokulturell bedingt, sie sei evident und wiege schwer und sie imponiere
nicht als überwindbar. Sie sei nicht lediglich vorübergehender Natur, halte sie doch seit
bald fünf Jahren an; sie klinge weder von selbst noch nach medizinischer Behandlung
ab, sondern sei nicht medizinisch angeh- oder heilbar. Die in BGE 130 V 352
formulierten Foerster-Kriterien seien stets kritisch zur Kenntnis genommen worden.
Nach einer Expertise von Prof. Dr. med. P. Henningsen nun sei zwar sinnvoll, die in den
offiziellen Klassifikationssystemen disparat erfassten syndromalen Störungsbilder mit
Leitsymptom Körperbeschwerden ohne definierte organpathologische Grundlage zu
einer Gruppe zusammenzufassen, und seien zur Abgrenzung gegen Aggravation/
Simulation bzw. komplementär zur Feststellung des Schweregrads und der Prognose
durch Willensanspannung als Hilfstatsachen eine Konsistenzprüfung einschliesslich
detaillierter Darstellung von Aktivitäten und Partizipation in allen Lebensbereichen und
eine Angabe von Schweregradindikatoren erforderlich. Wesentliche Aspekte der vom
Bundesgericht entwickelten Gesichtspunkte seien aber nicht sinnvoll, weil sie
empirisch nicht belegt - so namentlich die Vermutung eines grundsätzlichen
Unterschieds zwischen somatoformen/funktionellen und anderen psychischen
Störungen hinsichtlich des Schweregrads und der Überwindbarkeit - oder logisch nicht
schlüssig seien - so die Bewertung der depressiven Komorbidität als primärer,
vorgeordneter Schweregradindikator. Nicht sinnvoll sei danach auch die Aufnahme
eines nicht reliabel erfassbaren Indikators des primären Krankheitsgewinns. Die
Kriterien seien vorliegend, sofern überhaupt zu berücksichtigen, erfüllt. Als
psychiatrische Komorbidität bestehe eine anankastische/narzisstische
Persönlichkeitsstörung. Diese sei eigenständig, nicht aus der Schmerzstörung heraus
gewachsen und von dieser unabhängig. Diese persönlichkeitsbezogenen Faktoren
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würden gemäss dem psychiatrischen Gutachten den Heilungsverlauf nahezu
verunmöglichen. Der Beschwerdeführer leide zudem seit über fünf Jahren an einem
Symptomenkomplex mit Kopf- und Augenschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Nach
dem Unfall habe sich bei ihm in sozialer Hinsicht vieles verändert, weil er weniger aktiv
habe sein können. Das habe schliesslich zur Trennung von der langjährigen Partnerin
geführt. Eine neue Beziehung sei bis anhin nicht möglich gewesen. Da ein sozialer
Rückzug im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen sei,
sprächen die notwendigerweise und glücklicherweise verbliebenen sozialen Kontakte
nicht gegen das Vorliegen des entsprechenden Kriteriums. Des Weiteren beruhe die
chronische Schmerzstörung auf dem Schmerz organischen Ursprungs. Dabei spiele
auch das Verhalten einzelner Ärzte und Therapeuten eine Rolle, die den
Beschwerdeführer in der Annahme einer körperlichen Erkrankung bestärkt hätten, ohne
dass dies aus aktueller Sicht nachgewiesen sei. Kränkung und Unfallereignis seien auf
so dysfunktionale Weise verbunden, dass sich ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf ergeben habe. Für den Beschwerdeführer, der
eine sehr hohe Leistungsbereitschaft aufweise und sehr hohe Ansprüche an sich stelle,
sei es schwierig, dass sich die Beschwerden nicht in der erwarteten und üblichen Form
zurückgebildet hätten. Von allen Seiten seien sehr viele Anstrengungen unternommen
worden, um den Beschwerdeführer wieder am Arbeitsplatz zu integrieren. Trotz der
konsequenten regelmässigen psychiatrischen Therapie habe keine Besserung
festgestellt werden können. Da eine solche Therapie erst im Jahr 2013 aufgenommen
worden sei, habe die Gutachterin nur allgemeine Ausführungen dazu und zu den
(positiven) Folgen auf den Beschwerdekomplex machen können. Dem
Beschwerdeführer sei eine ganze Rente zuzusprechen. Beim Einkommensvergleich
habe sich erstaunlicherweise aus der Arbeitsunfähigkeit von 50 % ein Invaliditätsgrad
von nur 44 % ergeben, obwohl der Beschwerdeführer in der gleichen Position und
Unternehmung arbeite wie vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Von
einem uneingeschränkten Leistungsvermögen von 50 % könne nicht ausgegangen
werden. Das zeitliche Rendement von 50 % sei nicht mit uneingeschränkt voller
Leistung zu erbringen. Die Einsätze seien nur ohne hohen Zeit- und Leistungsdruck,
nicht ausschliesslich in Form von Bildschirmarbeit oder von langen Sitzungen und nur
bei einer gewissen Arbeitszeitflexibilität möglich. Es sei ein Leidensabzug von 10 %
vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin habe beim Valideneinkommen mit Fr.
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124'572.-- auf das Jahreseinkommen 2011 ohne die vor Eintritt des
Gesundheitsschadens ausgerichteten Zusatzleistungen abgestellt, beim
Invalideneinkommen mit Fr. 69'173.-- auf das Jahr 2013, und das obwohl der
Arbeitgeberfragebogen nur Fr. 63'342.-- ausweise. Erkläre die Arbeitgeberin, der
Beschwerdeführer erhalte für ein Pensum von 50 % einen Jahreslohn von Fr. 63'342.--,
so sei davon auszugehen, dass er für ein volles Pensum ohne Gesundheitsschaden
den doppelten Grundlohn erhielte, so dass eine Invalidität von wenigstens 50 %
bestehe. Die Arbeitgeberin sei - vom Gericht - danach zu fragen, welche (nun
wegfallenden) mutmasslichen Zusatzleistungen der Beschwerdeführer ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung erhalten hätte.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. November 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Bei der Frage nach der
zumutbaren Willensanstrengung mit der Erheblichkeit der psychischen Komorbidität
und der Intensität der weiteren Kriterien handle es sich um eine ausserhalb des
Kompetenzbereichs des Arztes liegende Rechtsfrage. Daher könnten sich
Konstellationen ergeben, in denen von einer anderen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei
als im Gutachten festgehalten, ohne dass am Beweiswert des Gutachtens
Einschränkungen bestehen würden. Was die Kritik an der Übernahme der Foerster-
Kriterien in die Rechtsprechung betreffe, sei auf BGE 139 V 547 zu verweisen. Die
Gesamtheit der Prognosekriterien sei zu einem rechtlichen Anforderungsprofil
verselbständigt worden, mit welchem sichergestellt werden solle, dass die gesetzlichen
Vorgaben zur Feststellung eines rechtserheblichen Gesundheitsschadens und dessen
anrechenbaren Folgen für die Leistungsfähigkeit erfüllt seien. Der Nachweis der
Kriterien wirke sich zu Gunsten der beweispflichtigen versicherten Person aus, weil
diese ihr ermöglichten, ausserhalb der rein medizinischen Betrachtungsweise den
Ersatzbeweis invalidisierender Folgen von an sich nicht nachweisbaren Leiden zu
liefern. Eine spezifische Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Z-codierte Diagnosen
stellten rechtsprechungsgemäss keine rechtserheblichen
Gesundheitsbeeinträchtigungen - und damit keine Komorbidität von erheblicher
Schwere und Ausprägung - dar. Deshalb müssten die zusätzlichen Kriterien besonders
ausgeprägt gegeben sein, damit die Schmerzstörung ausnahmsweise als
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unüberwindbar zu betrachten wäre. Aus somatischer Sicht sei eine angepasste
Tätigkeit voll zumutbar, weshalb das Kriterium der chronischen körperlichen
Begleiterkrankung und des mehrjährigen Krankheitsverlaufs bei unveränderter
Symptomatik nicht gegeben sei. Von einem ausgewiesenen sozialen Rückzug sei nicht
auszugehen, habe der Beschwerdeführer doch einen guten Kollegenkreis, sei sozial
aktiv und übe die Sportarten Badminton, Langlauf und Curling aus. Zudem sei dem
psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen, dass die aktuelle Behandlung unter
Annahme einer somatoformen Schmerzstörung nicht adäquat sei, sondern eher zu
einer Fixierung der Beschwerden führe. Die psychischen Beschwerden seien auch
nicht etwa nicht mehr behandelbar. Es könne auch nicht angenommen werden, eine
konsequent durchgeführte ambulante oder stationäre Behandlung sei gescheitert. Es
gebe somit bei einer Gesamtbetrachtung keine hinreichenden Gründe, dem
Schmerzleiden des Beschwerdeführers ausnahmsweise invalidisierende Wirkung
beizumessen und eine rechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
anzunehmen.
D.
Von der ihm mit Schreiben vom 27. November 2014 eingeräumten Gelegenheit, zur
Beschwerdeantwort innert Frist Stellung zu nehmen, hat der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers keinen Gebrauch gemacht.

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt die Verfügung vom 17. Juli 2014, womit das Leistungsgesuch des
Beschwerdeführers vom 28. Februar/7. März 2011 abgewiesen worden ist.
1.2 Der Beschwerdeführer lässt im Hauptstandpunkt einzig Rentenleistungen
beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich
allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
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2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge unter anderem von Krankheit verursachte,
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann entsprechend nur relevant sein, wenn sie
Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist
(vgl. Bundesgerichtsentscheid 9C_125/2015 E. 5.3, BGE 130 V 396). Eine (so bedingte)
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit muss in jedem Einzelfall unabhängig von der
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem
Ausmass bestimmt sein (vgl. BGE 127 V 294, BGE 99 V 28). Beeinträchtigungen der
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens,
Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden in der Lage wäre, sind
nach der Rechtsprechung nicht als Auswirkungen einer krankhaften (dort: seelischen)
Verfassung zu betrachten (vgl. BGE 102 V 165).
3.
Für die Invaliditätsbemessung sind demnach zunächst die medizinischen
Vorbedingungen von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in
ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (BGE
107 V 17 = ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist.
Die ärztlichen Auskünfte sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung
der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 99 f. E. 4, vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
4.
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Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers liegen nebst
diversen weiteren medizinischen Berichten namentlich (Teil-) Gutachten der Klinik
K._ vor. Beim Unfall im März 2009 hatte er ein kraniozervikales
Beschleunigungstrauma (HWS-Distorsion) mit einer basisnahen Dornfortsatzfraktur
HWK6 und einer nicht dislozierten Sternumfraktur erlitten. Wie dem neurologischen
Gutachten vom 10. Juni 2013 (unter Mitberücksichtigung der neuropsychologischen
und otoneurologischen Aspekte) zu entnehmen ist, lagen bei ihm damals daneben
wahrscheinlich eine Migräne mit visueller Aura (Flimmerskotom), ausserdem ein
Kopfschmerz vom Spannungstyp sowie eine unspezifische, minimale
neuropsychologische Störung mit diskreten kognitiven Einbussen im Bereich des
verbalen Lernens vor. Alle diese Leiden seien nicht - und zwar seit sechs Monaten
nach dem Unfall nicht mehr - von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, auch nicht auf jene
mit Bildschirmarbeit. - Orthopädisch gesehen ergab sich bei der Begutachtung nichts
von diesem Ergebnis Abweichendes. In dieser Hinsicht seien nur geringe Beschwerden
im Schulter-/Nackenbereich in Form von Verspannungen und punktuellem Schmerz am
rechten Schulterblatt sowie ein gelegentliches belastungsunabhängiges
Taubheitsgefühl beider Arme geklagt worden, im ehemaligen Frakturbereich HWK6 und
Sternum dagegen keine Beschwerden. Die Verspannungen könnten nicht
nachvollzogen werden, das Taubheitsgefühl könnte eventuell durch die geringe
Bandscheibendegeneration C5/6 bedingt sein. Die funktionelle Leistungsfähigkeit und
die Arbeitsfähigkeit seien jedoch nicht beeinträchtigt. - Die Stichhaltigkeit dieser
gutachterlichen Beurteilungen der somatischen Gesundheitsschäden und ihrer
Auswirkungen wird zu Recht nicht in Frage gestellt; diese beruhen denn auch auf
hinreichenden Untersuchungen und ihre Ergebnisse sind nachvollziehbar begründet.
5.
5.1 Eine die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers deutlich einschränkende Folge
wird im Gutachten hingegen einer psychiatrischen Störung zugemessen, nämlich einer
Somatisierungsstörung auf dem Boden einer narzisstisch-zwanghaften
Persönlichkeitsstruktur, daneben einer iatrogen mitverursachten Überzeugung, an einer
körperlichen Erkrankung zu leiden.
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5.2 Die Somatisierungsstörung gehört (nach ICD-10-GM Version 2013) zu den
somatoformen Störungen. Sie ist den psychosomatischen Störungen (vgl. BGE 141 V
281; früher unter dem Begriff der pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage, PäusBonoG,
zusammengefasst, vgl. BGE 137 V 64) zuzuordnen (vgl. BGE 139 V 547 E. 5,
Bundesgerichtsurteil vom 23. März 2016, 9C_340/2015 E. 4.3). Es ist davon
auszugehen, dass es sich dabei um eine Gruppe von Störungen handelt, die auch als
syndromale Körperbeschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage, als
funktionelle somatische Syndrome oder als Körperdistresssyndrome bezeichnet
werden könnte (so die Vorschläge von Prof. Dr. med. P. Henningsen, Facharzt für
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für Neurologie und Psychiatrie,
in: Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden
mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, SZS 2014, 499 ff., inhaltlich
entsprechend einer von ihm verfassten Expertise vom Mai 2014, 521).
5.3 Wie die neuere Rechtsprechung zu diesen psychosomatischen Störungen festhält,
ist zunächst (verstärktes) Augenmerk auf die Anforderungen an die Diagnosen zu
richten. Erforderlich ist ein ausreichender Bezug zur funktionserheblichen Befundlage
(im Zusammenhang mit einer beurteilten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
BGE 141 V 281 E. 2.1.1). - In Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen - aber wohl
auch auf psychosomatische Symptome allgemein - naturgemäss ergebenden
Beweisschwierigkeiten genügen die subjektiven Angaben der versicherten Person für
die Begründung einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss verlangt
werden, dass die Angaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig
feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (vgl. zu Schmerzleiden BGE 130 V 352
E. 2.2.2).
5.4 In der Folge ist die Arbeits(un)fähigkeit zu beurteilen, das heisst, es sind die
funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung qualitativ zu erfassen und quantitativ
einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.1). Für die Beurteilung des funktionellen
Leistungsvermögens sind nach der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung in
der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert
werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und
anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad sind die Komplexe
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"Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden
Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und
persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie
der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen und um behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Soweit die festgestellte
Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht oder
unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines sekundären Krankheitsgewinns steht
(der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach
der Rechtsprechung regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor.
Hinweise darauf ergeben sich (im Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung) namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den
geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht;
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt;
keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird;
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken;
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld
jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2).
5.5 Ein Vergleich von Beschwerdeschilderung, Beobachtungen auf Befundebene und
Beobachtungen anhand des Berichts über alltagsrelevante Beeinträchtigungen erlaubt
nach einleuchtender Auffassung von Dr. med. M. Reiber, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie (geäussert im Artikel "Krank oder faul? Über den Willen, den
Schmerz zu bewältigen, und das Problem des Arztes, die Arbeitsfähigkeit unter dem
Aspekt der Arbeitswilligkeit zu betrachten", in: René Schaffhauser/Franz Schlauri
[Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 136 f.), eine gutachterliche
Plausibilitätsprüfung bei der Messung von Schmerz und zumutbarer
Willensanspannung und stellt eine Methode der Erhebung der psychiatrischen
Arbeitsunfähigkeit dar. So sind denn auch nach der genannten jüngeren
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die in
der Klassifikation einer Diagnose vorausgesetzten konkreten Beeinträchtigungen der
Alltagsfunktionen relevant. Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen ist danach mit
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den Anforderungen des Arbeitslebens abzugleichen und wie erwähnt anhand von
Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit umzusetzen. So können geltend gemachte Funktionseinschränkungen
über eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (vgl. BGE
141 V 281 E. 2.1.2; BGE 140 V 290 E. 3.3.1 f.).
5.6 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu den psychosomatischen Störungen
hat schon der Arzt bzw. die medizinisch sachverständige Person bei der Einschätzung
des Leistungsvermögens den in der Judikatur umschriebenen einschlägigen
Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). - Die Rechtsanwender überprüfen
die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben frei, insbesondere daraufhin, ob die Ärzte
sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob
die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
5.7 Entscheidend ist im Ergebnis allgemein die nach einem weitgehend objektivierten
Massstab vorzunehmende Beurteilung, ob und inwiefern die versicherte Person trotz
ihres ärztlich diagnostizierten Leidens zumutbarerweise einer angepassten Arbeit
nachgehen kann und ihr schliesslich die Verwertung ihrer (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf
dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
zumutbar ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.3 und BGE 139 V 547, BGE 127 V 294).
5.8 Steht fest, dass ein Krankheitszustand mit (unüberwindlichem, d.h. ganze oder
teilweise Unzumutbarkeit einer Tätigkeit bewirkendem) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
vorliegt, ist unerheblich, ob auch soziale, invalidenversicherungsfremde Faktoren als
(Teil-) Ursache bei dessen Entstehung eine wesentliche Rolle gespielt haben (vgl. dazu
BGE 139 V 547 E. 3.2.2). Der im Hinblick auf Rentenleistungen der
Invalidenversicherung geltende enge Krankheitsbegriff klammert soziale Faktoren nur
so weit aus, als es darum geht, die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
kausalen versicherten Faktoren zu umschreiben. Die funktionellen Folgen von
Gesundheitsschädigungen werden durchaus auch mit Blick auf psychosoziale und
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soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen
einer Gesundheitsschädigung beeinflussen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1).
5.9 Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) darf sich die
Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen
Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen
noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)
Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz
und Tragweite zu eigen machen (Bundesgerichtsentscheid vom 24. August 2016,
8C_399/2016 E. 2.2). Weil aber Recht und Medizin in der Invalidenversicherung zur
Feststellung ein und derselben Arbeitsfähigkeit beitragen, gibt es keine
unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer medizinischen und
einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (BGE 141 V 281 E. 5.2.3 S. 307). Wenn und soweit die
medizinischen Experten die rechtlichen Vorgaben beachten, scheidet daher eine
rechtliche Parallelüberprüfung im Sinn einer "freihändigen Anwendung" der zu
beachtenden Standardindikatoren aus (Bundesgerichtsentscheid vom 18. November
2015, 9C_125/2015 E. 5.5).
6.
6.1
6.1.1 Die Gutachterin der Psychiatrie erklärte, nebst den Frakturen sei nach dem
Unfall beim Beschwerdeführer ein HWS-Schleudertrauma diagnostiziert worden. Der in
der Folge entwickelte Symptomkomplex mit Kopfschmerzen, Augenschmerzen,
Übelkeit und Schwindel habe zahlreiche somatische Abklärungen und - mit einer
gewissen Latenz - die Diagnose einer diffusen axonalen Hirnverletzung nach sich
gezogen. Bei dieser Diagnose habe ein intensives Case-Management mit zahlreichen
Anpassungen am Arbeitsplatz, immer wiederkehrenden Umplatzierungen, vielen
Arbeits- und Umstrukturierungsversuchen und einer langsamen Wiedereingliederung
stattgefunden. Trotzdem sei lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 40 % erreicht worden.
[...] Das Vorgehen des [...] sei anscheinend von Anfang an in gewisser Weise hyperaktiv
und bezüglich der diagnostischen Massnahmen sehr auf die - aus aktueller Sicht in
Frage gestellte bzw. verneinte - Annahme einer Hirnverletzung fixiert gewesen. Das
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habe möglicherweise von vornherein zu einer Fixierung des Beschwerdeführers auf
eine somatische Begründung der Beschwerden und zu einer Einschränkung der
Therapierbarkeit geführt. Zudem bestünden trotz unauffälliger Lebensgeschichte
offenbar eine narzisstische und zwanghafte Grundstruktur und eine ausgeprägte
Alexithymie. Das führe dazu, dass negative Gefühle und die gesamte konflikthafte
Situation am Arbeitsplatz möglicherweise einen unbewussten Prozess bewirkten, bei
dem ein Konflikt auf einer somatischen Ebene seinen Ausdruck finde. Im Unterschied
zur klassischen somatoformen Störung bestehe zusätzlich die Schwierigkeit, dass
einzelne Ärzte und Therapeuten den Beschwerdeführer in den letzten Jahren in der -
aus aktueller Sicht nicht nachgewiesenen - Grundannahme einer körperlichen
Erkrankung bestärkt hätten. Sehr verunsichernd habe es für den sehr leistungsbereiten
Beschwerdeführer, der an sich selber hohe Ansprüche stelle, gewesen sein müssen,
dass sich die Beschwerden - im Unterschied zu zahlreichen früheren Verletzungen und
Operationen, die er dank eigenem Engagement und persönlicher Rehabilitation immer
ohne bleibende Beschwerden habe überwinden können - nicht in der von ihm
erwarteten und üblichen Form wieder zurückgebildet hätten. Da er diese Gefühle der
Verunsicherung nicht tatsächlich habe spüren können, könnte es zu einem Circulus
vitiosus von nicht gespürten Ängsten und Unsicherheit und der Ausbildung und dem
Erhalt der körperlichen Beschwerden gekommen sein. Nicht zuletzt müsse auch das
Verlassenwerden von der langjährigen Freundin eine klare Kränkung dargestellt haben,
die der Beschwerdeführer aber offensichtlich tatsächlich nicht in dieser Form spüre.
Ausserdem scheine es nach wie vor erhebliche Spannungen am Arbeitsplatz zu geben
(Kompetenzunklarheiten; Grenzüberschreitungen; möglicherweise eine den
Beschwerdeführer sehr verunsichernde Grundhaltung, dass er wahrscheinlich doch
mehr könnte, wenn er nur wollte; eine Atmosphäre des Misstrauens), daneben eine
rechtlich ungeklärte Situation bezüglich der Unfall-Schuld- und Kostenfrage. Das seien
Faktoren, die häufig zu einer Persistenz von Beschwerden beitrügen.
6.1.2 Diese Ausführungen sind nachvollziehbar. Der auch für medizinische Laien
erkennbare Unterschied des vorliegend beschriebenen medizinischen Sachverhalts
zum Diagnosekriterium der (von der Gutachterin als klassisch bezeichneten)
somatoformen Störung, nämlich dass hier die körperlichen Symptome nicht entgegen
ärztlicher Versicherung der fehlenden körperlichen Begründbarkeit auftreten, ist im
Gutachten angesprochen und die zusätzliche Schwierigkeit ist berücksichtigt worden.
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Der begründeten Beurteilung der Expertin der Medizin ist diesbezüglich zu folgen.
Allgemein ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische
Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem
begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum
eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen
möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen
ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 24. November 2015, 9C_353/2015 E. 4.1). Von
Letzterem kann vorliegend ausgegangen werden. Im Übrigen bleibt es auch unter der
genannten jüngeren Rechtsprechung dabei, dass es invalidenversicherungsrechtlich
betrachtet nicht bzw. weniger auf die Diagnose, als vielmehr darauf ankommt, welche
Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat, also welcher
psychopathologische Befund und welcher Schweregrad der Symptomatik vorliegt (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 15. März 2016, 9C_634/2015 und 9C_665/2015 E. 6.1).
- Angesichts der insgesamt überzeugenden Darlegungen der medizinischen Expertin,
namentlich auch zum Aspekt der akribischen Auseinandersetzung des
Beschwerdeführers mit den körperlichen Symptomen (Befindlichkeitsprotokolle im
Auftrag des Neurologen über viele Wochen und Monate hinweg mit hoher Exaktheit),
ist auf ihre fachärztlich-gutachterliche diagnostische Beurteilung abzustellen. Danach
liegt zum einen eine Somatisierungsstörung auf dem Boden einer narzisstisch-
zwanghaften Persönlichkeitsstruktur vor. Die Somatisierungsstörung ist zum andern
durch eine iatrogen herbeigeführte (bzw. mitverursachte) Überzeugung, an einer
körperlichen Erkrankung zu leiden, überlagert. Diese gesundheitliche Beeinträchtigung
ist klar abzugrenzen von einer primär hypochondrischen Störung und beeinträchtigt die
Arbeitsfähigkeit ebenfalls (vgl. IV-act. 59-46, 44).
6.1.3 Bei der gutachterlichen Untersuchung haben sich gemäss dem
psychiatrischen Gutachten zu keiner Zeit Zweifel an den Angaben des
Beschwerdeführers oder gar ein Verdacht auf Aggravation oder Simulation ergeben.
Bei allen Untersuchungen einschliesslich der neurologischen und
neuropsychologischen Tests hätten sich die hohe Leistungsbereitschaft - bei
gleichzeitig gestörter Selbsteinschätzung - und Konsistenz gezeigt. Auch der direkte
Vorgesetzte hege keine Zweifel am Vorhandensein der vom Beschwerdeführer erlebten
Einschränkungen. Zu einem allfälligen sekundären Krankheitsgewinn sind keine
gutachterlichen Angaben ersichtlich. Der Beschwerdeführer selber berichtete, die
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Beschwerden würden vieles in seinem Leben viel anstrengender machen, als es vorher
gewesen sei. Er bedürfe längerer Ruhe und Erholung. Die Therapien würden viel Zeit in
Anspruch nehmen.
6.2
6.2.1 In Bezug auf den Schweregrad der Beeinträchtigung legte die Gutachterin der
Psychiatrie überzeugend dar, mit Ausnahme eines möglicherweise vorbestehenden
migräneartigen Kopfschmerzes bestehe keine organische oder psychische
Komorbidität, welche die Willensanstrengung beeinträchtigen könnte. Es sei jedoch
von einer solchen organischen Schädigung über lange Zeit hinweg ausgegangen und
dies sei dem Beschwerdeführer auch so mitgeteilt worden. Angesichts dessen
narzisstisch-zwanghafter Grundstruktur sei anzunehmen, dass dies seine Möglichkeit,
die eigenen vorhandenen psychischen und körperlichen Ressourcen zu nutzen,
erheblich eingeschränkt habe. Die (bereits erwähnte) akribische Auseinandersetzung
mit den Symptomen habe eine pathogenetisch sehr ungünstige Fixierung auf die
Defizite bewirkt. Dieser Krankheitsüberzeugung ist nach gutachterlicher Beurteilung
ihrerseits wie erwähnt die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Wirkung zuzuschreiben.
Die Beschwerden haben sich zudem nicht in der üblichen Form zurückgebildet. Seinem
Beschwerdebericht nach zu schliessen, hat der Beschwerdeführer den Therapien aber
in den letzten Monaten vor der Begutachtung immerhin - nebst einer grösseren
Regelmässigkeit der Intensität der Arbeit und des jeweiligen Tagespensums - eine
stabilisierende Wirkung zugeschrieben (vgl. IV-act. 59-42). Er hat angegeben, er gehe
ein bis zweimal pro Monat in eine Osteopathie und Physiotherapie [...], ausserdem [...]
einmal pro Woche in eine Osteopathie und ein- bis zweimal pro Woche in eine
Physiotherapie bzw. Matrix-Rhythmustherapie. Was die Frage eines allenfalls
möglichen Behandlungserfolgs betrifft, ist zu berücksichtigen, dass nach (erst 2013
erhobener) gutachterlicher Erkenntnis die Zielrichtung der therapeutischen
Interventionen zu ändern ist.
6.2.2 Was den sozialen Kontext betrifft, berichtete der Beschwerdeführer, wegen
der verminderten Belastbarkeit und des zeitlichen Aufwandes für die Therapien habe
sich sein Privatleben extrem verändert. Die Hobbys könne er nur noch rudimentär
pflegen und er sei sozial viel zurückgezogener. Die Aktivitäten habe er auf einen
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Bruchteil reduziert (IV-act. 59-42, vgl. auch 43 und 39). Der detaillierteren Beschreibung
lässt sich entnehmen, dass sein Freundes- und Bekanntenkreis (aus dem sportlichen
Umfeld) intakt ist und er weiterhin sozial aktiv und integriert ist. Er habe auch keine
Probleme mit der Tagesstruktur. Aus der Beschreibung seiner alltäglichen Aktivitäten
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in einem Einfamilienhaus mit sehr
grossem Umschwung lebt, wo er neben der Erwerbstätigkeit allein den Haushalt führt
und den Garten mit vielen Obstbäumen besorgt. Er erklärt, er brauche viele
Ruhepausen. Seit dem Unfall sei er nicht mehr mit Ski, Snowboard oder Töff gefahren,
dagegen mache er etwas Langlauf. Ausserdem spiele er (weiterhin) Badminton und
Curling. Die übrigen früher ausgeübten Sportarten empfinde er als langweilig.
Badminton könne er nur noch maximal während 45 Minuten durchgehend spielen.
Beim Curling mache er nur noch drei bis vier Turniere pro Saison; er spiele das ca. alle
zwei Wochen einen Abend lang; die entsprechende Möglichkeit sei wechselhaft.
6.2.3 Die Gutachterin der Psychiatrie schloss, auch wenn es nicht zu einem totalen
Rückzug in allen Belangen gekommen sei, so seien ein deutlicher sozialer Rückzug und
eine Einschränkung der vor dem Unfall durchgeführten Alltagsaktivitäten festzustellen.
Zu beachten ist diesbezüglich allerdings, dass der Beschwerdeführer an einzelnen
Tagen den ganzen Tag unterwegs (in G._) zu sein und ein Arbeitspensum von 14
Stunden zu leisten vermag, was auf eine nicht unerhebliche erhalten gebliebene
Arbeitsfähigkeit hinweist, auch wenn am folgenden Tag kaum mehr Leistungsfähigkeit
vorhanden ist. Das hat die Gutachterin der Psychiatrie bereits berücksichtigt. Der
Beschwerdeführer leistet ausserdem neben seiner Arbeit in einem insgesamt zeitlich
hälftigen Pensum noch - nach dem Wegzug der Partnerin nunmehr allein - die
erwähnte Haus- und Gartenarbeit und geht ausserdem diversen sportlichen
Freizeitaktivitäten nach. Ferner zu beachten ist der Umstand, dass er wenig
Schmerztherapie (IV-act. 59-42; Minalgin und Zomig eher selten bzw. nur ab und zu)
einsetzt. Indessen nimmt er wie erwähnt den Aufwand verschiedener anderweitiger
Therapien (IV-act. 59-42) in Kauf, was auf einen gewissen Leidensdruck hinweist, und
er berichtet (nach allgemein mitgeteilter Auffassung der Gutachterin glaubhaft) von
vermehrter Pausenbedürftigkeit. Damit kann angenommen werden, dass im Vergleich
zu einem früheren offenbar hohen Aktivitätsniveau tatsächlich eine namhafte - dem
Grad der attestierten Arbeitsunfähigkeit zumindest nicht widersprechende -
Beeinträchtigung auch in den Alltagsaktivitäten erkennbar geworden ist.
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6.2.4 Es kann auch davon ausgegangen werden, dass die Gutachterin der
Psychiatrie in ihrer (vor BGE 141 V 281 erstellten) Expertise die relevanten Aspekte
geprüft und gewürdigt hat, so dass bereits Angaben zu den nunmehr erforderlichen
Einschätzungen (bezüglich der sogenannten Indikatoren) vorliegen. Sie hat im Ergebnis
festgehalten, dass beim Beschwerdeführer klar von einer Störung mit Krankheitswert
auszugehen sei, seine Schilderungen glaubwürdig seien und die Arbeitsfähigkeit (unter
dem Gesichtspunkt der Belastbarkeit und Stressanfälligkeit) nachvollziehbar
eingeschränkt sei. Dieser ärztlichen Beurteilung ist nach dem Dargelegten voller
Beweiswert zuzumessen, und zwar gemäss dem Ergebnis der oben dargelegten
rechtsprechungsgemässen Aspekte Beweiswert auch in Bezug auf die
Arbeitsunfähigkeit begründende Wirkung der Gesundheitsschädigung.
6.2.5 Dem Beschwerdeführer sind demnach alle Arbeiten eines [...] zumutbar,
allerdings mit einer zeitlichen Einschränkung und unter der Voraussetzung einer
gewissen zeitlichen Flexibilität. Gemäss plausibler gutachterlicher Einschätzung sind zu
lange ununterbrochene Bildschirmarbeit, lange Sitzungsdauern und lange Wegzeiten
im Verhältnis zur Arbeit(s-zeit) eher zu vermeiden. Die wöchentliche (sc. zumutbare)
Arbeitszeit sei mit 50 von 100 % anzugeben. Die tägliche Belastungsgrenze sei nicht
ganz klar definierbar, zumal in beschwerdeärmeren oder gar beschwerdefreien
Intervallen auch ein höherer (sc. wohl als in beschwerdeintensiven Phasen zumutbarer)
Arbeitseinsatz möglich sei. Zusätzlich zur zeitlichen Einschränkung sollte keine
leistungsmässige Einbusse bestehen (vgl. IV-act. 59-51 Ziff. 7.1 und 7.2). Die bisherige
Tätigkeit scheine eine nahezu ideal leidensangepasste Tätigkeit zu sein
(abwechslungsreich und infolge grosser Selbständigkeit eine recht grosse zeitliche
Flexibilität ermöglichend). Bei einer anderen Tätigkeit würde der Beschwerdeführer kein
höheres Leistungsniveau erreichen (IV-act. 59-51 f. Ziff. 7.3).
7.
Unter dem Blickwinkel der Therapierbarkeit des (invalidisierenden) Leidens ist zu
berücksichtigen, dass eine (adäquate) Behandlung eine Verminderung der bei der
Begutachtung festgestellten, langdauernden und chronifizierten Auswirkungen des
Gesundheitsschadens erst nach deren Installation erreichen kann. Die bis dahin
bezüglich der diagnostischen und Behandlungs-Massnahmen (von Ärzten,
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Therapeuten, Case-Management) bestehende Fixierung auf die Annahme einer die
Beschwerden begründenden somatischen Erkrankung, die sich nachträglich nicht hat
halten lassen, hat nach Angaben der Gutachterin der Psychiatrie wie erwähnt
möglicherweise zu einer entsprechenden Fixierung des Beschwerdeführers geführt (vgl.
IV-act. 59-45 f.). Nach gutachterlicher Schlussfolgerung ist die Zielrichtung der
therapeutischen Interventionen zu ändern, und zwar hin zu einem integrativen
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsansatz. Zudem sei eine
Schmerzdistanzierung nötig. Die Gutachterin der Psychiatrie hat den Beschwerdeführer
darauf hingewiesen, dass die gegebene Problematik durchaus behandelbar sei und
dadurch möglicherweise ein Rückgang der Beschwerden erreicht werden könne. Sie
hielt allerdings auch fest, aufgrund der langen Dauer der Erkrankung sei auch bei
Ansprechen auf die Behandlung nicht mit einer raschen und richtungsweisenden
Verbesserung zu rechnen. Möglicherweise habe bereits eine so erhebliche Fixierung
stattgefunden, dass eine Verbesserung nicht mehr möglich sei (beides IV-act. 59-47).
Schliesslich stellte sie fest, mit einer Besserung könne durchaus gerechnet werden (IV-
act. 59-52). Solange die sachgerechte Behandlung aber nicht im Sinn einer
Herabsetzung der Arbeitsunfähigkeit wirksam geworden ist, kann eine solche nicht
angenommen werden, zumal dem Beschwerdeführer bislang kein Mangel an
Mitwirkung vorzuwerfen ist (vgl. hierzu den Bundesgerichtsentscheid vom 4. November
2016, 9C_391/2016 E. 3.4 in fine).
8
8.1 In erwerblicher Hinsicht ist festzustellen, dass sich die Arbeitsfähigkeit bzw.
Arbeitsunfähigkeit von 50 % - auch und namentlich - auf die bisherige (ideal adaptierte)
Tätigkeit des Beschwerdeführers bezieht und keine zusätzlichen leistungsmässigen
Einschränkungen zu berücksichtigen sind. Unter diesen Umständen rechtfertigt es
sich, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der
gesundheitsbedingte Ausfall an Erwerbseinkommen im Ausmass jenem der
Arbeitsunfähigkeit entspricht, also 50 % ausmacht. Ergänzende Abklärungen sind nicht
erforderlich. Ein zusätzlicher Faktor im Sinn eines Abzugs ist nicht angebracht, denn
die Arbeitsunfähigkeitsschätzung ist von einem Mittelwert ausgegangen, der
berücksichtigt, dass die Leistung in beschwerdeärmeren und beschwerdebelasteteren
Intervallen unterschiedlich ist. Es besteht daher Anspruch auf eine halbe Rente.
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8.2 Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch (anders als im bis 31.
Dezember 2007 in Kraft stehenden Recht, aArt. 29 Abs. 1 IVG) frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs (die Regelung
zum Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls Rente hat die 5. IV-Revision
hingegen nicht tangiert), vorliegend somit beim massgeblichen Eingang der Anmeldung
(vgl. Art. 67 Abs. 1 AHVV) im März 2011 ab 1. September 2011. Das erforderliche
Wartejahr war angesichts des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im März 2009 bereits
abgelaufen. Der Vorrang geeigneter Massnahmen vor einem Rentenanspruch steht
letzterem vorliegend nicht entgegen.
8.3 Sollte bei nunmehr in der Zielrichtung korrigierter Therapie nach dem für die
vorliegende Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt eine Verbesserung des Leidens des
Beschwerdeführers erreicht werden können, werden die Folgen im Rahmen eines
Anpassungsverfahrens zu prüfen sein.
9.
9.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 2014 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer
ist ab 1. September 2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Berechnung der Rente
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
9.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Angesichts des
Unterliegens der Beschwerdegegnerin sind ihr diese Gerichtskosten gesamthaft
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
9.3 Angesichts des Verfahrensausgangs hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
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werden (vgl. Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).