Decision ID: 288cd967-e022-4c74-96d7-20f9380afc90
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
arbeitet
e
seit
April
1999
mit einem Pensum von 20 bis 50
%
im Reinigungsbereich bei der
Gemeinde
Y._
(
vgl. Urk.
1 S. 3
und
Urk.
9/8
)
. Seit
Januar 2013
war sie zudem in einem 30
%
-Pensum
als Büroangestellte bei der
Z._
GmbH in
A._
tätig
und dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
9/1)
. Am
27.
September 2013
sass die Versicherte auf dem Beifahrersitz des
von ihrem Ehemann gelenkten
Land Rovers
Discovery
, der auf dem
linken
Fahrstreifen der
B._
in
C._
stadtauswärts
fuhr
. Auf Höhe der Liegenschaft Nr.
D._
beabsichtigte
der Lenker des leicht vor dem Land Rover
auf der rechten Spur
fahrenden Lexus
IS
250
,
abrupt links ab
zu
biegen, um sein Fahrzeug auf der Höhe der Liegensch
aft Nr.
E._
zu wenden. Ohne den Blinker
zu betätigen,
begann der
Lenker des
Lexus das Wendemanöver und kollidierte
mit dem Land Rover der Versicherten und ihres Ehemannes
, der sich gemäss Angaben des Lenkers de
s Lexus „im toten Winkel“ befunden habe
(Schadenmeldung UVG vom
2.
Oktober 2013,
Urk.
9/1, und
Rapport
der Stadtpolizei
F._
vom 4.
November 2013,
Urk.
9/27/7
-8
; vgl. auch
Urk.
9/26
).
Die Versicherte begab sich tags darauf in Behandlung
der
Dr.
med.
G._
, Leitende Ärztin des Instituts für Klinische Notfallmedizin des Spitals
H._
,
welche
ein CT
des Schädels,
ein CT der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
(HWS, BWS und LWS)
und eine Röntgenuntersuchung der HWS
veranlasste und
im Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
(nachfolgend: HWS-Dokumentationsbogen)
vom 28.
September 2013
die vorläufige Diagnose eines
Schleudertrauma
s
der H
WS
Quebec Task Force (Q
TF)
II
stellte
. Die Versicherte klagte über Ko
pf-, Nacken- und Rückenschmer
zen
sowie Schwindel
(Urk. 9/13
).
In der Folge
attestierte Dr.
med.
I._
, FMH Allgemeine Medizin,
der Versicherten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/7).
Die S
UVA erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am
2.
Dezember 2013 wurde in der
Klinik J._
ein ambulantes Assessment durchgeführt (
Urk.
9/38).
Am 1
6.
Dezember 2013 erlitt die Versicherte
einen weiteren Verkehrsunfall:
Sie hielt mit ihrem
Fiat Panda
an der
Kreuzung
K._
/
L._
in
C._
bei einem
Fussgängerstreifen
an
,
woraufhin die Lenkerin des
Toyotas
Aygo
hinter ihr auf den Fiat auffuhr (
Schadenmeldung UVG vom 2
2.
Dezember 2013,
Urk.
10/1
; vgl. auch
Urk.
10/9
).
Tags darauf
suchte
die Versicherte
Dr.
I._
auf
, welche
im HWS-
Dokumentationsbogen
vom 1
4.
Januar 2014
erneut
die vorläufige Diagnose eines
Schleudertrauma
s
der
HWS QTF
II
stellte (Urk.
10/10).
Weitergehende
Untersuchungen wurden
diesbezüglich
nicht durchgeführt
(
vgl.
Urk.
10/7)
.
Am
4.
September 2014 nahm
die
M._
im Auftrag der SUVA eine biomechanische Kurzbeurteilung (Triage) des Unfaller
eignisses vom 2
7.
September 2013
vor (
Urk.
9/85).
Am
2.
Oktober 2014 erstattete Kreisarzt
Dr.
med.
N._
, FMH
Chirurgie
,
eine Stellungnahme (
Urk.
9/88), woraufhin
d
ie SUVA
den Bericht der Klinik für Anä
sthesiologie und Intensivmedizin des
Spitals
O._
vom
3.
November 2014 (
Urk.
9/
95) und den Bericht von
P._
, diplomierte Physiotherapeutin
,
vom 4.
November 2014
(
Urk.
9/96) ein
holte
. Am 2
5.
November 2014 gab Kreisarzt
Dr.
N._
eine weitere Stellungnahme ab (
Urk.
9/97).
Mit Verfügung vom
10.
Dezember 2014
(
Urk.
9/99)
stellte
die SUVA
fest, dass die
von der Versicherten
noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien.
Das gemeldete Ereignis sei nicht adäquat kausale Ursache des eingetretenen Schadens.
Die Vers
icherungsleistungen würden deshalb
per 3
1.
Dezember 2014 eingestellt.
Da keine Unfallfolgen vorliegen würden, bestehe
auch kein Anspruch auf weitere
Geldleistungen der SUVA in Form einer Invalidenrente und/oder
einer
Integritätsentschädigung.
Die dagegen von der Versicherten am 2
8.
Januar 20
15 erhobene Einsprache (
Urk.
9/103; vgl. auch
Einspracheergänzung
vom 2
1.
April 2015,
Urk.
9/112
) wies die SUVA mit Entschei
d vom
7.
Juli 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 3
1.
August 2015 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen aufgrund der Folgen des Unfalls vom 2
7.
September 2013 über den 3
1.
Dezember 2014 hinaus zuzusprechen und auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschw
erdeantwort vom
3.
November 2015
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Beschwerdeführerin am
5.
November 2015 ange
zeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heil
behandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1
UVG
hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweckmässige
Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr
gemäss
Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht
s
, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Erlei
det der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angem
essene Integritätsentschädigung (
Art.
24
Abs.
1 UVG).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die
Adäquanz
frage
zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der
Inva
liditätsbemessung
der SUVA gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges
zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge u
nd nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintri
tt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbel
säule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden g
esundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass de
m Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungs
weise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist
oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mitt
leren Bereichs weitere Kriteri
en in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner Rechtsprechung
(BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwis
chen einem Unfall und einer psy
chi
schen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetr
etenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwer
den medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341
S.
409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
Bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen
müs
sen vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_4
87/2009 vom
7.
Dezember 2009 E.
5).
1
.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegne
rin wegen der Folgen des Unfallereignisses
vom
2
7.
September 2013 über den 3
1.
Dezember 2014
hinaus Leistungen zu erbringen ha
t.
2
.2
Die Beschwerdegegnerin begründete
die Leistungseinstellung per 3
1.
Dezember 2014
damit, dass
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
7.
September 2013 und den heute geklagten gesundheitlichen Einschränkun
gen
der Beschwerdeführerin
zu verneinen sei. Das medizinische
Behandlungs
potential
, welches noch eine namhafte Verbesserun
g
des Gesundheitszustands
verspreche, sei ausgeschöpft
(
Urk.
2).
2
.3
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
dass
sie aufgrund des versicherten Ereignisses vom 2
7.
September 2013
unbestrittenermassen
eine HWS-Distorsion erlitten habe.
Demgemäss sei die spezielle Adäquanzprüfung
nach der Schleudertrauma-Praxis
auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses hin vorzunehmen. Dies sei dann der Fall, wenn insgesamt keine namhafte Besse
rung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten sei.
Entgegen der
Beschwerde
gegnerin
lasse sich aufgrund der Akten aber nicht nachweisen, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustands und eine damit verbundene Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr
habe
erwartet werde
n können. Ganz im Gegenteil sei
den von der
Beschwerde
gegnerin
eingeholten Bericht
en
von
Dr.
med.
Q._
, FMH Neurologie,
vom
3.
November 2014 und
P._
vom 4.
November 2014 zu entnehmen, dass das Behandlungspotent
ial noch nicht ausgeschöpft sei.
Entsprechend erweise sich die Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin als
willkürlich und
damit
gesetzeswidrig (
Urk.
1).
3.
3.1
Die erstbehandelnde
Dr.
G._
vom Institut für K
linische Notfallmedizin
des Spitals
H._
stellte
im
HWS-Dokumentationsbogen
vom
2
8.
September 2013 die vorläufige Diagnose eines
Schleudertrauma
s
der HWS
Q
TF
Grad
II bei einem Glasgow-
Coma
-Skala
Wert
von 1
5. Dr.
G._
hielt fest, dass
der
Kopf de
r Beschwerdeführerin
an der Kopfstütze angeprallt
und
der Airbag nicht ausge
löst worden
sei
. Eine Bewusstlosigkeit habe nicht bestanden, für das Ereignis bestehe aber eine Gedächtnislücke. Die Beschwerdeführerin habe sofort über Kopfschmerzen
occipital
und Schwindel sowie nach einer Stunde über Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die linke und rechte Schulter
und über Rückenschmerzen
geklagt. Übelk
eit und Erbrechen hätten nicht vorgelegen
(
Urk.
9/13).
I
m
B
ericht vom 2
8.
Septe
mber 2013
über die ambulante Notfallbehandlung vom selben Tag
ergänzte
Dr.
G._
, dass
im Weiteren
ein chronisches
Panver
tebralsyndrom
bei Status nach Auffahrkollision 2000
bestehe
.
Im Verlauf des Abends
(des 2
7.
September 2013
)
seien
bei der Beschwerdeführerin
Schmerzen im Bereich der HWS und der BWS aufgetreten. Im Verlauf der Nacht hätten die Schmerzen zugenommen, weshalb
sie
am nächsten Morgen auf dem Notfall vorstellig geworden sei. Aktuell bestünden massive Schmerzen
occipital
, an der HWS mit Ausstrahlung in beide Schultern und im Bereich der
BWS
. Im Rönt
gen und CT sei
en
kein
e
Fraktu
rnachweis
e
vorhanden gewesen
, weshalb die Beschwerdeführerin unter symptomatischer Therapie habe entlassen
werden können
(
Urk.
9/26)
.
3.2
Dr.
I._
erklärte
im Zwischenb
ericht vom 2
6.
Oktober 2013
, dass die
HWS-Bewegung stets besser sei. Gegenwärtig werde die Beschwerdeführerin mit Analgetika, physio- und psychotherapeutisch behandelt. Die Konsultationen
bei ihr
fänden wöchentlich statt. Voraussichtlich dauere die ärztliche Behandlung noch zwei bis drei Wochen.
Betreffend Physiotherapie sei wahrscheinlich noch
mals
ein Zyklus vorgesehen. Die Wiederaufnahme der Arbeit sei
in zwei bis drei Wochen vorgesehen
. Der Verlauf sei etwas verzögert, mit voraussichtlich günstigem Ausgang (
Urk.
9/20).
3.3
Prof.
Dr.
med.
R._
, FMH
Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten
(ORL)
,
Hals- und Gesichtschirurgie,
diagnostizierte im an Dr.
I._
gerichteten Bericht vom 1
9.
November 2013 (1)
einen
unklaren
Schwankschwindel
(Differentialdiagnose
cervical
bei Status nach HWS-Distorsionstrauma nach PW-Kollision vom 2
7.
September 2013
)
und (2)
eine
Hyperakusis
rechts posttraumatisch.
Prof.
R._
erklärte, dass sich MR-tomographisch (MRI des
Neurokraniums
vom 1
3.
November 2013) unauffällige Verhältnisse intrakraniell gezeigt hätten.
Bei
ihrer
neuro
otologischen
Untersuchung vom
1
1.
November 2013 habe
sie
keine Hinweise auf das Vorliegen einer peripher
vestibulären
Funktionsstörung als Ursache für das Vorliegen der
ungeric
hteten
Schwindelbeschwerden
gefunden. Es liege
eine diskrete medio-
co
chleäre
Perzeptionsschwerhörigkeit linksbetont
vor
, wobei die
Beschwerdeführerin
insbesondere auf der r
echten Seite an einer
Hyperakusi
s
möglic
herweise
postkontusionell
leide
. In diesem Zusammenhang empfehle
sie der Beschwerdeführerin
,
die
durchblutungsfördernde Medikation
mit
Betaserc
einige Zeit weiterzuführen.
Die
Schwin
delbeschwerden
interpretiere sie
als
ungerichteten
Schwindel im Rahmen
der
cervicogenen
Spannungszustä
nde und Status nach HWS
-
Kontusion durch d
ie PW-Kollision vom 2
7.
September 201
3.
In diesem Zusammenhang habe die Beschwerdeführerin
bereits
- wie von
Dr.
I._
veranlasst -
eine ph
ysikalische Therapie für die HWS
aufgenommen
. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit denke
sie,
dass
eine Wideraufnahme der Tätigkeit als Kassiererin in einer reduzierten Form mit einem a
ufsteigenden Pensum d
urchaus möglich sei (
Urk.
9/31
).
3.4
Med.
pract
.
S._
un
d
Dr.
med.
T._
, FMH
Physikalische Medizin und Rehabilitation, von der
Klinik J._
erklärten im Bericht vom
6.
Dezember 2013, dass sie
anlässlich
des ambulanten Assessments vom
2.
Dezember 2013 eine erhebliche Symptomausweitung fest
gestellt
hätten
. Anhand ihrer Abklärungsergebnisse würden sie eine intensivierte ambulante Therapie mit zunächst einmal wöchentlicher Einzelphysiotherapie mit Betonung aktiver Bewegungstherapie sowie gesamthaft viermal wöchentlicher medizinischer Trainingstherapie empfehlen. Es sollten folgende Ziele verfolgt werden: Verbesserung der Muskelfunktion, Verbesserung der kardiopulmonalen Funk
-
tion
, Instruktion der Heimübungen.
Der
Fokus
sollte
auf das
Auftrainieren
der tiefen Nackenmuskulatur und
die kardio
pulmonale Re-Konditionierung gelegt werden. Nach ca. acht Wochen könne dann zu einem selbständigen Training in einem Fitnessstudio übergegangen werden. Unter den obigen
Therapieempfeh
-
lungen und im Hinblick auf den bisherigen Verlauf sowie die heutigen Resul
-
tate
spreche nichts gegen einen baldigen Arbeitsversuch (
Urk.
9/38/
1-
4).
3.5
Dr.
med.
U._
, FMH Psychiatrie u
nd Psychotherapie, führte
im Bericht vom
9.
Dezember 2013
aus
, dass die Beschwerdeführerin als Folge der Verletzung und der Schmerzen des Ereignisses
(
vom 2
7.
September 2013
)
vor dem Hintergrund eines bereits früher erlebten Unfalls (2006) ein Zustandsbild der Psycholabilität mit Ängsten, Nervosität, Irritabilität, Agitiertheit,
Fatigue
, Blo
ckierungen und Schlafstörungen entwickelt habe. Die Beschwerdeführerin werde psychiatrisch
-psychologisch
behandelt mit Einsatz von Psychopharmaka. Das Krankheitsbild sei heute jedoch nicht mehr durchgehend. Es gebe Tage, an welchen die Beschwerdeführerin sich besser fühle (
Urk.
9/35/1).
3
.6
Dr.
I._
gab
a
nlässlich des Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom
7.
Januar 2014
an
, dass die von der
Klinik J._
vorgeschlagenen
The
rapiemassnahmen
umgesetzt worden seien. Im Dezember habe die B
eschwer
deführerin wieder einen Verkehrsu
nfall erlitten, als sie auf dem Weg zum Zahnarzt gewesen sei. Dieser sei aber nicht so traumatisch gewesen wie der Unfall vom 2
7.
September 201
3.
In ihren Augen sei der neuerliche Unfall eher als eine leichte Sache bzw. Bagatelle zu betrachten. Eine Arbeitsaufnahme sollte per Mitte Januar erfolgen. Dies sollte möglich sein. Die Beschwerdeführerin habe bisher nicht arbeiten wollen, weil sie sich nicht
wieder
100
%
fit gefühlt habe (
Urk.
9/44).
3.7
Der für die
V._
GmbH tätige Dipl. Ing. (FH)
W._
erklärte in der gutachterlichen St
ellungnahme
zuhanden der
Allianz
Suisse
vom 16.
Januar
2014, dass a
nhand
des Unfallherganges
in Verbindung mit den Schäden am Land Rover Discovery ES und den Schäden an
der Seite des Lexus IS
250
, der angenommenen Anstoss
konstellation und dem Massenunterschied der am
Stoss
beteiligten Fahrzeuge
von einer Differenzgeschwindigkeit zwischen den beide
n Fahrzeugen von 30 bis 35 km/h aus
gegangen werden
müsse
.
Damit müsse
von einer stoss
bedingten Geschwindigkeit
sänderung des
Land
Rovers Discovery ES im Bereich von 10 bis
12 km/h
weitgehend entg
egen der Fahrtrichtung ausgegan
gen werden. Aufgrund der Drehbewegung
beim An
stoss
müsse
von einem Delta-
v
des Land Rover
s quer zur Fahrtrichtung von 7 bis
8
km/h ausgegangen werden. Die Bewegung der Insassen im
Land Rover beim Anstoss
sei in Richtung der Anstossstel
le
schräg nach rechts vorne
erfolgt (
Urk.
9/64/6).
3
.8
Dr.
I._
hielt im
Zwischenbericht vom 1
5.
Januar 2014
fest, dass der bisherige Verlauf langsam und schleppend
sei. Es lägen
Nacken- und Kopfschmerzen mit Ausstrahlung bis ins rechte Ohr
vor
. Die Besch
werdeführerin sei rasch
ermüd
-
und reizbar. Die
vorgesehene
Akupunkturbehandlung dauere voraussichtlich bis Ende Februar 201
4.
Die Konsultationen bei ihr hätten bisher alle zwei Wochen stattgefunden.
Die Wiederaufnahme d
er Arbeit zu 100
%
sei auf den 2
0.
Januar 2014 vor
gesehen (
Urk.
9/54).
Im Unfallschein UVG vom
1.
Mai 2014 (Eingangsdatum)
gab
Dr.
I._
an,
dass die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
Januar 2014 0
%
betrage (
Urk.
9/67).
3.9
Prof.
Dr.
med.
AA._
von der Abteilung für Neuroradiologie der Klinik
BB._
hielt im Bericht vom 2
5.
August 2014 betreffend die am 2
2.
August 2014 durchgeführten MRT-Untersuchungen zuhanden von
Dr.
med.
CC._
, FMH Neurologie, Leiter des Kopfwehzentrums der Klinik
BB._
, fest, dass minimale degenerative Veränderungen der Facettengelenke im unteren HWS-Bereich gegeben seien. Eine Affektion
nervaler
Strukturen liege nicht vor. Das MRT des Schädels sei unauffällig (
Urk.
9/84).
3.10
Die am
4.
September 2014 von der
M._
erstattete biomechanische
Kurzbe
urteilung
(Triage) ergab, dass aufgrund der technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen die anschliessend an das Ereignis bei der Beschwerdeführerin festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall nicht erklärbar seien (Urk. 9/85/5).
3.11
Kreisarzt
Dr.
N._
hielt in der Stellungnahme vom
2.
Oktober 2014 fest, dass die Bilder der MRT des Schädels und der HWS vom 2
2.
August 2014 fehlen würden. Falls noch eine Therapie durchgeführt werde, sei vom behandelnden Therapeuten ein Bericht zu verlangen, aus dem hervorgehe, was therapiert
werde, ob die Therapie noch einen dauerhaften, nachhaltigen und verbessern
den Nutzen bringe und wie viele Zyklen à neun Sitzungen noch erforderlich seien (
Urk.
9/88).
3.12
Dr.
Q._
und
Dr.
med.
DD._
, Oberarzt, von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Spitals
O._
gaben im Bericht vom
3.
November 2014 an, dass bei der Beschwerdeführerin nach einer zweiten und noch genaueren Untersuchung am 2
3.
Oktober 2014 ein
Torticollis
rechts diagnostiziert worden sei. Dieser
Torticollis
sei durch die Unfälle symptomatisch geworden. Die Schmerzen seien
exazerbiert
. Die
Craniosacraltherapie
sei weiterzuführen und
der
Nacken zu massieren. Für mindestens eine Woche sei keine Arbeit zu verrichten (
Urk.
9/95).
3.13
P._
berichtete am
4.
November 2014, dass da
s übergeordnete Ziel eine Reduktion der Schmerzsymptomatik und des Schwindels
sei
, damit die allgemeine Bela
stbarkeit gesteigert werden könne
. Eine Verbess
erung der HWS- und Arm-Mobilität
sowie eine
Tonusregulation
d
er Schultergürtelmuskulatur seien
hierbei wichtig. Weiterhin soll
ten
die Rumpfstabilität un
d Aufrichtung verbessert werden, um den Schulter-N
acken
-
Bereich entlasten zu können. Di
e Koordination von Schulter-Arm-
Bewegungen soll
e
trainiert werden, damit Bewegungsabläufe bei der Arbeit ökonomisiert werden könn
ten (
Urk.
9/96).
3.14
Kreisarzt
Dr.
N._
erklärte
in der Stellungnahme vom 2
5.
November 2014, dass bildgebend keine traumatisch bedingte Läsion vorliege. Das MRI vom 22. August 2014 dokumentiere lediglich minimale degenerative Veränderungen an der HWS. Die im Bericht der Physiotherapeutin vom
4.
November 2014 erwähnten Beschwerden und die Kraftlosigkeit
würden
sich auf somatischer Ebene nicht mehr erklären lassen. Der Endzustand sei 14 Monate nach dem Unfallereignis erreicht, insbesondere, wenn man berücksichtige, dass aufgrund der biomechanischen Triage die Beschwerden nicht erklärbar seien (
Urk.
9/97).
3.15
Dr.
Q._
führte im Schreiben vom 1
9.
März 2015 zuhanden des Arbeitgebers aus, dass es
n
ac
h multiplen Behandlungen mit Bot
ox
am Nacken
und
Korti
soninfiltrationen
im
Rotatorenmanschetten
-Areal durch den Orthopäden zu einer Verbesserung der Symptomatik
gekommen sei. Die Beschwerdeführerin sei
dazu aufgefordert
worden
, die Arbeit als Rein
igungskraft wieder aufzuneh
men. Nach zwei Wochen sei es jedoch zu einer
deutliche
n
Exazerbation der Symptomatik mit Wiederauftreten der Schmerzen
gekommen. Die
Arbeit als Reinigungskraft
sei für die Beschwerdeführerin
nicht mehr geeignet.
Sie
bitte um
eine Umschulung (
Urk.
9/109).
3
.16
Im an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gerichteten Schreiben vom 1
0.
August 2015 gab
Dr.
Q._
an, dass
die Beschwerdeführerin im Zusam
menhang mit dem Verkehrsunfall vom 2
7.
September 2013 signifikante Nackenschmerzen entwickelt habe. Das Trauma habe auch
ein
e vorbestehende
Torticollis
spasticus
verschlechtert
. Seit Dezember 2014
seien
folgende Behandlungen durchgeführ
t worden:
1.
Medikamentöse analgetische Therapie
2.
Botolinumtoxininfiltration
drei Mal, mit Besserung der Symptomatik
3.
Mai 2015: F
acettengelenksinfiltration C3/4
-C6/7 mit Lokalanästhetikum
und Kortison, aufgrund der geringen
Regredienz
der Beschwerden. Dies
habe zu einer weiteren Besserung der Symptomatik geführt.
4.
Verschlechterung der schon bestehenden Schulterschmerzen. Es sei eine
Supraspinatustendinitis
vermutet worden. Diese sei in einer MRT
-
Unter
-
suchung
bestätigt worden. Therapiert worden sei mit
Palexia
und
Diclofenac
,
danach sei eine Infiltration mit Lokalanästhetika und Kortison gefolgt, welche
zu einer Besserung der Symptomatik geführt habe.
Aufgrund der Nacken- und Schulterschmerzen
sei
eine Arbeit als Reinigungs
kraft nicht mehr möglich, allerdings
habe
durch die vorgenommenen therapeu
tischen Massnahmen eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
erreicht werden
kön
n
en
. Der Gesundheitszustand
und die aktuelle Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin könnten noch verbessert werden. Die Arbeit müsse
entspre
chend angepas
st werden und
die Beschwerdeführerin
dürfe
nicht mehr als
3 bis 4 kg
heben/tragen
(
Urk.
3).
4.
4
.1
Streiti
g und zu prüfen ist zunächst
, ob im Zeitpunkt d
er Leistungseinstellung per 31.
Dezember 2014 noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszu
stands
der Beschwerdeführerin
im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG
erwartet wer
den konnte.
4.2
Was den Unfallhergang vom 2
7.
September 2013 anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass die
kollisionsbedingte Geschwi
ndigkeitsänderung (Delta-v)
beim
Zusammenprall des Lexus des Unfallverursachers mit dem
Land Rover
der Beschwerdeführerin
gemäss
Stellungnahme
der Allianz
vom 1
6.
Januar 2014
7
bis 8 km/h betrug (
Urk.
9/
64/6
)
-
was von der Beschwerdeführerin nicht angezweifelt wurde (vgl.
Urk.
1)
.
Entgegen den Darlegungen der Beschwerde
führerin
kam die Krafteinwirkung auf den Land Rover dabei nicht von der Seite und von hinten
her
(vgl.
Urk.
1 S. 8), sondern von vorne rechts (vgl. dazu ins
besondere auch
die Fotos der Unfallfahrzeuge
der Allianz
, Urk.
9/
48/10-16 und
Urk.
9/48/32-35
,
und auch
die bildliche Darstellung
des Unfalls
in der Stel
lungnahme der Allianz,
Urk.
9/64/7). Die Bewegung der Insassen
des Land Rovers
erfolgte beim
Anstoss
daher in Richtung der
Anstossstelle
schräg nach rechts
vorne
(
Urk.
9/64/6)
, und es
kann folglich nicht von einem Seitenaufprall gesprochen werden (vgl.
Urk.
1 S. 8)
.
Die
zuständigen Fach
personen der
M._
erklärten dazu
in der
biomechanischen Kurzbeurteilung
vom
4.
September 2014 (
Urk.
9/85/5)
sodann
in
nachvollziehbar
er Weise
, dass
sich bei einer
solchen
Bewegung der Insassen vorwiegend nach vorne und nur in geringerem Masse zur Seite bei Angegurteten grundsätzlich ein günstigerer Bewegungsablauf und eine prinzipiell geringere HWS-Belastun
g als
bei Heckkollisionen
ergebe
. Man gehe heute von der Biomechanik her weitgehend davon aus, dass der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden auch nach schrägfrontalen Kollisionen im „Normalfall“ bei Verwendung von Sicherheitsgurten (die Beschwerdeführerin trug vorliegend ei
nen Sicherheitsgurt, vgl.
Urk.
9/13/1)
in einem Bereich der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung des verzögerten Fahrzeuges von etwa dem doppel
ten Wert desjenigen bei Heckkollisionen (10 bis 15 km/h) liege, also etwa bei 20 bis 30 km/h, bezogen jeweils auf den maximalen Wert des unfallanalytisch für den
spezifischen Fall ermittelten D
elta-v-Werts.
Es ist somit davon auszugehen
, dass d
as Unfallereignis
vom 2
7.
September 2013
von moderaten Kräften
begleitet
war
, welche
hinsichtlich der
Entstehung allfälliger erheblicher HWS-Beschwerden
grundsätzlich
noch
klar
im unkriti
schen Bereich
lagen
.
4.3
Nach dem Unfallereignis vom 2
7.
September 2013
und
den
CT-
und Röntgen-
Untersuchungen im Spital
H._
, deren Ergebnisse unauffällig waren
(vgl.
Urk.
9/23-25),
wurde die Beschwerdeführerin
, die
über
Kopf-, Nacken- und Rückenbeschwerden
sowie Sch
w
indel klagte,
zunächst mit
Analgetika, physio- und psychotherapeutisch
behandelt
(
letzteres
ausweislich der Akten
bis Dezem
ber 2013
; vgl.
Urk.
9/2
0
,
Urk.
9/5
0
und Urk.
9/54
).
Die
am
8.
und
am
11.
No
-
vember
2013
erfolgten
ORL-fachärztliche
n
Untersuchung
en
der Schwindelbe
-
schwerden
(inkl. MRI des
Neurokraniums
)
bei Prof.
R._
ergaben keine
Hinweise auf das Vorliegen einer peripher
v
estibulären
Funktionsstörung
, und
Prof.
R._
empfahl
der Beschwerdeführerin
lediglich, die durchblutungsfördernde Medikation
mit
Betaserc
einige Zeit
weiterzuführen
sowie
die
physikalische Therapie für die HWS
fortzuführen
(
Urk.
9/31).
Im Weiteren wurde die Beschwerdeführerin
a
m
6.
Dezember 2013 im Rahmen eines ambulanten
As
sessments in der
Klinik J._
von med.
pract
.
S._
und
Dr.
T._
eingehend
untersucht
, wobei die
damals
klinisch erhobenen Befunde weitgehend unauffällig waren
(vgl.
Urk.
9/38/6-7)
. D
ie Ärzte der
Klinik J._
, die bei der Beschwerdeführerin eine erhebliche Symptomausweitung fest
gestellt hatten
,
kamen im Wesentlichen
zum Schluss, dass
unter einer
intensivierten
ca.
achtwöchigen Therapie
(Ziel dieser Therapie war
in erster Linie
die Verbesserung der Muskelfunktion und die Verbesserung der kardiopulmonalen Funktion)
und im Hinblick auf den bisherigen Verlauf sowie die heutigen Resultate nichts gegen einen baldigen Arbeitsversuch spreche (
Urk.
9
/38/
1-4
).
Der von der Beschwerdeführerin am
1
6.
Dezember 2013
erlittene Verkehrsunfall wurde
sodann
sowohl
von
Dr.
I._
am
7.
Januar 2014
(
Urk.
9/44)
als auch von der Beschwerdeführerin
selbst
am
1
3.
Januar 2014 (
Urk.
9/50
)
als
„
Bagatelle
“
bezeichnet
.
Dr.
I._
, bei welcher die Beschwerdeführer
in seit dem Unfallereignis vom 2
7.
September 2013
in re
gelmässiger Behandlung stand (
Urk.
9/20 und
Urk.
9/54),
äusserte sich am
7.
Januar 2014
denn
auch dahingehend
, dass eine Arbeitsaufnahme per Mitte Januar 20
14 erfolgen sollte (
Urk.
9/44). Ab dem 2
0.
Januar 2014 attestierte
Dr.
I._
der Beschwerdeführerin
keine Arbeitsunfähigkeit mehr (
Urk.
9/67).
Bereits seit
dem 2
0.
Januar 2014 wurde
der Beschwerdeführerin
von
haus
ärztlicher Seite somit
keine
unfallbedingte
Arbeit
sunfähigkeit mehr bescheinigt.
Im
Juli/August 2014
wurde die Beschwerdeführerin
in der Klinik
BB._
neurologisch abgeklärt. Der
dort
anfänglich
geäusserte
Verdacht auf ein
Facet
tend
isease
liess sich
im MRT vom 2
2.
August 2014
aber offenbar
nicht erhärten
(
vgl.
Urk.
9/80 und
Urk.
9/84
).
Im Wi
derspruch zu den
Einschätzung
en
der
Hausärztin
Dr.
I._
und auch der Ärzte der
Klinik J._
attestierte Dr.
Q._
, w
elche die Beschwerdeführerin in der
Klinik
BB._
,
im Spital
O._
und
auch
in der
EE._
behandelte (
Urk.
9/80,
Urk.
9/95
und
Urk.
3),
daraufhin
v
om 2
3.
Oktober 2014 bis zum 19.
März 2015
grundsätzlich
eine
100%ige
unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/108
).
Wie die Beschwerdegegneri
n zutreffend feststellte (
Urk.
8 S. 6
), vermag d
iese Beurteilung von
Dr.
Q._
nicht zu überzeugen.
Zum einen berücksichtigte
Dr.
Q._
bei
ihrer Beurteilung auch Beschwerden im
Rotatorenmanschetten
-Areal
(
Urk.
9/109
)
, die in den
echtzeitlichen Arztberichten nach dem Unfallereignis vom 2
7.
September 2013 keine Erwähnung
gefunden hatten
(
Urk.
9/13,
Urk.
9/20 und
Urk.
9/26
)
und überwiegend wahrscheinlich nicht auf dieses Unfallereignis zurückzuführen sind.
Zum anderen
hat
Dr.
Q._
in ihren Berichten
auch
nicht nachvollziehbar begründet, aufgrund welcher Befunde und Funktionseinschränkungen im Zusammenhang mit der festgestellten
Verschlechterung der
Tor
t
icolli
s
spasticus
,
die gemäss
deren Angaben
im Übrigen vorbestehend war, mehr als ein Jahr
nach dem Unfallereignis vom 27.
September 2013 noch
eine
(vollständige)
Arbeitsunfähigkeit
in der von der Beschwerdeführerin in einem Pensum von 20 bis 50
%
ausgeübten Tätigkeit im Reinigungsbereich und in der in einem 30%-Pensum
ausgeübten Tätigkeit
als Büroangestellte
b
estanden haben soll (
Urk.
9/95,
Urk.
9/109 und
Urk.
3
).
Wie die Beschwerdegegnerin
ebenfalls
zutreffend bemerkte (
Urk.
8 S. 6), sind d
ie Angaben von
Dr.
Q._
zudem
insofern widersprüchlich, als sie im Sch
reiben vom 1
0.
August 2015 erklärte
, dass eine Arbeit als Reinigungskraft nicht mehr möglich sei, gleichzeitig aber auch
festhielt
, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
habe erreicht werden können (
Urk.
3).
Schliesslich
darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte
von
behandelnden Ärzten auch
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Gestützt
auf di
e nachvollziehbare Beurtei
lung von Kreisarzt
Dr.
N._
vom 25.
November 2014
ist
demnach
davon
a
uszugehen
, dass die Beschwerden 14
Monate nach dem Unfallereignis vom 2
7.
September 2013 nicht mehr erklärbar waren und der medizinische
Endzustand erreicht war (Urk.
9/97
).
Die
Beurteilung
von Kreisarzt
Dr.
N._
steht
dabei
auch
im Einklang mit der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung, wonach es der medizinischen Erfahrung ent
spricht, dass der organische Zustand des Rückens nach allfällig erlittenen Ver
letzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zerrung i
n der Regel sechs Monate bzw.
bei degenerativen Veränderungen spätestens ein Jahr nach dem Unfall wieder so weit hergestellt ist, wie er es auch wäre, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts
8C_29/2009 vom 1. Mai
2009 E. 3.5 und
8C_
744/2008 vom 26. November 2008 E. 4,
je mit Hinweisen).
Überdies wird
in der einschlägigen Fachliteratur davon ausgegangen, dass
bei einem HWS-Distorsionstrauma mit einem Kraftgrad
QTF
I bis II eine vollstän
dige Abheilung innert
26 Wochen erwartet werden dürfe (vgl. Urteil des Sozial
versicherungsgerichts UV.2014.001
20 vom 3
1.
August 2015 E. 2.9). Da
im
November 2014 keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen war,
war von den von
Dr.
Q._
erwähnten
Therapiemassnahmen
(vgl.
Urk.
9/95,
Urk.
9/109 und
Urk.
3)
auch
keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszu
stands der Beschwerdeführerin im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG mehr zu erwarten. Dasselbe gilt auch für die von
P._
im Bericht vom
4. November 2014 genannten physiotherapeutischen Massnahmen (
Urk.
9/96).
4.5
A
ngesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin im Nachgang des Unfallereignisses vom 2
7.
September 2013 eingehend fachärzt
lich abgeklärt wurde
(vgl. E. 4.3)
,
sich die
Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
N._
im Wesentli
chen mit der Einschätzung
von
Hausärztin
Dr.
I._
und derjenigen
der Ärzte der
Klinik J._
deckt und
zudem
im Einklang mit
der
einschlägigen
Fachliteratur
steht,
ist
nicht zu beanstanden,
dass Kreisarzt Dr.
N._
eine Aktenbeurteilung vorgenommen hat
(
vgl.
Urk.
1 S. 7).
Von
weiteren medizinischen Abklärungen
sind
im Übrigen
keine
entscheidrele
vanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
4.6
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall per 3
1.
Dezember 2014
terminierte
.
5.
5.1
Mit dem Fallabschluss ist zu prüfen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom
2
7.
September 2013
und den fortbestehenden Beschwerden besteht.
5.2
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten kann als erstellt gelten, dass den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden kein unfallbedingtes organisches Substrat im Sinne einer bildgebend oder sonst klar nachweisbaren struktur
ellen Veränderung zugrunde liegt.
Sämtliche der durchgeführten MRI
-, CT
- und Röntgenuntersuchungen
der
HWS, BWS und LWS und des Schädels
ergaben unauffällige Befunde
(
Urk.
9/23-25
,
Urk.
9/31 und
Urk.
9/84
). Weder im Rahmen der
neurootologischen
noch der neurologischen Abklärung konnte für den Schwindel eine organische Ursache gefunden werden
(vgl.
Urk.
9/31, Urk.
9/80 und
Urk.
9/84).
Festzuhalten ist
ausserdem
, dass aufgrund klinischer Befunde wie Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur,
Druckdolenzen
im Nacken oder Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
rechtsprechungsge
mäss
nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat des geklagten Beschwerdebildes geschlossen werden kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_945/2008 vom 8. April 2009).
Die
Unfalladäquanz
der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden kann daher nicht von Vornherein bejaht werden,
sondern es muss eine Prüfung
gemäss
den von der Rechtsprechung diesbezüglich aufgestellten besonderen Kriterien
(Schleudertrauma-Praxis)
erfolgen (vgl. E. 1.6).
5.3
Im Rahmen der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
nach der Schleudertrauma-Praxis
hat die Beschwerdegegn
erin das Unfallereignis vom 27.
September 2013 als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht eingestuft. Das Vorliegen
von sechs der sieben
diesfalls
rechtsprechungsgemäss zu prüfenden unfallbezogenen Kriterien
hat sie verneint
(
wobei sie beim Kriterium der erheb
li
chen Beschwerden verneint hat
, dass diese in besonderes ausgeprägter Weise vorhanden seien, so dass offen
gelassen werden könne, ob das
Kriterium über
haupt erfüllt sei
)
und ist
zum Schluss gekommen, dass
k
ein adäquater Kausal
zusammenhang zwis
chen dem Unfallereignis vom 27.
September 2013 und den von der Beschwerdeführerin noch geklagten Bes
chwerden gegeben ist
(
Urk.
2 S. 9 ff.). Diese Adäquanzbeurteilung wurde von der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel gezogen (vgl.
Urk.
1) und gibt auch nicht Anlass zu Weiterungen
.
Bei diesem Ergebnis kann auf eine
abschliessende
Beurteilung der natürlichen Kausalität verzichtet werden.
6.
Die Leistungse
instellung per 31. Dezember 2014
erweist sich demnach als rech
tens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.