Decision ID: 61438557-f4b6-4dbf-9f1c-c60833913861
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1973, Mutter von vier Kin
dern (geboren 1998, 2000, 2003 und 2007),
arbeitete von
Juli 1993 bis Novem
ber 2007
in einem 100%-Pensum
als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
(
Urk.
7/38
)
und daneben
von Februar 2001 bis Dezember 2006 als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Z._
(
Urk.
7/42)
. Am
1
4.
Dezember 2009 (Eingangsdatum)
meldete
sich
die Versicherte
wegen Gehörlosigkeit bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich,
IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
7/27
). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-A
uszug vom 25.
De
zember 2009, Urk.
7/30), holte den Bericht von
Dr.
med.
A._
,
FMH Allgemeine Medizin, vom 1
3.
Januar 2010 (
Eingangsdatum,
Urk.
7/36), den Bericht von Dr.
med.
B._
,
FMH Praktischer Arzt
, vom 2
5.
Februar 2010 (Urk.
7/37) und
die
A
rbeitgeberfragebögen
der
Y._
vom 11.
März 2010
(
Urk.
7/38)
sowie
der
Z._
vom
1
9.
April 2010 (
Urk.
7/42)
ein.
Daraufhin beauftragte
sie
ihren
Abklärungs
dienst
mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in
Beruf und Haushalt (B
ericht vom
9.
Juli 2010,
Urk.
7/48) und gab bei
Dr.
med.
C._
,
FMH Neurologie und FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, das diese am 1
2.
Mai 2011
erstattete
(
Urk.
7/53).
Mit
Vo
rbescheid vom 1
0.
Oktober 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
7/60
), wogegen die
se
m
it Eingaben vom 2
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/62),
5
.
Dezember 201
1 (
Urk.
7/66) und
2
9.
Februar 2012 (
Urk.
7/72)
Einwand
erhob
.
Die
IV-Stelle
holte
den Bericht von
Dr.
B._
vom 1
1.
Februar 2012 (Urk.
7/70), den Bericht des
D._
vom 21.
Dezember 2012 (
Urk.
7/90) und die Stellung
nahme
von
Dr.
C._
vom 5.
Februar 2013
(
Urk.
7/94
) ein. Zu
dieser
Stellungnahme von
Dr.
C._
liess
sich die Beschwer
deführerin am 2
7.
März 2013 vernehmen (
Urk.
7/98).
Schliesslich
wies die IV-Stelle das
Leistungs
begehren
der Versicherte
n mit Verfügung vom
7.
Juni 2013
mit der Begrün
dung ab, dass kein invalidisierender Ge
sundheitsschaden vor
liege (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
0.
Juli 2013 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
7.
Juni 2013 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze IV
Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, eine psychiatri
sche Begutachtung durchzuführen,
und es sei danach über den Anspruch auf eine IV-Rente neu zu verfügen (
Urk.
1). Die
Beschwerdegeg
nerin
beantragte mit Beschwer
deantwort vom 1
1.
September 2013
die Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Eingabe vom
4.
November 2013
(
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführer
in
den Bericht der
E._
v
om
1.
Oktober 2013
(
Urk.
10) nach
. Die Beschwerdegegnerin teilte am 15.
November 2013 mit, dass sie auf eine Ste
llungnahme dazu ver
zichte (Urk.
13), was der
Beschwerdeführerin am
1
9.
November 2013 angezeigt
wurde
(
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführer
in
auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Versicherte mit vollendetem 2
0.
Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.
4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
5
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheits
schaden
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts
9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.
6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
8
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger
Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Dr
.
B._
stellte im Bericht vom 2
5.
Februar 2010 als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine Gehörlosigkeit (sei
t Geburt), (2)
eine depressive Entwicklung bei diversen psychosozialen Belastungssituati
onen und (3) einen Verdacht auf eine Intelligenzminderung.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Unterbauchschmerzen unklarer Genese.
Er gab an, dass er zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
)
keine
sicheren
Angaben machen könne
. Im aktuellen Zustand sei sie nicht in der Lage
,
den eigenen Haushalt zu führen
(
Urk.
7/37/1-3).
2.2
Dr.
C._
stellte in ihrem Gutachten vom 1
2.
Mai 2011 keine Diagnose aus dem psychiatrischen Diagnosespektrum.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
)
sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Es sei aber festzuhalten, dass sie aufgrund
der
ausgepräg
ten Schwerhörigkeit nur Arbeitsstellen annehmen könne, bei denen sie nicht auf ihr Hörvermögen angewiesen sei, wie dies an der jahrelang von ihr innege
habten Arbeitsstelle der Fall
gewesen sei. In der Vergangenheit sei die Beschwerdeführerin aus gynäkologischen Gründen
arbeitsunfähig gewesen
.
Hierbei habe es
sich
allerdings um vorübergehende krankheitsbedingte Arbeits
unfähigkeiten gehandelt
(
Urk.
7/53/10
-11
).
2.3
Die
behandelnden Fachpersonen
des
D._
diagno
sti
zierten im Bericht vom 2
3.
Februar 2011 zuhanden von
Dr.
B._
eine mittelgradige dep
ressive Episode (ICD-10 F32.1;
Urk.
7/65
/1
).
2.4
In
ihrer
Stellungnahme
vom 2
7.
Februar 2012
zuhanden der Beschwerdeführe
rin
legten
sie
dar, dass sie vorliegend kein Parteigutachten erstellen möchten. Es gehe lediglich darum aufzuzeigen, weshalb dem Gutachten von
Dr.
C._
kein Beweiswert zukomme (
Urk.
7/71/1
).
2.5
Im Bericht vom 2
1.
Dezember 2012 stellten
sie
die
Diagnose
einer mittelgradi
gen depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1)
.
Sie erklärten, dass die Beschwerde
führerin
i
hren Alltag
nur mit Hilfe von
externen Betreuungsangeboten für ihre Kinder
(Hort) und mit Unterstützung der Familie
bewältigen
könne
. Eine
Arbeitstätigkeit im
1.
Arbeitsmarkt sei momentan we
gen der mangelnden Belastbar-
, Konzentrations- und Merkfähigkeit ausgeschlossen
(
Urk.
7/90).
2.6
Dr.
C._
äusserte sich
in ihrer Stellungnahm
e vom
5.
Februar 2013
zu den
sei
tens
der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin und des
D._
gegenüber ihrem Gutachten
vom 1
2.
Mai 201
1
erhobenen Einwänden
und hielt
an ihrer damaligen Beurteilung fest (
Urk.
7/94).
2.7
Im
an die Beschwerdeführerin gerichteten
Bericht vom 2
6.
März 2013 stellten die Ärztin und die Psychologen des
D._
die Diagnose
n (1)
einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Sympto
men (ICD-10 F32.2)
und (2) einer vollständigen Gehörlosigkeit bei
krankheits
bedingter
Weigerung des Tragens von Hörapparaten
.
Sie gaben an, dass die Beschwerdeführerin
das Frühstück für die Kinder vor
bereite
und
sie
in die Schule beziehungsweise
den Kindergarten
schicke
. Viel mehr Aufgaben könne sie im Haushalt nicht wahrnehmen. Das meiste werde vom Ehemann und den zwei älteren Töchtern erledigt.
Sie sei
nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/99)
.
2.8
Die Ärzte der
E._
nannten
im Austrittsbericht vom
1.
Oktober 2013
zuhanden des
D._
als Diagnose
eine mittelgradige depres
sive Episode, zuvor schwer, mit psychoti
schen Symptomen (ICD-10 F32.1).
Sie erklärten
, dass d
ie Beschwerdefüh
rerin vom
5.
August bis zum 13.
September 2013 in ihrer
Klinik ho
spitalisiert gewesen
sei
(
Urk.
10
S. 1
).
3.
3.1
Zu
prüfen ist
zunächst
die
umstrittene
Statusfrage, das
heisst
, ob die Beschwer
de
führerin
in der angefochtenen Verfügung
der Beschwerdegegnerin
zu Recht
als Hausfrau beziehungsweise
Nicht
erwerbstätige qualifiziert wurde (
Urk.
2 S.
2)
.
3.2
Dem Bericht
von
F._
vom
9.
Juli 2010
zur tags
zuvor durchgeführten Haushaltabklärung, bei der
auch
die Gebärdendolmetscherin
Frau
G._
,
die Familienhelferin
Frau
H._
sowie Herr
I._
,
ein Nachbar, der für den Ehem
ann übersetzte
,
zugegen waren,
lässt sich
entnehmen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin in einer Textilfabrik im
Schicht
betrieb
arbeite und
brutto
Fr.
4‘300.-- +
Fr.
800.-- Kinderzulagen verdiene.
Gemäss Arbeitgeberfragebogen der
Y._
habe die Beschwerde
führerin ihre Arbeit aus familiären Gründen aufgegeben
(vgl. auch Kündi
gungsschreiben der Beschwerdeführe
rin vom 2
9.
November 2007, Urk.
7/38/8)
.
Bis am 26.
Juni 2006 habe die Familie eine Verwandte im Haushalt beschäftigt, welche illegal in der Schweiz gewesen sei und das Land
dann
habe verlassen müssen. Da sich die Verwandte um den
Haushalt und die Kinder
gekümmert habe, sei es der
Beschwerdeführerin möglich gewesen, zu 100
%
erwerbstätig zu sein. Anschliessend sei eine Tante vorübergehend
in die Schweiz gereist und habe
sich
um die Kinder gekümmert
, bis sie die Schweiz ebenfalls habe verlas
sen müssen
. Nach der Geburt (der Tochter
J._
am
7.
Juli 2007
) sei die Beschwerdeführerin
gesundheitlich
bereits
stark angeschlagen gewesen. Phy
sisch und psychisch sei es ihr damals schlecht gegangen. Der Arzt habe drin
gend vor weiterer Erwerbstätigkeit abgeraten. Der Einsatz der Familienhelferin sei
notwendig geworden und die Beschwerdeführerin
habe ihre Kündigung
(per Ende November 2007)
aussprechen müssen. Der Ehemann habe erklärt, er sei sich sicher, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine gute Mutter und Hausfrau wäre. Ob sie heute bei guter Gesundheit noch erwerbstätig wäre, könne er nicht sagen. Die Beschwerdeführerin selbst sei sich hingegen sicher, dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
als Hausfrau tätig wäre. Ihr jüngstes Kind sei noch klein und benötige die ständige Anwesenheit der Mutter, falls dies möglich wäre. Sie sei auch kein einfaches Kind und brauche viel Zuwendung. Die erkrankte Tochter habe eine sehr intensive Betreuungsphase hinter sich und habe die Beschwerdeführerin
ebenfalls
stark benötigt. Eine Haushalt
s
hilfe aus der
K._
sei nicht mehr vorhanden. Die Arbeit läge also in ihren Händen. Der Ehemann arbeite Schicht und könne als Diabetiker nicht noch zusätzlich belas
tet werden. Wenn
das jüngste Kind älter sei, würde
sie gern wied
er ins Erwerbsleben einsteigen
.
Bis zu ihrem
Wiedereinstieg würde sie auf jeden Fall versuchen
, ihre beruflichen Qualifikationen zu erweitern, um auf dem Arbeits
markt bessere Chancen zu haben. Als
erstes
würde sie
ihre
Deutsch
kenntnisse vertiefen
(
Urk.
7/48/2-3).
Gestützt auf diese Angaben
kam
F._
zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin
als zu
100
%
Hausfra
u zu qualifizieren
sei
(
Urk.
7/48/
3
).
3.3
Diese Beurteilung erscheint angesichts dessen,
dass die jüngste der vier Töchter
der Familie
im Zeitpunkt der Haushaltabklärung vom
8.
Juli 2010 erst drei
jährig war, der
Ehemann in einem 100%-Pensum erwerbstätig war,
keine Ver
wandte der Familie mehr im Haushalt Unterstützung leistete und
die
Beschwer
deführerin
ausdrücklich
erklärte –
dabei
handelt es sich um eine sogenannte Aussage der ersten Stunde
, der beweisrechtlich grosses Gewicht zukommt
(vgl. E. 1.7) -
,
sicher zu sein, im Gesundheitsfall
derzeit
zu 100
%
als
Hausfrau
tätig
zu sein,
ohne Weiteres einleuchtend
.
Unter diesen Umständen ist die Beschwerdeführerin n
ach dem im
Sozial
versiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit
seit ihrer Kündigung per Ende November 2007 bis
zumindest zum
Zeit
punkt
des Eintritts von
J._
in den Kindergarten
(mutmasslich im August 2012),
als sich die Betreuungspflichten der Beschwerdeführerin in zeitlicher Hinsicht leicht
reduzierten,
zu 100
%
als
Hausfrau beziehungsweise
als
nicht
erwerbstätig einzustufen
.
4.
4.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung in medizinischer Hinsicht zu Recht auf das
Gutachten von
Dr
.
C._
vom 1
2.
Mai 2011 (
Urk.
7/53) sowie deren Stellungnahme vom
5.
Februar 2013
(
Urk.
7/94)
abstellte
.
4.2
Dr
.
C._
legte
in ihrem Gutachten vom 1
2.
Mai 2011 – in Kenntnis und Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
-
dar
, dass
bei der Beschwerdeführerin
auf
g
rund d
er
Untersu
chung
vom
1.
Dezember 2010
keine Diagnose aus dem psy
chiatrischen Diagnosespektrum zu stellen
sei. Die Beschwerdeführerin
wirke zum Teil etwas traurig und
auch
erschöpft.
Hinweise
auf eine depressive Erkrankung (endogener oder reaktiver Natur)
hätten
sich
aber
keine
ergeben. Auch wenn die Anamneseerhebung und
die
Untersuchung unter erschwerten Vo
raussetzungen stattgefunden hätten
, da ein doppeltes Dolmetschen
(Gebär
densprache und Türkisch)
erforderlich gewesen sei, sei doch deutlich geworden, dass die Beschwerdeführerin einigen schweren Belastungen ausgesetzt gewesen sei. Sie habe geschildert, wie belastend der Abort bei ihrer
letzten Schwanger
schaft
gewesen sei und auch, dass die Erkrankung der Tochter eine grosse Belastung für sie darstelle.
Im R
ahmen dieser Berichte sei
allerdings
kein Hin
weis dafür auf
getreten
, dass
sie
auf diese schweren Belastungen anders als normal-psychologisch verständlich reagiert habe. Auch der rec
ht lebhaft vor
getragene Bericht
ihrer Enttäuschung, dass die Familie sich von ihr abgewandt habe und besonder
s
ihr Vater nicht mehr mit ihr „
spre
che“, weise nicht auf eine psychische Fehlverarbeitun
g, sondern ausschliesslich auf
einen innerfamil
iären Konfl
ikt hin, der in adäq
uater Weise
als
psychisch
belastend erlebt und verar
beitet werde.
In der Untersuchungssituation hätten sich
sodann
auch keine Hinweise auf eine Minderintelligenz ergeben. Die Beschwerdeführerin habe im Gegenteil in ihrem Heimatland keine oder fast keine Schulausbildung gehabt, und es sei ihr trotz der massiven Einschränkung durch die ausgeprägte Gehör
schwäche in der Schweiz gelungen, sowohl die deutsche Sprache mündlich verstehen als auch in der Fremdsprache schreiben zu lernen. Dies setze eine nicht ganz geringe
intellektuelle
Leistungsfähigkeit voraus, die mit der seitens des Hausarztes
Dr.
B._
vermuteten Minderint
elligenz kontrastiere. Soweit
in der Untersuchungssituation beurteilbar, würden bei der Beschwerdeführerin höchstens im Rahmen der Ausbildungssituation verständliche Defizite in der Allgemeinbildung bestehen (so sei es ihr nicht gelungen, eine Karte ihres
Heimatlandes zu zeichnen und dort ihren Heimatort
einzumalen
). Als nicht-psychiatrische Diagnose bestehe eine ausgeprägte und bekannte Hörschwäche
. Aufgrund
einer ps
ychiatrischen Erkrankung liege
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Arbeitsverhältnis (als Betriebsmitarbeit
erin bei der
Y._
)
vor. In der Vergangenheit sei die Beschwerdeführerin aus gynäkologischen Gründen
arbeitsunfähig gewesen
(die Beschwerdeführerin hatte nebst den vier Geburten insgesamt sechs Aborte; nach der Geburt ihrer jüngsten Tochter im Jahr 2007 musste sie sich zwei gynäkologischen Opera
tionen unterziehen, vgl.
Urk.
10
S.
2). Hierbei habe es sich aber um vorüberge
hende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten gehandelt (
Urk.
7/53/10
-11
). Diese Beurteilung von Dr.
C._
ist
angesichts
der genannten Befunde und der Erläuterungen dazu
einleuchtend und plausibel
.
4.3
In der Stellungnahme vom
5.
Februar 2013
ergänzte
Dr.
C._
sodann
in ohne Weiteres nachvollziehbarer Weise
,
dass sie sich in ihrem Gutachten bezüglich
der
Kommunikation mit der Beschwerdeführerin ausführlich geäussert und an verschiedenen Stellen dargelegt habe, wo Probleme bestanden hätten und in welcher Weise sie ihre Eindrücke und Informationen gewonnen habe.
W
eshalb sie nicht davon ausgehe, dass eine Intelligenzminderung vorliege
, habe sie ein
gehend begründet
. Im Übrigen sei eine eventuelle Einschränkung der Intelligenz in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auch nicht relevant, da sie ja
analog zur ausgeprägten Einschränkung oder gar A
ufhebung des Hörver
mögens
schon in der Zeit bestanden habe, in der die Beschwer
deführerin noch berufstätig gewesen sei. Von der Durchführung neuro
psychologischer Untersu
chungen mittels standardisierter Testverfahren würde sie keine von ihrer Ein
schätzung abweichende
n
Ergebnisse erwarten. Aufgrund ihrer Erfahrung al
s Fachärztin für Neurologie sowie
Psychiatrie und Psychotherapie sei auch fest
zuhalten, dass die Ergebnisse solcher Untersuchungen zwingend im Kontext mit der klinischen Beobachtung und auch anhand von Informationen über die Vor
geschichte,
den
Ausbildungsstand und
die
aktuelle Situation zu interpretieren seien.
Im Weiteren hätten sich i
m Verlauf der Untersuchung
vom
1.
Dezember 2010
keine Hinweise auf eine Affektdurchlässigkeit ergeben.
Es sei zum Beispiel nicht zu plötzlichem Weinen oder Impulsdurchbrüchen gekommen.
Ferner habe sie
entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in ihrem
Gutachten nicht erklärt
,
dass keine inhaltlichen oder formalen Denkstö
rungen vorliegen würden. Sie habe vielmehr festgehalten
, dass sich im Gespräch keine Hinweise auf Störungen des formalen oder inhaltlichen Denkens
,
Halluzinationen oder Ich-Störungen
gezeigt
hätten. Angesichts der Schwierigkeiten in der Kommunikation sei das formale Denken der Beschwer
deführer
in
tatsächlich nicht einfach zu beurteilen. Auch Störungen des inhaltli
chen Denkens könnten nicht sicher ausgeschlossen werden, wenn in der Untersuchungssituation keine Hinweise darauf gefunden würden.
Der
psycho
pathologische Befund müsse im Kontext mit der Anamnese gesehen werden, und in Einzelfällen könnten
sich
psychotisc
he Symptome sogar bei Patienten
, mit denen eine verbale Kommunikation problemlos möglich sei, der Beobach
tung manchmal sogar über einen längeren Zeitraum hinweg entziehen. Festzu
halten sei
jedoch
, dass das Fehlen von Hinweise
n
auf formal
e oder
inhaltliche Denkstö
rungen,
Halluzinationen
und
Ich-Störungen
vorliegend mit der
Befund
erhebung
des
D._
übereinstimme
und sich zudem auch
anhand
der Anamnese keine Hinweise auf solche Erle
bnisweisen ergeben
würden
.
Bez
üglich
der
Stimmungslage
beziehungsweise der
Frage nach Gereiztheit
un
d Aggressivität sei darauf hinzuweisen
, dass
sich
gerade diesbe
züglic
he Beobachtungen
nicht ausschliesslich auf das gesprochene Wort stützen würden, sondern
auch
auf Beobachtungen der Mimik,
Gestik, Haltung
, gege
benenfalls
Intonation und des Verhaltens.
Hinweise auf
Ha
lluzinationen
ergäben sich sodann aufgrund von
Anamnese und Befragung
und
nicht selten
auch anhand von Beobachtungen der betreffenden Person
, wenn
diese
zum Beispiel immer wieder
in die
Richtung schaue, wo
die optische
Halluzination lokalisiert sei. Hinsichtlich der Richtigkeit oder Unrichtigkeit der einzelnen Informationen, die im Gespräch mit der Beschwerdeführerin gewonnen worden seien, seien die Einschränkungen im Gutachten klar aufgezeigt worden. Ob das jüngste Kind der Beschwerdeführerin ein Sohn oder eine Tochter sei, spiele im Rahmen der Begutachtung keine Rolle.
Aufgrund
des referierten Berichts über die morgendliche Nachfrage des Kindes nach seinem Vater
werde deutlich,
dass ein sinnvolles Gespräch mit der Beschwerdeführerin schwierig, aber mit Unter
stützung doch möglich gewesen sei. Dass die Rechtsvertreterin der Beschwer
deführerin die von
letzterer
geschriebenen Zeilen als „Gekritzel“
bezeichnet habe
, halte sie für despektierlich.
Die Behauptung
der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin,
Frau
H._
,
die Familienhelferin,
sei bei der Begutach
tung
nicht akzeptiert
worden, sei falsch
. Frau
H._
sei während der gesamten Untersuchung zugegen gewesen und ihre Unterstützung
sei
während des Gesprächs auch
in Anspruch genommen worden. Selbstverständlich habe sie
indes
versucht, auch einen direkten Kontakt zur Beschwerdeführerin herzu
stellen, was erfreulicherweise in gewissem Umfang auch gelungen sei und ihrer Beobachtung zufolge
nicht zu einer
extreme
n
Stresssituation und Verunsiche
rung der Beschwerdeführerin
geführt
habe. Falsch sei weiter auch die Behaup
tung der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, dass die Begutachtung im Beisein des Ehemannes 60
Minuten gedauert habe. Die Untersuchung hab
e
vielmehr die gesamte für den
Untersuchungstermin verfügbare Zeitspanne von
drei Stunden beansprucht
(
Urk.
7/94/
4-6
)
.
4.4
Betreffend den
Bericht des
D._
vom 2
3.
Februar 2011
bemerkte
Dr.
C._
in der Stellungnahme vom
5.
Februar 2013
, dass sich dieser
auf ein Vorgespräch mit der Beschwerdeführerin b
eziehe, das am 28.
Oktober 2010
,
also kurz vor der Untersuchung bei
ihr
,
stattgefunden habe
. Der Bericht enthalte
keine
Informationen
darüber, wie
sich
die Kommunikation zwischen der Beschwerdeführe
rin und den Unterzeichnenden
gestaltet habe, wer gegebenenfalls unterstützend tätig gewesen sei, ob alle Angaben von der Beschwerdeführerin stammen würden und
wie lange das
Ge
spräch gedauert habe
.
Des Weiteren sei
auch
nicht klar, ob es
sich bei den
Angabe
n
im p
sycho
pathologischen Befund, wonach
die Stimmung deutlich depressiv-resigniert und die Beschwerdeführerin affektiv unk
ontrolliert gewesen sei, um
während des Vorgesprächs gemachte klinische Beobachtung
en
oder
um
eine
Wiederg
abe der
Informationen aus der
Eigenanamnese handle
. Klar als Beobachtung zu erken
nen
sei
, dass die Beschw
erdeführerin im Gespräch verbal mitteilun
gsaktiv gewesen sei und
dass sie
ihr Symptomerleben und –verhalten
im
Zusamme
n
hang mit der Gehörlosigkeit
geschildert habe sowie
dass ihr Denken formal beweglich und
inhaltlich
problemzentriert
gewesen sei. Zusätzlich
werde
berich
t
et,
dass die Beschwerdeführerin kognitiv
in
der
Aufmerksamkeit, Kon
zentra
t
ion, Merkfähigkeit und
im
Gedächtnis verlangsamt beziehungsweise
deutlich eingeschränkt gewesen
sei,
was in gewisser Weise zu ihre
r
verbalen Mitteilungsakti
vität kontras
tier
en könne und leider auch nicht anhand von Be
ispielen belegt
werde. Dies hätte nämlich
deutlich gemacht
, dass es sich hier
bei um Beobachtungen und nicht
nur
um Wiedergaben gehandelt hätte
.
Weiter
würden
im Bericht der Rechtsvertreteri
n der Beschwerdeführerin vom 5.
Dezember 2011
(vgl.
Urk.
7/66)
Angaben über die Frequen
z der Gespräche
im
D._
fehlen
, und es werde auch nicht ausgeführt, inwieweit sich die psychische Situation in der Zwischenzeit verschlechtert habe.
Aus gutachterlicher Sicht sei
daher
festzuhalten, dass die Diagnosestellung einer mittelgradigen depressiven Episode
im Bericht
des
D._
vom 2
3.
Februar 2011
im Kontrast zu den Ergebnissen der eigenen, zeitnah durchgeführten Untersuchung stehe und nicht in einer Weise begründet werde, dass sie nachvollzogen
oder gar ge
teilt werden könnte (Urk.
7/94/2-3).
Auch diese Ausführungen von
Dr.
C._
sind schlüssig und
überzeugend.
4.5
Es
ergibt sich
somit
, dass die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der Begutach
tung vom
1.
Dezember 2010
und auch in der Zeit zuvor
mangels eines invali
disi
erenden Gesundheitsschaden
s
im Haushalt-
beziehungsweise
Aufgabenbe
reich
(und
im Übrigen
auch
in ihrer Erwerbsfähigkeit
) nicht
eingeschränkt war.
5
.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausging, dass zwi
schen der Begutachtung durch
Dr.
C._
am
1.
Dezember 2010 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung am
7.
Juni 2013 keine
invalidenversicherungs
rechtlich
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwer
deführerin eingetreten ist.
5.2
Dem
Bericht des
D._
vom 2
1.
Dezember 2012
, in dem
eine mi
ttelgradige depressive Episode
diagnostiziert wurde, lässt sich
ent
nehmen, dass
die Beschwerdeführerin ihre Auf
gaben im Haushalt nur mit Hilfe von
externen Betreuungsangeboten
(Hort)
und mit Unterstützung ihrer Familie
bewältigen könne. Eine Arbeitst
ätigkeit im
1.
Arbeitsmarkt sei
we
gen der man
gelnden Belastbar-
, Konzentrations- und Merkfähigkeit ausgeschlossen. Aktuell finde einmal pro Monat eine E
inzeltherapie statt
(
Urk.
7/90).
Aus dem Bericht
des
D._
vom 2
6.
März 2013, in
dem
die Diagnose
n (1)
einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.2)
und (2) einer vollständigen Gehörlosigkeit bei krankheitsbedingter Weigerung des Tragens von Hörapparaten gestellt wurden
, geht hervor,
dass
bei der Beschwerdeführerin
Impulsdurchbrüche mit Schreien und Zerstören von Gegenständen
zu beobachten seien. Darüber hinaus würden
deutliche paranoide Ideen vorliegen (Angst, dass Dinge gestohlen würden, dass schle
cht über sie
gesprochen werde, Schuldzuweisungen,
dann
Kontrollverlust).
Weiter hielten die Ärztin und die Psychologen des
D._
fest, dass die Beschwerdeführerin noch
das Frühstück für die Kinder vor
bereite
und
sie
in die Schule/den Kindergarten
schicke
. Viel mehr Aufgaben könne
sie im Haushalt
nicht wahrnehmen. Das meiste werde vom Ehemann und den zwei älteren Töchtern erledigt.
Im
1.
Arbeitsmarkt
sei
die Beschwerde
führerin
nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig.
In der nächsten Zeit würden mehrere familientherapeutische Sitzungen stattfinden. Der Therapieverlauf (Familien- und Einzeltherapie)
und der Verlauf des Deutschkurs
es (falls die Beschwerdeführ
erin wieder einen solchen besuchen
dürfe) sei abzuwarten, bevor man den Zeitpunkt für einen allfälligen Arbeitsversuch festlegen könne
(
Urk.
7/99).
Dem Austrittsbericht der
E._
vom
1.
Oktober 2013, in dem
eine mittelgradige depressive Episode, zuvor schwer, mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.1
) diagnostiziert wurde,
ist zu entnehmen
, dass
die Beschwerdeführerin vom
5.
August bis zum 1
3.
September 2013
in der
E._
hosp
italisiert gewesen sei
.
Sie sei freiwillig eingetreten, nachdem sie aufgrund von Depressionen seit zwei Jahren im
D._
in Be
handlung gewesen sei
und
neuroleptische
,
antidepressive sowie
sedierende Medikation erhalt
e habe
. Diese
Medikation
sei per 2
5.
Juni 2013
wegen
erhöhter Leberwerte reduziert worden, woraufhin sich der Zustand der Beschwerdeführerin verschle
chtert habe
(
Urk.
10
).
5.3
Dr.
med.
L._
,
FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) erklärte in ihrer Stellungnahme vom 2
2.
Mai 2013, dass aus den von der Beschwerdefü
hrerin nachgereichten Berichten (
des
D._
vom 2
1.
Dezember 2012 und
vom
2
6.
März 2013, die von
Dr.
C._
in ihrer Stellungnahme vom
5.
Februar 2013
nicht gewürdigt worden waren
)
keine neuen
medizinischen
Erkenntnisse, Diagnosen, Funktionseinschränkungen
oder Befunde hervorgehen würden. Es könne daher
nach wie vor auf
die Beurteilung von
Dr.
C._
abg
estellt werden
(
Urk.
7/100/5-6
)
.
Betreffend den
Bericht des
D._
vom
21.
De
zember 2012
, in dem
im Vergleich zum Bericht vom 2
3.
Februar 2011
keine
neue
n
Befunde genannt wurden,
erscheint dies
e Einschätzung ohne Wei
teres plausibel.
Sodann erfüllen
zwar
weder der Bericht
des
D._
vom 2
6.
März 2013
noch
der erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht der
E._
vom
1.
Oktober 2013
die rechtsprechungsgemäss gestellten Anforderungen an die Beweiskr
aft von Arztberichten (vgl. E. 1.
7
)
. Andererseits enthalten
diese beiden Berichte
aber doch
einige Anhaltspunkte
wie etwa die diagnostizierte schwere depressive Episode, die beschriebenen Wahnvorstellungen, die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin im
D._
inzwischen
offenbar über einen längeren Zeitraum
behandelt wurde
(Familien- und Einzeltherapie), oder die
ihr
verabreichte starke Medikation
(vgl. E. 5.2
)
-
dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
nach
Untersuchung
durch Dr.
C._
am
1.
Dezember 2010 bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom
7.
Juni 2013
in
invali
denversicherungsrechtlich
relevanter Weise
verschlechtert haben
könnte.
Inso
fern kann auf
die Beurteilung
von RAD-Ärztin Dr.
L._
vom 2
2.
Mai 2013
deshalb
nicht abgestellt werden.
6.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf di
e Betätigung im Aufgabenbereich beziehungsweise auf die
Arbeitsfähigkeit auf
grund der vorliegenden Akten nicht möglich ist und sich der medizinische Sachverhalt als
ergänzungs
bedürftig erweist. Des Weiteren ist auch die
Status
frage
ab Eintritt von
J._
in den Kindergarten
(
mutmasslich
im August 2012)
ungeklärt.
Die Sache ist deshalb in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese selber abklärt oder gut
achterlich abklären lässt, ob sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der Begutachtung bei
Dr.
C._
vom
1.
Dezember 2010
in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise
verschlechtert hat.
Gegebenenfalls
hat
die Beschwerdegegnerin
anschliessend
auch
abzuklären
,
ob die Beschwerdeführerin
für die Zeit nach Eintritt von
J._
in den Kindergarten
nach wie vor als nichterwerbstätig, als teilzeitlich erwerbstätig oder als ganztä
gig erwerbstätig zu qualifizieren ist.
Danach hat sie über das Leistungsbegehren
der Bes
chwerdeführerin neu zu entscheiden.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiter
en Abklärun
g und neuem
Entscheid
als vollständiges Obsi
egen
, weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessentschä
digung
hat. Diese ist gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
1‘900
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.