Decision ID: b5ea2111-7fdb-47c6-bc85-ffc427406a35
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 3. Oktober 2007 von ihren Eltern zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons Zürich angemeldet (IV-act. 1, 3).
Dr. med. C._, Spezialärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und leitende Ärztin für
Kinderorthopädie am Kantonsspital Winterthur, berichtete den Eltern der Versicherten
am 15. Oktober 2007, dass bei der Versicherten als Folge der schweren infektiösen
Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten Hüftgelenks bestehe. Im durchgeführten
MRI habe sich eine Hüftkopfnekrose bis zum Schenkelhals rechts gezeigt. Es
bestünden ein praktisch steifes Hüftgelenk rechts und ein Verdacht auf Ausrenkung.
Die Erstbehandlung erfolge wie bei einer angeborenen Hüftausrenkung mit Overhead-
Extension (IV-act. 4). In einem Bericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital
Zürich vom 30. Oktober 2007 wurden als Diagnosen Frühgeburt mit einem
Geburtsgewicht von 1‘330 Gramm (Ziff. 494 der Verordnung über Geburtsgebrechen
[GgV; SR 831.232.21]) sowie Atemnotsyndrom (Ziff. 497 GgV) genannt (IV-act. 7).
Gestützt auf diesen Bericht erteilte die IV-Stelle Zürich mit den Mitteilungen vom 8.
November 2007 Kostengutsprache für die Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 494
und 497 (IV-act. 8, 9).
A.b In einem Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 22. Januar 2008 nannte die
behandelnde Ärztin als Diagnosen eine Femurkopfnekrose rechts nach Osteomyelitis
und neonataler Staphylokokkus aureus-Sepsis sowie eine Hüftluxation rechts. Sie hielt
fest, es liege das Geburtsgebrechen Ziff. 183 (angeborene Hüftverrenkung und
angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks) vor (IV-act. 12). Mit einer Mitteilung vom
30. Januar 2008 erteilte die IV-Stelle Zürich für die Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff. 183 eine bis 31. August 2012 wirksame Kostengutsprache (IV-act. 13).
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A.c Nach einem Umzug der Versicherten in den Kanton St. Gallen überwies die IV-
Stelle Zürich am 12. Juni 2008 die Akten an die neu zuständige IV-Stelle des Kantons
St. Gallen (IV-act. 16). In einem Verlaufsbericht des Ostschweizer Kinderspitals vom
4. April 2011 wurden folgende Diagnosen angegeben: Status nach Hüftkopfnekrose
nach Säuglingscoxitis sowie Status nach Schenkelhalsverlängerung mit schräger
Doppel-Osteotomie des proximalen Femurs und Distalisierung des Trochanter major
am 6. Januar 2011 bei fehlendem Hüftkopf und Schenkelhals rechts. Als medizinische
Therapiemassnahme verordneten die Ärzte Physiotherapie (IV-act. 23). Mit einer
Mitteilung vom 18. April 2011 sprach die IV-Stelle im Rahmen der Behandlung des
Geburtsgebrechens Ziff. 183 die Kosten für die ärztlich verordnete ambulante
Physiotherapie vom 11. März 2011 bis 31. März 2012 zu (IV-act. 24).
A.d Am 6. Mai 2011 ersuchten die Eltern der Versicherten bei der IV-Stelle um
Kostengutsprache für Hilfsmittel, namentlich für Schuhabänderungen und Gehhilfen
(IV-act. 25). Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) hielt am 20. Juli 2011
fest, die postoperativen Massnahmen stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 im Zusammenhang (IV-act. 27). Am 14. Oktober
2011 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für die beantragten Hilfsmittel (IV-act.
32). Seitens des Ostschweizer Kinderspitals erfolgte im Verlaufsbericht vom
2. Dezember 2011 ein weiteres Gesuch um Hilfsmittel in Form einer Schuherhöhung
um 4 cm rechts bei zunehmender Beinlängendifferenz bei manifester Hüftpathologie
(IV-act. 34). Auch dieses Gesuch hiess die IV-Stelle nach Rücksprache mit dem RAD
(IV-act. 35) mit einer Mitteilung vom 19. März 2012 gut und erteilte die
Kostengutsprache für orthopädische Änderungen an Konfektionsschuhen nach
ärztlicher Verordnung ab 15. November 2011 bis 30. November 2021 (IV-act. 36).
A.e Am 4. Juni 2012 nannte die behandelnde Ärztin des Ostschweizer Kinderspitals als
Diagnosen den Status nach Säuglingscoxitis mit Untergang von Hüftkopf und
Schenkelhals rechts, den Status nach multiplen Voroperationen zur
Schenkelhalsverlängerung und Reposition sowie Beckenosteotomien rechts, die
Entfernung von 5 Kirschnerdrähten, Fixateur-Externe und winkelstabiler 3,5er-Platte
sowie eine Osteosynthese des Schenkelhalses mit 2 x 3,5 mm Hohlschrauben rechts
am 8. März 2012. Sie hielt fest, bei der Versicherten liege eine komplexe Knochen- und
Weichteilproblematik vor. Es sei ein langwieriger Verlauf zu erwarten, da noch nicht
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sicher abgesehen werden könne, wie sich Femurkopf und Schenkelhals ossär
entwickelten. Nach Abnahme der arthrodisierenden Implantate am 8. März 2012 sei
nun eine intensive Physiotherapie nötig, um die Mobilisation und das physiologische
Gangbild zu verbessern. Daher werde um eine Kostenübernahme der Physiotherapie
gebeten (IV-act. 44). Mit einer Mitteilung vom 13. Juni 2012 erteilte die IV-Stelle im
Zusammenhang mit der Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 die beantragte
Kostengutsprache für eine ambulante Physiotherapie ab 1. April bis 31. August 2012
(IV-act. 45). Das Gesuch des Vaters der Versicherten um Verlängerung der
Kostengutsprache für die Physiotherapie wurde von der IV-Stelle am 13. Juli 2012
gutgeheissen. Zudem teilte sie mit, dass sie die Kosten für die Behandlung des
Geburtsgebrechens Ziff. 183 für den Zeitraum vom 1. September 2012 bis 31. August
2013 weiterhin übernehmen werde (IV-act. 51). Ebenfalls im Rahmen der Behandlung
des Geburtsgebrechens Ziff. 183 sprach die IV-Stelle am 22. August 2012 einen
Kostenbeitrag an die Kinderspitexleistungen vom 15. Dezember 2011 bis 6. März 2012
zu (IV-act. 56).
A.f Am 24. Juli 2013 ersuchte der behandelnde Arzt des Ostschweizer Kinderspitals die
IV-Stelle einerseits um eine Verlängerung der Kostengutsprache für die Physiotherapie
und andererseits um die Übernahme der Kosten für einen für am 18. Oktober 2013
geplanten operativen Eingriff (Osteotomie distales Femur rechts aufgrund der
Säuglingscoxitis und dem Status nach Hüftkopfnekrose) bei der Versicherten (IV-act.
58). Mit einer Mitteilung vom 30. Juli 2013 verlängerte die IV-Stelle die
Kostengutsprache für die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 (inklusive
Physiotherapie) bis 31. August 2018 (IV-act. 60). Am 27. Oktober 2013 teilte der Vater
der Versicherten mit, dass seine Tochter am 18. Oktober 2013 operiert worden sei und
er danach die Spitex aufgeboten habe, um die Pins professionell säubern zu lassen.
Diese Spitexkosten seien von der Invalidenversicherung zu übernehmen (IV-act. 61). Im
Rahmen der Überprüfung des Gesuchs um Kostengutsprache für die Spitex forderte
die IV-Stelle beim Ostschweizer Kinderspital alle Berichte im Zusammenhang mit der
Operation vom 18. Oktober 2013 an (IV-act. 63). Die zuständige Fachmitarbeiterin der
IV-Stelle gelangte am 4. Dezember 2013 mit der Frage an den RAD, ob der Eingriff vom
18. Oktober 2013 sowie auch die bisherigen Operationen effektiv im Zusammenhang
mit dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 stünden. Der RAD hielt am 17. Januar 2014
diesbezüglich fest, im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 28. Oktober 2013
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sei als Diagnose ein Status nach Hüftkopfnekrose nach Säuglingscoxitis rechts
attestiert worden. Diese Diagnose erfülle aus versicherungsrechtlicher Sicht nicht die
Anspruchsvoraussetzungen für die Anerkennung als Geburtsgebrechen Ziff. 183,
namentlich der angeborenen Hüftverrenkung und angeborenen Fehlentwicklung des
Hüftgelenkes. Vielmehr handle es sich vorliegend um eine Folge einer schweren
infektiösen Erkrankung, d.h. um eine erworbene Pathologie. Die Voraussetzungen für
die Anerkennung als Geburtsgebrechen Ziff. 183 seien nie erfüllt gewesen. Wie im
Bericht von Dr. C._ vom 15. Oktober 2007 erwähnt, sei zwar die Behandlung im
vorliegenden Fall initial durchaus vergleichbar gewesen mit der Behandlung einer
angeborenen Hüftverrenkung bzw. Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Jedoch sei für
die Anerkennung als Geburtsgebrechen die Ursache des Leidens und nicht die Art der
Behandlung entscheidend (IV-act. 65).
A.g Mit einem Vorbescheid vom 21. Januar 2014 stellte die IV-Stelle die Ablehnung der
Kostengutsprache für weitere medizinische Massnahmen im Rahmen der Behandlung
des Geburtsgebrechens Ziff. 183 in Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, die
internen Abklärungen hätten ergeben, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 gar nie
bestanden habe und dieses von der IV-Stelle Zürich fälschlicherweise anerkannt
worden sei (IV-act. 66). Gegen diesen Vorbescheid wandte der Vater der Versicherten
am 6. Februar 2014 ein, dass der Fall seiner Tochter von der IV-Stelle Zürich zeitnah
zum Gesundheitsschaden im Jahr 2007 geprüft und ein Anspruch auf IV-Leistungen
anerkannt worden sei. Auch die IV-Stelle St. Gallen habe nach der Überweisung des
Falls im Jahr 2008 den Anspruch bejaht. Da sich seitdem nichts an der Ursache und
dem Verlauf des Geburtsgebrechens geändert habe, gebe es keinen Anlass für einen
anderweitigen Entscheid. Hinzu komme, dass der Fall mehrfach und erst kürzlich
positiv beurteilt worden sei. Unabhängig davon, ob der Anspruch nun gestützt auf das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 bejaht werde oder ob eine andere Ziffer der GgV
passender sei, sei die Invalidenversicherung leistungspflichtig (IV-act. 71). Die
zuständige Fachmitarbeiterin hielt diesbezüglich am 11. März 2014 fest, dass der Fall
der Versicherten bei der IV-Stelle Zürich nie von einem IV-Arzt beurteilt worden sei,
sondern lediglich vom zuständigen Sachbearbeiter. Auch die Verlängerung der
Kostengutsprache sei nicht von einem IV-Arzt bestätigt worden. Erst im Rahmen der
Überprüfung einer erneuten Kostenübernahme für die Spitexleistungen sei ein IV-Arzt
zur Rate gezogen worden. Dieser habe festgestellt, dass das Geburtsgebrechen Ziff.
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183 nicht vorliege. Bei der Versicherten bestehe auch kein anderes Geburtsgebrechen
gemäss GgV. Grosszügigerweise werde auf eine Rückforderung der geleisteten Kosten
verzichtet und lediglich eine Einstellung der Kostengutsprache auf den
nächstmöglichen Zeitpunkt verfügt. Ab diesem Zeitpunkt müsse die zuständige
Krankenkasse die Kosten übernehmen (IV-act. 72). Mit einer Verfügung vom 11. März
2014 lehnte die IV-Stelle (weitere) Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen
ab mit der Begründung, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht vorliege (IV-act.
73).
B.
B.a Am 14. März 2014 ersuchte die behandelnde Ärztin des Ostschweizer
Kinderspitals um Kostengutsprache für die Behandlung der Femurkopfnekrose bei
Osteomyelitis Hüfte rechts gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495, da bei der
Versicherten ein schwerer neonataler Infekt in den ersten 72 Stunden postpartal
aufgetreten sei (IV-act. 76). Der RAD hielt dazu am 2. Juli 2014 fest, dass die
Femurkopfnekrose aus versicherungsmedizinischer Sicht eine pathologische
Auswirkung der neonatalen Infektion (Geburtsgebrechen 495) darstelle. Somit wären
die medizinischen Voraussetzungen im Sinn von Rz. 11 des Kreisschreibens über die
medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME)
ausgewiesen (IV-act. 88). In einer internen Aktennotiz der IV-Stelle vom 3. Juli 2014
wurde festgehalten, es sei in der (gegen die Verfügung vom 11. März 2014 erhobenen)
Beschwerde erwähnt worden, dass die Versicherte bei der Geburt mit einer Klemme
verletzt worden sei. Dabei sei mit grosser Wahrscheinlichkeit die schwere infektiöse
Erkrankung eingetreten, welche die Hüftkopfnekrose ausgelöst habe. Wäre dies
tatsächlich der Fall, wäre das Geburtsgebrechen Ziff. 499 zu prüfen. Dafür müsse noch
der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich vom August 2007 eingeholt werden
(IV-act. 89).
B.b Im Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich vom
15. August 2007 war festgehalten worden, dass bei der Versicherten nach der Geburt
klinisch keine Anhaltspunkte für einen Infekt vorgelegen hätten. Die Stuhlkultur auf
Klebsiella pneumoniae vom 11. August 2007 sei negativ gewesen. Etwa eine Stunde
postpartal sei es beim Setzen einer Pean-Klemme zu einer Rissquetschverletzung am
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Dig. 5 rechts distal gekommen. Der Nagel sei gebrochen und es habe eine Quetschung
mit Hautablösung der Fingerkuppe gegeben. Die Wundheilung sei unter zwei-Mal-
täglichen Verbandswechseln und Desinfektion gut verlaufen. Sechs Tage nach der
Verletzung habe es keinen Hinweis auf einen lokalen Infekt gegeben. Der Nagel sei
erhalten und die periphere Motorik und Durchblutung seien intakt gewesen. Ab dem
10. Lebenstag seien keine Verbände mehr nötig gewesen. Im Zeitpunkt der Entlassung
am 16. August 2007 befinde sich die 10 Tage alte Versicherte in gutem
Allgemeinzustand. Der Nabel sei diskret gerötet, jedoch ohne Hinweis auf einen Infekt.
Bei der Zwillingsschwester der Versicherten bestehe der Verdacht auf einen neonatalen
Infekt (IV-act. 92). Der RAD führte am 23. Juli 2014 aus, dass der Austrittsbericht
eindeutig belege, dass bei der Versicherten in den ersten 10 Lebenstagen kein
neonataler Infekt (Geburtsgebrechen 495) vorgelegen habe. Die Verletzung des rechten
Kleinfingers sei sorgfältig behandelt worden. Es sei zu einer guten Wundheilung ohne
Hinweis auf einen lokalen Infekt gekommen. Zu beachten sei jedoch, dass bei der
Zwillingsschwester der Versicherten der Verdacht auf einen neonatalen Infekt
geäussert worden sei. Es sei noch der Bericht des Kantonsspitals Winterthur, wo ab
dem 16. August 2007 eine weitere stationäre Behandlung stattgefunden habe,
einzuholen (IV-act. 93).
B.c Gemäss dem Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom
25. Oktober 2007 war die Versicherte vom 16. August bis 17. Oktober 2007 in
stationärer Behandlung gewesen. Die Ärzte hatten festgehalten, dass die Versicherte
beim Eintritt keine Hinweise auf einen Infekt gezeigt habe. Zur gleichen Zeit sei die
Zwillingsschwester schon bei der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven
Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch behandelt worden. Nachdem sich der klinische
Zustand der Versicherten mit Kreislauf- und Ateminstabilität verschlechtert habe, sei
am 18. August 2007 wegen unklarem Infektverdacht eine Therapie begonnen worden.
Die laborchemischen Abklärungen hätten am 20. August 2007 auch bei der
Versicherten Staph aureus in der aeroben Blutkultur gezeigt. Nachdem eine deutliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetreten sei, sei die
Therapie nach 16 Tagen, am 3. September 2007, beendet worden. Bezüglich der Hüfte
seien die behandelnden Ärzte aufgrund der wechselnden Befunde, welche auch nicht
mit den laborchemischen Entzündungswerten korrelierten, nicht davon ausgegangen,
dass die Hüftregion wesentlich von einem Infekt hätte mitbetroffen sein können.
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Aufgrund einer erst bei einer Routineuntersuchung am 18. September 2007 erkannten
Luxation sei am 20. September 2007 ein MRI durchgeführt worden, das die
Hüftkopfnekrose bis zum Schenkelhals rechts sowie die Deformierung des Os ilii
gezeigt habe. Retrospektiv müsse bei der Versicherten leider von einer im Rahmen der
16-tägigen Behandlung der Staph aureus-Sepsis abgelaufenen Mitbeteiligung/
Osteomyelitis der rechten Hüfte ausgegangen werden, in deren Verlauf es zu einer
Minderversorgung und Nekrose bei Luxation gekommen sei. Das Ausmass der
Nekrose sowie die Prognose könnten noch nicht abschliessend beurteilt werden (IV-
act. 95). Der RAD hielt am 13. August 2014 zum Bericht des Kantonsspitals Winterthur
fest, dass der Verdacht auf einen Infekt erstmalig am 12. Lebenstag erwähnt worden
sei. Der Erregernachweis in den Blutkulturen sei am 14. Lebenstag erfolgt. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht könne eine schwere neonatale Infektion, die in den
ersten 72 Lebensstunden manifest geworden sei und zu einer Intensivbehandlung
geführt habe, im Sinn des Geburtsgebrechens Ziff. 495 nicht bestätigt werden.
Betreffend das Geburtsgebrechen Ziff. 499 (schwere geburtsbedingte Verletzungen,
die einer Intensivbehandlung bedürften) sei festzuhalten, dass die ca. eine Stunde nach
der Geburt mit einer Pean-Klemme zugefügte Verletzung des rechten Kleinfingers nicht
während der Geburt erfolgt und ohne Infektzeichen komplikationslos ausgeheilt sei. Die
medizinischen Zusprachekriterien des Geburtsgebrechens Ziff. 499 seien somit nicht
ausgewiesen (IV-act. 98).
B.d Mit einem Vorbescheid vom 15. August 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung
einer Kostengutsprache für medizinische Massnahmen gestützt auf das
Geburtsgebrechen Ziff. 495 in Aussicht. Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte
bzw. ihr Vater am 18. September 2014 Einwand erheben. Der Rechtsvertreter verwies
in der Begründung auf die von ihm angeforderte Stellungnahme des Kantonsspitals
Winterthur vom 18. Juni 2014. In dieser Stellungnahme hatte die leitende Ärztin der
Kinderorthopädie, Dr. C._, festgehalten, dass die ihr vom Rechtsvertreter gestellte
Frage, ob bei der Versicherten innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt eine schwere
neonatale Infektion ausgelöst worden sei, für sie sehr schwierig zu beantworten sei, da
sie die Versicherte selber nur am 25. September 2007 konsiliarisch gesehen und am 9.
Oktober 2007 die Arthrographie durchgeführt habe. Eine primär postpartale Infektion
scheine ihr aufgrund der Unterlagen (der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich
fehle ihr) nicht vorhanden gewesen zu sein. Es bestehe aber sehr wohl die Möglichkeit,
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dass die Infektion durch die eine Stunde postpartal erfolgte Fingerquetschung
verursacht worden sei. Der klinische Befund bei der Versicherten habe aber nicht
unbedingt dafür gesprochen, da sich eine Infektion bei einem Neugeborenen
ausserordentlich schnell ausbreite und mit klinischen Zeichen wie Trinkunlust etc.
verbunden sei. Offenbar habe sich die Versicherte unter der Antibiotikumgabe weiterhin
gut erholt. Mit absoluter Sicherheit könne die Frage, ob die Fingerkuppenverletzung
zum postpartalen Infekt geführt habe, nicht beantwortet werden. Hingegen könne
deshalb ein postpartaler Infekt angenommen werden, weil man schon bei der
Zwillingsschwester postpartal ebenfalls Staphylococcus aureus im Blut gefunden habe,
so dass von einer mittelgradigen Besiedelung ausgegangen werden könnte. Leider sei
bei der Versicherten die Sepsis nicht genügend antibiotisch austherapiert worden,
weshalb es zu einer Coxitis mit Zerstörung des rechten Hüftgelenks gekommen sei.
Zusammengefasst bestehe bei der Versicherten eine ordentlich grosse
Wahrscheinlichkeit auf eine neonatale Sepsis, anfänglich schleichend, aufgrund des
gleichzeitig nachgewiesenen Erregers bei der Zwillingsschwester. Mit absoluter
Sicherheit lasse sich dies aber nicht feststellen. Ungefähr mit der gleichen
Wahrscheinlichkeit bestehe die Möglichkeit, dass die Fingerkuppenverletzung zu
diesem ungünstigen infektionsbedingten Verlauf geführt habe. Die
Invalidenversicherung sollte jedenfalls für die weiteren Massnahmen aufkommen, wenn
auch sicher nicht gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 183. Die betroffene Hüfte sei
auf jeden Fall nicht auf ein angeborenes, sondern auf ein erworbenes Leiden
zurückzuführen. Ob das Leiden unmittelbar postpartal oder kurz danach postpartal
erworben worden sei, könne nicht schlüssig beantwortet werden (IV-act. 103). Die
zuständige Fachmitarbeiterin der IV-Stelle hielt am 25. September 2014 fest, aus den
medizinischen Berichten gehe eindeutig hervor, dass innerhalb der ersten 72 Stunden
nach der Geburt keine Infekte erkennbar gewesen seien und deshalb auch keine
entsprechende Behandlung habe erfolgen müssen. Die Intensivbehandlung sei
aufgrund der Frühgeburtlichkeit notwendig gewesen (Geburtsgebrechen 494 und 497).
In der GgV werde klar vorgegeben, innerhalb welchem Zeitraum der Infekt erkennbar
sein müsse. Dies habe sicherlich damit zu tun, dass effektiv nur neonatale Infekte
durch die Invalidenversicherung zu übernehmen seien und andere Infekte
ausgeschlossen würden. Dr. C._ habe ja auch angegeben, es sei bekannt, dass sich
Infekte bei Neugeborenen ausserordentlich schnell entwickeln könnten (IV-act. 105).
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Mit einer Verfügung vom 2. Oktober 2014 wies die IV-Stelle eine Kostengutsprache für
medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 ab und
verneinte ausserdem die Voraussetzungen für die Anerkennung des
Geburtsgebrechens Ziff. 499 (IV-act. 106).
C.
C.a Die Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführerin), gesetzlich vertreten durch ihren
Vater, dieser vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz,
hatte am 11. April 2014 zunächst Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. März 2014
(betreffend Ablehnung weiterer Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen
gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 183) erhoben. Der Rechtsvertreter hatte die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie eine Neuprüfung seitens der
Beschwerdegegnerin, ob eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen
gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 erfolgen könne, beantragt (IV 2014/214;
act. G 1). In einer Eingabe vom 18. September 2014 hatte der Rechtsvertreter
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bei der Beschwerdegegnerin mittlerweile
auch um Kostengutsprache gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 ersucht habe
und das Verfahren noch nicht beendet sei. Aus diesem Grund hatte er die Sistierung
des Beschwerdeverfahrens, vorerst bis Ende November 2014, beantragt (IV 2014/214;
act. G 9). Die verfahrensleitende Präsidentin hatte diesem Antrag am 23. September
2014 entsprochen (IV 2014/214; act. G 10).
C.b Am 4. November 2014 erhob der Rechtsvertreter Beschwerde gegen die
Verfügung vom 2. Oktober 2014 (betreffend Ablehnung einer Kostengutsprache für
medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495). Er beantragte
die Aufhebung der Verfügung vom 2. Oktober 2014 und eine Kostengutsprache für
medizinische Massnahmen zugunsten der Beschwerdeführerin. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht stellte er den Antrag, das vorliegende Verfahren sei mit dem
Beschwerdeverfahren IV 2014/214 (betreffend die Verfügung vom 11. März 2014) zu
vereinen und es sei eine Frist bis zum 1. Dezember 2014 für eine
Beschwerdeergänzung betreffend beide Verfahren festzusetzen (IV 2014/503; act. G 1).
Am 11. November 2014 hob die verfahrensleitende Präsidentin die Sistierung des
Verfahrens IV 2014/214 auf und vereinigte die beiden Verfahren antragsgemäss. Weiter
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wurde dem Rechtsvertreter für eine Beschwerdeergänzung zu beiden Verfahren eine
Nachfrist bis zum 1. Dezember 2014 gewährt (IV 2014/214; act. G 12).
C.c Innerhalb der nochmals erstreckten Nachfrist (IV 2014/214; act. G 14) reichte der
Rechtsvertreter am 15. Dezember 2014 eine Beschwerdeergänzung betreffend beide
Verfahren ein. Er beantragte, beide Verfügungen seien aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien die Kosten für medizinische Massnahmen zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führte er aus, dass die
Beschwerdegegnerin seit vielen Jahren Leistungen gestützt auf das Geburtsgebrechen
Ziff. 183 ausgerichtet habe. Die ursprünglich von der IV-Stelle Zürich erlassene
(leistungszusprechende) Verfügung (richtig: Mitteilung) sei mehrfach revidiert und für
richtig befunden worden. Es erstaune deshalb, dass die Beschwerdegegnerin nach so
langer Zeit zum Schluss komme, dass der Entscheid offensichtlich unrichtig gewesen
sei. Nach der Geburt der Beschwerdeführerin sei in der ärztlichen Beurteilung
festgehalten worden, dass sich anlässlich einer Routine-Ultraschallkontrolle der
Hüftgelenke das rechte Hüftgelenk als luxiert gezeigt habe. Gestützt darauf sei das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 anerkannt worden. Aufgrund der damals unklaren Situation
und der seitens der Beschwerdegegnerin nicht gemachten weiteren Abklärungen
könne nicht von einer offensichtlichen Unrichtigkeit ausgegangen werden. Die
Möglichkeit einer Wiedererwägung sei daher ausgeschlossen. Darüber hinaus sei
festzuhalten, dass die Eltern der Beschwerdeführerin aufgrund der erfolgten
Leistungszusprache der Beschwerdegegnerin nach der Geburt von allfälligen weiteren
Abklärungen in haftpflichtrechtlicher Hinsicht abgesehen hätten. Allfällige
haftpflichtrechtliche Forderungen seien mittlerweile verjährt, womit der Familie ein nicht
wieder gut zu machender Nachteil entstanden sei. Da sie sich auf den Grundsatz von
Treu und Glauben berufen könne und sich seit der Leistungszusprache in
medizinischer Hinsicht nichts geändert habe, wäre auch aus diesem Grund die
Leistung weiter zu gewähren. Es könne allenfalls dahingestellt bleiben, ob die
Weitergewährung der Leistungen gemäss Ziff. 183 zugesprochen werden müsse,
sofern eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen gestützt auf das
Geburtsgebrechen Ziff. 495 bejaht würde. Diesbezüglich habe Dr. C._ im Bericht
vom 18. Juni 2014 festgehalten, dass eine ordentlich grosse Wahrscheinlichkeit
bestehe, dass bei der Beschwerdeführerin eine neonatale Sepsis, anfänglich
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schleichend, aufgrund des gleichzeitig nachgewiesenen pathologischen Erregers bei
der Zwillingsschwester bestanden habe. Unter Berücksichtigung der gesamten
Umstände erscheine es aufgrund dieser doch erheblichen Wahrscheinlichkeit
angemessen, die Leistungen an die Beschwerdeführerin unter dem neuen
Geburtsgebrechen Ziff. 495 weiter auszurichten (IV 2014/214; act. G 15).
C.d Am 16. Februar 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Sie führte in der Begründung aus, dass zunächst die Rechtmässigkeit der
Verfügung vom 11. März 2014 zu überprüfen sei, mit welcher die bisher ergangenen
Mitteilungen bezüglich dem Geburtsgebrechen Ziff. 183 in Wiedererwägung gezogen
und eine Übernahme von weiteren Behandlungskosten ex nunc verneint worden seien.
Dem der IV-Stelle des Kantons Zürich beim Erstentscheid über die Anerkennung des
Geburtsgebrechens Ziff. 183 (Mitteilung vom 30. Januar 2008) zur Verfügung
gestandene Bericht der leitenden Ärztin für Kinderorthopädie am Kantonsspital
Winterthur vom 15. Oktober 2007 sei zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin
als Folge einer schweren infektiösen Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten
Hüftgelenks bestehe. Dies wirke sich aus in Formänderungen von Hüftkopf und
oberem Ende des Schenkelhalses. Auch die im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals
vom 22. Januar 2008 enthaltenen Angaben wiesen auf eine Entzündung als Ursache
der luxierten behandlungsbedürftigen rechten Hüfte hin. Demnach sei aus den
medizinischen Unterlagen deutlich und unmissverständlich hervorgegangen, dass die
Beeinträchtigung des Hüftgelenks die Folge einer erst nach der Geburt aufgetretenen
Infektion gewesen sei. Daraus hätte die IV-Stelle Zürich schliessen müssen, dass bei
dieser Konstellation das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht bejaht werden könne. Der
gegenteilige Schluss sei offensichtlich unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn
gewesen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin spielten im Rahmen der
Wiedererwägung Gesichtspunkte des Vertrauensschutzes keine selbstständige Rolle.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 sei zu Recht ein rechtskonformer
Zustand mit Wirkung ex nunc et pro futuro hergestellt worden, indem die
Anspruchsvoraussetzungen für eine Leistungszusprache gestützt auf das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 verneint worden seien. Zu prüfen bleibe die
Rechtmässigkeit der Verfügung vom 2. Oktober 2014, mit welcher die Anerkennung
des Geburtsgebrechens Ziff. 495 abgelehnt worden sei. Unter dieses
Geburtsgebrechen fielen schwere Infekte des Neugeborenen, sofern sie in den ersten
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72 Lebensstunden erkennbar gewesen seien und eine Intensivbehandlung habe
begonnen werden müssen. Nach Auffassung des RAD belege der Austrittsbericht der
Klinik für Neonatologie am Universitätsspitals Zürich vom 15. August 2007 eindeutig,
dass in den ersten 10 Lebenstagen kein neonataler Infekt vorgelegen habe. Auch der
nachträglich zugestellte Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur
vom 25. Oktober 2007 führe nach Beurteilung des RAD nicht zu einer gegenteiligen
Betrachtung. Insbesondere habe der RAD darauf hingewiesen, dass die der
Beschwerdeführerin ca. eine Stunde nach der Geburt mit einer Pean-Klemme
zugefügte iatrogene Quetschwunde am rechten Kleinfinger ohne Infektzeichen
komplikationslos ausgeheilt sei. Es leuchte daher ein, dass der RAD zum Schluss
gelangt sei, das Geburtsgebrechen Ziff. 495 liege nicht vor (IV 2014/214; act. G 17).
C.e Mit einer Replik vom 27. April 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Beschwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter brachte vor, dass sich die
Beschwerdegegnerin bezüglich des Geburtsgebrechens Ziff. 495 gar nicht mit der
Stellungnahme des Kantonsspitals Winterthur vom 18. Juni 2014 befasst habe. Sollten
die darin enthaltenen Angaben nicht widerlegt werden können, so seien medizinische
Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen Ziff. 495 zuzusprechen. Sollten
weiterhin Zweifel an der medizinischen Einschätzung bestehen, so sei die
Angelegenheit zur ergänzenden medizinischen Abklärungen an die Vorinstanz
zurückzuweisen (IV 2014/214; act. G 21).
C.f Mit einer Eingabe vom 7. Mai 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (IV 2014/214; act. G 23).
C.g Am 21. Dezember 2015 teilte die verfahrensleitende Präsidentin den Parteien mit,
dass das Gericht allenfalls prüfen könnte, ob ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf
medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 12 IVG bestehe. Die Parteien wurden zu
einer diesbezüglichen Stellungnahme eingeladen (IV 2014/214; act. G 25).
C.h In einer Stellungnahme vom 8. Januar 2016 hielt die Beschwerdegegnerin fest,
dass die spitalärztlichen Behandlungen am beeinträchtigten Hüftgelenk der
Beschwerdeführerin, die gemäss den Ausführungen in der Beschwerdeantwort wegen
einer nach der Geburt aufgetretenen Infektion des Hüftgelenks nötig gewesen seien,
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nicht als medizinische Massnahmen im Sinne des Art. 12 IVG gälten. Vielmehr hätten
diese Behandlungen als Krankenpflegeleistungen von der Krankenversicherung der
Beschwerdeführerin übernommen werden müssen. Dasselbe gelte auch für die zu
Unrecht gestützt auf Art. 13 IVG vergüteten Spitexleistungen. Für die Beurteilung der
Frage, ob die Kosten für die ambulante Physiotherapie als medizinische Massnahmen
im Sinne von Art. 12 IVG übernommen werden könnten, sei eine fachärztliche
Prognose erforderlich, die zwei Aussagen enthalten müsse: Zunächst müsse erstellt
sein, dass ohne die vorbeugende Behandlung in naher Zukunft eine bleibende
Beeinträchtigung eintreten würde; gleichzeitig müsse ein ebenso stabiler Zustand
herbeigeführt werden können, in dem vergleichsweise erheblich verbesserte
Voraussetzungen für die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit herrschten. Im
konkreten Fall sei im Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 17. März 2011 als
Therapieziel eine Verbesserung der Hüftgelenksbeweglichkeit, insbesondere bezüglich
der Flexion sowie auch der vollen Erreichung der Streckfähigkeit, festgehalten worden.
Als Massnahme seien zwei Physiotherapiesitzungen pro Woche während 3 - 6
Monaten als notwendig erachtet worden. Einem weiteren Bericht des Kinderspitals
vom 4. Juni 2012 sei zu entnehmen, dass nach Abnahme der arthrodetisierenden
Implantate eine intensive Physiotherapie nötig sei, um eine Luxation zu vermeiden und
die Entwicklung eines normalen Gelenks zu fördern. Diese spitalärztlichen
Begründungen enthielten keine Prognose im dargelegten Sinn, aufgrund derer sich
eine Übernahme der Kosten für die durchgeführten Physiotherapiesitzungen als
medizinische Vorkehr im Sinne von Art. 12 IVG unter Berücksichtigung der
massgebenden Rechtsprechung rechtfertigen liesse. Es werde daher als sinnvoll
erachtet, wenn das Gericht von den Fachärzten des Kinderspitals die für die
Beurteilung eines Leistungsanspruchs gestützt auf Art. 12 IVG fehlenden Auskünfte
einhole (IV 2014/214; act. G 26).
C.i In einer Stellungnahme vom 4. Februar 2016 führte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin aus, dass weiterhin an den Argumenten in der Beschwerde
betreffend eine Leistungszusprache gestützt auf Art. 13 IVG festgehalten werde. Sofern
eine Zusprache gestützt auf Art. 13 IVG nicht möglich sei, bestehe auch die Grundlage,
die Prüfung nach Art. 12 IVG vorzunehmen: Die Behandlung der Beschwerdeführerin
ziele offensichtlich vor allem auch auf eine möglichst hohe Beweglichkeit und
Gehfähigkeit ab und sei somit in einem sehr hohen Masse auf die spätere berufliche
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Eingliederung ausgerichtet. Wie sich aus den in den Akten liegenden ärztlichen
Berichten ergebe, sei der Zustand der betreffenden Hüfte seit einiger Zeit stabil, wobei
ausgeführt werde, dass weitere Behandlungsmassnahmen notwendig seien, um die
Beweglichkeit in der Hüfte und im Kniegelenk zu erhalten. Sollte das Gericht die
vorliegenden Arztberichte als ungenügend betrachten, werde die Rückweisung zur
Beurteilung der Voraussetzungen von Art. 12 IVG beantragt (IV 2014/214; act. G 29).
C.j Beide Parteien verzichteten auf eine Stellungnahme zu der Eingabe der jeweils
anderen Partei (IV 2014/214; act. G 31, 32).

Considerations:
Erwägungen
1.
Mit der Verfügung vom 11. März 2014 hat die Beschwerdegegnerin die
Kostengutsprache für weitere medizinische Massnahmen zu Gunsten der
Beschwerdeführerin verweigert, nachdem sie zuvor seit der Geburt der
Beschwerdeführerin Leistungen zur medizinischen Behandlung des Hüftleidens
erbracht und auch Kosten für die Versorgung mit Hilfsmitteln und Behandlungsgeräten
übernommen hatte. Die Beschwerdegegnerin hat dies in Wiedererwägung der (in Form
einer Mitteilung) ergangenen Leistungszusprache der IV-Stelle des Kantons Zürich vom
30. Januar 2008 getan. Zur Begründung der ablehnenden Verfügung wurde ausgeführt,
die erneute Prüfung der medizinischen Sachlage habe ergeben, dass das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 gar nie vorgelegen habe. Gegen diese Verfügung vom 11.
März 2014 hat die Beschwerdeführerin am 11. April 2014 Beschwerde erhoben. Bereits
am 14. März 2014 aber hatte sie die Beschwerdegegnerin darum ersucht,
Kostengutsprache für die medizinische Behandlung ihres Hüftleidens gestützt auf das
Geburtsgebrechen Ziff. 495 zu leisten. Sie hat damit – parallel zur
Beschwerdeerhebung – die Beschwerdegegnerin um Wiedererwägung der
angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 ersucht. Die Beschwerdegegnerin ist
insoweit auf das Gesuch eingetreten, als sie in der Folge die Anerkennung des
Hüftleidens als Geburtsgebrechen Ziff. 495 oder – wie aus der Begründung ersichtlich
ist – Ziff. 499 überprüfte, beides schliesslich verneint und am 2. Oktober 2014 erneut
eine leistungsabweisende Verfügung erlassen hat. Diese gemäss Art. 53 Abs. 3 des
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) pendente lite ergangene Verfügung ist als nichtig zu betrachten, weil nochmals
über den gleichen Streitgegenstand wie bereits mit der Verfügung vom 11. März 2014
entschieden worden ist. Gegenstand der Verfügung vom 11. März 2014 ist nämlich
nicht der Anspruch auf medizinische Massnahmen gestützt auf das Geburtsgebrechen
Ziff. 183, sondern der Anspruch auf medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) bzw. alternativ
gestützt auf Art. 12 IVG (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2005, I
309/05). Wenn mit der Verfügung vom 11. März 2014 wiedererwägungsweise ein
Anspruch auf medizinische Massnahmen verneint worden ist, weil die Voraussetzungen
von Art. 13 IVG nicht erfüllt gewesen sind, dann bedeutet das notwendigerweise, dass
gemäss der Beurteilung der Beschwerdegegnerin keines der im Anhang zur
Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) aufgelisteten
Geburtsgebrechen vorgelegen haben kann. Der Verweis auf das Geburtsgebrechen
Ziff. 183 ist nur eine falsche (weil unvollständige) Begründung gewesen. Das bedeutet,
dass mit der Verfügung vom 11. März 2014 implizit auch die vorliegend im Raum
stehenden Geburtsgebrechen Ziff. 495 und Ziff. 499 verneint worden sind. Die
Verfügung vom 2. Oktober 2014 hat also nur eine alternative Begründung zur
unvollständigen Begründung der Verfügung vom 11. März 2014 geliefert. Da ein und
derselbe Streitgegenstand vorliegt, ist die Eröffnung eines selbstständigen
Beschwerdeverfahrens betreffend die Verfügung vom 2. Oktober 2014 (IV 2014/503)
rückblickend als überflüssig und somit als nichtig zu betrachten. Es ist folglich von
einer einheitlichen Beschwerde in ein und demselben Verfahren (welches formal unter
zwei Nummern [IV 2014/214 und IV 2014/503] geführt worden ist) auszugehen.
2.
Gemäss Art. 13 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen bis zum vollendeten
20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen
medizinischen Massnahmen. Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die
bei vollendeter Geburt bestanden haben (Art. 3 Abs. 2 ATSG). Der Bundesrat ist der
Aufgabe, eine Liste der anerkannten Geburtsgebrechen zu erstellen (vgl. Art. 13 Abs. 2
IVG), mit dem Erlass der GgV nachgekommen (vgl. Art. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Bei der Beschwerdeführerin haben die
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Geburtsgebrechen Ziff. 494 und 497 unbestrittenermassen vorgelegen. Folglich hat die
IV-Stelle Zürich mit den Mitteilungen vom 8. November 2007 die Kosten für die
Behandlung der genannten Geburtsgebrechen zugesprochen (vgl. IV-act. 8, 9).
3.
3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 11. März 2014, mit welcher
wiedererwägungsweise ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf medizinische
Massnahmen verneint worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat die bisher ergangenen
leistungszusprechenden Mitteilungen betreffend das anerkannte Geburtsgebrechen
Ziff. 183 (angeborene Hüftverrenkung und angeborene Fehlentwicklung des
Hüftgelenks; der IV-Stelle Zürich vom 30. Januar 2008 [vgl. IV-act. 13], der IV-Stelle St.
Gallen vom 18. April 2011 [vgl. IV-act. 24], 14. Oktober 2011 [vgl. IV-act. 32], 19. März
2012 [vgl. IV-act. 36], 13. Juni 2012 [vgl. IV-act. 45], 13. Juli 2012 [vgl. IV-act. 51], 22.
August 2012 [vgl. IV-act. 56] und 30. Juli 2013 [vgl. IV-act. 60]) in Wiedererwägung
gezogen und weitere Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen im Rahmen
der Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 183 mit der Begründung ex nunc
abgelehnt, dass es sich bei der Hüftluxation der Beschwerdeführerin nicht um ein
angeborenes, sondern um ein erworbenes Leiden handle.
3.2 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und
wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Über den Wortlaut von Art. 53
Abs. 2 ATSG hinaus können auch Entscheide in Wiedererwägung gezogen werden, die
– wie im vorliegenden Fall – im formlosen Verfahren nach Art. 51 Abs. 1 ATSG gefällt
worden sind (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 53 N 19). Die
Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung
einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (BGE
117 V 8 E. 2c mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2007, 9C_215/2007,
E. 3.1). Die Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit ist nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung gegeben, wenn kein vernünftiger Zweifel daran
möglich ist, dass ein Entscheid unrichtig ist, d.h. es ist nur ein einziger Schluss – eben
derjenige auf die Unrichtigkeit – denkbar (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 16. August 2005, U 127/05; vgl. BGE 125 V 393). Zweifellos
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unrichtig in diesem Sinn ist auch ein Entscheid, dem ein unhaltbarer Sachverhalt
zugrunde gelegt wurde, insbesondere wenn eine klare Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu einem unvollständigen
Sachverhalt geführt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. August 2010,
9C_466/2010, E. 3.2.2 mit Hinweis). Für die Beurteilung, ob die
wiedererwägungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, ist die Sach- und Rechtslage,
einschliesslich der damaligen Rechtspraxis, im Zeitpunkt des Entscheiderlasses
massgebend (vgl. BGE 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.3 Im Vorfeld der Mitteilung vom 30. Januar 2008, mit welcher das Geburtsgebrechen
Ziff. 183 erstmals anerkannt worden war (vgl. IV-act. 13), haben der damals
zuständigen IV-Stelle Zürich insbesondere zwei Arztberichte vorgelegen. Zum einen der
Bericht von Dr. C._, leitende Ärztin der Kinderorthopädie am Kantonsspital
Winterthur, vom 15. Oktober 2007, welcher der IV-Stelle Zürich am 21. Oktober 2007
von den Eltern der Beschwerdeführerin eingereicht worden war (vgl. IV-act. 5), und zum
anderen der Bericht des Ostschweizer Kinderspitals vom 22. Januar 2008. Die IV-Stelle
Zürich hat sich wohl in erster Linie auf den Bericht des Ostschweizer Kinderspitals
gestützt, worin die behandelnde Ärztin angegeben hat, dass das Geburtsgebrechen
Ziff. 183 bei der Beschwerdeführerin vorliege (IV-act. 12-3). Bei den Diagnosen hat sie
einerseits die Femurkopfnekrose rechts nach Osteomyelitis und neonataler
Staphylococcus aureus-Sepsis sowie andererseits die Hüftluxation rechts angegeben.
Da sie die Hüftluxation separat genannt hat und nicht ebenfalls als Folge der
Osteomyelitis und neonatalen Staphylococcusaureus-Sepsis, ist ein Zusammenhang
auf den ersten Blick nicht ersichtlich gewesen. Erst aus den weiteren Angaben im
Bericht lassen sich Hinweise darauf entnehmen, dass die Hüftluxation rechts ebenfalls
als Auswirkung der Infektion zu betrachten gewesen ist bzw. in direktem
Zusammenhang mit der infektbedingten Femurkopfnekrose gestanden hat. Bezüglich
der Ultraschalluntersuchung vom 21. November 2007 hat die behandelnde Ärztin
beispielsweise ausgeführt, dass sich eine entzündungsbedingte weitgehende
Auflösung des rechten Schenkelhalses gezeigt habe. Die Position des Kopfkerns sei
ventral und in Luxationsposition bei hochgradig abgeflachtem ventralem Acetabulum.
Bezüglich der Anamnese hat die Ärztin festgehalten, dass sie diese aufgrund der
ausführlichen Vorberichte des Kantonsspitals Winterthur bekannt voraussetze (vgl. IV-
act. 12-4). Der Austrittsbericht der Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom 25.
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Oktober 2007 hat der IV-Stelle Zürich nicht vorgelegen und ist auch nicht eingeholt
worden. Jedoch hat ihr der Bericht von Dr. C._ vom 15. Oktober 2007 zur Verfügung
gestanden. Dr. C._ hatte festgehalten, dass als Folge der schweren infektiösen
Erkrankung eine Mitbetroffenheit des rechten Hüftgelenkes bestehe, welche sich in
Formveränderungen des Hüftkopfes und oberem Ende des Schenkelhalses auswirke.
Im durchgeführten MRI habe sich eine Hüftnekrose bis zum Schenkelhals rechts
gezeigt. Das Röntgenbild habe einen Formunterschied des Oberschenkels im Vergleich
zur nicht betroffenen Seite gezeigt. Aufgrund der Erstuntersuchung mit praktisch
steifem Hüftgelenk rechts und Verdacht auf Ausrenkung (MRI-Befund vom 20.
September 2007) erfolge die Erstbehandlung wie bei einer angeborenen
Hüftausrenkung mit Overhead-Extension (vgl. IV-act. 4). Aus diesen Ausführungen
ergibt sich eindeutig, dass die Hüftluxation rechts eine Folge der infektiösen
Erkrankung und kein angeborenes Leiden darstellt. Auch wenn die Erstbehandlung
mittels Overhead-Extension auf die gleiche Weise erfolgt ist wie bei einer angeborenen
Hüftausrenkung, so liegt die Ursache des Leidens bei der Beschwerdeführerin in der
Infektion, d.h. die Hüftluxation rechts ist nicht angeboren gewesen, sondern infolge
einer nachgeburtlichen Erkrankung erworben worden. Der IV-Stelle Zürich hätte vor
diesem Hintergrund auffallen müssen, dass die Angabe der behandelnden Ärztin des
Ostschweizer Kinderspitals, wonach bei der Beschwerdeführerin das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 vorliege, nicht zutreffend sein kann. Schon allein aufgrund
des Berichts von Dr. C._ ist der Entscheid der IV-Stelle Zürich, das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 bei der Beschwerdeführerin anzuerkennen, als
offensichtlich unrichtig zu bezeichnen. Hinzu kommt, dass die IV-Stelle Zürich ihre
Untersuchungspflicht klar verletzt hat, indem sie den Austrittsbericht der Neonatologie
am Kantonsspital Winterthur nicht eingefordert hat, obwohl die behandelnde Ärztin des
Ostschweizer Kinderspitals in ihrem Bericht vom 22. Januar 2008 darauf verwiesen und
diesen als der IV-Stelle Zürich bekannt vorausgesetzt hat. Im Austrittsbericht der
Neonatologie am Kantonsspital Winterthur vom 25. Oktober 2007 ist festgehalten
worden, dass bei der Beschwerdeführerin von einer im Rahmen der 16-tägigen
antibiotischen Behandlung der Staph aureus-Sepsis abgelaufenen Mitbeteiligung/
Osteomyelitis der rechten Hüfte ausgegangen werden müsse, in deren Verlauf es zu
einer Minderversorgung und Nekrose bei Luxation gekommen sei (vgl. IV-act. 95-6).
Aus diesem Bericht hätte sich somit nochmals deutlich ergeben, dass die Hüftluxation
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der Beschwerdeführerin nicht angeboren gewesen ist und damit das
Geburtsgebrechen Ziff. 183 nicht vorgelegen hat. Zusammengefasst hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht, festgestellt, dass das Geburtsgebrechen Ziff. 183 nie
vorgelegen hat und der dieses Geburtsgebrechen anerkennende Entscheid der IV-
Stelle Zürich vom 30. Januar 2008 offensichtlich unrichtig gewesen ist.
4.
4.1 Mit der – wie ausgeführt – zu Recht erfolgten rückwirkenden Aberkennung des
Geburtsgebrechens Ziff. 183 ist jedoch noch nicht entschieden, ob die Ablehnung des
Anspruchs der Beschwerdeführerin auf medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13
IVG rechtmässig gewesen ist (vgl. oben, E. 1). Zu prüfen ist weiter, ob die
Beschwerdegegnerin auch die vorliegend in Betracht zu ziehenden Geburtsgebrechen
Ziff. 495 und Ziff. 499 zu Recht verneint hat.
4.2 Gemäss Ziff. 495 des Anhangs zum GgV gelten als Geburtsgebrechen schwere
neonatale Infekte, sofern sie in den ersten 72 Lebensstunden des Neugeborenen
manifest bzw. erkennbar werden und eine Intensivbehandlung begonnen werden muss.
Im Kreisschreiben über medizinische Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung (KSME, Stand 1. Januar 2015) wird festgehalten, dass
Geburtsgebrechen im Sinne der Invalidenversicherung Gebrechen seien, die bei
vollendeter Geburt bestehen. Die Voraussetzung sei auch dann erfüllt, wenn zwar das
Geburtsgebrechen im erwähnten Zeitpunkt noch nicht als solches erkennbar sei,
jedoch später behandlungsbedürftige Symptome aufträten, die den Schluss zuliessen,
dass bei vollendeter Geburt ein Geburtsgebrechen bzw. die Anlage dazu vorhanden
gewesen sei (Rz. 4 KSME). Einzelne Leiden gälten jedoch nur dann als
Geburtsgebrechen, wenn die wesentlichen Symptome innerhalb eines bestimmten
Zeitraumes aufträten. Dazu gehöre u.a. auch das Geburtsgebrechen Ziff. 495.
Unerheblich sei, ob die entsprechende Diagnosestellung gestützt auf diese Symptome
erst später gestellt worden sei. Beispielsweise könne ein Diabetes mellitus eines
Säuglings von 8 Wochen als Geburtsgebrechen Ziff. 451 anerkannt werden, wenn
nachgewiesen werde, dass schon in den ersten vier Lebenswochen eine
Zuckerausscheidung im Urin stattgefunden habe (Rz. 5 KSME). Die Anerkennung des
Geburtsgebrechens Ziff. 495 erfordert also, dass die wesentlichen Symptome des
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neonatalen Infekts innerhalb der ersten 72 Lebensstunden, d.h. in den ersten 3
Lebenstagen, erkennbar gewesen sind und dass zudem eine Intensivbehandlung hat
begonnen werden müssen.
4.3 Die Beschwerdeführerin ist am 7. August 2007 im Universitätsspital Zürich geboren
worden. Im Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich
vom 15. August 2007 haben die behandelnden Ärzte festgehalten, dass es nach der
Geburt klinisch keine Anhaltspunkte für einen Infekt gegeben habe. Es seien auch keine
Risikofaktoren für einen Infekt ersichtlich gewesen. Die Stuhlkultur auf Klebsiella
pneumoniae vom 11. August 2007 sei negativ gewesen. Die etwa eine Stunde nach der
Geburt beim Setzen einer Pean-Klemme entstandene Verletzung am Finger sei gut und
ohne Hinweise auf einen lokalen Infekt verlaufen. Am 16. August 2007 sei die 10 Tage
alte Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand und ohne Anzeichen eines Infekts
entlassen worden (IV-act. 92). Die Beschwerdeführerin ist anschliessend zur weiteren
Behandlung in das Kantonsspital Winterthur verlegt worden. Im Austrittsbericht der
Neonatologie des Kantonsspital Winterthur vom 25. Oktober 2007 ist festgehalten
worden, dass die Beschwerdeführerin beim Eintritt am 16. August 2007 keine Hinweise
auf einen Infekt gezeigt habe. Gleichzeitig sei jedoch ihre Zwillingschwester bereits bei
der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch
behandelt worden. Am 18. August 2007, d.h. am 12. Lebenstag, sei bei der
Beschwerdeführerin wegen unklarem Infektverdacht aufgrund einer klinischen
Zustandsverschlechterung mit Kreislauf- und Ateminstabilität eine antibiotische
Therapie begonnen worden. Die laborchemischen Abklärungen hätten am 20. August
2007, d.h. am 14. Lebenstag, auch bei der Beschwerdeführerin Staph aureus in den
Blutkulturen gezeigt (vgl. IV-act. 95). Aus den beiden Berichten geht hervor, dass in den
ersten 72 Lebensstunden der Beschwerdeführeririn kein schwerer Infekt erkennbar
gewesen ist. An ihrem 10. Lebenstag, am 16. August 2007, ist die Beschwerdeführerin
sowohl im Universitätsspital Zürich beim Austritt als auch im Kantonsspital Winterthur
beim Eintritt auf Anzeichen eines Infekts untersucht worden. Die jeweils behandelnden
Ärzte sind übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass bei der Beschwerdeführerin
keine Hinweise auf einen Infekt vorgelegen hätten.
4.4 Der Rechtsvertreter macht geltend, dass gestützt auf die (von ihm angeforderte)
Stellungnahme von Dr. C._ vom 18. Juni 2014 ein neonataler Infekt in den ersten 72
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Lebensstunden bejaht und das Geburtsgebrechen Ziff. 495 anerkannt werden müsse.
Dr. C._ hat festgehalten, es scheine ihr aufgrund der vorliegenden Unterlagen, dass
bei der Beschwerdeführerin keine primär postpartale Infektion vorhanden gewesen sei.
Es bestehe aber sehr wohl die Möglichkeit, dass die (spätere) Infektion durch die
Fingerverletzung verursacht worden sei. Der klinische Befund der Beschwerdeführerin
habe jedoch nicht unbedingt dafür gesprochen, da sich eine Infektion bei
Neugeborenen in der Regel ausserordentlich schnell ausbreite und auch mit klinischen
Zeichen wie z.B. Trinkunlust einhergehe. Aufgrund des Umstands, dass bei der
Zwillingsschwester postpartal eine Staph aureus-Infektion vorgelegen habe, könnte
hingegen auch bei der Beschwerdeführerin von einer postpartalen Infektion
ausgegangen werden. Zusammengefasst bestehe eine ordentlich grosse
Wahrscheinlichkeit bei der Beschwerdeführerin auf eine neonatale Sepsis, anfänglich
schleichend, aufgrund des gleichzeitig bei der Zwillingsschwester nachgewiesenen
pathologischen Erregers. Mit absoluter Sicherheit lasse sich dies jedoch nicht sagen.
Ungefähr mit der gleich grossen Wahrscheinlichkeit bestehe die Möglichkeit, dass die
Fingerverletzung der Beschwerdeführerin zu diesem ungünstigen infektionsbedingten
Verlauf geführt habe (vgl. IV-act. 103).
4.5 Bei der von Dr. C._ postulierten (wahrscheinlichen) Möglichkeit, dass bei der
Beschwerdeführerin eine neonatale Sepsis, anfänglich schleichend, aufgrund des
gleichzeitig bei der Zwillingsschwester nachgewiesenen pathologischen Erregers
bestanden habe, handelt es sich lediglich um eine Vermutung. Objektive Befunde,
welche diese Vermutung stützen würden, sind in den Akten nicht ersichtlich. Gemäss
dem Austrittsbericht der Klinik für Neonatologie am Universitätsspital Zürich vom 15.
August 2007 haben in den ersten Lebenstagen keinerlei Anzeichen für einen Infekt bei
der Beschwerdeführerin festgestellt werden können. Im Austrittsbericht haben die
behandelnden Ärzte auch die Diagnosen der Zwillingsschwester der
Beschwerdeführerin genannt, u.a. auch den Verdacht auf einen neonatalen Infekt (vgl.
IV-act. 92). Wie dem Austrittsbericht des Kantonsspitals Winterthur zu entnehmen ist,
ist die Zwillingsschwester bereits bei der Verlegung am 10. Lebenstag bei positiven
Blutkulturen (Staph aureus) antibiotisch behandelt worden (vgl. IV-act. 95-5). Es ist
davon auszugehen, dass die behandelnden Ärzte sowohl im Universitätsspital Zürich
als auch im Kantonsspital Winterthur die Beschwerdeführerin gerade wegen der
vorliegenden Infektion bei der Zwillingsschwester besonders aufmerksam auf
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Anzeichen eines Infekts untersucht haben. Hinweise für einen Infekt hat es bei der
Beschwerdeführerin bis zum 12. Lebenstag aber nicht gegeben. Die Angabe von
Dr. C._, dass sich der neonatale Infekt bei der Beschwerdeführerin anfänglich
schleichend entwickelt habe, steht auch im Widerspruch zu ihrer Aussage, dass sich
Infekte bei Neugeborenen ausserordentlich schnell ausbreiteten. Selbst wenn der erst
ab dem 12. Lebenstag erkennbare Infekt der Beschwerdeführerin schon im Zeitpunkt
der vollendeten Geburt vorgelegen haben sollte, kann der Infekt nicht als
Geburtsgebrechen Ziff. 495 anerkannt werden, denn für eine Anerkennung dieses
Geburtsgebrechens kommt es – wie bereits erwähnt – darauf an, dass sich die
wesentlichen Symptome in den ersten 72 Stunden manifestiert haben und eine
Intensivbehandlung begonnen worden ist. Beide Voraussetzungen sind bei der
Beschwerdeführerin nicht erfüllt gewesen. Die von Dr. C._ erwähnte ebenso
wahrscheinliche Möglichkeit, dass die Fingerverletzung der Beschwerdeführerin die
Ursache des Infekts gewesen sei, würde auch kein Geburtsgebrechen begründen,
denn die Infektion hätte diesfalls nicht bei der vollendeten Geburt bestanden, sondern
wäre erst etwa eine Stunde nach der Geburt aufgrund der zugefügten Verletzung
ausgelöst worden. Ferner kommt auch das Geburtsgebrechen Ziff. 499 (schwere
geburtsbedingte Verletzungen, die einer Intensivbehandlung bedürfen) nicht Betracht,
da es sich bei der Fingerverletzung eindeutig nicht um eine geburtsbedingte Verletzung
gehandelt hat. Die Beschwerdegegnerin hat folglich die Anerkennung der
Geburtsgebrechen Ziff. 495 und Ziff. 499 zu Recht abgelehnt.
4.6 Zusammengefasst zeigt sich, dass ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf
medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 13 IVG zu Recht verneint worden ist. Vor
der wiedererwägungsweisen Aufhebung des das Geburtsgebrechen Ziff. 183
anerkennenden Entscheids vom 30. Januar 2008 sowie der folgenden diesbezüglich
leistungszusprechenden Mitteilungen hätte die Beschwerdegegnerin jedoch
rechtsprechungsgemäss prüfen müssen, ob eine Leistungszusprache – nachdem eine
solche gestützt auf Art. 13 IVG abgelehnt worden ist – unter dem Titel von Art. 12 IVG
in Betracht gekommen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2005, I
309/05, E. 2.3.1). Die erfolgten Kostengutsprachen für medizinische Massnahmen
könnten mit anderen Worten mittels einer substituierenden Begründung gestützt auf
Art. 12 IVG geschützt werden.
5.
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5.1 Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
medizinische Massnahmen gestützt auf Art. 12 IVG hat.
5.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr
Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an
sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den
Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor
wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Diese Bestimmung soll nach der Intention
des Gesetzgebers die Aufgabenbereiche der Invalidenversicherung einerseits und der
sozialen Kranken- und Unfallversicherung andererseits voneinander abgrenzen. Der
Bundesrat ist seiner Befugnis gemäss Art. 12 Abs. 2 IVG, die Massnahmen gemäss Art.
12 Abs. 1 IVG von jenen, die auf die Behandlung des Leidens an sich gerichtet sind,
abzugrenzen, mit der Umschreibung in Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung nachgekommen. Nach Art. 2 Abs. 1 IVV gelten als medizinische
Massnahmen im Sinne von Artikel 12 IVG namentlich chirurgische,
physiotherapeutische und psychotherapeutische Vorkehren, die eine als Folgezustand
eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls eingetretene
Beeinträchtigung der Körperbewegung, der Sinneswahrnehmung oder der
Kontaktfähigkeit zu beheben oder zu mildern trachten, um die Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu
verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Die Massnahmen
müssen nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sein
und den Eingliederungserfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben.
5.3 Umstritten ist vorliegend, ob bezüglich der medizinischen Massnahmen für die
Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose der Beschwerdeführerin eine
Leistungspflicht der Invalidenversicherung oder der Krankenversicherung besteht. Der
Gesetzgeber ist vom Grundsatz ausgegangen, dass die Behandlung einer Krankheit
oder einer Verletzung ohne Rücksicht auf die Dauer des Leidens primär in den
Aufgabenbereich der Krankenversicherung gehört (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
29. Oktober 2014, 9C_452/2014, E. 2.1). Art. 12 Abs. 1 IVG umschreibt die Vorkehren
medizinischer Art, welche von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmen sind, mit
dem Rechtsbegriff "Behandlung des Leidens an sich". Eine solche Behandlung ist zwar
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auch bei gewissen Geburtsgebrechen, welche aufgrund der diesbezüglichen
gesetzlichen Regelung dennoch von der Invalidenversicherung zu übernehmen sind, zu
bejahen; ein Geburtsgebrechen ist aber im vorliegenden Fall – wie bereits ausgeführt –
nicht gegeben. Grundsätzlich hat somit die primär in Anspruch zu nehmende
Krankenversicherung für die in Frage stehenden Behandlungen aufzukommen, es sei
denn, das Gesetz sehe eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung vor. Eine solche
kommt gestützt auf Art. 12 IVG nur dann in Frage, wenn es sich um eine auf die
Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den anerkannten Aufgabenbereich gerichtete
Massnahme handelt (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG, 3. Aufl., Art. 12 N 5). Nach der Rechtsprechung sind von der Invalidenversicherung
grundsätzlich nur solche Vorkehren zu übernehmen, die nicht auf die Heilung oder
Linderung labilen pathologischen Geschehens gerichtet sind. Während dies bei
Erwachsenen ohne Weiteres gilt, sind bei Jugendlichen – ihrer körperlichen und
geistigen Entwicklungsphase Rechnung tragend – medizinische Vorkehren trotz des
einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversicherung zu
übernehmen, wenn ohne diese in absehbarer Zeit eine Heilung mit Defekt oder ein
sonst wie stabilisierter Zustand einträte, wodurch die Berufsbildung oder die
Erwerbsfähigkeit oder beide beeinträchtigt würden (Urteil des Bundesgerichts vom 7.
Mai 2015, 9C_912/2014, E. 1.2, m.w.H.). Die Invalidenversicherung hat daher bei
Kindern und Jugendlichen auch dann Leistungen zu erbringen, wenn es darum geht,
mittels geeigneter Massnahmen einem die berufliche Ausbildung oder die künftige
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Defektzustand vorzubeugen.
5.4 Gemäss dem Austrittsbericht der Neonatologie des Kantonsspitals Winterthur vom
25. Oktober 2007 ist bei der Beschwerdeführerin ab dem 18. August 2007 wegen
unklarem Infektverdacht aufgrund einer klinischen Zustandsverschlechterung mit
Kreislauf- und Atemstabilität eine antibiotische Therapie begonnen worden. Am 20.
August 2007 hat mittels der laborchemischen Abklärungen eine Staph aureus-Infektion
nachgewiesen werden können (vgl. IV-act. 95-5). Die antibiotische Behandlung ist als
eine Behandlung des Leidens an sich, namentlich des Infekts, anzusehen und fällt
daher nicht in den Leistungsbereich der Invalidenversicherung (vgl. Art. 2 Abs. 4 IVV).
Als Folge des Infekts ist eine Nekrose des Hüftkopfes und des Schenkelhalses rechts
entstanden, welche auch nach Abschluss der Behandlung des Infekts bzw. nach
dessen Ausheilung irreversibel bestehen geblieben ist. In Abgrenzung zum Infekt
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handelt es sich bei dem zerstörten Hüftkopf und Schenkelhals rechts um einen
Gesundheitsschaden, der ohne medizinische Vorkehren überwiegend wahrscheinlich
eine Heilung mit Defekt oder einen sonstwie stabilisierten Zustand zur Folge gehabt
hätte, wodurch die Berufsbildung und/oder die Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin beeinträchtigt worden wäre (vgl. dazu das Beispiel in Rz. 48 KSME
zur Abgrenzung von Leidensbehandlung und medizinischer Massnahme im Sinne von
Art. 12 IVG). Die durchgeführten medizinischen Behandlungen, namentlich die offene
Reposition der rechten Hüfte und die Derotations-Varisations-Osteotomie im April 2008
(vgl. IV-act. 55-2), die Schenkelhalsverlängerung mit schräger Doppel-Osteotomie des
proximalen Femurs und Distalisierung des Trochanter major rechts und begleitender
Osteosynthese mittels winkelstabiler Platte und offener Einstellung des proximalen
Femurendes in die Pfanne rechts im Januar 2011 (vgl- IV-act. 23-3), die Physiotherapie
zur Verbesserung der Hüftgelenksbeweglichkeit und des Gangbildes (vgl. IV-act. 23-5),
die Versorgung mit Hilfsmitteln und Behandlungsgeräten (Schuherhöhung,
Kinderrollator, vgl. IV-act. 32-1), die operative Reposition des Hüftgelenks im
Dezember 2011, die Beckenosteotomie und offene Hüfteinstellung rechts im Januar
2012, die Schraubenosteosynthese des Schenkelhalses im März 2013 (vgl. IV-act. 55)
sowie die Osteotomie des distalen Femurs rechts (zwecks Beinverlängerung) im
Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63), haben alle dazu gedient, die Gehfähigkeit und damit
primär die Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin herzustellen. Im Bericht des
Ostschweizer Kinderspitals vom 2. Dezember 2011 haben die behandelnden Ärzte
ausdrücklich festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin,
namentlich die eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Hüftgelenks mit
Beinlängendifferenz von 4 cm zu Ungunsten rechts und der damit verbundenen
deutlichen eingeschränkten Gehstrecke, auf den Schulbesuch und/oder die berufliche
Ausbildung auswirken würde (34-3). Die Behandlungsmassnahmen haben daher
eindeutig Eingliederungscharakter gehabt und sind als medizinische Massnahmen im
Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu betrachten.
5.5 Aus der Bejahung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf medizinische
Massnahmen gestützt auf Art. 12 Abs. 1 IVG folgt, dass die Beschwerdegegnerin die
im Rahmen der Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose entstandenen
Kosten zu Recht übernommen hat bzw. zur Kostenübernahme verpflichtet gewesen ist.
Überdies hat die Beschwerdegegnerin allenfalls noch nicht übernommene Kosten,
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welche in direktem Zusammenhang mit den oben erwähnten durchgeführten
medizinischen Behandlungen stehen, ebenfalls zu übernehmen. Zu erwähnen sind
insbesondere die Kosten der letzten Operation im Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63) sowie
die Kosten der diesbezüglich notwendigen Folgebehandlungen, wie beispielsweise die
Spitexbetreuung im Anschluss an die Operation. Da die Spitexbetreuung in direktem
Zusammenhang mit der eingliederungswirksamen Osteotomie des Femurs rechts im
Oktober 2013 (vgl. IV-act. 63) gestanden hat, fällt sie wie die Operation selbst auch
unter Art. 12 Abs. 1 IVG. Mit der Mitteilung vom 30. Juli 2013 hat die
Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für Physiotherapie ab dem 1. September
2013 bis 31. August 2015 erteilt (vgl. IV-act. 60). Ob die Beschwerdeführerin seit dieser
Leistungszusprache tatsächlich in physiotherapeutischer Behandlung gewesen ist und
wenn ja, ob bzw. in welchem Umfang die Kosten von der Beschwerdegegnerin
übernommen worden sind, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Da es sich bei der
Physiotherapie um eine Dauerleistung handelt, hätte die Beschwerdegegnerin (bei einer
länger dauernden Behandlung allenfalls auch wiederholt) abzuklären, ob die
Voraussetzungen für eine Kostenübernahme gestützt auf Art. 12 Abs. 1 IVG gegeben
sind, namentlich ob im Sinne einer günstigen Prognose die Behandlung der
Eingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin dient und zudem notwendig, einfach
und zweckmässig ist. Auch in Bezug auf allfällige weitere im Zusammenhang mit der
Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose stehende medizinische Behandlungen, welche
nach Erlass der angefochtenen Verfügungen nötig geworden sind bzw. werden, wird
die Beschwerdegegnerin im Einzelfall die Voraussetzungen von Art. 12 IVG zu prüfen
haben.
6.
6.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 gutzuheissen. Die Angelegenheit ist
der Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinn der Erwägungen die
Prüfung und die Ausrichtung der Kosten sämtlicher Leistungen im Zusammenhang mit
der Behandlung der Hüftkopf- und Schenkelhalsnekrose als Folgeschaden der
durchgemachten und ausgeheilten Staphaureus-Infektion vornehmen kann.
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6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Unter
Berücksichtigung des leicht überdurchschnittlichen Vertretungsaufwands erscheint
eine praxisgemäss pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit
der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.