Decision ID: 7ce68142-b1a1-59e0-a1eb-662b25279497
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführenden ersuchten am 27. Oktober 2015 um Asyl in der
Schweiz. Am 12. November 2015 fand die Befragung zur Person (BzP)
statt und am 9. Mai 2017 wurden sie einlässlich zu ihren Asylgründen be-
fragt.
Die Beschwerdeführenden machten im Wesentlichen geltend, sie hätten
beide unabhängig voneinander Afghanistan im Kindesalter mit ihren jewei-
ligen Familien verlassen und seither in Teheran im Iran gelebt, wo sie sich
kennengelernt hätten und einander im Jugendalter nähergekommen seien.
Nach der Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Afghanistan habe deren
Vater sie, um Spielschulden zu begleichen, 1999 respektive 2009 an einen
wesentlich älteren Mann verheiratet. Um Hilfe zu erhalten und aus dieser
Ehe flüchten zu können, habe sie den Beschwerdeführer kontaktiert. In der
Folge sei dieser von Teheran nach Afghanistan zurückgekehrt, um sie ab-
zuholen. Danach seien sie beide gemeinsam illegal in den Iran zurückzu-
gekehrt. Nachdem die Beschwerdeführenden in Teheran geheiratet hätten,
seien sie aus Angst vor Vergeltung vor der Familie des Exmannes der Be-
schwerdeführerin nach Europa geflüchtet.
B.
Mit Verfügung des SEM von 28. November 2018 wurden die Asylgesuche
der Beschwerdeführenden abgelehnt und die Wegweisung aus der
Schweiz angeordnet, welche jedoch infolge Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben
wurde.
C.
Dagegen erhoben die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 3. Januar
2019 Beschwerde und beantragten die Aufhebung der Dispositivziffern 1
bis 3 der vorinstanzlichen Verfügung.
D.
Mit Urteil D-57/2019 vom 1. Februar 2019 wies das Bundesverwaltungsge-
richt die Beschwerde als offensichtlich unbegründet ab. Es schloss die
Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Zwangsverheiratung nicht grundsätzlich
aus, bezweifelte mangels Beweisen jedoch, dass diese in Afghanistan
stattgefunden habe.
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E.
Mit als Wiedererwägungsgesuch bezeichneter Eingabe vom 31. Januar
2020 gelangten die Beschwerdeführenden an die Vorinstanz. Sie machten
im Wesentlichen geltend, die Verfügung des SEM vom 28. November 2018
sei in Wiedererwägung zu ziehen und ihnen sei Asyl zu gewähren, da sie
anhand der neu eingereichten Beweismittel (Videos des Festes der
Zwangsheirat in Afghanistan und Fotos der freiwilligen Hochzeit in Teheran
mit dem Beschwerdeführer) belegen könnten, dass die Beschwerdeführe-
rin tatsächlich in Kabul zwangsverheiratet worden sei.
F.
Mit Verfügung vom 11. Juni 2020 – eröffnet am 12. Juni 2020 – wies die
Vorinstanz das Gesuch ab.
G.
Mit Eingabe vom 13. Juli 2020 (Datum Poststempel) erhoben die Be-
schwerdeführenden gegen diesen Entscheid Beschwerde und beantrag-
ten, die Dispositionsziffern 1 bis 4 des vorinstanzlichen Entscheids vom
11.Juni 2020 seien aufzuheben, sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen
und ihnen sei Asyl zu gewähren. Als Eventualantrag stellten sie das Be-
gehren, die Sache sei zur Neubeurteilung und zur weiteren Sachverhalts-
abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht beantragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
inklusive Verzicht auf einen Kostenvorschuss.
Der Beschwerde legten sie als Beweismittel einen USB-Stick mit zwei Vi-
deos der Zwangsheirat, Fotos der Hochzeit im Iran der Beschwerdeführen-
den sowie eine Schnellrecherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe
(SFH) vom 7. Juni 2017 sowie eine Länderanalyse der SFH vom 2. Okto-
ber 2012 zu den Akten.
H.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
14. Juli 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 6 AsylG).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
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Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-
nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22
E. 5.4 m.w.H.).
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4.2 Von einem qualifizierten Wiedererwägungsgesuch, welches funktional
zunächst durch das SEM zu beurteilen ist, wird ausgegangen, wenn die
Aufhebung einer ursprünglich fehlerhaften Verfügung begehrt wird, die un-
angefochten geblieben ist oder auf Beschwerdeebene wegen Nichteintre-
tens aus formellen Gründen materiell nicht überprüft wurde (vgl. BVGE
2013/22 E. 5.4). Ein Revisionsgesuch richtet sich demgegenüber gegen
einen rechtskräftigen materiellen Beschwerdeentscheid. Die Zuständigkeit
für dessen Beurteilung liegt allein beim Gericht.
5.
5.1 Die Vorinstanz hat die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 31. Ja-
nuar 2020 als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch im Sinne von
Art. 111b AsylG entgegengenommen und auch als solches behandelt. Das
Gericht nahm die Beschwerde vom 13. Juli 2020 als Beschwerde gegen
einen vorinstanzlichen Wiedererwägungsentscheid entgegen.
5.2 Bei den im Rahmen des Wiedererwägungsgesuchs eingereichten Vi-
deos und Fotos der Zwangsverheiratung der Beschwerdeführerin respek-
tive der (gewollten) Hochzeit vom 24. April 2008, auf welche sich die Be-
schwerdeführenden massgeblich in ihrer Eingabe stützten, sollen 1999
respektive 2008 respektive 2009 stattgefunden haben. Somit handelt es
sich um vor dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Feb-
ruar 2019 vorbestandene Beweismittel (sog. unechte Nova). Dementspre-
chend wäre die Eingabe nicht als (qualifiziertes) Widererwägungsgesuch,
sondern als Revisionsgesuch zu behandeln und von der Vorinstanz an das
Bundesverwaltungsgericht zu überweisen gewesen. Durch die vorinstanz-
liche Anhandnahme der Eingabe als (qualifiziertes) Wiedererwägungsge-
such ist den Beschwerdeführenden jedoch kein Nachteil entstanden, da
das Gericht vorliegenden über die volle Kognition hinsichtlich der einge-
reichten Beschwerde gegen den Entscheid des SEM verfügt.
6.
Neue Beweismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG müssen ent-
weder den Beweis für neue erhebliche Tatsachen oder den Beweis für Tat-
sachen erbringen können, deren Existenz oder Eigenschaften im Be-
schwerdeverfahren (respektive im Asylverfahren vor dem SEM) zum Nach-
teil des Beschwerdeführers unbewiesen geblieben sind. Anerkennung fin-
den können nur Tatsachen und Beweismittel, die zurzeit des Asylverfah-
rens bereits vorhanden waren, aber aus entschuldbaren Gründen nicht
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vorgebracht werden konnten (vgl. AUGUST MÄCHLER, in: Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2019, Art. 66 Rz. 18 ff.).
7.
7.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli-
chen damit, die neu eingereichten Beweismittel seien als unwesentlich im
Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG zu betrachten. Aus den eingereich-
ten Videoaufnahmen schlechter audiovisueller Qualität würden weder die
Identität der anwesenden Personen und der Beschwerdeführerin hervor-
gehen, noch, dass diese Hochzeit tatsächlich in Afghanistan stattgefunden
habe, zumal eine Hochzeit nach afghanischem Brauch jederzeit auch aus-
serhalb von Afghanistan stattfinden könne. Zudem seien keine Hinweise
auf eine mögliche Blutfehde ersichtlich, welche bei einer Rückkehr nach
Afghanistan auf eine asylrelevante Verfolgung schliessen lassen würden.
Bereits im ordentlichen Verfahren hätten die Beschwerdeführenden nicht
glaubhaft darlegen können, nach ihrer Flucht aus Afghanistan in den Iran
erneut nach Afghanistan zurückgekehrt zu sein, zumal beide Beschwerde-
führenden diese Tatsache in der BzP unerwähnt gelassen hätten. Diese
Ansicht würde auch das Bundesverwaltungsgericht in ihrem Urteil
D- 57/2019 vom 1. Februar 2019 stützen. Schliesslich sei es nicht nach-
vollziehbar, weshalb die Beweismittel erst rund zehn Jahre nach deren Be-
stehen und nicht bereits früher eingereicht worden seien.
7.2 Die Beschwerdeführenden hielten dem Vorwurf, dass die eingereichten
Beweismittel bereits zehn Jahre vorhanden gewesen seien, entgegen,
dass sie bei Asyleinreichung davon ausgegangen seien, die bereits einge-
reichten Fotos zur Untermauerung ihrer Aussagen der Zwangsheirat wür-
den genügen, um deren Wahrheitsgehalt zu belegen. Das Auffinden weite-
rer Beweismittel sei schwierig gewesen, weshalb das Einreichen länger
gedauert habe. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien die Aufnah-
men nicht von schlechter visueller Qualität, sondern würden die Gesichter,
insbesondere dasjenige der Beschwerdeführerin als Braut, deutlich erken-
nen lassen. Die ersichtlichen Örtlichkeiten könnten klarerweise Kabul in
Afghanistan zugeordnet werden, zudem sei im Hintergrund des ersten Vi-
deos ein Auto ersichtlich. Eine Vergrösserung dieses Bildausschnitts würde
aufzeigen, dass es sich dabei um ein Nummernschild aus Afghanistan
handle. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig erstellt, indem
sie es pflichtwidrig unterlassen habe, die Beweismittel zu prüfen und die
glaubhaften Schilderungen der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer
Zwangsheirat unbeachtet gelassen habe.
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Ferner könne ihnen nicht vorgeworfen werden, sie hätten in der BzP nicht
erwähnt, nochmals nach Afghanistan zurückgekehrt zu sein, zumal aus
dem Protokoll der BzP (Frage 7.01) hervorgehe, dass die Asylpunkte nicht
einmal im Ansatz protokolliert worden seien. Deshalb dürfe ihnen nicht vor-
geworfen werden, sie hätten die Zwangsheirat nicht geltend gemacht. Es
sei festzuhalten, dass das Gericht in seinem Urteil nicht an der Glaubhaf-
tigkeit der Zwangsheirat zweifelte, sondern lediglich, dass diese in Afgha-
nistan stattgefunden habe. Des Weiteren sei durch die Eingabe des Hoch-
zeitsvideos nicht nur die Tatsache erstellt, dass eine Zwangshochzeit statt-
gefunden habe, sondern auch, dass die Ehre des Exmannes verletzt wor-
den sei und mit einer Blutrache wiederhergestellt werden müsse. Diese
Tatsache würden die eingereichten Berichte der SFH weiter untermauern.
Zusammenfassend ergebe sich, dass die Beschwerdeführenden bei einer
Rückkehr nach Afghanistan einer flüchtlingsrelevanten Verfolgung ausge-
setzt wären.
7.3 Vorliegend beschränkt sich der Verfahrensgegenstand auf die einge-
reichten Beweismittel und ob diese geeignet und erheblich sind, zu bele-
gen, dass die (glaubhaft gemachte) Zwangshochzeit im Heimatland der
Beschwerdeführenden und nicht in einem Drittstaat stattgefunden hat.
7.4 Nach Prüfung der eingereichten Beweismittel kommt das Gericht in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass diese als nicht er-
heblich im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren sind. Die beiden Videoauf-
nahmen der Hochzeit vermögen die geltend gemachte Örtlichkeit der
Zwangshochzeit in Kabul in Afghanistan nicht zu belegen. Entgegen der
Argumentation der Beschwerdeführenden sind keine eindeutigen Rück-
schlüsse auf den möglichen Ort der Zwangsverheiratung anhand der Auf-
nahme möglich. Der auf der Aufnahme sichtbare Innenhof sowie der Ein-
gang mit einem aus Metall bestehenden Tor können sich ebenso in Afgha-
nistan wie auch im Iran befinden, zumal in beiden Ländern traditionelle
Häuser aus getrockneten Ziegeln bestehen und ähnliche architektonische
Merkmale aufweisen (vgl. Kawish, Khojesta [University of the Ryukyus] et
al., A Study of Traditional Houses with Domical Vaults in Herat, Afghanis-
tan, in: Journal of Architecture and Planning, 82 [740], 2017 [S. 2741-2750],
https://www.Jstage.jst. go.jp/article/aija/82/740/82_2741 /_pdf, abgerufen
am 24. Juli 2020). Weitere Elemente, wie etwa bekannte Gebäude, welche
einen konkreten Rückschluss darauf geben würden, dass die Hochzeit tat-
sächlich in Afghanistan stattgefunden hat, sind keine ersichtlich. Aufgrund
der äusserst schlechten Qualität der Aufnahmen bleibt das Nummernschild
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des Autos auch bei einer Vergrösserung optisch unleserlich und liefert kei-
nen Hinweis auf die mögliche Lokalität. Sodann sind keine weiteren An-
haltspunkte ersichtlich, welche eine eindeutige Lokalisierung der Hochzeit
zulassen würden. Weiter kommt hinzu, dass sich aus den Videoaufnahmen
nicht abschliessend ergibt, dass es sich bei der Braut tatsächlich um die
Beschwerdeführerin handelt, obwohl Ähnlichkeiten zwischen der Braut auf
dem Video und der Beschwerdeführerin erkennbar sind. Sodann ist mit der
Vorinstanz einig zu gehen, dass sich aus den Videoaufnahmen nicht per
se ergibt, dass eine Verfolgung aufgrund einer Fehde vorliegen würde. Die
Tatsache allein, dass die Beschwerdeführerin sich der Zwangsehe entzo-
gen und in der Folge den Beschwerdeführer geehelicht hat, deutet nicht
automatisch auf eine Verfolgung hin, zumal keine Vorkommnisse während
des gesamten Verfahrens geltend gemacht wurden, welche auf eine solche
Verfolgung schliessen lassen würden.
Nach den vorhergehenden Erwägungen kann der formellen Rüge der Be-
schwerdeführenden, der Sachverhalt sei aufgrund mangelnder Beweismit-
telprüfung unvollständig erstellt worden, nicht gefolgt werden. Diesem Vor-
halt wird jeglicher Boden entzogen, zumal sich die Vorinstanz mit den Be-
weismitteln auseinandergesetzt und auf einer A4-Seite ihre Argumente dar-
gelegt hat, weshalb sie diese als unerheblich erachtet und nicht wie von
den Beschwerdeführenden behauptet, lediglich pauschal auf die schlechte
Qualität der Beweismittel verwiesen hat.
Schliesslich ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die Beschwerde-
führenden nicht darlegen konnten, weshalb sie für das Erbringen der Vi-
deoaufnahmen, welche seit über zehn Jahren existieren und von denen die
Beschwerdeführerin gewusst haben musste, zumal sie angab, als Braut
anwesend gewesen zu sein, so lange benötigten.
7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die eingereichten Beweismit-
tel im ausserordentlichen Rechtmittelverfahren als ungeeignet und unwe-
sentlich einzustufen sind, da diese nicht zu belegen vermögen, wo die
Zwangsheirat stattgefunden hat. Der Ort der Zwangshochzeit bleibt nach
wie vor ungeklärt, weshalb es nicht erstellt ist, dass die Beschwerdefüh-
renden bei einer allfälligen Rückkehr nach Afghanistan eine asylrelevante
Verfolgung zu befürchten hätten.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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