Decision ID: aae0f873-e2c0-5952-8b8e-2eaaafe03c1e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Gemäss eigenen Angaben ist der Beschwerdeführer mit B._, deren
Sohn C._ (geb. [...]) und der gemeinsamen Tochter, D._,
(geb. [...]) im November 2015 nach Russland ausgewandert. Am (...) ist
die zweite gemeinsame Tochter, D._, zur Welt gekommen. Alle vor-
genannten Personen sind Staatsbürger von Russland und der Schweiz, mit
Ausnahme des Beschwerdeführers, welcher nur die schweizerische
Staatsbürgerschaft besitzt. In der Schweiz lebt ferner sein Sohn aus erster
Ehe.
B.
Mit Gesuchen vom 21. Januar 2019 und vom 1. Februar 2019 gelangte der
Beschwerdeführer an die Schweizerische Botschaft in Moskau und er-
suchte gestützt auf das Bundesgesetz vom 26. September 2014 über
Schweizer Personen und Institutionen im Ausland (ASG; SR 195.1) um
Ausrichtung periodischer Unterstützungsleistungen.
C.
Mit Verfügung vom 10. April 2019 (eröffnet am 15. Mai 2019) wies die Vo-
rinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers um Unterstützung ab und
führte an, dieser habe während seines dreieinhalbjährigen Aufenthaltes in
Russland seinen Lebensunterhalt nicht überwiegend aus eigener Erwerbs-
tätigkeit finanziert, sondern zur Hauptsache mit einem Darlehen von
B._ bestritten. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass er
ein Auskommen für sich und seine beiden Töchter in absehbarer Zeit selb-
ständig werde erwirtschaften können. Gemäss eigenen Angaben lebe er
nicht in einer Beziehung mit B._. Zwar habe er mit ihr gemeinsame
Kinder, doch könne bei diesen aufgrund ihres Alters und der kurzen Auf-
enthaltsdauer nicht von einer Integration in Russland gesprochen werden.
Ferner würden seine Eltern und sein Sohn aus erster Ehe in der Schweiz
leben. B._ habe das Schweizer Bürgerrecht und habe bis 2015 mit
ihrem Sohn in der Schweiz gelebt. Ein Verbleib in Russland sei folglich
nicht gerechtfertigt und eine Rückkehr in die Schweiz sei zumutbar.
Schliesslich wies die Vorinstanz auf verschiedene Unstimmigkeiten in den
Angaben des Beschwerdeführers hin.
D.
Mit am 11. Juni 2019 bei der Schweizerischen Botschaft in Moskau einge-
reichter Rechtsmitteleingabe (Eingang beim Bundesverwaltungsgericht am
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19. Juni 2019) beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vor-
instanzlichen Verfügung und die Ausrichtung einer wiederkehrenden Leis-
tung ab Antragsdatum. Er führte an, die Schweiz verlassen zu haben, weil
er sich durch die Scheidung von seiner ersten Ehefrau in einer sowohl
mental als auch finanziell (Schulden in der Höhe von ca. CHF 1.5 Millionen)
schwierigen Lage befunden habe. B._ und er seien entgegen den
Annahmen der Vorinstanz ein Paar. Deren Sohn C._ werde intensiv
als professioneller Nachwuchs-Schwimmer trainiert. Dies wäre auf diesem
Niveau in der Schweiz nicht möglich, weshalb B._ in Russland blei-
ben müsse. Die Familie lebe bereits seit November 2015 in Russland.
Seine älteste Tochter habe ihr bisheriges Leben in Russland verbracht und
spreche nur Russisch. Sie sei sehr gut im Schulsystem und im Umfeld in-
tegriert. Er selbst sei ebenfalls gut integriert, spreche Russisch, gehe einer
Arbeitstätigkeit nach, nehme am kulturellen Leben teil und treffe seine
Freunde. In der Schweiz sei er ausgesteuert gewesen, habe nahezu kei-
nen Kontakt zu seinen Eltern und in Bezug auf seinen Sohn aus erster Ehe
habe er weder die Obhut noch ein Besuchsrecht.
Auf die eingereichten Beweismittel wird – soweit erheblich – in den Erwä-
gungen eingegangen.
E.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 11. September 2019
auf Abweisung der Beschwerde und führte unter anderem aus, der Be-
schwerdeführer und B._ würden nicht in einem stabilen Konkubinat
leben, da sie keinen gemeinsamen Haushalt teilen würden. Entsprechend
stehe die Beziehung des Beschwerdeführers einer Rückkehr in die
Schweiz nicht entgegen.
F.
Von seinem Replikrecht machte der Beschwerdeführer keinen Gebrauch.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Konsularischen Direktion des EDA (KD) betreffend
Sozialhilfeleistungen an Schweizer Staatsangehörige im Ausland nach Art.
33 Abs. 1 ASG unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-
richt (Art. 62 ASG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
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1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz, soweit das VGG
nichts anderes bestimmt.
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Erhebung der
Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachur-
teilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist [Art. 50 Abs. 1 VwVG] und Form
der Beschwerde [Art. 52 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art.
49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfah-
ren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen.
3.
Geht es – wie hier – um wiederkehrende Leistungen, ist analog zum Sozi-
alversicherungsrecht auf dem Gebiet der Sozialhilfe an Schweizer Staats-
angehörige im Ausland grundsätzlich auf die tatsächlichen Verhältnisse ab-
zustellen, wie sie sich zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung darge-
stellt haben (vgl. Urteil des BVGer C-4103/2013 vom 30. April 2015 E. 2).
4.
4.1 Zu prüfen ist vorab, ob die Vorinstanz – wie vom Beschwerdeführer
geltend gemacht – den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig erstellt
hat. Diese Rüge wird allerdings weitgehend ohne nähere Begründung vor-
gebracht, weshalb darauf nur insofern eingegangen werden kann, als der
Beschwerdeführer konkret geltend macht, die Vorinstanz habe zu Unrecht
festgehalten, B._ und er seien kein Paar.
4.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG gerügt werden. Unrichtig ist
die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Verfügung ein
aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt
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wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde
trotz der geltenden Untersuchungsmaxime (Art. 12 ff. VwVG i.V.m. Art. 37
VGG) den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt, oder nicht alle für
den Entscheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl. dazu
statt vieler BENJAMIN SCHINDLER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019,
Art. 49 N. 29).
4.3 Der Beschwerdeführer machte zu seinem Verhältnis zu B._ wi-
dersprüchliche Angaben. In seiner E-Mail vom 24. Januar 2019 an das
Konsularcenter in Moskau sprach er von B._ als von seiner zukünf-
tigen Ehefrau. Rund einen Monat später gab er auf Nachfrage der Schwei-
zerischen Botschaft an: «Ich lebe mit Frau B._ nicht in einer Bezie-
hung (wir sind kein Paar)» (Akten des Bundesverwaltungsgerichts 1 Bei-
lage 5). Dies hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung denn auch in dieser Form
wiedergegeben. Allfällige Veränderungen in der Beziehung des Beschwer-
deführers zu B._ nach Erlass der angefochtenen Verfügung sind in
diesem Zusammenhang irrelevant (vgl. E. 3). Eine unvollständige oder un-
richtige Feststellung des Sachverhalts ist damit nicht erkennbar.
5.
5.1 Gemäss Art. 22 ASG gewährt der Bund im Rahmen dieses Gesetzes
Auslandschweizerinnen und -schweizern, die bedürftig sind, Sozialhilfe.
Auslandschweizerinnen und -schweizer im Sinne dieses Gesetzes sind
nach Art. 3 Bst. a ASG Schweizerinnen und Schweizer, die in der Schweiz
keinen Wohnsitz haben und im Auslandschweizerregister eingetragen
sind. Gemäss Art. 24 ASG wird Auslandschweizerinnen und -schweizern
nur dann Sozialhilfe gewährt, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht hinrei-
chend aus eigenen Kräften und Mitteln, aus Beiträgen von privater Seite
oder aus Hilfeleistungen des Empfangsstaates bestreiten können. Aus-
landschweizerinnen und -schweizern mit mehrfacher Staatsangehörigkeit
wird in der Regel keine Sozialhilfe gewährt, wenn die ausländische Staats-
angehörigkeit vorherrscht (Art. 25 ASG).
5.2 Art und Umfang der Sozialhilfe richten sich nach den besonderen Ver-
hältnissen des Empfangsstaates, unter Berücksichtigung der notwendigen
Lebensbedürfnisse einer oder eines sich dort aufhaltenden Schweizer
Staatsangehörigen (Art. 27 Abs. 1 ASG). Je nach Situation kann die
Sozialhilfe in Form von wiederkehrenden oder einmaligen Leistungen ge-
währt werden (vgl. Art. 18 Abs. 1 Verordnung vom 7. Oktober 2015 über
Schweizer Personen und Institutionen im Ausland [V-ASG; SR 195.11]).
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Anspruch auf wiederkehrende Leistungen hat eine Person, wenn ihre an-
rechenbaren Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen und ihr
liquidierbares Vermögen bis auf den Vermögensfreibetrag verwertet wor-
den ist (Art. 19 Abs. 1 Bst. a und Bst. b V-ASG). Zudem muss ihr Verbleib
im Empfangsstaat aufgrund der gesamten Umstände gerechtfertigt sein
(Art. 19 Abs. 1 Bst. c V-ASG), was namentlich dann der Fall ist, wenn sich
die betreffende Person schon seit mehreren Jahren im Empfangsstaat auf-
hält (Ziff. 1), wenn sie mit grosser Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit im
Empfangsstaat wirtschaftlich selbständig wird (Ziff. 2) oder wenn sie nach-
weist, dass ihr wegen enger familiärer Bande oder anderer Beziehungen
die Rückkehr in die Schweiz nicht zugemutet werden kann (Ziff. 3). Dabei
ist unerheblich, ob die entsprechenden Leistungen im Ausland oder in der
Schweiz kostengünstiger wären (Art. 19 Abs. 2 V-ASG).
5.2.1 Die unter Art. 19 Abs. 1 Bst. c V-ASG aufgeführten Kriterien werden
in den Richtlinien der KD zur Sozialhilfe für Auslandschweizerinnen und
Auslandschweizer (gültig ab 1. Januar 2016; abgelöst durch die Weisung
über die Sozialhilfe für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
[nachfolgend: Weisung], gültig seit 1. Januar 2020) konkretisiert:
5.2.2 Eher für eine Leistung vor Ort spricht, wenn der Lebensunterhalt im
Empfangsstaat bisher ganz oder teilweise durch eine Erwerbstätigkeit fi-
nanziert wurde, die gesuchstellende Person sich seit mehr als fünf Jahren
im Empfangsstaat aufhält, in der Gesellschaft des Empfangsstaats gut in-
tegriert ist, mit einer Person des Empfangsstaates verheiratet ist oder mit
ihr in einem stabilen Konkubinat lebt, mit einer Person des Empfangsstaa-
tes gemeinsame Kinder hat und diese integriert sind oder Verwandte im
Empfangsstaat hat und mit diesen regelmässig persönlichen Kontakt pflegt
(Ziff. 1.3.4 der Weisung).
5.2.3 Eher gegen eine Leistung vor Ort spricht, wenn die Chancen auf wirt-
schaftliche Unabhängigkeit trotz Arbeitsfähigkeit gering sind, wenn der Le-
bensunterhalt im Empfangsstaat bisher vor allem aus Ersparnissen finan-
ziert wurde oder wenn keine ordentliche Aufenthaltsbewilligung vorhanden
ist bzw. eine solche nicht innert nützlicher Frist beschafft werden kann.
Auch der Umstand, dass die gesuchstellende Person weder mit einer Per-
son des Empfangsstaats verheiratet ist noch in einem stabilen Konkubinat
lebt, oder Verwandte im Empfangsstaat hat, spricht gegen die Ausrichtung
von Unterstützungsleistungen im Ausland (Ziff. 1.3.4 der Weisung).
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5.2.4 Diese Kriterien machen deutlich, dass eine Unterstützung vor Ort ins-
besondere dann als insgesamt gerechtfertigt anzusehen ist, wenn im Emp-
fangsstaat – sozial, familiär und wirtschaftlich – eine eigentliche Verwurze-
lung besteht (zum Ganzen vgl. Urteil des BVGer F-6925/2016 vom 13. April
2017 E. 4.2). Die Unterstützung vor Ort soll grundsätzlich nur denjenigen
Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern zugutekommen, die dort
eine Existenz aufgebaut haben, weitgehend integriert sind und nachträg-
lich in eine finanzielle Notlage geraten sind (vgl. bspw. Urteile des BVGer
F-1063/2017 vom 22. Februar 2019 E. 4.1 und F-1063/2016 vom 13. April
2018 E. 4.2).
6.
6.1 Der Beschwerdeführer lebt seit November 2015 in Russland, wobei er
sich erst am 21. Januar 2019 bei der Schweizerischen Botschaft in Moskau
angemeldet hat. Seine beiden Töchter leben teilweise bei ihm, teilweise bei
deren Mutter, B._. Vom 19. April 2018 bis zum 12. Mai 2019 war er
in einem (nicht profitablen) Unternehmen von B._ als (...) angestellt
und verdiente RUB 10'000.–. Dieser Lohn macht einen Bruchteil seiner
Wohnungsmiete von RUB 85'000.– aus. Es ist ihm während seines zum
Verfügungszeitpunkt dreieinhalbjährigen Aufenthaltes in Russland offen-
sichtlich nicht gelungen, sich wirtschaftlich zu etablieren. Seinen Lebens-
unterhalt finanzierte er bislang zur Hauptsache mit dem Geld von
B._. Seine Bemühungen, eine besser bezahlte Anstellung zu fin-
den, verliefen erfolglos. Zu keinem Zeitpunkt konnte er seinen Lebensun-
terhalt durch seine Erwerbstätigkeit finanzieren. Die Chancen auf wirt-
schaftliche Unabhängigkeit sind demnach als gering einzuschätzen und es
kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine Unterstützung nur vo-
rübergehend notwendig wäre. Leistungen werden jedoch grundsätzlich
nicht gewährt, wenn – wie vorliegend – keine begründete Aussicht auf eine
baldige Besserung der Ertragslage besteht (vgl. Ziff. 1.1 der Weisung).
6.2 In Bezug auf die soziale Integration ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer Russisch spricht, einer Arbeitstätigkeit nachgeht und wohl
auch soziale Kontakte pflegt. Von einer eigentlichen sozialen Verwurzelung
kann dennoch nicht gesprochen werden. Er lebte zum Verfügungszeitpunkt
erst seit dreieinhalb Jahren mit seiner Familie, welche zuvor in der Schweiz
gelebt hatte, in Russland. Der bald (...)-jährige Beschwerdeführer hat da-
mit lediglich einen Bruchteil seines Lebens in Russland verbracht. Des
Weiteren ist aufgrund seiner widersprüchlichen Angaben nicht klar, in wel-
chem Verhältnis er zu B._ steht. Fest steht jedoch, dass zu keinem
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Zeitpunkt ein gemeinsamer Haushalt bestanden hat, weshalb nicht von ei-
nem stabilen Konkubinat ausgegangen werden kann (vgl. Ziff. 2.5.2. der
Weisung). Mit B._ hat er zwei Kleinkinder. Aufgrund des Alters der
Kinder kann auch in ihrem Fall nicht von einer Verwurzelung in Russland
gesprochen werden. Die jüngste Tochter ist gerade erst (...) alt geworden.
Die Ältere besucht (...). Wenn sie dadurch auch erste soziale Kontakte
ausserhalb ihres familiären Umfelds geknüpft haben mag, ist dennoch bei
Kindern in diesem Alter davon auszugehen, dass die Hauptbezugsperso-
nen ihre Eltern sind.
6.3 Eine Heimkehr würde – entgegen den Ausführungen des Beschwerde-
führers – auch keine Familienbande zerreissen. Seine beiden Töchter, de-
ren Mutter B._ und deren Sohn besitzen alle das Schweizer Bür-
gerrecht. In Anbetracht dessen, dass die Familie bis zur Ausreise nach
Russland in der Schweiz wohnhaft gewesen ist, kann ihr eine Rückkehr
auch zugemutet werden. Nicht anders verhält es sich unter Berücksichti-
gung des Kindeswohls (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom
20. November 1989 über die Rechte des Kindes [SR 0.107]), wobei an
dieser Stelle auf die Ausführungen unter E. 6.2. verwiesen werden kann,
aus welchen folgt, dass bei einer Rückkehr in die Schweiz keine Gefahr
einer Entwurzelung der beiden Mädchen bestünde. Zudem ist darauf hin-
zuweisen, dass in der Schweiz auch deren Grosseltern und deren Halb-
bruder leben, auch wenn der Beschwerdeführer anführt, wenig Kontakt zu
seiner Familie in der Schweiz zu pflegen. Auch B._ und ihrem mitt-
lerweile (...)jährigen Sohn C._ dürfte es nicht schwerfallen, sich in
der Schweiz wieder zu integrieren, zumal beide vor ihrer Ausreise nach
Russland hier gelebt haben, C._ hier eingeschult wurde und prä-
gende Jahre seines Lebens verbracht hat. Der Umstand, dass er sein
Schwimmtraining möglicherweise nicht unter denselben Bedingungen wie
in Russland fortführen könnte, vermag an der Zumutbarkeit seiner Rück-
kehr und derjenigen seiner Mutter nichts zu ändern.
6.4 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz
einen Verbleib des Beschwerdeführers und seiner beiden Töchter in Russ-
land als nicht gerechtfertigt im Sinne des ASG und eine Rückkehr in die
Schweiz als zumutbar erachtete.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Gesuch des Be-
schwerdeführers um Ausrichtung einer periodischen Unterstützung zu
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Recht abgewiesen hat. Die angefochtene Verfügung erweist sich mit Blick
auf Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde der Beschwerdeführer grund-
sätzlich kostenpflichtig. Angesichts der besonderen Umstände ist jedoch
von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzusehen (vgl. Art. 63 Abs. 1
in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
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