Decision ID: 7df8ece0-9aaf-43b1-8e27-2ca3adbcd910
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
betreffend vorsorgliche Massnahmen
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2 f.)
"- Es sei B._ (Schweiz) AG zu verboten, folgende Bankonten zu schliessen und/oder zu blockieren:
• Girokonto Nr. 1, das von A._ SA eröffnet wurde und/oder die dort von der Klägerin hinterlegten  einzfrieren, unter Androhung der in Artikel 292 StGB vorgesehenen Sanktionen;
• das von A._ SA eröffnete garantierte Mietkonto Nr. 2 und/oder die dort von der Klägerin hinterlegten  einzufrieren, unter Androhung der in Artikel 292 StGB vorgesehenen Sanktionen.
Und somit jede Bankgeschäfte auf diesen Bankbeziehungen (Kredite/Belastungen) zulassen, unter Androhung der in Artikel 292 StGB vorgesehenen Sanktionen;
- Es sei B._ (Schweiz) AG anzuordnen alle Gründe die sie zur Kündigung der Bankbeziehung Nr. 3 veranlasst haben an A._ SA mitzuteilen, auf Papier oder elektronisch;
- Es sei B._ (Schweiz) AG jedenfalls anzuordnen, die  Nr. 4 mit A._ SA aufrechtzuerhalten, unter  der in Artikel 292 StGB vorgesehenen Sanktionen;
- Jeder anderen oder gegenteiligen Antrag von B._ (Schweiz) AG sei abzuweisen;
- Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich );
- A._ SA sei berechtigt, mit allen geeigneten rechtlichen  den in diesem Schreiben behauptete Sachverhalt .

Considerations:
Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 (Datum Poststempel, Eingang am 29. Mai
2019) stellte die Gesuchstellerin (fortan Klägerin) ein Gesuch um Anordnung ob-
genannter vorsorglicher Massnahmen (act. 1). Zudem beantragte sie, das Verbot
die Bankkonten zu schliessen, ohne Anhörung der Gegenpartei zu verfügen.
Über das Gesuch kann ohne Weiterungen entschieden werden.
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2. Das Gericht trifft die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die ge-
suchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt
ist oder eine Verletzung zu befürchten ist und dass ihr aus der Verletzung ein
nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Weiter
wird vorausgesetzt, dass die anzuordnende Massnahme verhältnismässig ist
(ANDREAS GÜNGERICH, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, Schwei-
zerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 2 zu Art. 262 ZPO). Eine An-
ordnung einer Massnahme ohne Anhörung der Gegenpartei bedingt zudem eine
besondere Dringlichkeit (Art. 265 Abs. 1 ZPO).
3. Die Klägerin führt aus, dass sie mit der Beklagten seit mehreren Jahren eine
Geschäftsbeziehung geführt habe. Diese sei seitens der Beklagten mit Schreiben
vom 28. Januar 2019 per 15. Februar 2019 unter Bezugnahme auf die allgemei-
nen Geschäftsbedingungen grundlos gekündigt worden. Der Beendigungstermin
sei später auf den 31. Mai 2019 verschoben worden. Die Klägerin benötige diese
Bankbeziehung für den Betrieb ihrer Hotels zwingend, zumal sämtliche Zahlungen
über diese beiden Konten laufen würden. Es sei der Klägerin bisher nicht möglich
gewesen, ein anderes Bankinstitut für ihre Bankbeziehung zu finden. Aufgrund
des bevorstehenden Beendigungstermins liege deshalb eine besondere Dring-
lichkeit vor (act. 1 Rz. 5 ff.).
4.1. Die drohende Rechtsverletzung begründet die Klägerin einzig mit der Verlet-
zung von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr, diese sei offensichtlich (act. 1
S. 17 f.). Diese Ansicht trifft nicht zu. Die Klägerin legt selbst dar, dass die Beklag-
te die Vertragsbeziehung gestützt auf Art. 12 der Allgemeinen Geschäftsbedin-
gungen beendigt hat (act. 1 Rz. 8). Diese Bestimmung sieht - sowohl in der deut-
schen als auch in der französischen Variante - vor, dass die Bank und der Kunde
die "Bankbeziehung jederzeit per sofort oder auf einen späteren Termin kündigen
können" (act. 3/6 Ziff. 12; act. 3/5). Eine Begründung für die Kündigung ist nicht
erforderlich. Die Klägerin macht nicht geltend, dass diese Kündigungsvorschrift im
vorliegenden Zusammenhang nicht anwendbar gewesen wäre. Damit lässt sich
kein Hauptsacheanspruch glaubhaft machen. Sie führt sodann nur pauschal aus,
dass eine Verletzung von Treu und Glauben offensichtlich sei. Dabei verkennt die
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Beklagte, dass sie auch beim Beweismass der Glaubhaftmachung zumindest in
den Grundzügen darzulegen hätte, worin diese Verletzung bestehen soll. Insbe-
sondere genügt ein Verweis auf den drohenden Nachteil nicht aus, zumal ein
Nachteil auch bei einem rechtmässigen Verhalten der Gegenseite eintreten kann.
Der Klägerin kann es folglich im vorliegenden Fall nicht gelingen, einen Anspruch
in der Hauptsache glaubhaft zu machen. Das Massnahmebegehren ist bereits
aus diesem Grund abzuweisen.
4.2. Weiter gelingt der Klägerin auch die Glaubhaftmachung einer besonderen
Dringlichkeit - die für die Anordnung von Massnahmen ohne Anhörung der Ge-
genpartei erforderlich wäre - nicht. Sie hat bereits seit Ende Januar 2019 gewusst,
dass die Bankbeziehung mit der Beklagten beendet werden wird. Dies hätte ihr
genügend Möglichkeiten gegeben, bereits früher gegen die Beklagte vorzugehen.
Aus einem solchen Zuwarten kann aber keine besondere Dringlichkeit hergeleitet
werden. Auch die E-Mail vom 15. Mai 2019 (act. 3/21) ändert daran nichts. Durch
eine neuerliche Anfrage bei der Gegenseite, welche lediglich das bereits Bekann-
te bestätigt, lässt sich die Dringlichkeit nicht aktualisieren. Weitere Bemühungen,
welche der Klägerin ein Zuwarten erlaubt hätten, legt diese nicht dar. Insbesonde-
re kann das Suchen einer Drittbank keine solche Bemühung darstellen, zumal
diese nicht darauf abzielte, die Vertragsbeziehung mit der Beklagten zu verlän-
gern. Die beantragten superprovisorischen Massnahmen wären demnach auch
aus diesem Grund abzuweisen gewesen.
4.3. Sodann beantragt die Klägerin als vorsorgliche Massnahme die Begründung
der Kündigung durch die Beklagte (act. 1 S. 3). Es wird aus ihren Ausführung
aber nicht ersichtlich, aus welcher Grundlage sie einen Anspruch auf eine Be-
gründung der Kündigung herleitet. Insbesondere kann – wie ausgeführt – Art. 12
der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf den sich die Kündigung stützt, dafür
nicht beigezogen werden, da diese Bestimmung keine Begründung verlangt.
4.4. Aus dem Gesagten erhellt, dass es der Klägerin nicht gelingt, einen An-
spruch in der Hauptsache glaubhaft zu machen. Entsprechend ist ihr Massnah-
mebegehren abzuweisen.
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5. Da es der Beklagten nicht gelingt, den Hauptsacheanspruch glaubhaft zu
machen und ihr im summarischen Verfahren lediglich ein Schriftenwechsel zu-
steht, womit sie auch keine Verbesserung ihres Standpunkts mehr erreichen
kann, ist das Gesuch sowohl superprovisorisch als auch vorsorglich abzuweisen.
6. Ausgangsgemäss wird die Klägerin kostenpflichtig. Zum Streitwert macht sie
- entgegen ihren prozessualen Pflichten - keine näheren Angaben (act. 1 S. 5).
Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt es sich, den Streitwert ohne er-
neute Fristansetzung an die Klägerin zu schätzen und auf CHF 100'000.– festzu-
legen. In Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 und § 8 Abs. 1 GebV OG ergibt sich
entsprechend eine Gerichtsgebühr von CHF 4'400.–. Mangels prozessualem
Aufwand ist der Beklagten keine Parteientschädigung zuzusprechen.