Decision ID: c4a56274-57ac-4b66-a762-2f1787c5d671
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_001
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Zahlungsbefehl Nr. [...] des Betreibungsamts Region Möhlin vom
14. März 2022 betrieb der Kläger die Beklagte für den Betrag von 1'419.90
nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2022 zuzüglich Zahlungsbefehlskosten
von Fr. 73.30. Als Forderungsgrund wurde im Zahlungsbefehl angegeben:
" Parteientschädigung gemäss Entscheid des Obergerichtes des Kantons Aargau, Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz vom 15.12.2021"
Der Zahlungsbefehl wurde der Beklagten am 18. März 2022 zugestellt.
Gleichentags erhob die Beklagte Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Mit Rechtsöffnungsgesuch vom 28. März 2022 ersuchte der Kläger beim
Bezirksgericht Rheinfelden um Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für
den Betrag von Fr. 1'419.90 nebst Zins von 5 % seit dem 18. März 2022
sowie Fr. 73.30 Zahlungsbefehlskosten, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Beklagten.
2.2.
Mit Eingabe vom 2. April 2022 nahm die Beklagte zum Rechtsöffnungsbe-
gehren Stellung und beantragte:
" A. Antrag um unentgeltliche Rechtspflege der Gesuchsgegnerin, B..
B.
Aufhebung des Entscheides vom 15.12.2021 Obergericht Kt. Aargau, Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz, Verfahren XBE.2021.60 aufgrund Rechtswidrigkeit.
C. Die obergerichtlichen Verfahrenskosten des Kantons Aargau von Fr. 800.00 werden A. auferlegt und B. mit dem von ihr geleisteten  zurückerstattet.
D. Der Gesuchsteller, A. wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine  CHF 2'000.00 zu bezahlen. Die Parteientschädigung für die Gesuchsgegnerin, B. ist nach Anwaltstarif festzusetzen und  von einer im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht geltenden  von Fr. 2'000.00 (vgl. AGVE'2017 50, S. 276 t.) zu .
E. Rückzug/Löschung der Betreibung 22200769, respektiv Rückzug des  (Art. 69 SchKG).
- 3 -
F. A. und sein Vertreter, RA Egli sind wegen Nötigung nach Art. 181 StGB zu verurteilen.
G. Die Klage um definitive Rechtsöffnung unter Kosten- und  zu Lasten der Gesuchsgegnerin, B. ist abzuweisen."
2.3.
Mit Eingabe vom 12. April 2022 reichte der Kläger eine Stellungnahme ein.
2.4.
Das Bezirksgericht Rheinfelden, Präsidium des Zivilgerichts, erkannte mit
Entscheid vom 2. Juni 2022:
" 1. In teilweiser Gutheissung des Gesuchs wird dem Gesuchsteller in der Be-
treibung Nr. [...] des Betreibungsamtes Region Möhlin (Zahlungsbefehl vom 14. März 2022) für den Betrag von Fr. 1'419.90 nebst Zins zu 5 % seit dem 18. März 2022 definitive Rechtsöffnung erteilt.
2.
Die Anträge der Gesuchsgegnerin werden abgewiesen, soweit darauf  ist.
3. Die Entscheidgebühr von Fr. 250.– wird der Gesuchsgegnerin auferlegt. Sie wird mit dem Vorschuss des Gesuchstellers von Fr. 250.– verrechnet, so dass die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller Fr. 250.– direkt zu  hat.
4. 4.1 Die Honorarnote des Vertreters des Gesuchstellers, Roland Egli-Heine, Rechtsanwalt in Bülach, wird im Umfang von Fr. 393.– (inkl. Fr. 28.10 MwSt.) genehmigt.
4.2 Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller eine  von Fr. 393.– zu bezahlen.
5. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen."
3.
3.1.
Mit Beschwerde vom 13. Juni 2022 beantragte die Beklagte beim Oberge-
richt des Kantons Aargau innert Frist (sinngemäss) die Aufhebung des
vorinstanzlichen Entscheids und die Abweisung des Rechtsöffnungsbe-
gehrens unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers,
die Aufschiebung der Vollstreckbarkeit des vorinstanzlichen Entscheids,
die Einreichung einer "Anzeige/Klage" beim zuständigen Strafgericht, die
- 4 -
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, sowie die Aufhebung des
Entscheids des Obergerichts des Kantons Aargau vom 15. Dezember 2021
(XBE.2021.60).
3.2.
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2022 beantragte der Kläger die Ab-
weisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, eventu-
aliter unter vorgängiger Leistung einer Kaution von Fr. 2'062.90, sowie die
Abweisung der Beschwerde, unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu-
lasten der Beklagten zzgl. Mehrwertsteuer von 7.7 %.
3.3.
Mit Verfügung vom 29. Juni 2022 wurde die Beschwerdeantwort des Klä-
gers der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt.
3.4.
Mit Eingabe vom 1. Juli 2022 reichte die Beklagte eine weitere Stellung-
nahme ein.

Considerations:
Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Rechtsöffnungsentscheide sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a
i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Mit der Beschwerde können die unrichtige
Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Neue Anträge, neue Tat-
sachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwerdeverfah-
ren ausgeschlossen (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Obergericht kann ohne
Verhandlung aufgrund der Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 ZPO).
2.
2.1.
Die Vorinstanz erwog, dass die Beklagte mit Entscheid des Obergerichts
des Kantons Aargau vom 15. Dezember 2021, Kammer für Kindes- und
Erwachsenenschutz (XBE.2021.60), verpflichtet wurde, dem Kläger eine
Parteientschädigung von Fr. 1'419.90 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu be-
zahlen. Die Rechtskraft dieses Entscheids sei am 23. März 2022 bestätigt
worden, womit ein Rechtsöffnungstitel gegeben sei, der zur definitiven
Rechtsöffnung berechtige. Auch die übrigen Voraussetzungen an einen de-
finitiven Rechtsöffnungstitel lägen vor (angefochtener Entscheid E. 2.3).
Soweit die Klägerin die Aufhebung des Entscheids vom 15. Dezember
2021 und die Auferlegung der obergerichtlichen Verfahrenskosten zu Las-
ten des Klägers verlange, könne auf ihre Begehren mangels Zuständigkeit
nicht eingetreten werden. Weitere Einwendungen gemäss Art. 81 SchKG
seien nicht geltend gemacht worden (angefochtener Entscheid E. 3.2).
- 5 -
Gründe für die Nichtigkeit des Entscheids vom 15. Dezember 2021 seien
nicht ersichtlich und auch nicht vorgebracht worden. Es sei folglich die de-
finitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 1'419.90 zu erteilen (ange-
fochtener Entscheid E. 3.3). Weiter sei auch Rechtsöffnung für Verzugszin-
sen von 5 % seit dem 18. März 2022 zu erteilen, wobei die Beklagte bereits
zuvor schriftlich gemahnt sowie die Einleitung der Betreibung angedroht
worden sei (Gesuchsbeilagen 3 und 4; angefochtener Entscheid E. 4.2).
Demgegenüber könne für die Betreibungskosten von Fr. 73.30 keine
Rechtsöffnung erteilt werden (angefochtener Entscheid E. 6).
2.2.
Die Beklagte macht geltend, dass der Entscheid des Obergerichts des Kan-
tons Aargau vom 15. Dezember 2021 (XBE.2021.60) "rechtswidrig" sei. Sie
bringt wie bereits vor Vorinstanz vor, im genannten obergerichtlichen Ver-
fahren angekündigt zu haben, dass sie Berufung gegen das in einem Straf-
verfahren gegen den Kläger am 4. Oktober 2021 durch das Bezirksgericht
Bülach erlassene Urteil erheben werde, das Obergericht des Kantons Aar-
gau in der Folge aber entschieden habe, ohne die Berufungsankündigung
im Zürcher Verfahren zu berücksichtigen, weshalb der Entscheid nichtig
sei.
2.3.
Beruht eine Forderung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Entscheid,
so kann der Gläubiger beim Richter die Aufhebung des Rechtsvorschlags
(definitive Rechtsöffnung) verlangen. Die Rechtsöffnung wird erteilt, wenn
nicht der Betriebene durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass
des Entscheids getilgt oder gestundet worden ist, oder die Verjährung an-
ruft (Art. 81 Abs. 1 SchKG). Das Rechtsöffnungsgericht hat zu prüfen, ob
sich die in Betreibung gesetzte Forderung aus dem vorgelegten gerichtli-
chen Urteil ergibt. Dabei hat es weder über den materiellen Bestand der
Forderung zu befinden, noch sich mit der materiellen Richtigkeit des Urteils
zu befassen (BGE 135 III 315 E. 2.3). Demgegenüber ist die Nichtigkeit
eines Entscheides jederzeit und von sämtlichen rechtsanwendenden Be-
hörden von Amtes wegen zu beachten. Neben den in Art. 81 SchKG ge-
nannten Einreden kann der Schuldner daher der definitiven Rechtsöffnung
auch Nichtigkeit des Vollstreckungstitels entgegenhalten (BGE 129 I 361
E. 2). Fehlerhafte Entscheide sind nichtig, wenn der ihnen anhaftende Man-
gel besonders schwer ist, wenn er sich als offensichtlich oder zumindest
leicht erkennbar erweist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der
Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Inhaltliche Mängel einer Entschei-
dung führen nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgründe fal-
len vorab funktionelle und sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden
Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in Betracht (BGE 145 III 436 E. 4,
129 I 361 E. 2.1).
- 6 -
2.4.
Die Beklagte scheint zu verkennen, dass auch fehlerhafte Entscheide in
der Regel nur anfechtbar sind und bei Nichtanfechtung (mit den dafür vor-
gesehenen Rechtsmitteln) vollstreckt werden können. Selbst wenn es also
zutreffen sollte, dass der Ausgang des Berufungsverfahrens im Strafver-
fahren gegen den Kläger im Kanton Zürich für das obergerichtliche Mass-
nahmeverfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzkammer des
Obergerichts des Kantons Aargau (XBE.2021.60) relevant hätte sein kön-
nen, was im besagten Entscheid ohnehin in Abrede gestellt wurde (E. 3.3),
so würde das fehlende Abwarten des Zürcher Verfahrens nicht zur Nichtig-
keit des aargauischen Entscheids führen, da ein besonders schwerwiegen-
der Mangel im Sinne der Rechtsprechung jedenfalls nicht vorliegt. Die Be-
schwerde erweist sich in dieser Hinsicht als unbegründet.
2.5.
Weiter macht die Beklagte, zumindest sinngemäss, geltend, dass der im
Zahlungsbefehl angegebene Grund der Forderung nicht mit dem Lebens-
vorgang übereinstimme, der dem zu vollstreckenden Entscheid zu Grunde
lag (vgl. STAEHELIN, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbe-
treibung und Konkurs I, 3. Aufl. 2021, N. 37 zu Art. 80 SchKG). Weder be-
gründet sie dies weiter, noch ist sonst ersichtlich, inwiefern dies der Fall
sein sollte. Als Forderungsgrund im Zahlungsbefehl wurde die Parteient-
schädigung gemäss Entscheid des Obergerichtes des Kantons Aargau,
Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz, vom 15. Dezember 2021 an-
gegeben, auf welchen sich auch der Kläger als Rechtsöffnungstitel zur Voll-
streckung der Parteientschädigung beruft. Die diesbezügliche Identität ist
damit offensichtlich gegeben.
2.6.
Die Beklagte bringt ferner vor, der Kläger könne nicht nachweisen, dass die
Beklagte die per A-Post versendeten Briefe jemals erhalten habe, weshalb
auf Verzugszinsen zu verzichten sei. Die Beklagte nimmt dabei offenbar
Bezug auf die Mahnungen des Rechtsvertreters des Klägers betreffend die
vorliegend betriebene Parteientschädigung (Gesuchsbeilagen 3 und 4).
Soweit mit dem Hinweis vor Vorinstanz, dass die Zustellung mittels einge-
schriebenem Brief hätte erfolgen sollen, die Zustellung überhaupt als ge-
nügend bestritten gelten kann (vgl. act. 13 f.), blieb jedenfalls unbestritten,
dass der Zahlungsbefehl der Beklagten am 18. März 2022 zugestellt wurde.
Mangels separater Mahnung gilt die Einleitung der Betreibung und dabei
praxisgemäss die Zustellung des Zahlungsbefehls als erfolgte Mahnung
(Art. 105 Abs. 1 OR; AGVE 2003 Nr. 7 S. 39 f.), und es ist ab diesem Zeit-
punkt Verzugszins geschuldet.
- 7 -
2.7.
Weitere Mängel am Rechtsöffnungstitel oder Einreden macht die Beklagte
nicht geltend, sodass die Rechtsöffnung nach dem Gesagten zu Recht er-
teilt wurde.
3.
Mit Beschwerde beantragt die Beklagte weiter, dass "beim zuständigen
Strafgericht Anzeige/Klage wegen Nötigung" einzureichen sei. Gemäss
§ 34 Abs. 1 EG StPO sind Mitarbeitende des Kantons und der Gemeinden
zwar verpflichtet, bestimmte Straftaten, von denen sie bei ihrer amtlichen
Tätigkeit Kenntnis erhalten haben, der Staatsanwaltschaft anzuzeigen.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern sich der Kläger und sein Rechtsvertreter
im Zusammenhang mit der vorliegenden Streitsache der Nötigung strafbar
gemacht haben sollen. Dass der Kläger seine ihm gerichtlich zugespro-
chene Parteientschädigung im Betreibungsverfahren durchzusetzen sucht,
stellt offensichtlich kein strafrechtlich relevantes Verhalten dar. Es besteht
folglich kein Anlass, von Amtes wegen eine Strafanzeige gegen den Kläger
und seinen Rechtsvertreter zu erstatten.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist.
5.
Der Antrag der Beklagten auf aufschiebende Wirkung ist mit dem vorlie-
genden Entscheid gegenstandslos geworden.
6.
6.1.
Soweit die Beklagte mit Beschwerde Rechtsöffnung für die vor Vorinstanz
beantragte (aber nicht zugesprochene) Parteientschädigung in Höhe von
Fr. 2'000.00 verlangt, so ist davon auszugehen, dass sie sinngemäss le-
diglich die Zusprechung einer solchen für das vorinstanzliche Verfahren
beantragt, zumal das vorliegende Betreibungsverfahren nicht die Vollstre-
ckung der Parteientschädigung der Beklagten zum Gegenstand hat und auf
ein entsprechendes Rechtsöffnungsgesuch, erst recht vor der Beschwer-
deinstanz, offensichtlich nicht einzutreten wäre. Ausgangsgemäss sind die
Prozesskosten aber der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO
i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO) und es bleibt entgegen diesem und den weiteren
Anträgen der Beklagten bezüglich der Verfahrenskosten bei der vorinstanz-
lichen Verteilung. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren sind
auf Fr. 375.00 festzusetzen (Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG).
- 8 -
6.2.
Überdies hat die Beklagte dem Kläger eine Parteientschädigung zu bezah-
len. Der Rechtsvertreter des Klägers hat eine Kostennote in Höhe von
Fr. 635.75 eingereicht, welche jedoch nicht genehmigt werden kann. Die
Grundentschädigung ist angesichts der im Verfahren aufgeworfenen Fra-
gen und der insoweit klaren Rechtslage tiefer anzusetzen und es sind pra-
xisgemäss höhere Abzüge gemäss § 6 Abs. 2 AnwT und § 8 AnwT vorzu-
nehmen: Ausgehend von einer Grundentschädigung von Fr. 711.20
(Fr. 1'110.00 + 22 % des Streitwerts von Fr. 1'419.90, davon 50 % [§ 3 Abs.
1 lit. a AnwT i.V.m. § 3 Abs. 2 Satz 1 AnwT]) und unter Berücksichtigung
eines Abzugs von 20 % für die fehlende Verhandlung (§ 6 Abs. 2 AnwT),
eines Rechtsmittelabzugs von 25 % (§ 8 AnwT), und den geltend gemach-
ten Barauslagen von Fr. 5.30 sowie 7.7 % Mehrwertsteuer ist die Parteient-
schädigung auf gerundet Fr. 465.00 festzusetzen.
7.
Die Beklagte beantragt, dass ihr Gesuch um Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege gutgeheissen werde. Daraus ergibt sich nicht klar, ob
sie vor dem Hintergrund des diesbezüglich ablehnenden Entscheids der
Vorinstanz die Gutheissung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege
vor Vorinstanz verlangt, oder (auch) ein Gesuch für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren stellt (vgl. Art. 119 Abs. 5 ZPO). Die Frage kann hier
allerdings offenbleiben, da das Gesuch im einen wie im anderen Fall abzu-
weisen wäre, da die Rechtsbegehren der Beklagten nach den obigen Aus-
führungen sowohl im erst- als auch im zweitinstanzlichen Verfahren aus-
sichtslos waren (Art. 117 lit. b ZPO; vgl. angefochtener Entscheid E. 8).