Decision ID: 85c38869-fa37-51a3-977d-77b9caa1b6eb
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, ist bei der Helsana Versicherungen AG (nach
folgend: Helsana) krankenpflege- und taggeldversichert (
Urk.
7/1).
Mit Prämien
rechnung vom
4.
Dezember 2016 (
Urk.
7/3) forderte die Helsana vom Versicher
ten
unter anderem
die für die Monate Januar bis Juni 2017 fälligen
P
rämien
für die Taggeldversicherung
, wobei sie ihn im Februar 2017 an den Zahlungsaus
stand erinner
te
(vgl.
Urk.
7/4). Mit Schreiben vom 1
8.
März 2017 (
Urk.
7/5) mahnte die Helsana den Versicherten und forderte ihn auf, den ausstehenden Betrag bis spätestens
am
6.
April 2017 zu überweisen.
Mit Verfügung vom 1
5.
April 2017 (
Urk.
7/6)
sperrte die Helsana die Leistungen der fr
eiwilligen Taggeldversicherung ab dem 1
6.
April 201
7.
Die dagegen vom Versicherten
am 19. April 2017
erhobene Einsprache (
Urk.
7/9-10;
Urk.
7/14) wies die Helsana mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Janua
r 2018 (
Urk.
7/15 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 2
8.
Februar 2018 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 1
8.
Januar 2018 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss dessen Auf
hebung (
Urk.
1). Die Helsana beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
April 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
67
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (
KVG
)
kann
,
w
er in der Schweiz Wohnsitz hat oder erwerbstätig ist und das 15., aber noch nicht das 6
5.
Altersjahr vollendet hat, bei einem Versicherer nach
Art.
2
Abs.
1
des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversi
cherung (
KVAG
)
oder
Art.
3 KVAG eine Taggeldversich
erung abschliessen. Er kann hie
für einen anderen Versicherer wählen als für die obligatorische Kran
kenpflegeversicherung (
Art.
67
Abs.
2 KVG). Die Taggeldversicherung kann als Einzel- oder als Kollektivversicherung abgeschlossen werden (
Art.
67
Abs.
3 KVG).
1.2
D
er Versicherer
legt gemäss
Art.
76
Abs.
1 KVG
die Prämien für seine Versicher
ten fest. Er erhebt für gleiche versicherte Leistungen die gleichen Prämien. Gilt für die Entrichtung des Taggeldes eine Wartefrist, so hat der Versicherer die Prä
mien entsprechend zu reduzieren. Der Versicherer kann die Prämien nach dem Eintrittsalter und nach Regionen abstufen
.
Art.
61
Abs.
2 und
Abs.
4 KVG
gelten
sinngemäss
(
Art.
76
Abs.
2 bis 4 KVG).
Die Prämien sind im Voraus und in der Regel monatlich zu bezahlen (
Art.
90 in Verbindung mit
Art.
108a
der Verord
nung üb
er die Krankenversicherung, KVV
).
1.3
Die freiwillige Taggeldversicherung
nach KVG
ist im Gegensatz zur obligatori
schen Krankenpflegeversicherung nicht durchnormiert. Das KVG setzt nur die tragenden Eckpfeiler. So hat der Gesetzgeber etwa in
Art.
72 KVG einige zwin
gende Bestimmungen zum Anspruchsbeginn, zur Dauer des Anspruchs, zur Kür
zung der Leistung bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit und zur Überentschädigung erlassen. Alles Übrige kann in Versicherungsbedingungen vereinbart werden, die jedoch keinen zwingenden Bestimmungen des KVG und allgemeinen
verfas
sungs
-, verwaltungs- oder sozialversicherungsrechtlichen Prinzipien widerspre
chen dürfen (BGE 129 V 51 E.
1.1 und E. 4.2, 125 V 112 E. 2e
).
1.4
Das KVG und dessen Verordnung enthalten
- abgesehen von der Höhe des Ver
zugszinses (
Art.
105a in Verbindung mit
Art.
108a KVV) -
keine Bestimmungen zu den Rechtsfo
lgen beim Prämienzahlungsverzug.
Gemäss
Ziff.
7.3 der beschwerdegegnerischen Versicherungsbedingungen SALARIA für die freiwillige Taggeldversicherung (Ausgabe
1.
Januar 2014) wird die versicherte Person bei ausstehender Prämie durch Mahnung auf die Folgen der Säumnis aufmerksam gemacht und eine Nachfrist zur Bezahlung der rück
ständigen Prämien angesetzt. Erfolgt innert der Nachfrist keine Bezahlung, kann der Versicherer die Prämien auf dem Betreibungsweg einfordern (vgl.
Urk.
7/2
S. 2
Ziff.
7.3).
In
Ziff.
8 sind die Folgen bei Prämienverzug festgehalten. Gemäss
Ziff.
8.1 wird e
ine Leistungssperre verfügt
, wenn innerhalb der Nachfrist gemäss
Ziff.
7.3 keine Bezahlung erfolgt. Die Leistungspflicht aus der Versicherung lebt nach
Ziff.
8.2 wieder auf, sobald die ausstehenden Prämien einschliesslich der Verzugszinsen sowie der Mahn- und Betreibungskosten vollständig bezahlt sind. Für Krankhei
ten, Unfälle und deren Folgen, die während der Dauer der Leistungssperre auftre
ten, kann ein Leistungsanspruch nicht geltend gemacht werden. Bei laufenden Schadenfällen
verkürzt sich die gesamte Bezugsdauer um die Dauer der Leis
tungssperre (vgl.
Urk.
7/2 S. 2
Ziff.
8.1-8.2).
2.
2.1
Bei der zwischen den Parteien abgeschlossenen Taggeldversicherung handelt es sich
gemäss der ab dem
1.
Januar 2016 gültigen Versicherungspolice (
Urk.
7/1)
um eine freiwillige Taggeldversicherung nach
Art.
67 ff. KVG
(vorstehend E. 1.1)
.
D
ie monatlichen Prämien der freiwilligen Taggeldversicherung bei Krankheit und Unfall
betragen
insgesamt
Fr.
437.50 (
Fr.
350.-- +
Fr.
87.50).
Versichert ist der Beschwerdeführer für ein Taggeld von
Fr.
350.
--
ab dem 3
1.
Tag.
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt weder den Bestand
noch die Höhe
oder die Fällig
keit
d
er
Prämienforderung
. Darüber hinaus hat er weder eine (zwische
nzeitliche) Bezahlung des Aussta
nde
s
behauptet noch bestehen dafür Anhaltspunkte.
Viel
mehr machte er einzig
finanzielle Schwierigkeiten geltend
und ersuchte um ein Moratorium
(vgl.
Urk.
1;
Urk.
7/7;
Urk.
7/9-10
).
Folglich
befindet sich d
er Be
schwerdeführer unbestrittenermassen im Zahlungsverzug.
Die anwendbaren Bestimmungen
zu den Rechtsfolgen beim Prämienzahlungsver
zug richten sich mangels gesetzlicher Regelung nach den beschwerdegegneri
schen Versicherungsbedingungen SALARIA (vorstehend E. 1.4). Entsprechend diesen Vorschriften hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zunächst durch Mahnung auf die Folgen der Säumnis aufmerksam gemacht und ihm eine Nachfrist
bis spätestens
am
6.
April 2017
zur Bezahlung der
rückständigen Prä
mie
angesetzt (
vgl. Schreiben vom 1
8.
März 2017,
Urk.
7/
5). Die Beschwerdegeg
nerin wies
dabei
ausdrücklich darauf hin, dass bei nicht erfolgter fristgerechter vollständiger Zahlung eine Leistungssperre verfügt werde und dies bedeute, dass ein Anspruch a
uf Leistungen der Versicherung
entfalle. Auch gab sie an, dass für Krankheiten, Unfälle und deren Folgen, die während der Dauer der Leistungs
sperre aufträten, ein Leistungsanspruch selbst bei nachträglicher Zahlung des ausstehenden Betrages nicht geltend gemacht werden könne (vgl.
Urk.
7/5 S. 2).
Der Beschwerdeführer wurde somit hinreichend und entsprechend den Versiche
rungsbedingungen auf die Folgen eines Zahlungsverzugs hingewiesen.
Bis zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 1
5.
April 2017 (
Urk.
7/6)
ging unbestritte
nermassen keine Zahlung ein.
2.3
Nach dem Gesagten ist somit d
ie gestützt auf
Ziff.
8.1 der Versicherungsbedin
gungen SALA
RIA ab dem 1
6.
April 2017 verfügte Leistungssperre
nicht zu bean
standen.
Ein
Anspruch auf ein Moratorium besteht weder nach den gesetzlichen
Bestimmungen
noch nach den beschwerdegegnerischen Versicherungsbedingun
gen.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
3.
3.1
Das Verfahren ist kostenlos (
Art.
61
lit
. a
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
3.2
Der Beschwerdegegnerin steht– trotz en
tsprechendem Antrag (vgl.
Urk.
6 S. 2
) – praxisgemäss keine Parteientschädigung zu (BGE 126 V 143 E. 4a, 112 V 356
E. 6).