Decision ID: 1f0a8259-9b33-4682-83b7-77ce198c0e03
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 195
9
, wurde mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle
,
vom 1
9.
September 2016
(Urk.
15/82 und Urk. 15/71
)
bei einem Invaliditätsgrad von 54
%
für die Zeit
ab
1.
Februar 2015 eine halbe
Rente der
Invalidenversicherung (I
V) zugesprochen. Am
3
0.
September 201
6
meldete sich der Versicherte an seinem Wohnort zum Bezug von
Ergän
zungs
-
und Zusatz
leistungen
zur
Invalidenrente
an
(
vgl.
Urk. 7/6).
Mit Ver
fügung vom
1
1.
Juli 2017
(Urk.
7/20,
Urk.
7/V
1
)
sprach
ihm
das
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
der Stadt Zürich vom
1.
Februar 2015 bis 3
1.
Juli 2017
Ergänzungsleistung
en im Betrag von insgesamt
Fr.
16'212.-- zu und rech
nete
ihm
die
vom
1.
Februar 2015 bis 2
9.
Februar 2016 bezogenen
Leistungen
der
Krankentaggeldversicherung
sowie
ab
1.
März 2016 ein hypothetisches Jah
reseinkommen im Betrag von
Fr.
19'290.-- im Sinne eines Verzichtseinkommens als
Einnahmen an.
Die vom Versicherten am 1
2.
September 2017 gegen die Ver
fügung vom 1
1.
Juli 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
7/23) wies das
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
mit Entscheid vom
1.
Oktober
2019 (Urk. 7/V
1
5 = Urk. 2)
ab.
Mit Verfügung vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
7/V11)
bemass
das Amt für Zusatzleis
tungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
den Leistungsanspruch des Versicherten für die Zeit ab Februar 2019 neu und sah bei der Bemessung des Leistungsanspruchs ab diesem Zeitpunkt von der Anrechnung eines
hypothetischen Mindester
werbs
einkommens ab, weil
der Beschwerdeführer (am 1
5.
Januar 2019) das 6
0.
Alters
jahr erreicht
hatte
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
1.
Oktober
2019 (Urk. 2
) erhob
en
der
Ver
si
cherte
und seine Ehegattin,
Y
._
, geboren 1965,
am
1.
November
2019
Beschwerde
(Urk. 1)
und bean
trag
te
n
,
dieser sei auf
zuheben und es
sei bei der Bemessung
des
Leistungsanspruchs
von
der
Anrechnung eines hypothetischen Ein
kommens
des Versicherten
abzusehen
(S. 2).
Mit
Beschwerdeantwort vom
1
4.
November
2019 (Urk. 6) beantragte das
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
die Abweisung der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom
8.
Januar 2020
(
Urk.
12)
wurde dem Beschwerdeführer antragsge
mäss die unentgeltliche Rechtsvertretung gewährt und es wurden die Akten der
Invalidenversicherung betreffend den Beschwerdeführer eingeholt
(Urk.
15/1-92)
, wozu sich die Beschwerdegegnerin nicht vernehmen liess
. Der
Beschwerdeführer
nahm dazu
am 1
9.
Juni 2020 Stellung
(
Urk.
21), wov
on der Beschwerdegegnerin am
1.
Juli 2020
Kenntnis gegeben
wurde
(Urk.
22
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen. Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Be
trag, um den die aner
kannten Ausga
ben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anre
chenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG berech
net.
1.2
Die anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von nicht ge
trennt lebenden Ehegatten werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG in Ver
bindung mit Art. 1 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters
, Hinterlassenen
- und Invalidenversicherung, ELV
)
.
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind gemäss Art. 23 Abs. 1 ELV in der Regel die während des vorausgegan
genen Kalenderjahres erzielten
,
anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen.
1.3
Als Einnahmen angerechnet werden unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Wenn keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt nach der Rechtsprechung die Vermutung eines Verzichts auf Ein
künfte im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Diese Vermutung kann durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprach
kenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der Resterwerbs
fähig
keit übermässig erschweren oder verunmögli
chen, widerlegt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_190/2009 vom 11. Mai 2009
E. 3.2 mit Hin
weisen). Dabei besteht eine verstärkte Mitwirkungspflicht der EL
ansprechenden oder -bezie
henden Person bei der Sachverhaltsabklärung durch das Durch
füh
rungs
organ der EL (Art. 43 Abs. 1 ATSG) in dem Sinne, dass sie die Umstände geltend zu machen hat, welche nach ihrer Auffassung geeig
net sind, die Vermu
tung eines Einkommensverzichts umzustossen. Werden solche Umstände nicht geltend ge
macht und sind sie auch nicht ohne weiteres er
sichtlich, oder führen die Ab
klärungen zu keinem schlüssigen Ergebnis, hat die invalide EL
ansprechende oder -beziehende Person die Folgen der Beweis
losig
keit zu tragen (BGE 117 V 153 E. 3b). Sie hat sich anrechnen zu lassen, was sie mit über
wie
gen
der Wahr
scheinlichkeit trotz der gesundheitlichen Beein
trächti
gung an Erwerbseinkom
men tatsächlich noch erzielen könnte (Urteil des Bundesge
richts 9C_505/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2.2).
1.4
Invaliden unter 60 Jahren
ist gemäss
Art.
14a
Abs.
2 lit. b ELV in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
5 lit. c ELG
bei einem Inva
liditätsgrad von
50
bis
unter 60
Pro
zent
mindestens
der Höchstbetrag für den Lebensbedarf
von Allein
stehenden nach Art. 10 Abs. 1 l
it. a Ziff. 1 ELG anzurech
nen
. Der Höchstbetrag für den all
ge
meinen Lebensbedarf nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG betrug in der Zeit vom 1. Ja
nuar
2015
bis 31. Dezember
2018
bei alleinstehenden Personen
Fr.
19’
290
.--
(Art. 1
lit. a
der
Verordnung 15
über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV
vom 1
5.
Oktober 2014
, in Kraft gestanden vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Dezember 2018).
1.5
Bei der Festsetzung des anrechenbaren Einkommens Teilinvalider gemäss Art.
14a
Abs.
2 ELV haben sich EL-Organe und Sozialversicherungsgerichte mit Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit grund
sätzlich an die Invaliditätsbemessung durch die Invalidenversicherung zu halten. Diese Bindung ist deshalb angezeigt, weil die EL-Durchführungsorgane zum einen nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbstständige Beurtei
lung der Invalidität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der gleiche Sachverhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen Instan
zen unterschiedlich beurteilt wird (BGE 117 V 202 E. 2b). Davon ausgenommen ist eine vor Erlass der Verfügung oder des Einspracheentscheides (
vgl.
BGE 129 V 167 E. 1) eingetretene gesundheitliche Veränderung, welche - unter Umständen - berücksichtigt werden darf, auch wenn sie der Verwaltung zum Zeitpunkt der Verfügung oder des Einspracheentscheides noch nicht bekannt oder noch nicht überwiegend wahrscheinlich war und damit nicht Gegenstand dieser Entscheide bildete (Urteil des Bundesgerichts P 6/04 vom
4.
April 2005 E.
3.1.1). Sofern eine Veränderung des Gesundheitszustandes im massgeblichen Zeitpunkt (noch) nicht überwiegend wahrscheinlich ist, können neue revisionsrechtlich erhebliche Erkenntnisse über den Gesundheitszustand und deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (erst) im Rahmen eines IV-Revisionsverfahrens sowie eines EL-Anpassungsverfahrens (
Art.
25 ELV) berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts P 6/04
vom
4.
April 2005
E.
3.1.2). Nach dem klaren Wortlaut von
Art.
2c ELG löst einzig eine für die Leistungsberechtigung in der Invaliden
versicherung relevante gesundheitliche Beeinträchtigung, mithin eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATSG in Verbindung mit
Art.
4
Abs.
1 IVG, einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen aus (
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_172/2007 vom
6.
Februar 2008 E. 7.1
und P 49/06 vom 1
6.
Juli 2007, E. 4.1 f.).
1.6
Demgegenüber darf d
as hypothetische Invalideneinkommen, das der Ermittlung des Invaliditätsgrades zugrunde liegt, nicht als Verzichtseinkommen im Rahmen der Berechnung der Ergänzungsleistungen herangezogen werden, wenn eine teil
invalide Person ihre Resterwerbsfähigkeit nicht ausschöpft.
Denn die fehlende oder unzureichende
Verwertung der Resterwerbsfähigkeit
wird (abschliessend) durch
Art.
14a
Abs.
2 ELV
geregelt (BGE 141 V 343 E. 5.4).
Artikel 14a
Abs.
2 ELV stellt eine gesetzliche Vermutung dar, wonach die teilinvalide Person die festge
legten Grenzbeträge grundsätzlich erzielen kann. Wird der Grenzbetrag in Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV nicht erreicht,
insbesondere
wenn keine Erwerbs
tätig
keit ausge
übt wird, gilt nach der Rechtsprechung die
Vermutung eines Verzichts auf Ein
künfte im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
. Diese Vermutung kann durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeits
markt
situation die Verwertung der Resterwerbs
fähig
keit über
mässig erschweren oder verunmögli
chen, widerlegt werden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_190/2009 vom 11. Mai 2009 E. 3.2 mit Hinweisen).
1
.7
Unter dem Blickwinkel der allgemeinen Scha
den
minderungs
pflicht darf von Leis
tungsansprechenden und ihren Ehegatten ohne Weiteres erwartet werden, dass sie sämtliche Einkunftsmöglichkeiten, über die sie verfügen, auch tatsächlich reali
sieren (Urteil des Bundesgerichts 9C_916/2011 vom 3. Februar 2012 E. 3.2).
Bei der Ermittlung der zumutbaren Erwerbs
tätigkeit der Ehegattin oder des Ehe
gatten ist der konkrete Einzelfall unter An
wendung familienrechtlicher Grund
s
ätze zu berücksichtigen (BGE 117 V 287 E. 3c). Dementsprechend ist auf das Alter, den Gesundheitszustand, die Sprach
kenntnisse, die Ausbildung, die bis
herige Tä
tig
keit, die konkrete Arbeits
markt
lage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufs
leben ab
zustellen (
BGE 134 V 53 E. 4.1
mit Hinweisen
, BGE 117 V 287 E. 3a). Praxisgemäss ist die Verzichtsregelung auch auf die Ermittlung des anrechenbaren Einkommens von Teilinvaliden anwend
bar, die von einer Verwertung der verbleibenden Erwer
bs
fähigkeit absehen (BGE 115 V
88 E. 1).
Bemüht sich
die teilinvalide versicherte Person oder ihre
Ehegattin
oder ihr Ehegatte
trotz zumutba
rerweise verwertbarer teilweiser
Arbeitsfähigkeit nicht um eine Stelle, verletzt sie
oder er
dadurch die ihr
oder ihm
obliegende Schaden
minderungspflicht (Urteil 8C_589/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 6.1 und 6.2).
1
.8
Gemäss Rz 3424.07 der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV des Bundesamtes für Sozialversicherungen, in der ab 1. Januar
2016
gelten
den Fassung (WEL), darf der E
L
-beziehenden Person (oder ihrem Ehegat
ten) kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, wenn eine der fol
genden Vor
aussetzungen erfüllt ist:
-
Die versicherte Person
(oder ihr Ehegatte)
findet trotz ausreichender Arbeitsbemühungen keine Stelle. Diese Voraussetzung gilt als erfüllt, wenn die Person beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qua
li
tativ und quantitativ ausreichende Stellenbemühungen nachweist
;
-
Die versicherte Person (oder ihr Ehegatte) bezieht Taggelder der Arbeits
losenversicherung;
-
D
ie versicherte Person (oder ihr
Ehegatte
)
müsste ohne Beistand und Pfl
ege
ihres Ehegatten
(oder der versicherten Person) in einem Heim plat
ziert wer
den
;
-
Die versicherte Person
(oder ihr Ehegatte)
hat das 6
0.
Altersjahr vollen
det
.
Demgegenüber erlaubt es die Haushaltführung für den Ehegatten oder Kinder nicht, auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zu verzichten.
1.9
Verwaltungsweisungen richten sich an die Verwaltung und sind für das Sozial
ver
sicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht wer
dende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungs
weisungen
ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisun
gen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getra
gen
(BGE
133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2; nicht in BGE 137 V 121 publi
zierte E. 3
des Urteils des Bundesgerichts 8C_713/2010 vom 2
3.
März 2011).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer
von Februar 2015 bis
Februar 2016 neben der Invali
denrente Krankentaggeldleistungen bezogen habe, welche ihm als Einnahmen anzurechnen seien, weshalb ihm für diesen Zeitraum kein hypothetisches
M
in
desterwerbseinkommen anzurechnen sei
. Ein solches sei
ihm indes ab März 2016 anzurechnen (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt hiegegen vor, dass er vor Eintritt des Gesundheits
schadens während 32 Jahren ausschliesslich als Dachdecker gearbeitet habe, und dass ihm die Ausübung dieser Tätigkeit nicht mehr zuzumuten sei. Auf
g
rund sei
ner Erwerbsbiographie
und
seines fortgeschrittenen Alters von 58 Jahren
stünden ihm auf dem Arbeitsmarkt keine realistischen Möglichkeiten offen, eine andere Tätigkeit auszuüben (
Urk.
1 S. 2). Da Hilfsarbeiter von potentiellen Arbeitgebern vor allem wegen ihrer körperlichen Belastbarkeit angestellt würden, habe er auf Grund seiner gesundheitlichen Einschränkungen keine realistische Möglichkeit, die lediglich theoretisch bestehende Res
tarbeitsfähigkeit zu verwerten.
Da offen
sichtlich sei, dass er auf dem Arbeitsmarkt
keine
Arbeit mehr finden könne, sei ein Nachweis
vergeblicher Stellensuchbemühungen nicht
erforderlich
.
Aus diesen
Gründen
sei davon abzusehen, ihm ein hypothetisches Erwerbseinkommen als Einnahmen anzurechnen (
Urk.
1 S. 3).
2.3
Der Einspracheentscheid tritt an die Stelle der Verfügung. Er ist alleiniger An
fechtungsgegenstand des erstinstanzlichen Beschwerdeverfahrens. Die Verfü
gung, soweit angefochten, hat mit Erlass des Einspracheentscheides jede rechtli
che Bedeutung verloren (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1, 130 V 424 E. 1.1
; Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2014 vom 1
8.
Dezember 2014 E. 2.1).
Das
kantonale
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles regelmässig auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheides eingetre
tenen
Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E
. 1.2 mit Hinweisen)
. Es
hat
den Sachverhalt
zu berücksichtigen
, wie er sich bis zum Einspracheentscheid entwickelte (BGE
131 V 407 E. 2.2.2 S. 413 f.; Urteil
des Bundesgerichts
9C_653/2018 vom 2
6.
Juli 2019 E. 5.4
)
2.4
Vorliegend hat
die Beschwerdegegnerin
bereits
vor Erlass des
angefochtenen Ein
spracheentscheid
s
vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
2)
m
it Verfügung vom
7.
Januar 2019 (Urk.
7/V11)
von der Anrechnung eines hypothetischen Mindesterwerbsein
kommens
ab Februar 2019 abgesehen, weil der Beschwerdeführer am 1
5.
Januar 2019 das
6
0.
Altersjahrs
erreicht hatte. S
treitig und zu prüfen
ist vorliegen
d
daher
,
ob die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer
bei der Bemessung des Leistungsanspruchs
vo
n
März 2016 bis Januar 2019
zu Recht ein
hypothetisches Erwerbseinkommen
(
im Betrag von Fr.
19'290.--
vo
n
März 2016 bi
s Dezember 2018, und
im Betrag von Fr.
19'450
für Januar 2019;
Urk.
7/V7
und
Urk.
7/V10) als Einnahmen anrechnete.
3.
3.1
D
ie IV-Stelle
stellte
mit Verfügung vom 1
9.
September 2016 einen Invaliditäts
grad von 54
%
fest und
sprach
dem Beschwerdeführer ab
1.
Februar 2015 eine halbe Rente zu
(Urk.15/82 und
Urk.
15/71)
. Dabei ging
sie
davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker ab 2
1.
Februar 2014 nicht mehr zuzumuten gewesen sei, dass
ihm
indes die Aus
übung einer angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit mit leichter Wechsel
belastung und mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 Kilogramm Gewicht im Umfang von vier Stunden im Tag beziehungsweise 20 Stunden in der Woche zuzumuten sei (
Urk.
15/71/1).
3.2
Da
be
i der Festsetzung des anrechenbaren Einkommens Teilinvalider gemäss Art. 14a
Abs.
2 ELV
durch die
EL-Organe und Sozialversicherungsgerichte mit Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit grund
sätzlich
eine Bindung an
die Invaliditätsbemessung durch die Invalidenversiche
rung
besteht (vorstehend E. 1.5)
, ist gestützt auf die Rentenverfügung der Invali
denversicherung
vom 1
9.
September 2016 (
Urk.
15/82 und
Urk.
15/71)
vorliegend von
einem
Invaliditätsgrad von 54
%
auszugehen. Beim Beschwerde
führer handelte es sich daher um einen Teilinvaliden
im Umfang eines Invalidi
tätsgrades
von
50
bis
unter 60
Pro
zent
gemäss
Art.
14a
Abs.
2 lit. b ELV.
3.3
Da ein Verzicht auf Einkünfte zu vermuten ist, wenn ein Teilinvalider keine Erwerbstätigkeit ausübt
(vorstehend E. 1.6)
, gilt es im Folgenden zu prüfen, ob diese
Vermutung
durch den Nachweis
invaliditätsfremde
r Gründe
zu widerlegen ist
.
3.4
Die Ärzte des Stadtspitals
Z._
, Klinik für Kardiologie, stellte
n
in ihrem Bericht vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
15/18/1-7) die folgende Diagnose (
Ziff.
1.1):
-
dilatierende Kardiopathie unklarer Aetiologie, am Ehesten bei Status nach Myokarditis, bestehend seit Februar 2014
Die Ärzte führten aus, dass auf Grund der schwer eingeschränkten Ventrikelfunk
tion
und des erhöhten Risikos für maligne Rhyt
h
musstörungen die Implantation eines
Kardioverter
s
/Defibrillator
s
(ICD)
am
3.
September 2014 geplant sei (
Ziff.
1.4). Da die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers reduziert sei, werde
ihm
von Arbeiten in exponierter Höhe abgeraten. Zudem bestünde auch im Falle einer ICD-Schockabgabe
sowie bei
m Auftreten höhergradiger
Rhyt
h
musstörungen
eine Absturzgefahr. Dem Beschwerdeführer sei die Aus
übung körperlich schwerer Tätigkeiten nur noch in sehr begrenztem Umfang zu
zumuten. Demgegenüber sei
ihm
die Ausübung körperlich nicht anstrengender Tätigkeiten
, beginnend bei einem Pensum von 30 %, in der Folge schrittweise langsam ansteigend
bis auf
ein Pensum
von
100
%
, zuzumuten (
Ziff.
1.7). Zudem sei
ihm
auf Grund der Indikation zur ICD-Implantation das Führen von Taxis, Bussen und Lastwagen nicht erlaubt (
Ziff.
1.8).
3.5
In ihrem Bericht betreffend ICD-Nachkontrolle vom
5.
Dezember 2014 (Urk. 15/20/9-10)
führten
die Ärzte des Stadtspitals
Z._
aus
, dass dem Beschwerdeführer am
4.
September 2014 ein ICD implantiert worden sei
. Sie
stell
ten die Diagnose einer dilatierenden Kardiopathie unklarer Ätiologie
(S. 1)
bei einer schwer eingeschränkten systolischen
Funktion des linken Ventrikels mit einer Auswurffraktion des linken Ventrikels (LVEF) von 25
%
(S. 2).
3.6
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnosti
zierte mit Bericht vom 2
0.
März 2015 (
Urk.
15/20/1-3) eine seit Januar 2014 bestehende dilatative Kardiomyopathie (
Ziff.
1.2) und erwähnte, dass dem Beschwerdeführer am
4.
September 2014 ein 2
-
Kammer-ICD implantiert worden sei (
Ziff.
1.3).
Die
Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker
sei
ihm
nicht mehr
zumutbar. Demgegenüber sei
ihm die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von vier Stunden im Tag zuzumuten (
Ziff.
2.1).
3.7
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie, Oberarzt, Stadtspital
Z._
,
führte in seiner Stellungnahme vom 24.
November 2015 (
Urk.
15/4871) aus, dass dem Beschwerdeführer die Aus
übung einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich medizinisch theoretisch im Umfang einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
zuzumuten sei
, und stellte fest, dass eine a
rrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
?
mit Beteiligung des lin
ken Ventrikels nicht zu diagnostizieren sei.
3.8
In ihrem Bericht betreffend ICD-Nachkontrolle vom 1
0.
Dezember 2015 (Urk. 15/60/6-7) stellten die Ärzte des Stadtspitals
Z._
die Diagnose einer dilatierenden Kardiopathie bei einer mittelschwer eingeschränkten systolischen Funktion des linken Ventrikels mit einer
LVEF
von 35
%
und erwähnten, dass der Beschwerdeführer eine stabile Leistungsfähigkeit ohne weitere Beschwerdesymp
tomatik angegeben habe und kardiopulmonal kompensiert gewesen sei, weshalb von einer stabilen kardialen Situation auszugehen sei (S.
2).
3.9
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in seiner Stel
lungnahme vom
2
9.
Dezember 2015
(
Urk.
15/63/8)
aus, dass im Vergleich zur Situation im Jahre 2014 von unveränderten kardialen Diagnosen auszugehen sei.
Damit sei eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in Bezug auf eine
herzadaptierte, über
wiegend sitzende Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung und gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 Kilogramm Gewicht körpernah, schwer in Einklang zu bringen. Da nach der ICD-Implantation eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nicht habe realisiert werden können, sei
vielmehr
gestützt auf die Beurtei
lung durch die Ärzte des Stadtspitals
Z._
beziehungsweise durch
Dr.
B._
vom
5.
Dezember 2014, worin ein stabiler Verlauf angegeben worden sei, in Bezug auf angepasste Tätigkeiten
von einer Arbeitsfähigkeit
im Umfang von vier Stunden im Tag auszugehen.
3.10
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.6)
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
4.
April 2016 (Urk. 15/60/1-4)
eine dilatative Kardiopathie bei mittelschwer einge
schränkter
Funktion des linken Ventrikels mit einer
LVEF
von 35
%
bei primär prophylaktischer ICD-Implantation im September 2014 (
Ziff.
1.1) und stellte eine
leichte Verbesserung der Herzfunktion im
Sinne einer Verbesserung der LV
EF von 25
%
auf 35
%
fest (Ziff.1.3).
Dr.
A._
führte aus, dass die bisherige Tätig
keit (als Dachdecker) dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar sei, dass ihm hingegen die Ausübung angepasster, körperlich leichter und vorwiegend sitzen
der Tätigkeiten im Umfang von acht Stunden im Tag zuzumuten sei (Ziff. 2.1).
3.11
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.9)
führte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Mai 2016 (
Urk.
15/63/9) aus, dass
Dr.
A._
in seinem Verlaufsbericht vom 2
4.
April 2016 zwar eine Verbesserung des Gesundheitszustandes, nicht hingegen eine pathologisch-anatomische Strukturverbesserung festgestellt habe, weshalb wei
terhin auf die anderslautende Beurteilung durch den RAD vom 2
9.
Dezember 2015, welche auf einem kardiologischen Befund des Stadtspitals
Z._
beruhe, abzustellen sei
. Demnach sei weiterhin
von einer Arbeitsfähigkeit in Bezug auf angepasste Tätigkeiten im Umfang von vier Stunden im Tag auszugehen
.
4.
4.1
Den
e
rwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die beteiligten Ärzte übereinstimmend davon ausgingen, dass dem Beschwerdeführer
ab Februar 2015
die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit zumindest im Umfang von vier Stunden im Tag beziehungsweise im Umfang eines Arbeitspensums von 50
% zuzumuten
gewesen sei
. Ob
ihm
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem weitergehenden Umfang
als im Umfang eines Pensums von 50
%
zuzumuten war, wovon
offensichtlich
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom 2
4.
November 2015 (
vorstehend E.
3.7
)
und
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 2
4.
April 2016 (
vorstehend E.
3.10
) ausgingen, kann vorliegend indes
offen bleiben
.
4.2
Den A
kten ist
sodann
zu entnehmen, dass der am 1
5.
Januar 1959 geborene Beschw
erdeführer
während des streitigen
Leistungsanspruchs
vom März 2016 bis Januar 2019 (vgl. vorstehend E.) zwischen 57 bis 59
Jahre alt war. Gemäss seinem Lebenslauf (
Urk.
15/30/1-2)
hat er
im Kosovo die Grundschule besucht und an
schliessend eine vierjährige Ausbildung an einer Wirtschaftsschule absolviert. Nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 1982 war
er
bis Ende des Jahres 2013
in der Schweiz als
Dachdecker tätig. Der Beschwerdeführer verfügt gemäss den Angaben in seinem Lebenslauf über gute Kenntnisse (Urk. 30/1-2 S. 2) und gemäss
seinen
Angaben gegenüber dem Eingliederungsberater der Invalidenver
sicherung mündlich über sehr gute Kenntnisse (
Urk.
15/32/2-4 S. 3) der deutschen Sprache. Gegenüber dem Eingliederungsberater der Invalidenversicherung hat der Beschwerdeführer am 1
8.
Mai 2016
sodann
angegeben, dass er sich
als nicht arbeitsfähig erachte, und dass er aus diesem Grunde
von der Arbeitsvermittlung
durch die Invalidenversicherung keinen Gebrauch machen wolle.
In der Folge
wurde die Arbeitsvermittlung
durch die
Invalidenversicherung eingestellt (
Urk.
15/32/1-4 S. 1 und S. 3).
5.
5.1
Nach Gesagtem steht fest, dass die Beeinträchtigung
en
des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers der
Ausübung einer teilzeitlichen
leidensangepassten
Erwerbstätigkeit
, im Umfang bis zu einem Pensum von 50
%
,
ab Februar 2015
nicht
entgegen
standen
.
Für eine realistischerweise verwertbare Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sprechen
zudem seine guten bis sehr guten
Deutschkennt
nisse
und seine
in der Schweiz erworbene langjährige Berufserfahrung
, welche ihn als zuverlässigen Arbeiter auch in anderen Tätigkeiten qualifiziert
.
5.2
Obwohl
der
Beschwerdeführer, welcher während des vorliegend streitigen Leis
tungsanspruchs
vom März 2016 bis Januar 2019 zwischen 57 und 59
Jahre alt war, sich bereits in einem
fortgeschrittenen Alter, worunter praxisgemäss
ein Alter zwischen
55 Jahre und
dem
AHV-Rentenalter
zu verstehen ist
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts C 179/04 vom 2
1.
August 20
06 E.
3.1
), befand, ist e
ine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
aus diesem Grunde
nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt
. Denn einer
seits gilt es die Tatsache zu beachten, dass dem Beschwerdeführer noch mehrere Jahre (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.5) bis zum Errei
chen des
ordentlichen
Pensionsalters verbl
i
e
ben.
Andererseits
wird bei Teilinva
liden
in
Art.
14a ELV sowie gemäss der
Rechtsprechung
(
Urteil
e des Bundesge
richts 9C_653/2018 vom 2
6.
Juli 2019 E. 5.2 und
9C_103/2015 vom 8.
April 2015 E. 3.2.2 f.
) e
ine Verwertung der Erwerbsfähigkeit bis mindestens zum Alter von
60 Jahren nicht ausgeschlossen.
Auch wenn es zutrifft, dass die Chancen auf eine Anstellung mit zunehmendem Alter tendenziell eher abnehmen, ist eine Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bis mindestens zum Alter von 60 Jahren
vor
liegend
daher
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
6.
6.1
Gemäss den Akten hat der Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
Februar 2015 bis 2
9.
Februar 2016 Krankentaggeldleistungen (
Urk.
15/80/1-2
Ziff.
3
und Urk
.
7/
10c
) bezogen.
Den Akten ist
sodann
zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer am 1
4.
Dezember 2015 beim Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung angemeldet hat
(
Urk.
15/81/3-6 S. 2)
, und dass er gestützt auf die Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung (gegen
über der Invalidenvers
icherung)
während der
Zeit vom 1
4.
Dezember 2015 bis
2
9.
Februar 2016 Arbeitslosenentschädigung bezogen hat (
Urk.
1
5/81/3-6 S. 3 und
Urk.
7/6c).
6.2
Nach Gesagtem steht fest, dass der Beschwerdeführer im streitigen Zeitraum vom März 2016 bis Januar 2019
weder
beim RAV zur Arbeitsvermittlung
noch bei der Arbeitslosenversicherung
zum Leistungsbezug angemeldet war.
Zudem ergeben sich aus den Akten keine
Hinweise auf durch den Beschwerdeführer getätigte Stellenbemühungen während dieses Zeitraums. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, Arbeitsbemühungen getätigt zu haben, sondern bringt vielmehr vor, dass
er
offensichtlich
keine realistische
n
Chance
n
gehabt
habe
, die bestehende theoretische Restarbeitsfähigkeit umzusetzen
,
weshalb
kein Nachweis
vergeblicher Stellenbemühungen
erforderlich
gewesen
sei
(Urk.1 S. 3). Den Akten, insbesondere den erwähnten Äusserungen des Beschwerdeführers gegenüber
dem Eingliederungsberater der Invalidenversicherung
vom
1
8.
Mai 2016
(vorstehend E.
4.2
)
,
ist
indes
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer der Überzeugung war, nicht mehr arbeiten zu können, und
dass er
wiederholt die Ansicht
vertreten hat
, dass ihm die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem teil
zeitlichen Umfang nicht mehr zuzumuten sei
. Daraus ist auf eine nicht unerheb
liche subjektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers zu schliessen.
Unter diesen Umständen ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Nichtverwertung
seiner
Restarbeitsfähigkeit der A
rbeits
marktlage geschuldet ist.
6.3
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr ändern wür
den, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Unter diesen Umständen ist eine fehlende Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem konkreten Arbeitsmarkt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Urteil 9C_326/2012 vom
2.
Juli 2012 E. 2.2) erstellt. Dieses Ergebnis wirkt sich zu Ungunsten
des leistungsansprechenden Beschwerdeführers
aus
.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt daher, ob dem Beschwerdeführer
hinsichtlich
der Anrechnung eines Mindesterwerbseinkommens eine Übergangszeit einzuräumen ist.
7.2
Gemäss
Art.
25
Abs.
4 ELV wird d
ie Herabsetzung einer laufenden Ergänzungs
leistung infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach den Artikeln 14a
Abs.
2 und 14b
ELV
erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden Verfügung wirksam.
7.3
Gemäss der Rechtsprechung beginnt die Übergangsfrist bei einer
rückwirkenden EL-Zusprechung
indes
bereits ab
dem (potenziellen)
Anspruchsbeginn
zu laufen
(Urteil
e des Bundesgerichts 9C_653/2018 vom 2
6.
Juli 2019
E. 5.3.2 und
9C_630/2013 vom 2
9.
September 2013 E. 5.2 mit Hinweisen).
Demzufolge begann die
Übergangsfrist
von sechs Monaten vorliegend daher bereits
am
1.
Februar 2015 zu laufen. Daran ändert der Umstand, dass
der
Beschwerdeführer
während der
Zeit von Februar 2015 bis Februar 2016 Krankentaggeldleistungen bezog
, und dass die Beschwerdegegnerin während dieses Zeitraums von der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens absah,
nichts. Denn gemäss der medi
zinischen Aktenlage
war
dem Beschwerdeführer
die Ausübung einer leidensan
gepassten Tätigkeit bereits
ab Februar 2015
im Umfang
von
mindestens
eines Ar
beitspensums von 50
%
zuzumuten. Demzufolge
ist davon auszugehen, dass die
Übergangszeit von sechs Monaten gemäss
Art.
25
Abs.
4 ELV
bereits
bei Beginn des Leistungsanspruchs
vom
1.
Februar 2015
zu laufen begann und
am 3
1.
Juli 2015
endete.
7.4
Da die Höhe des angerechneten hypothetischen Einkommens nicht beanstandet wird, besteht für eine nähere Prüfung von Amtes wegen
grundsätzlich
kein An
lass.
Es ist
demnach
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für den
Zeitraum vom März 2016 bis Januar 2019 ein hypo
thetisches Erwerbseinkommen
beziehungsweise ein Mindesterwerbsein
kommen gemäss Art. 14a
Abs.
2 lit. b ELV
im Betrag von
Fr.
19'290.-- (für die Zeit
vom März 2016 bis Dezember 2018
in Verbindung mit
Art.
1 lit. a der Verordnung 15 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV vom 1
5.
Oktober 2014, in Kraft gestanden vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Dezember 2018
;
Urk.
7/V7) beziehungsweise im Betrag von
Fr.
19'450
.--
(für Januar 2019
in Verbindung mit
Art.
1 lit. a der Verordnung 19 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV vom 2
1.
September 2018, in Kraft seit 1.
Januar 2019
;
Urk.
7/V10) als Einnahmen anrechnete
.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1 Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) wird die Prozessentschädigung und die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsver
tretung ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen.
Da der
unentgeltliche Rechtsvertreter
der Beschwerdeführenden keine Zusammen
stel
lung über den Zeitaufwand und die angefallenen Barauslagen eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen (§ 7 Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht).
8.2 Ausgangsgemäss ist
der unentgeltliche Rechtsvertreter
der Besc
hwerde
führenden, Rechtsanwalt Viktor Györffy,
Zürich, unter Berücksich
tigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzügl
ich Mehrwert
steuer) mit Fr. 2‘4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädi
gen.