Decision ID: c4345a5a-3954-4d36-a3f0-08ddd4ba0662
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 2. März 2017 (FV140059-K)
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Rechtsbegehren:
(Urk. 25 S. 2)
" 1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger insgesamt Fr. 30'000.00 von der Genugtuung sowie von dem seit 5. Juli 2012 und bis zum 31. August 2014 aufgelaufenen Erwerbsschaden zu bezahlen.
2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Klage sowohl zeitlich (für die Zeit vom 5. Juli 2012 bis zum 31. August 2014) wie auch sachlich (auf einen Teil des in dieser Zeit aufgelaufenen  sowie auf einen Teil der in dieser Zeit aufgelaufenen Genugtuungssumme) beschränkt ist und weitere Forderungen aus dem Unfallereignis vom 5. Juli 2012 vorbehalten bleiben.
3. Die Verfahrenskosten seien der Beklagten aufzuerlegen und diese sei zu verpflichten, den Kläger angemessen ausserrechtlich zu entschädigen (inkl. Mehrwertsteuer)."
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren des Bezirksgerichts Winterthur vom 2. März 2017:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'900.– festgesetzt. Die Kosten der
Schlichtungsverhandlung betragen Fr. 420.–.
3. Die Gerichtskosten (Entscheidgebühr und Kosten Schlichtungsverhandlung)
werden dem Kläger auferlegt und die Entscheidgebühr mit dem von ihm ge-
leisteten Vorschuss verrechnet.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von
Fr. 8'600.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an
− Fürsprecher X2._, im Doppel für sich und den Kläger (per  mit Empfangsschein);
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− Rechtsanwalt Dr. iur. Y._, im Doppel für sich und die Beklagte (per Einschreiben mit Empfangsschein).
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht
des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In
der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige
Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 50 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur sei aufzuheben.
2.1.1. Die Beklagte habe dem Kläger insgesamt Fr. 30'000 von der Genugtu-
ung sowie von dem seit 5. Juli 2012 und bis zum 31. August 2014
aufgelaufenen Erwerbsschaden zu bezahlen.
2.1.2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Klage sowohl zeitlich (für
die Zeit vom 5. Juli bis zum 31. August 2014) wie auch sachlich (auf
einen Teil des in dieser Zeit aufgelaufenen Erwerbsschadens sowie auf
einen Teil der in dieser Zeit aufgelaufenen Genugtuungssumme)
beschränkt ist und weitere Forderungen aus dem Unfallereignis vom
5. Juli 2012 vorbehalten bleiben.
2.2. Eventualiter sei der Fall an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese
die beantragten Beweise abnimmt und gestützt auf diese die Beklagte
zu verpflichten, dem Kläger insgesamt Fr. 30'000 von der Genugtuung
sowie von dem seit 5. Juli 2012 und bis zum 31. August 2014 aufgelau-
fenen Erwerbsschaden zu bezahlen, und dabei Vormerk nimmt, dass
die Klage sowohl zeitlich (für die Zeit vom 5. Juli 2012 bis zum 31. Au-
gust 2014) wie auch sachlich (auf einen Teil des in dieser Zeit aufge-
laufenen Erwerbsschadens sowie auf einen Teil der in dieser Zeit auf-
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gelaufenen Genugtuungssumme) beschränkt ist und weitere Forde-
rungen aus dem Unfallereignis vom 5. Juli 2012 vorbehalten bleiben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Verfahren, eventuali-
ter für das Verfahren vor Obergericht, zulasten der Beklagten.
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 58 S. 2):
1. Die Berufung sei abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz vollumfäng-
lich zu bestätigen.
2. Eventualiter sei die Berufung im Rahmen eines Neuentscheides der
Rechtsmittelinstanz abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) zu Lasten
des Klägers.

Considerations:
Erwägungen:
I.
1. Der Kläger erlitt am 26. Juni 2012 einen Auffahrunfall. Am 5. Juli 2012
fuhr ihm erneut ein Fahrzeug von hinten in sein Auto. Er macht nun geltend, diese
zweite Kollision vom 5. Juli 2012 habe zu einer Instabilität der Halswirbel C3 und
C4 mit Retrolisthesie (d.h. einem nach hinten verschobenen Abschnitt der Wirbel-
säule) des Wirbels C3 gegenüber dem Wirbel C4 von mehr als 2 mm und einem
Bandscheibenvorfall (also einer Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der
Bandscheibe in den Wirbelkanal vortreten [Diskushernie]) bei den Halswirbeln C5
und C6 mit Druck auf das Rückenmark (Myelonkompression) geführt. Bei der Be-
klagten handelt es sich um die Motorfahrzeughaftpflichtversicherin des bei der
Kollision vom 5. Juli 2012 auffahrenden Fahrzeughalters (Urk. 2 S. 3; Urk. 15
S. 9).
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirbels%C3%A4ule https://de.wikipedia.org/wiki/Bandscheibe
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Mit seiner Klage verlangt der Kläger gestützt auf Art. 58 SVG (Haftpflicht des
Motorfahrzeughalters) und Art. 65 SVG (unmittelbarer Anspruch gegen den Versi-
cherer, Einreden) aufgrund einer aus diesem Ereignis entstandenen Verletzung
den teilweisen Ersatz von Erwerbsschaden sowie eine (Teil-)Genugtuung (Urk. 2
S. 3 ff.). Die Beklagte widersetzt sich diesen Forderungen und bestreitet neben
der Zulässigkeit der Teilklage im Wesentlichen den (natürlichen und adäquaten)
Kausalzusammenhang des Unfalls zur Verletzung (Urk. 15 S. 2 ff.).
2. Mit Urteil vom 2. März 2017 wies das Einzelgericht im vereinfachten Ver-
fahren des Bezirksgerichts Winterthur die Klage ab, unter Regelung der Kosten-
und Entschädigungsfolgen (Urk. 51). Gegen dieses Urteil erhob der Kläger mit
Eingabe vom 24. April 2017, hier eingegangen am 26. April 2017, rechtzeitig Be-
rufung und stellte die eingangs wiedergegebenen Anträge. Mit Verfügung vom
11. Mai 2017 wurde dem Kläger Frist angesetzt, um einen Vorschuss für die Ge-
richtskosten von Fr. 3'950.– zu bezahlen (Urk. 55). Der Vorschuss ging am
16. Mai 2017 rechtzeitig bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 56). Am 27. Juni
2017 wurde der Beklagten Frist anberaumt, um die Berufung zu beantworten
(Urk. 57). Die Berufungsantwort vom 1. September erfolgte innert Frist und ging
am 4. September 2017 hierorts ein (Urk. 58). Die Beklagte beantragt die Abwei-
sung der Berufung. Am 6. September 2017 wurde die Berufungsantwortschrift der
Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 58). Der Kläger reichte eine vom
15. September 2017 datierende (freiwillige) Replikschrift ein sowie seine Kosten-
note (Urk. 60). Beide Eingaben wurden wiederum am 3. Oktober 2017 der Ge-
genpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 60). Mit Eingabe vom 12. Oktober
2017 nahm die Beklagte dazu Stellung (Urk. 63). Mit Verfügung vom 8. November
2017 wurde diese Rechtsschrift der Gegenpartei zugesandt. Gleichzeitig wurden
die Parteien darauf hingewiesen, dass kein weiterer Schriftenwechsel angeordnet
und keine Berufungsverhandlung durchgeführt werde. Zudem wurde vorgemerkt,
dass das Berufungsverfahren spruchreif und somit in die Phase der Urteilsbera-
tung übergegangen sei (Urk. 64).
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II.
1.a) Die Berufung ist "schriftlich und begründet" einzureichen (Art. 311 ZPO).
Aus der Rechtsmittelschrift muss hervorgehen, dass und weshalb die Berufungs-
klägerin den erstinstanzlichen Entscheid anficht und inwieweit dieser geändert
oder aufgehoben werden soll. Deshalb hat die Berufungseingabe – obwohl im
Gesetz nicht ausdrücklich erwähnt – Berufungsanträge zu enthalten (BGer
4A_659/2011 vom 7.12.2011, E. 4), wobei mit Blick auf die reformatorische Natur
der Berufung (Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO) grundsätzlich ein Antrag in der Sache
selbst zu stellen ist. Dieser muss bestimmt sein. Hat ein Berufungsantrag eine
Geldzahlung zum Gegenstand, ist er nach ständiger Praxis zu beziffern, und zwar
selbst dann, wenn der Entscheid darüber der Offizial- und Untersuchungsmaxime
unterliegt. Das Erfordernis der Bezifferung gilt auch mit Bezug auf die Anfechtung
der Kosten- und Entschädigungsfolgen (vgl. BGer 1C_399/2012 vom 28.11.2012,
E. 4.2.1 m.w.H.; 4A_352/2011 vom 5.8.2011, E. 2). Werden unbezifferte Beru-
fungsanträge gestellt, ist auf die Berufung bzw. die ungenügend bestimmten Be-
rufungsanträge nicht einzutreten, ohne dass der Berufungsklägerin eine Nachfrist
nach Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO einzuräumen wäre. Eine Ausnahme vom Nicht-
eintreten besteht (mit Blick auf das Verbot des überspitzten Formalismus) ledig-
lich dann, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem ange-
fochtenen Entscheid, ergibt, was die Berufungsklägerin in der Sache genau ver-
langt oder – im Falle zu beziffernder Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag ihrer
Meinung nach zuzusprechen ist (vgl. zum Ganzen BGE 137 III 617 E. 4 ff.
S. 618 ff.; BGer 5A_94/2013 vom 6.3.2013, E. 2.2; 4A_383/2013 vom 2.12.2013,
E. 3.2.1; BK ZPO-Sterchi, Art. 311 N 13 ff., N 21; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm
et al., ZPO-Komm., Art. 311 N 34 f.).
In der Berufungsbegründung sind die gestellten Berufungsanträge zu be-
gründen. Es ist darzulegen, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den ange-
fochtenen Punkten fehlerhaft sein soll bzw. als unrichtig erachtet wird. Dazu sind
in der Berufungsschrift die zur Begründung der Berufungsanträge wesentlichen
Argumente vorzutragen. Die Berufungsschrift muss deshalb – im Gegensatz zur
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Klageschrift – regelmässig nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtli-
che Begründung enthalten (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 N 36). Die Berufungs-
klägerin hat – unter Vorbehalt des Novenrechts – mittels klarer und sauberer
Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo sie die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die
Rechtsschriften des vorinstanzlichen Verfahrens zu durchforsten, um festzustel-
len, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass den gesetzlichen
Begründungsanforderungen weder durch eine pauschale Verweisung auf die bei
der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch durch eine neuerliche Darstel-
lung der Sach- oder Rechtslage Genüge getan wird, welche nicht darauf eingeht,
was vor der Vorinstanz vorgebracht und von dieser erwogen worden ist (BGE 138
III 374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013, E. 3.2). Pauschale
Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften oder die
blosse Wiederholung von bereits vor Vorinstanz Vorgetragenem sind namentlich
dann unzulässig bzw. nicht genügend, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausfüh-
rungen der Berufungsklägerin auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefoch-
tene Entscheid auf mehrere selbstständige Begründungen, muss sich die Beru-
fungsklägerin in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinandersetzen.
Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss
sich die Berufungsklägerin mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Hun-
gerbühler, DIKE-Komm.-ZPO, Art. 311 N 36 ff.). Wenn die Berufungsklägerin eine
unrichtige Feststellung des Sachverhalts rügt, sollte sie auch zeigen, dass die
Korrektur der Sachverhaltsfeststellung für den Ausgang des Verfahrens entschei-
dend ist. Hat die Vorinstanz tatsächliches Vorbringen oder zu berücksichtigende
aktenkundige Tatsachen übersehen, muss die Berufungsklägerin in der Beru-
fungsbegründung explizit darauf hinweisen, dass (und wo) die entsprechenden
Umstände bereits vor der Vorinstanz vorgebracht wurden bzw. in den Akten ent-
halten waren (Hungerbühler, a.a.O., Art. 311 N 34). Soweit die Begründung die-
sen formellen Anforderungen nicht genügt, ist – ebenfalls ohne vorgängige Anset-
zung einer Nachfrist im Sinne von Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO – auf die Berufung
nicht einzutreten (BGer 5A_82/2013 vom 18.3.2013, E. 3.3.3; 4A_203/2013 vom
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6.6.2013, E. 3.2). Die Begründungsanforderungen für die Berufungsantwort ent-
sprechen denjenigen für die Berufung (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 312 N 7; BGer
4A_211/2008 vom 3.7.2008, E. 2).
Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten Rügen
(Rügeprinzip). Die Berufungsklägerin hat sich nach dem eben Ausgeführten aber
mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinanderzusetzen und
gibt mit ihren Beanstandungen den primären Prüfungsgegenstand des Beru-
fungsverfahrens vor. Im Gegensatz zum früheren zürcherischen Prozessrecht
(vgl. § 269 ZPO/ZH) muss das Gericht den angefochtenen Entscheid nicht von
sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu will-
kürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt
worden und diese Fehlerhaftigkeiten träten klar zutage (Reetz/Theiler, a.a.O.,
Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist die Beru-
fungsinstanz auch nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder an
die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; sie kann die Rügen auch mit abwei-
chenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O.,
Art. 310 N 6). Im Ergebnis besteht für die Berufungsinstanz eine Prüfungspflicht
hinsichtlich der in der Berufungsschrift (rechtsgenügend) geltend gemachten
Mängel und ein Prüfungsrecht bezüglich allfälliger anderer Mängel des angefoch-
tenen Entscheids.
2. Soweit der Kläger in seiner Berufungsbegründung die vor Vorinstanz in
der Klagebegründung (Urk. 2) und Replik (Urk. 25) gemachten Ausführungen
bloss wiederholt und damit - wie er ausführt - eine Begründung der Klage für ei-
nen reformatorischen Entscheid geltend machen will (Urk. 50 S. 22 - 86), braucht
auf seine Vorbringen nicht eingegangen zu werden; seine diesbezüglichen Aus-
führungen sind unbeachtlich. Der Kläger konnte seine Klage bereits im vor-
instanzlichen Verfahren begründen. Das Gericht ist durchaus in der Lage, diese
Rechtsschriften zu lesen, auch wenn sie nicht integral in der Berufungsbegrün-
dung enthalten sind. Eine Aufbereitung, Zusammenstellung und Wiedergabe des
im vorinstanzlichen Verfahren dargelegten Prozessstoffes im Berufungsverfahren
ist nicht angängig. Das Gericht müsste diesfalls in Kleinarbeit die Berufungsschrift
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dahingehend überprüfen, ob die Wiedergabe der schon vor Vorinstanz vorge-
brachten Begründung tatsächlich in allen Punkten identisch ist mit derjenigen vor
Berufungsinstanz und keine Noven enthält, was nicht zumutbar erscheint. Wie
oben bereits ausgeführt, genügt es den Begründungsanforderungen nicht, Be-
hauptungen aus dem vorinstanzlichen Verfahren einfach zu wiederholen und eine
neuerliche Darstellung der Sach- und Rechtslage darzulegen. Dies gilt im übrigen
auch für die Berufungsantwort, weshalb die Beklagte derselbe Vorwurf trifft. Der
Kläger hat in der Berufung nicht die Klage, sondern die Berufung (in der eben
aufgezeigten Weise) zu begründen. Entgegen der Auffassung der Klägerin nützt
auch ihre Zustimmung, dass sie damit einverstanden wäre, wenn die Beklagte als
Antwort auf die klägerischen Vorbringen zur Begründung der Klage in der Beru-
fungsantwort integral auf die erstinstanzlichen Rechtsschriften verweisen würde
(Urk. 50 S. 22), nichts.
III.
1.a) Die Vorinstanz erwog, dass vorliegend unbestritten sei, dass es sich
beim Unfallverursacher vom 5. Juli 2012 um den Halter des auf das Fahrzeug des
Klägers auffahrenden Fahrzeuglenkers und bei der Beklagten um dessen Motor-
fahrzeughaftpflichtversicherung handelt. Ebenso unbestritten seien im Grundsatz
die vom Kläger geltend gemachten Verletzungen der Instabilität der Halswirbel C3
und C4 und des Bandscheibenvorfalls bei den Halswirbeln C5 und C6. Von der
Beklagten bestritten sei allerdings bereits, dass deren Ursache im Unfallereignis
vom 5. Juli 2012 liege. Daneben werde von der Beklagten auch moniert, dass die
Klage nicht genügend substantiiert sei. Es sei deswegen faktisch teilweise für die
Beklagte nicht möglich, substantiierte Bestreitungen zu machen (Urk. 51 S. 9).
Bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhangs habe der Kläger geltend ge-
macht, dass sowohl die Instabilität C3/C4 als auch der Bandscheibenvorfall
C5/C6 durch einen Unfall müsse herbeigeführt worden sein, wobei mangels erlit-
tener weiterer Unfälle einzig die Verkehrsunfälle vom Juni und Juli 2012 in Frage
kämen. Bei den vom Kläger am 26. Juni 2012 und 5. Juli 2012 erlittenen Ver-
kehrsunfällen sei zu beachten, dass es sich bei der Kollision vom 26. Juni 2012
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um ein vergleichsweise geringfügiges Ereignis gehandelt habe, weshalb die In-
stabilität C3/C4 als auch der Bandscheibenvorfall C5/C6 durch den Unfall vom
5. Juli 2012 verursacht worden sein müssten. Allenfalls habe der Vorfall vom
26. Juni 2012 im Sinne einer Prädisposition dazu geführt, dass die Wirbelsäule
des Klägers verletzungsanfälliger gewesen sei, so dass es schliesslich, verur-
sacht durch das Unfallereignis vom 5. Juli 2012, zu einer erheblichen Verletzung
der reduziert belastbaren Halswirbelsäule gekommen sei. Das Unfallereignis vom
26. Juni 2012 sei von seiner Intensität her eher nicht geeignet gewesen, eine rich-
tungsgebende Veränderung des Gesundheitszustandes des Klägers herbeizufüh-
ren. Damit sei für den schlussendlich invalidisierenden Gesundheitszustand des
Klägers allein das Unfallereignis vom 5. Juli 2012 ursächlich. Der Kläger leide
seither an bildgebend nachweisbaren und damit somatischen Verletzungen zufol-
ge dieses Unfallereignisses, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zwei-
felsfrei zu bejahen sei. Da seitens der Halswirbelsäule kein Vorzustand und keine
unfallfremden Ursachen vorlägen, seien die Gesundheitsbeschwerden des Klä-
gers im Zusammenhang mit der Halswirbelsäule zweifelsfrei unfallkausal (Urk. 51
S. 10). Aus angeblicher Latenz von HWS-Beschwerden bis Oktober 2012 könne
die Beklagte nichts zu ihren Gunsten ableiten, da eine allfällige Latenz problemlos
erklärbar sei. Aufgrund der im Sommer 2012 nach wie vor hohen Dosierung star-
ker Schmerzmedikamente seit erfolgter Operation vom Februar 2012 sei problem-
los nachvollziehbar, dass Schmerzen an der Halswirbelsäule nur stark reduziert
wahrgenommen worden seien. Im Übrigen sei falsch, dass der Kläger unmittelbar
nach dem Verkehrsunfall vom 5. Juli 2012 nicht über Beschwerden im Halswir-
belbereich geklagt habe. Bereits auf der Unfallstelle habe er Beschwerden der
Halswirbelsäule geschildert, worauf die (nicht rapportierenden) Polizisten den
Kläger angewiesen hätten, sich zur Abklärung zum Hausarzt oder zum behan-
delnden Neurochirurgen zu begeben. Die erste Kontrolle nach dem Verkehrsunfall
vom 5. Juli 2012 sei dann zufolge ferienbedingter Abwesenheit des den Kläger
behandelnden Neurochirurgen und daraus resultierender zeitlicher Latenz am
9. Juli 2012 in der Permanence erfolgt. Es bestehe keine zeitliche Latenz, da der
Kläger gegenüber den behandelnden Ärzten bereits kurz nach dem Verkehrsun-
fall über Beschwerden im Bereich der HWS geklagte habe (Urk. 51 S. 12).
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Die Vorinstanz erachtete diese Ausführungen des Klägers zum natürlichen
Kausalzusammenhang als widersprüchlich. So mache der Kläger einerseits gel-
tend, er habe gegenüber den anwesenden Polizeibeamten unmittelbar nach dem
Unfall vom 5. Juli 2012 und auch zeitnah gegenüber den behandelnden Ärzten
Beschwerden an der Halswirbelsäule geschildert. Andererseits führe er jedoch
aus, dass er im Sommer 2012, insbesondere im Juli und August 2012, aufgrund
der eingenommenen hohen Dosis von Schmerzmitteln Beschwerden nicht oder
nur stark reduziert habe wahrnehmen können. Diese als gleichwertige Argumente
vorgebrachten Tatsachenbehauptungen würden sich gegenseitig ausschliessen.
Bei unbemerktem Vorhandensein von Beschwerden (=Latenz) könnten diese un-
möglich gleichzeitig Ärzten gegenüber geschildert worden sein. Die klägerischen
Behauptungen zu konkret zutage getretenen Beschwerden und dem Zeitpunkt
des erstmaligen Auftretens genügten daher den gesetzlichen Erfordernissen nicht
(Urk. 51 S. 13). Folglich erübrige sich eine Beweisabnahme. Insbesondere ein
medizinisches Gutachten könne nicht erstellt werden. Bei der vorliegenden Be-
hauptungslage wäre unklar, ob ein heute - d.h. rund fünf Jahre nach dem zu beur-
teilenden Unfall - eingesetzter Gutachter für seine Einschätzung auf unmittelbar
nach dem Ereignis einsetzende, anhaltende Beschwerden abstellen oder von aus
welchen Gründen auch immer ausbleibenden Beschwerden ausgehen sollte
(Urk. 51 S. 14). Die Klage wurde in der Folge mangels Schlüssigkeit des klägeri-
schen Tatsachenvortrages abgewiesen (Urk. 51 S. 15).
b) Der Kläger stellte sich in seiner Berufungsbegründung auf den Stand-
punkt, dass er bezüglich des zeitlichen Auftretens von Beschwerden keinen wi-
dersprüchlichen Sachvortrag geliefert habe. Er habe vielmehr im Hauptstandpunkt
die von der Beklagten behauptete Latenz zwischen Unfall und Auftritt der Be-
schwerden bestritten und substantiiert behauptet, dass bereits am Unfallort die
Beschwerden aufgetreten seien, er darüber den Polizisten berichtet und bereits
wenige Tage danach deswegen mehrere Ärzte konsultiert habe. Zum Beweis die-
ser Behauptung habe er medizinische Urkunden eingereicht, den Polizisten sowie
die Ärzte als Zeugen offeriert sowie ein medizinisches Gutachten beantragt. Nur,
aber immerhin im Sinne eines Eventualstandpunktes, habe der Kläger aufgeführt,
selbst wenn eine allfällige zeitliche Latenz zwischen dem Unfall und dem Auftritt
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der Beschwerden - wie von der Beklagten behauptet - bestehen würde, diese
doch nicht gegen die Kausalität des Unfalls sprechen würde, weil eine allfällige
zeitliche Latenz durch die Einnahme der Schmerzmittel erklärbar sei. Diese Diffe-
renzierung zwischen Hauptstandpunkt und Eventualstandpunkt verkenne die Vor-
instanz (Urk. 50 S. 15 f.). Die Vorinstanz verletze mit ihrer Argumentation Art. 55
Abs. 1 ZPO, Art. 53 ZPO, Art. 56 ZPO sowie Art. 152 Abs. 1 ZPO und Art. 157
ZPO (Urk. 50 S. 17 ff.).
2.a) Die Vorinstanz erwog - wie bereits erwähnt -, dass vorliegend unbestrit-
ten sei, dass es sich beim Verursacher des Unfalls vom 5. Juli 2012 um den Hal-
ter des auf den Kläger auffahrenden Fahrzeuges und bei der Beklagten um des-
sen Motorfahrzeughaftpflichtversicherung handelte. Ebenso seien im Grundsatz
die vom Kläger geltend gemachten Verletzungen der Instabilität der Halswirbel C3
und C4 und des Bandscheibenvorfalls bei den Halswirbeln C5 und C6 nicht be-
stritten. Bestritten sei dagegen von der Beklagten, dass deren Ursache im Unfall-
ereignis vom 5. Juli 2012 liege (Urk. 51 S. 9). Diese Feststellungen der Vorinstanz
wurden von den Parteien im Berufungsverfahren nicht gerügt und erscheinen auf-
grund der Akten auch zutreffend, weshalb von ihnen auszugehen ist. Die Vor-
instanz nahm zu Recht an, dass der Kläger zu behaupten und im Bestreitungsfall
auch zu beweisen habe, dass die erlittene Schädigung auf Verletzungen oder Be-
schwerden zurückzuführen sei, deren Ursache im Unfallereignis vom 5. Juli 2012
zu erblicken sei (sog. natürliche Kausalität). Der Kläger selbst schloss aus, dass
Ursache für das schädigende Ereignis der am 26. Juni 2012 erlittene Unfall ge-
wesen sei (Urk. 2 S. 10, 13 f.; Urk. 25 S. 22). Weiter ist sachverhaltsmässig davon
auszugeben, dass der Kläger vor allem die Verletzungen der Halswirbelsäule und
nicht diejenigen der Lendenwirbelsäule als Unfallfolge erachtet (Urk. 2 S. 10, 13,
14 f.; Urk. 25 S. 23). Er ging, wie bereits erwähnt, davon aus, dass die Frage der
Kausalität nicht invalidisierender Lendenwirbelsäulenbeschwerden grundsätzlich
offengelassen werden könne (Urk. 25 S. 23).
b) Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen
darzulegen, auf die sie ihre Begehren stützen, und die Beweismittel anzugeben.
Der Behauptungslast ist Genüge getan, wenn die Parteien in ihrem Tatsachenvor-
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trag in allgemeiner Weise sämtliche Tatsachen benennen, welche unter die ihren
Antrag stützenden Normen zu subsumieren sind. Eine Tatsachenbehauptung hat
nicht alle Einzelheiten zu enthalten; es genügt, wenn die Tatsachen, die unter die
das Begehren stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Gewohnhei-
ten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder Umris-
sen behauptet werden. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird
als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die
anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Bestreitet der Prozessgegner den schlüssigen
Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei, greift eine über die Behaup-
tungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht
nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und
klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegen-
beweis angetreten werden kann. Dabei bestimmt sich nach den einschlägigen
bundesgerichtlichen Normen, welche Tatsachen für einen schlüssigen Vortrag zu
behaupten sind, und genügt ein globaler Verweis auf eingereichte Unterlagen den
bundesrechtlichen Anforderungen an die Substantiierung nicht. Eine ausreichen-
de Substantiierung ist Voraussetzung für den Beweisführungsanspruch (BGer
4A_252/2016 vom 17.10.2016, E. 2.2 m.w.H.; BGer 4A_281/2017 vom 22.1.2018,
E. 4.1).
c) Der Kläger hatte in der Klagebegründung ausgeführt, dass er bis zu den
beiden Verkehrsunfällen am 26. Juni 2012 sowie 5. Juli 2012 vollständig be-
schwerdefrei gewesen sei; es habe kein krankheitsbedingter oder degenerativ
bedingter Vorzustand vorgelegen (Urk. 2 S. 9). Die in der Folge diagnostizierten
Verletzungen der Halswirbelsäule seien gemäss dem behandelnden Arzt mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf diese beiden Verkehrsunfälle zurückzufüh-
ren. Es seien keine weiteren Verletzungen des Klägers an der Halswirbelsäule
bekannt. Als krankheitsbedingter Vorzustand sei lediglich der lumbale Bandschei-
benvorfall, welcher im Februar 2012 operiert worden sei, zu werten; hinsichtlich
der Halswirbelsäule bestehe kein Vorzustand beim Kläger, weder degenerativ be-
dingt noch krankheitsbedingt aufgrund früherer Unfälle (Urk. 2 S. 10, 13, 14). Der
Kläger erachtete vor allem die Verletzungen der Halswirbelsäule und nicht dieje-
nigen der Lendenwirbelsäule als Unfallfolge (Urk. 2 S. 10, 13, 14 f.; Urk. 25
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S. 23). Er ging daher davon aus, dass die Frage der Kausalität nicht invalidisie-
render Lendenwirbelsäulenbeschwerden grundsätzlich offengelassen werden
könne (Urk. 25 S. 23). Der Kläger behauptete damit in seiner Klagebegründung
explizit das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem
Unfall vom 5. Juli 2012 und den in der Folge diagnostizierten Beschwerden der
Halswirbelsäule sowie der daraus resultierenden eingeschränkten Erwerbsfähig-
keit.
Die Beklagte bestritt den natürlichen Zusammenhang zwischen dem Unfall
vom 5. Juli 2012 und den beim Kläger aufgetretenen Beschwerden der Halswir-
belsäule. Sie erklärte, dass der Kläger nach dem Unfall vom 5. Juli 2012 gegen-
über der Kantonspolizei ausdrücklich "keine Beschwerden" geäussert habe. Die
Lendenwirbelsäule sei mit MRI vom 2. Juli 2012 (also vor dem Unfall) untersucht
worden und dann wieder mit MRI vom 17. Juli 2012 (also nach dem Unfall). Das
MRI vom 17. Juli 2012 habe gegenüber der Untersuchung vom 2. Juli 2012 kei-
nerlei strukturelle Veränderungen gezeigt. Erstmals im Oktober 2012, also drei
Monate nach dem Unfall, habe der Kläger Beschwerden an der Halswirbelsäule
gemeldet (Urk. 15 S. 3, 20, 31, 35). Noch im Bericht von Dr. C._ vom
10. September 2012 werde kein Wort von der HWS erwähnt; es würden dort aus-
schliesslich Beschwerden der Lendenwirbelsäule beschrieben (Urk. 15 S. 19).
Hätte der Unfall zu Beschwerden an der Halswirbelsäule geführt, wären diese so-
fort aufgetreten. Zwischen dem Unfall vom 5. Juli 2012 und den LWS- und HWS-
Beschwerden des Klägers bzw. der angeblich daraus folgenden Arbeitsunfähig-
keit könne deshalb weder ein natürlicher noch ein adäquater Kausalzusammen-
hang bestehen. Eine allfällige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des Klägers sei auf
seine vorbestehenden psychischen Beschwerden und seine vorbestehenden Wir-
belsäulenbeschwerden zurückzuführen (Urk. 15 S. 3 f., 19, 20, 21, 26, 27). Auf-
grund der grossen zeitlichen Latenz zwischen dem Unfallereignis und dem Eintritt
der Beschwerden sei der Unfall vom 5. Juli 2012 nicht geeignet gewesen, eine
Diskushernie C5/C6 und C3/C4 zu verursachen. Vielmehr gingen auch
Dr. D._ (Fachärztin für Rechtsmedizin) und Dr. E._ (Dipl.-Ing. ETH, ...
für Trauma-Biomechanik ETH Zürich) von degenerativen Prozessen aus, die das
festgestellte Wirbelleiden verursacht hätten (Urk. 15 S. 20; Urk. 32 S. 48 ). Es sei
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somit bestritten und widerlegt, dass der Unfall vom 5. Juli 2012 zu den vom Klä-
ger geklagten HWS-Beschwerden geführt habe (Urk. 15 S. 19, 32; Urk. 32 S. 48
f.). Gemäss dem Bericht von Dr. F._ vom 27. Mai 2014 weise die zeitliche
Latenz von über drei Monaten ohne klar dokumentierte Symptomatik klar darauf
hin, dass es sich nicht um eine unfallkausale Problematik handle. Eine unfallbe-
dingte Verletzung des Bandscheiben-Halteapparates hätte zu einem sofortigen
Schmerzbeginn mit persistierender Problematik geführt. Dies sei jedoch nicht do-
kumentiert, weshalb die Operation der HWS vom 21. Februar 2013 mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit aus krankheitsbedingten Gründen erfolgt sei (Urk. 15
S. 21, 24). Die Operation der HWS vom 21. Februar 2013 stehe somit nicht im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. Juli 2012, zumal die HWS-Beschwerden
erstmals im Oktober 2012 geltend gemacht worden seien und der Kläger nach
dem Unfall nicht über HWS-Beschwerden geklagt habe (Urk. 15 S. 19, 21, 24).
In seiner Replikschrift bestritt der Kläger die von der Beklagten behauptete
Latenz zwischen dem Unfall und dem Auftreten der Beschwerden an der Halswir-
belsäule. Die Behauptung der Beklagten, wonach er unmittelbar nach dem Ver-
kehrsunfall vom 5. Juli 2012 über keine Beschwerden der Halswirbelsäue geklagt
habe, sei falsch. Bereits auf der Unfallstelle habe er gegenüber den Polizisten
Beschwerden an der Halswirbelsäule geschildert, worauf die (nicht rapportieren-
den) Polizisten ihn angewiesen hätten, sich zur Abklärung zum Hausarzt oder
zum behandelnden Neurologen zu begeben. Schliesslich fänden sich in den Ak-
ten der behandelnden Ärzte echtzeitlich und initial nach dem Verkehrsunfall vom
5. Juli 2012 verschiedentlich Hinweise, wonach der Kläger Beschwerden der
Halswirbelsäule geschildert und darüber geklagte habe. Beispielsweise weise
Dr. G._ in seinem Bericht vom 23. Juli 2012 an den Krankentaggeldversiche-
rer auf gesundheitliche Probleme des Klägers, unter anderem zufolge des Ver-
kehrsunfalls vom 5. Juli 2012, hin (vgl. Urk. 27/36). Ausdrücklich würden dort "in-
tensive Nacken- und Rückenschmerzen" genannt. Schliesslich sei auch falsch,
dass echtzeitlich keine ärztlichen Behandlungen erfolgt seien. Der Kläger habe
sich zufolge ferienbedingter Abwesenheit des ihn behandelnden Neurologen we-
nige Tage nach dem Verkehrsunfall vom 5. Juli 2012 in die Permenance (Konsul-
tationen vom 9. und 14. Juli 2012) begeben, wie dies aus den entsprechenden
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Einträgen (Urk. 27/31) in der Krankengeschichte hervorgehe (Urk. 25 S. 26 f., 43).
Die erste Konsultation nach dem Unfall vom 5. Jul 2012 sei demnach am 9. Juli
2009 (recte: 2012) erfolgt (Urk. 25 S. 27, 49). Aufgrund der Ausführungen des be-
handelnden Facharztes Dr. C._ gegenüber dem Kläger habe sich insbeson-
dere anlässlich der HWS-Operation gezeigt, dass die Ursache der Beschwerden
eindeutig unfallkausal und die diskreten degenerativen Befunde nicht ursächlich
dafür seien (Urk. 25 S. 28 mit Verweis auf Urk. 3/17). Der Kläger bestritt somit
grundsätzlich die von der Beklagten geltend gemachte Latenz. Er machte aus-
drücklich geltend, dass nach dem Unfall Beschwerden aufgetreten seien und er
sich deswegen vier Tage später in ärztliche Behandlung begeben habe. Er erklär-
te aber auch, dass die Beklagte aus der angeblichen (bestrittenen) zeitlichen La-
tenz nichts zu ihren Gunsten ableiten könnte, da eine solche allfällige Latenz
problemlos erklärbar wäre. Aufgrund der im Sommer 2012 nach wie vor hohen
Dosierung starker Schmerzmedikamente nach der im Februar 2012 erfolgten
Operation sei ohne Weiteres nachvollziehbar, dass Schmerzen an der Halswir-
belsäule nur stark reduziert wahrgenommen worden seien (Urk. 25 S. 25, 29, 43).
Der Kläger hielt jedoch in der Folge nochmals fest, dass die diesbezüglichen Ein-
wände der Beklagten bezüglich zeitlicher Latenz fehl gingen, da er unmittelbar
nach dem Verkehrsunfall vom 5. Juli 2012 und damit echtzeitlich gegenüber den
behandelnden Ärzten Unfallbeschwerden, insbesondere der HWS, geschildert
habe. Es bestehe somit überhaupt keine zeitliche Latenz (Urk. 25 S. 29, 30, 33,
39, 43). Die Beklagte hielt in ihrer Duplikschrift daran fest, dass eine lange zeitli-
che Latenzzeit zwischen dem Unfall vom 5. Juli 2012 und dem Auftreten der
HWS-Beschwerden des Klägers bestanden habe. Gegebenenfalls vom Kläger zu
jenem Zeitpunkt eingenommene Schmerzmittel hätten den Schmerz allenfalls
vermindern, aber nicht gänzlich zum Verschwinden bringen können. Die zeitweise
Einnahme von Schmerzmitteln durch den Kläger ändere nichts daran, dass sich
die HWS-Beschwerden unmittelbar nach dem Unfall spürbar hätten manifestieren
müssen, wenn der Unfall ursächlich für die HWS-Beschwerden gewesen wäre.
Die Schmerzmittel habe der Kläger nicht wegen seiner HWS-Beschwerden ge-
nommen, die erst Ende Oktober 2012 aufgetreten seien, sondern wegen LWS-
Beschwerden, die jedoch unbestrittenermassen nicht vom Unfall vom 5. Juli 2012
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herrührten (Urk. 32 S. 46, 51). Die Beklagte ging weiterhin davon aus, dass der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Juli 2012 und der
beim Kläger aufgetretenen HWS-Beschwerden nicht gegeben sei (Urk. 32). Eine
allfällige Arbeitsunfähigkeit des Klägers sei ausschliesslich auf seine vorbeste-
henden LWS-Beschwerden und seine psychischen Beschwerden zurückzuführen
(Urk. 32 S. 59).
3. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist nicht zutreffend, dass der
Kläger bezüglich des behaupteten natürlichen Kausalzusammenhanges wider-
sprüchliche Tatsachenbehauptungen vorgebracht hat. Wie oben ausgeführt, hatte
der Kläger in erster Linie geltend gemacht, dass er unmittelbar nach dem Unfall
Beschwerden verspürt und diese auch dem anwesenden Polizeibeamten kundge-
tan habe. Bereits wenige Tage nach dem Unfall habe er sich in ärztliche Behand-
lung begeben. An diesen Behauptungen hielt der Kläger stets fest. Er behauptete
ausdrücklich, dass sich in den Akten der behandelnden Ärzte echtzeitlich und ini-
tial verschiedentlich Hinweise befänden, wonach er Beschwerden der Halswirbel-
säule nach dem Verkehrsunfall vom 5. Juli 2012 geschildert und darüber geklagte
habe. Der Kläger selbst hatte nie eine zeitliche Latenz bis zum Auftreten seiner
behaupteten Beschwerden geltend gemacht. Diese These war erstmals von der
Beklagten in der Klageantwort vorgebracht und in der Folge vom Kläger aus-
drücklich bestritten worden. Lediglich im Sinne eines Eventualstandpunktes
machte der Kläger geltend, dass die Beklagte aus einer angeblichen und bestrit-
tenen zeitlichen Latenz nichts zu ihren Gunsten ableiten könnte, da eine solche
allfällige Latenz problemlos erklärbar wäre. Aufgrund der im Sommer 2012 nach
wie vor hohen Dosierung starker Schmerzmedikamente nach der im Februar
2012 erfolgten Operation sei ohne Weiteres nachvollziehbar, dass Schmerzen an
der Halswirbelsäule nur stark reduziert wahrgenommen worden seien. Eine allfäl-
lige zeitliche Latenz zwischen dem Unfall und dem Auftreten der Beschwerden
würde daher nicht gegen die Kausalität des Unfalls sprechen, weil sie aus dem
dargelegten Grund erklärbar wäre (Urk. 25 S. 25, 29, 43). Der Kläger hielt jedoch
fest, dass die diesbezüglichen Einwände der Beklagten bezüglich zeitlicher La-
tenz fehl gingen (Urk. 25 S. 29, 30, 33, 39, 43).
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Die vorinstanzliche Auffassung, wonach der Kläger diese Behauptungen
(echtzeitliche Beschwerden vs. erst nach drei Monaten auftretende Beschwerden)
als gleichwertige Argumente vorgebracht habe, ist demgemäss nicht zutreffend.
Die beiden Argumentationslinien stehen nicht auf der gleichen Ebene. Es besteht
daher kein Widerspruch in den klägerischen Vorbringen. Es geht aus den Ausfüh-
rungen des Klägers klar hervor, dass seine Ansprüche auf den behaupteten Tat-
sachen beruhen, wonach er unmittelbar nach dem Unfall vom 5. Juli 2012 Be-
schwerden verspürt habe, deren Ursache in dem fraglichen Unfallereignis lägen
und er diese zeitnah gegenüber Dritten kundgetan und abgeklärt habe. Die Vor-
instanz hat den Sachverhalt daher unrichtig festgestellt. Für die Klärung der Frage
des natürlichen Kausalzusammenhanges ist von einem genügenden Klagefun-
dament im Sinne von Art. 55 ZPO auszugehen, weshalb eine entsprechende Be-
weisverfügung zu erlassen ist. Der Kläger hat dazu Beweismittel bezeichnet
(Urk. 25 S. 26 f., 43). Entsprechend steht dem Kläger das Recht auf Beweis zu
(Art. 152 ZPO). Indem die Vorinstanz dem Kläger dieses verweigerte, liegt eine
unrichtige Rechtsanwendung vor (Art. 310 lit. a ZPO). Das Verfahren ist deshalb
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie wird im Rahmen eines Beweisverfahrens
abzuklären haben, ob der Kläger beweisen kann, dass unmittelbar nach dem Un-
fall Beschwerden aufgetreten sind, welche mit dem fraglichen Unfall in einem di-
rekten Kausalzusammenhang stehen und falls nein, ob beweisbar ist, dass die
Beschwerden zufolge der eingenommenen Medikamente nicht oder nur reduziert
wahrgenommen wurden. Inwiefern die Vorbringen des Klägers im Weiteren den
Erfordernissen an die Behauptungs- und Beweislast genügen, ist nicht weiter zu
prüfen. Was die Ausführungen der Beklagten im Berufungsverfahren anbelangt
(Urk. 58 S. 7 ff.), ist noch zu bemerken, dass diese weitgehend Fragen der Be-
weiswürdigung betreffen, welche jedoch erst nach einem allfälligen Beweisverfah-
ren abschliessend beantwortet werden können.
Die Berufung ist gutzuheissen und der Prozess im Sinne der Erwägungen
an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und 2 ZPO).
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IV.
Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsver-
fahren sind praxisgemäss dem neuen Entscheid der Vorinstanz vorzubehalten.
Festzusetzen ist einzig die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren. Diese
beträgt bei einem Streitwert von Fr. 30'000.– (§ 4 Abs. 1 GebVO) Fr. 3'950.–.