Decision ID: 7f8f0cff-ef75-5bba-8df6-10e1e7552d48
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehöriger kurdischer
Ethnie aus E._ in der nordirakischen Autonomen Region Kurdistan
(Region des "Kurdistan Regional Government"; nachfolgend: KRG) stam-
mend, verliess seine Heimat am 20. August 2002 auf dem Landweg und
gelangte am 12. September 2002 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags
im Empfangszentrum (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ)])
F._ erstmals um Asyl nachsuchte. Zur Begründung seines damali-
gen Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen an, er
habe seit dem Jahre (...) für die G._ als (Nennung Funktion) beim
Kontrollpunkt beim irakisch-iranischen Grenzübergang H._ bei
I._ gearbeitet. Am (...) hätten Islamisten aus einem herannahenden
Auto auf sie geschossen, worauf (Nennung Beamte) vom Wachtturm aus
zurückgeschossen und dabei einen Islamisten getötet und einen anderen
verletzt hätten. Sein Freund und Arbeitskollege habe dabei eine Schuss-
verletzung am Bauch erlitten. In der Folge hätten die Islamisten die Auslie-
ferung der (Nennung Beamte), darunter auch ihn, verlangt. Da die
G._ einer solchen Auslieferung zugestimmt habe, habe er sich aus
Angst um sein Leben zur Ausreise entschlossen.
A.b Mit Verfügung vom 18. Dezember 2002 stellte das damalige Bundes-
amt für Flüchtlinge (BFF) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-
eigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung
aus der Schweiz sowie den Vollzug, wobei es eine Wegweisung in den
zentralstaatlich kontrollierten Teil des Irak zum damaligen Zeitpunkt aus-
schloss. Zur Begründung führte das BFF dabei im Wesentlichen an, es sei
logisch nicht nachvollziehbar, dass die G._ ihre eigenen Leute an
die Islamisten ausliefern würde, zumal das Verhältnis zwischen der
G._ und den Islamisten angespannt sei. Die G._ versuche
ihre Macht in ihrem Einflussbereich zu erhalten und besitze ein reges Inte-
resse daran, die Machtstellung der Islamisten klein zu halten sowie deren
Einflussbereich einzuschränken. Sodann seien die Ausführungen zur me-
dizinischen Versorgung seines verletzten Arbeitskollegen, zum weiteren
Arbeitsverlauf am Grenzposten, der Anzahl der in der Folge aufgebotenen
Sicherheitskräfte und zum Zeitraum bis zur Ausstellung eines Ausliefe-
rungsbefehls realitätswidrig ausgefallen. Ausserdem habe er sich zur Exis-
tenz von Wachtürmen am Grenzposten, der Dauer bis zum Erhalt der In-
formation über die Attentäter, der Auslieferungsfrist und der Art der Kom-
munikation mit der G._ im Anschluss an den Vorfall widersprüchlich
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geäussert. Der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sei daher jegliche Basis
entzogen.
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.c Mit Verfügung vom 4. Mai 2005 stellte das BFM fest, dass der Be-
schwerdeführer mit Verfügung vom 18. Dezember 2002 rechtskräftig aus
der Schweiz weggewiesen worden sei, hob die Ziffer 4 (Vorbehalt was die
Wegweisung des Beschwerdeführers in den zentralstaatlich kontrollierten
Teil des Iraks anbelangt) der Verfügung vom 18. Dezember 2002 infolge
Gegenstandslosigkeit auf, stellte fest, die Wegweisung sei zulässig zumut-
bar und möglich und setzte dem Beschwerdeführer eine Frist zum Verlas-
sen der Schweiz bis zum 29. Juni 2005. Am 9. Juni 2005 erhob der Be-
schwerdeführer dagegen Beschwerde bei der damaligen Schweizerischen
Asylrekurskommission (ARK). Im Rahmen des Schriftenwechsels hob das
BFM mit Verfügung vom 12. Oktober 2005 seine Verfügung vom 4. Mai
2005 sowie die Ziffern 4 bis 6 der Verfügung vom 18. Dezember 2002 wie-
dererwägungsweise auf und gewährte dem Beschwerdeführer wegen Un-
zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der
Schweiz. Mit Beschluss vom 13. Oktober 2005 schrieb die ARK die Be-
schwerde vom 9. Juni 2005 als gegenstandslos geworden ab.
A.d Am 22. Oktober 2007 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, es
erachte nach einer Analyse der Sicherheits- und Menschenrechtssituation
in Irak den Vollzug der Wegweisung in die drei nordirakischen Provinzen
Dohuk, Suleimaniya und Erbil zurzeit als grundsätzlich zumutbar. Ange-
sichts dessen gewährte es dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör
zur beabsichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnahme und dem damit
verbundenen Wegweisungsvollzug. Am 19. November 2007 reichte der
Beschwerdeführer seine Stellungnahme zu den Akten.
A.e Mit Verfügung vom 18. Dezember 2007 – nachdem eine vorgängig ver-
sandte Verfügung vom 27. November 2007 von der Post als „Nicht abge-
holt“ an die Vorinstanz retourniert wurde – hob das BFM die mit Verfügung
vom 12. Oktober 2005 angeordnete vorläufige Aufnahme des Beschwer-
deführers auf, forderte ihn – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unter-
lassungsfall – auf, die Schweiz bis zum 11. Februar 2008 zu verlassen und
beauftragte den Kanton J._ mit dem Vollzug der Wegweisung.
A.f Die gegen diese Verfügung an das Bundesverwaltungsgericht am
21. Januar 2008 erhobene Beschwerde, wurde mit Urteil D-406/2008 vom
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14. April 2008 abgewiesen. Dabei wurde zur Begründung im Wesentlichen
angeführt, das Bundesverwaltungsgericht sei im Urteil E-4243/2007 vom
14. März 2008 (=BVGE 2008/5) aufgrund einer umfassenden Beurteilung
der aktuellen Situation in den nordirakischen Provinzen Dohuk, Suleima-
niya und Erbil zum Schluss gekommen, dass in den drei kurdischen Pro-
vinzen keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche und die dortige politi-
sche Lage nicht dermassen angespannt sei, als dass eine Rückführung
dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste. Zudem sei die
Region mit Direktflügen aus Europa und aus den Nachbarstaaten erreich-
bar, wodurch das Element der unzumutbaren Rückreise via Bagdad und
anschliessend auf dem Landweg durch den von Gewalt heimgesuchten
Zentralirak entfalle. In der Regel sei die Anordnung des Wegweisungsvoll-
zugs für alleinstehende, gesunde und junge kurdische Männer, die ur-
sprünglich aus einer der drei Provinzen stammen und dort nach wie vor
über ein soziales Netz oder Parteibeziehungen verfügen würden, zumut-
bar. Der Beschwerdeführer, welcher keine gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen geltend mache, stamme aus der Provinz E._, wo er seit
seiner Geburt bis zur Ausreise gelebt habe. Zudem habe er eigenen Anga-
ben zufolge während (...) Jahren die Schule besucht und verschiedene Er-
werbstätigkeiten in seiner Heimat sowie in der Schweiz ausgeübt. Ange-
sichts dessen und des jungen Alters des Beschwerdeführers sei davon
auszugehen, dass er sich in seiner Heimat in den Arbeitsmarkt werde in-
tegrieren können. Es sei zudem davon auszugehen, dass er bei einer
Rückkehr in die Provinz E._ mit Eltern und Geschwistern ein fami-
liäres Beziehungsnetz vorfinden werde, welches ihm bei einer Wiederein-
gliederung, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es seiner Familie fi-
nanziell gut gehe, behilflich sein könne. Zudem bestehe die Möglichkeit
einer Rückkehrhilfe. Sodann seien keine weiteren individuellen Gründe er-
sichtlich, aufgrund derer allenfalls geschlossen werden könnte, der Be-
schwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr in die Heimat in eine exis-
tenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung als zu-
mutbar zu bezeichnen sei. Die Ausführungen in der Beschwerde vermöch-
ten an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal darin im Wesentlichen
Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), anderer Organisatio-
nen sowie ein Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zitiert und die Vor-
bringen wiederholt würden. Der mit der Beschwerde eingereichte (Nen-
nung Beweismittel) sowie das (Nennung Beweismittel) seien ebenfalls
nicht geeignet, einen anderen Entscheid zu bewirken, zumal sich daraus
kein direkter Zusammenhang zum Beschwerdeführer und einer allfälligen
individuellen Gefährdungslage ersehen lasse.
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A.g Mit Schreiben des BFM vom 22. April 2008 wurde dem Beschwerde-
führer eine neue Frist bis 20. Mai 2008 zum Verlassen der Schweiz einge-
räumt.
A.h Am 2. Mai 2008 wurde der Beschwerdeführer durch das Migrationsamt
des Kantons J._ als „verschwunden am 31. März 2008“ gemeldet.
B.
B.a Am 14. Dezember 2015 reisten der Beschwerdeführer und seine Ehe-
frau von K._ herkommend in die Schweiz ein und stellten gleichen-
tags im EVZ L._ je ein Asylgesuch. Anlässlich der dort am 5. Januar
2016 durchgeführten Befragung zur Person (BzP) gab der Beschwerdefüh-
rer im Wesentlichen an, er sei im Jahre (...) von der Schweiz nach
K._ ausgereist und dort festgenommen worden. In der Folge hätten
ihn die Behörden von K._ mit einem vorläufigen Reisepapier in den
Irak zurückgeführt. Nach seiner Rückkehr habe er von (...) bis zu seiner
Ausreise im November 2015 als (Nennung Funktion) gearbeitet. Nach ei-
nem Kurs für (...) und einer einjährigen Berufserfahrung in diesem Gebiet
sei er in die (Nennung Abteilung) des Departements versetzt worden. Im
(...) habe er seine Frau in E._ geheiratet. Im (...) sei der Gemeinde-
präsident von E._, der mit (...) weiteren Personen wegen Korruption
im Gefängnis des Sicherheitsdepartements inhaftiert gewesen sei, umge-
bracht worden. Es habe geheissen, dass dieser Selbstmord verübt habe.
Er habe jedoch aufgrund seiner Funktion gewusst, dass der Gemeindeprä-
sident getötet worden sei. Danach seien er und zwei weitere Personen vom
Leiter des Sicherheitsdepartements von E._ bedroht worden und
man habe mehrmals versucht, ihn umzubringen. Deswegen habe er be-
schlossen, eine Reise zu planen und aus dem Irak zu fliehen. Seinen Eltern
und seiner Frau habe er davon nichts gesagt, bis sie in der O._
gewesen seien.
Die ebenfalls aus E._ stammende Beschwerdeführerin kurdischer
Ethnie führte im Rahmen der BzP zur Hauptsache an, nach ihrem Ba-
chelor-Abschluss im Jahre (...) für eine (Nennung Organisation) gearbeitet
zu haben. Sie habe in ihrer Heimat persönlich keine Probleme gehabt und
ein ruhiges Leben geführt. Jedoch sei ihr Ehemann in Schwierigkeiten ge-
wesen, sie wisse jedoch nicht, worum es sich dabei genau gehandelt habe.
Er habe ihr gesagt, dass er es ihr später erzählen werde.
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B.b Am 20. Juni 2016 wurden der Beschwerdeführer und die Beschwerde-
führerin vom SEM angehört. Dabei führte der Beschwerdeführer zur Be-
gründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen an, er sei am (...) in
M._ angekommen und habe sich zur G._ begeben, um sich
vor den Islamisten beziehungsweise den Personen zu schützen, die er
schon in seinem ersten Asylgesuch genannt habe. Deshalb habe er bei der
G._ in E._ angefangen, ohne Bezahlung zu arbeiten. Nach
einer (...) Probezeit sei er am (...) in der (Nennung Abteilung [...]) angestellt
worden. Er habe (Darlegung Ausbildung und Tätigkeit in der Abteilung).
Diese Tätigkeit habe er bis zur Ausreise ausgeführt. Am (...) sei der
P._ von E._ wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet und im
(Nennung Abteilung) inhaftiert worden. Während dessen Haft seien er und
weitere Personen mit der Überwachung des P._ betraut gewesen.
Man habe diesen aufgefordert, alle Vorwürfe zu akzeptieren und sich als
Kandidat für das (Nennung Amt) zurückzuziehen. Da sich dieser geweigert
habe, sei der Inhaftierte ermordet worden. Offiziell habe man jedoch be-
hauptet, es habe sich um Selbstmord gehandelt. Er und weitere Mitarbeiter
seien darauf vom Direktor des (Nennung Dienst) gewarnt worden, in der
Öffentlichkeit oder bei einem allfälligen Gerichtsverfahren nicht darüber zu
sprechen, ansonsten sie dieselben Konsequenzen zu tragen hätten. Im
Jahre (...) habe ein Kollege aus dem (Nennung Abteilung) die Familie des
Opfers über die wahren Todesumstände informiert. In der Folge sei diese
Person verhört worden und am nächsten Tag habe man dessen Leiche auf
einem Berg in der Nähe von E._ gefunden. Das vom (Nennung Ab-
teilung) eingesetzte Untersuchungskomitee habe diesen Todesfall als Ra-
cheakt einer Familie ausgegeben infolge einer unerlaubterweise geführten
Beziehung des Betroffenen mit einer Frau dieser Familie. Diese Person sei
aber in Wahrheit durch Leute von seinem Amt umgebracht worden. Nach
diesem Vorfall seien sie erneut ermahnt worden, den Mund zu halten, an-
sonsten ihnen das Gleiche widerfahre. Anfangs (...) sei von ihm verlangt
worden, dass er offiziell seine Stelle kündige, um als Spion innerhalb der
N._ in E._ zu arbeiten, was er jedoch nicht habe tun wollen.
Es sei ihm klar geworden, dass er von der N._ getötet würde, wenn
herauskäme, dass er noch für die G._ arbeite. Mit dieser Vorge-
hensweise habe ihn die G._ beseitigen wollen. Da man aber in der
(Nennung Abteilung) nicht nein sagen könne, habe er zugesagt, als Spion
innerhalb der N._ zu arbeiten. Der Arbeitsbeginn bei der N._
sei noch nicht bestimmt gewesen. Gleichzeitig habe er aber aus Angst um
sein Leben und dasjenige seiner Familienangehörigen eine Möglichkeit ge-
sucht, aus dieser Situation herauszukommen. Deshalb sei er zusammen
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mit seiner Frau und seinen Eltern, denen er von seiner Situation nichts er-
zählt habe, schliesslich nach O._ gereist. Ferner sei seine Schwes-
ter im Jahre (...) – als er sich noch in der Schweiz aufgehalten habe – bei
einem Anschlag auf deren Wohnquartier von der islamistischen Gruppie-
rung getötet worden.
Die Beschwerdeführerin ihrerseits brachte vor, keine eigenen Probleme in
der Heimat gehabt zu haben. Es sei der Entscheid ihres Mannes gewesen,
den Irak zu verlassen. Er habe ihr erst in O._ gesagt, dass sie nicht
mehr zurückkehren würden, weil er an seinem Arbeitsplatz ein Problem
habe. Es sei für sie nicht einfach gewesen, ihre Arbeitsstelle zu verlassen.
Ausserdem habe sie noch einen Masterabschluss erlangen wollen. Über
die Probleme sei sie von ihrem Mann bis heute nicht informiert worden. Er
habe ihr aber versprochen, irgendwann darüber zu sprechen. Auf die wei-
teren Ausführungen der Beschwerdeführenden wird, soweit wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
C.
Mit Verfügung vom 27. Juli 2016 – eröffnet am 28. Juli 2016 – stellte das
SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft
nicht, und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es die Weg-
weisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit,
dass die Schilderungen der Beschwerdeführenden die Anforderungen von
Art. 7 AsylG (SR 142.31) an die Glaubhaftigkeit nicht erfüllten, weshalb de-
ren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Der Vollzug der Wegweisung
in den Irak sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten.
D.
Mit Eingabe vom 29. August 2016 fochten die Beschwerdeführenden den
Entscheid des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragten,
es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingsei-
genschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter sei die
Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses sowie um Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistands gemäss Art. 110a AsylG. Auf die Begründung wird, soweit
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Der Eingabe lagen (Auflistung Beweismittel) bei.
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E.
Mit Schreiben vom 1. September 2016 wurde den Beschwerdeführenden
der Eingang ihrer Beschwerde bestätigt.
F.
Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 31. August
2016 bestätigte (Nennung Amt) die Fürsorgeabhängigkeit der Beschwer-
deführenden.
G.
Mit Verfügung vom 5. September 2016 teilte die damals zuständige Instruk-
tionsrichterin den Beschwerdeführenden mit, dass sie den Ausgang des
Verfahrens in der Schweiz abwarten dürften. Auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses wurde verzichtet. Ferner wurden die Beschwerdeführen-
den aufgefordert, die mit der Beschwerde in Kopie eingereichten, fremd-
sprachigen Beweismittel innert 30 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung im Ori-
ginal und in eine Amtssprache übersetzt nachzureichen. Bei ungenutzter
Frist werde das Verfahren aufgrund der Akten weitergeführt. Ferner wurde
für die Beurteilung der weiteren Anträge auf einen späteren Zeitpunkt ver-
wiesen.
H.
Mit Eingabe vom 9. September 2016 reichten die Beschwerdeführenden
(Nennung Beweismittel) zu den Akten.
I.
Am 16. September 2016 legten die Beschwerdeführenden eine Stellung-
nahme zur Verfügung der Instruktionsrichterin vom 5. September 2016 ins
Recht.
J.
Mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2016 wurden die Gesuche um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65
Abs. 1 VwVG und um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-
dung gemäss Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG gutgeheissen und die Be-
schwerdeführenden aufgefordert, bis zum 25. Oktober 2016 einen Rechts-
vertreter oder eine Rechtsvertreterin zu bezeichnen. Sodann wurde die
Vorinstanz eingeladen, bis zum 25. Oktober 2016 eine Vernehmlassung
einzureichen.
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K.
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2016 zeigte die Rechtsvertreterin die Über-
nahme des Mandats an und ersuchte um Einsetzung als unentgeltliche
Rechtsbeiständin.
L.
In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2016 verwies die Vorinstanz –
nebst einigen ergänzenden Bemerkungen – auf ihre Erwägungen, an de-
nen sie vollumfänglich festhielt.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2016 wurde den Beschwerdefüh-
renden MLaw Ana Lucia Gallmann als amtliche Rechtsbeiständin beige-
ordnet. Überdies wurde ihnen ein Doppel der vorinstanzlichen Vernehm-
lassung zugestellt und die Gelegenheit eingeräumt, bis zum 11. November
2016 eine Replik einzureichen.
N.
Die Beschwerdeführenden replizierten – nach einmalig gewährter Frister-
streckung – mit Eingabe vom 9. Dezember 2016.
O.
Mit Eingabe vom 9. Dezember 2016 reichte die Rechtsvertreterin ihre Kos-
tennote zu den Akten.
P.
Am (...) brachte die Beschwerdeführerin ihre Söhne C._ und
D._ zur Welt.
Q.
Mit Eingaben vom 3. April 2017, 28. April 2017 und 31. Juli 2017 legten die
Beschwerdeführenden weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins
Recht.
R.
Am 27. November 2017 reichte die Rechtsvertreterin eine aktualisierte
Kostennote zu den Akten.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-
deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
1.4 Die am (...) geborenen Söhne C._ und D._ werden in
das vorliegende Verfahren eingeschlossen.
2.
2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
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2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
3.
3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids
im Wesentlichen fest, die Aussage des Beschwerdeführers in der BzP, wo-
nach man ihn und weitere Personen bedroht habe, stehe seiner Schilde-
rung in der Anhörung zwar nicht entgegen. Auch die Aussage, der Leiter
des (Nennung Dienst) in E._ habe ihn direkt bedroht, laufe dem
späteren Bericht nicht zuwider. Seine Aussagen zum eigentlichen Auslöser
für seine Ausreise liessen sich aber nicht miteinander in Einklang bringen.
In der BzP habe er vorgebracht, man habe mehrmals versucht, ihn umzu-
bringen. In der Anhörung habe er sinngemäss berichtet, man habe ihn als
Spion bei der N._ infiltrieren wollen, was bei einer Enttarnung sei-
nen Tod bedeutet hätte. Zwar könne man dies allenfalls als Versuch be-
trachten, ihn umzubringen. Dabei handle es sich aber um einen einmaligen
Versuch, im Gegensatz zu den in der BzP genannten mehrmaligen Versu-
chen. Ferner sei auffallend, dass er in der BzP zwar von Drohungen gegen
ihn und weitere Personen gesprochen habe, jedoch den Mord an einem
Kollegen, der durch (Nennung Abteilung) mit der unerlaubten Beziehung
zu einer Frau erklärt worden sei, unerwähnt gelassen habe.
Die Beschwerdeführerin habe sodann sowohl in der BzP als auch in der
Anhörung erklärt, ihr Mann habe ihr gegenüber bislang nichts über die
Probleme an seinem Arbeitsplatz erwähnt. Er habe gesagt, dies sei eine
persönliche Sache und habe versprochen, irgendwann mit ihr darüber zu
sprechen. Es sei aber logisch nicht nachvollziehbar, dass der Beschwer-
deführer ihr nach einer Woche Urlaub in O._ gesagt haben solle,
dass sie nie wieder nach Hause gehen könnten. Ebenso erfahrungswidrig
sei es, dass sie ihre Stelle aufgegeben habe, ihrem Mann auf illegalem
Weg von O._ in die Schweiz gefolgt sei und hier ein Asylgesuch
eingereicht habe, ohne die Gründe für die Flucht ihres Mannes zu wissen.
Diese Erklärung erscheine umso unwahrscheinlicher, als die Beschwerde-
führerin ihren Aussagen zufolge über einen (Nennung Ausbildung) verfüge
und (Nennung berufliche Tätigkeit) gearbeitet habe. Dies zeuge von einer
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gewissen Selbstständigkeit. Es sei daher davon auszugehen, dass sie ih-
rem Mann nicht blindlings gefolgt wäre, ohne eine Erklärung für die Flucht
zu verlangen. Das Verhalten der Beschwerdeführerin lege nahe, dass sie
mit der vorgeschobenen Unwissenheit mögliche Unstimmigkeiten zwi-
schen ihren Aussagen und denjenigen ihres Mannes vermeiden wolle.
Sodann sei nicht nachvollziehbar, wieso die G._ den Beschwerde-
führer im (...), also über (...) Jahre nach dem Tod des Stadtpräsidenten,
hätte umbringen wollen. Seinen Aussagen zufolge habe er nie ein Wort
über die wahren Todesumstände verloren. Zwar habe der (Nennung Abtei-
lung) – vermutlich im (...) – einen seiner Kollegen beseitigt, der die Familie
des Opfers über die Wahrheit informiert habe. Auch sei er im Anschluss an
diesen Vorfall erneut von Führungspersonen des (Nennung Abteilung) vor-
geladen und vor der Weitergabe von Informationen gewarnt worden. Da
aber danach – also nach (...) – nichts Besonderes mehr vorgefallen sei, sei
nicht einleuchtend, wieso man ihn im (...) hätte beseitigen wollen. Der an-
gebliche Plan zu seiner Beseitigung erscheine umso unwahrscheinlicher,
als seinen Angaben zufolge noch gar nicht klar gewesen sei, wann und ob
er bei der N._ hätte arbeiten können. Hätte die G._ nach
über (...) Jahren tatsächlich eine Weitergabe von Informationen zu den
wahren Todesumständen des P._ von E._ befürchtet, so
hätte sie sich vermutlich einer schnelleren und sichereren Methode bedie-
nen können, um ihn zum Schweigen zu bringen. Es widerspreche deshalb
der allgemeinen Erfahrung und der Logik des Handelns, dass die
G._ den Beschwerdeführer (...) Jahre nach dem angeblichen Mord
habe beseitigen wollen, indem man ihn als Spion bei der N._ ein-
geschleust hätte. Daran vermöchten auch die eingereichten Beweismittel
nichts zu ändern. Diese würden zwar belegen, dass er Mitglied der
G._ beziehungsweise Mitarbeiter bei (Nennung Abteilung) gewe-
sen sei, sich hingegen nicht eignen, den geltend gemachten Sachverhalt
zu belegen.
Weiter habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, sich nach seiner
Rückkehr in den Nordirak der G._ angeschlossen zu haben, um
sich vor den Islamisten respektive den Leuten zu schützen, die er bereits
im Verlauf seines ersten Asylverfahrens genannt habe. Eine seiner
Schwestern sei im Jahre (...) durch diese Gruppierung erschossen worden.
Im ersten Asylverfahren habe man ihm die geltend gemachten Gründe und
namentlich die drohende Auslieferung der G._ an die Islamisten
nicht geglaubt. Der negative Asylentscheid vom 18. Dezember 2002 sei
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unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Im vorliegenden Verfahren lie-
fere er keine Informationen, welche eine Wiedererwägung des ersten Asy-
lentscheids im Asylpunkt erforderlich machen würden. Im ersten Asylver-
fahren habe er den Nordirak im August 2002 verlassen, aus Angst vor einer
Auslieferung durch die G._ an die Islamisten. Den Ausführungen im
jetzigen Asylverfahren zufolge habe er sich der G._ angeschlossen,
um vor den Leuten, die er im ersten Verfahren genannt habe, Schutz zu
suchen. Dies lasse nicht darauf schliessen, dass er tatsächlich eine Aus-
lieferung befürchtet habe. Im vorliegenden Verfahren habe er zudem –
auch auf wiederholte Nachfrage – keine weiteren Gründe für seine erneute
Ausreise aus Nordirak genannt, abgesehen von der Gefahr, die ihm durch
sein Wissen über den Mord am P._ gedroht habe. Aus diesen Grün-
den könne nicht geglaubt werden, dass die Beschwerdeführenden den
Nordirak im November 2015 verlassen hätten, weil man den Beschwerde-
führer habe beseitigen wollen. Er habe zudem keine Hinweise geliefert, die
eine Wiedererwägung des BFF-Entscheids vom 18. Dezember 2002 im
Asylpunkt erforderlich machen würde.
3.2 Demgegenüber führten die Beschwerdeführenden in ihrer Rechtsmit-
teleingabe im Wesentlichen an, es stelle überspitzten Formalismus dar und
sei eine inkorrekte Interpretation, wenn sich das SEM am vom Beschwer-
deführer in der BzP verwendeten Begriff des „mehrmaligen Versuchs“ ihn
umzubringen festklammere. Er habe möglichst kurz und prägnant die per-
manente Bedrohungslage zu umschreiben versucht, in welcher er sich
durch sein Mitwissen über die wahren Todesumstände des P._ be-
funden habe. Die Lage sei bedrohlich gewesen und habe sich durch die
Aufforderung, als Spion bei der N._ zu arbeiten, noch verstärkt,
weshalb er wohl in der BzP von mehrfachen Versuchen gesprochen habe.
Das SEM stelle sich auf den Standpunkt, dass allenfalls ein einfacher Ver-
such vorgelegen habe, ihn zu beseitigen. Der beigelegte Zeitungsbericht
illustriere, wie die Parteien G._ und N._ jeweils mit Spionen
umgehen würden. Der Spionagebefehl habe ihn einer ernsthaften Lebens-
gefahr sowie der Gefahr der Folter ausgesetzt. Zum Grund, weshalb er den
Mord an seinem Arbeitskollegen im (...) anlässlich der BzP nicht erwähnt
habe, sei anzuführen, dass er anlässlich der Kurzbefragung angewiesen
worden sei, die Gründe für sein Asylgesuch kurz zusammenzufassen, was
er in der Folge auch getan habe. Zudem sei ihm gesagt worden, dass er
seine Asylgründe im Rahmen der Anhörung ausführlicher darlegen könne.
Es könne deshalb nicht von einem Widerspruch ausgegangen werden. So-
dann habe der (Nennung Abteilung) – nachdem die Familie des Opfers
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über die wahren Todesumstände informiert worden sei – ein noch viel grös-
seres Interesse daran, sich auf elegante Weise der verbliebenen Mitwisser
zu entledigen. Aktuell habe die G._ einen Haftbefehl gegen ihn er-
lassen. Er habe deshalb auch kein Asylgesuch in K._ einreichen
wollen, weil die G._ ihre Arme bis nach K._ ausstrecke und
er Angst gehabt habe, dass ihm sogar dort etwas geschehen könne. Die
allgemeine Erfahrung und Logik sei im Irak eine andere als in der Schweiz.
So würden, wie der eingereichte Zeitungsartikel eindrücklich beschreibe,
Regierungsparteien schlimme Verbrechen begehen und diese zu vertu-
schen suchen. Im Weiteren hätten sich die Islamisten, welche seine
Schwester getötet hätten, im Zeitpunkt seiner Rückkehr zurückgezogen,
weshalb von diesen keine Gefahr mehr gedroht habe. Die G._ habe
im damaligen Zeitpunkt nichts gegen ihn gehabt, sondern sei lediglich un-
ter dem Druck der Islamisten gestanden. Es sei grundsätzlich sicherer, für
die G._ zu arbeiten, ausser es geschehe jemandem eine ähnlich
unangenehme Geschichte wie ihm.
Ferner entbehre die Annahme des SEM, die Beschwerdeführerin wolle
durch ihr angebliches Unwissen inkongruente Angaben zwischen ihr und
dem Beschwerdeführer vermeiden, jeglicher Grundlage. Es habe sich tat-
sächlich so zugetragen, dass der Beschwerdeführer keine Auskunft über
die wahren Gründe der Flucht gegeben habe. Sie habe dies keinesfalls
ohne Nachfragen hingenommen. Aufgrund des zwischen ihnen bestehen-
den tiefen Vertrauensverhältnisses und des Versprechens, sowohl in guten
als auch in schlechten Zeiten füreinander da zu sein, müsse sie ihrem
Mann vertrauen, wenn dieser über etwas nicht sprechen wolle. Ausserdem
lasse sich eine Frau im Irak höchstens von einem Mann scheiden, wenn er
sie betrüge. Sie habe sich nach vielen Diskussionen entschieden, ihrem
Mann zu folgen und ihm ihr Vertrauen zu schenken. Der Beschwerdeführer
habe seinen Eltern und ihr die Gründe für die Reise nach O._ res-
pektive die Fluchtgründe nicht näher erläutert, um sie nicht zu belasten.
Sie hätten dem SEM alle Informationen zur Verfügung gestellt und die
Gründe für ihr Asylgesuch so detailliert wie möglich erläutert. Da eine ge-
zielte Verfolgung durch eine Regierungspartei der kurdischen Regionalre-
gierung, konkret die G._, asylrelevant sei, sei den Beschwerdefüh-
renden folglich Asyl in der Schweiz zu gewähren.
3.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM im Wesentlichen an seinen
Erwägungen im angefochtenen Entscheid fest und führte ergänzend an,
der Beschwerdeführer habe auf Beschwerdestufe einen (Nennung Beweis-
mittel) eingereicht, den ihm ein Kollege habe fotografieren und zuschicken
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können. Der (Nennung Dokument) vermöge jedoch die in der angefochte-
nen Verfügung genannten Unstimmigkeiten nicht zu beseitigen. Der (Nen-
nung Dokument) lasse sich im Übrigen leicht herstellen oder käuflich er-
werben. Ferner hätten die Beschwerdeführenden mit Schreiben vom
9. September 2016 einen (Nennung Beweismittel) ins Recht gelegt. Ge-
mäss diesem Bericht sei die Beschwerdeführerin in Erwartung von Zwillin-
gen und es bestehe eine Hochrisikoschwangerschaft, weshalb ein Weg-
weisungsvollzug nicht möglich sei. Das SEM sei ebenfalls der Auffassung,
dass ein Vollzug der Wegweisung während dieser Schwangerschaft nicht
zumutbar sei. Indessen sei festzuhalten, dass das Vorhandensein von Zwil-
lingen einem Wegweisungsvollzug nach Nordirak nicht grundsätzlich ent-
gegenstehe. Wie im angefochtenen Entscheid erwähnt, seien die Be-
schwerdeführenden jung und bei guter Gesundheit. Sie hätten in der Hei-
mat ein tragfähiges soziales oder familiäres Beziehungsnetz. Weiter wür-
den sie über Berufserfahrung oder eine Ausbildung verfügen. Die Unzu-
mutbarkeit werde in der Beschwerdeschrift vom 29. August 2016 nicht gel-
tend gemacht. Im Schreiben vom 9. September 2016 werde lediglich an-
geführt, der Wegweisungsvollzug aus der Schweiz sei aufgrund der kom-
plexen Hochrisikoschwangerschaft nicht zumutbar. Sollte die Geburt bei
Abschluss des Beschwerdeverfahrens noch nicht stattgefunden haben,
wäre diesem Umstand durch das SEM mit einer angemessen langen Aus-
reisefrist Rechnung zu tragen.
3.4 In ihrer Replik hielten die Beschwerdeführenden sodann im Wesentli-
chen fest, die Vorinstanz habe in unzulässiger Weise dem eingereichten
(Nennung Dokument) den Beweiswert abgesprochen respektive diesen als
Fälschung oder Gefälligkeitsschreiben gewertet. Vielmehr wäre vom SEM
zu erwarten, dass es konkrete Indizien nenne, weshalb am Beweiswert des
eingereichten Beweismittels Zweifel bestehen würden. Der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe in seinem Urteil M.A. gegen
die Schweiz vom 18. November 2014 festgehalten, dass die eingereichten
Dokumente eines Asylsuchenden nicht einfach ausser Acht gelassen wer-
den könnten, nur weil sie als Kopien eingereicht worden seien, und auf-
grund der allgemeinen Behauptung, solche Dokumente könnten gekauft
werden. Eine solche Herangehensweise vernachlässige die besondere Si-
tuation von Asylsuchenden und ihren Schwierigkeiten, die ihnen drohende
Verfolgung zu beweisen. Auch wenn der Gerichtshof nicht selber entschei-
den könne, ob die eingereichten Dokumente echt seien, sei festzustellen,
dass der Beschwerdeführer mit deren Einreichung alles getan habe, was
von ihm habe erwartet werden können, um seine Verfolgung zu beweisen.
Gleichzeitig hätten die Schweizer Behörden nichts Substanzielles gegen
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die Echtheit der Dokumente vorgebracht und hätten nicht versucht, deren
Echtheit zu überprüfen. Angesichts dieser Erwägungen und der Tatsache,
dass sie im Rahmen ihres Asylverfahrens zahlreiche Dokumente einge-
reicht hätten, die sich mit ihren Aussagen während den Anhörungen de-
cken würden und ihnen keine Alternative bleibe, um ihre Verfolgung zu be-
weisen, dürfe die Vorinstanz nicht in pauschaler Weise davon ausgehen,
dass die eingereichten Dokumente keinen Beweiswert hätten. Ferner hät-
ten sie in ihrer Eingabe vom 9. September 2016 sinngemäss die Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs geltend gemacht. Da es sich bei der neu
hinzugekommenen Hochrisikoschwangerschaft um eine für das Beschwer-
deverfahren relevante Tatsache handle, werde beantragt, dass die Rechts-
begehren gemäss Art. 32 Abs. 2 VwVG entsprechend ergänzt würden. Da
die aussergewöhnliche Schwangerschaft gravierende Auswirkungen auf
die Gesundheit der Beschwerdeführerin haben könne, erscheine nur
schwer nachvollziehbar, wie die Vorinstanz die Wegweisung bereits im jet-
zigen Zeitpunkt als zumutbar beurteilen könne.
4.
4.1 Die Beschwerdeführenden rügen in formeller Hinsicht zunächst eine
Verletzung des Verbots des überspitzten Formalismus sowie sinngemäss
eine solche der Begründungspflicht.
4.1.1 Überspitzter Formalismus als besondere Form der Rechtsverweige-
rung liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dann vor, wenn für
ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die
Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vorschrif-
ten mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsmittel überspannte
Anforderungen stellt und dem Bürger den Rechtsweg in unzulässiger
Weise versperrt (vgl. BGE 120 V 413 E. 4b S. 417; 115 Ia 12 E. 3b S. 17).
Dabei sind Parteierklärungen, die im Rahmen eines Prozesses abgegeben
werden, unter Berücksichtigung von Treu und Glauben auszulegen, d.h.
sie müssen so ausgelegt werden, wie sie der Empfänger nach den gesam-
ten Umständen in guten Treuen verstehen durfte und verstehen musste
(BGE 116 Ia 56 E. 3b S. 58 m.H.). Vorliegend vermag die Rüge der Be-
schwerdeführenden, es stelle eine inkorrekte Interpretation dar, wenn sich
das SEM am vom Beschwerdeführer in der BzP verwendeten Begriff des
„mehrmaligen Versuchs“ ihn umzubringen, festklammere, nicht durchzu-
dringen und stellt demnach auch keine Verletzung des Verbots des über-
spitzten Formalismus dar. Weder hat das SEM die hier in Frage stehende
Vorschrift von Art. 7 AsylG – bei der es sich im Übrigen ohnehin nicht um
eine formelle Vorschrift handelt – mit übertriebener Schärfe gehandhabt
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noch hat es eine als treuwidrig zu erachtende Auslegung der im Rahmen
der BzP vom Beschwerdeführer abgegebenen Erklärungen vorgenommen.
Der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass sich das SEM mit
den Ausführungen des Beschwerdeführers in der BzP und der Anhörung
zum fraglichen Punkt einlässlich auseinandergesetzt hat und nach einer
Gegenüberstellung einzelner Aussagen zum Schluss gekommen ist, dass
sich diese mit dem eigentlichen Auslöser für die Ausreise nicht in Einklang
bringen lassen würden (vgl. act. C23/11 S. 5 f.). Trotz des summarischen
Charakters der BzP ist es gemäss ständiger Rechtsprechung denn auch
zulässig, Widersprüche für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuzie-
hen, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum – respektive in der BzP –
in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen
in der Anhörung bei der Vorinstanz diametral abweichen, oder wenn be-
stimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asyl-
gründe genannt werden, nicht bereits im Empfangszentrum zumindest an-
satzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer D-7/2015 vom
11. Oktober 2017 E. 4.2.6 m.w.H; Entscheidungen und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3). In der an-
gefochtenen Verfügung hat das SEM dem Protokoll der BzP keine unrecht-
mässige Bedeutung beigemessen und zu Recht und mit zutreffender Be-
gründung das Sachverhaltselement angeführt, dass der Beschwerdeführer
– im Gegensatz zur späteren Anhörung – von mehreren Tötungsversuchen
gegen seine Person gesprochen hat (vgl. act. C3/11 S. 7).
4.1.2 Ferner erweist sich auch die mit der Replik vom 9. Dezember 2016
sinngemäss vorgebrachte Rüge der Verletzung der Begründungspflicht als
nicht stichhaltig. So kann der in der Vernehmlassung geäusserte Vorhalt
des SEM, dass das vom Beschwerdeführer eingereichte Dokument ([Nen-
nung Beweismittel]) leicht herstellbar oder käuflich erwerbbar sei, im Rah-
men einer Gesamtwürdigung durchaus als Argument verwendet werden,
wenn dies nicht textbausteinartig ohne weitere Argumente geschieht. Vor-
liegend wurde durch das SEM nicht pauschal argumentiert respektive per
se auf die leichte Herstellbarkeit respektive Käuflichkeit von Beweismitteln
der eingereichten Art hingewiesen, sondern der Vorhalt wurde im An-
schluss an eine weitere Erwägung vorgebracht und so in einer Gesamt-
würdigung mitberücksichtigt. Zwar stellt sich die weitere Erwägung als
knapper Hinweis auf die im angefochtenen Entscheid dargelegten Unstim-
migkeiten im Sachverhaltsvortrag dar. Die Vorinstanz hat dort jedoch auf
mehreren Seiten einlässlich die Ungereimtheiten in den Asylvorbringen der
Beschwerdeführenden erörtert und diese – durch ihren Verweis in der Ver-
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nehmlassung – somit auch einfliessen lassen. Eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht ist auch deshalb nicht zu erkennen, weil es den Beschwerde-
führenden möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des SEM-Entschei-
des zu machen und diesen sachgerecht anzufechten (vgl. BGE 129 I 232
E. 3.2). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass sich die verfü-
gende Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung
und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf
die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E.
2b; BVGE 2013 E. 4.1; 2008/47 E. 3.2).
4.1.3 Zusammenfassend erweisen sich die Rügen der Verletzung des Ver-
bots des überspitzten Formalismus sowie der Begründungspflicht als un-
begründet.
4.2 Nach Würdigung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in
materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Erwägungen der Vorinstanz,
wonach nicht geglaubt werden könne, dass die Beschwerdeführenden
E._ und den Nordirak im November 2015 wegen der Gefahr, dass
der Beschwerdeführer von der G._ beseitigt werden könnte und
keine Hinweise vorliegen würden, welche an dem Befund der Unglaubhaf-
tigkeit der Ausführungen im ersten Asylverfahren Zweifel aufkommen las-
sen würden, im Resultat zutreffen und die Ausführungen in der Beschwer-
deschrift sowie die diesbezüglich eingereichten Beweismittel nicht geeig-
net sind, sie in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.
4.2.1 Der Einwand des Beschwerdeführers, er habe in der BzP möglichst
kurz und prägnant die permanente Bedrohungslage zu umschreiben ver-
sucht, in welcher er sich durch sein Mitwissen über die wahren Todesum-
stände des P._ befunden habe, die durch die Aufforderung, als
Spion bei der N._ zu arbeiten, noch verstärkt worden sei, weshalb
er wohl in der BzP von mehrfachen Tötungsversuchen gesprochen habe,
vermag nicht zu überzeugen. Das SEM hat in seinen Erwägungen in de-
taillierter Weise auf die fraglichen Aussagen in den jeweiligen Protokollen
Bezug genommen, diese miteinander verglichen und seine Schlussfolge-
rungen in überzeugender Weise dargelegt, denen sich das Bundesverwal-
tungsgericht in casu vollumfänglich anschliesst. Der Beschwerdeführer
verkennt, dass alleine eine sich verstärkende Bedrohungslage oder die
mehrmalige Ermahnung durch Vorgesetzte, über die wahren Todesum-
stände des P._ Stillschweigen zu bewahren, ansonsten er diesel-
ben Konsequenzen zu tragen hätte, nicht mit einem Versuch, ihn zu ermor-
den, gleichgesetzt werden kann. Ein Asylgesuchsteller hat grundsätzlich
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nur eigene Erlebnisse zu schildern und braucht nicht komplizierte theoreti-
sche oder abstrakte Erörterungen anzustellen. Da lediglich selber Erlebtes
wiederzugeben ist, darf erwartet werden, dass der Sachverhalt in den we-
sentlichen Zügen wiederholt übereinstimmend wiedergegeben werden
kann, zumal es sich bei den geschilderten mehrmaligen Versuchen, den
Beschwerdeführer zu ermorden, um einschneidende Ereignisse handelt,
die erfahrungsgemäss besonders gut im Gedächtnis haften bleiben. Aus
den gleichen Überlegungen sowie den bereits oben in Ziffer 4.1.1 erwähn-
ten Gründen ist der weitere Einwand, er habe den Mord an seinem Arbeits-
kollegen im (...) anlässlich der BzP nicht erwähnt, weil er dort angewiesen
worden sei, die Gründe für sein Asylgesuch kurz zusammenzufassen und
er seine Asylgründe im Rahmen der Anhörung ausführlicher darlegen
könne, als unbehelflich zu erachten. So wäre es ihm auch im Rahmen einer
Zusammenfassung möglich und zumutbar gewesen, zumindest kurz oder
auch nur stichwortartig auf diesen für seine Asylgründe wichtigen Zwi-
schenfall hinzuweisen.
4.2.2 Soweit die Beschwerdeführenden vorbringen, dass der (Nennung
Abteilung) – nachdem die Familie des Opfers über die wahren Todesum-
stände informiert worden sei – nun ein noch viel grösseres Interesse daran
habe, sich auf elegante Weise der verbliebenen Mitwisser zu entledigen,
kann dieser Ansicht nicht beigepflichtet werden. Zunächst ist diesbezüglich
auf die als zutreffend zu erachtenden vorinstanzlichen Argumente im Asyl-
entscheid hinzuweisen (vgl. act. C23/11 S. 6). Sodann ist in keiner Weise
einsichtig, weshalb sich die Geheimdienstabteilung überhaupt solcher Mit-
arbeiter, welche im Zuge ihrer Arbeit mit sensiblen Informationen in Berüh-
rung gekommen seien, sicherheitshalber entledigen wollte, zumal ohnehin
jeder dort Angestellte wohl ausnahmslos als Geheimnisträger anzusehen
sein dürfte. Wäre dem tatsächlich so beziehungsweise folgte man der Ar-
gumentation der Beschwerdeführenden, so würde dies implizieren, dass
der fragliche Geheimdienst keinem seiner Mitarbeiter über den Weg trauen
würde und deshalb früher oder später jede dort angestellte Person mit ihrer
Liquidation rechnen müsste. Es ist jedoch davon auszugehen, dass nur
vertrauenswürdiges Personal eingestellt wird, das sich – wie offenbar ja
auch beim Beschwerdeführer – zunächst eine gewisse Zeit lang bewähren
muss, bis es dann mit sensibleren Aufgaben betraut wird. Der Beschwer-
deführer hat denn auch zu Protokoll gegeben, zu keinem Zeitpunkt und
gegenüber niemandem je irgendetwas über die wahren Todesumstände
(weiter)erzählt zu haben (vgl. act. C21/20 S. 14). Angesichts des nach dem
Tod des P._ im Jahre (...) respektive dem Tod eines Kollegen im (...)
bis zur Ausreise im November 2015 verstrichenen Zeitablaufs dürfte für
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den (Nennung Abteilung) denn auch unschwer festzustellen gewesen sein,
dass es sich beim Beschwerdeführer um einen loyalen Mitarbeiter handelt,
zumal eigenen Angaben zufolge sich nach der zweiten Ermahnung im (...)
keine besonderen Vorkommnisse mehr ereignet haben (vgl. act. C21/20
S. 15).
4.2.3 Die Beschwerdeführenden haben zur Stützung ihrer Vorbringen zwei
den Beschwerdeführer betreffende Dokumente, jeweils ausgestellt von der
Sicherheitsdirektion E._, ins Recht gelegt ([Nennung Beweismit-
tel]). Gemäss dem (Nennung Beweismittel) gelte der Beschwerdeführer
seit dem (...) als Deserteur und werde – laut (Nennung weiteres Beweis-
mittel) – seit dem (...) gesucht. Den Ausführungen des Beschwerdeführers
zufolge hat er bis zum Donnerstag, (...), an seiner Arbeitsstelle gearbeitet,
die beiden folgenden Tage, also Freitag und Samstag, seien Ruhetage ge-
wesen. Er habe innerhalb dieser zwei Tage die Ausreise organisiert (vgl.
act. C21/20 S. 6). Der Beschwerdeführer kehrte demzufolge an seinem
nächsten regulären Arbeitstag, welches der (...) gewesen wäre, nicht mehr
an seine Arbeitsstelle zurück. Daher hätte er logischerweise frühestens ab
dem (...) als Deserteur betrachtet werden können, nicht jedoch – wie im
Dokument festgehalten – schon am (...), als er sich eigenen Angaben zu-
folge noch am Arbeitsplatz befunden hatte. Ferner brachte der Beschwer-
deführer vor, dass nach einer militärischen Flucht ein Komitee gegründet
werde und man eine Frist von 40 Tagen erhalte, um sich beim Komitee zu
melden, ansonsten die Sache vom Komitee mit einem Rapport ans Militär-
gericht gehe. Nach dem Rapport werde dann ein Haftbefehl ausgestellt und
erst danach werde man verurteilt (vgl. act. C21/20 S. 15 f.). Folgt man die-
sen Ausführungen und dem auf dem (Nennung Beweismittel) festgehalte-
nen Datum – gemäss welchem der Weggang des Beschwerdeführers be-
kannt geworden sein soll, wäre der Rapport im Falle des Beschwerdefüh-
rers spätestens (...) ans Militärgericht überwiesen und kurze Zeit danach,
mithin im (...), ein Haftbefehl ausgestellt worden. Der eingereichte (Nen-
nung Beweismittel) datiert jedoch vom (...). Die Ausführungen des Be-
schwerdeführers lassen sich demnach mit den Daten auf den eingereich-
ten Dokumenten nicht in Übereinstimmung bringen. Zudem ist nicht ein-
sichtig, weshalb er die beiden Dokumente nicht bereits viel früher einge-
reicht hat, sollen diese doch von einem (Arbeits)Kollegen fotografiert und
zugestellt worden sein. Nachdem es sich bei diesen Dokumenten um be-
hördeninterne Dokumente handelt und sich insbesondere der (Nennung
Dokumente) an alle Mitglieder der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden
wendet, ist logisch nicht nachvollziehbar, weshalb diese erst so viel später
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Seite 21
nach deren Ausstellung ins Recht gelegt wurden, zumal der (Nennung Be-
weismittel) dem erwähnten (Arbeits)Kollegen sehr rasch zur Kenntnis ge-
langt sein müsste. Ausserdem wäre, folgt man den Ausführungen des Be-
schwerdeführers, eine Verurteilung seiner Person im Jahre (...) zu erwarten
gewesen (vgl. act. C21/20 S. 15 unten). Eine solche hat er im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens jedoch weder jemals erwähnt noch durch irgendei-
nen Beleg aktenkundig gemacht. Angesichts des offensichtlich bestehen-
den Kontaktes zu einem (Arbeits)Kollegen wäre aber mit Fug zu erwarten,
dass er darüber irgendwelche Angaben hätte geben können. Zudem liegen
die beiden Dokumente lediglich in Form von leicht manipulierbaren Kopien
vor, weshalb diesen insgesamt für den Nachweis der vorgebrachten Ver-
folgungssituation keinerlei Beweiskraft zuerkannt werden kann.
Ferner vermag alleine die Behauptung, dass die allgemeine Erfahrung und
Logik in der Heimat der Beschwerdeführenden eine andere als in der
Schweiz sei, zumal – wie der eingereichte Zeitungsartikel belege – Regie-
rungsparteien schlimme Verbrechen begehen und diese zu vertuschen su-
chen würden, obige Erkenntnis nicht in einem anderen Licht erscheinen zu
lassen. Sodann ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer bereits in sei-
nem ersten Asylverfahren unglaubhafte Schilderungen im Zusammenhang
mit der G._ und damit einhergehend mit angeblich ernsthaften und
gegen seine Person gerichteten Nachteilen – indem er von dieser an die
Islamisten hätte ausgeliefert werden sollen (vgl. Bst. A.b oben) – machte,
was bereits gewisse Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit zu-
lässt. Angesichts obiger Erwägungen gelingt es dem Beschwerdeführer
auch im Rahmen des zweiten Asylgesuchs nicht, eine noch immer von der
G._ ausgehende, wenn auch anders als im ersten Asylverfahren
geartete, flüchtlingsrechtlich relevante Bedrohung glaubhaft darzulegen.
4.2.4 Die Beschwerdeführerin hat keine eigenen Asylgründe geltend ge-
macht, zumal sie eigenen Angaben zufolge in ihrer Heimat keinerlei Prob-
leme gehabt hat (vgl. act. C4/10 S. 6; C22/7 S. 3). Sodann hat sie sich
lediglich indirekt auf die Asylvorbringen ihres Ehemannes berufen, da sie
weder damals noch im heutigen Zeitpunkt jemals Kenntnis von den tat-
sächlichen Gründen, die zur Flucht geführt haben sollen, erhalten habe.
Nachdem sich die Gründe, die den Beschwerdeführer zur Ausreise aus
dem Irak bewogen haben sollen, als unglaubhaft erweisen, erübrigt es sich
demnach, auf den vorinstanzlichen Vorhalt und die entsprechenden Ent-
gegnungen zum angeblich unglaubhaften Aussageverhalten der Be-
schwerdeführerin näher einzugehen, da dieser Punkt für die Beurteilung
der Glaubhaftigkeit vorliegend nicht mehr relevant ist.
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Seite 22
4.2.5 Die weiteren, von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegten Be-
weismittel vermögen an obiger Einschätzung nichts zu ändern, zumal diese
– wie vom SEM zu Recht erkannt – zwar die unbestritten gebliebene Iden-
tität, die von den Beschwerdeführenden vorgebrachten Anstellungen sowie
die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der G._ zu belegen
vermögen, jedoch keinen Rückschluss auf die geltend gemachten Asyl-
gründe zulassen.
4.3 Insgesamt teilt das Gericht die Einschätzung der Vorinstanz im Asyl-
punkt. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be-
schwerdeführenden verneint und folglich ihre Asylgesuche abgewiesen.
5.
5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG).
5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AuG).
So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund
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Seite 23
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl.
ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf
hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-
sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-
schwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden in den
Irak ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-
schaffung in den Irak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt wären. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folter-
ausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr
(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl.
Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-
mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechts-
situation im Irak lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt
nicht als unzulässig erscheinen (in diesem Sinne auch Urteil des BGer.
2C_791/2016 vom 26. September 2016, E. 3.6 [vgl. auch die dortige La-
geanalyse]). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
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festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
6.4.1 Die Beschwerdeführenden sind irakische Staatsangehörige und leb-
ten zuletzt in E._ in der gleichnamigen Provinz innerhalb der KRG.
6.4.2 Betreffend das Gebiet des Nordiraks gelangte das Bundesverwal-
tungsgericht in BVGE 2008/5 zu unterschiedlichen Einschätzungen der
verschiedenen Teilgebiete. In den damals drei nordirakischen Provinzen
Dohuk, Erbil und Suleimaniya seien die regionalen Sicherheitsbehörden
grundsätzlich in der Lage und willens, den Einwohnern Schutz vor Verfol-
gung zu gewähren (vgl. a.a.O. E. 6.7). Diese Lageeinschätzung wurde im
Urteil E-3737/2015 vom 14. Dezember 2015 (als Referenzurteil publiziert)
bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht gelangte in diesem Urteil zum
Schluss, dass der Zumutbarkeitspraxis betreffend Nordirak gemäss
BVGE 2008/5 weiterhin zu folgen sei. Es wies darauf hin, dass der anhal-
tende Konflikt in Syrien und der Vormarsch des IS eine Flüchtlingswelle
ausgelöst hätten, wobei ein Grossteil der im Irak intern vertriebenen Per-
sonen (engl. internally displaced people [IDP]), aber auch zahlreiche
Flüchtlinge aus Syrien in den kurdischen Provinzen Nordiraks Zuflucht ge-
funden hätten. Zum Schutze vor Infiltranten oder Sympathisanten des IS
habe die KRG die Einreisebedingungen und die Sicherheitsvorkehrungen
verschärft. Eigentliche militärische Auseinandersetzungen mit dem IS in-
nerhalb der KRG seien nicht zu verzeichnen, so dass die Sicherheitslage
in der KRG-Region grundsätzlich weiterhin als stabil bezeichnet werden
könne und heute nach wie vor keine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne
von Art. 83 Abs. 4 AuG vorliege. Der Wegweisungsvollzug in die KRG-Re-
gion sei somit grundsätzlich zumutbar. Das Bundesverwaltungsgericht
sieht vorliegend keine Gründe, von dieser gefestigten Praxis abzuweichen.
Der Wegweisungsvollzug nach E._ ist grundsätzlich als zumutbar
zu qualifizieren.
In individueller Hinsicht ist festzuhalten, dass die gesunden Beschwerde-
führenden in ihrer Herkunftsregion respektive in E._ und dessen
Umgebung über ein familiäres Beziehungsnetz sowie mehrjährige Berufs-
erfahrung verfügen und die Beschwerdeführerin einen (Nennung Schulab-
schluss) besitzt (vgl. act. C3/11 S. 4 f.; C4/10 S. 4). Zudem haben die Be-
schwerdeführenden den Kontakt zu ihren in der Heimat lebenden Ver-
wandten auch während ihres Aufenthalts in der Schweiz aufrechterhalten
(vgl. act. C21/20 S. 7; C22/7 S. 2).
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6.4.3 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so
bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Ge-
sichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus
einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im Lichte
von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die
Rechte des Kindes (SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind
demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hin-
blick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. In Bezug auf das Kin-
deswohl können für ein Kind namentlich folgende Kriterien im Rahmen ei-
ner gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung sein: Alter, Reife, Abhän-
gigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigen-
schaften seiner Bezugspersonen (insbesondere Unterstützungsbereit-
schaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbil-
dung, sowie der Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufent-
halt in der Schweiz (vgl. BVGE 2009/28 E.9.3.2 S. 367 f.). In casu vermag
der Aufenthalt und die damit verbundene Integration der beiden Kinder
C._ und D._ in der Schweiz keinen Verstoss gegen das Kin-
deswohl darzustellen. So sind die beiden im (...) in der Schweiz geborenen
Söhne noch Kleinkinder, weshalb diese noch ausschliesslich an ihre Eltern
gebunden sind und daher noch keinerlei Assimilation an die hiesigen Ver-
hältnisse stattgefunden hat.
6.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Wegeweisungsvollzug insge-
samt als zumutbar.
6.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-
digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen
Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch
BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-
lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).
6.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
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8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-
deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen wurde mit Zwi-
schenverfügung vom 10. Oktober 2016 unter anderem das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65
Abs. 1 VwVG gutgeheissen. Aufgrund der Akten ist nicht davon auszuge-
hen, dass sich ihre finanzielle Lage seither in für das Verfahren relevanter
Weise verändert hätte. Es ist somit auf die Auferlegung von Verfahrenskos-
ten zu verzichten.
8.2 Mit Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2016 wurde ausserdem das
Gesuch um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1
AsylG) und den Beschwerdeführenden ihre Rechtsvertreterin als Rechts-
beiständin bestellt. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre not-
wendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Die
Rechtsvertreterin reichte mit Eingaben vom 9. Dezember 2016 und 27. No-
vember 2016 jeweils eine Kostennote zu den Akten. In der aktualisierten
Kostennote vom 27. November 2017 wird ein als angemessen zu erach-
tender Aufwand von sechs Stunden und Auslagen von Fr. 46.50 geltend
gemacht sowie darauf hingewiesen, dass keine Mehrwertsteuerpflicht be-
stehe. Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der
Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– bei nichtan-
waltlicher Vertretung aus. In Anbetracht dieser Ausführungen, der Kosten-
note (Art. 9 Abs. 1 Bst. a und b VGKE) und der massgebenden Bemes-
sungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist die der Rechtsvertreterin für das Be-
schwerdeverfahren auszurichtende amtliche Entschädigung auf insgesamt
Fr. 947.– (Honorar: Fr. 900.–, Auslagen: Fr. 46.50) festzusetzen.
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