Decision ID: c22d09e5-ca9b-45c5-8caa-cdf33c60d235
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1989 geborene
X._
ist gelernte Imm
obilien-Bewirt
schafterin und war
zuletzt ab
1.
Dezember 2014 bei der
Y._
ange
stellt
(Pensum 100
%
,
Urk.
7/19). Infolge starker chronischer Spannungskopf
schmerzen musste die Versicherte ihr Arbeitspensum per 2
8.
November 2016 auf 50
%
reduzieren (
Urk.
7/3 S. 1); in der Zeit vom 1
4.
Dezember 2016 bis 1
0.
Januar 2017 weilte sie in der
Z._
zur stationären neurologischen Rehabilitation (
Urk.
7/6). Infolge persistierender Kopfschmerzen erfolgte am 2
7.
Februar 2017 die Früherfassung bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle (
Urk.
7/3); nachdem die Arbeitsfähigkeit nicht nachhaltig gesteigert werden konnte, meldete sich die Versicherte am
9.
Mai 2017 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/11).
In der Folge klärte diese den medizinischen Sachverhalt ab und zog insbesondere die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Visana
) bei, welcher eine
bidiszipli
näre
Abklärung in die Wege geleitet hatte (
A._
-Gutachten vom
5.
Juli 2017,
Urk.
7/26).
Am 1
3.
Juli 2017 informierte der Krankentaggeldversicherer über die Einstellung der Taggeldleistungen
ab
2
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/25). Mit Vorbescheid vom 1
6.
August 2017 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/28) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 2
7.
No
vember 2017 fest (
Urk.
7/36 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
Rechtsv
ertreter der Versicherten am 1
0.
Januar 2018 Be
schwerde und beantragte,
die Verfügung vom 2
7.
November 2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zur Gewährung der gesetzlichen Leistungen zu ver
pflichten, insbesondere zur Ausrichtung von Rentenleistungen;
eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
zur Feststellung der Arbeits- und respektive Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
vorzunehmen. Weiter sei ein zweiter Schriftenwechsel anzusetzen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Verfahrensakten die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
5.
März 2018 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
;
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die ange
fochtene Verfügung damit, dass auf das Gutachten des Krankentaggeldversicherers im Rahmen des vorliegenden IV-Verfahrens abgestellt werden könne. Daraus ergebe sich, dass die Beschwerde
führerin an keinem IV-relevanten Gesundheitsschaden leide und von einer un
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
2).
2.2
In formeller Hinsicht machte der Vertreter der Beschwerdeführerin geltend, dass die Beschwerdegegnerin auf die im Einwand dargelegten Mängel des
A._
-Gutachtens nicht eingehe, was eine krasse Verletzung der Begründungspflicht darstelle (
Urk.
1 S. 3). Daneben sei das für mono- und
bidisziplinäre
Gutachten vorgesehene formalisierte Verfahren nicht eingehalten worden, sodass schon allein aus verfahrensrechtlicher Sicht nicht auf das
A._
-Gutachten abgestellt werden könne (S. 6 f.). Auch gelte im Privatversicherungsrecht ein vom Versi
cherer in Auftrag gegebenes Gutachten als
blosse Parteibehauptung (S. 7); dane
ben
sei das Gutachten auch inhaltlich mangelhaft und unvollständig.
So werde im neurologischen Gutachten allein eine einfache Migräne unklarer Ausprägung erwähnt und nicht auch die chronischen Spannungskopfschmerzen (S. 9). Weiter liege aufgrund der vielen verschiedenen Behandlungs- und Therapiemethoden eben keine «gut und einfac
h behandelbare» Migräne vor (S.
10); daneben sei
auch
die Würdigung der medizinischen
Vorakten
ungen
ügend (S. 11). D
ie Behauptung, dass die Beschwerdeführerin keine Therapie/Medikation durchführe
, sei
falsch und aktenwidrig, was sich aus
Urk.
7/21 ergebe (S. 12); zudem w
ü
rde
auf die vorgebrachten Gleichgewichts
störungen und Schwindelbeschwerden nicht einge
gangen (S. 14). Auch das psychiatrische Gutachten berücksichtige
die
Vorakten
nur ungenügend, so
dass insgesamt auf das
A._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne
, sondern vielmehr auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte
(
S. 16). Dabei sei grossmehrheitlich von einer Arbeitsunfähigkei
t von 50
%
auszuge
hen (S. 17).
3.
3.1
Der für den psychiatrischen Teil des
A._
-Gutachtens vom
5.
Juli 2017 ver
antwortliche
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, konnte keine Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Die Beschwerdeführerin habe psychisch insgesamt nicht beeinträchtigt und nicht we
sentlich schmerzgeplagt gewirkt. Sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
, die derzeitige Therapie könne durchaus auch neben einer vollschichtigen Arbeitstä
tigkeit erfolgen (
Urk.
7/26/7-11).
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte in seinem neu
rologischen Teilgutachten eine einfache Migräne unklarer Ausprägung. Hinsicht
lich der Ausprägung würden Zweifel bestehen; so sei die angegebene Schmerzin
tensität (VAS 8/10) bei fehlender Medikation nicht plausibel. Auch entspreche die reklamierte Schmerzausprägung nicht dem hie
sigen klinischen Eindruck und es
wer
de kein Schmerzkalender geführt. Ausprägung und Krankheitswertigkeit der berichteten Kopfschmerzsymptomatik würden zweifelhaft bleiben. Die Migräne sei eine grundsätzlich gut und einfach behandelbare eigenständige biologische Entität (Entspannungsübungen, Ausdauersport, gegebenenfalls Einsatz von
Trip
tanen
, gegebenenfalls Einsatz einer
intervallären
Medikation zum Beispiel mit einem Betablocker, Führen eines Kopfschmerzkalenders), sodass hier keine Min
derung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. In der angestammten Tätigkeit
sei demnach von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, die Notwen
d
igkeit einer angepassten Tätigkeit bestehe nicht. Die Prognose sei günstig, da die Migräne eine einfach und aussichtsreich behandelbare Störung sei (
Urk.
7/26
/
27
-29).
3.2
Zu prüfen ist zunächst, ob das vorliegenden
A._
-Gutachten vom
5.
Juli 2017 inhaltlich eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts darstellt.
Bezüglich der Berücksichtigung der medizinischen
Vorakten
ist anzumerken, dass es insbesondere im Oktober/November 2016 zu einer gesundheitlichen Ver
schlechterung gekommen ist, wobei die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum reduzieren musste und eine stationäre Behandlung nötig wurde (vgl.
Urk.
7/6). Vor diesem Hintergrund kann die Zusammenfassung der wesentlichen
Vorakten
im
A._
-Gutachten nicht nachvollzogen werden, fehlen doch sämtliche Be
richte
der Monate Oktober 2016 bis März 2017
(Urk.
7/26/6,
Urk.
7/26/23)
. Schon allein deshalb ersche
int es fraglich, ob vorliegend
von einer ausreichenden Wür
digung der massgebenden medizinischen
Vorakten
ausgegangen werden kann. Weiter
wies Prof.
Dr.
C._
darauf hin, dass aktuell keine Therapien durchgeführt würden (
Urk.
7/26/22).
Dies widerspricht
sowohl
den Angaben im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
7/26/4) als auch der Übersicht über die durchgeführten Be
handlungen (
Urk.
7/33). Diese
r ist zu entnehmen, dass im massgebenden Zeit
raum (Exploration am
1.
Juni 2017, Gutachten vom
5.
Juli 2017;
Urk.
7/26/2) sowohl somatische als auch psychiatrische Therapien durchgeführt worden sind.
Auch aus der T
herapieempfehlung
(Entspannungsübungen, Ausdauersport, gege
benenfalls Einsatz von
Triptanen
, gegebenenfalls Einsatz einer
intervallären
Me
dikation zum Beispiel mit einem Betablocker, Führen eines Kopfschmerzkalen
ders;
Urk.
7/26/29)
muss
auf
eine
ungenügende Würdigung der
Vorakten
ge
schlossen werden.
So ist der Übersicht über die durchgeführten Behandlungen (
Urk.
7/33) zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sowohl in den Bereichen Entspannungsförderung als auch der medikamentösen Schmerzbekämpfung eine Vielzahl von Massnahmen ergriffen hat, sodass die von Prof.
Dr.
C._
gestellte Prognose so nicht zu überzeugen verma
g (vgl. auch Akuttherapie
mit Zomig nasal
seit 1
4.
Juli 2017
;
Urk.
7/37/36).
Zuletzt weist der Vertreter der Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass auf die angegebenen Gleichgewichtsstörungen und Schwindelbeschwerden nicht ein
gegangen werde (
v
gl.
Urk.
7/26/3,
Urk.
1 S. 14).
Insgesamt ist festzuhalten, dass das
A._
-Gutachten vom
5.
Juli 2017 – ins
besondere was die Würdigung der medizinischen
Vorakten
betrifft – keine ver
lässliche Urteilsgrundlage darstellt.
3.3
Auf der anderen Seite kann aufgrund der von den behandelnden Fachärzte
n
an
genommenen 50%igen Arbeitsfähigkeit und des effektiv geleisteten Pensums von zeitweise 50
%
nicht auf eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang geschlossen werden.
So
ist
i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zudem wird der Beschwerdeführerin keineswegs einhellig eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. etwa
Urk.
7/6 S. 3) und sie traute sich zeitweise auch ein höheres Pensum zu (vgl.
Urk.
7/37/38-49).
Da weiter bei der Beurteilung der vorliegenden
Beschwerden wenig auf objektive Anhaltspunkte abgestellt werden kann, er
scheint eine fundierte und unabhängige
Abklä
rung der Sachlage umso wichtiger.
3.4
Zusammenfassend ist d
ie Sache demnach zur Anordnung eines neurologischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ob daneben auch in
an
deren
Fachgebieten weitere Abklärungen nötig sind (etwa Psychiatrie) kann aus jetziger Sicht nicht abschliessend beurteilt werden.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann
offen bleiben
, ob
es im Rahmen des Verwaltungsverfahrens zu einer Verletzung der Verfahrensrechte gekommen ist.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Rückweisung
d
er Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu
verpflichten,
der
Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen,
wel
che in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.