Decision ID: f794281e-0808-42cc-ac6c-ea4dd7a43792
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1969
geborene
X._
war
nebst seiner Tätigkeit als
Haus
arzt
ab
dem 2
0.
Dezember 2014 in einem befristeten Arbeitsverhältnis
als
Skileh
rer
bei der
Genossenschaft
Y._
angestellt und im
Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
VAUDOISE ALLGEMEINE,
Ver
sicherungs
-Gesellschaft AG
(nachfolgend:
Vaudoise
) gegen die Folgen von Un
fällen versichert. Mit
Bagatell-Unfallmeldung
UVG vom
2
6.
Februar 2015
liess er der
Vaudoise
mitteilen, dass er
sich bei der Pistenkontrolle eine
Handgelenkstau
chung
zugezogen habe (Urk.
7/44
). Der am
2
1.
Februar 2015
konsultierte
erstbe
handelnde Dr. med.
Z._
,
Arzt für Allgemeine Medizin
FMH, stellte
die
vorläu
fige Diagnose
einer Handgelenkskontusion links und hielt dazu fest, dass der Ver
sicherte am 2
0.
Februar 2015 beim Skifahren gestürzt und mit dem linken Hand
gelenk aufgeschlagen sei
(Bericht vom
3.
März 2015
; Urk.
7/43/1
). Die
Vaudoise
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung;
Urk.
7/42/1
).
Am 2
4.
Mai 2016 meldete der Versicherte
der
Vaudoise
, dass weiterhin Handge
lenksbeschwerden beständen
(
Urk.
7/40).
Die
Vaudoise
tätigte daraufhin medizi
nische Abklärungen und verneinte mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2017 (
Urk.
7/26/1-2) einen Anspruch auf Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den ab Mai 2016 behandelten Handgelenksbeschwerden links mit der Be
gründung, diese seien nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 2
6.
(richtig: 20.)
Februar 2015 zurückzuführen.
Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Ein
sprache vom
1
6.
März 2017
(Urk.
7/22
) wies die
Vaudoise
zunächst
mit
Einspracheentscheid
vom 11.
beziehungsweise 1
5
. Mai 2017 (
Urk.
7/20 und
Urk.
7/15
) ab. N
ach einer tele
fonischen Intervention des Versicherten
am 2
9.
Mai 2017
(
Urk.
7/12)
erliess sie
am
1
1.
Juli 2017
einen neuen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2), mit welchem sie
das
MRI vom 2
4.
Mai 2016 als Abklärungsmassnahme übernahm und die Einsprache im Übrigen abwies (S. 6).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
August 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte
sinngemäss
,
der
Einspracheentscheid
vom
1
1.
Juli 2017 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
Am 7.
September 2017 beantragte
die
Vaudoise
, die Beschwerde sei abzuweisen (Urk. 6)
.
Mit Replik vom
6.
Oktober 2017 (
Urk.
10) und Duplik vom
7.
November 2017 (
Urk.
14) hiel
ten die Parteien an ihren Anträgen fest, was ihnen mit Verfügungen vom
9.
Ok
tober 2017 (
Urk.
11) und
8.
November 2017 (
Urk.
15) jeweils zur Kenntnis ge
bracht wurde.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
0.
Februar 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein na
türlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Bei einem Rückfall obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines na
tür
lichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Un
fall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwi
schen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des na
türlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Ent
scheid zu Las
ten der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer am 2
0.
Februar 2015 bei einem Skiunfall auf das linke
adominante
Handgelenk geprallt sei. Am 2
3.
November 2016 habe er einen Rück
fall und weiterhin bestehende Beschwerden am linken Handgelenk gemeldet. Be
reits am
8.
Oktober 2014 habe er sich bei einem Sturz mit dem Fahrrad am linken Handgelenk verletzt (S. 2 f.). Nach dem Skiunfall sei eine Kontusion diagnostiziert worden. Im Gegensatz zu einer stärkeren Distorsion führe eine Handkontusion nicht zu Bandschäden. Erst nach Kenntnisnahme der Verfügung habe
d
er
Be
schwerdeführer
eine Distorsion angegeben. Aufgrund der Beweismaxime bezüg
lich der sogenannten «Aussage der ersten Stunde» sei jedoch eher von einer Kon
tusion auszugehen. Nach dem Skiunfall sei ausser einer
Stabilschiene
und Schmerzmitteln nichts verschrieben worden, woraus geschlossen werden dürfe, dass die Unfallfolgen leicht gewesen seien. Erst 1 Jahr und 3 Monate später sei ein Rückfall gemeldet worden. Das daraufhin durchgeführte MRI habe eine alte SL-Bandruptur mit schon ausgebildeter radiokarpaler Arthrose gezeigt, welche überwiegend wahrscheinlich nicht auf den Skiunfall, sondern auf einen früheren Unfall - beispielsweise den Sturz mit dem Fahrrad - zurückzuführen sei (S. 4 f.). Der Beschwerdeführer mache Schmerzen seit dem Skiunfall geltend, Behandlun
gen zwischen dem 2
2.
Februar 2015 und 2
3.
Mai 2016 hätten
jedoch
keine statt
gefunden.
Brückensymptome seien also keine vorhanden. Die heutigen Beschwer
den ständen lediglich in einem möglichen
,
aber nicht in einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang mit dem Unfall.
Auch
seine
Angabe, vor dem Skiunfall beschwerdefrei gewesen zu sein, vermöge keinen Kausalzusammenhang darzulegen (S. 5 f.).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
6
) hielt sie ergänzend fest,
zwar treffe zu, dass der Rückfall bereits am 2
5.
Mai 2016 gemeldet worden sei. Selbst wenn jedoch eine Infiltration im März/April 2016 stattgefunden habe, ändere dies nichts an
der langen Latenzzeit bis zum Rückfall (mehr als 1 Jahr). Wenn ein SLAC
(
Scapholunate
Advanced
Collapse
)
-
Wrist
erst nach 1.5 Jahren voll ausgebildet wäre, spräche dies umso mehr für einen Vorzustand, da diese
arthrosebedingte
Läsion schon
auf dem
Röntgenbild des Un
falltages zu sehen gewesen sei
(S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
es treffe nicht zu, dass er erst am 2
3.
November 2016 einen Rückfall gemeldet habe. Bereits im März 2016 habe er sich wieder in Behandlung begeben und anschlies
send den Rückfall gemeldet. Seit Februar 2015 habe er zudem immer wieder bei starken Schmerzen gezielte Übungen absolviert und einige Male sogar ein Schmerzmittel eingenommen
, was für ihn sehr ungewöhnlich sei
. Es sei recht häufig der Fall, dass Beschwerden nach einem SLAC-
Wrist
erst 1 bis 1.5 Jahre nach der Schädigung voll ausgebildet seien.
Zwar seien
im ersten Röntgenbild vom 2
1.
Februar 2015 schon
arthrotische
Veränderungen sichtbar gewesen,
doch
habe er vor dem Skiunfall nie derartige Beschwerden und ein derartiges Trauma erlitten. Der Skiunfall sei klar der Auslöser für die jetzigen Beschwerden und habe zu einer deut
lichen richtung
gebenden Verschlechterung geführt. Die primär für den Schaden zuständige Beschwerdegegnerin habe deshalb auch für die Spätfol
gen aufzukommen.
Im Laufe des Verfahrens ergänzte er (
Urk.
10), mit dem Skiunfall sei eine ganz wesentliche Änderung eingetreten,
habe
doch seither nie wieder eine komplette Schmerzfreiheit
bestanden
. Die Beschwerdegegnerin habe ihm deshalb mindes
tens eine Wiederherstellung des Status quo ante - also die Durchführung der empfohlenen
Denervierungsoperation
- zu ermöglichen. Selbst wenn ein Vor
schaden bestanden
habe
, habe
sich durch den
Skiunfall klar eine richtung
gebende Verschlechterung mit Instabilität im Handgelenk
ergeben
, was sicher auf die er
folgte Bandläsion zurückzuführen sei.
3.
3.1
Der erstbehandelnde
Dr.
Z._
stellte
in seinem Bericht vom
3.
März
2015 (Urk.
7/43
)
die Diagnose einer Handgelenkskontusion links und hielt fest, der Be
schwerdeführer sei am 2
0.
Februar 2015 beim Skifahren gestürzt und habe dabei mit dem linken Handgelenk aufgeschlagen. Es beständen Schmerzen und eine Schwellung im linken Handgelenk. Ihm seien eine
Bortstabiloschiene
angelegt,
Analgetica
verschrieben und Schonung empfohlen worden. Es bestehe keine Ar
beitsunfähigkeit, die Behandlung sei gleichentags abgeschlossen worden (S. 1).
3.2
Dr.
med.
A._
, FA Radiologie / Neuroradiologie FMH, beurteilte das
MRI des linken Handgelenks vom 2
4.
Mai 2016 (
Urk.
7/38
)
wie folgt
:
Z
ustand nach
Ruptur der SL-Ligamente mit sekundärer radiokarpaler Arthrose sowie
arthrotischen
Veränderungen des Os
capitatum
bei DISI-Fehlstellung, entspre
chend eine
m
SLAC-
W
rist
Stadium
II bis III
. Partielle
Coalitio
des Os
capitatum
und Os
hamatum
dorsalseitig.
3.3
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 2. Februar 2017
(
Urk.
7/27
) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
SLAC-
W
rist
Stadium II bis III nach
scapholunärer
Bandruptur links
-
Radiokarpale und interk
arpale Arthrose
Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer habe vor ungefähr vier Jahren
(richtig
:
Oktober 2014, vgl.
Urk.
7/22/2)
einen Sturz vom Fahrrad
und im Februar 2015 erneut einen Sturz beim Skifahren
erlitten.
Dr.
Z._
habe in den nach dem Skiunfall erstellten Röntgenbildern keine Läsion gefunden.
Aufgrund von persis
t
ierenden Beschwerden sei am 24.
Mai 2015 (richtig: 2016) ein MRI durchgeführt worden. Dabei sei eine Ruptur des
scapholunären
Ligamentes mit sekundärer ra
diokarpaler Arthrose und interk
arpaler A
rth
rose festgestellt worden, die MRI-Befunde entspräc
hen eine
m
SLAC-
W
rist
Stadium II bis
III.
Seit Frühsommer 2016 beständen wied
er zunehmend Schmerzen im Radiok
arpalgelenk links. Auf eine
Kortisoninstillation
sei eine nur kurze Besserung eingetreten. In den Rönt
genbil
dern finde sich ein SLAC-
W
rist
mit massiver Arthrose zwischen
Scaphoid
und Radius
,
wo kein Gelenkspalt mehr sichtbar sei. Auch bestehe
eine
Arthrose zwi
schen
Capitatum
und
Lunatum
sowie zwischen
Lunatum
und Radius. Der
scapho
lunäre
Winkel betrage 80° und sei somit weit vergrössert, es sei ein deutliches Klaffen des
scapholunären
Ligamentes ersichtlich.
Es werde eine Testblockade hinsichtlich einer
Handgelenkdenervation
empfohlen.
Die Alternative sei eine to
tale Handgelenkversteifung (S. 1). Eine proximal
row
carpectomy
sei nicht emp
fehlenswert, da das
Trapezium
keinen guten Knorpelbelag mehr aufweise. Aus demselben Grund komme auch die
four
-corner-
Arthrodese
mit
Scaphoidresektion
nicht infrage (S. 1 f.).
3.
4
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traum
atologie des Bewe
gungsapparates, führte in seiner Beurteilung vom
1.
März 2017 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/24
) aus,
der Beschwerdeführer
habe im Jahre 2013
(richtig: Oktober 2014, vgl.
Urk.
7/22/2)
einen Sturz mit dem Fahrrad erlitten und sich am Handgelenk verletzt. I
m Februar 2015
sei er
beim Skifahren
erneut
ge
stürzt und habe sich eine Handgelenkskontusion zugezogen. Eine solche führe ja nicht zu Bandschäden. Es müsste schon eine stärkere Distorsion gewesen sein. Lange Zeit sei aber da nicht behandelt worden, kurzfristig mit einer Schiene und
mit Schmerzmittel. Erst
mehr als ein Jahr nach dem Sturz sei ein Handgelenks-MRI links durchgeführt worden. Die Befunde hätten eine alte Ruptur des SL-Ligamente
s mit schon ausgebildeter radiok
a
rpaler Arthrose auch im Bereich
von verschiedenen anderen Gelenke
n
gezeigt, dies entsprechend eines SLAC-
Wrist
s
Stadium II bis III. Es handle sich also um eine ältere Schädigung. Sie könnte sogar auf den Unfall von 2013
(richtig: Oktober 2014)
oder noch früher zurückgeführt werden, weshalb nur ein möglicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom Februar 2015 und den später angegebenen und nun gefundenen Störungen wi
e
Arthrose bestehe (S. 2).
3.
5
Auf die Einwendungen des Beschwerdeführers hin, er habe ganz klar eine Distor
sion und nicht eine Kontusion erlitten, die früheren Stürze seien bei weitem nicht von der Intensität gewesen wie der Skiunfall vom 2
0.
Februar 2015 und seither sei er - anders als bei früheren Stürzen - nie schmerzfrei gewesen (Urk. 7/22/2), führte
Dr.
C._
am 3
0.
März 2017 (
Urk.
7/21
) aus,
dies sei eine eigene Betrach
tungsweise des Beschwerdeführers
,
aber nicht bewiesen und insbesondere auch medizinisch nicht festgehalten worden. Dass er ein intaktes rechtes Handgelenk habe, heisse nichts, hätte er doch schon früher auf der linken Seite Unfälle gehabt haben können mit Veränderungen, welche zu Arthrose führen
könnten
(S. 1)
. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei es auch nicht so, dass nur der Sturz vom 2
0.
Februar 2015 die Bandruptur hätte verursachen können
, da ver
schiedene Unfälle früher stattgefunden hätten und deshalb versicherungsmedizi
nisch nur ein möglicher Kausalzusammenhang bestehe und nicht ein überwie
gend wahrscheinlicher (S. 2).
3.
6
Dr.
med.
D._
,
Facharzt
FMH
Orthopädische Chirurgie
und Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, hielt in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/1
) fest, eine radiokarpale Arthrose sei schon auf dem Röntgenbild von
Dr.
Z._
vom 2
1.
Februar 2015 vorhanden. Das MRI des linken Handgelenkes vom 2
4.
Mai 2016 könne als Beweismittel übernommen werden und als Datum des Erreichens des Status quo sine. Die Läsionen seien tatsächlich mit einem Unfall vereinbar, jedoch nicht mit dem Unfall vom 2
1.
Mai 2015, weshalb dem Beschwerdeführer empfohlen werden müsse, dem Unfallversicherer des Velosturzes den Rückfall zu melden.
4.
4.1
Gemäss
dem
Bericht von
Dr.
Z._
zog sich der Beschwerdeführer bei seinem Skiunfall am 2
0.
Februar 2015 eine Handgelenkskontusion zu (E. 3.1
hievor
).
So
weit der Beschwerdeführer geltend machte, es habe sich dabei nicht um eine Kon
tusion, sondern um eine Distorsion gehandelt, findet dies in den medizinischen Akten keine Stütze.
Dr.
Z._
hat
denn auch
in den nach dem Skiunfall erstellten Röntgenbildern keine Läsion gefunden, verschrieb lediglich
eine Schiene und
Analgetica
, attestierte keine Arbeitsunfähigkeit und schloss die Behan
dlung glei
chentags ab
, was für einen verhältnismässig leichten Unfall spricht
.
Zum Vor
bringen des Beschwerdeführers ist überdies festzuhalten, dass die Gerichte pra
xisgemäss
im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die
«
Aussa
gen der ersten Stunde
»
ab
stellen
, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Ge
wicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Dass sich der Beschwerdeführer bei seinem Skiunfall eine Handgelenksdistorsion zuzog, ist damit nicht erstellt.
Am
5.
März 2015 berichtete der Beschwerdeführer, er habe immer noch Schmer
zen, müsse allenfalls noch ein CT machen lassen (
Urk.
7/41).
Ein MRI wurde je
doch erst über ein Jahr später, am 2
4.
Mai 2016 durchgeführt (E. 3.2
hievor
).
Erst am 1
3.
April 2016, also knapp 14 Monate nach dem Unfall, begab
er
sich
erstmals wieder in ärztliche Behandlung. In der Zwischenzeit wurden ihm weder Medika
mente noch Therapien verschrieben,
auch
nahm er von sich aus
keine
Medika
mente ein
und
führte von sich aus
keine
Therapien durch.
Ebenso wenig
bestand
in diese
m Zeitraum
eine Arbeitsun
fähigkeit (
Urk.
7/30/2 und Urk.
7/29/1).
Wenn der Beschwerdeführer
nach vollumfänglicher Wiederaufnahme der Berufstätig
keit
unmittelbar nach dem als nicht allzu gravierend einzustufenden
Skiunfall ohne Geltendmachung weiterer Ansprüche gegenüber der Beschwerdegegnerin über ein Jahr später mit
der Meldung eines «Wiederaufleben des Falles»
(
Urk.
7/29/3)
wieder an
diese
gelangt, ist dies als Rückfall zu betrachten. D
a
s hat zur Folge, dass für eine erneute Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
das Vor
liegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen de
n
geklagten Be
schwerde
n
und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein muss.
Daran ändert nichts, dass
d
er
Beschwerdeführer
geltend machte, die Schmerzen seien nie ganz weggewesen (
Urk.
7/30/2)
.
Denn e
inerseits ist dies
nicht mit echtzeitlichen Dokumenten belegt
und waren die Be
schwerden andererseits
offensichtlich so in den Hintergrund getreten, dass
er
d
as im März 2015
vorgesehene MRI erst über ein Jahr später
machen liess.
4.2
Wie bereits dargelegt, zog sich der Beschwerdeführer bei seinem Skiunfall eine Handgelenkskontusion zu. Eine solche führt gemäss
Dr.
C._
nicht zu Bandschä
den. Das
rund
ein Jahr nach dem Sturz durchgeführte MRI des linken Handge
lenks zeigte
nach
seinen Ausführungen
eine alte Ruptur des SL-Ligamente
s mit schon ausgebildeter radiok
arpaler Arthrose auch im
Bereich
von verschiedenen anderen Gelenke
n
, dies entsprechend eines SLAC-
Wrist
s
Stadium II bis III.
Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin folgerte daraus, dass es sich dabei u
m eine ältere Schädigung
handelt
, welche
wohl
auf den Fahrradunfall von 2013 oder auf einen noch früher erlittenen Unfall
zurückzuführen ist
(E. 3.4 und E. 3.5
hievor
)
.
Nachvollziehbar schloss er, dass zwischen dem Skiunfall und den heute
geklagten
Beschwerden nur ein möglicher Kausalzusammenhang besteht.
An
derslautende Arztberichte liegen keine bei den Akten,
der behandelnde Dr.
B._
äusserte sich nicht zur Unfallkausalität der geklagten Beschwerden
(vgl. E. 3.3
hievor
)
.
Indizien gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen bestehen keine. Den vertrauensärztlichen
Stel
lungnahmen
kommt damit voller Beweiswert zu und es ist
auf sie
abzustellen. Von weiteren medizinischen Ab
klärungen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
ver
zichtet wird.
Eine radiokarpale
Arthrose ist überdies bereits auf dem einen Tag nach dem Skiunfall von
Dr.
Z._
erstellten Röntgenbild ersichtlich (vgl. E. 3.
6
hievor
)
, was auch der Beschwerdeführer bestätigt
e
(
Urk.
1)
. Er musste sich demnach die Ruptur des
scapholunären
Ligamentes
, aufgrund welcher sich die radiokarpale Arthrose sekundär entwickelt hat,
bereits längere Zeit vor dem Skiunfall zugezogen haben. Dem entspricht
seine
Angabe, dass
ein SLAC-
Wrist
recht häufig
erst nach 1 bis 1.5 Jahren voll ausgebildet
sei
(
Urk.
1)
.
Ein
natürliche
r Kausalzusammenhang
zwischen de
n
geklagten Handgelenksbeschwerden und dem Skiunfall ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen
.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, erst seit
dem Skiunfall
unter Hand
gelenksb
eschwerden
zu leiden, ist darauf hinzuweisen, dass
die
Argumentation nach der Formel «
post
hoc
ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesund
heitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nicht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Aus dem Umstand, dass
er
vor dem
U
nfall beschwerdefrei war, vermag er damit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten
, ebenso wenig daraus, dass das rechte Handgelenk ihm keine Beschwerden verursacht
.
4.3
Schliesslich brachte
der Beschwerdeführer
vor
, der Skiunfall habe
mit der erfolg
ten Bandläsion
zu einer
richtung
gebenden
Verschlimmerung
des Gesundheitszu
standes geführt
(vgl.
Urk.
10)
. Wie bereits d
argelegt, wurde
jedoch bildgebend keine (Ski-)unfallbedingte Läsion nachgewiesen. Die
Ruptur des
scapholunären
Ligamentes hat er sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits längere Zeit vor dem Skiunfall zugezogen
.
Den
medizinischen Akten
lassen sich keine An
haltspunkte entnehmen, welche für
eine unfallbedingte r
ichtung
gebende
Ver
schlimmerung
des Gesundheitszustandes
spr
e
chen
,
und auch die behandelnden Ärzte
äusserten
nicht
s
Diesbezügliches
, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
4.4
Zusammenfassend hat di
e Beschwerdegegnerin
ihre Leistungspflicht für den ge
meldeten Rückfall gestützt auf die Berichte
ihrer Vertrauensärzte
zu Recht
ver
neint, was zur
Abweisung der Beschwerde
führt.