Decision ID: 1bce4c02-fad3-4eec-8c5d-4a699a851454
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Am 2
7.
November 2013 stürzte der 1953 geborene
und für d
ie Folgen von Unfällen bei der S
uva versicherte
X._
bei der Arbeit als Maler von einer Leiter (Unfallmeldung vom
2.
Dezember 2013
,
Urk.
7/1
), wobei er sich eine Spiral
fraktur des
Humerus
links sowie eine Kontusion der rechten Schulter zuzog. Die Fraktur wurde gleichentags geschlossen reponiert und mittels Marknagel ver
sorgt (Austrittsbericht des
Spitals Y._
vom 2. Dezember 2013,
Urk.
7/15-16).
In der Folge zeigte sich eine verzögerte Frakturheilung
mit persistierenden Schmerzen
und wurde eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts diagnostiziert (vgl. etwa
Urk.
7/
35,
43, 64, 90)
. Von der geplanten Revisionsoperation an der linken Schulter wurde abgesehen, nachdem sich im Verlaufs-CT eine zunehmende Konsolidierung der
Humerusfraktur
visualisiert hatte (Bericht der Uniklinik
Z._
vom 1
5.
August 2014,
Urk.
7/64).
Die
vollständige Arbeitsunfähigkeit
des
Versicherten
persistierte
indessen
(
Urk.
7/97
, 119
, 237
).
Am
5.
Januar 2017 wurde eine Schulterarthroskopie rechts
mit
subakromialer
Dekompression,
antero
-lateraler und lateraler
Akromioplastik
, Resektion des
Akromioklavikular
gelenks
,
Bizepstenodese
und
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion durchgeführt (
Urk.
7/210).
Sodann erfolgten am 1
9.
Februar 2018 die Entfernung des
Osteo
synthesematerials
aus dem linken
Humerus
sowie eine offene
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
links (
Urk.
7/270).
Per 3
1.
August 2018 wurde
X._
altershalber pensioniert (
Urk.
7/284), ohne dass er die Arbeit nach dem Unfall
ereignis vom November 2013
wieder aufgenommen
hätte.
Die Invalidenver
sicherung, bei welcher sich
der
Versicherte im Oktober 2014 zum Bezug von Le
istun
gen angemeldet hatte (Urk.
7/75), sprach ihm mit Verfügung vom 15. Oktober 2018 eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab
1.
April 2015 zu (
Urk.
7/316).
Nach unzähligen, erfolglosen therapeutischen Bemühungen (vgl. etwa
Urk.
7/367,
7/376, 7/389
: stationäre Schmerzbehandlung
)
wurde
X._
schliesslich am 1
9.
Januar 2021 kreisärztlich untersucht (
Urk.
7/466).
Mit Schrei
ben vom 2
1.
Januar 2021 zeigte die Suva dem Versicherten an, die Heilbehand
lungskosten sowie die Taggelder per 2
8.
Februar 2021 einzustellen (
Urk.
7/470). Mit Verfügung vom
4.
Februar 2021 verneinte sie einen Anspruch des Versicher
ten auf eine Rente der Unfallversicherung, sprach ihm indessen bei einer Integri
tätseinbusse von 30
%
eine Integritätsentschädigung in Höhe von
Fr.
37'800.-- zu (
Urk.
7/478). Die dagegen erhobene Einspra
che vom
5.
März 2021 (
Urk.
7/486
und
Einspracheergänzung
vom 2
5.
Mai 2021,
Urk.
7/493
)
wies die Suva mit Ent
scheid vom 3
1.
August 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am
4.
Oktober 2021 Beschwerde erheben und beantra
gen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihm eine UVG-Invalidenrente gestützt auf einen IV-Grad von 100
%
sowie eine angemessene Integritätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die Sache zwecks zusätz
licher medizinischer Abklärungen und Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 4. November 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was
X._
mit Verfügung vom
8.
November 2021 angezeigt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich
–
wie der vorliegende
–
vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben
,
nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Es kommen
deshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall zur Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Im angefochtenen Entscheid sind die
Bestimmungen und Grundsätze
über
den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Allgemeinen (
Art.
6
Abs.
1 UVG) und auf eine Invalidenrente im Besonderen (
Art.
18
Abs.
1 UVG), über den Invaliditätsbegriff (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) sowie den für die Leis
tungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Gesundheits
schaden sowie die erforderliche Adäquanz des Kausalzusammenhangs im Allge
meinen (BGE 129 V 177 E. 3.2) und bei psychischen Unfallfolgen (BGE
115 V 133
)
,
über die Invaliditätsbemessung nach der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleich
s
(
Art.
16 ATSG) unter Berücksichtigung des vorgerückten Alters
(
Art.
28
Abs.
4 UVV)
sowie auch
über die
Bemessung der Integritätsentschädi
gung
zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte im angefochtenen Entscheid aus
, mangels mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellten Kausalzusammenhangs der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Nackenbereich sowie mangels adä
quaten Kausalzusammenhangs der angegebenen psychischen Problematik
mit dem Unfallereignis
seien bei der Beurteilung der ihm zustehenden Leistungen einzig die strukturellen Unfallfolgen im Bereich beider Schultern zu berücksich
tigen. Nachdem gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
A._
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bestehe, ergebe sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
. Hinsichtlich Integritätsen
t
schädi
gung seien keine Hinweise dafür aktenkundig, wonach sich ein Abweichen von der ärztlichen Beurteilung des Integritätsschadens durch
Dr.
A._
aufdrängen würde (Urk. 2).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer insbesondere entgegen
, die Beurteilung durch
Dr.
A._
stehe dem Entscheid der Invalidenversicherung, wonach er in sämt
lichen Tätigkeiten arbeitsunfähig sei, diametral entgegen, weshalb
dessen
Ein
schätzung letztlich bloss eine B
ehauptung darstelle und im Übrigen im Wider
spruch zur Beurteilung des ortho
pädischen Behandlers,
Dr.
B._
, stehe
. Dieser mute
dem Beschwerdeführer keine manuellen Tätigkeiten, auch keine leichten,
mehr zu
.
Nachdem er daneben an anderweitigen somatischen und auch an psychischen Beschwerden leide, erweise sich die Einholung eines Gutachtens als unabdingbar, sollte nicht auf die Feststellungen der Invalidenversicherung oder des Behandlers abgestellt werden.
Was sodann die psychischen Beschwerden betreffe, so sei die Adäquanzprüfung der Beschwerdegegnerin fehl
erhaft, seien die von ihr anerka
nnten Kriterien nach über siebenjähriger Leidenszeit doch in ausgeprägter
Weise erfüllt. Selbst wenn auf
die Beurteilung des Kreisarztes abge
stellt würde, hätte der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente, da die von
Dr.
A._
angenommene Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Nach dem
Sturz
ereignis vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
7/1) wurde der Beschwer
deführer ins
Spital Y._
überführt, wo die Diagnosen einer
diaphysären
Spiralfraktur
Humerus
links sowie eine
r
Kontusion Schulter rechts gestellt wurden und gleichentags noch eine geschlossene Reposition
und
Mark
nagel
osteo
synthese
der Fraktur
am linken Arm erfolgte
n
. Der Beschwerde
führer blieb vom 2
7.
November bis zum
2.
Dezember 2013 hospitalisiert (
Urk.
7/15-16).
Ein am 1
2.
Dezember 2013 angefertigtes
Arthro
-MRI
Schulter rechts
führte sodann zur weiteren Diagnose einer
Rotatorenmanschettenruptur
an der rechten Schulter (Bericht von
Dr.
med. C._
, Allgemeine Medizin FMH, vom 2
7.
Februar 201
4
,
Urk.
7/26,
vgl. auch
7/
27,
7/
35 und
7/
43).
Nach vor
erst verzögerter Wund
heilung an der linken Schulter wurde die Indikation einer Revisionsoperation für gegeben erachtet (Bericht Uniklinik
Z._
vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
7/55), im Zuge eines V
erlauf
-CTs, wonach sich eine zunehmende Konsolidation der Fraktur visualisier
te
,
davon
indessen Abstand genommen (Bericht Uniklinik
Z._
vom 1
5.
August 2014,
Urk.
7/64).
Die Computertomo
graphie vom 1
2.
November 2014 zeigte eine deutliche, breite Konsolidation der Fraktur an der medialen Kontur (
Urk.
7/87), welche
sich
schliesslich am
2.
März 2016
als
knöchern konsolidiert
erwies
(Bericht des Röntgeninstitutes vom
2.
März 2016,
Urk.
7/164).
Die CT-Untersuchung der Schulter und des Oberarms links vom 21. November 2017
förderte
eine vollständige Konsolidation
in leichter
Varusstellung
zu Tage (
Urk.
7/255).
3.2
Nachdem bereits
Dr.
C._
mit Bericht vom 2
7.
Februar 2014
gestützt auf ein gleichentags angefertigtes MRI des
Neurokraniums
Hinweise für das Vorliegen relevanter Kopfverletzungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom November 2013 verneint hatte (
Urk.
7/25-26), lieferte ein weiteres MRI des Schädels vom 1
2.
Juni 2015 einen altersentsprechenden unauffälligen intrakra
niellen Untersuchungsbefund ohne Korrelat für
Zephalgien
. Zerebrale Kontusi
onsareale oder Blutungszeichen
kamen
nicht
zur Darstellung
(Urk. 7/125).
Mit Bericht vom 2
9.
Oktober 2015 (
Urk.
7/144) diagnostizierte PD
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie, Uniklinik
Z._
, eine Segmentdege
neration C6/7 mit
kyphotischer
Fehlhaltung der HW
S mit sehr dezenter
Fora
mensteno
se
auf Höhe C6/7, hielt aber dafür, die Hauptsymptomatik des Patienten passe nicht zu einer
Foramenstenose
C
7.
Die vom Beschwerdeführer geklagten Nackenschmerzen aufgrund der
kyphotischen
Fehlhaltung mit multisegmentaler Degeneration könnten durch physiotherapeutische
Beübungsmassnahmen
und gegebenenfalls
chiropraktorische
Behandlung verbessert werden.
Die im Januar und Februar 2020 durchgeführten neurologischen und neuropsychologischen Unter
suchungen vermochten die Beschwerden an der HWS ebenfalls nicht zu erklären, weshalb ein beginnendes Carpaltunnelsyndrom für möglich erachtet wurde (
Urk.
7/391-392).
3.3
Am 1
1.
Mai 2016 untersuchte Kreisarzt
Dr.
med. E._
den Versicherten und erstattete gleichentags Bericht (
Urk.
7/176).
Er diagnostizierte
einen Status nach Leitersturz am 2
7.
November 2013 mit
diaphysärer
Spiralfraktur des linken
Humerus
und Schulterkontusion
rechts
mit geschlossener Reposition und
Markna
gelosteosynthese links am 2
7.
November 201
3.
Im MRI vom
1
2.
Dezem
ber 2013 hätten sich
eine
bone
bruise
der lateralen Klavikula und eine Partial
ruptur der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehnen
rechts, konservativ therapiert, sowie eine
delayed
union
der
Hu
m
erusfraktur
mit lateral um ca. 15 Grad abste
hendem Knochenfragment
gezeigt
.
Dr.
E._
hielt fest, subjektiv würden belas
tungsunabhängige Schmerzen in beiden Schultern jeweils mit Zunahme bei Be
lastung bestehen. Objektiv fänden sich keine Zeichen einer
Rotatorenman
schettenruptur
, eine Bewegungseinschränkung in beiden Schulter
gelenken, jedoch auch Zeichen einer mangelnden Compliance. Die vom Beschwer
deführer geäusserten Beschwerden seien höchstens teilweise mit den objektivierbaren Ver
änderungen zu erklären, wahrscheinlich sei auch eine psy
chische Komponente beim depressiv wirkenden Patienten zu berücksichtigen.
Insgesamt sei es unwahr
scheinlich, dass der Beschwerdeführer in der körperlich schweren Tätigkeit als Maler nochmals tätig sein werde.
3.4
Nach am
5.
Januar 2017 durchgeführter Schulterarthroskopie rechts (
Urk.
7/210) manifestierte sich eine postoperative
Frozen
Shoulder
, welche konservativ medi
kamentös sowie mittels Physiotherapie behandelt wurde (Sprechstundenbericht
der Uniklinik
Z._
vom 1
5.
Mai 2017,
Urk.
7/228). Die gemäss Beschwerde
führer nach der Operation verstärkten Schmerzen (
Urk.
7/231)
zeigten sich zu
folge physiotherapeutischer
Beübung
regredient
, so dass
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie, Uniklinik
Z._
, von einem erfreulichen Ver
lauf mit verbesserter Schulter-Beweglichkeit berichtete (Bericht vom
3
0.
Oktober 2017,
Urk.
7/252).
3.5
Bei persistierender schmerzhafter Schulter links erfolgte am 1
9.
Februar 2018 eine OSME Marknagel
Humerus
links sowie eine offene
Rotatorenman
schetten
rekonstruktion
(
Urk.
7/270). Gemäss Verlaufsbericht vom
9.
April 2018 (
Urk.
7/276)
zeigte sich
postoperativ
eine eingeschrä
nkte Beweglichkeit mit posi
tivem
Impingement
-Zeichen, was
gemäss Ärzten
nach diesem Eingriff zu erwar
ten
und mittels Physiotherapie zu therapieren
sei.
Im Rahmen der Ver
laufskon
trolle vom 1
4.
Juni 2019 (
Urk.
7/342) berichtete der Beschwerde
führer über beid
seitige Schulterbeschwerden, wobei links klar beschwerdeführend sei. Bezüglich der linken Seite habe sich im
Arthro
-MRI vom 2
4.
Juli 2018 indessen keine aus
geprägte Pathologie visualisiert. Die Manschette sei intakt, auf Infilt
rationen habe der Beschwerdeführer nicht angesprochen. Physiotherapie bringe eine Beschwer
deverbesserung, während die Metallentfernung die Situation eher verschlechtert habe.
Die in der Folge eingeleitete Schmerztherapie am Univer
si
tätsspital F._
führte die Sachverständigen zum Schluss,
dass
unter Zusam
menschau der zur Verfügung stehenden Unterlagen, der Anamnese sowie der klinischen Prä
sentation eine ausgeprägte posttraumatisch bedingte
muskulo
skelettale
Schmerz
problematik mit mittlerweile gravierenden sekundären degene
rativen V
erände
rungen zu sehen
sei,
ohne dass (weitere)
interventionelle
Optio
nen
bestünden.
E
ine manuell-therapeutische Behandlung
sei
als zielführend zu betrachten (
Bericht vom
9.
September 2019,
Urk. 7/355).
Vom 2
6.
Februar bis zum 1
1.
März 2020 war der Beschwerdeführer zur stationä
ren mul
timodalen Schmerztherapie am F._
hospitalisiert
(Bericht vom 1
9.
März 2020,
Urk.
7/389)
. Die Ärzte diagnostizierten eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41) bei chronischen post
traumatischen Schulter- und Oberarmschmerzen beidseits, links mehr als rechts,
Plantarfasziitis
rechts und möglicher
Plantarfasziitis
link
s
sowie einem möglichen Reizsyndrom des
Nervus
medianus
links. Sie erklärten, im Gespräch seien starke schmerzbezogene Ängste, maladaptive Kognitionen (
Katastrophisieren
von Kör
perempfindungen und Krankheitsfolgen) sowie eine ausgeprägte emotionale Be
lastung zum Vorschein gekommen. Klinisch hätten eine ungünstige Haltung mit
Schulter
-
und
Kopfprotraktion
, ein leichter Schulterhochstand rechts sowie aus
geprägte
myofasziale
Befunde im Bereich der Nacken- und Schultergürtel
musku
latur imponiert.
Die klinisch vermutete
Plantarfasziitis
habe
sonographisch
bestätigt werden können; sie sei am ehesten als mechanisch bedingt bei verkürz
ter Wadenmuskulatur zu interpretieren.
Der stationäre Verlauf habe sich mit dem Erreichen einer Schmerzreduktion von VAS 8/10 auf VAS 5/10
und einer verbes
serten Haltung
als zufriedenstellend erwiesen.
3.6
Am 1
9.
Januar 2021 fand abermals eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers statt, worüber
Dr.
med.
A._
, Facharzt Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
tags darauf berichtete (
Urk.
7/466).
Er führte aus, der Beschwerdeführer habe sich am 2
0.
November 2013 schwer im Bereich des linken und rechten Schultergelenks verletzt.
Die
H
umerusschaftspiralfraktur
links
sei osteosynthetisch mittels Marknagel versorg
t
worden.
Die Kausalität der geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Schul
tergelenks sei im Verlauf bejaht und chirurgisch mit Schulterarthroskopie, Dekom
pression, AC-Gelenkresektion und
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
behandelt worden.
Im Februar 2018 habe die Marknagelentfernung stattgefun
den. Seither seien mehr als zwei Jahre vergangen und die bestmögliche Anpas
sung an den Zustand
sei
erfolgt. Der Versicherte befinde sich seit
sieben Jahren regelmässig in physiotherapeutischer Behandlung, ohne dass eine namhafte Ver
besserung habe erzielt werden können. Mithin sei
–
spätestens aktuell über
wiegend wahrscheinlich
,
aber
bereits
ein Jahr nach Marknagelentfernung am 1
9.
Februar 2019
–
ein stabiler medizinischer Zustand erreicht. Hinweise für das Vorliegen eines
radikulären
Syndroms oder einer Läsion eines peripheren Nerven
s
hätten sich nicht finden lassen. Die geklagten Beschwerden im Nackenbereich seien sodann überwiegend wahrscheinlich unfallfremd. Seit dem 1
9.
Februar 2019 bestehe in leidensangepasster Tätigkeit (leichte manuelle Tätigkeit bis maximal Schulterhöhe, ohne das Bedienen von Maschinen und Geräten, welche rütteln, schlagen oder vibrieren) eine vollständige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/466 S.
13).
3.7
Die seit
4.
April 2014 behandelnde Psychiaterin,
Dr.
med. univ. G._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte mit Bericht vom 2
5.
Februar 2021
(
Urk.
7/495)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.1).
Sie hielt fest, zu Behandlungsbeginn habe sich der Beschwerde
führer deutlich verunsichert und belastet durch die Erkrankung, welche sich nach dem Unfall entwickelt habe, gezeigt. Er habe über eine gedrückte Stimmungslage, diffuse Ä
ngste, rasche
Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, ausgeprägtes Grübeln und Gedankenkreisen, Nervosität,
Anspan
nung
,
Insuffizienzerleben sowie über diverse körperliche Beschwerden, die durch die Unfallverletzungen entstanden seien, geklagt. Durch die intensive Gesprächs- und Psychopharmakotherapie habe eine ausreichende Stabilisierung erreicht und über längere Zeit aufrechterhalten werden können. Es werde emp
fohlen, die Therapie im gleichen Setting weiterzuführen. Im weiteren Verlauf sei eine Reduktion der
–
derzeitigen monatlichen
–
Behandlungsfrequenz angedacht.
3.8
Mit Bericht vom 1
6.
April 2021
(
Urk.
7/496)
zu Händen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers nahm
Dr.
B._
Stellung zur kreisärztlichen Einschät
zung durch
Dr.
A._
.
Dr.
B._
führte aus, rein aktenanamnestisch sei der Beschwerdeführer seit dem 1
9.
Februar 2019 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Das Arbeitsprofil sehe er jedoch anders. Da aktenanamnestisch davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer den linken Arm nicht mehr körperlich einsetzen könne, seien auch leichte manuelle Tätig
keiten
bis maximal Schulterhöhe
, so wie vom Kreisarzt umschrieben, nicht
mehr
zumutbar.
Eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe bloss für eine rein admi
nistrative Tätigkeit beziehungsweise für eine Tätigkeit, bei der der linke Arm nicht körperlich eingesetzt werden müsse. Ob die vom Beschwerdeführer geklag
ten Nackenbeschwerden unfallkausal seien oder nicht, könne er aktenanamnes
tisch nicht abschliessend klären, weshalb er eine wirbelsäulenchirurgische Abklä
rung empfehle.
4.
4.1
Vorab
ist daran zu erinnern, dass im
gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung keine
absolute
Bindungswirkung der Invali
ditäts
schätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialver
siche
rungs
zweig
besteht
. Die Voraussetzungen für eine Rente in diesen Sozialver
sicherungs
zweigen sind trotz des grundsätzlich gleichen Invaliditätsbegriffs verschieden. Insbesondere berücksichtigt die Invaliditätsschätzung der Unfallver
sicherung lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen und erwerblichen Unfallfolgen, während im Rahmen der Abklärungen für eine Rente der Invaliden
versicherung auch krankhafte Vorzustände oder psychische Fehl
entwicklungen zu berücksichtigen sind (BGE 133 V 549 E. 6.2
; Urteil des Bundes
gerichts 9C_341/
2019 vom
5.
September 2019 E. 3.1
).
Ferner kennt das UVG im Gegen
satz zum IVG weder eine Übergangsfrist zwecks Eingliederung der versicherten Person ins Erwerbsleben
,
noch hat sich im Bereich der Unfall
versiche
rung eine Rechtsprechung etabliert, wonach die Unverwertbarkeit einer
ver
bleibe
nden medizinisch
-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des fort
geschrit
tenen Alters zu berücksichtigen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2020 vom
6.
Januar 2021 E. 5.2.2).
Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Verfügung der Invalidenversic
herung vom 15.
Oktober 2018 (
Urk.
7/316) beruft, wonach auf
grund seines Alters auf Eingliederungsmassnahmen verzichtet, eine relevante Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mangels zumutbarer Umstellungsfähig
keit verneint und
gestützt auf eine Erwerbseinbusse von 100
%
ab
1.
April 2015 eine ganze Rente zugesprochen wurde,
vermag er daher nicht durchzudringen und erübrigen sich Weiterungen hinsichtlich dieser Rügen ohne Weiteres.
4.2
4.2.1
Gestützt auf die Einschätzung ihres Kreisarztes
Dr.
A._
hat die Beschwerde
gegnerin die vorübergehenden Leistungen per 2
8.
Februar 2021 eingestellt (
Urk.
7/470), was vom Beschwerdeführer zurecht nicht
beanstandet
wird
. Soweit er aber den Kreisarztbericht die Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit betreffend für beweisuntauglich hält, vermögen
seine V
orbringen
nicht zu über
zeugen, wie nachfolgende Darlegungen zeigen.
4.2.2
Was die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Nackenbereich anbe
langt,
waren keinerlei relevante
n
Hinweise auf eine Pathologie im Bereich der Halswirbelsäule auszumachen (E.
3.2); die von PD
Dr.
D._
im Rahmen einer
wirbelsäulenc
hirugischen
Abklärung
beschriebene
kyphotische
Fehlhaltung der Halswirbelsäule ist ganz offenkundig auf die multisegmentale Degeneration zurück
zuführen (
Urk.
7/144 S. 2).
Folgerichtig hat
Kreisarzt
Dr.
A._
auf
eine
unfallfremde Diagnose
hinsichtlich des
Cervikalsyndroms
bei degenerativem Ver
schleissleiden mit Segmentdegeneration C6/7 mit
kyphotischer
Fehlhaltung der
Halswirbelsäule geschlossen (
Urk.
7/466 S. 12).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers drängen sich
diesbezüglich
weitere Abklärungen nicht auf
, zumal es an anderslautenden ärztlichen Beurteilungen mangelt und
eine
wie
von
Dr.
B._
vorgeschlagene
Abklärung
aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
bereits
aktenkundig ist
.
4.2.3
Zu keiner Beanstandung Anlass gibt sodann die Einschätzung der Arbei
tsfähig
keit durch Kreisarzt
Dr.
A._
unter Berücksichtigung der
objektivierbaren,
unfallkausalen funktionellen Einschränkungen an
den
Schultern und dem linken Arm
; danach sind dem Beschwerdeführer
leidensangepasste Tätigkeiten
ab dem 1
9.
Februar 2019, dem Zeitpunkt der Marknagelentfernung,
vollzeitig zumutbar.
Dies
wurde von
Dr.
B._
denn
insofern
bestätigt, als auch der behandelnde Orthopäde eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
als möglich
erachtete.
Se
ine
–
soweit unbegründete
–
Auffassung
, der Beschwerdeführer könne seinen linken Arm nicht mehr körperlich einsetzen, weshalb als leidensangepasste Tätigkeiten einzig noch rein administrative respektive nicht kö
r
perliche Arbeiten in Frage kämen (E. 3.8),
vermag indessen nicht zu überzeugen und das von
Dr.
A._
erhobene Zumutbarkeitsprofil
nicht
in Frage zu stellen. Anlässlich der kreis
ärztlichen Untersuchung
der Schultergelenke
zeigten sich zwar Bewegungs
ein
schrän
kungen und
waren
Schmerzangaben
zu erheben
; die Testung der
Rotato
renman
schette
war in Bezug auf die Kraft
indes
unauffällig und seitengleich symmet
risch. Das muskuläre Relief der Obera
r
mmuskulatur präsentierte sich seiten
gleich ausgeprägt ohne Hinweise für Asymmetrien,
Hypothrophien
oder Atrophien.
Sodann war die Beweglichkeit im rechten
als auch
linken Ellenbogen nicht ein
geschränkt und das muskuläre Relief der Unterarmmuskulatur
war
seitengleich ausgeprägt.
Der Befund an den Handgelenken war ferner weitgehend unauffällig und die Umfangmasse der oberen Extremitäten
waren
grossenteils
identisch
(
Urk.
7/466 S. 9-10)
. Dass Kreisarzt
Dr.
A._
angesichts dieser Untersu
chungsbefunde leichte manuelle Tätigkeiten bis maximal Schulterhöhe für
den rechtsdomina
n
ten Beschwerdeführer als
zumutbar erachtete, ist schlüssig und nachvollziehbar
.
4.2.4
Mithin ist gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
A._
hinsichtlich struktureller Unfallfolgen davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer seit dem 1
9.
Februar 2019 e
ine leidensangepasste Tätigkeit unter Beachtung des vom Kreisarzt formulierten Belastbarkeitsprofil
uneingeschränkt möglich ist (E. 3.6).
4.3
4.3.1
D
er Beschwerdeführer
macht
über die unfallkausalen Beschwerden hinaus psy
chiatrisch begründete Einschränkungen
geltend
, welche auf das Unfallereignis zurückzuführen seien
. Es ist daher im Folgenden zu prüfen,
ob die Adäquanz allfälliger psychischer Beschwerden zum Unfallereignis zu bejahen ist
. Nachdem es an Hinweisen dafür mangelt, dass der Beschwerdeführer ein Schleudertrauma oder eine ähnliche Verletzung erlitten hätte, kommt
für die Prüfung
der Adäquanz
die Psycho-Praxis
(BGE 115 V 133) zur Anwendung.
4.3.2
Die Beschwerdegegnerin hat angesichts dessen, dass sich der Beschwerdeführer mit einem Bein auf einem Tisch abgestützt hatte, dabei ausrutschte und stürzte (vgl. Unfallmeldung
vom 2.
Dezember 2013,
Urk.
7/1
und Bericht
Spital Y._
vom 1
4.
Dezember 2013,
Urk.
7/12) auf einen höchstens mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen geschlossen (
Urk.
2 S. 8), was der Beschwerdeführer zu recht nicht in Frage
stellt
(
Urk.
1 S. 7
; vgl.
zur
Kasu
istik
betreffend
Qualifizierung von Stürzen etwa Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_899/2013 vom 1
5.
Mai 2014 E
. 5.1.2 und
8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.1).
Demnach wäre d
ie Adäquanz zu bejahen, wenn vier der massgebli
chen Kriterien
erfüllt
sind
oder eines der Kriterien ausgeprägt
vorliegt
(Urteil des Bundesgerichts
8C_647/2018 vom 16. Januar 2019 E. 5.1 mit Hinweisen
), wobei bei der Prüfung der einzelnen Kriterien nur die organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen sind,
während die psychisch begründeten
Anteile, deren hin
reichender Zusammenhang mit dem Unfall Gegenstand der Prüfung bildet,
aus
geklammert bleiben (Urteil des Bundesgerichts
8C_92/2008 vom 4. August 2008 E.
7.1
).
4.3.3
Offensichtlich nicht erfüllt sind das Kriterium besonders dramatischer Begleitum
stände oder besonderer Eindrücklichkeit des Unfalls, das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungs
gemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, und das Kriterium einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert hätte.
Aus der Tatsache allein, dass der Beschwerdeführer jahrelang in physiotherapeu
tischer und medikamentöser Behandlung
stand
, kann noch nicht geschlossen werden, das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen B
ehandlung sei erfüllt. Hierfür ist vielmehr eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmäs
sigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete Behandlung des somatischen Leidens erforderlich, welche Qualität
Abklärungsmassnahmen nicht zukommt (vgl. 8C_647/2018 E. 5.3).
Die
zahlreiche
n therapeutischen
M
ass
nahmen
dienten denn auch
grossenteils
der
Abklärung der
geklagten Schmerz
prob
lematik (vgl. etwa Bericht der Uniklinik
Z._
vom 2
4.
September 2015,
Urk.
7/140), sowie deren
analgetischen Behandlung
.
Hinzu kommt, dass
bereits der Hausarzt mit Bericht vom 2
7.
Februar 2014 erstmals auf eine psychiatrische Komponente hingewiesen hatte (
Urk.
7/26 S. 2
; vgl. auch
Urk.
7/35 S. 2
), Kreis
arzt
Dr.
E._
eine psychische Komponente für wahrscheinlich erachtete (Bericht vom 1
1.
Mai 2016, E. 3.3
)
und sich der Beschwerdeführer seit
4.
April 2014 in psychiatrischer Behandlung befindet (E. 3.7)
. Dass die Beschwerdegegnerin ange
sichts
dieser Aktenlage
das Kriterium als höchstens
in
nicht
ausgeprägter Weise
erfüllt erachtet hat, ist nicht zu beanstanden.
Ebenso wenig kann das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen als in ausgeprägter Weise erfüllt betrachtet werden,
haben doch auch organisch objektiv nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden körperlich imponiert (vgl.
Urk.
7/140)
, was ausser Acht zu
bleiben hat
(Urteil des Bundesgerichts 8
C
_101/2020 vom
9.
Juni 2020 E. 4.2.2),
war anläs
slich der Schmerztherapie am F._
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Fak
toren diagnostiziert worden
(E. 3.5
; vgl. auch
Urk.
7/376, wonach eine schmerz
unterhaltende psychische Begleiterkrankung bestehe
)
und konnte den Klagen über Nackenbeschwerden kein unfallkausales Korrelat zugrunde gelegt werden (E.
4.2.2).
Mithin kann das
Kriterium
maximal
als
in einfacher Form erfüllt betrachtet
werden
.
Schliesslich kann aus
der
blossen Dauer der
ärztlichen Behandlung und den geklagten Beschwerden nicht schon auf ein Erfüllen des Kriteriums eines schwie
rigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen geschlossen werden.
Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben.
Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, genügt alleine nicht (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E. 10.3 mit Hinweisen). Umstände, die zur Bejahung des Kriteriums fü
hren könnten, liegen nicht vor.
Was das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit anbelangt,
so ist dieses mit Blick auf die Dauer der attestierten Arbeits
unfähigkeit (vgl. etwa
Urk.
7
/200,
7/
237
) erfüllt
(Urteil des Bundesgerichts 8C
_803/2017 vom 1
4.
Juni 2018 E. 3.7 mit Hinweisen
)
. Allerdings kann ange
sichts der zunehmenden psychischen Überlagerung (vgl.
Urk.
7/26, E. 3.3,
Urk.
7/257,
3.5, 3.7) das Kriterium nicht als in ausgeprägter Weise als erfüllt betrachtet werden.
4.3.4
Zusammenfassend sind höchstens drei der relevanten Kriterien in einfacher Weise erfüllt, während keines ausgeprägt vorliegt, was bei einem mittelschweren Unfallereignis an der Grenze zu einem leichten Unfall nicht genügt, um die Adä
quanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis von November 2013 und den geltend gemachten psychischen Beschwerden zu beja
hen (E. 4.3.2). Infolgedessen besteht für diese Beschwerden kein Leistungsan
spruch aus der Unfallversicherung, womit sich eine Beantwortung der Frage,
inwiefern
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers und dessen Integrität durch die aktenkundig gemachten psychischen Störungen beeinträchtigt werden
, ebenso erübrigt wie eine psychiatrische Begutachtung.
5.
5.1
5.1.1
Während die Beschwerdegegnerin mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer auch ohne Unfallereignis per Ende August 2018 pensioniert worden wäre und seine Erwerbstätigkeit aufgegeben hätte, zur Festsetzung des
Valideneinkommens
auf den Tabellenlohn im Wirtschaftszweig «Baugewerbe» abgestellt hat
(
Urk.
2 S.
12 ff.)
, beanstandet der Beschwerdeführer die Anwendung von
Art.
28
Abs.
4 UVV
(
Urk.
1 S. 9)
.
5.
1.
2
Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 18 Abs. 2 UVG in Art. 28 Abs. 4 UVV eine besondere Regelung getroffen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Ver
sicherten, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung des Invalidi
tätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte (Urteile des Bundesgerichts 8C_582/2020 vom 2. August 2021 E. 3 mit Hinweisen und 8C_799/2019 vom 17. März 2020 E. 2.3). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426).
5.1.3
Am 3
1.
August 2018 erreichte der am 2
1.
August 1953 geborene Beschwerde
führer das ordentliche Rentenalter, weshalb ihm seine langjährige Anstellung
bei der H._
AG
auf diesen Zeitpunkt hin gekündigt wurde (
Urk.
7/284). Hin
weise dafür, dass der Beschwerdeführer über das Rentenalter hinaus gearbeitet hätte, sind weder aktenkundig, noch macht
er
solches geltend. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer
s
eine Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufge
nommen, was zur Anwendung v
on
Art.
28
Abs.
4 UVV führt (E.
5.1.2). Nachdem der Beschwerdeführer als ungelernte Arbeitskraft auf Baustellen zum Einsatz kam (vgl. Unfallmeldung,
Urk.
7/1), hat die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung des
Valideneinkommens
zu Recht auf den Tabellenwert der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für S
tati
stik (LSE) für die Wirtschaftszweige 41-43 «Baugewerbe», Niveau 1, abgestellt
, zumal der Mindestlohn für einen Berufsarbeiter gemäss Gesa
mtarbeitsvertrag 2020-
2022 des Schweizerischen Maler- und
Gipserunter
nehmer-Verbands
weit unter dem von der Beschwerdegegnerin verwendeten Tabellenlohn liegt und gemäss
ehemaliger Arbeitgeberin des Beschwerdeführers dem Lohn für einen ungelernten Maler im mittleren Alter entsprechen würde (vgl.
Urk.
7/407 S. 1-3
, Mindestlohn
Berufsarbeiter
per
1.
April 2020 Fr. 4'487.--
).
Damit wird der Rechtsprechung, wonach
für die Bestimmung des Invaliditäts
grades die Erwerbseinkommen massgebend
sind
, die eine versicherte Person im mittleren Alter
–
etwa mit 42 Jahren
–
bei einer entsprechenden Gesundheits
schä
digung
erzielen könnte, Rechnung getragen. Soweit der Beschwerdeführer moniert, es könne nicht angehen, die Höhe der Rente von der Verfahrensdauer abhängig zu machen, dringt er nicht durch. Bereits im Zeitpunkt des Unfallereig
nisses im November 2013 hatte der Beschwerdeführer das im Sinne der genannten Rechtsprechung vorgerückte Alter von «rund 60 Jahren» (E. 5.1.2) erreicht und stand im Zeitpunkt der gemäss kreisärztlicher Einschätzung ab Februar 2019 zumutbaren 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (E. 3.6) längst im Rentenalter.
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin bietet damit
keinen
Anlass zur Kr
itik
.
Gemäss LSE 2018 erzielten im Baugewerbe beschäftigte Männer einen Bruttolohn (Zentralwert) von monatlich
Fr.
5'622.--, welcher auf eine betriebsübliche wöchent
liche Arbeitszeit von 41.3 Stunden aufzurechnen ist. Da das Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage festzusetzen und ausge
hend von der LSE 2018 (vgl. nachfolgend) zu bestimmen sind, erübrigt sich eine
Anpassung an die
Nominallohnentwicklung
. Infolgedessen ist das
Validenein
kommen
mit
Fr.
69'657.-- (
Fr.
5'622
.--
x
12 :
40 x 41.3) zu beziffern.
5.2
5.2.1
Gemäss
Beurteilung
von
Dr.
A._
ist dem Beschwerdeführer eine
leidensan
gepasste
T
ätigkeit
seit Februar 2019 vollumfänglich zumutbar
(E. 3.6
; 4.2.4
)
.
Das vom Kreisarzt formulierte Anforderungsprofil (leichte manuelle Tätigkeiten bis maximal Schulterhöhe, ohne das Bediene
n
von Maschinen und Geräten, welche rütteln, schlagen oder vibrieren)
ist nicht derart einschränkend
,
dass der ausge
glichene Arbeitsmarkt
eine solchermassen zumutbare Tätigkeit
praktisch nicht kennt oder
sie
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen ersch
eint
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_644/2019 vom 2
0.
Januar 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Soweit der Beschwerdeführer andere Kriterien, welche gegen eine Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit sprechen sollen, aufführt (
Urk.
1 S. 9),
sind sie im Rahmen von
Art.
28
Abs.
4 UVV ohnehin nicht relevant
.
5.2.2
Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die LSE 2018 festzusetzen, wobei das Total aller W
irtschaftszweige,
Männer
,
Kompetenzniveau 1, welches
Fr.
5'417.-- pro Monat beträgt
, heranzuziehen ist
.
Nachdem auch das
Validen
einkommen
nicht weiter an die Nominallohnentwicklung angepasst worden ist, resultiert unter Berücksichtigung der wöchentlichen betriebsüblichen Arbeitszeit im Total aller Wirtschaftszweige von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen) ein Wert von
Fr.
67'767.-- (
Fr.
5'417.-- x
12 :
40 x 41.7).
5.2.3
Die Beschwerdegegnerin hat vom Invalideneinkommen einen Abzug von 5
%
gewährt, was der Beschwerdeführer als nicht angemessen bezeichnet, ohne indessen auszuführen, welche
(weiteren)
Kriterien er diesbezüglich als erfüllt erachtet.
Es ist zu betonen, dass die Rechtsprechung insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen gewährt, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs
fähigkeit eingeschränkt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2021 vom
3.
März 2022 E. 4.3.2)
.
Inwiefern sich die im Rahmen des Anforderungsprofils berücksichtigten Beschwerde
n
an den Schultern und am linken Arm finanziell
über den gewährten Abzug hinaus
in dem Sinne auswirken könnten, dass
der Beschwerdeführer gegenüber einer gesunden Person mi
t
der gleichen Tätigkeit von vornherein ein
e
lohnmässige Diskriminierung zu gewärtigen hätte, ist nicht erkennbar.
Weil vorliegend die Erwerbseinkommen gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV zu bestimmen sind, vermögen auch
–
wenn überhaupt
–
das
Alter des Beschwer
deführers, dessen lange Dienstzeit bei der ehemaligen Arbeitgeberin sowie eine allfällige Umstellungs- und Einarbeitungszeit keinen weiteren Abzug zu begrün
den.
Ferner
rechtfertigt eine fehlende berufliche Ausbildung keinen Tabellen
lohnabzug, wenn von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 6.3.4; vgl. auch 8C_292/2021 vom 2
1.
April 2022 E. 7 mit Hinweis).
Schliesslich liegt keine fakti
sche
Einarmigkeit
vor
. Zusammenfassend erweist sich der von der Beschwer
de
gegnerin gewährte Abzug von 5
%
nicht als unangemessen, womit sich das Invalideneinkommen auf
Fr.
64'379.-- reduziert.
5.3
Der Vergleich von Validen- und Invalideneinkommen führt zu einer Einkom
menseinbusse von
Fr.
5'278.--, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 8
%
(7.57
%
) ergibt. Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin besteht damit nicht.
6.
Der Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm eine angemessene Integritäts
entschädigung auszurichten (
Urk.
1 S. 2), ist mit keinem Wort begründet. Es sind denn auch
weder
Anhaltspunkte dafür aktenkundig, dass
die Beurteilung von
Dr.
A._
, wonach
im Rahmen der unfallkausalen Schädigung
bei beiden Schul
ter
gelenken eine Beweglichkeit bis zur Horizontalen besteht, was einen Integritätsschaden von 15
%
für jed
e Schulter begründet (
Urk.
7/467
), nicht zutreffen sollte, noch findet sich eine anderslautende ärztliche Beurteilung der unfallbedingten Integritätsschädigung.
Gestützt auf die Einschätzung des Kreis
arztes besteht in Übereinstimmung mit Tabelle 1 der Suva (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten, Schulter, bis zur Horizontalen beweglich: 15
%
) damit ein Integritätsschaden von insgesamt 30
%
.
Auch dies
bezüglich ist der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstan
den.
7.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint und eine Integritätsentschä
digung in Höhe von 30
%
zugesprochen. Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3
1.
August 2021 erweist sich damit vollumfänglich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist
.