Decision ID: b8ece3ca-c4b5-40ff-9a46-71b52020a841
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1953, ist seit
dem Ja
hr 1993
als selbständiger Fotograf t
ätig
(vgl.
Urk.
7/21
,
Urk.
7/30
)
und meldete sich am
1
7.
September 2013
unter Hin
weis auf
eine
seit 2004 bestehende
chronisch rezidivierende Depression (ICD-10 F33.2), im September 2003 erlittene Herzinfarkte und
auf eine
aufgrund eines Aneurysmas im Se
ptember 2003 benötigte
neue Aorta
bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/14
Ziff.
6.2-3
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerb
liche Situation ab
und holte einen
Abklärung
sbericht
für
Selbständigerwerbende
(
Urk.
7
/
30
)
ein. Am
6.
Januar 2015 auferlegte sie dem
Versicherten
eine
Scha
denminderungspflicht
(
Urk.
7/32).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/33,
Urk.
7/38
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2015
einen
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/40
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
März 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
3.
Februar 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
en
ihm
die geschuldeten Leistungen der Invalidenversicherung
zuzusprechen,
ins
besondere mindestens eine halbe Rente ab spätestens März 2014 (
Urk.
1 S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
9.
April 2015
(
Urk.
6
) die
Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
9.
Mai 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Am
9.
Juni 2015 machte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe (
Urk.
9), welche der Beschwerdegegnerin am 1
0.
Juni 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Er
kran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärzt
licherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und so
zio
kulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
han
den
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
träch
t
igungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be
stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbs
fähig
keit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden
kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde er
hebt,
welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinrei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisie
ren
der psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken
(Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinwei
sen)
.
1.3
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det
für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
in
va
li
den
versicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall
bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die
Er
werbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn
er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sundheits
scha
dens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008
vom 5. März 2009 E. 2).
Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
ziehen, was im
pli
ziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelab
hängig
keit
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist
(Urteile des Bun
des
gerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E.
3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002
E.
2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die
invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Ent
wicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sundheitsstörung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E.
1.2.2 mit Hinweis); es ge
nügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt
(nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I 130/93 vom 29. August 1994).
Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psy
chi
schen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht und krankheitswertigem psychi
schem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamt
haft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der
allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf der andern Seite sowie über den all
fälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewie
sen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidi
tät BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr.
3 S.
7 E.
2b; AHI 2002 S.
30 E.
2a, 2001 S. 228 f. E.
2b mit Hin
weisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 und 4.2 mit Hinweisen und 8C_672/2010 vom 27.
September 2010 E. 2).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung;
IVG)
).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleic
h
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig
ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für
Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähig
keit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grund
sätz
liche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittel
bar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Viel
mehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behin
de
rung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche
Aus
wirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funk
tio
nellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber
nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Um
fangs zur Folge haben
.
Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des
Betäti
gungs
vergleichs
abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei die
ser
Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbs
unfäh
ig
keit zu bestimmen ist (ausserordentliches
Bemes
sungsverfahren
; BGE 128 V 29 E.
1; AHI 1998 S.
120 E.
1a und S.
252 E.
2b je mit Hinweisen). Die ausser
ord
entliche Bemessungsmethode des erwerblich ge
wichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Me
thode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berück
sich
tigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des
Betriebsinhabers, etc.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tig
keit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unte
r
Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art
der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf Urteile I
116/03 vom 10.
November 2003 E.
3.1 und I
145/01 vom 12.
September 2001 E.
2b).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass
beim
Be
schwerdeführer
gut behandelbare Befunde vorlägen, welche keinen erhebli
chen
Gesundheitsschaden mit Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit begründe
ten. So
zia
le Belastungsfaktoren wie eine schwierige Auftragslage als selbständi
ger Foto
graf sowie finanzielle Probleme seien invaliditätsfremd und könnten daher nicht berücksichtigt werden.
Auch wenn im
psychiatrischen
Gutachten
vom
Juli 2013
eine Erwerbsunfähigkeit von 50
%
attestiert werde, sei es Sache der
rechtsan
wendenden
Behörden zu prüfen, ob eine invalidisierende Wirkung bejaht werden
könne.
Es handle sich dabei um eine frei überprüfbare Rechts
frage.
Aus soma
ti
scher Sicht bestünden keine Einschränkungen. Bei den psy
chischen Einschrän
kungen stünden die sozialen Belastungsfaktoren im Vorder
grund. Ein erhebli
cher
Gesundheitsschaden liege damit nicht vor
. Die Intensi
vierung der Psycho
thera
pie sei als sinnvolle und nachvollziehbare Massnahme zu erachten
(
Urk.
1
S. 1 f.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
e
s könne nicht davon ausgegangen werden, dass die schwierige Auftragslage und die finanziellen Probleme die Arbeitsunfähigkeit verursacht hätten. Vielmehr sei es umgekehrt. Die mehrfachen Herzinfarkte und darauffolgend die
chronifizierte
rezidivierende Depression seien für die Arbeitsunfähigkeit
und die damit ver
bundenen finanziellen Schwierigkeiten
verantwortlich
(S.
3
Ziff.
2.1
, S.
4
Ziff.
4-5, S. 6
Ziff.
7
)
.
Auch sei die Annahme, es lägen gut behandelbare Befunde vor, unzutreffend.
Der
psychiatrische Gutachter
habe ausgeführt, dass bei einer
chronifizierten
de
pressi
ven Störung therapeutische Massnahmen zu keiner nachhaltigen Verbes
serung des Gesundheitszustandes mehr führten. Diese Auffassung werde von den be
han
delnden Ärzten
und auch vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) geteilt
.
Auch sei nicht zutreffend, dass
die
I
ntensivierung der Psychotherapie bei seiner
chronifizierten
Krankheit sinnvoll sei (S.
3
Ziff.
2.2 und
Ziff.
3). Er habe vom
1
2.
bis 2
9.
Januar 2015 einen Alkoholentzug durchgeführt und trinke nun keinen
Alkohol mehr (S. 5
Ziff.
5.5). Weiter liege auch aus somatischen Grün
den eine Leistungseinschränkung vor (S. 6
Ziff.
6).
Beim Einkommensvergleich könne sodann nicht auf die Buchhaltung abgestützt werden, sondern das
Inva
liden
ein
kommen
müsse medizinisch-theoretisch ermittelt werden (S. 6
Ziff.
9.1-2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Leistungs
anspruch
des Beschwerdeführers verneint hat.
3.
3.
1
Dr.
med.
Y._
,
Facharzt für Psychiatrie und für Psychot
h
erapie, nannte
in
seinem zu
Handen
der Basler Leben AG erstellten
psychiatrischen
Gutachten vom
9.
Juli 2013 (
Urk.
7/13)
als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode mit somatischen Symptomen, ICD-10 F33.11 (S. 8
Ziff.
5.1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein
Alkoholab
hängigkeitssyndrom
bei ständigem
Substanzgebrauch, ICD-10 F10.25 (S.
8
Ziff.
5.2).
Dr.
Y._
führte aus, d
er Beschwerdeführer leide unter psychischen Problemen mit Krankheitswert
(S.
9
Ziff.
3)
.
Er leide depressiv bedingt unter reduzierter
Ko
nzentrationsausdauer und unter
reduzierter geistiger Flexibilität aufgrund formaler Denkstörungen (verlangsamter Gedankengang). Weiter leide er unter de
pressiv bedingter reduzierter psychischer Belastbarkeit, depressiv bedingten An
triebsstörungen sowie depressiv bedingten Störungen der Psychomotorik. Die festgestellten Einschränkungen der psychokognitiven Funktionen in mittel
schwe
rem Ausmass schränkten seine Arbeitsfähigkeit um 50
%
ein. Von der
an
haltenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne gemäss den Akten seit mindestens dem
4.
Juni 2007 ausgegangen werden
. Es sei nicht auszuschliessen, dass der Explorand im Rahmen der Akzentuierung der depres
siven Symptomatik intermittierend auch weniger als 50
%
arbeitsfähig gewesen sei, wobei sowohl anamnestisch als auch aktenmässig von einer vorwiegend mittelgradigen depressiven Symptomatik in den letzten Jahren und damit einer anhaltenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden könne (S.
9 f.
Ziff.
7).
Die bisherige Tätigkeit könne der Explorand aus psychiatrischer Sicht weiterhin noch zu 50
%
ausüben (S. 10
Ziff.
11).
Es lägen keine sekundären invaliditätsfremden Faktoren vor, welche die Arbeits
fähigkeit
beeinflussten (S. 10
Ziff.
9).
Der Explorand stehe seit dem
5.
April 2005 unter antidepressiver Behandlung. Seit Zustand habe sich unter der etablierten Psychopharmakotherapie auch subjektiv gebessert un
d damit bestehe kein Zweifel an
der Medikamenten-Com
pliance. Der Medikamentenspiegel sei jedoch nie bestimmt worden (S. 9
Ziff.
6).
Die etablierten therapeutischen Massnahmen seien als fachgerecht zu betrach
ten
, wobei die Gesprächspsychotherapie nach Bedarf intensiviert werden könne. Bei
bereits
chronifizierter
depressiver Störung würden intensivere therapeuti
sche Mass
nahmen inklusive eine stationäre Behandlung auch zu keiner nach
haltigen
Verbesserung des psychischen Zustandes des Exploranden führen (S.
10
Ziff.
12)
.
Dr.
Y._
führte aus, er habe weder eine Unerheblichkeit noch eine
Überwind
barkeit
oder Vortäuschung des geklagten Beschwerdebildes hinsichtlich der be
ruflichen Tätigkeit feststellen können. Depressiv bedingt leide der Explorand aber unter Selbstwahrnehmungsstörungen im Sinne von
sich objektiv unfähig zu fühlen (S. 10
Ziff.
13). Er nehme seine Tätigkeit je nach zirkadianen Tages
schwankungen im Rahmen der depressiven Störung auf und arbeite aus
schliess
lich nachmittags (S. 10 f.
Ziff.
14). Es sei nicht mehr mit einer Verbes
serung der 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen, es könne aber von der Erhal
tung der 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (S. 11
Ziff.
15).
3.
2
Dr.
med. Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem
Bericht vom 1
7.
Oktober 2013 (
Urk.
7/24)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1)
:
langjähriger chronischer
Aethylabusus
, unklar seit wann bestehend
rezidivierende depressive Episoden zum Teil reaktiv nach eigenen soma
tischen Akuterkrankungen oder Erkrankungen der Ehefrau mit jeweils stark reduzierter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, bestehend seit 2004
chronisch
äthylische
Pankreatitis, bestehend seit Mai 2013
Dr.
Z._
nannte als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in der Hauptsache
eine k
oronare 3-Gefäss-Herzerkrankung
, eine Hypercholesteri
nämie und arterielle Hypertonie, einen persistierenden
Nikotinabusus
, einen Status nach
infrarenalem
Bauchaortenaneurysma
2008 mit dringlicher Opera
tion, und einen Sta
t
us nach dreimaligen Episoden mit rechtsseitigen
Bein
pa
resen
im April 2012 mit fachärztlicher neurologischer Abklärung und Schä
del-MRI ohne Nachweis von Raumforderungen, aber mit Verdacht auf zentrale
pon
tine
Myel
in
olyse
in Folge des
Aet
h
ylabusus
(
Ziff.
1.1).
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer werde seit 2003 durch ihn
hausärzt
lich
betreut (
Ziff.
1.2).
Die Arbeitsunfähigkeit liege bei 75
%
, wobei sehr schwierig zu beziffern sei, ob
bei Wegfall des
Aethylabusus
nach einem allfällig erfolgreichen stationären Ent
zug, tatsächlich mit einer gesteigerten Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne, da der Patient gemäss seinen Informationen bereits langjähriger Bezüger von Taggeldleistungen in diesem Umfang sei (
Ziff.
1.6).
Aufgrund der zahlreichen Erkrankungen bestünden massive Einschränkungen der körperlich-geistigen psychischen Leistungsfähigkeit. Ein Grossteil der Ein
schränkungen sei aber derzeit durch den Alkoholabusus und die damit verbun
dene massive
Dekonditionierung
bedingt (
Ziff.
1.7).
Der Patient sei aktuell im Wesentlichen durch seine Al
koholerkrankung gekenn
zeichnet
. Ohne eine konsequente Alkoholabstinenz wahrscheinlich im Rahmen einer stationären Entzugsbehandlung
sei
eine sc
hlechte Prognose zu
stellen (
Ziff.
1.4). Die letzte Behandlung sei am 1
3.
September 2013 zur Nachkontrolle nach Commotio cerebri vom
7.
September 2013 bei einem Sturz in stark
äthyli
siertem
Zustand erfolgt. Die letzte Konsultation sei am 2
6.
November 2013 er
folgt.
Der Beschwerdeführer habe a
ufgrund von Belastungsfaktoren (
Hospitali
sa
tion
der Ehefrau) wieder grössere Mengen Alkohol konsumiert als zuvor. Ei
nen
stationären Alkoholentzug wolle der Beschwerdeführer derzeit wegen der Er
kran
kung der Ehefrau nicht antreten (
Ziff.
1.5).
3.3
Dr.
med. A._
,
Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie,
stellte
in seinem Bericht vom
2.
November 2013 (
Urk.
7/23/5-9)
folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
chronische rezidivierende Major-Depression, gegenwärtig mittelschwere Episode (ICD-10 F33.11)
sekundärer Alkoholabusus (ICD-10 F10.25)
diverse körperliche Probleme:
koronare 3-Gefässerkrankung, Status nach Myokardinfarkt am 1
4.
September 2003, Status nach 3-fach ACBP am 2
2.
September 2003
Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie, Migräne
Nikotinabusus
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
1.
Februar 2006 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am
1.
November 2013 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der angestammten Tätigkeit al
s selbständiger Inhaber eines
F
oto
studios
im Bereich der Werbung habe seit Februar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vorgelegen. Seit September 2012 liege die Arbeitsfähigkeit bei maxi
mal 20 bis 30
%
(
Ziff.
1.6). Die Leistungsfähigkeit sei infolge Antriebsverlust,
Adynamie, Verlust der Vitalität, infolge Lust- und Freudlosigkeit, fehlender Moti
vation, Kraft und Energie sowie depressiver Stimmung und verminderter Kon
zentration und Merkfähigkeit eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei noch zu
maximal 20-30
%
selbständig tätig, verliere aber immer mehr Kunden (
Ziff.
1.7).
Dr.
A._
führte aus, es liege ein chronischer Verlauf trotz regelmässiger psy
chiatrischer
Begleitung und Pharmakotherapie
vor. Es sei kaum eine positive Auswirkung zu verzeichnen (
Ziff.
1.8).
Die Depressionen hätten im Rahmen einer beruflichen Belastungssituation im
Jahr
2000 begonnen. Dann habe der Beschwerdeführer
im September 2003 ei
nen
Herzinfarkt erlitten und sei seit 2004 beim Hausarzt wegen Depressionen in Be
handlung.
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer sei nach der
Chronifi
zie
rung
der Depression nach Umzug des Geschäftes im Jahr 2005 und kontinu
ier
lichem Niedergang desselben, seit dem Jahr 2006 bei ihm in Behandlung. Seit
her
sei es infolge der chronischen Depression zur Leistungsunfähigkeit und zum
Kun
denverlust
gekommen. Ferner seien deswegen sekundäre Eheprobleme und ein
sekundärer Alkoholabusus aufgetreten. Aktuell sei eine zusätzliche Be
las
tung
durch plötzliches Einstellen der Erwerbsunfähigkeitsrente im März 2013 und durch die Krebserkrankung der Ehefrau sowie aktuell den Verlust des letz
ten Grosskunden und somit weitgehendem Verlust der Erwerbsbasis gekommen. Der Beschwerdeführer habe die bisherigen Gewerberäume künden müssen und seine existenzielle Basis sei zurzeit völlig in Frage gestellt.
Dr.
A._
führte aus, es bestehe eine seit Jahren a
nhaltende, immer etwa gleich star
ke chronische Depression, schwankend zwischen bestenfalls mal leichterer Symptomatik, zumeist aber mittelschwerer Symptomatik mit ausgeprägtem so
ma
tischem Syndrom. Der sekundäre Alkoholabusus sei zeitweise erheblich. Seit der Diagnose von alkoholbedingtem Hirnabbau sowie Pankreatitis habe der Beschwerdeführer jedoch seinen Konsum reduziert.
Seit September 2012 sei der Beschwerdeführer infolge der verschiedenen psy
cho
sozialen Belastungsfaktoren (Alkoholdiagnosen, Entzug
,
Einstellung der
Tag
geld
zahlungen
, Kundenverluste, Krebserkrankung der Ehefrau, etc.) andau
ernd de
pressiv, zumeist mittelschwer.
Das klinische Bild im Längsverlauf habe schon lange nicht mehr eine Leistungs
fähigkeit von 50
%
(wie vom Gutachter behauptet), sondern eine seit mindes
tens
Sommer andauernde Leistungsfähigkeit von maximal etwa 20 bis 30
%
ge
zeigt.
Aufgrund des Langzeitverlaufs sei auch weiterhin von einer chronischen De
pression auszugehen, mit relativ geringen rezidivierenden Schwankungen auf
grund von psychosozialen Belastungen. Die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit werde wohl auch weiterhin bei maximal 20 bis 30
%
liegen.
Der Beschwerdeführer könne aufgrund des Niedergangs seines Kundenstamms infolge seiner Krankheit immer weniger
Einkommen umsetzen (
Ziff.
1.4)
3.4
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, RAD, führte in seiner
Stellungnahme vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
7/31/3) aus, der nun bereits 60-jäh
rige selbständige Fotograf leide gemäss dem aktuellen, vollständigen und schlüssi
gen psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Y._
zuhanden des
Taggeld
versicherer
s
sowie dem Bericht des langjährig behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
an einer mittelgradigen rezidivierenden Störung. Diese Diagnose habe Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein sekundäres Alkoholabhängigkeitssyndrom und ein so
matisches Syndrom genannt worden. Es bestehe ein verminderter Antrieb. Seit Juni 2007 sei der Beschwerdeführer in jeder Erwerbstätigkeit zu 50
%
ar
beitsun
fähig. Eine Schadenminderungspflicht sei nicht aufzuerlegen, da der Beschwer
de
führer angemessen behandelt sei. Die Prognose sei seit Jahren stabil.
3.
5
In seinem Verlaufsbericht vom
7.
November 2014 (
Urk.
7/29) führte
Dr.
Z._
aus, seit seinem Bericht vom 1
7.
Oktober 2013 habe s
ich bezüglich der er
wähn
ten Diagn
osen nichts geändert. Er habe den Patienten seither mehrfach im Zu
sammenhang mit dem chronischen Alkoholabusus gesehen, wobei er insbe
son
dere Ende November 2013 eine desolate Situation mit Erkrankung der Ehe
frau, Wasserschaden im Keller, vermehrten Bauchschmerzen im Sinne einer Pankrea
titis und vermehrtem Alkoholabusus geschildert habe. Einen vorge
schlagenen
Alkoholentzug habe der Patient weder Ende November 2013 noch anlässlich der nächsten Konsultation am 2
1.
Januar 2013 antreten wollen
(S.
1).
Dr.
Z._
führte abschliessen aus, aufgrund des fortgesetzten
Aethylabusus
mit den typi
schen Begleitereignissen und Begleiterkrankungen habe sich an seiner Prognose
vom Oktober
2013 nichts geändert. Auch äussere
er sich bezüglich Empfeh
lung
en
für die zukünftige Therapie sowie bezüglich der
Arbeitsunfähig
keit unverän
dert
(S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
in Abweichung zum psychiatrische
n Gutach
ten von
Dr.
Y._
vom
Juli 2013 (vorstehend E. 3.1), zu
r Einschätzung des be
handelnden Psychiaters
Dr.
A._
vom November 2013
(vorstehend E. 3.3
) und
zu
derjenigen des RAD
(vorstehend E. 3.4
)
das Vorliegen eines erheblichen
Ge
sundheitsschadens
, indem sie die psychischen Beschwerden als gut behandelbar und soziale Belastungsfaktoren als im Vordergrund stehend ansah
(vorstehend E. 2.1
)
.
4.2
Dieser Standpunkt vermag jedoch aus den darzulegenden Gründen nicht zu über
zeugen. Zum einen erfüllt das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom Juli 2013 die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1
.7
), indem es für
die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwer
den berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerde
führers auseinandersetzt.
Zudem erging es
in
Kenntnis der
Vorakten
, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen
des Experten
sind begründet.
Zum anderen ergab die übrige medizinische Aktenlage keinerlei Anhaltspunkte dafür, an
der Einschätzung von
Dr.
Y._
zu zweifeln.
Dr.
Y._
liess den Alkoholkonsum des Beschwerdeführers und die dadurch ver
ursachten Einschränkungen nicht in seine Bewertung der Arbeitsfähigkeit ein
fliessen,
obwohl sich gemäss den Berichten des behandelnden Hausarz
tes Dr.
Z._
vom Oktober 2013 und November 2014 (vorstehend E. 3.2 und E. 3.5)
eine
massive Problematik abzeichnete
,
was
sich angesichts des zwischen
zeit
li
chen
eingetretenen Abstinenz (Urk. 1 S. 5, Urk. 9 S. 4) jedoch
aus
inva
lide
n
ver
si
che
rungsrechtlicher
Sicht
als
korrekt
erwies
(vor
stehend E.
1.3)
.
Dementspre
chend hoch fiel auch die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch den be
han
deln
den Hausarzt aus.
Sowohl
Dr.
Y._
als auch der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
bestätigten
eine
Chronifizierung
der depressiven Erkrankung, welche therapeutisch schwer zu
beeinflussen sei.
Der trotz langjähriger fachärztlicher Behandlung
chronifi
zierte
Verlauf ergibt sich auch
ohne weiteres
aus der verschiedentlich wiederge
gebe
nen Anamnese. Dass die Beschwerdegegnerin nun entgegen den fachärztli
chen
Einschätzungen
bei jahrelanger wenig erfolgsgeprägten
psychiatrischer Beglei
tung
und Pharmakotherapie
von einem gut behandelbaren Leiden aus
geht, ver
mag nicht zu überzeugen.
Weiter verneinte sie einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Gesund
heitsschaden
unter Hinweis auf zweifelsohne vorliegende psychosoziale
Belas
tungsfaktoren
.
Dem Gutachten von
Dr.
Y._
ist jedoch ausdrücklich zu entnehmen, dass er diese bei seiner Einschätzung der Arbe
itsfähigkeit nicht miteinbezog
respektive für die Arbeitsunfähigkeit unbeachtlich befand
.
Dr.
Y._
führte die
generelle
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
allein auf das
chronifizierte
de
pressive Leiden zurück. Damit geht auch die etwas tiefer ausgefallene Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
einher, da sich
s
einem Bericht vom November 2013
(vorstehend E. 3.3)
nicht entnehmen lässt, inwiefern er bei
seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die psychosozi
ale Be
lastungssituation und die Alkoholproblematik miteinbezog. Hingegen geht aus seiner aufgeführten Anamnese deutlich hervor, dass der Verlust des Kunden
stammes und damit der Erwerbsmöglichkeit durch die depressive
Leis
tungs
un
fähigkeit
bedingt war
en
, welches in der
weiteren
Folge Eheprobleme und den Alkoholkonsum nach sich zog.
Dr.
A._
ging
aufgrund des Langzeitverlaufes
vom Vorliegen einer chroni
schen
Depression
aus
, mit relativ geringen Schwankungen aufgrund von psy
choso
zia
len
Belastungen. Damit
machte
er deutlich
, dass das depressive Leiden
haupt
säch
lich
unabhängig von der psychosozial
en Belastungssituation besteht
.
Zusammenfassend lässt sich die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht mit
der medizinischen Aktenlage vereinen. So kann weder bei einem derart
chroni
fizierten
Verlauf von einer guten Behandelbarkeit des Leidens gesprochen wer
den,
noch kann
trotz
psychosozialer Belastungssituation
vorliegend
ein Leiden mit Krankheitswert verneint werden.
4.3
Im Ergebnis ist auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom
Juli
2013
abzustellen un
d der medizinische Sachverhalt als dahingehen
d erstellt zu erachten, dass der Be
schwerdeführer
seit 2007
sowohl in der angestammten als auch in jeder
sei
nem
Leiden angepassten Tätigkeit lediglich zu 50
%
arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
D
a sich
die
Beschwerden auf die angestammte und jede angepasste Tätigkeit in gleichem Masse auswirken, ergibt sich der Invaliditätsgrad aus der Einschrän
kung des noch möglichen Arbeitspensums.
5.2
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
Y._
ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer aufgrund der
chronifizierten
depressiven Symptomatik in der an
gestammten und auch in jeder angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbei
tsunfähig ist (vorstehend E. 4.3
). Der Invaliditätsgrad ist demnach auf 50
%
fest
zusetzen, was einen Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine halbe Rente der Invaliden
ver
sicher
ung begründet (vorstehend E. 1.
4
).
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG. Da sich der Beschwerdeführer am 1
7.
September 2013
zum
Leis
tungsbezug
anmeldete, ist der Zeitpunkt des Rent
enbeginns der
1.
März
2014
.
5.3
Demnach besteht ab
1.
März
2014
ein A
nspruch des Beschwerdeführers
auf eine
halbe Rente, weshalb in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfü
gung
vom 2
3.
Februar 2015
(
Urk.
2) aufzuheben und festzustellen ist, dass ab dem
1.
März
2014 ein Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung besteht.
6.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Unter Be
rücksich
tigung die
ser Grundsätze ist dem Beschwerdeführer
ein
e
Prozessentschädigung von Fr. 2'7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzu
sprechen.