Decision ID: 338ab05b-211c-41ca-970e-d54f54258f8a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im Mai 2008 (Früherfassung im April 2008) wegen
eines Bandscheibenvorfalls bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1, 6). Er gab an, in B._ die Grundschule besucht zu haben.
Einen Beruf habe er nicht erlernt. Zuletzt sei er als Baufacharbeiter/Maurer für die C._
AG tätig gewesen.
A.b Die C._ AG berichtete der IV-Stelle am 5. Juni 2008 (IV-act. 22), dass sie den
Versicherten seit dem 21. März 1983 zu 100 % als Bau-Facharbeiter beschäftige. Der
Versicherte sei seit dem 17. September 2007 im Krankenstand. Seit dem 1. Januar
2007 habe der Stundenlohn Fr. 35.06 betragen (inkl. Ferienentschädigung und 13.
Monatslohn). Der Versicherte würde heute ohne Gesundheitsschaden in der
ursprünglichen Tätigkeit ein Erwerbseinkommen von Fr. 63'465.60 erzielen. Gemäss
dem IK-Auszug hatte der Versicherte im Jahr 2004 ein Erwerbseinkommen von Fr.
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54'733.--, im Jahr 2005 ein solches von Fr. 54'051.-- und im Jahr 2006 ein solches von
Fr. 41'788.-- erzielt (IV-act. 135-2).
A.c Am 24. Juni 2008 wurde der Versicherte von RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt
für Orthopädie, untersucht (Bericht vom 26. Juni 2008, IV-act. 36). Der RAD-Arzt gab
als Diagnose ein persistierendes lumbovertebrales und lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts, rezidivierend auch lumboradikulär (sensorisch) bei
degenerativen Veränderungen ossärer und diskogener Art der gesamten LWS und bei
einem Status nach erweiterter interlaminärer Fensterung L3/L4 links mit
Sequestrektomie und Nukleotomie (2. November 2007) an. In einer körperlich
mittelschweren Tätigkeit sei der Versicherte definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Auch in
einer leidensadaptierten Tätigkeit dürften Einschränkungen persistieren; zum jetzigen
Zeitpunkt sei es jedoch nicht möglich, Aussagen zur adaptierten Arbeitsfähigkeit und
zur genauen Art der adaptierten Tätigkeit zu machen. Dr. med. E._, Assistenzarzt,
und Dr. med. F._, Oberärztin, Psychiatrisches Zentrum G._, berichteten der IV-
Stelle am 2. April 2009 (IV-act. 53), dass der Versicherte mindestens seit Mai 2007 an
einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung anderer Gefühle (ICD-10: F42.22)
bei biopsychosozialer Belastungssituation (Rückenbeschwerden, Arbeitslosigkeit,
familiäre Enttäuschungen) leide. Zur Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht
nahmen die Ärzte keine Stellung.
A.d Zwischen dem 7. Juli und dem 11. August 2009 wurde der Versicherte
interdisziplinär (internistisch-rheumatologisch, psychiatrisch und ergonomisch) durch
die Klinik Valens begutachtet (Gutachten vom 29. Oktober 2009, IV-act. 67). Als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter ein chronisches
lumbospondylogenes Syndrom an (vollständige Diagnose siehe IV-act. 67-21), als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie (F34.1) und eine
Fingerendgliedamputation Dig. II linke Hand. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass
die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter und Maurer die Leistungsfähigkeit des
Versicherten bei weitem übersteige, weswegen ihm diese Tätigkeit medizinisch definitiv
nicht mehr zumutbar sei. Der Versicherte könne jedoch eine wechselbelastende leichte
Tätigkeit ohne vorgeneigte Körperhaltungen ganztags ausführen. Die Untersuchungen
hätten keine Verminderung der Leistungsfähigkeit in einem leidensadaptierten
Arbeitsprofil gezeigt. Inwieweit dem Versicherten aber durch die schmerzhaften
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Reaktionen immer wieder Kurzpausen zugestanden werden müssten, sei aufgrund der
Untersuchungen nicht klar zu sagen. Es sei allerdings davon auszugehen, dass
allfällige Kurzpausen den Zeitraum von maximal einer Stunde (pro Tag) nicht
überschreiten sollten. Diese Einschätzung gelte ab August 2008.
A.e Am 26. April 2010 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine berufliche
Abklärung vom 12. April bis 9. Juli 2010 durch die H._ (IV-act. 81). Am 17. September
2010 fand ein Triage-Gespräch statt (IV-act. 89). Die IV-Sachbearbeiterin protokollierte,
dass die Zusammenarbeit zwischen dem Versicherten und der Eingliederungsberatung
sehr schwierig gewesen sei. Das Ziel der beruflichen Abklärung, die Arbeitsfähigkeit
von 50 auf 100 % zu steigern, sei nicht erreicht worden. Die IV-Sachbearbeiterin hielt
abschliessend fest, dass der Versicherte eine auffällige und schwierige Persönlichkeit
habe. Gemäss den bisherigen medizinischen Unterlagen bestehe jedoch keine
Persönlichkeitsstörung. Nach den Schilderungen der Eingliederungsberaterin sei dies
jedoch erneut zu prüfen.
A.f Die Eingliederungsberaterin hielt im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung
vom 27. September 2010 fest (IV-act. 90), dass der Versicherte ohne gesundheitliche
Einschränkungen eine breite Einsetzbarkeit aufweisen würde, einen guten Intellekt
besitze und Aufgaben gut umsetzen könne. Die physischen Einschränkungen
bestünden darin, dass der Versicherte nur am Stehtisch eingesetzt werden und dass er
wegen der eingeschränkten Motorik (Zittern der Hände) keine feinmotorischen Arbeiten
ausführen könne. Die Eingliederungschancen seien durch das Verhalten des
Versicherten mindestens ebenso erschwert wie aus physischen Gründen. Da der
Versicherte selbst der Überzeugung sei, dass er im ersten Arbeitsmarkt keine
genügende Arbeitsleistung erbringen könne, schliesse sie den Fall ab. Am 15. Oktober
2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 93), dass die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen werde. Zur Begründung hielt sie fest, dass es trotz Bemühungen und
Unterstützung nicht gelungen sei, ihn innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu
integrieren.
A.g Am 27. Mai 2011 wurde der Versicherte durch Dr. med. I._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, und durch Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Institut für Forensisch-
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Psychologische Begutachtung, psychiatrisch-orthopädisch begutachtet (Gutachten
vom 9. Juli 2011, IV-act. 104). Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben
sie ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom an. Als Diagnosen ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter unter anderem akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit zwanghaften, emotional instabilen und narzisstischen Anteilen,
DD: Kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0), DD: Verbitterungsstörung, und eine
Dysthymie (F34.1). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass sich gegenüber Oktober
2009 keine Veränderung ergeben habe, sodass auf die auch aus heutiger Sicht gut
nachvollziehbare Einschätzung der Gutachter der Klinik Valens verwiesen werden
könne. Es dürfe also davon ausgegangen werden, dass in einer leidensadaptierten
Tätigkeit eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben sei, wobei zusätzliche,
betriebsunübliche Pausen von etwa einer Stunde Dauer zugestanden werden sollten.
A.h Mit Verfügung vom 29. September 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei
einem IV-Grad von 0 % ab (IV-act. 112). Zur Begründung hielt sie fest, es sei dem
Versicherten zumutbar, eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % auszuführen und
dabei mindestens das frühere Einkommen zu erzielen. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
B.
B.a Am 6. Februar 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an (IV-act. 114). Er gab unter anderem an, nach der Grundschule zwei
Jahre lang das Gymnasium in B._ besucht zu haben. Er machte eine massive
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend und verwies auf einen
beigelegten Bericht vom 27. September 2012 von med. pract. J._, Oberärztin
Tagesklinik, Psychiatrisches Zentrum G._ (IV-act. 115). Med. pract. J._ hatte als
Diagnosen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und impulsiv
explosiven Zügen und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11), angegeben. RAD-
Psychiater Dr. med. K._ notierte am 4. März 2013 (IV-act. 123-4), dass aus
medizinischer Sicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes anzunehmen
sei. Auf die Wiederanmeldung sei deshalb einzutreten.
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B.b Dr. med. L._, Facharzt Allg. Innere Medizin, berichtete der IV-Stelle am 21. März
2013 (IV-act. 119), dass der Versicherte aufgrund seiner körperlichen und psychischen
Einschränkungen (verminderte körperliche Belastbarkeit, reduzierte Aufmerksamkeit
und Konzentrationsfähigkeit) auch für eine adaptierte Tätigkeit nicht einsatzfähig sei.
Med. pract. J._ berichtete der IV-Stelle am 14. Mai 2013 (IV-act. 121), dass der
Versicherte aufgrund der chronifizierten körperlichen und psychischen Symptomatik in
Bezug auf die Belastbarkeit eingeschränkt sei. Er leide an einer verminderten
Frustrationstoleranz, an Konzentrationsstörungen und an einer Erschöpfbarkeit. Zum
jetzigen Zeitpunkt sei er nicht in der Lage, eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft
aufzunehmen. Angesichts des Krankheitsverlaufs und der Resultate der teilstationären
Behandlung müsse eine bleibende Einschränkung von mindestens 60 % angenommen
werden. Am Anfang sei eine Arbeit im geschützten Rahmen während drei Stunden pro
Tag möglich. RAD-Arzt Dr. K._ notierte am 27. Mai 2013 (IV-act. 123-3), dass der
psychiatrische Verlaufsbericht (vom 14. Mai 2013) nicht überzeugend sei; die erwähnte
erheblich eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit sei im psychiatrischen Befund nicht
beschrieben. Er empfahl eine Verlaufsbegutachtung.
B.c Die psychiatrisch-orthopädische Verlaufsbegutachtung durch Dr. I._ und Dr.
D._ fand am 18. Oktober 2013 statt (Gutachten vom 16. November 2013, IV-act.
130). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
• kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, emotional-instabilen, ängstlich-
paranoiden und depressiven Anteilen (F61)
• chronisches lumbospondylogenes Syndrom.
Dr. D._ hielt fest, dass der Versicherte über weiterhin bestehende lumbale
Dauerschmerzen mit zeitweiser Ausstrahlung in das rechte Bein bis zur Grosszehe
geklagt habe, die sich unter Belastung verstärkten. Diese stechenden oder brennenden
Schmerzen wiesen die Intensität 8 auf der bis 10 reichenden Skala auf. Beklagt worden
seien weiterhin eine Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule mit
Anlaufsymptomatik, Kribbelparästhesien und ein vermehrtes Hitzegefühl vor allem in
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der rechten unteren Extremität sowie eine leichte Kraftverminderung, ohne dass es
bisher zu Sturzereignissen gekommen sei. Klinisch habe sich die schmerzhaft
eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule bestätigt. Relevante neurologische
Ausfälle hätten nicht festgestellt werden können. Aufgrund der Rückenproblematik
nach einer erweiterten interlaminären Fensterung L3/L4 links mit Sequestrektomie und
Nukleotomie im November 2007 müsse von einer verminderten Belastbarkeit des
gesamten Achsenskeletts ausgegangen werden. Da keine relevanten objektivierbaren
Veränderungen im Vergleich zum Gutachten vom 9. Juli 2011 hätten festgestellt
werden können, seien die damaligen Schlussfolgerungen zu übernehmen. Die
körperlich anspruchsvolle Tätigkeit als Maurer sei dem Versicherten aus
orthopädischer Sicht nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg mit der Möglichkeit des
Wechselns zwischen Sitzen, Gehen und Stehen, ohne Zwangspositionen der
Wirbelsäule insbesondere im Sinne von Rotations- und Inklinationsbewegungen und
ohne Überkopfarbeiten seien dem Versicherten ganztägig möglich. Aufgrund der
Schmerzsymptomatik sei es jedoch gerechtfertigt, dem Versicherten zusätzliche,
betriebsunübliche Pausen von gut einer Stunde Dauer zuzugestehen. Rein rechnerisch
betrage die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht in einer gut leidensangepassten
Tätigkeit etwa 85 %. Die psychiatrische Gutachterin Dr. I._ hielt fest, dass der
Versicherte an einer gedrückten, depressiven Stimmung, einem Interessenverlust, einer
anhaltenden Freudlosigkeit, einem Antriebsmangel und einer Ermüdbarkeit, einer
verminderten Konzentration und an einer eingeschränkten Aufmerksamkeit, an einem
verringerten Selbstgefühl und Selbstvertrauen, einem Gefühl der Wertlosigkeit,
"Schwarzsehen" und Schlafstörungen leide. Insgesamt seien damit die Kriterien nach
ICD-10 für eine mindestens mittelgradige depressive Episode erfüllt. Das Vorliegen
einer manifesten depressiven Symptomatik habe auch in der neuropsychologischen
Untersuchung bestätigt werden können. Die vorbestehende Persönlichkeitsproblematik
habe sich im Vergleich zur Untersuchung vom 27. Mai 2011 deutlich verschärft.
Diagnostisch könne nun von einer manifesten kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
zwanghaften und emotional instabilen Anteilen ausgegangen werden. Ausserdem seien
auch depressive und ängstlich-paranoide Anteile fassbar gewesen. Hervorzuheben sei
eine deutlich erhöhte Impulsivität, die der Versicherte mit Hilfe einersedierenden
Medikation im Zaum halte. Trotz dieser Medikation sei aber auch während der
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Exploration der massive innere Druck deutlich spürbar und äusserlich am
zusammengepressten Kiefer und den geballten Händen erkennbar gewesen. Die
klinischen Beobachtungen hätten in der neuropsychologischen Untersuchung bestätigt
werden können. In der Gesamtschau hätten sich beim Versicherten deutliche Defizite
hinsichtlich des Aufmerksamkeitsniveaus und der Aufmerksamkeitskapazität sowie
eine erhöhte Erschöpfbarkeit gezeigt. Bei der Interpretation der Resultate müsse
berücksichtigt werden, dass der Versicherte unter dem Einfluss von teilweise sedierend
wirkenden Medikamenten gestanden habe. Gleichzeitig hätten sich, trotz
entsprechender Medikation, deutliche Hinweise auf Defizite im Bereich der Inhibition
respektive der Steuerung von Impulsen ergeben. Darüber hinaus hätten sich auch im
Bereich der kognitiven Flexibilität deutliche Einschränkungen erkennen lassen, welche
möglicherweise auch die Grundlage für die rigiden Denkmuster und Einstellungen
bildeten. Im Persönlichkeitsbereich hätten sich neben einer erhöhten Impulsivität auch
stark ausgeprägte zwanghafte Tendenzen erkennen lassen, welche möglicherweise
einen Kompensationsversuch darstellten. Im Rahmen der klinischen Verfahren hätten
sich ein hoher allgemeiner Leidensdruck sowie stark ausgeprägte depressive und
ängstlich-paranoide Muster gezeigt. Die Hypothese einer Simulations- oder
Aggravationstendenz habe durch die Testwerte nicht gestützt werden können.
Aufgrund der aktuellen Untersuchungsergebnisse benötige der Versicherte eine zeitlich
frei einteilbare, selbständige und allein auszuübende Tätigkeit ohne Publikumsverkehr
und ohne Verantwortungsübernahme für Personen sowie ohne hohe Anforderungen an
die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit. Diese Tätigkeit entspreche ihres Erachtens
einem Nischenarbeitsplatz. Insgesamt bestehe aktuell aus rein psychiatrischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (ganztägige Tätigkeit mit um 50 % verminderter
Leistungsfähigkeit). Der Versicherte habe berichtet, dass sich das Zustandsbild vor
etwa zwei Jahren verschlechtert habe. Am 19. September 2011, also vor etwa zwei
Jahren, sei der Eintritt in die Psychiatrische Tagesklinik G._ erfolgt. Retrospektiv liege
damit seit Herbst 2011 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor. In
bidisziplinärer Hinsicht erachteten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Maurer als nicht mehr gegeben. In einer optimal adaptierten Tätigkeit
schätzten sie die Arbeitsfähigkeit auf 50 %. RAD-Psychiater Dr. K._ bezeichnete das
Gutachten am 29. November 2013 als insgesamt sehr gründlich, weshalb auf es
abzustellen sei (IV-act. 131).
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B.d Am 11. August 2014 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 141). Zur Begründung führte sie an, dass sich
der Versicherte gemäss der Eingliederungsberaterin nicht in der Lage fühle, an
Eingliederungsmass¬nahmen mitzuwirken.
B.e Mit Vorbescheid vom 24. September 2014 (IV-act. 145) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten in Aussicht, dass er bei einem IV-Grad von 48 % ab dem 1. Februar 2013
Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Zur Begründung führte sie an, dass der
Versicherte seit September 2011 in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50 %
arbeitsfähig sei. Das Valideneinkommen von Fr. 53'662.-- ermittelte sie anhand des
zuletzt erzielten Einkommens als Maurer/Mitarbeiter Bau im Jahr 2007 (s.
Arbeitgeberfragebogen und IK-Auszug) und passte es der Nominallohnentwicklung bis
2011 an. Das Invalideneinkommen errechnete sie anhand des Durchschnittsverdiensts
von Hilfsarbeitern in der Schweiz gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes
für Statistik (LSE). Unter Verweis auf einen Minderverdienst parallelisierte (d.h. kürzte)
sie den Tabellenlohn um denjenigen Teil,der das Valideneinkommen um mehr als 5 %
überstieg. Unter Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezifferte sie das
Invalideneinkommen auf Fr. 28'173.-- (IV-act. 143).
B.f Am 13. November 2014 bat die IV-Stelle die zuständige Ausgleichskasse, die
Geldleistung zu berechnen, die Verfügung zu erstellen und zu versenden (IV-act. 149).
Sie merkte an, dass die Rente per Anmeldedatum ausbezahlt werde. Die Karenzfrist
von sechs Monaten werde nicht beachtet, da der Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits
am 22. Oktober 2007 gewesen sei.
B.g Mit Verfügung vom 7. Januar 2015 (IV-act. 150, 157) wurde dem Versicherten wie
angekündigt bei einem IV-Grad von 48 % ab dem 1. Februar 2013 eine Viertelsrente
zugesprochen. Die Verfügung war an den früheren Rechtsvertreter des Versicherten
adressiert. Dieser teilte der zuständigen Ausgleichskasse am 13. Januar 2015 mit (IV-
act. 158), dass sein Mandat beendet sei. Er habe die Verfügung vom 7. Januar 2015
dem neuen Rechtsvertreter weitergeleitet. Am 21. Januar 2015 erliess die IV-Stelle
(respektive die Ausgleichskasse) eine neue Verfügung. Diese unterschied sich lediglich
hinsichtlich des Datums des Verfügungserlasses von jener vom 7. Januar 2015 (IV-act.
160, act. G 1.1.2). Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte am 26. Januar 2015 (IV-
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act. 158), dass der neue Rechtsvertreter angerufen und gefragt habe, welche der
beiden Verfügungen nun gültig sei. Sie habe ihm gesagt, er solle gegen die zweite
Verfügung Rekurs machen, wenn er das denn wolle.
C.
C.a Gegen die Rentenverfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 10. Februar 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Er stellte
zudem ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung. In
materieller Hinsicht machte er geltend, dass es für den Beschwerdeführer auch unter
Berücksichtigung der fehlenden Ausbildung und Berufserfahrung unmöglich sei, eine
Arbeitsstelle zu finden, die den von den Gutachtern aufgestellten Adaptionskriterien
entspreche. Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten
könne, sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Selbst wenn man jedoch
davon ausginge, dass eine solche adaptierte Tätigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt existiere, wäre der von der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vorgenommene Einkommensvergleich fehlerhaft und es müsste dem
Beschwerdeführer mindestens eine halbe Rente gewährt werden. Der
Beschwerdeführer habe, verglichen mit dem branchenspezifischen Tabellenlohn, in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maurer im Hochbau einen Minderverdienst von 16.41
% erzielt. Das Invalideneinkommen müsse daher um 11.41 % reduziert werden. Bei
einem Valideneinkommen von Fr. 54'908.-- und einem Invalideneinkommen von Fr.
26'311.-- resultiere ein IV-Grad von 52 %.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. März 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung hielt sie fest, es sei nicht zulässig, dasjenige
Einkommen als Valideneinkommen zu nehmen, das der Beschwerdeführer bestenfalls
hätte verdienen können. Das Valideneinkommen betrage Fr. 54'051.-- (Einkommen des
Jahres 2005, s. IK-Auszug). Hilfsarbeitern stehe nach Eintritt der Invalidität eine Vielzahl
von Stellen im Produktions- und Dienstleistungssektor offen. Für den
Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager-
und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Es treffe
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demnach nicht zu, dass es für den Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt keine Arbeitsstellen mehr gebe. Dieser umfasse auch
Nischenarbeitsplätze, an denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen des
Arbeitgebers rechnen könnten. Das durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters
habe im Jahr 2005 Fr. 58'389.-- betragen. Da dieser Betrag höher sei als das
Valideneinkommen, sei der entsprechende Wert bis zu einer positiven Differenz von 5
% zum Valideneinkommen zu kürzen, weil nicht davon ausgegangen werden könne,
dass der Beschwerdeführer sich freiwillig mit diesem bescheidenen Einkommen habe
begnügen wollen. Sämtliche vom Beschwerdeführer angeführten invaliditätsfremden
Faktoren seien mit der erwähnten Parallelisierung bereits berücksichtigt worden,
weshalb sich kein weiterer Abzug rechtfertige. Weil die gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers mit der im Verlaufsgutachten attestierten
Arbeitsfähigkeit von nur noch 50 % in einer adaptierten Tätigkeit bereits grosszügig
berücksichtigt worden seien, sei ein sog. Leidensabzug nicht gerechtfertigt. Bei einem
Invalideneinkommen von Fr. 28'377.-- resultiere ein IV-Grad von 48 %.
C.c Das Gericht bewilligte am 12. März 2015 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 4).
C.d In seiner Replik vom 13. März 2015 (act. G 6) machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass die LSE-Tabellen nicht die Löhne
wiedergäben, welche man bestenfalls verdienen könnte. Vielmehr handle es sich um
Durchschnittslöhne. Die Beschwerdegegnerin habe für ihre Behauptung, dass der
Beschwerdeführer keinen Durchschnittslohn hätte erzielen können, keine Argumente
aufgeführt. Weiter scheine sie den Sinn der Parallelisierung nicht zu verstehen. Stelle
man die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Tätigkeiten, die fehlende
Ausbildung des Beschwerdeführers, das mit 53 Jahren fortgeschrittene Alter, die lange
Zeitperiode von über sieben Jahren ohne Ausübung einer Erwerbstätigkeit, den Mangel
an in einer neuen Tätigkeit einsetzbaren Erfahrungen aus dem früheren Erwerbsleben
und die sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht ausgedehnte
Krankengeschichte den medizinischen Adaptionskriterien gegenüber, so gelange man
unweigerlich zum Schluss, dass keine dieser Tätigkeiten sämtliche Anforderungen
erfülle.
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C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 7 f.).
C.f Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 25. Januar 2017 eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 6'281.50 ein (act. G 9).
C.g Das Gericht teilte dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 28. September
2017 mit (act. G 11), dass dem Beschwerdeführer nach einer ersten, vorläufigen
Durchsicht der Akten nicht bereits ab dem 1. Februar 2013, sondern erst ab dem 1.
August 2013 ein allfälliger Rentenanspruch zustehen könnte. Allerdings erscheine es
gestützt auf eine summarische Aktendurchsicht möglich, dass das Gericht dem
Beschwerdeführer eine halbe Rente zusprechen könnte. Das Gericht räumte dem
Rechtsvertreter die Gelegenheit ein, die Beschwerde zurückzuziehen, falls er diese
Ankündigung als reformatio in peius betrachten sollte. Der Rechtsvertreter liess sich
innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.

Considerations:
Erwägungen
1.
1.1 Solange die Partei die Vollmacht nicht widerruft, macht der Versicherungsträger
seine Mitteilungen an die Vertretung (Art. 37 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Aus der
mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person gemäss Art. 49
Abs. 3 Satz 3 ATSG kein Nachteil erwachsen. Nach der Rechtsprechung ist nicht jede
mangelhafte Eröffnung schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die
Rechtsmittelfrist nicht zu laufen beginnen könnte. Aus dem Grundsatz, dass den
Parteien aus einer mangelhaften Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt
vielmehr, dass dem beabsichtigen Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn
eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das
bedeutet nichts anderes, als dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu
prüfen ist, ob die betroffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich
irregeführt und dadurch benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser
Frage ist der auch in diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und
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Glauben, an welchem die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet
(Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 2010, 9C_791/2010 E. 2.2).
1.2 Der aktuelle Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin
am 16. Dezember 2014 über das Vertretungsverhältnis informiert und eine Vollmacht
eingereicht (IV-act. 152 f.). Auf Nachfrage hin hat der bisherige Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin am 17. Dezember 2014 mitgeteilt, dass er den Beschwerdeführer
schon lange nicht mehr vertrete (IV-act. 156). Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin
die Verfügung vom 7. Januar 2015, mit welcher sie dem Beschwerdeführer ab dem 1.
Februar 2013 eine Viertelsrente zugesprochen hat, an den bisherigen Rechtsvertreter
adressiert. Die Eröffnung der Verfügung vom 7. Januar 2015 ist somit mangelhaft
gewesen. Der bisherige Rechtsvertreter hat die Beschwerdegegnerin am 13. Januar
2015 darüber informiert, dass er die Verfügung vom 7. Januar 2015 dem aktuellen
Rechtsvertreter weitergeleitet habe. Die mangelhafte Eröffnung hat ihren Zweck also im
Zeitpunkt erreicht, als die Verfügung vom 7. Januar 2015 dem neuen Rechtsvertreter
zugegangen war; ab diesem Zeitpunkt hat er nämlich die volle Tragweite des
Entscheides und die Möglichkeit eines Weiterzugs an die höhere Instanz abschätzen
können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 2010, 9C_791/2010 E. 4.2).
Die Verfügung vom 7. Januar 2015 ist frühestens am 12. Januar 2015 beim neuen
Rechtsvertreter eingetroffen (s. Honorarnote, act. G 9.1). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung hätte die Beschwerdefrist also am Tag nach der Zustellung der
Verfügung an den aktuellen Rechtsvertreter zu laufen begonnen. Am 21. Januar 2015
hat die Beschwerdegegnerin dann allerdings erneut eine Rentenverfügung erlassen, die
inhaltlich − bis auf das Verfügungsdatum − derjenigen vom 7. Januar 2015 entsprochen
hat. Der aktuelle Rechtsvertreter hat sich am 26. Januar 2015 bei der
Beschwerdegegnerin erkundigt, welche der beiden Verfügungen nun gültig sei. Die IV-
Sachbearbeiterin hat dem Rechtsvertreter die Auskunft erteilt, dass er eine allfällige
Beschwerde gegen die Verfügung vom 21. Januar 2015 richten solle. Ob mit der
Verfügung vom 21. Januar 2015 die Verfügung vom 7. Januar 2015 widerrufen worden
ist oder ob die Verfügung vom 21. Januar 2015 nichtig ist, weil sie lediglich den Zweck
gehabt hat, den Fristenlauf neu auszulösen, obwohl die Verfügung vom 7. Januar 2015
zwischenzeitlich bereits wirksam eröffnet worden war, kann offen gelassen werden. Der
Rechtsvertreter hat nämlich bereits am 10. Februar 2015 Beschwerde erhoben, d.h. er
hätte die Beschwerdefrist auch eingehalten, wenn davon ausgegangen würde, dass die
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Rentenverfügung bereits am 12. Januar 2015 wirksam eröffnet worden ist. Auf die
Beschwerde ist folglich einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hatte sich erstmals im Mai 2008 zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet. Mit Verfügung vom 29. September 2011 war das
Rentengesuch abgewiesen worden. Bei der Anmeldung vom Februar 2013 handelt es
sich somit um eine sogenannte Wiederanmeldung.
2.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Die Abweisungsverfügung vom 29. September 2011 hat sich auf das bidisziplinäre
Gutachten von Dr. D._ und Dr. I._ vom 9. Juli 2011 gestützt. Darin waren als
psychiatrische Diagnosen lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge mit zwanghaften,
emotional instabilen und narzisstischen Anteilen sowie eine Dysthymie erwähnt
worden. Eine kombinierte Persönlichkeitsstörung hatte die psychiatrische Gutachterin
Dr. I._ zum damaligen Zeitpunkt erst differentialdiagnostisch in Betracht gezogen.
Der IV-Anmeldung vom Februar 2013 hat ein Bericht der Tagesklinik des
Psychiatrischen Zentrums G._ vom 27. September 2012 beigelegen. Die Oberärztin
med. pract. J._ hatte als Diagnosen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
zwanghaften und impulsiv explosiven Zügen sowie eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Syndrom, erwähnt. Die
von med. pract. J._ angegebenen Diagnosen sind schwerwiegender als jene von Dr.
I._. Der Beschwerdeführer hat mit dem Bericht der Tagesklinik vom 27. September
2012 also eine erhebliche Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit der
rechtskräftigen Abweisung des Rentengesuchs im September 2011 glaubhaft gemacht.
Die Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die Wiederanmeldung eingetreten.
3.
3.1 In der Folge hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit der
angefochtenen Verfügung vom 21. Januar 2015 bei einem IV-Grad von 48 % ab dem 1.
Februar 2013 eine Viertelsrente zugesprochen.
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3.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
4.
4.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen.
4.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere ein Bericht des Hausarztes Dr. L._
vom 21. März 2013, ein Bericht der behandelnden Psychiaterin med. pract. J._ vom
14. Mai 2013 sowie das orthopädisch-psychiatrische Verlaufsgutachten von Dr. D._
und Dr. I._ vom 16. November 2013 im Recht.
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4.3 In formeller Hinsicht zu erwähnen ist, dass der orthopädische Gutachter Dr. D._
den Beschwerdeführer bereits im Juni 2008, damals jedoch noch in seiner Funktion als
RAD-Arzt, untersucht hat (IV-act. 36). RAD-Ärzte sind ‒ wie auch externe
Sachverständige ‒ verpflichtet, medizinische Sachentscheide unabhängig zu fällen (Art.
59 Abs. 2bis IVG). Dem orthopädischen Teilgutachten von Dr. D._ kann daher nicht
von Vornherein jeglicher Beweiswert abgesprochen werden, weil er den
Beschwerdeführer im Jahr 2008 noch als RAD-Arzt untersucht hat. Dem
orthopädischen Teilgutachten sind denn auch keine Hinweise zu entnehmen, die auch
nur den Anschein einer Befangenheit erwecken könnten. Trotzdem ist dem Umstand,
dass Dr. D._ bereits als RAD-Arzt in einem früheren Verwaltungsverfahren involviert
gewesen ist, insoweit Rechnung zu tragen, als bei der Beweiswürdigung die
(strengeren) Anforderungen, d.h. diejenigen, die für Berichte versicherungsinterner
medizinischer Fachpersonen gelten, angewendet werden. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt den Berichten versicherungsinterner
medizinischer Fachpersonen, namentlich auch jenen von RAD-Ärzten, nämlich nicht
dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44
ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zu. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so
sind gemäss dem Bundesgericht strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen). Demnach darf das orthopädische
Teilgutachten von Dr. D._ hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht
einmal geringe Zweifel wecken (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 3. Juni 2015, IV 2013/73 E. 3).
4.4 In somatischer Hinsicht hat der Beschwerdeführer insbesondere lumbale
Dauerschmerzen beklagt. Diese hätten seit der letzten Begutachtung an Intensität
zugenommen (IV-act. 130 f.). Dr. D._ hat aus orthopädischer Sicht bei der aktuellen
Untersuchung im Oktober 2013 keine relevanten objektivierbaren Veränderungen im
Vergleich zu seinem Gutachten vom 9. Juli 2011 (wie auch zu jenem der Klinik Valens
vom 29. Oktober 2009) feststellen können und deshalb seine damaligen
Schlussfolgerungen übernommen: Die körperlich anspruchsvolle Tätigkeit als Maurer
hat er wegen eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms (Status nach
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Diskushernienoperation L3/L4 links lateral am 2. November 2007) als nicht mehr
zumutbar erachtet. Für körperlich leichte, wechselbelastende und rückenadaptierte
Tätigkeiten hat er dem Beschwerdeführer eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit
zusätzlichen betriebsunüblichen Pausen von gut einer Stunde Dauer bescheinigt, was
einer Arbeitsfähigkeit von etwa 85 % entspricht. Der Hausarzt Dr. L._ hat dem
Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 21. März 2013 demgegenüber eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten attestiert. In seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung hat er allerdings nicht nur die somatischen, sondern auch
die psychischen Leiden berücksichtigt. Seine Einschätzung vermag daher nicht einmal
geringe Zweifel an der Einschätzung von Dr. D._ zu wecken. Da Dr. D._ in
somatischer Hinsicht keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes und
damit verbunden der Arbeitsfähigkeit hat feststellen können, ist weiterhin auf die
bisherige, unumstrittene Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen. Demzufolge ist dem
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht die angestammte Tätigkeit als (ungelernter)
Maurer seit Oktober 2007 (s. Gutachten der Klinik Valens, IV-act. 67-28) nicht mehr
zumutbar. In einer körperlich angepassten Tätigkeit besteht aus somatischer Sicht seit
August 2008, spätestens jedoch seit Mai 2011, noch eine 85 %ige Arbeitsfähigkeit
(ganztägig umsetzbar mit einem erhöhten Pausenbedarf von gut einer Stunde pro Tag).
4.5 In psychiatrischer Hinsicht hat Dr. I._ im Verlaufsgutachten vom 16. November
2013 neu die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, und einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften,
emotional-instabilen, ängstlich-paranoiden und depressiven Anteilen angegeben. Für
zeitlich frei einteilbare, selbständig und allein auszuübende Tätigkeiten ohne
Publikumsverkehr und ohne Verantwortungsübernahme für Personen sowie ohne hohe
Anforderungen an die Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit hat die psychiatrische
Gutachterin die Arbeitsfähigkeit ab Herbst 2011 auf 50 % geschätzt. Dr. I._ haben
die Ergebnisse der von der behandelnden Psychiaterin med. pract. J._ erwähnten
testpsychologischen Untersuchung vom 18. April 2012 (IV-act. 115-1 und 121-2) nicht
zur Verfügung gestanden; sie liegen auch nicht bei den Akten des
Verwaltungsverfahrens. Indem Dr. I._ im Rahmen der Verlaufsbegutachtung eine
eigene testdiagnostische Untersuchung hat durchführen lassen (IV-act. 130-20 ff.) und
zur gleichen diagnostischen Einschätzung wie die behandelnde Psychiaterin med.
pract. J._ gekommen ist, hat sie diesen Mangel jedoch behoben. Die Einschätzungen
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der psychiatrischen Gutachterin Dr. I._ und der behandelnden Psychiaterin med.
pract. J._ unterscheiden sich allerdings insoweit, als med. pract. J._ im September
2012 und Mai 2013 auch für adaptierte Tätigkeiten von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist und eine bleibende Einschränkung von mindestens
60 % angenommen hat. Der Beschwerdeführer hat sich vom 19. September 2011 bis
30. Mai 2012 in teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik befunden (IV-act. 121-1).
Ob er während dieser Zeit zu mehr als 50 % arbeitsunfähig gewesen ist, kann offen
gelassen werden, da ein allfälliger Rentenanspruch, wie nachfolgend aufzuzeigen sein
wird, erst ab August 2013 entstehen kann und eine vorübergehende höhergradige
Arbeitsunfähigkeit während des tagesklinischen Aufenthalts daher keinen Einfluss auf
den Rentenentscheid hätte. Allerdings hat med. pract. J._ dem Beschwerdeführer
auch ein Jahr nach der Entlassung aus der Tagesklinik eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Der RAD-Psychiater Dr. K._ hat den Verlaufsbericht von med. pract. J._
vom 14. Mai 2013 als nicht überzeugend beurteilt. Tatsächlich ist die
Konzentrationsstörung, die von der Oberärztin der Tagesklinik als die Arbeitsfähigkeit
einschränkender Faktor genannt worden ist, im psychiatrischen Befund nicht
beschrieben worden. Zudem ist zu beachten, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung erfahrungsgemäss im Zweifel eher zugunsten
ihrer Patienten auszusagen pflegen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). Gutachter verfügen
gemeinhin auch über mehr Erfahrung hinsichtlich der versicherungsmedizinisch
relevanten Arbeitsfähigkeit als die behandelnden Ärzte. Und schliesslich haben in der
Regel nur die Gutachter Kenntnis der umfassenden Vorakten, weshalb ihre
Beurteilungen des Gesundheitszustandes umfassender ausfallen als jene der
behandelnden Ärzte. Die psychiatrische Gutachterin Dr. I._ hat nachvollziehbar
dargelegt, weshalb der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist:
Er weise deutliche Defizite hinsichtlich des Aufmerksamkeitsniveaus, der
Aufmerksamkeitskapazität und der kognitiven Flexibilität auf und leide unter einer
erhöhten Erschöpfbarkeit. Des Weiteren bestünden eine erhöhte Impulsivität und stark
ausgeprägte zwanghafte Tendenzen. Angesichts dieser überwiegend wahrscheinlich
bestehenden Defizite erscheint eine 50 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch
für angepasste Tätigkeiten als überzeugend. Auch der RAD-Psychiater Dr. K._ hat
das Verlaufsgutachten als sehr gründlich bezeichnet und empfohlen, darauf
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abzustellen. Demnach ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit Herbst 2011 (Eintritt in die
Tagesklinik) aus psychiatrischer Sicht für jegliche Tätigkeiten andauernd zu 50 %
arbeitsunfähig ist. Ob vom 19. September 2011 bis 30. Mai 2012 (tagesklinischer
Aufenthalt) sogar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten bestanden
hat, kann offen gelassen werden.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer die bisherige
Tätigkeit als ungelernter Baufacharbeiter/Maurer bereits seit Oktober 2007 nicht mehr
zumutbar ist. In einer adaptierten Tätigkeit besteht seit Herbst 2011 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit. Ob von September 2011 bis Mai
2012 auch für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, kann
offen gelassen werden.
4.7 Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" hat eine Selbsteingliederung bzw. eine durch die Sozialversicherung
übernommene Eingliederung zu erfolgen, bevor allenfalls eine Rente beansprucht
werden kann (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, N 81 der
Vorbemerkungen; siehe auch Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG und BGE 126 V 241 E. 5).
Dr. D._ hat aus orthopädischer Sicht keine medizinischen Massnahmen vorschlagen
können, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in absehbarer Zeit relevant
steigern könnten (IV-act. 130-33). Dr. I._ hat erklärt, dass sich der Beschwerdeführer
bereits in fachpsychiatrischer Behandlung befinde und eine adäquate Medikation
erhalte. Zusätzliche medizinische Massnahmen hat sie nicht vorgeschlagen. Die
Prognose hat sie aufgrund des bisherigen Verlaufs als unsicher angesehen. Die
medizinischen Eingliederungsmassnahmen sind (derzeit) somit ausgeschöpft. Die
Restarbeitsfähigkeit könnte zudem auch nicht durch berufliche
Eingliederungsmassnahmen erhöht werden, da der Beschwerdeführer aufgrund seines
bescheidenen Bildungsniveaus und aufgrund seiner erheblich eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit offensichtlich nicht fähig ist, eine qualifizierte Berufsausbildung zu
absolvieren, die eine leistungsrelevante Auswirkung auf das zumutbare
Invalideneinkommen hätte.
5.
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5.1 Als Nächstes ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdegegnerin hat das
Valideneinkommen anhand des im Jahr 2007 erzielten Einkommens als Maurer/
Mitarbeiter Bau ermittelt und, nachdem sie es an die Nominallohnentwicklung
angepasst hat, auf Fr. 53'662.-- festgelegt. Gemäss dem IK-Auszug und dem
Arbeitgeberfragebogen hat das Einkommen im Jahr 2007 Fr. 51'737.-- (bzw. Fr.
51'738.--) betragen. Dieses Einkommen widerspiegelt aber nicht die Erwerbsfähigkeit
des Beschwerdeführers im Gesundheitsfall, da die andauernde Arbeitsunfähigkeit für
die angestammte Tätigkeit bereits im Oktober 2007 eingetreten ist. Gemäss der
Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden in der
ursprünglichen Tätigkeit im Jahr 2008 Fr. 63'465.60 verdient (IV-act. 22-2). Dies
entspricht einem Grundlohn von Fr. 30.-- pro Stunde. Für das Jahr 2007 hatte die
Arbeitgeberin einen Grundlohn von Fr. 29.50 angegeben. Einer beiliegenden
Lohnabrechnung per 31. Dezember 2006 ist zudem zu entnehmen, dass der
Stundenlohn damals Fr. 29.10 betragen hat (IV-act. 22-5). Die Angaben der
Arbeitgeberin zum hypothetischen Erwerbseinkommen im Jahr 2008 sind also
durchaus realistisch. Weshalb der Beschwerdeführer in den Jahren vor Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit gemäss dem IK-Auszug (IV-act. 135) allerdings wesentlich tiefere
Löhne erzielt hat (z.B. im Jahr 2004 Fr. 54'733.-- und im Jahr 2006 Fr. 41'788.--), bleibt
unklar. Im Jahr 2008 hat der durchschnittliche Lohn eines ungelernten Arbeiters im
Baugewerbe gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE),
aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr.
64'272.-- betragen (LSE 2008, TA1, Sektor 2 Produktion, Baugewerbe,
Anforderungsniveau 4 [einfache und repetitive Tätigkeiten], Männer: [12 x Fr. 5'150.--] /
40 x 41.6 Stunden]). Der vom Arbeitgeber angegebene Lohn für das Jahr 2008 von Fr.
63'465.60 wäre also nur unwesentlich tiefer gewesen (Fr. 806.40/Jahr) als der
Schweizerische Durchschnittslohn eines Bauarbeiters. Da der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (2013) seit fünf Jahren nicht mehr
gearbeitet hat, rechtfertigt es sich daher, für die Berechnung des Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen. Auch wenn, wie dies die
Beschwerdegegnerin getan hat, gestützt auf die im IK-Auszug verzeichneten Löhne
davon ausgegangen würde, dass der Beschwerdeführer zuletzt einen
unterdurchschnittlichen Lohn als Bauarbeiter erzielt hat, wäre für das
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Valideneinkommen dennoch auf den Schweizerischen Durchschnittslohn abzustellen.
Es kann nämlich nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
freiwillig zu einem unterdurchschnittlichen Lohn gearbeitet hat. Vielmehr hat er mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der Wirtschaftslage keine besser bezahlte
Arbeitsstelle gefunden. Das Valideneinkommen ist daher nicht das zuletzt erzielte,
unterdurchschnittliche Erwerbseinkommen als Bauarbeiter, sondern der Lohn, den der
Beschwerdeführer bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage hätte erzielen können. Der
durchschnittliche Lohn eines ungelernten Bauarbeiters hat im Jahr 2012, aufgerechnet
auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 67'929.30
betragen (LSE 2012, TA1, Sektor 2 Produktion, Baugewerbe, Kompetenzniveau 1
[einfache Tätigkeiten körperliche oder handwerklicher Art], Männer: [12 x Fr. 5'430.--] /
40 x 41.7 Stunden]). Angepasst an die Nominallohnentwicklung hat sich das
Durchschnittseinkommen eines ungelernten Bauarbeiters im Jahr 2013 auf Fr.
68'269.-- belaufen (Lohnentwicklung 2014, T.1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Sektor
2 Produktion, Baugewerbe/Bau: 0.5 %). Das Valideneinkommen beträgt somit Fr.
68'269.--.
5.2 Dem Beschwerdeführer ist die Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr zumutbar. In einer
adaptierten Hilfsarbeit besteht eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die
Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen daher zu Recht anhand von
Tabellenlöhnen berechnet. Das durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters
gemäss der LSE hat im Jahr 2013, aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche
Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 65'654.-- betragen (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Zu prüfen bleibt, ob ein Tabellenlohnabzug
vorzunehmen ist. Beim Tabellenlohn handelt es sich um einen statistischen
Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters bilden die in dieser
Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe der tatsächlich bezahlten Löhne hängt
von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren ab. Diese
Faktoren müssen auch bei der Ermittlung des Invalideneinkommens berücksichtigt
werden. Aufgabe der medizinischen Sachverständigen ist es, die zumutbare
Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung
werden also nur die direkten Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die
Erwerbsmöglichkeiten berücksichtigt. Die medizinischen Sachverständigen verfügen
offensichtlich nicht über das Fachwissen, um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-
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betriebswirtschaftlichen Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die
Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte Nachteile, andererseits jedoch auch
qualifizierende Eigenschaften der versicherten Person, die sich auf die Lohnhöhe
auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 E. 3.3; vgl. auch Entscheid vom 17.
Oktober 2016, IV 2014/121 E. 3.1). Der Beschwerdeführer leidet an einer
rezidivierenden depressiven Störung. Eine solche zeichnet sich durch wiederholte
depressive Episoden aus (siehe ICD-10: F33). Die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers ist also schwankend und es kann immer wieder zu Exazerbationen
kommen, während denen mit Arbeitsausfällen zu rechnen ist. Auch der Umstand, dass
sich der Beschwerdeführer die Arbeitszeit frei einteilen können muss, erfordert eine
grosse Flexibilität des Arbeitgebers. Wegen seiner besonderen Persönlichkeit ist der
Beschwerdeführer auf einen verständnisvollen Vorgesetzten und rücksichtsvolle
Mitarbeiter angewiesen. Ein potentieller Arbeitgeber wird diesen Nachteilen, die aus
konsequent betriebswirtschaftlicher bzw. ökonomischer Sicht als zusätzliche, bei
einem gesunden Arbeitnehmer mit demselben Beschäftigungsgrad von 50 % nicht
auftretende Unkosten zu qualifizieren sind, dadurch Rechnung tragen, dass er den
Beschwerdeführer nur zu einem deutlich unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Daher
rechtfertigt sich im vorliegenden Fall ein Tabellenlohnabzug von 15 %. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 68'269.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 27'903.--
(0.85 x [Fr. 65'654.-- / 2]) resultiert ein IV-Grad von 59.1 %.
5.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass der
Beschwerdeführer die verbliebende Restarbeitsfähigkeit von 50 % für adaptierte
Tätigkeiten wegen der fehlenden Ausbildung und Berufserfahrung, des
fortgeschrittenen Alters und der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht verwerten
könne. Ob eine versicherte Person die verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten kann, lässt sich nicht nach einer
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Massgebend sind beispielsweise das Alter, die Art und Beschaffenheit des
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur,
vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
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Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Fehlt es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1 mit Hinweisen;
siehe auch Urteil vom 1. März 2017, 8C_678/ 2016 E. 2.1 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer ist im Verfügungszeitpunkt (Januar 2015) 52-jährig gewesen. Bis zur
ordentlichen Pensionierung wäre ihm immerhin noch eine Restaktivitätsdauer von über
12 Jahren verblieben. Das Alter spricht daher nicht gegen die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit. Dasselbe gilt für die fehlende Ausbildung und Berufserfahrung
und für die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt: Hilfsarbeiten zeichnen sich gerade
dadurch aus, dass sie keine speziellen Berufskenntnisse oder Berufserfahrung
voraussetzen; der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand ist daher klein. Der
Beschwerdeführer ist auf einen verständnisvollen Vorgesetzten und rücksichtsvolle
Mitarbeiter angewiesen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass lediglich ein
Nischenarbeitsplatz in Betracht fällt. Es ist nämlich davon auszugehen, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Defiziten
und speziellen Bedürfnissen existieren. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit somit zu bejahen. Bei einem IV-Grad von
(abgerundet) 59 % hat der Beschwerdeführer somit Anspruch auf eine halbe Rente (Art.
28 Abs. 2 IVG).
6.
6.1 Der Beschwerdeführer hat sich am 6. Februar 2013 zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. Das Wartejahr ist bereits im Herbst 2012 erfüllt gewesen. In der Mitteilung
des Beschlusses an die Ausgleichskasse vom 13. November 2014 hat die
Beschwerdegegnerin festgehalten, dass die Rente per Anmeldedatum ausbezahlt
werde. Die Karenzfrist von sechs Monaten werde nicht beachtet, da die
Arbeitsunfähigkeit bereits am 22. Oktober 2007 eingetreten sei. Gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Bei der sechsmonatigen Frist nach Art. 29
Abs. 1 IVG handelt es sich nicht um eine materielle, sondern um eine
verfahrensrechtliche Anspruchsvoraussetzung (BGE 142 V 547 E. 3.2), die keine
Ausnahmen vorsieht und somit immer angewendet werden muss. Da sich der
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Beschwerdeführer erst im Februar 2013 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hat,
kann der Rentenanspruch − unabhängig davon, wann die Arbeitsunfähigkeit
eingetreten ist − frühestens sechs Monate später, d.h. am 1. August 2013 entstehen.
Die Beschwerdegegnerin hat somit gegen Bundesrecht (Art. 29 Abs. 1 IVG) verstossen,
indem sie dem Beschwerdeführer bereits ab dem Zeitpunkt der Neuanmeldung
(Februar 2013) eine Rente zugesprochen hat. Das Gericht hat den Rechtsvertreter am
28. September 2017 auf diesen Umstand aufmerksam gemacht (act. G 11). Der
Beschwerdeführer wird durch den Gerichtsentscheid gesamthaft betrachtet jedoch
nicht schlechter gestellt, da er nicht wie verfügt Anspruch auf eine Viertelsrente,
sondern auf eine halbe Rente hat.
6.2 Demnach ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die angefochtene
Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer rückwirkend ab dem 1. August
2013 eine halbe IV-Rente zuzusprechen ist. Die Sache ist zur Ermittlung des
Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In einem
durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht
praxisgemäss jeweils eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote über den Betrag von Fr.
6'281.50 eingereicht. Allerdings beinhaltet das geltend gemachte Honorar nicht nur die
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während des Beschwerdeverfahrens, sondern auch die während des
Verwaltungsverfahrens getätigten Aufwendungen. Der während des
Verwaltungsverfahrens entstandene Aufwand/Schaden ist nicht durch das
Beschwerdeverfahren verursacht und deshalb nicht mit der Parteientschädigung zu
ersetzen. Der vorliegende Fall ist weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht
besonders komplex gewesen. Im Gegensatz zu den meisten Rentenfällen ist lediglich
die Berechnung des IV-Grades, nicht aber der Arbeitsfähigkeitsgrad strittig gewesen.
Vor diesem Hintergrund erscheint das vom Rechtsvertreter geforderte Honorar von Fr.
6'281.50 als massiv übersetzt. Stattdessen erscheint eine durchschnittliche pauschale
Entschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.