Decision ID: 94b6d1bb-ef0a-48ff-a1f7-261c96df91cf
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Mit
Urteil
vom 2
1.
August 2018 im Verfahren Nr. IV.2018.00480
hiess
das hiesige Gericht die Beschw
erde (Urk.
5/75/3-
14
) von
X._
, geboren 19
61
, gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt
des
Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
7
.
April 2018
(Urk.
5/68
),
mit
welcher
ein
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
verneint wurde
, in dem Sinne gut, als dass die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, da
mit
diese nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen über
das Leistungsbegehren
neu verfüge (Urk.
5
/
77
Dispositiv Ziff. 1).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für P
sychiatrie und Psychotherapie, i
ntegrierte Psychiatrie
Z._
,
ein p
sychiatrisches Gutachten ein, das am 18
.
April 2019
erstat
tet wurde (Urk.
5/89
).
Am 2
9.
Mai 2019 ersuchte die IV-Stelle
Dr.
Y._
um die Beantwortung von Rückfragen
(
Urk.
5/91)
, welchem
er am 2
3.
Juli 2019 nach
kam
(
Urk.
5/95).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5
/
99
; Urk.
5/101,
Urk.
5/103
)
verneinte
die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 10
. Januar 20
20
einen Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk.
5
/1
06
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
7.
Februar 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
0.
Januar 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen aus dem
Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung (IVG)
zu erbringen, insbesondere sei ihm mit Wirkung ab
1.
Mai 2016 eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
März 2020 (
Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
3.
März 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass aus dem eingeholten Gutachten nicht ersichtlich sei, dass der Beschwerdeführer in der Arbeitsfäh
igkeit eingeschränkt
sei
(S. 1). Der Beschwerdeführer habe mit den vor
handenen medizinischen Einschränkungen währen
d
vieler
Jahre in einem vollen Pensum arbeiten können. Es sei nicht nachvollziehbar, dass dies nun nicht mehr möglich sein soll
te
. Im psychiatrischen Befund würden keine Einschränkungen beschrieben. Ebenfalls habe der Beschwerdeführer einige Ressourcen. Er lebe seit längerer Zeit in einer festen Beziehung und könne auch alleine auf Reisen gehen u
nd dort Leute kennenlernen. Es bestehe daher kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs liege nicht vor (S.
2).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass sich
die Beschwerdegegnerin über das
beweiskräftige
Gutachten von Dr.
Y._
hinweggesetzt
habe
, indem sie
lediglich
unter Beachtung der
jenigen
Indikatoren, die gegen eine Berentung aufgeführt werden könnten
,
eine Ressour
cenprüfung vorgenommen habe
(S. 6
Ziff.
9
, S. 9
Ziff.
10
)
. Er habe mit seinem im Rahmen der
Eingliederungsmassnahmen
geleisteten Arbeitspensum von 50
%
bereits an der Grenze seiner Belastbarkeit gestanden
. Es sei damit aktenkundig belegt, dass er sich ernsthaft über länger Zeit um eine Wiedereingliederung bemüht habe, aber leider gescheitert sei (S. 6
Ziff.
9.1).
Durch
die
wöchentlich
absolvierte
Psychotherapie
mit medikamentöser Behandlung
sei ein hoher Leiden
s
druck ausgewiesen, und er habe alles Zumutbare unternommen, um seine Leistungs- und Arbeitsfähigkeit wieder zu steigern (S. 7
Ziff.
9.2).
Seine
objekti
ven Einschränkungen
liessen
sich den
Leistungsbeurteilungen im Rahmen der
Eingliederungsmassnahmen
entnehmen
und
seien durch seine psychische
Ver
fassung zu Beginn des zweiten Gesprächstermins bei
Dr.
Y._
beleg
t
(S. 7
f.
Ziff.
9.3). Das Vorbringen, dass er über Jahre mit einer Persönlichkeitsstörung funktioniert habe, gehe an der Sache vorbei. So sei
es
Persönlichkeitsstörungen immanent, dass sie nicht von einem Tag auf den anderen in voller Ausprägung auftr
eten
, sondern sich über Jahre entwickeln und verfestigen würden (S. 8 Mitte f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
3.
Im Urteil vom
21
.
August 2018
befand das hiesige Gericht das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom
7.
August 2017
(
Urk.
5/53)
hinsichtlich der Beur
teilung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
für nicht be
weiswertig
. Insbesondere erschienen die von
Dr.
A._
bei weitgehend unauf
fälligem psychopathologischen Befund genannten Einschränkungen des Beschwerdeführers in der Tätigkeit als Informatiker
als nicht nachvollziehbar. Weiter wurde festgehalten, dass es
insgesamt
an einer aussagekräftigen medizi
nischen Grundlage zur Feststellung des tatsächlichen Leistungsvermögens des Beschwerdeführers und damit zur Bestimmung des Invaliditätsgrades fehle
(vgl.
Urk.
5/77
E. 4.2-4).
4.
4.1
Am 1
8.
April
2019 erstattete
Dr.
Y._
das von der Beschwerdegegnerin
in Umsetzung des Urteils vom 2
1.
August 2018 (
Urk.
5/77)
veranlasste psychiatri
sche Gutachten (
Urk.
5/89).
Dr.
Y._
nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21
Ziff.
6):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F32.0)
-
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5)
-
selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein pathologi
sches Horten (S. 21
Ziff.
6).
Dr.
Y._
führte aus, er habe den Beschwerdeführer am 1
4.
Februar und am
7.
März 2019 untersucht (S. 2 oben).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen
Tätigkeit als System-Engineer
bestehe aufgrund der
anankastischen
Persönlichkeitsstörung keine Arbeitsfähigkeit mehr
. Die Anamnese zeige, dass der Beschwerdeführer schon in
jungem Erwachsenenalter dazu geneigt habe, Probleme zu kompliziert anzuge
hen.
Die nicht bestandene Mathematikprüfung deute darauf hin, dass er sich be
reits damals verzettelt habe und nicht in der Lage gewesen sei, Dinge mit der notwen
digen Konkretheit zu bewältigen (S. 30
Ziff.
8). Aufgrund der weiterhin bestehenden
anankastischen
Persönlichkeitsstörung sei die angestammte Tätig
keit nicht mehr zumutbar, da keine begründeten Zweifel daran bestünden, dass bei der Wiederaufnahme der Arbeit als System-Engineer die gleiche Kausalkette erneut ablaufen würde (S. 31 oben).
Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit
,
welche keine Problemanalyse komplexer Systeme und
kreative Lösungskonzepte
verlange, bestehe grundsätzlich eine Restarbeitsfähigkeit. Dabei seien durchaus Beschäftigungen im Bereich der IT inbegriffen. So wäre zum Beispiel eine Tätigkeit im Bereich von Help-Desk oder der elektronischen Datenverar
beitung oder Ähnlichem zumutbar (S. 31 unten). In einer solchen Tätigkeit sei nach einer relativ kurzen Eingewöhnungszeit das Absolvieren eines zeitlichen Pensums von 50
%
bei einer Leistungsfähigkeit von 90
%
(aufgrund des vermehrten Zeitbedarfs wegen des Auftretens der Konzen
trationsschwierigkeiten) realistisch (S. 32 oben).
Dr.
Y._
führte aus, dass ins
gesamt in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 45
%
bestehe. In einer optimal angepassten Tätigkeit ohne wesentliche Ansprüche an kognitive Prozesse bestehe in diesem zeitlichen Pensum keine Verminderung der Leistung, so dass eine Gesamtarbeitsfähigkeit von 50
%
plausibel sei. Seit Abschluss der Integrationsmassnahmen bestehe in einer solchen Tätigkeit seit Februar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 45
%
bis 70
%
(S. 32 Mitte).
Zu den Verhaltensbeobachtungen und der äusseren Erscheinung führte
Dr.
Y._
aus, der Beschwerdeführer sei pünktlich zum Termin gekommen.
Er sei
freundlich
gewesen
,
habe lebhaft gesprochen
und im Gespräch eine gute Modulation
gezeigt
.
Die Grundstimmung
habe
keinesfalls depressiv
gewirkt. Der Beschwerdeführer habe authentisch gewirkt und
über seine eigenen Probleme gelegentlich mit einem Schuss Selbstironie
berichtet
.
Während der Untersuchung habe der Beschwerdeführer nur wenig krank gewirkt.
Beim zweiten Termin sei
er
zehn
Minuten zu spät erschienen und beim Eintreffen enorm gestresst gewesen. Er habe erklärt, dass er die Einladung und sein Handy vergessen und dies erst im Zug bemerkt habe. Der Beschwerdeführer sei sichtlich aufgewühlt gewesen, im Gespräch dann aber ruhiger geworden (S. 19
Ziff.
4.1).
Zu
m
psychiatrischen Befund nach AMDP führte
Dr.
Y._
aus, dass sich der Beschwerdeführer wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert
gezeigt habe
. Die Auffassung sei ungestört
und
die Konzentration subjektiv erheblich vermindert
gewesen
, habe jedoch
objektiv
während des Gespräches von zwei Stunden aufrechterhalten werden kön
nen. Das Ged
ächtnis sei ungestört
gewesen
.
Im
formalen Gedankengang sei
der Beschwerdeführer
zweimalig weit
schweifig bis umständlich
gewesen
,
habe
jedoch den Faden nicht
verloren
.
Die grösste aktuelle Befürchtung
sei eine mögliche Trennung der Freundin
gewesen
, was jedoch nicht sehr wahrscheinlich sei. Weitere Befürchtungen
hätten
bezüg
lich der Entwicklung seiner finanziellen Situation
bestanden
.
Der
Beschwerde
führer
habe ein starkes Bedürfnis «aufzuräumen» und die Dinge schöner zu machen geschildert und auch berichtet, dass er durch seinen Perfektionismus bei der Arbeit unter Zeitdruck gekommen sei.
Dr.
Y._
führte aus, dass sich in der Untersuchung
keine klaren Hinweise auf eine eigentliche Zwangsstörung
ergeben
hätten
, zumindest
anankastisches
Verhalten scheine jedoch gegeben
zu sein
.
Affektiv
habe
sich eine neutrale Grundstimmung mit guter Modulation und keine Störung der Vitalgefühle
gezeigt
. Dennoch seien deutliche Insuffizienzgefühle spürbar
gewesen
. Der Antrieb
sei regelrecht gewesen
,
und psychomotorisch
habe
sich diese Lebhaftigkei
t wie im sprachlichen Ausdruck
gezeigt
. Der Beschwerde
führer habe über Schlafstörungen im Sinne häufiger Unterbrüche berichtet
(S. 20 f.
Ziff.
4.3).
Dr.
Y._
führte aus, dass eine schwere
anankastische
Persönlichkeitsstörung vorliege. Der dadurch bedingte übertriebene Perfektionismus habe im Beruf als System-Engineer zunehmend zu Schwierigkeiten geführt. Im Jahr 2015 sei es in Kombination mit einer Beziehungskrise zum Zusammenbruch der bis dahin müh
sam aufrecht erhaltenen Kompensation gekommen. Die resultierende Depression habe zu einer massiven Störung der Konzentrationsfähigkeit geführt und sei mit einer pathologischen Ermüdbarkeit einhergegangen. Es sei plausibel, dass unter Druck die Fähigkeit, kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten (System-Engineering) auszuführen, stark vermindert sei. Zusätzlich erschwerten jetzt grosse Ängste vor einer erneuten Dekompensation die Ausführung solcher Arbeiten und führten noch zu einem höheren Druck, wodurch sich ein Teufelskreis bilde. Zu diesem Problembereich kämen interaktionelle Einschränkungen aufgrund der selbstunsi
cheren Persönlichkeitsstörung (S. 28
Ziff.
7.4).
Seit der Dekompensation sei es dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich, das früher gezeigte Rendement zu erbringen. Die Selbsteinschätzung, wonach der Beschwerdeführer nach einer Ein
führungszeit ein
Pensum von 50
%
erbringen könne, se
i realistisch und nicht als Selbstlimitierung zu beurteilen (S. 30 oben). Die Depression und die Persönlich
keitsstörung bewirkten die erwähnten Funktionsausfälle (S. 30 oben).
4.2
Am 2
3.
Juli 2019 erstattete
Dr.
Y._
seinen Bericht (
Urk.
5/
95
) zu den Rück
fragen des RAD vom 2
9.
Mai 2019 (
vgl.
Urk.
5/91)
.
Dr.
Y._
führte zur Frage im Zusammenhang mit der Depression aus, es sei richtig, dass in der Untersu
chung
selbst keine Depression
sichtbar gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe jedoch in der Exploration erwähnt, dass er nicht mehr so leistungsfähig sei, und dass ihn die vielen Absagen bei der Stellensuche niedergedrückt hätten.
Zudem habe er
über
erhebliche Konzentrationsstörungen
berichtet
, welche ihn bei der Arbeit am PC behinderten sowie
über
Schlafstörungen.
Dr.
Y._
führte aus,
dass er aufgrund der
dokumentierten rezidivierenden depressiven Störung
basie
rend auf den
anamnestischen Angaben diese Diagnose in einer leichten Ausprä
gung
sehe
. Die residuale depressive Symptomatik habe für sich allein keinen nen
nenswerten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, wirke jedoch als Komorbidität mit der
dekompensierten
Persönlichkeitsstörung zusätzlich ressourcenhemmend, was sich auf die Belastbarkeit auswirke (S. 1 Mitte).
Dr.
Y._
führte aus, dass festzuhalten sei, dass die Dekompensation im Jahr 2015 heftig gewesen sei und noch keine
Restitutio
ad
integrum
stattgefunden
habe
. Seiner Persönlichkeit entsprechend habe sich der Beschwerdeführer bemüht, sich eingliedern zu lassen und
habe
dabei ein Pensum von 50
%
erreicht.
Zudem sei auch im Schreiben betreffend d
ie
Eingliederungsmassnahmen vom 3
1.
Januar 2017 erwähnt worden, dass man merke, dass
der Beschwerdeführer
bei grösserer Belastung stark ermüde. Auch hinsichtlich seines Hausumbaus habe der Beschwerdeführer erwähnt, dass er nicht mehr so leistungsfähig sei.
Dr.
Y._
hielt fest, aufgrund dieser eingeschränkten Belastbarkeit bestehe seiner Ansicht nach auch in angepasster Tätigkeit eine Einschränkung (S. 1 unten). Er bleibe bei der Meinung, dass eine Überforderung zu einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes führen könnte und damit kontraproduktiv sei (S. 2 oben).
4.3
Dr.
A._
, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Juli 2019 (
Urk.
5/96/3-4) zum psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
April 2019 und d
er
Stellungnahme von
Dr.
Y._
vom 2
3.
Juli 2019 aus, dass zwar die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33)
nachvollzogen werden könne,
allerdings
auf
grund des
blanden
psychopathologischen Befundes von einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F32.4)
,
ausgegangen werden
müsse
.
Eine Persönlichkeitsstörung begründe nicht per se ei
ne Arbeitsunfähigkeit. R
ele
vant sei im Allgemeinen das Arbeitsumfeld und allenfalls eine
komorbide
Störung. Gemäss dem Gutachten sei eine
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5) relevant für die Arbeitsfähigkeit, was nachvollzogen werden könne. Allerdings sei die vom Gutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht wirklich nachvollziehbar.
Soweit der Gutachter hinsichtlich der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die seit der Kindheit/Jugend beste
hende Persönlichkeitsstörung mit der Dekompensation im Jahr 2015 und der bis
her noch nicht erfolgten
Restituio
ad
integrum
argumentiere, sei darauf hinzu
weisen, dass die Dekompensation eine Depression und keine Veränderung der Persönlichkeitsstörung bewirke. Die Depression sei aktuell remittiert, so dass Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht mit einer eingeschränkten Belastbarkeit erklärt werden könnten. Auch seien gewisse Ein
schränkungen im Mini-ICF-APP nicht klar nachvollziehbar. Unklar sei weiter, wie eine schwere Einschränkung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit habe attestiert werden können, nachdem der Beschwerdeführer mit den Persönlich
keitsstörungen jahrelang habe arbeiten können.
Dr.
A._
hielt abschliessend fest, dass um eine Überprüfung durch den Rechtsanwender gebeten werde.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrer Verfügung (
Urk.
2) nach eigens vor
genommener Ressourcenprüfung (vgl
.
Urk.
5/98)
abweichend
vom Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
8.
April 2019 (vgl. vorstehend E.
4.1)
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheits
schadens (vgl. vorstehend E. 2.1
). Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, dass auf das Gutachten von
Dr.
Y._
abzustel
len und
daher selbst in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit entsprechend seine
s
anlässlich der Eingliederungsmassnahmen gezeigten Leistungsvermögens
eine maxi
male Arbeitsfähigkeit von 50
%
gegeben sei
(vgl. vorstehend E. 2.2).
Da der Beschwerdeführer
unbestrittenermassen
während den
Eingliederungs
massnahmen
von März 2016 bis
Ende
Januar 2017 ein Taggeld beansprucht
hat (vgl.
Urk.
5/30,
Urk.
5/33
,
Urk.
5/36,
Urk.
5/38
,
Urk.
5/42
)
,
ist ein allfälliger Ren
tenanspruch
gemäss
Art.
29
Abs.
2
IVG
nachfolgend
ab Februar 2017 zu prüfen.
5
.2
Wie bereits ausgeführt
(vgl. vorstehend E. 1.2)
, setzt die Annahme eines psychi
schen Gesundheitsschadens eine psychiatrische, lege
artis
gestellte Diagnose sowie eine
erforderliche Schlüssigkeit der ärztlich festgestellten Arbeits
un
fähig
kei
t voraus
.
Überdies liegt eine
psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes nur dann vor, wenn es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzumuten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das
Mass
des
Forderbaren
weitgehend
objektiv b
estimmt wird (BGE 130 V 352 f. E.
2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei der versicherten Person
sozial-praktisch nicht mehr zumut
bar
.
Weiter ist zu beachten, dass es
gemäss
Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem kon
kreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber
abschliessend
und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähig
keit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt.
Vielmehr hat die rechtsanwen
dende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweis
rechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu üb
erprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E.
3.2-3.3).
5.3
Was die von
Dr.
Y._
in seinem Gutacht
en vom 1
8.
April 2019
(vgl. vorste
hend E. 4.1)
gestellte Diagnose
einer
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10 F32)
,
anbelangt, ist
Dr.
A._
in ihrer Stellungnahme vom
2
9.
Juli 2019
(vgl. vorstehend E.
4.3
)
beizupflichten, dass tatsächlich von einer Remission der Depression auszugehen
gewesen wäre
.
So führte
Dr.
Y._
unter anderem
aus, dass die Grundstimmung des Beschwerdeführers
keinesfal
ls depres
siv und er
insgesamt nur wenig krank wirke
.
Die von
Dr.
Y._
in seinem
Gutachten vorgenommene Herleitung der Depres
sionsdiagnose, wo er unter anderem die Kriterien
einer
gedrückten Stimmung,
einer
Verminderung des Antriebs und eine
r
erhöhte
n
Ermüdbarkeit sowie eine
r
verminderte
n
Konzentration bejahte (vgl.
Urk.
5/89 S. 22 oben), steht im Gegen
satz zu seine
n
zuvor getätigten Äusserungen, wonach sich
ein
lebhafter
Beschwerdeführer
gezeigt habe, welcher im Antrieb regelrecht gewesen sei und der die Konzentration während zwei Stunden habe aufrecht erhalten können.
Auf konkrete Anfrage hin bestätigte
Dr.
Y._
dann in seiner Stellungnahme vom 2
3.
Juli 2019 (vgl. vorstehend E.
4
.2
), dass anlässlich der psychiatrischen Untersuchung keine Depression sichtbar gewesen sei.
Der Beschwerdeführer habe
jedoch geäussert,
dass
er
beim Umbau nicht mehr so leistungsfähig gewesen sei.
Diese Äusserung des Beschwerdeführers
erweist sich jedoch als völlig aus dem Kontext gerissen und kann keineswegs hinzugezogen werden, um eine psychia
trische Diagnose respektive ein
en
Schweregrad einer psychischen Erkrankung herzuleiten
, zumal der Beschwerdeführer auch ausführte, dass er
beim Umbau
vieles organisiert habe und sich über die Umbauarbeiten freue. Zudem schien er mit der Leistungsfähigkeit auch die schweren körperlichen Arbeiten gemeint zu haben sowie jene, welche an spezialisierte Handwerker abzugeben sind
(vgl.
Urk.
5/89 S. 11
Ziff.
3.1)
.
Weiter reicht auch die von
Dr.
Y._
hinzugezogene
Aussage
des Beschwerdeführers
, dass
ihn
die erfolglose Stellensuche niederge
drückt habe
(vgl.
Urk.
5/89 S. 12
Ziff.
3.2)
,
nicht für
die Begründung
eine Diagnose mit Krankheitswert au
s
. Obwohl
Dr.
Y._
selber keine
Konzentrations
störungen
feststellen konnte, übernahm er einfach die Angab
en des Beschwerde
führers hierzu
(vgl.
Urk.
5/89 S. 12
Ziff.
3.2 oben)
und begründete
damit
die
von ihm attestierte
Arbeitsunfähigkeit.
Bereits
Dr.
A._
, RAD,
konnte
im Rahmen ihrer psychiatrischen Untersuchung vom
7.
August 2017
keine Anzeichen, welche eine die Leistungsfähigkeit ein
schränkende depressive Symptomatik verifi
zieren
könnten
, bestätigen
(vgl.
Urk.
5/53 S. 4 f.
Ziff.
8
).
Trotz unauffälliger objektiver Befundlage
, sah sich der
Beschwerdeführer
jedoch, wie auch anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
Y._
,
zu diesem Zeitpunkt
maximal als zu
50
%
leistungsfähig
an
(
Urk.
5/53 S. 6 Mitte).
Von einer remittierten Depression ist sodann bereits seit der Konsultation vom 1
0.
Januar 2017 bei der behandelnden Psychologin
lic
. phil.
B._
und
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, auszugehen. So lässt sich ihrem Bericht
vom
6.
Februar 2017 (
Urk.
5/41)
eine objektive Befundbeschreibung entnehmen, welche keine
r
relevanten
depressiven Erkran
kung mehr
entspricht.
So wurde
festgehalten, dass der Beschwerdeführer
nicht deutlich depressiv herabgestimmt und die affektive Schwingungsfähigkeit
erhal
ten sei
.
Lediglich aufgrund
der vom Beschwerdeführer ange
gebenen einge
schränkten Konzentrationsfähigkeit
und seinem Antriebsmangel
wurde
dann im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung das Vorliegen einer mittelgra
digen Episode (ICD-10 F33.1)
weiterhin bestätigt (vgl.
Urk.
5/41
S. 1
Ziff.
1.
2-
3).
Im von
lic
. phil.
B._
mitunterzeichnenden Folgebericht vom 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
5/73
) wurde sodann bestätigt,
dass der Beschwerdeführer im Gespräch tat
sächlich nicht depressiv herabgemi
n
dert wirke. Jedoch beurteile er sich im Fragebogen BDI-II als «ständig traurig». Wie sehr dies zutreffe
,
sei schwierig zu
beantworten, da der Beschwerdeführer hierbei widersprüchliche Angaben mache (
Urk.
5/
73
S. 4 unten).
Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zumindest seit Januar 2017 hinsichtlich einer depressiven Symptomatik keine objektiven Befunde mehr aus
gewiesen sind und allfällige in diesem Zusammenhang gestellten Diagnosen auf der subjektiven Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers beruhten, was jedoch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht massgebend ist.
5.4
Auch die Herleitung der von
Dr.
Y._
diagnostizierten selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
und der
schweren
anankastischen
Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.5)
,
w
obei letztere Diagnose
schlussendlich
selbst in einer angepassten Tätigkeit eine reduzierte Leistungsfähigkeit von 45
%
respek
tive 50
%
zu Folge hatte
,
erweist sich nicht als schlüssig.
Auch wenn dem Beschwerdeführer diesbezüglich beizupflichten ist, dass sich Persönlichkeitsstörungen nicht von einem Tag auf den anderen in der vollen Aus
prägung zeigten (vgl. vorstehend E. 2.2), mutete es doch als höchst unwahr
scheinlich an
, dass sich eine
schwere
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-
F60.5)
erstmals im Alter von 54 Ja
hren derart manifestieren und zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen würde
.
Dr.
Y._
blendet bei seinen Ausführungen die Tatsache aus, dass der Beschwerdeführer langjährig in einer anspruchsvollen Tätigkeit ein Vollzeitpensum hat absolvieren können (vgl.
Urk.
5/5,
Urk.
5/45
,
Urk.
5/56/5,
Urk.
5/71
). Dieser Umstand stellt einerseits die Diagnose der Persönlichkeits
störung an sich und sofern eine solche vorhanden sein sollte,
insbesondere
auch den ihr
von
Dr.
Y._
zugemessenen Schweregrad erheblich in Frage.
Die vom RAD an
Dr.
Y._
unmissverständlich formulierte Rückfrage, wie sich eine seit der Kindheit/Jugend bestehende Persönlichkeitsstörung damit vereinbaren lasse, dass der Beschwerdeführer jahrelang in der Lage gewesen sei, eine anspruchsvolle Tätigkeit auszuüben (vgl.
Urk.
5/91), beantwortete
Dr.
Y._
in seiner Stellu
ng
nahme vom 2
3.
Juli 20
19 nicht (vgl. vorstehend E. 4.2
).
Dem Gutachten lässt sich entnehmen, dass sich
Dr.
Y._
die einzelnen
Aspekte einer
anankastischen
Persönlichkeitsstörung regelrecht zusammen
suchte
. So
erweckte
beispielsweise
schon
die
Äusserung
eines Experten an einer Prüfung im abgebrochenen Mathematikstudium, wonach der Beschwerdeführer „zu weit
schweifig“
gewesen sei, bei
Dr.
Y._
den Verdacht
auf das Vorhandensein einer
erheblichen
anankastischen
Komponente (
Urk.
5/89
S. 16 unten,
S. 24
Ziff.
7.1).
D
en
Ausführungen von
Dr.
Y._
,
dass
der Beschwerdeführer schon anlässlich der nicht bestanden
en
Mathematikprüfung nicht in der Lage gewesen sei, Dinge mit der notwendigen Konkretheit zu bewältigen,
kann nicht gefolgt werden. So absolvierte der Beschwerdeführer
nach dieser
nicht bestandenen
Prü
fung von 1986-1989 eine Ausbildung als Systemprogrammierer
und
war
hernach
in der Lage,
bis ins Jahr 2015 in einer anspruchsvollen Tätigkeit
zu arbeiten
(vgl.
Urk.
5/5
)
.
Dass
sich
der Beschwerdeführer dabei teils am Rande seiner Leistungs
fähigkeit bewegt
e
und überfordert gewesen war respektive nach Hinzukommen von Beziehungsproblemen
dekompensierte
(vgl.
Urk.
5/89
S.
12 f. unten,
S. 25 Mitte), dürfte aber
massgeblich
durch das Tätigkeitsprofil an sich begünstigt gewesen sein und reicht keinesfalls aus,
um daraus
auf eine Persönlichkeitsstö
rung zu
schliessen
.
Selbst
den
Äusserungen
des Beschwerdeführers, dass
e
r versuche, seine Wohnung aufzuräumen ohne wirklich effizient zu sein (vgl.
Urk.
5/89
S. 13 Mitte,
S. 25 unten
, S. 27
Ziff.
7.3 Mitte
),
mass
Dr.
Y._
direkt eine
anankastische
Kompo
nente bei, dies obwohl es grundsätzlich näher
gelegen hätte
, die Aufräumarbeiten mit dem gerade erst fertig gewordenen Umbau und dem Umstand zu verknüpfen, dass der Beschwerdeführer im Hinblick auf den Einzug seiner Freundin sein Haus so schön wie möglich herrichten wollte
(vgl.
Urk.
5/89 S.
11 Mitte
)
.
Auch
das Vorkommnis, dass der Beschwerdeführer, nachdem er
am Begutach
tungsta
g
sein Telefon und die Einladung zur Begutachtung zu Hause gelassen hatte, und infolgedessen die Begutachtungsstelle
mangels Adresse
nicht ohne die Hilfe eines Dritten, dessen Mobiltelefon er hat gebrauchen kö
nnen, gefunden hat und hernach aufgereg
t war, sich aber auch wieder beruhigte (
Urk.
5/89
S. 11
Ziff.
3.1
, S. 19 unten f.
), interpretierte
Dr.
Y._
im Rahmen der von ihm dia
gnostizierten Persönlichkeitsstörungen (vgl.
Urk.
5/89 S. 27
Ziff.
7.3 unten).
Dass nun dieses
beschriebene Verhalten des Beschwerdeführers im Rahmen einer durchaus nachvollziehbaren Stresssituation als derart vom Normverhalten abwei
chen
d
zu qualifizieren ist, dass es im Lichte einer
krankhaften
Persönlichkeitsstö
rung zu beleuchten
wäre
, erweist sich schlichtweg für nicht
nachvollziehbar
.
Zudem steht die von
Dr.
Y._
diagnostizierte schwere
anankastische
Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.5) im Gegensatz zu seinen Ausführungen, wonach sich anlässlich der Untersuchung ein wenig krank wirkender Explorand gezeigt habe. Sodann führte
Dr.
Y._
aus,
dass die vom Beschwerdeführer geschilder
ten Beschwerden durch die
anankastische
Persönlichkeitsstörung im Rahmen der
Begutachtung nicht objektiv hätten überprüft werden können (
Urk.
5/89 S. 27 unten).
Auch
äusserte sich
Dr.
Y._
dahingehend,
dass sich anlässlich der Untersuchung keine klaren Hinweise auf eine eigentliche Zwangsstörung gezeigt
hätten,
jedoch scheine zumindest
anankastisches
Verhalten gegeben. Grundsätz
lich würde die Formulierung «scheine» eher auf eine Verdachtsdiagnose schliess
en lassen.
Vor d
iesem Hintergrund
erstaunt es auch nicht, dass bis zum Zeitpunkt der Untersuchung bei
Dr.
Y._
im Frühjahr 2019, obwohl sich der Beschwer
deführer bereits seit dem
Jahr
2015 in fachärztlicher Behandlung befand
(vgl.
Urk.
5/19
Ziff.
1.2)
, die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
bislang
nicht gestellt wurde (vgl.
Urk.
5/77 E. 3).
Zusammenfassend erweisen sich die von
Dr.
Y._
diagnostizierte
anankastische
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5) sowie die selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) als nicht
schlüs
sig ausgewiesen
.
5.5
Soweit sich der Beschwerdeführer auf die seiner Ansicht nach gescheiterten Eingliederungsmassnahmen beruft, welche belegen würde
n
, dass er nicht mehr als
zu
50
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen könn
t
e
(vgl. vorstehend E. 2.2)
, kann ihm nicht gefolgt werden.
So handelt es sich bei den Ausführungen
der
zuständigen Personen
der Genossenschaft
D._
um keine medizinische
n
Einschätzung
en
und diese war
en
überdies auch massgeblich von der Selbstein
schätzung des Beschwerdeführers beeinflusst. Bei dieser
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit
scheinen jedoch
auch krankheitsfremde Faktoren ein
e massgebliche Rolle zu spielen. Aus den Akten lässt sich
hinsichtlich seiner
angestammten Tätigkeit als Systemengineer
entneh
men,
dass
er
eigentlich lieber Lehrer geworden wäre
und seit Krankschreibung
ab
dem
7.
Mai 2015
auch
kein Interesse
mehr
an
einer
Rückkehr in die angestammte Tätigkeit bestanden hat
(
vgl.
Urk.
5/26/1-7
Ziff.
1.7,
Urk.
5/43
S. 4
Ziff.
2
,
Urk.
5/52 S. 3
Ziff.
5
).
Aus seinen Ausführungen gegenüber
Dr.
A._
im August
2017
wird deutlich, dass
der Beschwerdeführer
seit dem Jahr 2010 einen Ausstieg aus seinem ungeliebten Beruf
gesucht hat
. So führte
er
aus, bereits im Jahr 2010 einen Quereinstieg als Lehrer versucht zu haben und erneut im Jahr 2012 indem er dann ein Aufnahmeprozedere durchlaufen habe, jedoch zu seiner grossen Ent
täuschung abgelehnt worden sei.
Diese Absage sei ein schwerer Schlag für ihn gewesen, da er die Hoffnung, dass er jemals aus dem ungeliebten Beruf aussteigen könnte, habe schwinden sehen. Dies habe sicher auch zu seinem Zusammenbruch beigetragen
(
Urk.
5/53 S. 2
Ziff.
3)
.
Dass der Beschwerdeführer mit se
iner Berufswahl unglücklich war
und sich lieber als Lehrer gesehen hätte, stellt jedoch ein invaliditätsfremder Aspekt dar. Genauso seine
Äusserungen
anlässlich des Standortgespräches
betreffend die Eingliede
ru
ngsber
atung
hinsichtlich des noch möglichen Pensums, welche
s
er mit seinem vorhandenen Vermögen begründete.
Er führte aus
, dass er am
liebsten mit Men
schen arbeiten und auch auf 50
%
seines Lohnes verzichten
würde
(vgl.
Urk.
5/43
S. 4
Ziff.
2)
.
Auch
im Rahmen des Standortgespräches in der Genossenschaft
D._
vom 1
6.
August 2016
führte
der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf sein vorhandenes Vermögen
aus, dass er sich auch eine Teilzeitanstellung von etwa 50
%
vorstellen könne
(vgl.
Urk.
5/43 S. 8 unten)
,
und gegenüber
Dr.
Y._
äusserte
er sich
dahingehend, dass er auch ganz ehrlich sagen müsse, dass er eigentlich gar nicht mehr als 50
%
arbeiten wolle und schon früher für Teilzeitarbeit gekämpft habe (vgl.
Urk.
5/89 S. 17 unten).
Dass es schlussendlich nach den Eingliederungsmassnahmen zu keiner Festan
stellung kam
,
lag auch massgeblich daran, dass für den Beschwerdeführer die ihm angebotene Stelle
nicht in Frage kam und keine andere Stelle im Angebot war (vgl.
Urk.
5/43 S. 9 Mitte
).
5.6
Aufgrund des Gesagten ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehen, dass
seit Beginn eines allfälligen Rentenanspruches kein aus invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen ist.
Damit ist eine Invalidität zu verneinen und ein Einkommensvergleich erübrigt sich.
Die angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.