Decision ID: 18612888-4501-4954-a972-caf603816e21
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 22. Mai 2015, die Beschwerdefüh-
rerin und die gemeinsamen Kinder am 2. September 2016 in der Schweiz
um Asyl nach. Zur Begründung des Asylgesuchs machten die Beschwer-
deführenden im Wesentlichen Folgendes geltend:
Nach Durchlaufen der Polizeischule sei der Beschwerdeführer seit (...) ei-
ner Sondereinheit für den Bezirk E._ zugeteilt gewesen, wo er zu-
letzt als (...) in der Abteilung (...) tätig und bis am (...) 2014 angestellt ge-
wesen sei. In dieser Funktion habe er eine Vielzahl von Personen aus dem
kriminellen Milieu verhaftet. Im Jahr 2013 habe er den Auftrag erhalten, den
Menschen- und Drogenhandel im Bezirk E._ zu bekämpfen. In die-
sem Rahmen seien grosse Mengen an Betäubungsmitteln beschlagnahmt
und etliche Personen verhaftet worden. Eine der kriminellen Gruppen sei
mit dem (...) F._ in Verbindung gestanden. Am (...) 2014 habe er
zusammen mit zwei Arbeitskollegen eine Person namens G._ an-
gehalten und kontrolliert. Im (...) 2014 habe er anlässlich einer Patrouille
entlang einer zum Drogentransport genutzten Route das Auto des genann-
ten (...) beobachtet, das von dessen (...) gefahren worden sei. Er habe das
Auto zusammen mit seinen Kollegen angehalten und die Personen mit auf
den Posten genommen. Die (...) hätten ihm mit Konsequenzen gedroht.
Sie seien überraschend rasch auf freien Fuss gesetzt worden.
Daraufhin sei er am (...) 2014 zusammen mit jenen Arbeitskollegen, die am
(...) 2014 bei der Verhaftung dabei gewesen seien, in eigener Person ver-
haftet worden. Es sei ihnen vorgeworfen worden, anlässlich der Kontrolle
von G._ Schmiergeld verlangt und angenommen zu haben. Am
gleichen Tag sei auch (...), H._, mit dem er teilweise zusammenge-
arbeitet habe, verhaftet worden (Anmerkung des Gerichts: H._
wurde am (...) unter der Verfahrensnummer (...) in der Schweiz als Flücht-
ling anerkannt und es wurde ihm Asyl gewährt). Infolgedessen sei er, der
Beschwerdeführer, wegen (...) angeklagt und schliesslich am (...) 2015 zu
einer bedingten Haftstrafe von (...) Jahren auf Bewährung verurteilt sowie
vom Polizeidienst ausgeschlossen worden. Gleichentags habe man ihn
aus der (...)monatigen Untersuchungshaft entlassen, während welcher er
Übergriffen und Bedrohungen ausgesetzt gewesen sei. Da es auch nach
der Haftentlassung zu Bedrohungen gekommen sei, habe er seinen Hei-
matstaat schliesslich im (...) 2015 verlassen.
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Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, seit der Verhaf-
tung ihres Mannes habe sie am Arbeitsplatz Schwierigkeiten gehabt. Nach
dessen Haftentlassung habe sie in ständiger Angst gelebt, dass der Familie
etwas zustossen könnte, zumal es auch zu mehreren Belästigungen und
Behelligungen gekommen sei. Aufgrund dieser Probleme habe sie ihren
Heimatstaat gemeinsam mit ihren Kindern anfangs (...) 2016 verlassen.
A.b Mit Verfügung vom 28. März 2017 stellte das SEM fest, die Beschwer-
deführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylge-
suche ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug
an.
A.c Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-
richt mit Urteil E-2012/2017 vom 8. November 2017 ab.
Für das ordentliche Asylverfahren wird auf die entsprechenden Akten ver-
wiesen.
B.
B.a Mit Eingabe vom 28. November 2017 reichten die Beschwerdeführen-
den – handelnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – bei der Vorinstanz
ein Mehrfachgesuch ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend
gemacht, während des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwal-
tungsgericht seien in den (...) Medien Berichte über Verhaftungen von Per-
sonen aus dem Drogenmilieu publiziert worden. Jene Personen habe der
Beschwerdeführer bereits im ersten Verfahren genannt. Infolge dieser Be-
richte sei die Gefahr, als missliebiger Zeuge im Heimatstaat eliminiert zu
werden, weiter gestiegen, zumal er am (...) an die Medien gelangt sei und
Interviews zu dieser Thematik gegeben habe; diese seien im Internet und
in Zeitungen erschienen; dabei habe er die Vorbringen des ersten Asylver-
fahrens sowie weitere Details preisgegeben. Seit der Publikation sei sein
(...) in Albanien in grosser Gefahr. Mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit würde er – im Falle einer Rückkehr – durch Kriminelle, wel-
che mit (...) in Verbindung stünden, umgebracht. Der Schutzwille der alba-
nischen Behörden sei vorliegend nicht gegeben, sei in seinem Verfahren
doch am (...) 2017 erneut ein Urteil ergangen und die bedingte in eine un-
bedingte Haftstrafe umgewandelt worden. Nebst der Vollstreckung dieses
politischen motivierten Strafurteils drohten ihm im Rahmen des Strafvoll-
zugs auch erneute schwere Misshandlungen. Es bestünden somit sowohl
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objektive als auch subjektive Nachfluchtgründe. Eventualiter sei eine vor-
läufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzu-
ordnen.
Zur Stützung der Vorbringen wurden im Laufe des erstinstanzlichen Ver-
fahrens im Wesentlichen folgende Dokumente zu den Akten gereicht:
- Interview, publiziert in der I._, datierend vom (...). Darin lege er
im Wesentlichen die Gründe für das Verlassen seines Heimatstaats dar
und beziehe sich auf die Zusammenarbeit mit H._, welcher in
der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden sei;
- Youtube-Link zu einem Interview vom (...), welches der Beschwerde-
führer J._ gegeben habe und worin erneut auf die Verbindungen
von F._ zu (...) hingewiesen werde;
- diverse Internet-Links zu weiteren Berichten über den Beschwerdefüh-
rer von Ende (...) und anfangs (...) 2017;
- diverse Links zu Dokumenten, welche sich auf die im ersten Verfahren
dargelegte Drogenfahndung mit H._ beziehen;
- Urteil des Gerichtshofs E._ vom (...) 2017, wonach die bedingt
ausgesprochene Haftstrafe in eine unbedingte umgewandelt werde, da
der Beschwerdeführer gegen seine Bewährungsauflagen verstossen
habe und er eine Freiheitsstrafe zu verbüssen habe;
- verschiedene Zeitungsartikel beziehungsweise Links auf Dokumente,
die sich allgemein auf den Drogenhandel in Albanien befassen;
- Erklärung eines Abgeordneten des Albanischen Parlaments, welcher
sich auf die Machenschaften des Drogenhandels in Albanien bezieht
und sowohl H._ als auch den Beschwerdeführer erwähnt;
- Zeitungsartikel betreffend die Festnahme des (...) F._;
- Internetlinks auf Artikel, wonach das Gericht in E._ immer wie-
der bekannte Persönlichkeiten freispreche, trotz vorgängiger gerichtli-
cher Verurteilung durch andere Instanzen;
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- Auf dem Internet publizierter Bericht, wonach ein Kollege, welcher
ebenfalls mit dem Beschwerdeführer zusammengearbeitet habe, in
K._ Asyl erhalten habe.
B.b Mit Schreiben vom (...) 2018 teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) dem
SEM mit, dass eine den Beschwerdeführer betreffende Interpol-Ausschrei-
bung von Albanien bestehe. Gemäss der Ausschreibung sei er wegen (...)
zu einer (...)jährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden, eine
Reststrafe sei noch ausstehend. Am (...) teilte das BJ dem SEM mit, dass
das Auslieferungsgesuch Albaniens abgelehnt worden sei, weil die im Zu-
sammenhang mit der Auslieferung verlangten Garantien nicht vollständig
seien.
B.c Mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 stellte das SEM fest, dass die
Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre
Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung und schob den Vollzug der
Wegweisung zugunsten einer vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit
auf.
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführenden mit Ein-
gabe vom 2. Dezember 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
und beantragten im Wesentlichen die vorinstanzliche Verfügung sei in den
Dispositivziffern 1-3 aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-
deführenden festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und be-
antragten, es sei ihnen der rubrizierte Rechtsvertreter als unentgeltlicher
Rechtsbeistand beizuordnen. Schliesslich sei vorab festzustellen, dass die
Verfügung in Bezug auf die Feststellung der Unzulässigkeit des Vollzugs
der Wegweisung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme der Be-
schwerdeführenden in Rechtskraft erwachsen sei.
Der Eingabe waren im Wesentlichen eine Fürsorgebestätigung sowie eine
Honorarnote beigelegt.
C.b Mit Zwischenverfügung vom 18. Dezember 2019 hiess die zuständige
Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von
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Art. 65 Abs. 2 VwVG hiess sie ebenfalls gut und ordnete den von den Be-
schwerdeführenden mandatierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechts-
beistand bei. Dem SEM wurde Gelegenheit eingeräumt, innert Frist eine
Vernehmlassung einzureichen.
C.c In seiner Vernehmlassung vom 23. Dezember 2019 hielt das SEM an
seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
C.d Die Vernehmlassung wurde den Beschwerdeführenden am 7. Januar
2020 zur Kenntnis gebracht.
C.e Am 29. März 2022 wies der Rechtsvertreter darauf hin, dass das Kind
der Beschwerdeführenden, C._, ohne eine Aufenthaltsbewilligung
nur schwer eine Lehrstelle finde. Das Verfahren sei spruchreif, weshalb um
baldigen Verfahrensabschluss ersucht werde.
D.
Mit Zustimmung des SEM erteilte das zuständige kantonale Migrationsamt
C._, am 21. April 2022 eine Aufenthaltsbewilligung (Härtefall ge-
mäss Art. 84 Abs. 5 Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Aus-
länderinnen und Ausländer und über die Integration [Ausländer- und Integ-
rationsgesetz, AIG, SR 142.20]).

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.5 Mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 wurden die Beschwerdeführen-
den wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der
Schweiz aufgenommen. Infolge Erteilens einer Aufenthaltsbewilligung zu
Gunsten von C._, ist diesbezüglich die vorläufige Aufnahme am
21. April 2022 erloschen. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdever-
fahrens ist somit einzig die Frage der Zuerkennung der Flüchtlingseigen-
schaft, der Gewährung von Asyl und – in Bezug auf die beschwerdeführen-
den Eltern sowie das jüngere Kind – der Anordnung der Wegweisung.
1.6 Auf die Beschwerde ist – soweit nicht gegenstandslos – einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken.
3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die we-
gen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Aus-
druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat be-
stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des
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Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge
(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG).
3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 In seiner Verfügung vom 31. Oktober 2019 führte das SEM aus, die
erwähnten Berichte in (...) Medien seien im Zeitpunkt des Urteils des Bun-
desverwaltungsgerichts bereits bekannt gewesen und somit berücksichtigt
worden. Aus den Kenntnissen des Beschwerdeführers über kriminelle
Praktiken von Personen aus dem Drogenmilieu lasse sich vorliegend keine
asylrelevante Gefährdung ableiten, mithin in diesem Zusammenhang auf
die vorangehende Verfügung respektive das entsprechende Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 8. November 2017 zu verweisen sei. Aus
dem am (...) 2017 und demnach vor der Publikation seiner Interviews (...)
ergangenen Urteil bestehe schon aus rein zeitlicher Perspektive kein nach-
vollziehbarer Zusammenhang – gleiches gelte für die obengenannten Me-
dienberichte. Zwar fehlten im Urteil vom (...) 2017 die Angabe der konkre-
ten Gründe für eine Umwandlung der bedingten in eine unbedingte Frei-
heitsstrafe – alleine deshalb anzunehmen, das Urteil sei politisch motiviert,
sei jedoch eine reine Mutmassung. Naheliegender sei, dass die Umwand-
lung im Zusammenhang mit dem Verstoss gegen gewisse Bewährungsauf-
lagen stehe. Daher sei nicht davon auszugehen, dass dem im (...) 2017
ergangenen Urteil ein Politmalus anhafte. Sodann handle es sich um eine
reine Spekulation, wonach Kriminelle auf Geheiss (...) nach seinem Leben
trachteten. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass sich kriminelle Perso-
nen, welche er im Rahmen seiner Tätigkeit als Polizist verhaftet habe, an
ihm rächen möchten. Hinweise auf allfällige politische Motive seien aber
keine erkennbar, zumal die albanischen Behörden diesbezüglich auch als
schutzwillig und -fähig zu erachten wären. Der besagte (...) F._ sei
inzwischen festgenommen und in Albanien am (...) 2019 wegen (...) ver-
urteilt worden. Dass diese Festnahme oder Verurteilung in irgendeinem Zu-
sammenhang mit den (...) gemachten Aussagen des Beschwerdeführers
stünden, stehe nicht fest. Vielmehr sei davon auszugehen, dass F._
aufgrund interner Ermittlungen festgenommen und gestützt auf erhebliche
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Beweise verurteilt worden sei. Dementsprechend wäre es wahrscheinli-
cher, dass direkt mit diesem Verfahren befasste Personen gefährdet wä-
ren; vorliegend stehe jedoch nicht fest, dass ermittelnde Personen vor Ort
überhaupt gefährdet seien. Insgesamt bestünden demnach im konkreten
Fall weder objektive noch subjektive Nachfluchtgründe, wobei an dieser
Einschätzung auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern ver-
möchten. Die Beschwerdeführenden erfüllten mithin die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, so dass deren Asylgesuche abzulehnen seien. Aus den Akten
würden sich jedoch konkrete Hinweise ergeben, dass ihnen im Falle einer
Rückkehr eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung
drohe, dies insbesondere deshalb, weil das BJ am (...) das Auslieferungs-
ersuchen der albanischen Behörden abgelehnt habe.
4.2 Dem wird in der Beschwerdeschrift vom 2. Dezember 2019 im Wesent-
lichen entgegnet, bereits im ersten Beschwerdeverfahren seien dem Bun-
desverwaltungsgericht die Akten aus dem Verfahren L._ zur Kennt-
nis gebracht worden. Das Bundesverwaltungsgericht habe nicht an den
Verbindungen von F._ zu mafiösen Kreisen gezweifelt, es jedoch
als unglaubhaft erachtet, dass die Beschwerdeführenden aufgrund dessen
konkrete Nachteile zu befürchten hätten. Nach der Veröffentlichung der
Vorkommnisse und Festnahmen L._ und Albanien habe sich der
Beschwerdeführer entschieden, sein Schweigen zu brechen und sei an
(...) gelangt. Dies führe mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass er im Falle
einer Rückkehr in seinen Heimatstaat durch kriminelle, (...), Kreise getötet
werde. Diese ernsthaften Nachteile drohten dem Beschwerdeführer auf-
grund eines politischen Motivs, gehe es F._ und seiner Entourage
doch darum, ihn zum Schweigen zu bringen. Zudem habe die erstinstanz-
liche Verurteilung von F._ zu einer noch höheren Gefährdung des
Beschwerdeführers geführt, zumal dieser vom Vorwurf des (...) freigespro-
chen worden sei, mithin auch dieses Urteil politisch konnotiert sei. Die vo-
rinstanzlichen Erwägungen würden auf reinen Spekulationen basieren. So
halte das SEM beispielsweise fest, das Wissen des Beschwerdeführers zu
den korrupt-kriminellen Praktiken führe nicht zwingend zum Schluss, dass
dieser in seinem Heimatstaat asylrelevant gefährdet sei; demnach erachte
die Vorinstanz eine solche Gefährdung aber als wahrscheinlich. Zudem
stehe die Umwandlung der Strafe von einer bedingten in eine unbedingte
in klarem zeitlichen Kontext mit der Aufdeckung des Skandals betreffend
Drogenhandel, zumal die Vorinstanz auch festhalte, die konkreten Gründe
für die Umwandlung der Strafe seien dem Urteil nicht zu entnehmen. Die
albanische Justiz sei von Korruption durchzogen. Schliesslich beweise die
Weigerung der heimatstaatlichen Behörden, im Auslieferungsersuchen die
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geforderten Menschenrechtsgarantien einzuhalten, dass es sich nicht um
ein rechtsstaatliches Verfahren handle, mithin ein Politmalus vorliege.
Auch die Ausführungen der Vorinstanz zur Schutzfähigkeit und -willigkeit
der heimatstaatlichen Behörden seien abwegig, sei ihm doch ebendieser
Schutz in der Vergangenheit bereits einmal verwehrt geblieben, zumal die
Behörden auch nicht bereit seien, eine menschenrechtskonforme Behand-
lung im Strafvollzug zu garantieren. Zum heutigen Zeitpunkt seien die Vor-
bringen des Beschwerdeführers klar als glaubhaft zu erachten, mithin seien
auch die vom Bundesverwaltungsgericht aufgeführten Unglaubhaftigkeit-
selemente – insbesondere hinsichtlich der Passbeschaffung, der nachge-
schobenen Darstellung der Übergriffe während der Untersuchungshaft, die
(...) ausgegangen seien – allesamt widerlegt. Die Schutzwilligkeit und -fä-
higkeit sei dementsprechend nicht vorhanden. Zumindest wäre er wegen
subjektiver Nachfluchtgründe als Flüchtling anzuerkennen. Aufgrund des
exilpolitischen Engagements des Beschwerdeführers drohe der Beschwer-
deführerin und den beiden Kindern in ihrem Heimatstaat Reflexverfolgung,
was als objektiver Nachfluchtgrund zu qualifizieren sei.
5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im vorliegenden Verfahren die Ak-
ten von H._ sowie jene des Beschwerdeverfahrens E-2012/2017
von Amtes wegen beigezogen.
5.2 Nach Auffassung des Gerichts hat die Vorinstanz den Vorbringen der
Beschwerdeführenden zu Recht die asylrechtliche Relevanz abgespro-
chen respektive diese als unglaubhaft erachtet. Die Ausführungen in der
Beschwerdeschrift vermögen an dieser Sichtweise nichts zu ändern, was
nachfolgend aufzuzeigen ist.
5.3 Die Durchführung eines Strafverfahrens wegen eines gemeinrechtli-
chen Delikts stellt insbesondere dann eine Verfolgung im asylrechtlichen
Sinn dar, wenn die Strafnorm die Verfolgung einer Bevölkerungsgruppe
wegen unverzichtbarer äusserer oder innerer Merkmale bezweckt, wenn
einer Person eine gemeinrechtliche Tat aufgrund eines solchen Motivs un-
tergeschoben wird, oder wenn die Dauer oder Art der Strafe oder die pro-
zessuale Stellung des Täters, der ein gemeinrechtliches Delikt tatsächlich
begangen hat, aus einem solchen Motiv in bedeutender Weise erschwert
wird. Eine solche Erschwerung der Lage (sog. Politmalus) ist insbesondere
dann anzunehmen, wenn das Strafverfahren rechtsstaatlichen Ansprüchen
klarerweise nicht zu genügen vermag, wenn der asylsuchenden Person in
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Form der Strafe oder im Rahmen der Strafverbüssung eine Verletzung fun-
damentaler Menschenrechte droht, oder wenn die Strafe der betroffenen
Person gegenüber anderen Straftätern erhöht wird (Malus im relativen
Sinn); beziehungsweise dann, wenn die Strafe im Verhältnis zur Ernsthaf-
tigkeit der konkreten Tat per se unverhältnismässig hoch ausfällt und damit
als exzessiv erscheint (Malus im absoluten Sinn). Demnach sind für die
Annahme einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung aufgrund einer
strafrechtlichen Verurteilung zwei Elemente notwendig: Die Verurteilung
muss erstens illegitim erscheinen, da die Tatbegehung untergeschoben
worden oder die Strafe nicht verhältnismässig ist, oder das Strafverfahren
klarerweise rechtsstaatlichen Ansprüchen nicht genügte, beziehungsweise
weil im Rahmen der Strafverbüssung eine Verletzung fundamentaler Men-
schenrechte droht. Zweitens muss diese Illegitimität auf einer flüchtlings-
rechtlich relevanten Motivation beruhen (vgl. zum Ganzen BVGE 2014/28
E. 8.3).
5.4 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht
in seinem Urteil E-2012/2017 in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum
Schluss gelangt ist, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,
glaubhaft darzulegen, ihm drohe aufgrund seiner polizeilichen Tätigkeiten
im Bereich der (...) eine asylrelevante Verfolgung. Es wurde insbesondere
festgestellt, dass das gegen den Beschwerdeführer eingeleitete Strafver-
fahren respektive das diesbezüglich am (...) 2015 ergangene Urteil keinen
Politmalus aufweist und als rechtsstaatlich korrekt zu erachten ist. Diese
Feststellungen sind grundsätzlich rechtsverbindlich, wobei darauf hinzu-
weisen ist, dass Folgeverfahren im Asylrecht nicht dazu dienen können, ein
rechtskräftig abgeschlossenes Asylverfahren nochmals einer Beurteilung
durch einen anderen Spruchkörper zu unterziehen. Anders verhält es sich,
wenn seit Abschluss des Verfahrens – wie vorliegend teilweise der Fall –
neue, nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens entstandene allenfalls
flüchtlingsrechtlich relevante Gründe (Mehrfachgesuch) oder revisions-
rechtlich relevante Gründe geltend gemacht werden. Das SEM hat in Be-
zug auf die von den Beschwerdeführenden neu vorgebrachten Gründe
eine Gesamtbeurteilung im Rahmen des Mehrfachgesuchs vorgenommen,
auch wenn teilweise Beweismittel vor Abschluss des ordentlichen Verfah-
rens datieren. Den Beschwerdeführenden ist aus dieser umfassenden ma-
teriellen Beurteilung kein Nachteil erwachsen. Das Gericht erachtet die vo-
rinstanzlichen Erwägungen aus den nachfolgenden Gründen für zutref-
fend:
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5.5 Sofern nunmehr im Folgeverfahren ein den Beschwerdeführer betref-
fendes Urteil vom (...) 2017 eingereicht wird, vermag der Beschwerdefüh-
rer die im ordentlichen Verfahren getroffene Einschätzung nicht umzustos-
sen. Gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts E._ vom (...) 2015
wurde der Beschwerdeführer wegen (...) zu einer bedingten knapp (...)jäh-
rigen Freiheitsstrafe verurteilt (vgl. A21, Beweismittel 6). Im am (...) 2017
ergangenen Urteil, mit welchem diese bedingt ausgesprochene Freiheits-
strafe in eine unbedingte umgewandelt wird, wird dargelegt, dass das lo-
kale Amt für Probezeitdienst E._ Ende 2016 respektive anfangs
2017 den Kontaktabbruch zum Beschwerdeführer festgestellt habe. Infol-
gedessen sei es zu verschiedenen Schriftenwechseln zwischen der
Staatsanwaltschaft und dem Probezeitdienst gekommen, wobei schliess-
lich am (...) 2017 ebendieses Urteil erging. Es wird hinreichend klar darge-
legt, dass der Grund für die Umwandlung in eine unbedingte Freiheitsstrafe
in einer Verletzung der Bewährungsauflagen liegt (vgl. B3, Beweismittel 3).
Den vorliegenden Akten sind keine Hinweise zu entnehmen, wonach die-
ses Verfahren mit einem Politmalus behaftet wäre respektive die Umwand-
lung in eine unbedingte Freiheitsstrafe politisch konnotiert wäre, zumal
auch der Strafrahmen mit jenem des Urteils vom (...) 2015 korreliert.
5.6 Auch vermag der Beschwerdeführer aus den nunmehr eingereichten
Medienberichten, wonach jene (...) Richter, welche ihn verurteilt hätten,
korrupt seien und wiederholt im Ausland verurteilte Kriminelle freigespro-
chen hätten, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Einerseits handelt es
sich lediglich um Medienberichte; konkrete Belege, beispielsweise im
Sinne eines Amtsenthebungsverfahrens, werden keine zu den Akten ge-
reicht. Andererseits vermag der Beschwerdeführer damit keinen konkreten
Bezug zu seinem eigenen Verfahren herzustellen. Zudem ist anzumerken,
dass das obengenannte Urteil vom (...) 2015 am (...) 2016 rechtskräftig
wurde, mithin davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer gegen
dieses Urteil eingelegt hat und an die nächst höhere Instanz gelangt ist.
5.7 Hinsichtlich der diversen eingereichten Medienberichte zu den Verhaf-
tungen von Personen aus dem Drogenmilieu L._ und Albanien res-
pektive der Verbindungen der Politik zu diesen Kreisen ist festzuhalten,
dass weder die Vorinstanz noch das Bundesverwaltungsgericht die dies-
bezüglich erwähnten Verbindungen zwischen der organisierten Kriminalität
zugehörigen Personen und unter Umständen auch Personen in politischen
Ämtern bezweifelt haben respektive bezweifeln. Mit den nunmehr einge-
reichten Beweismitteln gelingt es dem Beschwerdeführer jedoch nicht,
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glaubhaft darzulegen, er selbst werde von Seiten dieser Personen in asyl-
rechtlich relevanter Weise bedroht. Es ist auf die Ausführungen des SEM
und des Bundesverwaltungsgerichts im vorangehenden Verfahren zu ver-
weisen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2012/2017 vom
8. November 2017, E. 7.3; vorinstanzliche Verfügung des SEM vom
28. März 2017). Gemäss öffentlich zugänglichen Quellen wurde F._
mittlerweile wegen (...) zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Dass die
angeblichen Kenntnisse des Beschwerdeführers zu den Verbindungen von
F._ zur organisierten Kriminalität bei den Ermittlungen irgendeine
Rolle gespielt hätten, wird nicht substantiiert dargelegt. Sollte es im Zuge
dieser Ermittlungen respektive des Instanzenzugs zu Behelligungen von
Seiten F._ gekommen sein, wäre zu erwarten gewesen, dass sich
diese gegenüber ebendiesen direkt involvierten Personen manifestierten,
was aber nicht geltend gemacht wird.
5.8 Das am (...) 2017 ergangene Urteil weist auch keinen nachvollziehba-
ren Bezug zu den erwähnten Medienberichten zu Verhaftungen L._
und Albanien vom (...) 2017 auf, zumal diese auch bereits Gegenstand des
vorangehenden Verfahrens gewesen sind. Ergänzend und wie von der Vo-
rinstanz zu Recht aufgeführt, erscheint ein Zusammenhang zwischen dem
Urteil vom (...) 2017 sowie den Interviews des Beschwerdeführers, welche
am (...) publiziert wurden, schon in rein zeitlicher Hinsicht ausgeschlossen.
5.9 Was die Interviews des Beschwerdeführers sowie die anschliessenden
weiteren Berichterstattungen betrifft, vermag der Beschwerdeführer aus
diesen in asylrechtlicher Hinsicht – in Anbetracht der obenstehenden Aus-
führungen – nichts weiter abzuleiten. Ergänzend ist in diesem Zusammen-
hang auch darauf hinzuweisen, dass sich die angeblich im Nachgang an
das Interview akzentuierte Gefährdung (...) im Heimatstaat in einer Partei-
behauptung erschöpft und gänzlich unbelegt geblieben ist. Insgesamt sind
die beigebrachten Beweismittel nicht geeignet, eine asylrelevante Gefähr-
dung des Beschwerdeführers glaubhaft darzulegen; dies betrifft auch die
im Rahmen des Mehrfachgesuchs zu den Akten gereichte Erklärung eines
Abgeordneten des albanischen Parlaments, welche zudem als Gefällig-
keitsschreiben zu qualifizieren und entsprechend von geringem Beweis-
wert ist.
5.10 Aus dem Umstand, dass ein Mitangeklagter in K._ Asyl erhal-
ten habe, vermag der Beschwerdeführer wiederum nicht darzulegen, ihm
selber drohe im Falle einer Rückkehr in seinen Heimatstaat eine asylrecht-
liche relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG.
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5.11 In Anbetracht der vorliegenden Akten erscheint die Verurteilung des
Beschwerdeführers nach wie vor als legitim im Sinne der oben gemachten
Ausführungen, zumal es dem Beschwerdeführer auch nicht gelungen ist,
einen entsprechenden Bezug zu einem Motiv im Sinne von Art. 3 AsylG
substantiiert darzulegen. Dem Umstand, dass das SEM die Gefahr men-
schenrechtswidriger Behandlung im Falle einer Rückkehr der Beschwer-
deführenden als real einschätzt, wurde durch die Annahme einer vorläufi-
gen Aufnahme Rechnung getragen. Sofern in der Beschwerde argumen-
tiert wird, aus der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzuläs-
sigkeit müsse auf eine asylrelevante Verfolgung geschlossen werden (dies
unter Bezugnahme auf die verweigerte Auslieferung, nachdem die von den
Schweizerischen Behörden geforderten und von Albanien abgegebenen
Garantien nicht vollständig waren), kann dieser Ansicht nicht gefolgt wer-
den. Aus den vorliegenden Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach
das Strafurteil vom (...) 2017 respektive der Vollzug des Strafurteils eine
Verfolgung im asylrechtlichen Sinn darstellen würde. Es ist auf die voran-
gegangenen Ausführungen zu verweisen. Ein asylrelevantes Motiv im
Sinne von Art. 3 AsylG ist zu verneinen.
5.12 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz die
Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu Recht verneint und
ihre Asylgesuche abgewiesen hat.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AIG wurde dem älteren Kind am 21. April
2022 eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung erteilt und das Erlö-
schen der vorläufigen Aufnahme festgestellt. In Bezug auf das Kind kann
demnach auf weitere Ausführungen betreffend Wegweisung respektive
Vollzug derselben verzichtet werden.
6.3 Hinsichtlich der übrigen drei Beschwerdeführenden ist festzustellen,
dass diese weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung
noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen verfügen. Dement-
sprechend wurde die Wegweisung zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
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6.4 Nachdem das SEM mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 die Unzuläs-
sigkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme
der Beschwerdeführenden angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss
weitere Ausführungen zur Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegwei-
sungsvollzugs (vgl. BVGE 2011/7 E. 8, 2009/51 E. 5.4).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da mit Instruk-
tionsverfügung vom 18. Dezember 2019 das Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutge-
heissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine Veränderung der
finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, sind keine Verfahrenskosten
aufzuerlegen.
8.2 Die Beschwerdeführenden sind in der Hauptsache unterlegen. Es ist
Rechtsanwalt Bernhard Jüsi, welcher mit Verfügung vom 18. Dezember
2019 als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt wurde, zu Lasten der Ge-
richtskasse ein amtliches Honorar auszurichten. Das amtliche Honorar ist
sodann auch für die erbrachten anwaltlichen Leistungen auszurichten, so-
weit die Wegweisung von C._ betreffend, nachdem das Verfahren
ohne prozessuales Zutun der Beschwerdeführerin gegenstandslos gewor-
den ist.
8.3 Mit der Beschwerdeschrift wurde eine Kostennote zu den Akten gege-
ben. Darin wird ein zeitlicher Aufwand von 6.1 Stunden zu einem Stunden-
satz von Fr. 300.– geltend gemacht. Zusätzlich werden Auslagen in der
Höhe von Fr. 23.80.– ausgewiesen. Die deklarierten Aufwände erweisen
sich in zeitlicher Hinsicht als angemessen. Im Sinne der in der Zwischen-
verfügung vom 18. Dezember 2019 gemachten Ausführungen ist der Stun-
denansatz jedoch als zu hoch zu erachten, mithin dieser entsprechend auf
Fr. 220.– festzulegen ist. Dem Rechtsbeistand ist unter Berücksichtigung
der letzten Eingabe vom 30. März 2022 ein amtliches Honorar in der Höhe
von (...) auszurichten (vgl. Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 12 und 8 ff. des
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Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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