Decision ID: b4cbacda-79dc-40e6-a48c-bbb0e80825e4
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, gelernte Zahnarztgehilfin,
war seit 198
5
in der Praxis von D
r.
Y._
im Um
fang von 100 %,
und
ab Januar 1993
sodann
im Umfang
von 80 % als Arztgehilfin
tätig
,
wobei der letzte Arbeitstag am
5.
März 1993 war (
Urk.
7/4
Ziff.
4).
Sie erlitt am
6.
März 1993 einen Unfall (vgl.
Urk.
7/6/96) und
meldete sich am 2
8.
Juni 1994 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
9.
April 1996 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 100
%
eine ganze Rente ab
1.
März 1994 zu (Urk. 7/12).
Mit
Verfügungen
vom
4.
Oktober 1996 (
Urk.
7/19) und vom
6.
August 1998 (
Urk.
7/29) sowie mit Mitteilungen vom
5.
Oktober 1999 (
Urk.
7/33), vom 1
5.
Mai 2001 (
Urk.
7/38) und vom 1
8.
August 2004 (
Urk.
7/45) teilte die IV
Stelle
der Versicherten mit, der Rentena
nspruch sei unverändert
.
1.2
Nach Eingang ein
es am 2
3.
August 2008
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (Urk. 7/55
)
klärte die IV-Stelle erneut die medizinische und erwerbliche
Situa
tion der Versicherten ab. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/84
88)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
5.
Januar 2013
die bisher
ausgerich
tete Rente auf (
Urk.
7/96
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
8.
Februar 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
5.
Januar 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben
und es sei
ihr weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(Urk. 1
S.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
April 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde de
r
Beschwerdeführer
in
am 1
1.
April 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
3.
Der zuständige Unfallversicherer sprach der Versicherten eine Rente entspre
chend einem Invaliditätsgrad von rund 91
%
ab Januar 1999 und von 80
%
ab Februar 2000 zu. Mit Verfügung vom 1
3.
August 2010 und
Einspracheentscheid
vom 1
3.
April 2011 setzte er die Invalidenrente auf 25
%
herab. Dies wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
5.
September 2012 im Verfahren Nr.
UV.2011.00170 (
Urk.
7/94) bestätigt.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 15. Januar
201
3
(Urk. 2)
davon aus,
dass die Beschwerdeführerin zu 100
%
als Erwerbstätige zu qualifizieren sei und
dass aus versicherungsmedizinischer Sicht in Folge des Verkehrsunfalles vom
6.
März 1993 ein somatischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen sei, welcher die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtige. Die letzte Verfügung vom 1
8.
August 2004 sei während der postoperativen
Reha
bilitationsphase
erfolgt, als der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch instabil gewesen sei. Seit dem 2
1.
Dezember 2004 seien sehr gute postoperative Untersuchungsergebnisse dokumentiert. Daraus resultiere eine Verbesserung des G
esundheitsschadens (S. 2 oben).
Gestützt auf d
iese Verbesserung errechnete die Beschwerdegegnerin
einen
In
vali
di
tätsgrad
von 25
% (S. 2
Mitte
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1),
sie habe zur Zeit des Unfalls zu 80
%
gearbeitet und würde auch heute und bei guter Gesundheit im Umfang von 80
%
arbeiten. Die Qualifikation der
Beschwerde
gegnerin
sei unrichtig (S. 3 Mitte). Ausserdem bestehe eine Wechselwirkung zwischen der verminderten Leistungsfähigkeit im erwerblichen Bereich und im Haushalt, welche zu berücksichtigen sei (S. 3 f.).
Weiter berücksichtige die
angefochtene Verfügung den aktuellen medizinischen Zustand nicht. Es sei gestützt auf den Bericht von
Dr.
Z._
von einer
Gonarthrose
auszugehen
(S. 4 unten).
2.3
Str
eitig und zu prüfen ist,
wie es sich mit
der
sozialversicherungsrechtlichen
Qualifikation der Beschwerdeführerin sowie mit
dem Invaliditätsgrad verhält
und auf welche
medizinischen Berichte
diesbezüglich abzustellen ist
.
Nicht streitig ist hingegen, dass ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen und dass sich der
für den Rentenanspruch relevante
Sachverhalt im Vergleich zum Jahre 2004
in einer revisionserheblichen Weise
verändert hat.
3.
3.1
Der erstmaligen
Leistungszusprache
sowie den bis ins Jahre 2004 durchgeführ
ten Revisionen lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte zu Grunde:
3.2
Mit Verlaufsbericht vom
5. Januar 2000
(
Urk.
7/34)
nannte
Prof. Dr. med.
A._
, Chefarzt
B._
,
folgende Diagnosen (S. 1
oben
):
Aussendrehfehlstellung
Femur
rechts von zirka 15°
posttraumatische Verkürzung rechtes
Femur
von 15 mm
posttraumatische Patella
baja
rechts
posttraumatische
Gonarthrose
rechts
Status nach Fraktur des Innenknöchels mit Osteosynthese links
Anamnestisch hielt Prof.
A._
fest, die Beschwerdeführerin sei nunmehr wie
der im Umfang von 19-20 % als Arztgehilfin tätig (S. 1). Die Befunde hielten sich gegenwärtig recht stabil. Der Zustand der Patientin erscheine gegenwärtig doch soweit ausgewogen, dass man an dem eher labilen Gleichgewicht nicht rütteln sollte. Nach einer gewissen Zeit könnte am ehesten eine Knietotalpro
these eine Verbesserung bringen, jedoch sollte man diesen Eingriff so lange wie m
öglich zurückstellen (S. 3
Ziff. 3).
3.3
PD Dr. med.
C._
,
D._
, berichtete am 2
8.
Juli 2004 (
Urk.
7/42) und nannte als Diagnose einen Status nach Imp
lantation einer
Femoropatellarpr
othese
Knie rechts am 2
9.
März 2004 wegen posttraumatischer
Femorop
atellararthrose
und führte aus, der Beschwerdeführerin sei eine
sitzende Tätigkeit, bei welcher
sie
das Knie
abwechselnd
strecken und beugen könne
, zu 20
%
zumutbar. Für stehende
Tätigkeiten
, insbesondere auch
mit
weiteren
Geh
strecken
von mehr als
100 m
und mit Tragen von Lasten sei die Beschwerde
führerin zu 100
%
arbeitsunfähig.
4.
4.1
Nach der Mitteilung im August 2004 (
Urk.
7/45) wurden im Wesentlichen die nach
folgenden Berichte erstattet:
4.2
Dr.
med.
Z._
, Teamleiter Kniechirurgie,
D._
, berichtete am 2
1.
Dezember 2004
über die Verlaufskontrolle
(
Urk.
7/47) und führte aus,
seit der letzten Konsultation sei eine deutliche Verbesserung zu sehen. Das
Arbeits
pensum
von 20
%
als Arztgehilfin könne die Beschwerdeführerin problemlos durchführen, der Versuch einer Steigerung habe jedoch zu einer deutlichen Beschwerdezunahme geführt.
4.3
Am 14. Juni 2005 berichteten Dr. med.
E._
, FMH Innere Medi
zin
/
Rheu
ma
tologie,
F._
, Physiotherapeut, und Dr. med.
G._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation,
H._
über die von ihnen am 17./18. Mai
2005 durchgeführte funktionsorientierte medizinische Abklärung
(Urk.
7
/
59/88
100
).
Sie nannten dabei die folgenden
Diagnosen (S. 1 un
ten Ziff. 1):
posttraumatische
femoropatelläre
Schmerzproblematik
Implantation einer
femoropatellären
Prothese rechts am 29. März 2004
Status nach Autounfall am 6. März 1993
Status nach
Bimalleolarfraktur
des linken oberen Sprunggelenks (OSG), Metallosteosynthese nach Autounfall am 6. März 1993
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin habe belastungsabhängige Knieschmer
zen rechts bei längerem Gehen und Stehen von 1-11⁄2 Stunden und nach länge
rem Sitzen von 1 Stunde (wobei sich dann durch das Bewegen des rechten Knies die Beschwerden etwas beruhigten) angegeben (S. 2 Mitte). Etwas mehr als ein Jahr nach der Implantation einer
Femoropatellarprothese
hätten sich die belastungsabhängigen Kniebeschwerden erfreulicherweise stark reduziert; es bestünden allerdings noch Restbeschwerden (S. 2 unten).
Die angestammte - aktuell zu 20 %
ausgeübte - Tätigkeit als Arztgehilfin
sei halbtags mit Wechselposition (ohne Belastungsreduktion und ohne Anpassun
gen am Ar
beitsplatz) zumutbar (S. 3 Ziff. 3.2). Eine leichte, vorwiegend sitzende Arbeit sei ganztags (ohne Belastungsreduktion) zumutbar (S. 3 Ziff. 3.3, S. 4 Ziff. 6).
4.4
Am 16. Oktober 2007 erstatteten PD Dr. med.
I._
, Oberarzt, und Prof.
Dr. med.
J._
, Klinikdirektor, Klinik für Unfallchirurgie,
K._
, ein Gutach
ten im Auftrag des Unfallversicherers der Beschwerdeführerin
(Urk.
7
/
59/45-49
).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
Status nach Implantation einer
Femoropatellarprothese
Knie rechts am 29. März 2004 bei posttraumatischer
Femoropatellararthrose
Status nach Autounfall 1993
Status nach diversen Osteosynthesen- und Mobilisationsoperationen Knie rechts, insbesondere mit Status nach
Femurpseudoarthrose
und Aussenrotationsfehlstellung des distalen
Femurs
von 15°
Aktuell hielten sie eine
residuelle
Patella
baja
mit Patella-
Unterpol
auf Höhe des
Tibiaplateaus
rechts und eine
rotatorische
Instabilität des rechten Knies fest
(S. 1 Mitte).
In ihrer Beurteilung hielten sie eine in Anbetracht des langwierigen Verlaufes sowie auch des radiologischen und klinischen Befundes erstaunlich
symptom
arme
und erfreuliche Situation fest (S. 2).
Bezüglich Arbeitstätigkeit bestehe der Konflikt zwischen Haushaltführung und Arbeitsplatz. An sich könnte sich die Patientin vorstellen, auch einen dritten Nachmittag zu arbeiten. Sie sei aber nicht sicher, ob dies gelingen möge und möchte dies
vorerst nur versuchsweise tun.
Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit beantworteten die Gutachter damit, es sei eine prozentuale Steiger
ung der Arbeitsfähigkeit als Arztgehilfin
bis auf drei Nachmit
tage pro Woche zu diskutieren. Eine weitere Steigerung würde mit glaubwürdi
ger Wahrscheinlichkeit zu einer Dekompensation der Haushalt
führung führen (S. 3 Ziff. 1).
An sich sei eine beispielsweise 70-80%ige Tätigkeit in einer sitzenden Tätigkeit mit gelegentlicher Mobilisation des Knies aus dem Sitzen vorstellbar. Allerdings verfüge die Patientin gemäss eigener Einschätzung nicht über eine Ausbildung, welche eine solche Tätigkeit erlauben würde (S. 3 Ziff. 2). Eine fast vollständig sitzende Tätigkeit wäre am Arbeitsplatz zu 70 bis 80 % zu bewältigen; aller
dings müsste dann voraussichtlich eine Haushalthilfe eingestellt werden (S. 3 Ziff. 3.1). Als Bedingung bezüglich Zumutbarkeit nannten die Gutachter das Heben von Lasten (nur) bis 5 kg. Die bisherige Tätigkeit als
Arztgehilfin
sei so wie bis
her ausgeführt zumutbar. Arbeiten über Kopf seien problemlos zumutbar, das Tragen schwerer Lasten nicht, ebenfalls nicht das Gehen weiterer Strecken (S. 3 Ziff. 3.2).
Die Frage, ob heute ein anderer Gesundheitszustand bestehe als 2000, bejahten die Gutachter mit der Feststellung, es gehe wesentlich besser bezüglich der Schmerzsituation in Ruhe und bei Belastung (S. 4 Ziff. 7). Zur damit verbunde
nen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit führten sie aus, aufgrund des sehr er
freulichen Verlaufs sei die Patientin bereit, einen dritten Nachmittag pro Woche versuchsweise zu arbeiten (S. 5 Ziff. 9).
4.5
Am 5. September 2009 erstattete Dr. med.
L._
, Orthopädische Chirur
gie FMH,
ein Gutachten im Auftrag des Unfallversicherers der Beschwerde
führerin
(Urk.
7
/
62/2-32
). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 1 ff.), die Angaben der Be
schwerdeführerin (S. 20 ff.) und die von ihm am 19. März 2009 (S. 1) erhobenen Befunde (S. 22 ff.).
Als Angaben der Beschwerdeführerin berichtete der Gutachter, sie habe von der Prothesenimplantation sehr viel profitiert; sie habe nie mehr so starke Schmer
zen wie vorher (S. 21 oben). Sie arbeite nach wie vor zwei
Halbtage
pro Woche als
Arztgehilfin
. Wenn sie ausnahmsweise als Aushilfe einen ganzen Tag arbeite, könne sie am Abend wegen der Schmerzen fast nicht mehr gehen und knicke dann auch ein. Sie habe Schmerzen in der rechten Kniekehle, die in der Regel in die Hüfte und die Lendenwirbelsäule (LWS) ausstrahlten (S. 21 unten).
Der Gutachter nannte folgende Diagnosen (S. 27 Mitte):
Status nach
Polyblessé
bei Unfall am 29. April 1993 mit / bei
offener distaler
Femurtrümmerfraktur
rechts
Malleolarfraktur
links mit zusätzlichem
Fragmentausbruch
an der
Talus
rolle
Gesichtsverletzungen (RQW und Zähne)
Restbeschwerden im rechten Knie mit / bei
Status nach multiplen Operationen wegen
Pseudarthrose
und
Fehl
stel
lung
am
Femur
sekundärer schwerer
Femoropatellararthrose
Status nach Implantation einer
Femoropatellar
-Prothese Typ A am 29. März 2004
tieflumbale Beschwerden bei sekundärer rechtsseitiger Beinverkürzung
In der Beurteilung führte der Gutachter aus, die Beschwerdeführerin habe sich beim Unfall 1993 schwere Verletzungen, insbesondere am rechten Bein (
knie
nahe
) zugezogen. Die Verletzungen ausserhalb des rechten
Femurs
lösten heute (ausser möglicherweise einem Problem mit den Zähnen) keine Beschwerden mehr aus (S. 27 unten).
Die
femoro
-patellaren Beschwerden seien seit der Implantation der
Femoropa-tel
larprothese
reduziert und der von der Beschwerdeführerin als not
wendig erachtete Schmerzmittelkonsum deutlich eingeschränkt. Umgekehrt empfinde die Beschwerdeführerin nach wie vor eine Belastungsintoleranz bei einem Ein
satz von mehr als 20 % an ihrem angestammten Arbeitsplatz als
Arztgehilfin
. Sie mache in diesem Zusammenhang belastungsabhängige Schmerzen geltend,
die eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit verhindern würden, und möchte nicht Schmerzmedikamente einnehmen ‚nur damit sie mehr arbeiten könne‘ (S. 28 oben).
Insgesamt ergebe sich gegenüber dem Bericht des
H._
vom Juni 2005 und gegen
über der Begutachtung des
K._
im Oktober 2007 eine deutlich nachweis
bare funktionelle (richtig:
subjektive; vgl. nachstehend E. 4.
6
) Verbesserung.
Das derzeitige Resultat des rechten Knies dürfte sogar als gut bezeichnet werden (S. 28 Mitte). Restprobleme (mässige, aber persistierende
Funktionseinschrän
kung
und eingeschränkte Zusatzbelastungstoleranz - beispielsweise reduzierte Sportfähigkeit - aber auch Ergussneigung im Knie) müssten akzeptiert werden; die beklagten Schmerzen seien jedoch behandelbar (S. 28).
Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich der Gutachter wie folgt: Die Beweglichkeit im rechten Knie sei und bleibe eingeschränkt. Das Ausmass der Beschwerden sei, als subjektive Grösse, nicht messbar und ‚verursache‘ aus Sicht der Beschwer
deführerin eine relevante L
eistungsreduktion im Beruf als Arztgehilfin
. Aller
dings ver
zichte die Beschwerdeführerin auf eine zumutbare regelmässige Schmerzmittel
einnahme. Die Arbeit selbst (wechselbelastend, teils sitzend, teils stehend, keine langen Gehstrecken, kein Treppensteigen, keine unebenen Unterlagen) sei als optimal angepasste Arbeitsstelle zu bezeichnen (S. 29 Ziff. 5). Eine volle Ar
beitsfähigkeit sei trotzdem nicht zumutbar, weil bei der sitzenden Tätigkeit die
retropatelläre
Problematik rechts einschränkend wirke (S.
30 oben).
Aufgrund der heutigen Klinik sei, bezogen auf den angestammten Arbeitsplatz, von einer mindestens 75%igen Arbeitsfähigkeit (bei Bedarf beispielsweise in zwei Arbeitsblöcken von je drei Stunden mit zwei Stunden Pause) auszugehen und auch zumutbar (S. 30 Ziff. 6).
Der Gutachter wies noch einmal ausdrücklich auf die zumutbare regelmässige Einnahme eines Schmerzmedikaments im Sinne der Schadenminderungspflicht hin. Dadurch werde nicht nur die Reduktion der als leistungsreduzierend bezeichneten und passiv erduldeten Schmerzen realisiert, sondern die aktive The
rapie (Muskelaufbau) effizienter durchgeführt und der Erfolg entsprechend grösser (S. 31 oben).
Schliesslich machte er deutlich, dass sich die Schätzung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich auf den Erwerbsbereich beziehen und nicht ‚ganzheitlich‘ unter Einbezug aller Tätigkeiten (Arbeit, Freizeit und Haushalt) erfolgen dürfe (S. 31).
4.6
Am 29. Oktober 2009 erhob der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin Ein
wände gegenüber dem Gutachten von Dr.
L._
(Urk.
7
/
69/17-19
). Dazu nahm Dr.
L._
am 19. Mai 2010 Stellung (Urk.
7
/
69/3-9
=
Urk.
7/70/2-8
).
Dabei räumte er ein, der Ausdruck „funktionelle“ Verbesserung stelle einen Ver
schrieb dar, richtig sei „subjektive“ Verbesserung; letztere zeige sich darin, dass in den vorhergehenden Gutachten eine erhöhte belastungsabhängige Schmerz
haftigkeit und kleinere Belastungstoleranz angegeben worden seien (S.
3 Ziff. 1).
Hingegen widersprach er der These, die Arbeitsfähigkeit sei unterschiedlich beur
teilt worden (S. 3 f. Ziff. 2) und äusserte sich zur von der Beschwerdeführe
rin zusätzlich angesprochenen Frage einer Bandläsion (S. 4 f. Ziff. 3) und zu den Röntgenbefunden vom 19. August 2009 (S. 5 Ziff. 4-5). Zur Frage der zu
mutbaren Schmerzmedikation wies er darauf hin, dass es nicht um die Ein
nahme von Opiaten (wie beispielsweise
Tramal
), sondern ein
nichtsteroidales
Antirheumatikum (NSAR) gehe (S. 5 f. Ziff. 6).
4.7
Dr.
Z._
berichtete am
6.
November 2009 (
Urk.
7/64
=
Urk.
3/3
) über die
Ver
laufskontrolle
vom
5.
November 2009 und nannte als Diagnose eine beginnende posttraumatische
Gonarthrose
rechts bei Status nach Implantation einer
Femoropatellarprothese
Knie rechts am 2
9.
März 2004 wegen posttraumatischer
Femoropatellararthrose
nach komplexer distaler
Femurfraktur
mit mehreren Voreingriffen rechts. Er führte aus,
es bestehe insgesamt ein unveränderter Verlauf. Von Seiten der Kniebeschwerden sei vielleicht etwas vermehrte Krepi
tation bemerkbar, ansonsten
bestehe
aber keine übermässige Zunahme von Beschwerden.
Die Beschwerdeführerin habe versucht, ihr Arbeitspensum auf 30
%
zu steigern, dies habe aber schmerzbedingt nicht funktioniert. Deshalb arbeite sie wieder zu 20
%
. Die Beschwerdeführerin nehme selten und unregel
mässig Schmerzmittel ein
(S. 1)
.
Innerhalb der letzten drei Jahre sei nur eine leichte Verstärkung der Beschwerden bei insgesamt
unverändertem Befund
auf
getreten
. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit als medizinische Praxisassistentin, welche bis anhin bei 20
%
liege, zeigten sich wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse. In einer optimal angepassten Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil wäre grundsätzlich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit durch
führbar
. Eine höhere Arbeitsfähigkeit erscheine unwahrscheinlich
(S. 2)
.
4
.8
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, berichtete am
3.
März 2010 (
Urk.
7/67) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
9.
Januar 201
0.
Er führte aus, für eine mittelschwere und schwere
Arbeitstä
tigkeit
bestehe keine Arbeitsfähigkeit.
In einer angepassten Tätigkeit gemäss
beschriebenem Belastungsprofil bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit, wobei diese wegen unter Umständen eines vermehrten Pausenbedarfs im 100%-Pen
sum absolviert werden sollten (S. 6
Ziff.
9).
4.9
Dr.
Z._
berichtete am
3.
Dezember 2012 (
Urk.
7/91 =
Urk.
3/4) über
die
Verlaufs
kont
rolle
vom 2
9.
November 2012, nannte die bekannte Diagnose und führte aus, innerhalb der letzten zwei Jahre habe sich doch eine leichte Ver
schlechterung abgezeichnet mit verminderter Belastungsfähigkeit, vermehrten Schmerzen
infrapatellär
, hauptsächlich aber auch vermehrte
n
Rückenbeschwer
den
tieflumbal. Das Arbeitspensum von 20-30
%
könne bewältigt werden, wobei die Beschwerdeführerin immer wieder längere Ruhepausen einschalten müsse.
Die Schmerzmitteleinnahme erfolge unregelmässig (S. 1).
Rein konven
tionell-radiologisch zeigten sich hingegen keine relevanten Veränderungen ver
glichen mit der Kontrolle vor drei Jahren. Rein klinisch zeige sich die lateral betonte
Gonarthrose
mit nun zunehmenden Beschwerden und auch
Symptom
ausweitung
mit tief lumbalen Rückenbeschwerden aufgrund des hinkenden Gangbildes. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75
%
sei aus seiner Sicht inadäquat (S. 2).
5.
5.1
Gestützt auf
das Gutachten von
Dr.
L._
vom 5. September 2009 (vgl. vor
ste
hend E. 4.5 und E. 4.6) sowie den RAD-Bericht von
Dr.
M._
vom
3.
März 2010 (vgl. vorstehend E. 4.8)
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin
gebessert habe
und diese somit fortan
zu
75
%
arbeitsfähig sei
, wobei dieses Pensum wegen ver
mehrten Pausen unter Umständen in einem 100%igen Pensum absolviert wer
den soll
t
e.
Die
Beschwerdeführer
in machte jedoch geltend
,
auf das Gutachten von
Dr.
L._
– auf welches das hiesige Gericht im Verfahren UV.2011.00170 mit Urteil vom 2
5.
September
2012 massgeblich abgestellt hatt
e -
könne nicht abge
stellt werden, da dieses die von
Dr.
Z._
festgestellte
Gonarthrose
nicht berücksichtige (
Urk.
1 S. 4).
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten vo
n
Dr.
L._
vom 5
.
September
20
09
(Urk. 7/
62/2-32
)
sowie seine Stellungnahme vom 1
9.
Mai 2010 (
Urk.
7/69/3-9)
für die Beantwortung der gestellten Frage
n
um
fassend
sind
. Das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen der Beschwer
deführerin, berücksichtigt die von ihr geklagten Beschwerden in angemessener Weise und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet. Der Gutachter bezog ausdrücklich Stellung
zu der seit
dem Bericht des
H._
(vgl. vorstehend E. 4.3) und der Begutachtung im
K._
(vgl. vorstehend E. 4.4) eingetretenen Verbesserung (S. 28) und setzte sich vor allem auch differenziert mit den verbleibenden Einschränkungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auseinander (S. 29).
Dabei überzeugt insbesondere sein Hinweis auf eine zumutbare regelmässige Einnahme eines Schmerzmedikamentes im Sinne einer Schadenminderungspflicht (S. 31).
Sodann leuchtet das Gutachten in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein und die vom Gutachter vorgenommene Schlussfolgerung ist ausführ
lich begründet. So zeigte er in nachvollziehbarer Weise auf,
dass die
femoro-patell
ä
ren
Beschwerden seit der Implantation der
Femoropatellarprothese
zwar reduziert seien (S. 28), die Beweglichkeit im rechten Knie jedoch immer noch eingeschränkt sei und bleibe (S. 29). Überdies machte der Gutachter darauf aufmerksam, dass die Arbeit der Beschwerdeführerin als Arztgehilfin als optimal angepasste Tätigkeit zu bezeichnen sei, ihr eine volle Arbeitsfähigkeit aufgrund der
retropatellären
Problematik trotzdem nicht zumutbar sei (S. 29).
Schliesslich begründete der Gutachter einlässlich und sorgfältig, dass
bei zumutbarer Schmerzmedikation
aufgrund der Klinik bezogen auf den angestammten Arbeitsplatz von einer mindestens 75%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen und der Beschwerdeführerin auch zumutbar sei (S. 30).
Einleuchtend ist in diesem Zus
ammenhang auch
sein Hinweis, wonach
seine Einschätzung
von den frühe
ren Be
urteilungen nicht nur aufgrund der deutlich nachweisbaren Verbesserung abweicht, sondern auch, weil er
(im Unter
schied zu den
K._
-Gutachtern) nur die massgebenden medizinischen Aspekte berücksichtigt ha
be (S. 31)
.
Die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach
Dr.
L._
in seinem Gutachten nicht den ganzen Knieschaden berücksichtige und deshalb auf die Berichte von
Dr.
Z._
abzustellen sei, kann nach dem Gesagten nicht gehört werden. So ist einerseits eine genaue Diagnosestellung im Ergebnis nicht relevant, zumal i
n
va
lidenversicherungs
rechtlich
einzig erheblich ist,
ob und in wel
chem Mass
e
eine
Be
ein
trächtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Dia
gno
se
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie - ausgewiesen ist (Ur
teil des Bundes
gerichts I 815/05 vom 5. Februar 2007 E.
7.2.2 mit weiteren Hinweisen). Ande
rerseits kann auf die Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 4.2, 4.7, 4.9) nicht abgestellt werden. So entspricht seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vielmehr
einer anderen Beurtei
lung des gleichen Sachverhalts, zumal keine neuen medizinischen Tatsachen aus den Berichten hervorgehen und auch keine nachvollziehbar begründete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen wird. Die dargelegten Befunde sowie die angeführten Gründe, weshalb der Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit lediglich
ein 50%iges Pensum zumutbar sei, beruhen im Wesentlichen
auf dem pauscha
len Hinweis auf die Gesamtsituation sowie
auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, welche jedoch für die Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit nicht massgebend sind. Abgese
hen davon machte
Dr.
Z._
keine
nähere
n
Angaben zu
funktionellen Ein
schränkungen und
äusserte sich
nur knapp
zu mög
lichen adaptierten Tätigkeiten.
Von
Dr.
Z._
wurden demnach keine
Erkenntnisse vorgebracht, welche die ausführlich begründete Beurteilung im Gutachten von
Dr.
L._
umzustossen vermöchten.
Das
Gutachten
von
Dr.
L._
erfüllt die praxisgemässen Anforderungen (vorste
hend E. 1.4) vollumfänglich, so dass darauf ab
gestellt werden kann
.
5.3
Auf die Beurteilung des
H._
(vgl. vorstehend E. 4.3) kann sodann nicht abge
stellt werden, da diese einerseits bereits Jahre zurückliegt und andererseits rela
tiv kurze Zeit nach dem Einsetzen der Knieprothese erfolgte. Die markante Ver
besserung, die durch diese Prothesenversorgung unstrittig erfolgt ist, war im damaligen Zeitpunkt wohl noch nicht in ihrem ganzen Umfang realisiert.
Auch die Angaben der
K._
-Gutachter zur Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehend E.
4.4) sind aus verschiede
nen Gründen nicht verwertbar. Die Gutachter bezo
gen ausdrücklich nicht-erwerbliche Aspekte in ihre Beurteilung ein, und zwar auch, nachdem der Unfallversicherer sie ausdrücklich noch einmal um Angaben zur Arbeitsfä
higkeit ohne Berücksichtigung der Haushaltführung und der pri
vaten Situation gebeten hatte. Auch haben sie anstelle einer eigenen, unab
hängigen Einschät
zung des Leistungsvermögens lediglich (zustimmend) berich
tet, die Beschwer
deführerin sei bereit, einen dritten
Halbtag
zu arbeiten. Für eine vorwiegend sit
zende Tätigkeit veranschlagten sie ihrerseits die Arbeitsfä
higkeit auf 70-80 %, relativierten dies dann allerdings mit dem Hinweis, der Beschwerdeführerin fehle gemäss eigener Einschätzung eine entsprechende Ausbildung. Damit ver
mischten sie die medizinische Frage der Zumutbarkeit mit nicht-medizinischen erwerblichen Aspekten und stellten auch dabei wiederum auf die ebenfalls nicht massgebende Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin ab. Besonders augenfällig ist in diesem Zusammenhang, dass die Gutachter den enormen Un
terschied in der von ihnen genannten Arbeitsfähigkeit zwischen der ange
stammten Tätigkeit als Arztgehilfin (30 %) und einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit (70-80 %) nicht thematisierten. Der nicht geringe Unterschied macht noch einmal deut
lich, dass der niedrigere Wert überwiegend wahrscheinlich nicht eine objektive Einschätzung wiedergibt, sondern die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin.
5.4
Zusammenfassend ist aus medizinischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 75 % in der angestammten Tätigkeit, die als optimal angepasst erachtet wird, auszugehen.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin machte
weiter
geltend, sie habe zur Zeit des Unfalls z
u 80
%
gearbeitet und würde
a
uch heute im Gesundheitsfall mit einem 80%-Pensum arbeiten
. Es gebe keinen Grund, weshalb sie bei guter Gesundheit ihr Arbeitspensum hätte verändern sollen
(
Urk.
1 S. 3).
6.2
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist - was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitli
che Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich
praxisgemäss
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass des angefochtenen Entscheides entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im
Gesundheits
fall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; I 634/03 vom 1
5.
Juni 2004, E.
4.1).
W
äre eine versicherte Person im Gesundheitsfall in der
Lage, voll erwerbstätig zu sein,
reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken
- wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht -
o
der ist die Ausübung einer
Ganztagestä
tigkeit
aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Inva
lidenversicherung einzustehen (BGE 131 V
51 E
. 5.1.2).
6.3
G
eht man somit von einem Pensum
von 80
%
im Gesundheitsfall aus, kommt dadurch jedoch nicht automatisch die gemischte Methode der
Invaliditätsbe
messung
zur Anwendung. Bei einer im Gesundheitsfall lediglich
teilerwerbstäti
gen
versicherten Person ohne Aufgabenbereich
nach
Art.
5
Abs.
1 IVG in Ver
bindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG und
Art.
28a
Abs.
3 IVG sowie
Art.
27 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; im Folgenden: Aufgabenbe
reich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG)
- für einen solchen gibt es vorliegend
keinerlei Anhaltspunkte, ist die
Beschwerdeführer
in
zwar
verheiratet
, jedoch
kinderlos
- bemisst sich die Invalidität nach der allgemeinen Methode des
Einkommensver
gleichs
. Dabei ist das
Valideneinkommen
nach
Massgabe
der ohne
Gesund
heitsschaden
ausgeübten Teilerwerbstätigkeit - hier in
der
Höhe von
8
0
%
- festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich
an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls e
rzielen könnte (BGE 131 V 51 E
. 5.1.2). Es
hat
somit
entgegen der Beschwerdegegnerin
keine Aufrechnung auf ein
Pensum
von 100
%
zu erfolgen
(vgl.
Urk.
2 S. 2)
.
Dies führt entgegen den Ausführ
ungen der Beschwerdeführerin
dazu, dass
es gar keine
allfällige
Wechselwirkung zwischen der verminderten Leistungsfähigkeit im erwerblichen Bereich und im Aufgabenbereich
zu berücksichtigen gibt
.
Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorga
ben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (zum Ganzen: BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
6.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.5
Für die Ermittlung des
Valideneinkommen
s
stellt sich die Frage, was die
Beschwer
deführer
in
aufgrund
ihrer
beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn
sie
nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b).
Vorliegend blieb unbestritten, dass die Beschwerde
führerin bei guter Gesundheit weiterhin in einem 80%igen Pensum (vgl. vorste
hend E. 6.3) ihr Arbeitsverhältnis weiter
geführt hätte.
Die Beschwerdegegnerin stellte für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Angaben
im
Arbeitgeberbericht
(
Urk.
7/63
Ziff.
2.11) ab und ging unter
Berücksichtigung der Nominallohne
ntwicklung
für das Jahr 2011 von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
82‘608.85
aus (vgl.
Urk.
7/81).
Umge
rechnet auf ein 80%iges Pensum (vgl. vorstehend E. 6.3) resultiert
somit
ein
Valideneinkommen
in der Höhe von
rund
Fr.
66‘087.-- (
Fr.
82‘608.85 x 0.8).
Die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Validen
ein
kom
mens
wurde vo
n
der
Beschwerdeführer
in
– abgesehen vom Pensum -
nicht be
stritten
. Si
e ist zudem aufgrund der Akten
nachvollziehbar und gibt zu keinen Bean
standungen Anlass, so dass sich - mit Ausnahme der Umrechnung auf ein 80%iges Pensum -
weitere Darlegungen dazu erübrigen.
6.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2 S. 2 Mitte)
aus, die angestammte Tätigkeit als Arztgehilfin entspreche einer optimal angepassten Tätigkeit und stützte sich entsprechend für die Bemessung des Invalideneinkommens auf das
Va
l
ideneinkommen
(vgl. auch
Urk.
7/81)
.
Es ist demnach von einem Invalideneinkommen per 2011 in der Höhe von
rund
Fr.
61‘956.65 (
Fr.
82‘608.85 x 0.75) für ein der Beschwerdeführerin zumutbares Pensum von 75
%
(vgl. vorstehend E. 5.4)
auszugehen.
Bei der Gegenüberstellung mit dem
Valide
neinkommen
in der Höhe von Fr.
66‘087.--
resultiert demnach
ein Invaliditätsgrad von rund 6 %,
der unter der rentenbegründenden Grenze von 40 % liegt.
6.7
Abschliessend ist darauf h
inzuweisen,
dass
selbst wenn von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von lediglich 50
%
gemäss
den
Berichten von
Dr.
Z._
ausgegangen würde,
bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 66‘087.-- und einen Invalideneinkommen von
rund
Fr.
41‘304.
ein
renten
ausschl
iessender
Invaliditätsgrad von
37.5
%
resultieren würde
.
6.8
Laut ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch attestierte Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der
Selbsteingliede
rung
zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahms
weise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch
vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen
Leistungsent
faltung
entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwer
tung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durch
führung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil
e
9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.1 und 4.2.2
, 9C_998/2010 vom 8. März 2011 E. 3.3.1, 9C_363/2011 vom 3
1.
Oktober 2011 = SVR 2012 IV Nr. 25 E. 3.1
).
Die Beschwerdeführerin hat zwar während rund 19 Jahren eine ganze Rente bezogen, was eher gegen die im Regelfall anzunehmende Selbsteingliederung sprechen könnte. Entscheidend ins Gewicht fällt jedoch, dass der Rentenbezug nicht mit einer vollständigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt einhergegangen ist. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin seit Jahren erwerbstätig gewesen, wenn auch nur in dem von ihr als maximal möglich empfundenen Umfang. Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 2
8.
August 2008 (
Urk.
7/56) hat sie beispielsweise in den Jahren von 1999 bis 2007 ein Einkommen von Total Frau. 139‘766.-- erzielt, was im Jahresdurchschnitt rund
Fr.
14‘000.-- entspricht und mit dem effektiv ausgeübten Pensum von 20
%
(vgl.
Urk.
7/62 S. 21 Mitte) korrespondiert. Es geht also darum, dass die Beschwerdeführerin ihr
Erwerbs
pensum
über ihre subjektive
Belastungslimite
hinaus auf den Umfang ausdehnt, der aus objektiver Sicht als zumutbar beurteilt wurde. Dies könnte und sollte sie im Sinne der Selbsteingliederung aus eigener Kraft bewältigen.
6.
9
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht eine revisionsrelevante Sachverhaltsänderung angenommen und beim neu be
stimmten Invaliditätsgrad von
6
% einen weiteren Rentenanspruch verneint hat.
Die Beschwerdegegnerin
hat in Übereinstimmung mit Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) die Rentenaufhebung auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung d
er angefochtenen Verfügung vom 15
.
Januar
201
3
folgenden Monats verfügt.
Die angefochtene Verfügung
vom 1
5.
Januar 2013 (
Urk.
2)
ist daher zu bestäti
gen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.