Decision ID: 281724f8-dc27-489e-a678-48b0e0d3010e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X._
war als gemeldeter Arbeitsloser bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 18. August 2016 in
Y._
beim Sturz von einer Klippe eine Ellbogenluxationsfraktur links, eine
Claviculafraktur
rechts, Rippenfrakturen rechts sowie weitere Verletzungen zuzog (
Urk.
7/1, 7/3, 7/8
). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte Ver
si
che
rungsleistungen (
Urk.
7/13
). Nach
ersten
operativen
Versorgung
en
der Frak
turen
(
Urk.
7/27-29)
und
einem
stationäre
n
Rehabilitationsaufenthalt
in der Rehaklinik
Z._
vom 9.
September
bis 22.
N
ovember 2016
(
Urk.
7/71
)
folgten weitere Operationen (
Urk.
7/70,
7/95
, 7/210
) und Aufenthalt
e
in der Rehaklin
i
k
Z._
(
Urk.
7/96
, 7/228
).
Zudem erlitt der Versicherte am
13. März 2017
einen
weiteren
Unfall
(
Sturz
bei Bewegungsübungen)
mit
der Folge einer
Luxations
fraktur an der
rechten Hand,
welche ebenfall
s operativ saniert wurde (
Urk.
7/238 S. 6
).
Am 16. August 2018
nahm Kreis
arzt
med.
pract
.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
eine ärztliche Einschätzung vor (
Urk.
7/237-238). Mit Mitteilung
und
Verfügung vom 20. August 2018 sowie
Einspracheentscheid
vom 28. Juni 2019 stellte die Suva die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. September 2018 ein; die Kosten für Ergotherapie und Physiotherapie wurden bis längstens 30. Juni 2019 übernommen. Zudem sprach sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 37'050.
--
(25 %)
zu, während sie einen Anspruch auf eine Invalide
nrente verneinte (
Urk.
7/239,
7/240
, 7/285
).
Mit Urteil vom 15. November 2019 hob d
as hiesige Gericht den
Einspracheent
scheid
vom 28. Juni 2019
in Gutheissung der dagegen erhobene
n
Beschwerde
auf und wies die Sache zu weiteren Abklärungen
, insbesondere der bis dahin
nicht überprüften Schulterbeschwerden,
und N
euentscheidung üb
er den Leistungs
an
spruch an
die Suva
zurück (
Urk.
7/298
)
. In der Folge liess die Suva Magnet
reso
nanztomografien der Schultern erstellen
(
Urk.
7/302)
und holte eine
weitere
kreis
ärzt
liche Beurteilung
bei med.
pract
.
A._
(
Urk.
7/
304
)
ein. Mit Verfügung vom 2. März 2020 lehnte es die Suva ab, für die geltend gemachten Beschwerden in den Schultern Versicherungsleistungen zu erbringen, weil gemäss den medizi
nischen U
nt
erlagen kein
sicherer oder
wahrscheinlicher Kausalzusammen
hang zu den Unfalle
reignissen
aus den Jahren 2
016 und
2017 bestehe
(
Urk.
7/305)
. Die dagegen erhobene Einsprache vom 17. März 2020
(
Urk.
7/309)
wies die Suva
nach Einholung einer orthopädisch-chiru
r
gischen Beurteilung
durch
D
r.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates
, Suva Versicherungsmedizin
(
Urk.
7/333)
,
mit
Einsprache
entscheid
vom 22. Dezember 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1. Februar 2021 Beschwerde mit dem Antrag, es sei die Suva in Abänderung des
Einspracheentscheides
vom 22. Dezember 2020 zu verpflichten, ihm für seine Beschwerden in den beiden Schultern Leistungen nach UVG auszurichten und insbesondere Heilungskosten zu übernehmen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 5. März 2021 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. März 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Am 30. April 2021 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme ein (
Urk.
9), welche der Beschwerdegegnerin am 10. Mai 2021
zur Kenntnisnahme
zugestellt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dement
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der
erste
hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 18. August 2016
ereignet, weshalb
diesbezüglich
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die Verfügung vom 2. März 2020 (
Urk.
7/305) und der
Einspracheentscheid
vom 22. Dezember 2020 (
Urk.
2)
befassen sich
– im Gegensatz zur u
rsprünglichen Mitteilung und Verfügung vom 20. August 2018 (
Urk.
7/239, 7/240
) und dem darauf folgenden
Einspracheentscheid
vom
28.
Juni 2019 (
Urk.
7/285), welche
r
mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. November 2019
(
Urk.
7/298)
aufgehoben wurde
–
lediglich
mit der
Frage, ob die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die beklagten Schulterbeschwerden
leistungspflichtig ist. Folglich hat das Gericht
vorliegend auch nur diese Frage
zu beurteilen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete
hierzu im
Einspracheentscheid
vom 22. Dezember 2020
(
Urk.
2)
unter Bezugnahme
auf die Beurteilung
en
von
med.
pract
.
A._
und
Dr.
B._
,
dass kein
Kausal
zusammenhang zwischen den beklag
ten Schulter- und Nackenbeschwerden beidseits und den Unfallereignissen von 2016 und 2017 hergestellt werden könne. An beiden Schultergelenken würden keine richtunggebenden strukturellen Unfallfolgen aus den genannten Schadenereignissen vorliegen.
Entsprechend sei die Beschwerdegegnerin für diese Beschwerden nicht leistungspflichtig.
2.3
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
gestützt
auf die Einschätzung von D
r. med.
C._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
geltend,
dass der Kausal
zu
sammenhang zwischen
den
Unfallereignissen
und
den
Schulterbeschwerden klar gegeben sei. Die stark eingeschränkte Ellbogenfunktion links zwinge zu erheb
lichen Ausweichbewegungen mit der linken Schulter, was die linksseitigen Beschwerden erkläre. Die Folgen der
Claviculafraktur
rechts in Form einer ver
mehrten Schulterfehlhaltung sei sodann für die Beschwerden
auf
de
r rechten Seite verantwortlich.
3.
3.1
Kreisarzt
med.
pract
.
A._
führte in
s
einer Stellungnahme
vom 28.
Februar 2020 (
Urk.
7/304)
aus,
dass
die Schulterbeschwerden
nicht
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf das Ereignis vom 18. August 2016 zurückzuführen sei
en
.
Im
MRI der Schulter links vom 9
. Januar 2020
(vgl. Urk. 7/302)
fänden sich unauf
fällige
Rotatorenmanschettenintervalle
, eine gute
Trophik
der
Rotatoren
man
schet
tenmuskulatur
und ledig
lich Zeichen einer leichten
Ten
d
i
nopathie
der langen
Bizepssehne
. Zeichen von ä
l
teren Frakturen beziehungsweise Sturzverlet
zungen
fänden
sich
hingegen
nicht. Eine
Tendinopathie
einer Sehne bezeichne keine Unfallfolge, sondern eine unspezifische Veränderung einer Sehne. Die
s
seien Zeichen einer Degeneration (natürliche Abnützung) bezi
ehungsweise einer andauernden
Be
- oder Überlastung. Im MRI der Schulte
r rechts vom 9
.
Januar 2020
(vgl. Urk. 7/302)
fänden sich lediglich eine kleinste intrasubstanzielle Riss
bildung an der
Supraspinatussehne
am
Footprint
. Die
Supraspinatussehne
und
Infraspinatussehne
sowie die
Subskapularissehne
seien sonst von guter
Trophik
,
allseits
ohne
Verfettungen
. Wiederum fänden sich keine Anzeichen für alte Ver
letzungen. Eine sogenannte Rissbildun
g, welche nicht durch die Sehne
gehe (
transmural
), sondern welche
sich nur innerhalb der Sehne (i
ntrasubstanziell) befinde und nur einzelne Muskel-Fasern betreffe, entspreche wieder
um
einer Dege
neration beziehungsweise
sei
Zeichen einer an
dauernden
Be
- oder Überlas
tung. Zudem hätten solche L
äsionen kein
en
Einfluss auf die Funktion der Sehnen, da die Kontinuität der Sehnen nicht kompromittiert sei.
In Bezug auf das Ereignis vom 13. März 2017 führte
med.
pract
.
A._
sodann aus, dass auch hier kein Zusammenhang zu den Schulterbeschwerden bestehe. Es handle sich um eine Fraktur
des Os
metacarpale V (Mittelhandknochen). Bei der ärztlichen Vorstellung sei damals
zeitnah
nicht über eine Schulterverletzung berichtet worden.
Ausserdem
zeigten
die Befunde der MRI vom 9
. Januar 2020 wie erwähnt nur degenerative
Veränderungen an den Schultern.
3.2
D
r.
B._
, Versicherungsmedizin,
berichtete in seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung
vom 11. Dezember 2020
(
Urk.
7/333)
, dass der Beschwerdeführer
im Jahr
2016 erhebliche Verletzungen des linken Ellbogengelenkes und
d
er rechten Clavicula erlitten habe. Die Oste
o
synthese der
Claviculafraktur
sei komplikations
los ausgeheilt. Am linken Ellbogen habe sich ein komplexer Verlauf mit tempo
rärer
Infektbildung
ergeben. Schliesslich habe allerdings auch am Ellbogengelenk der Endzustand festgestellt werden können, wobei eine erhebliche Bewegungs
einschränkung verblieben sei.
Nach Erreichen des Endzustandes
seien
vom Bes
chwer
deführer noch anhaltende Schulterbeschwerden
geltend gemacht worden
, welche auf das Unfallereignis
aus dem Jahr
2016 zurückgeführt
worden seien
. Es sei deshalb eine bildgebende Abklärung mittels MRI-Untersuchung beider Schul
tergelenke erfolgt. Diese hätte
keine richtunggebenden strukturellen Unfallfolgen gezeigt. Die vorliegenden Läsionen
seien
ausschliesslich degenerativ (verschleissbedingt) einzustufen. Auch der klinische Befund an beiden Schulter
gelenken, wel
cher am 13. Juli 2020 durch Dr.
C._
erhoben
worden sei
, zeigte keine namhaften Funktionseinschränkungen der Schultergelenke, die auf die Unfallereignisse von 2016 oder
2017 zurückzuführen seien. Dr.
C._
habe ledig
lich einen Hartspann der Schultermuskulatur festgestellt und eine ent
sprechende konservative Therapie empfohlen.
Allerdings könne ein
Kausalzu
sammenhang zwi
schen der Funktionseinschränkung
des linken Ellbogens und den links beklagten Schulterbeschwerden nicht hergestellt werden. Auch bei völlig versteif
tem Ellbogengelenk sei die Funktion der gleichseitigen Schulter nicht automa
tisch beeinträchtigt. Zwar führe die Beeinträchtigung der gesamten Gelenkkette an der oberen Extremität durch Funktionseinschränkung eines einzelnen Gelen
kes unter Umständen zu Mehrbelastung de
r angrenzenden Gelenke. Wie Dr.
C._
aber vermerkt habe
, habe sich der Beschwerdeführer an die Folgen der Ellbo
genverletzung links gut adaptiert und sei schmerzfrei.
Auf der rechten Seite habe sich der Beschwerdeführer
im Jahr
2016 eine mehrfrag
mentäre
Claviculaschaft
fraktur
zugezogen. Diese sei osteosynthetisch versorgt
worden
und folgenlos verheilt. Eine namhafte Verkürzung der Clavicula könne radiologisch
nicht
nachvollzogen werden, so dass eine mechanische
Protraktion
des Schultergelen
kes überwiegend wahrscheinlich nicht vorliege. Namhafte Narbenbildungen oder Muskelschäden im Bereich der rechten Schulter seien nicht festgestellt worden. Daher sei eine mechanische Komponente, welche zu den geltend gemachten Schul
terbeschwerden respektive Schulter-/Nackenschmerzen führe, nicht nach
vollziehbar. Das re
chte Schultergelenk selbst zeig
e ausschliess
lich degenerative Veränderungen
,
aber keine strukturellen Unfa
llfolgen. Daher sei
auch hier ein Kau
salzusammenhang der beklagten mehrfaszialen Schmerzen
mit dem U
nfall
ereignis
nicht herzustellen.
Zusammengefasst seien die geltend gemachten
myofaszialen
Schulter-/Nacken
schmerzen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
aus dem Jahr
2016 zurückzuführen. Die ausgeheilte Metacarpale V-Fraktur
aus dem Jahr
2017 beeinflusse ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich die Funk
tion der Schulter- und Nackenmuskulatur.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
22. Dezember 2020
(
Urk.
2) in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilungen von
med.
pract
.
A._
und Dr.
B._
, welche diese in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben hatten.
Die Versicherungsmediziner
setzten sich ausführlic
h
mit den erhobenen Befunden und
gestellten Diagnosen
auseinander. Dabei nahmen sie
in
nachvollziehbarer und begründeter Weise zur
entscheidrelevanten
Frage Stel
lung, ob
ein
Kausal
zusammenhang zwischen
den beklagten Schulter
/Na
cken
beschwerden und den Unfallereignissen von 2016 und 2017 hergestellt werden
könne
. Dies verneinten sie schlüssig und wiesen dabei insbesondere darauf hin, dass an den Schulter
n
keine richtunggebenden strukturellen Unfall
folgen
beste
hen
und es sich bei den vorliegenden Befunden um degenerative Erschei
nungen
handelt
.
Dabei schadet nicht, das
s
med.
pract
.
A._
und Dr.
B._
den
Beschwer
deführer
nicht selbst unter
sucht haben, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_64
1/2011 vom 22. Dezember 2011 E.
3.2.2 mit Hinweisen).
Aus
gehend von dieser Grundlage haben
die Versicherungsmediziner
lediglich die Ursache der Beschwerden
anders als
Dr.
C._
beurteilt, ohne sich dabei über die erhobenen Befunde oder die Diagnosestellung hinwegzusetzen.
Kommt hinzu
,
dass
Dr.
B._
als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates und med.
pract
.
A._
als K
reisarzt und damit nach Funk
tion und
beruflicher Stellung Facharzt
im Bereich der Unfallmedizin
über besonders ausgeprägte
traumato
logische
Kenntnisse und Erfahrungen verfügen (Urteil des
Bundes
gerichts 8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 = SVR 2009 UV Nr. 9 E. 7.5.4).
Bei dieser Ausgangslage ist kein Grund ersichtlich, weshalb
med.
pract
.
A._
und Dr.
B._
die Kom
petenz abzusprechen wäre, die Frage zu beantworten, ob die beklagten Schulterbeschwerden auf die Unfälle 2016 und 2017 zurückzu
führen sind.
4.2
Die Stellungnahme
n
von Dr.
C._
vom 14. Juli und 5. August 2020 (
Urk.
7/325) vermögen
keine Zweifel an diesen
Einschätzung
en
zu erwecken.
Gestützt auf die MRI-Abklärung
vom 9. Januar 2020
beurteilt
e
Dr.
C._
den Befund an den Schultern ebenfalls als im Wesentlichen altersentsprechend und
fand
keine Hin
weise auf eine
transmurale
Ruptur oder eine
höhergradige
Bursitis.
Auch
schätzt
e
er die
glenohumerale
Knorpeldarstellung beidseits als unauffällig ein. Angesichts der intakten Sehnenverhältnisse verneint
e
er sodann eine strukturell-morpho
logische Schädigung.
Insofern er die bestehenden
myofaszialen
Schulter- und Nacken
schmerzen dennoch auf Ausweichbewegungen und Fehlhaltung
en
der Schultern
infolge der Ellbogen- beziehungsweise
Claviculaverletzung
zurück
führt
e
und damit einen Zusammenhang mit den Unfallereignissen herstellt
e
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Wie Dr.
B._
nachvollziehbar
und in ausführlicher Auseinandersetzung mit den
erwähnten
Berichten
darlegte, zeigt
der klinisch erhobene Befund keine namhaften Funktionseinschränkungen der Schulterge
lenke. Der
von Dr.
C._
lediglich
festgestellte Hartspann der Schultermuskulatur kann
hingegen nicht auf die Funktionseinschränkungen des linken Ellbogens zurückgeführt werden, zumal
sich der Beschwerdeführer an die Folgen der Ellbo
genverletzung gut ad
aptiert hat und schmerzfrei ist
und selbst
bei völlig versteif
tem Ellbogengelenk
– was beim Beschwerdeführer bei Weitem nicht vorliegt –
die Funktion der gleichseitigen Schulter nicht automatisch beeinträchtigt
wäre
(vgl. E. 3.2)
.
Das Universitätsspital
D._
hatte im Bericht vom 26. Juni 2018 (
Urk.
7/227) den Bewegungsumfang bei einer Flexion/Extension von 125/40/0° sogar als akzeptabel beurteilt.
Dr.
B._
führte sodann zu Recht aus, dass
die mehrfragmentäre
Claviculaschaftfraktur
nach osteosynthetischer Versorgung folgen
los verheilt
ist
. Mangels einer wesentlichen Verkürzung der Clavicula
und
namhafter Narbenbildungen oder Muskelschäden im Bereich der rechten Schulter
vermochte er
deshalb
überwiegend wahrscheinlich auch keine mechanische
Protrak
tion
des Schultergelenkes
oder sonstige mechanische K
ompo
n
en
te
aus
zumachen
,
welche zu den geltend gemachten Schulterbeschwerden respektive Schulter-/Nackenschmerzen führe
n könnte
(vgl. E. 3.2)
.
Dies insbesondere
auch
vor dem Hintergrund
, dass
altersentsprechend
e
Befunde an den Schultern
erho
ben wurden
, die
Schulterprotraktion
auch von Dr.
C._
lediglich als leicht vermehrt bezeichnet
wurde
(Urk. 7/325)
und die blosse Möglichkeit eines Zusam
menhangs
zwischen Unfall und Schädigung
für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht genügt (
E. 1.4
).
Insoweit ist auch darauf hinzuweisen, dass eine
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verur
sacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1)
.
Infolgedessen
kann auch aus der
Feststellung
von Dr.
B._
,
wonach die Beein
trächtigung der gesamten Gelenkkette an der oberen Extremität durch Funktions
einschränkung eines einzelnen Gelenkes unter Umständen zu Mehrbelastung der angrenzenden Gelenke führen kann
(
vgl. E. 3.2
)
, nichts Gegenteiliges abgeleitet werden, ist
vorliegend
ein Zusammenhang
mit
den Ellbogen- und
Clavicula
verletzungen
–
nach der überzeugenden Einschätzung von Dr.
B._
–
doch eben
gerade
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
.
Zu erwähnen gilt
schliesslich
, dass sich Dr.
C._
auch nicht mit de
r
ausführlichen Stellungnahme von med.
pract
.
A._
,
mit welche
r
diese
r
den Kausalzusammen
hang
zwischen den Schulterbeschwerden und den Unfällen aus den Jahren 2016 und 2017
nachvollziehbar verneinte
, auseinandersetzte
, weshalb dessen Einschät
zung die Beurteilung des Kreisarztes auch aus diesem Grund nicht in Frage zu
stellen vermag. Hinzu kommt, dass sich aus dem Sprechstundenbericht von
Dr.
C._
keine neuen Aspekte ergeben, die nicht bereits Berücksichtigung gefun
den h
ä
tten oder geeignet wären, Zweifel an der
k
reisärztlichen Einschät
zung zu begründen
.
4.3
Was sodann
das Privatgutachten
von Dr.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom
29. Oktober 2018 (Urk. 7/254)
anbelangt, kann daraus zur Beurteilung der vor
liegenden Schulterbeschwerden nichts abgeleitet werden, verfügte dieser bei Erstellung seines Berichtes doch
lediglich über die Ergebnisse der
Ultraschall
unter
suchung vom 4.
Oktober 2018, nicht jedoch
über
die aktuelle
MRI-B
ild
gebung
.
4.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin
deshalb
zu Recht auf die versiche
rungs
interne
n
ärztliche
n
Beurteilung
en
von
med.
pract
.
A._
und
Dr.
B._
abgestellt, wonach die vom
Beschwerdeführer
geklagten Schulterbeschwerden jeden
falls
nicht überwiegend wahrscheinlich auf d
ie Unfälle vom 18. August 2016 und 13. März 2017
zurückzuführen sind. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin ihre Leistungspflicht in diesem Zusammenhang verneinte. Für weitere medi
zinische Abklärungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheid
relevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweis
würdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3)
.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 22. Dezember 2020 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.