Decision ID: 2f81ace7-aa80-51e9-a778-0fb27ba85602
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
ist Mutter dreier Kinder (geboren 1984, 1997 und 2002,
Urk.
6/2
Ziff.
3.1). Seit Mai 1991 war sie mit einem Teilzeitpensum
von 80
%
im
Altersheim
Y._
in
Z._
in der Reinigung
tätig
(Urk.
6/11/1-2
Ziff.
1, 2.1, 2.7 und 2.9).
Unter Hinweis auf eine Diskushernie meldete sich die Versicherte am
7.
Oktober 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die erwerb
liche un
d medizinische Situation ab
.
Mit Schreiben vom 2
8.
Mai 2014 teilte
sie
der Versicherten mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (
Urk.
6/30).
Die IV-Stelle holte in der Folge
ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
6/41) ein und verneinte n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/47-55) mit Verfügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
6/56 =
Urk.
2) einen Anspruch auf IV
Leistungen.
2.
Die Versicherte erhob am 1
8.
November 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese se
i
aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten. Eventuell seien weitere Abklärungen durchzuführen und es sei die Sache hierfür und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Januar 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom
9.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf
eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
mit Verweis auf die
medizinischen
Abklärungen darauf ab, dass der
Beschwerdeführerin die
bisherige Tätigkeit als Mitarbeiterin Hotellerie sowie eine andere wechselbelastende körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeit weiterhin
mit
ein
em Pensum von 80
%
zumutbar sei
(
Urk.
2 S. 1 unten).
Die Beschwerdegegnerin
verneinte daher
im angefochtenen Ent
scheid
bei einem Invaliditätsgrad von 0
%
einen Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie wäre bei guter Gesundheit weiterhin zu 80
%
erwerbstätig gewesen (
Urk.
1 S. 3 oben). Das Belastungsprofil in der ange
stammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin in einem Altersheim entspreche
nicht dem Zumutbarkeitsprofil gemäss
dem polydisziplinären Gutachten. Bekanntlich gehörten Reinigungsarbeiten zu den strengeren Tätigkeiten für eine Frau (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
3.
Die Beschwerdeführerin war im Altersheim
Y._
in
Z._
mit einem Pensum von 80
%
in der Reinigung
angestellt
(
Urk.
6/11/1-2
Ziff.
2.7 und 2.9).
Die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation
, wonach
die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig und
zu
20
%
im Haushalt tätig wäre,
ist nicht zu beanstanden. Die Qualifikation wird
auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten
(
Urk.
1 S. 3 oben).
Nachfolgend ist daher von einem Anteil von 80
%
im Erwerbsbereich und einem Anteil von 20 % im Haushalt auszugehen.
4.
4.1
Die medizinischen Akten ergeben folgendes Bild:
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
und für Rheumatologie,
nannte
in einem vertrauensärztlichen Bericht vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
6/7)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
cervikoradikuläres
spondylogenes
Syndrom bei
Diskusprotrusion
bei C5/6 mit Einengung der Nervenwurzel bei C6 beidseits, rechtsbetont (MRI vom 2
8.
Juni 2013).
Als Differentialdiagnose nannte er
eine
Polymyalgia
rheumat
ica
,
poly
myalgieformes
Syndrom und als Diagnose
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
eine
Periarthropathia
humeroscapularis
(
PHS
)
Calcarea
rechts
seit 200
9.
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin seit
dem
6.
Mai 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2
lit
. A 1
oben
).
4.2
Die Beschwerdeführerin war
sodann
vom
4.
bis 2
3.
November 2013 in der
Klinik B._
hospitalisiert (
Urk.
6/22 S. 1 oben).
Die Ärzte der
Klinik B._
stellten im Austrittsbericht vom 2
5.
November 2013 (
Urk.
6/23) folgende
verkürzt wiedergegebene
Diagnosen (S.
1):
chronisches
cerviko
-brachiales Syndrom rechtsbetont bei
Diskusprotru
sion
bei C3/4, C4/5
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Verände
rungen
Status nach
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts
Symptomausweitung mit zentralem Schmerz
Windup
Verdacht auf mittelgradige Depression
Die Ärzte
der
Klinik B._
führten weiter aus,
die Patientin sei seit April 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig. Ein Arbeitsversuch im Sommer 2013 sei nach zwei Wochen abgebrochen worden
. Man habe mit der Beschwerdeführerin die Wichtigkeit einer beruflichen Reintegration bei schon fast achtmonatiger Arbeitsunfähigkeit besprochen. Man empfehle einen nochmaligen Arbeitsversuch mit einem Einstiegspensum von 20
%
ab dem
9.
Dezember 2013
(S. 3).
4.3
4.3.1
Die Beschwerdegegnerin gab beim
C._
,
D._
,
ein polydisziplinär
es Gutachten in Auftrag. Das Gutachten datiert vom
5.
Januar 2015 (
Urk.
6/41) und beruht auf den Untersuchungen vom 1
8.
und 1
9.
November 2014 und den
den
Gutachtern zur Verfügung gestellten Akten (S.
2). Das Gutachten ist von
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Fallführung, unterzeichnet (S. 25).
Die Gutachter führten zur
Krankengeschichte
aus, die Beschwerdeführerin habe seit Jahren Rückenp
robleme mit Schmerzen im Nacken
ausstrahlen
d
in den Hinterkopf sowie in beide Schulter
n
und Arme rechtsbetont. Die Beschwerden seien begleitet von einer Kraftlosigkeit in den oberen Extremitäten
sowie
von einer Sensibilitätsstörung in den Fingern II-IV beidseits rechtsbetont.
Die Kopf
schmerzen
würden
weiter in den ganzen Kopf aus
strahlen
. Ferner habe sie Schmerzen an der Brustwirbelsäule sowie lumbale Schmerzen ausstrahlend in das rechte Bein, begleitet von einer Instabilität im rechten Bein
und auch
einer
Sensibilitätsstörung der Zehen II-IV. Die Kopfschmerzen seien von Übelkeit begleitet. Nur selten komme es zu Erbrechen. Ferner habe sie ein Schwindelge
fühl beim Aufstehen und sich
Vorbeugen und sie habe
Magenschmerzen begleitet von Übelkeit (S. 6
Ziff.
3.1.1).
Die Beschwerdeführerin könne sich aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden weder ihre angestammte noch eine andere Tätigkeit mehr vorstellen (S. 7
Ziff.
3.1.4).
4.3.2
Dr.
E._
führte zur psychiatrischen Untersuchung
aus, die Explorandin sei in der Lage, ihre Konzentration und Aufmerksamkeit übe
r die ganze
Untersu
chungsdauer
aufrecht zu halten, ohne nachzulassen.
Im Affekt zeige sie sich ausgeglichen und gefasst. Es
ergäben
sich keine Hinweise f
ür eine bedrückte Stimmungslage
. Auch fehlten Hinweise für eine schwere depressive Störung wie
eine
vitale Traurig
keit, ein
en
circadiane
n
Rhythmus,
eine Antriebsstörung oder Suizidimpulse. Das Gespräch habe sich flüssig gestaltet
. Die Explorandin habe die Fragen jeweils umgehend beantworten können
(S. 11
Ziff.
4.1.2).
Eine psychiatrische Störung im engeren Sinne könne nicht nachgewiesen wer
den. Vermutlich leide die Explorandin unter einer
Somatisierungsstörung
.
Nach
den Foerster-Kriterien bestehe keine Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Eine chronische körperliche Begleiterkrankung könne nicht nachgewiesen werden. Ein sozialer Rückzug in allen Lebenslagen finde nicht statt, da die Explorandin jährlich in ihre Heimat reise, soziale Kontakte zu früheren Arbeitskolleginnen pflege und auch ihren Sohn aus erster Ehe besuche. Ein primärer Krankheitsgewinn im Sinne einer missglückten, aber psychisch entlastenden Konfliktbewältigung könne nicht nachgewiesen werden. Insgesamt und insbesondere aufgrund der fehlenden Komorbidität seien die Foerster-Kri
terien als nicht erfüllt einzustufen. Die von der Explorandin beklagten Beschwerden wie Müdigkeit und Konzentrationsstörungen seien unspezifisch ausgefallen (S. 12
Ziff.
4.1.5).
Weder aktuell noch rückblickend könne eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
. Aus der Anamnese ergäben sich keine Hinweise für eine vo
rbestehende psychische Krankheit
(S. 12
Ziff.
4.1.6).
Die von
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, im Bericht vom 1
8.
Oktober 2014 beschriebene mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom könne seitens des
C._
nicht bestätigt werden. Es bestünden keine Hinweise für eine depressive Störung
. Die von der Explorandin vorgebrachten Beschwerden entsprächen einem unklaren
syndromalen
Beschwerdebild (S. 12 f.
Ziff.
4.1.8).
4.3.3
Dr.
G._
führte
zur orthopädischen Untersuchung
aus, die Explorandin gebe seitens des Bewegungsapparates ausschliesslich Beschwerden an der thorakalen
Wirbelsäule mit Ausstrahlung in die oberen Extremitäten sowie den rechten Fuss an. Trotz wiederholter Erörterung bleibe unklar, in welchem Ausmass der zervikale und lumbale Abschnitt betroffen seien.
Die wechselhaft ausgeprägte Symptomatik habe in den letzten Jahren stetig zugenommen und führe zu erheblichen Einschränkungen im Alltag.
K
lar
lindernde
Faktoren
könne
die Beschwerdeführerin
nicht
nennen (S. 16 f.
Ziff.
4.2.4). Bei der Untersuchung der Wirbelsäule demonstriere die Explorandin eine deutlich eingeschränkte bis auf
gehobene Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte.
Ein
initial
vermehrte
r
Finger-Boden-Abstand könne später durch eine freie Auslenkung im
Langsitz
, die ein
geschränkte Kopfrotation durch eine freie Drehung unter Ablenkung relativiert werden.
Die Angaben der Explorandin während der Anamneseerhebung und der klini
schen Untersuchung erfolgten auffallend diffus, sprunghaft und ausweichend. Am
Stamm und
an
den Extremit
äten
gebe sie
eine nicht reproduzierbare
diffuse
Druckdolenz
an. Während es bei der Untersuchung der unteren Extremitäten in Rückenlage zu einer erheblichen Gegenspannung und einer diffusen
Schmerz
angabe
gekommen sei, gelinge die Vornahme derselben Manöver in
sitzender Position mit hängenden Beinen problemlos. Zumindest vier von fünf
Waddell
-Zeichen seien positiv
(S. 17 oben).
Auf radiologischer Ebene bestünden mediane
Diskopathien
der unteren
Halswir
belsäule
ohne eine klar fassbare
radikuläre
Affektion. Der Befund an der oberen Brust- sowie der Lendenwirbelsäu
le sei weitgehend unauffällig. Zusammenfas
send könne gesagt werden, dass sich die von der Explorandin diffus angegebe
nen Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befund
e
kaum begründen liessen
(S. 17 Mitte).
Für die Tätigkeit im Reinigungsdienst und in der Küche eines Altersheims bestehe aufgrund der orthopädischen Untersuchung ebenso wie für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter Wechselbelastung eine zeit
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten von über 15 kg sei ebenso wie der repetitive Einsatz der rechten oberen Extremität oberhalb des Schulterniveaus zu vermei
den. In Anbetracht der erhobenen Befunde sollte es bei einer derartigen Tätig
keit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum zu einer wesentlichen Schmerzprovokation kommen, sodass eine solche auch zumutbar sei. Aufgrund der allgemeinen körperlichen Konstitution seien lediglich andauernd schwere Tätigkeiten ungeeignet und sollten der Explorandin nicht zugemutet
werden (S.
17 f.
Ziff.
4.2.5).
4.3.4
Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22
Ziff.
5.1):
chronische Nacken-Schulter-Arm-Handbeschwerden unter Betonung der dominanten rechten Seite
aktenanamnestisch Status nach
Periarthropathia
humeroskapularis
cal
carea
rechts
radiologisch regelrechte mediane
Diskusprotrusion
bei HWK 4/5/6/7 ohne klaren Hinweis für
radikuläre
Affektion (MRI vom 1
0.
Mai und vom 2
8.
Juni 2013)
an der rechten Schulter unter Gegenspannung verminderte, links dagegen ebenso wie an der Halswirbelsäule freie Beweglichkeit
pseudoradikuläre
Schmerzausstrahlung in den rechten Arm
Die Gutachter stellten sodann folgende Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 f.
Ziff.
5.2):
chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
radiologisch keine
höhergradige
Läsion an thorakaler und lumbaler Wirbelsäule (MRI von 1
0.
Mai und vom 2
8.
Juni 2013)
pseudoradikuläre
Schmerzausstrahlung in das rechte Bein
Verdacht auf
Somatisierungsstörung
Verdacht auf essentiellen Tremor
Verdacht auf arterielle Hypertonie
Übergewicht
a
namnestisch Asthma bronchiale
Die Explorandin habe keinen Beruf erlernt und habe während Jahren als
Re
ini
gungsangestellte
gearbeitet. Diese Arbeit sei
als ange
stammte Tätigkeit zu betrachten.
Aufgrund der aus Sicht des Bewegungsapparates erhobenen Befunde, der gestellten Diagnosen sowie der allgemeinen körperlichen Konsti
tution
der Explorandin
könnten
lediglich körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden. Für eine körperlich leichte bis mittelschwer belastende Tätigkeit, einschliesslich der angestammten Tätigkeit, könne keine länger dau
ernde Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer invalidisierenden Erkrankung attestiert werden
. Aus allgemeininternistischer Sicht könnten lediglich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden
(S. 23
Ziff.
6.2).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe der Verdacht auf eine
Somatisierungsstörung
, woraus in Abwesenheit einer relevanten Komorbidität keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden könne. Die Explorandin sei aus psychiatri
scher Sicht uneingeschränkt und ganztägig arbeitsfähig.
Zusammenfassend könnten der Explorandin körperlich schwere Tätigkeiten bleibend nicht mehr zugemutet werden. In einer körperlich leichten bis mittel
schweren belastenden Tätigkeit und somit auch in der angestammten Tätigkeit bestehe uneingeschränkt eine Arbeits-
und Leistungsfähigkeit von 100
% (S. 24
Ziff.
6.2).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten seit der erstmaligen Arbeitsniederlegung vom 1
5.
Mai 2013 anzunehmen sei. Für die angestammte Tätigkeit sowie jede körperlich leichte bis mittelschwer belastende Tätigkeit könne auch retrospektiv keine länger dau
ernde Arbeitsunfähigkeit festgehalten werden (S. 24
Ziff.
6.3).
Für den Haushalt bestehe aus polydisziplinärer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Diese Arbeit könne der Explorandin neben einer beruflichen Tätigkeit zugemutet werden (S. 24
Ziff.
6.4).
4.4
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, führte
in einer Stellungnahme vom 2
9.
Ja
nuar 2015 aus
, das Gutachten des
C._
vom
5.
Januar 2015
beruhe auf eigenen Untersuchungen, erscheine schlüssig
und
umfassend und berücksichtige die gesamte Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome der Beschwerdeführerin.
Auf das Gutachten könne abgestellt werden.
Seit dem 1
5.
Mai 2013 bestehe für körperlich schwere Tätigkeiten eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
. Für die zuletzt ausgeübte sowie eine angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Es sei von folgendem
Belas
tungsprofil
auszugehen: Möglich seien wechselbelastende körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten. Weitere medizinische Abklärungen oder die Arbeitsun
fähigkeit senkende medizinische Massnahmen oder eine vorzeitige medizinische Neubeurteilung seien nicht erforderlich (
Urk.
6/46 S. 7 unten).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom
5.
Januar 2015 erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen
Gutachtens.
So
werden darin die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin dargelegt.
Es
beruht auf den notwendigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden in angemessener Weise.
Sodann vermag es
in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen.
Weitere medizinische Abklärungen sind daher nicht erforderlich.
5.3
Die
C._
-Gutachter
kamen zum Ergebnis
,
dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit im Reinigungsdient uneingeschränkt möglich ist. Lediglich
körperlich schwere
Tätigkeiten
können ihr
seit dem 1
5.
Mai 2013
nicht
mehr
zugemutet werden
(E. 4.3.3
und 4.3.4 hiervor
).
Dem
Bericht der Arbeitgeberin
vom 1
8.
Oktober 2013 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
in der Zimmerreinigung
des Altersheimes
tätig war
und ihre Arbeit
das Heben oder Tragen von Lasten
von
bis zu 10 kg
beinhaltete
(
Urk.
6/11 S. 6
Ziff.
5)
.
C._
-Gutachter
Dr.
G._
nannte
in dem von ihm
beschriebenen
Belastungsprofil
ausdrücklich
eine
zulässige
Gewichtslimite
von bis zu 15 kg (E. 4.3.3). Daraus folgt, dass es sich bei der angestammte
n
Arbeit
in der Reinigung um eine mittelschwere Tätigkeit handelt und
der Beschwerde
führerin
diese
gemäss Gutachten
uneingeschränkt möglich ist.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, die Reinigungsarbeiten hätten das wieder
holte Heben und Tragen von Lasten von über 15 kg beinhaltet (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4 oben)
,
finden ihre Angaben im Ar
beitgeberbericht keine Stütze.
Den ABI-Gutachtern lagen sodann sowohl der Arbeitgeberbericht vom 1
8.
Oktober 20
13 sowie die Stellenbeschreibung
vom 2
9.
Juli 2009
und ein Zwischenzeugnis vom 1
6.
April 2009 (
Urk.
6/26-27) vor (
Urk.
6/41 S. 3
Ziff.
2.1.1).
Den
Gutachtern
war es daher
möglich, die angestammte
Tätigkeit
den körperlich mittelschweren Tätigkeit
en
zuzuordnen.
Die allgemein gehaltene
Kritik
der Beschwerdeführerin an der Einschätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit trotz der
im Gut
achten
gestellten Diagnosen
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
9), ist
sodann nicht geeignet
, die Schlussfolgerung der Gutachter zu widerlegen
.
5.4
Die im Gutachten des
C._
vom
5.
Januar 2015 unter den Diagnosen (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) als Verdachtsdiagnose aufgeführte
Somati
sierungsstörung
(ICD-10 F45.0) gehört zu den mit einer anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) vergleichbaren psychosomatischen Leiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2008 vom
3.
Juni 2009 E. 8.2.2). Darauf war somit bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2015 grundsätzlich die neue Rechtsprechung anwendbar (BGE 132 V 368 E. 2.1
S. 369). Indessen ergibt sich auch mit Blick auf BGE 141 V 281 nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin.
Zum
Einen
macht sie - zu Recht - nicht geltend, dass dem Gutachten des
C._
aufgrund der neuen Rechtsprechung nunmehr kein Beweiswert mehr zukommen sollte. Zum
Anderen
präsentierte sich dem psychiatrischen Gutachter ein relativ unauffälliges psychiatrisches Bild und es konnte denn auch nur die
Verdachts
diagnose
einer
Somatisierungsstörung
gestellt werden (
Urk.
6/41 S. 12
Ziff.
4.1.4). Ferner wurde darauf hingewiesen, dass die Medikamentenspiegel des verordneten
Lyrica
beziehungsweise des Antidepressivums nur weit unterhalb des therapeutischen Referenzbereichs beziehungsweise nicht nachweisbar gewesen seien, was unter anderem auf eine nur unregelmässige Einnahme der Medikamente zurückzuführen sei, woraus wiederum zu schliessen sei, dass die Beschwerdeführerin sich durch die körperlichen und psychischen Symptome nicht ausreichend beeinträchtigt fühle, um eine regelmässige
Medikamentenein
nahme
zu befolgen (
Urk.
6/41 S. 25). Zudem lässt sich dem psychiatrischen Gutachten entnehmen, dass die Beschwerdeführerin jährlich in ihre Heimat (
K._
) reist, soziale Kontakte zu früheren Arbeitskolleginnen pflegt, ihren Sohn aus
1.
Ehe besucht und Bücher liest, was für das Vorhandensein von das Leistungsvermögen begünstigenden Ressourcen spricht (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1 und E. 4.3.3 S. 292 ff.).
Weiter hielt der orthopädische Gutachter fest, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen einerseits und den objek
tivierbaren Befunden anlässlich der Untersuchung durch ihn anderseits bestehe (
Urk.
6/41 S. 19
Ziff.
4.2.9). Im Rahmen der klinischen Untersuchung waren denn auch vier von fünf
Waddell
-Zeichen positiv (
Urk.
6/41 S. 17
Ziff.
4.2.4).
Unter diesen Umständen kann der
Somatisierungsstörung
kein invalidisierender Charakter zugesprochen werden, der zu einer rechtlich relevanten Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder in einer anderen ange
passten Tätigkeit führen könnte.
5.5
Eine
von
Dr.
I._
im Bericht vom 1
8.
Februar 2014 (
vgl.
Urk.
6/29) diagno
stizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (
Ziff.
1.1)
konnte
C._
-Gutachter
Dr.
E._
anlässlich der
psychiatrischen Unter
suchung vom 1
8.
November 2014
nicht bestätigen.
Auf die
von
Dr.
I._
für die Tätigkeit als Reinigungskraft attestiert
e
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
von mindestens 50
%
(
Ziff.
1.7) kann
daher
nicht abgestellt werden.
Hierzu ist zu bemerken, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht
zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen
. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewür
digt geblieben sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014, E. 7.2).
Dies ist vorliegend nicht der Fall, berücksichtigten die Gutachter doch sämtliche von der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchungen geklagten Beschwerden sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Im Übrigen gilt der Grundsatz, wonach Berichte der behandelnden Ärzte auf
grund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbe
halt zu würdigen sind (BGE 125 V 253 E. 3b/cc)
,
für den allgemein prakti
zierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2006, E. 5.5 mit Hinweis).
5.
6
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin in einem Altersheim
sowie für
jede andere
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin somit im massgebenden Zeit
punkt weder im angestammten Beruf noch in vergleichbaren
Verweisungstätig
keiten
- noch im Bereich Haushalt - gesundheitsbedingt eingeschränkt war, schliesst dies ohne weiteres den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi
cherung aus (vgl. BGE 105 V 141 E. 1b; ZAK 1985 S. 224 E. 2b; vgl. auch BGE 115 V 133).
Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich und zum Bereich Haushalt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Koste
n auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.