Decision ID: a5e20c22-d0bc-4d34-8f50-a7376799fca7
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A.a C._ war bei der D._ AG als Geschäftsführer angestellt und dadurch
obligatorisch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: die
Allianz) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie von
Berufskrankheiten versichert. Während einer Skitour mit E._ geriet der Versicherte bei
der Abfahrt vom F._ in eine Lawine und wurde (teilweise) verschüttet. Mit der Rega
wurde der Versicherte ins Kantonsspital Graubünden, Chur, gebracht (Unfallmeldung
vom 14. Februar 2012, UV-act. 4; zur einlässlichen Beschreibung des Unfallhergangs
siehe den Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 12. März 2012, UV-act.
21). Am 17. Februar 2012 verstarb er (Arztzeugnis des Kantonsspitals Graubünden vom
18. Februar 2012, UV-act. 5). Die an der Interdisziplinären Intensivstation des
Kantonsspitals Graubünden behandelnden medizinischen Fachpersonen
diagnostizierten einen beobachteten Kreislaufstillstand ("Bergungstod") bei moderater
Hypothermie nach Lawinen-Verschüttung am 12. Februar 2012, eine schwere
hypoxische Hirnschädigung nach prolongierter Reanimation, ein Thoraxtrauma (DD im
Rahmen der prolongierten mechanischen Reanimation), eine Rhabdomyolyse, einen
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hochgradigen klinischen Verdacht auf eine Lungenembolie und eine Thrombophilie bei
stark erhöhter Aktivität des Gerinnungsfaktors VIII (ED 2005, aktuell entgleiste
plasmatische Gerinnung im Rahmen der Hypothermie und Trauma; Zusammenfassung
der Krankengeschichte vom 18. Februar 2012, UV-act. 20).
A.b Die Allianz teilte der Witwe, A._, am 16. Juli 2012 mit, dass der Nichtberufsunfall
auf ein Wagnis zurückzuführen sei. Daher würden die Hinterlassenenleistungen an sie
sowie die anspruchsberechtigten Töchter des Verstorbenen hälftig gekürzt (UV-act.
30). Hierzu nahmen die Angehörigen des Verstorbenen am 25. Oktober 2012 Stellung.
Sie vertraten den Standpunkt, es liege kein Wagnis vor (UV-act. 40). Mit Verfügung vom
31. Oktober 2012 sprach die Allianz der Witwe sowie den Töchtern H._ und B._
unter Berücksichtigung einer hälftigen Kürzung Hinterlassenenrenten zu (UV-act. 41).
A.c Dagegen erhoben die Angehörigen des Verstorbenen am 3. Dezember 2012
Einsprache (UV-act. 43). In der ergänzenden Eingabe führten sie gestützt auf ein von
ihnen eingeholtes, durch I._, dipl. Bergführer, J._, erstelltes Gutachten vom 17.
Januar 2013 (nachfolgend: Privatgutachten) aus, dem Unfall fehle der Wagnischarakter
(UV-act. 45). Im Auftrag der Allianz nahmen Dr. iur. Z._, Rechtsanwalt und Alpin-
Experte, und K._, Dipl. Ski- und Bergführer, L._, eine Beurteilung des
Unfallereignisses vor. Sie gelangten zur Auffassung, dass der Hang, an dem sich der
Unfall ereignet hatte, aufgrund der Gefahr unter keinen Umständen hätte befahren
werden dürfen. Dabei sei zu beachten, dass bereits ein kleiner Schneerutsch genüge,
um einen Skifahrer mitzureissen, was zu einem tödlichen Absturz über die Felsstufen
führen könne. Es sei unverständlich, wie sich zwei erfahrene Skitouristen derart hohen
und in keiner Weise kalkulierbaren Lawinen- und Absturzrisiken hätten aussetzen
können. Das Gutachten I._ sei mangelhaft in der Argumentation und falsch im
Resultat (Gutachten vom 17. Mai 2013, UV-act. 51; nachfolgend
Administrativgutachten). Hierzu äusserten sich die Angehörigen des Verstorbenen am
30. September 2013 und reichten eine Stellungnahme des Privatgutachters I._ vom
24. September 2013 ein. Sie machten geltend, das Administrativgutachten sei
mangelhaft. Gestützt auf die Beurteilung des Privatgutachters sei davon auszugehen,
dass kein Wagnis vorliege und der Verstorbene sowie sein Begleiter die üblichen
Vorsichtsmassnahmen während der Skitour eingehalten hätten (UV-act. 58). Am 7. Juli
2014 wies die Allianz die Einsprache und das Gesuch um Rückerstattung der Kosten
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des Privatgutachtens ab. Ansprüche auf Versicherungsleistungen für M._, N._,
beide ebenfalls Töchter des Verstorbenen, sowie H._ verneinte sie (UV-act. 62).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juli 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 8. September 2014. Die Beschwerdeführerinnen (A._, nachfolgend:
Beschwerdeführerin 1; B._, nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) beantragen darin
dessen Aufhebung und die Zusprache von ungekürzten Hinterlassenenrenten. Es sei
festzustellen, dass die Kürzung der Hinterlassenenrenten um 50% wegen des
Eingehens eines Wagnisses verfassungswidrig sei. Die Kosten für das Privatgutachten
sowie die ergänzende Stellungnahme des Privatgutachters seien von der
Beschwerdegegnerin zu übernehmen. Eventualiter sei ein verwaltungsexternes
Gutachten über den Lawinenniedergang vom 12. Februar 2012 einzuholen; alles unter
Kosten und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. In formeller
Hinsicht rügen sie, dass die Beschwerdegegnerin das Administrativgutachten einholte,
ohne sie (die Beschwerdeführerinnen) darüber in Kenntnis zu setzen, geschweige denn
ihnen die Rechte gemäss Art. 44 ATSG zu gewähren. Schliesslich stellen die
Beschwerdeführerinnen den Kausalzusammenhang zwischen dem Wagnis und dem
Tod des Versicherten in Frage (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. November
2014 die Abweisung der Beschwerde. Eventualiter sei eine gerichtlich angeordnete
Oberexpertise über den Lawinenniedergang einzuholen (act. G 5).
B.c In der Replik vom 2. März 2015 halten die Beschwerdeführerinnen unverändert an
den gestellten Anträgen fest. Ergänzend bringen sie vor, der Bundesrat habe durch den
abstrakt definierten Art. 50 UVV Bundesrecht verletzt (act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 19. Mai 2015 unverändert an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 16).

Considerations:
Erwägungen
1.
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Was den in der Beschwerde gestellten Antrag der Beschwerdeführerinnen um die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung anbelangt (act. G 1, S. 21), so hat der
Abteilungspräsident im Schreiben vom 21. Mai 2015 dargelegt, weshalb eine solche
aus seiner Sicht nicht zweckmässig sei. Er teilte den Beschwerdeführerinnen mit, dass
ohne begründeten Gegenbericht bis 5. Juni 2015 davon ausgegangen werde, es werde
am entsprechenden Antrag nicht festgehalten (act. G 17). Die Beschwerdeführerinnen
äusserten sich in der Folge nicht zum Antrag um Durchführung einer mündlichen
Verhandlung (vgl. Schreiben vom 11. Juni 2015, act. G 18). Vor diesem Hintergrund ist
davon auszugehen, dass sie am Antrag um Durchführung einer mündlichen
Verhandlung nicht mehr festhalten.
2.
Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Zulässigkeit der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommenen Kürzung der Hinterlassenenrenten der
Beschwerdeführerinnen aufgrund des Wagnischarakters des Unfallhergangs.
2.1 Gemäss Art. 39 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20]) kann der Bundesrat aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse bezeichnen,
die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Verweigerung sämtlicher Leistungen
oder zur Kürzung der Geldleistungen führen. Die Verweigerung oder Kürzung kann er in
Abweichung von Art. 21 Abs. 1 bis 3 ATSG ordnen. Von dieser Kompetenz machte der
Bundesrat Gebrauch und erliess bezüglich Wagnissen Art. 50 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202): Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis
zurückgehen, werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders
schweren Fällen verweigert. Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich die versicherte
Person einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder
treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken (Art. 50 Abs. 2
Satz 1 UVV). Liegt eine Wagnishandlung vor und besteht ein natürlicher und adäquater
Zusammenhang zum darauffolgenden Unfall, so müssen die Geldleistungen gekürzt
werden. Lehre und Rechtsprechung unterscheiden zwischen absoluten und relativen
Wagnissen. Ein absolutes Wagnis liegt vor, wenn eine gefährliche Handlung nicht
schützenswert ist oder wenn die Handlung mit so grossen Gefahren für Leib und Leben
verbunden ist, dass sich diese auch unter günstigsten Umständen nicht auf ein
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vernünftiges Mass reduzieren lassen. Ein relatives Wagnis ist gegeben, wenn es die
versicherte Person unterlassen hat, die objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren auf
ein vertretbares Mass herabzusetzen, obwohl dies möglich gewesen wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Februar 2013, 8C_987/2012, E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. auch
BGE 141 V 218 E. 2.1 f.).
2.2 Die Beschwerdeführerinnen halten eine Kürzung von Hinterlassenenrenten für
verfassungswidrig. Es sei mit dem "Gerechtigkeitsgedanken" nicht in Einklang zu
bringen, dass Geldleistungen nicht nur für den Versicherten, sondern auch für seine
Hinterbliebenen gekürzt würden. Es sei die Frage erlaubt, wieso ein unmündiges Kind
oder aber die hinterbliebene Ehefrau lebenslänglich für die Folgen eines Verhaltens des
Versicherten einstehen solle. Eine solche Interpretation führe im Ergebnis zur
Sippenhaftung (act. G 1, Rz 16). Dies verletze "Art. 15" der Bundesverfassung (BV; SR
101; wohl eher: Art. 14 BV) und Art. 8 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101).
2.2.1 Bei ihrer Argumentation lassen die Beschwerdeführerinnen den Charakter der
Hinterlassenenleistungen unberücksichtigt. Die Hinterlassenen werden nicht für einen
Schaden an der eigenen Erwerbsfähigkeit oder am eigenen wirtschaftlichen Vermögen
entschädigt, sondern sie erhalten eine Entschädigung für den durch ein Unfallereignis
bedingten Wegfall der Erwerbsfähigkeit des verstorbenen versicherten Ehegatten bzw.
Elternteils. Von einer "Sippenhaftung" im Fall einer Leistungskürzung kann daher keine
Rede sein. Die Beschwerdegegnerin weist denn auch zu Recht darauf hin (act. G 16,
ad 16), dass die Kürzung der Erwerbsunfähigkeitsentschädigung im Fall des
Überlebens eines vollinvaliden Elternteils gleich ausgefallen wäre. Es besteht bei
Nichtberufsunfällen bzw. bei der Wagniskürzung keine gesetzliche Grundlage für eine
vom Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV) abweichende Privilegierung der
Entschädigung im Fall der durch den Tod verursachten Erwerbsunfähigkeit. Vielmehr
sieht Art. 39 UVG gerade ausdrücklich einen Vorbehalt gegenüber der Bestimmung von
Art. 21 Abs. 2 ATSG vor. Bei Nichtberufsunfällen besteht anders als bei Berufsunfällen
auch kein staatsvertragliches Leistungskürzungsverbot zugunsten von Hinterlassenen
(siehe hierzu BGE 126 V 359 E. 5a mit Hinweisen).
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2.2.2 Entscheidend ist ausserdem, dass der Gesetzgeber - dem
Versicherungscharakter Rechnung tragend - aussergewöhnliche Gefahren und
Wagnisse als besonders riskante Handlungen von Nichtberufstätigkeiten im Interesse
der Versichertengemeinschaft und der Prämienhöhe einer Sonderbehandlung
unterwerfen wollte. "Im Grunde geht es um ein nicht versichertes Risiko, [...]" (BBl
1999 4568 f.; siehe auch BBl 1976 III 144: Von der Versicherung der
Nichtbetriebsunfälle sind besondere Gefahren und Wagnisse ausgeschlossen). Der
Gesetzgeber wählte bei Erlass des UVG im Gegensatz zur früheren Rechtslage
(gänzlicher Ausschluss vom Versicherungsschutz; siehe hierzu Art. 67 Abs. 3 des den
bis 31. Dezember 1983 geltenden Bundesgesetzes über die Kranken- und
Unfallversicherung [KUVG; SR 832.10] und BGE 97 V 84 E. 6b) lediglich eine
elastischere Lösung; dies insoweit, als aussergewöhnliche Gefahren oder Wagnisse
nicht mehr einzig einen Ausschluss vom Versicherungsschutz bzw. eine Verweigerung
von Leistungen bewirken, sondern nunmehr auch eine Teildeckung möglich ist (BBl
1999 4694; BBl 1976 III S. 175 und 198; vgl. auch GABRIELA RIEMER-KAFKA, Die
Pflicht zur Selbstverantwortung, Freiburg 1999, S. 359 f. und FN 1142). Mit anderen
Worten gehören gemäss Art. 39 UVG aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse nur
beschränkt zum versicherten Risiko, und die daraus hervorgehenden Folgen geniessen
gemäss geltender Regelung einen quantitativ eingeschränkten Versicherungsschutz.
Dass auch bei Wagnissen der Versicherungsschutzgedanke massgebend ist, zeigt sich
auch in Art. 50 Abs. 2 Satz 2 UVV, worin ausgeführt wird, dass Rettungshandlungen
zugunsten von Personen indessen auch dann "versichert" sind, wenn sie an sich als
Wagnisse zu betrachten sind. Charakterzüge einer "Sippenhaftung" oder anderweitige
verfassungswidrige Aspekte sind nicht erkennbar.
2.3 Die Beschwerdeführerinnen erblicken im Umstand, dass der Bundesrat eine
generell-abstrakte Definition des Begriffs "Wagnisse" in Art. 50 UVV anstelle einer
konkreten Aufzählung von Wagnissen vorgenommen hat, eine Verletzung von Art. 39
UVG (act. G 12, S. 8).
2.3.1 Bei Verordnungen, die sich auf eine gesetzliche Delegation stützen, prüft das
Gericht, ob sie sich in den Grenzen der dem Verordnungsgeber im Gesetz
eingeräumten Befugnisse halten. Wird dem Verordnungsgeber durch die gesetzliche
Delegation - wie vorliegend - ein sehr weiter Spielraum des Ermessens für die
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Regelung auf Verordnungsebene eingeräumt, muss sich das Gericht auf die Prüfung
beschränken, ob die umstrittenen Verordnungsvorschriften offensichtlich aus dem
Rahmen der dem Verordnungsgeber im Gesetz delegierten Kompetenzen herausfallen
oder aus andern Gründen verfassungs- oder gesetzwidrig sind. Es kann jedoch sein
eigenes Ermessen nicht an die Stelle desjenigen des Verordnungsgebers setzen und es
hat auch nicht die Zweckmässigkeit zu untersuchen. Eine verordnete Regelung
verstösst allerdings dann gegen das in Art. 9 BV verankerte Willkürverbot, wenn sie
sich nicht auf ernsthafte Gründe stützen lässt oder sinn- oder zwecklos ist, bzw. das in
Art. 8 Abs. 1 BV festgeschriebene Gebot der rechtsgleichen Behandlung verletzt (Urteil
des EVG vom 5. November 2001, K 157/00, E. 3c/aa mit Hinweisen).
2.3.2 Mit Art. 39 UVG gewährte der Gesetzgeber dem Bundesrat die Kompetenz, er
könne aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse bezeichnen. "Doch werden solche
Gefahren und Wagnisse nicht mehr durchwegs Ausschlussgründe darstellen; der
Bundesrat wird vielmehr zu bestimmen haben, bei welchen Tatbeständen dies der Fall
ist und welche andern nur eine Kürzung der Geldleistungen zur Folge haben" (BBl 1976
III 175). Art. 39 UVG stellt eine reine Delegationsnorm dar. Der Gesetzgeber hat sich
darauf beschränkt, dem Bundesrat die Kompetenz einzuräumen, u.a. Wagnisse zu
bezeichnen bzw. den Tatbestand für eine entsprechende Kürzung zu umschreiben.
Dem Bundesrat wurde damit die Kompetenz delegiert, für Nichtbetriebsunfälle eigene
Bestimmungen aufzustellen, Begriffe zu fassen und entsprechende Tatbestände sowie
Rechtsfolgen wie Leistungsverweigerungen oder -kürzungen vorzusehen. Der Sinn
dieser gesetzgeberischen Konstruktion liegt in der besseren Anpassungsfähigkeit des
Rechts an veränderte Wertmassstäbe und Gegebenheiten bzw. technische
Entwicklungen (RIEMER-KAFKA, a.a.O. S. 359).
2.3.3 Weder aus dem populärwissenschaftlichen Hinweis der
Beschwerdeführerinnen zum Begriff "bezeichnen" noch aus dem übrigen Wortlaut von
Art. 39 UVG oder den einschlägigen Materialien ergibt sich eine Pflicht des
Bundesrates zum Erlass einer (abschliessenden) Liste für als Wagnis geltende
Tätigkeiten. "Bezeichnen" ist gerichtsnotorisch ein sinnverwandtes Wort u.a. zu "be-/
umschreiben" oder "erläutern". Hätte der Gesetzgeber den Bundesrat zum Erlass einer
Auflistung konkreter Wagnishandlungen verpflichten wollen, hätte er grammatikalisch
eine Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG ("Der Bundesrat erstellt eine Liste [...]") vergleichbare
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Lösung gewählt. Dass der Bundesrat mit dem Erlass von Art. 50 UVV in der geltenden
Fassung den ihm zustehenden weiten Gestaltungsspielraum überschritten hätte, ist
daher weder dargetan noch erkennbar. Dies gilt umso mehr, als Art. 39 UVG als Kann-
Bestimmung dem Bundesrat sogar freistellt, überhaupt eine Regelung zu erlassen. Die
vom Bundesrat gewählte Bezeichnung der Wagnisse erlaubt es, auf verschiedenste
aussergewöhnliche Gefahrensituationen einzugehen und dabei die besonderen
Umstände des konkreten Einzelfalls spezifisch zu würdigen sowie den nicht
voraussehbaren Entwicklungen u.a. im Bereich der Freizeitaktivitäten mit neuen
Risikosportarten Rechnung zu tragen. Vor diesem Hintergrund ist dem Bundesrat
zuzustimmen, dass eine andere Umschreibung des Wagnisbegriffs oder eine
abschliessende Auflistung der Wagnisse nicht sachgerecht erscheint (siehe zum
Ganzen die Stellungnahme des Bundesrats vom 20. Februar 2013 zur Interpellation von
Nationalrat Christian Lohr vom 14. Dezember 2012, 12.4205). Selbst wenn eine
konkrete Aufzählung auf Verordnungsebene gewählt würde, käme sie aufgrund der
Vielfältigkeit der sich ständig in Entwicklung befindlichen Nichtberufstätigkeiten wohl
nicht ohne eine zusätzliche Generalklausel aus. Im Übrigen ist die generell-abstrakte
Bezeichnung des Begriffs "Wagnisse" in Art. 50 Abs. 2 Satz 1 UVV fassbar genug,
damit die Versicherten ihr Verhalten danach auszurichten und allfällige Konsequenzen
einzuschätzen vermögen. Gesondert geregelt wurden sodann Rettungshandlungen
zugunsten von Personen. Auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat bislang die
Gesetzes- und Verfassungskonformität von Art. 50 UVV nicht in Frage gestellt
(ausdrücklich bestätigt in BGE 113 V 222; vgl. auch BGE 141 V 218 E. 2.1).
3.
Zu beurteilen ist sodann, ob die zum Unfallgeschehen führende Handlung des
Verstorbenen den Tatbestand des Wagnisses gemäss Art. 50 UVV erfüllt.
3.1 Die Beschwerdeführerinnen führen für die Beurteilung des Risikoverhaltens des
Verstorbenen die Einschätzung des Privatgutachtens I._ ins Feld.
3.1.1 Was Privatgutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine
sachverständige Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/dd).
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Auch ein Privatgutachten kann Äusserungen eines Sachverständigen enthalten, die
geeignet sind, zur Feststellung eines Sachverhalts beweismässig beizutragen (vgl. BGE
125 V 354 E. 3c).
3.1.2 In formeller Hinsicht ist zunächst zu bemerken, dass der Privatgutachter nach
einem zweistündigen Aktenstudium und nach ersten getroffenen Dispositionen am 27.
November 2012 am Sitz der Anwaltskanzlei mit dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerinnen den Fall besprochen hat (siehe Honorarnote vom 5. März
2013, Eintrag vom 27. November 2012, "Besprechung in Zug mit O._", zwei Stunden;
UV-act. 58). Dies bestätigt den Charakter des Privatgutachtens als reine
Parteibehauptung und weckt zumindest anscheinsweise Zweifel an der
Unvoreingenommenheit der privatgutachterlichen Stellungnahme. Unter diesen
Umständen wirft zudem die Angabe im Privatgutachten, der tödliche Lawinenunfall sei
dem Privatgutachter "ausschliesslich" aus den Akten bekannt (UV-act. 45, S. 3 unten
und S. 16 des Privatgutachtens), zusätzliche Fragen auf. Zudem erweist sich das
Privatgutachten insoweit als undurchsichtig, als der Privatgutachter am 19. Dezember
2012 eine "externe fachliche Meinung" eingeholt hat (Aufwand hierfür eine Stunde; UV-
act. 58), ohne dass deren Quelle oder Inhalt im Privatgutachten kenntlich gemacht
worden wären (vgl. zu den Grundlagen S. 4 des Privatgutachtens, UV-act. 45).
3.1.3 Die Administrativgutachter wiesen des Weiteren bezüglich der Kategorisierung
der Gefahrenstufe durch den Privatgutachter zutreffend darauf hin, dass der
Privatgutachter schwankende Einordnungen vorgenommen hat (S. 16 des
Administrativgutachtens, UV-act. 51). Mit fortschreitender Seitenzahl des
Privatgutachtens ist die Bezeichnung der Gefahrenstufe zunehmend günstiger für die
Auftraggeberinnen ausgefallen (UV-act. 45): "untere Hälfte der Bandbreite von
«erheblich»" (S. 5 unten); "Die Gefahr kann dem untersten Bereich der Bandbreite von
«erheblich» zugeordnet werden, dem Übergang zur Stufe mässig" (S. 6); "[...] am
ehesten mit der Gefahrenstufe mässig umschrieben werden kann" (S. 11). Eine
sachliche Erklärung für die zunehmend zugunsten der Auftraggeberinnen ausfallenden
Formulierungen ergibt sich weder aus dem Privatgutachten noch der späteren
Stellungnahme des Privatgutachters. Hinzu kommt, dass dieser in der Stellungnahme
vom 22. September 2013 ausführte, es sei in Ausbildung und Praxis üblich, die
Gefahrenstufe "erheblich" in "erheblich plus" und "erheblich minus" zu unterteilen (S. 5
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unten, UV-act. 58). Die von ihm gewählten schwankenden Formulierungen (wie etwa
"unterster Bereich der Bandbreite") decken sich allerdings gerade nicht damit. Der von
ihm an die Administrativgutachter gerichtete Vorwurf, in Relation zur naturbedingten
Ungenauigkeit der Gefahrenprognose könne der Einwand der Administrativgutachter
als "spitzfindig" betrachtet werden (S. 4, UV-act. 58), fällt auf diesen zurück. Gerade
aufgrund der von ihm genannten naturbedingten Ungenauigkeit erweisen sich die
schwankenden, nicht der vom Privatgutachter selbst genannten Praxis entsprechenden
Formulierungen und deren zunehmende Zuspitzung zugunsten der Auftraggeberinnen,
die schleichend sogar letztlich zu einer Umkategorisierung in "mässig" führen (S. 11,
UV-act. 58), als nicht überzeugend. Ins Bild passt weiter, dass der Privatgutachter bei
der Beantwortung der Frage "Wurde die Tour nach den Regeln der alpinistischen Kunst
vorbereitet?", eine detaillierte Interpretation des Lawinenbulletins allein mit der
Aussage des Begleiters E._ begründet hat, wonach im angrenzenden Gebiet die
Gefahr mit "mässig" beschrieben worden sei (UV-act. 45, S. 7). Die erheblich
gefährlichere Situation im tatsächlich befahrenen Tourengebiet und entsprechende
Aussagen von E._ (siehe hierzu nachstehende E. 3.2.1 f.) liess der Privatgutachter
dabei vollständig unerwähnt. Wie die Administrativgutachter diesbezüglich zudem
einleuchtend entgegneten, resultiert daraus kein relevanter Sicherheitsgewinn, wenn
man wisse, dass die Gefahrenstufe in einer Nachbarregion günstiger beurteilt werde
(UV-act. 51, S. 17).
3.1.4 Sodann erweist sich die zusammenfassende Gefahrenbeschreibung des
Privatgutachters für das Tourengebiet für den 12. Februar 2012 als nicht mit dem
nationalen Lawinenbulletin vereinbar (zum Stellenwert des nationalen Lawinenbulletins
für die Beurteilung des Lawinenrisikos vgl. BGE 138 IV 127 E. 4.4.4). Der
Privatgutachter führte aus, Hauptgefahr hätten frische Triebschneesammlungen
gebildet. Mehrheitlich günstiger Schichtaufbau, daher kein akutes Altschneeproblem.
Alle weiteren Kriterien hätten eine Tendenz nach der günstigen Seite hin gezeigt (S. 6,
UV-act. 45). In dem für das Tourengebiet entscheidenden Lawinenbulletin Nr. 79, auf
das sich der Privatgutachter bezieht, wurde in der Überschrift vor verbreitet erheblicher
Lawinengefahr und vor frischem Triebschnee gewarnt. Im Text wurde zudem allgemein
darauf hingewiesen, dass nicht nur frische, sondern auch ältere
Triebschneeansammlungen teils störanfällig seien. U.a. betreffend die massgebende
Region Nordbünden würden die Gefahrenstellen vor allem an Triebschneehängen aller
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Expositionen liegen. Die Gefahrenstufe liege oberhalb von etwa 2400 m. Die
Triebschneeansammlungen seien teils leicht auslösbar und sollten möglichst
umgangen werden. Abseits der Pisten brauche es Erfahrung in der Beurteilung der
Lawinengefahr (UV-act. 21, S. 10; vgl. auch UV-act. 51, S. 10 f.). Vor diesem
Hintergrund kann nicht die Rede davon sein, alle weiteren Kriterien nebst den vom
Privatgutachter als Hauptgefahr erkannten frischen Triebschneeansammlungen hätten
eine Tendenz nach der günstigen Seite hin gezeigt. Die (frischen und älteren)
Triebschneeansammlungen wurden zudem als störanfällig und leicht auslösbar
beschrieben. Die Würdigung, mehrheitlich hätte von einem günstigen Schichtaufbau
ausgegangen werden dürfen (UV-act. 45, S. 6), findet weder in den Ausführungen zur
Region Nordbünden noch in denjenigen unter "Allgemeines" eine Stütze. Dem zuletzt
genannten Abschnitt lässt sich lediglich der auf tiefe Schichten beschränkte Hinweis
entnehmen, die Schneedecke sei meist günstig aufgebaut. E contrario musste daher
davon ausgegangen werden, dass in den übrigen Schichten die Schneedecke gerade
nicht günstig aufgebaut war (vgl. auch die Beurteilung der Administrativgutachter, UV-
act. 51, S. 21). Ferner ist für die Gefahrenstufe 3 gerade charakteristisch, dass die
Schneedecke an vielen Hängen nur mässig bis schwach verfestigt ist (siehe WSL-
Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Lawinenbulletins und weitere
Produkte, Interpretationshilfe, Ausgabe 2015, S. 19 unten). Im Abschnitt "Allgemeines"
wird zudem nicht bloss vor frischen, sondern auch älteren Triebschneeansammlungen
gewarnt. Bei den die Region Nordbünden betreffenden Warnungen wird auf eine
Differenzierung zwischen frischen und älteren Triebschneeansammlungen verzichtet.
Ergänzend kann auf die Kritik der Administrativgutachter verwiesen werden (UV-act.
51, S. 16 f.). Die im nationalen Lawinenbulletin umschriebene Gefährdung wurde
ausserdem durch den Inhalt des am Morgen des 12. Februar 2012 für den gleichen Tag
ausgegebenen regionalen Lawinenbulletins für Nord- und Mittelbünden 2012 nicht
relativiert (siehe hierzu UV-act. 21, S. 11). Diesbezüglich ist ohnehin fraglich, ob die
Skitourenfahrer das regionale Lawinenbulletin überhaupt zur Kenntnis genommen
haben, gab doch E._ an, er habe am Abend des 11. Februar 2012 das
"Lawinenbulletin" konsultiert (UV-act. 49, S. 5).
3.1.5 Das Vorbringen des Privatgutachters, das Tourengelände sei mehrheitlich
unterhalb der Höhengrenze für die Gefahrenstufe "erheblich" gelegen (UV-act. 58, S.
4), zielt ins Leere, befand sich doch gerade der von der Lawine betroffene
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Tourenabschnitt in der Gefahrenzone "oberhalb von etwa 2400 m". Die Lawine löste
sich bei einer Höhe von 2460 m (UV-act. 21, S. 3). Die Gutachter sind sich sodann
darin einig, dass über die weitere Route auf einer Höhe von ungefähr 2500 m
entschieden wurde (UV-act. 51, S. 6 unten, und UV-act. 58, S. 14). Diese Höhe lag
noch deutlicher über der Gefahrengrenze. Selbst wenn mit Blick auf die Höhe ein
"Übergangsbereich" zugestanden würde, durften die beiden Skitourengänger
zumindest nicht davon ausgehen, sie seien inzwischen in einem unterhalb der im
Lawinenbulletin genannten Gefahrengrenze liegenden Bereich angekommen.
3.1.6 Entgegen der Meinung des Privatgutachters kann für die Gefahrenbeurteilung
unter dem Aspekt der Hangneigung nicht bloss von "rund" 40 Grad ausgegangen
werden. Vielmehr ergibt sich bereits aus dem Kriminalrapport vom 12. März 2012, dass
die Neigung des Hangs mehr als 40 Grad betragen hat. Die anlässlich der Ortsschau
vom 28. Februar 2013 von den Administrativgutachtern vorgenommenen
Hangneigungsmessungen ergaben Steilheiten im Unfallhang zwischen 40 und 50 Grad
(UV-act. 51, S. 7), was mit den Ergebnissen auf <http://www.mapplus.ch> vereinbar ist
(Beilagen 1 f., act. G 5.1.2). Immerhin räumte der Privatgutachter später ein, dass
gemäss Messung der Höhenkurven der Hang "ca." 43 Grad geneigt war (UV-act. 58, S.
8). Er lässt dabei aber einerseits unberücksichtigt, dass zur Beurteilung der
Lawinengefahr unterwegs die steilste Stelle im Hang massgebend ist (Auszug aus dem
Merkblatt "Achtung Lawinen!" des Kern-Ausbildungsteams "Lawinenprävention
Schneesport", Beilage 3, act. G 5.1.2; Download für das vollständige Merkblatt: <http://
www.slf.ch/dienstleistungen/merkblaetter/SLF_
dt.9.12_low.pdf>, abgerufen am 24. Februar 2017) und andererseits die steilste
Hangpartie immer steiler ist als auf der Karte gemessen (siehe WERNER MUNTER, 3x3
Lawinen, 4. Auflage, Garmisch Partenkirchen 2009, S. 124, Beilage 20, act. G 5.1.2;
siehe zum Ganzen auch die Kritik der Administrativgutachter in UV-act. 51, S. 20).
3.1.7 Das Vorbringen des Privatgutachters, bei der Beurteilung vor Ort habe das
Fehlen sowohl von Spontanlawinen wie auch der genannten Alarmzeichen
(Wummgeräusche und Rissbildung beim Betreten der Schneedecke) als Anzeichen
einer geringeren Gefahr gewertet werden können (UV-act. 58, S. 6), verfängt nicht.
Denn vorliegend wurde im nationalen Lawinenbulletin nicht vor Spontanlawinen
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gewarnt. Sie waren damit nicht massgebend für die Einstufung der Gefahr als
erheblich. Allein schon deshalb konnte aus dem Fehlen von Spontanlawinen nicht auf
eine günstigere Gefahrensituation geschlossen werden. Abgesehen davon, dass
aufgrund der vorliegend dokumentierten Aktenlage unklar ist, ob und auf welche
Gefahrensignale die beiden Skitourengänger geachtet haben, ändert ein allfälliges
Fehlen von wahrnehmbaren abgehenden Schneebrettern oder "Wummgeräuschen"
nichts Entscheidendes an der Gefahrensituation (Urteil des Bundesgerichts vom 18.
Juni 2009, 6B_92/2009, E. 3.4.2; siehe auch die Ausführungen der
Administrativgutachter in UV-act. 51, S. 18, und S. 24 f.; vgl. ferner WSL-Institut für
Schnee- und Lawinenforschung SLF, Lawinenbulletins und weitere Produkte,
Interpretationshilfe, a.a.O., S. 19 f.). Im Übrigen wurden die Schneeverhältnisse von
E._ ausdrücklich als "kritisch" bezeichnet (UV-act. 49, S. 5). Entgegen der Ansicht
des Privatgutachters (UV-act. 45, S. 9; siehe auch UV-act. 58, S. 15) hat auch der
Umstand, dass E._ zuvor den betroffenen Hangbereich unbeschadet durchfahren
konnte, nichts Wesentliches hinsichtlich der Gefahrenanalyse zu ändern vermocht,
lässt dies doch eine Lawinenauslösung nicht als derart unwahrscheinlich erscheinen,
dass die Vorhersehbarkeit fraglich erschiene (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai
2005, 6P.163/2004, E. 12, sowie die Ausführungen der Administrativgutachter in UV-
act. 51, S. 21 oben). Der gesamte Unfallhang war vor dem Eintreffen von E._ und
dem Verstorbenen im Übrigen unbefahren bzw. demnach von anderen Alpinisten
gemieden worden (anders noch der eigentliche Gipfelhang, UV-act. 49, S. 6). Unter
diesen Umständen kann offen bleiben, inwieweit sich der Verstorbene vor dem
Lawinenabgang an der von E._ vorgezogenen Spur orientiert hat.
3.1.8 Bereits die vorstehend dargestellten Mängel bilden erhebliche Zweifel, die den
Beweiswert des Privatgutachtens vom 17. Januar 2013 erschüttern, zumal sich die
darin gemachten Ausführungen und gezogenen Schlussfolgerungen nicht in Einklang
mit den Aussagen von E._ bringen lassen (siehe hierzu nachstehende E. 3.2.1 f.). Die
Mängel werden durch die Stellungnahme des Privatgutachters vom 24. September
2013, worin er im Wesentlichen an der bisherigen Sichtweise festhielt (UV-act. 58),
nicht behoben. Im Licht dieser Verhältnisse kann offen bleiben, ob die weitere Kritik der
Administrativgutachter am Privatgutachten (siehe hierzu UV-act. 51, S. 16 ff.) zutreffend
ist.
3.2
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3.2.1 Die Aussagen von E._, der wie der Verstorbene zum ersten Mal am F._
gewesen war (UV-act. 49, S. 5), lassen es sodann als zweifelhaft erscheinen, dass eine
gewissenhafte vollständige Beurteilung der Neigung des Unfallhangs vorgenommen
wurde. So antwortete er auf die Frage "können Sie die Hangneigung vor dem
Lawinenniedergang einschätzen?": "Die Hangneigung meiner Abfahrtsspur war ca. 35
Grad. Die Lawine wurde jedoch durch C._ in steilerem Gelände (Annahme) ausgelöst.
Ich kann diese nicht einschätzen" (UV-act. 49, S. 6). Diese Aussage spricht dafür, dass
vor der Befahrung des Unfallhangs keine lege artis durchgeführte
Hangneigungsbestimmung bzw. Geländeeinschätzung durch die beiden
Skitourenfahrer erfolgt war (siehe hierzu vorstehende E. 3.1.6). Ist damit eine
aussagekräftige Geländeeinschätzung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dargetan, kann auch zwangsläufig nicht von einer vollständigen und damit sorgfältigen
Beurteilung des Lawinenrisikos durch die beiden Skitourenfahrer ausgegangen werden.
3.2.2 Dass die für die Tour massgebenden Verhältnisse vor Ort ungünstig -
zumindest aber nicht günstiger als im Lawinenbulletin dargestellt - waren, ergibt sich
auch aus den Angaben von E._ gegenüber der Kantonspolizei Graubünden. So
sahen sich die beiden Skitourenfahrer bereits aufgrund der Umstände vor Ort
veranlasst, von der im Voraus einzig geplanten Aufstiegsroute abzuweichen (UV-act.
49, S. 4 unten und S. 5 oben). Aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse
rasteten die beiden Skitourenfahrer "nur kurz" auf dem Gipfel, bevor sie talwärts fuhren
(UV-act. 49, S. 2). E._ räumte zudem ausdrücklich ein, dass sowohl der Hang (UV-
act. 49, S. 6) als auch die Schneeverhältnisse "kritisch" gewesen seien, wie das
Lawinenbulletin dies auch vorausgesagt habe (UV-act. 49, S. 5). Der Begriff "kritisch"
bzw. "kritische Situation" ist kennzeichnend für die Einstufung "erheblich" auf der
Lawinengefahrenskala (siehe hierzu das Merkblatt "Achtung Lawinen!", a.a.O., S. 2,
Lawinengefahrenskala [Kurzfassung]; vgl. auch die damit zu vereinbarenden
Ausführungen des Privatgutachters in UV-act. 45, S. 8). Dass E._ diese Bezeichnung
sowohl für die Schneeverhältnisse als auch für den Hang verwendet hat, unterstreicht
die Gefährlichkeit der von ihm wahrgenommenen Situation. Daran ändert seine
ergänzende Bemerkung nichts, dass es im gewählten Osthang keine "grossen frischen
Triebschnee-Ansammlungen" gehabt habe und diese durch den Nordostwind bereits
wieder teilweise ausgeräumt gewesen seien (UV-act. 49, S. 7). Aus diesen
Feststellungen ergeben sich nämlich keine günstigen Schlüsse für nicht frische
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Triebschneeansammlungen oder für frische nicht grosse Triebschneeansammlungen.
Des Weiteren ist daraus zu schliessen, dass zumindest grosse frische Triebschnee-
Ansammlungen angenommen wurden, die lediglich teilweise ausgeräumt waren. Unter
diesen Umständen ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die beiden Skitourenfahrer bei
der Abfahrt die SAC-Routen gerade in einem sehr steilen Hang bewusst verlassen
haben (siehe hierzu UV-act. 49, S. 5; vgl. hinsichtlich des Verlassens von markierten
Routen bei erheblicher Lawinengefahr das Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar
2013, 8C_987/2012, E. 3.5). Dies gilt umso mehr, als die Lawinengefahrenskala bei der
Stufe "erheblich" anmahnt, sehr steile Hänge der angegebenen Exposition und
Höhenlage zu meiden, und zur Vorsicht ruft bei Überschreitungen bzw. Abfahrten in
unbekanntem Gelände (Merkblatt "Achtung Lawinen!", a.a.O., S. 2). In diesem Kontext
ist auch die Einschätzung von E._ zu begreifen, der Hang hätte nicht befahren
werden dürfen (UV-act. 49, S. 6). Dessen floskelhaft anmutende Aussage "Im
Nachhinein ist man immer klüger" (UV-act. 49, S. 6), vermag daran nichts zu ändern,
lassen sich doch daraus keine überzeugenden Schlüsse für das vorangegangene
Risikoverhalten ziehen. Aus den Aussagen von E._ gehen schliesslich auch keine
Hinweise hervor, die auf eine umfassende Risikoanalyse des Unfallhangs deuten.
3.3 Zu beurteilen bleiben sodann die Schlussfolgerungen der Administrativgutachter.
3.3.1 Vorab trifft die Rüge der Beschwerdeführerinnen zu (act. G 1, S. 17), dass die
Beschwerdegegnerin bei der Auftragsvergabe für die versicherungsexterne
Administrativbegutachtung Art. 44 ATSG verletzt hat. Sie hat den
Beschwerdeführerinnen im Voraus weder Kenntnis von der Auftragsvergabe,
geschweige denn von den beauftragten Personen der Sachverständigen gegeben. Die
vorliegende Verfahrensverletzung führt indessen nicht dazu, dass das
Administrativgutachten unbesehen um dessen Inhalt aus dem Recht zu weisen wäre.
Die Beschwerdeführerinnen haben bislang denn auch keine triftigen Gründe gegen die
Administrativgutachter vorgebracht oder Ergänzungsfragen formuliert, die im Rahmen
der Administrativbegutachtung zu berücksichtigen gewesen wären. Es besteht daher
kein Hinweis, dass sich das Verhalten der Beschwerdegegnerin vor dem
Gutachtensauftrag negativ auf die Beweiskraft des Inhalts des Administrativgutachtens
ausgewirkt hätte.
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3.3.2 Bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der administrativ-
gutachterlichen Einschätzung ist von Bedeutung, dass sie sich nicht nur auf die Akten,
sondern auch - im Gegensatz zum Privatgutachten - auf eine persönliche
Untersuchung der Geländeverhältnisse vor Ort stützt. Die Beschwerdeführerinnen
bringen denn auch nicht vor und solches ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass
die Administrativgutachter wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht gelassen hätten.
Zur Kritik am Administrativgutachten beschränken sich die Beschwerdeführerinnen auf
die ergänzende Stellungnahme des Privatgutachters (act. G 1, Rz 27, und G 12, S. 16),
dessen Einschätzung indessen betreffend die von den Gutachtern kontrovers
diskutierten Gesichtspunkte inhaltlich nicht überzeugt (siehe vorstehende E. 3.1.3 ff.)
und nicht beweistauglich ist. Die privatgutachterliche Beurteilung des Risikoverhaltens
anhand der grafischen Reduktionsmethode bekräftigt zudem die
administrativgutachterliche Einschätzung. Das Ergebnis des Privatgutachters liegt
deutlich im Bereich "Hohes Risiko Verzicht empfohlen!" (UV-act. 58, S. 25). Es kann
ergänzend auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen
werden (act. G 16, ad 26). Die administrativgutachterliche Beurteilung ist vereinbar mit
dem nationalen und regionalen Lawinenbulletin für den 12. Februar 2012, mit den
Ausführungen der Kantonspolizei Graubünden sowie den Aussagen von E._. Es
bestehen inhaltlich keine Zweifel an der administrativgutachterlichen Einschätzung,
dass die beiden Skitourenfahrer mit dem Befahren des Unfallhangs unnötigerweise
sehr grosse und nicht beherrschbare Risiken eingegangen sind (UV-act. 51, S. 32).
3.4 Die bestehenden gefahrenreichen Verhältnisse (erhebliche Lawinengefahr; kritische
Schneeverhältnisse vor Ort; Verlassen der markierten Route; Steilheit und übrige
Beschaffenheit des Unfallhangs) sprechen dafür, dass das Befahren des Unfallhangs
ein absolutes Wagnis dargestellt hat. Die abseits der markierten Route und an einem
von den beiden Skitourenfahrern zum ersten Mal befahrenen Hang eingegangenen
grossen Gefahren für Leib und Leben liessen sich vorliegend nicht auf ein vernünftiges
Mass reduzieren (zu den nicht beherrschbaren Risiken siehe auch UV-act. 51, S. 32).
Dabei kann offen bleiben, ob der Verstorbene beim Befahren des allein schon aufgrund
der Gelände¬neigung und -beschaffenheit ("schroffendurchsetzt", Kriminalrapport vom
12. März 2012, UV-act. 21, S. 3; stark strukturiert, Felsstufen, UV-act. 51, S. 13)
anspruchsvollen Unfallhangs noch über eine ausreichende Leistungsfähigkeit verfügte,
nachdem er bereits eine längere kräftezehrende Skitour mit bloss kurzer Rast hinter
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sich und am Vortag noch bis 21:00 Uhr gearbeitet hatte (Unfallmeldung vom 14.
Februar 2012, UV-act. 4). Der Vollständigkeit halber bleibt zu ergänzen, dass die
kritische Lawinensituation eine Landung des Rettungshelikopters am Unfallort nicht
zuliess (UV-act. 21, S. 3; vgl. auch act. G 12.3) und auch im strafrechtlichen Verfahren
von einer erheblichen Lawinengefahr im fraglichen Hang ausgegangen wurde
(Einstellungsverfügung vom 7. Januar 2013, E. 5b, UV-act. 45). Selbst wenn ein
absolutes Wagnis verneint würde, läge jedenfalls zumindest ein relatives Wagnis vor.
4.
Die Beschwerdeführerinnen bestreiten sodann (erst) im Beschwerdeverfahren den
Kausalzusammenhang zwischen dem Wagnis und der Todesfolge (act. G 1, Rz 28 f.).
4.1 Den vorstehenden Erwägungen (insbesondere E. 3.2 ff.) ist bezüglich des
Kausalzusammenhangs zwischen dem Wagnis und dem Lawinenabgang zu
entnehmen, dass eine zureichende Risikobeurteilung zum Entschluss hätte führen
müssen, auf das Befahren des erheblich gefährdeten Unfallhangs zu verzichten. Damit
wäre das Lawinenunglück nicht eingetreten. Der natürliche und adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Wagnis und dem Lawinenabgang ist daher zu
bejahen.
4.2 Das Geschehen beim Lawinenabgang entwickelte sich wie folgt: Der Versicherte
wurde in einem sehr steilen Hang mit gefährlicher Beschaffenheit (siehe hierzu
vorstehende E. 3.4) von einer Lawine erfasst und teilweise verschüttet. Er klagte
gegenüber E._ über Rippenschmerzen. Dieser gab an, der Versicherte habe sich
bewegen können, sei aber in unveränderter Position liegen geblieben (UV-act. 21, S. 3,
und UV-act. 49, S. 3). Der Verunfallte habe sich zusammen mit dem Rettungshelfer zu
Fuss zum Helikopter begeben. Nach ca. einer Minute Flug sei ein akuter tonisch-
klonischer epileptischer Anfall aufgetreten, worauf der Helikopter zwischengelandet sei
zur Durchführung einer klinischen Neubeurteilung. Anlässlich dieser Zwischenlandung
sei ein Kreislaufstillstand bei Kammerflimmern eingetreten. Daraufhin sei mit einer
Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) begonnen und eine einmalige Defibrillation
durchgeführt worden (siehe zum Ganzen S. 2 der Zusammenfassung der
Krankengeschichte vom 18. Februar 2012, UV-act. 20).
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4.3 Aus dem Gesagten kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geschlossen
werden, dass der Verstorbene - entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerinnen
(act. G 12, S. 17 oben) - bereits im Rahmen des Lawinenabgangs an den Rippen
verletzt worden ist, was wohl für die Lunge nicht folgenlos bleiben konnte. Eine - wenn
auch moderate - Hypothermie ist ebenfalls dargetan (siehe S. 1, der Zusammenfassung
der Krankengeschichte vom 18. Februar 2012, UV-act. 20). Bereits kurz nach dem
Abflug geriet der Verunglückte in einen lebensgefährlichen Zustand. Ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Lawinenunglück und dem späteren Tod ist daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Dieser kann vorliegend nicht
weggedacht werden, ohne dass auch der Tod des Verunglückten entfiele. Die
behandelnden Intensivmediziner gingen sodann mit plausibler Begründung von einem
Bergungstod bei Unterkühlung nach der Lawinenverschüttung aus (siehe S. 2 der
Zusammenfassung der Krankengeschichte vom 18. Februar 2012, UV-act. 20; vgl.
auch den medizinischen Rapport der Rega vom 12. Februar 2012, act. G 12.3).
Ergänzend kann auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (act.
G 5, S. 10 oben, und act. G 16, S. 10). Von weiteren Abklärungen sind keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet wird (antizipierende
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
4.4 Die Rechtsfrage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem
Lawinenabgang und dem Tod bestimmt sich nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und der allgemeinen Lebenserfahrung (vgl. BGE 123 III 112 E. 3a). Vorliegend ist eine
Schadenursache, welche die unmittelbaren natürlich-kausalen Folgen des
Lawinenunglücks auf den Körper des Verstorbenen völlig in den Hintergrund treten
lässt und damit geeignet wäre, den adäquaten Kausalzusammenhang zu unterbrechen,
nicht ersichtlich. Insbesondere geht aus der Aktenlage kein konkretes Drittverschulden
hervor, welches für sich allein das Lawinenunglück als Todesursache verdrängen und
unbedeutend erscheinen liesse. Dies gilt einerseits bezüglich des Transports zum
Rettungshelikopter, betreffend dem im Übrigen nicht ersichtlich ist, dass aufgrund der
kritischen Lawinensituation eine andere Variante zur Verfügung gestanden wäre (siehe
hierzu auch die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in act. G 16, S. 10).
Andererseits ist dies ebenfalls für den gegenüber der erstbehandelnden Notfallärztin
geäusserten Vorwurf der Beschwerdeführerinnen zu beachten, sie sei unerfahren
gewesen. Der Vorwurf erweist sich zudem inhaltlich als unzutreffend. Gemäss
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eidgenössischem Medizinalberuferegister übte die erstbehandelnde Ärztin seit dem
Jahr 2007 den Beruf als Ärztin aus. Der blosse Hinweis auf deren Promotion im Jahr
2011 (act. G 1.3) lässt dies sowie den Umstand unberücksichtigt, dass eine Promotion
hauptsächlich die akademischen Fähigkeiten betrifft und keine Schlüsse über das
fachliche Können über das Promotionsthema hinaus zulässt. Für die Annahme, dass
die im Kantonsspital Graubünden durchgeführten lebensrettenden Massnahmen nicht
fachgerecht gewesen seien, findet sich in den Akten keine Stütze. Schliesslich ist der
Vollständigkeit halber zu bemerken, dass das Strafverfahren eingestellt wurde, da keine
genügenden Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung
ersichtlich waren (Einstellungsverfügung vom 7. Januar 2013, E. 6, UV-act. 49, act. 22
der Staatsanwaltschaft).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die hälftige Kürzung der Hinterlassenenrenten als
rechtmässig und in ihrem Umfang den Umständen angemessen.
6.
Zu beurteilen verbleibt die Abweisung des Gesuchs um Erstattung der
privatgutachterlichen Kosten der Beschwerdeführerinnen (Ziffer 3 des Dispositivs des
angefochtenen Einspracheentscheids).
6.1 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, soweit er die
Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er
deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs
unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden
(Art. 45 Abs. 1 ATSG).
6.2 Den Ausführungen des Privatgutachters fehlt die Beweiskraft, weshalb sie keinen
Erkenntnisgewinn für die Beurteilung der vorliegenden Ansprüche lieferten. Eine
Entschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin fällt allein schon deshalb ausser
Betracht und es kann offen bleiben, ob eine Beurteilung durch einen Sachverständigen
der Lawinenkunde unerlässlich war.
7.
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7.1 Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 ist abzuweisen.
7.2 Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 ist abzuweisen.
7.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.4 Ausgangsgemäss haben die Beschwerdeführerinnen keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.