Decision ID: 30925fa7-de12-4d22-8883-8606b27f03f4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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St.Galler Gerichte
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 13. November 2001 aufgrund eines psychisch bedingten
Vitalitätsverlustes und schwerer Gehstörungen zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung – Hilfsmittel (Haushaltshilfe, Verkehrsmittel) und Rente – bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 4).
A.b Am 11. Dezember 2001 erstattete Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allge
meinmedizin, einen Arztbericht. Er diagnostizierte eine depressive Anpassungsstörung,
ein Burn-Out-Syndrom, einen Beckenschiefstand, eine Gangstörung („z.T.
Konversionssyndrom“) sowie einen Erschöpfungszustand und attestierte eine seit dem
1. Juni 2001 und bis auf weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 10).
Am 8. Januar 2002 erstattete Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, einen Arztbericht. Sie diagnostizierte eine histrionische
Persönlichkeitsstörung, eine dissoziative Bewegungsstörung sowie eine depressive
Anpassungsstörung und attestierte für den Zeitraum vom 1. Juni bis zum 31. Dezember
2001 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Hausfrau und ab dem
1. Januar 2002 eine solche von 50 % (IV-act. 12).
A.c Nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens (IV-act. 14) verfügte die IV-Stelle
am 22. Februar 2002 die Abweisung des Rentengesuchs mangels Erfüllung des so ge
nannten Wartejahres (IV-act. 15).
B.
B.a Am 2. Januar 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Hilfsmitteln und einer Rente bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie gab an, die
Hauptprobleme seien eine dauerhafte Erschöpfung, eine unerklärliche, generalisierte
Muskelschwäche, Muskelbeschwerden bei stark erhöhtem Muskeltonus, eine
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verlängerte Erschöpfbarkeit, ein erhöhtes Schlafbedürfnis und Kopfschmerzen; all dies
deute auf das Vorliegen eines Chronic Fatigue Syndromes hin (IV-act. 16 f.).
B.b Am 26. Januar 2007 gingen der IV-Stelle ein Überweisungsschreiben von
Dr. B._ an das Spital Wattwil vom 3. November 2006 mit den Diagnosen eines
Erschöpfungszustandes, akzentuiert durch einen vorausgegangenen Brechdurchfall,
anamnestisch wiederholten Synkopen und eines leichten Beckenschiefstandes bzw.
einer Gangstörung, wahrscheinlich als Konversionssyndrom zu interpretieren (IV-
act. 28–1), und ein Bericht des Spitals Wattwil vom 22. November 2006 betreffend
einen stationären Aufenthalt vom 3. bis zum 15. November 2006 mit den wesentlichen
Diagnosen einer psychosozialen Belastungssituation und einer psychogenen
Gehbehinderung (IV-act. 28–2 ff.) zu.
B.c Am 7. Februar 2007 erstattete Dr. B._ einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle.
Er diagnostizierte eine psychosoziale Belastungssituation sowie eine psychogene
Gehbehinderung bei Verdacht auf Konversionsneurose und gab an, der
Arbeitsfähigkeitsgrad sei nicht genau zu beziffern, da die Versicherte als Hausfrau tätig
sei und ihren Haushalt mit Unterstützung Dritter, insbesondere der Spitex, verrichte (IV-
act. 36).
B.d Am 25. April 2007 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. Die
Versicherte habe unter anderem angegeben, dass sie ohne Gesundheitsbeeinträch
tigung wieder zu 50 % erwerbstätig wäre und von zu Hause aus arbeiten würde. Die
Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle ermittelte eine Einschränkung von 45,29 % im
Haushaltsbereich (IV-act. 55).
B.e Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI)
GmbH am 5. Mai 2008 ein medizinisches Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten
eine histrionische Persönlichkeitsstörung sowie dissoziative Bewegungsstörungen mit
funktioneller Gangstörung rechts und attestierten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für
die angestammte Tätigkeit, eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit für Heimarbeit und eine
20%ige Einschränkung im Haushalt (IV-act. 60). Auf entsprechende Nachfrage der IV-
Stelle hin (IV-act. 63) führten die Gutachter am 19. Juni 2008 ergänzend aus, die
Diskrepanz zwischen dem Gutachten und dem Abklärungsbericht bezüglich der
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Einschränkung im Haushalt sei wohl darauf zurückzuführen, dass im Gutachten nicht
hauptsächlich auf die subjektiven Angaben der Versicherten abgestellt, sondern
vielmehr berücksichtigt worden sei, dass die Zumutbarkeit bezüglich
Haushaltstätigkeiten deutlich höher sei als bezüglich ausserhäuslicher Tätigkeiten (IV-
act. 64). Die Abklärungsbeauftragte schloss sich in der Folge der Argumentation der
Gutachter an (IV-act. 66).
B.f Mit Vorbescheid vom 13. August 2008 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei. Die Versicherte war als zu 50 % erwerbstätig und
zu 50 % im Haushalt tätig qualifiziert worden; es waren keine Erwerbseinbusse, aber
eine 20%ige Beeinträchtigung im Haushalt ermittelt worden, womit ein Invaliditätsgrad
von 10 % resultierte (IV-act. 72).
B.g Am 30. September 2008 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 77).
B.h Eine am 20. Oktober 2008 dagegen an das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen erhobene Beschwerde wurde am 31. Oktober 2008 vorbehaltlos zurück
gezogen, das Beschwerdeverfahren entsprechend mit Entscheid IV 2008/446 vom
3. November 2008 abgeschrieben (vgl. IV-act. 79).
C.
C.a Am 5. Februar 2009 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Ver
schlechterung der psychiatrischen Störung und einen vorgesehenen stationären
Klinikaufenthalt erneut zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 81).
C.b Am 12. März 2009 erstattete Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, einen Arztbericht. Er diagnostizierte eine Konversionsstörung
mit fixierter körperlicher Symptomatik (im Vordergrund Gangstörung, aber auch Emp
findungsstörung), gemischte dissoziative Störungen, eine mittelgradige depressive
Episode sowie eine kombinierte Persönlichkeitsproblematik mit emotional-instabilen,
histrionischen und abhängigen Anteilen und wies darauf hin, dass insbesondere die
depressive Störung exacerbiert sei, dass eine stationäre Behandlung aufgenommen
worden sei und dass für sämtliche Tätigkeiten vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege;
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die komplexen Ich-Funktionen seien im Rahmen der Persönlichkeitsproblematik soweit
eingeschränkt, dass die Versicherte ihren Willen für eine Leistungssteigerung nicht
anspannen könne (IV-act. 84).
C.c Am 30. Juni 2009 erstatteten die behandelnden Ärzte der Clienia Littenheid AG,
Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, einen Arztbericht. Sie diagnostizierten
dissoziative Bewegungsstörungen (Konversionsstörungen) mit fixierter körperlicher
Symptomatik in Form einer Gangstörung, eine rezidivierende depressive Störung mit
mittelgradiger Episode und somatischem Syndrom, Probleme und Schwierigkeiten
bei der Lebensbewältigung, akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen,
abhängigen und selbstunsicheren Anteilen, Probleme in der primären Bezugsgruppe
bzw. in der Beziehung zu den Eltern, den Verdacht auf eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit histrionischen, abhängigen und selbstunsicheren Anteilen
sowie einen Status nach (psychogenen) Synkopen und attestierten eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum der stationären Behandlung vom 11. März bis zum
6. Juni 2009 sowie „weiterhin 17. Juni 2009“. Wenn überhaupt, sei der Versicherten
aktuell höchstens eine zeitlich begrenzte Tätigkeit im geschützten Rahmen zumutbar
(IV-act. 91).
C.d Am 5. Oktober 2009 führte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) aus, der Bericht
der Clienia Littenheid AG vom 30. Juni 2009 sei in mehrerlei Hinsicht widersprüchlich
und inkonsistent, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne (IV-act. 92).
C.e Mit Vorbescheid vom 14. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass die
Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei; die Berechnung des Invaliditätsgrades
entsprach jener in der Verfügung vom 30. September 2008 (IV-act. 95).
C.f Dagegen erhob die Versicherte am 16. November 2009 Einwand. Ihr
Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2009 nochmals verschlechtert und es sei
ihr nicht möglich, das gemäss Vorbescheid ermittelte Invalideneinkommen zu erzielen
(IV-act. 107). Ergänzend hatte Dr. D._ in einem weiteren Schreiben vom
11. November 2009 ausgeführt, nach einer vorübergehenden Verbesserung des
Zustandes im Anschluss an die stationäre Behandlung sei es zu einer wesentlichen
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Verschlechterung gekommen; die depressive Symptomatik sei als mittelschwer zu
qualifizieren und habe sich insofern verschlechtert, als vermehrt lebensmüde Gedanken
geäussert würden; was die angeblichen Widersprüche im Bericht der Clienia Littenheid
AG betreffe, so sei darauf hinzuweisen, dass das komplexe Störungsgefüge in sich
selbst einen Widerspruch beinhalte, insofern als es im Rahmen bestimmter
dissoziativer Störungen zu einer Kaschierung depressiver Störungen kommen könne
(so genannte „belle indifférence“); zu beachten sei auch, dass es sich um eine
gemischte dissoziative Störung handle, welche nicht nur die Beine oder die
Gehfähigkeit betreffe, sondern auch die Funktionalität der oberen Extremitäten (IV-
act. 110).
C.g Auf Anfrage der IV-Stelle hin (vgl. IV-act. 115) liess das Spital Wattwil dieser
den Bericht vom 7. Dezember 2009 betreffend eine stationäre Behandlung vom
17. November bis zum 7. Dezember 2009 zugehen. In diesem war eine
Konversionsstörung mit fixierter körperlicher Symptomatik, depressiver
Belastungsreaktion bei chronischer Überforderungssituation sowie Status nach
psychogenen Synkopen diagnostiziert worden. Die Zuweisung sei notfallmässig erfolgt.
Die Versicherte habe berichtet, die Kinder seien im Anschluss an die stationäre
Behandlung wieder in ihre Obhut übergeben worden; der Sohn sei indessen bereits
wieder fremdplatziert worden, nachdem er in der Schule einen Unfall verursacht habe.
Im Verlauf der Behandlung seien auch die übrigen Kinder wieder fremdplatziert worden
(IV-act. 116).
C.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 7. Juni 2010 ein
Verlaufsgutachten. Die Gutachter diagnostizierten eine histrionische
Persönlichkeitsstörung sowie eine dissoziative Bewegungsstörung mit funktioneller
Gangstörung und attestierten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche
Erwerbstätigkeiten sowie eine 20%ige Einschränkung im Haushalt (IV-act. 123–1 ff.).
Dem Gutachten lag unter anderem ein Bericht von Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, vom 13. Februar 2009 bei, in welchem unter anderem erwähnt
wurde, der Versicherten sei bereits mehrmals ein fürsorgerischer Freiheitsentzug sowie
eine Zwangsräumung des von ihr bewohnten Hauses angedroht worden (IV-act. 123–
24).
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C.i Mit Vorbescheid vom 5. August 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die Abweisung
des Rentengesuchs vorgesehen sei; die Berechnung des Invaliditätsgrades entsprach
jener in der Verfügung vom 30. September 2008 (IV-act. 130).
C.j Dagegen erhob die Versicherte am 9. September 2010 Einwand. Sie sei mit den
Ergebnissen des Gutachtens der ABI GmbH nicht einverstanden (IV-act. 135–1). Ihrem
Einwand legte sie unter anderem eine Stellungnahme von Dr. D._ vom 8. September
2010 bei. Dieser hatte ausgeführt, die Gutachter seien auf seine Stellungnahme vom
11. November 2009 nicht eingegangen, hätten nicht berücksichtigt, dass eine
gemischte dissoziative Störung mit Beeinträchtigungen auch der oberen Extremitäten
vorliege, und hätten die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung nicht
diskutiert; das Gutachten erfülle daher die Anforderungen der Rechtsprechung nicht
(IV-act. 135–2).
C.k Am 28. September 2010 nahm der RAD-Arzt Dr. E._ Stellung zu den beiden
Schreiben von Dr. D._ vom 11. November 2009 und 8. September 2010. Er führte
aus, Dr. D._ sei nicht auf seine Stellungnahme vom 5. Oktober 2009 betreffend In
konsistenzen des Austrittsberichts der Clienia Littenheid AG eingegangen; augen
scheinlich seien psychosoziale Probleme Anlass für die Verschlechterung des Gesund
heitszustandes im Jahr 2009 gewesen; anlässlich der neurologischen Begutachtung
durch die ABI GmbH seien keinerlei Beeinträchtigungen festgestellt worden, was gegen
eine gemischte dissoziative Störung spreche; anlässlich der psychiatrischen Begut
achtung habe die Versicherte nicht einmal subjektive Symptome einer Depression ge
schildert, weshalb zu Recht keine Depression diagnostiziert worden sei; die Gutachter
hätten schliesslich Stellung zu den Abweichungen gegenüber früheren Berichten ge
nommen. Es bestehe gesamthaft kein Anlass, nicht auf das Gutachten der ABI GmbH
abzustellen (IV-act. 136).
C.l Am 29. September 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom
5. August 2010 (IV-act. 137).
D.
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D.a Dagegen richtet sich die am 29. Oktober 2010 erhobene (act. G 1) und am
3. Dezember 2010 ergänzte (act. G 3) Beschwerde, mit der die nun anwaltlich ver
tretene Beschwerdeführerin die Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. Februar 2009
und eventualiter die Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantragen und zur Be
gründung im Wesentlichen ausführen lässt, sie wäre ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung zu 80–100 % erwerbstätig und sei zu mehr als 50 % in
ihrer Erwerbstätigkeit beeinträchtigt – die Vergleichseinkommen seien fehlerhaft
ermittelt worden und auf das Gutachten der ABI GmbH könne nicht abgestellt werden;
es sei auf die Berichte der Clienia Littenheid AG und von Dr. D._ abzustellen oder ein
neues Gutachten in Auftrag zu geben –, und es sei von einer Einschränkung von
45,29 % im Haushalt auszugehen. Der Beschwerdeergänzung vom 3. Dezember 2010
legte die Beschwerdeführerin unter anderem einen Bericht der Körper- und
Traumatherapeutin G._ vom 1. November 2010 bei (act. G 3.1.12).
D.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2011 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, die Beschwerdeführerin sei zu Recht als zu 50 % erwerbs- und zu 50 % im
Haushalt tätig qualifiziert worden, das Gutachten der ABI GmbH bilde eine genügende
Grundlage für die Festlegung des Invaliditätsgrades, der rechtserhebliche Sachverhalt
habe sich seit der letzten formell rechtskräftigen Rentenabweisung ohnehin nicht
wesentlich verändert, und es sei bezüglich der Einschränkungen im Haushalt auf das
Gutachten der ABI GmbH und nicht auf den Abklärungsbericht abzustellen (act. G 5).
Der RAD-Arzt Dr. E._ hatte am 19. Januar 2011 Stellung zur Beschwerde genommen
(IV-act. 163).
D.c Mit Replik vom 9. März 2011 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
halten (act. G 11).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).

Considerations:
Erwägungen:
1.
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1.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet ein allfälliger
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung. Zwar
stellte sich im Verlauf des Verfahrens auch die Frage, ob allenfalls ein Anspruch auf
eine Hilflosenentschädigung besteht. Die angefochtene Verfügung regelt allerdings
einzig den Rentenanspruch, weshalb auf allfällige Ansprüche auf Hilfsmittel oder eine
Hilflosenentschädigung nicht einzugehen ist. Die Beschwerdeführerin hielt
diesbezüglich in ihrer Replik fest, die Beschwerdegegnerin werde über die Zusprache
einer Hilflosenentschädigung zu befinden haben, „sollte der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente gutgeheissen werden“ (act. G 13, S. 3). Sie geht
mithin wohl davon aus, dass zwischen dem Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung und jenem auf eine Rente ein kausaler Zusammenhang in
dem Sinne bestehe, als nur Bezüger einer Rente der Invalidenversicherung auch
allenfalls Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung haben
können. Diese Ansicht ist unzutreffend, denn gemäss Art. 42 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) werden für einen
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung nur die Versicherteneigenschaft, der
Wohnsitz und gewöhnliche Aufenthalt in der Schweiz und Hilflosigkeit vorausgesetzt,
nicht aber ein (laufender) Rentenbezug. Eine solche kausale Verknüpfung wäre denn
auch systemfremd, deckt die Rente der Invalidenversicherung doch das versicherte
Risiko „Invalidität“ ab, während die Hilflosenentschädigung das versicherte Risiko
„Hilflosigkeit“ abdeckt, das sich von der Invalidität klar unterscheidet. Eine
Hilflosenentschädigung ist auch keine Art Zusatzleistung zur Rente, wie etwa die
Kinderrenten oder die (inzwischen nicht mehr gesetzlich vorgesehene) Ehegatten-
Zusatzrente, sondern eine eigenständige Leistung, mit welcher die aufgrund einer
relevanten Hilflosigkeit entstehenden Mehrkosten pauschal abgegolten werden sollen.
Die Beschwerdegegnerin hat entsprechend unabhängig vom Ausgang dieses
Beschwerdeverfahrens den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilf
losenentschädigung zu prüfen.
1.2 Die Beschwerdegegnerin geht sodann in Übereinstimmung mit einer entspre
chenden höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 109 V 108 und BGE 117 V 198
E. 3a S. 198) davon aus, Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei die Frage, ob
sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit der letzten Abweisung eines Rentengesuchs
massgeblich verändert hat. Nach dieser Ansicht ginge es vorliegend darum, eine An
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passung einer „Nichtrente“ an nachträglich veränderte tatsächliche Verhältnisse in
Analogie zu Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu prüfen. Dahinter steht wohl der Gedanke, bei
gleichen tatsächlichen Verhältnissen müsse ein gleichlautender Entscheid resultieren.
Tatsächlich soll das Handeln der Verwaltung für den Bürger voraussehbar und ins
besondere widerspruchsfrei sein. Es wäre mit dem Grundsatz von Treu und Glauben
nicht zu vereinbaren, wenn dieselbe Behörde in Anwendung derselben rechtlichen
Bestimmungen innerhalb eines gewissen Zeitverlaufs über einen Anspruch unter
schiedlich befinden würde, ohne dass sich der rechtserhebliche Sachverhalt wesentlich
verändert hätte und ohne dass dafür sonstige nachvollziehbare Gründe angeführt
werden könnten. Als nachvollziehbarer Grund ist dabei insbesondere bessere
Erkenntnis zu qualifizieren, etwa, wenn die Verwaltung bei neuerlicher Prüfung
feststellt, dass im Rahmen des ersten Verfahrens die massgebenden Rechtsnormen
teilweise falsch interpretiert und angewendet wurden. Die erwähnte höchstrichterliche
Rechtsprechung geht allerdings zu weit. Wenn nämlich jedes neue Verfahren nicht
mehr als (umfassendes) Verfahren betreffend erstmalige Prüfung eines bestimmten
Anspruchs verstanden wird, sondern bloss als Revisionsverfahren im Sinne von Art. 17
ATSG, wird eine Korrektur eines früheren abweisenden Entscheides zufolge
nachträglicher besserer Erkenntnis verunmöglicht. Im Rahmen eines
Revisionsverfahrens darf nämlich von Gesetzes wegen nur Veränderungen des
Sachverhalts Rechnung getragen werden. Ursprüngliche Fehler können nicht im
Rahmen einer Revision behoben werden; hierfür müsste der betroffene Entscheid
vielmehr in Wiedererwägung gezogen oder so genannt prozessual revidiert werden
(Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG). Die erwähnte Beschränkung der Möglichkeit, laufende
Leistungen im Rahmen von Revisionsverfahren anzupassen, ist gesetzlich verankert.
Eine analoge Beschränkung der Möglichkeit, nicht laufende Leistungen
(„Nichtleistungen“ oder „Nichtrenten“) „anzupassen“, ist dagegen gesetzlich nicht
vorgesehen. Mit anderen Worten besteht weder eine gesetzliche Grundlage dafür,
neuerliche Verfahren nach Abweisung eines Gesuchs auf die Frage etwaiger nach
träglicher Veränderungen der tatsächlichen Verhältnisse zu begrenzen, noch eine
Notwendigkeit für eine solche Beschränkung. Während der Versicherte darauf
vertrauen darf, dass eine laufende Leistung nicht ohne relevante Veränderungen der
tatsächlichen Verhältnisse abgeändert werden kann, besteht kein entsprechender
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Vertrauensschutz in Bezug auf Abweisungen von Leistungsgesuchen. Im Interesse der
Versicherten wäre ein solcher augenscheinlich nicht, aber auch die Verwaltung hat kein
entsprechendes rechtlich beachtenswertes Interesse, da sie letztlich einzig dem Zweck
zu dienen hat, das massgebende Recht richtig anzuwenden, das heisst, jene
Leistungen zuzusprechen, auf die ein Anspruch besteht, und jene Leistungen zu
verweigern, auf die kein Anspruch besteht. Weder allfällige fiskalische Interessen noch
ein Interesse an einer Beschränkung des Verwaltungsaufwandes auf ein Minimum
vermögen einen Vertrauensschutz zu begründen. Schliesslich scheint auch das
Konzept einer Dauerwirkung der Abweisung eines Gesuchs fragwürdig. Mit der
Abweisung eines Rentengesuchs wird nämlich nicht eine „Dauernichtleistung“ verfügt,
sondern ein entsprechender Anspruch auf eine Dauerleistung im Zeitpunkt der Prüfung
verneint. Abgesehen vom Verbot, sich im Vergleich zu einer früheren Prüfung
widersprüchlich zu verhalten, ist kein Grund ersichtlich, einen Versicherten, der sich ein
weiteres Mal zum Bezug einer Dauerleistung anmeldet, ausserhalb der Eintretenshürde
des Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
anders zu behandeln als einen, der sich zum ersten Mal zum Bezug einer solchen
Leistung anmeldet. Aus diesen Gründen bildet Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens – nachdem die Beschwerdegegnerin auf die entsprechende Neuanmeldung
eingetreten ist – nicht die Frage, ob und allenfalls inwiefern sich der Sachverhalt seit
der letzten abweisenden Verfügung vom 30. September 2008 verändert hat, sondern
vielmehr jene, ob die Beschwerdegegnerin (bei umfassender Würdigung) einen
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht
verneint hat. Im Zuge dieser Prüfung ist allenfalls auch zu beurteilen, ob allfällige
Eingliederungspflichten zuverlässig geprüft wurden.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG),
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Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG), wobei
für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu berücksichtigen sind und eine
Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit erwerbstätig waren, und denen
eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten als invalid, wenn eine
Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2
ATSG ist dabei sinngemäss anwendbar (Art. 8 Abs. 3 ATSG).
2.2 Sowohl Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG als auch Art. 7 und Art. 16 ATSG verlangen, dass
für die Beurteilung eines Rentenanspruchs der Schadenminderungspflicht – insbe
sondere der Eingliederungspflicht – der Versicherten Rechnung getragen wird. Die Ver
sicherten sind gehalten, sich aktiv um eine bestmögliche Wiedereingliederung in das
Erwerbsleben bzw. analog in den Aufgabenbereich zu bemühen. Nur soweit eine Er
werbsunfähigkeit (bzw. eine Unfähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu be
tätigen) verbleibt, die nicht mittels Eingliederungsmassnahmen vermindert werden
kann, liegt allenfalls eine mit Blick auf die Beurteilung eines Rentenanspruchs relevante
Invalidität vor. Begrenzt wird diese Eingliederungspflicht durch die Zumutbarkeit. Ver
sicherte haben nicht an jeder denkbaren zweckdienlichen Eingliederungsmassnahme
teilzunehmen, sondern nur an jenen, die ihnen unter Berücksichtigung sämtlicher Um
stände zumutbar sind. Ausfluss der Eingliederungspflicht kann, sofern zumutbar, sein,
den eigenen Betrieb aufzugeben und in eine unselbständige Tätigkeit zu wechseln,
oder einen anderen Beruf zu erlernen. Unterstützt werden die Versicherten hierin durch
die Invalidenversicherung mittels spezifischer gesetzlich vorgesehener Massnahmen
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zur beruflichen Eingliederung. Auf letztere besteht nicht nur allenfalls bei gegebenen
Voraussetzungen ein Anspruch der Versicherten; sofern und soweit mittels Durch
führung solcher Massnahmen der Invaliditätsgrad so vermindert werden kann, dass
damit auch eine Verminderung eines allfälligen Rentenanspruchs bzw. der Wegfall
eines solchen bewirkt werden kann, besteht – soweit zumutbar – eine Pflicht der Ver
sicherten, an diesen Massnahmen teilzunehmen.
2.3 Die Invalidenversicherung ist als so genannt finale Versicherung ausgestaltet, was
sich in Bezug auf die Versicherungsleistung Rente den oben zitierten Gesetzesbe
stimmungen ohne Weiteres entnehmen lässt. Es spielt mit anderen Worten keine Rolle,
was die Ursache einer relevanten Erwerbsunfähigkeit ist; entscheidend ist vielmehr, ob
diese ein rentenbegründendes Ausmass annimmt – unabhängig davon, ob deren Ur
sache ein Unfall, eine Krankheit oder ein Geburtsgebrechen oder aber mehrere Unfälle,
Krankheiten oder Geburtsgebrechen sind. Ein Kausalzusammenhang ist einzig insofern
Voraussetzung eines Rentenanspruchs, als die Erwerbsunfähigkeit gesundheitsbedingt
sein muss. Eine Erwerbsunfähigkeit, die beispielsweise auf subjektive Arbeitsunfähig
keitsüberzeugungen oder belastende Lebensumstände zurückzuführen ist, hat für die
Beurteilung eines Rentenanspruchs unbeachtlich zu bleiben, soweit nicht eine Störung
von Krankheitswert vorliegt. Fussen solche Umstände aber in eine Störung, der
objektiv Krankheitswert zugebilligt wird, ist die durch diese Krankheit verursachte
Erwerbsunfähigkeit zu berücksichtigen, da – wie erwähnt – nicht entscheidend ist,
wodurch eine Krankheit verursacht wurde, sondern einzig, ob und in welchem
Ausmass diese Krankheit die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt. Entsprechend setzt jede
Beurteilung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente fachärztliche Stellungnahmen zu
Art und Ausmass allfälliger objektivierbarer Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowohl in qualitativer als auch in
quantitativer Hinsicht voraus. Die Fachärzte haben sich also dazu zu äussern, inwiefern
und inwieweit einer versicherten Person trotz allfälliger Gesundheitsbeeinträchtigungen
die Verrichtung von Arbeit zumutbar ist, wobei sowohl interessiert, welche Arten von
Arbeiten zumutbar sind, als auch, in welchem Umfang diese zumutbar sind. Gestützt
darauf haben die Rechtsanwender den Invaliditätsgrad festzulegen.
3.
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3.1 In medizinischer Hinsicht sind insbesondere die beiden Gutachten der ABI
GmbH, die Berichte und Stellungnahmen von Dr. D._ sowie der Austrittsbericht der
Clienia Littenheid AG zu würdigen. Insbesondere zwischen den Gutachten der ABI
GmbH und den Berichten der behandelnden Ärzte besteht insofern eine Diskrepanz,
als die behandelnden Ärzte eine depressive Störung diagnostizierten, während die
Gutachter der ABI GmbH das Vorliegen einer solchen zumindest in den Zeitpunkten
der Begutachtung verneinten; zudem stellte sich Dr. D._ auf den Standpunkt, die
Konversionsstörung sei eine gemischte Störung, die ausserdem nicht nur die Beine
betreffe bzw. die Gehfähigkeit beeinträchtige, sondern auch die oberen Extremitäten.
Entsprechend weichen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen erheblich voneinander ab.
Während Dr. D._ und wohl auch die Ärzte der Clienia Littenheid AG – in deren
Austrittsbericht ist der Passus einer 100%igen Arbeitsfähigkeit „weiterhin 17. Juni
2009“ unverständlich, doch führten sie aus, es sei der Versicherten aktuell höchstens
eine zeitlich begrenzte Tätigkeit im geschützten Rahmen zumutbar – eine praktisch
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierten, hielten die Gutachter der ABI GmbH
ausserhäusliche Tätigkeiten zumutbar, wobei sie allerdings eine Verminderung der
Leistungsfähigkeit um 50 % attestierten.
3.2 Was die Konversionsstörung betrifft, so haben die Gutachter der ABI GmbH ins
besondere im zweiten Gutachten vom 7. Juni 2010 auf verschiedene Inkonsistenzen
hingewiesen. Im Rahmen der allgemein-internistischen Untersuchung waren die Be
wegungen der Beschwerdeführerin allgemein sehr langsam und steif; An- und Aus
kleiden konnte sie sich nur mit Hilfe des Untersuchers (IV-act. 123–11). Vom psychi
atrischen Untersucher musste die Beschwerdeführerin ins Untersuchungszimmer ge
fahren werden, weil sie sich nicht in der Lage fühlte, den Rollstuhl mit eigenen Händen
fortzubewegen (IV-act. 123–13). Im Rahmen der neurologischen Untersuchung war der
Muskeltonus anfangs unauffällig, bei wiederholter Prüfung entstand dann der Verdacht
auf Gegenspannen. Ein intermittierendes Haltezittern der Hände sistierte bei Nicht
beachtung. Die Beschwerdeführerin gab wiederum an, den Rollstuhl nicht selbst be
wegen zu können, bei der Prüfung der Motorik stellte der Untersucher dann aber einen
kräftigen Händedruck beidseits fest. Die Bewegungsabläufe waren ungestört. Bei der
direkten Kraftprüfung zeigte sich eine regelrechte Hüftbeugung beidseits, ebenso
waren die Kniegelenksstreckung beidseits wie auch der Fersen- und der Zehenstand
seitengleich durchführbar. Die Beschwerdeführerin stand frei, ungestört, ohne
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Schwanken, führte Kniebeugen durch (mithilfe einer Stuhllehne) und nahm bei der
Gangprüfung die Hilfe des Untersuchers kaum in Anspruch (IV-act. 123–17 f.).
Schliesslich präsentierte sich die Beschwerdeführerin auch in Bezug auf ihre Affektivität
offenbar zumindest divergierend. Während der psychiatrische Untersucher sie als starr,
unbeteiligt und affektiv kaum spürbar beschrieb (IV-act. 123–13), schilderte der
neurologische Untersucher, sie habe unter Tränen berichtet, dass ihre Kinder
mittlerweilen im Kinderheim seien (IV-act. 123–17). Die Gutachter haben mithin die von
der Beschwerdeführerin geklagten und demonstrierten Beeinträchtigungen erfasst und
berücksichtigt, bei ihrer Beurteilung aber auch den Inkonsistenzen, die ihnen
aufgefallen waren, Rechnung getragen. Gerade im Gegensatz zu den Berichten der
behandelnden Ärzte erweisen sich die beiden Gutachten der ABI GmbH jedenfalls
hinsichtlich der erhobenen Befunde als wesentlich ausführlicher und zugleich auch
kritisch hinterfragender. Der RAD-Arzt Dr. E._ hat insbesondere in seiner
ausführlichen Stellungnahme vom 19. Januar 2011 nachvollziehbar und plausibel
dargelegt, weshalb die diesbezügliche Kritik von Dr. D._ an den Gutachten der ABI
GmbH nicht stichhaltig sei. Dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sein soll,
manuelle Tätigkeiten auszuüben, ist jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.3 Bezüglich der depressiven Störung ist zu beachten, dass die Gutachter der
ABI GmbH eine solche nicht als nicht ausgewiesen qualifiziert haben. Sie stellten
lediglich, aber immerhin, im Rahmen der beiden Begutachtungen fest, dass keine
entsprechenden Symptome vorlägen. Dass es zwischen den beiden Begutachtungen
zu einer depressiven Episode gekommen ist, wurde im Rahmen des zweiten
Gutachtens nicht als unwahrscheinlich qualifiziert. Auch der RAD-Arzt Dr. E._ hat in
seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2011 darauf hingewiesen, dass die Diagnose
einer depressiven Symptomatik nicht in Frage gestellt worden sei. Dem Gutachten der
ABI GmbH lässt sich vielmehr entnehmen, dass sich diese depressive Symptomatik
zurückgebildet hat, sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
diesbezüglich mithin nach dem ersten Gutachten verschlechterte und vor dem zweiten
Gutachten wieder verbesserte. Auch darauf hat der RAD-Arzt Dr. E._ einlässlich und
plausibel hingewiesen. Daran ändern auch die wiederholten Hinweise auf eine so
genannte „belle indifférence“ nichts, denn diese beschlägt nicht die objektiv
feststellbaren oder subjektiv geschilderten Symptome einer bestimmten Störung (hier:
einer depressiven Störung), sondern vielmehr die Art und Weise, wie damit
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umgegangen wird. Als „belle indifférence“ wird eine offensichtlich fehlende
Betroffenheit über vorhandene Symptome bezeichnet (vgl. etwa Jon Stone et al., La
belle indifférence in conversion symptoms and hysteria, in: The British Journal of
Psychiatry, 2006, 204 ff.). Selbst wenn dies auf die Beschwerdeführerin zutreffen
würde, hiesse dies nicht, dass aufgrund dessen die Gutachter der ABI GmbH unter
Umständen eine vorhandene depressive Störung nicht bemerkt hätten, zumal auch die
behandelnden Ärzte eine solche feststellten.
3.4 Die Berichte der behandelnden Ärzte enthalten jedenfalls keine konkreten Hin
weise, welche Zweifel an den Schlussfolgerungen der Gutachter der ABI GmbH
wecken würde. Die beiden Gutachten der ABI GmbH erscheinen gesamthaft
umfassend, nachvollziehbar und plausibel. Gleiches gilt für die Aktenbeurteilungen des
RAD-Arztes Dr. E._. Es ist darauf abzustellen und entsprechend von 50%iger
Arbeitsfähigkeit für ausserhäusliche Tätigkeiten inkl. der angestammten Tätigkeit als
Hochbauzeichnerin auszugehen.
3.5 In Bezug auf die Beeinträchtigungen im Aufgabenbereich bzw. Haushalt ist eben
falls auf die Gutachten der ABI GmbH abzustellen. Die Beschwerdeführerin kann sich
innerhalb ihrer Wohnung deutlich freier bewegen als ausserhalb. Sie schilderte bei
spielsweise, dass sie sich in der Wohnung ohne Rollstuhl und Rollator fortbewegen und
kochen könne. Es wäre folgerichtig zu erwarten, dass die Einschränkung im Haushalt
merklich tiefer als in Bezug auf ausserhäusliche Erwerbstätigkeiten ist. Entsprechend
bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit des Abklärungsberichtes aus dem Jahr 2007,
in welchem eine über 45%ige Einschränkung anerkannt wurde. Zudem hat sich die Ab
klärungsbeauftragte nach Kenntnisnahme des Gutachtens der ABI GmbH damit einver
standen erklärt, eine 20%ige Einschränkung im Haushalt anzunehmen. Auch das weckt
Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer Einschätzung, die zudem zentral auf den
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin beruht. Dafür, Berichten von
Abklärungspersonen der IV-Stelle generell oder grundsätzlich mehr Beweiswert
zuzumessen als fachärztlichen Schätzungen, sind in allgemeiner Hinsicht keine
Argumente ersichtlich. Solche Abklärungsberichte können im Einzelfall nützliche
Hinweise enthalten, insbesondere was die tatsächlichen Verhältnisse im konkreten
Haushalt betrifft, fachärztliche Schätzungen sind im Gegenzug medizinisch fundiert.
Auch ohne Kenntnis der konkreten Verhältnisse können Fachärzte in aller Regel ein
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zuverlässiges Fähigkeitsprofil ermitteln, was sie ja auch in Bezug auf Erwerbstätigkeiten
tun, ohne den konkreten Arbeitsplatz zu kennen. Entsprechendes Fachwissen geht den
Abklärungsbeauftragten der IV-Stelle jedenfalls in aller Regel ab.
4.
Da die Beschwerdeführerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten
Tätigkeit mit gleicher Leistung verwerten könnte wie in anderen Tätigkeiten, besteht
keine Pflicht zur Durchführung von Eingliederungsmassnahmen. Ohnehin wäre zu be
zweifeln, ob entsprechende Massnahmen im Moment sinnvoll wären, worin sich im
Übrigen die beiden Parteien einig sind. Der Invaliditätsgrad bezüglich Erwerbstätigkeit
ist mithin ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
zu ermitteln.
5.
5.1 Die Parteien stellen sich beide auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsbeeinträchtigung heute teilweise erwerbstätig und teilweise im Haus
halt tätig wäre. Die Beschwerdegegnerin geht von je hälftigen Anteilen aus, und zwar
gestützt auf den Abklärungsbericht aus dem Jahr 2007. Die Beschwerdeführerin hat
sich auf den Standpunkt gestellt, sie wäre zu 80–100 % erwerbstätig, wobei sie ins
gesamt allerdings eher den Standpunkt vertrat, sie wäre zu 80 % erwerbstätig. Ent
gegen dem diesbezüglich an sich klaren Wortlaut der einschlägigen Bestimmungen
(Art. 8 Abs. 3 ATSG; Art. 5 Abs. 1 IVG) ist gemäss höchstrichterlicher Recht
sprechung (anstatt vieler: BGE 133 V 477 E. 6.3 S. 487 mit zahlreichen Hinweisen)
bezüglich der Quantifizierung des Erwerbspensums im hypothetischen
Gesundheitsfall nicht entscheidend, welches Pensum der versicherten Person
zugemutet werden könnte, sondern vielmehr, in welchem Pensum sie in Würdigung
sämtlicher Umstände des Einzelfalls überwiegend wahrscheinlich erwerbstätig wäre.
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, sie wäre im
hypothetischen Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig, kann demnach auch dann nicht
von voller Erwerbstätigkeit ausgegangen werden, wenn ihr dies an sich zumutbar wäre.
Nebst der Aussage der Beschwerdeführerin entscheidend sind vorliegend
insbesondere die Betreuungspflichten gegenüber den Kindern mit den Jahrgängen
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1997, 1999 und 2000. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die Kinder im
hypothetischen Gesundheitsfall nicht hätten fremdplatziert werden müssen.
5.2 Im Abklärungsbericht aus dem Jahr 2007 sind weder die Fragen der
Abklärungsbeauftragten noch die Antworten der Beschwerdeführerin wiedergegeben.
Dem Bericht lässt sich nicht entnehmen, ob sich die Beschwerdeführerin der
Bedeutung und der Tragweite ihrer Aussagen bewusst war bzw. ob sie die
erforderliche, beachtliche Abstraktionsfähigkeit aufbrachte, um die Frage, in welchem
Pensum sie ohne Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbstätig wäre, korrekt zu
beantworten. Als Beweismittel kann der Abklärungsbericht insofern nicht verwendet
werden (vgl. den Entscheid IV 2008/506 des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 6. September 2010, E. 1.2 f.). Die entsprechenden Angaben wären denn
im heutigen Zeitpunkt ohnehin als veraltet zu qualifizieren, insbesondere vor dem
Hintergrund, dass das jüngste Kind der Beschwerdeführerin damals erst sieben, im
Verfügungszeitpunkt dagegen bereits elf Jahre alt war. Die Ausführungen der
Beschwerdeführerin, sie wäre ohne Gesundheitsbeeinträchtigungen zu 80 %
erwerbstätig, erscheinen überzeugend, zumal ihre Kinder zur Schule gehen und nicht
mehr auf allzu intensive Betreuung angewiesen sind und die Beschwerdeführerin
ohnehin mindestens im geltend gemachten Umfang erwerbstätig sein müsste, um ihren
Lebensbedarf und den ihrer Kinder aus eigenen Mitteln bestreiten zu können. Allenfalls
würde die die Beschwerdeführerin fürsorgerisch unterstützende Gemeinde auf der
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Vollpensum bestehen, wenn dadurch eine
Ablösung von der Fürsorge oder immerhin eine Reduktion der Leistungen bewirkt
werden könnte. Jedenfalls ist die Ansicht der Beschwerdegegnerin, bereits die
Annahme eines Pensums von 50 % sei grosszügig, unzutreffend. Dass die Be
schwerdeführerin in einem Pensum von lediglich 50 % erwerbstätig wäre, wenn sie
gesund wäre, ist angesichts der gesamten Umstände unwahrscheinlich. Es ist von
einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80 % und einer Betätigung im Aufgabenbereich
im Umfang von 20 % auszugehen.
5.3 Die zunehmende Selbständigkeit der Kinder der Beschwerdeführerin und die
damit verbundene Verminderung der Betreuungspflichten sind im Übrigen als relevante
Veränderungen des rechtserheblichen Sachverhalts zu qualifizieren. Selbst wenn davon
ausgegangen würde, das vorliegende Verfahren habe sich auf die Frage der Revision
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einer eine Art Dauerwirkung entfaltenden rentenabweisenden Verfügung zu be
schränken, wäre die Neubemessung des Invaliditätsgrades angesichts dieser nach
träglichen Veränderung zulässig.
6.
6.1 Der Invaliditätsgrad ist somit anhand der so genannten gemischten Methode zu
bemessen. Gemäss konstanter höchstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 125 V
146 und BGE 133 V 504) ist dabei für die Festlegung des anteiligen Invaliditätsgrades
betreffend Erwerbstätigkeit das zumutbare Invalideneinkommen nicht mit einem
Valideneinkommen entsprechend einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit zu vergleichen,
sondern mit einem solchen entsprechend dem hypothetisch ausgeübten Pensum.
Ein hypothetisches Teilzeitpensum führt entsprechend zu einer doppelten
„Kürzung“ (niedrigerer anteilsmässiger Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich plus
Gewichtung mit einem Wert tiefer 1).
6.2 Da die Beschwerdeführerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit verwerten kann, kann die Festlegung der massgebenden Vergleichsein
kommen unterbleiben, da sie sich mathematisch nicht auf den Invaliditätsgrad aus
wirken können. Zu berücksichtigen ist allerdings ein Abzug vom Tabellenlohn. Dieser
soll jene Nachteile ausgleichen, welche die versicherte Person bei der – expliziten oder
impliziten (im Rahmen des so genannten Prozentvergleichs) – Anwendung statistischer
Daten für das Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben der Arbeits
unfähigkeit – auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse.
Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder
Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen
nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens bzw. der
Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75). Vorliegend
fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin namentlich aufgrund ihrer Persönlich
keitsstörung und der dadurch bedingten Notwendigkeit, einen Rollstuhl zu benutzen,
auf besondere Rücksicht seitens ihrer Vorgesetzten und Arbeitskollegen angewiesen
ist, dass sie im Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern geringere Flexibilität
aufzubringen vermag (etwa hinsichtlich des zeitlichen Arbeitseinsatzes oder der Art der
Tätigkeit, die ihr zugewiesen werden kann) und dass auch ein höheres Risiko
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krankheitsbedingter Abwesenheiten besteht. Ausserdem ist die lange Absenz vom
Arbeitsmarkt – die Beschwerdeführerin ging nach dem Februar 1998 keiner
Erwerbstätigkeit mehr nach (vgl. IV-act. 33) – zu berücksichtigen. Insgesamt rechtfertigt
sich ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 %. Der anteilsmässige Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich beträgt demnach 46,875 % (= [80 % – 50 % × 85 %] ÷ 80 %).
6.3 Der anteilsmässige Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich beträgt 20 %. Der
gesamte Invaliditätsgrad beträgt 41,5 % (= 46,875 % × 80 % + 20 % × 20 %). Damit
besteht gemäss Art. 28 IVG ein Anspruch auf eine Viertelsrente der
Invalidenversicherung.
6.4 Bezüglich des Beginns des Rentenanspruchs ist Art. 29 Abs. 1 IVG zu beachten,
wonach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht. Die Gutachter der ABI GmbH
hielten in ihrem zweiten Gutachten vom 7. Juni 2010 fest, die Einschränkung könne im
beschriebenen Ausmass ab Januar 2002 angenommen werden (IV-act. 123–20), womit
das so genannte Wartejahr bereits vor der Anmeldung im Februar 2009 abgelaufen
war. Entsprechend wirkt sich auf den Beginn des Rentenanspruchs massgebend die
Regelung in Art. 29 Abs. 1 IVG aus. Die Beschwerdeführerin hat mithin ab August 2009
Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung.
7.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben. Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist dem
„Überklagen“ der Beschwerdeführerin keine Rechnung zu tragen, denn sie sah sich
veranlasst, die angefochtene Verfügung als rechtswidrig zu beanstanden, ist insofern
mit ihrem Anliegen durchgedrungen und hat mit dem „Überklagen“ keinen
nennenswerten Mehraufwand verursacht. Die angesichts des durchschnittlichen
Aufwandes auf Fr. 600.-- festzulegenden Gerichtskosten (Art. 69 Abs. 1 IVG) sind
daher der insofern unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Diese hat
sodann die Beschwerdeführerin zu entschädigen. Der Rechtsvertreter reichte eine
Honorarnote über Fr. 8’307.65 ein, entsprechend einem Aufwand von 41,2 Stunden à
Fr. 180.--, einer Auslagenpauschale von 4 % und Mehrwertsteuer (act. G 11.1). Zwar
bis
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kann dem Rechtsvertreter insofern zugestimmt werden, als die vorliegende
Angelegenheit eher überdurchschnittlich aufwendig ist; entsprechend rechtfertigt es
sich, mehr als die praxisgemässe Pauschale von Fr. 3’500.-- zuzusprechen. Ein Grund,
wesentlich mehr zuzusprechen, ist allerdings nicht ersichtlich, stellten sich doch keine
besonderen Rechtsfragen, die einen nennenswerten Zusatzaufwand gerechtfertigt
hätten, sondern bestand die diesbezügliche Besonderheit einzig darin, dass relativ viel
Akten und insbesondere mehrere Gutachten zu würdigen und die Bemessung des
Invaliditätsgrades anhand der so genannten gemischten Methode vorzunehmen waren.
Die Parteientschädigung ist entsprechend auf Fr. 4’000.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP