Decision ID: 32e8927a-13a8-445b-a9f9-e268d376ec2a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der
1978 geborene
X._
war
seit
1. März 2005 als
Kellner
beim Restaurant
Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Vaudoise
Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Vaudoise
) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 17. April 2018 zog er sich bei einem Sturz vom Fahrrad ein leichtes Schädelhirntrauma
sowie multiple Kontusionen zu (Urk. 11/2, Urk. 11/12).
Die
Vaudoise
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (H
eilbehandlung und Taggeld;
Urk. 11/1,
Urk. 11/15 f.)
.
Mit Verfügung vom
25. Juli 2019 (Urk. 11/69)
schloss die
Vaudoise
den Fall per
17. Januar 2019
ab und
stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen v
erneinte sie mit der
vornehmlichen
Begründung, der natürliche Kausalzusammenhang erscheine nicht überwiegend wahrscheinlich.
Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom
13. August 2019
(Urk.
11/72
) wies die
Vaudoise
am
25. September 2019 (Urk. 2)
ab
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
25. Oktober 2019 (Urk. 1)
Beschwerde und beantragte,
der Einspracheentscheid vom 25. September 2019 sei aufzuheben und
es
seien
ihm
auch nach dem 17. Januar 2019 die Leistungen aus der obliga
torischen Unfallversicherung auszurichten; unter Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin (S. 2).
Am 28. November 2019 (Urk. 10) schloss die
Vaudoi
se
auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom
18. Februar 2020
(Urk.
15
) hielt der Beschwerdeführer
ebenso an seinen Anträgen fest, wie die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 17. März 2020 (Urk. 19).
Letzteres wurde dem Beschwerdeführer am 18. März 2020 (Urk. 20) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
hat die ver
sicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid,
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geld
leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen
beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.2.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern der Untersuchungsbefund lückenlos vorliegt, namentlich ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergibt, und zudem nicht umstritten ist. Weiter sind unfallversicherungsintern eingeholte ärztliche Berichte nicht zu berücksichtigen, wenn an der Richtigkeit der Schlussfolgerungen auch nur ge
ringe Zweifel bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2013 vom 3
1.
März 2014 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. September 2019 (Urk. 2)
zum Unfallereignis vom 17. April 2018
unter Hin
weis auf den Bericht ihres beratenden Arztes med. pract.
Z._
, Arbeitsme
dizin FMH, vom 15. Juli 2019 (Urk. 11/67)
zur Hauptsache
, gestützt auf die Ver
sicherungsmedizin gelte der Status quo sine
vel
ante mit der Beschwerdefreiheit nach der erfolgreichen Injektion als erreicht. Zur administrativen Vereinfachung sei mittels Verfügung vom 24. Juni 2019 der Status quo mit dem Behand
lungs
abschluss der anderen Läsionen im Dezember 2018 festgehalten worden. Ein klarer Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 19. Ju
ni 2017
sei nicht erwie
sen (S. 3
; vgl. auch Urk. 10
und
Urk. 19
).
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1) im Wesentlichen ein,
aufgrund der Erheblichkeit der Gewalteinwirkung, der zeitlichen Koinzidenz zwischen der Unfalleinwirkung und dem Beginn der Beschwerden s
owie seines damaligen Alters von
erst 39 Jahren träten die von med. pract.
Z._
als Überbean
spruchung in Betracht gezogenen Belastungen durch das blosse Halten des Fahr
radlenkers, das gelegentliche Krafttraining und die Servicetätigkeit absolut in den Hintergrund, zumal er bei all diesen Tätigkeiten als Rechtshänder das linke Hand
gelenk kaum oder nur geringfügig belaste. Selbst wenn das Handgelenksganglion nicht durch d
en Erstunfall verursacht worden
,
sondern unfallfremd entständen wäre, so müsste von einer richtungsweisenden Verschlimmerung des Vorzustan
des ausgegangen werden, welche das Erreichen
des Status quo sine
vel
ante aus
schliesse (S. 7
; vgl. auch Urk. 15
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die vom Beschwerdeführer über den
17. Janu
ar 2019
hinaus geklagten
Beschwerden im Ber
e
ich des linken Handgelenks in
rechtsgenügli
chem
Zusammenhang
mit dem Unfallereignis vom 1
7.
April
20
18
stehen und er Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.
3.
3.1
Die
erstbehandelnden Ärzte des
A._
diagnostizierten im Bericht
vom
19
. April 2018
(Urk.11/12/4-6) nach Fahrradsturz am 17. April 2018 ein leichtes Schädelhirntrauma, multiple Kontusionen (Ellbogen links, Hüfte links, Status nach konservativer Frakturbehandlung Ellbogen und Handgelenk links 2017) sowie eine Einschlafstörung (
unter medikamentöser Therapie; S. 1). Betreffend das linke Handgelenk berichteten sie,
das
s
keine ossären Läsionen abgrenzbar und die Artikulation allseits regelrecht seien (S. 2). Sie attestierten dem Beschwerdeführer
vom 17. April bis 22. April
2018
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
3.2
In Würdigung der medizinischen Aktenlag
e
gelangte med. pract.
Z._
am 15. Juni 2019
(Urk. 11/67)
zum Schluss, vorbestehend sei ein Handgelenks
gan
glion, welches im Rahmen des Unfalls vom 17. April 2
018 traumatisiert worden sei. Dass
dieses Handgelenksganglion durch das Unfallereignis im Jahr 2017 entstanden sei, sei möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Ganglien seien häufi
g Folge einer Überbeanspruchung
und
seie
n
sowohl auf die Belastung der Hände beim Velofahren, auf das Krafttraining, oder auch auf die berufliche Belastung der Handgelenke im Service zurückzuführen (S. 1 f.). Er hielt fest, dass diese Diagnose vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen und der Status quo ante/sine nach erfolgter Cortison-Injektion mit anhaltender Be
schwerdefreiheit ab Dezember 2018 erreicht worden sei (S. 2).
3.3
Der behandelnde Arzt PD Dr. med.
B._
, Facharzt für Ch
irurgie speziell
Handchirurgie FMH,
führte in seiner Stellungnahme vom 25. Oktober 2019 (Urk. 7/1)
aus
, die meisten Gelenkganglien (etwa 80 %) träten idiopathisch auf, das heisse ohne Auslöser oder erkennbare Ursache. Meist seien junge und band
laxe Individuen betroffen. Die übrigen 20 % der Handgelenkganglien träten da
gegen sekundär als Folge eines traumatischen oder arthritischen Geschehens auf (S. 1). Das erlittene Trauma im Juni 2017 sei sehr geeignet
,
ein posttraumatisches
Ganglion zu verursachen. Der Unfall vom 17. April 2018 habe bei einer bekann
t
en Vorbeschädigung und entsprechenden Beschwerden nicht die kausale Ur
sache, sondern eine Traumatisi
erung des Ganglions dargestellt. Verfolge man die Hypo
these, dass das Handgelenksganglion des Beschwerdeführers posttraumatisch aufgrund des Unfalls
vom 19. Juni 2017 entstanden sei, wäre ohne den Unfall keine
Ganglionentfernung
notwendig geworden
(S. 2).
3.4
Med. pract.
Z._
wies am 18. November 2019 (Urk. 11/81)
darauf hin
,
dass
ein typischer unfallkausaler Hergang für die Entwicklung eines Ganglions nicht bekannt
sei
,
auch, weil Ganglien sehr selten nach einem Unfallereignis aufträten. Aus welchem Grund sich ein Ganglion nach einem Unfall entwickle, sei gemäss aktuelle
r
Literatur unbekannt. Im Anschluss an das Unfallereignis im Jahr 2017 sei auch kein Ganglion diagnostiziert worden, obwohl es zu anhaltenden Be
schwerde
n
gekommen sei. Die
Exacerbation
sei ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal, sondern könne ebenso auf Beruf oder die Sport
ausübung zurückgeführt werden (S. 2).
3.5
Am 1. Februar 2020 (Urk. 16/2)
vertrat
PD
Dr.
B._
die Auffassung
, dass der Beschwerdeführer anhaltende Beschwerde
n
gehabt habe, sei a
ktenkundig und werde auch von med. pract.
Z._
angeführt.
D
ie Behauptung, dass die
Be
schwerdeexazerbation
nicht unfallkausal sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Der dokumentierte Fahrradunfall mit einer Geschwindigkeit von circa 40 km/h, einer «starken Beschädigung» des Helmes (und trotz diesem noch ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma) sowie multiplen Kontusionen (am Unfallort sogar der Verdacht auf eine Beckenfraktur), unter anderem des linken Arm
s
, sei diskussionslos geeignet für eine Traumatisierung und damit
eine
unfallbedingte Exazerbation von
Gan
glionbeschwerden
. Er habe den Beschwerdeführer zehn Tage nach diesem Fahr
radsturz wegen der erheblichen
Ganglionschmerzen
gesehen, der Zusammenhang der Beschwerden mit dem Sturzereignis sei offensichtlich.
Für die Exazerbation die berufliche Belastung oder die Sportausübung zu bemühen, sei unmöglich, da in dem Zeitraum zwischen Fahrradsturz und seiner Untersuchung keines von beiden (weder Arbeit noch
Sport) durchführbar gewesen sei (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt,
gestützt auf die Ver
sicherungsmedizin gelte der Status quo sine
vel
ante mit der Beschwerdefreiheit nach der erfolgreichen Injektion als erreicht (Urk. 2 S. 3). Erneute Beschwerden im linken Handgelenk würden erst Ende Mai 2019 geltend gemacht. Es sei somit von einem Wideraufflackern einer geheilten Verletzung oder einem Rückfall auszugehen, welcher, gestützt auf die Beurteilung von med. pract.
Z._
, nicht
als
überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu
bezeichnen sei (Urk. 10 S. 3).
4.2
4.2.1
Vorwegzuschicken ist, dass es sich bei den Stellungnahmen des beratenden Arztes der
Vaudoise
med. pract.
Z._
um Aktenbeurteilungen handelt, da dieser den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. Auch solchen Aktengutachten
kann voller Beweiswert zukommen
.
I
ndes
sind
diese Beurteilungen zufolge
ihrer
vertrauensarztähnlichen und damit versicherungsinternen
Natur bereits beim Bestehen nur geringer Zweifel nicht zu berücksichtigen
(
E. 1.3
)
.
4.2.2
Alsdann ist unbestritten, dass das Ereignis vom 17. April 2018 zu einer Trauma
tisierung des Ganglions
am linken Handgelenk des Beschwerdeführers führte (vgl. Urk. 1 S. 6, Urk. 10 S. 3). Namentlich hielt PD Dr.
B._
am 27. April 2018
(Bericht vom 30. Apr
il 2018; Urk. 11/65) einen
heftigen
Fahrradsturz vor 10 Tagen
fest
. Seither bestünden erhebliche Beschwerden
am linken Handgelenk besonders bei belastenden
Aufstützbewegungen
(S. 1). Er befand,
sonographisch
stelle sich deutlich ein gut abgekapseltes hypoechogenes Handgelenksganglion dorsal über der
scapholunären
Lücke dar, Grösse 10 x 5 mm (S. 2).
Damit übereinstimmend ging auch med. pract.
Z._
in se
i
nem Bericht vom Juli 2019 (E. 3.2) davon aus, dass das Ereignis vom 17. April 2018 ein vorbestehendes Handgelenks
gan
glion traumatisierte. Ein
e
natürliche Kausalität der
dem Unfall vom 17. April
2018
nachfolgenden Handgelenksbeschwerde
n
ist demnach zumindest im Sinne einer Teilkausalität
bei Vorzustand
durch übereinstimmende ärztliche Einschätzungen
ausgewiesen.
Auch die Adäquanz ist f
olglich ohne Weiteres erstellt.
4.2.3
In diesem Sinne leuchtet denn auch der Schluss von PD
Dr.
B._
, ohne Trau
matisierung wäre eine
Ganglionentfernung
nicht notwendig geworden
(E. 3.3)
,
ein. Die in der Folge vorgenommene
Kortisonbehandlung
(Injektion;
Urk. 11
/27/2;
E. 3.2) führte zwar zu einer vorübergehenden Beschwerdefreiheit,
indes nicht zur
Behebung
der eigentlichen Ursache
. Von einer Abheilung kann demnach keine Rede sein
, bestand doch eine Beschwerdefreiheit lediglich unter Einfluss von Medikation
,
so dass eine operative Sanierung
am 11. Juli 2019 (Urk. 11/62/3)
notwendig wurde
.
Der Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
17. April
2018
is
t somit offenkundig.
Mithin ist von
einer richtungsgebenden Verschlimmerung auszugehen
, zumal unter Berücksichtigung der indizierten Operation eine bloss vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes nicht nachvollziehbar ist.
Inwiefern der Status mit Handgelenksganglion links im Zeitpunkt der Operation mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nicht auf die stattgehabte Traumatisierung zurückzuführen ist, vermag denn auch med. pract.
Z._
nicht schlüssig auf
zuzeigen. So nimmt er trotz
anerkannter Traumatisierung (E. 3.2)
in seinen wei
teren
Ausführungen keinen Bezug auf die konkrete Situation und belässt es bei der Wiedergabe allgemeiner Grundsätze zur Entstehung eines Ganglions (E.
3.2 und E. 3.4), was vorliegend jedoch
in Anbetracht der
erstelltermassen
dem Unfall geschuldeten Traumatisierung nicht relevant ist (
vgl. E. 1.2.2
).
Insofern handelt es sich auch nicht um eine «
post
hoc ergo
propter
hoc»-Argumentation, denn die Verursachung der Traumatisierung wird medizinisch anhand des Unfallge
sche
hens plausibel dargelegt.
Demzufolge
kann
offenbleiben, ob das Ganglion selber eine natürlich kausale Unfallfolge darstellt.
4.2.4
Steht die
Teilkausalität des Unfallereignisses fest, wirkt eine schadenauslösende traumatische Einwirkung selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfalls somit nur hinsichtlich des Zeitpunktes
conditio
sine qua non war (Urteil des Bundesgericht 8C_669/2019 v
om 25.
März 2020
E. 4.1
mit Hin
weisen). Demgemäss kann schliesslich ein möglicher Einfluss nachfolgender be
ruflicher oder sportlicher Tätigkeiten
ebenfalls
offenbleiben, da eine Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin bei ausgewiesener Traumatisierung
selbst dann
nicht entfällt, wenn
dies
e
geeignet wären, einen vergleichbaren Zustand zu einem späteren Zeitpunkt herbeizuführen.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zwischen der Traumatisierung des Handgelenksganglions links und den fortbestehenden Beschwerden nach der
Kortisonbehandlung
sowie der notwendigen Operation dargetan ist. An den diesbezüglichen Berichten von med. pract.
Z._
bestehen zumindest leichte Zweifel, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Die Beschwerdegegnerin ist bei dieser Sachlage bezüglich
des traumatisierten Ganglions im Bereich des linken Handgelenks über den Zeitpunkt vom 17. Januar 2019 hinaus leistungspflichtig.
Die Beschwerde ist gutzuheissen.
5.
5.1
Ausgangsgemäss hat der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine
Entschädigung von Fr.
1’900
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).
5.2
Die Kosten privat eingeholter Gutachten sind im Rahmen der Parteientschädigung dann zu vergüten, wenn die Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c). Die vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren aufgelegten Stellungnahmen von PD
Dr.
B._
(E. 3.3, E. 3.5)
waren für die Entscheidfindung von Relevanz, relativierten sie doch die pauschalen Aussagen des beratenden Arztes und legten den medizinischen Sachverhalt in verständ
licher Weise dar, namentlich in Bezug auf die beim Unfall wirkenden physika
lischen Kräfte und deren Auswirkungen auf das Handgelenk. Dies führt zur Kostenpflicht der Beschwerdegegnerin für die entstandenen Aufwendungen von Fr. 820.-- (Urk. 7/2 und Urk. 16/1).