Decision ID: 3f22d5bc-ee6e-4a47-a267-aa00dc651aa9
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene X._ meldete sich am 4. Juli 2005 unter Hinweis auf
Bandscheibenprobleme, Diabetes sowie psychische Veränderungen bei der Soz
ial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 6/3). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und
veranlasste die Erstellung eines rheumatologischen Gutachtens bei der Rheu
maklinik des Y._, welches am 10. April 2006 erstattet wurde (Urk. 6/27). Mit Verfügungen vom 9. und 10. Mai 2006 verneinte sie einen An
spruch des Versicherten auf Arbeitsvermittlung sowie Umschulung (Urk. 6/32-33).
Mit Verfügung vom 14. September 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2005 eine befristete ganze und für die Zeit vom 1. November 2005 bis 31. Januar 2006 eine befris
tete halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 6/39 und 40). Eine vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 8. März 2007 ab (Urk. 6/56).
1.2
Mit einem Arztbericht vom 1. Dezember 2008 meldete sich der Versicherte am 5. Januar 2009 erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (Urk. 6/66). Diese holte aktuelle Arztberichte ein (Urk. 6/68, 6/70, 6/74) und auferlegte dem
Versicherten mit Schreiben vom 29. Januar 2010 eine Schadenminde
rungs
pfli
cht in Form einer stationären Schmerztherapie (Urk. 6/76). Zudem veranlasste sie
die Erstellung eines bidisziplinären internistisch-psychiatrischen Gutachtens beim
Y._, welches am 20. Juni 2011 erstattet wurde (Urk. 6/93-94). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 30. November 2011 eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. November 2008 zu (Urk. 6/118 und 121).
1.3
Am 5. Mai 2015 liess der Versicherte der IV-Stelle mitteilen, er habe am 1. Mai 2015 eine Stelle angetreten (Urk. 6/134). Daraufhin holte die IV-Stelle einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto, den Arbeitsvertrag sowie die Lohnabrechnungen des Versicherten ein (Urk. 6/139, 6/141, 6/145). Im Oktober 2015 eröffnete sie ein Revisionsverfahren (Urk. 6/147), in dessen Rahmen eine orthopädische und eine psychiatrische Untersuchung beim Regionalen Ärzt
li
chen Dienst (RAD) angeordnet wurden (Urk. 6/151). Gestützt auf die am 18. Mai 2016 erstatteten Berichte (Urk. 6/152-153) hob die IV-Stelle nach durchge
führtem Vorbescheidverfahren die dem Versicherten bisher ausgerichtete halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 21. Oktober 2016 per Ende des der Zu
stel
lung der Verfügung folgenden Monats auf; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 2 [=6/163]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 23. November 2016 Be
schwer
de beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2017 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5). Am 24. Januar 2017 ergänzte der Beschwerde
führer seine Eingabe vom 23. November 2016 und beantragte, es seien die Kosten für die Erstellung eines Privatgutachtens zu übernehmen (Urk. 7 S. 2). Zudem legte er ein Gutachten von Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, auf (Urk. 8/1).
Mit Verfügung vom 16. Februar 2017 wurden der Beschwerdegegnerin die Ein
gabe vom 24. Januar 2017 sowie das Gutachten von Dr. Z._ zur Kenntnis gebracht (Urk. 9). Am 27. Februar 2017 nahm die Beschwerdegegnerin dazu Stellung (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. März 2017 angezeigt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird – soweit erforderlich – im Rahmen nachstehender Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
be
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
b
er 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar
201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs
tätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medi
zinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leis
tungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medi
zinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab
ge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
ka
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014
vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers habe sich seit Februar 2015 verbessert. Eine angepasste Tätig
keit sei ihm zu 100 % zumutbar, weshalb kein Anspruch mehr auf eine Inva
lidenrente bestehe (Urk. 2 S. 2).
Zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwänden wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, was einen Revi
sionsgrund darstelle. Der RAD sei zum Schluss gekommen, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Aus diesem Grund werde am Entscheid festgehalten (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, es sei zu Unrecht ein Revisionsverfahren eröffnet worden. Er habe lediglich eine Teilzeittätigkeit auf
genommen, was vor dem Hintergrund, dass ihm seit jeher eine 50%ige Arbeits
fähigkeit attestiert worden sei, keinen Revisionsgrund darstelle. Auch sein Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert. Das gehe aus den medizinischen Berichten der behandelnden Ärzte klar hervor. Auf die RAD-Untersuchung könne nicht abgestellt werden. Zum einen sei die orthopädische Untersuchung nicht von einem Facharzt in diesem Gebiet durchgeführt worden und eine rheu
matologische Abklärung fehle gänzlich. Zum anderen könne auch auf die psychiatrische Einschätzung nicht abgestellt werden. Der untersuchende RAD-Arzt habe sich zu wenig mit der Leidensgeschichte und der Krankheits
ent
wicklung des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Die Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten seien nicht eingehalten worden. Auch seien die Stand
ardindikatoren unberücksichtigt geblieben. Statt auf die Berichte der RAD-Ärzte sei daher auf die Beurteilung von Dr. Z._ abzustellen. Sein Gutachten zeige schlüssig auf, dass die Einschätzung des RAD unzutreffend sei (Urk. 1 und 7).
3.
3.1
3.1.1
Im psychiatrisch-internistischen Gutachten des Y._ vom 20. Juni 2011 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit aufgeführt (Urk. 6/94 S. 4):
-
mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F 32.1), bestehend seit 2007
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41), bestehend seit 2005
-
chronisches lumbo-spondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont
-
Diskushernie L4/5 nach medial linksbetont, Duralsackkompression und freiem Neuroforamen, sowie ganz diskrete Protrusion der Band
scheibe L5/S1 nach mediolateral rechts, ebenfalls mit neuem (richtig wohl: freiem) Neuroforamen
-
klinisch Hyposensibilität am rechten Arm und Bein, keinem Derma
tom oder einem peripheren Nerven folgend
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
aktuell unter oralen Antidiabetika
-
anamnestisch rezidivierende Hypoglykämien
-
Adipositas mit BMI von 31,7 kg/m
2
3.1.2
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand klage über Rückenschmerzen, die vom Kreuz bis in den Nacken ausstrahlen würden. Die Schmerzen seien immer vorhanden und würden sich bei langem Sitzen und längerem Gehen verstärken. Hinzu kämen Kopfschmerzen. Er leide auch an Dia
betes, weshalb er seinen Blutzucker kontrollieren müsse. Zudem habe er eine Depression. Seit zwei Jahren leide er unter Gedächtnisschwierigkeiten. Er ver
gesse alles, was er einkaufen wolle, verlaufe sich manchmal, vergesse aus dem Tram auszusteigen oder steige in falsche Züge ein (Urk. 6/93 S. 49-50).
Der Explorand wirke zurückhaltend. Bei den Antworten reagiere er verlangsamt. Er sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Es würden sich mittel
gra
dige Störungen der Konzentration und Aufmerksamkeit sowie der Gedächtnis
funktionen zeigen. Im formalen Denken sei er verlangsamt und stark eingeengt auf seine empfundenen körperlichen Beschwerden. Des Weiteren würden sich in
diesem Zusammenhang Grübeln und Vorbeireden zeigen. Affektiv sei der Expl
o
rand mittelgradig deprimiert und vermindert schwingungsfähig (Urk. 6/93 S. 54)
.
Der Explorand leide unter einer mittelgradig depressiven Episode sowie einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aus psychiatrischer Sicht sei er insbesondere aufgrund der depressiven Störung lediglich zu 50 % arbeitsfähig. Dies sowohl in seiner angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 6/93 S. 58).
3.1.3
Im internistischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Explorand klage über lu
m
bale Rückenschmerzen. Bei langem Sitzen habe er besonders starke Schmer
zen. Auch dauerndes Gehen verstärke die Beschwerden. Wenn sein Blutzucker
spiegel sinke, komme es zu Schwindel, Schweissausbrüchen und Schwarz
wer
den vor Augen. Deswegen sei er auch schon zwei Mal gestürzt (Urk. 6/94 S. 2).
Der Explorand befinde sich in gutem Allgemeinzustand. Die Berührungssen
sibi
lität an Armen und Beinen sei auf der rechten Seite vermindert. Die Eigen
reflexe seien symmetrisch, die Herztöne normal. Das Abdomen sei weich mit diffuser Druckdolenz im Unterbauch. Der Explorand habe einen Flachrücken mit leichter Skoliose. Über dem Ligamentum sacrum iliacum bestehe beidseits eine Druckdolenz. Die Lendenwirbelsäule sei bewegungseingeschränkt, insbesondere in Flexion und Dorsalextension (Urk. 6/94 S. 3-4).
Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, der Fehl
hal
tung sowie der muskulären Dysbalance seien körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten künftig nicht mehr zumutbar. Für körperlich leichte Tätig
keiten mit länger dauernden Arbeitsschritten und der Möglichkeit zu Wechsel
positionen sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/94 S. 5).
3.1.4
In der bidisziplinären Beurteilung wurde festgehalten, der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter zu 50 % arbeitsfähig. Für körperlich leichte Tätigkeiten ohne Notwendigkeit, Arbeitsschritte in rascher Folge bewältigen zu müssen und mit der Möglichkeit zu freiem Essen und Trinken am Arbeitsplatz, sei der Versicherte aus somatischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig. Auch für angepasste Tätigkeiten sei er jedoch aus psychiatrischer Sicht lediglich zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 6/94 S. 6).
3.2
Gestützt auf dieses Gutachten hielt der RAD am 29. Juni 2011 dafür, der Be
schwerdeführer sei seit November 2008 zu 50 % arbeitsunfähig (Urk. 6/96 S. 5). Daraufhin wurde ihm mit Verfügung vom 30. November 2011 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 6/118 und 121).
4.
4.1
4.1.1
In den Berichten vom 18. Mai 2016 über die RAD-Untersuche vom 17. Mai 2016 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge
nannt (Urk. 6/152 S. 7, 6/153 S. 5):
-
chronisches lumbospondylogenes und zervikozephales Schmerzsyndrom rechts mit/bei medio-lateraler Diskushernie L5/S1 rechts (MRI vom 16.12.2004)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen auf
ge
führt (Urk. 6/152 S. 7, 6/153 S. 5):
-
Diabetes mellitus Typ II
-
leichte depressive Episode (ICD-10: F 32.0)
4.1.2
Der Explorand klage über Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen. Zeitweise würden die Schmerzen in das rechte Bein ausstrahlen. Auch beim Laufen und Sitzen habe er Schmerzen. In der Nacht schwitze er stark und müsse ein bis drei Mal seinen Schlafanzug wechseln (Urk. 6/152 S. 1).
Der Explorand könne sich im Stehen flüssig ausziehen, ohne sich dabei fest
halten zu müssen. Auch das Ankleiden erfolge flüssig, zum Teil stehend, zum Teil sitzend. Auffällige Schmerzäusserungen würden nicht getätigt. Während des gesamten Gesprächs könne er sitzen, ohne die Position wechseln zu müssen. Das Gangbild sei normal, die Treppe könne beschwerdefrei benutzt werden. Die Funktion der Halswirbelsäule sei intakt. Bei der Brustwirbelsäule sei eine geringe Skoliose ersichtlich. Die Paravertebralmuskulatur sei deutlich reduziert. Der Explorand zeige sowohl eine deutliche Haltungsinsuffizienz als auch ein deutliches muskuläres Defizit (Urk. 6/152 S. 3-4).
Beim Exploranden liege ein somatischer Gesundheitsschaden vor, der die Arbeits
fähigkeit beeinträchtige. Für schwere körperliche Tätigkeiten sei er voll
ständig arbeitsunfähig. Aufgrund der Schädigung der Hals- und Lenden
wirbel
säule bestehe eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten. Leichte, angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, die schwerer seien als 10 kg, seien ihm jedoch zu 100 % zumutbar (Urk. 6/152 S. 7-8).
4.1.3
Med. pract. A._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte aus, der Explorand klage darüber, keine Kraft zu haben und unter innerer Unruhe zu leiden. Er habe oft Kopfschmerzen. In Menschenmassen fühle er sich nicht wohl. Ihm werde schlecht, wenn er immerfort zu Hause bleibe. Habe er Schmerzen, sei es noch schlimmer (Urk. 6/153 S. 2).
Der Explorand sei wach und vollständig orientiert. Der Gedankengang sei
flüssig, Hinweise für Sinnestäuschungen, Ichstörungen oder Denkstörungen lägen
nicht vor. Die Gestik und der Antrieb seien unauffällig. Affektiv sei er wenig schwingungsfähig, während der Untersuchung lächle er nur zwei Mal, sei aber
nicht wesentlich herabgestimmt. Die Aufmerksamkeit und Konzentration könnten
während der gesamten zweistündigen Untersuchung gehalten werden. Hinweise für eine erhöhte Ermüdbarkeit lägen ebenso wenig vor wie Hinweise für Ge
dächtnisstörungen (Urk. 6/153 S. 3-4).
Im Vergleich zum psychopathologischen Befund im Gutachten des Y._ vom 20. Juni 2011 fänden sich mehrere erfreuliche Verbesse
rungen. Es lägen nun kaum noch psychopathologische Auffälligkeiten vor. Daher könne höchstens noch eine leichte Depression diagnostiziert werden. Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, sowohl in angestammter als auch in ange
passter Tätigkeit sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/153 S. 6).
4.2
Der Beschwerdeführer macht geltend, es könne nicht auf die Berichte der RAD-Ärzte abgestellt werden. Die orthopädische Untersuchung sei nicht von einem Orthopäden durchgeführt worden. Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie, sei von der FMH nicht als Facharzt anerkannt. Eine rheumatologische Abklärung habe überhaupt nicht stattgefunden. Zudem sei die psychiatrische Abklärung lediglich summarisch erfolgt und entspreche nicht den Richtlinien für psychiatrische Gutachten. Daher könne auf die RAD-Berichte nicht abge
stellt werden (Urk. 1).
Die orthopädische Untersuchung wurde von RAD-Arzt Dr. B._, einem Chirurgen, durchgeführt.
Im Zusammenhang mit der fachlichen Qualifikation eines Gutachters ist ent
scheidend, dass die verfügbaren medizinischen Unter
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Be
weiswertes eines Arztberichtes ist
relevant
, ob der Bericht für
die strei
tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
ne
se) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a).
Dr. B._
nahm sorgfältige, allseitige Untersuchungen
vor (Urk. 6/152 S.
2-7), berücksichtigte die geklagten Beschwerden (Urk. 6/152 S. 1) und setzte sich mit den Vorakten auseinander (Urk. 6/152 S. 7). Seine Beurteilung deckt sich sowohl mit derjenigen im Gutachten der Rheumaklinik des
Y._
vom 10. April 2006 (Urk. 6/27) als auch mit derjenigen im Gut
achten des
Y._
vom 20. Juni 2011 (Urk. 6/94).
Der Um
stand, dass er über keinen Facharzttitel im Bereich Orthopädie verfügt, genügt nicht, um seine Beurteilung in Zweifel zu ziehen.
Unerheblich ist zudem, dass er kein Mitglied der FMH ist, da gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung Gut
achter nicht zwingend von der FMH anerkannt sein müssen. Verlangt wird eine
Fachausbildung, die auch im Ausland erworben sein kann (Urteil des Bundes
gerichts 9C_270/2008 vom 12. August 2008 E. 3.3).
Über eine solche verfügt Dr. B._ unbestrittenermassen, da er im Medizinalberuferegister des Bun
des
amtes für Gesundheit mit einem im Jahr 1989 in Deutschland erworbenen Weiterbildungstitel in Chirurgie eingetragen ist. Zu berücksichtigen ist ferner, dass auch das Gutachten, das der Rentenzusprache zugrunde lag, nicht von einem Facharzt für Orthopädie erstellt wurde. Eine rheumatologische Unter
su
chung wurde damals ebenfalls nicht durchgeführt. Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb eine solche nun hätte erforderlich sein sollen. Der Beschwerdeführer legt dies denn auch nicht dar, weshalb sich dieses Vorbringen nicht als stich
haltig erweist.
Auch die psychiatrische Untersuchung gibt keinen Anlass für Beanstandungen. Dr. A._ setzte sich eingehend mit der Biografie und der Krankheitsgeschichte des Beschwerdeführers auseinander (Urk. 6/153 S. 2), berücksichtigte die ge
schil
derten Beschwerden (Urk. 6/153 S. 2) und erhob eigene Befunde (Urk. 6/15
3 S. 3). Inwiefern seine Beurteilung summarisch sein sollte, ist nicht ersichtlich. Ebenfalls unklar ist, in welchen Punkten die Untersuchung den Leitlinien für psychiatrische Gutachten zuwiderlaufen sollte. Der Beschwerdeführer legt dies denn auch nicht dar. Der Vollständigkeit halber sei indessen darauf hinge
wiesen, dass Leitlinien gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung blosse Hand
lungsempfehlungen darstellen und keinen rechtlich verbindlichen Charakter haben. Ein Gutachten ist daher nicht schon dann als unzulänglich zu betrach
ten, wenn der Sachverständige von diesen abweicht (Urteil des Bundesgerichts I 58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.1), weshalb das Vorbringen des Beschwerde
füh
rers nicht verfängt.
4.3
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei auf das Gutachten von Dr. Z._ abzustellen, da dieses schlüssig, widerspruchsfrei und nachvollziehbar sei (Urk. 7).
Dr. Z._ führte in seinem Gutachten vom 7. Januar 2016 aus, der Beschwer
deführer leide nach wie vor unter einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F 32.11) sowie einem lumbo-spondylogenen und cervico-cephalen Schmerzsyndrom. Er sei lediglich zu 43 % arbeitsfähig (Urk. 8/1 S. 7-9).
Bei der Begutachtung durch Dr. Z._ fungierte die Tochter des Beschwerde
führers als Dolmetscherin (Urk. 8/1 S. 1). Gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung sowie den Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten gilt die Regel, dass das Gespräch zwischen psychiatrischen Sachverständigen und zu untersuchenden Personen nicht von einem Familienmitglied übersetzt werden soll. Dies deckt sich mit der einhelligen medizinischen und juristischen Lehre. Angehörige eignen sich nicht als Dolmetscher, weil sie infolge mangelnder Distanz zum Exploranden und Zwang zu „familienrollenkonformem“ Verhalten befangen sind. Erwachsene Kinder lassen denn auch meist eine eindeutige Par
tei
nahme für ihre Eltern erkennen. Sie bieten nicht Gewähr für eine neutrale, vollständige und wahrheitsgemässe Übersetzung. Deshalb schliessen Rechtspre
chung, Begutachtungsleitlinien und Lehre den Beizug Angehöriger zur Über
setzung des psychiatrischen Begutachtungsgesprächs prinzipiell aus (BGE 140 V 260 E. 3.2-3.3).
Zwar ist ein Gutachten, das entgegen dieser Regel unter Beizug eines Fami
lien
angehörigen erstellt wurde, nicht in jedem Fall unverwertbar (vgl. BGE 140 V 260 E. 3.3.3). Vorliegend ist indes zu berücksichtigen, dass das Verhältnis zwischen der Tochter und dem Beschwerdeführer in der Vergangenheit erheb
lichen Spannungen unterlag (Urk. 8/1 S. 4, Urk. 6/94 S. 59) und zu psycho
sozialen Belastungssituationen führte. Aus diesem Grund kann die Tochter nicht als unbefangen angesehen werden, was erhebliche Zweifel an den Schluss
folgerungen des Gutachtens aufkommen lässt.
Das Gutachten von Dr. Z._ vermag indes auch aus anderen Gründen nicht zu überzeugen. So führte er in seinem Bericht aus, es seien mit dem Beschwer
deführer zwei Untersuchungstermine vereinbart worden. Zum zweiten Termin sei dieser jedoch nicht erschienen. Ein Ersatztermin habe nicht gefunden werden können, weil der Beschwerdeführer in die Türkei gereist sei (Urk. 8/1 S. 1). Dr. Z._ konnte demnach die am zweiten Termin geplanten Untersuchungen nicht vornehmen. Sein Gutachten stützt sich damit offensichtlich auf eine unvoll
ständige Befunderhebung. Bereits aus diesem Grund vermag es nicht zu überzeugen. Hinzu kommt, dass er in seinem Bericht grösstenteils subjektive Befindlichkeiten des Beschwerdeführers auflistete. Selbst unter dem Titel „klini
sche Befunde“ verwies er auf Aussagen des Beschwerdeführers statt objek
tive Wahrnehmungen wiederzugeben. Den Umstand, dass der Beschwerdeführer im Gegensatz zum Gutachten aus dem Jahr 2011 angab, er habe einige Kollegen (Urk. 8/1 S. 5), würdigte er nicht. Auch liess er unberücksichtigt, dass der Beschwerdeführer gemäss Angaben des behandelnden Psychiaters unter keinen Konzentrationsstörungen mehr leidet (Urk. 6/148 S. 5). Aus diesen Gründen sind seine Schlussfolgerungen weder überzeugend noch nachvollziehbar. Auch die von ihm geäusserte Kritik an der Einschätzung des RAD-Arztes geht fehl. Er erwähnte bloss, er könne dessen Ansicht nicht folgen, die aktuelle Unter
su
chung zeichne ein völlig anderes Bild (Urk. 8/1 S. 9). Er setzte sich jedoch weder sachlich mit der Einschätzung von Dr. A._ auseinander noch legte er dar, inwiefern sich die von ihm erhobenen Befunde von denjenigen in der RAD-Untersuchung unterscheiden. Daher kann entgegen der Ansicht des Beschwer
deführers nicht auf das Gutachten von Dr. Z._ abgestellt werden.
4.4
Nach dem Gesagten ist auf die Einschätzung der RAD-Ärzte abzustellen. Sie tätigten umfassende und allseitige Untersuchungen, berücksichtigten die ge
klag
ten Beschwerden und setzten sich mit den medizinischen Vorakten aus
ein
ander. Ihre Beurteilungen erfüllen die Kriterien, die an beweiskräftige medizi
nische Berichte gestellt werden, weshalb auf diese abgestellt werden kann. Damit steht fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht verbessert hat, weshalb ein Revisionsgrund zu bejahen ist. Es kann daher offen bleiben, ob auch die Arbeitsaufnahme des Beschwer
deführers einen Revisionsgrund darstellen würde.
4.5
Gestützt auf die Beurteilung der RAD-Ärzte ist von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen. Weitere medizinische Abklä
rungen sind vor dem Hintergrund, dass keine Zweifel an der Schlüssigkeit der Berichte bestehen, nicht notwendig. Entgegen der Ansicht des Beschwerde
füh
rers erübrigt sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens mit einer Indikatorenprüfung, da beim Beschwerdeführer weder eine somatoforme Schmerzstörung noch ein anderes, damit vergleichbares Leiden vorliegt.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander geg
en
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die ver
si
cherte Person im relevanten Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Die Ermittlung des Valideneinkommens muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen auszugehen, das vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E. 3.2.2). Dies setzt freilich voraus, dass die versicherte Person noch am entsprechenden Arbeitsplatz beschäftigt wäre. Falls sie unabhängig von ihren gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr an der gleichen Arbeitsstelle tätig wäre – beispielsweise wegen Stellenabbau aus struk
turellen Gründen -, kann der vor Eintritt der Invalidität konkret bezogene Lohn nicht mehr zur Bestimmung des Valideneinkommens herangezogen werden. In einem solchen Fall ist danach zu fragen, welche Tätigkeit eine versicherte Person im Gesundheitsfall ausüben würde und welches Salär sie damit erzielen könnte. Hiezu kann auf lohnstatistische Angaben zurückgegriffen und ein Tabellenlohn herangezogen werden (vgl. dazu Urteile des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts vom 19. April 2006, I 175/06, E. 3 und vom 15. April 2003, I
1/03, E. 4.3).
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer über keine A
usbildung verfügt. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete er als Produktionsmit
arbeiter und erzielte in den Jahren 2000-2003 ein durchschnittliches Jahres
einkommen von rund Fr. 57‘673.-- ([Fr. 53‘940.-- + Fr. 56‘565.-- + Fr. 59‘732
.
-- + Fr. 1‘222.-- + Fr. 59‘234.--] / 4). A
ngepasst an die Entwicklung der Nominal
löhne für männliche Arbeitskräfte von
1‘958
Punkten im Jahr 20
03
auf 2‘2
39
Punkte im Jahr 201
6
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeits
kosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt dies ein Jahreseinkommen von rund
Fr. 65‘950
.--. Damit ist dem Einkommensvergleich ein Validenein
kommen in dieser Höhe zugrundezulegen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
aus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffent
lichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Das Abstellen auf die Lohnstatistik erfolgt bloss
subsidiär, das heisst
diese darf nur beigezogen werden
, wenn eine Ermittlung des Inva
lideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das ent
sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichs
ein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Der Beschwerdeführer ist lediglich teilzeiterwerbstätig (Urk. 6/134) und schöpft daher seine Resterwerbsfähigkeit nicht aus. Für die Bestimmung des Invaliden
einkommens ist daher ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Angesichts
der fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers und vor dem Hintergrund, das
s Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die
dem medizinischen Zumutbarkeit
sprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist auf den bran
chenunabhängigen Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert), Kompetenzniveau 1, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 5‘210.-- auszugehen (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenz
niveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwick
lung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘2
39
Punkte im Jahr 201
6
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne, Erwerbseinkommen und
Arbeitskosten“ publizierten Lohnentwicklungsdaten) ergibt dies bei einem Be
schäf
tigungsgrad von
100
%, welcher dem Beschwerdeführer zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
66‘696
.-- (Fr. 5‘210.- / 40 x 41,7 x 12 / 2‘188 x 2‘2
39).
Unter Berücksichtigung eines grosszügig bemessenen Leidensabzugs von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘027.-- (Fr. 66‘696.-- x 0.9).
5.4
Be
i einem solchermassen ermittelten Invalideneinkommen von Fr.
60‘027.--
resul
tiert im Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 65‘950.--
eine Erwerbs
einbusse von Fr.
5‘923
.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund
9
% entspricht. Die angefochtene Verfügung ist im Resultat nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragt, es seien ihm von der Beschwerdegegnerin die Kosten für das Privatgutachten von Dr. Z._ zu erstatten (Urk. 7 S. 2).
6.2
Die angefochtene Verfügung datiert vom 21. Oktober 2016 (Urk. 2). Den Antrag, es seien ihm die Kosten für das Privatgutachten zu erstatten, stellte der Beschwerdeführer indes erst am 24. Januar 2017 (Urk. 7), nach Ablauf der Beschwerdefrist. Bereits aus diesem Grund kann ihm nicht stattgegeben werden.
Selbst wenn er jedoch rechtzeitig gestellt worden wäre, würde dies vorliegend nichts ändern. Der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die psychischen Ein
schränkungen war aufgrund des RAD-Untersuchs bereits genügend abgeklärt. Der Expertise von Dr. Z._ kommt keine massgebende Bedeutung zu. Sie war weder für die Entscheidfindung notwendig, noch konnte das hiesige Gericht da
rauf abstellen. Dementsprechend besteht auch aus diesem Grund kein Anspruch auf die Vergütung der Kosten des Gutachtens (BGE 115 V 62 E. 5).
6.3
D
ie Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1‘0
00.-- festzulegen und ausgangs
ge
mäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).