Decision ID: 86c74718-c37b-4b04-8ddc-e4dcf1d30bdc
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969
,
war als Bau
fach
arbeiter
für die
Y._
AG tätig
und als solcher bei der Suva
obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
Am
7.
Mai 2004 erlitt er bei einem Unfall eine distale Ruptur
der Sehne
des
Musculus
biceps
brachii
rechts (
Urk. 8/II/8,
Urk.
8/II/14).
Die Suva erbrachte die gesetzliche
n Leistungen.
1.2
Der Versicherte war weiterhin
bei der
Y._
AG
angestellt
und bei der Suva versichert
. Ausserdem war er im Nebenerwerb als Hauswart für verschie
dene Arbeitgeber tätig (Urk. 8/I/164/1-2, Urk. 8/I/164/5-8).
Am
23.
September 2014
hatte der Versicherte
auf einer Baustelle
einen weiteren Unfall, bei dem
ein schweres Türrahmenelement gegen seinen linken Arm prallte (
Urk.
8/I/2)
, wodurch er
einen
ossären
Ausriss der distalen
Bicepssehne
links
erlitt
(Urk. 8/I/16/1)
. Er
wurde
gleichentags im Stadtspital
Z._
behandelt
(Urk. 8/I/15)
; a
m
2
6.
September 2014
erfolgte die operative Versorgung mit
Refi
xation
der distalen
Bicepssehne
(Urk. 8/I/28
). Es persistierte ein
neuropathisches Schmerzsyndrom
am linken Vorderarm
(Urk. 8/I/44
/2
, Urk. 8/I/65
, Urk. 8/I/120
).
Die Suva erbrachte
für die Unfallfolgen
die gesetzlichen Leistungen.
Am 13. Mai 2016 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, statt, der ge
mäss dem Bericht gleichen Datums auf eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit schloss
und die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädi
gung verneinte
(Urk. 8/I/126).
Mit Schreiben vom
9.
März 2017 teilte die Suva dem Versicherten die Einstellung der Heilkosten- und Taggeldl
eistungen per 1.
Juli 2017 mit (Urk. 8/I/173/1-2).
In der ärztlichen Beurteilung vom
9.
Februar 2017, unterzeichnet am 1
0.
Februar 2017, nahm Prof. Dr.
A._
zur Arbeitsfähig
keit in den Nebenerwerbstätigkeiten Stellung (Urk. 8/I/167).
Mit Verfügung vom 22. März 2017 sprach die Suva dem Versicherten
ab dem 1. Juli 2017
eine Inva
lidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 2
4
% zu. Einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte sie (Urk. 8/I/176). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben v
om 8.
Mai 2017 Einsprache (Urk.
8/I/188)
. Die Suva holte daraufhin die Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
vom 11.
Februar 2018 (Urk. 8/I/197/2)
und den Bericht der Kli
nik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsspitals
C._
vom
7.
April 2016 (Urk. 8/I/198) ein
.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2018 wies
die Suva die Einsprache ab (Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
9.
April
2018
Beschwerde und beantragte,
der
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2018 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auszu
richten
(Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
2. Mai 2018
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
S.
2)
. Die Parteien hiel
ten im weiteren Schriftenwechsel (
Replik vom 10. September 2018, Urk. 13 S. 2; Duplik vom
3.
Oktober 2018, Urk. 17) an ihren Anträgen fest. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2019 beantragte der
Beschwerdeführer
, es seien
von
der
Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
die ihn betreffenden Akten der Invalidenversicherung
einzuholen (
Urk.
19). Mit Verfügung vom 1
7.
Oktober 2019 (
Urk.
20) wurde dem Antrag stattgegeben und es wurden die Akten der Eid
genössischen Invalidenversicherung in Sachen des
Beschwerdeführer
s von der IV-Stelle eingeholt (
Urk.
21/1-92).
Dazu nahm der
Beschwerdeführer
mit Eing
abe vom 2.
Dezember 2019 (
Urk.
24)
Stellung. Hierzu äusserte sich
die
Beschwerde
gegnerin
mit Eingabe vom 19
.
Dezember 2019 (
Urk.
26),
was
dem
Beschwerde
führer
am
3.
Januar 2020
(Urk. 27)
zur Kenntnis gebracht wurde.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
3.
September 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 UVG werden
soweit das Gesetz nichts
Anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG nebst dem Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähn
lichen Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) vo
raus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein na
türlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht.
2.2
2.2.1
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nic
ht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper
li
che oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass a
uch die eingetre
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemei
nen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetre
tenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis
allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die
Adäquanz hat hier gegenüber dem natü
rlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.2.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
;
SVR
1999
UV
Nr. 10 E. 2).
2.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
2.4
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf
den Stand
punkt,
es sei auf das
Zumutbarkeitsprofil gemäss den
kreisärztlichen Bericht
e
n
von Prof. Dr.
A._
vom 1
3.
Mai 2016 und 1
0.
Februar 2017 sowie
der
Stellung
nahme
von
Dr.
B._
vom 1
1.
Februar 2018
abzustellen, das auch für die Nebenerwerbstätigkeiten mit einem Pensum von zirka 10 Stunden pro Woche gelte. Allfällige Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund von psychischen Problemen seien nicht adäquat kausal
zum Unfallereignis vom 23. September 2014 und daher nicht zu berücksichtigen. Das
Valideneinkommen
von insgesamt Fr. 104'938.-- ergebe sich aus dem Verdienst der Hauptbeschäftigung von Fr. 90'180.-- und dem Einkommen aus Nebenbeschäftigung von Fr. 14'758.--. Das Invalideneinkommen von
insgesamt Fr.
79'470.-- setze sich zusammen aus
Fr.
67'326.-- gemäss dem Durchschnittseinkommen nach den fünf
zumutbaren
Arbeitsplätzen
aus der
Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP)
und
aus
Fr.
12'144.--
gemäss dem Durchschnittslohn
nach der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS)
unter Berücksichtigung des maximalen leidensbedingten Abzuges von 25
%
.
Mit diesen Validen- und Invalideneinkom
men resultiere ein Invaliditätsgrad von 24
%
. Ein Anspruch de
s
Beschwerdefüh
rer
s
auf eine Integritätsentschädigung sei gestützt auf die Beurteilungen von Prof.
Dr.
A._
vom 1
3.
Mai 2016 und von
Dr.
B._
vom 1
1.
Februar 2018, wo
nach die Einschränkungen oder Arthrosen an Ellbogen, Handgelenk und Schulter links und rechts die Werte nach der Suva-Feinrastertabelle 1 und 2 nicht errei
chen würden, zu verneinen.
In Anwendung von
Art.
21 UVG würden dem Be
schwerdeführer
zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit
Heilkosten
gemäss der Einschätzung von
Dr.
B._
zugesprochen,
und zwar eine TENS-Behandlung, zwei bis drei Serien Physiotherapie pro Jahr sowie Schmer
z
mittel und Magenschutz
(Urk. 2 S.
4
f
f.).
Zu den beigezogenen Akten der Invalidenversicherung erklärte die
Beschwerde
gegnerin
, es gehe daraus und insbesondere aus dem interdisziplinären Gutachten de
s
Z
en
t
r
ums
D._
vom 22.
Juli 2019 klar hervor, dass der
Beschwerdeführer
an zahlreichen unfallfremden Degenera
tionen leide, zum Beispiel einer Diskushernie L4/5 etc., welche seine Arbeitsfä
higkeit einschränke, für die sie als Unfall- und Kausalversicherung nicht einzu
stehen habe.
So würden denn auch der orthopädische und der neurologische Ex
perte ausführen, dass dem
Beschwerdeführer
wegen der Unfallfolgen bereits ab dem
1.
April 2015 wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepass
ten Tätigkeit zumutbar gewesen sei
. Es bestehe daher keine Veranlassung
,
von ihrem Standpunkt abzuweichen
(
Urk.
26).
3.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
auf
die Zumutbarkeitsbeurteilung von Prof.
Dr.
A._
vom 1
3.
Mai 2016
könne nicht abgestellt werden. Denn diese be
rücksichtige
die Folgen des Unfalls im Jahr 2004 an der rechten oberen Extremität
nicht
. Die summarische Beurteilung der Anästhesi
ologin Dr.
B._
vom 1
1.
Februar 2018 ändere daran nichts.
Denn diese sei nicht schlüssig, da gemäss kreisärztlicher Beurteilung von Prof.
Dr.
A._
nicht die Beweglichkeit, sondern die Belastbarkeit entscheidend sei.
Auch der Umstand, dass er nach der ersten
Bizepssehnenverletzung
rechts (im Jahr
2004) weiterhin als Bauarbeiter tätig ge
wesen sei, ändere daran nichts. D
enn
als Rechtshänder
habe er
bis zum zweiten Unfall stets mit dem linken Arm die Einschränkungen des rechten Arms kompen
sieren können.
Es liege somit keine rechtsgenügende Gesamtbeurteilung der bei
den Unfälle hinsichtlich Zumutbarkeit und Integritätseinbusse vor. Aufgrund der neurologischen Beurteilung von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
8/I/120), wonach unver
ändert ein chronisches neuro
path
isches Schmerz- und sensibles Ausfallssyndrom im Versorgungsbereich des
Nervus
cu
t
aneus
antebrachii
lateralis
links bestehe,
bleibe es dabei, dass eine sig
nifikante Einschränkung gegeben sei und nur wenige Arbeiten ohne wesentliche körperliche Belastung in Frage kämen. Zudem
ergebe sich aus dem Bericht des Instituts für Anästhesiologie des
C._
vom 1
2.
April 2016 die Diagnose einer de
pressiven Episode, gegenwärtig mittelgradig (Urk. 8/I/118).
Auch sei nicht rechts
genügend erstellt, dass mit den Unfallfolgen ein Nebenerwerb zumutbar sei. So sei d
ie kreisärztliche Erweiterung der Zumutbarkeitsbeurteilung auf die Nebener
werbstätigkeit unbegründet, da Wischen (ohne Wischwagen) und Rasenmähen keine leichten Arbeiten und zudem repetitive und vibrationsbelast
ende
Arbeiten seien.
Beim Einkommensvergleich sei das Invalideneinkommen nicht aufgrund der DAP-Löhne, sondern aufgrund der LSE unter Berücksichtigung eine
s
Abzuges von 25
% zu bestimmen
, und betrage höchstens
Fr.
50'000.--
.
Denn aus den Ak
ten
seien
die konkreten Arbeitsplatzanforderungen
der DAP-Löhne
nicht
hervor
gegangen
.
Erstmals sei ihm die betreffend Urkunde 156 in der Aktenzustellung vom
5.
März 2018, mithin nach Erlass des
Einspracheentscheides
zugegangen.
Die
im
Einspracheentscheid
zitierte
Urkunde 169 (Urk. 8/I/169)
dagegen
umfasse nur eine einzige Seite, so dass die DAP-Anforderungsprofile nicht überprüfbar
gewesen seien
.
Die ausgewählten DAP-Arbeitsplätze seien ihm zudem nicht zu
mutbar. Es handle sich dabei mehrheitlich um repetitive und beidhändig zu ver
richtende Tätigkeiten, so DAP 6125, DAP 5504 und DAP 4250, bei welchen In
dustriearbeitsplätze flinkes und repetitives Arbeiten gefordert werde.
Das Heran
ziehen des DAP-Einkommens
in Höhe eines LSE-Einkommens ohne Leidensabzug
im Haupterwerb
sei
überdies
widersprüchlich, da
die
Beschwerdegegnerin
beim Einkommen aus Nebenerwerb gemäss LSE erklärtermassen aufgrund der Ein
schränkungen ein
en
Abzug von 25
%
als sachgerecht bezeichnet habe. Die
Be
schwerdegegnerin
habe damit das Invalideneinkommen auf willkürliche Weise zu seinem Nachteil berechnet. Des Weiteren
liege keine rechtsgenügende Ermittlung des Integritätsschadens vor. Denn die Suva-Feinrastertabellen würden
nicht alle denkbaren Schädigungen enthalten. Es sei im vorliegenden Fall vom Totalwert auszugehen und der Integritätsschaden zu schätzen. Zudem sei der Vorunfall des Jahres 2004 nicht berücksichtigt worden.
Ferner
habe die
Beschwerdegegnerin
sein
rechtliche
s
Gehör verletzt, indem sie ihm die Stellungnahme von Dr.
B._
vom 11. Februar 2018 (Urk. 8/I/197/2) und den Bericht des
C._
vom 7. April 2016 (Urk. 8/I/198) nicht vor Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheid
s
vom 2
1.
Februar 2018 zugestellt habe.
Sein Anspruch auf rechtliches Gehör habe die
Beschwerdegegnerin
auch dadurch grob verletzt, dass die
ihm
nach Erlass der Verfügung vom 2
2.
März 2017 zugestellten
Akten die Urkunde 156 mit den
DAP-
Anforderungsprofilen (
Urk.
8/I
7
156) nicht enthalten hätten
, was allein schon zur Aufhebung des
Einspracheentscheides
führe
. Offensichtlich habe die
Beschwerdegegnerin
die Urkunde 156, welche
sich
nunmehr versteckt zwischen den Urkunden 134 und 135
befinde,
erst im Nach
hinein in die Akten aufgenommen.
Erstmals sei ihm diese Urkunde in der Akten
zustellung vom
5.
März 2018, mithin nach Erlass des
Einspracheentscheides
zu
gegangen. Da sie zwischen den Urkunden 134 und 135 versteckt gewesen sei und für die Vorbereitung der Beschwerde nur noch die fehlenden (fortlaufenden) Ur
kunden 181 bis 200 gedruckt
sowie im Papierdossier des Rechtsvertreters
abgelegt worden seien, sei sie nicht erkennbar gewesen.
Die von der
Beschwerdegegnerin
praktizierte Aktenführung sei in höchstem Mass unsorgfältig und verletze
Art.
46 ATSG. Es gehe nicht an, den Versicherten damit in ein Beschwerdeverfahren zu zwingen
. Insbesondere auch zusammen mit der ersten Gehörsverletzung sei das seitens der
Beschwerdegegnerin
praktizierte Verfahren unfair und verdiene kei
nen Rechtsschutz, eine Heilungsmöglichkeit in diesem Beschwerdeverfahren ent
falle
(Urk. 1 S. 4 ff., Urk. 13 S.
2 ff.
)
Zu den Akten der Invalidenversicherung bringt der
Beschwerdeführer
vor, gemäss dem neurologischen Teilgutachten des
D._
-Gutachtens vom 2
2.
Juli 2019 er
gebe sich aufgrund
der diagnostizierten Neuropathie des
Nervus
cutan
e
us
ante
brachii
links respektive aufgrund der Beschwerden an der linken oberen Extre
mität
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in ein
er leidensangepassten Tätigkeit, beziehungs
weise eine maximale Präsenz von 8,5 Stunden mit einer Leistungseinschränkung
von 20
%
,
wobei die Arbeitsfähigkeit keine Änderung seit dem Unfallgeschehen 2014 erfahren habe. Damit sei erstellt, dass er infolge der unfallkausalen Be
sch
w
er
d
en an der linken oberen Extremität lediglich zu 80
%
in einer leidensan
passten Tätigkeit arbeiten könne
(
Urk.
19 S. 2
, Urk. 24 S. 2
).
3.3
3.3.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat anerkannt, dass sie
für die gesundheitlichen Folgen der Unfälle vom
7.
Mai 2004 und 2
3.
September 2014 am rechten und linken
Oberarm im
Ellbogen
bereich
grundsätzlich leistungspflichtig ist.
Unstrittig
ist ausserdem, dass die
Beschwerdegegnerin
die
Taggeldleistungen per
1.
Juli 2017
einstellte
(
Urk.
8/I/173/1-2)
und den
Rentenanspruch prüfte (
vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG), nachdem der Kreisarzt
P
rof. Dr.
A._
gemäss seinem Bericht zur Ab
schlussuntersuchung vom
1
3.
Mai 2016
mehr al
s ein
einhalb
Jahr
e
nach der letzten Ope
ration
am linken Arm
vom
26
.
September 2014 (Urk. 8/I
/
28
)
den medizinischen Endzustand
festgestellt hatte (Urk. 8/I/
126/4).
Nicht mehr strittig ist sodann der Anspruch auf Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente gemäss
Art.
21 UVG.
3.3.2
Strittig und zu prüfen
ist, ob die
Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
zu Recht eine Rente
ab dem
1.
Juli 2017 mit einem Invaliditätsgrad von 24
%
zuge
sprochen und den
Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung
verneint hat.
4.
4.1
Die Rüge des
Beschwerdeführer
s, sein Anspruch auf
rechtlich
es Gehör sei verletzt worden, da ihm vor
Erlass
des angefochtenen
Einspracheentscheides
die Stellung
nahme von Dr.
B._
vom 11. Febru
ar 2018 (Urk. 8/I/197/2) und der
Bericht des
C._
vom 7. April 2016 (Urk. 8/I/198)
sowie die
entscheidrelevanten
DAP
-
Anforderungsprofile
(Urk. 8/I/156)
nicht vorgelegt worden seien, ist formeller Na
tur und führt
-
gegebenenfalls
-
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des an
gefochtenen
Einspracheentscheids
(vgl.
BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Zum Anspruch auf rechtliches Gehör
(
Art.
42 ATSG,
Art.
57a
Abs.
1 IVG,
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung,
BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a)
gehört auch das Recht der Partei sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent
scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflus
sen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.2
Bei den betreffenden Akten
(
Stellungnahme von Dr.
B._
vom 11. Febru
ar 2018,
Be
richt des
C._
vom 7. April 2016,
DAP-Anforderungsprofile
) handelt es sich um Beweismittel, welche dem
Beschwerdeführer
grundsätzlich vor Erlass des
Einspracheentscheides
hätten vorgelegt werden müssen. Insbesondere die DAP-Anforderungsprofile waren für den angefochtenen
Einspracheentscheid
massge
blich.
Ausserdem hat die versicherte Person rechtsprechungsgemäss allfällige Einwendungen bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der von der Suva für die Invaliditätsbemessung herangezogenen
DAP
-Profile grund
sätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einsprache
entscheid
damit auseinandersetzen kann (BGE 139 V 592 E. 6.3).
Die
Beschwerdegegnerin
hat nicht respektive ohne weitere Ausführungen und damit
unsubstantiiert
bestritten
(
Urk.
17 S. 2)
, dass die DAP-Anforderungsprofile erst nachträglich, mithin nach Erlass des angefochtenen Entscheides in das Ak
tendossier aufgenommen und dem
Beschwerdeführer
zur Einsicht vorgelegt wur
de
n
.
Es ist
daher nicht auszuschliessen
, dass der
Beschwerdeführer
nicht nur zur Stellungnahme von Dr.
B._
vom 11. Februar 2018 und dem Bericht des
C._
vom 7. April 2016, sondern auch zu den DAP-Anforderungsprofilen
, welche sich nunmehr
unter
Urk.
8/I/156
im Dossier
der
Beschwerdegegnerin
befinden
,
im
Einspracheverfahren
nicht angehört wurde.
Dies stellt eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs
respektive des Rechts auf Akteneinsicht
dar
.
4.3
Ob diese Verletzung ausnahmsweise, namentlich aus prozessökonomischen Grün
den, als geheilt gelten kann, so dass von einer Aufhebung des
Einspracheent
scheid
aus formalen Gründen und von einer Rückweisung an die
Beschwerdegeg
nerin
abgesehen werden k
önnte (vgl. dazu BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis)
, kann hier
offen bleiben
,
wi
e sich aus dem Folgenden ergibt.
5.
5.1
In Bezug auf
den Invaliditätsgrad respektive die Rentenhöhe
ab Juli 2017 ist zu Recht unstrittig, dass der
Beschwerdeführer
als Folge der Verletzung am rechten Ellbogen mit
ossärem
Ausriss der
distale
n
Bizepssehne
(Urk. 8/I/16/1)
in der an
gestammten
schweren
Tätigkeit als Baufacharbeiter
respektive Schaler
nicht mehr arbeitsfähig ist (Urk. 8/I/126/4, Urk.
21/185/68
).
Zu klären bleibt die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Juli 2017.
5.2
5.2.1
Hierzu
hat
der Kreisarzt Prof.
Dr.
A._
im Bericht vom 1
3.
Mai 2016
ausgeführt,
es hätten sich bei der gleichentags durchgeführten Untersuchung reizlose Nar
benverhältnisse am linken Ellbogen sowie eine minime Bewegungseinschränkung des linken Ellbogens in Extension gezeigt. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könnten leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten ganztags bewältigt werden. Repetitive Belastungen, Stoss- und Vibrationsbelastungen der linken oberen Ext
remität seien aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen
. Als Diagnosen führte der Kreisarzt einen Zustand nach
Reinsertion
der distalen
Bizepssehne
links, Opera
tion vom 26. September 2014 und ein neuropathisches Schmerz- und sensibles Ausfallssyndrom im Versorgungsbereich de
Nervus
cutaneus
antebrachii
lateralis
links auf (Urk. 8/I/126/4).
In der kreisärztlichen Beurteilung vom
9.
Februar 2017 erklärte Prof.
Dr.
A._
ausserdem, eine Nebenerwerbstätigkeit mit zeitlichem Umfang von neun bis elf Stunden sei neben einer regulären Arbeitszeit von 40,5 Stunden zumutbar, so
lange
sie die im Bericht vom 13.
Mai 2016 festgehalten
en
qualitativen Einschrän
kungen nicht tangiere (Urk. 8/I/167/1).
Die Anästhesiologin
Dr.
B._
von der Versicherungsmedizin der Suva er
gänzte in ihrer Stellungnahme
vom
1
1.
Februar 2018, die Beweglichkeit des rech
ten Armes sei in den medizinischen Berichten und auch in der Kreisarztuntersu
chung vom 1
3.
Mai 2016 als unauffällig beschrieben worden. Daher ändere sich
das Zumutbarkeitsprofil vom 13.
Mai 2016 nicht (Urk. 8/I/197/2).
5.2.2
D
em
von der IV-Stelle eingeholten
D._
-Gutachten vom 2
2.
Juli 2019 ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
im April und Mai 2019 aus orthopädisch-
traumatologischer
, internistischer, neurologischer und neuropsychologischer Sicht untersucht wurde
(
Urk.
21/185/3)
.
Eine psychiatrische Begutachtung sei nicht durchgeführt worden. Relevante Persönlichkeitsaspekte hätten im Rahmen der Fachgutachten nicht festgestellt werden können (
Urk.
21/185/8).
Die Gutach
ter schlossen aus interdisziplinärer Sicht auf die folgenden Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Chronische Schmerzen im linken Ellenbogen
gelenk nach operativer Behandlung eines distalen
Bizepssehnenrisses
ohne zu objektivierende Funktionseinschränkungen; chronisches
l
umbospondylogenes Schmerzsyndrom
mit/nach Status
nach
Operation L4/5 mit
Spondylodese
, persis
tierender Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule, ohne neurologische Ausfälle und ohne
radikuläre
od
er
pseudoradikuläre
Symptomatik; Neuropathie des
Nervus
cutaneus
antebrachii
lateralis
links; Residualsyndrom nach Wurzellä
sion L5 links; leichte bis mittelschwere kognitive Störung multifaktorieller Ätio
logie (ICD-10 F
06.7). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie den Status nach distaler
Bizepssehnenruptur
rechts 2004, konser
vativ behandelt
, den Status nach
Leistenhernienoperation
rechts 2010 ohne Be
schwerden, eine Adipositas
Grad I mit BMI von 34
kg/m
2
und eine Hypercholes
terinanämie mit/bei medikamentös zufriedenstellend eingestellter arterieller Hy
pertension
(Urk. 21/185/7-8).
Aus orthopädisch
-
traumatologischer
Sicht
wurde zu den funktionellen Auswir
kungen der Befunde und Diagnosen ausgeführt,
eine adaptierte Tätigkeit sei dem
Beschwerdeführer
drei Monate nach der Operation (vom 2
6.
September 2014), mithin ab dem
1.
Januar 2015, gestützt auf den Bericht des Stadtspitals
Z._
vom 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
8/I/31), in welchem ein gutes (postoperatives) Resultat und eine Besserung der postoperativ festgestellten Nervenirritation berichtet wor
den sei, in einem 50%igen-Pensum möglich gewesen. Eine Arbeitsfähigkeit in einem Pensum von 100
%
in einer adaptierten Tätigkeit sei ab dem
1.
April 2015 wieder anzunehmen.
Im weiteren Verlauf seien zunehmend Schmerzen im Be
reich der Lendenwirbelsäule (LWS) in den Vordergrund getreten. Nach Durchfüh
rung der Operation der LWS vom 1
7.
Mai 2018 habe eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit, auch in adaptierten Tätigkeiten, ab dem 1. November 2018 von 50
%
und ab dem
1.
Februar 2019 von
10
0
%
bestanden (
Urk.
21/185/8).
In diesem Umfang sei der
Beschwerdeführer
in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit zu Positionswechseln, ohne Gerüst- und Leitertä
tigkeiten, ohne permanente Überkopfarbeiten, ohne Zwangshaltungen für die oberen Extremitäten und ohne Zwangshaltungen für die Wirbelsäule
auszuüben
(Urk. 21/185/9).
Aus neurologischer Sicht seien wesentliche Ausfälle nicht zu objektivieren, die arbeitsrelevanten Einschränkungen seien vor allem schmerzbedingt. Die Leis
tungsfähigkeit sei wegen der neuropathisc
hen Schmerzen um 20
%
reduziert. Dies beziehe sich
- in Ergänzung zum orthopädisch-
traumatologischen
Belastungs
profil -
auf leichte körperliche Tätigkeiten ohne gleichförmige repetitive Bewe
gungen des linken Armes und ohne Vibrations- oder Stossbelastungen für den linken Arm
(
Urk.
21/185/8
-9
).
Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für serielle Routinearbei
ten mit wenig Anspruch auf eine selbständige Planungs- und Organisationsfä
higkeit, ohne Zeitdruck und - aufgrund der Schmerzsymptomatik - mit der Mög
lichkeit zu Pausen ebenfalls auf 80
%
bei ganztägiger Arbeitsanwesenheit ge
schätzt worden (
Urk.
21/185/8).
Insgesamt schlossen die Gutachter
aus interdisziplinärer Sicht
auf eine Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 80 %. Im zeitlichen Verlauf erklärten sie indes, ab dem
1.
Januar 2015 habe eine solche von 50
%
und ab dem 1 April 2015 von 100
%
bestanden. Zufolge von Schmerzen im Bereich der
LWS
mit anschliessender Operation am 17. Mai 2018 sei von einer Arbeitsunfä
higkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem 1
7.
Mai 2018 von 100
%
, ab dem 1. November 2018 von 50
%
und ab dem
1.
Februar 2019 von 80
%
auszu
gehen (Urk. 21/185/11).
5.3
5.3.1
Bei
vorliegender
Aktenlage
kann entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht abschliessend auf die kreisärztlichen Einschätzungen von Prof.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
abgestellt werden. Denn
die Beschwerden des
Beschwerdeführer
s am linken Arm sind auch
und vor allem
neuropathisch
bedingt und betreffen
damit insbesondere das neurologische Fachgebiet.
Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus neurologischer Sicht ab Juli 2017 lag beim Erlass des
Einspracheentscheides
vom 2
1.
Februar
2018 (
Urk.
2)
indes nicht vor.
Hierzu genügt auch die Einschätzung der Anästhesiologin Dr.
B._
vom 11. Februar 2018 (
Urk.
8/I/197/2) nicht, zumal sie darin lediglich zu den Beschwerden am rechten Arm Stellung nimmt. Zuletzt
hatte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, im Bericht vom
2
1.
April 2016 aus neurologischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit führte er indes ledig
lich aus, dass für andere Arbeiten (als jene als Maurer) auf dem allgemeinen Ar
beitsmarkt
eine signifikante Einschränkung bestehe. Es würden angesichts der Ausbildung des
Beschwerdeführer
s (
Anlehre
als Maurer) vermutlich wenige, al
lenfalls zumutbare Arbeiten (Arbeiten ohne wesentliche körperliche Belastung) in Betracht fallen (Urk. 8/I/120/2). Eine Aussage zum Umfang der
(
Einschränkung der
)
Arbeitsfähigkeit ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Die Einschätzung von Prof.
Dr.
A._
gemäss dessen Berichten vom 1
3.
Mai 2016 (
Urk.
8/I/126/4
) und vom
9. Februar 2017
(
Urk. 8/I/167
)
sodann wurde
aus
orthopädisch-traumatolo
gischer
Sicht vorgenommen.
Mit den IV-Akten liegt
nunmehr ein Gutachten vor, welches
insbesondere
die Einschätzung von Prof.
Dr.
A._
vom 13.
Mai 2016
einer 100%igen Arbeitsfähig
keit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 8/I/126/4)
in Zweifel zu ziehen vermag.
Denn die Gutachter schlossen im Gegensatz dazu - nebst der im Ergebnis gleichlautenden neuropsychologischen Beurteilung -
insbesondere
aufgrund der neurologischen Einschätzung auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
(
Urk.
21/185/
8-11)
.
De
m neurologischen
D._
-
Teilgut
-
achten
vom 1
4.
Mai 2019
ist
hierzu
zu entnehmen
,
dass
der neurologische Gutachter
diese Arbeitsfähigkeit respektive die von ihm attestierte 20%ige Ein
schränkung in der Leistungsfähigkeit
aufgrund der neuropathischen Schmerzen im linken Arm respektive der Neuropathie des
Nervus
cutaneus
antebrachii
late
ralis
links
festsetzte
(
Urk.
21/185/67-69)
.
Die
Einschränkung
in der Arbeitsfähig
keit um 20
%
basiert
somit
auf
hier beachtliche
n
unfallbedingte
n
Verletzungsfol
gen am linken Ellbogengelenk
.
5.3.2
Zum zeitlichen Verlauf erklärte der neurologische Gutachter zudem, dass diese 80%ige Arbeitsfähigkeit seit dem Unfallgeschehen im Jahr 2014 keine Änderung erfahren habe (Urk. 21/185/69).
Zufolge dieser Einschätzung würde die Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit somit auch im hier beachtlichen Zeitraum ab J
uli 2017 nicht 100 %,
sondern 80
% betragen. Da es sich bei den Unfallfolgen am linken Arm um solche neurologischer Natur handelt,
vermag d
ie
se
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
Zweifel an der Schlüssigkeit der versi
cherungsinternen
orthopädisch-
traumatologischen
Feststellungen zu erwecken.
Daran ändert nichts, dass im
i
nterdisziplinären Teil des
D._
-
Gutachtens
zum zeitlichen Verlauf festgehalten wurde, dass
ab dem
1.
April 2015 eine 100%ige und
die 80%ige Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
a
b dem 1.
Februar 2019
, mithin nicht bereits ab September 2014,
gelte (Urk. 21/185/11). Denn diese Angabe erfolgte in zeitlicher Hinsicht
per 1. Februar 2019
ohne Be
gründung und es wurde insbesondere auch nicht erläutert, weshalb
im zeitlichen Verlauf
von der Einschätzung des neurologischen Gutachters abgewichen wurde.
Die interdisziplinäre Einschätzung erfolgte denn auch hauptsächlich in Anleh
nung an den Text des orthopädisch-
traumatologischen
Gutachters (Urk.
21/158/41
), so dass
fraglich ist, ob die neurologische Einschätzung in zeit
licher Hinsicht fachlich begründet
ist
oder irrtümlich nicht bereits ab Sept
ember 2014 respektive ab dem 1.
Januar 2015
bescheinigt
wurde.
Für die
hier massge
bliche
Zeit ab dem 1.
Juli 2017 kann somit auch nicht abschliessend auf die Ein
schätzung der
D._
-Gutachter abgestellt werden,
zumal diese unter Berücksich
tigung weiterer, nicht unfallbedingter Beeinträchtigungen vorgenommen wurde.
5.
4
Bestehen aber - wie hier - auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Die
Beschwerdegegnerin
hat
hierzu
eine ergänzende fach
ärztliche, namentlich aus neurologischer Sicht,
allenfalls interdisziplinäre Beur
teilung der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (sowohl bezüg
lich einer Vollzeitbeschäftigung als auch bezüglich e
iner darüber
hinausgehenden Nebenerwerbstätigkeit
sowie einer Integritätsen
t
schädigung
)
ab dem
1.
Juli 2017
einzuholen, sei es unter Beteiligung an allfälligen Ergänzungsfragen der IV-Stelle an die
D._
-Gutachter, sei es durch zusätzliche fachärztliche Beurteilung.
6.
Die
Beschwerde
ist somit
in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene
Ein
spracheentscheid
vom
2
1.
Februar
2018
(Urk. 2) insoweit aufzuheben ist, als er eine Rente mit einem Invaliditätsgrad von mehr als 2
4
%
und einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
verneint, und es ist die Sache an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Renten
an
spruch
ab dem
1.
Juli 2017 und den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung des Beschwerdeführers
neu verfüge.
7.
Das Verfahren ist kostenlos.
De
m
Beschwerdeführer steht
ausgangsgemäss
eine Prozessentschädigung
zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
3'0
00
.-- (inklusive Barau
slagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.