Decision ID: 141d827f-4a61-4bd9-8db9-3517e2de54fc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1993, verfügt über ein ko
gnitives Leistungspotenzial im Gr
e
nzb
e
re
ich
zur geistigen Behinderung sowie damit verbundene
Lernschwierig
keiten
(
vgl. Urk. 7/9
)
.
Vor diesem Hintergrund gewährte die
Invalidenver
siche
rung
beruflic
he Massnahmen in Form der Übernahme der Mehrkosten der erst
maligen beruflichen Ausbildung zum
Hau
s
wartpraktiker
PrA
(
Einsatzort die
Y._
,
Z._;
vgl
.
Urk. 7/31 und
Urk. 7/
39
)
,
welche Aus
bildung
X._
im Juli 2012
erfolgreich
abschloss (Urk.
7/60).
Ab 1.
Juni 2014 war er i
n seinem ehemaligen Lehrbetrieb
als Mitarbeiter Unter
halts
reinigung und Hauswartung tätig
(Urk.
7/77). Am 23.
Januar 2015 erlitt er einen Arbeitsunfall, bei welchem er sich
eine Distorsion des Sprunggelenkes am rechten Fuss
und eine Sehnenruptur
zuzog
,
aufgrund welcher
er
in der Folge
mehrheitlich
zu 100
% arbeitsunfähig geschrieben war
und
welche nach zunächst konser
va
tiver Behandlung
a
m 22.
Juli 2015
ein
en
operative
n
Eingriff notwendig
machte
(
Urk.
7/67 S.
96
)
.
Das Arbeitsv
e
rhältnis wurde per 30.
September 2015
durch die Arbeitgeberin
gekündigt (Urk.
7/77
/8
).
Die Suva leistete Taggeldz
ahlungen und erbrachte weitere Versicherungsleistungen
.
1.2
Am
13
. Januar 2016
meldete sich
X._
unter Hinweis auf d
ies
en Unfall
auch
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stel
le, zum Leis
tungsbezug an (Urk.
7/64)
. Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und zog
– in Koordination mit der Un
fallversicherung
(
vgl. etwa Urk.
7/85
) -
die Akten der
Suva bei
(Urk.
7/
67,
Urk.
7/83-84
,
Urk.
7/87)
.
Am 23.
Januar 2017
teilte die Suva der IV-Stelle g
estützt auf die
kreisärztliche
Schlussuntersuchung
v
om 16.
Januar 201
7
(Urk. 7/87/24-28)
mit, dass
dem Ver
si
cherten
die angestammte Tätigkeit als Reiniger aufgrund des erlittenen Unfalles nic
h
t mehr zumutbar sei, weshalb die IV-Stelle gebeten werde zu prüfen, welche Leistungen der Versicherte bezüglich beruflicher
Neuorientierung
erwarten könne (Urk.
7/87 S.
35). Die IV-Stelle
erteilte
daraufhin Kostengutsprache für eine Potentialabklärung vom
9. Mai bis 6.
Juni 2017
(Mitteilung vom
4.
Mai 2017, Ur
k.
7/93
) sowie für ein Arbe
itstraining vom 1. Juli bis 31.
Deze
mber 2017 (Mit
teilung vom
2
3.
Juni 2017,
Urk.
7/101
; jeweils einschliesslich Taggelder
)
, welch letztere die IV-Stelle
mit Mitteilung vom
10. Oktober 2017
per 5. Oktober 2017
wieder
auf
hob
mit der Begründung, dass das Arbeitstraining infolge gesund
heits
bedingter wie auch unentschuldigter Absenzen
- da
nicht mehr zielführend
-
abgebrochen
worden sei
. Sie verband dies mit dem Hinweis darauf, dass über den Rentenanspruch
später
separat verfügt werde
(Urk.
7/111).
Nach Einholung
eines
ergänzenden hausärztlic
hen
Berichts
(Urk.
7/115) und Beurteilung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie,
vom
Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (
RAD
;
Urk.
7/117) stellte die IV-Stelle dem Versichert
en mit Vorbescheid vom 9.
Januar 2018 die Abweisung des Leist
ungsbegehrens in Aus
sicht (Urk.
7/119). Am 1
9.
Februar 2018
verfügte sie in diesem Sinne (
Urk.
2
).
Auf ein vom Versicherten
am 1
9.
März 2018
gestelltes Wiedererwägungsgesuch
(
Urk.
7/136)
, mit welchem er - unter Hinweis darauf, dass er
bei der IV-Stelle am 1
9.
Februar 2018
rechtzeitig
Einwand erhoben
(Urk. 7/120)
und ihm diese
am 23.
Februar 201
8
eine
Frist
von 30 Tagen ab Erhalt des Schreibens zur ergän
zen
den Begründung gesetzt habe
(Urk.
7/128)
-
die A
u
fhe
b
ung der Verfügung
vom 19.
Februar 2018 beantragt hatte
,
trat die IV-Stelle am
2
0.
März 2018 nicht ein (Urk.
7/
138)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
Februar 2018 erhob der Versicherte hierorts mit Eingabe vom 2
2.
März 2018
(Urk. 1)
Beschwerde mit den Anträge
n, es sei die Verfügung vom 19.
Februar 2018 aufzuheben; die Sache sei zur Durchführung des ordentlichen Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, eventualiter sei
dem Beschwerdeführer ab dem 1.
Juli
2016 eine Rente auszurichten
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle stellte mi
t
Vernehmlassung vom
4.
Mai 2018 Antrag auf Abweis
ung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit
Replik vom
3.
August 2018
(
Urk.
9
) u
nd Duplik vom 29.
August 2018 (Urk. 11) hielten die Parteien im
W
esentlichen
an
ihren Stand
punkten fest.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer beantragt
– was vorab zu prüfen ist -
die Aufhebung der ang
ef
ochtene
n
Verf
üg
ung
bereits
aus formellen Gründen
.
Er
macht geltend,
die IV-
Stelle
habe
sein rechtlic
hes Gehör verletzt
, indem
sie
die Verfügung
vom 19.
Februar 2018
erlassen
habe
,
bevor
sie
das
Vorbescheidverfahren
(Einwand vom 1
9.
Februar 2018)
korrekt durchgeführt
habe
(U
r
k
.
1)
.
1.2
1.2.1
Im Bereich der Invalidenversicherung hat die IV-Stelle gemäss Art. 57a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels
Vorbescheid mitzu
tei
len
, wobei die versicherte Person Anspruch auf
rechtliches
Geh
ör im Sinne von Art. 42
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts
(ATSG) hat
. Gemäss
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invalidenver
siche
rung (
IVV
)
können die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
ent
schei
det die IV-Stelle mittels Verfügung, wobei sie sich darin mit den relevanten Einwänden der Parteien
zum Vorbescheid
auseinanderzusetzen hat (
vgl.
Art. 74 IVV).
1
.2
.2
Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42
(
vgl. wiederum
Art. 57a Abs. 1 Satz 2 IVG), was unter anderem das Recht der ver
sicherten Person umfasst, vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids sich zur Sache zu äussern, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn darauf abgestellt werden soll (BGE 12
7
I
54 E. 2b
mit Hinweisen).
1.
2.
3
Der Sinn und Zweck des
Vorbescheidverfahrens
besteht darin, die Akzeptanz des Entscheids bei den Versicherten zu verbessern (BGE 134 V 97 E. 2.7). Das
Vor
bescheidverfahren
geht über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch auf recht
liches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung) hinaus, indem es Ge
le
genheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Entscheid zu äussern (BGE 134 V 97 E. 2.8.2 mit Hinweisen).
2
.
2
.1
Der Beschwerdeführer
ma
c
h
t geltend, dass
ihm -
entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin, für welche diese beweispflichtig sei - der Vorbescheid vom
9.
Januar 2018 erst im Zeitraum nach dem 2
0.
Januar 2018 zugegangen
sei
.
D
er Einwand vom 19.
Februar 2018 mit gleichzeitigem Akten- und Fristerstreckungs
gesuch
sei somit
rechtzeitig erfolgt
, weshalb dessen Nichtberücksichtigung
unzu
lässig
sei
(
Urk.
9).
2
.2
Die
IV-Stelle
führt
in
ihrer Vern
e
hmlassung
aus, sie habe den
Vorbescheid
vom
9.
Januar 2018
gleichentags mit A-Post
versandt
.
M
angels gegenteiliger Hinweise in den Akten
sei daher
davon auszugehen, dass
d
er
Vorbescheid
dem Beschwer
de
führer
am 10.
Januar
2018
zugegangen sei
. Dies
gelte
um
so mehr
, als
auch
die auf gleiche Weis
e verschickte Verfügung vom 19.
Februar 2018 dem Beschwer
deführer einen Tag nach deren Versand zugestellt worden
sei
.
D
ie Frist
zur Ein
wanderhebung
sei damit
am 9
.
Februar 2018
abgelaufen
.
Daher und da die Ver
fügung bereits am 1
9.
Februar 2018 versandt worden sei, sei die Frist
a
m
23.
Febru
ar 2018
nicht mehr erstreckbar
gewesen
,
weshalb
die gewährte Erstreck
ung
fälschlicherweise erfolgt
sei
.
Da
s
Vorbescheidverfahren
sei daher
korrekt erfolgt (
Urk.
7; vgl. auch
Urk.
11).
2
.
3
Soweit der Beschwerdeführer geltend machen lässt, die Verwaltung sei für den von ihr behauptet
e
n Versand
des Vorbescheids
am
9.
Januar
bzw.
Zugang
beim Beschwerdeführer
am 10.
Januar
2018
beweispflichtig, ist
vorwegzuschicken
,
dass das Bundesgericht den Wirkungsbereich des erforderlichen vollen Beweises auf Tatsachen beschränkt
,
welche für die Re
c
htzeitigkeit im Prozess massgeben
d sind, Tatsachen somit, die ni
c
ht
für
die Massenverwaltung
von Bedeutung sind (BGE 121 V 5
). Vorliegend ist der
Zeitpunkt des Versands bzw.
Zu
stellung
d
es Vorbescheids
streitig, welcher
Verwaltungsakt
ebenfalls
der
Massenverwa
ltung zuzurechnen
ist
. Mithin ist
vorliegend
der Beweisgrad der über
wiegende
n Wahr
scheinlichkeit massgebend
. Allerdings bedingt
auch
dies
nach der Rechtspre
chung
in der Regel die Eröffnung der Verfügung (bzw. vorliegend des Vorbe
scheids) mittels eingeschriebenem Brief,
da
die Ve
rw
altung den Wahrschein
lich
keitsbew
eis für die
Zustellung nicht durch den blossen Hinweis auf den übli
c
hen
a
dministrativen
(oder wie vorliegend postalischen)
Abl
a
uf zu erbringen
vermag
.
Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung
uneingeschriebener
Sendungen bestritten, muss im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden (
BGE 124 V 402
E. 2a, 103 V 66 E
. 2a
)
.
2
.4
Der Vorbescheid
vom 9.
Januar 2018
wurde
seitens der IV-Stelle
unbestrittener
massen
mittels
gewöhnlicher (
uneingeschrieben
er
)
A-Post versandt
(vgl. «A» ober
halb der Adresse; Urk. 7/119/1)
. E
in
Nachweis
des Z
ustellung
szeitpunkts
kann damit
naturgemäss nicht
mittels
postalischer Bescheinigung
erbra
c
ht werden
. Alsdann lässt d
er Um
s
tand
allein
, dass die
ebenfalls mit
A-
Post versandte
Ver
fügung
vom
19.
Februar
2018
dem Beschw
e
rdeführer
am Tag nach deren Versand
zu
gegangen
s
e
in soll
,
in Bezug auf den Vorbescheid
vom
9.
Januar 2018
keine zuverlässigen Rückschlüsse
zu. Somit bestehen, zumal ein Fehler bei der Postzu
stellung nicht
d
erart ausserhalb jeder Wahr
sc
heinl
i
chkeit liegt, dass mit der
M
öglichke
i
t einer gröss
ere
n
Ver
s
pätung nicht gerechnet wer
d
en müsste
(vgl. etwa U
r
teil
des Bundesgeri
c
hts C 276/00 vom 1
7.
August 2001
E. 4c
/
bb
)
, keine kon
kreten Anha
ltspunkte, die
– entgege
n
den Angaben des Be
schwerdeführe
r
s
-
eine
Zustellung
des Vorbescheids
vor dem 1
9.
Januar 2018, namentlich
am 1
0.
Januar 2018
,
als überwiegend
w
ahrscheinlich
erscheinen
lassen könnten
.
Weiter ist n
icht
ersichtlich, inwieweit ein entspre
chender Nachweis durch zusätzlic
he
Abklä
rung
s
massnahmen erbra
c
ht werden könnte.
Gestützt auf die Beweisgrundsätze bei
uneingesc
hriebenen
Sendung
en ist daher e
ntsprechend der Darstellung des Be
schwerdeführers
davon aus
z
u
gehen, dass er den Vorbescheid
(
frühestens
)
am 1
9.
Januar
2018
erhalten hat
. Damit
lief die
30-tägi
g
e
Frist
zur Erhebung
des
Einwands
frühestens am 19.
Februar
2018
ab, weshalb
die
angefochtene
Verfü
gung
– welche
somit
vor Ablauf dieser Frist
erging und
die am letzten Tag der Frist
per
E-
mail
eingereichte
(Urk. 7/124)
und
gleichzeitig
postalisch
aufge
ge
bene
Eingabe
(vgl. Eingang bei der IV-Stelle am 20. Februar 2018; Urk. 7/126)
nicht
berücksichti
g
t
e
– in Verletzung de
r
Gehörs
rechte
des Beschwerdeführers
erging
. Da diese Gehörsverletzung im vorliegenden Verfahren nicht zu heilen ist
(vgl. zum Ganzen BGE 116 V 18
2
)
und auch der Beschwerdefüh
r
er selb
er
die Rück
weisu
ng zur Durchführung eines korrekten Verfahrens
beantragt
(
Urk. 1 S. 2
)
, is
t
die Verfü
gung
vom 1
9.
Februar 2018
bereits aus formel
len
Gründen aufzuheben.
3
.
3
.1
In materieller Hinsicht ging die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2015 in der Arbeitsfähigkeit als Mitar
beiter Unterhaltsreinigung und Hauswartung erheblich eingeschränkt sei. Jedoch liege – nach durchgeführter Potentialabklärung und abgebrochenem Arbeitstrai
ning – ab dem 1
7.
Januar 2017 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit vor. Es bestehe daher keine langandauernde Gesundheitsbe
einträchtigung und somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi
che
rung
(vgl. Urk.
2).
Auch
wenn
nach dem Gesagten
eine Rückweisung bereits aus formellen Gründen
angezeigt ist
,
ist
aufgrund einer
erste
n
Prüfung der vorliegend
wesentlich
en Akten
festzustellen, dass
die angefochtene Verfügung auch in materieller Hinsicht
nicht
überzeug
t
.
3
.2
So leuchtet
die
der angefochtenen Verfügung in medizinischer Hinsicht zugrun
de
liegende Stellungnahme
des zuständigen
RAD-
Arzt
es
Dr.
A._
vom 28.
Novem
ber 2017
nicht ein,
wonach die angestammte Tätigkeit
als Betriebs
prak
tiker
– da leidensangepasst –
ab 17.
Januar 2017
(wieder) zu 100
% zumu
tbar sei
(vgl. dazu
Feststellungsblatt für den Beschluss vom 9. Januar 2018,
Urk.
7/117 S.
5 f.).
Diese
Einschätzung
steht
- wie
der Beschwerdeführer zu R
echt einwenden lässt (U
rk.
1
S.
6
)
-
diametral
in
Widerspruch
zur Einschätzung des
Suva
-
Kreis
arzt
es
Dr.
B._
, welcher
aufgrund seiner Untersuchung des Beschwerdeführers
vom
16.
Januar 2017
dafür
gehalten hatte
, dass
diesem
die Tätigkeit als
«
Reiniger
»
nicht mehr zumutbar sei
(
Urk. 7/87 S. 27
)
.
Dabei
erscheint die Einschätzung von
Dr.
B._
m
it Blick auf die
im Vordergrund stehende Problematik
am rechten Sprunggelenk/Fuss
(
fehlende Belastbarkeit
;
vgl.
auch die Angabe
des Beschwer
de
führ
ers anlässlich der Unter
suchung vom 16.
Januar 2017, wonach
er
nur noch eine halbe Stunde am Stück
gehen könne
un
d er ausserhalb des Hauses eine
G
ehst
ütze
verwende
;
Urk.
7/87 S. 26
)
so
wie den Um
stand, dass die Tätigkeit als Betriebspraktiker/Reiniger
regelmässig
mit hä
uf
igem
G
ehen verbu
n
d
en ist
(vgl.
dazu Arbeitgeberbericht vom 2
5.
Februar 2016;
Urk.
7/77 S. 6
)
–
zumindest
nicht
wen
i
ger plausibel
als
die
jenige
von
Dr.
A._
,
welcher
– ohne
jegliche
Begrün
dun
g, weshalb die
kreisärzt
l
iche
Schlussfolgerung
unzutreffend sei
–
davon ab
wei
chend
gestützt auf
eine
reine
Aktenbeurteilung
eine vollschichtige Arbeits
fähigkeit
annahm
.
Dies gilt u
m
so mehr
,
als
nicht ganz
in sich
widerspruch
f
rei erscheint
,
wenn
Dr.
A._
die bis
he
rige Tätigkei
t
als Betriebspraktiker
per 17.
J
anuar 2017 als leidensangepasst
qualif
i
zie
r
t
,
während
er
–
in
Ü
berei
n
stim
mung mit dem Suva Kreisarz
t
Dr.
B._
–
für die Zeit
zuvor
(bis zum 16. Januar 2017)
bezüglich der nämlichen Tätigkeit
von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit ausgeht
, ohne eine gesundheitliche Veränderung zu beschreiben
.
Im Lichte dieser
divergierenden Einschätzungen
hätten sich
jedoch
fraglos
wei
t
e
re Abk
l
ärungen aufged
r
ängt.
3
.3
S
elbst
wenn
– was nach dem Gesagten nicht zutrifft -
auf die Angaben von
Dr.
A._
abgestellt werden könnte
, wo
n
ach
(
nur
)
v
om
23.
Januar 2015 bis 16.
Januar 2017
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätig
keit ausz
u
geh
e
n s
e
i,
überzeugte
die Ver
f
ü
g
un
g
auch im Ergebnis
nicht.
Denn
selbst
diesfalls
stünde
ein
immerhin
rund
zwei Jah
re
anhaltende
r
Gesundheits
schaden
in
Frage
, womit
– in diesem Sinne ist dem Beschwerdeführer ebenfalls zu folgen
(vgl.
Urk.
1 S. 7)
-
ein
Rentenanspruch nicht vo
n
v
orne
h
ere
in
aus
geschlossen erschiene
; vielmehr
fiele
nach
Ablauf des Wartejahres
am 22.
J
anuar 2016
(vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG)
und
(verspäteter)
Anmeldung vom
20.
Januar 2016
bei
zu diesem Zeitpunkt unstreitig
weiterhin
anhaltender
vollständiger Arbeits
un
fähigkeit in angestammter Tätigkeit
zumindest
ein
bef
r
isteter
Renten
an
spruch
ab
Juli 2016
grundsätzlich in Betracht
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
.
Wie es sich damit verhält, hat die IV-St
elle
indes
nicht geprüft
.
Namentlich
hat sie bezüglich dieses Zeitraums (23. Januar 2015 bis 1
6.
Januar 2017)
-
soweit ersichtlich
-
die Arbeitsfähigkeit in einer
Verweist
ätigkeit nicht abgeklärt
. Auch hat sie weder
V
ergleichseinkommen ermittelt
noch einen
entsprechende
n
Einko
mmens
ver
gleich
angestellt
,
was jedoch angesichts der in diesem Zeitraum unbestrittenen voll
ständigen Arbeitsunfähigk
e
i
t in der angestammten Tätigkeit
unerlässlich
war
.
3
.
4
Liegen
jedoch
bezüglich der Arbeitsfähigkeit
in angestammter Tätigkeit
per
17.
Januar 2017
erheblich
divergi
e
rende
Einschät
z
un
g
en
vor
,
und
lassen sich den Akten in B
ezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigke
i
t
keine hinreichenden Angaben
entnehmen
,
ist
der
Anspruch des Beschwerde
füh
rers auf eine Rente
nicht
beurteilbar
.
Dies gilt auch daher
,
als
in medizin
i
scher Hinsicht
nicht allein auf
die Angaben des Kreisarztes
Dr.
B._
abgestellt werden kann.
Davon abgesehen, dass
(auch)
er sich
in seinem Bericht vom
16. Januar 2017
bezüglich des Zeitraums
vom
23. Januar 2015 bis 15.
Januar 2017
nicht
zur Arbei
t
s
fähig
k
eit in einer Verweistätigkeit
geäu
ssert
hatte
,
ist auch unklar, inwi
e
weit
er die
in
seinem
Bericht
vom 16.
Januar 2017
zwar erwähnten
–
jedoch
nicht im
Z
us
ammenha
ng mit dem Unfall
vom 23. Januar 2015
stehenden
– Beschwer
den am linken Knie
im Rahmen des von ihm umschriebenen
Zumutbarkeitsprofils berücksichtig
t
hat
(zum Ganzen Urk. 7/87 S. 24 ff.)
.
Alsdann leidet der Versicherte an weiteren – nicht unfallbedingten –
Gesundheitsschäden
(
etwa
Rosacea
,
Pso
ri
a
sis
, u.a.; vgl. h
ausärztlicher Bericht vom
14. November 2017
; Urk. 7/115
) sowie
–
in
s
besondere
- auch
einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit
(
wieder
um Urk. 7/9
)
,
welche
im Rahmen der
Festlegung des noch zumutbaren Tätigkeits
profils und
Invaliditätsbemessung
ebenfalls
zu berücksichtigen
sind
.
4
.
Nach dem Gesagten hat die Ve
r
waltung nicht nur das
Vorbescheidverf
ahren
un
korrekt durchgeführt,
sond
e
rn auch den
recht
s
erheblichen
S
achverhalt
unvoll
ständig
abgeklärt.
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache
an die IV-Stelle zurückzuweisen,
damit sie - gestützt auf
rechtsgenügliche
A
b
kläru
ngen
in medizinischer
wie
auch erwerblicher Hinsicht
sowie
unter Wah
rung der Gehörsrec
hte des Beschwerdeführers – erneut
üb
er den Rentenanspruch entscheide
. Dabei wird sie
nach dem Grundsatz
«
E
ingliederung vor
Rente
»
auch den Anspruch auf bz
w
.
das Gesuch
um
berufliche
Massnahmen
zu prüfen ha
ben, wie es
der Versiche
rte
im Nachgang zur Verfügung
vom
1
9.
Februar 2018
bei der Verwaltung gestellt
hatte
(vgl.
Gesuch vom
7.
März 2018;
Urk.
7/130
)
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen in Abweichung von Art. 61
lit
. a
ATSG kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt werden.
Vorliegend sind die
Gerichtskosten
auf
Fr. 700.
-- festzulegen und entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
A
u
sgangsgemäss hat der obsiegende vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozial
versi
che
rungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
), wobei vorliegend eine Prozessentschädigung von Fr.
2'200.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als ange
messen erscheint.