Decision ID: 2060d663-f5e5-59b1-a52b-04aec95069a8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, meldete sich am
5.
Januar 2000 unter Hinweis auf Weichteilrheuma, Arthrose an den Daumen, Alkoholismus, Allergi
en, Depressionen und chronische
Schmerzen bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit V
erfügung vom 1
0.
Dezember 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Rente ab Februar 2002 zu (
Urk.
7/48).
Am 2
4.
Januar 2005 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenan
spruch sei unverändert (
Urk.
7/57).
1.2
Nach Eingang eines am
2.
Februar 2011 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/69) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
3.
Mai 2012 erstattet wurde (Urk. 7/102). Mit Verfügung vom
8.
November 2012 sprach sie der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente ab Juli 2012 zu (
Urk.
7/135).
Mit Mitteilungen vom 1
6.
September 2013 (
Urk.
7/147) und 1
5.
Dezember 2014
(
Urk.
7/154) erteilte die IV-Stelle
entsprechend
Kostengutsprache für
Hilfs
mittel (
Rumpforthese
und
Hörgerätepauschale
)
.
1.3
Mit
Vorbescheid vom 10.
Juni
2015 (Urk. 7/165) und
Verfügung vom
8.
Okto
ber 2015 (
Urk.
7/194 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
.
2.
Die Versicherte erhob am
1
1.
November 2015
Beschwerde
gegen die Verfü
gung vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine
Hilflosenentschädigung
wegen Hilflosigkeit leichten Grades zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Dezember 2015
(
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
6.
Februar 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
, ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönli
chen Über
wachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversiche
rung gilt auch
eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der
Verordnung über die Invalidenver
sicherung, IVV
). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hin
weisen) sind die
folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massge
bend (BGE 127 V 9
4 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestim
mung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperli
chen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die An
nahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regel
mässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und
Ver
wal
tungstätigkeiten
im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nac
h den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches
(
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Be
gleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geis
tigen Gesundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Be
hinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen
kön
nen. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450
E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abge
sehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E. 2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprak
tische
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte)
Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch
die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständi
ges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon ab
hängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.4
Gemäss
Art. 69 Abs.
2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines
Leistungsan
spruchs
unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem
Aspekt der Hilflosigkeit (Art.
9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchti
gungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche
Lebens
verrichtungen
sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig
(vgl. BGE 133 V 450 E. 11.1.1)
. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergie
rende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der
Be
richts
text
schliesslich
muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der ein
zelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den
tatbestandsmässigen
Erfor
dernissen der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der
lebenspraktischen Begleitung sein.
Schliesslich
hat er in Übereinstim
mung mi
t den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben um
schrie
benen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das
gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklä
rungs
person
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zu
ständige Gericht (
BGE 140 V 543
E.
3.2.1
mit Hinweisen; SVR 2012 IV Nr. 54 S.
195,
Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E.
3.2). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosig
keit unter dem
Gesichtspunkt
der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V
450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September
2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt
de
s
Intensivpflegezu
schlags
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_308/2016 vom 6.
September 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf
8C_756/2011
vom 12. Juli 2012
E.
3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen, insbesondere den
Abklä
rungs
bericht
Hilflosenentschädigung
vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
7/169)
,
davon aus, dass die
Beschwerdeführerin
in den alltäglichen
Lebensverrich
tungen
mehr
heitlich selbständig sei
und eine regelmässige und erhebliche
Dritt
hilfe
gemäss
Rz
8025 und 8026
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) des Bundesamtes für Sozi
al
versicherungen
nicht stattfinde
(S. 2 Mitte)
. Nach der Abklärung vor Ort seien
auf Wunsch der Beschwerdeführerin zusätzliche medizinische Angaben bei
Dr.
Z._
eingeholt worden. Dieser habe im Bericht vom
1.
Juni
2015 (
Urk.
7/
164) bestätigt, dass die Beschwerdeführerin in den alltäglichen
Lebens
verrichtungen
weitgehend selbständig sei
,
was
die Erhebungen vor Ort
ebenfalls bestätige
n würden
.
Eine lebenspraktische Begleitung werde von
Dr.
Z._
nicht bejaht. Gemäss telefonischer Auskunft von Frau
A._
von
der
Spitex B._
erledige sie stellvertretend 2 x pro Woche für 1.5
Stun
den die
anstehenden Haushaltsarbeiten (S. 3 Mitte).
Aufgrund der Erhebungen vor Ort und den eingereichten Unterlagen sei die Intensität an Begleitung/Anleitung/Coaching seit Sommer 2014 durch eine Betreuungsperson vor Ort nicht mehr regelmässig gegeben. Die Beschwerde
führerin könne die Tagesstrukturen und die Alltagsbewältigung wieder mehr
heitlich selbständig organisieren. Die sporadische Unterstützung in der
All
tags
bewältigung
begründe pro Woche keine zwei Stunden Begleitung.
Damit könne auch nicht kumulativ der Aufwand für die stellvertretende Rei
nigung
gemäss
Rz
8050 KSIH
berücksichtigt werden
(S. 5 Mit
t
e)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
das
s
die Abklärungen und insbesondere der
Abklärungsbericht mangelhaft und nich
t beweiskräftig sei
en. Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin auch davon abgesehen, eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) einzuholen. Der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung
und damit der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades
sei
ge
stützt auf den Bericht von med.
pract
.
C._
ausgewiesen (
Urk.
1 S. 7 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
lebens
praktische
Begleitung und damit den Anspruch auf eine
Hilflosenent
schädigung
leichten Grades zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Ärzte der MEDAS
D._
nannten im polydisziplinären Gut
achten vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
7/102) als Diagnosen eine
Persönlichkeits
störung
bei Alkoholabhängigkeit (ICD-19 F10.71; gegenwärtig abstinent) mit leichten Aufmerksamkeits- und exekutiven Dysfunktionen, eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.10) mit chronischem
Ganzkörper
schmerz
syndrom
ohne objektivierbares somatisches Korrelat,
eine
manifeste
Verdeut
li
chungstendenz
und Selbstlimitierung,
einen
Verdacht auf dissozia
tive (ICD-10
F44) oder sonstige anhaltende w
ahnhafte Störung (ICD-10 F22.8)
sowie eine Niedrigdosisabhängigkeit von (Benzodiazepin-)Hypnotika (ICD-10 F19.74).
Dazu hielten die
Gutachter
fest, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sachbearbeiterin Steuern in einem Finanzberatungsbüro bestehe aus
schliesslich aus psychiatrischen Gründen keine Arbeitsfähigkeit.
Dies gelte auch für jegliche ausserhäusliche Berufstätigkeit,
währenddem
Büroar
beit zu Hause zu höchstens 30
%
und die Haushaltsa
rbeit
zu 60
%
zumutbar seien (S. 20 unten).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte im Beiblatt zum Anmeldeformular und Fragebogen für eine
Hilflosenentschädi
gung
vom
1.
Juni
2015 (
Urk.
7/164) aus,
dass die Angaben der Beschwerde
führerin
im Anmeldeformular
Hilflosenentschädigung
(vgl.
Urk.
7/163) teil
weise mit seinen Feststellungen übereinstimmen würden.
An- und Ausklei
den könne sich die Beschwerdeführerin alleine. Sie benötige keine Hilfe beim Aufstehen oder Abliegen.
Die Nahrung könne sie alleine zerkleinern. Eine spezielle Zubereitung der Nahrung sei nicht notwendig. Sie könne ebenfalls alleine Duschen, brauche jedoch Hilfe für die Reinigung (S. 1
Ziff.
3). Die Beschwerdeführerin könne sich selbständig fortbewegen, benötige eine Be
gleitung zur Mithilfe bei der Orientierung zum Beispiel in der Stadt. Zur
le
benspraktischen
Begleitung führte er aus, dass eine Begleitung nicht dauernd notwendig sei, sondern regelmässig punktuell
(S. 2 oben zu
Ziff.
5.1)
. Ab
schliessend
hielt er fest, dass eine direkte Abklärung zu Hause eventuell sinnvoll wäre (S. 2
unten
).
3.
3
Anlässlich der Abklärung für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene (Bericht vom 1
8.
Juni 2015;
Urk.
7/169) hielt die Abklärungsperson fest,
die Dritthilfe für das Kaufen von Kleidern beziehungsweise das Abändern der Kleider könne in der Lebensverrichtung An-/Auskleiden nicht berücksichtigt werden. Auch die eingeschränkte Ausführung der Reinigung von den Schuhen und der Bügelarbeiten könne nicht berücksichtigt werden (S. 2 Mitte).
In der
Le
bensverrichtung
Aufstehen/Absitzen/Abliegen könne die Beschwer
de
führerin mit Stützen und sich an einem Gegenstand
fest
halten selber vom Bett aufste
hen,
sich
auf einen Stuhl/auf das Sofa hinsetzen und wieder auf
stehen. Die Be
schwerdeführerin könne frei gehen und eine Türe beziehungs
weise Fenster öffnen. Eine regelmässige und erhebliche Dritthilfe sei in diesem Bereich nicht vorhanden (S. 2 unten).
Das Zubereiten beziehungswiese das Rüsten und
W
aschen von Gemüse/Salat könne bei der
Hilflosenentschädigung
bezie
hungsweise in der
Lebensver
rich
tung
Essen nicht berücksichtigt werden. Die notwendige Dritthilfe beim Essen in einem Restaurant wie beim Bestellen ei
nes Menüs beziehungswiese Ver
stehen der Speisekarte sei nicht regelmässig und erheblich (S. 3 oben).
Auch wenn es für die Beschwerdeführerin ein Krampf sei
,
könne sie die gesamte Körperpflege inklusiv das Waschen der Haare selber ausführen. Die Dritthilfe für Mani- und Pedicure sei keine re
gelmässige und erhebliche Dritthilfe
und könne daher nicht berücksichtigt werden (S. 3 oben).
Bei der Lebensverrichtung Verrichtung der Notdurft be
stehe keine regel
mässige und erhebliche Dritthilfe, da die Beschwerdeführerin zu Hause selber auf die Toilette gehen könne (S. 3 Mitte).
Weiter könne die Beschwerdeführerin ohne Hilfsmittel gehen. Sie
könne
auf
grund der Schmer
zen am ganzen Körper nur noch kurze St
r
ecken gehen. Wenn
sie mit dem Hund
nach draussen
gehe
, dann benutze sie jeweils das E-
Bike. Mit diesem sei sie mobil und es gebe
ihr
Lebensqualität
. Die Beschwer
deführerin
fahre noch kurze Strecken Auto
und könne beispielsweise
nach
E._
fahren und dort ihre Termine und einen Kleineinkauf vornehmen. Je nach Tagesform könne sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Die
Beschwerdefüh
rerin habe sich sozial zurückgezogen, pflege
nur noch zu ihrem Ex-Partner hin und wieder Kontakte. Sie habe Angst vor der Ver
ein
samung. Im Moment habe sie jedoch keine Energie und Kraft, diesbezüglich eine Änderung vorzu
nehmen
(S. 3 unten)
.
Da die Beschwerdeführerin
an einer Hörbehinderung
leide
,
habe s
ie
M
ühe, sich mit Menschen zu unterhalten
und
diese zu verste
hen. Sie könne sich nur mit Mühe
konzentrieren, was ihr das vis-à-
vis mit
teilen oder erklären wolle. Hin und wieder müsse sie Hilfe anfordern, damit diese Person die Kommuni
kation übernehmen könne
(S. 3 unten).
Die Abklärungsperson führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe eine kla
re Tagesstruktur,
welche
auch durch ihren Hund gegeben
sei
.
Eine r
egel
mässige Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen
,
von Fragen bezüglich Gesundheit, Ernährung und Hygiene sei nicht vorhanden. Hin und wieder benötige sie die Unterstützung bei administrativen Ange
le
gen
heiten. Dies sei jedoch keine regelmässige und erhebliche Dritthilfe.
Auch im Arztbericht von
Dr.
Z._
vom
8.
Juni 2015 werde angegeben, dass die Be
schwerdeführerin nur punktuelle Dritthilfe benötige.
Die Beschwerdeführerin benötige
auf
g
rund der körperlichen Probleme die
Dritthilfe
bei der Wohnungspflege,
bei
Rüstarbeiten von Salat
und
Gemüse. Eine Anleitung/Begleitung finde
dabei
nicht statt, die Haushaltshilfe von der Spi
tex erledige die Arbeiten stellvertretend. Die Kundin habe kognitiv keine Einschränkungen, sämtliche Entscheidungen fälle sie selbständig.
Eine re
gel
mässige ausserhäusliche Begleitung finde nicht statt.
Eine regelmässige An
wesenheit durch eine Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Iso
lation
von der Aussenwelt
sowie eine dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe durch
Dritte
finde
ebenfalls
nicht statt
.
Die
Beschwerdeführerin
wohne alleine in ihrer Wohnung. Eine persönliche Überwachung finde
nicht statt (S. 4 Mitte).
Auf
grund
der Abklärungen vor Ort am
7.
Mai
2015 und der
vorhandenen An
gaben
Dr.
Z._
s
und der
Spitex B._
sei die Beschwerdefüh
rerin
in den alltäglichen Lebensverrichtungen mehrheitlich selbständig. Eine regel
mässige und erhebliche Dritthilfe gemäss
R
z
8025 und 8026 KSIH finde nicht statt. Ebenfalls
seien
die Voraussetzungen für eine lebensprak
tische Be
glei
tung nicht erfüllt (S. 5 oben).
3.4
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie, führte in der Stellungnahme vom 2
4.
September 2015 (
Urk.
7/185)
aus, dass der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung regelmässig und dau
ernd
für mindestens zwei Stunden pro Woche ausgewiesen sei
(S.
1)
.
Die Be
schwer
deführerin benötige Hilfe bei der Bewältigung von
Alltagssituatio
nen
.
Unterstützende, beratende Gespräche würden sich oft deeskalierend aus
wir
ke
n
, indem sich die
Beschwerdeführerin
Anforderungen von aussen besser stellen und mit emotionalen Belastungen besser umgehen
könne (z.
B. Konflikte mit
anderen Menschen, administrative Tätigkeiten, Korrespondenz mit Amts
ste
l
len
, usw.).
Hilfestellungen
bei der Haushaltsführung
würden
es ihr
ermög
lichen
, Ordnung zu h
alten und nicht zu verwahrlosen. Bis Sommer 2014
sei
über mindestens zwei bis drei Jahre von einer Freundin regelmässig an einem
Vormittag in diesem Bereich lebenspraktische Hilfe geleistet
wor
den.
Seit November 2014
erhalte
die Versicherte Unterstützung durch die Spitex bzw.
Hauspflege (aktuell 2 x
1
.
5 Stunden pro Woche), welche ebenso diese Form
lebenspraktischer Begleitung leiste. Ein Teil der leb
enspraktischen Begleitung finde
auch in der Praxis statt, also ausserhalb der eigentli
chen psychia
tri
schen und psychot
herapeutischen Tätigkeit, wenn die
Beschwerde
führerin
bei
spielsweise
mit administrativen Tätigkeiten überfordert
sei (S. 2 Mitte
lit
. a)
.
Bei der Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen gebe die Beschwerde
führerin einen Bedarf an, der nur teilweise durch den
ihr immer noch nahe
stehenden
Ex-Partner abgedeckt werden könne. Mit zunehmender
Hörver
minderung
falle es ihr trotz Hörgerät schwer,
zum Beispiel
bei Arztbesuchen alle wichtigen Informationen auf
zu
nehmen und
sie
wäre deshalb froh um eine Begleitung (S. 2 unten
lit
. b).
Die Beschwerdeführerin sei
al
leinstehend, pflege
nur noch wenige Kontakte und
habe
sich im Laufe der Jahre sehr aus dem öffentlichen Leben
zurückge
zogen. Hörverminderung und Tinnitus
hätten
diese Tendenz verstärkt
.
Der Rückzug
könne
als Folge einer Minussymptomatik (Antriebsstörung. depres
sive Stimmungs
l
age) gesehen werden,
aber
auch als dysfunktionaler Versuch, emotionalen Belastungen und Kränkungen möglichst
aus dem Weg zu gehen. Dennoch sei
die
Beschwerdeführerin
auf ein Minimum an sozialen Kontakten angewiesen, damit sich ihr psychischer Gesundheitszustand nicht weiter ver
schlechter
e
. Sie benötig
e
Ermutigung, bestehende soziale Kontakte zu pflegen und wenn möglich auszubauen. Eine Verschlechterung der psychi
schen Ge
sundheit
könnte
im schlimmsten Fall zu schweren depressiven Kri
sen mit akuter Suizidalität führen, welche eine Klinikeinweisung notwendig machen würde.
D
ie gegenwärtige Lösung - regelmässiger Besuch der Haus
pf
l
ege - ermöglich
e
der
Beschwerdeführerin
ein Minimum an Kontakt zur Aussenwelt
(S. 2 unten f.
lit
. c).
4.
4.1
Nach Lage der Akten kann ohne weiteres verneint werden, dass die Be
schwer
deführerin einer dauernden persönlichen Überwachung (Art. 37 Abs. 3
lit
. b IVV) oder einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und beson
ders
aufwendigen Pflege (Art. 37 Abs. 3
lit
. c IVV) bedürfte oder wegen einer
schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebre
chens nur
dank
regelmässiger
und erheblicher Dienstleistungen Dritter ge
sellschaftliche Kontakte pflegen könnte (Art. 37 Abs. 3
lit
. d IVV).
Ein Anspruch auf zumindest eine
Hilflosenentschädigung
bei einer Hilflosig
keit leichten Grades würde somit nur dann bestehen, wenn die Beschwerde
führerin in zwei der alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig
in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
wäre
(
Art.
37
Abs.
3
lit
. a IVV) oder wenn sie dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von
Art.
38 IVV (
Urk.
37
Abs.
3
lit
. e IVV) angewiesen wäre (
vgl.
E.
1.2
).
4.2
G
estützt auf
den
Abklärungsbericht (vgl. vorstehend E.
3.3
)
steht fest und
ist
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in sämtlichen alltäglichen
Lebens
verrichtungen
(Ankleiden/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Reinigung nach Verrichten der Notdurft, Fortbewegung/Pflege
gesellschaftlicher Kontakte) weiterhin selbständig und ohne regelmässige Hilf
e von Dritten zurechtkommt.
Strittig und zu prüfen bleibt damit, ob die Beschwerdeführerin
im Sinne von
Art.
37
Abs.
3
lit
. e IVV dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist.
4.3
4.3.1
Ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne des Gesetzes liegt dann vor, wenn die versicherte Person entweder ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann oder für Verrichtungen und Kontakte aus
ser
halb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist oder ernst
haft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren
. Zu
berücksichtigen ist dabei nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die re
gel
mässig ist
und im Zusammenhang mit den erwähnten Situationen erfor
der
lich ist. Eine
lebenspraktische Begleitung
ist
dann regelmässig, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2
Stunden pro Woche benötigt wird (vgl. vorstehend E. 1.3).
4.3.
2
Gemäss
Rz
8050 KSIH liegt eine Unmöglichkeit
,
ohne Begleitung einer
Dritt
person
selbständig wohnen zu können
,
gemäss Art. 38 Abs. 1
lit
. a IVV vor, wenn die versicherte Person Hilfe bei der Tagesstrukturierung oder Unterstüt
zung bei der Bewältigung von Alltag
situationen benötigt. Die in
Rz
8050 KSIH vorgesehene Regelung ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung grundsätzlich sachlich gerechtfertigt und damit gesetzes- und
verordnungs
konform
(Urteil des Bundesgerichts 9C_497/2014 vom 2. April 2015 E. 2.2.2 zum damals aktuellen, diesbezüglich unverändert gebliebenen KSIH).
Eine lebenspraktische Begleitung kommt jenen Versicherten zu, welche aus ge
sund
heitlichen Gründen nur mit einer Begleitung durch eine Drittperson selb
stän
dig Wohnen können. Die Summe aller notwendigen Hilfeleistungen,
unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht, muss dazu führen, dass
mit Ausbleiben der Dritthilfe-Unterstützung ein Heimeintritt
zwing
en
der
massen
die Folge wäre (
Rz
8050
.3 KSIH
).
Dass die Beschwerdeführerin Hilfe bei der Tagesstrukturierung
- wie bei
spiels
weise eine
Aufforderung aufzustehen, Hilfe beim Festlegen und Ein
halten von fixen Mahlzeiten, einen Tag
- und Nachtrhythmus zu beachten oder
einer Aktivität nachzugehen
(vgl.
Rz
8050 KSIH)
-
benötigt, wird weder
von ihr geltend gemacht, noch ergibt sich
diesbezüglich etwas
aus den Ak
te
n.
So kann sich die Beschwerdeführerin bezüglich Tagesstrukturierung und
All
tagsbewältigung
gestützt auf den Abklärungsbericht (vgl. vorstehend
E. 3.3
) und die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom
6.
Oktober
2015 (
Urk.
7/193) mehrheitlich selber organisieren. Die gelegentliche Hilfe
bei administrativen Tätigkeiten begründet noch keine Regelmässigkeit bei der Be
wältigung der Alltagssituationen.
4.3.3
Gemäss
Rz
8051 KSIH kann e
in Bedarf an Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen im Sinne von
Art.
38
Abs.
1
lit
. b IVV dann angenommen werden,
wenn eine Person ohne Begleitung nicht in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Kontakte (Einkaufen,
Freizeit
aktivitäten
, Kontakte mit Amtsstellen oder
Medizinalpersonen
) zu verlassen.
Die Beschwerdeführerin fährt kurze Strecken Auto um
beispielsweise
in
E._
selbständig
ihre Termine und den Kleineinkauf zu erledigen
und kann je nach Tagesform auch mit dem öffentlichen Verkehr fahren. Sie geht regel
mässig mit ihrem Hund nach draussen und benützt dabei ihr E-Bike.
Ein Be
darf an Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen ergibt sich bei der Beschwerdeführerin
nach dem Gesagten
nicht
, kann sie doch ihre ausser
häuslichen Verrichtungen grösstenteils selber wahrnehmen
.
Dass
die Be
schwer
deführerin beispielsweise bei Arztbesuchen froh wäre
,
wenn sie be
glei
tet würde (vgl. vorstehend E.
3.4)
,
ergibt noch kein
en
regelmässige
n
Bedarf an Begleitung.
4.3.4
Gemäss
Rz
8052 KSIH ist die lebenspraktische Begleitung notwendig, um der Gefahr vorzubeugen, dass sich die versicherte Person dauernd von sozialen Kontakten isoliert (vgl.
Art.
38
Abs.
1
lit
. c IVV) und sich dadurch ihr Gesundheitszustand erheblich verschlechtert.
Die rein hypothetische Gefahr ei
ner Isolation von der Aussenwelt genügt nicht; vielmehr müssen sich die Isolation und die damit verbundene Verschlechterung des Gesundheitszu
standes bei der versicherten Person bereits manifestiert haben. Die notwen
dige lebenspraktische Begleitung besteht in beratenden Gesprächen und der
Motivation zur Kontaktaufnahme (z.B. Mitnehmen zu Anlässen).
Der Wort
laut von
Art.
38
Abs.
1
lit
. c IVV spricht von ernsthafter Gefährdung, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
„
Ernsthaft" bedeutet, dass die An
forderungen an die Wahrscheinlichkeit höher sein müssen als bei einer bloss
„
gewöhnlichen" Gefährdung.
„
Dauernd" bedeutet, dass sogar eine effektiv bereits eingetretene Isolation für sich allein nicht genügt, solange sie über
wiegend wahrscheinlich bloss vorübergehend ist und keine Gefahr besteht, dass sie sich perpetuiert. Erst wenn eine Isolation effektiv manifest ist, kann angenommen werden, dass sie anzudauern droht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2007 vom 2
8.
April 2008 E.5.2.2)
.
Dies ist bei der Beschwerdeführerin
,
auch wenn sie zurückgezogen lebt
,
(noch) nicht der Fall. So hat die Beschwerdeführerin durch ihren Ex-Partn
er na
ch wie vor soziale Kontakte
und
verlässt auch dank ihrem
Hund regel
mässig ihre Wohnung. Hinzu kommt der regelmässige Besuch der Haus
pflege.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass die behandelnde Psychiaterin med.
pract
.
C._
den Bedarf an lebenspraktischer Begleitung bestätigen würde und auf ihren Bericht
(vgl. vorstehend E.
3.4)
abzustellen sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar finden sich
darin
unter anderem
An
gaben
über die bis Sommer 2014
von einer Freundin jeweils an einem Vormittag geleistete Unterstützung. Über die Intensität an Begleitung, welche die Beschwerdeführerin
demgegenüber
aktuell benötigt, lässt sich dem
Arzt
bericht
jedoch
nicht
s
entnehmen.
Dass die Beschwerdeführerin auf
lebens
praktische
Begleitung angewiesen ist, wird
indes
auch von der
Beschwerde
gegnerin
nicht bestritten. Unter Bezugnahme auf den Bericht der behandeln
den Psychiaterin führt der Abklärungsdienst in der Stellungnahme vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
7/193) in nachvollziehbarer Weise aus, dass
die Inten
sität an Begleitung/Anleitung/Coaching seit Sommer 2014 durch eine
Be
treu
ungsperson
vor Ort nicht mehr regelmässig gegeben sei und dass die spora
dische Unterstützung in der Alltagsbewältigung keine zwei Stunden
Be
glei
tung pro Woche begründe.
So
dann
vermag auch das Krankheitsbild der Beschwerdeführerin nicht ohne
W
eiteres
einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung
zu begründen.
So ergab die Begutachtung im Jahr 2012
(vgl.
Urk.
7/102)
nur leicht
e
kognitive Einschränkungen
.
Weiter ist aufgrund der Hörverminderung und des Tinnitus ein entsprechender Einfluss auf die lebenspraktische Begleitung, insbeson
dere bei der Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und der Beglei
tung zur Vermeidung dauernder Isolation, zwar durchaus denkbar
, aufgrund
der nur einseitig bestehenden Einschränkung vorliegend jedoch nicht in genügendem Masse ausgeprägt. Es finden sich diesbezüglich keine Anhalts
punkte oder Hinweise in den Akten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund dieser Einschränkung Mühe hat
,
sich im Alltag zu ver
ständigen oder zurecht
zufinden.
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen keine Zweifel am
Ab
klärungsbericht
vom
1
8.
Juni
2015, mit welchem die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung verneint wurde (
vgl. vorstehend E.
3.3
), zu be
gründen. Dieser Bericht ist vollständig, nachvollz
iehbar,
plausibel und ge
nügt den Anforderung
en
an einen Abklärungsbericht
(vgl. vorstehend E. 1.4) bezüglich
Plausibilität, Begründetheit und Detailliertheit in allen Punkten.
Im Bericht sowie in der zusätzlichen Stellungnahme des Abklärungsdienstes
(vgl.
Urk.
7/193)
wird schlüssig dargelegt, weshalb die Beschwerdeführerin nach
Einschätzung der Abklärungsperson die Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine lebensprakti
sche Begleitung nicht erreicht
. Was im
Ab
klärungs
bericht
im Einzelnen unrichtig festgestellt worden sein soll, wird von der Be
schwerdeführerin nicht ausgeführt. Ihre Ausführungen erschöpfen sich mehr
heitlich in der Kritik an dessen Beweiswert. Es fehlt sodann an Anhalts
punkten für Zweifel an der fachlichen Qualifikation der Abklärungsperson oder an de
r
en umfassender Aktenkenntnis.
Da sich aus den Berichten der behandelnden Ärzte und dem
Abklärungsbe
richt
keine wesentlichen Abweichungen oder Unklarheiten über die Auswir
kungen der vorliegenden
Beschwerden
ergeben haben, war die
Beschwerde
geg
nerin
auch nicht gehalten
,
den RAD einzubeziehen (vgl. vorliegend E. 1.4).
4.5
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin
nicht im Sinne von
Art.
37
Abs.
3
lit
. e IVV dauernd auf lebenspraktische Begleitung ange
wiesen ist.
K
lare Fehleinschätzungen der Abklärungsperson
sind keine
er
sicht
lich, womit kein Anlass besteht, in das Ermessen der die Abklärung täti
genden Person einzugreifen. Der Bericht vom
1
8.
Juni 2015
stellt somit eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im Sinne der Rechtsprechung dar.
Dementsprechend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Be
schwer
deführer
in
aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessfüh
rung
werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genom
men, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
).
5.2
Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Raphael Spring, steht bei diesem Verfahrensgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungs
gericht
(
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Da der unentgeltliche Rechtsvertreter trotz Aufforderung (vgl.
Urk.
8
Ziff.
3) keine Aufstellung seiner Aufwände geltend machte, ist die Ent
schädigung unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes vo
n
Fr.
220.-- ermessensweise auf
Fr.
2‘300.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen.