Decision ID: 0cb15b6f-8032-4548-af18-e69d013931f6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1950, arbeitet
e
seit
1.
Juli 2009 als selbstständiger Infor
matiker
in einem Pensum von 60
%
(
Urk.
8/6
Ziff.
5.4).
Zuvor war er seit Juli 1981 bei
der
Y._
als
Informatiker in einem Arbeitspensum von 100
%
tätig und hatte sich per 3
0.
Juni 2009 freiwillig vorzeitig pensionieren lassen (
Urk.
8/13), um mehr Freizeit zu haben und sich vermehrt um sein Enkelkind zu kümmern (vgl.
Urk.
8/38
Ziff.
3.2).
Am 2
8.
Dezember 2010 meldete sich der Versicherte
wegen
der Folgen
einer
am 2
7.
Oktober 2010 erlittenen
Hirnblutung
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/6).
Die Sozialversicherung des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Arztberichte (
Urk.
8/12,
Urk.
8/14
,
Urk.
8/18
), einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
8/11)
und
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/13)
ein
. Die IV-Stelle veran
lasste zudem
ein
neurologisches
Gutachten
mit neuropsychologischem
Zusatz
gutachten
(
Urk.
8/
2
5
;
Urk.
8/29;
Urk.
8/33
), welches am 1
7.
April 2012 erstattet wurde
(
Urk.
8/35)
.
Sie erstellte weiter ein
en
Abklärungsbericht für Selbständi
gerwerbende (
Urk.
8/38).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/41,
Urk.
8/44
) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2013
ab
1.
Oktober 2011
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
8/50
-59;
Urk.
8/48
=
Urk.
2
).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Februar 2013
(
Urk.
2)
erhob der Versicherte am 1
8.
März 2013 Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, ihm
sei
eine
ganze
Invali
denrente zuzusprechen
(S. 2
Ziff.
1) und es sei abzuklären, ob und
wieviel
er im Haushalt noch mitarbeiten könne (S. 2
Ziff.
4).
Ferner stellte er den Antrag, es sei eine öffentliche Verhandlung durchzuführen und es seien verschiedene Zeu
gen und Experten vorzuladen und zu befragen (S. 2
Ziff.
2-3). Mit
Beschwerde
antwort
vom 1
3.
Mai 2013 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin d
ie Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
9)
wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Der Beschwerdeführer reichte seine Replik am
5.
November 2013 (
Urk.
16) ein.
Innert Frist verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
19), was
dem Beschwerdeführer am 1
0.
Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in seinem eigenen Betrieb als Informatiker mit einem Pensum von 60
%
gearbeitet habe und zu 20
%
mit der Kinderbetreuung beschäftigt
gewesen sei. Gesamthaft entspreche dies einer Erwerbstätigkeit von 80
%
(
Urk.
2 Verfügungsteil 2
S. 1 unten
und S. 2
). G
estützt auf die
medizini
schen Unterlagen
sei die
bisherige Tätigkeit als Informatiker
dem Beschwerde
führer
noch im Rahmen
einer Restarbeitsfähigkeit
von
36
%
zumutbar.
Der
Kin
derbetreuung
könne der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt nicht mehr nachgehen (S. 2 oben).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
7
) führte die Beschwerdegegnerin
nunmehr
aus, der Beschwerdeführer sei für die Betreuung der Enkeltochter nicht entschädigt worden. Diese Tätigkeit werde deshalb nicht als „Nebenerwerb“ ange
se
hen, son
dern zum Aufgabenbereich „Betreuung von Kindern oder anderen Familienan
gehörigen“ gezählt. Die B
erechnung
des Invaliditätsgrades habe folglich nach der gemischten Methode zu erfolgen (S. 2 oben).
Grundsätzlich wäre vorliegend eine Abklärung betreffend
die
Einschränkungen bei der Betreuung der Enkelin durch eine dafür qualifizierte Person vorzunehmen. Dies würde jedoch zu keiner höheren Rente führen (S. 2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
in seiner Beschwerde
a
uf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe die gemischte Methode nicht vollständig angewandt. Er habe bis zu seine
r
Hirnblutung
im Oktober 2010
zu
60
%
gearbeitet und 20
%
noch die
Enkelk
inder gehütet. In den restlichen 20
%
habe er früher im Haushalt geholfen und Haushaltsarbeiten ausgeführt. Dies könne er nun aufgrund seiner Behinderungen nicht mehr und dies sei beim
Valideneinkommen
zu berücksichtigen
. Das
Valideneinkommen
für eine 100
%
ige Tätigkeit betrage
Fr.
165‘672.-- (S. 3
Ziff.
3).
Vollkommen falsch sei hingegen das angenommene Invalideneinkommen.
Er habe vor der Hirnblutung in einer höchst verantwortungsvollen Position gear
beitet, schwierige Informatikprobleme auf höchster Stufe lösen müssen und dazu sei grosse Effizienz und völlige Selbstständigkeit erwartet worden. Es habe keinerlei Kontroll- oder Führungsbedarf bestanden, er sei vielmehr vollkommen selbständig gewesen. Solche Arbeiten könne er nicht mehr ausführen und er erhalte seit seiner Hirnblutung auch keine Aufträge mehr. Sein tatsächliches Erwerbseinkommen betrage heute
Fr.
0.-- (S. 3 f.
Ziff.
4).
Die vom Gutachter beschriebene leidensangepasste Tätigkeit und deren Voraussetzungen
seien
bei seiner
Validentätigkeit
gerade nicht gegeben.
Ein angestammtes Berufsumfeld fehle.
Es sei klar, dass er mit den Einschränkungen auf dem freien Arbeitsmarkt nie
Fr.
86‘400.
--
im Jahr erzielen könne. Dies würde gemäss LSE 2010,
Berufs
gruppe
63
,
Informationsdienstleistungen
,
ungefähr dem Jahreseinkommen zu 100
%
der Gruppe 3 entsprechen (S. 4 f.
Ziff.
5-6). Als
o
komme somit eine Tätigkeit der Berufsgruppe 63, Stufe 3,
in Frage
,
was einem Einkommen von
Fr.
7‘405.
-- im Monat bei
einer
Tätigkeit
von 100
%
entspreche. Davon sei ein leidens
bedingter Abzug von 25
%
wegen invaliditätsbedingter schlechterer Chance auf dem Arbeitsmarkt vorzunehmen. Der Gutachter gehe von einer Restarbeitsfähigkeit von 45
%
aus
. Das hypothetische Invalideneinkommen betrage damit
Fr.
29‘990.--
(S. 5
Ziff.
7).
Der Beschwerdeführer führte in seiner Replik (
Urk.
16) aus,
sein
e ehemalige
Arbeitgeber
in
sei sein
e
einzige Auftraggeber
in
gewesen. A
uf diese Weise habe er mit 60
%
ein Jahreseinkommen von
Fr.
144‘000.
--
erzielen können.
Er sei bei seinen Vorgesetzten dafür bekannt
gewesen
, dass seine Lösungen und Arbeiten keinerlei Kontrollen bed
u
rf
t haben
, sondern übernommen
haben
werden können (S. 4
Ziff.
5). Wegen seine
r
Einschränkungen stehe fest, dass ihm sein
e
ehema
lige Arbeitgeber
in
weitere Aufträge
weder
zu
36
%
noch
zu
45
%
mehr
gebe (S.
6 Mitte).
Ein invalider Informatiker, der
3 oder 1.
5 Jahre vor der Pen
sionierung stehe und dessen Arbeitsfähigkeit geistig, seelisch und körperlich stark einge
schränkt sei, der deswegen nur stark reduziert und nur
leidens
angepasst
arbei
ten könne, finde auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle oder keine
leidensange
passte
Stelle mehr (S. 7
Ziff.
9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers verhält und auf welche medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist. Sodann ist zu prüfen,
wie sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers bemisst und ob er
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin
FMH für Neurologie, und
Dr.
A._
, Assistenzarzt,
der B._
, nannten in ihrem Austrittsbericht vom
4.
Januar 2011 (
Urk.
8/12/5-6
=
Urk.
8/14/5-6
=
Urk.
8/18/11-12
) folgende Diagnosen (S. 1):
Subarachnoid
alblutung
bei
ruptiertem
Basilaris
-Aneurysma, 2
7.
Oktober 2010
k
linisch:
-
i
nitial
: Kopfschmerzen, psychomotorische Verlangsamung
- a
ktuell: komplexe
optomotorische
Störung,
Quadrantenanopsie
nach
links oben, sowie
regrediente
Gangataxie
t
herapeutisch:
interventio
nelles
Coiling
des
rupt
ur
ierten
Ba
si
la
ri
s
aneu
rysmas
inzidentelle
Aneurysmata
der
A
rteria
cerebri
media
links sowie
A
rteria
communicans
anterior
operative Ausschaltung der Aneurysmen über supraorbitalen Zu
gangs
weg am 2
7.
Oktober 2010
sistierter
Nikotinabusus
arterielle Hypertonie
Bienenstichallergie
Im Vordergrund der neurologischen Ausfälle sei bei Eintritt eine komplexe
opto
motische
Störung mit Doppelbildern praktisch in allen Richtungen bestan
den, eine eingeschränkte Konvergenz und eine Stand- und Gangataxie. Durch die
optomotorischen
Störungen und durch die mögliche beeinträchtigte Funk
tion der
vestibulären
und
cerebellären
Bahnen im
ponto
—
mesenzephalen
Über
gang
habe eine mässige Koordination- und Gleichgewichtsstörung mit deutli
cher Gangunsicherheit bestanden, so dass der Beschwerdeführer auf das Benützen eines R
ollators angewiesen gewesen sei (S. 1 f.).
Durch visuelles
Sakka
den
- und
Neglect
-Training im Rahmen der
neurospychologischen
Betreuung sei die Symptomatik deutlich rückläufig. Die spontane Augenstellung und Konver
genz verbessere sich sichtlich. Unter Physio- und Ergotherapie habe sich der Beschwerde
führer stark verbessern können
und sei mittlerweile wieder in der Lage, weite Strecke
n ohne Hilfsmittel zurückz
u
leg
en (S. 2 oben).
3.2
In
ihrem Bericht vom
7.
Januar 2011 (
Urk.
8/12/1-4)
stellte
Dr.
Z._
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Subarachnoidalblutung
bei
ruptiertem
Basilaris
-Aneurysma
Stand- und Gangataxie, komplexe
optomotrische
Störung
Ferner nannte sie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
inzidentelle
Aneruysmata
der
Arteria
cerebri
media
links sowie
A
rteria
communcians
anterior
operative Versorgung der
Aneurysmata
Der Beschwerdeführer
sei
vom 1
9.
November bis 2
3.
Dezember 2010
stationär behandelt worden
(
Ziff.
1.3).
In allen Aspekten bestehe eine
Verbesserungsfä
higkeit
; eine unvollständige Rückbildung der Doppelbilder sei jedoch
möglich
(
Ziff.
1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Informatiker sei der Beschwer
deführer vom 2
7.
Oktober 2010 bis 3
1.
Januar 2011 zu 100
%
und seit
1.
Februar 2011 noch zu 50
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizi
nischer Sicht in einem Pensum von 50
%
noch zumutbar. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Leistungen langsamer erbringe
(
Ziff.
1.7). Es könne ab.
1.
Februar 2011 mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem Pensum von 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.3
Dr.
med
.
C._
, Allgemeine Medizin FMH, stellte in seinem Bericht vom 1
6.
Januar 2011
(
Urk.
8/14/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Status nach
Subarachnoidalblutung
gemäss beiliegender Berichtskopie
Ferner nannte er als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine arterielle Hyper
t
onie (
Ziff.
1.1).
Er habe den Beschwerdeführer von 1985 bis 1
9.
Dezember 2008 behandelt (
Ziff.
1.2) und die Prognose sei günstig (
Ziff.
1.4).
Dr.
C._
attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 2
7.
Oktober 2010 (
Ziff.
1.6).
3.4
In seinem
bei der Beschwerdegegnerin am
7.
April 2011 eingegangenen
Bericht (
Urk.
8/18/1-4) nannte Prof.
Dr
.
med.
D._
,
Neurochirurgie FMH
, fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Subarachnoidalblutung
multiple Hirninfarkte
Hypertonie
Niktoinabusus
Er behandle den Beschwerdeführer seit 2
7.
Oktober 2010 (
Ziff.
1.2) und könne ihm eine gut
e Prognose ste
llen (
Ziff.
1.4). Er attestiere
ihm eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
seit 2
7.
Oktober 2010 (
Ziff.
1.6). Für die bisherige Tätigkeit best
ünden
Einschränkungen aufgrund psychomotorischer Verlangsamung, kog
nitiver
und
mnestischer
Defizite und Doppelbilder. Die bisherige Tätigkeit sei
aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar und es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
1.7).
Prof. Dr
.
D._
führte
in seinem beigelegten ambulanten Sprechstundenbericht vom 6. April 2011 (Urk. 8/18/6-7) aus, der Beschwerdeführer habe sich von den Folgen der
Subarachnoidalblutung
sehr gut erholt und es bestünden nur mini
male kognitive und
mnestische
Defizite, objektivierbar sei eine
Bildheberschwä
che
. Diese Defizite würden nach ambulanter Fortsetzung des kognitiven Trai
nings und der Physiotherapie weitere Besserungstendenz zeigen. Es bestehe ins
gesamt ein sehr zufriedenstellender allgemeiner und neurologischer Zustand (S.
1).
In seinem Nachtrag vom 2
1.
Juni 2011 (
Urk.
8/23) führte Prof.
Dr
.
D._
aus
, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers basiere auf seiner subjektiven Einschätzung nach dem komplizierten und verzögerten Verlauf nach schwerer
Subarachnoidalblutung
sowie auf
den
objektiven Befunde
n
der
Kernspintomogramme
. Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
ab Februar 2011 dauerhaft arbeitsunfähig (
Ziff.
2
3).
3.
5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie FMH, Prof.
Dr.
rer
.
n
at.
F._
,
Leiter Neurops
ychologie, und
lic
. phil.
et
dipl.
biol
.
G._
, Psychologin FSP, Neuropsychologin, erstatteten am 1
7.
April 2012 ihr
bi
disziplinäres
Gutachten
(
Urk.
8/35/1-16) gestützt auf die
Vorakten
und die fachärztlichen Untersuchungen am
7.
September 2011 und 20 März 2012 (S. 2 oben).
Sie nannten
folgende neuro
log
ische Diagnosen (S. 9
Ziff.
1.1-1.3):
Subarachnoidalblutung
(
Hunt
& Hess Grad II-II) aus einem
Basilarisa
neu
rysma
am 2
7.
Oktober 2010 (
endovaskuläre
Therapie und zusätzliche operative Ausschaltung von inzidentellen
Aneurysmata
der linken
Arteria
cerebri
media
und der
Arteria
communicans
anterior
am 2
7.
Oktober
2010
)
mit
persistierenden neuropsychologischen Funktionsstörungen mit mittel
gradigen
attentional
-exekutiven Beeinträchtigungen mit
Disinhibition
im Verhalten, erhöhter Ermüdbarkeit und Verlangsamung (F07.8).
homonymer
Quadratenanopsie
nach rechts oben (jeweils aufgrund
ischiämischer
Infarkte im Stromgebiet der rechten
Arteria
cerebri
posterior
,
bithalamisch
und in der vorderen Stammganglienregion links)
Kopfschmerz vom Spannungstyp
Verdacht auf arterielle Hypertonie
D
er Beschwerdeführer habe sich einigermassen gut von dem schweren und poten
tiell lebensbedrohlichen Krankheitsbild erholt. Es würden jedoch noch neuropsychologische Beschwerden verbleiben, vorwiegend
die
exekutiven und
attentionalen
Funktionen betreffend
,
aggraviert
durch eine homonyme
Quad
ran
tenanopsie
nach rechts oben, die sich im Verlauf deutlich verbessert habe (S.
8 unten). Die
aktuell veranlassten neuropsychologischen
Untersuchung
en
h
ätten
eine persistierende neuropsychologische Funktionsstörung mit mittel
gradigen
attentional
-exekutiven Beeinträchtigungen mit
Disinhibition
ergeben. Die neu
ro
psychologischen
Befunde seien gut mit den Folgen der
Aneurysma
blutung
mit
bithalamischen
und linksseitigen vorderen
Stamm
ganglien
läsionen
verein
bar. Auf somatisch-neurologischem Gebiet bestehe darüber hinaus ein Span
nungskopfschmerz an der Grenze zu einem chronischen Kopfschmerz, mit der Gefahr der Entwicklung eines
Medikamentenüber
gebrauchskopfschmerzes
(S.
9).
Aufgrund der persistierenden neuropsychologischen Funktionsstörungen,
aggra
viert
durch die homonyme
Quadrantenanopsie
nach rechts oben, bestehe seit dem Akutereignis vom 2
7.
Oktober 2010 in der bisherigen verantwortungs
vollen Tätigkeit im Informatikbereich nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 36
%
. Bei der gesamthaften Einschätzung der Arbeitsfähigkeit werde insbesondere ein erhöhter Pausenbedarf infolge einer erhöhten Ermüdbarkeit (50
%
), eine zeitli
che Einschränkung durch die bestehende Verlangsamung (10
%
) und eine qua
litative Einschränkung durch einen ineffizienten Arbeitsstil mit erhöhtem
Kon
trollbedarf
(20
%
) berücksichtigt (S. 10
Ziff.
2). Als ideal leidensangepasste Tätigkeit käme insbesondere eine rein fachtechnische Aufgabe im angestamm
ten Berufsumfeld, ohne Führungs- und Leitungsfunktion, mit geringeren Anfor
derungen an Effizienz und Arbeitsgenauigkeit, unter vermehrter Supervision und Kontrolle, in Frage. Dabei wäre bei zeitlichen Einschränkungen von 50
%
durch die erhöhte Ermüdbarkeit mit erhöhtem Pausenbedarf sowie
von
10
%
aufgrund der Verlangsamung eine Restarbeitsfähigkeit von 45
%
realisierbar (S.
10
Ziff.
3). Ab Januar 2011 wäre die aufgezeigte Arbeitsfähigkeit realisierbar gewesen (S. 10
Ziff.
4). Die berufliche Wiedereingliederung könne sofort erfol
gen (S. 11
Ziff.
6).
Im neuropsychologischen Teilgutachten (
Urk.
8/35/12-16) führten die Gutachter aus,
es
seien nebst ansonsten unauffälligen Leistungen partielle mittelgradig
attentional
-exekutive Beeinträchtigungen deutlich. Im Vordergrund stehe ein
disinhibierte
s
Verhalten, welches sich mit
Hyperverbalität
im Diskursverhalten
gezeigt habe
und von assoziativen Kommentaren und der Tendenz zu ausufern
dem Erzählen geprägt
gewesen
sei. Dieses Verhalten sei mit fortschreitender Untersuchungsdauer stärker geworden und der Beschwerdeführer habe immer bestimmter zu den Aufgaben zurückgeführt werden müssen. Entsprechend hätten Konzentration und Daueraufmerksamkeit für die Aufgabenstellungen abgenommen. Sie hätten eine gewisse Inflexibilität beim Bearbeiten von man
chen Aufgaben feststellen können und der Beschwerdeführer habe Mühe gehabt, nach Lösungsvarianten zu suchen und an der erstbesten Lösung festge
halten. Unauffällig seien Abstraktionsfähigkeit sowie Handlungsplanung und die Merkspannen (S. 4 unten).
Es bestehe
eine zeitliche Einschränkung
wegen erhöhtem Pausenbedarf infolge Ermüdung und diese betrage 50
%
. Hinzu komme eine 10
%
ige Einschränkung der Produktivität aufgrund der Verlangsa
mung. Die qualitativen Einbussen infolge der
disinhibitorischen
Verhaltenswei
sen mit resultierender Ineffizienz und vermehrtem Kontrollbedarf betrage 20
%
. Daraus ergebe sich eine Restarbeitsfähigkeit von 36
%
(S. 5
Ziff.
1).
Die zeitli
chen Einschränkungen seien in
einer
angepassten Tätigkeit
diesselben
wie in der angestammten Tätigkeit und aus diesem Grund resultiere eine
Restarbeitsfä
higkeit
in angepassten Tätigkeiten
von 45
%
(S. 5
Ziff.
2).
Die angepasste Tätig
keit wäre nach der Entlassung aus der stationären und ambulanten Rehabilita
tion bei schrittweiser
Erhöhung des Pensums
zumutbar gewesen (S. 5
Ziff.
3).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss der vorliegenden Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Beschwerdef
ührer am 2
7.
Oktober 2010 eine Hirnblutung
erlitten hat. Umstrit
ten sind die Auswirkungen dieser Diagnose auf seine Arbeitsfähigkeit
.
Die Beschwerdegegnerin stellte diesbezüglich auf das Gutachten vom 1
7.
April 2012 (
vorstehend
E. 3.5) ab und ging von einer Arbeitsfähigkeit von 36
%
in seiner angestammten Tätigkeit als Informatiker aus (vgl. E. 2.1).
4.2
Dem Gutachten steht die
Einschätzung des Hausarztes,
Dr.
C._
,
entgegen.
Er hat den Beschwerdeführer zuletzt am 1
9.
Dezember 2008 – knapp zwei Jahre vor dem Schlaganfall – behandelt und
geht von
einer vollen Arbeits
un
fähigkeit
des Beschwerdeführers
seit 2
7.
Oktober 2010
aus
(vorstehend E. 3.3)
.
In seinem Bericht führt
e
er
seine Befunde nicht weiter
aus
und
äussert
e
sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
Auf die Beurteilung
durch
Dr.
C._
kann damit nicht abgestellt werden und mit der Bewertung der neurologischen Diagnose und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verlässt er sein Fachgebiet der Allgemeinen Medizin.
Dr.
Z._
ihrerseits
äusserte sich in ihrem Austrittsbericht (vgl. E. 3.1) nicht zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers. Sie hielt einzig fest, dass sich der Beschwerdeführer unter Physio- und Ergotherapie habe stark verbessern kön
nen. In ihrem Bericht vom
7.
Januar 2011 (vgl. E. 3.2) attestierte sie ihm eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit
1.
Februar 2011, äusserte sich aber nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
In seinem Sprechstunde
n
bericht
vom
6.
April 2011 (vgl. E 3.4)
beschreibt
Prof.
Dr.
D._
den neurologischen
Zustand des Beschwerdeführers als zufriedenstellend und führte aus, dass sich der Beschwerdeführer sehr gut vom Schlaganfall erholt habe und nur minimale kognitive Defizite bestehen würden. Im Arztbericht vom
7.
April 2011 (vgl. E.
3.4) bestätigt
e
Prof.
Dr.
D._
diese
Einschätzung
, indem er dem Beschwer
deführer eine gute Prognose ausstellt
e
. Jedoch attestierte er dem Beschwerde
führer
dennoch
eine volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
7.
Oktober 2010
, woran er auch dennoch im Bericht vom 2
1.
Juni 2011 fest
hielt und dies auch ohne jegliche Begründung für angepasste Tätigkeiten befand
.
Er führte aber nicht nachvollziehbar und schlüssig aus, warum er trotz guter Prognose
eine
volle Arbeitsunfähigkeit
attestierte
. Im Weiteren führte e
r
seine Befunde nicht näher aus
, sondern stützte
seine Beurteilung
auf seine subjektive Einschätzung
ohne eingehende Erläuterung.
Die
Bericht
e
vo
n
Prof.
Dr.
D._
sind
somit wider
sprüchlich und
es kann nicht darauf abgestellt werden
.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass
hingegen
das Gutachten
vom 1
7.
April 2012
(vgl. E. 3.5) für die Beantwortung der strittigen Fragen umfassend und
grundsätzlich
nachvollziehbar ist. Das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen sowie einer ausführlichen Anamnese und berück
sichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise. Sodann wurde das Gutachten in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung, womit es alle praxisgemässen Kriterien (vgl. E. 1.4) erfüllt.
4.3
Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 36
%
in seiner angestammten Tätigkeit als leitender Informatiker
seit
Januar 2011
.
Der Beschwerdeführer brauche erhöhten Pausenbedarf infolge einer erhöhten Ermüdbarkeit
.
Die Produktivität sei aufgrund der bestehenden Ver
langsamung eingeschränkt und es bestehe
eine qualitative Einschränkung durch einen ineffizienten Arbeitsst
il mit erhöhtem Kontrollbedarf (vgl. E. 3.5).
Der Beschwerdeführ
er brachte vor, in seiner angestammten Tätigkeit als selb
stän
diger Informatiker könne er die Restarbeitsfähigkeit von 36
%
nicht mehr verwerten. Er habe bis
Ende
Juni 2009 bei
der
Y._
als
leitender
Informatiker gearbeitet und s
ich dann selbst
ändig gemacht. Die einzige Auf
traggeberin sei die
Y._
gewesen. Er sei bei seinen Vorgesetzten bekannt
dafür gewesen
, dass seine Lösungen und Arbeiten keinerlei Kontrollen
bedurft haben
. Wegen all
seiner
gesundheitlichen
Einschränkungen stehe fest, dass für die
Y._
eine Auftragserteilung
im Umfang von 36
%
nicht in Frage komme
(vgl. E. 2.2).
Aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer vom
1.
Juli 1981 bis 3
0.
Juni 2009 bei der
Y._
als Informatiker
bestätigt
war
, während seiner Firmenzu
gehörigkeit zum Mitglied der Direktion aufstieg (vgl.
Urk.
16 S. 3) und zuletzt als
Head Financial
Accounting
Solutions
and
Financial Technical
Architecture
tätig war (vgl.
Urk.
8/13
Ziff.
2.1 und 2.7)
und
während
seiner Selbständigkeit seine ehemalige Arbeitgeberin
die einzige Auftraggeberin war
- diese
Aufträge
wurden
jedoch
über die Firma
H._
abgewickelt
(vgl.
Urk.
16 S. 4,
Urk.
8/16,
Urk.
8/38/2)
-
, ist
es zumindest fraglich, ob er die
attestierte
Restar
beitsfähigke
it
von 36
%
in seiner angestammten Tätigkeit
tatsächlich
noch ver
werten
könnte
. Der Beschwerdeführer weist eine
2
8
-jährige Berufs
tätig
keit
und
eine grosse Berufserfahrung
bei der gleichen Arbeitgeberin
auf
und
war
bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin und seinen Vorgesetzten für eine gewisse „Qualität“ seiner Arbeiten bekannt
, da
diese
offenbar
ohne Kontrolle
übernom
men
werden
konnten
.
Für die Aufträge waren
nachvollziehbbar
hohe Effizienz, Genauigkeit und Präzision sowie absolute Kontrollfreiheit und Varianten- und Evaluationsfähigkeit gefragt.
Aufgrund seiner
gesundheitlichen
Ein
schränk
ungen
erreicht
er
mit seiner Arbeit diese
„Qualität“ nicht mehr, da – wie im Gutachten ausgeführt – seine Arbeiten
unter anderem
einen erhöhten
Kon
trollbedarf
benötigen.
Da seine ehemalige Arbeitgeberin ih
n
aufgrund dieser gesundheitlichen Einschränkungen
offensichtlich
nicht mehr beauftragt
und ih
m
andere Auftraggeber fehlen
respektive nicht vorhanden sind
,
erscheint es fraglich, ob er
seine Restarbeitsfähigkeit von 36
%
in seiner angestammten Tätigkeit als
selbständiger
Informatiker
noch
wahrnehmen
könnte. Dies braucht aber vorliegend nicht abschliessend beantwortet zu werden.
Den
ausgewiesen
er
massen
ist es dem Beschwerdeführer möglich, eine ange
passte Tätigkeit, welche eine rein fachtechnische Aufgabe ohne Führungs- und Leitungsfunktion, mit geringen Anforderungen an die Effizienz und
Arbeits
genauigkeit
, unter vermehrter Supervision und Kontrolle
umfasst
(vgl. E.
3.5)
,
im Umfang zu 45
%
auszuüben
.
Der Beschwerdeführer ist gut ausgebildet und bringt eine langjährige Berufserfahrung mit
.
Trotz seinem hohen Bildungsni
veau und seiner Berufserfahrung ist es ihm zumutbar
, auch „einfachere“ Tätig
keiten,
die der angepassten Tätigkeit
en entsprechen, auszuüben
.
Im
Übrigen
wurde diese Restarbeitsfähigkeit von 45
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten.
4.4
Zusammenfassend kann somit auf
das Gutachten
vom 1
7.
April 2012
abgestellt werden
,
und de
m
Beschwerdeführer ist
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 45
%
zumutbar
. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt
die
Invaliditätsbemessungsmethode als solche sowie die
Inva
lidi
tätsbemessung
.
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
2) von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
154‘
8
3
6
.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
86‘400.--
bei
einer Restarbeitsfähigkeit von 36
%
aus
. Für die Invaliditätsbemessung wandte sie die
Methode des Einkommensvergleichs an (
Urk.
2 Verfügungsteil 2
S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 1
3.
Mai 2013 (
Urk.
7) errechnete sie den Invaliditätsgrad
nunmehr
anhand der gemischten Methode (S.
2)
, von welcher Bemessungsmethode der Beschwerdeführer grund
sätzlich ebenfalls ausging (vgl.
Urk.
1 S. 3 und
Urk.
16 S. 10).
5.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil 9C_915/2012 des Bundesge
richts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Ist jedoch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
27
bis
Abs.
1 Satz 1 sowie
Abs.
1 Satz 2 und 3 e
contrario
IVV). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne
Gesund
heitsschaden
voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
Abs.
2 IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten
Teilerwerbstätig
keit
festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tat
sächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzu
stehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungs
massnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte. Dabei kann das
vom Arzt festzulegende -
Arbeits
pensum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
5.3
Der Beschwerdeführer arbeitete vom
1.
Juli 1981 bis 3
0.
Juni 2009 bei der
Y._
und hat seine Anstellung
per Ende Juni 2009
gekündigt (vgl.
Urk.
8/13
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.2
; freiwillige vorzeitige Pensionierung
).
Der Beschwerdeführer gründete
anschliessend
eine
eigene Firma und
war
seit
1.
Juli 2009 als selb
ständiger Informatiker tätig (vgl.
Urk.
8/6
Ziff.
5.4).
Im Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
gab
er
an
, dass er noch
zu
60
%
in seiner Firma gear
beitet habe
. Er habe seine Arbeitszeit
vor allem
wegen seines Enkelkindes redu
ziert. Was er bei seinen Kindern wegen seine
s
Beruf
es
etwas vernachlässigt habe, habe er bei seiner Enkeltochter nicht gewollt
.
Er habe sie jeweils einmal pro Woche betreut, was ihm heute nicht mehr möglich sei.
I
n seiner Freizeit
habe er noch
Arbeiten am Haus (Maler-
und
Renovationsarbeiten usw.) erledigt, die vorher wegen fehlender Kapazität neben seinem vollen Arbeitspensum stets liegen geblieben seien
(vgl.
Urk.
8/38 S. 2
).
Seine Ehefrau
sei
nicht mehr berufstätig (
Urk.
8/35 S. 5
Ziff.
5).
Der Haushalt werde von ihr geführt. Er helfe ihr nur sporadisch, wenn er dazu aufgefordert werde (
Urk.
8/38 S. 3).
Der Beschwerdeführer hat offensichtlich sein Arbeitspensum aus freien Stücken von 100
%
auf 60
%
reduziert, damit er mehr Freizeit und mehr Zeit für seine Enkeltochter
hat
. Er hätte ohne Gesundheitsschaden weiterhin ein 100
%
iges Pensum wahrnehmen können. Er hat sich aber
für mehr Freizeit entschieden
und sein Anstellungsverhältnis bei
der
Y._
aufgrund dessen
selber gekün
digt. Dafür hat die Invalidenversicherung nicht einzustehen.
Die Betreuung der Enkeltochter, welche der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens
gemäss eigenen Aussagen
einen Tag pro Woche
wahrgenommen hat
te
,
sowie die
gelegentlichen
Arbeiten am Haus
(vgl.
Urk.
8/38 S. 2
)
reichen für die Annahme eines Aufgabe
n
bereichs
im Sinne des Gesetzes
nicht aus
.
A
ufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers
und de
r
familiären, finanziellen und per
sönliche
n Umständen steht sodann fest, dass die Ehefrau den Haushalt führte.
Der Beschwerdeführer hat
somit
sein Arbeitspensum aus freien Stücken redu
ziert und weist keinen Aufgabenbereich auf. Aus diesem Grund ist
die Invalidi
tät
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
27
bis
Abs.
1 Satz 1 sowie
Abs.
1 Satz 2 und 3 e
contra
rio
IVV).
Anzumerken bleibt, dass es nicht nachvollziehbar ist,
weshalb die Beschwerdegegnerin die Kinderbetreuung ursprünglich als Nebenerwerb einge
stuft hatte, da der Beschwerdeführer weder in der IV-Anmeldung die
Kinderbe
treuung
als Nebenerwerb angegeben (vgl. Urk. 8/6 Ziff. 5.5) noch ausgewiesen hatte, dass er für die Kinderbetreuung eine
Entlöhnung
erhalten hätte.
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Ge
geben
heiten im Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2011 abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdegegnerin
ging bei der Berechnung des
Valideneinkommen
s
vom
beim Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2010 erzielte
n
Einkommen
von
Fr.
144'000.
--
aus (vgl.
Urk.
7 S. 2)
.
Dies wurde im Übrigen vom Beschwerde
führer nicht bestritten
(vgl.
Urk.
16 S. 4)
.
Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
bis 2011 von
1.
7
%
(Die Volkswirtschaft 12-2013, S.
91, Tabelle B
10.2,
Ziff.
58-63) ergibt dies ein hypothetisches
Validene
inkommen
von
Fr.
146‘448.-- (
Fr.
144‘000.-- x 1.017).
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die bis 1998 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41,9 Stunden, seit 2008 von 41,6
Stunden (Die Volkswirtschaft 10-2009 S. 90 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.6
Der Beschwerdeführer ist studierter Mathematiker und hat seit seinem
Studien
ab
schluss
1981 bei
der
Y._
als
(leitender) Informatiker gearbeitet. Gemäss dem Gutachten ist dem Beschwerdeführer eine rein fachtechnische Auf
gabe, ohne Führungs- und Leitungsfunktion, mit geringeren Anforderungen an Effi
zienz und Arbeitsgenauigkeit, unter vermehrter Supervision und Kontrolle
als
leidens
angepasste
Tätigkeit zumutbar
.
Damit
erweist sich der Wirtschafts
zweig „Informationsdienstleistungen“ (LSE 2010, TA 1,
Ziff.
63) als passend.
Der Zentralwert der im Jahr 2010 von Männern im betreffenden Wirtschafts
zweig mit Berufs- und Fachkenntnissen erzielbaren Einkommen betrug
Fr.
7‘405.-- pro Monat. Auf ein Jahr umgerechnet und angepasst an die durch
schnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.0 (Die Volkswirtschaft 12-2013, S.
90, B 9.2,
lit
. J) und
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2011 von 1.7
%
(Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 91, Tabelle B 10.2,
Ziff.
58-63) ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von ger
undet
Fr.
92‘630.--
(
Fr.
7‘405.--
x
12 :
40 x 41.0 x 1.017). Ausgehend von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 45
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit ergibt dies ein Invalideneinkommen von
Fr.
41‘683.--.
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
146‘448.-- mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
41‘683.
--
ergibt eine
Ein
kommenseinbusse
von
Fr.
104‘765.--. Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von rund 71.5
%
, was einen Anspruch auf eine ganze In
validenrente ergibt (vgl. E.
1.2
).
Damit erübrigen sich Ausführungen zu einem allfälligen
leidens
bedingten
Abzug.
Die Beschwerde ist damit gutzuheissen, und die angefochtene Verfügung ist dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführer
ab
1.
Oktober 2011
einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
6.
Angesichts dieses Ausganges des Verfahrens braucht auch die Frage, ob die
Rest
arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers angesichts seines fortgeschrittenen Alters von beinahe 62 Jahren zum Zeitpunkt des Gutachtens beziehungsweise von 63 Jahren zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses und angesichts seiner behinderungsbedingten Einschränkungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nachgefragt wird (vgl.
Urk.
16 S. 2), nicht abschliessend beantwortet werden.
Diesbezüglich bleibt unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen) einzig anzumerken, dass eine Verneinung dieser Frage angesichts der guten beruflichen Qualifikationen und der lang
jährigen, direkt anwendbaren Berufserfahrung sowie angesichts des Umstandes, dass sich der Beschwerdeführer grundsätzlich gut von der Hirnblutung erholt hat, trotz fortgeschrittenen Alters zumindest fraglich erscheint.
7.
Für die vom Beschwerdeführer verlangte Durchführung einer öffentlichen Ver
handlung
mit Experten- und Zeugenbefragung
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2 und Ziff.
3
) besteht
bei diesem Ausgang des Verfahrens
kein Anlass.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
De
m
obsiegende
n
Beschwerdeführer steht gemäss dem Ausgang des Verfahrens eine Parteientschädigung
zu
, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200
.
(zuzüglich
MWSt
) auf
Fr.
2'000.-- festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.