Decision ID: 353bf7f2-0d97-4a9a-b6eb-3a4d004c8a1e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1977 geborene
X._
,
welcher im Juni 2000 eine
Anlehre
als Elektronikbauteilemonteur bei der
Y._
abschloss (vgl. Arbeitszeugnis vom 2
9.
Juli 2002,
Urk.
12/2/16), arbeitete weiter in der angelernten Tätigkeit bei der
Y._
und war dabei bei der
Basler Versicherungs-Gesellschaft (Basler) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 25. Dezember 2000 einen Verkehrsunfall erlitt, bei dem er sich unter anderem an der rechten Schulter verletzte. Er war in der Folge bis am
3.
März 2001 ganz bzw. teilweise arbeitsunfähig (Unfallmeldung UVG,
Urk.
12/13/117
,
und
Arzt
zeugnis
UVG von
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 1
8.
Januar 2001,
Urk.
12/13/122). Nachdem das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
per 3
1.
Juli 2002 beendet wurde (Urk.
12/2/16), war er vom 1
5.
September bis 3
1.
Dezember 2003 bei der
A._
angestellt (Arbeitszeugnis vom 3
1.
Dezember 2003,
Urk.
12/2/15). Vom
1.
Januar 2004 bis am 3
0.
November 2005 arbeitete er bei der
B._
als Produktionsmitarbeiter (Arbeitgeberauskunft vom 1
3.
September 2006,
Urk.
12/16, Arbeitszeugnis vom 1
4.
Dezember 2005,
Urk.
12/2/14). Am 1
0.
Januar 2006 wurde er im
C._
an der rechten Schulter operiert (Operationsbericht,
Urk.
12/13/29). Am 2
1.
Juli 2006 meldete er sich wegen Schulterbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
12/3). In der Folge liess die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 3
1.
Juli 2006,
Urk.
12/
7-
8), zog Akten der Basler bei (
Urk.
12/13) und holte einen Arbeitgeberbericht der
B._
(
Urk.
12/16) sowie einen Arztbericht von Dr.
Z._
(Bericht vom 1
6.
August 2006,
Urk.
12/15)
ein
. Nach weiteren beruflichen Abklärungen sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 27. Juli 2007 (
Urk.
12/26) die Kosten für eine Umschulung zum Detailhandelsfachmann bei der
D._
zu (vgl. auch Lehrvertrag vom 7./2
0.
August 2007,
Urk.
12/30). Nachdem
X._
der Lehrvertrag gekündigt worden war, wurde die gewährte berufliche Massnahme per
1.
Oktober 2007 aufgeho
ben (Mitteilung vom 1
6.
Oktober 2007,
Urk.
12/39). Am 1
8.
Januar 2008 wurde
X._
erneut an der rechten Schulter operiert. Diese Operation wurde von
Dr.
med.
E._
,
Facharzt FMH für Orthopädie und Chirur
gie, von der
F._
durchgeführt
(Operationsbericht vom 1
8.
Januar 2008,
Urk.
12/48/3). Die IV-Stelle setzte
X._
mit Mit
teilung vom 2
9.
Januar 2008 davon in Kenntnis, dass berufliche Massnahmen zurzeit nicht möglich seien (
Urk.
12/45). Am 1
5.
April 2008 stellte
X._
erneut ein Gesuch um berufliche Massnahmen (
Urk.
12/50). Die IV
Stelle stellte
daraufhin
mit Verfügung vom 3
0.
Juni 2008 fest, dass Arbeits
ver
mittlung momentan nicht möglich sei (
Urk.
12/57). Nachdem
X._
gleichentags einen Lehrvertrag als Detailhandelsfachmann mit der
G._
abgeschlossen hatte
(
Urk.
12/58), stellte er am
3.
Juli 2008 ein Gesuch um
ein
Taggeld
für die Umschulung (Urk.
12/59). Am 3
1.
Juli 2008 sprach die IV-Stelle
X._
die Kosten für die Umschulung sowie mit Wirkung ab 3
0.
Juni ein (Wartezeit
)Tagge
l
d zu (Mitteilungen,
Urk.
12/64 und
Urk.
12/65). Am 2
9.
Oktober 2009 wies die IV-Stelle
X._
gestützt auf
Art.
21 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) zur konstruktiven Mitwirkung bei der Umschulung an (
Urk.
12/81). Nachdem die
G._
mit Kündigung vom 2
3.
November 2009 das Lehr
verhältnis mit
X._
per 3
1.
Januar 2010 aufgelöst hatte (
Urk.
12/84), hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Februar 2010 die ge
währten beruflichen Massnahmen per 1
1.
Dezember 2009 auf (
Urk.
12/97). Die von
X._
hiergegen am 2
2.
März 2010 erhobene Beschwerde (
Urk.
12/102/3-11) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
5.
August 2010 (
Urk.
12/108) ebenso ab wie das Bundesgericht die gegen das Urteil des hiesige
n
Gericht
s
geführte Beschwerde (Beschwerde vom 14. September 2010,
Urk.
12/113/2-13, Urteil vom 1
8.
Oktober 2010,
Urk.
12/116). Im Nachgang zum Urteil des Bundesgerichts sprach die IV-Stelle
X._
mit Mitteilung vom 4.
November 2010 Arbeitsvermittlungsmassnahmen zu (
Urk.
12/117) und schloss mit ihm eine Zielvereinbarung betreffend Arbeitsvermittlung und be
auftragte die
H._
mit der Arbeitsvermittlung (Vereinbarung vom 8. November 2010,
Urk.
12/120, und Auftrag vom 2
9.
November 2010, Urk. 12/1
19
). Nachdem die Arbeitsvermittlung
erfolglos geblieben
war (Bericht vom 2
9.
Juni 2011,
Urk.
12/128), schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Mitteilung vom 2
7.
Juli 2011,
Urk.
12/129). In der Folge zog die IV-Stelle weitere Akten der Basler bei (
Urk.
12/132) und holte einen Bericht von
Dr.
E._
ein (Bericht vom 9. August 2011,
Urk.
12/133). Die Basler verneinte mit Verfügung vom 30. September 2011 einen Rentenan
spruch von
X._
,
sprach ihm aber eine auf einer
Integritätsein
busse
von 10
%
beruhende Entschädigung zu (
Urk.
12/143). Nachdem die IV-Stelle bei
Dr.
med.
I._
,
Assistenzarzt, und
Dr.
med.
J._
,
Leiter Kniechirurgie, vom
K._
,
welche am 1
8.
April 2011 ein Gutachte
n zuhanden der Basler erstattet
hatten (
Urk.
12/132/39-58), eine ergänzende Stellungnahme eingeholt hatte (Stellung
nahme vom 1
8.
Oktober
2011,
Urk.
12/148) und nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbesc
heid vom 1
3.
Februar 2012, Urk.
12/154, und Einwand vom 1
4.
Februar 2012,
Urk.
12/159, vom 1
6.
April 2012,
Urk.
12/175, und Er
gänzung vom 1
6.
Mai 2012,
Urk.
12/177)
,
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 2
0.
August 2012 durch Rechtsanwältin Yvonne
Dürst
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm eine Rente auf der Basis eine
s
50
%
übersteigenden IV-Grades zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur rechtsgenügenden medizinischen Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Eingabe vom 1
0.
September 2012 (
Urk.
7) liess der Beschwerdeführer einen Bericht von Prof.
Dr.
med.
L._
,
Ärztlicher Direktor der
M._
,
vom 29. August 2012 einreichen (
Urk.
8). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
September 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11),
was dem Beschwerdeführer am 25.
September 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
13). Mit Eingab
e vom
9.
September 2013 (
Urk.
15
) reichte der Beschwerdeführer Berichte von Ärzten der
M._
ein (
Urk.
1
6
/1-3)
,
was der Beschwerdegegnerin am 1
1.
September 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Rentenleistun
gen der Beschwerdegegnerin hat.
1.2
Am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des ATSG in Kraft getreten.
In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je m
it Hinweisen). Die angefochtene Verfügung
ist
am 18. Juni 2012 – und somit nach Inkrafttre
ten der 5. IV-Revision und nach Inkrafttreten der Revision 6a – ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidier
ten Bestim
mungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und auf
grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über wel
che noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
inter
tem
poral
rechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals gel
ten
den Bestimmungen, ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Re
vi
sion und ab 1. Januar 2012 auf die Bestimmungen gemäss Revi
sion 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
ff.; Urteil des Bundes
gerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
Da die 5. IV-Revision und die Revision 6a hinsichtlich Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht haben, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbe
stimmungen – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss Art. 28 Abs. 2 (bis 3
1.
Janua
r 2007: Abs. 1) IVG haben Versi
cherte An
spruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Drei
vier
telsrente
, wenn sie mindestens zu 60 % invalid, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie min
destens zu 40 % invalid sind.
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Dr.
E._
diagnostizierte mit Bericht vom
8.
November 2005 an die Basler (
Urk.
12/2/2-6):
partielle gelenksseitige
Supraspinatussehnenrutpur
(PAST
A
-Läsion) der rechten dominanten Schulter
Verdacht auf Läsion der Bizeps-
longus
-Sehne rechts
Status nach nicht dislozierter
Tuberculum
-
majus
-Fraktur rechts
Er erachte die Indikation für ein chirurgisches Vorgehen als gegeben. Der Be
schwerdeführer könne zu
rzeit keine Überkopftätigkeiten und
keine raschen Repetitivbewegungen der oberen Extremität durchführen sowie keine schweren
Lasten heben. Postoperativ müsse mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
während de
r
ersten drei Monate gerechnet werden. Anschliessend sei eine Teilarbeitsfähigkeit wahrscheinlich möglich, volle Arbeitsfähigkeit erachte er erst ab etwa vier Monate postoperativ als realistisch. In einer angepassten Tätigkeit sei postoperativ bereits früher eine Arbeitstätigkeit möglich. So könne eine Bürotätigkeit bereits ab der siebten postoperativen Woche teilweise mög
lich sein. Ebenfalls seien wechselbelastende Tätigkeiten mit geringer Belastung des Armes möglich.
2.2
Nachdem der Beschwerdeführer am 1
0.
Januar 2006 im
C._
an der rechten Schulter
operiert worden war, hielt
Dr.
med.
N._
,
Chefarzt Chirurgie des
C._
,
mit Bericht vom
5.
Mai 2006 ab
1.
Mai 2006 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
12/13/10-11).
2.3
Dr.
E._
notierte am 1
3.
Mai 2006 in der Krankenakte des Beschwerdefüh
rers (
Urk.
12/13/8), dem Beschwerdeführer sei im jetzigen Zustand der Schulter seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit
(
Akkordarbeit am Förderband mit häufig
Über
kopftätigkeiten
)
noch nicht möglich. Hingegen sei
en
eine Arbeitstätigkeit auf Arbeitstischhöhe sowie auch Schreibarbeiten ohne
Weiteres
möglich. Mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit für erstgenannte Aktivitäten könne innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate gerechnet werden. Deshalb empfehle er eine nochmalige Beurteilung des Beschwerdeführers in etwa sechs Wochen bei
Dr.
Z._
.
Die von
Dr.
Z._
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit könne er unter
stützen, vorausgesetzt, dass sich
dies
auf eine nicht Schulter belastende Tätigkeit beziehe.
2.4
Dr
.
Z._
diagnostizierte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
6.
August 2006 (
Urk.
12/15) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit persistierende posttraumatische Schulter- und Nackenschmerzen rechts. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine
gastrooesophagale
Refluxkrankheit
. Betreffend Arbeits
fähigkeit erklärte er, der Beschwerdeführer sei nach der Operation vom 1
0.
Januar 2006 bis am
2.
Mai 2006 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
3.
Mai bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, welche noch bis am 3
1.
August 2006 daure. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit
(
keine
repetitive Arbeiten mit Gewichten oder Arbeiten mit Hebebewegungen und Tragen von Gewichten
)
bestehe ab
1.
September 2006 eine volle Arbeitsfähigkeit.
2.5
Dr.
Z._
berichtete der Basler am
2.
Januar 2007
(Urk. 12/48/16)
, mit viel Elan habe sich der Beschwerdeführer an die neue Arbeit bei der
D._
gemacht. Er habe aber schon bald feststellen müssen, dass die Tätigkeit seine lädierte rechte Schulter doch mehr als vorgesehen
beanspruche
und es resul
tierten zunehmend
Schmerzen
,
die bis
am
Mittag so stark würden, dass er nicht mehr o
hne Schmerzmittel arbeiten könn
e. Der Beschwerdeführer habe die Arbeitgeberin vergeblich um eine andere Tätigkeit oder eine Reduktion der Arbeitszeit ersucht. Es sei daher nichts anderes übrig geblieben, als per 1. Dezember 2006 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Inzwischen lägen die neusten Untersuchungsresultate der Ärzte der
F._
vor und es müsse mit einer erneuten operativen Sanierung gerechnet werden
,
um keinen bleibenden Schaden zu riskieren.
2.6
Nachdem
Dr.
E._
am
1
8.
Januar 2008 eine SAS rechts,
Akromioplastik
und
Supraspiantussehnennaht
vorgenommen hatte (Operationsbericht,
Urk.
12/48/3), erklärte
Dr.
Z._
am
4.
April 2008 (
Urk.
12/49), aufgrund des Verlaufes sei mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit mit praktischer Sicherheit zu rech
nen. Es werde aber voraussichtlich eine Einschränkung für belastende
Über
kopfarbeiten
bleiben, da Kraft und Beweglichkeit kaum vollumfänglich wieder
erlangt würden.
2.7
Dr.
E._
hielt mit Eintrag vom
7.
April 2008 in der Krankengeschichte des Beschwerdeführers fest (
Urk.
12/132/24-26), es liege ein sehr guter
Rehabilitati
onsverlauf
vor. In der ursprünglichen Tätigkeit als Arbeiter am Fliessband be
stehe noch weiterhin bis Ende Monat eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach eine 50%ige. In einer neuen Tätigkeit als Detailhandelsfachmann sei der Be
schwerdeführer bereits ab jetzt zu 50
%
arbeitsfähig und wahrscheinlich ab Mai
2008
zu 100
%
, vorausgesetzt
, e
r
müsse nicht schwere Las
t
en heben
. Am 28. Mai 2008 hielt
Dr.
E._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 2
2.
Juni 2008 fest, danach sei der Beschwerdeführer wieder voll arbeitsfähig.
2.8
Die
Dres
.
I._
und
J._
hielten in ihrem Gutachten
zu Händen der Bas
ler
vom 1
8.
April 2011 (
Urk.
12/132/39-58) als orthopädische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
12/132/52-53):
myofasziales
periscapuläres
Schmerzsyndrom Schulter rechts mit/bei
ausgeprägten
Myogelosen
der
scapulo
-thorakalen Muskulatur
palpable Schmerzpunkte Margo
medialis
scapulae
,
Musculus
trape
zius
,
Musculus
rhomboideus
,
Musculus
teres
minor
und
Status nach PKW-Selbstunfall
Sie notierten, eine neuerliche, signifikante
Rotatorenmanschettenläsion
sei aktuell gestützt auf die klinische Untersuchung auszuschliessen.
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer
s erklärten die Gutachter (Urk.
12/132/54-55), aufgrund der
myogelotischen
Veränderungen der
perisca
pu
lären
Muskulatur seien ihrer Meinung nach rasche Repetitiv-Bewegungen der oberen Extremität für den Beschwerdeführer nicht durchführbar. Ebenso seien
das Heben schwerer Lasten oder andauernde Überkopfarbeiten für den Be
schwer
deführer nicht möglich. Hier scheine eine vollständige Re-Integration auch bei Erfolg therapeutischer Massnahmen mittel- bis langfristig auch auf
grund der Dauer des Leidens und der damit verbundenen fortwährenden Ar
beitsunfähigkeit nicht vorprogrammiert zu sein. Demgegenüber sähen sie die Arbeitsfähigkeit in leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne
Überkopf
arbeit
auf Bauchhöhe vollzeitlich ohne Einschränkung
für
gegeben.
In der angestammten Tätigkeit als Monteur/Elektriker bestehe eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit (
Urk.
12/132/57).
2.9
Dr
.
E._
berichtete der Basler am
9.
August 2011 (
Urk.
12/142/1-2), er könne die
von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
erhobenen subjektiven und ob
jektiven Befunde bestätigen. Hingegen sei er mit der Beurteilung der Arbeits
fähig
keit im angestammten Beruf nicht einverstanden. Er erachte ein volles Tagespensum auch als Verkäufer nicht für möglich.
Er erachte
eine Arbeitstätigkeit in angepasster Tätigkeit von 50 bis maximal 66,66
%
für an
gemessen.
2.10
Am 1
8.
Oktober 2011 nahmen
Dr
.
I._
und
Dr.
J._
zum Bericht von Dr.
E._
vom
9.
August 2011 Stellung (
Urk.
12/148). Auch in Kenntnis die
ses Berichts gingen sie weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers in angepasster Tätigkeit gemäss Gutachten aus.
2.11
Dr.
Z._
teilte der Basler am
3.
November 2011 mit (
Urk.
12/150), er könne sich mit der Stellungnahme von
Dr
.
I._
und
Dr.
J._
v
om 1
8.
Oktober 2011 nicht einverstanden erklären. Es
treffe
zwar
zu
, dass der Beschwerdeführer bei der
G._
während 18 Monaten umsatzstark gearbeitet habe und in dieser Zeit nie wegen der Schulterbeschwerden krankgeschrieben worden sei. Eine Arbeitsunfähigkeit habe er nie beansprucht, weil er Angst vor
einem
Stel
lenverlust
gehabt hab
e
. Er habe in dieser Zeit jedoch wiederholt
über
Schulter
schmerzen
geklagt
und auch regelmässig
nichtsteroidale
Antirheumatika (NSAR) verlangt. Die nächste Anstellung des Beschwerdeführers sei völlig un
geeignet gewesen und er habe ihn in dieser Zeit ebenfalls mehrmals wegen Schulterschmerzen aufgesucht. Er habe neben NSAR auch Schmerzmittel
sub
acromial
infiltrieren müssen. Die von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
immer wie
der empfohlenen aktiven und passiven physiotherapeutischen Massnahmen inkl.
Triggerpunkt
-Neuraltherapie und Akupunktur hätten, wenn überhaupt, nur kurzfristig Erfolge gezeigt und nie einen entscheidenden Durchbruch gebracht. Er gehe weiterhin von einer 50- bis 66,66%ige
n
Arbeitsfähigkeit aus.
2.12
Dr.
med.
O._
,
Oberarzt, und
pract
. med.
P._
,
Assistenz
ärztin
, von der
M._
hielten mit Berichten vom 1
2.
März 2012 bzw. vom
3.
April 2012 als Diagnose posttraumatische/postoperative
Schulterschmer
zen
rechts dominant bei (a)
Selbstunfall am 2
5.
Dezember 2000 mit u.a. Verlet
zung der rechten Schulter, offenbar Abrissfraktur des
Tuberculum
majus
und (b) Status nach Schulter-Operation rechts 2006 und 2008 mittels Re-Rekonstruk
tion der
Rotatorenmanschette
fest (
Urk.
12/170). Dem Beschwerdeführer seien sitzende, gehende und wechselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar. Vor
wiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten seien grenzwertig. Überkopfarbeiten und Arbeiten im Kauern seien ebenso wenig möglich wie Arbeiten auf Lei
tern/Ge
rüsten. Der Beschwerdeführer könne nur leichte Gewichte heben (
Urk.
12/171/4).
2.13
Am
8.
Mai 2012 berichtete
Dr.
O._
a
n
Dr.
E._
(
Urk.
12/176/1), nach bereits zweimaligen Schulterarthroskopien ohne relevante andauernde
Be
schwerdebesserung
sowohl der Beschwerden wie auch der Arbeitsfähigkeit sei eine klare Prognose
hinsichtlich
einer allfälligen
dritten
Operation schwierig. Man sei daher eher zurückhaltend mit operieren und möchte sämtliche konser
vativen Therapien ausschöpfen. Nichtsdestotrotz scheine die Indikation für eine weitere Schulterarthroskopie durchaus gegeben
,
um damit zu versuchen, die Beschwerdesituation und die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Aufgrund der vom Beschwerdeführer geschilderten Schmerzen und Einschränkungen scheine eine Arbeitstätigkeit in körperlicher Tätigkei
t, auch wenn bis auf Bauchhöhe
limi
tiert, zurzeit wenig realistisch.
2.14
Mit Bericht vom 2
9.
August 2012 (
Urk.
8) erklärte Prof.
Dr.
med.
L._
,
Ärztlicher Direktor der
M._
,
bei ausgeprägter
Schmerzsymp
tomatik
und klinisch deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit, insbesondere über der Aussenrotation sowohl in Adduktion als auch in Abduktion, seien die Beschwerden des Beschwerdeführers gut erklärbar, so dass er denke, dass mittels Arthroskopie und
Capsulolyse
evtl. auch
Bizepssehnentenotomie
oder –
tenodese
die Beweglichkeit gesteigert werden könne und dadurch auch die Beschwerden positiv beeinflusst werden könnten. Postoperativ bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für sechs Wochen, aktuell bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zumindest bis zur Operation. Inwiefern der Beschwerdeführer sein
Arbeitspen
sum
nach der Operation steigern könne,
könne nicht vorausgesagt werden.
Er habe jedoch
eine realistische Chance,
danach
deutlich weniger Beschwerden
als momentan
zu haben
. E
ine Verschlechterung sei nicht zu erwarten.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 davon aus, das der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei und dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf
das Gutachten der
Dres
.
I._
und
J._
vom
K._
vom
1
8.
April 2011 (
Urk.
2; Feststellungsblatt,
Urk.
12/153 und
Urk.
12/178).
3.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung einge
holten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
ge
gen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
). Vorliegend sind
keine Indizien ersichtlich, welche gegen die Beweistauglichkeit des von der Basler bei den
Dres
.
I._
und
J._
vom
K._
vom 1
8.
April 2011
eingeholten
Gutachtens
sprechen würden. So mindert das Fehlen einer Fremdanamnese den Beweiswert des Gutachtens nicht. Eine
Fremdanam
nese
mag zwar häufig wünschenswert sein, ist aber nicht zwin
gend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts I 305/06 vom 2
2.
Mai 2007 E.
3.2).
Sodann wurde das
Gutachten
entgegen den Behauptungen des Beschwerde
füh
rers (
Urk.
1 S. 3)
nicht nur von
Dr.
I._
,
Assistenzarzt, sondern auch vom
Oberarzt bzw.
Leiter der Kniechirurgie
,
Dr.
J._
,
unterzeichnet
. Das Gutachten wurde daher
un
ab
hängig davon, wer die
konkrete
Untersuchung machte, von einem Arzt mit de
n
notwendigen Fachkenntnissen verfasst (vgl. zu den Voraussetzun
gen für Gut
achter u.a.
Urteil I 142/07 vom 2
0.
November 2007
E. 3.2.3). Im Übrigen er
warb auch
Dr.
I._
per
1.
Januar 2013 den
Fach
arzt
ti
tel
„Ortho
pädische
Chi
rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates“
(
http://www.me
dre
gom.ad
min.ch/; http://www.kssg.ch/news/orthopaedie/2012/11/be
foerderun
gen_un
der
langung
des
facharztes.html).
Im Weiteren
ist nicht ersichtlich, wes
halb die Feststellung
der Gutachter
: „aktuell weiterhin eine ausgeprägte Ermüd
barkeit und Kraft
losig
keit des rechten Armes, zusätzlich belastungsabhängig aufgetretene
Krib
bel
parästhesien
an den Fingern III –
V der rechten Hand“
einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne
Überkopf
arbeit
auf Bauchhöhe entgegenstehen soll
(vgl.
Urk.
1.
S.
4)
. Es steht der
Beweis
taug
lichkeit
des Gutachtens
schliesslich
auch nicht entgegen, dass im Rahmen der ergänzenden Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2011
(
Urk.
12/148)
Berichte der ehemaligen Arbeitgeber mitberücksichtigt wurden. Eine solche Auseinan
der
setzung war viel mehr erforderlich, da
Dr.
E._
mit Schreiben vom 1
4.
September 2011 gegenüber den Gutachtern geltend machte, das von ihnen erstellte Belastungsprofil hätte in der Vergangenheit nicht realisier
t wer
den können (
Urk.
12/142
). Der Einbezug der Berichte der Arbeitgeber zeigt vielmehr, dass sich die Gutachter detailliert mit dem Einwand auseinandersetz
ten. Nach dem Gesagten erfüllt das Gutachten der
Dres
.
I._
und
J._
sämtliche Voraussetzungen eines beweistauglichen Gutachtens
, weshalb zur
Entscheidfin
dung
darauf abgestellt werden kann
.
3.3
Dr.
E._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom
9.
August 2011 (E. 2.9) im Gegensatz zur
Dr.
I._
und
Dr.
J._
für eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit lediglich eine 50- bis maximal 66,66%ige Arbeitsfähigkeit.
Dr.
E._
begründet
e
seine Einschätzung dabei durch keinerlei Befunde. Sein Bericht vom
9.
August 2011 vermag daher die Einschätzung der Gutachter nicht in Frage zu stellen.
3.4
Dr.
Z._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom
3.
November 2011 wie bereits
Dr.
E._
mit Bericht vom
9.
August 2011 auch für eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit lediglich eine 50- bis maximal 66,66%ige Arbeits
fähigkeit (E. 2.11). Bei der Würdigung der Einschätzung von
Dr.
Z._
gilt es zu beachten, dass das Gericht in
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Haus
ärzten
der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Da der Bericht von
Dr.
Z._
vom
3.
November 2011 zudem wie auch der Bericht von Dr.
E._
vom
9.
August 2011 keine objektiven Befunde nennt, sondern vielmehr auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellt – beispielsweise wird ausgeführt
,
der Beschwerdeführer habe über Schulterschmerzen geklagt und auch regelmässig
nichtsteroidale
Antirheumati
ka verlangt
–
,
der Beschwerdeführer seine Lehrstelle bei der
G._
nachweislich nicht aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen
–
diese standen im Gegenteil einer erfolgreichen Umschulung nicht entgegen
–
sondern viel
mehr infolge unentschuldigter Absenzen verlor (vgl. Urteil des hiesigen Ge
richts,
Urk.
12/108/5 und Urteil des Bundesgerichts,
Urk.
12/116/5-6) und end
lich die Gutachter weder während dem Gestikulieren über Kopf durch den Beschwerdeführer noch beim
Be
- und Entkleiden eine Schonhaltung oder
Ent
lastungspositionen
festzustellen vermochten (vgl.
Urk.
12/132/19), stellt auch diese Einschätzung die Beurteilung der Gutachter nicht in Frage.
3
.5
Was sodann die Berichte der
Dres
.
O._
und
P._
vom 1
2.
März bzw. 3.
April 2012 (E. 2.12)
betrifft, so fehlen darin
Angaben, welche der Einschät
zung von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
entgegenstehen würde
n
. Im Bericht vom 1
2.
März 2012 erklärte und kreuzte
Dr.
P._
vielmehr an, dass dem Be
schwerdeführer sitzende Tätigkeiten ganztags zumutbar seien. Stehende und wechselbelastende Tätigkeiten seien ebenfalls zumutbar, gleiches gelte für leichtes Heben. Diese Einschätzung stimmt mit derjenigen der G
utachter
Dres
.
I._
und Dr.
J._
überein. Im Bericht vom
8.
Mai 2012 (E. 2.13)
erklärte
Dr.
O._
auf Frage von
Dr.
E._
vom 1
2.
April 2012 (
Urk.
12/174
/1-2
), ob er davon ausgehen könne, dass die Gutachteraussage, dem Beschwerdeführer sei
eine
leichte,
wechselbelastende Tätigkeit auf
Bauchhöhe, aber ohne Überkopfarbeit, ganztags zumutbar, nicht zutreffe: „(...) dass auf
grund der vom Patienten geschilderten Schmerzen und Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit mit körperlicher
Tätigkeit, auch wenn bis auf Bauchhöhe limi
tiert, aufgrund der eingeschränkten Aussenrotation sowie den damit verbunde
nen Schmerzen zur Zeit wenig realistisch scheint“ (
Urk.
12/176/1).
Dr.
O._
bestätigte die von Dr.
E._
gemachte Einschätzung also lediglich gestützt auf die vom Beschwerdeführer gemachten subjektiven Angaben
hinsichtlich
Schmerzen und Einschränkungen
.
Befunde, die diese Einschätzung stützten, nennt er nicht.
Es ist zudem
auch
nicht nachvollziehbar, weshalb eine einge
schränkte Aussenrotation einer ganztätigen Arbeitstätigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit entgegenstehen soll
te
. Der Bericht von
Dr.
O._
vom
8.
Mai 2012 stellt daher die Einschätzung von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
ebenfalls
nicht in Frage.
3.6
Betreffend den Bericht von
Dr.
L._
vom 2
9.
August 2012 (E. 2.14) gilt es zu beachten, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend sind (129 V 167 E. 1). Nachdem die angefochtene Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 datiert und sich
Dr.
L._
in seinem Bericht vom 2
9.
August 2012 lediglich auf den Berichtszeitpunkt und die Zukunft bezieht, gibt sein Be
richt keinen Anlass, die Einschätzung von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
in Frage zu stellen. Gleiches gilt auch für die vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom
9.
September 2013 (
Urk.
15) eingereichten Berichte vom 2
3.
November 2012 (
Urk.
16/1), vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
16/2) und vom 1
7.
Juni 2013 (
Urk.
16/1-3).
3.7
Nach dem Gesagten kann auf das Gutach
ten der
Dres
.
I._
und
J._
abgestellt werden
,
womit zumindest
von
einer
100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in
angepassten
Tätigkeiten
auszugehen
ist
.
3.8
3.8.1
Betreffend den Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gilt es aller
dings zu beachten, dass er sich am 2
1.
Juli 2006 zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
12/3). Die Beschwerdegegnerin hatte daher einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab dem
1.
Juli 2005 zu prüfen (vgl.
Art.
48
Abs.
2 IVG in der
bis am 3
1.
Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung;
Meyer in
Murer
/Stauffer [Hrsg.], IVG,
2.
Auflage
, S. 449
). In der Zeit zwischen dem theoretisch
frühest
möglichen Rentenanspruch am
1.
Juli 2005 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 musste sich der Beschwerdeführer zweimal, nämlich am 1
0.
Januar 2006 und am 1
8.
Januar 2008 an der rechten Schulter operieren lassen. Zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach diesen Operationen
lassen sich dem Gutachten
keine Angaben
entnehmen
.
3.8.2
Dr.
E._
erklärte im Bericht vom
8.
November 2005 prospektiv, dass er eine volle Arbeitsfähigkeit etwa vier Monat
e
nach der Operation als realistisch erach
te (E. 2.1). Am 1
3.
Mai 2006 hielt
Dr.
E._
betreffend Arbeitsfähigkeit
fest: „In seiner früheren Tätigkeit bis zur Kündigung vom 30.11.05 war der Patient in Akkordarbeit am Förderband tätig mit häufig Überkopftätigkeiten, was im jetzigen Zustand der Schulter noch nicht möglich ist. Hingegen wäre
n
eine Arbeitstätigkeit auf Arbeitstischhöhe sowie auch Schreibarbeiten ohne
Weiteres
möglich. Mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit für erstgenannte Aktivitäten kann innerhalb der nächsten ein bis zwei Monat
e
gerechnet werden. Deshalb empfehle ich, eine nochmalige Beurteilung des Patienten in ca. 6 Wo
chen beim Hausarzt, bei Beschwerdepersistenz bin ich ger
ne bereit
, nochmals dazu Stellung zu nehmen. Die 50
%
AUF-Attestierung durch
Dr.
Z._
kann ich unterstützen, vorausgesetzt, dass sie sich für eine nicht Schulter belastende Tätigkeit festlegt“ (
Urk.
12/13/8). Diese Ausführungen von
Dr.
E._
sind nicht klar nachvollziehbar. So lässt sich aus seinen Ausführungen zwar ablei
ten, dass er den Beschwerdeführer für eine schulterbelastende Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsunfähig erachtet
e
. Nicht klar ist hingegen, in welchem Umfang er eine behinderungsangepasste Tätigkeit für möglich h
ie
lt. Zwar erklärt
e
er, dass er die von
Dr.
Z._
attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit unterstütze, gleichzei
tig erklärt
e
er aber
auch
, dass eine Arbeitstätigkeit auf Arbeitstischhöhe sowie auch Schreibarbeiten ohne
Weiteres
möglich seien. Zudem bez
og
er die zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit ausdrücklich lediglich auf die ange
stammte Tätigkeit („erstgenannte Aktivitäten“), was darauf schliessen lässt, dass er betreffend behinderungsangepasster Tätigkeit schon von einer vollen Ar
beits
fähigkeit ausging
. Es fällt denn auch auf, dass er am
5.
Oktober 2006 in der Krankenakte des Beschwerdeführers ohne weitere Bemerkungen festhielt, dass dieser seit dem
1.
Mai 2006 wieder voll arbeitsfähig geschrieben sei (Urk. 12/48/19).
Neben
Dr.
E._
äusserten sich auch der Operateur
Dr.
N._
(E. 2.2) und Dr.
Z._
(E. 2.4) zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach der Operation vom 1
0.
Januar 200
6.
Dr.
Z._
erklärte im Bericht vom 16. August 2006, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab dem
1.
September 2006 zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
12/15/4). Gleichzeitig erklärte er aber: „Die Arbeitsfähigkeit für behinderungsangepasste Tätigkeiten ist voll gegeben“ (
Urk.
12/15/2). Entsprechend kreuzte er auch für zahlreiche Tätigkeiten an, dass diese sehr oft (67 bis 100
%
) möglich seien (Urk.
12/15/3). Die Angaben von
Dr.
Z._
betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sind daher
–
zumindest in zeitlicher Hinsicht –
nicht
völlig
nachvoll
ziehbar.
Dr.
N._
erklärte am
5.
Mai 2006: „Angesichts der Tatsache, dass Herr
X._
nun eine recht erfreuliche Beweglichkeit im Schultergelenk erlangt hat, aber zur Zeit arbeitslos ist, habe ich ihn vom 01.05.06 zu 100
%
arbeitsfähig
geschrieben“ (
Urk.
12/13/11). Diese Einschätzung von
Dr.
N._
ist zumindest in Bezug
auf eine angepasste Tätigkeit
schlüssig. So ist es denn auch nicht nach
vollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer nach der Operation vom 1
0.
Januar 2006 für eine die Schulter nicht belastende Tätigkeit für mehr als ein halbes Jahr nicht arbeitsfähig
gewesen
sein soll. Vor der Operation vom 1
0.
Januar 2006 war der Beschwerdeführer frühestens ab dem
8.
Juni 2005 dauernd in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, arbeitete er zu
vor doch vom 1
6.
Februar bis 7.
Juni 2005
,
ohne dass sich eine Arbeitsunfähigkeit manifestiert hätte (
Urk.
12/16/2) .
3.8.3
Bevor der Beschwerdeführer am 1
8.
Januar 20
0
8 erneut an der rechten Schulter operiert wurde, erklärte
Dr.
Z._
mit Bericht an die Basler vom
2.
Januar 2007 (E. 2.5), er habe den Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsunfähig schreiben müs
sen, da die Tätigkeit bei der
D._
die lädierte Schulter mehr als vorhergesehen beansprucht habe. Weiter erklärte
er
, dass er den Beschwerde
führer zu 50
%
arbeitsunfähig habe schreiben müssen, da die Arbeit
geberin keine andere Arbeit habe zuteilen können. Hieraus lässt sich ohne Weiteres schliessen, dass der Beschwerdeführer in einer
behinderungsangepass
ten
, das heisst die lädierte Schulter nicht belastenden Tätigkeit in der Arbeitsfä
higkeit weiter
hin
nicht eingeschränkt war.
3.8.4.
Im Nachgang zur Operation vom 1
8.
Januar 2008 attestierte
Dr.
E._
dem Beschwerdeführer ab dem
7.
April 2008 in der Tätigkeit als
Detailhandelsfach
mann
wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und ab Mai 2008 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, sofern der Beschwerdeführe
r
nicht schwere Lasten heben müsse. In einer Fliessbandarbeit bestehe ab Mai 2008 eine 50%ige und ab dem 2
2.
Juni 2008 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (E.
2.7). Diese Ein
schätzung von
Dr.
E._
ist schlüssig, weshalb darauf abgestellt werden kann.
3.8.5
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach der
Operation vom 1
0.
Januar 2006 ab dem
1.
Mai 2006 in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeitsfähig war. Nach der Operation 1
8.
Januar 2008 war der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ab
7.
April 2008 wieder zu 50
%
und ab Mai 2008 wieder zu 100
%
arbeitsfähig.
3.9
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung
(März 2011)
durch
Dr.
I._
und
Dr.
J._
in leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeiten ohne Überkopfarbeit auf Bauchhöhe vollzeitlich ohne Einschränkung arbeitsfähig war.
In der angestammten Tätigkeit war er zu 50
%
arbeitsunfähig.
Diese Einschätzung gilt grundsätzlich auch für die Vergangen
heit. Der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit für nicht angepasste
Tätigkeiten war am
8.
Juni 2005 (
Urk.
12/16/2 und E. 3.8.2). Nach der Operation vom 1
0.
Januar 2006 war der Beschwerdeführer ab dem
1.
Mai 2006 in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeitsfähig. Im
Nachgang zur Operation vom 18.
Januar 2008 war der Beschwerdeführer ab
dem
7.
April 2008 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit wieder zu
50
%
und ab Mai 2008 wieder zu
100
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Invali
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind. Der hypotheti
sche Rentenbeginn ist in dem Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war und sich daran eine Erwerbsunfähig
keit in mindestens gleicher Höhe anschliesst (Art. 28 Abs. 1 IVG).
Bei einer Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist aber in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraus
sichtlich weiterhin andauern wird. Bei einer Verschlechterung der Erwerbs
fähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (
Art.
88a IVV in der bis am 3
1.
Januar 2011 gültig gewesenen Fassung).
Der Beschwerde
führer war erstmals ab dem
8.
Juni 2005 ohne wesentlichen Unterbruch wäh
rend eines Jahres mindestens 40
%
arbeitsunfähig in der angestammten Tätig
keit (E. 3). Der hypothetische Rentenbeginn ist somit im Juni 200
6.
4.2
Gemäss Auskunft der
B._
hätte der Beschwerdeführer in seiner vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ausgeübten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter im Jahr 2006 Fr. 4‘700.-- pro Monat verdient (
Urk.
12/16/2), was einem Jahreslohn von Fr. 61‘100.-- (13 x Fr. 4‘700.--) entspricht. Im Jahr 2008 als der Beschwerde
führer aufgrund der Operation vom 1
8.
Januar 2008 bis
7.
April 2008 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
und hernach bis Anfang Mai zu 50
%
arbeitsunfähig war, entsprach dies einem Einkommen von Fr. 62‘956.-- (Fr. 61‘100.-- : 115,2 x 118,7 [
Nominallohnindex des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.93, D
]
).
4.3
4.3.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozi
allohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Inva
liden
lohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezo
gen werden (BGE 126 V 75 E. 3b). Vorliegend rechtfertigt es sich, auf die
Tabel
lenlöhne
abzustellen, da der Beschwerdeführer keiner regelmässigen Tätigkeit nachgeht.
Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2006 (LSE 2006) ergibt sich für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repeti
tive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von
Fr.
4'732.-- (Tabelle TA1 S. 25). In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeits
zeit im Jahr 2006 für alle Sektoren von 41,7 Stunden (vgl. die Volkswirtschaft 3 - 2014 S. 88, Tabelle B 9.2) ergibt dies bei einem
Pensum von
100
%
ein Jahreseinkommen von
Fr.
59‘197.-- (
Fr.
4'732.-- x
12 :
40 x 41,7).
Im Jahr 2008, als der Beschwerdeführer aufgrund der Operation vom 1
8.
Januar 2008 bis
7.
April 2008 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
und hernach bis Anfang Mai zu 50
%
arbeitsunfähig war, entsprach dies einem Einkommen bei einem Pensum von 100
%
von Fr. 59‘979.-- (Fr. 4‘806.— [LSE 2008, Tabelle TA1 S. 26, Total Männer des Anforderungsniveaus 4] x 12 : 40 x 41,6 [betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit gemäss
„D
ie Volkswirtschaft
“
3 - 2014 S. 88, Tabelle B 9.2])
und bei einem 50%-Pensum von Fr. 29‘990.--.
4.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihr
e gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vor (
Urk.
2). Unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer nur noch
leichte
, wechselbelastende Tätigkeiten
bis
auf Bauchhöhe
vollzeitlich aus
zu
üben
ver
mag
, erscheint dies als angemessen. Für den Zeitraum, in welchem der Be
schwerdeführer auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
bloss
zu 50
%
arbeiten konnte, rechtfertigt sich hingegen ein Abzug von 15
%
, da Teilzeit arbeitende Männer unterdurchschnittlich viel verdienen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_708/2009 vom 1
9.
November 2009 E. 2.1.1 ). Hieraus resultiert ein Einkommen
für ein 100%-Pensum im Jahr 2006 von Fr. 53‘277
.
-- (
Fr.
59‘197.-- x 0,9), für ein 100%-Pensum im Jahr 2008 von Fr. 53‘981.-- (
Fr. 59‘979.--
x 0,9)
und für ein 50%-Pensum im Jahr 2008
von Fr. 25‘492.-- (Fr. 29‘990.--
0,85).
4.4
Hieraus ergibt sich im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns im Juni 2006 eine Einkommenseinbusse von Fr. 7‘823.-- (Fr. 61‘100.-- -
Fr. 53‘277.--)
und ein Invaliditätsgrad von gerundet 13
%
(Fr. 7‘823.
-- :
Fr. 61‘100.--). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers blieb ab Juni 2006 bis zur Operation vom 1
8.
Januar 2008 unverändert. Mit der Operation vom 1
8.
Januar 2008 trat eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein, welche nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen ist (
Art.
88a
Abs.
2 IVV in der bis am 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung). Drei Monate nach der Operation vom 18. Januar 2008 war der Beschwerdeführer in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (vgl. E. 3.9). Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit resultiert ein
Inva
liditätsgrad
von 59,5
%
([Fr. 62‘956.-- - Fr. 25‘492.--] : Fr. 62‘956.--), weshalb der Beschwerdeführer ab
1.
April 2008 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat (Urteil des Bundesgerichts I 792/06 vom 2
6.
September 2007 E. 8, vgl. zur Run
dung BGE 130 V 121). Ab Mai 2008 war der Beschwerdeführer in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit wieder zu 100
%
arbeitsfähig. Ab September 2008 besteht deshalb bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 14
%
([Fr. 62‘956.-- -
Fr. 53‘981.--
] :
Fr. 62‘956.--) kein Rentenanspruch mehr (Art. 88a
Abs.
1 IVV der bis am 3
1.
Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung; Urteil des Bundesge
richts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
Die
Rentenbetreffnisse
ab dem 3
0.
Juni 2008 sind dem Beschwerdeführer nur auszurichten, sofern die Rente höher ist, als es die ab dann bezogenen
Taggeld
leistungen
sind (vgl.
Urk.
12/69; Meyer, a.a.O., S. 363 f.).
5.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer
befristet
vom
1.
April 2008 bis 3
1.
August 2008 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat. Die Rentenleistungen ab 3
0.
Juni 2008 sind jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass diese höher sind als die bezogenen Taggeldleistungen, auszurichten. Im Übrigen erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
6.1
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
800.-- festzusetzen und zu drei Viertel dem hauptsächlich unterliegenden Beschwerdeführer und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Da der Bes
chwerdeführer teilweise obsiegt
, hat er Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung von der
Beschwerdegeg
nerin
, welche auf Fr. 500.-- festzusetzen ist.