Decision ID: d0364de8-c618-441d-947b-dd54c5d75cc8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, ist Mutter von drei Kindern (geboren
2000
, 2003 und 2005,
Urk.
6/3
Ziff.
3.1). Von August 2000 bis Ende August 2008 war sie als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
angestellt (
Urk.
6/21/
2
Ziff.
2.1 und 2.7).
Unter Hinweis auf Kopfschmerzen und Migräne meldete sich die Versicherte am 1
5.
April 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/3
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holt
e unter anderem
ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Urk.
6/42-43) ein. Mit Verfügung vom
6.
Januar 2012 (
Urk.
6/85,
Urk.
6/80) sprach sie der Versi
cherten rückwirkend ab dem
1.
September 2009 eine halbe Rente zu.
1.2
Anlässlich einer im
September 2016
eingeleiteten Rentenrevision
(
vgl.
Urk.
6/92 S. 3
) holte die IV-Stelle
erneut ein
bidisziplinäres
Gutachten
ein
, das am 1
8.
Feb
ruar 2017 (
Urk.
6/105) erstattet wurde.
Mit Vorbescheid vom
7.
April 2017 (
Urk.
6/107) stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente in Aussicht. Die Versi
cherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/109,
Urk.
6/111) vor.
Mit Verfügung vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
6/113 =
Urk.
2) hob die IV-Stelle die Rente per Ende des
der Zustellung
folgenden Monats auf.
2.
Die Versicherte erhob am
4.
September 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr
nach wie vor
eine halbe Rente zuzusprechen. Eventuell sei ihr eine
Viertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Oktober 2017 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
3.
Ok
tober 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann
ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Entscheid fest, gemäss den neu getätigten Abklärungen bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähig
keit von 80
%
. Die Arbeitsunfähigkeit von 20
%
sei auf körperliche Beschwerden zurückzuführen (
Urk.
2 S. 1 unten). Das
eingeholte
Gutachten zeige, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe. Anhand der Be
funde und der Aktenlage lasse sich keine höhere Arbeitsunfähigkeit begründen
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte somit bei einem Invaliditätsgrad von neu 20
%
für die Zukunft einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin
macht
e
geltend
,
bei der Einschätzung der Gutachter
handle es sich um eine andere Beurteilung des an sich gleichen medizinischen Sachverhaltes.
Die Beschwerdegegnerin sei fälschlicherweise von einer
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
ausgegangen, obwohl in der Konsens
beurteilung der Gutachter eine Einschränkung von 30
%
festgehalten worden sei. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin ihr im Rahmen des Einkommensvergleichs
beim Invalideneinkommen
keinen Abzug
vom Tabel
lenlohn
eingeräumt habe
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5).
Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin sei bereits bei der
Zusprache
der Invalidenrente stark wechselhaft gewesen (
Urk.
1 S. 9 Mitte).
Der Bericht der be
handelnden Psychiaterin vom
4.
November 2016 sei insofern von Bedeutung, als er darauf hinweise, dass von einem chronischen und instabilen Gesundheitszu
stand auszugehen sei.
Die Beschwerdeführerin
weise schlechtere und bessere Tage auf. Es sei deshalb durchaus möglich, dass
sie
sich im Zeitpunkt der Begutachtung in einer etwas stabileren Verfassung befunden habe. Der Gutachter habe daher den Eindruck bekommen, dass sie keinen leidenden und niedergeschlagenen Ein
druck hinterlasse
n habe
(
Urk.
1 S. 9 unten).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die
ausgerichtete halbe Rente
zu Recht für die Zukunft
eingestellt
hat.
Nachfolgend ist auf die medizinische Aktenlage einzugehen.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war v
om
4.
bis 2
2.
Dezember 2007
für eine neurologi
sche Rehabilitation im
Rehazentraum
Z._
hospitalisiert (
Urk.
6/10/1). Die Ärzte des
Rehazentrums
Z._
nannten im Bericht vom 1
2.
März 2008 (
Urk.
6/10/1-3) als Diagnose Migräne ohne Aura mit/bei Verdacht auf Medika
mentenübergebrauchs-Kopfschmerz und einem ängstlich-depressiven Syndrom (S. 1).
3.2
Die Beschwerdegegnerin gab
ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag. Das neu
rologische Teilgutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, datiert vom
3.
November 2009 (
Urk.
6/42). Das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie,
wurde am
2
9.
Dezember 2009 (
Urk.
6/43/5-39) erstattet.
Dr.
A._
stellte im neurologischen Teilgutachten keine neurologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Migräne gemäss ICHD-II-Code 1.5.1, anamnestisch seit Anfang 2005 (S. 9
Ziff.
V.1).
Dr.
A._
gab
zu den
geklagten
Beschwerden
an
, die Beschwerdeführerin leide seit etwa zehn Jahren unter Kopf
schmerzen. Die Attacken seien bis vor vier Jahren zunächst mit einem Abstand
von
ein bis zwei Monaten aufgetreten. Damals habe sie trotz der Kopfschmerzen weiterhin arbeiten können. Anfang 2005 habe sich der Kopfschmerz verändert (S. 4
Ziff.
II.1 Mitte). Gleichzeitig leide sie seit einigen Jahren unter einer Depression, die mit leidlichem Erfolg medikamentös behandelt worden sei (S. 4
Ziff.
II.1 un
ten).
Die Beschwerdeführerin leide unter einer chronischen Migräne nach den Kriterien der Internationalen Kopfschmerzklassifikation ICDH-II.
Tr
otz mehrjährigem Ver
lauf
seien
bisher keine der erstrangigen Migräneprophylaxen durchgeführt wor
den. Aus Sicht des Kopfschmerzspezialisten verwundere der zwischenzeitlich
chronifizierte
und bislang therapieresistente Verlauf daher nicht. Chronische Kopfschmerzen seien in der Regel gut behandelbar und führten nicht zu einer dauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
IV
.
).
Die behandelnden Ärzte hätten in ihrer bisherigen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit somatische und psychische Faktoren vermischt. Darüber hinaus seien IV-fremde psychosozi
ale Faktoren (Ehekonflikte, allgemeine Überforderung) unzulässig in die Beurtei
lung miteinbezogen worde
n. Auf die eigentliche Kopfschmerzproblematik sei so
dann nicht in Form einer evidenzbasierten Therapie reagiert worden (S. 9
Ziff.
V.6).
3.3
3.3.1
Dr.
B._
führte im psychiatrischen Teilgutachten zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin habe
nach ihrer Einreise in die Schweiz
im Alter von 16 Jahren begonnen
,
in einer Waschanstalt zu arbeiten.
Im März 2007 habe sie die Tätigkeit krankheitsbedingt beenden müssen
. Seither sei sie nicht mehr b
e
rufstätig
gewesen
(S.
3
Ziff.
1.2 unten).
Die Beschwerdeführerin habe über Kopf
schmerzen geklagt, welche täglich auftreten würde
n
(S. 5
Ziff.
2 unten
).
Aktuell gehe sie
kaum noch ausser Haus und habe nur wenig Sozialkontakte (S.
6
oben).
Sie
sei alle zwei Wochen bei
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ambulante
r Behandlung (S. 11
Ziff.
3.2).
Dr.
B._
gab zum erhobenen Befund an, der Allgemeinzustand
der Beschwerdeführerin
sei leicht reduzi
ert. Die Auffassung sei intakt und d
ie Kon
zentration leichtgradig gemindert. Das
Immediatgedächtnis
habe einwandfrei ge
arbeitet.
Bezüglich des
Langzeitgedächtnis
ses
und im Zeitgitter hätten sich
jedoch
leichtere Lücken ergeben. So habe sich die Beschwerdeführerin nicht an alle le
bensgeschichtlich relevanten Daten
sofort
erinnern un
d sie
in eine chronologisch
korrekte
Reihenfolge bringen können (S. 12
Ziff.
3.3 oben). Der formale Denkab
lauf sei regelrecht. Bezüglich
ihres
Gesundheitszustandes
habe sie
Befürchtungen geäussert
, wie es mit ihr weitergehen solle
,
und es seien Ängste angeklungen.
Es bestünden Ängste
, unter Menschen zu gehen und ihren Kindern gegenüber zu versagen
(S. 12
Ziff.
3.3 unten).
Die Kriterien für eine schizophrene oder eine andere psychotische Erkrankung seien nicht erfüllt. Die Stimmung sei gedrückt, jedoch nicht genuin depressiv
gewesen
(S. 13 oben).
Anhaltspunkte für Simulation gebe es nicht. Aggravations- und Verdeutlichungs
tendenzen seien jedoch unverkennbar
vorhanden
gewesen
- vor allem bei der Schilderung der Schmerzen, die in den
Vordergrund gerückt seien (S. 13
Mitte).
3.3.2
Dr.
B._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine anhalt
ende somatoforme Schmerzstörung
seit 2007
(ICD
-10
F
45.4)
, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somati
schem Syndrom
(ICD-10 F
32.01)
,
fremdanamnestisch zuletzt
2008
mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, eine akzentuierte Persönlichkeit mit
dysthy
men
, ängstlich-vermeidenden,
dependenten
und
histrionischen
Zügen bei einer Selbstwertproblematik auf mittleren Strukturniveau
(ICD-10 Z
7
3
.1)
und eine Migräne mit und ohne Aura
, bestehend seit zirka 10 bis 11 Jahren
(S. 21
Ziff.
4.1).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter eine Angststörung
(I
CD
-10 F 41.8)
mit gelegentlich anfallsartig auftretender Angst
,
mit
einer ängstlichen Grundspannung und
sozialphobischen Anteilen so
wie
ein
en
schädliche
n
Gebrauch von
Tri
ptanen
mit konsekutiv medikamentenin
duziertem Kopfschmerz
in der jüngeren Vergangenheit
und chronische
Span
nungsk
opfschmerzen
(S. 21
Ziff.
4.2).
Weiter
bestünden erhebliche Pr
obleme in der Hauptbezugsgruppe
der Beschwerdeführerin
,
die zum Teil schon vor der jet
zigen Erkrankung bestanden hätte
n
.
Dazu gehörten auch
Probleme im sozialen Umfeld, die sich durch ihr Rückzugs- und Vermei
dungsverhalten zugespitzt hät
ten.
Zudem bestünden Schwierigkeiten bei längerer Abwesenheit aus dem Er
werbsleben und bei der beruflichen Reintegration
. In Ansätzen bestünden auch wirtschaftliche Probleme
(S. 21
f.
Ziff.
4.2).
Die Beschwerdeführerin sei im März 2007 an ih
rem Arbeitsplatz
dekompensiert
, wobei
ein Schwindel paroxysmal aufgetreten
sei
. Sie sei gestürzt und habe die Arbeit unterbrechen müssen. Schon
früher
seien Kopfschmerzen aufgetreten, die vom behandelnden Neurologen als Migräne diagnostiziert worden seien (S. 15 oben).
Bei der Beschwerdeführerin bestehe zirka seit 11 Jahren eine klassi
sche Migräne mit und ohne Aura
(S. 17 oben). In den Vorberichten sei höchstens
eine mittelgradige depressive
Episode psychopathologisch hinreichend belegt (S. 17 unten). Derzeit bestehe noch eine leichte depressive Episode mit
somatischem Syndrom
nach
ICD-1
0.
Allerdings seien in dem klinischen Bild auch psychosozi
ale Faktoren in kausaler Hinsicht ebenso mitbeteiligt wie eine entsprechende Per
sönlichkeitsstruktur (S. 18 oben).
Es
bestehe eine akzentuierte Persönlichkeit mit
dysthymen
, ängstlich-vermeidenden
,
dependenten
und
histrionischen
Zügen bei einer Selbstwertproblematik. Früh verheiratet habe
für die Beschwerdeführerin
keine Möglichkeit bestanden, eine Lehre zu absolvieren
(S. 18 Mitte).
Vor dem Hintergrund von psychosozialen Konflikten und auf der Basis ihrer Per
sönlichkeit habe sich begünstigt durch dysfunktionale Krankheitsverarbeitungs
prozess
e und eine durchaus vorhandene
Schmerzsymptomatik ab März 2007 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung entwickelt
(S. 19 unten). Die therapeu
tischen Optionen sei
en
noch nicht richtig in Gang gekommen.
Dies sei neben einer schwankenden
Behandlungscompliance
ein wesentlicher Grund dafür, wes
halb die bisherigen Behandlungsergebnisse in keiner Weise befriedigten (S. 20 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht
liege kein
dauerhaf
t invalidisierendes Leiden vor
. Dies gelte zumindest für einen entsprechend angepassten Arbeitsplatz im freien Arbeitsmarkt.
Diesbezüglich
bestehe wie
im
Haushalt eine Restarbeitsfä
higkeit von 60
%
(S. 20 unten).
3.3.3
Der Gutachter
schliesse sich der Beurteilung durch
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
,
Dr.
C._
und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
an. Er gehe daher davon aus, dass für die Tätigkeit in der Wäscherei ab dem 2
3.
März 2007 durchgehend bis heute eine
Arbeitsunfähigkeit
von über 70
%
bestehe
. Für diesen Zeitraum liege die durch
schnittliche Einschränkung im Haushalt bei zirka 40
%
.
Dabei
sei zu beachten
, dass ein erhebliches Vermeidungsverhalten vorliege, welches sich der bewussten Reflexion der Beschwerdeführerin weitgehend entziehe und welches im Alltag und im Haushalt einen scheinbar höheren Grad der Arbeitsunfähigkeit suggeriere (S. 24 oben).
Beim psychiatrischen Gesundheitsschaden handle es sich nicht um ein invalidisierendes Leiden in dem Sinne, dass eine
anhaltend
hohe Arbeitsun
fähigkeit bestehen bleiben
werd
e. Vielmehr sei durch geeignete Behandlungs
massnahmen eine Verbesserung des Gesundheitsschadens
zu erreichen
(S. 24 un
ten).
Für eine angepasste Tätigkeit liege seit September 2008 eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
vor,
die
sich bis zur Begutachtung im September 2009 auf min
destens 60
%
verbessert habe.
Durch
geeignete medizinische Massnahmen und
eine optimierte Schmerzbehandlung
lasse sich
die Arbeitsfähigkeit
weiter steigern (S. 25
Ziff.
5.2 unten).
E
ine leidensadaptierte Tätigkeit
bestehe
etwa in Form einer leichten, stundenweisen Verkaufstätigkeit in der Textilbranche oder einer ähnli
chen Beschäftigung etwa verbunden mit Lagerarbeiten. Die genannte Arbeitsfä
higkeit entspreche einer täglichen Arbeitszeit von unter sechs Stunden zuzüglich Pausen. Es solle sich um körperlich leichte Arbeiten handeln, überwiegend im Stehen und Gehen
und
nur zeitweise im Sitzen. Zu vermeiden seien sodann häu
figes
Bücken, das Steigen auf Leitern, das
Heben, Tragen und Bewegen von mit
telschweren Lasten sowie Arbeiten, die erhöhte Anforderungen an die Gang- und Standsicherheit stellten
, und Zwangshaltungen
(S. 26 oben).
Aus rein psychiatri
scher Sicht liege daher eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von durchschnitt
lich 40
%
vor (S. 26 Mitte).
3.4
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, führte in einer Stellungnahme vom 1
4.
Januar 2010 (
Urk.
6/45 S. 8 f.) aus,
Dr.
B._
habe
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine re
zidivierende depressive Störung
gegenwärtig leichte
Epi
sode
mit somatischem Syndrom und eine akzentuierte Persönlichkeit mit
dysthy
men
, angstvermeidenden,
dependenten
und
histrionischen
Zügen bei einer Selbstwertproblematik auf mittlerem Niveau
diagnostiziert. Die Diagnosen wirk
ten sich
auf
die Arbeitsfähigkeit aus
. Aus neurologischer Sicht liege keine Diag
nose mit dauerhaften Auswirkungen vor (S. 8 Mitte).
Im psychiatrischen Teilgut
achten würden Einschränkungen des Konzentrations-, des Reaktion
s
-, des
Um
stellungs
- und des Anpassungsvermögens beschrieben.
Nach versicherungsmedi
zinischer Einschätzung
seien die Schlussfolgerungen
des Gutachters bezüglich der
Arbeitsfähigkeit nicht konsistent. Auf S.
24 des Gutachtens werde gesagt, dass es sich beim psychiatrischen Gesundheitsschaden nicht um ein invalidisierendes Leiden in dem Sinne handle, dass eine anhaltende und signifikant hohe Arbeits
unfähigkeit bestehen bleiben werde. Auf S. 26 des Gutachtens werde aufgrund der Defizite eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
von
40
%
attestiert, wobei psychosoziale Faktoren
ursächlich
eine erhebliche Rolle spielten und das Leis
tungsvermögen durch medizinische Massnahmen als besserungsfähig angesehen werde. Das neurologische Teilgutachten sei schlüssig und nachvollziehbar und in den Feststellungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit plausibel. Auf die Einschätzung in diesem Fachgebiet könne abgestellt werden (S. 8 unten).
Im psychiatrischen Teilgutachten lägen unterschiedliche Einschätzungen der Ar
beitsfähigkeit vor. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei aufgrund der im Gutachten beschriebenen Defizite für behinderungsangepasste Tätigkeiten eine reduzierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
realistisch. Die im Gutachten beschriebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40
%
sei zum Teil auf die beschriebenen Defizite, zum Teil aber auf nicht IV-relevante psychosoziale Belastungen zurück
zuführen.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei von einer krankheitsbeding
ten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
auszugehen. Zusammenfassend bestehe für die bisherige Tätigkeit seit September 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
In
eine
r
behind
erungsangepasste
n
Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
zumutbar. Angepasst seien leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten von mehr als 5 kg.
Weiter solle es sich nicht um eine Tätigkeit handeln, die
das
Verharren in Zwangshaltungen, einen grossen
Zeitdruck, die Übernahme von Verantwortung
oder
Publikumsver
kehr
beinhalte
(S. 9).
3.5
Die Beschwerdeführerin war vom 3
1.
August bis 1
7.
September 2010 in der Klinik
G._
in stationärer Behandlung (
Urk.
6/67 S. 1).
Dr.
med.
H._
und
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie,
Oberarzt,
Klinik
G._
,
stellten im Austrittsbericht vom 2
5.
Oktober 2010 (
Urk.
6/67) die psychiatrische Diagnose einer mittelgradi
gen depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Als somatische Diagnosen nannten
sie
Migräne und Spannungskopfschmerz
sowie
einen Status nach drei
maligem Kaiserschnitt (S. 1).
Weiter wurde ausgeführt, im Vordergrund der klinischen Symptomatik stünden die se
it vier
Jahren bestehenden quälenden Kopfschmerzen, die sich sowohl im
Rahmen einer Migränesymptomatik als auch in Form von Spannungskopf
schmerzen äusserten. Es sei ein völliger sozialer Rückzug erfolgt, der seit vier Jahren bestehe (S. 2 Mitte).
3.6
Dr.
I._
attestierte i
m Bericht vom 1
5.
Februar 2011 für die Dauer der stationä
ren Behandlung
in der Klinik
G._
bis zum 1
7.
September 2010
und
zwei Wochen
darüber hinaus
ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
6/72
Ziff.
1.6
).
3.7
Dr.
C._
nannte im Bericht vom 2
2.
Juli 2011 (
Urk.
6/76) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (rezidivierende Kop
fschmerzen, Schwindel, Migräne und
Rücken-/Nacken
schmerzen) und eine psychosoziale Belastungssituation (Konflikte in der Ehe, Mutter von drei Kindern, allgemeine Überforderung,
S. 1
Ziff.
1.1).
In der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit bestehe seit Juni 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
(S. 4
Ziff.
5.2).
Die Patientin sei aus psychi
atrischer Sicht aufgrund der Schwere und Instabilität ihres Gesundheitszustandes aktuell und auf längere Sicht mindestens 80
%
arbeitsunfähig. Seit dem Austritt aus der Klinik
G._
habe sich
das
zeitweise verbesserte Zustandsbild wieder ve
rschlechtert. Die Patientin sei nicht
in den
ersten Arbeitsmarkt
integrierbar
(S.
6
).
3.8
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD,
führte in
d
er Stellungnahme vom
9.
August 2011 (
Urk.
6/79
S. 2 f.) zu den
neu
eingereichten Arztberichten aus,
gemäss dem Bericht von
Dr.
C._
liege seit Juni 2011
für jegliche Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vor
(S. 2 unten).
Dr.
B._
habe im psychiatrischen Teil
gutachten eine mögliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt.
Es seien sodann psychopharmakologische Überlegungen erfolgt
, die zu einer Verbesserung führen würden. Erfahrungsge
mäss ergebe sich daraus aber keine schlüssige Prognose bezüglich
einer Reduk
tion der Beschwerden
(S. 3 Mitte)
. Das Gutachten erweise sich insofern nicht als schlüssig, als bei fortgesetzter Behandlung mit einer höheren A
rbeitsfähigkeit zu rechnen
sei
.
Für eine angepasste Tätigkeit sei daher
weiterhin
von einer Arbeits
unfähigkeit von 40
%
auszugehen.
RAD-Arzt
Dr.
F._
revidierte daraufhin seine Einschätzung vom 1
4.
Januar 2010
und
stellte für eine behinderungsange
passte Tätigkeit ebenfalls auf eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
ab (S. 3 unten).
3.9
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin
daraufhin
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
mit Verfügung vom
6.
Januar 2012 (
Urk.
6
/
85,
Urk.
6/80) ab dem
1.
September 2009 eine halbe Rente zu.
4.
4.1
Dr.
C._
bezeichnete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Ver
laufsbericht vom
4.
November
2016 (
Urk.
6/97) als stationär (
Ziff.
1.1). Sie gab an,
dass
es zu keiner wesentlichen Änderung des Befundes gekommen
sei
. Die Patientin sei affektiv nach wie vor sehr instabil und zusammen mit der zirka wöchentlich auftretenden Migräne wenig belastbar. Es bestehe ein chronischer Verlauf mit eine
m Wechsel zwischen einer depressiven Symptomatik und Ängs
ten, Albträumen, Schlafstörungen und Impulsdurchbrüchen mit sozialen Konflik
ten (
Ziff.
1.3).
Für die Tätigkeit als Kosmetikerin
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von durchschnitt
lich zwei Stunden pro Tag (
Ziff.
2.1).
4.2
4.2.1
Dr.
med.
K._
, Facharzt
für Neurologie, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten am 1
8.
Februar 2017 (
Urk.
6/105) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein
bidisziplinäres
neuro
logisches und psychiatrisches Gutachten.
Im neurologischen Teilgutachten wurde zur Anamnese ausgeführt, die Beschwer
deführerin leide seit 2003/2004 unter Kopfschmerzen, welche im Verlauf zuge
nommen
hätten
und immer stärker geworden seien (S. 8 oben).
Sie
würden
in d
er Regel rechtsseitig auftreten
. Die Schmerzen hätten aktuell eine Intensität von
7-8 auf der Schmerzskala (VAS). Normalerweise
bestehe
eine Intensität von 5-6 auf der Schmerzskala. Die
s
sei faktisch jeden Tag so
. Die Schmerzen seien
von
mor
gens bis abends vorhanden
(S. 8 unten).
Die Beschwerdeführerin habe 2014 einen Kurs als Kosmetikerin absolviert, den sie einmal pro Woche besucht habe. Sie habe die Möglichkeit gehabt, den Kurs dann zu besuchen, wenn es ihr gut gegangen sei (S. 9 oben).
Dr.
K._
nannte als neurologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Migräne ohne Aura und Spannungskopfschmerzen. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein leicht ausgeprägtes
Cer
vical
s
yndrom
(S. 10 f.
Ziff.
3).
Die Explorandin habe über ständig vorhandene Kopfschmerzen berichtet. Den
noch
habe die Anamneseerhebung unbeeinträchtigt durchgeführt werden kön
nen.
W
ährend der Anamnese und der Untersuchung
hätten sich auch
keine Hin
weise auf
die Schmerzen
begleitende vegetative Symptome ergebe
n,
wie eine mo
torische Unruhe.
Die
Beschwerdeführerin
erachte sich für die Tätigkeit als Kos
metikerin
zu 30-40
%
arbeitsfähig
. Sie habe diese Angabe aber umgehend korri
giert und gemeint, dass ein Pensum von 30
%
das oberste Limit darstelle
(S. 11
Ziff.
4 oben).
Klinisch-neurologisch finde sich ein unauffälliger Befund, sowohl bezüglich der Hirnnerven als auch der Reflexe der oberen und unteren Extremi
täten.
Die
Kraft, Sensibilität und
Trophik
seien intakt beziehungsweise unauffäl
lig
. Der Gang sei ebenfalls unauffällig
(S. 11
f.
Ziff.
4 unten).
Es sei von einer Migräne und Spannungskopfschmerzen auszugehen.
Jedoch falle
auf, dass
starke Schmerzen begleitende
vegetative Symptome wie
eine motorische Unruhe oder
ein
begleitender Affekt nicht
hätten beobachtet werden können
. In den letzten Jahren sei es
sodann
zu keiner Behandlung durch einen Neurologen gekommen, was den Leidensdruck der Explorandi
n als fraglich erscheinen lasse
(S. 12 oben). Die fehlende Begleitsymptomatik bei der Angabe, unter sehr starken Kopfschmerzen zu leiden, zusammen mit einer in den letzten Jahren nicht statt
gefunden neurologischen Behandlung spreche gegen das Vorliegen einer schwersten Kopfschmerzproblematik.
Somit sei es
nicht statthaft, sich in dieser Situation allein auf die subjektiven Angaben der Explorandin abzustützen
. Hin
weise auf eine Verdeutlichungstendenz hätten sich nicht ergeben. Für eine solche spreche allerdings die erwähnte Inkonsistenz
. Zu erwähnen sei auch, dass die Explorandin für die Tätigkeit als Kosmetikerin die zuvor genannte Arbeitsfähig
keit
im zweiten Anlauf
auf 30
%
korrigiert habe
(S. 12 Mitte).
Eine körperlich stark belastende Tätigkeit sei nicht geeignet. Eine derartige Tätig
keit würde mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer
Exacerbation
des
Cervikal
syndroms
mit
Relevanz desselben
in diesem Fall
und möglicherweise zu einer Verstärkung der Kopfschmerzsymptomatik
führen
. In einer angepassten Tätigkeit mit einer leichten bis mässigen körperlichen Belastung dürfe von einer Arbeits
fähigkeit von mindestens 80
%
ausgegangen werden. Die geltend gemachte darüberhinausgehende Beeinträchtigung sowie eine Beeinträchtigung im Haus
halt könne aus neurologischer Sicht nicht nachvollzogen werden (S. 12 unten).
4.2
.2
Im psychiatrischen Teilgutachten
wurde ausgeführt, die Explorandin habe auf
Nachfrage
angegeben, dass sie schlecht schlafe.
Schon
wenn sie aufwache,
habe sie
Kopfschmerzen. Sie müsse dann eine Tablette einnehmen. Der Appetit sei wechselhaft (S. 13
Ziff.
1
Mitte).
Die Explorandin sei zirka seit 2009 bei
Dr.
C._
in psychiatrischer Behandlung. Die Sitzungen fänden zweimal pro Monat statt
(S. 13
Ziff.
2 unten).
Das Hobby der Explorandin sei die Kosmetik.
Sie habe sodann eine sehr gute Freundin, die irgendwo im Kanton Zürich
lebe. Sie wisse nicht wo, da sie nur
telefonischen Kontakt mit ihr
habe
(S. 14
Ziff.
3 Mitte). Die Ex
plorandin
habe
im Kosovo die Schule abgeschlossen. Eine Lehre habe sie nicht
absolviert
. Sie habe aber nun eine
Ausbildung zur Kosmetikerin
gemacht
(S. 14
Ziff.
4 un
ten
). Die Beschwerdeführerin
könne nur stundenweise etwas im
Ko
s-
metiksalon
arbeiten. Sie könne sich auch nicht vorstellen, wieder in einer
festangestellten Tätigkeit zu arbeiten.
Sie wäre dann sehr schnell
wieder am Rande ihrer Kräfte (S. 15
Ziff.
6).
Die Explorandin
habe
keine Halluzinationen,
keine
Wahn- oder Zwangsvorstel
lung
en
und keine
Derealisations
- oder Depersonalisationssymptome
gezeigt
.
Wei
ter habe
sie keine durchgehende Nied
ergeschlagenheit,
keine
Bedrücktheit oder
Hoffnungslosigkeit, keine Selbstzweifel und keine Gefühle von Wertlosigkeit
ge
zeigt. Sie habe aber etwas sthenisch,
dysphorisch
und leicht reizbar gewirkt
(S. 15
Ziff.
7).
4.2.3
Dr.
L._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit re
zidivierende depressive Episoden, derzeit leichten Grades. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge vom
dysthymen
, ängstlich vermeidenden und
dependenten
Typ (S. 16
Ziff.
9).
A
ufgrund der Untersuchungsbefunde, der Angaben der Explorandin,
und
der Ak
tenlage müsse eine rezidivierende depressive Episode diagnostiziert werden. Diese sei derzeit leichtgradig ausgeprägt. Die Explorandin sei in einer leicht gedrückten Stimmung
gewesen
. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei aber nicht aufgeho
ben
gewesen
. Sie sei streck
enweise, aber nicht durchgehend
,
freudlos und de
r Antrieb sei leicht vermindert gewesen.
Ein
deutlich vermindertes Selbstwertge
fühl, Schuldgefühle
oder
Suizidgedanken
hätten nicht bestanden
. Die Beschwer
deführerin
habe aber
über
Schlafstörungen
g
eklagt
und dass sie schnell ermattet sei. Ein Morgentief habe sie nicht beschrieben
.
Es bestehe jedoch
eine Fixierung und Selbstlimitierung
(S. 17
Ziff.
10 b).
Anders als in den Akten erwähnt,
habe
die Beschwerdeführerin
ihre Ehe als ausgesprochen harmonisch beschrieben. Auch mit ihren Kindern verstehe sie sich gut und es gebe keine Konflikte mit Familienangehörigen. Daraus gehe hervor, dass sich die soziale Situation deutlich verbessert habe.
Aus psychiatrischer-gutachterlicher Sicht werde festgestellt, dass die Ausprägung der depressiven Symptomatik als leicht eingestuft werden müsse
. Nach den Akten sei von einem wechselhaften Verlauf der depressiven Sympto
matik auszugehen (S. 17 f.
Ziff.
10 b).
Weiter
müssten akzentuierte Persönlichkeitszüge angenommen werden.
Es handle sich
aber
um eine Verdachtsdiagnose
,
da die Explorandin nicht
aktiv
über eine Ängstlichkeit oder Abhängigkeiten berichtet habe. Entsprechend ihrem soziokul
turellen Hintergrund sei sie stark auf die Familie konzentriert, was nicht mit einer genuinen Abhängigkeit verwechselt werden dürfe. Bei der Untersuchung habe sich einzig ein
dysthymer
Zug gezeigt. Die Angaben der Beschwerdeführerin, wo
nach sie das Haus
nicht ohne Begleitung verlasse
, stünden im Widerspruch zu ihrer sthenischen Haltung in der Untersuchungssituation und
einem
fehlenden
Leidensdruck. Nicht alle Einschränkungen
seien
nachvollziehbar
und ein Teil der in den Akten beschriebenen Persönlichkeitszüge sei wahrscheinlich kulturell be
dingt. Frauen aus dem Kulturkreis der Explorandin blieben eher
zu Hause und hätten eher wenige
ausserfamiliäre Kontakte und Hobbys, die sie ausser Haus
pflegten
(S. 18 oben).
Hinweise auf
eine Angststörung lägen nicht vor. Die Diag
nose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht diagnosti
ziert werden, da
für diese Diagnose
gemäss ICD-10 gerade Spannungskopf
schmerzen ausgeschlossen seien.
Da
sich die Schmerzsymptomatik nicht weiter ausgebreitet habe, keine gravierenden psychosozialen Probleme bestünden und keine schwere affektive Begleiterkrank
ung bestehe, müsse diese Diagnose
ausge
schlossen werden. Die
geklagten
Schmerzen müssten daher aus rein neurolo
gi
scher Sicht beurteilt werden (S. 18 Mitte).
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung bestünden nicht. Die Explorandin sei in geordneten familiären Verhältnissen aufgewachsen
und habe
an keinen Brücken
symptomen oder an psychosexuellen Entwicklungsstörungen gelitten.
Mit
der weiteren sozialen Umgebung
hätten
nie Probleme
bestande
t, weder im Kosovo noch in der Schweiz (S. 18 unten). Die von
Dr.
C._
festgestellte Arbeits- und Leistungsunfähigkeit könne unter Berücksichtigung der Indikatoren und Krite
rien, an denen sich das psychiatrische Gutachten
auszurichten habe
, nicht voll
umfänglich nachvollzogen werden.
Dr.
B._
sei 2009 aufgrund der rezidivierenden depressiven Episoden zu einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 40 % gelangt.
Die Beurteilung sei unter dem Eindruck der im Jahr 2008 stattgefundenen stationären Behandlung erfolgt, wobei im Jahr 2009 eine weitere stationäre Behandlung notwendig geworden sei. Seither sei es
zu keiner
solchen Behandlung
mehr
gekommen. Somit müsse davon ausgegangen werden, dass es seit der Beurteilung durch
Dr.
B._
eher zu einer Verbesserung der Symptomatik als zu einer Verschlechterung gekommen sei. Dies werde in einer Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit berücksichtigt (S. 19
Ziff.
11 oben).
4.2.4
Der psychiatrische Gutachter
führte zu den sogenannten Standardindikatoren aus,
die Ausprägung der
objektiven
Befunde
erweise sich als
leicht. Die Gesund
heitsschädigung manifestiere sich in
einer
affektiven Schwankung
der Genussfä
higkeit, der Lust, der allgemeinen Kraft und dem Elan vital. Die Beeinträchtigun
gen seien derzeit leichten Grades (S. 19
Ziff.
I.
1-2). Invaliditätsfremde Faktoren bestünden nicht. Die wirtschaftliche Lage der Familie sei angeblich nicht
schwie
rig.
Als Belastungsfaktor könne
einzig
das niedrige Bildungsniveau der Explo
randin hervorgehoben werden (S. 19
Ziff.
I.3). Weiter bestehe eine gewisse Ten
denz zur Fixierung auf die Symptomatik und zur Selbstlimitierung
. Die Unter
scheidung zwischen einer Aggravation und einer Fixierung und Selbstlimitierung
sei bei der Beschwerdeführerin schwierig und lasse sich nicht abschliessend be
urteilen
(S. 19
Ziff.
I.4). Die persönlichen Ressourcen seien leicht eingeschränkt, da die Explorandin an Schmerzen und an einer schwankenden depressiven Symp
tomatik leide (S. 20
Ziff.
I.8).
Es seien aber Ressourcen in der
Familie sowie in der Ehe
mobilisierbar
.
Zu erwähnen sei, dass die Explorandin
kommunikationsfähig
sei
und eine Therapieadhärenz
bestehe
(S. 20
Ziff.
II.5).
Die Explorandin werde lege
artis
behandelt und sei kooperativ. Weitere Therapie
optionen bestünden nicht (S. 21
Ziff.
IV.1-3). Sie habe einen Kosmetik-Kurs ab
solviert und ein Kosmetik-Geschäft eröffnet. Angeblich arbeite sie dort zwei Stunden pro Woche. Der Referent könne
dies
nicht überprüfen, da die Angaben der Explorandin diesbezüglich sehr vage gewesen seien (S. 21
Ziff.
IV.4).
Dr.
L._
gab zur Konsistenz an, es bestünden Hinweise auf eine Selbstlimi
tierung und eine Fixierung auf die angegebenen Beschwerden und deren Auswir
kungen. Die Angaben
der Beschwerdeführerin
seien nicht immer nachvollziehbar und im allgemeinen vage gehalten (S. 21
Ziff.
V.1). Die
festgestellte
Psychopa
thologie sei nicht derart ausgeprägt, dass die von der Beschwerdeführerin be
schriebenen Einschränkungen vollumfänglich nachvollzogen werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht sei sie im Haushalt und in der Freizeitgestaltung nicht beeinträchtigt (S. 21 f.
Ziff.
V.2).
Die Beschwerdeführerin gehe
einer
Teilzeitarbeit als Kosmetikerin nach. Vor dem Auftreten der ersten Kopfschmerzen und von depressiven Episoden habe sich die Explorandin angeblich in der erweiterten Bandbreite dessen verhalten, was als gesund betrachtet werde (S. 22
Ziff.
V.3).
Es bestehe eine leichte Beeint
rächtigung in der Flexibilität und
Umstellungsfä
higkeit, in der Durchsetzungsfähigkeit, der Frustrationstoleranz und der Aus
dauer. Weiter bestehe eine leichte bis mittelgradige Beeinträchtigung in der Ak
tivität in der Freizeit und im Beruf,
in
der Durchhaltefähigkeit und der affektiven Belastbarkeit (S. 22 f.
Ziff.
VI.). Es sei bekannt, dass affektive Störungen schwan
kend verliefen. Die Symptomatik der Explorandin schwanke zwischen
einer
Re
mission und
einer
leicht
en
bis allenfalls mittelgradig
en Ausprägung
. Die Angaben von
Dr.
C._
könnten nicht vollständig übernommen werden. Diese würden der Beurteilung durch
Dr.
B._
von 2009 widersprechen, aber auch je
ner des Referenten. Es erscheine, dass
Dr.
C._
die Selbstlimitierung und Fixie
rung der Explorandin nicht berücksichtigt habe. Auch bestehe der Eindruck, dass die Schmerzsymptomatik und die depressive Symptomatik nicht gänzlich vonei
nander getrennt worden sei
en. Die Explorandin sei für jegliche Tätigkeit um 20
%
beeinträchtigt (S. 23 oben).
4.2.5
Gemäss der Konsensbesprechung bestehe aus psychiatrischer Sicht eine rezidivie
rende depressive Episode derzeit leichten Grade. Unter Berücksichtigung der In
dikatoren sei gemittelt von einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfä
higkeit von 20
%
auszugehen
. Eine höhere Bemessung der
Arbeitsunfähigkeit
lasse sich anhand der Befund
e
und
der Aktenlage nicht begründen
. Hinsichtlich der abweichenden Beurteilung durch die behandelnden Ärzte mache es den Ein
druck, dass diese ganz auf die subjektiven Angaben der Explorandin
abstellen würden.
Aus neurologischer Sicht bestünden eine Migräne ohne Aura sowie Spannungs
kopfschmerzen. Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe ein leicht aus
geprägtes
Cervicalsyndrom
(S. 23 unten). Aus neurologischer Sicht könne für an
gepasste Tätigkeiten mit nur leichter bis mässiger körperlicher Belastung von ei
ner Arbeitsfähigkeit von mindestens 80
%
ausgegangen werden. Die in den Fach
gebieten begründete Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit könne nicht additiv verrechnet werde. Unter Berücksichtigung aller Indikatoren und Be
funde ergebe sich eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 30
%
. Die Einschränkung gelte für jegliche Tätigkeit (S. 24 oben).
Aus neurologischer Sicht sei es
zu keiner
Veränderung des Gesundheitszustandes gekommen. Aus psychiatrischer Sicht sei nach einer stationären Behandlung im Jahr 2009
keine solche mehr erfolgt
. Somit sei davon auszugehen, dass es
seit
der Begutachtung durch
Dr.
B._
zu einer Verbesserung der Symp
tomatik gekommen sei. Als wahrscheinlich müsse angenommen werden, d
ass 2013 eine Verbesserung eingetreten sei
. Seither sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht in jeglicher Tätigkeit zu 20
%
in der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit beeinträchtigt (S. 24
Ziff.
1 unten).
4.3
PD
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie, RAD,
gab
in einer Stellung
nahme vom 2
4.
Februar 2017
an
,
im
bidisziplinäre
n
Gutachten von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
werde detailliert auf die Aktenlage eingegangen und es würden umfassende Befunde erhoben. Auf das Gutachten könne abgestellt werden (
Urk.
6/106 S. 4 f.).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018
E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
6.
6.1
Die
Rentenzusprache
vom
6.
Januar 2012
beruht
im Wesentlichen
auf dem
bidis
ziplinäre
n
Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom
3.
Novem
ber/2
9.
Dezember 2009
(vgl. vorstehend E. 3.2 und 3.3)
.
Dr.
B._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine rezidivierende depressive Störu
ng, gegenwär
tig leichte Episode
mit somatischem Syndrom
und akzentuierte Persönlichkeits
züge. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Angststörung und ein
en
medikamenteninduzie
rter
n
Kopfschmerz.
Dr.
B._
attestierte
aus psychiatrischer Sicht
für eine behinderungsangepasste Tä
tigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(vorstehend E. 3.3.2 und 3.3.3)
.
Aus neu
rologischer Sicht
bestand
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(E. 3.2).
RAD-Arzt
Dr.
J._
folgte der Beurteilung durch
Dr.
B._
und stellte ebenfalls auf eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
in einer angepassten Tätigkeit
ab.
Dies mit der Begründung, dass eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nicht sicher angenommen werden
könne
.
RAD-Arzt
Dr.
F._
schloss sich dieser Beur
teilung an (E. 3.8).
Die Beschwerdeführerin klagte anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
K._
und
Dr.
L._
im Jahr 2017 (vgl. vorstehend E. 4.2)
unverändert über starke Kopfschmerzen.
Dr.
L._
nannte im
Gutachten vom 1
8.
Februar 2017
als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende depressive Epi
sode
n
, derzeit leichten Grades. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte er einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge, vom
dys
thymen
, ängstlich-v
ermeidenden und
dependenten
Typ.
Er
attestierte für jegliche Tätigkeit
en
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
.
Dr.
K._
attes
tierte aus neurologischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%. Gesamthaft gingen die Gutachter gestützt auf die Konsensbesprechung von einer Einschränkung der Arbeits- und L
eistungsfähigkeit von 30
%
aus (
vor
stehend E. 4.2.1, E. 4.2.3-
4.2.5).
6.2
Dr.
K._
und
Dr.
L._
trugen den geklagten Beschwerden
im Gutachten vom 1
8.
Februar 2017
ausreichend
Rechnung.
Es
beruht
weiter
auf den erforder
lichen neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen und wurde in Kennt
nis
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt.
Dr.
L._
legte dar, dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand seit der Beurteilung durch
Dr.
B._
verbessert habe.
Entgegen der
Kritik der Beschwerdeführerin
setzte sich
Dr.
L._
nicht einzig mit
dem Bericht der
behandelnden Psychiaterin
auseinander (
Urk.
1 S. 9 unten). So wies
er
darauf hin,
dass
Dr.
B._
seine Beurteilung unter dem Eindruck der
bis zu die
sem Zeitpunkt
erfolgten
Klinikaufenthalte
abgegeben
habe, während
eine
statio
näre Behandlung
nach 2010
nicht mehr erforderlich
gewesen sei
(vorstehend
E. 4.2.3).
Eine Verbesserung ergibt sich auch daraus, dass
der psychiatrische Gut
achter
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
abwei
chend zum Vorgutachten
von 2009
nicht mehr
stellte
und er akzentuierte Per
sönlichkeitszüge
einzig
im Sinne einer
Verdachtsdiagnose
nannte
.
Damit liegt eine ausreichende Begründung
des Gutachters
bezüglich der
Verbesserung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
vor.
Dr.
L._
äusserte sich sodann einge
hend zu den Standardindikatoren (E. 4.2.4).
Das Gutachten vermag
somit
in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolge
rungen zu überzeugen. Es erfüllt damit die Anforderungen an den Beweiswert eines med
izinischen Gutachtens (E. 5.1),
so dass
darauf abgestellt werden kann.
6.3
Die Einschätzung
durch
Dr.
K._
und
Dr.
L._
ist gegenüber der
abwei
chenden
Beurteilung
durch die
behande
lnde
Psychiaterin
, welche von einem un
veränderten Gesundheitszustand ausging
und deren Einschätzung unter Berück
sichtigung der Erfahrungstatsache, dass
mit unter
im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der Patientin be
urteilt wird (BGE 135 V 465 E.4.5),
vorzuziehen.
Ergänzend ist zu erwähnen
, dass auch
der Bericht von
Dr.
C._
für eine gesundheitliche Verbesserung spricht
,
da sie für die Tätigkeit als Kosmetikerin immerhin eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag attestierte
(vorstehend E. 4.1)
.
Bei der
letztmaligen Beurteilung
der Verhältnisse
war die Beschwerdeführerin seit
März 2007
gesundheitsbedingt
während mehrerer Jahre nicht mehr erwerbstätig
.
Zudem konnte sie
zwischen
zeitlich
die Ausbildung zur Kosmetikerin absolvieren
und ein Kosmetik-Studio
eröffen
.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist eine Verbesse
rung ihres Gesundheitszustandes als erstellt zu erachten.
6.4
Die Beschwerdegegnerin wich aufgrund einer von ihr
durchgeführten
Ressour
cenprüfung (
Urk.
6/106 S. 5 f.) von der Einschätzung der Gutachter ab und stellte auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
anstelle einer solchen von 30
%
ab. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Einschätzung der Beschwerdegegnerin gefolgt werden kann
(BGE 141 V 281)
.
Dr.
L._
gab an, dass die Befunde und die Gesundheitsschädigung n
ur
leichtgradig ausgeprägt seien.
Weiter
konnte er bei der Begutachtung
lediglich eine leichte depressive Symptomatik fest
stellen
(vorstehend E. 4.2.2
und 4.2.4
). Die Beschwerdeführerin ist seit 2009 bei
Dr.
C._
in ambulanter psychiatrischer Behandlung.
Da sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, wie er
wähnt, verbessert hat, ist von einem
nennenswerten
Behandlungs- und Einglie
derungserfolg auszugehen. Erschwerend ist allenfalls zu berücksichtigen, dass ne
ben einer leichten depressiven Symptomatik akzentuierte Persönlichkeitszüg
e be
stehen. Der Gutachter stellte diesbezüglich jedoch nur eine Verdachtsdiagnose
.
Im Ergebnis
fehlt es daher an einer
massgeblichen
psychiatrischen Komorbidität.
Dr.
L._
gab an, dass die persönlichen Ressourcen der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Schmerzen und einer schwankenden depressiven Symptomatik leicht eingeschränkt seien. Es bestünden jedoch mobilisierbare Ressourcen in
Rahmen
ihrer
Familienbeziehungen
.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass
bei der psychiatrischen Begutachtung
anders als im Vorgutachten
ke
ine Eheprobleme mehr beschrieb
en wurden
(E. 4.2.3 und 4.2.4)
.
Die Beschwerdeführerin ver
fügt somit über Ressourcen, auf die sie bei einer Steigerung ihres Arbeitspensums zu
rückgreifen kann
.
Zum Komplex «sozialer Kontext» ist ebenfalls darauf hinzu
weisen, dass die Beschwerdeführerin ihre Freizeit eher im Rahmen der eigenen Familie verbringt.
Dr.
L._
bewerte
te
dies als kulturelle Besonderheit und
nicht als einen sozialen Rückzug (E. 4.2.3)
.
Die
Kategorie «Konsiste
nz» lässt
ebenfalls auf eine Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin schliessen. So bezeichnete sie die Kos
metik als ihr Hobby
(vorstehend E. 4.2.2)
und es war ihr möglich, Kurse für die Ausbildung
zur Kosmetikerin zu absolvieren
. Aus neurologischer Sicht wies
Dr.
K._
auf einen fehlenden Leidensdruck hin.
Er schloss dies daraus
, dass sich die Beschwerdeführerin seit Jahren nicht mehr in eine neurologische Be
handlung begeben hat.
Er kam daher zur Einschätzung, dass nicht von schwersten Kopfschmerzen ausgeg
angen werden könne. Dafür spricht
gemäss
Dr.
K._
auch, dass die Beschwerdeführerin ihre Angabe einer möglichen Arbeitsfähigkeit von 30-40
%
sogleich nach unten
auf eine
Arbeitsfähigkeit von 30
%
korrigie
rt habe (E. 4.2.1).
Dr.
K._
verneinte
aus neurologischer Sicht
eine
Veränderung
des Gesund
heitszustandes (vorstehend E. 4.2.5).
Verglichen mit der Beurteilung durch
Dr.
A._
von
2009 erweist sich eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus neurologischer Sicht
nach Prüfung der Standardindikatoren
als
nicht
gerechtfertigt
, da es an einer Veränder
ung des neurologischen Zustandsbildes
fehl
. Gesamthaft
kann daher nur
auf die von
Dr.
L._
attestierte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
abgestellt werden
.
Der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin kann daher gefolgt werden.
Nach Prüfung der Standardindikatoren ist der medizinische Sachverhalt als da
hingehend erstellt zu erachten, dass für jegliche Tätigkeiten
, wie von
Dr.
L._
attestiert,
von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen ist.
6.5
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
in de
r Verfügung vom
6.
Januar 2012
ein
Va
lideneinkommen
von
Fr.
52'291.35 und ein Invalideneinkommen von
Fr.
25'978.
55 und damit
ei
nen Invaliditätsgrad von 50
%
(
Urk.
6/80 S. 2 oben). Grundlage
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
bildete der von der Be
schwerdeführerin als Betriebsmitarbeiterin
in einer Wäscherei
erzielte Jahreslohn (vgl.
Urk.
6/44 S. 1).
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Ein
schränkungen weiterhin als Betriebsmitarbe
iterin oder in einer vergleichbaren
Tätigkeit vollzeitig erwerbstätig wäre.
Aufgrund der zeitlichen Dauer
seit Been
dung der Anstellung in der Zentralwäscherei
im März 2007
sind für die Bestim
mung des
Valideneinkommens
jedoch Tabellenlöhne heranzuziehen. Nach den LSE 2014 (Tabelle TA1 b) ist auf dem Niveau vier (ohne Kaderfunktion) von einem durchschnittlichen Monatslohn für Frauen von
Fr.
5'180.-- auszugehen.
Bei einer Nominallohnentwicklung von 0.4
%
im Jahr 2015 und 0.7
%
im Jahr 2016 (Ta
belle T1.10 Nominallohnentwicklung, 2011-2016) und einer wöchentlichen Ar
beitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden resultiert für das Jahr 2016 ein Einkom
men von
Fr.
65'516.-- (
Fr.
5'180.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.004 x 1.007). Als
Vali
deneinkommen
sind daher
Fr.
65'516.-- zu veranschlagen.
6.6
Für die Bestimmung des Invalidenei
nkommens kann nicht auf das
von der Be
schwerdeführerin
als Kosmetikerin erziel
te Einkommen abgestellt werden,
da
die Begutachtung durch
Dr.
K._
und
Dr.
L._
und die Prüfung der Standar
dindikatoren
eine höhere zumutbare
Arbeitsfähigkeit
von 80
%
für jegliche Tä
tigkeiten
ergaben
.
Es ist daher auf denselben Tabellenlohn
wie
bei der Bestim
mung des
Valideneinkommen
s
abzustellen.
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nicht zu gewähren, da
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeits
fähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Be
messung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten An
rechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Dies führt zu einem
Invalidene
inkommen von
Fr.
52’413
.-- (
Fr.
5'180.-- x
12 :
40 x 41.7 x 1.004 x 1.007 x 0.8
). Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
65'516.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
52’413.
-- resultiert eine Er
werbseinbusse von
Fr.
1
3’103
.--. Dies entspricht einen Invaliditätsgrad von 2
0
%
.
6.7
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin verglichen mit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
vom Januar 2012
aus psychiatrischer Sicht
massgeblich verbessert hat. Bei einem Invaliditätsgrad von
neu
deutlich unter 40
%
ist ein Rentenanspruch
für die Zukunft
zu verneinen.
Die Beschwerdegegnerin hat die ausgerichtete halbe Rente in der angefochtenen Verfügung daher zu Recht aufgehoben.
Der angefochtene Entscheid erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
900.-- festzusetzen und der unterliegenden
Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.