Decision ID: 47c28344-e945-4d52-ae5b-31695c826f12
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1953, war bei der AXA Winterthur Ver
si
cherung unfallversichert, als er am 27. Juli 2008 einen Motorradunfall erlitt (Urk. 10/A1). Mit Verfügung vom 1. September 2010 (Urk. 10/A58) stellte die Axa Winterthur ihre Leistungen per 31. Mai 2010 ein (S. 3 oben).
Die dagegen erhobene Einsprache hiess sie mit
Einspracheentscheid
vom 8. Novem
ber 2011 (Urk. 10/A100) teilweise gut und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 25 % zu (S. 12 Ziff. 3).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gerichts mit Urteil vom 11. Dezember 2013 im Verfahren Nr. UV.2011.00329 (Urk. 10/A118 = Urk. 3/3) in dem Sinne gut, dass der
Einspracheentscheid
soweit aufgehoben wurde, als damit eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit und unfallbedingt notwendige Heil
behandlung über den 31. Mai 2010 verneint wurde (S. 18 Dispositiv Ziff. 1), dies weil die Leistenbeschwerden links und Gefühlstörungen im Innerva
tions
gebiet des
Nervus
tibialis
links mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen seien (S. 18 E. 5).
Mit Verfügung vom 3. Oktober 2014 (Urk. 10/A161 = Urk. 3/4) stellte die Axa Winterthur die Taggeldleistungen per 31. August 2012 ein und sprach dem Versicherten eine Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 55 % ab 1. September 2012 (S. 4 f.) sowie eine zusätzliche Integritätsentschädigung ent
sprechend einer Integritätseinbusse von 20 % (S. 6) zu.
1.2
Am 5. Januar 2016 wurde ein Rückfall gemeldet (Urk. 10/A171).
Die Axa Winterthur anerkannte mit Verfügung vom 15. April
2016 (Urk. 10/A193)
die Unfallkausalität einer
am 18. November 2015 erlittenen Rezi
div-Thrombose (S. 1 Mitte) und sprach dem Versicherten Taggelder bis 1. Janu
ar 2016 auf der Basis eines versicherten Jahreslohnes von Fr. 50‘000.-- zu (S. 2 Ziff. 1-2). Eine Erhöhung der Integritätsentschädigung und der Invalidenrente lehnte sie ab (S. 2 Ziff. 3-4). Zusätzlich zu den in der Verfügung von 2014 festgesetzten Heilbehandlungen werde ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung übernommen werden (Ziff. 5). Die dagegen am 20. April 2016 erho
bene Einsprache (Urk. 10/A194) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 18. Novem
ber 2016 ab (Urk. 10/A207 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 18. November 2016 (Urk. 2) erhob der Ver
sicherte am 16. Dezember 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte (S. 2), dieser sei aufzuheben (Ziff. 1), es seien ihm auch nach dem 1. Januar 2016 die gesetz
lichen Leistungen auszurichten (Ziff. 2), als versicherter Verdienst für das Tag
geld sei der zur Zeit des Unfalls von 2008 bestehende versicherte Verdienst zu berücksichtigen (Ziff. 3), und zu den Folgen des Rückfalles und seinen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein gerichtliches Gutachten in Auftrag zu geben (Ziff. 4).
Die Axa Winterthur beantragte mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2017
(Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 24. April
2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt
mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bun
des
gerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
be
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, gemäss der schlüssigen Beurteilung ihres beratenden Arztes liege ab Ende 2015 keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr vor (S. 10 Ziff. 2.3.3.3), ebenso fehle es an einer den Rentenanspruch betreffenden Verschlechterung (S. 11 ff. Ziff. 2.3.4.3). Das Taggeld sei gemäss Art. 21 Abs. 3 Satz 2 UVG nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielten Verdienst zu bemessen (S. 9 Ziff. 2.3.2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), es bestünden auch nach Ende 2015 rückfallbedingte Beeinträchtigungen (S. 6 f. Ziff. 14 ff.) und der medizinische Sachverhalt sei fachärztlich noch ungeklärt,
weshalb ein Gutachten zu veranlassen sei (S. 7 f. Ziff. 17 f.). Gemäss den erwer
b
lichen Abklärungen im Bereich der - als Summenversicherung ausge
stalteten - Erwerbsunfähigkeitsversicherung (vgl. Urk. 3/10) betrage der Erwerbs
ausfall infolge des Unfalls 100 % (S. 10 Ziff. 24 ff.), weshalb die Invalidenrente ent
sprechend zu erhöhen sei (S. 11 Ziff. 28). Der von der Beschwerdegegnerin ange
nommene versicherte Verdienst von Fr. 50‘000.-- sei nicht nachvollziehbar (S. 9 Ziff. 22).
2.3
Strittig ist, ob
über den 3
1.
Dezember
2015 ein Anspruch auf Taggeld und Heilbehandlung besteht, ob der Invaliditätsgrad zu erhöhen sei, und welches der für die Taggeldbemessung massgebende versicherte Verdienst ist.
3.
3.1
Am 21. Dezember 2012 erstatten Dr. med. Y._, Facharzt für Neuro
logie, und Dr. med. Z._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates sowie für Handchirurgie, ein Gutachten im Auftrag der Invalidenversicherung (Urk. 10/M47). Sie stützten sich auf die
ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff.), die Angaben des
Beschwerdeführers (S. 7 ff.
) und die von ihnen am 13. September 2012 (S. 1 Mitte) erhobenen Befunde.
Bezüglich aktueller Beschwerden fühle sich der Beschwerdeführer am meisten beeinträchtigt durch ein starkes Brennen im Bereich des Oberschenkels. Der Ober
schenkel sei insbesondere im vorderen Bereich betroffen, nicht auf der Seite, auch nicht im hinteren Bereich. Zudem habe er das Gefühl, das Knie sei wie in einem Gips eingepackt. Sodann habe er auch eine Missempfindung im Bereich des linken Fusses, als sei dieser in einem
Skischuh
. Wenn er liege, seien die Beschwerden deutlich besser. Wenn er sitze, nähmen die Schmerzen sukzes
sive zu (S. 9). Am Morgen nach dem Erwachen seien die Schmerzen auf der Visuell-Analog-Skala (VAS) bei zirka 2, gegen Mittag könnten sie bei 4-5 sein. Wenn er länger sitzen müsse, seien die Schmerzen entsprechend stärker. Wenn er sich hinlege, begännen sie nach zirka 2 Stunden abzuklingen. Bei der Verwendung eines Stehpults komme es nach einer Stunde zu Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks (S. 10 oben).
Berufsanamnestisch hielten die Gutachter unter anderem fest, der Beschwerde
führer arbeite zurzeit 50 %. Wenn er an Ausstellungen gehe, brauche er zu
sätzliche Angestellte, weil er nicht so lange einen Stand betreuen könne (S. 10 Mitte).
Die Gutachter nannten die folgenden neurologischen (S. 12 Ziff. 3) und ortho
pädischen (S. 17 Ziff. 3) Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
partielle
Plexusläsion
links mit neuropathischen Schmerzen haupt
säch
lich im Bereich des Innervationsgebiets des N.
Femoralis
sowie zusätzlich elektrophysiologisch nachgewiesener Beteiligung des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
,
Nervus
Tibialis
sowie
Nervus
suralis
links bei Zustand nach Motorradunfall am 27. August (richtig: Juli) 2008 mit
Acetabulumfraktur
links und posttraumatischer
Coxarthrose
.
-
beginnende, sekundäre
Coxarthrose
links bei Status nach
Acetabulum
fraktur
Juli 2008
-
beginnende Gonarthrose links mit Vorderhornläsion des lateralen Menis
kus
In ihrer Beurteilung führten sie unter anderem aus, es bestehe eine partielle
Plexus
läsion
mit neuropathischen Schmerzen hauptsächlich im Bereich des
Inner
vationsgebiets des N.
Femoralis
sowie zusätzlich elektrophysiologisch nac
h
ge
wiesener Beteiligung des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
,
Nervus
tibialis
sowie
Nervus
suralis
links (S. 17 unten). Bei chronischen Schmerzen und da
durch vermehrter Ermüdbarkeit und verminderter Belastbarkeit sei dem Explo
randen in seiner angestammten Tätigkeit als Geschäftsführer einer Handelsfirma eine Beeinträchtigung von 40 % zu attestieren. In einer näher umschriebenen idealen Tätigkeit wäre von einer Beeinträchtigung von 30 %, also einer Arbeits
fähigkeit von 70 % auszugehen (S. 18 oben).
3.2
Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht über eine am 25. November 2015 erfolgte
Phleboduplexsono
graphie
des linken Beines als Indikation einen Status nach Motorradunfall: Neuropathie linkes Bein seit Jahren, nun Spannungsgefühl und Schonung linke Waden, klinisch bland, und gab folgende Beurteilung ab: 2-Etagen tiefe Venen
thrombose ausgehend von einer tiefen lateralen
Soleusmuskelvenen
-Thrombose mit Einbezug der ganzen
Vena
fibularis
. Diskontinuierlich thrombotisches Mate
rial in der
Vena
poplitea, Differentialdiagnose (DD): altes thrombotisches Material (Urk. 10/M54 = Urk. 10/M57).
3.3
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte mit Zeugnis vom 14. Dezember 2015 (Urk. 10/M53) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 18. November 2015 bis auf weiteres.
3.4
Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seiner am 12. Januar 2016 abgegebenen Beur
teilung (Urk. 10/M55) aus, die jetzt aufgetretene Venenthrombose im linken Bein stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausal
zu
sammen
hang zum Unfall vom 27. Juli
2008 (S. 1 Ziff. 1). Der Versicherte sei mit dieser Venenthrombose gehfähig in Stützstrümpfen. Ideal wäre eine wechsel
belastende Tätigkeit mit immer wieder Gehen und Vermeidung von langem Sitzen. In einer kaufmännischen Tätigkeit erscheine dies möglich, so dass nach einem Monat die angestammte, reduzierte Arbeitsfähigkeit wieder erreicht werden sollte. Zu vermeiden seien lange Flugreisen (S. 1 Ziff. 2.2).
3.5
PD Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Angiologie, berichtete am 4. Februar 2016 über seine am Vortag erfolgte Untersuchung (Urk. 10/M58 = Urk. 10/M63 = Urk. 3/5).
Anamnestisch führte er aus, der Patient habe nach einem Motorradunfall 2008
eine tiefe Beinvenenthrombose (2 Etagen) erlitten. Im November 2015 seien nach
einer Flugreise Schmerzen im Bereich der V.
fibularis
und der
Soleus
-Muskel
venen aufgetreten und es sei eine erneute 2-Etagen-Venenthrombose diagnos
tiziert worden mit vor allem frischen Thromben im Bereich der V.
fibularis
und der
Soleus
-Muskelvenen. In der heutigen Untersuchung sei der Patient bezüg
lich Thromboseschmerzen asymptomatisch. Aufgrund der bekann
ten Neuropa
thie sei eine Kompressionstherapie nicht möglich. Im Bereich der unteren Extre
mitäten seien keine Wunden vorhanden. Der linke Unterschenkel sei etwas geschwollener im Vergleich zum rechten (S. 1 Mitte).
Seiner Meinung nach habe der Patient ein grosses Risiko, erneut eine Throm
bose zu erleiden, falls die Antikoagulation sistiert werde, weshalb er eine Lang
zeitkoagulation empfehle (S. 2 oben).
3.6
Dr. B._ (vorstehend E. 3.3) führte in seinem Bericht vom 3. März 2016 (Urk. 10/M59) aus, im Bereich der unteren Extremitäten seien keine Wunden nachweisbar, der linke Unterschenkel sei sichtbar etwas geschwollener als der rechte (S. 1 Ziff. 1). Der Allgemeinzustand sei körperlich ordentlich, seelisch bestehe eine gedrückte Grundstimmung, der Patient erwähne die permanenten
Schmerzen, die ihn zermürbten; es sei ein steter Balanceakt zwischen den regel
mässig eingenommenen Medikamenten und den Nebenwirkungen (S. 1 Ziff. 1.1)
. Gemäss seiner Einschätzung betrage die Leistungsfähigkeit nur noch 50 % des bisherigen schon auf 50 % reduzierten Pensums (S. 2 Ziff. 2.2).
3.7
Dr. C._ (vorstehend E. 3.4) führte in seiner Beurteilung vom 15. März 2016 (Urk. 10/M60) aus, er habe mit dem Hausarzt Dr. B._ telefoniert und die von diesem attestierte Arbeitsunfähigkeit ab Anfang 2016 in Frage gestellt. Dieser habe festgehalten, dass die subjektiven Angaben des Versicherten ihn zu dieser Annahme geführt hätten. Auch im Rahmen des zunehmenden Alters sei der Versicherte nicht mehr gleich leistungsfähig wie vor 2 bis 3 Jahren (S. 1 Mitte).
Dr. C._ führte weiter aus, eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 18. November bis Ende 2015 aufgrund der Rezidiv-Thrombose erachte er als ausgewiesen (S. 1 Ziff. 1). Die vom Hausarzt attestierte zusätzliche Arbeitsun
fähigkeit erachte er als nicht ausgewiesen (S. 2 Ziff. 2).
3.8
In seiner Beurteilung vom 12. April 2016 (Urk. 10/M61) führte Dr. C._ unter anderem aus, von der Thrombose im Herbst 2015 seien eine von mehreren
Soleus
-Venen und die
Fibularis
-Vene, mithin Anteile des tiefen Venensystems, betroffen gewesen. In der Bildgebung vom 4. Februar 2016 könne die
Soleus
muskelvenen-Thrombose
nicht mehr nachgewiesen werden, sie sei offenbar
rekanalisiert
, die
Vena
fibularis
zeige noch postthrombotische Veränderungen, sei aber offenbar ebenfalls
rekanalisiert
. An der
Vena
poplitea zeige sich altes postthrombotisches Material, wahrscheinlich von der initialen Poplitea-Throm
bose im Jahr 2008 herrührend. Damit seien - wie dies zu erwarten sei - die im November 2015 aufgetretenen Venenverschlüsse wieder offen. Möglich sei, dass durch die postthrombotischen Veränderungen insbesondere der
Vena
fibularis
eine leichte Schwellungsneigung bestehen bleibe, wobei eine
solche allerdings schon seit der initialen Thrombose 2008 vorgelegen habe (S. 1 Ziff. 1).
Es sei sicher davon auszugehen, dass die Rezidiv-Thrombose vom November 2015 den Zustand des Versicherten minim verändert habe, dies aber in einem Umfang, der gegenüber dem Vorzustand keine zusätzliche Einschränkung erwar
ten lasse (S. 1 unten).
3.9
Dr. B._ (vorstehend E. 3.3) berichtete am 8. September 2016, der Patient habe vor drei Wochen beruflich eine grössere Flugreise nach Hongkong absol
viert. An der dortigen Messe sei es ihm nicht möglich gewesen, den ganzen Tag präsent zu sein, die Schmerzbelastung sei grenzwertig gewesen. Im Anschluss an die Reise sei er während zwei Wochen völlig arbeitsunfähig gewesen (Urk. 10/M64).
4.
4.1
Dr. C._ gelangte zur Beurteilung, die am 18. November 2015 aufgetretene Thrombose stehe überwiegend wahrscheinlich in natürlichem Kausalzusammen
hang zum 2008 erlittenen Unfall (vorstehend E. 3.4), der unter anderem eben
falls zu einer Thrombose geführt hatte. Er erachtete eine dadurch verursachte Arbeitsunfähigkeit bis Ende 2015 als ausgewiesen (vorstehend E. 3.7). Die Rezidiv-Thrombose habe den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers minim verändert, jedoch ohne zusätzliche Einschränkungen gegenüber dem Vorzu
stand (vorstehend E. 3.8).
4.2
Die Einschätzung durch Dr. C._ findet eine objektivierende Stütze in der Bildgebung anfangs Februar 2016 (vorstehend E. 3.5), aus der sich gemäss den
un
bestritten gebliebenen Erläuterungen Dr.
C._
s ergibt, dass die im Novem
ber
2015 aufgetretenen Venenverschlüsse wieder offen waren (vorstehend E. 3.8).
Dies wird auch dadurch bestätigt, dass der Beschwerdeführer bei der Unter
suchung anfangs Februar
2016 bezüglich Thromboseschmerzen asymptomatisch war (vorstehend E. 3.5), die im Zuge der Rezidiv-Thrombose aufgetretenen Be
schwerden also abgeklungen waren. Schliesslich kann auch die vom Hausarzt im September 2016 berichtete verminderte Belastbarkeit, nämlich dass er nicht den ganzen Tag an der Messe habe präsent sein können (vorstehend E. 3.9), nicht als Folge der Rezidiv-Thrombose erachtet werden: Der Beschwerdeführer berichtete schon im Rahmen der 2012 erfolgten Begutachtung, dass er bei Aus
stellungen zusätzliches Personal benötige, weil er nicht so lange einen Stand betreuen könne (vorstehend E. 3.1).
4.3
Der Hausarzt nannte im März 2016 im Zusammenhang mit der von ihm pos
tulierten höheren Arbeitsunfähigkeit die Bedrücktheit durch zermürbende Schmerzen (vorstehend E. 3.6), spezifizierte diese Schmerzen jedoch nicht. Er stellte dabei auf die Angaben des Beschwerdeführers ab und wies auf die aufgrund des zunehmenden Alters zu berücksichtigende Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers hin (vorstehend E. 3.7). Auf eine so zustande gekommene Arbeitsunfähigkeit-Schätzung kann nicht abgestellt werden, vielmehr scheint sie auch Ausdruck der für Hausärztinnen und Hausärzte unvermeidlichen auf
tragsrechtlichen Vertrauensstellung, die darauf schliessen lässt
, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Zusammenfassend erweist sich die Beurteilung durch Dr. C._, dass nach Ende 2015 keine Folgen der am 18. November 2015 erlittenen Rezidiv-Throm
bose mehr festzustellen waren, als schlüssig und überzeugend.
Somit ist die Leistungseinstellung per Ende 2015 nicht zu beanstanden und die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
5.
Nachdem der vorübergehende Rückfall keine bleibende Veränderung bezüglich des Gesundheitszustandes bewirkt hat, liegt auch bezogen auf den 2014 mit 55 % bezifferten Invaliditätsgrad und die darauf basierend seit August 2012 ausgerichtete Invalidenrente kein Sachverhalt im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vorstehend E. 1.3) vor.
Dass der Unfall von 2008 gemäss einer im Bereich des Privatver
sicherungs
rechts veranlassten Abklärung einen höheren Invaliditätsgrad bewirkt habe, ist selbstredend ebenfalls kein Revisionsgrund, was gegenüber dem rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer keiner vertieften Erörterung bedarf.
Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen.
6.
6.1
Art. 21 Abs. 3 UVG lautet:
Bei Rückfällen und Spätfolgen sowie bei der vom Versicherer angeordneten Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung hat der Rentenbezüger auch Anspruch auf die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10). Erleidet er während dieser Zeit eine Verdiensteinbusse, so erhält er ein Taggeld, das nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielten Verdienst bemessen wird.
6.2
Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung vom 15. April 2016 unter anderem aus, der Beschwerdeführer sei bei ihr unter der Police 44.033.897 zu einem fixen Jahreslohn von Fr. 50‘000.-- versichert (Urk. 10/A193 S. 1 Mitte).
In der dagegen erhobenen Einsprache machte der Beschwerdeführer geltend, der von der Beschwerdegegnerin angeführte Art. 23 Abs. 8 UVV sei nicht mass-gebend für die Taggeldbemessung (Urk. 10/194 S. 3 Ziff. 7).
Im angefochtenen Entscheid anerkannte die Beschwerdegegnerin, dass nicht Art. 23 Abs. 8 UVV anwendbar sei, sondern Art. 21 Abs. 3 UVG, und erneuerte
die Feststellung, dass der Beschwerdeführer bei ihr zu einem Jahreslohn von Fr. 50‘000.-- versichert sei (Urk. 2 S. 9 Ziff. 2.3.2).
In der dagegen erhobenen Beschwerde (Urk. 1) machte der Beschwerdeführer wiede
rum geltend, es sei, da es sich um einen Rückfall handle, der zum Unfall
zeitpunkt massgebende Lohn massgebend (S. 8 Ziff. 20). Art. 21 Abs. 3 UVG könne nicht zur Anwendung kommen, weil die Beschwerdegegnerin bei ihm als
Selbständigerwerbenden
gar nicht abgeklärt habe, welches sein Verdienst vor der neuen Heilbehandlung gewesen sei (S. 9 Ziff. 22).
6.3
Gemäss seinen eigenen und nicht in Zweifel zu ziehenden Angaben ist der Beschwerdeführer selbstständig erwerbend. Damit ist er gemäss Art. 4 UVG bei der Beschwerdegegnerin freiwillig versichert. In der freiwilligen Versicherung werden die Prämien und die Geldleistungen nach dem versicherten Verdienst bemessen, der bei Vertragsschluss vereinbart wird (Art. 138 Satz 1 UVV).
6.4
Der Standpunkt des Beschwerdeführers, massgebend sei der versicherte Ver-dienst im Unfallzeitpunkt, steht in direktem Widerspruch zum massgebenden und unmissverständlichen Gesetzeswortlaut (vorstehend E. 6.1) und ist deshalb nicht haltbar.
Dass die Beschwerdegegnerin hätte abklären müssen, wie hoch sein Verdienst vor der neuen Heilbehandlung gewesen sei, ist ebenfalls unzutreffend, denn bei freiwillig versicherten
Selbständigerwerbenden
wird bei Vertragsschluss verein
bart, wie hoch der versicherte Verdienst ist (vorstehend E. 6.3). Die Beschwer
degegnerin hat - unter Hinweis auf die entsprechende Police - mehrfach aus
geführt, dass ein versicherter Verdienst von Fr. 50‘000.-- vereinbart wurde. Diese Feststellung wurde vom Beschwerdeführer, der sich wiederholt zur Bemessungsfrage geäussert hat, nicht bestritten. Damit hat es sein Bewenden und die Taggeldfestsetzung basierend auf einem versicherten
Verdienst von Fr. 50‘000.-- ist nicht zu beanstanden.
Auch in diesem Punkt und somit insgesamt ist die Beschwerde abzuweisen.