Decision ID: 07764b6d-bc35-4625-be03-4820bc00a1b8
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956, war seit dem 5. Mai 2008 als Personal
fachfrau bei der Y._ AG angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 22. Januar 2013 glitt die Versicherte auf Glatteis aus, stürzte und verletzte sich am Steissbein (vgl. Urk. 7/1). Vom 23. bis zum 25. Januar 2013 attestierte Dr. med. Z._, FMH Allgemeinmedizin, der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/7). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Am 13. Februar 2013 führte Dr. Z._ die Schlusskon
trolle durch (Urk. 7/21).
1.2
Mit Schadenmeldung UVG vom 7. September 2015 meldete die Y._ AG einen Rückfall betreffend das Unfallereignis vom 22. Januar 2013 (Urk. 7/8). Am 25. November und am 3. Dezember 2015 gab Kreisarzt Prof. Dr. med. A._, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, je eine Stellungnahme ab (Urk. 7/16). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2015 teilte die Suva der Versicherten mit, dass zwischen dem Unfall vom 22. Januar 2013 und den gemeldeten Lendenwirbel
säulen- (LWS)-Beschwerden kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusam
menhang bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Urk. 7/22). Dagegen intervenierte die Versicherte mit Schreiben vom 14. Dezember 2015 (Urk. 7/24), woraufhin Kreisarzt Prof. Steil am 18. März 2016 eine ärztliche Beurteilung vornahm (Urk. 7/35). Mit Verfügung vom 17. Juni 2016 verneinte die Suva eine Leistungspflicht für den gemeldeten Rückfall (Urk. 7/38). Die dagegen von der Versicherten am 9. Juli 2016 erhobene Einsprache (Urk. 7/41) wies die Suva mit Entscheid vom 2. August 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 13. September 2016 Beschwerde und bean
tragte sinngemäss, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und eine Leistungspflicht für den geltend gemachten Rückfall zu bejahen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 18. Oktober 2016 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 22. Januar 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG sind Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten zu gewä
hren.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge
tretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Bei einem Rückfall obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürli
chen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beein
trächtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlich
keitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosig
keit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid im Wesentli
chen damit, es sei mit Kreisarzt Prof. A._ davon auszugehen, dass die nun gemeldeten LWS-Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 22. Januar 2013 zurückzuführen seien. Mangels Nachweises eines natürlichen Kausalzusammenhangs entfalle die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Leistungspflicht daher zu Recht verneint (Urk. 2 S. 10).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass sie nicht bestreite, bereits früher wegen Bandscheibenproblemen in ärztlicher Behandlung gewesen zu sein. In den Schreiben der Beschwerdegegnerin seien immer wieder Unstim
migkeiten vorhanden. So werde zum Beispiel im Einspracheentscheid vom 2. August 2016 festgehalten, dass der Hausarzt das Wirbelgleiten festgestellt habe, was indes nicht stimme. Es sei Dr.
med.
B._, FMH Rheuma
tologie und FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, gewesen, der die Spondylolisthesis festgestellt habe. Dr. B._ habe sie dabei erschrocken gefragt, was passiert sei, und erklärt, dass man dies auf den früheren Röntgen
bildern doch nicht habe übersehen können. Es sei eine neutrale und unvorein
genommene Beurteilung vorzunehmen sowie wenn möglich eine Anhörung durchzuführen (Urk. 1).
3.
3.1
Dr. B._ stellte im an Dr. Z._ gerichteten Bericht vom 23. Oktober 2004 folgende Diagnosen (Urk. 7/19):
(1)
ein sensomotorisches cervicoradikuläres Syndrom C6 rechts
bei
-
degenerativen Veränderungen mit Bandscheibenprotrusion C5/C6 sowie
C6/C7
(MRI der Halswirbelsäule
[HWS]
vom 2
3.
September 2004)
(2
)
Status nach sensomotorischem lumboradikulärem Syndrom S1 links bei
-
degenerativen Veränderungen mit grosser Disk
ushern
ie L5/S1
(3)
Status nach lumboradikulärem Reizsyndrom L3 rechts bei
-
degenerativen Veränderungen mit schwerer erosiver Osteochondrose L2/L3 und
leichter Retrolisthesis L2 über L3
Dr. B._ gab an, dass die Beschwerdeführerin ihn Mitte September 2004 wegen zunehmender
Schmerzen rechts cervical, ausstrahlend in die rechte Schulter und im Verlauf bis in den Daumen und in den Zeigefinger
konsultiert habe
. Bei
der zweiten Konsultation habe
sich ein klassisches cervicoradikuläres Syndrom C6
gezeigt
, welches gut durch HWS-Manöver
habe provoziert werden können. Die MRI-Abklärung habe
entsprechende degenerative Veränderungen bestätigen
können
. Unter einem Pre
dnison-Stoss mit 50 mg 1 x täglich sowie Analgetik
a in Reserve
habe
eine erfreulich rasche Beschwerderegredienz erzielt werden
können
. In der
letzten Konsultation am 30. September 2004 sei die Beschwerdeführerin
beschwerdearm mit ganz beschwerdefreien Tagen
gewesen
.
Die Armflexorenparese rechts sei
nur noch diskret vorhanden
gewesen (Urk. 7/19).
3.2
PD
Dr.
med.
C._, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
fü
hrte im an Dr. Z._ gerichteten Bericht vom 22. Juli 2015 betreffend die Sprechstunde vom 17. Juli
2015 aus,
dass die Beschwerdeführerin angegeben habe
,
sie habe
bereits im Jugen
dalter Rücken
probleme mit Scheu
ermann etc.
gehabt.
Sie sei da
nn über Jahre immer wieder etwas mit Bandscheibenvorfä
llen konfront
iert gewesen. Dies habe sie jedoch gut im Griff gehabt. Letztmals sei ca. 2013 eine Beurteilung erfolgt, ohne nam
hafte Befunde. Jetzt
sei vor wenigen W
ochen eine lumbospondylogene Be
schwerdehaftigkeit mit teilweiser Blockade der LWS aufg
etreten. Sie sei dann beim Haus
arzt gewesen, w
elcher nochmals eine Abklärung vorgenommen
und
jetzt
ein Wirbelgleiten festgestellt haben soll
e
. Sie wünsche eine Standortbe
stimmung bezü
glich der weiteren Optionen. Der
Röntgen
befund
der LWS
ap/seitlich stehend vom 3. Juli 2015 zeige
eine
Pseudolisthese L4/5 mit durch
ge
scheu
e
rten Gelenkfacetten und Vorschub auf ca. 8 mm, eine
L5/S1
Chondrose mit Retrolisthese
und eine
L2/3 ventrale Spondylose
.
Unter den gegebenen Voraussetzungen seien hier eine Repositionsrecalibrage L4/5 mit Stabilisation und eine gleichzeitige Soft-Recalibrage L5/S1 zu empfehlen (Urk. 7/20).
3.3
Dr. Z._ hielt im Bericht vom 29. Oktober
2015 fest,
dass die Beschwerdeführe
rin im April
2015 wegen Lumbago bei ihm in Behandlung gewesen
sei. Im September 2015 habe nochmals eine Konsultation wegen Rückenschmerzen stattgefunden. Sie sei
bei
Dr. B._
gewesen. Offenbar werde eine stabilisierende Operation am Rücken besprochen. Inwieweit die Beschwerden mit dem Unfall
von
2013 in Zusammenhang stehen wü
rden, könne er nicht beurteilen (Urk. 7/13).
3.4
Dr. B._ diagnostizierte im Zwischenbericht vom 18. November 2015
ein lumboradikuläres Syndrom (sensorisch) L5 links
bei/mit Diskushernie L5/S1 (MRI der LWS vom Mai 2004)
.
Er erklärte, dass er am 3. Juli
2015 einen Sak
ralblock durchgeführt habe. Über den weiteren Verlauf sei er nicht informiert (Urk. 7/15).
3.5
Dr. Z._ diagnostizierte im Arztzeugnis UVG vom 27. November 2015 (1) Status nach Steisskontusion im Januar 2013, klinisch abgeheilt, und (2) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei schweren degenerativen Veränderun
gen an der LWS, möglichweise akzentuiert durch das axiale Trauma im Januar 2013. Er führte
aus,
dass die Erstbehandlung der Beschwerdeführerin am 23. Januar
2013 erfolgt
sei
.
Sie habe
angegeben,
auf das
Gesäss gestürzt
zu sein
.
Die Beschwerdeführerin habe eine Dolenz im Bereich
des Steissbeins und der rechten Hüfte beklagt. Klinisch hätten sich keine Hinweise für eine Fraktur gefunden. Eine Schwellung oder ein Hämatom
sei nicht vorhanden gewesen. Es sei deshalb nicht geröntgt und der Verlauf
abgewartet worden.
Die Beschwer
deführerin
sei schon früher wegen Rückenbeschwerden in Behandlung
gestan
den
. Es handle sich um schwere degenerative Verände
rungen an der LWS. 2006 sei eine Dis
kushernie zervikal mit sensomotorischem Syndrom C8 festgestellt worden.
Vom 23. b
is
zum 27. Januar
2013
habe er der Beschwerdeführerin
ein
e Arbeitsunfähigkeit attestiert. Danach habe sie wieder gearbeitet. Die Schluss
kontrolle sei am 13. Februar
2013
durchgeführt worden
. Die
Beschwerdeführe
rin
habe
damals
über eine deutliche
Abnahme der Symptome berichtet,
und
der
Fall
sei
abgeschlossen
worden
. Im April 2015 sei wiede
rum eine Konsultation wegen Lum
bago im Bereich von L3 mit Ausstrahlung in die linke Leiste erfolgt. Klinisch hätten keine neurologischen A
usfälle bestanden. Die Beschwerdefüh
rerin
sei in der LWS blockiert gewesen
,
und es sei symptomatisch mit NSAR behandelt worden. Im Mai 2015
sei der Fall bei ihm abgeschlo
ssen worden.
Anschliessend sei die Beschwerdeführerin bei Dr. B._
un
d in der Wirbel
säulen- und Schmerzklini
k Zürich in Behandlung gewesen (Urk. 7/21).
3.6
Kreisarzt Prof. A._ kam in der ärztlichen Beurteilung vom 18. März 2016 zum Schluss, dass sich unter
Wertung
aller medizinischen Fakten
aus versiche
rungsmedizinischer Sicht kein Zusammenhang zwischen den über einem Jahr nach dem Unfallereignis erstmalig geklagten radikulären Schmerzen und dem Unfallereig
nis vom 22. Januar 2013 feststellen lasse (Urk. 7/35/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen auf die ärztliche Beurteilung
von Kreisarzt
Prof. A._ vom 18. März 2016 (Urk. 7/35).
4.2
Kreisarzt Prof. A._ verneinte das Vorliegen eines (natürlichen) kausalen Zusam
menhangs zwischen dem Unfallereignis vom 22. Januar 2013 und den von der Beschwerdeführerin nun geltend gemachten LWS-Beschwerden im Wesentlichen mit der Begründung, dass aus den Angaben von Dr. Z._ zur Erstuntersuchung vom 23. Januar 2013 keine radikuläre Schmerzsymptomatik abgeleitet werden könne. Laut Dr. Z._ sei die Steissbeinkontusion klinisch abgeheilt gewesen. Der betreffende
Unfallhergang
vom 22. Januar 2013
wäre grundsätzlich nicht als geeigneter Mechanismus für die
Entstehung eines trau
matischen Bandscheibenvorfalls
denkbar
, da er nicht mit Bewegungen in Scher- und Rot
ationswirkung einhergegangen sei, welche
zu einer Zerr
eissung einer Bandscheibe hätten
führen können. Bezüglich des Auftretens bzw. des zeitlichen Zusammenhangs schmerzhafter Funktionseinschränkungen im Sinne einer Lumbago bzw. Lumbalgie im direkten Ans
chluss an das Unfallereignis sei
zu konstatieren, dass eine radikuläre Schmerzsymptomatik bzw. neurologische Ausfälle in dem von der Literatur geforderten zeitlichen Intervall im vorliegen
den Fall nicht
hätten
belegt
werden können
. Beim traumatisch verur
sachten Bandscheibenvorfall werde
in den verschiedenen Studien eine zeitliche Karenz von Stunden bis zu maximal einer Woche angegeben
. Im konkreten Fall habe keine
zeitnahe Schmerzsymptomatik im Sinne eines hinteren Bandscheiben
vorfalles
zum Ereignis vom 22. Januar 2013 dokumentiert werden können. Somit lasse sich auch bezüglich der Forderung einer zeitnahen, für einen hin
teren Bandscheibenvorfall sprechenden Schmerzsymptomatik kein Korrelat fin
den. Von einer Beschwerdearmut vor dem Unfall werde aufgrund der nicht ein
geschränkten Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt des Ereignisses ausgegangen (Urk. 7/35).
4.3
Diese Beurteilung von
Kreisarzt
Prof.
A._
, die er in Kenntnis und Auseinanderset
zung mit den Vorakten abgab, ist
einleuchtend
und plausibel.
Wie Kreisarzt Prof. A._ zutreffend bemerkte, ist dem Arztzeugnis UVG von Dr. Z._ vom 27. November 2015 (Urk. 7/21) zu entnehmen, dass die am 22. Januar 2013 erlittene Steisskontusion bereits bei der Schlusskontrolle vom 13. Februar 2013 klinisch abgeheilt gewesen sei, wobei die Beschwerdeführerin damals auch von einer deutlichen Abnahme der Symptome berichtet habe.
Eine
radikuläre Schmerzsymptomatik
oder
neurologische Ausfälle
– die gemäss den nachvollziehbaren Darlegungen von Kreisarzt Prof. A._ bei einem allfälligen traumatischen Bandscheibenvorfall innert
Stunden bis zu maximal einer Woche
nach dem Unfallereignis hätten auftreten müssen (Urk. 7/35/2) – konnte Dr. Z._ damals offenbar nicht feststellen.
Dr. Z._s nicht begründeter Hinweis im Arztzeugnis vom 27. November 2015 (Urk. 7/15), wonach das diagnostizierte chronische Lumbovertebralsyndrom bei schweren degenerativen Veränderungen an der LWS möglicherweise durch das axiale Trauma im Januar 2013 akzentuiert worden sei, vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs sodann nicht zu genügen. Ein Leistungs
anspruch ist nur dann begründet, wenn zwischen einem bestimmten Unfaller
eignis und einer gesundheitlichen Störung überwiegend wahrscheinlich ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. E. 1.3).
Im Weiteren geht aus den Berichten von Dr. C._ vom 22. Juli 2015 (Urk. 7/20) und von Dr. B._ vom 18. November 2015 (Urk. 7/1
5) nicht hervor, dass die von der Beschwerdeführerin nun geltend gemachten LWS-Beschwerden auf das Unfallereignis vom 22. Januar 2013 zurückzuführen seien. Wie sich aus dem Bericht von Dr. B._ vom 23. Oktober 2004 ergibt (Urk. 7/19), bestand dies
bezüglich vielmehr offenbar bereits ein erheblicher krankhafter Vorzustand.
4.4
Die Einwände der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1) sind nicht stichhaltig. Ob Hausarzt Dr. Z._ oder Dr. B._ in der ersten Jahreshälfte 2015 das Wir
belgleiten festgestellt hat, ist nicht von massgeblicher Bedeutung. Überdies ist darauf hinzuweisen, dass es Dr. C._ war, der angab, dass der Hausarzt jetzt ein Wirbelgleiten festgestellt haben solle (Urk. 7/20). Die Beschwerdegegnerin hat den Inhalt des Berichts von Dr. C._ vom 22. Juli 2015 im angefochtenen Ein
spracheentscheid (Urk. 2 S. 6) damit korrekt wiedergegeben, und es kann nicht davon gesprochen werden, dass in deren Schreiben immer wieder - wesentliche - Unstimmigkeiten vorhanden gewesen seien. Schliesslich vermag auch der angebliche (mündliche) Hinweis von Dr. B._, wonach man die festgestellte Spondylolisthesis auf den früheren Röntgenbildern doch nicht habe übersehen können,
zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen
dem Unfallereignis vom 22. Januar 2013 und den hier geltend gemachten LWS-Beschwerden nicht zu genügen.
4.5
Es ist somit festzuhalten, dass auf die Beurteilung von Kreisarzt Prof. A._ abge
stellt werden kann.
Weiter
e medizinische Abklärungen sind
nicht ange
zeigt.
5.
5.1
Es ist demnach
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die als Rückfall gemeldeten
LWS-
Beschwerden natürlich kausal zum Unfallereignis vom
22. Januar 2013
sind.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.2
Der Antrag der
Beschwerdeführerin
,
angehört zu werden
, ist
im Übrigen abzuwei
sen, da der Beschwerdebegründung nicht zu entnehmen ist, dass
mit dem betreffenden Rechtsbegehren die von Art. 6 Ziff. 1 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)
geschützte Kontrolle und Transparenz der Rechtsfindung durch Anwesenheit von Publikum und Presse an einer
Gerichtsverhandlung
bezweckt wurde. Ein klarer und unmiss
verständlicher Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne der EMRK liegt
daher
nicht vor, und eine weitere Beweisabnahme drängt sich
– wie dargelegt -
nicht auf (vgl. BGE 122 V 55 E. 3a).