Decision ID: 0cbf6b5a-31d3-4b28-bf0b-f3327fe72d19
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
war zuletzt vom 2
7.
April 1993 bis zum 3
1.
Dezember 2005 als Taxifahrer bei der
Y._
AG tätig, wobei die Kündigung durch die Arbeitgeberin infolge Langzeiterkrankung erfo
lgte (
Urk.
7/11). Unter Hinweis
unter anderem auf eine Depression
,
einen
Nerven
zusammenbruch, Kraf
tlosigkeit, Schwindel, Grübeln sowie
dauerhafte Schmer
zen
meldete er sich am 1
1.
Januar 2006
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich,
IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Si
tuation (
Urk.
7/12
-14,
Urk.
7/16
) ab, holte den Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/11) ein und veranlasste eine
psychiatrische Begutachtung, welche am
4.
Februar 2007 erstattet wurde (
Urk.
7/25
). Sodann wurde dem Versicherten mit Schreiben vom
1.
März 2007
(
Urk.
7/28) eine Schadenminderungspflicht auferlegt.
Mit Verfügung vom
2
2.
Juni
2007
(
Urk.
7/39
) sprach
die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab
dem
1.
Mai 2006
eine
ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
zu.
1.2
Anlässlich der
ordentlichen Renten
revisionsverfahren in den
Jahr
en
2008
und
2010 wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente mit Mitteilungen vom
2
2.
September 2008 (
Urk.
7/50) und
1
8.
November 2010 (
Urk.
7/57)
bestä
tigt.
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
1
0.
Dezember 2012
(
Urk.
7/
58) ver
anlasste die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten, welches am 1
4.
Juni 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/65,
Urk.
7/70).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/7
4
-76,
Urk.
7/81
,
Urk.
7/87) hob die IV-Stelle die bisherige ganze Rente mit Verfügung vom 1
1.
Dezember
2013 (
Urk.
7/89 =
Urk.
2) auf.
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Februar 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Rente
, eventualiter mindestens eine halbe Rente auszu
rich
ten
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
März 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2014
(
Urk.
8) wurde antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung bewilligt. Am 2
5.
August 2014 reichte der Beschwerde
führer die Replik (
Urk.
9) ein. Mit Schreiben vom 1
5.
September 2014 (
Urk.
11) ver
zich
tete die Beschwerdegegnerin auf die Duplik, was dem Beschwerdeführer am 1
7.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten
Per
son sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E.
1.2 mit Hin
wei
sen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer
wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch
BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010
E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revi
sion keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2
und 9C_586/2010 vom
15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Be
urteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine
Renten
verfügung
auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprüng
lichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begrün
dung schützen (BGE 125 V 368 E.
2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die
gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E.
1c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen.
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
die anspruchsbeeinflussende Änderung
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
ne
n (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt
auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stand
des Beschwerdeführers verbessert habe. Spätestens seit Dezember 2012 be
stehe in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe a
b Mai 2013 eine 40-50%ige Ar
beitsfähig
keit. Die Abklärungen hätten zudem ergeben, dass die noch vorhan
denen gesund
heitlichen Einschränkungen überwindbar seien. Es lägen viele
psychosoziale
Faktoren vor. Zudem seien noch nicht alle Behandlungsoptionen ausgeschöpft worden. Dies bedeute, dass mit einer zumutbaren
Willensanstren
gung
die ange
stammte Tätigkeit zu 100
%
ausgeübt werden könne.
Ein
invali
ditätsrelevanter
Gesundheitsschaden
sei somit nicht
mehr ausgewiesen (S. 2).
In der Beschwerdeantwort
(
Urk.
6) fü
gte
d
ie
Beschwerdegegnerin
ergänzend
hin
zu
, dass sich
sowohl
der Schweregrad der Depression
als auch
die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit
ver
bessert h
ätten (S. 1 f.)
. Falls wider
E
rwarten nicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werde, so sei die Verfü
gung mit der substi
tuierten Begründung der Wiedererwägung zu schützen
.
Eine
Episode sei
defini
tionsgemäss
ein vorübergehendes Leiden und könne grund
sätz
lich keine Invali
dität begründen. Zudem habe bereits damals eine enorme psy
chosoziale Belas
tungssituation bestanden.
Bei den vorliegenden Diagnosen handle
es sich
so
dann
nicht um
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebil
der
ohne nachweisbare organische Grundlage. Die
Überwindbar
keit
sei vielmehr anhand einer Ressourcenprüfung zu beurteilen (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (
Urk.
1)
,
es handle sich um einen unveränderten Sachverhalt.
In Bezug auf das Gutachten liege - a
us näher genannten Gründen
-
eine nicht erklärbare Diskrepanz
zu den
Vor
gutachten
vor. Insbesondere sei der Sachverhalt massiv beschönigt dargestellt worden (S. 4 f.). Falls diesbezüglich der Argumentation der Beschwerdegegnerin
gefolgt
werde
, so
müsse erwähnt werden, dass neben einer mitwirkenden Komor
bidität zusätzlich auch die weiter geforderten, qualifizierten Kriterien er
füllt seie
n. Es sei daher nicht möglich die verbleibende Arbeitsunfähigkeit zu über
winden (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rer
s
seit der
rentenzusprechenden Verfügung vom 2
2.
Juni 2007 (
Urk.
7/39) verän
dert
ha
t
, und
gestützt darauf
die
Frage, ob die verfügte Aufhebung der Rente rech
tens
ist.
Als Vergleichszeitpunkt nicht massgebend sind die mit Mitteilungen vom 2
2.
September 2008 (
Urk.
7/50) und 1
8.
November 2010 (
Urk.
7/57) abge
schlos
s
ene
n
Revisionsverfahren, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswür
digung
und Invaliditätsbemessung vorgenommen wurde (vorstehend E.
1.
3
).
Das Einho
len
nur
eines Verlaufsberichtes des behandelnden Psychiaters (
Urk.
7/46 und
Urk.
7/55) reicht für die Annahme einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs
nicht
aus
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2011 vom
7.
Februar 2012 E.
4.5
)
.
3.
3.1
Der
letzten
Verfügung
mit materieller Prüfung
vom 2
2.
Juni 2007 (
Urk.
7/39)
lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiten
der Arzt,
A._
,
informierte
mit
Aus
tritts
bericht
vom 1
6.
September 2005 (
Urk.
7/16)
,
dass
der Beschwerdeführer vom
3
0.
Mai 2005 bis zum 1
9.
September 2005 in der Klinik
stationär behandelt wor
den sei
und diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.10), sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0)
.
Die Zuweisung sei durch den Hausarzt erfolgt (S. 1).
Symptomatisch seien vor allem
die
depressiven Symptome mit Depressivität,
Anhedonie
, feh
lender Ener
gie und Konzentrationsschwierigkeiten im Vordergrund gestanden (S.
3). Der Be
schwerdeführer habe ein ausgeprägtes
Vermeideverhalt
en
in Bezug auf die Rückkehr zum
Arbeits
platz
gezeigt (S. 4).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diag
nos
tizierte mit Bericht vom 1
0.
März 2006 (
Urk.
7/14) rezidivierende de
pressive Episode
n
(richtig: Störung)
, gegenwärtig mittelgradig
e Episode
(ICD-10 F33.10)
,
sowie eine Panikstörung
, bestehend seit zirka 2 Jahren
(S. 1).
Aktuell und bis auf weiteres bestehe beim agitiert depressiven Beschwerdeführer eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
(S. 4).
3.4
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstat
tete sein psychiatrisches Gutachten
zuhanden der Beschwerdegegnerin
am
4.
Februar 2007 (
Urk.
7/25).
Dabei führte er aus, dass der Beschwerdeführer seit
Ende Mai 2005 in ausgeprägter Weise und beginnend schon ein halbes Jahr vor
her an einer zunehmend schweren Depression mit starker Angstsymptomatik leide, wobei im Rahmen dieses psychiatrischen Zustandsbildes auch verschie
dene
körperliche Beschwerden aufgetreten seien.
Insgesamt sei das Zustandsbild mit der Diagnose einer schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) vollständig
cha
rakterisiert.
Die verschiedentlich in den Unterlagen erwähnte posttraumati
sch
e Belastungsstörung sei heute nicht mehr so schwerwiegend, dass sie für die aktu
elle Arbeitsunfähigkeit von Bedeutung sei. Die Angstsymptomatik sei im
mer bei
gleichzeitig vorhandener Depression aufgetreten, so dass sie nicht als zusätz
liche
Diagnose gestellt werden könne, sondern als Teil der Depression
zu betrachten
sei
(S.
6). Der Beschwerdeführer sei seit Ende Mai 2005 zu 100
%
ar
beitsun
fähig.
In Anbetracht der Schwere, der Chronizität und der
Therapieresis
tenz
des Zu
standes sei die Prognose schlecht und man müsse davon ausgehen, dass die be
stehende schwere Depression und auch die volle Arbeitsunfähigkeit auf unbe
fristete Zeit weiter bestehen werde
n
(S. 7).
3.5
Dr.
med.
D._
,
praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), gab mit Stellungnahme vom 1
5.
Februar 2007 an, es könne auf das Gut
achten abgestellt und davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit mehr zumutbar sei (
Urk.
7/27 S. 4).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nach
folgenden Berichte.
4.2
Dr.
B._
(vor
stehend E.
3.3
) gab anlässlich des Revisionsfragebogens vom
1
0.
Dezember 2012 (
Urk.
7/58) an, dass der Beschwerdeführer an rezidivieren
den
(
chronifizierten
) depressiven Episoden
(richtig: Störung)
, gegenwärtig mit
tel
gradig
e Episode
(ICD-10 F33.11), leide (S. 3
Ziff.
5.4). Dem Beschwerdeführer sei eine der Behinderung angepasste
leichte
Tätigkeit zu maximal zwei Stunden pro
Tag zumutbar
. Der Beschwerdeführer
betrachte
sich selbst als vollständig ar
beits
unfähig
(S. 3
Ziff.
5.5).
4.3
Am 2
3.
Mai 2013 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein Gutachten am 1
4.
Juni 2013 (
Urk.
7/65).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine rezidivierende depressive Störung, beginnend
chronifiziert
in mittel
gradiger Ausprägung mit zeitweilig noch etwas schwankender depressiver
Symptomatik (ICD-10 F33.8).
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
hig
keit gab er akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
, narzissti
schen
und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1) an (S. 15). Spätestens seit Dezember 2012 bestehe in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von circa 60
-
70
%
. In adap
tier
ten Tätigkeiten sei ab Mai 2013 von einer Arbeitsfähigkeit von circa 40-50
%
auszugehen in einem Pensum von etwa 5-6 Stunden bei einer
Leistungs
min
derung
, einem etwas verminderten Arbeitstempo und einem vermehrten
Pausen
bedarf
. Bei
der
Fortführung einer adäquaten und optimierten Behand
lung könne die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in jegli
cher adap
tier
ten Tätigkeit um 5-10
%
gesteigert wer
den (S. 16).
Dr.
E._
führte aus, dass sich gewisse, noch ausbaufähige Ressourcen zeigen würden. Es bestehe eine normale Intelligenz. Der Beschwerdeführer beschäftige sich in seiner Freizeit viel mit seinem PC, mache PC-Spiele, surfe im Internet, informiere sich in den Nachrichten und habe sich im Internet auch ausführlich
über die seltene Erkrankung seiner Tochter informiert. Zudem kümmere er sich
auch sonst relativ regelmässig um seine Kinder. Er unternehme Spaziergänge und
pflege weitere positive Aktivitäten
. So besuche er unter anderem den
F._
regelmässig mehrmals pro Woche
.
Im Weiteren seien ver
schiedene psychosoziale Belastungsfaktoren zu erwähnen. Es bestehe ein subjek
tives Krankheitskonzept, ein Migrationshintergrund, eine gute Schul
bildung, keine
Berufsausbildung, aber eine langfähige Tätigkeit als LKW-Chauffeur und Taxifahrer, eher erschwerte Bedingungen auf dem freien Ar
beitsmarkt, ein in
zwischen geringer beruflicher Ehrgeiz, familiäre und finanzi
elle Probleme sowie ein Versorgungs- und Entschädigungswunsch
. Die psy
chosozialen
Belastungs
faktoren
könn
t
en allerdings nicht in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ein
bezogen werden
(S. 15).
Die Prognose sei als grundsätzlich eher weniger günstig einzustufen. Der Be
schwerdeführer sehe sich seit Jahren als vollständig arbeitsunfähig an. Aus gut
achterlicher Sicht sei die Einschätzung der Leistungsfähigkeit aus subjektiver Sicht so nicht nachvollziehbar
. Es fänden sich aktuell neben ausgeprägten
Ver
deutlichungstendenzen
auch Hinweise auf Aggravationstendenzen und psy
cho
soziale Belastungsfaktoren (S. 17).
Schliesslich führte
Dr.
E._
aus, dass es sich im Vergleich zum Vorgutachten aus dem Jahr 2007 um eine
deutliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes
handle.
Im Vergleich zum Gesundheitszustand bei der letzten materiellen Prü
fung
(RAD-Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2011) sei von einem leicht gebesserten Ge
sundheitszustand auszugehen. So
habe sich die schwere depressive Sympto
matik
zu einer aktuell mittelgradigen depressiven Symptomatik gebessert. Es handle sich nicht um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts (S. 18 f.).
4.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, stellte am 1
7.
September 2013 in Bezug auf die Diagnosen und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten von
Dr.
E._
ab (
Urk.
7/73 S. 3).
4.5
Dr.
B._
gab mit Schreiben vom 3
0.
November 2013 (
Urk.
7/86) an, beim Be
schwerdeführer bestehe ein
chronifiziertes
depres
sives Zustandsbild mit schwan
ken
dem Verlauf zwischen leicht- und mittelgra
digen Zuständen bei einer starken
Somatisierungstendenz
(S.
1). Er könne die Schlussfolgerungen des psychia
tri
schen Gutachtens nachvollziehe
n und bestäti
gen, dass eine zirk
a 50%ige Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit vorhanden sei. Er schätze den Beschwer
de
führer
allerdings
als nicht mehr arbeitsfähig in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer ein. Das Krankheitsbild sei zu stark ausgeprägt und die
Chronifizie
rung
so weit voran geschritten, dass es nicht nachvollziehbar sei, d
ass der
Beschwerdeführer diesen
Zustand überwinden und gar zu einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt zu
rückfinden könn
e (S.
1.
f).
5.
5.1
Vorab zu prüfen i
st, ob die
Verfügung
vom 2
2.
Juni 2007 (
Urk.
7/39)
zweifellos unrichtig war
und
die vorliegend angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung
vom
1
1.
Dezember
2013 (
Urk.
2)
mit der substituierten Begründung der
Wieder
erwägung
zu schützen ist (vorstehend E. 1.4).
5.2
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung,
Ar
beitsunfähigkeitsschätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zwei
fe
lloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit (nur), wenn kein ver
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist
nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denk
bar. Die Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich un
richtiger Fest
stellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Darunter fällt insbesondere
eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes (vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG und
Art.
61
lit
. c ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_752/2010 vom 2
7.
Januar 2011 E. 2).
5.3
Für die
damalige
Beurteilung des Gesundheitszustandes wurde insbesondere eine
psychiatrische Begutachtung bei
PD
Dr.
C._
angeordnet.
PD
Dr.
C._
hielt in seinem Gutachten vom
4.
Februar 2007 fest,
dass der
Beschwerdeführer seit Ende Mai 2005 in ausgeprägter Weise und beginnend schon ein halbes Jahr vor
her an einer zunehmend schweren Depression mit starker Angstsymptomatik leide
und
seit Ende Ma
i 20
05 zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
Insgesamt sei das
Zu
standsbild
mit der Diagnose eine
r schweren depressiven Episode
vollständig charakterisiert.
In
Anbetracht der Schwere, der Chronizität und der
Therapiere
sistenz
des Zustandes
sei
die Prognose schlecht und man
müsse
davon ausge
hen, dass die bestehende schwere Depression und auch die volle Arbeitsunfä
higkeit auf unbefrist
ete Zeit weiter b
estehen werde (vorstehend E.
3.4
).
Dieser
gutachterlichen Beurteilung stehen auch die übrigen bei den Akten liegenden
Arztberichte nicht entgegen, welche zwar eine rezidivierende depressive Stö
rung,
gegenwärtig mittelgradige Episode, sowie eine Panikstörung diagnosti
zierten, gleich
wohl aber eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten (vorste
hend E.
3.2-3).
5.4
Der Beschwerdegegnerin ist zwar
in dem Sinne zuzustimmen, dass
depressive
Episode
n
definitionsgemäss vorübergehender Natur
sind
und sie deshalb,
zu
min
dest wenn sie leicht bis mittelschwer sind,
gemäss
der bundesgerichtlichen Recht
sprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung
haben
. Die invali
disie
rende Wirkung einer mittelschweren depressiven „Störung“ ist nach der Recht
sprechung
allerdings
nicht schlechthin
auszuschliessen
. Deren Annahme bedingt
indessen insbesondere, dass eine konsequente Depressionstherapie be
folgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteile des Bun
desgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2013 E. 4.2 und 9C_454/20
13 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
Auf der anderen Seite ist e
ine
rezidivierende depres
sive Störung durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert, wobei die einzelnen Episoden
zwischen drei und zwölf Monaten dauern. Die Besserung zwischen den einzel
nen
Episoden ist dabei im Allgemeinen vollständig, wobei nur eine Minderheit von Patienten eine anhaltende Depression entwickelt, für welche allerdings eben
falls die Kategorie F33 (rezidivierende depressive Stö
rung) verwendet werden sollte (Klinisch-diagnostische Leitlinien der Internatio
nalen Klassifikation psychischer
Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dilling
/
Mom
bour
/
Schmidt (Herausgeber),
9.
Auflage, Bern 2014, S. 177).
Die Unterscheidung zwischen depressiven Episoden und rezidi
vierenden depressiven Störungen legt nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts nahe, dass bei letzteren eher von einer ungünstigen Prognose in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_484/2012 vom 2
6.
April 2013 E. 4.3.2.2).
5.5
PD
Dr.
C._
diagnostizierte zwar lediglich eine depressive Episode, hielt aller
dings klar fest,
dass die bestehende schwere Depression und die volle Arbeits
unfähigkeit auf unbefristete Zeit weiter bestehen werden
, weshalb er
nicht von eine
r vorübergehenden Natur
aus
ging
.
Fraglich erscheint deswegen
, weshalb
er
bei der bereits seit 2005 bestehenden depres
siven Symptomatik nicht eine re
zi
di
vierende
depressive Störung diagnostizierte. Ungeachtet dessen w
urde
eine lang
fristige Arbeitsunfähigkeit
klar
ausgewiesen. Da selbst mittelgradige de
pressive
Episoden unter Umständen invalidisierend sein können, muss dies bei der vorlie
gend gutachterlich diagnostizierten schweren depressiven Episode erst recht gel
ten.
Die
erfolgte
Leistungszusprache
erscheint
somit
vertretbar
.
5.6
Auch der von der Beschwerdegegnerin
weitere
vorgebrachte Einwand,
es hätten
damals enorme psychosoziale Belastungsfaktoren bestanden, ist nicht stichhal
tig. Aus den Akten ergeben sich zwar einige psychosoziale Belastungsfaktoren, so unter
anderem diverse Übergriffe, Konflikte in der Eh
e
sowie
finanzielle Sor
gen (
Urk.
7/16 S. 2 ff.,
Urk.
7/25 S. 2 f.)
. Die erwähnten Aspekte tragen allen
falls zur Entstehung und Aufrechterhaltung der
damals
invalidisierenden schweren Depression bei. Es kann deswegen jedoch nicht davon gesprochen werden, dass das klinische Beschwerdebild hauptsächlich in Beeinträchtigungen, die von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, best
and
.
Dies wurde von keinem Arzt erwähnt.
E
ine festgestellte psychische Erkrankung, welche eine andauernde und erhebliche Erwerbsunfähigkeit bewirkt,
ist
relevant und nicht deshalb invaliditätsfremd, weil sie auf psychosoziale Faktoren zurückgeführt werden kann
. Das Krankheitsbild muss nicht völlig unabhängig von den ge
nannten Faktoren bestehen, um eine Invalidität bewirken zu können
(Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_118/2014 vom 2
0.
Mai 2014 E. 4.2.2 und
8C_478/2007 vom
1
9.
Juni 2008
E. 3.3.2).
5.
7
Nach dem Gesagten
steht fest
, dass eine zweifellose Unrichtigkeit der
ren
ten
zu
sprechenden
Verfügung vom 2
2.
Juni 2007 (
Urk.
7/39) nicht ausgewiesen ist, wes
halb
die
vorliegend
angefochtene rentenaufhebende Verfügung vom 1
1.
Dezem
ber
2013 (
Urk.
2) nicht mit der substituierten Begründung der
Wieder
erwägung
geschützt werden kann
.
6
.
6
.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers verbessert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt,
ist auf das Gutachten von
Dr.
E._
,
einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
(vorstehend E.
4.3) abzustellen
,
das
sich
für die zu beurteilenden Fragen als umfassend er
weist.
Dr.
E._
berücksichtigte die geklagten Beschwerden und das Verhalten des Beschwerdeführers und erstellte das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
, wozu er auch Stellung nahm
.
Die Be
urteilung leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolge
rungen
zu Gesundheitszustand und Arbeitsfä
higkeit werden ausführlich begründet.
Ins
be
sondere bejahte
Dr.
E._
au
sdrücklich eine deutliche Verbesserung des Gesund
heitszustandes
im
Vergleich
zur Beurteilung im Jahr 2007
und
gab
schliess
lich
an, dass keine andere Beurteilung des glei
chen Sachverhalts vor
liege.
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemäs
s
en Kriterien (vorstehend
E.
1.7
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden
kann.
Auch
der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
hält das Gutachten für nachvoll
ziehbar und schliesst sich der Beurteilung der 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit an
(vorstehend E.
4.5)
, was
das Gutachten Dr.
E._
unter Berücksichtigung der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und regelmässig behandelnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc, Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2)
– im Gegensatz zur Auffassung des Beschwerdeführers -
erst recht als glaubhaft, schlüssig und nachvollziehbar
erscheinen lässt
.
6.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Gutachten würde den Sachver
halt massiv beschönigt darstellen, so ist ihm entgegenzuhalten, dass seine dies
bezüglichen Vorbringen
nicht die objektiven Befunde, sondern
lediglich
die
feh
lende
Schulbildung sowie
die
Fahrberechtigung betreffen (
Urk.
1 S.
4), und dem
zufolge für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätig
keit unbeachtlich sind
, so dass sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen
.
W
eiter lässt sich nichts
aus
seinem
Einwand ableiten, eine während Jahren ver
festigte depressive Störung könne heute nicht mehr beginnend
chronifizierend
sein (
Urk.
1 S.
5).
Eine
Chronifizierung
markiert den Endpunkt der diagnos
ti
schen und therapeutischen Bemühungen und ist somit nicht gleich
zusetzen
mit eine
r langandauernden Krankheit. Mit einer
Chronifizierung
geht der
Verlust der Aussicht auf Heilung
einher
(
http://flexikon.doccheck.com, zuletzt besucht am 29.06.2015)
. Demzufolge lassen die Ausführungen des Beschwerdeführers keine begründeten Zweifel an der schlüssigen Beurteilung
durch
Dr.
E._
aufkommen.
6.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich
sowohl
der für die
Rentenzusprache
ents
cheidende Gesundheitszustand des Beschwerde
füh
rers
als auch die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verbessert haben (vor
steh
end E.
1.3)
. Damit besteht ein
R
evision
sgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
7
.
7
.1
Es stellt sich im Folgenden die Frage, ob der ausgewie
sene, verbesserte
Gesund
heitss
c
had
en
– das heisst die
rezidivierende depressive Störung,
beginnend
chro
ni
fiziert
in mittelgradiger Ausprägung mit zeitweilig noch etwas schwan
kender depressiver Symptomatik
-
eine Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATSG
begründet (vorstehend E. 1.1).
7.2
Vorauszuschicken ist, dass d
ie Beurteilung, ob ein invalidisierender
Gesund
heits
schaden
vorliegt, eine Rechtsfrage
ist
und damit nicht den Ärztinnen und Ärz
ten, sondern den rechtsanwendenden Behörden
obliegt
(BGE 140 V 193 E. 3.1 f.,
Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3.1).
Dabei gilt es zu beachten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfä
higkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch
letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im
Rechts
sinne
, bejah
e
n
denfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
7.3
Der Beschwerdegegnerin ist in dem Sinne zuzustimmen, als eine depressive Stö
rung nicht zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwer
de
bildern
ohne organische Grundlage zählt, bei welchen die Foerster-Kriterien zur Anwendung gelangen (Urteil des Bundesgerichts 9C_420/2014 vom 2
7.
Novem
ber 2014 E.
3.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2014 vom 3
0.
April
2014 E.
4.2.5). Indessen ist stets eine objektive Betrachtung des
Forderbaren
vorzu
nehmen (vorstehend E. 1.1-2), wobei mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom
4.
März
2014 E.
3.6.1
).
Ein Renten
anspruch kann
grundsätzlich nicht entstehen, solange zumutbare thera
peutische
und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch
eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesund
heitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbes
serung des
(psychischen) Gesundheitszustandes und damit
der dadurch einge
schränkten Ar
beits
fähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender
Gesundheit
s
scha
den
im Sinne des Gesetzes vor
. Allerdings bedingt
deren An
nahme, dass es
sich nicht
bloss
um eine Begleiterscheinung einer
Schmerz
krankheit
, sondern um
ein selbst
ändiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives
Leiden handelt
(
Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E.
4.2
und
9C_947/2012 vom 19. Juni 2013 E.
3.2.2
mit Hinweis). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und
Scha
den
minderungspflicht
.
7.4
Aus den vorliegenden Arztberichten
ergibt sich nicht
, dass beim Beschwerde
führer eine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden ist,
auch wenn
Dr.
B._
eine starke
Somatisierungstendenz
erwähnt
e
(vorstehend E.
4.5).
Dem
zufolge handelt es sich
bei der ausgewiesenen rezid
ivierenden depressiven Störung
um ein
selbst
ändiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden
. Der Beschwerdeführer befindet
sich des Weiteren seit der Entlassung aus
der stationären Therapie in der
A._
am
1
9.
September 2005 in
ambulanter Behandlung bei
Dr.
B._
, wobei
die
konsultationen
–
gemäss
Gut
achten Dr.
E._
(Urk. 7/65 S. 8 Ziff. 3.5) – in den ersten 4 Jahren jede zweite Woche und danach einmal im Monat (vgl. auch Urk. 7/55 S. 2 Ziff. 1-5) statt
fanden
.
Sodann war er vom
4.
Mai 2006 bis zum 2
7.
Juli 2006 sta
tionär in der Psychiatrischen Klinik
H._
und wurde nach der Entlassung drei Wochen in der Tagesklinik der
A._
behandelt. Wegen einer vorübergehen
den
Zustands
verschlechterung
befand er sich im September/Oktober 2006 nochmals zwei Monate in der Kli
nik
I._
der
A._
(
Urk.
7/2
5 S. 4).
Dr.
C._
sprach in seinem Gutachten vom 4. Februar 2007 (Urk. 7/25 S. 6 f.) denn auch von inten
siven therapeutischen Bemühungen (hausärztlich, fachärztlich, stationär und
teil
stationär
).
Zudem
nahm bezi
ehungsweise
nimmt
d
er
Beschwerdeführer
regel
mässig
antidepressive Medikamente ein
(vgl. Urk. 7/55/2 Ziff.
1.5)
, wobei
Dr.
E._
aller
dings
eine diesbezügliche Optimierung empfahl (
Urk.
7/65 S.
10 und S.
16).
Nach dem Gesagten
ist von einer konsequenten – bezüglich der Medikation leicht verbesserbaren – Depressionstherapie auszugehen.
Das Beschwerdebild
war
zwar
von Anfang an
auch
durch
invaliditäts
fremde
psychosoziale Umstände
geprägt.
Dr.
E._
hiel
t allerdings ausdrücklich
fest
, dass die invaliditätsfremden Faktoren nicht in die Einschätzung der Arbeits
unfähigkeit mit einbezogen werden können.
Obwohl
Dr.
E._
auch
von noch gewissen ausbaufähigen Ressourcen ausg
ing
,
erwartet
e
er lediglich eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in geringem Umfang. Der psychiatrischen
Diagnose kann somit
die invalid
enversicherungs
rechtliche
Relevanz
nicht ein
fach
abgespro
chen werden,
zumal
es sich
nicht lediglich
um
eine depressive Episode sondern
um eine
chronizifierte
depressive
Störung
handelt
.
7
.5
Zusammenfassend ist vorliegend ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu be
jahen.
Es ist daher gestützt auf das Gutachten von
Dr.
E._
davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer seit
Dezember 2012 in der angestammten Tätig
keit als Taxifahrer
zu
70
%
arbeitsunfähig und in einer
adaptierten Tätigkeit
ab Mai 2013
zu 50
%
arbeitsunfähig ist.
8
.
8.1
Es bleiben
damit die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen
zu
prüfen
, wobei die Beschwerdegegnerin
selbst
keinen neu
en
Ein
kommens
ver
gleich
vornahm
.
8.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
8.3
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die
Beschwerdegegnerin bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2007 auf
die Angaben
der
Y._
AG
ab, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2005 ohne Gesundheitsschaden
Fr.
52‘800.-- (
Fr.
4‘400.
-- x 12)
verdient hätte (
Urk.
7/11,
Urk.
7/27 S. 1).
Dies ist
aufgrund der Tatsache, dass das Arbeitsverhältnis aus gesundheit
lichen Grün
den
aufgelöst wurde
, nicht zu beanstanden.
Da der Beschwerdeführer seither nicht mehr gear
beitet hat
(
Urk.
7/65 S. 8), rechtfertigt
es sich auch heute
noch
auf
diese Anga
ben – angepasst an die Nominallohnentwicklung
(2005: 114,3 Punkte;
2014 127,3 Punkte; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex 1993 –
2010, 2011 – 2014; Tabelle T1 93, Total, Männer)
-
abzustellen.
Somit ergibt sich
für das
Jahr 2014 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
58‘8
05
.--.
8.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardi
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen,
dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb
der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (
BGE 129 V 472
E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der
LSE
kann - ausnahmsweise - der
Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „
Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche her
an
gezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3
).
8.5
Seit der Kündigung
im Jahr
2005 durch die
Y._
AG,
ging der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nach (
Urk.
7/65 S. 8), so dass es sich rechtfertigt, für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die statisti
schen Werte der LSE abzustellen.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 50%igen
behinderungsangepassten Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer auch bei Be
ach
t
ung dessen, dass diese
gemäss
Dr.
E._
ohne überwiegenden Publikums
ver
kehr und
ohne hohe
Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz oder
die sozialen Kompetenzen
erfolgen sollte, eine breite Palette von Tätigkei
ten offen. Es rechtfertigt sich daher
– entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers (
Urk.
1 S.
7) -
für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den standardi
sierten Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2010, S.
26,
Tabellen
gruppe
TA1, Total, Niveau 4). Die Bestimmung des
Invalidenein
kommens
an
hand des Lohnes eines einzelnen Sektors beziehungsweise einer bestimmten Branche ist
nicht angezeigt.
8.6
Das im Jahr 2010 von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr.
4‘901.-- (LSE 2010, S. 26, Tabell
engruppe TA1, Total, Niveau 4).
Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6 Stunden und der allgemeinen
Lohnentwick
lung
der Jahre 2011 bis 201
4 in der Höhe von 1.0
%
, 0.8
%
, 0.8
%
und
0.7
%
angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen
von rund
Fr.
31‘604.--
für das Jahr 2014
bei der verbliebenen 50%igen Arbeitsfähigkeit (
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.6 x 12 x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007
x 0.50).
8.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich
nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem
allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverant
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidensab
zu
ges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Die Rechtsprechung anerkennt unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Män
nern,
welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75
(Urteil des Bundes
gerichts
8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rech
nung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit ver
gleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE 06 S. 16 und T6* in der LSE 04 S. 25; Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
).
8.8
Der Beschwerdeführer erachtete vorliegend einen Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 10
%
infolge der offensichtlichen Einschränkungen als angemessen (
Urk.
1 S.
7), während sich
die Beschwerdegegnerin hierzu nicht äusserte. In Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch Teilzeit ar
beiten kann und aufgrund des gutachterlichen Belastungsprofils von
Dr.
E._
zudem behinderungsbedingte Einschränkungen vorliegen, erscheint ein
leidens
bedingter
Abzug von 1
0
%
als angemessen. Somit resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höhe von rund
Fr.
2
8
‘
444
.-- (
Fr.
31‘604.-- x 0.
9
).
8.9
Wir
d das
Valideneinkommen
von
Fr.
58‘8
05
.--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
28
‘
444
.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
3
0
‘
361
.--
,
was einem Invaliditätsgrad von gerundet 5
2
%
entspricht. Demgemäss steht dem
Beschwerdeführer eine halbe Invalidenrente zu
(vorstehend E. 1.1)
.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung (Dis
positiv Ziffer 1) dahingehend abzuändern, dass die bisherige ganze Rente auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung herabzusetzen ist.
9
.
9
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
800.--
anzusetzen.
Da der Be
schwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt (vgl. nachste
hend
E. 9.2), sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
9
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass
einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der
Parteient
schädi
gung
, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 2
5.
Januar 2008 E.
5). Entsprechend ist
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Be
schwer
de
führer eine volle P
rozess
entschädigung zu bezahlen.
Der von Rechtsanwältin
Stanek
Brändle
mit Eingabe vom
8.
Juni 2015 (
Urk.
14) geltend gemachte Aufwand von 16
Stunden beziehungsweise die geltend ge
machte
Entschädigung von
Fr.
3‘559.70 (
Urk.
15
) ist der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses
jedoch
nicht angemessen, insbesondere auf
grund der Tatsache, dass sie den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheid
ver
fahren
vertrat
und
ihr
die Akten somit
grundsätzlich bereits
bekannt waren
(
Urk.
7/107,
Urk.
7/109)
.
Angesichts der
7
-seitigen
Beschwerde
sch
ri
f
t und der 2-seitigen Replik
, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsver
tretu
ng sowie der in ähnlichen Fällen zuge
sprochenen Beträge ist die En
tschädigung von Rechtsanwältin
Stanek
Brändle
bei An
wen
dung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200
.--
(zuzüglich
MWSt
) für Aufwendungen bis 3
1.
Dezember 2014 und von
Fr.
220.--
(zuzüglich
MWSt
) für
Aufwendu
ngen ab
1.
Januar 2015 auf
Fr.
2
‘
2
00.--
(inklusive
Bar
auslagen
und
MWSt
) festzusetzen.