Decision ID: d9ad9406-d70a-4de2-a982-62fbe8e657fa
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959, arbeitete als Raumpflegerin und
war über die
Z._
bei
der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(SUVA) unfallversichert (
Urk.
8/1-2). Am 3. Oktober 2009
strau
chelte sie beim Aussteigen aus einem Bus und erlitt dabei eine Kniedistorsion (
Urk.
8/8, 8
/131/
2
8
).
Die SUVA erbrachte
die gesetzlichen Leistungen
(Heilbe
handlung, Taggelder)
.
Mit Verfügung vom 15. September 2011 sprach die SUVA der Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 5 % eine Integritätsentschädigung von
Fr.
6‘300.-- zu. Den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie (
Urk.
8/85). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 20. August 2012 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess
X._
am
20. September 2012 Beschwerde erhe
ben mit dem Antrag, es sei ihr eine Invalidenrente basierend auf einem
Er
werbsunfähigkeitsgrad
von 25
%
und eine Integritätsentschädigung von 20
%
auszurichten (
Urk.
1). Die SUVA schloss in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
Die SUVA hat
im
Einspracheentscheid
die Bestimmungen
über den Anspruch
auf
Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversiche
rung,
UVG) und Integritätsentschädigung (Art. 24 UVG) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch die Erwägungen zu dem für die Leistungspflicht des
Unfall
versicherers
(Art. 6
Abs.
1 UVG) vorausgeset
zten natürlichen Kausalzusammen
hang zwischen versichertem Unfallereigni
s und eingetretenem
Gesundheits
schaden
(BGE
129 V 177 E. 3.1,
119 V 337 f.
E
. 1
). Ent
sprechendes gilt für die Grundsätze zum Erf
ordernis des adäquaten Kausalzu
sammenhangs (BGE
129 V 177 E. 3.2,
127 V 102
E. 5b
)
.
Darauf wird verwiesen.
Zu ergänzen ist, dass für die Beurteilung
der Frage, ob ein Unfall nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheit
sschädigung herbeizuführen,
nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen
ist
.
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwi
schen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten
ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen)
. Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem An
schlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenser
fahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon aus
gegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erhebli
chen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Weiter ist
festzuhalten, dass
hinsichtlich des Beweiswer
tes eines ärztlichen
Gut
achtens
entscheidend ist, ob es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseit
igen Untersuchungen beruht,
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
D
ie SUVA stützte sich bei ihrem Entscheid auf das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 2
1.
Juni 2012
(
Urk.
8/131)
. Er stellte die Diagnosen einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie am
3.
Oktober 2009, eines
chronifizierten
Schmerzsyndroms im
rechten Bein, einer Adipositas per magna (BMI 43) und
einer
Lumboischialgie
(S. 21)
.
Hin
sichtlich der Unfallkausalität hielt der Gutachter fest, es könne nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkei
t davon ausgegangen werden
, dass die Ruptur des vorderen Kreuzbandes durch die Kniedistorsion ausgelöst worden sei. Das
Un
fallereignis
habe lediglich zu einer vorübergehenden, maximal sechs Monate dauernden Symptomatik geführt
(S. 29)
.
Die
arthrotischen
Befu
nde im rechten Knie seien minim.
Das geklagte
Schmerzbild sei aus organischer Sicht in keiner Weise zu erklären.
Die Beschwerdeführerin
sei
in der bisherigen als auch
in an
deren Tätigkeiten voll
arbeitsfähig
(S. 31)
.
Den Integritätsschaden bezifferte
der Gutachter
mit maximal 5
%
. Ein Integritätsschaden im funktionellen Bereich liege aber nicht vor
(
S. 32
).
3.
3.1
Das Gutachten entspricht den r
echtsprechungsgemä
ss erforderlichen
Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entsche
idungsgrundlagen (vgl. dazu
E. 1). Die Be
schwerdeführerin setzt sich
in der Beschwerde
mit dem Gutachten nicht aus
einander. Sie verw
eist lediglich auf die Ärzte
der
B._
und auf
Dr.
med.
C._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, die anderer Meinung seien (
Urk.
1). Dies trifft so nicht zu
.
Die Ärzte de
r
B._
nahmen
in ihren Berichten vom 1
8.
J
uli 2012 und 1
7.
August 2012 keinen Bezug auf das Gutachten
. Anzunehmen i
st, dass dieses ihnen gar nicht vorlag. Sie äusserten sich auch nicht zur Arbeitsfähigkeit beziehungsweise zur Unfallkausalität. Ihr
e
Berichte sind
deshalb nicht geeignet, die
Beweiskraft des Gutachtens in Zweif
el zu ziehen. Im Übrigen empfahlen
sie
- entgegen gegenteiliger Behauptung der Beschwerdeführerin -
keine weitere ärztliche Behandlung
, sondern schlugen der Versicherten die Wiederaufnahme von Wassergymnastik vor und
legten ihr ins
besondere nahe, ihr Körpergewicht zu reduzieren (
Urk.
8/133, 8/135).
Dr.
C._
, dessen Einschätzung dem Gutachter
Dr.
med.
A._
bekannt war,
erklärte
gar, dass eine orthopädische Pathologie auf den ersten Blick nicht
eru
ierbar
sei. Angaben zur Arbeitsfähigkeit und
zur
Unfallkausalität der Beschwer
den machte
er keine (
Urk.
8/70, 8/77,
Urk.
8/131/9-10).
3.2
Die Beschwerdeführerin erwähnte in der Beschwerde weiter
,
dass ihr behandeln
der Psychiater
Dr.
med.
D._
die psychischen Beschwerden auf die persistie
renden Knieschmerzen zurückführe (
Urk.
1). Den von ihr in Aussicht gestellte
n
psychiatrische
n
Bericht
reichte sie jedoch
ein
. Die Beschwerdeführerin hielt sich vom 2
2.
Dezember 2009 bis 2
6.
Januar 2010 und vom
1.
bis 3
0.
Dezember 2010 in der Rehaklinik
E._
auf. Während beiden Aufenthalten ko
nnte keine re
levante psychische
Störun
g
festgestellt werden
(
Urk.
8/26, 8/64
). In den Akten findet sich erstmals im Bericht
der
B._
vom 2
1.
März 2012 ein Hinweis auf eine depressive Störung (
Urk.
8/114). Vor diesem Hin
tergrund er
scheint als
fraglich, ob allfällige psychische Probleme in einem natürlichen Kausalzusammenhang
mit dem Unfall vom
3.
Oktober 2009 stehen
. Wie es sich damit genau verhält, kann indes offen bleiben. Denn
angesichts der Gering
fü
gigkeit des Unfallereignis
ses
wäre
die Adäquanz ohne
Weiteres
zu verneinen.
Dies gälte im
Übrigen selbst
bei einer separaten Adäquanzprüfung, weil dabei einzig die organischen Unfallfolgen zu berücksichtigen sind, im Falle der Be
schwerdeführerin aber das organisch nicht erklärbare Schmerzbild das
Krank
heitsgeschehen
präg
t
.
4.
Da die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, hat sie mangels Invalidität keinen Anspru
ch auf eine Invalidenrente. Aus der SUVA-Tabelle 6 „Integritätsentschädigungen bei Gelenkinstabilitäten“ ergibt sich für Instabilität eines Kreuzbandes je nach Schweregrad ein Wert von 0-5 Prozent. Die der Beschwerdeführerin zugesprochene Integritäts
entschädigung von 5
%
ist, da
keine funktionelle Inst
abilität besteht
, grosszügig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.