Decision ID: e51ef048-8724-5d6e-8f74-ec90405eec82
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Die am (...) 1944 geborene, verwitwete serbische Staatsangehörige
C._ lebte in Serbien. Sie war in den Jahren 1983 bis 1986 während
einigen Monaten in der Schweiz erwerbstätig und leistete dabei Beiträge
an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung.
Mit Formular vom 10. Oktober 2012 (Posteingang: 21. März 2013) meldete
sie sich bei der Schweizerischen Ausgleichskasse (nachfolgend: SAK oder
Vorinstanz) zum Bezug einer Altersrente an (SAK-act. 1 und 7).
A.b Mit Schreiben vom 18. April 2013 und Einschreiben vom 23. Mai 2013
(SAK-act. 4 f.) forderte die SAK C._ auf, weitere Unterlagen einzu-
reichen, damit ihr Rentengesuch geprüft werden könne. Dieses Schreiben
der SAK wurde von der serbischen Post mit dem Vermerk «verstorben»
retourniert (vgl. SAK-act. 8).
A.c Die SAK wandte sich mit Schreiben vom 11. Juni 2013 und vom 11. Juli
2013 (SAK-act. 9, 14 und 17) an die serbische Sozialversicherung und for-
derte diese auf, ihr allfällige Erben von C._ zu nennen.
A.d Am 23. August 2013 meldete sich A._, der Sohn von
C._, telefonisch bei der SAK. Diese forderte A._ auf, eine
Lebensbescheinigung und eine Geburtsurkunde mit dem Heirats- und dem
Scheidungsdatum einzureichen (vgl. SAK act. 19).
A.e Am 10. März 2020 ging bei der SAK erneut das ausgefüllte Formular
Anmeldung zum Leistungsbezug ein (SAK-act. 20). Ferner wurde bei der
SAK ein Gerichtsbeschluss vom 16. Januar 2018 des Amtsgerichts in (...)
(Serbien) betreffend Nachlass der verstorbenen C._ eingereicht
(SAK-act. 22). Die SAK forderte die serbische Sozialversicherung darauf-
hin am 12. Mai 2020 auf, ihr die Adresse von A._ anzugeben (SAK-
act. 26), worauf der SAK die verlangte Adresse am 20. Juli 2020 per E-Mail
mitgeteilt wurde (SAK-act. 27).
A.f Mit Schreiben vom 28. Juli 2020 (SAK-act. 28) forderte die SAK
A._ auf, ihr diverse Unterlagen zu schicken. Am 28. August 2020
(per E-Mail) respektive am 11. September 2020 (per Post) gingen die ver-
langten Unterlagen bei der SAK ein (SAK-act. 29 und 39).
B.
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B.a Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020 (SAK-act. 41) wies die SAK das
Rentenbegehren mit der Begründung ab, zwischen der ersten Anmeldung
vom 21. März 2020 (recte: 21. März 2013) und der erneuten Anmeldung
am 10. März 2020 seien mehr als fünf Jahre vergangen; der Anspruch sei
deshalb erloschen.
B.b Mit undatiertem Schreiben (Posteingang SAK am 8. Dezember 2020;
SAK-act. 44) erhob A._ Einsprache gegen die Verfügung vom
8. Oktober 2020. Er beantragte sinngemäss die Auszahlung der Rente. Zur
Begründung führte er aus, er habe nachgewiesen, dass er der (alleinige)
Erbe seiner Mutter sei, und auch alle weiteren erforderlichen Dokumente
habe er eingereicht.
B.c Mit Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2020 (SAK-act. 45) wies
die SAK die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie aus, C._ sei
am 15. Januar 2013 verstorben. Der Anspruch auf ausstehende Leistun-
gen erlösche gemäss Art. 24 Abs. 1 ATSG fünf Jahre nach dem Ende des
Monats, für welchen die Leistung geschuldet war. Bei Eingang des Ren-
tenantrags am 10. März 2020 sei die fünfjährige Verwirkungsfrist bereits
verstrichen gewesen, weshalb alle Ansprüche erloschen seien.
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Dezember 2020 erhob
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit undatiertem Schreiben
(Postaufgabe am 19. Januar 2021, Posteingang BVGer am 29. Januar
2021; BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er be-
antragte die Auszahlung der Rente und führte zur Begründung wiederum
aus, seine Erbenstellung sei nachgewiesen und er habe alle erforderlichen
Belege eingereicht.
C.b Mit E-Mail vom 11. März 2021 teilte der Beschwerdeführer dem In-
struktionsrichter seine schweizerische Zustelladresse mit (BVGer-act. 3).
C.c Mit Vernehmlassung vom 4. Juni 2021 (BVGer-act. 5) beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie wie-
derum aus, aufgrund der fünfjährigen Verwirkungsfrist seien alle Ansprü-
che erloschen.
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten ist
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– soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Er-
wägungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 85bis
Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art. 32
VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Be-
schwerde zuständig.
1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis VwVG findet das VwVG keine Anwendung
in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) an-
wendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des
ATSG auf die im ersten Teil geregelte Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung
vom ATSG vorsieht.
1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung
oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegiti-
miert ist.
1.4 Die Beschwerde ist sowohl frist- als auch formgerecht (vgl. Art. 60
Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht worden, weshalb auf
die Beschwerde einzutreten ist.
2.
Vorab sind die zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde massgeben-
den gesetzlichen Grundlagen und die dazu von der Rechtsprechung ent-
wickelten Grundsätze darzulegen.
2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2
mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben,
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sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein
(BGE 121 V 362 E. 1b).
2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.3 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329 E. 2.3).
2.4 C._ war Staatsangehörige von Serbien und hatte dort ihren
Wohnsitz. Es kommt das im Verhältnis zu Serbien bis heute gültige Abkom-
men vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung
(SR 0.831.109.818.1; nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen) zur
Anwendung. Nach Art. 2 des Sozialversicherungsabkommens stehen die
Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus
den in Art. 1 genannten Rechtsbereichen, zu welchen auch die schweize-
rische Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung gehört, einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Hinsicht-
lich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Alters-
rente sowie der anwendbaren Verfahrensvorschriften sieht das Sozialver-
sicherungsabkommen und die dazugehörige Verwaltungsvereinbarung
vom 5. Juli 1963 (SR 0.831.109.808.12) keine im vorliegenden Verfahren
relevanten Abweichungen vom Grundsatz der Gleichstellung vor. Dem-
nach beurteilt sich der Anspruch von C._, respektive des
Beschwerdeführers als deren Rechtsnachfolger, auf eine Rente der
schweizerischen Invalidenversicherung allein aufgrund der schweizeri-
schen Rechtsvorschriften (vgl. Art. 4 des Sozialversicherungsabkom-
mens).
3.
Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die
SAK zu Recht festgestellt hat, dass der Beschwerdeführer keinen An-
spruch auf die Auszahlung der beantragten Rente hat.
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3.1
3.1.1 Anspruch auf eine ordentliche Alters- oder Hinterlassenenrente ha-
ben die rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr
Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet wer-
den können, oder ihre Hinterlassenen (Art. 29 AHVG).
3.1.2 Anspruch auf eine Altersrente haben Frauen, welche das 64. Alters-
jahr vollendet haben (Art. 21 Abs. 1 Bst. b AHVG).
Der Anspruch auf die Altersrente entsteht am ersten Tag des Monats, wel-
cher der Vollendung des gemäss Absatz 1 massgebenden Altersjahrs folgt.
Er erlischt mit dem Tod (Art. 21 Abs. 2 AHVG).
3.1.3 Der Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge erlischt fünf
Jahre nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung, und fünf Jahre
nach dem Ende des Kalenderjahrs, für welches der Beitrag geschuldet war
(Art. 24 Abs. 1 ATSG).
Die Verwirkungsfrist beginnt mit dem Ende des Monats zu laufen, für wel-
chen – nach der Bestimmung des Einzelgesetzes – die Leistung geschul-
det war. Damit ist derjenige Zeitpunkt gemeint, in welchem die Auszahlung
der Geldleistung zu erfolgen hat. Wenn es um die rückwirkende Erbringung
von Leistungen geht, wird es aber regelmässig an einem in der Vergan-
genheit liegenden Fälligkeitszeitpunkt fehlen; es wurde ja bislang gerade
keine Anmeldung zum Leistungsbezug eingereicht, was die Entstehung ei-
nes Fälligkeitstermins verhinderte. In solchen Fällen wird der Beginn des
Verwirkungszeitpunkts auf denjenigen Zeitpunkt zu legen sein, in welchem
bei umgehender Leistungsanmeldung die Leistung zu erbringen gewesen
wäre (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 24, Rz. 29 ff.).
Heikle Fragen wirft auf, wenn zu entscheiden ist, womit die Verwirkungsfrist
bei Leistungen gewahrt wird. Dabei fällt ins Gewicht, dass das Verwal-
tungsverfahren zur Festsetzung von Leistungen oft lange Zeit in Anspruch
nimmt und von einer Gesamtdauer von mehreren Jahren auszugehen ist,
wenn ein leistungsablehnender Verwaltungsentscheid gerichtlich ange-
fochten wird. Grundsätzlich kann die Verwirkungsfrist nur durch Erlass ei-
ner Verfügung gewahrt werden. Daran hält sich die Verwaltungspraxis in-
dessen dann nicht, wenn die – so verstandene – Verwirkung während des
Abklärungsverfahrens (sowie allenfalls eines gerichtlichen Verfahrens) ein-
getreten wäre; hier werden die Leistungen insoweit nachbezahlt, als sie im
Zeitpunkt der Leistungsanmeldung nicht bereits verwirkt waren. Damit wird
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also der Anmeldung zum Leistungsbezug ein verwirkungsaufhebender
Charakter zugemessen (UELI KIESER, a.a.O., Rz. 31 ff.).
Übersieht ein Versicherungsträger jedoch eine hinreichend substantiierte
Anmeldung, werden nur die Leistungen der letzten fünf Jahre vor der Neu-
anmeldung nachbezahlt, weiter zurückliegende sind untergegangen. Damit
die versicherte Person, welche darauf vertraut, durch die rechtzeitige An-
meldung ihre Ansprüche gewahrt zu haben, nicht in unbilliger Weise ihre
Ansprüche durch Zeitablauf verliert, dürfen an eine Neuanmeldung nicht
allzu strenge formelle Voraussetzungen geknüpft werden. So hat jedes un-
missverständliche Beharren der versicherten Person, dass der Versiche-
rungsträger ihr weitere Leistungen schulde, als sinngemässe Neuanmel-
dung zu gelten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Versicherungsträ-
ger die Anmeldung in Bezug auf einen Anspruch von Beginn weg übersieht
oder ob er zunächst mit der Anspruchsprüfung beginnt, diese in der Folge
aber nicht zu Ende führt (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_888/2012
vom 20. Februar 2013 E. 3 ff. [in SVR 2013 UV Nr. 16]; UELI KIESER, a.a.O.,
Rz. 36; REMO DOLF, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne
Leuzinger (Hrsg.), BSK ATSG, Basel 2020, Art. 24 N 14).
3.2
3.2.1 C._ hat während 12 Monaten AHV-Beiträge entrichtet, so-
dass die Anspruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist (vgl.
SAK-act. 7). Ferner ist festzustellen, dass ihr Anspruch auf eine Rente der
AHV am 1. Juni 2008 entstanden ist, da C._ am 14. Mai 2008 64
Jahre alt geworden ist (Jahrgang 1944). C._ ist am 15. Januar 2013
verstorben und ihr Anspruch auf eine Altersrente somit per 31. Januar 2013
wieder erloschen (vgl. SAK-act. 22).
3.2.2 Die Anmeldung zum Rentenbezug ist am 21. März 2013 bei der SAK
eingegangen. Das Formular wurde von C._ am 10. Oktober 2012
unterzeichnet. Die Vorinstanz forderte C._ im Anschluss an die An-
meldung mit Schreiben vom 18. April 2013 sowie Einschreiben vom
23. Mai 2013 (SAK-act. 4 und 5) auf, fehlende Dokumente nachzureichen.
Dabei stellte die Vorinstanz aufgrund des von der Post retournierten Ein-
schreibens fest, dass C._ verstorben war (vgl. SAK-act. 5). Allfällige
Erben konnte die SAK über den serbischen Sozialversicherer nicht ausfin-
dig machen (SAK-act. 9, 14 und 17).
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Am 23. August 2013 meldete sich der Beschwerdeführer, der Sohn von
C._, telefonisch bei der Vorinstanz und erkundigte sich nach der
Rente. Die Vorinstanz forderte ihn deshalb auf, die fehlenden Unterlagen
einzureichen. Der Beschwerdeführer meldete sich daraufhin erst wieder im
März 2020 bei der SAK (Posteingang des Anmeldeformulars am 10. März
2020, SAK-act. 20). Ausserdem wurden eine Kopie des AHV-Ausweises
(SAK-act. 21) und der Gerichtsentscheid des Amtsgerichts in (...) (Serbien)
vom 16. Januar 2018 (SAK-act. 22) eingereicht. Bei den letzteren Doku-
menten ist unklar, wann sie bei der SAK eingegangen sind, da sie keinen
Eingangsstempel tragen und auch nicht eindeutig (sondern lediglich impli-
zit aufgrund der Reihenfolge der Ablage bei der SAK) als Beilagen zur An-
meldung qualifiziert werden können. Aufgrund der Rechtskraftbescheini-
gung mit Datum 23. Februar 2018, die sich auf dem Gerichtsentscheid be-
findet, ist jedoch immerhin davon auszugehen, dass die Unterlagen nicht
vor dem 23. Februar 2018 eingereicht wurden.
3.2.3 Es ist aufgrund des oben Gesagten festzustellen, dass im Zeitpunkt
des Eingangs des Rentenantrags bei der SAK am 21. März 2013 eine rück-
wirkende Auszahlung von sämtlichen Rentenbetreffnissen seit Beginn des
Rentenanspruchs (am 1. Juni 2008) noch möglich gewesen wäre, da die
fünfjährige Verwirkungsfrist gemäss Art. 24 Abs. 1 ATSG noch nicht abge-
laufen war. Mit der Anmeldung innerhalb der fünfjährigen Verwirkungsfrist
blieb der Anspruch somit grundsätzlich gewahrt. Die SAK blieb in der Folge
tätig und versuchte über den serbischen Sozialversicherer allfällige Erben
ausfindig zu machen. Die SAK konnte jedoch keine Verfügung erlassen,
da der Beschwerdeführer zwar von sich aus am 23. August 2013 telefo-
nisch Kontakt mit der SAK aufnahm (vgl. SAK-act. 19), ihr aber die notwen-
digen Unterlagen nicht einreichte. Erst rund sechseinhalb Jahre später
meldete sich der Beschwerdeführer wieder bei der SAK. Da in der Zwi-
schenzeit jedoch mehr als fünf Jahre vergangen waren und die SAK immer
noch keine Verfügung erlassen konnte, ist die Kontaktaufnahme des Be-
schwerdeführers im März 2020 als Neuanmeldung im Sinne der obgenann-
ten Rechtsprechung zu bewerten. Diese Neuanmeldung hat zur Folge,
dass der Beschwerdeführer vom Zeitpunkt der Neuanmeldung an rück-
wärts gerechnet, nur noch für die letzten fünf Jahre Rentenbetreffnisse gel-
tend machen kann. Dies wäre somit für die Zeit von März 2015 bis und mit
Februar 2020. Da jedoch der Rentenanspruch bereits per 31. Januar 2013
zufolge des Todes von C._ erloschen ist, hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch mehr auf eine Auszahlung. Der Vollständigkeit halber ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die fünfjährige Frist auch dann
verpasst hätte, wenn er den Gerichtsentscheid vom 16. Januar 2018 mit
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der Rechtskraftbescheinigung vom 23. Februar 2018 sofort an die SAK
weitergeleitet hätte. In diesem Fall hätte das Einreichen des Entscheids,
welches frühestens nach dem 23. Februar 2018 möglich gewesen wäre,
als Neuanmeldung gegolten und eine Auszahlung der Rente wäre unter
Berücksichtigung der fünfjährigen Frist nur noch ab 1. Februar 2013 mög-
lich gewesen. In diesem Zeitpunkt war der Rentenanspruch – wie bereits
ausgeführt – jedoch zufolge des Todes von C._ am 15. Januar 2013
bereits erloschen (vgl. E. 3.2.1 hiervor).
Auch wenn diese – in der Lehre zuweilen kritisierte – Rechtsprechung für
den Beschwerdeführer streng erscheinen mag, ist doch darauf hinzuwei-
sen, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung eindeutig ist und unter
dem Aspekt der Rechtssicherheit auch ein gewichtiges Argument dafür
spricht. Dies gilt umso mehr, als die Rechtsprechung immer wieder betont
hat, dass an eine Neuanmeldung keine strengen Anforderungen zu stellen
sind und somit ein einfaches Nachfragen des Beschwerdeführers innerhalb
einer Frist von weniger als fünf Jahren bereits gereicht hätte, um den An-
spruch nicht zu verlieren.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz den An-
spruch des Beschwerdeführers zu Recht als verwirkt betrachtet hat, wes-
halb die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die Beschwerde abzu-
weisen ist.
4.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
4.1 Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenlos (Art. 85bis
Abs. 2 AHVG [in der seit 1. Januar 2021 in Kraft stehenden Fassung]). Vor-
liegend sind somit keine Verfahrenskosten zu erheben.
4.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die SAK jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7
Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Der unterliegende Beschwerdeführer hat ebenso wenig einen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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