Decision ID: cdfd20a5-3b7c-4d24-8f1d-58e551d7cdcb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, Jahrgang 1965, Bezügerin einer Invalidenrente, erhielt im Jahr 2012
Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV von monatlich Fr. 374.--. Ab Januar 2013 errechnete die Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt
Y._
einen monatlichen Anspruch von Fr. 383.-- (
Urk.
8/3 und 8/4).
Nachdem
sie
davon Kenntnis erhalten hatte, dass
die Versicherte am 14. März 2013 geh
eiratet hatte
,
der
Ehemann
am
28. September 2012
vom Irak in die Schweiz eingereist
war
und seither bei der Versicherten wohnt
, berechnete sie den Anspruch auf Zusatzleistungen
rückwirkend ab
1.
Oktober 2012 neu
(
Urk.
8/5). Mit Verfügung vom 28. März 2013 forderte sie
aufgrund des errech
neten Einnahmenüberschusses
infolge Mietzinsaufteilung
für den Zeitraum
vom
1. Oktober 20
12 bis 30. April 201
3
einen B
etrag von Fr. 2‘654.-- zurück
und stellte fest, dass die Zusatzleistungen rückwirkend ab 1. Oktober 2012 einge
stellt würden, da
seither
ein Einnahmenüberschuss bestehe
(
Urk.
8/6).
Mit Einsprache vom 18. April 2013 liess die Versicherte die Aufhebung der
Rück
forderungsverfügung
, eventualiter die Neuberechnung der Zusatzleistun
gen ab 1. April 2013 beantragen (
Urk.
8/9).
Am 26. Juni 2013 nahm die Durchführungsstelle ein notariell beglaubigtes Formular der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Migrationsamt, vom 1
2.
August 2011 zu
den Akten. Darin hatte
sich die Versicherte
gegenüber den zuständigen Behörden von Bund, Kanton und Gemeinde verpflichtet
, für den Lebensunte
rhalt ihres späteren Ehe
mannes während der Anwesenheit in der Schweiz bis zum Betrag von
Fr. 30‘000.--
aufzukommen
, falls dieser dazu nicht in der Lage sein sollte
(
Urk.
8/12). Mit Einspracheentscheid vom 3. Juli 2013 wies die
Durchführungs
stelle
die Einsprache
der Versicherten
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 30. August 2013 Beschwerde erheben und die unveränderte Ausrichtung der Zusatzleistungen bis 31. März 2013 sowie das Absehen von der Rückerstattung beantragen. Ausserdem sei der Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV ab 1. April 2013 neu zu berechnen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit der Vernehmlassung vom 10. September 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Am 6. März 2015 teilte Rechtsanwalt
Dr.
Grieder
mit, dass er die Interessen der Beschwerdeführerin nicht mehr ver
trete (
Urk.
11).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
N
ach Art. 3 Abs.
1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung (ELG) bestehen die
Ergänzungsleis
tungen
aus der jährlichen
Ergänzungs
leis
tung
(
lit
. a) und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (
lit
. b).
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht gemäss Art. 9 Abs. 1 ELG dem Betrag,
um den die anerkannten Aus
gaben die anrechenbaren Einnahmen über
steigen.
Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG, die anrechenbaren Ein
nahmen in
Art. 11 ELG aufgelistet.
1.2
1.2.1
Bei alleinstehenden, zu Hause lebenden Personen werden als Ausgaben unter anderem der Mietzins einer Wohnung im Höchstbetrag von
Fr.
13‘200.-- jähr
lich anerkannt (Art. 10
Abs.
1
lit
. b
Ziff.
1 ELG).
1.2.2
Werden Wohnungen auch von Personen bewohnt, welche nicht in die EL-Berech
nung miteinbezogen sind, ist der Mietzins gestützt auf Art. 16c
Abs.
1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) auf die einzelnen Personen aufzuteilen. Die
Miet
zinsanteile
der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistungen ausser Betracht gelassen. Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfol
gen (Art. 16c
Abs.
2 ELV).
Der Zweck der Mietzinsaufteilung liegt darin, die effektiven Wohnkosten der nicht in die EL-Anspruchsberechnung einbezogenen Personen, die unentgeltlich in derselben Wohnung leben, auszuscheiden, damit die Ergänzungsleistungen nicht auch für Mietanteile von nicht einbezogenen Personen aufkommen müssen (vgl. die Erläuterungen des Bundesamtes für Sozialversicherung [BSV] zur Änderung der ELV auf den
1.
Januar 1998, in: AHI 1998 S. 27 ff.; BGE 127 V 10 E. 5d).
1.2.3
Dennoch führt das gemeinsame Wohnen nicht in allen Fällen zu einer Auft
ei
lung des Mietzinses. So
ist eine Aufteilung nach dem Wortlaut der
Verord
nungsbestimmung
nur dann vorzunehmen, wenn die im gleichen Haushalt wohnenden Personen nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind. Damit entfällt eine Mietzinsaufteilung unter Ehegatten und bei Personen mit
renten
berechtigten
oder an der Rente beteiligten Kindern sowie Waisen, die im gleichen Haushalt leben (vgl. Art. 3a
Abs.
4 ELG).
Ausnahmen sind
zudem
in Sonderfällen beziehungsweise aufgrund besonderer Umstände möglich: So kann ausnahmsweise Anlass zu einem Absehen von
einer Mietzinsaufteilung geben, wenn das gemeinsame Wohnen auf einer recht
lichen oder moralischen Pflicht beruht
und
wenn das (unentgeltliche) Wohnen im gemeinsamen Haushalt auf einer zivilrecht
lichen Unterhaltspflicht beruht (BGE 130 V 268 E. 5.3, 105 V 273 E. 2, Urteil des Bundesgerichts 8C_939/2008 vom 2
5.
August 2009 E. 2).
1.3
1.3.1
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind
nach Art. 23 Abs. 1 ELV in der Regel die während des vorausgegangenen Ka
len
derjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des
Be
zugs
jahres
vorhandene Vermögen.
Nach der Gerichtspraxis ist die Rechtsbeständigkeit einer
Zusatzleistungsverfü
gung
auf das Kalenderjahr begrenzt, weshalb die Grund
lagen zur Berechnung im
Rahmen der jährlichen Überprüfung ohne Bindung an die früher verwende
ten
Be
rechnungsfaktoren
von Jahr zu Jahr neu festgelegt werden können (
Cari
giet
/
Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 66 f.;
Jöhl
,
Er
gänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: Schweizeri
sches
Bundesverwal
tungs
recht
[SBVR], 2. Auflage, S. 1656 f.
Rz
26 f.).
1.3.2
Art. 25 ELV sieht sodann vor, dass die jährliche Ergänzungsleistung in be
stim
m
ten Fällen während des laufenden Jahres erhöht, herabgesetzt oder auf
gehoben wird, namentlich bei Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit dauern
den Ver
min
derung oder Erhöhung der vom ELG anerkannten Ausgaben und anrechen
ba
ren Einnahmen sowie des Vermögens, entweder, wenn diese Ände
rungen vom
Bezüger gemeldet werden, oder im Rahmen einer periodischen Überprüfung von Amtes wegen (vgl. Art. 25 Abs. 1
lit
. c-d ELV und Art. 25 Abs. 2
lit
. b-d ELV).
Bei einer Verminderung des Ausgabenüberschusses im Sinne von Art. 25 Abs. 1
lit
. c ELV ist die jährliche Ergänzungsleistung spätestens auf den Beginn des
Monats neu zu bemessen, der auf die neue Verfügung folgt, wobei die Rückfor
de
rung bei Verletzung der Meldepflicht vorbehalten bleibt (Art. 25 Abs. 2
lit
. c ELV).
Bei einer Erhöhung des Ausgabenüberschusses im Sinne von Art. 25
Abs. 1
lit
. c ELV erfolgt die Neubemessung auf den Beginn des Monats, in dem die Änderung gemeldet wurde, frühestens aber auf den Beginn des Monats, in dem
diese eingetreten ist (Art. 25 Abs. 2
lit
. b ELV).
1.3.3
Art. 31 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG)
schreibt zudem vor, dass jede wesentliche Änderung in den für
eine Leistung massgebenden Verhältnissen von den Bezügerinnen und Be
zügern sowie von den Angehörigen oder von den Dritten, denen die Leistung zu
kommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen
Durchfüh
rungs
organ
zu melden ist. Ausserdem ist die Meldepflicht im Sinne einer
Spezi
alnorm
auch in Art. 24 ELV geregelt. Danach hat die anspruchsberechtigte Person der
kantonalen Durchführungsstelle von jeder Änderung ihrer persönli
chen und von
jeder ins Gewicht fallenden Änderung ihrer wirtschaftlichen Ver
hältnisse un
ver
züglich Mitteilung zu machen.
2.
Prozessthema bildet
einerseits
die Frage, ob
bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung im Zeitraum von Oktober 2012 bis März 2013 ausgaben
-
sei
tig nur die Hälfte des Mietzinses und der EL-rechtlich dazugehörigen Neben
kosten anzurechnen sind und ob die Beschwerdeführerin in diesem Zusammen
hang rückerstattungspflichtig ist.
Andererseits steht die Neuberechnung der Zusatzleistungen ab
1.
April 2013 im Streit und dabei die Frage, ob die Beschwerdegegnerin auf der Einnahmenseite zu Recht die Garantiesumme von
Fr.
30‘000.
--
aus der Verpflichtung
der Beschwerdeführerin
gegenüber dem Migrationsamt Zürich berücksichtigt hat.
3.
3.1
Das Unterlassen
der sofortigen Bekanntgabe des Zusammenziehens mit ihrem
späteren
Ehemann nach dessen Einreise in die Schweiz am 2
9.
September 2012
stellt eine
Mel
de
pflichtverletzung
im Sinne v
on Art. 31 Abs. 1 ATSG und Art.
24 ELV dar, sofern ein Verschulden vorliegt, wobei auch bereits eine leichte Fahrlässigkeit
ge
nügt (vgl. BGE 112 V 97 E. 2a).
Die Beschwerdeführerin lässt
keine Umstände geltend
machen
, die gegen ein nicht wenigstens leichtes Ver
schulden sprechen.
3.2
Sachverhaltlich
erstellt ist, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seit
d
er
Einreise aus seinem Heimatland Irak in die Schweiz am 2
8.
September 2012 bei der Beschwerdeführerin wohnt. Zur Ermöglichung der Einreise verpflichtete sich die Beschwerdeführerin in einem notariell beglaubigten Formular der
Sicher
heitsdirektion
des Kantons Zürich, Migrationsamt, vom 1
2.
August 2011, für den Lebensunterhalt ihres späteren Eh
emannes bis zum Betrag von Fr.
30‘000.-- aufzukommen, falls dieser nicht in der Lage sein sollte, für alle durch seine Anwesenheit verursachten Kosten aufzukommen. Namentlich erwähnt werden die Kosten für Unterkunft, Nahrung, Bekleidung, Arzt- und
Spital
kosten sowie gegebenenfalls die Kosten der Rückreise in den Herkunfts- oder Heimatstaat (
Urk.
8/12). Der
Ehemann der Beschwerdeführ
erin erhielt nach seiner Einreise in die Schweiz eine Kurzaufenthaltsbewilligung (L) zur Vorbereitung der Heirat
,
ohne Erwerbserlaubnis, gültig
bis 2
7.
März 2013
(
Urk.
3/2). Nach der Hei
rat am 1
4.
März 2013 wurde ihm
eine Aufenthaltsbewilligung (B) mit Berechtigung zur Erwerbstätigkeit
erteilt
(
Urk.
3/5).
3.3
Das Bundesgericht
erwog
im Urteil 8C_939/2008 vom 2
5.
August 2009, dass eine V
ersicherte für ihren aus Indien stammenden Lebenspartner, dessen
Auf
enthaltsrecht
vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern gestützt auf Art. 8
Abs.
1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bejaht worden war,
bis zur Heirat
keine zivilrechtliche Unterstützungspflicht treffe, weshalb sich ke
in
Abweichen vom Grundsat
z des Art. 16c
Abs.
1 und 2 ELV, der
Miet
zinsaufteilung nach Anzahl Personen
,
rechtfertige.
Im hier zu beurteilenden Fall traf die Beschwerdeführerin bis zur Heirat im März 2013 ebenfalls keine familienrechtliche Unterstützungspflicht gegenüber ihrem Lebenspartner
. Die
Verpflichtungserklärung
gemäss Art. 6
Abs.
3 des Bundes
gesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (
AuG
) und Art. 8 der Verord
nung über die Einreise und Visumserteilung (VEV)
begründet keine unmittel
bare Verpflichtung gegenüber dem begü
ns
tigten Drittstaatsangehörigen.
Sie
eröffnet aber staatlichen Stellen
oder einem privaten Erbringer von medizini
schen Dienstleistungen
eine
Rückgriffsmöglichkeit
auf die Beschwerdeführerin
für durch den Aufenthalt ihres Lebenspartners verursachte, ungedeckte
Kosten für den Lebensunterhalt, einsc
hliesslich Unfall und Krankheit
sowie für die Rückreise
(Art. 8
Abs.
1 VEV). Mit Abgabe der Garantie übernahm die Beschwerdeführerin unwiderruflich (Art. 8
Abs.
2 VEV) die Verpflichtung zur Übernahme unter anderem der Lebensunterhalts
kosten
inklusive Wohnkosten ihres Lebenspartners
bis zur Ausreise, jedoch längstens während 12 Monaten (Art. 8
Abs.
3
bis
VEV)
, für den Fall, dass
dieser
die K
osten nicht selber tragen kann
.
Die Beschwerdegegnerin liess unbestritten, dass der heutige Ehemann der Beschwerdeführerin, der den
Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel für die Visumserteilung gemäss Art. 6
Abs.
3
AuG
offensichtlich nicht
hatte erbrin
gen können
und entsprechend auf eine Verpflichtungserklärung einer Dritt
-
person angewiesen war,
mittellos in die Schweiz einreiste. In der Folge erlaubte
ihm sein
Aufenthaltsstatus
(
Kurzaufenthaltsbewilligung L
,
Urk.
3/2)
keine erwe
rbliche Tätigkeit in der Schweiz
, weshalb davon auszugehen ist, dass e
r bis zur Heirat
auf die finanzielle Unterstützung seiner zukünftigen Ehefrau ange
wiesen war.
Damit aber traf die Beschwerdeführerin zumindest mittelbar eine der zivil
-
rechtli
chen Unterstützung
s
pflicht vergleichbare finanzielle Leistungspflicht,
welche
ein Abweichen von Art. 16
c
ELV
grundsätzlich
rechtfertigt
. Denn mit der Einreise ihres Lebenspartners
trat die Verpflichtung in Kraft.
3.4
Zu prüfen bleibt, weshalb
die
zuständige Behörde die Verpflichtungserklärung
der am Existenzminimum lebenden Beschwerdeführerin akzeptierte. Die
Kontrolle
derselben
liegt gemäss Art. 9
Abs.
1 VEV bei der
zuständige
n
kanto
nale
n
oder kommunale
n
Behörde.
D
ie Beschwerdegegnerin
verzichtete
gemäss Aktenlage
auf eine Abklärung der Frage, gestützt auf welche Anga
ben/Unterlagen die
Garantie
von der
zuständigen Behörde der
Stadt
Y._
und dem Migrationsamt Zürich
angenommen
w
urde. Dies hat sie nachzuholen.
Sollten die
zusätzlichen
Abklärungen ergeben, dass die Verpflichtungse
rkläru
ng
ohne Bonitätsprüfung oder
lediglich
gestützt auf die der Beschwerdegegnerin bereits bekannten finanziellen Verhältnisse akzeptiert wurde,
ist
dies als Faktum zu akzeptieren.
Dass die Beschwerdeführerin als IV-Rentnerin und
Ergänzungs
leistungsbezügerin
die Verpflichtung unterzeichnete, um ihrem zukünftigen Ehemann die Einreise zu ermöglichen, kann ihr nicht per se zum Nachteil gerei
chen. Auch kann ihr die Tatsache, dass sie sich mit der Garantie implizit nicht nur bereit, sondern auch fähig erklärte, für einige Monate mit ihrem Einkom
men aus der Invalidenrente und den Ergänzungsleistungen zwei Personen zu finanzieren, mithin deutlich unter dem Existenzminimum zu leben, nicht vor
geworfen werden.
In diesem Fall
rechtfertigt sich
ein
ausnahmsweises
Abwei
chen von Art. 16
c
ELV
; mithin
wäre ausgabenseitig vom
1.
Oktober 2012 bis Ende März 2013 der volle Mietzinsabzug
einzurechnen
, was die Rückforderung entfallen liesse.
3.5
Soll
t
en die Abklärungen jedoch zur Erkenntnis führen, dass die Verpflichtungs
-
er
klärung
aufgrund
objektiv
falscher Angaben
der Beschwerde
führer
in zu
ihrer finanziellen Lage
akzeptiert wurde
,
oder weil sie über finanzi
elle Mittel verfügt(e), welche der Beschwerdegegnerin bis anhin unbekannt waren, rechtfertigte sich ein Abweichen vom G
rundsatz der Mietzinsaufteilung
nicht, darf doch ein recht
s
widriges
oder rechtsmissbräuchliches (Art. 2
Abs.
2 des Zivilgesetzbuches)
Verhalten nicht
ein ausnahmsweises Abweichen von der gesetzlichen Grundregel zu Gunsten der versicherten Person nach sich ziehen.
Die Be
schwerdegegnerin wird hierzu die
notwendigen Abklärungen in die Wege zu leiten haben.
4
.
4
.1
Zu prüfen bleibt
der Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab
1.
April 2013.
Die Heirat der Besc
hwerdeführerin am 1
4.
März 2013,
infolge
welcher dem Ehe
gatten der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsbewilligung B mit der Bewilli
gung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit ausgestellt wurde, hätte zur
Neube
rechnung
de
s Anspruchs auf Zusatz
leistungen ab
1.
April 2013
nach den Regeln für Ehepaare führen müssen
, sind doch die anerkannten Ausgaben und anre
chenbaren Einnahmen von Ehegatten, die im gleichen Haushalt leben, zusam
menzurechnen (Art. 9
Abs.
2 ELG, Art. 25
Abs.
1
lit
. a in Verbindung mit
Art. 25
Abs.
2
lit
. a ELV).
4
.2
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
betragliche
Prüfung des
Zusatzleis
tungsanspruchs
ab
1.
April 2013 und begnügte sich mit dem Hinweis, dass sie das Recht habe, die Garantiesumme von Fr. 30‘000.
--
auf der Einnahmenseite in der Berechnung zu berücksichtigen, weshalb keine ungedeckten Lebenskosten für den Ehemann der Beschwerdeführerin vorhanden seien und der Anspruch auf Zusatzleistungen ab
1.
April 2013 abgelehnt werden müsse (
Urk.
2 S. 2).
4
.3
Diese Argumentation ist rechtlich völlig unzulänglich und
sachverhaltlich
nicht abgeklärt
, lässt sich doch aus der Abgabe der Verpflichtungserklärung weder auf ein entsprechendes
tatsächliches
Einkommen schliessen
,
noch bietet sie Anlass für die Annahme eines hypothetischen Einkommens aufgrund eines
Einkom
mensverzichts
(BGE 117 V 187).
Auch liegt die Garantiesumme unter der
Vermö
gensfreigrenze
von
Fr.
37‘500.-- für Einzelpersonen gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG.
Die Sache ist daher auch in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen, damit sie den Anspruch auf Zusatzleistungen ab
1.
April 2013
nach den Berechnungsregeln für Ehepaare
neu berechne. Dabei wird sie
nicht nur die Einkünfte des Ehemannes der Beschwerdeführerin und die zusätzlichen Aus
gaben der Personengemeinschaft miteinzurechnen, sondern
gegebenenfalls
auch
die Erkenntnisse aus den
zu ergänzenden
Abklärungen im Zusammenhang mit der Verpflichtungserklärung
zu berücksichtigen haben.
5
.
Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der ange
fochtene Entscheid aufzuheben und
die Sache
zu ergänzenden Abklärungen
sowie neuem Entscheid über die
Rückforderung für den Zeitraum
von
Oktober 2012 bis April 2013 und
zur
Neuberechnung des Anspruchs auf
Ergänzungsleis
tungen
ab
1.
April 2013 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
6
.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und
nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer
Prozessentschädigung von
Fr.
1‘3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).