Decision ID: f6bf0d53-19b0-4e05-8ed7-f66c6b872475
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, ist gelernter Mechaniker und arbeitete zuletzt
temporär von Mai bis Juli 2014 bei der
Z._
als Polymechaniker (Urk. 7/20/3, Urk. 7/28/4
, Urk. 7/60/1). Am 4. März 2013
(Datum des Postein
ga
ngs, vgl. Aktenverzeichnis
Urk.
7/0)
meldete er sich unter Hinweis auf Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1/4). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerbliche Situation ab (Urk. 7/6-7, Urk. 7/20), holte Berichte des behan
delnden med. pract.
A._
ein (Urk. 7/5, Urk. 7/16) un
d liess den Versicherten durch d
ipl. med.
B._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen (psychiatri
scher Untersu
chungsbericht vom 23. Oktober 2015, Urk. 7/35).
Mit Mitteilung vom 30. Oktober 2014 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 27. Oktober 2014 bis 27. April 2015 beim
C._
,
D._
, mit Einsatzort bei den
E._
(Urk. 7/24). In der Folge wurde dieses am 3. November 2014 abgebrochen, da der Versicherte dem Arbeitstraining
wohl aus gesundheit
lichen Gründen
unentschuldigt fern
geblieben
war
(Urk. 7/28/2). Nach Kostengut
sprache vom 19. Januar 2016 erfolgte vom 1. bis 26. Februar 2016 eine Potential
abklärung bei der
F._
(Urk. 7/39, Urk. 7/42). Vom 14. März bis 13. September 2016 durchlief der Ver
sicherte bei der
G._
ein Aufbau
training (Urk. 7/49, Urk. 7/61-64). Vom 14. September 2016 bis 13. März 2017
erfolgte ein Arbeitsversuch in der
H._
(Urk. 7
/69, Urk. 7/91). Mit Mitteilung vom 6. März 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versi
cherten zudem Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung (Akquisitionsphase und Nachbetreuung) bei der
G._
(Urk. 7/88). Diese führte per 1. April 2017 zu einer Festanstellung im 100 %-Pen
sum als Reinigungs- und Bäcker/Konditor-Mithilfe in der
I._
(Urk. 7/90). Mit weiterer Mitteilung vom 30. März 2017 hielt die IV-Stelle den erfolgreichen Abschluss der Arbeitsver
mittlung fest (Urk. 7/92).
Am 30. Mai 2017 kündigte der Arbeitgeber dem Versicherten die Arbeitsstelle per 4. Juni 2017 (Urk. 7/102/1), woraufhin die Nachbetreuung seitens der
G._
per sofort abgebrochen wurde (Urk. 7/102/2). Daraufhin unterbreitete die IV-Stelle die Akten dem RAD-Arzt
B._
(Ur
k. 7/120/5-6). Nach durchgeführ
tem Vorbe
scheidverfahren (Urk. 7/122-131) sprach die IV-Stelle dem Versicherten - unter Berücksichtigung der ber
eits ausgerichteten Taggeldleis
tungen - mit Ver
fügun
gen vom 8. Oktober 2
018 vom 1. März 2014 bis 31. De
zember 2015 eine befris
tete ganze Invalidenrente und hernach ab 1. Januar 2016 eine Viertelsrente zu (Urk. 7/133, Urk. 7/148
-
149 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 7. November 2018 Beschwerde gegen die Verfügungen der IV-Stelle vom 8. Oktober 2018 und beantragte, diese seien aufzuheben und es seien ihm weiterhin Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Eventualiter sei ihm von September 2013 bis November 2016 eine ganze Rente und hernach eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zudem ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2018 (Urk. 6) um Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 19. März 2019 zur Kenntnis gebracht und ihm antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltli
che Prozessführung bewilligt (Urk. 8).
Mit Beschluss vom 14. April 2020
stellte das Gericht dem Beschwerdeführer
die Aufhebung der
rentenzusprechende
n Ver
fügungen und
die
Rückweisung der
Sache zu weiterer Abklärung und neuer Ent
scheidung an die IV-Stelle
in
Aussicht und
räumte ihm Gelegenheit
zur Stel
lungnahme
und unter Berücksicht
ig
ung einer etwaigen Schlechterstellung zum Rückzug der Beschwerde ein
(Urk.
10
).
D
er Beschwerdeführer
teilte
mit Eingabe vom 2. Juni 2020 mit, er sei damit einverstanden, dass die strittige Verfügung aufgehoben und die Beschwerdegegnerin im Sinne einer Rückweisung ange
wiesen werde, weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 13)
.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersu
chungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln
entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung
vom 8. Okto
ber 2018
auf den Standpunkt,
dem Beschwerdeführer sei es seit dem 1. März 2013 nicht mehr möglich gewesen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
.
Da er gemäss
Auszug
aus dem Individuellen Konto (IK
) in den Jahren 2011 und 2012 über eine längere Zeit
ein Erwerbseinkommen
erzielt
habe, sei das
Wartejahr erst am 1. März 2013
eröffnet worden
.
P
er 1. März 2014
bestehe daher ein
An
spruch auf eine ganze Rente.
Ab 1. Oktober 2015 habe sich seine gesundheitliche Situation verbessert
und es sei ihm ab diesem Zeitpunkt möglich gewesen, einer Erwerbstätigkeit in einem 55%igem Arbeitspensum
nachzugehen
. D
ie Invaliden
rente
sei deshalb
per 1. Januar 2016 auf
eine Viertelsrente herabzusetzen
(
Urk. 2
S. 5
f.
).
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades sei ein Prozent- und kein Ein
kommensvergleich durchzuführen. Ein Leidensabzug rechtfertige sich nicht (
Urk. 2
S. 6).
F
erner habe der Beschwerdeführer
im Rahmen der Eingliederungs
mass
nahmen eine Festanstellung gefunden. Weitere Massnahmen seien nicht ange
zeigt (
Urk. 2
S. 6).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdeschri
ft vom 7. November 2018
im Wesentlichen geltend,
die Eingliederungsmassnahmen sowie die gefundene Arbeitsstelle hätten nicht
seinen
gesundheitlichen Anforderungen entsprochen. Im gesamten Eingliederungsprozess sei immer von einer Restarbeitsfähigkeit von maximal 50 % die Rede gewesen. Daher sei unverständlich, weshalb die Arbeits
ver
mittlung eine Vollzeitanstellung mit vielen Überstunden und Zeitdruck ver
mittelt
habe. Zudem habe die Beschwerdegegnerin den Grundsatz «Eingliederung vor Rente» verletzt, indem sie
danach
keine weiteren Eingliederungsmassnahmen eingeleitet, sondern direkt die Rentenprüfung
vorgenommen
habe (
Urk. 1
S. 7).
Er
sei nach wie vor gewillt und motiviert, Eingliederungsmassnahmen der Inva
lidenversicherung zu beanspruchen, weshalb weiterhin die Eingliederung zu fokus
sieren sei
. Er sei seit September 2018 mit einem Beschäftigungsgrad von 60
%
an einem geschützten Arbeitsplatz tätig
(
Urk. 1
S. 8).
Mit Bezug auf die Invalidenrente hielt der Beschwerdeführer
eventualiter
fest, das Wartejahr sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon im Zeitpunkt der Anmeldung (März 2013) abgelaufen, weshalb er seit September 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (
Urk. 1
S. 9 f.).
Es sei frühestens ab September 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgewiesen. Entsprechend sei eine Renten
herabsetzung
auch erst
frühestens ab Dezember 2016 möglich. Die
abweichende
Einschätzung des RAD-Arztes
(Arbeitsfähigkeit
von
50-60 %)
entspreche nicht der Realität der Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
1
S.
10-
11)
.
Anstelle eines Prozen
t
vergleiches sei ein Einkommensvergleich unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von mindestens 15 % vorzunehmen (
Urk. 1
S. 12 f.). Entspre
chend resultiere ein Invaliditätsgrad von
65.8 %. Er habe daher ab Dezember 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (
Urk. 1
S. 14).
2.3
St
rittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführe
r zu Recht eine ganze Rente von
1. März 2014
bis 31.
Dezember
2015
und ab 1. Januar 2016 eine Viertelsrente zugesprochen hat.
3.
3.1
Med. pract.
A._
, behandelnder Arzt des Beschwerdeführers,
hielt in seiner ärztlichen Stellungnahme vom 6. März 2013 fest, der Beschwerdeführer sei seit dem 13. Dezember 2011 bei ihm in Behandlung. Erst im Laufe des Jahres 2012 habe sich herausgestellt, dass er schon seit Jahren an immer wiederkehrenden Episoden depressiver Einbrüche leide. Diese könnten dazu führen, dass er sich während Tagen, Wochen, bis auch Monaten vollkommen zurückziehe und nicht mehr in der Lage sei, sein Zimmer zu verlassen, geschweige denn, sich zu einer Arbeitsstelle zu begeben. Diese Tatsache führe zur Einschätzung, dass der Beschwerdeführer nur eingeschränkt belastbar sei (Urk. 7/5/1).
In
seinem Bericht vom 18. Oktober 2013
nannte med. pract.
A._
als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Sym
ptome
seit der Adoleszenz (ICD-10 F33.2)
sowie Probleme in der Beziehung zu den Eltern oder angehei
r
a
teten Verwandten (ICD-10 Z63,
Urk. 7/16/1).
Dazu führte er aus, beim Beschwer
deführer handle es sich um einen 35-jährigen Mann, bewusstsein
sklar und
allseits orientiert. Hinsichtlich des Gedächtnisses sowie der Aufmerksamkeit ergäben sich keine Befunde. Das
Denken sei geordnet bei durchschnittlicher Intelligenz. Im Affekt w
irke er enorm bedrückt, gequält und
selbstunsicher
.
S
einer Meinung nach könne der Beschwerdeführer nicht mehr in seinen Beruf als Polymechaniker zurückkehren. Es seien berufliche Massnahmen angezeigt (Urk. 7/16/2).
Eine angepasste Tätigkeit sei während vier Stunden pro Tag möglich (Urk. 7/16/3).
3.2
RAD-Arzt dipl. med.
B._
untersuchte den Beschwerdeführer am 22. Oktober
2015
(Urk. 7/35/1)
. I
n seinem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 23. Okto
ber 2015
hielt
er
als
Diagnose mit
dauerhafter
Auswirkung auf
die Arbeits
fähig
keit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit impulsiven und selbstunsicher vermeidenden Anteilen seit
der
Jugend fest. Ohne dauerhafte Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber die rezidivierende depressive
Stör
ung, gegenwärtig remittiert (ICD
-10 F33.4) mit unklarem Beginn (Urk. 7/35
/5).
Dazu hielt
d
ipl. med.
B._
fest,
aus dem Lebenslauf
des Beschwerdeführers
seien häufige Stellenwechsel und ab 2010 nur noch kurze Arbeitsverhältnisse ersichtlich.
Die ersten Jahre nach der Lehre
habe
er versucht, sowohl den hohen Leistungsanforderungen
,
aber auch seinen kulturellen Traditionen gerecht zu werden. Dabei
sei
er zunehmend in innere Konflikte durch seine neue Soziali
sation in der Schweiz und
die
eigenen familiären Traditionen geraten. Erst durch die Ablösung vom Elternhaus
sei
der Weg offen
gewesen
, eine eigene Identität zu finden. Bei den Arbeitsstellen habe er sich nicht genug abgrenzen können und sei im ständigen Konflikt mit anderen Kulturen und deren Werten gewesen, ohne klare Vorstellungen von der eigenen Identität und seinem Leistungsvermögen zu haben
(
Urk.
7/35/5)
.
Auch anlässlich der RAD-Untersuchung sei aufgefallen, dass er Schwierigkeiten habe, Entscheidungen zu treffen und unklare Vorstellungen von der eigenen Identität habe. Zudem hätten sich deutliche
,
unsichere und vermeidende Persön
lichkeitszüge, anamnestisch auch impulsive Züge gezeigt. Infolge der Ablösung vom Elternhaus seien zunehmend die Selbstwert- und Identitätskrisen in den Vor
dergrund getreten. Da ihm jedoch Bewältigungsstrategien und Rollenvorbilder gefehlt hätten, seien
immer häufiger depressive Krisen mit ausgeprägtem sozia
lem Rückzug, Aufgabe der Selbstfürsorge, Teilnahmslosigkeit, Freund- und Inte
res
senverlust aufgetreten. Die depressive Symptomatik sei weitgehend remittiert, könne jedoch bei zu hohen psychischen Belastungen wieder auftreten.
Im Vor
dergrund stünden die Auffälligkeiten der Persönlichkeitsstruktur, welche sich vor allem auf der Beziehungsebene zeigen würden.
Es müsse geprüft werden, ob die Arbeitsbedingungen als Polymechaniker mit der Persönlichkeit des Beschwerde
führers zu vereinbaren seien
(Urk. 7/35/
5).
Des Weiteren hielt
der RAD
-Arzt
folgende Einschränkungen in Bezug auf die
angestammte
Tätigkeit als Polymechaniker fest: Selbstunsicherheit, Ambivalenz, erhöhte Ängstlichkeit, zeitweise Impulsivität sowie Vermeiden/Rückzug, einge
schränkte Durchhaltefähigkeit und Durchsetzungs- und Selbstbehauptungs
fähig
keit.
Vom Belastungsprofil her seien alle Tätigkeiten ohne Schichtarbeit und in einem sehr vertrauensvollen und im Umfang mit psychischen Störungen erfah
renen Milieu möglich
. Der
Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Polymechaniker seit März 2013 zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei er von März 2013 bis September 2015 zu 0 % und ab Oktober
2015 zu 50 % arbeitsfähig
.
Durch eine langsame Integration in den ersten Arbeitsmarkt
und durch die Weiterführung der psychiatrischen Behandlung sei eine weitere Ver
besserung des Gesundheitszustandes möglich. Aus Sicht des RAD
-Arztes
soll
t
e
n
eine Potentialabklärung und gegebenenfalls eine berufliche Neuorient
ierung vor
genommen werden (Urk. 7/35/6)
.
3.3
Vom 14. März bis 13. September 2016 durchlief der Beschwerdeführer ein Auf
bau
training bei der
G._
(Urk. 7/61 und
Urk.
7/
63). Den Zwischenberichten vom
17. Juni sowie
15. September 2016 lässt sich entnehmen, dass der Beschwer
deführer seine Präsenzzeit
ab dem 20. Juni 2016 von fünf auf sechs Stunden steigern konnte. Betreffend die Arbeitsfähigkeit lässt sich den Berichten entneh
men, dass diese in der Berichtsperiode vom 13. März bis 17. Juni 2016 noch auf 30 % und hernach in der Berichtsperiode vom 17. Juni bis 13. September 2016 auf 50 %
veranschlagt wurde (Urk. 7/61/2, Urk. 7/63/2).
Vom 14. September 2016 bis 13. März 2017 erfolgte
sodann
ein Arbeitsversuch
im
technischen Dienst
der
H._
(Urk. 7/69, Urk. 7
/91)
.
In ihrem Bericht vom 29. März 2017 hielt die Integrationsmanagerin fest, wäh
ren
d des Arbeitsversuchs sei im sechsten
Monat eine Arbeitszeit von acht tägli
chen Präsenzstunden möglich gewesen. Es werde empfohlen, sich dieser Präsenz
zeit anzupassen. Ferner habe eine
Leistungsfähigkeit von ca. 60 % erreicht werden können (Urk. 7/91/2).
Der Beschwerdeführer habe den Arbeitsversuch gut meistern können. Er habe im Vergleich zu seinen Teammitgliedern keine zu
sätzlichen Pausen einlegen müssen. Er habe sich gut ins Team integriert und sei von seinen Mitarbeitern geschätzt worden.
Generell zeige er
gute Fachkom
pe
tenzen (Qualität der Arbeit, Arbeitsvorgehen) sowie gute methodische Kompe
tenzen (Teamfähigkeit, Motivation/Interesse/Neugierde und Kritikfähigkeit). Das Arbeits
tempo sei als knapp ausreichend bewertet worden. Nach drei Monaten habe er ein Zwischenzeugnis erhalten, welches gut ausgefallen sei. Seine Mitar
beit und sein Engagement seien positiv erwähnt worden. Am Ende des Arbeits
versuchs seien Arbeit und Engagement erneut positiv bewertet worden (
Urk. 7/91/3). Im zweiten Teil des Aufbautrainings habe festgestellt werden können
, dass er den Glauben, selbst etwas bewirken zu können, oftmals
ange
zweifelt habe
. Er habe häufig gefehlt, sich jedoch psychologische Unterstützung
beim
Therapeutenteam der Gemeinschaftspraxis geholt (Urk. 7/91/3 f.).
Um seine Arbeits- und Lernfähigkeit beizubehalten und ihn
im
weiteren Bewerbungs
pro
zess zu unterstützen und zu begleiten, werde eine berufliche Integrationsmass
nahme (Arbeitsvermittlung direkt) empfohlen, damit eine Anschlusslösung im ersten Arbeitsmarkt gefunden werden könne (Urk. 7/91/4).
Damit könne
voraus
sichtlich
eine Leistungsfähigkeit von 50-80 % erreicht werden (Urk. 7/91/2).
3.4
Im Rahmen der Arbeitsvermittlung durch die
G._
schloss der Be
schwer
deführer
am 2
3.
März 2017
mit der
I._
einen Arbeitsvertrag über eine Festanstellung im 100 %-Pensum als Reinigungs- und Bäcker-Konditor-
Mithilfe
ab (Urk. 7/96).
Nach der
während der Probezeit
erfolg
ten Kündigung
des Arbeitgebers
per 4. Juni 2017 beendete die
G._
ihre Nachbetreuung
per sofort (Urk. 7/102/
1-
2).
Dem Abschlussbericht der Nachbe
treuung vom 30. Mai 2017 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aus verschiedenen Gründen –
unter anderem
aufgrund
gesundheitlicher
Probleme –
jeweils
nicht zur Arbeit erschienen war.
Die betreuenden Personen der
G._
hielt
en
fest, der Beschwerdeführer habe sich über zu viel Überzeit beklagt, woraufhin mit dem Arbeitgeber besprochen worden sei, dass er
diese
nicht
mehr leisten müsse.
Ein Grund
für die Kündigung sei nebst den erwähnten
Gründen
auch gewesen, dass sich viele Mitarbeiter beklagt hätten, dass er nicht motiviert sei und nicht richtig arbeite. Ebenso
habe
er oft träge
gewirkt
und pessimistisch, etwas angehen zu können (Urk. 7/102/1). Während der ganzen Nachbetreuung sei der Beschwerdeführer nach ihrem Ermessen in alte Muster zurückgefallen. Er habe sich öfters über seinen Chef beklagt, habe stets das Gefühl gehabt, alle seien gegen ihn
und sei oft abwesend gewesen. Es sei davon auszugehen, dass er in dieser Verfassung kaum Chancen im ersten Arbeitsmarkt habe (Urk. 7/102/2).
3.5
Mit Stellungnahme vom 22. Februar 20
18 (Urk. 7/120/5-6) bestätigte d
ipl. med.
B._
die
in seinem Untersuchungsbericht
genannten Diagnosen
,
die
Einschrän
kungen in Bezug auf die bisherige Tät
igkeit als Polymechaniker, das
Belas
tungs
profil
sowie die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten
Tätigkeit
. Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
in einer
leidens
angepassten Tätigkeit hielt er zunächst eben
falls gleichlautend fest, der Beschwerdeführer sei von März 2013 bis September 2015 zu 0 % arbeitsfähig
gewesen
. Abweichend
statuierte
er nun jedoch,
d
er
Beschwerdeführer
sei ab Oktober 2015 zu 50-60 % in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig
(Urk. 7/120/6)
.
Ferner
führte
er
aus
, die Beschwerdegegnerin habe Eingliederungsmassnahmen ohne Rücksprache mit dem RAD durchgeführt. Diese Massnahmen hätten gezeigt, dass der Beschwerdeführer durchaus eine verwert
bare Leistung im ersten Arbeitsmarkt
in
einer geeigneten Stelle
erbringen
könne. Allerdings sei eine unpassende Stelle mit häufigen Überzeite
n gefunden worden. Obwohl er – d
ipl. med.
B._
– nur eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert habe, sei ein Vollzeitpensum angestrebt worden. Es sei jedoch ersichtlich ge
we
sen, dass ein solches über einen längeren Zeitraum
nicht
aufrecht
erhalten werden könne (Urk. 7/120/5 f.)
.
Die Eingliederungsmassnahmen hätten klar aufgezeigt, dass es bei höherer psychischer Belastung vermehrt zu Absenzen aus psychischen Gründen komme. Der Beschwerdeführer leide an einer Persönlichkeitsstörung. Bei zu hohen emotionalen und psychosozialen Belastungen könne es immer wieder zu depressiven Krisen und sozialem Rückzug kommen. Die psychischen Resso
ur
cen seien reduziert. Eine erneute Beurteilung sei in drei bis vier Jahren angezeigt (Urk. 7/120/6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht des RAD (Urk
. 7/35)
sowie
dessen
Stellungnahme vom 22. Februar 2018 (Urk. 7/120/5-6).
Der RAD
-Arzt
attestierte dem Beschwerdeführer anlässlich seiner Untersuchung vom
22. Oktobe
r 2015 eine Arbeitsfähigkeit von
0 %
seit März 2013
in
der
bisherigen Tätigkeit als Polymechaniker. In einer
adaptierten
Tätigkeit sei er von Mä
rz 2013 bis September 2015 zu
0 % und ab Oktober 2015 zu 50 % arbeit
s
fähig (Urk. 7/35/6).
In seiner Stellungnahme vom
22. Februar 2018
bestätigte er seine Einschätzung im
Wesentlichen,
hielt
jedoch
nun
abweichend
davon
ab Oktober 2015
eine Arbeitsfähigkeit von 50-60 % in einer angepassten Tätigkeit fest
(Urk. 7/120/6).
Gestützt darauf ging die Beschwerde
gegn
erin von einer Arbeits
fähigkeit von 0 % ab März 2013 bis September 2015 und von 55 % (Durchschnitt von 50-60 %) ab 1. Oktober 2015
und
bis auf Weiteres aus
und sprach dem Beschwerdeführer eine abgestufte Rente zu
(Urk. 7/120/7
f.
).
Das
Abstellen auf die Einschätzung des RAD
-Arztes
vermag nicht zu überzeugen
.
So
scheint
insbesondere der zeitliche Verlauf der Arbeitsfähigkeit nicht plausibel. Aus dem
Untersuchungsbericht
geht
mangels näherer Begründung nicht hervor, weshalb der Beschwerdeführer seit März 2013
zu 100 %
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein soll (Urk. 7/35/6).
In den Akten befindet sich als echtzeitlicher
Bericht
einzig jener
von m
ed. pract.
A._
vom 6. März 201
3.
Aus diesem
geht
lediglich
hervor, dass
der Beschwerdeführer
eingeschränkt belastbar
sei
(Urk. 7/5/1).
Am 18. Oktober 2013 attestierte er dem Beschwerdeführer sodann eine Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 7/16/3).
Weshalb der RAD
-Arzt
davon abweichend
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit März 2013
ausging
, erscheint nicht schlüssig
und wurde von diesem auch nicht
begründet
.
Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich ausserdem geltend,
das Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG
sei bereits bei seiner Anmeldung zum Leistungs
bezug im März 2013
(Eingang der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin)
abge
laufen
. Er habe seit dem Jahr 2010 nur noch kurze Anstellungsverhältnisse inne
gehabt und seine Krankheitssymptome liessen sich aus seinem Lebenslauf heraus
lesen.
Wegen
der Krankheit habe er keine der Arbeitsstellen längerfristig ausüben können (
Urk.
1 S. 9). Ob der Beschwerdeführer
daher
mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit bereits seit März 2012 zu mindestens 20 %
arbeitsunfähig war
(
vgl.
AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in fine mit Hinweisen)
,
erscheint
aufgrund de
r Aktenlage zumindest als fraglich
,
da
hierzu keine medizinischen Aussagen vorliegen
.
Dies gilt insbeson
dere
auch
m
it Blick auf die
soweit ersichtlich klaglosen, mehrmonatigen
Erwerbs
tätigkeiten im Jahr 2012 und auch seine
letzte Anstellung als Polymechaniker von Mitte Mai bis 6. Juli 2014 bei der
Z._
in
J._
(Urk. 7/28/4, Urk. 7/35/1
; vgl. auch
Art.
29
ter
IVV
).
Ferner
geht aus dem
Bericht
hervor, dass
der RAD
-Arzt
anlässlich seiner Unter
suchung
die
Parameter der
funktionelle
n
Leistungsfähigkeit in Anlehnung an den Mini-ICF grösstenteils
als
lediglich leicht eingeschränkt
befand
. Die Fähigkeit zu
ausserberuflichen Aktivitäten sowie die Wegefähigkeit seien
überdies
gar nicht eingeschränkt und lediglich die Kontaktfähigkeit zu Dritten/Selbstbehaup
tungs
fähigkeit sowie die Durchhaltefähigkeit seien mittelgradig respektive leicht bis mittelgradig beeinträchtigt
(Urk. 7/35/4)
.
Zudem hielt er einen – bis auf die Hin
weise auf Impulsivität,
eine
gewisse Ambivalenz, Unsicherheit, hohe Leistungs
ideale und Ideal-Ich – weitgehen
d
unauffälligen
psychopathologischen
Befund
fest (Urk. 7/35/3).
Angesichts dessen leuchtet nicht ein, weshalb dipl. med.
B._
zum Schluss kam, eine
angepasste
Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
ab Oktober 2015 nur in einem
Pensum
von 50
%
zumutbar
(Urk. 7/35/6). In seiner Stellung
nahme vom 22. Februar 2018 änderte er seine Einschätzung sodann dahinge
hend,
dass dem Beschwerdeführer ab Oktober 2015 eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 50-60 % zumutbar sei (
Urk. 7/120/6).
Dies erscheint ebenfalls wider
sprüchlich und wurde vom RAD
-Arzt
medizinisch
nicht begründet.
4.2
Das
Bundesgericht
hat
zudem
in BGE 143 V 409 und 418 erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehe
n sind (vgl. E. 1.3). Eine Indikatorenprüfung wurde
bisher nicht vorgenommen und erweist sich auch gestützt auf den Untersu
chungs
bericht
des RAD nicht
als
möglich. Insbesondere
lassen
sich weder dem Bericht noch der Stellungnahme vom 22. Februar 2018
hinreichende Angaben zur Beur
teilung der Ressourcen aufgrund der systematisierten Indikatoren, namentlich
zum beweisrechtlich
entscheidenden verhaltensbezogenen Aspekt der Konsistenz
,
entnehmen (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.
3
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass in verschiedener Hinsicht Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des RAD-Untersuchungsberichts sowie dessen Stellungnahme bestehen (vgl. E. 1.5 hiervor)
, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann
.
Auf
die
Bericht
e
von m
ed. pract.
A._
kann zur abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ebenfalls nicht abgestellt werden. Dieser gab zwar eine Belastbarkeit von vier Stunden pro Tag in einer angepassten Tätigkeit an (Urk. 7/16/3), allerdings begründete er dies mediz
inisch
ebenfalls
nicht näher. Zudem stammen die
Bericht
e
aus dem Jahr 2013 und war
en
damit im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits fünf Jahre alt. In der Zwischenzeit durchlief der Beschwerdeführer diverse Eingliede
rungsmassnahmen, we
shalb auf die Einschätzung von m
ed. pract.
A._
kaum mehr abgestellt werden kann. Am 16. Oktober 2017 teilte
dieser
der Beschwer
degegnerin schliesslich mit, er
habe den Beschwerdeführer seit einem Jahr nicht mehr gesehen und könne den angeforderten Bericht daher nicht ausfüllen (Urk. 7/118). Vom aktuell behandelnden Psychiater, Dr. med.
K._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie sowie Psychia
trie und Psychotherapie, ging bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens ebenfalls kein Bericht bei der Beschwerdegegnerin ein (vgl. Urk. 7/105, Urk. 7/112
, Urk. 7/114).
Schliesslich kann mangels fachärztlicher Einschätzung
auch
nicht auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Eingliede
rungs
massnahmen abgestellt werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_798/2018 vom 2
6.
Juli 2019 E.
4.2.1)
.
4.4
Zusammenfassend
ist
somit
festzuhalten, dass
sich die Aktenlage für eine ab
schliessende Beurteilung des
psychische
n
Gesundheitszustand
es
des Beschwerde
führers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
im Zeitverlauf
als
unzureichend
erweist
.
Um über den Leistungsanspruch befinden zu können, sind
weitere Abklärungen
notwendig.
Bislang liegen einzig Berichte des ehemals be
handelnden
Arztes
sowie
die
nicht beweiswertigen
Unterlagen des RAD
vor.
Erforderlich ist
nunmehr
ein
psychiatrisches Gutachten,
welches sich
zu den ent
sprechenden Standardindikatoren zu äussern
hat
(vgl. BGE 143 V 409, 143 V 418).
Ferner ist
insbesondere
der
zeitliche Verlauf der Arbeitsfähigkeit
näher zu unter
suchen.
Schliesslich sollen
gemäss dem Grundsatz «Eingliederung vor Rente»
Rentenleis
tungen erst dann allenfalls zur Ausrichtung
gelangen, wenn keine zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen
(mehr) in Betracht fallen. Der Anspruch auf eine Rente ist daher nicht zu prüfen und eine Rente kann nicht zugesprochen werden, solange Eingliederungsmassnahmen in Betracht fallen können (Urteil des
Bun
des
gerichts 9C_108/2012 vom
5. Juni 2012 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Eine Invalidenrente soll also erst und nur dann zugesprochen werden, wenn die Mög
lichk
eiten ausgeschöpft sind, welche
Eingliederungsmassnahmen
zur Verbesse
rung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (Urteil des
Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015 E. 3.2.1, vgl. auch Meyer/Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rz 1 z
u Art. 1a und Rz 7 zu Art. 28).
Je nach Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung ist daher nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer erneut Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hat
,
zumal
auch der RAD
-Arzt
darauf hinwies
, dass die
im Rahmen
nach
der Arbeitsvermittlung
angetretene
Stelle als
Reinigungs- und
Bäcker/Konditor-Mithilfe in der
I._
aufgrund
des Voll
zeitpensums mit v
ielen Überzeiten unpassend gewesen sei (Urk. 7/120/6).
Die angefochtene Verfügung ist demnach aufzuheben und
die Sache an die Beschwerdegegner
in
zurückzuweisen, damit diese
nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und anschliessend
über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge
. Unter diesen Umständen kann die
strittige
Frage
betreffend den
Einkommensvergleich sowie
den
Leidensabzug einstweilen offen bleiben (Urk. 1 S. 11 ff.
, Urk. 2 S. 5
)
. Die Beschwerde ist
in
diesem S
in
ne gutzuheissen.
5
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
in
Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
häng
ig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- fes
tgelegt und vorliegend auf Fr. 7
00.-- festgesetzt.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als vollstän
diges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind.