Decision ID: 96382409-7d5f-5974-8a32-97c2c5fcbd38
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der in seiner Heimat wohnhafte, verheiratete, spanische Staatsangehörige
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wurde (...) 1953 geboren
(Akten der Vorinstanz [nachfolgend: act.] 1 und 19). In den Jahren 1971 bis
2007 leistete er während insgesamt 400 Monaten Beiträge an die schwei-
zerische Invalidenversicherung (IV; act. 11 und 57, Seite 3 ff.). Er war in
der Schweiz zuletzt als Mitarbeiter in einer Giesserei angestellt (act. 9 und
10). Grund für die Aufgabe dieser Erwerbstätigkeit per 30. April 2007 war
die Rückkehr nach Spanien (act. 10, Seite 9; act. 15, Seite 3). Mit Eingabe
vom 28. März 2011 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der IV-Stelle für
Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) zum Bezug einer
Invalidenrente an (act. 1 bis 5).
B.
Mit Schreiben vom 18. November 2011 (act. 24) zeigte Rechtsanwalt
Abelardo Vazquez Conde der Vorinstanz unter Beilage einer Prozess- und
Inkassovollmacht (act. 20) an, dass er und Rechtsanwalt Francisco José
Vazquez Bürger in der Rentenangelegenheit die Interessen des Beschwer-
deführers gegenüber der schweizerischen Invalidenversicherung vertreten
würden. Mit dem Schreiben wurden ein Laborbericht (act. 23), ein radiolo-
gischer Bericht (act. 22), ein vom Beschwerdeführer ausgefüllter und un-
terzeichneter Fragebogen (act. 21, Seite 1 ff.) sowie eine Bescheinigung
des letzten Arbeitgebers in der Schweiz (act. 21, Seite 6 f.) eingereicht.
C.
In der ersten Stellungnahme vom 17. Dezember 2011 (act. 25) notierte der
medizinische Dienst der Vorinstanz als Diagnose, die mit einer Beeinträch-
tigung der Arbeitsfähigkeit einhergeht, einen Status nach Episoden von
Desorientiertheit bei leichter cortikaler zerebraler Atrophie. Unter den Diag-
nosen, die nicht mit einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einherge-
hen, wurden eine hyperchrome Anämie bei Folsäuremangel, eine chroni-
sche Hepatopathie bei Lebersteatose und möglicher Hämochromatose
und eine ängstlich-depressive Störung genannt. Die Frage nach dem ver-
bleibenden Leistungsvermögen in der angestammten Tätigkeit und einer
adaptierten Tätigkeit konnte vom medizinischen Dienst nicht beantwortet
werden. Er verlangte daher detaillierte Berichte eines Neurologen und ei-
nes Hepatologen mit Angaben zu Anamnese, Status, funktionellen Defizi-
ten, aktueller Therapie und Prognose (act. 25, Seite 4).
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Seite 3
D.
Aufgrund der ergänzten Aktenlage (vgl. act. 29 bis 33) nannte der medizi-
nische Dienst der Vorinstanz in der zweiten Stellungnahme vom 30. Juni
2012 (act. 37) als Hauptdiagnose einen Äthylabusus mit Zeichen einer Po-
lyneuropathie (periphere Sensibilitätsstörungen und Muskelschwäche) und
mit Zeichen von leichten kognitiven Einschränkungen (Gedächtnis- und
Konzentrationsstörungen). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit wurden ein Nikotinabusus, ein Status nach einer Patella-frak-
tur (ungefähr im Jahr 1985) und eine ängstlich-depressive Störung er-
wähnt. Der medizinische Dienst hielt weiter fest, es bestehe ein langjähri-
ger und schwerer Alkoholmissbrauch. Dieser Missbrauch habe mittlerweile
zu neurologischen Symptomen wie Vergesslichkeit, Gefühlsstörungen an
Händen und Füssen und einer gewissen Muskelschwäche geführt. Der Be-
schwerdeführer sei seit dem Jahr 2011 unter dem Medikament Naltrexon
abstinent, was zu einer Normalisierung der Laborwerte geführt habe. In der
zuletzt ausgeübten, körperlich anstrengenden Tätigkeit als Mitarbeiter in
einer Giesserei sei er nicht mehr in einem relevanten Ausmass arbeitsfähig
(Arbeitsunfähigkeit von 80 % seit 22. Februar 2012). Eine körperlich leichte
und intellektuell anspruchslose Tätigkeit sei hingegen vollzeitig zumutbar
(Arbeitsunfähigkeit von 0 % seit 22. Februar 2012). Als funktionelle Ein-
schränkung hielt der medizinische Dienst fest, es sei ein volles Arbeitspen-
sum mit einem gewöhnlichen Pausenbedarf möglich. Es seien sitzende o-
der wechselbelastende Tätigkeiten mit gelegentlichem Tragen von Lasten
bis zu 10 Kilogramm zumutbar. Schwere und intellektuell anspruchsvolle
Arbeiten sowie lange Gehstrecken seien zu vermeiden.
E.
Gestützt auf die Einschätzung des medizinischen Dienstes ermittelte die
Vorinstanz im August 2012 den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers
(act. 38). Sie ging dabei davon aus, dass der Beschwerdeführer im Ge-
sundheitsfall weiterhin als Mitarbeiter in einer Giesserei erwerbstätig wäre.
Das Valideneinkommen leitete sie daher aus dem tatsächlich erzielten Ver-
dienst im Jahr 2006 her. Für das Invalideneinkommen stellte die Vorinstanz
auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) ab, wobei sie einen
leidensbedingten Abzug von 20 % gewährte. Im Ergebnis resultierte eine
krankheitsbedingte Erwerbseinbusse von 41 %. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens am 20. August 2012 (act. 39) und am 13. März
2013 (act. 50) sprach die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Verfügung
vom 10. Dezember 2013 eine Viertelsrente zu (act. 57).
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Seite 4
F.
Dagegen liess der Beschwerdeführer durch Rechtsanwalt Francisco José
Vazquez Bürger am 21. Januar 2014 (Datum der Registrierung beim Ge-
richt im spanischen X._) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt (BVGer) erheben (BVGer act. 1). Er beantragte entweder eine höhere
Invalidenrente oder eine polydisziplinäre, medizinische Abklärung in der
Schweiz. Mit Schreiben vom 7. April 2014 wiederholte er diesen Antrag und
wies auf die ungenügende Abklärung des Sachverhalts durch die Vo-
rinstanz hin (BVGer act. 9).
G.
Mit Vernehmlassung vom 15. Mai 2014 beantragte die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde (BVGer act. 18). Sie führte im Wesentlichen aus,
der medizinische Dienst habe aufgrund der Aktenlage in körperlich schwe-
ren Tätigkeiten, wie sie vom Beschwerdeführer ausgeübt worden seien,
eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % festgestellt. Für körperlich leichte und
geistig wenig anspruchsvolle Tätigkeiten bestehe hingegen noch eine volle
Arbeitsfähigkeit. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts
würden Suchterkrankungen für sich allein betrachtet noch keine Invalidität
begründen. Der spanische Versicherungsträger habe das Leistungsgesuch
des Beschwerdeführers nach einer Begutachtung abgewiesen.
H.
Mit Replik vom 12. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer weitere medi-
zinische Unterlagen ein (BVGer act. 20; deutsche Übersetzung der Arztbe-
richte in BVGer act. 24). Er zählte unter Bezugnahme auf diese Unterlagen
diverse medizinische Diagnosen auf und machte sinngemäss geltend, die
Suchterkrankung wirke sich im vorliegenden Fall invalidisierend aus. Die
Aufwendungen für die beiden privat veranlassten Gutachten seien bei der
Bestimmung der Parteientschädigung zu berücksichtigen.
I.
Mit Duplik vom 7. August 2014 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde
sei dahingehend gutzuheissen, als dass die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Sache im Sinne der Stellungnahme des medizinischen
Dienstes an die Verwaltung zurückzuweisen sei (BVGer act. 26). Der me-
dizinische Dienst führte in der Stellungnahme vom 1. August 2014 im We-
sentlichen aus, den vorgelegten Dokumenten seien verschiedene degene-
rative Veränderungen am Bewegungsapparat zu entnehmen. Bezüglich
Ausmass und Relevanz der durch den Alkoholmissbrauch verursachten
neurologischen und kognitiven Einschränkungen bestehe keine Klarheit.
C-596/2014
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Daher sei der Beschwerdeführer in der Schweiz medizinisch, rheumatolo-
gisch und neurologisch zu untersuchen (BVGer act. 26, Beilage).
J.
Mit Triplik vom 8. September 2014 begrüsste der Beschwerdeführer die
vorinstanzliche Duplik (BVGer act. 28). Unter dem Vorbehalt, dass ein
Facharzt der Orthopädie sowie ein Facharzt der Neurologie beigezogen
werde, stimmte er dem vorinstanzlichen Rückweisungsantrag zur Durch-
führung einer bidisziplinären Begutachtung zu.
K.
Mit Quadruplik vom 25. September 2014 teilte die Vorinstanz mit, der ärzt-
liche Dienst habe eine internistische, rheumatologische und neurologische
Begutachtung empfohlen (BVGer act. 31). Rechtssprechungsgemäss sei
ein Rheumatologe genauso gut wie ein Orthopäde in der Lage, die funkti-
onellen Auswirkungen von Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats
einzuschätzen.
L.
Aufgrund der in Erwägung gezogenen Rückweisung der Streitsache zur
weiteren Abklärung an die Vorinstanz gab der Instruktionsrichter mit Verfü-
gung vom 31. Oktober 2014 dem Beschwerdeführer mit Blick auf eine all-
fällige Verschlechterung der vorprozessualen Position Gelegenheit, die Be-
schwerde gegebenenfalls zurückzuziehen (BVGer act. 33). Mit Schreiben
vom 27. November 2014 (BVGer act. 34) hielt der Beschwerdeführer an
der Beschwerde fest, wobei er die vom Instruktionsrichter in Erwägung ge-
zogene Rückweisung der Streitsache zur Durchführung der erforderlichen
medizinischen Sachverhaltsabklärungen befürwortete. Er führte unter Bei-
lage von Unterlagen betreffend Arbeitsvermittlung weiter aus, er sei von
der Vorinstanz zu Recht als Erwerbstätiger eingestuft worden, weshalb
sein Invaliditätsgrad mit einem Einkommensvergleich zu bestimmen sei.
Die Vorinstanz verzichtete auf Schlussbemerkungen (BVGer act. 37). Auf
die weiteren Vorbingen der Parteien und die vorgelegten Beweismittel ist –
soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
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1.
Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvo-
raussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten ist
(BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrens-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern kein Aus-
nahmetatbestand erfüllt ist (vgl. Art. 31 und 32 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Zulässig sind Beschwerden
gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG. Die IV-Stelle
für Versicherte im Ausland IVSTA ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33
Bst. d VGG (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831. 20]). Deren
Verfügung vom 10. Dezember 2013 stellt eine Verfügung nach Art. 5 VwVG
dar. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.
1.2 Die Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-
men, ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung in besonderer
Weise berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwür-
diges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 59 des Bundesgeset-
zes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Er ist zur Beschwerde legitimiert.
1.3 Die angefochtene Verfügung datiert vom 10. Dezember 2013 (BVGer
act. 1, Beilage 1). Die Zustellung der Verfügung erfolgte nach der unwider-
sprochen gebliebenen Angabe des Rechtsvertreters des Beschwerdefüh-
rers am 30. Dezember 2013. Das Gericht im spanischen X._ re-
gistrierte den Eingang der Beschwerdeschrift, die auf den 17. Januar 2014
datiert wurde, am 21. Januar 2014. Beim Bundesverwaltungsgericht ging
die Beschwerdeschrift am 5. Februar 2014 ein (BVGer act. 1). Nach Art. 81
der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Si-
cherheit (SR 0.831.109.268.1), die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft
getreten ist, können Anträge, Erklärungen oder Rechtsbehelfe, die gemäss
den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats innerhalb einer bestimmten
Frist bei einer Behörde, einem Träger oder einem Gericht dieses Mitglied-
staats einzureichen sind, innerhalb der gleichen Frist bei einer entspre-
chenden Behörde, einem entsprechenden Träger oder einem entsprechen-
den Gericht eines anderen Mitgliedstaats eingereicht werden. In diesem
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Fall übermitteln die in Anspruch genommenen Behörden, Träger oder Ge-
richte diese Anträge, Erklärungen oder Rechtsbehelfe entweder unmittel-
bar oder durch Einschaltung der zuständigen Behörden der beteiligten Mit-
gliedstaaten unverzüglich der zuständigen Behörde, dem zuständigen Trä-
ger oder dem zuständigen Gericht des ersten Mitgliedstaats. Der Tag, an
dem diese Anträge, Erklärungen oder Rechtsbehelfe bei einer Behörde,
einem Träger oder einem Gericht des zweiten Mitgliedstaats eingegangen
sind, gilt als Tag des Eingangs bei der zuständigen Behörde, dem zustän-
digen Träger oder dem zuständigen Gericht. Unter Berücksichtigung von
Art. 81 der Verordnung (EG) Nr. 883/ 2004 wurde die Beschwerde fristge-
recht innerhalb von dreissig Tagen nach Eröffnung der angefochtenen Ver-
fügung eingereicht (Art. 60 ATSG).
1.4 Die Beschwerde enthält einen Antrag und eine Begründung und wurde
vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unterschrieben. Eine Kopie
der angefochtenen Verfügung (BVGer act. 1, Beilage 1) wurde beigelegt.
Eine Vollmacht für den Rechtsvertreter liegt in den Akten (BVGer act. 1,
Beilage 2). Die Beschwerde wurde formgerecht eingereicht (Art. 52 Abs. 1
VwVG). Nachdem der Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen
Verfahrenskosten von Fr. 400.- vollständig und rechtzeitig einbezahlt
wurde (BVGer act. 12 und 17), ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
Zum Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist Folgendes voraus-
zuschicken:
2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 3 Bst.
dbis VwVG bleiben in den sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die be-
sonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind
die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten
Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozial-
versicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmun-
gen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a - 26bis und 28 - 70
IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom
ATSG vorsieht. In formellrechtlicher Hinsicht finden nach den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln mangels anderslautender Übergangsbe-
stimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im
Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
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2.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; Kognition, vgl.
BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu
Art. 49). Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der
Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begeh-
ren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kog-
nition kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemach-
ten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis
mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht
(vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983,
S. 212; vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b).
2.3 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im
Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE
125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zum anderen
umfasst die behördliche und richterliche Abklärungspflicht nicht unbesehen
alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht
sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streit-
gegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tat-
sachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch
so oder anders zu entscheiden ist (FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte zusätzliche Abklä-
rungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhalts-
punkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis;
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] I 520/99 vom 20.
Juli 2000).
3.
Im Folgenden sind die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Normen
und Rechtsgrundsätze zur Prüfung der angefochtenen Verfügung darzu-
stellen.
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Seite 9
3.1 Der Beschwerdeführer besitzt die spanische Staatsbürgerschaft und
wohnt in Spanien, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getre-
tene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einer-
seits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügig-
keit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, im Folgenden: FZA, SR
0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Ziff. I
4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die Bestimmun-
gen über die Personenfreizügigkeit im Abkommen zur Änderung des Über-
einkommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 2002). Das Frei-
zügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilatera-
len Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den
einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als darin
derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a
FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insbeson-
dere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewähr-
leisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 2012 in Kraft gewesenen
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR
0.831.109.268.1) hatten die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates
wohnten, für die diese Verordnung galt, die gleichen Rechte und Pflichten
aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates wie die Staatsange-
hörigen dieses Staates selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser
Verordnung nichts anderes vorsehen. Dabei war im Rahmen des FZA und
der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1
Abs. 2 von Anhang II des FZA).
3.2 Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (10. Dezember 2013) finden vor-
liegend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG)
Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April
2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR
0.831.109.268.1) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten
für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-
nierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) An-
wendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Perso-
nen, für die diese Verordnung gilt, sofern (in dieser Verordnung) nichts an-
deres bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechts-
vorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staa-
tes. Im Rahmen ihres Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die Stelle
aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über soziale Si-
cherheit. Einzelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Sicherheit,
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die von den Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung dieser Ver-
ordnung geschlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die Berech-
tigten günstiger sind oder sich aus besonderen historischen Umständen
ergeben und ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin Anwendung
zu finden, müssen diese Bestimmungen in Anhang II aufgeführt sein. Ist es
aus objektiven Gründen nicht möglich, einige dieser Bestimmungen auf
alle Personen auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so ist dies an-
zugeben (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/ 2004). Die Bestim-
mung des anwendbaren Rechts ergibt sich aus Art. 11 ff. der Verordnung
(EG) Nr. 883/2004. Die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung der
Rentenhöhe richten sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach
schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4).
3.3 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
vorschriften anwendbar, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Sachverhalts Geltung haben (BGE 134 V 315 E. 1.2; BGE 130 V 329 E.
2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen
Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Im vorliegenden
Verfahren finden grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften
Anwendung, die beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. De-
zember 2013 in Kraft standen. Es handelt sich dabei insbesondere um das
IVG in der Fassung vom 18. März 2011 (AS 2011 5659; 6. IV-Revision) und
die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV,
SR 831.201) in der entsprechenden Fassung.
3.4 Weiter sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR
830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeits-
unfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und des
Einkommensvergleichs (Art. 16) entsprechen den bisherigen von der
Rechtsprechung zur Invalidenversicherung entwickelten Begriffen und
Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach
Inkrafttreten der 5. und 6. IV-Revision nichts geändert, weshalb im Folgen-
den auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen wird.
3.5 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, verstanden (vgl. Art. 8
Abs. 1 und 3 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
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nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
3.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-
sung) haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten
oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art.
28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versi-
cherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.
3.7 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss beurteilt werden, ob
die versicherte Person als (teil-) erwerbstätig oder nicht erwerbstätig ein-
zustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzuwendende Methode
der Invaliditätsgradbemessung hat. Zu prüfen ist, was die versicherte Per-
son bei im Übrigen unveränderten Umständen tun würde, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestehen würde. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der
im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, BGE 133 V 477
E. 6.3, BGE 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). Bei einem erwerbstätigen
Versicherten wird das Erwerbseinkommen, das dieser nach Eintritt der In-
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfäl-
liger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
C-596/2014
Seite 12
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid ge-
worden wäre (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, Art. 16
ATSG). Die Verweisungstätigkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu
lassen, wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tatsäch-
lich verwertet oder nicht.
3.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und
im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
noch zugemutet werden können. Es sind somit nicht nur die Erwerbsmög-
lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Verwei-
sungstätigkeiten zu prüfen (leidensangepasste Verweisungstätigkeit; ZAK
1986 S. 204 f.). Bei der Bemessung der Invalidität ist auf die objektiven
wirtschaftlichen Folgen der funktionellen Behinderung abzustellen, welche
nicht zwingend mit dem vom Arzt festgelegten Grad der funktionellen Ein-
schränkung übereinstimmen müssen (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133
E. 2, BGE 110 V 275 E. 4a).
3.9 Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder mehr
Fachdisziplinen beteiligt sind, haben nach dem Wortlaut von Art. 72bis Abs.
1 IVV (in der seit 1. März 2012 gültigen Fassung) bei einer Gutachterstelle
zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
eine Vereinbarung getroffen hat. Gemeint sind die Medizinischen Abklä-
rungsstellen (MEDAS) im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG. Die Vergabe der
Aufträge erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV). Zu dessen
Umsetzung hat das BSV die webbasierte Vergabeplattform Suisse-
MED@P eingerichtet, über welche der gesamte Verlauf der Gutachtens-
einholung gesteuert und kontrolliert wird (vgl. SuisseMED@P: Handbuch
für Gutachter- und IV-Stellen = Anhang V des Kreisschreibens über das
Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]; Stand: 21. August 2012).
Nach der zu Art. 72bis Abs. 2 IVV ergangenen Rechtsprechung des Bun-
desgerichts (BGE 139 V 349 E. 5.2.1) kommt folglich bei der Vergabe von
Aufträgen für polydisziplinäre MEDAS-Gutachten immer das mit der Zu-
weisungsplattform SuisseMED@P umgesetzte Zufallsprinzip zum Zuge.
Die Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip neutralisiert – zusammen mit
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den weiteren Vorgaben nach BGE 137 V 210 – generelle, aus den Rah-
menbedingungen des Gutachterwesens fliessende Abhängigkeits- und Be-
fangenheitsbefürchtungen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 2.4). Nicht einzel-
fallbezogene Bedenken werden gegenstandslos (nicht publ. E. 1.2.1). In-
dessen müssen sich die Beteiligten auch nach Einführung der Zuweisungs-
plattform SuisseMED@P mit Einwendungen auseinandersetzen, die sich
aus dem konkreten Einzelfall ergeben (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.1). So kann
die versicherte Person materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung
an sich (etwa mit dem Einwand, es handle sich um eine unnötige second
opinion), gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betref-
fend die Auswahl der medizinischen Disziplinen) oder gegen bezeichnete
Sachverständige (etwa betreffend deren Fachkompetenz) erheben (BGE
138 V 271 E. 1.1). Weiter können formelle Ausstandsgründe gegen Gut-
achterpersonen geltend gemacht werden, welche allerdings regelmässig
nicht allein mit strukturellen Umständen begründet werden können, wie sie
in BGE 137 V 210 behandelt worden sind (BGE 138 V 271 E. 2.2.2).
4.
4.1 Die Parteien sind sich einig, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen
Sachverhalt in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärt hat. Sie stim-
men überein, dass die Beschwerde daher gutzuheissen, die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Ver-
waltung zurückzuweisen ist (BVGer act. 26 und 28). Die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gilt ge-
mäss Art. 49 lit. b VwVG explizit als Beschwerdegrund. Nach Einsicht in
die Akten sind für das Bundesverwaltungsgericht keine Anhaltspunkte er-
sichtlich, weshalb dem übereinstimmenden Antrag der Parteien nicht ent-
sprochen werden sollte. Die Streitsache ist entsprechend an die Vorinstanz
zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen.
4.2 Keine Einigkeit besteht zwischen den Parteien bezüglich der Frage,
welche medizinischen Disziplinen für die anstehende Abklärung beizuzie-
hen sind. Streitig ist namentlich, ob - neben der internistischen und neuro-
logischen Begutachtung - ein Facharzt der Orthopädie oder ein Facharzt
der Rheumatologie damit zu beauftragen ist, die funktionelle Auswirkung
der Beeinträchtigung des Bewegungsapparates einzuschätzen.
4.2.1 Die Vorinstanz verweist in diesem Zusammenhang in der Quadruplik
vom 25. September 2014 (BVGer act. 31) auf das Urteil des Bundesge-
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richts 9C_134/2011 vom 6. Juni 2011. Nach den dortigen Erwägungen ste-
hen die beiden medizinischen Disziplinen der Rheumatologie und der Or-
thopädie nicht für unterschiedliche Konzepte, wie ein Gesundheitsschaden
und dessen Folgen zu betrachten sind. Vielmehr scheint sich - im Sinne
einer praktischen Aufgabenteilung - für die Einschätzung der funktionellen
Auswirkungen von Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates der Bei-
zug der Rheumatologie durchzusetzen, während die Orthopädie eher im
Zusammenhang mit hier nicht interessierenden Fragen der Therapie zu-
ständig ist (E. 3.3). Die Aufgabenteilung, wie sie im Urteil des Bundesge-
richts 9C_134/2011 vom 6. Juni 2011 beschrieben ist, ist auch im vorlie-
genden Fall beizubehalten. Der Beizug eines Orthopäden, wie ihn der Be-
schwerdeführer in der Triplik vom 8. September 2014 (BVGer act. 28) be-
antragt, ist nicht erforderlich.
4.2.2 Der Beschwerdeführer macht in der Triplik vom 8. September 2014
(BVGer act. 28) geltend, bei rheumatologischen Gutachten würden immer
wieder Diagnosemittel wie aktuelle Röntgenbilder oder MRI-Aufnahmen
nicht angewendet werden (BVGer act. 28). Gemäss den Leitlinien der
Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie (SGR) zur Begutachtung
rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen gilt die konventionelle
Röntgenaufnahme als Standarduntersuchung. In der Regel werden Unter-
suchungen der zur Diskussion stehenden Regionen wiederholt, falls die
zur Verfügung stehenden Bilder älter als sechs Monate sind. Bei stabilem
Beschwerdebild und gemäss Akten unverändertem klinischen Befund rei-
chen auch ältere konventionelle Aufnahmen aus. Zusatzuntersuchungen
werden nur zwecks Diagnosesicherung durchgeführt (die Leitlinien der
SGR sind im Internet abrufbar unter http://www.rheuma-net.ch/ download/
Content_filebase/ AttachmentDocument/ leitlinienzurbegutach-
tungrheuma-unfallfolgen.pdf; besucht am 19. Mai 2015). Der Gutachter
sollte die ganze Röntgenserie vor sich haben und diese durchsehen. Er
muss die Bilder selbst befunden und gegebenenfalls ausmessen. Ein
Facharzt ist für sein eigenes Gebiet sein eigener Röntgenologe (HERMANN
FREDENHAGEN, Das ärztliche Gutachten, 3. Auflage, Bern 1994, S. 100).
Die Vorgaben in den Leitlinien der SGR, welche im Beschwerdefall vom
Gericht bei der Prüfung der Plausibilität eines Gutachtens herangezogen
werden können, gewährleisten eine sachgerechte rheumatologische Un-
tersuchung. Der Einwand des Beschwerdeführers vermag somit nicht zu
überzeugen.
4.2.3 Mit Blick auf die Suchtproblematik und die aktenkundige ängstlich-
depressive Störung (act. 25 und 37) ist überdies auch ein Psychiater als
C-596/2014
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Gutachter beizuziehen. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer somit in
der Schweiz neurologisch, internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch
abklären zu lassen. Da es sich um eine polydisziplinäre Begutachtung mit
Beteiligung von vier Disziplinen handelt, hat die Vergabe des Auftrags nach
dem Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV) über die Zuweisungsplattform
SuisseMED@P zu erfolgen (vgl. Erwägung 3.9 hiervor).
4.3 Weiter ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu
Recht im Erwerb eingestuft hat. Aufgrund der Aktenlage findet sich kein
Hinweis dafür, dass der Beschwerdeführer beabsichtigte, nach der Aus-
reise aus der Schweiz im Jahr 2007 fortan im Haushaltsbereich tätig zu
sein. Zudem legte der Beschwerdeführer dem Schreiben vom 27. Novem-
ber 2014 (BVGer act. 34) Unterlagen betreffend Arbeitsvermittlung bei. Der
Status als erwerbstätige Person ist daher nicht mehr zu hinterfragen. Die
Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16
ATSG) ist nicht zu beanstanden. Dabei ist indessen sowohl für das Validen-
als auch für das Invalideneinkommen auf die allgemeinen Tabellenlöhne
abzustellen. Nachdem der Beschwerdeführer seine letzte Erwerbstätigkeit
in der Schweiz per 30. April 2007 wegen der Rückkehr nach Spanien (act.
10, Seite 9; act. 15, Seite 3) und damit nicht aus einem gesundheitlichen
Grund aufgab, kann das Valideneinkommen nicht auf der Grundlage des
tatsächlichen Verdienstes als Mitarbeiter in einer Giesserei im Jahr 2006
bestimmt werden. Der Einkommensvergleich der Vorinstanz (act. 38) ist in
dieser Hinsicht korrekturbedürftig.
4.4 In Anbetracht des Alters des Beschwerdeführers von aktuell 62 Jahren
sind von der Vorinstanz die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits-
schadens vertieft zu prüfen. Diesbezüglich ist Folgendes festzuhalten:
4.4.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-
der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Restarbeits-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt-
schaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige Er-
werbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
begründet (Urteil des EVG I 831/05 vom 21. August 2006 E. 4.1.1 mit Hin-
weisen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie-
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bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der ab-
sehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und
Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit
von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl. Urteile des
BGer 9C_153/2011 vom 22. März 2012 E. 3.1 und 9C_ 918/2008 vom 28.
Mai 2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
4.4.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wel-
cher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor
allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im
gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenmin-
derungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (vgl.
BGE 113 V 22 E. 4a S. 28 mit Hinweisen; Urteil des BGer 9C_916/2010
vom 20. Juni 2011 E. 2.2) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Ver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten (Urteil
des BGer 9C_272/2014 vom 30. Juli 2014). Bei der Beurteilung der Frage
nach der Verwertbarkeit ist auf den Zeitpunkt abzustellen haben, in dem
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbsfähigkeit feststeht. Die
medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit steht fest, sobald
die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver-
haltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 f).
5.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass nach Einsicht in die Akten für das
Bundesverwaltungsgericht keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb
dem übereinstimmenden Antrag der Parteien nicht entsprochen werden
sollte. Die Streitsache ist entsprechend an die Vorinstanz zur ergänzenden
Abklärung zurückzuweisen. Da namentlich in der entscheidwesentlichen
Frage des Ausmasses und der Relevanz der durch den Alkoholmissbrauch
verursachten neurologischen und kognitiven Einschränkungen keine Klar-
heit besteht, ist die von beiden Parteien beantragte Rückweisung der Sa-
che zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zulässig (Art. 61 Abs. 1
VwVG; vgl. BGE 137 V 210 und Urteil des BGer 8C_633/2014 vom 11.
Dezember 2014 E. 3). Gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG wird die Vorinstanz
angewiesen, eine polydisziplinäre, neurologische, internistische, rheuma-
tologische und psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers in der
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Schweiz zu veranlassen. Nach Abklärung des medizinischen Sachverhalts
und der erwerblichen Fragen hat die Vorinstanz erneut über das Leistungs-
gesuch des Beschwerdeführers zu befinden. Dieser Verfahrensausgang
gilt praxisgemäss als volles Obsiegen des Beschwerdeführers (vgl. BGE
132 V 215 E. 6).
6.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten sowie eine allfällige Partei-
entschädigung.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine
Rückweisung praxisgemäss als volles Obsiegen der Beschwerde führen-
den Partei gilt (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen), sind dem Beschwer-
deführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss von
Fr. 400.- ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurück-
zuerstatten. Auch der unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskos-
ten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
6.2
6.2.1 Der obsiegende, durch einen ausländischen Anwalt vertretene Be-
schwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch
auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung (vgl. Urteile des
BGer 9C_122/2010 vom 4. Mai 2010 und 9C_592/2010 vom 23. März
2011).
6.2.2 Nach Art. 8 VGKE umfasst die Parteientschädigung die Kosten der
Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei. Mit Replik vom 12.
Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer medizinische Unterlagen ein
(BVGer act. 20; deutsche Übersetzung der Arztberichte in BVGer act. 24).
Er macht geltend, die Aufwendungen für die beiden privat veranlassten
Gutachten seien bei der Bestimmung der Parteientschädigung zu berück-
sichtigen. Rechtsprechungsgemäss können Abklärungskosten, welche im
Beschwerdeverfahren entstanden sind, dann dem Versicherungsträger
auferlegt werden, wenn dieser die entsprechenden Abklärungen bereits im
Verwaltungsverfahren hätte vornehmen müssen (vgl. BGE 98 V 273, BGE
112 V 334). Ferner werden der Partei im Gerichtsverfahren die Kosten ei-
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nes von ihr eingereichten Gutachtens dann ersetzt, wenn sich der Rechts-
mittelentscheid darauf abstützt (Urteil des BGer 9C_544/2007 vom 28. Ap-
ril 2008 E. 6.1, BGE 115 V 62). Diese Voraussetzungen sind im vorliegen-
den Fall nicht erfüllt. Die erwähnten Unterlagen sind für den Ausgang des
Beschwerdeverfahrens nicht von ausschlaggebender Bedeutung gewe-
sen. Dem Antrag des Beschwerdeführers kann mithin nicht entsprochen
werden.
6.2.3 Rechtsanwalt Francisco José Vazquez Bürger hat im vorliegenden
Verfahren keine Honorarnote eingereicht. Daher ist die Parteientschädi-
gung gestützt auf die gesetzlichen Bemessungsfaktoren von Art. 7 ff.
VGKE und im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens durch das Bun-
desverwaltungsgericht festzulegen. Unter Berücksichtigung des Verfah-
rensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeu-
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden
Verfahrens ist eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.- gerechtfertigt (in-
klusive Auslagen; exklusive Mehrwertsteuer, vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des
Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer
[MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c
VGKE).
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