Decision ID: 6f282aeb-0460-42c2-94dc-f45990ef9787
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
, welcher als selbständiger Treuhänder
tätig war
, meldete sich am
3.
Mai 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/14)
.
Nach Vornahme erwerbli
cher und medizinischer Abklärungen, in deren Rahmen unter anderem ein Gut
achten
von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie
,
eingeholt
wurde
(Gutachten vom 2
1.
Januar 2011,
Urk.
6/40),
und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/56,
Urk.
6/60)
sprach die IV-Stelle
X._
m
it Verfügung vom
1
2.
Juli 2012 mit Wirkung ab 1.
November 2010 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
6/72-88,
Urk.
6/66).
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
September 2012 Beschwerde und bean
tragte die Ausrichtung einer ganzen Rente (
Urk.
6/96/3-10).
Mit Beschluss vom 27.
Februar 2014 (
Urk.
6/107) wurde
X._
vom hiesigen Gericht
darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine vorläufige Würdigung der Akten ergeben habe, dass
möglicherweise
die IV-Stelle
das
Valideneinkommen
zu hoch angesetzt und
ihm möglicherweise zu Unrecht eine
Viertelsrente
zugesprochen
habe. Es wurde
X._
Frist angesetzt, um
dazu
Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen. Mit Eingabe vom 1
4.
März
2014 (
Urk.
6/108/4) zog
X._
seine Beschwerde zurück, worauf der Prozess mit Verfügung vom 1
7.
März 2014 als durch Rückzug der Beschwerde erl
edigt abgeschrieben wurde (Urk.
6/108/1-3).
1.2
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen sie unter andere
m ein weiteres psychiatrisches Gutachten bei
Dr.
Z._
einholte
(Gutachten
vom 2
3.
März 2018,
Urk.
6/188).
Nachdem am 24.
Mai 2018 der behandel
nde Psychiater
von
X._
,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, zum Gutachten
Stel
lung
genommen hatte (
Urk.
6/192), stellte die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom 2
6.
Juli 2018 (
Urk.
6/197) in Aussicht,
aufgrund einer offensichtlich unrichtigen Berechnung des
Valideneinkommens
die
rente
nzusprechende Verfügung vom 12.
Juli 2012
wieder
erwä
gungsweise aufzuheben und die Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats
aufzuheben
.
Dagegen erhob
X._
Einwand
(
Urk.
6/201). In der Folge stellte die IV-Stelle
Dr.
Z._
Zusatzfragen (
Urk.
6/210
,
Urk.
6/209
), auf welche diese am 2
0.
März 2019 antwortete (
Urk.
6/215). Mit Verfügung vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
2) hob die
IV-Stelle die Verfügung vom 12.
Juli 2012
wie vorbeschieden
wiederer
wägungsweise auf und stellte die Rente auf das Ende des der Zustellung der Ver
fügung folgenden Monats ein. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die auf
schiebende Wirkung.
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom
7.
Juni 2019
(
Urk.
1)
Beschwerde erheben und beantragen:
«1.
Es sei die Verfügung vom
7.
Mai 2019 aufzuheben und dem Beschwerde
führer die Rente weiterhin auszurichten.
2.
Die auf Ende Juni eingestellte IV-Rente sei weiter auszurichten, der Verfü
gung sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Die Beschwerdegegnerin ist anzuhalten vorgängig Massnahmen der Wiedereingliederung zu prüfen.
3.
Eventualiter sei die Erhöhung der Rente wegen dem seit Februar 2017 ver
schlechterten Gesundheitszustand zu prüfen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
5.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel zu bewilligen.»
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juli 2019 die Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
5). Dabei machte sie unter anderem geltend,
da sich
seit dem Erlass der Verfügung vom 1
2.
Juli 2012
Veränderungen ergeben hätten, liege
nicht nur ein Wiedererwägungs-, sondern
auch ein Revisionsgrund vor.
Mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2019 (
Urk.
7) wurde das Gesuch um Wiederherstel
lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 1
8.
November 2019 mitteilen, dass er auf eine Replik verzichte (
Urk.
12), was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
9.
November 2019 angezeigt wurde (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
1.5.1
Gemäss
Art.
53
Abs.
2
ATSG
kann d
er Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Die Wiedererwägung setzt voraus, dass kein vernünftiger Zweifel an der Un
richtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer kla
ren Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendi
gen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderli
chen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinwei
sen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
Die Wiedererwägung eines Verwaltungsentscheides ist auch dann zulässig, wenn eine zunächst dagegen erhobene Beschwerde wieder zurückgezogen wurde (Kieser, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, N
56 zu
Art.
53 mit Hinweis auf BGE
138
V 339 E. 6).
1.
5.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
2), das Einkommen von Selbständigerwerbenden sei grundsätzlich aufgrund der Einträge im
I
ndividuellen Konto
(IK)
zu
bestimmen. Wenn sich
eine versicherte Person
über Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen be
gnüg
t habe
, sei rechtsprechungsgemäss dieses Einkommen für die Invaliditätsbe
messung massgebend. Bei der
Zusprache der Rente
sei die Invaliditätsbemessung gestützt auf ein statistisches
Valideneinkommen
und nicht anhand des zuletzt erwirtschafteten Einkommens erfolgt. Dieses Vorgehen verletze die geltende Rechtsprechung und sei demnach offensichtlich unrichtig. Es bestehe daher ein Wiedererwägungsgrund.
Im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
und in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit zu 70
%
arbeitsfähig gewesen. Er
habe
dabei ein Einkommen erzielen kön
nen, das höher sei, als das gemäss
IK-
Auszug
ohne Beeinträchtigung
erzielte. Gemäss
dem im aktuellen Abklärungsverfahren eingeholten
Gutachten von Dr.
Z._
vom 2
3.
März 2018 bestehe
ab Februar 2017
in einer angepassten Tätigkeit noch
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Auch mit einer 50%igen Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit könne der Beschwerdeführer ein rentenau
s
schliessendes Einkommen erzielen.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juli 2019 (
Urk.
5) ergänzte die Beschwerdegeg
nerin, komme das Gericht wider Erwarten zum Schluss, dass kein Wiedererwä
gungsgrund vorliege, beantrage sie die Bestätigung der Aufhebung der Rente mit der substituierten Begründung einer Revision. Gemäss Verlaufsgutachten von
Dr.
Z._
vom 2
3.
März 2018
wirke sich seit dem Gutachten vom 2
1.
Januar 2011 die Persönlichkeitsstörung anders aus. Die Gutachterin spreche von einer positiven Veränderung. Es träten weniger interaktionelle Auffällig
keit
en auf, der Beschwerdeführer sei heute durchgehend respektvoll, nicht mehr unterschwellig aggressiv, auch nicht (
ent
-)wertend, sondern durchgehend höflich und korrekt. Darüber hinaus habe
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer aufgrund der höheren Vulnerabilität für neuere erhebliche rezidivierende depressive Phasen
eine gerin
gere Arbeitsfähigkeit als im ersten Gutachten
attestiert. Da
sich Veränderungen seit dem Erlass der Verfügung vom 1
2.
Juli 2012 erg
e
ben hätten, bestehe ein Revisionsgrund.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor (
Urk.
1),
bei der Er
mittlung des
Valideneinkommens
könne nicht auf die Einkommen
, welche er ge
mäss IK-A
uszug in den
drei Jahre
n
vor der IV-Anmeldung
erzielt habe,
abgestellt werden. Auf diese könnte nur abgestellt werden, wenn aus gesundheitsfremden Gründen vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein zu tiefes Einkommen erzielt
worden sei. Er sei
s
eit seinem 2
5.
Lebensjahr selbständig.
Dr.
Z._
bestätige, dass die Selbständigkeit wohl bereits damals aufgrund der vorhandenen Persön
lichkeitsstörungen gewählt worden sei. Selbst wenn nicht genügend erstellt
wäre
, dass die mehr schlecht als recht ausgeübte selbständige Tätigkeit als Treuhänder bereits invaliditätsbedingt gewählt worden sei, müsste auf die erzielten Einkom
men in den Jahren vor dem ersten Klinikaufenthalt abgestellt werden. In den Jahren 2001 und 2005 seien psychiatrische Klinikaufenthalt bekannt. Es könne davon ausgegangen werden, dass sich die psychischen Probleme immer mehr auch auf die beruflichen Tätigkeiten ausgewirkt hätten. Betrachte man die Ein
kommen in den drei Jahre
n
vor dem Klinikaufenthalt
2001
, ergäbe sich ein
Durchschnittseinkommen von Fr. 58'740.-- (1999: Fr. 27'600.--; 2000: 118'219.
--
und 2001
: Fr. 30'400.--). Zusätzlich habe er über die ihm damals gehörende
B._
AG
für seine Ehefrau im Rahmen des Familieneinkommens
einen Lohn von jährlich Fr. 54’
600.-- erwirtschaftet. In Anbetracht seiner grund
sätzlichen
Fähigkeiten und auch trotz gesundheitlicher Einschränkungen erwor
benen Fachdiplome müsste gestützt auf die
statistischen Löhne von Männern, welche im Kredit- und Versicherungsgewerbe Tätigkeiten der Anforderungsni
veaus 1 und 2 ausüben,
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 147'420.--
aus
gegangen
werden.
Hinsichtlich des Invalideneinkommens sei zu prüfen, ob er einem Arbeitgeber überhaupt noch zumutbar sei.
Die Frage der Zumutbarkeit für Arbeitgeber sei keine medizinische Frage. Deshalb wäre die Beschwerdegegnerin gehalten gewe
sen, zu eruieren, welche konkreten Möglichkeiten ihm offenst
ä
nden. Hieraus hät
ten dann Arbeitsintegrationsmassnahmen geplant werden könne
n
, wofür er sich mehrfach bereit erklärt habe. Er sei in der Zwischenzeit mit Alter 59 nicht einfa
cher zu vermitteln. Mit
Blick
auf die 2017 eingetretene Verschlechterung sei denn noch umso weniger die Selbsteingliederung zumutbar. Somit hätte die Beschwer
degegnerin zuerst die Wiedereingliederung
gezielt
zu prüfen gehabt.
3.
3.1
3.1.1
Bei der ursprünglichen, mit Verfügung vom 1
2.
J
uli 2012 (
Urk.
6/72-88 und Urk.
6/66) erfolgten
Rentenzusprache
war
die Beschwerdegegnerin davon aus
ge
gangen
, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als selbstän
diger Treuhänder noch zu 50
%
und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch zu 70
%
arbeitsfähig sei. Gestützt darauf errechnete die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen
von Fr. 74'008.60 und ein Invalideneinkommen von
Fr. 40'291.55, woraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 33'717.05 und ein Invalidi
tätsgrad von 46
%
resultierte.
3.1.2
Aus medizinischer Sicht
hatte
sich die Beschwerdegegnerin dabei im Wesentli
chen auf das Gutachten von
Dr.
Z._
vom
2
1.
Januar 2011
gestützt
(Urk.
6/40; vgl.
Urk.
6/53/2
-3
).
Dr.
Z._
hatte in ihrem Gutachten vom 2
1.
Januar 2011 (
Urk.
6/40)
folgende Diagnose gestellt
(
Urk.
6/40/21)
:
-
s
chwere neurotische kombinierte P
ersönli
c
h
keitsstörung mit narziss
tischen, vermeidenden/verweigernde
n, passiv-aggressiven,
dysthyme
n
,
de
pendenten
und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61.0) mit
-
anamnestisch
wiederkehrenden neurasthenischen Phasen bzw. rezidi
vierender atypische
r depressiver
Störung mit jeweils ausschliesslich neurasthenischen und schwer objektivierbaren Symptomen, gegenwär
tig in leichtgradigem Ausmass (ICD-10 F33.0)
-
a
nhaltender psychosozialer Belastungssituation (Kampfscheidung, hohe Verschuldung, belastende Partnerschaft, finanzielle Abhängigkeit vom ambivalent besetzten Vater; ICD-10 Z63.0, Z63.5, Z59, Z63.1)
Der Beschwerdeführer sei in seinem Aufgabenbereich als selbständiger Treu
händer aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit Neigung zu
wieder
kehrenden neurasthenisch
-depressi
ven Phasen (gegenwärtig leichte
und überwindbare depressive Symptomatik) überdauernd zu 50
%
arbeitsfähig. Re
trospektiv gelte diese Angabe sei Januar
200
9.
Damals sei eine psychiatrische Hos
pi
ta
li
sierung aufgrund einer schweren Depression auf dem Hintergrund der Per
sön
lichkeitsstörung notwendig geworden.
Der Beschwerdeführer sei in einer ange
passten Tätigkeit als Sachbearbeiter im Angestelltenverhältnis, wenn ih
m eine Struktur angeboten werde
, die er nicht selbst zu etablieren habe, über
dauernd zu 70
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/40/21-22).
3.2
3.2.1
In dem im aktuellen Abklärungsverfahren eingeholten
Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
6/188)
werden
– unter anderem -
die zwi
schen dem Erlass der renten
zusprechenden Verfügung vom 12.
Juli
2012
(Urk.
6/72-88 und
Urk.
6/66)
und der
Begutachtung
ergangenen, aktenkundigen
ärztlichen
Berichte zusammengefasst (
Urk.
6/188/5
ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht no
ch einmal wiedergegeben werden.
Dr.
Z._
nannte in ihrem Gutachten
vom 2
3.
März 2018
als
Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/188/
35
):
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, histrionischen, vermeidenden/verweigernden, passiv-aggressiven,
dependenten
und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61.0) mit
-
r
ezidivierender depressiver Störung mit zum Teil neurasthenischen, aber seit 2017 auch bis zu schwergradigen depressiven Symptomen, gegenwär
tig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
a
nhaltende komplexe psychosoziale Belastungssituation
-
Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
-
Probleme mit Bezug auf die Wohnbedingungen und die wirtschaftli
chen Verhältnisse (ICD-10 Z59)
-
Probleme mit Bezug auf den engere
n Familienkreis, einschliesslich fa
miliärer Umstände und Partnerschaft (ICD-10 Z63)
Der Beschwerdeführer sei als selbständig erwerbender Treuhänder aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung mit Störungen der Interaktionsfähigkeit und des Durchhaltevermögens sowie aufgrund der rezidivierenden, 2017 erstmals schweren, gegenwärtig leichtgradigen depressiven Phasen seit 2009 teilarbeits
unfähig. Vo
n
Januar 2009 bis und mit Januar 2017 habe dabei – wie im Gu
t
ach
ten vom 2
1.
Januar 2011 ausgeführt – durchschnittlich
ein
e
50%
ige Arbeits
fähigkeit vorgelegen. Seit
Februar 2017 (Klinikeintritt am 2
3.
Februar
2017, sch
were depressive Episode) liege
als Treuhänder durchschnittlich
eine
60%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Persönlichkeitsstörungsinhärent sei ein anhaltendes Mus
ter von passiv-aggressiver Verweigerung, Vermeidung und dramatischer Insze
nierung zu erwähnen,
welches
den Beschwerdeführer als Treuhänder seiner Kundschaft nur vermindert zumutbar erscheinen l
a
sse.
Der
Beschwerdeführer
habe sich
schon aus neurotischen Gründen nie
mit seinem Beruf anfreunden kön
nen. Zudem wirke eine gleichzeitig fortbestehende unerfreuliche ps
ychosoziale Belastungssituation depressionsfördernd. G
egenwärtig
sei dies
vor allem das Wohnen in einem Haus,
welches
er in Zimmer unt
er
teilt habe,
di
e er teilweise fürsorgeabhängigen
oder sozial marginalisierten, psychisch auffälligen Mietern zur Verfügung stelle,
und
das Zusammenwohnen mit einer Mitbewohnerin
in sei
ner eigenen Wohnung, welche die sanitären Anlagen und die Küche durch unhy
gienisches Verhalte
n unbrauchbar erscheinen lasse.
Zudem bestehe eine anhal
tende finanzielle Abhängigkeit vom ambivalent besetzten Vater
(
Urk.
6/188/36)
.
Al
s
angestellter Buchhalter in kleine
m Team (ein bis zwei Kolleginnen oder Kollegen
) unter wohlwollender Führung, ohne exuberanten Zeit
- oder Lei
densdruck,
ohne die Notwendigkeit alleine arbeiten zu müssen
- was der Beschwerdeführer als grösstes subjektives Leide
n
überhaupt darstelle («alleine arbeiten geht nicht»)
-
sei angesichts der Persönlichkeitsstörung und der Vulnerabilität für neue de
pressive Phasen, überdauernd seit Februar 2017 von
einer
50%ige
n
Arbeitsunfä
higkeit
auszugehen. Vo
n
Januar 2009 bis und mit Januar 2017 habe
in einer solchen Tätigkeit
, wie im Gutachten vom 2
1.
Januar 2011 ausgeführt, eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Konkret sei der Beschwerdeführer auf
grund seiner interaktionellen Probleme, persönlich
keits
inhärente
n
Verweige
rungs
- und Blockierungsverhalten
s
und schwankenden Antriebs in seiner Fähig
keit zur Anpassung an Regeln und Routinen leicht- bis mittelgradig einge
schränkt. In seiner Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sei er nicht beeinträchtigt. Seine Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit seien stre
ckenweise mittelgradig, gelegentlich auch hochgradig beeinträchtigt, dies auf
grund der neurotischen Mechanismen der Kränkbarkeit und der passiven Verwei
gerung sowie dramatischer Selbs
t- und Leidens
inszenierung. In der
Anwendung fachlicher Kompetenzen sei der Beschwerde
führer in solchen Phasen beeinträch
tigt. Durch die auch auftretenden Antriebs
schwankungen könne die Durchhalte
fähigkeit bis zu
mittelgradig vermindert sein. Z
udem wirkten fehlende Frustrati
onstoleranz, insbesondere Reizbarkeit und Ablenkbarkeit leistungsmindernd. In seiner Selbstbehauptungsfähigkeit sei der Beschwerdeführer vor allem durch das inadäquate In-Szene-Setzen von Hilfsbe
dürf
tigkeit
beziehungsweise
durch histri
onisch-
appellatives
Gehabe einge
schränkt.
Seine Kontaktfähigkeit zu Dritten
be
ziehungsweise
überhaupt
seine
Teamfähigkeit seien durch die narzisstische Prob
lematik mit Kränkbarkeit, rasch aufflammendem Ärger und Abbruch/Rückzug so
wie passiver Verweigerung mittel- bis schwergradig vermindert. Die Fähigkeit
des Beschwerdeführers,
fami
li
äre Beziehungen und Partnerschaft zu pflegen, stehe in neurotischem Sinne im Zeichen seines Autarkie
-
/Versorgungskonfliktes
bezie
hungsweise
auch seiner Sehnsucht nach Anerkennung und Geborgenheit, und werde dadurch eigentlich «gestört». In seinen Spontanaktivitäten sei er objektiv-medizinisch nur in mittel
schweren und schweren depressiven Phasen einge
schränkt. Auch die Fähigkeit zur Selbstpflege sei dann, und nur dann, beeinträch
tigt. Die Verkehrs- und Reisefähigkeit sei unbeeinträchtigt. Es seien auch noch für die letzten Jahre Ferienreisen (Ukraine, Thailand) dokumentiert, und der Be
schwerdeführer plane, im Sommer mit seiner Partnerin nach Kamerun zu reisen
(
Urk.
6/188/36-37)
.
Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, ob bei einer – allfälligen – Einschränkung der Arbeitsfähigkeit psychosoziale Faktoren überwögen oder diese vor allem auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert z
urückzuführen sei, erklärte Dr.
Z._
, es überwiege das psychischen Leiden mit Krankheitswert
bezie
hungsweise
die Persönlichkeitsstörung und das rezidivierende depressive Leiden. Zwar sei
en auch die ständigen Sorgen um die Finanzen und das
Zusammenleben mit einer psychisch auffälligen Mitbewohnerin
depressionsfördernd, primär sei jedoch die
Überforderung des Beschwerdeführers mit seiner Arbeit
beziehungs
weise
einem 100%igen Arbeitspensum durch die Persönlichkeitsstörung und de
pressive Komorbidität ausgelöst (
Urk.
6/188/39).
Hinsichtlich der Frage der Beschwerdegegnerin, ob sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung 2011 wesentlich geändert habe, führte
Dr.
Z._
aus, der Gesundheitszustand habe sich in diesem Sinne verschlechtert, dass 2017 erst
mals eine schwere depressive Episode aufgetreten sei, womit auch in der Zukunft die Vulnerabilität für neue depressive Episoden erhöht sei. Die Persönlichkeits
störung sei auch weiterhin vorhanden, erscheine aber zumindest in der Interak
tion mit der Gutachterin im Vergleich
mit 2011 milder in der Ausprägung. Der Beschwerdeführer erscheine gereifter, nachdenklicher und besser introspektions
fähig – dies wohl als Folge der adäquaten psychiatrischen Psychotherapie der letzten drei Jahre.
Die Vulnerabilität für neue erhebliche rezidivierende depressive Phasen sei in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu
berücksichtigen
. Habe bis anhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigk
eit als Treuhänder und eine 70%i
ge Arbeitsfähigkeit
in
angepassten Tätigkeit
en
vorgelegen
,
bestehe
heute
beziehungsweise
seit Februar 2017
eine
durchschnittliche Arbeitsunfähig
keit als selbständiger Treuhänder
von
60
%
und in einer angepassten Tätigkeit
von
50
%
(
Urk.
6/188/40).
3.2.2
Am 2
4.
Mai 2018 nahm
Dr.
A._
zum Gutachten von
Dr.
Z._
Stellung (
Urk.
6/192). Er erklärte, aus seiner Sicht sei selbst in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
nicht realistisch erreichbar. In erster Li
nie spreche der phasisch-saisonale Verlauf der depressiven Erkrankung dagegen. In seiner Behandlungszeit sei es zu stationären Aufenthalten (Herbst/Winter 2015 und Frühjahr 2017) gekommen, wobei in der Winterzeit 2017/2018 nur mit viel Mühe ein erneuter stationärer Eintritt habe verhindert werden können. Bisher könne man daraus folgern, dass mit einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in diesen Monaten zu rechnen sei. Der Beschwerdeführer
leide in diesen Phasen un
ter einer derart stark ausgeprägten Antriebslosigkeit, dass s
elbst rudimentärste Aufgaben wie
Körperpflege und Nahrungsaufnahme nur mit ausreichender Un
terstützung von ausserhalb gewährleis
tet werden könnten. Erschwerend
kämen
die grosse Ängstlichkeit und eine massive Überforderung in jeglichen alltäglichen Situationen hinzu.
Bisher habe sich
ab der späten Frühlingszeit eine wiederholt einkehrende, teilweise erhebliche Besserung, vor allem bezüglich der Stimmung und des Antriebes
,
verzeichnen lassen. Aber auch in diesen Phasen bestünden weiterhin deutliche Konzentrationseinbussen, die Tendenz sich bei einer teils er
höhten Umtriebigkeit zu verzetteln und seine Tätigkeiten (zum Beispiel Nachhilfe, Vermietung und Pflege der Wohnung) nur sehr ineffizient zu bewältigen. Die Gefahr
der schnellen Überforderung bei selbst einfachen Aufgaben (Hygiene der Wohnung beispielsweise) sei ebenso ganzjährig zu beobachten. Inwiefern es dem Beschwerdeführer möglich sein soll, auf dem Arbeitsmarkt eine 50%ige Stelle zu finden, die regelmässige saisonale Ausfälle zulasse und mit seiner dauerhaft re
duzierten Stresstoleranz und seiner umständlichen Ineffizienz umzugehen wisse, sei ihm unklar (
Urk.
6/192/2).
3.2.3
Am 1
3.
März 2019 stellte die Beschwerdegegnerin
Dr.
Z._
Fragen zum Gut
achten (
Urk.
6/210), welche
diese
am 2
0.
März 2
019
be
antwortete (Urk.
6/215). Auf die Frage,
ob
aus dem bisherigen Krankheitsverlauf effektiv nur persön
lichkeits
s
trukturelle und/oder neurotische Anteile als depressionsfördernd anzu
sehen
seien oder ob
es auch nachvollziehbare saisonale Auslöser
gebe
(vgl.
Urk.
6/210/1)
,
antwortete
Dr.
Z._
(
Urk.
6/215/1), aus dem bisherigen Krank
heitsverlauf seien keinerlei massgeblich relevante
beziehungsweise
«nachvoll
ziehbare saisonale Auslöser» ersichtlich. Es seien effektiv nur persönlichkeits
strukturelle und/oder neurotische Anteile als massgeblich depressionsfördernd anzusehen. Auf die Frage, inwieweit der schwankende Verlauf bei der
Arbeits
fähigkeit in «leidensadaptierter Tätigkeit» von 70
%
bis Januar 2017 und 50
%
seit Februar 2017
bei der gutachterlichen Beurteilung
berücksichtigt sei (
Urk.
6/210/1), erklärte
Dr.
Z._
(
Urk.
6/215/1-2),
es sei bei der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit dem schwankenden Ve
rlauf Rechnung getragen worden, wo
bei das
«Kippen»
hinsichtlich Häufigkeit und Schwere zu relativieren
sei. Der Schwe
regrad des Leidens werde zudem auch bis 2017 durch die Abwesenheit ei
ner konsequent akzeptierten andauernden psychopharmakologischen Behand
lung relativiert. Erstmals
sei
im Februar 2017 eine eindeutig dokumentierte kli
nisch schwere depressive Episode aufgetreten, die zu einer psychiatrischen Hos
pi
ta
lisation geführt habe. Dabei sei durchaus schon im stationären Rahmen eine Zustandsbesserung
ein
getreten und habe im ambulanten Rahmen eine psycho
pharmakologische Behandlung etabliert werden könne
n
, die vom Beschwerde
führer als wirklich wirksam erlebt worden sei und zum Einpendeln
des seitdem überdauernden mittleren Arbeitsfähigkeitsgrades von 50
%
bei
ge
tragen habe.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
verfügte die wiedererwägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung vom 1
2.
Juli 2012
(
Urk.
6/72-88)
mit der Begrün
dung,
die damalige Berechnung des
Valideneinkommens
gestützt auf die Tabel
lenlöhne, woraus sich
für das Jahr 2011
ein
E
inkommen von Fr. 74’
008.60
erge
ben
hatte
(
Urk.
6/66)
,
sei zweifellos unrichtig gewesen
. Nach Ansicht der Be
schwerdegegnerin wäre das
Valideneinkommen
richtigerweise gestützt auf das
vom Beschwerdeführer
gemäss
IK-
Auszug vor Eintritt des Gesundheitsschaden
s
erzielte
Einkommen
zu berechnen gewesen
(
Urk.
2).
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Renten
beginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge
sunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135
V
58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem
IK-
Auszug ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Ein
kommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser entlöhnte andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstä
tigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Er
werbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten bestanden hät
ten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei
selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
4.3
Der Beschwerdeführer
hatte
von 1977 bis 198
0
eine Banklehre
absolviert
. Nach Lehrabschluss arbeitete
er
zunächst am Schalter einer Bank. Danach war er – gemäss seinen Angaben – ab 1981 im Kreditwesen einer anderen Bank tätig. Nachdem er 1984 das Arbeitsverhältnis gekündigt hatte, arbeitete er
hauptsäch
lich
selbständig als Treuhänder (
Urk.
6
/40/5-6). Gemäss IK-Auszug
erzielte
er
da
bei, samt gewissen Nebeneinkünften
,
d
as folgende
Einkommen
(Urk.
6/71):
1985:
Fr. 12'900.--, 1986: Fr. 14'500.--, 1987: Fr. 14'100.--, 1988: Fr. 15'420.--, 1989:
15'090.--, 1990: 17'300.--, 1991: 17'300.--, 1992: Fr. 8'288.
,
1993:
Fr. 13'494.-
-
,
1994: Fr. 10'788.--,
1995: Fr. 7'992.--; 1996: Fr. 7
’
731.--
, 1997:
7'731.--, 1998: Fr. 19'000.--, 1999: 31'600.--, 2000: Fr.
118'219.--, 2001:
Fr. 30'400.--,
2002: Fr.
24
'600.--,
2003: Fr. 8’307.--, 2004: Fr. 8'307.--, 2005: Fr. 8'307.--, 2006: Fr. 10'400.--, 2007: Fr. 42'600.--, 2008: Fr. 1
4’284
.
,
2009: Fr. 8'991.--. Das heisst, das vom Beschwerdeführer in den 25 Jahren vor Beginn des Rentenan
spruchs erzielte Einkommen war mit Ausnahme des Jahres 2000 erheblich tiefer als das von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
2.
Juli 2012 errech
nete
Validene
inkommen
von Fr. 74’008.60
(
vgl. E. 4.1,
Urk.
6/66).
Bei der
Wür
digung
des von der Beschwerdegegnerin errechnete
n
Valideneinkommens
von Fr. 74’008.60
unter dem Gesichtspunkt
einer
zweifel
los
en
Unrichtigkeit im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
gilt es jedoch zu berü
cksichtigen, dass
Dr.
Z._
anlässlich der Be
g
u
t
achtung im Jahre 2011 eine schwere neurotische kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, vermeidenden/verweigernden, passiv-aggressiven,
dysthymen
,
dependenten
und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61.0) mit anamnestisch wiederkehrenden neurasthenischen Phasen beziehungsweise rezidivierender atypischer depressiver Störung mit jeweils ausschliesslich neuras
thenischen und schwer objek
ti
vier
baren Symptomen, gegenwärtig in leichtgradi
gem Ausmass (ICD-10 F33.0) diagnostiziert hatte (
E. 3.1.2
).
Es kann daher
ohne nähere Prüfung
nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer krank
heitsbedingt nie in der Lage war, ein höheres Einkommen
als das von ihm in den Jahren 1985 bis 2009 erwirtschaftete
zu erzielen.
E
s
erweist sich daher nicht als zweifellos unrichtig im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
(vgl. E.
1
.
5.
1)
, dass die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers gestützt auf die Tabellenlöhne
(LSE 2008)
berechnet und dabei die Tabelle TA1, Sektor 3, An
forderungsniveau 3
(Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt)
als massgebend erachtet hat
te (
Urk.
6/66;
Urk.
6/52, Urk. 6/64)
.
Da
sich auch
die
damalige
Annahme
der Beschwerdegegnerin, der Beschwerde
führer
sei
in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
und in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig, und die Berechnung des Invalidenein
kommens gestützt auf die Tabelle TA1, Sektor 3, Anforderungsniveau
4 (einfache
und repetitive Tätigkeiten)
nicht als zweifellos unrichtig erweisen, besteht kein Anlass für eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom
1
2.
Juli 2012 (
Urk.
6/72-88,
Urk.
6/66)
.
5.
5.1
Nachdem die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Rentenaufhebung nicht mit der Begründung der Wiedererwägung geschützt werden kann, gilt es zu prüfen,
ob die angefochtene Verfügung mit der Begründung der Revision zu schütz
en ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_800/2016 vom
9.
Mai 2017 E. 2 und 8C_634/2017 vom 2
0.
Februar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen).
Hierbei gilt es
darauf hinzuweisen
, dass von der Beschwerdegegnerin mit Bes
chwerdeantwort vom 23.
Juli 2019 (
Urk.
5) das Vorliegen eines Revisionsgrundes im Eventualstand
punkt vorgebracht und dem Beschwerdeführer im Rahmen des angeordneten zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit eingeräumt wurde, dazu Stellung zu nehmen
(
Urk.
7)
.
Damit
wurde das rechtliche Gehör
(
Art.
29
Abs.
2 der Bundes
verfassung)
hinsichtlich einer – allfälligen –
Bestätigung der angefochtenen Ver
fügung
mit der Begründung de
r
R
entenr
evision
gewahrt
, wobei der Beschwerde
führer auf das Erstatten einer Replik verzichtete (
Urk.
12)
.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegneri
n
ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Mai 2019 davon aus, dass der Beschwerdeführer in der an
gestammten Tätigkeit noch zu 50
% arbeitsfähig sei
(
Urk.
2)
. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf das Gut
achten von
Dr.
Z._
vom
2
3.
März 2018 (
Urk.
6/188)
.
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die
Beweiskraft
des Gutachtens von
Dr.
Z._
vom 2
3.
März
2018 (
Urk.
6/188) sprechen würden. Vielmehr erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforde
run
gen, welche an b
eweiskräftige
medizinische Gutachten gestellt werden: Das Gut
achten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter
suchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begrün
det (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
Aus dem
Gutachten von
Dr.
Z._
(E. 3.2.1)
beziehungsweise
ihrer
ergänzen
den Stellungnahme vom 2
0.
März 2019 (vgl. E. 3.2.3)
ergibt sich auch,
dass die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zwar – auch – durch äussere Belas
tungsfaktoren eingeschränkt wird
, er jedoch wei
terhin über gewisse Ressourcen verfügt (vgl. E. 1.2).
So
führte
die vom Beschwerdeführer in Anspruch ge
nommene
psychiatrische Behandlung bereits nach kurzer Zeit zu einer Zustands
bes
serung (
Urk.
6/215/2;
Urk.
6/158/3,
Urk.
6/188/20).
Auch wenn
der
Beschwer
de
führer ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat
(
Urk.
6/188/19),
die Bezie
hung
zu seiner Partnerin von Schwierigkeiten geprägt ist (
Urk.
6/188/18-19)
und seine Wohnverhältnis
se
problematisch sind (vgl.
Urk. Urk.
6/188/36)
, weist der soziale Kontext mit der guten
Beziehung zu seinem Sohn (Urk.
6/188/27,
Urk.
6/188/29) auch einen Faktor auf, welcher sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 6.2).
Der Beschwerdeführer
ist
zudem
weiterhin in der Lage,
diversen Aktivitäten nach
zugehen. So
fährt er unter anderem Rad, nimmt am Tur
nen/Faustballspielen
inklusive
anschliessende
m
Restaurant-Besuch der Män
ner
riege teil, ist als ehrenamtlicher Mithelfer bei der Heilsarmee-Essensverteilung dabei und amtet als Leichtathletik-Schiedsrichte
r
(Urk.
6/188/
23-
24). Da
neben betreut
er
weiterhin drei langjährige
Kunden und
erteilt seit 2011 Nachhil
fe
un
terricht
und
Lektionen in
Rechnungswesen
(
Urk.
6/188/15
; Urk.
6/188/16
).
5.2.3
Hinsichtlich des
Einwandes von
Dr.
A._
, insbesondere der phasisch-saisonale Verlauf der depressiven Erkrankung spreche gegen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (E. 3.2.2),
gilt es zu beachten, dass die von
Dr.
A._
beschriebenen saisonalen Verschlechterungen des G
es
undheitszu
s
tandes
s
eit Be
handlungsbeginn im April 2014 nur unregelmässig
aufgetreten
sind (Herbst/Win
ter 2015, Früher 2017, Winterzeit 2017/2018). Gemäss
Dr.
Z._
sind denn auch
keine massgeblich relevante
n
beziehungsweise
«nachvollziehbare saisonale Auslöser» ersichtlich
(
Urk.
6/215)
.
Nichtsdestotrotz wurde der
schwankende Ver
lauf
von
Dr.
Z._
bei der Attestierung
einer Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit von 70
%
bis Januar 2017 und von 50
%
seit Februar 2017 berücksichtigt
(
Urk.
6/215)
.
Soweit
Dr.
A._
die Verwertbarkeit der verbliebe
nen Leistungsfähigkeit infrage stellt,
gilt es zu beachten, dass es sich bei der Ver
wertbarkeit der verbliebenen Leistungsfähigkeit um eine juristische und nicht um eine medizinische Frage handelt. Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung der
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4)
sowie der
Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V
351 E. 3b/cc), vermag
die Stellungnahme
von
Dr.
A._
vom 2
4.
Mai 2018 die Einsc
hätzung von Dr.
Z._
nicht infrage zu stellen.
5.2.4
Zusammenfassend
erweist
es sich
somit
als
rechtens, dass die Beschwer
degegnerin auf das Gutachten von
Dr.
Z._
abgestellt hat
. Es ist daher in Übereinstimmung mit dem Gutachten von
Dr.
Z._
von eine
r
verschlechter
ten
Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers und
von einer 40%igen Arbeitsfä
higkeit in der angestammten und einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit
auszugehen.
5.3
Mit der Verschlechterung der Leistungsfähigkeit
liegt
ein Revisionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vor, was bedeutet, dass
der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen
ist
, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht
(BGE 141 V 9 E. 6.1, E. 2.3).
5.4
5.4.1
Wie dargelegt
(E. 4.2.2)
ist für die Berechnung des
Valideneinkommens
darauf abzustellen, was die versicherte Person im Gesundheitsfall tatsächlich erzielt hätte.
Der Beschwerdeführer hat seit 1985
mit Ausnahme des Jahres 2000 stets
nur ein geringfügiges Einkommen erzielt.
Wie
ausgeführt (E. 4.2.3)
ist zwar nicht auszuschliessen, dass das tiefe Einkommen auch aus
gesundheitlichen
Grü
nden so tief war. Es fällt jedoc
h auf, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner
ersten
psychiatrischen
Begutachtung
im Jahr 2011
angegeben hatte
,
in den Jahren 1989 bis 1999
sei es ihm
sehr
gut gegangen, er sei erfolgreich gewesen, habe
teilweise
viele Kunden und auch Angestellte gehabt (
Urk.
6/40/6).
Nichtsdestotrotz hat der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug
(vgl. E. 4.2.3)
auch in diesen Jahren stets nur ein geringfügiges Einkommen abgerechnet.
Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
er
aus gesundheitsfremden Gründen nur ei
n tiefes Einkommen
abgerechnet
hat, weshalb das Einkommen gestützt auf das gemäss IK-Auszug
ausgewiesene
Einkommen zu berechnen ist (vgl. auch Ur
teil des Bundesgerichts 8C_554/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 2.4.2).
Der Beschwerdeführer ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Ende 2008 (
Urk.
6/4) beziehungsweise Januar 2009 (
Urk.
6/40/22) ohne wesentlichen Unter
bruch in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
(
vgl. E. 1.3
). Eine früher eingetretene, ohne wesentlichen Unterbruch andauernde Arbeitsunfähigkeit ist trotz zwischen
zeitlichen stationären Hospitalisationen (
Urk.
6/4/5) nicht überwiegend wahr
scheinlich ausgewiesen.
In den drei Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens,
das heisst den Jahren 2006 bis 2008
,
hatte der Beschwerdeführer die folgenden Einkommen erzielt:
2006: Fr. 10'400.--, 2007: Fr. 42'600.--, 2008: Fr. 14’284.
--
(E.
4.2.3).
In Anpassung an die Nominallohnentwicklung
(vgl. Bun
desamt für
Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsum
entenpreise und der Reallöhne, Nominallöhne Männer) ergibt dies für das Jahr 2018, das heisst das letzte Jahr, für welches die Nominallohnentwicklung bereits erhoben wurde,
ein durchschnittliches Einkommen von Fr.
2
4'711.40
([Fr. 10'400.-- : 2014 x 2260 + Fr. 42'600.-- : 2047 x 2260 + Fr. 1
4'284.--
: 2092 x 2260] : 3
).
5.4.2
5.4.2.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisie
rung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre
chungs
gemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumu
tbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht rea
listi
schem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4.2.2
Dem Beschwerdeführer steht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch eine breite Palette von möglich Tätigkeiten offen. So sind ihm beispielsweise Buch
halter
-
Tätigkeiten oder andere, leichtere Bürotätigkeiten weiterhin möglich.
Der Beschwerdeführer geht denn auch noch einer gewissen Erwerbstätigkeit nach (
Urk.
6/188/15-16,
Urk.
6/198). Da er im Rahmen dieser Erwerbstätigkeit seine Leistungsfähigkeit jedoch nicht voll ausschöpft, ist das Invalideneinkommen nicht gestützt auf
das
von ihm
tatsächlich erzielte Einkommen, sondern gestützt
auf
die Tabellenlöhne zu berechnen.
G
emäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level des Bundesamtes für Statistik betrug der
monatliche
Medianlohn von Männern, welche im Jahr 201
8
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkl
icher Art ausübten
,
Fr.
5'
417
.
--
. Bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Jahr 2018
von 41,7 Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche
, Total) entspricht dies bei eine
r 50%igen Arbeitsfähigkeit
einem Einkommen von
Fr.
33'883.35
(Fr.
5'
417
.
--
x 12 : 40 x 41,7
x
0
,5
).
Es kann offenbleiben, ob vom
gestützt auf den
Tabellenlohn berechneten Invali
deneinkommen ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen ist, würde
sich doch
selbst bei einem maximal zulässigen Abzug von 25
%
(vgl.
BGE 135 V 297 E. 5.2)
ein
im Vergleich zum
Valideneinko
mmen
von Fr. 24'711.40 (vgl. E.
5.4.1)
rentenausschliessendes Invalideneinkommen von Fr. 25'412.50
ergeben
(
Fr.
33'883.35 x 0,75).
6.
6.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung
auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
gliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versi
cherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1).
6.2
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü
gung 59 Jahre alt.
Gemäss seinen Angaben gegenüber
Dr.
Z._
ging er zum damaligen Zeitpunkt
weiterhin einer Erwerbstätigkeit nach. So betreut
e
e
r noch drei langjährige Kunden und erteilt
e
Nachhilfe
unterricht
sowie
Lektionen in
Rechnungswesen (
Urk.
6/188/15).
Während einer gewissen Zeit
trug
er
zudem Zeitungen be
ziehungsweise Werbung aus (Urk.
6/188/16).
Gemäss IK-Auszug
vom 3
0.
Juli 2018 (
Urk.
6/198
) hat der Beschwerdeführer
dabei
seit
2010 di
e fol
genden Einkommen erzielt
: 2010: Fr. 11'512.-- (Fr. 575.--
+ Fr. 1'946.-- + Fr. 8'991.--),
2011: Fr. 9'094.--, 2012: Fr. 9'553.
--
(Fr. 9'094.-- + Fr. 459.--), 2013: Fr. 26'430.
--
(
Fr. 130.-- + Fr.
26'300.--), 2014: Fr. 21'200.--, 2015: Fr. 0.
, 2016: Fr. 5'540.--, 2017: Fr. 534
.--
.
Der
Beschwerdeführe
r war somit
nicht wäh
rend längerer Zeit vom Arbeitsmarkt abwesend.
Darüber hinaus
wäre es dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen auch zumutbar gewesen
,
ein hö
heres Einkommen zu erzielen, weshalb sein niedriges Einkommen auch
auf inva
liditätsfremde Gründe zurückzuführen
ist.
Es ist dem Beschwerdeführer
aus
inva
lidenversicherungsrechtlicher Sicht
daher zumutbar, ohne Einglie
derungs
mass
nahmen die verbliebene Leistungsfähigkeit zu verwerten.
7.
Zusammenfassend steht somit fest, dass die ursprüngliche, mit Verfügung vom 1
2.
Juli 20
12 (
Urk.
6/72-88,
Urk.
6/66
)
erfolgte
Rentenzusprache
nicht im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
zweifellos unrichtig war.
D
ie laufende
Rente ist jedoch gestützt auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG revisionsweise aufzuheben,
zumal
dem Be
schwerdeführer
auch
die Selbsteingliederung zumutbar
ist
. Die mit der angefoch
tenen Verfügung vom
7.
Mai 2019
(
Urk.
2)
verfügte Rentenaufhebung auf das Ende des der Zustellung
der Verfügung folgenden Monats ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden
(
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a
der Verordnung ü
ber die Invaliden
versicherung,
IVV)
. Die Beschwerde erweist sich dementsprechend als unbegrün
det und ist abzuweisen.
8.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdefüh
rer
aufzuerlegen.