Decision ID: a3a05c62-d6d2-40ae-b3ae-6a5de7a1b9c8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, ist seit dem
2
1.
November 1983 bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der
Visana
V
ersicherungen AG (nachfolgend:
Visana
) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versi
chert (
Urk.
8/1). Am
7.
Februar 2017 rutschte er
auf Eis
aus
, stürzte
und verletzte sich dabei an der linken Schulter (
Urk.
8/1, 8/56).
Nach
anfänglich
konservativer medizinischer Behandlung der Schmerzproblematik (vgl.
Urk.
8/56 f.)
erfolgte am 2
0.
November 2017
im Spital
Z._
ein operativer Eingriff an der linken Schulter (
Urk.
8/7).
Die
Visana
erbracht
e
zunächst die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
8/4)
.
Nach
dem sie bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, eine versiche
rungsinterne Stellungnahme eingeholt hatte (
Urk.
8/14 f.), teilte sie dem Versi
cherten mit Schreiben vom 2
1.
Februar 2018
mit, dass sie die Leistungen per
7.
August 2017 einstelle, wobei auf eine Rückforderung der über diesen Zeitpunkt hinaus erbrachten Leistungen verzichtet werde (
Urk.
8/18 f.).
In diesem Sinne verfügte die
Visana
sodann am
5.
April 2018 (
Urk.
8/25 ff.), wogegen der Versi
cherte am 2
0.
April 2018 unter Beilage eines ärztlichen
Berichts des behandeln
den Arztes und Operateurs
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin SGSM und Manuelle Medizin SAMM
,
vom 1
9.
April 2018
Einsprache erhob (
Urk.
8/38 ff.).
Die
Visana
holte in der Folge bei
ihrem beratenden Arzt
Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie und Intensivmedizin,
zwei Stellungnahmen vom
5.
und 1
9.
Juli 2018 ein (
Urk.
8/45, 8/47). Mit Entscheid vom
2.
August 2018 wies sie die Einsprache ab (
Urk.
8/48 ff. =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1.
September 2018 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Be
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Heilungskosten vollständig zu über
nehmen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Oktober 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2), worauf der Be
schwerdeführer mit Replik vom 2
2.
November 2018 an seinem Antrag festhielt (
Urk.
13 S. 3).
Innert der mit Verfügung vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
14) ange
setzten Frist ging seitens der Beschwerdegegnerin keine Duplik ein, worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende
Vor
fall hat sich am
7. Februar 2017
ereignet, weshalb die
ab dem
1.
Januar 2017 gültigen
Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2. August 2018
zusammengefasst
, auf der Grundlage der Stellungnahmen des
beratenden
Arztes
Dr.
C._
könne
die am 2
0.
November 2017 operativ behan
delte
Impingement
-Problematik mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom
7.
Februar
2017 zurückgeführt werden
. Es handle sich um al
tersentsprechende degenerative Veränderungen. Die Argumentation des behan
delnden Arztes
, welche auf der Beweisregel «
post
hoc ergo
propter
hoc» beruhe,
sei demgegenüber medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nicht zulässig. Insgesamt seien die Versicherungslei
stungen mit Verfügung vom 5.
April 2018 zu Recht per
7.
August 2017 eingestellt worden (
Urk.
2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdeschrift vom
1.
September 2018 im Wesentlichen geltend, ihm sei seitens der Beschwerdegegnerin vor der ärztlichen Behandlung schriftlich und mündlich der Versicherungsschutz bestä
tigt worden. Erst nach der Behandlung sei dieser mehr als ein halbes Jahr
später
rückwirkend widerrufen worden, was inakzeptabel sei. Darüber hinaus stünden die ärztlichen Argumente der
Beschwerdegegnerin in komplettem Widerspruch zu denjenigen des behandelnden Arztes und des involvierten Chirurgen. Auch ohne Fachkenntnisse könne festgehalten werden, dass die Schulter vor dem Un
fall vollständig beschwerdefrei habe belastet werden können und dass der sehr spezifische Schmerz seit dem Unfall bis zur Operation stets derselbe an genau der gleichen Stelle gewesen sei
(
Urk.
1 S. 2).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
0.
Oktober 2018
betonte die Beschwerdegeg
nerin, dass der operative Eingriff vom 2
0.
November 2017 nicht überwiegend
wahrscheinlich mit dem Sturz auf die Schulter vom
7.
Februar 2017 in Zusam
menhang stehe
. Die Leistungen seien zu Recht per
7.
August 2017 eingestellt worden.
Der Beschwerdeführer behaupte des Weiteren, ihm sei sowohl mündlich als auch schriftlich bestätigt worden, dass die Operationskosten übernommen würden.
Mit Schreiben vom
4.
April 2017 sei ihm jedoch einzig mitgeteilt wor
den, dass das Ereignis vom
7.
Februar 2017 als Unfall anerkannt werde und Leis
tungen erbracht würden. Dieses Schreiben stelle keine «Blankobestätigung» für allfällig später notwendig werdende Operationen dar.
Überdies würden Kosten
gutsprachen für Operationen nie mündlich an versicherte Personen abgegeben; vielleicht sei es in diesem Zusammenhang zu einem Missverständnis gekommen
(
Urk.
7 S. 10 f.).
2.4
Mit Replik vom 2
2.
November 2018
hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass der kausale Zusammenhang zwischen dem Unfall und der darauffolgenden Be
handlung evident sei. Zudem
würden
die von der Beschwerdegegnerin beigezo
genen Experten dafür bezahlt, Zusammenhänge so darzulegen, dass die Versiche
rung entlaste
t werde
. Im Übrigen liege eine eindeutige und rechtsverbindliche Kostengutsprache
seitens der Beschwerdegegnerin
vor (
Urk.
13 S. 2 f.).
3.
3.1
Am 3
0.
März 2017 wurde die linke Schulter des Beschwerdeführers durch Dr. med.
D._
, Facharzt für Radiologie, mittels MRI untersucht. Dabei konnte eine gelenkseitige und interstitielle Partialruptur am
Hinterrand
des
Sup
raspinatusansatzes
mit einem Durchmesser von etwa 1.5 x 1 cm festgestellt wer
den. Für
bone
bruise
respektive ein Knochenmarködem fanden sich demgegen
über keine Anhaltspunkte (
Urk.
8/2).
3.2
Bei Diagnose einer posttraumatischen
geringgradigen
intraartikulären Läsion der kranialen
Rotatorenmanschette
sowie einer
glenohumoralen
Synovialitis
mit
sub
acromialem
Impingement
erfolgte am 2
0.
November 2017
im Spital
Z._
durch
Dr.
B._
eine
arthroskopische
Synovektomie
, eine
subacromiale
und ACG-Dekompression sowie eine Installation von
Hyaluronat
an der linken Schulter
(
Urk.
8/7).
Gemäss Austrittsbericht vom 2
4.
November 2017 habe sich der
Verlauf komplikationslos gestaltet. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzu
stand und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (
Urk.
8/9).
3.3
Dr.
A._
nahm am 1
6.
Februar 2018 zur Frage
der Beschwerdegegnerin
Stellung, ob die operativ behandelten Beschwerden noch zumindest teilweise auf das
Ereignis oder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf er
eignisfremde Faktoren zurückzuführen seien. Er
hielt fest, dass die am 20.
No
vember 2017 durchgeführte
subacromiale
und AC-Gelenksdekompression mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Behandlung eines degenerativ bedingten Vorzustandes im Sinne einer
Impingement
-S
ymptomatik
gedient habe.
Grund
sätzlich sei die erlittene Schulterkontusion nicht geeignet, eine Läsion der
Rota
torenmanschette
herbeizuführen. Die nachgewiesene
geringgradige
Läsion der
Supraspinatussehne
entspreche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ei
ner traumatisch bedingten strukturellen Läsion, sondern einer altersentsprechen
den degenerativen Veränderung der
Rotatorenmanschette
. Der Status quo sine sei
spätestens sechs Monate
nach dem Ereignis vom
7.
Februar 2017 erreicht gewe
sen (
Urk.
8/14).
3.4
Dr.
B._
äusserte sich in seinem Bericht vom 19. April 2018 dahingehend,
dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall mit Blick auf die linke Schulter völlig be
schwerdefrei gewesen sei
. Danach habe er seinen sportlichen Betätigungen wie Tennis und Surfen nicht mehr oder nur noch
eingeschränkt
nachgehen können. Erst durch
den operativen Eingriff vom 20.
November 2017
sei der Zustand wie vor dem Ereignis wieder erreicht worden. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass die nach dem
7.
August 2017 fortbestehenden Beschwerden nicht mehr un
fallbedingt gewesen sein sollten.
Im Übrigen sei anzumerken, dass der operative Eingriff nicht wegen der
Rotatorenmanschettenläsion
durchgeführt worden sei, welche sicherlich nicht unfallbedingt sei. Vielmehr sei er aufgrund der posttrau
matischen
Impingement
-Problematik erfolgt und habe — wie das Resultat zeige — auch zu einer Beschwerdefreiheit geführt (
Urk.
8/39 f.).
3.5
In seiner versicherungsinternen Stellungnahme vom
5.
Juli 2018 führte
Dr.
C._
aus, das Ereignis vom
7.
Februar 2017 habe mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu einer in der Bildgebung vom 3
0.
März 2017 nachvollziehbaren Partialruptur der
Supraspinatussehne
ansatznahe am
Tuberkulum
majus
geführt. Die Problematik eines
Impingements
könne in der vorgelegten Bildgebung
hin
gegen
nicht erkannt werden. Der Abstand zwischen AC-Gelenk,
Coracoid
sowie Schultergelenkspfanne sei nicht relevant eingeengt.
Die i
m Operationsbericht
neu beschriebene
Impingement
-Problematik
lasse sich auf dem ursprünglichen Bild
datensatz nicht erkennen. Inwiefern die Aussage im Operationsbericht die erste Stellungnahme des beratenden Arztes beeinflusst habe, sei zum heutigen Datum nicht bekannt. Zumindest sei aus heutiger Sicht und nach Analyse des nunmehr zur Verfügung stehenden Bilddatensatzes die Argumentation, dass bereits im März 2017 eine
Impingement
-Problematik vorgelegen habe, nicht mehr zu hören (
Urk.
8/45).
Ergänzend hielt
Dr.
C._
am 1
9.
Juli 2018 fest, dass im Rahmen der Bildgebung mittels MRI keine strukturellen frischen Verletzungen im Bereich der Bursa
sub
acromialis-sub
deltoidea
erkannt worden seien.
Das
AC-Gelenk sei
ebenfalls
als unauffällig beschrieben worden. Bei diesem Sachverhalt sei die am 2
0.
November 2017 behandelte Pathologie im Bereich des AC-Gelenks überwiegend wahr
scheinlich nicht auf das Ereignis vom
7.
Februar 2017 zurückzuführen. Vielmehr sei sie Ausdruck degenerativer Veränderungen beim zum Zeitpunkt des Eingriffs 61-jährigen Beschwerdeführer. Hierfür spreche auch die intraoperativ vorgefun
dene intraartikuläre deutliche
Synovialitis
, welche in Verbindung mit der Bildge
bung nicht bestanden habe (
Urk.
8/47).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass das Ereignis vom
7.
Februar 2017 einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG darstellt (vgl.
Urk.
2 S. 3
Ziff.
7,
Urk.
7 S. 9
Ziff.
6).
Die Be
schwerdegegnerin
anerkannte
in diesem
Kontext
denn auch
grundsätzlich
ihre Leistungspflicht (vgl.
Urk.
8/4).
Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwer
degegnerin ihre Leistungen zu Recht mit der Begründung
, der natürliche Kausal
zusammenhang sei infolge Erreichens des Status quo sine dahingefallen, per
7.
August 2017 eingestellt hat.
4.2
Vorab ist festzuhalten, dass es dem Unfallversicherer grundsätzlich unbenommen ist, zunächst im Rahmen einer formlosen Deckungs
zusage
Leistungen wie Heil
behandlung und Taggelder zu erbringen und diese nach einer eingehenden Prü
fung der Anspruchsvoraussetzungen (Unfalltatbestand, Kausalität) bei entspre
chendem Untersuchungsergebnis ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Re
vision «ex
nunc
et pro
futuro
» —
das heisst unter Verzicht auf eine Rückforderung der bisher gew
ährten Versiche
rungsleistungen —
einzustellen (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_1019/2009 vom 26. Mai 2010 E. 4.2).
Entgegen
der
Auffassung
des
Beschwer
deführer
s
k
ann auch
aus dem
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom
4.
April 2017
(
Urk.
8/4)
keine verbindliche Kostengutsprache für die
Schultero
p
eration im Spital
Z._
vom 20.
November 2017 abgeleitet werden.
Darin wurde zwar fest
gehalten, dass der Arzt oder das allenfalls zugezogene Spital die Kosten der Heil
behandlung oder des Spitalaufenthalts direkt in Rechnung stelle
n würden
.
Wie die Beschwerdegegnerin
allerdings
zutreffend anmerkt (vgl.
Urk.
7 S. 10 f.), kann diese Formulierung nicht als «Blankobestätigung»
für später notwendig werdende operative Eingriffe verstanden werden.
In Nachachtung der zitierten Rechtspre
chung war sie vielmehr befugt, das Kostengutsprachegesuch des Spitals
Z._
vom 1
2.
Dezember 2017
(
Urk.
8/13) separat zu prüfen und auf die formlose De
ckungszusage zurückzukommen.
4.3
4.
3.1
Der angefochtene Entscheid basiert massgeblich auf den versicherungsinternen Einschätzungen von
Dr.
A._
vom 1
6.
Februar 2018 (
Urk.
8/14 f.) und Dr.
C._
vom
5.
sowie 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
8/45, 8/47).
Beide verfügen über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische
Facha
usbil
dung.
Darüber hinaus hatten sie Kenntnis von den medizinischen Vorakten wie insbesondere dem
radiologischen
Untersuchungsb
ericht von Dr.
D._
vom
30.
März 2017 und dem Operationsbericht
des Spitals
Z._
vom 2
0.
November 201
7.
Unter Berücksichtigung der radiologisch erhobenen Befunde
(vgl. Urk. 8/2)
legten sie
in
schlüssiger
Weise
dar, weshalb die
operativ versorgte Path
ologie im Bereich des AC-Gelenk
s mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Sturz vom
7.
Februar 2017 zurückgeführt werden kann, sondern Ausdruck
dege
nerativer Veränderungen ist.
A
nschaulich ist in diesem Zusammenhang der Hin
weis von
Dr.
C._
, dass
rund eineinhalb Monate nach dem Unfallereignis
mit
tels MRI weder frische strukturelle Verletzungen im Bereich der Bursa
subacro
mialis-subdeltoidea
, noch Auffälligkeiten am AC-Gelenk fest
stellbar waren
.
Zu
dem fanden sich bildgebend keine
Anhaltspunkte für
eine
Impingement
-Proble
matik; der Abstand zwischen dem AC-Gelenk,
Coracoid
und Schultergelenks
pfanne wurde als nicht relevant eingeengt eingestuft.
Im Gegensatz dazu
konnten
intraoperativ
—
etwa
acht Monate nach der MRI-Untersuchung —
nicht nur eine ausgeprägte Bursitis, sondern auch ein deutlich verengtes und degenerativ ver
ändertes AC-Gelenk
festgestellt werden
(
Urk.
8/7)
.
Es ist bei diesen Gegebenheiten nachvollziehbar, dass die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin zum Schluss kamen, dass die operativ behandelte
Impingement
-Symptomatik mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit nicht in kausalem Zusammenhang zum Unfallereignis steht
und der Status quo sine spätestens nach sechs Monaten erreicht war
. Gegen die Zuverlässigkeit der fachärztlichen versicherungsinternen Stellungnahmen spricht im Übrigen auch nicht,
dass
Dr.
A._
und Dr.
C._
den Beschwer
deführer nicht selbst untersucht haben, da auch Aktengutachten voll
er Beweis
wert zukommt, sofern —
wie im konkreten Fall — ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden me
dizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
4.3.2
Der Beschwerdeführer zweifelte jedoch
die Unabhängigkeit von Dr.
A._
und
Dr.
C._
an, welche von der Beschwerdegegnerin dafür bezahlt würden, die Zusammenhänge so darzulegen, dass
sie
entlastet werde (Urk.
13 S. 2).
Wie bereits
erwähnt (vgl. E. 1.5
vorstehend
), genügt die Tatsache, dass die befragte
n Ärzte
in einem Anstellungsverhältn
is zum Versicherungsträger stehen
, allein nicht, um auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit zu schliessen. Es bedarf beson
derer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erschein
en lassen. Der Beschwerdeführer zeigt
e
in seinen Rechtsschriften indes keine k
onkrete
n
Anhaltspunkte
auf
, welche an der Unpar
teilichkeit
der beratenden Ärzte
zweifeln lassen
. Solche
sind
ebenso wenig
mit Blick auf die übrige Aktenlage
e
rsichtlich
, weshalb sich d
ie Rüge
nicht
als stich
haltig
erweist
.
4.3.3
Des Weiteren
wandte d
er Beschwerdeführer
ein, die
Beurteilung der beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin widerspreche diametral derjenigen des behandeln
den Arztes
Dr.
B._
. Zudem
betonte er unter Hinweis auf die von ihm erlebte Schmerzsymptomatik, dass der kausale Zusammenhang zwischen dem Unfall und der in der Folge in Anspruch genommenen Behandlung evident sei (
Urk.
1 S. 2,
Urk.
13 S. 2).
Es mag zutreffen, dass sich der Beschwerdeführer bis zum Unfall vom
7.
Februar 2017 an der linken Schulter
weder funktionell noch durch Schmerzen
beeinträch
tigt fühlte. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist
und
zum Nachweis der Unfall
kausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Da die Einschätzung von
Dr.
B._
(
Urk.
8/39) wesentlich auf dieser Annahme beruht,
vermag sie nur schon aus diesem Grund die versicherungsinternen Beurteilungen nicht in Zwei
fel zu ziehen.
Dies muss umso mehr in Anbetracht dessen gelten, dass
sich
Dr.
B._
auch
nicht eingehend
mit den Stellungnahmen von Dr.
A._
und
Dr.
C._
auseinander
setzte
und insbesondere auch keinen Bezug
zu den
im März 2017 durch
Dr.
D._
mittels MRI erhobenen Befunden
herstellte
.
Insgesamt erscheint daher die Erfahrungstatsache bekräftigt, dass behandelnde
Arztperso
nen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Jedenfalls besteht kein Anlass, auf der Basis des Berichtes von
Dr.
B._
vom 1
9.
April 2018 die versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahmen in Frage zu stellen.
4.
4
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahmen abgestellt und ihre Leistungen per
7.
August 2017 eingestellt hat. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit war
der Status quo sine in Bezug auf die linke Schulter zu diesem Zeitpunkt — sechs Monate nach dem Unfallereignis — erreicht.
Dementsprechend
erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2. Au
gust 2018 (
Urk.
2) als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzu
weisen ist.