Decision ID: 1f4726c5-1b63-4b3b-aae1-888269c8c840
Year: 2019
Language: de
Court: GR_KG
Chamber: GR_KG_006
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: civil_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
I. Sachverhalt
A. A._, geboren am _ Juli 2015, und B._, geboren am _ 2017, sind die Kinder von X._ und C._. Die Eltern sind nicht verheiratet und wohnen auch nicht im gleichen Haushalt. Beide Kinder stehen unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter. Bei ihr wohnt auch ihre Tochter D._, welche nicht den gleichen Vater wie A._ und B._ hat und für die eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet wurde.
B. X._ wandte sich mit E-Mail vom 8. Mai 2018 an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden betreffend das Verhalten des Vaters von A._ und B._. Zwischen ihr und C._ gebe es massive Auseinandersetzungen. Die Tochter A._ leide sehr unter dem Verhalten ihres Vaters. Um seinen Sohn B._ würde er sich überhaupt nicht kümmern.
C. Am 22. Mai 2018 fand ein Gespräch statt zwischen X._ und E._, Leiterin Abklärungsdienst KESB Nordbünden. In dem Gespräch sei insbesondere die Beziehung zum Kindsvater wie auch die Entwicklung der Kinder thematisiert worden, so die Aktennotiz der KESB Nordbünden. A._ sei beim Heilpädagogischen Dienst (HPD) für eine Abklärung angemeldet und B._ habe seit seiner Geburt viele gesundheitliche Probleme.
D. Einer weiteren Aktennotiz vom 24. Juli 2018 ist zu entnehmen, dass X._ dem Kindsvater nicht mehr vertraue. Für ihre Tochter D._ habe sie kaum Zeit. A._ schimpfe und weine zu Hause viel und sei laut. Deswegen sei es auch von der Hausverwaltung zu Reklamationen gekommen. X._ erwarte seitens der KESB insofern Hilfe, als die Behörde für sie beispielsweise eine Tagesmutter organisieren solle. Eine Beistandschaft lehne sie hingegen ab.
E. Am 26. Juli 2018 gelangte X._ erneut mit einer E-Mail an E._ und gab zu erkennen, dass sie unter Umständen doch bereit sei für eine Beistandschaft.
F. Noch am selben Tag stellte X._ bei E._ via E-Mail den Antrag zur Errichtung einer Erziehungsbeistand unter der Prämisse, dass F._, der bereits als Beistand von Tochter D._ fungiert, zur Beistandsperson ernannt werde.
G. Aufgrund mehrerer Reklamationen der Nachbarn führte E._ bei X._ am 30. Juli 2018 einen Hausbesuch durch. Die Mitarbeiterin der KESB konnte dabei keine erheblichen Auffälligkeiten feststellen. In einer Aktennotiz hielt
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sie ausserdem fest, dass sich X._ in Bezug auf die Errichtung einer Beistandschaft unsicher zeige.
H. Gemäss Aktennotiz vom 14. September 2018 waren die beiden Eltern X._ und C._ an diesem Tag zum Gespräch mit E._ verabredet. Trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten würden sich die beiden Kindseltern gegenseitig unterstützen. A._ sei jeweils am Montag und Mittwoch zwischen 10.30 und 16:30 im Kinderhort "G._", was für die Mutter eine enorme Entlastung darstelle.
I. Mit E-Mail vom 18. November 2018 gelangte X._ erneut an E._ und beklagte sich über das Verhalten des Kindsvaters. So gebe es vermehrt teils heftige Diskussionen mit ihm bezüglich der Höhe der Alimente, wie auch aufgrund der Besuche und den Umgang mit den Kindern bei ihr zuhause.
J. Gemäss einer weiteren Aktennotiz erschien X._ am 30. November 2018 zu einem Gespräch mit E._. C._ habe sie vor den Kindern beschimpft und ihr gedroht. X._, die inzwischen an Schlafproblemen leide, habe erkannt, dass sie Unterstützung von einem Beistand benötige.
K. In zwei weiteren E-Mails vom 8. bzw. 9. Dezember 2018 berichtete X._ von weiteren teils gravierenden Problemen mit dem Kindsvater, von dem sie sich mehr und mehr bedroht fühle. Sie befürchte ausserdem, dass er die Kinder in seine Obhut nehmen würde.
L. Von der KESB Nordbünden beauftragt, äusserte sich die Kinderärztin Dr. med. H._ mit einem Auskunftsbericht vom 10. Dezember 2018 über die gesundheitliche Situation und Entwicklung von A._ und B._. A._ zeige eine Sprachentwicklungsverzögerung sowie Auffälligkeiten in der allgemeinen Entwicklung, mache aber auch Fortschritte. Bei B._ würden, abgesehen von einer leichtgradigen Verstopfung, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr vorliegen, sodass keine regelmässigen Therapien notwendig seien.
M. E._ teilte X._ in einer E-Mail vom 11. Dezember 2018 mit, dass die Behörde es für sinnvoll erachte, ihr eine Beistandsperson zur Seite zu stellen. Den Termin zur Unterzeichnung der Einverständniserklärung musste X._ krankheitsbedingt absagen. In ihrer Mailantwort vom 14. Dezember 2018 gab die Mutter jedoch klar zu erkennen, dass sie mit der Errichtung einer Beistandschaft nicht einverstanden sei, und forderte die KESB-Mitarbeiterin zu einer schriftlichen Begründung des Entscheids auf.
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N. I._ vom Regionalen Sozialdienst Chur, die über viereinhalb Jahre (Januar 2014 - November 2018) als Sozialarbeiterin für X._ zuständig war, äusserte sich in einem Bericht vom 10. Januar 2019 dahingehend, dass für die beiden Kinder der alleinerziehenden Mutter die Unterstützung in Form einer Beistandschaft wünschenswert wäre.
O. Am 24. Januar 2019 wandte sich X._ in insgesamt drei E-Mails an die Mitarbeiterinnen der KESB E._ und J._ und griff die beiden verbal an. Sie fühle sich von der KESB hintergangen, eine Beistandschaft für A._ und B._ komme nicht in Frage. Im Übrigen würde sie sich mit dem Kindsvater wieder gut verstehen.
P. Am 3. Februar 2019 erreichte eine E-Mail mit Absender C._ die  J._. Der Kindsvater führte darin unter anderem aus, wie sich sein Leben zum Positiven verändert habe und wie er künftig für seine Kinder sorgen möchte. Die Mutter seiner Kinder sei gut vernetzt und würde sich in schwierigen Situationen jeweils Hilfe holen. Aus diesen Gründen spreche er sich gegen eine Beistandschaft aus.
Q. In einer E-Mail vom 18. Februar 2019 mit dem Betreff "Entschuldigung" erklärte X._, dass nicht C._, sondern sie selbst die vorangegangene  verfasst habe. Dies habe sie aus Sorge vor einer Erziehungsbeistandschaft getan. Das Verhalten des Kindsvaters habe sich nicht verändert. Was die Kinderbetreuung betreffe, könne sie sich nicht auf ihn verlassen. Auch bedrohe er sie weiterhin.
R. Ein Schreiben vom 20. Februar 2019 des Regionalgerichts Plessur bestätigt, dass ein Verfahren betreffend Kinderunterhalt für A._ und B._ gegen den Kindsvater hängig ist.
S. X._ meldete sich am 16. März 2019 erneut via E-Mail bei der KESB Nordbünden. Darin führte sie aus, dass sie mit einem künftigen Besuchsrecht des Kindsvaters nicht einverstanden sei.
T. Am 6. Februar 2019 erging der Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden über die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) sowie die Ernennung von K._ von der Berufsbeistandschaft Plessur als Beiständin von A._ und B._. Die Mitteilung des Entscheids erfolgte am 10. April 2019.
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U. Gegen diesen Entscheid liess X._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, am 10. Mai 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei sie dessen Aufhebung beantragte.
V. In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2019 beantragte die KESB Nordbünden die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Im Weiteren verzichtete sie sowohl auf eine einlässliche Begründung als auch auf die Teilnahme an einer allfälligen Hauptverhandlung.
W. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Vorliegend geht es um eine Beschwerde gegen den Erlass einer Kindesschutzmassnahme, für welche gemäss Art. 314 Abs. 1 ZGB sinngemäss die Vorschriften über die Beschwerde in Erwachsenenschutzsachen (vgl. Art. 450 ff. ZGB) anwendbar sind. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung der KESB direkt betroffene Person (vgl. Lorenz Droese/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). Im angefochtenen Entscheid wird für die beiden Kinder der Beschwerdeführerin eine Erziehungsbeistandschaft errichtet, womit X._ als unmittelbar Betroffene des Entscheides ohne weiteres zu dessen Anfechtung legitimiert ist.
1.2. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7085 [zit. Botschaft]; Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Die Beschwerdeführerin reichte am 10. Mai 2019 (Datum Poststempel) und damit innert Rechtsmittelfrist eine schriftliche und begründete
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Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein, weshalb darauf einzutreten ist.
1.3. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Kindesschutzbehörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt (Art. 450c ZGB). In Ziffer 7 des Entscheiddispositivs hat die KESB Nordbünden bekräftigt, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zukommt.
1.4. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das EGzZGB eine Regelung enthält, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen sinngemäss anwendbar (vgl. Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO beziehungsweise Art. 327 Abs. 2 ZPO aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung entscheiden.
1.5. Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (vgl. Art. 443 ff. ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 1-3 zu Art. 446 ZGB m.w.H.; Hermann Schmid, a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). Da die Behörde nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat (vgl. Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurteilung des Betroffenen über die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeutung für den Entscheid der KESB beziehungsweise der Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, a.a.O., N 37 zu Art. 446 ZGB).
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1.6. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (vgl. Botschaft, S. 7085; Hermann Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB). Dennoch gilt das Rügeprinzip gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB, welches die Untersuchungs- und Offizialmaxime insoweit einschränkt, als eine Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids eine förmliche Beschwerde voraussetzt und die Beschwerdeinstanz sich folglich primär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge konzentriert (vgl. Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 5 zu Art. 450a ZGB; Daniel Steck, a.a.O., N 4 zu Art. 450a ZGB).
2.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden vom 6. Februar 2019 (vgl. KG act. B.1). Die KESB Nordbünden ordnete darin für A._ und B._ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 ZGB an und hielt die Aufgaben der Beistandsperson in Ziffer 2 des Entscheiddispositivs fest (vgl. Art. 314 Abs. 3 ZGB). Die Beistandsperson soll die Mutter X._ in Bezug auf ihre Kinder A._ sowie B._ im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB angemessen beraten und namentlich in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung und angemessene Erziehungsmethoden unterstützen. Als Beiständin wurde K._ von der Berufsbeistandschaft Plessur ernannt. Die Beschwerdeführerin beantragt, der Entscheid der KESB Nordbünden vom 6. Februar 2019 sei vollständig aufzuheben. Sie macht geltend, dass die spezifischen Voraussetzungen zur Anordnung einer Beistandschaft durch die KESB Nordbünden nicht erfüllt seien.
2.2. In der Beschwerdeantwort verzichtet die KESB Nordbünden auf eine einlässliche Begründung. In ihrer Stellungnahme hält sie lediglich fest, dass sich aus den zahlreichen E-Mails der Beschwerdeführerin an die KESB vor und nach Errichtung der Massnahme klare Hinweise auf die bei der Mutter festgestellten Schwierigkeiten im Umgang mit Unterstützungsangeboten ergeben würden. Namentlich diese Schwierigkeiten führten dazu, dass Hilfsangebote nicht oder nicht mehr angenommen würden, was eine Zunahme der Belastung bei der Mutter und damit eine Kindeswohlgefährdung bewirke. Im angefochtenen Entscheid stützt sich die KESB Nordbünden insbesondere auf den Arztbericht von Dr. med. H._ vom 10. Dezember 2018 wie auch auf den Bericht des Regionalen Sozialdienstes Chur vom 10. Januar 2019. Zusammenfassend begründet wird der
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Entscheid mit einer Überforderung der Kindsmutter, resultierend aus einer instabilen, bisweilen konflikthaften Beziehung zum Kindsvater. Ausführend wird auf den Umgang mit gesundheitlichen Problemen ihrer Kinder (ärztliche Konsultationen und Therapien im ersten Lebensjahr von B._ sowie Sprachentwicklungsverzögerung und Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion bzw. leichte Auffälligkeiten in der kognitiven Entwicklung von A._) Bezug genommen. Gegenüber Unterstützungsangeboten zeige sich die Mutter ambivalent. Auch gäbe es Auffälligkeiten im Kommunikationsverhalten der Mutter, die oft nicht angemessen auf Konfliktsituationen zu reagieren vermöge. Durch die Pensionierung von Sidonia Tschalèr, ehemalige Mitarbeiterin der KJBE (Fachstelle für familienergänzende und familienunterstützende Angebote im Kanton Graubünden) und inoffizielle Beiständin der Kinder A._ und B._, sei zudem eine Lücke im Helfersystem der Mutter entstanden. Die Sozialarbeiterin I._ vom Regionalen Sozialdienst Chur kam in ihrem Bericht abschliessend zur Erkenntnis, dass auch für A._ und B._ – wie dies bereits bei der älteren Tochter D._ der Fall sei – die Unterstützung in Form einer Beistandschaft wünschenswert wäre.
2.3. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass sie nötige Unterstützung selbständig einhole und auch wisse, wo sie Hilfe in Anspruch nehmen könne. So bekäme sie wöchentlich eine Stunde Unterstützung bei Frau Lampert vom Heilpädagogischen Dienst. Weitere Unterstützung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich. Zahlreiche Personen könnten zudem bestätigen, dass sie sich selbständig um Hilfe bemühe, soweit die Situation dies erfordere. Hierzu werden die zuständigen Personen vom Kinderhort "G._", sowie L._, M._ ("Leihnani" von A._), F._ (Beistand der Tochter D._) sowie Dr. med. H._ genannt. Hauptprobleme im Umgang mit den Kindern seien hingegen primär auf das Verhalten des Kindsvaters zurückzuführen. Dies deute aber nicht auf Schwierigkeiten in der Erziehung der Mutter der beiden jüngeren Kinder hin.
3.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt, sofern es die Verhältnisse erfordern. Die Erziehungsbeistandschaft als allgemeine Form einer Beistandschaft im Sinne der genannten Sorgebestimmung soll durch ambulante, aber kontinuierliche Behandlung erzieherische Missstände abbauen durch Kontakt mit Eltern und Kind (Peter Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 4 zu Art. 308 ZGB).
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3.2. Wie jede Kindesschutzmassnahme setzt die Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB voraus, dass das Wohl des Kindes gefährdet ist. Weiter ist nach dem Prinzip der Subsidiarität notwendig, dass diese Gefahr nicht von den Eltern selber abgewendet werden kann (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sodann verlangt der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, der das gesamte Kindesschutzrecht beherrscht, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juli 2017, E. 3.1)
3.3. Dem Subsidiaritätsprinzip zufolge dürfen behördliche Massnahmen nur dort erfolgen, wo die Eltern die ihnen obliegenden Pflichten nicht oder nicht ausreichend wahrnehmen. Vorab sind also die Eltern gehalten, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden. Dabei sollen sie insbesondere die Angebote der öffentlichen und gemeinnützigen Jugendhilfe in Anspruch nehmen, wenn sie der Unterstützung bedürfen (vgl. Art. 302 Abs. 3 ZGB; vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juli 2017, E. 3.2). Demzufolge rechtfertigt nicht jede Unzulänglichkeit ein Eingreifen der Behörde. Der Vorrang privater Verantwortung und die Freiheit privater Lebensgestaltung lassen denn auch bei der Erziehung von Kindern (gemäss Art. 301 Abs. 1 ZGB) behördliches Eingreifen nur dort als "geeignete Massnahmen" (i.S.v. Art. 307 Abs. 1 ZGB) erscheinen, wo sich dadurch zumindest mittelfristig eine Besserung relevanter, objektiver Missstände erreichen lässt (vgl. zum Ganzen Peter Breitschmid, a.a.O., N 6 zu Art. 307 ZGB).
3.4. Sofern die Eltern einer Kindeswohlgefährdung effektiv begegnen, sind die Kindesschutzbehörden zur Zurückhaltung aufgerufen (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Da Kindesschutzmassnahmen sich stets am Wohl des Kindes orientieren und in die Zukunft gerichtet sind, verlangt der Kindesschutz ein vorausschauendes Handeln der Behörden. Diese sind gehalten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit gezielten Massnahmen möglichst präventiv die festgestellte Kindeswohlgefährdung abzuwenden (Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Zivilgesetzbuch, Die elterliche Sorge/der Kindesschutz, Art. 296-317 ZGB, Bern 2016, N 260 Vorbem. zu Art. 307-327c ZGB; Peter Breitschmid, a.a.O., N 5 zu Art. 307 ZGB). Dies ändert nichts an der Tatsache, dass eine Massnahme, wie dargelegt, stets verhältnismässig und damit auch erforderlich sein muss. Das Anordnen einer Massnahme auf Vorrat zu einem Zeitpunkt, in dem sie (noch) nicht notwendig ist, widerspricht dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit (/Vogel, a.a.O., N 271 Vorbem. zu Art. 307-327c ZGB; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juli 2017, E. 3.3).
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3.5. Wenn die KESB Nordbünden die Errichtung einer Beistandschaft als zielführend beschreibt und die Ansicht vertritt, dass die sorgeberechtigte Mutter die Gefährdung der Entwicklung von A._ und B._ trotz verschiedener Bemühungen und Massnahmen "nicht dauerhaft abwenden" (KG act. B.1 Erwägung 1 Abschnitt 5) vermag, so deutet das auf die Einschätzung einer rein hypothetischen, in der Zukunft liegenden Gefährdung hin. Die Errichtung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB erfordert jedoch das Vorliegen erzieherischer Missstände zum Zeitpunkt ihrer Anordnung. Eine bloss mögliche oder nicht ausschliessbare zukünftige Gefährdung hat für die Frage nach der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft, in Anbetracht des Prinzips der Erforderlichkeit, ausser Acht zu bleiben (vgl. Peter Breitschmid, a.a.O., N 4 zu Art. 308 Abs. 1 ZGB; Yvo Biderbost, Die Erziehungsbeistandschaft [Art. 308 ZGB], Fribourg 1996, S. 170).
3.6. Aus den Akten lässt sich nicht ableiten, dass bei A._ und B._ eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, welche überdies auf erzieherische Missstände beruht und welche durch eine Erziehungsbeistandschaft beseitigt werden könnte. Beim Hausbesuch konnten keine gravierenden Auffälligkeiten festgestellt werden. Auch in Bezug auf die Kindererziehung kann der Beschwerdeführerin nichts vorgeworfen werden. Im Gegenteil stellt ihr die Kinderärztin Dr. med. H._ ein sehr gutes Zeugnis aus, was die gesundheitliche Betreuung der Kinder anbetrifft. Nach anfänglichen Beeinträchtigungen habe sich B._ sehr gut bis hin zu einem in dieser Hinsicht unauffälligen Kind entwickelt. Für die Sprachentwicklungsverzögerung von A._ wurde der Heilpädagogische Dienst beigezogen. Die Zusammenarbeit der Mutter mit der Ärztin sei vorbildlich gewesen. Sie habe die Termine pünktlich und pflichtbewusst wahrgenommen sowie die verordneten Therapien und Behandlungsanweisungen zuverlässig umgesetzt. Zudem ist der Ärztin der liebevolle Umgang der Mutter mit den Kindern während der Konsultation aufgefallen.
3.7. Dass die Beschwerdeführerin mit ihren drei Kindern stark ausgelastet ist, ist unverkennbar. Sie hat sich aber ein wenig Erleichterung von ihren Betreuungsaufgaben verschafft, indem A._ zwei Tage in der Woche einen Kinderhort besucht. Sie ist auch ohne weiteres bereit, Hilfe anzunehmen und sich bei Problemen beraten zu lassen. Für A._ ist mit M._ ein "Leihnani" eingesetzt worden und offenbar besteht immer noch regelmässiger Kontakt zu L._, welche sie früher über die KJBE betreut hat. Was die Einforderung der Kinderalimente anbetrifft, wird die Beschwerdeführerin durch einen Rechtsanwalt
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vertreten, der gemäss Regionalgericht Plessur eine entsprechende Klage gegen den Kindesvater eingereicht hat.
3.8. Wäre eine Kindeswohlgefährdung zu bejahen, so müsste von der KESB zunächst die Stufenfolge des zivilrechtlichen Kindesschutzes beachtet werden. Vorrangig zu prüfen sind demnach geeignete Massnahmen zum Schutz des Kindes i.S.v. Art. 307 Abs. 1 ZGB und insofern der Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB gegenüber mildere Massnahmen. In Frage kämen beispielsweise die Beratung, die Mahnung oder das Erteilen von Weisungen (vgl. Peter Breitschmid, a.a.O., N 2, 14, 19 ff. zu Art. 307 ZGB). Erst wenn nach Einschätzung der Behörden keine dieser Massnahmen zum gewünschten Ziel, nämlich zu einer Abwendung der Kindeswohlgefährdung führen würde, käme aufgrund der höheren Intensität eine Erziehungsbeistandschaft gegebenenfalls zum Tragen. Eine mildere Massnahme ist hingegen dort nicht anzuordnen, wo sie von vornherein als unzureichend angesehen werden muss (Stufenfolge des zivilrechtlichen Kindesschutzes; Peter Breitschmid, a.a.O., N 2, 14, 24 zu Art. 307 ZGB; Yvo Biderbost, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Partnerschaftsgesetz, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 13 zu Art. 307 ZGB). Wie den Akten zu entnehmen ist, hat die KESB Nordbünden sich von Beginn weg auf die Errichtung einer Beistandschaft fokussiert (vgl. KESB act. 7, 10). Eine hinreichende Prüfung geeigneter Massnahmen zum Schutz des Kindes i.S.v. Art. 307 Abs. 1 ZGB ist nicht erkennbar. Einzig die "SPF" (Sozialpädagogische Familienbegleitung; vgl. KESB act. 18) wurde bereits früher mit der Beschwerdeführerin besprochen. Zu einem Gespräch mit der Beschwerdeführerin "um die Kindesschutzmassnahmen zu besprechen" (KESB act. 32) hätte es im Dezember 2018 kommen sollen. Diesen Termin musste die Beschwerdeführerin wegen Krankheit der Tochter A._ absagen. In der Folge fand kein beratendes Gespräch mit der Beschwerdeführerin statt, gleichwohl fällt die Kollegialbehörde der KESB Nordbünden am 6. Februar 2019 den hier angefochtenen Entscheid.
4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin ihren Aufgaben als Mutter gewachsen ist und sich in Situationen, in denen sie Unterstützung braucht, die nötige Hilfe bei Fachpersonen besorgt. Solange dies gewährleistet ist, erscheint die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nicht als notwendig. Der Entscheid der KESB verstösst somit gegen das Subsidiaritäts- und Verhältnismässigkeitsprinzip. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung der angeordneten Beistandschaft.
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5. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Kantons Graubünden, welcher überdies die Beschwerdeführerin aussergerichtlich angemessen zu entschädigen hat. Mangels Einreichung einer Honorarnote wird die Entschädigung für die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin nach Ermessen festgesetzt (Art. 2 Abs. 1 HV und Art. 16a Abs. 2 AnwG). Als angemessen erweist sich vorliegend eine Entschädigung von CHF 1'200.00 (inkl. Barauslagen und MWSt).
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Considerations: