Decision ID: e9ff5496-0cc6-42b2-93b8-63689524e87f
Year: 2021
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Würdigung des medizinischen Sachverhalts; Überprüfung des Validen- und des ; kein Anspruch auf eine Invalidenrente; Abweisung der Beschwerde
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-
richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Olivia Reber
Parteien A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel
gegen
IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Betreff IV-Rente
A. Die 1985 geborene A._ war zuletzt vom 1. September 2005 bis zum 31. Januar 2018 bei der Metzgerei B._ in X._ (BL) zunächst als Metzgerin und später als Metzgerei- angestellt. Am 15. Dezember 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf eine  bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) am 18. August 2020,
Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht
dass die Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 22% keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
B. Mit Eingabe vom 21. September 2020 erhob A._, vertreten durch Nicolai Fullin, , Beschwerde am Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. August 2020 aufzuheben und diese zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen zu leisten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durchzuführen, und es sei im Anschluss daran  über deren Rentenanspruch zu entscheiden; dies alles unter o/e-Kostenfolge. Zur  brachte sie im Wesentlichen vor, dass Dr. med. C._, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, in seinem Gutachten vom 13. August 2018 zu einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelange als Dr. med. D._, FMH Allgemeine Innere Medizin und , in seinem Gutachten vom 1. Juli 2019. Es würden sich damit zwei hierarchisch gleich zu wertende spezialärztliche Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit gegenüberstehen, und es stelle sich daher die Frage, ob auf die eine oder andere oder auf keine der beiden abgestellt werden könne. An der Beurteilung von Dr. D._ bestünden jedenfalls erhebliche Zweifel, weshalb auf dessen Gutachten nicht abgestellt werden könne. Es sei zwingend, dass in der Angelegenheit ein Obergutachten eingeholt werde. Ferner sei das Valideneinkommen nicht anhand eines  Durchschnittslohns, sondern anhand des zuletzt erzielten Einkommens der  zu bestimmen. Schliesslich sei vom Invalideneinkommen ein angemessener  Abzug vorzunehmen.
C. In ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.
D. Mit Replik vom 27. November 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren in der  gestellten Rechtsbegehren und Standpunkten fest. Auch die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 21. Dezember 2020 an ihrem Abweisungsantrag fest.

Considerations:
Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die  (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre , sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare  wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne  Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c).
Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des  (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von , Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu  (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu  50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG  (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr  Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in  gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid  wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu , dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der  bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1).
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem  die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist.
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der  der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf  angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die  Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige  für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch  werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den  gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle  Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle , unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob
Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs . Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben,  es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des  eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden , in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der  Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen  dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens  Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender  und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der  sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).
5. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische  zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. Im Zentrum der  Beurteilung stehen indessen insbesondere die nachfolgenden medizinischen Unterlagen:
5.1 Dr. med. E._, FMH Chirurgie, untersuchte die Versicherte am 17. Oktober 2017 im Auftrag der Krankentaggeldversicherung der ehemaligen Arbeitgeberin (Branchenversicherung). In seiner Beurteilung vom 26. Oktober 2017 erhob er die Diagnose einer spondylitis ankylosans. In einem stehenden und laufenden Beruf sei die Versicherte kaum mehr zu 100% arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit sei bei einem sitzenden Beruf, der vorwiegend keine Belastung der  mit sich bringe, zu erreichen. Die entzündlichen Schmerzattacken sowie die zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit im unteren Extremitätenbereich würden eine vollständige  in der bisherigen Tätigkeit als Metzgerin sowie auch als Metzgerei- verunmöglichen.
5.2 In seinem im Auftrag der Branchenversicherung erstellten Gutachten vom 13. August 2018 hielt Dr. C._ als rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen morbus bechterew fest. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. C._ keine. Unter dem Titel "übrige Diagnosen" hielt der Gutachter einen Status nach 3 Fertilisationsbehandlungen sowie eine sectio caesarea im Dezember 2016 fest. Die Diagnose des morbus bechterew zeige sich durch entzündlichen Rückenschmerz-Charakter mit  und mehrstündiger Morgensteifigkeit, einem partiellen guten Ansprechen auf NSAR
Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht
(nichtsteroidale Antirheumatika), fehlender Besserung in Ruhe und Verschlechterung durch  Immobilität. Aktuell werde die Versicherte mit dem Anti-TNF(Tumornekrosefaktor)-Hemmer Cimzia behandelt, allerdings nur mit teilweisem Erfolg. In der Laboruntersuchung sei eine aktive Entzündung nachweisbar. Ausser der entzündlichen Problematik scheine zudem ein  Rückenschmerz zu bestehen, der eine Verschlechterung bei Belastung zeige. So berichte die Patientin davon, dass sie, je mehr sie mache, desto mehr Beschwerden habe. Die sekundären Folgen der chronischen Schmerzen seien erheblich. Durch die stark beeinträchtigte Nachtruhe sei die Versicherte tagsüber sehr erschöpft, ruhebedürftig, habe Konzentrationsstörungen und sei gereizt im Umgang mit Mitmenschen. Der Gutachter vermute eine sekundäre Fibromyalgie bei einem zwar nur geringen Widespread-Pain-Index von 3/19, aber einem Symptom Severity Score von 8/12. Ob die psychischen Erkrankungsfolgen mit depressiver Stimmungslage das  einer psychiatrischen Erkrankung erreichen würden, sei für ihn nicht beurteilbar, sondern würde eine psychiatrische Beurteilung erfordern. Vor Eintritt der Schwangerschaft sei die  zu 100% in adaptierter Tätigkeit beschäftigt gewesen. Vom Belastungsprofil her könnte sie eine solche Tätigkeit auch wieder ausführen. Es habe aber durch die Schwangerschaft und die nachfolgenden Belastungen der Mutterschaft eine körperliche und psychische  stattgefunden. Eine früher vorhandene Resilienz gegenüber den Schmerzen sei jetzt nicht mehr in gleichem Masse vorhanden. Andererseits könne durch eine Wiederaufnahme einer  Tätigkeit mit einer langsamen Belastungssteigerung auch wieder eine höhere  Resilienz erreicht werden. Gemäss Dr. C._ bestehe in der angestammten Tätigkeit als Metzgereifachangestellte der Kategorie B keine Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte sei hingegen noch einsetzbar in einer Metzgerei im Ladengeschäft für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten. Allerdings sei die zeitliche Einsatzfähigkeit beschränkt auf momentan 15-16 Stunden pro Woche mit maximal 4 Stunden Arbeitszeit pro Tag. Dabei könne initial von einer Leistungsfähigkeit von 80% ausgegangen werden. Es sei aber denkbar, dass sie die Arbeitsfähigkeit zügig auf täglich 4 bis 4,5 Stunden steigern könne, innerhalb derer sie dann auch eine 100%ige Leistungsfähigkeit bringen könne. Somit gehe Dr. C._ aktuell von einer Arbeitsfähigkeit von ca. 30% (16/42 x 0,8) aus. Nach 2-monatiger Einarbeitungsphase gehe er von einer 50%igen (21/42 x 1,0)  aus.
5.3 Der die Versicherte behandelnde Dr. med. F._, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, diagnostizierte am 10. Juni 2019 eine spondylitis ankylosans, ein  Schmerzsyndrom vom Typ Fibromyalgie, ein Carpaltunnelsyndrom rechts, rezidivierende Urolithiasis sowie eine psychosoziale Belastungssituation. Bei der Beschwerdeführerin scheine sich zunehmend eine sekundäre Fibromyalgie auf dem Boden einer leichten Restaktivität der spondylitis ankylosans und einer zunehmenden psychosozialen Belastungssituation zu . Er bitte die behandelnde Hausärztin, Dr. med. G._, FMH Allgemeine Innere Medizin, mit der Versicherten entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten zu besprechen, namentlich psychologische Unterstützung, Familientherapie oder Sozialdienst. Dr. F._ verlängerte die von ihm bereits früher bescheinigte 70%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. August 2019.
5.4 In seinem im Auftrag der IV erstellten rheumatologischen Gutachten vom 1. Juli 2019 hielt Dr. D._ als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine spondylitis ankylosans, ED 06/2012 (HLA B27 positiv), fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine
Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Fibromyalgie, eine Eisenmangel-Situation, eine nephrolithiasis, eine Endometriose und einen Status nach Adnexitis 2010 sowie einen Status nach Tbc (Tuberkulose) mit Status nach  Behandlung 2001. Dr. D._ hielt unter anderem fest, dass keine gleichmässigen  der Aktivitätenniveaus aller Lebensbereiche vorliegen würden. So schildere die Versicherte, dass sie lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 2 bis 3 Stunden pro Tag sehe. Betrachte man aber deren Tagesablauf, sei klar, dass normale Aktivitäten vorliegen würden und die  gängigen Alltagsaktivitäten nachgehe, so versorge sie einen normalen 3-, sie koche, sie kaufe ein, sie betätige sich im Haushalt und erfülle ihre Funktion als Hausfrau. Daneben betreue sie vollumfänglich ihr 2-jähriges Kind. Diese Aktivitäten würden Tätigkeiten auf einem körperlich leichten Niveau entsprechen, wie dies auch bei einer entsprechenden  möglich wäre. Die Aktivitäten würden einem gewöhnlichen Arbeitsalltag einer Hausfrau mit einem 2-jährigen Kind entsprechen. Klinisch bestünden zudem keine Schonungszeichen der Muskulatur, so dass von einem regelmässigen Einsatz der Muskulatur ohne relevante  auszugehen sei. Die normale Muskulatur dokumentiere also, dass sie nicht übermässig  werde. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielt der Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin Metzgerin sei, wobei es sich um eine körperlich mittelschwere bis zum Teil schwere Tätigkeit handle. Als Metzgerin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0%, als  eine solche von 30% bezogen auf ein Ganztagespensum. Auffallend sei, dass die Versicherte trotz entzündlicher Aktivität im MRI vom 6. Juni 2010 und vom 15. Oktober 2013 in der Lage gewesen sei, voll zu arbeiten. Möglicherweise habe sie auch voll arbeiten können, weil sie ein spezielles Arbeitspensum gehabt habe, so habe sie nur an zwei Tagen in der Woche ganztags arbeiten müssen, an den übrigen Tagen zu einem Halbtagspensum. An den Tagen mit ganztägiger Tätigkeit habe sie auch über Mittag eine längere Pause machen und sich in einem speziellen ihr zur Verfügung stehenden Zimmer hinlegen und entsprechend ausruhen können. Es sei dann die Kündigung am 10. April 2017 aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Erst nach der Kündigung sei die Arbeitsunfähigkeitsschreibung ab 1. Juni 2017 erfolgt. Das nachfolgende MRI der LWS und des ISG vom 19. September 2017 habe dann aber keine aktiven entzündlichen Zeichen mehr gezeigt. Zusammengefasst habe sich die primär entzündliche  immer mehr in Richtung weichteilrheumatische Schmerzschwellenstörung, mithin Richtung Fibromyalgie, bewegt. Zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führte Dr. D._ aus, es  keine dauernd schweren oder dauernd mittelschweren Arbeiten, sondern nur leichte  in Frage. Für eine leichte Tätigkeit, bei welcher die Beschwerdeführerin nicht dauernd sitzen oder stehen, nicht in Zwangsstellungen wie z.B. der Vorhalte arbeiten, sich nicht dauernd repetitiv vornüberbeugen oder bücken und nicht dauernd über Kopf arbeiten müsse, welche  also rückenschonend sei, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80% bezogen auf ein . Der Gutachter nehme eine Einschränkung von 20% vor, um einer intermittierend möglichen Entzündung mit leichter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine leichte rückenbelastende Tätigkeit Rechnung zu tragen. Zum Gutachten von Dr. C._ vom 13. August 2018 hielt Dr. D._ fest, dass er darin in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit Angaben fände, welche er relativ schwierig nachvollziehen könne. Dr. C._ schreibe, dass die Versicherte vor Eintritt der Schwangerschaft in einer adaptierten Tätigkeit beschäftigt gewesen sei. Dr. C._ sei auch davon ausgegangen, dass eine solche Tätigkeit wieder ausführbar sei. Dennoch habe er die Schwangerschaft und nachfolgende Belastung durch die Mutterschaft im Sinne einer  gewertet. Eine früher vorhandene Resilienz gegenüber den Schmerzen sei nicht mehr
Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht
im gleichen Ausmass vorhanden, andererseits könne durch eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit mit langsamer Belastungssteigerung auch wieder eine höhere Resilienz erreicht werden. In der Tätigkeit einer Metzgerei-Fachangestellten bestehe formal keine Arbeitsfähigkeit, in einer  eine solche von 30%. In Anbetracht des Vorliegens eines weichteilrheumatischen Schmerzsyndroms und bei objektiv im MRI nur nachgewiesenen diskreten entzündlichen  sei es schwierig nachzuvollziehen, warum eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit  solle. Dr. D._ könne nur vermuten, dass hier die subjektiven Angaben höher gewichtet worden seien als die objektiven Befunde. Ferner hielt der Gutachter Dr. D._ fest, dass eine entzündliche Grundkrankheit als Basis der Schmerzen bestehe, nur sei diese nicht mehr sehr aktiv. Die subjektiv erhebliche Schmerzintensität, wie sie aktuell geschildert werde, sei mit der entzündlichen Erkrankung nicht erklärbar, da die entzündlichen Befunde im MRI gering seien.
5.5 Mit Schreiben vom 1. Juli 2019 wandte sich Dr. D._ ausserdem an die behandelnde Hausärztin der Versicherten, Dr. G._, und berichtete dieser, dass ihm im Rahmen der  ein sehr tiefer Ferritinwert entsprechend einer Eisenmangelsituation aufgefallen sei. Diese Problematik könne zu einem grossen Teil für die angegebene starke Müdigkeit der  verantwortlich gemacht werden.
5.6 Dr. C._ nahm am 5. November 2019 Stellung zum Gutachten von Dr. D._ und hielt insbesondere fest, dass sich bei der Erfassung des Tagesverlaufs im Gutachten doch  Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zeigen würden, in der Diskussion aber erwähne Dr. D._ einen gängigen Tagesablauf und eine normale Durchführung der Hausarbeit, was er nicht nachvollziehen könne. Die Versicherte halte sehr viele Ruhepausen ein und übernehme bis auf Staubsaugen und kleine Putzarbeiten im Badezimmer keine Hausarbeiten. Diese würden ihr von ihrer Mutter oder von ihrem Ehemann abgenommen. Der durch die Schmerzen stark gestörte Nachtschlaf mit der Notwendigkeit tagsüber nachzuschlafen sei sicher stark . Gemäss seinem Gutachten komme Dr. C._ durchaus auf eine rentenbegründende  der Arbeitsfähigkeit von zumindest 40-50%.
5.7 Am 4. Februar 2020 nahm Dr. D._ Stellung dazu, ob sich an seinem Gutachten in Anbetracht des Verlaufsberichts von Dr. C._ vom 5. November 2019 sowie des MRIs vom 28. Oktober 2019 etwas ändere. Er führte diesbezüglich aus, dass die Versicherte bei den  von ihrem Ehemann entlastet werde. Das Mittagessen werde oft von ihrer Mutter , Dr. D._ habe allerdings nicht nachgefragt, ob dies kulturspezifisch bedingt sei oder nicht. Im Kulturkreis, aus welchem die Explorandin stamme, bestehe in der Regel ein starker familiärer Zusammenhalt, mithin würden oftmals Aufgaben von anderen Familienmitgliedern übernommen, so koche oft die "Familienälteste" für die jüngeren oder umgekehrt. Weiter sei die Belastung bei einer Mutter mit einem Kleinkind in der Regel gross, sodass oftmals ein Mittagsschlaf auch für die Mütter Entlastung bringe. Gehe man den Tagesablauf durch, sei es zweifelsohne so, dass die Beschwerdeführerin ein nächtliches Schlafdefizit habe, aber am Tag eigentlich den völlig  Tag einer jungen Mutter mit einem Kleinkind durchlaufe. Die Arbeit als junge Mutter mit einem kleinen Kind sei anstrengend und dies umso mehr, wenn man an einer entzündlichen Erkrankung leide. Diesem Umstand habe er bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen. Aus dem MRI vom 28. Oktober 2019 könne er keine neuen Erkenntnisse ziehen. Schliesslich sei es
Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht
wünschenswert, dass andere Medikamente eingesetzt werden könnten, falls sich die Situation betreffend eine erneute Schwangerschaft geändert habe. Es sei durchaus möglich, dass es der Versicherten dann wesentlich bessergehen würde. Es seien nämlich mehrfach andere  empfohlen worden, ein Medikamentenwechsel sei aber nicht angezeigt gewesen, da die Beschwerdeführerin nicht ausgeschlossen habe, wieder schwanger zu werden.  sehe er keine Argumente, welche die Beurteilung in seinem Gutachten vom 1. Juli 2019 umstossen würden, weshalb er an seiner Beurteilung festhalte.
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 18.  2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren  auf das rheumatologische Gutachten von Dr. D._ vom 1. Juli 2019. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt Ablauf Wartejahr, mithin am 1. Juni 2018, ihre bisherige Tätigkeit nur noch im Umfang von 30% zumutbar sei. Hingegen sei ihr ab diesem Datum eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen,  rückenschonend, im Umfang von 80% zumutbar.
6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, ist rechtsprechungsgemäss den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Das Gutachten von Dr. D._ vom 1. Juli 2019 erfüllt die rechtsprechungsgemässen  an eine medizinische Beurteilungsgrundlage. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten  worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sodann weist das Gutachten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf, setzt sich auch hinlänglich mit den bei den Akten  (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen, insbesondere auch mit dem Gutachten von Dr. C._ vom 13. August 2018 resp. mit dessen abweichender Einschätzung der , auseinander.
6.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht geeignet, konkrete Zweifel an der  des Gutachtens von Dr. D._ vom 1. Juli 2019 zu wecken.
Vorab ist festzuhalten, dass sich die Rheumatologen hinsichtlich der Diagnosen weitgehend einig sind. Die beiden zentralen Gutachten der Dres. D._ und C._ divergieren hingegen in  auf die Folgen der Krankheit für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten.  besteht diesbezüglich lediglich darin, dass in der ehemaligen Tätigkeit als Metzgerin und in jeder körperlich schweren oder mittelschweren Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht.
6.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beurteilung von Dr. C._, wonach sie auch im Alltag erheblich eingeschränkt sei, wecke erhebliche Zweifel an der Beurteilung und den Schlussfolgerungen von Dr. D._ bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Dr. D._ orientiere sich für
Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht
die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung auffallend dominant am Umstand, dass die Beschwerdeführerin gelegentlich auf dem Kinderspielplatz anzutreffen sei. Der Gutachter sehe darin eine Ressource, obwohl dies vielmehr Ausdruck dafür sei, dass sie in ihrem Alltag dringend Entlastung brauche und diese beim Gang zum Spielplatz finden würde.
Dem ist entgegenzuhalten, dass aus dem rheumatologischen Gutachten von Dr. D._  wird, dass dieser nicht nur im Besuch des Spielplatzes, sondern generell in den  der Beschwerdeführerin Ressourcen erblickt. Die noch vorhandenen Ressourcen folgert der Gutachter aus den Schilderungen des Tagesablaufs. So hat die Versicherte ausgeführt, sie besuche täglich die im gleichen Block auf der gleichen Etage wohnenden Eltern und bleibe  meistens bei ihrer Mutter. Es könne sein, dass sie mit ihrem Kind 1-1,5 Stunden spazieren gingen und sich auf dem Spielplatz beschäftigen würden. Oft koche ihre Mutter das Mittagessen, sie bereite dann dem Sohn das Essen zu. Den Nachmittag verbringe sie ähnlich mit ihrem Sohn. Wenn ihr Mann Spätschicht habe, müsse sie kein Abendessen kochen, bei Frühschicht würden sie das Essen gemeinsam zubereiten. Abends schaue sie fern, beaufsichtige den Sohn und spiele mit ihm oder beschäftige sich mit dem Handy. Unter "activity of daily life" hält der Gutachter fest, in den Bereichen An- und Ausziehen, Duschen sowie Körperhygiene bestehe eine  Selbständigkeit. Weiter räume die Versicherte im Haushalt auf, weil sie sich bewegen wolle, Reinigungsarbeiten wie Staubsaugen tätige sie oder, wenn es nicht gehe, ihre Mutter. Die  schweren Arbeiten erledige in der Regel der Mann. Damit offenbart die  zweifellos vorhandene Ressourcen, womit die Aussage von Dr. D._, wonach in den Schilderungen des Tagesablaufs normale Aktivitäten vorliegen würden, grundsätzlich zutrifft. Der Folgerung des Gutachters, dass die Alltagsaktivitäten einem völlig normalen Arbeitsalltag einer Hausfrau mit einem zweijährigen Kind entsprechen würden, kann allerdings nicht gänzlich  werden. Die durch Dr. D._ aus dem Alltag der Versicherten abgeleiteten vorhandenen Ressourcen erscheinen gesamthaft betrachtet als etwas übertrieben dargestellt, denn die  erhält in gewissen Bereichen durchaus auch Unterstützung von ihrer Mutter und ihrem Ehemann. Die Schlussfolgerung des Gutachters, wonach mit den Aktivitäten  werde, dass in Bezug auf eine körperlich leichte Tätigkeit Ressourcen bestehen resp. ihre Alltagsaktivitäten Berufstätigkeiten auf einem körperlich leichten Niveau entsprechen , ist hingegen nicht zu beanstanden. Hinzu kommt, dass Dr. C._ im Gegensatz zu Dr. D._ in seinem Gutachten auf noch vorhandene Fähigkeiten überhaupt nicht eingeht.
Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. D._ die Arbeitsfähigkeit nicht alleine mit den aufgrund der Alltagsaktivitäten gezeigten Ressourcen begründet. Er weist namentlich auch  hin, dass klinisch keine Schonungszeichen der Muskulatur erkennbar sind, so dass von  regelmässigen Einsatz der Muskulatur ohne relevante Behinderung auszugehen ist. Die  Muskulatur dokumentiere, dass sie nicht übermässig geschont werde. Auch im Übrigen  Dr. D._ seine Folgerungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit aus der medizinischen  sehr sorgfältig und detailliert her. Er verweist beispielsweise darauf, dass die entzündlichen Veränderungen aufgrund der objektiven Befunde eher rückläufig sind.
6.5 Der Beschwerdeführerin ist zwar beizupflichten, dass auch Gutachten, die von privaten Taggeldversicherungen in Auftrag gegeben worden sind, Beweiswert im IV-Verfahren haben.
Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht
Dies gilt auch für das Gutachten von Dr. C._ vom 13. August 2018. Der Beweiswert entspricht jedoch einer versicherungsinternen ärztlichen Feststellung und hat nicht denselben Beweiswert wie ein nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten eines unabhängigen externen  (9C_580/2018 vom 14. November 2018 E. 4.1). Ferner ist mit der Beschwerdegegnerin , dass das Gutachten von Dr. C._ zum einen deutlich weniger ausführlich und zum anderen auch rund ein Jahr älter, mithin weniger aktuell, als dasjenige von Dr. D._ ist. Aber auch inhaltlich vermag es keine konkreten Zweifel am Gutachten von Dr. D._ zu wecken. Dr. C._ setzt sich in seinem Gutachten im Gegensatz zu Dr. D._ nicht eingehend mit den verschiedenen Krankheitsbildern und dem Krankheitsverlauf auseinander. Er begnügt sich in  gutachterlichen Beurteilung mit einer Wiedergabe der Diagnosen und beschreibt dafür  die bisherigen und möglichen Therapieversuche, bevor er sich eingehend den  der Arbeitsfähigkeit zuwendet. Diesbezüglich fällt auf, dass Dr. C._ – nicht in  mit seiner an anderem Ort im Gutachten folgenden Einschätzung der  – erklärt, vom Belastungsprofil her könne die Beschwerdeführerin auch wieder eine  Tätigkeit ausführen, wie sie dies vor Eintritt der Schwangerschaft zu 100% getan habe, als sie lediglich im Ladengeschäft gearbeitet und beispielsweise kalte Platten hergerichtet habe. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit begründet Dr. C._ denn auch nicht mit den Folgen der geschilderten Krankheitsbilder, sondern mit der durch die  und die nachfolgenden Belastungen der Mutterschaft stattgefundenen . Entsprechend stellt Dr. C._ in seiner Beurteilung fest, dass die Einschränkung der  vor allem in den sekundären Folgen des Schlafmangels mit verminderter , verminderter zwischenmenschlicher Belastbarkeit sowie eingeschränkter  bestehen würde.
In Bezug auf die Müdigkeit beschreibt Dr. D._ demgegenüber nachvollziehbar und , dass die in seiner Untersuchung festgestellte, starke Eisenmangelsituation mit grosser Wahrscheinlichkeit für einen erheblichen Teil der subjektiv angegebenen starken Müdigkeit  gemacht werden kann. Daraus folgt, dass die Müdigkeit nicht nur als  der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung zu interpretieren ist. Ferner ist mit Dr. D._ zu konstatieren, dass es in Anbetracht des Vorliegens eines weichteilrheumatischen  und bei objektiv im MRI nur diskreten nachgewiesenen entzündlichen Residualbefunden schwierig nachzuvollziehen ist, warum gemäss Dr. C._ eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit bestehen soll.
6.6 Insgesamt sind jedenfalls keine konkreten Gründe ersichtlich, die es rechtfertigen , von der Beurteilung von Dr. D._ abzuweichen. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach gestützt auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D._ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen,  rückenschonend, im Umfang von 80% arbeitsfähig ist. Vor diesem Hintergrund durfte die Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 137 V 64 E. 5.2, 136 I 229 E. 5.3) – ohne gegen den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zu verstossen – auf weitere medizinische Abklärungen verzichten.
Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht
7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen . Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der  bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des  Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222, 128 V 174). Wie aus dem Dargelegten erhellt, bestand bei der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt unter Berücksichtigung des formulierten Zumutbarkeitsprofils in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit.
7.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinkommen gestützt auf die  Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, 10 – 11 Herstellung von Nahrungsmitteln; Getränkeherstellung,  der Tätigkeit 2, Spalte Frauen, Fr. 4'507.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung und Umrechnung auf die  wöchentliche Arbeitszeit x 12 Monate ergab sich ein jährliches Einkommen von Fr. 56'121.--. Die Beschwerdeführerin beanstandet diesbezüglich, dass der Validenlohn nicht  des zuletzt erzielten Einkommens von jährlich Fr. 61'100.--, sondern anhand des  Durchschnittslohnes bestimmt worden sei.
Aus den Akten ergibt sich, dass die ehemalige Arbeitgeberin die Versicherte mit Schreiben vom 28. Februar 2017 bis zum 13. April 2017 von der Arbeitsleistung freigestellt hat, da sie ihr  von Umstrukturierungen nach dem Mutterschaftsurlaub keine Arbeit mehr anbieten konnte. Die ehemalige Arbeitgeberin hat der Versicherten sodann mit Schreiben vom 10. April 2017 per 31. Juli 2017 gekündigt und diese weiterhin bis zum Ende der Kündigungsfrist von der  freigestellt. Dem "Fragebogen für Arbeitgebende" vom 3. Januar 2018 ist zu entnehmen, dass die Kündigung aufgrund "betrieblicher Umstrukturierungen" erfolgt ist. Ausserdem ist daraus aber auch ersichtlich, dass die Versicherte bereits ab 1. September 2016 zu 50% und ab 15.  2016 dann zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist. Der letzte effektive Arbeitstag der  war am 14. Oktober 2016. Nach der Geburt des Kindes am 18. Dezember 2016 hat sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gearbeitet. Unter diesen Umständen wäre es auch durchaus denkbar, dass – wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht – der wahre Grund für die Kündigung vielmehr in ihrer Arbeitsunfähigkeit gelegen hat. Im Ergebnis kann die Frage allerdings offengelassen werden, ob die Versicherte wegen Umstrukturierungen oder ihrer  entlassen worden ist, da weder bei einem Valideneinkommen gestützt auf die LSE noch bei einem Valideneinkommen gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen ein  Invaliditätsgrad resultiert.
7.3 Die Beschwerdegegnerin errechnete das Invalideneinkommen aufgrund der LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor Total, Kompetenzniveau der Tätigkeit 1, Spalte Frauen, Fr. 4'363.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses  an die Nominallohnentwicklung und Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche  x 12 Monate ergab sich ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 54'799.--. Bei einem zumutbaren Pensum von 80% resultierte ein Jahreseinkommen von Fr. 43'840.--. Die  bringt vor, dass ein angemessener Leidensabzug vorzunehmen sei, da sie nur noch
Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen könne, die diverse Zwangshaltungen  würden.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und  Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die  Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen  nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach  Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen.  ist ein Abzug auf dem Invalideneinkommen insbesondere dann zu gewähren, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und  Tätigkeiten umfasst. Ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter)  vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, stellt eine Rechtsfrage dar, die das Bundesgericht im Rahmen der den Parteien obliegenden Begründungs- bzw. Rügepflicht frei überprüfen kann (BGer 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011, E. 4.2.1 und 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Die Tatsache allein, dass die Versicherte nur noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausführen kann, die diverse Zwangshaltungen ausschliessen, rechtfertigt demgemäss noch keinen Abzug vom . Vorliegend wurden die leidensbedingten Einschränkungen ausserdem bereits in der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Das durch die Beschwerdegegnerin  Invalideneinkommen ist daher nicht zu beanstanden.
8. Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, dass die IV-Stelle den Rentenanspruch der  zu Recht verneint hat. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 18.  2020 ist nicht zu beanstanden, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die  oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in  Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei,  ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten  in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.
Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht