Decision ID: a2e8351a-cdf7-4d8e-949e-057cd0160b4e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war ab dem
1.
Januar 2011 bei der
Avenir
Krankenversicherung AG
gemäss
dem Bundesgesetz über die
Kranken
versicherung (KVG)
gegen Krankheiten und Unfälle versichert
(vgl. Urk.
10/3-4
und 10/6
)
, wobei sie mehrmals das Versicherungsmodell wechselte
(vgl.
Urk.
10/7
und 10/17-18).
1.2
M
it E-Mail
vom 4.
Juli 2019 informierte
der Versicherer
die Versicherte, dass die Betreibung N
r.
«1»
(
betreffend die Kostenbeteiligung Nr.
«2»
)
und die Betreibung Nr.
«3»
(
betreffend die Prämien Oktober bis Dezember 2017
sowie die Kostenbeteiligung Nr.
«4»
)
noch offen und beim Betreibungsamt zu begleichen seien.
Ebenfalls n
och offen und auf das Konto des Versicherers zu überweisen sei die Prämie Juli 2019
von
Fr.
380.9
0.
Darüber hinaus bestünden Verlustscheine im Gesamtbetrag von
Fr.
1'936.6
5.
Dieser
Betrag
könne nach An
frage nach
eigenem
Ermessen beglichen werden
(
Urk.
10
/53).
Am
8.
Oktober 2019 stellte
der Versicherer
für
die Versicherte
eine Versicherungspolice für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
(OKP)
für das Jahr 2020 aus (
Urk.
10/1
)
. Ferner liess er
ihr am 2
4.
Oktober 2019 einen Auszug der
seit dem
1.
Dezember 2014 übernommenen medizinischen Leistungen
zukommen
(Urk. 10/5
5
).
Mit Schreiben vom 2
5.
Oktober 2019
setzte
er sie zudem
in Kennt
nis, dass ihr Anspruch auf Prämienverbilligung für die Monate Januar bis Dezember 2019 von der kantonalen Behörde von bisher
Fr.
4.50 auf
Fr.
85.30 pro Monat erhöht worden sei.
Ein
Betrag
zu ihren Gunsten
würde
mit den folgenden Prämienrechnungen verrechnet oder auf ihr Konto überwiesen (
Urk.
10/56).
1.
3
In der Folg
e retournierte die Versicherte
mit
Schreiben vom 3
1.
Oktober 2019
die Krankenkassenpolice
für das Jahr 2020
und erklärte, das V
ertragsverhältnis
wegen
«
Betrugs
(infolge doppelt eink
assierter
Krankenkassenprämien)
»
per 13.
September 2019
aufzulösen
.
Sie forderte
,
ihr die Prämienverbilligung für das Jahr 2019
sowie
den
«
gestohlenen
»
Betrag von F
r. 620
.-- zu erstatten
(Urk.
10/57
).
Am 2
9.
November 2019 wies der Versicherer sie schriftlich auf einen Ausstand von
Fr.
428.
95 im
Rahmen der Betreibung Nr.
«
1
»
hin
(
Urk. 10/58).
Hierauf beharrte d
ie Versicherte m
it Schreiben vom 2
6.
Dezember 2019
auf der
Auflösung des V
ertrages per 1
3.
September 2019 und
forderte
–
u
nter Hinweis auf einen
weiteren
«
Diebstahl per
4.
November 2019
»
im Betrag von
Fr.
118.80
–
insgesamt
Fr.
738.80 nebst
der
Vergütung der
Prämienverbilligung für Januar bis September 2019
von
Fr.
85.30 pro Monat
(
Urk.
10/59)
.
Der Versicherer
liess
ihr
daraufhin
am
8.
Januar 2020 einen Kontoauszug
zukommen, der einen A
us
stand von
Fr.
3‘819.95
auswies
(
Urk.
10/60)
.
Zudem
erläuterte
er ihr
am
25.
Januar 2020
schriftlich
die Anrechnung der P
rämienverbilligung
für das
Jahr 2019
und
bezifferte
die
A
usstände im Rahmen von Verlustscheinen, Betreibung
en
und offene
n
Prämien.
Abschliessend
hielt er fest, der Vertrag bleibe bestehen, könne aber nach Bezahlung der Ausstände unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist auf Ende Kalenderjahr gekündigt werden (U
rk. 10/61
).
In der Folge
hielt
die Versicherte
an
d
er Vertragsauflösun
g
,
d
er Forderung von
Fr.
738.80 sowie der Überweisung der Prämienverbilligung
von
Fr.
767.70
an sie fest
(Urk.
10/62, 10/66
,
10/69
,
10/71
und 10/73
)
und retournierte mit Schreiben vom 2
0.
Oktober 2020 (
Urk.
10/71) die vom Versicherer am
8.
Oktober 2020 aus
gestellte Versicherungspolice für das Jahr 2021 (
Urk.
10/1)
. Der Versicherer wies
sie
abermals auf das Verbot des Kassenwechsels vor Begleichung aller Ausstände hin
. Diese listete
er jeweils detailliert auf
und
machte
(
ohne Anerkennung einer Rechtspflicht
)
Z
ugeständnisse bezüglich Ma
hn- und Betreibungskosten
.
Ferner
ersuchte er die Versicherte, ihm die Zusammensetzung
ihrer Forderung mitzu
teilen und
entsprechende
Belege einzureichen
(
Urk.
10/63
,
10/68
und
10/70
)
.
Ins
besondere
erinnerte
der Versicherer die Versicherte
mit Schreiben vom 18.
November 2020
nochmals
an die Ausstände, die sie vor einem Kassenwechsel Ende Jahr zu begleichen habe.
Er fügte
an, nie eine Abtretungserklärung eines Sozialdienstes erhalten zu haben
; auf Anfrage hätten die von ihr genannten
Sozialdienste
denn auch
mitgeteilt
, die Beträge zur Bezahlung der Prämien
jeweils ihr
ausbezahlt zu haben.
Im gleichen Schreiben
zeigte
der Versicherer der Ver
sicherten
an, nicht auf ihre
Forderungen von
Fr.
118.80 und
Fr.
620.-- einzu
treten, sollte sie ihrer
Mitwirkungspflicht
bei der
en
Abklärung nicht innert 30 Tagen nachkommen
(
Urk.
10/72).
1.4
Schliesslich stellte die
A
veni
r
Krankenversicherung AG mit Verfügung vom 28.
Dezember 2020 fest, dass die Versicherte auch nach dem 1
3.
September 2019 unverändert bei ihr
für die
OKP
gemäss
KVG versichert sei.
Zudem
trat
sie infolge
Verletzung der Mitwirkungspflicht nach
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
nicht auf die Forderungen der Versicherten im Betrag von
Fr.
118.80 und F
r.
620.
-- ein (
Urk.
10/74).
Die von der Versicherten am
7.
Januar 2021 dagegen erhobene Ein
sprache (
Urk.
10/75)
wies
der Versicherer
mit Entscheid vom
4.
Februar 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Februar 2021 (richtig:
4.
Februar 2021,
vgl.
Urk.
11) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 16.
März 2021 Beschwerde. Darin beantragte sie sinngemäss
, es seien alle Forderungen und Verfügungen der
Avenir
Krankenversicherung AG abzuweisen. Insbesondere verlangte sie
die Auf
hebung
des angefochtenen Entscheids
mit der Begrün
dung, sie habe das Ver
sicherungsverhältnis bei der
Avenir
Krankenversicherung AG
per 13. September 2019 rechtsgültig gekündigt und schulde dieser nichts mehr, sondern habe viel
mehr Anspruch auf Rückerstattung zu viel bezahlter Prämien
(
Fr.
61
9
.10 per 1
3.
September 2019 und
Fr.
118.80 per 4. November 2019) sowie
nachträglich ausbezahlter Prämienverbilligungen
für das Jahr 201
9.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (Urk. 1
; Bei
lagen
Urk.
3/1-5
).
Mit Verfügung vom 2
4.
März 2021 setzte das
Gericht
Frist zur Einreichung
der
Beschwerdeantwort an. Dabei wies es die Beschwerdeführerin i
n den Erwägungen darauf hin,
dass
die Anwaltssuche ihre Aufgabe sei,
zumal kein Grund zur Annahme bestehe, sie vermöge den Prozess nicht selbst zu führen (
Urk.
4).
In der Beschwerdeantwort vom 3
1.
Mai 2021 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2021 ordnete das Gericht einen zweiten Schriften
wechsel an (
Urk.
12). In der Replik vom 2
9.
Juli 2021 (
Urk.
14/1; Beilage
Urk.
14/2) und der Duplik vom
9.
September 2021 (
Urk.
23)
–
erstattet nach Klärung des versehentlichen Versands von
Urk.
14/2 als Dopp
el der Replik (dazu
Urk.
17-22) –
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde der Beschwerdeführerin
schliesslich
mit Verfügung vom 1
4.
September 2021 zu
r
Kenntnis gebracht (
Urk.
24).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
7
Abs.
1 KVG kann d
ie versicherte Person
den Versicherer
unter Ein
haltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist auf das Ende eines Kalender
semesters wechseln.
Bei der Mitteilung der neuen Prämie kann die versicherte Person
nach
Abs.
2 derselben Bestimmung
den Versicherer unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist auf das Ende des Monats wechseln, welcher der Gültigk
eit der neuen Prämie vorangeht.
Einschränkend zu Art. 7 Abs. 1 und 2 KVG ist
gemäss
Art. 94, 97 und 100 der
Verordnung über die Kranken
versicherung (KVV)
bei besonderen Versicherungsformen nur eine Kündigung auf das Ende eines Kalenderjahres möglich. Ein Wechsel des Versicherers darf als
dann nicht dazu führen, dass eine Person den Versicherungsschutz unterbrechen kann. Daher endet das Versicherungsverhältnis beim bisherigen Versicherer erst, wenn ihm der neue Versicherer mitgeteilt hat, dass die betreffende Person bei ihm ohne Unterbrechung des Versicherungsschutzes versichert ist (Art. 7 Abs. 5 KVG).
1.2
Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat der Versicherer ihr, nach mindestens einer schriftlichen Mahnung, eine Zahlungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzugs hinzuweisen (
Art.
64a
Abs.
1 des KVG). Bezahlt die versicherte Person trotz Zahlungsaufforderung die Prämien, Kostenbeteiligungen und Verzugszinse nicht innert der gesetzten Frist, so muss der Versicherer die Betreibung anheben (
Art.
64a
Abs.
2 Satz 1 KVG).
In Abweichung v
on der
Regelung
in
Art.
7 KVG
sieht
Art.
64a
Abs.
6 Satz 1 KVG vor, dass
die säumige versicherte Person den Versicherer nicht wechseln
kann
, solange sie die ausstehenden Prämien und Kostenbeteiligungen sowie die Ver
zugszinse
n
und Betreibungskosten nicht vollständig bezahlt hat. Vorbehalten bleiben die hier nicht weiter interessierenden zwingenden Gründe für einen
Ver
sichererwechsel
nach
Art.
7
Abs.
3 und 4 KVG. Säumig
im Sinne von
Art.
64a
Abs.
6 KVG
ist die versicherte Person gemäss
Art.
105l
Abs.
1 KVV ab Zustellung der Mahnung nach
Art.
105b
Abs.
1 K
VV.
Bei
Verlustschein
en
bezieht sich die «vollständige Begleichung sämtlicher Ausstände»
alsdann
auf den G
esamtbetrag der darin
verurkundeten
Forderung, selbst wenn der Kanton
einen A
nteil von 85
%
gemäss
Art.
64a
Abs.
3 und 4 KVG
übernommen hat (BGE 144 V 380
).
1.
3
Kündigt eine säumige versicherte Person ihr Versicherungsverhältnis, so muss der Versicherer sie
nach
Art.
105l
Abs.
2 KVV
informieren, dass die Kündigung keine Wirkung entfaltet, wenn die bis einen Monat vor Ablauf der Kündigungsfrist gemahnten Prämien, Kostenbeteiligungen und Verzugszinse sowie die bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen Betreibungskosten bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht vollständig bezahlt sind.
Der Versicherer hat die säumige versicherte Person somit, nach erfolgter Kündigung, hinsichtlich der in
Art.
64
a
Abs.
6 KVG verankerten Rechtsfolgen aufzuklären. Dies hat nach Möglichkeit so rechtzeitig zu geschehen, dass die versicherte Person die Chance hat, den betreffenden Ausstand noch vor dem Ablauf de
s
Kündigungstermins zu begleichen
(vgl. Urteil des Bundegerichts 9C_367/2017 vom 1
0.
November 2017 E. 5.4).
Sind die ausstehenden Beträge nach
Abs.
2 beim Versicherer nicht recht
zeitig eingetroffen, so muss dieser die betroffene Person informieren, dass sie weiterhin bei ihm versichert ist und frühestens auf den nächstmöglichen Termin nach
Art.
7
Abs.
1 und 2 KVG den Versicherer wechseln kann. Der Versicherer muss zudem den neuen Versicherer innerhalb von 60 Tagen darüber informieren, dass die versicherte Person weiterhin bei ihm versichert ist (
Art.
105l
Abs.
3 KVV; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 9C_653/2015 vom
7.
Juli 2016 E. 3).
1.4
Im Übrigen prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (
Art.
43
Abs.
1
ATSG
). Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unent
geltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Fest
setzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind (
Art.
28
Abs.
2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Art.
43
Abs.
3 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im angefochtenen Entscheid
,
man
könne
keine ungesetzliche B
ereicherung feststellen
. Die
OKP
laufe somit unverändert weiter.
Trotz der Schreiben vom 1
7.
Juli und 1
8.
November 2020 habe die Beschwerde
führerin keine Belege zu ihren Forderungen vorgelegt.
Eine
Überprüfung
sei
nicht möglich
, solange
deren Zusammensetzung unklar sei
. Aktuelle Ausstände bestünden im Rahmen der Betreibung Nr.
«5»
(betreffend die Prämien Januar bis September 2020)
, der Prämien Oktober bis Dezember 2020
und
de
r
Verlust
scheine
der
Jahre 2014
bis
2017
.
Vollständig bezahlt seien die Prämien der Jahre 2018 und 2019 (
Urk.
2 E. B).
2.2
Dem
entgegnete
die Beschwerdeführerin in der Beschwerde
,
es seien zu Unrecht Krankenkassenprämien doppelt kassiert und die Prämienverbilligung nicht zurückerstattet worden, weshalb sie
per
1
3.
September 2019
ausgetreten sei
.
Bis zur Neuberechnung der Alimente ab 1. Mai 2018 sei der Beschwerdegegnerin die Krankenkassenprämie direkt vom Sozialamt überwiesen worden. Diese habe ihr
n
ach Empfang
von Fr. 294.95
per 2
4.
Mai 2018 versprochen, die angekündigte Pfändung beim Betreibungsamt Baden zu stoppen und zurückzuziehen. Dennoch seien ihr per 1
3.
September 2019
Fr.
619.10 und per
4.
November 2019
Fr.
118.80 im Auftrag der Beschwerdegegnerin gestohlen worden
,
und das Geld für die am 2
4.
Mai 2018 längst bezahlten Prämien
sei
nie zurückerstattet worden (
Urk.
1).
2.3
In der Beschwerdeantwort
hielt die Beschwerdegegnerin an
ihren bisherigen
Aus
führungen fest (vgl.
Urk.
9 E. D.10-12).
Ergänzend
wies sie darauf
hin, dass
d
er die Prämie übersteigende Teil
der Prämienverbilligung
zwar
für andere Schulden
als die Prämien
,
nicht
aber
für Verlustscheine verwendet werden
dürfe
(
Urk.
9 E. D.8 f.).
Es
bestehe
zudem
keine Gesetzesgrundlage für einen sofortigen Austritt aus der
OKP
. Ihr sei auch nie ein neuer Versicherer bekannt gegeben
oder
eine Nachversicherungsbestätigung eingereicht worden (
Urk.
9 E. D.13).
Letztlich seien im
Kontoauszug alle von der
Beschwerdeführerin
erhaltenen Beträge sowie die vom Kanton ausbezahlten Prämienverbilligungen verbucht (
Urk.
9 E. D.14).
2.4
Der Replik ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im März 2018 einen Verkehrsunfall erlitt. Die Beschwerdegegnerin habe die Rechnungen des Kantonsspitals
Y._
erst übernommen, als sich die Opferhilfe eingeschaltet habe. Die Betreibung und Kosten seien indessen nie gelöscht worden (
Urk.
14/1 S. 2).
2.
5
Aus der Duplik ergeben sich keine neuen Aspekte (
Urk.
23).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin, w
ie
bereits
im Sachverhalt E. 1
.3
dargelegt,
mit
Schreiben vom 3
1.
Oktober 2019 die Krankenkassenpolice für das Jahr 2020 retourniert und
sinngemäss
den Versicherungsvertrag rück
wirkend per 13. September 2019 gekündigt.
Wie die Beschwerdegegnerin zu
treffend erörterte
, setzt eine Beendigung des Versicherungsverhältnisses
ge
mäss Gesetz indessen insbesondere voraus, dass
Kündigungsfrist und -termin ein
gehalten werden, am Kündigungstermin
keine gemahnten Ausstände bestehen und ein Versicherungsnac
hweis seitens des neuen Kranken
versicherer vorliegt
(vgl. E
. 1.1-1.3). D
iese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt.
3.2
Zunächst e
rgeben sich weder aus den Akten noch den Behauptungen
der Beschwerdeführerin
Hinweise darauf, dass
sie
entgegen der Darstellung der Beschwerdegegnerin
(vgl. E. 2.3)
für die Jahre 2019 bis 2021 bei einem anderen Krankenversi
cherer eine Police für die
OKP
abgeschlossen
hätte
, welcher
der Beschwerdegegnerin eine entspreche
nde
Nachversicherungsbestätigung
hätte
zu
kommen
lassen
.
Die Beendigung
eines Versicherungsverhältnisses
wird
indessen immer
erst mit der Mitteilung der Weiterversicherung bewirkt
.
Selbst wenn
also
festgestellt
würde
, dass
die Beschwerdegegnerin als
bisherige
r
Versicherer
die
Kündigung
durch die Beschwerdeführerin
zu Unrecht nicht akzeptiert
hätte
,
wäre eine
rückwirkende Beendigung des Versicherungsverhältnisses auf
die gesetz
lichen
Kündigungstermin
e
vom 3
1.
Dezember 2019 respektive 31. Dezember 2020
nur dann möglich, wenn die Mitteilung des neuen Versicherers vor dem Kündigungstermin
bei der Beschwerdegegnerin eingetroffen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_367/2017 vom 1
0.
November 2017 E. 3.2.2).
3.3
Schon am 1
5.
Mai 2018 hatte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zudem eine detaillierte Aufstellung über den nach Abzug der Prämienverbilligung verbleibenden und von ihr zu bezahlenden Anteil der Prämien (nach dem KVG wie auch dem
Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag
,
VVG)
für die Jahre 2014 bis 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10/36) und darauf hingewiesen, dass sie nie eine
Zahlung
eines Sozialamtes erhalten habe (
Urk.
10/37).
Dennoch
ist
den Kontoauszügen
vom
8.
Januar 202
0
(
Urk.
10/60)
und vom 30.
März 2021
(
Urk.
10/81)
zu entnehmen,
dass nach wie vor Verlustscheine im Gesamtbetrag von
Fr.
1'936.65
aus Betreibungen bestehen, die in den Jahren 2014 bis 2017 angehobenen wurden
.
Auf diesen Umstand
machte die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin
etwa mit E-Mail vom 4.
Juli 2019
(
Urk.
10/53) und Schreiben vom 2
9.
September 2020 (
Urk.
10/70)
aufmerksam
;
die entsprechenden Ausstände waren
zudem schon früher
aus dem
(schlecht leserlichen)
Kontoauszug vom 2
0.
April 2018
(
Urk.
10/33)
ersichtlich
(
vgl.
Betreibungen N
r.
«6»
,
«7»
,
«8»
,
«9»
und
«10»
)
.
Die Beschwerdeführerin musste sich
also
beim Verfassen des Kündigungsschreibens vom 3
1.
Oktober 2019
und jederzeit danach
bewusst sein, dass
diese
konkret bezifferten
Ausstände noch bestehen
. Sie behauptete denn auch nicht, zu irgend
einem Zeitpunkt
nach dem
4.
Juli 2019
noch
Abzahlungen an Verlustscheine geleistet zu haben.
Unter diesem Gesichtspunkt kann offenbleiben, inwiefern die in der E-Mail vom 4. Juli 2019
(
Urk.
10/53)
ferner
erwähnten Betreibungen Nr.
«3»
sowie
Nr.
«1»
(am 2
9.
November 2019 mit Fr. 428.95 beziffert,
Urk.
10/58) recht
mässig erfolgt
waren und einem
Versichererwechsel
per
1.
Januar 2020 ent
gegenstanden
.
Bei beiden
Betreibungen
monierte die Beschwerdegegnerin
vor
gängig
eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht
seitens der Beschwerdeführerin
(
Urk.
10/13, 10/15, 10/20
,
10/31-32
und 10/42
;
Urk.
10/35, 10/40, 10/44
; ferner
Urk.
10/47 und 10/55
)
. Zudem liess sie beide Betreibungen
im Jahr 2019 sistier
en
(
Urk.
10/48;
Urk.
10/50)
. Die Kostenbeteiligung
in der Betreibung Nr.
«3»
schrieb sie
alsdann
im Januar 2019 definitiv ab, diejenige in der Betreibung Nr.
«1»
erst
im Februar 202
0.
Schliesslich
schrieb
sie
auch die Restbeträge für Spesen
im Februar 2020 bzw. September 20
20
definitiv ab
(
Urk.
10/81/7-8;
Urk.
10/81/12)
.
Sie betonte allerdings
,
damit keine Rechtspflicht anzuerkennen
(
Urk.
10/
70
)
.
Gemäss
ihrer
Stellungnahme zum Schreiben de
r Beschwerdeführerin vom
5.
Februar 2020
hat sie dieser ferner schon
am 10.
Dezember 2019 schriftlich mitgeteilt, dass die Forderung in der Betreibung Nr.
«3»
vollumfänglich bezahlt sei und gegen eine Gebühr von Fr. 30.
--
gelöscht werden könne (
Urk.
10/63).
Im Zug der Erledigung
dieser
Betreibungen
verrechnete
die Beschwerdegegnerin
sodann
einen Teil des
im Jahr 2020
mit
der
Betreibung Nr.
«5»
eingeforderten Betrag
s
betreffend die
Prämien 2019
und schrieb den Rest
betrag
ebenfalls
definitiv ab
(
Urk.
10/81/14; zum Vorgehen der Beschwerde
gegnerin im Detail
vgl.
Urk.
10/70
und 10/72
)
.
Dass einem
Versichererwechsel
per
1.
Januar 2021 neben den Verlustscheinen auch Ausstände in Form von nicht bezahlten und
zumindest
gemahnten Prämien für das Jahr 2020 entgegenstanden, ist
zumindest im Ansatz
ausgewiesen
(etwa
Urk.
10/81/14-15; erwähnte Beilagen in
Urk.
10/69)
, wobei die Beschwerde
führerin
auch
nach wie vor alle Forderung
en
betreffend den Zeitraum ab 13. September 2019 bestreitet.
3.4
Der
Einspracheentscheid
tritt
an die Stelle d
er angefochtenen Verfügung
. F
ür die gerichtliche Beurteilung
sind
somit
die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des
Einsp
racheentscheids
massgebend
(etwa Urteil des Bundes
gerichts 9C_564/2018 vom 2
3.
Januar 2019 E. 5.1).
Der vorliegend angefochtene
Einspracheentscheid
datier
t vom
4.
Februar 2021 (
Urk.
2).
Bis zu diesem Datum war die Beschwerdeführerin
nach dem vorstehend Aus
geführten somit
bereits deshalb
bei der Beschwerdegegnerin
für die OKP
ver
sichert,
weil
keinerlei Indizien dafür bestehen,
dass sie bis dahin bei einem anderen Versicherer eine entsprechende Versicherung abgeschlossen h
ätte
und diese Weiterversicherung der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht worden
wäre
.
Darüber hinaus steht fest
, dass einem
Versichererwechsel
per 3
1.
Dezember 2019 oder 3
1.
Dezember 2020 ein Ausstand von mindestens
Fr.
1'936.65 aus Ver
lustscheinen entgegenstand
. Die Beschwerdeführerin brachte nichts vor, was auf eine Unrechtmässigkeit der
diesen
Verlustscheinen
zugrund
e
liegenden
Betreibungen schliessen
liesse
.
Insbesondere
nahm
die Beschwerdegegnerin inzwischen bei den von der Beschwerdeführerin genannten Sozialämtern
Ab
klärungen vor. Diese bestätigten, dass sie
– im Einklang mit d
en vorliegenden
Kontoauszügen
–
das Geld zur Tilgung der Prämien nicht
direkt
der Beschwerde
gegnerin, sondern der Beschwerdeführerin überwiesen hatten
(
Urk.
10/72)
.
Sollte die Beschwerdeführerin im Besitz von Abr
echnungen
und Bankbelegen
im Zusammenhang mit dem Bezug von
Sozialhilfe sein,
di
e das Gegenteil belegen, wäre es ihr freigestanden, diese vorzulegen.
3.5
Es bleibt anzufügen,
dass es die Beschwerdegegnerin (
soweit aus den Akten ersichtlich
, in welchen etwa das vorerwähnte Schreiben vom 1
0.
Dezember 2019 fehlt) versäumte
, die Beschwerdeführerin rechtzeitig vor dem Kündigungstermin vom 3
1.
Dezember 2019 darauf hinzuweisen, dass ein Wechsel des Versicherers erst nach Begleichung der Ausstände möglich sein würde. Ein entsprechender Hinweis findet sich erstmals im Schreiben vom 25. Januar 2020 (
Urk.
10/61).
Ein Verstoss gegen
Art.
105l
Abs.
2 KVV
würde
allerdings nicht dazu
führen
, dass
die
Kündigung trotz
der Ausstände
wirksam
würde
, sondern hätte andere Rechts
folgen (vgl.
oberwähntes
Bundesgerichtsurteil 9
C_367/2017 E.
5.4.2).
Vor dem Kündigungstermin vom 3
1.
Dezember 2020 ist die Beschwerdegegnerin ihrer Aufklärungspflicht vollumfänglich nachgekommen. Mit
Schreiben vom 17.
Juli 2020 (
Urk.
10/68), 29. September 2020 (
Urk.
10/70) und 18. November 2020 (
Urk.
10/72)
bezifferte sie
jeweils
die Ausstände und wies auch auf d
ie Kündigungsbedingungen
(ausführlich erläutert im erstgenannten
Schreiben
)
hin.
4.
Soweit
die Beschwerdeführerin in der Beschwerde erstmals
darlegte
, dass es sich bei ihren Forderungen um Beträge handelt, d
ie am 1
3.
September und 4.
November 2019 gepfändet wurden
, obschon man ihr versprochen hatte, die Betreibung zu
sistieren
(vgl. E. 2.2)
,
ist nochmals daran zu erinnern, dass der rechtserhebliche Sachverhalt im Beschwerdeverfahren
nach den tatsächlichen Verhältnissen zur Zeit des Erlasses des angefochtenen
Einspracheentscheid
zu beurteilen
ist
(
vgl. E. 3.4). Dass die Beschwerdeführerin nachträglich
nähere An
gaben zu ihren
Forderungen
machte
, ändert nichts daran, dass sie ihrer Mit
wirkungspflicht im Sinne von
Art.
28
Abs.
2 bzw.
Art.
43
Abs.
3 ATSG bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids nicht nachgekommen war und die Beschwerdegegnerin daher zu Recht nicht auf ihre Forderungen eingetreten ist
. Es kann daher
offen bleiben
, ob diese Angaben der Beschwerde
führerin
ohne Belege
ausreichen, um die
von ihr behauptete Forderung
überprüfen
zu können
.
5.
Nach dem vorstehend Ausgeführten ist der angefochtene
Entscheid
somit nicht
zu beanstanden und die Beschwerde folglich abzuweisen, soweit darauf einzu
treten ist. Die Beschwerdeführerin wurde bereits mit Verfügung vom 24. März 2021 (
Urk.
4 E. 2) darauf hingewiesen, dass sich der Prozessgegenstand auf den angefochtenen Entscheid beschränkt, also
nur die Rechtsverhältnisse zu über
prüfen bzw. zu beurteilen
sind
, zu denen die Beschwerdegegnerin im Rahmen des
Einspracheentscheids
verbindlich
Stellung
genommen hat (im Detail vgl. BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
Soweit die Beschwerde
führerin darüber hinaus verlangt, sämtliche Forderungen und Verfügungen der Beschwerdegegnerin vollumfänglich abzuweisen (
Urk.
1 S. 2), ist auf diese Begehren nicht einzutreten.