Decision ID: 398c6106-966d-40f9-9ee1-d7a6e6903c91
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1976
,
war bei der
Y._
AG angestellt und über diese
bei
der Suva
gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er
sich
am
1
2.
April 2013 beim Ausladen von Gepäck am rechten Handge
lenk verletzte
(
Urk.
9/1
und 9/21
)
.
Aufgrund der festgestellten posttrauma
tischen Läsion des
Retinaculum
extensorum
im
6.
Strecksehnenfach mit
Luxa
tion des Extensor
capri
uln
aris
(ECU) rechts wurde
Mitte Juni 2013
eine
Syno
vektomie
und Fess
e
lung des ECU mittels
Retin
a
culumsplastik
durchgeführt (
Urk.
9/30
).
Im August 2014 wurde beim Versicherten zusätzlich eine zentrale Ruptur des
trianguläre
n
fibrokartilaginäre
n
Komplex
es (TFC) radialseitig mit Degeneration des
Ligamentum
scapholunatum
interosseum
(SL-Band) und des
Ligamentum
lunotriquetrum
interosseum
(TL-Band) mit dorsal anliegendem Ganglion rechts diagnostiziert (
Urk.
9/79 und 9/85). Es folgte im Oktober 2014 die Diagnose
Ulnaimpaktionssyndrom
rechts
(
Urk.
9/92). Schliesslich wurde aufgrund des Ergebnisses weiterer Infiltrationen eine
Ulnarverkürzungsosteoto
mie
vorgeschlagen (
Urk.
9/95).
Das Arbeitsverhältnis des Versicherten wurde seitens der Arbeitgeberin per Ende März 2015 aufgelöst (
Urk.
9/100). Bis dahin
absolvierte der Versicherte im Winter/Herbst 2013
zuerst
einen therapeutischen Arbeitseinsatz als „
Waag
meist
er
“
(
Urk.
9/33, 9/40 und 9/43-44) und
von Mai bis Oktober
2014
ein Arbeitstraining bei der
A._
(
Urk.
9/76
,
9/80
und 9/138
). Zu
d
em wurde er von der
Z._
, Arbeitsintegration, bis
4.
Mai 2015 bei der Stellensuche unterstützt (
Urk.
9/70, 9/74 und 9/115).
1.2
Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistu
ngen (Taggeld und
Heilkos
ten
; Urk.
9/24, 9/26
). Gestützt auf
die Abschlussuntersuchung der Kreisärztin vom 2
6.
Februar 2015
(
Urk.
9/108
) teilte sie dem Versicherten am
3.
März 2015 mit, diese Leistungen per 3
0.
April 2015 einzustellen und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen zu prüfen
(
Urk.
9/110
).
Alsdann klärte die Suva die erwerblichen Verhältnisse
ab (
Urk.
9/114
, 9/120, 9/123 und 9/124
) und ver
neinte m
it
Verfügung vom
3. Juni 2015
einen Anspruch des Versicherten
auf eine Invalidenrente oder eine Integritätsentschädigung (
Urk.
9/129
)
. Die
von diesem
erhobene Einsprache
vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
9/131
), ergänzend begründet mit Eingabe
n
vom
1.
und
2.
September 2015
(
Urk.
9/136
-137
), wies die Suva am
1
5.
September 2015
gestützt auf eine telefonische Auskunft der Kreisärztin (
Urk.
9/141
)
ab (Urk. 2
=
9/140
).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am
1
6.
Oktober 2015
Beschwerde
mit dem Antrag, ihm eine angemessen Invalidenrente mit Wirkung ab
1.
Mai
2015 zuzusprechen
(Urk. 1
).
Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
2
6.
November 2015
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015
bzw.
am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
D
ie Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG
sehen
vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben
,
nach bisherigem Recht gewährt werden (
Abs.
1 der genannten Übergangsbestimmungen
, zur Ausnahme betreffend die Kürzung von Komplementärrenten vgl. Abs. 2
).
Vorliegend finden deshalb
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Nor
men Anwendung
und werden
in dieser Fassung zitiert
.
1.2
Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid
vom 1
5.
September 2015 (Urk. 2 Ziff. 1b und 3a) die gesetzlichen Bestimmungen betreffend den Zeit
punkt des Fallabschlusses (Art. 19 UVG) sowie den Anspruch auf Invali
denrente (Art. 18 UVG in Verbindung mit Art. 7 und 8 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialver
siche
rungsrecht
s
, ATSG) zutreffend darge
legt.
Darauf kann ebenso verwiesen werden wie auf ihre rechtlichen Ausführun
gen in Ziff. 1a, 1d, 4a und 5a
zur Ermittlung des Invaliditäts
grad
e
s nach der allge
mei
nen Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG)
,
einschliesslich der Festsetzung des Invalideneinkommens mittels Lohnangaben aus der Dokumen
tation von Arbeitsplätzen der Suva (sog. DAP-Zahlen; vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_443/2016 vom 11. August 2016 E. 4
und E. 5.2
mit Hinwei
sen auf BGE 129 V 4
72 E. 4.2.1 und BGE 139 V 592).
Ebenfalls richtig sind ihre
recht
lichen Ausführungen
zur Aufgabe des Arztes im Rahmen der
Invaliditätsbe
messung
und zu den bei der beweismässigen Auswertung
(
versicherungsinter
ner
)
medizinischer
Berichte zu beachtenden Prinzipien (vgl.
insbesondere
BGE 134
V 231 E. 5.1,
125 V 351 E. 3a
, 125 V 256 E. 4 und 121 V 45 E. 2
;
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_620/2009 vom 2
6.
Oktober 2009 E. 4.2.1
und 8C_7
0/2017 vom 2
7.
März 2017 E. 3.2 je mit Hinweisen).
Soweit
Er
gänzungen und Präzisierungen angezeigt sind, erfolgen diese in den ent
spre
chenden Erwä
gungen.
2.
2.1
Der Beschwerdeführer machte geltend,
die Angaben der Kreisärztin zum
Zumut
barkeitsp
rofil
seien widersprüchlich, wobei die spätere
telefonische Auskunft ohne
neue
Untersuchung
und Begründung der Abweichung
erfolgt
sei
. Zudem habe das
Arbeitstraining gezeigt, dass seine
Arbeitsfähigkeit im Produktions
bereich nicht stabil sei
. Selbst bei leichter Belastung würden a
nhaltende Schmerzen auftreten
.
Es seien
nur repetitive Bewegungen ohne
Gewichtsbelas
tung
möglich
(
Urk.
1
S. 4 f.
).
Ferner
habe die Beschwerdegegnerin aus den 242 DAP-
Zahlen
,
die grösstenteils eine Lehre voraussetzen und eine
Bandbreite von Fr. 99‘
500
.–
aufweisen würden
, willkürlich
fünf
herausgepickt
. Diese
fünf Pro
file
würden bewusst zu einem
Invalid
itätsgrad von unter 10 % führen,
aber
– wie in der Einsprache dargelegt –
nicht seinem Belastungsprofil entsprechen
.
Zudem
seien die Angaben der Beschwerdegegnerin nicht nachvollziehbar und
würden
andere Unfallversicherer durch die Verwendung der DAP-Zahlen
benachteiligt,
da sie
die
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik (BF
S)
und
damit
einen leide
nsbedingten Abzug berück
sichtig
en müssten (
Urk.
1
S. 5-8).
In Anbetracht dessen
sei auf
den Tabellenlohn
gemäss LSE 2012, Sektor 3 (Dienstleistungen;
Ziff.
45-96) abzustellen
. Dabei rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15
%
aufgrund des
Belastungsprofils,
der
schlechten Deutschkenntnisse, der bescheidene
n Schulbil
dung und des
Wechsel
s
in ein neues Täti
gkeitsgebiet nach sieben Jahren.
Bei einem Invalideneinkommen von höchstens
Fr.
51‘788
.–
resultiere
ein
Invalidi
tätsgrad
von
mindestens
24
%
(
Urk.
1 S. 9 f.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, es sei vollumfäng
lich auf die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung abzustellen
. Die Kreisärztin habe telefonisch bestätigt, dass
nur
bei repetitiv belastenden Bewegungen mit der rechten Hand ein Gewichtslimit von 10 kg bestehe. Der Schlussbericht der Arbeitsvermittlung
sei nicht von einem Arzt verfasst worden und somit kein Grund, dies
zu hinterfragen
(
Urk.
2
Ziff.
2b).
Aus den
DAP-Zahlen seien nur leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ausgewählt worden, wobei die Kreisärztin hinsichtlich Fein- und Grobmotorik keine zusätzlichen Einschrän
kungen formuliert habe. Die
dabei
berücksichtigten mittelschweren Arbeiten seien nicht repetitiv. Bei einem Inva
lideneinkommen von
Fr.
63‘815.-
resultiere ein Invaliditätsgrad von 6
%
.
Ein solcher von 7
%
ergebe sich, wenn stattdessen auf den Tabellenlohn gemäss
LSE 2012, Tabell
e TA1, Kompetenzniveau 1, Total
Männer abgestellt und ein leidensbedingter Abzug von 5
%
berücksichtigt
werde
(
Urk.
2
Ziff.
5b und 6).
Ergänzend
ergibt sich aus der
Beschwerdeantwort, die Umsetzung der verbleiben
den Erwerbsmöglichkeit
stelle keinen
einmaligen Glücksfall dar
(
Urk.
8
Ziff.
10.2).
Eine erneute Untersuchung
durch die
Kreisärztin sei für
eine
blosse
Konkretisierung
des Zumutbarkeitsprofils
in sprachlicher Hinsicht zudem
nicht notwendig gewesen (
Urk.
8
Ziff.
10.4)
,
währe
d
die
Einschätzung der
B._
Arbeitsintegration
offenbar einzig auf den subjektiven Angaben des Beschwer
deführers
basiere
(
Urk.
8
Ziff.
10.5)
.
Ferner
werde
bei den DAP-Zahlen für den Mini-
bzw. M
aximallohn praxisgemäss auf die untersten bzw. obersten 10
%
ab
gestellt
(
Urk.
8
Ziff.
11.3)
, wobei die DAP-Methode
an sich
gemäss Rec
ht
sprechung zulässig
sei
(
Urk.
8
Ziff.
11.5).
Bezüglich der Stellenprofile s
eien
dem Beschwerdeführer
be
idhändig auszuführende Arbeiten
ebenso zumutbar wie
das
Hantieren mit Gegenständen
(
Urk.
8
Ziff.
11.6)
. Bei Anwendbarkeit der LSE seien schliesslich auch
Tätigkeiten ausserhalb des
Dienstleistungssektor
s
zumut
bar
und für das Zumutbarkeitsprofil
ein leidensbedingter Abzug von 5
%
ange
messen
(
Urk.
8
Ziff.
11.10).
D
ie Frage, ob
er
aus invaliditätsfremden Gründen deutlich unterdurchschnittlich verdient habe,
könne offengelassen bzw. verneint werden,
lie
g
e sein
Valideneinkommen
doch über dem Tabellenlohn (
Urk.
8
Ziff.
11.11)
.
2.
3
Strittig sind damit einerseits
das
im Rahmen
einer angepassten
, Vollzeit auszu
übenden
Tätigkeit
zumutbare Belastungsprofil
und andererseits
die
Berech
nungsgrundlagen
des Invalideneinkommens. Aufgrund der Akten zu Recht unbestritten ist, dass der
Fall per Ende April 2015 abzuschliessen bzw. der
Ren
tenanspruch ab 1.
Mai 2015 zu prüfen
ist
. So lehnte
der Beschwerdeführer
damals
weitere medizinische Massnahmen (
Ulnarverkürzungsosteotomie
und
Infiltrationen
)
ab
, die
den
Gesundheitszustand
noch hätten verbessern können, u
nd
auch
die Arbeitsvermittlung
wurde
damals
abgeschlossen
(
Urk.
2
Ziff.
3b
;
vgl. dazu
Urk.
9/108/5 und 9/115)
. Ergänzend ist hervorzuheben, dass
die
Diag
nosestellung
in den medizinischen Berichten
und damit zu Recht auch
unter den Parteien
keinen Anlass zu Diskussionen gibt
.
So beruhen d
ie im Sachver
halt E. 1
aufgelisteten Diagnosen
auf eingehenden klinischen und bildgebenden Untersuchungen und wurden mittels Infiltrationen
erhärtet (vgl.
Urk.
9/30, 9/79, 9/92, 9/95 und 9/108).
3.
3.1
Mit
Blick auf das Belastungsprofil
liegen ausser den
Arztberichten
auch Aus
künfte und Berichte von Personen vor, welche
am Versuch beteiligt waren, den Beschwerdeführer beruflich zu
reintegrieren
.
D
iese Rückmeldungen
gaben
oft
mals
den Anst
oss für
w
eitere medizinische Abklärungen.
3.2
Gemäss Auskunft d
er Arbeitgeberin
vom 1
6.
September 2013 arbeitete der Beschwerdeführer ab dem 1
2.
September 2013 von 6.30 bis 13.00 Uhr als zusätzlich eingeplante Hilfskraft an der Gepäckwaage.
Der Beschwerdeführer
müsse Gepäckstücke etikettieren und ab und zu auch mal ein Gepäck heben,
dies jedoch ohne zeitlichen Druck (
Urk.
9/37). Am 1
3.
Dezember 2013 berichtete die Arbeitgeberin per E-Mail, dass der Beschwerdeführer seine
Hand
immer noch nicht
zu
100
%
belasten könne, indes sei im Rahmen des therapeutischen Arbeitseinsatzes eine Steigerung in dem Sinne erreicht worden, als der Beschwerdeführer nun mit einer Präsenzzeit von 100
%
arbeite – allerdings mit einer Leistungsfähigkeit von max. 40 bis 50
%
. Im November und Dezember 2013 werde er deshalb immer noch in einer stark angepassten Tätigkeit als sog. „Waagmeister“ eingesetzt, wo er nur ab und zu Gepäck heben müsse,
aber nicht als Gepäcksortierer mit einer 100%-Belastung
(
Urk.
9/43).
3.3
Als erster relevanter medizinischer Bericht ist derjenige des Operateurs
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Handchirurgie, vom 19. Dezember 2013 zu nennen. Er führte aus, die Operation sei komplikationslos verlaufe
n
. Bei den weiteren Nachkontrollen sei die Pro-/Supination noch eingeschränkt gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit sei bis Anfang September 2013 mit 100
%
und anschliessend bis Mitte Oktober 2013 mit 50
%
festgelegt worden. Danach sei der Beschwer
deführer wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Bei der Konsul
tation am
9.
Dezember 2013 sei erneut eine deutliche Besserung festgestellt worden. Es seien noch endphasig Schmerzen bei der Pro-/Supination vorhanden gewesen, ansonsten zeige der ECU keine Luxationstendenz und sei gut geführt (
Urk.
9/50). Am
6.
Januar 2014 präzisierte
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer leide bei schweren Arbeiten noch unter Schmerzen im Handgelenksbereich, dies vor allem bei forcierter Pro- und Supination. Die Prognose sei aber gut und die Arbeitsfähigkeit sollte ab Anfang des Jahres 2014 wieder uneingeschränkt möglich sei
n
(
Urk.
9/51).
3.4
Die Ergotherapeutin,
D._
, berichtete am 2
5.
Januar 2014, die objektive Kraftmessung zeige rechts eine deutliche Kraftreduktion im Ver
hältnis zur Gegenseite (rechts 29 kg/links 40 kg). Für leichte Tätigkeiten des täglichen Lebens sei dies ausreichend. Beim Umlagern des Gepäcks auf den Ro
l
li entstünden indes hohe Belastungen, zumal dies schnell erfolgen müsse. Persis
tierend schmerzhaft sei die
Ulnarduktion
kombiniert mit der Flexion des Hand
gelenks, was oftmals keine achsengerechte Belastungen ermögliche. Die Beweg
lichkeit des linken Handgelenks sei im Vergleich zur Gegenseite nur noch leicht eingeschränkt (Flexion/Extension: rechts 65-0-70°, links 80-0-80°). Bei einigen Übungen, wie Liegestütze, sei der Beschwerdeführer noch eingeschränkt. Im Alltag verspüre er keine Schmerzen mehr, aber mehrmals täglich einen ein
schiessenden, stechenden Schmerz, der oft durch Kombinationsbewegungen ausgelöst werde. Dieser sei extrem stark, er müsse dann sofort alles fallen las
sen. Der Schmerz hindere ihn auch daran, in der Gepäckabfertigung zu arbeiten, da die starke Belastung den Schmerz sehr oft auslöse. Dieser Schmerz sei thera
peutisch nicht wesentlich beeinflussbar gewesen. Bezüglich der
Leistungsbe
reitschaft
des Beschwerdeführers sei kein auffälliges Verhalten festzustellen (
Urk.
9/53).
3.5
Die erste kreisärztliche Untersuchung wurde am 2
6.
Februar 2014 von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Chirurgie, durchgeführt. Ihr gegenüber gab der Beschwerdeführer an, die Arbeit am Schonarbeitsplatz könne er gut machen. Er müsse keine schweren Gewichte heben, sondern werde beim Wiegen eingesetzt, wo er eigentlich eher eine Tipp-Arbeit habe. Es sei ihm aufgefallen, dass bei Kälte die Hand oft die Farbe wechsle und die Beschwerden etwas zunehmen würden. In Ruhe habe er keine Beschwerden. Unter Belastung komme es immer wieder kurzfristig zu einer Art Stromschläge, vor allem im Bereich des Hand
gelenkes, aber auch radial. Er könne sich noch nicht mit der rechten Hand abstützen. Im alltäglichen Leben sei er nicht so eingeschränkt und könne im Haushalt eigentlich wieder alles machen.
Die Kreisärztin kam zum Schluss, in der klinischen Untersuchung zeige sich ein reizfreies recht
e
s Handgelenk, wobei die Narbe vor allem noch distal sehr druckempfindlich sei und es vor allem bei Pronation und
Ulnarabduktion
zu einer Schmerzeinstrahlung in diesem Bereich komme. Klinisch sei die ECU-Sehne unauffällig. Eine Subluxations-/Luxationstendenz oder ein Schnappen könne nicht ausgelöst werden. Die weitere Handgelenksuntersuchung sei unauffällig. Es bestünden seitengleiche Stabilitätsverhältnisse. Die Beweglich
keit im Bereich des rechten Handgelenkes sei noch
endgradig
, vor allem schmerzbedingt bei der Pronation und Abduktion, eingeschränkt (Fle
xion/Extension: rechts 70-0-70°, links 80-0-80°; Radial-/
Ulnarabduktion
: rechts 10-0-30°, links 20-0-30°; Pro-/Supination: rechts 85-0-90°, links 90-0-90°). Das Fingerspiel sei seitengleich unauffällig. Bezüglich der Kraftentwicklung zeige sich im Seitenvergleich noch eine mässige Verminderung rechts bei
Rechtsdo
minanz
(rechts 25/20/25 kg, links 40/30/35 kg). Insgesamt liege ein gutes post
operatives Ergebnis bei gut rehabilitierter Hand vor. Aufgrund der aktuellen Untersuchung und der geschilderten Symptomatik sei die bisherige Tätigkeit im
Swissport
Baggage
, bei welcher der Beschwerdeführer von Hand Koffer
be
- und entladen müsse (pro Schicht 10 bis 15 Tonnen), noch nicht zumutbar. Vor einem Entscheid empfehle sie eine Standortbestimmung der ECU-Sehne bzw. den Ausschluss einer anderen
ulnaren
Handgelenkspathologie mittels
Arthro
-MRI, eventuell eine neurologische Untersuchung zum Ausschluss eines
Neuri
noms
(
Urk.
9/58/2-5).
Am
3.
März 2014 besprach sich
Dr.
E._
zusätzlich mit
Dr.
C._
. Dieser erklärte am Telefon nach Erläuterung des Tätigkeitsfeldes des Beschwerdefüh
rers, eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende manuelle Tätigkeit für die Zukunft sei sinnvoller. Für die bisherige schwere manuelle körperliche Tätigkeit werde sicherlich eine gewisse Einschränkung – vor allem wegen der repetieren
den manuellen Tätigkeit – bestehen bleiben. Die derzeitigen Beschwerden könnten noch ausreichend durch die operative Revision erklärt werden, vor allem bei manuell schwerer Tätigkeit. Eine weitere Handgelenksdiagnostik sei daher derzeit nicht sinnvoll.
Dr.
E._
schloss sich dieser Meinung ausdrück
lich an und empfahl eine
Umplatzierung
in eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit (
Urk.
9/60).
3.6
3.6.1
In der Folge
wurde der Beschwerdeführer im Magazin beschäftigt. Wie sich an der Besprechung mit der Arbeitgeberin am
5.
Mai 2014 herausstellte, brachte dieser Einsatz indes nicht viel, weil die Belastbarkeit zu eingeschränkt war. Der Beschwerdeführer berichtet
e
über nach wie vor einschiessende Schmerzen wie Stromschläge und ein Anschwellen der Hand bei kaltem Wetter. Es sei ihm nicht möglich, sechs PET-Flaschen zu tragen, wobei er auch Angst habe, dass bei Belastung
etwas kaputt gehe (
Urk.
9/65).
3.6.2
Am 2
6.
Juni 2014 nahm der Beschwerdeführer ein Arbeitstraining auf und bestückte halbtags Frühstücksboxen/Ta
bletts
für verschiedene Airlines. Gemäss Angaben der für ihn zuständigen Person der
Z._
,
B._
Arbeitsintegration, vom
8.
Juli 2014 handelte es sich dabei um eine leichte Tätigkeit, welche er gut verrichten konnte. Die Schmerzen seien konstant vorhanden und würden bei der Arbeit nicht schlimmer. Man wolle probieren, die Tätigkeit ab nächster Woche zu erweitern. Bis anhin habe der Beschwerdeführer keine Fehltage und werde als guter, kontaktfreudiger Mitarbeiter wahrgenommen (
Urk.
9/76). In der E-Mail vom 2
1.
August 2013 wies die zuständige Person der
Z._
,
B._
Arbeitsintegration, indes auf die geringe Vermittlungsfähigkeit des Beschwer
deführers hin. Dieser könne lediglich zwei Arbeitsprozesse alleine durchführen, bei allen anderen sei er auf fremde Hilfe angewiesen bzw. könne diese aufgrund seiner Einschränkung nicht vollständig ausführen (
Urk.
9/80). Hierzu erläuterte seine Vorgesetzte im Gespräch vom 1
1.
September 2014, der Beschwerdeführer könne mit Gewichten bis maximal 10 kg bis ca. drei Stunden hantieren, nach
her würden die Beschwerden zu stark. Er führe vor allem Tätigkeiten mit Gewichten von 2 bis 5 kg während maximal vier Stunden
aus. Er arbeite gut, bemühe sich
und habe sich gut ins Team integriert (
Urk.
9/84). Letztlich meldete die zuständige Person der
Z._
,
B._
Arbeitsintegration, am 1
4.
November 2014, der Beschwerdeführer könne nicht sinnvoll eingesetzt werden. Man habe
die Präsenzzeit von 50
%
nicht steigern können und die leichtesten Arbeiten seien kaum möglich (
Urk.
9/93).
3.7
3.7.1
Aufgrund
dieser
Rückmeldung
en
aus der
beruflichen Integration
ersuchte die Sachbearbeiterin
der Suva
die Kreisärztin
Dr.
E._
um Überp
rüfung des Zumutbarkeitsprofil
s
. Diese riet
zur Einholung einer Z
w
eitmeinung
(
Urk.
9/69).
Parallel zum Arbeitstraining erfolgte
n
dementsprechend
w
eitere medizinische Abklärungen in der Uniklinik
F._
.
Der beigezogene
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Handchirurgie und Teamleiter der Handchirurgie, berichtete erstmals am 1
0.
Juli 201
4.
Er hielt fest, der Beschwer
deführer klage über Beschwerde
n
im Bereich des sechst
en Strecksehnenfaches und des
U
l
n
okarpalgelenkes
. Diese würden vor allem bei Belastung auftreten. Im Alltag bemerke der Beschwerdeführer in unregelmässigen Abständen im Bereich der Operationsnarbe einen elektrisierenden Schmerz. Einen genauen Auslösemechanismus könne er nicht beschreiben. Ausserdem habe dieser eine Differenz der Temperatur und Farbe beider Hände bemerkt. Beim Befund wies
Dr.
G._
darauf hin, dass der Beschwerdeführer sehr ängstlich und verunsichert wirke. Sodann notierte er zur rechten Hand unter anderem einen Druckschmerz im Bereich des sechsten Strecksehnenfaches. Es sei ein prominenter proximaler
Skaphoidopol
tastbar. Die Flexion/Extension sei seitengleich 70-0-70°. Die Radial-/
Ulnarduktion
betrage 10-0-30° und sei
endstreckig
schmerzbedingt ein
geschränkt. Die Pro
-
/Supination betrage seitengleich 85-0-90°, wobei letztere
endstreckig
ebenfalls schmerzhaft sei. Leicht schmerzhaft sei die
Ulnarduktion
gegen Widerstand. Im Bereich des distalen
Radioulnargelenks
(DRUG) bestehe eine leichte Instabilität. Der
mediokarpale
Clunktest
sei leicht schmerzhaft. Peri
phere Durchblutung, Motorik und Sensibilität seien indes intakt. Bei Palpation des
septum
intermusculare
mediale im Bereich des Oberarms rechts lasse sich ein elektrisierender Schmerz mit Ausstrahlung in den Daumen auslösen. Er schlussfolgerte, es könnten keine konklusiven Aussagen über allfällige Patholo
gien gemacht werden, und empfahl ein
Arthro
-MRI (
Urk.
9/77).
3.7.2
Die bildgebende Untersuchung zeigte eine Degeneration des SL-Bandes mit dor
sal anliegendem Ganglion sowie des LT-Bandes mit dorsal anliegendem Ganglion und einen radialseitigen Riss im TFC (
Urk.
9/85).
Neben dieser neuen Diagnose notierte
Dr.
med.
H._
,
ebenfalls
Facharzt für Handchirurgie und Stellvertreter von
Dr.
G._
,
im zweiten Bericht vom 12. August 2014
nahezu denselben Befund wie
Dr.
G._
zuvor
. Er fügte lediglich hinzu, dass die
Supi
nation
endstreckig
eingeschränkt sei und ein
Ulnaimpaktionsschmerz
bestehe. Aufgrund der neuen Diagnose empfahl er eine sequenzielle Infiltration des DRUG, bei persistierenden Schmerzen des
Mediokarpalgelenks
, gegebenenfalls des Rad
i
okarpalgelenks sowie eine operative Versorgung (
Urk.
9/79). Die
Kreis
ärztin
schlussfolgerte hieraus
am 1
1.
September 2014
, es sei nach wie vor davon auszugehen, dass eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit möglich sei. Die geltend gemachten Beschwerden seien in diesem Ausmass nicht erklärbar (
Urk.
9/82).
3.7.3
Im Bericht vom 2
9.
Oktober 2014 zur klinischen Verlaufskontrolle nach Infiltra
tion hielt
Dr.
H._
schliesslich fest, gemäss Beschwerdeführer hätten die Infiltrationen eher zu einer Zunahme der Beschwerden mit Ausstrahlung bis in die Schulter und die Halswirbelsäule ge
führt
. Dieser beschreibe auch eine starke Wetterfühligkeit. Die Radiologen hätten indes nach der Infiltration eine
Schmerzregredienz
auf der visuellen Analogskala von 7.5 auf 4 dokumentiert. Zum Befund des Handgelenks rechts führte
Dr.
H._
aus, es bestehe beid
seitig ein prominentes
Ulnastyloid
. Sodann wies er beim
Tinelzeichen
erstmals auf eine massive Schmerzangabe mit Ausstrahlung über den Handrücken bis in den
1.
Finger und bis in die rechte Schulter hin. Dazu stellte er folgenden Bewegungsumfang fest: Flexion/Extension 60-0-60°,
Ulnar
-/Radialabduktion 15-0-25° und Pro-/
Supination
75-0-75°. Die Kraft nach
Jamar
betrug 14 kg (Gegenseite 42 kg), die 2-Punktediskrimination allseits 3 mm. Seinem Befund fügte
Dr.
H._
hinzu, dass die Untersuchung stark schmerzüberlagert sei und eine massive Gegenspannung durch den Beschwerdeführer bestehe. Ferner hob er hervor, dass das Kontrastmittel bei der DRUG Infiltration rechts Ende September 2014 trotz angeblich zentraler TFC-Ruptur nicht nach radiokarpal geflossen sei. E
r
bitte nun die Radiologie
,
bei MR-tomographisch nachgewiese
nem
Ulnaimpaktionssyndrom
radiokarpal zu infiltrieren. Sollten die Beschwer
den persistieren, solle eine Infiltration
mediokarpal
erfolgen (
Urk.
9/92).
3.7.4
Im Bericht vom
4.
Dezember 2014 betreffend die Besprechung der Infiltration radiokarpal erläuterte
Dr.
H._
, diese habe den Beschwerdeführer nur sehr kurzfristig (zwei bis drei Stunden) ein
e Besserung erleben lassen. Bei
diesem
bestehe also effektiv ein
Ulnaimpaktionssyndrom
, das leider nur sehr kurzfristig auf die radiokarpale Infiltration angesprochen habe, aber mittels
Ulnarverkür
zungsosteotomie
austherapiert werden könnte. Daneben zeige sich eine dorsale Zyste
scapholunär
. Der Beschwerdeführer stehe einer Operation zurückhaltend gegenüber. Man habe ihm auch
erklärt, dass anderweitige troph
ische Störungen im Bereich der gesamten rechten Extremität nicht behandelt würden, sondern nur das
Ulnaimpaktionssyndrom
und die Pro-/
Subinationsbewegungen
eine Schmerzreduktion erfahren würden (
Urk.
9/95).
3.
8
Vom
4.
Nove
mber 2014 bis
4.
Mai 2015 wurde
in der Folge
eine Arbeitsvermitt
lung durchgeführt.
Gemäss
Schlussbericht der
Z._
,
B._
Arbei
tsintegration, vom 1
3.
Mai 2015
umfasste
das Arbeitstraining das Bereitstellen von
Früh
stücksboxen
, das Heben von Kisten und Stossen von Trolleys, das Aufbereiten von
Facetowels
sowie das Bereitstellen von Kaffeerahmportionen.
Dieses
sei im Oktober 2014 wegen wiederkehrender und zunehmender Schmerzen im Hand
gelenk trotz
Kortisonbehandlung
abgebrochen worden. Bei der Stellensuche habe man sich auf Chauffeurtätigkeiten konzentriert. Einerseits habe der Beschwerdeführer in diesem Bereich Erfahrung, andererseits sei eine solche Tätigkeit mit seinen Einschränkungen gut vereinbar, da er Gepäck gegebenen
falls mit der linken Hand einladen könne. Die Absagegründe seien undifferen
ziert gewesen
. Meistens sei a
ngegeben worden, der Beschwerdeführer verfüge nicht über die erforderliche Bewilligung für die Durchführung von Personen
transporten. Das anvisierte Ziel, den Fahrausweis für Taxis zu erwerben, habe der Beschwerdeführer aus Kostengründen auf
ge
geben. Er fürchte bei bestehen
den finanziellen Problemen, trotz eines solchen keine Stelle zu finden. Die Ausweitung des Suchbereichs im April 2015 auf Stellen im Verkauf und in der Reinigung habe noch zu keinen Vorstellungsgesprächen geführt. Die Bewer
bungsunterlagen seien
im Übrigen
lückenhaft, der Beschwerdeführer könne nicht für jede Stelle ein Arbeitszeugnis vorweisen.
Das Fazit des Berichts lautete, das Arbeitstraining habe zusammen mit den medi
zinischen Abklärungen gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Produktionsbereichs nicht stabil sei. Die auftretenden Schmerzen bei anhalten
der, leichter Belastung des geschädigten Handgelenks seien zu gross gewesen. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichterer (körperlich weniger belastender) Tätigkeit, welche die dominante geschädigte rechte Hand wenig tangiere, werde auf 100
%
geschätzt. So habe man Stellen im Bereich Aushilfe Verkauf,
Reini
gungsarbeiten
, Fahrzeugaufbereitung etc. gesucht. Im Bereich
Chauffeurtätig
keiten
habe der Beschwerdeführer mit den aktuellen Qualifikationen geringe Erfolgschancen. Diese würden sich mit dem Erwerb der Lizenz
der
Kategorie BPT/121, 122
für den berufsmässigen Personentransport
erhöhen. Intakt seien die Chancen auf eine Anstellung im Bereich Aushilfe Verkauf,
Reinigungs
arbeiten
etc. Der Beschwerdeführer sei bei der Stellensuche sehr motiviert. Er sei
ein korrekter und gewissenhafter Mitarbeiter, der gute Leistungen erbringe und ein gewinnendes Wesen besitze. Über direkte, persönliche Kontakte habe er die grössten Chancen, eine Anstellung zu finden (
Urk.
9/138).
3.
9
In
diesem
Zeitraum, konkret am 2
6.
Februar 2015,
nahm
Dr.
E._
die kreis
-
ärzt
liche Abschlussuntersuchung vor
.
Sie hielt fest, der Beschwerdeführer gebe an, dass
sich
die G
esamtsituation
seit
d
er letzten Untersuchung vor einem Jahr nicht verändert habe.
Inspektorisch
erscheine das rechte Handgelenk im Seitenvergleich frei bei reizloser Narbe. Im Bereic
h des
Processus
styloideus
,
d
er insgesamt sehr druckempfindlich sei, bestünden etwas vermehrt Schmerzen bei Pronation und
Ulnaraduktion
. Die ECU-Sehne sei klinisch unauffällig. Ebenso seien SL-Band, LT-Band und TFC beim klinischen Untersuch soweit unauffällig. Das Handgelenk imponiere im Seitenvergleich stabil, die Beweglichkeit sei
end
gradig
aufgrund der Schmerzen eingeschränkt. Bezüglich der Kraftentwicklung zeige sich noch eine Verminderung rechts bei Rech
tsdominanz.
Dr.
E._
betonte
, dass der Beschwerdeführer während der gesamten Anamnese und Untersuchung immer wieder eine Schonhaltung bezüglich der rechten Hand eingenommen habe, sich klinisch jedoch eine gut rehabilitierte Hand zeige. Aufgrund der aktuellen
klinischen Untersuchung und der
fortbestehenden per
sistierenden belastungsabhängigen Beschwerden im Bereich des rechten Hand
gelenkes sei die bisherige Tätigkeit bei
Swissport
Baggage
wahrscheinlich nicht mehr zumutbar. Eine optimal leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit, ohne repetitive belastende Bewegung und Gewicht bzw. Bedienen von vibrierenden Maschinen ganztags sei zumutbar. Im Übrigen habe sie dem Beschwerdeführer erklärt, dass man keine 100%ige Garantie für eine operative Sanierung abgeben könne (
Urk.
9/108/5 f.).
Präzisierend führte sie
am 1
1.
September 2015
auf Anfrage der Sachbearbeiterin
der Suva
im
Einspracheverfahren
aus, repetitiv dürften nur leichte Tätigkeiten bis maximal 10 kg ausgeführt werden. Für andere, nicht repetitive
Arbeiten
sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar (
Urk.
9/141).
4.
4.1
Zunächst ist f
estzustellen, dass die
gezeigte Leistungsfähigkeit
des Beschwerde
führers
im Laufe
des
beruflichen
Reintegrationsprozesses
nach einer anfäng
lichen Steigerung fortwährend
abnahm
. So konnte
er als „Waagmeister“
seine Präsenzzeit
noch
von 50 auf 100
%
steigern und dabei eine Leistung von 40 bis 50
%
erbringen, wobei
letzteres
wohl im Vergleich zur Arbeit als
Gepäcksor
tier
er
gemeint
ist, die gleichzeitig mit einer Belastung von 100
%
angegeben wurde. Neben der Tipparbeit musste er dabei ab und zu
auch
ein Gepäck heben, wenn auch ohne zeitlichen Druck (vgl. E. 3.2). Ein sinnvoller Einsatz im Maga
zin war
indes
nicht
mehr
möglich, wobei hervorgehoben wurde, dass der Beschwerdeführer Angst habe
, die Hand zu belasten (vgl. E.
3.6.1). Im Catering zeigte er sich z
uerst
motiviert
. Seine
Vorgesetzte erklärte
nach den ersten Wochen
, er könne drei Stunden mit Gewichten bis zu maximal 10 kg bzw. vier Stunden mit Gewichten von 2 bis 5 kg hantieren.
Am Ende des Arbeitstrainings wurde
demgegenüber
festgestellt, dass nicht nur das Arbeitspensum von 50
%
nicht gesteigert werden konnte, sondern auch die leichtesten Arbeiten kaum möglich waren (vgl. E. 3.6.2).
4.2
Ein ähnliches Bild skizzieren die medizinischen Berichte.
Aus diesen ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte
für eine massgebliche Verschlechterung des H
andleiden
s
des Beschwerdef
ührers im Laufe der Abklärungen
.
Dieser
bestätigt
e in diesem Sinne sogar
selbst
,
dass sich die
Gesamtsituation
zwischen den
kreis
ärztlichen
Untersuchungen nicht verändert habe.
Dennoch
sind
Bewegungsum
fang
des Handgelenks (Flexion/Extension,
Ulnar
-/Radialabduktion und Pro-/
Supination
) sowie Kraft der rechten Hand im dritten Bericht der Uniklinik
F._
vom 2
9.
Oktober 2014
im Vergleich zu
d
en vorhergehenden Berichten p
lötzlich
wesentlich
eingeschränkt
er.
Dr.
H._
stellte
in diesem Zusam
menhang
eine deutliche Schmerzüberlagerung und eine massive
Gegenspan
nung
fest (E. 3.4, 3.5, 3.7.1 und 3.7.2 im Vergleich zu E. 3.7.3).
Bereits zuvor hatte
Dr.
G._
den Beschwerdeführer als sehr ängstlich
bzw.
verunsiche
rt beschrieben (vgl. E. 3.7.1) und auch
der Kreisärztin fiel später
eine deutliche Schonhaltung auf. Die von ihr
zuletzt
gemessenen
Werte
waren
zw
ar
wieder etwas höher
als bei
Dr.
H._
, erreichten aber nicht mehr die Werte
ihrer ersten
Untersuchung (vgl. E. 3.9).
4.3
Als dritter
wesentlicher
Umstand zu erwähnen ist, dass nach Angaben des Beschwerdeführers
in der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung
seit einem Jahr sein 9-jähriger Sohn bei ihm leb
t
.
Zum Tagesablauf führte er aus, m
eistens zwischen 6.00 und 6.30 Uhr aufzustehen. Morgens mache er das Frühstück für sich und
d
en Sohn und
jenen auch
für die Schule parat. Anschliessend sei er vor allem im Internet auf Stellensuche. Das Mittagessen werde von ihm selbst
zu
bereitet, je nach Situation der Hand h
andle es sich nur um eine Kleinig
k
e
it oder koch
e
er auch mal. Die Haushaltstätigkeiten würden von ihm selbst gemacht. Am Nachmittag kümmere er sich um den Sohn und die Hausaufgaben. Den Einkauf mache er zusammen mit dem Sohn, er könne nur leichte Sachen tragen. Meisten
s
gehe er mit dem Sohn um 21 Uhr zu Bett. Die Nachtruhe sei gestört. Er werde auch immer wach, weil er seit dem Unfall vermehrt schwitze, vor allem im Nacken und vorne im Brustbereich. Je nach Lage komme es zu vermehrten Schmerzen in der Nacht. Es gebe Tage, an welchen er keine
Schmerzmittel benötige. An anderen Tagen nehme er zwei bis drei Tabletten (
Ponstan
,
Dafalgan
) ein (
Urk.
9/108
/3 f.
).
4.
4
A
ufgrund der vorstehenden Erwägungen
ist
es n
ahliegend, dass der Beschwerde
führer vor allem zu Beginn der
versuchten
Reintegration sein tat
sächliches Leistungspotential ausschöpfte.
Einerseits
entwickelte
er im Laufe der Zeit ein
auffallendes
Angst- und
Schonverhalten
. Infolgedessen waren
ihm
im Erwerbsleben selbst leichtere Arbeiten kaum
mehr
möglich
,
obschon
gemäss seinen Angaben
bei der Führung des Haushalts
kaum Einschränkungen
bestan
den
. Andererseits übernahm
er
offenbar kurz nach der
ersten
kreisärztlichen Untersuchung umfassende
Betreuungspflichten für seinen dannzumal noch keine zehn Jahre alten
Sohn
. Es ist anzunehmen, dass dies sein Streben nach einer Vollzeitstelle – sei es bewusst oder unbewusst – negativ beeinflusste.
4.5
Des Weiteren ist mit
der Beschwerdeführerin
hervorzuheben
, dass es
letztlich
Aufgabe des Arztes
bzw.
der Ärztin
ist
, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis
tungen der Pers
on noch zugemutet werden können. So hielt das Bundesgericht k
ürzlich in seinem Urteil 8C_70/
2017 vom 2
7.
März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen erneut fest,
eine vom Arzt befürwortete
bzw.
veranlasste
Evaluierung der funk
tionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
könne
allenfalls konkretisierend auf
zeigen, dass und welche (auf Erkrankungen des Bewegungsapparates zurückzuführende) Leistungseinschränkungen im Einzelnen
bestünden.
Indessen
bedürfe
es wiede
rum der ärztlichen Stellungnahme zu den dort gezeigten Leistungen (
bzw.
Ein
schränkungen), und es bleib
e
Aufgabe des Arztes, zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen.
4.6
Dr.
E._
schlussfolgerte in der
massgeblichen
Abschlussuntersuchung, eine optimale leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit sei ganztags zumutbar, wobei sie die optimale Tätigkeit als „ohne repetitive belastende Bewegung und Gewicht“ bzw. ohne Vibration definierte. Später fügte sie hinzu, repetitiv dürf
ten nur Tätigkeiten bis maximal 10 kg ausgeführt werden (vgl. E. 3.9). Diesbe
züglich ist
mit Blick auf die Argumentation des Beschwerdeführers vorab
fest
zuhalten, dass in der Versicherungsmedizin mit der Bezeichnung einer Tätigkeit als leicht, mittelschwer und schwer üblicherweise ein
an ein Gewichtslimit geknüpftes
B
elastungsniveau definiert wird
(vgl. Tabelle auf S
.
10 der
Publika
tion "Zumutbare Arbeitstätigkeit, Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit
"
herausgegeben von
der Swiss Insurance
Medicine
,
Interessengemeinschaft Ver
sicherungsmedizin Schweiz,
SIM).
V
orliegend
bestehen
keine
rlei
Anhaltspunkte
für eine abweichende Ausle
gung
.
D
er Beschwerdeführer
wusste dementsprechend
selbst k
eine
alternative Interpretation aufzuzeigen.
Es
ist
deshalb
k
eine
überzeugende
Auslegung
der
zunächst
genannten
Einschränkung „und Gewicht“ ersichtlich,
die nicht zu weit vom Wortlaut entfer
n
t
(z.B. leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne belastende repetitive
Bewegung
mit
Gewicht
)
und dennoch schlüssig
(z.B. leichte bis mit
telschwere Tätigkeit
[...]
ohne
Gewicht)
ist
.
Insofern wurde die Kreisärztin zu Recht telefonisch um eine
Klarstellung
gebeten
. Diese durfte sie
aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebniss
e vornehmen
, da weder aufgrund der Unter
lagen noch der Parteibehauptungen eine seither eingetretene
massgebliche
Ver
änderung des Gesundheitszustandes zur Diskussion
steht
.
4.7
Das
von
Dr.
E._
letztlich
definierte Zumutbarkeitsprofil
steht
soweit
im Ein
klang
mit de
r
Einschätzung
des Operateurs.
Dr.
C._
sah nämlich
aufgrund der ersten Befunde
nur eine Einschränkung für körperlich schwere manuelle Tätigkeiten, vor allem weil diese repetierend seien. Eine leichte bis mittel
schwere
wechselbelastende
manuelle
Tätigkeit erachtete er
deshalb
in einer kur
zen telefonischen Besprechung
als
„
sinnvoller
“
, ohne dies im Detail zu erläutern oder weitere Einschränkungen vorzusehen
(vgl. E.
3.5).
Die
hernach noch
hin
zugetretenen Diagnosen wurden von der Kreisärztin nicht als gravierend erach
tet. So erklärte sie
nach Kenntnisnahme der
neue
n
Diagnose
betreffend
SL- und TL-Band sowie
TCF
, es sei weiterhin davon auszugehen, dass eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit möglich sei
(vgl. E. 3.7.2)
.
Dabei
stellte
sie
in der Abschlussuntersuchung
auch
fest,
das
SL-Band,
das
LT-Band und
der
TFC seien in der klinischen Untersuchung soweit unauffällig
und
das Handgelenk impo
niere im Seitenvergleich
als
stabil (vgl. E.
9).
Dr.
G._
und
Dr.
H._
hatten
ebenfalls nur eine leichte
Instabilität festgestellt (vgl. E. 3.7.1 und 3.7.2). Die
Ulnaimpaktion
beurteilte
Dr.
E._
gestützt auf das
Röntgenbild
vom Herbst 2014
als
nur
diskret
(
Urk.
9/108/5).
Dies ist nicht zu beanstanden, verfügt sie doch als Fachärztin für Chirurgie übe
r entsprechende Fachkenntnisse.
Zu
dem ist anzunehmen, der Beschwerdeführer hätte bei grossem Leidensdruck eine Opera
tion oder zumindest weitere Infiltrationen ernsthaft
erwogen
und nicht umge
hend abgelehnt
(vgl. E. 3.7.4 und 3.9).
4.8
Nach dem in E. 4.4 Gesagten lässt sich d
as Zumutbarkeitsprofil
darüber hinaus
auch
mit den vom Beschwerdeführer
seit dem Unfall gezeigten Leistungen
ver
einbaren. So
beinhaltete die erste Tätigkeit
in einem 100%
-Pensum
neben der Tipp-Arbeit auch das Heben von Gepäckstücken,
die
erfahrungsgemäss über 10 kg wiegen. Später war der Beschwerdeführer
trotz Schonverhalten und fami
liärer Verpflichtungen
zumindest drei Stunden täglich in der Lage, mit
Gewich
ten bis 10 kg zu hantieren – m
it Gewichten von 2 bis 5 kg
sogar
noch
eine Stunde länger.
Es besteht somit kein Grund zur Annahme, ihm seien
im Rah
men eines höheren Arbeitspensums
nur repetitive Bewegungen ohne jegliches Gewicht
zumutbar oder es bestünden Einschränkungen
bezüglich
Fein- oder Grobmotorik.
Nur der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass die
Umfang
masse
der oberen Extremitäten – bis auf die Messung 15 cm unterhalb des lateralen
Epicondylus
mit einer Differenz von 1 cm –
immer noch
seitengleich sind (
Urk.
9/108/4).
4.9
Zusammengefasst kann dem Beschwerdeführer somit nicht gefolgt werden, dass ihm keine repetitiven Bewegungen mit Gewicht mehr zumutbar seien. Seine Einwände vermögen
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit de
s
versicherungsinternen Bericht
s von
Dr.
E._
zu begründen
(
vgl.
BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4; 12
5 V 351 E. 3b/
ee
).
5.
5.1
F
erner strittig ist die Invaliditätsbemessung. Die Beschwerdegegnerin legte die
ser
unter Berücksichtigung einer Nominallohnerhöhung von 0,8
%
für das Jahr 2015
ein Invalideneinkommen von Fr.
63‘815.37
gestützt auf den Durchschnitt der DAP-Zahlen,
konkret der
Arbeitsplätze Nr.
6468
,
6103
,
8505
,
10667
und
389220
,
zugrunde.
Mit Blick auf die Beurteilung der Repräsentativität der ver
wendeten DAP-Profile
findet sich des Weiteren der Hinweis, dass d
ie Gesamt
zahl der den eingegebenen Suchkriterien entsprechenden Arbeitsplätze
242
beträgt
und
sich
das Mittel aus den Durchschnittslöhnen dieser Arbeitsplätze
in den Jahren 2014/2015
auf Fr.
66‘377
.-
beläuft
, bei einem Minimallohn (
1.
Dezil
) von Fr.
46‘800
.
-
und einem Maximallohn (
9.
Dezil
) von
Fr.
90‘090
.
-
(
Urk.
9/124/1,
Urk.
2
Ziff.
5b)
.
Der Beschwerdeführer bestreitet die Anwendbar
keit der DAP-Methode und machte gestützt auf die LSE 2012, Sektor 3
sowie
einen leidensbedingten Abzug von mindestens 15
%
ein Invalideneinkommen von höchstens
Fr.
51‘788.-
geltend (
Urk.
1 S. 6 ff.).
Das
Valideneinkommen
ist soweit unbestrittenen
(
Urk.
1 S. 5;
Urk.
2
Ziff.
4b)
und nachvollziehbar (Urk.
6/114/1
und 9/120/1
) mit Fr. 67‘805.-
beziffert worden.
5.2
Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versi
cherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen
Tabellen
lohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_898/2015 vom 13. Juni 2016 E. 3.3).
5.
3
Hinsichtlich
der Argumentation des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 6 ff.)
ist vor
weg
festzuhalten,
dass das Bundesgericht
in seinem Urteil 8C_215/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 4.2 unter Verweis auf BGE 139 V 592 E. 7.1 nochmals klarstellte,
es sei
zwar bedauerlich, dass die DAP-Datenbank nur der Suva, nicht aber den anderen zugelassenen Unfallversicherern im Sinne von
Art.
58 UVG zur Verfügung stehe. Dies stelle indes kein Hindernis dar, sie nicht wenigstens in jenen Fällen zu benutzen, in denen dies möglich sei.
In E. 4.7.2
des genannten Urteils
wies das Bundesgericht zudem darauf hin, dass das DAP-Resultat
in jenem Fall
immerhin 167 Stellen mit dem genannten Anforderungsprofil nachweise, weshalb das Vorhandensein einzelner besser bezahlter Stellen noch keinen Zweifel an der korrekten Erfassung der DAP-Stellen oder am Funktionieren der Filterung bei der Abfrage erwecke. Weil solche statistischen Ausreisser bei Abfragen der Datenbank stets zu erwarten seien, werde bei der Berechnung des Durchschnitts der Durchschnittslöhne das unterste und das oberste
Dezil
ausser Acht gelassen
(vgl. ferner auch Urteil des Bundesgerichts 8C_445/2008 vom
1.
Dezember 2008 E. 5.3.2)
.
Demnach ist
die
Anwendung der DAP-
Methode
an sich
n
icht zu beanstanden, wobei
die Berechnung des Minimal- und
Maximal
lohnes sowie des Durch
schnitts aller D
urchschnittsl
öhne
unter Berücksichtigung des
1.
und
9.
Dezils
vorliegend
wie üblich
zu
G
unsten des Beschwerdefü
hrers erfolgte und aufgrund der
Gesamt
an
zahl der Arbeitsplätze
von 242
grundsätzlich
als repräsentativ gelten kann.
Darüber hinaus
liegt das
letztlich
verwendete Invalideneinkommen
nur
wenige
Prozente unter dem Durchschnitt aller Durchschnittslöhne
und erscheint somit durchaus repräsentativ
.
Indes bleibt
die zureichende Berück
sichtigung des
tatsächlichen
Zumutbarkeitsprofils
zu prüfen.
5.4
Zunächst stellt sich das Problem, dass die Suchkriterien für die Abfrage, welche
letztlich
eine Gesamtzahl von 242 Arbeitsplätzen ergab, aus
Urk.
9/124 nicht ersichtlich sind. Dabei ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass sich die Beschwerde
gegnerin
bei ihrer Auswahl offenbar nicht auf einfach
e
Hilfstätig
keiten wie die angestammte Tätigkeit als Gepäcksortierer beschränkte, sondern auch Positionen mit Verantwortung und
guter Ausbildung mitberücksichtigte
(vgl. insbesondere
Urk.
9/124/9
z.B. Leiter Produktionslabor, Sachbearbeiter Finanzbuchhaltung, Personalberater).
Die Rechtsprechung betont
sodann
, dass die DAP-Methode zum Ziel habe, die Vergleichseinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln. Entsprechend müs
sen die im Einzelfall ausgewählten DAP-Stellenprofil
e
der versicherten Person in jeder Hinsicht zumutbar sein (vgl. vorerwähntes Urteil 8C_215/2015 E.4.5).
Diesbezüglich beanstandete d
er Beschwerdeführer
in
sein
er Einsprache
vom 1.
September 2015 vier
der ausgewählten Stellenprofile
(
Urk.
9/126/2 ff.)
, worauf er
auch
in der Beschwerde verwies
(
Urk.
1 S. 9).
Wie bereits in E. 4 dar
gelegt, ist
mit der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
2
Ziff.
5b)
davon auszugehen, da
ss
der Beschwerdeführer g
estützt auf das von
Dr.
E._
definierte
Zumut
barkeitsprofil
durchaus in der Lage ist,
m
it der rechten Hand repetitive manuelle Tätigkeit
en
mit einem Gewichtslimit von 10 kg auszuüben und – sofern nicht repetitiv –
auch mit Gewichten im Rahmen einer mittelschweren Tätigkeit zu hantieren vermag
.
Vom Beschwerdeführer
soweit
zu Recht nicht in Frage gestellt wurde die Zumut
barkeit des Arbeitsplatzes in der Logistik gemäss DAP-Nr. 1066
7.
Mit dieser Arbeit geht nur selten das Heben und Tragen (sehr) leichter Gewichte und selten eine manuelle Beanspruchung im mittleren Bereich einher
.
Es bleibt anzumerken, dass dieses Stellenprofil das Arbeiten in einem Kühlraum
mitum
fasst
, wobei sich die Kreisärztin nicht exp
lizit zur vom Beschwerdeführer g
eklagten Kälteempfindlichkeit geäussert hat (
Urk.
9/124/26-29).
Bei DAP-Nr. 6468 handelt es sich um einen Arbeitsplatz an einer automatischen Schweissmaschine
. Es müssen
alle 30 Minuten le
ichte Rohre in die Maschine gelegt
und anschliessend
muss
der Vorgang überwacht werden. Dabei gilt es oft Gewichte bis 5 kg und selten bis 10 kg zu heben
. Z
udem sind manchmal moto
rische Fähigkeiten im mittleren Bereich
erforderlich
, vergleichbar mit Schrauben und Bohren
. Da der Beschwerdeführer bei diesem Gewichtslimit
uneinge
schränkt zweihändig tätig sein kann,
keine
Beschwerden in den Beinen hat
und die Überwachungsarbeit gar eine Pause für die rechte Hand impliziert
, ist nicht ersichtlich, inwiefern ihm die Arbeit als Maschinenschweisser nicht zumutbar wäre, selbst wenn er alle 30 Minuten eine grössere Anzahl Rohre à je 10 kg
aus der Hocke hochheben und in die Maschine einlegen müsste
(vgl.
Urk.
9
/124/10-13
).
Beim Arbeitsplatz, der sich hinter der
DAP-Nr. 6103 verbirgt
, gilt es
die explizit
„maschinelle“ Schlusskontrolle
von Waagen
für den Versand bzw. diverse Test
s
durchzuführen. Dabei sind nur selten Gewichte zwischen 10 und 25 kg zu heben und
tragen. Die manuelle Beanspruch
ung
liegt manchmal im Bereich Feinmotorik, oft im mittleren und nie im grob manuellen Bereich.
Handrota
tionen
sind nicht
erforderlich (
vgl.
Urk.
9/124/14-17)
.
Die genannten Anforde
run
gen vermag der Beschwerdeführer
zu erfüllen, ohne dass es einer Schonung der rechten Hand bzw. eines zeitweise
n
einhändigen Arbeitens
bedürfte.
Eine
Einschränkung besteht
gemäss Zumutbarkeitsprofil
nur für „stark“ belastende Bewegungen und eine deutlich mehr als seltene Handhabung von Gewichten über 10 kg.
Aus der Arbeitsplatzbeschreib
ung
von DAP-Nr. 389220 und dem Umstand, dass der Arbeitsablauf keine Pausen erlaubt,
ist
zu schliessen, dass
der Beschwerde
führer als Mitarbeite
r in der Pulverbeschichtung vorw
iegend repetitive manuelle Arbeiten (Teile an den Haken hängen, diese später wieder wegnehmen und in einen Behälter legen) ausführen müsste. Indes gibt es angesichts der angegebe
nen
Gewichtslimiten
(oft bis 5 kg, selten bis 10 kg) und manuellen Bean
spruchung (Hantieren im mittleren Bereich) keinen Zweifel daran, dass ihm diese Tätigkeit
dennoch
zumutbar ist (vgl.
Urk.
9/124/22-25).
Beizupflichten ist dem Beschwerdeführer
indessen
, dass die Arbeitsplatz
-
beschrei
bung
von DAP-Nr. 8505
keinen
Aufschluss darüber gibt, ob die ausdrücklich Männern vorbehaltene Tätigkeit (Lagerbewirtschaftung am PC, Materialbeschaffung und –
auslieferung
sowie Lagerfunktion) mit dem
von
Dr.
E._
erstellten
Zumutbarkeitsprofil vereinbar ist. So sind neben sehr leichten bis leichten Gewichten oft auch beidhändig Gewicht
e von 10 bis 25 kg zu heben
,
wobei oft
kurze Gehdistanzen zurückzulegen sowie manchmal Trep
pen und Leitern zu (
be
)steigen sind.
Eine
eher
repetitive Arbeit
bzw. das Han
tieren mit Gewichten von über 10 kg in schwierigen Positionen
ist daher nicht
ohne weiteres
auszuschliessen
(vgl.
Urk.
9/124/18-21)
.
5.
5
Stellt man
infolgedessen
– vorerst im Sinne einer Verifizierung -
auf die im Oktober 2014 veröffentlichte LSE (2012) ab,
ist
gestützt auf die Tabelle TA1 von einem standardisierten Monatslohn (Vollzeitäquivalent basie
rend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder hand
werklicher Art (Kompetenzniveau 1), Total für Männer von Fr. 5‘210.- auszuge
hen. Dieser Betrag
ist
auf die im Jahr 201
5
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen sowie an die
Nomi
nallohnent
wicklung
der Jahre 2013
bis 2015
anzupassen (BFS,
Schweize
rischer Lohnindex,
Index und Veränderung auf der Basis 2010 = 100 (NOGA08) [
im Internet abruf
bar]
,
Nominallohnindex Männer [T1.1.10], Total, Jahr 2013: 0.8 %, Jahr 2014: 0.7 %
, Jahr 2015: 0.3
%
). Daraus würde ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 66‘
356
.
-
(= Fr. 5‘210.- x
12 :
40 x 41,
7
x
1.008 x 1.007
x 1.00
3
) resultie
ren.
Die Differenz zur prognostizierten Nominallohnentwicklung im Jahr 2015 von 0.5
%
ist
übrigens
ohne Belang.
Wie bereits die ausgewählten
DAP-Stellen
profil
e
belegen, gibt es bei Zumutbarkeit von repetitiven Bewegungen mit Gewichten
bis
zu
10
kg
durchaus
zu berücksichtigende Stellenangebote
im
Sektor Produktion. Es kann deshalb entgegen der Auffassung des Beschwerde
führers nicht nur auf
den Sektor 3 abgestellt werden
.
Das
medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil
stellt
eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dar, wodurch in erster Linie das Spektrum der er
werblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Per
son
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkauf
nahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Ledig
lich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichtigung solcher Einschränkun
gen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spek
t
rum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allen
falls ein (zusätzlicher) Abzug vom
LSE-
Tabellenlohn (Urteil des Bundesge
richts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Die
gesund
heitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu ver
richten
,
führt
nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen
Invaliden
lohnes
, weil der Tabellenlohn im
Kompetenzniveau
1
bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 9C_455
/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Wie die
Beschwerde
gegnerin
daher zu Recht geltend machte,
rechtfertigen sich beim eher jungen und geistig normal
flexiblen Beschwerdeführer, der nach eigenen Angaben
i
n seiner Heimat gelernter Mechaniker war, bereits Erfahrung im Verkauf sowie als Monteur und als Privatchauffeur besitzt und neben Arabisch
s
ehr gut Englisch und Deutsch spricht (
Urk.
9/54/2), kein leidensbedingter Abzug von
mehr als 5
%
.
5.
6
Demnach ist dem Beschwerdeführer zwar beizupflichten, dass gewisse Zweifel
bestehen
, dass
alle fünf
ausgewählte
n
DAP-Stellenprofil
e
vollumfänglich sei
nem Zumutbarkeitsprofil entsp
rechen
und
die Suchkriterien für die DAP-Aus
wahl
genügend eng gefasst wurden. Indes ergibt
auch die
Anwendung der LSE
2012
kein
en
rentenbegründende
n
Invaliditätsgrad von mindestens 10
%
,
denn das so berechnete Invalideneinkommen liegt mit
Fr.
63‘038.
-
nur knapp
Fr.
800
.-
tiefer als jenes,
welches die Beschwerdegegner
in berechnet hatte (
Urk.
2 S
.
9
Ziff.
5b),
wobei
immerhin
vier
der
ausgewählten DAP-Stellenprofile bestätigen, dass
ein
Invalideneinkommen in der Grössenordnung des
Tabellen
lohnes
selbst im Produktionssektor
realisierbar
ist.
6.
Zusammenfassend vermögen die Einwände des Beschwerdeführers gegen das von
Dr.
E._
definierte
Zumutbarkeitsprofil nicht zu überzeugen und die Anwendbarkeit der LSE
ändert
letztlich nichts daran, dass kein Rentenanspruch besteht.
Der
Einspracheentscheid
vom 1
5.
September 2015 ist insofern nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, wobei das Verfahren gemäss Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos ist.