Decision ID: 38b8515b-483f-49a9-980c-85ae98ab1ae4
Year: 2015
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Einspracheentscheid wegen ungenügender Sachverhaltsdarstellung,
wegen Unangemessenheit und Rechtswidrigkeit in Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben sei und die Vorinstanz anzuweisen sei, ihm
Ergänzungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei die Streitsache an
die Vorinstanz zur materiellen Behandlung zurückzuweisen.
10. Mit Vernehmlassung vom 5. März 2015 beantragte die AHV-Ausgleichs-
kasse die Abweisung der Beschwerde. Strittig sei in diesem Verfahren
einzig, ob die AHV-Ausgleichskasse die Erhebungen einstellen durfte,
weil der Beschwerdeführer seine Vermögenshingabe nicht habe belegen
können. Im Rahmen des Einsprache- oder Beschwerdeverfahrens
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nachgereichte Unterlagen seien lediglich allenfalls bei einer
Neuanmeldung zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer könne die
geltend gemachten Ausgaben trotz Aufforderung der AHV-
Ausgleichskasse nicht rechtsgenügend belegen. Ohne die geforderten
Unterlagen sei es der AHV-Ausgleichskasse nicht möglich, das
verschwundene Vermögen zu beziffern, so dass zu Recht Nichteintreten
verfügt worden sei.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der
Einspracheentscheid vom 17. Februar 2015 der AHV-Ausgleichskasse.
Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit Art. 19 des Gesetzes über kantonale
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (Kantonales Gesetz über Ergänzungsleistungen;
BR 544.300) kann gegen Einspracheentscheide der AHV-
Ausgleichskasse innerhalb von 30 Tagen seit Mitteilung des
Einspracheentscheids Beschwerde an das Versicherungsgericht
desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der
Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat, erhoben werden. Der
Beschwerdeführer wohnt in Y._, womit die örtliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache
gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG
in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
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Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf die im Übrigen form-
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60
und Art. 61 lit. b ATSG).
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die AHV-Ausgleichskasse zu
Recht gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG die Erhebungen eingestellt und
auf das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist.
Unbestritten ist, dass ein formell korrektes schriftliches Mahn- und
Bedenkzeitverfahren durchgeführt wurde (vgl. Mahn- und
Bedenkzeitschreiben der AHV-Ausgleichskasse vom 1. September 2014
[EL-act. 7] sowie Urteil des Bundesgerichts 9C_180/2009 vom 9.
September 2009 E.4.2.1). Umstritten ist, ob der Beschwerdeführer seine
Vermögenshingabe rechtsgenüglich belegt hat oder nicht.
3. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen
Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 129 V 1
E.1.2). Massgebend zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist
somit der Sachverhalt im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides vom
17. Februar 2015. Dementsprechend ist der mit der Beschwerde
eingereichte Nachweis über die Auszahlung des BVG-Kapitals von Fr.
1'005'014 im Jahre 1995 (vgl. Schreiben der Schweizerischen
Lebensversicherungs- und Rentenanstalt vom 23. November 1995,
Beilagen Beschwerdeführer Bf-act. 4) für die Beurteilung der Streitfrage,
ob der Nichteintretensentscheid der AHV-Ausgleichskasse rechtens war,
unbeachtlich. Dieser Nachweis wäre im Rahmen einer allfälligen
Neuanmeldung des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Aus
demselben Grund sind auch die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
gestellten Editionsbegehren abzuweisen. Auch darüber hätte die AHV-
Ausgleichskasse aufgrund ihrer Abklärungspflicht im Rahmen einer
allfälligen Neuanmeldung zu befinden.
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4. a) Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober
2006 (ELG; SR 831.30) gewähren der Bund und die Kantone Personen,
welche die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Die
Ergänzungsleistungen bezwecken eine angemessene Deckung des
Existenzbedarfs. Die Einkommensgrenzen haben die doppelte Funktion
einer Bedarfslimite und eines garantierten Mindesteinkommens. Es gilt
deshalb der Grundsatz, dass bei der Anspruchsberechtigung nur
tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermögenswerte zu
berücksichtigen sind, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert
verfügen kann. Dies gilt selbst dann, wenn der Leistungsansprecher vor
der Anmeldung zum Bezug der Ergänzungsleistungen über seine
Verhältnisse gelebt haben könnte. Das Ergänzungsleistungssystem bietet
nämlich keine gesetzliche Handhabe dafür, eine wie auch immer geartete
„Lebensführungskontrolle“ vorzunehmen. Dieser Grundsatz findet
allerdings dort eine Einschränkung, wo der Versicherte im Sinne von Art.
11 Abs. 1 lit. g ELG ohne rechtliche Verpflichtung und ohne angemessene
Gegenleistung auf Vermögen verzichtet, wo er einen Rechtsanspruch auf
bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon faktisch aber nicht
Gebrauch macht bzw. seine Rechte nicht durchsetzt. In diesem Fall kann
sich der Versicherte nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen,
sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den
Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden Beweisen
hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen (vgl. BGE 121 V 204
E.4a und 4b mit weiteren Hinweisen).
b) Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9
Abs. 1 ELG). Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG
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ermittelt. Als Einkommen anzurechnen sind unter anderem Einkünfte und
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt, wie bereits erläutert, vor, wenn die
leistungsansprechende Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne
adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat.
Diese Voraussetzungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein; es reicht aus,
wenn alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (vgl. BGE 131 V
329 E.4.2 ff. mit Hinweisen).
c) Im vorliegenden Fall ist strittig, ob die AHV-Ausgleichskasse zu Recht
gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG die Erhebungen eingestellt und auf das
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist oder ob
der Beschwerdeführer seine Vermögenshingabe in rechtsgenüglicher
Weise belegen konnte. Für die richtige und vollständige Abklärung des
Sachverhaltes haben die Verwaltung und im Streitfall die kantonalen
Gerichte auf Grund des im Sozialversicherungsrecht geltenden
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG in Verbindung mit Art. 1
ELG) von sich aus zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes nicht
uneingeschränkt, sondern findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten
der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E.2, 122 V 157 E.1a). Nach Art. 28 Abs.
2 ATSG haben Personen, die Versicherungsleistungen beanspruchen,
unentgeltlich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des
Anspruches und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen
erforderlich sind. Kommen sie ihren Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten
in unentschuldbarer Weise nicht nach, kann der Versicherungsträger,
nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, aufgrund der
Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten
beschliessen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Die Mitwirkungspflicht – als Korrelat
zum Untersuchungsgrundsatz – hat allgemeine Bedeutung und gilt daher
auch im Gebiet der Ergänzungsleistungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_180/2009 vom 9. September 2009 E.4.2.1). Im Bereich der
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Ergänzungsleistungen gilt die Besonderheit, dass gerade das Fehlen von
anrechenbarem Einkommen oder Vermögen den Anspruch auf
Leistungen zu begründen vermag und die Ergänzungsleistung umso
höher ausfällt, je geringer das anrechenbare Einkommen und das
anrechenbare Vermögen sind. Handelt es sich also beim – ganzen oder
teilweisen – Fehlen von Einkommen und Vermögen um
anspruchsbegründende Tatsachen, so trägt dafür grundsätzlich der
Leistungsansprecher die Beweislast (vgl. BGE 121 V 204 E.6a mit
weiteren Hinweisen). Ist somit ein einmal bestehendes Vermögen nicht
mehr vorhanden, so trägt der Leistungsansprecher die Beweislast dafür,
dass es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen adäquate
Gegenleistung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt. Bloss glaubhaft gemachte
Sachbehauptungen genügen somit nicht (vgl. BGE 121 V 204 E.6b; Urteil
des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E.3; URS MÜLLER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art.
11 Rz. 481 ff. mit weiteren Hinweisen). Falls die versicherte Person
diesen Beweis nicht zu erbringen vermag, kann sie sich grundsätzlich
nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen, vielmehr muss sie
sich das verschwundene Vermögen und den darauf entfallenden Ertrag
anrechnen lassen (vgl. BGE 121 V 204 E.4b; Urteil des Bundesgerichts
9C_934/2009 vom 28. April 2010 E.4.2.2).
5. a) Die AHV-Ausgleichskasse macht geltend, weder die BVG-Auszahlung
noch der Vermögensverzehr seit Bezug des BVG-Kapitals im Jahr 1994
hätten im vorliegenden Fall nachvollziehbar belegt werden können. Bis
zum Verfügungserlass hätten die mit Schreiben vom 3. Juni bzw. 28. Juli
2014 sowie mit Mahnung vom 1. September 2014 verlangten Unterlagen
gefehlt. Der Beschwerdeführer habe zwar auf Aufforderung der AHV-
Ausgleichskasse, seine Vermögensverhältnisse in den Jahren 1994-2014
zusammengestellt (vgl. Zusammenstellung Vermögen und Kapitalabbau,
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EL-act. 9), allerdings nur sehr rudimentär, ohne die gegebenen Darlehen
mitzuberücksichtigen und grösstenteils ohne Belege. So habe der
Beschwerdeführer bis Verfügungserlass keine Kontoauszüge, aus denen
der Geldfluss ersichtlich wäre, keine Belege zum bezogenen BVG-
Kapital, keine Belege zu den behaupteten Renovationen und keine
Unterlagen zu der ihm und seiner Frau gehörenden privaten
Immobiliengesellschaft (wie Jahresrechnungen, Bilanzen oder Konti)
eingereicht. Deshalb sei es vorliegend schlicht nicht möglich zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer sein Kapital in Erfüllung von rechtlichen Pflichten
oder gegen adäquate Gegenleistungen verbraucht habe. Der
Beschwerdeführer könne die geltend gemachten Ausgaben trotz
Aufforderung durch die AHV-Ausgleichskasse nicht rechtsgenügend
belegen. Da er diese Beweise nicht zu erbringen vermöge, könne er sich
grundsätzlich nicht auf den gegebenen Vermögensstand berufen,
vielmehr müsse er sich das verschwundene Vermögen und den darauf
entfallenden Ertrag anrechnen lassen. Ohne die geforderten Unterlagen
sei es nicht möglich, das verschwundene Vermögen zu beziffern, so dass
zu Recht Nichteintreten verfügt worden sei.
b) Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er
habe glaubhaft den Geldfluss und die Vermögensverminderung dargelegt,
wenn auch ohne Belege, da diese infolge Zeitablaufs gar nicht
beschaffbar seien. Er habe angegeben, dass er sein BVG-Guthaben
sowie sein damaliges Vermögen im Umfang von Fr. 1.5 Mio.
vollumfänglich in Immobilien in Frankreich investiert habe und er habe
dabei auch die entsprechenden Kauf- und Verkaufsverträge eingereicht.
Wenn man die Fallnotiz der AHV-Ausgleichskasse konsultiere, könne
man unter Ziff. 6 (Vermögen, Erträge) ersehen, dass die von ihm
deklarierte Vermögensverminderung praktisch aufgehe. Bei den in den
Akten aufgeführten Darlehen handle es sich um sog. „Memberbeiträge“,
welche alle ins Schloss geflossen seien. Die Leute, die solche
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Memberdarlehen geleistet hätten, hätten Rabatte auf ihre
Schlossreservationen erhalten. Mit diesen Darlehen habe er die hohen
Kosten und Reparaturen des Schlosses bezahlen können. Hätte er in der
Schweiz oder in Frankreich noch über Vermögenswerte verfügt, dann
wären diese entweder über das Betreibungsverfahren (vgl.
Rechtsöffnungsentscheid des Bezirksgerichtspräsidenten vom 15. Januar
2014, EL-act. 1/21-25) oder von den französischen Behörden im Rahmen
der Zwangsvollstreckung des Schlosses in Beschlag genommen worden.
Erst gestern habe er nach zahlreichen intensiven Recherchen bei
verschiedenen Ämtern und Banken endlich über die Auffangvorrichtung
mit Hilfe seiner alten AHV-Nummer einen Beleg über seien
Freizügigkeitsguthaben erhältlich machen können. Aus dem beiliegenden
Schreiben der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt
vom 23. November 1995 könne ersehen werden, dass das
Freizügigkeitsguthaben im Umfange von Fr. 1'005'014.-- auf ein Konto bei
der Aargauer Kantonalbank überwiesen worden sei (vgl. Bf-act. 4). Dort
seien jedoch keine Unterlagen mehr erhältlich, zumindest nicht für ihn. Es
werde deshalb ein entsprechendes Editionsbegehren gestellt. Er habe
somit in nachvollziehbarer Art und Weise nachweisen können, dass sein
damaliges Vermögen vollumfänglich in die Immobilien in Frankreich
investiert worden sei und letzten Endes ein Totalverlust mit der
Pfandverwertung des Schlosses resultiert sei. Mit anderen Worten habe
er im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dargetan,
dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate
Gegenleistung (Einfamilienhaus/Schloss) erfolgt sei. Die Vorinstanz sei
deshalb zu Unrecht nicht auf sein Leistungsbegehren eingetreten. Zum
Einfamilienhaus-Kauf und Verkauf führt der Beschwerdeführer aus, er
habe das Haus in Frankreich im Jahre 1995 für FF 696'182.-- gekauft, mit
dem heute noch gültigen Umwandlungssatz von 6.55 % seien dies in
Euro 106'287.33. Verkauft worden sei das Einfamilienhaus für Euro
144'827.--. Als er das Schloss in Frankreich gekauft habe, sei er noch im
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Besitz dieses Hauses gewesen. Wie aus dem bei den Akten liegenden
Hypothekenregister und Verkaufsdokument vom Schloss hervorgehe,
habe er eine Hypothek in der Höhe von FF 2'440'000.-- auf das Haus
aufgenommen. Die Hypothek habe er in der Folge teilweise mit dem
Gewinn aus dem Hausverkauf getilgt. Der Gewinn aus dem Hausverkauf
ca. Euro 38'540.-- sei also auch ins Schloss geflossen. Die in das
Einfamilienhaus investierten Geldmittel seien für umfangreiche
Renovationen, wie ein neues Dach, Abwasseranschluss an die
Kläranlage, neue Fenster, Gaszentralheizung und Innenrenovationen
verwendet worden. Auch im Schloss hätten umfangreiche Renovationen
getätigt werden müssen, für welche B._ u.a. die Geldmittel zur
Verfügung gestellt habe. Die Akten über die Schlossrenovation seien in
den Händen von B._. Er habe alle Akten über die Renovation in
einem Archiv hinterlassen, welches im Rahmen der Zwangsverwertung
des Schlosses von ihr übernommen worden sei. Da das Verhältnis
zwischen ihm und B._ getrübt sei, könne er diese Akten nicht direkt
beschaffen. Es werde deshalb das Editionsbegehren gestellt, wonach
B._ zu verpflichten sei, sämtliche Akten das Schloss betreffend (vor
der Zwangsverwertung) herauszugeben.
6. a) Gemäss eigenen Angaben verfügte der Beschwerdeführer nach dem
Bezug des BVG-Kapitals über ein Vermögen von Fr. 1'500'000 (vgl.
Zusammenstellung Vermögen und Kapitalabbau, EL-act. 9) sowie über
verschiedene Schulden bzw. Darlehen von – gemäss eigenen Angaben –
total Fr. 1'928'415 (vgl. Schuldenverzeichnis, EL-act. 1/15 sowie die
Belege zu den aufgelisteten Darlehen, EL-act. 1/16-45). Die vom
Beschwerdeführer aufgeführten Schulden stimmen in etwa überein mit
den eingereichten Unterlagen, was auch die AHV-Ausgleichskasse
festgehalten hat (vgl. Fallnotiz der AHV-Ausgleichskasse vom 5.
Dezember 2014, EL-act. 11). Auf Aufforderung der AHV-Ausgleichskasse
hin hat der Beschwerdeführer sodann seine Vermögensverhältnisse von
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1994 bis 2014 zusammengestellt (vgl. Zusammenstellung Vermögen und
Kapitalabbau, EL-act. 9), indessen nur rudimentär, ohne Aufführung der
Darlehen und unter Einreichung unvollständiger Belege.
Hinsichtlich der Liegenschaften in Frankreich sind in den Akten bis zum
Erlass des angefochtenen Entscheids vom 17. Februar 2015 unter
anderem belegt:
- Kauf des Einfamilienhauses im Jahr 1995 zu einem Kaufpreis von FF
696'182 (vgl. Kaufvertrag vom 16. Juni 1995, EL-act.12/12-18), was
bei einem Umrechnungskurs von 0.15245 Euro 106'132 entspricht
(vgl. http://www.xago.org/frankreich/rechner.php, zuletzt besucht am
25. November 2015).
- Verkauf des Einfamilienhauses im Jahr 2002 zu einem Verkaufspreis
von Euro 144'827 (vgl. Kaufvertrag vom 3. und 12. Juni 2002, EL-
act.12/4-11), also mit Gewinn.
- Schlosskauf im Jahre 1997 durch die C._ (Immobiliengesellschaft
des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau) zu einem Kaufpreis von
FF 3'700'000 (= Euro 564'061), wobei FF 2'440'000 (= Euro 371'976)
auf die Hypothek und FF 1'260'000 (= Euro 192'086) auf die C._
entfallen (vgl. Statuten der C._ vom 13. Oktober 1997, EL-act.
9/4-16, insbesondere S. 14 und 15 sowie Darlehensvertrag vom 11.
März 2004 zwischen B._ und der C._, EL-act. 9/24-30,
insbesondere S. 28).
- Darlehen zwischen B._ und der C._ über FF 5'118'862 (=
780'366 Euro) (vgl. Darlehensvertrag vom 28. September 1998, EL-
act. 9/31-34).
- Darlehen zwischen B._ und der C._ über Euro 1'119'634
(vgl. Darlehensvertrag vom 11. März 2004 zwischen B._ und der
C._, EL-act. 9/24-30).
http://www.xago.org/frankreich/rechner.php
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- Kündigung der Darlehen von total Euro 2'184'688 inkl. Zins (vgl.
Gerichtliche Urkunde vom 30. September 2012, EL-act. 9/36-40).
- Zwangsverwertung des Schlosses zu Euro 900'000, Zuschlag an
B._ (vgl. Gerichtliche Urkunde vom 4. Februar 2014, EL-act. 16/7-
9).
Trotz mehrmaliger Aufforderung durch die AHV-Ausgleichskasse und
Mahnung unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (vgl. Mahn- und
Bedenkzeitschreiben der AHV-Ausgleichskasse vom 1. September 2014,
EL-act. 7) hat der Beschwerdeführer indessen bis zum Zeitpunkt des
angefochtenen Entscheids vom 17. Februar 2015 weder den Nachweis
für das bezogene BVG-Kapital, noch für die geltend gemachten
Investitionen und umfangreichen Renovationen im Einfamilienhaus in
Frankreich (gemäss Angaben des Beschwerdeführers ca. Fr. 150'000,
vgl. Zusammenstellung Vermögen und Kapitalabbau, EL-act. 9 sowie
Beschwerdeschrift Ziff. 9) und im Schloss in Frankreich (vgl.
Beschwerdeschrift Ziff. 10) erbracht. Dass, wie der Beschwerdeführer
geltend macht, Belege infolge Zeitablauf nicht mehr zu beschaffen seien,
widerlegt dieser zumindest mit Einreichung des Nachweises zum Bezug
des BVG-Kapitals im Jahr 1994 im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahren gleich selbst. Auch in Bezug auf die vom
Beschwerdeführer deklarierten Darlehensschulden im Umfang von Total
Fr. 1'928'415.-- bleiben einige Punkte ungeklärt und ohne Belege.
Aufgrund der entsprechenden Zusammenstellung des Beschwerdeführers
kann davon ausgegangen werden, dass dabei Euro 950'000.-- auf ein
Bankhypothekardarlehen entfallen und der Rest im Umfang von rund Fr. 1
Mio. auf Privatdarlehen (vgl. Schuldenverzeichnis des Beschwerdeführers
vom 31. Dezember 2013, EL-act. 1/15). Die Angaben zu diesen
Privatdarlehen in der Zusammenstellung des Beschwerdeführers stimmen
weitgehend mit den einzelnen aktenkundigen Darlehensverträgen (vgl.
EL-act 1/16-45) überein. Der Beschwerdeführer hat jedoch keine Belege
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bzw. Nachweise zur Verwendung dieser Darlehen eingereicht. Er macht
u.a. geltend, dass es sich bei den Darlehen um sogenannte
"Memberbeiträge" handle, welche ins Schloss geflossen seien. Die Leute,
die solche Memberdarlehen geleistet hätten, hätten Rabatte auf ihre
Schlossreservationen erhalten. Gemäss einigen (jedoch längst nicht
allen) dem Gericht vorliegenden Darlehensverträgen, wurde kein
Darlehenszins vereinbart, jedoch den Darlehensgebern das Recht
eingeräumt, einmal jährlich einen Gratisaufenthalt im Schloss zu
beanspruchen (vgl. EL-act. 1/30, 1/33, 1/34). Dabei handelt es sich also
um Darlehen, bei welchen als Zins die Übernachtung im Schloss
vereinbart wurde. Die Verwendung der Darlehen ist damit allerdings noch
nicht geklärt. Der Beschwerdeführer führt in diesem Zusammenhang aus,
mit den Darlehen habe er die hohen Kosten und Reparaturen des
Schlosses bezahlt. Dazu findet sich nur ein Hinweis in einem
eingereichten Darlehensvertrag aus dem Jahre 2008, wonach mit dem
Darlehensbetrag offene Rechnungen für bereits ausgeführte
Handwerksarbeiten bezahlt werden sollten (vgl. EL-act. 1/26). Die
Verwendung der vom Beschwerdeführer deklarierten Darlehen ist somit
kaum bzw. alles andere als lückenlos und schlüssig ausgewiesen. Ferner
ist über die aktuellen finanziellen Verhältnisse der dem Beschwerdeführer
und dessen Ehefrau gehörenden Immobiliengesellschaft C._ nichts
bekannt. Klar ist einzig, dass die C._ Eigentümerin des Schlosses
war, welches mittlerweile zwangsversteigert wurde. Der
Beschwerdeführer hat jedoch weder Jahresabschlüsse noch Bilanzen
noch Konti und dergleichen die Immobiliengesellschaft betreffend
eingereicht. Somit ist unklar, ob diese überhaupt noch besteht oder
allenfalls in der Zwischenzeit infolge Konkurses aufgelöst wurde.
b) Aufgrund der in der Tat lückenhaften Unterlagen respektive ohne die von
der AHV-Ausgleichskasse verlangten Unterlagen erscheint es kaum
möglich, das verschwundene Vermögen zu beziffern. Mit anderen Worten
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konnte der Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich, d.h. mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit, nachweisen, dass das einmal
vorhandene Vermögen in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder
gegen adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist. Dabei genügt es
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht, dass der
Vermögensverzehr mittels Sachbehauptungen lediglich glaubhaft
gemacht wird (vgl. vorne E.4c). Das Vorgehen der AHV-Ausgleichskasse,
mithin der Entscheid, auf das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers
nicht einzutreten, ist somit – im Zeitpunkt des Erlasses des
angefochtenen Entscheids – nicht zu beanstanden, weshalb die
vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.
7. a) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung - für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das
vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Das
entsprechende, gleichzeitig mit der Beschwerde gestellte Gesuch des
Beschwer-deführers vom 2. März 2015 um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung wird damit - in
Bezug auf die Gerichtskosten - gegenstandslos.
b) Der obsiegenden AHV-Ausgleichskasse steht praxisgemäss kein
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
c) Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die
erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses
Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit. Laut diesen
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Bestimmungen sind die Voraussetzungen für die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos
erscheint, die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt
oder eine Anwältin geboten erscheint (vgl. BGE 125 V 201 E.4a m.w.H.).
Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung
der Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und
ihre Familie angreifen müsste. Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (vgl.
SVR 2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist ein Prozess, dessen
Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht von
Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten
und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig
geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess
entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen
können, weil er nichts kostet (vgl. BGE 138 III 217 E.2.2.4, 129 I 129
E.2.3.1, 122 I 267 E.2b). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten
bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen
Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs massgebend sind (vgl. BGE 138 III 217
E.2.2.4). Angesichts der ausgewiesenen Einkommensverhältnissen
(Renten) und Ausgaben ist die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
ausgewiesen. Nachdem die vorliegende Beschwerde zudem nicht als
aussichtslos im Sinne der zitierten Rechtsprechung bezeichnet werden
kann und eine Verbeiständung durch einen Rechtsanwalt bei den sich
vorliegend stellenden Sach- und Rechtsfragen als geboten erscheint, ist
dem Beschwerdeführer in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-
Pierre Menge ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
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d) Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes richtet sich
nach der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 Abs. 3 VRG). Gemäss Art. 5 Abs.
1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) wird für den
berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von Fr.
200.-- pro Stunde zuzüglich notwendiger Barauslagen und
Mehrwertsteuer ausgerichtet. Mit Honorarnote vom 24. März 2015 macht
der Rechtsvertreter einen Arbeitsaufwand von 10.25 Stunden und ein
Honorar von insgesamt Fr. 2'807.80 (10.25 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich
Spesen von Fr. 37.30 und 8 % MWST von Fr. 208.--) geltend. Der
zeitliche Aufwand ist um die Position vom 20. Januar 2015 (Besprechung
Einsprache), d.h. um drei Stunden, zu kürzen, da dieser Aufwand noch
vor Erlass des angefochtenen Entscheids angefallen ist und somit das
vorliegende Beschwerdeverfahren nicht betrifft. Ferner ist der
Stundenansatz auf den für unentgeltliche Vertretungen vorgesehenen
Ansatz von Fr. 200.-- anzupassen. Es resultiert somit ein Aufwand von
7.25 Stunden à Fr. 200.00, mithin Fr. 1'450.--, zuzüglich Spesen von Fr.
37.30 und 8 % Mehrwertsteuer von von Fr. 119.--, insgesamt somit Fr.
1'606.30. In diesem Umfang ist der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Es gilt der
Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach die vom Staat übernommenen
Kosten zurückgefordert werden können, wenn sich die Einkommens- oder
Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers gebessert haben und er
zur Rückerstattung in der Lage ist.