Decision ID: 640cc017-a95f-58d0-81b7-b3f444450c4b
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._, verliess sein Heimatland
eigenen Angaben zufolge Mitte Januar 2010 und gelangte zunächst nach
Indien, von wo aus er im Juni 2012 via Dubai nach Russland weiterreiste.
Am 16. Dezember 2013 reiste er von dort herkommend via ihm unbekannte
Länder illegal in die Schweiz ein. Gleichentags suchte er im Empfangs- und
Verfahrenszentrum C._ um Asyl nach, wurde dort am 23. Dezem-
ber 2013 zur Identität, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Asylgrün-
den befragt und in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton
D._ zugewiesen. Das SEM hörte ihn sodann am 9. Dezember 2014
ausführlich zu seinen Asylgründen an.
A.b Der Beschwerdeführer brachte zur Begründung seines Asylgesuchs
im Wesentlichen vor, er sei ein Anhänger der Democratic People's Front
(DPF) gewesen und habe zwischen den Jahren 2003 und 2006 zusammen
mit Freunden im Auftrag des Gründers der DPF, Mano Ganesan, Mitglieder
der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) vom LTTE-Gebiet (Vavuniya
und Mankulam) nach Colombo gefahren und diesen Personen in Colombo
Unterkünfte vermittelt. In den Jahren 2006 und 2007 habe er dann Prob-
leme mit Anhängern des damaligen Ministers Mervin Silva gehabt, weil er
sich um die Freilassung seines Freundes R. bemüht habe. R. sei von der
Mervin-Silva-Gruppierung verschleppt worden, weil er gewusst habe, dass
ein Mitglied dieser Gruppierung im November 2006 einen Parlamentsab-
geordneten ermordet habe. Im Jahr 2008 sei es in Colombo zu Anschlägen
gekommen. Sein Bruder, welcher ihm bei der Vermittlung von Unterkünften
für LTTE-Leute behilflich gewesen sei, habe deswegen Schwierigkeiten be-
kommen, und auch sein Vater sei von Sicherheitskräften befragt worden.
Später, im Jahr 2009, seien vier seiner Freunde, welche mit ihm zusammen
LTTE-Leute nach Colombo gefahren und Wohnungen für diese gesucht
hätten, von Unbekannten entführt worden. Gemäss Aussagen von anderen
Freunden hätten die Entführer dabei auch ein Foto von ihm herumgezeigt.
Er habe Angst bekommen und habe sich deswegen ab Juni 2009 bei seiner
Grossmutter versteckt. Im Januar 2010 sei er dann aus Sri Lanka ausge-
reist. Der Beschwerdeführer machte zudem geltend, es sei gegen ihn im
Zusammenhang mit Bombenanschlägen ein Gerichtsverfahren eröffnet
worden.
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A.c Der Beschwerdeführer reichte zum Beleg seiner Identität respektive
zur Untermauerung seiner Vorbringen folgende Unterlagen zu den Akten:
seine Identitätskarte, seinen Führerschein, ein Bestätigungsschreiben von
Mano Ganesan, ein Foto eines Haftbefehls, ein Foto eines Auszugs aus
einem Polizeibericht sowie ein Foto von ihm zusammen mit einem sri-lan-
kischen Parlamentsmitglied (entstanden in der Schweiz).
B.
Das SEM ersuchte die schweizerische Vertretung in Sri Lanka am 10. Ja-
nuar 2015 um die Vornahme von Abklärungen. Die Vertretung beantwor-
tete diese Anfrage mit Bericht vom 27. April 2015. Daraufhin wurde dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Oktober 2015 Gelegenheit gege-
ben, zum Inhalt der Botschaftsanfrage sowie des Botschaftsberichts
schriftlich Stellung zu nehmen. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
29. Oktober 2015 liess sich der Beschwerdeführer dazu vernehmen, wobei
er weitere Beweismittel einreichen liess: die Kopie einer zweiten Seite des
Polizeiberichts sowie sechs Fotos betreffend seine exilpolitische Tätigkeit
in der Schweiz. In der Folge unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 26. November 2015 den anonymisierten Botschaftsbe-
richt zur Stellungnahme und forderte ihn gleichzeitig auf, den eingereichten
Polizeibericht in eine Amtssprache übersetzen zu lassen. Seitens des Be-
schwerdeführers wurden mit Eingabe vom 16. Dezember 2015 eine wei-
tere Stellungnahme sowie die Kopie des Haftbefehls (inklusive Überset-
zung) eingereicht.
C.
Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 – tags darauf eröffnet – verneinte das
SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte das
Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Wegweisungsvollzug.
D.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 21. März 2016
liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei die Glaubhaftigkeit der
Asylvorbringen sowie die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu
gewähren. Ausserdem sei von einer Wegweisung abzusehen. In prozessu-
aler Hinsicht wurde um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen
Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG; Art. 110a AsylG) sowie um Verzicht auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht.
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Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen (alle in Kopie) bei: die ange-
fochtene Verfügung vom 17. Februar 2016, der Rückschein, eine Vollmacht
vom 13. Oktober 2015, das Protokoll der Anhörung vom 9. Dezember 2014,
der Haftbefehl mit Übersetzung, ein Führerschein, der Kurzbericht der
Hilfswerkvertretung mit Zusatzblatt, eine Unterstützungsbestätigung vom
2. März 2016 sowie ein Monatsbudget vom März 2016.
E.
Der Instruktionsrichter wies das Gesuch um Gewährung der vollumfängli-
chen unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 31. März
2016 ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 15. April 2016
einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen, ansonsten auf die Be-
schwerde nicht eingetreten werde.
F.
Der verlangte Kostenvorschuss wurde am 11. April 2016 geleistet.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vor-
instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach
ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Be-
schwerden gegen Entscheide des BFM bzw. SEM, welche in Anwendung
des AsylG (SR 142.31) ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich
in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG;
Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.
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Seite 5
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politi-
schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl.
Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe können zwar die Flüchtlings-
eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG begründen, führen jedoch nach
Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-
bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden
Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft
machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu BVGE
2009/28 E. 7.1 S. 352, m.w.H., und 2009/29 E. 5.1).
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5.
5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids
im Wesentlichen aus, aufgrund der Ausführungen im Abklärungsbericht der
schweizerischen Vertretung in Colombo sei davon auszugehen, dass es
sich beim eingereichten Polizeibericht um eine Fälschung handle. Die vom
Beschwerdeführer in den Stellungnahmen vorgebrachten Einwände seien
nicht geeignet, diese Schlussfolgerung umzustossen, zumal die Vertretung
in Colombo über langjährige Erfahrung in der Analyse von sri-lankischen
Behördendokumenten verfüge und sie beim fraglichen, einseitigen Doku-
ment festgestellt habe, dass dieses in sechs Punkten von einem echten
Dokument abweiche. Der Beschwerdeführer habe nachträglich noch die
zweite Seite des angeblichen Polizeiberichts eingereicht. Daraus ergäben
sich weitere Ungereimtheiten, da darin eine Verhaftung des Beschwerde-
führers erwähnt werde, die er jedoch selber nie geltend gemacht habe. Im
Fall des Polizeiberichts sei eine Fälschung anzunehmen. Daher sei auch
nicht davon auszugehen, dass gegen den Beschwerdeführer in Sri Lanka
ein Gerichtsverfahren hängig sei. Folgerichtig sei auch der mit dem angeb-
lichen Polizeibericht zusammenhängende Haftbefehl, welcher dieselbe
Verfahrensnummer trage, als Fälschung einzustufen. Beide Dokumente
seien gemäss Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. Im Weiteren sei festzustel-
len, dass der Beschwerdeführer zu dem gegen ihn angeblich hängigen Ge-
richtsverfahren keinerlei Angaben habe machen können und auch nicht
geltend gemacht habe, er sei von der Polizei festgenommen worden, ob-
wohl dies aufgrund des Datums des Haftbefehls und seines damaligen
Wohnortes zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt könne die Echtheit der
eingereichten Polizei- respektive Gerichtsakten ausgeschlossen und auf
eine forensische Prüfung der Dokumente verzichtet werden. Bei dieser
Sachlage sei das Vorbringen, wonach der Vater des Beschwerdeführers im
Zusammenhang mit den Bombenanschlägen in Colombo mehrfach von
den Behörden befragt und der Beschwerdeführer dabei als Verdächtiger
genannt worden sei, als unglaubhafte Schutzbehauptung zu qualifizieren.
Auch das Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer im Auftrag von Mano
Ganesan LTTE-Leute nach Colombo gebracht und ihnen Unterkünfte ver-
mittelt habe, sei nicht glaubhaft, da er diesbezüglich realitätsfremde und
widersprüchliche Angaben gemacht habe. Insbesondere habe er zur Häu-
figkeit der Personentransporte sowie zur Anzahl der transportierten Perso-
nen unterschiedliche Angaben gemacht. Im Weiteren seien auch die gel-
tend gemachten Probleme mit der Mervin-Silva-Gruppe nicht glaubhaft.
Beim Beschwerdeführer bestehe trotz seiner tamilischen Ethnie und seiner
Landesabwesenheit insgesamt kein Grund zur Annahme, er habe bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka Massnahmen zu befürchten, welche über einen
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sogenannten "Background Check" hinausgingen. Die geltend gemachten
Aktivitäten für die DPF liessen nicht auf eine begründete Furcht vor zukünf-
tiger asylrelevanter Verfolgung schliessen, zumal diese Partei legal sei und
Mano Ganesan in der heutigen Regierung einen Ministerposten innehabe.
Die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten (Teilnahme am Hero’s
Day und am Captain’s Birthday) respektive die eingereichten Fotos, auf
welchen der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Bruder, einem in
der Schweiz anerkannten Flüchtling, sowie einem sri-lankischen Politiker
der Tamil National Alliance (TNA) zu sehen sei, seien ebenfalls nicht ge-
eignet, eine Furcht vor zukünftiger flüchtlingsrechtlich relevanter Verfol-
gung zu begründen, zumal er offensichtlich ein sehr geringes exilpoliti-
sches Profil aufweise und nicht davon auszugehen sei, dass er deswegen
bei den sri-lankischen Behörden als Regimegegner registriert worden sei.
Damit erfülle der Beschwerdeführer insgesamt die Flüchtlingseigenschaft
nicht, und das Asylgesuch sei abzulehnen. Den Wegweisungsvollzug er-
achtete das SEM unter Berücksichtigung der Menschenrechts- und Sicher-
heitslage am Herkunftsort des Beschwerdeführers (B._) und nach
Würdigung seiner individuellen Verhältnisse als zulässig, zumutbar und
möglich.
5.2 In der Beschwerde wird zunächst auf die vorgebrachten Asylgründe
verwiesen und geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei Anhänger der
DPF gewesen, und die LTTE hätten ihn zu Hilfsdiensten (Wahlpropaganda
und Transportdienste nach Colombo) angeworben. Zudem sei er für Mano
Ganesan tätig gewesen. Nach den Bombenanschlägen im Jahr 2008 habe
die Polizei die Bombenleger bei den LTTE gesucht. Da der Beschwerde-
führer für diese Hilfsdienste verrichtet habe, habe die Polizei auch nach
ihm gesucht. Nachdem vier seiner Freunde entführt worden seien, habe
sich der Beschwerdeführer zur Flucht entschlossen. Das SEM habe die
Asylvorbringen als nicht glaubhaft erachtet. Entgegen der Auffassung des
SEM sei aber beispielsweise die angeblich fehlende Kenntnis über das Ge-
richtsverfahren nicht realitätsfremd, da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt
der ersten Befragung erst gerade in die Schweiz eingereist sei und somit
keine Kenntnis darüber haben konnte. In der Folge habe er die entspre-
chenden Dokumente beschafft. Die Adresse auf dem Haftbefehl sei kein
starker Hinweis darauf, dass dieser gefälscht sei, da es sich um einen open
warrant handle, der sich auf den Fahrausweis abstütze. Im Weiteren sei
die Behauptung des SEM, dass der Beschwerdeführer nicht dargelegt
habe, wie er in den Besitz der Kopie des Haftbefehls gekommen sei, ak-
tenwidrig. Der Beschwerdeführer habe mehrfach darauf hingewiesen, wie
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er das Dokument erhalten habe. Die Argumentation des SEM zu den Poli-
zei- und Gerichtsakten überzeuge nicht. Die Schweizer Botschaft habe in
ihrem Schreiben festgehalten, dass eine umfassende Untersuchung
schwierig sei, da vom Polizeibericht bloss eine Seite vorliege und das Ar-
chiv im Jahr 2008 von Termiten zerstört worden sei. Das SEM habe sich
zweimal zur eingeschränkten Untersuchung geäussert. Diese Einwände
seien als nicht überzeugend beurteilt worden. Vielmehr werde weiterhin
eine forensische Untersuchung der genannten Akten beantragt. In der Be-
schwerde wird sodann geltend gemacht, das SEM habe ohne Begründung
festgestellt, die Vorkommnisse betreffend den Vater des Beschwerdefüh-
rers im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen seien Schutzbehaup-
tungen. Im Weiteren sei zu präzisieren, dass der Beschwerdeführer keinen
Kontakt zu Mano Ganesan gehabt habe, sondern zu dessen Sekretär Nal-
liate Kumeraguruparan, welcher die Aufträge an den Beschwerdeführer
verteilt habe. Der angebliche Widerspruch betreffend die Anzahl der (trans-
portierten) Personen sei nicht relevant, da bei der Befragung zur Person
keine Details gefragt würden. Insgesamt seien die Schilderungen des Be-
schwerdeführers glaubhaft. Dies ergebe sich auch aus dem Bericht der
Hilfswerkvertretung. Die Vorbringen entsprächen den Tatsachen, die Wi-
dersprüche seien aufgelöst worden. Der Beschwerdeführer sei wegen sei-
ner politischen Tätigkeit sowie wegen unbegründeten Verdachts auf Betei-
ligung an Bombenanschlägen von der Polizei gesucht worden respektive
werde weiter gesucht. Er erfülle somit die Flüchtlingseigenschaft.
6.
Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob das SEM betreffend die geltend
gemachten Vorfluchtgründe die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG zu Recht verneint hat.
6.1 Der Beschwerdeführer machte unter anderem geltend, er habe in den
Jahren 2006 und 2007 Schwierigkeiten mit Anhängern des ehemaligen Mi-
nisters Mervin Silva gehabt. Sofern diese Probleme mangels ausreichen-
der Substanziiertheit überhaupt als glaubhaft erachtet werden können, sind
sie als nicht asylrelevant zu erachten, zumal er nicht geltend macht, es
seien ihm seitens dieser Gruppierung ernsthafte Nachteile im Sinne von
Art. 3 Abs. 2 AsylG zugefügt worden (vgl. dazu seine Vorbringen in A13
S. 17 f.).
6.2 Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, er sei für die DPF sowie für
die LTTE tätig gewesen. Er war allerdings nicht in der Lage, zur (im Übrigen
legalen) DPF substanziierte Angaben zu machen (vgl. A13 S. 16). Zudem
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äusserte er sich widersprüchlich bezüglich der Frage, ob er Mitglied dieser
Partei gewesen sei oder nicht (vgl. A5 S. 7 und A13 S. 15). Auch zur an-
geblichen Unterstützungstätigkeit für die LTTE machte er widersprüchliche
und unlogische Angaben. So erklärte er in der Befragung zur Person (BZP),
er sei zweimal pro Jahr nach Mankkulam gereist, und sie hätten insgesamt
24 Personen dort abgeholt und nach Colombo gebracht. Das letzte Mal
seien es zwölf Personen gewesen (vgl. A5 S. 7 und 8). Im Widerspruch
dazu brachte er in der Anhörung vor, er sei in den Jahren 2003, 2004 und
2006 nur einmal in Mallavi/Mankkulam gewesen, im Jahr 2005 zweimal.
Das letzte Mal hätten sie sechs Personen nach Colombo gebracht, insge-
samt seien es zwölf gewesen (vgl. A13 S. 5 und 11). Wie das SEM zu Recht
bemerkt hat, erscheint es ohnehin unlogisch, dass der Beschwerdeführer
diese Personen nach Colombo begleiten musste, da er gleichzeitig geltend
machte, diese Personen hätten legal und problemlos nach Colombo reisen
können (vgl. A13 S. 9). Aus diesen Gründen sind die geltend gemachten
Tätigkeiten für die DPF respektive die LTTE als unglaubhaft zu erachten.
Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, an dieser Ein-
schätzung etwas zu ändern. Demzufolge ist auch nicht glaubhaft, dass der
Beschwerdeführer deswegen im Heimatland Probleme bekommen hat
oder in Zukunft bekommen könnte.
6.3 Der Beschwerdeführer reichte zur Untermauerung seiner Vorbringen
mehrere Unterlagen ein. Diesbezüglich ist Folgendes festzustellen: Der auf
Beschwerdeebene eingereichte Kurzbericht der Hilfswerkvertretung gibt
lediglich deren Einschätzung wieder und ist damit nicht geeignet, die vor-
stehend ausgeführten Unglaubhaftigkeitselemente zu entkräften. Der Be-
schwerdeführer reichte zudem ein Bestätigungsschreiben von Mano Ga-
nesan zu den Akten. Dieses ist indessen derart vage formuliert, dass es
als reines Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert zu erachten ist. In der
Beschwerde wird im Übrigen eingeräumt, dass der Beschwerdeführer
Mano Ganesan gar nicht persönlich kannte. Es ist somit zu bezweifeln,
dass es sich bei diesem Schreiben überhaupt um ein authentisches, von
Mano Ganesan ausgestelltes Dokument handelt. Die vom Beschwerdefüh-
rer eingereichten Dokumente, welche das Vorliegen eines gegen ihn hän-
gigen Gerichtsverfahrens wegen der angeblichen Unterstützungstätigkeit
für die LTTE respektive im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag
belegen sollen, sind sodann gemäss den ausführlich und nachvollziehbar
begründeten Ausführungen der schweizerischen Vertretung in Colombo
(vgl. A16 beziehungsweise A25 [anonymisiert]) als Fälschungen zu erach-
ten, zumal die dagegen vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände
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nicht zu überzeugen vermögen. In der Beschwerde wird erneut eine foren-
sische Untersuchung der fraglichen Dokumente beantragt. Eine solche
wurde jedoch faktisch und soweit möglich bereits von der schweizerischen
Botschaft in Colombo, welche in dieser Materie über grosse Erfahrung ver-
fügt, durchgeführt, weshalb keine Veranlassung besteht, eine erneute
Überprüfung dieser Dokumente vornehmen zu lassen.
6.4 Aufgrund der Aktenlage weisen im Übrigen weitere Indizien darauf hin,
dass das Vorbringen, wonach gegen den Beschwerdeführer in Sri Lanka
aus den von ihm genannten Gründen ein Gerichtsverfahren hängig sei, tat-
sachenwidrig ist. So ist nämlich auf der nachträglich eingereichten, zweiten
Seite des angeblichen Polizeiberichts von einer Verhaftung des Beschwer-
deführers die Rede, während er selber nie geltend gemacht hatte, jemals
verhaftet worden zu sein, sondern vielmehr ausdrücklich bestätigte, er sei
nie von den Behörden gefasst worden (vgl. A15 S. 8). Im Weiteren hatte er
zunächst erklärt, soviel er wisse, sei in Sri Lanka kein Verfahren gegen ihn
hängig (vgl. A5 S. 8). In der Anhörung brachte er im Widerspruch dazu (so-
wie im Widerspruch zu den diesbezüglichen Ausführungen auf S. 4 der Be-
schwerde) vor, es sei ihm seit dem Jahr 2010 bekannt, dass ein Verfahren
gegen ihn hängig sei (vgl. A13 S. 19). Er konnte aber dazu keine substan-
ziierten Angaben machen (vgl. A13 S. 2 f. und 15). Im Weiteren fällt auf,
dass der angebliche Haftbefehl aus dem Jahr 2008 stammt und der Be-
schwerdeführer damals noch zuhause wohnte, weshalb davon auszuge-
hen ist, die Behörden hätten ihn damals dort gesucht und verhaftet, was
vom Beschwerdeführer indessen nicht geltend gemacht wird. Zudem
konnte er entgegen den diesbezüglichen Bemerkungen in der Beschwerde
nicht in nachvollziehbarer Weise darlegen, sie die eingereichten Doku-
mente in seinen Besitz gekommen sind. Er brachte dazu zwar vor, seine
Mutter habe die Dokumente im Jahr 2010 erhalten, und ein Freund seines
Bruders sei sodann zu seiner Mutter gegangen und habe die Dokumente
dort beschafft respektive fotografiert (vgl. A13 S. 3). Dies erklärt indessen
nicht, wie die Mutter ihrerseits den Haftbefehl erlangen konnte, zumal der
Beschwerdeführer offensichtlich gar nie verhaftet wurde, weshalb die Über-
gabe des Haftbefehls an die Mutter ausgeschlossen werden kann.
6.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl-
gründe insgesamt als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Es ist nach dem
Gesagten nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in Sri
Lanka in asylrelevanter Weise verfolgt wurde oder in absehbarer Zukunft
mit Verfolgung hätte rechnen müssen.
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Seite 11
7.
Der Beschwerdeführer machte sodann exilpolitische Tätigkeiten geltend.
Es ist daher zu prüfen, ob er die Flüchtlingseigenschaft wegen subjektiver
Nachfluchtgründe (vgl. dazu vorstehend E. 4.3) erfüllt.
7.1 Der Beschwerdeführer brachte diesbezüglich vor, er habe in der
Schweiz im November 2014 zusammen mit seinem Bruder am Heldenge-
denktag sowie am Captain’s Birthday teilgenommen. Er reichte diesbezüg-
lich mehrere Fotos ein, welche ihn mit seinem Bruder sowie mit weiteren
Personen an diesen Anlässen zeigen. Der Beschwerdeführer reichte aus-
serdem ein Foto zu den Akten, welches ihn zusammen mit einem sri-lanki-
schen Parlamentsmitglied namens Shritaran in Bern zeigt. Dieser ist Mit-
glied der TNA und war im Jahr 2014 in der Schweiz zu Besuch. Weitere
exilpolitische Tätigkeiten werden vom Beschwerdeführer nicht geltend ge-
macht. Es ist demnach festzustellen, dass der Beschwerdeführer lediglich
an zwei Veranstaltungen teilnahm, welche von einer grossen Zahl der in
der Schweiz wohnhaften Tamilen besucht werden. Aufgrund seiner Aussa-
gen kann davon ausgegangen werden, dass er dabei keine besondere
Funktion innehatte, sondern als gewöhnlicher Teilnehmer dabei war und
demnach nicht aus der Masse der übrigen Teilnehmer herausstach. Auch
die eingereichten Fotos, welche den Beschwerdeführer mit seinem Bruder,
dem Parlamentsmitglied Shritaran sowie weiteren Personen zeigen, sind
nicht geeignet, eine exponierte exilpolitische Tätigkeit glaubhaft zu ma-
chen. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer allein
dadurch, dass er in der Schweiz an Massenveranstaltungen teilnahm und
sich dabei mit anderen Personen fotografieren liess, ins Visier der sri-lan-
kischen Behörden geraten ist, zumal aufgrund der unglaubhaften Asylvor-
bringen nicht davon auszugehen ist, dass er vor der Ausreise aus Sri Lanka
von den heimatlichen Sicherheitsbehörden registriert worden war, die sri-
lankischen Behörden die marginale exilpolitische Tätigkeit des Beschwer-
deführers – sollten sie davon überhaupt Kenntnis erlangen – kaum als
ernsthafte Bedrohung erachten würden und im Übrigen auch nicht ersicht-
lich ist, inwiefern der Beschwerdeführer anhand der eingereichten Fotos
überhaupt identifiziert werden könnte.
7.2 Nach dem Gesagten ist die vom Beschwerdeführer geltend gemachte
exilpolitische Tätigkeit nicht geeignet, eine relevante Verfolgungsfurcht be-
ziehungsweise subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG zu
begründen.
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Seite 12
8.
Im vorliegenden Fall ist im Weiteren auch nicht davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka aus ande-
ren Gründen flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen zu be-
fürchten hätte. Es kann nicht allein aus seinem Alter von heute (...) Jahren,
seinem mehrjährigen Aufenthalt in der Schweiz und dem erfolglos durch-
laufenen Asylverfahren auf eine bestehende, ernsthafte Gefahr von Ver-
haftung und Folter im Falle seiner Rückkehr geschlossen werden. Zurück-
kehrende tamilische Asylsuchende sind nicht generell in flüchtlingsrechtlich
relevanter Weise gefährdet; dies ist vielmehr vom Vorliegen von Risikofak-
toren abhängig. Derartige Risikofaktoren sind beim Beschwerdeführer
nicht vorhanden, zumal die von ihm geltend gemachte Unterstützungstä-
tigkeit zugunsten der LTTE sowie das angebliche Gerichtsverfahren gegen
ihn wie vorstehend ausgeführt als unglaubhaft zu erachten sind. Es beste-
hen im Weiteren auch keine konkreten Hinweise dafür, dass der Beschwer-
deführer bei seiner Rückkehr als besonders wohlhabende Person wahrge-
nommen würde und somit einem erhöhten Entführungs- und Erpressungs-
risiko ausgesetzt wäre. Die Zugehörigkeit zu einer besonders gefährdeten
Gruppe von rückkehrenden Asylsuchenden ist daher beim Beschwerdefüh-
rer nicht gegeben.
9.
Insgesamt gelingt es dem Beschwerdeführer somit nicht, Gründe nach
Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat
deshalb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch
abgelehnt.
10.
10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
10.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
11.
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht
möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach
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Seite 13
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).
In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen
gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-
standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
11.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot schützt nur Personen, wel-
che die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder
glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden.
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus
den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten glaubhafte und
konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach
Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK
oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Die
Menschenrechtslage in Sri Lanka ist insgesamt zwar noch immer mit gra-
vierenden Mängeln behaftet, sie lässt den Wegweisungsvollzug jedoch
nicht generell als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch
der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt
festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden
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Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risi-
koeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des
EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11,
Ziff. 37). Aufgrund der Aktenlage sowie der vorstehenden Ausführungen
(vgl. insbesondere auch E. 5.6) ist im vorliegenden Fall nicht davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer im Fall einer Ausschaffung nach Sri
Lanka Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten
"Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In-
und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er anderweitig persönlich
gefährdet wäre. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu-
lässig.
11.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
11.2.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Im heutigen Zeitpunkt
herrscht in Sri Lanka – insbesondere im B._, der Herkunftsregion
des Beschwerdeführers – weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Ge-
walt (vgl. dazu BVGE 2011/24 E. 13.2.1 S. 510 f.).
11.2.2 Der Beschwerdeführer stammt aus B._ und hat dort von sei-
ner Geburt bis zur Ausreise aus Sri Lanka im Jahr 2010 gelebt. Da er erst
nach Beendigung des Bürgerkriegs ausgereist ist, ist in Bezug auf seine
individuelle Situation zu prüfen, ob er bei einer Rückkehr an seinen Her-
kunftsort dort auf eine zumindest gleichwertige Wohnsituation wie vor der
Ausreise zurückgreifen könnte (vgl. a.a.O., E. 13.2.1.1). Diesbezüglich ist
festzustellen, dass namentlich die Eltern des Beschwerdeführers (zusam-
men mit einer Schwester) nach wie vor in B._ leben. Es ist daher
mangels anderweitiger Hinweise davon auszugehen, dass der Beschwer-
deführer im Falle seiner Rückkehr im Wesentlichen dieselbe Wohnsituation
antreffen würde wie vor seiner Ausreise im Jahr 2010 und sich auch ohne
grössere Probleme sozial und wirtschaftlich wieder eingliedern könnte. Es
handelt sich beim Beschwerdeführer sodann um einen alleinstehenden
jungen Mann, welcher an keinen aktenkundigen, relevanten gesundheitli-
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chen Problemen leidet. Er genoss eine solide Schulbildung, absolvierte da-
nach eine Ausbildung zum Schmuckdesigner und war anschliessend in
diesem Bereich erwerbstätig. Es ist ihm zuzumuten, bei einer Rückkehr ins
Heimatland dort einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um so seinen Le-
bensunterhalt zu bestreiten. Nach dem Gesagten ist insgesamt nicht davon
auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aus individuellen
Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine exis-
tentielle Notlage geraten würde.
11.2.3 Der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers an seinen Her-
kunftsort in Sri Lanka ist nach dem Gesagten sowohl in genereller als auch
in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten.
11.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung Sri Lankas die für eine Rückkehr notwendigen Reisedoku-
mente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12),
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich erscheint (Art. 83
Abs. 2 AuG).
11.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-
sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat.
Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht
(Art. 83 Abs. 1–4 AuG).
12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich insgesamt, dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-
tig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbe-
züglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 600.–
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der am
11. April 2016 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Beglei-
chung der Verfahrenskosten zu verwenden.
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