Decision ID: 8d847d0d-f8b2-4de1-8859-131ae8f99240
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Oktober 2009 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Er gab an, bis August 2009 sei er als Baggerfahrer tätig gewesen; eine
Berufsbildung habe er nicht absolviert. Die Klinik B._ hatte am 16. September 2009
berichtet, der Versicherte sei vom 11. bis 31. August 2009 in stationärer Behandlung
gewesen (IV-act. 29). Er leide an einem lumbospondylogenen Syndrom links (mit/bei
einer Diskushernie L4/5 paramedian rechtsseitig mit leicht nach kaudal luxiertem
Sequester mit Impression des Duralschlauches und Einengung des Spinalkanals,
einem Status nach Sakralblock am 13.05.09 ohne Erfolg, einem Status nach CT-
gesteuerter Nervenwurzelinfiltration L5 rechts am 03.07.09, subjektiv ohne Besserung,
einer Wirbelsäulenfehlform- und -fehlhaltung, einer muskulären Dybalance und einer
Haltungsinsuffizienz). Die Tätigkeit als Baggerfahrer sei noch halbtags möglich, wobei
die sitzende Arbeitshaltung wiederholt zu unterbrechen sei, um so eine gewisse
Wechselbelastung zu bewirken. Verweistätigkeiten (leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Arbeiten) seien ganztags möglich. Am 23. Dezember 2010
berichtete der Oberarzt Dr. med. C._ von der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St.Gallen, er habe beim Versicherten ein chronifiziertes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen L3-S1
festgestellt (IV-act. 52). Er gab weiter an, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr
zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit sei hingegen mindestens zu 50% möglich. Die IV-
Stelle verfügte am 16. Februar 2011 bei einem IV-Grad von 13% die Abweisung des
Rentenbegehrens (IV-act. 57). Hiergegen liess der Versicherte am 21. März 2011
Beschwerde erheben (IV-act. 63). Mit einem Entscheid vom 25. Februar 2013
A.a.
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St.Galler Gerichte
(IV 2011/122) hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die angefochtene
Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an
die IV-Stelle zurück (IV-act. 69). In den Erwägungen führte es im Wesentlichen aus,
dass aufgrund der divergierenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Behandler weitere
Abklärungen hätten erfolgen müssen. Der Sachverhalt erweise sich damit als
ungenügend abgeklärt. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 25. Februar 2013 (IV 2011/122) erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 2. April 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Klärung der
Leistungsansprüche erachte sie eine medizinische Untersuchung (Rheumatologie) als
notwendig (IV-act. 72). Am 29. April 2013 erstattete Dr. med. D._ ein
monodisziplinäres internistisch/rheumatologisches Gutachten (IV-act. 76). Er führte
aus, der Versicherte leide an einem chronifizierten lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen eine
Hypertonie und eine Adipositas mittleren Grades bei Grosswuchs mit kräftigem
Körperbau vor. In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter/Maschinist bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Zumutbar seien dem Versicherten noch leichte bis knapp
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit geringer Wirbelsäulenbelastung,
Lastheben maximal 5 kg repetitiv und einmalig unter 10 kg. Lastenheben sei nicht ab
Boden, sondern erst ab Kniehöhe möglich; Überkopfarbeiten seien ebenfalls nicht
möglich. Eine adaptierte Tätigkeit sei zu 50% zumutbar (optimal volle Arbeitspräsenz,
bei pausenbedingter halber Leistung). Im weiteren Verlauf sei gegebenenfalls eine
Steigerung möglich. Auf Rückfrage der IV-Stelle erläuterte der Gutachter Dr. D._,
nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und dem Versicherten habe er beim
Versicherten eine Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt. Er erachte den
Versicherten − seine vorherige Einschätzung korrigierend − als in einer adaptierten
Tätigkeit zu 60% arbeitsfähig, in der angestammten Tätigkeit jedoch nach wie vor als
voll arbeitsunfähig. Eine Langzeitprognose könne bei degenerativen
Rückenbeschwerden nicht abgegeben werden. Der RAD-Arzt Dr. med. E._ notierte
am 12. Juli 2013 (IV-act. 82), die angegebene Verbesserung des Gesundheitszustandes
durch den Gutachter beruhe auf zu wenig objektiven Faktoren. Ebenfalls liege aufgrund
der Ausführungen ein instabiler Gesundheitszustand vor. Insgesamt habe der
A.b.
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St.Galler Gerichte
Gutachter seine Einschätzung nicht mit genügend Fakten untermauert. Er empfehle
daher, den weiteren Verlauf zu dokumentieren.
Am 20. November 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Klärung der
Leistungsansprüche erachte sie eine weitere medizinische Untersuchung
(Rheumatologie) als notwendig (IV-act. 90). Am 8. April 2014 erstattete Dr. med. F._
ein internistisch-rheumatologisches Gutachten (IV-act. 93). Er gab an, er habe beim
Versicherten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben:
Chronifiziertes lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulären Ausstrahlungen bds. bei/nach/mit: Mässigen, mehrsegmentalen
degenerativen Veränderungen L3 bis S1, Discushernie L4/5 medio rechts lateral ohne
Neurokompression, zirkumferenziellen, breitbasigen dorsalen Discusprotrusionen L3/4,
L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression, akzentuierter lumbaler Lordose und
thoracaler Kyphose, diskreter Skoliose, fehlenden lumboradikulären Reizsymptomen,
fehlenden fokalen motorischen Defiziten bei nicht segmental begrenzten Hypästhesien
im ventralen Unterschenkel-/Fussrückenbereich bds., Verdacht auf
Schmerzverarbeitungsstörung mit Schmerzausweitung und Therapieresistenz auf
sämtliche medikamentösen, infiltrativen und physiotherapeutischen Behandlungen. Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Sachverständige eine
arterielle Hypertonie, eine aktenanamnestische Hypercholesterinämie, eine Adipositas
II, einen Nikotinabusus, einen aktenanamnestischen Äthylabusus, einen Status nach
Sacraldermoid-Operation und einen aktuellen Infekt der oberen Luftwege mit
asthmoider Komponente fest. Er führte aus, aufgrund der aktuell festgestellten
Diskrepanzen zwischen dem geschilderten subjektiven Beschwerdebild und den
objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden, die Hinweise für ein nicht
organisches Krankheitsverhalten lieferten, sowie aufgrund der Tendenz zur
Selbstlimitierung der körperlichen Leistungsbereitschaft könne eine Arbeitsunfähigkeit
des Versicherten in körperlich optimal adaptierten (leichte, wechselbelastende)
beruflichen Tätigkeiten aus rheumatologischer Sicht nicht begründet werden. Aufgrund
der Befunde bei der aktuellen rheumatologischen Untersuchung sei seit der
Hospitalisation in der Klinik B._ (vom 11. bis 31. August 2009; vgl. IV-act. 29) weder
klinisch noch radiologisch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
eingetreten. Damals sei (ebenfalls) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
A.c.
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St.Galler Gerichte
B.
adaptierten Tätigkeiten festgestellt worden. Im Rahmen des MRI vom 24. Juni 2010
habe keine Discushernie bestätigt werden können. Bei einem vollschichtigen
Arbeitspensum könne der Versicherte eine adaptierte Tätigkeit infolge vermehrter und
über das betriebsübliche Mass hinausgehender Pausen nur zu 80% ausüben.
Nachvollziehbar sei hingegen die durch die Behandler und Vorgutachter attestierte
volle und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Bauarbeiter/Maschinist (Baggerfahrer). Dabei handle es sich um eine körperlich
mindestens mittelschwere bis schwere Arbeit. Aufgrund der objektivierbaren
degenerativen Veränderungen und Discopathien bestehe für mittelschwere und jegliche
schweren beruflichen Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit. Am 8. Mai 2014
notierten die RAD-Ärzte Dr. G._ und Dr. E._ (IV-act. 94), das internistisch-
rheumatologische Gutachten von Dr. F._ vom 9. April 2014 erfülle die
Qualitätskriterien, weshalb darauf abgestellt werden könne. Nach einem
Vorbescheidsverfahren (Vorbescheid vom 30. Mai 2014 [IV-act. 97], Einwand vom 15.
September 2014 [IV-act. 107], ergänzende Stellungnahme Dr. F._ am 19. November
2014 [IV-act. 118, wonach der Versicherte während der Anamneseerhebung ruhig und
ohne jegliches sichtbares Schmerz-/Schonverhalten auf dem Untersuchungsstuhl
gesessen sei, die Untersuchung 90 Minuten gedauert habe, der Versicherte nach der
Anamneseerhebung für die körperliche Untersuchung aufgestanden sei und die nach
der Begutachtung angefertigten MRI-Bilder der LWS vom 23. Juli 2014 keine neuen
Gesichtspunkte im Vergleich zu den Voruntersuchungen zeigten], Stellungnahmen vom
RAD-Arzt vom 4. Dezember 2014 [IV-act. 119] und 24. Februar 2015 [IV-act. 125]) wies
die IV-Stelle mit einer Verfügung vom 26. Februar 2015 das Rentenbegehren des
Versicherten bei einem IV-Grad von 30% ab (IV-act. 126). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
Am 21. Januar 2019 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leis
tungen an (IV-act. 133). Er gab an, sein Gesundheitszustand habe sich seit 2017/2018
verschlechtert. Er reichte einen Bericht von Dr. med. H._, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, vom 19. Dezember 2018 ein (IV-act.
134). Dr. H._ hatte darin angegeben, der Versicherte leide an einem chronischen
lumbospondylogenen Syndrom links mehr als rechts. Im neuen MRI vom 23. Juli 2018
B.a.
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sei eine Zunahme der Abnutzungserscheinungen auf mehreren Etagen, neu aber starke
erosive Osteochondrosen L4/5 rechts, etwas weniger L5/S1 links und L3/4 rechts zu
sehen. Im Segment LWK3/4 bestehe eine von moderat auf höhergradig progrediente,
osteodiskal bedingte Enge im Neuroforamen und im Rezessus rechts. Das umliegende
Knochenmarksödem auf Höhe L3/4 spreche für eine akute Entzündung (aufgrund der
Knochenreibung) und erkläre die ständigen Schmerzen wie auch deren Zunahme bei
Bewegungen. Am 26. April 2019 berichteten die Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste
I._ (IV-act. 146), sie hätten beim Versicherten eine Somatisierungsstörung erhoben.
Am 15. Juli 2019 berichtete Dr. H._ im Wesentlichen von unveränderten Diagnosen
(IV-act. 162). Für leichte Arbeiten mit Möglichkeit von Körperlagewechseln zwischen
Sitzen, Stehen und Bewegen sowie der Möglichkeit von Pausen sei eine
Arbeitsfähigkeit von 50% gegeben.
Am 30. November 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sein
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen, da er sich nicht in
der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 180).
B.b.
Am 20. März 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Klärung der
Leistungsansprüche erachte sie eine medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere
Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie) als notwendig (IV-act. 188). Die
Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG (nachfolgend: ZIMB)
erstatte am 27. November 2020 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 199). Die
Sachverständigen gaben an, der Versicherte leide an einem belastungsabhängig
vermehrten lumbospondylogenen Schmerzsyndrom (mit/bei muskulärer Dysbalance
und Haltungsinsuffizienz, rechtskonvexer lumbaler Skoliose, multisegmentalen
degenerativen Veränderungen der LWS, aktivierten Osteochondrosen im Segment L3/4
rechts und L5/S1 linksbetont nebst begleitender Spondylarthrose v.a. L3/4 rechts und
L2/3 links, osteodiskal bedingter fortgeschrittener Rezessus- und
Neuroforamenstenose LWK3/4, grössenregredienter Diskushernie L4/5 rechts mit
Tangierung der Wurzel L5, osteodiskal bedingter Neuroforamenstenose L5/S1 links mit
sensiblem L5 Syndrom beidseits). Sie hätten folgende Diagnosen ohne Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit erhoben: Rezidivierende Schwindelattacken (DD orthostatische
Dysregulation, zusätzlicher Lagerungsschwindel links), Kopfschmerzenattacken
unklarer Ätiologie, metabolisches Syndrom (mit/bei: morbider Adipositas Grad 3 nach
B.c.
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WHO (BMI 43,5 kg/m ), arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2, Dyslipidämie),
Nikotinabusus (kumulativ 35 pack years), Status nach Resektion eines Pilonidalsinus
2006. Der internistische Sachverständige führte aus (IV-act. 199-47 ff.), dass aus
internistischer Sicht keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sowohl in der
bisherigen als auch in einer adaptierten (körperlich leichten bis intermittierend
wechselbelastenden, rückenschonenden) Tätigkeit bestehe. Er empfehle aber eine
Gewichtsreduktion mittels bariatrisch-chirurgischen Massnahmen. Das massive
Übergewicht erkläre teilweise die Kurzatmigkeit des Versicherten und wirke sich sehr
ungünstig auf die statische Wirbelsäulenproblematik aus. Der orthopädisch-
chirurgische Sachverständige gab in seinem Teilgutachten an (IV-act. 199-66 ff.), der
Versicherte sei in der biomechanischen Funktion seiner Lendenwirbelsäule limitiert mit
einer hieraus unweigerlich erwachsenden Limitierung der Geh- und Stehfähigkeit.
Aufgrund dessen seien mittelschwere oder schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr
möglich. Zumutbar seien indessen leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit
gelegentlichem, beidhändigem Anheben von Gegenständen körperfern bis maximal
8kg und körpernah bis maximal 10kg ohne Arbeiten mit ständigen
Rotationsbewegungen des Oberkörpers bzw. des Kopfes sowie ohne häufiges Arbeiten
auf oder über der Schulterhöhe. Das Begehen von Leitern, Gerüsten und schrägen
Ebenen und repetitive Tätigkeiten unter Vibration des Achsenorgans seien dem
Versicherten nicht mehr möglich. Ferner seien Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor
Kälte, Zugluft und Nässe, Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund sowie
Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeit zu vermeiden. Für eine rückenadaptierte
Tätigkeit mit intermittierend stehender, gehender und sitzender Körperposition bestehe
aus orthopädischer-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Pensum
eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit von 80%. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Baggerfahrer sei der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Die Leistungsminderungen
beständen anhaltend seit der letztmaligen Begutachtung durch Dr. F._ am 7. April
2014; seither sei der Gesundheitsstatus unverändert. Der neurologische
Sachverständige führte in seinem Teilgutachten aus (IV-act. 199-95 ff.) aufgrund der
ausgeprägten Rückenschmerzen, die mit sensiblen Ausfällen im L5 und S1
Versorgungsgebiet beidseits assoziiert seien, sollten schwere körperliche Tätigkeiten
(wie z.B. das Arbeiten auf einer Baustelle) nicht mehr ausgeführt werden. Aufgrund des
berichteten Schwindels sollten zudem Tätigkeiten, die mit einem hohen
2
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Eigengefährdungspotential (wie das Besteigen von Leitern oder Gerüsten)
einhergingen, nicht mehr ausgeübt werden. Die Rückenschmerzen seien als
chronifiziert anzusehen. Eine spezifische Therapie werde − bis auf gelegentliches
selbständiges Training − nicht durchgeführt. Hier bestehe noch
Verbesserungspotential. Eine Gewichtsabnahme würde sich positiv auf die
Rückenschmerzsymptomatik auswirken. Bezüglich des Schwindels sei ein
Schwindeltraining durchzuführen. Inkonsistent erscheine, dass der Versicherte keine
motorischen Defizite zeige, sich selbst aber als nicht mehr arbeitsfähig sehe. Eine
optimal leidensangepasste, leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wechselnden
Körperpositionen sei aus neurologischer Sicht während 8,5 Stunden durchführbar.
Aufgrund der Schmerzhaftigkeit und des vermehrten Pausenbedarfs sei die Leistung
dabei um 20% eingeschränkt; dies sei seit 2009 anzunehmen. In der angestammten
Tätigkeit bestehe seit 2008 keine Arbeitsfähigkeit mehr. Seit der Begutachtung durch
Dr. F._ habe sich der klinisch-neurologische Befund aus neurologischer Sicht nicht
wesentlich verändert. Der Versicherte habe neu zwar subjektive Gefühlsstörungen im
Bereich der Dermatome L5/S2 angegeben, diese seien jedoch nicht objektivierbar
gewesen. Der psychiatrische Gutachter vermerkte in seinem Teilgutachten (IV-act.
199-108 ff.), aus seiner Sicht sei der Versicherte sowohl in der angestammten als auch
in jeglicher adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig; er sei dies auch retrospektiv stets
gewesen, da die psychiatrischen Beschwerden nicht als so stark ausgeprägt
erschienen, dass sie eine Arbeitsunfähigkeit bedingen könnten. Aufgrund der
zugrundeliegenden Rückenschmerzen sei eine deprimierte Stimmungslage
nachvollziehbar; die durch die Behandler diagnostizierte Diagnose einer
Somatisierungsstörung erscheine vor diesem Hintergrund aber als nicht
nachvollziehbar. Am 3. Dezember 2020 notierte die RAD-Ärztin Dr. med. J._ (IV-act.
200), das ZIMB-Gutachten sei plausibel und nachvollziehbar; auf es könne abgestellt
werden.
Mit einem Vorbescheid vom 5. Dezember 2020 kündigte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die Abweisung seines Rentengesuchs bei einem IV-Grad von 27% an (IV-
act. 203). Am 26. Januar 2021/26. Februar 2021 liess der Versicherte Einwand erheben
(IV-act. 207 und 210). Er beantragte die Zusprache einer halben Invalidenrente
spätestens ab 25. Juli 2019 und eventualiter die Einholung eines psychiatrischen,
B.d.
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rheumatologischen und orthopädischen Gutachtens. Zur Begründung liess er
ausführen, entgegen den Feststellungen des psychiatrischen ZIMB-Sachverständigen
leide er an einer mittelgradigen depressiven Störung und an einer somatoformen
Schmerzstörung. Er weise die folgenden typischen Symptome auf: Schlafstörungen,
Weinen, wenn keine Ablenkung mehr möglich sei, Auftreten von Nervosität beim
Gedanken, dass andere Leute über ihn reden würden und Streitbeginn ohne Grund.
Letzteres zeige zudem, dass er wenig kritikfähig und vermindert belastbar sei sowie
wenig Toleranz zeige. Aufgrund der depressiven Störung müsse er auch Antidepressiva
einnehmen. Der orthopädisch-chirurgische ZIMB-Sachverständige habe gegenüber
dem Vorgutachter Dr. F._ grössere Einschränkungen (insb. bei den Ausführungen zur
adaptierten Tätigkeit) festgehalten; dies zeige, dass er, der Versicherte, zum Zeitpunkt
der ZIMB-Begutachtung deutlich weniger belastbar gewesen sei als bei der
Vorbegutachtung. Daher sei nicht von einer 20%igen, sondern mindestens von einer
35%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aufgrund seiner
Einschränkungen sei ihm mindestens ein 20%iger "Leidensabzug" zu gewähren. Im
nachgereichten Bericht vom 31. Mai 2021 (IV-act. 213-2 f.) gaben die Fachpersonen
der Psychiatrie-Dienste I._ an, der Versicherte leide an einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aufgrund der starken
Schmerzen bestünden grosse Einschränkungen in der Alltagsbewältigung. Am 8. Juni
2021 notierte die RAD-Ärztin Dr. J._ (IV-act. 214), entgegen den Ausführungen des
Versicherten hätten die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen keine depressive
Störung festgestellt, da die diagnostischen Kriterien dazu nicht erfüllt seien. Im Bericht
der psychiatrischen Fachpersonen vom 31. Mai 2021 werde keine Veränderung des
Gesundheitszustandes seit der ZIMB-Begutachtung dargelegt. Weiter habe Dr. F._ in
seinem Gutachten in etwa die gleichen Befunde wie der orthopädisch-chirurgische
ZIMB-Sachverständige festgehalten. Der ZIMB-Gutachter habe lediglich die
Adaptionskriterien etwas ausgeweitet und diese umfassender beschrieben. Beide
Gutachter hielten eine Leistungseinbusse von 20% infolge eines vermehrten
Pausenbedarfs aufgrund der Schmerzen fest. Daher könne auf das ZIMB-Gutachten
abgestellt werden. Am 22. Juni 2021 verfügte die IV-Stelle bei einem IV-Grad von 27%
die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 215).
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C.
Am 23. August 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vom 22. Juni 2021 erheben (act. G 1). Er beantragte, die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung, die Zusprache mindestens einer halben Rente spätestens ab dem 25. Juli
2019 und eventualiter die Einholung eines neutralen rheumatologischen oder
orthopädischen Gutachtens. Ergänzend zum bereits im Einwand Vorgebrachten führte
er zur Begründung im Wesentlichen aus, der orthopädisch-chirurgische
Sachverständige habe sich zu wenig mit den Akten der behandelnden Fachpersonen
(insb. von Dr. H._) und dem MRI-Bericht vom 23. Juli 2018 auseinandergesetzt. Im
Rahmen des Gutachtens seien keine neuen MRI- oder radiologischen Bilder angefertigt
worden. Aufgrund der zunehmenden Rückenbeschwerden habe der Beschwerdeführer
am 9. Februar 2021 eine Infiltration im Bereich der L5/S1 vornehmen lassen müssen.
Am 8. Oktober 2021 liess der Beschwerdeführer den Bericht von Dr. H._ vom 6.
Oktober 2021 nachreichen (act. G 5). Darin bestätigte Dr. H._, dass sie beim
Beschwerdeführer am 9. Februar 2021 eine Infiltration vorgenommen habe. Bezüglich
der Beschwerden/Verschlechterung führte sie aus, es handle sich um eine rein
subjektive Verschlechterung; der objektive Befund sei seit Jahren unverändert.
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Januar 2022 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, im ZIMB-
Gutachten vom 27. November 2020 hätten die Sachverständigen übereinstimmend
festgehalten, dass seit der Erstbegutachtung im April 2014 keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten sei. Auch wenn die Gutachten nicht in allen Punkten
identische Diagnosen und Einschränkungen aufwiesen, könne daraus nicht direkt auf
eine geringere Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Aus den nachträglich
eingereichten Arztberichten (der Psychiatrie-Dienste I._ vom 31. Mai 2021 und von
Dr. H._ vom 6. Oktober 2021) gingen keine neuen Erkenntnisse betreffend den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hervor, welche nicht bereits im Rahmen
der Begutachtung berücksichtigt worden seien. Selbst Dr. H._ habe festgehalten,
dass es sich bei den vermehrten Beschwerden um eine rein subjektive
Verschlechterung des Gesundheitszustandes handle, wobei der objektive Befund seit
Jahren unverändert sei. Damit könne weiterhin auf das ZIMB-Gutachten abgestellt und
C.b.
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Considerations:
Erwägungen
1.
wie bereits bei der letzten Rentenablehnung im Jahr 2015 von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgegangen werden. Der IV-Grad liege
nach wie vor unter 40%, womit kein Rentenanspruch begründet werde.
Am 11. Januar 2022 hiess die verfahrensleitende Richterin das Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtkosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) gut (act. G 10).
C.c.
In einer Replik vom 4. März 2022 liess der Beschwerdeführer an seinen
Beschwerdeanträgen festhalten (act. G 14).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 7. April 2022 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 16).
C.e.
Wurde ein Rentenbegehren wegen eines zu geringen Invaliditätgrades
abgewiesen, wird eine neue Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV in Verbindung
mit dem Art. 87 Abs. 2 IVV nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft gemacht
hat, dass sich der für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebende Sachverhalt
in einer anspruchsrelevanten Weise verändert hat. Der Beschwerdeführer hat sich am
21. Januar 2019 erneut zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem die
Beschwerdegegnerin am 26. Februar 2015 ein Leistungsgesuch abgewiesen hatte. Die
Behandler berichteten, dass sie beim Beschwerdeführer unter anderem neu starke
erosive Osteochondrosen L4/5 rechts und eine Somatisierungsstörung diagnostiziert
hätten. Damit hat der Beschwerdeführer eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes seit der letzten Abweisungsverfügung glaubhaft gemacht. Die
Beschwerdegegnerin ist damit zu Recht auf die neue Anmeldung des
Beschwerdeführers eingetreten.
1.1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 22. Juni 2021 hat die Beschwerdegegnerin
demnach ein Rentenbegehren des Beschwerdeführers im Rahmen einer sogenannten
„Neuanmeldung“ abgewiesen. Da das Beschwerdeverfahren die Prüfung der
Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, muss es sich auf den in der Verfügung
enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich ist nur zu prüfen, ob der
1.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/18
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2.
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.
Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss
dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und
nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.
2.1.
Der Beschwerdeführer hat sich im Januar 2019 mit einem Leistungsbegehren
angemeldet. Seit 2008 ist er unbestritten in seiner letzten Tätigkeit als Baggerfahrer voll
arbeitsunfähig. Unter der Berücksichtigung des sog. Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit.
b IVG und der sechsmonatigen Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist der potentielle
Rentenbeginn auf den 1. Juli 2019 festzusetzen.
2.2.
Der Beschwerdeführer hat keine Ausbildung absolviert. Zuletzt ist er als
Baggerfahrer tätig gewesen. Seine letzte Arbeitgeberin hat angegeben, dass er im Jahr
2009 ein Erwerbseinkommen von Fr. 68'640.-- erzielt habe (IV-act. 24-2). Im IK-Auszug
ist in den letzten Jahren ein höheres Einkommen von jeweils über Fr. 70'000.--
aufgelistet worden. Dabei ist jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass dieses erhöhte Einkommen auf Entschädigungen für Überstunden
zurückzuführen ist. Allfällige Schichtzulagen, Entschädigungen für Überstunden und
ähnliches haben augenscheinlich aber keinen Einfluss auf die Erwerbsmöglichkeiten
respektive auf das Einkommenspotential der versicherten Person auf dem fiktiven
allgemeinen und dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, denn deren Erwerbsfähigkeit
verändert sich nicht, nur weil sie zum Beispiel vorübergehend regelmässig
Überstunden leisten muss. Bei den Überstunden handelt es sich
versicherungstechnisch damit um eine irrelevante "Zufälligkeit", die für die Bemessung
der Erwerbsfähigkeit nicht berücksichtigt werden darf, denn für die Bestimmung des
Valideneinkommens darf nicht von der konkreten Arbeitsplatzsituation auf dem –
2.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 13/18
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St.Galler Gerichte
3.
invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten – realen Arbeitsmarkt ausgegangen
werden. Vielmehr ist massgebend, welche Erwerbsmöglichkeiten beziehungsweise
welches Einkommenspotential die versicherte Person unter Berücksichtigung ihrer
Berufsausbildung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte (vgl.
dazu auch den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
IV 2020/124, Erw. 3.3 vom 27. September 2021). Entsprechend ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens auf das vom Arbeitgeber für 2009 angegebenen Einkommen von
Fr. 68'640.-- abzustellen. Der Nominallohnindex im Bereich Baugewerbe hat sich im
Jahr 2009 auf 121.8 Punkte und im Jahr 2019 auf 128.6 Punkte belaufen (Bundesamt
für Statistik, Nominallohnindex 1993-2010 und 2011-2021, T1.93, Baugewerbe bei
Basis 1993=100). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung resultiert somit
für das Jahr 2019 ein Jahreslohn von Fr. 72'472.10. Dieser Betrag ist als
Valideneinkommen in den Einkommensvergleich einzusetzen.
Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt
den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der
Regel eine zentrale Rolle zu. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes ist durch die
Beschwerdegegnerin die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens bei der ZIMB in
Auftrag gegeben worden. Aufgrund der Einwände des Beschwerdeführers ist zu prüfen,
ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die angegebene
Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachvollziehbar belegt ist.
3.1.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 351, E. 3a). Im ZIMB-Gutachten (IV-act. 199) sind der Anlass und die Umstände
der Begutachtung umschrieben worden. Der Beschwerdeführer ist von allen beteiligten
Gutachtern in ihrem Fachbereich je persönlich befragt und untersucht worden. Den
Gutachtern sind sämtliche Vorakten zur Verfügung gestanden; wo sie es für notwendig
erachtet haben, sind die Gutachter näher auf die Vorakten eingegangen und sie haben
sich mit dem darin angegebenen Verlauf auseinandergesetzt. Sie haben je eine
Anamnese erhoben, die von ihnen festgestellten objektiven Befunde festgehalten und
eine Beurteilung dazu abgegeben. Anschliessend haben sie die erhobenen Diagnosen
aufgelistet und je nachvollziehbar die Herleitung der Diagnosen erklärt. Weiter haben
3.2.
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sie sich mit den vorhandenen Ressourcen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt
und eine Konsistenzprüfung vorgenommen. Letztlich haben die Gutachter je eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung in ihrer Fachdisziplin angegeben; die anschliessend
interdisziplinär abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung ist dabei mit den von den
Gutachtern einzeln abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen vereinbar. Ein Indiz
dafür, dass die Sachverständigen eine relevante Gesundheitsbeeinträchtigung
übersehen oder nicht hinreichend erfasst hätten, ist nicht ersichtlich; das Gutachten ist
im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 V 351) inhaltlich vollständig, umfassend und
frei von Widersprüchen. Die zuständige RAD-Ärztin Dr. J._ hat am 3. Dezember 2020
das ZIMB-Gutachten als plausibel und nachvollziehbar qualifiziert (IV-act. 200).
Nachfolgend wird aufgezeigt, dass auch die Einwände des Beschwerdeführers
keine Zweifel am Gutachten erwecken.
3.3.
Der Beschwerdeführer hat moniert, er leide sowohl an einer depressiven Störung
als auch an einer Schmerzstörung, weshalb er keiner Arbeit mehr nachgehen könne.
Der psychiatrische ZIMB-Sachverständige hat diese Diagnosen jedoch klar
ausgeschlossen. Er hat vermerkt, dass der Beschwerdeführer psychiatrisch kaum
eingeschränkt gewirkt und nur eine (wegen den Schmerzen) nachvollziehbare
deprimierte Stimmungslage vorgelegen habe. Vor diesem Hintergrund habe er auch
keine Somatisierungsstörung diagnostizieren können (IV-act. 199-116 ff.). Die
Ausführungen des psychiatrischen Gutachters hierzu sind überzeugend und
nachvollziehbar. Aus dem nachträglich eingereichten Bericht der psychiatrischen
Behandler der Psychiatrie-Dienste I._ vom 31. Mai 2021 (IV-act. 213-2 f.) ist denn
auch keine Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes seit der
Begutachtung abzuleiten. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass dieser Bericht
insbesondere auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellt und die
Fachpersonen kein Symptomvalidierungsverfahren vorgenommen haben. Die
Fachpersonen haben jedoch die Beschreibung der Diagnose (ohne erkennbaren
objektiven Grund) von der bis anhin erhobenen Somatisierungsstörung zu einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren geändert,
dies jedoch ohne eine relevante Veränderung der angegebenen Befundlage. Detaillierte
und objektiv nachvollziehbare Angaben zu veränderten Befunden fehlen. Im Übrigen ist
bei der Würdigung des Beweiswerts der Berichte behandelnder Ärzte der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten
auszusagen pflegen und zudem dazu neigen, die pessimistischen
Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu akzeptieren (vgl.
3.3.1.
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etwa BGE 125 V 353 E. 3b.cc). Der Bericht der Psychiatrie-Dienste I._ vom 31. Mai
2021 beinhaltet damit keinen ausreichenden Hinweis auf eine objektive
Verschlechterung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers nach der
Begutachtung. Demnach kann nach wie vor auf das im psychiatrischen Teilgutachten
Festgehaltene abgestellt werden.
Weiter hat der Beschwerdeführer gerügt, der orthopädisch-chirurgische ZIMB-
Sachverständige habe in seinem Teilgutachten höhere Einschränkungen als der
Vorgutachter Dr. F._ festgehalten; trotzdem habe der ZIMB-Sachverständige dann
aber − wie Dr. F._ − "nur" eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers hat der ZIMB-Sachverständige jedoch keine höheren
Einschränkungen angegeben; er ist bei der Beschreibung der Einschränkungen
lediglich mehr ins Detail gegangen und hat im Vergleich zu Dr. F._ genauer
umschreiben, welche Arbeiten beim Beschwerdeführer zu vermeiden seien, indem er
z.B. beschrieben hat, dass Rotationsbewegungen nicht mehr möglich seien.
Grundsätzlich sind die beiden Gutachter, also der orthopädisch-chirurgische ZIMB-
Sachverständige und Dr. F._, zum selben Schluss gekommen, nämlich dass
mittelschwere und schwere berufliche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien.
Hingegen seien optimal leidensangepasste, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten noch
zu 80% zumutbar. Beide Gutachter haben die 20%ige Einschränkung in adaptierten
Tätigkeiten mit einem erhöhten Pausenbedarf aufgrund der Schmerzen begründet. Die
beiden Gutachter sind damit im Wesentlichen zur gleichen Beurteilung bezüglich der
verbleibenden Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gekommen. Der vom
Beschwerdeführer erhobene Vorwurf, der ZIMB-Sachverständige habe aufgrund der
erhöhten Einschränkungen eine zu tiefe Arbeitsfähigkeit angenommen, erweist sich
damit als ungerechtfertigt.
3.3.2.
Der Beschwerdeführer hat weiter vorgebracht, der orthopädisch-chirurgische
ZIMB-Sachverständige habe sich zu wenig mit den Akten der behandelnden
Fachpersonen (insbesondere jenen von Dr. H._) und dem MRI-Bericht vom 23. Juli
2018 auseinandergesetzt. Sämtliche Akten der behandelnden Fachpersonen, also auch
jene von Dr. H._ und der MRI-Bericht vom 23. Juli 2018 sind dem orthopädisch-
chirurgische ZIMB-Sachverständigen zur Verfügung gestanden. Soweit relevant, hat
sich der ZIMB-Sachverständige auch mit den Vorakten auseinandergesetzt. So hat er
unter anderem auch die Befunde/Diagnosen von Dr. H._, die sie im Bericht vom 19.
Dezember 2018 erwähnt hat (IV-act. 134) und in welchem sie sich auch mit den MRI-
Befunden vom 23. Juli 2018 befasst hat, festgehalten (vgl. IV-act. 199-71, Punkt 3.2).
Der orthopädisch-chirurgische ZIMB-Sachverständige hat sich damit entgegen der
3.3.3.
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4.
Da die bisherige Tätigkeit als Baggerfahrer gemäss den überzeugenden Ausführungen
sämtlicher medizinischer Fachpersonen nicht mehr zumutbar ist, kommt als
Invalidenkarriere nur die Verrichtung einer ideal leidensadaptierten Hilfsarbeit in Frage.
Zumutbar sind lediglich noch körperlich leichte bis mittelschwere adaptierte
Tätigkeiten. Da die Akten keine Hinweise darauf enthalten, dass der Beschwerdeführer
erheblich über- oder unterdurchschnittlich leistungsfähig wäre, und da kein
statistischer Nachweis dafür existiert, dass körperlich leichtere Hilfsarbeiten wesentlich
tiefer als körperlich anstrengende Hilfsarbeiten entlöhnt würden, ist der statistische
Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne als Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens heranzuziehen. Das durchschnittliche jährliche Einkommen eines
Hilfsarbeiters hat im Jahr 2019 Fr. 68'336.-- brutto betragen. Nun stellt sich die Frage,
ob der Beschwerdeführer zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu nehmen hat. Bei
Personen, die in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im Vergleich zu
gesunden Arbeitnehmern nämlich Lohnnachteile entstehen, da der Wert der
Arbeitsleistung aus der Sicht eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden
Ansicht des Beschwerdeführers, wo er es für relevant erachtet hat, mit den erwähnten
Vorakten auseinandergesetzt und ist näher auf diese eingegangen. Ein Hinweis darauf,
dass der orthopädisch-chirurgische ZIMB-Sachverständige diesbezüglich etwas
vergessen/übersehen hätte, ist nicht vorhanden.
Der Beschwerdeführer hat weiter behauptet, seine Rückenbeschwerden hätten
sich seit der ZIMB-Begutachtung verschlechtert. Im nachträglich eingereichten Bericht
von Dr. H._ vom 6. Oktober 2021 (act. G 5.1) hat diese eine Infiltration am Rücken
des Beschwerdeführers bestätigt. Sie hat jedoch vermerkt, dass es sich bei der
Zunahme der Rückenschmerzen um eine rein subjektive Verschlechterung der
Beschwerden handle, die objektive Befundlage sei seit Jahren unverändert. Auch
aufgrund der Ausführungen von Dr. H._ ist also davon auszugehen, dass sich der
somatische Gesundheitszustand seit der Begutachtung durch die ZIMB objektiv
betrachtet entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht verschlechtert hat.
3.3.4.
Zusammenfassend sind die Einwände des Beschwerdeführers sowie die
nachträglich eingereichten Behandlerberichte nicht geeignet, Zweifel an der
Überzeugungskraft des ZIMB-Gutachtens vom 27. November 2020 zu wecken. Damit
steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest,
dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Baggerfahrer voll
arbeitsunfähig und in einer adaptierten Tätigkeit (seit 2009) zu 20% arbeitsunfähig ist.
3.4.
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Arbeitgebers vermindert ist. Eine gesundheitlich beeinträchtigte Person wäre nämlich
z.B. unfähig, sich vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu
lassen. Längerfristig betrachtet bestünde zudem das Risiko von vermehrten
krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff
aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, ist wegen diesen Nachteilen, die
betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen würden, bei der Ermittlung des
Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ein zusätzlicher
Abzug vorzunehmen. Die vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen rechtfertigen
einen Abzug von maximal 10%. Im Rahmen eines Einkommensvergleichs errechnet
sich ab Juli 2019 (potentieller Rentenbeginn) unter Berücksichtigung der
Restarbeitsfähigkeit von 80% und einem maximalen Tabellenlohnabzug von 10% ein
IV-Grad von 32.1%. Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente
zugesprochen werden kann, hat die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist
dementsprechend abzuweisen.
5.