Decision ID: 567d50f1-7cdf-4597-bb96-e8c8519e5ed9
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1957 geborene
X._
ist gelernter Bautechni
ker (1975 bis 1979) und reiste 1990 aus dem Iran in die Schweiz ein, wo er als Hilfsarbeiter auf dem Bau, als Teppichhändler und Elektromonteur erwerbstätig war (Urk. 7/74 S. 15). Im Zusammenhang mit einem Sturz von einer Leiter zog sich der Versicherte Nackenbeschwerden zu und meldete sich am 10. März 2002 erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Mangels eines IV-relevanten Gesundheitsschadens wies diese das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 14. Januar 2003 ab (Urk. 7/20). Ab dem 23. Juli 2013 war der Versicherte bei der
Y._
AG als Elektromonteur angestellt und zog sich am 30. Juli 2013 bei einem Sturz aus etwa einem Meter Höhe eine OSG-Distorsion rechts zu, wobei er in der Folge auch über Knieschmerzen links klagte (Urk. 7/46/409, Urk. 7/46/317). Am 21. August 2013 stürzte der Versicherte mit dem Fahrrad und zog sich eine
Radiusköpfchenmeisselfraktur
rechts, eine Schulterkontusion rechts sowie eine
Nasenseptumfraktur
zu (Urk. 7/46/361). Weiter zog sich der Versicherte bei einem Treppensturz beziehungsweise wegen eines übersehenen Bürgersteigs am 8. Juni 2014 eine Kniedistorsion links zu (Bericht über ambulante Behandlung vom 11. Juni 2014, Urk. 7/46/100; Urk. 7/46/135).
1.2
Für die Folgen der drei genannten Ereignisse anerkannte die Suva zunächst ihre Leistungspflicht und der Versicherte meldete sich am 12. Juli 2014 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/34). Am 21. April 2015 liess der Versi
cherte eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
am linken Knie durchführen (Urk. 7/48/27). Nach Beizug der unfallversicherungsrechtlichen Akten stellte die IV-Stelle die polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten in Aussicht (Urk. 7/51, Mitteilung vom 29. Juni 2015). Mit Einspracheentscheid vom 27. Januar 2016 hielt die Suva am bereits mitgeteilten Fallabschluss per 26. Feb
ruar 2015 fest, unter Hinweis darauf, dass die Taggeldleistungen entgegenkom
menderweise noch bis 31. März 2015 ausgerichtet würden (vgl. Verfahren UV.2016.00058; Verfügung vom 8. Juni 2015, Urk. 7/47).
Am 29. März 2016 erstattete die MEDAS
Z._
das in Auftrag gegebene interdis
ziplinäre Gutachten (Urk. 7/74), woraufhin die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 11. Mai 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (Urk. 7/83). Dazu nahm der Vertreter des Versicherten am 25. Mai 2016 Stel
lung, insbesondere unter Hinweis auf einen Bericht der Klinik für Rheumatolo
gie des Universitätsspitals
A._
vom 21. September 2015 (Urk. 7/87). Zu diesem Bericht nahm Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie (MEDAS
Z._
), am 6. Juni
2016 Stellung (Urk. 7/104). Mit Verfügung vom 19. Juli 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 7/108).
1.3
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil
vom
19.
Dezember 2017 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur erneuten Begutach
tung an die IV
-Stelle zurückwies (
Urk.
7/133); das entsprechende polydisziplinäre Gutachten datiert vom 1
6.
Januar 2019 (
Urk.
7/193
ff.
). Mit Vorbescheid vom
8.
Februar 2019 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/204) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2019 fest (
Urk.
7/226 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
8.
August 2019
Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer rückwirkend eine angemessene Invali
denrente zuzusprechen. Weiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro
zessführung zu bewilligen und ihm Rechtsanwalt Dr. André
Largier
als unent
geltlicher Rechtsvertreter zu bestellen; unter Kosten- und Entschädigungs
folgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
September 2019
beantragte die Beschwerdegeg
nerin
unter Hinweis auf das polydisziplinäre Gutachten vom 1
6.
Januar 2019
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
0.
Septembe
r 2019 zur Kenntnis gebracht wur
de (
Urk.
8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
Verfügung
damit, dass der Beschwerdeführer
gestützt auf die Ergebnisse der neusten Begutachtung in einer angepassten Tätigkeit bei einer vollen Präsenz eine Leistungsfähigkeit von 80
%
erreichen könnte; damit bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 20
%
kein Anspruch auf eine Rente (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers
in medizinischer Hin
sicht
im Wesentlichen geltend, dass die Gutachter des
C._
weder auf das Vor
gutachten noch auf die massgebenden Erwägungen des Gerichts eingegangen seien (
Urk.
1 S. 8).
So werde im orthopädischen Teilgutachten weder unter Beur
teilung des MRI des linken Knies vom 1
3.
Oktober 2015 auf die Kniebeschwerden eingegangen, noch seien die Finger- und Fussbeschwerden genügend abgeklärt worden (S. 10 f.).
Auch sei auf die Beschwerden am rechten Knie mit keinem Wort eingegangen
worden
, die belegte Schädigung am rechten Knie erscheine nicht einmal in der Diagnoseliste. Darüber hinaus würden die psychiatrischen Berichte
vom 1
4.
März und 1
5.
April 2019 zumindest Anlass für weitere Abklärungen bie
ten (S. 12).
3.
3.1
Die für das
C._
-Gutachten vom 1
6.
Januar 2019 verantwortlichen Fachärzte stellten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen
(Urk. 7/193 S. 12)
:
-
Diskrete
Rotatorenmansch
ettenläsion
und AC-Gelenksarthrose Schulter rechts bei
-
Status nach Schulterkontusion rechts nach Velosturz am 2
1.
August 2013
-
Moderate Gonarthrose links bei
-
Status nach
arthroskopischer
Teilmeni
s
kektomie
Knie links am 2
1.
April 2015
-
Beginnende Arthrose im
Humeroradial
- und
-
ulnargelenk
rechts bei
-
Status nach
undislozierter
Radiusköpfchenmeisselfraktur
rechts nach Velosturz am 2
1.
August 2013
-
Panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Status nach
Zervikobrachialgie
links (degenerative HWS-Veränderungen, kein Nachweis eines
zervikoradikulären
Reiz- und Ausfallssyndroms)
-
Lumboischialgie
links (degenerative LWS-Veränderungen L4/5 und L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression, klinisch kein Nach
w
eis eines
lumboradikulären
Reiz- und Ausfallssyndroms)
-
Asthma bronchiale
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit würden die folgenden Diagnosen bleiben
(S. 13)
:
-
Status nach proximaler
extraartikulärer
undislozierter
Metatarsale
I-Fraktur rechts am 2
8.
Juni 2015
-
Chronisches
lumbo-spondylogenes
Syndrom bei
-
Moderaten degenerativen LWS-Veränderungen
-
Status nach Sturz von Leiter am 1
0.
März 2002
-
Verdacht auf akzentuierte
histrionische
und mögliche emotional instabile Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Dauerkonsum von Benzodiazepinen in niedriger Dosierung (ICD-10 F13.25)
-
Dauerkonsum von Opioiden (ICD-10 F11.25)
-
Multifaktorielle Kopfschmerzen
-
Episodischer Spannungskopfschmerz DD zusätzlich Medikamenten
übergebrauchskopfschmerz
-
Parästhesien der rechten oberen Extremität
-
Kein Nachwei
s
eines Carpa
l
tunnelsyndroms oder einer Ulnaris-Neuro
pathie, kein neurogenes Ausfallsmuster
Aufgrund der chronischen Schulter-
und Ellbogenbeschwerden rechts
nach
dem
Velosturz vom 2
1.
August 2013 sei davon auszugehen, dass ständig mittel
schwere und schwere Tätigkeiten, Überkopfarbeiten sowie solche in absturzge
fährdeter Position wie
auf
Leitern, Gerüsten etc. seit dem Unfalldatum nicht mehr zuzumuten seien, aufgrund der beginnenden moderaten Gonarthrose links seien kniebelastende Tätigkeiten dauerhaft nicht mehr sinnvoll (S. 13). Seitens der LWS seien ebenfalls ständige mittelschwere und schwere Tätigkeiten nicht mehr sinn
voll, ebenso solche in Zwangshaltungen oder mit repetitivem Bücken. Weiter bestehe eine qualitative Einschränkung für Tätigkeiten mit atemwegsreizenden Stoffen oder andauernder Kälte, Nässe und bei starken
Temperaturschwankungen (S. 14).
Wechselbelastende, leichte und intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkei
ten ohne die genannten Einschränkungen seien aus
orthopädischer Sicht medizi
nisch-theoretisch vollschichtig zumutbar, so beispielsweise Tätigkeiten mit Kon
trollfunktion, Verpackungs- oder Abfülltätigkeiten oder eine solche als Dolmet
scher (S. 16). Diese Einschätzung gelte spätestens drei Monate ab
dem
Fahrrad
sturz vom 2
1.
August 2013, drei Monate nach
der
arthroskopische
n
Teilmenis
kektomie
Knie links vom
2.
April 2015, respektive zwei Monate nach
der
proxi
male
n
extraartikuläre
n
undislozierte
n
Metatarsale
I-Fraktur vom
28.
Juni 201
5.
Unter Berücksichtigung der komplexen Schmerzsymptomatik sei eine Leis
tungseinschränkung von 20
%
wegen vermehrtem Pausenbedarf einzuräumen. Diese Einschätzung gelte
seit dem 2
9.
Juli 2013 (S. 1
7).
Abschliessend sei festzustellen, dass aufgrund der aktuellen Lungenfunktion durchaus eine relevante obstruktive Ventilationsstörung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen könnte. Es könnten aber keine Angaben gemacht wer
den, ob diese hypothetische Einschränkung nur passager oder im Sinne einer chronischen obstruktiven Ventilationsstörung unter langfristiger optimaler The
rapie bestehe. Es sei eine engmaschige fachärztliche ambulante Betreuung durch einen
Pneumologen
notwendig. Eine Beurteilung
des Asthma
bronchiale erfor
dere nicht nur eine punktuelle Analyse wie im Januar 2016 oder aktuell im Teil
gutachten, sondern longitudinal regelmässig, ca. alle vier Wochen stattfindende Konsultationen mit nachvollziehbaren klinischen Angaben, Abschätzungen der Compliance bezüglich der
inhalativen
Therapie und wiederholten lungenfunkti
onellen Untersuchungen im Zeitraum des nächsten Jahres (S. 18.).
3.2
3.2.1
In Erwägung 4 des Urteils vom 1
9.
Dezember 2019 (
Urk.
7/133) ging das Sozial
versicherungsgericht von einem ergänzenden Abklärungsbedarf aus. Namentlich bedürfe die Situation am linken Knie ergänzender Beurteilung (E. 4.2) und hin
sichtlich der Fussproblematik rechts sowie der Fingerbeschwerden bedürfe es ergänzender Untersuchung und Beurteilung (E. 4.1, 4.3 und 4.4). Es sei eine Ver
laufsbegutachtung mit umfassender Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit durchzuführen (E. 4.4).
Auf diese Erwägungen wurde im Dispositiv
(
Urk.
7/133/10 f.)
verwiesen; sie waren somit für die IV-Stelle verbindlich
und sind es nun auch für das Gericht
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_941/2012 vom 2
0.
März 2013 E. 4.3.2).
3.2.2
Das Sozialversicherungsgericht hatte namentlich eine Beurteilung des aktuelleren MRI vom 1
3.
Oktober 2015 als im Rahmen der erneuten Begutachtung des linken Knies als unabdingbar erachtet (E. 4.2 des Urteils vom 1
9.
Dezember 2019; vgl.
Urk.
7/88 S. 2). Eine solche Beurteilung war jedoch bei der
C._
-Begutachtung nicht erfolgt. In der allgemeinen Aktenzusammenfassung (
Urk.
7/194) und bei der Auflistung der radiologischen Untersuchungen im orthopädischen Teilgut
achten wurde das MRI vom 1
3.
Oktober 2015 nicht aufgeführt (
Urk.
7/197 S. 22). Auch eine aktuellere MRI-Untersuchung des linken Knies wurde nicht veranlasst; die Beurteilung erfolgte weiterhin gestützt auf das MRI vom 20. Oktober 2014 (
Urk.
7/197 S. 19 f.). Diesbezüglich
erscheint es für einen medizinischen Laien
weiterhin
nicht nachvollziehbar, inwieweit eine
Chondromalazie
Grad III (Knie links
; vgl.
Urk.
7/46/79
) noch als beginnende Gonarthrose (gemäss aktuellem Gutachten: moderate Gonarthrose) qualifiziert werden kann. Auch die Fachärzte des
A._
gingen in ihrer Beurteilung des MRI vom
2.
Juli 2015 (richtig: 2014) unter anderem von ausgedehnten Knorpelschäden aus (
Urk.
7/87/1, vgl. Urteil vom 1
9.
Dezember 2017 E. 4.2).
Bei der orthopädischen Untersuchung am 1
2.
November 2018 waren die Finger
gelenke kursorisch geprüft unauffällig (
Urk.
7/197 S. 16 f.). Die von Dr.
B._
am
6.
Juni 2015 empfohlene radiologische Abklärung wurde nicht vorgenommen (vgl.
Urk.
7/104 S. 2). Unter den «Diagnosen» wurden die Fingerbeschwerden beziehungsweise die
sonographisch
nachgewiesenen Arthrosen der Fingergelenke nicht erwähnt (
Urk.
7/197 S. 24; vgl.
Urk.
7/194 S. 5). Im neurologischen Teil
gutachten wurde demgegenüber ein generalisiertes Schmerzsyndrom unter ande
rem beider Hände festgehalten, welches sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke; der Versicherte hatte bei der Untersuchung vom 26. November 2018 unter ande
rem über Schmerzen beider Hände und eine Kraftlosigkeit der rechten Hand
geklagt (
Urk.
7/196 S. 13, S. 16 und S. 23). In der interdisziplinären Gesamtbeur
teilung fehlt eine entsprechende Diagnose erneut (
Urk.
7/193 S. 12). Von einer umfassenden Einschätzung der Fingerbeschwerden und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Sinne des Urteils vom 19. Dezember 2015 kann angesichts dieser im Gutachten nicht näher beleuchteten Divergenzen nicht ausgegangen werden (vgl. E. 4.3 und 4.4 des Urteils vom 19. Dezember 2015).
Selbst wenn diese Beschwerde
n
einen nur geringen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben sollten, ist entsprechend den Ausführungen im Urteil vom 1
9.
Dezember 2017 weiterhin zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer mittlerweile doch an einer Vielzahl von orthopädischen Beschwerden leidet, sodass im Hinblick auf eine exakte Beschreibung des Tätigkeitprofils (leidensbedingter Abzug) einer umfas
senden Gesamteinschätzung erhöhte Bedeutung zukommt.
Nicht von vorneherein auszuschliessen ist sodann, dass die Fingerbeschwerden einen zusätzlichen Ein
fluss auf die Leistungsfähigkeit bei den als zumutbar beurteilten Verpackungs- und Abfülltätigkeiten haben könnten (vgl.
Urk.
7/193 S. 16).
3.
3
Ohne abschliessende Würdigung des
C._
-Gutachtens vom 1
6.
Januar 2019 ist
sodann
d
ie Kritik des Vertreters des Beschwerdeführers
bezüglich der Würdigung der Kniebeschwerden rechts
nicht von
der Hand zu weisen.
So wurde bereits am 4. Februar 2015 ein MRI des rechten Knies erstellt, wobei Dr. med.
D._
, leitender Arzt am Stadtspital
E._
, Institut für Medizi
nische Radiologie und Nuklearmedizin, zu der folgenden Beurteilung kam:
Mixoide
Degeneration des medialen und lateralen Meniskus mit zusätzlichem, horizontal verlaufende
m
, degenerativ bedingtem Riss des lateralen Meniskus; konsekutiv
kleinvolumige
Meniskuszyste, 5 mm gross, am lateralen Vorderhorn anliegend; retropatellarer Knorpelulcus mit
subchondraler
Reaktion, leichtgradige
Chondromalazie
im medialen und lateralen Kompartiment
Grad
II ohne Knochen
marködem; keine
Bakerzyste
;
polylobulierte
Flüssigkeit am
Fibulaköpfchen
, am ehesten einer Bursitis der Bursa
sub
tendinea
entsprechend (Urk. 7/48/60).
Gestützt auf die Diagnoseliste des
C._
-Gutachtens ist dabei davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer am rechten Knie an keinen Beschwerden leidet, was die Einschätzung der verbleibenden Restleistungsfähigkeit in Frage stellt.
3.4
Zusammenfassend ist die von der Beschwerdegegnerin veranlasste Abklärung beziehungsweise ist das beim
C._
eingeholte Gutachten im Lichte des Urteils vom 19. Januar 2015 unvollständig (E. 3.2). Darüber hinaus fehlt es an einer Berücksichtigung der objektivierbaren Kniebeschwerden rechts (E. 3.3). Die Beschwerdegegnerin wird eine erneute Beurteilung der Leistungsfähigkeit zu ver
anlassen haben, welche nach Vervollständigung im Sinne von E. 3.2 und unter zusätzlicher Berücksichtigung der objektivierbaren Kniebeschwerden rechts zu
erfolgen hat. Dies kann im Rahmen von spezifischen Ergänzungsfragen an die
C._
-Gutachter erfolgen.
In
pneumologischer
Hinsicht drängt sich aufgrund der im Zeitpunkt des Guta
c
h
tens unklaren Situation eine Verlaufsabklärung auf. Aufgrund der Angaben im
C._
-Gutachten ist dabei davon auszugehen, dass die Atembeschwerden ein Hauptproblem darstellen (
Urk.
7/195 S. 9); weiter hielt der für das
pneumologi
sche
Teilgutachten verantwortliche Facharzt
fest, dass aufgrund der aktuellen Lungenfunktion durchaus eine relevante obstruktive Ventilationsstörung mit Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen könnte (
Urk.
7/199 S. 12). Da die Abklärung am
C._
nun mehr als ein Jahr zurückliegt, kann aufgrund des weiteren Verlaufs, der allenfalls erfolgten regelmässigen Untersuchungen sowie einer Verlaufsabklärung fundierter auf eine quantitative Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit geschlossen werden.
Zusammenfassend führt dies zur Gutheissung der Beschwerde in dem Sinn
e
, dass die Sache
für ergänzende Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückgewie
sen wird.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen des Beschwerdeführers gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'300.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch betreffend Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und
Rechtsvertretung gegenstandslos
.