Decision ID: 07390393-af95-4487-9eeb-ecd6880ac9cb
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, war seit dem
1.
September 1987 als
Mitarbeiterin Abpacklinie
in der Fleischproduktion
bei der A._
tä
tig (
Urk.
6/13)
, als sie sich
am
5.
September 2007 an ihrem Arbeitsplatz eine Kontu
sion des re
chten Daumens zuzog (
Urk.
6/8/22
und
Urk.
6/8/24
). Am 11
.
Septem
ber 2009
(Eingangsdatum) meldete
sich
die Versicherte
wegen Nacken-, Schulter- und Armschmerzen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zum
Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Am 1
5.
März 2010 teilte die IV-Stelle ihr mit, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsma
ssnahmen möglich seien (
Urk.
6/2
0). In der Folge liess die IV-Stelle
die Versicherte orthopädisch (Gutach
ten
von
Dr. B._
, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 2
6.
März 2010;
Urk.
6/23
) und psychiatrisch (Gutachten
von
Dr.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 3
0.
Oktober 2010;
Urk.
6/34
) begutachten.
Mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2011 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Invalidenrent
e, da aus ärztlicher Sicht kein
IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
6/57). Die dag
egen von der Versi
cherten am 2
2.
August 2011 erhobene Beschwerde (
Urk.
6/60
) wurde vom Sozi
alversicherungsgericht mit Urteil IV.2011.00865 vom
5.
Februar 2013 abgewie
sen (
Urk.
6/64). Dagegen erhob die Versicherte am 1
8.
März 2013 beim
Bundes
gericht Beschwerde (Urk.
6/65), die mit Urteil 9C_211/2013 vom
4.
Juli 2013 abgewiesen wurde (
Urk.
6/72).
1.2
Am
7.
Mai 2013 (Eingangsdatum)
hatte
sich die Versicherte erneut bei der
IV-Stelle zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
6/67).
Am 1
8.
Juli 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung (Rheumatologie, Psychiatrie) notwendig sei (
Urk.
6/69). Mit Eingabe vom 1
9.
Juli 2013 beantragte die Versicherte, dass
zusätzlich auch
eine neurologische Untersuchung durchgeführt werde (
Urk.
6/70
). Mit Zwischenverfügung vom 5.
September 2013 hielt die IV-Stelle
an der Durchführung einer rheumatologisch-psychiatrisc
hen Begutachtung fest
(
Urk.
6/74). Daraufhin
gab sie
bei
D._
, FMH Psychiatrie und Psycho
therapie, und
Dr.
E._
, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, ein Gutachten in Auftrag, das am
3.
Dezember
2013 erstattet wurde (
Urk.
6/79). Mit Vorbescheid vom 3
0.
Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/82), wogegen diese am 1
9.
Februar 2014 Einwand erhob (
Urk.
6/84). Am 3
1.
März 20
14 wurde die Ver
sicherte im S
pital
F._
an der linken Schulter operiert (
Urk.
6/87
)
, a
m
11.
September
2014 folgte
ein operativer
Eingriff am rechten Knie (Urk.
6/94).
Die
IV-Stelle
holte
die
Bericht
e
von
Dr.
G._
, FMH Chirurgie, vom
9.
Januar 2015 (
Urk.
6/99) und von
Dr.
H._
, FMH Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom
3.
Dezember 2015 (Eingangsdatum;
Urk.
6/115) ein.
Nachdem sich die IV-Stelle und di
e Versicherte hinsichtlich der Fachd
isziplin
(
en
)
einer weiteren medizinischen Begutachtung zunächst
wiederum
uneinig
gewesen waren (
Urk.
6/106,
Urk.
6/108 und
Urk.
6/
111-112
), gab die IV-Stelle
schliesslich
bei der Gutachterstell
e
I._
ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen
All
gemeine Innere Medizin, Neurologie,
Orthopädie
und Psychiatrie
in Auftrag (Expertise vom
9.
Juni 2016,
Urk.
6/127). Hie
rzu nahm die Versicherte am 11.
August 2016 Stellung (
Urk.
6/133).
Mit Schreiben vom 9.
Januar 2017 teil
t
e die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr Gesundheitszustand mit einem Schmerzmittelentzug wesentlich verbe
ssert werden könne
,
und wie
s
sie
auf
ihre
Mitwirkungspflicht
hin (
Urk.
6/136). Mit Verfügung vom 9.
Januar 2017 ver
neinte
die IV-Stelle
einen Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 21
%
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
8.
Februar 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu verpflichten, ihr rückwirkend eine angemessene Rente zuzusprechen und auszu
zahlen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
März 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwer
deführerin am 2
1.
März 2017 angezeigt wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkom
men zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE
117
V
198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditäts
grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
begründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwer
defall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung
im Wesentli
chen
damit, da
ss auf das Gutachten des
I._
vom
9.
Juni 2016 abgestellt wer
den könne.
Demnach sei
der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Produktions
mitarbeiterin in der Fleischverpackung nicht mehr möglich
.
Eine leidensange
passte Tätigkeit sei ihr
allerdings zu 100
%
zumutbar
. Ohne Behinderung könnte die Beschwerdeführeri
n ein Einkommen von
Fr.
68'519.--
erzielen, mit
Behinde
rung
ein solches von
Fr.
54'332.--. Es sei daher eine
Erwerbseinbusse von
Fr.
14'187.--
und ein Invaliditätsgrad von 21
%
gegeben. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
auf das Gutachten des
I._
vom
9.
Juni 2016 w
egen diverser Mängel
nicht abgestellt werden könne.
Der orthopädische G
utachter
des
I._
sei
zu wenig auf die erheblichen degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule (HWS) eingegangen. Eben
falls nicht nachvollziehbar se
i, weshalb er trotz
der im
Arthro
-MRI vom 15.
April 2016 festgestellten Befunde an der linken
Schulter der Meinung
sei, die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin sei
nach der Operation vom 3
1.
März 2014
bloss vorübergehend für
sechs Monate
beeinträchtigt gewesen. Mit der Einschät
zung, wonach der operative Eingriff
vom 1
0.
September 2014
am rechten Knie
zu einer Arbeitsunfähigkeit von drei bis vier Wochen geführt habe, setze
sich
der orthopädische G
utachter des
I._
in Widerspruch zur echtzeitlichen Beurtei
lung von
Dr.
G._
, welcher im Bericht vom
9.
Januar 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1
0.
Septe
mber 2014 bis Ende Januar 2015 und
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab Februar 201
5 attestiert habe. Zu
dem habe der orthopädische G
utachter
des
I._
den happigen Vorhalt
einer bewusstseinsna
hen Schmerzverdeutlichung und Selbstlimitierung in keiner Art und W
eise dokumentiert
.
Die
behandelnde
Psychiaterin
Dr.
H._
habe
im Bericht vom 2
7.
J
uni 2016
im Gegensatz zum psychiat
rischen G
utachter des
I._
sodann
eine seit zwei bis drei Jahre
n
bestehende rezidivierende, mittelschwere bis schwere Depression
festgestellt
. Schliess
lich sei der neurologische G
utachter des
I._
weder auf den Analgetika-Abusus noch auf die Folgen der Migräne der Beschwerdeführerin eingegangen
. Nachdem die Beschwerdegegnerin diese Män
gel nicht von sich au
s behoben habe, werde beantragt
, dass das Gericht ein
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gebe, um
einen
weiteren zeitlichen Ver
zug zu vermeiden (
Urk.
1 S. 4 ff.
).
3.
3.1
3.1.1
Der
rentenverneinenden
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
Juni 2011 (
Urk.
6/57)
, die
vom Bundesgericht mit Urteil 9C_211/2013 vom
4.
Juli 2013
letztinstanzlich
bestätigt wurde (
Urk.
6/72
),
lag in medizinischer Hinsicht das
orthopädische
Gutachten von
Dr.
B._
vom 2
6.
März 2010 (
Urk.
6/23) und die
psychiatrische
Expertise von
Dr.
C._
vom 3
0.
Oktober 2010 (Urk.
6/34) zugrunde.
3.1.2
Dr.
B._
stellt
e
im
Gutachten vom 2
6.
März 2010
folgende Diagnosen (
Urk.
6/23/14
):
(1)
Zervikalsyndrom
rechts mit/bei:
-
deutlicher paramedianer linksseitiger Diskushernie C5/C6 mit Kontakt und
Abflachung des
Myelons
links und Vorwölbung in das linke intervertebrale
Foramen
ohne Myelopathie
(ICD-10: M50.9)
-
ohne rechtsseitige Kompression
(2)
Verdacht auf Schmerzvera
r
beitungsstörung (Differentialdiagnose: Erschöpfungs
-
depression
)
(3)
Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts, operationswürdig
(ICD-10: G56.0)
Dr.
B._
führte aus, dass
aus orthopädischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
bestehe
.
Aus medizinischer Sicht sei die Operation des CTS rechts anzustreben. Postoperativ sei eine Arbeits
unfähigkeit für
vier bis fünf Wochen
anzunehmen
.
Aufgrund der
Gesamtsitua
tion empfehle er eine
psychiatrische Abklärung bzw. Begutachtung der Beschwerdeführerin
(
Urk.
6/23/14).
3.1.3
Dr.
C._
nannte
im
Gutachten vom 3
0.
Oktober 2010
folgende Diagnosen
(
Urk.
6/34/
25):
(1)
Spannungskopfschmerzen
(ICD-10 G44.
2)/
anfallsweise Migräne mit Aura
(2)
degenerative HWS-Beschwerden
(3)
leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts
(4)
Schmerzverarbeitungsstörung beziehungsweise Symptomausweitung
sensu
Matheson
Dr.
C._
erklärte, dass aus psychiatrischer Sicht
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit in einem ähnlichen
Aufgabenbereich wie dem bisherigen (Stelle gekündigt) auszugehen sei
(Urk.
6/34/
25).
3
.2
3.2.1
Im Rahmen der Neuanmeldung
vom
7.
Mai 2013
(Eingangsdatum
, Urk.
6/67
)
sind im Wesentlichen folgende Beurteilungen aktenkundig:
3.2.2
D._
und
Dr.
E._
führten im
psychiatrisch-rheumatologischen
Gut
achten vom
3.
Dezember 2013 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
an (
Urk.
6/79/
33):
-
c
hronifiziertes
cervikovertebrales
diffus lokalisiertes Schmerzsyndrom
-
mit z
eitweise fortgeleiteten Missempfindungen in beide oberen Extremitäten,
deutlich rechtsbetont
-
z
usätzlich nicht näher spezifizierbare Weichteil-Missempfindung betont
Schultergürtelregion und
Musculus
pectoralis
-Region rechts mit Einschluss des
rechten Oberarmes, weniger Unterarm rechts ohne somatisches reproduzierbares
Korrelat mit
-
m
ultiplen inkonstant reproduzierbaren Tenderpoints an oberen und weniger
unteren Extremit
äten, deutlich rechtsbetont bei
-
m
ehrsegmentalen beginnenden degenerativen Veränderungen
cervikal
, diskret
lumbal ohne Hinweise für eine fa
cettengelenksfortgeleitete resp.
radikuläre
Reiz-
oder Ausfalls
ymptomatik
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arb
eitsfähigkeit nannten sie (Urk.
6/79/33):
(1)
leichte depressive Störung (ICD-10: F32.0)
(2)
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1)
(3)
nicht näher spezifizierbare
lumbovertebrale
Missempfindungen
-
o
hne radiologisches oder klinisches Korrelat
s
ubjek
tive Fremdkörper-Wahrnehmung im
B
ereich
der gesamten rechten
Kör
-
perhälfte
, betont rechte obere und weniger rechte untere Extremität mit
-
Angabe einer netza
rtigen Missempfindung ohne neurolog
isches Korrelat
-
Differentialdiagnose:
somatoforme Schmerzstörung
(4)
D
iskrepanzen betreffend spontanes und beobachtetes Bewegungsverhalten
hin
sichtlich der
geschilderten Limitationen mit Hinweisen für eine gewisse
bewusstseins
nahe Schmerzverdeutlichung und Selbstlimitierung
(5)
elektrophysiologisch dokumentiertes rechtsseitig leichtes
und linksseitig sehr
leichtes Karpaltunnelsyndrom
-
a
ktuell subjektiv beschwerdefrei
D._
und
Dr.
E._
gaben an, dass unter Einhaltung der
rheumato
logischerseits
genannten Schonkriterien (keine repetitiven Gewichtsbelastungen über 15 kg [muskulärer Zug am
cervikalen
Achsenskelett], keine monot
onen HWS-Arbeitspositionen in maximal flektierter,
extendierter
oder lang
e
andau
ernder links/rechts rotierter Stellung; keine kaltfeuchte Exposition, keine lang anhaltende Durchzug- oder Windexposition) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
6/79/31 und
Urk.
6/79/34).
3.2.3
Die Ärzte des
I._
führten
im polydisziplinären Gutachten vom
9.
Juni 2016 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine m
ittelgradige Funkti
onseinschränkung der l
inken Schulter nach Schulter-Arthroskopie (ASK)
und
Rotatorenmans
chettenrekonstruktion
vom 3
1.
März
2014 bei erneuter Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
an
(
Urk.
6/127/17).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
(U
rk.
6/127/18):
(1)
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10:
F45.41)
(2)
l
eichte depressive Episode
(ICD-10
:
F32.0)
(3)
c
hronisches
Cervicalsyndrom
bei bekannten degenerativen Veränderungen ohne
radik
uläre
Ausfälle
(4)
c
hronisches Lumbalsyndrom mit leichtgradiger Funktionseinschränkung ohne
wes
entliche Degeneration ohne
radik
uläre
Ausfälle
(5)
Karpaltunnelsyndrom beidseits
(6)
h
yperkinetisches Herzsyndrom bei Verdacht auf vegetative Labilität
(7)
Gon
algie
rechts, klinisch ohne Reiz
zust
and und guter Funktion bei Zustand nach
ASK mit
Innenmeni
skusteil- und
Plicaresektion
September
2014
Die Gutachter des
I._
erklärten,
dass
die Ar
beitsfähigkeit in der zuletzt aus
geübten
Tätigkeit als aufgehoben eingeschätzt werde.
Bezüglich der Arbeitsfä
higkeit in einer leidensangepassten Tätigke
it bestehe keine Einschränkung
(
Urk.
6/127/20).
Im Hinblick auf die festgestellte Re-Ruptur der
Supraspinatus
sehne
links werde eine erneute rekonstruierende Massnahme prognostisch eher ungünstig gesehen. Dagegen seien physiotherapeutische Massnahmen auch zur Kräftigung der Arm- und Schultergürtelmuskulatu
r empfehlenswert (
Urk.
6/127/24
).
3.2.4
Dr.
H._
führte im Bericht vom 2
7.
Juni 2016 zuhanden des Rechtsvertre
ters der Beschwerdeführerin aus, dass die Beschwerdeführerin
an einer
seit lan
gem vorhandenen
rezidivierenden depressiven Störung
leide, welche sich in den vergangenen zwei bis drei
Jahren
in verschiedenen Intensitätsgraden gezeigt habe
.
Aufgrund des
Krankheitsverlauf
s (mittelgradig bis schwer) habe
sie der
Beschwerdeführerin
sowohl
eine stationäre
als auch
eine
teilstationäre Behand
lung (Tagesklinik)
zwecks Aufbau einer geregelten Tagesstruktur und medika
mentöser Behandlung vorgeschlagen. Die
ambulante
Therapie habe kaum etwas gebracht
. Die
Beschwerdeführerin habe
diesbezüglich
ein ablehnendes Verhalten gezeigt,
weil sie sich Sorgen um die Kinder
gemacht
habe
und verschiedene somatische Abklärungen und Operationen
stattgefunden hätten
. Die
Anamnese
der
depressiven Symptomatik
sei
im Gutachten
des
I._
nicht vollständig erhoben
worden
. Nach der Einnahme von Antidepr
essiva (zuletzt
Cymbalta
) sei es zu
Nebenwirkungen
gekommen:
Schwindel, allgemeine Schwäche, gastroin
testin
ale Beschwerden und Kopfschmerzen
, was die Beschwerdeführerin verun
sichert habe
(
Urk.
6/132/3).
3.2.5
Dr.
J._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
erklärte in der an die Beschwerdeführerin gerichteten Bescheinigung vom 1
4.
Juli 2016, dass
im Gutachte
n des
I._
auf die erheblichen
degenerativen Veränderungen an der HWS zu wenig eingegangen worden sei. Da
die
Beschwerdeführerin
nach wie
vor st
ark
unter den Beschwerden leide, habe er am
1
3.
Juni
2016 eine
MRI-Untersuchung veranlasst
.
Hi
er zeige sich eine Progredienz der
s
ubligamen
-
tären
Diskus Extrus
ion bei C3/
4.
Die Diskushernien
bzw.
Oste
ochondrosen
bei C4/5, C5/6 und C
6/7
seien in der
Bildgebung
unverändert. Es
bestünden
jedoch erheb
liche
degenerative Veränderungen, insbesondere im Segment C5/
6.
Zusam
-
men
gefasst
halte er
die Beschwerdeführerin
für 100
%
arbeitsunfähig, auch
für die im Gutachten des
I._
geschilderte, körperlich leichte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis zu maximal 10
kg
,
überwiegend im S
tehen, Gehen und Sitzen (
Urk.
6/132/1).
3.2.6
Dr.
K._
, FMH Neurologie, legte im Bericht vom 1
4.
Juli 2016 z
uhanden des Rechtsvertreters der
Beschwerdefüh
rerin
dar, dass
sie die Prognose einer B
esserung der chronischen Schmerzen
–
anders als im Gutachten des
I._
– als ungünstig
erachte
. Dafür spreche der lange Verlauf mit bisheriger Therapie
resistenz, Analgeti
k
a-Abusus und beantragter
IV-Rente. Eine stationäre Rehabi
litation mit einem Schmerzmittelentzug sei sinnvoll. Auf den Analgetika-Abusus sei im neurologischen
Teilg
uta
chten
des
I._
nicht eingegangen worden. Aus
serdem würden Angaben zur Migräne fehlen. Die Beschwerdeführerin
berichte
über zwei bis drei s
tarke
Anfälle pro
Monat, die
an diesen Tagen zu einer begründeten Arbeitsunfä
higkeit führen würden (Urk.
6/132/
4-
5).
3.2.7
Dr.
L._
, FMH Allgemeine Medizin, vom
Regio
nalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
erklärte in der Stellungnahme vom 1
7.
Oktober 2016, dass
Dr.
M._
im Bericht vom 2
5.
Juni 2010 bezüglich Kopfweh
von rezidivieren
den Anfällen
einfacher Migräne/Spannungskopfweh gesprochen habe.
Diese
Beschwerden
seien
erneut
im Bericht vom 1
5.
März 2011 erwähnt worden. Dabei sei aber
klar
deklariert worden, dass diese ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien. Im
nachgereichten Bericht von
Dr.
K._
seien die Kopfwehbeschwer
den
erst auf gezieltes Nachfragen
hin
erwähnt worden. Sie würden
halbseitig wechselnd mit pulsierendem Charakter auftreten. Dann gebe die Beschwer
defüh
rerin im nächsten Satz indes
an, dass sie oft Nackenschmerzen mit Ausstrahlun
gen in den Kopf habe, welche sie manchmal nicht von der Migräne unters
cheiden könne (Spannungskopfweh
möglich
)
. Das Ausmass der effektiven reinen Migräne sei daher unklar.
Die Migräne-Komponente schränke die Arbeitsfähigkeit grund
sätzlich nicht ein.
Was die durch
Schmerzmittelüberkonsum verursachte
Kopf
wehproblematik betreffe, sei
ein Schme
rzmittelentzug angezeigt,
nach welchem bezüglich dieser Problematik keine Einschränkung m
ehr gegeben wäre. Daher brauche es keine weiteren Abklärungen (
Urk.
6/135/
7-8
).
4.
4.1
Zu prüfen ist
, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit Erlass der
rentenverneinenden Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
Juni 2011 (
Urk.
6/57) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
9.
Januar 2017 (
Urk.
2) erheblich verschlechtert hat.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht in erster Linie auf da
s polydisziplinäre Gutachten des
I._
vom
9.
Juni 2016 (
Urk.
6/127).
Das Gutachten des
I._
basiert
auf den erforderlichen fachärztlichen Untersu
chungen (
allgemeininternistisch,
orthopädisch,
neurologisch und psychiatrisch
) und wurde in Kenntnis der und
in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abge
geben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mi
t diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt.
Das
Gutachten
des
I._
erfüllt
demnach grundsätzlich die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlage
(vgl. E. 1.6
).
4.3
Was den Gesundheitszustand der
Beschwe
rdeführerin
in somatischer Hinsicht
be
trifft, legten die Gutachter des
I._
im Wesentlichen
dar, dass
im orthopä
disch-
traumatologischen
Bereich als
Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähig
keit
eine mittelgradige Funktionseinschränkung der linken Schulter nach Schul
ter-ASK und
Rotatorenmans
chettenrekonstruktion
vom 3
1.
März
2014 bei erneut nachgewiesener Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
gegeben sei
.
Die im erneuten
Arthro
-MRI der linken Schulter
vom 1
5.
April 2016
nachgewiesenen
Verände
rungen würden
die Kraftminderung der linken Schulter
und
teilweise
auch
die mittelgradige Bewegungseinschränkung
erklären
. Darüber
hinaus lägen
ein chro
nisch
cervicovertebrales
Schmerz
syndrom bei bekannten degenerativen Verän
derungen der mittleren und unteren HWS mit Myalgien und eine
Gonalgie
rechts ohne Reizzustand und guter Funktion als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
vor.
Seitens der HWS
würden sich
die Funktionen leichtgradig eingeschränkt dar
stellen. Ursächlich
hierfür
seien
klinisch der allenfalls leicht
gradig erhöhte Muskeltonus der HWS-Muskulatur
und
auch die bekannten dege
nerativen Veränderungen der mittleren bis u
nteren HWS. Orthopädisch ergäben
sich keine
Zeichen einer
radik
uläre
n
Defizit- oder Reizsymptomatik (
Urk.
6/127/18). Neurologisch würden
keine Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt.
Es seien ein
chron
ische
s
Cervicalsyndrom
und ein
chronische
s
Lumbalsyndr
om
, je ohne
radikuläre
Ausfälle,
sowie
ein CTS beidseits
festgestellt worden
. Der ausgeprägte und teilweise exzessive Beschwerdevortrag
der
Beschwerdeführerin entbehr
e einer
neurologischen Grundlage. Im Bereich der oberen Extremitäten
sei
die Bewegung der HWS allenfalls
endgradig
eing
e
schränkt, die Hals-
und Schultermuskulatur
seien allenfalls leicht ve
rspannt. Reflexstatus und Muskelumfänge
seien seitengleich.
Der neurologische Status
sei unauffällig
gewesen
(
Urk.
6/127/19).
Vor diesem Hin
tergrund kamen die Gutachter des
I._
zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin die Tätigkeit
als
Mitarbeiterin Abpacklinie
in der Fleischpro
duktion nicht mehr zumutbar sei.
Ang
epasste Tätigkeiten, das heisse
körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu maximal 10 kg, überwiegend im Stehen,
Gehen und Sitzen
,
unter Vermeidung von
Täti
gkeiten in Zwangshaltungen (
Überkopf
)
, ständiger Vorneige,
monotonen HWS-Positionen
und
unter extremen Temperaturschwankungen bei Hitze, Kälte, Nässe und Zug seien ihr jedoch zu 100
%
zumutbar
(
Urk.
6/127/20).
4.4
Die
se
Beurteilung der Gutachter des
I._
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel.
Entgegen den Darlegungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7) haben d
ie Gut
achter des
I._
dabei insbesondere auch der festgestellten Re-Ruptur
der
Sup
raspinatussehne
links
und
der in diesem Zusammenhang
bestehenden Kraftmin
derung und mittelgradigen Bewegungseinschränkung
der linken Schulter
ange
messen
Rechnung getragen, indem sie nunmehr
– anders als noch
Dr.
B._
im Gutachten vom 2
6.
März 2010 (
Urk.
6/23/14) -
lediglich noch leichte Tätigkeiten
mit
dem
genannten,
detailliert umschriebenen Belastungsprofil als zumutbar erachteten
.
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass der orthopädische Gutachter des
I._
d
ie
HWS- und Lendenwirbelsäulen- (L
WS-
)
Beschwerden
radio
logisch abklären
liess
(
Urk.
6/127/35)
.
Wirbelsäule
,
Rumpf,
Kopf und Hals
wurde
n
von
den Gut
achtern des
I._
sowohl
in orthopädischer als auch in neurologischer Hinsicht eingehend klinisch untersucht
(
Urk.
6/127/32-33 und
Urk.
6/127/52-53
), und es wurde
lediglich eine leichtgradige Einschränkung der Funktionen der HWS und LWS festgestellt (
Urk.
6/127/18).
Der
klinischen Untersuchung von Rückenbe
schwerden
kommt dabei
grösseres
Gewicht zu
als der
bildgebenden Diagnostik allein.
Die von
Dr.
J._
im Bericht vom 1
4.
Juli 2016 genannten Ergebnisse des MRI der HWS vom 1
3.
Juni 2016
(
Urk.
6/132/1)
vermögen
die diesbezügliche Beurteilung der Gutachter des
I._
desh
alb nicht in Zweifel zu ziehen. Eine
höhergradige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
ist
mit diesem Bericht
von Dr.
J._
nicht ausgewiesen
.
Der neurologische Gutachter des
I._
berichtete im Rahmen seiner Untersu
chung sodann von einem unter kraftlosem Stöhnen demonstrierten Herunterfal
len der Arme im Halteversuch, das einer neurologischen Pathologie entbehre. Zudem beobachtete er ein qualvoll langsames Aufrichten von der Untersu
chungsliege und Hinlegen mit Hinken zur linken Seite ohne neurologisches Kor
relat und sprach von einem teilweise skurril anmutenden Taumel beim Blind
gang. Die Beschwerdeführerin habe sich zeitlupenhaft langsam bewegt, sich an der Wand abstützend, jedoch immer festen Stand findend (
Urk.
6/127/19). Der orthopädische Gutachter des
I._
stellte seinerseits einen sehr leidenden Gesichtsausdruck und anlässlich der Untersuchung von Wirbelsäule und Rumpf inkonsistente Ergebnisse für die Inklination der LWS fest. Die mittelgradige Bewegungseinschränkung der linken Schulter erachtete er aufgrund der festge
stellten strukturellen Veränderungen überdies nur als teilweise erklärbar (
Urk.
6/127/18 und
Urk.
6/127/32-33). Der Vorwurf, dass der orthopädische Gut
achter des
I._
den happigen Vorhalt einer bewusstseinsnahen Schmerzver
deutlichung und Selbstlimitierung in keiner Art und Weise dokumentiert habe (
Urk.
1 S. 9), ist
deshalb
unzutreffend
.
Unzutreffend ist
auch
, dass
die Beschwerdegegnerin respektive RAD-Arzt
L._
auf die detaillierte Kritik der Beschwerdeführerin an den Ausführungen der Gutachter des
I._
nicht substantii
ert eingegangen
seien
, wodurch der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei (
Urk.
1 S. 5)
.
RAD-Arzt Dr.
L._
legte
in der Stellungnahme vom 1
7.
Oktober 2016
begründet
dar, weshalb
die Migräne
der Beschwerdeführerin
die Arbeitsfähigkeit g
rundsätzlich nicht einschränke.
Dies insbesondere unter Hinweis darauf, dass die schon
seit längerem bekannte Migräne bereits vom behandelnden
Dr.
M._
im Bericht vom 1
5.
März 2011 als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein
gestuft worden sei
(
Urk.
6/135/7
und
Urk.
6/52/2
).
Hierfür
spricht auch
der Umstand
,
dass die Beschwerdeführerin die Migräne-Anfälle im Rahmen der Begutachtung im
I._
nicht
erwähnte (
Urk.
6/127/30
,
Urk.
6/127/50 und Urk.
6/127/56-57).
Eine erhebliche Verschlechterung der Migräneproblematik
seit Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
2
3.
Juni 2011 (
Urk.
6/57)
ist
nicht ausgewiesen
.
Ferner
nahm
RAD-Arzt
Dr.
L._
insbesondere
auch Stel
lung zum Vorwurf
, wonach
die Gutachter des
I._
auf die erheblichen
dege
nerativen Veränderungen an der
HWS
zu wenig eingegangen
seien (
Urk.
1 S. 5 ff.
)
und verwies diesbezüglich auf die
ausführliche
orthopädische
Befunderhe
bung
im Gutachten des
I._
(
Urk.
6/135/10)
.
4.
5
Im Weiteren gaben
die Gutachter des
I._
an,
dass die Arbeitsfähigkeit aus
orthopädischer Sicht
durch die Schulter-Operation vom 3
1.
März 2014 für etwa sechs Monate und nach
der
ASK des Kniegelenks vom 1
0.
September 2014 für weitere drei bis vier Wochen als aufgehoben angesehen werden
könne
. Das for
mulierte Belastungsprofil im Gutachten 2013
(von
D._
und Dr.
E._
)
sei nachvollziehbar und die aktuell geringere
Gewichtslimite
durch die neue Funktionseinschränkung der Schulterproblematik bedingt.
Neurologisch
lasse sich retrospektiv keine Arbeitsunfähigkeit
begründen
(
Urk.
6/127/21
).
4.6
Auch diese Beurteilung ist überzeugend.
Es ist zwar richtig, dass
im
Arthro
-MRI des linken Schu
ltergelenks vom
4.
Februar 2014 ein Abriss von
Supraspinatus
und
Infraspinatus
mit bereits fortgeschrittener Atrophie der Muskulatur festge
stellt wurde (
Urk.
6/83/1).
Im Rahmen der Begutachtung bei
Dr.
E._
vom 1
4.
November 2013 hatte die Beschwerdeführerin jedoch noch keine Schulterbe
schwerden links angegeben (
Urk.
6/79/23-25). Der periphere Gelenkstatus wurde von
Dr.
E._
geprüft,
wobei er
im Bereich der Schultergelenke keine Bewe
gungseinschränkung und Hinweise für eine
Rotatorenmanschetten
-Pathologie feststellen
konnte
.
Ebensowenig
waren
gemäss den Angaben von
Dr.
E._
atrophe
Veränderungen gegeben. D
ie maximale
Umfangmessung der Oberarme
betrug
beidseits
37 cm (
Urk.
6/79/27
). Unter diesen Umständen ist
nicht davon auszugehen, dass
Dr.
E._
– wie die Beschwerdeführerin behauptete (
Urk.
1 S. 4) - eine namhafte Verletzung an der linken Schulter übersehen hatte.
Eine
durch das linke Schultergelenk
verursachte Arbeitsunfähigkeit war zum Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
E._
noch nicht ausgewiesen.
Wi
e aus dem Bericht von
Dr.
G._
vom
9.
Januar 2015
(
Urk.
6/99)
zu schliessen ist
, war der postoperative Ve
rlauf nach
dem Meniskusriss am
rech
-
ten
Kniegelenk
und
der Knie-ASK
am 1
0.
September 2014
offen
bar weit
gehend k
om
plikationslos. So hielt
Dr.
G._
nach seiner Untersuchung vom 6.
Januar
2014 fest, dass die Narben
am Knie
reizlos
und die Streckung frei
seien, am rech
ten Oberschenkel
ein Muskeldefizit bestehe, die Beschwerdeführerin
nicht hinke, keinen Stock benötige und
auch
wenig Bes
chwerden habe (
Urk.
6/99/3). Bei
sei
ner Einschätzung, wonach
vo
m 1
0.
September 2014 bis dato eine 100
%
ige A
rbeitsunfähig
keit bestehe
und ab Februar 2015 mit einer Einsatzfähigkeit von 50
%
gerechnet werden könne,
ging
Dr.
G._
fälschlicherweise davon aus, dass die Beschwerdeführerin zuletzt die körperlich
noch
anspruchsvolle
re
Tätig
keit als Reinigungsfrau ausgeübt habe
.
Ausserdem
berücksichtigte
Dr.
G._
auch die
Beschwerden im Bereich des linken
Schulter
gelenks
(
Urk.
6/99/3-4).
Vor diesem Hintergrund
erscheint die
Einschät
-
zung
der Gutachter des
I._
, wonach die
Arbeitsfähigkeit rein aufgrund der Beschwerden am rechten Kniege
lenk nach der
ASK
vom 10.
September 2014 für weitere drei bis vier Wochen als aufgehoben angese
hen werden könne (
Urk.
6/127/21
),
ebenfalls
plausibel.
4.7
Auf die Beurteilung der Gutachter des
I._
zur Arbeit
sfähigkeit der Beschwer
deführerin
aus somatischer Sicht kann somit abgestellt werden.
5.
5.1
Was den Gesundheitszustand der B
eschwerdeführerin in psychiatrischer
Hinsicht
anbelangt, erklärten die Gutachter
des
I._
,
dass sich keine Diagnose
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
ergebe
. Eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und eine leichte depressive Episode
wür
den
als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Die heutige Untersuchung
der Beschwerdeführerin sei
durch
eine
gezielte Symptomverdeut
lichung
überlagert gewesen
. Bezüglich des geschilderten Tagesablaufes
seien
die S
childerungen ungenau und
von den ständigen Beteuerungen der
Beschwerde
führerin
geprägt gewesen
, zwar vieles zu versuchen
,
jedoch nichts
zu können. Die Grundstimmung sei ern
st-depressiv
gewesen
mit deutlich
appellativem
Cha
rakter. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen u
nd in einer Verweistätigkeit sei
psychiatrisch zu 100
%
gegeben (Urk.
6/127/19).
5.2
Auch diese
Einschätzung der Gutachter
des
I._
ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
nachvollziehbar
.
Der
psychiatr
ische Gutachter des
I._
ist
in seinem
Teilgutachten
dabei
auch
auf die
gemäss
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 1.2)
grundsätzlich bei sämtlichen psychischen Leiden
zu prüfenden Standardindi
ka
toren eingegangen. In diesem
Zus
ammenhang
sind
insbesondere
die
erwähnten
durchaus vorhandenen persönlichen Ressourcen
der Beschwerdeführerin
(
Urk.
6/127/46)
und
deren
gute Eingebundenheit in den Familienalltag mit den noch zu Hause lebenden zwei Söhnen im Alter von 24
respektive
25 Jahren
sowie mit der
seit
langem
bestehenden, glücklichen
und
zufriedenstellenden
Ehe (
mit unauffälliger
v
ita
sexualis) hervorzuheben
(
Urk.
6/127/40,
Urk.
6/127/44
und
Urk.
6/127/46
).
5.3
Der Bericht von
Dr.
H._
vom 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
6/132/3)
vermag die
Beurteilung der Gutachter des
I._
sodann
nicht in Zweifel zu ziehen.
So hat
ten die
Gutachter
des
I._
bereits
Kenntnis des B
erichts von
Dr.
H._
vom 3.
Dezember 2015 (Eingangsdatum;
Urk.
6/115), in welch
em diese – wie später im Bericht vom 2
7.
Juni 2016
–
ebenfalls
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere depressive Episode diagnostiziert
hatte. Die Gutachter des
I._
wiesen dabei insbesondere darauf hin
, dass eine schwere oder
mittelgradige depressive Episode
mit der ausgeprägten Symptom
verdeutlichung in der Untersuchungssituation nicht vereinbar sei und diese Symptomverdeutlichung in der Untersuchungssituation eine erheblic
he Ich-Leis
tung darstelle (Urk.
6/
127
/19). Zudem bemerkte
der psychiatrische Gutachter des
I._
zu Recht, dass bei der
gegebenen
niedri
gen Behandlungsfrequenz – nach
eigenen Angaben nimmt die Beschwerdeführerin pro Jahr lediglich drei bis vier (Behandlungs-)Termine bei
Dr.
H._
wahr (
Urk.
6/127/40)
– die Diagnose einer zuweilen schweren depressiven Episode aus heutiger
Sicht nicht nachvoll
ziehbar erscheine
(
Urk.
6/127/45). Daran
vermag auch der
Umstand, dass die
Beschwerdeführerin
gemäss
Dr.
H._
angeblich Angst vor der psychiatri
schen
Behandlung habe
(
Urk.
6/132/3), nichts zu ändern. Die sehr
geringgradige
Behandlungsfrequenz spricht
für einen
wenig
ausgeprägten Leidensdruck.
Ferner ist darauf hinzuweisen
, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachten
den Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb des
sen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht
angehen,
eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte
nachher – wie vorliegend - zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig
geäus
serten
abweichenden Auffassungen festhalten (Urteile des Bundesgerichts 9C_794/2012 vom 4. März 2013 E. 4.2, 8C_997/2010 vom 10. August 2011 E. 3.2, 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1).
Entgegen den Darlegungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10
)
hat der psychi
atrische Gutachter des
I._
überdies
dargetan, worin die
Symptomverdeutli
chung der Beschwerdeführerin bestand
.
Auch er
nannte
in diesem Zusammen
hang etwa
de
n gequälten Gesichtsausdruck und zudem
die teilweise
appellative
Klagsamkeit
mit Stöhnen,
tiefem
A
tmen,
Kraftlosigkeit und einem demonstrativ langsam-schwankenden Gang sowie die
ständigen Beteuerungen der Beschwer
deführerin, dass sie viele D
inge und Verrichtungen (wie
Lesen oder
Bügeln) ver
suche zu machen, aber nicht dazu in der Lage sei (
Urk.
6/127/40 und
Urk.
6/127/
43-
44)
.
Soweit
die Beschwerdeführerin
bemängelte, der RAD
habe nicht geprüft, ob das psychiatrische Gutachten des
I._
die
Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie u
nd Psychotherapie (SGPP) erfülle (
Urk.
1 S. 10
f.
)
, ist
darauf hinzuweisen, dass weder Gesetz noch Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den diesbezüglichen Richtlinien v
orschreiben. Ob das Gutachten des
I._
den
Leitlinien der SGPP entspricht
, bedarf daher im vorlie
genden
Fall keiner vertieften Prüfung (Urteil des Bundesgerichts 9C_88/2017 vom 3
0.
März 2017 E. 3.3.1.1).
Hinsichtlich des Einwandes der Beschwerdefüh
rerin, dass der psychiatrische G
utachter des
I._
zumindest hätte begründen müssen, weshalb er keinerlei testpsychologische Zusatzuntersuchungen durchge
führt habe, obwohl die von ihm gestellte Diagnose diametral
von derjenigen der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H._
abweiche (
Urk.
1 S. 11), ist
schliesslich
zu bemerken, dass die Ergebnisse solcher Tests im Rahmen der Behandlung eines Patienten zweifelsohne wertvoll sind. Bei der Begutachtung sind sie
jedoch nur sehr beschränkt aussagekräftig. Dies deshalb, weil diese Ergebnisse im Wesentli
chen auf den subjektiven Angaben der versicherten Personen beruhen.
5.4
Auch auf
die Beurteilung der Gutachter des
I._
zur Arbeit
sfähigkeit der Beschwerdeführerin
aus
psychiatrischer
Sicht kann somit abgestellt werden.
Eine erhebliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
ist
damit
nicht gegeben.
Zusätzliche medizinische Abklärungen sind nicht angezeigt.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt
, wie sich die einge
schränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Aufseiten des
Valideneinkommens
ist vom Einkommen von
brutto
Fr.
64‘6
75.--,
das
die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
A._
erzielte (
Urk.
6/13/4), auszugehen.
Unter Berücksichti
gung der
Nominallohnentwicklung
der
Frauen
(Bundesamt für Statis
tik,
T39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
)
resultiert für das Jahr 2016
demnach
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
68‘654.--
(Fr. 64‘675.
-- :
2552 x 2709
).
6.3
6.3.1
Da die
Beschwerdeführer
in keine ihr
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne
gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik heranzuziehen
(BGE 126 V 75
E. 3b)
. Der Durchschnitts
lohn des Kompetenzniveaus 1 belief sich
gemäss
LS
E 2012
(privater Sektor
, Tabelle TA1, Total) für Frauen
auf Fr.
4‘112.--
.
Umgerechnet auf die betriebsüb
liche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (Bundesamt für Statistik, betriebsübliche Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen, T
03.02.03.01.04.01) und angepasst an die
Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr 2016
ergibt sich ein hypothetischer Jahresl
ohn von Fr.
52‘986
.--
(
Fr.
4‘112
.
-- :
40 x 41,7 x 12 :
2630
x
2709
).
6.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E.
4.1.1
und
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hin
weisen).
Da d
er
Beschwerdeführerin lediglich noch körperlich leichte Tätigkeit
en
mit Heben und Tragen von Lasten bis zu maximal 10 kg, überwiegend im Stehen,
Gehen und Sitzen
, unter Vermeidung von Tätigkeiten in Zwangshaltungen (Ü
ber
kopf), ständiger Vorneige,
monotonen HWS-Positionen und unter extremen Temperaturschwankungen bei Hitze, Kälte, Nässe un
d Zug
zumutbar sind (Urk.
6/127/20
),
sind Anhaltspunkte dafür gegeben, dass sie ihre Restarbeitsfä
higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur
noch
mit unterdurchschnittli
chem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Weitere Kriterien, die einen leidens
bedingten Abzug re
chtfertigen würden
, sind nicht erfüllt. Unter den gegebenen Umständen ist vorliegend daher ein Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 10
%
angemessen. Das Invalideneinkommen beläuf
t sich demnach auf Fr. 47‘688.--
(Fr.
52‘986
.--
x 0,9).
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
vo
n Fr. 68‘654.--
und e
inem Invalideneinkommen von
Fr. 47‘688.--
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
20‘966.--
und damit ein nicht rentenbegr
ündender Invaliditätsgrad von
aufgerundet 31
% (Fr.
20‘966.
--
:
Fr.
68‘654.--
).
Es ist somit festzuhalten, dass zwischen dem Erlass der rentenverneinenden Ver
fügung vom
2
3.
Juni
2011 (
Urk.
6/57)
und dem Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom
9.
Januar 2017 (Urk. 2)
mit Blick auf den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin keine relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
7.
Die angefochtene Verfügung
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).