Decision ID: 31e8f547-a5ca-48fc-b9b9-c22d91e95c8b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
absolvierte in seinem Heimatland eine Ausbil
dung als Elektromotorentwickler und reiste im Jahr 1989 in die Schweiz ein, wo er
zwischen
1990
und
3
1.
Januar
200
3
für die
Y._
beziehungsweise vorgängig für die
Z._
als
Liftm
onteur im Geschäftsbereich Moderni
sierung
tätig war (Urk.
7/1
,
Urk.
7/10,
Urk.
7/21,
Urk.
7/35
,
Urk.
7/45/5
)
.
Am
3.
Dezember 20
0
3
(Eingangsdatum)
meldete er sich unter Hinweis auf gesund
heitliche Beschwerden, namentlich
ein
Rückenleiden, bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/
2,
Urk.
7/
6
).
Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog
die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Ur
k.
7/1)
sowie die Akten des
Krankentaggeld
versicherers
(
Urk.
7/17) bei
und holte einen Bericht der Arbeitgeberin ein (
Urk.
7/10).
Sodann wurde eine multidisziplinäre medizinische Abklärung ange
ordnet; die Medizinische Begutachtungsstelle
A._
, erstattete ihr Gutachten am
9.
August
20
05
(Urk.
7
/
45
).
Am 2
1.
Oktober 2005
verneinte
die IV-Stelle
ein
en Anspruch
des Versicherten
auf
berufliche Massnahmen (Urk.
7/48). Gestützt auf das multidisziplinäre Gutach
ten sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2006 mit Wirkung ab
1.
Januar 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/66).
Mit Mitteilung vom 2
5.
Juni 2007
(
Urk.
7/74
)
bestätigte die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten
auf eine ganze Rente.
Im Jul
i 2012 leitete die IV-Stelle ein neuerliches
Rentenrevisionsverfahren ein
(Urk. 7/78). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse holte die IV-Stelle Bericht
e
der
behandelnden
Ä
rzte (
Urk.
7/80
,
Urk.
7/86
)
sowie einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/82) ein
.
Ferner liess
die IV-Stelle
den Versicherten
inter
disziplinär
rheumatologisch
-psychi
atrisch
begutachten
(Urk. 7
/
95
).
Am 1
3.
Juni 2013
wurde ein Standortgespräch
zur Prüfung von Eingliederungsmassnahmen
durchgeführt (
Urk.
7/100). Mit Mit
teilung vom 22.
Juli 2014 erteilte die IV-Stelle Kostengutspra
che für ein
Belast
barkeitstraining
(
Urk.
7/109). Am 2
2.
Juli 2014
hob sie
die
Kostengutsprache mit der Begründung
,
de
r Versicherte habe nicht mehr daran teilgenommen,
wieder
auf (Urk.
7/110).
Gestützt auf
diese Aktenlage
hob die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
4.
Juli 2014 [Urk.
7/115], Einwand vom 1
0.
September 2014 [
Urk.
7/124])
mit Verfügung vom 2
5.
September 2014
die ganze Rente per
3
0.
Oktober 2014
auf (
Urk.
2
[= Urk.
7/127])
.
2.
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte mit Eingabe vom 2
5.
Oktober 2014 Beschwerde (
Urk.
1) einlegen und beantragen, die angefochtene Verfügung sei ersatzlos zu streichen; eventuell sei ein neues interdisziplinäres Gutachten ein
zuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerde
führer
um
Durch
führung einer
öffentlichen Verhandlung
(
Urk.
1/2).
Mit Beschwerdeantwort
vom
5.
Dezember 2014 beantragte die IV-Stelle Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am
8. Dezember 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Am 2
3.
Dezember 2015 legte der Beschwerdeführer einen Bericht des
B._
, Psychiatrische Klinik,
vom 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
10) und am 14.
Februar 2016 einen weiteren Bericht
dieser Klinik
, eine Daten-CD des Insti
tuts für Radiologie des
C._
sowie zwei weitere Berichte des
C._
auf (
Urk.
13/1-4).
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 1
1.
Juli 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbegehren fest (vgl. Protokoll S. 3 ff.). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Teilnahme und damit androhu
ngsgemäss auf eine Duplik (Urk.
20).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung [IVV]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog im angefochtenen Entscheid,
seit dem Jahr 2005 habe sich eine Verbesserung des Gesundhei
tszustands
des Beschwerdeführers
ergeben. Gemäss dem
interdisziplinären
G
utachten
vom 2
2.
März 2013
sei
der Beschwer
deführer in somatisch
-rheumatologischer
Hinsicht in seiner angestammten Tätigkeit
als Liftmonteur
zu 70 % arbeitsfähig, währenddessen in
einer
ange
pass
ten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die psy
chischen Beschwerden seien überwindbar und es hätte
n
sich zudem ein
Aggra
vationsverhalten
sowie
V
erdeutlichungstendenzen gezeigt. Beim
Einkommens
vergleich
errechne
sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad
(
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor,
die Vorausset
zungen für eine Rentenrevision seien nicht gegeben; insbesondere sei keine
Verbesserung des somatischen Gesundheitszustands
eingetreten,
sondern
es sei
vielmehr eine Verschlechterung ausgewiesen.
Dies
ergebe sich aus den
Berich
t
en von
Dr.
med. D._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 4.
September 2014
und de
n
dazugehörenden MRI-Aufnah
men
.
Zudem seien
seine
psychischen Beschwerden nicht überwindbar
. Die Gut
achter würden ihm denn auch lediglich eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestieren
.
Es sei
ihm nicht möglich,
als
Liftmonteur tätig
zu
sein
, da er
unbeweglich und extrem adipös
sei
.
Zudem sei beim Einkommensvergleich der
Validenlohn
zu tief angesetzt worden
(
Urk.
1)
.
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 1
1.
Juli 2016 hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass sein Gesundheitszustand sich weder in physischer noch in psy
chischer Hinsicht geändert habe, insbesondere liege kein Fall eines
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage im Sinne
der Schlussbestimmungen der 6.
IV-Revision vor, und schilderte seine aktuelle gesundheitliche und soziale Situation sowie die Anforderungen an seine ursprünglich ausgeübte Tätigkeit als Liftmonteur (Protokoll S. 3 ff.).
3.
3.1
Im Rahmen des
mit Mit
teilung vom 2
5.
Juni 2007 (
Urk.
7/74
) abgeschlossenen Revisionsverfahren
wurde
in medizinischer Hinsicht lediglich ein
Verlaufsbe
richt
bei
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom
6.
Juni 2007 (
Urk.
7/71) eingeholt
.
S
omit
erfolgte
keine
materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Einkommensvergleich
.
Referenzzeitpunkt
zur Prüfung der Revisionsvo
raussetzungen (E. 1.1)
ist
demnach die Verfügung vom 2
2.
Juni 2006, mit wel
cher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
Januar 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen worden war (
Urk.
7/66)
.
3.2
3.
2.1
Dem multidisziplinären Gutachten des
A._
vom
9.
August 2005
können fol
gende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
7/45/16):
1.
chronisches,
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont mit/bei:
anlagebedingt grenzwertig weitem Spinalkanal
mediolateralen
bis lateralen Diskushernien L4/5 und L5/S1 mit
Spondylarthro
sen
L4/L5
Schmerzausweitung und demonstrativem Verhalten im Sinne einer funktionel
len Überlagerung
2.
m
ittelgradige bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F.32.11) mit/bei:
Entwicklung von Panikattacken
Sodann wurde eine
Refluxoesophagitis
als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (
Urk.
7/45/16).
In der Zusammenfassung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit führten die Exper
ten aus, vor etwa sechs bis sieben Jahren seien erstmals Kreuzschmerzen aufgetreten, welche dann im Verlauf auch in das linke Bein
ausgestrahlt hätten. Wegen einer Zunahme der Beschwerden habe am 2
2.
Januar 2003 eine erste MRI-Abk
l
ärung der LWS stattgefunden, wobei ein konstitutionell enger
Spinal
kanal
sowie eine Kompression der Nervenwurzel L5 links durch eine
Spon
dylarthrose
und Diskusherni
e
L4/L5 bei Eintritt in den
Recessus
beschrieben worden sei
en
. Nachdem eine ambulante, konservative Behandlung mit Injektio
nen und Physiotherapie keine Besserung gebracht habe, sei er in
F._
und
G._
stationär behandelt worden, jedoch ohne dass eine relevante Besse
rung habe erreicht werden können. Nachdem ein Arbeitsversuch als
Lagermitar
beiter
im Herbst 2004 gescheitert sei, habe er neben seinen Kreuz- und
Gesäss
schmerzen
auch zunehmend depressive Symptome mit deutlichen
Konzentrati
ons
- und Schlafstörungen, Potenzverlust
, vermindertem Selbstwertgefühl, zunehmender innerer Unruhe und sozialem Rückzug
gezeigt
. Nach seiner Kün
digung im Jahr 2004
sei es zu einer weiteren Zustandsverschlechterung mit zusätzlichen Angstattacken, die zurzeit zweimal wöchentlich bis zweimal täg
lich auftreten würden, gekommen. Auch die vor kurzem eingeführte
antide
pressive
Therapie mit
Tryptizol
und Citalopram habe keine wesentliche Besse
rung seiner Beschwerden gebracht. Bei der aktuellen rheumatologischen Unter
suchung habe sich eine auffällige Beschwerdedemonstration mit einer in allen Richtungen
massivst
eingeschränkten
bis
praktisch aufgehobene
n
Beweglichkeit der LWS und einer Schmerzhaftigkeit praktisch über der gesamten Wirbelsäule und der paravertebralen Muskulatur gezeigt. Die Tatsache, dass mehrere dieser
Befunde durch die Ablenkungsmanöver
hätten
normalisiert werden können, spreche für eine relevante funktionelle Überlagerung, welche nun auch zu einer Ausweitung des Schmerzbildes in die BWS und in die rechte Seite geführt habe. Klinisch finde sich zurzeit ein vorwiegend
spondylogenes
Syndrom ohne ein
deutige Hinweise für ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom. Die angege
bene Hypästhesie am lateralen Unterschenkel und am Fuss könnte allenfalls als Restbefund eines sensiblen
radikulären
Syndroms L5 bei
nachgewiesener
Disko
pathie
der Segmente L4/L5 und L5/S1 interpretiert werden, wobei am Fuss die Sensibilitätsstörung über das
Dermatom
L5 hinaus gehe. Aus rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer für eine körperlich schwere Arbeit, wie bei
spielsweise die letzte Tätigkeit als Liftmonteur auf Baustellen auf Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig. Hingegen sei
ihm für
eine körperlich leichte,
rückenscho
nende
und wechselbelastende Tätigkeit ohne länger andauerndes Arbeiten in ungünstigen,
vornübergeneigten
Körperpositionen und ohne repetitives Heben von Lasten über 8 kg oder Einzellasten von über 20 kg eine mindestens
50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (
Urk.
7/45/18).
Bei der psychiatrischen Exploration finde sich ein bewusstseinsklarer und allseits gut orientierter 39-jähriger Mann. Die Konzentrationsfähigkeit sei subjektiv und objektiv eingeschränkt. Im for
malen Gedankengang wirke der Beschwerdeführer leicht verlangsamt. Es bestünden keine Zwänge, hingegen Ängste in Form von Existenzängsten und Panikattacken mit Herzrasen, Schweissausbrüchen und einem komplett ver
krampften Körper. Es fänden sich keine Anhaltspunkte für Wahnideen, Halluzi
nationen oder Ich-Störungen
. In der Affektivität wirke der Beschwerdeführer ratlos und hoffnungslos mit vermindertem Selbstwertgefühl. Er imponiere affektarm und innerlich unruhig. Suizidgedanken seien vorhanden und es bestünden auch weitere depressive Symptome wie zum Beispiel Konzentrations- und Schlafstörungen, ein vollständiger Potenzverlust sowie eine allgemeine Freudlosigkeit. Sozial habe sich der Beschwerdeführer ebenfalls weitgehend zurückgezogen. Durch die depressive Entwicklung sei es zusätzlich zu einer Schmerzverstärkung gekommen, worunter der
Beschwerdeführer
sich noch weniger leistungsfähig fühle, was wiederum zu einer Verstärkung seiner Depressionen und jetzt neu auch zur Ausbildung einer Angststörung geführt habe. Diagnostisch bestehe gegenwärtig eine mittelgradige bis schwere depres
sive Episode mit somatischem Syndrom, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht zu 50
%
einschränke. Diese Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit verhalte sich nicht additiv zur somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Gegenteil
s
sollte unbedingt versucht werden, den Beschwerdeführer wieder in einen Arbeitsprozess einzugliedern und parallel dazu seine Depression adäquat zu behandeln
(
Urk.
7/45/17 f.)
.
Zusammenfassend und bei Beurteilung alle
r
Gegebenheiten und Befunde hielten die Experten fest, sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner rheumatologischen und psychiatrischen Diagnosen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Als Liftmonteur bestehe auf Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine behinderungsangepasste, körperlich leichte, wechselbelastende und
rückenscho
nende
Tätigkeit bestehe zur Zeit eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
7/45/19).
3.
2.2
Gestützt auf die
se Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sprach die
Beschwerde
-
gegne
rin
dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
Januar 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
zu (
Urk.
7/66).
Dabei bemass sie das
Valideneinkommen
gestützt auf das zuletzt effektiv erzielte Jahreseinkommen als Liftmonteur mit
Fr.
98‘973.-- und das
Invaliden
einkommen
anhand der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE) mit
Fr.
29‘163.-- (
Urk.
7/62/3,
Urk.
7/49).
3.3
3.
3.1
Die Gutachter
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie, zertifizierter medizinisc
her Gutachter SIM, und Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstatteten ihre
interdisziplinäre
Expertise am
2
2.
März 2013
(Urk.
7
/
95
).
Sie führten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk.
7
/
95/7
bzw.
Urk.
7/95/46
):
1.
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
06/03 stattgehabtes
radikuläres
Ausfallsyndrom L5 links
2.
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.0)
bestehend seit 2005, gegenwärtige Episode seit 2011
3.
Panikstörung
(ICD-10 F41.0)
bestehend seit 2005
Sodann wurden folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festge
halten (Urk.
7
/
95/8
bzw.
Urk.
7/95/46 f.
):
4
.
psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Krankheiten
(ICD-10 F54.0)
5
.
Akzentuierung der Persönlichkeit mit zwanghaften Zügen
(ICD-10 Z73.1)
6.
s
chädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10 F17.1)
bestehend seit Jahren
7
.
chronisches Schmerzsyndrom des Rückens
nicht ausreichend somatisch abstützbar
diffuse Druckschmerzangabe
nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität der Aussenseite
des ganzen linken Beines, inklusive des Aussenrandes des linken Fusses, für aus
schliesslich taktile Reize bei allseits normalem Lage- und
Vibrations
sinn
phasenweise nicht
myotombezogene
Kraftabschwächung des ganzen linken Beines
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Kraftverlust der Hände, Panikattacken, Depressionen
8
.
d
iffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
Bewegungseinschränkungen thorakal
9
.
Adipositas mit Body-Mass-Index von 44,8 kg/m
2
10
.
g
estörte
Gluconeogenese
11.
arterielle Hypertonie
1
2
.
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
3.3.2
Zur Arbeitsfähigke
it
aus somatisch-rheumatologischer Sicht
führte
Dr.
H._
aus,
in der
zuletzt langjährig ausgeübte
n
berufliche
n
Tätigkeit als Liftmonteu
r seit einem Zeitpunkt
nach dem
A._
-Gutachten, der nicht genau definiert werden könne
,
jedoch
spätestens zum Zeitpunkt dieser aktuellen Begutachtung,
sei der Beschwerdeführer
zu maximal 25-30
%
eingeschränkt. Dieses zumutbare Arbeitspensum k
ö
nn
e
sowohl am Stück als auch, mit vermindertem Tempo, über den Tag verteilt geleistet werden. Für eine angepasste Verweistätigkeit k
ö
nn
e
, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt,
seit einem Zeit
punkt nach dem
A._
-Gutachten, der nicht genau definiert werden könne, jedoch spätestens zum Zeitpunkt dieser aktuellen Begutachtung
, keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründe
t werden
. Die Beschwerden könn
t
en
mit der Umsetzung der empfohlenen und zumutbaren medizinischen Massnahmen möglicherweise günstig beeinflusst werden
.
Für die zuletzt ausge
übte berufliche Tätigkeit könnte im optimalen Fall, und nach Umsetzung der beschwerdelindernden respektive therapeutischen Massnahmen, eine Einschrän
kung der Arbe
i
tsfähigkeit von unter 20
%
persistieren
(Urk. 7/95/
1
6
)
.
Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
hielt
der Psychiater
Dr.
I._
fest
,
beim Beschwerdeführer
bestehe
aktuell auf Grund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und auf Grund der Panikstörung eine mittelgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk.
7/95/55)
.
Es sei aus psychiatrischer Sicht seit dem Jahr 2005 von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Seither habe sich diese im Gesamtverlauf nicht verändert (
Urk.
7/95/58).
In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheumato
l
ogische als auch die psychiatrisch-psychosomatische Komponente beinhalte, könne beim Beschwerdeführer für die bisher ausgeübten Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt
dieser aktuellen Begutachtung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 60
%
formuliert werden. Für eine angepasste Verweistätigkeit könne ab dem Zeitpunkt dieser aktuellen Begutachtun
g
vollumfänglich auf die Ein
schätzung aus psychiatrisch-psychosomatischer Sicht abgestützt werden. Es werde dabei berücksichtigt, dass sich die somatischen und die psychiatrisch-psychosomatischen Anteile an der Arbeitsfähigkeit überdecken würden
(Urk.
7/95/55).
In der interdisziplinären
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die soma
tisch-rheumatologische Komponente als auch die psychosomatisch-psychi
atrisch
e Komponente mitberücksichtig
t
e
,
wurde festgehalten
,
es könne derzeit für die in der Schweiz früher langjährig ausgeübte Tätigkeit als Liftmonteur eine maximale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60
%
formuliert und derzeit für eine angepasste Verweistätigkeit vollumfänglich auf die Einschät
zung aus psychosomatisch-psychiatrischer Sicht abgest
ell
t werden. Es werde dabei berücksichtigt, dass sich die somatischen und die psychosomatisch-psy
chiatrischen Anteile an der Arbeitsunfähigkeit überdeck
t
en
(
Urk.
7/95/16, vgl. auch
Urk.
7/95/20)
.
Die angepasste Verweistätigkeit für den Beschwerdeführer liege in einem temperierten (Raumluft) Raum, beschränke sich auf leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit
,
zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln, zu. Das Einhal
ten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Diesbezüglich sei
es
wichtig darauf hinzuweisen, dass es dem
Beschwerdeführer
mit seinem derzeitigen Ausmass des Übergewichts nicht immer möglich sei, die Regeln der
Rückener
g
onomie
einzuhalten
(Urk. 7/95/16
f.)
.
3.3.3
H
insichtlich der erhobenen Befunde
in somatischer Hinsicht
wurde
ausgeführt, in der klinischen Untersuchung würden eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, diffuse Druckschmerzen lumbal, nicht
dermatombezogene
Sensibilitäts
störungen im Bereich des linken Beines, phasenweise demonstrierte nicht
myo
tombezogene
Kraftabschwächungen des linken Beines, eine Adipositas und dar
über hinaus, abgestützt auf objektivierbare Befunde, ein weitgehend normaler Habitus imponieren. In der klinischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik entwickelt, im Rahmen derer fünf der fünf
Waddell
-Zeichen, als Hinweis auf nicht organisch abstützbare Beschwerden
,
nachweisbar geworden seien. Phasenweise habe er gestöhnt, phasenweise geächzt und phasenweise die Bewegun
gen verlangsamt ausgeübt
(Urk.
7/95/8
f.
).
Der Beschwerdeführer habe eine nicht
dermatombezogene
Hyposensibilität ausschliesslich für taktile Reize im Bereich der Aussenseite des linken Beines, inklusive des Aussenrandes des linken Fusses
,
geschildert. Bereits diese Beschreibung lasse an vordergründig
nicht somatisch abstützbare
Beschwerden denken. Ferner seien als Kriterien für vordergründig nicht soma
tisch abstützbare partielle Sensibilitätsstörungen die allseits symmetrisch getes
teten Muskeleigenreflexe hinweisend.
Da die Muskelkraft und die
Muskeltrophik
allseits normal seien, könne der Experte diese als partiell geschilderte
Sensibili
tätsstörung
im Bereich des linken Beines vordergründig nicht auf ein bekanntes somatisch-rheumatologisches Krankheitsbild abstützen
. Der Beschwerdeführer könne beidseits den Zehenspitzen- und den Fersengang ausüben. Die rohe Kraft sei auch ansonsten allseits normal, entsprechend M
5.
Der Beschwerdeführer könne bewiesenermassen mit normaler Kraft sein Körpergewicht von gut 145 kg mobilisieren. Das heisse konkret, dass keine relevante Kraftabschwächung vor
liegen könne
(
Urk.
7/95/9).
Der
Somatiker
führte
weiter
aus,
an den oberen Extremitäten könne er keinen klinisch-pathologischen Befund und keinen Hin
weis auf eine funktionelle Einschränkung objektivieren. Insbesondere könne er auch keinen Hinweis auf eine
subacromiale
Sehneneinklemmungsproblematik, auf eine Bewegungseinschränkung eines peripheren Gelenkes, auf eine Arthrose oder auf eine entzündliche
Veränderung objektivieren
(
Urk.
7/95/10).
Bezug
nehmend auf die
Wirbelsäule
berichtete der Gutachter, i
n der klinischen Unter
suchung könn
ten
cervikal
allseits freie Bewegungsamplituden und thorakal und lumbal allseits zu 1/3 eingeschränkte Bewegungsamplituden objektivier
t wer
den
. Der Finger-Boden-Abstand sei noch normal. Die Palpation der
paraver
tebralen
Weichteile der ganzen Wirbelsäule werde ausschliesslich lumbal als schmerzhaft beschrieben, ohne dass ein korrelierender Weichteilbefund, wie beispielsweise eine
Myogelose
oder ein
Triggerpunkt
,
objektiviert werden könne. Anamnestisch und klinisch bestünden keine Hinweise
auf ein akutes
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom, einen symptomatisch engen Spinalkanal, einen Nervendehnungsschmerz oder eine Irritation/Kompression des Gefäss-Nerven
bündels, zum Beispiel im Sinne einer
Thoracic
-Outlet-Komponente
.
Im neurolo
g
ischen
Konsiliumsbericht
vom 9.
Dezember 2003 werde erwähnt, dass, klinisch und elektroneurographisch beurteilt, keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom oder auf einen neurologisch-pathologischen Befund objektiviert werden könnten.
Auch anlässlich dieser aktuellen Begutachtung könne kein Hinweis auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom objektiviert werden
(
Urk.
7/95/11)
.
Die anlässlich dieser aktuellen Begutachtung ergänzend durchgeführten Röntgenaufnahmen der Brust- und der Lendenwirbelsäule wür
den im lumbalen Bewegungssegment von LWK3/4 eine
leichtgradige
,
alters
entsprechende
Osteochondrose
und zudem eine
leichtgradige
Doppelskoliose, thorakal rechts- und lumbal linkskonvex, von jeweils maximal 2-4° bei einem Beckengeradstand dokumentieren. Diese
leichtgradi
ge
Doppelskoliose sei
derart diskret ausgeprägt, dass sie klinisch nicht objektivier
bar
und a
ls physiologisch
einzustufen sei
.
In den Röntgenaufnahmen der Brustwirbelsäule kämen zudem diskrete Ossifikationen des vorderen Längsbandes zur Darstellung, die bei jeweils unauffälligem
Intervertebralraum
daselbst mit einer metabolischen Stö
rung vom Typus der diffusen idiopathischen
skeletta
l
en
Hyperostose
vereinbar seien.
Die
leichtgradige
Bewegungseinschränkung lumbal sei am ehesten im Rahmen der
Pannikulose
zu beurteilen. Die oben erwähnten somatisch-patholo
gischen Befunde
könnten, müss
t
en jedoch nicht, symptomatisch werden. Wenn von derartigen somatisch-pathologischen Befunden Beschwerden ausgehen würden, seien, aus rein somatischer Sicht beurteilt, Beschwerden mit eindeutig schmerzverstärkenden respektive schmerzlindernden Mechanismen zu erwarten. Derartige Beschwerden würden vom Beschwerdeführer seit dem Spätsom
mer 2003 nicht mehr geschildert.
Der Experte führte weiter aus, w
enn
er
die Befunde im Bereich der Wirbelsäule, die
er
anlässlich dieser aktuellen Begut
achtung objektivieren
könne
, mit denjenigen, die im rheumatologischen
Teil
gutachten
vom 2
9.
Juni 2005 beschrieben wo
rden
seien
, vergleiche, k
ö
nn
e
er
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigen. So
sei
die
Lendenwir
belsäule
deutlich weniger in der Beweglichkeit eingeschränkt. So ha
be
sich der F
i
nger-Boden-
Abstand vorne normalisiert. So
habe der Beschwerdeführer
keine Druckschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule mehr
geschildert
. So k
ö
nn
e
er
keine
Tendomyosen
im Bereich des Beckenkammes über dem Troc
hanter
major
beidseits sowie über dem
Tuber
ischiadicum
links mehr
objektivieren
(
Urk.
7/95/12 f.)
.
An den unteren Extremitäten
sei
die aktive und die passive Beweglichkeit der Hüftgelenke beidseits frei, wobei ab einer Hüftflexion von je 110° die voluminösen Oberschenkel am
pannikulos
-bedingt vorwölbenden Unterbauch anprallen
würden
.
Der Gutachter
führte
ferner
a
us
, wenn er
die Befunde im Bereich der unteren Extremitäten, die
er
anlässlich dieser aktuellen Begutachtung objektivieren k
ö
nn
e
, mit denjenigen, die im rheumatolog
i
schen Teilgutachten vom 2
9.
Juni 20
05 beschrieben w
o
rden
seien
, vergleiche, k
ö
nn
e
er
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigen. So
habe der Beschwerdeführer
kein Schonhinken links mehr
demonstriert. So sei
der
Las
é
gue
-Test beidseits wieder normal und symmetrisch
(
Urk.
7/95/13)
.
3.3.4
Hinsichtlich der erhobenen Befunde in psychiatrischer Hinsicht
führte
d
er psychi
atrische Gutachter
aus, zum Untersuchungszeitpunkt lasse sich beim Beschwerdeführer ein depressives Zustandsbild feststellen. Hauptsymptome seien eine deprimierte Stimmung, Konzentrationsdefizite, ein eingeengtes und verlangsamtes formales Denken, anamnestisch Schlafstörungen, zeitweise Gefühle von Wertlosigkeit, zeitweise auftretende passive Todeswünsche, ein zeitweises Grübeln, eine innere Unruhe und eine Reduktion des Antriebs. Beim Beschwerdeführer bestehe seit ungefähr dem Jahr 2005 ein
phasenhafter
Ver
lauf depressiver Episoden. Zusammenfassend
sei
diagnostisch von ei
ner rezidi
vierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige
Episode
(IC
D-10 F
33.1)
,
auszuge
h
en (Urk. 7/95/48). In Anbetracht des zeitlichen Verlaufs könne nun anders als im Gutachten des
A._
von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden. Beim Beschwerde
führer bestünden anamnestisch seit dem Jahr 2005 panikartig auftretende Angstzustände verbunden mit Herzrasen, Hyperventilation, Zittern und Schwit
zen sowie einem Gedanken zu sterben.
Diese Angstsymptome würden plötzlich auftreten und seien nicht auf bestimmte Auslösesituationen beschränkt. Beim Beschwerdeführer
liessen
sich eine Angst vor der Angst feststellen sowie Befürchtungen vor der Zukunft, jedoch keine ständig vorhandene frei flottie
rende Angst. Die Angst des Beschwerdeführers sei ausgerichtet auf bestimmte Themen, so dass die Diagnose einer generalisierten Angststörung, wie sie
Dr.
J._
gestellt habe, nicht bestätigt werden könne.
Erfreulicherweise lasse sich feststellen, dass der Beschwerdeführer in seiner Therapie gelernt habe, wie er die Panikzustände über die Atmung selber beeinflussen könne, so dass di
ese nicht mehr so lange andauerten
.
Weiter sei festzuhalten, dass er durch diese Paniksymptome in seinem Alltag nicht massiv beeinträchtigt erscheine. Immer
hin sei er in der Lage, selber Auto zu fahren und regelmässig Kollegen zu besu
chen sowie Einkäufe zu erledigen. Zusammenfassend gehe der Psychiater diag
nostisch von einer Panikstörung (ICD-10 F41.0), bestehend seit 2005 aus. Er könne somit die Diagnose v
on Dr.
J._
und des
A._
bestätigen. Die Ergebnisse im ACQ und im BSG würden diese Diag
nose unterstützen.
Auffallend sei
ein
interozeptiver
und amplifizie
render
Wahr
nehmungsstil
(
Urk.
7/95/49
).
Somit lasse sich beim Beschwerdeführer aus psy
chiatrischer Sicht eine Symptomausweitung feststellen, welche diagnostisch
als somatisch nicht ausreichend abstützbare Schmerzen bei psychologischen Fak
toren oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassi
fizierten Krankheiten (ICD-10 F
54
.0
) einzuschätzen sei. Diese Diagnose entspreche keiner psychiatrischen Erkrankung im eigentlichen Sinn und keiner unbewussten Konfliktverarbeitung seitens des Beschwerdeführers, sondern vielmehr einer erlernten Verhaltensstö
rung im Sinne einer dysfunktionalen Verarbeitung v
on Schmerzen. Der Gut
achter Dr.
I._
gab sodann an, zum Zeitpunkt der Entstehung der Schmerzsymptomatik könne er kein
e psychosozialen Belas
-
tungsfaktoren
eruie
ren, die geeignet wären, die Entstehung der Schmerzen des Beschwerdeführers im Sinne einer dysfunktionalen unbewussten
Konfliktverar
-
beitung
zu erklären, was gegen eine
somatoforme
Schmerzstörung
spreche
. Anhaltspunkte für eine Simulation fänden sich nicht. Das soziale und berufliche Funktionsniveau des Beschwerdeführers sei in der Vergangenheit zu hoch
gewesen, als dass sich die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung rechtfertigen lasse. Zusammenfassend
sei
diagnostisch bei
m Beschwerdeführer
von einer Akzentuierun
g
der Persönlich
keit mit zwan
g
haften Zügen (ICD-10 Z73.1), bestehend seit der Adoleszenz,
auszugeben. Dieser Diagnose messe
der Psychiater
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei. D
er Beschwerdeführer habe
auf Grund seiner zwanghaften Persönlichkeitsakzentuierung aus
der
Sicht
des Experten
nicht genügend
Coping
-Strategien
gehabt
, um mit einer auf Grund einer Schmerzsymptomatik eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger ausgeprägter Leistungsorientierung adäquat umzugehen. Dieser Umstand k
ö
nn
e
als auslösen
der und aufrechterhaltender Faktor der
Symp
-
tomausweitung
de
s Beschwerde
führers
betrachtet werden
(
Urk.
7/95/51)
.
Der Umstand, dass der Beschwerde
führer trotz seiner als ausgeprägt geschilderten vielfältigen Symptome und Beschwerden in der Lage sei, Auto zu fahren, weise in Anbetracht der enormen motorischen und kognitiven Anforderungen, welche die Tätigkeit des Autofah
rens an eine Person stell
e
, auf nicht unerhebliche Ressourcen hin
(
Urk.
7/97/52).
Zusammenfassend seien aus der Sicht des psychiatrischen Facharztes die kom
plexen
lch
-Funktionen des Beschwerde
-
führers soweit vorhanden und ausgebil
det, dass aus psychiatrischer Sicht von einer grundsätzlich zumutbaren
Willens
anstrengung
des Beschwerdeführers auszugehen sei. Das bedeute, dass beim Beschwerdeführer keine gravierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf seine Schmerzproblematik bestehe, da ihm die Willensanstrengung, die nötig
sei
, um die Schmerzen zu überwinden, grundsätzlich zumutbar sei, zumal sich bei ihm keinerlei Hinweise auf auffällige pathologische Persönlich
keits
s
trukturen vom Ausmass einer Persönlichkeitsstörung ergäben.
In Anleh
nung an die so
genannten Förster-Kriterien könne nun noch geprüft werden, ob zugleich eine Komorbidität mit einer anderen psychischen Störung von erhebli
cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer, ein ausgeprägter sozialer Rückzug oder ein verfestigter, nicht mehr therapierbarer Verlauf einer
Konflikt
bewältigung
(„primärer Krankheitsgewinn") vorliege.
Aus der Sicht des Gutach
ters l
ä
gen zusätzlich zur Symptomausweitung bei
m Beschwerdeführer
die Komorbidität mit einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mit
telgradige Episode, mit einer Panikstörung, mit einer Akzentuierung der Per
sönlichkeit mit zwanghaften Zügen und mit einem schädlichen Gebrauch von Tabak vor. Einen relevanten sozialen Rückzug k
ö
nn
e
er
nicht feststellen. Zudem sehe
er beim Beschwerdeführer
keine Anhaltspunkte für einen verfestigten, nicht mehr therapierbaren Verlauf einer Konf
l
iktbewältigung. Ebenfalls sehe
er keinen
Verlust der sozialen Integration. Bei
m Beschwerdeführer
besteh
e
zwar ein mehrjähriger Verlauf, wobei die verschiedenen Therapien aus
der Sicht des
Experten
vor allem deswegen die Schmerzsymptomatik de
s Beschwerdeführers
nicht nachhaltig gebessert h
ätten
, weil
er
eine Symptomausweitung aufweis
e
, die e
iner erlernten Verhaltensstörung im Sinne einer dysfunktionalen Ve
rar
beitung von Schmerzen entspre
ch
e
. Ein sekundärer Krankheitsgewinn besteh
e
bei
m Beschwerdeführer durchaus
. Einen primären Krankheitsgewinn sehe
er
bei
m Beschwerdeführer
überhaupt nicht. In Übereinstimmung damit habe
er
ausführlich dargelegt, warum bei
m Beschwerdeführer
nicht von einer
somato
formen
Schmerzstörung aus
zu
gehe
n sei
. Zusammenfassend
sei
bei Anwendung der F
ö
rster-Kriterien aus
s
einer Sicht festzu
halten
, dass diese Begleitumstände der Schmerzproblematik von der Ausprägung her so zu bewerten s
eien
, dass sie zum momentanen Zeitpunkt nicht zu einer grundsätzlichen Unzumutbarkeit
einer Schmerzüberwindung führten
(Urk.
8/95/54).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist
das Vorliegen einer
Verbesserung des Gesundheitszu
stands in psychisch sowie somatisch-rheumatologischer Hinsicht und
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
4.2
Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Dif
ferenz in den - hier dem medizinischen Gutachten zu entnehmenden - Tatsa
chen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funk
tionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der
Seinsebene
zum früheren Zustand wieder
gibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der
Rentenberech
tigung
beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben.
Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abwei
chenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachver
ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der
Krankheitsent
wicklung
und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben.
Ein Sachverständiger kann die betreffende Entwicklung regelmässig nicht aus eigener Wahrnehmung beschreiben (ausser er sei schon als Vorgutachter tätig gewesen). Daher ist es erforderlich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fak
ten fundiert auseinandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgebenden medizinischen
Vorakten
ergeben (vgl. Alfred Bühler, Beweismass und Beweiswürdigung bei Gerichtsgutachten, in: Der Haftpflichtprozess, Fell
mann/Weber [Hrsg.], 2006, S. 67). Dem Gutachten, welches die medizinischen
Vorakten
unzureichend berücksichtigt, fehlt die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlussfolgerungen, welche auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber erhobenen Befundtatsachen gezo
gen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfend nach
vollzogen werden können.
Je mehr medizinisches Ermessen bei der Stellung einer Diagnose und der ärztli
chen Einschätzung der Funktionseinschränkungen im Spiel ist, desto wichtiger ist es, den gutachtlichen Befund einer Veränderung möglichst solide auf klini
sche Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnesti
sche Daten zu stützen und diese Elemente in Beziehung zu den medizinischen
Vorakten
und den dort gesetzten Anknüpfungstatsachen zu bringen. Nur so kann dem Gutachten hinreichend zuverlässig entnommen werden, dass die in den Schlussfolgerungen beschriebene Differenz nicht wesentlich einer unter
schiedlichen Wertung zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite darf die Not
wendigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lassen, nicht dazu führen, dass die Anforderungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch angesetzt werden, dass die ursprüngliche Festlegung praktisch perpetuiert wird. Dies gilt insbesondere für psychiatrische Beurteilungen, bei denen praktisch immer ein Spielraum besteht, innerhalb
dessen verschiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (vgl. dazu:
Qua
litätsleitlinien
für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invaliden
versicherung, Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP, Februar 2012). Hier können die Beurteilungen nicht immer lückenlos mit Tatsachenschilderungen unterlegt werden. Bei einer stark ermessensgeprägten Einschätzung, die weniger auf Messung und anderweitig normierter Feststellung als auf interpretationsbedürftigen Befundtatsachen beruht, kann etwa eine Aus
einandersetzung mit der Genese des Gesundheitsschadens, den das
Krankheits
geschehen
unterhaltenden Faktoren, für den Nachweis einer tatsächlichen Ver
änderung besondere Bedeutung erlangen (Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.2-4.4).
4.3
4.
3.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom 2
2.
März 2013
basiert auf fachärztlichen Untersuchungen (Urk. 7/95/3 ff.,
Urk.
7/95/39 ff.), wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 7/95/5 ff.,
Urk.
7/95/25 ff.) – ins
besondere de
m
A._
-Gutachten (Urk. 7/95/12-16,
Urk.
7/95/30 f., Urk. 7/95/48 f.) sowie insbesondere auch unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstattet. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das Gutachten der
Dres
.
H._
und
I._
erfüllt demnach alle
rechtsprechungs
gemässen
Kriterien für eine beweistaugliche medizinische
Entscheidungsgrund
lage
, weshalb ihm grundsätzlich voller Beweiswert zukommt (vgl. E. 1.6).
Der Bericht von
Dr.
D._
vom
4.
September 2014 (
Urk.
3) vermag das Gutachten nicht zu entkräften. Sie nimmt keine Auseinandersetzung mit dem interdiszipli
nären Gutachten der
Dres
.
H._
und
I._
vor, obwohl sich eine solche aufge
drängt hätte. Der Bericht objektiviert nicht und legt nicht dar, aufgrund welcher somatischen Befunde, der Beschwerdeführer nunmehr hinken soll, nachdem zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2013 festgestellt worden war, dass er dies nicht getan hatte. Dasselbe gilt für den nunmehr fehlenden
Achillesseh
nereflex
(ASR). Dr.
D._
stellt denn auch selber ein
en
Pseudolasègue
bei 40° beidseits fest, ohne dies zu beurteilen. Die von
Dr.
D._
festgehaltene
Kraftver
minderung
stimmt mit den Feststellungen des interdisziplinären Gutachtens überein und fand ihren Niederschlag in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit. Es bleibt anzufügen, dass selbst wenn radiologische Veränderungen ausgewie
sen wären, diese per se noch keine Verschlechterung insbesondere der Arbeits
fähigkeit bedeuten, weil einzig die Auswirkungen der gesundheitlichen Beein
trächtigung auf die Arbeitsfähigkeit bedeutsam sind. Nach der medizinischen Literatur sind radiologisch sichtbare degenerative Veränderungen an den Wir
beln allein noch kein Beweis, dass irgendwelche Schmerzen in Nacken, Kopf oder Armen wirklich hier ihren Ursprung haben (Alfred M.
Debrunner
, Orthopä
die Orthopädische Chirurgie, Bern/Göttingen/Toronto/Seattle 2002, S. 801).
Zudem beruhte die Einschätzung von
Dr.
H._
auf Röntgenbildern (Hände/BWS/LWS) vom 2
0.
März 2013 (
Urk.
7/95/12).
An der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermag auch der Bericht von
Dr.
E._
vom
1.
September 2014 nichts zu ändern (
Urk.
7/122). Fettleibigkeit begründet grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperli
chen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Vorliegend sind gewichtsreduzierende Massnahmen aus medizinischer Sicht indiziert und in der Umsetzung auch zumutbar (
Urk.
7/95/13), weshalb dem Körpergewicht keine
invalidenversicherungsrechtli
che
Relevanz zukommt.
4.
3.2
Der begutachtende
Somatiker
legte
im interdisziplinären Gutachten
nachvoll
-
zieh
bar
dar, dass seit dem
A._
-Gutachten vom
9.
August 2005
eine Verbes
-
serung
des somatischen Gesundheitszustands eingetreten ist: D
ie Len
den
-
wirbelsäule
sei
deutlich weniger in der Beweglichkeit eingeschränkt
, der
Finger-Boden-Abstand vorne
habe sich
normalisiert
, der
Beschwerdeführer
habe
keine Druckschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule mehr geschildert
, es
könn
t
e
n
keine
Tendomyosen
im Bereich des Beckenkammes über dem Troc
ha
nter
major
beidseits sowie über dem
Tuber
ischiadicum
links mehr objektivier
t werden
(Urk.
7/95/12
-13
)
, der
Beschwerdeführer
demonstriere
kein
Schonhin
ken
links mehr
und
der
Lasè
gue
-Test beidseits
sei
wieder normal und symmet
risch
(Urk. 7/95/13)
.
Der Gutachter berücksichtigte
dabei
die somatisch
bildge
benden
Befunde, er mass diesen allerdings kein einschränkendes Gewicht zu
(vgl. Urk.
7/95/5).
Diese Feststellungen treffen – mit Blick
auf die im
A._
-Gutachten vom 9.
August 2005 wiedergegebenen Befunde – zu. Indes hielten die damaligen Gutachter fest, dass mehrere dieser Befunde (insbesondere die in allen Richtun
gen
massivst
eingeschränkte bis praktisch aufgehobene Beweglichkeit der LWS und die Schmerzhaftigkeit der paravertebralen Muskulatur bei geringstem Druck) durch Ablenkungsmanöver hätten normalisiert werden können, so dass sie auf eine relevante funktionelle Überlagerung schlossen (Urk.
7/45/13). Sie verneinten auch Hinweise für ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndroms und konnten die Sensibilitätsstörung am Fuss schon damals nicht eindeutig einem somatischen Befund zuordnen.
Dr.
H._
führte denn auch in seinem Gutachten vom 2
2.
März 2013 aus, dass das damalige rheumatologische Teilgutachten vom 2
9.
Juni 2005 ihn nicht vollumfänglich überzeuge. Die vom damaligen begutachtenden Rheumatologen gemachten Angaben würden es nicht ermögli
chen, zwischen somatisch abstützbaren und vordergründig nicht somatisch abstützbaren Beschwerden abzugrenzen. Das hiesse konkret, dass im rheuma
tologischen Teilgutachten vom 2
9.
Juni 2005 bezüglich der Einschätzung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch nicht somatisch abstützbare Beschwerden berücksichtigt worden seien (
Urk.
7/95/14-15). Auch wenn
Dr.
H._
anfügt, zudem habe sich der Gesundheitszustand verbessert, relativiert sich dies angesichts dieser Ausführungen, denn die dargelegte Verbesserung erschöpft sich im besseren Ergebnis der geschilderten Funktionen und Tests, deren Aussagekraft gerade dadurch beschränkt erscheint, dass im früheren Gut
achten nicht überall zwischen funktioneller Überlagerung und objektivem Befund unterschieden worden sein soll. Wenn
Dr.
H._
infolge dessen
in Bezug auf die angestammte Tätigkeit
nicht an der damals attestierten Arbeitsunfähig
keit festhalten kann (
für angepasste Tätigkeiten
attestierte 2005
der somatische
A._
-Gutachter
eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
und musste sich angesichts der psychisch bedingten Leistungseinschränkung nicht genauer fest
legen), erfolgt dies zumindest teilweise aufgrund einer klareren Abgrenzung der objektiven von den nicht objektivierbaren Befunden und weist daher überwie
gend die Qualität einer anderen Einschätzung desselben somatischen
Gesund
heitsschadens
auf. Hierauf deutet auch die Feststellung von
Dr.
H._
, wonach sowohl das
radikuläre
Ausfallsyndrom der Wurzel L5 links wie die auf soma
tisch-pathologische Befunde zurückzuführenden Beschwerden, weil einherge
hend mit eindeutig schmerzverstärkenden respektive schmerzlindernden Mechanismen, sich seit Frühsommer 2003 nicht mehr finden liessen (
Urk.
7/95/12). Entsprechend konnte er den Zeitpunkt der somatischen Verbes
serung auch nicht festlegen (irgendwann nach der
A._
-Begutachtung, jeden
falls im Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung;
Urk.
7/95/16). Kommt hinzu, dass angesichts der von ihm dargelegten Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit (temperierter Raum, leicht- bis mittelgradig [10-15
kg] körperlich belastende Arbeit mit Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln;
Urk
7/9
5
/16-17) fraglich ist, ob die angestammte Arbeit als Liftmonteur diesem Profil jedenfalls im Umfang der attestierten Arbeitsfähigkeit von 70
%
entspricht (vgl. die Beschreibung der ehemaligen Arbeitgeberin, wonach oft 10-25 kg und manchmal über 25 kg zu heben oder tragen waren und durchgehend
es Stehen erforderlich war;
Urk
7/10/4-5; vgl. auch die Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der Hauptverhand
lung, Protokoll S. 5
f.). Eine Tätigkeitsbeschreibung, insbesondere hinsichtlich Heben und Tragen von Lasten, fehlt in der Berufsanamnese (Urk.
7/95/2; vgl. jedoch das
A._
-Gutachten
Urk.
7/45/5). Aus diesen Gründen vermag die Ver
besserung in somatischer Hinsicht in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit in ange
stammter Tätigkeit nicht zu überzeugen bzw. ist nicht ausgewiesen. Hingegen überzeugt das Gutachten, soweit aus somatischer Sicht infolge der gleichwohl verbesserten objektiven Befunde (vgl. hierzu auch unten E. 4.3.3) nunmehr eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert wird.
4.3.3
Hinsichtlich der Depressions-Problematik wurde im Vergleich zum
A._
-Gutach
ten eindeutig eine Verbesserung der Symptome festgestellt, neu wird nicht mehr von einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode sondern von einer mittelgradigen depressiven Episode – diese bestehend seit 2011 – ausgegangen. Diese gutachterliche Feststellung bestätigt sich auch im
Austritts
bericht
des
B._
vom 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
10), worin die infolge IV-Rentenentscheid und sozialen Belastungen ausgelöste Symptomatik beschrieben, jedoch ebenfalls eine gegenwärtig mittelgradige Episode diagnosti
ziert wird. Ferner stellte der Gutachter fest, dass die Panikzustände den Alltag nicht massiv beeinträchtigen würden, der Beschwerdeführer gelernt habe, diese zu beeinflussen, so dass sie nicht mehr so lange andauern würden. Dies bestä
tigt sich auch darin, als der von den
A._
-Gutachtern im Jahre 2005 noch fest
gestellte, weitgehende soziale Rückzug in diese Ausprägung nicht mehr vorhan
den ist: Der Beschwerdeführer ist in der Lage, selber Auto zu fahren, Kollegen zu besuchen und Einkäufe zu erledigen. Ausfluss der weniger gewordenen Beeinträchtigung ist auch darin zu erblicken, dass der Beschwerdeführer mit - nach eigenen Angaben - monatlichen Konsultationen keine wesentliche fach
ärztliche Behandlung m
ehr in Anspruch nimmt (vgl.
Urk
7/95/38, vgl. auch Prot. S. 3). Die von
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
im Bericht vom 1
0.
September 2012 genannte generalisierte Angststörung konnte der Gutachter ebenfalls nicht mehr feststellen. Demzufolge lässt sich dem be
weiskräftigen Gutachten von Dr.
I._
auch ein
e
Verbesserung der psychiatrischen Erkrankung in ihrer Ausprägung entnehmen, wobei
Dr.
I._
dennoch unverändert eine mittelschwere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, das heisst aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert (
Urk.
7/95/58).
4.3.4
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der Erlass des angefochtenen
Ent-scheids
rechtsprechungsgemäss die Grenze der richterlichen
Überprüfungsbe-fugnis
bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen). Daher sind nur diejenigen tatsächlichen Umstände zu berück
sichtigen, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben. Die mit den beschwerdeweise eingereichten Berichten des
B._
und des
C._
(
Urk.
10,
Urk.
13/1-3) geltend gemachten, nach Verfügungserlass neu aufgetretenen Beschwerden oder Zustandsverschlechterungen sind daher für die Beurteilung
der vorliegenden Beschwerde von vornherein unbeachtlich.
Ferner lassen die Berichte des
B._
die Vermutung zu, dass für die vom Beschwerdeführer geklagte Verschlimmerung seines psychischen Leidens psychosoziale Ursachen ausschlaggebend sind, insbesondere die
Rentenaufhe
bung
und damit verbundene finanzielle Sorgen, was unbeachtlich wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_559/2015 vom
2.
Dezember 2015 E. 3.3.).
4.3.5
Liegen somit fassbare Befunde vor, die eine Zustandsverbesserung belegen und ein
en
Revisionstatbestand bilden, steht einer umfassenden Prüfung des Renten
anspruchs nichts entgegen (BGE 141 V 9).
5.
5.1
Bei Störungen im mittelgradigen depressiven Bereich ist die invalidisierende Wirkung besonders sorgfältig zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1). Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder län
gere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken (Urteil des Bun
desgerichts 9C_484/2012 vom 26. April 2013 E. 4.3.2.2). Psychische Störungen der hier interessierenden Art gelten nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht (
BGE
141
V
281
E. 4.3.1.2). An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
thera
pierbar
sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, hat BGE 141 V 281 nichts geändert (9C_125/2015 E. 7.2.1).
Wenngleich eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Episode (ICD-10 F 32.1) nicht schlechthin auszuschliessen ist, bedingt deren Annahme, dass – wie bereits aufgezeigt – eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent aus
weist.
Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F 32.1) ver
neint dies das Bundesgericht regelmässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
E
in invalidisierender Gesundheitsschaden
ist auch mit Blick auf eine rezidivierende depressive Stö
rung
zu verneinen,
da
eine
solche
ebenfalls keinen psychischen Gesundheitszu
stand dar
stellt
,
der
eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu begründen vermag (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4.2, 8C_104/2014 vom 26. Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen).
5.2
Dr.
I._
hielt fest, der Beschwerdeführer befinde sich seines Erachtens gegen
wärtig und seit dem Jahr 2005 in der Praxis von
Dr.
J._
in einer adä
quaten ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung, deren Weiterführung er empfahl (Urk. 7/95/25, Urk. 7/95/54 f.)
. Dabei handle es sich um eine einstündige unterstützende Gesprächspsychotherapie, welche ein
mal pro Monat stattfinde (
Urk.
7/86,
Urk.
7/95/38). Die gegenwärtige Behand
lung weist
allerdings
eine niedrige Frequenz auf.
M
it Blick auf diese Gegeben
heiten kann vorliegend
nicht von einer konsequenten Depressionstherapie, die auf eine Ausschöpfung der therapeutischen und medikamentösen Möglichkeiten und damit auf die Resistenz des Leidens schliessen liesse, ausgegangen werden. Vielmehr lässt die ungenügende Inanspruchnahme von Therapien auf einen nicht ausgeprägten psychischen Leidensdruck schliessen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4).
Von einer gescheiterten Therapie kann demnach nicht die Rede sein.
Anzufügen bleibt, dass
angesichts der guten Ressourcen des Beschwerdeführers (Kontakt zu den Geschwistern, seinen Kindern und Freunden, geregelter Tages
ablauf, Spaziergänge, Autofahren
;
Urk. 7/95/38
, Urk. 7/100/2
) ebenso wenig auf eine invalidisierende Depression geschlossen werden
kann
. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf eine gewisse
Aggravations- und
Verdeutlichungstendenz hinwies.
5.3
Dr.
I._
stellte die Diagnose einer Panikstörung und mass dieser eine Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit zu.
Panikstörungen gemäss ICD-10 F41.0 treten definitionsgemäss bloss episodisch auf; zwischen den Attacken müssen weitge
hend angstfreie Zeiträume liegen. Panikattacken können besonders bei Männern im Zusammenhang mit depressiven Störungen auftreten (vgl. Weltgesundheits
-
organisation [WHO], Internationale Klassifikation psychi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage 2014, S. 196 f.). In Bezug auf die Panikstörung gibt
Dr.
I._
an, es lasse sich erfreulicher
-
weise feststellen
, dass der Beschwerdeführer in seiner Therapie gelernt habe, wie er die Panikzustände über die Atmung selber beein
flussen
könne
, so dass diese nicht mehr so lange dauern
würden (Urk.
7/95/49). Somit ist davon auszugehen, dass die Panikzustände überwindbar sind
. Es ist ihnen
keine invalidisierende
Relevanz zuzumessen
.
5.4
Damit
ist festzuhalten, dass
einerseits auch in psychiatrischer Hinsicht eine Ver
besserung des Gesundheitszustands eingetreten ist
und
andererseits
der beim Beschwerdeführer bestehenden depressiven Symptomatik sowie der
Panikstö
rung
aus rechtlicher Sicht so oder so keine invalidisierende Wirkung beizumes
sen ist. Auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kann daher – trotz grundsätzlich beweistauglichem Gutachten – aus rechtlichen Gründen
nicht abgestellt werden. Vielmehr ist anzunehmen, dass keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit besteht. Die anderslautende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 1
7.
September 2012 (
Urk.
7/86) sowie vom 28. August 2014 (
Urk.
7/120) stehen dem nicht entgegen, da sie nicht überzeugend sind. Sie enthalten keine objektivierten Befunde und eignen sich nicht zum Nachweis gar einer Verschlechterung des Gesundheitszustands, zumal auch der Erfahrungs
tatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.5
Zusammenfassend ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem somati
schen Leiden angepassten Tätigkeit laut
dem Anforderungsprofil von Dr.
H._
(vgl. E. 3.3.2) auszugehen. Nicht gefolgt kann dem somatischen Gutachter, wenn er die ursprünglich effektiv ausgeübte Tätigkeit als Liftmonteur für neuer
dings zu 70
%
für zumutbar erachte
t
, weil davon auszugehen ist, dass an die
sem spezifischen Arbeitsplatz Gewichte zu tragen gewesen waren, die über den von
Dr.
H._
festgelegten, zumutbaren leicht- bis mittelgradig körperlich belas
tenden Arbeiten lagen.
6.
Zu prüfen bleibt, wie sich diese Arbeitsfähigkeit auf den Invaliditätsgrad aus
wirkt.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
-
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nic
ht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Nach Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin würde ein Mitarbeiter als Monteur Modernisierung im Alter 48 mit 10 bis 15 Jahren Berufserfahrung im Jahr 2013 monatlich
Fr.
6‘000
.—
erzielen, zuzüglich eine
r monatlichen Provision von
Fr.
300.— sowie Spesenauszahlungen (
Urk.
7/114/5). Die Beschwerdegegnerin summierte dies und errechnete eine Jahre
seinkommen, Stand 2014, von Fr.
84‘597.--, was sie dem
Valideneinkommen
gleichsetzte.
Spesenvergütungen zählen als Unkostenentschädigungen nicht zum AHV-pflichti
gen Lohn (vgl.
Art.
9
Abs.
1 der Verordnung über die Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
, AHVV) und sind daher zum Vornherein nicht zu berücksichtigen, wenn es um die Bemessung des
V
alideneinkommens
geht (
Art.
25 IVV). Ferner fällt auf, dass der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug vom 1
8.
Dezember 2013 (
Urk.
7/1/2) seit 1995 jeweils einiges mehr als den Grundlohn von zuletzt (seit
1.
April 2003; vgl.
Urk.
7/10/2)
Fr.
5‘600
.—
monat
lich erzielte. So belief sich der Jahreslohn 2001 auf
Fr.
89‘584.35 und 2002 auf
Fr.
96‘152.30 (vgl. hierzu den Arbeitgeberbericht vom 2
9.
Dezember 2003,
Urk.
7/10). Nach wiederum telefonischer Auskunft der Arbeitgeberin gegenüber der Beschwerdegegnerin im Juli 2014 (
Urk.
7/114/5 f.) erklärt sich die Differenz in monatlichen Überzeitauszahlungen sowie einem Bonus, wobei sich diese im Jahre 2001 auf
Fr.
22‘202.25 und im Jahre 2002 auf
Fr.
25‘141.90 (jeweils inkl. Bonus von
Fr.
1‘920
.—
bzw.
Fr.
2‘346.--) beliefen. Angesichts dessen, dass sol
che Zahlungen über Jahre hinweg flossen und einen wesentlichen Teil des erzielten Jahreseinkommens ausmachten, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin
Überstun
denentschädigungen
generieren würde. Ferner ist nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit weiterhin in der Lage wäre, in ähnlichem Ausmass Überstundenentschädigungen zu erzielen, weshalb sie bei der Bemessung des
Valideneinkommens
nicht unberücksichtigt gelassen werden können. Infolge unterschiedlichen Ausmasses dieser Entschädigungen ist ein Durchschnittswert heranzuziehen
(vgl. auch AHI 1999 240 E. 3b)
, wobei praxisgemäss von den letzten fünf Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens auszugehen ist. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9) geht es nicht an, einzig den letzten (höchsten) Verdienst heranzuziehen, da nicht ausgewiesen ist, dass in den nachfolgenden Jahren in eben diesem Aus
mass Überzeitentschädigungen zur Auszahlung gelangt wären (vgl. auch dies
bezüglich fehlende Hinweise in der Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin,
Urk.
7/114/5). Dies ergibt ein Jahreseinkommen von
Fr.
82‘030.20
({
Fr.
64‘307.
--
[1998] +
Fr.
78‘768.-- [199
9] +
Fr.
81‘340.-- [2000] + Fr.
89‘584.-- [2001] +
Fr.
96‘152.-- [2002]} : 5). Angepasst an die
Nominallohn
entwicklung
für Männer bis ins massgebliche Jahr 201
4
(
I
ndex
stand
110.9 [2002] auf 127.3
[20
14], Schweizerischer Nominal
lohnindex T1.93, TOTAL, Bundesamt für Statistik – Lohnentwicklung
)
ergibt sich somit ein Jah
reseinkommen von rund Fr
94‘161.--.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er-werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
aufge-nommen
hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
-bungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
6.3.2
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbs-tätigkeit mehr aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen anhand von Lohntabellen
zu
ermittlen
.
Angesichts des medizinischen Belastungsprofils ist vorliegend gestützt auf die LSE 2012 vom Tabellenlohn für einfache und repeti
tive
Hilfsarbeiten im Umfang von Fr.
5‘2
10.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle
TA1, Wirtschaftszweige Total,
Kompetenzniveau
1) ausz
ugehen.
Unter Berücksichti
gung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden pro Woche (Die Volkswirtschaft 1/2-2015 S. 88 Tabelle B9.2, A-S) sowie der
Nomi
nallohnentwicklung
für Männer bis ins massgebliche Jahr 201
4
(I
ndexstand 125.5 [2012] auf 127.3
[20
15], Schweizerischer Nominal
lohnindex T1.93, TOTAL, Bundesamt für Statistik – Lohnentwicklung
)
ergibt sich für ein 100%-Arbeitspensum somit ein Jahreseinkommen von rund
Fr.
66‘
111.90
(Fr.
5‘210.-- :
40 x 41.7 x 12 : 125.5 x 127.3).
6.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert
rechtspre
chungsgemäss
allenfalls zu kürzen.
Damit trägt
die Rech
tsprechung dem Umstand Rechnung, dass
persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchs
tens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75)
.
6.3.4
Unter Hinweis auf das medizinische Belastungsprofil (vgl. E. 3.3.2) ist der – ursprünglich körperlich eher schwerarbeitende - Beschwerdeführer in seiner
Erwerbsfähigkeit
nunmehr qualitativ eingeschränkt. Zu beachten bleibt aber, dass dem Beschwerdeführer ein Vollzeitpensum zuzumuten ist und die körperli
chen Einschränkungen hinsichtlich Lastentragen sich angesichts der langjähri
gen beruflichen Erfahrung, welche dem Beschwerdeführer weiterhin zugute kommen und allenfalls auch eine qualifiziertere Tätigkeit als im
Kompetenzni
veau
1
zuliessen, weniger lohnwirksam auswirken. Der Beschwerdeführer ist mit Jahrgang 1965 auch noch relativ jung und
auch ein
fo
rtgeschrittenes Alter führt nicht auto
matisch zu einem Abzug, zumal sich dieses
im
Anforderungsni
veau
4 (respek
tive Kompetenzniveau 1 gemäss LSE 2012) sogar eher
lohnerhö
hend
auswirkt. Zudem werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeits
markt Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig
nachgefragt (Urteil des Bundes
gerichts I 376/05 vom
5.
August 2005 E. 4.2). Auch nimmt die Bedeu
tung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor ab, je niedriger das
Anforde
rungsprofil
ist (AHI 1999 177 E. 3b S. 181), weshalb mit Blick auf das
Anfor
derungsniveau
4 (respektive Kompetenzniveau 1 gemäss LS
E 2012) auch die lange Betriebs
zugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als
invali
ditätsfremder
Faktor eben
falls unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesge
richts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
Dasselbe gilt für die faktisch längere Absenz vom Arbeitsmarkt. Zusammenfassend ist daher keines der massgeblichen Kriterien gegeben, weshalb sich kein leidensbedingter Abzug rechtfertigt, wobei sich auch bei einem maximal berechtigten Abzug von 10
%
kein anderes Resultat ergeben würde
6.4
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28‘049.10, was einen rentenausschliessen
den Invaliditätsgrad von
29,79
%
, gerundet
30
%
, ergibt.
7.
Damit erweist sich die Beschwerde im Ergebnis als unbegründet, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
1‘000
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.