Decision ID: 1154aa64-5fe9-4540-9a5a-c6ded4b81dfe
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
meldete sich am 16. September 2008 unter Hin
weis auf eine Hörbehinderung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Diese tätigte medizinische Abklärungen (Urk. 7/6) und erteilte der Versicherten mit Verfügung vom 17. Feb
ruar 2009 Kostengutsprache für ein Hörgerät (Urk. 7/9).
1.2
Am 1
4.
Juni 2010 meldete sich die Ve
rsicherte
mit Ver
weis auf ein am 30. Januar 2010 erlittenes Schleudertrauma erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/10). Diese holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/15-16) ein und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/12) sowie des Unfallversi
cherers (Urk. 7/24) bei. Mit Verfügung vom 14. März 2011 verneinte sie einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/30).
1.3
Am 22. Januar 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf somatische und psychiatrische Erkrankungen
wiederum
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/46). Diese tätigte erwerbliche (Urk. 7/53-54) sowie
me
dizinische (Urk. 7/62, 7/64, 7/67) Abklärungen und teilte der Versicherten mit Schreiben vom 21. Juli 2014 mit, es könnten keine beruflichen Massnahmen durchgeführt werden (Urk. 7/68). Nachdem die IV-Stelle weitere Berichte der be
handelnden Ärzte beigezogen hatte (Urk. 7/72, 7/76-77), veranlasste sie die Er
stellung eines polydisziplinären Gutachtens
(Neurologie, Psy
c
hiatrie, Allgemeine Innere Medizin)
bei der Begutachtungsstelle
Y._
AG, welches am 8. Juni 2015 erstattet wurde (Urk. 7/108). Mit Verfügungen vom 3
0.
Juli 2015 teilte sie der Versicherten mit, sie stelle ihr einen Rollstuhl zur Verfügung und übernehme die Kosten für einen Hilfsantrieb (Urk. 7/111-112).
Am 1. September 2015 fand eine Haushaltsabklärung statt (Urk. 7/116). In der Folge veranlasste die IV-Stelle die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens
(Neurologie, Psy
c
hi
atrie,
Urolo
gie, Orthopädie,
Allge
meine Innere Medizin)
bei der
Z._ GmbH
, welches am 2
6.
April
2016 erstat
tet wurde (Urk. 7/156). Nach
dem die Versicherte
im Rahmen des
Vorbescheid
ver
fahrens
aktuelle Berichte
der behandelnden Ärzte eingereicht hatte (Urk. 7/
191, 7/
195, 7/204)
, nahmen die
Z._
Gutachter am 21. August
2017 Stellung dazu (Urk. 7/209). Nach
Wahrun
g des rechtlichen Gehörs hierzu
(vgl.
Urk.
7/210-211)
sprach die IV
Stelle der Versi
cherten mit
Verfügung
vom 11. Juni 2018
eine ganze Rente der Invaliden
versicherung mit Wirkung
vom 1. Februar bis 30. Septem
ber
2015 so
wie
eine halbe Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung
vom 1. Okto
ber
2015 bis 3
0.
Juni 2016 zu (Urk. 2
/
1-
2
[=
Urk.
7/214 und 7/242
, 247
]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
Juli 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei ihr über den 30. Sep
tember 2015 hinaus eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2018 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. August 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn di
e Voraussetzungen gemäss Abs. 2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl.
auch
BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die Versicherte von Februar 2014 bis Mai 2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Im Juni 2015 habe sich ihr Gesundheitszustand ver
bessert, weshalb sie in einer angepassten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig gewesen sei. Im März 2016 habe sich ihr Zustand weiter verbessert, weshalb sie ab
1.
Juli 2016 keinen Anspruch
mehr
auf eine Invalidenrente habe (Urk. 2/
1-
2).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, die IV-Stelle habe zu Un
recht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt.
Die Beurteilung des neurologischen Gut
achters stehe in Widerspruch zur Einschätzung der behandelnden Spezialisten und sei nicht nachvollziehbar. Ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert. Sie sei vollständig arbeitsunfähig, weshalb sie Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
-
auch über den 30. September 2015 hinaus
-
habe (Urk. 1).
3.
3.1
Im
Z._
-Gutachten vom
2
6.
April
2016 wurden folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/156 S. 34):
-
funktionelles hochgradiges sensomotorisches Def
izit am rechten Bein (ICD-10: G
60.0)
-
Status nach
polyradikulärer
Schädigung L4-S1 rechts bei Status nach mikrochirurgischer
Hämatomevakuation
sowie Dekompression L5/S1 rechts 02/2014 wegen
epiduraler
Nachblutung/
Diskushernienrezidiv
lumbal L5/S1 rechts
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression L5/S1 rechts 02/2014 bei
Diskushernienrezidiv
L5/S1/rechts
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
L5/S1 rechts 02/2013 bei grosser mediolateraler Diskushernie L5/S1 rechts mit sensomotori
schem Defizit S1 rechts
-
neurogene Harnblasen-, Beckenboden-, Sexual- und
Darmfunktionsstö
rung (ICD-10: N
39.9)
-
Status nach offener
Cystectomia
simplex
und Anlage eines
heteroto
pen
,
katheterisierbaren
Ileum-
Nabelpouches
sowie Einlage eines
Pouch-DK
am 19.12.2014
-
problemloses Erlernen des ISK im 02/2015
-
Status nach
Pouch
-Revision mit Neu-Implantation beider Ureteren, Entfernung
Ureterschiene
rechts am 10.
0
7.2015
-
rezidivierende
Pyelonepritiden
bds
.
-
Status nach
Nephrostomieanlage
links bei akuter
P
yelonephritis
mit
ektatischem
Nie
renbeckenkelchsystem 04/2015
-
Status nach
Nephrostomieanlage
rechts 01/2015
-
chronisches
lumboverteb
rales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M
54.5)
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
LWK5/SKW1 rechts bei grosser mediolateraler Diskushernie am 18.
0
2.2013 und nach Re-Dekompression LWK5/SWK1 rechts bei Rezidiv am 10.
0
2.2014 (ICD
10:
Z
98.8)
-
Status nach mikrochirurgischer
Hämatomevakuation
und Re-Dekom
pression LWK5/SWK1 rechts bei Re-Rezidiv und
Cauda
equina
-S
yn
drom am 12.
0
2.2014 (ICD-10: Z
98.8)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 7/156 S. 34):
-
leicht
e depressive Episode (ICD-10: F
32.0)
-
Aufmerksamkeits- und Hy
peraktivitätsstörung (ICD-10: F
90.0)
-
psychologische Faktoren bei andernorts klassif
izierten Krankheiten (ICD-10: F
54)
-
psychogene Anfälle (ICD-10: F
44.88)
-
anamnestisch Status nach Rekonstruktion des
ulnaren
Bandapparates Handgel
enk rechts etwa 2006 (ICD-10: Z
96.6)
-
anamnestisch Flexionseinschränkung bei aktuell unauffälligem klini
schen Befund
-
Status nach wahrscheinlich Dekompression und Vorverlagerung des
Ner
vus
ulnaris
beidseits in 2
Sitzungen etwa 2006 (ICD-10: Z
98.8)
-
Status nach beidseitiger
Ulnarisneuropathie
-
Vaginalstumpfdeszensus III, Zystozele Grad II-III, PQP-Q III
-
Status nach
Diaphragmaplastik
,
Kolpoperineoplastik
,
sakrospinale
Fi
xation nach Richter sowie
Enterozelenrepair
am 19.12.2015
3.2
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage dar
über, kaum mehr Empfindungen im rechten Bein zu haben. Sie könne nur noch wenige Schritte mit Hilfe von Stöcken gehen.
Manchmal
leide sie unter Zittern und Krämpfen im rechten Bein, die sich
teilweise
über den ganzen Körper aus
breiten würden. Ihr Gesundheitszustand würde sie belasten, sie habe im letzten Jahr stark an Gewicht verloren. Früher habe sie gerne getanzt, das sei nun nicht möglich. Oft sei sie traurig. Sie leide auch unter Stimmungsschwankungen (Urk. 7/156 S. 12).
Die Explorandin wirke freudlos, leicht depressiv und
klagsam
. Die Psychomotorik sei unauffällig, der Antrieb nicht herabgesetzt. Sie sei bewusstseinsklar und all
seits orientiert. Während der gesamten Untersuchung würden sich keine Anzei
chen einer Konzentrationsschwäche zeigen. Merkfähigkeit und Gedächtnisleis
tungen seien intakt (Urk. 7/156 S. 12).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei eher einfach struktu
riert und habe Mühe, neue Arbeitsabläufe zu begreifen. Die Einschränkungen
würden jedoch nicht den Schweregrad einer leichten Intelligenzminderung errei
chen. Aus psychiatrischer Sicht sei sie weder in ihrer angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (Urk. 7/156 S. 18-19).
3.3
Im orthopädischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Explorandin
klage
über Schmerzen im unteren Bereich des Rückens, die oftmals von spastischen Anfällen begleitet würden. Der ganze Körper werde jeweils durchgeschüttelt, ohne dass sie dabei jedoch Bewusstseinsstörungen habe. Die Schmerzen würden ins rechte Bein ausstrahlen. Am rechten Bein habe sie zudem Störungen der Berührungsempfin
dung und ein chronisches Kältegefühl (Urk. 7/156 S. 19-20).
Die Untersuchung erfolge ausschliesslich auf dem Untersuchungstisch. Das linke Bein werde unauffällig angewinkelt. Das rechte Bein werde weitgehend passiv mit Hilfe der Hände sowie des linken Beins bewegt. Nachdem die Explorandin die Bauchlage eingenommen habe, beginne sie am ganzen Körper zu zittern, wobei sie prompt reagiere, wenn sie angesprochen werde. Nach etwa fünf Minuten höre das Zittern auf (Urk. 7/156 S. 20).
An den unteren Extremitäten falle auf, dass die Explorandin das rechte Bein aktiv kaum bewege. Passiv bestehe eine freie Beweglichkeit ohne erkennbare Schmerz
äusserungen. Festzuhalten bleibe, dass die Umfänge beider Beine an Ober- und Unterschenkel symmetrisch seien. Die gezeigten hochgradigen Unterschiede bei der aktiven Kraftentwicklung seien daher aus orthopädischer Sicht nicht erklärbar (Urk. 7/156 S. 23).
Aus orthopädischer Sicht würden sich durch die objektivierbaren Befunde nur leichte Einschränkungen der körperlichen Belastungsfähigkeit zeigen. Die Versi
cherte könne keine Lasten über 10 kg heben und müsse längere Zwangshaltungen des Rumpfes vermeiden. Für die Tätigkeiten, die diesem Profil entsprächen, be
stehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/156 S. 25).
3.4
Im neurologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin
klage
über
extreme Schmerzen im rechten Bein. Das Bein sei gefühllos. Sie spüre ihren Un
terleib bis zum Bauchnabel nicht. Zudem leide sie unter spastischen Anfällen. Zeitweise könne sie sich aufgrund der Schmerzen kaum noch bewegen. Die Schmerzen seien im Sitzen, Stehen, Gehen und Liegen gleichförmig vorhanden. Sie könne nur wenige Schritte an Amerikanerstöcken gehen, zur Mobilisation sei sie daher auf einen Rollstuhl angewiesen (Urk. 7/156 S. 25-26).
Der Tonus sei an allen Extremitäten normal, die muskuläre
Trophik
symmetrisch. Der Oberschenkelumfang belaufe sich beidseits auf 47 cm, der Unterschenkelum
fang betrage
rechts
36 cm und
links 35 cm.
Die Willkürinnervation fehle praktisch am ganzen rechten Bein. Es seien
lediglich
kurzzeitige Muskelkon
tra
k
tionen ohne
Bewegungseffekt entsprechend einem
Paresegrad
von M1 erkennbar. Am lin
ken Bein werde hingegen ein praktisch vollständiger Innervationsgrad mit le
diglich zeitweise vorhandener Schwäche gege
n schweren Widerstand erreicht (Urk. 7/156 S. 26).
Während der klinischen Untersuchung
seien
zwei Episoden mit Muskelzuckungen auf
getreten
. Bei der ersten Episode
sei
es in Linksseitenlage zu ruckartigen Hin- und
Herbewegungen
des Rumpfes
gekommen
, wobei keine Myoklonien erkenn
bar
gewesen
seien. Die Explorandin sei wach, ansprechbar und könne Anweisun
gen ausführen. Sie führe mit allen Extremitäten ausser dem rechten Bein gezielte Bewegungen aus. In Rückenlage
sei
es erneut zu ruckartigen Bewegungen im Bau
ch
bereich
gekommen
, wobei diese deutlich weniger stark ausgeprägt
gewesen
seien als bei der erste
n Episode. Die Explorandin habe
währenddessen problemlos ein Gespräch führen
können
(Urk. 7/156 S. 27).
Hinsichtlich der Muskelzuckungen seien Abklärungen in der Sprechstunde für
Epileptiologie
vorgenommen worden, wobei ein normaler EEG-Befund abgeleitet worden sei. Bei beiden Anfällen während der Untersuchung sei es zu keinen Myokl
onien im rechten Bein gekommen, weshalb die Episoden als psychogene Anfälle einzuordnen seien. Dafür spreche auch, dass bei der Explorandin bisher weder klinisch noch neurophysiologisch eine Myelopathie nachgewiesen worden sei. Die Bildgebung zeige keine Hinweise auf eine Spinalkanalstenose oder eine Neu
rokompression (Urk. 7/156 S. 29).
Bezüglich der sensomotorischen Ausfallsymptomatik am rechten Bein würden sich deu
tliche Diskrepanzen zeigen. Bei völliger Inaktivität des rechten Beines wäre eine muskuläre Atrophie zu erwarten, die jedoch nicht vorliege.
Auch wür
den keine Hinweise auf eine zentrale Ursache der Lähmungserscheinungen vorliegen. Nicht nachvollziehbar sei weiter, dass die Explorandin über eine hoch
gra
dige Sensibilitätsstörung im rechten Bein klage, die Temperatur- und Vibrations
empfindung jedoch praktisch normal sei. Zudem sei es ungewöhnlich, dass die Explorandin angebe, sich mit Amerikanerstöcken nur wenige Schritte weit fort
bewegen zu können, da bei Personen mit Paresen lediglich an einem Bein das Gehen an Amerikanerstöcken normalerweise gut möglich sei. Zwar sei davon auszugehen, dass gewisse Residuen der peripheren neurogenen Läsionen L5 bis S1 rechts vorliegen würden.
Höhergradige
Einschränkungen insbesondere im Be
reich des proximalen Oberschenkels und der sensorischen Störungen, welche deutlich über das Schädigungsniveau von L5/S1 hinausreichen
würden
, könnten jedoch nicht objektiviert werden. Es handle sich dabei um eine Aggravation (Urk. 7/156 S. 30-31).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei in ihrer angestamm
ten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig. In einer angepassten, vorwiegend sitzen
den Tätigkeit sei sie aus neurologischer Sicht jedoch zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/156 S. 31).
3.5
Im urologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, bei der Explorandin stünden die Rücken- und Beinschmerzen mit ausgeprägter Spastik im Vordergrund. Auf
grund der urologischen Beschwerden habe sie immer Angst vor einem Infekt (Urk. 7/156 S. 32).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei aufgrund der Zystek
tomie mit
Pouch
-Anlage zu 20
%
arbeitsunfähig.
3.6
Im interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, bei der Versicherten würden die Lähmungserscheinungen sowie die Schmerzen im rechten Bein im Vordergrund stehen. Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass sie für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, die vorwiegend im Sitzen ausgeübt wer
den kön
nten, zu 80
%
arbeitsfähig sei. Vorübergehend sei sie jedoch vollständig arbeitsunfähig gewesen, dies ab Februar 2014 bis Mai 201
5.
Dann habe sich ihr Zustand gebessert, weshalb sie ab Juni 2015 bis Februar 2016 zu 60 % arbeitsfä
hig gewesen sei. Seit März 2016 bestehe in angepasster Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/156 S. 36).
4.
Das
Z._
-
Gutachten vermag zu überzeugen. Es beruht auf sorgfältigen und allsei
tigen Untersuchungen (
Urk.
7/156 S.
14-18, S. 20-22, S. 26-31, S. 32-34
), be
rücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk.
7/156 S.
12-14, S.
19-20, S.
25
26, S. 32
) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakte
n
abgegeben worden (Urk. 7/156 S. 3-9
).
Die
Gutachter
haben
detaillierte Befunde erhoben, die medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
ihre
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Daher erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsge
mässen Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen.
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
es könn
e nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden, da die Beurteilung des begutachtenden Neurologen in eklatan
tem Widerspruch zur Einschätzung des behandelnden Arztes, Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie,
stehe
. Aus dessen B
ericht
gehe hervor, dass sie nicht nur an Myoklonien am rechten Bein, sondern auch an einer Krallenzehe
nbildung
sowie an neuropathischen Schmerzen leide. Sowohl die
Myo
klo
nien und
Krallenzehenbildung als auch die neuropathischen Schmerzen seien ty
pische Beschwerdebild
er von Rückenmarksverletzungen. Ihr Zustand
habe sich nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert, was die Berichte des Prof. Dr.
A._
belegen würden (Urk. 1 S. 6-7).
Zwar führte Prof.
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 1
3.
Dezember 2016 unter Diag
nosen «Rezidivierende Episoden mit Myoklonien des rechten Beins, teilweise übergreifend auf die Gegenseite und die Arme, ohne Bewusstseinsalteration»
auf
(Urk. 7/191 S. 2).
Er legte indes nicht dar, aufgrund welcher Befunde er zu dieser Diagnosestellung gelangte. Aus diesem Grund eignet sich der Bericht nicht, die Einschätzung des neurologischen
Z._
-Gutachters in Frage zu stellen. Dies insbe
sondere auch vor dem Hintergrund, dass
dieser
zwei Episoden der Zuckungen mitverfolgen und exakt dokumentieren konnte (
Urk.
7/156 S. 27), wobei
er
als Facharzt für Neurologie
kompetent ist zur Beurteilung
, ob es dabei zu Myokl
onien kam
.
Weiter erwähnte Prof.
Dr.
A._
in seinem Bericht zwar neuropathische Sc
hmerzen (Urk. 7/191 S.
2).
Es fehlt jedoch eine Auseinandersetzung damit, in
wiefern diese durch Untersuchungen objektiviert werden konnten. Hinsichtlich der Krallenzehenbildung ist darauf hinzuweisen, dass
im Bericht von Prof.
Dr.
A._
weder Bezug auf die Ursache dafür genommen
noch dargelegt wird, inwiefern die Versicherte dadurch
in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit beein
trächtigt sein könnte. Widersprüchlich erscheint zudem, dass im Bericht ausge
führt wird, das Gangbild der Versicherten habe sich mit der Schuhanpassung wesentlich verbessert (Urk. 7/191 S. 2), obwohl die Versicherte gegenüber allen Gut
achtern angab, lediglich wenige Schritte mit Hilfe von Stöcken gehen zu können (
Urk.
7/156 S. 12, S. 25).
Zu berücksichtigen ist ferner, dass bereits am 8. Juni 2015 ein polydisziplinäres Gutachten erstattet worden war (Urk. 7/108), in wel
chem der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (
Urk.
7/108 S. 54). Auch in diesem Gutachten war auf
erhebliche
Diskrepanzen hinsichtlich der geltend gemachten Beschwerden am rechten Bein sowie den Befunden hingewiesen worden (Urk. 7/108 S. 51)
. Aus diesen Gründen vermag der Bericht des Prof.
Dr.
A._
die Beurteilung des neurologischen
Z._
-Gutachters nicht in Frage zu stellen.
Auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, im Gutachten seien ihre Schmer
zen unberücksichtigt geblieben (Urk. 1 S. 9), vermag nicht zu überzeugen. In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde ausgeführt, bei den Untersuchungen seien die beklagten Schmerzen im Vordergrund gestanden (Urk. 7/156 S. 35), was zeigt, dass die Gutachter diese bei der Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit
berück
sichtigten
. Damit ist
mit
dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit seit
Juni 2015 zu 60 % und seit März
2016 zu 80 %
arbeitsfähig ist, womit sich weitere medizinische Abklärungen als nicht notwen
dig erweisen.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass sich vorliegend die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
erübrigt. Zwar diagnosti
zierte der psychiatrische Gutachter eine depressive Episode (Urk. 7/156 S. 34). Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine leichtgradige depressive Episode, die gemäss
überzeugender
gutachterlicher Einschätzung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urk. 7/156 S. 36).
Zudem befindet sich die Beschwerdefüh
rerin nicht in psychiatrischer Behandlung (Urk. 7/156 S. 16).
Sie macht denn au
ch nicht geltend, aus psychi
schen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein.
In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
kann
daher
auf eine
Prüfung nach dem strukturierten Beweisverfahren
verzichtet werden
(BGE
143 V 418 E.
4.5.3 und
5.2.2
).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Ermittlung des Einkommens, welches
die
versicherte Person
ohne Invali
dität erzielen könnte (
Valideneinkommen
), ist entscheidend, was
sie
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Die Beschwerdeführerin arbeitete bei Eintritt des Gesundheitsschadens zu 80 % als Pflegehelferin und erwirtschaftete ein jährliches Einkommen von Fr. 50'424.-
-
(Urk. 7/54 S. 2). Anlässlich einer am 1. September 2015 durchgeführten Haus
haltsabklärung gab sie an, sich in Ausbildung zur psycho-geriatrischen Be
treuerin befunden zu haben, wobei sie diese gesundheitsbedingt habe abbrechen müssen (Urk. 7/116 S. 2).
Zudem hätte sie ihr Pensum auf 100 % erhöht, da ihr Part
ner arbeitslos geworden sei und altersbedingt keine Aussicht mehr auf eine An
stellung gehabt habe (Urk. 7/116 S. 3). Die IV-Stelle ging bei der Berechnung des
Valideneinkommens
davon aus, dass die Beschwerdeführerin die berufliche Wei
terbildung abgeschlossen und ihr Pensum aus finanziellen Gründen auf 100 % erhöht hätte
,
und legte dem Einkommensvergleich
für das Jahr 2015 unter Be
rücksichtigung der Ziffer 32 der Tabelle TA 17 der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
ein
Valideneinkommen
von Fr. 82'772.55 zugrunde (Urk. 7/182). Die Beschwerdeführerin macht geltend,
es sei nicht auf den Zentral
wert, sondern auf den Wert für Frauen in Assistenzberufen im Gesundheitswesen im Alter von 30-49 der Tabelle TA 17 der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen, womit für das Jahr 2015 von einem
Valideneinkommen
von Fr. 87'119.
--
und für das Jahr
2016
von einem solchen von Fr. 87'990.20 auszugehen sei (Urk. 1 S. 11).
Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sich für den Kurs «Allgemeinbildung im Validierungsverfahren» angemeldet hatte, der vom 20. Au
gust 2012 bis
8.
Juli
2013 stattfand (Urk. 7/124 S. 9). Gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin handelte es sich dabei um das erste Modul zur Aus
bildung Fachangestellte Gesundheit (Urk. 7/116 S. 2), welche sie absolvieren wollte. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin diesen Kurs besuchte, lässt sich je
doch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
darauf schliessen
, dass sie die genannte Ausbildung im Gesundheitsfall erfolgreich abgeschlossen hätte. Zum einen liegt den Unterlagen kein Zertifikat bei, welches belegen würde, dass die Beschwerdeführerin das Modul erfolgreich abschliessen konnte, obwohl der Kurs vor Eintritt des Gesundheitsschadens endete. Zum anderen wies die Beschwerde
führerin gegenüber den Gutachtern
darauf hin
,
dass sie unter Lernschwierigkeiten leide (Urk. 7/108 S. 24). Den Gutachten ist denn auch zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin Mühe bekundet, Neues zu erlernen (Urk. 7/108 S. 39) und eher einfach strukturiert ist (Urk. 7/156 S. 18). Es erscheint daher nicht als über
wiegend wahrscheinlich, dass sie im Gesundheitsfall die anspruchsvolle Weiter
bildung zur Fachangestellten Gesundheit absolviert hätte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass
sie
im Gesundheitsfall weiterhin als Pflegeassistentin gearbeitet hätte,
wobei sie ihr Pensum aufgrund dessen, dass ihr Partner altersbedingt keine Anstellung mehr finden konnte, auf 100 % erhöht hätte. Unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung ist davon auszugehen, dass sie im Jahr 201
6
ein an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeitskräfte von 2'673 Punkten im Jahr 2014 auf 2'
709
Punkte im Jahr 201
6
angepasstes
Valideneinkommen
von rund
Fr.
63’
878
.-- (
Fr.
50’424
.-- / 2’
673
x
2'
709
/ 8 x 10
) erzielt hätte (vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter
«
Statis
tiken finden
»
unter der Rubrik
«
03 – Arbeit und Erwerb
»
und der Unterrubrik
«
Löhne, Erwerbseinkommen und Arbeitskosten
»
publizierten Lohnentwicklungs
daten).
Damit ist dem Einkommensvergleich ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen. Aufgrund des Tätigkeitsprofils, welches der Beschwer
deführerin noch zumutbar ist, ist vom nicht nach Branchen diffe
ren
zierten stan
dardisierten Bruttolohn für weibliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des Kom
petenzniveaus 1
der L
SE 2016 (TA1, monatlicher Bruttoloh
n
[
Zentral
wert
]
nach Wirtschaftsz
w
eigen, Kompetenzniveau und Geschl
e
cht, P
rivater Sektor)
von Fr. 4'363
.
--
auszugehen.
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
8
0
%
, welcher
der
Beschwerdeführer
in
nach der gut
ach
ter
lichen Beurteilung ab
März 2016
zumutbar ist, ein Brutto
einkommen von rund
Fr.
43’665
.-- (
Fr.
4
’
363
.-- / 40 x 41,7 x 12 x 0.
8
).
Angesichts der nur noch beschränkten Einsatzfähigkeit de
r Beschwerdeführerin
aufgrund
ihrer
Beschwerden rechtfertigt sich ein Abzug vom errechneten Jahres
einkommen im Umfang von 5
%
. Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im Kompetenzniveau 1 auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Es resultiert ein Invalideneinkommen von rund
Fr.
41’482
.-- (
Fr.
43
’665
.-- x 0.
9
5)
5.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
41’482
.--
resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
63’878
.-- eine Erwerbseinbusse von
Fr.
22’396
.--, was einem Invaliditätsgrad von
3
5
%
entspricht.
6.
6.1
Gemäss gutachterlicher Beurteilung war
die
Beschwerdeführer
in
von
Febru
ar
2014
bis
Mai 2015
zu 100
%
arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit. Für diesen Zeitraum ging die IV-Stelle daher zu Recht von einem Invaliditätsgrad von 100
%
aus und bejahte einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Das Wartejahr lief
am
9.
Februar
2015
ab. Die
Anmeldung
bei der IV-Stelle erfolgte durch
die
Beschwerdeführer
in
am
22. Januar
2014
(
Urk.
7/46
). Somit hat
die
Beschwerdeführerin ab
1.
Februar 2015
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
6.2
Gemäss dem beweiskräftigen
Z._
-Gutachten ist von einer Verbesserung des Ge
sundheitszustandes im
Juni 2015
auszugehen, weshalb
die
Beschwerdeführer
in
ab
dann
zu
6
0
%
arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit war. In Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit erst zu berück
sichtigen, nachdem sie drei Monate gedauert hat, weshalb de
r
Beschwerdeführe
r
in
erst ab dem
1.
Oktober
2015 eine
6
0%ige Arbeitsfähigkeit
anzurechnen ist. Ab dem
1.
Oktober
2015 betrug der Invaliditätsgrad
rund
5
1
%
(
Valideneinkom
men
von Fr. 63'878.--, Invalideneinkommen von Fr.
31’111
.--
[= Fr. 4’363
.-- / 40 x 41,7 x 12 x 0.
6
x 0.95
], Erwerbseinbusse von Fr.
32’767
.--),
womit nach
Art.
28
Abs.
2 IVG ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ausgewiesen ist.
Nachdem sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im März 2016
weiter verbesserte, ist ab diesem Zeitpunkt eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgewiesen. Da die Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit erst nach drei Monaten zu berücksichtigen ist, ist ihr jedoch erst ab 1. Juli 2016 eine Arbeitsfähigkeit in dieser Höhe anzurechnen. Seit 1. Juli 2016
beträgt der Invaliditätsgrad 35
%, weshalb kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente besteht.
6.3
Nach dem Gesagten ist die Verfügung der IV-Stelle vom
1
1.
Juni 2018
im Ergeb
nis nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss vo
n der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).