Decision ID: e3c8d648-64f2-54c3-adce-01480081c6d4
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_003
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt
A. Frau A._ (geboren am XX.XX.1967, nachfolgend Beschwerdeführerin
genannt), reiste am 3. Januar 1987 aus Ex-Jugoslawien in die Schweiz ein (act. IV 1, S.
1). Vom 15. August 2001 bis zum 21. Oktober 2004 war sie als Pflegedienstangestellte im
B._ tätig (act. IV 9, S. 1). Am 8. November 2004 meldete sie sich zum Bezug
von IV-Leistungen bei der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend
IV-Stelle) an (act. IV 1, S. 1). Als versicherungsrelevante Krankheit brachte sie diverse
Organstörungen vor, wozu sie Rückenleiden seit dem Jahr 2002 wie auch eine
Magendarmstörung seit dem Jahr 1996 zählte. Hierzu sei eine Depression seit dem Jahr
2003 gekommen (act. IV 1, S. 5). In den darauffolgenden medizinischen Abklärungen vom
18. Oktober 2004 (act. IV 7, S. 5) sowie vom 15. November 2004 (act. IV 5, S. 1) wurde
bei der Beschwerdeführerin ein chronisches, lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine
depressive Reaktion mit Somatisierung, eine Anpassungsstörung mit affektiven
Reaktionen sowie eine chronisch-rezidivierende Gastropathie diagnostiziert. Infolge
weiterer Abklärungen verfügte die IV-Stelle am 13. Oktober 2005 eine volle Invalidenrente
ab dem 1. Oktober 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent (act. IV 18, S. 6). Am
1. Oktober 2008 erging die Mitteilung der IV an die Versicherte, es werde eine
unveränderte Invalidenrente ausbezahlt (act. IV 34).
B. Am 2. September 2011 wurde eine ordentliche Revision der IV-Rente eingeleitet. Im
Rahmen der Abklärungen wurde ein Gutachten bei Dr. C._ eingeholt. Dieser
kam am 2. April 2013 zum Schluss, dass aus rein rheumatologischer Sicht eine
Wiedereingliederung mit beginnend zwei Stunden beschränkt und nach zwei bis drei
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Monaten eine Steigerung auf drei bis vier Stunden Arbeitspräsenzzeit zumutbar sei (act.
IV 65, S. 10). In der Konsensbeurteilung vom 13. April 2014 kommt selbiger Mediziner
zusammen mit Dr. med. D._ (Psychiater FMH) aus rheumatologisch-
psychiatrischer Sicht zum gleichen Ergebnis, wobei in der abschliessenden Beurteilung
angefügt wird, dass dies einer geschätzten adaptierten Restarbeitsfähigkeit von 40
Prozent entspreche (act. IV 77, S. 5). In einer Anfrage an den Regionalen Ärztlichen
Dienst (kurz RAD) vom 25. April 2014 äusserte sich Dr. med. E._
dahingehend, dass sich die Psychopharmakon im untersten therapeutischen
Blutspiegelbereich befinde und sich auch das Analgeticum im Blut mit einem minimen
Spiegel zeige, was die geltend gemachten Schmerzen doch recht relativiere (act. IV 79,
S. 3). Somatisch liege vom Schweregrad als invalidisierendes Leiden einzig ein LWS-
Syndrom vor, wobei im LWS-Bereich auffallenderweise auch keine muskulären
Verhärtungen festgestellt worden seien. Letztlich sei bei rückengerechten Tätigkeiten
keine hochgradige Handicapierung nachvollziehbar. Mit einer generellen
Leistungseinschränkung von 20 Prozent sei das Schmerzgeschehen sowohl psychisch
wie auch somatisch zu Genüge sozialmedizinisch anerkannt. Der Beschwerdeführerin
könne damit eine 80-prozentige rückenadaptierte Arbeitsfähigkeit zugemutet werden. Die
gesundheitlichen Verbesserung wird auf den Zeitpunkt der Erstellung des psychischen
Gutachtens 2013 zurückdatiert (act. IV 79, S. 3 f.).
C. Am 28. Mai 2014 schrieb die Beschwerdeführerin eine E-Mail an die IV-Stelle, worin sie in
Aussicht stellte, dass sie probieren wolle, zukünftig in einem 80-prozentigen Pensum zu
arbeiten (act. IV 83). Daraufhin gewährt die IV-Stelle Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche (act. IV 86). Konkret leistete die IV-Stelle am 11. Juli 2014 eine
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining in der I._, einem Betrieb für
berufliche Rehabilitation in K._, für den Zeitraum vom 18. August bis zum 21.
November 2014 (act. IV 96). Am 18. November 2014 teilte die Beschwerdeführerin der IV-
Stelle mit, dass sie eine ärztlich festgestellte Verletzungen an den Schultern operieren
lassen müsse. Dies führte zu einem Abbruch des Belastbarkeitstrainings per 18.
November 2014 (act. IV 104). Die Operation der rechten Schulter zwecks Linderung der
Leiden infolge progredienter rechtsseitigen Schulterschmerzen fand am 22. Januar 2015
statt (act. IV 107, S. 2). Der Eingriff verlief insgesamt komplikationslos. Jedoch sei es am
ersten postoperativen Tag bei der Beschwerdeführerin zu einem allergischen Schock mit
Atemnot und heissem, brennendem Gefühl im Gesicht gekommen, wobei die Ärzte den
Ursprung hierfür nicht eruieren konnten (act.IV 107, S. 2). Am 1. Juli 2015 teilte die
Beschwerdeführerin gegenüber der IV-Stelle mit, dass sie unbedingt wieder an den
beruflichen Massnahmen teilnehmen möchte, da sich diese bei ihr in jeder Hinsicht positiv
auswirken würden. Jedoch sei zunächst noch die Untersuchung vom 18. August 2015 im
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Spital Herisau abzuwarten; ab diesem Datum werde die Arbeitsunfähigkeit neu
begutachtet (act. IV 109).
D. Am 24. September 2015 liess die Beschwerdeführerin die IV-Stelle wissen, dass gemäss
einem MRI vom 21. September 2015 eine weitere Rücken-OP nötig sei und sie Angst
habe, dass es im Falle einer Operation zu einem erneuten Allergieschock komme (act.
111). Am 4. November 2015 fand eine weitere Rücken-OP statt. Wegen den allergischen
Reaktionen auf das Narkosemittel seien erneut Komplikationen entstanden, obwohl bei
Dr. F._ Untersuchungen betreffend den Allergien vorangegangen seien.
Hinsichtlich der rechten Schulter müsse nach Ansicht der Beschwerdeführerin eine
weitere OP erfolgen. Da aber auch hier mit weiteren, allergiebedingen Komplikationen zu
rechnen sei, werde darauf vorläufig verzichtet. Auch seien in der Zwischenzeit
verschiedenste Therapien durchgeführt worden, die aber keine nur auch geringe
Verbesserung der Schulter-Problematik gebracht hätten. Die Beschwerdeführerin teilte
auch mit, dass sie anhand der momentanen gesundheitlichen Situation keine Möglichkeit
sehe, wieder am beruflichen Leben teilzunehmen (act. IV 113).
E. Im Verlaufsbericht vom 13. Februar 2016 bescheinigte Dr. med. G._, dass die
Beschwerdeführerin für jede Tätigkeit zu 100 Prozent arbeitsunfähig sei (act. IV 115, S.
3). In der RAD-Anfrage vom 24. Februar 2016 stellte Dr. med. E._ fest, eine
100-prozentige Arbeitsunfähigkeit sei zurzeit noch nachvollziehbar. Die Beschwerden
würden zusätzlich durch eine somatoforme Schmerzstörung erschwert (act. IV 116, S. 2).
Mit Schreiben vom 11. August 2016 teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit, dass
es trotz Bemühungen seit Juli 2014 nicht gelungen sei, sie innert angemessener Frist in
der Arbeitsmarkt zu integrieren, weshalb die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde
(act. IV 121).
F. Am 23. Januar 2017 wurde zur genaueren Abklärung der zumutbaren Leistungsfähigkeit
ein bidisziplinäres Gutachten, bestehend aus einem orthopädisch-traumatologischen
sowie psychiatrischen Teilgutachten, durch die SMAB AG erstellt (act. IV 131). In der
Konsensbeurteilung wurde die verbleibende Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit auf 80 Prozent festgelegt (act. IV 131, S. 19). Dieses Fazit wurde auch vom
RAD-Arzt Dr. med. E._ geteilt. Seiner Meinung nach seien
Eingliederungsmassnahmen zumutbar (act. IV 133, S. 2).
G. Aus dem Besprechungsprotokoll der IV mit der Beschwerdeführerin vom 28. Juni 2017
geht hervor, dass eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mit Hilfe von geeigneten
Massnahmen erreicht werden könne, weshalb für die Beschwerdeführerin eine
gesetzliche Pflicht zur Mitwirkung bestehe und die Arbeitsvermittlung folglich wieder
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aufzunehmen sei. Falls diese ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachkomme, würden die
Rentenleistungen eingestellt werden (act. IV 136, S. 3). Die Beschwerdeführerin
bekundete daraufhin ihre Bereitschaft zur Ergreifung der beruflichen
Eingliederungsmassnahmen (act. IV 146, S. 6). Die IV-Stelle sicherte der
Beschwerdeführerin deshalb erneut Beratungs- und Unterstützungsleistungen bei der
Stellensuche zu (act. IV 148, S. 1).
H. Am 3. Oktober 2017 wurde ein Belastbarkeitstraining beim Verein K._
besichtigt. Die Beschwerdeführerin sollte mit leichten Arbeiten starten, so dass
wechselbelastete Tätigkeiten gut durchführbar seien. Der Start der Massnahme wurde auf
den 6. November 2017 mit einem anfänglichen Arbeitspensum von 20 Prozent vereinbart
(act. IV 152, S. 1). Am 11. Dezember 2017 meldete die Beschwerdeführerin gegenüber
der IV-Stelle telefonisch, dass gestützt auf ein Arztzeugnis von Dr. med. G._
(vgl. act. IV 157) und verstärkter Rückenschmerzen das Belastbarkeitstraining sofort
abzubrechen sei, da eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 Prozent vorliege.
Daraufhin wurde vereinbart, die aktuelle Eingliederungsmassnahme per 6. Dezember
2017 abzubrechen (act. IV 159). Mit Schreiben vom 12. Dezember 2017 informierte die
IV-Stelle die Beschwerdeführerin über den Abschluss der Bemühungen in Sachen
beruflicher Wiedereingliederung (act. IV 161).
I. Im Sprechstundebericht der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St.Gallen vom 8.
Januar 2018 wurde bei der Beschwerdeführerin die Diagnose einer chronischen
Kreuzschmerzsymptomatik lumbal mit intermittierend auftretenden Exazerbationen
gestellt. Die letzte dieser Exazerbationen habe sich im September 2017 bemerkbar
gemacht. Es sei dabei zu einer Zunahme der Kreuzschmerzen sowie zu linksseitigen
Ausstrahlungen in die Leiste sowie des Beckenkamms gekommen (act. IV 169, S. 2). Das
Problem bei der Beschwerdeführerin sei eine recht stark ausgeprägte
Medikamentenunverträglichkeit auf Morphin und Novalgin. Eine Infiltration vermochte die
Schmerzen nicht zu verringern; diese seien gemäss Angabe der Beschwerdeführerin
sogar noch stärker geworden. Wesentliche neurologische Beschwerden bestünden
hingegen nicht. In Anbetracht der rezidivierend auftretenden Kreuzschmerzen bei Fehlen
von klaren radikulären Ausstrahlungen sei auf ein erneutes MRT verzichtet worden.
Zudem wurde auf ein operatives Vorgehen im Sinne einer Stabilisation verzichtet, zumal
bereits eine deutliche Verschmälerung des Bandscheibenfaches L4/5 gemäss letztem
MRI bestehe. Das Hauptproblem liege sicherlich in der Medikamentenunverträglichkeit,
weshalb ein operatives Vorgehen oder eine weitere Infiltration nicht in Frage komme. Es
bestehe deshalb momentan nur die Möglichkeit, die konservative Behandlung der
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Beschwerdeführerin mittels Analgetika noch weiter auszubauen. Hierzu sie diese dem
Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen vorzustellen (act. IV 169, S. 3).
J. In Würdigung dieser aktuellen Erkenntnisse der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St.Gallen stellte der RAD am 14. Februar 2018 fest, eine wirkliche Verschlechterung der
gesundheitlichen Situation sei aus diesen ärztlichen Feststellungen nicht ersichtlich.
Trotzdem sei noch die Beurteilung der Schmerzklinik am Kantonsspital St.Gallen
abzuwarten, der die Beschwerdeführerin überwiesen worden sei (act. IV 170, S. 2).
K. Der Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St.Gallen vom 25. Mai 2018
diagnostizierte ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit einem
Chronifizierungsgrad II nach Gerbershagen (act. IV 172, S. 4). Diesem Bericht konnte der
RAD eignen Aussagen zufolge keine neuen medizinischen Erkenntnisse entnehmen. Die
zweimal gutachterlich erhobene Leistungsfähigkeit im Umfang von 80 Prozent habe
demnach weiterhin Bestand (act. IV 173, S. 2).
L. Mit Vorbescheid vom 14. Juni 2018 wurde die Rente nach Zustellung der Verfügung auf
Ende des folgenden Monats aufgehoben. Dies mit der Begründung, im Rahmen der
aktuellen Rentenrevision sei festgestellt worden, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit erheblich verbessert habe. Laut
den ärztlichen Angaben sei ihr deshalb eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von
80 Prozent zuzumuten (act. IV 174).
M. Zu diesem Vorbescheid bezog die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 16. August
2018 Stellung (act. IV 177). Anschliessend erliess die IV-Stelle am 2. November 2018
eine Verfügung, welche den Vorbescheid vom 14. Juni 2018 bestätigte (act. IV 179).
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2018 Beschwerde (act. 1),
wozu sich die IV-Stelle am 10. Januar 2019 vernehmen liess (act. 6). Auf eine Replik
hierauf wurde verzichtet (act. 9).

Considerations:
Erwägungen
1. Formelles
1.1. Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
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rechts (ATSG, SR 830.1) in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 lit b des Justizgesetzes (JG,
bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Das
Gesamtgericht hat Beschwerden in Sozialversicherungssachen mit medizinischen Frage-
stellungen (unter Vorbehalt der hier nicht betroffenen Zuständigkeiten des Einzelrichters)
der 3. Abteilung zur Beurteilung zugewiesen (so publiziert im Staatskalender Appenzell
Ausserrhoden für das Amtsjahr 2018/19, S. 83), weshalb diese zur Beurteilung der Be-
schwerde zuständig ist. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Die
von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen ergibt,
dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten des Beschwerde-
führers als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die Be-
schwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20] in Verbindung mit Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art.
61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
Gesundheitsschaden
2.1. Die Beanspruchung von Sozialversicherungsleistungen gestützt auf das IVG setzt
allgemein und vorrangig voraus, dass die oder der Versicherte invalid ist (Art. 4 IVG).
Insbesondere hängt von der Bejahung des Invaliditätsbegriffs ab, ob der
Versicherungsträger zur Auszahlung von Renten verpflichtet werden kann (Art. 28 Abs, 1
lit. c IVG). Invalid ist eine Person, welche voraussichtlich bleibend oder längere Zeit
dauernd ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1
ATSG; BGE 130 V 343 E. 3.3.). Die Erwerbsunfähigkeit definiert sich wiederum als die
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die auch nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung einen verbleibenden, ganzen oder teilweisen
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt bewirkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Kann eine vormals rentenberechtigte Person
neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen,
so wird die Invalidenrente nur dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich
mehr als 1‘500 Franken beträgt (Art. 31 IVG).
2.2. Die Beschwerdeführerin war gemäss vorstehendem Sachverhalt ab dem 1. Oktober 2004
zum Bezug einer ganzen IV-Rente berechtigt. Folglich ist fraglich, ob sich die Invalidität
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bei der Beschwerdeführerin seither derart verändert hat, dass sich eine Rentenrevision
gestützt auf Art. 31 IVG respektive Art. 17 Abs. 1 ATSG rechtfertigt.
2.3. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheb-
lich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine
Revision wird von Amtes wegen durchgeführt, wenn sie im Hinblick auf eine mögliche
erhebliche Änderung des Invaliditäts- oder Hilflosigkeitsgrades oder des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes bei der Festsetzung der Rente oder
Hilflosenentschädigung auf einen bestimmten Termin in Aussicht genommen worden ist
oder wenn Tatsachen bekannt oder Massnahmen angeordnet werden, die eine erhebliche
Änderung des Grades der Invalidität, der Hilflosigkeit oder des invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwandes als möglich erscheinen lassen (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.4. Um abzuklären, ob die Voraussetzungen einer Revision erfüllt sind, gab die IV-Stelle
primär ein bidisziplinäres (orthopädisch-psychiatrisches) Gutachten in Auftrag (act. IV
131). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2016 vom 4. November 2016, E. 2.1.1,
m.w.H.). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Berichten von externen
Spezialärzten ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien dagegen sprechen (Urteil des Bundesgerichts 9C_278/2016 vom 22.
Juli 2016, E. 3.2.2, m.w.H.). Es ist notwendig, dass die sachverständige Person nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihr die Beantwortung der
Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. KIESER,
ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, N 56 zu Art. 44).
2.5. In einer Konsensbeurteilung vom 23. Januar 2017 kamen die Gutachter darin überein,
dass zirka ab September 2016 von einer 80-prozentigen Arbeitsfähigkeit der Versicherten
in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen sei (act. IV 131, S. 18). Um zu dieser
Schlussfolgerung zu gelangen, haben sich die Gutachter umfassend mit der
Vorgeschichte gemäss Aktenlage befasst (act. IV 131, S. 3 bis 15), diese hinreichend
gewürdigt (act. IV 131, S. 36), hierbei auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt
(vgl. etwa act. IV 131, S. 17) und insbesondere zu Meinungen anderer Fachmediziner
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kritisch Bezug genommen, die von ihrer Schlussfolgerung abweichen (vgl. act. IV 131, S.
36). Die Ausführungen des bidisziplinären Gutachtens sind dabei in den wesentlichen
Zügen für die rechtsanwendende Behörde verständlich sowie widerspruchsfrei. Demnach
erfüllt das polydisziplinäre Gutachten vom 23. Januar 2017 an sich die in der Praxis
herausgebildeten materiellen Anforderungen an ein Gutachten, weshalb die
Gerichtsbehörde folglich ihre eigene Meinung nicht über diejenige der sachverständigen
Person stellen und diesem Gutachten grundsätzlich volle Beweiskraft zuerkennen darf
und muss.
2.6. Von der Beschwerdeführerin wird das bidisziplinäre Gutachten, wie es die Arbeitsfähigkeit
zum Zeitpunkt von dessen Erstellung festlegt, an sich auch nicht bestritten. Vielmehr wird
geltend gemacht, das Gutachten sei nicht in Übereinstimmung zu bringen mit dem Bericht
des Kantonsspitals St.Gallen vom 20. Juni 2018, welcher den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin zu einem späteren Zeitpunkt bestimme (act. 1, S. 3). Selbiges solle
auch im Hinblick auf das Arztzeugnis von Dr. med. G._ vom 28. Juni 2018
sowie bzgl. dem Bericht des Kantonspitals St.Gallen vom 8. Januar 2018 gelten, auf
welche die Beschwerdeführerin verweist und dazu ausführt, beide Dokumente würden
das Vorliegen der immer noch sehr starken Rückenbeschwerden belegen (act. 1, S. 4).
Der Standpunkt der Beschwerdeführerin ist somit so zu verstehen, dass nach dem
bidisziplinären SMAB-Gutachten vom 23. Januar 2017 ergangene und von dessen
Feststellungen abweichende medizinische Untersuchungen diesem Gutachten vorgehen
müssen, da sie aktuelleren Datums seien.
2.7. In den von der Beschwerdeführerin genannten Unterlagen werden jeweils chronifizierte
Rückenschmerzen als Hauptproblematik angegeben (act. 2.3, S. 2; 2.4; 2.5, S. 1). In
sämtlichen, nach dem 23. Januar 2017 erstellten Unterlagen konnte nicht die bereits im
polydisziplinären Gutachten festgestellte Sachlage widerlegt werden, wonach die
Schmerzen nicht medizinisch nachweisbar durch eine körperliche Störung oder ein
physiologisches Geschehen erklärt werden können. Zu beurteilen ist demnach die häufige
Fallkonstellation eines Schmerzleidens, das mit gewissen weiterreichenden Symptomen
(hier: vor allem Schlafstörungen, inneres Hitzegefühl, act. 2.3, S. 2) einhergeht und aus
dem die IV-Stelle nach rechtlichen Massstäben keine anspruchserhebliche
Arbeitsunfähigkeit ableitet, obwohl die versicherte Person über eine erhebliche
Einschränkung ihres Leistungsvermögens klagt und auch verschiedene behandelnde
Ärzte eine solche attestieren. Zur Diskussion steht somit die Frage, ob die Schmerzen
allenfalls in Form einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 Ziff. F45.4) vorliegen.
Hierzu hat sich das SMAB-Gutachten bereits im Detail ausgesprochen und die Frage
verneint (act. IV 131, S. 18).
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2.8. Im Rahmen der Prüfung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, wie sie vom
Bundesgericht durchgeführt wird (BGE 131 V 281 E. 2.1 ff., sog. Schmerz-
Rechtsprechung 2.0), stehen nach wie vor die Auswirkungen des Leidens auf die
Alltagsfunktionen der versicherten Person im Vordergrund, wobei eine „vorherrschende
Beschwerde“ verlangt wird, das heisst „ein andauernder, schwerer und quälender
Schmerz“. ICD-10 Ziff. F45.4 beschreibt als typisches Symptom denn auch "eine
beträchtliche persönliche oder medizinische Betreuung oder Zuwendung". Auch liegt
regelmässig keine somatoforme Schmerzstörung (bzw. grundsätzlich keine versicherte
Gesundheitsschädigung) vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder
einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines
sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn: eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder
der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren
Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in
Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen
unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das
psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 140 V 193 E. 3.3). Besteht im
Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer
Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für
eine Invalidenrente, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen
Schmerzstörung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Auf der
zweiten Ebene der Anspruchsprüfung wird die Arbeits(un)fähigkeit beurteilt, das heisst, es
werden die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung qualitativ erfasst und
quantitativ eingeschätzt. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv
und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar
machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den
Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Fall vorliegt, entscheidet
sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
(massgebend sein können auch weitere Faktoren, vgl. hierzu BGE 130 V 352 E. 2.2.3).
Es ist darauf hinzuweisen, dass mit BGE 141 V 281 E. 3.5. die vormals noch herrschende
Überwindbarkeitsvermutung vom Bundesgericht aufgegeben wurde.
2.9. Den in der Beschwerdeschrift als Beleg für die Schmerzleiden angefügten Akten können
keine Anhaltspunkte entnommen werden, welche die Verneinung des somatoformen
Schmerzleidens gemäss SMAB-Gutachtens widerlegen. Auch sind keine hinreichend
belegten Ausführungen enthalten, welche zumindest Zweifel an der Einschätzung des
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SMAB-Gutachtens aufkommen lassen, respektive wegen seither veränderter Verhältnisse
eine erneute, detailliertere Überprüfung nötig machen. Die beigelegten Dokumente
verweisen auf das angebliche Schmerzleiden entweder gänzlich ohne Begründung (act.
2.4) oder geben als einzige Erkenntnisquelle die Aussagen der Patientin an (act. 2.2, S. 1
f.; 2.3, S. 1 f.). Inwiefern demnach jedoch eine seit dem 23. Januar 2017 eingetretene
Verschlimmerung der Schmerzen angenommen werden muss, so dass mit der vorab
zitierten Rechtsprechung schliesslich auf eine somatoforme Schmerzstörung geschlossen
werden kann, ergibt sich aus diesen Unterlagen nicht.
2.10. Folglich kann nachstehend weiterhin auf die Befunde abgestellt werden, wie sie bereits
am 23. Januar 2017 vorlagen. Einer detaillierten Schilderung des Tagesablaufs der
Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, dass sie die meisten alltäglichen Abläufe wie das
Bekleiden, die Körperpflege, Spaziergänge machen oder das Zubereiten von Mahlzeiten
selbständig ausführen kann (act. IV 131, S. 29; wobei die Beschwerdeführerin bei der
Zubereitung gewissen Mahlzeiten von ihrer Tochter unterstützt wird). Bereits deshalb
erscheint das Vorliegen der von der Schmerzpraxis geforderten Einschränkung der
Funktionalität im hier interessierenden Fall als unplausibel. Des Weiteren ist fraglich, ob
der in ICD-10 Ziff. F45.4 beschriebenen „andauernder, schwerer und quälender Schmerz“
in casu tatsächlich in dieser Intensität vorliegt. So gab die Beschwerdeführerin etwa laut
Bericht des Kantonsspitals St.Gallen vom 20. Juni 2018 an, auf einer nummerischen
Analogskale für Schmerzen von 0 bis 10 Punkten würden ihre Schmerzen zwischen 5 und
7 Punkten liegen (act. 2.3, S. 2). Folglich scheint die Schmerzintensität sich inkonsistent
in einem mittleren bis fortgeschrittenen Bereich zu bewegen, was das Bestehen der
hinreichenden Intensität als kritisch erscheinen lässt. In selbige Richtung geht auch die
Bemerkung von Dr. H._ im Sprechstundenbericht vom 8. Januar 2018, wonach
„wesentliche“ neurologische Beschwerden nicht bestehen würden (act. 2.5, S. 2). Die
Beschwerdeführerin gibt in der Beschwerdeschrift sodann an, dass die Rückenschmerzen
momentan wieder erträglicher seien, was zusätzlich gegen die nötige Permanenz der
Schmerzen spricht. Die SMAB-Gutachter weisen sogar auf festgestellte Diskrepanzen hin,
die den Verdacht einer Aggravation schüren. So sei etwa die Angabe der
Beschwerdeführerin, wonach bei der Operation der rechten Schulter im Januar 2015
Sehnen genäht und nach einem halben Jahr erneut gerissen seien, diskrepant zu den
Angaben in den Akten, in denen lediglich eine Gelenktoilette und subaktromiale
Dekompression des rechten Schultergelenkes beschrieben werde. Auch der aktuelle,
vollkommen regelrechte radiologische Befund des rechten Schultergelenks sowie die
seitengleich kräftig entwickelte Ober- und Unterarmmuskulatur beider Arme sei
widersprüchlich zum demonstrierten Befinden (act. IV 131, S. 35). Schliesslich sind in
casu keine Anzeichen ersichtlich, wonach die Schmerzbewältigung intensiv und konstant
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behindert wird, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den
Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Namentlich verneint das psychiatrische
Gutachten eine psychische Komorbidität ausdrücklich (act. IV 131, S. 49). Sodann sind
weitere, an sich gemäss Praxis massgebende Faktoren (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3) in
casu nicht ersichtlich.
2.11. Aus all den vorgebrachten Gründen kann schliesslich nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit gesagt werden, eine anhaltende somatoforme Schmerstörung im
Sinne von ICD-10 Ziff. F45.4 würde in Anwendung der bundesgerichtlichen
Schmerzrechtsprechung vorliegen. Der Ansicht der Beschwerdeführerin, der Aufhebung
der Rentenauszahlung sei wegen ihrer ausgewiesenen Schmerzleiden nicht
gerechtfertigt, ist daher entkräftet.
Inkonsistenz mit vorangehendem Gutachten und Gutach terwahl
2.12. Sodann ist dem Vorwurf nachzugehen, wonach das SMAB-Gutachten inkonsistent mit
dem Gutachten von Dr. med. C._ und Dr. D._ aus dem Jahr 2013 sei.
Damals hätte Dr. C._ aus internistisch-rheumatologischer Sicht festgestellt, dass
der Beschwerdeführerin neu nur noch eine Arbeitsfähigkeit in geschütztem Rahmen
zumutbar und aus psychiatrischer Sicht eine 80-prozentige Arbeitsfähigkeit festgestellt
worden sei. Es sei offensichtlich, dass bei der jüngsten Gutachterauswahl nicht auf diese
beiden vormaligen Gutachter zurückgegriffen worden sei, da diese die fortdauernde
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin bestätigt hätten (act. 1, S. 3).
2.13. Einerseits wurden der Beschwerdeführerin die Namen der Gutachter wie von Art. 44
ATSG gefordert vor der Erstellung des SMAB-Gutachtens mitgeteilt (act. IV 130, S 2).
Soweit ersichtlich lagen auch keine im Sinne von Art. 44 ATSG triftigen Gründe vor,
welche eine Ablehnung dieser Gutachter gerechtfertigt hätten (vgl. zu den triftigen
Gründen: UELI KIESER, a.a.O., N. 38 zu Art. 44). Der Versicherungsträger durfte sich
infolgedessen darauf verlassen, dass die Beschwerdeführerin der Gutachterauswahl
konkludent zugestimmt hat, indem sie nach der Mitteilung vom 24. Oktober 2016 nicht
mehr darauf zurückkam. Insbesondere hat die Beschwerdeführerin nicht von ihrem Recht
Gebrauch gemacht, laut Art. 44 Satz 2 ATSG einen Gegenvorschlag anzubringen. Auch
hebt Art. 44 Satz 2 ATSG nicht die Zuständigkeit des Versicherungsträgers auf, die
sachverständige Person zu bestimmen; es besteht nämlich kein Recht der Partei auf
einen Sachverständigen ihrer Wahl (UELI KIESER, a.a.O., N. 40 zu Art. 44). Andererseits
lag die Konsensbeurteilung von Dr. med. C._ und Dr. D._ zum
Zeitpunkt der Erstellung des SMAB-Gutachtens schon fast vier Jahre zurück. Eine
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Inkonsistenz zum SMAB-Gutachten bleibt zwar unbestritten. Jedoch ist diese Inkonsistenz
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zeitlich bedingt und stellt deshalb an sich nicht den
Beweiswert des SMAB-Gutachtens in Frage. Letzteres erfüllt wie bereits unter E. 2.3.
erwähnt die Anforderungen an die volle Beweiskraft von sozialversicherungsrechtlichen
Gutachten. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin kann deshalb weiterhin auf
das SMAB-Gutachten vom 23. Januar 2017 abgestellt werden.
Anspruch auf ein Belastbarkeitstraining bzw. ein Ma hn- und Bedenkzeitverfahren
2.14. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, als Fachkraft mit langjähriger Berufserfahrung
habe sie Anspruch auf eine berufliche Eingliederung, bevor eine Rentenberechnung
vorgenommen werden könne. Das Belastbarkeitstraining sei zwar abgebrochen worden,
die Beschwerdeführerin sei jedoch nach wie vor bereit und motiviert für eine berufliche
Eingliederung, zumal die Rückenschmerzen derzeit wieder erträglicher seien. Sie würde
auch ein weiteres Belastungstraining antreten. Sollte die IV-Stelle der Meinung sein, die
Beschwerdeführerin würde sich bei den beruflichen Massnahmen zu wenig anstrengen,
wäre zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchzuführen, bevor die
Massnahmen abgebrochen und der Rentenanspruch geprüft werden könne (act. 1, S. 4).
2.15. Die Wiedereingliederung als berufliche Eingliederungsmassnahme bezweckt die
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit (vgl. Art. 8a Abs. 1 IVG). Der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen setzt die subjektive Eingliederungsbereitschaft der
versicherten Person voraus (Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2013 vom 25. März 2014
E. 2; 9C_494/2007 vom 6. Mai 2008 E. 2.2.2). Fehlt eine solche – das heisst die
Eingliederungsbereitschaft ist aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben – ist
gemäss dem Wortlaut von Art. 21 Abs. 4 ATSG vorab ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren
durchzuführen, bevor Leistungen gekürzt werden können. Sinn und Zweck des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens ist einerseits, den Versicherten nicht Folgen eines Verhaltens
tragen zu lassen, über dessen Auswirkungen er sich möglicherweise keine Rechenschaft
abgelegt hat. Anderseits soll er innerhalb der gesetzten Frist und im Wissen um die
angedrohten Folgen seine bisherige Verweigerungshaltung aufgeben können (Urteil des
Bundesgerichts 9C_494/2007 vom 6. Mai 2008 E. 2.2.1).
2.16. Den Akten kann tatsächlich nicht entnommen werden, dass im konkreten Fall ein Mahn-
oder Bedenkzeitverfahren durchgeführt worden ist: Chronologisch folgt auf die RAD-
Anfrage vom 30. Mai 2018, in deren Rahmen vor dem rentenabweisenden Entscheid
letztmals medizinisch festgelegte Umstände berücksichtigt wurden, unmittelbar der
Vorbescheid vom 14. Juni 2018 (vgl. act. IV 174, S. 1 mit act. IV 173, S. 2). Nicht
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beigepflichtet werden kann der Vorinstanz, falls sie sich sinngemäss auf den Standpunkt
stellt, gegen die Notwendigkeit eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens spreche, dass der
versicherten Person mit dem Vorbescheid eine Bedenkzeit von dreissig Tagen
eingeräumt worden sei. Es ist ihr entgegenzuhalten, dass das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren anderen Zwecken dient als das Vorbescheidverfahren (vgl. hierzu
Art. 57a IVG), weshalb es diesem auch zeitlich vorgelagert sein muss (vgl. auch Urteil
8C_663/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 5.1). Das Gesetz bietet keine Handhabe, auf
das Mahn- und Bedenkzeitverfahren zu verzichten mit der Begründung, die Versicherte
erhalte mit dem zu erlassenden Vorbescheid bereits die Gelegenheit, ihr Verhalten in der
Einwandfrist zu überdenken (BGer-Urteil 9C_742/2018 E. 6.3). In casu ist auch keine der
Ausnahmen nach Art. 7b Abs. 2 IVG ersichtlich, welche eine Abweichung von Art. 21 Abs.
4 ATSG zulassen würden.
2.17. Entgegen der früheren Rechtsprechung, wonach die Einhaltung dieses formellen
Erfordernisses des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens zwingende Voraussetzung für die
Kürzung bzw. Verweigerung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungen war (vgl.
Urteile des Bundesgerichts I 928/06 vom 28. April 2007 E. 4.2 mit Hinweisen;
9C_494/2007 vom 6. Mai 2008 E. 2.2.2, I 776/04 vom 29. März 2005 E. 4.2), ist das
Bundesgericht in seiner jüngeren Praxis zur Ansicht gelangt, dass die IV-Rente auch ohne
vorgängige Prüfung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens herabgesetzt oder aufgehoben
werden können soll, wenn bereits aufgrund von Äusserungen oder dem Verhalten der
versicherten Person feststeht, dass die subjektive Eingliederungsfähigkeit mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht vorliegt (Urteile des Bundesgerichts
9C_317/2016 vom 25. August 2016 E. 3.1; 8C_19/2016 vom 4. April 2016 E. 5.2.3, in:
SVR 2016 IV Nr. 27 S. 80; 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.18. Bei den wiederholten beruflichen Eingliederungsversuchen fällt auf, dass die
Beschwerdeführerin zwar immer wieder ihre Kooperationsbereitschaft geäussert (act. IV
100; 109), sich dann aber entgegen der in Aussicht gestellten Bereitwilligkeit verhalten
hat. Bereits kurz vor dem Ende des ersten vom RAD angestossenen
Belastbarkeitstrainings in I._ vom 18. August bis zum 21. November 2014 (act.
IV 96) teilte die Beschwerdeführerin der IV-Stelle am 18. November 2014 mit, dass sie
infolge ihrer Verletzung an den Schultern das Training nicht wie geplant zu Ende bringen
könne, da sie sich deshalb operativ behandeln lassen müsse (act. IV 104). Der deshalb
am 22. Januar 2015 erfolgte medizinische Eingriff wurde durchgeführt, wobei die
Rotatorenmanschetten-Tests aufgrund der angeblich schmerzhaften
Bewegungseinschränkung nicht eindeutig waren. Die Anzeichen für ein Impingement –
also die schmerzhafte Einklemmung von Sehnen oder Muskeln – seien nach Angabe des
Seite 15
behandelnden Arztes gestützt auf ein durchgeführtes MRI zwar „sicher massiv positiv“,
eine klinisch eindeutige Bizepssehnenruptur liege jedoch nicht vor, wobei dennoch
„vermutet“ werde, „dass die Bizepssehnen verdünnt und subluxiert ist“ (act. IV 107, S. 2).
Im Gutachten wird die 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin während
den drei Monaten nach dem Eingriff vom 22. Januar 2015 als nachvollziehbar anerkannt
(act. IV 131, S. 19). Die zitierten, nicht durchgehend stringent begründeten
Abklärungsergebnisse im Vorfeld des medizinischen Eingriffs vom 22. Januar 2015 in
Verbindung mit dem Zeitpunkt des Abbruchs – nämlich kurz vor dem Ende des
Belastbarkeitstrainings – lassen dennoch erstmals nicht unbegründete Zweifel
aufkommen, ob die behaupteten Schmerzen tatsächlich vorlagen und ob die
Beschwerdeführerin wirklich an einer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
interessiert war. Am 1. Juli 2015 meldete die Beschwerdeführerin gegenüber der IV-Stelle
erneut, sie wolle unbedingt wieder an einer beruflichen Eingliederungsmassnahme
teilnehmen, sobald die noch ausstehenden medizinischen Untersuchungen
abgeschlossen seien (act. IV 109). Am 24. September 2015 liess die Beschwerdeführerin
die IV-Stelle wissen, dass im November 2015 erneut eine Rücken-OP durchgeführt
werden müsse (act. IV 113). Nach der insgesamt dritten Rücken-OP vom 4. November
2015 wurde im Austrittsbericht festgehalten, die präoperativ angegebenen
lumboischialgischen Beschwerden seien im Verlauf praktisch komplett regredient
gewesen und die Wundschmerzen hätten während des Spitalaufenthalts ebenfalls
abgenommen (act. 115, S. 12). Dennoch äusserte sich die Beschwerdeführerin
gegenüber der IV-Stelle bereits am 13. Januar 2016 dahingehend, dass sich die Schulter-
Problematik wiederholt verschlechtert habe, weshalb sie keine Möglichkeit sehe, an
beruflichen Massnahmen teilzunehmen (act. IV 113). Nachdem der RAD am 25. Januar
2017 nach aktueller Abklärung (insbesondere im Zuge des am 23. Januar 2017
verfassten SMAB-Gutachtens) zum Schluss kam, der Beschwerdeführerin seien
Eingliederungsmassnahmen zumutbar (act. 133), erklärte diese sich am 28. Juni 2017
zwar einmal mehr bereit, hierbei mitzumachen (act. IV 146, S. 6), mandatierte aber noch
vor Antritt des Belastbarkeitstrainings beim K._ am 21. August 2018 Frau
Rechtsanwältin AA._ (act. IV 145). Deren Hauptanliegen war es dann auch, für
die Vertretene zu erwirken, dass eine Rentenrevision vorliegend nur mit Zurückhaltung
vorzunehmen sei und die Eingliederung schrittweise zu erfolgen habe (act. IV 146, S. 2).
2.19. Die IV-Stelle hat am 3. November 2017 erneut eine Kostengutsprache für ein
Belastbarkeitstraining vom 6. November 2017 bis zum 4. Februar 2018 erteilt. Bereits am
6. Dezember 2017 musste das Belastbarkeitstraining wieder abgebrochen werden, weil
Dr. med. G._ der Beschwerdeführerin eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit
attestierte. Das hierzu erstellte ärztliche Zeugnis, auf welches sich die
Seite 16
Beschwerdeführerin unter anderem berief (vgl. act. IV 157 in Verbindung mit act. IV 158),
vermochte die wieder aufgetauchten Beschwerden aber keineswegs zu objektivieren. Es
mutet dabei auch wenig glaubwürdig an, wenn die Beschwerdeführerin gegenüber den
SMAB-Gutachtern einerseits angibt, in der Freizeit selbständig ihre Körperhygiene
verrichten und sich ankleiden zu können, Spaziergänge zu unternehmen, viel zu sitzen
und mit Hilfe ihrer Tochter das Essen zuzubereiten (act. IV 131, S. 43), andererseits aber
bei einem ohnehin schon stark reduzierten Belastbarkeitstraining von gerade einmal zwei
Stunden pro Tag während bloss vier Tagen die Woche (act. IV 156, S. 3) bereits nach
acht Tagen das Training abbricht, weil ihre Rücken- und Nackenschmerzen sie angeblich
nicht sehr lange in derselben Arbeitsposition arbeiten lassen würden (act. 158).
2.20. In einer Gesamtwürdigung aller vorgetragenen Anhaltspunkte ist folglich mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass das Verhalten der Beschwerdeführerin
keine subjektive Eingliederungsfähigkeit vermuten lässt, selbst wenn diese formell
Gegenteiliges vorträgt. In Anwendung der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
durfte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin demnach mit der Verfügung vom 2. November
2018 den Anspruch auf weitere Eingliederungsmassnahmen verweigern, ohne zuvor
nochmals eine Stellungnahme bei der Beschwerdeführerin hierzu einholen zu müssen.
2.21. Und selbst wenn man mit der Beschwerdeführerin davon ausgehen würde, dass sie nach
wie vor tatsächlich bereit ist, die Wiedereingliederungsmassnahme durchzuführen, haben
die Ereignisse wiederholt gezeigt, dass sich die Erwerbsfähigkeit offenbar infolge der
immer wieder beteuerten Schmerzen von vornherein gar nicht verbessern lässt, was nach
Art. 8a Abs. 1 lit. b IVG e contrario den Anspruch auf Wiedereingliederungsmassnahmen
ebenfalls ausschliesst.
Berechnung des IV-Grads
2.22. Der Auffassung der Beschwerdeführerin, diese würde heute als Pflegedienstangestellte in
einem Altersheim deutlich mehr als die angenommenen Fr. 54‘194.-- im Jahr verdienen,
weil sie ohne die invalisierenden Leiden wegen ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im
Pflegedienst in höhere Lohnklassen aufgestiegen wäre, kann nicht gefolgt werden: Bei
der Berücksichtigung hypothetischer Berufsaufstiege zur Eruierung des
Valideneinkommens verlangt die Rechtsprechung, dass solche Entwicklungen sehr
wahrscheinlich sein müssen (BGE 8C_145/2012 vom 9. November 2012 E. 3.1, zitiert in:
Urteil des Bundegerichts 8C_728/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.1; vgl. auch Urteile
des Bundesgerichts 8C_298/2013, 8C_340/2013 vom 20. Dezember 2013 E. 5.2.3, in:
BGE 140 V 41). Ausgeschlossen sind demnach „rein theoretische“ Aufstiegsmöglichkeiten
Seite 17
(UELI KIESER, a.a.O., N. 38 zu Art. 34, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Insbesondere um eine berufliche Weiterentwicklung mit einem daraus resultierenden
höheren Einkommen mit berücksichtigen zu können, müssen konkrete Anhaltspunkte
dafür gegeben sein, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg
und ein entsprechend höherer Verdienst tatsächlich realisiert worden wären (Urteil des
Bundegerichts 8C_728/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.1). Der blosse Hinweis auf die
Tabellenlöhne für den Gesundheitsbereich, wie es die Beschwerdeführerin vorschlägt
(act. 1, S. 4), genügt demnach gerade nicht. Infolge fehlender, konkreter Hinweise ist ein
hypothetischer Aufstieg infolgedessen nicht zu berücksichtigen.
2.23. Die Beschwerdeführerin führt zudem an, dass ihr wegen ihrer Rückenbeschwerden nur
körperlich leichte, wechselbelastete Tätigkeiten ohne Zwangshaltung der
Lendenwirbelsäule, ohne Bücken, Über-Kopf-Arbeiten mit dem rechten Arm, ohne
Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten zumutbar seien. Auch seien emotional belastende
Tätigkeiten nicht geeignet. Trotz dieser multiplen Diagnosen sei bei der
Rentenberechnung kein Leidensabzug gemacht worden, weshalb sich ein maximaler
Leidensabzug von 25 Prozent rechtfertigen würde (act. 1, S. 3; vgl. auch das
Belastungsprofil gemäss SMAB-Gutachtens, wo diese Einschränkungen aufgeführt
werden: act. IV 131, S. 36). Die Leidensabzugspraxis bezweckt, ausgehend von
statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im Einzelfall
zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im Rahmen der
(Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Unter diesem Gesichtspunkt sind alle
Einschränkungen – soweit zusätzlich zur medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit
vorhanden (Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2) –
abzugsrechtlich erheblich, welche die versicherte Person bei Ausübung der
Verweisungstätigkeiten zusätzlich behindern. Die statistischen Tabellenlöhne sind nur
dann zu kürzen, wenn gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und daher mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen (BGE 124 V 321 E. 3b.bb).
Nebstdem, dass die genannten Einschränkungen in der Quintessenz für die
interdisziplinär Beurteilung der 80-prozentigen, leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit bereits
einflossen (act. IV 131, S. 131), ist auch gemäss Bundesgericht nicht zu erwarten, dass
sich Arbeiten über Kopfhöhe sowie das repetitive Heben von Lasten bis Schulterhöhe
zusätzlich negativ auf das Einkommen der versicherten Person auswirken (Urteil des
Bundesgerichts 8C_25/2011 vom 17. März 2011 E. 3.3.3). Ebenso rechtfertigt die
Beurteilung, dass der versicherten Person lediglich noch eine wechselbelastete Tätigkeit
zugemutet werden kann, keinen Abzug (Urteil des Bundesgerichts 9C_187/2011 vom 30.
Seite 18
Mai 2011 E. 4.2.3). Die genannten Beschwerden vermögen daher nicht eine zusätzliche,
von den Tabellenlöhnen abweichende Lohnbenachteiligung herbeizuführen, zumal es sich
dabei auch um Einschränkungen handelt, denen im Rahmen der Verrichtung von
Hilfsarbeiten präventiv begegnet werden kann.
2.24. Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, aufgrund ihres hohen Lebensalters von 50
Jahren sowie dem Umstand, dass sie seit 15 Jahren aus dem Arbeitsprozess
ausgeschieden sei, dürfe eine Rentenaufhebung nicht mehr erfolgen (act. 1, S. 3). Dass
das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss hierbei als
invaliditätsfremder Faktor prinzipiell unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts
8C_594/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 5). Insbesondere bei Hilfsarbeiten, wie sie
vorliegend in Frage kommen, wird davon ausgegangen, dass diese grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_130/2010 vom 14.
April 2010 E. 3.3.3; 8C_328/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 10.2; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1, wo ein Abzug im Hinblick auf
das Alter von 57 Jahren verneint wurde). Die Frage, ob eine langdauernde Abwesenheit
vor Arbeitsmarkt für sich genommen einen Abzug begründet, wurde in der
Rechtsprechung zunächst uneinheitlich und in der Regel nur unter gesamthafter
Berücksichtigung weiterer Faktoren gehandhabt (im Urteil des Bundesgerichts
8C_594/2011 E. 5 vom 20. Oktober 2011 wurde ein Abzug etwa verneint). Ob bei
langdauernder Abwesenheit immer ein Abzug anzunehmen ist, wurde laut
Bundesgerichts-Urteil 9C_315/2012 vom 18. September 2012 E. 3.2.3 noch explizit offen
gelassen. In einem jüngeren Entscheid bestätigt das Bundesgericht nun, dass die lange
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt für die Frage zum leidensbedingten Abzug vom
Tabellenlohn als nicht relevant gilt (Urteil des Bundesgerichts 8C_166/2017 vom 3. Juli
2017 E. 6 mit Hinweisen auf die aktuelle Rechtsprechung). Somit muss auch die
vorliegend bereits 15-jährige Karenzdauer bei der Bemessung des IV-Grads
unberücksichtigt bleiben.
Fazit
2.25. Nach dem Ausgeführten erweisen sich die Einwände der Beschwerdeführerin als
unbegründet. Der in der Verfügung vom 2. November 2018 festgelegte IV-Grad und die
daraus folgende Aufhebung der Rentenauszahlung auf Ende des folgenden Monats (vgl.
Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) sind somit korrekt ergangen. Die Beschwerde vom 3. Dezember
2018 wird folglich abgewiesen.
3. Kostenfolgen
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3.1. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind im Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen vom 200 bis 1000 Franken festgelegt. Vorliegend rechtfertigt es sich, der
Beschwerdeführerin eine Entscheidgebühr in Höhe von Fr. 800.- aufzuerlegen; unter
Verrechnung mit dem Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.--.
3.2. Es ist keine Parteientschädigung auszurichten, da der Beschwerdeführer unterliegt
(Art. 61 lit. g ATSG i.V.m. Art. 1 UVG e contrario) und die obsiegende Vorinstanz im
vorliegenden Verfahren hoheitlich tätig wurde (UELI KIESER, a.a.O., Art. 61 N 200).
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