Decision ID: 6bdb6a0f-ddb7-4976-9d79-5b4721525ce6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene X._ war bei der Y._ angestellt und damit bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 8. März 2012 beim Tanzen stürzte und sich eine
di
slozierte mediale Schenkelhalsf
raktur zuzog (Urk. 9/2).
In der Folge erbrachte die Suva Leistungen bis zur Einstellung der Heilkosten per
25. Oktober 2013
und der
Taggeld
er
per 31. Oktober 2013
(Urk. 9/125).
M
it Verfügung vom 31. Juli 2014
verneinte die Suva
den Anspruch der Ver
sicherten auf eine Invalidenrente, sprach ihr jedoch eine
Integritätsent
schä
digung
vom Fr. 37‘000.
basierend auf einer Integritätseinbusse von 30 % zu (Urk. 9/160).
Aufgrund der von der Versicherten a
m 8. September 2014 erhob
enen
Einsprache (Urk. 9/164)
veranlasste die Verwaltung weitere medi
zinische Abklärungen. Mit Verfügung vom 8. September 2015 hob sie ihren Entscheid vom 31. Juli 2014 auf und sprach der Versicherten eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % beruhende Invalidenrente mit Wirkung ab 1. November 2013 sowie eine Integritätsentschädigung von 30 % zu (Urk. 2). Dagegen erhob die Versicherte am 9. Oktober 2015 vorsorglich Einsprache (Urk. 9/209) und hielt mit Schreiben vom 12. November 2015 daran fest (Urk. 9/213). Mit
Einspracheentscheid
vom 16. Dezember 2015 bestätigte die Suva ihre Verfügung vom 8. September 2015 (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 22. Januar 2016 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung des
Einsprache
ent
schei
des
vom 16. Dezember 2015 und Ausrichtung einer 32%igen Rente (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2016 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), worüber die Beschwerdeführerin am 14. Juni 2016 orientiert wurde (Urk. 10). Mit Eingabe vom 16. Februar 2017 teilte die Beschwerdeführerin dem
Gericht mit, dass sie neu von Rechts
an
wältin Schwarz vertreten werde (Urk. 11). Am 27. Februar 2017 kündigte sie eine Adressänderung per 1. Mai 2017 an (Urk. 14).

Considerations:
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hin
weisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
8. März 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und
auch
in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
; ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach
Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeits
ver
hältnisse gegeben sind und anzu
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozial
lohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invaliden
lohn
. Ist kein solches tatsäch
lich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesund
heitsschadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder
Tabellen
löhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohn
struktur
erhebungen
(LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Die
Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP)
ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Darstellung von
Durch
schnitts
löhnen
, die im Rahmen der Schweizerischen
Lohnstruktur
erhebung
(LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allge
mei
nen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physi
schen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stellenin
haberinnen festge
halten.
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten
Behinde
rungsprofil
entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beur
teilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Reprä
sentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versi
cherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwen
dungen der versicherten Person bezüglich des
Auswahl
ermessens
und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grund
sätzlich im
Ein
spracheverfahren
zu erheben, damit sich die
Suva
im
Ein
spracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Im
Beschwerde
verfahren
ist es Sache des ang
e
rufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Ver
sicherer zurückzuweisen oder an Stelle des
DAP-Lohn
ver
gleichs
einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem auf
grund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbe
schreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grund
sätzlich nicht sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitli
che oder
leistungsmässige
Reduktionen
medizinisch begründet sind. Im Übri
gen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruflichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP
Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V
351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun
gen, ist eine ver
s
icherungsexterne medizinische Begutachtung anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4; 122 V 157 E. 1d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprechung einer Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 20 % damit, dass der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu einem Pensum vom 80 % zumutbar sei (Urk. 2 S. 8 f.). Das
Valideneinkommen
von Fr. 54‘390.
bemass sie auf
grund der Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (Urk. 2 S. 11). Zur Ermitt
lung des auf Fr. 43‘486.
angesetzten Invalideneinkommens zog sie
Lohn
angaben
aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen heran (Urk. 2 S. 11 f.). Die von der Beschwerdeführerin zu einem Pensum von 60 % ausgeübte Tätigkeit erachtete sie dagegen als dem Zumutbarkeitsprofil nicht entspre
chend (Urk. 2 S. 12).
Weiter ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass e
ine Berücksichtigung des Alters nach
der Bestimmung von
Art. 28 Abs. 4 UVV zu
erfolgen habe
, was sich
„i
m Vergleich mit der allgemeinen Methode gemäss Art. 18 Abs. 2 UVG in aller Regel rentenvermindernd
“
auswirke (Urk. 8 S. 3 f.).
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf dem Standpunkt, dass auf das von ihr tatsächlich erzielte Invalideneinkommen abzustellen sei; denn ihre wechselbelastende und leichte Tätigkeit als Kassiererin sei optimal angepasst und werde regulär entlohnt. Laut dem behandelnden Facharzt sei eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bis maximal 75 % realisierbar. Sie arbeite seit 2014 zu 60 % als Kassiererin. In dieser Tätigkeit sei sie optimal eingegliedert. Eine Steigerung auf 75 % sei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht mög
lich gewesen (Urk. 1 S. 2 f.). Demgegenüber sei das DAP-Profil als
Montage
arbeiterin
nicht angepasst, und der vom Kreisarzt umschriebene
Pausenbe
darf
von 10 Minuten je Stunde bei einer Montagetätigkeit kaum realisierbar (Urk. 1 S. 3). Ausserdem könne sie im Alter von 61 Jahren auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt in einer von der Beschwerdegegnerin als angepasst beschriebenen Tätigkeit keine Stelle mehr finden, weshalb es für sie absolut unzumutbar sei, ihre jetzige Stelle zu kündigen (Urk. 1 S. 4).
2.3
Strittig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine höhere als die zuge
sprochene Invalidenrente
von 20 %
.
Z
u prüfen ist insbesondere
die
Berechnung des Invaliden
einkommens anhand von DAP-
Profile
n
.
Die der Beschwerdeführerin zugesprochene Integritätsentschädigung von
3
0 % wurde dagegen beschwerdeweise
nicht
beanstandet
.
3.
3.1
Dr. med. Z._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, damals noch Leitender Arzt am A._, nahm am 14. Januar 2014 zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin Stellung. Er führte aus, aufgrund des Verlaufes könne angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin in ihrer früheren Tätigkeit als Kioskverkäuferin mit hauptsächlich stehender und gehender Tätigkeit nicht mehr voll einsetzbar sein werde. Da sie zwischenzeitlich eine Arbeitsstelle als Praxisassistentin mit abwechselnd sitzender, gehender und stehender Position habe und selbst dort eingeschränkt sei, könne aus orthopädischer Sicht angenommen werden, dass einerseits eine Steigerung der gegenwärtigen Tätigkeit auf mehr als 60 % nicht zu erwarten sei und dies wahrscheinlich auch durch medizinische Massnahmen nicht weiter verbessert werden könne. Somit sei die Beschwer
deführerin auch in behinderungsangepasster Tätigkeit nur eingeschränkt belastbar, sodass die zumutbare Arbeitsfähigkeit mittel-
bis langfristig wahr
scheinlich zwischen 60 % und 75 % liege (Urk. 9/135/2).
3.2
Der Kreisarzt Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie, untersuchte die Beschwer
deführerin am 14. Juli 2015. Laut dem Bericht vom gleichen Tag gab die Beschwerdeführerin an, nicht mehr als 60 % arbeiten zu können, ansonsten das Hinken aufgrund zunehmender Beschwerden im rechten Hüft
gelenk stark zunehme (Urk. 9/197 S. 5). Dr. B._ stellte klinisch eine Ein
schränkung von Flexion und Aussenrotation im Gelenk fest. Weiter gab er an, Zumutbarkeit, Dauer und eventuelle Pausenregelung könnten erst nach Vorstellung in der C._ definitiv bestimmt werden (Urk. 9/197 S. 7).
3.3
Anlässlich der von Dr. med. D._, Oberarzt Orthopädie an der C._, durchgeführten konsiliarischen Untersuchung gab die Beschwerdeführe
rin an, bei längerem Gehen ein Hinken auf der rechten Seite zu bemerken. Ebenso habe sie leichte Beschwerden beim Treppengehen. Ansonsten habe sie keinerlei Hüftbeschwerden und keine Schmerzen im Hüftbereich. Dr. D._ stellte sodann fest, dass nach Hüft-Totalprothese-Implantation eine
Beinlän
gendifferenz
rechtsseitig sowie eine Offset-Verschmälerung bestehe, was zur muskulären Ermüdung bei Überlastung führe. Eine allfällige Korrektur müsste mit einem Pfannenwechsel erfolgen, gegebenenfalls sogar mittels einer
Burch
-Schneider-Pfanne und Auffüllung mittels
Allograft
. Aufgrund der fehlenden Beschwerden sei dieser Eingriff zum jetzigen Zeitpunkt sicher
lich nicht gerechtfertigt, womit das Tragen von korrigierenden
Schuheinla
gen
zu empfehlen sei. Erst bei Beschwerdezunahme wäre ein
Revisionsein
griff
zu überlegen (Urk. 9/199).
3.4
Am 18. August 2015 nahm Kreisarzt Dr. B._ erneut zur Arbeitsfähigkeit Stellung. Nach seiner Einschätzung sind leichte wechselbelastende Arbeiten überwiegend im Sitzen, ohne repetitives Treppengehen, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne das Tragen von
Lasten auf unebenem Gelände, ohne das Tragen von Lasten auf kurzen Strecken, auch selten von über 10 kg auf ebenem Gelände, ohne hockende, kniende und kauernde Arbeiten, mit einem Pensum von 80 % zumutbar. Die fehlenden 20 % seien einem erhöhten Pausenbedarf geschuldet. Dass hiesse, jede Arbeitsstunde ende nach zirka 50 Minuten, womit sich dann bei einem Tag von acht Stun
den eine 80 %
ige
Leistungsfähigkeit ergebe. Um einen betrieblichen Ablauf nicht übermässig zu stören, könnten jeweils zwei Stunden zusammengefasst und dann die Pausen adäquat verdoppelt werden. Die Tätigkeit als Kassiere
rin sei nicht optimal, weil es sich um eine rein sitzende Tätigkeit handle, weshalb sie nur zu 60 % zumutbar sei. Auch hier müsste die erweiterte
Pau
senregelung
eingehalten werden (Urk. 9/201 S. 5).
4.
4.1
Die Beurteilung des Kreisarztes Dr. B._ vom 18. August 2015 (E. 3.4) zusammen mit dem Untersuchungsbericht vom 14. Juli 2015 (E. 3.2) ent
spricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Exper
tise (vgl. E. 1.4
hievor
). So ist die Stellungnahme für die streitigen Belange umfassend und beantwortet die Frage nach den gesundheitlichen Beein
trächtigungen und der Arbeitsfähigkeit. Sie beruht auf einer vom Kreisarzt persönlich vorgenommenen klinischen Untersuchung sowie auf der konsilia
rischen Stellungnahme des orthopädischen Chirurgen Dr. D._ vom 4. August 2015 (E. 3.3). Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen und Einschränkungen wurden
gebührend berücksich
tigt
. Dr. B._ gab sodann seine Beurteilung in Kenntnis der umfangreichen
Vorakten
insbesondere jener über die langjährige Behandlung im A._
ab. Die
Da
rlegung der medizinischen Zusam
menhänge
und die
Beurteilung der medizinischen Situation leuchten ein. In diesem Sinne erweisen sich die Schlussfolgerungen des Kreisarztes Dr. B._ als begründet.
4.2
Mit Bezug auf die
leichte
Abweichung zu der vom behandelnden chirurgi
schen Orthopäden Dr.
Z._
attestierten Arbeitsfähigkeit von maxi
mal 75 % (E. 3.1) ist festzuhalten, dass die ärztliche Einschätzung der Arbeits
fähigkeit, abhängig von der Arztperson und von den Umständen der Beurteilung, eine gewisse Varianz aufweisen kann. Von der Natur der Sache her trägt die ärztliche Beurteilung somit unausweichlich Ermessenszüge, die es zu respektieren gilt. Auch unter diesem Aspekt genügt die Beurteilung des Kreisarztes Dr.
B._
den Anforderungen an die Beweiskraft einer medizi
nischen Stellungnahme (
vgl.
Bundesgerichturteil
9C_397/2015 vom 6. August 2015
E. 5.1 unter Hinweis unter anderem auf
BGE 137 V 210
E. 3.4.2.3). Darüber hinaus beruhte Dr.
Z._
Einschätzung massgeblich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, weshalb der Erfahrungs
tatsa
che Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Unter Berücksichtigung der unter
schiedlichen Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach
)Person einerseits und dem Begutachtungsauftrag des
versicherungs
internen
Arztes anderseits (BGE 124 I 170 E. 4), vermag Dr.
Z._
Stellung
nahme vom 14. Januar 2014 (E. 3.1
hievor
) die ausführliche Beurteilung des Kreisarztes Dr.
B._
nicht in Frage zu stellen. Auch benannte Dr.
Z._
keine bei der kreisärztlichen Untersuchung und Beurteilung unerkannt oder ungewürdigt gebliebene Aspekte, aufgrund welcher sich eine abweichende Beurteilung aufdrängen würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]). Schliesslich bezog sich Dr.
Z._
Stellungnahme auf die von der Beschwerdeführerin damals ausgeübte Tätigkeit als Praxisassistentin, welches Anforderungsprofil insbesondere hinsichtlich des
erhöhten
Pausen
bedarfs
nicht mit demjenigen einer optimal angepassten Tätigkeit überein
stimmt.
4.3
Aus diesen Gründen ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Geschäftsführerin eines Kioskes nicht mehr zumutbar ist
, die aktuell ausgeübte, rein sitzende und damit nicht optimal angepasste Tätigkeit als Kassiererin zu 60 % zumut
bar ist
und eine angepasste wechselbelastende leichte überwiegend sitzende Tätigkeit zu einem Pensum von 80 % zumutbar wäre (Urk. 2 S. 9).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin war im Zeitpunkt des Rentenbeginns, welcher gemäss Beschwerdegegnerin mit Blick auf die Ende Oktober 2013 terminierte Einstellung der Taggeldleistungen auf den 1. November 2013 festgesetzt wurde, 59 1/2 Jahre alt. Von einem vorgerückten Alter nach Art. 28 Abs. 4 UVV ist
unter Berücksichtigung berufsspezifischer Gewohnheiten und all
fälliger Besonderheiten des Einzelfalles
in der Regel ab rund 60 Jahren aus
zugehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012 E. 5.1 mit Hinweisen). Die altersmässige Voraussetzung für die Anwendung dieser Bestimmung ist somit erfüllt.
5.2
Unter Hinweis auf ihr Alter wendet die Beschwerdeführerin ein, es sei für sie absolut unzumutbar, ihre jetzige, erst nach unzähligen Arbeitsbemühungen gefundene Stelle zu kündigen (Urk. 1 S. 4). Dies mag zutreffen, führt jedoch
entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin
nicht dazu, dass zur Ermittlung des Invalideneinkommens keine DAP-Blätter herangezogen werden dürften.
Vielmehr findet bei vorgerücktem Alter die Bestimmung von Art. 28 Abs. 4 (Variante II) der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Anwendung. Nach der Rechtsprechung ist diese auch dann anwendbar, wenn das vorge
rückte Alter einer versicherten Person das
Zumutbarkeitsprofil
wie vor
liegend
nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkun
gen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Ver
wertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Ein
schränkungen einstellen würde (bereits erwähntes
Urteil des Bundes
gerichts 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012
E. 5.3
mit Hinweisen
).
5.3
Anders verhält es sich in der Invalidenversicherung, welche keine
dem
Art. 28 Abs. 4 UVV entsprechende Bestimmung kennt. Dort wird das Alter, respektive die altersbedingte (praktische) Unmöglichkeit, die
Restarbeits
fä
higkeit
zu verwerten, rechtsprechungsgemäss nicht ohne weiteres ausge
blen
det. Vielmehr wird das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein
invali
di
täts
fremder
Faktor, von der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Rest
erwerbs
fä
higkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbs
unfähigkeit vor, die
den
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (von der Beschwerdeführerin
in Urk. 1 S. 4
erwähntes Urteil des Bun
desgerichts 9C_953/2012 vom 10. Mai 2013).
5.4
Bezüglich des unterschiedlichen Ansatzes in der Unfall- und der Invaliden
versi
cherung gilt es darauf hinzuweisen, dass Renten der Invaliden
versiche
rung dahinfallen, sobald die versicherte Person die AHV-Rente bezieht (Art. 30 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). In der Unfallversicherung wird dagegen die Invalidenrente bis an das Ende des
Lebens ausgerichtet (
Art. 22 UVG)
. Mit der Regelung von Art. 28 Abs. 4 UVV soll verhindert werden, dass ältere Versicherte ohne schwere, unfallbedingte Invalidität eine Invalidenrente erhalten. Da es bei älteren Personen oft schwierig zu beurteilen ist, wie sich ihr künftiges Erwerbseinkommen ohne Unfall entwickelt hätte und ebenso
,
wie stark das Alter nach dem Unfall die Erwerbsunfähigkeit beeinflusst, stellt Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung der hypothetischen künftigen Erwerbseinkommen eine spezielle Regel auf (bereits erwähntes Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012 E. 5.5 mit Hinweisen). Diese gilt es im vorliegenden Fall zu beachten.
5.5
Der Invaliditätsbemessung sind dementsprechend die Vergleichseinkommen für eine Versicherte im mittleren Alter zu Grunde zu legen. Dieses liegt nach der Rechtsprechung bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren (
vor
erwähntes Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012 E. 5.6 mit Hinweisen).
6.
6.1
Das von der Beschwerdegegnerin anhand der Angaben der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt auf Fr. 54‘390.
angesetzte
Validen
einkommen
erscheint korrekt und wurde von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht beanstandet (Urk. 2 S. 10 f.).
6.2
6.2.1
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens stützte sich die
Beschwerde
gegnerin
auf die fünf aufgelegten DAP-Profile Nr. 8076 (Montagearbeiterin), 3851 (Produktionsmitarbeiterin), 6350 (
Montage
arbeiterin
), 9976786 (
Pro
duk
tions
mitarbeiterin
) und 6102 (
Montagearbeite
rin
) und ermittelte gestützt darauf einen Durchschnittslohn in der Höhe von Fr. 43‘486.
bei einem Pen
sum von 80 % (Urk. 2 S. 13, Urk. 9/205).
6.2.2
Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass alle in den fünf DAP-Profilen aufgeführten Arbeitsplätze der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Gesundheitszustandes und ihrer Ausbildung zumutbar sind. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 3)
tragen sie den kreisärztlich festgehaltenen Einschränkungen, insbesondere auch der Notwendigkeit der Einschaltung von zusätzlichen Pausen, vollumfänglich Rechnung.
Die Ermittlung des Invalideneinkommens stützt sich damit auf fünf zumut
bare und im Detail beschriebene Arbeitsplätze ab (Urk. 9/205 S. 8-27). Die Beschwerdegegnerin machte zusätzliche Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentier
ten Arbeitsplätze, über den Maximal- und den Minimallohn sowie über den Durchschnittslohn der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe (Urk. 9/205 S. 1). Die herangezogenen DAP-Profile erscheinen auf
grund dessen als repräsentativ, weshalb das Auswahlermessen der
Beschwer
degegnerin
nicht zu beanstanden ist.
Damit ist im vorliegenden Fall den bundesgerichtlichen Anforderungen bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile (vorste
hend E. 1.3) Genüge getan.
6.3
Aus dem Vergleich der beiden Einkommen (
Valideneinkommen
:
Fr. 54‘390
.
; Invaliden
einkommen: Fr. 43‘486.
resultiert folglich eine Erwerbseinbusse von Fr. 10‘904.
beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 20 %, weshalb die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Rente nicht zu beanstanden ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.