Decision ID: a63a9dcd-af36-4cc5-b17d-43823f19fc0b
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 8. Dezember 2021 in der Schweiz um
Asyl nach. Am 16. Dezember 2022 bevollmächtigte der Beschwerdeführer
die rubrizierte Rechtsvertreterin. Am 19. Januar 2022 fand die Befragung
zur Person UMA (EB UMA) statt und am 27. April 2022 befragte das SEM
den Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung vertieft zu seinen Asyl-
gründen.
Zu seinen Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: Er
sei afghanischer Staatsangehöriger paschtunischer Ethnie, in Pakistan ge-
boren und als Kleinkind mit seiner Familie zurück nach Afghanistan über-
siedelt, wo er mit vier Geschwister und seinen Eltern im Dorf B._,
C._, aufgewachsen sei. Neben der Schule sei er der Familie in der
Landwirtschaft zur Hand gegangen. Die Schule habe er in der zehnten
Klasse aufgrund der Probleme seines Vaters abbrechen müssen. Sein Va-
ter habe in Afghanistan als (...) für das D._ gearbeitet und im Rah-
men dieser Tätigkeit einen Bericht über die Taliban geschrieben und veröf-
fentlicht. Aufgrund dieser Publikation sei der Vater und auch die Familie
von den Taliban bedrängt worden. Der Vater sei danach in einem nicht be-
kannten Versteck untergetaucht und nur noch selten bei der Familie vor-
beigekommen. Die Taliban seien ständig zu ihnen nach Hause gekommen
und hätten die Familie über den Aufenthaltsort des Vaters befragt. Eines
Abends seien sie erneut im Haus der Familie erschienen und hätten den
Beschwerdeführer geschlagen. Der Beschwerdeführer habe auch persön-
lich Probleme mit den Taliban bekommen, weil er auf Anweisung seines
Vaters Zeitschriften über die Aliierten und das Afghanische Militär in der
Schule verteilt habe. Einige Tage nach diesen persönlichen Drohungen
durch die Taliban sei sein Vater aus seinem Versteck nach Hause gekehrt
und habe ihm, dem Beschwerdeführer, gesagt, er solle das Land so schnell
wie möglich verlassen, was er in der Folge auch gemacht habe. Bis heute
sei sein Vater verschwunden und die Familie wisse nicht, wo er sich auf-
halte.
B.
Am 4. Mai 2022 liess das SEM der Rechtsvertretung des Beschwerdefüh-
rers einen Entwurf des Asylentscheids zur Stellungnahme zukommen. Da-
rin beabsichtigte das SEM, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-
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rers zu verneinen, sein Asylgesuch abzulehnen, ihn aus der Schweiz weg-
zuweisen, den Vollzug zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufzuschie-
ben und ihn dem Kanton E._ als zuständigen Kanton zuzuweisen.
C.
Mit Verfügung vom 10. Mai 2022 wurde der Beschwerdeführer dem Kanton
E._ als zuständigen Kanton zugewiesen.
D.
Mit Eingabe vom 4. Mai 2022 nahm die Rechtsvertretung Stellung zum
Entscheidentwurf. Darin führt sie im Wesentlichen aus, die Schilderungen
des Beschwerdeführers seien entgegen der Ansicht des SEM als glaubhaft
zu beurteilen. Sie würden viele Realkennzeichen aufweisen. Ausserdem
sei im Sinne einer Gesamtwürdigung bei der Glaubhaftigkeitsprüfung das
noch jugendliche Alters des Beschwerdeführers, die sichtbare emotionale
Belastung und das Klima während der Anhörung sowie die aktuelle Verfas-
sung des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Weiter seien die Vorbrin-
gen auch asylrelevant, da er aufgrund der journalistischen Tätigkeit seines
Vaters von den Taliban verfolgt worden sei und damit eine politisch moti-
vierte Reflexverfolgung vorliege.
E.
Mit Verfügung vom 9. Mai 2022 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer
erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn
aus der Schweiz, ordnete infolge Unzumutbarkeit des Vollzugs die vorläu-
fige Aufnahme an, wies ihn dem Kanton E._ als zuständigen Kan-
ton zu und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die Kantonszu-
weisung komme keine aufschiebende Wirkung zu.
F.
Mit Eingabe vom 8. Juni 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen diese
Verfügung beim Bundesverwaltung Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung betreffend die Dispositivziffern 1-3 und
die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft unter Gewährung von Asyl.
Weiter ersucht er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, insbe-
sondere Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
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Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG
[SR 142.31]; Art. 83 Bst.d Ziffer 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Ver-
fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art.
108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs.1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
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5.
5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Namentlich die Ausfüh-
rungen zur journalistischen Tätigkeit seines Vaters würden nicht zu über-
zeugen vermögen. Er habe nur wenig Angaben zu den beruflichen Aktivi-
täten des Vaters machen können. Dies betreffe etwa den Arbeitsort oder
die Dauer der Ausübung des Berufs. Weiter habe er auch keine detaillierten
Aussagen zum Inhalt des Berichts über die Taliban machen können, wel-
cher sein Vater verfasst haben soll. Seine diesbezügliche Begründung, er
sei damals noch sehr jung gewesen und sein Vater habe nie mit ihm über
dessen Beruf gesprochen, seien als Schutzbehauptungen zu betrachten.
Auch über die daraufhin angeblich erfolgten Drohungen gegen den Vater
und die Familie seitens der Taliban vermöge er nicht ausführlich zu berich-
ten. Die Aussagen seien trotz Nachfragen knapp und teilweise pauschal
ausgefallen. Insgesamt seien die Ausführungen des Beschwerdeführers
weder lebensnah noch individuell und kohärent ausgefallen. Entgegen der
Stellungnahme der Rechtsvertretung fehle es im Bericht an Realkennzei-
chen, Komplikationsschilderungen und Detailreichtum. Schliesslich habe
er auch keinerlei Beweismittel wie Dokumente beibringen können, nament-
lich zur beruflichen Tätigkeit des Vaters. Selbst wenn es zutreffen würde,
dass die Taliban eine Hausdurchsuchung durchgeführt und Sachen mitge-
nommen hätte, könne nicht geglaubt werden, dass keine Dokumente mehr
vorhanden seien, welche zum Beispiel die berufliche Tätigkeit des Vaters
belegen könnten.
5.2 Dem hält der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, seine Aus-
führungen seien als glaubhaft einzustufen. Er habe während des gesamten
Asylverfahrens schlüssige, detaillierte und stark subjektiv geprägte Aussa-
gen gemacht. Dies zeige sich insbesondere daran, dass er den gewalttäti-
gen Übergriff der Taliban auf ihn selbst mehrfach ohne Widersprüche und
in den gleichen Worten schilderte. Seine Schilderungen habe er sodann
durch subjektiv geprägte Einzelheiten ergänzt und im Gesamtbild ergebe
sich eine stimmige, logische Abfolge der Ereignisse. Weiter seien seine
Aussagen in den jeweiligen räumlichen, zeitlichen und politischen Kontext
eingebettet. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt und die Aussagen des
Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung äusserst schematisch
dargestellt und geschilderte Einzelheiten beziehungsweise Realkennzei-
chen ausgeklammert, unter anderem auch in deren Entscheidbegründung.
Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit stütze sie sich im Wesentlichen auf
Aussagen, welche Gegebenheiten betreffen, die der Beschwerdeführer
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nicht selber erlebt habe. Gemäss Rechtsprechung sei es aber nahelie-
gend, dass Personen über Sachverhalte, bei welchen sie selber nicht dabei
waren, weniger genau berichten. Auf verschiedene Nachfragen der Vo-
rinstanz zu bestimmten Sachverhalten habe er schliesslich weitere Einzel-
heiten ergänzen können, die in das stimmige Gesamtbild passen würden.
Insgesamt seien seine Schilderungen schlüssig, konsistent, detailliert und
würden im Übrigen mit entsprechenden Länderberichten übereinstimmen.
Zudem seien die äusseren Umstände im konkreten Fall, namentlich die
Minderjährigkeit des Beschwerdeführers und ein mangelndes Vertrauens-
klima an der Anhörung in dem Sinne zu berücksichtigen, als dass diese
Umstände zu einem reduzierten Beweismassstab bei der Glaubhaftigkeits-
prüfung führten. Schliesslich sei auch die Flüchtlingseigenschaft gegeben.
Sein Vater sei in Afghanistan als Journalist besonders exponiert gewesen,
weshalb dieser ein Risikoprofil aufweise. Der Beschwerdeführer als Sohn
eines Medienschaffenden, Talibankritikers und Regierungsangestellten
habe ebenfalls ein ausgeprägtes Risiko, verfolgt zu werden. Ausserdem
hätten westlich orientierte Personen ein erhöhtes Verfolgungsrisiko und mit
dem Verteilen von Zeitschriften vor seiner Ausreise habe er sich in den Au-
gen der Taliban auch selbst diskreditiert. Mit der Machtübernahme durch
die Taliban sei das Verfolgungsrisiko des Beschwerdeführers schliesslich
zusätzlich gestiegen.
6.
6.1 Nach Durchsicht der Akten und Würdigung der Parteivorbringen ist
festzustellen, dass die Vorinstanz in materieller Hinsicht zum zutreffenden
Schluss gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhal-
ten. Es kann deshalb vorab auf die entsprechenden Erwägungen der Vo-
rinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.
Der Ausgangspunkt der geltend gemachten Verfolgungsgründe liegt ge-
mäss den Schilderungen des Beschwerdeführers in der journalistischen
Tätigkeit seines Vaters im Heimatland und dessen in diesem Rahmen be-
haupteten Publikation eines Berichts über die Taliban. In Übereinstimmung
mit der Vorinstanz und gestützt auf die Akten ist festzustellen, dass es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, dieses Vorbringen – und damit den
eigentlichen Auslöser der behaupteten Verfolgung – glaubhaft darzulegen.
Seine Aussagen hierzu sind weitgehend kurz, oberflächlich und wenig de-
tailliert ausgefallen. Namentlich konnte er auch auf entsprechende Nach-
fragen keine substantiierten oder zumindest grundlegenden Angaben zur
beruflichen Tätigkeit seines Vaters machen, etwa zum Arbeitsort, Dauer
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der Anstellung oder zur konkreten Tätigkeit an sich (vgl. SEM-eAkten, [...]-
24/14, F32, F33, F42, F45). Weiter konnte der Beschwerdeführer auch kei-
nerlei substanzielle Angaben zum behaupteten Bericht machen, welcher
sich kritisch über die Taliban äussere und zwar von seinem Vater verfasst,
aber letztlich nicht persönlich im Radio gesprochen worden sei. Dies betrifft
insbesondere den konkreten Inhalt des besagten Berichts und den Zeit-
punkt der Ausstrahlung im Radio (vgl. SEM-eAkten, [...]-24/14, F42 – F47).
Diesbezüglich leuchtet grundsätzlich auch nicht ein, weshalb die Taliban
gerade seinen Vater wegen des angeblichen
(Radio-)Berichts ins Visier genommen haben sollen, hat er doch gemäss
Aussagen des Beschwerdeführers den fraglichen, im Radio gesprochenen
Bericht nur schriftlich vorbereitet und sich so nicht gegen aussen als Urhe-
ber der gesprochenen Worte exponiert (SEM-eAkten, [...], F44). Erschwe-
rend kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer keinerlei Beweismittel zur
Untermauerung seiner Behauptungen beibringen konnte. Die diesbezügli-
chen Begründungsversuche auf Beschwerdeebene vermögen insgesamt
nicht zu überzeugen. Es trifft zwar zu, dass diese Sachverhalte in die Le-
benssphäre des Vaters fallen und Gegebenheiten betreffen, welche der
Beschwerdeführer nicht selber erlebt hat. Weiter ergibt eine Recherche,
dass in der Provinz Khost verschiedene Radiostationen betrieben werden,
weshalb die vorgebrachte journalistische Tätigkeit seines Vaters nicht von
vornherein gänzlich unglaubhaft erscheint (vgl. UNAMA, United Nations
Assistance Mission in Afghanistan: SW Local Radios Partners List,
06.2016, https://unama.unmissions.org/afghanistan-emrooz-O, abgerufen
am 23.09.2022). Es ist im Ergebnis jedoch lebensnah nicht nachvollzieh-
bar, dass er, wie aufgezeigt, nicht einmal grundsätzliche Informationen
über die Tätigkeit seines Vaters wiedergeben konnte. Dies hätte bei Glaub-
haftigkeit dieser Aussagen aber – auch unter Berücksichtigung seiner Min-
derjährigkeit und seiner individuellen Fähigkeiten – erwartet werden dür-
fen. Sodann ist der Umstand der fehlenden Beweismittel auch nicht nach-
vollziehbar mit der vorgebrachten Hausdurchsuchung und Mitnahme sämt-
licher Dokumente des Vaters durch die Taliban zu erklären. So kann die
vorgebrachte Hausdurchsuchung durch die Taliban beim Beschwerdefüh-
rer zuhause, gerade im Licht des aktuellen gesellschaftlichen und politi-
schen Kontexts in Afghanistan, zwar nicht ausgeschlossen werden. Die Vo-
rinstanz führt aber zu Recht aus, dass auch bei Annahme der Glaubhaf-
tigkeit dieser Hausdurchsuchung zumindest die berufliche Tätigkeit des Va-
ters auf irgendeine Weise und irgendwo dokumentiert sein sollte und sich
eine gänzlich fehlende Dokumentation nicht nachvollziehbar erklären
lasse, zumal der Vater beim nationalen Radio und damit bei einer Institution
von einer gewissen Relevanz gearbeitet haben soll.
https://unama.unmissions.org/afghanistan-emrooz-O
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Damit ist bereits dem Ursprungsgrund der eigentlichen Verfolgung der Bo-
den entzogen. Was die weiteren Vorbringen, namentlich die im Nachgang
behauptete persönliche Verfolgung und Behelligungen durch die Taliban
gegen den Beschwerdeführer persönlich, betrifft, weisen seine Aussagen
insgesamt nicht eine ausreichende inhaltliche Qualität auf, als dass auf er-
lebnisbasierte Schilderungen geschlossen werden könnte. Es kann inso-
fern vollumfänglich den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz ge-
folgt werden.
6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, einen flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt
glaubhaft darzulegen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abge-
lehnt.
7.
7.1 Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie nicht darauf ein,
so verfügt sie in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; sie berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG).
7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.3 Da die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die vorläufige Auf-
nahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet hat, erübrigen
sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mög-
lichkeit des Wegweisungsvollzugs.
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
9.
9.1 Mit dem vorliegenden Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos.
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9.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65
Abs. 1 VwVG) ist abzuweisen, da sich die in der Beschwerde gestellten
materiellen Begehren als aussichtslos erwiesen haben.
9.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten
grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da es sich bei ihm je-
doch um einen unbegleiteten Minderjährigen und damit um eine vulnerable
Person handelt, wird aufgrund dieses besonderen Umstands auf die Auf-
erlegung der Verfahrenskosten verzichtet (Art. 63 Abs. 1 letzter Satz
VwVG).
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