Decision ID: c3aee751-ca06-5739-b21d-5e28842a3715
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 
Law Sub-area: 
Label: approval

Facts:
Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihren Heimat-
staat am 22. März 2014 zusammen mit ihrem Ehemann, B._ (...),
und ihren drei Kindern, C._ (...), D._ und E._ (...),
und gelangte auf dem Landweg am 25. März 2014 illegal in die Schweiz.
Am 28. März 2014 suchte sie in F._ um Asyl nach. Am 8. April 2014
fand im dortigen Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) eine erste Be-
fragung der Beschwerdeführerin statt. Am 13. Juni 2014 wurde sie in Bern-
Wabern durch das Bundesamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört.
Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie sei türkische
Staatsangehörige kurdischer Ethnie aus G._. Ihr Bruder
H._, welcher sich stark für die illegale Partei I._ engagiert
habe, sei im Jahr (...) getötet worden. Ihre übrigen Geschwister seien in-
nerhalb der letzten (...) Jahre alle ins Ausland geflüchtet. Sie selbst sei
Sympathisantin der Partei J._. Am (...) 2011 seien sie und ihr Ehe-
mann von (...) Zivilpolizisten der Terrorbekämpfungseinheit zuhause auf-
gesucht worden. Man habe ihnen mit Schlimmerem gedroht, falls sie sich
zukünftig nicht von der J._ fernhalten und weiterhin die Zeitung
K._ lesen und verteilen würden. Von jenem Ereignis an hätten sich
oft Zivilpolizisten vor ihrem Haus aufgehalten, hätten zu ihrer Wohnung
hochgeschaut und ihre Bewohner beobachtet. Von (...) 2012 bis (...) 2013
habe sie L._, dessen richtiger Name M._ laute und der für
die I._ tätig sei, beherbergt. In der Folge hätten sich die Beobach-
tungen und Belästigungen intensiviert. Ihr Ehemann sei (...) festgenom-
men worden. Am (...) 2013 hätten Polizisten ihre Tochter C._ in ei-
nem Auto mitgenommen und befragt. Am (...) 2013 sei ihre Wohnung von
Zivilpolizisten aufgesucht worden. Nach erfolgter Hausdurchsuchung sei
sie (Beschwerdeführerin) getrennt von ihrem Mann mit verbundenen Au-
gen zum Sicherheitsposten von G._ gebracht worden. Nachdem
sie gefesselt und mit stets verbundenen Augen zirka während einer Stunde
in einer Zelle hätte warten müssen, hätten (...) Polizistinnen den Raum be-
treten. Von diesen sei sie zunächst angeschrien, erniedrigt und beleidigt
worden. Daraufhin hätten sie ihre Handfesseln entfernt, sie (Beschwerde-
führerin) mit dem Kopf an die Wand geschlagen und sie gegen ihren Willen
ausgezogen. Mit einem Schlagstock sei sie am Körper, insbesondere an
den Genitalien, berührt worden. Auch sei an ihren Brustwarzen gedrückt
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worden. Zudem habe sie auf Anweisung der Polizistinnen Figuren nach-
stellen müssen. Schliesslich sei sie, wie sie annehme, in Ohnmacht gefal-
len. Nach Wiedererlangung des Bewusstseins sei sie von den Polizistinnen
angezogen und mit gefesselten Händen in ein Verhörzimmer gebracht wor-
den, wo sich zwei Polizisten befunden hätten. Derjenige Polizist, welcher
vom andern (...) genannt worden sei, habe ihr vorgeworfen, unter dem
Decknamen der J._ für die I._ zu arbeiten und Terroristen
zu unterstützen. Er habe sie aufgefordert, als Spitzel mit den Behörden zu
kooperieren und dabei herauszufinden, welche Personen in dieser Organi-
sation verkehrten sowie wann und wo Kundgebungen geplant seien. Man
habe ihr mit einer mehrjährigen Haft, der Beeinträchtigung des Wohlerge-
hens ihrer Familie und dem Tod gedroht, falls sie der Forderung der Behör-
den nicht Folge leisten würde. Aus Angst habe sie eingewilligt. Daraufhin
seien ihr einige Namen aufgezählt und Fotos gezeigt worden, wobei man
ihr vorgeworfen habe, einige dieser Personen zu beherbergen. Später sei
sie mit verbundenen Augen in einen Raum zu ihrem Mann gebracht wor-
den. Nach zirka einer Stunde seien sie in der Nähe ihres Hauses freigelas-
sen worden. Nachdem sie mit dem Menschenrechtsverein N._
Kontakt aufgenommen und am (...) 2013 eine Presseerklärung abgegeben
habe, sei sie zusammen mit ihrer Familie nach O._ gereist, von wo
aus sie die Reise in die Schweiz angetreten hätten.
Für die weiteren Aussagen der Beschwerdeführerin wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen.
Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie einen Artikel aus der Zeitung
K._ vom (...) 2013 zu den Akten. Diesem zufolge sei ihr Ehemann
aufgrund der Überwachung und Bedrohung durch die Polizei von seinem
Arbeitgeber entlassen worden, und hätte sich die Überwachung wegen ih-
res im Jahr (...) umgebrachten Bruders H._ sowie nach P._
verstärkt. Aufgrund der Bedrohungen habe ihr Ehemann den N._
um Hilfe gebeten.
Zum Nachweis ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin einen Nüfus
zu den Akten.
B.
Mit Schreiben vom 16. Juni 2014 ersuchte der damalige Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin das BFM, ihr Dossier von denjenigen ihres Ehe-
mannes und ihrer Tochter C._ zu trennen, welchem Begehren in
der Folge entsprochen wurde.
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C.
Mit Verfügung vom 29. Juli 2014 – eröffnet am 7. August 2014 – stellte das
Bundesamt fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegwei-
sung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz an und beauftragte den
Kanton Q._ mit dem Vollzug. Im Weiteren hielt das BFM fest, der
Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich.
D.
Mit Eingabe vom 8. September 2014 (Datum des Poststempels) an das
Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin durch ihren
vormaligen Rechtsvertreter unter Kosten- und Entschädigungsfolge, es sei
die Verfügung des BFM wegen Befangenheit der BFM-Mitarbeiterin mit
dem Kürzel R._ und wegen offensichtlicher Willkür aufzuheben und
die Sache an das BFM zurückzuweisen; die Verfügung des BFM sei wegen
Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf das rechtliche Ge-
hör aufzuheben und die Sache an das BFM zurückzuweisen; eventualiter
sei die Verfügung des BFM wegen Verletzung der Begründungspflicht auf-
zuheben und die Sache an das BFM zurückzuweisen; eventualiter sei die
Verfügung des BFM aufzuheben und die Sache zur Feststellung des voll-
ständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeur-
teilung an das BFM zurückzuweisen; eventualiter sei die Verfügung des
BFM aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin fest-
zustellen und dieser in der Schweiz Asyl zu gewähren; eventualiter seien
die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung aufzuheben
und die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs
festzustellen. In prozessualer Hinsicht wurde die Offenlegung des Namens
der BFM-Mitarbeiterin mit dem Kürzel R._ durch das BFM und die
Anweisung an das BFM zur Gewährung der Einsicht in die Akten betreffend
den Vorfall der nicht durchgeführten Anhörung des Ehemannes der Be-
schwerdeführerin vom 25. April 2014 beantragt (Aktenstück [...]), verbun-
den mit der Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer
Beschwerdeergänzung. Schliesslich wurde um Mitteilung der Zusammen-
setzung des Spruchkörpers ersucht. Gleichzeitig wurde die Beschwerde
des Ehemannes und der drei Kinder der Beschwerdeführerin vom selben
Tag in Kopie eingereicht. Darauf sowie auf die Begründung wird, soweit für
den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
E.
Am 10. September 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den
Eingang der Beschwerde.
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F.
Mit Schreiben vom 12. September 2014 reichte der vormalige Rechtsver-
treter ein Schreiben des BFM vom 9. September 2014 betreffend Offenle-
gung des Namens der vorerwähnten BFM-Mitarbeiterin ein,
G.
Mit Zwischenverfügung vom 23. September 2014 teilte das Bundesverwal-
tungsgericht der Beschwerdeführerin mit, dass sie den Ausgang des Ver-
fahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig wurde die voraussicht-
liche Zusammensetzung des Spruchkörpers bekanntgegeben und Frist zur
Bezahlung eines Kostenvorschusses angesetzt.
H.
Mit Eingabe vom 8. Oktober 2014 ersuchte der vormalige Rechtsvertreter
unter Beilage einer Fürsorgebestätigung um Erlass des Kostenvorschus-
ses und allfälliger Verfahrenskosten.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 28. Oktober 2014 verzichtete das Bundesver-
waltungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, verschob den
Entscheid über das Gesuch um Erlass allfälliger Verfahrenskosten auf ei-
nen späteren Zeitpunkt, gewährte Einsicht in das vorinstanzliche Akten-
stück (...), wies den Antrag auf Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer
Beschwerdeergänzung ab, zog die Asylakten (...) für das Beschwerdever-
fahren bei, lehnte je einen Antrag auf Edition und Offenlegung der Asylak-
ten von M._ beim BFM und auf Ansetzung einer Frist zur Einrei-
chung von Beweismitteln betreffend den Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin beziehungsweise ihrer Familienmitglieder ab und über-
wies die Akten der Vorinstanz zur Vernehmlassung.
J.
Mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 reichte der vormalige Rechtsvertreter
eine Kopie seines Gesuchs vom selben Tag an das BFM um Einsicht in die
Akten von M._ ein.
K.
Nach gewährter Fristerstreckung beantragte das BFM mit Vernehmlassung
vom 14. November 2014 die Abweisung der Beschwerde.
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L.
L.a Mit Schreiben vom 18. November 2014 ersuchte der vormalige Rechts-
vertreter unter Bezugnahme auf die Vernehmlassung des BFM um teil-
weise Gewährung der Einsicht in die Akten von M._.
L.b Mit Schreiben vom 24. November 2014 reichte der vormalige Rechts-
vertreter dem Bundesverwaltungsgericht eine diesbezügliche Einwilli-
gungserklärung von M._ ein.
M.
Am 27. November 2014 überwies das Bundesverwaltungsgericht die Akten
dem BFM zum Entscheid über das Gesuch um Einsicht in die Akten von
M._.
N.
Mit Schreiben vom 10. Dezember 2014 lehnte das BFM die beantragte Ak-
teneinsicht ab, trug dem Gesuch jedoch insofern Rechnung, als es die für
die Beschwerdeführerin wesentlichen Passagen der Befragungs- und An-
hörungsprotokolle von M._ offenlegte.
O.
Die Vernehmlassung des BFM wurde der Beschwerdeführerin am 16. De-
zember 2014 zur Kenntnis gebracht und ihr eine Frist bis zum 31. Dezem-
ber 2014 zur Replik angesetzt.
P.
Mit Schreiben vom 23. Dezember 2014 teilte der vormalige Rechtsvertreter
mit, dass er sein Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt habe. Gleich-
zeitig ersuchte er um Erstreckung der Frist zur Replik bis zum 15. Januar
2015.
Q.
Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 ersuchte der von der Beschwerdefüh-
rerin neu mandatierte Rechtsvertreter um Erstreckung der Frist zur Replik
um zwei Wochen.
R.
Nach gewährter Fristerstreckung nahm der Rechtsvertreter in seiner Replik
vom 30. Januar 2015 unter Verweis auf das Beschwerdeverfahren der Fa-
milienmitglieder der Beschwerdeführerin und Einreichung einer Kopie der
in jenem Verfahren eingereichten Replik vom selben Tag sowie einer (...)
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Beilagen umfassenden Beweisdokumentation Stellung zum Inhalt der Ver-
nehmlassung, worin er grundsätzlich an den bisherigen Vorbringen fest-
hielt.
S.
Mit je einem Schreiben vom 2. und 13. Februar 2015 reichte der Rechts-
vertreter einen Arztbericht vom 30. Januar 2015 betreffend den Ehemann
der Beschwerdeführerin sowie die Übersetzungen von (...) Beweismitteln
ein.
T.
Mit Schreiben vom 30. März 2015 reichte der Rechtsvertreter einen ärztli-
chen Bericht vom 25. März 2015 betreffend die Beschwerdeführerin ein.
U. Auf den Inhalt der im Verlauf des Beschwerdeverfahrens von den
Rechtsvertretern eingereichten Unterlagen sowie auf die Begründung der
angefochtenen Verfügung und die Ausführungen in der Vernehmlassung
des BFM wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Considerations:
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM respektive
SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser –
was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-
deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie
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Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt,
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte,
wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-
ten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaf-
ten Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nach-
teilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die
Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. (Art. 3 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Vorbringen sind glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in
sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilde-
rungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der
inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemei-
nen Erfahrung widersprechen (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Ge-
samtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtig-
keit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen
oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 [S. 142 f.]).
4.
4.1 Wie bereits unter Bst. B des Sachverhalts erwähnt, ersuchte der vor-
malige Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das BFM mit Schreiben
vom 16. Juni 2014 (im Zusammenhang mit der von ihr erlittenen Verfol-
gung), ihr Dossier sowie diejenigen ihres Ehemannes und ihrer Tochter
C._ zu trennen. In der Folge erliess das BFM für diese Familienmit-
glieder am selben Tag je einen separaten Entscheid, wobei die Kinder
D._ und E._ in denjenigen ihres Vaters einbezogen wurden.
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4.2 In ihrer Beschwerde nimmt die Beschwerdeführerin vorweg Bezug auf
die beantragte Verfahrenstrennung und führt weiter aus, sie habe, abgese-
hen von der erlittenen Verfolgung, dieselben Asylgründe wie ihr Ehemann
geltend gemacht, weshalb dessen Beschwerde vom selben Tag integraler
Bestandteil ihrer eigenen Beschwerde sei. Dies beziehe sich auf sämtliche
Ausführungen in dessen Beschwerde, welche direkt oder sinngemäss
auch für das Verfahren der Beschwerdeführerin gelten würden. Deshalb
werde in ihrer Beschwerde auf die Ausführungen in der Beschwerde ihres
Ehemannes verwiesen und seien eigentlich nur bezogen auf die Frage der
Glaubhaftigkeitsprüfung separate Ausführungen notwendig und vorhanden
(...).
4.3 In der Beschwerde werden insbesondere eine Verletzung des An-
spruchs auf das rechtliche Gehör sowie eine unvollständige und unrichtige
Abklärung des Sachverhalts gerügt.
4.4 Die Beschwerde des Ehemannes der Beschwerdeführerin wird mit Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts vom selben Tag gutgeheissen, soweit
die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 29. Juli 2014 beantragt
wird, und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
4.5 Infolge des engen persönlichen, sachlichen und verfahrensrechtlichen
Zusammenhangs sowohl mit dem erstinstanzlichen als auch dem Be-
schwerdeverfahren des Ehemannes der Beschwerdeführerin ist die Be-
schwerde nach dem Gesagten gutzuheissen, soweit die Aufhebung der
vorinstanzlichen Verfügung vom 29. Juli 2014 beantragt wird, und die Sa-
che zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Die vorinstanzlichen Akten sind dem SEM mit
dem Urteil im Beschwerdeverfahren des Ehemannes der Beschwerdefüh-
rerin zuzustellen, zusammen mit dem Beschwerdedossier, welches eben-
falls Prozessstoff des vorinstanzlichen Verfahrens bilden wird. Auf die wei-
teren formalen und inhaltlichen Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe ist
bei diesem Verfahrensausgang nicht weiter einzugehen.
5.
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).
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5.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in
Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde
keine Kostennote zu den Akten gereicht. Der notwendige Vertretungsauf-
wand lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen,
weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann (Art. 14
Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemes-
sungsfaktoren (Art. 9–11 und 13 VGKE) ist der Beschwerdeführerin zulas-
ten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 500.– (inkl.
Auslagen und MWSt) zuzusprechen.
(Dispositiv nächste Seite)
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