Decision ID: d8fdec92-3105-4c4d-8d39-3660a58f0553
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law
Law Sub-area: 
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987, Mutter einer 2017 geborenen Tochter,
Fachangestellte Gesundheit
, meldete sich
erstmals
am 2
7.
Juli
2015 zur Früher
fassung (
Urk.
6/8-10
) und am 1
9.
September 2015
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/17).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und ver
neinte daraufhin mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2016 (
Urk.
6/36) einen Leistungs
anspruch der Versicherten.
1.2
Am 2
0.
Januar 2019 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/44).
Mit Schreiben vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
6/46) forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, bis spätestens am 1
1.
März 2019 entsprechende aktuelle Beweismittel zur Prüfung des Anspruchs einzureichen, unter Androhung, dass ansonsten auf das Gesuch nicht eingetreten werde.
Daraufhin reichte die Versi
cherte mehrere Berichte (
Urk.
6/47;
Urk.
6/51) ein.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/53-54;
Urk.
6/58) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
6/63 =
Urk.
2) auf das neue Leistungsbegehren der Versicherten nicht ein.
2.
Die Versicherte erhob am 2
5.
November 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein externes Gutachten einhole und hernach nochmals über die Leistungen entscheide (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Januar 2020 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
1.
Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

Considerations:
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.2
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/Mosimann/Bollinger [Hrsg.],
AHVG
/IVG Kommentar, 2018, Mosi
mann, N 20 zu Art. 17 ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Per
son zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Ren
tenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht all
seitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn d
ie Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E.
2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE
130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3
; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2
).
1.4
Da die versicherte Person im Rahmen der Neuanmeldung die massgebliche
Tat
sachenänderung glaubhaft zu mache
n hat, spielt der Untersuchungsgrund
satz
, wonach das Gericht (oder die Verwaltung) für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, insoweit nicht. M
it
hin
kommt der versicherten Person
ausnahmsweise eine Beweisführungslast
zu. Wird
in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss
auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Ver
waltung beizuziehen seien, ist der ver
sicherten Person eine angemessene Frist
zur Einreichung der Beweismittel anzu
setzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Andro
hung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erken
nen sei. Dasselbe gilt, wenn der Neuanmeldung zwar ärztliche Berichte beigelegt sind, diese indessen so wenig
substanziiert
sind, dass sich eine neue Prüfung nur
aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde.
Diesfalls
ist die IV-Stelle zur Nachforderung weiterer Angaben nur verpflichtet, wenn den – für sich allein
genommen nicht Glaubhaftigkeit b
egründenden – Arztberichten kon
krete Hin
weise entnommen werden können, wonach möglicherweise eine mit weiteren
Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung vorliegt. Ergeht eine
Nich
tein
tretensverfügung
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens, das den Erfor
dernissen betreffend Fristanse
tzung und Androhung der Säumnis
folgen genüg
t, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot. Für das Beibringen neuer Beweismittel bleibt im anschliessenden Gerichtsverfahren kein Raum mehr (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.1-2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging davon aus
,
dass die
bei der letztmaligen Abweisung des Leistungsbegehrens
vo
rhandenen
Einschränkungen nicht versichert gewesen seien. Gestützt auf die zugestellten Unterlagen habe keine Änderung des Gesund
heitszustandes festgestellt werden können
. Die neu aufgeführten Diagnosen hät
ten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
. Bezüglich der bisherigen Beschwerden ergebe sich keine Verschlechterung. Weitere medizinische Abklä
rungen seien nicht angezeigt
(
Urk.
2
S. 1
;
Urk.
5 S. 2
).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
eine alle rechtsrelevanten Fragen umfassende Begutachtung, insbesondere auch die Frage der Komorbidität der nachgewiesenen Beschwerden beinhaltend, sei nicht einge
ho
lt worden. Die Wechselwirkung s
e
i
nie thematisiert worden. Aktuell liege ein Bericht der
Y._
vor, wonach sie im Alltag in allen Belangen aufgrund ihrer Schmerzen stark eingeschränkt sei. Zusätzlich sei sie zur kardiologischen Unter
suchung überwiesen worden, da
ihre
Hausärztin implizit von einer Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes ausgehe.
Auch
seien neue Diagnosen hinzuge
kommen.
Schliesslich
sei bisher
keine Indikatorenprüfung erfolgt, obwohl eine solche angezeigt wäre
. Es bestünden genügend Anhaltspunkte, welche insgesamt eine Veränderung des Gesundheitszustandes glaubhaft
darzulegen
vermöchten
(
Urk.
1
S. 5 f
f
.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft gemachten Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letztmaligen materi
ellen Prüfung – zu Recht nicht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten ist.
3.
3.1
Bei der letztmaligen materiellen Prüfung, in deren Rahmen ein Leistungsanspruch verneint wurde (vgl. Verfügung vom 1
8.
Mai 2016,
Urk.
6/36)
,
stellte sich die massgebende medizinische Aktenlage wie folgt dar:
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, nannte mit Bericht vom
1.
August 2015 (
Urk.
6/15/1-3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei:
-
vor allem
myotendinotischen
Befunden
-
normalen Bandscheibenhöhen, keine
r
S
pinalstenose sowie
keine
r
Neuro
kompression (Magnetresonanztomographie, MRI,
der
Lendenwir
belsäule, LWS, Juli 2015)
-
ohne Hinweise für entzündliche Läsionen, insbesondere keine
Sakroi
li
i
tis
(MRI
der
ganze
n
Wirbelsäule, Februar 2014)
-
Knieschmerzen rechts na
ch traumatischem Ereignis 2006 (
MRI
des rechten
Knie
s
Oktober 2009 mit unauffälligem Befund
)
-
kongeni
t
ale Nachtblindheit mit unauffälliger Darstellung des
Neuro
craniums
(MRI
des
Neurocranium
s
, Oktober 2012)
-
Vitamin D-Mangel, substituiert
Es fänden sich weder bildgebend noch laborchemisch oder klinisch Hinweise für eine chronisch entzündliche Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Es
bestünden
vor allem muskuläre Befunde sowie
Myotendinosen
und
eine
musku
läre
Dysbalance
, welche im Rahmen einer mechanischen Ätiologie
zu interpretie
ren seien (S. 2).
3.3
Mit Bericht vom 1
1.
Oktober 2015 (
Urk.
6/22/1-5)
führte
Dr.
med.
A._
, praktische Ärztin, folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
auf
(S. 1
Ziff.
1.1):
-
c
hronisches
LWS-
Syndrom
-
chronisches Syndrom der Brust- und Halswirbelsäule (
BWS und HWS
)
-
Attention
des
Iliosakralgelenks
(
ISG
)
-
Gonalgie
-
r
ezidivierende Blockierungen
-
Skoliose
der Wirbelsäule (WS)
-
k
ongenitale Nachtblindheit
-
Spannungskopfschmerzen
-
Migräne mit visueller Aura
-
Lagerungsschwindel
-
b
ronchiale Hyperreagibilität,
Differentialdiagnose (
DD
)
: Asthma bronchi
ale
-
c
hronischer Eisenmangel
-
Laktose-
Histaminintoleranz
Sodann
nannte
sie die folgenden Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Status nach Contusio
capitis
und Unterarm rechts, März 2013
-
Status nach Kniekontusion, Juli 2008
-
Vitamin D-Mangel
-
Status nach
Nephrolithiasis
, anamnestisch
-
Glaukom, anamnestisch
-
Mitralklappenprolaps
-
Medikamentenunverträglichkeit
Die Beschwerdeführerin s
ei von anderen Fachärzten
krankgeschrieben worden
. Zur Arbeitsfähigkeit sei keine genaue Angabe möglich
(S. 2
Ziff.
1.6). Die Prognose sei gut (S. 2
Ziff.
1.4). Die bisherige sowie eine angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne ständige psychische Belastung und ohne Nacht
arbeit sei
en
der Beschwerdeführerin
noch zu 60 bis 70
%
zumutbar (S. 3
Ziff.
1.7).
3.4
In dem am 2
9.
Oktober 2015 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
6/23/1-5) äusserte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ophthalmologie,
den Verdacht auf eine kongenitale stationäre Nachtblindheit mit normalem Fun
dus, unspezifischen Ausfällen im Gesichtsfeld, Myopie sowie Astigmatismus (S. 1
Ziff.
1.1). Die Prognose sei stabil und altersentsprechend (S. 2
Ziff.
1.4). Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (S. 2 f.
Ziff.
1.6-1.7, S. 5).
3.5
Dr.
Z._
bestätigte m
it Bericht vom
5.
Februar 2016 (
Urk.
6/33) die bisher von ihr genannten Diagnosen (S. 1
f.
Ziff.
1.1).
Eine
Arbeitsunfähigkeit
habe sie nicht
attestiert (S. 3
Ziff.
1.6).
Bei der Beschwerdeführerin bestünden a
ufgrund der gesundheitlichen Störungen Einschränkungen beim Heben schwerer Lasten von mehr als 5 bis 10 kg sowie
bei
repetitiven Arbeiten über Kopf und ungüns
tigen Haltungen kniend, kauernd und gebückt sowie bei repetitiven Rumpfrota
tionen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Aufgrund der Müdig
keitserscheinung und
den
muskulären Dysbalancen sowie
der
Insuffizienz sei derzeit nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, leichten bis mittel
schweren Tätigkeit gegeben. Dabei vermieden werden müssten Heben schwerer Lasten von mehr als 5 bis 10 kg sowie ungünstige Haltungen kniend, kauernd und gebückt sowie
Vornüberneigungen
und ungünstige Rumpfrotationen (S. 3 f.
Ziff.
1.7).
3.6
Mit Stellungnahme vom
5.
März 2016 konnte
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes, Regionaler
Ärztlicher Dienst (RAD), keine Diagnose mit dauerhafter Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit erkennen. In der bisherigen Tätigkeit bestünden Sehschwierigkeiten
nachts
. Ansonsten würden lediglich unspezifische Befunde
aufgrund anamnestischer
Angaben beschrieben.
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig,
falls
Arbeiten im Dunkeln zu tätigen sei
e
n.
In einer angepassten Tätigkeit ohne Arbeitswege und ohne Arbeiten im Dunkeln bestehe durchgehend eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
6/34 S. 4 f.).
4.
4.1
Bei der vorliegenden Neuanmeldung lagen der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
2)
die
folgende
n
medizini
sche
n
Berichte vor:
4.2
Dr.
A._
führte
mit Arztzeugnis vom
2.
Mai 2017 (
Urk.
6/42/4 =
Urk.
6/51/47) folgende Diagnosen
auf
:
-
Malabsorptionssyndrom,
instabiles Darmmilieu
-
schwere Laktose-
Histaminintoleranz
-
multiple Allergien
-
bronchiale Hyperreagibilität
-
Medikamentenunverträglichkeit
-
chronisches rezidivierendes WS-Syndrom mit rezidivierenden ISG-Blockierungen bei WS-Skoliose
-
chronische Arthralgie,
Gonalgie
-
gemischte
Zephalgie
, Spannungskopfschmerzen und Migräne mit visuel
ler Aura
-
Lag
erungsschwindel
-
chronischer Eisen- und Vitamin D-Mangel
-
kongenitale Nachtblindheit
-
Glaukom, anamnestisch
-
Mitralklappenprolaps
-
Status nach Contusio
capitis
und Unterarm-Kontusion rechts, März 2013
-
Status nach Kniekontusion, Juli 2008
-
Status nach
Nephrolithiasis
vor Jahren, anamnestisch
-
Graviditas
Aufgrund des Krankheitsbildes
sei eine rege
l
mässige Medikamenteneinnahme medizinisch begründet und notwendig.
4.3
Dem Bericht der Ärzte des Universitätsspitals
D._
, Kardiolo
gie/Echokardiographie,
bezüglich der am 1
1.
September 2017 erfolgten Untersu
chung ist zu entnehmen, dass sich ein normal grosser, nicht hypertropher linker Ventrikel mit normaler Auswurffraktion
ohne regionale Wandbewegungsstörun
gen und mit normalem Füllungsmuster gezeigt habe. Die Mitralklappe sei morphologisch unauffällig mit minimer Insuffizienz. Es zeige sich eine
trikuspide
Aortenklappe mit minimster zentraler Insuffizienz. Der linke Vorhof sei normal gross und die rechts
s
eitigen Herzhöhlen seien unauffällig. Es lägen keine indi
rekten Hinweise für eine pulmonale Drucksteigerung vor (vgl.
Urk.
6/42/15 =
Urk.
6/51/43).
4.4
Mit Bericht vom 2
0.
Februar 2019 (
Urk.
6/47
=
Urk.
6/51/45-46
) diagnostizierte Physiotherapeutin
E._
,
Y._
, ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit
Hyperlaxität
sowie
myofaszialen
Schmerzen im Bereich
des
Becken
s
und Gesäss.
Als Nebendiagnosen erwähnte sie eine
Histamin
intoleranz
sowie ein Malabsorptionssyndrom.
Im Befund würden sich muskuläre Problem
e
erkennen lassen. Die Gelenke seien durch die
Hyperlaxität
instabil, was
zusätzlich
durch die verminderte Muskelkraft verschlechtert werde. Die Beschwerdeführerin sei durch die Schmerzen in allen Bereichen eingeschränkt und habe durch die komplexe ganzheitliche Problematik Schwierigkeiten
,
alleine eine schmerzlösende und funktionserhaltende Therapie durchzuführen. Während den Monaten
,
als sie
regelmässig einmal pro Woche in die Therapie gekommen sei, habe sich die Partizipation und Aktivität im Alltag signifikant verbessert (S.
1 f.).
4.5
Mit
Überweisungsschreiben vom 2
1.
März 2019 (
Urk.
6/51/24-25)
bat
Dr.
A._
die
Rheumatologin
Dr.
Z._
darum
, die Beschwerdeführerin aufzubieten und einen fachärztlichen Bericht über den Verlauf und
die
weitere Prognose
zu erstellen
(Antrag wegen einer Verschlechterung bei der IV-Stelle eingeleitet).
4.6
RAD-Arzt
Dr.
C._
konnte
mit Stellungnahme vom 2
6.
April 2019 keine Änderung des Gesundheitszustandes fest
stellen
(vgl.
Urk.
6/52 S. 2).
4.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Kardiologie, berichtete mit Schreiben vom
2.
Mai 2019 (
Urk.
6/51/26-27) über die kardiologische Untersuchung der Beschwerdeführerin. Es zeige sich ein Normalbefund des Herzens ohne Nachweis von
Vitien
oder Zeichen einer Rechtsherzbelastung. Somit ergebe sich keine spe
zifische therapeutische Indikation (S. 1 f.).
5.
5.1
Mit den seit der letztmaligen materiellen Beurteilung eing
ereichten ärztlichen Berichten
vermag die Beschwerdeführerin keine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustandes glaubhaft darzutun.
So werden weder neue erhebliche Befunde noch bisher unberücksichtigte
relevante
Diagnosen aufgeführt.
Das Arztzeugnis von
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.2)
erweist sich
überdies
als nicht substantiiert, lässt sich diesem weder eine Befunderhebung noch eine Ein
schätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit entnehmen. Einzig eine Auflistung aller bekannten Diagnosen vermag keine erhebliche Veränderung des Gesund
heitszustandes glaubhaft darzutun.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 5) waren
etwa auch
die Malabsorption sowie die Histamin- und Laktoseintoleranz bereits bekannt (vgl.
Urk.
6/14 S. 2 f.;
Urk.
6/22/1-5
).
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin auf eine regelmässige Medikamentenein
nahme angewiesen ist, vermag
ebenfalls
nichts Gegenteiliges zu belegen.
Auch aus dem
Überweisungsschreiben vo
n
Dr.
A._
an
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.5
)
lässt sich
keine implizite Glaubhaftmachung eines verschlechterten Gesundheitszustandes herleiten.
In dem durch die behandelnde Physiotherapeutin
E._
erstellten
Bericht (vorstehend E. 4.4
) lassen sich
sodann
ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes e
rken
nen
, zumal es sich bei ihr auch nicht um eine Ärztin handelt
. So wies diese haupt
sächlich auf muskuläre Probleme hin und gab an, dass die Beschwerdeführerin durch die Schmerzen
zwar
in allen Bereichen eingeschränkt sei,
sich die Partizi
pation und Aktivität im Alltag bei regelmässiger Therapie jedoch signifikant ver
bessert habe.
Die kardiologischen Untersuchungen durch die Ärzte des
D._
(vorstehend E. 4.3) sowie durch
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.7) ergaben
schliesslich
weitestgehend unauffällige
Befunde, weshalb auch eine spezifische therapeuti
sche Indikation als nicht notwendig erachtet wurde.
Zuletzt
stellt
d
er geltend gemachte
Umstand, wonach bisher keine
alle rechtsrelevanten Fragen umfas
sende
Begutachtung – insbesondere im Hinblick auf allfällige Komorbidi
täten
sowie
die Standardindikatoren – erfolgt sei
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
,
für sich allein
keinen Neuanmeldungs- beziehungsweise Revis
ionsgrund dar (BGE 141 V 585 E.
5)
.
5.2
Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass verglichen mit der letztmaligen materiellen Beurteilung eine erhebliche gesundheitliche Verschlechterung nicht glaubhaft dargelegt wurde. Die Beschwerdegegnerin traf daher auch keine Pflicht zur Vornahme von weiteren Abklärungen des
Sachverhaltes (vorstehend E. 1.4
).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.