Decision ID: 0501a0b5-fa20-4a89-96d3-da92aa265b33
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law
Law Sub-area: nan
Label: dismissal

Facts:
Sachverhalt:
1. Am 11. August 2019, um 17:00 Uhr, wurde A._ von der Stadtpolizei
X._ in X._ kontrolliert, wobei die Stadtpolizei 0.6 Gramm Kokain
in ihrem Besitz feststellen konnte.
2. Mit Verfügung der Stadtpolizei X._ vom 24. September 2019 wurde
dies dem Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden, Abteilung
Administrativmassnahmen zur Kenntnis gebracht.
3. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 gewährte das Strassenverkehrsamt
A._ das rechtliche Gehör. Da sie wegen Besitzes und Konsums von
Kokain verzeigt worden sei, bestünden ernsthafte Bedenken an ihrer
Fahreignung, weshalb eine verkehrsmedizinische Abklärung
unumgänglich sei.
4. Am 24. Oktober 2019 verfügte das Strassenverkehrsamt, dass A._
sich verkehrsmedizinisch untersuchen zu lassen habe. Sollte die
Entzugsbehörde bis zum 24. Januar 2020 nicht im Besitze des
erforderlichen Gutachtens sein, müsste die Zulassung zur Führerprüfung
verweigert werden.
5. Am 8. Oktober 2019 beantragte der Vertreter von A._ Einsicht in die
Akten des Strassenverkehrsamtes.
6. Mit Schreiben vom 20. November 2019 liess A._ beim Departement
für Justiz, Sicherheit und Gesundheit des Kantons Graubünden
(nachfolgend: DJSG) Verwaltungsbeschwerde gegen die Verfügung des
Strassenverkehrsamts vom 24. Oktober 2019 erheben. Im Wesentlichen
wurde bestritten, dass A._ Kokain konsumiert hatte.
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7. Mit Schreiben vom 26. November 2019 teilte das Strassenverkehrsamt
A._ mit, dass es beabsichtige die Verfügung vom 24. Oktober 2019
wiedererwägungsweise aufzuheben und den Fall bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen Strafentscheides zu sistieren. Ihr wurde eine Frist von zehn
Tagen zur Wahrung des rechtlichen Gehörs gewährt.
8. Der Rechtsvertreter von A._ verzichtete mit Schreiben vom
6. Dezember 2019 auf eine Stellungnahme zur am 26. November 2019
angekündigten Wiedererwägung.
9. Am 12. Dezember 2019 verfügte das Strassenverkehrsamt die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 24. Oktober 2020,
wobei keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung ausgerichtet
wurde.
10. Mit Departementsverfügung vom 13. Dezember 2019 schrieb das DJSG
das Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit ab. Es wurden
keine Kosten erhoben und keine ausseramtliche Entschädigung entrichtet.
Im Wesentlichen machte das DJSG geltend, dass die Beschwerdeführerin
den Standpunkt der Bestreitung eines Kokainkonsums bereits im Rahmen
des vorinstanzlichen Verfahrens, in dem ihr das rechtliche Gehör gewährt
wurde, hätte einnehmen können. Stattdessen habe sie den Sachverhalt
gegenüber der Vorinstanz im Rahmen eines Telefonats am 10. Oktober
2019 anerkannt. Die Gegenstandslosigkeit sei bei diesem
Verfahrensverlauf der Beschwerdeführerin zuzuordnen, weshalb sie
grundsätzlich kostenpflichtig würde. Da keine wesentlichen
Verfahrenshandlungen getätigt wurden, hat das DJSG auf die Erhebung
von Kosten im Beschwerdeverfahren verzichtet.
11. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
14. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
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Graubünden. Sie beantragte, dass die Dispositivziffer 2 der
Departementsverfügung vom 13. Dezember 2019 aufzuheben sei und ihr
eine ausseramtliche Entschädigung für das vorinstanzliche Verfahren
auszurichten sei. Eventualiter sei die Sache zur Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts und zum erneuten Entscheid über die
ausseramtliche Entschädigung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des DJSG. Die
Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, dass die Vorinstanz
den Sachverhalt falsch festgestellt und das Recht falsch angewendet habe.
Die Beschwerdeführerin habe sich während des fraglichen Telefonats
lediglich über die Rechtlage erkundigt, was auch die Erstinstanz in der
ursprünglichen Verfügung so festgehalten habe. Einen Konsum habe die
Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt eingestanden. Die erste Instanz
hätte mit dem Erlass der ursprünglichen Verfügung bis zum rechtskräftigen
Abschluss des Strafverfahrens abwarten müssen, was sie auch anerkannt
habe, folglich sei der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung
zuzusprechen.
12. Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2020 beantragte das DJSG
(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde unter
Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin
hätte ihre Vorbringen, insbesondere das Nichteinverständnis mit der
verkehrsmedizinischen Abklärung bereits im Rahmen des rechtlichen
Gehörs vor Erlass der Verfügung des Strassenverkehrsamts vom
24. Oktober 2019 einbringen können. Stattdessen habe sie dem
Strassenverkehrsamt telefonisch mitgeteilt, dass sie mit dem Sachverhalt
und der verkehrsmedizinischen Abklärung einverstanden sei. Die
Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens sei bei diesem
Verfahrensablauf der Beschwerdeführerin zuzuordnen, weshalb sie
grundsätzlich kostenpflichtig geworden wäre und auch keine
Parteientschädigung zugute habe.
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13. Mit Schreiben vom 10. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin
replicando an ihren Anträgen fest. Es treffe nicht zu, dass die
Beschwerdeführerin einen Konsum von Kokain anerkannt
beziehungsweise sich mit der Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Massnahme einverstanden erklärt habe. Die Beschwerdeführerin sei nicht
deutscher Muttersprache, weshalb ein Anerkennen des Sachverhaltes per
Telefon nur äusserst vorsichtig angenommen werden dürfe. Der
handschriftlichen Notiz des Sachbearbeiters könne gerade nicht
entnommen werden, dass ein Konsum eingestanden worden sei. Der
Strafbefehl des Stadtrichteramtes X._ vom 25. November 2019, mit
welchem die Beschwerdeführerin wegen Besitzes von Betäubungsmitteln
– nicht aber wegen Konsums – bestraft wurde, sei mittlerweile in
Rechtskraft erwachsen.
14. Mit Schreiben vom 13. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer Duplik.
15. Am 17. Februar 2020 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
seine Honorarnote über Fr. 2'326.80 beim Verwaltungsgericht ein.
16. Am 28. Juli 2020 liess die Beschwerdeführerin ein Schreiben des
Strassenverkehrsamts beim Verwaltungsgericht einreichen. Aufgrund der
Sach- und Rechtslage sehe das Strassenverkehrsamt von der Eröffnung
eines Administrativverfahrens ab.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf die angefochtene Departementsverfügung vom 13. Dezember 2019
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Considerations:
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt bildet im vorliegenden Fall die Departementsverfügung
vom 13. Dezember 2019. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtpflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz angefochten werden
können. Die Verfügung des Beschwerdegegners ist weder endgültig noch
kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden, weshalb sie ein
taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Als Adressatin der Verfügung ist die
Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung auf (Art. 50 VRG) Daher ist auf die im Übrigen form- und
fristgerecht (Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG) eingereichte Beschwerde
einzutreten.
1.2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Besetzung mit drei
Richterinnen und Richtern (Art. 43 Abs. 1 VRG). Es entscheidet in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Vorliegend
beträgt der Streitwert Fr. 2'326.80 (vgl. Honorarnote vom 17. Februar 2020)
und es ist keine Fünferbesetzung vorgesehen, weshalb das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet.
2. Die Beschwerdeführerin verlangt in formellrechtlicher Hinsicht den
Aktenbeizug bei der Erst- und Vorinstanz. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VRG
ermittelt das Verwaltungsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen. Die
am Verfahren Beteiligten sind verpflichtet, an der Feststellung des
Sachverhalts mitzuwirken (Art. 11 Abs. 2 VRG). Die Behörde erhebt die
notwendigen Beweise, wobei sie an Begehren zur Ermittlung des
Sachverhalts nicht gebunden ist (Art. 11 Abs. 3 VRG). Die
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Beschwerdeführerin hält den Beizug sämtlicher Akten der Erst- und
Vorinstanz für unumgänglich, ohne dieses Vorbringen zu substantiieren. Zu
diesem Begehren ist festzuhalten, dass dem Verwaltungsgericht die
Departementsverfügung vom 13. Dezember 2019 (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2), die Verfügung der Erstinstanz
vom 24. Oktober 2019 (Bf-act. 3), die Kopie des Strafbefehls vom
25. November 2019 (Bf-act. 4), sämtliche Akten des Strassenverkehrsamts
(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] I.1- I.10) und die Akten des
DJSG (Bg-act. II.1-II.6) vorliegen. In der Replik hat die Beschwerdeführerin
nicht spezifiziert welche weiteren Akten beizuziehen seien oder inwieweit
dies zu einem zusätzlichen Erkenntnisgewinn führen würde. Nach Ansicht
des Einzelrichters kann deshalb auf den Beizug weiterer Akten verzichtet
werden, auch weil er aufgrund der bereits vorliegenden Beweise seine
Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, dass diese
durch weitere Beweiserhebung nicht geändert wird (antizipierte
Beweiswürdigung, vgl. dazu BGE 143 III 297 E.9.3.2, 141 I 60 E.3.3. m.H.,
140 III 16 E.2.1).
3. In materiellrechtlicher Hinsicht ist im konkreten Fall zu prüfen, ob der
Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin in der angefochtenen
Verfügung vom 13. Dezember 2019 infolge Gegenstandslosigkeit des
Verfahrens zu Recht keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen
hat.
3.1. Die Verfahrenskosten werden in der Regel jener Partei auferlegt, deren
Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat. Wenn das Verfahren ohne
Zutun der Parteien gegenstandslos geworden ist, werden die Kosten
aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrunds nach dem
Unterliegerprinzip festgelegt (vgl. BGE 142 V 551 E.8.2, 118 Ia 488 E.4.a;
Urteil des Bundesgerichts 1C_376/2018 vom 18. Oktober 2018 E.2.1).
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Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird im Rechtsmittel- oder Klageverfahren in
der Regel die unterliegende Partei verpflichtet der obsiegenden Partei die
durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen.
Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen.
Gemäss Art. 20 VRG schreibt die Behörde das Verfahren als erledigt ab,
wenn im Laufe des Verfahrens das rechtserhebliche Interesse am Erlass
eines Entscheids in der Sache wegfällt, insbesondere aufgrund des
Rückzugs der Begehren, der Rücknahme des angefochtenen Entscheids
oder eines Vergleichs (Abs. 1). Die Behörde entscheidet in der
Abschreibungsverfügung über die Zuteilung der amtlichen und
ausseramtlichen Kosten, wenn sich die Parteien darüber nicht einigen
(Abs. 2). Rückzug, Anerkennung und Vergleich werden in die
Abschreibungsverfügung aufgenommen und erlangen damit die Wirkung
eines rechtskräftigen Entscheids (Abs. 3).
Laut Art. 15 der Verordnung über die Kosten im Verwaltungsverfahren
(VKV, BR 370.120), wird im erstinstanzlichen Verfahren in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen. Obsiegt eine Partei nur teilweise, wird
die Parteientschädigung angemessen reduziert (Abs. 2). Keine oder eine
angemessen reduzierte Parteientschädigung wird zugesprochen, wenn die
Partei die Fehlerhaftigkeit der angefochtenen Verfügung durch eine
Verletzung ihrer gesetzlichen Mitwirkungspflichten mitverursacht hat (Abs.
3 lit. a) oder der Beizug einer berufsmässigen Vertretung sachlich nicht
gerechtfertigt war (Abs. 3 lit. b).
Das Verwaltungsgericht hat bei der Beurteilung der Entschädigungsfrage
Abschreibungen im Sinne von Art. 20 VRG in konstanter Praxis
entschieden, dass grundsätzlich diejenige Partei kosten- und allenfalls
entschädigungspflichtig ist, welche die Gegenstandslosigkeit ursächlich
herbeigeführt hat (Verursacherprinzip). Erst wenn der Eintritt der
Gegenstandslosigkeit keiner Partei durch ihr Verhalten kausal zugerechnet
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werden kann, ist auf die mutmasslichen Erfolgsaussichten des
Beschwerdeverfahrens abzustellen (vgl. PVG 2011 Nr. 32 E.2.b.).
3.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die Gegenstandslosigkeit des
Verfahrens eindeutig nicht bei ihr zu verorten sei. Der strafrechtlich
relevante Sachverhalt sei unklar gewesen. Dem Rapport der Stadtpolizei
X._ vom 24. September 2019 lasse sich nicht entnehmen, ob die
Beschwerdeführerin tatsächlich einen Konsum von Kokain eingestanden
hat. Auch die Strafverfolgungsbehörde gehe nunmehr davon aus, dass
wegen Konsum von Betäubungsmitteln kein Strafverfahren anhand zu
nehmen sei. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hätte die Erstinstanz
mit dem Erlass der ursprünglichen Verfügung bis zum rechtskräftigen
Abschluss des Strafverfahrens abzuwarten gehabt, was sie im Rahmen der
wiedererwägungsweisen Aufhebung schlussendlich auch anerkannt habe.
Eine Pflicht zur Stellungnahme bzw. zur Bestreitung des Sachverhaltes
durch die Beschwerdeführerin bestehe hingegen nicht.
Zudem sei die Beschwerdeführerin nicht deutscher Muttersprache,
weshalb ein Anerkennen des Sachverhaltes per Telefon grundsätzlich nur
äusserst vorsichtig angenommen und der Beschwerdeführerin
entgegengehalten werden dürfe.
3.3. Gemäss der Beschwerdegegnerin habe sich die Beschwerdeführerin
telefonisch beim Strassenverkehrsamt gemeldet. Sie habe den
Sachverhalt anerkannt und mitgeteilt, dass sie mit der
verkehrsmedizinischen Abklärung einverstanden sei. Eine schriftliche
Stellungnahme habe die Beschwerdeführerin dem Strassenverkehrsamt
nicht eingereicht, weshalb das Strassenverkehrsamt habe davon ausgehen
dürfen, dass die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom
24. Oktober 2019 keine Einwände gehabt habe. Derselbe Sachverhalt sei
auch der Wiedererwägungsverfügung des Strassenverkehrsamts vom
12. Dezember 2019 zugrunde gelegen. Die anwaltlich vertretene
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Beschwerdeführerin habe mit Eingabe vom 6. Dezember 2019 auf eine
weitergehende Stellungnahme verzichtet und auch die Feststellungen zum
Telefonat vom 10. Oktober 2019 nicht berichtigt.
Nach Ansicht des Beschwerdegegners hätte die Beschwerdeführerin ihre
Vorbringen, insbesondere das Nichteinverständnis mit der
verkehrsmedizinischen Abklärung, bereits im Rahmen des rechtlichen
Gehörs vor Erlass der Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom
24. Oktober 2019 in das Verfahren einbringen können. Stattdessen habe
sie in diesem Zeitpunkt dem Strassenverkehrsamt telefonisch mitgeteilt,
dass sie mit dem Sachverhalt und der verkehrsmedizinischen Abklärung
einverstanden sei. Die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens
sei bei diesem Verfahrensverlauf der Beschwerdeführerin zuzuordnen,
weshalb sie keine Parteientschädigung zugute habe.
3.4. Das Strassenverkehrsamt hat seine ursprüngliche Verfügung vom
24. Oktober 2019, womit es der Beschwerdeführerin eine
verkehrsmedizinische Abklärung auferlegt hatte, am 12. Dezember 2019
wiedererwägungsweise aufgehoben (vgl. Bg-act. I.8). Es begründete
diesen Entscheid im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin mit
Strafbefehl des Stadtrichters von X._ vom 25. November 2019
lediglich wegen unbefugten Besitzes von 0.6 Gramm Kokain verurteilt
worden sei, während der Konsum nicht ausgewiesen sei (vgl. Bf-act. 4).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hätte sie bereits im Rahmen
der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 8. Oktober 2019 den Konsum
von Kokain bestreiten können. Dies wäre ihr ohne weiteres auch am
26. November 2019 möglich gewesen, als sie bereits anwaltlich vertreten
war, und ihr vom Strassenverkehrsamt erneut das rechtliche Gehör
gewährt wurde. Stattdessen verzichtete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 6. Dezember 2019 ausdrücklich
auf eine Stellungnahme (vgl. Bg-act. I.7). Das Strassenverkehrsamt durfte
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somit zu Recht davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin gegen die
Verfügung vom 24. Oktober 2019 keine Einwände hatte.
An dieser Stelle ist noch darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin
sehr wohl mitwirkungspflichtig ist, obwohl ihr Rechtsvertreter dies in der
Beschwerde vom 14. Januar 2020 bestreitet. Sie ist gemäss obgenanntem
Art. 11 Abs. 2 VRG verpflichtet bei der Erstellung des Sachverhaltes –
wovon die Frage ob die Beschwerdeführerin Kokain konsumiert hat oder
nicht unzweifelhaft ein Teil ist – mitzuwirken. Dies hat die
Beschwerdeführerin nicht gemacht, obwohl sie sich damit hätte entlasten
können. Die spätere Gegenstandslosigkeit ist folglich der
Beschwerdeführerin zuzurechnen, weshalb keine ausseramtliche
Entschädigung geschuldet ist.
4. Selbst wenn man der Ansicht ist, es seien die Erfolgsaussichten der
Beschwerde massgebend für die Frage der Zusprechung einer
ausseramtlichen Entschädigung, wäre die Beschwerde trotzdem
abzuweisen.
4.1. Wenn Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen, wird diese nach
Art. 15d Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen. Dies bei den unter Art. 15d Abs. 1
lit. a - e SVG aufgeführten Fällen, namentlich bei Fahren unter dem
Einfluss von Betäubungsmitteln oder bei Mitführen von Betäubungsmitteln,
die die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes
Abhängigkeitspotential aufweisen (Art. 15 Abs. 1 lit. b SVG). Die Norm
erfasst unter dem Mitführen von Betäubungsmitteln hingegen lediglich den
Transport von Betäubungsmitteln in einem Motorfahrzeug (vgl.
WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und
Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 15d
Rz. 62 f.).
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4.2. Auch Lebenssachverhalte ausserhalb des Strassenverkehrs können
jedoch Anlass für die Anordnung einer Fahreignungsabklärung bilden. Die
Beschwerdeführerin hat gemäss Strafbefehl des Stadtrichteramts X._
vom 25. November 2019 0.6 Gramm Kokain auf sich getragen (vgl. Bf-
act. 4). Kokain ist ein Betäubungsmittel, welches die Fahrfähigkeit stark
beeinträchtigen kann und ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufweist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 1C_285/2018 vom 12. Oktober 2018 E.3.4). Der
Besitz von Kokain ist die notwendige Vorstufe des Konsums und es war
aus Sicht des Strassenverkehrsamts zu diesem Zeitpunkt (d.h. am
24. Oktober 2019) gerechtfertigt, genauer hinzuschauen. Es ist somit
nachvollziehbar, dass das Strassenverkehrsamt Zweifel an der
Fahreignung der Beschwerdeführerin hatte, zumal diese immer noch über
den Lernfahrausweis verfügte. Die Anordnung einer
Fahrtauglichkeitsabklärung war somit vor dem Eintritt des
Erledigungsgrunds gerechtfertigt, weshalb die Beschwerdeführerin
bezüglich der dagegen erhobenen Beschwerde geringe Erfolgsaussichten
gehabt hätte. Auch aus diesem Grund wäre ihr folglich keine
ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen.
5. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Beschwerdegegner der
Beschwerdeführerin in der Departementsverfügung vom 13. Dezember
2019 zu Recht keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen hat. Die
dagegen erhobene Beschwerde vom 14. Januar 2020 ist somit
abzuweisen.
6.1. Im Rechtsmittel- und Klageverfahren hat in der Regel die unterliegende
Partei die Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr wird
angesichts des eher geringen Verfahrensaufwands des Einzelrichters
gestützt auf Art. 75 Abs. 2 VRG auf Fr. 750.-- festgesetzt.
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6.2. Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG wird Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit
öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Vorliegend besteht kein Anlass davon
abzuweichen, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine
aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.